8 Leihbibliothek deutſcher, engliſcher und franzöſiſcher Literatur vor Eduard Ottmann in Gießen, Schloßgaſſe Lit. A. Nr. 256. Leih- und Ieſebedingungen. 1. Offensein der Bibliothek. Die Bibliothek ſteht zur Em⸗ p fangnahme und Rückgabe der Bücher jeden von Morgens 7 Uhr bis Abends 8 Uhr offen. 2. Lesepreis. ei Rückgabe eines geliehenen Buches wird von jedem Tag 5 Pf. De aei Die Zeit eines Tages iſt zu 24 Stun⸗ den angenommen. 3. Caution. Unbekannte Perſonen müſſen, bei E ntaegena me eines Buches, eine dem Werthe deſſelben entſprechende Summe hinterlegen, welche bei deſſen Zurückgabe von mir zurücerkaltet wird. 4. Abonnement. Daſſelbe muß voraus bezahlt werden und beträgt: 8 — für iichentlich 2 Bücher: 4 4 Büc hher: 6 Bücher: 1u——— auf 1 Monat: 1 Mk.— Pf. 1 Mr. 50+ Pf. 2 Mk. 31— 3 e—„ 0„ Auswärtige dorhe nten habe n für Hin⸗ und Zurückſendung der. Bücher auf ihre eigenen Koſten und Gefahr ſelbſt zu ſorgen. Schadenersatz. 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Von allen barbarischen Mittelaltern ist das Barbarisch'ste dasMittelalter im Menschenleben; Es ist— ich weifs wahrhaftig selbst nicht was; Doch wenn wir zwischen Narrn und Weisen so schweben, Wenn man so recht nicht weiſs, was im Sinn man hat, Das ist eine Zeit, fast wie ein gedrucktes Blatt, Ein schwarz Papier auf Narrenkäppchen; unter den Haaren Wird's weiſs gesprenkelt— wir sind nicht, was wir waren; 2. Zu alt für Jugend— zu jung, bei fünf Un und dreifsig, Um Ihr Mit Knaben zu spielen, mit Sechzigern zu gehn. Die Möglichkeit kaum, wie man lebet, weiſs ich, Wir leben, doch ist's ein Alter, kaum aus- zustehn. Noch weilt die Liebe, zur Heirath aber ist Zeit nicht mehr. Was andere Liebe betrifft, so ist die Täu- schung verklungen, Nur Geld, die reinste aller Einbildungen, Glänzt aus der Dämm'rung seiner Schöpfung her. 3. 0O Gold! Man nennt den Geizhals miserabel? Auf seine Lust dräut kein Verbleichen ein. Er hat den besten Anker, er das Kabel, Das alle Lust festklammert, grofs und klein. Die den Sparsamen ihr bei Tisch nur seht, Pünf Und als gar nichts sein einfach Mahl verschmaht, Und wie ein Reicher geize, nicht abseht Gründe, Ihr kennt die Bilder nicht aus jeder Käserinde. Lieb', Wollust macht uns krank, noch kränker Wein, Das Spiel gewinnt Verlust, Ehrgeiz verzehret, Doch kommt, erst langsam, Geld, dann schnel- kung ler ein, Und wird durch jeden Kreuzer es vermehret, Giebt's bald mehr Stärke, als Wein, Vieh, Liebe, Waffen, Mehr als der Spieler Schatz, des Staats- manns Flor. n. 0 Gold, weit zieh' ich dem Papier dich vor, Das Bankkredit— ein Dunstschiff— nur kann ein. schaffen. 5. Wer hält das Gleichgewicht der Welt? Wer ist Congrefsfürst— liberal, ob Royalist? Wer macht die nackten Spanier patriotisch glühen? (Wovon jetzt alle Zeitungsblätter schrei'n.) Wer hält die alt' und neue Welt in Mühen, In Lust? Wer läfst die Politik stets ruhig sein? Napoleons Schatten? Ein sein würd'ger Sprosse?— Der Jude Rothschild, und Christ Baring, sein Genosse. 6. Die, und der ächt freisinnige Lafitte, Sie sind Europa's wahre Herren. Ein Darlehn Ist traun nicht blofs spekulative Sitte, Still sein läfst's Völker, Thronen untergehn. Freistaaten auch sind oft etwas geniret; Columbia's Fond hat Pächter, wohl bekannt Auf Börsen; Peru selbst, das Silberland, Wird jetzt durch einen Juden discontiret. 7. Warum der Geizhals miserabel denn? —n.) Er führet jenes nüchtern würd'ge Leben, hen, Dem Heil'g' und Cyniker stets Lob gegeben. bin 2 Es würd' ein Eremit zum Heiligen Aus gleichem Grunde, wefshalb tadeln wir Des Reichthums filziges Betragen? ing Ja, diesen treibt dazu nichts, saget ihr. So gröfseres Verdienst sein Selbstentsagen. 8. Er ist der einz'ge Dichter. Leidenschaft, Rein, funkelnd fort von Hauf zu Haufe, malet ehn Besefsnes Gold ihm, wonach Hoffnungskraft Sonst nur die Völker segeln heifst; es strahlet hn. Geprägt aus dunklem Schacht das Gold ent- egen; nt gegen; Ihm flammt der Diamant die Blitzespracht, 12 Indem die Farben andrer Steine der Smaragd Mit sanfterm Schimmer dämpft, des Geizgen Augen wegen. 9. Sein sind die Welten beid', ihm tragen Von Ceylon, Indien, Cathay's ferner Bucht Die Schiffe wechselnd zu die duft'ge Frucht, Der Weg erdröhnet unter seinen Erndtewagen; Die Traube glüht, so glüht die Lippe von Auroren; Sein Keller, wie ein Königszimmer, gleis't— Er, gegen alle Sinnenlust verschworen, Beherrscht, von Allem Meister er im Geist. 10. Er hat erhab'ne Plan' im Sinn vielleicht. Den Aufbau einer Schule will betreiben Er, einer Kirche, eines Spitals, hinterbleiben Soll ihm ein Dom, der sein dürr Bildniſs zeigt. Vielleicht die Menschheit gar will er befrei'n Ait dem Metall, das sie zum Abgrund stürzet; Beg We 13 Vielleicht will er im Land der Reichste sein, Vielleicht, dafs Zählen ihm das Leben würzet. 11. Ob alle, oder keinen der Gedanken Zum Grundsatz seines Thuns der Knauser hat, Der Thor nennt solchen Wahnsinn ein Er- kranken. Sen; Was ist der seine? Sieh auf jede That Fon Bei Krieg, Schmaus, Liebe— bringt sie Frieden mehr, Als der hat, der sich müht in niedrigsten Bewerben? ist. Beglücket sie die Welt? Armsel'ger Geiziger! Wer weiser— Wüstlings Erben, fragt des Knausers Erben. ht. 12. eiben Wie schön sind Rollen, wie entzückend eigt. Kisten rei'n Von Baarschaft, Säcken Thalern, Münzen rzet; voll, 14 (Nicht alter Sieger, die nicht aufzuwiegen wüſsten in allem Schmuck das Gold, worauf ihr Bild sein soll) von unbeschnitl'nem Gold, wo Aehnlichkeit zu Tage, Die das glanzvolle Rund enthält, Mit neuem, herrschendem, ächt dummen Schlage; Fürwahr! Aladdin's Lamp' ist baares Geld. 13. „ Lieb' herrscht im Lager, Hof und Hain, denn Liebe ist Himmel, und der Himmel Lieb';“ der Barde singt's. ob der Beweis wohl etwas schwierig bliebe, Ein Ding— nur selten beim Gedicht gelingt's. Im Hain— da mag es gehn vielleicht— Er reimt auf Liebespein. Doch bin ich nicht so sicher, 15 (Gleich Gutsherrn, visitiren sie Zinsen- bücher) Ob Hof und Lager sich so zärtlich zeigt. 14. Kann'’s Liebe nicht, thut's Geld, und Geld alleine. dummen Das Geld beherrscht den Hain, und macht ihn licht. Geld. Ohn’ es, wie leer die Lager!— Höfe? Keine! Und ohne Geld, räth Malthus, freie nicht. So herrscht Geld ob der Herrsch'rin Lieb' in 3 ihrem Reich, Wie Jungfer Cynthia treibt die Fluth zur nd Hain, Höhe. Statt„Himmel gleich ist Liebe“ wie nicht: ¹;* der Hon'ge gleich Ist Wachs? Der Himmel ist nicht Liebe, nein, bliebe, ist Ehe. gelingt's. ht— 15. bin ich Erklärt man Liebe nicht für ein Verbrechen, Wenn sie nicht Eh' ist? Liebe wohl ist die, 16 Von zweiter Art; doch manche Leute sprechen Der eir Die beiden Wort' im Doppelsinne nie. Erfolge Mit Ehe kann und sollte Lieb' bestehn, Doch kann man ohne sie auch Ehen sehn. Im vol Doch ungetraut ist Sünd' und Schmach die Liebe, Nicht werth, dafs ihr der Nahmen bliebe. Was es¹ 16. Darauf Doch v Wenn nun„Hof, Lager, Hain“ nicht 4 ausgerüstet Mit lauter Gatten, welche fest in Treue stehn, Die nie nach ihres Nächsten Weib gelüstet, So ist traun jene Zeil' ein Schreibversehn; Die U Seltsam bei meinem Kameraden Scott, Dem man Moral so hoch anschlägt zum Lobe, Da mir mein Jeffrey ihn zum Muster bot. Davon giebt die Moral hier eine Probe. 17. Nun, glücktes mir jetzt nicht mehr, hat mir's geglückt, Nicht Und damit gut! Geglückt in jungen Jahren, 17 Der einz'gen Zeit, wo uns das Glück berückt; Erfolge hatt' ich, die mein einz'ges Streben waren, Im vollsten Ernst'! Es braucht nicht weiter Klarheit, Was es auch war, mein war's! Ich zahlt' in Wahrheit Darauf das Strafgeld für gehabtes Glück, Doch wünsch' ich mir kein anderes Geschick. 18. Das Canzeleigesuch, das Ein'ge sich ver- gönnen, Die Ungebornen meinend, die sie nennen, In dem Vertraun auf ihre Zeugungskraft, Zukünft'gen Staub— Nachkommenschaft, Kann ich mir nur als schwaches Rohr vor- stellen, Das man zur Stütze wählt bei schlechten Stellen, Weil die Nachkommenschaft— es gilt die at Wette hier— Nicht mehr von ihnen wissen wird, als sie von ihr. 226. R 19. Ich bin Nachkommenschaft und du defſsglei- chen, Wie Vieler denken wir? 0O Hundert kaum. Und könnt' ein jeder, wie er war, sich zeigen, Der zehnte Nahmen fände keinen Raum. Ein paar bewahrt uns auf Plutarchens Buch, Und über sie ist unsre Zeit verwundert; Doch Mitford macht im neunzehnten Jahrhundert Den alten Griechen, griechisch wahr, zu Lug. ¹) 20. Ihr guten L.eute All' aus jedem Stand, Geneigte Leser, ungeneigte Schreiber, In diesem zwölften Canto bin ich streng ge- wandt Zum Ernst, als wären meine Klagbetreiber Malthus und Wilberforce— der letzte hat befreit Die Schwarzen; Tausend wiegt er auf im Streit; Wo W Und Me Erns Warum Kann n Grad j. Nach C Indem e Kannn Wie BI. 19 Wo Wellington den Weiſsen Joch bereitet, Und Malthus thut, wogegen selbst er streitet. eſsglei- aum. zeigen, m. s Buch, rt; [hundert 21. Ernst bin ich, wie auf dem Papier sich Alle finden. Warum nicht ich auch denkend worauf hin- gelenkt? Kann nicht auch ich mein Wachslicht an der Sonn' entzünden? Grad jetzt scheint alle Welt in Denken tief versenkt Nach Constitutionen und Dampfbooten; Indem der Weise gegen Zeugungen sich lehnt, nd, Kann nicht ein Mann herlesen, wie von Noten, Wie Buben satt er fütt're, die sein Weib eng ge- entwöhnt. reiber 22 zte hat 8 Wie edel, wie romantisch! Wie ich's inne, So denk' ich, Philogenitivigkeit, sie ist B 2 20 (O Gott, das ist ein Wort nach meinem Sinne; Wohl giebt's ein kürz'res, fast um halbe Zeitenfrist, Nur darf man'es vor Gebildeten nicht wagen, Und ich will einmal nichts Anstöfs'ges sagen!) Ich denke, dieser Philogenitivigkeit— Etwas mehr Nachsicht werd' ihr doch geweiht. 23. Und nun zur Sache.— Ach, mein Don Juan! Du bist in London, dem anmuth'gen Platze, Wo Leichtsinn aller Art zum Tagessatze, Den Jugend sich im wilden Taumel wünschen kann. Wohl ist ganz fremd dir nicht die neue Bahn, Kein Neuling bist du in dem wüsten Schweifen Der Jugend, doch im neuen Lande kamst du an, Das Fremde niemals ganz begreifen. 24. Doch dürft' ich nur das Klima etwas wenden, Das Rasch' in Still, das Heifs' in Kalt, Giebt e Doc- Paullo Nicht Glitt, Des S Von j Sie W Und 1 21 So könnt' ich, wie ein Primas, meinen Spruch versenden Von ganz Europa's hochgeselliger Gestalt; Nur läfst sich dir ein Reim am schwersten finden, Britannien, wovon die Mus' auch sonst mag künden, Jed Land hat seine Leu'n, bei dir doch, sieh, Giebt es nur eine Prachtmenagerie. 25. de,e Doch satt hab' ich die Politik: beginne Paullo majora. Juan, der noch das rechte Bahn, Gleis veiten Nicht fand, wie Zutritt er gewinne, lu an, Glitt, wie ein Schlittschuhläufer auf dem Eis. Des Spiels satt, drängt' er schuldlos sich in Reih'n Von jenen holden Wesen, die sich brüsten, Sie wecken ein unschuldiges Gelüsten, enden, Und hassen alle Laster, aufser ihrem Schein. 26. Doch ihrer sind nicht viel, und frühe oder spat Kommt doch ein Seitensprung, wodurch wir sehen, Es können auf der Jugend schnee'gem Pfad Die reinsten Seelen irre gehen. Man staunt, als ob zu Bileam dann spräche Ein neuer Esel, und ein rasch Gespräch wird rege, Das mit dem Amen güt'ger Welt, hast drauf du Acht, sich schliefst:„Wer hätte das gedacht!“ 27. Die kleine Leila mit den morgenländ'schen Blicken, Und ihrer schweigsam asiat'schen Art, (Die auf des Westens Pracht sah ohn' Ent- zücken, 4 Worüber die vornehme Welt verwundert ward, Nich Bei all Glaubt Stets! Doch Ihr kö Jetzt x Leila's Die Neuigkeiten hält für Schmetterlinge, le oder Die man zum Nahrungsstoff bei Leerheit finge.)— ch wir Dem Räthsel ihrer Herkunft, ihrer Huld- gestalt, Pfad Ward ein geheimer Gegenstand der Mode bald. spräche espräch 28. Nicht ein'gen konnten sich die Frau'n, wie das ihr Loos Bei allen Dingen, klein und groſfs. Glaubt nicht, ich thät, Ihr Schönen, jetzt Euch weh, d'schen Stets liebt' ich mehr Euch, als ich eingesteh'. Doch seit ich ernst ward, mufſs ich Euch verklagen. Ent- Ihr könnet über nichts recht sehr viel sagen. 4 Jetzt gab es unter Euch ein stark Bewegen— t ward, Leila's Erziehung galt's zu überlegen. 29. Wenn Ein Punkt war Allen klar, und das sehr recht! Der, dafs ein Kind in aller Huld Gewande, Und schön, gleich ihrem Heimathslande, Und fern, der letzte Sprofs' aus dem Ge- 4 schlecht, Wie auch Freund Don Juan sich zügeln möchte Fünf, vier, drei und zwei Jahre lang, 1 Man schicklicher doch unter Aufsicht brächte. Von einer Pairin, die vollbracht der Thorheit Wän Lang. wollte 30. 1(Der Der So gab es allgemein erst viel Bemühung, Bis drauf man bittend sich an ihn gewandt, Wobe Das Waisenkind, man wünscht' es in Er- Und, ziehung. Da Don Juan ein Mann von Stand, Ihr e So war's Verstofs bei der Gelegenheit, 25 Wenn sie mit Subscription und Bittschrift kamen; Doch sechzehn Wittwen, und zehn led'ge kluge Damen, Von denen„Hallams Mittelalter“ Auskunft beut, 31. Und ein'ge traurige, geschiedne Weiber, brächte ohne Ein Fräüchtlein, das da glänzt' auf dürrem Phorheit. Zweig, Wollten das Kind erziehn, einführen dann zugleich, (Der Ausdruck sitzt jetzt auf dem Throne), Der Jungfrau erst Erglüh'n beim Ball liegt hung, drin versteckt, vandt, Wobei sie zeigt all' ihre Künst' und Gaben, in Er- Und, ich beschwörss, wie Jungfernhonig schmeckt Ihr erster Lenz— wenn vollends Geld sie haben. 32. Wie all' die dürftigen vornehmen Herrn, Verarmte Pairs, und Stutzerchen von Gestern, Umsicht'ge Mütter und besorgte Schwestern, Die nebenbei, wenn klug, dem Kunststück nicht so fern, 8 pPartie'n zu schliefsen, wo reizt Goldesglanz, Als ihre männlichen Verwandten— sich gleich Fliegen Um die Fortüne mit Gesumme schmiegen, Und ihr den Kopf verdrehn durch Schmeiche- lei und Tanz! 33. Jed Tantchen, jed Gousinchen hat ihr Plangetriebe; Ja, Ehfrau'n selber sieht man oft ergläh'n, In reinster Wallung unselbstsücht'ger Liebe, Dafs sie um reiche Braut für ihren Freund sich müh'n. „Tantaene!« In grofsen Ständen ist die Tugend groſs, Im Eil. Indem Mit Re Leich Sie Kör Und gex† (Der G Wie: „Nicht „Zu les „War 27 Im Eiland selbst, das Dover endet! Indem das arme Kind, um das das Mäüh'n sich wendet, Mit Recht wünscht, Söhne hätt' ihr vater bloſs. 34. Leicht eingesteckt sind Manche, Manche heiche- spröde; Sie Körb' ausspenden sehn, ist schön, Und gegen zorn'ge Basen Hohngerede, (Der Gegenpartei) die mit Vorwurf an nun gehn, at ihr Wie:„Wenn Miſs Blank den armen Frie- derich äh'n,„Nicht mochte— seinen Brief entschlofs sie Liebe, sich Freund„Zu lesen? Warum mit ihm walzen?— darf man fragen, ist die„Warum Ja blicken gestern Nacht, und heut Nein sagen?“ 35. „Warum? Auch war's bei Friedrich wahre Liebe! „Ihr Geld nicht wollt' er, er hat so vollauf! „Sie wird einst wünschen, dafs ihr noch- mals bliebe „Die Wahl! Allein ich schwöre drauf, „Die alte Gräſin ist im Spiel gewesen; „Ich werd's Auroren sagen im Cassinosaal. „Für Friedrich giebt's schon eine bess're Wahl! „Sie haben ihren Antwortsbrief gelesen?“ 36. prachtuniformen, blanke Herzogskronen Verachtet— bis zuletzt der Rechte naht, Nachdem man Zeit, Herz, Geld verschwendet hat In Wetten, wen der Reichen Vorzug würde lohnen. Und wenn zuletzt die Wahl bei einem Herren bleibt, Der fich So ist de Sie tade Oft k Des lan (Doch h Auf des Ein grau (Wenn' Gewiſs Ein Lot lch( „Wahr wahre rollauf! r noch- osaal. bess're en?“ onen aht, hwendet würde Herren Der ficht, schreibt, oder Handel treibt, So ist den Abgewiesenen ein Trost noch offen, Sie tadeln, wie so schlechte Wahl getroffen. 37. Oft kam ein langer Werber zu dem Ziele, Des langen Drängens mäde, oder auch, sie fällt, (Doch hiervon giebt's wohl wenige Beispiele) Auf dessen Loos, der nie den Werbern sich gesellt. Eingrauer Wittwer, aus den Vierz'gen, zieht ²) (Wenn's Mühe lohnt, Vergang'nes aufzu- frischen) Gewiſs ein hohes Loos! Nun, mag er weg sie fischen, Ein Lottospiel bleibt's! Wer, der andres sieht? 38. lch(noch ein„neu'res Beispiel“ anzugeben, „Wahr, das ist traurig, traurig, daſs es wahr! ²⁴) 30 Ward ausgewählt aus grofser Freierschaar, Ob auch noch jung, und etwas leicht mein Leben; Doch, ändert' ich gleich meinen Lebenslauf, Eh' beide wurden eins, die zwei bald drauf, Bestät'g' ich doch, wie's lief von Ohr zu Ohren: Ein Scheusal hab' das Mädchen sich erkoren. 39. ich bitt' um Nachsicht des Einschiebsels, und um Lesen Desselben! Ein moral'scher Zweck ist stets gewesen Bei meinen Reden, wie Gebet vor Tisch ihn meint. Denn wie ein altes Mühmchen, wie ein lusts- ger Freund, Ein Vormund, wie ein Priester, ernst und strenge, Will meine Muse bessern durch die Lehr', Nicht w Bis wir Kommt haar, ht mein aslauf, 1 drauf, Ohr zu iebsels, t stets ch ihn h lust*- st und 5* hr', 31 Auf alle Zeiten, überall, die Volkesmenge, Drum geht mein Pegasus so ernsten Schritts einher. 40. Doch hört, dafs gegen Sitte nun ich mich vergehe, Ich zeig Euch Wahrheit, nicht durch fal- sches Glas, Nicht wie's sein sollte! Ich gestehe, Bis wir erst sehn, wie wahrhaft diels und das, Kommt nicht viel Bess'rung durch den Tu- gendpflug, Der leis nur aufstreift, dafs kaum bleibt ein Zug Auf schwarzem Grund, den Laster lang ge- dünget, Nur dafs die Erndts um alten Preis gelinget. 41. Zwar über Leila mufs ich erst entscheiden, Die rein und frisch war, wie der junge Tag, Wie Schnee, ein Gleichniſs alter Zeiten, Der rein wohl, doch behaglich nicht sein mag, Gleich manchen Menschen, wie die Welt kann künden. Juan setzt' ernstlich sein Bemühen drein, Für seinen Pflegling gute Zucht zu finden, Denn ohne Aufsicht dürft' er kanm gedeih'n. 42. Auch merkt' er, daſs er kein Erzieher wäre, (Dafs dieſs doch auch der Fall bei Andern sei!) Drum wünscht' er lieber sich neutral dabei, Mifsrath'ne Mündel sind Vormündern keine Ehre. Da er viel alte Frau'n sah schicken, um zu hewähren ihr Erziehungsidoal, Doch h Ssie mei Nichts 1 Als den So recht Zuder Von mi Und das Dafs sie 226. 33³ Befragt' er den„Verein zum Unterdrücken Des Lasters,— Lady Pinchbeck traf die Wahl. 43. Jetzt alt, war einst sie jung gewesen, Jetzt tugendhaft, und, glaub- ich, auch zuvor; ein Doch hat die Welt einmal ihr Lästerwesen, 2 aden, Sie meint— allein taub ist mein keusches Ledeih'n. Ohr Für jeden Hall der Afterred' auf sie; Nichts lass' ich gröfsern Abscheu angedeihen, Als den verdammten Klätschereien, So recht das Wiederkäu'n beim Menschenvieh. Erzieher Andern 44. Zudem hab' ich bemerkt,(da auf bescheid- dabei, nem Pfade keine Von mir vor Zeiten scharf bemerket ward) Und das kann jeder, der kein Tölpel grade, Dafs sich bei jungen Frauen wohl Leichtsinn offenbart; 226. C 34 Denn ihre Weltkenntnifs und ibhr Verstehn Der bösen Folgen von dem Irregehn, Sind mehr geschickt zu Warnungen vor Kümmernissen, Wovon Empfindungslose gar niclits wissen. 45. Indem für Tugend Sprödheit sich entschädigt Durch Spott, womit sie auf ihr fremde Re- gung dringt, Und mehr durch Lästrung, als Entschuld'gung sich bethätigt, Auch(schlimmer) so, dafs aus der Mode sie dich bringt— Schmiegt sich die sanfte Alt' an dich mit Bitte, Und fleht um Ruhe, eh die Wallung gährt, Wobei weitläuftig sie das Räthsel dir erklärt Von ep'scher Liebe Anfang, End' und Mitte. 46. 0b so nun, oder, ob sie strenger sind, Mohl wissend, warum schädlich zu gelind, Denk' i Daſs 1 Mehr, Viel be Wo zu Als die Aucl Welclu Doch Geistr Die tr Auch Es hie Daſs 35 Denk' ich, es giebt so manches Haus die Offenbarung, Dafs Töchter solcher Mütter, welche aus Erfahrung Mehr, als aus Büchern kennen diese W. elt, Viel besser für ein Smithfieldschauspiel taugon, Wo zum Ehmarkte Jungfern ausgestellt— bchädigt Als die anwuchsen unter kalter Spröden Augen. ade Re- sen. ld'gung 47. lode sie Auch Lady Pinchbeck litt von bésen Zungen— it Bitte. Welch' hübsche junge Maid litt davon nicht? gahrt, Doch war zur Ruh“ der Geist der Lästerungen, erklärt Geistreich und liebenswürdig hiefs sie das 1 Mitte, Gerücht. Die trefflichsten Bonmots von ihr in Umlauf waren, Auch rühmte man ihr weiches Herz dabei, Lind, Es hiefs(absonderlich in ihren letzten Jahren) elind, Dafs sie ein Muster aller Frauen sei. 6C 2 48. In grofsen groſs, mild in den eig'nen Kreisen, Gab sie, sanft tadelnd, Jüngern zu verstehn, Wenn(das heiſfst täglich) sie aus engen Gleisen Der Tugend droh’ten abzugehn. Wer kennt die Zahl von ihren Hilferweisen? Mein Canto würde da kein Ende sehn. Kurzum, die kleine Wais' aus fernem Lande Rührt' ihr das Herz zu täglich eng'rem Bande. 49. Auch war ihr Aug' auf Juan miid gelenket, Ihr schien's, dafs gut er von Gemüthe war, Etwas verdorben, doch nicht ganz und gar, Ein Wunder, wenn man seiner Mutter denket, und wie ihn planlos trieb ein Ungestüm; Geschadet hätt' es Andern, doch nicht ihm, gZum mind'sten viel nicht, zu viel sah er Wandelungen Als Jüngling, als daſs ein“ ihm Staunen ab- gedrungen. Hat die Ein. Mein Von de In vol- Kreisen, ſerstehn, engen weisen? h Lande Bande. elenket, war, gar, denket, lim; ihm, sah hen ab- 50. Die Wechsel thun am besten in der Jugend Frist, Denn treffen sie uns in gereiftern Tagen, Sind wir geneigt, des Schicksal anzuklagen, Verwundert, dafs nicht weiser die Vorsehung ist. Zur Wahrheit leitet Unglück, das ist richtig; Wer Krieg erfuhr, Fraunwuth und Sturms- gefahr, sei er nun achtzehn oder achtzig Jahr, Hat die Erfahrung, die man nennt so wichtig. Ein Andres ist, ob sie ihm auch gedeihet.— Mein Held war froh, sein Kind bei einer Frau zu sehn, Von der die letzt erwachs'ne Tochter, längst verfreiet, In voller Freiheit wieder durfte gehn, Und alle Glanzerfolge mütterlicher Lehre An Andre überwies, wie des Lordmayors Yacht Dem nächsten Gast sich bietet, oder, wie man sagt Mehr musisch, wie die Muschel der Cythere. 2. Ich nenn' es Ueberweisung, denn wir haben Von Bildung so ein schwankendes Gewicht, Womit der Stamm von Fräulein sich zu Fräulein ficht, Nachdem mehr Geistes- oder Körpergaben, dm Walzen, Zeichnen jen', in Metaphysik zeigen Geschick die Andern, die begnügen sich Mit Tonkunst, mäſsigst glänzt man geistiglich, Indem noch Andre sich zu Krämpfen neigen. 3 3. r Ob Krämpfe doch, ob Geist, ob Harfakkorde, 0b Kunst, Theologie, ob zartre Fähigkeit Die KöM Doch gi Ein Jal Gleich In frise Huldvol Nun Seltsan Dafs iec Noch 1 Tromp Vorspi Mit m Nun 1 e Die Köder sind für Herren und für Lorde, Yacht Doch giebt mit richt'gem Beitrag jetzt zur Zeit wie Ein Jahr dem nächsten seine reichen Schätze; Gleich reizend werfen neue Holde ihre Netze, there. In frischen Schaaren sind sie anzuschauen— Huldvolle Jungfern, würden all' gern Frau'n. haben icht, th zu 54. ben, Nun will ich mein Gedicht beginnen, Sehr physik Seltsam ist's wohl, wenn auch schon öfters vorgekommen, h Dafs ich vom ersten Canto, bis zu diesem her, iglich, Noch nichts begann, was wir uns vorgenommen. eigen. Trompetenstöfse sind die ersten zwölf Gesänge, Vorspiele, wo ich sehn nur wollte, wie es steht Mit meinen Saiten, die Wirbel hab' ich fest- corde, gedreht, eit Nun kommt die Ouverture ohne weitre Länge- 55. Von je ist's meinen Musen Lapperei gewesen, Ob Gläck sie machen, ob's dran ihnen fehlt; Schon der Gedank' ist unterm Ton, den sie erwählt, Sie woll'n ein groſs moralisches Collegium lesen. Beim Ausritt dacht' ich mir, g'nug würd' ich haben Mit ein Paar Dutzend Canto's, doch auf Phöbus' Rath Werd' ich, lähmt meinen Pegasus kein Spath, Gemach durch hundert wohl hintraben. 56. Don Juan sah den Mikrokosm auf Stelzen traben, Der grofse Welt heifst— die geringst', ob- gleich Die höchste; denn wie Schwerter Griffe haben, Die nur verstärken ihren blut'gen Streich, Wenn i So muſs Der hol Als Mox Viel 1 Von bei Die, ob Dir weò Die hält Versteck Und thu Ein solc Wenn in der Schlacht der Mann, im Zwei- kampf ficht, So mufs die niedre Welt, so weit die Sonne leuchtet, Der hoh'n gehorchen, die als jener Griff sich däuchtet, Als Mond, als ihre Sonn', ihr Gafs, ihr den sie m lesen. lürd' ich Pfenniglicht. beh auf 57. Spath, Viel Freunde hatt' er, diese viele Frau'n, und war Vou beiden gern gesehn in jener Freund- schaftsweite, Die, ob du ihrer habhaft oder baar, Dir weder nützt, noch schadet. Sie hat nur Stelzen die Seite, Die hält den Strom der grofsen Welt im Flufs, 3, ob- Verstecket nächtlich bei Verhaftungsfällen, Und thut, was unter Festen, Masken, Bällen, haben, Ein solches Leben anfangs thut ohn' Ueber- ich, dyufs. 58. Ein junger, led'ger Mann, von gutem Ruf und viel Vermögen, hat ein kitzlich Spiel zu wagen; Denn die Gesellschaft ist nichts als ein Spiel, Das Königsgänsespiel, möcht'’ ich schier sagen. Da strebt ein jeder seinem Zweck entgegen,“ Hier gilts und dort ein Plänchen anzulegen, Die Mädchen wünschen sich als Frau'n zu sehn, Die Weiber, dafs die Mädchen einer Angst entgehn. 59. Nicht sag' ich das von Allen, doch bis- weilen schon werden sich der Art Beispiel' ertheilen; Wohl wandeln Ein'ge grad'ster Schnur entlang, Wie Pappeln sie, an Wurzeln Statt, Grund- sätze; Doch Vi Mannfisc Sechsma Und gla Vielle Wo sie Vielleicl Der dic Was„, Bleibt’ Mit dir Prägt Doch Vieler Art gleicht einem Netze, Mannfisch'rinnen— Sirenen mit Gesang. Sechsmal darfst du mit einem Mädchen reden, Und glaub's, dein Traugewand hast du von- nöthen. in Spiel, er sagen. rau'n zu 60. er Angst Vielleicht schickt einen Brief an dich die Mutter, Wo sie der Tochter überlistet Her⸗ beklagt; Vielleicht fährt bei dir vor der Bruder, Der dich, ganz straff in Schnärbrust„Schnurr- bart, fragt, loch bis- Was„deine Absicht“ sei. So oder so, der Sinn theilen; Bleibt stets: die Jungfrau spürt nach deiner entlang, Hand Gelüsten; Grund- Mit dir und ihr so zwischen Mitleid drin, Prägt man dich in des Kirchbuchs Ehelisten. 61. So sah mit Eh'n ich's zehnmal sich'’s er- eignen, Bei hohen Nahmen! Hab' auch Herrn gekannt, Die, mochten sie Absichten auch nicht läugnen, Von denen nie etwas in ihrem Herzen stand, Doch, nicht entsetzt durch weiblich Klagge- stöhne, Noch durch Schnurrbärt', entgingen der Ge- fahr, Und lebten, wie die tiefbetrübte Schöne, Weit glücklicher, als wurden sie ein Paar. 62 Auch nächtlich giebt's Gefahr für Ungeweih’te; Nicht dafs der Lieb', der Ehe sie zur Beute, Doch trotz dem auch als eine Schmach zu fliehn. Das ist— nieht mein' ich den erborgten Tugendmantel Selbst Vd Er leiht Nur stel Couléur So ist Und will Zieht sie Es schei Da lüäſsf Ein neu Und doc Nicht E Selbst von dem Laster wegzuziehn. Er leiht doch äufsern Anstand schlechtem Wandel— Nur stell' der H—n zweiter Art ich preis, Coulsur de rose, nicht scharlach und nicht weiſs. n stand , Klagge- 63. der Ge- So ist die kalte Coquette, sie kann nicht ne, sagen nein, Paar. Und will nicht ja! So zwischen Versagen und Lohne Zieht sie am Ufer dich hin— da bricht der Sturm herein, Es scheitert das Schifflein, sie sieht's mit reih'te; inn'rem Hohne. Beute, Da läfst sich wieder ein Buch voll Leiden ach zu schreiben, Ein neuer Werther sinkt ins Grab dabei; vorgten Und doch ist's blofs unschuldge Buhlerei. Nicht Ehbruch, nur ein Ehbruchtreiben. 