— eihbibliothek deutſcher, engliſcher und franzöſiſcher Literatur — von.. Eduard Okkmann in Gießen, Schloßgaſſe Lit. A. Nr. 256. . Leih- und Jeſebedingungen. 8 1. Offensein der Bibliothek. Die Bibliothek ſteht zur Em⸗ pfangnahme und Rückgabe der Bücher jeden Tag von Morgens 7 Uhr bis Abends 8 Uhr offen.. 2. Lesepreis. Bei Rückgabe eines geliehenen Buches wird von jedem Tag 5 Pf. bezahlt. Die Zeit eines Tages iſt zu 24 Stun⸗ den angenommen. 3. Caution. Unbekannte Perſonen müſſen, bei Entgegennahm e eines Buches, eine dem Werthe deſſelben entſprechende Summe d hinterlegen, welche bei deſſen Zurückgabe von mir zurückerſtattet wird. 4. Abonnement. Daſſelbe muß voraus bezahlt werden und beträgt: für wöcheutlich 2 Bücher: 4 Bücher: 6 Bücher: —————— auf 1 Monat: 1 Mk.— Pf. 1 Mk. 50 Pf. 2 Mk.— Pf. „ 3„„—„ 3„=„.„ 5. Auswärtige Abonnenten haben für Hin⸗ und Zurückſendung der Bücher auf ihre eigenen Koſten und Gefahr ſelbſt zu ſorgen. 5. Schadenersatz. Für beſchmutzte, zerriſſene, verlorene und g defecte Bücher(namentlich bei ſolchen mit Kupfern ꝛc.) muß der Ladenpreis erſetzt werden.— Iſt das zerriſſene, beſchmutzte, ver⸗ lorene und defecte Buch ein Theil eines größeren Werkes, ſo iſt der Leſer zum Erſatz des Ganzen verpflichtet. 7. Ausleihezeit. Dieſelbe iſt auf 14 Tage feſtgeſetzt und wird beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß das Weiterverleihen der Bücher nicht ſtattfinden darf, indem Diejenigen, welche die⸗ ſelben von mir geliehen, auch dafür zu ſtehen haben. — ——,--—— y y— ſA ͤͤſſſſ J. F. Cooper’'s ſaͤmmtliche Werke. 235 ſtes— 237ſtes Bändchen. Mark's Riff oder der Krater. Erſter Dheil. 4 8 Frankfurt am Main, 1848. 2 J. D. Sanerländer s Verlag. Mark’s Riff oder 1 der Krater. Erzählung aus dem ſtillen Meere von James Fenimore Cooper. Aus dem Engliſchen überſetzt. Frankfurt am Main, 1848. D. Sauerländers . J. Verlag. Gedruckt bei J. D. Sauerländer. 6 Vorrede. Der Leſer dieſes Buches wird ſehr natürlich gewillt ſein, die Frage zu ſtellen: warum die Erdbeſchreibungen, Geſchichts⸗ bücher und andere Werke dieſer Art der Gegenden und Begeb⸗ niſſe, welche hier erzählt werden, nie erwähnt haben. Die Antwort iſt ziemlich einleuchtend und dürfte ſelbſt den for⸗ ſchungsſüchtigſten Geiſt befriedigen. Die Verfaſſer der ver⸗ ſchiedenen Werke nämlich, welche hier zu Rathe gezogen werden könnten, haben ſehr wahrſcheinlich nie davon gehört, daß es Orte in der Welt gebe, wie das Riff, Rancocus⸗Inſel, Vul⸗ kans⸗Kuppe, der Krater und die übrigen Inſeln, von welchen in dieſen Blättern ſo viel erzählt wird. Mit andern Worten, ſie wußten Nichts von ihnen. Unter gewöhnlichen Umſtänden würde es, wie wir ſehr gern zugeſtehen, von vornherein gegen das Daſein eines jeden Flecks auf der Oberfläche der Erde ſprechen, daß die geogra⸗ phiſchen Handbücher ihn unbeachtet laſſen. Man wird ſich aber erinnern, daß es eine Zeit gab,— und zwar ſind ſeit⸗ dem noch keine volle vierhundert Jahre verfloſſen,— wo die Erdbeſchreibungen nicht eine Silbe von dem großen amerika⸗ niſchen Feſtlande enthielten; daß es noch nicht hundert Jahre find, ſeit ſie Neu⸗Seeland, Neu⸗Holland, Tahiti, Oahu und eine große Menge anderer Orte, deren jetzt jeden Augenblick, ſelbſt in den Tagesblättern, erwähnt wird, zu beſchreiben ange⸗ An fangen haben. In den umfangreichſten geographiſchen Werken Inf iſt, zum Beiſpiele, von Japan ſehr wenig berichtet, und es 1 eine fragt ſich ſehr, ob ſie, wenn es ſich von der Genauigkeit ihrer unn Schilderungen handelt, nicht eben ſo gut ganz davon ſtill ge⸗ mit 1 ſchwiegen hätten. Kurz, wie viel auch jetzt von unſerem Erd⸗. 3 ball bekannt ſein mag, ſo iſt doch noch Vieles davon zu be⸗ Inf 1 ſprechen, und wir ſehen nicht ab, warum der„forſchungs⸗ ver 4 ſüchtige Geiſt“ in unſeren Blättern ſich nicht eben ſo gut geſi 8 Belehrung holen ſollte, wie in manchen andern, die der Welt 8 durch einen Tuſch literariſcher Trompeten angekündigt werden, waꝛ 5 in welche Präſidenten, Vicepräſidenten und Secretäre verſchie⸗ und dener gelehrten Geſellſchaften mit ſo kräftigen Lungen ſtoßen. ben Eines werden wir ſtets, und zwar allen Denen zum Trotz, 1 unb behaupten, welche geneigt ſein möchten, den Werth unſerer feſſe Bemühungen zu ſchmälern, nämlich: es findet ſich in dem⸗ 1 Zei Werke, welches wir hier der Leſewelt übergeben, nichts ernſt len Thatſächliches, das nicht auf die unbedingteſte Glaub⸗ f würdigkeit Anſpruch machen könnte. 4* hier Um jedoch alle Kritteleien zu beſeitigen, wollen wir einige wir jener Gründe, wie ſie ſich uns im Drange des Augenblickes— Leh darbieten, hier anführen, und ſo zu beweiſen ſuchen, daß ſatz alles hier Erzählte eben ſo wahr ſein könnte, als Cook's 4 trit Reiſen ſelbſt. G Erſtens iſt dieſe unſere Erde groß und hat nicht nur für wur alle in dieſen Blättern erwähnten Inſeln, ſondern auch für wer eine noch ſehr viel größere Anzahl Raum genug. Es iſt immer Etwas gewonnen, wenn die Möglichkeit eines hypothe⸗ ſag tiſchen Satzes außer Zweeifel geſtellt iſt. 86 Nie Ferner wußte man am Schluſſe des letzten, und an dem Anfange des jetzigen Jahrhunderts nicht halb ſo viel von den Inſeln des ſtillen Meeres, als man jetzt davon weiß. Bei einer ſolchen Magerkeit genauer Nachrichten, iſt es gar nicht unmöglich, daß Vieles ſich begeben hat, deſſen wir auch nicht mit einem Worte gedachten. Auch darf man nicht vergeſſen, daß auf jenen entlegenen Inſelgruppen Menſchengeſchlechter geboren wurden, ihre Zeit verlebten, ſtarben und vergeſſen worden ſind, ohne daß die geſittigte Welt etwas von ihnen gehört hat, oder je hören wird. Gibt man nun die Richtigkeit des Angeführten zu,— warum ſollte nicht alles hier Erzählte ſich zugetragen haben und der übrigen civiliſirten Welt gleichfalls unbekannt geblie⸗ ben ſein? Während der franzöſiſchen Revolutionskriege konnten unbedeutende Begebniſſe die allgemeine Aufmerkſamkeit kaum feſſeln, und wir dürfen über Intereſſen dieſer Art, zu jener Zeit, nicht urtheilen, wie man wohl jetzt von ihnen zu urthei⸗ len pflegt. Was man auch von der Wahrheit und Genauigkeit der hier erzählten Begebenheiten denken mag, wir hoffen, man wird finden, daß dieſes Buch nicht ganz ohne eine gewichtige Lehre iſt. Die Wahrheit iſt zur Erläuterung eines Grund⸗ ſatzes nicht unumgänglich nothwendig, denn die Phantaſie ver⸗ tritt ſehr oft mit vielem Glück⸗ die Stelle der Wirklichkeit. Der Leſer wird nun vielleicht wiſſen wollen, warum die wundervollen Begebenheiten, welche in dieſem Buche erzählt werden, der Welt ſo lange ein Geheimniß geblieben ſind. Als Antwort darauf möchten wir fragen: ob man uns ſagen kann, wie viele tauſend Jahre die Waſſer ſich über die Niagara⸗Felſen geſtürzt haben, oder warum die civiliſirte —— Welt erſt ſeit dreihundert Jahren etwas von dieſem wunder⸗ vollen Waſſerfalle gehört hat? Bekanntlich muß Alles einen Anfang haben; und ſo fängt die Welt jetzt an, die Geſchichte der Vulkans⸗Kuppe und des Kraters kennen zu lernen. Damit ſich der Leſer aber nicht beigehen laſſe, es der Vergangenheit zum Vorwurfe zu machen, in ihren Sammlun⸗ gen hiſtoriſcher und geologiſcher Notizen ſaumſelig geweſen zu ſein, wollen wir ihn wieder an die Wichtigkeit der Begebniſſe erinnern, welche ihre Aufmerkſamkeit in ſo hohem Grade in Anſpruch genommen haben. Wer nicht vor vierzig Jahren gelebt hat, macht ſich, zum Beiſpiele, kaum eine Vorſtellung davon, wie ſehr die Welt beſchäftigt war, Napoleon und ſeine wundervolle Lebensbahn zu bewundern, welche letztere noch mehr Außerordentliches darbot, als alles hier Erzählte, obgleich es allerdings ganz anderer Art war. Faſt ein Viertel Jahrhundert hindurch ſtaunte man über nichts anderes, als über die franzöſiſche Revolution und ihre Folgen. Einige Erläuterungen mögen jedoch hier ſogleich ihre Stelle finden, obgleich ſie, mit den Hauptbegebenheiten unſerer Geſchichte verglichen, ſehr untergeordneter Art ſind. Die Woolſton⸗Familie lebt noch in Pennſylvanien, und dieſer Umſtand dient, nebenher bemerkt, in nicht geringem Grade zur Bekräftigung der Wahrheit unſerer Erzählung. Ihr ausge⸗ zeichnetſtes Glied iſt vor nicht langer Zeit geſtorben, und auf das Tagebuch deſſelben ſtützen ſich faſt alle hier mitgetheilteu Thatſachen. Er hatte ein hohes Alter erreicht, denn er ſtarb in ſeinem ſiebzigſten Jahre und hinterließ, neben einer ſehr ausgedehnten Beſitzung nicht nur einen guten Namen, was weder mehr noch weniger heißt: als was„die Nachbarn“ in ihrer Unwiſſenheit, in ihrem Neide, ihrer Schmäh⸗ und Scheel⸗ ſucht und anderen ähnlichen Eigenſchaften, von ihm zu ſagen belieben, ſondern den Ruhm eines gut verwendeten Lebens, in welchem er kräftig ſtrebte, mehr in der Gunſt Gottes, als in der Gunſt der Menſchen zu leben. In den letzten vierzig Jahren ſeines Lebens, oder nach ſeiner Rückkehr in die Bucks⸗ Grafſchaft, bemerkte man, daß er auf das politiſche Treiben des Volkes mit Widerwillen, und, wie manche ſeiner Feinde vorgaben, mit Verachtung blickte. Demungeachtet erfüllte er alle ſeine öffentlichen Pflichten auf das Gewiſſenhafteſte, und verſäumte nie, ſeine Stimme abzugeben. Wie man glaubt, waren ſeine Hoffnungen auf die Zukunft, in dem geſelligen, irdiſchen Sinne des Wortes nämlich, eben nicht ſehr lebhaft, und man hörte ihn oft jenen warnenden Spruch aus der Bibel wiederholen:„Wer zu ſtehen glaubt, der gebe Acht, daß er nicht falle.“ Auch die treue und einſt liebliche Lebensgenoſſin dieſer Hauptperſon unſerer Geſchichte iſt todt. Sie ſollten, wie es ſcheint, nicht lange getrennt ſein. Aber ihre Zeit war gekom⸗ men, und man darf faſt ſagen, ſie ſeien miteinander hinüber⸗ gegangen. Daſſelbe gilt von Robert und Martha, welche auch ihre Tage ausgelebt haben und von dannen gegangen ſind, in eine beſſere Welt, wie man hoffen darf. Einige jüngere Perſonen unſerer Erzählung leben noch; man hat aber bemerkt, daß ſie es vermeiden, von den Begeb⸗ niſſen ihrer früheren Tage zu ſprechen. Die Jugend iſt die Zeit der Hoffnung, und wenn unſere Hoffnung getäuſcht worden iſt, verweilen wir nicht gern bei ihren trügeriſchen Bildern! Wenn die, welche jetzt in den vereinigten Staaten leben, in den hier erzählten Begebniſſen Gründe zu einer zeitlichen 10o Warnung finden, bewahrt die Gnade eines göttlichen Schöpfers vielleicht das noch, was er bisher ſeiner Liebe und ſeines Schutzes gewürdigt hat. Wir haben nur noch beizufügen, daß wir bei der Abfaſſung dieſes Buches beſtrebt waren, die Einfachheit des Tagebuchs unſeres Capitäns Woolſton nachzuahmen; wenn die Schreib⸗ art daher zuweilen ein wenig Rauheit gewahren läßt, bitten wir, es dieſem Umſtande beizumeſſen. Den 15. September 1847. ſo ſtr dener dem die h + alle. geiſt welch voll in V ſeltſa . dieſes Tage vorül Orcht Amir — endig aber . chen welch 5 “ q6—— 6 Jahr Erſtes Kapitel. eib⸗'ne Waare war's, die müßig bei euch lag; Jetzt bringt's Gewinn euch oder ſinkt in's Meer. Shakſpeare. Die amerikaniſche Freiheit, welche ihre Zügel nicht immer ſo ſtraff anzieht, als ſie es könnte, hat in Nichts eine entſchie⸗ denere Neigung, Reißaus zu nehmen, gewahren laſſen, als in dem Gebrauche von Namen. Hinſichtlich der Taufnamen ſind die heidniſche Götterlehre, die Bibel, die alte Geſchichte und alle Klaſſiker ſeit langer Zeit erſchöpft, und der Erfindungs⸗ . geiſt widmete ſich dem Geſchäfte mit einer Fülle von Phantaſie, welche bei einem ſolchen praktiſchen Volke in der That wunder⸗ voll erſcheinen muß. Der ſcharfſinnigſte Sprachkundige würde in Verlegenheit ſein, wenn er ſagen ſollte, woher alle dieſe ſeltſamen Töne zu leiten ſeien, welche gewaltſam in den Dienſt dieſes Menſchennamen⸗Heeres eingereiht worden ſind. Die Tage der Käten, und Dolly's, und Patty's, und Betty's ſind vorüber, und an ihrer Stelle hören wir jetzt von Lowiny's, Orchistry's, Phileny's, Alminy's, Cythery's, Saraletty's, Amindy's, Marindy's u. ſ. w. Alle dieſe letzteren Namen — endigen eigentlich mit einem a; da dieſer unglückliche Vokal aber an dem Ende der Wörter volksthümlich wie y ausgeſpro⸗ chen wird, haben wir die Schreibung der Ausſprache angepaßt, welche leider dieſen ganzen Modeaufſchwung vollkommen lähmt. Der Held unſerer Erzählung wurde vor vollen ſiebzig Jahren und glücklicherweiſe vor der Sucht nach neuen Namen —.——— ·,— 5 .—— —-—— / 8 geboren, obgleich er dem Unfalle, nach einem andern Syſteme benannt zu werden, als deſſen Bewunderer wir auch nicht gelten möchten und demzufolge man ſich der Familien⸗ ſtatt der Taufnamen bediente, eben noch entſchlüpfte. Dieſe Namen⸗ Geſchichte iſt eine Art eigener Wiſſenſchaft, welche nach unſerem Bedünken in den vereinigten Staaten weniger gekannt und beachtet wird, als in faſt allen andern Ländern. 5 Wenn ein Spanier ſeinen Namen Juan de Caſtro y Muſios*) ſchreibt, wiſſen wir ſogleich, daß ſein Vater der Familie Caſtro, ſeine Mutter der Familie Munos angehörte. Die franzöſiſchen, italieniſchen, ruſſiſchen u. ſ. w. Frauen ſchrei⸗ ben ſich„Frau So und So, geborene Die und Die,“ wodurch die ganze Geſchichte ihrer Individualität ins Klare gebracht iſt. In Frankreich ſetzen viele Frauen ihren Familiennamen vor den ihres Gatten,— eine ſehr verſtändige, einfache Sitte, welche, wie wir mit Vergnügen bemerken, auch bei uns hei⸗ miſch zu werden beginnt. Auch die Grabſtein⸗Inſchriften könn⸗ ten klarer und zweckmäßiger gemacht werden, wenn man beſtimmt angäbe, wer die Geſchiedene nach Vater und Mut⸗ ter geweſen iſt, und jede Hausfrau ſollte etwa in folgender Weiſe bezeichnet werden:„Hier liegt Jane Smith, Gattin des John Jones“ u. ſ. w.; oder:„Jane, Tochter des Thomas Smith und Gattin des John Jones.“ Irren wir nicht, ſo ändert ſich in manchen Ländern der Name der Frau eigentlich nicht, ſondern ſie tritt als Gattin nur unter dem Namen ihres Gatten auf. Jane Smith wird zum Beiſpiel Miſtreß John Jones, aber nicht Miſtreß Jane Jones. In Folge dieſer Anſicht *) Das ſpaniſche y entſpricht unſerem„und;“ der Name iſt alſo de Caſtro und Munos. Sitte, hei⸗ könn⸗ man Mut⸗ ender n des omas t, ſo ntlich ihres John nſicht alſo de — 13— haben ohne Zweifel unſere Vorfahren, die Engländer,— denn jeder Engländer iſt, wie es ſich von ſelbſt verſteht, eines jeden Amerikaners Vorfahr,— welche dergleichen Dingen viel mehr Aufmerkſamkeit widmen, als wir, nach ihrem Etikettenſtyl die Gattin von Lord John Ruſſel Lady John nennen, und nicht Lady Aurelia, oder wie ihr Taufname ſonſt klingen mag. Demſelben Grundſatze zufolge ſind überdieß, nach unſerem Be⸗ dünken, die Bezeichnungen Frau General Flip, Frau Doctor Flap und Frau Senator Flup eben ſo unrichtig, als ſie offen⸗ kundig von ſchlechtem Geſchmacke ſind. Mark Woolſton ſtammte aus einem, Theile dieſes großen Freiſtaates, wo die Namen noch eben ſo einfach, anſpruchslos und gut Sächſiſch⸗Engliſch ſind, als in der Grafſchaft Kent ſelbſt. Er wurde in der kleinen Stadt Briſtol, Bucks⸗Graf⸗ ſchaft, in Pennſylvanien, geboren. Dieß iſt ein Theil des Landes, wo, dem Himmel ſei es gedankt, die gute altmodiſche Geradheit und Einfalt noch nicht ganz verſchwunden iſt. Bucks wimmelt von Jack's, Ben's und Dick's,*) und es fragt ſich, ob man in jenem ganzen Gebiete eine der Geburt nach hei⸗ miſche Perſon findet, welche Ithuſy, oder Seneky, oder Dianthy, oder Antonizetty, oder Deidamy**) heißt. Die Woolſton waren vorzugsweiſe eine einfache Familie, in ihrer äußeren Erſchei⸗ nung ſehr anſpruchslos, in ihrem häuslichen Leben und in *) Johann, Benjamin, Richard. **) So albern und gekünſtelt alle dieſe Namen klingen mögen, ſind ſie doch echt. Der Verfaſſer hat ein großtes Verzeichniß ſolcher Namen aus dem wirklichen Leben geſammelt, welches er viel⸗ leicht einmal bekaunt macht. Orchiſtra, Philena und Almina gehören dazu. Man vergeſſe nicht, daß das Schluß„a“ ſtets wie „y“ klingt. Der Verfaſſer. —— ———— 14 ihren Sitten aber ehrenhaft und höchſt achtungswerth. Da ſie vollkommen leſen gelernt hatten, fiel es ihnen nicht ein, daß ſie Jemand der Unwiſſenheit zeihen könne. Sie nannten ſich, wie ihre Vorfahren ſich genannt hatten, nämlich Wooſter, oder wie man Woreeſter*) ausſpricht, obgleich ein Nankee⸗ Schullehrer ſich einen ganzen Sommer hindurch bemühte, unſeren Helden, als er noch ein Kind war, zu überreden, er müſſe ſich Wool⸗ſton nennen. Dieß machte auf Mark keinen Eindruck, und er fuhr fort, von ſeinen Oheimen und Tanten, „Joſy Wooſter,“ und Tommy Wooſter,“ und„Peggy**) Wooſter“ zu ſprechen, als gäb' es gar keine neu-⸗engliſche Aka⸗ demie auf der Erde, oder als ob Webſter dem alten John⸗ ſon*rn) nicht die Schuhe ausgetreten hätte. Mark Woolſton’s(oder Wooſter's) Vater war Arzt und, für das Land und die Zeit, ein gebildeter, geſchickter Mann. Mark wurde 1777, alſo gerade vor ſiebzig Jahren, und nur zehn Tage vor Burgoyne’s Ergebung †) geboren. Seiner Erziehung wurde nicht geringe Sorgfalt gewidmet; die Knecht⸗ ſchaft unter dem oſtländiſchen Erzieher war glücklicherweiſe nur von kurzer Dauer, und Mark fuhr fort, das Engliſche zu ſprechen, wie ſeine Väter es vor ihm geſprochen hatten. Hinſichtlich der Sprache iſt der Unterſchied zwiſchen Penn⸗ ſylvanien und Neu⸗Jerſey und Maryland— wir haben natür⸗ *) Uhſter. Der Ueberſetzer. **) Margaretha. *er) Zwei bekannte Verfaſſer von engliſchen Wörterbüchern. Der Ueberſetzer. †) Burgoyne ſtreckte den 16. October 1777 das Gewehr. Der Ueberſe tzer. Köt Art letz fra⸗ lade mü ma wor Hof iſt von ton eine unn wel und obg del) wor Erf ſech die Ver ein, nten ſter, kkee⸗ ihte, er inen ten, *) Aka⸗ ohn⸗ und, ann. nur einer echt⸗ veiſe e zu enn⸗ atür⸗ — 15— lich nur die Grafſchaften im Auge, welche nicht von Deutſchen oder Irländern angebaut und bevölkert waren— und den neu-⸗engliſchen Staaten, und mittelſt dieſer Neu⸗York in der That ſo augenfällig, daß er wohl im Vorbeigehen ein Wort verdient.. 3 In den erſtgenannten Staaten werden Wirthshäuſer, zum Beiſpiele, noch heute„zur ſchwarzen Kuh,“„zur indianiſchen Königin,“ oder„zum Anker“ benannt, während etwas dieſer Art in unſeren Tagen unter den ſechs Millionen, welche die letzteren Staaten bewohnen, ſchwer zu finden ſein möchte. Es fragt ſich, ob etwas einem Kaffehauſe Aehnliches in ganz Phi⸗ ladelphia zu finden iſt, obgleich wir mit Bedauern zugeſtehen müſſen, daß die achtbare Stadt der„brüderlichen Liebe“ in manchen Rückſichten von dem Geiſte der Neuerung angeſteckt worden iſt. So hat man den guten alten„Staatenhaus⸗ Hof“ in einen„Unabhängigkeits⸗Platz“ umgewandelt! Dieß iſt jedoch nicht ſo ſchlimm, wie der Gewaltſtreich der Aldermen von Manhattan, als ſie den„Bären⸗Markt“ in„Waſhing⸗ ton⸗Markt“ umtauften; denn dort wurde doch der Name eines groͤßen Mannes nicht gehöhnt, und dann liegt eine unmittelbare hiſtoriſche Anſpielung in dem neuen Namen, welche Jeder verſtehen kann. Immer aber thut es uns Leid, und wir hoffen, daß etwas dieſer Art nicht wieder vorkommt, obgleich wir geſtehen müſſen, daß unſer Vertrauen auf Phila⸗ delphiſche Stätigkeit und Zuverläſſigkeit ein wenig geſchwächt worden iſt, ſeit wir in Folge eigenthümlicher Verhältniſſe in Erfahrung gebracht haben, daß es in dieſer Stadt fünfzig bis ſechszig Aldermen gibt,— eine Anzahl ſolcher Würdenträger, die vollkommen hinreichen würde, die muſterhafteſte Stadt in Verwirrung zu bringen.* —— ———— 5 —— ———— 16 Doctor Woolſton hatte einen Nebenbuhler an einem andern Arzte, welcher etwa eine Meile von ihm entfernt wohnte und Yardley hieß. Doctor Yardley war ein ſehr achtungswerther Mann und ſtand in Bezug auf Talent und Erfahrung ſeinem Nachbarn und Nebenbuhler ziemlich gleich, war aber viel reicher als der erſtere. Doctor Yardley hatte aber nur ein Kind, eine Tochter, während Doctor Woolſton bei viel geringe⸗ ren Mitteln Söhne und Töchter hatte. Mark war der älteſte Sprößling der Familie, und dieſem Umſtande mußte es wahrſcheinlich beigemeſſen werden, daß er eine ſo gute Erziehung erhielt; denn die Koſten für Schulen, wie er ſie beſuchte, brauchten noch nicht in gleicher Weiſe auf die übrigen Geſchwiſter vertheilt zu werden. Im Jahre 1777 war ein amerikaniſches College*) kaum beſſer, als eine höhere Schule. Streng genommen konnte man eine ſolche Anſtalt keine ſogenannte lateiniſche Schule nennen, da man alle Wiſſenſchaften durchflog, wenn nicht gründlich betrieb; hinſichtlich der klaſſiſchen Studien war ſie aber auch nicht mehr als eine lateiniſche Schule, und auch dieß nicht in einem höhern Sinne. Aus der leichten Art der Studien folgte natürlich, daß in dieſen Anſtalten bloß Knaben Grade erhielten. Dieß war auch mit Mark Woolſton der Fall, welcher auf Naſſau⸗Hall, zu Princeton, in ſeinem ſechzehnten Jahre Baccalaureus der freien Künſte geworden wäre, hätte ſich in dieſer Zeit nicht Etwas ereignet, das ſeinen Lebensplan völlig änderte und ſeine akademiſchen Ehren in der Blüthe erſtickte. *) Eine Art Univerſität im engliſchen„wenn auch nicht im deutſchen Sinne des Wortes. Der Ueberſetzer. L ware der S * Brücke G ₰ Jahre und l Briſto die 2 ſich zu 9 ſeiner Zweck ſetzte. 4 alle letzter als e konnt 0 dieſes lich d ſchein Kinde war, 1 ſich ſ tſchen r. — 2— Obgleich Raaſegel⸗Schiffe von einiger Größe den Dela⸗ ware gewöhnlich nur bis Philadelphia hinauf gehen, ſo iſt der Strom dennoch für ſolche Fahrzeuge bis zur Trenton⸗ Brücke ſchiffbar. Im Jahre 1793, als Mark Woolſton eben ſechszehn Jahre alt war, kam ein vollgetackeltes Schiff wirklich herauf und legte an dem Ende der Werfte zu Burlington, der kleinen, Briſtol faſt gegenüber liegenden Stadt an, wo es natürlich die Aufmerkſamkeit aller Jünglinge in der Umgegend auf ſich zog. Mark war in den Ferien zu Hauſe und brachte die Hälfte ſeiner Zeit in dem Schiffe und um daſſelbe hin, zu welchem Zweck er auf einem Boote, das ihm gehörte, über den Strom ſetzte. Von dieſem Tag an gewann Mark die See lieb, und alle Thränen ſeiner Mutter und älteſten Schweſter, welche letztere ein ſchönes Mädchen und nur zwei Jahre jünger war, als er, ſo wie die nüchterneren Rathſchläge ſeines Vaters konnten ihn nicht bewegen, von ſeinem Entſchluſſe abzugehen. Die ſechswöchentlichen Ferien wurden mit der Beſprechung dieſes Gegenſtandes verbracht, und der Doctor fügte ſich end⸗ lich den dringenden Bitten ſeines Sohnes, indem er ſich wahr⸗ ſcheinlich ſagte, er würde mit der Erziehung ſeiner übrigen Kinder alle Hände voll zu thun haben, und ganz zufrieden war, ſeinem Kinde ſo früh als möglich Mittel zu verſchaffen, ſich ſelbſt fortzuhelfen.. Der Handel Amerika's war im Jahre 1793 bereits blü⸗ hend, und Philadelphia war damals bei weitem der bedeu⸗ tendſte Platz in dem Lande. Beſonders war der Verkehr mit Oſtindien ausgedehnt und vielverſprechend, und Doetor Wool⸗ 235— 237. 2 = —— ñ — 2 5 = 18 ſton wußte, daß viele dabei Betheiligte ſich in kurzer Zeit ein großes Vermögen erworben hatten. Nachdem er ſich die Sache nach allen Seiten überlegt hatte, beſchloß er, der Neigung Mark's Rechnung zu tragen und ihn einen Seemann werden zu laſſen. Einer ſeiner Ver⸗ wandten hatte die Schweſter eines Oſtindien⸗, oder vielmehr eines Canton⸗Schiffmeiſters geheirathet, und an dieſen wen⸗ dete ſich der Vater um Rath und Beiſtand. Capitän Crut⸗ chely willigte gern ein, Mark an Bord ſeines eigenen Schiffes, des Rancocus, zu nehmen, und verſprach, einen„Mann“ und einen„Offizier“ aus ihm zu machen. Mark ward an dem Tage, wo er das Meer zum erſten Male ſah, ſechszehn Jahre alt. Er hatte ſeine Größe— fünf Fuß elf Zoll— erreicht und war für ſeine Jahre ſtark und gewandt. In der That, es würde nicht leicht geweſen ſein, einen Burſchen zu finden, der in jeder Hinſicht für ſeinen neuen Beruf ſo geeignet geweſen wäre, als es der junge Mark Woolſton war. Wenn die drei Jahre, die er in dem College verbrachte, auch keinen Newton oder Bacon aus ihm gemacht hatten, ſo hatten ſie ihm auch nicht geſchadet, denn ſie hatten ſeinen Geiſt mit den Keimen von Ideen befruchtet, welche ihm in der Folgezeit ſehr zu Statten kommen ſollten. Der junge Mann war in der That bereits eine Art Faec⸗ totum, denn er war in ſo vielen Dingen und auf ſo viele verſchiedene Weiſen erfahren und brauchbar, daß er die Auf⸗ merkſamkeit der Schiffsbedinſtigten bald auf ſich zog. Das Schiff hatte die Vorgebirge noch nicht erreicht, ſo war er darin ſchon von ſeinem Kielwaſſer bis zu ſeiner Kielſchwinne heimiſch, und Capitän Crutchely ſagte an dem Tage, wo ſie die Mar ohne Geſi groß verh hinz⸗ dank geno des Verk Bere unte beide ten t gent! ken Verk Geſe aber ſtänd verſe Umſt Betr von Zeit ein uberlegt tragen er Ver⸗ jelmehr n wen⸗ Crut⸗ jchiffes, “ und erſten — fünf rk und n ſein, ſeinen Mark rachte, en, ſo ſeinen hm in t Fae⸗ »viele 2 Auf⸗ Das var er winne wo ſie — 19— die See erreichten, zu ſeinem Oberſteuermanne:„der junge Mark Woolſton ſcheine ein glücklicher Fund zu ſein.“ Was Mark ſelbſt betraf, ſo verlor er das Land nicht ganz ohne Leidweſen zum erſten Male in ſeinem Leben aus dem Geſichte. Seine Eltern, ſeine Brüder und Schweſtern hatten großen Antheil an dieſem Gefühle; da wir aber Nichts zu verhehlen gedenken, was enthüllt werden muß, wollen wir hinzufügen, daß es noch ein Weſen gab, welches ſeine Ge⸗ danken mehr in Anſpruch nahm, als alle übrigen zuſammen genommen. Dieſes Weſen war Bridget Yardley, das einzige Kind des furchtbaren Berufsnebenbuhlers ſeines Vaters. Die beiden Aerzte waren genöthigt, eine Art kränklichen Verkehrs zu unterhalten. Sie wurden zu oft zu gemeinſamen Berathungen gerufen, als daß ſie einen offenen Krieg hätten unterhalten dürfen. Während ſich demnach die Häupter der beiden Familien dann und wann an den Betten ihrer Patien⸗ ten trafen, blieben die Familien ſelbſt ſich faſt ganz fremd. Miſtreß Woolſton und Miſtreß Yardley waren zwar gele⸗ gentlich an einem und demſelben Theetiſche zu ſehen und tran⸗ ken ihren Hyſon Thee zuſammen,— denn der nun eröffnete Verkehr mit China hatte den Bohea aus den meiſten beſſeren Geſellſchaftszimmern des Landes verbannt;— demungeachtet aber konnten die guten Frauen zu keinem herzlichen Einver⸗ ſtändniß gelangen. Sie ſelbſt waren über religiöſe Fragen verſchiedener Meinung, und dieß war ein faſt eben ſo bitterer Umſtand, als die Meinungsverſchiedenheiten ihrer Gatten, in Betreff der Wirkungen gewiſſer Arzneien. In jenen fernliegenden Tagen wußte man faſt gar nichts von Homöopathie, und Allopathie, und Hydropathie, und allen 2* —— 1—— — 20— den übrigen Opathien; die Leute konnten ſich aber ſo gut wie heute um eine mediciniſche Frage zanken und ſchelten. Auch die Religion verfehlte im Jahre 1793 eben ſo oft ihre rechten Früchte zu tragen, wie ſie in unſerer Zeit ſich unergiebig darin erweiſt. Und in dieſer letztern Hinſicht wollen wir hier ein kurzes Wort anfügen und einfach bemerken, daß dieſer Gegenſtand nie der Art war, daß wir uns ſelbſt Glück dazu wünſchen und uns deſſen rühmen durften. Wir ſehen die amerikaniſch⸗eng⸗ liſche Kirche, welche eben mittelſt zahlloſer kleiner Schriften, Tagblätter und Briefe abſeiten ihrer zuverſichtlichen, wenn nicht zuverſichtwerthen Geiſtlichkeit zu Ehren ihrer Nuhe, ihrer Eintracht und würdevollen Haltung, in die Trompete geſtoßen hat, an dem Rande des Abgrundes der Trennung, wenn nicht des Schisma's, lediglich, weil es gewiſſen überklugen Theologen auf der andern Halbkugel beliebt hat, einen Stoß Traktate zu ſchreiben, welche Niemand, ſie ſelbſt eingeſchloſſen, verſteht. Wie Viele, ſelbſt Diener des Altares, fallen in demſelben Augenblicke, wo ſie ſich für Heilige zu halten beginnen und im Begriffe ſind, Gott zu danken, daß ſie nicht ſind,„wie die Publikanen.“ Miſtreß Woolſton und Miſtreß Yardley waren Beide, was man„fromm“ nennt, das heißt: Beide verrichteten ihr Gebet, gingen in ihre beſonderen Kirchen,— und ſehr beſon⸗ dere Kirchen waren es; Jede von ihnen meinte, ein hinrei⸗ chendes Maaß rettenden Glaubens zu beſitzen; Keine von Beiden war aber chriſtlich genug, um der andern in freund⸗ licher Weiſe zu gedenken. Die Verſchiedenheit in religiöſen Anſichten und die eiferſüchtigen Beſtrebungen ihrer Gatten konnten dieſe Frauen eben nicht zu den beſten Nachbarinnen mache vergaf men Woolf waren ſinnen die G nicht zu tre folgen gläub⸗ dieſes 2 denn in der Entfre Gliede nämli nur u 5 Mark ſo off nur m ſo ver ſüchtel zuweil A Zaube hübſch ut wie Auch rechten giebig kurzes nſtand en und )⸗eng⸗ riften, wenn , ihrer eſtoßen n nicht vologen raktate erſteht. nſelben en und wie die Beide, ten ihr beſon⸗ hinrei⸗ ne von freund⸗ ligiöſen Gatten arinnen machen, und Jahre waren, wie wir bereits angedeutet haben, vergangen, ohne daß eine über die Schwelle der andern gekom⸗ men wäre. Ganz anderer Art waren die Gefühle der Kinder. Anne Woolſton, Mark's älteſte Schweſter, und Bridget Yardley waren faſt von gleichem Alter, und nicht allein Schulgenoſ⸗ ſinnen, ſondern warme Freundinnen. Wir müſſen ihren Müttern die Gerechtigkeit widerfahren laſſen, daß ſie dieſer Innigkeit nicht durch Hindeutungen oder Winke irgend einer Art entgegen zu treten ſuchten, ſondern die Mädchen dem Zuge ihrer Herzen folgen ließen, als wären ſie überzeugt, daß es für Streng⸗ gläubige vollkommen hinreiche, ſelbſt zu haſſen, ohne daß man dieſes Gefühl auf die Nachkommen übertrage. Anne und Bridget Swurden alſo herzliche Freundinnen; denn die beiden lieblichen, hübſchen jungen Weſen glaubten in der Einfalt ihrer Herzen, gerade der Umſtand, welcher die Entfremdung, um nicht zu ſagen, die Feindſchaft der älteren Glieder ihrer beiderſeitigen Familien eigentlich herbeiführte, nämlich der gleiche Beruf, ſei ein Grund mehr für ſie, ſich nur um ſo inniger zu lieben. Die Mädchen waren etwa zwei bis drei Jahre jünger als Mark, aber für ihr Alter ſchon ziemlich herangewachſen und ſo offen und liebevoll, als Unſchuld und warme Herzen ſie nur machen konnten. Jede war mehr als hübſch, obgleich in ſo verſchiedener Weiſe, daß kaum an jene andere Art Eifer⸗ ſüchtelei gedacht werden konnte, deren ſich das ſchöne Geſchlecht zuweilen ſchuldig machen ſoll. Anne hatte Farbe, reizende Züge, ſchöne Zähne und einen Zauber, welcher in Amerika ſehr oft gefunden wird, einen hübſchen Mund; Bridget aber hatte alles dieß und zumal — 22— Ausdruck. Nichts konnte ſanfter, zarter, weiblicher ſein, als Bridget Yardley's Antlitz in ſeinem gewöhnlichen Zuſtande der Ruhe; oder lebendiger, lachender, ausgelaſſener oder theilneh⸗ mender, als es wurde, wenn die verſchiedenen Leidenſchaften oder Gefühle ihre junge Bruſt erregten. Da Mark ſeine Schweſter bei den häufigen Beſuchen der⸗ ſelben in dem Hauſe der Dame, wo ſie gewöhnlich ihre Zuſam⸗ menkünfte hielten, abholen mußte, wurde er natürlich bald in ihren Bund aufgenommen. Man begann damit, daß Mark einwilligte, eben ſo gut Bridget's, als Anne's Bruder zu ſein. Dieß war wenigſtens großmüthig; denn Bridget war ein ein⸗ ziges Kind und es war nicht mehr als billig, das Unrecht des Schickſals in dieſer Beziehung gut zu machen. Das reizende Mädchen erklärte,„ſie wolle Mark Woolſton lieber zum Bruder haben, als irgend einen andern Knaben in Briſtol; und es ſei entzückend, mit Anne einen und denſelben Bruder zu haben.“ Dieſes Aufflugs in das Land der Romantik ungeachtet war Bridget Yardley ſo natürlich, als dieß bei einem weib⸗ lichen Weſen in einem einigermaßen civiliſirten Geſellſchafts⸗ zuſtande möglich war. Eine Fülle trefflicher, weiblicher Hingebung und Aufopfe⸗ rung wohnte ihrem Charakter inne, aber nicht der kleinſte Theil von Ueberſchwänglichem war ihrem Gefuhle beigemiſcht. Treu wie Stahl in Allem, was ſie wollte, dachte und fühlte, folgte ſie, indem ſie Mark als Bruder annahm, nur einem mächtigen natürlichen Gleichgefühle, ohne deſſen Ziel oder deſſen Urſprung zu begreifen. Sie konnte Stundenlang mit Anne von ihrem Bruder ſprechen und herzählen, was ſie ihm zu beſorgen geben wollten, und wohin er mit ihnen gehen müſſe, und was ſie wohl thun könnten, um ihm eine rechte Freude zu machen. Die n und r Einfä frei v 4 Mark man! ihrem S als er kleine laſſen Abweſ in ſich und la um ſege wärts erreich 885 gewöhr John wohl d wird Kanäle auf de von w A des Ra angezei „als e der lneh⸗ aften der⸗ iſam⸗ ld in Mark ſein. ein⸗ t des zende ruder es ſei ben.“ achtet weib⸗ jafts⸗ fopfe⸗ Theil Treu folgte ztigen prung ihrem orgen d was achen. — 23— Die wirkliche Schweſter war an Leib und Geiſt weniger lebhaft und rege, als ihre Freundin, und hörte alle dieſe Pläne und Einfälle mit einer ruhigen Hingebung an, welche nicht ganz frei von Staunen war. Das Ergebniß dieſes ganzen Verkehrs war, daß zwiſchen Mark und Bridget ein Gefühl erwachte, welches viel tiefer, als man bei ſo jungen Herzen hätte denken ſollen, wurzelte und ihrem künftigen Leben ſeine Färbung gab. Der Kraft dieſes Gefühles wurde Mark ſich erſt bewußt, als er die Vorgebirge aus dem Auge verlor und ſich das liebe kleine Mädchen aus der Bucks⸗Grafſchaft, das er zurückge⸗ laſſen hatte, dachte, wie ſie ſich mit ſeiner Schweſter von ſeiner Abweſenheit und ſeinen Gefahren unterhielt. Mark hatte jedoch zu viel von dem echten Matroſengeiſt in ſich, um ſich zu grämen oder ſeine Pflicht zu verſäumen, und lange, ehe das Schiff das Vorgebirge der guten Hoffnung umſegelt hatte, war er ein thätiger, gewandter Burſche top⸗ wärts geworden, und als das Schiff die chineſiſchen Gewäſſer erreichte, verſuchte er ſeine Geſchicklichkeit bereits an dem Steuer. Die Reiſe des Rancocus nahm, wie es in jener Zeit gewöhnlich war, etwa ein Jahr hin. Wenn der gute China⸗ John halb ſo thätig wäre, wie Jonathan ruhelos, könnte wohl der vierte Theil dieſer Zeit gewonnen werden; der Thee wird aber nicht mit jener reißenden Schnelligkeit durch die Kanäle des himmliſchen Reiches gefördert, wie der Weizen auf den rauhen Wegen des großen Freiſtaats in der Zeit, von welcher wir ſchreiben, den Märkten zugeſendet wurde. Als Mark Woolſton wieder nach Briſtol kam— die Ankunft des Rancocus unten war etwa vier und zwanzig Stunden früher angezeigt worden— war er der Gegenſtand des Neides aller Jünglinge des Ortes, und der der Bewunderung faſt aller Mädchen. Er ſtellte ſich als einen ſchlanken,„ſtracken,“ wohl⸗ gebildeten, gut gewachſenen, kräftigen und entſchieden hübſchen ſiebzehnjährigen Burſchen dar, welcher das Vorgebirge der guten Hoffnung umſegelt, fremde Länder geſehen, und ein echtes indiſches Tuch aus jeder Taſche eines blauen Jäckchens vom feinſten Tuche hängen hatte, nebſt einem andern um ſeinen offenen, ſchön gebildeten Hals, welches ſorgfältig in einen echten Matroſen⸗Knoten gebundeu war. Die Fragen, welche er über Wallfiſche, chineſiſche Füßchen und„Wellenberge“ zu beantworten hatte, beantwortete er. Obgleich Briſtol an einem ſchiffbaren Strome liegt, auf welchem man während der Revolution Fregatten hin und her hatte gehen ſehen, wußten ſeine Bewohner doch wenig von dem Weltmeere. Die Mehrzahl der würdigen Inſaſſen des Ortes glaubten, die Wellen des Meeres ſeien höher als Berge, obgleich ſie von dieſen eben auch keine ſehr genauen Begriffe hatten, da ſich in dieſem Theile des Landes keine Erhöhung findet, die ſich auch nur zu einer Windmühle eignete. Mark bekümmerte ſich jedoch wenig um dieſe Fragen. Er war glücklich; ziemlich glücklich, da er der Gegenſtand einer ſo allgemeinen Aufmerkſamkeit war; glücklicher noch in dem Schooße einer Familie, deren Liebling er ſtets geweſen, und deren Stolz er jetzt war; am glücklichſten aber, als er im Fluge den erröthenden Wangen Bridget Yardley's einen Kuß raubte.. Zwölf Monde hatten für die beiden jungen Leute ſehr viel gethan. Wenn ſie Mark nicht zu einem völligen Manne gemacht hatten, ſo hatten ſie ihn doch mannhaft gemacht, und ſeine ſogenannte Schweſter wunderte ſich ſehr, daß das Leben Vort Ueber grüne des J und jung . verlel geſtel terne, Liebe Kind Feink Die thung Hauſ hoher ſo ge Ernſt wiede ſo w von ihrer aus Arzte achtb aller wohl⸗ bſchen guten echtes 5 vom ſeinen einen welche e““ zu „ auf nd her g von en des Berge, hegriffe höhung n. Er deiner in dem , und er im n Kuß te ſehr Manne emacht, aß das Leben auf der See Jemanden in ſo hohem Grade zu ſeinem Vortheile ändern könne. Was Bridget ſelbſt betraf, ſo ſtand ſie eben auf der Uebergangsſtufe zur Jungfrau, und glich der Knospe, deren grüne Blätter ſich eben öffnen, um das herrliche Roſenroth des Innern zu zeigen, ehe dieß ſich zur vollen Blume erſchließt und ausbreitet. Mark war mehr als entzückt, er war bezaubert, und ſo jung Beide waren, reichte der Monat, welchen er zu Haus verlebte, hin, um ihn zu veranlaſſen, Bridget ſeine Liebe zu geſtehen und ihr ſeine Hand anzubieten, was eine halb ſchüch⸗ terne, halb bereitwillige Aufnahme fand. Mittlerweile wußten die Eltern dieſes ſehr jugendlichen Liebespaares eben ſo wenig von dem, was vorging, als ihre Kinder die Höhe kannten, zu welcher Berufs⸗Eiferſucht die Feindſchaft zwiſchen ihren beiderſeitigen Vätern geſteigert hatte. Die Doctoren Woolſton und Yardley kamen ſogar zu Bera⸗ thungen nicht mehr zuſammen, oder, wenn ſie ſich in dem Hauſe eines Patienten ſahen, deſſen Gönnerſchaft von zu hohem Werthe war, als daß man ſie hätte abweiſen mögen, ſo geſchah dieß nur, um zu ſtreiten und zuweilen in allem Ernſte zu zanken. Nach Verlauf eines kurzen Monates ſah Mark ſich jedoch wieder aufgefordert, an Bord des Rancocus zu erſcheinen und ſo war ſein glücklicher Verkehr mit Bridget für eine Reihe von Monaten abgebrochen. Die Liebenden hatten Anne zu ihrer Vertrauten gemacht, und da das gutmüthige Kind durch⸗ aus keinen Grund ſah, warum der Sohn eines achtbaren Arztes keine paſſende Parthie für die Tochter eines andern achtbaren Arztes ſollte abgeben können, ermuthigte ſie ſie in 26 ihren Schwüren ewiger Treue und in ihrem Verſprechen, künf⸗ tig, aber doch ſobald als möglich, Mann und Frau zu werden. Dieß mag Manchen äußerſt unſchicklich, und äußerſt vor⸗ eilig zumal erſcheinen; die Wahrheit zwingt uns jedoch, zu ſagen, daß die Unſchicklichkeit bei weitem nicht ſo einleuchtend war als die Voreiligkeit. Die Letztere iſt nicht in Abrede zu ſtellen, obgleich Mark früh emporgewachſen war und in einer Lebenszeit als Mann daſtand, wo Jünglinge in weniger glück⸗ lichen Klimaten kaum Schöße an ihre Röcke bekommen. Das Unſchickliche aber muß offenbar nach den Sitten des Geſell⸗ ſchaftszuſtandes, in welchem beide Theile erzogen wurden, und nach den Pflichten bemeſſen werden, welche man ihnen einprägte. In Amerika bekümmerten ſich damals, wie noch jetzt, die Eltern, beſonders in den ſogenannten mittleren Klaſſen, wenig um die Verbindungen, welche ihre Kinder in dieſer Art ein⸗ gingen. So lange die Parthieen ſittlich und von gutem Rufe waren, ſo lange nichts Abſonderliches gegen ſie vorlag und ſie in geſelliger Hinſicht auf ziemlich gleicher Stufe ſtanden, gab man ſich zufrieden; oder, wenn wirklich mehr verlangt wurde, geſchah dieß gewöhnlich, wenn es zu ſpät und das junge Paar in der Liebe ſchon zu weit vorgeſchritten war, um gewöhnlichen Klugheitsgründen die gehörige Kraft zu geben. Mark ging dießmal, eine„ſchwerere Kette“ nach ſich ziehend, aber doch froher Hoffnung voll, zur See. Seine Jahre ließen keinem Trübſinne Raum, und während er ſo treu blieb, als wäre er der nächſte Thor⸗Nachbar, war er, nachdem die erſte Woche dahingeſchwunden, munter und das Leben des ganzen Schiffsvolkes. Dieſe Reiſe ging nicht, wie die erſte, unmittelbar nach Canton, ſondern das Schiff nahm eine Zuckerladung nach Amſter Fracht war it Schiff C europée zu bei geſam und n Vorſch als ei gehört Gewir von d als in 6 welche Haupt Verſch beſteht wenn hat, u und u einige Ton kleinſt Städt der G iſt, W 2 künf⸗ erden. vor⸗ h, zu htend de zu einer glück⸗ Das eſell⸗ und rägte. t, die venig ein⸗ Rufe und nden, langt das „ um den. ſich Seine er ſo r er, d das nach — 27— Amſterdam ein und ging von da nach London, wo es eine Fracht nach Cadir bekam. Der franzöſiſche Revolutionskrieg war in vollen Flammen emporgelodert, und die amerikaniſchen Schiffe bemächtigten ſich eines großen Theiles des Weltverkehres. Capitän Crutchely hatte Befehl, mit ſeinem Schiffe an den europäiſchen Küſten zu bleiben und die Verhältniſſe möglichſt zu benützen, bis er eine gewiſſe Summe ſpaniſcher Dollars geſammelt hätte, worauf er Vorräthe und Waſſer einnehmen und wieder in aller Eile nach Canton ſegeln ſollte. Dieſer Vorſchrift gehorchend, ging er von Hafen zu Hafen und zog, als eine Art Folge des Umſtandes, daß das Schiff Quäkern gehörte, aus ſeinem friedlichen Charakter ſehr bedeutenden Gewinn, wobei Mark zugleich in den Stand geſetzt wurde, von dem, was man die Welt zu nennen pflegt, ſo viel zu ſehen, als in Seehäfen zu ſehen iſt. Der Unterſchied iſt allerdings groß zwiſchen Städten, welche bloße Marktplätze, und jenen, welche wirklich politiſche Hauptſtädte großer Länder ſind. Niemand kann die große Verſchiedenheit, welche in der That zwiſchen ſolchen Städten beſteht, einſehen oder in ihrer ganzen Ausdehnung würdigen, wenn er nicht beide geſehen und zwar nahe genug geſehen hat, um mit ihnen ganz vertraut zu ſein. Manche Städte— und unter dieſen nimmt London den erſten Platz ein— ver⸗ einigen beides; und wo dieſes der Fall iſt, wird ſich ſtets ein Ton geltend machen, der ſelbſt, wenn möglich, noch weniger kleinſtädtiſch und beſchränkt iſt, als der, welchen man in Städten findet, die ſich nur eines Hofes erfreuen. Dieß iſt der Grund, warum Neapel, ſo unbedeutend auch ſein Handel iſt, Wien, und Genua Florenz überlegen iſt. Während es thöricht wäre, behaupten zu wollen, Mark 5 „————— — habe ſich in ſeiner Lage von Allem, was er während ſeiner Beſuche zu Amſterdam, London, Bordeauxr, Cadix, Marſeille, Livorno, Gibraltar und einigen anderen Häfen, welche wir namhaft machen könnten, geſehen und gehört hatte, möglichſt richtige und genaue Kenntniſſe angeeignet, ſammelte er ſich doch reichen Stoff, der ihm in ſeinem ſpätern Leben theil⸗ weiſe ſehr zu Statten kam. Ueberdieß verlor er einen nicht kleinen Theil des heimiſchen, kleinſtädteriſchen Roſtes, und begann den großen Unterſchied zwiſchen dem„die Welt ſehen“ und„in das Bethaus gehen und in die Mühle gehen“ zu begreifen.*) Zu dieſen Vortheilen kam noch, daß Mark von der Back in die Cajüte kam, ehe das Schiff nach Canton unter Segel ging. Eine faſt zweijährige Uebung hatte ihn zu einem ganz erträglichen Seemanne gemacht, und ſeine frühere Erziehung machte ihm das Studium der Schifffahrtskunde leicht. Es fehlte in jener Zeit in Amerika ſehr an Seeofſizieren, und ein junger Mann von Mark's phyſiſchen und moraliſchen Vor⸗ *) Der Verfaſſer bat über dieſe letztere Ansdrucksweiſe oft lachen müſ⸗ ſen, wenn er einen Landmann mit großer Selbſtzufriedenheit, wie ſie in dieſem guten Freiſtaate ſo oft angetroffen wird, ſagen hörte —„Dies und Jenes hier iſt mir gut genug,“ was ſo viel ſagen wollte, als— er zweifle, ob es etwas dieſer Art gebe, das ander⸗ wärts beſſer wäre. Ich börte ſie vor vielen Jahren aus dem Munde eines verſchlagenen Quäkers in Weſt⸗Cheſter, welcher mit einem Nachbarn darüber ſtritt, daß ſich dieſer auf ſeine große Bekanntſchaft mit der Welt etwas zu gut that.„O ja, Joſey,“ ſagte der Freund,„du biſt in das Bethaus gegangen, und du biſt in die Müble gegangen, und du weißt alſo Alles.“ Amerika wimmelt von Tauſenden, die in den Betbäuſern und in den Muhlen geweſen ſind. Daher ſchreibt ſich unſere Kleinſtädterei. Der Verfaſſer. zügen Betra raſche Ranct gelegt 3 Phila cocus ſeine daß 2 wenig mehr zuhalt begon zur v dieſer ſie löſ 9 Mutte mehr waren wohl 2 Er w Giebe ſeiner ſeille, e wir glichſt r ſich theil⸗ nicht und hen“ 71 zu Back Segel ganz ehung Es d ein Vor⸗ n müſ⸗ it, wie nhörte ſagen ander⸗ s dem welcher egroße Joſey,“ du biſt merika in den idterei. er. 29— zügen konnte gewiß ſein, raſch vorzurücken, ſofern nur ſein Betragen tadellos war. Es iſt daher nichts weniger als über⸗ raſchend, daß unſer junger Seemann zweiter Steuermann des Rancocus wurde, ehe er ſein achtzehntes Jahr völlig zurück⸗ gelegt hatte. Die Reiſe von London nach Canton, und von da nach Philadelphia zurück, nahm gegen zehn Monate hin. Der Ran⸗ cocus war ein ſchneller Segler, aber er konnte den Chineſen ſeine Schnelligkeit nicht mittheilen. Dieß hatte die Folge, daß Mark, als er am Vorgebirge May vorbeikam, nur noch wenige Wochen zu ſeinem neunzehnten Jahre hatte; was aber mehr war, er hatte von Capitän Crutchely das Verſprechen, bei ſeiner nächſten Reiſe als ſein erſter Offizier, nämlich als Oberſteuermann mit ihm ſegeln zu dürfen. Mit dieſem Verſprechen eilte Mark, ſobald er des Schiffes klar war, ſtromauf nach Briſtol. Bridget Yardley war jetzt, um an der Vergleichung feſt⸗ zuhalten, mit welcher wir das Bild dieſer erblühenden Blume begonnen haben, aufgeknospt, und wenn ſie ſich nicht bereits zur vollen jungfräulichen Blüthe ausgebreitet hatte, war ſie dieſer Zeit ſo nahe, daß ſie ohne alle Widerrede gewahren ließ, ſie löſe die Verſprechungen ihrer Kindheit in vollem Maaße ein. Mark fand ſie ſchwarz gekleidet; ſie trauerte um ihre Mutter. Dieſes ernſte Begebniß hatte ſie, das einzige Kind, mehr als je zu Anne hingezogen, und die beiderſeitigen Väter waren dieſer Innigkeit nicht entgegen, da ſie nicht ſchaden, wohl aber ſich ſehr nützlich erweiſen konnte. Mit dem jungen Seemanne verhielt es ſich jedoch anders. Er war kaum vierzehn Tage zu Haus und begann mit dem Giebeldache des Doctor Yardley wieder vertraut zu werden, 5 m——⸗R⸗yy———— 30 als es dieſem Herrn einſiel, Veranlaſſung zu einem Hader mit ihm zu ſuchen und ihm ſein Haus zu verbieten. Da der Streit von Seiten des Arztes ganz aus der Luft gegriffen war, und ſich Mark bei dieſem Vorfalle ſehr ſchicklich benahm, ſehen wir uns veranlaßt, die wirkliche Urſache zu erörtern. Bridget war, um es kurz zu ſagen, eine reiche Erbin, wenn auch nicht in ſehr ausgedehntem Sinne des Wortes; ſie war dieß zumal unwandelbar in Folge ihres mütterlichen Vermögens, und der Gedanke, daß ein Sohn ſeines Nebenbuhlers, des Doctors Woolſton, von dieſem Umſtande Nutzen ziehen ſollte, war ihm ganz unerträglich. Sobald er daher die wahre Art der Aufmerkſamkeiten des jungen See⸗ mannes gewahrte, ſuchte er Hader an ihm und verbot ihm ſein Haus. Mark wußte, um ihm Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen, nichts von Bridget's weltlichen Schätzen. Daß ſie ſchön war, und gefühlvoll, und offen, und gutmüthig, und weiblich und edel, ſah und fühlte er; mehr aber ſah er nicht und wollte er nicht ſehen. Mark wußte ſo wenig, daß Bridget im Beſitze gewiſſer Papiere zu Drei vom Hundert war, welche zwölfhundert Dollar des Jahres brachten, als wenn ihr nicht ein„Kupfer⸗ heller“ gehörte, wie man ſich zu jener Zeit, wo man von Cents noch wenig oder gar nicht ſprach, auszudrücken pflegte. Auch von dem Gute, welches ſie von ihrer Mutter geerbt hatte, ſowie von dem Waarenlager in der Stadt, welches dreihun⸗ dertfünfzig Dollar jährlich abwarf, hatte er nie eine Silbe gehört. Doctor Yardley hatte allerdings in ſeinen grämlichen Ausfällen gegen die Familie Woolſton im Allgemeinen— Anne ſtets ausgenommen, zu deren Gunſten er ſich, ſogar in ſeiner größten Erbitterung, ausſprach— auf dieſe Verhältniſſe angeſ achtbe an er Aeuße Yardl wart benah und z ¹ Bleibe und v welche von it ſolcher 5 ter zu zolle chriſtli liche Beiſpi er mit r Luft hicklich che zu reiche ne des ihres Sohn iſtande dald er See⸗ dt ihm laſſen, n war, h und ollte er Beſitze hundert dupfer⸗ n von pflegte. hatte, reihun⸗ Silbe nlichen ien— gar in ältniſſe — 31— angeſpielt. Mark dachte aber ſo viel an das, was wirklich achtbar und bewundernswerth an Bridget war, und ſo wenig an etwas feiles und niedriges, daß er ſelbſt nach dieſen Aeußerungen den Grund der harten Behandlung des Doctor Yardley gegen ihn nicht begreifen konnte. Während dieſer ganzen Scene, welche abſichlich in Gegen⸗ wart ſeiner erſtaunten, zitternden Tochter abgeſpielt wurde, benahm ſich Mark vortrefflich. Er achtete des Doctors Jahre, und zumal Bridget's Vater, und ſchwieg. Nachdem er ſo lange geblieben war, als er von ſeinem Bleiben einigen Nutzen erwarten konnte, nahm er ſeinen Hut und verließ das Gemach mit einer Miene der Entrüſtung, in welcher Bridget ſeinen Entſchluß zu leſen glaubte, mit Keinem von ihnen wieder zu ſprechen. Mark Woolſton war aber einem ſolchen Vorſatze fremd, wie die Folge lehren wird. Zweites Kapitel. Gräfin Capulet. Nicht vierzehn Jahr'. Amme. Und vierzehn Zähne wett' ich Darauf— doch ja— o web, ich muß geſteb'n, Ich habe nur noch vier— nein, vierzehn nicht. Shakſpeare. Die göttliche Weisheit hat uns geboten:„Vater und Mut⸗ ter zu ehren!“ Beobachtungsfähige Reiſende behaupten, man zolle in Amerika den Eltern weniger Achtung, als dieß bei chriſtlichen Nationen zu geſchehen pflege; wir ſagen„chriſt⸗ liche“ Nationen, denn viele heidniſche, die Chineſen zum Beiſpiel, erweiſen ihnen eine faſt abgöttiſche Verehrung, was — 32 wahrſcheinlich eine allegoriſche Beziehung hat, welche wir nicht verſtehen. Daß das Band zwiſchen Eltern und Kindern bei uns lockerer geknüpft iſt, als in den meiſten andern Ländern, ſcheint gewiß, und der Grund davon iſt in den wandernden Sitten des Volkes und in der allgemeinen Lockerheit aller der Bande zu ſuchen, welche den Menſchen an die Vergangenheit anknüpfen. Ueberdieß ſind die Geſetze in Bezug auf Heirath und Ehe ſo ſehr ſchlaff, der Verkehr iſt ſo einfach und ſo wenig erſchwert, und die Jugend beiderlei Geſchlechts iſt ſich ſo ſehr ſelbſt überlaſſen, daß man ſich nicht wundern darf, wenn Kinder ſolche Verbindungen oft ohne Nachdenken, und den Wünſchen der Ihrigen entgegen, anknüpfen. Immerhin aber beſteht das Geſetz Gottes, und wir gehören zu denen, die da glauben, die Vernachläſſigung ſeiner Gebote ziehe, ſelbſt auf dieſer Welt, ihre Strafe nach ſich, und wir neigen ſehr der Anſicht zu, daß viele der ſpäteren Duldungen Mark's und Bridget's daraus hervorgingen, daß ſie unmittelbar gegen die Wünſche und Befehle ihrer Eltern handelten. Der Auftritt, welcher unter dem Dache des Doctor Yard⸗ ley Statt gefunden, war bald unter dem des Doctor Woolſton bekannt. Obgleich der Letztere wußte, daß Bridget reich war — was man nämlich damals zu Briſtol reich nannte— ſo lag ihm an dem Gelde nichts. Das Mädchen geſiel ihm ziemlich, und im Stillen bewunderte er ſie ſogar, ſo weit er etwas zu bewundern im Stande war, das Doctor Yardley angehörte; aber die Beleidigung war der Art, daß er ſie keineswegs zu überſehen geneigt war, und er verbot ſeinerſeits ſofort allen Verkehr zwiſchen den Mädchen. Dieſe zwei bitteren Pillen, welche die Landdoctoren ihren beiderſeitigen Kranken beibrachten, verſetzten die jungen Leute in gr. als ſie ihren ſehen. überga Mark' er ſein konnte dort. er übe Schwe Seema A ſollen. jetzt al fand ſe ſelben hatte, wart i d weitem unterw D haben, liche§ und ſe⸗ ihn ſei machte Mädch ſchloſſe 235 nicht n bei ndern, ernden er der genheit deirath ind ſo iſt ſich n darf, , und merhin en, die „ſelbſt en ſehr k's und gen die r Yard⸗ Joolſton ich war e— ſo iel ihm weit er Yardley zer ſie inerſeits en ihren en Leute — 33 in großen Jammer. Bridget liebte Anne faſt eben ſo ſehr, als ſie Mark liebte, und der Gram malte ſich bald auf eine ihren Vater beunruhigende Weiſe in ihrem veränderten Aus⸗ ſehen. Er ſchickte ſie, um ſie zu zerſtreuen, in die Stadt und übergab ſie der Pflege einer Tante, ohne zu bedenken, daß Mark's Schiff an den Werften von Philadelphia lag und daß er ſeine Tochter an keinen Ort, Briſtol ausgenommen, ſenden konnte, wo der junge Mann ſie leichter gefunden hätte, als dort. Dieſe Gefahr überſah der Doctor gänzlich, oder wenn er überhaupt daran dachte, muß er geglaubt haben, ſeine Schweſter würde ein ſcharfes Auge auf das Thun des jungen Seemannes haben und ihm auch ihr Haus verbieten. Alles ergab ſich ſo, wie der Doctor es hätte erwarten ſollen. Als Mark an Bord ſeines Schiffes kam, welchem er jetzt als erſter Offizier vorſtand, ſuchte er Bridget auf und fand ſie. Die Tante brachte ihm jedoch die zweite Doſis der⸗ ſelben Arznei bei, welche ihr Bruder ihm früher verordnet hatte, und gab ihm zu verſtehen, man wünſche ſeine Gegen⸗ wart in der Front⸗Straße nicht. Dieß erbitterte das junge Paar; denn Bridget war bei weitem minder geneigt, ſich ihrer Tante, als ihrem Vater zu unterwerfen, und ſie trafen heimlich in den Straßen zuſammen. Dieſer Verkehr mochte eine oder zwei Wochen gedauert haben, als die Sache zur Kriſe kam und Bridget in eine heim⸗ liche Heirath willigte. Der Gedanke, wieder in See zu ſtechen und ſeine Verlobte ganz in den Händen derer zu laſſen, welche ihn ſeines Vaters wegen haßten, war Mark unerträglich und machte ihn ſo unglücklich, daß die Zärtlichkeit des liebekranken Mädchens ſeinen Bitten nicht widerſtehen konnte. Sie be⸗ ſchloſſen, ſich trauen zu laſſen, ihre Verbindung aber geheim 235— 237. 3 zu halten, bis Mark volljährig geworden, wo zu hoffen war, er werde in eine Lage kommen, welche ihn in jeder Hinſicht in den Stand ſetzte, Bridget vor aller Welt als ſeine Gattin anzuſprechen. Wenn man einen ſolchen Entſchluß einmal gefaßt hat, iſt er in Amerika ſehr leicht auszuführen. Unter Mark's College⸗ freunden war einer, welcher, nur wenige Jahre älter als er, in den geiſtlichen Stand getreten war. Dieſer junge Mann gab eine Art Miſſionär bei den Seeleuten des Hafens ab und war dem jungen Liebenden an dem erſten Tage ſeiner Rück⸗ kehr an Bord zufällig begegnet. Es war nicht ſchwer, die Gutmüthigkeit dieſes leichtherzigen Mannes zu bereden, und als er die unwürdige Behandlung, welche man an ſeinem Freunde geübt, erfahren hatte, zeigte er ſich ganz geneigt, das Pärchen zu trauen. Man traf vorkäufig alle Anſtalten, und Mark und Brid⸗ get wurden eines Morgens früh getraut, während letztere mit einer Freundin faſt gleichen Alters in die Stadt gegangen war, um, wie die Tante glaubte, ihren gewöhnlichen Spazier⸗ gang vor dem Frühſtücke zu machen. Philadelphia war im Jahre 1796 nicht die Stadt, welche ſie heute iſt. Sie lag damals faſt ganz an den Ufern des Delaware, und die des Schuylkill wurden noch zu dem Lande gerechnet. Ueberdieß zogen ſich die beſten Theile der Stadt noch den Strom entlang, und die Entfernung zwiſchen dem Rancocus— dem Schiffe Mark's nämlich und nicht dem Fluß⸗ arme dieſes Namens— und der Wohnung der Tante Bridget's war nur unbedeutend. Die Trauung fand in der Cajüte des oben genannten Schiffes Statt, über welches Mark jetzt, da der Capitän am Ufer ir man n das ke Paares De Schiff die beſt als vie bequem eine un ihren Bridge Mark geſehen D Marm ſchmück findet. ſchwäng liche T des Ro D ihrem „geſenk ſind, n terem 1 befinden damit d D Heldin n war, Hinſicht Gattin hat, iſt Lollege⸗ als er, Mann ab und r Rück⸗ der, die n, und ſeinem igt, das d Brid⸗ tere mit egangen Spazier⸗ , welche fern des n Lande r Stadt hen dem :m Fluß⸗ Bridget's enannten bitän am — 35— Ufer in ſeiner Wohnung war, allein zu gebieten hatte, indem man noch keinen zweiten Steuermann an Bord genommen, und das keineswegs ein ungeeigneter Ort für die Trauung eines Paares, wie das unſerige, war. 4 Der Rancocus war zwar kein großes, aber ein ſehr ſchönes Schiff, das zu Philadelphia gebaut worden, wo man damals die beſten Schiffe in die See brachte. Er hatte etwas weniger als vierhundert Tonnen im Umfang und eine ſehr niedliche, bequeme Hinter⸗ oder Deck⸗Cajüte. Capitän Crutchely hatte eine umſichtige Frau, welche das Ihrige dazu beigetragen hatte, ihren Gatten ſo bequem als möglich zu„behauſen,“ und Bridget war der Anſicht, das Gemach, in welchem ſie mit Mark getraut worden, ſei eines der hübſcheſten, die ſie je geſehen. Der Leſer darf ſich jedoch keine Cajüte denken, welche mit Marmorſäulen, Roſenholz⸗ und Paliſander⸗Möbeln ausge⸗ ſchmückt geweſen wäre, wie man ſie zu unſerer Zeit ſo oft findet. Vor fünfzig Jahren dachte man nicht an ſolche Ueber⸗ ſchwänglichkeiten; was aber eine verſtändige Einrichtung, nied⸗ liche Tiſchlerarbeit und paſſende Möbeln betrifft, war die Cajüte des Rancocus ein ſehr anſehnliches kleines Gemach. Der Umſtand, daß ſie auf dem Deck war, trug viel zu ihrem guten Ausſehen und ihrer Behaglichkeit bei; denn „geſenkte“ Cajüten, oder ſolche, die unter dem Deck angebracht ſind, müſſen auf kleineren Schiffen nothwendig von beſchränk⸗ terem Umfange ſein, da ſie ſich in einem Theile des Schiffes befinden, deſſen Räume ſich unter dem Waſſer verkleinern, damit das Schiff nichts an ſeinen Segel⸗Eigenſchaften verliere. Die Zeugen der Verbindung unſeres Helden und unſerer Heldin waren die genannte Freundin der Braut, der dienſt⸗ 3* „ 8————— —— — 36— thuende Geiſtliche und ein Seemann, welcher alle Reiſen mit dem Bräutigam gemacht hatte, jetzt an Bord des Rancocus als Schiffswächter angeſtellt war, und wieder auf ihm in See gehen wollte, ſobald er reiſefertig geworden. Der Name dieſes Seemannes war Betts, oder Bob*) Betts, wie man ihn gewöhnlich nannte; und da er keine unbe⸗ deutende Rolle bei den Begebenheiten ſpielt, welche hier erzählt werden ſollen, dürfen wir wohl hier ſogleich einige Worte über ſeine Geſchichte und ſeinen Charakter anfügen. Bob Betts war ein Jerſey⸗Mann,— oder, wie er ſelbſt das Wort auszuſprechen pflegte, ein Jarſey⸗Mann,— in dem amerikaniſchen Sinne des Wortes jedoch, und nicht in dem Engliſchen. Bob war nämlich in der Grafſchaft von Cap May und in dem Staate Neu⸗Jerſey, in den vereinigten Staaten von Amerika, geboren. In der Zeit, von welcher wir hier ſchreiben, mag er fünf und dreißig Jahre alt geweſen ſein und galt für einen entſchiedenen Junggeſellen. Die Fenſter von Bob's väterlichem Hauſe gingen auf das Atlantiſche Meer, und mit der erſten Stunde ſeines Erdendaſeins ſog er Seeluft ein. In ſeinem achten Jahre ging er als Cajüten⸗Junge an Bord eines Küſtenfahrers, und von dieſer Zeit an bis zu dem Augenblicke, wo er als Zeuge bei der Trauungsfeierlichkeit unſeres jungen Paares auftrat, war er ein Seemann geweſen. Während des ganzen Revolutionskrieges hatte Bob in der Flotte, bald auf dem, bald auf jenem Schiffe gedient, und zwar ſtets mit großem Glücke, denn er war nie in Gefangen⸗ ſchaft gerathen. An dieſen Umſtand knüpfte ſich eine der Hauptſchwächen in ſeinem Charakter. Bob war, wie man es *) Verkleinerung von Robert. Der Ueberſetzer. bei Leut oft finde glücklich falls en So kan halb ve irgend mochten In vernünf ſchluſſe bei ſich anvertre hatte d kunde u Br es bei ſelbſt ir die pra von ein Zoll hu Br treuer; dieſer 4 er fand nichts S eiſen mit Nancocus n in See r Bob*) eine unbe⸗ er erzählt ge Worte e er ſelbſt — in dem t in dem von Cap vereinigten delcher wir lt geweſen Die Fenſter ſſche Meer, er Seeluft Junge an bdis zu dem feierlichkeit n geweſen. Bob in der dient, und Gefangen⸗ h eine der vie man es eberſetzer. — 37— bei Leuten von nicht ſehr ausgedehnter geiſtiger Befähigung oft ſindet, der Anſicht, Andere hätten dem, was er ſelbſt ſo glücklich vermieden hätte, die Gefangenſchaft nämlich, gleich⸗ falls entgehen können, wenn ſie eben ſo klug geweſen wären. So kam es, daß er mit einer ſchlecht verhehlten, oder nur halb verhehlten Verachtung auf Seeleute blickte, welche zu irgend einer Zeit und unter Umſtänden, welcher Art ſie ſein mochten, in die Hände der Feinde gefallen waren. In allen anderen Beziehungen war Bob ein nicht nur vernünftiger, ſondern auch kluger, gewandter Burſche, in dieſer aber oft rauh und zuweilen abgeſchmackt. Der beſte Mann hat aber ſeine Schwächen, und Bob Betts hatte dieſe. Capitän Crutchely hatte Bob ſogleich nach dem Friedens⸗ ſchluſſe von 1783 zufällig kennen gelernt und ſeit dieſer Zeit bei ſich an Bord behalten. Bob hatte er Mark's Unterricht anvertraut, als dieſer zuerſt in das Schiff kam, und von Bob hatte der junge Mann ſeine erſten Begriffe von Schifffahrts⸗ kunde und Seeweſen erhalten. Bob war in ſeinem Berufe geübt und gewandt und, wie es bei dem amerikaniſchen Seemanne ſehr oft gefunden wird, ſelbſt in vielen anderen Dingen, beſonders in Allem, was in die praktiſche Mechanik einſchlug, erfahren. Sodann war er von einer ungemeinen phyſiſchen Kraft, war ſechs Fuß zwei Zoll hoch und dabei voll und kräftig gebaut. Bob hatte eine treffliche Eigenſchaft— er war ein ſo treuer Freund, wie es nur je einen gegeben haben mag. In dieſer Hinſicht war er ein Muſter von Anhänglichkeit; denn er fand nie einen Fehler in denen, die er liebte, ſo wie er nichts Gutes an denen fand, welche ihm mißfielen. Seine Anhänglichkeit an Mark war in der That merk⸗ 5 — 466ö———— ͤͤö———ö—ö—ö—ö—ö—ö— 7 8 würdig, und er blickte auf das Vorrücken des jungen Mannes nicht anders, als wenn es ſich von ſeiner eigenen Beförderung handelte. Während der letzten Reiſe hatte er den Leuten auf der Back geſagt:„Dieſer junge Mark Woolſton wird mit der Zeit ein echter Seehund werden, und da er nun nicht mehr Mark Woolſton, ſondern Herr Woolſton iſt, erwarte ich das Möglichſte von ihm,— der glücklichſte Tag meines Lebens wird der ſein, wo ich auf einem Schiffe in See ſteche, das Capi⸗ tän Mark Woolſton befehligt. Ich ſelbſt habe ihm den erſten Schiffszwieback, den er je verſuchte, brechen lehren, und am andern Tage verſtand er es ſchon ſo gut, wie irgend Einer von uns. Ihr ſehet, Kameraden, wie gewandt und raſch er ſich auf den Decken bewegt,— es iſt, als wär' er auf der See geboren und groß geworden,— nun, ich kann euch ſagen, als er zuerſt an unſer Bord kam, und dieß ſind wenig mehr als zwei Jahre, wär' er vom Geruche des Theers faſt ohn⸗ mächtig geworden.“ Dieſe letztere Behauptung war eine von Bob's Aus⸗ ſchmückungen, denn Mark war nie ſo zartnervig oder über⸗ haupt ſo verwöhnt. Der junge Mann erwiederte Bob's Anhäng⸗ lichkeit von Herzen, und Beide waren innige Freunde, ohne daß ſie ein Wort über dieſen Gegenſtand gewechſelt hätten. Bob Betts war der einzige männliche Zeuge bei der Trauung Mark Woolſton's und Bridget Yardley's, den dienſt⸗ thuenden Geiſtlichen ausgenommen, wie Mary Bromley das einzige weibliche Weſen war, das der Feierlichkeit beiwohnte. Das junge Paar erhielt doppelte Trauungsſcheine und Mark legte den ſeinigen in ſeinen Schreibpult, während Bridget den ihrigen in ihren Buſen gleiten ließ. 4 Fünf Minuten nach dem Schluſſe der Trauung trennte ſich die Wohnt Steuer Letztere leichte mit ihr Schiff S ſah, d für gee 2, Woolſt Wange abgeber „ verſetzt iſt, ſch zu ſchu den he ſagen: werdet wart, laſſen auch n „1 Wie ic Back g Nannes rderung ten auf mit der yt mehr ich das ns wird Capi⸗ n erſten und am d Einer raſch er auf der ſagen, ig mehr aſt ohn⸗ 's Aus⸗ ſer über⸗ Anhäng⸗ e, ohne ätten. bei der n dienſt⸗ iley das iwohnte. ud Mark dget den trennte — 39— ſich die Geſellſchaft; die Mädchen kehrten in ihre beiderſeitigen Wohnungen zurück, der Geiſtliche ging ſeiner Wege und der Steuermann und der Schiffswächter blieben auf dem Deck. Der Letztere ſchwieg, ſo lange Mark Woolſton's Auge auf die leichte Geſtalt der reizenden Bridget gerichtet war, welche mit ihrer Freundin raſch die einſame Werfte, an welcher das Schiff lag, entlang ging und der Front⸗Straße zueilte. Sobald ſich Bridget um eine Ecke gewendet hatte und Bob ſah, daß der Anziehungspunkt verſchwunden war, hielt er es für geeignet, ein Wort laut werden zu laſſen. „Ein hübſch gebautes, leicht ſegelndes Fahrzeug, Herr Woolſton,“ ſagte er und nahm ſeinen Kautabak in die andere Wange;„ſie wird bald ein edles Schiff für ihren Befehlshaber abgeben.“ „Sie iſt mein Capitän, und wird es ſtets bleiben, Bob,“ verſetzte Mark.—„Ihr werdet aber über das, was geſchehen iſt, ſchweigen.“ „Ja,— ja, Herr!— Es iſt nicht mein Amt, ein Log⸗ buch für alle die Weiber in dem Lande zu halten und darüber zu ſchnattern, wie eine Anzahl Affen, die einen Nußſack gefun⸗ den haben. Was wollte der Pfarrer aber mit den Worten ſagen:—„Alle meine weltlichen Güter geb' ich dir anheim“— werdet Ihr durch dieſe Worte reicher oder ärmer, als ihr es wart, Herr?“ „Keines von beiden,“ verſetzte Mark lächelnd.—„Sie laſſen mich gerade ſo, wie ich war, und wie ich ohne Zweifel auch noch eine Zeitlang bleiben werde, fürcht' ich.“ „Und hat das junge Weſen kein eigenes Vermögen, Herr? Wie ich höre, füllte ſich Mancher ſchon auf dieſe Weiſe ſeine Back ganz hübſch, Herr!“ 40 „Ich glaube, Bridget iſt ſo arm, wie ich ſelbſt, Bob, und damit iſt Alles geſagt, was man über dieſen Punkt ſagen kann. Sie iſt jetzt aber mein, und nach zwei Jahren werde ich ſie fordern, und wenn ſie nicht ein zweites Kleid anzuziehen hätte. Ich glaube wohl, der alte Mann wird ſie, mit ſo wenig als möglich, triftig gehen laſſen.“ Dieß Alles war ein Beweis von Mark's gänzlicher Unei⸗ gennützigkeit. Er wußte nicht, daß ſeine junge Gattin volle tauſend Dollars im Vermögen, oder in einem Sinne des Wortes im Beſitz hatte, obgleich ihm Nichts davon zu gut kommen konnte, bis ſie mündig, oder verheirathet und über das achtzehnte Jahr hinaus war. Dieſen Umſtand erfuhr der junge Gatte erſt mehrere Tage nach der Trauung, wo Bridget ihn davon in Kenntniß ſetzte und ihm vorſchlug, die See aufzu⸗ geben und ſein Leben bei ihr hinzubringen. Mark war ſehr verliebt, aber dieſer Vorſchlag fand kaum die freudige Aufnahme, welche man wohl erwarten mochte. Er hatte ſeinen Beruf lieb gewonnen, und gefiel ſich nicht in dem Gedanken, hinſichtlich ſeines Lebensunterhaltes ganz von ſeiner Gattin abzuhängen. Der Kampf zwiſchen Liebe und Stolz war groß, aber Mark gab endlich Bridget's Schmeichelworten, ihrer Zärtlich⸗ keit, ihren Thränen nach. Sie konnten ſich nur in dem Hauſe der Brautjungfer, Mary Bromley, ſehen, aber ihre Zuſammen⸗ künfte waren dann ſo häufig, als Mark's Dienſt es erlaubte. Die Folge war, daß Bridget den Sieg davon trug. Der junge Gatte ging nach Briſtol, erzählte Alles, was ſich bege⸗ den hatte, mit edler Offenheit, und enthüllte ſo ein Geheimniß⸗ welches nach ihrer frühern Verabredung wenigſtens zwei Jahre hatte verborgen bleiben ſollen. D niß w ein V und li geltend rufseif Wir w Gedar des V Gattit erfreut gen g 2 vorn Briefe aller bereitt geſchle nicht Zorn und it D entgat ſeine jetzt, hatten und ſ Schul ( nehme ob, und n kann. e ich ſie n hätte. enig als er Unei⸗ tin volle une des zu gut über das er junge dget ihn e aufzu⸗ nd kaum mochte. nicht in ganz von ß, aber Zärtlich⸗ m Hauſe ſammen⸗ erlaubte. ig. Der ſich bege⸗ eheimniß, vei Jahre — 41— Doctor Woolſton war anfangs ſehr unwillig; das Begeb⸗ niß war jedoch von ſolchen Nebenumſtänden begleitet, daß ſich ein Vater leicht tröſten konnte. Bridget war nicht nur jung, und liebreich, und ſchön, und edel; ſie war nach den zu Briſtol geltenden Verhältniſſen reich. In alle dem lag, trotz der Be⸗ rufseiferſucht und perſönlichen Abneigung, hinreichender Troſt. Wir wollen es nicht als gewiß behaupten, daß er ſich in dem Gedanken nicht ein wenig behagt habe, ſein Sohn werde ſich des Vermögens erfreuen, welches ſein Nebenbuhler von ſeiner Gattin erhalten hatte, und deſſen ſich dieſer Nebenbuhler ſelbſt erfreut hätte, wäre das Teſtament des Großvaters nicht dage⸗ gen geweſen. Wie dem guch geweſen ſein mag, der Doctor that von vorn herein ſeine Pflicht. In einem ſehr artig ſtyliſirten Brieſchen, welches die Ausſicht zu einer gütlichen Beilegung aller Schwierigkeiten bieten konnte, wenn Doctor Yardley ſich bereitwillig zeigte, benachrichtigte er den letzteren von der geſchloſſenen Verbindung. Doctor Yardley zeigte ſich aber nicht bereitwillig, ſondern brach in ein wahres Unwetter von Zorn aus, welches einen Anfall von Schlagfluß herbeiführte und ihm faſt das Leben gekoſtet hätte. Nachdem Doctor Yardley endlich den phyſiſchen Gefahren entgangen war, eilte er ſofort nach Philadelphia und brachte ſeine Tochter nach Haus. Sowohl Mark als Bridget fühlten jetzt, daß ſie gegen eines der einfachſten Gebote Gottes gefehlt hatten. Sie hatten ihren Vater und ihre Mutter nicht geehrt, und ſelbſt ſchon ſo zeitig überkam ſie das Bewußtſein ihrer Schuld. Es ſtand jedoch bei Mark, ſeine Gattin in Anſpruch zu nehmen, und ſie, trotz ſeiner und Bridget's Minderjährigkeit, 5 . 4 —————— N in ſeines Vaters Haus zu führen. In dieſer Hinſicht legte das Geſetz kein Hinderniß in den Weg, wohl aber that dieß die Beſonnenheit des Doctors Woolſton. Durch die Mitwirkung eines gemeinſchaftlichen Freundes gelang es dieſem Manne, eine Zuſammenkunft mit ſeinem Nebenbuhler herbeizuführen, und ſie beſprachen die Sache in einer ziemlich ruhigen, ver⸗ nünftigen Weiſe. Beide Väter waren als Aerzte der Anſicht, es ſei beſſer, wenn das junge Paar noch einige Jahre getrennt lebe, da das zarte Alter Bridget's beſonders, dieß aus Gründen der Humanität und der Klugheit zumal fordern. Von dem Vermögen war keine Rede, und dieſer Umſtand beſänftigte Doctor Yardley in nicht geringem Grade; denn die Verwaltung deſſelben blieb ihm demnach überlaſſen, oder er bezog wenigſtens die Zinſen, ſo lange ſich keine geſetzliche Ein⸗ ſprache dagegen geltend machte. Aeltliche Herrn ſind einem ſolchen Einfluſſe leicht zugänglich. Dann war Doctor Woolſton ungemein artig und ſprach mit ſeinem Nebenbuhler von einem Falle in ſeiner eigenen Praris, als wünſche er mittelbar die Anſicht und den Rath deſſelben zu hören. Dieß Alles trug dazu bei, die Zuſammenkunft freundſchaftlicher zu geſtalten, als man gehofft hatte, und beide Theile trennten ſich, wenn nicht als Freunde, ſo doch im Einverſtändniſſe hinſichtlich künftiger Schritte. Man kam überein, Mark noch eine Reiſe an Bord des Rancocus machen zu laſſen. Es war bekannt, daß das Schiff einige Inſeln der Südſee beſuchen und Sandelholz und béche- le-mar für den chineſiſchen Markt einnehmen ſollte, und daß es dieſes Mal ſelbſt noch länger abweſend bleiben würde, als das letzte Mal. Nach der Rückkehr des Schiffes war Mark volljährig und konnte ſelbſt den Befehl über ein Schiff über⸗ nehmen Berufe ſollte 2 aber at ſich zu D hohen B von w Tochter die Pfl laſſen ſtimmte Abſchli ſchien widrige W lich nit von 1 Mann in unſ volle C von ei von ei gen A die wi ſchieder ſtehen, Urkund 83 t legte t dieß dirkung Nanne, ühren, , ver⸗ inſicht, etrennt ründen mſtand un die der er de Ein⸗ einem volſton einem dar die s trug ſtalten, wenn ſchtlich 8rd des Schiff bèéche- nd daß de, als Mark füber⸗ — 435— nehmen, wenn man es für paſſend hielt, daß er in dieſem Berufe bleibe. So lange das Schiff noch im Hafen weilte, ſollte Mark ſeine Gattin von Zeit zu Zeit beſuchen dürfen, aber auf dem Schiff oder bei ſeinen Eltern wohnen; brieflich ſich zu unterhalten, blieb dem jungen Paar unverwehrt. Dieß iſt der Umriß des Vertrages, welcher zwiſchen den hohen Verbündeten abgeſchloſſen worden war. Bei dieſen Anordnungen wurde Doctor Yardley theils von wirklich väterlicher Theilnahme an der Wohlfahrt ſeiner Tochter geleitet, welche er für zu jung hielt, als daß er ſie in die Pflichten und Sorgen des ehelichen Lebens hätte eintreten laſſen wollen. Unter der Oberfläche aber barg ſich eine unbe⸗ ſtimmte Hoffnung, es könne ſich irgend Etwas begeben, das den Abſchluß dieſer unſeligen Verbindung— denn eine ſolche er⸗ ſchien ſie ihm— hindere und ihn in den Stand ſetze, dieſes widrige Verhältniß ganz zu löſen. Wie dieß geſchehen ſollte, wußte der würdige Doctor frei⸗ lich nicht. Er lebte ja in dem Jahre 1796, und nicht in dem von 1847. Zu unſerer Zeit iſt nichts leichter, als einen Mann von ſeinem Weibe zu trennen. Doctor Yardley dürfte in unſeren Tagen nur ganz ruhig daran gehen, eine jammer⸗ volle Geſchichte von ſeiner Tochter Vermögen und ihrer Jugend, von einer Art Betäubung in dem Augenblicke der Trauung, von einer Schiffscajüte u. ſ. w. zuſammenzuleſen und die nöthi⸗ gen Ausſchmückungen nicht ſchonen, um gewiß zu ſein, daß die würdigen, wohlwollenden Staatsmänner, welche den ver⸗ ſchiedenen Geſetzgebungen unſeres ausgedehnten Landes vor⸗ ſtehen, ſich durch Nichts abſchrecken laſſen, um eine Scheidungs⸗ Urkunde zu Tage zu fördern. Der Unterſchied würde aber nicht ſehr groß ſein, wenn bereits einige Kinder dageweſen wären, denn man würde Mittel gefunden haben, ſie unter den Schutz der Mutter zu ſtellen. Dieß wäre auch in den erſten fünf Jahren ganz natürlich geweſen, denn in dieſem zarten Alter hätten die armen Kleinen der Sorgfalt einer Mutter nicht entbehren können; ſpäter frei⸗ lich, oder im ſiebenten Jahre hätten die frühreifen Zucker⸗ püppchen vor dem offenen Gericht erklären müſſen, ſie wären lieber bei Mama als bei Papa. Um uns möglichſt deutlich über eine ſehr wichtige Frage auszuſprechen, wollen wir uns zu der Anſicht bekennen, daß ein neuer Name für die Regierungsform erſonnen werden muß, welche ſich jetzt raſch in Amerika geltend zu machen ſucht. Neue Dinge fordern neue Namen, und wenn Salomo noch lebte, ſo würden wir keinen Anſtand nehmen, zweierlei von ihm vorherzuſagen, nämlich: er würde einen andern Begriff von Neuigkeiten bekommen und dem Congreß fern bleiben. Was den neuen Namen betrifft, ſo würden wir ſtatt „republikaniſch“—„klatſchbaſianiſch“ vorſchlagen; denn die Klatſcherei iſt der Hebel geworden, welcher jetzt Alles in dem Land in Bewegung ſetzt. Die Zeitungen, welche, ihrem In⸗ ſtincte getreu, dem herrſchenden Geſchmacke folgen, bieten bei weitem mehr Geklatſch als Vernunft; Klatſcherei gilt vor den Gerichtshöfen als Beweis; die Geſchwornen nehmen das Ge⸗ ſchwätz für Thatſachen; und was die Geſetzgebungen betrifft⸗ ſo laſſe man eine recht rührende Geſchichte in den Vorhallen offen die Runde machen, und bärtige Männer werden, wie kleine Kinder, zuſammenfahren und„ach!“ ſchreien. Mit einem Worte: Grundſätze und Beweiſe werden weit weniger geachtet als müßige Behauptungen und Majoritäten, unter deren Schutz man Allem den Schein des Geſetzlichen und ſelbſt des Verfaſſungsmäßigen geben kann. Sam aber heiten Nach zugte kehrt dem dung der an. brack Toch ſeine des nom glüc Sch Feie Kap Cru Mittel ſtellen. atürlich Kleinen er frei⸗ Zucker⸗ wären Frage en, daß in muß, ſucht. no noch lei von Begriff ben. ir ſtatt enn die in dem em In⸗ eten bei vor den as Ge⸗ betrifft, drhallen en, wie . Mit weniger unter en und — 45— Keiner unſerer Doctoren ging aber auf glle dieſe Dinge ein. Es genügte ihnen, daß die Heirathsangelegenheit wenig⸗ ſtens für einige Zeit beſeitigt war, und man ließ der Sache ihren Verlauf. Der Verkehr zwiſchen Bridget und Anne wurde wieder aufgenommen, als wenn nichts vorgefallen wäre, und Mark's Briefe an ſeine junge Gattin waren ebenſo zahlreich als innig. Da das Schiff ſeine Fracht einnahm, konnte er es nur Samſtags am ſpäten Nachmittage verlaſſen; jeden Sonntag aber ſuchte er zu Briſtol hinzubringen. Bei dieſen Gelegen⸗ heiten ſah er die reizende Bridget in der Kirche, luſtwandelte Nachmittags mit ihr und Anne, in deren Geleite ſich ein bevor⸗ zugter Bewunderer zu befinden pflegte, auf den Fluren, und kehrte am Montag Morgen zeitig in die Stadt zurück, um bei dem Beginne der Arbeiten auf ſeinem Poſten zu ſein. In weniger als vier Wochen nach der voreiligen Verbin⸗ dung zwiſchen Mark Woolſton und Bridget Yardley ſchickte der Rancocus ſich zur Abreiſe nach der Südſee und Canton an. Mark ermüßigte einen Tag, welchen er zu Briſtol hin⸗ brachte, und Doctor Yardley's Mitleid mit dem Kummer ſeiner Tochter bewog ihn, den beiden Mädchen zu erlauben, unter ſeiner Geleitſchaft in die Stadt zu gehen und bei der Abreiſe des jungen Mannes gegenwärtig zu ſein. Dieſes Zugeſtändniß wurde mit dem größten Dank ange⸗ nommen, und machte das junge Paar für den Augenblick ſehr glücklich. Der Doctor willigte ſogar in einen Beſuch auf dem Schiffe, welches Capitän Crutchely in Folge der religiöſen Feier, die an deſſen Bord Statt gefunden, lachend„St. Markus Kapelle“ benannte. Bei dieſem Beſuche war auch Miſtreß Crutchely anweſend und ſorgte für die Behaglichkeit ihres — 5 5 ——————— Gatten, indem ſie ſeine Back mit Vorhängen umgab und für die Herrichtung der Cajüte in jeder Hinſicht Sorge trug, und der ehrliche Schiffsherr ließ bei dieſer Gelegenheit manche Scherze, Bemerkungen und Anſichten über das emſige Thun ſeiner Ehehälfte laut werden. Er machte Bridget mehr als einmal erröthen, aber die innige Liede und Zärtlichkeit, welche ſie Mark weihte, ließ ſie den ganzen Witz des Capitäns hin⸗ nehmen, um einen ſo koſtbaren Beſuch auch nicht um einen Augenblick abzukürzen. Das endliche Scheiden war eine Stunde bittern Schmer⸗ zes. Selbſt Mark's junges Herz, ſo mannhaft, ſo entſchloſſen er war, ſeine Pflicht zu thun und den Himmel walten zu laſſen, brach faſt, während Bridget ſich beinahe in Thränen auflöſte. Sie konnten nur daran denken, wie lange dieſe Trennung dauern ſollte; ſie ahnten aber nicht, durch welche große, geheim⸗ nißvolle Begebniſſe ſie verlängert werden würde. Es reichte ihnen hin, daß ſie zwei volle Jahre getrennt werden ſollten; und zwei volle Jahre kommen denen wie zwei Jahrhunderte vor, die noch keine vier Luſtren gelebt haben. Der Augenblick der Trennung mußte jedoch kommen, und er kam, und die jungen Leute waren genöthigt zu ſcheiden, obgleich dieſes Scheiden faſt eine Trennung der Seele von dem Körper war. Bridget hing an Mark's Nacken, als ſuchte ſie dort ihre einzige Stütze, bis man ſie mit ſanfter Gewalt entfernte.. Bridget wollte von Mark nicht laſſen, ſo lange auch nur ſein Schiff dem Auge ſichtbar blieb. Sie fuhr mit Anne in einem Wagen bis zu dem ſogenannten Point hinaus und ſah den Rancocus auf ſeiner vierten Reiſe raſch den Strom hinab⸗ gehen, mit Männern an Bord, welche ihres Schickſals ſo unbewu Schiff M ihm eit ein nei mittelſt geſtalt N Gegenf Stunde E in das nicht v Zeit S Sie da als der tigkeit fahren Wieder von de begegn Geſtal A der Ce den, d vierte *) D und für rug, und manche ge Thun nehr als t, welche äns hin⸗ im einen Schmer⸗ tſchloſſen zu laſſen, auflöſte. Trennung geheim⸗ hte ihnen und zwei vor, die nen, und ſcheiden, ſeele von als ſuchte r Gewalt auch nur Anne in und ſah m hinab⸗ ickſals ſo — 47— unbewußt waren, wie das todte Holz und Metall, aus dem das Schiff zuſammengeſetzt war. Mark fühlte ſein Herz mächtig klopfen, als er ſah, daß ihm ein weibliches Taſchentuch vom Lande her zuwinkte, und ein neuer Strom zärtlicher Liebe bewältigte ihn faſt, als er mittelſt des Glaſes Bridget's liebliches Antlitz und ihre Feen⸗ geſtalt erkannte. Noch zehn Minuten, und Entfernung und zwiſchenliegende Gegenſtände trennten das junge Paar für viele trübe, ſchwere Stunden. Einige Tage zur See brachten die Gefühle Mark's wieder in das Gleichgewicht, während der ſtechende Gram Bridget's nicht verfehlte des. Troſtes theilhaftig zu werden, welchen die Zeit Schmerzen jeden Grades und jeder Art zu bringen pflegt. Sie dachten oft und zärtlich an einander; Beide aber begannen, als der Schmerz des Abſchiedes vorüber war, mit der Lebhaf⸗ tigkeit und den Trugbildern, welche die Hoffnung jungen, uner⸗ fahrenen Herzen ſo leicht einzuflößen pflegt, an die Freuden des Wiederſehens zu denken. Keines von Beiden hatte eine Ahnung von dem, was ſich begeben ſollte, ehe ſich ihre Augen wieder begegneten und ihr Blick ſich an dem Anſchauen der geliebten Geſtalt wieder erfreute. Mark fand in ſeiner Koje— denn in dem Nancocus war der Cajütenraum in vier niedliche kleine Kojen vertheilt wor⸗ den, deren eine der Capitän, zwei die Steuermänner, und die vierte der Superkargadeur*) inne hatte— viele Beweiſe von *) Der Superkargadeur iſt derjenige, welcher den Verkauf oder Aus⸗ tauſch der geladenen Waaren an fremden Orten zu beſorgen hat. Der Ueberſetzer. . — 5——— ———— 1 8. — 48— Bridget's Liebe und Sorgfalt. Selbſt Miſtreß Crutchely, obgleich ihr eine vieljährige Erfahrung zur Seite ſtand, hatte kaum mit mehr Umſicht, und gewiß nicht mit größerem Zart⸗ ſinne für die Behaglichkeit des Capitäns geſorgt, als dieſes junge Weſen auf die Koje des Geliebten verwendet hatte. Es gab zu jener Zeit eben nicht ſehr viele Künſtler in Amerika, auch iſt es nicht wahrſcheinlich, daß Doctor Yardley ſeiner Tochter erlaubt hätte, einen ſo entſchiedenen Schritt zu thun und ihr Miniaturbild für Mark fertigen zu laſſen; es war ihr aber gelungen, ihr Profil in Schwarz ſchön ausge⸗ ſchnitten und eingerahmt zu erhalten, und der Steuermann fand es ſorgfältig unter ſeiner Habe geborgen, bevor er noch eine Woche auf der See war. Dieſer Schattenriß machte Mark unendliches Vergnügen. Er war ſehr ähnlich, und da Bridget zufällig ein Geſichtchen hatte, deſſen Form und Ausdruck nicht zu verkennen waren, ſo ward es dem jungen Gatten nicht ſchwer zu errathen, wen er in dem kleinen Bilde vor ſich hatte. Es war Bridget, mit ihrer ſehr ſchönen, leichten Neigung des Hauptes auf eine Seite, was ſich eben ſo natürlich als anmuthsvoll ausnahm. Mark blickte Stunden lang bewundernd auf dieſen lebloſen Schatten ſeiner geliebten Gattin, welcher nie verfehlte, ihm ihre ganze Anmuth, ihre Natürlichkeit, ihre Zärtlichkeit und Liebe in die Seele zurückzurufen, obgleich er nicht im Stande war, die Lebendigkeit und den Geiſt, welcher ſie belebt, auch nur entfernt auszudrücken. Man ſagt, Schiffe hätten keinen Sonntag. Mit dieſem Ausdrucke will man bloß ſagen, ein Schiff müſſe ſeine Arbeit vollbringen: Werktage und Sonntage, Tag und Nacht, bei gutem und bei ſchlechtem Wetter. T und v zu err T langen Erſten niſchen tet; z genaue welche höhern C Vorrät ſem en D Merkw nennen wann man h. unter ſ hinging D gereefte denn d hätte n mungen nicht ſe und eit Al gewiß 235 Crutchely, nd, hatte tem Zart⸗ als dieſes atte. ünſtler in Yardley Schritt zu aſſen; es zn ausge⸗ euermann r er noch hte Mark Bridget ruck nicht cht ſchwer atte. Es gung des rrlich als n lebloſen lte, ihm hkeit und n Stande ebt, auch Lit dieſem ne Arbeit acht, bei — 49 Der Rancoceus gab keine Ausnahme von dieſer Regel ab und verfolgte ſeinen Weg, und ein Weg war es, deſſen Ziel zu erreichen er Monate brauchte. Wir hegen die Abſicht nicht, bei den Einzelnheiten dieſer langen Seereiſe zu verweilen, und zwar aus zweierlei Gründen. Erſtens ſind die Seereiſen an das ſüdliche Ende des amerika⸗ niſchen Feſtlandes faſt immer von denſelben Umſtänden beglei⸗ tet; zweitens haben wir andere Dinge zu berichten, deren genaue Darlegung eine große Aufmerkſamkeit fordert und welche, wie wir glauben, das Intereſſe des Leſers in weit höherm Gradeé in Anſpruch nehmen werden. Capitän Cratchely legte, wie gewöhnlich, zu Nio an, um Vorräthe einzunehmen und ſetzte, nachdem er eine Woche in die⸗ ſem entzückendſten aller Häfen hingebracht hatte, ſeinen Weg fort. Die Fahrt um Cap Horn bot in keiner Hinſicht etwas Merkwürdiges dar. Man konnte ſie eben keine ſehr ſtürmiſche nennen, noch war das Wetter ungewöhnlich mild. Dann und wann umſegeln Schiffe das Cap Horn unter Bramſegeln, und man hat uns von einem Schiffe erzählt, welches mehrere Tage unter ſeinen Oberbramſegeln vor dieſem furchtbaren Vorgebirge hinging; dieſe Fälle ſind jedoch Ausnahmen, und nicht die Regel. Der Rancocus ſegelte faſt volle zwei Wochen unter dicht gereeften Marsſegeln und hielt ſich ſüdwärts und weſtwärts, denn der Wind blies dieſe ganze Zeit über ſehr friſch; und er hätte noch einmal ſo lange mit den ſüdweſtlichen Windſtrö⸗ mungen kämpfen können, hätte zu ſeinem Glücke der Wind nicht ſo weit ſüdwärts umgeſetzt, daß er ſeinen Cours ändern und eine große Strecke weſtwärts laufen konnte. Als der Wind wieder anhohlte— und man konnte faſt gewiß ſein, daß er wieder anhohlen würde— glaubte Capitän 235— 237. 4 ————— —, oöoöoöö 1 8 — 50— CErutchely in einem Meridian zu ſein, welcher ihm erlaubte, eine ſanfte Bulinie auf der Backbordſeite loszuſchmeißen. Nur ein Seemann weiß, welche Wirkung das Abſchricken der Luobraſſen, wär' es auch nur wenige Fuß, und ein Luv⸗ fall hat, um in ſeinem Courſe ſtehen zu bleiben, und nicht von der Bulinie„abzuwitſchen.“ Dieß hat ziemlich denſelben Einfluß auf den Gang eines Schiffes, welchen eine beredte Vertheidigung auf den Ruf eines Advocaten äußert, eine gute Kur oder eine geſchickte Operation auf den Namen eines Arztes oder Wundarztes, oder ein glücklicher Gedanke des Handels⸗ manns auf ſeine Zukunft. Alle ſegeln nun mit vollen Segeln entlang, leicht, raſch, und bei weitem nicht mehr ſo mühſam, wie früher. So war es auch hier mit dem guten Schiffe Rancocus. Statt ſich in dem Kampfe mit den Wellen angeſtrengt fortzu⸗ arbeiten, um drei Knoten nach vorne zu kommen, lief er nun ſechs Knoten und hielt ganz, oder doch faſt ganz auf ſeinem Courſe an. Als er das Land wieder zu Geſicht bekam, fand er, daß er wenig Raum zu verlieren hatte, aber dieſes Wenige war hinreichend. Das Schiff ging windwärts von Allem und ſetzte ſeinen Lauf freudig fort, wie es Jeder zu thun pflegt, welchen das Glück bei einer harten, ſchweren Arbeit begünſtigte. Vierzehn Tage ſpäter legte das Schiff zu Valparaiſo an. Bisher hatte der Rancocus wenig mehr zu thun gehabt, als ſich durch eine endloſe Waſſerwüſte fortzuarbeiten; jetzt aber hatte er ſeine wirkliche Aufgabe zu löſen vor ſich. Eine bedeutende Fracht, welche auf Rechnung der ſpaniſchen Regie⸗ rung eingenommen worden war, wurde ausgeladen und das Schiff nahm friſches Waſſer ein; auch verſchaffte man ſich gewiſſe Speiſevorräthe, welche im Falle des Mangels nützlich werder zehn 0 keines ſeine gemach vor; ders i T gewöh ihm ko Wenn bus da ſehr be nehme D das A bringt, den B zeugen Sandb dennock und die B hielt 6. mächtig legen e Handel keine ch von der n. ſchricken in Luv⸗ nd nicht enſelben beredte ine gute s Arztes Handels⸗ Segeln nühſam, ancocus. t fortzu⸗ er nun f ſeinem n, fand Wenige llem und n pflegt, günſtigte. raiſo an. m gehabt, en; jetzt h. Eine en Regie⸗ und das man ſich 6 nützlich — 51— werden konnten, und nach einem Aufenthalte von kaum vier⸗ zehn Tagen ſtach das Schiff wieder in See. Im Jahre 1796 war das ſtille Meer den Schifffahrern keineswegs ſo bekanut, wie dieß jetzt der Fall iſt. Cooke hatte ſeine berühmten Reiſen weniger als zwanzig Jahre vorher gemacht und die Berichte von denſelben lagen der Welt bereits vor; aber ſelbſt Cooke ließ noch Vieles ſicher zu ſtellen, beſon⸗ ders in Betreff der Einzelnheiten. Wer zuerſt Etwas entdeckt oder erfindet, erwirbt ſich gewöhnlich einen großen Namen, obgleich die, welche nach ihm kommen, ſeine Bemühungen erſt wahrhaft nützlich machen. Wenn wir heute nicht mehr von Amerika wüßten, als Colum⸗ bus davon bekannt war, ſo müßte man unſere Kenntniſſe für ſehr beſchränkt halten, und die Früchte ſeines großen Unter⸗ nehmens wären noch ſehr in ihrer Kindheit. Das ſtille Meer kann, wenn man ſeine Ausdehnung in das Auge faßt und ſein gewöhnliches Wetter in Anſchlag bringt, kaum für ein gefährliches Meer gehalten werden; wer den Blick aber auf ſeine Karte wirft, wird ſich ſogleich über⸗ zeugen, wie viel zahlreicher ſeine Gruppen, Inſeln, Klippen, Sandbänke und Riffe ſind, als die des Atlantiſchen Meeres; dennoch ſteuerten die Seeleute in dieſe ausgedehnten Gewäſſer, und die amerikaniſchen am liebſten und beherzteſten. Beinahe zwei Monate nach ſeiner Abreiſe von Valparaiſo hielt Capitän Crutchely ſeinen Cours in das Innere dieſer mächtigen See, um die Inſeln aufzuſuchen, an denen anzu⸗ legen er Befehl hatte. Sandelholz ſollte er einnehmen— ein Handelsgegenſtand, welchem, nebenher bemerkt, kein Chriſt und keine chriſtliche Nation nachgehen ſollte, wenn das, was man von dem Gebrauche deſſelben in China hört, wahr iſt. 4* 5 — ⸗—— ——y—— 7 8 Man ſagt, es werde dort als eine Art Weihrauch vor Götzen gebrannt, und keine größere Sünde kann ein menſch⸗ liches Weſen begehen, als wenn er da mittelbar oder unmittel⸗ bar thätig iſt, wo dem ewigen Gott irgend etwas Erſchaffenes untergeſchoben wird. Mark Woolſton gedachte deſſen oft in ſpäteren Jahren, als das Nachdenken dem thätigen Leben folgte und er über die Urſachen nachſann, welche die wundervollen Begebniſſe herbeiführten, die ſo tief in ſein Geſchick eingriffen. Wir ſind aber jetzt an einen Theil unſerer Erzählung gekommen, wo es nöthig wird, in Einzelnheiten einzugehen, deren Mittheilung wir für den Beginn des nächſten Kapitels aufſparen wollen. Drittes Kapitel. Du Gott der dunkeln, ſchweren Waſſer, Es ſchlafen auf dem Sand die Wellen Bis wild ertönt des Sturms Trompete, Vor dem ſie brauſend, donnernd ſchwellen: Dann ſchleist wie Schaum das weiße Segel, Das Schiff ſchwankt in der Winde Wüthen, Bis ſich, durch dich geſänftigt, ſenkt Der Sturm und flüſtert: zieb' in Frieden! Peabody. Der Tag, welcher der Nacht, von der wir zu ſprechen im Begriffe ſind, voranging, war nebelig und der Wind blies friſch aus Oſt⸗Süd⸗Oſt. Der Rancoceus lief nach Südweſten ab und ging folglich mit dem freien Winde. Capitän Crutchely, hatte einen Fehler, und zwar einen bei ſe andere bei de Rum Amert jedes hatte, wenig in ſeit ziemli er au kamen G andern Schiff und d See e T Miſtre mehr heit he ihn eit 8 cocus, iſt, die Geſchn Blut 1 der W nahm ſehr ſchlimmen für einen Schiffsmeiſter,— er pflegte nämlich G uch vor menſch⸗ nmittel⸗ haffenes Jahren, er über egebniſſe zählung zugehen, Kapitels ſſer, Vellen pete, ſchwellen; ße Segel, e Wüthen, t n Frieden! body. rechen im ind blies Südweſten var einen e nämlich — 53— bei ſeinem Mittagseſſen zu viel Grog zu trinken. Zu allen anderen Zeiten konnte man ihn einen nüchternen Mann nennen; bei dem Mittagsmahle aber ſchlang er drei bis vier Gläſer Rum und Waſſer hinab. Man bediente ſich zu jener Zeit in Amerika des Rums viel häufiger als des Branntweins, und jedes Mittagseſſen, welches die geringſten Anſprüche darauf hatte, das der bloßen arbeitenden Klaſſe zu überbieten, hatte wenigſtens eine Flaſche des einen oder des andern Getränks in ſeinem Geleite. Der Wein war anf der Cajütentafel eine ziemliche Seltenheit, oder, wenn er aufgetragen wurde, erſchien er auf ſolchen Schiffen, die aus Wein-erzeugenden Ländern kamen, oder bei abſonderlichen Gelegenheiten. Capitän Crutchely liebte die Freuden der Tafel in einem andern Sinne; er aß in dem Maaße, wie er trank, und ſein Schiff war ſtets ein wenig merkwürdig in Betreff der Schweine und des Geflügels und alle der Eßwaaren, was ſich auf der See erhielt. Der fragliche Tag war zufällig der Geburtstag der Miſtreß Crutchely, und der Capitän hatte ſogar ein wenig mehr als gewöhnlich getrunken. Wenn ein Mann die Gewohn⸗ heit hat, etwas mehr zu trinken, als gut für ihn iſt, ſo wirft ihn ein wenig mehr als gewöhnlich gar leicht zu Boden. Dieß war leider der Fall bei dem Befehlshaber des Ran⸗ cocus, als er zur Zeit, von welcher hier zunächſt die Rede iſt, die Tafel verließ. Mark ſelbſt war ganz nüchtern. Der Geſchmack des Rums war ihm unangenehm, und ſein junges Blut und ſein lebhaftes Temperament ſehnten ſich nicht nach der Wirkung dieſes Getränkes. Wenn er es überhaupt genoß, nahm er nur ſehr wenig und dieß ſtark mit Waſſer gemiſcht. Er ſah daher die jetzige Lage ſeines Vorgeſetzten mit — 8 — 54— 8 Bedauern, und dieß um ſo mehr, als ſich in dem Schiffe das das ℳ unangenehme Gerücht verbreitet hatte, ein Mann, welcher eben wegen von oben herab gekommen, habe in einem hellen Augenblicke nach weißes Waſſer nach vorne geſehen. die W 1 Der Steuermann theilte dieſes Gerücht dem Capitän mit deutlie und ſetzte hinzu, es dürfte gerathen ſein, Segel zu bergen, waſſer aufzuhohlen und zu lothen. Capitän Crutchely legte aber kein( 6 Gewicht auf den Bericht und betheuerte, die Leute glaubten läßlich 1 ſtets, das Schiff werde an Korallenriffen ſcheitern, und die. Reiſe würde ewig dauern, wenn er allen ihren Einfällen dieſer S 8 Art nachgebe. ſelbſt 4 Der zweite Steuermann war unſeligerweiſe ein alter ein wo 75 Seehund, welcher ſeine jetzige untergeordnete Stellung dem zweite Umſtande beizumeſſen hatte, daß er der Gewohnheit, welcher Mark der Capitän ein wenig zugethan war, bedeutend fröhnte. Da nach er unten die Wache hatte, war er dieſen Nachmittag bei der gebühr Gaſtfreiheit der Cajüte nicht zu kurz gekommen und unterſtützte dieſen 5 jetzt den Capitän in ſeiner Verachtung gegen Gerüchte und der S Anſichten des Schiffsvolks, und Mark mußte ſchweigen. tän w 8 Unſer junger Steuermann fühlte ſich ſehr unbehaglich bei man z dem Berichte des Matroſen, der weißes Waſſer nach vorne ſich ge verkündigt hatte, denn er war einer der beſten Männer an mehr Bord des Rancocus, und es war ſehr unwahrſcheinlich, daß A er etwas ausſagte, das ſich nicht als wahr erweiſen ſollte. geborg Es war jetzt ſechs Uhr Abends. Der zweite Steuermann zu ſein hatte die Wache überkommen, und Mark begab ſich ſelbſt in den B die Vormars⸗Sahlingen, um den beſten Auslug nach vorne zu dem N bekommen, der vor dem Einbruche der Nacht zu erhalten war. Schiff Es mochte eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang ſein, derthei als der junge Mann ſeinen Platz in den Sahlingen einnahm; geborg diffe das her eben genblicke itän mit bergen, aber kein glaubten und die len dieſer lin alter ung dem welcher nte. Da g bei der nterſtützte ichte und n. aglich bei ich vorne änner an lich, daß ſollte. euermann ſelbſt in )vorne zu alten war. gang ſein, einnahm; — 55— das Oberbramſegel war nicht losgemacht. Anfangs ſah er wegen des Nebels auf mehr als eine(engliſche) Meile weit nach vorne nicht das Geringſte; als aber die Sonne eben in die Waſſer tauchte, hellte es ſich weſtwärts auf und Mark ſah deutlich, unverkennbar, daß ſich unmittelbar vor dem Kiel⸗ waſſer des Schiffes auf mehrere Meilen Brandungen hinzogen! Eine ſolche Entdeckung machte enſcheidendes Handeln uner⸗ läßlich, und der junge Mann rief: „Brandungen nach vorne!“ Da dieſer Ruf von ſeinem erſten Steuermanne kam, erſchrak ſelbſt Capitän Crutchely, und die Wirkung der Getränke ſchien ein wenig Raum zu geben; das Wort wurde jedoch von dem zweiten Steuermanne, welcher es einem ſo jungen Manne wie Mark nie vergeben konnte, daß er eine Stelle einnahm, die nach ſeinem Bedünken einem ältern und erfahrenern Manne gebührte, wegwerfend aufgenommen. Er lachte geradezu über dieſen zweiten Bericht von Brandungen auf einem Punkte in der See, wo die Karte ein klares Waſſer andeutete; der Capi⸗ tän wußte aber, daß die Karten ihm nur ſagen konnten, was man zu der Zeit, wo ſie gefertigt worden, kannte, und fühlte ſich geneigt, ſeinen erſten Offizier, ſo jung er auch war, mit mehr Achtung zu behandeln, als der zweite Steuermann. Alle Hände wurden demnach aufgerufen und die Segel geborgen. Mark kam herab, um bei dieſem Geſchäfte hilfreich zu ſein, während der Capitän ſelbſt nach oben ging, um nach den Brandungen auszuſchauen. Sie begegneten einander in dem Mars, und der Letztere trug ſeinem Steuermann auf, das Schiff auf der Backbordſeite bei den Wind, oder mit dem Vor⸗ dertheile nach ſüdwärts zu bringen, ſobald die Segel ſo weit geborgen wären, daß dieß ohne Gefahr geſchehen könne. —————— Mark hatte das Deck kaum erreicht, als er auch ſchon in voller Thätigkeit war, um ſeinen Befehlen nachzukommen. Die Segel wurden mit der größten Eile geborgen; die Leute arbeiteten mit Eifer und Beſorgniß, denn ſie glaubten ihrem Kameraden, deſſen Wort der Capitän wegwerfend behandelt hatte. Obgleich das Schiff unter Oberleeſegeln war, als der Befehl ertönte, die Leinwand einzunehmen, hatte Mark es doch in der kürzeſten Zeit unter ſeinen drei Marsſegeln, und dieſe zwar unter zwei Reefen, und das Schiff wendete ſich in einer leichten Bulinie mit dem Vordertheile nach ſüdwärts. Als alles dieß vollbracht war, fühlte der junge Mann ſich bedeutend erleichtert; denn die Gefahr, welche er geſehen hatte, war nach vorn und dieſer Wechſel des Courſes brachte das Schiff faſt dwars ab, oder recht von der Seite. Die Brandungen waren allerdings noch nach leewärts und ihre Lage in ſo fern gefahrdrohend; der Wind blies jedoch nicht ſtark genug, um das Schiff zu hindern, nach Luv zu wenden, wenn man den rechten Augenblick nicht verſäumte. Der Nancocus war ein gutes luvgieriges Schiff, und die See ging ruhig genug, um es ihm ziemlich leicht zu machen, ſich von leger Wall abzuarbeiten. Verzweifelt iſt in der That die Lage des Schiffes, welches Felſen oder Sandbänke unter ſeiner Lee hat, während ihm der Wind in die Zähne bläſt und ſchwere Wellen es maſſig und ſicher, obgleich langſam, auf die Brandungen lostreiben, welche es mit aller Anſtrengung zu vermeiden ſtrebt. Capitän Crutchely war noch nicht fünf Minuten oben, als er das Deck anbraiete, und Mark befahl, Bob Betts in die Sahlingen hinauf zu ſchicken. Bob ſtand in dem Rufe, der beſte Ausguck in dem Schiffe zu ſe Land Wie war leewaͤ ſpäter bliebe wärte des C in ſei ſchien ſeine ſei. ganz entſchi als es Etwas könnte nur di der Ca zweiten übeln 26 bemerkt wie es dieſer bei jede ſchon in nkommen. die Leute en ihrem delt hatte. als der k es doch und dieſe in einer ge Mann geſehen 3 brachte te. Die und ihre öch nicht wenden, und die machen, welches ihm der iſſig und ;, welche en oben, Betts in Schiffe — 572— zu ſein, und wurde gewöhnlich gebraucht, wenn man ſich dem Lande zu näͤhern oder einem Schiffe zu begegnen glaubte. Wie ein Eichhörnchen kletterte er die Focktakelage hinauf und war bald an der Seite des Capitäns, wo Beide beſorgt nach leewärts ausblickten. Nachdem das Schiff einige Minuten ſpäter bei dem Winde angehohlt hatte, ſtiegen ſie nieder, blieben aber in dem Mars, um fernern Ausguck nach lee⸗ wärts zu nehmen. Der zweite Steuermann harrte des weitern Herabſteigens des Capitäns mit einer Art höhniſch wegwerfenden Ausdrucks in ſeinem harten, ſtark gefärbten Geſichte, welcher anzudeuten ſchien, man werde bald erfahren, daß Mark's weißes Waſſer ſeine Farbe verloren habe und wieder blaues Waſſer geworden ſei. Capitän Crutchely ging aber, als er herab kam, nicht ganz ſo weit. Er gab zu, Nichts geſehen zu haben, das ſich entſchieden als Brandungen darſtelle; ein⸗ oder zweimal habe, als es ſich ein wenig aufhellte, den weſtlichen Horizont entlang Etwas geſchimmert, das ihn nicht wenig beſorgt mache. Es könnte wohl weißes Waſſer ſein, vielleicht ſeien es aber auch nur die letzten Strahlen der untergehenden Sonne geweſen, welche die Kämme der regelmäßigen Wellen überglänzt habe. Auch Bob war ſeiner Sache eben ſo wenig gewiß wie der Capitän, und einige ſpöttiſche Bemerkungen Hillſon's, des zweiten Steuermannes, brachten Mark’s Brandungen raſch in übeln Ruf. „Seht doch nur auf die Karte, Capitän Crutchely,“ bemerkte Hillſon,„eine ganz gute, geſchickt gefertigte Karte, wie es nur eine geben kann, und Ihr werdet ſehen, daß es in dieſer Gegend kein weißes Waſſer geben kann. Wenn man bei jedem todten Wallſiſch, welchen man in dieſen Seen findet, die Segel bergen und ſeinen Wind anhohlen will, müſſen die Eigenthümer des Schiffes am Ende der Reiſe ſich Verluſt ankreiden, ſtatt blanke Dollars einzuſtreichen.“ Dieß ſprach ſtark gegen Mark und beträchtlich zu öill⸗ ſon’s Gunſten. „Und habt Ihr Nichts von Brandungen nach vorne geſehen, Bob?“ fragte Mark mit einem Nachdruck auf dieſes „Ihr,“ welcher ziemlich deutlich gewahren ließ, daß der junge Mann eben nicht ſehr erſtaunt war, daß der Capitän Nichts von ihnen geſehen hatte. „Nicht das geringſte, Herr Woolſton,“ antwortete Bob, indem er ſeine Pumphoſen feſter anzog,„und ich hatte über⸗ dieß einen ſehr ſchönen Ausguck nach vorne.“ Dieß ſprach noch mehr gegen Mark, und Capitän Crut⸗ chely ſchickte nach der Karte. Ueber dieſer Karte brüteten er und der zweite Steuermann mit einer Art ſchnoppernden Scharf⸗ ſinnes, worauf ſie zu dem Schluſſe kamen, eine klare See müſſe ſich rund um ſie her, auf eine Entfernung von mehr als tauſend Meilen, ausbreiten. Bei jedem zweifelhaften Falle iſt viel entſchieden, wenn man beſtimmt ausſagt, dieß oder jenes müſſe ſo ſein. Capi⸗ tän Crutchely hätte nicht ſo leicht auf dieſen beſtimmten Ent⸗ ſcheid kommen können, wären ſeine Denkkräfte dieſen Nach⸗ mittag nicht durch ſo viele Tropfen Rum's und Waſſers bewäl⸗ tigt geweſen, die er alle, wie er ſagte und feſt glaubte, nicht ſowohl aus Liebe zu dem Getränke ſelbſt, ſondern aus Liebe zu Miſtreß John Crutchely genommen hätte. Wie dem aber auch ſei, unſer Capitän war gewöhnt, für ſein Schiff Sorge zu tragen, und befand ſich noch nicht in einem Zuſtande, der ihn gehindert hätte, in einem ſo bedenk⸗ lichen Augenblicke aller ſeiner Pflichten zu vergeſſen. D ſeien 2 jungen große D abgethe gewöhn Schiff verlorer das Au Wieder Bi brach d Dunkel! und me Do als die Grund Killſon, war, d des Mee länge ko daß ſich drei St Matroſe noch me die der2 war es an dem dieſem iſſen die Verluſt zu Hill⸗ ) vorne f dieſes r junge Nichts te Bob, te über⸗ 1 Crut⸗ er und Scharf⸗ re See n mehr „ wenn Capi⸗ en Ent⸗ Nach⸗ bewäl⸗ , nicht s Liebe nt, für icht in bedenk⸗ — 59— Da Mark feierlich und ernſt wiederholte, er glaube, es ſeien Brandungen nach vorne, würdigte er die Anſicht ſeines jungen Oberſteuermannes ſo weit, daß er Befehl gab, die große Lothlinie zu bringen und zu lothen. Das Lothen mit dieſer Linie iſt nicht in einem Augenblicke abgethan, ſondern nimmt an Bord von Kauffahrteiſchiffen gewöhnlich eine Viertelſtunde bis zwanzig Minuten hin. Das Schiff muß erſt beigekielt und ſein Weg ſo wenig als möglich verloren werden, ehe man die Linie auswirft. Dann nimmt das Auslegen der Linie, das Anſtellen der Leute, und das Wiedereinhohlen manche Minute weg. Bis man bei dieſer Gelegenheit mit Allem fertig war, brach die Nacht an. Das neblige, feuchte Wetter drohte die Dunkelheit zu vermehren, und Mark ward der Gefahr mehr und mehr inne, in welche das Schiff gerathen war. Das Auswerfen des Lothes hatte kein anderes Ergebniß, als die Gewißheit, daß auf vierhundert Faden Linie kein Grund zu finden war. Niemand jedoch, ſelbſt nicht der wirſche Hillſon, legte großen Werth auf dieſen Umſtand, da es bekannt war, daß Korallenriffe wie ſenkrechte Mauern aus der Tiefe des Meeres emporſteigen, und auf die Entfernung einer Kabel⸗ länge feinen Grund haben. Auch war Mark der Anſicht nicht, daß ſich das Schiff den Brandungen, die er geſehen, bis auf drei Stunden genähert habe; denn ſowohl ihm, als dem Matroſen, der zuerſt von ihnen berichtet hatte, ſchienen ſie noch mehrere Stunden entfernt zu ſein. Auf einer Höhe, wie die der Bram⸗Sahlingen, bot ſich ein weiter Ausguck und Mark war es vorgekommen, als zeige ſich das weiße Waſſer ganz an dem Rande des weſtlichen Horizonts, wie er ſich ſelbſt auf dieſem hohen Punkte geſtaltete. ——————— ——— Nach einer ferneren Berathung mit ſeinen Offizieren, bei welcher Hillſon die Seitenblicke auf ſeinen minder erfahrenen Vorgeſetzten nicht ſparte, kam Capitän Crutchely zu einer Entſcheidung, welche man wenigſtens theilweiſe klug nennen konnte. Einem Seemanne iſt Nichts unangenehmer, als wenn er ſich dem Verdachte preisgegeben ſieht, er ſei bei zweifelhaften Gefahren dieſer Art ungewöhnlich erregt. Wenn er ſie ſieht und anerkennt, beſinnt er ſich nicht, ſondern thut ſein Mög⸗ lichſtes, um ſie zu umgehen; ſo lange es aber noch nicht gewiß iſt, daß die Gefahr auch wirklich da ſei, macht das jämmerliche Gefühl der Eitelkeit, welches uns Alle wünſchen läßt, höher zu fliegen, als die Natur es mit uns beabſichtigte, wohl die Mehrzahl der Menſchen gewillt, gleichgiltig zu ſchei⸗ nen, ſelbſt während ſie nicht ohne Beſorgniß ſind. Unter den Umſtänden, in welche Capitän Crutchely ſich verſetzt ſah, hätte er nichts Klügeres thun können, als unter leichtem Segeltuche Fahrt zu machen und zurückzulaufen, bis der Morgen herankam, wo er mit einiger Zuverſicht, jedenfalls mit viel mehr Sicherheit in ſeinem Courſe vorwärts gehen konnte. Darin aber hätte etwas wie ein Nachgeben gegen die Gewalt einer unbekannten Gefahr gelegen, mit welchem ſein Stolz kämpfte, und der alte, erfahrne und geprüfte Schiffs⸗ meiſter wollte dem„Ungewiſſen“ dieſen Vortheil nicht über ſich zugeſtehen. Demzufolge beſchloß er, mit gereeften Marsſegeln Fahrt zu machen, einen ſcharfen Ausguck nach vorne halten zu laſſen und die unteren, oder großen. Segel in den Dempgordingen*) *) Bereit zum Aufgeien. Der Ueberſetzer. zu halte wärts a Me Beſchlüt möglich So werden trat wi Marsſe heraus welche: die Wa der Fall durch T Hätte e ſo wür ſelbſt d No niederge ihnen d men ha nicht a Wellen feuchter den W wander M blieb h eren, bei fahrenen zu einer ſe klug wenn er ffelhaften ſie ſieht in Mög⸗ och nicht nacht das wünſchen bſichtigte, zu ſchei⸗ chely ſich als unter cfen, bis jedenfalls tts gehen gegen die chem ſein Schiffs⸗ nicht über eln Fahrt zu laſſen rdingen*) berſetzer. — 61— zu halten, um die Halſen laufen zu laſſen und nach wind⸗ wärts aufzuſtechen, wenn dieß nöthig würde. Mark mußte ſich in dieſen Plan fügen, da vor den Beſchlüſſen des Autokraten auf der Schanze kein weiterer Anruf möglich war. Sobald Capitän Crutchely ſeine Entſcheidung hatte laut werden laſſen, wurde das Steuer gehöben, und das Schiff trat wieder in ſeinen Cours auf. Unter doppelt gereeften Marsſegeln und Jib— andere Leinwand hatte man nicht heraus— war allerdings nicht die Hälfte der Gefahr da, welche unter den früheren Segeln gedroht hatte, und als Mark die Wache übernahm, was bald darauf, oder um acht Uhr der Fall war, konnte er ſich ſtets noch der Hoffnung hingeben, durch Wachſamkeit der Gefahr zu entgehen. Die Dunkelheit, welche ſich jetzt bedeutend ſteigexte, war nun die größte und unmittelbarſte Quelle ſeiner Beſorgniſſe. Hätte er die See nur auf Kabellänge nach vorne ſehen können, ſo würde er ſein Herz ſehr erleichtert gefühlt haben; allein ſelbſt dieſe unbedeutende Begünſtigung war ihm verſagt. Nachdem der Capitän und der zweite Steuermann ſich niedergelegt hatten, was Beide thaten, nachdem Jeder von ihnen vorher noch ein Glas Rum und Waſſer zu ſich genom⸗ men hatte, wurde es ſo dunkel, daß unſer junger Steuermann nicht auf hundert Ellen in jeder Richtung hin die Kämme der Wellen unterſcheiden konnte. Dieſe Dunkelheit rührte von dem feuchten Nebel, welcher die Atmoſphäre füllte, und zumal von den Wolken her, die das Gewölbe über dieſem einſamen, wandernden Schiffe bedeckte. Mark nahm ſeinen Platz zwiſchen den Klüshölzern und blieb hier faſt während ſeiner ganzen Wachtzeit; er ſtrengte ——— — ſeine Sehkraft in unglaublicher Weiſe an, um das Düſter zu durchdringen, und hörte genau zu, um irgend einen warnenden Ton der Brandungen aufzufangen, welchen er, wie er feſt überzeugt war, jeden Augenblick näher und näher zog. Mit der herankommenden Mitternacht überkam ihn der Gedanke an Hillſon, welcher, ſchlaftrunken, betäubt, wie er es ſein mußte, ſeinen Platz einnehmen ſollte. Endlich glaubte Mark wirklich die gefürchteten Töne zu hören; die Warnung kam jedoch nicht von vorne, ſondern gut von der Backbordſeite. In dieſem Umſtande ſah er die völligſte Rechtfertigung, von ſeinen Befehlen abzugehen, und er gab ſogleich Befehl, das Steuer ſtark nach Backbord zu wenden, ſo daß das Schiff auf der andern Seite wieder in den Wind gebracht wurde. Jetzt lag ihm unſeligerweiſe, wie der Erfolg bewies, die unabwendbare Pflicht ob, Capitän Crutchely zu melden, was er gethan hatte. Einen Augenblick war der junge Mann zweifelhaft, ob es nicht beſſer ſei, zu ſchweigen, auf dem Courſe anzuhalten, den zweiten Steuermann ſchlafen zu laſſen und das Deck unter ſeinem eigenen Befehle zu behalten, bis es Tag würde. Das Nachdenken aber veranlaßte ihn, einen Plan zu verwerfen, welcher ihn in ernſte Zerwürfniſſe mit ſeinen beiden Mitoffizieren gebracht hätte; dieſe würden natürlich Alles erfahren haben, was ſich während der Nacht begeben hatte, und jeder von ihnen hätte ihm den Vorwurf machen können, er habe in ihre gegenſeitigen Dienſtſphären eingegriffen. Mit zögerndem Schritt und ſchwerem Herzen ging Mark daher in die Cajüte, um ſeinen Bericht abzuſtatten und dem zweiten Steuermanne den gewöhnlichen Aufruf zu geben. Es war durchaus nicht leicht, die beiden Männer zu wecken, welche u Ueberma in einen gewillt, als Ent nicht bel wecken, einer Ar „N war,„n „38 Hexr, ur Der welchen ſo gut jedoch h ſo daß von ihm Der punkt fi Hütte, niedrige punkte d frühern: weitem nicht an den Klü Ba gehörte der Unt üſter zu rnenden er feſt g. Mit anke an mußte, Töne zu dern gut rtigung, Befehl, s Schiff urde. vies, die en, was 2 Mann n Courſe ſſen und bis es en Plan it ſeinen natürlich begeben machen gegriffen. g Mark und dem ben. u wecken, — 63— welche unter dem Einfluſſe von Getränken ſchliefen, die ſie im Uebermaaße zu ſich genommen hatten. Hillſon beſonders war in einem faſt gelähmten Zuſtande, und Mark war beinahe gewillt, ihn auf ſeinem Lager zu laſſen und ſeinen Zuſtand als Entſchuldigung geltend zu machen, daß er in dem Aufrufe nicht beharrt habe. Es gelang ihm jedoch, den Capitän zu wecken, welcher bald Mittel fand, den zweiten Steuermann zu einer Art Halbbewußtſein zu bringen. „Nun, Herr!“ rief der Capitän, ſobald er gehörig wach war,„was gibt es?“ „Ich glaube, ich habe dwars ab Brandungen gehört, Herr, und daher nach ſüdwärts abgewendet.“ Der Capitän ließ einen ſtöhnenden Ton laut werden, welchen Mark ſich nicht zu erklären vermochte. Er konnte eben ſo gut Aerger als Ueberraſchung bedeuten. Der Capitän war jedoch hell wach und ſchickte ſich an, auf das Deck zu kommen, ſo daß Mark glaubte, er habe Alles gethan, was die Pflicht von ihm heiſche, und begab ſich wieder auf ſeinen Poſten. Der hintere Theil des Schiffes war jetzt der beſte Stand⸗ punkt für den Beobachter, und Mark ging auf das Deck der Hütte, um deſto beſſer ſehen und hören zu können. Da kein niedrigeres Segel im Wege war, konnte er von dieſem Stand⸗ punkte aus faſt eben ſo gut nach vorne ſehen, wie auf ſeinem frühern; und was das Hören betraf, ſo war dieſer Punkt bei weitem der günſtigere, weil die Wellen unmittelbar unter ihm nicht anſchlugen, wie dieß auf ſeinem frühern Platze zwiſchen den Klüshölzern der Fall war. Bald berief er Bob Betts näher, welcher zu ſeiner Wacht gehörte und mit dem er ſtets ſo vertraut fortgelebt hatte, als der Unterſchied ihrer Stellungen es möglich machte. ͤö—ö—ö—Z 1 8 2 „Bob, Eure Ohren ſind faſt ſo gut wie Eure Augen,“ ſagte Mark;„habt ihr nichts von Brandungen gehört?“ „Allerdings, Herr Woolſton, und ich will auch geſtehen, daß ich dieſen Abend, während ich oben war, etwas geſehen habe, das wie weiße Brandungen ausſah; der Capitän aber, und der zweite Steuermann ſchienen nicht geſtimmt, etwas dieſer Art in dieſem Theile des offenen ſtillen Meeres zu glauben, ſo daß ich mich auch nicht geſtimmt fühlte, ihm entgegen zu treten.“ „Es war ein großer Fehler von Seiten des Ausgucks, nicht zu berichten, was er geſehen hatte“ bemerkte Mark ernſt. „Ich gebe es zu, Herr! ich gebe zu, wie Unrecht ich hatte und es that mir von dem erſten Augenblick an leid. Aber es heißt dem Winde grad' in die Zähne laufen, Herr Woolſton, wenn man gegen den Capitän und den Steuermann auftritt.“ „Ihr glaubt alſo jetzt Brandungen gehört zu haben— in welcher Richtung?“ „Erſt ſpiegelwärts; dann nach vorn; und als Ihr mich eben auf die Kampanje rieft, ſchien es von der Luvſeite zu kommen.“ 1 „Sprecht Ihr ernſtlich, Bob?“ „So ernſt ich in meinem Leben geſprochen habe, Herr! Das Verſehen an dieſem Abende hat mich ein wenig an dem Gewiſſen gefaßt, wenn Ihr ſo etwas für möglich haltet, und meine Augen und Ohren find jetzt weit auf. Nach meiner Anſicht, Herr, iſt das Schiff in dieſem Augenblicke mitten in Brandungen, und wir können jede Minute mit ihnen zu thun bekommen.“ „Den Teufel auch!“ rief Capitän Crutchely aus, welcher jetzt auf der Kampanje erſchien und Bob Betts letzte Worte gehört Ungew Erde ſ O der mi ein hö als da vernon recht v D dunger in ein mußte, 8 den ju und be 85 daß ei eifrig durch und di jedenfo kam, ganze Y Wind, friſch Schwe muß, fehlte 235⁵5 Augen,“ ·t?2⸗ geſtehen, geſehen än aber, das dieſer glauben, tgegen zu Ausgucks, ark ernſt. ich hatte ꝛd. Aber Woolſton, auftritt.“ haben— Ihr mich uvſeite zu be, Herr! g an dem altet, und ch meiner mitten ihnen zu is, welcher tzte Worte 65— gehört hatte.„Nun, was mich angeht, ſo höre ich gar nichts Ungewöhnliches, und ich ſchwöre, das ſchärfſte Auge auf der Erde ſieht eben ſo wenig als ich höre.“ Der Capitän hatte dieſe Worte kaum ausgeſprochen, und der mürriſche Hillſon, der noch halb ſchlaftrunken war, durch ein höhniſches Lachen ſeine Beiſtimmung laut werden laſſen, als das dumpfe, nahe Brüllen von Brandungen unzweideutig vernommen wurde. Es kam überdieß von windwärts und recht von der Seite! Dieß war ein Beweis, daß das Schiff bereits unter Bran⸗ dungen war, als Mark wenden ließ und daß es jetzt leewärts in einer Gefahr ſchwebte, der es vorher ausgewichen ſein mußte, als es in ſeinem Courſe niederlief. Der Capitän rief jetzt, ohne ſeinen beſonnenen, klarblicken⸗ den jungen Steuermann zu Rath zu ziehen, alle Hände heran und befahl, das Schiff vor dem Winde wenden zu helfen. Dieſer Befehl kam ſo raſch und in ſo gebieteriſchem Tone, daß eine Einſprache nicht denkbar war, und Mark begab ſich eifrig daran, ihm zu entſprechen. Er hätte es vorgezogen, durch den Wind zu wenden, ſtatt vor dem Winde zu wenden, und dieß würde auch viel klüger geweſen ſein; es konnte aber jedenfalls nützlich ſein, wenn das Schiff auf die andere Seite kam, und der Erreichung dieſes Zieles widmete er jetzt ſein ganze Kraft. Man viert oder wendet allerdings viel leichter vor dem Wind, als man durch den Wind wendet; wenn es nicht zu friſch bläſt oder die See nicht zu gefährlich iſt, läßt ſich keine Schwenkung leichter ausführen, obgleich man Raum haben muß, wenn ſie glücklich durchgeführt werden ſoll. Dieſer Raum fehlte jetzt.— 235— 237. 5 Als das Schiff eben todt vor dem Winde gegangen war und, ſo kurz auch die Segel waren, unter denen es ging, nach leewärts hinflog, ſchien die Atmoſphäre plötzlich von einem ſeltſamen Licht erhellt, die See wurde ringsum weiß und ein Brüllen überſtürzender Waſſer erhob ſich, das dem Brauſen eines kleinen Waſſerfalles glich. Das Schiff war ſichtbar inmitten von Brandungen, und im nächſten Augenblicke ſtieß es auf den Grund. Die tiefe Dunkelheit der Nacht erhöhte die Schrecken dieſes furchtbaren Augenblickes. Demungeachtet hatten ſie die Wir⸗ kung, daß ſie Alles erregten, was Capitän Crutchely an mora⸗ liſcher Kraft und ſeemänniſcher Charakter⸗Energie beſaß. Von dieſem Augenblick an ſchien er wieder er ſelbſt zu ſein. Er gab ſeine Befehle umſichtig, klar, beſtimmt und raſch, und man gehorchte ihnen, wie erfahrene Seeleute ſtets in einem ſolchen Augenblick arbeiten werden. Die Segel wurden alle geprangt und die ſchwerſten der⸗ ſelben beſchlagen. Hillſon erhielt Befehl, einen Anker klar zu machen, während Mark des Segeltuches achtete. Mittlerweile faßte der Capitän die Bewegungen des Schif⸗ fes in das Auge. Er hatte ein Loth zur Seite fallen laſſen, und mittelſt deſſen überzeugte er ſich, daß es noch nach vorne drückte. Die Stöße waren nicht ſehr ſtark, und man ließ das weiße Waſſer bald ſpiegelwärts, ohne daß es das Deck über⸗ ſchwemmt hätte. Alles dieß war ein hinreichender Beweis, daß die Stelle, wo ſie auf den Grund geſtoßen, beinahe Waſſer genng gehabt haben müſſe, um das Schiff flott zu halten— ein Umſtand, welchen das Loth ſelbſt beſtätigte. Fünfzehn Fuß nach hinten war Alles, was der Rancocus in ſei voll der T Schiff richtet nahe er den ten z täglic ten, winde 8 dahin wußte Dienf Talje Boot Anker mußte Menſ Fall Verſt heit. das t daß e ſtock 4 das4 Begri en war g, nach einem und ein Brauſen en, und en dieſes die Wir⸗ n mora⸗ iß. Von ein. Er ſch, und in einem ſten der⸗ r klar zu ees Schif⸗ in laſſen, ach vorne ließ das Deck über⸗ jie Stelle, ug gehabt Umſtand, Rancocus — 67— in ſeiner jetzigen Lage brauchte, und das Loth zeigte zuweilen voll drei Faden. Nur wenn das Schiff ſich in die Höhlungen der Wellen ſenkte, fühlte es den Grund. Nachdem Capitän Crutchely ſich überzeugt hatte, daß ſein Schiff die jetzige Schwierigkeit wahrſcheinlich beſiegen werde, richtete er ſeine Aufmerkſamkeit darauf, daß es dem Riff ſo nahe und ſo leewärts als möglich vor Anker käme. Sobald er den Rancocus flott hatte,— was er jeden Augenblick erwar⸗ ten zu können glaubte,— war er entſchloſſen, einen ſeiner täglichen Anker fallen zu laſſen und das Tageslicht zu erwar⸗ ten, ehe er fernere Schritte that, um ſich der Gefahr zu ent⸗ winden, von der er jetzt umgeben war. Auf der Back ging die Arbeit ſchlecht von Statten, und dahin eilte jetzt Capitän Crutchely. Der zweite Steuermann wußte kaum, was er that, und der Capitän übernahm den Dienſt ſelbſt. Zu gleicher Zeit ſchickte er Befehl an Mark, Taljen einzuhohlen und die Lanſch klar zu machen, damit dieſes Boot in das Waſſer gelaſſen werden könne. Hillſon hatte das Ankertau in dem Ankerringe falſch feſtgemacht, und die Arbeit mußte faſt ganz von neuem vorgenommen werden. Wenn Menſchen in großer Aufregung ſind, wie dieß wohl da der Fall ſein kann, wo ſie in bedenklichen Augenblicken auf ernſte Verſtöße treffen, haben ſie nicht immer ihre ganze Beſonneu⸗ heit. Man hat nie genau erfahren, wie Capitän Crutchely das traurige Lvos traf, deſſen Opfer er wurde. Gewiß iſt es, daß er, als der Anker klar zum Vieren war, auf den Anker⸗ ſtock hinab ſprang, und daß er Hillſon wegſchickte. Als er ſo beſchäftigt war, und in dem Augenblicke, wo das Aufertau für feſtgemacht erklärt wurde und die Leute im „Begriffe waren, binnenbords zu kommen, machte das Schiff 5 ½ einen ſchweren Roll, Brandungen zeigten ſich wieder rings umher, während der weiße Schaum faſt bis zu den Leiſten aufſpritzte. Von dem Capitän war nichts mehr zu ſehen. Es läßt ſich kaum bezweifeln, daß er inmitten der Dunkelheit dieſer mitternächtlichen Stunde von dem Ankerſtocke hinabgeſpült und nach leewärts weggeſchwemmt wurde. Mark erfuhr bald, welch ein Wechſel ſich begeben hatte und welche ſchwere Verantwortlichkeit jetzt auf ſeinen jungen Schultern laſtete. Anfangs überkam ihn ein Gefühl des Schreckens und Mitleids; da er aber die Nothwendigkeit fühlte, ſich zu beherrſchen, raffte er ſich zuſammen, faßte den Dienſt in das Auge und gab ſeine Befehle mit Ruhe und Umſicht. Der erſte Schritt war, die Rettung des Capitäns zu ver⸗ ſuchen. Die Jolle wurde in das Waſſer gelaſſen, ſechs Mann nahmen darin Platz, und das Boot ging, ſeiner wohlwollenden Beſtimmung gemäß, nach vorne vom Schiffe. Mark ſtand auf dem Bugſpriet und ſah die Jolle an dem Bug des Rancocus vorbeiſchießen und faſt in demſelben Augen⸗ blick in der düſtern Dunkelheit dieſer furchtbaren Scene vor den Augen verſchwinden. Man hat nie wieder etwas von den Leuten geſehen; ein gemeinſchaftliches, unbekanntes Schickſal riß ſo Capitän Crutchely und ſechs ſeiner beſten Männer, und gewiſſermaßen in einem und demſelben Augenblicke hinweg! Dieſer plötzlichen, beunruhigenden Verluſte ungeachtet ging die Arbeit fort. Hillſon ſchien ſich plötzlich bewußt zu werden, daß es jetzt jeder Anſtrengung bedürfe, und indem er dem Herausbringen der Lanſch die größte Aufmerkſamkeit widmete, kam das Boot glücklich in das Waſſer. Das Schiff war indeſſen über das Riff fortgerückt, ohne kaum d ſchaft, hatte; flott z7 das Lo jede D mußte. U blick, Umſta laſſen. zu un Schiff penſod unver! 2 und d klopfer aller kleine Lanſch Gerin zweite des wärts Anza hatte vier Schif rings Leiſten 7s läßt dieſer ult und n hatte jungen ähl des t fühlte, Dienſt uſicht. zu ver⸗ s Mann vollenden an dem Augen⸗ cene vor von den Schickſal Männer, hinweg! ungeachtet dewußt zu indem er erkſamkeit ückt, ohne — 69— kaum den Grund zu berühren, und Mark hielt Alles in Bereit⸗ ſchaft, um ſeinen Anker in die Tiefe zu laſſen, ſobald er Grund hatte zu glauben, er ſei tief genug im Waſſer, um das Schiff flott zu halten. Die Stöße wurden leichter und leichter und das Loth deutete eine bedeutende Abtrifft an, ſo daß es faſt jede Minute beigehohlt und von neuem ausgeworfen werden mußte. Unter allen dieſen Umſtänden erwartete Mark jeden Augen⸗ blick, ſich in vier Faden Waſſer zu ſehen, und nur dieſes Umſtandes wollte er verſichert ſein, um den Anker fallen zu laſſen. Mittlerweile befahl er dem Zimmermann, die Pumpen zu unterſuchen. Dieß geſchah, und der Bericht lautete, das Schiff habe nur die gewöhnliche Menge Waſſer in dem Pum⸗ penſod. Bis jetzt war der Boden, wenigſtens weſentlich, unverletzt. Während Mark mit der Lothlinie in der Hand daſtand und der Abtrifft des Schiffes und der Tiefe des Waſſers mit klopfendem Herzen achtete, war Hillſon beſchäftigt, Vorräthe aller Art in die Lanſch zu ſchaffen. In der Cajüte war eine kleine Summe baaren Geldes, und auch dieſe wurde in die Lanſch gebracht. Dieß Alles geſchah, ohne daß Mark das Geringſte davon erfahren hatte und lediglich auf Befehl des zweiten Steuermannes. Jener war auf der Back und harrte des geeigneten Augenblicks um zu ankern, während ſpiegel⸗ wärts vom Schiff Alles dem zweiten Steuermann und einer Anzahl Leute preisgegeben war, welche er um ſich geſammelt hatte. Mark bemerkte endlich zu ſeiner großen Freude, daß er vier gute Faden Waſſer unter ſeinem Bug hatte, obgleich das Schiff noch nach hinten hing. Dieſes Umſtandes verſicherte —————— ——— 70 er ſich durch Hülfe Bob Betts, welcher treumüthige Burſche mit einer Laterne bei ihm ſtand und, indem er dieſe tief genug hielt, es ihm möglich machte, die Marken auf der Lothlinie zu ſehen. Fuß um Fuß ſchob ſich das Schiff jetzt nach vorne, denn die Wellen hatten allgemach durch die Art, wie ſie nach wind⸗ wärts gebrochen wurden, an Größe und Kraft ſo ſehr ver⸗ loren, daß ſie das Schiff ſtets nur um einen oder zwei Zoll hoben. Nachdem Mark geduldig eine Viertelſtunde gewartet hatte, glaubte er, die rechte Zeit ſei gekommen, und befahl, den Anker gehen zu laſſen. Die Matroſen, welche an dem Stopper an⸗ geſtellt waren, gehorchten, und der Anker ſank. Glücklicher⸗ weiſe traf es ſich, daß der Anker ſo niederlief, als der Kiel eben vom Boden flott wurde, und da das Ankertau nur kurz auf das Deck geholt war, ſchwenkte ſich das Schiff um den Anker, nachdem es weit genug nach vorne gegangen war, daß jener faſſen konnte. Als das Schiff ſich aber um ſeinen Anker ſchwenkte, kam eine Rollwelle herab, welche über das Riff gegangen war, ohne ſich zu brechen, und nun an Bord brach. Mark glaubte ſpäter, der Anſturz und das Gewicht dieſer Welle, welche das Schiff nicht weſentlich beſchädigte, habe die Leute in der Lanſch, wo Hillſon ſich bereits perſönlich befand, erſchreckt, und das Boot ſei entweder durch die Gewalt des Rollers trifftig ge⸗ worden, oder man habe in der Verwirrung des Augenblickes die Fanglinie unklugerweiſe fahren laſſen. Er war ſelbſt bis an das Bratſpill nach hinten geeilt, als die Welle über Bord ſchlug, und ſobald er nach der Taufe, die er erhielt, wieder ſehen konnte, kam ihm die Lanſch, leewärts auf der Spitze einer Welle abtreibend, zu Geſicht. 2 loſen? von de verlor machs er Caj bei N. des be des R O ſei, ho Boote an Bo er kau 815 Zeit zu für der des S der W zu ſink würde C tau nr viel al riffe be ſchließl In Fol in eine Anker, die Tie Burſche genug othlinie 2, denn Hwind⸗ hr ver⸗ dei Zoll t hatte, n Anker per an⸗ cklicher⸗ der Kiel ur kurz um den ar, daß te, kam n war, glaubte ſche das Lanſch, und das ftig ge⸗ ublickes lbſt bis er Bord wieder Spitze — 21— Braien wäre nutzlos geweſen, und ſo blickte er dem hülf⸗ loſen Boote nach, bis es, wie alles Andere, das hundert Ellen von dem Schiff entfernt war, ſich in dem Düſter der Nacht verlor. Selbſt jetzt aber kannte Mark die Größe des Unge⸗ machs noch nicht, welches ihn überkommen hatte. Nur als er Cajüte, Vorplatz und Kampanje beſucht und die Mannſchaft bei Namen aufgerufen hatte, ward er ſich des ernſten Umſtan⸗ des bewußt, daß außer Bob Betts und ihm Niemand an Bord des Rancocus geblieben war. Da Mark nicht wußte, welches Land leewärts zu ſinden ſei, hoffte und erwartete er natürlich, die Mannſchaften beider Boote würden den Strand erreichen und am Morgen wieder an Bord geholt werden können; Capitän Crutchely aber hoffte er kaum wieder zu ſehen. Die Umſtände waren jedoch der Art, daß ſie ihm wenig Zeit zum Nachdenken über dieſe Dinge ließen, und er widmete für den Augenblick ſeine ganze Aufmerkſamkeit der Erhaltung des Schiffes. Glücklicherweiſe hielt der Anker, und da auch der Wind, welcher nie ſehr heftig geblaſen hatte, allmählich zu ſinken begann, gab Mark ſich der frohen Hoffnung hin, er würde ſo günſtig anhalten. Capitän Crutchely hatte die Vorſicht gebraucht, das Anker⸗ tau nur kurz auf das Deck holen zu laſſen, um daſſelbe ſo viel als nur möglich von dem Grunde abzuhalten, da Korallen⸗ riffe bekanntlich Hanftaue, deren man ſich in jener Zeit aus⸗ ſchließlich bediente, faſt eben ſo ſchnell wie Aexte abkippen. In Folge dieſer ſehr lobenswerthen Vorſicht lag der Rancocus in einer Entfernung von weniger als vierzig Faden von ſeinem Anker, welcher, wie Mark wußte, bei vier Faden Waſſer in die Tiefe gegangen war. ————— , ——— Er lothete jetzt dem großen Maſte gegenüber und verge⸗ wiſſerte ſich, daß das Schiff ſelbſt in ueun Faden ſtand. Dieß war eine ſehr erfreuliche Kunde, und als Bob die Neuigkeit Riff g hörte, ſprach er ſich dahin aus, es könne alles mit ihnen noch U gut gehen, wenn ſie der ſechs Mann wieder habhaft würden, und 2 die in der Jolle nach lerwärts abgetrieben waren. Die Lanſch ſtechen hatte neun Köpfe von dem Schiffsvolke mitgenommen, das vor Waſſer dem Einbruche dieſer Nacht, alles in allem, aus neunzehn 89 beſtand. Dieſe Mittheilung nahm eine große Sorge von werder Mark's Bruſt, und er widmete ſich mit neuer Kraft und dop⸗ die Ki. peltem Eifer den Maßregeln, welche die fernere Erhaltung des ledigen Schiffes nöthig machte. 1 rend f Der Pumpenſod wurde von neuem unterſucht und es das he ergab ſich, daß er faſt ohne Waſſer war. In Folge der Natur wenn des Grundes, auf welchen man aufgeſtoßen, der Leichtigkeit der nach a Stöße ſelbſt, oder der Stärke des Schiffes, war, wie man jetzt der G ſah, der Rancocus ohne irgend eine weſentliche Beſchädigung Da a davon gekommen. Weiſe Mark war für dieſes Glück unendlich dankbar, und wenn dem er nur wieder zu vier bis fünf ſeiner Leute kommen und den Bob 2 Weg in das offene Waſſer hinausfinden konnte, durfte er ſich unterz. der freudigen Hoffnung hingeben, nach Amerifa zurückzukehren und ſeine junge reizende Gattin wieder zu ſehen. Das Wetter fuhr fort immer gemäßigter zu werden, und noch ehe der Tag zurückkehrte, brachen ſich die Wolken, der Nebeldunſt zerſtob und es ließ ſich eine dauernde Veränderung erwarten. Aber ſelbſt in dieſen günſtigen Umſtänden fand Mark einen neuen Grund zu Beſorgniſſen. Er fürchtete, das Schiff müſſe, in ſo geringer Entfernung verge⸗ . Dieß euigkeit en noch vürden, Lanſch das vor eunzehn ge von nd dop⸗ ung des und es Natur feit der an jetzt ädigung d wenn und den er ſich zukehren en, und ken, der nderung irk einen rfernung — 3— von dem Lande, den Einfluß der Ebbe fühlen und beſorgte, es möchte auf der andern Seite abfallen und ſo wieder über das Riff getrieben werden. Um einem ſolchen Mißgeſchick auszuweichen, begaben er und Bob ſich an die Arbeit, um ein anderes Kabeltau aufzu⸗ ſtechen und einen andern Anker klar zu machen, der in das Waſſer ſollte. Da nicht alle unſere Leſer mit Schiffen ſehr vertraut ſein werden, dürfte es gut ſein zu bemerken, daß Schiffe, welche die Küſten auf einer langen Reiſe verlaſſen, ihre Ankertaue ledigen und hinabſchicken, damit ſie nicht im Wege ſind, wäh⸗ rend ſie zugleich ihre Anker, wie man es nennt, verſtauen, das heißt, ſie unter dem Krahnbalken, wo ſie gewöhnlich hängen, wenn ſie zum Gebrauche bereit ſind, und wo ſie folglich ganz nach auswärts ſtehen, nach binnenbords bringen, wo ſie von der Gewalt der Wellen geſicherter und beſſer gefeſtigt ſind. Da alle Anker des Rancocus nebſt den Ankertauen in dieſer Weiſe beigeſtaut waren, bis Capitän Crutchely den einen aus dem Schandeckel hatte heranbringen laſſen, hatten Mark und Bob Arbeit genug vor ſich, und das Geſchäft, welchem ſie ſich unterzogen, mußte mehrere Stunden hinnehmen. ———— ——— Viertes Kapitel. Ein Korallenbaus iſt tief im Meer, Da wohnt die Purpurbarbe und der Goldfiſche eer; Da entfaltet die Beedenne ibrer Blätter Blau, Das nie benetzt wird vom fallenden Tbau, Sondern in ewig wechſelnder Schönheit, friſch und mild, Tief unten erglänzt auf dem grünen Gefild. Percival. Unſer junger Steuermann und ſein einziger Gefährte, Bob Betts, hatten ihre Arbeiten an dem Kabeltau und dem Wurf⸗ anker begonnen, dem leichteſten und handlichſten aller Grund⸗ takel in dem Schiffe. Beide waren kräftig, gewandt und in dem Gebrauche von Blöcken, Spillen und Spaken ſehr erfahren; der Tag graute aber bereits an dem öſtlichen Himmel auf und der Anker war erſt von dem Schandeckel ab und fertig, um geſtoppert zu werden. Mittlerweile zog das Schiff ſtets in der rechten Richtung an; denn der Wind hatte ſich bis zu einer bloßen„Ober⸗ kühlte“ gemildert und die See war ſo weit niedergegangen, daß das Schiff faſt bewegungslos ſtand. Sobald ſich Mark von dieſem günſtigen Stande der Dinge überzeugt hatte und ſah, daß derſelbe anzudauern verſprach, ließ er von der Arbeit ab, um den Tag herankommen zu laſ⸗ ſen; eben ſo befahl er Bob, ſich jetzt Ruhe zu gönnen. Es war auch hohe Zeit dazu; denn die beiden kräftigen und ſtark⸗ händigen Männer waren von den Anſtrengungen dieſes begeb⸗ nißreichen Morgens faſt ganz erſchöpft. Der unſere z Minute die Nach lichen Ur Mark un rund um Um Jeder in dehnter denen P dort zu Ma Mars ſ daß es halten, lich war Der ſeinem 2 gab aſie Sie hof Nähe, Kei zu dunke Mark a decke, m ſein. C Anſehen Ausguck „V oldſiſche er Blau, Tbau, eit, friſch zefild. reival. te, Bob Wurf⸗ Grund⸗ und in fahren; nel auf tig, um lichtung „Ober⸗ gangen, r Dinge erſprach, zu laſ⸗ en. Es nd ſtark⸗ s begeb⸗ — 75— Der Leſer kann ſich leicht denken, mit welcher Ungeduld unſere zwei Seemänner der Rückkehr des Lichtes harrten. Jede Minute ſchien eine Stunde, und es kam ihnen vor, als ſollte die Nacht ewig dauern. Aber die Erde vollbrachte ihren gewöhn⸗ lichen Umſchwung, und allmählich dämmerte es ſo weit auf, daß Mark und Bob Betts im Stande waren, den Stand der Dinge rund um ſie her zu unterſuchen. Um dieß mit dem gehörigen Erfolge thun zu können, ſtieg Jeder in ein Mars hinauf, von deren Höhe ſich ein ausge⸗ dehnter Ausguck auf die Oberfläche des Meeres, die verſchie⸗ denen Punkte des Riffes und alles deſſen darbot, was jetzt dort zu ſehen war. Mark ging auf das Vormars, während Bob in das große Mars ſtieg. Die Entfernung zwiſchen ihnen war ſo gering, daß es ihnen nicht ſchwer ward, ſich mit einander zu unter⸗ halten, was ſie, wie es für Männer in ihrer Lage ganz natür⸗ lich war, auch thaten. Der erſte Ausblick unſerer zwei Seemänner, als jeder in ſeinem Mars war, galt der Leeſeite, und da dieſe weſtlich lag, gab aſie jetzt natürlich den dunkelſten Theil des Horizontes ab. Sie hofften wenigſtens einer Inſel, und zwar ganz in der Nähe, wenn nicht einer ganzen Gruppe, anſichtig zu werden. Kein Land war aber zu ſehen! Allerdings war es noch zu dunkel, um einer Thatſache dieſer Art ganz gewiß zu ſein; Mark aber fühlte ſich überzeugt, wenn man zuletzt Land ent⸗ decke, müſſe es von geringem Umfange und ſehr niedrig gelegen ſein. Er rief Bob zu, um zu erfahren, was dieſer von dem Anſehen der Dinge nach weſtwärts halte, da deſſen Ruf als Ausguck ſo groß war. „Wartet noch einige Minuten, Herr! bis wir ein Stück — 76 Tag mehr bekommen,“ antwortete ſein Gefährte herüber.— halbe „Dort, etwa eine Stunde auf der Backbordſeite weg, ſcheint deſſen Etwas herauskommen zu wollen. Eines aber iſt nur zu verſchie deutlich zu ſehen, Herr Mark— und das ſind die Brandungen. als bro Dort zieht ſich eine bösliche Linie derſelben hin, und zwar heit rü überdieß eine innerhalb der andern, ſo daß man ſich nicht die Fel genug wundern kann, wie wir über eine derſelben weggekom⸗ W 3” men ſind.“ zu kom 1 Dieß war nur zu wahr, denn das Meer nach windwärts än dem war jetzt hinreichend erhellt, um die Männer in dieſer Rich⸗ inneres § tung auf eine bedeutende Strecke hinaus ſehen zu laſſen. find; 2 Es war jene feierliche Morgenſtunde, wo die Gegenſtände der Na 5 in ihren Umriſſen hervorzutreten anfangen, bevor die Strahlen dieſer; der Sonne ſie unmittelbar berühren und wo uns Alles neu, unzwei friſch, wiedergeboren aus den Händen des Schöpfers zu kommen laufend ſcheint. Die See hatte ſich ſo weit beruhigt, daß die Bran⸗ ſchien und da dungen bei weitem minder furchtbar erſchienen als früher, da. der Wind ſtärker blies; aber eben dieſer Umſtand machte es begriff unmöglich, die Lage zu verkennen, in welcher ſie ſich befanden. Umarn Wie das Meer ſich jetzt dem Blicke darbot, war als gewiß Riffe in anzunehmen, daß überall, wo ſich Wellen brachen, Felſen oder daß in Sandbänke darunter ſein müßten; während bei ſtärkerem Winde werden das Aufſteigen einer gewöhnlichen Welle für das weiße Waſſer Bewuß irgend einer verborgenen Gefahr genommen werden konnte. Kühnh. Viele Felſen lagen jedoch ſo tief, daß die ſchweren Rollen, D welche ſich träg daher wälzten, kaum mehr gewahren ließen, der Gei als ſchwache, weißgeſäumte Linien, mit denen der Ort ange⸗ wie er deutet wurde, über welchem ſie hinweggingen. war,! 6 So war es auch jetzt mit dem Riff, über welches das 1 B eine B Schiff geſegelt war; man hätte deſſen Lage kaum auf eine über.— ‚ſcheint nur zu ndungen. ind zwar ſich nicht eggekom⸗ indwärts ſer Rich⸗ ſen. genſtände Strahlen lles neu, kommen hie Bran⸗ üher, da machte es befanden. als gewiß elſen oder em Winde ße Waſſer n konnte. n Rollen, en ließen, Ort ange⸗ elches das auf eine =— halbe(engliſche) Meile Entfernung genau beſtimmen, oder deſſen Gefahr ermeſſen können. Andere waren wieder ganz verſchiedener Art und das Waſſer überſtürzte ſich dort noch, als brauſte eine Menge Waſſerfälle nieder. Dieſe Verſchieden⸗ heit rührte von der größern oder kleinern Tiefe her, in welcher die Felſen und Riffe lagen. Was die Zahl der Riffe und die Schwierigkeit, durch ſie zu kommen, betraf, ſo hatte Bob ziemlich recht. Man findet in dem ſtillen Meere oft, daß die Inſeln ein äußeres und ein inneres Riff haben, beſonders wenn ſie von Korallenformation find; Mark begann aber zu zweifeln, ob es überhaupt da, wo der Rancocus lag, Korallen gebe, da es der Stellung eben dieſer Brandungen ganz an Regelmäßigkeit fehlte. Sie waren unzweifelhaft nach allen Richtungen hin ſichtbar, nicht in fort⸗ laufenden Linien, ſondern an geſonderten Orten; eine Linie ſchien die andere einzuſchließen, wie Bob ſich ausgedrückt hatte, und das Auge konnte ihre äußeren Grenzen nicht erreichen. Er begriff nicht, wie das Schiff ſich ſo ganz in ihre gefährlichen Umarmungen verwickelt hatte, ohne auf einem Dutzend dieſer Riffe in Stücke zu gehen; es trifft ſich aber zuweilen zur See, daß in Nebel und Dunkelheit Gefahren wohlbehalten beſtanden werden, welchen Niemand bei hellem Tageslicht in vollem Bewußtſein alles deſſen, was drohte, entgegen zu gehen die Kühnheit haben würde. Dieß war alſo die Art Wunder, durch we lches der Rancocus der Gefahr entgangen war; aber es war nicht leichter zu ſehen, wie er aus ſeiner jetzigen Lage kommen ſollte, als es zu ſehen war, wie er hinein gekommen. Bob machte zuerſt über dieſen beſondern Theil der Frage eine Bemerkung. ——— 8 —— 78 „Da gehöͤrt eine eigene Hand dazu, Herr Mark, die den alten Rancocus aus allen dieſen Brandungen wieder klar in die oſſene See ſetzt,“ rief er.—„Unſere Delaware⸗Ufer ſind wahre Kinderpoſſen dagegen, Herr!“ „Das Schiff iſt allerdings in einer ſehr bedenklichen Stel⸗ lung, Bob,“ antwortete Mark ſeufzend;„auch ſehe ich nicht ein, wie wir je klar damit kommen können, erhielten wir ſelbſt wieder Männer genug, um das Schiff zu handhaben.“ „Ich bin ganz Eurer Anſicht, Herr,“ verſetzte Bob, nahm ſeine Tabaksdoſe heraus und verſah ſich mit einem„Biſſen.“ „Ich würde auch gar nicht überraſcht ſein, wenn es ſich zuletzt ſände, daß nach leewärts doch noch ein Stück Land läge, und wenn wir Beide für den Reſt unſerer Tage ein wenig Robinſon Cruſoe ſpielen müßten. Meine gute Mutter war ſtets ſehr dagegen, daß ich zur See ging, weil ſie dieſe Gefahr fürch⸗ tete, beſonders aber vor den Wilden auf den benachbarten Inſeln einen großen Reſpect hatte.“ „Wir wollen nach unſeren Booten ausſehen,“ ſagte Mark ernſt; denn eben in dieſem Augenblicke ſtellte ſich das Bild Bridget's in einer ſchmerzlichen Lebhaftigkeit ſeinem innern Auge dar.— Beide wendeten ihre Blicke jetzt nach leewärts; denn die erſten unmittelbaren Strahlen der Sonne begannen die Ober⸗ fläche des Ozeans in dieſer Richtung zu beleuchten. Etwas wie eine Nebelwolke hatte ſich, vielleicht eine Stunde von dem Schiffe, in der weſtlichen Richtung auf dem Meere, gelagert und es bisher unmöglich gemacht, dieſen Theil des Horizontes genauer zu unterſuchen; die Kraft der jungen Sonnenſtrahlen verjagte dieſe Dunſtmaſſe im Nu, und jetzt glaubte Bob zum erſten Male etwas Land⸗ahnliches zu entdecken. Mark köͤnnte jedoch wo a Umſtã Niffes einzelr ſchätzt 2 lange Umgel ſchafft 2 und m beſorg bericht 88 das Le mit de V ſtützt welche boten, geſehen mit hir den ga nichts in Mer hätte e keine S D beſtriche ,„ die den r klar in Ufer ſind chen Stel⸗ ich nicht lelten wir ndhaben.“ ob, nahm „Biſſen.“ ſich zuletzt läge, und Robinſon ſtets ſehr fahr fürch⸗ ten Inſeln ſagte Mark das Bild em innern denn die die Ober⸗ n. Etwas de von dem e, gelagert Horizontes nenſtrahlen e Bob zum NRark konnte — 79— jedoch nichts ſehen, bis er in die Sahlingen hinaufging, wo auch er das flüchtig zu Geſicht bekam, was unter allen Umſtänden nichts anderes ſein konnte, als ein Theil des Riffes, der über das Waſſer aufſtieg, oder etwa eine niedrige, einzeln liegende Inſel. Ihre Entfernung von dem Schiffe ſchätzten ſie auf etwa zwei bis drei Stunden. Mark und Bob blieben noch eine volle Stunde, oder ſo lange in der Höhe, bis ſie ſich die möglich beſte Anſicht aller Umgebungen des Schiffes, welche ihr Standpunkt zuließ, ver⸗ ſchafft hatten. Bob holte ſeinem Vorgeſetzten ein Glas aus der Kajüte, und mit dieſem beſtrich Mark den ganzen Horizont, indem er beſorgt wünſchte, etwas erfreuliches hinſichtlich der Boote berichten zu können. „Die Abtrifft dieſer unglücklichen Fahrzeuge mußte gegen das Land Statt gefunden haben, und dort ſuchte ſein Auge mit der angeſtrengteſten Sorgfalt. Von dem Fernglas und ſeinem hohen Standpunkte unter⸗ ſtützt bekam er ein erträgliches Bild von den Umgebungen, welche in Bezug auf Lebensunterhalt eben ſo wenig Ausſichten boten, als irgend ein anderes Stück nackten Riffes, das er je geſehen. Eines Umſtandes hatte er ſich jedoch, wie er fürchtete, mit hinreichender Genauigkeit verſichert. Nachdem er das Glas den ganzen nackten Fels entlang gewendet hatte, war ihm nichts Bewegtes darauf erſchienen. Vögel waren allerdings in Menge dort, mehr, als nach der Ausdehnung des Riffes hätte erwartet werden können; von Menſchen aber zeigte ſich keine Spur. Da Mark das Meer in allen Richtungen mit dem Glaſe beſtrichen hatte, und dieſes einzelne Riff, das weniger als eine 5 —— ͤ ————y— 7 d 8. = 8o= Meile in der Länge hatte, alles war, was einigermaßen wie Land ausſah, begann ſich unſern beiden Seemännern die trau⸗ rige Gewißheit aufzudringen, daß alle ihre Schiffsgenoſſen zu Grunde gegangen wären. Sie konnten auf mehrfache Weiſe den Tod gefunden haben; da der nackte Riff nicht genau leewärts von dem Schiffe lag, konnten die Boote in der ſchwarzen Dunkelheit der vergangenen Nacht an demſelben vorbeigetrieben und weit von der Stelle entfernt geweſen ſein, wo ſie das Schiff lange vor Anbruch des Tages verlaſſen hatten. Es war indeſſen möglich, daß die„Wanderer auf der Waſſerwüſte,“ wenn ſie ja noch am Leben waren, der Spieren des Schiffes anſichtig wurden, und ſo blieb noch die Hoffnung, daß ſie im Laufe des Tages den Rancocus mittelſt ihrer Ruder erreichten. Wahrſcheinlicher war es jedoch, daß die Boote an einer der zahlloſen Stellen, wo die Brandungen ſelbſt bei der jetzigen Stille des Windes ſichtbar waren, ſcheiterten, und daß Alle an Bord derſelben ertranken. Der beſte Schwimmer mußte hoffnungslos in einer ſolchen Lage und in einer ſolchen Nacht zu Grunde gehen, wenn die Hand der Vorſehung ihn nicht vielleicht leewärts auf den nackten Felſenriff führte. Daß aber keine lebende Seele auf dieſem Riffe zu ſehen war, erwieß die Umſchau mit dem Fernglaſe deutlich genug. Mark und Bob Betts hatten lange Zeit auf der Höhe geweilt, um ihre Beobachtungen zu berichtigen, und ſtiegen jetzt auf das Deck herab. Beide hatten ziemlich die Ueberzeu⸗ gung, ihre Lage ſei eine faſt verzweifelte, obgleich jeder dieſer beiden Männer zu entſchloſſenen Geiſtes und in zu hohem Grade von dem Geiſte des echten Seemannes durchdrungen war, als daß er der Hoffnung Valet geſagt hätte, ſo lange noch der kleinſte Schatten von Rettung zu erſpähen war. D Fleiſch zu der zuſamn M Bob B er bei blöde n Schiffs zu ſich ſchuldig W ſo an ſagen a Mitthei für das in tiefes „N erwieder tüchtigen langer 2 Tonnen liegt, bi iſt aber zu ſein „Je ſtellen n 235— 381 zeen wi⸗ Die gewöhnliche Frühſtücksſtunde war jetzt vorüber, kaltes die trau⸗ Fleiſch wurde anher geholt, und zum erſten Male, ſeit Mark noſſen zu zu der Cajüte befördert worden, ſaßen ſie an dem Bratſpill he Weiſe zuſammen und nahmen ihr Mahl gemeinſchaftlich ein. 1 Bina Männern in ihrer Lage genügte jedoch Weniges, und enin der Bob Betts geſtand ehrlich, es fehle ihm an Eßluſt, obgleich demſelben er bei einem guten Stücke Fleiſch und Zwieback ſonſt nicht eſen ſein, blöde war und deßhalb oft den Gegenſtand der Scherze ſeiner verlaſſen Schiffsgenoſſen abgeben mußte. Obgleich er aber nur wenig nan der zu ſich nehmen konnte, fühlten Beide, daß ſie es ſich ſelbſt Epieren ſchuldig ſeien, ſo viel zu eſſen, als ihre Erhaltung forderte. Boffnung, Während dieſe zwei verlorene und verlaſſene Seemänner rer Ruder ſo an dem Bratſpill ſaßen, und Biſſen um Biſſen ſo zu . ſagen aufpickten, traten ſie zumſerſten Mal in eine volle, offene an finer Mittheilung über die Wechſelfälle ihrer jetzigen Lage ein. er jetzigen Sie hatten ſich bereits einige Zeit beſprochen, als Mark daß Alle plötzlich fragte: rdanuhte„Haltet Ihr es für möglich, Bob, daß wir Zwei Sorge en Mhacht für das Schiff tragen, wenn es uns auch gelingt, es wieder ihn nicht in tiefes Waſſer zu bringen?“. Daß aber„Nun, dieß iſt nicht ſo ſchnell beantwortet, Herr Woolſton,“ erwieß die erwiederte Bob.„Wir ſind Beide ſtark, und geſund, und voll 1 tüchtigen Muthes, Herr Mark; es wäre aber ein verzweifelt der Höhe langer Weg, wenn zwei Männer ein Schiff von vierhundert — en Tonnen von der Stelle, wo der alte Cocus jetzt vor Anker oberzeu⸗ liegt, bis an die Küſten von Amerika führen ſollten. Dieß iſt aber eine Frage, Herr! um deren willen wir nicht beſorgt zu ſein brauchen.“ der dieſer zu hohem chdrungen„Ich ſehe das nicht ein, Bob; wir werden ſie uns wohl ſo tangr ſtellen müſſen.— Allerdings könnten wir zur See auf ein twar⸗ 235— 237. 6 — 82— Schiff ſtoßen, ſofern wir nur einmal aus dieſen Riffen heraus wären.“ „Ja, ja, Herr, wenn wir nur erſt aus dieſen Riffen heraus könnten! Das iſt der Fels des Anſtoßes, Herr Woolſton; ich fürchte aber, es heißt niemals„angeſtoßen und drüber weg.““ „Ihr glaubt alſo, wir ſeien zu ſehr in der Klemme, als daß wir hoffen könnten, das Schiff wieder klar zu bekommen?“ „Eben dieß iſt meine Meinung, Herr Woolſton, und ich bin nicht geſonnen, vor Euch geheim zu halten, was ich über dieſe Sache denke. Wenn der gute Capitän Crutchely noch am Leben wäre und alle Hände noch ſo bereit, wie ſie es vor dieſen letzten vier und zwanzig Stunden geweſen, und das Schiff ſtünde, wo es jetzt ſteht, ſo müßte es, nach meinem Urtheile, hier ſtehen bleiben. Nur wenn man die Strömung todt ſegelt und dabei treilt,*) läßt ſich das Schiff von den Riffen weſtwärts von uns klar bringen und die geſchickteſten Hände würden dieß kaum zu Stande bringen.“ „Es thut mir leid, dieß von Euch zu hören,“ erwiederte Mark düſter,„obgleich ich ſelbſt fürchtete, dieß ſei unſre Lage.“ „Menſchen ſind Menſchen, Herr! und Ihr könnt nicht mehr aus ihnen herausbekommen, als in ihnen iſt. Ich habe mir dieſe Riffe, als ich in der Höhe war, ſehr genau ange⸗ ſehen, Herr! und es ſind Euch ſo troſtloſe Dinger, wie ſie meinen Augen je vorgekommen ſein mögen. Wenn ſie irgend in einer Art Linie lägen, wäre vielleicht die Möglichkeit *) Durch Bugſiren, durch Wendungen mannichfacher Art ein Schiff vor dem Anſchlagen an den Felſenrippen ſchützen. Der Ueberſetzer. gegeben G wie. 2 gehalte anzuge aufzubr und die 0 772 könnte nicht v bin ich die Alt 5 aber ic nen zu könnt dieſes klares bemerke G nu- Schwie Mannf ſoll ab Mark, bis un Gnade über d als tre heraus n Riffen 3, Herr ßen und ime, als nmen?“ und ich ich über ely noch le es vor und das meinem trömung von den chickteſten erwiederte re Lage.“ unt nicht Ich habe nau ange⸗ „wie ſie ſie irgend döglichkeit Schiff vor rſetzer. — 83— gegeben, durch ſie wegzukommen, aber ſie liegen, Niemand weiß wie. Jede halbe Minute würd' es heißen„geluvt“ oder„weg⸗ gehalten,“ oder ſo, wenn wir es unternehmen wollten, ſie anzugehen; und welche Hände haben wir hier an Bord, um qufzubraſſen, Taue einzuholen, das Steuer abfallen zu laſſen und die Raaen zu ſchwingen, als unſre eignen?“ „Ich gab mich noch immer der Hoffnung hin, Bob, ich könnte das Schiff in klares Waſſer bringen, obgleich ich mir nicht verhehlte, daß es ſehr ſchwierig ſein würde. Stets aber bin ich noch der Anſicht, daß wir es verſuchen ſollten, denn die Alternative iſt ſehr ernſter Art.“ „Ich weiß nicht, was ihr die Laternative nennt, Herr; aber ich ſehe kaum ein, wie dem alten'Cocus mit allen Later⸗ nen zu helfen wäre, die in Philadelphia zu finden ſind. Deſſen könnt Ihr gewiß ſein, daß es über menſchliche Kräfte geht, dieſes Schiff durch die Riffe dort nach windwärts und in klares Waſſer zu bringen. Habt Ihr das Flut⸗Tauſchen bemerkt, Herr Mark, als Ihr auf den Sahlingen wart?“ „Ich habe die Wellen geſehen, Bob, und bin mir der Schwierigkeit vollkommen bewußt, ſelbſt mit einer vollen Mannſchaft ein ſolches Schiff darüber weg zu bringen. Was ſoll aber aus uns werden, wenn wir den Rancocus nicht in offenes Waſſer bringen?“ „Allerdings ſehe ich keine andere Hoffnung für uns, Herr Mark, als daß wir eine Zeitlang Robinſon Cruſoe ſpielen, bis unſere Stunde kommt, oder bis der Allmächtige es in ſeiner Gnade geſchehen läßt, daß man uns findet und mitnimmt.“. „Robinſon Cruſoe ſpielen?“ wiederholte Mark und lächelte über das Naive in Bob's Ausdruck, welcher eben ſo einfach als treuherzig von ſeinen Lippen kam.„Wo werden wir auch 6* W————— † A — nur eine unbewohnte Inſel finden, auf welcher wir uns nach Robinſon Cruſoe's Weiſe niederlaſſen können?“ „Dort leewärts iſt ein Stück Riff, wo ein Menſch ſein Leben immerhin friſten kann,“ antwortete Bob mit großer Ruhe;„und dann iſt das Schiff hier.“ „Und wie lange würde ein Hanftau wohl an einer Stelle, wie dieſe, halten, wo ſich das Tau an einem Felſen reibt, ſo oft eine Welle das Schiff hebt? Nein, nein, Bob, verlaßt Euch darauf, das Schiff kann nicht lange da bleiben, wo es jetzt iſt. Wir müſſen es verſuchen und nach leewärts zu kommen ſuchen, wenn wir das Schiff nicht durch die Gefahren nach windwarts abführen können.“ „Hört, Herr Mark; ich habe über Alles dieß bei mir nach⸗ gedacht, während ich in der Höhe war, und meine Meinung in Betreff deſſen, was am geeignetſten gethan werden kann, läuft auf Folgendes hinaus. Wir haben das Dingui auf dem hinteren Theile des Schiffes und es iſt in ſo guter Ordnung, wie ein Boot es je geweſen iſt. Es trägt uns zwei ganz leicht, und im Nothfalle würde es unſrer Sechs tragen. Nun iſt mein Plan, wir bringen das Dingui in die See, verſorgen uns mit friſchem Waſſer und etwas Eßbarem, rudern es bis an jenes Stück Riff drüben und nehmen die Sache in Augen⸗ ſchein. Ich werde mich bei der Fahrt an das Ruder ſetzen und Ihr braucht das Lothblei, damit wir dahinter kommen, ob in jener Richtung eine Art Durchfahrt zu finden iſt. Wenn das Schiff je von uns beiden fortgebracht werden ſoll, ſo kann dieß nur geſchehen, indem wir leewärts gehen, nicht aber indem wir verſuchen, unter jenen Felſen dort und draußen nach weſt⸗ wärts uns gegen den Wind zu wenden. Ja, Herr, laßt uns den Dingui nehmen, das Riff beſehen und nach unſeren Schiffs⸗ genoſſen vielleich ſcheiden, beruhigt De Nur ei ein gro immer dem R ſtellen, zu führ Wind z Me dem Ra ſpill un bringen. Da ward ih Schenke über der hob unl denn Co ſtille M anderer hatte ſe brauchbe We die Waf welche e *) Im uns nach enſch ſein it großer er Stelle, reibt, ſo „ verlaßt n, wo es wärts zu Gefahren mir nach⸗ Meinung den kann, auf dem Ordnung, wei ganz en. Nun verſorgen en es bis n Augen⸗ der ſetzen kommen, ſt. Wenn ſo kann der indem ach weſt⸗ laßt uns Schiffs⸗ — 85— genoſſen ausſchauen; dann können wir uns am beſten und vielleicht nicht ohne Hoffnung auf das Gelingen, für das ent⸗ ſcheiden, was zu thun iſt. Das Wetter ſcheint ſich ganz beruhigt zu haben, und je eher wir aufbrechen, deſto beſſer.“ Der Vorſchlag ſchien Mark's jungem Geiſte zu behagen. Nur eines Mannes wieder habhaft zu werden, wäre ſchon ein großer Vortheil geweſen, und er konnte der Hoffnung immer noch nicht entſagen, daß ein Theil des Schiffsvolks auf dem Riff zu finden ſei. Dann konnte er nicht in Abrede ſtellen, daß Bob's Anſicht, das Schiff durch dies ſeichte Waſſer zu führen, indem man ſich leewärts hielt und nicht gegen den Wind zu wenden ſuchte, von einem geſunden Urtheil zeuge. Mark dachte eine Minute nach und zeigte ſich geneigt, dem Rathe Bob's zu folgen. Beide verließen alſo das Brat⸗ ſpill und begaben ſich daran, dieſen Plan in Ausführung zu bringen. Das Dingui war eben kein ſehr ſchweres Boot, und es ward ihnen leicht, es in das Waſſer zu bringen. Mittelſt der Schenkel mit Kauſchen wurde es hoch genug gehoben, daß es über den äußern Leiſten ſtand, worauf Bob es über die Seite hob und Mark es niederließ. Es wurde dicht*) befunden; denn Capitän Crutchely hatte es ſeit dem Tage, wo er in das ſtille Meer eingetreten war, voll Waſſer gehalten; auch in anderer Hinſicht fand es ſich in der beſten Ordnung. Es hatte ſogar ein kleines Segel, das vor dem Winde ganz brauchbar war. Während Bob Lebensmittel in das kleine Boot brachte und die Waſſergefäße füllte, übernahm Mark eine andere Pflicht, welche er für höchſt wichtig hielt. *) Im Gegenſatz von„leck,“ alſo= waſſerhaltig. Der Ueberſ. — 6.————— — ———— 4 8 — 86— Der Rancocus hatte eine Anzahl Kanonen an Bord, und zwar war dieſes Geſchütz beſtimmt, allenfallſige Angriffe der Wilden auf den Sandelholz⸗Inſeln zurückzuweiſen. Die Kano⸗ nen lagen auf ihren Kaperten und waren an ihrer Stelle. Sie beſtanden aus zwei altmodiſchen Sechspfündnern und acht zwölf⸗ pfündigen Karronaden. Die Erſteren ließen, wenn ſie gehörig geladen waren, einen tüchtigen Knall hören. Unſer junger Mann ſuchte jetzt die Schlüſſel zu dem Magazine, öffnete es und nahm drei Patro⸗ nen, welche er in drei Stücke lud. Dieſe Kanonen wurden in kurzen Zwiſchenpauſen abgefeuert, da Mark hoffte, der Knall würde das Ohr einiger der vermißten Matroſen erreichen und ſie von neuem ermuthigen, alle ihre Kraft aufzubieten, um ihre Rückkehr zu bewerkſtelligen... Das Brüllen des Geſchützes klang ziemlich ſeltſam inmitten dieſer großen Einöde und Bob Betts, welcher oft im Treffen geweſen, fühlte ſich ſehr davon ergriffen. Da von dem Abfeuern dieſer Kanonen ein unmittelbares Ergebniß nicht zu erwarten war, hatte Mark ſie kaum losge⸗ brannt, als er auch ſchon bei Betts war, welcher mittlerweile alles in Bereitſchaft gebracht hatte und fertig war, das Schiff zu verlaſſen. Bevor Mark jedoch in das Boot ging, blickte er beſorgt und aufmerkſam nach dem Wetter aus; denn es war von der größten Wichtigkeit, daß während ſeiner Abweſenheit keine Veränderung in dieſer Hinſicht eintrat. Alle Vorzeichen waren jedoch günſtig, und da Bob zum dritten Male berichtete, es ſei Alles zur Abfahrt bereit, ging der junge Mann über die Seite und beſtieg mit einem faſt unbeſtegbaren Widerwillen das Boot. Es war allerdings für Männer in der Lage, in welcher ſich unſere beiden Seeleute befand faſt eit obgleie Atmoſt A ließ B war le˖ wie er 2' leewär maßen er tra haben T windn anlaßt Boot, der ge einer verger minde haglic wo ih war r fander war, von i zeug Verlu umwa Bord, und ngriffe der Die Kano⸗ stelle. Sie acht zwölf⸗ ren, einen jetzt die rei Patro⸗ wurden in der Knall eichen und eten, um ninmitten m Treffen nittelbares um losge⸗ ittlerweile das Schiff blickte er n es war pweſenheit Bob zum reit, ging einem faſt dings für Seeleute — 81— befanden, keine Kleinigkeit, ihr Schiff allein zu laſſen und faſt einen vollen Tag abweſend zu bleiben. Es geſchah jedoch, obgleich ſehr ungern und trotz der günſtigen Anzeichen in der Atmoſphäre nicht ohne bange Vorahnungen. Als Mark ſeinen Sitz in dem Dingui eingenommen hatte, ließ Bob die Fanglinie los und ſtellte das Segel. Der Wind war leicht und dienſtreich, obgleich es keineswegs ſo gewiß war, wie er ſich bei der Rückfahrt ſtellen werde. Mark hatte, ehe er das Schiff verließ, die Brandungen leewärts noch einmal genau in das Auge gefaßt, um einiger⸗ maßen zu wiſſen, auf welchem Cours er zu ſteuern habe, und er trat dieſe kleine Reiſe an, ohne einen beſtimmten Plan zu haben, wie er ſeinen Zweck erreichen könne. Die Brandungen waren leewärts eben ſo zahlreich, wie windwärts; aber der Umſtand, daß deren ſo viele waren, ver⸗ anlaßte eben, daß es ruhiges Waſſer zwiſchen ihnen gab. Ein Boot, ſelbſt ein Schiff, das einmal eine Stunde weit innerhalb der gebrochenen Felſenlinie ſtand, befand ſich gleichſam von einer Bucht umgeben; denn die Rollwellen des offenen Meeres vergeudeten ihre Kraft an den äußeren Riffen, und kamen minder groß und mächtig herein. Immer aber iſt die unbe⸗ hagliche See, ſelbſt in dem Zuſtande der Ruhe, da furchtbar, wo ihre Wellen auf Felſen oder Sandbänke ſtoßen, und es war nichts Unbedeutendes, den Brandungen, welche ſich hier fanden, in einem ſo kleinen Boote, ſo gut es auch eingebuchtet war, entgegenzutreten. Es war daher nöthig, möglichſt klar von ihnen zu ſteuern, damit ſie das Dingui, das einzige Fahr⸗ zeug dieſer Art, welches jetzt zu dem Schiffe gehörte und deſſen Verluſt in der That ein ſehr ernſter geweſen wäre, nicht umwarfen oder füllten. — e———— — — 86— Das kleine Boot gleitete mit einer ſehr leichten Bewegung von dem Schiffe weg. Man hatte eben ſo viel Wind, als ein ſo kleines Fahrzeug brauchte, und Bob begann bald zu lothen, da Mark es vorgezogen hatte, an dem Steuer zu bleiben. Es war jedoch keineswegs leicht, in einem ſo niedrigen Boote und, während es in raſcher Bewegung war, zu lothen; auch mußte Bob es bald aufgeben. Da ſie mit den Rudern ihre Rückkehr bewerkſtelligen mußten, bemerkte Mark, er wolle dann den Weg nach dem Schiffe unterſuchen. Demungeachtet hatten die wenigen Lothverſuche, die gelungen waren, unſere Seemänner überzeugt, daß ſich zwiſchen den Riffen mehr als hinreichend Waſſer für den Rancocus vorfände. Anders freilich dürfte es ſich in denſelben herausſtellen. Mark fand es bei weitem ſchwieriger, das Dingui von den Brandungen fern zu halten, als er geglaubt hatte. So glatt war die Art Bucht, in welcher er ſich befand,— eine Bucht mittelſt der Riffe nach windwärts, obgleich keine Felſen in dieſer Richtung über die Oberfläche emporſtiegen,— ſo glatt alſo war die Art Bucht, in welcher er ſich befand, daß das Waſſer ſich an vielen Stellen nur in langen Zwiſchenpauſen brach, und auch dann nur, wenn eine ungewöhnliche ſchwere Rollwelle aus der äußern See ihren Weg hierher fand. Daraus ging natürlich hervor, daß die Brandungen, welche ſich plötz⸗ lich in Folge einer ſolchen Urſache zeigten, die allerſchwerſten waren, und es würde dem kleinen Dingui ſchlimm ergangen ſein, wenn eine ſolche Welle ſich mit ihrem Schaum über daſſelbe geworfen hätte. Einigemal war dieſe Gefahr ſehr nahe, man entging ihr aber— eher durch die Hand der Vor⸗ ſehung, als durch irgend eine Anſtrengung oder ſorgſame Geſchicklichkeit der Abenteurer. M welchen zogen. hatten zu finde genoſſen jemals Ab dieſe Fe chen La ihre He über die ſeine Ho tert, un cocus v⸗ jetzt gin All ſchmerzli das Int, der Inſe Bo weniger lebhaft! Wechſelf auch kei entgegen gegeben, eine Zeit ſpielen ſ entriſſen die Zeit wegung als ein lothen, 2en. Es te und, mußte tückkehr nn den ten die nänner eichend irfte es ui von 2. So — eine Felſen » glatt aß das pauſen ſchwere Haraus plötz⸗ verſten gangen über r ſehr Vor⸗ gſame — 85— Man wird ſich das große Intereſſe leicht vorſtellen, mit welchem unſere zwei Seemänner dem ſichtbaren Riffe näher zogen. Ihre Beobachtungen aus den Sahlingen des Schiffes hatten ſie belehrt, daß dieß alles Land ſei, was in der Nähe zu finden ſein dürfte, und wenn ſie ihre verlorenen Schiffs⸗ genoſſen nicht dort fanden, ſo durften ſie nicht erwarten, ſie jemals wieder zu ſehen. Aber auch in anderen Beziehungen war dieſes Riff, oder dieſe Felsinſel, von großer Wichtigkeit für ſie. Dieſes Stück⸗ chen Land konnte für Jahre vielleicht, ja für ihr Leben lang ihre Heimath werden. Das Ausſehen der niedrigen Riffe, über die und durch die Mark eben weggefahren war, hatten ſeine Hoffnung, das Schiff anher zu bringen, ungemein erſchüt⸗ tert, und er begann zu zweifeln, ob es möglich ſei, den Ran⸗ corus vor dem Winde dahin wieder zu bringen, wo ſein Boot jetzt ging. Alle dieſe Gedanken, welche ſich jetzt ſeinem Geiſt immer ſchmerzlicher aufdrängten, je weiter er vordrang, ſteigerten auch das Intereſſe, mit welchem er Alles an und auf dem Riff oder der Inſel, welcher er ſich näherte, in das Auge faßte. Bob Betts war in dieſer Hinſicht gleichgiltiger. Er hatte weniger Phantaſie und ſah Wirkungen und Folgen minder lebhaft vor, als ſein Vorgeſetzter; dann war er mehr an die Wechſelfälle des ſeemänniſchen Lebens gewöhnt. Aber er hatte auch keine junge Gattin zu Haus, welche ſeiner Wiederkehr entgegenharrte, und hatte ſich überhaupt dem Gedanken hin⸗ gegeben, es ſei der Wille der Vorſehung, daß Mark und er eine Zeit lang auf dieſem„Stückchen Land“ Robinſon Cruſoe ſpielen ſollten. Ob ſie jemals einem ſo troſtloſen Orte wieder entriſſen würden, war eine Frage, über die er ſich noch nicht die Zeit genommen hatte, nachzudenken. „———— ——— — 30— Das Ausſehen war nichts weniger denn ermuthigend, als das Dingui dem nackten Theile des Riffes näher und näher zog. Die Anſicht, welche man ſich durch den Ausguck von den Sahlingen des Rancocus von dieſem Platze gebildet hatte, ergab ſich in manchen Einzelnheiten als ziemlich richtig. Das Riff war eine Meile lang, und die Breite wechſelte von einer halben bis zu weniger als einer Achtel Meile. An dem äußern Saume hob ſich der Fels entlang des ganzen Riffes nur um wenige Fuß über die Oberfläche des Waſſers, obſchon er auf dem öſtlichen Ende, oder nach luvwärts, mehr als die doppelte Höhe haben konnte; ſeine Länge lag beinahe recht von Oſten nach Weſten. In dem Mittelpunkte dieſer Inſel fand ſich jedoch eine ſeltſame Felsbildung; denn hier ſchien das Riff bis zu einer Höhe von ſechszig bis achtzig Fuß emporzuſteigen und eine Art regelmäßigen runden Hügel zu bilden, welcher keinen kleinen Theil der Breite der Inſel einnahm. Kein Baum, kein Buſch, kein Gras war ſichtbar, als das Boot nahe genug war, um ſolche Gegenſtände dem Auge entgegen zu führen. Waſſer⸗ vögel fanden ſich in ziemlicher Menge vor; aber auch ſie waren nicht in ſo reichen Schaaren vorhanden, wie man ſie zuweilen in der Nähe unbewohnter Inſeln findet. Auf großen nackten Felſen, aber nicht in großer Entfernung von dem Hauptriffe, hatten ſie ſich zu Tauſenden angeklammert. Endlich gleitete das kleine Dingui ganz nahe an die Inſel hinan. Mark war anfangs überraſcht, ſo wenig Widerſee ſelbſt an die Luvſeite des Bootes auſchlagen zu ſehen; dieß erklärte ſich aber aus der großen Menge Riffe, welche meilenweit draußen umher lagen, und beſonders durch den Umſtand, daß eine Felſenlinie ſich unmittelbar über dieſes Luv⸗Ende hinzog, nur zu Inſel bildete. erwähr wäre; empor, ſtieg, O gehen, wenig C welcher nun g. angeſtr mal d gefähr Nichts als de Boote A nackter Der nicht v ſich be daß er einem S ihn zu eine b blick gend, als id näher guck von det hatte, ig. wechſelte eile. An ganzen Waſſers, ts, mehr beinahe doch eine zu einer eine Art n kleinen in Buſch, war, um Waſſer⸗ ſie waren zuweilen n nackten dauptriffe, die Inſel erſee ſelbſt ß erklärte neilenweit tand, daß de hinzog, — 91— nur zwei Kabellängen entfernt war und zwiſchen ihr und der Inſel eine ſchöne kleine Fläche vollkommen glatten Waſſers bildete. Dieß wäre unmöglich geweſen, wenn nicht die eben erwähnte Riff⸗Linie der Oberfläche ziemlich nahe gekommen wäre; auch war dieß der Fall, denn der Fels ſtieg ſo hoch empor, daß er bei der Ebbe zwei bis drei Fuß aus dem Waſſer ſtieg, während er bei der Fluth ganz unſichtbar war. Das Boot mußte um das eine Ende dieſes letztern Riffes gehen, wo das Waſſer tief genug war; dann hohlte es ein wenig beim Winde an, um den Strand zu erreichen. Es würde ſchwer ſein, die Gefühle zu ſchildern, mit welchen Mark landete. Er und Bob hatten, als das Riff nun ganz nahe vor ihnen lag, ihre Augen auf das äußerſte angeſtrengt, in der Hoffnung, es würde ſich irgend ein Merk⸗ mal darbieten, welches auf die Anweſenheit ihrer Schiffs⸗ gefährten hindeute; keine Entdeckung aber belohnte ihr Suchen. Nichts auf der Inſel oder rings umher war zu ſehen, das als der entfernteſte Beweis von dem Daſein eines der beiden Boote hätte dienen können. Als Mark an das Land trat, bemerkte er, daß er auf nacktem Fels ſchritt, obgleich die Oberfläche ziemlich glatt war. Der Fels ſelbſt war von einer Steinart, welche ihm noch nicht vorgekommen war, und er begann zu vermuthen,— was ſich bei ſpäterer Unterſuchung auch als richtig herausſtellte,— daß er ſich nicht auf einem Riffe von Korallen, ſondern auf einem von rein vulkaniſchen Urſprunge befand. Die völlige Nacktheit der Felſen überraſchte und beſtürzte ihn zumal. Nach allen Richtungen hin war auf den Riffen eine beträchtliche Menge Seegras, wenigſtens für den Augen⸗ blick ſichtbar; keines aber ſchien ſeinen Weg bis zu dieſem beſondern Punkte gefunden zu haben. Nacktheit und Oede waren die zwei Worte, welche den Charakter der Inſel am beſten bezeichneten; und die Einſamkeit und Troſtloſigkeit des Riffes wurde nur durch die Vögel unterbrochen, welche jetzt ſchreiend über den Köpfen der Eindringlinge flatterten und durch ihre Keckheit und ihr Geſchrei zumal andeuteten, daß ſie mit Menſchen gänzlich unbekannt waren. Der Hügel in dem Mittelpunkte des Riffes war eine zu augenfällige Erſcheinung, als daß er der Aufmerkſamkeit hätte entgehen können, und unſre Abenteurer näherten ſich demſelben alsbald, in der Hoffnung, auf deſſen Gipfel eine beſſere Aus⸗ ſicht zu ſinden, als ihnen die untere Fläche des Riffs entlang des Waſſerſpiegels darbot. Von einer großen Schaar Vögel begleitet, ſchritten ſie alſo dem Hügel zu. Weder Mark noch Bob hatten jedoch verſäumt, die Augen dem nun entfernten Schiffe zuzuwenden, das augenſcheinlich vor ſeinem Anker trieb und ganz in der⸗ ſelben Lage war, wie ſie es eine halbe Stunde früher verlaſſen hatten. Auf jener Seite ſchien Alles, wie es ſein ſollte, und Mark ſchritt raſch und eifrig der Anhöhe entgegen. Als unſere Abenteurer den Fuß dieſer ſeltſamen Erhöhung erreichten, gewahrten ſie, daß es gar nicht ſo leicht ſein würde, als ſie geglaubt hatten. Sie ſchien— unähnlich dem übrigen Theile des Riffes, welchen ſie bis jetzt geſehen hatten— aus zerbröckelndem Fels zu beſtehen, der überdieß ſo glatt und ſenkrecht war, daß es ſchwierig ſchien hinab zu kommen. Sie fanden jedoch endlich eine Stelle, auf welcher es ihnen gelang, den Gipfel zu erreichen, indem Einer dem Andern die Hand bot. Hier ſollte ihnen eine Ueberraſchung bereitet werden, die Mark u ihren A finden, Aushöh ſchenen Als daran, De dieſes K Abhang da und wo ein ſteigen! De die War Fuß hat kleine§ Boden d in das Die der Lav dieſer S des ſicht Die und wa belaufen nicht oh Kraters ungebroe kung vor nd Oede inſel am gkeit des lche jetzt ten und daß ſie eine zu feit hätte demſelben ere Aus⸗ entlang ritten ſie n jedoch uwenden, in der⸗ verlaſſen llte, und frhöhung n würde, übrigen — aus latt und en. Sie s ihnen ndern die rden, die Mark und Bob einen Ausruf entlockte, ſobald ſich der Anblick ihren Augen darſtellte. Statt eine erhöhte ebene Felsfläche zu finden, wie erwartet worden war, erblickten ſie eine runde Aushöhlung, welche Mark ſogleich als den Krater eines erlo⸗ ſchenen Vulkans erkannte. Als das erſte Staunen vorüber war, begab Mark ſich daran, den Ort näher zu unterſuchen. Der Hügel, oder der Lavadamm, welcher die äußere Wand dieſes Kraters bildete, war faſt ganz kreisrund. Der innere Abhang war an gewiſſen Stellen durchaus ſenkrecht, obgleich da und dort überhangend; es gab nur zwei oder drei Stellen, wo ein rüſtiger und gewandter Mann ziemlich ſicher nieder⸗ ſteigen konnte. Der innere Raum mochte hundert Acker umfaſſen, während die Wand eine ziemlich gleichmäßige Höhe von etwa ſechszig Fuß hatte, an der Leeſeite aber ein wenig abfiel, wo ſich eine kleine Höhlung oder Durchgang in gleicher Linie mit dem Boden des Kraters fand, eine Art Thorweg, auf welchem man in das Innere gelangen konnte. Dieſer Durchgang war ohne Zweifel durch den Ausfluß der Lava gebildet worden, welche Jahrhunderte vorher auf dieſer Stelle durchgebrochen ſein mochte und zu der Bildung des ſichtbaren Riffes draußen beigetragen hatte. Die Höhe dieſer Oeffnung betrug gegen zwanzig Fuß, und war oben gewölbt; die Weite mochte ſich auf dreißig belaufen. Als Mark ſie erreichte,— er ſtieg zu dieſem Zwecke nicht ohne Gefahr, ſeinen Hals zu brechen, an der Wand des Kraters nieder,— fand er die Fläche des Kraters eben und ungebrochen, nur mit der Ausnahme, daß ſie eine leichte Sen⸗ kung von der öſtlichen nach der weſtlichen Seite, oder von der =2———— —— 7 8 4 —————— — Seite, die dem Durchgange gegenüber lag, nach der des Durch⸗ ganges ſelbſt hatte. Mark glaubte, dieſe Senkung dem Umſtande zuſchreiben zu müſſen, daß das Waſſer der See in früheren Zeiten bei Stürmen oder bei ungewöhnlich hoher Fluth in den Krater eingetreten ſei und die Aſche, welche einſt den Boden des Kraters bildete, gegen den hintern Theil der Fläche geſpült habe. Die Zeit hatte dieſe Aſchentheile allmählich in einen weichen oder bröcklichen Fels umgewandelt, ein Stein, welcher unter dem Namen„Tuff“ bekannt iſt. Wenn der Krater je einen Kegel gehabt hat, wie es ohne Zweifel der Fall war, ſo war er in Folge des Einfluſſes der Zeit und rauhen Wetters verſchwunden. Für Fels konnte jedoch das Bett des Kraters jetzt kaum noch gelten, obgleich es eine Kruſte hatte, welche das Gewicht eines Mannes faſt auf allen Seiten leicht trug. Mark brach mehrere Mal ein, wie man wohl in lockere Eisrinden einbricht, und da bemerkte er, daß ſeine Schuhe mit einem leichten Staube bedeckt waren, welcher mit Aſche große Aehnlichkeit hatte. An anderen Stellen durchſtieß er dieſe Kruſte abſichtlich und fand überall bis auf eine beträchtliche Tiefe lockere Aſche mit einigen Muſcheln und wenigen kleinen Steinen gemiſcht. Daß das Waſſer zuweilen in dieſen Krater floß, war an einer ziemlichen Ablagerung von Salz deutlich zu erkennen, welche die Grenzen der letzten dieſer Fluthen bezeichnete. Dieſes Salz hatte wahrſcheinlich jeden Pflanzenwuchs gehindert. Das Waſſer hätte jedoch nie aus der See eintreten können, wenn die Lava, welche urſprünglich den Durchgang gebrochen hatte, nicht eine Art Linie gelaſſen hätte, welche niedriger war, als die Fläche der äußeren Felſen. L nung auf di geſtürz nicht ſich in Rinne wann T daß er ihm, einſt d halb aber Thatſe Hunde 2 Krate wieder gangs 6 2 s Durch⸗ iſchreiben eiten bei n Krater oden des e geſpült in einen I, welcher 2 es ohne lluſſes der ls konnte obgleich annes faſt Mal ein, bemerkte ckt waren, en Stellen ll bis auf ſcheln und , war an erkennen, te. Dieſes dert. Das nen, wenn chen hatte, war, als — 95— Vielleicht ſtellt ſich der wirkliche Charakter dieſer Erſchei⸗ nung klarer heraus, wenn wir ſagen, daß die Lava, welche auf dieſer Stelle die Wand durchbrochen hatte und in die See geſtürzt war, dieſe Rinne, welche ſie eher fand als bildete, nicht ganz ausfüllte, als ſie zu fließen aufhörte. Indem ſie ſich in dieſer Form abkühlte, bildete ſich dieſe unregelmäßige Rinne, durch welche das Waſſer ohne Zweifel noch dann und wann eintrat, wenn das nahe Meer ſich ungewöhnlich hob. Mark bemerkte, daß die Vögel den Krater mieden, ohne daß er ſich dieſe Erſcheinung hätte erklären können. Es ſchien ihm, als warnte ihr Inſtinet ſie vor den Gefahren, welche einſt dieſen Ort umgeben hatten, und als ſchwaieten ſie deß⸗ halb weit ab, wie die Seeleute ſich auszudrücken pflegen. Was aber auch der Grund geweſen ſein mochte,— dieß war eine Thatſache; wenige flogen auch nur darüber weg, obgleich Hunderte ringsum in der Luft flatterten. Fünftes Kapitel. — Den Sohn Des Königs habe ich allein gelandet Und ließ ihn dort, wo er mit Seufzern jetzt Die Luft kühlt, und in einem wuſten Winkel Die Arme traurig in einander ſchlägt. Shakſpeare. Nachdem Mark und Beob dieſe erſte Unterſuchung des Kraters geendigt hatten, ſuchten ſie den Gipfel der Wand wieder zu erreichen und nahmen unmittelbar über dem Ein⸗ gangsbogen Platz. Die kleine Inſel konnte ihnen keinen beſſern Ausblick auf — -————— —— — 96— ihre eigene Oberfläche und zumal auf das Meer umher bieten, und Mark begann jetzt den Charakter der ſeltſamen geologiſchen Formation zu begreifen, in deren Mitte der Rancocus, ſo zu ſagen durch die Hand der Vorſehung ſelbſt, geführt worden war. Er ſaß in dieh Augenblick auf der höchſten Zinne eines unterſeeiſchen Berges von vulkaniſchem Urſprung,— unter⸗ ſeeiſch in Bezug auf alle ſeine Erhebungen, Höhepunkte und deren Zwiſchenräume, mit alleiniger Ausnahme des Kraters, auf welchem er eben Platz genommen, und des kleinen Stückes ſichtbarer, ehrwürdiger Lava, von welcher dieſer Krater umgeben war. Dieſe Lava erhob ſich allerdings an mehr als vierzig Stellen, welche er ſehen konnte, faſt bis an die Oberfläche des Meeres und bildete ſo die zahlloſen Brandungen, welche Mark'’s jetzige Umgebungen charakteriſirten; wenn man jedoch Mark's Riff, wie Bob die größere Inſel benannte, zwei oder drei auf Kabelslänge davon liegende, und einige entferntere Inſelchen ausnahm, wo Vögel in Schwärmen zu finden waren, blickte das Auge fern und nah vergebens nach Land aus. Mark dachte, auf dieſem Felſen von maſſenhaft gewordener Aſche ſitzend, über die wahrſcheinliche Ausdehnung der Riffe und Felsbänke nach, von denen er umgeben war. Aus dem, was er hier ſah und aus ſeinen Unterſuchungen auf den Sahlingen des Schiffes ſchien er ſchließen zu dürfen, daß die Schwierigkeiten und Gefahren der Schifffahrt ſich wenigſtens zwölf Seeſtunden nach Oſten und Weſten erſtrecken müßten, während nach Norden und Süden die Entfernung nur unbe⸗ deutend geringer ſein möchte. In dieſer Schätzung der Ausdehnung des vulkaniſchen Berges, aus welchem dieſe weit zerſtreuten Bänke beſtanden, war nothwendig Vieles nur muthmaßlich; das aber, was er jetzt um ſich ſah,— die Strecke, welche das Schiff inmitten drohen platz, das ilr Mark zu ger 2 hob, e eine ſ entſtat U welche ſchmer ſein k lange zum 1 worter Mittel und w C Bedau Mark ſich ſe⸗ gegebe ſeines Genoff 2 und do für ein dachte beſten 235 r bieten, logiſchen s, ſo zu den war. ine eines — unter⸗ nkte und Kraters, Stückes umgeben s vierzig Näche des de Mark's h Mark's drei auf Inſelchen n, blickte ewordener der Riffe Aus dem, auf den „ daß die venigſtens müßten, nur unbe⸗ alkaniſchen beſtanden, , was er inmitten — 97— drohender Gefahren durchſegelt hatte,— deſſen jetziger Anker⸗ platz,— die Lage der Inſel,— und alles andere Material, das ihm jetzt vorlag und die Berechnung unterſtützte, ließ Mark annehmen, er habe die Ausdehnung dieſer Bänke eher zu gering als zu hoch angeſchlagen. Wäre der unterirdiſche Kampf, welcher dieſe Felſen empor⸗ hob, ein wenig mächtiger geweſen, ſo würde hier wahrſcheiulich eine ſchöne, fruchtbare Inſel von ſehr anſehnlicher Ausdehnung entſtanden ſein. Unſer junger Seemann hatte, ſeit er das Riff erreichte, welches ſeinen Namen nun in alle Zukunft tragen wird, die ſchmerzliche Möglichkeit zugeben müſſen, daß er gezwungen ſein könnte, ſein ganzes Leben darauf hinzubringen. Wie lange er und ſein Gefährte an einem ſo öden Orte Mittel zum Unterhalte finden könnten, war fine ſchwer zu beant⸗ wortende Frage; ſo lange aber die Vorſehung ſie mit dieſen Mitteln verſorgte, war es wahrſcheinlich, daß dieſer einſame und wenig begünſtigte Fleck ihre Heimath bleiben würde. Es iſt unnöthig zu bemerken, mit welch ſchmerzlichem Bedauern der junge Gatte dieſen bittern Gedanken zuließ; Mark war jedoch zu mannhaft und entſchloſſen, als daß er ſich ſelbſt in einem ſolchen Augenblicke der Verzweiflung hin⸗ gegeben hätte. Er bewahrte ſeinen Schmerz in dem Schrein ſeines Herzens und bemühte ſich, das ruhige Weſen ſeines Genoſſen nachzuahmen. Was Bob betraf, ſo war er von Natur eine Art Philoſoph, und da er mit ſich eins geworden war, daß ſie, wenigſtens für ein paar Jahre, Robinſon Cruſoe ſpielen ſollten, über⸗ dachte er bereits in ſeinem Geiſte die Mittel, wie dieß am beſten geſchehen könne.. 