64. „Ihr Götter, ich werd' kein Schwätzer!“ So lafst uns schwatzen! Die nächste Gefahr, ob Vorrang ihr bestimmt, Ist, wenn, ohn“ Achtung auf Staats- und Kirchensatzen, Kin Weib es ernstlich mit der Liebe nimmt. im Ausland will bei Frau'n das wenig sagen, (Die Wahrheit, Reisender, zeigt bald sich Dir,) Doch geht ein junges Weib in England irr', Die Aermste! Eva's Loos war nicht so schwer zu tragen. 65. Es ist ein niedrig, schlaff, prozessisch Zeitungsland, Wo nicht ein junges Paar von gleichen Jahren Ohn“ Zeterschrei anknüpft ein Freundschafts- band. Und dann das Strafgeld, das man zu befahren! Ein Urtd Da's tbe Und des Der Tha Doch, Ein wen Dafs ehrl Die schö Dergleicl Die Stol So sanft, Und bie Juan, fätzer! watzen! Estimmt, s- und nimmt. g sagen, 5 ir ch Dir,) ad irr', schwer zessisch Jahren schafts- fahren! Ein Urtel, schwer für den, der schuldig ist Da's tbeuer macht romant'sche Huldigungen: Und des Rechtsanwalts Vertheidigungen, Der Thatbestand, was männiglich mit Freu- den lies“t. 66. Doch, die so fehlen, sind erst im Beginnen, Ein wenig geistvoll glänzend Heucheln that's, Dafs ehrbar blieben tausend hohe Sünderinnen, Die schönsten Oligarchen unsres Weiberstaats. Dergleichen giebts bei jedem Ball- und Gast- geräusch, Die Stolzesten in adligen Vereinen, So sanft, bezaubernd, liebenswürdig, keusch,— Und bloſs, weil Takt sie mit Geschmack vereinen. 67. Juan, der nicht im Neulingsrufe sich befand' Hatt' einen Schutzgeist noch zur Seite; Es ward ihm übel— nicht im eignen Wort verstand— Zu wahre Lieb' war früher ihm Geleite, Dafs nicht so schwach sein Herz. Nichts weiter hier Mein' ich, nicht dafs ich jetzt die Nase rümpfe, Auf's Land der weiſsen Hälse, blauen Augen und Strümpfe, Der Taxen, Strohköpf', und zwei Klopfer an der Thür. 68. Doch fräh in höchst romant'schen Au'n verkehrt, Wo Leben, nicht Prozesse wagt die Liebe, Wo Wahnsinn gleich erscheinen ihre Triebe. Dünkt' in dem Land, wo sie zur Mode halk- gehört, Sie halb kaufmännisch, balb pedantisch ihn, Was auch er für das edle Volk empfunden. Zudem Hat a Anf Allmäh Als die Des M. Drum Doch n Den N Neues Wort te, Nichts e Nase Augen ppfer an in Au'n Liebe, Triebe. Sde hall, h ihn, anden. 49 Zudem(sei's seinem albernen Geschmack ver- ziehn) Hat anfangs er die Frau'n nicht schön ge- funden. 69. Anfangs sag' ich, denn klar ward ihm zulelzt Allmählig, dafs sie vielfach schöner wären, Als die Gluthfrauen, die in Sonnensphären Des Morgenlands ihr Stern versetat. Drum nehm’' im Schnellurtheil man sich in Acht. Doch nicht konnt Unerfahrenheit verrennen Den Weg zum Prüfen ihm; die Wahrheit zu bekennen, Neues gefällt uicht so, als mehr es Eindruek macht. 70. Ich reis'te, doch so weit trieb mich mein Stern nicht fort, Dafs ich die lump'gen Neger sah, Nil, Niger, Und dann Tombuktoo, den unwirthbar'n Ort, Von dem nicht Geographen ihre Bücher Mit einer Karte zieren können auf das Wort, Europa pflügt in Afrika, als ein b0s piger,— Den Doch wär' ich nach Tombuktoo hingekommen, Schwarz hätt' als schön ich rülmen dort ver- Was nommen. Der 71. So ist's! Dafs schwarz weifs, will ich nicht Zur beschwören, Verg Doch dafs weifſs schwarz, vermuth' ich schier. polsc Das Ganze mag der Augenschein erklären. Den Blinden frag' als Richter! Scheinet dir Der Satz auch zweifelhaft, doch recht hab' ich, A Wo nicht, doch kämpf' ich durch ihn rit- 4 terlich, h mein Niger, n Ort, r Wort, ger,— ommen, rt ver- h nicht schier. ren. net dir nab' ich, hn rit- 51 Nicht Nacht, nicht Morgen hat er, alles dunkel, Und was siehst du? Ein zweifelhaft Ge- funkel. 72. Doch wieder fall' ich in die Metaphysik, Den Irrgang, dessen Knäul dasselbe Heil verspricht, Was unsre Mittel gegen hekt'sche Phtisik, Der Mottenschwarm um ein verlöschend Licht. Die Ansicht führt mich heim, zur schlichten Physik, Zur Schönheit im ausländ'schen Fraungesicht, Verglichen der, von unsern Perlen von Preis, Polsommer— Sonne ganz und Manche Eis! 73. Auch könnte man mit keuschen Meerfrau'n sie vergleichen, Die, oben Huldgestalt, als Fisch ausgehn;— N 2 52 Doch lassen Viel' auch sich von Solchen sehn, Die zarte Nachsicht ihren Wünschen zeigen. Wie Russen stürzen sie in Schnee aus heifsem Bade, ³) Im Laster tugendhaft selbst immerdar; Zuflucht bleibt, wenn auch Sünd' ihr Glühen war— Sie wenden sich an Gottes Gnade- 74. Doch das wirkt nicht auf ihres Körper Zier, Juan fand sie nicht schön, kann ich betheuern, Beim ersten Anblick; ihren Reiz halb zu ver- schleiern, Pflegt eine schöne Brittin(Schonung, glaub' ich schier.) Denn lieber will sie sanft in's Herz dir gleiten, Als dafs sie stürmt, wie eine Stadt der Feind. Doch einmal da(versuch's, wenn dir's nicht glaublich scheint) Wird sie für dich als Bundsgenossin streiten. Sie Nicht Nicht Nicht Ihr s. In Ar Will UIInd e Glühen er Zier, theuern, zu ver- aub' ich gleiten, r Feind. s nicht ) eiten. 75. Sie kann einher nicht, wie ein Berber schreiten, Nicht wie die Spanierin, die aus der Mess' zu- rück, Nicht wie Französinnen sich lockend kleiden, Nicht brennt Italiens Gluth aus ihrem Blick; Ihr sanftes Stimmchen kann nicht schmettern In Arien(was ich noch erst vergöttern Will lernen, lebt' ich auch in Welschland schon manch Jahr, Und ob mein Ohr wahrhaftig taub nicht war;) 76. Ihr fehlt's in diesen, wie in noch mehr Theilen An jener raschen, unbedachten Fähigkeit, Dem Teufel spornstreichs zuzueilen; Auch steht ihr Lächeln nicht sogleich bereit; Nicht abgemacht beim ersten Sehn ist Alles schon, 54 (Man rühmet das als Zeit- und Müh-Ersparen) Doch sollt' auch zäh sich dir der Boden offen- baren— Einmal bebaut, giebt er dir zwiefach Lohn. 77. Und kommt's bei ihr zur„ graacdle passion,“ So hat die Sach' ein ernst Gesicht genommen; Neunmal von zehnmal ist's nur Laune, Ton, Gefallsucht, Vorzug will man gern bekommen, Ein Kinderstolz ob einer neu'n Fagçon, Der Wunsch, daſs einer Nebenbuhl'rin Herz beklommen,— Der zehnte Fall wird ein Orkan doch werden, Wer sagt, wie sie sich dann gebehrden? 78. Der Grund ist klar, denn wenn dclat die Sache macht, Geht, wie bei Indiern, ihr Castenrecht ver- loren, Und Die 7 Verba Die f Auf 1 Der Vie Der 5 5 Und wenn der Hergang hinter Themis' Thoren Die Zeitungen erfüllt mit bunter Fracht, Verbannt das Porzellan sie, wo kein Rifs zu schauen, Die Heuchlerin Gesellschaft, wie den Marius, Auf Trümmern ihrer Schuld weilt ihr einsa- . mer Fuſs. 7o,““ Uen Fufo, r- E; 7 C 60 ror. men; Der Ruf ist ein Karthago, schwerer neu zu bauen. 79. Vielleicht so, wie's sein mufs; die Stelle rden, Der Schrift wird so bestätigt:„Sünd'g' hin- fort nicht mehr, Dir sind vergeben deine Sünden;“ doch für Fälle Der Art ruf' ich die Heil'gen mit dem Kerb- die 8 holz her. Im Ausland, wie sich's auch mag nicht ge- ⸗ g 8 ver-. ziemen, Geht eh' ein sünd'ges Weib zur Thür herein. 56 Die wieder führt zur Tugend— so beniehmen Das Wesen sie, das Aller Hausgott sollte sein. 80. Ich lass' es, wie iches treffe überall, Wohl wissend, eine Tugend mit so viel Be- schwerden Führt nicht die Welt zum Ernst im zehnten Ward Fall, Die That nicht flieht man, nur das Kundig- werden. Und Keuschheit— nimmer wird man sie er- Au zwingen, Auf's Mag strengsten Spruch der strengste Richter Er h: bringen, Debaf Nur mehr wird das Vergehn, das du verhin- Erwe dert nicht, Weil, was sonst Reu' erzwang, jetzt in Ver- Das ¹ 8 87 zweiflung bricht. hmen sein. bl Be- fnten indig- ie er- ichter rhin- Ver- 81. Allein Juan gehörte nicht zu Casuisten, Nicht sann er, was Moral zu Völkern spricht, Zudem fand unter Hunderten er kein Gesicht. Das ihm erreget ein Gelüsten. Etwas„ blase,« wo bleibt das Wunder, das man fühlt, Wenn zäh're Rinde nun sein Herz erhielt? Wenn auch durch letztres Glück nicht aufge- blasen, Ward doch er abgestumpfet ein'germaafsen. 7 82. Auch hatt' er auf sehnswerthe Dinge Acht— Auf's Parlament, die andern Häuser alle, Er hatte Nächte unter Gallerie'n durchwacht, Debatten anzuhören, deren Donnerhalle Erweckten(sonst!) die Welt, das Nordlicht anzublicken, ⁴) Das schien— bis wo der Niagara braus't in's Thal; 58 Auch hinterm Thron stand er manchmal, Doch Gray und Chatham sehn, wollt' ihm nicht glücken. 83. Doch sah er in gedrängter Session Das Herrliche: ein Volk, das frei in Wahr- heit, 4 Den König auf dem constitutionellen Thron, Ein Posten voller heil'ger Klarheit, Glaubt's auch nicht der Despot— bis Wei- terbaun Der Freiheit die Erziehung wird vollenden. 0 nicht der Glanz nur ist's, der Aug, und Herz kann blenden Mit seinem Pomp— es ist des Volks Ver- trau'n! 84. Dort sah er auch(gleichviel, was Spätres zeigte) Den Prinzen, Prinzenprinz! O damals war Hatt' A Er war Ein Ge Juan In höch Wie's 0 Selbst Die Ga Das H Setzt il Ob sell 59 Es schon wie Zauber, wenn er sich verbeugte; So viel versprechend, wie das junge Jahr. Las man auch auf der Stirn den König klar, Hatt' Anmuth er, wie selten sie ein Mensch erreichte. Er war, ohn' etwa sich zum Stutzer zu ver- gehen, Ein Gentleman vom Kopf bis zu den Zehen Juan ward aufgenommen, wie gesagt, In höchste Zirkel, wo es freilich ihm ergangen, Wie's oft ergeht, wie sehr man's auch beklagt, Selbst denen, die die beste Zucht empfangen: Die Gaben, der Humor, die ihm beschieden, Das Hoh', in seinem Aeussern offenbar, res Setzt ihn Versuchung aus, wie das natürlich war, Ob selbst er allen Anlafs streng vermieden. 86. Doch wie, wo, wenn, warum, mit wem, Ist nicht besagt in flücht'gen Schattenrissen, Und da mein Zweck Moralität zudem, (Ob's auch die Welt nicht glaubt) kann ich nicht wissen, Ob eines Lesers Auge trocken bleibt. Ich schneid' in's Herz, so lang's das Blut noch treibt, Uind hau' ein ungeheures Monument von Pathos, Wie Philipps Sohn sich vornahm mit dem Athos. ⁵) 87. Hier gelrt des Vorspiels zwölfter Sang zu Ende, Wenn nur das Buch erst selbst begonnen ist, Wird man wohl finden, dafs sich's anders wende, Als jetzt der Leser aus Muthmaafsung schliefst. 61 Der Plan ist einfach vor der Hand gewesen. Ich kann nicht zwingen, Leser, fortzulesen, Bestimm' es du, nicht ich; ein rechter Geist Trägt Kält', auch wenn er sich darnach nicht reiſst. 88. Wenn meine Donner auch nicht immer krachten, Gedenke, Leser, vorher hast du angeschaut Der Stürme wildsten und den Hub der Schlachten, Wie je sie Element' und Blut gebraut. Dann jenes Wunder— kann's doch selbst nicht sagen! Ein Wuch'rer kann nicht ob zu Wen'gem klagen; Mein bester Sang doch, aufser von Astronomie. Wird haudeln von der Staatsökonomie. Das ist ein Thema, wofür Volksgunst spricht; Wo kaum dem Staatenzaun ein Pfahl geblieben, Wählt sich das patriotische Belieben, Dem Volk zu zeigen, wie's ihn leicht durch- bricht. Mein Plan— allein aus blofser Eigenheit Verschweig' ich ihn,— hat ganz Ausführbar- keit. Jetzt leset alle Nationalschuldsenker, Und sagt, was dünkt euch um die groſsen Denker? Endée des zwölften Gesangs. sgunst blieben, durch- re, 2 Anmerkungen Zzun zwölften Gesange. leit fhrbar- groſsen— 4 1 5 1) Stanze 19. Den alten Griechen, griechisch wahr, zu Lug. Siehe Mitford's Griechenland. vera.r.“** „Graecia Sein gröſstes Vergnügen besteht darin, daſs er Tyrannen preis't, Plutarchen mifshandelt, seltsam lies't, und matt schreibt. Und doch ist das seltsamste dabei, dafs er die beste Geschichte Griechenlands in neuerer Zeit schrieb, unter allen Võ lkern; und über- haupt vielleicht der beste Historiker der neuern Zeit ist. Nach Anführung seiner Die Fehler verlangt's die Billigkeit, auch seine ihren Vorzüge zu nennen, und diese sind: Gelehr- behag samkeit, Fleifs, Forschung, Eifer und Par- wie e teilichkeit. Auch letzteres Beides nenn' ich Vorzüge, denn sie bestimmen einen Schriftsteller zu Ernst bei Abfassung scines 4 Werkes.) Die 2) Stanze 57. Ein grauer Wittwer, Kinde aus den Vierz'gen, zicht Dieser Vers wird künftigen Eislärern mehr Kopfzerbrechen verursachen, als dem jetzt lebenden Geschiechte. stürzen 3) Stanze 73. Wie Russen sie in Schnee aus heifsem Bade. 6⁵ seiner Die Russen rennen, wie allbekannt, aus seine ihren Schwitzbädern in die kalte Newa; ein selehr- behaglicher praktischer Gegensatz, der ihnen, ad Par- wie es seheint, keinen Schaden thnt. un' ich einen seines 4) Stanze 82. Das Nordlicht anzu- blicken. Die Beschreibung und Abbildung dieses ttwer, Kindes der Polargegenden, des Heimathslan- 1 des der Nordlichter, siehe in Parryeg Reise zur Auffindung einer nordwestlichen Durch- rn mehr kahat. in jetzt 5) Stanze 8S6. Wie Philipps Sohn sich vornahm mit dem Athos. ürzen Litsem Ein Bildhauer that den Vorschlag, den Berg Athos in eine Statue Alexanders auszu- 226. E 66 hauen, eine Stadt in der einen Hand, und, denk' ich, einen Strom in seiner Tasche, und was noch mehrere andere dergleichen Einfälle waren. Doch Alexander ist dahin, und der Athos stehet noch, um, vielleicht bald, auf eine Nation freier Männer herab- zublicken, verhoff' ich. 8 c8 ꝙ ₰‿ — ‿ — — ₰‿ 8 .,— d, und, Tasche, gleichen t dahin, ielleicht r herab- Don Juan. Dreizehnter Gesang. —— 1. Nun werd' ich ernsthaft; es ist Zeit, Da jetzt den Stab sie über's Lachen brechen, Ein Scherz ob Lastern gilt der Tugend als Verbrechen, Wie ihn Kritik als gleich verrucht verschreit. Auch ist der Ernst Quell der Erhabenheit, Wiewohl in Läng' er führt zu langer Weile; So hebe dich, mein Sang, in Fei'rlichkeit, Ein alter Tempel, eingeschrumpft zur Säule. Die Lady Adeline Amundeville, (Ein altnormänn'scher Nahmen, den man in Stammbäumen Beme Der heut noch Wandelnden auf letzten Räumen Der Gothensitze finden will,) War vornehm, reich durch Vaters Testament entboten, 1 N Und schön selbst da, wo Schönheit wohnt d zumeist, ; 5. Und In England, das im Sinne ächter Patrioten Da k a k Das fruchtbarste Geländ für Leib und Geist. Gleic 3. Den Nicht widersprech' ich, das ist nicht meine Sache; Es gelte Jedes Geschmack, der beste traun! Aug' ist ja Auge, die schwarzen, wie die blau'n, Gleichviel, wenn nur darnach die Frage! Wahrhafte Thoren sind die Farbenstreiter, man in Räumen stament wohnt rioten Geist. t meine traun! wie die ge! eiter, 71 Die sanfteste, sie mag den Preis empfah'n; Schön bleib das schöne Geschlecht; es sollte, vor dreiſsig, kein Mann Bemerken, dafs Frau'n es sei'n, nichts weiter. 4. Nach dieser heitern und etwas trüben Frist, Wo wir die böse Ecke herum zu ruhigen Tagen, Und wo so voll nicht unser Mond mehr ist, Da können Tadel oder Lob wir wagen; Gleichgiltigkeit lullt ein des Herzens Beben, Wir wandeln in der Weisheit Licht, Auch mahnt Gestalt uns und Gesicht, Den Jüngern nunmehr Raum zu geben. 5. Ich weiſs, daſs Manche weit hinaus dies ziehen, Sich sträubend, jedem gleich, der seinen Stand verliert; 72 Doch das ist ein vergeblich Mühen, Des Lebens Equinoxium ist passirt. Allein es bleibt ja Claret und Burgunder Der Labung ihrer Trockenheit vergönnt; Als Trost bleibt Landgut, bleibt das Parla- ment, Und Schulden, und Gott weiſs, was noch für Plunder. 6. Was wird von Frömmigkeit, Reform ge- boten, Von Taxen, Frieden, Krieg, von dem, was „Volk man heiſst? In Sturmesnoth zu machen den Piloten? Was von der Speculationen W uchergeist? Des Hasses Wollust nicht verglühn zu lassen, An Liebe Statt, die nur ein Irrthum ist? Der Groll währt doch die allerlängste Frist, Da Männer hastig lieben, doch mit Mufse hassen. Jol Recht Die e Seit: Vielle Ich, Und’ Recht nt; Parla- och für rm ge- a, was ISt? 2 st? lassen, st 2 Frist, Muſse 7. Johnson, der strenge Moralist, erklärte Recht ehrlich, dafs ein offner Feind ihm lieb. ¹) Die einz'ge Wahrheit, die als solche blieb Seit tausend Jahren, und was drüber währte. Vielleicht sprach sie im Scherz der wackre Alte hin— Ich, der ich einzig ein Beschauer bin, Und den Pallast betrachte, wie die Hütte, Recht nach der Göth'schen Mephistophels Sitte, 8. Ich halte Maafs und Ziel in Lieb' und Hafs; Einst, freilich anders! Höhn' ich nun zu Zeiten, Geschieht's, weil unvermeidlich das, Und weil mich meine Vers' auch oft drauf leiten. Gern stellt' ich aller Menschen Sünden ab, Verhinderte Verbrechen lieber, als den Stab 74 Ich drüber breche, wenn Cervantes nicht ge- zeiget Im Don GQuixote, was dies Bemühn erreichet. 9. Dies ist der traurigste Roman, nur trauriger, Weil er uns lächeln macht. Sein Held, ge- recht ist er, Und will das Rechte stets: der Sturz des Schlechten Sein einz'ges Ziel, und gegen Druck zu fechten, Sein Lohn. Ihm hat die Tugend den Ver- cer stand umhüllt! —. Den 1 Doch seine Fahrten zeigen uns ein Trauerbild; Ein e Noch traur'ger ist die Lehre, welche schenket Seitde Dies wahre Epos jedem, der drob denket. Trats 10. Drum Unrecht zu sühnen, böse That zu rächen, Weil Dem Weib ein Hort, dem Wicht ein Fall zu sein, Bezal- ht ge- eichet. uriger, 1 ⸗ ge- z des ck zu Ver- erbild; henket ket. chen, rall zu 75⁵ Vereinter Macht zu widerstehn allein, Hilflosem Landsmann fremdes Joch zu bre- chen— O müssen, wie ein alter Sang, die Hochge- fühle Ein Stoff nur sein für Phantasieenspiele? Nur Scherz, nur Räthsel Ruhm durch Hohn und Noth? Selbst Sokrates— der Weisheit Don Quixote? 11. Cervantes scherzte Spaniens Ritter fort; Den rechten Arm des Vaterlands zerstörte Ein einzeges Spötteln. Wen'ge Helden nährte Seitdem Hispanien! Als noch die Romantik dort, Trat scheu die Welt zurück vor seiner Macht; Drum hat dies Werk Unheil so viel gebracht, Weil all sein Ruhm, als der von einer Dich- tung, Bezahlt ward durch des Lands Vernichtung.— 12. Man Ich komm' in's alte Gleis, und aufser Acht Lafs' ich die Lady Adeline, Sie, die verhängnifsvollst' auf Juans Lebens- bühne, Ob gleich nicht bös', auch nie darauf bedacht. Doch Herz und Schicksal stellten ihnen Fallen, (Das Schicksal ist Entschuld'gung Allen) Und fingen sie— sie fangen Alles rings! K Doch ich— kein Oedipus, das Leben eine. 4 Spl. Duynx Verm 13. Doch ich erzähle, wie ich's hört', und wage Nichts zur Erklärung; Daævus sum. Ich bringe nun das Paar zur Sprache. Die Königin war Linchen im Gesumm Der frohen Welt, der Spiegel von Allem, Die was schön; Ihr Reiz liefs Männer reden, und Weiber schweigen. Das letzte ward als Wunder angesehn, er Acht. gleichen. ebens- edacht. Fallen, 14. n) 2— Keusch war sie, zum Verdrufs der Läster- in eine zungen, Vermählt an einen Mann, den sie geliebt, Ein Mann, bekannt in seines Landes Raths- sitzungen, Kalt, und ächt englisch, und durch nichts d wage getrübt, Gelegentlich doch feurig auch zu Tagen, Stolz auf sich selbst und sie; nichts konnte sagen Allem, Die Welt von Beiden, sicher schienen sie vielmehr Weiber Durch ihre Tugend sie, durch lung er. Man sah seitdem kein zweites mehr der- 15. Nun traf sich's, daſs die diplomat'schen Bande Oft, wie es der Beruf erheischt, Ihn und Juan, in gegenscit'gem Stande, Nah brachten. Ob verschlossen, nicht ge- täuscht Durch glanzvoll Aeufs'res, wirkte Don Juans Talent, Ausdauer, Jugend, auf den stolzen Geist, Und schuf den Grund zur Achtung, deren Ende meist, Was man im Buch der Feinheit Freundschaft nennt. 16. Lord Henry nun, vorsichtig, wie vereint Rückhalt und Stolz es machen, nie beeilet Im Urtheil über Menschen, doch, einmal er- theilet, Falsch oder richtig, gegen Freund' und Feind— Und Sein „schen „ at ge- Juans st, deren Ischaft eint let al er- 79 Besafs den ganzen Starrsinn, den der Stolz besitzet, Der keine Ebbe kennt für seines Herrschens Fluth,— Und liebt und hafst, Rath höhnt im Ueber- muth, Sein Wohlgefallen ist's, das Alles stützet. 17. Nie widerriefen seine Freundschaftsschlüsse weder, Noch seine Feindschaft(oft ging's gut damit Was ihn nur mehr bestärkte) wie der Meder Gesetz und Perser, einen frühern Schritt. Nie sahst du sein Gefühl in Wallungen er- scheinen, Wie bei Gemeinen, die so oft beweinen, Was sie belachen sollten— Krankheit nenn' getrost Ich's der Gewohnheit, Fieber oder Frost. ₰ 18. nn den Erfolg nicht „Der Sterbliche ka ZW ingen;; „Thu mehr, Sempronius, verdien' ihn nicht! lch schwöre dir, nicht wen'ger wird's ge- lingen. Zeit beachte, hab' sie im Gesicht; der Widerstand zu Sei klug, die Gieb nach, wenn hier groſs; Was dein Gewissen anlangt, muſst du's stärken, Denn wie beim Boxen, wie beim Wettlauf, blofs nicht Müh“, führt dich zu hohen Werken. Die Kunst, 19. Lord Menry pflegte Vorrang auch zu lieben, klein und groſs; ch ein dürft'ger Loos, So thun die Meisten, Der Niedrigste weiſs no Er d Nichts Als de Die M So da Gebu Kein V Etwas Auch, Weil Ff All nei Auch 1 Dafs u 226. olg nicht n nicht!“ vird's ge- „ sie im rstand zu ufst du's Wettlauf, n zu hohen auch zu roſs; ft'ger Loos, 81 Er denkt es mind'stens, um ein Vorrecht auszuüben. Nichts ist lastvoller unter Lästigkeiten, Als des einsamen Stolzes schwer Gewicht; Die Menschen theilen's gern aus Liebespflicht, So dafs sie Andre karren lassen, wenn sie reiten. 20. Geburt, Rang, Reichthum gab hier glei- chen Stand, Kein Vorzug konnte da sich offenbaren; Etwas voraus hatt' er, der Zeit Verdienst, an Jahren, Auch, wie er wähnte, durch sein Vaterland. Weil Britten freie Zung' und Feder haben, All neurer Völker eiteler Begehr, Auch liebte Henry die Debatten sehr, Dafs wen'ge später sich vom Haus begaben. 226. F 21. Vorzüge waren das; dann dacht' er noch daneben— Und seine Schwäche war's, doch nicht ganz ohne Grund— Dafs Keinem mehr die Hofintriguen kund, Da einst ihm selbst ein Portefeuille gegeben. Gern lehrt' er, was er früher selbst vernahm, Und that sehr grofs, wenn drauf die Rede kam; Er eint' in sich, was nur kann Gunst er- theilen, Stets Patriot, Beamter doch bisweilen. 22. Der Spanier war ihm ob dem Ernste lieb, Er ehrt' ihn, weil er fügsam ihn befunden; Er liefs sich weisen, trotz der Jugend ra- schem Trieb, Mit stolzer Demuth war sein Widerspruch verbunden. Die W In Fel Wenn Sonst Dan Constæ Wo s Und s Von 1 Sehr Und. Ritt ¹ 83 Die Welt kannt' er, und sah nicht Schlecht- er noch heit gern In Fehlern, deren Seel' ein kräftsger Kern, cht ganz Wenn nur den Auswuchs tilgt das erste Schneiden, kund, Sonst freilich sind sie schwerlich auszureuten. gegeben. vernahm, die Rede 23. Dann sprach er mit ihm von Madrid, Constantinopel, und entfernten Plätzen, Wo stets die Leute thun nach den Gesetzen, Und sündigen nach fremd anmuth'gem Schnitt. aste lieb, Von Pferden sprachen sie, denn Henry ritt funden; Sehr gut,(als Britts) und sah gern Rennen gend ra- mit; Und Juan, wie es ziemt dem Andalusen, lerspruch Ritt seinen Hengst, wie Zwingherrn einen Russen. F 2 — 84 24. Die Freundschaft wuchs also, bei Festlich- keiten, Bei diplomat'schen, anderen Mahlzeiten, Juan ward gern von Jedermann gesehn, Wie in den Logen ein vornehmer Bruder. Henry liefs seinem Geiste Recht geschehn, Sein Aeufs'res zeigte die erhab'ne Mutter. Wer offenbart denn nicht Gastfreundschaft gern, Wenn Bildung ist und Stand bei einem Herrn? 25. In Blank-Blank Square(ich will nicht Feindschaft reizen, Durch Strafsennennen, da, wie nicht sich's 3 ziemt, So gern man Unkraut sä't in Dichterweizen, Und Anspielungen riecht, geheim und unbe- rühmt, Wovon kein Mensch geträumt, von Lieber- sachen,) Daſs Der i Wo Ein 1 Und So k Ich v Festlich- ten, ehn, undschaft 1 Herrn? II nicht Die jetzt sind, oder werden, oder längst schon aus; Drum will ich lieber kund es jetzt gleich machen, Es stand in Blank-Blank Square Lord Henry's Haus.) 26. Auch giebt's noch einen zweiten frommen Grund, Dafs ich nicht Haus und Square gern mache kund, Der ist's, dafs nicht ein halbes Jahr vergehet, Wo nicht ein glanzvoll Haus vielleicht be- stehet Ein leicht Herzrütteln tück'scher Innenquaal, Und Kurzweil schafft ein offener Scandal. So könnt' ich absichtlos in Irrthum fallen, Ich wüfste denn die keusch'sten Squares von allen. — 27. Ich könute Piccadilly zwar beniehmen, Ein Ort, wo Peccadillo's unbekannt; Doch Gründe hab' ich, ob sie schlecht, ob sich geziemen, Weshalb dies Heiligthum bleibt ungenannt. So nenn' ich Square und Strafse nicht, bis 8 ich erkoren Den Ort, wo nichts sich rügen läfst, Wo Herzensunschuld, nie verletzt und fest, Zum Beispiel— doch, da hab' ich Londons Riſs verloren! 28. In Blank-Blank Square also, wo Henry's Haus, War Juan stets ein Gast, geliebt, willkommen, Wie Herrn von Adel viel dort aufgenommen, Doch mancher Freipafs macht' ihr Kopf nur aus, 87 Auch Reichthum, der ja überall leicht Zutritt giebt, Auch wohl nur Aeuſs'res, als Empfehlung meist geliebt; Und im gewählten Kleid' erscheinen, Pflegt oft all Anderes in sich zu einen. men, 3 lecht, ob lenannt. aicht, bis 29. Und da es„wohl geht, wo der Räthe viele,“ 4 Londons Wie Salomo gesaget hat, Wo nicht ein Andrer im Weisheitsgefühle— Wir sehen täglich die Bestät'gung in der That, Bei Räthen, Schöppen, bei der Worte Streiten, Wo Weisheit, massenreich, zeigt ihr Geschick; Der einz'ge Grund, woher sich lässet leiten Britanniens jetz'ges Wohlergehn und Glück. „ Henry's Hkommen, enommen, 30. Kopf nur Doch da,„wo viele Räthe, Wohlergeben“ Für Männer, so, beim anderen Geschlecht, Läfst viel Bekanntschaft keinen Schlaf die Tugend sehen, Und wankte sie, ist schon das Wählen schlecht; Je gröfs're Zahl, je mehr Verlegenheit, Wo Riffe viel, auch viel Behutsamkeit. Bei Weibern so, mag's auch den Stolz ver- driefsen, Recht viele süfse Herrn sind von Erspriefsen. 31. Doch wüfsten wir nicht, was bei Adelinen Ein solcher Schutz gesollt, bei dem doch immerdar Erziehung, eigne Tugend wenig nur verdienen, Da schon ihr Geist ihr bester Hüter war; Der wutst' im rechten Licht jedweden zu betrachten; Gefallsucht pflegte tief sie zu verachten, Gewifs der Allbewund'rung, war nur schwach Der Eindruck, als ein Zoll von jedem Tag. Mit Sie ze Wie Auf d Vor j⸗ Nur s Für d Um n 89 hlaf die 32. Mit Allen war sie höflich, ohne zierend Streben; Sie zeigte Manchem Vorzug von der Art, Wie er wohl schmeichelt— Schmeichelei gegeben Auf diese Weise läfst verwahrt Vor jeglichem Verdacht so Weib als Maid, Nur sanfte, geist'ge Herzensfreundlichkeit Für die Verdienten, oder die so schienen, Um mit sich selbst den traursgen Ruhm zu schlecht; sühnen, Adelinen lem doch 33. erdienen, Der unbedingt ist,(höchstens nicht bis- war; weilen) eden zu Ein seltsam armer Putz. Du darfst nur sehn Die Schatten jener Ausgezeichneten, ten, Die standen, oder stehn als Ruhmesfäulen, schwach Des Ruhms, verfolgt zu werden. Schau, nur m Tag. drein 90 Auf die Gepries'nen, und in ihrem Schein Die. Von Sonnenhöfen, der sich um die Brau ge- Und! bildet, Doch Was siehst du? Eine Wolke, die vergüldet, Gleic! Und Ist ei 34. Natürlich fand man auch bei Adeline Die ruhig- adeliche Feinheit im Gespräch, Die nie verläfst den schönen Mittelweg Bei Allem, was Natur bringt auf die Bühne, So wie nichts Schönes kennt ein Mandarin; Ihm mind'stens wehren es Gesetze, Zu äuſsern, dafs etwas sehr hoch ergötze— Das haben wir von China wohl entliehn. 