235— 237. 7 — 98— Unter ſolchen Umſtänden und bei ſolchen Gefühlen iſt es durchaus nicht überraſchend, wenn ihre jetzige Lage und ihre künftigen Ausſichten bald der Gegenſtand der Unterhaltung zwiſchen dieſen zwei vereinſamten Männern wurde. „Wir ſind wirklich in der Klemme,“ ſagte Bob,„und unterſcheiden uns von Robinſon nur dadurch, daß unſer Zwei ſind, während er auf ſich allein beſchränkt war, bis er auf Freitag ſtieß.“ „Ich wollte, ich könnte ſagen, dieß ſei der einzige Unter⸗ ſchied in unſeren Lagen, Betts; dieß iſt aber bei weitem nicht der Fall. Erſtens hatte er eine Inſel, während wir wenig mehr als ein Riff haben; er hatte fruchtbaren Boden, während wir nur nackten Fels haben; er hatte friſches Waſſer, und wir haben keines; er hatte Bäume, während wir nicht einmal einen Grashalm haben. Alle dieſe Dinge zuſammengenommen, laſſen die Wagſchale ſehr zu unſerm Nachtheile ſinken.“ „Ihr ſagt nur, was wahr iſt, Herr; und dennoch iſt Licht nach vorne. Wir haben ein Schiff, geſund und leicht, wie am Tage, wo es in See ſtach, während Robinſon ſein Fahrzeug unter ſeinen Füßen verloren hatte. So lange noch eine Planke ſlott iſt, verzweifelt ein echter Seemann nicht.“ „Ach, Bob, ich fühle dieß eben ſo gut, als Ihr es nur fühlen könnt; auch bin ich gar nicht gewillt zu verzweifeln⸗ ſo lange wir uns der Hoffnung hingeben können, Gott werde uns nicht ganz verlaſſen. Das Schiff iſt uns aber in ſo fern von keinem Nutzen, als wir auf ihm nicht zu unſeren Freunden und nach Haus zurückfehren fönnen, das heißt, es iſt uns als Schiff von keinem Nutzen. Keine menſchliche Macht ſcheint im Stande zu ſein, es aus den Riffen zu führen, in welche es ſich verwickelt hat.“ und des das könne flott ausre wenn Breit Vorr abgel gutes und gerak es je gleich fang⸗ Allei deren wir, dieſer es d genu klein dieſe ſtigt es de wenr n iſt es und ihre haltung „„und er Zwei er auf Unter⸗ em nicht r wenig während er, und einmal nommen, noch iſt d leicht, ſon ſein uge noch nicht.“ r es nur zweifeln⸗ dtt werde ſo fern Freunden iſt uns öt ſcheint in welche — 99— „Es iſt in einer jammervoll traurigen Lage,“ ſagte Bob und ſendete eine Ladung Tabaksſaft halbwegs über die Wand des Kraters hinab,„dieß muß ich zugeben. Immer aber wird das Schiff noch auf mancherlei Weiſe von Nutzen werden können, Herr Mark! ſelbſt da, wo es jetzt liegt, wenn wir es flott erhalten. Das Waſſer darin wird für ein volles Jahr ausreichen, wenn wir ein wenig ſparſam damit umgehen; und wenn die Regenzeit eintritt,— und die Regenzeit wird in dieſer Breite ganz gewiß kommen,— können wir uns einen neuen Vorrath einfüllen. Sodann wird das Schiff ein Haus für uns abgeben, in welchem wir wohnen können, und obendrein ein gutes, ein treffliches Haus. Ihr könnt hinten wohnen, Herr! und ich werde meine Hängematte auf der Back aufſchlagen, gerad', als wenn Nichts vorgefallen wäre.“ „Nein, nein, Bob, mit allen dieſen Unterordnungen hat es jetzt ein Ende. Das Elend macht, wie das Grab, Alles gleich. Wir Beide haben als Tiſchgenoſſen mit einander ange⸗ fangen, und werden wahrſcheinlich als Tiſchgenoſſen endigen. Allein das Schiff kann in einer Beziehung von Nutzen werden, deren Ihr nicht gedacht habt, und zu dieſer Verwendung müſſen wir, wie zu unſerem letzten und beſten Hoffnungsſtrahl auf dieſer Welt blicken. Wir können den Rancocus abbrechen und es dürfte uns gelingen, ein Fahrzeug zu bauen, das groß genug wäre, um dieſe milden Seen zu beſchiffen, und dennoch klein genug, um damit über dieſe Riffe wegzukommen. Auf dieſe Weiſe können wir, wenn Gottes Vorſehung uns begün⸗ ſtigt, die Unſerigen wieder zu ſehen hoffen.“ „Muth, Herr Mark! Muth, Herr! Ich weiß wohl, daß es dem Herzen eines verheiratheten Mannes wehe thun muß, wenn er, wie Ihr, ein ſo ſchönes Weib zu Haus gelaſſen 7* — 100— „ 4 hat und ſich der Anſicht hingeben muß, er ſehe ſeine Heimath das mie wieder. Ich glaube aber nicht, daß dieß unſer Loos ſein emen wird. Ich habe noch nie gehört, daß eine Cruſoe⸗Geſellſchaft kann. ein ſolches Ende genommen habe. Selbſt Robinſon konnte Stre⸗ endlich ſeiner Inſel Valet ſagen, und eine verzweifelt harte kaum Reiſe hatte er zu beſtehen, bevor er die Landmarken ſeiner bin Heimath wiederſah. Nun, Herr! dieſer Gedanke, ein neues könne Fahrzeug zu bauen, gefällt mir ganz beſonders, und ich werde bring von Herzen gern behilflich ſein, um die Sache klar zu briügen. Erfol 1 Zwar bin ich eben kein ſehr großer Zimmermann, noch darf ich 2 annehmen, daß Ihr mit der großen Axt und dem Deiſel auch fů f 8 keine Wunder thun werdet; aber zwei eifrige, kräftige Männer, m „ deren Leben auf dem Spiele ſteht, ſchicken ſich in alles mög⸗ daß 8 liche. Was mich angeht, Herr! ſo bin ich, wenn ich einmal weynn ſchiffbrüchig werden und Robinſon Cruſoe ſpielen ſollte, Inſel unendlich dankbar, daß ich Euch zum Gefährten habe.“ dieſer Mark lächelte über dieſe ſchielende Artigkeit, fühlte ſich . aber überzeugt, daß Bob Betts es auf das Beſte gemeint habe. windr Nach einer kurzen Pauſe nahm er das Geſpräch wieder und: auf, indem er ſagte: Wege „Ich habe über die Möglickkeit nachgedacht, Bob, das Anwe f Schiff wohlbehalten bis zu dieſer Inſel herüber zu ſchaffen. in die Könnten wir es nur leewärts von dem letzten Riffe der Luv⸗ ſeite der Inſel ſtellen, ſo dürfte es Jahre lang, oder bis es Labyn in Stücke zuſammenſtürzte, dort ausdauern. Wenn wir es hatte verſuchen, ein gedecktes, oder hinreichend großes Schiff zu ihn d banen, um einem Sturme darin Trotz bieten zu können, werden aber wir mehr Raum brauchen, als des Schiffes Deck zu einer ſolchen Arbeit darbietet. Ueberdieß könnten wir nie ein Fahr⸗ 32 zeug von dieſer Größe von dem Deck des Schiffes weg und in Heimath dos ſein ellſchaft konnte lt harte ſeiner n neues h werde bringen. darf ich ſel auch Männer, es mög⸗ einmal ſollte, hlte ſich int habe. pH wieder ob, das ſchaffen. der Luv⸗ bis es wir es Schiff zu „werden zu einer in Fahr⸗ g und in — 101— das Waſſer bringen, und müſſen es nothwendigerweiſe au einem Orte bauen, wo es leicht in das Waſſer gelaſſen werden kann. Unſer Dingui können wir nicht auf dieſer großen Strecke ſtets hin und her führen, denn es wird außer uns kaum etwas tragen. Wenn ich daher Alles wohl überlege, bin ich der Anſicht, daß wir mit nichts beſſerm beginnen können, als wenn wir verſuchen, das Schiff hier herüber zu bringen, wo wir Raum haben und unſere Pläne mit einigem Erfolge durchführen können.“ Bob Betts ſtimmte dieſem Vorſchlage ſogleich bei und fügte zu deſſen Gunſten einige Gedanken an, welche ſelbſt Mark neu waren. So war es beiden Männern einleuchtend, daß das Schiff nur dann von den Felſen klar werden könne, wenn es leewärts herausginge; und wenn man es an die Inſel herüber zu bringen vermöchte, würde bereits ein Theil dieſer unabweisbaren Aufgabe gelöſt ſein. Es könnte ſo, fügte Bob hinzu, in der kleinen Bucht, windwärts von der Inſel, ſicher vor Anker gebracht werden, und mit dem Laufe der Zeit ſei die Möglichkeit gegeben, die Wege nach der Weſtſeite gründlich zu unterſuchen und durch Anwendung von Bojen*) endlich einen Weg zu finden, welcher in die offene See hinausführe. Mark hegte kaum Hoffnung, den Rancocus aus dieſem Labyrinthe von Felſen zu führen, in welches er ſich verwickelt hatte, und wohin er wahrſcheinlich nie gekommen wäre, hätten ihn die Wellen nicht über einige derſelben weggehoben; er ſah aber viele und bedeutende Vortheile in dem Plane, das Schiff *) Auch Baken genannt, wodurch man Untiefen, Treibſand, Felſen anzeigt. Der Ueberſetzer. — —— wegzubringen; und je mehr er über die Sache nachdachte, deſto verſprechender erſchien ihm der Gedanke. Vor Allem mußte es ihm wünſchenswerth erſcheinen, das friſche Waſſer geborgen zu wiſſen. Wenn der Wind ſich erhob und das Schiff leewärts auf die Felſen abtrieb, mußte es aller Wahrſcheinlichkeit nach in einer bis zwei Stunden in Trümmer gehen, wo dann nicht nur alle die anſehnlichen Vorräthe, die es an Bord hatte, ſondern auch jeder Tropfen Waſſer, über welchen die beiden Seemänner zu gebieten hatten, unvermeidlich verloren ſein würden. So wichtig ſchien es Mark, wenigſtens einen Theil dieſer weſentlichen Fragen entſchieden zu ſehen, daß er vorgeſchlagen haben würde, ſogleich einige Fäſſer auf das Riff, oder die Inſel zu ſchaffen, wäre das Dingui ſchwer genug geweſen, um einen ſolchen Plan ausführbar zu machen. Nachdem Mark und Bob dieſe verſchiedenen Fragen noch eine Zeitlang beſprochen hatten, verließen ſie die Höhe des Kraters, umſchritten die Hälfte des Hügels und kehrten zu ihrem Boote zurück. Da das Wetter ruhig blieb, war Mark nicht beeilt, ſon⸗ dern verbrachte eine halbe Stunde mit dem Lothen der kleinen Bucht, welche durch die Felſenbänke auf dem Luv⸗ oder öſtlichen Ende des Kraters, wie er in dem Gefühle der Demuth das genannt wiſſen wollte, was jetzt alle Welt„Mark's Riff“ nennt, gebildet wurde. Er fand hier nicht nur Ueberfluß an Waſſertiefe für Alles, was er bedurfte, ſondern er fand auch, zu ſeinem Erſtaunen, einen ſandigen Boden, welcher ſich ohne Zweifel aus den kleinen Theilchen, welche durch den unaufhörlichen Anſchwall der Wellen von den umherliegenden Felſen abgeſpült worden waren, gebildet hatte. hatte ſahen ganz lange unter zu ur welch ſtellte zwei und Zwiſ rigkei Marl herru er z1 durch war und erwäl brach nördl wodu deutli das e viel ſehr ee, deſto mußte eborgen eewärts eit nach un nicht bhatte, beiden en ſein il dieſer ſchlagen dder die geweſen, gen noch öhe des orten zu lt, ſon⸗ kleinen öſtlichen uth das s Riff“ är Alles, eſtaunen, aus den nſchwall t worden — 103— Auf den Riffen, welche ſich nicht über das Waſſer gehoben hatten, ſtanden nur wenige Zoll Waſſer, und unſere Seemänner ſahen klar, daß es möglich ſei, das Schiff in dieſem Becken ganz ſicher vor Anker zu legen, wenn das gute Wetter ſo lange anhielt, bis ſie es anher gebracht hätten. Nachdem das Becken mit der gehörigen Aufmerkſamkeit unterſucht worden, ruderte Bob das Dingui wieder dem Schiffe zu und Mark lothete unterwegs. Zwiſchen den Punkten jedoch, welche man mit einander in Verbindung zu bringen wünſchte, ſtellten ſich zwei Schwierigkeiten heraus. Eine dieſer Schwierigkeiten beſtand in einem Wege zwiſchen zwei Felſenlinien, welche eine Viertelmeile faſt parallel liefen und nur eine halbe Kabellänge von einander entfernt waren. Zwiſchen dieſen Riffen war Ueberfluß an Waſſer, die Schwie⸗ rigkeit lag aber in dem Cours und in der Enge des Weges. Mark ließ ſich vier verſchiedene Male in demſelben hin⸗ und herrudern und lothete ihn, ſo zu ſagen, Fuß um Fuß, wobei er zugleich den Grund in das Auge faßte; denn in jenen durchſichtigen Waſſern und mit der Sonne faſt im Zenith, war es möglich zwei bis drei Faden in die Tiefe zu ſehen, und nirgends fand er ein anderes Hinderniß, als das eben erwähnte. Auch waren keine Baken nöthig, denn das Waſſer brach ſich über dem ſüdlichen Ende des äußern, und über dem nördlichen des innern Riffs und ſonſt nirgends in der Nähe, wodurch die zwei Punkte, auf die es bei dem Cours ankam, deutlich bezeichnet waren. Das zweite Hinderniß war bei weitem ernſterer Art, als das eben erwähnte. Es war ein Riff, auf welchem ziemlich viel Waſſer war, ja, ſo viel, daß die Wellen ſich hier nur bei ſehr heftigem Sturme brachen, aber doch nicht genug, daß ein ———— — 104— Schiff, wie der Rancocus, darüber geführt werden konnte, einen Durchlaß ausgenommen, der ſehr eng war, denn er hatte weniger als hundert Fuß Breite. Auf dieſem Durchgange mußten durchaus Bojen ange⸗ bracht werden; denn wenn das Schiff nur um wenige Faden von ſeinem rechten Cours abwich, mußte es unfehlbar verloren ſein; die ganze übrige Strecke konnte von einem Schiffe ſehr leicht befahren werden, wenn man nur Sorge trug, es von den ſichtbaren Brandungen wegzuhalten. Mark und Bob kamen erſt um drei Uhr an Bord des Rancocus zurück. Sie fanden Alles, wie ſie es verlaſſen hatten, und die Schweine, das Geflügel und die Ziege, welche ſich nach ihrem gewöhnlichen Futter und Getränke ſehnten, legten in ihrer Weiſe ihre Freude dar, ſie wieder zu ſehen. Schweine und Geflügel findet man an Bord jedes Schiffes, Ziegen aber ſind nicht ganz ſo gewöhnlich. Capitän Crutchely hatte die ſeinige mitgebracht, um ſtets Milch zu ſeinem Thee zu haben, ein Getränk, welchem er, ſeltſam genug, unmittelbar nach dem Grog den Vorzug gab. Nachdem Bob für die Thiere geſorgt hatte, ſetzte er ſich wieder mit Mark an das Bratſpill, um ſich abermals an einem kalten Mahle zu laben; denn bis jetzt hatten ſie noch nicht den Muth, etwas zu kochen. Sobald dieſe einfache Mahlzeit eingenommen war, brachte Mark einige Baken nebſt Ballaſteiſen, um die Bojen damit feſtzuankern, in das Dingui und ruderte zu dem Riffe hin, wo er ſie zu befe⸗ ſtigen beabſichtigte. Unſere Seemänner brauchten eine volle Stunde, um den Durchgang zu unterſuchen und eine zweite wurde dazu ver⸗ wendet, die Baken ſo vor Auker zu legen, daß ſie einen völlig ſichern Weg andeuteten. aller denn heit. ob n. zufül noch Wett Schi Nach in fo daß wo Anke vier Beol er a gebre konn ſofor Weck wäre vern in d von Sta⸗ konnte, Sobald dieſes Geſchäft abgethan war, ruderte Bob in er hatte aller Eile zu dem Schiffe, das eine Meile entfernt lag, zurück; denn es hatte allen Anſchein, daß das Wetter ſich ändern werde. n ange⸗ Dieſer Augenblick forderte große Ruhe und Entſchloſſen⸗ ge Faden heit. Es blieb kaum noch eine Stunde Tag und es fragte ſich, verloren„ ob man verſuchen ſolle, das Schiff während der Nacht hinüber⸗ ziffe ſehr zuführen, wo die beiden Seeleute den Weg und ſeine Marken es von noch ganz friſch im Gedächtniß hatten, und bevor das ſchlechte Wetter eintrat, oder ob man dem Ankertau, vor welchem das Zord des Schiff trieb, im Falle eines heftigen Windes während dieſer n hatten, Nacht vertrauen ſolle. elche ſich So jung Mark war, hatte er doch ein richtiges Urtheil , legten in faſt alle dem, was ſich auf ſeinen Beruf bezog. Er wußte, . daß ſchwere Rollwellen über das Riff gegen den Rancocus da, Schiffes, wo er jetzt lag, hereinbrechen würden, und beſorgte, das Trutchely Ankertau möchte zerſchleiſen und brechen, wenn der Wind em Thee vier und zwanzig Stunden anhaltend blaſen ſollte. Nach den mittelbar Beobachtungen, welche er an dieſem Tage gemacht hatte, wußte ie Thiere er auch, daß dieſe Rollwellen an den Felſen vollkommen Bratſpill, gebrochen und zerſtreut würden, ehe ſie die Inſel erreichen denn bis. konnten, und er hielt es daher für viel ſicherer, das Schiff Sobald ſofort hinüberzuführen, als es da, wo es jetzt ſtand, den rk einige Wechſelfällen einer zweiten Nacht preiszugeben. nkern, in Bob fügte ſich dieſer Entſcheidung ſo bereitwillig, als zu befe⸗ wäre Mark ſein Vorgeſetzter, und kaum hatte er ſeine Befehle 5 vernommen, als er auch ſchon wie ein Eichhörnchen, welches um den in den Aeſten eines Baumes ſpielt, von Segel zu Segel, und dazu ver⸗ von Tau zu Tau ſprang. ſie einen In jener Zeit wußte man nichts von Spencer⸗Segeln; Stagſegel vertraten ihre Stelle. So machte Bob das Jib, ——— **— — 106— oder den Klüver, das große Marsſegel und den Aſſen los und ſorgte, daß der Brodwinner zum losmachen fertig wäre. Während er ſo beſchäftigt war, blickte Mark nach dem Stopper und dem Taue des Pflichtankers, welcher zum los⸗ laſſen bereit gehalten worden war, ehe Capitän Crutchely weggeſpült wurde. Es gelang ihm ſogar, dieſes ſchwere Stück Eiſen klar zum vieren zu bringen, ohne Bob um Beihilfe anzugehen. Es war in der That hohe Zeit, daß ſie ſich beeilten; denn der Wind begann in einzelnen Stößen zu kommen, die Sonne ſenkte ſich in eine Maſſe von ſchweren Wolken und der ganze Horizont nach windwärts ſah ſchwarz und drohend aus. Ein⸗ mal änderte Mark ſeinen Plan und beſchloß anzuhalten und den Pflichtanker da, wo er war, in die Tiefe zu laſſen, wenn es nothwendig würde. Eine plötzliche Windſtille mahnte ihn jedoch, ſeinem erſten Vorſatze treu zu bleiben. Bob rief, Alles ſei bereit, und Mark hob die Art, welche er in der Hand hielt, und führte einen ſchweren Hieb auf das Tau. Dieß war entſcheidend. Ein ganzer Strang war zer⸗ hauen und drei bis vier weitere Hiebe befreiten das Schiff von ſeinem Anker. Mark ſprang jetzt an die Fallen des Klüvers und half Bob das Segel aufhiſſen. Sobald dieß geſchehen, begab er ſich nach hinten an das Steuer und kam gerade zu rechter Zeit da an, um dem Schiffe behilflich zu werden, abzugieren. Der Brodwinner wurde nun vor allem und ſo gut, als zwei Männer es in der Eile thun konnten, herausgebracht, und dann ging Bob nach vorne, um den Klüver feſter anzuziehen und nach den Bojen auszuſchauen. Es war bei einer ſolchen Fahrt unerläßlich, daß jedes Verſel die gr fragen durch Könnt die Ar und i Weg 8 werde durch behag ſo bei vorne hölzer 8 da fü Poſte Nach kam i in fu 6 wärte 4 os und e. ich dem im los⸗ rutchely ſchwere Beihilfe ; denn Sonne ganze . Ein⸗ en und „wenn nte ihn welche uf das ar zer⸗ iff von id half :egab er rechter gieren. ls zwei , und uziehen ß jedes — 107— Verſehen vermieden werde, und Mark empfahl ſeinem Freunde die größte Wachſamkeit. Zwanzig Mal rief er ihn an, um zu fragen, ob die Baken ſichtbar wären, und endlich wurde er durch eine bejahende Antwort erfreut. „Weggehalten, Herr Mark, weggehalten; Ihr könnt es, Herr! wir ſind recht nach windwärts von dem Durchgang. Ah, ſo iſt's recht, Herr Woolſton! ungemein ſchön, Herr! Könnt Ihr die Bojen nicht ſelbſt ſehen, Herr?“ „Jetzt noch nicht, Bob, um ſo nöthiger iſt's, daß Ihr die Augen möglichſt anſtrengt. Gebt dem Schiffe vollen Raum, und ich will es nach dem Durchlaß und gerade in unſeren Weg zwiſchen den Riffen niederlaufen laſſen.“ Bob lief jetzt nach hinten und ſagte dem Steuermann, er werde beſſer thun, ſelbſt auf die Back zu gehen und das Schiff durch den Paß zu führen,— eine Stelle, welche ihm nicht behage. Mark war böſe, daß dieſer Wechſel eben in einem ſo bedenklichen Augenblicke ſtattfinden ſollte, ſprang aber nach vorne und war in einer halben Minute zwiſchen den Klüs⸗ hölzern,*) um nach den Bojen auszuſchauen. Anfangs konnte er keine derſelben anſichtig werden, und da fühlte er am ſchwerſten die Unvorſichtigkeit Bob's, ſeinen Poſten in einem ſo wichtigen Augenblicke verlaſſen zu haben. Nach einer zweiten Minute entdeckte er jedoch eine, und dann kam ihm die andere und zwar, wie unſer Seemann jetzt glaubte, in furchtbarer Nähe von ihrem Nachbarn zu Geſicht. Das Schiff ſtand demungeachtet hinreichend nach wind⸗ wärts und hatte vollen Raum, um auf den Paß abzuhalten. Sobald das Schiff weit genug nach vorne war, rief Mark *) Alſo dicht am Vorſteven. Der Ueberſetzer. — 108— ſeinem Gefährten zu, das Steuer ſtark aufzuhalten. Dieß Allein 1 geſchah, der Rancveus ging dahin und Mark beachtete ihn Phad — mit der größten Aufmerkſamkeit, damit er nicht zu weit auf Mar 1 die eine oder auf die andere Seite abwendete. Er athmete mittſch ” kaum, als das Schiff auf dieſe zwei ſchwarzen Schildwachen*) Fallen niedergleitete, und einen Angenblick glaubte er, der Wind oder 3 die Strömung hätten ſie aus ihrer Ankerlage gebracht. Es war gebrach G aber jetzt zu ſpät, um irgend etwas zu ändern und Mark ſah welche G das Schiff auf den Wellen des Meeres, welche ihren Weg ſo an das 1 weit in die Riffe gefunden hatten, mit einer Angſt vorwärts 4 treiben, welche er in ſeinem Leben noch nicht empfunden hatte. on dis Aber das Schiff ſchoß entlang, und ſo oft es ſich in die teſten 9 Wellen ſenkte, glaubte unſer junger Mann den Kiel auf dem 8s jed 5 Grund aufſchlagen zu hören; allein er berührte ihn nicht. jetzt n 1 Jetzt waren die Bojen auf den beiden Seiten, und nun ſah kälte Mark, daß die Gefahr dieſer Stelle bewältigt war. 5 Die nächſte Aufgabe war jetzt, das ſüdliche Ende der geſchel 1 äußern Felslinie, welche den nun folgenden Durchgang bildete, abgehe zu finden. Dieß geſchah nicht, bis das Schiff dicht an dem⸗ 3 4 ſelben war. Der Wind hatte ſich in den letzten Stunden innere geſteigert, und dadurch erhielt die Stelle ein ganz anderes mehr Ausſehen als früher, denn das Waſſer brandete die ganze aun 5 Felsbank entlang, ſtatt nur an deren Ende; allein Mark legte laſſen⸗ keinen Werth darauf, nachdem er ſich einmal überzeugt hatte, jetzt 2 das Ende gefunden zu haben.— Gegel Er war jetzt halbwegs zwiſchen ſeinem frühern Ankerplatz dat 5. und dem Krater, und konnte den letztern ganz deutlich ſehen. 3 3 Steue *) Die Bojen ſind hier gemeint, da ſie gewöhnlich mit Tbeer angeſtrichen 0 werden. an ⸗Derx Ueberſetzer.. 2 Dieß tete ihn veit auf athmete ſchen*) nd oder Es war ark ſah Weg ſo orwärts n hatte. hin die nuf dem nnicht. un ſah nde der bildete, in dem⸗ Stunden anderes 2 ganze rk legte t hatte, kerplatz ſehen. geſtrichen tzer. — 109— Allein es bedurfte durchaus der Segel, um das Schiff wohl⸗ behalten durch den Durchgang nach vorne zu bringen, und Mark rief Bob an, auf ſeinen Cours zu luven und das Steuer mittſchiffs zu ſorren, dann an die großen Stengenſtagſegel⸗ Fallen zu eilen und ihm das Segel aufhiſſen zu helfen. Dieß war bald abgethan, das neue Segel wurde hinauf⸗ gebracht und die Schoten nachgehohlt. Nun folgt der Aſſe, welcher in derſelben Weiſe ausgeſpannt wurde. Bob flog dann an das Steuer und Mark begab ſich wieder an die Klüshölzer. Gegen alles Erwarten ſah Mark, daß das Schiff dicht an die Luvſeite der Bank heranging, ohne daß er im entfern⸗ teſten zu beſorgen gehabt hätte, es liefe darauf ab. Sobald es jedoch das Ruder fühlte, fiel es ab, und Mark zweifelte jetzt nicht mehr, daß er das nördliche Ende der inneren Klippen⸗ kette dieſes Durchgangs umſegeln werde. Da der Wind in friſcheren Stößen kam, war dieß bald geſchehen, und das Schiff wurde nun todt auf den Krater abgehalten. Hier war das nördliche Ende des Riffs, welches das innere Becken bildete, zu umſegeln, worauf nichts Anderes mehr zu thun blieb, als weit genug in das Becken vorzutreten, um einen ſichern Ankerplatz zu haben und den Anker fallen zu laſſen. Um dieß mit Erfolg vollbringen zu können, begann jetzt Mark, den Klüver niederzuhohlen. Während er dieſes Segel glücklich einbrachte, war das Schiff von dem Ende der Felsbank ab, Bob hob das Steuer nach der Backbordſeite und hohlte an. Alsbald kam das große Stengenſtagſegel herab und Mark ſprang auf die Back, während er Bob zurief, das Steuer leewärts zu ſorren. Im Nu war Bob an des jungen Mannes Seite, und *———— — — 110— Beide warteten, bis das Schiff in den Wind luvte und ſo nahe als möglich an das Riff heranlief. Auch dieß glückte vollkommen, und Mark ließ auf zwanzig Fuß von der Wand der vom Waſſer bedeckten Felſenbank, als eben das Schiff ſpiegelwärts zu treiben begann, den Stopper gehen. Die Lein⸗ wand wurde aufgerollt und gefeſtigt, das Ankertau ausgegeben, bis das Schiff inmitten der Bucht, zwiſchen der Inſel und der Klippenkette draußen, lag, worauf Alles feſtgemacht wurde. Bob nahm nun ſeine Theermütze ab und ließ ein drei⸗ faches Hurrah laut werden, während Mark nach hinten ging und Gott ſchweigend ſeinen Dank für den vollkommenen Erfolg dieſes wichtigen Geſchäftes darbrachte. Und wahrlich, dieſe Veränderung war von großer Wich⸗ tigkeit. Nicht nur lag das Schiff mit ſeinem ſchwerſten Anker und dem beſten Ankertau in gutem, ſicherm Grunde und in einem Becken, wo ſchwere Wellen nur ſelten, und ſtets ſeitwärts und mit geminderter Kraft eindrangen, ſondern es lag auch auf hundert fünfzig Fuß von der Inſel, und man konnte es zu jeder Zeit mit dem Dingui erreichen,— einem Boote, mit welchem man, wenn der Wind nur ein wenig friſch blies, ſich nicht hinaus hätte wagen dürfen. Kurz, es war kaum möglich, ein Schiff beſſer und ſicherer zu bergen, ſo lange ſeine Spieren und ſein Rumpf den Stürmen des Meeres bloßgegeben waren, noch konnte es in Bezug auf die, welche der Inſel nicht ent⸗ behren mochten, einen bequemern Platz haben. Wenn man die Spieren und das übrige Tauwerk abnahm, wurde die Gewalt der Winde noch mehr gebrochen, obgleich Mark in dieſer Jahreszeit, ſo lange die Wellen nicht der Länge nach gegen das Schiff eindrangen, wenig von den Winden beſorgte. Er war gewiß, daß das Schiff für dieſe Zeit g noch a W ſte eber ſo ſchw Anker geword gange Höhe d und lie weiß er ten, we der Gif ſchädigt M über wa nachließ Bob he nommen wo er i M und die jetzt vor war na⸗ ders na eine grü gend ge höherem das Sch herausm und ſo ß glückte er Wand s Schiff Die Lein⸗ ggegeben, und der vurde. ein drei⸗ ten ging u Erfolg er Wich⸗ en Anker und in ſeitwärts ag auch onnte es vote, mit lies, ſich möglich, Spieren waren, icht ent⸗ abnahm, obgleich nicht der von den für dieſe — 111— Zeit gefichert ſei, und gab ſich der Hoffnung hin, er werde noch auf der Leeſeite einen Durchgang durch das Riff finden. Wohl durften Mark und Bob der That ſich freuen, welche ſte eben vollbracht hatten. Der Wind blies in dieſer Nacht ſo ſchwer, daß er das Schiff draußen ohne Zweifel von ſeinem Anker geriſſen hätte, und wenn es in der Dunkelheit trifftig geworden wäre, ſo hätte Nichts es vor vollſtändigem Unter⸗ gange retten können. Die Rollwellen kamen in furchtbarer Höhe daher, brandeten und brüllten an allen Seiten der Inſel und ließen die See ſelbſt um Mitternacht durch ihren Schaum weiß erſcheinen; als ſie aber die feſte, natürliche Wand erreich⸗ ten, welche den Rancocus ſchirmte, zerſtäubten ſie daran, daß der Giſcht über das ganze Schiff wegflog, dieſes aber unbe⸗ ſchädigt blieb. Mark blieb auf dem Deck, bis die zwölfte Stunde vor⸗ über war, und da er bemerkte, daß der Sturm bereits bedeutend nachließ, ging er hinab und ſchlief geſund bis zum Morgen. Bob hatte ſeine Wache ſchon zu guter Stunde unten über⸗ nommen und blieb da ungeſtört, bis der Tag wieder erſchien, wo er ungerufen auf das Deck kam. Mark nahm einen neuen Ausguck auf die See, die Riffe und die Inſel von den Sahlingen des Schiffes aus, wo es jetzt vor Anker lag. Durch dieſen Wechſel des Standpunktes war natürlich auch der Ausguck ſelbſt ein anderer, und beſon⸗ ders nach Weſten, oder gegen die Leeſeite der Riffe, überſah er eine größere Strecke. Er entdeckte jedoch Nichts, das ermuthi⸗ gend geweſen waͤre; der junge Mann neigte vielmehr in noch höherem Grade, als dieß früher der Fall war, der Anſicht zu, das Schiff werde ſich nicht aus den Felſen, welche es umgaben, herauswinden können. Mit dieſer feſter gewurzelten Ueberzeugung ſtieg er auf das Deck nieder und nahm Theil an dem Frühſtück, an deſſen Bereitung ſich Bob begeben hatte, ſobald er die Back ver⸗ laſſen; denn Bob beſtand darauf, in der Schanze zu ſchlafen, obgleich Mark ihn ſehr angelegentlich aufgefordert hatte, eine der Kojen der Cajüte zu beziehen. Das Mahl, zu welchem ſich heute ein trefflicher Schiffs⸗ kaffe geſellt hatte, wurde dieſes Mal auf dem Cajüten⸗Tiſch eingenommen; denn der Tag war wolkenlos und die Strahlen der Sonne hatten eine Kraft, welche es unangenehm machte, irgend wo anders als im Schatten zu ſitzen. Während das Mahl eingenommen wurde, entſpann ſich abermals eine Unter⸗ haltung in Betreff ihrer Lage. „Nach der Art, wie es vergangene Nacht blies,“ bemerkte. Mark,„zweifle ich, ob wir dieſe behagliche Cajüte, in welcher wir heute frühſtücken, und dieſes treffliche Frühſtück ſelbſt hätten, wäre das Schiff bis zu dem Morgen draußen geblieben.“ „Ich betrachte das, was wir gethan haben, als etwas zu rechter Zeit und mit Geſchick vollbrachtes, Herr Mark,“ ver⸗ ſetzte Bob.—„Ich geſtehe, daß ich kaum hoffte, wir würden im Stande ſein, den alten Cocus hieher zu bringen, war aber ganz gewillt, es zu verſuchen; denn jenen Nollwellen lag gar nichts an einem halben Dutzend Riffe, ſondern ſie ſtürzten ſich über dieſelben weg, als wollten ſie unſer Schiff zu Pulver zermalmen. Was mich betrifft, Herr, ſo danke ich Gott aus der Tiefe meiner Seele, daß wir hier ſind!“ „Ihr habt Urſache, dieß zu thun, Bob; und während wir Beide das Mißgeſchick beklagen, welches uns getroffen hat, dürfen wir nicht vergeſſen, um wie viel beſſer wir daran ſind, als unſere Schiffskameraden,— die armen Burſche!— oder um wie viel be⸗ welcher 5, wiſſen. Herr wir lie geſchüt wären Stran zagt fürchte Euch! der vo Bob, in die wird ſolchen Nun, kommt haben Decker 235 er auf n deſſen ack ver⸗ ſchlafen, te, eine Schiffs⸗ en-Tiſch Strahlen machte, rend das ne Unter⸗ bemerkte. n welcher ſt hätten, en.“ etwas zu ark,“ ver⸗ r würden war aber nlag gar urzten ſich zu Pulver Gott aus ihrend wir hat, dürfen als unſere r um wie — 113— viel beſſer wir daran ſind, als ſo mancher arme Seemann, welcher ſein Schiff zumal einbüßt.“ „Ja, es iſt für uns ſehr wichtig, das Schiff gerettet zu wiſſen. Wir können dieß kaum einen Schiffbruch nennen, Herr Mark, obgleich wir den Grund einmal geküßt haben; wir liegen hier ſo ziemlich wie in einer Docke oder in einem geſchützten Waſſerbecken.“ „Ich habe mir wohl von Schiffen erzählen laſſen, welche uber Riffe und Strombarren hinüber geführt worden ſind, und dann nicht mehr herauskonnten,“ antwortete Mark.„Denkt aber einen Augenblick nach, Bob, um wie viel beſſer wir daran find, als wenn wir an dieſen nackten Fels geſpült worden wären, und uns mit dem begnügen müßten, was wir den Strand entlang aus dem Wrack aufleſen könnten!“ „Ich freue mich, Euch ſo vernünftig reden zu hören, Herr Mark, denn es iſt dieß ein Beweis, daß Ihr nicht ver⸗ zagt oder Euch die Dinge zu ſehr zu Herzen nehmt. Ich fürchtete, Ihr möchtet zu ſehr an Miß Bridget denken und Euch unglücklicher machen, als dieß ein Mann zu thun braucht, der von ſo viel Behäglichem umgeben iſt.“ „Die Trennung von meiner Gattin ſchmerzt mich tief, Bob, aber ich vertraue auf Gott. Es war ſein Wille, uns in dieſe außerordentliche Lage zu verſetzen, und ich hoffe, es wird zu etwas Gutem führen.“ „Das ſind die rechten Gefühle, Herr, laßt Euch nur von ſolchen Gedanken leiten und es wird noch Alles gut gehen. Nun, wir haben Waſſer in Fülle, bis die Regenzeit entlang kommt, und dann können wir friſchen Vorrath ſammeln. Dann haben wir Rind⸗ und Schweinfleiſch genug zwiſchen den Decken, um Euch und mich fünf bis ſechs Jahre auszudauern; 235— 237. 8 —— — 114— auch an Brod und Mehl fehlt es nicht, um nicht von allen den kleinen Vorräthen zu ſprechen, welche überall in dem Schiffe verſtaut ſind.“ „Das Schiff iſt gut verſorgt und wir können, wie Ihr ſagt, lange, mehrere Jahre gewiß, an den Vorräthen zehren, welche es enthält. Eines aber iſt zu beſorgen, Bob, und dagegen müſſen wir uns vor allen Dingen zu wahren ſuchen. Wir leben jetzt fünfzig Tage von geſalzenen Vorräthen; noch fünfzig, und wir werden Beide den Scorbut haben.“ „Der Himmel bewahre mich in Gnaden vor dieſer Krank⸗ heit!“ rief Bob aus.„Ich hatte ſie einſt, auf einer früheren Reiſe um Cap Horn, und wünſche nicht, je wieder mit ihr anzubinden. Es muß aber um dieſe Klippen Fiſche in Menge geben, und wir haben einen guten Vorrath von Brod, Herr Mark. Wenn wir immer einige Tage mit unſerm Fleiſch ausſetzen und Fiſche eſſen, könnten wir der Gefahr wohl entrinnen.“ „Fiſche würden uns ſehr zu ſtatten kommen und Schild⸗ kröten uns höchſt willkommen ſein, wenn wir dergleichen nur habhaft zu werden vermöchten. Der Menſch bedarf aber gemiſchter Nahrung, Fleiſch und Gemüſe, wenn er geſund bleiben ſoll; und letzteres ſchützt vorzüglich gegen den Scorbut. Das Schlimmſte iſt, daß es uns hier ganz an Boden fehlt, in welchem wir etwas pflanzen könnten. Ich habe auch nicht eine Binſe, oder die ſchlechteſte Seepflanze zu Geſicht bekommen, als wir geſtern auf der Inſel waren. Hätten wir nur Boden, an Samen fehlt es nicht an Bord, und dieſes Klima würde den Pflanzenwuchs raſch fördern.“ „Ja, ja, Herr, und ich will Euch ſagen, was ich ſelbſt an Samen in dem Cocus habe. Ihr erinnert Euch der köſt⸗ lichen: letzten einige Bruder Ihr w Hafen chen L bringen dieſe F ( ſoll, ſo heraus ſind. T kerne bereiter wir, n übrig.“ B der üb des Pl ganzes wie wi um de Zeit z1 darauf eingele S ſeine geräthe n allen in dem ie Ihr zehren, , und ſuchen. ; noch Krank⸗ rüheren mit ihr Menge d, Herr Fleiſch r wohl Schild⸗ den nur f aber geſund zcorbut. i fehlt, ch nicht ommen, Boden, würde ch ſelbſt der köſt⸗ — 115— lichen Biſam⸗ und Waſſer⸗Melonen, welche wir auf unſerer letzten Reiſe im Oſten fanden. Nun, Herr, ich wußte mir einige Kerne in Sicherheit zu bringen und wollte ſie meinem Bruder geben, der eine kleine Beſitzung in Jarſey hat, wie Ihr wißt, Herr; nach Seemanns⸗Art habe ich, als wir im Hafen waren, das Alles vergeſſen. Wenn wir nur ein Stück⸗ chen Land hätten, um dieſe Melonenkerne in die Erde zu bringen, ſo könnten wir in zwei, ſpäteſtens in drei Monaten dieſe Früchte wie vornehme Herrn verſpeiſen.“ „Dieß iſt ein guter Gedanke, Bob, und wir wollen uns die Sache näher überlegen. Wenn etwas dieſer Art geſchehen ſoll, ſo können wir damit nicht genug eilen, damit die Melonen herauskommen, während wir mit anderen Dingen beſchäftigt ſind. Wir ſind jetzt grade in der Jahreszeit, wo man Melonen⸗ kerne ſteckt und ich glaube, wir könnten uns Land genug bereiten, um einige Melonenbeete zu bepflanzen. Auch haben wir, wenn ich mich recht erinnere, noch einige ſüße Pataten übrig.“ Bob nickte beiſtimmend, und ſie beſchäftigten ſich während der übrigen Zeit des Mahles ausſchließlich mit der Beſprechung des Planes, wie es möglich zu machen wäre, ein halbes oder ganzes Dutzend Melonenbeete zu pflanzen. Da Mark fühlte, wie wichtig es ſei, Alles zu thun, was in ſeiner Macht ſtand, um den Scorbut fern zu halten, und da er wußte, daß keine Zeit zu verlieren ſei, beſchloß er, ſeine Sorgfalt vor Allem darauf zu verwenden, daß alle vorhandenzn Sämereien ſo weit eingelegt würden, als er im Stande wäre, ſich Boden zu ſchaffen. Sobald daher das Frühſtück vorüber war, ſuchte Mark ſeine Samenkerne zuſammen, während Bob das Frühſtücks⸗ geräthe reinigte und wieder an Ort und Stelle brachte. 8* ——— — u6 Man hatte vier junge Schweine an Bord, welche ihren zu hole Aufenthalt in der Lanſch gehabt hatten, bis dieſes Boot in der Spani Nacht, wo der Rancocus auf die Felſen trieb, auf das Waſſer aber in gebracht wurde. Seit dieſer Zeit hatte man ſie frei auf den anwend Decken herumlaufen laſſen, was vielen Schmutz und einige W Verwirrung zur Folge hatte. Bob fing dieſe Thiere jetzt ein ſeiner: und ließ ſite in das Waſſer, denn er wußte wohl, daß ihr ſo wei G Inſtinet ſie veranlaſſen würde, dem nächſten Lande zuzu⸗ in den ſchwimmen. Dieß ergab ſich ganz ſo, wie man erwartet hatte mitzutl und man ſah die Schweine bald auf der Inſel und den Felſen 8 derſelben umherſchnüffeln und ihre gewöhnlichen Wühlverſuche heitslie machen. Ein Theil der Excremente dieſer Thiere lag noch Mitthe auf dem Deck, wo man ſie ausgeleert hatte, als die Lanſch junger zum Dienſte klar gemacht wurde, denn in dieſen bedrängten was e Augenblicken hatte Niemand daran gedacht, das Schiff zu das H V reinigen. Vieles war von der See weggeſpült worden, was hatte, aber noch vorhanden war, gab eine ganz anſehnliche Maſſe ab. Sie fu Mark war im Begriff, dieſen Dünger in ein Halbfaß zu liche B thun, um ihn an den Strand zu bringen und zu ſeiner An⸗ 2 tauſen! pflanzung zu benutzen, als Bob ſeinem Beginnen dadurch füllte, plötzlich entgegentrat, daß er ihm ſagte, er wiſſe, wo weit den ſe beſſerer Dünger zu finden ſei. W Eine Erklärung wurde verlangt und gegeben. Bob, die Sc welcher mehrere Reiſen an die Weſtküſte von Amerika gemacht waren, M hatte, ſagte Mark, in Peru und Chili benutze man die auf den geblich Felſen, die Küſte entlang, ſich findenden Excremente der konnte Waſſervögel ſehr häufig als Dünger. In der Nähe des verſehe Riffes, fuhr Bob fort, fänden ſich mehrere Felſen, welche mit in der dieſen Depoſiten bedeckt ſeien und er ſchlage vor, den Dingui Waſſer zu nehmen und ein wenig von dieſer befruchtenden Subſtanz Thorw he ihren tt in der 3 Waſſer auf den d einige jetzt ein daß ihr de zuzu⸗ ttet hatte en Felſen lverſuche lag noch le Lanſch drängten Schiff zu den, was Naſſe ab. albfaß zu einer An⸗ dadurch wo weit 1. Bob, gemacht eauf den nente der ähe des belche mit n Dingui Subſtanz ** — 117— zu holen. Sehr wenig, bemerkte er, würde hinreichen, da die Spanier ſtets nur geringe Quantitäten gebrauchten, dieſe aber in verſchiedenen Perioden des Wachsthums der Pflanzen anwendeten. Wir brauchen kaum zu bemerken, daß Bob im Verlaufe ſeiner Reiſen mit der Benützung des unter dem Namen Guano ſo weit verbreiteten Stoffes bekannt geworden war und ſich ſo in den Stand geſetzt ſah, dieſe Thatſache ſeinem Gefährten mitzutheilen. Mark wußte, daß Bob ein Mann von ſtrenger Wahr⸗ heitsliebe war und fühlte ſich daher um ſo eher geneigt, ſeiner Mittheilung ein aufmerkſames Ohr zu leihen. Während unſer junger Seemann daher das Boot fertig machte, ſammelte Bob, was er an Sämereien hatte, nahm einen Schöpfeimer und das Halbfaß, in welches Mark das Kehricht des Decks gethan hatte, in das Dingui, ſtieg ſelbſt ein und griff zum Ruder. Sie fuhren auf den von Bob bezeichneten Fels, wo der ehr⸗ liche Burſche, inmitten des Geſchrills und Geſchreis von tauſend Seevögeln ſeinen Schöpfeimer mit ſo gutem Guano füllte, als er je auf der Küſte von Peru mag gefunden wor⸗ den ſein. Während das Boot an den Felſen lag, ſah Mark, daß die Schweine um das ganze weſtliche Ende der Inſel gelaufen waren, Alles beſchnuffelnd, was ihnen vorkam, und ſich ver⸗ geblich bemühend, eine Stelle zu finden, wo ſie ſich einwühlen konnten. Da das Schwein mit ſehr ſcharfen Spürorganen verſehen iſt, heftete Mark ſeine Augen fortwährend auf ſie, in der Hoffnung, ihr Inſtinct würde ſie zur Entdeckung friſchen Waſſers leiten. Auf dieſe Weiſe ſah er, wie ſie durch den Thorweg in den Krater liefen; denn man kann ziemlich ſicher ſein, daß Schweine an Orten, wie dieſe, mit ihrer Naſe nicht zurückbleiben Mittlerweile hatte Bob ſeinen Guano abgehauen und während Mark einen Theil der Werkzeuge und den Schöpfeimer nahm, ſchulterte er das Uebrige; ſie gingen zu der Oeffnung hinauf und traten in den Krater, denn ſie hatten in dieſer Abſicht ſo nahe als möglich an dem Thorwege angelegt. Mark bemerkte zu ſeiner großen Freude, daß die Thiere hier nicht ganz ohne Erfolg wühlten, ſofern es ſich vöon dem Eindringen in die Oberfläche handelte, obgleich ſie ſich für ihre Mühe nicht belohnt ſahen. Auf der Fläche des Kraters gab es jedoch Stellen, wo es, nach dem Durchbruche einer Art Kruſte, möglich war, auf grobe Aſche zu ſtoßen, welche nicht ohne einige erdenhaltige Beſtandtheile waren. Wenn man ſie der Luft und dem Waſſer ausſetzte, und ſie mit Seegras und anderen ähnlichen Stoffen, die vielleicht zu finden waren, miſchte, glaubte der junge Mann im Stande zu ſein, ſo viel Beſtandtheile von Erde zu erhalten, als nöthig war, um das Wachsthum der Pflanzen zu fördern. Während er auf der Höhe der Kraterwand ſtand, hatte er zwei bis drei Stellen geſehen, wo er ſüße Pataken und Bohnen erzielen zu können glaubte, und er beſchloß, auf dieſe Höhe zu klimmen und dort einen Verſuch zu machen, zumal jene Stellen vor den Eingriffen der Schweine ganz geſichert waren. Wenn es ihm nur gelang, zwei bis dreihundert Melonen zu erndten, würde, nach ſeinem Dafüthalten, viel gewonnen ſein, um jede Hinneigung zu Scorbut zu beſeitigen, welche bei ihm oder Bob ſich zeigen mochte. Auf dieſe ſinnige Weiſe ſchaute dieſer ſo junge Mann umher und ſorgte für die Zukunft. wirk gekor Wer pfleg Inſe So Crut ſich Taul Bein zu geföt Beq Felſe ſeine den aus. des rer Naſe auen und Höpfeimer Oeffnung in dieſer gt. Mark hier nicht Lindringen hre Mühe ellen, wo war, auf denhaltige em Waſſer n Stoffen, nge Mann u erhalten, zu fördern. und, hatte ataken und „auf dieſe en, zumal nz geſichert dreihundert alten, viel beſeitigen, unge Mann — 119— Sechstes Kapitel. — Zunächſt bedenken, was Die Jahreszeit mag fordern; ſorge ſtets Für Zier und Duft der Blumen, und vertheile Des Tages Laſt und Müh'n in gleicher Weiſe, Denn für die wen'gen Hände iſt zu viel Zu thun nach allen Seiten. Milton. Unſere beiden Seeleute waren mit Allem, was zur Ver⸗ wirklichung ihrer Pläne gehörte, wohl verſehen, an das Land gekommen. Der Rancocus bot einen viel beſſern Vorrath von Werkzeug aller Art dar, als man ihn auf Schiffen zu finden pflegt, da man vorausſah, er würde ſich längere Zeit auf den Inſeln aufhalten müſſen, deren Beſuch ihm aufgetragen war. So fehlte es nicht an Aexten und Spitzhacken; denn Capitän Crutchely hatte es als eine mögliche Nothweudigkeit vorgeſehen, ſich gegen Wilde zu verſchanzen. Mit einer Spitzhacke auf der Schulter und einem Stück Taulinie um den Hals ſtieg Mark jetzt auf die Krater⸗Wand. Beim Emporſteigen bediente er ſich der Spitzhacke, um Stufen zu hauen, und nach zehn Minuten ſah er dieſe Arbeit ſo gefördert, daß er an dieſer von ihm gewählten Stelle mit Bequemlichkeit auf⸗ und abſteigen konnte. Als er die Höhe erreicht hatte, ſuchte er einen Theil des Felſen auf, welcher oben überhing, und ließ das eine Ende ſeiner Linie in den Krater hinab. An dieſes befeſtigte Bob den Schöpfeimer, und Mark zog ihn herauf und leerte ihn aus. Auf dieſe Weiſe wurde Alles, was man auf der Höhe des Kraters brauchte, hinaufgeſchafft, worauf Bob in das — 120— Dingui ging und das Halbfaß mit dem Kehricht aus dem Schiffe heranrollte. Mark ſah ſich nun zunächſt nach den Stellen um, welche ihm, in Folge ſeiner frühern Unterſuchung, am anbaufähigſten vorgekommen waren. Er fand eine große Menge ſolcher Plätze, größtentheils in einzelnen Aushöhlungen von geringem Umfange, wo ſich noch keine Kruſte gebildet hatte, oder wo, wenn eine ſolche bereits vorhanden war, der Einfluß der Elemente ſie wieder geweicht hatte. Dieſe Stellen lockerte er mit ſeiner Spitzhacke auf, grub ſie daun mit einer Haue tüchtig um und ſtreute ein wenig Guano ein, wie Bob es ihm geſagt hatte⸗ Als dieß geſchehen war, ließ er den Schöpfeimer wieder hinab laufen und holte den Schiffskehricht herauf, welchen Bob unten bereit hielt. Dieß war jedoch nicht Alles, was Bob während der Stunde gethan hatte, welche Mark auf dem Gipfel des Kraters in der Sonne arbeitete. Er hatte eine bedeutende Ablagerung von Meergras auf einem Felſen in der Nähe der Inſel gefunden, war zwei bis dreimal mit dem Dingui hin⸗ und hergefahren, und hatte einen Theil deſſelben in den Krater gebracht. Nach all dieſer Mühe und Arbeit hatte der wackere Geſelle nicht mehr als ein Orhoft voll dieſes neuen Materials zuſammen⸗ gebracht, Mark war aber ſehr zufrieden damit und holte es in kleinen Bündeln hinauf, um es dem von ihm geſchaffenen Boden beizumiſchen. Bob begab ſich jetzt zu ſeinem jungen Freunde auf den Krater und half ihm, das Meergras auf die verſchiedenen Stellen bringen, für welche es beſtimmt war, worauf die beiden Seemänner ſich damit beſchäftigten, es den übrigen Beſtandtheilen des beabſichtigten Bodens beizumiſchen. Nachdem ſie n ſie, Erde Erbſe Erde einen Meng die C bekan zu w Schif und Betri 3 aber manch theilu 9 im ei anhal dieſen ſelbſt als ir einige ſchein! welche einer Er w unerlo us dem welche ähigſten 3 Plätze, mfange, nn eine ente ſie t ſeiner um und tt hatte. r hinab bb unten Stunde 3 in der ng von efunden, efahren, Nach le nicht ammen⸗ holte es haffenen auf den hiedenen rauf die übrigen Nachdem — 121— ſie noch eine Stunde auf dieſe Art gearbeitet hatten, glaubten ſie, ſie dürften nun den Verſuch wagen, ihre Sämereien der Erde anzuvertrauen. Biſam⸗ und Waſſer⸗Melonen der beſten Art, Bohnen, Erbſen und indianiſches Korn, oder Mais, wurden unter die Erde gebracht; auch mit Gurken und Zwiebeln machte man einen Verſuch; denn Capitän Crutchely hatte eine bedeutende Menge der gewöhnlichen Garten⸗Sämereien mitgenommen, um die Eingeborenen der Inſeln, welche er beſuchen wollte, damit bekannt zu machen und durch ſie künftigen Seefahrern nützlich zu werden. Dieſe Sorgfalt ging von den Eigenthümern des Schiffes aus, welche zu den ſogenannten„Freunden“ gehörten, und auf eine etwas ſeltſame Weiſe Wohlwollen mit dem Betriebe weltlichen Gewinnes miſchten. Mark verſtand allerdings nicht viel von der Gartenkunſt, aber Bob hatte zu faſt allem Geſchick. Demungeachtet wurde mancherlei Verſehen gemacht, beſonders hinſichtlich der Ver⸗ theilung des Geſämes, womit ſie nicht hinreichend bekannt waren. Mark's Riff lag allerdings gerade in den Wendekreiſen,— im ein und zwanzigſten Grade ſüdlicher Breite,— aber der anhaltende Seewind machte ſein Klima viel kühler, als es ohne dieſen Umſtand geweſen wäre. So wären Bohnen, Erbſen, ſelbſt Zwiebeln auf der Höhe des Kraters beſſer daran geweſen, als in dem Krater; Oker aber, Eierpflanzen, Melonen und einige andere Fruchtarten, welche ſie pflanzten, würden wahr⸗ ſcheinlich beſſer gediehen ſein, wenn ſie an den wärmſten Stellen, welche man finden konnte, untergebracht worden wären. In einer Beziehung gab Mark einen vortrefflichen Gärtner ab. Er wußte, daß zu dem Gedeihen der Pflanzen Feuchtigkeit unerläßlich ſei; er hatte daher Sorge getragen, daß Alles in hohlen Stellen untergebracht wurde, wo der Regen, welcher fiel,— und er hatte allen Grund zu glauben, die trockene Jahreszeit habe noch nicht begonnen,— nicht ablief und ver⸗ loren ging. In dieſer Hinſicht bethätigte er viel geſundes Urtheil und benutzte ſeine Hacke ſo, daß er die Gefahr vermied, zu viel und zumal zu wenig Waſſer zu bekommen. Es war Mittageſſenszeit, ehe Mark und Betts ſo weit mit ihrer Arbeit waren, um den„Gipfel,“ denn ſo benannten ſie jetzt ausſchließlich den einzigen Hügel ihres einſamen Bereiches, zu verlaſſen. Bob hatte vorhergeſehen, wie nothwendig ihnen der Schatten ſein würde, und ein kleineres und größeres altes Segel in das Boot geworfen. Damit und mit einigen leichten Spieren gelang es ihm, in dem Krater eine Art Zeltdach aufzuſchlagen, unter welchem er und Mark aßen und ihre Sieſten hielten. Während ſie auf dem kleinern Segel ruhten, beſprachen ſie, was ſie gethan hatten, und was am beſten zunächſt unternommen werden müſſe. Bis jetzt hatte Mark unter dem Einfluſſe einer Art Auf⸗ regung gearbeitet, welche in ſeiner Lage ziemlich natürlich war, der es aber an Ruhe und Umſicht fehlte, welche ſo nothwendig ſind, wenn unſere Bemühungen uns ſelbſt oder Anderen von Nutzen werden ſollen. Da ſich jetzt das fieberhafte Gefühl, welches ihn getrieben hatte, ſich in aller Eile gegen Bedürfniſſe zu ſichern, welche im ſchlimmſten Falle bloß wahrſcheinlich waren, einigermaßen beruhigt hatte, begann Mark einzuſehen, daß viele Dinge zu vollbringen ſeien, welche vielleicht dringender waren, als das, was bereits geſchehen. Unter dieſen ſtand die Sicherheit des Schiffes obenan. So lange es vor einem einzigen Anker trieb, konnte es nicht für die drau Wra Klug auch hinſi arbe ſich jetzt Aufr ihrer ihre Der Scht eine ſchre unſe jedes empf war das ſeher harr Sche und ihre dabe welcher trockene und ver⸗ geſundes vermied, weit mit unten ſie Bereiches, dig ihnen eres altes n leichten Zeltdach und ihre ruhten, am beſten Art Auf⸗ rlich war, bthwendig deren von getrieben , welche germaßen Dinge zu als das, enan. So nicht für — 123— vollkommen geſichert gelten; denn ein Windſtoß konnte es gegen die„Meerwand“ treiben, wie er die natürliche Brandung draußen nannte, und wenn es dadurch nicht vollſtändig zum Wrack wurde, konnte es doch weſentlich Schaden leiden. Die Klugheit gebot daher, das Schiff nicht nur zu ankern, ſondern auch zu vertauen. Dennoch war ziemlich viel Wahres in dem, was Mark hinſichtlich des Wachſens der Pflanzen, während er und Bob arbeiteten, geſagt hatte, und dieſer Gedanke gab an und für ſich eine vollkommene Rechtfertigung für das ab, was er jetzt gethan hatte; obgleich es unter dem Einfluſſe lebhafter Aufregung gethan worden. Während unſere Seemänner unter ihrem Segeltuche lagen, beſprachen ſie dieſe Fragen und führten ihre Pläne für die Zukunft der Reife entgegen. Um zwei Uhr begannen Mark und Bob ihre Arbeit wieder. Der Letztere deutete auf die Nothwendigkeit hin, für die Schweine Nahrung und Waſſer auf das Land zu bringen,— eine Handlung, welche die Humanität ihnen gebieteriſch vor⸗ ſchreibe, nicht Menſchlichkeit in dem Sinne des Gefühls für unſeres Gleichen, ſondern in dem Sinn, in welchem wir für jedes animaliſche Leiden, des Menſchen wie des Thieres, mit⸗ empfinden ſollen. Mark ſtimmte in Betreff der Nahrung bei, war aber der Anſicht, ein Gewitter ſei im Anzug und werde das Riff berühren. Das Wetter hatte allerdings ein Aus⸗ ſehen dieſer Art, und Bob willigte ein, des Ergebniſſes zu harren, um ſich nicht unnöthige Mühe zu machen. Die Schweine wühlten noch, wie man zu ſagen pflegt, auf Leben und Tod in dem Krater, obgleich bis jetzt nichts Genießbares ihre Mühen belohnen wollte. Vielleicht fanden ſie Vergnügen dabei, ihre Naſen in irgend etwas Boden⸗ähnliches zu ſtecken, —„———— * ——— 8 — 121— nachdem ſie ſo lange in den Planken eines Schiffes eingeſperrt geweſen. 8 Als Bob ſie auf dieſe Weiſe beſchäftigt ſah, machte er Mark darauf aufmerkſam, einen andern Verſuch zu machen, welcher gewiß weit genug„nach vorne“ ausſchaute, als hätte er aber nicht viel Hoffnung, in den nächſten Jahren von der Inſel wegzukommen. Unter den verſchiedenen Fruchtkernen, welche Capitän Crutchely mitgebracht hatte, waren auch Orangen, Citronen, Pomeranzen, Feigen und Trauben,— Früchte, welche hier recht gut gezogen werden konnten, wäre nur hinreichender Boden vorhanden geweſen. Nun hatte eines der Schweine aus Leibeskräften unter der Wand, auf der Nord⸗ ſeite des Kraters, gewühlt und eine lange Reihe von kleinen Hügelchen erdehaltiger Aſche aufgewühlt, freilich in ungleichen Entfernungen, aber der Natur der verſchiedenen Früchte ganz angemeſſen vertheilt, ſofern dieſe nur in Wachsthum gebracht werden konnten. Dieſer unregelmäßigen Reihe von Hügelchen entlang begrub Mark ſeine Kerne und Körner, indem er ganz geneigt war, einen Verſuch dieſer Art zu machen, der, wenn nicht ihm ſelbſt, doch vielleicht anderen menſchlichen Weſen erſprießlich werden konnte. Als dieß abgethan war, wurden die Schweine aus dem Krater geſcheucht, und unſer junger Freund, welcher natürlich wünſchte, die Anpflanzung, welche er hier gemacht, auch bewahrt zu ſehen, nahm eines der Segel⸗ tücher und befeſtigte es nach einiger Mühe an dem natürlichen Thorwege, damit es hier die Stelle eines Thores verträte. Wenn die Thiere bei ihrem Wühlen einigen Erfolg gehabt hätten, ſo würde dieſer leichte Vermach ſie wahrſcheinlich nicht abgehalten haben, den Weg wieder in das Innere des Kraters zu finden; unter dieſen Umſtänden aber erwies es ſich als ganz hänge werder 2' Gewit Schiff Sie w große Maſſe ſtand C ters be Unbeh keit hi D ſeiner gewöhr kel bil ſo daf Male Y Felſen allen; Anſtoß war, als du hätte gefähr *) Si eſperrt chte er nachen, 3 hätte on der kernen, auch en,— wäre e eines Nord⸗ kleinen gleichen ee ganz ebracht gelchen r ganz wenn Weſen wurden junger welche Segel⸗ irlichen erträte. gehabt h nicht Kraters ich als — 125— ganz hinreichend, und das Segel blieb vor dem Eingange hängen, bis ein ſichereres Thor an ſeiner Stelle angebracht werden konnte. Mittlerweile hatten ſich die Vorzeichen eines herannahenden Gewitters ſo ſehr vermehrt, daß unſere Seemänner in ihr Schiff zurückeilten, um einer tüchtigen Taufe zu entgehen. Sie waren kaum an Bord, als das Wetter losbrach. Eine große Menge Waſſers ſtrömte nieder, obgleich nicht in ſolcher Maſſe, wie man es zuweilen in den Wendekreiſen fallen ſieht. Nach einer Stunde war Alles vorüber und die Sonne ſtand wieder hell und ſengend an dem wolkenloſen Himmel. Etwas hatte ſich aber während des vorüberziehenden Wet⸗ ters begeben, das unſere beiden Seemänner in nicht geringe Unbehaglichkeit verſetzte und ſie abermals auf die Nothwendig⸗ keit hinwies, das Schiff zu vertauen. Der Wind ſprang nämlich während des Sturms aus ſeiner bisherigen Richtung in eine ſolche um, welche gegen die gewöhnliche Strömung der Paſſatwinde faſt einen rechten Win⸗ kel bildete. Dieß hatte zur Folge, daß das Schiff ſchwaiete,*) ſo daß es an die Felsrippen hingetrieben wurde und einige Male wirklich mit ſeiner Seite anſtieß. Mark hatte bei ſeinem früheren Lothen bemerkt, daß dieſe Felſen oben an ihrem Rande überhingen— ſie waren ohne allen Zweifel Reſte eines ehemaligen Kraters— und daß ein Anſtoßen des untern Theiles des Schiffes kaum zu beſorgen war, oder irgend eine andere Beſchädigung eintreten konnte, als durch das Anſtoßen der oberen Theile; dieſer Anprall aber hätte wohl zu rauh werden und die Sicherheit des Rancocus gefährden können. *) Sich um den Anker ſchwenkte. Der Ueberſetzer. — 126— Sobald der Himmel ſich jedoch wieder aufgeklärt hatte und der Paſſatwind von neuem eintrat, ſchwenkte ſich das Schiff wieder in ſeine alte Stellung zurück. Bob rieth nun, den ſchwerſten Wurfanker, welchen ſie an Bord hatten, an das Land zu ſchaffen, ihn in die Felſen zu ſtemmen und zwei bis drei Theile eines dichten Troſſes auslaufen zu laſſen, an welchen man eine Reihe Planken befeſtigen könne, auf welchen ſie, ohne ſich des Dingui zu bedienen, auf das Schiff und zurück könnten. Mark billigte dieſen Vorſchlag, und da ein Floß noth⸗ wendig war, um den Wurfanker an das Ufer zu bringen,— das Dingui war viel zu leicht, um ihm eine ſolche Laſt anver⸗ trauen zu dürfen,— beſchloſſen ſie, das Werk ſofort am nächſten Morgen zu beginnen. Der Reſt des Tages wurde leichtern, unerläßlichen Arbeiten gewidmet, auch die Unter⸗ ſuchung der Inſel fortgeſetzt. Mark war neugierig zu ſehen, welche Wirkung der Regen ſowohl in Bezug auf ſeine Pflan⸗ zungen als auf die Menge friſchen Waſſers, das auf dem Riffe ſtehen geblieben, gehabt habe. Man beſchloß daher, eine bis zwei Stunden an dem Lande zu bleiben, ehe die Nacht einbrach. Bob ſprach, ehe ſie das Schiff verließen, von dem Geflügel. Man hatte nur noch ſechs Hennen, einen Hahn und fünf Enten. Alle waren ſo mager und herabgekommen, wie man es wohl von Geflügel erwarten kann, das fünfzig Tage zur See iſt, und der biedere Theer ſchlug vor, ſie alle auf das Riff zu laſſen, um ſich dort, ſo gut ſie es könnten, ihre Nahrung zu ſuchen. Dann und wann, meinte er, könne man ihnen etwas zu eſſen bieten, ſonſt aber ſie gewähren und für ſich ſelbſt ſorgen laſſen. geöffne Luft g alle au Fuß. in hoh S Erſtau⸗ aufpicke gerathe auf de ſelbſt e bis er auf der welche ſah er Decke, kommen Schwei einen fu welcher machte. B⸗ in dem ſelbſt de ein gem Je Ziege, Land z. Nahrur t hatte ich das h nun, an das wei bis en, an welchen hiff und ß noth⸗ gen,— t anver⸗ fort am 3 wurde Unter⸗ u ſehen, e Pflan⸗ auf dem ger, eine e Nacht ſon dem n Hahn kommen, fünfzig ſie alle könnten, r, könne hren und Mark ſtimmte alsbald ein und die Hühner⸗Körbe wurden geöffnet, die Thiere auf den Hackebord gebracht und in die Luft geworfen; ſie flogen, wie es ſich faſt von ſelbſt verſtand, alle auf das Riff,— eine Entfernung von ein paar hundert Fuß. Und wahrlich, die armen Weſen freuten ſich der Freiheit in hohem Grade! Sie hatten das Riff kaum erreicht, als ſie, zu Mark's Erſtaunen, ans Werk gingen und mit der größten Gier etwas aufpickten, als ſeien ſie in den beſtens, verſehenen Hühnerhof gerathen. Der junge Mann, welcher überzeugt war, daß ſich auf den Felſen, als er herabſtieg, Nichts gefunden hatte, das ſelbſt eine Henne aufleſen möchte, konnte ſich dieß nicht erklären, bis er ſeine Augen„binnenbords“ wendete und die Enten auf dem Decke daſſelbe thun ſah. Als er die Art Nahrung, welche die letzteren Thiere zu ſich nahmen, näher betrachtete, ſah er eine Menge kleiner ſchleimiger Theilchen auf dem Decke, welche ohne Zweifel mit dem letzten Regen niederge⸗ kommen waren und von dem geſammten Geflügel ſowie den Schweinen gierig verſchlungen wurden. Man hatte hier alſo einen freilich nicht nachhaltigen Porrath von Manna gefunden, welcher dieſe Thiere wenigſtens auf einige Stunden glücklich machte. 1 Bob fing die Enten und warf ſie über Bord; ſie ſchoſſen in dem Waſſer umher und freuten ſich in einer Weiſe, welche ſelbſt dem verlaſſenen, ſchiffbrüchigen Manne, der ſie freigelaſſen, ein gewiſſes Vergnügen gewährte. Jetzt war nichts lebendes mehr in dem Schiffe, als die Ziege, und Mark hielt es für das Beſte, ſie nicht an das Land zu bringen, bis man Vorſorge getroffen hatte, ihre Nahrung mit weniger Mühe zu landen, als dieß durch das Dingui möglich war. Unſere Freunde dachten uͤberhaupt nicht daran, dieſes Thierchen am Leben zu laſſen, da ſie es nicht für möglich hielten, es auf lange Zeit nähren zu können; Mark wollte aber nichts vom Schlachten hören, da die Vor⸗ ſehung ſie Alle gemeinſam auf dieſes ſichere Riff geführt hatte. Auch glaubte er, es würde ſich gut ausnehmen, wenn es auf den Klippen der Inſel umherſpränge, und dem Riffe ein beleb⸗ teres, bewohntes Ausſehen gäbe, vbgleich er vorher ſah, daß es ſeinen Pflanzungen, wenn dieſe ja emporwuchſen, gefährlich werden dürfte. Da man Zeit hatte, über das Loos dieſes Thieres einen Entſchluß zu faſſen, kam man endlich überein, es an das Land zu bringen und ihm einige behagliche Wochen zu bereiten, ſollte es auch beſtimmt ſein, nach Verlauf dieſer Friſt zu ſterben. Als unſere Freunde an das Land kamen, fanden ſie alle Höhlungen an und auf dem Riffe mit Waſſer angefüllt. Betts war der Meinung, man ſolle alle Waſſerfäſſer mit dem ſo geſammelten Vorrathe füllen, denn das reichlich niedergefallene Waſſer ſchien größtentheils in dieſe natürlichen Behälter zu⸗ ſammengefloſſen zu ſein. Dieß war jedenfalls ſehr ermuthigend für die Zukunft, denn vor dieſem Gewitter glaubte Mark, der Mangel an Waſſer würde ſich ihnen eher fühlbar machen, als der Mangel an Nahrung. Im Nothfalle war dieſe von dem Meere zu erwarten, während jenes von dort nicht bezogen werden konnte. Aber die Art, wie die Enten ſich in dieſen friſchen Waſſer⸗ dümpeln ergötzten, läßt ſich kaum denken. Als Mark auf ihr fröhliches Thun blickte, erwachte zuerſt der Gedanke in ihm, ob es recht ſei, daß der Menſch irgend einem Geſchöpfe Gottes etwas anthue, das gegen deſſen Inſtinet ſei. Das Einſperren von V war il man d Käfige Sie w geborer von de ihnen ſelbſt f ſchwim bloß ar er fühl preisgee De geſchade zwar ti verlaſſer Feuchtig Sonne war er begonne und ſo waren da er d das Sch müſſe b' und das Bob ihr ſchlug d daß es i 235— pt nicht es nicht können; ie Vor⸗ t hatte. mes auf in beleb⸗ ah, daß efährlich s dieſes überein, 2e Wochen uf dieſer 1 ſie alle lt. Betts dem ſo rgefallene hälter zu⸗ nuthigend Mark, der achen, als von dem t bezogen en Waſſer⸗ rk auf ihr ee in ihm, pfe Gottes Einſperren — 129— von Vögeln, welche geſchaffen ſind, um zu fliegen, in Käſigen, war ihm ſtets unangenehm geweſen; auch begriff er nicht, wie man dieß Gehaben damit zu rechtfertigen gedenke, daß ſie in Käftgen geboren worden, und die Freiheit nie gekannt hätten. Sie waren mit dem Flug⸗Inſtinct, wenn man ſo ſagen darf, geboren und mußten natürlich nichts ſehnlicher wünſchen, als von der Kraft Gebrauch machen zu können, welche die Natur ihnen gegeben hatte. In der Art Käfig, in welcher Mark ſelbſt ſich jetzt befand, konnte er zwar gehen, laufen, ſpringen, ſchwimmen und Alles thun, wozu die Natur ihn in Bezug auf bloß animaliſche Bewegung beſtimmt und befähigt hatte, aber er fühlte ganz die Bitterkeit der Entbehrungen, welchen er preisgegeben war. 3 Der Regen hatte bis jetzt der Pflanzung gewiß nicht geſchadet. Alle die kleinen Aufwürfe und Hügelchen waren zwar tüchtig mit Waſſer geſättigt, aber unverſehrt, wie er ſie verlaſſen hatte. Einige derſelben hatten vielleicht zu viel Feuchtigkeit eingeſogen; Mark wußte aber, daß eine tropiſche Sonne dieſem Uebelſtande bald abhelfen würde. Am meiſten war er in Beſorgniß, er möchte ſeine Gärtnerei zu ſpät begonnen haben und das trockne Wetter dürfte zu bald eintreten und ſo alle ſeine Pflanzer⸗Ausſichten vernichten. Jedenfalls waren ſeine Pflanzen einmal tüchtig gewäſſert worden, und da er die Kraft einer tropiſchen Sonne kannte, glaubte er, das Schickſal des großen Verſuches, welchen er angeſtellt, müſſe bald entſchieden ſein. Wenn es ihm gelang, die Aſche und das Geröll des Kraters zu bepflanzen, konnten er und Bob ihres Unterhaltes für ihre ganze Lebenszeit ſicher ſein; ſchlug dieſes Mittel aber fehl, ſo beruhte all ihr Hoffen darauf, daß es ihnen gelang, in einem von ihnen ſelbſt zu erbauenden 235— 237. 9 — 130 1 Fahrzeuge zu entkommen. In keinem Falle jedoch,— den der Bob 1 bitterſten Nothwendigkeit ausgenommen,— kam es Mark in es nö den Sinn, ſeinem Plane zu entſagen, in die bewohnte Welt, fertig in ſein Vaterland, zu ſeiner Gattin zurückzukehren! Anha Unſere Seemänner genoſſen dieſe Nacht einen geſündern Der 2 1 Schlaf, als ſie ſich deſſen ſeit dem Verluſte ihrer Schiffs⸗ anker genoſſen und dem Unfalle, der das Schiff ſelbſt getroffen⸗ gelegt erfreut hatten. Die nächſten zwei Tage waren der Feſtigung 4 Lava 4 des Schiffes gewidmet. Es gelang Bob, aus den Nothſpieren rend & ein ganz anſehnliches Floß zu fertigen, zu welchem Zweck er und die Stengen und Raaen entzwei ſägte und ſie in einer Weiſe Troſſe 7 4 feſtigte, welche von ſeinem Scharfſinn und ſeiner Kraft zumal und d zeugte. Spier Mark verfiel aber auf ein Mittel, die beiden Wurfanker gehalt an das Land zu bringen, welches es unnöthig machte, dieſes die ar Mal Zuflucht zu dem Floße zu nehmen. gefeſti Jene Wurfanker lagen auf dem Hinterſchiffe, wo ſie ge⸗ in gle wöhnlich ihren Platz hatten, und es konnte zwei Männern gemac nicht ſchwer werden, ſie über den Spiegel zu bringen, wenn nach W ſie an Stopparn hingen. Mark hatte ſich verſichert, daß der waren Fels des Riffs, ein vulkaniſches Product, wie Alles ringsum, kam d wie eine Wand emporſtieg und daß das Schiff faſt auf allen paſſen! Seiten ganz nahe an denſelben heran konnte. Der Fall des obglei⸗e Hinterſtevens eines altmodiſch gebauten Philadelphia⸗Schiffes Schiff kam hier hülfreich zu Statten, und Nichts war leichter, als waren. auf das Ankertau zu vieren, das Schiff an die Inſel hinan feſtgen treiben zu laſſen, bis die Wurfanker völlig über dem Fels Inſel ohne hingen und dann dieſe niederzulaſſen. So geſchah es auch und das Floß wurde zu anderen Schiff und bl Zwecken aufgehoben. Trotz der Leichtigkeit, mit welcher die Wurfanker an das Land gebracht wurden, brauchten Mark und den der dark in Welt, ſündern Schiffs⸗ etroffen, eſtigung hſpieren Zweck er er Weiſe ft zumal zurfanker e, dieſes o ſie ge⸗ Männern en, wenn daß der ringsum, auf allen Fall des ⸗Schiffes cchter, als uſel hinan dem Fels u anderen velcher die Mark und — 131— Bob einen vollen halben Tag, um ſie gerade an den Stellen, wo es nöthig war, in die Felſen zu feſtigen. Als ſie jedoch damit fertig waren, hatten ſie es ſo tüchtig vollbracht, daß der Anhalt des Wurfankers feſter war, als der des Pflichtankers. Der Ankerſtöcke bediente man ſich gar nicht, ſondern die Wurf⸗ anker wurden nicht weit von einander flach auf den Fels gelegt, ſo zwar, daß die Ankerhände ſich in die Ritzen der Lava eingruben und eine hinreichende Feſtigkeit abgaben, wäh⸗ rend die Schafften durch natürliche Oeffnungen herauskamen und gerade auf das Schiff hingingen. Sechs Theile eines Troſſes wurden an die Wurfanker gebunden, drei an jeden, und dieſe Theile wurden in gleichen Entfernungen durch Stücke Spieren, welche geſchickt zwiſchen ſie gelegt worden, zuſammen⸗ gehalten, während das Ganze durch gewöhnliche Querhölzer, die auf eine Entfernung von zehn Fuß die Troſſe entlang gefeſtigt waren, zuſammenhing, wodurch alle Theile des Taues in gleicher Linie erhalten wurden. Ehe dieſe Querhölzer feſt⸗ gemacht wurden, hatte ſich das Schiff durch ſein Ankertau nach vorne gehoben, und die verſchiedenen Theile des Troſſes waren ſo in gleiche Spannung gebracht worden. Dadurch kam das Schiff auf etwa hundert Fuß von der Inſel,— eine paſſende, und wenn der Anker hielt, eine ſichere Stellung, obgleich Mark kaum beſorgen zu müſſen glaubte, er werde das Schiff gegen Felſen verlieren, welche ſo ſenkrecht und glatt waren. Auf die Querhölzer wurden dann Planken gelegt und feſtgemacht, und ſo ein„klarer“ Weg zwiſchen Schiff und Inſel gebildet, deſſen man ſich zu jeder Zeit bedienen konnte, ohne auf das Dingui verwieſen zu ſein; überdieß war das Schiff auf dieſe Weiſe nach vorne und ſpiegelwärts gefeſtigt und blieb ſo ſtets an derſelben Stelle und in derſelben Richtung. 9* — 132— Die Arbeit der Feſtigung des Schiffes nahm faſt zwei volle Tage hin und kam erſt am zweiten Tage ſpät Nach⸗ mittags zu dem gewünſchten Ende. Es war Samſtag und Mark hatte beſchloſſen, einen guten Anfang zu machen und künftig alle Sabbathe ausſchließlich dem Dienſte des Schöpfers zu weihen. Er war als Episcopale geboren und erzogen worden, Bob aber machte Anſprüche auf die Quäkerſchaft und, was mehr war, er hielt in mancher Hinſicht ſehr ſtreng und ernſt an den Anſichten dieſer Secte feſt. Der Theil von Neu⸗ Jerſey, wo Bob Betts heimiſch war, zählte viele Anhänger des Quäkerthums, und er war in ihrer Mitte nicht nur geboren, ſondern, in einem Sinne wenigſtens, erzogen worden; obgleich das frühe Alter, in welchem er auf die See kam, ihn den Formen, auf die bei den Quäkern ſo ſehr geſehen wird, ziemlich entfremdet hatte.. Als Beide daher am Samſtag Abend von der Arbeit abließen, waren ſie darüber einig, daß der nächſte Tag ein Tag der Ruhe— in dem chriſtlichen Sinne— ſein ſolle und daß ſie von jetzt an„den Sabbath heiligen“ wollten. Mark war ſtets geneigt, ſolche Gegenſtände ernſt in das Auge zu faſſen. Seine frühe Verbindung mit Bridget hatte ihn abgehalten, der gewöhnlichen Weiſe der meiſten Seeleute zu folgen, und unzählige Male war das künftige Leben der Gegenſtand des Geſpräches zwiſchen ihm und ſeiner Verlobten geweſen. 3 Da die Tage der Widerwärtigkeit die ſind, in welcher der Menſch ſich am erſten ſeiner Pflichten gegen Gott zu erinnern pflegt, kann es nicht auffallen, wenn ein Mann in einer ſolchen Stimmung und in ſolcher Lage ſich doppelt und drei⸗ fach zur Dankbarkeit und Reue aufgefordert ſieht. Gebi ſeine nen des zwan derſen Fläck meſſe aller nach ſpieg Stür in di ganze er n gewã nachl Schif Mark Taba daß dieſer lings währ 4 Voge Lage Felſer Fälle zwei Nach⸗ g und n und böpfers rzogen ft und, ig und n Neu⸗ hänger eboren, bbgleich hn den ziemlich Arbeit rag ein olle und in das et hatte Seeleute eben der herlobten lcher der erinnern in einer und drei⸗ — 193— Während Mark in dieſer Gemüthsverfaſſung ſein kleines Gebiet umſchlenderte, nahm Bob das Dingui und fuhr mit ſeinem Fiſchergeräthe einem der nordweſtlich vom Krater gelege⸗ nen nackten Felſen zu, welche ihre Häupter über die Oberfläche des Meeres erhoben. Dieſer nackten Felſen lagen hier faſt zwanzig innerhalb einer Meile vom Krater, und der größte derſelben umfaßte nicht mehr als ſechs bis acht Acker trockner Fläche. Einige hatten weniger als hundert Fuß im Durch⸗ meſſer. Der große Umfang und die unregelmäßige Bildung aller Klippen und Riffe um die Inſel machte, daß das Waſſer nach allen Seiten hin und auf eine bedeutende Entfernung ſpiegelglatt blieb, und nur wenn die Rollwellen bei ſchweren Stürmen hereinbrachen, konnte ſich das Dingui nicht gefahrlos in dieſem ſeinem Bereiche umherbewegen. Betts war ein großer Freund des Fiſchfangs und konnte ganze Tage mit dieſem ruhigen Vergnügen hinbringen, ſofern er nur einen hinreichenden Vorrath von Tabak hatte. Auch gewährte dieſem Seemann in ſeiner jetzigen Lage Nichts einen nachhaltigeren Troſt, als der Gedanke an den reichen, in dem Schiffe vorgefundenen Vorrath dieſes Krautes. Mit Ausnahme Mark's hatten alle Bewohner des Rancocus Gebrauch von Tabak gemacht, und man hatte daher auch Sorge getragen, daß auf dieſer weiten Reiſe kein Mangel daran einträte. Bei dieſer Gelegenheit erfreute ſich der gute Bob ſeiner zwei Lieb⸗ lingsbeſchäftigungen in Fülle, indem er das Kraut kaute, während er fiſchte. Mit Mark verhielt es ſich ganz anders. Er liebte ſeine Vogelflinte, konnte von dieſer Waffe aber in ſeiner jetzigen Lage kaum Gebrauch machen. Unter allen Vögeln, welche die Felſen umher beſuchten, war kein einziger eßbar, wenn man Fälle der äußerſten Hungersnoth ausnimmt. Als er dieſen Nachmittag über die Klippen dahin wandelte, war die Ziege ſeine Gefährtin; man hatte ſie über die neue Brücke an das Land gebracht, und ſte erfreute ſich ihrer Frei⸗ heit faſt in demſelben Maaße, wie die Enten. Während das Thierchen um ihn herumſprang und ihm überall auf ſeinem Spaziergange Geſellſchaft leiſtete, gedachte Mark der Ziegen Cruſoe's und ſein Geiſt wendete ſich natürlich zu den mannigfachen Berichten von Schiffbrüchen, welche er geleſen hatte, und zu einer Vergleichung zwiſchen ſeiner Lage und der anderer Seeleute, welche für kürzere oder längere Zeit ſonſt unbewohnte Inſeln zu ihrer Heimath hatten machen müſſen. Mark ſah bei dieſer Vergleichung, daß er auf der einen Seite in vielen Beziehungen im Nachtheile ſtand, während es andererſeits Vieles gab, für welches er jeden Grund hatte, der Vorſehung unendlich dankbar zu ſein. Dor allem war dieſe Inſel bis jetzt ganz ohne Vegetation irgend einer Art. Sie hatte keine Pflanzen, kein Gebüſch, keinen Baum. In dieſer Hinſicht entbehrte er viel und die Erfahrung mußte erſt darthun, ob der Boden irgend eines Anbaues fähig gemacht werden könne. Er ſagte ſich, irgend etwas der Vegetation Aehnliches müſſe ſich in oder um den Krater gezeigt haben, wenn deſſen„debris“ das befruchtende Prinzip in ſich ſchlöſſen; denn Mark war in der neuen Wiſſen⸗ ſchaft, der Agriculturchemie, nicht hinreichend bewandert, um zu begreifen, daß die Beimiſchung gewiſſer Elemente Kräfte ins Leben zu rufen vermöchte, welche bis jetzt ſchlummerten. Dann fehlte es dem Riff an Waſſer. Dieß war eine ſehr, ſehr große Entbehrung, die ernſteſte von allen, und ſie konnte zu den ſchrecklichſten Folgen führen. Allerdings hatte man jetzt drei; daß Niff über Einf Wal wenr in w der, ſahen Gott war word Waſ leicht Bedi noch ſehr groß daru Nutz zeug zu v Schi umſi ihrer undelte, ie neue r Frei⸗ nd ihm gedachte atürlich elche er er Lage längere machen er einen vährend d hatte, getation Gebüſch, und die id eines irgend um den -uchtende Wiſſen⸗ dert, um te Kräfte mmerten. eine ſehr, ſie konnte atte man — 135— jetzt jeden Tag einen Regenſchauer, zuweilen ſogar zwei bis drei; aber es war jetzt Frühling und es ließ ſich kaum zweifeln, daß in der heißen, trocknen Jahreszeit Dürre eintreten würde. Endlich war noch des Umſtandes zu gedenken, daß das Niff ſo klein und ohne alle Abwechslung war, denn das Auge überſah es auf einen Blick, während der Krater die traurige Einförmigkeit allein ein wenig hob. Auch fehlte es ganz an Wald oder an Holz irgend einer Art, um dabei zu kochen, wenn der Vorrath in dem Schiffe erſchöpft wäre. Dieß waren die hauptſächlichſten Schattenſeiten der Lage, in welcher ſich unſere Seemänner befanden, im Vergleich mit der, in welche die meiſten andern Schiffbrüchigen ſich verſetzt ſahen. Andererſeits gab Mark in Demuth und Dankbarkeit gegen Gott zu, daß er Vieles vor ihnen voraus habe. Vor allem war das Schiff und Alles, was ſich darin befand, erhalten worden, und bot ihnen Wohnung, Kleidung, Nahrung und Waſſer, ſo wie auch Feuerung auf eine lange Zeit,— viel⸗ leicht war auf die ganze Dauer ihres Lebens für ihre meiſten Bedürfniſſe geſorgt, wenn es gelang, auf dem nackten Fels noch einiges zu erzielen. Die Ladung des Rancocus war nicht ſehr ausgedehnt und in einem civiliſirten Lande von keinem großen Werthe; Mark wußte aber, daß viele Gegenſtände darunter waren, welche da, wo er ſich befand, von großem Nutzen wären. Die Glaskorallen und das gewöhnliche Spiel⸗ zeug, welches man mitgenommen hatte, um mit den Wilden zu verkehren, waren allerdings zu nichts zu brauchen; die Schiffseigenthümer waren aber, wie ſchon bemerkt worden, umſichtige und thätige Quäker, welche mit großer Schlauheit ihrer Handhabung weltlicher Geſchäfte eine gewiſſe Berückſich⸗ — 136— tigung allgemeinen Wohlwollens und den Wunſch beigeſellten, ſich ihren Mitmenſchen nützlich zu machen. Dieſem Grundſatze gemäß hatten ſie einen Theil ihrer Ladung ausgewählt und neben allen den rohern, gewöhnlicheren Werkzeugen, welche ein Volk, dem es an Hausthieren fehlt, brauchen konnte; einen Vorrath von Bettdecken, grobe Tücher, rohe Töpferwaaren, und hundert ähnliche Dinge beigefügt, welche unter Umſtänden und nach gehöriger Anleitung ſehr nützlich werden konnten. Auch die Sämereien rührten größtentheils von dieſen umſich⸗ tigen Handelsleuten her. Wenn es auf dem Riff ganz an friſchem Waſſer mangelte, ſo regnete es ziemlich viel; in der Regenzeit mußte es mehrere Wochen faſt unausgeſetzt regnen, und die zahlloſen Höhlungen in der alten Lava gaben ſehr geräumige Eiſternen ab. Wenn man die Vorſicht brauchte, die Waſſerfäſſer des Schiffes zeitlich zu füllen, entging man der Gefahr, dieſen wichtigen Bedarf entbehren zu müſſen. Allerdings mußte man des lieblichen, kühlen, wohlthuenden Getränkes, welches aus der ſprudelnden Quelle ſich ergoß, vergeſſen; Regenwaſſer aber, das in reinen Felſen geſammelt und in guten, wohlgehaltenen Fäſſern auf⸗ bewahrt wurde, war für Seeleute ein ziemlich erträgliches Getränk. Ueberdieß hatte Capitän Crutchely für die Cajüte eine Filtrirmaſchine mitgebracht und alles Waſſer, das dort gebraucht wurde, war durch dieſelbe gegangen. Als Mark die Vorzüge und Nachtheile ſeiner Lage, und der anderer ſchiffbrüchigen Seeleute gegen einander abwog, geſtand er, daß er eben ſo viel Grund habe, dankbar zu ſein, als ſich zu grämen. Das letztere beſchloß er jedoch ſich, wenn möglich, fern zu halten, und ſetzte, ruhiger und ergebener geſtimmt, als er dieß ſeit dem Eintritte des Schiffs in die Felsbänke geweſen, ſeinen Spaziergang fort. 5 legte ſie jet konnte und fi tigkeit genug und z gebrac gut fi der At legen, konnte grünes war f wie de Leben indem Thiere T von de Henner welche weile i blicke alle di Schiffe hohem ſich ſal ſich in ſellten, indſatze Dlt und lche ein einen paaren, ſtänden onnten. umſich⸗ ungelte, mehrere hlungen Wenn zeitlich Bedarf blichen, delnden reinen on auf⸗ ägliches Cajüte as dort e, und abwog, zu ſein, , wenn rgebener in die — 137— Während die lebhafte Ziege um ihn ſprang und ſpielte, legte er ſich die Frage vor, was er mit dem Thierchen, das ſie jetzt an das Land gebracht, beginnen ſollten. Die Schweine konnten ihnen, je nachdem man ſie auf der Inſel leben ließ, und ſie Mittel fanden, ſich zu nähren, von der größten Wich⸗ tigkeit ſein, oder nicht. Das Schiff enthielt noch Nahrung genug, um dieſe Geſchöpfe auf einige Monate zu erhalten, und zwar Nahrung, welche eigens zu dieſem Zwecke an Bord gebracht worden war; dieſe Nahrung aber ließ ſich eben ſo gut für das Geflügel brauchen, und unſer junger Mann war der Anſicht, er und Bob Betts dürften mehr Gewicht auf Eier legen, als auf Schweinfleiſch. Dann war die Ziege da; ſie konnte ihnen nicht lange von irgend einem Nutzen ſein und grünes Futter war für ſie nicht zu finden. Ein wenig Heu war freilich noch übrig, und Mark war feſt entſchloſſen, Kitty, wie das lebhafte kleine Geſchöpf genannt wurde, ſollte am Leben bleiben, ſo lange dieſes reichte. Sie war glücklich, indem ſie ſich mit einer Nahrung begnügte, die keinem andern Thiere abging. Mark konnte durchaus Nichts auf dem Felſen entdecken, von dem Vögel hätten leben können, und dennoch ſah er die Hennen ſtets etwas aufpicken. Wahrſcheinlich fanden ſie Inſekten, welche ſeinem Auge entgingen; die Enten ſchwelgten mittler⸗ weile in den Friſchwaſſer⸗Dümpeln, deren in dieſem Augen⸗ blicke ſich wohl hundert auf der Inſel finden mochten. Da alle dieſe Geſchöpfe bis jetzt regelmäßig mit den Vorräthen des Schiffes gefüttert wurden, ſchienen ſie ſich des Daſeins in hohem Grade zu freuen, und Mark fühlte, während er ſie um ſich ſah, wie groß ſeine eigene Dankbarkeit ſein müſſe, da er ſich in einem Zuſtande des Daſeins befand, in welchem er ſich des Glückes in höherer Weiſe, als die untergeordneten Weſen der Schöpfung es würdigen konnten, bewußt war. Ihm ſtand ſein Geiſt mit allen durch Beobachtung und Studium geſam⸗ melten Schätzen, ſeine Liebe zu Gott und ſeine Hoffnung auf ein glückliches Jenſeits ſtets zur Seite. Selbſt ſeine Liebe zu Bridget hatte ihren Reiz, obgleich auch ihr Bitteres. Er gedachte mit Wohlgeſallen ihrer Zärtlichkeit gegen ihn, ihrer Schönheit, ihrer Treue, an welcher er nicht einen Augenblick gezweifelt hatte, und alle der unſchuldigen, wonneſeligen Unter⸗ haltungen, welche ſie ſeit der langen Zeit ihrer Bekanntſchaft mit einander gepflogen hatten. Die Sonne ging eben unter, als Bob von ſeinem Fiſch⸗ fange zurückkehrte. Mark ſah nicht ohne Erſtaunen, daß das Dingui faſt bis an ſeine Leiſten in dem Waſſer ging, und eilte hinab, ſeinem Freunde entgegen, welcher in einer kleinen, dem Thorwege ganz nahe gelegenen Bucht, in welcher der Fels nicht ganz ſo ſenkrecht emporſtieg, wie beinahe überall an der Außen⸗ ſeite der Inſel, angelegt hatte. Bob hatte etwa ein Dutzend Fiſche gefangen, worunter einige von beträchtlicher Größe waren, die aber alle ihnen unbekannten Arten oder Varietäten angehörten. Er wählte die zwei anſehnlichſten für ihren Tiſch aus, die andern warf er auf die Felſen, wo die Schweine und das Geflügel verſuchen konnten, ob ſie Geſchmack an ihnen fänden. Der Schuppen und Floſſen ungeachtet ſprachen ihnen dieſe Thiere bald wacker zu. Die Hennen thaten anfangs ein wenig zimperlich, weil ſie ohne Zweifel in den Inſekten animaliſche Nahrung genug für ihre augenblicklichen Bedürfniſſe gefunden hatten; die Beute war aber noch lange nicht verzehrt, als ſie auch ihren Antheil hinnahmen. 8 ſchwer ausget zu ver dings fände, gewöh geſchm A erwähr einer Aushö ſich, n glaubt 8 eine 6 graſes Maſſe, durch Haufer 1 Zeiche erklärt fluthet Pflang des k ausſch finden des D Weſen n ſtand geſam⸗ ung auf Liebe zu . Er , ihrer igenblick n Unter⸗ untſchaft m Fiſch⸗ daß das und eilte nen, dem fels nicht r Außen⸗ worunter Ule ihnen r wählte dern warf verſuchen Schuppen ld wacker ich, weil ng genug tten; die nuch ihren — 139— Dieſer Verſuch überzeugte unſere Seemänner, daß es nicht ſchwer ſein würde, allen ihren Mitbewohnern der Inſel, Kitty ausgenommen, in Fülle und für immer die nöthige Nahrung zu verſchaffen. Die Schweine und das Geflügel würde aller⸗ dings einigermaßen nach Fiſchen ſchmecken; wenn es ſich aber fände, daß der Geſchmack unangenehm wäre, könnte ein wenig gewöhnliches reines Futter in der geeigneten Zeit den Bei⸗ geſchmack beſeitigen. Aber die Hauptfracht des Dingui waren nicht die eben erwähnten Fiſche. Bob hatte beinahe das ganze Boot mit einer Art vegetabiliſchem Lehm geladen, welchen er in der Aushöhlung einer der größeren Felſen gefunden hatte, und der ſich, wie er aus den Zeichen um den Platz ſchließen zu dürfen glaubte, durch Ablagerung von Meergras gebildet hatte. Durch ein Spiel des Zufalls trat in dieſe Felſenhöhle eine Strömung, welche große Maſſen ſchwimmenden Meer⸗ graſes hineintrieb; der neue Sturm hatte ohne Zweifel dieſe Maſſe, ſeit ſie ſich über die Oberfläche des Meeres erhoben, durch neue Anſchwemmungen vermehrt, indem die Wellen dem Haufen friſchen Stoff zuführten, und nichts weggeſpült wurde. Nach Bob's Bericht war nirgends um den Fels ein Zeichen von Vegetation, welcher Umſtand jedoch leicht dadurch erklärt ward, daß die Oberfläche ſtets durch Salzwaſſer über⸗ fluthet wurde, welches ſicher nicht nur alles gegenwärtige Pflanzenleben vernichtete, ſondern auch die Grundbedingung des künftigen mit ſich fortſchwemmte, ſofern es ſich nicht ausſchließlich von Waſſerpflanzen handelte. „Wie viel ſolchen Schlamm glaubt Ihr auf Eurem Felſen finden zu können, Bob?“ fragte Mark, nachdem er die Fracht des Dingui durch Auge, Geſchmack und Geruch unterſucht „ 3———— — 140— hatte.„Er verſpricht eine ungemein fruchtbare Erde zu werden, wenn er es nicht bereits iſt.“ „Mein Gott, Herr Mark, es findet ſich genug dort, um den alten Cocus wiederholt zu befrachten. Ich kann unmöglich angeben, wie tief die Höhle iſt, aber die Breite beträgt gut hundert Schritte, und die Stelle iſt ſo rund, wie der Gipfel dort, den Ihr eine Kreatur nennt.“ „Einen Krater, Bob. Wenn dieß aber der Fall iſt, wollen wir nächſte Woche an die Arbeit gehen und ſehen, wie wir dieſen herrlichen Stoff herüberſchaffen. Ich gebe die ſchöne Hoffnung nicht auf, daß wir ein Boot bauen können, Bob,— vergeßt dieß nie, mein Freund,— es iſt aber gut, für den Lebensunterhalt Sorge zu tragen, wenn es Gott gefallen ſollte, uns nicht mehr zur See gehen zu laſſen. „Zur See, Herr Mark? Weder Ihr, noch ich, noch irgend eine ſterbliche Seele wird je wieder in dem alten Coeus zur See gehen, wenn mich nicht alle Zeichen draußen betrogen haben. Allein es wird auch nicht möglich ſein, mein Stückchen Land zu bepflanzen, denn das Salzwaſſer muß es überfluthen, ſo oft eine ſtarke Bö geht, obgleich es eben nicht ſehr viele Mühe koſten ſollte, ſolche Spuülwellen abzuhalten, wenn ich die Sache recht bedenke. Spargeln würden dort ohne allen Zweifel merkwürdig fortkommen, und Freund Abraham White, einer der Schiffsherrn, hat, zum Beſten der Wilden, Samen und Wurzeln zumal mitgegeben, wenn man, bei all dem vielen Kram an Bord, nur wüßte, in welchen Theilen des Schiffes man ſie ſuchen ſoll.“ „All dieſe Sämereien und Wurzeln finden ſich in zwei bis drei Kiſten auf dem Vorplatze,“*) verſetzte Mark.„Ich *) Gewöhnlich das Volkslogis genannt. Der Ueberſetzer. gehe ſe Lehm reinigt ſpeiſen geſund B ſchöpft nicht n Wilden bis vie zuſamn was il B Schiffe und he Schiffs ein Fer bereiten Schüſſe *) Eit b werden, dort, um nmöglich trägt gut er Gipfel Fall iſt, ehen, wie gebe die n können, aber gut, es Gott ſen. ich, noch en Coeus betrogen Stückchen erfluthen, ehr viele wenn ich hne allen m White, , Samen dem vielen 3 Schiffes hin zwei rk.„Ich berſetzer. — 141— gehe ſogleich auf den Krater und hole eine Schippe, um dieſen Lehm aus dem Boote zu ſchöpfen, während Ihr die Fiſche reinigt und unſer Nachteſſen kocht. Nach den vielen Salz⸗ ſpeiſen wird etwas Friſches eben ſo wohlſchmeckend als geſund ſein.“ Bob ſtimmte bei und Jeder ging ſeiner Wege. Mark ſchöpfte den Lehm in einen Schiebkarren, deren Freund Abraham nicht weniger als drei an Bord hatte Pringen laſſen, um den Wilden Geſchenke damit zu machen, und brachte ihn in drei bis vier Gängen in den Krater, wo er ihn auf einen Haufen zuſammenwarf, den er mit Allem zu vergrößern beabſichtigte, was ihm dieſer Art zu Geſicht kam.. Bob reinigte indeſſen die beiden Fiſche an Bord des Schiffes, wohin er ſie gebracht hatte. Er zertheilte den größten und herbſten und that ihn nebſt Zwiebeln, Schweinfleiſch und Schiffsbrod in ein Kupfergefäß, um am nächſten Morgen früh ein Feuer darunter zu machen und eine Art Chowden*) zu bereiten. Der andere gab, gebacken, eine ſehr wohlſchmeckende Schüſſel an dieſem Abend ab. *) Eine Lieblingsſpeiſe der Küſtenbewobner der großen Republik; ſie beſteht aus geſtoßenem Zwieback, Fleiſch, Fiſch u. ſ. w. Der Ueberſetzer. Siebentes Kapitel. O gib du mir dein Herz in Frieden! Das Auge Gottes, das hienieden Durch jede Spalte forſchend dringt, Dem ſich nichts Irdiſches entringt,— Dieß Auge rubet für und für In ſeiner Gnade auch auf dir. Mißtreß Hemans. Der Sabbath geht über dem Frommgeſinnten ſtets hoff⸗ nungsreich auf und erfüllt ſeine Seele mit tiefer Dankbarkeit gegen den Schöpfer für alle ſeine Gnaden. Dieß iſt vielleicht in freundlichern Jahreszeiten und in ländlicher Abgeſchieden⸗ heit in ſicherm Grade der Fall, als unter dem Geſumme der Menſchen, und wenn die Gedanken durch Anweſenheit Vieler um uns her von ihrer eigentlichen Richtung abgeleitet werden. Noch größer iſt der Einfluß unbedingter Einſamkeit, zumal wenn dieſes Gefühl durch das Bewußtſein unmittelbarer, ſicht⸗ licher Abhängigkeit von der Vorſehung Gottes in Betreff der Mittel eines auch nur verlängerten Daſeins geſteigert wird. In der Welt verlieren die Menſchen dieſe Abhängigkeit aus den Augen, indem ſie ſich und ihren Kräften mehr zutrauen, als ſie zu leiſten vermögen, und ſogar vergeſſen, wem ſie dieſe Kräfte zu verdanken haben; wenn der Menſch aber allein und in gefährdeten Lagen iſt, lernt er fühlen, daß er für ſeine eigenen Bedürfniſſe nicht ausreicht, und dann wendet er ſich demüthig und vertrauend zu der göttlichen Hand, welche ihn ſchirmt und ſtützt. Mit Gefühlen dieſer Art beoqun für Mark und Bob der erſte Sonntag auf dem Riffe. Der Erſtere las die Morgen⸗ gebete aufmer welcher unſerer daß wi T trotz ſe Gefühl ſal geſ dieſen geſetzter und no gebucht abzunel begonne als ein Glaube thun, nicht w verfalle andern daß Bo wörter alten S liche de Sinne Riffe. als er würde Hemans. tets hoff⸗ ankbarkeit vielleicht eſchieden⸗ imme der eit Vieler t werden. it, zumal rer, ſicht⸗ etreff der ert wird. gkeit aus zutrauen, ſie dieſe llein und für ſeine et er ſich delche ihn Bob der Morgen⸗ 19 gebete vom Anfang bis zum Ende und der Letztere ſaß, ein aufmerkſamer Zuhörer, an ſeiner Seite. Der einzige Beweis, welcher von einer Verſchiedenheit in dem religiöſen Glauben unſerer Semänner an den Tag trat, war ſo ſeltſamer Art, daß wir ihn hier erwähnen müſſen. Trotz Bob's früher vertrauter Bekanntſchaft mit Mark,— trotz ſeines vorgerückteren Alters und der Art Gemeinſchaft in Gefühlen und Intereſſen, welche durch ihr gemeinſames Schick⸗ ſal geſchaffen worden war, hatte jener dennoch nie aufgehört, dieſen mit der Achtung zu behandeln, welche er ſeinem Vor⸗ geſetzten ſchuldig war. Von dieſer Unterordnung ließ er nie, und noch nicht ein einziges Mal war er, ſeit das Schiff ein⸗ gebuchtet war, in die Cajüte gekommen, ohne ſeine Mütze abzunehmen. Sobald jedoch dieſer Sonntags⸗Gottesdienſt begonnen hatte, ſetzte Bob ſeine Theermütze wieder auf, was als eine Art Zeichen ſeiner ſtrengen Anhänglichkeit an den Glauben ſeiner Väter gelten konnte, indem er darauf hielt, zu thun, wie ſeine Väter in dem Bethauſe gethan hatten, und nicht wenig beſorgt war, ſein Gefährte möchte in den Irrthum verfallen, anzunehmen, er ſei ein Mann, welcher leicht zu einem andern Glauben verleitet werden könne. Mark bemerkte auch, daß Bob im Laufe dieſes Sabbaths zwei oder dreimal die Für⸗ wörter„du“ und„dich“ brauchte, was in dem Munde des alten Salzers ſeltſam genug klang. Wohl erwies ſich unſeren beiden Seeleuten das Erſprieß⸗ liche der göttlichen Einſetzung eines Ruhetags, in dem geiſtigen Sinne des Worts, an dieſem ihrem erſten Sabbath auf dem Riffe. Mark fühlte ſich bei weitem ergebener in ſein Geſchick, als er es für möglich gehalten hätte, und Betts erklärte, er würde ſich für ganz glücklich halten, wenn er nur ein beſſeres „——— ——— ꝙ - Bob's Gegenwart davon geſprochen hätten. — 144— Boot als das Dingui hätte,— nicht als wäre das Dingui ein ſchlechtes Fahrzeug ſeiner Art,— nein, aber es ſei zu klein. Nach dem Morgen⸗Gottesdienſte, zu welchem die beiden Seeleute ſich auch äußerlich vorbereitet und auf das Beſte gekleidet hatten, machten ſie einen gemeinſchaftlichen Spazier⸗ gang auf dem Riff und unterhielten ſich von ihrer Lage und ihrem künftigen Thun. Bei dieſer Gelegenheit ſagte Bob zum erſten Male, wenn er nicht irre, müßten ſich in dem untern Raume die Stücke einer noch nicht zuſammengeſetzten Barkaſſe nebſt allem Zube⸗ hör vorfinden; man habe beabſichtigt, ſie zuſammen zu ſetzen, wenn das Schiff die Inſeln erreicht hätte, um dort damit zu kreuzen, mit den Wilden zu verkehren und das Sandelholz herbeizuſchaffen. Der Steuermann hatte nie ein Wort von dieſem Boote gehört, gab aber zu, daß ein Theil des untern Raumes beladen worden ſei, während er zu Briſtol geweſen, und man könne es in dieſer Zeit eingenommen haben. Bob geſtand, er habe es nie geſehen, obgleich er öfter unten beſchäftigt geweſen; deſſen aber erinnere er ſich ganz beſtimmt, daß Freund Abraham White und Capitän Crutchely von der Größe und dem mannig⸗ fachen Nutzen des Bootes ſich unterhalten hätten. Nach ſeiner Erinnerung ſollte es bei weitem größer ſſein als die Lanſch, und Maſten, Segel und ein Halbdeck haben. Mark hörte dieß Alles geduldig an, obgleich er überzeugt war, der ehrliche Burſche müſſe ſich vollſtändig geirrt haben. Ein ſolches Fahrzeug konnte kaum in dem Schiffe ſein, ohne daß er davon gehört hätte, wenn er es auch nicht zu Geſicht bekam; er hielt es jedoch für möglich, daß der Capitän und die Eigenthümer einen ſolchen Plan im Auge gehabt und in D fehlte konnte gelinge Zeit w welches lich ſo ſetze, in M und Na genoſſer Di auf Bo welche und eir denn bi ſo ehrle nicht g' wäre. abgezoge welche entgegen menſchli Gott, a Wenn d er ſei ſte der Han Am ihren w Während 235— Dingui zu klein. ee beiden us Beſte Spazier⸗ age und le, wenn e Stücke m Zube⸗ u ſetzen, damit zu undelholz m Boote 3 beladen an könne er habe geweſen; Abraham mannig⸗ ich ſeiner e Lanſch, überzeugt rt haben. in, ohne u Geſicht ditän und und in 145— Da es aber an Werkzeug jeder Art in dem Schiffe nicht fehlte und man Alles, was ſich an Bord fand, verwenden konnte, hielt Mark an der Hoffnung feſt, es würde ihnen gelingen, im Laufe der Zeit— und er glaubte, eine lange Zeit werde dazu nothwendig ſein— ein Fahrzeug zu bauen, welches dauerhaft genug wäre, um den Wellen dieſes gewöhn⸗ lich ſo wilden Meeres zu widerſtehen, und ſie in den Stand ſetze, in ihre Heimath und zu den Ihrigen zurückzukehren. Mit Unterhaltungen dieſer Art, mit religiöſen Uebungen und Nachdenken über das wahrſcheinliche Schickſal ihrer Schiffs⸗ genoſſen brachten unſere Seemänner dieſen heiligen Tag zu. Die Ruhe von den gewöhnlichen Beſchäftigungen machte auf Bob einen tiefen Eindruck, und er gab ſich den Gefühlen, welche dieſer Tag hervorrufen mußte, mit einer Einfachheit und einem Eifer hin, welcher Mark große Freude machte; denn bisher hatte er ſich wohl überzeugt, daß ſein Genoſſe ein ſo ehrlicher Burſche ſei, wie nur einer lebte; aber er hatte nicht geglaubt, daß er für religiöſe Eindrücke empfänglich wäre. Aber die Welt hatte ihre Hand plötzlich von Bob abgezogen, und in ſeiner jetzigen Lage waren die Schranken, welche die weiten Gewäſſer des ſtillen Meeres ſeiner Rückkehr entgegenſtellten, ſo unerbittlich, wie die des Grabes; und das menſchliche Herz wendet ſich in ſeinen bitterſten Leiden zu Gott, als dem einzigen Weſen, das Rettung bieten kann. Wenn der Menſch glücklich iſt, glaubt er in ſeiner Eitelkeit, er ſei ſtark genug, um ſich ſelbſt zu ſtützen, und vergißt wohl der Hand, welche allein eine dauernde Stütze gewähren kann. Am nächſten Morgen begannen unſere Seeleute ſich wieder ihren weltlicheren Pflichten mit erneuter Kraft zu widmen. Während es in ihrem Theekeſſel ſprudelte, rollten ſie ein paar 235— 237. 10 — ————— — 1446— leere Waſſerfäſſer an das Land und füllten größten natürlichen Behälter auf dem denn es hatte in der Nacht ſtark geregnet. ſtücke beſuchte Mark ſeine Lehm Bob in dem Dingui abruderte, um einige und eine neue Fracht Erde zu holen; der nächſten Fahrt ihn mit dem Floße zu jedoch, ehe man es zu einem ſochen Zwecke einiger vorläufigen Herrichtungen bedurfte. Der Regen in der vergangenen Nach maſſe vollfommen überſpült, und als überzeugte er ſich, ſie enthalten, weggeführt worden war. D in ſeinen Garten⸗Plänen auszuharren. eben erſt in ſeinem Beginn, Stande ſein, wenigſtens einige Beete ze um nützliche Pflanzen daraus zu erzielen. Der Rancocus hatte viele Planken u ume, die einen Theil der itig untern Ra ausmachten, welche die Eigent zu welcher er ausgeſchickt wurde, Fracht, in Bezug auf w tend; denn der Verkehr zwiſchen dem ci dem Wilden wurd handels betrieben, von dem man in der ſpricht und ſo wenig verſteht, des Gewinnes in der Regel dem ſten bedarf. 3 Mit einer Anzahl dieſer Planken ma für ſein Floß. Er war kaum damit zu ſie aus einem der Riffe mit friſchem Waſſer, Nach dem Früh⸗ haufen in dem Krater, während Fiſche zu fangen Mark beabſichtigte, bei begleiten, welches gebrauchen konnte, t hatte die Lehm⸗ Mark daran ſchmeckte, daß ein großer Theil des Salzes, welches ieß ermuthigte ihn, Der Frühling war und Mark hoffte, er würde im genug herzurichten, nd Diele in ſeinem beträchtlichen Vorräthe hümer für die abſonderliche Reiſe, eingelegt hatten. Seine erthvolle Gegenſtände, war nicht bedeu⸗ viliſirten Mann und e nach jenen großen Grundſätzen des Frei⸗ neueren Zeit ſo viel und wobei der Löwenantheil zufällt, der deſſen am wenig⸗ chte Mark ein Gerüſt Ende, als Bob mit einer L. „nach Mark h und we mit ein M Stoffen hatte. daß ma nach w ganzen und br die Erd Geſäete W Dingui Schlepn Ar rung g keine ih De mehrere viel Lel Wagen nem der Waſſer, m Früh⸗ während u fangen igte, bei ,welches n konnte, die Lehm- ſchmeckte, , welches higte ihn, hling war würde im ſrzurichten, in ſeinem Vorräthe lliche Reiſe, en. Seine nicht bedeu⸗ Mann und n des Frei⸗ Zeit ſo viel bwenantheil am wenig⸗ k ein Gerüſt als Bob mit — 147— einer Ladung Lehm zurückkehrte, und bei der nächſten Fahrt „nach außen“ wurde das Floß und das Dingui mitgenommen. Mark hatte dafür geſorgt, daß man das Floß rudern konnte, und wenn es unbefrachtet war, ruderten Bob und er es leicht mit einer Geſchwindigkeit von zwei Meilen auf die Stunde. Mark fand Betts Lager von verfallenen vegetabiliſchen Stoffen bedeutender und leichter zugänglich, als er erwartet hatte. Hundert Laſten waren wenigſtens zu gewinnen, ohne daß man nur eines Schiebkarren bedurfte, und allem Anſcheine nach war genug vorhanden, um viele Acker, vielleicht den ganzen Raum des Kraters damit zu überfahren. Vor allem Andern ſuchte der junge Mann einen paſſenden Platz aus, grub ihn tüchtig um, miſchte eine hinreichende Menge Guano bei, wie Bob das Verhältniß beſtimmt hatte, und brachte dann eine Anzahl ſeiner Spargelwurzeln unter die Erde; dann ſtreute er etwas Samen aus und rechte das Geſäete gut unter. Während dieß geſchah, hatte Bob das Floß und das Dingui geladen, worauf ſie das erſtere, mit dem Boot im Schlepptau, zu dem Riffe zurückruderten. Auf dieſe Weiſe fuhren unſere zwei Seemänner die zwei nächſten Wochen faſt unausgeſetzt mit ihrer Arbeit fort, indem ſie täglich mehr oder weniger Fahrten zu dem„Lehmfelſen“ machten, wie ſie den Ort nannten, wo dieſe köſtliche Ablage⸗ rung gefunden worden war; dabei vernachläſſigten ſie aber keine ihrer übrigen nothwendigen Pflichten. Da die Entfernung nur gering war, konnten ſie die Fahrt mehrere Male des Tages machen, und brachten jedes Mal ſo viel Lehm auf den Krater, als ein gewöhnlicher amerikaniſcher Wagen laden kann. Im Ganzen mochten ſie, nach Mark's 10* ——— — — 148— Berechnung, fünfzig ſolche Ladungen während dieſer zwölf Tage herübergeſchafft haben. Indeſſen war nie der ganze Tag dieſer Beſchäftigung gewidmet worden. Im Gegentheile wurden viele und vielfache andere Arbeiten zu Stande gebracht, zu welchen theils Noth⸗ wendigkeit, theils Vorſicht und Klugheit aufforderten. So rollten ſie alle leeren Waſſerfäſſer an das Land und füllten ſie aus den größeren Felſenbehältern; denn die häufigen Regengüſſe erinnerten daran, daß es klug ſei, für die trockene Jahreszeit Vorräthe einzulegen. Der Rancocus hatte noch ziemlich viel Waſſer an ſeinem Bord, und darunter vortreffliches Delawarefluß⸗Waſſer; über⸗ dieß hatte man auch, nach Umſeglung des Cap Horn, zu Valparaiſo friſchen Vorrath eingenommen. Mark zählte die vollen Fäſſer, und wenn er für Bob und ſich zehn Galonen*) des Tages in Anſpruch nahm,— bedeutend mehr, als ſie brauchen konnten,— ſo blieb in dem Schiffe für zwei Jahre friſches Waſſer in Fülle. Freilich war dieß kein Waſſer, wie der Gaumen es an einem warmen Tag erſehnen mochte; ſie waren aber daran gewöhnt und der Geſchmack war angenehm und„ſfüß.“ Mark fühlte allerdings dann und wann ein mächtiges Verlangen nach einem tüchtigen Trunk aus einer ſprudelnden Quelle zu Hauſe, deſſen er ſich mit Vergnügen erinnerte; und Bob hatte ſich ein wenig gewöhnt, eines beſondern Brunnens zu erwähnen, deſſen Waſſer man ſeit mehreren Menſchenaltern in ſeiner Familie mit Vorliebe zu trinken pflegte. Dieſer kleinen, ſehr natürlichen Seitenblicke ungeachtet waren unſere Seemänner, *) Vier Maaß ſind eine Galone. Der Ueberſetzer. wie es ſie hat zu füre es, da Sonne gefund D tung m gerollt Thierer in den E hingeb⸗ für die bracht, ergaber welche Auch Maaße eine be Meerſe Geſchö nur da E der in r zwölf äftigung vielfache 8 Noth⸗ n. So allten ſie -gengüſſe ahreszeit n ſeinem er; über⸗ dorn, zu ählte die lonen*) als ſie dei Jahre en es an er daran 3.“ Mark Verlangen Quelle zu Bob hatte erwähnen, in ſeiner nen, ſehr eemänner, eberſetzer. — 149— wie es ihnen dünkte, hinſichtlich des Waſſers gut daran; denn ſie hatten es in Ueberfluß, brauchten vernünftigerweiſe nicht zu fürchten, es je entbehren zu müſſen, und wir Alle würden es, da die Fäſſer im untern Raume gut verwahrt und vor der Sonne geſchützt waren, viel wohlſchmeckender und friſcher gefunden haben, als wir uns es wohl denken mögen. Die an das Land gebrachten Fäſſer wurden ihrer Erhal⸗ tung wegen und zu mannigfachen Zwecken gefüllt, zuſammen⸗ gerollt, vermacht und mit einem alten Segel bedeckt. Den Thieren war bis jetzt kein Waſſer gegeben worden, da ſie es in den Ritzen der Lava in Fülle fanden. Einen Theil der Zeit hatte Bob überdieß mit Fiſchen hingebracht, und nicht nur für Mark und ſich, ſondern auch für die Schweine und das Geflügel ſo viel Nahrung heimge⸗ bracht, als nöthig war. Einige der ſo gefangenen Fiſche ergaben ſich als köſtlich, während andere von einer Art waren, welche ſie veranlaßte, ſie auf den Düngerhaufen zu werfen. Auch eine Ladung Guano wurde eingebracht und in reichem Maaße dem Lehm beigemiſcht. Als die erſte Woche dieſer Reiſen nach dem„Lehmfelſen“ vorüber war, beſchloß Bob in einer andern Gegend zu fiſchen und wendete ſich windwärts von der„Seewand,“ wie ſie das Riff nannten, welches das Schiff ſchützte; er ruderte auf ein Stück nackten Felſen, eine kurze Strecke weiter hinaus, wo er eine beſondere Art kleiner Fiſche, dem ſogenannten Norfolker Meerſchweine ziemlich ähnlich,— eines der köſtlichſten kleinen Geſchöpfe für die Pfanne, wie ſie das ganze befloßte Geſchlecht nur darbieten kann,— zu finden hoffte. Er mochte ein paar Stunden draußen ſein, als Mark, der in dem Innern des Kraters beſchäftigt war, die Aſche ———n * —— — — 150— von der Kruſte, welche ſie bedeckte, zu löſen, Bob laut rufen hörte, als bedürfe er ſeines Beiſtands. Unſer junger Steuer⸗ mann warf ſeine Haue weg, lief hinaus und war nicht wenig überraſcht, als er die Art Ladung ſah, welche Bob in den Hafen einzubringen bemüht war. Wie es ſchien, hatte ſich eine große Menge Meergras windwärts von dem Felſen, an deſſen Rand Bobk ſiſchen wollte, geſammelt, und die Maſſe war nach und nach ſo angewachſen, daß keines mehr liegen bleiben konnte, worauf ſie niederſtürzte und trifftig wurde,— die Form des Felſens mochte das ihrige zu dieſem„Einbruche“ beigetragen haben,— ſüdlich von dem Riffe ging und leewärts abfloß, um einen andern Fels zu ſuchen und ſich dort zu lagern. Es war Bob gelungen, dieſe Art Floß um eine der Spitzen des Riffes zu bringen, als Wind und Strömung gerade auf den Krater zu trieben. Er hatte Mark angerufen, damit er ihm behülflich würde, das Floß in eine Art Bucht weiter nach vorne zu ſchaffen, wo es geſichert war, während er jetzt beſorgte, es möchte, nach all der Mühe, welche er ſich gegeben, an dem Riffe vorbeitreiben. Mark ſah alsbald, woran es fehlte, ſuchte ein Tau, warf es Bob zu und indem er darauf anhohlte, kam die ganze Maſſe gerade da, wo Betts ſie an das Land gebracht wünſchte, auf das Trockne. Dieſes Seegras ergab ſich in mehr als einem Sinn als eine ſehr wichtige Erwerbung. Die Menge war ſo groß, daß ſie zwei ſtark beladenen Heuwagen gleich kam. Dann wurden viele kleine Schellſiſche darunter gefunden, welche die Schweine und das Geflügel ſehr gierig aufzehrten. Auch Samenkörner fanden ſich darin und die Hühner pickten ſie mit einem Eifer auf, als wären es Weizenkörner. Ueberdieß aßen die Schweine ziemlich der H Herzen ſeiner L 2 Bob n denn d bauger mitgeſe ſie bra es in als die ſie die Weiſe A Betts handli wenigf umzug zu miß dienlic bepflar 5 zu fin Gebot Erfolg und ſ aufgel der W Bob's ut rufen Steuer⸗ t wenig in den Neergras wollte, wachſen, derſtürzte is ihrige von dem Fels zu een, dieſe gen, als ben. Er irde, das n, wo es nach all veitreiben. au, warf die ganze wünſchte, Sinn als groß, daß in wurden Schweine menkörner nem Eifer Schweine — 151— ziemlich viel von dem Graſe und die gute Kitty, das einzige der Hausthiere auf dem Riffe, das jetzt nicht nach ſeines Herzens Luſt lebte, leckte mit einer Art halben Zweifels an ſeiner Unſchädlichkeit daran. Obgleich es ſchon ſpät am Tage war, griffen Mark und Bob nach zwei von Freund Abraham White's Heugabeln,— denn der würdige Quäker hatte dieſe nebſt den übrigen Acker⸗ baugeräthſchaften als Friedensgeſchenke für die Fejee⸗Wilden mitgeſchickt,— und begannen mit regem Eifer zu arbeiten; ſie brachten das Gras an das Land, luden es auf und fuhren es in den Krater, während ſie gerade ſo viel draußen ließen, als die Schweine und das Geflügel brauchte. Damit beſchloſſen ſie die erſte Woche, welche ihre Thätigkeit in ſo vielfacher Weiſe angeſprochen hatte. An dem Schluſſe der zweiten Woche gingen Mark und Betts über ihr künftiges Thun zu Rath. Bei dieſer Ver⸗ handlung wurde beſchloſſen, ein bedeutendes Stück Land, wenigſtens einen halben Acker, innerhalb des Kraters vollends umzugraben, den Lehm darüber zu breiten, alles dieß gehörig zu miſchen und zu verarbeiten, von dem Seegras ſo viel, als dienlich ſchien, einzumengen, und den ſo geſchaffenen Boden zu bepflanzen. Obgleich es ihnen gelungen war, dieſen trefflichen Lehm zu finden, und Meergras in großer Menge ihnen nun zu Gebote ſtand, erwartete Mark eben keine ſehr glänzenden Erfolge von ſeiner Gartenkunſt. Der Lehm ſchien ihm kalt und ſchmeckte nach Salz, obgleich ihn, ſeit er in dem Krater aufgehäuft war, der Regen bedeutend erfriſcht hatte; und von der Wirkung des Guano wußte er nicht mehr, als was aus Bob's etwas verwirrten Berichten hervorging. Dann bot die Fläche des Kraters nichts als grobe, muſchelige Aſche. Dieſe Aſche lag allerdings für die Zwecke des Anbaues tief genug, denn Mark konnte ein Hebeiſen nach ſeiner ganzen Länge hineinarbeiten; allein das befruchtende Prinzip ſchien dieſem Stoffe ganz und gar zu fehlen. Auch konnte er ſich den Mangel jeder Art Pflanzenwuchſes auf dem Riff und ringsum nicht erklären, wenn die Keime des Pflanzenlebens irgend in dieſem Boden zu finden waren. Andererſeits hatte er geleſen, daß das Gelände um thätige Vulkane, wenn es ferne genug lag, um den gelegentlichen Zerſtörungen durch Lava, durch Dämpfe und Hitze zu entgehen, in Folge der Aſche und des feinen in der Luft zerſtreuten Staubes gewöhnlich höchſt ergiebig ſeiz da er hier aber keinen Beweis einer ſolchen Fruchtbarkeit bemerkte, ſchloß er, das nahe Meer habe Alles verſchlungen, was ſich an Gaben dieſer Art hier vorgefunden haben möchte. Unter ſolchen Verhältniſſen mußte Mark natürlich geneigt ſein, ſich mit einem mäßigen Beginne zu begnügen, ſtatt Zeit und Mühe damit zu verlieren, daß er Erzeugniſſe erſtrebte, welche zuletzt doch fehlſchlugen. Der Plan, welchen Mark bei Gelegenheit dieſer Berathung ſeinem Gefährten vorlegte, war folgender: Er ſchlug vor, den nächſten Monat darauf zu verwenden, daß ſie den halben Acker, deſſen Bearbeitung ſie begonnen hatten, fertig brächten und einſäeten, worauf nichts weiter zu thun wäre, als der Vorſehung und den Jahreszeiten das Gedeihen anheim zu geben. Wenn dieſe Arbeit abgethan wäre, ſchien es ihm paſſend, das Schiff von Grund aus zu„überhohlen,“ um ſich zu ver— gewiſſern, was ſich darin vorfände, und wenn ſich das von Bob er möglich S kaſſe g ſie Har men, u N ſolchen von A gegen denn n von de Tagen, lich un N Seemã unbeka nahen. N durch überra G 27 Betts, feſt ſetze aber li beachte D gefiel. dem w den Zy . Dieſe f genug, n Länge n dieſem ſich den ringsum rgend in n thätige Zentlichen entgehen, erſtreuten der keinen er, das ben dieſer h geneigt ſtatt Zeit erſtrebte, Berathung derwenden, begonnen hts weiter zeiten das m paſſend, ich zu ver⸗ h das von Bob erwähnte Boot wirklich darin fände, es ſo bald als möglich zuſammenzuſetzen und auf das Waſſer zu bringen. Sollten ſich jedoch das Gerüſt und die Planken der Bar⸗ kaſſe gegen alles Vermuthen Betts nicht vorfinden, ſo müßten ſie Hand anlegen und alles Brauchbare aus dem Schiffe neh⸗ men, um ein Boot zu bauen, ſo gut dieß ihnen möglich wäre. Nach Mark's Anſicht konnten ſie, nach Erbauung eines ſolchen Bootes, dieſes ruhige Meer zu befahren und die Küſte von Amerika oder Inſeln, von denen man wußte, daß ſie gegen Weiße freundlich geſinnt waren, zu erreichen verſuchen; denn man wird ſich erinnern, daß wir vor fünfzig Jahren von dem ſtillen Meere nicht ſo viel wußten, wie in unſern Tagen, und daß die Seeleute ſich nicht immer ſehr zuverſicht⸗ lich unter die Eingeborenen ſeiner Inſeln wagten. Mit dieſem ziemlich gut angelegten Plane ſahen unſere Seemänner den erſten Monat ihrer Gefangenſchaft auf den unbekannten Riffen dieſes entlegenen Welttheiles ſeinem Ende nahen. Mark ward am nächſten Morgen— es war Sabbath— durch einen Vorſchlag, welchen Bob vorbrachte, ein wenig überraſcht. „Die Freunde haben monatliche Verſammlungen,“ bemerkte Betts,„und wir ſollten auch einen ſolchen Tag auf dem Riffe feſtſetzen. Ich wäre dafür, die Weihnachten zu feiern, wünſchte aber lieber, alle Feſttage und Bettage der Freunde gehörig beachtet zu ſehen.“ Dieſer Vorſchlag ergötzte Mark heimlich, obgleich er ihm gefiel. Die monatlichen Zuſammenkünfte der Quäker galten dem weltlichen Theile der Kirchenangelegenheiten eben ſo, wie den Zwecken religiöſer Andacht; und da Bob alle dieſe Betreffe — 154— ſelbſt zu beſorgen und zu vertreten hatte, war es nicht ſo leicht einzuſehen, wie ein feſtgeſetzter Tag ihm bei der Hand⸗ habung ſeiner kirchlichen Angelegenheiten förderlich werden ſollte. Mark wußte aber das Gefühl zu würdigen, welches ihm dieſen Wunſch eingeflößt hatte, und war geneigt, ihm freund⸗ lich entgegen zu kommen. Betts wurde ſich in der Lage, in welche er ſich verſetzt ſah, ſeiner Abhängigkeit von der göttlichen Vorſehung täglich in höherm Grade bewußt; und ſein Geiſt ſowie ſeine Gefühle wendeten ſich natürlich genug, wenn ſie jetzt Hülfe ſuchten, früheren Gewohnheiten und Eindrücken zu. Bob hatte weder von der Theorie, noch von der Praxis ſeiner Secte ſehr klare Anſichten, erinnerte ſich aber der letztern und glaubte, er handle recht, wenn er ſich ſo genau als möglich den„Gebräu⸗ chen der Freunde“ anſchlöſſe. Mark verſprach die Sache in Erwägung zu ziehen und ihm in den nächſten Tagen ſeinen Entſchluß mitzutheilen. Am folgenden Montag regnete es faſt den ganzen Tag, ſo daß unſere Seeleute in das Schiff gebannt waren. Sie nahmen dieſe Gelegenheit wahr, um das„Zwiſchendeck“ gründ⸗ licher zu unterſuchen, als ſie bisher gethan hatten, beſonders aber die Samen⸗Schachteln einer genauen Durchſicht zu unter⸗ werfen. Auch eine Menge Geräthſchaften und faſt alles Acker⸗ werkzeug war in dieſem Decke verſtaut, und auch dieſe Gegen⸗ ſtände wurden in das Auge gefaßt. Auch das Gerüſt und das Zubehör zu der Barkaſſe wurden geſucht, allein ohne Erfolg. Wenn ſich dieſe Gegenſtände über⸗ haupt in dem Schiffe befanden, waren ſie gewiß nicht zwiſchen den Decken. Mark war ſtets der Anſicht, man würde dieſes Boot ni erwähnt genau v De Fürſorg tungen als zien Es einzuſch Zwecke M Sandel gebracht Ladung an, Sa wie me verbran iſt, hatt regunge dieſen 4 Un allerdin heit ge angegel zierliche White wenn d zugleich zu förd W nicht ſo r Hand⸗ werden hes ihm freund⸗ ) verſetzt g täglich Gefühle ſuchten, ttte weder ſehr klare nubte, er „Gebräu⸗ ehen und eilen. azen Tag, ren. Sie k“ gründ⸗ beſonders zu unter⸗ lles Acker⸗ eſe Gegen⸗ ſſſe wurden ände über⸗ ht zwiſchen ürde dieſes — 155— Boot nie vorſinden; Bob blieb aber dabei, er habe die oben erwähnte Unterhaltung nicht nur gehört, ſondern auch ganz genau verſtanden. Der Geräthſchaften waren ſehr viele vorhanden, und die Fürſorge des Freundes Abraham White, ſo wie ſeine Erwar⸗ tungen von der raſchen Bildungsfähigkeit der Fejee konnten als ziemlich übertrieben gelten. Es dürfte geeignet ſein, hier ein Wort über die Gründe einzuſchalten, warum der Rancocus ſo Vieles enthielt, das die Zwecke der Civiliſation zu fördern beſtimmt war. Man wird ſich erinnern, daß das Schiff auserſehen war, Sandelholz einzunehmen. Dieſes Sandelholz ſollte nach Canton gebracht und verkauft werden; aus dem Ertrage war eine Ladung Thee zu erkaufen und einzunehmen. Nun nahm man an, Sandelholz werde zu abgötteriſchen Zwecken verwendet und, wie man erzählte, vor den Götzen jenes heidniſchen Volkes verbrannt. Da die Abgötterei eine der ſchwerſten aller Sünden iſt, hatte Freund Abraham White viele Bedrängniſſe und Auf⸗ regungen des Gewiſſens in Betreff der Frage, ob er ſich auf dieſen Verkehr überhaupt einlaſſen dürfe. Unſere Bekanntſchaft mit den Sitten der Chineſen war allerdings noch nicht ſo weit gediehen, daß man mit Sicher⸗ heit gewußt hätte, ſie benützten das Sandelholz in der eben angegebenen Weiſe, denn Manche behaupteten, man mache zierliche Geräthſchaften und Möbeln daraus; Freund Abraham White hatte aber das Erſtere gehört und war geneigt, dieß, wenn der Bericht ſich als wahr ergeben ſollte, möglichſt, aus⸗ zugleichen, indem er ſich bemühte, die Civiliſation der Heiden zu fördern. Wär' er ein Presbyterianiſcher Handelsmann von religiöſer — 156— Richtung geweſen, ſo hätte er wahrſcheinlich eine Menge Trak⸗ tätchen zu demſelben Zwecke beſtimmt; da er aber einer Secte angehörte, deren Praxis im Allgemeinen eben ſo vortrefflich war, als ihre Theorie ſich als mangelhaft ergab, ſo konnte ſich ſein Gewiſſen mit ſo ſchalem Gehaben nicht zufrieden geben. Allerdings erwartete er von dieſer Reiſe einen Gewinn von vielen tauſend Dollars, und er würde dieſe ohne Zweifel eingeſtrichen haben, wenn das Schiff nicht von dem Mißgeſchick überraſcht worden wäre, oder wenn der gute Capitän Crutchely zu Ehren ſeines Hochzeitstages weniger getrunken hätte; aber der Ankauf der Geräthſchaften, Sämereien und alles deſſen, was zum Beſten der Eingeborenen von Vanna Leva und Viti Leva beſtimmt war, betrug nicht einen Cent weniger als tauſend Dollars. Als Mark die einzelnen Schachteln und Päcke durchſah, fand er unter anderen weißen Kleeſamen und Timotheusſamen in hinreichender Menge, um faſt die ganze Höhe des Riffes damit zu beſäen. Das Wetter klärte ſich eine Zeit lang auf, und ſie begaben ſich an das Land; Mark trug einen Theil des Grasſamens in einem Eimer, während Betts mit einem Gefäße folgte, welches mit Guano gefüllt werden ſollte. Sie ſchöpften von dem letztern aus einem Faſſe, welches damit angefüllt und bedeckt worden war, um es gegen Regen zu ſchützen, und ſtiegen auf den Krater. Keiner von Beiden hatte ſeit dem Tage, wo ſie mit ihrer Pflanzung auf dieſer Höhe fertig geworden waren, den „Gipfel“ wieder beſucht, und Mark näherte ſich den Beeten mit friſchbelebtem Intereſſe an deren Gedeihen. Von dieſen erwartete er nicht viel, denn er hatte die Aſche hier nicht mit Lehm gemiſcht; da er ſich aber in der neueſten Zeit ſo viel mit Pflanzenbau beſchäftigt hatte, hegte er einige Hoffnung, die groß theilweiſe Nac zücken, n das vier Frage gl öden Hüt wußte ſe viele tar in Grür fachen K ſeit dieſe weil ſie ihre Kei liche Ueb So Guano und die beitung mochten nach de Erwas! und geä Ergebnit Es ſchildern Geiſte l die Beſe wecken neuen C ige Trak⸗ er Secte ortrefflich unte ſich geben. Gewinn e Zweifel Lißgeſchick Crutchely aber der was zum beſtimmt dollars. durchſah, heusſamen des Riffes Zeit lang rug einen Betts mit den ſollte. hhes damit Regen zu o ſie mit aren, den den Beeten on dieſen nicht mit zeit ſo viel Hoffnung, — 157— die große Mühe, welche er ſich gegeben, würde wenigſtens theilweiſe belohnt werden. Nach dem Geſagten denkt ſich der Leſer wohl das Ent⸗ zücken, mit welchem er auf ein Melonenbeet blickte, das bereits das vierte Blatt getrieben hatte. Hier war alſo die große Frage glücklich gelöſt! Die Vegetation hatte auf dieſem bisher öden Hügel bereits begonnen, und der Raum, welcher— Mark wußte ſelbſt nicht wie lange, vielleicht tauſend, wenn nicht viele tauſend Jahre— nackt dagelegen, war nahe daran, ſich in Grün zu kleiden und Früchte zu bringen. Die mannig⸗ fachen Kräfte, welche jetzt in Thätigkeit geſetzt worden, waren ſeit dieſer ganzen Zeit wahrſcheinlich nahe Nachbarn geweſen; weil ſie aber nicht in unmittelbare Berührung kamen, waren ihre Keime unfruchtbar geblieben, und nun trat dieſer plötz⸗ liche Uebergang von nackter Oede in fruchtbare Ergiebigkeit ein. So dachte Mark, denn er zweifelte nicht, daß Betts' Guano die früher unfruchtbare Ablagerung des Vulkans belebt und die Samenkörner zum Keimen gebracht habe. Die Bear⸗ beitung des Bodens, der Zutritt von Luft, Licht und Waſſer mochten das ihrige gethan haben; aber etwas anderes fehlte nach dem Bedünken unſeres jungen Gärtners noch. Dieſes Erwas war durch den Vogeldünger, welchen die Zeit verbeſſert und geändert hatte, geboten worden, und ſiehe, das herrliche Ergebniß war vor ſeinen Augen. Es dürfte nicht leicht ſein, dem Leſer alle die Wonne zu ſchildern, welche dieſe ergrünenden Plätze in Mark Woolſton’s Geiſte hervorriefen. Sie übertraf weit die Freude, welche wohl die Beſeitigung der Beſorgniſſe vor künftigem Mangel in ihm wecken konnte; denn er hatte hier Etwas vor ſich, das einer neuen Schöpfung glich. 158— Er ging von Beet zu Beet und überall ſah er Pflanzen, welche hier neu aus dem Boden trieben, dort bereits Blätter anſetzten, überall aber ſichtbar wuchſen und gediehen. Glück⸗ licherweiſe war Kitty in den letzten vierzehn Tagen nicht auf der Höhe geweſen, denn ihre Lebensweiſe in dem Schiffe und zumal die nackte Oede der Höhen hatten ſie, ſeit ihren erſten Beſuchen, bei den übrigen Thieren unten feſtgehalten. Mark ſah ein, wie nothwendig es wäre, ſie von dem Gipfel fern zu halten, welchen ſie gewiß augenblicklich erkletterte, wenn ihr Auge etwas Grünes anſichtig wurde. Er beſchloß daher, ſie auf dem Schiffe einzuſperren, bis er die nöthigen Maßregeln getroffen hätte, ſie von einem Beſuche auf der Höhe abzuhalten. Dieß war leicht zu bewerkſtelligen. Auf der äußern Seite der Klippen waren nur drei Stellen, wo ſelbſt eine Ziege emporklettern konnte. Dieß rührte daher, daß der Fels überall, die drei erwähnten Stellen ausgenommen, bis auf eine Höhe von zehn oder zwölf Fuß wie eine Wand emporſtieg. Nach Mark's Anſicht hatte früher das Meer den Krater umſpült und ſeiner Baſis dieſe Geſtalt gegeben; denn ſo wandähnlich war der Fels bis zu der Höhe von Fehn oder zwölf Fuß, daß es dem rüſtigſten Manne lange ſchwer geworden ſein dürfte, die Höhe zu gewinnen. An zwei Stellen, wo das„debris“ einen ziemlichen Halt für den Fuß bot, konnte in einer halben Stunde Geröll und Alles beſeitigt ſein, und dann waren dieſe Stellen ſo unzugänglich, wie die übrigen. Auf dem dritten Punkte durfte es große Mühe verurſachen, wenn man dieſen Zweck erreichen wollte. Hier, ſagte Mark ſeinem Gefährten, ſei es nöthig, für den Augenblick eine Art Verzäunung zu machen. In dem Krater war der Aufſteig, wenn man eine oder zwei S gedacht ſie St Raum Thorm S erholt Erde worder gelegt Geſche verſor Erfah ſeine 1 konnte und ü ſich a konnte hinrei ſie gr Zuflu Jahre was er me Riffe⸗ denen *) 2 Pflanzen, Blätter Glück⸗ nicht auf hiffe und en erſten 1. Mark l fern zu wenn ihr aher, ſie Naßregeln dzuhalten. gern Seite line Ziege s überall, eine Höhe eg. Nach cr umſpült andähnlich Fuß, daß ein dürfte, „debris“ ner halben varen dieſe em dritten nan dieſen Gefährten, äunung zu n eine oder — 159— zwei Stellen ausnahm, gleichfalls mühſam; unſere Seemänner gedachten aber, dieſe Aufſteige zugänglicher zu machen, indem ſie Stufen hauten; denn die Thiere waren von dem innern Raume bereits durch das Segel ausgeſchloſſen, welches dem Thorweg oder der Eintrittshöhle als Vorhang diente. Sobald ſich Mark ein wenig von ſeiner Ueberraſchung erholt hatte, ſchickte er Bob hinab, um einige Eimer mit der Erde herbei zu ſchaffen, welche von dem„Lehmfels“ gebracht worden war. Dieſe Erde wurde ſorgfältig um jede Pflanze gelegt, und die beiden Seemänner wetteiferten bei dieſem Geſchäfte, bis jedes Beet hinreichend mit dem neuen Stoffe verſorgt war. Mark wußte es damals nicht, aber ſpätere Erfahrung ließ ihn vermuthen, er habe durch dieſe Vorſicht ſeine meiſten Lieblinge vor frühzeitigem Tode gerettet. Unter dem doppelten Einfluſſe der Sonne und des Regens konnten unter einem ſolchen Breitegrade die Pflanzen keimen und üppig aus der Aſche des Vulkans emporſchießen; es fragte ſich aber, ob die Nahrung, welche ein ſolcher Boden geben konnte,— wenn man es ja Boden nennen wollte,— ſich als hinreichend erweiſen werde, um die Pflanze zu erhalten, wenn ſie größer und ſtärker geworden, und alſo auch einen reichern Zufluß von Nährſtoffen verlangte? Mit der fortſchreitenden Jahreszeit überzeugte Mark ſich von der Zweckmäßigkeit deſſen, was bloß aus einer Art Inſtinct gethan worden war, ſo daß er manche Stunde damit hinbrachte, um auf dem Gipfel des Riffes Lehm anzuhäufen und ihn dann gelegentlich den verſchie⸗ denen Beeten beizumiſchen. Zu dieſem Zwecke takelte Bob einen kleinen Ladebaum*) *) Der Ladebaum wird gewöhnlich mit Jolltauen über die große Luke geneigt, um aus⸗ und einzuladen. Der Ueberſetzer. — 160— auf, befeſtigte ein Tau daran, ſo daß die Laſten nach Schiffsart heraufgeſchnellt wurden; denn die früheren Verſuche, ſie mit der Hand heraufzuziehen, hatten dem ehrlichen Burſchen den Gedanken eingegeben, er könne ſeine Zwecke auf leichtere Weiſe erreichen.— Als Mark ſich an dem Anblicke ſeiner neu gefundenen Schätze für den Augenblick genug ergötzt hatte, begann er alsbald den Grasſamen auf dem Gipfel und den Seiten des Kraters auszuſtreuen. Auf der innern Seite ſah er ſich nicht veranlaßt, Samen zu vergeuden, denn der Fels war hier faſt ſenkrecht; auf der Außenſeite des Hügels aber, oder des „Berges,“ wie Bob ſich mit Vorliebe ausdrückte, konnte, wenn man die unteren zehn bis zwölf Fuß ausnahm, dem Fort⸗ kommen der Ausſaat nichts entgegen ſtehen; obgleich Mark wußte, daß wegen Mangels an Boden nicht Alles aufgehen könne; wenn das Grün aber nur fleckenweiſe kam und das Auge ſich an einzelnen grünen Stellen erlaben konnte, wollte er ſich für all ſeine Mühe ſchon reichlich belohnt fühlen. Bob ſtreute Guano umher, wo immer er Samen ausſtreute, und auf dieſe Weiſe zogen ſie um den ganzen Krater, und Mark brachte auf dieſe Art wenigſtens die Hälfte des Grasſamens unter, welchen Freund Abraham White für die Wilden von Fejee mitgegeben hatte. Bald ſtellte ſich ein ſanfter, wohlthuender Regen ein, um dieſen Samen zu befeuchten und ihn mit alle dem zu durch⸗ dringen, was dieſe Fläche an Boden enthält, wodurch ihm alle unter dieſen Umſtänden nur denkbare Möglichkeit zum beſten Gedeihen geboten war. Nachdem unſere Seemänner dieſen einleitenden Schritt gethan hatten, um die Oberfläche des Kraters mit Grün zu umkleit Krater N blicks. Ebene, nicht g⸗ beſtand tragen was n. ſtieß n Beihül es an denden und br anzulen D Grade Zwecker Unterh ſprache ausgele Seegra E des Fr Früchte nothwe zu ihre und der Umſtän müſſen 235. chiffsart ſie mit chen den leichtere fundenen gann er eiten des ſich nicht hier faſt oder des te, wenn im Fort⸗ ch Mark aufgehen und das , wollte en. Bob ute, und nd Mark asſamens lden von ein, um zu durch⸗ urch ihm gkeit zum u Schritt Grün zu — 161— umkleiden, begaben ſie ſich daran, ihren Garten innerhalb des Kraters regelmäßig anzulegen. Mark gab bei dieſer Gelegenheit Beweiſe ſeines Scharf⸗ blicks. Mit gelegentlichen Ausnahmen war die Oberfläche der Ebene, oder der Grund des Kraters eine gleiche Kruſte von nicht großer Dicke, welche aus Aſche, Geröll, Muſcheln u. ſ. w. beſtand, die aber das Gewicht eines geladenen Wagens zu tragen im Stande war. War dieſe Kruſte einmal gebrochen, was mittelſt der Piken und Brecheiſen nicht ſchwer war, ſo ſtieß man auf eine ziemlich lockere Maſſe, welche ſich, ohne Beihülfe des Spatens, leicht zum Anbau benutzen ließ. Da es an Raum nicht fehlte, zog Mark nun in ſchönen, ſich win⸗ denden Pfaden ſeine Linien, ließ die Kruſte für die Gänge und brach nur da in die lockere Aſche ein, wo er ein Beet anzulegen wünſchte. Dieſe Mannigfaltigkeit ergötzte ihn und Bob in hohem Grade und ſie arbeiteten um ſo eifriger, als ihre Bemühungen Zwecken dienten, welche dem Auge wohl thaten, ihnen jetzt Unterhaltung gewährten, und ſpäter nützlich zu werden ver⸗ ſprachen. Nachdem alle Beeten, oval, gerade oder gewunden, ausgelegt und aufgelockert waren, miſchten ſie Lehm und Seegras in großer Fülle ein und beſäeten ſie. Es entging Mark nicht, daß ein Theil der Sämereien des Freundes Abraham White, wenn ſie aufgingen und ihre Früchte zur Reife kämen, ihre Eigenſchaften in dieſem Klima nothwendig ändern müßten, manche zu ihrem Vortheile, andere zu ihrem Nachtheile. Von den iriſchen Kartoffeln, dem Kohl und den meiſten nördlicheren Pflanzen erwartete er unter allen Umſtänden nicht viel; er glaubte jedoch, Alles verſuchen zu müſſen, und da er viele regelmäßig ausgeſuchte Schachteln 235— 237. 11 —— — — 4ͤ——— — — 165— mit Gartenſämereien vorfand, wie ſie in den Läden zu Phila⸗ delphia gekauft worden waren, ſo fehlte es in ſeinem Garten kaum an einer Pflanze, die man in der amerikaniſchen Küche kannte. Unſere Seemänner brachten volle vierzehn Tage mit dem Graben, Düngen und Beſamen ihres„Parterre“ hin, welches, als es fertig war, einen vollen Acker in dem Mittelpunkte des Kraters einnahm; denn nach Mark's Abſichten ſollte dieſer den Kern künftiger, ähnlicher Anlagen abgeben, und die hundert Acker in einen Garten umgeſchaffen werden. Während dieſe Arbeiten zu Ende gebracht waren, begann es weniger häufig zu regnen, obgleich es nicht an einzelnen Schauern fehlte, welche der Vegetation nur um ſo günſtiger waren. Die Pflanzen auf dem Gipfel hatten in dieſen vier⸗ zehn Tagen große Fortſchritte gemacht und ließen die Ueppig⸗ keit und Ergiebigkeit eines tropiſchen Klimas in hohem Maaße gewahren. Es ſindet ſich zuweilen, ſogar oft, daß dann, wenn die Sonne dem Pflanzenwuchs am günſtigſten iſt, die Feuchtig⸗ keit fehlt, um ihre Kraft zu ſteigern und in manchen Bezie⸗ hungen ihrem Einfluß entgegen zu arbeiten. Der Grund dieſer langen periodiſchen Dürre iſt aber nicht in der Hitze, ſondern in andern örtlichen Urſachen zu ſuchen. Mit dem nun fortrückenden Frühlinge begann Mark zu hoffen, ſein kleines Gebiet werde wenigſtens bis auf einen gewiſſen Grad von der Dürre verſchont bleiben, da die Paſſat⸗ winde und manche andere ihm unbekannte Einflüſſe ſo oft Wolken brachten, daß es nicht nur ihrem Garten nie an Regen fehlte, ſondern auch dadurch eine Hitze bedeutend gemil⸗ dert wurde, welche auf der alles Schattens baaren Inſel unausſtehlich hätte werden müſſen. Indem unſere Seemänner den Sommer herannahen ſahen, wendete innerha Spieren zumal führten des Kre mehr ei welche Sorgfat während Mangel das In Monate veranla Wohnu ſtets kü Sonne No „Gipfel Löcher i Stelle feſten C vielmeh gerade die Lei befunder baum a Phila⸗ Garten n Küche nit dem welches, telpunkte te dieſer hundert begann einzelnen günſtiger ſen vier⸗ Ueppig⸗ n Maaße in, wenn Feuchtig⸗ en Bezie⸗ ind dieſer ſondern Mark zu auf einen ie Paſſat⸗ ſe ſo oft n nie an nd gemil⸗ ren Inſel hen ſahen, wendeten ſie ihre Aufmerkſamkeit der Erbauung eines Zeltes innerhalb des Kraters zu. Sie ſchafften alte Segel und Spieren an das Land und hatten bald eine geräumige und zumal behagliche Wohnung dieſer Art aufgerichtet. Aber ſie führten nicht nur ein bequemes Zelt für ſich ſelbſt innerhalb des Kraters auf, ſondern bauten auch ein zweites, oder viel⸗ mehr eine Art Schoppen außerhalb deſſelben für die Thiere, welche ſich während der Hitze des Tages mit einer Art Gierde dahin flüchteten, ein Beweis, wie willkommen ihnen dieſe Zuflucht war. Dieſer äußere Schoppen mußte mit bei weitem größerer Sorgfalt gebaut werden, da er dem Winde bloßgeſtellt war, während man drinnen nie einen Windhauch ſpürte. Dieſer Mangel an Wind oder an Luftzug ſprach am meiſten gegen das Innere des Kraters als Wohnung während den heißen Monaten; und dieſe Regungsloſigkeit der Luft in dem Zelte veranlaßte Mark, auf Mittel zu denken, eine Art Zelt oder Wohnung auf dem Gipfel des Kraters ſelbſt zu bauen, wo es ſtets kühl blieb, ſofern man ſich vor den heißen Strahlen der Sonne zu ſchützen im Stande war. Nach vielem Suchen wählte Mark eine Stelle auf dem „Gipfel,“ wo er ſein Zelt aufſchlagen wollte. Man grub Löcher in den weichen Fels und ſteckte Spieren ein, welche die Stelle von Pfoſten vertraten. Bei einem ſo tüchtigen und feſten Gerüſte war es nicht ſchwer, die Wände des Zeltes oder vielmehr der Zeltdecke, denn beide Wohnungen hatten faſt gerade Seiten, mittelſt eines alten Fockſegels auszufüllen. Um die Leinwand aber hinaufzubringen, wurde es nothwendig befunden, ſie unten auszuſchneiden, eine Spill an dem Lade⸗ baum anzubringen und ſo Alles auf den Gipfel zu hiſſen. 11* —— — 164— Dieſe verſchiedenen Vorrichtungen koſteten Mark und Bob Betts abermals vierzehn Tage und ſo ging das erſte Viertel⸗ jahr, welches ſie auf dem Riffe hingebracht, zu Ende. Während dieſer Zeit hatten ſie ſich an ihre Lage gewöhnt und ihre Arbeiten eben ſo eifrig als regelmäßig betrieben, obgleich die zunehmende Hitze ſie an die Vorſicht mahnte, ſich der feurigen Nachmittagsſonne nicht zu ſehr bloß zu ſtellen. Achtes Kapitel. Sieb, wie ſich auf dem See die Stralen Der milden Sonne lieblich malen; Inſekten mit den gold'nen Flügeln Erglänzen, blitzgleich, ohne Zabl, Entlang den ſanften Blütbenbügeln, Dem Felsgewind, dem grünen Tbal. Savage. Das Zelt auf dem„Gipfel“ war jetzt gebaut und Mark brachte manche ſeiner Mußeſtunden dort zu. Ein Theil ſeiner Bücher, deren er eine ganz anſehuliche Sammlung beſaß, ſeine Flöte und ſein Schreibzeug wurden hierher geſchafft. Er konnte hier weilen und der verſchiedenen Pflanzen warten, welche ſeinen Beeten anvertraut waren. Was Bob betraf, ſo fiſchte er oft, theils um Vorräthe herbeizuſchaffen, theils zu ſeinem Vergnügen. Den Schweinen und dem Geflügel erging es gut und alle, die arme Kitty ausgenommen, ſchienen zu gedeihen. Die Letztere folgte Mark gern auf ſeinen Gängen und manchen ſehnſüchtigen Blick warf ſie auf den„Gipfel,“ wenn ſie ihn unter ſeinen Pflanzen umherwandeln ſah. D in den wiederl zu förd die Ph des näc Hügel Di eine Er als da Er er„au als ihm die Ste daß ein 3e blendend was der Anblick des Pflc Wurzeln baren R bedeckte, Waſſer, welchen jedoch ni mit einen Wã ruderte 2 daß Mar ind Bob Viertel⸗ Während ind ihre leich die feurigen Stralen 1 In, Hal. Savage. nd Mark eil ſeiner aß, ſeine Er konnte , welche Vorräthe ſchweinen me Kitty gte Mark zlick warf Pflanzen — 165— Die Pflanzen auf dem Gipfel oder die, welche zuerſt in den Boden gekommen waren, ſtanden herrlich. Man hatte wiederholt Lehm hinzugethan und Nichts, was das Wachsthum zu fördern im Stande war, fehlte. Die Melonen, die Gurken, die Pheben, die Kürbiſſe begannen auszulaufen und am Ende des nächſten Monats waren ein Dutzend große Beete auf dem Hügel von dichtem Grün bedeckt. Dieß war aber nicht Alles. Mark machte um dieſe Zeit eine Entdeckung, welche ihm faſt eben ſo viel Genuß bereitete, als da er zum erſten Male ſeine Melonen im Laube ſah. Er ſaß eines Tages in ſeinem Zelte, deſſen Seitenwände er„aufgegeiet“ hatte, um den Wind durchziehen zu laſſen, als ihm etwas Dunkles auf dem Fels in die Augen fiel. Da die Stelle ein wenig entfernt war, ging er hinzu und ſah, daß eine große Menge ſeines Grasſamens aufgegangen war. Jetzt durfte er hoffen, den öden, nackten, das Auge oft blendenden Fels in einen ſchönen begraſten Hügel und das, was dem Auge oft wehe gethan hatte, in einen erquickenden Anblick umzuwandeln. Der junge Mann begriff die Geſetze des Pflanzenwuchſes hinreichend, um gewiß zu ſein, daß die Wurzeln des Graſes, wenn ſie ſich einmal in die faſt unſicht⸗ baren Ritzen und Spalten der Lavakruſte, welche den Berg bedeckte, eingeſchlagen, von ſelbſt ſo viel Licht, Luft und Waſſer, als ſie brauchten, einlaſſen und ſo eben dieſen Boden, welchen ſie erhielt, ergiebiger machen würden. Er verſäumte jedoch nicht, der Natur nachzuhelfen, indem er die ganze Höhe mit einem neuen Vorrath von Guano überſtreuete. Während Mark auf dieſe Weiſe zu Hauſe beſchäftigt war, ruderte Bob hinaus und brachte eine ſolche Menge Fiſche heim, daß Mark es für gerathen hielt, auch ſie zu Dünger zu verwenden. —, Man brach daher einen neuen halben Acker innerhalb des Kraters auf, zu welcher Arbeit man die Kühle der Morgen und Abende benützte; ſobald der Naum gelockert war, brachte man eine Menge Fiſche unter das Geröll und die Aſche, und ließ ſie verweſen. Auch das Meergras hatte Bob mittlerweile nicht aus dem Auge verloren. Bei mehreren Gelegenheiten hatte er große Maſſen von den äußeren Riffen anher geflößt, an das Land geſchafft, auf den Schiebkarren in den Krater gefahren, und mit Lehm vom„Lehmfelſen“ und Guano gemiſcht. Von dieſen Arbeiten mußte man jedoch laſſen, ſowie die Jahreszeit vorſchritt und der Sommer alles Ernſtes herankam. Dennoch erwies ſich dieſe Jahreszeit nicht ſo furchtbar, wie Mark es geglaubt hatte, da die Seewinde das Riff kühl und friſch erhielten. Unſere Seemänner vermißten jetzt den Regen, welcher keineswegs ſo häufig kam, wie früher, obgleich er, wenn er kam, in ſtärkeren Güſſen niederſtrömte. Die Thiere mußten mehrere Wochen mit Waſſer verſehen werden, da die Kraft der Sonne alles Waſſer, das in den Höhlungen der Felſen war, faſt unmittelbar vertrocknet hatte. Während es zu heiß war, um ſich in dem Dingui länger als eine halbe Stunde des Morgens und des Abends hinaus zu wagen, wendete Mark ſeine Aufmerkſamkeit wieder dem Schiffe zu. In paſſenden Stunden wurden alle Segel losge⸗ macht, gründlich getrocknet und„hinab“ geſchafft. Ein Sonnendeck wurde herausgebracht, ausgebreitet und die Decken Morgens und Abends abgeſpült, theils der Reinlichkeit wegen, theils um ſie vor Fäulniß zu bewahren. Jetzt betrat man auch den untern Raum und„überholte“ ihn zu große unter Abrah Eingel werder freute Eſſig verwer A und Y finden er beg zu ziel N und I Luke z S ſich ni Burſch ziehen noch n Umfan Mark. der Be als etr verſetzt ich es halb des Morgen „brachte che, und ttlerweile genheiten rgeflößt, n Krater Guano ſowie die derankam. bar, wie kühl und welcher wenn er e mußten die Kraft der Felſen gui länger ds hinaus jieder dem egel losge⸗ afft. Ein die Decken keit wegen, überholte“ — 167— ihn zum erſten Male ſeit dem Eintritt in die Felsbänke. Eine große Menge brauchbarer Gegenſtände fand ſich hier vor, und unter andern auch zwei Fäſſer trefflichen Eſſigs, welchen Freund Abraham White an Bord hatte bringen laſſen, um bei allem Eingeböckelten als Mittel gegen den Scorbut gebraucht zu werden. Da die Zwiebeln und Gurken ſo trefflich gediehen, freute ſich Mark dieſer Entdeckung ſehr und beſchloß, den Eſſig bei einem Theile dieſer zu erwartenden Gewächſe zu verwenden. Als Bob eines Tags in dem untern Raum umherſtöberte und Mark ihm zuſah, da man nirgends einen kühlern Platz finden konnte, kam jenem ein Stück Holz in die Hand, und er begann daran zu ziehen, um es aus einem Haufen Allerlei zu ziehen, das in einer dunkeln Ecke lag. Nach mehrfachen Anſtrengungen kam das Holz heraus und Mark, welchem ſeine Form aufftel, bat Bob, es an die Luke zu bringen, damit man es ſehen könne. Sobald Woolſton das„alberne, krumme Stück Holz, das ſich nirgends recht einſtauen laſſen wollte,“ wie der ehrliche Burſche es beſchrieb, während er ſich anſtrengte, es herauszu⸗ ziehen, recht in das Auge faßte, ſah er, daß es weder mehr, noch weniger war, als die Rippe eines Bootes von größerem Umfang, als dieſe gewöhnlich ſind. „Dieß iſt in der That die Hand der Vorſehung!“ rief Mark.„Euer krummes Stück Holz iſt ein Theil des Gerüſtes der Barkaſſe, von welcher Ihr geſprochen habt, und die wir als etwas an Bord nicht zu findendes bereits aufgaben.“ „Ihr habt Recht, Herr Mark,— Ihr habt ganz Recht,“ verſetzte Bob;—„und ich war mit Blindheit geſchlagen, daß ich es nicht erkannte. Und wenn eines der Glieder des Bootes — 168— hier verſtaut iſt, ſo läßt ſich hoffen, daß in derſelben Breite noch mehr gefunden werden kann.“ Dieß war ganz richtig. Nachdem ſie in dieſer dunkeln Ecke des untern Raumes mehrere Stunden gearbeitet hatten, waren alle Theile des viel beſprochenen Bootes vorgefunden und in dem Vorplatze zuſammengebracht. Keiner unſerer beiden Seemänner verſtand viel von dem Schiffsbaue; Jeder von ihnen hatte aber einige Kenntniß von dem Fache, und Beide wußten recht gut, wo jedes Stück ein⸗ gepaßt werden mußte. Welch einen Umſchwung der Gefühle brachte dieſe Ent⸗ deckung bei dem jungen Gatten hervor! Kr hatte nie ganz daran verzweifelt, Bridget wieder zu ſehen, denn dieß würde ſich mit ſeiner Jugend und ſeinem lebhaften Charakter kaum vertragen haben; die Hoffnung war aber in der letzten Zeit ſo ſchwach geworden, daß man ſo jung und unerfahren ſein mußte, wie er, um ihr noch in irgend einer Weiſe Raum zu geben. Mark hatte für ſeine Jahre lange gelebt,— er hatte mehr geſehen, und weit mehr gethan, als dieß bei Leuten ſeines Alters der Fall zu ſein pflegt, und von Natur war er klug und praktiſch; wer aber ſo lange und mit ſo viel Gewinn gelebt hatte, wie er, konnte unmöglich, ſelbſt in einer noch entmuthigernden Lage, als die war, in welche er ſich verſetzt ſah, jede Hoffnung aufgeben, die wieder zu ſehen, an welcher ſein ganzes Herz hing. Dennoch hatte er ſich nach und nach an den Gedanken einer verlängerten Trennung gewöhnt und ſich der Nothwendigkeit gefügt, ſeine Vorbereitungen zu treffen, um ſein ganzes Leben in der Einſamkeit hinzubringen, in welche er und Betts durch eine geheimnißvolle, unerwartete Schickung der göttlichen Vorſehung verſetzt worden waren. W Anweſe unteren zugehör Bridget genomn wollen, das Sc entzückt Bob in kaſſe zu in einer dieſe w Ei Antlitze dieſe ſo Philoſo gebracht Me das ſich ein kleit ſamer u hier die war, we Die dieſe Er mächtig, Breite dunkeln hatten, gefunden von dem niß von lück ein⸗ ſe Ent⸗ ie ganz 5 würde er kaum ten Zeit ren ſein e Raum tte mehr n ſeines er klug Gewinn ner noch verſetzt welcher nd nach hnt und treffen, gen, in rwartete aren. — 169— Wenn Bob dann und wann auf ſeinem Berichte von der Anweſenheit aller nöthigen Theile zu einer Barkaſſe in den unteren Räumen des Rancocus beſtand, hatte Mark ungläubig zugehört, ohne ſelbſt zu wiſſen, wie ſehr ſein Geiſt mit Bridget beſchäftigt geweſen, als dieſer Theil der Ladung ein⸗ genommen worden, und ohne dem Gedanken Raum geben zu wollen, ein ſolcher Gegenſtand habe ohne ſein Vorwiſſen in das Schiff gebracht werden können. Jetzt hatten ihn jedoch ſeine Augen belehrt, all ſein Blut drang ſtürmiſch gegen ſein Herz heran und überwältigte ihn faſt; die Zukunft ſtand in einem ganz andern Lichte vor ſeinen entzückten Augen. Er zweifelte keinen Augenblick, daß er und Bob im Stande ſeien, dieſe ſo willkommenen Theile der Bar⸗ kaſſe zuſammen zu ſetzen, und daß es ihnen gelingen würde, in einem Boote von ſolchem Umfang und ſolcher Beſchaffenheit dieſe wilde See auf die nöthige Entfernung hin zu befahren. Eine glänzende Ausſicht, welche mit Bridget's glänzerndem Antlitze ſchloß, leuchtete vor ſeiner Phantaſie auf, und durch dieſe ſo wichtige Entdeckung wurde ein großer Theil geſunder Philoſophie und chriſtlicher Ergebung im Nu zum Wanken gebracht. Mark hatte dem Gedanken nie entſagt, mit all dem Holze, das ſich in dem Schiffe vorfand, und den Spieren und Segeln ein kleines Fahrzeug zu bauen; dieß wäre aber ein ſehr müh⸗ ſamer und zumal ein ſehr ungewiſſer Verſuch geweſen, während hier die Aufgabe mit einer Gewißheit und Beſtimmtheit gelöſt war, welche faſt mathematiſch genannt werden konnte. Die Erregung und der Umſchwung der Gefühle, welche dieſe Entdeckung der Barkaſſe in Mark hervorbrachte, war ſo mächtig, daß er mehrere Tage nicht daran denken konnte, einen 5 —— — ——— 7 — 170— Plan zur Reife zu bringen. Er konnte während dieſer Zeit eine Veränderung in ſich gewahren, welche faſt einem voll⸗ ſtändigen Wechſel des Charakters glich. Die Ranken auf dem Gipfel waren jetzt in vollem Laub und bedeckten mit ihrem üppigen Wuchſe große Stellen des Felſens, während man ſchon von dem Schiffe her das Gras ſah, das die dunkeln Abhänge und Seiten des Hügels mit Grün umkleidete. Aber all dieß entzückte ihn jetzt nicht mehr. Die Heimath und Bridget traten ihm ſelbſt in den bunten, nun herrlich erblühenden Beeten innerhalb des Kraters entgegen, wo Alles mit einer Ueppigkeit und Raſchheit emportrieb, welche ſeine kühnſten Erwartungen bei weitem übertraf. All ſein Hoffen, all ſein Denken, all ſein Sprechen bezog ſich auf die aufge⸗ fundenen Mittel, das Riff zu verlaſſen, zu den Wohnungen der Menſchen, in die Arme ſeiner jungen Gattin zurückzukehren. Betts ſah die Dinge philoſophiſcher an. Er hatte ſich in den Gedanken gefügt, einige Jahre„Robinſon Cruſoe zu ſpielen,“ und obgleich er den Wunſch oft hatte laut werden laſſen, das Dingui möchte noch einmal ſo groß ſein, ſo wäre er mit dieſem neuen Boote eben ſo zufrieden geweſen, hätte man es zu einem Viertheil ſeiner jetzigen Größe umgeſchaffen. Er fügte ſich jedoch in Mark's höhere Bildung, und als dieſer ihm ſagte, ſie könnten die Rückkehr des kühleren Wetters oder die Mäßigung der Sonnenhitze nicht, wie ſie früher beſchloſſen, erwarten, um das Gerüſt des Fahrzeugs zuſammenzuſetzen, fügte ſich Bob dieſem veränderten Plane bereitwillig, denn er war in Ergebenheit und Freudigkeit gewillt, die Dinge zu nehmen, wie ſie kamen. 4 Dennoch war es weit leichter, in dieſer Sache kühne Ent⸗ ſchlüſſe jetzt de über di nackten D baren! auf reg nun w zu find teln, Ungedr für die D neuen Werkm alles 5 allein Wahl D glaubte indem zu laſſ aber n ähnlich ganzen man e ſpülen Zeicher des Kr ganze eſer Zeit em voll⸗ em Laub ellen des as Gras gels mit Heimath herrlich wo Alles che ſeine n Hoffen, jie aufge⸗ ohnungen zukehren. hatte ſich Lruſoe zu t werden ſo wäre en, hätte geſchaffen. als dieſer tters oder eſchloſſen, enzuſetzen, „ denn er Dinge zu ühne Ent⸗ — 171— ſchlüſſe zu faſſen, als ſie ins Werk zu ſetzen. Die Hitze war jetzt den größten Theil des Tages hindurch ſo groß, daß es über die Kraft unſerer zwei Seemänner ging, ſie auf einem nackten Fels und ohne Schatten irgend einer Art auszuhalten. Das Gerüſt der Barkaſſe mußte irgendwo in der unmittel⸗ baren Nähe des Waſſers zuſammengeſetzt werden, da ſie nur auf regelmäßigen Wegen in die See konnte gelaſſen werden; nun war aber an dem Lande nirgends der geringſte Schatten zu finden, wenn man ſeine Zuſlucht nicht zu künſtlichen Mit⸗ teln, ſich ihn zu verſchaffen, nehmen wollte. Da Mark's Ungeduld keinen Aufſchub zuließ, mußte man daher vor allem für dieſen künſtlichen Schatten ſorgen. Das leewärts gelegene Ende des Riſſes wurde zu dem neuen Schiffsbauplatze erwählt. Dieſe Wahl legte den beiden Werkmeiſtern zwar ziemlich viel neue Arbeit auf, indem ſie alles Zubehör eine gute engliſche Meile anherſchaffen mußten; allein Mark war durch Nachdenken und Unterſuchung zur Wahl dieſer Stelle veranlaßt worden.“ Die Bildung der Felſen war dort günſtiger, wie er glaubte, als an jeder andern Stelle, die er finden konnte, indem ſie es möglich machte, die Barkaſſe leicht in das Waſſer zu laſſen. Dieß war ein Beweggrund; der Hauptgrund ſtand aber mit der Furcht vor Fluthen in Verbindung. Das wand⸗ ähnliche Ausſehen der äußern Baſis der Inſel, die Glätte der ganzen Oberfläche des Riffs im Allgemeinen, welche, wenn man einige Unebenheiten abrechnete, durch das ſtete Ueber⸗ ſpülen des Waſſers halb polirt zu ſein ſchien, und gewiſſe Zeichen, welche großentheils auf der untern Hälfte der Ebene des Kraters ſelbſt zu finden waren, ließen Mark ſchließen, das ganze Riff, mit Ausnahme des Kraters, müſſe oft und vor noch 4 nicht langer Zeit von den Waſſern des Meeres bedeckt geweſen Ek ſein. Die Wintermonate waren in dieſer Breite oft ſtürmiſche Namen Monate, obgleich fliegende Stürme jederzeit vorkommen mochten. Rancoe Nun war aber der Winter für unſere zwei„Riffer,“ wie ergießt, Bob ſich und Mark zuweilen lachend nannte, etwas noch nicht Freund Erprobtes, und fliegende Stürme hoben, wie ihnen wohl Lnen bekannt war, die Wellen in ihrer Nachbarſchaft oft in einer duane 3 Stunde um mehrere Fuß. Wurde das Waſſer wirklich auf ieſem das Riff geſchleudert, ſo daß die Wellen es überſpülten oder ein alte 4 ſich rollend darüber wälzten, ſo war die Barkaſſe, noch ehe ſie auf das in das Waſſer gelaſſen worden, in der größten Gefahr, weg⸗ abgeha „ gewaſchen zu werden. niederge 7 1 Alles deſſen war Mark eingedenk und wählte die erwähnte ünd B. Stelle vor Allem wegen den zu beſorgenden Fluthen. wenig? Sechs bis acht Monate konnten hingehen, ehe ſie im Bugſire Stande waren, die Barkaſſe in das Waſſer zu laſſen, und in Ziele 3 ſechs Monaten trat ſchon die ſtürmiſche Jahreszeit ein. Lee⸗ gemacht wärts, oder an dem weſtlichen Ende der Inſel, war das kleine vom Se Fahrzeug unter der Lee des Kraters, welcher als eine Art 7 In Schirm gegen die anbrechenden Wellen dienen und das Weg⸗ viele d ſpülen deſſelben hindern konnte. Dann war der Fels an dieſer beiden Stelle drei bis vier Fuß höher als an irgend einem andern vermoch Punkte in ſo unmittelbarer Nähe der See, ſo daß es leicht Lava 9 war, die Barkaſſe auf das Waſſer zu ſetzen; und dieſe beiden einer ſe Rückſichten veranlaßten den jungen„Riffer,“ ſich den Mühen ein vol des Heranſchaffens des Gerüſtes auf die genannte Entfernung man al lieber zu unterziehen, als ſie zu vermeiden. Das Floß wurde und di⸗ jedoch zu Hülfe genommen und das ganze Gerüſt, einen kleinen nan Theil der Planken ausgenommen, welche man bei dem Beginne M brauchte, auf einmal anher gebracht. geweſen türmiſche mochten. er,“ wie och nicht en wohl in einer klich auf lten oder h ehe ſie hr, weg⸗ erwähnte 2 ſie im , und in in. Lee⸗ as kleine eine Art as Weg⸗ an dieſer n andern es leicht ſe beiden n Mühen ntfernung oß wurde n kleinen Beginne — 173— Ehe man den Kiel der Barkaſſe legte, gab Mark ihr den Namen Neshamony, nach einem kleinen Fluſſe, welcher dem Rancocus gegenüber lag, der ſich auch in den Delaware ergießt, und deſſen Namen das Schiff erhalten hatte, weil Freund Abraham White an ſeinen Ufern geboren war. Vor allem andern mußte auf Mittel gedacht werden, die Qual abzuwenden, in der brennenden Sonne arbeiten zu müſſen. Zu dieſem Zwecke wurde das Floß abermals in Bewegung geſetzt; ein altes Marsſegel wurde aus der Segelkammer geholt und auf das Floß niedergelaſſen; Nothſpiere in erforderlicher Länge abgehauen und in das Waſſer geworfen, um mit dem übrigen niedergeflößt zu werden; Taue u. ſ. w. vollendeten die Fracht und Bob ſegelte wieder ab. Es koſtete in der That nicht wenig Mühe, das Floß windwärts zu bringen, da man das Bugſiren für das leichteſte Mittel gehalten hatte, um zum Ziele zu kommen; aber ein Gang nach leewärts war bald gemacht, und zwanzig Minuten nach dem Abgange des Floſſes vom Schiff erreichte es ſeinen Beſtimmungsort. Zwei Stunden des Morgens in der Frühe und eben ſo viele des Abends waren die einzige Zeit, in welcher unſere beiden Seemänner ſelbſt unter ihrem Schirmdache zu arbeiten vermochten. Acht Löcher, jedes zwei Fuß tief, mußten in die Lava gehauen werden. Man bediente ſich zu dieſem Behuf einer ſehr geringen Quantität Schießpulver, ſonſt hätte man ein volles Jahr auf dieſe Arbeit verwenden müſſen. Indem man aber ein Brecheiſen bis auf einen Fuß in den Fels trieb und die Höhlung mit ein wenig Pulver ausfüllte, ſprengte man die Lava auseinander, und konnte die Steine dann leicht mit Picken und Brecheiſen ablöſen. Man kann ſich eine Vorſtellung von dieſer mühevollen — 174— Arbeit, dem erſten Schritte zu dem neuen Werke, machen, wenn Es wir bemerken, daß das Einſetzen dieſer acht Pfoſten für das genießen Schirmdach allein einen Monat wegnahm. Als ſie aber ſtanden, nachdem 3 entſprachen ſie dem Zwecke vollkommen und Alles war in Fleiſche tüchtiger, ſeemannsähnlicher Weiſe abgethan worden. und lang Auf der Spitze eines jeden Pfoſten, der ſelbſt eine ſtarke Die Spiere war, befeſtigte man eine Huttalje, mittelſt welcher man denn als das Segel an ſeinen Platz emporzog. Um das bei einer ſo ganzen großen Zeltdecke unvermeidliche Schlagen zu verhüten, wurden Gurken, in der Mitte mehrere Spierenſtücke aufgeſtellt, welche ihrem. ſo weit Zwecke vollkommen entſprachen, ohne daß man Löcher für ſie Von die ausgehöhlt hätte., auf dem Bob war über dieſen neuen Schiffsbauplatz entzückt. Das niſſe, w Marsſegel hatte die Länge eines Schiffes von vierhundert auftaucht Tonnen, bot vollkommenen Schatten und hatte noch den Vor⸗ tens in theil, daß der Wind durchziehen konnte; überdieß konnte man war, ke ziemlich gewiß ſein, daß es gegen die Verheerung der Fluth. erwarten geſchützt war. Alles abe Auch Mark war mit dem Ergebniß zufrieden und ſchon zeugte ſie den Tag nach Vollendung dieſer Arbeit begannen unſere beiden erzeugen Schiffsbauer ihren Kiel zu legen. 1 Es Dieſer Tag war auch in einem andern Betracht merk⸗ der Bar würdig. Bob war auf den Gipfel gegangen, um ein dort des Boo zurückgelaſſenes Werkzeug zu holen, welches ihnen bei der Planke, Herſtellung des Zeltes unentbehrlich war, und überzeugte ſich mit Nun hier, daß die Melonen zu reifen begannen. Er brachte drei Bauhofe oder vier dieſer köſtlichen Früchte herab und Mark hatte die nützlich Freude, ein Geſchenk der gütigen Vorſehung zu koſten, und einem en auf dieſe Weiſe ſeine Mühen und ſeine Fürſorge belohnt Die zu ſehen. V Arbeit it n, wenn für das ſtanden, war in ne ſtarke her man einer ſo wurden he ihrem r für ſie kt. Das rrhundert den Vor⸗ inte man der Fluth und ſchon ere beiden cht merk⸗ ein dort bei der eugte ſich achte drei hatte die ſten, und belohnt — 175— Es war jedoch nothwendig, dieſe Melonen nur mäßig zu genießen; es war aber ſchon Genuß genug, ſie nur zu koſten, nachdem ſie ſo lange Zeit faſt ausſchließlich nur von geſalzenem Fleiſche und ſolchen Vorräthen gelebt hatten, welche getrocknet und lange in dem Schiff aufbewahrt waren. Die Melonen gingen jedoch nicht allein der Reife entgegen; denn als er ſelbſt die Ranken unterſuchte, welche jetzt einen ganzen Acker des„Gipfels“ bedeckten, fand er Kürbiſſe, Gurken, Zwiebeln, ſüße Pataten und vieles andere dieſer Art ſo weit gediehen, daß es in der Küche gebraucht werden konnte. Von dieſer Zeit an war täglich eine Schüſſel mit Gemüſe auf dem Tiſche der beiden Freunde, und gewiſſe leichte Beſorg⸗ niſſe, welche in Betreff des Scorbuts bei Woolſton wieder auftauchten, waren bald verſchwunden. Hinſichtlich des Gar⸗ tens in dem Krater, welcher viel größer und kunſtgerechter war, konnte man jetzt noch nicht ſo glänzende Ergebniſſe erwarten, da er ſpäter bepflanzt worden war als der Gipfel; Alles aber ſah auch dort vielverſprechend aus, und Mark über⸗ zeugte ſich, daß ein Acker, der tüchtig bearbeitet worden, mehr erzeugen würde, als er und Betts in einem Jahre brauchten. Es war ein wichtiger Tag auf dem Riff, als der Kiel der Barkaſſe gelegt wurde. Als Mark die einzelnen Theile des Bootes unterſuchte, bemerkte er, daß die Bootbauer jede Planke, und überhaupt alles, was zu der Barkaſſe gehörte, mit Nummern verſehen hatten. Die Löcher waren auf dem Bauhofe gebohrt und Alles vorgeſehen worden, was denen nützlich ſein konnte, welche, wie man erwartete, das Werk in finem entlegenen Theile der Welt zuſammen ſetzen ſollten. Dieß erleichterte auch den zwei neuen Schiffsbauern die Arbeit in hohem Grade und half über manche Schwierigkeit . ——, — 4 8 ——— weg, in welche ſie ihre ungeübtheit in ſolchen Dingen hätte verſetzen können. 1 Sobald der Kiel gelegt war, begann Mark das Gerüſt aufzuſtellen, was ohne große Mühe vollbracht wurde. Die Berghölzer wurden dann herbeigeſchafft und eingepaßt, wie es durch die Nummern vorgezeichnet war. Da das Boot bereits einmal zuſammengeſetzt geweſen, war man des Deiſſelns überhoben. Mark ſah, daß die Theile genau an einander gepaßt worden waren und trug daher Sorge, daß durch unnöthigen Gebrauch der ſchweren Axt keine Störung herbeigeführt würde; Bauholz und Planken wurden ſo lange verglichen und unterſucht, bis ſie gehörig in einander paßten; und wo ſich ein Hinderniß ergab, harrte er mit ſeinen Ver⸗ ſuchen aus, bis er das rechte getroffen, ohne etwas zu ändern, oder zu zerſchneiden. In Folge dieſer Vorſicht wurde das ganze Gerüſt aufgeſtellt und die Berghölzer eingepaßt und verzapft, und der Kielgang aufgeſetzt und befeſtigt, ohne daß irgend ein Theil des Holzes abgefallen wäre. Allerdings brauchte man eine volle Woche, um dieſe gewünſchten Zwecke zu erreichen. Unſere Seemänner maßen jetzt ihr neues Gerüſt. Der Kiel hatte volle vier und zwanzig Fuß Länge; die Entfernung zwiſchen den Klüshölzern und dem Hackebord betrug ſechs Fuß mehr; die Breite betrug von einer Leiſte zur andern neun Fuß, und der innere Raum mochte fünf Fuß Tiefe haben. Aus dieſen Meſſungen ſchloß man auf eine Trächtigkeit von etwa elf Tonnen, und da ein Fahrzeug von einem ſolchen Gehalt ſich auf der See ganz gut zu halten verſprach, ſo war die Freude unſerer Seemänner nicht gering, und Mark erfreute Bob mit Erzählungen von Schiffen, welche viel kleiner waren, und bei mannigfachen Gelegenheiten viel ſtürmiſchere Seen befahren hatten. «* De Arbeit vollende Bob ſei Der eh Boot n war, einigen andere Eit Boden Tagesli Barkaſſe Würmer reichend Bord de Fahrzeu Me Beſchla Hände e die Plar nicht ſel und der in allem menzuſet zu Ende Da *) Tech „ een hätte 8 Gerüſt de. Die , wie es geweſen, lie Theile r Sorge, Störung ſo lange r paßten; nen Ver⸗ u ändern, das ganze verzapft, rgend ein uchte man erreichen. küſt. Der utfernung ſechs Fuß neun Fuß, rrächtigkeit em ſolchen ch, ſo war irk erfreute ier waren, here Seen — 177— Das Anlegen der Planken des Neshamony war keine große Arbeit und wurde in der Woche, in welcher man es begann, vollendet. Das Kalfatern aber verurſachte mehr Mühe, obgleich Bob ſeiner Zeit ſich mit dieſer Art Arbeit viel beſchäftigt hatte. Der ehrliche Burſche brauchte zwei volle Wochen, um das Boot nach ſeinem Sinne zu kalfatern, und ehe er damit fertig war, wurde bei dem Durchſtöbern des Schiffsraumes nach einigen Feſtigungen, die ſich nicht vorgefunden hatten, eine andere große Entdeckung gemacht. Eine Anzahl alter Kupferplatten, welche einſt auf dem Boden eines Schiffes gedient haben mochten, wurden an das Tageslicht gebracht, und man fand ſie als„Kupfer für die Barkaſſe“ verzeichnet. Freund Abraham White hatte an die Würmer in den niedrigen Breitegraden gedacht und eine hin⸗ reichende Anzahl Platten aus einem abgetakelten Schiffe an Bord des Rancocus geſchickt, um den Boden*) dieſes kleinen Fahrzeugs bis zu den Berghölzern hinan damit zu beſchlagen. Mark und Bob begaben ſich daher an die Arbeit, um das Beſchlag⸗Papier und Kupfer, welches ihnen ſo glücklich in die Hände gefallen war, an Ort und Stelle zu bringen, ſobald die Plankennahten in Ordnung waren. Dieſe Mühe war eben nicht ſehr groß und nun kam die Farbenbürſte an die Reihe und der Rumpf wurde vollendet. Mark und Bob hatten alles in allem acht Wochen eifrig gearbeitet, um die Barkaſſe zuſam⸗ menzuſetzen. Als ſie gemalt war, ging der halbe Sommer zu Ende. Das Auslegen des Decks hatte mehr Mühe gekoſtet, als *) Techniſch„das lebendige Werk,“ oder der ganze im Waſſer beſindliche Tbeil des Schiffes. Der Ueberſetzer. 235— 237. 