35. Wo von Horaz nicht: sein„ alt admirari“ war Der Es, was als„ Kunst zum Glück“ er ausge- Und geben; 9¹ Die Kunst, wo Künstler streitig immerdar, Und konnten noch nicht viel Erfolg erleben. Doch bleibt es nützlich, ist man weis', Gleichgiltigkeit wird nie in Gram versinken, Und Enthusiasmus in vornehmen Kreis Ist ein moralisches Betrinken. 36. götze— Doch irrten, die gleichgiltig Linchen hiefsen, jehn. Denn(ein Gemeinplatz kommt jetzt) unterm Eis, Wie Lava in sich mehr Vulkane schliefsen— Fahre ich denn fort? Um keinen Preis! Ich mag ein müdes Gleichnifs todt nicht jagen, dmirari So lassen wir den oft entliehenen Vulkan. Der arme! Wie so oft trat man zu ihm hinan, er ausge- Und schürte, bis kein Fünkchen mehr heraus will schlagen. 92 37. Ein andres Gleichnifs soll im Nu zur Nor . Hand:— Wie sollte wohl eine Flasche Champagner Hin n belieben, Und w Zusammengefroren in wenigen Eisbestand, Noch Nur ein'ge Tropfen vom Göttertrank sind ge-(Ob P blieben So ka Im Mittelpunkte, von Preis unschätzbar hoch, So ungefähr ein Glas voll giebt es noch; Doch ist er stärker, als der stärksten Traube Man je entprefst, die saftreich hing im Laube.(Wer Denn 38. Der ganze Geist ist's in gedrängter Kraft. So kann das kältste Wesen tief vereinen Trotz kaltem Aeufsern den geheimen Göttersaft. Bei Vielen so, hier red' ich von der Einen, Die zur moral'schen Lehr Anlafs gegeben, Dergleichen meiner Muse höchstes Streben;— Die Kalten— sie sind über allen Preis, Ist nur einmal durchbrochen erst das Eis. sind ge- a Traube Laube. er Kraft. inen üttersaft. Einen, reben, ben;— eis, Eis. 39. Nordwest'ge Durchfahrt sind sie, recht erblicket, Hin nach des Herzens heifsem Indien, Und wie die Schiff', auf jene Fahrt geschicket) Noch nicht recht klar den Pol ersehn, (Ob Parry's Müh' auch den Erfolg verspricht) So kann'’s sein, dafs ein Herr in's Seichte bricht; Denn ist der Pol nicht offen, sondern zuge- froren, (Wer weiſs es denn?) ist Weg und Schiff verloren. 40. Neulinge mögen füglich so beginnen, Dafs ruhig sie das Meer befahren: Weib, Indem Erfahrne zeitig sich besinnen, Den Hafen suchen, eh's der Zeit Betreib Mit grauer Flagg'; und die vergangne Zeit, Das traur'ge„furmus“ der Menschenangele- genheit, 94 Gemieden sei es, wo das Lebensgarn, ver- dünnet, Man zwischen gier'gen Erben und der Gicht verspinnet. 41. Der Himmel will sein Fest, und sein Vergnügen Ist oft recht wild, doch hab' nur guten Muth. Die Welt ist's werth, sich selber vorzulügen, Sei's nur zum Trost, dafs alle Dinge gut. Und selber die persische Teufelslehre Von zwei Urwesen führt zum Zweifelsmeere, Wie jede andre, welche jemals nur Den Glauben wirrte, oder Tod ihm schwur. 42. Der britt'sche Winter, endend in den Julitagen, Und mit Angust rückkehrend, war nun fort. Wem Mit x rn, ver- ſier Gicht und sein en Muth. rzulügen, ee gut. e kelsmeere, schwur. in den aun fort. 9⁵ Das ist das Eden der Postillion', es fliegen die Wagen, Lärm ist auf Strafsen nach Süd, West, Ost und Nord. Doch wer kann mit Postpferden Mitleid em- pfinden? Beim Menschen ist's mit sich, mit seinem Sohn zu finden, Wenn nicht besagter Sohn von Universität Mit gröfsern Schulden als Kenntnissen geht. 43. Im Juli endet Londons Winter, Bisweilen später noch. Hier irr' ich nicht, Ob sonst bei meinen Worten oft dahinter Ein Irrthum steckt; der Muse Zuversicht Ist ihr gut Glas der Wetterologie, Das Parlament ist uns ja Barometer. Lafs Radikal' ihm vielfach schrei'n ihr Zeter, Doch spart's uns des Kalenderforschens Müh'. ——O—O——————— 44. Auf fe Wenn sein Quecksilber bis zur Null, dann o! Des Reitens, Fahrens, des Gepäcks, der Wagen! Die 35 Von Carltonhouse fliehn Räder nach Soho, Viellei Wer Pferde findet, hat sein Wohlbehagen. Schlagbäume glühn von Staub, und Rotten- Row Schläft von den Reitern an den Festestagen. Der Handelsmann mit langer Rechnung und Docl Gesichte Und ni Staunt, wie des Weges rasseln die Post- platz! wichte. 45. Sie, ihre Rechnung— beid' Arkadien— stellt Man ad calendas graecas nächster Sitzung. Ach, so entblöfst von allem baaren Geld, Welch Hoffen bleibt? Des Hoffens volle Nützung. Ein edelmüth'ges Stellen— und aus Gnade bloſs— dann o! Wagen! s volle Gnade 97 Auf ferne Zeit, bis neue Wechsel giltig heiſsen, Die man dann diskontirt, klein oder grois, Vielleicht auch noch der Trost von Ueber- weisen! 46. Doch das ist Lumperei! Fort fliegt der Lord, Und nickt im Wagen an Mylady's Nähe. Platz! Platz hier! frische Pferde! sind das Wort, So schnell getauscht, wie Herzen nach der Ehe. Das Wechseln ist gehörig schnell geschehn, Der Schwager darf sein Trinkgeld nicht ver- schmähn; Doch eh' die Räder, neu gewüässert, weiter lenken, Naht noch der Hausknecht, seiner zu ge- denken. 47. Die Ze Gewährt! Zum Bock schwingt sich der Die sc Kammerdiener Dicky, Und w Von Lords und Herrn der Herr in allen Um sic Sphären. Einsteigt Mylady's Jungfer, Jungfer Tricky, Eh' auf Geputzet mehr, als eines Dichters Kiel er-⸗ Doch klären Kann, sittsam!„Cos viaggino à riccht! ⁵ (Wollt fremde Lappen manchmal mir ge- währen, Nur, um zu zeigen, daſs ich reis'te; was ist Mein Reisen, Sollt's nicht in Sprach' und Schimpf uns Die z unterweisen?) 48. Der Winter Londons und der Sommer auf dem Land War schier vorüber. Wär's doch traun ein Die Leiden, 99 Die Zeit, wo die Natur im Glanzgewand, Die schöne Zeit im Stadtqualm zu vergeuden, Und warten, bis die Nachtigall verschwand, Um sich an Streit, nicht klug und fein, zu weiden, ricky, Eh' auf ihr wahres Land gehn Landesdiener— Doch vor September ist nur Jagd auf Hühner. 49. was ist Mein Pompspruch ist zu Ende. Die Welt war fort; mpf uns Die zweimal zwei Tausend, für die geschaffen die Erde, Verschwunden, um einsam zu sein nach ge- bräuchlichem Wort, Das heiſst, zur Pracht der dreiſsig Diener Heerde, Und gleichviel Gäste, wo nicht noch mehr; die Tafel drückt Die Menge der Couverts, die täglich aufge- tragen. mer auf aun ein G 2 100 Mag niemand Englands Gastfreundschaft ver- Recht klagen, Die Quantität ist nur zur Qualität verdickt. Als ei Die Zu 50. Die M „Abfal Lord Henry ging und Lady Adeline,„Von Wie es der Fall mit den Mitpairen war, Der Pairschaft, auf das Land, das grüne, Nach einem goth’schen Babel, alt wohl tau- send Jahr. Keins konnt' ein älteres Geschlecht aufzeigen, Durch Helden, Holde zog ein langer Raum; Und mit dem Stammbaum gleiches Alters, Eichen, Von Ahnen zeugten sie, ein Grab jedweder Baum. 51. Ein Paragraph in jeder Schrift— Die Leichen Beniehmt' er, so will's neurer Ruhm, wohl tau- aufzeigen, ger Raum; es Alters, jedweder 101 Recht schlimm, dafs nichts ihm wahrt sein Alterthum, Als eine Annonce, oder so dergleichen, Die Zungen, eh die Tinte trocken, schweigen Die Morning Post doch eilte, anzuzeigen: „Abfahrt nach ihrem Landsitz heut geschah „Von Lord Amundeville und Lady A.“ „Der hohe Wirth will, wie uns zuge- kommen, „Für diesen Herbst in schöner Wahl „Dort um sich sehen eine Freundezahl, „Worunter wir, aus gutem GQuell, vernommen „Den Herzog D, der dort die Jagdzeit bleibet, „Nebst Mehrern, welche Rang und Feinheit ziert; „Auch wird ein hoher Fremder angeführt, „Der ein geheimes russisches Geschäft be- treibet.“ 53. So sehen wir,(wer glaubt der Morning Post denn nicht? Gleich sind ja ihr' Artikel jenen„neun und dreifsig,“ Die grad die Gläubigsten beschwören streng und fleifsig) Auch unser Spanier sollte glänzen in dem Licht, Das seinem Wirth' entbrach in hellem Strahl, Mit denen, die vereint beim tapfern Mittags- mahl. Seltsam, doch wahr: im letzten Krieg hat man gefunden In Zeitungen mehr Mahl', als Tod und Wunden. 54. Zum Beispiel:„Donnerstags sie grofse Tafel machten, Wabei Lords A. B. C.“— Herzog' und Grafen genannt Und 10³ Bei Nahmen, als ob sie Gewinner von Morning Schlachten, Und drunter auf derselben Spalte stand: eun und„Falmouth. Unlängst sahn wir an hiessger 1 Stätte en streng„Das Slap-Dasch Regiment, stets treu der Ruhmesbahn, in dem„Sein letztlicher Verlust hat uns sehr weh gethan; m Strahl„ Die Lücken sind ersetzt nach der Gazette.“ Mittags- crieg hat 55. rod und Nach Norman-Abtei fuhr das edle Paar, Das, einst ein altes Kloster, jetzo war Ein uralt Haus, in reichem, seltnem Style Gemischten Goth'schen, wo, wie's Bauver- ständ'gen däucht, 2 grofse Der Reste zur Vergleichung gar nicht Viele Geblieben sind. Tief liegt's etwas vielleicht, og' und Weil Mönche wünschten einen Berg dahinten, Um ihr Gebet zu schützen vor den Winden. ⸗ 56. Umschlossen stand's von einem fruchtbar'n Die Thal, Umringt von hohem Waldkranz, wo die heil'ge Eiche, Wie Caraktacus auf dem Platz der Wahl, Mit breitem Arm rückwies die Blitzesstreiche, Tie Mit Tageslicht entliefsen ihre Zweige Der Waldbewohver bunte Zahl, Aufsi Der Vierzehnender mit der Heerd' entflog darunter Gleic Zum Bache hin, der murmelte, wie Vöglein Verli munter. 57. Es wallte vor dem Haus ein klarer Teich, Breit, spiegelhell, tief, stets genähret Durch einen Flufs, den sanft're Fluth ge- lehret Des weiten Beckens stillerer Bereich. Die wilde Ente nistet' im Gesträuch 105 Und Rohr, im klaren Bett zur Brut gekehret. Die Stauden sah vom Rand man niedertauchen, Sie standen, auf der Fluth die grüuen Augen. 58. Tief stürzt' im Wasserfall sein Ausfluſs ke nieder, Aufsprang der Schaum, bis seines Donners d* entflog Macht, Gleich einem Kinde, das zur Ruhs gebracht, e Vöglein Verlief in sanfterem Gekräusel wieder, Das fort als Bach floſs, und nun durch die Au' Hinrieselte, jetzt glänzend, jetzt sein Wallen Verbergend im Gehölz, jetzt klar, jetzt blau, Nachdem des Himmels Schatten drauf gefallen. er Teich, et rluth ge- 39. Ein prächtsger Rest vom gothischen Ge- . bäude, (Als römisch noch die Kirche) stand zur Seite 106 Als grofser Bogen; durchhin liefen manche Das Gänge, Allei Die nun zerstört, der Kunst zum Schmerz; Der Doch erstrer dräut' herab mit ernster Strenge, Zum Fühlen zündend auch das rauh'ste Herz, Sei's Dafs trauernd es erwog der Zeit Gewalten, Von Wenn's sah den Bogen, den ehrwürdig alten. Das 60. In einer Niche, an den obern Seiten, Sah einst zwölf Heil'ge man, in Stein geweiht; Gestürzet sie, nicht mit der Mönche Zeiten, E Vielmehr, als Karl verlor die Kron' im Streit, Als jedes Haus zur Festung ward gemacht, (Wie die Geschicht' erloschner Stämm' uns sagt) Von tapfern Torys, die vergebens fochten Für die, die weichen nicht, noch kräftig herrschen mochten. 61. In höhrer Niche stand allein, jedoch gekrönt, Die heil'ge Jungfrau mit dem Himmelskinde, 107 manche Das Kind auf ihrem Arm, die hehre, linde, Allein verschont, wo Frechheit rings gehöhnt. Der Boden schien geweiht sich vor ihr hin- Strenge, zustrecken; ste Herz, Sei's schwacher Irrwahn, doch es läſst walten, Von jedes Glaubens Tempel auch der ärmste ig alten. Rest Das Herz zu heiligem Gefühl sich wecken. geweiht; 62. e Zeiten, Ein mächt'ges Fenster, nach der Mitte hin im Streit, gehöhlt, emacht, Dem jetzt sein Glas von tausend Farben fehlt, imm' uns Das einst die tiefen Glorien ein lieſs dringen, Die von der Sonne flohn, wie Seraphs- chten schwingen, h kräftig Gähnt jetzt zerstört; die Luft jetzt schwach, hten. jetzt lauter, dringt Hin durch sein Schnitzwerk, und die Eule singt gekrönt, Ihr Grablied oft, wo vom verstummten Chore aelskinde, Kein Hallelujah mehr hinschallt zum Ohre. 63. Doch Mitternachts bei Mondschein, wann Der Wind vom rechten Punkt des Himmels wehet, Wehklagt ein schauriger, nicht ird'scher Klang, der dann Tönt wie Musik, ein Sterbelaut, der gehet Durchss riesige Gewölb', sinkt und erstehet; Für fernes Echo halten nur ihn Manche, wann Die Nachtluft hinstreicht ob dem Wasserfalle, Die alten Mauern geben Harmonie dem Halle; 64. Noch Andre glauben, eine Form, ein Säulenschaft, Vielleicht gebildet durch Verfall, verleiht die Kraft, (Wenn auch nicht gleich ganz jenem Memnonsbilde, Das zur bestimmten Stund' erklang durch's Nilgefllde) 109 Dem grauen Trümmer, zu dem Zauberklange; Wehmüthighell verbreitet er sich rund. Nicht weiſs ich, nicht erforsch' ich je den Grund, er Klang, Doch ist's! Ich hört' ihn, einst wohl nur zu lange. gehet rstehet; 65. m Halle; Im Hofe spielt' ein goth’scher Quell in leichtem Falle, Symmetrisch, und von Schnitzwerk dran viel Zier, rm, ein Seltsame Formen, wie beim Maskenballe, Ein Ungeheuer dort, ein Heil'ger hier; leiht die Durch garst'ge Granitmäuler sah den Quell man sprühen jenem Hinab in Becken, wo die kleine Wasserfahrt Zu tausend Blasen, sich vergeudend, ward. durch's Bild von des Menschen Ruhm und seinen eitlen Mühen. 66. Das Haus selbst war ehrwürdig, riesig groſs, Mehr noch zu sehn vom mönchischen Ge- pränge, Als sonst verschont; noch standen die Kreuz- gänge, Auch Zellen, Refectorium noch im Schloſs. Ein liebliches Capellchen auch stand hier, Das, unversehrt, dem Ganzen eine Zier; Das Andre war erneut, gebaut, in Stücken, Und liefs mehr den Baron, als Mönche blicken. 67. Die Hallen, Gallerien, Gemächer, all vereint, Als keusch der Künste Bund noch nicht gemeint— Beleidigten den Kenner, doch ein Ganzes ward, Das zwar nicht regelrecht in seinen Theilen, Doch einen Eindruck macht' erhab'ner Art, Da mind'stens, wo Gefühle nur urtheilen. Ein R Wir f Bar Von! Sahn Nebst Mit 1 Und Auch Defs 111 Ein Riese lockt durch seinen Bau den Blick herbei, Wir fragen nicht sofort, ob der Natur getreu. „ riesig 68. Baron' in Stahl, im nächsten Alter zu Gestalten hier, Von lust'gen, schmucken Grafen eingeglüht, ier; Sahn von der Mauer, gut erhalten, tücken, Nebst Lady Marys zu Jungfrauen erblüht, blicken. Mit langem Haargelock, auch wohlbehalten, Und Gräfinnen mit Perl'n und Kleiderfalten; Auch ein'ge Schönen aus Sir Peter Lely's Zeit, Defs Draperie beim Schauen uns von der er, al Schaam befreit. h nicht 69. es ward, Theilen, Auch waren Richter im furchtbaren Her- rr Art, melin ilen. Daselbst, mit Stirnen, die nicht eben zeigten, 112 Dafs sich die Herrn vom Recht zur Milde neigten, Wollt' einen Schlufs daher der Schuld'ge — ziehn; Bischöfe, wo verblieb selbst eine Predigt nicht; Generalanwalte, deren Anblick schon ein Jammer, Er deutete, schützt uns nicht das Gericht, Auf Habeas Corpus wen'ger, als Stern- kammer. 70. Feldherrn, in Rüstung Manche, aus der alten, Der Eisenzeit, eh noch das Pulver durfle walten; Andr' in Perücken, Marlborough's tapfre Recken, Gleich zwölfen unsrer dürft'gen Zeiten grofs; Herrlein, mit goldnen Schlüsseln, weifsen Stöcken, Nimrode, deren Canvas drückt' ihr Roſs; Und h Die ih Doc Die m Erschi Ein w Hier t Erglät Gab S Der H Hie Hier ur Milde Schuld'ge Predigt schon ein Pericht, Is Stern- aus der weiſsen Rofe; Und hie und da Patrioten däster standen, Die ihr Gesuch niemals gewährt sich fanden. 71. Doch plötzlich, dafſs die Augen Trost em- pfahn, Die müd' am alten Erbgeräth' gehangen, Erschien ein Carlo Dolce, Tizian; Ein wildes Stück, vom wilden Rosa ausge- gangen; Hier tanzt' Albano's Jugend; Vernets Ocean Erglänzte lichthell; wie Märtyrer rangen, Gab Spagnoletto schauerlich, defs Farben Der Heil'gen Blut darstellen, wie sie starbeu. 72. Hier eine Landschaft Claude Lorrains, dort eine Insel; Hier liefs ein Rembrandt Düstres Eicht um:- ziehn; Dort malte Caravaggio's melanchol'scher Pinsel 226. H Den armen, stoischen Einsiedler hin. Doch Teniers wirbt dein Aug', und nicht vergebens, Zu einer Scene frohbewegten Lebens; Sein netter Becher läfst mich schier ein Däne sein, ²) Ein durst'ger Genter— heda, rheinschen Wein! 73. O Leser!— Kannst auch lesen?— Du muſst wissen, Genug ist buchstabiren nicht, selbst lesen nicht, Daſfs du ein Leser seiest; Bildung von Gewicht Gehört dazu, die du und ich besitzen müssen. Zuerst: fang mit dem Anfang an—(bewenden Darf's nicht bei Leichtem!) Zweitens: fahre fort; Drittens: fang nicht von hinten an; und fehlst du dort, lagst wenigstens du mit dem Anfang enden. Del Daſs Geer. Der- Der- Voll id nicht neinschen ost lesen Gewicht nüssen. bewenden us: fahre ind fehlst enden. 74. Doch, Leser! hast bis jetzt mir viel Geduld geschenket, Wo ohne Reimgewissen, ohne Scheu, Ich aufgebaut und ausgelegt so mancherlei, Dafs Phöbus mich als Auctionator denket. Dafs es mit Dichtern von jeher so war, Macht uns Homeros' Schiffsverzeichnifs klar; Doch ein Nicht-Alter sollte Maaſs wohl zeigen, Drum will von Möbeln und Service ich schweigen. 75. Der reife Herbst erschien, mit ihm die Gäste, Daſs sie genössen die verheifs'nen Feste. Geerndtet ist, viel Wild durch Fluren streift, Der Jagdhund spürt, in rother Jacke schweitt Der Jäger, wie des Luchses ist sein Lauern, Voll wird die Tasche, reich der Tisch gemacht. H 2 116 Das braune Rebhuhn, der Phasanen Pracht! Ihr Wilddieb', o, das ist nicht Jagd für Bauern. 76. Ein Herbst in England, ob kein Weinberg dort sich findet, Der mit bachant'schen Kränzen glüht entlang Die Pfad', ob welchen Rebgeländer bindet Die Traub' im Lande, reich an Sang— Hat doch gewählter Weine Wahl, mit Geld geschafft, Den leichten Claret, des Madeira Kraft. Weint England seine Bleichheit, mag sich's trösten, Es hat den Keller, der Weinberge besten. 77. Dann, hat es nicht den heitern Uebergang, Der läfst Herbsttag“ in Süden schier so sehen, Als w. Die 2. So ha Die K Auch Was Als wollt' in neuen Frühling übergehen Die Zeit, und nicht zum Winter, öd' und lang,— So hat's Vorrath an Stubenschätzen, Die Kohlengluth, die früh'st' im Jahr; Auch aufserm Haus kann Füllb' ihm reich Teinberg ersetzen; Was es in Grün verlor, beut Gelb ihm dar. at entlang bindet 78. mit Geld Und was betrifft die weichliche villeggiatura, ali. Wo Hörner mehr, als Hunde— hat's die Jagd, nag sich's So lebhaft, dafs selbst einer sanctior aatura Der frohe Lärm mehr, als der Rosenkranz esten. behagt; Selbst Nimrod wandert' aus der Au' der Dura ³) Und ging ein Weilchen in der Jackentracht; bergang, Hat es nicht Sauen, weiſs es zu gebrauchen zo sehen, Recht zahme Bauern, die als Wildpret taugen. 79. Die edlen Gäste, die nun einte die Abtei, Bestanden aus— wir geben dem schänen Geschlechte den Pas— Der Herzogin von Fitzfulke, der Gräfin von Crabbey, Den Ladies Scilly, Busey, Miſs Eclat, Mifs Bombazeen, Mifs Mackstay, 0 Tabbey, Mifs Rabby, die sich der reiche Banquier zum Weib ersah; Auch der sehr ehrenwerthen Madam Schlaf, Scheinbar ein weifses Lamm, im Ernst ein schwarzes Schaf; 80. Nebst andern Gräfinnen von Arm, doch Rang; Die Hefe und der Hub des Volks vereinigt. Das geht, wie Wasser, im Behälter abge- reinigt, Die angebornen Flecken weichen überlang, Wie? Verg: Als e 119 papier in Geld gewechselt bei der Bank; Wie? ach, gleichviel, ein guter Paſs be- scheinigt Vergangenheit— und gute Zirkel sind be- läſin von kannt, Als eben so sittsam, wie tolerant; 81. Sahlat, Das heifst: bis zu gewissem Punkte, und Pnst Lin es beut 2 Der Punkt bei Punktation die gröfste Schwie- rigkeit. Der Schein erscheint, und zeigt die Stelle, Wohin er pafst für höh're Fälle. ⸗ doch Nur so, daſs kein Geschrei wird:„aus unsrer Nähe, anigf. Du Hexe!“ Doch ihren Jason hat jede Medee, r alge. Und(wie Horaz es meint, und Pulci:) Omne lulit punctum, guae miscuit ulile lang, dulci. stehen Vom höchsten Rang, Brahminen im Ton der Auch Welt. Ein Paar hab' ich genannt, nicht grade nach Und 82. Nein, Ich weiſs nicht genau den förmlichen Be- Der Bu treib, Auch e Er neigt sich etwas hin zur Lotterie; Vernichtet sah ich einst ein ehrsam Weib Durch blofses Lästern einer Coterie; Auch eine Soso-Dame derb sich wehren, Bis durch Cabal' ihr wieder Zutritt frei, Paro- Sie glänzte, eine Siria der Sphären, Und sie entkam mit leichter Spötterei. Der vo- 83. Mehr sah ich, als ich sagen darf.— Laſst sehen, Dort a Wie es mit unsrem Landhausleben bestellt; Aus drei und dreifs'gen mag der Zirkel be- Standeshöhen, 121 Nein, wie sie zufällig der Reim gesellt. en Be- Der Buntheit wegen sah man in dem Haufen Auch ein'ge Irländer mit unterlaufen. 84. Parolles war auch da, der legale Eisen- fresser, 4 Der vor Gericht und Rathhaus seine Schlach- ten besser Zu kämpfen meint. Geladen, zeigt er freilich, Dafs Wort' er liebt, doch Krieg nicht eben — Laſst gern. Dort auch der junge Dichter Reimbrech, wel- stellt; cher neulich kel be- Auftrat, und glänzt' als ein Zweimonat- Stern. von der Auch war Lord Pyrrho dort, der kühne Zweifelgeist, le nach Und Sir John Weitbauch, welcher trank zumeist. 85. Da war der Herzog von Brauser, der Herzog war, „Ja, jeden Zoll“ ein Herzog! dort der Pairs sechs Paar, Wie die von Carl dem Grofsen; die Pairschaft stand zu lesen Im Blick und Geist, kein Auge und kein Ohr Hielt jemals sie von der Gemeinen Chor! Dort die sechs Fräulein Rawbold, holde Wesen! Ganz Sang und ganz Gefühl, und ihre Her- zen möchten Statt Kloster, lieber Hochzeitkränze flechten. 86. Hier vier ehrbare Herren, deren Ehre mehr Vor ihren Nahmen stand, als hinterher; Man sah den preux Chevalier de la Ruse Den Frankreich und Geschick unlängst hieher verwies, Sein Ha Doch s Denn 8 Dafs se Herr Weishe Winkel Sir He- Auch W Der me Und Le Zu All 123 Sein Haupttalent ein harmloses Ergötzen, Doch schien's dem Kreis ein Lachen voll der Entsetzen, 7,⁹ 3„ 9p; r Pairs Denn so vermocht er zaub'risch zu ent- zücken, irschaft Dafs selbst die Würfel er bezaubert durch Repliken. 87. Herr Nichtweifs dort, groſs in Metaphysik, Weisheit und gute Tafel pflegt' er schön zu lechten. nennen; Winkel, der dick that auf Mathematik, Sir Henry Silberkrug, der stets gewann bei Rennen, ke mehr Auch war dort Pastor Strengemann zu Gaste, r; Der mehr den Sünder, als die Sünde hafste; use Und Lord Augustus Fitz-Plantagenet, hieher Zu Allem gut, doch meist, wo eine Wette steht. 88. Jack Kauderwelsch, der ries'ge Waffen- träger; Und General Gluthblick, hochberühmt durch Sieg, Ein guter Taktiker, ein tapfrer Schläger, Der mehr Yankins frafs, als erschlug im letzten Krieg. Der kom'sche wälsche Richter, Jefferis Prelle, So hoch geschickt in seiner wichtsgen Stelle, Dafs, wenn ein Schuld'ger ward verdammt zum Tod, Des Richters Witz ihm eine Tröstung bot. 89. Gesellschaft ist ein Schachspiel; Kön'ge dort gesellt, Kön'ginnen, Läufer, Bauern— ja, ein Spiel die Welt. Nur, dafs die Puppen selbst die Drähte rücken; Beim lust'gen Punch steht's gleich in vielen Stücken. Die Muß Nicht S Doch Den Red Gehalter Als erst Beim De Von dei Und in „Die be Stolz Auf die Waffen- nt durch äger, hlug im is Prelle, e'n Stelle, erdammt g bot. Kön'ge ein Spiel rücken; in vielen 125 Die Mus?, ein Schmetterling, sie hat nur Schwingen, Nicht Stachel, will planlos hier-, dorthin dringen, Fliegt selten auf; wenn sie Hornisse wär', 0, Laster gäb's, die das empfänden sehr! 90. Doch ich vergafs— drum hol' ich nach geschwinde Den Redner, neu aus letzten Sitzungen; Gehalten hatt' er eine Rede, stark und schön, Als erste, jungfräuliche Sünde Beim Debattiren; alle Zeitungen noch schallten Von dem Debut, der Eindruck tief gemacht, Und in Vergleich mit Täglichem gebracht, „Die beste erste Rede war, die je gehalten.“ 91. Stolz auf dieHört ihn!“ stolz auf das Votiren, Auf die verlorne Jungfernschaft im Rednerthum, 126 Stolz auf sein Wissen(viel konnt' er citiren) Schwelgt' er in seinem Ciceronian'schen Ruhm. Zum Lernen mit vortrefflichem Gedächtnifs, Zu Wortspiel, zu Geschichtchen gnug Ver- 3 stand, Elwas Verdienst, mehr Frechheit zum Ver- mächtniſs, Begab sich seiner Heimath Stolz aufs Land. 92. Zwei Witzköpf' auch nach allgemeiner Rede, Weitschufs aus Irland, Scharfschufs von der Tweede, Erschienen, zwei Juristen, gleich an Bildung groſs. Doch Scharfschufs's Witz war feiner angeleget, Indem bei Weitschufs sich Einbildungskraft mehr reget, So schön und munter, wie ein Roſs. Doch ko Wo Scha Schar. Doch W Von der 127 citiren) Doch konnt' er durch ein Blatt ins Stolpern kommen, Wo Scharfschufs's Bestes einem Cato schien entnommen. 93. Scharfschufs glich einem neu'n Pianoforte, Doch Weitschufs,— wie die Aeolsharfe, wild, Von der des Himmels Lüft' entwehn Accorde, Und musiciren, wie sie frei gewillt; Bei Scharfschufs stiefs'st du an bei keinem Worte, er Rede, Doch Weitschufs's Vortrag war oft überfüllt. von der Dort war Natur, was hier Bestrebung fand, Der witzig durch sein Inn'res, jener durch Bildung Verstand. geleget, 94. gskraft Erscheint dies Alles für zu bunte Masse, Als dafs so gut ein Landbesuch besteht: 3 128 So denket, dafs ein Probestück aus jeder Classe Doch besser, als ein schläfrig Téte àd tεe. Thalia wich, daſs Rückkehr sie erbitten lasse! Wo Congreve's Narr stand neben Moliere's Béte. Gleich ward sich die Gesellschaft bis so weit, Dafs Sitten kaum verschiedner, als das Kleid. 95. Die Lächerlichen hält man ganz dahinten, Wohl lächerlich, doch auch entsetzlich dumm; Besondre Ständ' auch sind nicht mehr zu finden Standartig, und am Narrheitsbaum herum Giebt's keine Früchts; ob Narren uns erdräcken, So sind sie hohl, nicht mühewerth zu pflücken. Gesellschaft ist jetzt ein verfeinerter Verein, Herrn, Knechte— das die zwei Partei'n. 96. Von Pächtern werden Aehrenleser wir, Dies auf der Wahrheit vielgedroschenem Revier. Was FI „Die S Was Ob der! Ich dau Kit-Ca In sein Am Mol 226. er Classe te. en lasse! e's Béte. so weit, as Kleid. inten, dumm; u finden rum n uns flücken: Verein) n. chenem 129 Und, lieber Leser, läſs'st du sanft dich weisen, Bin ich die Ruth, und du magst Boas heifsen. Ich würde mehr citiren, doch ist's ja ver- wehret Bei heil'’ger Schrift. Mich rührt', als ich noch jung, Was Frau Magister Adams dort erkläret, „Die Schrift sei, aufserhalb der Kirche, Lä- sterung. ⁴) 97. Was möglich, will im dürft'gen Stoppelfeld ich lesen, Ob der Ertrag sich nicht zum Mahlen ziemt.— Ich darf den Weisen, den redsel'gen, nicht vergessen, kit-Cat, durch Unterhaltungskunst berühmt; In seinem Denkbuch ein besond'res Blatt füllt' er Am Morgen für den Abend,„Hör', o hör:! ⁵— 226. I armer Geist!“— 0, welche Streich Die Ta erwarten Den, der studiert auf witzge Redensarten. Vom 8t „Ach, 98. ch künstliches Betreiben Zuerst mufs er dur Gespräch-* herüberziehn. Zu seinem Witze das Und zweitens darf kein Anlafs ihm entfliehn, Nicht hinter der Erwartung darf er bleiben, Sei Nein, übertreffen! Stets Effect mufs er er- reichen, Wo möglich, drittens, nimmer weichen, Das L Wenn ihn ein feiner Redner in die Enge treibt, Gelobt e Vielmehr das letzte Wort, was ja das beste Geldlieb bleibt. Die ein- Die Jug 99. Maitress 0, Gött Lord Henry und die Lady waren Wirtbe, Kannst Die Gäste die genannte Fremdenzahl. 131 reich' Die Tafel war so reich, dafs einen Geist sie kirrte en. Vom Styx herüber zum nahrhaften Mahl.— Ich nenne nicht die Ragouts, die Braten der Lämmer und Rinder, Ob auch die Geschichte der Menschheit die geiben Lehr' uns schenkt, 1 ziehn. Wie sehr das Glück der Menschen, der hung- niehn, 5 rigen Sünder,. ; Seit Evens Apfelbifs vom Mahl' abhängt. feiben, 1 er er- 100. Das Land beweis't's, das„Milch und Honig“ Enge beut, Gelobt dem hungrigen Israeliten; 6 beste Geldliebe fügten zu wir mit der Zeit, Die einz'gen Freuden, die Belohnung bieten. Die Jugend flieht, mit ihr des Lebens Sonnen- kleid, 3 Maitressen ekeln uns und Parasiten; 0, Götterschatz, wer möchte dich verlieren, irtbe, Kannst auch nicht nützen mehr, nicht mehr verführen? 1 2 — — 101. Die Herren pflegten früh sich anzuschürzen Als Se Zur Jagd; die Jüngern aus Vergnügen an der Jagd, Als Erstes, was nach Spiel und Obst dem Kind behagt; Die Mitteljähr'gen, um die Zeit zu kürzen; Denn britt'sche Frucht ist eaänui, ob auch dort 3 Kein Wort dafür; wir geben für das Wort Die Sach', und lassen Frankreich übertragen Dies Gähnen, das selbst Schlaf nicht kann Gab d verjagen. 102. Die Aeltern wandten sich zur Bibliothek, Urtheilten ob Gemälden, stellten Bücher weg, Gingen durch Gärten mitleidvoll spazieren, Und stellten das Gewächshaus tadelnd blofs. Die ritten ein nicht zu schwer trabend Roßs, Zum 4 Und jene nahmen sich Zeitungslectüren, st dem rzen; b auch Wort rtragen at kann Sthek, er weg, eren, blofs. nd Rofs, n, 13³³ Und blickten nach dem Stundenzeiger gäh- nend, Als Sechsz'ger nach sechs Uhr sich sehnend. 103. Doch Niemand war genirt; die groſse Ein'gungsstunde Gab das Tischglöcklein an; bis dahin waren Herrn Von ihrer Zeit sie All', ob im gesell*gen⸗ Bunde, Oob einsam, wie ein Jeder gern Die Zeit verbrachte, deren Werth so wen'’ge kennen. Aufstand man nach Belieben, konnte Frist sich gönnen Zum Anziehn, konnte Frühstück machen dann, Wo, wie dies Mahl man wünschts, und wann. 104. Die Damen, blühend theils, theils blässer anzuseh'n, Verlebten den Vormittag nach Befinden; sie fuhren, wenns schön, Und gingen; war's schlecht, so lasen sie, oder erzählten, Und sangen, und übten den Tanz des neusten Pariser Balls; Bestimmten die Moden, die neu wahrschein- lich erwählten, Und machten Kopfputz laut neusten Mode- journals, Und packten zwölf Briefe in kleines Couvert, Dafs jeder Empfänger zum Schuldner erklärt. 105. Die hatten entfernte Geliebte, und Alle Freundinnen; Nichts reichet an weibliche Brief' auf der Welt, Billa- Keins Beim V So oft Auch Trotz ſeusten chein- Hode- duvert, rklärt. I Alle Im Himmel kaum, sie können kein Ende ge- winnen. Wie mir das Geheimniſs des weiblichen Schreibens gefällt! Es sagt, wie ein Glaubensbekenntnifs, nicht ganz, was es denkt, Doch voll List wie Ulyssens Kehle gedrängt, Als den armen Dolon er lockte; du thätest wohl, Zzu sinnen, was als Antwort dienen soll. 106. Billarde gab's und Karten, doch Würfel blieben in Ruhe, Keins spielet, aufser in Clubbs, das noch sich selber ehrt. Beim Wasser gab es Kähne, beim Eis Schlitt- schuhe; So oft die Spürung harter Frost verwehrt; Auch Angeln, diese Sünd' auf jeden Fall, Trotz dem, was Walton singt in jener Stelle: 136 „Der alte, harte Firl'fanz hab' in seinem Wall „Ein' Angelschnur, zum Fang die Gold- forelle.“ ⁵) 107. Mit Abend kam das Schmausen und der Wein, Die Unterhaltung, das Duett, gesungen Von mehr und wen'’ger süfsem Stimmverein, Noch schmerzt mein Kopf bei den Erinne- rungen. Die vier Mifs Rowleys glänzten gern im Reih'n, Doch fühlten sich die beiden jüngern mehr gedrungen Zur Harfe;— schöne Hälse, Händ' und Arme weiſs, Erhöhten noch der Töne Zauberpreis- Der T Denn zu In Schlir Auch set Zu Liebe Mit dere Die Jäge Und nüc seinem Gold- ad der 1 ferein, rinne- ern im mehr d' und 137 108. Der Tanz liefs manchmal,(nie doch au Jagdtagen, Denn zu ermüdet waren da die Herrn) In Schlingungen Huldformen ragen; Auch setzte man sich zum Geflüster gern, Zu Liebelein,— in Schranken; nur ein Lob von Reizen, Mit deren Offenbarung Frauen geizen; Die Jäger machten ihre Fuchsjagd noch ein- mal, Und nüchtern ging um zehn zu Bett die ganze Zahl. 109. Politiker, in eines Winkels Gunst, Entschieden ob der Welt in allen Sphären; Die Witzköpf' übten wachsam ihre Kunst, Wollt Anlafs sich für ein Bonmot gewähren; Nur wen'ge, die man geistreich nennen kann, Was grade paſst, o, Jahre können sich ent- schwingen, — — 138 Eh kommt die Stunde, wo es gilt; und dann, Selbst dann kann sie der plumpste Mensch drum bringen. 110. Doch vornehm ging es und aristokratisch In unserm Zirkel, höflich, fein und kalt, Wie Phidias' Gebild' aus Marmor, attisch. Das Alter der Treuherz'gen ist verhallt, Unsre Sophien sind nicht so emphatisch, Doch schön, wie sonst, wohl schöner von Gestalt. Vollkomm'ne Teufel, wie Tom Jones, giebt's nicht mehr, nein! Dafür Herrn in Schnürbrüsten, steif, wie Stein. 111. Recht bald verliefsen sie die Ein'gungsstätte, Das heifst, vor Mitternacht, in London Mit- tagsfrist. d dann, Munsch atisch alt, isch. t, h, ner von giebt's 4! ff, wie Esstätte, on Mit- 1³9 Doch auf dem Land gehn eher Frau'n zu Bette, Noch früher, als der Mond hinunter ist. Vom Schlaf sei sanft jed Blüthenhaupt umwallt, Ihr Roth empfang' die Rose wieder bald! Freudvolle Zeit— nichts ist für Wangen- pracht gesünder, Die Schminke sinkt im Preis' auf ein'ge Winter. Ende des dreizehnten Gesaungs. Anmerkungen zum dreizehnten Gesange. 1) Stanze 7. Dafs ein offner Feind ihm lieb. „Mein Bester, ein offner Feind ist mir lieb.“ S. das ELeben D. Johnsons. 2) Stanze 72. Sein netter Becher läfst mich schier ein Däne sein. Irr' ich nicht, so steht„der Däne“ mit in Jago's Verzeichniſs„vorzüglicher Trinker.“ 3) Stanze 78. Selbst Nimrod wan- delt' aus der Au' der Dura In Assyrien- 4) Sta Frau Manne,“ Kirche Dies Do der best S. Josep 5) Ste Wenig lehrt ha die No Wohlge¹ und alte die Anv nen die fahrung dem gr sten an esange. Feind ist mir Becher n Däne «*⅜mit in inker.“ d wan- ura 141 4) Stanze 96. Die Schrift sei, aufser- halb der Kirche, Lästerung. Frau Magister Adams antwortete ihrem Manne, es sei gotteslästerlich, aufserhalb der Kirche von der heiligen Schrift zu reden. Dies Dogma stellte sie gegen den auf, der der beste Christ in irgend einem Buche ist. 8. Joseph Andrews in den letzten Capiteln. 5) Stanze 106. Der alte harte Firl*- fanz hab' in seinem Wall Ein' Angelschnur, zum Fang die Goldforelle. Wenigstens würd' es ihn Menschlichkeit ge- lehrt haben. Dieser sentimentale Wilde, den die Novellisten aus Mode citiren, um ihr Wohlgefallen an unschuldigen Vergnügungen und alten Liedern an den Tag zu legen, giebt die Anweisung, Frösche einzunähen und ih- nen die Beine zu brechen, als ein durch Er- fahrung erprobtes Hilfsmittel beim Angeln, dem grausamsten, seelenlosesten und dümm- sten angeblichen Vergnügen. Man berufe sich 142 nicht auf Naturgenufs! Der Angler denkt nur an sein Gericht Fische. Er hat nicht Zeit, sein Auge vom Strome wegaurichten, ein einziger Anbifs wiegt ihm die ganze herrliche Umgebung auf. Aufserdem beifsen sogar mehrere Fische bei trübem Wetter besser an. Der Wall- Hai- Thunfschfang hat etwas Grofsartiges, Gefährliches; sogar das Fischen in Netzen, Reufsen u. s. w. sind menschlicher und nützlicher, denn angeln! Kein Angler kann ein guter Mensch sein. „Einer der besten Menschen, den ich je kannte, so menschenfreundlich, zartfühlend, edelmüthig und vortrefflich, wie nur je ein Erden- sohn sein kann, war ein Angler; freilich au- gelte er mit gemalten Fliegen, und würde der Grausamkeit Isaak Waltons nie fähig gewesen sein.“ Diese Anmerkung schrieb ein Freund, nach Durchlesung des Manuscripts, hierzu. Audi alteram partem. Ich habe sie als Gegenge- wicht gegen meine Ansicht hergesetzt. — ꝗ ůopö Gesang. ‿ — — +◻‿ 8⁸ — — w. Audi ge- egen s. fangeln! d, Wenn a gewiſshei Der Me Doch wü Da friſst Und das Denn als Zuschob 226. Don Juan. Vierzehnter Gesang- 1. W enn aus den Tiefen der Natur, der eignen. Brust gewilsheit wir uns könnten lolen, Der Mensch würd' sich des Pfads, den er verfehlt, bewufst; Doch würd' es viel Philosophie versohlen! Da frifst ein anderes System das eine, Und das, wie es Saturn mit seinem Stamm gemacüt. Denn als, statt Söhn', ihm seine Hälfte Steine Zuschob, hat kein Gebein er drauf zu Tag gebracht. 226. K 2. Doch dem System beliebt, das Frühstück umzudrehen, Die Eltern iſst's, wie schwierig die Verdauung drauf. Denk nach, und sage mir, wirft man dir Fragen auf, Wird sie dein Glaube unverrückt bestehen? Blick aufwärts, ehe du beginnst des Kampfes Lauf, Und etwas als das Wahrste willst ersehen. „Nichts besser, als den Sinnen miſszutrauen.“ Recht schön— auf welche Evidenz ist dann zu bauen? 3. Ich— nichts weiſs ich! Niehts hab' ich abgeschworen, Ich bill'g' und tadle nichts. Welch Wissen ist denn dein? Das Ei- Und die Wie, V Wo nicl Tod ist Und Sch 147 Das Ein' etwa, dafs du zu sterben wardst geboren? Und dies kann leicht auch unwahr sein. 1 Wie, wenn die Zeit käm', die zur Ewigkeit erkoren, Air Wo nichts gehört zum Alten, nichts zum Neu'n? Tod ist ein Ding, das uns zu Thränen bringet, Und Schlaf des Lebens Drittel doch verschlinget. 6 4. Ein Schlaf ohn' einen Traum, wenn wir dann verlebet Den Mühetag, ist unser Wunsch; und doch, Wie Staub vor rubhevollerm Staub erbebet! Der Selbstmord gar, der seine Schuld zahlt, noch Wor dem Einfordern(eine Zahlungsart Vergangner Zeit, die Gläubiger zurückesehnen) Verhaucht den Odem unter ungeduld'gem Stöhnen, Nicht weil das Leben, weil der Tod ihm schrecklich ward. K 2 „ ich issen 5. Die tief Denn der ist überall, vor ihm, um inn, daneben,. Zum Un Und aus der Furcht entsteht ein Muth, Mit deir Wohl der verwegenste, der selbst das Schlimmste thut, Das ist UIm's zu erfahren.— Wenn die Berg' erheben Den Scheitel unter uns, und unsre Blicke dringen Hinunter in des Abgrunds furchtbar Graun,„Was So kannst du nicht minutenlang so schau'n, Dafs niclit die grause Lust dir käm', Hinab- Geliebte zuspringen. 6. Du thust's nicht, schaudernd wirst zurück du weichen, Doch woll' auf den empfangnen Eindruck Denn sehn. Du findest, bebst du auch vor dem, was zeigen Nur e Die spiegelnden Gedanken, wenn sie einge- Wo v stehn, 149 Die tiefe Neigung— Sei es Irrthum oder inn, Wahrheit— Zum Unbekannten. Ein geheimes Etwas treibt, Mit deinem Graun zu stürzen— ach, wohin? das Nicht Klarheit! Das ist der Grund, warum's geschieht— und unterbleibt. 7. hun,„Was soll das hier?“ fragst du im Vor- hu'n, wurfston. inab- Geliebter Leser, nichts! Nur Speculation, Wofür ich nichts weiſs, als: so ist mein Thun und Schalten, Ob Anlafs sich dazu, ob öfters nicht will leih'n. zurück Ich schreibe, was grad vor mir liegt, ohn's zu verhalten; druck Denn nicht Erzählung soll ja diese Dichtung sein, geigen Nur eine leicht phantast'sche Unterlage, 8 einge- Wo viel Gemeinplätz' und Gemeines kommt zur Sprache Der Lei Du weifſst(wohl nicht), was Bako hat ge- Was Lu schrieben: 8 „Wirf Stroh empor, du siehst dann, wo der Sie mäs Wind her weht.“ Denn R Solch Stroh, vom Menschenhauch' empor ge- Eh' ich trieben,* Ist Poesie, nachdem die Stimmung nun er- höht. Ein Drache, der sich zwischen Tod und Le- ben dreht, Ein Schatten, von dem Geist zurück geblieben; Die mein'— ein Wasserbläschen, das um Ruhm nicht minnt, So nur ein Spielzeug, gleichwie spielt ein Kind. 9. Die Welt liegt vor mir, hinter mir, ent- fernet; Jung, Denn einen Theil von ihr hab' ich gesehn, Genug grad', um als Bild mit mir zu gehn. 151 Der Leidenschaften Weh hab' ich gelernet, Was Lust der Menschheit— unsern Freun- den— viel gemacht, der Sie mässen ja zum Ruhm Beimischung schlagen. Denn Ruhm erwarb ich wohl zu meinen Tagen, Eh' ich mit Reimerei die Zeit verbracht. 10. Die Welt hab' ich mir aufgehetzt, des- gleichen t ein Die andre, die der Geistlichen. Mit Blitzes- 1 strahl Will sie mein schuld'ges Haupt erreichen, Durch einée nicht geringe Schmähschriftzahl. Doch geht's an's Schreiben wöchentlich einmal, 4 ent- Pein alter Leser— neue wollen nicht sich zeigen. 8 Jung, schrieb ich, weil das Herz mir voll un, gedränget, Jetzt, weil ich fühle, dafs es Trübsinn enget. 11. Doch„drucken lassen?!“— Wo ist Lohn zu sehn An Ruhm und Gold, ist kalt die Welt kür unser Schreiben?— Ich frage wieder: Warum spielt ihr Karte denn? Und trinkt? Und leset?— Um leere Stun- den zu vertreiben. Mich letzt der Rückblick auf durchwallten Raum, Auf Frohes, Trübes, Wirkliches, Vermuthen. Ich werfe, was ich schreib', auf Stromes- fluthen, Schwimm's, sink's— ich hatte mind'stens meinen Traum! 12. Ich glaube, wär' ich des Erfolgs gewifs, So würd' ich kaum mehr eine Zeile schreiben. So lang kämpft' ich(mehr oder wen'ger dies) Dafs m Schwer Doch ist Beim S1 Das ein Auch Nein, Mit Rüc Doch m Man ta Denn 1 Wenn, Viel le 153 Dafs mich kein Unfall kann vom Helikon vertreiben. Schwer will sich dies Gefühl in Worte fügen, Doch ist's erheuchelt nicht, deſs bin ich mir bewuſst. Beim Spiel wählst du zwei Dinge zum Ver- gnügen, Das eine heifst Gewinn, das andere Verlust. wallten 13. Auch spendet meine Muse nicht Erdichtung, muthen. Nein, von Thatsachen stellt sie eine Samm- tromes- lung aukf, d'stens Mit Rücksicht freilich und gehör'ger Sichtung, Doch meistens singt sie wahrer Dinge Lauf. Man tadelt sie zunächst ob dieser Richtung, 3 Denn nicht gleich lockt's, wenn Wahrheit kommt zu Hauf; 4 Wenn, was man Ruhm heiſst, nur ihr Ziel 3 wifs, gewesen, reiben. Viel leichter liefse sich ein andrer Stoff er- er dies) lesen. 3 Krieg, Liebe, Sturm, Abwechslung ist im Bilde! Auch strahlet draus Nachtstudium zurück. Ich guckt' in die Gesellschaft, in die wilde, Auf Leute jeden Stands warf ich den flücht'- gen Blick. Wenn nirgends sonst, hier, dächt' ich, wäre Füll' in Anlag' und Ausführung zu sehn. Und stopfte man nur in des Mantelsackes Leere Die Blätter, desto besser würd' ihr Absat⸗ gehn. 15. Der Theil der Welt, den jetzt ich mir ge- nommen, Um auszufüllen dieses Blatt, Ist einer, den man neulichst nicht beschrie- ben hat. Leicht ist der Ursach' auf die Spur zu kom- men. so sehr e Doch gie Durch all Da ist f So vie Nichts v Es ist ei- Ein' Ar Gesuchte Es fehlt Dem gie Charakte ist im ck. vilde, flücht*- , wäre in. lsackes Absatz nir ge- eschrie- u kom- 155 so sehr ergötzlich er auch scheint und hoch, Doch giebt's viel Einerlei in Pracht und Reichheit, Durch alle Alter widrige Familiengleichheit, Da ist für Poesie nicht viel Verheifsung doch! 16. So viel der Dinge, nichts läfst uns er- glüh'n, Nichts will zu allen Volk und Zeiten spre- chen; Es ist ein Firnis, jeden Fehl zu überziehn, Ein' Art Gemeinplatz selbst für das Ver- brechen. Gesuchte Leidenschaft, Witz ohne Saft, Es fehlt die ächte Art, die höhre Kraft Dem giebt, was sie erzeugt; einförm'ge, glatte Charakter, wo noch Jemand einen hatte. Was ble Beispiel' Doch manchmal brechen sie, gleich Krie- gerschaaren Die Wel Nach der Parade, ihre Reih'n, ihr Gleis; Jedoch zurück schreckt sie des Rufs Geheis, Sein oder scheinen gilt es, was sie waren. Doch bleibt es stets ein prächt'ger Maskenball; Nur, ist gestillt des ersten Anblicks Süfse, So widert's. Wenigstens war das bei mir der Fall Mit diesem Lust- und Langweil-Paradiese. Man Dafs Sc Nicht E 18. Wenn unsre Liebschaft, unsre Spiele wir gemacht, Geputzt, votirt, und wie das sonst vermehret, Geschmaus't mit Gecken, Rednerpomp gehöret, Gesehn Schönheiten, dutzendweis zu Markt gebracht, Wie zähmend bösen Männern böse Fraun gegeben,— 157 Was bleibt dann mehr, als ein Philisterleben? Beispiel' die„cı-devant jeuaes hommes,“ die h Krie- trotzigfest Die Welt umklammern, die doch sie verläſst. bei mir 19. radiese. Man sagt, und traun die Klag' ist allge- mein, Dafs Schilderung der Monde noch gelungen Nicht Einem, wie gemalt sie sollte sein. Man sagt, Autoren haschten nur, durch Geld- schenkungen An Diener, leicht', armselige Skandale, iele wir ermehret, gehöret, Die sie verwendeten dann als Brandmahle, 3 zu Markt Und dafs in ihrem Buch nur einen Styl man spürt, e Fraun Geschwätz der Gnäd'gen, durch die Putz- mamsel fltrirt. 20. Telabo Das hei Doch jetzt klingt dies kaum möglich; heut zu Tage Gehör'n Schriftsteller wesentlich zur schönen Welt. Ich sah mit Kriegern sie auf gleicher Wage, Was So lang sie jung, was man für wichtig hält. Beschnit Wie denn, daſs ihre Malerei'n zurücke bleiben Hat mit Vom Zwecke, der vor ihrer Seele steht, In dem Von groſser Zirkel wirklichem Portrait? Das gro Nur deſshalb, wenig giebt's dort zu be- In mein schreiben. Und Vie Gehörig 21. „Haud ignara loguor:“ das sind„nugae, guarum— Pars parva fui,“ doch immer ein pars harum. àAch Harembeschreibung wär' mir wen'’ger Mülp, Ein Kampf, ein Wrack, ein Bild von zarter Seele, FS,( Als dies; auch wünsch' ich noch zu schonen sie, 4 Aus Gründen, die ich gern verhehle. 15⁵9 Velabo Cereris sacrum gqui vulgaret— Das heifst, dem Niedern sei nieht Alles of- lch; heut fenbaret. schönen 22. W. r Wage, . Was ich hinwerf', ist idealisch nur, atig hält. Beschnitten, nach Maurereigeschichten Weise, hleiben Hat mit der Wirklichkeit verschwisterte Natur eh, In dem Grad, wie Parry's mit Jasons Reise. eit Das grofse Arkanum taugt nicht allen Leuten, 2zu he. In meiner Schöpfung weht Mystik daher; Und Vieles giebt's, das nimmermehr Gehörig würdigten die Nichtgeweihten. „nugae, 23. harum. Ach, Welten fallen— und das Weib, seit- Mülv, dem gefallen er Seele, Es,(was, seit die Geschichte, weniger ver- schonen schönt, Als wahr, ein Glaube ward von Allen) Hat dieses Zugs noch nicht sich ganz entwöhnt. Das arme Gebraucheswesen! Gedrängt, he- klommen, Ein Opfer, fällt es; oft bei Tugend, Märtyrin, Verdammt zum Kindbett, wie der Mann be- kommen Der Sünde wegen einen Bart ums Kinn— 24. Die Alltagspein, die wohl, summirt, als Bescheid Mag dienen für das Kindgebären.— Doch, was das Weib petrifft, wer kann das wahre Leid In ihrem Weiberdasein ganz erklären? Ja, selbst des Mannes Mitgefühl mit ihrem Loos, Wie ist ihm Selbstsucht, wie Verdacht mehr eigen? Ergebung, Liebe, Tugend, Schönheit bilden blofs Brauchbare Hausfrau'n, Völker zu erzeugen. Das Jedoch, Es stür: So schw Von ihr Dafs— (Mit dre Zu sein Die: Wovor Und fli Doch, Durch 226. nirt, als kann das hit ihrem 25. Das wäre gut, nicht besser könnt' es sein, Jedoch, weiſs Gott, auch hier sind Schwie- rigkeiten. Es stürmt von Jugend auf des Leids so viel herein, So schwer fällt's ihnen, Freund von Feind zu scheiden, Von ihren Ketten ist das Gold sobald dahin, Daſs— aber frag' ein Weib, ob sich's erlesen, (Mit dreifsig frag' es), Mann, ob Weib gewesen zu sein, Schulknab', ob Königin? 26. Die„Schnürbrustherrschaft“ ist ein groſser Tadel, Wovor erschrecken selbst, die unter solcher Macht, Und fliehn, wie Fische vor der Angelnadel; Doch, da auf Erden wir dahin gebracht Durch jenes Miethfuhrwerk der Lebenszeit, 226. 5 L So hab' ich gegen Schnürbrust keinen Ein- wand; Ein Anzug mystischer Erhabenheit, Gleichviel, ob er von Seide oder Leinwand. 27. sehr ehr' ich diesen keuschen Schleier, hochgefeiert Hab' ich ihn in den Tagen jugendlicher Gluth, Der einen Schatz verwahrt, wie eines Knau- sers Gut, 3 Und mehr noch lockt, wie emsig er ver- schleiert— Die goldne Scheid' an Damaszener-Klinge, Ein Liebesbrief mit myst'schem Siegelringe, Ein Kummerbalsam! Welcher Schmerz, der stockt Im Herzen, wo ein Knöchel, eine Schnürbrust lockt? en Ein- 3 28. Und wenn an einem träben, schwülen Tag, Wo so zum Beispiel ein Sirokko glühet, nwand. „Sogar das schaum'ge Meer so grau aussiehet, Im Flusse wird kaum ein Gekräusel wach, Der Himmel eine Nebelmasse ganz, Der kalte, traur'ge Gegensatz von Glanz— Wie wohl thut dann, thut etwas wohl dem Sinn, Ein Blick— auch nur von einer hübschen Bänerin! Schleier, er Gluth, es Knau- 4 Nun, Heldinnen und Helden liefsen wir er ver- In den vom Klima nicht geschaffnen Sonnen- reichen, Klinge, Ganz unabhängig von den Thierkreiszeichen, elringe, Ob drauf zu reimen schwierig schier, 6 erz, der Weil Sonne, Stern' und alles Glanzrevier, Was nur Erhab'nes dort die Sinn' erreichen, hnürbrust An Aussehn, Witz' oft einer Hummel gleichen, Vom Menschen und Insekte, gleichviel hier. 30. Die s Dem Stubenleben fehlt die Poesie, Auch l Und draufsen ist Gestöber, Regen, Schauer, Und das giebt kein Idyll, wär' ich der beste Ohn' ir Brauer; Doch sei's, wie's sei! Den Barden darf nicht Müh“* Verdriefsen, werd's ihm noch so sauer, Daſs er an's Werk, vollendend ob verder- bend, zieh', Und gleich dem Geiste überm Stoffe schwebe, Fuch Wie Feu'r und Wasser auch Beschwerde gebe. 31. Juan, hier mind'’stens wie ein Heil'ger im Betragen, War Allen Alles, jedem Stand der Welt. Zufrieden lebt' er, ohne Klagen, So da Zu Schiff', in Hütten, an dem Hof', im Feld: Ihm war die glücklich starke Seele beigesellt, Sschauer, der beste den darf ier, verder- schwebe, erde gebe. leil'ger im Welt. , im Feld: beigesellt, 16⁵ Die stets gemessen tritt zum Spiel, zum Wagen. Auch konnt' er sehr viel sein den Weibern allen, Ohn' in weibmänn'sches Geckthum zu verfallen. 32. Fuchsjagd ist einem Fremden nicht zum Spiele; Er stellt sich blofs zwiefachem Wagestück, zu stürzen erstlich, und dann dient sein Ungeschick Vielfachem Spotte noch zum Ziele. Doch Juan liebte früh, durch Wüsten, dünn und dick Zu schweifen, wie ein Araber im Rachgefühle, So dafs sein Streit-, Jagd-, Staatsrofs seinen Rücken von einem tücht'gen Reiter fühlte drücken. Dafs auch im neuen Feld mit Lob man sah, Wie er ob Graben, Hecken, Gattern setzt' und Thüren. Nie krant' er,*) machte wenige fauxr Pas, Nur stutzend, wollt' ein Hund die Spur ver- lieren. zwar trat er manchmal dennoch aus dem Gleise Der Jagdgesetze— Jugend ist nicht weise. Er überritt wohl Hunde dann und wann, Auch einmal einen Dorfhofedelmann. . 34. Im Ganzen doch zum Wundern, ohne Tadel Hielt er sein Rofs und sich, der Adel Staunte, wie er's bei fremdem Volk so weit gebracht, Die Knechte sprachen: Blitz, wer hätt’s ge- dacht! Die Nestor' in der Jagdgenossenschaft Nach Doch Mit B Im Hé an sah, setzt' „ As, ur ver- us dem veise. nn, e Tadel so Weit att*s ge- 167 eingedenk der frühern Kraft; Die Jäger selber schmunzelten darüber, Wenigstens ein guter Peit- schenführer. Lobten mit Fluchen, Und meinten: 35. Das war sein Siegsruhm, nicht nach Waf- fentanz, Nach Springen, Setzen, und erhaschtem Fuchsesschwanz, Doch ist es wahr, ob ich bei dieser Rede Mit Britten patriotisch auch erröthe— wie der höf'sche Che- sterfield, er Jagd, durch Thal und Berggefild, Ob er gleich ritt als Meister, doch gefraget „ob Jemand je zweimal gejaget.“ Im Herzen dacht' er, Der einst nach lang Am nächsten Tag', 36. Auch war die schöne Eigenschaft bei ihm zu sehen, Die nicht gemein bei Jägern, die früh auf, Und wecken, eh' im Winter weckt das Krähen Des Hahns den trägen Tag zum trüben Lauf— Das Weib kann diese Eigenschaft ermessen, Wenn's seinen sanften Worten Freiheit giebt, Und einen Hörer, heilig oder sündhaft, liebt— Er schlief nicht ein gleich nach dem Essen. 37. Nein, leicht und munter war er auf den Füfsen, Und liefs stets das Gespräch anmuthig flieſsen; Stets schön erheiternd ihrer Red' Erguſs, Lauscht' er, was wohl am liebsten ward be- sprochen, Bald ernst, bald froh, doch nie dem Gleis' entbrochen, Für sich nur lächelte der Pfffikus; Nie mac Kurzum Dann Dem er- Der Pax Voll W Ein Et Nicht t Nicht Dressir 169 Nie macht' er witzelnd ein Versehen klärer— Kurzum, nie gab es einen bessern Hörer. 38. Dann tanzt' er; alle Fremden sind im Lauf— Ganzen essen, Dem ernsten Britten vor in der Beredtsamkeit it giebt, Der Pantomime; trefflich war sein Tanzen, liebt— vVoll Würd' und voll Bedeutsamkeit, Essen. Ein Etwas, ohne das die heitre Kunst ver- lieret. Nicht tanzt' er, wie auf Bühnen, viel-ge- zieret, auf den Nicht einem Balletmeister gleich, als Hinter- mann flieſsen; Dressirter Nymphen, nein, als Gentleman. guſs, vard be- 39. n Gleis' Keusch waren seine Pas, und stets im Gleise, Anmuth entstrahlte seiner Wohlgestalt; 170 Den Boden kaum berührt' er, nach Camillens Weise, Und hatte stets sein Feuer in Gewalt. G'nau achtet' er auf die Musik, Und er bestand die strengste Taktkritik, Die Meisterschaft im Tanz hatt' unser Hero, Es schien, als sei er leibhaft der Bolero; 40. Oder, die flieh'nde Hora vor Auroren In Guido's schönem Fresko; das allein Ist einen Gang nach Rom werth, sollt' in seinen Thoren Auch sonst kein Rest der alten Welt mehr sein. Das„ tout ensemble“ seiner Haltung zeigte Ein Ideal, wie's selten Wirklichkeit erreichte, Und nie sich schildern läfst; zum Dichterleid Stehn ihnen Worte, Farben nicht bereit. Natü Cupid, Etwas So e Belieb Durch Besser amillens ren in sollt' in elt mehr zeigte erreichte, ichterleid reit. 41. Natürlich war zum Liebling sein Erwählen; Cupid, erwachsen, angestaunt zumal, Etwas verdorben zwar, doch nicht total, Er konnte seine Eitelkeit verhehlen. So war sein Takt, Keuschheit konnt' er er- götzen, Wie die, die wen'ger schwärm'risch diese Jugend schätzen. Die Herzogin von Fitz-Fulke, der„ Tra- easseriese Hold, naht' ihm öfter mit„Agacerie. 42. So eine schöne, vollentblühte Blonde, Beliebet, ausgezeichnet, angestaunt, Durch mehre Winter in der hoh'n graad Monde. Besser verschweig' ich, was man sich ins Ohr geraunt 172 Von ihren Fahrten, denn ein Boden ist's zum Gleiten; Auch waren dies wohl nichts als Unwahrheiten, Daſs ihre letzte That ein Wochenbett Mit todtem Kind bei Fitz-Plantagenet. 43. Der hohe Gast fing an, Verdrieſslichkeit zu zeigen Bei dieser neuen Liebelei. Doch muſs ein Freier tragen solche Spielerei, Freiheiten, die der Zunft der Weiber eigen, Dem Manne weh, der gleich hier geht zu Leib, Nur daſs er schnell Entscheidung nahe treibet, Ein Trauerloos, das allen Rechnern bleibet, Wenn sie gerechnet auf ein Weib. 44. Nun ward ein Lächeln, Flüstern, Spötteln rings gesehen; Die Fräulein höhnten, die Matronen sahen graus; Man h Es kön Die gl Die sa Und an Den ai Man hofft', es werde nicht, was man be- fürchtet, draus, Es könne sich kein Weib so weit vergehen. Die glaubten nicht zur Hälfte, was gered't, Die sahn betroffen, jene bang' und trübe; Und andere bedauerten aus reiner Liebe Den armen Lord Augustus Fitz-Plantagenet. hrheiten, t. Islichkeit 45. (Spielerei, r ei 91 2iSen Doch seltsam, dafs kein Mensch den Her- t zu Leib, zog nannte, ee treibet, 5; pleibet Der, dächte man, dabei doch auch etwas. 4 Entfernt war er, und nahm, wie wohl man kannte, Nur wen'gen Antheil an dem Wo und Was Der gnäd'gen Frau. Konnt' er ihr Thun ertragen, Spötteln So hatte Niemand sonst darnach zu fragen. sie lebten in dem trefflichsten Verein: en sahen Nie sieht man sich, nie kann man sich ent- zwei'n. 46. Doch ach! bedürft's der schweren Zeile nie! Hio Durchglüht von hoher Tugenädliebs, erklärte sie, Dian' aus Ephesus, Mylady Adeline, Besong Dafs ihr die Herzogin zu frei erschiene.. Nur se Weh that's, dafs sie sich konnte so vergehen, Docto- Sie that nun kälter gegen sie gesinnt, Mag I Erbleichte, ihre Freundin gar so schwach zu Wie s sehen, Sollt's Trotz, daſs Freundinnen sonst theilnehmend sind. Schnel 47. Tra Nichts kann auf Erden gleich dem Mitleid sein, Wie pflegt es Seel' und Antlitz zu verschönen. Hätt* Das Ach begleitet es mit sanften Tönen, Nicht Und hüllt die Freundschaft weich in Spitzen ein. Was wär’' die Menschheit ohne einen Freund, Dem Gefällig, unsre Sünden aufzujagen? Uns tröstend: hättest du es zweimal über- Was schlagen! Ach, folgtest du, mein Rath war gut gemeint! 