1² —— — 178— n anderer Theil der Arbeit an dem Boote, und zwar, weil es kein volles, ganzes Deck war, oder den Raum des Bootes völlig deckte, ſondern hinten kleine Spiegel⸗Bänke ließ, welche für die Behaglichkeit und Sicherheit derjenigen, die es tragen ſollte, durchaus nothwendig waren. Das Ganze war jedoch beiſammen und Mark und Bob konnten ſich nun des glücklichen Erfolges freuen und ihren Scharfſinn anſtrengen, um Mittel zu finden, ihr neu erbautes Boot auf das Waſſer zu bringen. Um es kurz zu ſagen: es war leichter, ein Boot von zehn Tonnen Gehalt zuſammen zu ſetzen, nachdem es vorher ſo trefflich zugerichtet worden, als es in die See zu laſſen. Da unſere beiden Seemänner ſchon oft Schiffe in ihren „Wiegen“ geſehen haben mußten, ſo hatte jeder einen Begriff von dem, was zu thun war. Mark hatte den Kiel dem Waſſer ſo nahe gelegt, als dieß thunlich war, und durch dieſe Vorſicht wurde eine bedeutende Mühe geſpart. Es war ſehr leicht, die nöthigen Materialien für die Bahn zu finden, da noch viele ſchwere Planken übrig waren; die Schwierigkeit beſtand aber darin, ſie ſo zu legen, daß ſie ſich nicht verrückten. Hier erwieſen ſich die Zeltpoſten ſehr brauchbar; man ſtemmte Planken gegen ſie, welche ihrerſeits wieder die Stützen der Bahn feſtigten. Um nicht zu viel Holz für die Wiege zu brauchen, wurde die Bahn auf Blöcke gelegt, und dieſe befeſtigten unſre neuen Schiffsbauer ſo gut, als ungeübte Hände es im Stande waren. Die Fertigung der Wiege koſtete nicht wenig Mühe, und einmal mußten ſie ſogar, in Folge eines Verſehens, die Arbeit wieder von vorne anfangen. Endlich glaubte Mark ſich der Hoffnung hingeben zu dürfen, ſie hätten alle nöthigen Vorſichtsmaßregeln getroffen; er ſagte irgend ein Bob do Verſuch aber eit und eir begleite D wenig ſollten und de würde, geſpart D und m Boote leichte ſie in thun, ſpäter N Zeltdee gebrach möchte Krater hatten feſtgeſt gefund 2 könnte Aber 4 zwar, m des Bänke enigen, d Bob ihren bautes en: es men zu als es n ihren Begriff Waſſer Vorſicht icht, die ch viele nd aber n. Hier ſtemmte tzen der ziege zu efeſtigten de es im ht wenig erſehens, u dürfen, er ſagte — 179— Bob daher, er glaube, ſie könnten den nächſten Morgen den Verſuch wagen, das Boot in das Waſſer zu laſſen. Bob ließ aber eine Aeußerung laut werden, welche dieſen Plan änderte und einen Aufſchub herbeiführte, der von ſehr ernſten Folgen begleitet war. Das Wetter war in den letzten Tagen wolkig und ein wenig bedrohlich geworden und Bob machte den Vorſchlag, ſie ſollten die Zeltdecke abnehmen, Streichen auf den Fels ſchaffen und den Maſt der Barkaſſe, ehe ſie in das Waſſer gelaſſen würde, feſtſtemmen, indem ihnen auf dieſe Weiſe viele Mühe geſpart wuͤrde. Der Maſt, meinte er, ſei allerdings nicht ſehr ſchwer, und man könnte ihn leicht feſtſtemmen, wenn man in dem Boote ſelbſt ein paar Ruder kreuzweiſe einlegte; aber ein paar leichte Spieren— obere Leeſegelſpieren zum Beiſpiel— würden ſie in den Stand ſetzen, die Sache bei weitem leichter abzu⸗ thun, ehe ſie das Fahrzeug in das Waſſer ließen, als dieß ſpäter geſchehen könne. Mark hörte dieſen Vorſchlag an und ſtimmte bei. Die Zeltdecke wurde demzufolge niedergelaſſen und aus dem Wege gebracht. Damit die Schweine das Segel nicht zerreißen möchten, wurde es auf zwei Schiebkarren gelegt und in den Krater gefahren, wohin ſich dieſe Thiere bis jetzt nicht gewagt hatten. Dann wurden die Streichen aufgehohlt und der Maſt feſtgeſtemmt und getakelt; denn man hatte die Segel des Bootes gefunden und angeſchlagen. Mark glaubte, jetzt ſei genug gethan worden und ſie könnten am folgenden Tage das Boot in das Waſſer laſſen. Aber ein anderer Vorſchlag Bob's führte zu neuem Aufſchub. Das Wetter war fortwährend wolkig und drohend. Betts 12* — 180— war daher der Anſicht, es ſei rathſam, die für die Barkaſſe beſtimmten Speiſevorräthe und das Waſſer beizuſtauen, während ſte noch auf den Stöcken ſtanden, da man ſich jetzt leichter um ſie her bewegen könne, als ſpäter. Die Waſſerfäſſer wurden alſo an Bord des Schiffes gehohlt, mit friſchem Waſſer gefüllt und auf das Floß gelegt. Ein Faß mit Rindfleiſch und ein anderes mit Schweinfleiſch und der nöthige Brodvorrath folgten. Zwei Fahrten mit dem Floß reichten hin, um alle dieſe Vorräthe und Bedürfniſſe herbei zu ſchaffen; die Ladungen wurden an das Land gebracht, an die Seite der Barkaſſe gerollt, mittelſt der Gaſſelfall an Bord gehißt und gehörig verſtaut. Ein Drei⸗ und ein Wurfanker waren, da man alles zu der Barkaſſe gehörige Material eingenommen hatte, in dem untern Naume gefunden worden; auch dieſe brachte man aus dem Schiffe herüber, landete ſie am Bauplatze, brachte ſie an Bord des Bootes und ſetzte die Taue an. Kurz, man machte alle Vorbereitungen, welche erforderlich waren, um in der Barkaſſe ſofort unter Segel zu gehen und in See zu ſtechen. Ziemlich ſpät am Nachmittage des dritten umwölkten Tages geſtand Bob ſelbſt, jetzt ſei der Neshamony in jeder Hinſicht in dem beſten Zuſtande, um vom Stapel gelaſſen zu werden. Als unſere zwei Seemänner daher von ihrem Tagewerk ſchieden, waren ſie darüber einig, daß ſie am nächſten Morgen bei guter Zeit beginnen, die Pfoſten abhauen und das Boot in See ſetzen könnten. Da es noch eine Stunde Tag blieb, ging Mark auf den Gipfel, um einige Melonen auszuſuchen und ſeine Pflanzungen und Gartenbeete in Augenſchein zu nehmen. Ehe der junge Mann Krater Gemü ſprach lange genü Ueppi gehen im V ſogar kehren durch hierh Fried jedoc bald niß, delte entlo Eifr von im und und ſtän die und aus arkaſſe ährend ter um ehohlt, in Faß nd der le dieſe dungen gerollt, erſtaut. zu der untern is dem n Bord rderlich hen und n Tages Hinſicht werden. ſchieden, ei guter in See auf den nzungen r junge — 181— Mann den Hügel beſtieg, beging er ſeinen Garten in dem Krater, wo Alles herrlich erblühte und gedieh. Viele ſeiner Gemüſe waren mittlerweile eßbar geworden, und Alles ver⸗ ſprach in hinreichender Menge zu erwachſen, um auf eine lange Zeit hinaus für die Bedürfniſſe zweier Perſonen zu genügen Der Anblick dieſer Früchte ſeiner Bemühungen und die Ueppigkeit der verſchiedenen Pflanzen flößte Mark ein vorüber⸗ gehendes wehmüthiges Gefühl ein, wenn er dachte, er ſtehe im Begriffe die Inſel auf immer zu verlaſſen. Es kam ihm ſogar vor, als würde er mit Vergnügen auf das Riff zurück⸗ kehren; und einmal flog ihm der ſchwache Umriß eines Planes durch den Sinn, demzufolge er ſich dachte, er könnte Bridget hierher führen und den Reſt ſeines Lebens mit ihr in dem Frieden und der Ruhe dieſer Inſel hinbringen. Dieß war jedoch, wie geſagt, nur ein vorübergehender Gedanke, welcher bald vor den Bildern ſchwand, mit denen das wichtige Begeb⸗ niß, welches am nächſten Tage bevorſtand, ſeinen Geiſt erfüllte. Während Mark in ſeinem Garten hin und wieder wan⸗ delte, ſiel ihm ein grüner Schimmer den Saum des Kraters entlang, oder unmittelbar über dem Abhang, in das Auge⸗ Eifrig eilte er zur Stelle und ſah, daß dort eine lange Reihe von Pflanzen neuer Art nicht nur über der Erde, ſondern ſchon im Laube und bereits mehrere Zoll hoch herangewachſen war. Hier hatte er Orangen, Zitronen, Pomeranzen, Feigen und andere Früchte der Tropenländer verſuchsweiſe eingelegt und ihrer vergeſſen. Während ſein Geiſt mit anderen Gegen⸗ ſtänden beſchäftigt war, hatten die Keime üppig getrieben, und die verſchiedenen jungen Pflanzen wuchſen mit der Ueppigkeit und Naſchheit, welche die Vegetation in den Tropenländern auszeichnet. ——— — 182 Während Mark's Phantaſie geſchäftig war, ſich auszu⸗ malen, welche Wirkungen auf dieſem ſeltſamen Riff Anbau und Sorgfalt hervorbringen mußten, miſchte ſich ein weh⸗ müthiger Seufzer ſeinen Hoffnungen auf die Zukunft bei, denn er dachte, wie bald er dieſen Ort für alle Zeit verlaſſen müſſe; auch auf dem Gipfel bewältigte ihn dieſes Gefühl faſt in noch höherm Grade. Von dem Grasſamen war ſo viel angegangen und die Wurzeln hatten ſich bereits ſo ausgedehnt, daß weite Strecken bereits grün und lachend daſtanden. Zwei bis drei Monate hatten Alles wunderbar gefördert, und die häufigen Regenſchauer, und die wohlthuende Wärme der Sonne zumal gaben dem Pflanzenwuchs eine Naſchheit und eine Kraft, welche unſern jungen Mann eben ſo ſehr überraſchten, als ſie ihn entzückten. Mark und Bob Betts brachten dieſe Nacht in dem Schiffe zu. Sie dachten ſich, es ſei vielleicht das letzte Mal, daß ſie an Bord ſchliefen, und die Anhänglichkeit an das Schiff ver⸗ anlaßte Beide in ihre ehemaligen Hängematten zurückzukehren; denn in der letzten Zeit hatten ſie dieſe unter ihrer Zeltdecke auf dem Bauplatz aufgehängt, um ihrer Arbeit nahe zu ſein. Mark wurde ſehr früh durch das Heulen einer Kühlte in der Takelage und den Spieren des Rancocus geweckt— Töne, welche er ſeit vielen, vielen Tagen nicht gehört hatte, und die ihm anfangs lieblich in das Ohr klangen. Eilig kleidete er ſich an und ging auf die Schanze, wo er ſah, daß ein Sturm über ſie losgebrochen war. Das Unwetter übertraf Alles, was er bisher in dem ſtillen Meere geſehen hatte. Das Meer war ungeſtüm bewegt und die Wellen rollten über das Riff windwärts mit einer Kraft und Majeſtät daher, welche der Anweſenheit der Felſen gar nicht zu achten ſchien. D beſorg ernſt, Grade ſtand aber Ungeſ mächt taue, züglie beſten 6 Grun vor2 haber zu ſe wicht ware nicht Felſe ſtand das mun Geg lage zu t verl Alle auszu⸗ Anbau weh⸗ „ denn müſſe; n noch gangen 3Z weite is drei äufigen zumal welche ſie ihn Schiffe daß ſie iff ver⸗ kehren; heltdecke zu ſein. Kühlte deckt— t hatte, ze, wo Das Meere und die aft und ar nicht — 183— Der Tag brach eben an, und Matk rief ſeinen Gefährten beſorgt auf. Das Ausſehen der Dinge war in der That ſehr ernſt, und anfangs fürchteten unſere Seemänner in hohem Grade für die Sicherheit des Schiffes. Die Seewand wider⸗ ſtand allerdings jedem Anpralle der Wellen; wenn dieſe ſich aber auch an den Klippen brachen, ſtürzten ſie doch mit einem Ungeſtüm über das Schiff, welches jeden Faſer der Ankertaue mächtig erſchütterte und ſpannte. Zum Glück waren die Anker⸗ taue, von welchen die Sicherheit des Schiffes abhing, von vor⸗ züglicher Güte, und von dem Anker wußte man, daß er den beſten Halt hatte. Die Erhaltung des Schiffes war demnach für ſie kein Grund mehr zu Beſorgniſſen, aber an die Barkaſſe mußte nun vor Allem gedacht werden. Wohl würde es Beiden leid gethan haben, den Rancocus auf die Felſen geſchleudert und vernichtet zu ſehen; aber es war für ihre Pläne und Hoffnungen viel wichtiger, daß der Neshamony nicht beſchädigt wurde. Auch waren die Anzeichen von Gefahr, welche dem Boote drohten, nicht außer Acht zu laſſen. Die Waſſer des Meeres ſchienen in Maſſen über dieſe Felſen zu kommen, welche leewärts ihrem Andrange wider⸗ ſtanden; an einzelnen Stellen aber ſpülten ſie bereits über das Riff weg und drohten mit einer allgemeinen Ueberſchwem⸗ mung. Es war nothwendig, nach der Bergung verſchiedener Gegenſtände zu ſchauen, welche auf der äußern Fläche zerſtreut lagen, und unſere Seemänner gingen an das Land, um dieß zu thun. Obgleich ſie entſchloſſen waren, das Riff bald ganz zu verlaſſen, hatte doch der Inſtinct der Vorſicht Mark veranlaßt, Alles, was er konnte, innerhalb des Kraters zu bringen. Alle 7 ———— ——— —— — 184— niedrigeren Theile der äußern Fläche ſtanden bereits unter Waſſer, und jene ſcharfſinnigen Thiere, die Schweine, deuteten durch ihr Schnuffeln und verſtörtes Gebahren an, daß ſie innerlich und zumal äußerlich die herannahende Gefahr ahneten. Mark riß den Vorhang weg und ließ alle Thiere in den Krater. Die arme Kätty war entzückt, auf den„Gipfel“ zu kommen, wohin ſie bald den Weg fand, indem ſie auf den für unſere beiden Freunde beſtimmten Stufen emporſprang. Zum Glück für die Pflanzen war das Gras dort in zu großem Ueberfluſſe und zu wohlſchmeckend für ihren Gaumen, als daß ſie es nicht jedem andern Futter vorgezogen hätte. Die Schweine ſielen über einen Haufen Meergras her und über⸗ ſahen den etwas entfernter gelegenen Garten, bis ſie völlig geſättigt waren und ſich behaglich hinſtreckten. Während der Sturm an Heftigkeit und Ungeſtüm zunahm, häuften ſich die Wellen fortwährend auf den Felſen, das Waſſer ſtieg und bedeckte bereits die ganze äußere Fläche des Riffes. Jetzt wurde es Mark klar, wie die Baſis des Kraters von dem Waſſer ausgeſpült worden war, denn die Wellen umſtürmten ihn mit furchtbarer Heftigkeit. Bereits lief eine ſtarke Strömung über das ganze Riff außerhalb des Kraters; das Waſſer ſchoß leewärts, als freute es ſich, den Widerſtand der Inſel jedenfalls zu bewältigen, um vor dem Sturm entlang zu eilen. Mark war eine volle halbe Stunde beſchäftigt, ſein Zelt und deſſen Inhalt in Sicherheit zu bringen, denn alles war hier mehr oder weniger der Gewalt der Kühlte bloßgeſtellt. Nachdem er ſeine Bücher, Geräthſchaften u. ſ. w. geſichert ſah und ſich überzeugt hatte, daß die Pfoſten des Zeltes wahr⸗ ſcheinlich ausdauern würden, warf er ſeine Augen auf das — Schiff Anker 8 hob ſi ruhige Anker hatten obere, Raa a die S Bramf war, E das S lieb ge geweſer ziehen N hatte, welchen er die Schiffs es nöt Neshar Riffe; umſah, rung il Erſtaun war un tragen. 3 unter deuteten daß ſie ahneten. in den fel“ zu den für Zum großem n, als e. Die d über⸗ völlig unahm, n, das che des Kraters Wellen aze Riff s freute ältigen, ein Zelt les war geſtellt. hert ſah wahr⸗ auf das — — 185— Schiff, welches gleichfalls auf dieſer Seite der Inſel vor Anker lag. Der wackere alte Cocus, wie Bob ihn zu nennen pflegte, hob ſich und ſiel mit den Wellen, welche nun ſein ſonſt ſo ruhiges Becken ſchwellten; bis jetzt aber hielten Taue und Anker trefflich aus und Nichts war beſchädigt. Zum Glück hatten unſere Seemänner, als ſie die Segel herabnahmen, alle obere, leichten Spieren niedergelaſſen, und die Fock⸗ und große Raa auf den Schanddeckel gelegt, Vorſichtsmaßregeln, welche die Spannung des Ankertaues bedeutend minderten. Auch die Bramſtengen waren herabgelaſſen worden, und das Schiff war, was die Seeleute„ſauber“ zu nennen pflegen. Es würde Mark ſehr, ſehr Leid geweſen ſein, wenn er das Schiff verloren hätte; denn die Gewohnheit hatte es ihm lieb gemacht und ſein Leidweſen wäre darum nicht geringer geweſen, weil er hoffte, fortan keinen Nutzen mehr von ihm ziehen zu können. Nachdem unſer Steuermann nach dem Schiffe ausgeſchaut hatte, ging er, nicht ohne einige rauhe Schwenkungen, zu welchen ihn heftige Windſtöße zwangen, um den Gipfel, bis er die Stelle über dem Thorweg erreichte, welche ſeinem Schiffsbauplatze am nächſten lag. Es fiel ihm jetzt ein, daß es nöthig ſein dürfte, ein wenig nach der Sicherheit des Neshamony umzuſchauen, denn das Waſſer war jetzt auf dem Riffe zwei bis drei Fuß geſtiegen. Als er ſich nach Bob umſah, welchen er in der Nähe des Thorweges mit der Siche⸗ rung ihrer Habe beſchäftigt glaubte, bemerkte er zu ſeinem Erſtaunen, daß der ehrliche Burſche auf den Bauplatz gewatet war und die Barkaſſe erklettert hatte, um für ſie Sorge zu tragen. — 186— Die Entfernung zwiſchen dem Punkte, wo Mark jetzt ſtand, und dem Neshamony betrug mehr als eine halbe(eng⸗ liſche) Meile, und eine Mittheilung mittelſt der Stimme würde faſt unmöglich geweſen ſein, hätte der Wind auch nicht geblaſen, wie er jetzt blies. Bei dem Brüllen der Wellen und dem Heulen der Kühlte war daher gar nicht daran zu denken. Mark konnte aber ſeinen Freund ſehen und gewahrte, daß er ihm eifrig winkte, hinab zu kommen. Jetzt erſt bemerkte er, daß die Barkaſſe in Bewegung war und auf ihrer Bahn fortzurücken ſchien. Bereits waren die Blockungen unter ihr weggeſpült und das Boot ging unter einer einzigen Welle auf ſeine halbe Länge ſpiegelwärts. Mark war mit einem Satze die Höhe hinab und wollte ſich in die wüthende Brandung werfen und ſchwimmend Bob zu Hülſe eilen; als er ſich aber nach einer Stelle umſchaute, wo er über die Steile ſpringen könne, blickte er auf den Bau⸗ platz und ſah die Barkaſſe ſich auf einer Welle heben, die ſie klar vom Lande wegſpülte. Neuntes Kapitel. Mit wenig würde ſich der Menſch begnügen, Gäb' er ſtets dem Verſtande Raum; Das Wenige gibt oft Vergnügen, Zu viel begluckt die Seele kaum; Stets nüchtern iſt ja die Natur, Berürfniß ſchafft der Tbor ſich⸗nur. Young. Es wäre Wahnſinn geweſen, wenn Mark auf ſeinem Ent⸗ ſchluß beſtanden hätte. Ein Boot oder jede Art Fahrzeug, das in einer ſolchen Kühlte triftig geworden, hätte kaum von einem je bekanntll Der vor Sch konnte 1 kommen alte See der Elem Ehre ma In gezeugt daran, fü theilnehn und Bol bewunder ihn preiß Bob Verſuch war es zu laſſen. er von d beizulegen Inde mit dem verſteht, wärts ar alte Salz er in die fiel der V Seiten it ark jetzt Ibe(eng⸗ ne würde ch nicht ellen und u denken. hrte, daß bemerkte rer Bahn unter ihr Welle auf nd wollte nend Bob imſchaute, den Bau⸗ en, die ſie ch begnügen, um; b ur. Young. einem Ent⸗ Fahrzeug, e kaum von — 187— einem jener Inſelbewohner eingeholt werden können, welche bekanntlich ihr halbes Leben in dem Waſſer hinbringen. Der junge Mann ſank auf den Fels, betäubt, faſt athemlos vor Schmerz. Er fühlte mehr für Bob als für ſich, denn er konnte nicht hoffen, daß ſein Freund mit dem Leben davon kommen werde. Demungeachtet benahm ſich der abgehärtete alte Seehund, der abgetrieben worden war, inmitten der Wuth der Elemente in einer Weiſe, die ſeiner Erziehung als Seemann Ehre machte. In ſeinem Gehaben war Nichts, das von Verzweiflung gezeugt hätte, ſondern er begab ſich ſo beſonnen und ruhig daran, für ſein Boot zu ſorgen, daß Mark bald ein neugieriger, theilnehmender Beobachter alles deſſen ward, was jener that, und Bob's Ruhe und Geſchicklichkeit in eben dem Maaße bewunderte, als er um der Gefahr willen bangte, welcher er ihn preißgegeben ſah. Bob wußte zu gut, daß es nutzlos ſein würde, einen Verſuch mit dem Auswerfen ſeines Ankers zu machen. Auch war es nicht gerathen, das Boot in dem Walg der Wellen zu laſſen. Das klügſte war, vor dem Sturme zu laufen, bis er von den Felſen klar ab war, wo er es verſuchen konnte beizulegen, wenn ſein Boot dieß vertrug. Indem der Neshamony von dem Riff abtrieb, war er mit dem Spiegel voran gegangen, wie es ſich faſt von ſelbſt verſteht, da die Schiffe gewöhnlich mit dem Vordertheile land⸗ wärts auf ihre Bahn gelegt werden. Sobald der ehrliche alte Salzer daher ſah, daß er ganz abtriftig geworden, ſprang er in die Hinterſchoten und drückte das Steuer nieder. Dadurch fiel der Vordertheil des Bootes alsbald ab, und da es mit den Seiten in die Kühlte kam, glaubte Mark, es würde auch ——— überfallen. Man kann ſich von der Gewalt des Windes eine Vorſtellung machen, wenn man hört, daß dieſes auf Schaluppenart getakelte Boot, ohne irgend einen Fetzen von Segel und kaum mit einem Faden Takelwerk oben, die Luft⸗ ſtrömung nicht ſobald Brahebacksweiſe faßte, als es ſich ihr auch hingab, wie man ſolche Fahrzenge gewöhnlich unter ihrer Leinwand bei ſteifen Kühlten thun ſieht. Daß der Neshamony gut gebaut war, ging daraus hervor, daß er nach vorne zu ziehen begann, ſobald der Wind ihn voll in ſeiner Seite packte, worauf Betts das Steuer gehen ließ und die Barkaſſe langſam abfiel. Als ſie faſt vor den Wind gekommen war, hob ſie ſich und rollte wie ein Schiff nach windwärts, und Mark athmete kaum, als er ſie auf die Riffe niederſtürzen ſah, einem ſcheuen Roſſe ähnlich, das nicht weiß, wohin es in ſeinem Schrecken läuft. Mark koͤnnte von der hohen Stelle, auf welcher er ſich befand, das Meer ſo weit überſehen, als die Sprühe, welche die Luft füllte, überhaupt etwas ſehen ließ. Stellen, welche gewöhnlich von dem Schaume der Brandungen weiß waren, ließen ſich jetzt nicht von dem wüthenden Giſchtkeſſel um ſie her unterſcheiden, und es war augenſcheinlich, daß Bob aufs Geradewohl hinlief. Zwanzigmal glaubte dahin trieb, müſſe in den Mark, die Barkaſſe, die wüthend ſchäumenden Wellen verſchwinden; jedesmal aber hob ſich das leichte, lebhafte Boot aus den Höhlen, wo unſer junger Mann es, in Stücke zerſchmettert, bereits begraben ſah, und ſchwebte, wie ein Meervogel, der dahin fliegt, während ſeine Flügel die Wellen faſt küſſen, nach leewärts. Mark begann nun zu hoffen, ſein Freund würde über die vielen d und di Meeres Zweifel fünf M. gegange Felsſtüc ſo fand lichkeit nach vo⸗ Da eher ein durch un als den Kühlten Felsbän! den, wä nicht erh von den Seeleute Ma nach ſeir kurzen war, the der Sege Zuſtande Zun anſichtig Luft füll mehr zu Windes eſes auf tzen von die Luft⸗ ſich ihr ch unter s hervor, ihn voll ehen ließ den Wind wiff nach die Riffe icht weiß, her er ſich he, welche en, welche iß waren, ſel um ſie Bob aufs e wüthend ſchwinden; t aus den rſchmettert, rvogel, der faſt küſſen, de über die vielen Riffe, die in ſeinem Fahrwege lagen, hinwegkommen und die offene See leewärts erreichen. Das Steigen des Meeres begünſtigte eine ſolche Erwartung und war ohne allen Zweifel die Urſache, warum der Neshamony nicht in den erſten fünf Minuten nach ſeinem Ablauf von der„Wiege“ in Stücke gegangen war. Wenn Bob einmal leewärts der ausgedehnten Felsſtücke war, welche den Krater von allen Seiten umgaben, ſo fand er ſehr wahrſcheinlich platteres Waſſer und die Mög⸗ lichkeit war gegeben, daß er, wenn er ſeine kleine Schluppe nach vorne in See brachte, den Sturm aushielt. Das Waſſer, durch welches das Boot eben ging, glich eher einem Keſſel, der über einer mächtigen Glühhitze, die durch unterirdiſches Feuer erzeugt worden, kochte und ſchäumte, als den regelmäßigen Rollwellen des Meeres, wenn ſie durch Kühlten gehoben über einander brechen. Unter der Lee der Felsbänke müſſe, glaubte Mark, dieſer Strudelkeſſel verſchwin⸗ den, während die Wellenberge des offenen Meeres draußen ſich nicht erheben konnten, wenn ſie nicht eine gewiſſe Entfernung von den Untiefen in Stand ſetzte,„aufzuſtehen,“ wie ſich die Seeleute ausdrücken. Mark ſah den Neshamony noch etwa eine Viertelſtunde nach ſeiner Abtrift, obgleich er lange vor Ablauf ſelbſt dieſer kurzen Zeit mehrere Male auf Augenblicke unſichtbar geworden war, theils wegen der Entfernung, theils wegen des Abgangs der Segel und ſeiner geringen Höhe, theils wegen des erregten Zuſtandes des Elements, durch welches er dahinlief. Zum letzten Male wurde er ſeiner auf einen Augenblick anſichtig, als die Sprühe wie eine vorübergehende Wolke die Luft füllte, nachdem dieſe vozübergezogen, war das Boot nicht mehr zu ſehen. — 190— Das war ein plötzlicher, höchſt unerwarteter Wechſel zum Schlimmern in Mark Woolſton's Lage! Nicht allein hatte er die Mittel, von der Inſel wegzukommen, eingebüßt, ſondern er hatte auch ſeinen Freund und Gefährten verloren! Bob war allerdings ein rauher, ungebildeter Genoſſe; aber er war ſo ehrlich, wie die menſchliche Gebrechlichkeit ein menſchliches Weſen dieß ſein läßt, in ſeiner Anhänglichkeit treu wie Stahl, ſtark von Körper und von großer Geſchicklichkeit in ſeinem Berufe. Dieſe letztere war in der That ſo groß, daß unſer junger Steuermann nicht ohne Hoffnung war, er würde im Stande ſein, ſich unter der Lee der Felſenbänke zu halten, bis ſich die Kühlte brach, ſich dann durch ſie heranarbeiten und zu ſeiner Rettung an dem Riff anlegen. Wegen eines Punktes war Mark jedoch in ungewöhn⸗ licher Beſorgniß. Bob hatte nicht den entfernteſten Begriff von der Schifffahrtskunde. Es war unmöglich geweſen, ihm irgend etwas in dieſem Betreffe beizubringen. Er kannte wohl die Punkte des Compaſſes, allein von den Abweichungen, von Länge und Breite, oder von irgend etwas, das zu dem rein mathematiſchen Theile des Berufes gehört, hatte er keine Vorſtellung. Zwanzig Mal h Breite des Kraters mitzutheile geſagt und eben ſo oft hatte ihn ſein junger Freund vier un ſolchen Lection fragte, gab er, wenn er ſich der Zahlen über⸗ haupt erinnerte, die Breite ſtatt der Länge, oder die Länge ſtatt der Breite, die Grade ſtatt der Minuten, und die Minuten ſtatt der Grade an. Gewöhnlich aber hatte er Alles, was Zahlen hieß, ganz vergeſſen. atte er Mark gebeten, ihm die Länge und n; zwanzig Mal hatte er ſie ihm Bob ſie wieder vergeſſen. Wenn d zwanzig Stunden nach einer Me Freunde welche i nicht au ſchieds geglaube der Bre Bei eine Bob Al Krater ereignen würden. We oder aue wenige Weg be Abweich Auge w Künſtler der Far Offiziere gangen Wellen, Seeman ſeiner 2 ſel zum hatte er ſondern 1! Bob er war iſchliches e Stahl, ſeinem er junger Stande s ſich die zu ſeiner ngewöhn⸗ n Begriff ſen, ihm nnte wohl ngen, von dem rein eher keine Länge und er ſie ihm en. Wenn nach einer ahlen über⸗ die Länge die Minuten Alles, was — 191— Mark hatte ſich vergeblich bemüht, dem Geiſte ſeines Freundes den einzigen Umſtand einzuprägen, daß jede Zahl, welche über neunzig ging, ſich nothwendig auf die Länge, und nicht auf die Breite bezöge; denn ſelbſt dieſes einfachen Unter⸗ ſchieds konnte ſich Bob nicht erinnern. Er hätte eben ſo leicht geglaubt, das Riff liege in dem hundert und zwanzigſten Grade der Breite, als er gelten ließ, es liege in dem zwanzigſten. Bei einem ſolchen Kopfe war daher kaum zu erwarten, daß Bob Andern die nöthigen Nachweiſe geben könne, wo der Krater zu finden ſei, wenn ſich ja der kaum denkbare Fall ereignen ſoͤllte, daß er in eine Lage käme, wo ſie gefordert würden. 1 Während er jedoch in Allem, was ſich auf Mathematik oder auch nux Zahlen bezog, ſo ganz unwiſſend war, konnten wenige Seeleute nach den einfachen Zeichen des Meeres ihren Weg beſſer finden, als Bob Betts. Mit Ausnahme der Abweichungen verſtand er den Compaß vollkommen, und ſein Auge war ſo zuverläſſig, wie es das Auge des erfahrenſten Künſtlers nur ſein konnte, wenn es nothwendig wurde, nach der Farbe des Meeres zu urtheilen. Mark hatte ihn bei vielen Gelegenheiten berichten hören, das Schiff ſei in einer Strömung, oder es habe eine Luv⸗ oder Lee⸗Richtung, während dieſer Umſtand nicht nur den Offizieren, ſondern ſelbſt den Verfertigern von Karten ent⸗ gangen war. Er urtheilte nach dem leiſen Anſchlage der Wellen, nach dem Meergras und andern bekannten Zeichen des Ozeans, und dieſe täuſchten ihn ſelten. Während man daher wahrſcheiulich von keinem lebenden Seemanne weniger hoffen konnte, er werde das Riff mittelſt ſeiner Bevbachtungen und Karten wieder finden, wenn er aus ——— , den, ließ ſich von keinem lebenden nlichkeit erwarten, er werde es wieder finden, wenn er ſich der übrigen Hilfsmittel der See⸗ fahrer bediente. Auf dieſe letztere Eigenthümlichkeit gründeten ſich allein Mark's Hoffnungen, ſeinen Freund wieder zu ſehen, wenn die Kühlte nachlaſſen ſollte. Seit dem Augenblicke, wo durch den Verluſt des Capitäns Crutchely die ganze Sorge für das Schiff Mark anheim⸗ gefallen war, hatte er ſich nie ſo troſtlos gefühlt, wie ihm Bob und den Neshamony aus dem zu Herzen war, als er Geſichte verlor. Jetzt fühlte er ſich erſt wahrhaft allein— nur mit ſeinem Gott konnte er jetzt noch verkehren! Es iſt daher auch nicht überraſchend, wenn ein Mann, welcher ſo geneigt war, ſeinen Verkehr mit dem göttlichen Geiſte vor allem hoch zu halten, auf dem nackten Fels nieder⸗ kniete und betete. Nachdem der junge Mann ſeiner Pflicht und ſeinem frommen Herzen Genüge gethan, ſtand er auf und bemühte ſich, ſeine Aufmerkſamkeit dem Stande der Dinge um ſich her zuzuwenden. Die Kühlte wüthete immerwährend und ungeſchwächt fort. Jeden Augenblick ſtieg das Waſſer auf dem Niffe höher und höher und begann bereits durch die Oeffnung, deren wir ſchon mehrfach gedacht haben, in den Krater zu treten, wo es zwei bis drei Acker des niedern Theiles ſeiner Fläche bedeckte. Was den Rancocus betraf, ſo hatte er zwar dann und wann ſchwerer geſtampft, als unſer junger Mann es hinter der Meerwand für möglich gehalten hätte; aber ſein Anker hielt noch feſt und er hatte noch nicht Schaden genommen. Da Mark es nicht möglich fand, irgend etwas weiteres zu thun, ging er in den Krater hinab, wo es völlig ruhig deſſen Nähe verſchlagen wor Seemanne mit mehr Wahrſchei 3 war, eine drei der A Bob und d L das 2 und d heftig⸗ ihn w hin; gewah Mark decken völlig auf de ſeiner nachde in eine A Minut Dann ſtill dr E und in hatte f geſamn darin. 235 ebenden derde es er See⸗ ündeten n ſehen, Lapitäns anheim⸗ wie ihm nus dem illein— Mann, zöttlichen s nieder⸗ r Pflicht auf und dinge um Fächt fort. höher und wir ſchon o es zwei kte. Was nd wann hinter der nker hielt u. s weiteres öllig ruhig — 193— war, obgleich der Wind auf allen Seiten heulte, und ſtieg in eine der Südamerikaniſchen Hängematten, deren ſich zwei bis drei in dem Schiffe befanden, und von welchen er eine unter der Art Zelt hatte aufhängen laſſen, welches er und der arme Bob in der Nähe des Gartens aufgeſchlagen hatte. Hier blieb Mark während den noch übrigen Tagesſtunden und die ganze folgende Nacht. Ohne das, was er ſelbſt vorher geſehen hatte,— ohne das Brüllen des Meeres auf der andern Seite ſeiner Felſenveſte und das Grollen des Windes um den Gipfel wäre er ſich des heftigen Sturmes kaum bewußt worden, welcher ſo nahe um ihn wüthete. Dann und wann flog ein Windſtoß über ihn hin; im Ganzen aber ward er von dem Sturme nicht viel gewahr, bis gegen Morgen ein ungeſtümer Regen ſich ergoß. Mark hatte glücklicherweiſe die Vorſicht gebraucht, ſeinen Zelt⸗ decken eine dachförmige Richtung zu geben, wodurch das Waſſer völlig abgeleitet wurde. Als er daher das Platſchen des Regens auf der Leinwand hörte, ſtand er nicht auf, ſondern blieb in ſeiner Hängematte bis der Tag wiederkehrte. Bald jedoch, nachdem er den Regen zuerſt niederſtrömen gehört, verfiel er in einen tiefen Schlaf, welcher mehrere Stunden währte. Als Mark zum Bewußtſein zurückkehrte, lag er eine halbe Minute und verſuchte, ſich des Vergangenen zu erinnern. Dann horchte er nach den Zeichen des Sturmes. Alles war ſtill draußen. Er ſtand auf. Die Sonne glänzte am blauen Himmel und in der Welt draußen herrſchte völlige Ruhe. Das Waſſer hatte ſich ſtellenweiſe und in den Vertiefungen der Kraterfläche geſammelt, und die Schweine tranken, die Enten badeten ſich darin. Kitty ließ ſich auf der höchſten Spitze des Gipfels 235— 237. 13 ſehen, wo ſie an dem jungen Graſe naſchte, welches der Regen ſo eben erfriſcht hatte, und das ihr deßhalb nicht weniger trefflich ſchmeckte, weil ſich einzelne Salztheile, welche die Sprühe anhergeworfen, darauf abgeſetzt hatten. Die Beete ſahen lachend, die Pflanzen erquickt aus, und die Beſucher, welche er hatte einführen müſſen, hatten Nichts beſchädigt. Unſer junger Mann wuſch ſich in dem Waſſer einer der Felſenhöhlungen und ging dann hinaus, um die Schweine und das Geflügel aus dem Krater zu ſcheuchen; denn die Noth⸗ wendigkeit, für ſeine Gartenvorräthe Sorge zu tragen, drängte ſich ſeinem Geiſte jetzt lebhaft auf. Als er an den Thorweg kam, ſah er, daß die See zurück⸗ gewichen war, und da er überzeugt ſein konnte, daß die Thiere für ſich ſorgen würden, ſcheuchte er ſie aus dem Krater und verhängte den Eingang wieder. Dann eilte er zu einem der Aufſteige und war bald auf dem Gipfel des Hügels. Der Paſſatwind war zurückgekehrt, wehte aber kaum in leiſem Hauche; die See war ruhig; die Punkte auf den Riffen waren vollkommen ſichtbar; das Schiff lag ſtill da und ſchien unbe⸗ ſchädigt zu ſein, und Alles, was ſich ſeinen Blicken darbot, war ein Bild der lieblichſten Ruhe und Sicherheit. Bereits hatten ſich die geſperrten und gehäuften Waſſer zerſtreut und das Riff gelaſſen, wie es war, nur daß die Aushöhlungen, welche faſt das ganze Jahr hindurch Regenwaſſer enthielten, jetzt mit ſolchem angefüllt waren, das dem Gaumen nicht ſo wohl ſchmeckte. Dieß war für den Augenblick nicht angenehm, obgleich der heftige Regen in der vergangenen Nacht ziemlich viel dazu beigetragen hatte, daß das Waſſer in den Vertie⸗ fungen eher bitterlich, denn ſalzig ſchmeckte. Eine große Menge Fiſche lagen zerſtreut auf der Inſel umher, und Mark eilte nieder, um ſie näher in das Auge zu faſſen. die 2 und ihm Wohl beſuch nahm denn ausge Inſel gearb den S ſchon 8 ſeinen welche ernſtli Tage trotz aufſtie welche die V raſche Anzah 31 Schiff die an trieber wo er Regen deniger he die Beete ſucher, igt. ner der ine und Noth⸗ drängte zurück⸗ e Thiere ater und nem der s8. Der n leiſem n waren en unbe⸗ n darbot, Bereits treut und öhlungen, nthielten, nicht ſo ingenehm, t ziemlich en Vertie⸗ pße Menge Mark eilte — 195— Die Schweine und das Geflügel hatten ſich bereits an die Beute begeben, welche ſich ihnen in ſolcher Fülle darbot, und Mark fühlte ſich dieſen Freibeutern verpflichtet, daß ſie ihm bei einer Arbeit behülflich waren, zu welcher ihn ſeine Wohlfahrt jetzt dringend aufforderte. Nachdem er das Schiff beſucht und gefrühſtückt hatte, kehrte er in den Krater zurück, nahm einen Schiebkarren und begann die Fiſche zu ſammeln, denn wenn er ſie nur eine Stunde der Sonne dieſes Klima's ausgeſetzt liegen ließ, konnte dieß den Aufenthalt auf der Inſel faſt unerträglich machen. 1 Der junge Mann hatte in ſeinem Leben nicht ſo viel gearbeitet, wie an dieſem Morgen. Jede Laſt Fiſche, die in den Krater gefahren wurde, kam in eine zu dieſem Zwecke ſchon bereit gehaltene Grube und wurde mit Aſche bedeckt. Da Mark die Nothwendigkeit fühlte, durch Thätigkeit ſeinen Schmerz zu lindern und zumal einer Peſt zu entgehen, welche er von den hergeſchwemmten thieriſchen Subſtanzen ernſtlich fürchten zu müſſen glaubte, verbrachte er zwei volle Tage mit dieſer Arbeit, bis der unerträgliche Aushauch, welcher trotz allem, was er gethan hatte, auf allen Theilen der Inſel aufſtieg, ihn davon wegſcheuchte. Es iſt unmöglich anzugeben, welches die Folgen hätten werden können, wären ihm nicht die Vögel zu Tauſenden zu Hülfe gekommen. Sie machten raſche Arbeit und ſchafften die Fiſche in faſt unglaublicher Anzahl weg.. Demungeachtet ſah ſich unſer junger Einſiedler in das Schiff verſcheucht, wo er eine volle Woche hinbrachte, indem die anhaltenden Paſſatwinde den unangenehmen Geruch leewärts trieben. Nach Verlauf dieſer Zeit wagte er ſich an das Land, wo er es möglich fand auszuhalten, obgleich das Riff noch 13* — 196— mehr als einen Monat brauchte, um für ganz gereinigt gelten zu können. Da Mark noch eine Menge Fiſche fand, welche weder die Vögel noch die Schweine berühren mochten, machte er einige Fahrten nach der Lehminſel, wo er ſich die fruchtbare Erde holte und an der gewöhnlichen Stelle an das Land brachte. Er führte dieſe Erde auf verſchiedene Theile des Riffes, bedeckte die übelriechenden Subſtanzen damit, und erledigte ſich ſo nicht nur des unangenehmen Aushauchs, ſondern bereitete ſich auch einen bedeutenden Vorrath vortrefflichen Düngers für ſeinen künftigen Gartenbau. Wir wollen hier ſogleich hinzufügen, daß er gelegentlich dieſe kleinen Haufen in größere Maſſen vereiniate und ſie dann in den Krater führte, wo ſie dem großen Vorrathe beigemiſcht wurden, der nun ſeit Monaten hier geſammelt worden war. Es zeugt von der Senderbarkeit der menſchlichen Natur, daß wir große Unfälle leichter ertragen als kleine. Mark erging es bei dieſer Gelegenheit nicht anders; denn ſo hoch er Bob wirklich hielt und ſo tief ihn der Verluſt des Freundes ſchmerzte, ſo beunruhigten ihn eben jetzt die Wirkungen der neberſchwemmung mehr, als das Verſchwinden des Neshamony. Demungeachtet hatte unſer junger Sieuermann nicht ver⸗ ſäumt, nach dem vermißten Boote auszuſchauen und würde ſen Wiedererſcheinen mit Wonne begrüßt haben. Hundertmal war er während der Woche, die er an Bord des Rancoeus zubrachte, auf den Saylingen und ſchaute vergeblich auf die See nach leewärts, hoffend, er würde der Barkaſſe, die auf die Riſſe loszuſteuern verſuche, auſichtig werden. Mehreremal glaudte er in der That, er ſähe ſie, es ergab ſich aber immer, Spitze einer daß es nur der F.ttig einer Seemöwe oder die entfer Land dünſtt Schm Angel 1 ſiedler ſchein die A Stelle war, ſie ver gedenk denn Graſe theil e wurde Verſu zu beſ Mark, als er C Grasſ hatte, zwei 8 verbra ein tü eine ſ anzuve den gr. und B gelten der die einige ke Erde brachte. Riffes, rledigte ſondern efflichen ten hier Haufen Krater den, der Natur, Mark Hhoch er Freundes ngen der shamony. nicht ver⸗ ud würde undertmal Nancocus h auf die „ die auf gehreremal ter immer, pitze einer — 197— entfernten Brandung war. Erſt als Mark wieder an das Land kam und ſeine Arbeiten begann, um den ſchädlichen Aus⸗ dünſtungen der Fiſche eine Grenze zu ſetzen, trat der tiefe Schmerz über ſeine Einſamkeit vor dieſen geringfügigeren Angelegenheiten in den Hintergrund. Unter den Beſchwerden, welchen ſich unſer junger Ein⸗ ſiedler jetzt am meiſten bloßgeſtellt ſah, war der grelle Wider⸗ ſchein einer brennenden Sonne auf die ſchwarzen Felſen und die Aſche des Kraters keine der geringſten. Die grünen Stellen, welche er auf dem Gipfel hervorzurufen ſo glücklich war, erheiterten und erquickten nicht nur das Auge, ſondern ſie verſchönerten auch den Anblick in hohem Maaße, nicht zu gedenken, daß ſie Kitty ſehr angenehm erſcheinen mußten, denn dieſes arme Geſchöpf hatte ſie jetzt zu ziemlich kurzem Graſe abgeweidet. Mark wußte aber, daß dieß eher ein Bor⸗ theil als ein Nachtheil war, indem das Gras dadurch ſchöner wurde und dichter aus den Wurzeln wuchs. Der Erfolg dieſes Verſuches, der Augenſchmerz und der ſieberhafte Wunſch ſich zu beſchäftigen, welcher dem Verluſte Bob's folgte, veranlaßte Mark, von der Fläche des Kraters ſo viel mit Gras zu beſäen, als er bei ſeinen Gartenanlagen entbehren zu können glaubte. Er begab ſich demnach an die Arbeit und ſtreute ſo viel Grasſamen aus, als der Vorrath, den er im Schiffe gefunden hatte, nur erlauben wollte. Freund Abraham White hatte zwei Fäſſer mit dieſem Samen an Bord gegeben, und dieſen verbrauchte er faſt ganz. Während er ſo beſchäftigt war, fiel ein tüchtiger Regenſchauer, und da Mark die Regenzeit für eine ſehr günſtige hielt, um den Grasſamen dem Boden anzuvertrauen, beſchäftigte er ſich den ganzen Tag, oder doch den größern Theil deſſelben damit und fühlte, daß Wärme und Bewegung ihm die Poren wohlthuend öffneten. — 198— Als dieß abgethan war, ging er an den Garten und ließ die Hacke fleißig ſpielen. Dieſe Nacht ſchlief Mark in ſeiner Hangematte unter dem Kraterzelt. Als er aber am Morgen erwachte, fühlte er ſeinen Kopf bleiſchwer, ein wüthender Durſt, ein brennendes Fieber ſtellten ſich ein. Jetzt erſt ſah unſer verlaſſener Einſiedler ein, wie groß ſeine Unvorſichtigkeit geweſen und wie unſelig ſeine Lage ſei. Er wußte, daß er einer ſchweren Krankheit verfallen ſei und er mußte die Zeit, welche ihm noch blieb, nach Kräften benützen. Alles was ihm von Nutzen werden konnte, war in dem Schiff, und dahin mußte er ſich unbedingt begeben, wenn er der Möglichkeit einer Rettung nicht von vornherein ent⸗ ſagen wollte. Er öffnete daher einen Regenſchirm und trat, ſeine ſchwan⸗ kenden Füße durch einen Stock ſtützend, unter einem faſt ſenk⸗ rechten Sonnenſtand, in der heißeſten Jahreszeit, ſeinen Weg an, der beinahe eine(engliſche) Meile betrug. Zwanzigmal glaubte der junge Mann, er würde auf den nackten Fels niederſinken müſſen, wo er ohne Zweifel, unter dem doppelten Einfluſſe des Fiebers in ſich, und der brennenden Hitze außer⸗ halb, bald dem Tode verfallen wäre. Die Verzweiflung drängte ihn weiter und indem er ſich öfter einen Augenblick Ruhe gönnte, gelang es ihm, am Schluſſe der gefahrvollſten Stunde, die er je verlebt hatte, ſeine Cajüte zu erreichen. Wir werden es nicht verſuchen, das angenehme Gefühl der Kühle zu ſchildern, welches Mark, trotz des in ſeinen Adern kochenden Blutes fühlte, als er in den Schatten des Vordeckes des Rancocus trat. Der junge Mann wußte, daß er eine ernſte Krankheit zu beſtehen haben würde und daß ſein nd ließ ſeiner Norgen thender erſt ſah htigkeit llen ſei Kräften war in , wenn ein ent⸗ ſchwan⸗ aſt ſenk⸗ nen Weg unzigmal ten Fels voppelten de außer⸗ n er ſich Schluſſe ie Cajüte e Gefühl in ſeinen atten des ißte, daß d daß ſein Leben davon abhing, wie er die nächſte Stunde, vielleicht die nächſte halbe Stunde verwendete. Er warf ſich auf eine Bank, um ſich ein wenig zu erholen, und bemühte ſich, über ſeine Lage und das, was zunächſt geſchehen müſſe, nachzudenken. Der Arzneikaſten ſtand ſtets in der Cajüte und er hatte deſſen Inhalt zu oft für das Schiffsvolk in Anſpruch genommen, um nicht im Allgemeinen mit der Natur und dem Gebrauche deſſelben bekannt zu ſein. Da ſich mancherlei Tränke hier ſchon bereitet vorfanden, ſchwankte er an den Tiſch, öffnete den Kaſten, nahm eine bereits gemiſchte Doſis deſſen, was, wie er glaubte, für ſeinen Zuſtand geeignet war, goß filtrirtes Waſſer hinzu und trank es hinunter. Unſer Steuermann behauptete ſpäter ſtets, dieſer Trank habe ihn gerettet. Er machte ihn bald todtkrank und erſchüt⸗ terte ſein ganzes phyſiſches Weſen. Eine volle Stunde blieb er unter dem Einfluſſe dieſer Arznei, dann war er im Stande, ſein Lager aufzuſuchen, das er erſchöpft und im wörtlichen Sinne außer Stand, ſich aufrecht zu erhalten, erreichte. Wie lange er auf ſeinem Lager, oder beſſer nahe demſelben,— denn er erinnerte ſich, daß er ſich mehrere Male entlang geſchleppt hatte, um Waſſer zu ſuchen,— alſo, wie lange er in die Cajüte gebannt geweſen, konnte er nicht ſagen. Dieſer Zeit⸗ raum mußte gewiß nach Tagen— er glaubte ſogar nach Wochen— ermeſſen werden. Das, erſtere war ohne Zweifel das richtige, obgleich es zwei Wochen geweſen ſein mögen. Den größeren Theil dieſer Zeit war ſein Kopf in Fieber⸗ glut, obgleich es Zwiſchenſtunden gab, wo ihm das Bewußt⸗ ſein, wenigſtens theilweiſe, wiederkehrte und er das Schreck⸗ liche ſeiner Lage inne ward. An Nahrung und Waſſeer fehlte es ihm nicht; denn das Filtrirbecken und der Brodkorb waren ihm ganz nahe, und dem erſtern beſonders ſprach er oft zu, während ein Mund voll Schiffszwieback, der in Waſſer getaucht worden, gewöhnlich mehr als genug für ihn war. Zuletzt mochte er ſich gar nicht mehr erheben und blieb gewiß acht und vierzig Stunden auf ſeinem Lager, ohne es je zu verlaſſen, und ohne zu ſchlafen, obgleich er ſich faſt dieſe ganze Zeit über in einer Art Halb⸗ ſchlummer befand. Endlich ließ das Fieber an Heftigkeit nach, begann aber, was bei einem Manne in Mark Woolſton's Lage vielleicht gefährlicher war, ſeine Kräfte innerlich zu ſchwächen und ihn, ſo zu ſagen, zollweiſe zu tödten. Mark ward ſich ſeines Zuſtandes bewußt und dachte an Mittel, ſich zu helfen. An Bord des Schiffes war guter Philadelphiſcher Porter, und eine Flaſche deſſelben ſtand auf einem Brette über ſeinem Lager. Dieſer Gegenſtand fiel ihm in die Augen und er ſehnte ſich nach einem Trunke aus dieſer Flaſche. Er beſaß hinreichend Kraft, um ſich zu erheben und ſie zu erreichen; es ging aber über ſein Vermögen, den Pfropfen zu öffnen, hätte er auch das gewöhnliche Mittel dazu bei der Hand gehabt, was nicht der Fall war. Auf dem Brette lag jedoch ein Hammer, und mit dieſem machte er eine Oeffnung in die Seite der Flaſche und füllte ſich einen großen Becher. Er trank die Flüſſigkeit auf einen Zug hinab. Sie ſchmeckte ihm köſtlich und er goß ſich einen zweiten Becher voll, trank auch dieſen aus und legte ſich, ungewiß, welches die Folgen ſein könnten, nieder. Mark ſelbſt wurde bald gewahr, daß dieſes ſtarke Bier ihm den Kopf angriff. Bald ſtellte ſich Schlafluſt ein. Nachdem er eine halbe Stunde in unbehag⸗ lichem Schlummer dagelegen hatte, überkam ſeinen ganzen Körper in eine u bedeutſ gewiß Mark Zeit we zu, er dieſem Al heit ba blicke, Anfang nehmen wieder! und der überzeug habe, el vorher erſten R Urtheils Ma Eſſen fi bracht h jeden Fo einzigen befinden Die erinnerte waͤrter ſe nd dem nd voll öhnlich ar nicht den auf chlafen, t Halb⸗ n aber, ielleicht nd ihn, chte an r guter und auf iel ihm 3 dieſer den und , den tel dazu Brette effnung Becher. chmeckte „trank Folgen r, daß lte ſich nbehag⸗ ganzen — 201— Körper ein ſanfter Schweiß, er zog die Decke um ſich und ſiel in einen feſten Schlaf. Unſer Kranke wußte nie, wie lange er bei dieſer ſo ſehr bedeutſamen Gelegenheit geſchlafen hatte. Der Zeitraum umfaßte gewiß faſt zwei Tage und eine volle Nacht; ſpäter aber, als Mark ſich bemühte, ſeinen Kalender zu verbeſſern und ſich der Zeit wieder einigermaßen zu erinnern, neigte er ſich der Anſicht zu, er habe zwei Nächte und den dazwiſchen liegenden Tag in dieſem Zuſtande hingebracht. Als Mark erwachte, fühlte er ſogleich, daß er der Krank⸗ heit baar ſei. Das aber fühlte er nicht in dem erſten Augen⸗ blicke, wie unendlich ihn die Krankheit geſchwächt hatte. Anfangs glaubte er, er dürfe nur aufſtehen, etwas zu ſich nehmen und ſich dann ſeinen gewöhnlichen Beſchäftigungen wieder hingeben. Aber der Anblick ſeiner abgemagerten Glieder und der erſte Verſuch, welchen er machte, um aufzuſtehen, überzeugten ihn, daß er noch eine lange Prüfungszeit vor ſich habe, ehe er der Mann wieder würde, welcher er einige Wochen vorher geweſen. Es war vielleicht gut, daß bei dieſer ſeiner erſten Rückkehr zum Bewußtſein ſein Kopf ſo klar und ſeine Urtheilskraft ſo ungetrübt war. Mark hielt es für ein gutes Vorzeichen, daß er Luſt zum Eſſen fühlte. Wie viele Tage er ohne alle Nahrung hinge⸗ bracht hatte, konnte er nicht ſagen: mehrere mußten es auf jeden Fall geweſen ſein; auch hatte er nicht mehr, als einen einzigen Schiffszwieback zu ſich genommen, ſeit ihn das Uebel⸗ befinden bewältigt hatte. Dieß Alles kam ihm nach und nach in den Sinn und er erinnerte ſich deutlich, daß er ſelbſt ſein Arzt und Kranken⸗ wärter ſein müſſe. Einige Minuten lag er ſtill da und wendete ſeine Gedanken Gott zu, dem er inbrünſtig dankte, daß er ihn am Leben gelaſ⸗ ſen, bis ihm das Bewußtſein zurückgekehrt war. Dann dachte er ſo gut, als ſein ſchwacher Zuſtand es erlaubte, über das nach, was zunächſt zu thun wäre. Auf einem Tiſche in der äußern Koje, welchen er durch die offene Thüre von ſeinem Lager aus ſehen konnte, ſtand ein Flaſchenkeller mit Weinen, Branntwein und Gin.*) Unſer Kranke dachte, alles dürfte gut gehen, wenn er einige Löffel voll von dem vortrefflichen Portwein erhalten könnte, der in dem Flaſchenkeller war und eigens für Krankheitsfälle aufbe⸗ wahrt wurde. Um aber dazu zu gelangen, mußte er des Schlüſſels zu dem Flaſchenkeller habhaft zu werden ſuchen, den Flaſchenkeller öffnen und den Wein ausgießen,— drei Dinge, deren leichteſtes zu vollbringen er ſich zu ſchwach fühlte. Der Schlüſſel zu dem Flaſchenkeller lag in der Schublade eines offenen Schreibpults, welcher glücklicherweiſe nicht fern ſtand. Er verſuchte noch einmal aufzuſtehen und es gelang ihm, ſich in ſeinem Bette zu erheben. Der kühle Luftzug, welcher durch die Cajüte ſtrich, belebte ihn ein wenig und er war im Stande, eine Hand auszuſtrecken und den Hahn der Filtrirmaſchine, welche er in der ſieberiſchen Erregung und um leicht zu Waſſer gelangen zu können, an ſein Lager heran⸗ gezogen hatte, umzudrehen. Das Waſſer war kühl und ſchmack⸗ haft, das heißt, kühl für ein Schiff und für ein ſolches Klima. Mark wagte nicht, mehr als einen Schluck Waſſer zu nehmen, aber dieſer belebte ihn mehr, als er für möglich gehalten hätte. In der Nähe des Bechers, in welchen er das — *) Wachholderbranntwein. Der Ueberſetzer. Waſſe dieſes ſeiner Schwi zurückg A gelang ſich a⸗ großer gefund Stuhl ſeiner geſehen zu ſchi D wirkte Zeit a den Fl um die und go D beinahe ihn nu edanken n gelaſ⸗ dachte ber das er durch tand ein Unſer ge Löffel „der in le aufbe⸗ 2e er des hhen, den i Dinge, lte. Schublade nicht fern es gelang Luftzug, ig und er Hahn der gung und ger heran⸗ d ſchmack⸗ hes Klima. Waſſer zu ir möglich hen er das eberſetzer. Waſſer gegoſſen hatte, lag ein kleines Stück Lootſenbrod, und dieſes tauchte er in den Becher. Jetzt wagte er es, die Kraft ſeiner Füße auf die Probe zu ſtellen, wurde aber von einem Schwindel befallen, welcher ihn nöthigte, auf ſein Lager zurückzufallen. Als er ſich nach einigen Minuten wieder erholt hatte, gelang ein zweiter Verſuch beſſer; der arme junge Mann hielt ſich an den Leiſten und Stühlen und ſchleppte ſich ſo mit großer Mühe an den Schreibpult. Der Schlüſſel ward bald gefunden und der Tiſch erreicht. Hier ſank Mark in einen Stuhl und fühlte ſich ſo erſchöpft, als er es nur immer vor ſeiner Krankheit hätte werden können, wenn er ſich genöthigt geſehen hätte, ſein Leben durch die verzweifeltſte Anſtrengung zu ſchirmen. Der Kranke war leicht gekleidet, und die kühle Seeluft wirkte wie ein Luftbad auf ihn. Sie belebte ihn in kurzer Zeit auf das wohlthuendſte; er brauchte den Schlüſſel, öffnete den Flaſchenkeller, mußte ſich ſeiner beiden Hände bedienen, um die Flaſche, obgleich ſie faſt leer war, herauszunehmen, und goß die edle Flüſſigkeit in ein Weinglas. Dieſe kleinen Anſtrengungen erſchöpften ihn ſo, daß er beinahe in Ohnmacht gefallen wäre. Wahrſcheinlich rettete ihn nur ein Schluck des Weines, welchen er aus dem Glaſe nahm, das vor ihm auf dem Tiſche ſtand. Es iſt in der neueren Zeit ziemlich Mode geworden, den Genuß des Weines zu verſchreien, weil man dieſe Gabe der Vorſehung vielfach mißbraucht hat. Bei Mark Woolſton erwies er ſich, wozu er auch beſtimmt iſt, als eine Wohlthat und nicht als ein Fluch. Dieſer einzige Schluck Wein hatte eine faſt zauberiſche Wirkung auf ihn. Er ſetzte ihn bald in den — 204— Stand, ſeines Waſſerbechers wieder habhaft zu werden, und in dieſen goß er den Reſt der Flüſſigkeit. Mit dieſem Becher in der Hand verſuchte der Krauke nun, durch die Cajüte zu gehen und das Lager in der andern Koje zu erreichen. Mit Hilfe eines Stuhles, auf welchem er nicht weniger als dreimal ausruhen mußte, und indem er noch einige Mal an dem erquickenden Getränke nippte, legte er in zwei bis drei Minuten dieſen Weg zurück. In dieſer Koje ſtand ein Bett mit friſcher kühler Leinwand, welches für Bob zurecht gemacht worden war, das der ehrliche Burſche aber, aus Achtung vor ſeinem Vor⸗ geſetzten, zu benützen ſich hartnäckig geweigert hatte. Auf dieſes Beit ſank jetzt der faſt erſchöpfte Kranke. Dieſer Wechſel erwies ſich jedoch als ein ſehr glücklicher, denn die Friſche und Annehmlichkeit des neuen Lagers wirkte an ſich ſchon als ein köſtliches Stärkungsmittel. Nachdem der einſame Kranke einige Minuten geruht hatte, entwarf er einen neuen Plan für ſein Verhalten. Er wußte, wie wichtig es ſei, daß er ſich nicht zu ſehr anſtrenge; er kannte aber auch die Wichtigkeit der Reinlichfeit und der Wiederherſtellung ſeiner Kraft. Mittlerweile war der Zwieback in Wein und Waſſer weich geworden, und er verzehrte ein Stück. Dieß war ohne Frage die erſte Nahrung, welche der kranke, verlaſſene junge Mann ſeit acht Tagen zu ſich genom⸗ men hatte. Da er ſich dieſes Umſtandes völlig bewußt war, verſagte er es ſich, einen zweiten Biſſen zu nehmen, obgleich der bittere Hunger ihn dazu drängte. Die Verſuchung war ſo mächtig und jener Biſſen hatte ſo gut geſchmeckt, daß Mark fühlte, er würde dem Gelüſte erliegen, wenn er nicht etwas fände, das ſeinen Geiſt beſchäftigte und zerſtreute. Er nahm einen kleinen Schluck Wein und Waſſer, hob ſich wieder empor und ſe chely's ſich bi Mark Badege wurde, oft und D er war das W darin den Ko ſeines mochte bemüht möchte D iſt kau Gefühl langen rung, plötzlich N Handtu waren das rei zurück, halbe dieſer g rung u en, und Becher ajüte zu n. Mit dreimal an dem Minuten friſcher den war, em Vor⸗ uf dieſes Wechſel e Friſche ſchon als iht hatte, r wußte, enge; er und der Zwieback ehrte ein elche der h genom⸗ ußt war, obgleich ung war daß Mark cht etwas Er nahm der empor — 295— und ſchwankte an den Schrank, in welchem ſich Capitän Crut⸗ chely's Weißzeug befand. Er nahm ein Hemd und ſchleppte ſich bis zur Schanze entlang. Unter dem Zeltdache hatte Mark den Abſchnitt eines Faſſes ſtehen, welches füglich als Badegefäß dienen konnte und wo das Regenwaſſer aufgefangen wurde, das vom Zeltdache ablief; Kitty beſuchte das Schiff oft und trank aus dieſem Behälter. Der Kranke fand das Faß voll friſchen ſüßen Waſſers; er warf ſeine leichte Bekleidung zur Seite und fiel eher in das Waſſer, als er ſich hineinſetzte. Nachdem er lange genug darin geweilt, um wieder zu Athem zu kommen, wuſch er ſich den Kopf, den langgewachſenen Bart und die übrigen Tyeile ſeines Körpers ſo gut, als ſeine Kräfte es erlaubten. Er mochte zehn Minuten in dem Waſſer geweſen ſein, als er ſich bemühte herauszukommen, denn er fürchtete, ein Uebermaaß möchte hier eben ſo gefährlich werden, wie bei dem Eſſen. Der Krauke glaubte nun ein neuer Menſch zu ſein. Es iſt kaum möglich, den Wechſel zu ſchildern, welcher ſeine Gefühle überkam, als er ſich von den Wirkungen einer ſo langen Verhannung in ein Fieberbett, wo er ohne Veräude⸗ rung, ohne Pflege irgend einer Art geſchmachtet hatte, nun plötzlich gereinigt fand! Nachdem ſich Mark, ſo gut er es vermochte, mit einem Handtuch abgetrocknet hatte,— der Lufthauch und das Klima waren ihm bei dieſem Geſchäfte ungemein behilflich,— zog er das reine friſche Hemd an und ſchwankte zu ſeinem Lager zurück, auf das er erſchöpft niederſank. So blieb er eine halbe Stunde, ohne ſich zu bewegen, fühlte aber während dieſer ganzen Zeit das Wohlthuende der eingenommenen Nah⸗ rung und der beſtandenen Reintsung. Das Bad hatte über⸗ — 206— dieß ſtärkend gewirkt und ſein ganzes phyſiſches Weſen erregt und gereizt. Nach Verlauf dieſer halben Stunde nahm unſer junger Mann abermals einen Biſſen Zwieback, leerte den Becher halb, ſank auf ſein Kiſſen zurück und war bald in tiefen Schlaf verfallen. Die Sonne war dem Untergange nahe, als Mark bei dieſer Gelegenheit ſeines Bewußtſeins baar wurde, und es kehrte ihm erſt zurück, als das Tageslicht die Cajüte wieder erhellte. Er hatte zwölf Stunden in tiefem Schlafe hin⸗ gebracht, wozu der Umſtand nicht wenig beigetragen haben mochte, daß er ſich vorher durch ein Bad und reine Wäſche erquickt hatte. Als er ſich ſeines Zuſtandes zum erſten Male wieder bewußt ward, hörte er das Meckern der armen Kitty. Dieſes ſanfte Thier, das die Natur beſtimmte, in Heerden zu leben, hatte die Cajüte täglich beſucht und an des kranken Mannes Seite geſtanden, als ſein Fieber den höchſten Grad erreicht hatte, und nun kam es wieder, als wollte es ſich erkundigen wie er die Nacht verbracht habe. Mark ſtreckte ſeiner Gefährtin— denn dieß war Kitty— die Hand entgegen und ſprach ſie an, und es ſchien ihm, als freue ſie ſich, ſeine Stimme wieder zu hören und ſeine Hand lecken zu dürfen. In dieſem ſtummen Verkehre lag unendlich viel Tröſtliches für Mark, denn er fühlte den Mangel aller Sympathie ſo ſehr, daß er ſelbſt in der Zuneigung dieſes Thierchens das größte Vergnügen fand.— Mark ſtand nun auf und fühlte ſich auf die Nachtruhe, das Waſchen und die Nahrung, in ſo geringem Grade er dieſe auch zu ſich genommen hatte, merklich beſſer. Vor allem ſuchte er den Becher, welchen er leerte und das darin erweichte Brod a er glar ganzen Selbſtv ein Sc Stunde gemiſch⸗ mittage Anſtren gewahre Es erſten 2 Kambüſ gelang Thees g Im ſich auch eine Bä fünften thuend matten Augenſch Der mit friſe hervor. Hügelſei Krater⸗ Belieben Ma ſie warer n erregt n unſer rte den bald in dark bei und es wieder ffe hin⸗ n haben Wäſche e wieder Dieſes zu leben, Mannes herreicht kundigen Kitty— ihm, als ine Hand unendlich nel aller ng dieſes kachtruhe, Grade er Vor allem erweichte Brod aß. Dann nahm er ein zweites Bad, welches ihm, wie er glaubte, eben ſo wohl bekam wie das Frühſtück. Den ganzen übrigen Tag benahm er ſich mit gleicher Klugheit und Selbſtverläugnung, welche er am vorigen Tage bewieſen hatte; ein Schiffszwieback war in den nächſten vier und zwanzig Stunden ſeine Speiſe, und zwei Gläſer Wein mit Waſſer gemiſcht und durch Zucker verſüßt ſein Getränk. Am Nach⸗ mittage verſuchte er ſich ſeines Bartes zu entledigen; die Anſtrengung, welche ihn dieß koſtete, ließ ihn jedoch bald gewahren, daß er zu raſch vorſchreite. Es währte dreimal vier und zwanzig Stunden ſeit dem erſten Bade, bis Mark Woolſton Kraft genug fühlte, um die Kambüſe zu erreichen und ſich ein Feuer anzumachen. Dieß gelang ihm und er that ſich an einer Taſſe guten warmen Thees gütlich. Im Laufe dieſes und des folgenden Tages bereitete er ſich auch einige Schüſſeln mit Arrow⸗Root und Cacao, ſetzte eine Bäder fort und wechſelte wiederholt ſeine Wäſche. Am fünften Tage ward er ſeinen Bart los, was ihm ſehr wohl⸗ thuend erſchien, und am Ende der Woche brachte er ſeine matten Glieder bis auf das Hinterdeck, wo er ſein Bereich in Augenſchein nehmen konnte. Der„Gipfel“ umzog ſich raſch an ausgedehnten Stellen mit friſchem Grün und auf dem ganzen Fels ſtach das Gras hervor. Kitty weidete ziemlich ruhig und behaglich an der Hügelſeite; denn das liebliche Geſchöpf hatte den Vorhang des Krater⸗Eingangs lüften gelernt und beſuchte die Höhe nach Belieben. Mark wagte es kaum, nach ſeinen Schweinen auszuſchauen; ſie waren aber dort; wühlend und grunzend, feiſt und behag⸗ 208— lich treiben ſie ſich auf dem Riffe herum. Er wußte, daß dieß ein ſchlimmes Vorzeichen für ſeinen Garten ſei; denn dieſe Thiere hätten während ſeiner Krankheit aus Mangel an Nahrung ſterben müſſen, wären ſie nicht auf etwas dieſer Art verfallen. Bis jetzt erlaubte ihm jedoch ſeine Schwäche nicht, an das Land zu gehen und er mußte ſich mit dieſem Fernblick auf ſein Bereich begnügen. Dem Geflügel ſchien es gut zu ergehen und der Kranke glaubte, er ſähe Küchlein um eine der Hennen herumlaufen. Erſt eine Woche ſpäter wagte Mark bis zum Krater zu gehen. Als er ihn betrat, ſah er ſogleich, daß ſich in Betreff des Gartens alles ſo verhielt, wie er es vermuthet hatte. Zwei Drittheile deſſelben waren von den Schweinen umgewühlt worden, wie er es kaum, im Beſitze ſeiner vollen Kraft, mit Hacke und Spaten beſſer hätte thun können. Köpfe und Wur⸗ zeln waren in gleicher Weiſe vernichtet, und eben ſo viel ſchien verheert als verzehrt. Kitty wurde auf der That ertappt, wie ſie an den Bohnen naſchte, welche um dieſe Zeit reif und faſt dürr waren. Die Erbſen und Bohnen, das indianiſche Korn hatten für das Geflügel gute Beute abgegeben, und alles Lebendige hatte in Fülle und Ueberfluß geſchwelgt, während der kranke junge Mann, ſeines Daſeins unbewußt, in einem Zuſtande lag, welcher dem Tode eben ſo nahe war als dem Leben. Das Zelt ſtand noch unbeſchädigt und Mark freute ſich, einige Stunden in ſeiner Hängematte der Ruhe pflegen zu können, nachdem er ſeinen Garten in Augenſchein genommen. Während ſeines Hierſeins kamen die Schweine in den Krater und hielten vor ſeinen Augen ihre Mahlzeit. Zu ſeinem Erſtar welche zu ſue C die ra Er ha zu ber geſalze L doch g hing e junge des g ſchußg die Ke. worau ſehr obgleit in da Schüſ beitru 5 ſich de halben war a peiſen Höhe 23⁵ aß dieß in dieſe gel an 3 dieſer cht, an Fernblick gut zu um eine rater zu Betreff et hatte. agewühlt raft, mit nd Wur⸗ iel ſchien ppt, wie und faſt che Korn ind alles während in einem als dem reute ſich, pflegen zu enommen. en Krater zu ſeinem Erſtaunen folgten einem Mutterſchweine zehn junge Thierchen, welche bereits groß genug waren, um ſich ſelbſt ihre Nahrung zu ſuchen. Eine heftige Eßluſt war jetzt Mark's größte Qual und die rauhen Speiſen des Schiffes waren faſt zu ſchwer für ihn. Er hatte all ſeinen Scharfſinn erſchöpft, um ſich Mehlſpeiſen zu bereiten und ſehnte ſich nach etwas ſchmackhafterem als geſalzenem Rind⸗ und Schweinfleiſch. Obgleich er ſeiner Kraft nicht ganz vertraute, ſah er ſich doch gedrängt einen Verſuch zu machen. Unter dem Zeltdache hing eine Vogelflinte, die mit einer Kugel geladen war; der junge Mann ſchüttete friſches Pulver auf die Pfanne, wartete des günſtigen Augenblickes, wo einer der jungen Grunzer ſchußgerecht ſtand und ſchoß ihn durch den Kopf. Er ſchnitt die Kehle mit einem Meſſer auf und ließ das Blut auslaufen, worauf er ihn reinigte. Dieſes letztere Geſchäft wurde nicht ſehr kunſtgerecht abgethan. Mark brachte dieſes Thierchen, obgleich es kaum ſechs Wochen alt ſein mochte, nur mit Mühe in das Schiff und bereitete ſich gewiſſe ſaftige, nahrhafte Schüſſeln, welche zur Wiederherſtellung ſeiner Kräfte weſentlich beitrugen. Im Laufe des folgenden Monats mußten noch drei Ferkel ſich demſelben Schickſale fügen, und ebenſo erging es einem halben Dutzend der bereits erwähnten jungen Küchlein. Es war aber Mark jetzt zu Muth, als könnte er den Krater auf⸗ ſpeiſen, obgleich er bis jetzt noch nicht im Stande war, die Höhe deſſelben zu erklimmen. 235— 237. 14 — 210— Zehntes Kapitel. So lang' der Aermſte unbeſudelt nur Sein Opfer bringt im Tempel der Natur, Lacht Meer und Luft ihm und die Au; Und wo er ſich ergebt, erblüht ihm Wonne, Umglänzet ihn das Licht der gold'nen Sonne, Sein friedlich Zelt umſpannt des Himmels Blau. Wilſon. Unſer junger Einſiedler brauchte zwei volle Monate, bis er ſeine Kräfte wieder erlangte, obgleich er am Schluſſe des erſten im Stande war, nach ſeinen Angelegenheiten zu ſehen und ſich vielen kleinen unerläßlichen Arbeiten zuzuwenden. Vor allem traf er Anſtalten, um ein Thor aufzuſtellen, welches den Thieren den Eingang in den Krater wehrte. Die Schweine hatten nicht nur den größten Theil ſeiner Gartenerzeugniſſe verzehrt, ſondern waren auch auf den Einfall gekommen, die Kruſte jenes Theiles des Kraters aufzubrechen, wo das Gras bereits hervorſtach, und dieſe Einfälle auf ſeine künftige Wieſen⸗ fläche hatte Mark nicht Luſt zu dulden. Er hatte ſich jetzt überzeugt, daß die Oberfläche der Ebene, ſo felſig ſie auch ausſah, ſo weit porös und mit weicheren Subſtanzen, z. B. Muſcheln, gemiſcht war, daß der Samen faſt überall anging, und ſobald ſich die Wurzeln in die Ritzen und Spalten des Felſen eingearbeitet hatten, gab er ſich der freudigen Hoffnung hin, bald die ganze Oberfläche mit hin⸗ reichend gutem Boden bedeckt zu ſehen, um die Pflanzen zu nähren, welche er hier zu ziehen gedachte. Unter ſolchen Umſtänden war ihm die Beihülfe der Schweine nicht wünſchens⸗ werth. eher 1 denn und de Gras A dick ge Mark, Anſich: frühere allgem Fels, es nich und in D wiſſenſ an und derter M des gr wegſäg abgethe in geh worden D Säge l junger Widerſt das ein Es tur, Au; onne, Sonne, immels ſon. e, bis ſſe des mſehen denden. welches hweine ugniſſe en, die 3Gras Wieſen⸗ Ebene, eicheren Samen Ritzen ſich der nit hin⸗ nzen zu ſolchen nſchens⸗ werth. Bis jetzt hatten ſich die Thiere jedoch in dem Garten eher nützlich erwieſen, als daß ſie Schaden geſtiftet hätten, denn ſie wühlten den Boden auf und brachten das Seegras und die verweſenden Fiſche mit ihm in Verbindung; bei dem Gras aber drohten ſie ausſchließlich ſchädlich zu werden. An den meiſten Stellen war die Kruſte der Ebene aber dick genug, um das Gewicht eines Mannes zu tragen, und Mark, der, nebenher bemerkt, kein Geologe war, gab ſich der Anſicht hin, ſie rühre überhaupt von dem Einfluſſe des in früheren Fluthzeiten abgeſetzten Salzes her. Nach dem großen, allgemeinen Geſetze der Natur mußte ſich Boden aus dem Fels, und nicht Fels aus dem Boden gebildet haben, obgleich es nicht an Fällen fehlen dürfte, wo die Erde ſich verhärtete und in ihren frühern Zuſtand zurückkehrte. Da wir jedoch nicht beabſichtigen, Fragen dieſer Art wiſſenſchaftlich zu beſprechen, geben wir bloß die Thatſachen an und überlaſſen es denen, die in ähnlichen Zweigen bewan⸗ derter ſind als wir, den innern Zuſammenhang aufzuhellen. Mark machte ſein Thor aus den Regelingen am Fuße des großen Maſtes, indem er zu dieſem Zwecke die Stützen wegſägte. Mit ſehr wenigen Aenderungen war die Sache abgethan und das Thor bewegte ſich in einem Pfoſten, welcher in gehöriger Länge beſchnitten, in den Bogen eingezwängt worden war. Da dieß der erſte Angriff war, welcher mittelſt Axt oder Säge bis jetzt auf den Rancocus gemacht worden, fühlte unſer junger Mann ſich unbehaglich dabei und nur mit großem Widerſtreben hatte er es über ſich vermocht, etwas zu beginnen, das einem Abbruche des guten Schiffes ähnlich war. Es war aber geſchehen und das Thor an ſeiner Stelle 14* 212— und ſo wurde das, was noch nicht beſchädigt war, gerettet. Und es war hohe Zeit, denn die Schweine und das Geflügel— um michts von Kitty zu ſagen— hatten bereits ihren vollen Antheil an ſich genommen. Die Einbrüche der erſteren waren jedoch in mancher Beziehung ſogar von Nutzen; deun ſie lehr⸗ ten unſeren jungen Mann, auf welche Weiſe er verfahren müſſe, um ſeinen Garten ſchnell und ohne viele Mühe in guten Stand zu ſetzen. Sie führten ihn auch auf einen Gedanken, welcher ſpäter ſeine Früchte trug. Da ſie ihm ſeine Pflanzen ſo früh zerſtört hatten, dachte Mark, in einem ſolchen Klima und bei einem ſo großen Vorrathe von Dünger müſſe es leicht ſein, jährlich zwei Erndten zu erzielen, wobei die, welche in den kühleren Monaten eingebracht wurde, von der in der wärmeren Zeit erzielten, in ihren Eigenſchaften nur wenig verſchieden ſein dürften. Dieſen Wink ſuchte er ſich zu Nutzen zu machen und begann neue Beete anzulegen, welche ohne denſelben wahrſcheinlich einige Monate länger brach gelegen hätten. Auf dieſe Weiſe beſchäftigte ſich unſer junger Mann, bis er ſich wieder ganz bei Kräften fühlte. Aber die herbe Krank⸗ heit, welche er beſtanden, und die traurigen Ausſichten, die ſie ihm in die künftige Zeit eröffneten, wo er vielleicht dem Leben entſagen mußte, ohne daß eines Freundes Hand ſein Kiſſen glättete, oder ihm die Augen ſchloß, veranlaßten ihn, weit als er je gethan, über den wahren Charakter unſerer ernſter, über das unbekannte, furchtbare Prüfungszeit auf Erden, und Jeuſeits, zu welchem ſie uns führt, nachzudenken. Mark hatte in Bezug auf Religion eine ſorgfältige Erzie⸗ hung erhalten und fühlte ſich geſtimmt, mit dem geeigneten Geiſte der Demuth in dieſe Frage einzutreten; aber die eruſte Lage, in welcher er ſich jitzt befand, trug viel zu der Klarheit ſeiner zu de auf ihn; dert, ſeiner gewe Gede die 1 barke gewa ihn weite ab. thier die L thuer den einſa weiſe ſame unſer und führt wohl geleſt nen gerettet. ügel— vollen waren ſie lehr⸗ n müſſe, Stand welcher ſo früh und bei cht ſein, - in den värmeren erſchieden nmachen denſelben itten. ann, bis be Krank⸗ n, die ſie dem Leben in Kiſſen yn, weit er unſerer furchtbare ige Erzie⸗ geeigneten die eruſte r Klarheit ſeiner Anſichten über die Nothwendigkeit einer Vorbereitung zu dem endlichen Abſchluſſe bei. Von allem Verkehre mit ſeines Gleichen abgeſchnitten,— auf einen nackten Fels, und mehr war er nicht, als Mark ihn zuerſt betrat, inmitten des großen ſtillen Meeres geſchleu⸗ dert, ſah er ſich natürlich in viel engerer Verbindung mit ſeinem Schöpfer, als dieß in der bewohnten Welt der Fall geweſen wäre. Auf dem Riſfe gab es wenig, das ſeine Gedanken von ihrer wahren Richtung ablenken konnte; und die Uebel, welche ihn bedrängten, leiteten ihn alle zur Dank⸗ barkeit hin, indem ſie ihn mittelſt der Contraſte die Segnungen gewahren ließen, welche ihm die Guade der Hand ließ, die ihn ſo ſchwer getroffen hatte. Die Nächte jenes Klima's und jener Jahreszeit gaben bei weitem den angenehmſten Theil der vier und zwanzig Stunden ab. Von ſchädlichen Ausdünſtungen in Folge ausgeworfener thieriſcher Subſtanzen oder ſtehender Sümpfe war keine Spur; die Luft war rein und unter einem friedlichen Monde wohl⸗ thuender, als unter einer Nachmittagsſonne. Die erſten Stun⸗ den der Nacht waren daher die, in welcher ſich unſer junger einſamer Mann vor ſeiner völligen Wiederherſtellung vorzugs⸗ weiſe beſchäftigte, und dann trat er natürlich in einen heil⸗ ſamen Verkehr mit den Sternen. So weit der menſchliche Geiſt bis jetzt in die Geheimniſſe unſerer Lage hienieden, in Beziehung auf die Vergangenheit und zumal auf die Zukunft, einzudringen im Stande war, führt Alles zu dem Glauben an das Beſtehen einer großen wohlthätigen Abſicht hin. Wir haben irgendwo gehört oder geleſen, die Zigeuner glaubten, die Menſchen ſeien die gefalle⸗ nen Engel, welche ſich abmühten, auf dem unſeligen Pfade, — 214— der ſie früher in das Verderben führte, zurück zu wandeln. Man Einer ſolchen Anſicht kann man ſich freilich unmöglich hin⸗ nach geben; daß aber der Menſch auf die Erde verſetzt iſt, um ſich und auf eine künftige höhere Weiſe des Daſeins vorzubereiten, iſt war, nicht allein für unſer Selbſtbewußtſein wohlthuend, ſondern Was ſtimmt auch mit der göttlichen Offenbarung überein. bewa Unter dem Vielen und Mannigfaltigen, das uns geoffen⸗ als e bart worden, wenn auch über Einzelnem ein dichter Schleier geher hängt, ſagt man uns, unſere Unterweiſung müſſe fortſchreiten, Otto je näher wir dem tauſendjährigen Reiche kommen,—„bis die ſo zu ganze Erde voll ſein wird der Kenntniß Gottes, wie die fremt Waſſer das Meer bedecken.“ führt Wir dürften dieſem glücklichen Tage noch ziemlich fern. ſtehen; der hat aber vergeblich gelebt, welcher ſein halbes Menf Jahrhundert inmitten der Civiliſation dieſes unſeres Zeitalters Schö hingebracht hat und die tauſend Beweiſe der Hinneigung der die 2 Dinge zu dem verſprochenen Ziele überſieht, welches uns vor bedeu Jahrhunderten durch die Schriften frommer Männer verkündigt Natu worden. Aegypten, Griechenland, Rom,— alles was wir höher aus der Vergangengeit wiſſen und ſich rein auf Menſchen ſich ſe und ihre Leidenſchaften bezieht,— Reiche, Herrſcherfamilien, deren Ketzerei und Neuerungen jeder Art kommen und verſchwinden,. wie der Wechſel der Jahreszeiten; während das einzige, das eben unwandelbar genannt werden kann, der langſame aber ſichere Bezum Fortgang der Weiſſagung iſt. Die Mittel und Kräfte, welche hat. zur Förderung des ſo viele Jahrhunderte vorher angekündigten bereit Zieles verwendet wurden, ſind ſo natürlich, daß wir die Gefüf mächtige Wahrheit oft, ihrer ſcheinbaren Einfachheit wegen, 3 erhalt aus dem Auge verlieren. Dieſe Zeichen der Zeiten ſind aber nicht zu mißdeuten. und andeln. ich hin⸗ um ſich ten, iſt ſondern geoffen⸗ Schleier chreiten, „bis die wie die ich fern halbes eitalters ung der uns vor erkündigt was wir Menſchen familien, hwinden, ige, das err ſichere te, welche kündigten wir die it wegen, nißdeuten. — 215— Man laſſe, zum Beiſpiele, fünfzigjährige Männer ihre Blicke nach Oſten, nach Paläſtina wenden und deſſen jetzige Lage und Ausſichten mit dem vergleichen, was es in ihrer Jugend war, und frage ſie, wie dieſer Wechſel hervorgebracht worden. Was Richard Löwenherz, was der heilige Ludwig mit ihren bewaffneten Schaaren nicht bewirken konnten, begibt ſich jetzt als etwas aus ſo einfachen und augenfälligen Gründen hervor⸗ gehendes, daß die große Menge ſie in der That überſieht. Die Ottomaniſche Macht und die Ottomaniſchen Vorurtheile ſchmelzen ſo zu ſagen in dem Feuer der göttlichen Wahrheit, welche ohne fremdes Zuthun einen Pfad öffnet, der zur Erfüllung deſſen führt, was ſie ſelbſt vorhergeſagt hat. 4 Unter den Mitteln, welche ſehr geeignet ſind, um dem Menſchengeſchlechte das Gefühl der Macht und Güte des Schöpfers recht tief einzuprägen, iſt, nach unſerm Bedünken, die Aſtronomie mit ihren Hilfswiſſenſchaften als eines der bedeutſamern zu nennen. Je tiefer wir in die Geheimniſſe der Natur eindringen, deſto mächtiger treten die Beweiſe eines höhern Zweckes hervor; und wenn das Daſein einer Gottheit ſich ſo ſichtbar, ſo fühlbar darſtellt, muß auch die Ehrfurcht vor deren Macht und Güte um ſo tiefer in der Seele Wurzel faſſen. In Mark Woolſton's Jugend hatten die großen Fortſchritte eben begonnen, welche ſeitdem die Aſtronomie, beſonders in Bezug auf ihre Einzelnheiten, durch Beobachtungen gemacht hat. Hinſichtlich des rein Wiſſenſchaftlichen war allerdings bereits viel geſchehen, aber das Begriffsvermögen und die Gefühle der Maſſe waren noch unberückſichtigt geblieben. Mark hatte durch ſeine Erziehung einen Umriß von dem erhalten, was Herſchel und ſeine Zeitgenoſſen geleiſtet hatten, und wenn er auf dem„Gipfel“ ſaß und mit den Sternen, und mittelſt dieſer fernen, noch unbekannten Welten mit deren göttlichem Urheber verkehrte, geſchah dieß mit ſo viel Einſicht in den Gegenſtand, als Gebildete gewöhnlich zu beſitzen pflegen, wenn ſie ſich nicht einem beſondern Zweige des Wiſſens aus⸗ ſchließlich gewidmet haben. Zuweilen weilte Mark ſtundenlang auf dem Gipfel und ſtudirte die Sterne in der klaren durchſichtigen Atmoſphäre der Tropenländer, während ſein Geiſt beſtrebt war, mit jenem erhabenen Weſen zu verkehren, das dieſe mächtigen Ergebniſſe hervorgerufen, unter denen das Daſein der Erde, ihre Bewegung, ihre Hitze und ihre Kälte, ihr Elend und ihr Glück nur Punkte in dem Getriebe eines Univerſums ſind. Vor dieſer Zeit hatte er auf alles dieß aus Neugierde oder Wiſſenſchaftseifer geſchaut; jetzt erfüllte es ihn mit dem tiefſten Gefühle der Macht und Weisheit der Gottheit und ließ ihn um ſo beſſer ſeine eigene Stellung auf der Stufenleiter der geſchaffenen Weſen begreifen. Unſer junger Einſiedler ſtudirte die Sterne nicht nur mit ſeinen Augen, ſondern konnte auch Inſtrumente zu Hilfe nehmen. In dem Schiffe waren zwei vortreffliche Ferngläſer und Mark ſelbſt war im Beſitz eines ſehr ſchönen Spiegel⸗ telescops, welches er ſich von ſeiner Löhnung gekauft und zu ſeiner Unterhaltung und Belehrung mitgenommen hatte. Zu dieſem Telescop gehörte ein Bronzegeſtell, welches er auf den Gipfel trug und zu ſeinem Gebrauche oben behielt. Durch Hilfe dieſes Inſtrumentes konnte Mark die Trabanten des Jupiter und des Saturn, den Ring des letztern, die Gürtel des erſtern und viele Erſcheinungen des Mondes beobachten. Natürlich war mit einem ſolchen Spiegeltelescop die ſphäriſche Form aller näheren Planeten, welche den Aſtronomen damals bekann achtung menſch F der Be Entſtel hoffen, rath ſe durch näher daran beſtätig Löſung V könnte unteror über d ſtreiten lichen Pfad d W alle H Es wa begegn der Fa ſondern D hatte 2 ganz möglich t deren Einſicht pflegen, is aus⸗ fel und oſphäre t jenem gebniſſe wegung, Punkte teugierde mit dem und ließ ifenleiter licht nur zu Hilfe erngläſer Spiegel⸗ ft und zu atte. Zu c auf den Trabanten die Gürtel eobachten. ſphäriſche en damals — 217— bekannt waren, deutlich zu ſehen, und keine durch unſere Beob⸗ achtungen der Himmelskörper bekannte Thatſache fällt dem menſchlichen Geiſte mehr auf als dieſe. Faſt einen vollen Monat brachte Mark ſeine Nächte mit der Beſchauung der Sterne und dem Nachdenken über ihr Entſtehen und deſſen Grund und Zweck hin. Er konnte nicht hoffen, neue Entdeckungen zu machen oder auch nur den Vor⸗ rath ſeiner Kenntniſſe zu vermehren; aber ſeine Gedanken wurden durch Unterſuchungen dieſer Art ſeinem göttlichen Schöpfer näher geführt; denn wenn ein eifriger Mathematiker ſich nur daran ergötzt hätte, irgend einen Satz mittelſt einer Thatſache beſtätigt zu ſehen, ſo hatte er die Hand Gottes und nicht die Löſung irgend einer Aufgabe im Auge. Wie glücklich wäre es für den Mann der Kiſeeſchaft, könnte er ſeine geiſtigen Kräfte ſtets dem erhabenen Zwecke unterordnen, zu welchem ſie ihm gegeben ſind; könnte er, ſtatt über den Stolz der Vernunft zu frohlocken und deßhalb zu ſtreiten und zu hadern, ſich und all ſein Wiſſen vor der unend⸗ lichen Weisheit, Macht und Größe demüthigen, welche den Pfad des Allmächtigen bezeichnen. Während Mark ſich erholte und kräftiger fühlte, war ihm alle Hoffnung verſchwunden, Betts jemals wieder zu ſehen. Es war wohl möglich, daß der arme Burſche einem Schiffe begegnete, oder ſelbſt eine der Inſeln erreichte; wenn dieß aber der Fall war, ſo konnte es nicht in Folge einer Berechnung, ſondern nur eines blinden Ungefährs geſchehen. Die Barkaſſe war mit dem nöthigen Vorrathe verſehen, hatte Waſſer in Fülle und war, wenn man Stürme ausnimmt, ganz geeignet, das ſtille Meer zu befahren; es war ſogar möglich, daß Bob auf ſeinem Courſe nach Oſten anhalten und — 218— auf dieſe Weiſe irgend einen Theil von Südamerika erreichen konnte. Wenn er dieſen Weg einſchlug und der Zufall ihn begünſtigte— was würden die Folgen ſein? Wer dürfte wohl der Erzählung eines einfachen Seemannes, wie Bob Betts, ganz vertrauen und ein Schiff ausſenden, um Mark Woolſton aufzuſuchen? In unſern Tagen hätte die Regierung ohne Zweifel ein Kriegsſchiff zu einem ſolchen Zwecke ausgeſendet, wenn ſich kein anderes Mittel zur Rettung des Mannes dargeboten hätte; am Schluſſe des vorigen Jahrhunderts aber hatte die Regierung keine ſo ausgedehnte Gewalt. Sie konnte ihre Seeleute kaum gegen die Engländer, welche ſie auf offener See preßten, oder gegen Algieriſche Sclavenhändler ſchützen, viel weniger durfte ſie daran denken, einen einzelnen Menſchen auf einem Fels in dem ſtillen Meere abholen zu laſſen. Dieſes fern liegende Meer wurde damals allerdings von amerikaniſchen Schiffen befahren; dieß geſchah aber vergleichs⸗ weiſe in kleiner Anzahl und unter Verhältniſſen, welche für unſern Einſiedler eben nicht vielverſprechend waren. Mark verweilte nicht gern bei dieſer Frage und ſuchte, ſo gut er konnte, ſeine Gedanken davon abzulenken. Die Jahreszeit war nun ſo weit gegen den Herbſt vorge⸗ ſchritten, als von einem ſolchen in den Tropenländern und auf ſo niederm Lande überhaupt die Rede ſein kann. Alles in dem Garten war gereift, und vieles mußte den Schweinen und dem Geflügel vorgeworfen werden, damit es nicht verkäme. Mark ſah, daß es nun Zeit ſei, ſeine Beete wieder zu bepflanzen, und er wählte ſolche Samen aus, die den Winter jenes Klima's aushalten konnten, wenn man es ja Winter nennen darf. Er ſchaute ſich ſorgſam nach Allem um, was u. ſ. w waren Klippen feucht g Riffe n wenig Statten Thieren werk ol und ſa um ſie Guano. beſonder zu brin In in dem ihnen e nommen dieſen 1 bauen, pflanzen ſüße Pe rend die Wo ſuchung, ihn bede rreichen fall ihn te wohl Betts, Boolſton eifel ein henn ſich n hätte; egierung ite kaum en, oder er durfte Fels in ngs von ergleichs⸗ elche für uchte, ſo jſt vorge⸗ mund auf s in dem und dem ne. wieder zu n Winter a Winter um, was er hatte, und unterſuchte den Zuſtand der Pflanzen in dem Boden und zumal den Boden ſelbſt. Das Ergebniß hinſichtlich der Pflanzen war aber folgendes: Die Orangen, Zitronen, Kokosnüſſe, Pomeranzen, Feigen u. ſ. w., die er reihenweiſe unter der Klippe geflanzt hatte, waren wunderbar gediehen. Das Waſſer war von den nahen Klippen herabgeronnen und hatte ſie faſt den ganzen Sommer feucht gehalten, obſchon man über Mangel an Regen auf dem Riffe nicht zu klagen hatte; es pflegte eher zu viel als zu wenig zu regnen,— ein Umſtand, welcher Mark ſehr zu Statten kam, denn er hatte in den letzten zehn Monaten ſeinen Thieren keinen Tropfen Waſſer zu geben brauchen. Das Buſch⸗ werk oder die kleinen Bäume waren einen vollen Fuß hoch und ſahen friſch und geſund aus. Mark hackte den Boden um ſie auf und düngte alle mit einer hinreichenden Menge Guano. Die Hälfte etwa verpflanzte er auf günſtigere Stellen, beſonders war er bedacht, die Kokosnüſſe dem Meere ſo nahe zu bringen als es möglich war. In Betreff der übrigen Pflanzen fand er, daß ſie genau in dem Verhältniſſe gediehen waren, in welchem das Klima ihnen entſprach. Einzelne Erzeugniſſe hatten an Größe zuge⸗ nommen, andere waren kleiner geworden. Mark merkte ſich dieſen Umſtand wohl und beſchloß, nur ſolche Pflanzen anzu⸗ bauen, welche gut gediehen. Beide Melonen⸗Arten, Eier⸗ pflanzen, Pfeffer, Zwiebeln, der Liebesapfel, Mais, Bohnen, ſüße Pataten u. ſ. w. waren alle trefflich fortgekommen, wäh⸗ rend die Iriſche Kartoffel z. B. ganz zurückgeblieben war. Was den Boden anging, ſo fand Mark bei näherer Unter⸗ ſuchung, daß Dünger, Anbau und die eingeſogene Waſſermenge ihn bedeutend verbeſſert hatten. Die Schweine wurden wieder 220— um ihn friſch umzuwühlen, und ſie brachten herein gelaſſen, dieß auch in zwei bis drei Tagen trefflich zu Stande. Mittlerweile hatte unſer junger Seemann neben den drei nun herangewachſenen Grunzern nicht weniger als neun junge. Dieſe Zahl begann ihm Schrecken einzuflößen, und die Noth⸗ wendigkeit leuchtete ihm ein, zum Schlachten zu ſchreiten, um ſie in vernünftigen Grenzen zu halten. Eines der fetteſten und beſten dieſer Thiere pökelte er ein, nicht weil er fürchtete, Mangel an ſolchem Fleiſche zu haben; denn er hatte deſſen noch für mehrere Jahre genug an Bord, ſondern weil er es lieber dem zugeſellte, welches ſchon ſo lang in dem Salze lag. Er ſah ein, daß er Unrecht gethan hatte, die Schweine ſo groß werden zu laſſen, denn das friſche Fleiſch mußte ver⸗ derben, ehe er im Stande war, den kleinſten Friſchling zu verzehren. Aber er war, zu ihrem eignen Beſten, genöthigt, nicht weniger als fünf mit ſeiner Flinte zu erlegen, und dieſe begrub er ganz in tiefe Stellen ſeines Gartens; denn er hatte gehört, daß die mit animaliſchen Subſtanzen geſchwängerte Erde ein vorzügliches Dungmittel abgäbe. Mark machte nun eine Fahrt auf die Lehm⸗Inſel, um eine Ladung zu holen, wozu er ſich des Floßes mit dem Dingui im Schlepptan bediente. Bei dieſer Gelegenheit ward unſer junger Mann recht ſehr inne, wie viel er verloren hatte, indem er des Beiſtandes Bob's bei ſeinen Arbeiten beraubt worden war. Es gelang ihm jedoch, ſein Floß zu befrachten, und er war eben im Begriffe, wieder heim zu fahren, als ihm einſiel, der Spargelſame, welchen er einem Theile dieſer Ablagerung anvertraut hatte, könnte aufgegangen ſein. Mark eilte zu der Stelle und fand, daß der Same wirklich Wurzel gezogen hatte und daß hunderte von jungen Pflanzen herrlich Köpfe af Die eines ſe In jene es leicht ſo lang Beſorgn nen und furchtba Eier, ju Ueb wegen je den nack Geiſt m der Kra erloſchen konnte Genuſſes Als er ſich d ſeine Ze wolle. Klima l worden, Vergnü⸗ Wortes unſerm Er Tauſend brachten den drei junge. ie Noth⸗ ten, um fetteſten fürchtete, te deſſen eil er es lalze lag. pweine ſo ußte ver⸗ chling zu genöthigt, und dieſe mer hatte hwängerte uſel, um m Dingui ard unſer tte, indem bt worden en, und er hm einſiel, lblagerung me wirklich n Pflanzen herrlich erwachſen waren, während an vielen Stellen eßbare Köpfe aus der Erde hervorſtießen. Dieß war eine wichtige Entdeckung; denn Spargel waren eines ſeiner Lieblingsgerichte und überdieß leicht zu pflegen. In jenem Klima und in einem ſo fruchtbaren Boden mußte es leicht ſein, das ganze Jahr friſche Spargel zu haben, und ſo lang er dieſes Gemüſe in Fülle zu eſſen hatte, war er jeder Beſorgniß in Bezug auf Scorbut überhoben. Aber die Melo⸗ nen und andere Erzeugniſſe hatten Mark's Furcht vor dieſem furchtbaren Uebel bereits beſeitigt, beſonders da er nun auch Eier, junge Hahnen und friſche Fiſche im Ueberfiuſſe hatte. Ueberhaupt war der junge Mann ſeiner Unterhaltsmittel wegen jetzt ganz unbeſorgt. Freilich, als er ſich anfangs auf den nackten Fels geworfen ſah, erfüllte dieſer Gedanke ſeinen Geiſt mit Schrecken; nun er ſich aber überzeugt hatte, daß der Krater ſich zum Anbau eigne und wie die meiſten übrigen erloſchenen Vulkane die fruchtbarſte Ergiebigkeit verſprach, konnte er eine Krankheit, welche gewöhnlich eine Folge des Genuſſes geſalzenen Fleiſches iſt, nicht mehr fürchten. Als Mark ſeine Geſundheit völlig hergeſtellt fühlte, begab er ſich daran, einen regelmäßigen Plan zu entwerfen, wie er ſeine Zeit in Arbeit, Nachdenken und Unterhaltung vertheilen wolle. Vielleicht war es ein Glück für den, der in einem Klima lebte, wo der Pflanzeuwuchs, ſofern er ins Leben gerufen worden, ſo üppig gedieh, daß ihm die Arbeit nur als ein Vergnügen entgegentrat. In dem gewöhnlichen Sinne des Wortes hatte er nur wenig zu arbeiten; ganz aber ſehlte es unſerm Einſiedler nicht an Beſchäftigung. Er beobachtete die Sitten der Seevögel, welche ſich zu Tauſenden um die verſchiedenen Felſenklippen zu ſammeln Krater ſelbſt ziemlich zu meiden pflegten, obgleich ſie den ſchienen. Er fuhr ab und zu und verband gewöhnlich Arbeit und Vergnügen. Indem er günſtiger Stunden zu dieſen Zwecken harrte, brachte er mehrere Ladungen Lehm und zwei maͤchtige Flöße Meergraſes auf den Krater. Mark verbrachte einen Monat damit, daß er all dieß auf ſeinen Düngerhaufen führte, den er während des Winters beiſammen laſſen wollte, um ihn im Frühling unterzubringen. Wir bedienen uns dieſer Ausdrücke, um die Jahreszeiten zu bezeichnen, obgleich von einem Winter im ſtrengen Sinne des Wortes nichts zu verſpüren war. In der Mitte des Winters wuchs vergleichsweiſe das Gras ſchöner empor, als in der Mitte des Sommers, da die brennende Hitze das Fort⸗ kommen der Pflanzen ſtets mehr oder weniger hinderte. Mit der vorſchreitenden Jahreszeit ſah Mark ſein Gras nicht nur merklich ausbreiten, ſondern auch dichter wachſen. Es gab nun ziemlich umfangreiche Stellen, wo ſich Raſen bildete, da die Natur in jenem herrlichen Klima alles in einer viermal kürzern Zeit leiſtete, als ſie zu demſelben Zweck in der gemäßigten Zone zu verwenden pflegt. Als Mark dieſe Stellen unterſuchte, bemerkte er, daß die Wurzeln des Graſes ihm hülfreich zu ſtatten kamen, um den Boden aufzulockern; denn ſie arbeiteten ſich in die kleinſten Ritzen der Kruſte und ließen Luft und Waſſer da eindringen, wo dieſe bis jetzt aus⸗ geſchloſſen waren. Dieß ſchien beſonders bei dem Graſe der Fall zu ſein, welches in dem Krater wuchs und das ſich in dem Laufe des ſogenannten Winters dergeſtalt vermehrt hatte, daß es eine große Fläche, deren ſchwarze Farbe ſeinen Augen ſo oft ſchmerzlich geweſen war, in einen Raſenplatz von ſo lieblichem Grün verwandelte, wie es je die Aue um eine Schweizer⸗Wohnung verſchönert haben mag⸗ Es wurde, u mehreren Schwein that dief ſelbſt in Beete zu Wurzeln dieß zu l ſie nach wühlen b ſeine Nü Es Winters Behäglich Einfluß l Er das groß kreuzen, reichte, u weg zu k Art ſein Wetter ve ihm doch mit einem herbei zu ſelbſt ins zu handhe es geladen Wellen zu jeder Hinſ meiden Arbeit dieſen nd zwei dieß auf Winters bringen. reszeiten Sinne itte des or, als as Fort⸗ 2. in Gras wachſen. h Raſen in einer Zweck in ark dieſe 3 Graſes ulockern; ruſte und jetzt aus⸗ Graſe der s ſich in hrt hatte, en Augen 6 von ſo um eine — 223 Es ſchien wünſchenswerth, daß dieſer Raſen kurz gehalten wurde, und da Kitty nicht im Stande war, einen Raum von mehreren Ackern abzugraſen, ſah Mark ſich genöthigt, die Schweine und das Geflügel wieder zu Hilfe zu nehmen. Er that dieß jedoch nur in beſtimmten Stunden, oder wenn er ſelbſt in dem Garten arbeitete und ſie abhalten konnte, ſeine Beete zu zerſtören. Am meiſten fürchtete er, ſie möchten die Wurzeln beſchädigen; es gelang ihm jedoch in hohem Grade, dieß zu hindern, indem er die Schweine nur heran ließ, wenn ſie nach Gras gierig waren, ſie aber verſcheuchte, ſobald ſie zu wühlen begannen, einem Epikur ähnlich, der zum Nachtiſche ſeine Nüſſe knackt. Es mochte nach Mark's Berechnung in der Mitte des Winters ſein, als er eine neue Arbeit begann, welche für ſeine Behäglichkeit ſehr bedeutſam war und auf ſein künftiges Leben Einfluß haben konnte. Er hatte ſchon lange beſchloſſen ſich ein Boot zu bauen, das groß genug wäre, um alle Theile des Riffes zu durch⸗ kreuzen, wenn auch nicht von einem Umfange, welcher aus⸗ reichte, um damit in See zu ſtechen. Das Dingui war durch⸗ weg zu klein für die Arbeiten; ſo nützlich es auch in ſeiner Art ſein mochte, und obgleich es ſich ſelbſt bei ziemlich rauhem Wetter von einer geübten Hand leicht gewältigen ließ, fehlten ihm doch die nöthige Wucht und der Raum. Es war ſchwierig, mit einem ſo leichten Boote auch nur ein Floß von Meergras herbei zu ſchaffen, ſo wie es faſt unmöglich war, das Floß ſelbſt ins Schlepptau zu nehmen. Das Floß war aber ſchwer zu handhaben; es trug für ſeine Größe nur wenig, und wenn es geladen war, hatte er Mühe, es gegen Stkömung und Wellen zu lenken. Der Bau eines Boytes war alſo ein in jeder Hinſicht nützliches und wünſchenswerthes uernehuuen. 