48. Hiob, zwei Freunde hattest du; an Einem g'nug! Besonders, wenn's bei uns nicht ganz geheuer. Bne.. Nur schlechte Steurer bei des Sturmes Zug, ergehen, Doctoren, wen'’ger hilfberühmt, als theuer. ut Mag Keiner doch der Freund' Abfall bereuen, . g hwach zu Wie sie gleich Blättern thun bei Herbsteswehn. Sollt's dir so oder so einmal geschehn— Schnell auf das Caffeehaus, wähl' einen neuen. 2) 49. Traun, nicht mein Grundsatz! Wär- er's, ein'ge Male Hätt' ich Herzweh erspart. Das kümmert nicht! Nicht möcht' ich sein die Schildkröt⸗ in der pitzen ein. Schale, n Freund, Dem Schild, so wog- und wetterdicht. tleid sein, erschönen. nen, Gefühlt, gesehn zu haben, mufs mehr ehren, mal über- Was Menschenkraft ertragen, was nicht kann. Dem Fühlenden wird dies Rückhaltung lehren, gemeint! Nicht in ein Sieb zu schütten seinen Ocean. 176 „ 50. Die schrecklichste von allen Schmerzensreden, Bänger als Eulenschrei um Mitternacht, Ist jenes Schauerwort: ich hab's gesagt! Von Freunden, den Vergangenheitspropheten, Die, statt zu sagen, was jetzt thunlich sei, Behaupten, dafs sie deinen Fall vorausgesehen, Und trösten beim unwichtigen Vergehen Durch alter Dinge hergezählte Reih', 51. Doch Lady Adelinens milde Strenge Bezog sich nicht auf ihre Freundin blofs, Besorgt um ihres Rufes künft'ges Loos, Wenn nicht in Zeiten Bess'rung noch gelänge; Auch Juan war sein Theil daran geblieben, Aus Mitleid, rein, wie jemals es beschrieben. Sein unerfahrnes Herz rührt' ihre weiche Tugend, Und(er sechs Wochen jünger!) seine Jugend. Die (Und di Sie kon Von Pa Schiene Auf ein Obgleiel Die gan Man Sieben Die Püt Hinaus 0 Zeit; Die ros Leg sie Nur, 0 226. ensreden, ht, agt! ropheten, ich sei, sgesehen, hen . ge blofs, o0os, gelänge; blieben, schrieben. ne Tugend, ne Jugend. 52. Die vierzig Tage mehr in ihren Jahren (Und diese durften nicht das Nennen scheu'n, Sie konnte kühn eintreten in die Reihen Von Pairs und Edlen, frei sie offenbaren) schienen ihr Mutterrecht zur Aufsicht zu verleihen Auf eines Jünglings schickliches Verfahren, Obgleich noch fern sie von dem Sprungjahr, dessen Sprung Die ganze Zeit umstürzt in Weiberzeitrechnung. 53. Man mag dies so etwas vor dreiſsig halten, Sieben und zwanzig, denn ich sah noch nie Die Pünktlichsten in Tugend und Chronologie Hinaus darüber, während jung sie galten. 0 Zeit, warum so eilig? Deine Sichel sollte, Die rost'ge, nicht so hastig hau'n und mähn, Leg sie hinweg, um sanfter, langsamer zu gehn, Nur, ob dein Mäherruhm dir bleiben wollte! 226. M 178 54. Doch Linchen war vom reifen Alter noch entfernt, Defs Reife selbst die Besten bitter fanden; Blofs durch Erfahrung haitte Weisheit sie gelernt, Da sie die Welt gesehn, und Probe drin bestanden, Wie ich gerühmt, ich weiſs nicht gleich die Stanze, Bezug hafst meine Muse, wie's ergab Der Fall; von sieb'n und zwanzig zieh sechs ab, So hast von ihrem Alter du das Ganze. 55. Mit sechszehn trat sie auf, fand Beifall rings umher, Es setzte alle Herzogshäupter in Bewegung, Die neue Cypria in ihrem Glanzesmeer. Mit achtzehn, ob schon, ihr zu Fuſs, sich plagt* Gee D af Ohn Nich Von Aue Unẽ ter noch nden; heit sie obe drin leich die b sechs ab, aze. nd Beifall ewegung, neer. Fufs, sich 179 Ein Freierheer von Würd'gen und von Laffen, Hatte, der Männer gläcklichsten zu schaffen, Den neuen Adam, sie ihr Ja gesagt. 56. Geglänzt schon hatte durch drei Winter ihre Pracht, Geehrt, bewundert sie, und doch schneerein die Ehre, Dafs sie der Späher Müh' umsonst gemacht, Ohn' einen Schein, als ob sie ängstlich wäre. Nicht aufzulesen gab's den kleinsten Sand Von diesem Marmor, ohne Fehl' erkannt. Auch blieb ihr Zeit, ein Söhnlein zu em- pfangen, Und einmal war's unrichtig ihr gegangen. 57. Man sah die Feuerfliegen zärtlieh sie um- runden, Die kleinen Sechimmerer in Londons Nacht; M 2 Doch Keines Stachel konnte sie verwunden, Sie zu gewinnen stand in keines Gecken Macht. Gern wohl hätt' einen kühnen Werber sie 3 gefunden, Sie Doch, was ihr Plan, sie handelte bedacht. We 0b Kälte, Stolz, ob Tugend vollbereiten Das Weib,— ist's gut, was hat das zu be- Mag deuten? Zur Err Doc Fra 58. 1 Motiven hass' ich, wie die aufsenbleibende Flasche, Womit der Wirth zu lange weilt, Dafs Trockenheit die durst'ge Kehl' ereilt, Besonders, steckt die Zeitung in der Tasche. Sie hass' ich, wie das Vieh des Wegs daher, Das Staub aufjagt, gleich Sande glühe Winde; Sie hass' ich, wie herbeigezogne Gründe, Bezahlte Oden, wie das Ja vom knecht'schen Pair. vunden, en Macht. erber sie 2dacht. eiten aàs zu be- bleibende ereilt, r Tasche. gs daher, e Winde; ünde, chl'schen 59. Schlimm, in der Dinge Wurzeln einzugraben, Sie sind so arg mit Erde untermengt. Wwenn aus dem Zweig gesundes Grün sich drängt, Mag eine Eichel doch erzeugt es haben! Zum dunklen Ursprung gehn von jeder That, Erregte wohl manch melanchol'sches Lachen. Doch das sind eben jetzt nicht meine Sachen, Frag' hier den weisen Oxenstiern um Rath. ³) 60. Wohlwollend zu verhüten den Eecläél, Der Herzogin, wie dem Gesandten peinlich, Beschlofs die Lady, alsbald, wie sie sah, Dafs Juan in die Falle ging wahrscheinlich, (Denn Fremde wissen nicht, dafs ein fæun Pas in England ganz was andres ist gemeinlich, Als in den Landen, wo sie keine Juries haben, Die durch Geldbufse diesen Fehl begraben;)— — —— 61. Beschlofs sie, die Maaſsregeln zu erwählen, Wie gegen diesen traur'gen Uebelstand Sie am zweckdienlichsten wohl angewandt. Hier läſst sich etwas Einfalt schwer verhehlen; Doch ist die Unschuld kühn in Wagniſs auch, Ist nimmer weltklug, hat nicht nöthig zum Gebrauch Die Palisaden, die von Frau'n errichtet, Wo gar zu tief die Tugend liegt verschichtet. 62. Sie sah zwar bang nicht schon zum Letzten greifen; Durchlaucht war ein geduld'ger Ehemann, Bei dem nicht gleich das Töpfchen überrann, Von dem nicht glaublich, dafs die Schaar er würde häufen, Die Scheidung fordert; aber fürchten machte Sie erst der Zauber, der so stark von Durch- laucht weht; Und Mit 18³ Und dann ein Auftritt, den sie nahe dachte, Mit Lord Augustus Fitz-Plantagenet. 63. Auch galt die Herzogin als Intrigaute, Etwas mechante in ihrem Liebschaftskreis; Ein' Art holdsel'ger Sieben, die gar heifs Mit Launen ihre Günstlings oft berannte. Die wohl der Schöpfung eines Zankes fähig war, Fand täglich sich nicht einer selbst im Jahr; Ein Wesen, das, wie'’s kalt, wie's heifs, be- n Letzten zaubert, quälet, Und doch nicht gehn dich läfst, dafs nicht nann, das Schlimmste fehlet; iberrann, chaar er d 64. a machte Die Art, wie Männern sie den Kopf ver- in Durch- drehen, Oder zum Werther machen kann zuletzt. 184 Kein Wunder, wenn's ein edles Herz entsetzt, Den Freund in solcher Liaigon zu sehen. Besser, beweibt sein oder todt, als dafs da hast Ein Herz, das zu zerreiſsen eines Weibes Wonne. Am besten: prüfen, eh du läufst mit Hast, Ob eine„boune fortunew auch wirklich„bonne.“ 65. Und in dem Ueberströmen ihrer Brust, Die ohne Schuld, sich mindstens nichts be- wuſst, Bat ihren Mann sie heimlich um die Gunst, Juan zu warnen. Für sich lächelte zu hören Lord Henry ihren Plan kunstloser Kunst, Juan zu ziehn aus diesen Zaubersphären, Er gab ihr Antwort, Staatsmann' und Pro- pheten gleich, Dafs es weit über ihres Kopfs Bereich. E „Ge entsetzt, lehen. dafs du Weibes Hast, „„bonne.“« Srust, lichts be- Gunst, zu hören unst, iren, Ind Pro- 66. Er sagte:„erstlich mischt' er sich in keine „Geschäfte, aufser seines Königs Wirkungs- kreis;“ Dann,„dafs er über diese Dinge nach dem Scheine „Nie urtheilts, ohne gründlichen Beweis;“ Daſs drittens„Juan jung, doch voll Verstand, „Und nicht sich führen liefs' am Gängelband;“ Und viertens, was nicht zwier zu sagen grade, „Dafs selten Gutes würd' aus gutem Rathe.“ 67. Und sichtbar, um den Grundsatz anzupassen, Gab seiner Gattin er den Rath, Die Leutchen doch sich selbst zu überlassen, So lang sie blieben auf des Anstands Pfad. Zeit würde mäſs'gen Juans Jugendsünden, Klostergelübde hab' ein Jüngling nie gethan, 186 Und Widerspruch würd' inn'ger nur ver- Und binden— Er Hier kam ein Bote mit Depeschen au. Und Keh 1 Wie 68. Da sie aus dem Geheimconcil erschienen, Begab sich in sein Cabinet der Lord, Um einem künft'gen Liv als Stoff su dienen, Wie er bei Schuldentilgung seines Landes Hort. Und geb' ich nicht den ganzen Inhalt preis, Geschieht es blofs, weil ich noch nicht ihn weiſs, Doch soll er sich im kurzen Anhang fnden, E Der zwischen Inhaltsangab' und mein Werk zu binden. 69. Dech eh' er ging, warf er noch Winke hiu. Ein paar Gemeinplätz' und dergleichen, Wie dem Geschäftston sie zu eigen, 187 Und fehlt's am Bessern, immer doch ein Sinn. Er öffnete, zu sehn, was man erlassen, Und als gemach beendet er die Schau, Kehrt' er zurück, und küfste ganz gelassen, Wie seine Schwester sie, nicht seine junge Frau. ienen, dienen, des Hort. preis, 4 hicht ihn 70. g finden, Er war ein kalter, guter Ehemann, n Werk Stolz auf Geburt und tausend Kleinigkeiten; Ein wackrer Geist im hohen Staatsdivan, Geeignet, vor dem König herzuschreiten; * Grofs, stattlich, Hofanführer sein zu können Bei Fest, Geburtstag, schmuck durch Band inke hiu, und Stern, en, Das treue Bild von einem Kammerherrn; Dazu, regier' ich, werd' ich ihn ernennen. 71. Im Ganzen schien's doch, dafs ihm etwas fehle, (Ich weifs nicht was, drum schreib' ich's auch nicht her) Die Weiber nennen's(holde Seelen) Seele, Traun, Leib war's nicht, proportionirt war er, Wie eine Pappel, wie ein Stab mitunter, Ein schöner Mann, dies Menschenwunder, Und überall, durch Kriegs- und Liebesfahrt, Hatt' er die grade Haltung sich bewahrt. 72. Und doch fehlt' etwas, wie ich angedeutet, Das unnennbare„Je ae sais Quον,“« Wodurch vielleicht die Iliade sah Das Licht, weil es die griech'sche Heleua verleitet Nach Ilium aus spart'schem Bette, Ob der dardan'sche Knabs, es gilt die Wette, Den Menelaus nimmer aufgewogen;— So werden wir von Weibern oft betrogen. hm etwas eib' ich's ) ) Seeie, rt war er, inter, ander, ebesfahrt, ahrt. gedeutet, 2 Heleua e Wette, rogen. Hier ist ein Uebelstand, verwirren möcht er, Wenn wir nicht wie Tiresias geübt Im Selbstdurchleben beiderlei Geschlechter; Niemand weiſs, wie sie wollen sein geliebt. Die Sinnliche— der Reiz ist nichtig bald, Die Zärttiche rühmt sich, sie wäre kalt; Ein' Art Centaur, sind beid' in eins ver- bunden, Von dessen Rücken fern sein, klug befunden. 74. Ein allgenügend Etwas für's Gemüth, Das ist's, worauf das Frau'ngeschlecht stets sieht. Doch womit füllen diese leere Fläche? Da liegt's! Da zeigen oft sie grofse Schwäche. Hilflose Schiffer, ohne Compafs flott, Treibt sie der Sturm durch wilder Wogen Tod' 190 sie nach Fahrt zum Lande— Sind sie vielleicht auf unwirthbarem Strande. Und kommen langer 75. Ein Blümehen giebt's, das„Liebesleid man heiſst, Was Shakespeare’s Wundergarten schön uns 5 weis't, Sein Schildern dulde nicht durch mich Ent- weihung, Die britt'sche Gottheit fleh' vielmehr ich um Verzeihung, Wenn ich, bedrängt in meiner Dichter- branche, Ein Blatt berühr' auf seiner heil'gen Flur;— Doch ist's auch nicht die Blume, rufe nur Getrost mit Rousseau:„voüld Iaæ Perrenche 4⁵ 76. ich hab's! Heureka! was ich wollt' andeuten. Nicht etwa, daſs die Lieh' ein Leiden, ahrt zum 2 Strande. iebesleid schön uns mich Ent- ar ich um Dichter- Flur;— fe nur rrenche!⁵ andeuten. en, 191 Doch, dafs mit Lieb' in stetem Bund Das Leiden, wie ich zu vermuthen Grund. Ein schlechter Lefter ist mühsel'ger Fleifs, Weswegen ein Geschäftsmann nicht leicht weiſs Viel Wärme auszudrücken— schon seit Argo Medeen einnahm als ein Supercargo. —2 —2 Reætus ille proeul von Negotiis, Horaz sagt's;— der kleingroſse Dichter fehlt. Sein andrer Ausspruch: aosciätur& socis, Ist seinem Dichterzwecke mehr vermählt; Ob gleich auch das manchmal sein störend Wesen, Wenn er nicht treffliche Gesellschaft stets erlesen. Doch, ihm zum Trotz, wie arg sein Wider- stand— Der dreimal gläcklich, der Beschäft'gung fand. 78. Um Pflügen tauschte Adam Edens Raum, Eva erfand den Putz mit Eichenblatte, Die frühste Kenntniſs vom Erkenntnifsbaum, Die, was ich weiſs, die Kirch' empfangen hatte; Und seit der Zeit, ist es zu zeigen leicht, Daſs viele Qual, die oft den Mann beschleicht, Und öfter noch die Frau'n, daher entspringe, Dafs Fleiſs nicht freien Stunden Anmuth bringe. 79. Und drum ist Leerheit oft das grofse Leben, Ein Lüsterausch, der zu erfinden ringt, Was uns etwas Belästigung kann geben. Wie auch der Ruhe Lob der Barde singt Die Ruhs heifst Ekel, übertragen. Draus des Empfindelns Mifsbehagen, Blauteufel und Blaustrümpfe, nur Roman, 2 Darnach gelebt, gebracht wie Kunsttänz' aut die Bahn. UnR Roma Liefs Es gl Jedoc So M-. Schein Ich lit „1 Sie 1 Läfst Es th Und Sah Die W Sind Raum, tte, niſsbaum, empfangen leicht, eschleicht, ſentspringe, Anmuth pfse Leben, ingt, geben. singt, 1, Roman, sttänz' auf 80. Und ich beschwör's bei meinem Leben, Romane las ich nie so, wie ich sie gesehn. Liefs ich so einen in die Welt ergehn, Es glaubte Niemand, dafs sich's so begeben; Jedoch, dies war und ist niemals mein Streben, So Manches— besser bleibt's im Dunkel stehn, Scheint's vollends Luggewand an sich zu tragen; Ich liebe, Allgemeines nur zu sagen. 81. „In Lieb' die Auster stören kannst du!— und warum? Sie lungert in der Schale träg' und dumm, Läfst nur ein Stöhnen einsam oft entsteigen; Es thut in seiner Zell' ein Mönch desgleichen. Und à propos bei Mönchen! Ihre Frömmigkeit Sah Unbehagen doch in fauler Zeit, Die Vegetir'nden der kathol'schen Lehren Sind jetzt ganz vorzugsweise im Vermehren. 226. N 194 82. 0 Wilberforce, du Mann von schwarzem Angedenken, Wer singt, wer rübmet, was durch dich ge- schah? Vor dir mufst' ein Colofs in Staub sich senken, Moral'scher Washington von Afrika. Doch ist, scheint's, eine Kleiuigkeit noch da, Der mufst du einen Sommertag wohl schenken, Um auch die andre Erdhälft' einzugleisen: Die Schwarzen sprachst du frei— umschlieſs' die Weiſsen! 84. Die ganze Welt schliefs', und 1ös' Bedlams Band; Vielleicht macht die Erfahrung dich verlegen, Zu sehn Grad' w Hier kõ Ist die Doch bi Lafs ich Die Ihr Hen Bisher Kein G Ein wa Weil's Doch, Gleicht Sie Anstre hwarzem schenken, Lisen: mschlieſs' s' Bedlams verlegen, 195 Zu sehn, wie Alles bleibt auf gleichen Wegen, Grad' wie beim sogenannten Hochverstand. Hier könnt' ich jeden Zweifel widerlegen, Ist die Vernunft nur jotagroſs zur Hand; Doch bis ich diesen Stützpunkt darf erkunden, Lafs ich, gleich Archimed, wie ich die Welt gefunden. 85. Die holde I. ady hatt' ein Leiden: Ihr Herz— ein leeres, ob prachtvolles Haus; Bisher blieb tugendhaft sie und bescheiden, Kein Gegenstand dehnt' es noch herrisch aus; Ein wankend Herz stürzt eh'r im Fall dahin, Weil's schwächer ist, als was die Stärke leitet, Doch, wenn das letzt' am eignen Sturz arbeitet, Gleicht's stets der Erderschütterung Ruin. 86. Sie liebte, schien ihr's, ihren Mann; doch wollte sie Anstrengung, diese Liebe; läst'ge Müh'! N 2 196 Der Stein des Sysiphos, mufs man bewegen Sein inn'res Fühlen gegen die Natur. Es gab nicht Tadel, keines Vorwurfs Spur, Nicht Streit, nicht eheliches Widerlegen. Ihr Bündnifs war ein Muster äufserer Gestalt, Anständig, freundlich,— ehelich, nur kalt. 87. An Jahren eben nicht verschieden, War'n sie's an Temp'rament, doch lebten sie in Frieden; Sie zogen wie zwei Sterne in der Höhꝰ, So wie der Rhein zieht durch den Bodensee; Vereint, und doch vom See gesondert, sputen So lieblich grün sich hin des Stromes Fluthen Durch sein sanftspühlend Wasser, hell und tief, Das gern in Schlaf sein Flufskind rief'. 88. Ging einmal lebhaft sie auf etwas ein, Mocht' immerhin sie glauben treu und- ehrlich, Dafs ihre Absichten vollkommen rein, Doch Mehr Und s Auf il Nicht Doc Von Festh Wenn Hal Wo Und’ Um wegen Spur, ven. r Gestalt, nur kalt. ebten sie öh', odensee; t, sputen Fluthen und tief, ein, I ehrlich, 197 Doch bleibt ein glühes Streben stets gefährlich. Mehr wuchs die Regung, als sie anfangs sich bewuſst, Und stürzte, gleich den Wassern, die da toben, Auf ihre Seele; heftiger, da ihre Brust Nicht zu lebendig anfangs gleich erhoben. 89. Doch einmal, machte sich der Launedämon gelten Von doppelter Natur, und doppelt auch be- nannt. Festheit heifst er bei Kön'gen, See- und Landeshelden, Wenn Sieger sie; zum Tadel hart gewandt, Halsstarrigkeit, bei Männern und bei Frau'n, Wo es miſslingt, wo kein Triumph zu schau'n. Und die moral'schen Casuisten wird's verwirren, Um hier nicht in den Gränzen sich zu irren. 198 90. Durfte Napoleon bei Waterloo gewinnen, War's Festheit, was jetzt heiſst Halsstarrigkeit. Giebt zwischen beiden der Erfolg Bescheid? Wohl! Ziehen Leute von scharfsicht'gern Sinnen Die Linie zwischen Wahr- und Falschem mitten innen, Wenn ziehn sie kann des Menschen Fähigkeit. Ich habe nur zu thun mit Adeline, In ihrer Art auch eine Heroine. 91. Sie kannte selbst ihr Herz nicht, wie sollt' ich? Wohl hatte sie noch nicht für Juan Lieb' empfunden, Sonst hätte, stark, den wilden Trieb sie sicherlich Erstickt, für sie ganz neu befunden. Sie fühlt' ein üblich Mitleid offenbar (Gleichviel, ob schon ein Irrthum, ob noch Tugend) Mit ihm, der, schien ihr's, in Gefabr, Mit ihrem, ihres Gatten Freund, und seiner Jugend. War s Jed (Was Er W Zu z Von Und Sind Nur winnen, tarrigkeit. escheid? ern Sinnen Falschem Fähigkeit. sollt' ich? lan Lieb' sicherlich ob noch T, ud seiner 199 92. Sie wähnte sich ihm Freundin, unverführet Von jener Lügenfreundschaft, dem Roman Des Plato, der so oft von rechter Bahn Prau'n leitet, die Freundschaft in Frankreich nur studieret, Und Deutschland, wo sich Leut' in Reinheit küssen. Dahin kam es bei ihr nicht so geschwind; Doch jener Freundschaft, wie sie Männer schliefsen, War sie so fähig, wie sie Weiber sind. 93. Jedoch der Einflufs des Geschlechtes thut, (Was sonst auch vorfällt bei verwandtem Blut) Er wird die Sach' unschuld'ger Weis' beleben, Zu zarter Harmonie die Eintracht heben. Von Leidenschaft, dem Tod der Freundschaft, frei, Und wohlverstanden deiner Brust Empfinden, Sind bess're Freund', als Weiber, nicht zu finden, Nur, dafs es nicht am Ende Liebschaft sei. 94. Liebe! den Keim im eignen Herzen nähret sie Vom Wechsel. Wer, der das seltsam fände? Es eilen heft'ge Dinge schnell zum Ende, Laut zeigt es der Natur Analogie. Wär's möglich, dafs das Wildeste bestände? Willst Blitz auf Blitz du, ohne Aufhör'n glüh? Der Liebe Nahmen räumês schon, dächts ich, ein, Die zarte Leidenschaft kann zäh nicht sein. 95. Ach, die Erfahrung zeigt, wie's selten sei, (Ich weiſs nur, was man mir zu Ohren brachte) Dafs Liebend' ob der Leidenschaft nicht Reu Gefühlt, die Salomo zum Narren machte. Auch hab' ich Frau'n gesehn,(nicht zu vergessen Den Eh'stand, diese Wollust oder Pein) Sie konnten Muster des Geschlechtes sein, Und mind'stens zweier Leben Qual sind sie ewesen. Ich Wahr Sie bl Wie! Sie bl Gewo Sie f. Verac 96. Ich hatt' auch Freundinnen.(Ihr staunet? Wahrhaftig! Nennen könnt: ich, käme Nutzen draus.) Sie blieben treu mir, auswärts und zu Haus', Wie Liebe nimmermehr gelaunet! r'n glüh? Sie plieben treu, als Druck mich tief verletzen t'ich, ein, Gewollt, sie irrte keine Lästerung, icht sein. Sie fechlen noch mir zur Vertheidigung, Verachtend der Gesellschaft lautes Schwätzen. bestände? 97. elten sei, brachte) Ob Juan und die keusche Adeline nicht Reu Freund wurden in dem, oder nicht dem Sinne, chle. Darüber geb' ich späterhin Bescheid. vergessen Jetzt freu' ich sehr mich der Gelegenheit, ein) Sie thun zu lassen; der Erfolg ist sicher, bein, Und hält die gier'gen Leser mir gespannt; sind sie Der beste Weg für Mädchen und für Bücher, Zu schaffen ihren Fallen Lockbestand. 98. Ob sie nun fuhren, gingen, Spanisch trieben, Zu lesen Don Quixote's Original, Ein Hochgenuſs, vor dem jed andrer schaal; Ob, was man heiſst Geflüster, ihr Belieben, Ob ernst Gespräch— mufs Alles ich verschieben, Auf nächsten Canto, wo ich wohl einmal Die Sach' etwas berühren könnt', und zeigen, Welch treffliches Talent mir eigen. 99. Vorzüglich bitt' ich Alle, nicht sich Müh' Zu geben, etwas im Voraus zu schlieſsen; Sie können sich nur täuschen über sie Und über Juan, meist doch über diesen. Ich nehm' auch eine ernstre Miene an, Als ich bisher that in der epischen Satyre. Dafs fallen Adelin' und Don Juan, Ist klar nicht; thun sie's, ist Vernichtung ihre. Se Mehn 100. Doch Grofses wird aus Kleinem. Dir däncht's wunderbar, r schaal; Dafs, während jung du, eine Leidenschaft lieben, voll Fahr, schieben, Wie je sie Weib' und Mann gebracht den ſinmal Untergang, ad zeigen, Aus so armseligem Anlafs entsprang, Den Wen'ge stark g'nug wähnen, um zu ketten Ein festes Band, ein dauernd Gluthgefühl? Nie ahnst du, Millionen will ich wetten, Dafs sie entsprang aus einem Billiardspiel. sich Müh' lieſsen; sie 101. esen. an, Seltsam, doch wahr. Seltsam ist stets die Satyre. Wahrheit, Mehr noch als Dichtung; strahlt' uns ihre tung ihre. Klarheit, O, was gewönne jede Neuigkeit; 0, in der Weltansicht, wie viel Verschie- denheit! Tugend und Laster würden, Plätz' oft tau- schend, stehn, Mit neuer Welt wär' nichts der alten eigen, Könut' ein Columbus der moral'schen Seen Der Seelen Antipoden treu uns zeigen. 102. Der öden Wüsten, der gewalt'gen Hölen, Die da sich zeigten in der Menschen Seelen! Die Eisberg' in der Brust der Mächtigen, Selbstsucht im Mittelpunkt zum Pole. Anthropophagen neun von jenen Zehn, Die Königreiche halten in Controle! Wenn Dinge nur zum rechten Nahmen kämen Selbst Cäsar würde sich des Ruhmes schämen Ende des vierzehnten Gesangs. Anme 1) Kr: druck über erst enthe Jagd denel reite. Bede Sie erschie- oft tau- eigen, Seen Anmerkungen zum vierzehnten Gesange. 1) Stanze 33. Nie krant' er u. s. w. Kranen(to crane) ist oder war ein Aus- n Seelen! tigen, druck, um das Hinüberstrecken des Kopfes 9. über einen Zaun zu bezeichnen, damit man in, erst sähe, ehe man drüber setzte; ein Auf- enthalt im strebenden Ehrgeize, der bei der en kämen Jagd Verzögerung und Verwünschung von schämen denen herbeiführt, welche sofort hinter dem reitenden Skeptiker drein sind.„Wenn Sie s. Bedenken tragen, drüber zu setzen, so lassen sie mich,“ war eine Anrede, welche ge- wöhnlich den Aspiranten auf's neue anspornte, und mit gutem Erfolge; denn ob Roſs und 206 Reiter stürzten, so entstand doch eine Lücke, durch welche über ihn und sein Rofs die Meuthe weiter jagen konnte. 2) Stanze 48. Schnell auf das Caf- feehaus, wähl' einen neuen. lch denke, in Swifts oder in Horace Wal- pole's Briefen stehet, daſs Jemand, der den Verlust eines Freundes betrauerte, von einem allgemeinen Pylades zur Antwort erhielt: „Verlier' ich einen, so geh' ich auf St. James Caffeehaus, und wähle mir einen neuen.“ Ich erinnere mich, eine ähnliche Anekdote gehört zu baben. Sir W. D. war ein groſser Spieler. Dieser trat eines Tages in den Club, dessen Mitglied er war, mit sehr traurigem Gesichte.„Was giebts, Sir William?“ fragte ihn Hare, witzigen Andenkens.„Ach!“ ver- setzte jener,„so eben hab' ich die gute Lady D. verloren!“„Verloren? Was, an quince's Bauk?“ war die tröstende Antwort des Fragers. seinem rung d chen G Ursach siehst Weishe werden 207 3) Stanze 59. Frag' hier den weisen Oxenstiern um Rath. Der berühmte Kanzler Oxenstiern sagte zu seinem Sohne, als letzterer seine Verwunde- rung darüber äufserte, daſs in den angebli- chen Geheimnissen der Politik oft aus kleinen Ursachen grofse Wirkungen entstehen:„Da siehst du, mein Sohn, mit wie geringer Weisheit die Königreiche der Erde regiert werden.“ s Caf- meuen. ce Wal- der den bn einem erhielt: t. James ien.“* Anekdote— groſser len Club, raurigem 2c fragte h!“ ver- ute Lady Vas, an Antwort ScCHNEEBERG, gedruckt in der C. Schumann'’schen Buchdr. 8 —₰ A Lord Byron's Doesien. Aus dem Englischen. Ein und dreissigstes Bändchen. Don Juan. funfzehnter und sechszehnter Gesang. Uebersetzt Vvon milhelm Rerahold. Zwickau, im Verlage der Gebrüder Schumann. 1828. 80 8 2 +◻‿ 2 ‿ — = ₰‿ 8R — 2* Don Juan. Funfzehnter Gesang. 1. Ach!— Das, was folgen sollt', hab' ich vergessen. Doch ist, was folgt, trotz der Vergefslichkeit Für den Zusammenhang so angemessen, Als stände mir, was ich verlor, bereit. Die Gegenwart ist nur ein Ach-Erpressen, Ein O ein Ah für Freude oder Leid. Ein Bah wohl, ein Haha! ein Ho! ein Gähnen, Das Richt'ge, das Vorletzte gar von denen! ) 2. Doch bleibt das Ganze eine Syncope, Kin Schluchzen, Zeichen innerer Bewegung, Die grofse Umkehr vom Langweilenweh, Uns dienend auf dem Meer als Bläschenregung, Dem Wasserumriſs von der Ewigkeit, oder(nach meiner Ansicht) ihrem Bild im Kleinen, Was unsrer Seel' Entzücken läfst erscheinen, Weil Unsichtbares ihrem Aug' es beut. 3. Doch Alles besser, als verschlucktes Stöhnen; Dies zehret an des Herzens tiefsten Sehnen, Es heuchelt auf's Gesicht der Ruhe Spur, Und macht zur Kunst die menschliche Natur. Nur Wen'ge werden treu ihr Inn'res zeigen, Verstellung hebt ein plätzchen auf, sich eigen; Und deshalb ist die Dichtung frei genug, Umd hat den mind'sten Widerspruch. Nich¹ Das Läfs P nregung, „ Bild im rscheinen, eut. sStöhnen; Sehnen, Spur, he Natur. es zeigen, ich eigen; genug, 4. Wer saget, oder wer wird nicht mehr wissen, Auch ohne Wort, der Leidenschaften Miſs- geschick? Der Thor selbst, der vergessen denkt zu müssen, Warf auf Blauteufel einst den Spiegelblick. Ob wir auf Lethe's Strom ihn schwimmend denken, Nicht Schreck, sein Zittern nicht kann er versenken; Das Rubinglas, das bebt in seiner Hand, Läfst von der Zeit Absatz von garst'gem Sand. 5. Und Liebe? Ach, Liebe!— Nun wieder an's Werk gegangen! Die Lady Adeline Amundeville, Ein Nahmen, wie nur der Leser ihn verlangen Kann, mufs harmonisch sich wiegen auf mei- nem melodischen Kiel. 10 Musik ist im Geflüster von wankenden Rohren, Musik in des Baches plätscherndem Fall, Musik in Allem; o, hätten die Menschen nur Ohren! Die Erd' ist nur der Sphären Wiederhall. 6. Die Lady Adeline, so hoch geehrt Und ehrbar, lief Gefahr nun zu verlieren; Das schöne Geschlecht ist selten durch Stärke bewährt In seinen Entschlüssen— ach! muſfs ich das berühren! Wie Wein verschieden von seiner Elikette, Gesei't, so sie! Ich schwöre nicht, doch ich Noch jung, entweihen sie das Ehebette. 7. Doch Linchen war ein Gewächs der besten Reben, Der Traube unentweiheter Bestand; Glaub's so; Gelegenheit— und sicherlich, V Glänzen Und str Ein Bla Wo ihr Der ei Die Sec 0 1 An TI Dem 1 Den h Doch So na Und e Von Roh ren, all chen nur 2 rhall. ieren; lh Stärke s ich das likette, doch ich rlich, tte. r besten 11 Glänzend, wie ein Napoleon, aus der Münze so eben, Und strahlend, wie ein reichgefafster Diamant. Ein Blatt, worauf nur zaudernd Alter druckte die Zeit, Wo ihre Schuld zu schenken, die Natur bereit, Der einz'ge Gläub'ger, dem das Glück ge- schehen, Die Schuldner alle stets solvent zu sehen. 8. 0 Tod, der Mahner hätslichster! pochst täglich An Thüren, erst bescheiden, still, Dem Kaufmann gleich, der, nahend kläglich, Den hochvornehmen Schuldner mahnen will; Doch oft vertröstet, wenn Geduld gebricht, So naht er mit spektakelmäſs'gem Pochen, Und eingelassen, wird ganz grob gesprochen Von baarem Gelde, oder Anweisung nach Sicht. 9. ertheilen, Der selt'nen, wo so viel Beut' auf dem Er- denrund! Wahr ist's, sie weichet von der Pflicht bis. weilen, G Nun, um so mehr für dich zum Zögern Grund. Du Schlucker: Völker füllen deinen Schlund, Du solltest, Anstands halber, manchmal wen'- ger eilen, Und kleine Frau'nkrankheiten unterdrücken, Dafür von Helden, was Gott will, entrücken! 10. Hold Linchen, ganz der Offenheit gewogen, Wo sie ergriffen,(wie bereits gesagt) Weil sie nicht gleich, wie's unser Einen plagt, Verliebt war, oder auch zu hoch erzogen, Um es zu zeigen— Punkte, die hier uner- klärt— Nimm! Wolle nur der Schönheit Frist Würd' 2 Gefühle Bei Geg Etwa Gerüc War il Weit g Sein Le Gemeſst Denn e Die K Woh Je wei Nichts heit Frist dem Er- oflicht bis. ern Grund. n Schlund, mal wen'. drücken, entrücken! gewogen, hgt) er Einen zogen, nier uner- Würd' arglos opfern Kopf und Seele Gefühlen, die sie frei erkannt von Fehle, Bei Gegenständen, des Gefühls so werth! 11. Etwas aus Juans Loos, wie's das lebend'ge Blatt, Gerücht, entstellt gebracht in Umlauf hat, War ihr bekannt; doch hören Frau'n die Art Vorgänge Weit güt'ger, als wir Männer voller Strenge-. sein Leben, seit in England, war indefs Gemefsner, sein Gemüth von kräft'germ Streben; Denn er besaſs, wie Alcibiades, Die Kunst, in jedem Land nach Landesart zu leben. 12. Wohl, dafs man ihn verführender so schätzt, Je wen'ger er gemeint schien zu verführen; Nichts war gezwängt, studiert, zusammen wie gesetzt 14 Aus Geckheit und Erob'rungssucht; kein Zieren Mit seinen Reizen that dem schönen Anbliek Schaden, Den durchgegangnen Eros zu verrathen, Als sollt' es heifsen: widersteh', wer kann!— So wird ein Geck, und unter geht der Mann. 13. O falsch, das wird das Rechte nimmer sein! Sie würden's selbst, der Wahrheit treu, be- zeugen. Doch, sei's, wie's sei, bei Juan nichts der- gleichen, Sein Wesen, traun, gehört' ihm ganz allein. Er war so ehrlich, mind'stens dran kein Zweifel, Wenn dqdu vernahmest seine Stimme schon. In seinem ganzen Köcher hat der Teufel Nicht einen Pfeil für's Herz, gleich sanfter Stimme Ton. Sanft Verdach Mehr se Zu eig. Vielleicl Doch is Wie Tux Erreicht So he Einschm Den Sch Doch im Mit Stol kein Zieren len Anblick athen, er kann!— der Mann. nmer sein! treu, be- mnichts der- anz allein. dran kein schon. eufel ch sanfter 14. Sanft von Natur, liefs seine Rede nie dich ahnen verdacht; nicht schüchtern wohl, doch war sein Blick Mehr so, als hielt' er sich zurück, zu eignem Schutz, nicht dich zur Vorsicht anzumahnen. Vielleicht war dies ihm selbst nicht klar genung, Doch ist Bescheidenheit Selbstlohn bisweilen, Wie Tugend; und Entfernung aller Anmaafsung Erreicht oft mehr, als nöthig mitzutheilen. 15. So heiter, schön, ja lustig, doch nicht laut, Einschmeichelnd, doch des Scheins devon entrathend, Den Schwächen der Gesellschaft wohl vertraut, Doch im Gespräch kein Wort davon verrathend; Mit Stolzen stolz, doch stolz mit Höflichkeit,— Er zeigte, seinen Standpunkt wohl zu kennen Und ihren, ohne Vorrangsstreit; Nicht Vorrang wollend, wollt' er keinen gönnen. 16. Bei Männern das; bei Frauen war er, Was Sie von ihm wünschten, nach Behagen; Und ihre Phantasie verstehet das! Ist nur der äufsre Umriſs zum Ertragen, — den Cannavas. Sie füllen— verbum sat Ist einmal ihre Phantasie verschlagen Auf Etwas, heitrer oder trüber Sphären— Kein Raphael kann glänzender verklären. 17. stark nicht beim Charakter im Vermuthen, Wollt' hier die Färbung leih'n vom eigenen. So oft der holde Irrthum dies der Guten, Und Linchen, Und auch der Weisen, wie wir oft gesehn. Der erste Philosoph ist die Erfahrung, Der trübste, macht er kund die Offenbarung; Verfolg sie feh Ist's Eu'r F Dem b Dein r Der W Wie N Füllt' Doch! ich Umrin Mich Ich w kennen gönnen. ären— lären. Charakter ⸗ a eigenen. Guten, gesehn. ing, Teubarung; 17 Verfolgte Weise haben Schulen klug gemacht: sie fehlten, weil sie nicht der Narren Acht. 18. Ist's, grofser Locke, gröfs'rer Bako nicht gewesen Eu'r Fehl? Nicht, du, der göttlich groſs, Dem bei den Menschen Miſsverständnifs fiel als Loos? 1) Dein reines Wort ward Weihung alles Bösen. Der Wahn hat die erlös'te Welt zerrissen, Wie ward dein Werk belohnt? Mit Leichtig- keit Füllt' ich ein Buch, das zeugte für dies Leid, Doch bleib' dies für der Lebenden Gewissen. 19. lch sitz' auf einer wen'ger steilen Höhe, Umringt vom ew'gen Lebenseinerlei, Mich kümmert nicht des Ruhms Geschrei, Ich werf' umher mein Aug', und sehe 230. B 18 Mich um für meinen Plan nach einem Fang, Die Verse machen mir kein Kopfzerbrechen, Ich schwatze, wie mit Jemand sprechen Besch Ich würd' etwa beim Ritte oder Gang. Wie St Ganz k 20, Nun W Nicht glaub' ich, daſs sich Kunst sehr of- Gewifs fenbart Hätt ie In dieser schweifenden, unstäten Dichtungsart, Doch hat sie des Gesprächtons Leichtigkeit, Jedwed Und stichlt hinweg ein Stündchen von der Zeit. lch bin Das Eine weiſs ich, von dem Knechtthum weit Ist meines Sangs Unregelmäſsigkeit, Das Neu' ergreif' ich gern, das Sonderbare, Wie ich in mir den Improvisator gewahre. Docl So daf 21. Die je . 2„ Gestür ** Ich kö Doch sehr of- lhtungsart, htigkeit, n der Zeit. kthum weit * nderbare, ewahre. 22. Bescheidenheit, sie ist als Stärke mein, Wie Stolz als Schwäche.— Wollen weiter streifen. Ganz kurz sollt' anfangs diese Dichtung sein, Nun weiſs ich nicht, wohin sie nicht wird schweifen. Gewifs, hätt' ich hofirt dem Recensentenbeer, Hätt' ich der untergehnden Sonne mich ver- schworen Jedweder Tyrannei, üht' ich die Kürze mehr—- lch bin einmal zur Opposition geboren! 23. Doch hält sie immer sich zur schwächern Seite, so dafs ich glaub' im Ernst, wenn die, Die jetzt am Bret— so aufgeblasen sie!— Gestürzet wär'n, nicht„Hunde mehr zur Meute,“ Ich könnt' anfangs wohl ihres Sturzes lachen, Doch bald kehrt' ich mich sicher um, B 2 20 zum UlItra-Royalisten mich zu machen, Weil mir verhafst auch demokrat'sches Kö- nigthum. Erküns 24. Verall Ein würd'ger Gatte wär' ich wohl geworden, 3 Trat ich nie ein in diesen sanften Stand, Geweiht hätt' ich mich wohl dem Klosterorden, Die Wies' es mein eigner Wahn nicht von der Der M Hand. Mit Reimen hätt' ich nie mich abgehetzt, Die H Nicht Priscians, nicht meinen Kopf verletzt, So umf Mich nie gedränget in die Dichterklassen, Da mi Wenn nicht mir Eins gesagt: das möcht' ich Entwe lassen! Zurüc Und s 25. Doch, laissez aller! Ritter, Frau'n hab' ich zu singen, Thu Wie sie der Zeitlaufgiebt. Ein Flug scheint dies, Der nicht verlanget die erhabnen Schwingen, en, hes Kö- eworden, tand, terorden, von der etzt, verletzt, assen, aöcht' ich au'n hab' neint dies, hhwingen, 21 Wie man Longin, dem Stagiriten, sie entriſs. Die Schwierigkeit nur ist, wie man soll färben, (Und's nicht mit der Proportion verderben) Erkünstelte Manieren mit Natur, Verallgemeinernd, was besonders nur. 26. Die Sach' ist, dafs in Tagen, die vergangen, Der Mensch Manieren schuf, jetzt schafft ihn die Manier; Die Heerde, die in Hürden Woll' empfangen, So unter Zehn bei Neunen schier! Da müssen unsre Dichter wohl erkalten, Entweder müssen sie zum schönbeschriebnen Alten Zurücke, oder wählen Gegenwart, Und schildern nun nach der Gemeinplatzart! 27. Thun unser Bestes wir! Marsch, Muse, marsch! Geht fliegen nicht, so flattre eben, 22 Geht's mit Erhab'nem nicht, sei steif, sei barsch, Wie die Edikte, die Staatsmänner geben. Vielleicht wird was, des Suchens werth, ge- wonnen: Columbus fand im Cutter eine Welt, In Brigantine— Pinke— kurz, von wenig Tonnen, Als unter Vormund noch Amerika gestellt. 28. Als Linchen,(wie sich ihr stets klarer of- fenbarte Juans Verdienst, und die Gefahr dabei) Ihr innerstes Ergriffensein gewahrte— Vielleicht theils, weil ihr dies Gefühl so neu, Vielleicht, weil eine Miene voller Unschuld er, (Für Unschuld dies Versuchung, ach wie schwer!) Begann sie, Weiber können Halbheit nicht verzeihen, Ihr Denken seinem Seelenheil zu weihen. Sehr So, We Wofür Ob aucl Sie dac Moral d Sei für Rieth s Juan Wie el Doch v So fän Wie a UInd ob Längst Wenn teif, sei eben. erth, ge- on wenig estellt. 29. Sehr gläubig war sie gutem Rath geneiget, So, wer ihn giebt, wer gratis ihn erhält, Wofür als Marktpreis kurzer Dank gestellt, Ob auch der Sache Werth zum höchsten steiget. sie dacht' ein paar Mal reif dem Dinge nach, Moral entschied: Nichts Bess'res zu empfehlen Sei für Moral, als Heurath; nächsten Tag Rieth sie ihm ernst, er möchte sich vermählen. 30. Juan versetzte mit aller Bescheidenheit, wie er für dieses Band so groſse Neigung hegte, Doch wenn er sein jetz'ges Verhältnifs über- legte, So fänd' er leider hier manche Schwierigkeit, Wie auch, für wen er sich sollt' erklären, UInd ob ihm geneigt, die er wünschte zum Traut; Längst hätt' er schon die und jene gewählt zur Braut, Wenn sie nicht bereits vermählet wären. 31. Wenn a Ein Stück der drei Eh'stands-Einheiten hätte, Und streng danach gethan bei Tisch und Bette, Nächst, wenn sie selbst für sich geknüpft Bisweile ein Band, Für Töchter, Brüder, Schwestern, Nichten, sie stellend, Büchern gleich, auf gleichen Sie! Bändestand, Jemand Giebt's nichts, was Frau'n mit gröfsrer Lust Aus alt verrichten, Ein el (Wie Aktienhälter, häufen sie Gewinn) Als Heurathstiften. Wahrlich keine Sünde, Ein St Nur ein Verwahrungsmittel; und darin Sind wohl dafür zu suchen ihre Gründe. Wenn Für A 32. Giebt'¹ Doch nie,(und nur ein ledig Mädchen aus- genommen, Ein Weib, das ganz des Ehestands beraubt, Auch eine Wittwe kann hier gegenkommen) Nux Gab es ein keusches Weib, das nicht gespielt im Haupt 5 Für d Dem nen aus- aubt, imen) gespielt n hätte, d Bette, Wenn auch zu Pantomim und Melodram Bisweilen es beim Ende kam. 33. Sie haben meistens einen einz'gen Sohn, Jemand, der Reichthum erbet, einen Freund Aus altem Haus; ein munterer Sir John, Ein ernster Lord Georg, mit dem, wie's scheint, Ein Stamm verlöscht— hin die Nachkommen- schaft, Wenn eine Heurath schnell nicht Hülfe schafft Für Aussicht und Moral; doch aufser diesen Giebt's Bräut' in schöner Reih' auch zum Er- kiesen. 34. Nun wird sich ihre Sorgfalt zeigen in der Wahl, Für den die Reiche, Jenem dort die Schöne, Dem eine Säng'rin, Königin im Reich der Töne, Dem Anderen ein pflichtgetreu Gemahl; 26 Ein Weib Himmel, das verschmäht kein Mann! Schon ihre Reize sind ein reich Erbeuten, Dann der Verbindungen Erhabenheiten, Und drittens, Niemand kann etwas ausstellen dran. dem, 35. Als Rapp, der Harmonist, verzollte das Heurathen ²) In seinem harmonischen Staat, der fort noch währt, (Schier seltsam) ohn'’ erlittenen Schaden, Weil er nicht Mäuler mehr erzeugt, als er ernährt, Ohn’ alle die bösen Kosten, die umschrägen, Wozu so natürlich Natur uns gestimmet hat— Wie nannt' er„Harmonie“ den ehelosen Staat? Hier seh' den guten Pred'ger ich verlegen. Vielleie Weil er Hat er's Kurz, ré Rein, fre Zu rühm Ich tadle Und wur Rapp Die, tro Der he Von Fo Die fre- Daſs sic thmäht stellen te das t noch en, als er rägen, hat— Staat? gen. 36. Vielleicht war Spott auf Eh' und Harmonie sein Streben, Weil er durch Scheidung sie so toll entfernt. Hat er's in Deutschland, oder nicht, erlernt, Kurz, reich und friedlich soll sein Anhang leben, Rein, fromm, mehr als in unsrer Mitte Zu rühmen, ob sich üpp'ger mehret die Art. Ich tadle nur den Nahmen, nicht die Sitte; Und wundre mich, wie sie gewöhnlich ward. 37. Rapp ist der eifernden Matronen Gegentheil, Die, trotz dem Malthus, Zeugung unterstützen, Der heil'gen Kunst Lehrmeist'rinnen, die schützen Von Fortpflanzung den zücht'gen Theil, Die freilich so verzweifelt sich vermehret, Dafs sich die Hälfte zur Auswand'rung kehret, 28 Von Leidenschaft und Erdbirn das Schreck- resultat, Zwei Kräuter, die verwirren die Caton' im Staat. 38. Las Linchen Malthus? Weiſs nicht! Hätte sie's! Ein elft Gebot ist seines Buchs Erscheinung, „Du sollst nicht frei'n,“ spricht's, aufser glücklich; dies, Sofern ich recht ihn fass', ist seine Meinung, Doch weil' ich jetzt bei dem nicht, was ihm scheint, Erforschend, was„erhaben“ er gemeint. Gewiſs, so wird das Leben recht ascetisch, Oder, es geht beim Freien arithmetisch. 39. Doch Linchen, dem sich's klar, denks ich, ergeben, Es habe Don Juan genug zu leben, Getrennt zuleben auch, wenn's so beliebt— Wie de Daſs jr Zurück Der ei Wie 1 Docl Sich le Allein Mifs Die be sein I Hier v Gut g Schreck- aton“ im t! Hätte heinung, , auſser Meinung, was ihm neint. cetisch, sch. lenk' ich, beliebt— 29 Wie das im Ganzen sich recht oft begiebt, Dafs junge Männer, nach dem Flitterglanz, Zurücketreten in den Ehetanz, Der einem Maler könnte Ruhm erreichen, Wie Holbeins„Todtentanz,“ schier ganz desgleichen. 40. Doch Linchen wollte, Juan sollte trau'n Sich lassen, so genug für Frau'n! Allein, mit wem? Die keusche Miſfs Lisviel, Mifs Roh, Miſs Derb, Miſs Liebdenmann, Mifs Schönlich, Die beiden schönen Erbinnen Goldpfühl. Sein Manneswerth erschien ihr nicht ge- wöhnlich: Hier waren bei der Wahl nicht Tadelsspuren, Gut gingen, aufgezogen, sie, wie Uhren. 41. Noch war Miſs Mühlteich, sauft, wie Som- merfluthen zieh'n, Das einz'ge Kind von einem Golderblasser, Was wie die Sahne des Gleichmuths erschien, Bis, abgenommen, drunter etwas Milch und Wasser, Auch mischte sich vom Blau ein kleiner Schatten ein, Kam man zum Boden, doch, was soll das heifsen? Ueppig ist Lieb', im Eh'stand soll die Ruhe sein, Und, da er kostbar, lebt man von Milchspeisen. 42. Dann gab's die Miſs Audacia Schauband, Ein rasches Kind, defs Gut bedeutend war. Ihr Sinn wünscht einen Stern, ein Blauband; Doch da die Herzoge jetzt etwas rar, Und sie vielleicht nicht traf das Saitenspiel, Wodurch Sirenen unsre Hohen betrügen, Wollt ihr ein fremder jüng'rer Bruder g'nügen, Ein Rufs', ein Türke, ihr gleichviel. Nocl Gehn 1 Ein N Von be Aurore Als St Ein E Die R Reic Der S Doch Blut i Jugen Wenn Dafsi Und? 43. Noch war,(doch Zeit, dafs ich das Nen- nen lasse, kleiner Gehn nicht die Mädchen ab) im Kreis zu sehn Ein Wesen, das wahrhaftig hold und schön, soll das Von bester Class', und besser als die Classe, Aurora Raby; überm Leben schien sie mild die Ruhe Als Stern, für solch ein Glas zu zartes Bild! Ein Engelwesen, kaum als Leib gestaltet, hspeisen. Die Rose, deren Blätter noch gefaltet; 44. Reich, adlich, doch verwais't, als einz'ges Kind Der Sorgfalt gütiger Vormunde preisgegeben, uband,.. ad War Doch sprach ihr Aeufsres vom verlaſsnen Leben. Blauband; Blut ist Mieht Wasser; ach, wo sind Jugendgefühle, wie, die uns durch Tod ent- . rissen, enspiel,—.. Wenn wir, verwais't, im freundlosen Palast, 3„ Daſs uns ein Herz gebricht, empfinden müssen, g'nügen, Und ach die Gruft das schönste Band umfafst! 46. Ihr kü An Jahren jung, doch an Gestalt noch weit Plieh Mehr kindlich, schien ihr Auge auszudrücken Etwas Erhab'nes, wie es glänzt aus Seraphs- blicken. Ganz Jugend, doch ein Anblick über ihre Zeit. Glanzvoll und ernst, als weinte sie des Men- schen Fall;. Gequält, doch And'rer Schuld die Ursach' Sie t ihrer Qual, Bekannt Schien sie, an Edens Thor zu stehen, Beweinend, die nicht ein mehr dürfen gehen. Gleich 46. Auch war kaiholisch sie, aufrichtig, strenge, So weit dies ihr erlaubt die sanfte Brust. Ihr war so theuer das gefallene Gepränge, V V Weil es gefallen; ihrer Väter stolze Lust War That und Zeit, wo sie der Völker Ohren Erfüllt, wo keine Tyrannei entsetzte . 33 Ihr kühnes Herz; sie, ihres Stammes Letzte, Blieb altem Glauben, altem Fühlen zuge- schworen. 47. Sie blickts auf eine Welt, ihr fremd noch, hin, Bekanntschaft wie nicht suchend; still und abgeschieden, Gleich wie die Macht wächs't, wuchs sie auf in Frieden, Und wahrt', in sich beschränkt, den heitren Sinn. Sie weckte Ehrfurcht gleich mit Huldigung; „ strenge, Ihr Geist hatt' einen Thron, schien's, sich erbaut, Woher die Welt er neben sich beschaut, In eigner Kraft stark— selten, wenn so jung! 230. 48. Nun traf sich's, dafs in Linchens Katalog Aurora's Nahmen gar nicht stand zu lesen, Ob Reichthum und Geburt schon g'nug dazu gewesen, Die Reize abgerechnet, die ich jetzt erwog. Auch konnt' ihr Aeufseres nicht es verwehren, Sie ward für schön von männiglich erklärt, Nebst manchen Stücken, des Herzklopfens werth Einzelherrn, die gern verzwiefacht wären. Von 49. Die Weglassung, wie die von Brutus' Büste Auf des Tiberius Schaugerüste, Schien Juan, wie natürlich, wunderbar. Er stellt' ihr dies halb ernst, halb lächelndi dar, Worauf sprach, schier empfindlich, Adeline, Und, schonend ausgedrückt, mit Herrschermiene, Sie staunte,„was er hab' an einem Kinde, Wie sie die kalte Aurora Raby finde!“ Jua „Und „Den „Vom „Wen Den 4 Beganl Dassel 50. Juan erwiederte:„sie sei katholisch, „Und ihm durch gleichen Glauben zugeführt; „Denn seine Mutter würde melancholisch, „Vom Papste würd' er excommunicirt, „Wenn—“aber Linchen, von dem Trieb geplagt, 5 Den Andern ihre Meinung zu inoculiren, rlAr, Begann hier, wie gewöhnlich, anzuführen Dasselbe, was bereits von ihr gesagt. 51. Weshalb nicht? Ein vernünft'ger Grund, wo gut, Verdient, ihn zweimal auszusprechen; tus' Büste bar. Wo schlecht, als Aerger, als Verzögrung thut aelndl dar, Er seinen Dienst. Sich schadet, wer liebt Adeline, abzubrechen, hermiene, Indem bestehn, ob schicklich, ob unschicklich Kinde, hier, 2166 Bel Allen siegt, selbst bei polit'schen Leuten; C 2 36 Mind'stens ermüdet's, was dasselbe schier. Kommt man zum Ziel, was will der Weg bedeuten? 52. Wie konnt' ein Vorurtheil bei Linchen sein, (Vorurtheil war es) gegen solch ein Wesen, Das, wie der Heil'ge selbst, von Sünden rein, Und an Gestalt und Schönheit auserlesen? Hier mufs ich schweigen und erstaunen; Linchen gab die Natur Freisinnigkeit, Doch bleibt Natur Natur, und hat mehr Launen, Als zu durchmustern Lust ich oder Zeit. 53. Vielleicht war ihr der ruh'ge Ton zuwider, Womit Aurora auf das Nichts hernieder Sah, was die Meisten in der Jugend freut. Denn nichts wird von den Männern so ge- scheut, Und auch von Frau'n, wenn wir's gestehen wollten, als ihren Geist so überstrahlt zu sehn, (Wie der Antons von Cäsar) von den Wenigen, Die auf sie blicken, wie sie thun es sollten. schier. er Weg 54. hen sein, Es war nicht Neid, denn Linchen kannte n Wesen, keinen; den rein, Den liefs ihr Rang, ihr Herz nicht ein. lesen? Verachtung nicht, die konnte da nicht sein, hnen; Wo das Hauptfehler, fehllos zu erscheinen. eit, Nicht Eifersucht; doch lafs dich nicht ver- ar Launen, führen, Zeit. Der Menschenseele Irrlicht nachzuspüren. Es war nicht— leichter, ach, ist's offenbar Zu sagen, was es nicht, als was es war. n zuwider, ieder 55. ad freut. rn so ge- V Aurora ahnte nicht, dafs zu Entzweiung sie Anlaſs sei. Sie lebt' als Gast im Freu- s gestehen dendrang; Auf dem Glanzstrom von Jugend und von Rang 38 Ein schön Gekräusel, ob von höh'rer Weihung, Ein Als was momentlang in dem Lichte rinnt, Womit die Zeit momentlang Alles fächelt, Mit? Hätt' ihrs's geahnt— sie hätte still gelächelt; Sünd: So viel, wohl mehr, so wenig war sie Kind. Thorl Dies 56. Vor Linchens Stolz trat sie nicht scheu So0 8 zurück, Sie sah den Blitz in ihrem Blick, Als säh' sie ein Johanniswürmchen glänzen, Di Aufschauend dann zu lichtern Sternentänzen. In Juan konnte sie nicht deutlich lesen, Da nicht Sibylle sie im neuern Weltlaufwesen; Doch blendete das Meteor sie nicht— Nicht ward bestimmt ihr Glaube durch's Ge- sicht. 57. Sein Ruhm auch, denn die Art hatt' er von Ruhm, Die oft als Teufel geht bei Weibern um, 39 Ein Widerspruchsgemisch von strahl'ndem Tadel; Mit ganzen Lastern halber Tugendadel; Sünden, die locken, weil sie so verwegen, sie Kind. Thorheiten, ausgeputzt zum Blendvermögen— Dies Siegel drückt' auf ihrem Wachs nicht Spur, ut schen So stark war, oder kalt sie von Natur. 58. I glänzen, Dies Wesen konnte Juan nicht verstehn; So hoch, und doch so ungleich mit Haidee'n, Doch jede herrlich in der eignen Sphäre. Die Inselmaid, erzogen still vom Meere, so wahr, schön weniger, als lieberglüht, War ganz Natur; das konnt' Aurora nimmer, Und wollt' es nicht; hier war ein Unterschied, Wie zwischen Blum' und Demantschimmer-. hatt' er 59. Nach der Vergleichung köstlichem Gelingen Hör' ich, wie es zur Sach' im Innern rief, 40 Mein Horn lass' ich, wie Scott, mein Freund, spricht, klingen, Scott, meines Comp'rativs Superlativ— Scott, der kann Christ und Heidenvölker zeigen, Sklav, Lord, Mann, Weib, mit Kunst, wie Keinem eigen, Wenn nicht gelebt ein Shakespeare, ein Voltaire, Von denen Beiden wohl der Erbe er. 60. Nach leichter Art, sag' ich, will fort ich gehn, Der Menschheit Oberfläche zu besehn. Die Welt schreib' ich, gleichviel ob sie mich lieset, Nicht schon' ich deshalb ihre Eitelkeit. Feindschaft schuf meine Muse sich, noch heut, Durch dies Gedicht; als ich den Stoff erkieset, Dacht' ich mir's so, nun ist's geschehen, doch War, oder bin ich ein recht guter Dichter noch. Die Das E Und I. Sie we Doch Erklan Nein, Bei F Gro- Mit se Statt- (Die I Freund, are, ein 1 fort ich n. sie mich eit. och heut, erkieset, nen, doch ater noch. 61. Die Sitzung, der Congrefs(denn wie wir bei Congressen Das Ende sahn, so hier!) von Don Juan Und Linchen, mischt' an Süfses, Saures an, Sie war auf ihre Meinung zu versessen; Doch ch'’ die Sache böslich, gütlich abgethan, Erklang das Silberglöckchen, nicht„zum Essen,“ Nein, das„Halbstündchen,“ üblich zu Anzügen, Bei Frau'n so leicht— viel wen'ger Zeit kann gnügen. 62. Grofsthaten sollten nunmehr bei Tisch ge- schehn Mit schwerem Geschirr statt Rüstung, mit Messern und Gabeln Statt Waffen; doch wer darf dran seit Homeros gehn (Die Mahle sind nicht das Schlechtste in sei- nen Fabeln) 42 zu zeichnen von einem modernen Mahl das Zubehör? Da stecken in Suppen und Saucen Geheim- nisse mehr, In einem Ragout mehr, als Zauberinnen Und Phrynen und Hippokrate ersinnen. 63. Da gab es Suppe„d la bonne femme,“ Doch weiſs der Himmel, woraus sie stamme; Die Butte, das Labsal der Schwelgerei, Ein Truthahn à la Parigeux dabei. Da gab’s,— o daſs mich der Gott des Reims verdamme, Wie end' ich die Stanze der Wohlschmecke- rei?— Soupe d la beauvedu, dahinter Spiegelfisch, Zugleich wild Schwein zur Ründung auf dem Tisch. 64. Das Ganze doch mufs ich zur Masse schieben, Denn wär' ich zu detailliren gewillt, So zeig Als We Doch, So wire Die Di Ihr er Gefli Mit Ge Auch Ein M. Auch Worüb In Glä Weits, Mahl das Geheim rinnen len. emme,“⁰ le stamme; erei, ſ . des Reims Uschmecke- iegelfisch, g auf dem se schieben, lt, 43 So zeigte die Muse sich weit mehr übertrieben, Als wenn sie ein Nasenrümpfer leichtfertig schilt. Doch, ob sie auch guten Tisch mag lieben, So wird doch ihr Magen nicht sündhaft überfüllt, Die Dichtung aber scheint Stärkung zu ver- langen, Ihr erschöpfter Geist mufs Erquickung em- pfangen. 65. Geflügel à la Conde, Lachs in Stücken, Mit Genfer Saucen und einem Wildpretrücken, Auch Weine, sie würfen einen Ammonssohn, Ein Mann, dem unser Geschlecht ein Hohn; Auch ward ein westphäl'scher Schinken auf- getragen,. Worüber ein Apiz konnt' seinen Witzspruch sagen. In Gläsern schäumte Champagne's sprudelnde Macht, Weiſs, wie Kleopatra's geschmolz'ne Perlen- pracht. 66. Dann gab's, Gott weiſs es, was ,,& dlle- mande,““ „A PEspagnol,“„ Timballet und„Salpicone— Mit Dingen, die über Ver- und Wider- stande; Ob lieblich zum Herunterschlucken schon; Und„Entremels,“ man ifst sie ohne Appetit, Der Rest der Seele wird vollends erdrücket, Indem Lukulls Triumphkleid(o, der Ruhm erblüht) Rebhuhnpasteten umhüllt, mit Trüffeln aus- geschmücket. ³) 67. Was ist der Schmuck, des Siegers Stirm' entlang, Dagegen? Lumpen, Staub! Wo ist der Bogen, Hoch überm Raub, den Völkern ausgezogen, Wo des Triumphzugs stolzer Gang? Dahin, wo Siege, wie Gastmähler, gehn. Ein weiteres Verfolgen wird nicht lohnen. Ihr ne Wann. Auch Gefolgt Wo in Ein Je- Er lass Wo m Auch 0 Läfst an 45 Ihr neuern Helden mit den Mörsern, den Kanonen, Wann wird beim Rebhuhn glanzvoll euer Nahmen stehn ² „dà Alle- Ilpiconl— r- stande; schon; 68 ne Appetit, 4 erdrücket, Auch jene Trüffeln sind nicht Kleinigkeiten, der Ruhm gefolgt von„petils puits d'emours,“— das ein Gericht, Wo in der Zubereitung Einheit nicht, 2) Ein Jeder kann nach Gusto sie bereiten, Er lasse sich von guten Wörterbüchern leiten, Wo man vom Fleisch und Fisch encyklopä- disch spricht. Auch ohne Confituren könnt' ihr glauben, Läſst an den petits puits sich's köstlichklauben. ⁴) 1 üffeln aus- egers Stirn' der Bogen, ausgezogen, 2 69. z Fehn. Betrachtungen hat gänzlich sich geweiht lohnen. Der Geist, ihm vorgezeichnet auf zwei Wegen. 46 Doch die vermehrte Kunst für Unverdaulichkeit Will eine Zählung, die mir überlegen. Wer dächte doch, seit Adams Hausmannskost- Ernährung, Die Kochkunst hab' erlangt so viel Vermehrung, Dafs Wortgepräng' und Wissenschaft sich warf Auf der Natur alltäglichsten Bedarf? 70. Die Gläser klangen und die Gaumen brannten; Vornehme Gäste afsen gut und viel; 3 Die Frauen, die beim Mahl, erkannten Die Mäſfsigkeit als ihr Gesetz, und schwiegen still; Desgleichen junge Herren, denn ein Spring- insfeld Kann nicht Bescheid thun, wie die ältre Sippe. Was ist ihm Essen, wenn das Flüstern wohl- gefällt Von seiner Nachb'rin schöner Lippe? lichkeit anskost- ehrung, ch wark rannten; n hwiegen Spring- e Sippe. en wohl- Was wahrer zeigt das Englische von beiden. 47 71. Das Wildpret kann ich nicht beschreiben, weh! Nicht Salmi, das Consommd, die Paurée, Was dient, die Reime fliefsender zu machen, Als Roastbeef kann, in John Bulls roher Art; Kein Ribbenstück darf ich erwähnen; Lärm und Lachen Es würd' entweihen den Gesang, so zart. Ich hab gespeiset; unbeschrieben bleibt, o Sühne! Sogar die schöne Becassine. 72. Eis, Obst, und Alles, was, durch Kunst betrieben, Erhebt Natur zur Dienerin des Goüt, Man buchstabir' und lese nach Belieben, Vor'm Mahle sagt dir das Französ'sche zu, Doch nachher giebt es oft ein klein An- deuten, 48 Hast du gehabt die Gout? Ich selber, nein, 8 Doch mir, und Leser, dir, kann nahen diese Pein. 73. Und d. Oliven, die besten Verbündeten vom Wein, Soll ich sie übergehen beim Beschreiben? Ich mufs, ob sie mein Leibgericht einst moch- ten sein, In Spanien, Athen, wo nur mein Bleiben. Durc An BroGd und ihnen hatt' ich oft genug, Dafs L Das Gras in offner Luft mein Tafeltuch, Ieh däc Auf Sunium, dem Hymett, gleich Diogenen, Für ein Ihm pfleg' ich meiner Weisheit Hälfte zu Auch v entlehnen. Nicht s Denn I. 74. Schien inmitten nun der Fische, Braten, Vögel- schragen, Inmitten der Gemüse, all' maskirt, Safsen die Gäste, wie's jedwedes Rang gebührt, Biswe Doch gleich den Schüsseln bunt, die aufge- Das ist Die W tragen. 