4 1 ————— — 221 Bei dem Ausbaue der Barkaſſe hatte Mark ſo viel gelernt, daß er glaubte, er dürfte dem neuen Unternehmen gewachſen ſein. In dem Schiffe war Alles hinreichend vorhanden, was man zum Baue eines halben Dutzends Boote brauchte⸗ und als er das Holz in Augenſchein nahm, fand er eine Menge Vorrath, der offenbar eingenommen worden war, um Boote auszubeſſern, wenn nicht gerade um neue zu bauen. Der untere Raum eines Schiffes iſt ein ſolches„Alles⸗ mögliche⸗Durcheinander,“ und die Verſtauung muß nothwendig ſo dicht ſein, daß der, welcher mit den Einzelnheiten nicht ganz bekannt iſt, große Mühe hat, anzugeben, wie viel oder wie wenig, und in welchen Theilen es zu finden iſt. Dieß war der Fall bei Mark, deſſen Verhältniſſe zu Bridget ſeinen Pflichten als Steuermann bedeutenden Abtrag gethan hatten. So oft er den innern Raum„überhohlte,“ fand er neuen Grund zu glauben, Freund Abraham White habe Vorräthe der und jener Art eingelegt, von denen er nie Kunde erhalten, welche ſich aber bei dieſer Wendung der Dinge als ſehr nützlich erwieſen. So kam es denn, daß ihm, als er eben im Begriffe war, das ihm wichtige Holz auszuſuchen, Vorſteven, Spiegelgerüſt und Kiel eines Bootes, das achtzehn Fuß Länge bekommen ſollte, zu Geſicht kamen. Unſer junger Mann benützte natürlich dieſe Entdeckung und brachte mittelſt des Floßes alle Gegen⸗ ſtände, deren er bedurfte, auf den Bauplatz. Mark arbeitete die nächſten zwei Monate, oder bis er Grund hatte zu glauben, der Frühling ſei herangekommen, emſig an ſeinem Boote. Einzelue Theile dieſes Werkes verurſachten ihm viele Mühe, theils weil er kein gelernter Schiffsbauer war, theils weil er keinen Gehilfen hatte. Er brachte mehrere Tage damit zu, die Zeltdecke neu aufzuſch hatte, er die aufricht er gut handelte der Wa und ſeit Plane, ſchwerli Da ungefäh ſeines 2 gehörige der jung ungefäh mußte. noch ein brauchte würden. Ale digen W ſeiner S Nach di hieb er einzelne zeugs fe 235— — 225 gelernt, aufzuſchlagen und dieß lediglich, weil er nicht Kraft genug ewachſen hatte, die Ecken jenes großen Segeltuches aufzuhiſſen, obgleich en, was er die Wachttaljen zu Hilfe nahm. Er mußte ein Gangſpill bte, und aufrichten, wodurch er ſeinen Zweck erreichte, während die e Menge Maſchine auch bei anderen Gelegenheiten gebraucht werden konnte. m Boote Dann koſtete ihn der Abriß des Bootes viel Zeit und Arbeit. Wenn Mark einen Boden ſah, konnte er wohl beurtheilen, ob „Alles⸗ er gut ſei; es war aber etwas ganz anders, wenn es ſich davon thwendig handelte, ein„lebendiges Werk“ zu machen. Von den Geſetzen iten nicht der Waſſerdragt und Steuerlaſtigkeit verſtand er ſehr wenig, viel oder und ſein Auge war ſein einziger Führer. Er folgte hier einem Dieß war Plane, der ziemlich ſinnreich war, obgleich man auf dieſe Weiſe Pflichten ſchwerlich Kriegsſchiffe zu bauen im Stande wäre. So oft er Da Mark eine große Menge Diele hatte, nahm er Grund zu ungefähr zweimal ſo viel dieſes dünnen Holzes für eine Seite und jener ſeines Bootes als nöthig war, und ſchlug die Stücke an den velche ſich gehörigen Plätzen auf. Nach einem ſo guten Anfang begann erwieſen. der junge Mann zu deißeln und wegzuhauen, bis jedes Stück riffe war, ungefähr die Form hatte, welche es ſeinem Auge nach haben jegelgerüſt mußte. Dieß war aber bereits abgethan, als unſer Bootsbauer b bekommen noch eine volle Woche zum Hobeln, Ausputzen und Ausgleichen natürlich brauchte, damit überall die ſchönen Verhältniſſe gewahrt 1 e Gegen⸗ würden. Als er endlich mit dem ſo zu Stande gebrachten„leben⸗ 1 der bis er digen Werke“ zufrieden war, nahm er grade die eine Hälfte men, emſig ſeiner Stücke heraus; die andere blieb an Ort und Stelle. erurſachten Nach dieſen Mallen, wie die Seeleute ſte nennen, ſägte und bauer war, hieb er das ſchwere Holz ſeines Bootes zu und zwar jedes einzelne doppelt. Als die Rippen und der Bauch ſeines Fahr⸗ zeugs fertig waren, ſetzte er ſie in den leeren Plätzen ein und 235— 237. 15 ltdecke neu — 226— machte ſie feſt. Als er die Diele wegnahm, war das Gerüſt ſeines Bootes vollſtändig. Dieß war bei weitem der mühſamſte Theil ſeiner Arbeit und er war noch nicht damit zu Ende, als der Fortſchritt der Jahreszeit ihn nöthigte, den Schiffshof zu verlaſſen und den Garten aufzuſuchen. Da Mark nichts mehr fürchtete als eine Krankheit, beob⸗ achtete er eine ſtrenge Diät und ſorgte überhaupt in einer Weiſe für ſeine Perſon, die ihn bei der beſten Geſundheit erhielt. Seine Nahrung beſtand mehr als zur Hälfte aus Vegetabilien; denn ſelbſt im Winter waren viele Pflanzen herausgekommen und beſonders gediehen die Spargel in einer Raſchheit, welche einem Londner Gärtner ſchnell zu einem großen Vermögen verholfen hätte. Die Größe der Spargel, welche er ſtach, war in der That erſtaunlich und ein Dutzend reichten zu einer Mahlzeit aus. Da die Hennen den ganzen Winter legten, fehlte es nie an Eiern. Der geſalzene Friſch⸗ ling kam ihm als Beilage ſehr zu ſtatten, half auch dem Geſchmacke einzelner Gemüſe trefflich nach; und da Thee, Kaffe und Zucker noch auf viele Jahre vorräthig waren, hegte er ſeines Tiſches wegen keine Beſorgniß. Einmal in dem Monat der genoß er ein Erbſen⸗ oder Bohnenmuß, wozu er ſich Vorräthe des Rancocus bediente; denn er ſah wohl, daß alles Eingeſalzene nach einiger Zeit verderben und das Getrock⸗ nete und Gedörrte eine Beute der Würmer und Inſekten wer⸗ den müſſe. Mittlerweile hatte er aber bereits junge Erbſen und Boh⸗ nen; denn dieſe wuchſen in einem ſo heißen Klima beſſer im Winter, als im Sommer. Auch Fiſche kamen zur Abwechslung auf den Tiſch, wenn unſer junger Mann Luſt nach dieſer Art Speiſe hatte, was wöchentlich drei bis viermal eintraf; denn der oben er man ſeiner Da T er in vier dann nie!: an dieſer? niſſe des Acker ſolch hatte, wür Der Boder lange une Luft und todte Fiſch worden, d für mehr der Raun Stufe der war Mar und ſorgt friſch auf In d Augen a Hügel un und in g ſtreut; er Ausſaat hätten. *) Das Gerüſt Fſamſte de, als hof zu ,„beob⸗ n einer undheit fte aus Fflanzen in einer u einem Spargel, Dutzend u ganzen e Friſch⸗ uch dem ee, Kaffe hegte er Monat ſich der ohl, daß 3 Getrock⸗ ekten wer⸗ und Boh⸗ beſſer im zwechslung dieſer Art raf; denn — 227— der oben erwähnte kleine Fiſch*) iſt gebraten der Art, daß man ſeiner nie müde wird. Da Mark kein Freund von unnöthiger Arbeit war, kochte er in vier und zwanzig Stunden ſelten mehr als einmal, und dann nie mehr, als er an dieſem Tage brauchte. Indem er an dieſer Regel feſthielt, lernte er bald, wie gering die Bedürf⸗ niſſe des Menſchen ſeien, und er kam zu der Anſicht, ein viertel Acker ſolchen Bodens, wie er ſich in ſeinem Garten geſtaltet hatte, würde ihm alles Gemüſe liefern, deſſen er benöthigt ſei. Der Boden konnte allerdings kaum beſſer ſein. Er hatte zwar lange unergiebig und öde dagelegen; nun er aber umgegraben, Luft und Waſſer zugelaſſen, Guano, Meergras und Lehm und todte Fiſche, und zwar alle dieß in einer Menge beigemiſcht worden, die in den beſtens bearbeiteten Gärten der Chriſtenheit für mehr als zureichend hätte gelten können, konnte man ſagen, der Raum, welchen er in Anbau genommen, habe die höchſte Stufe der Ergiebigkeit erreicht. Was das Gras betrifft, ſo war Mark überzeugt, daß das Guano vollkommen ausreiche, und ſorgte nur dafür, daß es alle zwei oder drei Monate friſch aufgeſtreut wurde. In der That wurde unſer junger Mann nie müde, ſeine Augen an der Pracht zu weiden, mit welcher das Gras den Hügel umkleidete. Allerdings hatte er ſeither mehrere Male und in günſtigen Stunden die ganze Höhe mit Samen über⸗ ſtreut; er war aber überzeugt, daß die Wurzeln ſeiner erſten Ausſaat ſich in kurzer Friſt über den ganzen Gipfet ausgebreitet hätten. Auch war dieſes Gras nicht dünn und kränklich, noch *) Das Norfolker Meerſchwein, oder der rothe Lippfiſch, labrus rufus. Der Ueberſetzer. 15* — 228— drohte es ſo ſchnell wieder auszugehen, als es hervorgekommen war. Im Gegentheile bildete es, nachdem es mit ſeinen kräf⸗ tigen, obgleich faſt unſichtbaren Wurzeln das, was man die Rinde des Felſen nennen konnte, durchbrochen hatte, ſich ſelbſt ein Bett, auf welchem es Jahrhunderte ruhen zu können ver⸗ ſprach. Die öfteren Regenſchauer begünſtigten das Wachsthum und Mark durfte, nach den Erfahrungen eines Sommers, hoffen, ſein kleiner Berg werde das ganze Jahr grünen. Wir haben den Kraterberg klein genannt, der Ausdruck darf aber nicht in Bezug auf eine ſolche Höhe gebraucht wer⸗ den, wenn man die Ausdehnung der Inſel ſelbſt in Betracht zieht. Mark hatte ſich durch ziemlich genaue Meſſung verſichert, daß der Gipfel eine Klippe hatte, welche ſich zwei und ſiebzig Fuß über die Fläche des Felſen erhob. Die Durchſchnittshöhe mochte jedoch gegen fünfzig Fuß betragen. An Oberſläche umfaßte die Felſenſchranke des Kraters nicht weniger als die innere Ebene, ſie war aber ſo verklüftet und uneben, daß ſie nicht ganz ſo ausgedehnt erſchien. Kitty ſchien ſeit lange mit ſich einig geworden zu ſein, daß der Hügel für alle ihre Bedürfniſſe mehr als ausreiche; und ſehr erfreut ſchien ſie, als es Mark nicht ohne einige Schwierigkeit gelang, die Schweine auf Stufen, die er inner⸗ halb des Kraters in den Fels brach, heraufzubringen, wo ſie ihr das Gras verzehren halfen. Den Wurzeln kam dieß, ſo lange die Thiere auf dem Gipfel waren, ſehr zu ſtatten; denn es war in jenem Klima faſt unmöglich, das Gras, das ſich einmal eingewurzelt hatte, auszurotten, und je mehr die Kruſte der Aſche geöffnet wurde, deſto raſcher und üppiger geſtaltete ſich der Pflanzenwuchs. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß Mark längſt dem Gedanken — entſagt ha pflanzen, ſ Dennoch w und Bob nm luſtig geher zehn bis zw und eine Ar Bäume u. ihre Frücht verpflanzen. Dieſe nur kurze P deren es a richtung fül ſelbe Weiſe fern zu hal rend er mi Zeit, wo fr Bei die erſte Mal g Erndten al Beet, grub einige Tage, hatte ihn g filll ſtehe, u V b zu betreiben Pflanzen ge Jahreszeiten daß die ebe ergab. gekommen inen kräf⸗ 3 man die ſich ſelbſt onnen ver⸗ Bachsthum rs, hoffen, Ausdruck aucht wer⸗ n Betracht verſichert, und ſiebzig chnittshöhe Oberfläche ger als die n, daß ſie en zu ſein, ausreiche; ohne einige ie er inner⸗ gen, wo ſie n dieß, ſo atten; denn 3, das ſich r die Kruſte er geſtaltete n Gehanken — 2209— entſagt hatte, Melonen oder Aehnliches auf dem Gipfel zu pflanzen, ſonſt würde er die Grunzer nie hinauf gelaſſen haben. Dennoch wollte er die Vortheile des Lehms und Düngers, die er und Bob mit ſo großer Mühe hinauf geſchafft, nicht ganz ver⸗ luſtig gehen laſſen. Nach reiflicher Erwägung beſchloß er, fünf⸗ zehn bis zwanzig Stellen mit kleinen Umzäunungen zu umgeben und eine Anzahl Feigen⸗, Orangen⸗, Citronen⸗, Pomeranzen⸗ Bäume u. ſ. w., welche im Krater faſt zu dicht ſtanden, um ihre Früchte gehörig zur Reife bringen zu können, hierher zu verpflanzen. Dieſe kleinen Zäune waren leicht zu machen. Mark trieb nur kurze Pfoſten in die Erde und umgab ſie mit alten Tauen, deren es an Bord des Schiffes in Menge gab. Dieſe Ein⸗ richtung führte ihn auf den Gedanken, ſeinen Garten auf die⸗ ſelbe Weiſe einzuzäunen, um die Schweine von dem Graſe fern zu halten, wenn er ſie nicht ſelbſt im Auge hatte. Wäh⸗ rend er mit dieſen Anordnungen beſchäftigt war, nahte die Zeit, wo friſcher Same eingelegt werden mußte. Bei dieſer Gelegenheit beſchloß Mark, nicht, wie er das erſte Mal gethan, Alles auf einmal zu ſäen, ſondern ſich ſeine Erndten allmählig zu bereiten. Demzufolge düngte er ein Beet, grub es um, beſäete oder bepflanzte es und wartete dann einige Tage, ehe er mit einem andern begann. Die Erfahrung hatte ihn gelehrt, daß die Vegetation in jenem Klima nie ſtill ſtehe, und es ſchien ihm unnöthig, ſeine Arbeiten ſchneller zu betreiben, als er der Früchte derſelben bedurfte. Gewiſſe Gflanzen gediehen allerdings beſſer, wenn ſie in beſonderen Jahreszeiten zur Reife kamen, aber der Sommer war ſo lang, daß die eben erwähnte Einrichtung ſich als ſehr zweckmäßig V ergab. — 230— Da dieſe Vertheilung der Zeit dem jungen Manne ziemlich viel Muße gewährte, wendete er ſich wieder dem Bauplatze zu. So ſchritten Boot und Garten in gleicher Weiſe fort, und als der letztere beſäet und bepflanzt war, ſah er auch ſein Boot mit Planken belegt; und als er an das letzte Beet kam, war die Saat des zuerſt bearbeiteten bereits zur Reife gediehen. Mark hatte einen Ueberfluß an köſtlichem Salat, Radieschen, die wie Pilze zu wachſen ſchienen, jungen Erbſen, Bohnen u. ſ. w. Die Menge war ſo groß, daß er die Schweine auf das Riff hinauslaſſen und ſie dort mit dem füttern konnte, was aus dem Garten abfiel, wozu noch das Wenige kam, was ſtets auf den Felſen aufgeleſen werden konnte. Nittlerweite war Mark auf einen Gedanken verfallen, welchen er zu verfolgen gedachte. Es war unnöthig, mehr Schweine zu halten, als er brauchte. Indem er daher für die Nachzucht ſorgte, ſchlachtete er von Zeit zu Zeit die Schweine, welche Junge geworfen hatten, und wenn er fand, daß die dt und begrub ſie in alten Thiere läſtig wurden, wie die Schweine es mit 8— Jahren zu werden pflegen, ſchoß er ſie to ſeinem Düngerhaufen, oder in dem Garten, wo ein Schwein von gewöhnlicher Größe mehrere Schritte Erde oder Aſche im Gevierte höchſt fruchtbar machen konnte. Dieſes Verfahren ſetzte er fort und dehnte es auch auf ſeine Hühner und Enten aus, welche letztere eine Menge Eier legten. Indem er ſtreng an dieſer Regel feſthielt, vermied er einen Mißſtand, welchen man ſelbſt in bevölkerten Ländern nicht ſelten findet, indem mehr Hausthiere gehalten werden, als für den Eigenthümer erſprießlich iſt. Sechs bis acht Hennen legten mehr Eier, als er eſſen konnte, und es fanden ſich ſtets ſo viele junge Hahnen vor, als er wünſchte. Is unſer ſeinem keit, ſ klarem nehmli⸗ der Th Vorthe eine g Mißſtit er bem er im denen 82 Gedan und ſe welche gehörig Anbau Gras auf ſe Blume er eine ohne 5 ſeinen zu erla Beet i wollte ſchieder wachſer dem S ne ziemlich uplatze zu. t, und als ſein Boot kam, war e gediehen. Radieschen, n, Bohnen chweine auf ern konnte, e kam, was a verfallen, I thig, mehr aher für die e Schweine, nd, daß die es mit den hegrub ſie in’ ein Schwein der Aſche im es auch auf Menge Eier , vermied er rten Ländern alten werden, chs bis acht ind es fanden nſchte. Lus b unſer Einſiedler hatte jetzt alles, was er brauchte und zu ſeinem Unterhalte nöthig hatte, in Fülle. Die Nothwendig⸗ keit, ſeine Küche zu beſorgen und der Mangel an reinem, klarem Quellwaſſer waren die zwei größten phyſiſchen Unan⸗ nehmlichkeiten, mit denen er zu kämpfen hatte. Es gab in der That Augenblicke!, wo Mark mit Freuden die Hälfte der Vortheile, in deren Beſitz er war, hingegeben hätte, wenn er eine gute friſche Quelle gefunden. Er ſuchte jedoch ſeine Mißſtimmung über dieſe Entbehrungen zu bewältigen, indem er bemüht war, ſich zu erinnern, über welchen reichen Segen er im Vergleiche mit vielen unglücklichen Schiffbrüchigen, von denen er gehört oder geleſen, zu gebieten habe⸗ Der Frühling verſtrich ſo wonnig, als dieß bei den Gedanken an die Heimath und an Bridget nur möglich war, und ſeine Beete und Pflanzungen gediehen in einer Weiſe, welche ihn in Erſtaunen verſetzte. Sobald das Gras einmal gehörig Wurzel geſchlagen hatte, erwies es ſich für ſeine Anbaupläne ſehr hilfreich und förderlich. Auch belohnte das Gras nicht allein die Arbeiten und Bemühungen, welche Mark auf ſeine Anlagen verwendet hatte. Auf der Aue ſah man Blumen mannichfacher Art erblühen, und mit Vergnügen fand er einen kleinen Raum mit Erdbeeren bedeckt, deren Same ohne Zweifel dem des Graſes beigemiſcht geweſen war. Statt ſeinen Gaumen an dieſen köſtlichen und ſehr geſunden Beeren zu erlaben, ſammelte er ſie ſorgfältig und beſtimmte ein neues Beet in ſeinem Garten für die Pflege dieſer Pflanze. Er wollte auch nicht eine Wurzel der zwanzig bis dreißig ver⸗ ſchiedenen Schößlinge, welche er ſo zu ſagen in einander ver⸗ wachſen gefunden hatte, und die einem Wurfe der Hand bei dem Säͤen ihr Daſein zu verdanken ſchienen, in ihrem Wachs⸗ — 232— thume ſtören; mit dem Samen der Frucht abe war er minder ſparſam. Nicht ohne Erſtaunen bemerkte er, daß ſein Garten von Unkraut jeder Art vollkommen frei war. Der Same, welchen er in die Erde ſtreute, ging auf, aber nichts anderes; er zweifelte jedoch nicht, daß ſich mit der Zeit ſolche Eindring⸗ linge finden würden. Mark konnte ſich dieſe Erſcheinung nur durch den Umſtand erklären, daß die Aſche des Vulkans an ſich keine Verbindung der Elemente enthielt, welche die Erzeu⸗ gung von Pflanzen bedingt, und daß der Dünger, deſſen er ſich bediente, von Unkraut frei war. Eilftes Kapitel. Die Luft, die um die hohle Fläche Der Erde ſich verbreitet, bebt, Indeß der ſorgenloſe Menſch Vergänglichen Genüſſen lebt; Er ſchwelgt da, wo einſt Städte blühten Und ſchreitet an dem Abgrund hin, Der Tauſende vor ihm verſchlungen. Nichts trübet ſeinen leichten Sinn. Young. Abermals war der Sommer gekommen, ehe Mark Wool⸗ ſton's Boot bereit war, vom Stapel zu laufen. Er hatte ſich Zeit genommen und ſeine Arbeit in allen ihren Theilen nach Muße abgethan, ehe er daran dachte, das Boot auf das Waſſer zu ſetzen. Da er die Würmer fürchtete, beſchlug er auch dieſes Boot mit altem Kupfer und malte es, innen und außen, nicht nur geſchickt, ſondern auch geſchmackvoll aus. Auch vergaß er nicht, d die Spi Es wur unter ſ glaubte keine S Als Segel ſ gegeben, laſſen. We außerhal blieb ihr in das Ahnung, daher zu welche j⸗ keine gr und unſe acht und er auch den„Bli und das Bis der Bride Tagelohn Ziele ſo ſeine Gli Wer ihrem Ge minder en von velchen kes; er ndring⸗ ng nur ans an Erzeu⸗ eſſen er blühten n, gen. 1. dung. Wool⸗ tte ſich n nach Waſſer dieſes , nicht gaß er — 233— nicht, den Namen, welchen er dem neuen Boote gegeben, auf die Spiegelſchoten zu malen, wo er ihn ſtets im Auge hatte. Es wurde die„Bridget Yardley“ genannt, und obgleich es unter ſehr ungünſtigen Umſtänden zuſammengeſetzt worden, glaubte Mark doch, es mache ſeiner ſchönen Namensfreundin keine Schande. Als Mark mit Allem fertig war und ſelbſt Maſt und Segel ſtanden,— er hatte ihm ein großes Segel nebſt Klüver gegeben,— begab er ſich daran, es vom Stapel laufen zu laſſen. Wenn ein Mann ein Boot von der Größe der Bridget außerhalb ſeines eigenen Elements in Bewegung ſetzen wollte, blieb ihm nichts anders übrig, als es auf regelmäßiger Bahn in das Waſſer zu laſſen. Unſer junger Mann hatte eine Ahnung, daß dieß nothwendig werden dürfte und der Kiel war daher zwiſchen die Bahnen des Neshamony gelegt worden, welche jetzt zur Benutzung bereit waren. Es war demnach keine große Arbeit, eine„Wiege“ für ein Boot zu machen, und unſer Schiffsbauer hatte zu dieſem Zwecke ſeine Axt kaum acht und vierzig Stunden zum erſten Male geſchwungen, als er auch ſchon„aufkeilte“ und den Kiel ſeines Fahrzeuges von den„Blöcken“ hob. Er durfte nur die Knieſtützen weghauen und das Boot gapen. Bis zu dieſem Augenblicke hatte Mark ſeine Arbeit an der Bridget ſo ruhig und mechaniſch fortgeſetzt, als ſei er auf Tagelohn gemiethet. Als der junge Mann ſich aber ſeinem Ziele ſo nahe ſah, überkam ihn ein Strom von Gefühlen und ſeine Glieder zitterten ſo heftig, daß er ſich niederſetzen mußte. Wer konnte ſagen, was die Erbauung dieſes Bootes in ihrem Gefolge haben würde? Wer wußte, ob ihm nicht dieſe 8 Bridget Mittel bot, zu ſeiner Bridget zu gelangen, ihn in das geſittigte Leben zurückzuführen? In dieſem Augenblicke das war es Mark, als wenn ſein Daſein von dem Ablaufe dieſes Ran Bootes abhinge, und er fürchtete, irgend ein unvorgeſehenes Reg Hinderniß möchte eintreten. Es dauerte mehrere Minuten, ehe er wieder Herr ſeiner ſelbſt wurde. nom Endlich gelang es Mark, ſeine Gefühle zu bewältigen, dieſ und er nahm ſeine Arbeit wieder mit der nöthigen Ruhe auf. an Da alles in Bereitſchaft war, hieb er die Knieſtützen weg, und und da er bemerkte, daß das Boot nicht gapte, ſetzte er einen Sto Schlägel in Bewegung. Kre Dieß wirkte. Das kleine Boot gleitete ohne Unterbrechung den auf den Bahnen nieder, bis es flott wurde, wo es wie eine er i Ente vom Riff abſchoß⸗ zu Nun das neue Boot ſlott war, betrachtete es Mark mit Feſt Entzücken und ſah, daß es, ſeinen ſchönſten Erwartungen eut⸗ ſprechend, auf einem ebenen Kiele ſaß. zu Er hatte es natürlich nicht verſäumt, die Bridget mit hät einer Leine zu feſtigen, an welcher er ſie gegen den Felſen dieſ aanhohlte und in ein natürliches Becken brachte, welches zu Ma dieſem Zwecke hinreichend geräumig war. Seine Beſorgniß, gew das Boot, welches ihm jetzt ſo theuer war, zu verlieren, war drei in der That ſo groß, daß er Ringbolzen aus dem Schiffe ihm geholt und ſie an dem Fels mit geſchmolzenem Blei eingegoſſen hatte, um es daran zu befeſtigen.. eine Die Bridget hatte nur den vierten Theil des Umfanges und des Neshamony, aber faſt über die Hälfte ſeiner Länge. Dem⸗ des ungeachtet war ſie ein gutes Boot, und Mark hatte, da er wußte, daß er ſie vorzüglich durch Segel werde in Bewegung gett ſetzen müſſen, ein kurzes Deck nach vorne gebaut, theils um zeig ihn in genblicke fe dieſes geſehenes Minuten, wältigen, duhe auf. weg, und er einen rbrechung wie eine Mark mit ungen ent⸗ ridget mit den Felſen velches zu Beſorgniß, ieren, war em Schiffe eingegoſſen Umfanges nge. Dem⸗ atte, da er Bewegung theils um — 235— das Einbrechen der Wellen an Bord zu hindern, theils um Raum zu haben, wo er mannigfache Gegenſtände vor dem Regen ſichern könne. Als Ballaſt hatte er Fäſſer mit friſchem Waſſer einge⸗ nommen, denn in dem Schiffe fanden ſich noch mehrere Gefäzße dieſer Art vor. Eben ſo waren Maſten, Segel, Ruder u. ſ. w. an Bord gebracht worden, ehe die Bridget vom Stapel lief;z und da dieſes wichtige Begebniß am Morgen in der Frühe Statt gefunden hatte, konnte Mark ſeine Ungeduld, einen Kreuzzug zu machen, nicht zügeln, ſondern beſchloß, ſofort aus den Waſſern des Riffes zu ſegeln und weiter zu gehen, als er in dem Dingui zu thun gewagt hatte, um die Seen umher zu erforſchen. Demgemäß begab er ſich an Bord, löſte ſeine Feſtigungen und ſtach in See. 3 Sobald ſich das Boot nach vorne bewegte und dem Steuer zu gehorchen begann, war dem jungen Manne zu Muth, als hätte er einen Gefährten gefunden. Kitty hatte bisher ſozuſagen dieſe Stelle eingenommen; ein Boot war aber des jungen Mannes Entzücken auf dem Delaware in ſeinen Knabenjahren geweſen, und er hatte ſein jetziges Fahrzeug kaum zwei⸗ oder dreimal aufgetakelt, als er auch mit ihm ſprach, es lobte und ihm ſchmeichelte, als habe er ein lebendes Weſen vor ſich. Da der Wind gewöhnlich in derſelben Richtung und in einer guten ſteifen Bö blies, hielt Mark zwiſchen dem Riff und der Guano⸗Inſel ab und arbeitete ſich um das Luvende des erſtern, bis er auf der Ankerſtelle des Rancocus herauskam. Nachdem Mark ſich eine Weile in dieſem Becken herum⸗ getrieben hatte, als wollte er dem Schiffe bloß die Bridget zeigen, ſtellte er dieſe bei den Wind und ſteuerte dem Durch⸗ gange zu, welchen er und Bob durchfahren hatte, um den jetzigen Ankerplatz des Rancocus zu erreichen. — 236— Es war ziemlich leicht, alle die Brandungen zu vermeiden, welche dem Boote gefährlich werden konnten, indem Mark bloß dem weißen Waſſer fern bleiben durfte; die Bridget konnte aber über die meiſten Klippen ungeſtraft weggleiten, da ſie zu tief unter See ſtanden. Mark ſteuerte daher in kurzen Gängen entlang, bis er die zwei Bojen fand, zwiſchen welchen er das Schiff durchgeführt hatte, ging dann windwärts von ihnen und hielt auf die Richtung ab, wo er das Riff zu finden hoffte, welches der Rancocus überſegelt hatte. Er brauchte nicht viel Zeit, um dieſe Entdeckung zu machen. Dort ſchwamm noch die Ankerboje, eine ſo treue Wache wie je ein Seemann auf ſeinem Ausguck. Mark ſteuerte auf dieſe ſehr geprüfte Schild⸗ wache zu, ließ ſeine Segel fallen, hielt dabei an und faßte die Leine. Das Boot wurde an der Boje⸗Leine des Schiffsankers gefeſtigt, und es ſiel unſerm jungen Mann ein, dieſes trau⸗ rige Erinnerungszeichen an das Mißgeſchick, welches den Ran⸗ cocus getroffen, könne von Nutzen werden. Der Boje⸗Anker lag ganz nahe an einem Riffe, man konnte faſt ſagen, darauf, und an ſolchen Stellen gab es gewöhnlich Fiſche in großer Menge. Fiſcher⸗Geräthe fand ſich in dem Boot und Mark ließ ſofort eine Leine in See. Der Erfolg war glänzend. Die Fiſche kamen eben ſo ſchnell herauf, als die Leine unten war und anzog, und, was mehr war, ſie erwieſen ſich als größer und beſſer, denn die, welche er auf ſeinen alten Angelgründen fing. Die Erfahrung einer halben Stunde, welche er auf dieſer Stelle hinbrachte, überzeugte Mark, daß er ſein Boot hier mit der Beute eines Tages füllen könne. Als er jedoch zwanzig bis dreißig eingeholt hatte, ließ er die Leine los, ſetzte Segel bei und ſteuerte wieder nach windwärts fort. dieſer ſteuer flache gefäh liſche D der§ ſichtbe Boot wie e ſpült nung Augen nach i 2 Richtu vielfac viel J Felsbä Richtu zurückg J von Al einfach! Klüver Friſche kurzen! konnte. Di eiden, bloß onnte ſie zu ingen r das ihnen poffte, t viel noch n auf child⸗ faßte nkers trau⸗ Ran⸗ Anker rauf, roßer ließ Die war rößer unden auf Boot edoch ſetzte . — 237— Mark wünſchte die Felsbänke und ihre Ausdehnung in dieſer Richtung genauer kennen zu lernen. Zu dieſem Zwecke ſteuerte er in ſeinem Curſe weiter, hielt zuweilen kühn über flache Bänke ab, ſuchte dann wieder zu vermeiden, was ihm gefährlich dünkte, bis er glaubte, er ſei nun etwa liſche) Meilen windwärts von der Inſel. Die Maſten des Schiffes waren ſein Leuchtthurm; denn der Krater war unter den Horizont geſunken, oder wenn er ja ſichtbar war, ſo konnte dieß nur der Fall ſein, wenn ſich das Boot auf einer ſchweren Welle hob, und dann nahm er ſich wie ein niedriges Hügelchen, welches faſt vom Waſſer über⸗ ſpült wurde, aus. Es war ſchwer, in einer ſolchen Entfer⸗ nung die nackten Spieren zu ſehen; auch traten ſie nur auf Augenblicke hervor, und ſelbſt dann mußte der junge Mann nach dem Kompaß ſehen, um zu wiſſen, wo er ſie ſuchen ſollte. Was das Ausſehen der Felſen betraf, ſo war in dieſer Richtung keine nackte Klippe zu ſehen, obgleich es nicht an vielfachen Beweiſen fehlte, daß es Felsbänke hier gäbe. So viel Mark zu urtheilen im Stande war, glaubte er, dieſe Felsbänke müßten ſich wenigſtens zwanzig Meilen in dieſer Richtung ausdehnen, denn er hatte jetzt volle fünf Stunden zurückgelegt, ohne daß er ihrer klar werden konnte. In dieſer Entfernung von ſeiner einſiedleriſchen Heimath, von Allem, was wie Land ausſah, aß der junge Mann ſein einfaches, aber gutes, nahrhaftes Mittagsmahl, während ſein Klüverſegel windwärts gekehrt war und das Boot zuhielt. Die Friſche der Bö hatte ihn veranlaßt, einzureefen, und unter dieſer kurzen Leinwand fand er die Bridget, wie er ſie nur wünſchen konnte. Die Mitte des Nachmittags war jetzt herangekommen und zehn(eng⸗ — — 238 Mark hielt es für gerathen, das Reef wieder loszumachen und auf den Krater abzuhalten. Nach einer halben Stunde bekam er die Spieren zu Geſicht und zehn Minuten ſpäter zeigte ſich der„Gipfel“ über dem Horizonte. Hätte das Wetter dem jungen Manne Vertrauen eingeflößt, ſo wäre er, wie es ſeine Abſicht geweſen, die ganze Nacht draußen geblieben. Er wünſchte ſich zu vergewiſſern, wie er, der einſame Bootsmann, im Stande wäre, die Bridget wäh⸗ rend des Schlafes zu handhaben, und demnächſt auch die Aus⸗ dehnung der Felsbänke kennen zu lernen. Da die außerordent⸗ liche Ergiebigkeit des Kraters ihn der Nothwendigkeit überhob, viel zu arbeiten, um ſich ſeine dringendſten Bedürfniſſe zu ver⸗ ſchaffen, hatte er beſchloſſen, ganze Tage außerhalb der Baͤnke zu kreuzen, in der Hoffnung, er könne vielleicht ein vorüber⸗ ſegelndes Schiff anſichtig werden, und ſo den Weg in bewohnte Gegenden zurück finden. Es war nicht zu erwarten, daß ſich ein Schiff dem Krater näherte, ſo lange man wußte, daß hier Felſenriffe lägen; allein der Cours, welchen der Rancocus geſteuert war, konnte als Beweis gelten, daß Schiffe dann und wann auf dieſem Theile des ſtillen Meeres ſegelten. Mark hatte ſich in dieſer Beziehung keinen träumeriſchen Hoffnungen hingegeben; denn er wußte, daß er ſich ein Jahr auf der offenen See halten fönne, ohne auch nur ein Segel zu ſehen; aber der Zufall konnte in den ſolgenden vier und zwanzig Stunden alle ſeine Hoffnungen krönen. 7 Das Wetter ermuthigte ihn jedoch, wie bemerkt, bei dieſem erſten Verſuche nicht, die ganze Nacht draußen zu bleiben. Im Gegentheile, während Mark den Krater zu Geſicht befam, glaubte er, noch keinen unglücksſchwangeren Himmel geſehen zu haben, ſeit er das Riff bewohnte. Die welches die Inſen halb des glaubte Zwar ho reszeit E Wechſel und Son und eine wie in d Die durch w Segel kl deutete a Monate Ma entfernt Glücklich reichte h während den Krat Auc ſchwärmt Boote un Seiten l Gebahren ſie ein 2 begrüßter ihre Fel n und bekam te ſich eflößt, Nacht wie er, twäh⸗ e Aus⸗ ordent⸗ berhob, zu ver⸗ Bänke orüber⸗ wohnte Krater lägen; konnte f dieſem in dieſer a; denn ee halten r Zufall lle ſeine 7 ei dieſem ben. Im t bekam, l geſehen — 239 Die Atmoſphäre war von einem feurigen Roth durchglüht, welches ihn beunruhigte, und er wäre froh geweſen, wenn er die Inſel ſchnell hätte erreichen können, um ſeine Thiere inner⸗ halb des Kraters in Sicherheit zu bringen. Nach den Vorzeichen glaubte er, es wehe wieder ein Sturm mit ſeinen Fluthen. Zwar hatte das letzte furchtbare Unwetter nicht in dieſer Jah⸗ reszeit Statt gefunden; das Klima mochte aber einen ſolchen Wechſel nicht ausſchließen. Der Unterſchied zwiſchen Winter und Sommer war auf dem Riffe nicht in Anſchlag zu bringen, und eine Kühlte oder eine Windsbraut konnten in dem einen, wie in dem andern daher brauſen. Die Bridget ging eben zwiſchen den zwei Bojen durch, durch welche der Fahrweg bezeichnet worden war, als das Segel klappte. Dieß war ein ſchlimmes Vorzeichen, denn es deutete an, daß der Wind umſprang, was kaum alle ſechs Monate einmal eintraf, ohne daß eine Art Sturm folgte. Mark war noch zwei(engliſche) Meilen von dem Riff entfernt und das Bischen Wind, das blies, kam von vorne. Glücklicherweiſe war das Waſſer glatt und ein wenig Luft reichte hin, um ein ſo kleines Boot vorwärts zu treiben, während gewöhnlich eine Strömung von dieſem Punkte auf den Krater hinging. Auch die Vögel ſchienen ſich unbehaglich zu fühlen; ſie ſchwärmten zu tauſenden in der Luft, ſchwirrten über dem Boote und ſchrieen und krächzten, als ſähen ſie ſich von allen Seiten bedroht. Anfangs ſchrieb Mark dieſes ungewöhnliche Gebahren ſeiner gefiederten Nachbarn dem Umſtande zu, daß ſie ein Boot ſahen und den neu Bekannten auf dieſe Weiſe begrüßten; als er aber bedachte, wie oft er in dem Dingui ihre Felſenwohnung umfahren hatte, wo ſie es kaum der 240— Mühe werth hielten, ihm nur Naum zu geben, mußte er ſich bald ſagen, daß ein anderer Grund dieſes ungewöhnliche Ver⸗ halten hervorrufen dürfte. Die Sonne ſenkte ſich in eine Maſſe glühenden Feuers, und noch war das Boot auf eine Meile von der Inſel ent⸗ fernt. Eine neue Beſorgniß überkam nun unſern Einſiedler. Wenn ein Sturm den Wind heftig von weſtwärts daher trieb, wie es unter den jetzigen Umſtänden ſehr wahrſcheinlich der Fall war, konnte er in die See hinaus geſchleudert und, ſofern das kleine Fahrzeug den Wellen widerſtand, ſo weit abge⸗ trieben werden, daß er das Riff ſchwerlich wieder fand. Jetzt ward Mark recht gewahr, wie viel ihm geblieben war, indem ihn die Vorſehung auf jenen ſchönen, üppigen Krater geführt hatte, ſtatt ihn dem Hunger und Elende preis⸗ zugeben, mit welchen Schiffbrüchige ſo oft zu kämpfen haben. Wie viele der Segnungen, deren er ſich auf dem Riffe zu erfreuen hatte, würde er dieſen Abend mit Freuden hingegeben haben, wenn er ſich dadurch ein ſicheres Einlaufen an die Seite des Rancocus hätte erkaufen können! Dennoch wurde dieſer glückliche Ausgang ohne Opfer her⸗ beigeführt, indem er jeden Windhauch benutzte und ſein Boot mit der größten Geſchicklichkeit handhabte. Gegen neun Uhr, und nicht früher, war das Boot gut gefeſtigt und Mark ging in den Krater. Hier kniete er nieder und dankte Gott für ſeine glückliche Rückkehr an dieſen Ort, welcher ihm ſo theuer zu, werden begonnen hatte, als die Liebe zum Leben ein Gefühl dieſer Art begründen konute. Nachdem unſer junger Mann dieſer Pflicht Genüge gethan hatte, ſehnte er ſich, von ſeinem Tagewerk ermüdet, nach Schlaf und ſuchte ſein Lager auf. Die Ermüdung von der Anſtrengung wirkte trotz der kräftige junge? tiefem erwacht nah. ein gre war er er durc bedroht dete er Er ſeinem währen als nal Lichter, barer 2 Tag na M Dunkell Lichter und der Ja unglückt vorher ihn Flo Gefahr fernter in ſo und hir gefunden 235— — 241— te er ſich kräftigenden Friſche der Bö, wie ein Schlaftrunk, und der iche Ver⸗ junge Mann vergaß bald ſeine Abenteuer und ſein Boot in tiefem Schlummer. Viele Stunden vergingen, ehe Mark Feuers, erwachte, und als der Schlaf wich, fühlte er ſich dem Erſticken enſel ent⸗ nah. Anfangs glaubte er, das Schiff ſtehe in Brand, denn finſiedler. ein grelles Licht brach durch die offene Cajütenthür. Im Nu her trieb, war er auf den Füßen, denn er dachte der Gefahr, von welcher inlich der er durch das Pulvermagazin und durch einen Brand im Schiffe d, ſofern bedroht war. Da er aber kein Kniſtern des Feuers hörte, klei⸗ eit abge⸗ dete er ſich eilig an und eilte auf den Vordertheil des Schiffes. d. Er hatte eben das Deck erreicht, als er das Schiff von geblieben ſeinem unterſten Grund aus bis zu den Maſten beben fühlte, üppigen während die Waſſer von allen Seiten rollten und rauſchten, ide preis⸗ als nahten die Fluthen. In der Luft ziſchte es, und grelle en haben. Lichter, Flammenſtreifen flackerten allum. Es war ein furcht⸗ Riffe zu barer Augenblick, und Jeder hätte wohl geglaubt, der jüngſte ingegeben Tag nahe heran. n an die Mark Woolſton begriff jetzt ſeine Lage trotz der tiefen Dunkelheit, welche rings um ihn herrſchte, ſo oft jene grellen Dpfer her⸗ Lichter erloſchen. Er hatte den Stoß eines Erdbebens gefühlt, ſein Boot und der Vulkan war plötzlich thätig geworden. Ja, Rauch, Dampf, Aſche füllten die Luft, und unſer Boot gut V unglücklicher Einſiedler ſchaute inſtinctmäßig auf den, kurz er nieder vorher noch ſo grünen, belebten Krater, in der Erwartung, jeſen Ort, ihn Flammen ſpeien zu ſehen. Alles war dort ruhig; die die Liebe Gefahr— wenn eine ſolche vorhanden war— mußte ent⸗ fernter ſein. Aber der ſchwarze Dunſt, welcher das Athmen ige gethan in ſo hohem Grad erſchwerte, umlagerte auch das Auge det, nach V und hinderte ihn zu ſehen, wo der Ausbruch wirklich Statt 1 gefunden hatte. trotz der 235— 237. 16 — 242— Plötzlich wurde der Dunſt wieder ſo unerträglich, daß Mark zu erſticken glaubte; aber ein Windſtoß kam und verjagte die bedrängenden Dämpfe und reinigte die Atmoſphäre von den ſchwefeligen, erſtickenden Gaſen und Gerüchen. Nie hat ſich wohl eine fieberheiße Zunge des kühlenden Labetrankes mehr erfreut, als Mark ſich dieſes Wechſels freute. Der Wind hatte ſich in ſeine alte Behauſung zurückgezogen, und die Luft, welche Mark athmete, war bald wieder rein, geſund, erfriſchend. Hätte die unreine Atmoſphäre noch zehn Minuten gewaltet, ſo würde Mark, wie er überzeugt war, ſie nur mit Gefahr ſeines Lebens eingeathmet haben. Unſer junger Mann harrte jetzt mit großer Ungeduld des kommenden Tages. Jede Minute ſchien eine Ewigkeit; endlich aber zeigten ſich ihm die Vorboten des wiederkehrenden Lichtes, und er ging auf das Bugſpriet des Schiffes, als wollte er ihm entgegen eilen. Hier ſtand er und blickte neugierig nach oſtwärts, Strahl um Strahl am Firmament aufſchießen zu ſehen. Plötzlich fiel ihm die Veränderung in dieſem Theile des Meeres auf, wo ſich ſogleich die Gewalt der Erſchütterung zeigte, welche die Erde in ihren Tiefen durchbebt hatte. Nackte Felſen erſchienen da, wo ſich wenige Stunden vorher, wie Mark gewiß wußte, Waſſer in Fülle ausgebreitet hatte. Die Meerwand, unmittelbar nach vorne von dem Schiffe, welche die See an einzelnen Stellen und bei niedrigem Waſſerſtande nie um mehr als zwei Zoll überragt hatte, lag jetzt nicht nur auf eine weite Strecke hin bloß, ſondern hob ſich da und dort zehn bis fünfzehn Fuß über die Waſſer empor. Daraus war ſogleich abzunehmen, daß das Erdbeben einen großen Theil des Riffes gehoben und das ganze Ausſehen der Felsbän ſagen, geſchaffe So gewiſſer um zu geben h ſich me worden, Na welches lag, nu zige, a in dieſe dem S abſchüſſ verlaſſer war ab um den M Land, d in den konnte Art auf gerade das Ge den Kli wie in Kraters und die ch, daß verjagte äre von üͤhlenden s freute. gezogen, der rein, och zehn war, ſie duld des ; endlich Lichtes, vollte er „Strahl tzlich fiel auf, wo helche die Stunden sgebreitet von dem niedrigem atte, lag dern hob ſer empor. eben einen Zſehen der — 243— Felsbänke geändert hatte. Die Natur hatte, um es kurz zu ſagen, von neuem gekreiſt und in einem Augenblick Inſeln geſchaffen. Sobald Mark ſich dieſer ſtaunenswerthen Thatſache ver⸗ gewiſſert hatte, eilte er auf das Vordertheil ſeines Schiffes, um zu ſehen, welche Veränderungen ſich mit dem Krater be⸗ geben haben möchten. Er war mit allen übrigen Felſen, die ſich meilenweit nach allen Seiten ausdehnten, emporgehoben worden, ohne daß ſeine Oberfläche ſich geändert hätte! Nach der Berechnung des jungen Mannes war das Riff, welches vorher etwa ſechs Fuß über der Oberfläche des Meeres lag, nun bis auf volle zwanzig Fuß geſtiegen, und eine ein⸗ zige, aber mächtige Anſtrengung der Natur hatte ſeine Maſſe in dieſem Verhältniſſe vergrößert. Die Planken, welche von dem Spiegel des Schiffes an das Land führten, lagen früher abſchüſſig, jetzt aber eben, ſo viel Waſſer hatte das Becken verlaſſen, um dieſe Veränderung hervorzubringen. Das Schiff war aber dennoch flott, denn es blieb noch genug vorhanden, um den Kiel vom Grunde klar zu halten. Mark eilte in ſeiner Ungeduld, Alles zu ſehen, an das Land, denn es war mittlerweile heller Tag geworden; er ging in den Krater, um ſofort auf den Gipfel zu ſteigen. Er konnte auf dem Wege entlang keine Veränderung irgend einer Art auf der Oberfläche des Riffes gewahren; Alles fand ſich gerade ſo, wie er es verlaſſen hatte, und die Schweine und das Geflügel ſuchten ſich wie gewöhnlich ihre Nahrung. Auf den Klippen lag jedoch ſo viel Aſche, daß ſein Fuß ſich darin, wie in einer Lage leichten Schnees abdrückte. Innerhalb des Kraters bemerkte er dieſelbe Erſcheinung, denn die grüne Au und die Beete waren einen Zoll hoch mit Aſche bedeckt. Mark 16* — 244— nahm ſich dieß nicht ſehr zu Herzen, denn er wußte, daß der erſte Regen dieſe ſchwarze Decke in die Erde niederſpülen und ſeinen Boden nur um ſo fruchtbarer machen würde. Als unſer junger Mann den Gipfel erreichte, bekam er eine vollſtändigere Vorſtellung von den großen Veränderungen, welche durch dieſe plötzliche Erhebung der Erdrinde ringsum hervorgebracht worden waren. Ueberall ſchien das Meer in Land, oder doch in Felſen und Klippen umgewandelt zu ſein. Das weiße Waſſer war auf allen Seiten verſchwunden und an ſeiner Stelle erhoben ſich Fels⸗, oder Lehm⸗ und Sand⸗ Inſeln. Viele dieſer letzteren zeigten ſich in der Nähe des Riffes, wie wir die Krater⸗Inſel zu nennen fortfahren werden. Man konnte ſie aber kaum noch Inſel nennen. Streifen Waſſer näherten ſich ihr allerdings noch von allen Seiten, Bächen, kleinen Flußarmen und Buchten ähnlich; wie Mark aber von ſeinem„Gipfel“ ſah, ſchien es jetzt möglich, ganze Stunden weit nach jeder Richtung zu gehen, wenn man vom Krater begann und den Linien von Riffen, Felſen, Sand⸗ bänken folgte, welche durch die nächtliche Erſchütterung gebildet worden waren. Die große Ausdehnung dieſer Veränderung ſchien ihm deren Andauer zu verbürgen und der junge Mann hoffte, was durch Gottes Vorſehung auf dieſe Weiſe hervorgebracht worden, werde auch bleiben, um ihren allgütigen Zwecken zu entſprechen. Seine eigene Lage war jetzt eine ganz andere geworden. Das Boot konnte noch immer gebraucht werden, aber ihm war es jetzt möglich, Stunden, wenn nicht Tage lang auf den Klippen, Felsbänken, Hügeln und Schwellungen, welche ſich gebildet hatten, trocknen Fußes umher zu pandern. Seine Grenzen hatten ſich ſo ausgedehnt, daß ſich ſeinem Unternehmungsgeiſt und ſeiner Neugierde ſozuſagen eine neue Welt erſchloß⸗ D Schöpf als au Wolke Oberfle Dünſte hülle — war ſchloſſen thätiger Die G Fortſch eine zu über de Vorſtel viel Ge öffneten ſtrömte, unmitte dieß C Feuer, fläche Geſtalt nach al D kann a ſolche? ſich in Erſchei eben ſo — 245— daß der Der Krater gab ziemlich den Mittelpunkt dieſer neuen ilen und Schöpfung ab. Südlich konnte das Auge freilich kaum weiter als auf zwei bis drei Stunden dringen. Eine dichte, dunſtige bekam er Wolke bedeckte die See noch in dieſer Richtung, hüllte die erungen⸗ Oberfläche weit und breit ein und vermiſchte ſich mit den ringsum Dünſten der obern Luftſchichte. Irgendwo in dieſer Wolken⸗ Meer in hülle— wie weit oder wie nahe von ihm, wußte Mark nicht, zu ſein.— war ohne allen Zweifel eine neue Oeffnung der einge⸗ nden und ſchloſſenen Kräfte der innern Erde zu finden, die einen andern d Sand⸗ thätigen Krater für den Ausgang des Feuers darunter bildete. kähe des Die Geologie hatte zu Mark Woolſton's Zeiten noch nicht die werden. Fortſchritte gemacht, welche ſie ſeitdem machte; er hatte aber Streifen eine zu gute Erziehung erhalten, um ganz ohne eine Anſicht Seiten, über das zu ſein, was ſich begeben hatte. Nach dieſer ſeiner vie Mark Vorſtellung hatte das innere Feuer gerade an jener Stelle ſo h, ganze viel Gas entwickelt, daß ſich in der Tiefe des Meeres Spalten nan vonm öffneten, durch welche Waſſer in hinreichender Menge aus⸗ . Sand⸗ ſtrömte, um eine große Maſſe Dampf zu bilden, durch welchen gebildet unmittelbar ſo viel Fels und Land emporgehoben wurde und dieß Erdbeben entſtand. Zugleich wirkte auch das innere hien ihm Feuer, und durch die entſtandene Oeffnung war es der Ober⸗ ffte, was fläche ſo nahe gekommen, daß ſich ſozuſagen ein Schlot in tworden, Geſtalt dieſes neuen Kraters für ſie öffnete, an deſſen Daſein tſprechen. nach allen Zeichen ſüdwärts Mark nicht zweifeln konnte. den. Das Dieſe Anſicht mag im Ganzen oder theilweiſe wahr, ſie n war es kann auch ganz falſch ſein. Genau bis in das Einzelne ſind Klippen, ſolche Theorien ſelten. So viele unbekannte Urſachen finden Hgebildet ſich in ſo vielen unbekannten Geſtalten, daß bei phyſiſchen Grenzen Erſcheinungen eine genaue Berechnung ihrer Wirkungen faſt ꝛungsgeiſt eben ſo unſicher wird, als dieß bei ähnlichen Verſuchen über oß. —— — 246— menſchliche Beweggründe und menſchliches Handeln der Fall iſt. Wer vielfach in dieſer Weiſe der Gegenſtand der Ver⸗ muthungen und Deutungen ſeiner Mitmenſchen war, wird ſich oft wundern und nicht ſelten lächeln, wenn er ſieht, wie gänz⸗ lich ſeine Wünſche und deren Triebfedern mißdeutet werden. Obgleich die Menſchen aus gleichem Stoffe gebildet, von gleicher Selbſtſucht geleitet, von gleichen Leidenſchaften beherrſcht werden, irren ſie doch am erſten, indem ſie ihre Geiſteskraft in dieſer Art geltend machen. Der Grund des Irrthumes liegt darin, daß Jeder ſeinen Mitmenſchen nach ſich beurtheilt und glaubt, was er thue, werde der Andere auch thun. Dieſes Geſetz würde ganz richtig ſein, wenn man ſtets mit den Wünſchen und Bedürfniſſen Anderer vertraut wäre, welche von den unſeren oft eben ſo ſehr abweichen, wie Charaktere, Vermögen, Ausſichten u. ſ. w. Auf den erſten Blick ward es Mark ziemlich ſchwer, den vorherrſchenden Charakter der Waſſermaſſen rings um ihn her zu begreifen. Im Ganzen war noch faſt eben ſo viel des einen wie des andern Elementes zu ſehen; aber ſchon dieß gab den Felsbänken ein ganz anderes Anſehen, als ſie vorher gehabt hatten. Die Waſſerbecken, welche kleinen Seen glichen, mußten ohne Zweifel verdunſten und verſchwinden, da ſie mit dem offenen Meere nicht in Verbindung ſtanden. Auf der andern Seite waren viele dieſer Becken, Buchten oder Meer⸗. arme, welche ſtets bleiben mußten, da das Auge ihnen bis weit in das ſtille Meer hinein zu folgen im Stande war. Dieß war auch, wie Mark annehmen zu dürfen glaubte, der Fall mit dem Waſſergürtel, welcher das Riff noch umgab, oder faſt umgab; denn der junge Mann konnte auf ſeinem jetzigen Standpunkte ſich nicht vergewiſſern, ob das Niff mit einem größer ſich m zuſamt weiten Lehmit nicht wurder A Riff a denn Ablag 5 gierige Der 9 welche Bucht umgüt 1 das I Alles war Geger jenem Meer das r beimi tief i deutli Fuß der Fall der Ver⸗ vird ſich ie gänz⸗ werden. gleicher eherrſcht iſteskraft rrthumes veurtheilt . Dieſes mit den , welche jaraktere, wer, den ihn her viel des hon dieß ie vorher i glichen, a ſie mit Auf der der Meer⸗ hnen bis nde war. ubte, der gab, oder n jetzigen nit einem — 247— größern Striche der Klippen, Fels⸗ und Sandbänke, welche ſich meilenweit nach Weſten ausdehnten, in irgend einer Weiſe zuſammenhing oder nicht. In ſichtbarer Verbindung mit dieſem weiten Striche nackten Landes ſtanden die Guano⸗ und die Lehminſel; beide hatten aufgehört Inſeln zu ſein, ſofern ſie nicht als Theil der ganzen neuen Schöpfung rings betrachtet wurden. Mark freute ſich, als er ſah, daß das Waſſer um das Riff auch die Felſen dieſer beiden wichtigen Punkte umſpülte, denn auf dieſe Weiſe konnte er auch ferner ihre ſchätzbaren Ablagerungen mit dem Floße oder dem Boote herüberbringen. Die Lage des Schiffes wurde zunächſt der Vorwurf neu⸗ gieriger und angelegentlicher Unterſuchung von Seiten Mark'’s. Der Rancocus war augenſcheinlich flott, und das Becken, in welchem er vor Anker lag, hing auf zwei Seiten mit einer Bucht oder einem Meerarme zuſammen, der das Riff noch umgürtete. Unſer junger Seemann ſtieg an den Strand nieder, nahm das Dingui und ruderte um das ganze Schiff herum, um Alles genau in das Auge zu faſſen. Das Waſſer jenes Meeres war ſo durchſichtig, daß man auf viele Faden tief einen hellen Gegenſtand erkennen konnte. Es gab keine Strömungen in jenem Theile der Welt, welche ihre Ablagerungen in das Meer verſenkten, und ſelbſt die Luft iſt kaum durchſichtiger als das reine Seewaſſer, wenn ſich ihm keine fremden Subſtanzen beimiſchen. Nur das Licht fehlt, ſonſt könnte das Auge ſtets tief in ſeine Geheimniſſe hinabſchauen. Mark bemerkte den Sand unter dem Kiel des Rancocus deutlich, und überzeugte ſich, daß der Kiel noch zwei volle Fuß über dem Grund flott war. Der Waſſerſtand war aber — 248— jetzt hoch, und da ſich gewöhnlich eine Ebbe von zwanzig Zoll einſtellte, konnte mit Gewißheit vorhergeſehen werden, daß das gute alte Fahrzeug bei gewiſſen Winden mit dem Boden in ziemlich nahe Berührung kommen würde. Jede Hoffnung, den Rancocus wieder in die offene See zu bringen, mußte jetzt ganz aufgegeben werden; denn er lag in einer Art Höhlung, wo das Waſſer ſechs bis acht Fuß tiefer war, als dieß hundert Ellen nach allen Seiten hin der Fall war. Nachdem ſich Mark dieſer Thatſachen vergewiſſert hatte, nahm er ſeine Vogelflinte, einige Vorräthe u. ſ. w. und brach auf, um ſeinen neuen Ländererwerb zu Fuß zu erforſchen. Zuerſt richtete er ſeine Schritte dem Punkte zu, wo ſich, ſo viel das Auge ſehen konnte, der weite Strich trocknen Landes weſtwärts, und von dort nördlich und ſüdlich hinziehend, mit dem Riffe verbunden hatte. Wenn eine ſolche Verbindung wirklich beſtand, ſo war ſie nur mittelſt zwei ſehr ſchmalen Felsrücken von gleicher Höhe denkbar, die beide durch die letzte Erderſchütterung ſich erhoben hatten, welche den Strand der Krater⸗Inſel bedeutend geändert und ausgedehnt hatte. Sand zeigte ſich jetzt an verſchiedenen Stellen dieſes Strandes, während dieſer vor dem Erdbeben überall aus ſenkrechten Felſen beſtanden hatte. Mark ſchritt in ungeduldiger Eile dem eben erwähnten Felsrücken entgegen, der von dem Schiffe nicht ſehr fern war. Unterwegs gewahrte er eine ſandige Fläche von mehreren Ackern im Umfange, ſo rein, wie ſie es mehrere Stunden vorher war, als ſie aus dem Meere emporgehoben wurde. Es ſchien ihm, als wenn Waſſer durch dieſen Sand träufle, das aus der Lava des Riffes kommen mußte. Anfangs dachte er, es ſeien nur Ueberb lungen der Fel es gekt Anblick ſehen, und zu Er verſucht Entdeck ſo lang Gabe d borgene Dankba wenn nm Abgeſch und der Frömmi Eh er eine konnte, liches, p mit Wa und dem nur wün Der nen, da endlich ziemlich geſtiegen zig Zoll n, daß Boden ene See er lag ht Fuß hin der t hatte, id brach orſchen. ſich, ſo Landes nd, mit war ſie er Höhe erhoben geändert ziedenen erdbeben vähnten rn war. Ackern er war, en ihm, er Lava ien nur — 249— Ueberbleibſel des Meerwaſſers, das natürlich noch in den Höh⸗ lungen der Lava hätte weilen können und nun durch die Ritze der Felſen langſam ablief, um dahin zurückzukehren, woher es gekommen war. Es gewährte aber einen ſo wonnigen Anblick, wieder einmal Waſſer aus dem Boden aufquellen zu ſehen, daß der junge Mann auf die Sandfläche niederſprang und zu der Stelle eilte, um fernere Nachforſchungen anzuſtellen. Er ſchöpfte ein wenig Waſſer mit ſeiner hohlen Hand, verſuchte es— es war ſüß, weich, köſtlich kühl! Welch eine Entdeckung war dieß! Der Labetrunk, nach welchem er ſich ſo lange geſehnt hatte, wurde ihm hier als eine unmittelbare Gabe des Himmels geboten, und kein Geizhals, der einen ver⸗ borgenen Schatz gefunden, hätte größere Freude oder innigere Dankbarkeit fühlen können, als unſern Einſiedler durchdrang,— wenn man den ja einen Einſiedler nennen durfte, welcher dieſe Abgeſchiedenheit von der Welt nicht freiwillig geſucht hatte, und der Gott weniger aus Reue, denn aus Liebe und tiefer Frömmigkeit diente und verehrte. Ehe Mark dieſen neu aufgefundenen Schatz verließ, machte er eine Grube in den Sand, wo das Waſſer ſich ſammeln konnte, umgab ſie mit Steinen und bereitete ihm ſo ein rein⸗ liches, paſſendes Becken. Nach zehn Minuten war dieſe Grube mit Waſſer angefüllt, das faſt ſo durchſichtig war wie die Luft und dem Gaumen ſo erquickend ſchmeckte, als der Menſch es nur wünſchen kann. Der junge Mann konnte ſich kaum von dieſer Stelle tren⸗ nen, da er aber beſorgte, er möchte zu viel trinken, riß er ſich endlich los. Ehe er die Quelle aber verließ, legte er einen ziemlich großen Stein in die Felsöffnung, durch die er herab⸗ geſtiegen war, um die Schweine, wenn ſie in dieſe Gegend — ſtreifen ſollten, abzuhalten, an den Strand nieder zu kommen und das klare Becken umzuwühlen. Als er damit fertig war, beſchloß er, ein Faß in den Sand zu ſenken und eine kleine Umzäunung zu machen; für die Thiere wollte er weiter unten eine Höhlung graben, wo ſie ſich nach Gefallen des ſüßen Waſſers erfreuen könnten. Mark ging nun weiter. Als er den ſchmalſten Theil des „Joches“ erreichte, ſah er, daß die Felſen nicht zuſammen⸗ traten, daß das Riff alſo noch eine Inſel geblieben war. Die Oeffnung jedoch, welche die beiden Felſen trennte, war nur etwa zwanzig Fuß breit, hatte aber die doppelte Tiefe. Der junge Mann mußte auf den Bauplatz zurückkehren— keine ſehr große Entfernung, nebenher bemerkt— und ſich eine Planke holen, welche ihm als Brücke diente. Nun betrat er das neu erworbene Gebiet! Wie er erwartet hatte, fand er die Felſen mit einer ziemlichen Anzahl Fiſche bedeckt, die in den Höhlungen und Ritzen zurückgeblieben waren, als das Waſſer ſich ſenkte. Von größerer Wichtigkeit aber war es, daß er ganz in der Nähe der Brücke eine andere, viel ſtärkere Friſchwaſſerquelle fand, die durch ein Sandlager von fünfzehn bis zwanzig Acker im Umfange dahinquoll. Das Waſſer dieſer Quelle war in eine Höhle niedergefloſſen, wo es bereits einen kleinen See von etwa zwei Acker füllte, ſein Ufer ſchon über⸗ ſtrömte und in das Meer floß. Dieſe zwei Entdeckungen veranlaßte Riff zurückzukehren, um die Thiere aufzuſuchen. eine zweite Planke über den Abgrund gelegt hatte, rief er die Schweine und das Geflügel heran; denn ſie hatten ſich ſo an ſeinen Ruf gewöhnt, daß ſelbſt die Enten darauf hörten, und Kitty war nie glücklicher, als wenn ſie an ſeiner Seite ent⸗ Mark, wieder auf das Nachdem er lang begleit D zu kön Menge zum T Raum gras 1 blick, er ſich auf di Spielr konnte Dadur rend er ſtrenge T ganzen volle ſein, o Uebera den H Seen hatten es ſich Der C wieder gewah dieſer natürl bedeckt kommen ß in den gen; für den, wo anten. Theil des iſammen⸗ var. Die war nur fe. kehren— d ſich eine betrat er „ fand er Et, die in als das r war es, iel ſtärkere n fünfzehn aſſer dieſer reits einen ſchon über⸗ der auf das Nachdem er rief er die ſich ſo an hörten, und Seite ent⸗ — 251— lang lief und ihn wie ein Hund auf ſeinen Spaziergängen begleitete. Die Schweine freuten ſich abſonderlich, ſo weit ausſtreifen zu können. Hier war Alles, was ſie brauchten,— Fiſche in Menge, Sand, in welchem ſie wühlen konnten, friſches Waſſer zum Trinken, Dümpel, in welchen ſie ſich wälzten, und freier Raum für ihre Wanderſucht. Sobald Mark ſie mit dem Meer⸗ gras und den Schellfiſchen, die hier, wenigſtens für den Augen⸗ blick, in Ueberfluß vorhanden waren, beſchäftigt ſah, überzeugte er ſich, daß er an ſeiner Brücke ein Thor habe und die Grunzer auf dieſer Seite des Riffes halten müſſe. Bei einem ſolchen Spielraum und bei dem, was ihnen durch die Ebbe abſiel, konnte es ihnen nicht ſchwer werden, ihr Daſein zu friſten. Dadurch wurde es ihm möglich, mehr Junge zu ziehen, wäh⸗ rend er bisher genöthigt war, der Ausdehnung des Nachwuchſes ſtrenge Grenzen zu ſetzen. Mark dachte nun eknſtlich an ſeine Reiſe. Er blieb den ganzen Tag vom Riff entfernt. Er glaubte zuweilen zwei volle Stunden in gerader Linie von dem Schiffe entfernt zu ſein, obgleich er vier gebraucht hatte, um ſo weit zu kommen. Ueberall fand er kleine Becken mit Salzwaſſer gefüllt, das in den Höhlungen der Felſen ſtehen geblieben war. Dieſe kleinen Seen waren zuweilen faſt eine(engliſche) Meile lang und hatten ſehr ſchöne ſich ſchlängelnde Umriſſe. Keiner war, wie es ſich von ſelbſt verſteht, tief, obgleich der Boden wechſelte. Der Grund beſtand zuweilen aus reinem Fels, dann war er wieder ſumpfig, oder ließ einen ſchönen dunkelfarbigen Sand gewahren. Heller, glänzender Sand kam ihm nur in einem dieſer Becken vor. Alle dieſe kleinen Seen und Weiher mußten natürlich bald verdünſten, und einen nackten, oder mit Salz bedeckten Boden zurücklaſſen. Ein Umſtand erfüllte Mark mit großer Freude. Er hatte ſich dem Saume des Waſſerſtreifens entlang gehalten, welcher mit dem Waſſer, das den Krater umgab, in Verbindung ſtand, und als er dem Riff am fernſten war, beſtieg er eine Klippe, welche ſich etwa hundert Fuß über die Oberfläche des Meeres erheben mochte. Dieſer Fels mußte natürlich ſchon vor dem letzten Erdbeben über dem Waſſer geſtanden haben; auch erin⸗ nerte ſich Mark, ihn oft aus der Ferne geſehen zu haben, obgleich er ſich des weißen Waſſers wegen, das ihn umgab, nie in dem Dingui anher gewagt hatte. Als Mark die Spitze dieſer Klippe erreichte, bot ſich ihm eine weite Ausſicht auf die Scene ringsum dar. Vor Allem verfolgte er den eben erwähnten Waſſerſtreifen bis in die offene See hinaus, welche er nun, nicht viele Stunden weiter gegen Nordweſt, deutlich ſah. Es gab noch viele andere ſolche Kanäle,— bald bloße kleine Streifen,— bald ſchmale Buchten,— bald breiten, tie⸗ fen, ſich windenden Meerarmen ähnlich, was ſie auch wirklich waren, denn ſie hingen alle mit der See zuſammen. Der Seen, Teiche und Weiher zählte er Hunderte, und ſie brachten einige Verwirrung in das Bild, das er vor ſich hatte; in einem Klima, wie dieſes, mußten ſie jedoch bald verſchwinden. Südwärts aber boten ſich Mark Gegenſtände dar, welche ihn in das größte Staunen verſetzten. Während er die Spitze der Klippe erreichte, war der Dunſt in jenem Theile des Horizonts größtentheils aus der See emporgeſtiegen, obgleich noch eine Rauchſäule gegen eine große dunkle Wolke, welche über der Stelle hing, auſwirbelte. Anfangs ſchien es ihm, als lehne ſich eine dichte dunkle Maſſe an den auſſteigenden Dunſt; als dieſer ſich aber theil⸗ weiſe Nach f Fuß ü⸗b Umfang Di Seele erhaben ſetzen v ſchien gend zu daß er Sicherl M gefunde ſie vor für ihn er dam begeben gens iſt Berges ſo fern athmen aus der eines tl No änderun Höhe n vor ihn das Sc den Sch Er hatte welcher ug ſtand, Klippe, Meeres vor dem uch erin⸗ haben, umgab, ſich ihm or Allem Gin die en weiter ild bloße iten, tie⸗ wirklich en. Der brachten hatte; in chwinden. r, welche war der aus der gegen eine ſſwirbelte. te dunkle aber theil⸗ weiſe verzog, wurde ein hoher zerklüfteter Berg ſichtbar. Nach ſeinem Bedünken erhob ſich dieſer wenigſtens tauſend Fuß über das Meer und hatte mehr als eine Stunde im Umfange. Dieſer neue Beweis der Gewalt der Natur erfüllte die Seele unſeres jungen Mannes mit tiefer Verehrung gegen das erhabene Weſen, welches ſolche Elemente in Bewegung zu ſetzen vermochte. Mark fühlte ſich nicht beunruhigt, vielmehr ſchien ſeine Sehnſucht, dieſe Orte zu verlaſſen, minder drin⸗ gend zu werden; denn wer inmitten ſolcher Scenen lebt, fühlt, daß er dem Arme Gottes näher iſt, als die, welche in ſteter Sicherheit leben. 3 Mark ſah wohl ein, daß eine Verrückung der Felſen Statt gefunden haben müſſe, um eine Veränderung der Art, wie er ſie vor Augen hatte, möglich zu machen. Es war ein Glück für ihn, daß ſich dieſer Wechſel in einer Entfernung von, wie er damals glaubte, zehn bis fünfzehn Meilen von dem Riffe begeben hatte, obgleich ſie volle fünfzig Meilen betrug. Uebri⸗ gens iſt es nicht unmöglich, daß Jemand auf dem Gipfel jenes Berges geweilt und dieſe ganze Veränderung überlebt hätte, ſo fern ſeine Lunge es aushielt, in dieſer Atmoſphäre zu athmen. Nicht weit von dieſem Berg ſtieg eine Rauchſäule aus der See, und Mark glaubte dann und wann den Gipfel eines thätigen Kraters an dem Fuße deſſelben zu ſehen. Nachdem unſer junger Mann dieſe ſtaunenswerthen Ver⸗ änderungen eine Zeitlang angeſchaut hatte, ſtieg er von der Höhe nieder und ſchritt ſeinem Riffe zu. Kitty ſprang fröhlich vor ihm her, und bald nach Sonnenuntergang erreichten ſie das Schiff. Etwa eine Meile von dem Riffe war Mark an den Schweinen vorübergekommen, welche ſich in einer Sumpf⸗ — 251— grube gelagert hatten, und wohl ſo behaglich eingebettet fühl⸗ ten, wie einer, der, in ſeine Bettdecke gehüllt, ſich dem Schlafe hingibt. Zwölftes Kapitel. Jedwede Frucht gemeinſamer Natur Erzeugte ohne Schweiß ſich und Bemüben. Verrath und Trug, Schwert, Meſſer, Speer, Geſchütz, Und das Bedürfniß jeder andern Waffe— Die mag ich nicht. Es zeuge die Natur Aus eigner Güte Füll' und Ueberfluß, Mein ſchuldlos Volk zu nähren. / Shakſpeare. Mark Woolſton brachte die nächſten zehn Tage ausſchließ⸗ lich mit Ausflügen hin. Er fuhr über den Waſſerſtreifen um das Riff, welchen er„Aermchen“ nannte,— der junge Mann ſprach oft mit ſich ſelbſt,— erreichte die„Meerwand“ und konnte von hier aus weit nach Oſten hin ſtreifen. — Er wanderte jetzt trocknen Fußes über alle jene Riffe, welche er erſt kürzlich in der Bridget überſegelt hatte; der Schiffweg aber, durch welchen Bob und er den Rancocus geführt hatten, war noch da. Die zwei Bojen, die den engen Durchgang bezeichneten, lagen hoch und trocken, und der Schiffsanker, an welchen der Rancocus gelegen, nachdem er über die Bänke in tiefes Waſſer getreten, zeigte ſich der Ober⸗ fläche ſo nahe, daß der Stock mit her Hand zu erreichen war. Das neu emporgehobene Land windwärts war nicht ſehr verſchieden von dem, welches Mark in der entgegengeſetzten Richtung gefunden hatte. Große Becken oder Seen von Salz⸗ waſſer, von betr fahrten, ſich fün waren d Zw Richtun nung de Kreuzzu niſſe ar Sumpfb zweiten Provian ob er je Stande An der mäch Scene machte hielt na cocus in Meilen in faſt Die und nac ſchwerſte ſiedler 4 hoffte er die Seit Ale tet fühl⸗ Schlafe r emüben. er, Speer, Jaffe— Natur luß, ukſpeare. usſchließ⸗ reifen um ge Mann ind“ und ene Riffe, hatte; der Rancocus den engen und der achdem er der Ober⸗ ichen war. nicht ſehr gengeſetzten von Salz⸗ — 255 waſſer, Ablagerungen von Sand und Sumpfboden, zuweilen von beträchtlicher Ausdehnung und Tiefe,— Buchten, Durch⸗ fahrten, Meerarme, und da und dort ein Felshügel, welcher ſich fünfzehn bis zwanzig Fuß über die Meeresfläche erhob, waren die charakteriſtiſchen Einzelnheiten. Zwei Tage widmete Mark den Unterſuchungen in dieſer Richtung, oder windwärts, und gelangte, nach ſeiner Berech⸗ „nung der Entfernung bis zu der Stelle, die er auf ſeinem Kreuzzuge in der Bridget erreicht hatte. Da er viele Hinder⸗ niſſe auf ſeinem Wege gefunden hatte,— Waſſerſtreifen, Sumpfboden u. ſ. w.,— beſchloß er am Nachmittage des zweiten Tages„nach Hauſe“ zurückzukehren, ſein Boot mit Proviant zu verſehen und auszulaufen, um ſich zu vergewiſſern, ob er jetzt das offene Waſſer nach windwärts zu erreichen im Stande ſei. Am Morgen des vierten Tages nach dem Erdbeben und der mächtigen Erſchütterung, welche die ganze Oberfläche der Scene rings umher in ſo hohem Maaße geändert hatte, machte ſich der junge Mann an Bord der Bridget auf und hielt nach windwärts ab. Er trat aus dem Becken des Ran⸗ cocus in eine ſchmale Durchfahrt, welche ihn einem, mehrere Meilen nach Norden und Oſten ſich ausdehnenden Waſſerbecken in faſt gerader Linie entgegenführte. Dieſe Art Bucht war ungefähr eine halbe Meile breit und nach allen Seiten war Waſſer genug vorhanden, um das ſchwerſte Schiff flott zu halten. So wenig unſer armer Ein⸗ ſiedler Ausſicht hatte, jemals etwas dieſer Art zu erleben, hoffte er doch, es könnte möglich ſein, in einem Schiffe bis an die Seite des Riffes heran zu kommen. Als Mark etwa drei Stunden von dem Krater entfernt — 256— war, theilte ſich der„Hoffnungs⸗Kanal“— wie Mark dieſe lange, gerade Durchfahrt genannt hatte— in zwei Arme, deren einer nordwärts hinging, und dann faſt ganz nach Norden auslief, während der andere in ſüdöſtlicher Richtung hinzog, ſo weit ihm das Auge zu folgen vermochte. Mark nannte den Fels, wo dieſe Trennung ſtattfand, „Gabelpunkt,“ und wählte den letztern Weg, auf welchen er am meiſten Hoffnung ſetzte und den der Wind am leichteſten befahren ließ. Die Bridget wendete an der„Gabel“ und hielt ziemlich dicht beim Winde nach Südoſt ab. In dieſe große Durchfahrt oder die„Hoffnung“ liefen mehrere andere Waſſerarme und gegen Mittag hielt Mark in einen derſelben ab und ſteuerte gegen Nordoſt, ſobald die Segel ſo gerichtet waren. Das Waſſer war tief, und anfangs war der Durchlaß eine halbe Meile weit; nachdem er aber zwei bis drei Meilen entlang geſegelt war, ſchien er plötzlich in ein eirundes Becken auszulaufen, welches eine Meile im Durchmeſſer haben mochte und öſtlich von einem Felſengürtel umſchloſſen war, der etwa zwanzig Fuß über das Waſſer empor ſtieg. Der Grund dieſes Beckens beſtand aus hellem ſchönem Sand, und als Mark lothete, fand er überall gegen achtzehn Faden Tiefe. Ein ſichereres und paſſenderes Becken für den Ankerplatz von Schiffen hätte die Kunſt der Menſchen nie hervorbringen können, wenn eine Einfahrt und irgend eine Veranlaſſung ſie je hierher gelockt hätte. Mark mochte den„Rund⸗Hafen,“ wie er dieſes Becken nannte, eine halbe Stunde befahren haben, als ihm der Umſtand auffiel, daß ſich die Glätte ſeiner Oberfläche durch ein leichtes Wogen ein wenig getrübt zeigte. Dieſe Bewegung ſchien aus dem nordöſtlichen Ende zu kommen. Di dieſer 6 ein Paf durchfü⸗ De Paß u langen An welche ſein Bo werden, Stücke Er ohne N er die 7 vierte. Na fand er langen zwanzig war ohr zu lothe Grund Lee aber, ſ Waſſer bänke, der alte zuerſt in teten, ei 235— ark dieſe i Arme, unz nach Nichtung ſtattfand, elchen er leichteſten ziemlich urchfahrt rme und d ſteuerte Durchlaß ei Meilen es Becken en mochte der etwa ind dieſes als Mark efe. Ein platz von orbringen aſſung ſie ſes Becken ihm der iche durch Bewegung Die Bridget wurde gerichtet, und Mark ſteuerte nach dieſer Seite hin, und als er die Stelle erreichte, ſah er, daß ein Paß von etwa hundert Ellen Weite zwiſchen den Felſen durchführte. Das Boot ſchoß, da der Wind gut hielt, durch dieſen Paß und hob und ſenkte ſich unmittelbar darauf auf den langen Wellen des offenen Meeres! Anfangs erſchrack Mark bei dem Brüllen der Wogen, welche ſich in die Höhlen der Zelſen ſtürzten, und fürchtete, ſein Boot möchte gegen jene harte, eiſenfeſte Ninde geſchleudert werden, wo ein Anſtoß ſein ſchwaches Fahrzeug in tauſend Stücke zertrümmert hätte. Er war aber ein zu ruhiger Seemann, um ſeinen Zweck ohne Noth aufzugeben; er hielt alſo an und fand bald, daß er die Felſen unter ſeiner Lee umſegeln könne, wenn er zeitig vierte. Nachdem Mark zwei oder drei kurze Gänge gemacht hatte, fand er ſich eine halbe(engliſche) Meile rückwärts von einer langen Reihe ſchwarzer Felſen, welche zwanzig bis fünf und zwanzig Fuß über die Fläche des Waſſers emporſtiegen,— er war ohne allen Zweifel in der offenen See. Er hielt bei, um zu lothen, und ließ vierzig Faden Linie hinaus, ohne auf den Grund zu kommen. Leewärts jedoch war überall Land oder Fels; windwärts aber, ſo wie nach vorne und ſpiegelwärts breitete ſich klares Waſſer aus. Hier waren alſo die Oſtgrenzen der alten Fels⸗ bänke, die nun zu feſtem Lande geworden waren. Hier war der alte Rancocus, ohne daß ſeine Ofſiziere es gewahrten, zuerſt inmitten dieſer Felsbänke, welche ihn ſeitdem ſtets umgür⸗ teten, eingelaufen. 235— 237. 17 — 258— Es iſt nicht leicht, die genaue Entfernung der Ein⸗ oder Ausmündung des„Nundhafens“ von dem Krater anzugebeu. Mark ſchätzte ſie auf fünf und zwanzig Meilen in gerader Linie, wobei er ſein Auge, ſo wie zumal die Zeit, die er zu der Fahrt verwendet hatte, zu Hilfe nahm. Der„Gipfel“ war jedoch ſo wenig zu ſehen, wie die Maſten des Schiffes; aber der ferne Berg und die ſchwarze Rauchſäule ſtellten ſich dem Auge als ewige Landmarken dar. Der junge Mann mochte eine Stunde auf der offenen See hingebracht haben, indem er allmählich von dem Lande abgehalten hatte, um der Klippen klar zu ſein, als er an die Rückkehr dachte. Es bedurfte keines geringen Kraftaufwandes, um unter allen hier in Frage kommenden Umſtänden gegen dieſe Küſten⸗ maner anzuhalten; der Wind blies friſch,— ſo friſch, daß nußte jederzeit Mark ſich genöthigt ſah, einzureefen; aber es m eine ſchwere See gegen dieſe eiſenfeſte Wand anſchwellen. Der Anprall ſolcher Wellen, welche ſich mit ihrer ganzen Kraft auf ſenkrechte Felſen warfen, läßt ſich eher denken als beſchrei⸗ ben. Die ganze Küſte entlang hörte man ein ewiges Brüllen, das durch dieſen ſteten Zuſammenſtoß der Elemente verurſacht wurde; und wenn dann und wann eine Rollwelle in eine Höhle trat, ſo daß die Luft vlötzlich ausgetrieben wurde, ließ ſich ein Ton vernehmen, als wenn ein ungeheures Thier in Zorn oder Todesnoth aufbrüllte. Die Sprühe flog natürlich hoch empor und die ganze ſchwarze Küſte war von weißem Schaume bedeckt. Mark hatte es unvorſichtiger Weiſe verſäumt, Landmarken für den Eingang oder den Engpaß zu nehmen. Er haite daher kein anderes Mittel, um dieſen Weg zu finden, als indem linie u Einlaf ſchief⸗ Schrit D Umſtat abhielt nahe t ten Ei ſuchte offenen unwirt und er halten V welche wurden ein Bo und ſe jetzt fü haben. Ausdel G vorſpru war a Mark D aberma wobei. n⸗ oder zugeben. gerader ie er zu Gipfel“ Schiffes; lten ſich offenen m Lande er an die im unter ſe Küſten⸗ iſch, daß e jederzeit llen. Der zen Kraft s beſchrei⸗ 3 Brüllen, verurſacht le in eine zurde, ließ 3 Thier in natürlich on weißem tandmarken Er hatte inden, als 259 indem er ſich nach einem Fleck umſah, wo die weiße Schaum⸗ linie unterbrochen war. Er erinnerte ſich jedoch, daß dieſer Einlaß ſich nicht in rechten Winkeln gegen die Küſte, ſondern ſchief öffnete, und es war ſehr möglich, daß er auf hundert Schritte davon entfernt war, ohne ihn zu ſehen. Der junge Mann brauchte nicht lange Zeit, um ſich dieſes Umſtandes zu vergewiſſern; denn, indem er auf den Punkt abhielt, wo er den Eingang zu finden hoffte, und der Küſte ſo nahe trat, als dieß räthlich ſchien, war nichts von dem erſehn⸗ ten Einlaß zu ſehen. Eine Stunde ſteuerte er hin und her, ſuchte aber ohne Erfolg. Der Gedanke, die Nacht auf der offenen See hinzubringen, und zwar windwärts von einer ſo unwirthlichen Küſte, war Mark nichts weniger als angenehm, und er beſchloß, ſich jetzt, ſo lange es hell war, nördlich zu halten und ſich nach einem andern Eingang umzuſchauen. Vier Stunden lief Mark dieſe ſchwarzen Felſen entlang, welche nur durch die Sprühe des weiten Meeres weiß gefärbt wurden, ohne daß er einen Punkt gewahrt hätte, wo auch nur ein Boot anlegen lönnte. Da er nun vor dem Winde lief und ſein Reef„hinaus gethan“ hatte, nahm er an, er müſſe jetzt fünf und zwanzig, wenn nicht dreißig Meilen zurückgelegt haben. Dieß gab ihm ungefähr eine Vorſtellung von der Ausdehnung ſeines neuen Gebietes. Gegen fünf Uhr des Nachmittags erreichte er einen Berg⸗ vorſprung, wo die Küſte ſich plötzlich weſtwärts wendete. Dieß war alſo die nordöſtliche Spitze des geſammten Neulandes. Mark gab ihm den Namen„Nordoſt⸗Cap.“ Der Klüver wurde nun beigeſetzt, und das Boot lief abermals eine Stunde weſttich, ein wenig nach nordwärts ab, wobei es ſich ganz nah au der Küſte hielt, welche, ſobald er 17* — 260— das Cap umſegelt hatte, nicht mehr ſo gefährlich war. Natür⸗ lich warfen ſich die Wellen ſtets noch wild gegen die Felſen, da er aber eine Lee hatte, geſchah dieß bloß in Folge der Gewalt des ſteten Wellenſchlages des Meeres. Selbſt die Gewalt des Windes war jetzt nicht mehr ſo fühlbar, und die Bridget führte volle Segel, wie Mark aufhohlte, was er mehreremale that, um Stellen, die er für Eingänge nahm, näher in das Auge zu faſſen. Es wurde allmählich zu ſpät, um daran denken zu dürfen, dieſe Nacht heimzukehren, denn es war nichts weniger als rathſam, nach Einbruch der Nacht in jene unbekannten Durch⸗ läſſe und Kanäle einzulaufen. Unſer junger Mann beſchränkte daher ſeine Nachforſchungen auf eine Stelle, wo er weilen könnte, bis der Tag wiederkehrte. Allerdings war die durch die Felſenwände gebildete Lee der Art, daß er ohne Gefahr bis zum Morgen draußen bleiben konnte; er zog es aber vor, wenn möglich, innerhalb der Inſeln zu treten, ſtatt ſich ſchla⸗ fend dem offenen Meere anzuvertrauen. Die Sonne ging eben unter; der Abend war, nach einem ungemein heißen Tage kühl und lieblich geworden; das Boot umſegelte einen niedrigen Felsvorſprung, und Mark war faſt entſchloſſen, unter deſſen Lee zu treten und einen Anker an das Land zu bringen, um die anbrechende Nacht an ſeinem Taue hinzubringen, als ſeinem Auge eine Oeffnung in der Küſte entgegen lachte. Er hatte eben den Bergvorſprung umſegelt. Die Oeffnung oder Mündung ſchien eine(engliſche) Viertelmeile breit zu ſein, und einen halben Flintenſchuß inner⸗ halb des Einganges war das Waſſer glatt. Das Ruder wurde geſenkt, die Schoten aufgehohlt und die Bridget luvte in dieſen Meeresarm, Buchtung, Binnenſee oder Hafen, Minute plötzlich Größe Stunde halbe b langer, und der bis er nieder ſanft a Mark ſ D Dieß w Tage g Der ne der Luf De farbe, facher( bisherig Schiffbr Monat Reiſe h „Muſch konnte breiten; ſchön ar ihr glän No Natür⸗ Felſen, ege der lbſt die und die was er nahm, i dürfen, iger als n Durch⸗ ſchränkte r weilen die durch Gefahr aber vor, ich ſchla⸗ uch einem das Boot war faſt Anker an in ſeinem ig in der vorſprung (engliſche) huß inner⸗ ölt und die nenſee oder 261 Hafen, als was es ſich nun auch ergeben mochte. Zwanzig Minuten ſteuerte Mark durch dieſen Einlaß hin, als dieſer ſich plötzlich zu einem Becken oder einer Bucht von beträchtlicher Größe ausdehnte. Die Entfernung von der Küſte mochte eine Stunde betragen. Die Bucht war eine Stunde lang und eine halbe breit. Das Boot war an der Luvſeite eingetreten. Ein langer, weiter, ſandiger Strand zog ſich auf dieſer Seite hin und der junge Mann hielt eine kurze Strecke ihm entlang ab, bis er eine Quelle ſah und dadurch veranlaßt ward, das Ruder nieder zu halten. Das Boot ſchwenkte ſich rund um und lief ſanft an dem Strand an. Der Anker wurde ausgeworfen und Mark ſprang ans Land. Das Waſſer war ſüß, kühl und in jeder Hinſicht köſtlich. Dieß war wenigſtens die zwanzigſte Quelle, welche er an dieſem Tage geſehen hatte, aber die erſte, deren Waſſer er koſtete. Der neugeborene Strand hatte ganz das Ausſehen, als ſei er der Luft bereits tauſend Jahre ausgeſetzt geweſen. Der Sand war vollkommen rein und von heller Gold⸗ farbe, Muſcheln von den prachtvollſten Farben und mannig⸗ facher Größe waren ihm beigemiſcht. Nur der Geruch ihrer bisherigen Bewohner deutete auf den vor kurzem erlittenen Schiffbruch. Dieß war jedoch ein Mißſtand, welchem der nächſte Monat abhelfen konnte, und unſer Seemann beſchloß, eine neue Reiſe hierher zu machen, um ſich einen Theil der Schätze der „Muſchel⸗Bucht“— wie er ſie nannte— anzueignen. Er konnte ſie allerdings nicht vor Bridget's entzückten Augen aus⸗ breiten; aber er dachte, ſie würden ſich in ſeiner Cajüte ganz ſchön ausnehmen und er könnte ſich einbilden, ſie betrachte ihr glänzendes Farbenſpiel. Nachdem er aus der Quelle getrunken und ſein Mahl auf dem Felſen darüber genoſſen hatte, legte er ſich eine zu dieſem Zwecke mitgebrachte Matratze in dem Boote zurecht und ſuchte den Schlaf. Mit der Frühe des nächſten Tages war die Bridget wieder unterwegs, nachdem ihr Eigenthümer vorher gebadet und gefrüh⸗ ſtückt hatte. Mark pflegte das ganze Jahr hindurch jeden Morgen und dann und wann auch Abends zu baden. Ein arbeitsvoller Tag endigte gewöhnlich mit einem Bade und eine Nacht ſüßer Ruhe gleichfalls. In allen dieſen Beziehungen konnte Niemand glücklicher ſein. Von Anfang an hatte es nicht an Nahrung gefehlt und jetzt hatte er nebſt denen, welche von ihm abhingen, ſie in Ueberfluß. Auch an Kleidung war ein unerſchöpflicher Vorrath vorhanden, denn ein kleiner Theil der Fracht beſtand aus groben baumwollenen Wämſen und Beinkleidern, gegen die man Sandelholz einzutauſchen gedachte. Alle dem hatte ſich nun Waſſer in unerſchöpflicher Menge zugeſellt. Der Wechſel, welcher nun Statt gefunden, hatte das Bereich des jungen Mannes um ein Gebiet vermehrt, deſſen gründliche Erforſchung allein ihn mehrere Monate beſchäftigen konnte, wie er denn auch zu thun entſchloſſen war. Auch Gott war da, wie er überall iſt. Darin fand unſer einſamer Seemann einen mächtigen Troſt. Jeden Tag pflegte er jetzt wiederholt im Geiſte unmittelbar mit ſeinem Schöpfer zu verkehren, nicht in kalten, nichts ſagenden Formen und Gemeinplätzen, ſondern mit der ganzen Inbrunſt der Seele und mit ſolchen Gefühlen der Verehrung und Liebe, wie ſie allein ein thätiger, lebhafter Glaube, durch Hilfe des göttlichen Geiſtes, in der menſchlichen Seele wecken kann. Nachdem die Bridget die Muſchel⸗Bucht durchkreuzt hatte, ſetzte ſie ihre Fahrt in ſüdweſtlicher Richtung durch einen ziem⸗ lich bre Mark ſe Punkt welcher Riff zu Me folglich teurer l was jed Vorſchr Un fand A an und zu brau um den möglich Mi welche l eine vor welcher Die Att nung d bot in ſich unn ſich in tanſend ganzen Krater überzeug geſehen dieſem ſuchte wieder gefrüh⸗ Norgen svoller t ſüßer iemand ahrung hingen, pflicher beſtand gegen n hatte t. Der eich des ündliche konnte, nd unſer g pflegte Schöpfer nen und er Seele wie ſie göttlichen uzt hatte, nen ziem⸗ lich breiten Kanal fort, bis ſie zu einem Punkte kam, welchen Mark ſogleich als die„Gabel“ erkannte. Nun er den Gabel⸗ Punkt erreicht hatte, durfte er nur der Richtung folgen, in welcher er den vergangenen Tag geſteuert hatte, um an das Riff zu gelangen. Man konnte von der Gabel aus den Krater ſehen er war folglich eine Art Landmarke, ein Leuchtthurm, der den Aben⸗ teurer leiten konnte, wenn er eines ſolchen Beiſtandes bedurfte, was jedoch nicht der Fall war, denn er erkannte bei weiterm Vorſchreiten die Gegenſtände vollkommen. Um zehn Uhr legte er an der Seite des Schiffes an und fand Alles, wie er es verlaſſen hatte. Er zündete ein Feuer an und kochte ſich ſo viel, als er zu einem neuen Kreuzzuge zu brauchen glaubte, worauf er in die Sahlingen hinaufſtieg, um den Stand der Dinge ſüdwärts beſſer, als ihm bisher möglich geweſen, in das Auge zu faſſen. Mittlerweile hatte ſich die große dunſtſchwere Wolke, welche den neuen Vulkan ſo lange überhangen, zerſtreut und eine von gewöhnlicher Größe war an ihre Stelle getreten, in welcher ſich die aus dem Vulkan aufſteigende Rauchſäule verlor. Die Atmoſphäre rings um ihn war klar und nur die Entfer⸗ nung dem Blicke hinderlich. Der Berg oder die„Kuppe“ bot in der That einen erhabenen Anblick dar, denn ſie hob ſich unmittelbar aus der See empor. Mark ſah nun, daß er ſich in ihrer Höhe verrechnet hatte und daß ſie ſich volle zwei tauſend Fuß über das Waſſer erhob. Dort lag ſie, in ihrer ganzen Glorie, blau und dunſtig, aber zerklüftet, edel. Der Krater lag offenbar viele Meilen tiefer und der junge Mann überzeugte ſich hier, daß er den Gipfel deſſelben bis jetzt nicht geſehen hatte. Auch mußte er die Entfernung bis zu„Bulkan's — 264— Kuppe,“ wie er den Berg nannte, wenigſtens um zehn Stunden erweitern. Nachdem er eine volle Stunde in den Sahlingen geſeſſen, und von dieſer Höhe mit eben ſo viel Entzücken ausgeſchaut hatte, wie der Kunſtkenner auf ein Gemälde oder eine Statue blickt, beſchloß er, in der Bridget eine Fahrt in jene Gegend zu unternehmen. Ein ſolcher Ausflug hatte für ihn den Reiz der Neuheit und des Wechſels, den eine Reiſe vom Land in die Stadt für den ſchlaffen Weltmenſchen hat, welcher den Sommer in dem „ennui“ ſeines Landſitzes hingebracht und ſich nun ſehnt, der Freuden der Stadt wieder habhaft zu werden. Allerdings war unſerm Einſiedler in dem mächtigen Wechſel, welcher ſich in ſeiner unmittelbaren Nachbarſchaft begeben, viel Neues geboten worden und er hatte nun eine Woche in ſteter, hoher Aufregung hingebracht; nichts aber von all dem glich dem Intereſſe, welches ihm jener ferne Berg einflößte, der ſo plötz⸗ lich an einem Horizont emporgeſtiegen, wo er ſeit faſt achtzehn Monaten nichts als Wolken und Nebeldunſt geſehen hatte. 