230. 49 Don Juan safs nah an à d'Espagnole, ſen diese Kein Mädchen, ein Gericht, wie ich erwähnet; Doch so sehr mädchengleich, dafs es geputzet wohl, Und durch die Macht der Anmuth reich ver- schönet. 75. Durch tollen Zufall hatt' er so gesessen, Dafs Linchen und Aurora seine Nachbarin. ch, Ich dächte, Schwierigkeit läg' g'nug darin Jbgenen, Für einen Mann, der so placirt, zu essen. lälfte zu Auch war die Lection, die ihm gelesen, Nicht schicklich, zu beleben seinen Sinn; Denn Linchen, ohne viel mit ihm zu sprechen, Schien ihn mit ihren Augen zu durchbrechen. „Vögel- 76. gebührt, Bisweilen denk' ich, Augen haben Ohren; e aufge- Das ist gewiſs, daſs vom Gehöre ziemlich weit, Die was gehört, die sich das Herz erkoren, 230. D 50 Und Niemand weifs, wie sich dies Hören beut, Gleich der Musik, die mystisch dringt aus Sphären, Kein Mensch hört sie, erklingt sie laut auch dort. O wunderbar, wie oft die Frauen hören Ein langes Zwiegespräch, geführet ohn“ ein Wort. 77. Aurora safs dort mit gleichgilt'gen Mienen, Ein Hohn dem preuæ Chevalier, wie's gehört. Die Kränkung mag den meisten Groll ver- dienen, Die scheint zu deuten: keiner Rücksicht seist du werth. Juan, der nie gern als ein Geck erschienen, Ward doch, durch solch Benehmen leis' em- pört; Wie wenn ein gutes Schiff im Eis gefangen, Er, der kaum erst so schönen Rath em- pfangen. War’s Gott Es Nicht Weil Betraf Den l phn' ein Mienen, gehört. oll ver- eht seist chienen, eis' em- efangen, ath em- 78. Auf heitres Nichts erwiederte sie nichts, Oder auch nur ein Nichts, wie es verlangte Die Höflichkeit. Die Hälfte des Gesichts Kaum wandte sie, worauf kein Lächeln prangte. Der Teufel stak im Mädchen! Stolz war's nicht; War's Tugend, Leerheit? Wie, Abwesen- heiten? Gott weiſs, was; doch in Linchens Hohnge- sicht Lag Stolz auf ihr so glücklich Vorbedeuten. 79. Es schien zu sagen:„ Hab's voraus ge- meint!“ Nicht preis' ich diese Art Triumph indessen, Weil oft er, wie gesehn ich und gelesen, Betraf es nun Liebhaber oder Freund, Den Mann, weil's seine Scharfsicht kränkt, verdrieſst, D 2 52 So dafs, was Scherz war, nun recht ernstlich So leic endet; b Extrer Denn Alle prophezeih'n, was War, was ist, Doch Und hassen, wer den Blick zur Zukunkft Aurore wendet. 80. Doc Juan zeigt' oft so viel Aufmerksamkeit, Nicht plump, so fein, um gänzlich auszudrücken, Die ste Besonders den scharfsicht'gen Frauenblicken, Er wut Daſs er sie zu erhöhen noch bereit. Das th Aurora gab zuletzt(stellt die Geschichte dar, Sein Obwohl Vermuthung bloſs) verschlossenen Ge- danken Lehrt Doch so viel Freiheit aus holdsel'gen Schranken, Ernal Zu lächeln, wozu lauschen nicht sogar. Ohn⸗ j 81. Von Antwort ging's zum Fragen; o, wer hätte Aur Von ihr's erlebt? Und Linchen, die bis jetat, Ihn m Was sie versichert, noch sah unverletzt,(Obs Durchlief die Furcht, sie thaue zur Kokette. rnstlich vas ist, Zukunft eit, tdrücken, licken, ate dar, enen Ge- thranken, ar. 0, Wer bis jetzt, tzt, okette. so leicht, sagt man, sieht man berühret Extreme, sind sie einmal in dem Lauf; Doch hier ward klärlich sie zu weit geführet, Aurorens Wesen flog so schnell nicht auf. 82. Doch Juan war so viel Einnehmendes zu eigen, Die stolze Demuth, steht der Ausdruck frei, Er wufste Frauenreden das Gefühl zu zeigen, Das thut, als ob jed Wort ein Sinnspruch sei; Sein Takt liefs ihn vom Ernst zum Scherze weichen, Lehrt' ihn anständig thun, und wieder frei— Ernahm durch seine Kunst das Herz den Leuten, Ohn' je auf eine Absicht hinzudeuten. 83. Aurora, die in gänzlicher Gleichgiltigkeit Ihn mit gemeiner Flattrer Trofs vermengte, (Ob sie auch fühlt', er habe mehr Verständig- keit, 54 Als jenen Narr'n und Witzlingen Gott schenkte) Begann— so leis' der Anfang, wo beginnet Das Groſse— Schmeichelei zu fühlen, die den . Doch Stolzen weit Mehr durch Demuth besticht, als Artigkeit, Und selbst durch feinen Widerspruch gewinnet. 85. Aurora, an Büchern mehr als Antlitzen er- freuet, Be War noch so jung und doch so klug; Gleic Minerven mehr, als den Charitinnen geweihet, Besonders im gedruckten Bilderbuch. Zwei Doch selbst die Tugend mit den zähsten Banden Der Hat nicht die Schnürbrust uns'rer alten Zeit; Viel. Ein Sokrates, den All' als Weisen fanden, Viell Empfand für Schönheit dennoch Zärtlichkeit. thenkte) innet die den keit, ſewinnet. tzen er- eweihet, Banden en Zeit; len, hkeit. 86. So ist die sechszehnjähr'ge Maid sokratisch. Doch so unschuldig da, wie Sokrates, Und wahrlich, wenn der Weise, so erhaben, attisch, Mit Siebenzig erfuhr so etwas defs, Wie's Plato uns beschreibt, beinah dramatisch,— So weiſs ich nicht, was hier beim Maidcongrefs Mifsfiele, nur der Anstand immer da, Denn dieser ist bei mir die sine guæ. ⁵) 87. Bemerk' auch, dafs, wenn ich geschrieben, Gleichwie Lord Coke(sieh Littleton) der Meinungen Zwei, die im Widerspruch beim ersten Sehn, Der zweiten stets der Vorzug sei verblieben, Vielleicht hegt eine dritte noch mein Herz, Vielleicht gar kein— es scheint dies fader Scherz; 56 „ Doch wollt' ein Schriftner gleich sich immer Erträg bleiben, Was Wie könnt er Wirklichkeiten dann beschreiben? Philos 88. Religie Sie widersprechen; kann ich Widersprüche Verhüten, gegen Alle sie, Und mein wahrhaft'ges Selbst? Doch, Lüge, Dem widersprach ich nie, und werd' es nie! MMil. Kann, wer an Allem zweifelt, je betheuern? Vielle Der Wahrheit Quell ist rein, ihr Strom ist 3 6 fahl; Gott So oft fliefst er den Widerspruchs-Canal, Ist ne Dafs über Dichtung sie sogar mufs steuern. Mag! Wenn Nach 89. Empf Gedicht und Fabel, Apolog, Parabel Sind falsch, doch können werden wahr ge- macht, Wenn sie in fruchtbar Land gebracht; Do 0, wunderbar, was wirket eine Fabel! 57 immer Erträglicher, heifst's, macht sie Wirklichkeit. Was ist denn Wirklichkeit? Wer lös't den hreiben? Streit? Philosophie? Sie streicht zu viel! Hat recht Religion? Ja; aber welche Sekte, sprecht? bprüche 90. 1, Lüge, es nie! Millionen müssen irren, das ist klar, heuern? Vielleicht fügt sich's, dafs All' im Richt'gen trom ist walten! Gott helf' uns! Unsre Leuchte hell zu halten, anal, Ist nöthig in der Wallfahrt voll Gefahr; euern. Mag uns die Zeit ein neues Licht bescheeren, Wenn nicht das alte heller brennen mag; Nach tausend Jahren wird ein Glauben schwach, Empfängt er neues Licht nicht aus den Sphären. 1 fahr ge- 5 91. Doch wiederum, was will ich mich befassen Mit Metaphysik? Niemand kann so hassen 58 Als ich, jedwede Art von Streit; Doch immer liegt's in meinem Unsinn oder Loose, Dafs ich mein Haupt an eine Ecke stoſse Vom Jetzt, vom Einstmals, oder künft'ger Zeit; Ich bin dem Tyrer hold und dem Trojaner— Ich ward erzogen als Presbyterianer. 92. Doch ob als Theolog ich mäſsig, Wie eines Philosophen mild mein Wort, Und zwischen Tyrer und Trojaner nicht ge- hässig, Wie Eldon, bei Entscheidung über Wahn- selbstmord— So zeig' ich doch in Politik der Welt, Wie es hienieden öfters ist bestellt. Es kocht in mir, wie voll von Heklabächen, Seh' ich von Oben her Gesetze brechen. Doc Sind I Nicht Nein, Mein Mit V Nun, Werd Jet Gewil Daſs Ich v Was Die: Zuscl Wie künft'ger rojaner— Vort, nicht ge- er Wahn- elt, klabächen, hen. 59 93. Doch Polizei, Staatswohl und Frömmigkeit Sind Dinge, die ich oft brings auf die Bühne, Nicht blofs ob ihrer Mannigfaltigkeit, Nein, weil ich ihrer zu Moralzweck mich bediene, Mein Ziel ist, der Gesellschaft wahrer Glanz, Mit Weisheit will ich stopfen diese Gans; Nun, dafs für jeden Gaum die Nahrung ist, Werd' ich manchmal Supernaturalist. 94. Jetzt geb' ich alle weitre Stoffe auf, Gewifs, kein Reiz soll mehr von mir ge- winnen, Daſs ich verlass' den vorgesteckten Lauf, Ich werd' ein neues Leben nun beginnen. Was Manche meinen, weiſs ich nicht, fürwahr, Die meiner Muse Umgang nur Gefahr Zuschreiben. Harmlos ganz muſs ich sie schätzen, Wie Manche, die sich mehr mühn, weniger ergötzen. 95. Hast, Leser, je gesehn du einen Geist? Nein! Nun, gehört? Ich merke! Wolle schweigen! Sprich nicht, dafs dir die Zeit verloren heifst, Die ward zukünft'gen Wonnen schon zu eigen. O, denke nicht, ich höhne das zumeist, Durch Spott woll' ich aus deiner Brust ver- scheuchen, Was heilig, was Du als Geheimniſs lernst; Aus manchen Gründen ist mein Glaube ernst. 96. Ernst? Nun, du lachst; wohlan, ich nicht! Gegründet sei das Lächeln, fort sonst vom Gesicht! Ich sags, ein Ort ist, der vom Geist besessen War, doch das Wo, fürwahr, ist nicht so 3 leicht, Denn lieber möcht' all' dieses ich vergessen, Vor einem Geist die Seele Richards bleicht. Wie Ich g Um 61 Genug, hier bin ich von einer Furcht bethöret, Wie wir von Hobbes Aehnliches gehöret.*) eist ² Wolle 97. Die Nacht(zur Nacht sing' ich, oft eine igen. Eule, Oft eine Nachtigall) ist schwarz und lang; Es dröhnt Minervens Vogel im Geheule Um mich den unharmon’'schen Sang. lernst; Von Wänden sehn die alten Bilder düster be ernst. nieder, 0, wenn doch nicht so fürchterlich ihr Blick; Die Kohl auf dem Kamin löscht Stück für Stück, h nicht!. ch nient lch glaub, ich lege wohl zu spät mich nieder. Inst vom besessen 98. nicht so Also(ob sonst es nicht in meinem Schlage, Um Mitternacht zu reimen, wird von mir ergessen, durchdacht bleicht. Sonst Etwas, wenn ich jemals denk) ich sage, Ein kalter Schauer läuft durch mich um Mitternacht, Und weislich wart' ich, bis die Sonne brennt, Mit Dingen, die als Schatten nur sich offen- baren. Ihr müfstet haben, was ich hab' erfahren, Eh' ihr dies Aberglauben nennt. 99. Das Leben sehn wir einem Stern gleich gleiten Zwischen zwei Welten, an des Horizontes Rand; Wie wenig fafst: was sind wir? der Verstand, Was werden wir? wie wenig! Strom der Zeiten, Du trägst die Wasserblasen in die Weite; Die alten springen, neue steigen auf; Weltreichen schütten ihre Grabeshügel auf Nur ein'ge Wogen, die sich thürmen dort zur Seite. Ende des funfzehaten Gesungs. Anme 1) S zu ver „göttl je eine Menscl ich nie machte kührte der Ne wenig gekrer den? 1 wordel Freihe 63 mich um Anmerkungen zum funfzehnten Gesange. e brennt, 1) Stanze 18. Nicht, du, der göttlich hren, grofs, Dem bei den Menschen Mifsver- ständnifs fiel als Loos? Da es heut zu Tage nöthig ist, Doppelsinn i gleich zu vermeiden, so erkläre ich, dafs ich unter „göttlich groſs“ Christum verstehe. Gab es orizontes je einen guten Menschen, oder einen Gott- Menschen, so war er es. Seine Religion hab- Verstand, ich nie angeklagt, wohl aber den von ihr ge- r Zeiten, machten Gebrauch oder Mifsbranch. Canning Feite; kührte einst das Christenthum zur Bestätigung 5 der Negersklaverei an, und Wilberforce konnte el auf wenig entgegnen. Und wurde denn Christus en dort gekreuzigt, damit die Schwarzen gegeiselt wür- den? Dann wäüre er besser als Mulatte geboren worden, um beiden Farben ein gleiches Recht zur Freiheit, oder wenigstens zum Heile zu bereiten. 2) Stanze 35. Als Rapp, der Harmo- nist, verzollte das Heurathen In seinem harmonischen Staat u. s. w. Diese aufserordentliche und blühende deut- sche Colonie in Amerika schliefst die Ehe nicht ganz und gar aus, wie die Quaker pflegen; aber sie legt so viel Beschränkungen drauf, dafs in einer gewissen Anzahl Jahre nur eine gewisse Zahl Kinder zur Welt kom- men dürfen, und diese Kinder kommen, nach Hulme's Bemerkung, gleich den Lämmern in einer Schafheerde, ziemlich alle in einem NMonat zur Welt. Diese Harmonisten werden (ihr Nahme kommt von ihrer Niederlassung) als ein ausnehmend blühendes, frommes und geruhiges Völkchen beschrieben. Ein Mehreres in den neuern Beschreibungen Amerika's. 3) Stanze 66. Indem Lukulls Triumph- kleid u. s. w. Eine Schüssel d la Lucullus. Dieser Held, der den Osten eroberte, hat einen gröſsern Ruhm sich dur worben 6 zu ents — Ver Mensch habe, Kirschb das Geg er die erwerbe 4) St. Pelit: ein cle als Ein 65 M armo- sich durch Ueberpflanzung des Kirschbaums er- rathen worben(den er zuerst nach Europa brachte), 8 chen so wie dadurch, daſs er manchen trefflichen Gerichten den Nahmen gab; und kaum wag' ich nde deut- zu entscheiden, ob er durch seine Kochkunst die Ehe— verdorbene Magen abgerechnet— der Quaker Menschheit nicht gröfsere Dienste erwiesen änkungen habe, als durch seine Eroberungen! Ein ahl Jahre Kirschbaum mag wohl einem blutigen Lorber Velt kom- das Gegengewicht halten. TIebrigens verstand nen, nach er die Kunst, durch Beides sich Ruhm zu mmern in erwerben. einem a werden 4) Stanze 64. Auch ohne Confituren rlassung) könnt ihr glauben, hmes und Läfst an den pelits puits sich's Mehreres köstlich klauben. ſika's. Petits puits d'amour garnis de confitares, ein classisches und wohlbekanntes Gericht, als Einschiebessen beim zweiten Gange. E 66 5) Stanze 72. Godt; ein Wortspiel hier, im Französichen Ge- schmack, im Englischen die Gicht. A. d. Ueb. 6) Stanze 86. Denn dieser ist bei mir die siae 7 uld. Man denke aoa hinzu— blofs des Wohl- klangs wegen hinweggelassen. 7) Stanze 96. Wie wir von Hobbes Aehnliches gehöret. Hobbes, seinen eigenen Geist bezweifelnd, erzeigte den Geistern anderer Leute die Rück- sicht, sich ihren Besuch zu verbitten, weil er sich davor fürchtete. D hen Ge- Ueb. ist bei es Wohl- obbes weifelnd, die Rück- ‚weil er Sechszehnter Gesang. —— Von Pe Den Bog Cyrus, d Ein Braf Sie hab sSie reit Wahrhei Ziehn ei Don Juan. — Sechszehnter Gesang. 1. 7 Von persern ward ein dreifach Nützliches gelehrt; Den Bogen spannen, reiten, Wahrhbeit sagen. Cyrus, der Kön'ge Bester, hat sich so betragen, Ein Brauch, den die moderne Jugend ehrt. sie haben Bogen, mit zwei Sennen meist bestrickt; sie reiten, unbarmherzig, glüh und glüher; Wahrheit zu sprechen, wen'ger wohl geschickt, Ziehn einen Bogen sie, viel trefflicher, als früher. 2. Den Grund von dem Effekt, wo nicht Defekte, „Denn dieser effektive Defekt hat'nen Grund,“— Mir fehlt die Zeit, ob ich ihn wohl entdeckte, Doch dies thu' ich zu eiguem Lobe kund, Von allen Musen, die ich kann ersinnen, Ist meine, wie auch oft ein toll Beginnen Mit unterläuft, von allem Streiten ab, Die redlichste, die jemals Dichtung gab. 3. Da Alles sie behandelt, niemals ab sich mahnen Läfst von dem Vorsatz, wird dies Epos hier Enthalten eine Masse von zerworfuen Planen, Wie anderswo umsonst sie suchen wir. Wohl wahr, manch Bitteres floſs in das Süfs, Doch Niemand klage, da so sauft es beige- kommen; Des Wen'gen staun' er, da der Stoff, den ich genommen, De rebus cunctis et gquibusdam aliis. Doch Wahrhaf Gerede, Und?— Hast Du Der kün Zeit ist, Wie jer Man Mit Tur Mit Män Besonde Doch Unmögl Pefekte, dund,“— tdeckte, 1, en, anen ab sich bos hier Planen, à4s Süſs, beige- den ich 4. Doch aller Wahrheit, die sie sprach, zu- meist Wahrhaft'g' ist die, wobei wir eben stehen. Gerede, sagt' ich, gab's von einem Geist— Und?— ich weifs nur, dafs es geschehen! Hast Du erforscht die Grenze jener Küste, Der künft'gen Wohnung jedes Erdensohns? Zeit ist, daſs man die Zweifler schwicht'gen müßfste, Wie jene, denen Colom einst ein Stoff des Hohns. 5. Man will heut mit Autoritäten fechten, Mit Turpin, Monmouth Geoffryes Chronikon; Mit Männern, die hoch auf des Wissens Thron, Besonders, wenn sie über Wunder rechten. Doch wer, den über Augustin wir stellen möchten? Unmögliches zu glauben, spricht er, findet Lohn, Weil es so ist. Er schwichtigt alle Strei- Jed Vo tende, Ein Ge Mit seinem: quia impossibile. Und w Ist, W Erschv 6. Bestan Deshalb, dafs ihr nicht Alles sichten wollet! Glaubt! Ist es unwahrscheinlich, nun ihr müfst; Und ist unmöxglich es, ihr sollet, Weil Ding' auf Glauben hinzunehmen gut. stets ist. Piitt Entweihendsprech' ich nicht, als ob ich möchte P 4 Entwürd'gen Heil'ges, das der Weise, der Die s Gerechte Als Offenbarung ehrt, und dem mehr Sicher- Verdt heit,— Wie jede Wahrheit, je mehr drüber Streit. Die: DBpahin 7. Der S Ich meine nur, der Meinung Johnsous gleich, Von! Dafs in dem Lauf von so sechs tausend Jahren, lle Strei. en wollet! lihr müfst; hmen gut ch möchte eise, der ar Sicher- Streit. zus gleich, d Jahren, 73 Jed Volk geglaubt, dafs aus dem Todtenreich Ein Gast manchmal die Oberwelt befahren; Und was wir hier als räthselhaft gewahren, Ist, wie Vernunft den Glauben mächtig euch Erschwert, so schützt noch etwas stärker seinen Bestand; lafst dies, wer's kann, verneinen. 8. Mittag und Soirçe war hin, erwogen Das Abendessen, bewundert die Frau'n, Die schwatzenden Gäste hatten sich mählich 3 zurückgezogen, Verstummt war Gesang, vom Tanz nichts mehr zu schauen; Die untersten Unterröckchen waren ausge- zogen, Dahin, wie geflockte Wölkchen in Luft zer- thau'n, Der Saal konnt' einzig einen Glanz empfangen Vön Kerzen, und vom Mond, der eben auf- gegangen. 9. Der letzte Hauch des Freudentags ist das, Was vom Champagner das letzte Glas ist, ohne Den Schaum, der so lieblich machte das erste Glas, Was ein System, wo Zweifel sich schwang zum Throne; Was eine Sodaflasche, schäumte draus Der Gischt, und liefs des Geistes Hälfte heraus; Was eine Welle, die der Sturm zurückgelassen, Und nicht mehr aufthürmt durch sein Blasen. 10. Wie Opium, das stört des Schlafes ruhige Lust, Wie— nichts, als was es selbst, nach meinem Wissen; Dasselbe gerad' ist die menschliche Brust, Ein Etwas, wovon in allen Gleichnissen Das Wahre nicht liegt— wie das alte Tyrier- kleid, Getünc Ob es So dec Zun Ist Au Brennt Und s Ein T Und 75⁵ Getünchter Purpur, wie? Niemand weifs drüber Bescheid, ist das, Ob es von Schalthier oder Cochenille. 1) ist, ohne So decke jedwedes Despotengewand der Fin- das erste sternifs Hülle. 11. Zunächst dem Anziehn zu dem Schmaus, schwang s zum Balle, e heraus; Ist Ausziehn Qual. Das Negligée gelassen, Brennt uns, wie das, das tünchte Nessus' Blasen. Galle, Und störende Gedanken steigen in die Höb'. Ein Tag verloren! rief Titus. Von Nächten Und Tagen, deren sich der Mensch erinnern kann, es ruhige(Ich lebte beid', oft, wo kein Tadel dran!) 0 dafs, wie viel gewonnen, Alle schwören h meinem möchten. rust, 12. en Und Juan, als er schlafen ging zu Nacht, 2 Tyrier- Empfand nicht Schlaflust, war getäuscht, und grollte; 76 Aurorens Auge strahlte ihm mehr Pracht, Als Linchen(das gilt Weisung!) ihm einreden wollte. Wenn sein Gefühl ihm klar gewesen wäre, Folgt' er zur Tröstung der Weltweisheit Spur; Sie hilft schier Allen; weigert nur die Lehre Zur Stunde des Bedarfs! Doch Juan stöhnte nur. 13. Er stöhnte;— der Vollmond ist die näch. ste Stelle, Wohin jed Stöhnen sich wendet, und eben fand Sich's glücklich, dafs seine keusche Scheibe so helle Erglänzte, wie möglich in dieses Klima's Land; Und grade aufgelegt war Juan dazu, Ihn anzureden mit einem: o du! Von Liebesegoismus der Tuismus, Mehr drüber, wär' ein Langweilkatechismus! Doch Bräut'ga sie füh. Die See Zum Sc Geheims Er herr. Und He: Nache Mehr Das go Liefs d Mit all Ein W stöhnte e näch- d eben Scheibe Klima's nismus! 14. Doch Dichter, Liebende, auch Astronomen, Bräut'game, Schäfer, alle, die ihn sehn, sie fühlen, nach ihm blickend, sich Magie durchwehn, Die Seele wird gedankenvoll,(auch kommen Zum Schnupfen Manche, irr' ich nicht) Geheimstes wird vertrauet seinem Licht, Er herrscht ob Menschenhirn und Meereswogen Und Herzen, wenn uns Dichter nicht belogen. 15. Nachdenklich ward Juan; sein Trachten ging Mehr auf süfs Schwärmen, als zur Schlum- merstelle; Das goth'sche Zimmer, das den Einsamen umfing, Liefs das Geplätscher durch der Seeswelle, Mit all den Schauern, die der Nacht gebühr- lich, Ein Weidenbaum stand unterm Fenster(wie natürlich) — — Und er sah zur Cascade, die unten, tief, Jetzt schäumte, und dann in dunkelnde Schat- ten verlief. 16. Auf seinem Tische oder Toilette(klar Ist nicht berichtet, was von beiden es war, Ich sag' es, weil ich zum Extrem vorsichtig, Gilt eine Thatsach' es, die wichtig) Brannt' eine Lamp'; er bog sich aus einer Niche herab, Wo es von goth'schem Schmuck noch Manches gab, In Stein gehau'n, in Glas gemalt; all, was der Zeit gefallen, Uebrig zu lassen unsern Vätern aus ihren Hallen. 17. Dann, da die Nacht wohl hell, doch kühle, Macht' er die Thür weit auf, und ging hinaus Auf ein Da hing Von Rit Wie die Doch bei Viel gei Die I Sehn lel Nach je Da sche Und Sc Aus Rah Wie fra Zu wacl lar war, rsichtig, Manches II, was 1, s ihren kühle, hinaus 79 Auf einen Gang von düsterm Graus; Da hingen der alten, theuren Gemälde viele Von Rittern und Damen, heroisch und züch- tig auch, Wie dies bei Leuten von hoher Geburt der Brauch, Doch bei dem Dämmerlicht sahn die Todtenbilder Viel geisterart'ger, verstörter und wilder. 18. Die Bilder der Heil'gen, der gestrengen Ritter Sehn lebend beim Mondlicht; und wie man vor- und rückwärts schaut, Nach jenem Hall, der durch den eignen Fufs- tritt laut, Da scheint's, als erwachten Stimmen aus dem Grabesgitter, Und Schatten fahren, sonderbar und wild, Aus Rahmen, die umschlieſsen jedes finstre Bild, Wie fragend, wer den Frevel dir geboten, Zu wachen, wo Alles schläft, bis auf die Todten. 19. Der Schönheit Lächeln, jetzt im Grab' er- bleicht, Der Zauber einst'ger Zeit, beim Sternlicht . steigt Herauf er, auf der Leinwand weht die Pracht Noch des Gelocks; es glänzt ihr Blick, wie Traumesflimmer Uns an, wie aus dem dunklen Schacht ein Glimmer, Doch Tod ist abgemalt im Strahl der Nacht, Gemäld' ist all Vergangnes; selbst noch, eh defs Rahm vergoldet, der der letzte Abschied nahm. 20. Wie Juan der Vergänglichkeit nachdachte Oder der Liebsten— was ganz einerlei— Und aufser seines Ach's, des Trittes Hall nicht wachte Ein Ton im ganzen alternden Gebäu— So hört' Ein üben Denn wo Bei Viel Nein, In Kutte Im Mon Mit erns Nur das Er schli Langsam Mit hell Versteé Man säl 81 So hört' er plötzlich, wie es ihm geschienen, Ein überirdisch Wesen— eine Maus; ab' er- Denn wohl erregt ihr kleines Schnäuzchen Graus Bei Vielen, treibt's sein Spiel an den Gar- dinen. ſe Pracht 21. ck, wie Nein, keine Maus. Ein Mönch, o schau! In Kutte, Rosenkranz und düstrem Grau, Im Monadlicht jetzt, im Schatten jetzt ver- lacht ein Nacht, schwommen, noch, eh Mit ernstem Schritt, wovon kein Schall ver- nommen, ahm. Nur das Gewand macht ein ganz leis Geräusch; Er schlich dem Geist gleich ohne Bein und Fleisch, Langsam, und blickle Juan beim Voräbergehen Mit hellen Augen an, doch blieb nicht stehen. hdachte erlei— 22. ttes Hall Versteint war Juan; wohl hatt' er gehöret, Man säh' im alten Schlosse einen Geist, F 82 Doch hatt' er keinen Glauben dem gewähret, Gerücht, dacht' er, wie's stets von alten Burgen heiſst, Aus alten Aberglaubens Erz gesehlagen, Der Geister bringt, wie Gold, in Ehr' und Gunst, Doch— gleich Gold zu Papier— in unsren Tagen Gesehn nur selten. Sah er ihn? Nicht Dunst? 23. Ein-, zwei-, dreimal ging, kam dies Ding der Höhen Der Erde, Lüfte, oder sonst woher. Und Juan stand verbläffet mehr und mehr, Nicht sprechen, nicht sich regen konnt' er; er blieb stehen, Wie eine Statue; sein Haar, das fühlte er, Begann wie Schlangenknoten sich um ihn zu drehen; Die Zunge regt' er, doch das Wort versagte, Den frommen Herrn zu fragen, was behagte. zLum Ging ib War g Für un Der Th Sich kle Doch J Durch; Er s Es ihm Ehr' und n unsren Dunst? dies Ding mehr, onnt' er; „ hlte er, m ihn zu versagte, behagte. 8³ 24. Zum dritten, uach Zögern, das ziemlich lang, Ging ihm der Schatten voräüber; wohin? der Gang War groſs, daſs eben nicht gnug Gründe wären, Für unnatürlich sein Verschwinden zu er- klären; Der Thüren viel, durch welche nach Natur- gesetzen Sich klein' und grofse Körper konnten bemühn. Doch Juan konnte sich nicht in's Klare setzen, Durch welche das Gespenst zu verschwinden schien. 25. Er stand, nicht wissend wie lang, doch däucht'te Es ihm ein Jahr, erwartend, kraftlos, starr den Blick F 2 84 Zum Ort gespannt, wo das Gespenst zuerst sich zeigte; Dann rief er mählich seine Kraft zurück, Und hätt' an's Ganze gern, als einen Traum geglaubt, Doch konnt' er wach nicht werden, und verständlich Ward ihm, er wache doch; so ging er endlich Zurück ins Zimmer, halb der Kraft beraubt. 7 26. Er fand's, wie er's verlassen; das Nachtlicht brannte Noch fort, nicht blau, wie's zücht'ger Ker- zen Kunst, Die Geister grüfsen mit verwandtem Dunst; Er rieb die Augen, wo er Alles klar erkannte; Ein Stück von alter Zeitung er durchblickt, Leicht ging das Lesen bei dem Schein der Kerze, Er las, was auf den König eingerückt, Und dann ein langes Lob der Patent-Schwärze. Das Er sch Ein Ab Zog er Und le Die Ph Ob das Ganz s inst zuerst er endlich beraubt. Nachtlicht ſteger Ker- Dunst; erkannte; chblickt, bchein der ickt, Schwärze. 27. Das roch nach dieser Welt; doch bebte seine Hand, Er schlofs die Thür, und als durchlesen Ein Abschnitt(von Horne Tooke war er ge- wesen) Zog er sich aus, zum Bettgehn nun gewandt, Und legte sich auf's Ohr recht fein, Die Phantasie noch vom Gespenst im Fieber; Ob das kein Opiat, kam doch der Schlaf ihn über Ganz stufenweis, und er schlief wirklich ein. 28. Er ward früh wach, und wie wohl Jeder wähnet, Dacht' er dem Geiste nach, dem Traumgesicht, Und ob es zu enträthseln nicht, Würd' er auch abergläubisch drob gehöhnet. Sein Grübeln macht' ihn nur unruhig mehr, Da kam sein Diener, dessen Pünktlichkeit Sehr grofs, denn sonst ward er gescholten sehr, Und mahnte, dafs zum Anziehn nun es Zeit. 29. Er that's; sonst pflegt' er, wie die Herrchen alle, Sich mit der Toilette stark zu mühn, Doch wen'ger Zeit braucht' er im heut'gen Falle, Sogar den Spiegel warf sehr bald er hin; Die Locken fielen im nachläss'gen Schwalle, Die Kleider lagen nicht so straff um ihn, Sogar des Halstuchs gord'scher Knoten, heute Stand haarbreit fast zu weit er auf der Seite. 30. Und als er eingetreten in den Kreis, Trank er den Thee, wie Einer, der tief denket, Und hätte kaum den Sinn der Tasse zugelenket, War sie nicht grade siedend heifs, Was ihn das Löffelchen gebrauchen hieſs; So dehr Es geb'* Doch ko Sie s- Sah nie Doch sa Lord He Die He Juan sc Aurora Sah auf Doch Und dr. Fragt' Er sch escholten es Zeit. Herrchen heut'gen nin; awalle, hn, en, heute er Seite. 8, ef denket, ngelenket, iefs; 87 So cehr zerstreut war er, dafs All' er merken lieſs, Es geb' etwas, und Linchen sah's vor Allen, Doch konnte nicht sie auf das Rechte fallen. 31. Sie sah ihn blafs, da ward sie selber blaſs, Sah nieder, und begann was hinzustocken, Doch sagt nicht mein Gewährsmann, was? Lord Henry sprach, sein Zwieback wäre trocken, Die Herzogin Fitz-Fulke zupft an dem Schleier dort, Juan scharf fassend, aber sprach kein Wort; Aurora mit den ernsten Augenbraunen Sah auf ihn hin mit stillem Staunen. 