3 Mark machte dieſen Nachmittag alle ſeine Vorbereitungen zu einer Reiſe, welche, wie er fühlte, von großer Wichtigkeit für ihn werden konnte. Alle Anzeichen von Bewegungen im Innern der Erde waren jedoch verſchwunden, ſelbſt die dumpfen Töne, welche er in der Stille der Nächte zuweilen gehört hatte, oder gehört zu haben glaubte, waren nicht mehr vernehmbar. Von dieſer Seite war alſo keine Gefahr mehr zu befürchten, obgleich ihm die Gewalt der Natur, deren Zeuge er vor Kurzem geweſen, in einer furchtbaren Majeſtät entgegen getreten war⸗ welche ihn ſtimmte, ſich der Scene ihrer mächtigſten Anſtren⸗ gung mit geheimem Grauen zu nähern. Der Gedanke an den kommer beſchäft Stunde ohne ſi ſpäter M denn n geſehen das of beſten die En die er mußte entlang Er ſich üb Geflügt nommer verlaſſe ausſcha eine Re aber ſo Weſens No in einer Stunde hinzog. ſah er, mußte die er i Gruppe Stunden geſeſſen, geſchaut Statue Gegend Neuheit tadt für in dem n ſehnt, Uerdings welcher 21 Neues r, hoher lich dem ſo plötz⸗ achtzehn gatte. reitungen ſcchigkeit ngen im dumpfen ört hatte, nehmbar. efürchten, r Kurzem eten war, Anſtren⸗ te an den — 265— kommenden Tag und an die möglichen Folgen ſeines Ausfluges beſchäftigte ſeinen Geiſt in ſo hohem Grade, daß er mehrere Stunden ſchlaflos hinbrachte, am Morgen aber doch erwachte, ohne ſich der entbehrten Ruhe bewußt zu ſein. Eine Stunde ſpäter war er in ſeinem Boot und unterwegs. Mark mußte nun in einer ganz neuen Richtung ſteuern; denn nach dem, was er den Tag vorher in den Sahlingen geſehen, glaubte er, er könne auf genau ſüdlichem Cours in das offene Meer gelangen. Zu dieſem Zweck, und um den beſten Durchgang nach jener Seite zu finden, mußte er durch die Enge, welche das Riff von der großen Felſenreihe trennte, die er den Tag nach dem Erdbeben durchſtreift hatte. Natürlich mußte die Brücke entfernt werden, damit der Maſt des Bootes entlang konnte; dieſes Geſchäft war jedoch raſch beſeitigt. Er hatte ſeine Thiere am verfloſſenen Abend beſucht und ſich überzeugt, daß es ihnen an Nichts fehlte. Auch das Geflügel hatte Entdeckungsreiſen in ſein neues Gebiet unter⸗ nommen, und ſelbſt Kitty ihre liebliche Weide auf dem Gipfel verlaſſen, um zu ſehen, wie es in der Welt jenſeit der Klippen ausſchaue. Allerdings hatte ſie bereits in Geſellſchaft Mark's eine Reiſe in dieſe Gegend gemacht; eine Reiſe genügte ihr aber ſo wenig, als ſie der Neugierde jedes andern weiblichen Weſens genügt haben würde. Nachdem das Boot die Brücke hinter ſich hatte, trat es in einen langen, ſchmalen Strom, welcher ſich wenigſtens zwei Stunden in faſt gerader Linie gegen die Vulkan's⸗Kuppe hinzog. Als Mark ſich dem Ende dieſer Waſſerſtraße näherte, ſah er, daß er in eine ziemlich ausgedehnte Bucht eintreten mußte— eine Bucht, die bei weitem größer war, als alle, die er innerhalb ſeiner Inſel, oder richtiger geſprochen, ſeiner Gruppe von Inſeln geſehen hatte. — 266— Auf der einen Seite dieſer Bucht zeigte ſich ein großes Stück Flachland, welches nach Mark's Ueberſchlag gegen zwei Tauſend Acker umfaſſen mochte. Seine Farbe war ſo ver⸗ ſchieden von Allem, was er bisher geſehen hatte, daß er ſich entſchloß, anzulegen und eine Strecke hinein zu wandern, um Nachforſchungen anzuſtellen. Als er an den Saum kam, bemerkte er, daß es ein flaches Becken von Schlamm war, auf dem noch ein oder zwei Fuß Salzwaſſer ſtanden, welches von Meergras zehn bis zwölf Zoll hoch bedeckt war. Dieſes Meergras lag ſo dicht, daß Mark faſt darauf hinſchreiten konnte; ſein grüner Schimmer veranlaßte Mark, dieſe Fläche die„Prärie“ zu benennen. Eine ſolche Anhäufung von Meergras konnte nur von Strömungen herrühren, welche es in das Becken geführt, wo es ſich wahrſcheinlich ſchon vor dem letzten Ausbruche angeſammelt hatte. Dieſe Anſicht wurde durch die Anweſenheit des Schlammes, ſo wie durch die Höhe der umliegenden Felſen beſtätigt, deren viele ſchon vor dem Erdbeben außerhalb des Waſſers geſtanden haben mußten. Nachdem ſich die Bridget durch eine Menge Waſeerſtraßen gearbeitet hatte, die theils ſchmal, theils breiter, zuweilen auch ohne Ausgang waren, erreichten er gegen Mittag die ſüdliche Grenze der Gruppe. Mark glaubte jetzt volle zwanzig Meilen vom Riff ent⸗ fernt zu ſein und die Kuppe ſchien kaum näher gerückt als ſie bei ſeiner Abfahrt war. Dieß machte ihn in ſeiner Berech⸗ nung der Entfernung irre. Nachdem der junge Mann alle möglichen Wechſelfälle überdacht hatte, beſchloß er, den Reſt des Tages da, wo er war, hinzubringen, um der offenen See mit dem nächſten Morgen entgegen zu ſteuern. Er wünſchte auch, d ſchein ganzen einem wie ge deckung V in die ſehr ve von eit ziemlich nicht a ſelbſt n 3 es ihn hinaus war, d einer 1 als ein Klipper Waſſer ſchien, gegen gehober an eine vorzuge dieſem erklärte D Begrür großes gen zwei ſo ver⸗ Ser ſich ern, um m kam, m war, welches Dieſes ſſchreiten ſe Fläche ung von belche es chon vor Anſicht vie durch ele ſchon en haben ſerſtraßen eilen auch e ſüdliche Riff ent⸗ ckt als ſle er Berech⸗ Rann alle den Reſt fenen See wünſchte auch, die Küſte und die Inſeln in dieſer Gegend in Augen⸗ ſchein zu nehmen, um ſich ein vollſtändiges Bild von der ganzen Gruppe machen zu können. Er ſah ſich daher nach einem paſſenden Ankerplatz um, verzehrte ſein Mahl und trat, wie gewöhnlich mit einer Vogelflinte bewaffnet, ſeine Ent⸗ deckungsreiſe zu Fuß an. Vor Allem fand ſich hier auf der Südſeite ein Ausgang in die See, welcher von dem auf der Oſtſeite der Gruppe ſehr verſchieden war. Der Kanal öffnete ſich in eine Bucht von einiger Ausdehnung und ein Felsarm lief auf der Luvſeite ziemlich weit hinaus, ſo daß man beim Ein⸗ und Auslaufen nicht auf rauhe Waſſer ſtieß, ſofern man ſich von der Klippe ſelbſt möglichſt klar hielt. Da der Spielraum hier ſehr groß war, ſah Mark, daß es ihm nicht ſchwer werden würde, hier in die offene See hinaus zu ſteuern und wieder zurück zu kommen. Was mehr war, der erwähnte Felsarm oder Bergvorſprung endigte mit einer nahe an hundert Fuß hohen Klippe, welche vortrefflich als eine Landmarke dienen konnte. Der größere Theil dieſer Klippenhöhe mußte vor dem letzten Ausbruche ſchon über dem Waſſer geſtanden haben, obgleich es unſerm jungen Seemanne ſchien, als ob alles ſichtbare Land, das ihm jetzt ſüdlich ent⸗ gegen trat, ſich in allmählich wachſendem Maßſtabe höher gehoben hätte, gleichſam als hätte der Ausbruch ſeine Kraft an einem gewiſſen Punkte, au dem neuen Krater zum Beiſpiele, vorzugsweiſe geltend gemacht und die Erde, nordwärts von dieſem Punkte, in einer geſenkten Fläche gehoben. Daraus erklärte ſich einigermaßen die Höhe der Kuppe. Dieß waren jedoch Anſichten, für die ihm die gehörige Begründung fehlte, obgleich die Thatſache feſt ſtand, daß alle — 268— Felſen nnd Klippen auf dieſer Seite der Gruppe viel höher emporragten, als weiter nach Norden. So hatte die Küſte hier faſt nach allen Seiten fünfzig bis achtzig Fuß Höhe, während ſelbſt jetzt auf dem Riffe die Höhe der meiſten Felsbänke nicht mehr als zwanzig Fuß über dem Waſſer ſtand. Die Hebung war überdieß eine allmähliche, was dieſer Anſicht gewiß zu ſtatten kam. Da eine Menge Sand und Schlamm durch den Ausbruch aufgeworfen worden war, fehlte es nicht an friſchem Waſſer. Mark fand ſogar einen kleinen Bach von ſo vortrefflichem Süßwaſſer, wie er nie in Amerika getrunken zu haben glaubte. Dieſer Bach ergoß ſich in den kleinen Hafen, wo ſein Boot lag. Er folgte dieſem Waſſer zwei(engliſche) Meilen, ehe er ſeine Quelle, oder beſſer, ſeine Quellen erreichte, welche die kryſtallhelle Maſſe aus einem mehrere Meilen langen Bette reinen Sandes ergoſſen. Dieſes Bett hatte ganz das Aus⸗ ſehen, als habe es ſeit Jahrhunderten nackt gelegen. Damit ſoll jedoch nicht geſagt ſein, als wären dieſe Zeichen, ſofern es ſich von der Zeit handelt, überall augenfällig geweſen. Die Laya, von welcher man weiß, daß ſie vor tauſend Jahren aus den Eingeweiden der Erde geſchleudert worden, hat in den Augen des gewöhnlichen Beſchauers ein ſo friſches Ausſehen, als die, welche vor zehn Jahren ausgeworfen wurde, und wären die Ablagerungen feuchten Schlammes, die Ueberbleibſel von Fiſchen, das noch unverweſene Meergras, die mit Salzwaſſer angefüllten Höhlungen und einige andere Eigenthümlichkeiten dieſer Art nicht geweſen, würde Mark in Verlegenheit gerathen ſein, wenn er einen Unterſchied zwiſchen den eben erſt aufgeworfenen Felſen und denen hätte angeben ſollen, welche früher der Luft bloßgeſtellt waren. Selbſt der Schlan unter einande war do weſung E Nähe ſein G Mark hätte n dem D des„C können. Seele gebeten erfleht D wurden Chriſtu und H wurden Schritt ganz h M anbruch ihm jet gab, e Kuppe gezwun und we l höher e Küſte Höhe, meiſten Waſſer s dieſer lusbruch Waſſer. efflichem glaubte. in Boot , ehe er elche die en Bette as Aus⸗ Damit ,„ ſofern geweſen. d Jahren „hat in friſches geworfen imes, die Neergras, ge andere Mark in zwiſchen Hangeben Selbſt der — 269— Schlamm änderte ſein Ausſehen ſchnell, denn er trocknete unter dem Einfluſſe der tropiſchen Sonne und ſprang aus⸗ einander. Wenn der Regen ſo reichlich fiel, wie gewöhnlich, war das Meergras in zwei Monaten wahrſcheinlich der Ver⸗ weſung verfallen. Es war noch zu guter Zeit, als unſer Abenteurer in der Nähe ſeines Bootes auf ſeine Kniee ſank, um ſeinem Schöpfer ſein Gebet darzubringen, ehe er ſich zum Schlafe niederlegte. Mark trat nun häufig mit ſeinem Gott in Verkehr, und oft hätte man ihn in ſeinem Boote, wenn er entlang ſegelte, auf dem Decke ſeines Schiffes oder in der linden, geſunden Luft des„Gipfels“ auf dieſe Weiſe ſeine Andacht verrichten ſehen können. Er ſchlief darum nicht minder geſund, daß er ſeine Seele Gott empfohlen, ihn um Beiſtand gegen Verſuchungen gebeten und ſeine Verzeihung um früherer Sünden willen erfleht hätte. Dieſe Gebete waren gewöhnlich ſehr kurz. In der Regel wurden ſie in jenen kurzen ſchönen Worten ausgedrückt, welche Chriſtus ſelbſt dem Menſchen hinterlaſſen hat, jenem Vorbild und Hauptinhalt aller Bitten dieſer Art. Aber die Worte wurden fromm vorgetragen, denn das Herz hielt gleichen Schritt mit ihnen und die Seele gab ſich ihrem Einfluſſe ganz hin. Mark ſtand am nächſten Morgen zwei Stunden vor Tages⸗ anbruch auf und verließ ſogleich die Gruppe. Die Zeit war ihm jetzt von Werth; denn während er ſich der Hoffnung hin⸗ gab, er würde die ganze kommende Nacht unter der Lee der Kuppe bleiben, gedachte er auch der Möglichkeit, daß er gezwungen werden köͤnnte, zurück zu kehren. Bei günſtiger Zeit und wenn der Wind ein wenig frei blieb, betrug die Segel⸗ 270— geſchwindigkeit des Bootes höchſtens fünf Knoten in der Stunde, wobei die größere oder geringere Höhe der Wellen jedoch ſehr in Anſchlag zu bringen waren. Wenn die Wellen ſchwer daher⸗ rollten, fehlte den niedrigen Segeln der Bridget der Wind in den Höhlungen der Wellen, und ſie ſiel daher ſehr von ihrer Geſchwindigkeit ab. Im Ganzen jedoch konnte man fünf Knoten in der Stunde als ihre durchſchnittliche Geſchwindig⸗ keit annehmen, wenn der gewöhnliche Paſſat wehte und das Boot unter allen Segeln ein wenig vor dem Winde lief. Dicht angehohlt machte es kaum drei Knoten, während es mit Backſtagswind und bei glattem Waſſer oft ſieben lief. Der⸗Cours, welchen das Boot ſteuerte, war in den erſten zwei Stunden etwa einen Punkt ſüdſüdweſtlich, denn das Boot lief ganz nach dem Compaß. Nach Verlauf dieſer Zeit brach der Tag an und die düſtere, zürnende Kuppe ſelbſt wurde ſichtbar. Als die Sonne aufgegangen war, ſah Mark, daß er mit der Leiſtung ſeines Bootes zufrieden ſein durfte. Die Gegenſtände hoben ſich an der Bergmaſſe ab, und es trat mehr Beſtimmtheit in die Umriſſe des Ganzen wie aller Ein⸗ zelnheiten. Er hatte dieß erwartet, und es that ihm ſelbſt leid, daß ſeine Augen nicht weiter reichten; denn er ſah jetzt, daß er die Entfernung zwiſchen dem Krater und der Kuppe, die eher ſechszig als fünfzig Meilen betrug, zu gering ange⸗ ſchlagen hatte. Der Kanal zwiſchen der Gruppe und jener vereinzelten Maſſe hatte eine Breite von wenigſtens zwölf Stunden. Dieſe zwölf Stunden waren nun zurückzulegen, und unſer junger Seemann glaubte jetzt, da der Tag erſchien, den vierten Theil derſelben hinter ſich zu haben. Von dieſem Augenblicke an brachte jede Meile einen merk⸗ lichen Untzrſchied in das Ausſehen des Berges. Licht und Schatte pen un erhöhte dieſer 6 begann Erſchei V oder ne betrug nach S Seite k Ja, v Woolſte dieſer ſein. ſenden Naume Tag u ſo Viel zu dem und ge gleichg D geblaſe den Se Spitze war, g eine vö dieſer f von der Stunde, och ſehr r daher⸗ Wind in on ihrer an fünf hwindig⸗ und das nde lief. hrend es lief. en erſten das Boot geit brach eſt wurde k, daß er fte. Die des trat aller Ein⸗ ihm ſelbſt ſah jetzt, er Kuppe, ing ange⸗ und jener ens zwölf egen, und chien, den inen merk⸗ Licht und von dem Fuße ſeiner Felſen entlang lief. — 271— Schatten wurden zuerſt ſichtbar; dann traten Schluchten, Klip⸗ pen und Farben in das Auge. Jede Stunde des Vorſchreitens erhöhte Mark's Bewunderung; und als das Boot die letzte dieſer Stunden, welche ihm ſo lang geſchienen, erreicht hatte, begann er eine genauere Vorſtellung von der Erhabenheit der Erſcheinung zu bekommen, welche ſich ihm ſo nahe begeben hatte. Vulkan's Kuppe konnte, als Inſel, nicht weniger als acht oder neun(engliſche) Meilen in der Länge haben, die Breite betrug etwas mehr als zwei Meilen. Da ſie ſich von Norden nach Süden erſtreckte, bot ſie der Krater⸗Gruppe ihre ſchmale Seite dar, was den einſamen Beobachter getäuſcht hatte.— Ja, von den Millionen, die auf Erden lebtén, swar Mark Woolſton der einzige, welchem es vergönnt worden, ein Zeuge dieſer großartigen Entwickelung der Gewalt der Elemente zu ſein. Und doch,— was war dieß im Vergleich mit den tau⸗ ſenden von Himmelslörpern, welche ſich in dem unendlichen Raume bewegen,— Gegenſtände, welche ſich dem Auge jeden Tag und jede Nacht darbieten, ohne daß ſich in dem Geiſte ſo Vieler auch nur ein Gedanke regt, der ſie von dem Geſchöpfe zu dem Schöpfer emporträgt! Alle dieſe Himmelskörper fommen und gehen, und der Menſch bleibt in dem mächtigen Wechſel gleichgiltig! Der Wind hatte während der Fahrt über dieſe Enge friſch geblaſen, und Mark war froh, als ſein kleines Boot unter den Schatten der ungeheuren Felſen trat, welche die nördliche Spitze des Berges bildeten. Als er noch eine Meile entfernt war, glaubte er dicht an den Klippen zu ſein, und bekam erſt eine völlig richtige Vorſtellung von dem Maßſtabe, nach welchem dieſer ſeltene Berg gebildet worden, als er auf hundert Ellen ——— Mark kam, wie es ſich von ſelbſt verſteht, leewärts heran und fand vergleichsweiſe glattes Waſſer, obgleich das unauf⸗ hörliche Heben und Senken der Seen es ziemlich gefährlich machte, näher an das Land zu treten. Eine Weile beſorgte unſer Seemann, er würde gar nicht im Stande ſein, anzulegen; ja, er dachte ſchon daran, das Steuer zu wenden und den Rückweg anzutreten, ſo lange es hell blieb, als er eine Stelle gewahrte, welche eher durch Kunſt, als durch die Natur geeignet ſchien, ſeinen Wünſchen zu entſprechen.. Eine ſchmale Oeffnung zeigte ſich zwiſchen zwei Klippen von faſt gleicher Höhe oder etwa hundert Fuß über dem Waſſer, deren eine weiter in die See herauslief, als die andere. Das Waſſer war in dieſer Buchtung ganz glatt und Mark wagte es, von dem Winde begünſtigt, einzutreten. Als er zwiſchen dieſe Felſen ſteuerte, fand er Windſtille in einem Becken, welches hundert Ellen im Durchmeſſer haben mochte und nicht nur von einem ſandigen Strande umgeben war, ſondern auch einen ſandigen Boden hatte. Das Waſſer war mehrere Faden tief und es war leicht, mit dem Vordertheile des Bootes überall an den Strand zu laufen. Dieß geſchah. Die Segel wurden eingehohlt, Mark ſprang an das Land und nahm den Anker heraus. Wie Columbus knieete er auf dem Sande nieder und brachte Gott ſeinen Dank dar. Von dieſem Becken aus öffnete ſich nicht nur eine Schlucht, welche den ganzen Abhang hinaufführte, ſondern es durchſtrömte dieſen auch ein reiches Waſſer, welches durch die Klüftungen ſchäumte und brüllte. Anfangs glaubte Mark, es ſei Meer⸗ waſſer, das irgend einem Behälter auf der Höhe entſtrömte; als er es aber verſuchte, fand er es vollkommen ſüß. Unſer junger Mann nahm ſeine Vogelflinte und ein kleines Päckchen mit Vo des Bo fern ſch ſelbſt i Mark Schatte in jene der Ba Tu eine vo Weg ſt tendes gelegt; Al änderte Obgleic unten, in den konnte. der Luf der Vult geweſen kam zu als daß Ei Mann, trat. 2 doch rei geſchmü das no 235— ts heran 3 unauf⸗ efährlich beſorgte zulegen; und den ne Stelle geeignet Klippen 1 Waſſer, re. Das rk wagte zwiſchen Becken, und nicht dern auch ere Faden es überall urk ſprang dus knieete unf dar. Schlucht, erchſtrömte dlüftungen ſei Meer⸗ utſtrömte; iß. Unſer s Päckchen mit Vorräthen, trat in dieſe Schlucht ein und ſtieg, dem Laufe des Baches folgend, ſofort bergan. Der Weg war nur in ſo fern ſchwierig, als er deſſen Steile zu bewältigen hatte, aber ſelbſt in dieſer Hinſicht war die Mühe nicht ſo groß, als Mark erwartet hatte. Allerwege war es gut, daß er im Schatten emporſteigen konnte; denn die Sonne drang ſelten in jene kühlen und etwas verdumpften Kküfte, durch welche der Bach ſeinen Weg gefunden hatte. Trotz ſeiner großen Anſtrengung brauchte Mark Woolſton eine volle Stunde, um die Kuppe zu beſteigen. Obgleich der Weg ſtets aufwärts führte, war er dennoch nie auf ein bedeu⸗ tendes Hinderniß geſtoßen; er glaubte aber zwei Meilen zurück⸗ gelegt zu haben, ehe er auf ebenen Boden kam. Als er etwa drei Viertheile des Weges hinter ſich hatte, änderte ſich plötzlich das Ausſehen der Dinge rings umher. Obgleich der Fels ſelbſt hier nicht älter ausſah, als tiefer unten, hatte er doch da und dort eine Decke, welche offenbar in den letzten Tagen nicht aus der See emporgeſtiegen ſein konnte. Von hier an deutete Alles auf ein älteres Daſein an der Luft, und Mark glaubte annehmen zu dürfen, der Gipfel der Vulkan's Kuppe ſei lange vor dem Ausbruch eine Inſel geweſen. Jeder weitere Schritt beſtätigte dieſe Anſicht und er kam zu dem Schluſſe, die alte Inſel ſei zu niedrig geweſen, als daß man ſie von dem Riffe habe ſehen können. Ein Ausruf des Entzückens entrang ſich unſerm jungen Mann, als er plötzlich auf die gebrochene Fläche der Kuppe trat. War ſie gleich nicht ganz mit Wald bedeckt, ſo war ſie doch reich mit Kofosnußbrod⸗ und anderen tropiſchen Bäumen geſchmückt und der Boden wogte wonnig von grünem Graſe, das noch vom letzten Regenſchauer feucht war, welchen er 235— 237. 18 — 2214— während er auf die Inſel e, gewahrte er auch die den letztvergangenen Tagen über den Berg hatte fliegen ſehen, abhielt; als er genauer zuſchaut Spuren des Aſchenregens, der in gefallen war. Die Sonnenhitze, über Mark hereinbrach, ſchatten zu treten, wo e Kokosnüſſe, friſch von den Bäumen, brechen, die für Tauſende ausreichen konnte. Jeder hat wohl von dem köſtlichen Getränke, welches die Milch der Kokosnuß gewährt, und von der köſtlichen Nahrung gehört, die ihr Kern bietet, ſo lange die Schale ſich nicht gehärtet hat. Mark wußte nicht, wie dieſe Bäume hierher gekommen waren. Nach der gewöhnlichen Anſicht tragen Vögel den Samen von Inſel zu Inſel; Manche behaupten auch, die, Erde enthalte die Elemente jedweder Pflanze, und deren Wachs⸗ thum werde gefördert, je nachdem ſich der Einfluß des Klima’s und anderer Triebkräfte geltend macht. Nachdem Mark eine Stunde in dieſem köſtlichen Haine geruht hatte, begann er die Höhe zu durchſtreifen, um ſich ein Bild von ihren Schönheiten und ihrer Ausdehnung machen Jene waren unerſchöpflich; denn es ſtellte ſich jede Mannigfaltigkeit der Landſchaft, vom kühnen und erhabenen bis zu dem ſanften und bezaubernden. dem Auge dar. Er ſah eine Menge Vögel von dem glänzendſten Gefieder; von manchen glaubte Mark auch, ſie müßten ein gutes Mahl abgeben. Beſonders ſiel ihm eine zahlloſe Menge kleiner Thierchen dieſer Gattung auf, welche ſtets an wilden Feigen pickten, mit denen eine ausgedeynte Strecke bepflanzt war. Die Feige ſelbſt fand er nicht ſo ſchmackhaft, wie er gehofft hatte, obgleich ſie welche nach einem ſo raſchen Gange veranlaßte ihn, in die nächſten Baum⸗ r es nicht ſchwierig gefunden hätte, in einer Menge zu zu können. einſe ſüßt kam dieſe übri und auf ſich er ſe wie bald Inſel ch die Tagen Gange Baum⸗ hätte, nge zu hes die ahrung ch nicht hierher n Vögel uch, die, Wachs⸗ Klima's Haine um ſich machen ſich jede rhabenen Er ſah manchen abgeben. hen dieſer nit denen elbſt fand gleich ſie erfriſchend und der Abwechslung wegen willkommen war; der Vogel aber, glaubte er, müſſe derſelbe ſein, welcher unter dem Namen Rohrvogel zu Philadelphia auf den Markt gebracht wurde und von dem wir annehmen, er komme der becca fichi der Italiener gleich. Da Mark kleine Schrote bei ſich hatte, lud er ſeine Flinte damit und tödtete auf einen Schuß wenigſtens zwanzig dieſer kleinen Thierchen. Er rupfte und reinigte ſie, und machte ein Feuer an. Hier war ein ziemlicher Vorrath von Holz, an dem er mit der Zeit Mangel zu leiden beſorgte, daher er bereits ſparſam damit umzugehen begonnen hatte, obgleich er es nur zu ſeiner einfachen Küche brauchte. Ein halbes Dutzend dieſer Vögel wurde geſpießt, und war bald gebraten. Zu gleicher Zeit briet er auch eine Anzahl Paradiesfeigen, und da er Pfeffer und Salz, ein ſchönes Stück Lootſenbrod und ein Fläſchchen Rum bei ſich hatte, ſchämen wir uns faſt zu berich⸗ ten, welches Mahl unſer junger Seemann hielt. Nichts fehlte, als der Genuß des geſelligen Verkehrs. Wie er ſo bei ſeinem einſamen Mahle ſaß, das, an ſich köſtlich, noch dadurch ver⸗ ſüßt wurde, daß er es ſelbſt ſchmackhaft hatte machen müſſen, kam es ihm vor, er könne für den Beſitz eines ſolchen Para⸗ dieſes mit Bridget, als ſeiner Eva, mit Freuden die ganze übrige Welt hingeben. Die Höhe der Kuppe machte die Luft bei weitem kühler und lieblicher, als er ſie in der Mitte des Sommers drunten auf dem Riffe zu finden pflegte und der junge Mann fühlte ſich faſt wonnetrunken, indem er ſie einhauchte. Jetzt verlangte er ſehnlich nach einem Gefährten, wußte aber freilich nicht, wie nahe in eben dieſem Augenblicke ein ſolcher war und wie bald der innigſte Wunſch ſeines Herzens durch ein Abenteuer 18* erfüllt werden ſollte, welches ihn ſo unerwartet überkam, daß wir, um es zu berichten, ein neues Kapitel beginnen müſſen. Dreizehntes Kapitel. O fröblich England du! Die Funken an dem Herde ſprühn, Indeß dem Völkchen rings umber Die Augen vor Entzücken glühn; Die Mädchen bört man munter ſingen, Von alten Sagen wird berichtet, Indeß ein junges Liebespaar Zu ew'ger Treue ſich verpflichtet. Miſtreß Hemans. Die Kuppe oder der höchſte Theil der Inſel ſtieg an dem nördlichen Ende, zwei Meilen von dem Haine auf, in welchem Mark ſein Mittagsmahl eingenommen hatte. Sie war ganz unbewaldet und die ziemlich ſteile Höhe, zu welcher ſie ſich erhob, war ohne alle Vegetation, Gras ausgenommen. Auch des letzteren fand ſich auf der Kuppe ſelbſt nur ſehr wenig, daß ſich dort die unbeſchränkteſte und es war augenfällig, das umliegende Meer zumal, Ausſicht auf die ganze Inſel und bis auf eine weite Ferne hin, darbieten müſſe. Unſer junger Wanderer, welcher ſich durch das köſtliche Mahl ſehr erquickt fühlte, nahm ſein Päckchen auf und ver⸗ ließ den wonnigen Hain, wo er der Ruhe gepflogen, um den nicht wenig ſteilen Abhang zu erklimmen. Eine Stunde nach dem Antritt dieſes Marſches ſtand er auf dem höchſten Punkte des von ihm neu entdeckten Gebietes. Mark fand hier aile ſeine Erwartungen hinſichtlich der Ausd mit Wälk Alle und wenn lichke Scen Ausf glaul des! blicke könn Glas Inſe ruhig konnt war, Inſe war ware aber auf für zu ſe groß Jahr inen en, tans. dem lchem ganz e ſich Auch venig, nkteſte umal, ſtliche d ver⸗ m den e nach Punkte ch der Ausdehnung der Ausſicht übertroffen. Die ganze Inſel lag, mit Ausnahme der Räume, welche die dazwiſchen liegenden Wälder verdeckten, wie eine Landkarte vor ihm ausgebreitet. Alle ihre Schönheiten, ihre Schattenplätze, ihre edlen Wälder und ihre grünen Thalgründe boten ſich ſeinem Blicke dar, als wenn ſie geſchaffen wären, ihn durch ihre Pracht und Herr⸗ lichkeit zu entzücken. Der junge Mann hatte nie eine bezauberndere ländliche Scene geſehen; denn die Inſel hatte in ſo hohem Grade das Ausſehen einer bewohnten Gegend, daß er jeden Augenblick glaubte, er müßte eine Menge Menſchen entlang wandeln ſehen. Auf allen ſeinen Ausflügen hatte er das beſte Fernglas des Rancocus bei ſich, da er nicht wußte, in welchem Augen⸗ blicke die Vorſehung ihm ein Schiff vor das Auge führen könne; auch jetzt hing es an ſeiner Schulter. Mit dieſem Gtas alſo wurde jeder Theil der ſichtbaren Oberfläche der Inſel beſtrichen und er ſuchte mit ängſtlichem und faſt beun⸗ ruhigtem Blicke nach den Wohnungen von Mitmenſchen. Er konnte aber nichts dieſer Art entdecken. Kein lebendes Weſen war, unſern jungen Mann allein ausgenommen, auf dieſer Inſel. Auch von Thieren jeder Art, die Vögel ausgenommen, war keine Spur zu finden. Geſchöpfe, die mit Flügeln begabt waren, konnten dieſes kleine Paradies erreichen; alle anderen aber waren ihm, ſeit es ſich zuerſt aus der See erhob, bis auf dieſen Tag ferne geblieben, wenn es überhaupt zugänglich für ſie geweſen wäre. Es ſchien das Elyſium der Vögel zu ſein. Mark unterſuchte jetzt die Kuppe ſelbſt. Er fand ein großes Lager ſehr alten Guanos darauf, deſſen Abſpülung ſeit Jahrhunderten ohne Zweifel viel zu der großen Fruchtbarkeit — 2748— der Fläche unten beigetragen hatte. Ein ſtärkerer Bach, als man ihn auf einer ſo kleinen Inſel zu ſinden hoffen konnte, ſchlängelte ſich durch die Ebene und ließ ſich bis zu einer ſehr reichen Quelle verfolgen, welche an dem Fuße der Kuppe aus der Erde ſtrömte. So ergiebig jedoch dieſe Quelle war, hätte ſie allein einen ſolchen Bach nie füllen können, wenn nicht über fünfzig andere Quellen ihm auf ſeinem Wege über die ſanft geneigte Fläche der Inſel ihren Tribut abgegeben hätten. Auf einem Punkte, etwa zwei Stunden von der Kuppe, ward Mark auch eines kleinen Sees anſichtig und ſein Auge konnte dem ſich abwärts ſchlängelnden Laufe ſeines Abfluſſes folgen. Er nahm an, dieſer Abfluß ſtürze ſich tiefer unten als Waſſer⸗ fall in die See. Man kann ſich wohl denken, daß der junge Mann ſein Glas nordwärts wendete und mit lebhaftem Intereſſe die Gruppe aufſuchte, welche er dieſen Morgen verlaſſen hatte. Von der großen Höhe, auf welcher er ſich jetzt befand, war ſie leicht zu ſehen. Dort dehnte ſie ſich weit und breit, wohl einen vollen Breitegrad nach Norden und Süden, und einen andern nach Oſten und Weſten aus, einer großen dunkeln Landkarte ähnlich, welche zu ſeiner Betrachtung auf den glanzhellen Waſſern hingebreitet ſchien. Mark ſah ſich an den Mond erinnert, mit ſeinen zerklüfteten Umriſſen angeb⸗ licher Feſtlande, wie ihn das bloße Auge ſieht, während die Inſel, auf welcher er ſich jetzt befand, faſt demſelben Gegen⸗ ſtande, wenn man ihn durch ein Fernrohr ſieht, zu gleichen ſchien; zwar fehlte das Ausſehen geſchmolzenen Silbers, welches man in dem Trabanten der Erde bemerkt; aber all ſein prachtvoller Glanz und Schimmer war zu ſehen. Mark entdeckte leicht eine Menge Waſſerſtreifen, welche ſeine, ſelbſt finden. deckt; reichte fernun 7 ſchein Glaſe, Höhe, 2 das 2 der W keinen Entfe⸗ liſche) konnte 3 obglei ſchien dieſes noch war gewif mit ſchau nome deckt. mach als unte, ſehr aus hätte nicht er die ätten. ward onnte olgen. aſſer⸗ ſein e die hatte. war wohl einen unkeln f den ich an angeb⸗ ind die Gegen⸗ leichen silbers, ber all welche — 279— ſeine„Heimath“ näher oder entfernter umgaben; den Krater ſelbſt aber und das Schiff konnte er mit bloßem Auge nicht finden. Mit Hilfe des Glaſes wurde jedoch der erſtere ent⸗ deckt; um den armen verlaſſenen Rancocus aber zu ſehen, reichten ſelbſt die Vergrößerungsgläſer nicht aus, da die Ent⸗ fernung zu groß war. Nachdem Mark ſeine alten Beſitzungen gehörig in Augen⸗ ſchein genommen hatte, beſtrich er den Horizont mit dem Glaſe, um ſich zu vergewiſſern, ob nicht von der großen Höhe, auf welcher er jetzt ſtand, anderes Land ſichtbar wäre. Während er ſeine Fernröhre richtete, kam ihm etwas vor das Auge, das ihm mächtiges Herzklopfen verurſachte. Auf der Weſtſeite hob ſich Land ſo deutlich ab, daß ſein Daſein keinen Zweifel zuließ. Es war eine Inſel, gebirgig, und die Entfernung betrug nach Mark's Bedünken volle hundert(eng⸗ liſche) Meilen; aber es war Land— unbekanntes Land— es konnte der Wohnſitz menſchlicher Weſen ſein! Das Glas konnte ihm kaum mehr als ſeine Augen ſagen, obgleich es ihn die Umriſſe eines Berges bemerken ließ. Es ſchien eine Inſel von nicht großem Umfange zu ſein. Jenſeits dieſes Berges glaubte dann der junge Mann im Nebeldunſt noch anderes Land zu gewahren; wenn dem aber ſo war, ſo war es zu niedrig, zu entfernt und zu unbeſtimmt, um deſſen gewiß zu ſein.— Es iſt nicht leicht, den Aufruhr der Gefühle zu ſchildern, mit welchen Mark Woolſton in dieſe unbekannten Regionen ſchaute; am beſten dürften ſie mit den Erregungen des Aſtro⸗ nomen verglichen werden, welcher einen neuen Planeten ent⸗ deckt. Wir würden uns kaum einer Uebertreibung ſchuldig machen, wenn wir behaupteten, er habe jenen dunſtumwebten⸗ — 280— blauen Berg, welcher ſich aus der Mitte der Waſſerwüſte erhob, mit eben ſo großer Bewunderung, geheimnißvollem Grauen und freudigem Entzücken zumal angeſehen, welche Herſchel gefühlt haben foll, als er die Natur des Uranus erkannte. Unſer Einſiedler war eine volle Stunde außer Stande, ſeinen Augen eine andere Richtung zu geben. Und als unſer Seemann endlich ſeitwärts blickte, geſchah es nur in der Abſicht, ſeinen Augen, die vom Schauen ange⸗ griffen waren, Erholung zu gönnen, und dann wieder zu den⸗ ſelben Gegenſtänden zurück zu kehren, ſobald ſie ihre Kraft wieder erlangt hätten. Während er zu dieſem Zweck auf der Kuppe hin und her ging, veranlaßte ein neuer intereſſanter Gegenſtand ihn faſt, einen Luftſprung zu machen und vor Freude laut zu jubeln. Er ſah ein Schiff! Zum erſten Male, ſeit Betts aus ſeinen bangen Blicken verſchwunden war, ruhten ſeine Augen wieder auf einem Schiffe! Dieß war jedoch nicht Alles. Das Fahrzeug war der Inſel, auf welcher er ſich befand, ganz nahe und ſchien bemüht, unter deren Lee zu kommen. Von dieſer Höhe geſehen, erſchien es allerdings nur wie ein Fleck auf den blauen Waſſern des Meeres; Mark war aber in ſeinem Berufe zu geübt, um ſich zu täuſchen: es war ein Schiff unter mehr oder weniger Leinwand,— wie viel, konnte er damals ſelbſt weder ſagen noch ſehen,— aber es war ganz beſtimmt ein Schiff. Mark bebte ſo ſehr an allen Gliedern, daß er ſich auf die Erde werfen mußte, um nicht zu wanken und hinzuſtürzen. Hier lag er mehrere Minuten und dankte Gott im Geiſte für dieſe unerwartete Gnade, und als ſeine Kraft wiederkehrte, erneuert dann er ſchwund Er Ton all bewegten Me zeug in Barkaſſe Bord v Monate fie wiel Hand m Anweſen flinte ak eine Fle gerade man ih abgefeue Un⸗ und ſtür mal in ſolchen erwüſte vollem welche Iranus außer geſchah ange⸗ zu den⸗ Kraft nd her n faſt, beln. Blicken einem ig war ſchien ur wie rk war es war ie viel, aber es ich auf ſtürzen. ſte für rkehrte, — 281— erneuerte er dieſe Zeichen der Dankbarkeit auf ſeinen Knieen; dann erhob er ſich, faſt erſchreckt, das Schiff möchte ver⸗ ſchwunden ſein oder ein grauſames Trugbild ihn geäfft haben. Er hatte ſich nicht geirrt; dort war der kleine weiße Fleck, und er richtete ſein Glas, um es genauer zu betrachten. Nun brach ein Jubelruf aus ſeinen Lippen, und einige Minuten ſchien der junge Mann wirklich von Sinnen zu ſein. „Die Barkaſſe! Der Neshamony!“ Dieß waren die Worte, welche ihm entfuhren, und deren Ton allein hingereicht hätte, uns ein Bild von ſeinem heftig bewegten Innern zu geben. Mark hatte ſich in der That vergewiſſert, daß das Fahr⸗ zeug in der Nähe der Kuppe kein anderes ſei, als die kleine Barkaſſe, welche, wie bereits erzählt worden, mit Bob an ihrem Bord von den Wellen fortgeriſſen worden war. Vierzehn Monate waren ſeit dieſem Begebniſſe vergangen, und dort lief fie wieder entlang, augenſcheinlich bemüht, zu der Stelle zurück zu kehren, wo ſie ausgelaufen war! Mark griff vielleicht zu dem beſten Mittel, das ihm zur Hand war, um die Aufmerkſamkeit auf ſich zu ziehen und ſeine Anweſenheit anzukündigen. Er ſchoß beide Läufe ſeiner Vogel⸗ flinte ab und wiederholte dieſe Schüſſe einige Male, oder bis eine Flagge an Bord der Schluppe aufgehißt wurde, die nun gerade unter den Klippen war,— ein ſicheres Zeichen, daß man ihn gehört hatte. Auch ein Gewehr wurde an Bord abgefeuert. Unſer junger Mann ging nicht,— er flog zu der Schlucht und ſtürmte mit einer Haſt nieder, welche ſeinen Hals mehrere⸗ mal in Gefahr brachte. Es war etwas ganz anders, einen ſolchen Berg zu beſteigen, als herab zu kommen. In weniger — 282— als einer Viertelſtunde war der halb betäubte Einſiedler in ſeinem Boote, ſtets noch der Angſt Raum gebend, er könnte ſeinen Freund verfehlen; denn darüber war er nicht im gering⸗ ſten mehr in Zweifel, daß es Bob ſei, der das Riff und ihn aufſuche. Mark hätte kein zweckmäßigeres Verfahren wählen können, als das, welches er einſchlug. Er ſtieß mit der Bridget ab, ſpannte die Segel und trat ſo ſchnell er konnte aus dem Becken. Als er ſeinen kleinen Hafen hinter ſich hatte und aller Klippen klar geworden war, brach ein neuer Ausruf aus der Tiefe ſeiner Seele, denn er ſah ohne allen Zweifel den Neshamony auf hundert Faden von ihm den Strand entlang laufen, um eine Anfahrt zu ſuchen. Dieſer Ruf wurde erwiedert, und in dem nächſten Augen⸗ blick erkannten Mark und Bob einander. Der Letztere warf ſeine Theermütze in die Höhe und ließ ein dreifaches Hurrah laut werden, während Mark ſich nicht auf ſeinen Füßen zu halten vermochte, ſondern auf eine Bank ſank. Er wußte kaum, was er begann und was er wollte, bis er ſich nach einer kleinen Weile in den Armen ſeines Freundes und an Bord der Barkaſſe befand. Mark brauchte eine halbe Stunde, ehe er wieder völlig zu ſich kam. Endlich kamen ihm Thränen zu Hilfe; und er ſchämte ſich nicht, ihnen freien Lauf zu laſſen, als er ſeinen alten Gefährten nicht nur lebend und wohlbehalten, ſondern ihm wiedergegeben ſah. Er bemerkte eine zweite Perſon im Boote; da ſie aber von dunkler Hautfarbe war, nahm er natürlich an, er habe einen Eingebornen der benachbarten Inſel, wo Bob geweſen, vor ſich, und dieſer habe ſich erboten, ihn zu begleiten und ihm den ſchiffbrüchigen Gefährten auf⸗ ſuchen zu helfen. Bob „Nut erfreulichſt gegen tra Bangen hoffen, E „Da Gnade ge Ihr auf jedoch, d Ihr ſeid „Da hat ſich war,“ an Mar wirklich Geſchichte reiſen. Bob und wan welche ſi ſein Aug „N Mark ſei erwähnte geweſen kaum I Schiff li hundert Mannſch in dem d edler in c könnte gering⸗ und ihn können, dget ab, aus dem atte und sruf aus heifel den hentlang n Augen⸗ ere warf 3 Hurrah Füßen zu Er wußte ſich nach und an der völlig ; und er er ſeinen „ ſondern Perſon im nahm er nachbarten ch erboten, hrten auf⸗ — 283— Bob begann endlich zu ſprechen. „Nun, Herr Mark, dieſer Euer Anblick iſt wahrhaftig der erfreulichſte, der meinen Augen ſeit vielen, vielen Tagen ent⸗ gegen trat!“ rief der ehrliche Burſche.—„Mit Furcht und Bangen habe ich dieſe Fahrt angetreten und durfte kaum hoffen, Euch ſobald auf dem Kreuzzuge zu treffen.“ „Dank Euch, Dank Euch, Bob, und Gott ſei für dieſe Gnade geprieſen. Wie ich aus Eurem Gefährten ſchließe, ſeid Ihr auf einer andern Inſel geweſen; das Wunderbarſte iſt jedoch, daß ihr den Weg zu dem Riffe gefunden habt, denn Ihr ſeid kein Seefahrer, wie ihr wißt.“ „Das Niff? Wenn dieſer Berg hier das Riff iſt, ſo hat ſich Alles hier merkwürdig geändert, ſeit ich abweſend war,“ antwortete Bob. Mark berichtete nun kurz, welche große Veränderung ſich wirklich begeben hatte, und dann berichtete er ſeine eigene Geſchichte in Betreff des Bootes und ſeiner letzten Entdeckungs⸗ reiſen. Bob hörte mit der größten Aufmerkſamkeit zu. Dann und wann warf er einen Blick auf die ungeheure Bergmaſſe, welche ſo plötzlich aus der See emporgeſtiegen, oder heftete ſein Auge auf den Rauch des entfernteren Vulkans. „Nun, das erklärt unſer Erdbeben,“ antwortete er, als Mark ſeine Erzählung ſchloß.—„Ich muß zu der von Euch erwähnten Zeit volle hundert und fünfzig Stunden von hier geweſen ſein, und wir fühlten eine Erſchütterung, daß ſich kaum Jemand auf ſeinen Füßen zu halten vermochte. Ein Schiff lief zwei Tage ſpäter ein, das in jener Nacht gewiß hundert Stunden nördlicher war, und nach dem Berichte der Mannſchaft hatten ſie geglaubt, Himmel und Erde kämen dort in dem offenen Gewäſſer zuſammen.“ — 284— „Es war ein furchtbares Erdbeben— es muß ein ſolches geweſen ſein, ſonſt hätte es dieſe mächtigen Veränderungen nicht hervorbringen können, obgleich ich glaubte, die Vorſehung habe mich allein zum Zeugen deſſelben gemacht.— Ihr habt aber von einem Schiffe geſprochen, Bob; wir befinden uns doch nicht in der Nähe von Schiffen?“ „Gewiß;— aber ich muß Euch ſofort mein Abenteuer erzählen, Herr Mark, obgleich ich geſtehe, daß ich, da es eine lange Geſchichte iſt, lieber erſt an das Land ginge, und dieſe Inſel, welche Ihr ſo lobt, in das Auge faßte und jene Rohr⸗ vögel koſtete, von denen Ihr eine ſo einladende Schilderung gemacht habt. Ich bin ein geborner Jarſey⸗Mann, wie Ihr wißt, und kenne dieſe kleinen Dinger ganz gut.“ Mark wünſchte ſehnlichſt Bob's Geſchichte zu vernehmen, beſonders ſeit er hörte, daß es ſich von einem Schiffe darin handle; er konnte aber ſeines Freundes Verlangen nach friſchem Waſſer und einem Mahle nichts entgegen ſetzen. Der Eingang in das Becken war ganz nahe und die Boote liefen in den Hafen und wurden feſtgemacht, worauf die drei Männer in der Schlucht emporſtiegen. Mark nahm unterwegs Fernröhre, Vogelflinte und andere Gegenſtände, welche er in der Eile des Niederſteigens hatte fallen laſſen, wieder an ſich. Während man die ſteile Höhe hinanſtieg, wurde wenig geſprochen; als ſie aber die Ebene erreichten, brachen beide Gefährten Mark's in einen Ausruf des Entzückens aus. Zu Mark's großer Ueberraſchung war der Ruf des ſchwarz⸗ häutigen Begleiters Bob's eben ſo engliſch, wie der von Bob ſelbſt. Dieß veranlaßte ihn, den Mann genau in das Auge zu faſſen und er entdeckte, daß er ein bekanntes Geſicht vor ſich hatte. „Wie „wer iſt d „Ja, Frau, iſt So e Mann beit und Dido ven, welch gefallen w ſie gewöhrl kannte Ma blick einer „jungen Ein niſſen übe ab, ſoglei dringen. Frage lau Ohne er in den ſein Mahlt Rohrvögel noch nicht Minuten Bob von einem man es zu Mäßigkeit verſchmäh Epikuräis ein ſolches underungen Vorſehung Ihr habt finden uns Abenteuer da es eine und dieſe jene Rohr⸗ Schilderung , wie Ihr vernehmen, chiffe darin ach friſchem er Eingang efen in den Männer in Fernröhre, der Eile des urde wenig achen beide aus. des ſchwarz⸗ er von Bob das Auge Geſicht vor 285 „Wie iſt das, Bob?“ rief Mark faſt außer Athem,— „wer iſt der Mann? Iſt's nicht Socrates?“ „Ja,— ja, Herr!— das iſt Goc; und Dido, ſeine Frau, iſt kaum hundert Meilen von Euch.“ So einfach dieſe Antwort war, ſo hätte ſie den jungen Mann beinahe wieder einer Ohnmacht nahe gebracht. Socrates und Dido waren, als er die Heimath verließ, Bridget's Scla⸗ ven, welche ihr mit dem Vermächtniß ihrer Großmutter anheim gefallen waren. Sie wohnten bei ihr in dem Hauſe und nannte ſie gewöhnlich ihre Herrin. Wie es ſich von ſelbſt verſteht, kannte Mark ſie ſehr gut und Dido, welche den ganzen Schlau⸗ blick einer begünſtigten Dienerin beſaß, pflegte ihn ihren „jungen Herrn“ zu nennen. Ein Strom von Hoffnungen, Vermuthungen und Beſorg⸗ niſſen überkam unſern Helden, und nur ſein Staunen hielt ihn ab, ſogleich mit ferneren Fragen in ſeine beiden Gefährten zu dringen. In der That fürchtete er faſt, überhaupt nur eine Frage laut werden zu laſſen. Ohne zu wiſſen, was er von alle dem denken ſollte, ging er in den Hain voran, wo er zwei oder drei Stunden vorher ſein Mahl eingenommen hatte und wo die übrig gebliebenen Rohrvögel an dem Aſte eines Baumes hingen. Da die Kohlen noch nicht erloſchen waren, reichte Socrates nach wenigen Minuten Bob ſein Mittagsmahl dar. Bob aß und trauk nach Herzensluſt. Er war ein Freund von einem tüchtigen Glaſe Rum und Waſſer, oder Grog, wie man es zu nennen pflegt,— obgleich ſelbſt das Wort in unſeren Mäßigkeitszeiten außer Gebrauch zu kommen anfängt,— und verſchmähte eben ſo wenig einen guten Biſſen. Aber nicht der GCpikuräismus oder die Luſt nach guten Biſſen hielt ihn ab, — 286— mit ſeinen Erläuterungen ſofort zu beginnen. Er begriff, daß Mark das, was zu berichten war, allmählich hören müſſe und es war ihm nicht unlieb, daß das Erkennen des Negers voraus⸗ gegangen war und ihn gewiſſermaßen auf etwas Wundervoll es vorbereitete. Und wundervoll war es in der That! Betts war endlich mit ſeinem Mittagseſſen fertig und hatte als Einleitung ein halbes Dutzend Mal gehemmt, um das Ungeſtüm der Gefühle ſeines jungen Freundes ein wenig zu mindern; ein Wink mit den Augen des Letztern bewog ihn endlich ſeine Erzählung zu beginnen. Bob berichtete ſeine Geſchichte natürlich ſehr weitſchweifig und in ſeiner eigenen Weiſe. Es herrſchte eine ziemlich weit getriebene Ausführlichkeit darin und er überließ ſich vielen unnöthigen Abſchweifungen in Bezug auf Strömungen, und die Paſſatwinde und das Wetter. Im Ganzen aber war die Erzählung verſtändlich und für einen, der jede Sylbe, die er ſprach, verſchluckte, auch ziemlich kurz. Dem Leſer dürfte es jedoch lieber ſein, einen kurzen Abriß in unſeren eigenen Worten zu bekommen. Als Robert Betts im vorigen Jahre von dem Riffe triftig geworden und durch den Sturm der hohen See entgegen getrieben wurde, blieb ihm nichts anderes übrig, als den Neshamony frei nach leewäris laufen zu laſſen. Sobald er konnte, brachte er die Barkaſſe vor den Wind, und ſo oft er Brandungen vor ſich ſah, bemühte er ſich, klar von ihnen zu ſteuern. Zuweilen gelang ihm dieß, zuweilen mußte er durch und über ſie laufen, wie die Kühlte es wollte. Glücklicherweiſe hatte der Wind die Wellen ſo gehäuft, daß ſie das Boot klar von den Klippen trugen, und drei Stunden nachdem der Neshamony aus ſeiner Wiege gehoben worden, Gefahr. Es geweſen ſich die damit hi Freunde des Nach So laut ſuche, de wahrſche nicht in Na ſichtbar zu finder war ein zeigte ur unbewoh alten S Na gegen de für übe des Ber mittag hatte. 2 Anſicht Vo Norden ſogleich auf ein egriff, daß müſſe und rs voraus⸗ indervoll es Z und hatte „ um das wenig zu bewog ihn eitſchweifigt emlich weit ſich vielen ungen, und her war die zlbe, die er r dürfte es ren eigenen Riffe triftig ee entgegen g, als den Sobald er ud ſo oft er on ihnen zu ßte er durch ſo gehäuft, i, und drei ege gehoben 287— worden, war er auf der offenen See und leewärts von jeder Gefahr. Es blies jedoch viel zu ſchwer, als daß es räthlich geweſen wäre, Segel beizuſetzen und Bob mußte lenſſen, bis ſich die Kühlte brach. Dann brachte er eine volle Woche damit hin, daß er gegen die Wellen ankämpfte, um zu ſeinem Freunde zurückzukehren, allein ohne Erfolg,„denn er verlor des Nachts im Schlafe, was er am Tage gewonnen hatte.“ So lautete wenigſtens Bob's Bericht in Betreff ſeiner Ver⸗ ſuche, das Riff wieder zu erreichen; Mark aber hielt es für wahrſcheinlich, daß er ſich in ſeiner Berechnung geirrt und nicht in der rechten Richtung nach ihm ausgeſchaut habe. Nach Verlauf dieſer Woche wurde leewärts hohes Land ſichtbar und Bob hielt darauf ab, in der Hoffnung, es bewohnt zu finden. Dieſe Hoffnung ſollte jedoch getäuſcht werden. Es war ein vulkaniſcher Berg, welcher ſich ſehr viel verſprechend zeigte und große Aehnlichkeit mit der Kuppe hatte, aber auch unbewohnt war wie dieſe. Er benannte die Inſel nach ſeinem alten Schiffe und brachte mehrere Tage dort hin. Nach der Beſchreibung ihres Ausſehens und ihrer Lage gegen den Punkt, wo ſie ſich eben befanden, hielt Mark ſich für überzeugt, daß es dieſelbe Inſel ſei, die von der Spitze des Berges ſichtbar war, und auf welche er erſt dieſen Nach⸗ mittag eine volle Stunde mit ſo großer Sehnſucht hingeblickt hatte. Als er Bob ihre Geſtalt beſchrieb, ſtimmte dieſer ſeiner Anſicht bei, welche auch in der That die richtige war. Von dem höchſten Punkte der Rancocus⸗Inſel war nach Norden und nach Weſten Land ſichtbar und Bob beſchloß nun, ſogleich in jener Richtung entlang zu ſteuern, indem er hoffte, auf ein Schiff mit Sandelholz oder beche-le-mar zu ſtoßen. ——— — 288— Er erreichte etwa hundert Stunden von ſeinem vulkaniſchen Berge eine niedrige Inſelgruppe von Korallen⸗Formation und fand ſie bewohnt. Dieſe Leute waren gewöhnt, weiße Men⸗ ſchen zu ſehen und ergaben ſich als ungemein ſanft und gerecht. Es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß die Erſcheinung eines Schiffes mit einem einzigen Mann an Bord ſich ihnen als ein wunderbarer Fingerzeig ihrer Götter darſtellte; denn ſie erwieſen Bob die größte Ehrfurcht, und verboten, als er landete, männiglich den Zutritt zu ſeiner Schluppe, als einem geweihten Gegenſtande. Bob war im Ganzen ein verſchlagener Kopf, und da er bemerkte, daß dieſe Feierlichkeit ihm gut zu ſtatten käme, ließ er ſich dieſelbe gern gefallen. Er ſchloß auch große Freund⸗ ſchaft mit dem Häuptling, indem ſie ihre Namen austauſchten und ihre Naſen aneinander rieben. Nach dem Namenstauſche hieß dieſer Häuptling Betto und Bob wurde von den Einge⸗ borenen Uroni genannt. Uroni blieb vier Wochen bei Betto, worauf er mit ihm in einem großen Canoe eine Reiſe zu einer andern Inſelgruppe machte, welche noch zwei bis dreihundert Meilen nördlicher lag und wo Bob, wie man ihm ſagte, ein Schiff finden ſollte. Dieſe Nachricht erwies ſich als richtig; es ergab ſich, daß das Schiff ein ſpaniſches, aus Südamerika, war, ſich mit Perlen⸗ fiſcherei befaßte und im Begriffe ſtand, in ſeinen Hafen zurück zu kehren. In Folge eines Mißverſtändniſſes zwiſchen Betto und dem ſpaniſchen Capitän, von welchem Bob nichts wußte, und das er folglich auch nicht aufklären konnte und auch nicht aufzu⸗ klären verſuchte, verließ der Häuptling in aller Eile die Inſeln, ohne von ſeinem Freunde Abſchied zu nehmen, obgleich er ihm durch einen Boten Entſchuldigungen machen ließ, deren eine Hälfte f ſtand. ſeinem? war, au Na Perlen⸗ die am letztere. den Iſt! ſeinem: alle dieſ ein alte wo ein Die ſobald nicht L. gingen Schiffes Prozeß Abrahal Bo Die jur Strome geſpann Doctor ſei jetzt 235— aniſchen ion und e Men⸗ gerecht. g eines nen als denn ſie als er s einem d da er me, ließ Freund⸗ tauſchten istauſche u Einge⸗ mit ihm ſelgruppe nördlicher en ſollte. daß das Perlen⸗ en zurück und dem und das ht aufzu⸗ e Inſeln, h er ihm eren eine 289= Hälfte für Bob verloren ging, da er die Sprache nicht ver⸗ ſtand. Im Ganzen ging aber doch daraus hervor, daß es ſeinem Freunde eben ſo leid that, ihn zu verlaſſen, als er froh war, aus dem Bereiche des ſpaniſchen Capitäns weg zu kommen. Nach dieſer Trennung blieb Bob keine Wahl, als auf der Perlen⸗Inſel zu bleiben oder an Bord der Brig zu gehen, die am folgenden Tag in See ſtach.„Er entſchied ſich für das letztere. Zu gehöriger Zeit landete er zu Panama, reiſte über den Iſthmus und erreichte in weniger als fünf Monaten nach ſeinem unwillkürlichen Abſchiede von Mark Philadelphia. Bei alle dieſem wurde er durch den Zufall ſehr begünſtigt, obgleich ein alter Salzer, wie Bob, gewöhnlich ſeinen Weg da findet, wo ein Landmenſch vor Anker liegen bleibt. Die Eigenthümer des Nancocus gaben ihr Schiff auf, ſobald Betts ſeine Geſchichte erzählt hatte, denn ſie hatten nicht Luſt, gutes Geld nach ſchlechtem auszuſenden. Sie gingen die Aſſecuranten an und ließen Bob den Verluſt des Schiffes beſchwören, welcher Schwur, nebenher bemerkt, einen Prozeß zur Folge hatte, der ſo lange währte, als Freund Abraham White lebte. Bob ſuchte demnächſt Bridget mit ſeinem Berichte heim. Die junge Gattin empfing den guten Burſchen mit einem Strome von Thränen und hörte ſeine Erzählung mit der geſpannteſten Aufmerkſamkeit an, was natürlich auch bei Anne, der Schweſter unſeres Helden, der Fall war. Wie es ſchien, war Betts zu ſehr gelegener Zeit ange⸗ langt. In Folge des Ausbleibens des Schiffes, das ſchon zwei oder drei Monate früher hätte einlaufen müſſen, hatte Doctor Yardley ſich bemüht, ſeine Tochter zu überzengen, ſie ſei jetzt Wittwe, wenn ſie überhaupt, wie er in der letzten 235— 237. 19 — 290— Zeit ziemlich geneigt war zu behaupten, je geſetzlich verhei⸗ rathet geweſen. Die Sache verhielt ſich ſo. Der ärztliche Krieg war zu Briſtol in Folge gewiſſer Krankheitsfälle, welche während der Fieberzeit in Philadelphia in dieſes Dorf gedrungen waren, von neuem losgebrochen. Größere Reinlichkeit und beſſeres Trinkwaſſer ſcheinen den Verheerungen dieſer furchtbaren Krank⸗ heit in den nördlichen Städten Amerika's ein Ziel geſetzt zu haben; zu jener Zeit aber kam ſie häufig vor. Die Anſichten, denen ſich die Aerzte hinſichtlich der Natur und Heilung dieſes Uebels hingaben, ſtanden untereinander in dem kläglichſten Widerſpruche. Doctor Woolſton war an der Spitze einer Parthei in Bucks, und Doctor Yardley vertrat die andere. Welche Recht hatte, und ob überhaupt eine Recht hatte, iſt mehr, als wir behaupten zu wollen die Kühnheit haben, halten es aber für wahrſcheinlich, das beide Unrecht hatten. Anne Woolſton hatte ſich erſt kurze Zeit vorher mit einem jungen Arzte verheirathet, als dieſer neue Kampf über das gelbe Fieber ausbrach. Ihr Gatte, der Heaton hieß, nahm bei dieſer ernſten Frage gegen ſeinen Schwiegervater Parthei, und zwar aus keinem beſſern Grund, als weil er an die Rich⸗ tigkeit der entgegengeſetzten Anſicht glaubte. Dieß fuͤhrte eine andere Spaltung herbei. Doctor Yardley ſtimmte nicht ganz mit Doctor Heaton überein; er konnte dieß nicht, denn dieſer war Doctor Woolſton's Schwiegerſohn; er änderte daher ſeine Anſicht ein wenig, um ſich als deſſen Gegner geberden zu können, während Doctor Woolſton einen Abfall nicht verzeihen konnte, welcher ſozuſagen in der heißeſten Stunde des Kampfes Statt gefunden hatte. Alle dieſe Verhältniſſe und zumal die ſich hinausziehende Abweſenheit Mark's machten Bridget und Anne ſehr unglück⸗ lich. 2 ſetzte, welche hatte. desregie noch ni Doctor ſo wür gewaltſ dinnen den zuſ etwas Wenn gebung dem M thum n in Bey zwanzig dieſe a gegen werden Regierr In Theilna pflegt. in der Anti⸗S *) Föt A ei verhei⸗ war zu rend der waren, beſſeres Krank⸗ eſetzt zu er Natur ander in an der vertrat ine Recht eit haben, hatten. nit einem über das ß, nahm Parthei, die Rich⸗ ihrte eine icht ganz enn dieſer aher ſeine berden zu verzeihen 3 Kampfes usziehende r unglück⸗ 291— lich. Dazu kam noch, daß Doctor Yardley ſich in den Kopf ſetzte, die Geſetzlichkeit einer Ehe in Abrede ſtellen zu wollen, welche an Bord eines Schiffes den prieſterlichen Segen erhalten hatte.-Dieß war ein ganz neuer geſetzlicher Haken; die Bun⸗ desregierung war aber damals jung und die richterliche Gewalt noch nicht ſo klar hergeſtellt, als dieß jetzt der Fall iſt. Hätte Doctor Yardley das Glück gehabt, in unſeren Tagen zu leben, ſo würde er ſich die Mühe nicht genommen haben, irgend gewaltſame Ausflüchte zu ſuchen; er hätte nur einige Freun⸗ dinnen beauftragen dürfen, mit Thränen in den Augen vor den zuſtändigen Richter zu treten, und Alles würde ſich als etwas ganz Natürliches ihren Bitten gemäß geſtaltet haben. Wenn dieß fehlſchlägt, kann man immer noch zu der Geſetz⸗ gebung flüchten, welche in der Regel ein Geſetz erläßt, das dem Manne Weib oder Kinder, vielleicht auch all ſein Beſitz⸗ thum nimmt, wenn man es verſteht, die Klatſchzungen recht in Bewegung zu ſetzen. Wir haben gewiß in den letzten zwanzig Jahren große Fortſchritte in Amerika gemacht; ob dieſe aber dem Gipfel der menſchlichen Vollkommenheit ent⸗ gegen oder abwärts führen und alle Grundſätze vernichten, werden unſere Kinder beſſer ſagen können als wir. Selbſt die Regierung fängt an, fraubaſenhaft zu werden. In Bridget's Falle jedoch wendete ſich ihr die öffentliche Theilnahme zu, wie ſie es bei hübſchen Frauen ſtets zu thun pflegt. Demungeachtet hatte ihr Vater ſtets großen Einfluß in der Bucks Grafſchaft, beſonders unter den Föderaliſten und Anti⸗Depletioniſten,*) und es ſtand ziemlich in ſeiner Gewalt, *) Föderaliſten ſind die Anhänger der Verfaſſung Nordamerika's.— Anti⸗Depletioniſten ſind die Vertheidiger der Anſicht, Blutlaſſen ſei ein Mittel gegen das gelbe Fieber. 19 292— ſeiner Tochter große Unbehaglichkeit zu bereiten, wenn nicht eine Scheidung herbeizuführen. Er wurde ſo ungeſtüm, daß er in Bridget's Namen bereits Schritte zu thun begann, um eine geſetzliche Scheidung ins Werk zu ſetzen, wobei er als Gründe aufführte, die Heirath ſei nicht vollzogen worden, die Feierlichkeit habe an Bord eines Schiffes Statt gefunden und endlich, ſeine Tochter ſei eine reiche Erbin. Es gab Leute, welche der Anſicht waren, des Doctors Schritte ſeien durch den Umſtand beſchleunigt worden, daß Bridget durch den Tod einer andern Verwandten zu fünf tauſend Dollars gekommen, welche ihr an ihrem acht⸗ zehnten Geburtstag ausbezahlt werden mußten— der Zeit, wo das weibliche Geſchlecht nach der gewöhnlichen Anſicht voll⸗ jährig wird. Der Beſitz dieſes Geldes, das Bridget empfing und in die Hände eines Freundes in der Stadt gab, ſtachelte ihres Vaters Wunſch nach einer Scheidung, oder vielmehr nach einem Ausſpruche gegen die Heirath, auf das äußerſte, denn er behauptete, es handle ſich hier von keiner Ehe und eine Scheidung ſei unnöthig. Mittlerweile hatte die junge Gattin die Hoffnung nicht aufgegeben, ihren Gatten zurückkehren zu ſehen, obgleich die Undehaglichkeit in Betreff des Schickſals des Schiffes ſich von den Eigenthümern auf die Familien derer übertrug, welche an ſeinem Bord waren. Sie wünſchte Mark eine Summe Geldes zu bieten, welche ihn ſofort in den Stand ſetzte, anſtändig in das Leben zu treten und ihn der Nothwendigkeit überhob, ferner zur See zu gehen. Betts erreichte Briſtol an dem Tage, an welchem in der Klage Yardley gegen Woolſton ein einleitender Punkt entſchieden wurde, welcher den Vater in ſeiner Hoffnung, ein glückliches Ende h eben ſo eine bli keine R mächtig Gefahr Jemand mehr, a ſchien Anne b Leidweſ Hand d zu glän Anſichte unterſtü geweſen W als ſie Rede ge Sie wo Empfeh Nun ſt Paare ſeinen Depleti Gatten ſyſtemer St der jun welcher in nicht Namen heidung te, die habe an Tochter waren, hleunigt wandten em acht⸗ der Zeit, icht voll⸗ empfing ſtachelte vielmehr äußerſte, Ehe und ung nicht gleich die 3 ſich von welche an ne Geldes ſtändig in ob, ferner eem in der entſchieden glückliches Ende herbeigeführt zu ſehen, ſehr beſtärkte, und ſeine Tochter eben ſo ſehr erſchreckte. Eigentlich handelte es ſich erſt um eine bloße Förmlichkeit und von der Hauptfrage war noch gar keine Rede; aber Bridget und ihre Freundin Anne geriethen in mächtigen Schrecken. Streng genommen war nicht die geringſte Gefahr vorhanden, daß die Ehe als nichtig erklärt würde, wenn Jemand einer ſolchen Entſcheidung entgegentrat; dieß war aber mehr, als einer der Theile damals wußte, und Doctor Yardley ſchien die Sache ſo ernſtlich zu betreiben, daß Bridget und Anne bereits anfingen, Alles für verloren zu geben. Um ihr Leidweſen noch zu ſteigern, ſtellte ſich ein Bewerber um die Hand der erſtern in der Perſon eines jungen Arztes dar, welcher zu glänzenden Ausſichten berechtigt war und Doctor Yardley's Anſichten in allen ihren feinſten Theilen unterſtützte und ſie unterſtützt haben würde, wenn ſie noch zehnmal ſinnloſer geweſen wären, als ſie es wirklich waren. Wenn Doctor Heaton's Lage angenehmer geweſen wäre, als ſie es war, würde wahrſcheinlich von dem Schritte nie die Rede geweſen ſein, welchen er, ſeine Gattin und Bridget thaten. Sie war aber ſehr unangenehm. Er war arm und mußte ohne Empfehlung der Hoffnung entſagen, Beſchäftigung zu finden. Nun ſtand es in Doctor Woolſton's Hand, ſich dem jungen Paare nützlich zu erweiſen, indem er ſeinen Schwiegerſohn bei ſeinen eigenen Patienten einführte; daran war aber bei einem Depletioniſten nicht zu denken und John, wie Anne ihren Gatten vertraulich nannte, konnte mit ſeinen Blutausleerungs⸗ ſyſtemen Hungers ſterben. So ſtanden die Dinge, als Bob zu Briſtol erſchien, um der jungen Gattin zu berichten, daß ihr Gatte lebt, und in welcher einſamen und verlaſſenen Lage er ſich befand. Der 294— ehrliche Burſche erfuhr, daß man in Betreff der Heirath etwas heimlich im Schilde führe und trug daher gehörige Sorge, daß ſeine Anweſenheit nicht zur Kunde der„unrechten Leute“ komme. Es gelang ihm, Bridget ohne Vorwiſſen ihres Vaters zu ſehen und er erzählte ſeine Geſchichte. Da Bob bei der Trauung anweſend und als ein großer Günſtling Mark's bekannt war, fand er natürlich vollen Glau⸗ ben und wurde auf tauſendfache Weiſe ausgefragt, bis der gute Burſche auch nicht eine weitere Sylbe mitzutheilen hatte. Die Schweſtern vergoſſen bei dem Gedanken an des armen Mark's Lage Ströme von Thränen. Mehrere Tage thaten ſie kaum etwas anderes, als weinen und beten. Dann trocknete Bridget plötzlich ihre Thränen und ſprach ihren Entſchluß aus, ihren Gatten ſelbſt retten zu wollen. Ihr Entſchluß beſchränkte ſich nicht bloß darauf. Um alle Hoffnungen auf eine Scheidung, ſo wie die Erwartungen ihres neuen Freiers ſo fort zunichte zu machen, beſchloß ſie, es ſo einzurichten, daß ſie bei Mark auf dem Riffe bleiben und im Nothfall ihr ganzes Leben dort hinbringen könne. Bob hatte ein ſehr glänzendes Gemälde von den Reizen der Krater⸗Inſel und von der Anmuth des Klima's— und das letztere mit allem Recht— entworfen, und erklärte ſich bereit, dieſes treue Weib zu begleiten und ihr behilflich zu werden, ihren Gatten wieder zu finden. Die ganze Sache wurde Doctor Heaton und ſeiner Gattin mitgetheilt, und dieſe billigten nicht nur den Plan, ſondern erboten ſich auch, ihn perſönlich ausführen zu helfen. Der Gedanke ſprach abſonder⸗ lich den erſtern ſehr an; denn er war ein Freund alles Unge⸗ wöhnlichen und wünſchte fremde Länder zu ſehen, während Anne eben ſo bereit war, ihrem Gatten bis an das Ende der Welt z Mark d entworf Do wohnte, begleite Man fo begleite und Ju entfern. welche hatte geword Johann Kurz, ſie dure traten. natürli wurde mit ſei Abfahr ſenden gekehrt etwas ge, daß komme. u ſehen großer n Glau⸗ bis der n hatte. s armen zaten ſie trocknete luß aus, ſchränkte heidung, zunichte dei Mark eben dort n Reizen 3— und klärte ſich zilflich zu ze Sache und dieſe nuch, ihn abſonder⸗ lles Unge⸗ während Ende der Welt zu folgen, als Bridget eben dahin zu gehen, wenn Mark dort zu finden wäre. Kurz, der ganze Plan wurde ruhig entworfen und beſonnen ausgeführt. Doctor Heaton hatte einen Bruder, welcher zu Neu⸗York wohnte, und den er oft beſuchte. Bridget durfte Anne dorthin begleiten, und ſie ſorgte, daß ihr Geld anher geſchickt wurde. Man fand ein Schiff, das im Begriffe war, nach der Nord⸗ weſtküſte abzuſegeln und nahm heimlich Plätze an Bord deſſel⸗ ben. Alles, was als Bedürfniß erſchien, wurde in das Schiff gebracht und zu gehöriger Zeit ſendete man Abſchiedsbriefe nach Briſtol und die ganze Geſellſchaft reiſte ab. Vor der Einſchiffung traf Bob ein, um die Reiſenden zu begleiten. In ſeinem Geleite befanden ſich Socrates, Dido und Juno, welche ſich auf Befehl ihrer jungen Herrin heimlich entfernt hatten; eben ſo eine gewiſſe Freundin, Martha Waters, welche ſich im Bethauſe mit Freund Robert Betts„erhoben“ hatte und„Bein ſeines Beins und Fleiſch ſeines Fleiſches“ geworden war; ſie war von ihrer unverheiratheten Schweſter, Johannna Waters, begleitet, welche ihr Schickſal theilen wollte. Kurz, Bob hatte einer frühen Neigung Gehör gegeben und ſie durch die Ehe beſiegelt. Alles war ſo gut vorbereitet und ins Werk geſetzt worden, daß das Schiff mit unſeren Reiſenden, neun an der Zahl, in See ſtach, ohne daß ihnen die geringſten Hemmniſſe entgegen traten. Als ſie einmal auf offener See waren, hatten fie natürlich nur die der Elemente noch zu fürchten. Cap Horn wurde zu gehöriger Zeit umſegelt und Doctor Heaton landete mit ſeiner ganzen Begleitung, gerade fünf Monate nach der Abfahrt von Neu⸗York, zu Panama. Hier wurden die Rei⸗ ſenden in dieſelbe Brig aufgenommen, in welcher Bob zurück⸗ gekehrt war und die abermals eine Perlenſiſcherei⸗Reiſe antrat. — 296— Ehe man jedoch Panama verließ, erhielt die Geſellſchaft noch einen Zuwachs an einem jungen amerikaniſchen Schiffs⸗ bauer, Namens Bigelow, welcher zwölf Monate vorher aus ſeinem Schiffe entlaufen war, um eine Spanierin zu heirathen, des Lebens zu Panama aber herzlich überdrüſſig ſchien. Er ſchloß ſich mit Frau und Kind der Geſellſchaft an und trat gegen eine beſtimmte Summe bei Heaton auf zwei Jahre in Dienſte. Die Reiſe von Panama nach den Perlen⸗Inſeln war eine lange, aber bei weitem keine unangenehme. Sechszig Tage nachdem ſie den Hafen verlaſſen hatten, traten unſere Reiſende wohlbehalten mit ihren Habſeligkeiten an das Land. Zu den Letzteren gehörten zwei Kühe, ein junger Stier, zwei Füllen, die ein Jahr alt waren, mehrere Ziegen, welche aus Südamerika ſtammten, und viele Ackerbau⸗Geräthſchaften, welche Freund Abraham White dem Volke von Fejec zu ſchicken überſehen hatte. Bob, welchen die Eingeborenen der Perlen⸗Inſeln bereits kannten und liebgewonnen hatten, fand es nicht ſchwer, mit ihnen in Verkehr zu treten. Er hatte paſſende und zahlreiche Geſchenke für ſie mitgebracht und ſie ließen ſich bald herbei, ihn und alle ſeine Vorräthe, die Thiere eingerechnet, nach Betto's Inſeln— eine Entfernung von vollen dreihundert Meilen— überzufahren. Die Pferde und Kühe wurden auf eine Art großes Floß gebracht, deren man ſich in jenen milden Seen häufig bedient und die vor ein wenig Wind ziemlich gut, und ſelbſt an dem Wind nicht ſchlecht ſegeln. Auf Betto's Inſeln wurde ein neuer Vertrag geſchloſſen und die ganze Geſellſchaft fuhr der Rancocus⸗Inſel zu, wo Bob ohne Schwierigkeit landete, denn er hatte ſich, als er auslief, den Cours, welchen er zu ſteuern hatte, gut gemerkt. Au mit Me eine St worden gebrach laſſen h Flinte Würde konnten wirklich Häuptli und üb Di wurde, handelt räthe, D renen 6. Pferde, keiner haupt niedrige mation, nach ka He bewohn etwas d ſich der herausſt De lſchaft chiffs⸗ r aus athen, 1. Er d trat hre in n war echszig unſere Land. c, zwei che aus chaften, ejee zu bereits der, mit ahlreiche herbei, et, nach eihundert rden auf n milden ziemlich eſſchloſſen zu, wo , als er gemerkt. Auf Bettv's Inſelgruppe hatte Bob jedoch den Neshamony mit Matten bedeckt und geweiht gefunden, als hätte er ihn eine Stunde vorher verlaſſen. Kein Kabelgarn war berührt worden. Keine menſchliche Hand hatte etwas von der Stelle gebracht, kein menſchlicher Fuß ihn betreten, ſeit er ihn ver⸗ laſſen hatte. Uruni, oder Betto, erhielt für ſeine Treue eine Flinte mit Pulver und Blei,— Gegenſtände, welche für ſeine Würde und Macht von der höchſten Wichtigkeit waren. Sie konnten ihm ſtatt eines ſtehenden Heeres dienen und entſchieden wirklich kurzweg eine Frage zwiſchen ihm und einem andern Häuptlinge, bei welcher ſeine Macht in Zweifel gezogen wurde und über die man ſich lange geſtritten hatte, zu ſeinen Gunſten. Die Reiſe von Betto's Gruppe zu der Rancocus⸗Inſel wurde, ſo weit es ſich von dem menſchlichen Theile der Fracht handelte, in dem Neshamony zurückgelegt. Die Thiere, Vor⸗ räthe, Geräthſchaften u. ſ. w. folgten auf Flößen und Canves. Das Ausſehen der Rancocus⸗Inſel verſetzte die eingebo⸗ renen Schiffer in eben ſo großes Staunen, wie der Anblick der Pferde, Kühe und dergleichen. Bevor ſie dieſelbe ſahen, hatte keiner von ihnen eine Ahnung von deren Daſein, oder über⸗ haupt eine Vorſtellung von einem Berge. Sie wohnten auf niedrigen Korallen⸗Inſeln, weit jenſeit der vulkaniſchen For⸗ mation, und ein Hügel war etwas, das ſie kaum dem Namen nach kannten. Heaton und Betts hielten es für gerathen, die Inſel⸗ bewohner hier zu entlaſſen; denn ſie wünſchten nicht, daß jene etwas von dem Riff erführen, da ſie nicht gewiß wußten, wie ſich der Charakter dieſer Nachbarn nach längerer Bekanntſchaft herausſtellen würde. Der Berg beſaß jedoch ſo viele Vorzüge vor dem Riffe, — 298— wie es war, als Bob von ihm ſchied, daß der ehrliche Burſche gern zugab, er ſei in mancher Hinſicht zu einem längern Aufenthalte geeigneter, als die Krater⸗Inſel, und es ſei viel⸗ leicht räthlich, ihn zu ihrem künftigen Wohnſitze zu wählen. In mancher Beziehung ſtand er jedoch, als Aufenthaltsort, dem Krater nach, und beſonders die Fiſcherei zeigte ſich ſehr unergiebig. Aber er hatte Bäume und Früchte und war über⸗ haupt in Betracht der Vegetation der Vulkan's⸗Kuppe ſehr ähnlich. Demungeachtet durfte man beide Inſeln, als Wohn⸗ ſitze, kaum mit einander vergleichen, und die letztere bot bei näherer Betrachtung bei weitem die meiſten Vorzüge dar. Sie war größer, hatte mehr und beſſere Früchte, beſſeres Waſſer und reicheres Gras. Auch die Oberfläche war ebener und der Berg aller Orten zugänglicher. Die Rancocus⸗Inſel war höher und zerklüfteter, und während ſie vielleicht in den wär⸗ meren Monaten einen angenehmeren Aufenthaltsort abgeben mochte, hatte ſie nichts ſo reizendes aufzuweiſen, wie die Hochebene der Kuppe, wo Mark ſein Mahl eingenommen hatte. Bob ſah ein, daß er ſeine Freunde auf Rancocus⸗Inſel verlaſſen müſſe; denn zwei Tage nach ihrer Ankunft dort war Miſtreß Heaton Mutter geworden, und in dem Laufe derſelben Woche vermehrten die zwei Kühe ihre Familien. Ueberdieß war es unmöglich, Alles und Jedes auf einmal in dem Nesha⸗ mony weiter zu ſchaffen. Da Doctor Heaton Anne in einem ſolchen Augenblicke nicht verlaſſen wollte, und Bridget gleicher Geſinnung war, hielt man es für das Beſte, die Zeit zu benützen und Bob auf Kundſchaft auszuſchicken. Man wird ſich erinnern, daß er nicht gewiß wußte, wo das Riff zu finden ſein möchte, obgleich er überzeugt war, daß es windwärts und etwa hundert Meilen entfernt liegen müſſe. Bei eir aber V der ihn raſchte phyſiſch hervorg ihm bei entgang das Rif fernung Krater De zu müf windwä Rancoc gerade Nachder Kuppe der Kro hielt er an ihn Cours Al fruchtlo Kuppe Reiſe fe Knall Burſche Bei einer Streiferei auf den Felſen des Rancocus hatte er ängern aber Vulkan's⸗Kuppe zu Geſicht bekommen— ein Anblick, ei viel⸗ der ihn eben ſo überraſchte, als er ihn erfreute. Er über⸗ ihlen.— raſchte ihn, denn er hatte keine Vorſtellung von der mächtigen altsort, phyſiſchen Veränderung, welche das Erdbeben neulich hier ich ſehr hervorgebracht hatte, und doch konnte er kaum glauben, daß r über⸗ ihm bei ſeinen früheren Unterſuchungen ein ſolcher Gegenſtand pe ſehr entgangen wäre; er erfreute ihn, weil er ſich nun überzeugte, Wohn⸗ das Riff müſſe nördlich von jenem Berg und in großer Ent⸗ bot bei fernung von ihm liegen, denn eine ſolche Kuppe war von dem ar. Sie Krater aus, als er dieſen verließ, nicht ſichtbar geweſen. Waſſer Demungeachtet glaubte er jetzt auf dieſen Punkt losſteuern ner und zu müſſen, denn dieſer Cours führte ihn hundert Meilen iſel war windwärts; und als Bob mit ſeinem Begleiter, Soecrates, den wär⸗ Nancocus⸗Inſel verließ, um das Riff aufzuſuchen, hielt er ſo abgeben gerade auf Vulkan's⸗Kuppe ab, als der Wind es erlaubte. wie die Nachdem er zehn Meilen hinter ſich hatte, entdeckte er die en hatte. Kuppe von ſeinem Boot aus; zu gleicher Zeit trat ihm auch us⸗Inſel der Krater des thätigen Vulkan's entgegen. Auf dieſen letztern b dort war hielt er während der Nacht ab und trat bis auf eine Meile derſelben an ihn heran; am nächſten Morgen aber änderte er ſeinen Ueberdieß Cours und ſteuerte der unbekannten Inſel zu. n Nesha⸗ Als Mark ihn zuerſt entdeckte, hatte er in Folge des in einem fruchtloſen Bemühens, einen Landungsplatz zu finden, Vulkan's⸗ t gleicher Kuppe faſt ganz umſegelt, und war bereits im Begriffe, ſeine Zeit zu Reiſe fortzuſetzen, als die Vogelflinte abgefeuert wurde, deren Knall er hörte und deren Dampf er ſah. ußte, wo war, daß gen müſſe. Vierzehntes Kapitel. Der Habicht, der gelähmt, folgt nicht dem Rufe, Der Hund, der nicht gezüchtet, verläßt die Spur, Der Traurige bört nicht auf heitre Sagen, Den Freien feſſelſt du gezwungen nur; Mit all' dem verlierſt Zeit und Mühe du, Verlierſt dich ſelber oft dazu. So läßt auch Lieb' ſich nicht erzwingen, Stets muß da Herz ſich Herz erringen. Churchyard. Wir überlaſſen es dem Leſer, ſich zu denken, mit welchen Gefühlen Mark dieſem Berichte lauſchte. Bridget, für die ſeine Zärtlichkeit ſtets dieſelbe geblieben,— Bridget, die ſeit ſeinem Schiffbruche ſeinen Gedanken ſo oft vorſchwebte, hatte ſich einer ſolchen Liebe würdig gezeigt und harrte ſeiner nun auf einer Inſel, welche in wenigen Stunden erreicht werden konnte! Der junge Mann verließ Bob und Socrates, trat tiefer in den Hain und bemühte ſich, ſeiner Gefühle Herr zu werden. Ehe er wieder zu ſeinen Gefährten ging, kniete er nieder und dankte Gott für dieſen Beweis ſeiner großen Güte. Es dauerte jedoch lange, ehe er ſich wieder an den Gedan⸗ ken gewöhnen konnte, überhaupt Gefährten zu haben. Gar oft träumte ihm in den nächſten Monaten, all dieß geglaubte Glück ſei nur ein Traum; und er erwachte dann mit dem Gefühle, ſich einer angenehmen Täuſchung hingegeben zu haben. Monate vergingen, ehe ſein Geiſt in dieſer Hinſicht den voll⸗ ſtändigen Gleichklang wieder erhielt und in den ruhigen Strom keit zurücktrat. Das tiefe Gefühl der Dank⸗ gewohnter Heiter tt verließ ihn nie; aber die Erinnerung an barkeit gegen Go das, wa liche Gr und äuß Grade, Me Verlauf die neue rungen dem Be hin, es ſo viel könne, ſ Fol maßgebe Nu Inſel be öfters b Grundſe cocus⸗S das Rit ſcheinlich und ihr Ge kehrung alles vo Di Canoe's gelten, n Rufe, e Spur, een, du, gen, en. hyard. welchen für die die ſeit , hatte ner nun werden s, trat Herr zu kniete er in Güte. Gedan⸗ n. Gar geglaubte mit dem u haben. den voll⸗ n Strom er Dank⸗ erung an das, was er gelitten und aus welcher Lage er durch die gött⸗ liche Gnade gerettet worden, blieb ſeiner Seele tief eingeprägt und äußerte ihren Einfluß auf ſein künftiges Leben in einem Grade, welcher die ihm gewordene Gunſt tauſendfach ſteigerte. Man beſprach nun die Art ferneren Verfahrens; in dem Verlaufe dieſer Unterhaltung theilte Mark ſeinem alten Freunde die neueſten Vorgänge im Einzelnen und die großen Verände⸗ rungen mit, welche dieſelben zur Folge gehabt hatten. Nach⸗ dem Beide alles reiflich erwogen, gaben ſie ſich der Anſicht hin, es ſei überall wünſchenswerth, die ganze Geſellſchaft und ſo viel von der Habe, als ohne Mühe fortgeſchafft werden könne, ſofort windwärts zu bringen. 3 Folgende Punkte hoben ſich bei dieſer Unterhaltung als maßgebend hervor. Nun die Eingeborenen mit dem Daſein der Rancocus⸗ Inſel bekannt geworden, ließ ſich erwarten, daß ſie dieſelbe öfters beſuchen würden, und Nichts war unverläſſiger, als ihre Grundſätze und ihre Freundſchaft. Waren ſie auf der Ran⸗ cocus⸗Inſel, ſo konnten ſie die Kuppe, und von der Kuppe das Riff ſehen. In ſolcher Weiſe ſchien es ziemlich wahr⸗ ſcheinlich, daß das Daſein ihrer kleinen Colonie bald bekannt und ihr Eigenthum der Gegenſtand ihrer Habſucht würde. Gegen ſolche Folgen mußte man ſofort die ernſteſten Vor⸗ kehrungen treffen, und der erſte Schritt mußte ſein, daß man alles von Werth mit der größten Eile windwärts brachte. Die Eingeborenen machten oft weite Fahrten in ihren Canoe's und großen Flößen mit dem Winde krahnbalksweiſe, gerade nach windwärts aber wagten ſie ſich ſeltner. Sodann konnte die Thätigkeit des Vulkan's als ein Umſtand gelten, welcher den Coloniſten zu ſtatten kam; denn es war — 302— daß dieſe unwiſſenden Naturkinder jene oder einem Teufel beimaßen, deren ſo leicht ungeſtraft überſchreiten ließ⸗ ob dieſe Fragen beſprachen, hatte d Rohrvögel geſchoſſen und gerupft. Betts war auf dieſe Vorräthe von Leckerbiſſen bedacht, weil er behauptete, auf der Rancocus⸗Inſel ſeien dieſe köſtlichen kleinen Vögel, von denen die Kuppe, im wörtlichen Sinne, wimmelte, nicht heimiſch. Für dieſe Verſchiedenheit ließ ſich kein anderer Grund denken, als daß einige dieſer Vögel, durch Stürme verſchlagen, auf Meergras weiter getrieben oder, die Abtrifft von Pflanzen benützend und durch zufällige Umſtände begünſtigt, ihren Weg hierher gefunden hätten, während die⸗ ſelben oder ähnliche Umſtände ihnen nicht zu ſtatten kamen, um ſie die paar hundert Meilen weiter nach leewärts zu führen. Die Sonne war nahe am Scheiden, als der Neshamony die Wiegen⸗Bucht, denn ſo nannte Mark ſeinen kleinen Hafen am Fuße der Schlucht, welche er, nebenher bemerkt, die„Treppe“ Rancocus⸗Inſel antrat. taufte, verließ und die Reiſe nach der Man hatte ſich der Lage dieſer Inſel vollkommen verſichert, und unſere Seeleute ſteuerten des Nachts mit derſelben Zuver⸗ läſſigkeit wie am Tage. Wir wollen hier ſofort bemerken, daß der Schwarze ein trefflicher Schiffer und im Allgemeinen ein guter Süßwaſſer⸗Matroſe war,— ein Vorzug, welcher ſich daher ſchrieb, daß er an den Ufern des Delaware geboren und aufgewachſen war. Es wäre jedoch leicht möglich geweſen, von einer Inſel nach der andern zu ſegeln, wenn man bloß die Richtung des Windes beobachtete; denn er blies ſehr regel⸗ mäßig von derſelben Seite, und ein Wechſel in der Friſche und dem Ungeſtüm einer Bö deutete ſtets auch auf einen ziemlich wahrſcheinlich, Erſcheinung einem Gott keiner wohl ſein Gebiet Während Mark und B Socrates noch einige Dutzen Wechſel Paſſatn die Paf aufgehen M Bob rü er würd Amerika der letzt tete die ſich die konnte völlige von die zu ſegel ihr fort Me Rückkehr hatten i dahin li das mi müde, 7 Lächeln, Muth n kam. der Bar die Rede Mi ſah er hatte in er jene deren ließ. hatte erupft. , weil ſtlichen Sinne, ieß ſich , durch der, die mſtände end die⸗ kamen, führen. nony die afen am Treppe“ antrat. erſichert, n Zuver⸗ demerken, gemeinen welcher geboren geweſen, nan bloß ehr regel⸗ er Friſche auf einen Wechſel im Cours. In jenem Theile des Meeres wehen die Paſſatwinde mit geringer Abweichung aus Südoſten, obgleich die Paſſatwinde des ſtillen Meeres gewöhnlich aus Südweſt aufgehen. Mark war über das Gehaben des Neshamony entzückt. Bob rühmte die trefflichen Eigenſchaften des Bootes und ſagte, er würde nicht Anſtand nehmen, im Nothfalle nach Aſien oder Amerika an ſeinem Borde zu ſegeln. Mark, welcher ſich in der letzten Zeit an die kleine Bridget gewöhnt hatte, betrach⸗ tete die Barkaſſe als ein beträchtliches Fahrzeug und freute ſich dieſer Erwerbung im höchſten Grade. Kein Seemann konnte Anſtand nehmen, zu jeder Zeit, wenn es nicht eine völlige Kühlte blies, in einem Boote von dieſer Größe und von dieſem vorzüglichen Baue von dem Riffe zu den Inſeln zu ſegeln, und ſelbſt in einer Kühlte war es möglich, ſich in ihr fortzuarbeiten. 1 Man ſteuerte jetzt hinaus und ließ die Bridget bis zur Rückkehr in der Wiegen⸗Bucht vertauet. Mark und Bob hatten natürlich, während ſie in dieſer Nacht vor dem Winde dahin liefen, Vieles zu beſprechen und Einer theilte dem Andern das mit, was noch zu berichten war. Mark wurde nicht müde, Fragen über Bridget zu ſtellen,— ihr Ausſehen, ihr Lächeln, ihre Thränen, ihre Erwartungen, ihr Frohſinn, ihr Muth waren Gegenſtände, auf welche er ſtets wieder zurück⸗ kam. Indeſſen wurde doch eine Wache beſtellt, und Jeden in der Barkaſſe traf die Reihe des Schlafens, wenn von Schlafen die Rede ſein konnte. Mit Sonnenaufgang war Mark wach. Als er aufſprang, ſah er Rancocus⸗Inſel deutlich vor ſich. Der Neshamony hatte in den zehn Stunden, welche er unterwegs war, ſiebenzig —-——˖—— — 304— Meilen zurückgelegt, denn man hatte zu dem Klüver und großen Segel noch Raaſegel hinzugefügt. Dadurch war der Berg, auf welchen ſie losſteuerten, bis auf zehn Meileu und gerade leewärts herangerückt. Der junge Gatte verrieth einige Unge⸗ duld, benahm ſich aber im Ganzen ziemlich gut. Mark hatte, trotz ſeiner Einſamkeit, ſein Aeußeres nie vernachläſſigt. Tägliche Bäder, die größte Aufmerkſamkeit auf ſeine Kleidung, ſofern es ſich von Reinlichkeit handelte, hatten ihn nicht nur geſund, ſondern auch wohlgemuth erhalten, da die Stimmung des Geiſtes mit dem phyſiſchen Zuſtande ſtets in der innigſten Verbindung ſteht. Unter andern war er der Gewohnheit, ſich täglich ſeines Bartes zu entledigen, treu geblieben. Mit dem Beſchneiden ſeiner Haare hatte er die meiſte Noth und war beinahe gewillt, bei dieſer Gelegenheit Bob als Haarkünſtler zu brauchen. Dann fiel ihm ein, daß er Bridget einſt beſchäftigt geſehen hatte, einem Kinde das Haar zu ſchneiden und er dachte ſich, wie angenehm es ſein müſſe, wenn ſie ſich ſelbſt um ihn bewegte, um dieſes Geſchäft zu verrichten. Er beſchloß daher, in Betreff ſeiner Haare alles zu laſſen, wie es war, bis ſeine reizende Gattin für dieſen Theil ſeiner Toilette ſorgen könne. Im Uebrigen vernachläſſigte er Nichts und es war im Ganzen kein Grund vorhanden, ſich über das Ausſehen des jungen Mannes zu beklagen. Er fand in dem Schiffe Kleider, ſo viel er wollte, und das Klima machte deren ſo wenige nöthig, daß ſelbſt ein geringerer Vor⸗ rath, als der ſeinige, ihm für das ganze Leben ausgereicht hätte. Als ſie noch auf eine Stunde von dem nördlichen Ende der Nancocus⸗Inſel entfernt waren, ſetzte Bob ſeiner Maſt⸗ ſpitze eine kleine Flagge auf— ein bereits vorher verabredetes Zeichen, daß er ſeinen Zweck erreicht habe. Unter den Vor⸗ räthen, waren gekauft Dieſe 3 zwiſcher ſchlagen niederge M Leinwan Freunde die Küh ruhig it ein wen Un und es wurde. plätze e Boot ſie als kön! ſtück, w ſichtbar No zende ju Da ſehen fer den Fels ſpringen Hier fan eingerech Bekts“ 235— großen räthen, welche die Geſellſchaft aus Amerika mitgebracht hatte, Berg, waren drei regelrechte Zelte, welche Heaton auf Bob's Rath gerade gekauft und zu gelegentlicher Benutzung mitgenommen hatte. Unge⸗ 4 Dieſe Zelte waren nun auf einer großen niedern Fläche, welche zwiſchen den Klippen und dem Strande ſich hindehnte, aufge⸗ tes nie ſchlagen, und hier hatte die kleine Colonie ſich einſtweilen eit auf niedergelaſſen. hatten Mark's Herz ſchlug ungeſtüm, als Bob auf dieſe kleinen en, da Leinwandhäuſer deutete. Sie waren die Wohnungen ſeiner ) 9 de ſtets Freunde, ſein junges Weib eingerechnet. Dann ließen ſi lung er der die Kühe gewahren, welche— ein ganz heimathlicher Anblick— 1, treu ruhig in der Nähe weideten, während die Ziegen und Füllen er die ein wenig ferner Gras rupften. egenheit Unſer junger Mann fühlte ſich von neuem tief ergriffen, n, daß und es dauerte eine Weile, ehe er wieder Herr ſeiner ſelbſt nde das wurde. An einer Stelle, welche ſich als eine der Landungs⸗ es ſein plätze ergab, ſtand einſam eine weibliche Geſtalt. Als das Geſchäft Boot ſich näherte, breitete ſie die Arme aus und ſank dann, are alles als könne ſie ſich nicht länger aufrecht halten, auf ein Fels⸗ ir dieſen ſtück, welches ihr als Sitz gedient hatte, ſeit das ferne Segel wläſſigte ſichtbar geworden. den, ſich Noch zwei Minuten und Mark Woolſton hiekt ſeine rei⸗ Er fand zende junge Frau umſchlungen! 1 s Klima Das Zartgefühl, welches die Andern von dieſem Wieder⸗ erer Vor⸗ ſehen fern gehalten hatte, veranlaßte auch Bob, ſein Boot V cht hätte. den Fels bloß ſtreifen und Mark Zeit zu laſſen, hinaus zu hen Ende ſpringen, worauf er einem entfernteren Landungsplatze zueilte. ner Maſt⸗ Hier fand er faſt die ganze Geſellſchaft,„Freundin Martha“ rabredetes eingerechnet, welche ſich nicht wenig freute,„Freund Robert den Vor⸗ Bekts“ wohlbehalten wieder zu ſehen. 235— 237. ——— — 306— Nach Verlauf einer halben Stunde kamen Mark und Bridget zu den Zelten herauf, und jener machte nun die Bekanntſchaft ſeines Schwagers und hatte das Glück, ſeine Schweſter zu umarmen. Es war ein Morgen der reinſten Freude, der innigſten Dankbarkeit gegen Gott. Einerſeits ſah der einſame junge Mann ſich den Freuden des geſelligen Lebens in denen wieder⸗ gegeben, welche er auf Erden am meiſten liebte; andererſeits waren die zahlloſen Beſorgniſſe derer, die ihn und ſeinen Aufenthalt geſucht hatten, verſchwunden, und ſie ſahen ſich für ihre Angſt durch den beſten Erfolg belohnt. Dieſer ganze Tag war Fragen und deren Beantwortung gewidmet. Mark mußte Alles umſtändlich erzählen, was ſich begeben hatte, ſeit Bob ihm entriſſen worden, und nicht gering war die Angſt ſeiner weiblichen Zuhörerſchaft, als er zur Schilderung des Erdbebens ſchritt. Dieſe Furcht wurde jedoch dadurch einigermaßen beſchwichtigt, daß er darthat, ſie könnten ſich für vollkommen ſicher erachten, da ſich ein Vulkan in der Nähe fände, was ſtets ein Zeichen ſei, daß größere Erſchütte⸗ rungen nicht ſolgen würden. Die Coloniſten blieben eine Woche auf Rancoensinſel; denn ſie fühlten ſich in der That zu glücklich, als daß ſie an eine Ueberſiedelung hätten denken mögen. Nach Verlauf dieſer Zeit war aber Anne ſo weit wieder hergeſtellt, baß man von der Reiſe zu ſprechen begann; Bridget beſonders ſehnte ſich mächtig, den Ort zu ſehen, wo Mark ſo viele einſame Stunden verbracht hatte, und wo, wie er ſie mehr als einmal verſicherte, ihr Bild kaum eine Stunde aus ſeiner Seele gewichen war. Da es nicht möglich war, die ganze Habe auf einmal in dem Neshamony überzubringen, mußte eine gewiſſe Ordnung bei der der Sa Vulkan nicht f immer für die Platz! Es zuerſt; kannter breiten nicht g At ſcheinli dem A danken gekomn demüth Gewißl heran! ling, fragen. M Habe z Bord Heaton die Ob. Man m verfuhr Marthe k und un die ſeine nigſten junge wieder⸗ rerſeits ſeinen ſich fuͤr vortung vas ſich t gering er zur de jedoch könnten n in der frſchütte⸗ ensinſel; aß ſie an auf dieſer man von hnte ſich Stunden erſicherte, chen war. einmal in Ordnung bei der Ueberſiedelung Platz greifen. Der ſchwierigſte Theil der Sache war die Einrichtung, wie die Kühe und Füllen auf Vulkan's Kuppe zu bringen wären, denn die Barkaſſe war nicht für die Aufnahme von Thieren gebaut; dennoch ließ ſich immer für eines Raum gewinnen, wobei in den Spiegelſchoten für die Bequemlichkeit von fünf bis ſechs Perſonen hinreichender Platz blieb. Es erſchien räthlich, den weiblichen Theil der Geſellſchaft zuerſt zu entfernen; denn die Nachricht von dem bisher unbe⸗ kannten Berge konnte ſich bei den Inſelbewohnern raſch ver⸗ breiten und Beſucher hierher führen, welche beſchwerlich, wenn nicht gefährlich, werden mochten. Auf Betto's Inſeln gab es Parteien, wie es deren wahr⸗ ſcheinlich überall gibt, und Bob wußte ſehr gut, daß er es nur dem Anſehen ſeines Freundes, des Häuptlings Uruni, zu danken hatte, daß er bei ſeiner Landung dort ſo glücklich davon gekommen war. Der geringſte Glückswechſel konnte Betto demüthigen und einen Todfeind erheben, und dann war mit Gewißheit zu erwarten, daß Kriegs⸗Canoe's an die Inſel heran kämen und Beute ſuchten, ohne den befreundeten Häupt⸗ ling, auch wenn ſein Einfluß fortdauerte, um Erlaubniß zu fragen. Man beſchloß daher, die Barkaſſe mit der werthvollſten Habe zu befrachten, den weiblichen Theil der Geſellſchaft an Bord zu nehmen, das Boot unter der Leitung von Mark, Heaton und Socrates abreiſen zu laſſen und Bob nebſt Bigelow die Obhut über Alles, was zurückbleiben mußte, anzuvertrauen. Man nahm an, das Boot werde acht Tage ausbleiben. Man verfuhr dieſer Anordnung gemäß und als Bob von der Freundin Martha Abſchied nahm, empfahl er ihr namentlich, die Rohr⸗ 20* —-⏑—;⏑:— — · vögel auf Vulkan’s Kuppe im Auge zu haben; auch ließ er einen Wink fallen, es würde ihm nicht unlieb ſein, wenn ſie ihm mit der rückkehrenden Barkaſſe einen„Spieß“ herüber⸗ ſenden wolle. Die Reiſe nach windwärts war ein viel ernſtlicheres Geſchäft, als die Fahrt nach leewärts. Nach Bob's Rath reffte Mark ſein großes Segel ein und nahm dem Klüver ſeine Haube ab. Derſelben Anweiſung zufolge hielt er nach Süden ab und ließ das Boot frei durch das Waſſer gehen, indem er nicht eher, als in der Nähe des Vulkan's, zu wenden beab⸗ ſichtigte. Bob war ſelbſt in dieſer Weiſe verfahren, und was ihm in ſo hohem Grade geglückt war, mußte, wie er glaubte, auch ſeinem Freunde glücken. Der Neshamony verließ die Rancocus⸗Inſel mit Sonnen⸗ untergang. Am nächſten Morgen ſah Mark den Rauch des Vulkan's und hielt darauf ab. Nachdem er zwei Gänge gemacht hatte, trat er bis auf eine Stunde von dieſem Punkte heran, worauf er wendete und nach Nordoſt ſteuerte, denn Vulkan’s Kuppe war den ganzen Tag völlig ſichtbar geweſen. Was den Vulkan betraf, ſo fand ihn Mark in ziemlich ruhigem Zuſtande; nur dann und wann knurrte und murrte er und warf, während ihm das Boot am nächſten ſtand, Steine in bedeutender Menge aus. Eines Umſtandes jedoch vergewiſſerte ſich Mark bei dieſer Gelegenheit, und ſein Ver⸗ trauen auf die Andauer des Wechſels, welcher kürzlich hier Statt gefunden, wurde dadurch bedeutend geſteigert; er fand ſich nämlich, als er eine volle Stunde von dieſem Krater ſtand, in vergleichsweiſe untiefem Waſſer.„Untief“ in ſeemän⸗ niſchem Sinne, nicht in flachem Waſſer, denn das Loth zeigte bei felſigem Grunde zwiſchen zehn und fünfzehn Faden. 31 friſch ſchaften Deinin Meilen hin au Wunde von ei machte und ne und ur D anderm heiten aber v überzeu Inſel machte auf eit dem ſch E laufen ſeinen Hafen eine ar die All den Ei rigen L Hafen Gegenſ — 309— ieß er Zwiſchen dem Vulkan und der Kuppe blies es ziemlich enn ſie friſch und Mark hatte die beſte Gelegenheit, ſich der Eigen⸗ erüber⸗ ſchaften der Barkaſſe zu vergewiſſern. Eine lange ſchwere f Deining rollte durch dieſe Straße, welche beinahe ſechszig’ licheres Meilen breit war, und ſchien weit nach dem ſüdlichen Ozean Rath hin auszugreifen. Trotz alle dem that das kleine Fahrzeug er ſeine Wunder und half ſich in einer Weiſe entlang, welche man Süden von einem Schiffe dieſes Gehaltes nie erwartet hatte. Es dem er machte im ſchlimmſten Falle volle zwei Knoten nach vorne, beab⸗ und nach ſeiner allgemeinen Segelſchnelle, dicht am Wind nd was und unter kurzen Segeln, lief es gegen drei Knoten. glaubte, Die Nacht war ſehr dunkel und man konnte nach nichts anderm als dem Winde ſteuern, was einige kleine Verlegen⸗ Sonnen⸗ 4 heiten zur Folge hatte; da unſer junger Mann das Waſſer uch des aber viel glatter fand als es am vorigen Tage geweſen war, gemacht überzeugte er ſich gegen Mitternacht, daß er unter der Lee der 1 heran, Inſel und in nicht großer Entfernung von ihr ſtand. Er Zulkan's machte bis zu Tagesanbruch kurze Gänge und nun hob ſich auf eine Meile von dem Boote die Maſſe des Berges aus ziemlich dem ſcheidenden Dunkel. murrte Er hatte nun zwei bis drei Meilen das Land entlang zu n ſtand, laufen und dann in die Wiegenbucht einzutreten. Mark hatte s jedoch ſeinen Gefährten geſagt, welch ein heimlicher Platz dieſer 4 ein Ver⸗ Hafen ſei, um ein Schiff dort zu verſtecken, und gab nun ſelbſt lich hier eine augenfällige Beſtätigung der Wahrheit ſeiner Ausſage, er fand die Alle zum Lachen brachte. Zehn Minuten konnte er ſelbſt Krater den Eingang nicht finden, da er es verſäumt hatte, die gehö⸗ ſeemän⸗ rigen Landmarken zu nehmen, um ohne Schwierigkeit in ſeinen tth zeigte Hafen einzulaufen. Nach einer Weile kam ihm jedoch ein n. 4 Gegenſtand vor die Augen, deſſen er ſich erinnerte, und er — 310— fand jetzt den Weg in die Bucht. Da lag nun die kleine Namensfreundin ſeines hübſchen Weibchens, wie er ſie ver⸗ laſſen hatte, und die eigentliche Bridget lachte und erröthete, als der junge Gatte ihr das Boot zeigte, welches noch vor zehn Tagen ihre Stelle vertreten mußte. Alle, Mark und Socrates, Dido und Thereſa, Bigelow's Weib, trugen ſchwere Laſten empor, während Heaton genug zu thun hatte, um Anne und ihr Kind die ſteile Höhe hinan zu bringen. Bridget war mit ihrem leichten, behenden Fuße und bei ihrem großen Eifer, eine Scenerie zu ſehen, welche Mark mit ſo vieler Beredſamkeit geſchildert hatte, eine Viertel⸗ ſtunde vor den Uebrigen auf der Ebene. Als dieſe die Höhe erreichten, ſahen ſie das reizende junge Weſen in dem nächſten Walde, wo Mark ſein Mittagsmahl gehalten hatte, Früchte ſammeln und entzückt wie ein Kind. Der junge Gatte blieb, als er die Höhe erreicht hatte, ſtehen, um dieſes ſeinen Augen ſo angenehme Bild zu ſchauen, welches der Scene ein ganz anderes Ausſehen gab, als vor Kurzem, da er, ein verein⸗ ſamter Mann, in dem Beſitze ihrer großen Schönheiten war. Damals hatte er ſich mehrere Male mit Adam in dem Garten Edens verglichen, ehe das Weib ihm als Gefährtin gegeben worden. Jetzt— jetzt konnte ſein Auge ſich an einer Eva erfreuen, welche in jedem Theile der Welt ſehr anziehend geweſen wäre. Die Gegenſtände, welche bei dieſer erſten Fahrt auf die Höhe gebracht worden waren, umfaßten alles, was nothwendig war, um ein Frühſtück zu bereiten und es behaglich einzu⸗ nehmen. Ein Feuer praſſelte bald empor, der Keſſel hing darüber und die Brodfrucht wurde bereitet. Es war faſt pein⸗ lich, die Rohrvögel oder becca fichi zu tödten, ſo zutraulich kamen flinte bringe waren A Eier d Beſtei nützlic verſpr bei, a man Nie n Frühſ und d liche. ſüß be Eiern dieſes 2 Tage, welcht wußte mit warer hatte behag Klim Scha ſchaft herge kleine ie ver⸗ röthete, ſch vor gelow's genug hinan n Fuße welche Viertel⸗ ie Höhe nächſten Früchte te blieb, Augen in ganz verein⸗ en war. Garten gegeben ner Eva nziehend auf die thwendig h einzu⸗ ſel hing faſt pein⸗ utraulich — 311— kamen ſie heran. Ein Schuß aus jedem Laufe der Vogel⸗ flinte hatte Heaton in den Stand geſetzt, ſo viele herbei zu bringen, als für die ganze Geſellſchaft genügte, und dieſe waren bald gebraten. Mark hatte in ſeinem Boot ein Körbchen voll friſcher Eier von dem Riffe mitgebracht und Bridget hatte ſich beim Beſteigen der Höhe dieſes Körbchens bemächtigt, um ſich auch nützlich zu machen. Er hatte ihr ein amerikaniſches Frühſtück verſprochen, und dieſe Eier, welche man ſott, trugen viel dazu bei, alle Anweſende an eine ferne Heimath zu erinnern, deren man ſtets noch mit einer Art wehmüthiger Freude gedachte. Nie war jedoch ein beſſeres oder glücklicheres Mahl, als dieſes Frühſtück war, eingenommen worden. Die Bergluft, mild und doch kräftigend, die Bewegung, die Seelenruhe, die treff⸗ liche Koſt, welche aus friſchen Feigen, die theilweiſe ziemlich ſüß befunden wurden, aus Milch von Kokusnüſſen, aus Vögeln, Eiern, Brodfrucht u. ſ. w. beſtand,— Alles trug dazu bei, dieſes Mahl zu einem denkwürdigen zu machen. Die Männer und die drei Dienerinnen brauchten zwei Tage, um die Fracht des Neshamony auf die Ebene zu bringen, welche von Bridget das„Eden“ genannt wurde, ohne daß ſie wußte, wie oft ſie ſelbſt in dem Geiſte ihres jungen Gatten mit einer holden Eva verglichen worden war. Zwei Zelte waren mitgebracht und ſorgfältig aufgebaut worden; man hatte den Boden mit Dielen belegt und innen und außen alles behaglich hergerichtet. Ein Dach aber war in dieſem köſtlichen Klima kaum nöthig, denn überall konnte man des Wald⸗ Schattens habhaft werden; für den übrigen Theil der Geſell⸗ ſchaft wurde ein gedeckter Schoppen ohne Mühe als Wohnung hergerichtet. Am Schluſſe des dritten Tages war die ganze Geſellſchaft auf Eden behaglich eingewohnt und Mark nahm von ſeiner Gattin auf kurze Zeit Abſchied, um wieder nach Rancocus ⸗Inſel zu ſegeln. So kurz dieſe Trennung auch war, vergoß Bridget den⸗ noch reichliche Thränen, und zahllos waren ihre Mahnungen, Mark möge vor den Eingeborenen auf ſeiner Hut ſein, wenn die letzteren mittlerweile vielleicht Betts beſucht haben ſollten. Die Reiſe zwiſchen den beiden Inſeln hatte, ſo oft ſie ſtattfand, einen mehr oder weniger ernſten Charakter. Mark lernte jedes Mal ein wenig in Betreff der Eigenthümlichkeit der Strömungen, der Wellenhöhe und des Courſes, den er zu ſteuern hatte. Er brauchte dieſes Mal zu ſeiner Fahrt drei Stunden weniger, als früher; denn er ſegelte in der Abend⸗ dämmerung ab und erreichte am nächſten Nachmittage ſeinen Hafen. Nichts Denkwürdiges hatte ſich ereignet und die Männer begannen ſofort, die Barkaſſe wieder zu laden. Man ließ für eine der Kühe und ihr Kalb Raum, und da Bob alles Ernſtes darauf drang, daß jeder Augenblick benutzt werde, ſtach die kleine Schluppe ſchon am Abend des Tages ihrer Ankunft wieder in See. Bridget ſtand auf einem Fels am Rande der ſpiegelklaren Wellen der Bucht, als der Neshamony durch die Mündung in den kleinen Hafen ſchoß, und ſobald er anlegte, war ihre Hand in der ihres Gatten. Thränen ſchoſſen in Mark's Auge, als er ſeines einſamen Jahres gedachte und ſich dem Gefühle hingab, wie ſehr ein ſolcher Willkomm von ſo vielen trau⸗ rigen Ankunfts⸗ und Scheideſcenen vor den neueſten Begeb⸗ niſſen abſtach. Es koſtete ziemlich viel Mühe, die Kuh und das Kalb den B Felſen zu klet und ſech kam m zu tra⸗ Mutter nach Kuh d dem li hatte. Phant Phant Hinter nem S Nach denn ſparſar ein gl Sorgen Waſſer als ſie wo da⸗ kürzer des kle D vorzüg die D Vulkan Gegen! nahm nach t den⸗ ungen, wenn ollten. oft ſie Mark lichkeit er zu tt drei Abend⸗ ſeinen dänner eß für Ernſtes ich die inkunft lklaren indung ur ihre Auge, Gefühle trau⸗ Begeb⸗ 3 Kalb den Berg hinan zu bringen. Die erſtere ſah in den nackten Felſen nichts ſehr Anziehendes, um in der beſten Laune empor zu klettern. Sie trank jedoch nach Herzensluſt aus dem Bach und ſchien an dem Waſſer großes Behagen zu ſinden. Endlich kam man auf den Einfall, das Kalb eine gute Strecke empor zu tragen, und das Blöcken des kleinen Weſens veranlaßte die Mutter, alsbald zu folgen. Auf dieſe Weiſe erreichten beide nach einer Stunde Eden. Und wohl rechtfertigte die arme Kuh den Namen, als ſie die herrlichen weiten Gründe mit dem lieblichſten Graſe ſah, das ſich ihrem Auge je geboten hatte. Der Anblick machte einen ſolchen Eindruck auf ihre Phantaſie,— denn wir nehmen an, daß manche Kühe mehr Phantaſie haben, als manche Menſchen,— daß ſie mit den Hinterfüßen ausſchlug und mit geſenktem Kopf und erhobe⸗ nem Schweife wie ein Füllen über den Raſen dahin ſtürmte. Nach einer ſehr kurzen Weile begann ſie jedoch zu graſen, denn ſie hatte die Seereiſe bei ziemlich beſchränkter Koſt und ſparſam zugemeſſenem Waſſer machen müſſen. Wenn es je ein glückliches Thier gab, war es jetzt dieſe Kuh. Alle ihre Sorgen waren dahin. Seekrankheit, trockne Koſt, ſpärliches Waſſer, enge Wohnung, hartes Lager— Alles war vergeſſen, als ſie nach Gefallen über die freien Auen dahin ſchweifte, wo das Gras das ganze Jahr grünte und nie länger und nie kürzer zu ſein ſchien, als nöthig war, und wo zahlloſe Quellen des klarſten Waſſers wie Kryſtall funkelten. Das Gedeihen der Viehzucht in den heißen Zonen wird vorzüglich durch den Mangel an guter Weide gehindert, da die Dürre in den Sommermonaten zu lang anhält. Auf Vulkan's Kuppe aber, und überhaupt in jener ganzen ſchönen Gegend regnete es das ganze Jahr, im Winter nur häuſiger — — 314— als im Sommer, und dieß war der einzige Unterſchied in den Jahreszeiten, wenn man einen unbedeutenden Wechſel in der Temperatur ausnimmt. Dieſe Eigenthümlichkeiten ſcheinen ihren Grund in der Richtung der vorherrſchenden Winde zu haben, welche nicht nur häufige Regenſchauer brachten, ſondern auch die Atmoſphäre ſtets ziemlich friſch erhielten. In dem Krater hatte Mark die Hitze oft, ſelbſt im Schatten, unerträg⸗ lich gefunden, außerhalb deſſelben aber höchſt ſelten, ſofern er ſich den Strahlen der Sonne nicht unmittelbar bloßſtellte. Der Unterſchied in der Temperatur zwiſchen dem Riff und der Kuppe war überdieß nicht ſo groß, als man dieß in Folge der Höhe der letztern erwartete. Dieß rührte von dem Umſtande her, daß die Seeluft, die gewöhnlich in raſcher Bewegung iſt, auf dieſen niedrigen Felſen mit den Beſtandtheilen der Luft in die innigſte Verbindung trat und Allem, was ſie beſtrich, ihre gewöhnliche Friſche mittheilte. Mark machte die nächſte Reiſe nach Rancocus⸗Inſel nicht mit. Anne hatte mittlerweile den halben Tag in der freien Luft hingebracht und begann ſich wieder ſo ſtark wie je zu fühlen, ſo daß Heaton nicht Anſtand nahm, ſte zu verlaſſen. Der Doctor hatte Vieles auf der andern Inſel gelaſſen, das er perſönlich an Bord zu bringen wünſchte; er erbot ſich daher bei dieſer Gelegenheit, Socrates zu begleiten und den jungen Mann und deſſen Gattin allein zu laſſen. Heaton war mittlerweile ein ganz brauchbarer Seemann geworden, und Mark betraute ihn mit den Anweiſungen in Betreff des Courſes, den er zu ſteuern, und der Entfernung, welche er zu laufen hatte. Alles ging ſehr glücklich von ſtatten; der Neshamony machte die Fahrt in guter Zeit und brachte den vierten Tag nach der Abfahrt nicht nur die zweite Kuh und ihr Kalb, ſondern auch mehrere Ziegen in die Bucht. D Socrat auch g er, mit er hiel Bereich an der Frauer eignet, ihrem betraf ſie ſich umzug fahrt daß il 8 denn Tage mit 2 dieſen wuͤnſe Für und ſ gewiſ 8 kleine eigent voll blaue 5 in den in der cheinen nde zu ſondern in dem erträg⸗ ſofern ßſtellte. und der olge der mſtande wegung len der was ſie ſel nicht er freien ie je zu erlaſſen. , das er h daher n jungen Seemann ngen in ffernung, elich von Zeit und die zweite ie Bucht. Da Mark ſich jetzt überzeugt hatte, daß er Heaton und Socrates die Barkaſſe ohne Bedenken anvertrauen könne, Anna auch gern mit Thereſa und Dido auf der Kuppe blieb, beſchloß er, mit ſeinen beiden Bridget's den Krater zu beſuchen; denn er hielt es für nöthig, ſein Eigenthum in jenem Theile ſeines Bereiches nicht länger aus dem Auge zu laſſen. Es war nicht an der Zeit, Beſorgniſſe irgend einer Art zu hegen, und die Frauen hatten ſich alle einen gewiſſen Grad von Muth ange⸗ eignet, welcher, ſtreng genommen, mehr zu ihrer Lage als zu ihrem Geſchlecht und Charakter paßte. Anna's große Sorge betraf das Kind. So lange dieſes wohlbehalten war, kümmerte ſie ſich um Anderes wenig; und da Dido mit Kindern trefflich umzugehen wußte und Alles vorhanden war, was die Wohl⸗ fahrt eines ſo kleinen Weſens forderte, hatte ſie nichts dagegen, daß ihr Bruder ſie verließ. Bridget ſah dieſer Reiſe mit großer Ungeduld entgegen, denn ſie ſehnte ſich, den Ort zu ſehen, wo ihr Gatte ſo viele Tage in Abgeſchloſſenheit hingebracht hatte. Sie war bereits mit Allem, was er in ihren vielfachen Unterhaltungen über dieſen Gegenſtand erwähnt hatte, im Geiſte vertraut; aber ſie wuͤnſchte mit Allem und Jedem noch näher bekannt zu werden. Für Kitty empfand ſie in der That eine entſchiedene Vorliebe, und ſelbſt die Schweine hatten, als Mark's Gefährten, einen gewiſſen romantiſchen Werth in ihren Augen. Man wählte den Morgen zur Abreiſe, und eben, als das kleine Fahrzeug aus der Lee der Kuppe hervortrat und die eigentliche Bö zu fühlen begann, erhob ſich die Sonne pracht⸗ voll aus den öſtlichen Wellen und überſchüttete die weiten blauen Gewäſſer mit ihren glänzenden Strahlen. Nie hatte ſich Vulkan's Kuppe erhabener und milder— — 316— denn Größe oder Erhabenheit, mit Milde gepaart, bildet den Hauptreiz edler tropiſcher Scenerie— dargeſtellt, als dieſen Morgen; und Bridget ſagte, indem ſie zu den dunkeln über⸗ hängenden Klippen emporblickte: „Das Riff muß uns, theurer Mark! um alles deſſen willen, was es Dir in Deinem Unglücke war, lieb ſein; aber ich ſehe vorher, daß dieſes Eden vorerſt unſere Heimath bleiben wird.“ „Dieſer Berg hat in vielfachen Beziehungen den Vorzug vor dem Riffe; da wir aber jetzt ernſtlich daran denken, eine Colonie zu gründen, iſt es wohl das Beſte, beide zu behalten. Selbſt die Rancocus⸗Inſel kann als Weideplatz für Ziegen und als Spielraum für Hornvieh von großem Werthe werden. Es wird noch lange währen, ehe menſchliche Weſen des Raumes zu wirklichem Anbau benöthigt ſind; uns aber können alle dieſe unſere Beſitzungen auf eine oder die andere Weiſe nutzreich werden. Ich glaube ſelbſt, daß wir unſere meiſte Zeit auf der Kuppe hinbringen werden; wir brauchen aber Fiſche und Salz, und unſere Gemüſe wird das Riff größten⸗ theils liefern müſſen.“ „O, dieſes Riff!— dieſes Riff! wann werden wir es endlich ſehen, Mark?“ Der verliebte junge Gatte lachte, küßte ſein reizendes Weibchen und bat ſie, ihre Ungeduld zu zügeln. Natürlich verfloſſen mehrere Stunden, ehe ſie die Felſen auch nur zu Geſicht bekamen. Dieſe Stunden ſchwanden denn auch dahin, ohne daß ſich etwas begeben hätte, das des Berichtens werth wäre. Die Paſſetwinde blieſen in dieſem Theile der See gewöhn⸗ lich friſch, hatten aber ſelten Stürme in ihrem Gefolge. Dann und wann kamen allerdings tüchtige Böen; ein kluger, erfahr⸗ ner Se zu wal phyſiſch ſehen B durch Krater Mark von de er„S Tages welche und g. darſtel geſehe ſich ih dachte, nieder aber d Worte Krate im Bo Grund wo de begrer Segel Laute det den dieſen n über⸗ deſſen ; aber deimath Vorzug n, eine ehalten. Ziegen werden. ſen des können e Weiſe 2 meiſte en aber größten⸗ wir es reizendes katürlich nur zu h dahin, cth wäre. gewöhn⸗ Dann „erfahr⸗ ner Seemann wußte ſich aber in der Regel vor ihren Folgen zu wahren, während die Windsbraut, wie die meiſten großen phyſiſchen Erſcheinungen, ihre Vorläufer hatte, welche man ſehen und verſtehen konnte. Bei der jetzigen Gelegenheit lief das Boot in guter Zeit durch die Waſſerſtraße, und nach etwa fünf Stunden kam der Krater, und nach ſechs die Maſten des Schiffes zum Vorſchein. Mark bekam das Land„gut zu Geſicht,“ denn er trat Leewärts von dem kleinen, bereits erwähnten Bergvorſprung, welchen er„Südcap“ benannte, heran, während er noch mehrere Tagesſtunden vor ſich hatte. Bridget war über den großen Unterſchied ſehr betroffen, welcher ſich ihr zwiſchen dem Ausſehen dieſer niedrigen, ſchwarzen und gewöhnlich nackten Felſen und dem ihres ſchönen Edens darſtellte, das ſie vor kurzem erſt in ſeiner ganzen Schönheit geſehen hatte. Die Thränen traten ihr in das Auge, als ſie ſich ihren Gatten einſam in dieſer Oede wandernd und weilend dachte, ohne anderes Waſſer, als das, welches aus den Wolken niederfiel. oder aus den Fäſſern des Schiffes kam. Als ſie aber dieſen Gefühlen, welche in ihrer Lage ſo natürlich waren, Worte lieh, bat Mark, ſie möge ſich gedulden, bis ſie den Krater erreicht hätten, wo ſie ſich überzeugen würde, daß er im Beſitze einer Fülle von Segnungen ſei, für welche er jeden Grund habe, dem Himmel dankbar zu ſein. Es war nicht ſchwer, in die rechte Waſſerſtraße zu treten, wo das Boot die Felſen entlang flog, welche die Durchfahrt begrenzten. So lange es in rauhem Waſſer ging, waren die Segel, wie es ſich von ſelbſt verſteht, faſt immer„in die Laute gebracht;“*) jetzt aber fing nichts den Wind auf, das *) Sie lagen blind, oder hatten keinen Wind. Der Ueberſetzer. — 318— Boot faßte ihn voll auf und flog vor ihm dahin. Als ſie die Prärie erreichten, ſah Mark zu ſeinem Staunen alle ſeine Schweine dort, deren Zahl ſich jetzt auf ſiebzehn geſteigert hatte. Dieſe Thiere hatten die Felſen entlang den Weg hierher gefunden— eine Strecke von wenigſtens zwanzig Meilen und weiter, wenn man die Windungen, denen ſie folgen mußten, in Anſchlag bringt. Sie ſchienen alle in dem beſten Zuſtande und zufrieden zu ſein. Ein ſo großer Theil des Waſſers war bereits verdunſtet, daß das Meergras ſchon einen ziemlich feſten Boden bot, und Mark, der ausſtieg, um den Fortgang der Dinge zu unterſuchen, kündigte an, noch ein Jahr würde in dieſem Klima dieſe ganze weite Fläche in trockenes Land umwandeln. An einzelnen Stellen hatten die Schweine ſich bereits durch das Meergras auf dem Schlammboden durchge⸗ wühlt, und in der Nähe der Durchfahrt, wo das Waſſer bereits verſchwunden war, hatten die Schweine einen Raum von zwei bis drei Morgen ſo tüchtig umgewühlt, daß er für eine Art halb bebauten Feldes gelten konnte, wo das Meer⸗ gras faſt völlig unter den Schlamm gearbeitet war. Nur tüchtiger Regen fehlte, um eine ſolche Stelle im höchſten Grade ergiebig zu machen, und es war gewiß, daß dieſer Regen am Ende des Sommers kommen würde. Gegen die Mittagszeit ließ Mark das Boot entlang des Riffs an ſeinen gewöhnlichen Landungsplatz anlaufen und bewillkommnete Bridget in ſeiner und ihrer Heimath mit einem Kuß. Alles war an ſeiner Stelle, und ein Blick reichte hin, um unſern Helden zu vergewiſſern, daß während der Wochen feiner Abweſenheit kein menſchlicher Fuß hier geweſen. Kitty weidete auf dem Gipfel und kein Wachtelhund hätte ſich närriſcher geberden können, als ſie bei dem Anblick ihres Herrn lebhafte dort ver anlaßt, zur Sch hielt. kaum a ſchon d Bekann B ergriffe Einſam erregte da hab zu ſehe I geſchwe ſie übe Thräng ſie jede ten Re nungs Y in Au bereit, herger köſtlich Feuer hauptt Durch ſie die ſeine ſteigert hierher en und nußten, uſtande rs war h feſten ung der würde s Land ne ſich durchge⸗ Waſſer Raum er für 3 Meer⸗ r. Nur höchſten ß dieſer ang des fen und it einem chte hin, Wochen Kitty ätte ſich ick ihres — 319— Herrn that. Mark hatte anfangs beſchloſſen, dieſes ſchöne, lebhafte Thierchen auf die Kuppe zu bringen und es der kleinen dort verſammelten Heerde zuzugeſellen; er ſah ſich aber ver⸗ anlaßt, dieß nicht zu thun, indem er bedachte, wie viel Kitty zur Schönheit des Gipfels beitrüge, indem ſie das Gras kurz hielt. Er hatte ihr daher Geſellſchaft mitgebracht, welche kaum auf dem Riff an das Land gebracht war, als ſie auch ſchon der Höhe entgegen ſprang, um mit der Fremden dort Bekanntſchaft zu machen. Bridget war, als ſie an Bord des Schiffes trat, tief ergriffen. Es war eine gewiſſe Erhabenheit in der Stille und Einſamkeit, welche überall herrſchte und ihre Phantaſie mächtig erregte, und ſie ſtaunte, daß ein menſchliches Weſen ſo lange da habe wohnen können, jeder Hoffnung baar, ſich je erlöſt zu ſehen. In der Cajüte dieſes Schiffes hatte ſie Mark ewige Treue geſchworen, und ein Strom von Erinnerungen überkam ſie, als ſie über die Schwelle trat. Mark mußte ihr geſtatten, in Thränen Erleichterung zu ſuchen. Eine halbe Stunde brachte ſie jedoch wieder zu ſich, und dann begann ſie, dieſen intereſſan⸗ ten Raum einzurichten und ihn den Einfluß weiblicher Ord⸗ nungs⸗ und Behaglichkeits⸗Liebe fühlen zu laſſen. Mittlerweile kam Mark aus dem Garten zurück, den er in Augenſchein genommen hatte, und fand ſein Abendeſſen bereit, welches Bridget mit einer Zierlichkeit und Ordnung hergerichtet hatte, die ihm lange fremd waren. Dieß war ein köſtliches Mahl für Beide. Der Gatte hatte in der Kambüſe Feuer angemacht und die Gattin bereitete das Mahl, welches hauptſächlich aus gebackenen Fiſchen beſtand, die in den engen Durchfahrten zwiſchen den Felſen gefangen und während der Fahrt von Mark gereinigt worden waren. Ueberhaupt war es eine Herzensangelegenheit des jungen Mannes, ſein reizendes Weib aller jener Pflichten zu überheben, an welche ſie in Folge ihrer Erziehung und Verhältniſſe nicht gewöhnt, während ſie nur zu bemüht war, ſich nützlich zu machen. In einem Sinne war Bridget im Haushaltungsweſen ſehr erfahren. Sie verſtand es, eine Menge wohlſchmeckender Schüſſeln zu bereiten, und wußte, ſofern es ſich von den Anweiſungen handelte, die ganze Kochkunſt auswendig. Es war daher kein Wunder, wenn Mark Alles, was ſie berührte oder bereitete, vortrefflich fand, wie ihm Alles, was ſie ſagte, heiter und vernünftig klang. Das Letztere iſt ſehr wichtig im ehelichen Leben, aber das Erſtere hat auch ſeinen Werth. Und Bridget Woolſton war heiter und vernünftig zumal. Obgleich ein wenig romantiſch, und geneigt, dem Gefühle, ſo wie dem, das ſie als ihre Pflicht erkannte, Alles zu opfern, fehlte es ihr doch nicht an geſundem Verſtande, der auch ſeine gehörige Ausbildung erhalten hatte. Ihr Charakter war die Anmuth ſelbſt, und dieß iſt eines der größten Erforderniſſe im ehelichen Leben. Zu dieſer wichtigen Eigenſchaft geſellte ſich innige Liebe, denn ſie war Mark ganz ergeben und jeden ſeiner Wünſche ſtrebte ſie zu erfüllen, welches Opfer ſie auch hätte bringen müſſen. Ein Mann von ſo edelm, hochherzigen Geiſte, wie ihr Gatte war, mußte eine ſolche Stimmung, welche das künftige Glück Beider in ſo hohem Grade zu fördern geeignet war, raſch entdecken und würdigen. Unſer junges Paar beſuchte den Krater und den Gipfel nicht eher, als bis die Abendkühle eingetreten war. Daun führte Mark ſeine Gattin in ſeinen Garten und auf ſeinen Wieſenplan. Faſt jeder Schritt entlockte Bridget einen Ausruf des E thümli ſchritte einem Radies ſo zar Bohne die Er Mark was er T Er ſte hatte um ir allerdi gewah den S als ur 2 deſſen letzten brütet durch Futter geflog⸗ Umſta von N er ein er es Er na 235 dt war izendes Folge end ſie sweſen eckender on den g. Es herührte e ſagte, htig im h. Und Obgleich ie dem, hlte es gehörige Anmuth helichen innige ſeiner ch hätte Geiſte, lche das geeignet Gipfel Daun f ſeinen Ausruf — 321— des Entzückens; denn, abgeſehen von den zufälligen Eigen⸗ thümlichkeiten eines ſolchen Ortes, war die Vegetation vorge⸗ ſchritten, wie ſie in Tropenländern, von häufigen Regen und einem fruchtbaren Boden begünſtigt, fortzuſchreiten pflegt. Die Radieschen waren halb ſo dick wie Bridget's Handgelenk, und ſo zart wie ihr Herz. Der Lattich ſchloß ſich bereits, die Bohnen konnten gebrochen, die Zwiebeln gekocht werden, und die Erbſen waren faſt ſchon zu alt. Auf dem Gipfel ſchnitt Mark einige Melonen ab, deren Geſchmack Alles übertraf, was er der Art je gekoſtet hatte. Dieſer Theil der Anlagen entzückte Bridget am meiſten. Er ſtand jetzt in dem friſcheſten, vollſten Grün, und Kitty hatte das Gras ſo lieblich gefunden, daß ſie kaum niederſtieg, um in dem Garten zu naſchen. Da und dort konnte man allerdings die Spuren ihres kleinen Hufes auf den Beeten gewahren; ſie ſchien aber eher hierher gekommen zu ſein, um den Stand der Dinge im Garten in Augenſchein zu nehmen, als um ihrer Naſchluſt zu fröhnen. Auf dem Gipfel zeigte Mark ſeiner Gattin das Geflügel, deſſen Anzahl jetzt faſt auf Fünfzig geſtiegen war. In dem letzten Monate waren zwei bis drei Neſter Küchlein ausge⸗ brütet worden, welche jetzt auf dem Theile des Riffes, der durch eine Planken⸗Brücke von dem Krater getrennt war, ihr Futter ſuchten. Da jedoch einige über den ſchmalen Felspaß geflogen, bemerkte er, daß der gute Zuſtand ſeines Gartens dem Umſtande beizumeſſen war, daß ſie auf jenen Felſen eine Fülle von Nahrung fanden. Bei der Rückkehr in das Schiff ſuchte er ein zu dieſem Zwecke hergerichtetes Halbfaß und fand, wie er es erwartet hatte, ein Neſt mit einem Dutzend Cier darin. Er nahm ſich die Freiheit, dieſe ſich zu ſeinem Gebrauch anzu⸗ 235— 237. 21 einige derſelben ſollten für ihr eignen und ſagte Bridget, Frühſtück geſotten werden. unſer Einſiedler hatte ſi ch aber ſeines Tiſches wegen nie Seitdem er Schlamm, und Meergras war er wegen ſeines Unterhalts außer ohne daß er es ſelbſt wußte, eher dadurch in Noth gerathen, daß der Ueberfluß eines warmen Klima's ihn ungeneigt machte, ſich thätig zu zeigen und an ſeine Zukunft zu denken, als durch den wirklichen Mangel an Nahrungsmitteln. Dieſen Abend knieeten nieder und dankten Gott für alle lieblich es der Erſtere fand, die leichte Geſtalt ſeiner ſchönen Gefährtin ſich in der geräumigen Cajüte umher bewegen und Allem die Miene des Heimiſchen und des Glückes geben zu ſehen, kann nur der ganz begreifen, welcher von dieſen gewohn⸗ ten Freuden völlig getrennt geweſen und ſich ihnen plötzlich wieder gegeben ſieht. unbehaglich gefühlt. und Guano gefunden, Sorgen; denn er konnte, Mark und Bridget neben einander ſeine Güte und Gnade. Wie Fünfzehntes Kapitel. Gib, Gott, zu dem ſich meine Händ' erheben, Das Nöth'ge nur für ein beſcheiden Leben; Nur mäß'ge Habe ſchenke mir dein Wille, Cin wenig Ehre, der Geſundheit Fülle; Ein Plätzchen, wo die liebe Sonne ſcheint, Wo ich geſchäft'gen Städtern ferne bin; Ein boldes Weib und einen treuen Freund, Vor Allem einen ſtets zufried'nen Sinn. Anonymus. Woche ganz allein auf wie ein Augenblick, und ch faſt fürchteten, an die Mark und Bridget blieben eine dem Riffe. Die Zeit verfloß ihnen, ihr Glück war ſo groß, daß ſie ſi r ihr en nie ergras außer ‚eher darmen ind an gel an nander e. Wie ſchönen en und eben zu gewohn⸗ plötzlich „ erheben, Leben; Wille, ülle; ſcheint, bin; Freund, Sinn. onymus. illein auf blick, und a, an die — 323— Stunde der Rückkehr zu denken. Sie hatten jedoch nun Alles, ſelbſt den verlaſſenen Anker beſucht, und Mark machte einen Ausflug nach oſtwärts und nahm ſein Weibchen in die offene See mit. Aber das Schiff und der Krater waren Bridget's Lieblingsplätze. Des letztern wurde ſie nie müde, aber das erſtere machte ihr am meiſten Freude. Ein Schiff ſtand mit ihren erſten Gefühlen für Mark in der innigſten Verbindung; an Bord dieſes Schiffes war ſie getraut worden, und nun war es zeitlich, wenn auch nicht dauernd, ihre Wohnung, ihre Heimath. Bridget hatte ſo lang unter einem Zelt oder in rauhen Hütten gewohnt, daß die Bequemlichkeiten des Rancocus ihr wie die eines Palaſtes erſchienen. Die Einrichtung war auch nicht unzierlich, obgleich man, in jener Zeit der Republik, die Schiffe nicht mit der Pracht königlicher Yachten ausſtattete, wie man jetzt zu thun pflegt. Anſtand und Behaglichkeit waren jedoch im weiteſten Sinne dieſer Worte gewahrt. Die Kojen waren unmittelbar unter der Kampanje angebracht und erfreuten ſich daher des Vorzugs von Luft und Licht. Darunter waren die Vorrathskammern, welche viele Gegenſtände des Lurus enthielten, obgleich die Zeit allmählich begann, ihre Güte und ihren Wohlgeſchmack zu mindern. Das Brod war nicht mehr ſo geſund wie ehedem, und der Thee verlor einen Theil ſeines Geſchmacks und ſeiner Kraft. Aber der Zucker war noch ſo ſüß, wie an dem Tage, an welchem er an Bord gekommen war, und der Kaffe ſchien faſt unverändert. Von der Butter wollen wir nicht viel ſagen. Bridget erklärte in der ihr eigenen anmuthigen Weiſe, ſie würde bald möglichſt Dido in die Vorrathskammern ſchicken, damit ſie aufgeräumt und gereinigt würden. Und welche ſchöne, geräumige, luftige 21* — 324— Küche gab die Kambüſe ab! Mark hatte die Hütte abnehmen laſſen, da das Zeltdach hinreichte, und ſein Weibchen ſagte: es ſei eine Freude, an einem ſo lieblichen Platz ein Mahl für ihn zu bereiten. Die erſte Schüſſel, welche Bridget je für Mark oder überhaupt für irgend Jemanden eigenhändig bereitete, war „Gras,“ wie damals ſelbſt Leute von der beſten Erziehung in Amerika die Spargel nannten. Sie hatten in Geſellſchaft das Spargelfeld auf der Lehminſel beſucht, und in dieſem der Pflanze ſo günſtigen Boden die Spargel in der üppigſten Fülle wuchern ſehen. Der Mangel an guter Butter machte ſich bei dieſer Schüſſel ſehr bemerkbar; denn, die Wahrheit zu ſagen, Bridget weigerte ſich, bei dieſer Gelegenheit Schiffs⸗ butter zu brauchen; glücklicherweiſe fehlte es nicht an Oel, welches deren Stelle erträglich vertreten konnte. Mark erklärte: er habe in ſeinem Leben nichts gegeſſen, das halb ſo gut geweſen ſei. 2 Am Schluſſe der Woche ſprach ſich der Statthalter, wie Heaton Mark betitelte und Bridget ihn ſcherzweiſe zu nennen begann, dahin aus, es ſei nöthig, ja nothwendig, ſich von ihrem Paradieſe loszureißen. Nie vorher war das Riff dem jungen Gatten ſchöner, entzückender erſchienen, als jetzt, und er hielt es für ſehr möglich, ohne Klage ſein ganzes Leben hier zu weilen. Sein Weibchen verſicherte ihn wiederholt, ſie ſei nie vorher auch nur halb ſo glücklich geweſen, und ſo lieb ihr Anne und„das Kleine“ ſei, könne ſie doch noch einen ganzen Monat hier bleiben, ohne des Riffs im geringſten müde zu werden. Die Klugheit forderte aber zur Rückkehr nach der Kuppe auf; denn Mark fühlte ſich, ſeitdem er von der Nähe bewohnter men gte: für oder war g in chaft 1 der gſten achte it zu hiffs⸗ Oel, ärte: gut wie ennen von dem und Leben t, ſie »lieb einen agſten Kuppe öhnter Inſeln Nachricht erhalten hatte, bei weitem nicht mehr ſo ſicher vor fremden Einfällen, als früher. Die Rückreiſe ging glücklich von ſtatten und die Scene erhielt durch das Zuſammentreffen mit dem Neshamony vor der Bucht den Charakter der Civiliſation und des bewegten Lebens. Der Neshamony kehrte von ſeiner letzten Reiſe nach der Rancocus⸗Inſel zurück; er hatte nun die ganze Habe der Geſellſchaft, mit Ausnahme zweier Ziegen, herübergebracht, welche man auf die Berge hinauf getrieben und dort gelaſſen hatte. Bigelow war auch anher gekommen, und die ganze Colo⸗ niſten⸗Geſellſchaft war jetzt auf Vulkan's Kuppe beiſammen. Betts hatte jedoch Dinge zu berichten, welche den Statt⸗ halter in große Unruhe verſetzten. Nach ſeiner Erzählung hatten ſie die Barkaſſe eben geladen, und harrten nur der geeigneten Tageszeit, um Rancocus⸗Inſel zu verlaſſen, als ſie eine Flotte von Canoe's und Flößen von der Gruppe her, wie ſie die Inſeln gewöhnlich zu bezeichnen pflegten, welche ihnen gegen Nordweſten hin am nächſten lagen, auf die Inſel abhalten ſahen. Mittelſt eines Fernglaſes hatte ſich Bob überzeugt, daß ein gewiſſer Waally an Bord des vorderſten Canoe's war und darin ſah Bob ein ſchlimmes Vorzeichen. Waally war Uruni's furchtbarſter Nebenbuhler und erbittertſter Feind; und ſchon der Umſtand, daß er eine ſolche Flottille anführte, war nach Bob's Dafürhalten ein Zeichen, daß er in einem neuerlichen Strauße den Sieg über den biedern Uruni davongetragen haben müſſe, und nun im Begriffe ſei, weiteres Unheil anzurichten. In der That ſchien es kaum möglich, daß Menſchen, wie jene Inſelbewohner, von dem Daſein eines ihnen ſo nahen Berges, wie Rancocus⸗Inſel, ſollten hören können, ohne daß ſie wünſchten, ihn näher kennen zu lernen, wenn nicht ihn zu beſitzen. — 326— Betts war in See gegangen und hatte die Segel beige⸗ ſetzt, ſo bald er ſich dieſer Sachlage vergewiſſert hatte. Er wußte, daß die Barkaſſe alle Fahrzeuge der Inſelbewohner überſegeln konnte, beſonders an dem Wind, daher er ſich eine volle Stunde um die kleine Flotte bewegte, um ſeine Beobach⸗ tungen anzuſtellen, ehe er weiter ging. Er hatte hier augenſcheinlich eine Kriegsflotte vor ſich, und es ſchien ihm, als ſeien weiße Männer dort an Bord; wenigſtens ſah er zwei Perſonen, welche ihm wie weiße Seemänner in halb wildem Anzuge vorkamen, in dem Canoe des furchtbaren Waally. Es war nichts ſeltnes, daß Seeleute an den verſchiedenen, in dem ſtillen Meere zerſtreuten Inſeln abtrifftig wurden, denn faſt in jeder Gruppe fand man deren mehr oder weniger. Auch die Anweſenheit dieſer Männer betrachtete Bob als ein ſchlimmes Vorzeichen und fühlte, wie nothwendig es ſei⸗ ſie, ſo gut er konnte, irre zu führen. Als die Barkaſſe daher von der kleinen Flotte weghielt, ſteuerte ſie nicht windwärts von der Inſel, wie es ihr eigent⸗ licher Cours war, ſondern faſt ganz in entgegengeſetzter Rich⸗ tung und hielt gut leewärts vom Lande ab, um nicht unter den Klippen in ſtillen Wind zu kommen; denn Bob wußte, daß Canoe's mit Rudern ihn bald einholen würden, wenn er den Wind verlöre. Gewöhnlich verließen unſere Anſtedler Rancocus⸗Inſel mit Sonnenuntergang und hielten ſich die ganze Nacht in ſüdöſt⸗ licher Richtung; dadurch trat ihnen ſtets mit dem Morgen der Rauch des Vulkans in das Geſicht und bald darauf erſchien auch die Kuppe. Der ganze folgende Tag ging in der Regel damit hin, daß man auf den Vulkan, oder ſo nahe auf ihn abhie unter man Vull ihner zu ſ daß Glü kaur der auf heige⸗ Er ohner eine bach⸗ ſich, Bord; weiße Canoe beleute Inſeln deren ob als es ſei, ghielt, eigent⸗ Rich⸗ unter wußte, denn er iſel mit ſüdöſt⸗ gen der erſchien Regel auf ihn — 327— abhielt, als es räthlich war; wenn man dann gegen Sonnen⸗ untergang des zweiten Tages nach nordoſtwärts wendete, fand man am kommenden Morgen den Neshamony der Klippe der Vulkan's Kuppe nahe ziehen, wenn er nicht bereits unter ihnen hinlief. Es iſt leicht begreiflich, daß Bob dieſes Mal nicht weit zu ſegeln hatte, um ſich von der Nacht verhüllt zu ſehen, ſo daß es ihm ganz frei ſtand, den oder jenen Cours zu ſteuern. Glücklicherweiſe war dieſe Nacht ohne Mondſchein, obgleich kaum zu fürchten war, daß man ein ſo kleines Fahrzeug, wie der Neshamony ſelbſt, im Mondlicht eine ſo große Strecke hin auf den Gewäſſern ſehen werde. Bob beſchloß daher, auf das nördliche Ende der Inſel abzuhalten— Knie⸗Cap, wie die Coloniſten es zu nennen pflegten, weil es eine oder zwei Meilen niedriges Land um ſich hatte, ehe die Berge begannen. Wenn er einmal wieder vor dem Cap und ziemlich gegen das Land heran ſtand, konnte er Entdeckungen machen, die vielleicht von Nutzen waren. Man brauchte mehrere Stunden, um, indem man wind⸗ wärts hielt, den verlornen Grund wieder zu gewinnen; um eilf Uhr war der Neshamony jedoch nicht nur von dem Cap frei, ſondern ganz⸗nahe an dem Landungsplatze. Das Klima machte es in jener Jahreszeit, und man kann ſagen, faſt in allen Jahreszeiten, unnöthig, anderes, als Feuer zum Kochen anzuzünden; daher konnte Bob auch keine Spur vom Lager finden. Dennoch verſchaffte er ſich von Allem, was er zu wiſſen wünſchte, hinreichende Kunde, obgleich nicht ohne Gefahr und ohne einen ſehr gewagten Schritt von ſeiner Seite. Er nahm die Segel des Bootes nieder und ließ es die Felſen entlang gleiten, wo die Barkaſſe gewöhnlich anlegte; — 328— denn die Canoe's u. ſ. w. hatten einen minder guten Hafen gewählt. Dann ſtieg er ſelbſt aus und ſchlich den Strand entlang zu der Stelle, wo die Inſelbewohner ſich gelagert hatten. Ohne es zu ahnen wurde er beobachtet, und er kroch eben in ein Gebüſch, um ein wenig näher zu kommen, als er eine Hand auf ſeiner Schulter fühlte. In dieſem Augen⸗ blicke wäre beinahe Blut gefloſſen, aber Betts Hand ſenkte ſich, als er in gutem Engliſch die Worte hörte: „Wohin ſteuert Ihr, Kamerad?“ Dieſe Frage kam leiſe und ſehr vorſichtig an Bob's Ohr,— ein Umſtand, welcher ihn eben ſo ſehr ermuthigte, als die Sprache. Er bemerkte ſogleich, daß die zwei Männer, welche er, und mit Recht, für Matroſen gehalten hatte, in dem Gebüſche waren, wo ſte, wie es ſchien, bereits längere Zeit nach der Barkaſſe ausſahen. Sie ſagten Bob, er könne ohne alle Beſorgniß ſein, da die Wilden in einiger Entfernung in tiefem Schlafe liegen. Sie folgten ihm an Bord des Nesha⸗ mony, wo zum Erſtaunen und zur Freude aller Theile Bigelow beide Matroſen erkannte, welche nicht nur ſeine früheren Schiffs⸗ gefährten, ſondern mit ihm in einer Stadt in Amerika zu Hauſe waren. Die Geſchichte dieſer drei Abenteurer war ziemlich dieſel lbe. Sie waren mit einem Wallfiſchfänger in das ſtille Meer gekom⸗ men; der Capitän war dem Trunk ergeben und Einer nach dem Andern hatte das Schiff verlaſſen. Bigelow fand den Weg nach Panama, wo, wie bereits erzählt, die ſchwarzen Augen ſeiner Thereſa ihn feſſelten. Peters war im Verlaufe ſeiner Wande⸗ rungen mit Jones zuſammengetroffen und Beide lebten ſeit zwei Jahren auf den Perlen⸗Inſeln, ohne zu wiſſen, was ſie begin⸗ nen ſollten, als Waally ihnen befahl, ihn auf ſeinem jetzigen Zuge zu begleiten. 2 ſchiede eine mache Sie h „gewe aber ſich d nicht warer zurück der L ſamer in de Entſe ſahen obgle nung india konnt Der! als d ſelbſt Meil wie er ih wie ſchick Weg Hafen trand agert kroch als ugen⸗ ſenkte r, ls die velche dem 2 Zeit ohne ng in tesha⸗ gelow chiffs⸗ ika zu eſelbe. gekom⸗ ch dem g nach ſeiner Vande⸗ it zwei begin⸗ jetzigen — 329— Mannigfache Winke und Andeutungen von Seiten ver⸗ ſchiedener Häuptlinge ließen ſie vermuthen, man beabſichtige eine Geſellſchaft von Chriſten zu morden oder zu Selaven zu machen, und, wie es ſich von ſelbſt verſtand, zu plündern. Sie hatten von dem„Canoe“ gehört, das ein ganzes Jahr „geweiht“ und unberührt in dem Hafen gelegen, verſtanden aber nicht die Hälfte von der ganzen Geſchichte, und überließen ſich den beunruhigendſten Muthmaßungen. Man hatte ihnen nicht erlaubt, die Inſeln zu beſuchen, welche Uruni untergeben waren, ſondern hielt ſie ſtreng in dem Theile der Gruppe zurück, wo Waally herrſchte; demzufolge befanden ſie ſich in der Lage, allmählich alle Einzelnheiten hinſichtlich der ſelt⸗ ſamen Anſiedler zu erfahren, welche ſüdlich gegangen waren. So weit war Peters in ſeinem„Berichte,“ als ein Ruf in dem Lager der Wilden die Weißen nöthigte, raſch einen Entſchluß in Betreff der Zukunft zu faſſen. Jones und Peters ſahen ein, daß es für ſie nicht rathſam wäre, länger zu bleiben, obgleich der letztere nur mit großem Widerſtreben in die Tren⸗ nung willigte. Wie es ſich nachher ergab, hatte Peters ein indianiſches Mädchen geheirathet, war ihr ſehr zugethan und konnte ſich in den Gedanken, ſie zu verlaſſen, nicht finden. Der Augenblick drängte aber zu einem Entſchluß und er folgte, als die Barkaſſe ſich anſchickte in See zu ſtechen, faſt ohne es ſelbſt zu wiſſen, ſeinem Schiffsgefährten, und war eine halbe Meile von dem Lande ab, ehe er Zeit hatte, recht zu bedenken, wie viel er zurückgelaſſen. Sein Gefährte tröſtete ihn, indem er ihm ſagte, es dürfte ſich eine Gelegenheit finden, Petrina, wie ſie die hübſche junge Wilde genannt hatten, Nachricht zu ſchicken, und dieſe würde nicht verfehlen, früher oder ſpäter den Weg zu den Inſeln ausfindig zu machen. — 330— Mit dieſem bedeutenden Zuwachs an Hilfstruppen nahm Bob keinen Anſtand in See zu ſtechen und Waally nach Belieben Entdeckungen machen zu laſſen. Wenn die Einge⸗ borenen auf die Höhen ſtiegen, mußten ſie unfehlbar den Rauch des Vulkans und die Kuppe zu Geſicht bekommen, das Riff aber und die niedrigere Inſelgruppe konnten ſie glücklicherweiſe nicht ſehen. Es war ſehr möglich, daß ſie einen Verſuch machten, über den Theil der See zu ſteuern, welcher die beiden Berge trennte, obgleich der Umſtand, daß Vulkan's⸗Kuppe ſo gerade nach windwärts von der Rancocus⸗Inſel lag, dieſem Vorhaben ein bedeutendes Hinderniß entgegen ſtellte. Wären die beiden Matroſen bei den Indianern geblieben, ſo würden ſie von dieſen gelernt haben, Wind und Wellen zu bewäl⸗ tigen; aber eben dieſe Männer waren, nach allem, was ſie von den Eingeborenen und ihrem Unternehmungsgeiſte wußten, der Anſicht, es überſteige ihr Geſchick und ihre Ausdauer, ihre. Canpe's hundert Meilen blind nach windwärts zu ſchaffen und gegen eine See anzukämpfen, wie ſie gewöhnlich in dieſem Theile des ſtillen Meers aufgeht. Die zwei Ankömmlinge fanden im Allgemeinen eine gute Aufnahme bei den Coloniſten. Bridget lächelte, als Mark äußerte, Jones, welcher ein ziemlich gut ausſehender Burſche war, werde für Johanne einen ganz paſſenden Gatten abgeben, und er zweifle nicht, daß er in ſeiner Eigenſchaft als obrig⸗ keitliche Perſon in den nächſten ſechs Monaten ſich aufgefordert ſehen werde, ſie zu vereinigen. Die Abſichten der Wilden ließen aber die Geſellſchaft in dieſem Augenblicke an nichts weniger als an Heirathen denken, und man vereinigte ſich, um Rath zu halten, in welcher Weiſe man ſich zu verhalten habe. Da Mark als das Haupt der Colonie betrachtet wurde und in jedem Betrachte die meiſte Erfahr und al A eine g hatten bewegl des S nomm 2 hamor nöthig ſchaffe Stelle theidi ablief den 5 ſichtis nicht hier über Buch beher etwa wenr ihn und klein war *) nahm ) nach Einge⸗ Rauch as Riff herweiſe Verſuch e beiden uppe ſo dieſem Wären würden bewäl⸗ was ſie wußten, uer, ihre ffen und n dieſem eine gute ls Mark Burſche abgeben, als obrig⸗ fgefordert Ulſchaft in en denken, cher Weiſe Haupt der die meiſte — 331— Erfahrung hatte, verſchaffte ſeine Anſicht ſich ſofort Geltung und alle ſeine Rathſchläge wurden angenommen. Am Bord des Schiffes waren acht Karronaden,*) damals eine ganz neue Art Kanonen, die auf Rädern ſaßen. Sie hatten die Stärke von Zwölfpfündern, waren aber leicht und beweglich. Auch fehlte es nicht an Munition in dem Magazine des Schiffes, denn die Reiſe zu den Fejer's wurde nie unter⸗ nommen, ohne für zureichende Bewaffnung Sorge zu tragen. Mark ſchlug vor, ſchon den nächſten Tag mit dem Nes⸗ hamony nach dem Riffe zu eilen, um zwei Kanonen nebſt dem nöthigen Vorrathe von Pulver und Blei auf die Kuppe zu ſchaffen. Auf dem Abſteig oder der Treppe fand ſich eine Stelle, wo es leicht war, ſich gegen ein ganzes Heer zu ver⸗ theidigen, denn die Felſen, welche auf jeder Seite ſenkrecht abliefen, traten hier ſo nahe zuſammen, daß es möglich war, den Zugang durch ein Thor zu ſperren. Dieſes Thor beab⸗ ſichtigte Mark aber jetzt noch nicht einzuſetzen, weil er es nicht für nöthig hielt. Er beabſichtigte bloß, die Kanonen hier aufzuſtellen,— die eine auf ein Felsſtück unmittelbar über dem Eingang, wo ſie die Einfahrt in die Bucht, die Bucht ſelbſt und den ganzen unteren Theil der Treppe beherrſchte; die zweite aber auf eine andere natürliche Terraſſe, etwas weiter oben, wo ſie nicht nur den Paß, ſondern auch, wenn man dieſen als eine Art Brüſtung benützte und durch ihn feuerte, die Schlucht auf eine bedeutende Strecke abwärts, und die Einfahrt in die Bucht, ſo wie die volle Hälfte des kleinen Beckens beſtreichen konnte. Bob billigte dieſen Plan vollkommen, alle die Seeleute waren aber zu ſehr daran gewöhnt, ihren Ofſizieren zu *) Kleine Feldſtücke. Der Ueberſetzer. gehorchen, als daß ſie das Geringſte gegen die Vorſchläge Mark's eingewendet hätten. Bob war der einzige, der die Kuppe umſegelt hatte; aber er, und Mark und Heaton, welche einen ziemlichen Theil der Klippen umfahren hatten, ſtimmten darin überein, daß Niemand daran denken könne, die Ebene der Kuppe zu erreichen, er müßte denn über die„Treppe“ heraufkommen. Dadurch wurde natürlich die Befeſtigung der letztern ein um ſo wichtigerer Gegenſtand, als ſie die ganze Inſel in ein zweites Gibraltar verwandelte. Das Riff blieb allerdings den Plünderern bloßgeſtellt; Mark war jedoch der Anſicht, wenn einige von ihnen in dem Schiffe blieben und über zwei oder drei Kanonen verfügen könnten, würde es nicht ſchwer ſein, fünfhundert Inſelbewohner abzuwehren. Was den Krater betraf, ſo war er leicht uneinnehmbar zu machen. Bei dieſer Zuſammenkunft ſchlug Heaton vor, eine Art Regierung und Behörde zu ſchaffen, die zu unterſtützen jeder feierlich ſchwören ſollte. Dieſer Gedanke wurde beifällig auf⸗ genommen und Mark einſtimmig auf Lebenszeit zum Statt⸗ halter erwählt; die Vorſchriften des Rechtes ſollten neben ein⸗ zelnen Beſtimmungen, welche nach dem Bedürfniſſe von Zeit zu Zeit durch drei, gleichfalls auf Lebenszeit erwählte Perſonen erlaſſen würden, als Geſetz gelten. Dieſer Rath beſtand aus dem Statthalter, Heaton und Betts. Die menſchliche Geſell⸗ ſchaft hat keine große Schwierigkeit, ſich nach Grundſätzen der Billigkeit zu regeln, wo der Bedürfniſſe wenig und die Intereſſen einfach ſind. Die Gewalt der letzteren führt gewöhnlich von der rechten Bahn ab. Die meiſten Bürger unſerer Inſel⸗Gemeinde waren an den Gedanken gewöhnt, Bildung und Erfahrung gäben einem gewiſſen Mann Anſprüche auf eine höhere Stellung, und bis jetzt hatte der Demagogis⸗ 1 mus be liche G waren, die Ver jetzt noe Tage er es ſei e unwiſſer Mann“ M mit de ſich zus eine Y mit W letzteren Felſeng Umfan Entfer! um da trocken Eindra 3 nackten in der rend 2 er wüt wohin g hatte, Schlu. rſchläge der die welche timmten e Ebene Treppe“ ung der ie ganze iff blieb doch der eben und es nicht n. Was machen. eine Art zen jeder pllig auf⸗ m Statt⸗ eeben ein⸗ von Zeit Perſonen tand aus he Geſell⸗ ſſätzen der und die ren führt n Bürger gewöhnt, Anſprüche demagogis⸗ * — 333— mus bei ihnen noch nicht Platz gegriffen. Wenige unerläß⸗ liche Geſetze, welche durch ihre eigenthümliche Lage bedingt waren, wurden berathen und bekannt gemacht, und dann ging die Verſammlung auseinander. Glücklicherweiſe war man bis jetzt noch ſehr, ſehr weit von jener Lieblings⸗Sophiſtik unſerer Tage entfernt, welche den Unerfahrenen glauben machen will, es ſei ein Vortheil, wenn der Geſetzgeber ſeine Laufbahn ſo unwiſſend als möglich beginne, damit er ein„ſelbſt gemachter Mann“ werde, wie man es zu nennen pflegt. Mark übernahm nun die Gewalt und gab ſeine Befehle mit dem nöthigen Nachdruck. Seine Aufmerkſamkeit wendete ſich zuerſt der Befeſtigung der Kuppe zu. Man hatte bereits eine Menge Gewehre und Vogelflinten hier, da Heaton ſich mit Waffen und Munition gut verſehen hatte. In Betreff der letzteren erhielten Peters und John den Auftrag, eine Art Felſengrotte herzurichten, welche nicht nur von gehörigem Umfange, ſondern auch zu einem ſolchen Zwecke in nicht großer Entfernung von dem Ende der Treppe, paſſend gelegen war, um das Pulver u. ſ. w. zu bergen. Die Grotte war ganz trocken— ein unerläßliches Erforderniß— und gegen den Eindrang von Waſſer in gleicher Weiſe geſchützt. Zunächſt mußte ein großer Haufe trocknen Holzes auf der nackten Höhe der Kuppe aufgeſchichtet werden. Dieſes ſollte in der Nacht angezündet werden, wenn die Canoe's ſich wäh⸗ rend Mark's Abweſenheit ſehen ließen; denn dieſer glaubte, er würde ein ſolches Signal von dem Riff aus ſehen können, wohin er abzugehen im Begriffe ſtand. Nachdem der Statthalter dieſe Einrichtungen getroffen hatte, beſtieg er mit Betts, Bigelow und Soerrates die Schluppe, während Heaton nebſt Peters und Jones zurück⸗ — 334— n Theil der weiblichen Geſellſchaft Sorge zu tragen. Wir ſagen„für den größern Theil,“ denn Dido und Juno wurden mitgenommen, damit ſie für die Küche und die Wäſche der ganzen Colonie ſorgten; ein kleiner Theil dieſer Wäſche wurde in der Barkaſſe mitgeſchickt, der größere war aber in dem Schiff. Mark hatte großen Wider⸗ willen gegen dieſes Geſchäft, und da er in dem Schiffe ſo viel Hemden hatte als er wollte, fand Bridget ein volles Hundert, die in den„Waſchkorb“ kamen. Es war daher nicht zu beſorgen, daß die„Wäſche“ zu klein ausfallen würde. Die Veränderungen, welche die Felſen erfahren hatten, ſetzten Bob in großes Erſtaunen. Wo früher Waſſer war, über das er oft mit ſeinem Floße gefahren, ſah er jetzt trocknes Land. Auch das Ausſehen des Kraters erregte ſeine große Bewunderung. Er war jetzt ein Hügel von glänzendem, leb⸗ haftem Grün, und Kitty und ihre neue Geſellſchaft hielten das Gras ſo kurz, als man nur wünſchen konnte. Auch das Innere ſiel ihm mächtig auf, denn er ſah dort, außer dem Garten, der, obgleich man den Abgang der Hecke ein wenig gewahrte, in der vollſten Pracht dalag, eine weite Wieſen⸗ fläche mit dem ſchönſten Graſe, das zum Mähen reif war, ſich ausdehnen. Mark hatte dieſen Umſtand bei ſeinem letzten Beſuche bemerkt und Socrates brachte Senſe und Heugabel mit, um dieſe Erndte einzuthun. Am Morgen nach der Ankunft gingen Alle an ihre mannig⸗ fachen Geſchäfte. Die Frauen ſtellten ihre Gefäße unter einem Zeltdach an der Quelle auf und waren bald bis an die Ellen⸗ bogen im Seifenſchaum. Die Senſe wurde in Bewegung geſetzt und die Barkaſſe an das Schiff herangebracht. Drei kräftige Seemänner hißten bald die Karronaden herauf und verſtauten blieben, um für den größer ſie in Dutzen an Bo NT Fiſche, in ſeir finden koſt, Jahre für re Fäſſer Salz annel mit d Schy Mar Bark grun „Me und das Ma ſein um gro⸗ vor und Wͤ ellſchaft „“ denn für die kleiner ickt, der Wider⸗ ſcchiffe ſo n volles ar daher en würde. n hatten, ſſer war, t trocknes ine große dem, leb⸗ fft hielten Auch das außer dem ein wenig te Wieſen⸗ reif war, nem letzten Heugabel re mannig⸗ unter einem die Ellen⸗ gung geſetzt drei kräftige d verſtauten —, 335— ſie in dem kleinen Boote. Die Munition folgte und ein halbes Dutzend Fäſſer mit Rind⸗ und Schweinfleiſch wurden gleichfalls an Bord des Neshamony gebracht. Mark berührte dieſes Fleiſch jetzt nur noch ſelten; denn Fiſche, Eier, junge Hahnen und friſches Schweinfleiſch waren in ſeinen Vorrathskammern ſtets in hinreichender Menge zu finden. Ein Theil der Männer aber ſehnte ſich nach Schiffs⸗ koſt, und da Rind⸗ und Schweinfleiſch nun ſeit mehr als zwei Jahren in den Fäſſern vermacht war, hielt es der Statthalter für räthlich, ihrem Verlangen entgegen zu kommen. Die leeren Fäſſer ließen ſich auf der Kuppe ganz gut verwenden und das Salz war, wenn man es trocknete und pulveriſirte, ganz annehmbar. Der Tag verging mit der Belaſtung des Neshamony und mit der Beſorgung mannichfacher Geſchäfte auf dem Riffe. Die Schweine waren alle herangekommen und ſtrotzten von Fett. Mark erlegte eins und ließ den größten Theil deſſelben in die Barkaſſe bringen. Auch ſchickte er Bob auf ſeinen alten Angel⸗ grund, in der Nähe der Lehm⸗Inſel, woher er faſt hundert „Meerſchweine“ zurückbrachte. Auch dieſe wurden vertheilt und der Abendtiſch der Geſellſchaft damit verſorgt, während das übrige in die Barkaſſe kam. Um zehn Uhr des Abends ging der Neshamony ab und Mark ſteuerte ihn bis in das offene Gewäſſer, wo er Bob an ſeinen Platz ſtellte. Bigelow war in dem Schiffe geblieben, um das verſtaute Holz zu„überhohlen„“ deſſen ſich noch eine große Menge zwiſchen den Decken und in dem untern Raume vorfand; auch die ganze Socratesfamilie war noch anweſend und beſchäftigte ſich theils mit der Heuerndte, theils mit der Wäſche. — 336— Ehe ſich Mark niederlegte, um ein Schläfchen zu halten, nahm er einen guten Ausguck nach ſüdwärts, wo das Feuer⸗ ſignal gegeben werden ſollte, als Zeichen, daß die Wilden im Laufe des Tages Angeſichts der Inſel erſchienen waren. Da alles dunkel blieb, legte er ſich beruhigt nieder und ſchlief, bis Bob berichtete, die Barkaſſe laufe gegen die Felſen heran. Betts rief ihn auf, weil der ehrliche Burſche in der größten Verlegenheit war, wo er den Eingang in die Bucht zu ſuchen habe. So dicht ſchloſſen ſich die Felſen einander an, daß die Mündung des kleinen Hafens nur denen zu Geſicht kam, welche der Zufall ganz dicht und in einer beſondern Richtung an die Klippen heran führte. Mark ſelbſt war dieſer ſchmale Eingang nur durch Zufall zu Geſicht gekommen, als er zum erſten Mal hierher ſteuerte, ſonſt hätte er der Hoffnung, auf die Klippen zu kommen, entſagen müſſen; denn ſpätere Unterſuchungen bewieſen, daß man in dem ganzen Umkreis der Vulkan's⸗Kuppe nur auf dieſe einzige Stelle zu der Ebene emporſteigen konnte, wenn man ſeine Zuflucht nicht zum Sprengen der Felſen und zu Arbeiten von einem Monat, ja einem vollen Jahre nehmen wollte. Bob hatte eine der zwei Drebbaſſen des Schiffs als Bewaffnung des Neshamony mitgebracht und feuerte ſie unter den Klippen als Signal der Rückkehr ab. Dieß brachte ſogleich alle Männer herab, und ihrer vereinten Kraft gelang es, die Karronaden auf die ihnen angewieſenen Stellen zu bringen. Um die Kanonen abzublaſen, ließ der Statthalter beide mit einer Kugel und mit Kartätſchen laden. Die Kanonen unmit⸗ telbar über dem Eingang richtete er ſelbſt und brannte ſie ab. Die ganze Ladung ſchlug in die Mündung ein und wirbelte das Waſſer in wildem Giſcht auf. Die andere Kanone wurde ſo ge die K wirkſ man anne für d gebre nahr wore veru befu auf denn wur rigk fand Elle auf kön! der ben ein halten, Feuer⸗ lden im n. Da lief, bis ran. in der e Bucht einander Geſicht eſondern ar dieſer nen, als voffnung, ſpätere Umkreis der Ebene icht zum onat, ja hiffs als ſie unter e ſogleich g es, die bringen. beide mit en unmit⸗ ite ſie ab. d wirbelte one wurde — 337— ſo geſenkt, daß ſie die Treppe beſtrich und es fand ſich, daß die Kugel den ganzen Pfad auf mehr als hundert Ellen ſehr wirkſam geſtreift hatte. In der Nähe jeder Kanone richtete man in den Felſen kleine Magazine ein und nun konnte man annehmen, der wichtigſte Theil der Vertheidigungsanſtalten ſei für den Augenblick auf genügende Weiſe beſeitigt. Der übrige Theil der Fracht wurde ausgeladen und bergan gebracht,— eine mühſame Arbeit, die drei volle Tage hin⸗ nahm. Die Vorräthe wurden unten geöffnet und unterſucht, worauf eine gute Hälfte des Schweinfleiſches zu Seifenfett verurtheilt, das Rindfleiſch aber noch geſund und ſchmackhaft befunden wurde. Das noch eßbare Fleiſch wurde in Körben auf die Ebene gebracht und droben wieder in die Fäſſer gethan; denn die Arbeit, die vollen Fäſſer auf die Höhe zu ſchaffen, wurde ſehr bald als faſt unmöglich aufgegeben. Dieſe Schwie⸗ rigkeit veranlaßte Mark, mit ſich zu Rath zu gehen, und er fand eine Felsplatte, die auf einer Höhe von vollen hundert Ellen über dem Eingange hing und an eine Terraſſe ſtieß, auf welcher ein ganzes Regiment in Parade hätte aufziehen können. Hier beſchloß er einen Ladebaum aufzuſtellen; denn der Auf⸗ und Abſteig zu dieſer Terraſſe, wie man den Raum benannte, war ſo bequem, daß man ohne Schwierigkeit mit einem Wagen hätte anher kommen können, wäre ein Wagen zu haben geweſen. Die„Terraſſe“ konnte auch für Schützen in einem Kampfe benützt werden, und Mark beſchloß, nachdem er die Oertlichkeit genauer in Augenſchein genommen hatte, einen der zwei Sechspfünder herüberſchaffen und hier aufſtellen zu laſſen, wo er die Mündung völlig beſtrich. Von der Höhe konnten die Kugeln auf mehr als eine(engliſche) Meile außer⸗ halb des Hafens nach allen Seiten geſchleudert werden. 235— 237. 22 — 338— Heaton hatte nichts von den Canoe's geſehen, und auch Mark gewahrte in den nächſten vier Tagen nach ſeiner Rück⸗ kehr keine Spur von den Wilden, obgleich er jeden Tag auf der Gruppe war, um das Meer ſelbſt ins Auge zu faſſen. Er kehrte daher am fünften Tage wieder nach dem Riffe zurück und nahm dieſes Mal Bridget mit. Dieſe hatte ihre große Freude an dem Schiffe, deſſen Kojen ſo viel angenehmer und behaglicher waren, als die Zelte, und in denen ihr Gatte ſo lange einſam gelebt hatte. Als der Statthalter auf dem Riff ankam, ſah er mit Staunen, daß Bügelow das Gerüſt eines noch größern Bootes als die Barkaſſe aufgeſchlagen hatte; es hatte einen Gehalt von vierzehn Tonnen, war aber eher geformt, um zu tragen, als um zu ſegeln. Er hatte, als er das Gerümpel in dem Schiff überholte, nicht allein alle einzelnen Theile dieſes Bootes, ſondern auch das Material zu einem etwas ſtärkern Boote, als die Bridget war, vorgefunden, das man außer dem Dingui zum gewöhn⸗ lichen Dienſte mitgeſchickt zu haben ſchien, wenn ſich etwas begeben ſollte, das den Verluſt der zwei Boote herbeiführte, die ſtets im Dienſte verwendet wurden. Dieß waren in der That Schätze, indem Fahrzeuge dieſer Größe für die Coloniſten faſt unentbehrlich waren. Während des nächſten Monats waren mehrere„Hände“ beſchäftigt, dieſe zwei Boote zuſammen zu ſetzen, worauf ſie in das Waſſer gebracht, aufgetakelt und zum Gebrauch über⸗ liefert wurden. Das größte Boot der kleinen Flotte, das ſelbſt vorne ohne Deck, und nicht nur leichter gebaut, ſondern auch leichter getakelt war, denn es hatte ein großes Sprietſegel, das geiete⸗ wurde währe Wonn ſchwa ganz viel( müßi dem Schy dem und Schr Anze Kokt einer ſich keit auff wog Ra Die nur als auch Kück⸗ auf ſſen. urück große und tte ſo rmit ootes zehalt ragen, bholte, auch zridget wöhn⸗ etwas führte, r That en faſt dände“ auf ſie h über⸗ ne ohne leichter geiete, — r Mutter Heaton's Mary genannt; wäh⸗ Boot die Herzen der Socrates⸗Familie mit n es bekam den Namen Dido. Da es ar, paßte dieſe Benennung Boot due ſeinem alten Veip wurde zu Ehren de während das kleine Wonne erfüllte, den ſchwarz wie ein Rabe gemalt w ganz gut, und Goc erklärte,„tas viel Ehre an.“ Während alles dieß vorrückte, blieb der Neshamony nicht müßig. Er machte in dieſem Monate ſechs Reiſen zwiſchen dem Riff und der Kuppe, welcher letztern er Fiſche, friſches Schweinfleiſch⸗ Salz, Eier und mannigfache Bedürfniſſe aus dem Schiffe zuführte. Ein Theil des Geflügels wurde gefangen und auf die Kuppe gebracht, nicht minder ein halbes Die Rückfracht beſtand aus Rohrvögeln in großer cht, Bananen, deckte, und die es fand Schweine. Anzahl, mehreren anderen Vögelarten, Brodfru Kokusnüſſen und einer Frucht, welche Heaton ent einen köſtlichen Erdbeeren⸗ähnlichen Geſchmack hatte; ſich ſpäter, daß es die charramoya war, deren Duft, Lieblich⸗ keit und Wohlgeſchmack alles dieſer Art weit hinter ſich läßt. Bridget pflückte auch auf dem Gipfel ein Körbchen mit großen wilden Erdbeeren und ſchickte ſie Anne, ihrer Schweſter nicht nur mit jeder Fahrt n auch friſche Butter übermachte. orden und die zwei Kühe gaben ann faſt ſo viel Butter, auffallend wogegen dieſe Rahm und Milch, ſonder Die Kälber waren entwöhnt w nun eine Menge Milch, und man gew als man brauchte. Für die Herrichtung des Kraters trug Socrates Sorge. Er ſammelte das Heu und ſchichtete es inmitten der Aue auf; reinigte den Garten gründlich und traf Anſtalten, ihn zu erweitern, obgleich er jetzt ſo viel abwarf, daß die ganze Geſellſchaft davon leben konnte. Dutzend. — 340— Auf der Kuppe grub Peters, der eine Art Landbauer war, einige Acker fruchtbaren Lehms um und umzäunte ſie mit Buſchwerk, damit es Eden nicht an einem Garten fehle. In der That ſchien ein ſolcher überflüſſig, obſchon die, welche an Salat, Bohnen, Erbſen, Zwiebeln, Gurken und alle die gewöhnlichen Vegetabilien einer civiliſirten Küche gewöhnt waren, der überſüßen Erzeugniſſe der Tropenländer gar bald müde wurden. Die wilden Feigen aber glaubte Heaton, der ein tüchtiger Gärtner war, nützlich machen zu können. Er wählte einige der ſchönſten jungen Stämme, deren Frucht ein wenig annehmlicher ſchmeckte, als die der übrigen, rottete ihre Nachbarn aus und ließ ſo Luft und Sonne frei herzu. Er putzte ferner die Aeſte aus, grub das Erdreich auf und düngte die Wurzeln mit Guano, deſſen Anwendung Mark ſeinen Mit⸗ Anſiedlern gelehrt hatte, obgleich Bigelow auch bereits damit bekannt war, da er in Peru gewohnt hatte, während Bob den Statthalter ſelbſt früher in dieſes Geheimniß eingeweiht hatte. Der Statthalter und ſeine Gemahlin, wie die Gemeinde nun Herrn Mark Woolſton und ſeine Gattin zu nennen begannen, waren im Begriffe, ſich in dem Neshamony einzu⸗ ſchiffen, um, nach einem Aufenthalte von mehr als vier Wochen auf dem Riffe, Vulkan's Kuppe zu beſuchen, als Gegenbefehl erſchien, da gewiſſe Zeichen in der Atmoſphäre auf etwas wie eine neue Windsbraut hindeuteten.. Der Sturm zog alles Ernſtes heran, jedoch ohne die unſe⸗ ligen Folgen, welche ihn das letzte Jahr begleitet hatten. Der Wind heulte furchtbar, das Waſſer wurde in alle Straßen, Buchten, Arme und Kanäle der Gruppe getrieben und über⸗ ſpülte viele der Inſeln, Klippen u. ſ. w. obgleich eine Ueber⸗ fluthung der wichtigeren Punkte nicht ſtattfand. Auf dem Riffe mehre ohne das Verã außer bildet verſc bleib die habe viele bilde war Neg Abr war, mit In de an die vöhnt bald , der Er zt ein e ihre . Er hüngte Mit⸗ damit bb den hatte. meinde nennen einzu⸗ Vochen nbefehl as wie e unſe⸗ n. Der traßen, d über⸗ Ueber⸗ uf dem — 341— Riffe ſelbſt ſtieg das Waſſer um einen Faden, blieb aber um mehrere Fuß von der Fläche der Inſel fern und Alles ging ohne andere Folgen vorüber, als daß die neuen Coloniſten das Klima ein wenig kennen lernten. Mark bemerkte bei dieſer Gelegenheit zum erſten Mal eine Veränderung, welche allmählich mit der Oberfläche des Riffs außerhalb des Kraters vor ſich ging. In den meiſten Höhlen bildeten ſich Ablagerungen der mannigfachſten Arten Meergras, verſchiedene vegetabiliſche Stoffe anderer Gattung, die Ueber⸗ bleibſel der im letzten Jahre angeſchwemmten Fiſche und alle die unbeſchreiblichen Theilchen, welche je dazu beigetragen haben, in der Nähe des Menſchen Boden zu zeugen. Es gab viele ausgedehnte Stellen auf dem Riffe, welche flache Becken bildeten, in denen der ſich bildende Boden deutlich ſichtbar war. In allen dieſen Becken blieb die Feuchtigkeit von einem Regenguſſe zum andern und Mark hatte ſie mit Freund Abraham White's Grasſamen beſäet, um den wohlwollenden Abſichten der Natur zu Hilfe zu kommen. In weniger als einem Monate begannen ſich grüne Stellen auf den dunklen Felſen zu zeigen, und man hatte Grund zu hoffen, das ganze Riff in wenigen Jahren in eine lachende grüne Fläche ver⸗ wandelt zu ſehen. Der Boden konnte allerdings, einzelne Stellen ausgenommen, nicht ſofort die nöthige Tiefe gewinnen; in jenem Klima aber, wo Wärme und Feuchtigkeit vereint die Vegetation auf das raſcheſte empor trieb, war es leicht, Boden für jede Grasart zu erhalten. Auch beſchränkte ſich Mark's ſorgliche Vorſicht nicht auf dieſen Punkt allein. Socrates wurde in dem Dingni auf die Prärie geſchickt, welche die Schweine nun ſeit vollen zwei Monaten umwühlten, und Meergras und Schlamm, allerdings — 342— etwas wild, aber ſehr ausgedehnt miſchten; und hier ſtreute er Lieſchgras⸗Samen in reicher Fülle aus. Socrates, der ein ſchlauköpfiger Burſche war, brachte von dieſer Fahrt eine Nachricht mit, welche für die Ackerbaupläne der Anſiedler nicht ohne Wichtigkeit war. Nach ſeinem Berichte fanden ſich dieſe reichen Ablage⸗ rungen von Schlamm und Meergras auf einer Art Halbinſel, welche durch einen Zaun von einiger Länge gegen die Ein⸗ fälle der Schweine, Kühe u. ſ. w. geſchützt werden konnte. Dieß war da ein günſtiger Umſtand, wo man hoffen konnte, zu allen Zeiten Holz herbei ſchaffen zu können; der Schwarze hatte aber von der Kuppe gewiſſe Baumpflänzchen mitgebracht und hundert Stellen des Riffes bepflanzt, wo die Tiefe der Ablagerungen und andere Umſtände den Aufwuchs zu beſchleu⸗ nigen verſprachen. Wenn auf der Prärie Gras erzielt werden konnte, ſo war dieß ein Schatz für die Colonie, denn ihr Umfang betrug volle tauſend Acker. Socrates' Unterſuchungen waren auch in anderer Hinſicht vielverſprechend. Der Schlamm war bereits ausgetrocknet und die Ablagerung des Salzes ſchien nicht ſehr bedeutend zu ſein, indem nur wenig Waſſer nach der Ueberfluthung oder der Erhebung der Kruſte des Bodens zurückgeblieben war. Die Regengüſſe hatten das ihrige gethan und in vielen Theilen der Fläche ſtachen bereits gewiſſe wilde Grasarten hervor. Da die Schweine daſſelbe Land ſchwerlich zweimal umwühlten, wollte man ſie nicht ferne halten, ſondern ließ ſie nach Belieben auf dem weiten Raum umher ſtreifen, da man hoffte, ſie würden deſſen Er⸗ giebigkeit vermehren, wenn ſie die Boden⸗Elemente unter⸗ einander brächten. In einem ſolchen Klima iſt jeder Wechſel des vegetabiliſchen Charakters ſehr raſch, und da jetzt Niemand ſtreute der ein t eine iſiedler lblage⸗ lbinſel, 2 Ein⸗ konnte. konnte, hwarze ebracht efe der eſchleu⸗ werden nn ihr hungen hlamm Salzes Waſſer ſte des n das bereits daſſelbe e nicht weiten ſen Er⸗ unter⸗ Wechſel tiemand mehr daran dachte, die Anſiedelung aufzugeben, war es ſehr wünſchenswerth, der verſchiedenen Wohlthaten der Civiliſation ſobald als möglich habhaft zu werden. Sämmtliche Schwarze blieben auf dem Riff, und Mark ſelbſt brachte einen guten Theil ſeiner Zeit hier zu. Bei ihrem nächſten Beſuch auf der Kuppe fanden ſie Alles in gedeihlichem Zuſtande, beſonders ſah der Garten ungemein gut aus. Die Vulkaniſten hatten ihre Melonen in ziemlicher Menge und alle Gemüſearten in Ueberfluß. Man beſchloß, eine der Kühe auf der Kuppe zu laſſen, die andere aber auf den Krater zu bringen, wo ſich hinreichendes Gras fand, um zwei bis drei dieſer Thiere zu nähren. Bob hatte zu dieſem Zweck Auftrag erhalten, Garten und Aue mit Tauen und in den Boden getriebenen Pfoſten zu umzäunen. Als daher die Anne von ihrer erſten Reiſe zu der Kuppe auf das Riff zurückkehrte, wurde ihr eine Kuh an Bord gegeben; dieß geſchah bloß, um bequemer Milch zur Hand zu haben; alle übrigen Thiere blieben auf der Kuppe, wo Gras genug war, um tauſende von Vierfüßlern reichlich zu nähren. Die Rückfracht der Anne bei dieſer ihrer erſten Reiſe beſtand jedoch größtentheils aus Schiffsbauholz. Heaton hatte in den Wäldern, welche die Ebene umgürteten, viele Theka⸗ bäume gefunden und Bigelow war angewieſen worden, ſie zu dem Spann eines Schoners zu verarbeiten, der etwa achtzig Tonnen Gehalt haben ſollte. Ein Fahrzeug dieſer Größe ſchien von dem größten Nutzen werden zu können, da es die Coloniſten in den Stand ſetzte, nach Belieben jeden Theil des ſtillen Meeres darin zu befahren und ſich alle Vorräthe zu verſchaffen, deren ſie benöthigt waren. Dieß war jedoch nicht Alles; wenn man ſie mit zwei Karronaden bemannte, machte man ſich zum — 344— Meiſter des Meeres, ſofern es ſich wenigſtens von den Einge⸗ borenen handelte. Mark hatte mehrere Werke über Schiffsbaukunſt und Bigelow hatte früher eine Brig von mehr als hundert Tonnen Gehalt bauen helfen. Sodann hätte man die Vorräthe, Takelage, Kupfer u. ſ. w. des Schiffes nie beſſer benützen können, als bei der Erbauung eines neuen Fahrzeugs, und man war der Anſicht, es dürfte alles Nöthige zu zwei, ja drei ſolchen Fahrzeugen liefern. Aus Artigkeit gegen ſeinen alten Schiffsherrn nannte Mark dieſen werdenden Schoner „Freund Abraham White,“ obgleich man ihn ſpäter kurzweg „Abraham“ zu nennen pflegte. Das Zimmern des Spannes dieſes beabſichtigten Schoners war für erfahrene amerikaniſche Zimmerleute und mit jenem herrlichen Geräthe der Civiliſation, der amerikaniſchen Art, etwas ungemein leichtes. Nicht ſo leicht war es aber, das Bauholz in die Bucht hinab zu ſchaffen. Mit dem Kiele vor⸗ züglich hatte man viele Mühe. Heaton hatte aber ſowohl Karren als Wagenräder mitgebracht, und es fragt ſich, ob ohne dieſe irgend eine Kraft, über welche man zu gebieten hatte, ausreichend befunden worden wäre, um mit dieſer Laſt zum Ziele zu gelangen. Indem man ſie aber mit Ketten unter den Achſen befeſtigte, gelang es, ſie zu bewegen, obgleich ſelbſt mehrere der Frauen bei dem Heben hilfreiche Hand leiſten mußten. Als man die Treppe erreicht hatte, wurde das Holz auf den Fels niedergelaſſen und mit gelegentlicher Beihilfe von Hebeln und Eiſenſtangen abwärts geſchleift. Als es das Waſſer erreichte, fand man, daß es viel zu ſchwer ſei, um zu ſchwim⸗ men, und es koſtete ſehr viel Mühe, um es wieder ſo weit zu heben, daß es vertaut werden konnte. Die Anne verwendete, um mal und lichk Abre Wer Mö faſt, den ſich mit Frei nan gew Caj genn The thei and Me mech wie entt Her wal verf ſich Einge⸗ und onnen räthe, rützen und i, ja ſeinen honer rzweg oners jenem Arxt, „ das vor⸗ wohl , ob bieten r Laſt unter ſelbſt leiſten Holz fe von Vaſſer hwim⸗ deit zu ndete, um mit dieſem Kiel im Schlepptau die Reiſe zu machen, drei⸗ mal ſo viel Zeit, als ſie ſonſt brauchte. Sie langte jedoch an, und das Legen des Kiels ging nicht ohne eine gewiſſe Feier⸗ lichkeit in Gegenwart faſt aller Glieder der Colonie vor ſich. Das Ausbringen und Aufſchlagen des Spannes des„Freund Abraham White“ nahm ſechs Wochen hin. Man legte großen Werth auf das Gelingen dieſer Arbeit und Jeder that ſein Möglichſtes, um das Werk zu fördern. Anfangs glaubte man faſt, in dem Schiffe ſeien nicht Vorräthe genug zu finden, um den Schoner mit Planken zu belegen, und die Anſicht machte ſich geltend, man werde den Rancocus abbrechen müſſen, um mit der Arbeit zu Stande zu kommen. Zu Bridget's großer Freude war aher des guten alten Nancocus Stunde— ſo nannte man ihn, obgleich er damals eben acht Jahre alt geworden— noch nicht gekommen, und ſie durfte in ſeiner Cajüte noch einige Monate wohnen bleiben. Man fand Planken genug, indem man die des Zwiſchendecks benutzte, welches zum Theil noch gar nicht verbolzt war. Heaton war ein Mann von ſeltenen Anlagen, welche er theilweiſe glücklich auszubilden bemüht geweſen war. Unter anderen Fertigkeiten beſaß er auch eine ziemliche Kenntniß von Mechanik; denn er wußte nicht nur, in welcher Art die meiſten mechaniſchen Vorrichtungen gebraucht wurden, ſondern auch, wie man ſie fertigte. Da wo der Bach ſich über die Felſen in die See ſtürzte, entdeckte er eine ſo herrliche Lage für eine Mühle, wie ſie das Herz eines Menſchen nur wünſchen konnte. Es würde ihn wahrhaft unglücklich gemacht haben, über eine ſo günſtige Lage verfügen zu können und ſie nicht zu benützen, und er fühlte ſich nicht eher behaglich, als bis er und 1d Peters— der für ähn⸗ — 346— liche Dinge auch Geſchmack und Geſchick hatte— tüchtig an der Arbeit waren, eine Sägemühle zu bauen. Die Säge hatten ſie aus Amerika mitgebracht, da vorauszuſehen war, daß ein ſolches Werkzeug nöthig werden würde, und drei Monate, nachdem dieſe beiden wackeren Männer ihr Werk begonnen hat⸗ ten, war die Säge im Gange. Die Thekabäume und eine treffliche gelbe Fichtenart, welche hier ſehr häufig war und zu einer ſtolzen Höhe empor wuchs, fanden ſich in der unmittel⸗ baren Nähe der Mühle und begünſtigten ſo das Unternehmen bedeutend. Das Wegſchaffen des zugeſchnittenen Holzes war die große Schwierigkeit, welche beſeitigt werden mußte. Indem man die am günſtigſten gelegenen Bäume zuerſt fällte, konnten dieſe ohne viele Mühe in den oben erwähnten Teich gebracht werden. Wenn ſie aber zu Planken, Dielen u. ſ. w. zugeſchnitten waren, hatte man volle ſieben Meilen bis an die Treppe, in deren Nähe es aus mannigfachen Rückſichten am wünſchenswertheſten war, über ſolche Gegenſtände verfügen zu können. Wäre der Abraham auf ſeinen Stützen geblieben, bis das nöthige Bauholz von der Mühle über die Eden⸗Ebene hätte gebracht werden können, ſo würde das Holz gründlich ausge⸗ trocknet haben, ehe er in das Waſſer gelaſſen worden wäre; dieß war jedoch zum Glück nicht nöthig,— denn man fand an Bord des Schiffes, wie bereits erwähnt, Holz genug, und ein Theil des Dünnholzes ſchnitt man an Ort und Stelle zurecht, ſo daß man mit der Zimmer⸗ und Schreinerarbeit ausreichend zu Stande kam. Wie es ſich von ſelbſt verſteht, vergingen Monate, ehe man mit dem Ausbaue des Schoners und der Mühle fertig ward. Die Arbeiten an dem erſtern wurden oft durch kleine an der hatten aß ein onate, n hat⸗ d eine uind zu mittel⸗ tehmen große an die 1 dieſe verden. waren, deren theſten is das e hätte ausge⸗ wäre; and an ind ein zurecht, eeichend te, ehe efertig kleine — 347— Reiſen in den anderen Fahrzeugen und durch Arbeiten unter⸗ brochen, welche die Erbauung einer Wohnung auf der Kuppe nothwendig machte, denn die Regenzeit rückte jetzt wieder heran, und es war rathſam, ſich dagegen zu ſchützen. Die Erfahrung hatte Mark gelehrt, daß der Winter auf ſeinen Inſeln, wenn man eine Jahreszeit ſo nennen konnte, in welcher die Mehrzahl der Bäume, alle Gräſer und Kräuter und viele Früchte zu wachſen und zu reifen fortfahren, wie im Sommer, eben nicht ſehr furchtbar ſei. Es regnete dann allerdings faſt jeden Tag, es regnete aber bei weitem nicht den ganzen Tag. Größtentheils fiel der Regen in der Nacht, von dem Einbruche der Dunkelheit an bis um Mitternacht. Dennoch konnte es nicht angenehm ſein, eine ſolche Jahreszeit unter einem Leinwandzelt hinzubringen, und alle Anſiedler ſchickten ſich etwa ſechs Wochen vor der Regenzeit zu dem Ausbau eines regelmäßigen Balken⸗Hauſes an. Da die Mühle jetzt ſägte, war dieß kein großes Unternehmen, beſonders da die Fichte ſich leicht zu allem, was nöthig war, verwenden ließ. Heaton zeichnete den Riß ſeines Hauſes mit einiger Rück⸗ ſicht auf Geſchmack, obgleich die Behaglichkeit vor allem in das Auge gefaßt werden mußte. Dieſes Gebäude hatte nur einen Stock, aber volle hundert Fuß Länge und fünfzig Fuß Tiefe. Da es ein gewöhnliches amerikaniſches Wohnhaus mit Schindeln war, ſo ſtand es bald fertig da, denn das Klima machte eben keine große Aufmerkſamkeit auf Wärme noth⸗ wendig. Die Coloniſten hatten eine Anzahl Glasſcheiben aus Amerika mitgebracht, ſo daß es ſelbſt nicht an Glasfenſtern fehlte. Der Fußboden war ſchön und gut ausgelegt; auch Thüren, Fenſterladen u. ſ. w. wurden nicht vernachläſſigt. Ueberdieß wurde das Ganze angeſtrichen, wozu ſich in dem — 2———— ————— — 348— Schiffe Farben in hinreichender Menge vorfanden. Allein Schornſtein und Bewurf fehlten, denn Heaton hatte weder gebrannte Steine noch Kalk. Die erſteren gedachte er zu fer⸗ tigen, und es gelang ihm mit einer kleinen Anzahl; wie er aber zu Kalk kommen ſollte, war ſchwer zu ſagen. Endlich rieth Socrates, man ſolle Auſternſchalen brennen, und da ſich nach langem Suchen in der Waſſerſtraße des Riffs eudlich eine reiche Auſternbank fand, brachten die Boote Schalen in hinteichender Menge, um ſo viel Mörtel zu bereiten, als für die Errichtung des Schornſteins in der Küche nöthig war; denn man waréder Anſicht, daß ein Raum dieſer Art vorerſt für die Bedürfniſſe aller Bewohner Edeus vollkommen ausreiche. Dieſe mannigfachen Beſchäftigungen und Intereſſen nah⸗ men mehrere Monate in Anſpruch und füllten die erſte naſſe Jahreszeit aus, welche die neuen Ankömmlinge als Colonie zu beſtehen hatten. Da ſich Jeder regte und rührte, herrſchte Ueberfluß und Alle fühlten ſich glücklich, denn das Klima war ſo köſtlich, daß ſchon das bloße Daſein ein wonniges Gefühl erzeugte. Nur Peters machte eine Ausnahme. Der arme Burſche grämte ſich ſehr um Pedrilla oder Peggy, wie er das ſchöne junge heidniſche Weib nannte, welches er in Waally's Gebiet zurückgelaſſen hatte. von entn Allein weder zu fer⸗ wie er Endlich da ſich endlich ilen in ils für war; vorerſt zreiche. n nah⸗ naſſe dnie zu errſchte a war Gefühl arme er das aally's In demſelben Verlage ſind erſchienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Nal und Damajanti. Eine indiſche Geſchichte von Friedrich Rückert. Dritte verbeſſerte Auflage. 16. Geh. Rthlr. 1. 10 Sgr. fl. 2. 26 kr. Ulmriſſe zu Nal und Damajanti, entworfen von J. J. Jung. Quer⸗Folio. Rthlr. 1. 10 Sgr. fl. 2. 24 kr. Rückert's Gedichte. Auswahl des Verfaſſers. Mit Portrait und Faeſimile. Neue Auflage. 8. Geh. Rthlr. 1. 22 ½ Sgr. fl. 3. Elegant in Sarſenet gebunden b Rthlr. 2. fl. 3. 36 kr. Ganz neue, theilweiſe umgearbeitete Auflage, in der auch bis jetzt noch ungedruckte Gedichte des Verfaſſers recipirt wurden. Hauptſächlich aufmerkſam machen wir auf den Nachtrag zum Liebes⸗ frühling, in welchem der Dichter am Tage der ſilbernen Hochzeits⸗ feier ſeine Luiſe beſingt. Gottlob, trotz der europamüden Miſere der Tageslyrik iſt dieſe hausbackene Liebespoeſie dem deutſchen Gemüthe immer noch nicht entfremdet. Rückert's Gedichte. Auswahl. Miniatur Ausgabe in 2 Theilen mit 2 Stahlſtichen, eleg. geb. Rihlr. 3. fl. 5. 15 fr. Geſammelte Gedichte von Fr. Rückert. In 3 Bänden. S. Rthlr. 4. fl. 7. Fiebesfrühling von Fr. Rückert. Mit einem Stahlſtich. 12. Geheftet. Rthlr. 1. 10 Sgr. fl. 2. 20 fr. Kaiſer Heinrich IV. Drama in 2 Theilen. Von Fr. Rückert. 12. Rthlr. 2. fl. 3. 30 kr. Chriſtophoro Colombo, oder die Entdeckung der neuen Welt. Geſchichtsdrama in 3 Theilen. Von Fr. Rückert. 8. Rthlr. 2. 15 Sgr. fl. 4. 24 kr. Gedichte von L. Pfau. Geh. Rthlr. 1. 6 Sgr. fl. 2. Derſelbe gehört in die ſchwäbiſche Dichterſchule, die weniger durch Heine's Atta Troll, als durch die neueſte politiſche Richtung unſerer Lyriſchen Poeſie aus dem Herzen der Nation einigermaßen „verdrängt iſt, und doch ſcheint es, als ob wir uns an den Frei⸗ ligrath'ſchen Fremdwörtern und au den Brandraketen der Lenau'ſchen Lerchen nachgerade den Magen verdorben und einmal wieder Luſt hätten(natürlich cum grano salis) zu ſagen:„ein politiſch' Lied, pfui, ein garſtig Lied!“ 9 2 A. 4 Gedichte von C. Dräxler⸗Manfred. Dritte durchaus ver⸗ beſſerte u. vermehrte Aufl. Miniatur⸗Ausgabe. Rthlr. 1. 21 Sgr. fl. 3. Einem reichen, poetiſchen Talente, verbunden mit einem hohen Gefühle für Schönheit verdanken wir in Drärler⸗Manfred's Ge⸗ dichten eine Maſſe des Anmuthigen und Zart⸗Sinnigen. Seine Meiſterſchaft in der Mutterſprache beurkundet er vorzugsweiſe in ſeinen Ueberſetzungen. Außerdem ſtellen ihn ſeine heitere Laune, ſeine große Anſpruchloſigkeit und ſeine bewegliche Phantaſie den beſten Namen der lebenden Dichter an die Seite. O. L. B. Wolff's Vorwurf, Drärler⸗Manfred trete, wo er dem Ton des Tages huldige, nicht prägnant genug hervor, iſt wohl im Ganzen richtig, findet aber ſeine Begründung gerade in der eigenthümlichen Natur dieſes Dichters und ſo dürfte aus einem Vorwurf für ihn ein Vorzug werden. halter nicht Nacht priva ſpeit, melte gen ſchein knüpt achtz wohl ſtänd läßt Min ſchor zöſiſ Claſ fisci ſeien liche unte der gew leiſt Lyri Hal kath dem Phe Anr Zlr. 2. rt. veniger chtung maßen Frei⸗ u'ſchen er Luſt „' Lied, s ver⸗ 1 Sgr. hohen “s Ge⸗ Seine heiſe in Laune, ſie den Wolff's Tages richtig, ir dieſes werden. Gedichte von Milhelm Smets. Neue Sammlung. 8. Geh. Rthlr. 1. fl. 1. 48 kr. Dieſelben ſchließen ſich an die Cotta'ſche Ausgabe an, und ent⸗ halten nur Neues. Smets iſt einer der wenigen Dichter, die nicht bloß ſingen, ſo lange ſie jung ſind. Für eine moderne Nachtigall, die in dem raſchen Zorne einer Jünglingsphaſe alle privaten und öffentlichen Antipathien in Fremdwörterreimen aus⸗ ſpeit, iſt unſer 51 jähriger Stiftherr zu alt. Wie er, deſſen geſam⸗ melte Gedichte ja kaum bei Cotta erſchienen ſind, ſchon wieder 15 Bo⸗ gen neue Poeſien fertig hat, das dürfte allen Denen befremdlich ſcheinen, die gewohnt ſind, die Gunſt der Muſen an die Iugend zu knüpfen, und die ſich für Dichter halten, weil ſie auch einmal im achtzehnten Jahre Liebe auf Triebe reimten. Das Alter muß doch wohl ein Prüfſtein des Dichterberufes ſein. Avoll iſt kein unbe⸗ ſtändiger Flattervogel, und wen er einmal liebgewonnen hat, den ver⸗ läßt er nicht mehr, ſollte er auch wie Goethe ein Greis und ein Miniſter werden. So haben wir von deur 15 jährigen Knaben Smets ſchon ein Diſtichon, das ſich auf Klopſtock und die Meſſiade bezieht: „Heilig war Dein Geſang, und beilig, den Du beſungen: Heilig auch nenn' ich den Preis, den Du Dir rübmlich erſangſt.“ So blieb er auch als Staatszögling unter dem regime des fran⸗ zöſiſchen Kaiſerreichs ein Dichter, obgleich der Schuldirector ihm ſeine Claſſiker(Klopſtock, Hölty, Kleiſt, Schiller, Bürger und Gleim) con⸗ fiscirte, weil ſie gegen Corneille, Racine, Boileau nur Bänkelſänger ſeien. Später als ihn alle Schickſale betrafen, denen die bürger⸗ liche Stellung eines durch ſeine Geburt unbevorzugten Menſchen unterworfen iſt, als er in Folge deſſen unruhig aller Herren Län⸗ der durchzog, aus einem Stande in den andern überging, theils ein⸗ gewurzelten Neigungen, theils dem Zwang äußerer Einflüſſe Folge leiſtend, fiel er doch nie jener Zerriſſenheit anheim, die in unſerer Lyrik ein Modeartikel ward, und er ſchrieb als Maler, Studioſus, Hauslehrer, Soldat, Geſellſchafter, Schauſpieler, Profeſſor und katholiſcher Geiſtlicher überall mit demſelben tiefen innigen Gefühle, dem nämlichen Adel der Geſinnung, der lebendigen, ſchöpferiſchen Phantaſie, und jener Herrſchaft über Form und Sprache, die Aumuth und Wohlklang an ihren Siegeswagen kettet. Gedichte von Heinrich H pffmaun., 8. Geheftet. 26 ¾i Sgr. .1. 30 kr. Hoffmann hat vor kurzem die deutſche Jugend in eine Auf⸗ regung verſetzt, wie ſie ſeit den mittelalterlichen Tagen der Kinder⸗ kreuzzüge nicht wieder vorkam. Die Religion, für die er focht, war der Humor; die Türken, die er aufs Haupt ſchlug, waren die unartigen Kinder; die Kreuzfahne, die er vortrug, war der Struwwelpeter, der allbekannte, in Kinderſtuben und Studirzimmern gleich gern geſehene, am Waſſerbrunnen und in kritiſchen Blättern gleich viel beſprochene Struwwelpeter. Wer den Verfaſſer perſönlich kennt, iſt gewiß auch ein Ver⸗ ehrer ſeines Humor's und Witzes, zwei Eigenſchaften, denen er in der Poeſie neben ſo vielen gewichtigen und claſſiſchen Namen ſeine Geltung verdankt, und die wir im Gebiet der Dichtkunſt um ſo freudiger begrüßen, als ſie nie durch eine jeweilige Richtung der Zeit, ſondern immer nur durch das leichtblütige Naturell des Dichters bedingt werden. . Gedichte von Victor Hugo. Ueberſetzt von F. Freiligrath. gr. 8. Geheftet. Rthlr. 1. 10 Sgr. fl. 2. 20 kr. Freiligrath, deſſen Ruhm als Ueberſetzer beinahe eben ſo groß iſt, als ſein Dichter⸗-Namen, nennt dieſe neue Separataus⸗ gabe der Gedichte Vietor Hugo'’s eine Palingeneſie. O wie manche Ueberſetzung wartet, obgleich ſie's nöthiger hätte als die Freiligrath'ſche, vergeblich auf ihre Palingeneſie? Daß dieſe „wiedergeborne“ Ueberſetzung ſich ganz wie ein Original leſe, und alſo als eingebürgert in unſere Sprache zu betrachten ſei, wird ſchwerlich widerſprochen werden und es geht daraus hervor, zu welch neuen Hoffnungen in Deutſchland eine dermaßen gereinigte Lecture franzöſiſcher Claſſiker berechtigt. Sgr. Auf⸗ 6 inder⸗ focht, waren r der imern ättern Ver⸗ denen tkamen ſt um htung ll des 6 fet. ben ſo ataus⸗ D wie ls die dieſe 2, und wird r, zu einigte 4 2 * 186 4 —— . — 3