32. Doch da ihn Alles kalt und schweigend sah, Und drob verwundert war jedwede Seele, Fragt' endlich Linchen:„ob ihm etwas fehle* Er schrak zusammen, sprach: ja— nein— doch ja! —— ——— 88 Der Hausarzt stand in grofsem Ruf und Ehre, Und, eben gegenwärtig, war er dran, Am Puls zu fühlen, was ihm fehl' etwan, Doch Juan sagte, dafs ganz wohl er würe. 33. „Ganz wohl; ja— nein!“ Darin schien wuas zu stecken, Doch beidem gab der Blick Bestätigung, Ob er nach etwas Wahnsinn mochte schmecken; Ein Uebel drückte, zur Verwunderung Schnell, seinen Geist, doch schien's nicht von Bedeuten, Und da er übrigens selbst zu vermeiden Schien, sich zu äufsern, blieb man stehn dabei, Dafs hier der Arzt nicht nöthig sei. 34. Lord Henry, mit der Chokolade fertig, Auch mit dem lautverworfnen Zwiebackstück, sprach Es wu Darauf Durchla An ein Der Gic Danm Ein pa Sie sel- Der 8e 3 „Was, Sich, Doch Nicht und Ehre, in, etwan, er wäre. rin schien n, rung, chmecken; ung s nicht von eiden man stehn fertig, backstück, 89 sprach: heut sei nicht so munter Juans Blick; Es wundr' ihn, da schön Wetter gegenwärtig. Darauf ward Durchlaucht nach Dero Mann befraget; Durchlaucht sprach: wohl würd' er bettläg'rig sein An einem Anfall der ererbten Pein, Der Gicht, die meist an adelichen Gliedern naget. 35. Dann, zu Juan gewandt, sprach er ihm zu Ein paar Bedauernswort' ob seinem Unwohl- spüren. Sie sehn, sprach er, als ob aus Ihrer Ruh' Der schwarze Mönch die Nacht kam Sie zu rühren. „Was, Mönch?“ rief er, und zwang zu einer Miene Sich, als ob arglos er zu fragen schiene. Doch war die Anstrengung so stark nicht, daſs Nicht sein Gesicht dabei noch ärger blaſs. 36. „ Vom schwarzen Mönch gehört nicht das Gerüchte? Vom Geiste dieser Burg?“—„Im Ernste nicht!“— „Die Sage, doch ist Lüg' oft, was die Sage spricht, Weiſs— doch nachher das, eine Graunge- schichte! Ward scheuer jetzt der Geist, umberzugehen, War für Gespenster schärfer das Gesicht Der Ahnen, kurz, wie halb man glaubet das Gerücht, Der Mönch lieſs sich bisher nur selten sehen.“ 37. „Das letzte Mal“— o, rief hier Adeline, Die scharf bemerkte Juans Miene, Und glaubte, einen Inhalt drin zu sehn, Der mehr, als sie gewünscht, im Bund zu stehn Mit dem Gerücht schien— ist dein Wille nur Zu sch Wie of Das nie Ich wil Huldvo Nahm Erklan Die Ar icht das Ernste die Sage Graunge- zugehen, sicht aubet das a sehen. Adeline, ehn, zu stehn Ville nur 91 Zu scherzen, bitt' ich, andern Stoff zu wählen, Wie oft hört' ich das dumme Zeug erzählen, Das nicht durch Alter schöner an Natur.“ 38. „Scherz? Sprach Mylord.„Weifst, Lin- chen, denn nicht mehr, Wir sahn ja selbst, noch in den Flitter- wochen,— „Ach ja! doch ist das schon so lange her; Ich will doch mit Musik die Mähr begleiten.“— Huldvoll, wie Artemis, spanntsie den Bogen an, Nahm sie die Harfe, stimmte, in Akkorden Erklang sie, und wehmüthig nun begann Die Arie sie:„ein Mönch vom grauen Orden.“ 39. „Die Worte auch,“ rief Henry,„die du selbst gedichtet, Denn Linchen ist halb Dichterin,“ Sprach er, zum Kreis gewendet, lächelnd hin. Natürlich fühlten Alle sich verpflichtet, 92 Mit Höflichkeit drauf zu bestehn, Auf einmal drei Talente(wen'ger nicht!) zu sehn, Denn Harfenspiel, Gesang, Gedicht, Bei diesen Dreien ist man traun kein Wicht. 40. Als zögernd sie mit Zauber All' umwunden, Ja, Zauber jener Zauberinnen, die verbunden, ch weiſs nicht wie, zu dieser Heuchelei— Begann sie, nieder ihren Blick geschlagen Zuerst, drauf hub er sich, begeistert, frei, Das Lied mit süfser Stimme vorzutragen, So einfach! Ein Verdienst, das jetzt nicht wenig werth, Weil man es gar so selten hört. 1. Vorm schwarzen Mönche, ach, nimm dich in Acht, Der sitzt auf dem Marmorstein; Ob er Zu Das Scl nicht!) i Wicht. hwunden, rbunden, helei— lagen t, frei, gen, tzt nicht imm dich Er murmelt sein Ave um Mitternacht, Lies't Messe von Alters her drein. Als der Fürst vom Berge, Amundeville, Wegnahm den Normannhort, Und die Mönche vertrieb, wollt' ein Möuch doch Nicht weichen vom heiligen Ort. 2. Oob er kam mit Macht auf Fürst Heinrichs Geheifs, Zu verweltlichen Kirchenland, Das Schwerd in der Faust, und das lodernãe Reis Für die Mauern bei Widerstand, Blieb doch ein Mönch, nicht verjagt, nicht gebunden, Aus Staub, schien's, gebildet nicht; Denn man sieht im Portal ihn, man sieht in der Kirch' ihn, Nur nimmer bei Tageslicht. 94 3. Ob Gutes, ob Böses er deuten will, 11 Zu sagen ich nicht vermag, Doch immer beim Hause Amundeville Verweilt er Nacht und Tag. Deun d Am Ehebette der Herrn, so verlautet, Schwebt hin er in bräutlicher Nacht, Und der Glaub' erzählet, an ihr Sterbebette Kommt er, doch der Trauer nicht Acht. Und kei 4. Kommt ein Erbe zur Welt, hört man sein Gewein, Und wenn irgend ein Schicksal gesehieht Dem alten Geschlechte, im Mondenschein Sprich Von Halle zu Halle er zieht; Sti Du kannst die Gestalt— das Gesieht nur Im dun! nicht, zeichnen, Wi Die Kutte hüllt tief es ein; So behi Doch schimmern die Augen hervor aus den Go¹ Falten, Und wa Wi Vom geschiedenen Geist wie der Schein. 5. In Acht vor dem schwarzen Mönch nimm dich doch, Er schaltet noch immerhin frei; Denn der Erbe der Kirch' ist er immer noch, t, Wer auch der Besitzer sei. acht, Amundeville ist Herr bei Tage, bebette Doch der Mönch ist Herr in der Nacht, tht Acht. Und kein Gelag, wie man's rauschend gegeben, Hat ihn um sein Recht gebracht. nan sein 6. gesehieht hein Sprich nichts zu ihm bei nächtlichem Gang, Still wird er vorüber dir ziehn; Im dunklen Gewande schwebt er entlang, Wie Thau ob der Wiese Grün. So behüt' uns Gott vor dem schwarzen Mönche, aus den Gott helf' ihm durch gut oder bös, Und was auch bedeuten es mag, wenn er betet, e Schein. Wir— um seiner Seele Erlös. — — 41. Die Lady schwieg, es starben die bebenden Halle Durch selbe Hand, die weckte ihren Klang, Die Pause folgte, die, wenn geendet ein Sang, Momentlang eintritt für die Lauschenden alle; Natürlich schallt Bewundrung dann entlang, Beifallsgeklatsch, der Höflichkeit zu Gefalle, Dem Ton, dem Vortrag, dem Gefühl darin, Zur zweifelnden Verwirrung für die Künstlerin. 42. Schön Linchen lauscht', ob auf arglose Weise, K — Ihr war dergleichen Kunstvollkommenheit Nichts, als ein Spiel für müfs'ge Zeit— Ein paar Momente ihrem eignen Preise; Denn, wenn's auch nicht auf Glänzen angelegt, Doch hat sie, wirklich glänzend, oft gepflegt Der Kunst zu huld'gen mit der stolzen Miene, Als sie auch könnte, wenn's ihr mühwerth schiene. Und e War— Mit gröt Als eins Den We Ihn bräc Ein schr Fand in So sal (Indem Wo son Jen' A Wird's Und daf 43. bebenden Und dies(allein ich sag' es ganz beiseit) War— Nachsicht wird dem Schulgeschwätz: Klang, erbeten— ein Sang, Mit gröfs'rem Stolz auf Plato's Stolz getreten, den alle; Als einst der Cyniker sich nicht gescheut. ntlane, Den Weisen, meint' er, grollt' unzweifelhaft, Gefalle, Ihn brächt' in philosoph'sche Leidenschaft, 1 ari, Ein schmutz'ger Teppich! Doch die„att'sche fünstlerin. Biene,“ Fand in der eignen Antwort volle Sühne. ²) arglose 44. so sah man Linchen ganz in Schatten stellen ise;(Indem leichthin sie that, wenn ihr's gefel, angelegt, Wo sonst viel Ziererei bei Dilettantenspiel) t gepflegt Jen' Art von Halbprofession; in all den en Miene, Fallen nühwerth Wird's das, wenn man zu oft sich zeiget, Und dafs es oft so wird, weifs alle Welt, G 98 Wa sich das Ohr zum Spiel von Der und Der geneiget, sie glänzen— wenn's Mama, den Gästen nur gefällt. 45. Ihr Abende voll von Duett's und Trio's! 0 der Bewund'rung, der Beflissenheit! Die„Mamma mia's“ und die„Amor mio's ke Die„tanti palpiti“ zu solcher Zeit. Die„Lasciami's, die bebenden„Addi˙s,“, Bei uns, den so höchst Musikal'schen, melodeit:; Nebst„ tau mi chamas's;,“ aus Fortugal, ³) Dem Ohr zu schmeicheln, thut's nicht wel- scher Schall. 46. Babels Bravuren, wie das seelenvolle Lied Vom grünen Erin, grauen Berggebiet, Das ruft Lochaber vor dem Blick, der säumt Auf Indiens fernen Eilanden und Fluren; Sie reim Macht' 1 Auf ihre Doch vo- Und jet⸗ War sch Und schi Auror Der heu t! mi0'˙s! 7dio'¹s,“ melodeit; agal, ³) licht wel- 99 Jedweden Bergbewohner fassen Calenturen ⁴) Der Töne, dafs er sich zur Heimath träumt, Dochnur in Schwärmerei'n naht er dem Ziele— Davon hatt' Adelin⸗ auf Noten viele. 47. Auch flofs um sie ein Schein von blauem Licht, sie reimte, mehr im Kopf, als aufgeschrieben; Macht' Epigramm' auch nach Belieben Auf ihre Freunde, wie wohl Jedes Pflicht. Doch von der Farbe, die azuren bricht, Und jetzt so Mode, war sie fern geblieben; War schwach g'nug, Pope als Dichter grofs zu nennen, Und schämte sich nicht— o!— es zu be- kennen. 48. Aurora, da Geschmack behandelt wird, Der heut zu Tage ist das Thermometer, G 2 . 100 Nach dessen Graden wird geschätzt ein Jeder, War mehr shakspearisch, wenn ich nicht geirrt. Mehr hatte jene Welt, als hier der wüste Traum, Von ihrem Wesen; denn nach tiefen Seelen- gaben Konnt' an Gedanken sie sich laben, Hoch, unbegränzt, doch schweigend, wie der Raum, 49. Nicht also Ihro gnäd'gen, grazienlosen Gnaden, Die üpp'ge Hebe, Fitz-Fulke, deren gan⸗ Gemüth, Wenn sie dergleichen, im Gesicht' entglüht, Drauf spann der Zauber seine Faden. Auch lieſs es etwas Schalkheit mit verrathen, Doch nicht bedeutend; in dem Frau'ngebiet Giebt's Weng' ohn' etwas von dem süfsen Sauerteige, sonst wähnten wir uns wohl im Himmelreieche, Nie h Nur einm Und den Sie hätt Gerührt Erzählt Doch w. Wär'n à Vielleic Als ihn in Jeder, ch nicht 50. Nie hört' ich, dafs im mind'sten sie poetisch, Nur einmal traf man sie bei„Badbelust'gungen,“ Und den„Triumphen Harley's,« ihr nach sehr — pathetisch, Sie hätten sie, sie müfst' es eingestehn, Gerührt, der Dichter schien ihr fast prophetisch, Erzählt hätts er, was seit der Trauung ihr ge- wie der schehn. Doch was vorzüglich ihren Beifall hätte, Wär'n bouts rimes, und auf sie selbst Sonette. zienlosen 51. ren ganz Schwer ist zu sagen, was wohl Linchen mag Gedacht sich haben, als das Lied sie brachte atglüht, Auf das, was sie als Grund des Uebels dachte, Das heut' auf Juans Nerven lag. errathen, Vielleicht lag ihr nichts weiteres am Herzen, gebiet Als ihn aus seiner Stimmung wegzuscherzen; m süſsen Vielleicht hielt sie ihn gern darin zurück, Warum— das sag' ich mind'stens nicht im nelreiche. Augenblick. 52. Doch hatt' in so fern es ein gut Gelingen, EsI Ihn wieder zu sich selbst zu bringen, Für A Etwas, das dem Geweih'ten mehr als wichtig, Indem Der wünscht, zu gelten im Gesellschaftston; Vor so Hier ist kein Mensch je zu umsichtig, Viel w Ob Frömmelei im Schwange oder Hohn; Doch. Das Heuchlerkleid, das neuste trag' von allen, Das ih Bei Strafe, der Frau'nherrschaft miszufallen. Geäng: 53. Also fing Juan sich zu sammlen an, Der Und ohn' in mehr Erörtsrungen zu schweifen, Macht' er im Scherz' Ausfäll' auf solchen Wahn. Der Den Anlafs wollten auch Durchlaucht ergreifen, Mit Glossen in das Spottgebiet zu streifen, Auch Nur wünschend, nähere Auskunft zu empfahn Und Von des Gespenstes schauerlicher Art, Noch Wie Leid und Tod dem Haus' es offenbart. Ein Gelingen, von allen, iszufallen. an, schweifen, hen Wahn. ergreiken, streifen, empfahn rt, ffenbart. 54. Es blieb schier beim gegebenen Bericht; Für Aberglauben galt's den meisten Leuten, Indem halb glaubten Andre, die sich scheu'ten Vor solchem Graus, dem schau'rlichen Gerücht. Viel ward gesprochen drob von allen Seiten, Doch Juan, rasch befragt um das Gesicht, Das ihn nun sollte(ohne sein Betheuern) Geängstigt haben, schien die Sache zu ver- schleiern. 55. Und drauf, da's schon Mittags um eins, Verliefs der Kreis die Frähstücksstätte; Der suchte sein Vergnügen, Jener hatte keins, Derstaunte, dafs so früh, der, dafs es schon so späte.„ Auch kam in Vorschlag, auf das Feld zu gehn, Und dort mit Jagd sich zu erholen; Noch Andre gingen zu besehn Ein kaum geworf'nes, echtes Wettrennfohlen. 104 56. Es kam ein Bilderhändler, der gebracht, Als echt bewähret, einen Tizian voll Pracht, Doch hielt er ihn in so enormen breise, Als ob ein Fürst ständ' in der Käufer Kreise. Der König wollt' es, doch hatt' er gefunden Die Civillist'— ach, wie ist hoch verbunden Das Land! zu nehmen Geld geruhet er!— Zu karg, die hohen Taxen sind nicht mehr. 57. Doch, da Lord Henry galt als Connoisseur, Als Künstler-, wenn auch Kunst-Freund nicht, so brachte Der Eigner, aus Antrieb, der Ehr' ihm machte, Indem er wirklich hier als Schenker eh'r, Denn Händler stehen wollte, wenn's nur soust gegangen, Die Gönnerschaft schon rechnets er als Glück— Nicht zum Verkauf dies Meisterstück, Nur, um sein nimmer irrend Urtheil zu em- pfangen. Ein Aus Ba Die Ma Doch m. Er zei; Besehn Correk Er pfle Die Von ei Wo 16 Der A Durch Das d 58. acht, Ein Gothe kam, ich mein', ein gothescher Pracht, Mauermeister se, Aus Babylon, ein Architekt(so heifst er) Kreise. Die Mauern zu besehn, die, ob sehr dick, efunden Doch mochten den Ruin der Zeiten spüren; rbunden Er zeigte einen Plan, als Stück für Stück r— Besehn, um neue Baue aufzuführen mehr Correkt'sten Styls, und alte wegzureiſsen, Er pflegte restauriren dies zu heifsen. Woisseur, ad nicht, 59. machte, Die Kosten— Kleinigkeit! die alten Lieder h'r, Von ein'gen Tausenden!(das ist ja so die Art, ur soust Wo lang geführt ein glänzend Leben ward!) Der Aufwand zahlet schnell sich wieder lück— Durch ein Gebäu, so stark und reich an Zimmern, zu em- Das den Geschmack Lord Henry's hell lieſs schimmern Durch jeder Zukunft Sonnenschein und Nacht, Ein goth'sches Werk durch englisch Geld hervorgebracht. ³) 60. Zwei Räthe wollten ein Anleih'n abmachen, Lord Henry wünschte Geld zu neuem Kauf; Dann ein Prozefs in Bürgerlehensachen Und Dezem— leicht glüht hier der Zwie- tracht Fackel auf, Religion wird heifs in ihren Rechten, Bis Ritter sie entbindet, mit der Kirch' zu fechten; ⁶) Man fragte nach Feldarbeit, fettem Vieh, Denn Henry trieb sehr stark Oekonomie. 8 61. Zwei Wilddieb' auch, in Fallen festge- nommen, Bestimmt zum Kerker, ihrem Heilungsort; Auch Ein lä Seit— Doch: Der S0 Liefs Ein Man! Drum An S Und Der Hattꝰ Den! 107 ad Nacht, Auch stand in netter Haub' und Scharlach- ch Geld mantel dort 5) Ein ländlich Kind(mich macht solch Bild beklommen, seit— seit der Jünglingszeit— ich lieſs mich einst verführen, Doch zahlt' ich später wenig Stolgebühren) Der Scharlachmantel, aufgerissen mit Gewalt, Liefs sehn, ach, eine doppelte Gestalt. machen, i Kauf; en er Zwie- uf, G * 2 62. Lirch' zu Ein Bergwerk in der Flasch', ist ein Ge- Vieh, heimniſs, mie. Man sieht nicht, wie das Ding hineingebracht; 3 Drum weis' ich dies Naturgeschichtsstück ohne 3 Säumniſs An Solche, denen Räthsellösung Frende macht, Und sage nur, doch nicht vor feierlicher Stelle, Der Lord war Richter, und Constable Fried Hatt', auf Befehl für solche Fälle, Den Wilddieb eingebracht auf der Natur Gebiet. 63. Ein solcher Richter richtet jede Art Von Unfug, und mufs Wild und Tugend schützen Im Kreis vor Allen, welche nicht besitzen Den Freischein zu jedweder wilden Fahrt; Nur ist dies, aufser Zehnten wohl und Pacht, Was zu bezähmen meiste Mühe macht; Rebhühner hüten und rothwan'ge Dirnen Macht Unruh' den juristischsten Gehirnen. 64. Dort stand die Schuld'ge, todtbleich an- zusehn, Wie so gemalt; natürlich roth die Wange, (Wie sie natürlich blaſs bei Frau'n von Range, Zum mind'sten, wenn sie früh vom Bett' er- stehn,) Schien’s, als ob Schand' in ihrem Fall sie fände, Die Aermst'! Ein Kind der einfachen Natur! Erwart Die In Fer Die Ri Vieh, Waren Gleich 100 Was wuſst' in ihrer Schuld sie Bess'res nur? Blafs werden! Roth gehört für höh're Stände. Tugend 65. Im schwarzen, tiefgesenkten Aug' erglühte ahrt; Die grofse Thräne, still im Winkel drin, 1 Pacht, Die sich die Arme oft zu trocknen mühte; ; Sie war nicht eine mod'sche Weinerin, Die prunken will durch ein gefühlvoll Herz, Nicht frech genug, Verachtung zu verachten; ( Sie stand in zitterndem, geduld'gem Schmerz, Erwartend, welch Verhör sie mit ihr machten. tzen 66. Die Truppe waren hier und da zerstreuet, nge, In Ferne doch vom heitren Frau'nverein; Range,„ Die Räth' im Cabinet, im Frei'n tt' er- Vieh, Pflüger, Diebe; ihrer Kunst geweihet Waren der Architekt, der Händler aus der hll sie Stadt; Gleich einem Chef, der ernst Depeschen schreibet, 110 IInd froh des Werks ein Jeder, das er treibet. 67. Die arme Maid blieb in der Hall' einstweilig, Indem Fried, der bestellt zum Wächter ihr, Sich einliefs, da der Kofent ihm abscheulich, Mit einem Krug moralschen Doppelbier. Sie harrte, bis der Richter die Gedanken weilig Zurückrief in ihr Amtsrevier, Um auszusprechen, was so schwierig zu be- kennen Den meisten Jungfrau'n— wer als Vater sei zu nennen. 68. Man sieht, beschäftigt war aus allen Kräften Lord Henry, unter Rofs- und Hundeschwarm. Auch gab es unten viel Alarm, Verursacht von noch anderen Geschäften, Denn, wie Verhältniſs will und Stand Ein Jeglicher in dem, was er zu treiben hat, Doc (So d Kann Herbe An vo Mit E Und, Bespr- Lol Minir Doch Sein iben hat, r treibet. stweilig, ter ihr, ccheulich, jer. en weilig g zu be- Vater sei Kräften schwarm. ften, d 111 Bei denen, die besitzen Gut und Land, sie haben Tage, wo der Zutritt allvergönnet, Obgleich noch nicht, was„offnes Haus“ man nennet. 69. Doch acht bis vierzehn Tag' einmal, un- eingeladen, (So deutschen allgemeines Laden wir), Kann hoher, niedrer Adel im Umkreisrevier Herbei sich machen, und zu Wein und Braten An voller Tafel hin sich setzen, Mit Essen und Gespräch sich zu ergötzen, Und, was die Herzen eint zumal, Besprechen die vergangn' und nächste Wahl. 70. Lord Henry hatt' als Wähler viel Bereich, Minirte, Ratten und Kaninchen gleich; Doch kamen Streite theurer ihn zu stehen, Sein Nachbarsmann, der schott'sche Graf Giftgabbit, 112 Hatt' Einflufs hier, er konnt“s nicht ruhig sehn; Sein Sohn, der ehrenwerthe Veit Dicedrabbit, Safs auf der Gegnerbank— man kann er- rathen, Wie dies Verhältnifs ihm gereicht zu Schaden. 71. Umsichtig drum und freundlich im Gebiete War Allen gern er Alles; Höflichkeit Zeigt' Ein'gen er, den Andern Güte, Allen Versprechungen, und, o wie weit War letzt’rer Summe schon gestiegen! nicht Erwog er, wie so drückend ihr Gewicht; Dort ward das Wort gebrochen, dort gehalten, Daſs seine Worte, wie die Andrer galten. 72. Von Freibeit und Freisassen Freund, nieht weniger Hold der Regierung, war beflissen er, Dafs zwi Der sche Es wollt Sprach e Manch S Doch, d Er we Ist's eng Der Ne Schritt Dem R Doch fü cht ruhig cedrabbit, 1 Schaden, Gebiete weit en! nicht icht; gehalten, galten. nd, nicht r, kann er- 113 Dafs zwischen Amt und Neigung stets gelungen Der schöne Mittelweg; er nahm, gezwungen, Es wollt' es der Monarch(was unrecht war, Sprach er bescheiden, höhnten drob Rebellen) Manch Sinecurchen; wünscht' entfernt sie zwar, Doch, dafs mit ihnen die Gesetz' auch all zerschellen. 73. Er war„frei zu bekennen“—(Welcher Ausdruck! Was? Ist's englisch? deutsch?— Im Haus wird er bewundert.) Der Neurungsgeist, nicht streitig wäre das, Schritt weiter als im vorigen Jahrhundert. Dem Ruhm wollt' er nicht nahn durch Fac- tionen, Doch für das Staatswohl wagt' er Alles gern; Von seiner Stelle sprach er nur so fern: Es wär' dabei mehr Mühe, als Belohnen. 74. Gott, Freunde wufsten, zum Familienleben So wi War stets sein höchstes Streben hingewandt; Nicht m Doch, konnt' im Kampf' er auf den König Wir hal geben, Wie ma Der mit Umsturz bedrohete das Land? Dafs He Als Demagogen durch und durch zu schnei. Bei eine den mit verweil Dem Schlächtermesser dräuten(höll'scher Gebetet Schnitt!) Den gord'schen Knoten, defs Gebind zu einen, Sich Kön'ge, Lords bemühten und Gemeinen. 75. milienleben bingewandt; den König and? zu schnei. (höll'scher d zu einen, 1 Gemeinen. 77. So war Lord Henry's Denken und Gefühl, Nicht mehr sag' ich, ich sagte schon zu viel. Wir haben Alle wohl gelesen und gehöret, Wie man vor Londons Stadtgericht beschwöret, Dafs Herz und Haupt ganz unabhängig sei Bei einem Staatsbewerber. Mehr dabei Verweil' ich nicht; das Glöcklein ist erklungen, Gebetet wird; Pflicht wär's, dafs ich's gesungen, 78. Doch zögert' ich, und eilen muſs ich schneller. Ein grofſs Gelag war, wie alt Engeland Sich defs berühmt, als ob des Schwelgers Teller Wie etwas sähe, das dem Ruhm verwandt. Es war ein grofses Mahl, ein öffentlicher Tag, Recht toll und voll, die Gäste glüh, die Schüsseln kühle, Viel Pracht, viel Steifheit, ohne Frohgefühle, Doch so, dafs Jeder seiner Sphär' entbrach. H 2 Die Squires vertraulich steif, die Lords Und Ladys wollten gnädig sich bezeigen, Verlegen ward die Dienerschaft selbst ihres Orts, Dafs sie beim Tellerwechseln nicht zu tiet sich neigen Vom hohen Standpunkt möchte, wo sie stand; Doch Alles war zur Höflichkeit gewandt; Denn ein Versehn im Anstand, kosten Konnt' es den Herrn, den Diener seinen Posten. 80. Darunter kühne Jäger, kühne Reiter, Von denen Jagd- und Hünerhund' ein wahrer Schatz; Auch ein'ge mörd'rische Septembermeuter, Die früh auf, und die letzten sind vom Plata, Das Rebhuhn aufzuspähn in Feld und Grünz; Auch ein'ge wohlbeleibte Clerusglieder, Auch Ein paar Um statt Um neun UIind gra- Dafs bei Bei Petel Wie je d In sei Ein Pfar 117 Zehnteneinsammler, glücklich in Partie'n, V Lords Ein paar, die wen'ger Psalmen sangen, als eigen, Trinklieder. elbst ihres 81. cht zu tiek b o sie stand; wandt; Auch ein'ge Landnarrn drunter, und, o Jammer das! Ein paar auch, die man aus der Stadt getrieben, Um statt des Pflasters anzusehn das Gras, Um neun das Bett zu fliehn, wo sonst his elf sie blieben. Und grade da mufst's dem Geschick belieben, Dafs bei dem allverzehrenden Himmelssohn' ich saſs, Bei Peter Schrei, dem Geistlichen voll Macht, Wie je durch Witz ein Ohr er tanb gemacht. 82. vom Platz, dund Grün; In seiner Londner Glückszeit hab' ich ihn gekannt, Ein Pfarrer nur, doch in Gesellschaft glänzend, 118 Nie rifs er Witz, daſs nicht er Beifall fand, Bis drauf Beförd'rung, würdig ihn bekränzend, (O Vorschung, wie wundervoll dein Lenken, Daſs oft dein Wohlthun uns wie aufgezwängt!) Ihn hiefs den Teufel bannen, der ob Lincoln hängt, Ein fettes Stellchen, ohne vieles Denken. 83. Sein Witz war Predigt, seine Predigt Witz. gedanken, Und später nur im niedern Kreis geübt; Denn lang nicht bleibt der Witz der Welt beliebt, UInd gier'ge Ohren, flücht'ge Federn tranken Nicht lange seinen Spafs und scharfen Hohn. Der arme Mann sah zu Verstand sich bringen, Wollt' er nicht sich befassen mit gemeinen Dingen, Von Rohen einzuernten des Gelächters Lohn. * Ein U Bettler Sahn let Doch wi Ein U Wie zw Wie br Doch H Alleir Herrsch Als den Von wel Bei den Und ein digt Witz. eübt; der Welt tranken fen Hohn. h bringen, gemeinen ers Lohn. 84. Ein Unterschied ist, heifst's im Liede,„zwi- schen Bettler und Kön'gin,“(oder war; denn neu- ster Zeit Sahn letztrer zugefügt wir hartes Leid— Doch will ich nicht in Politik mich mischen!) Ein Unterschied ist zwischen Bischof und Dechanten, Wie zwischen Silberwaar' und Töpferzeug, Wie britt'schem Rind nicht spart'sche Suppe gleich— Doch Helden schon aus beiderlei erstanden! 85. Allein in der Natur gesammten Abweichungen Herrscht überhaupt kein gröfsrer Unterschied, Als den man zwischen Stadt und Lande sieht, Von welchen erstrer jeder Voraug ist bedungen Bei denen, die in sich Hilfsquellen nicht empfahn, Und einzig denken, handeln und empfinden 120 Nach irgend einem Vortheils- oder Mur- geizplan, Wobei sich keiner Rücksicht Grenzen finden. 86. Doch,„en vant!« Die Liebesgötter schmachten Bei grofsem Mahl und grofsem dGastbestand, Trotz dem, dafs kleine Mahle höher stets brachten Der Meuschen Lieb', da Ceres, Bacchus, wie bekannt Uns seit der Schulzeit, Freunde von jeher Mit Venus, der lebend'gen; ihnen dankt Er- finden Der Trüffeln, des Champagners sie, und des- sen mehr; Sie liebet Maafs, doch Fasten wirket Kraft- verschwinden. Dasl Juan n. Verwi Fest à 0b M Er sch Bis rät (Zwie Wo Er aut Das L Als je- Als ha Und e oder hr. en finden. iebesgötter sthestand, höh'r stets kcchus, wie on jeher dankt Er- „ und des. ket Kraft. 87. Das Mahl war schläf'rig, Unterhaltung stock te; Juan nahm Platz, und wuſste selbst nicht wo, Verwirrt, ganz in Zerstreuung, und blieb 80, Fest auf dem Stuhl', als ob man drauf ihn pflockte. 0b Messer, Gabeln, wie im Handgemeng' erklangen, Er schien von Allem um sich unbewußst, Bis räuspernd Jemand äuft te die Lust, (Zwier wiederholt) vom Fisch ein Schwänz- chen zu empfangen, 88. Wo denn, nachdem zum dritten es geheifsen, Er auffuhr, und, beim Lächeln rings umher, Das Lachen ward, erröthete weit mehr Alsje— denn nichts verwirret mehr den Weisen, Als hat er Hohn von einem Tropf' erlitten— Und eilig in die nächste Schüssel stach, 12² So eilig, dafs, eh er aus grofser Hast gemach, Mit halber Butt' er stüllte seines Nachbarn Mit de Bitten. 89. Von be Wie S Kein böser Mifsgriff war's, der sich ereignet, Da es das Leibgericht des Gastes war; Doch Andre, nun verkärzet, zürnten unver- läugnet, Wozu wohl Ursach' offenbar. Ein Räthsel schien's vom Lord den Freniden allen, Was er mit solchem Tischgast nur gedacht; Dies, und Unkunde, wie der Haferpreis gefallen Docl Am letzten Markt, hat um drei Stimmen ihn gebracht. Von a Die st Besong bo⸗ Er sei Sie wufsten nicht, sonst hätten sie sympa- thisiret,(Dem Dafs das Gespenst er sah vergangne Nacht; t gemach, Nachbarn ereignet, ar; unver- Freniden gedacht; s gefallen mmen ihn ie sympa- Nacht; 1²³ Ein Vorspiel, das schlecht hätte harmoniret Mit den leibhaften Gästen, vollgemacht Von Stoffen, und so ganz materialisiret, Dafs kaum man weifſs, was mehr uns staunen macht Von beiden(schwere Frags, nicht zu verhehlen!) Wie Seelen solche Wänst', und solche Wän- ste Seelen. 91. Doch was ihn mehr verwirrte als Lächeln und Staunen Von allen Esquires und Esquirinnen umher, Die stutzten, dafs so entsetzlich zerstreuet er, Besonders, da man gepfleget sich zuzuraunen, Er sei im Damenkreis ein Mann von heiter- sten Launen, (Denn selbst im kleinen Landbezirk lief diese Mähr, 1241 Da auch das kleinste, was im Gut des Lords Poch geschehen 3 2s v Besprochen von Andern ward, die wen'ger angesehen), Da er Ein so 92. Wie J War, daſs ihn oft Aurora angeblickt, Er sah etwas wie Lächeln auf ihrer Wange; Der G Nun machte dies ihn wirklich bange. Das Lächeln derer, die nur selten lächeln, drückt Den starken Anlafs aus; in diesem Lächeln sah man nicht Die Spur, die von Gespött, Lieb', Hoffnung spricht, Auch die geringste nicht von all' den Tücken, Die Ein'ge glauben im Lächeln der Frau'n zu erblicken. 93. Ein Lächeln war's, wie's die Betrachtung ihr gebot, Mitleid und Ueberraschung schien ihm eigen; les Lords wen'ger kt, Wange; lächeln, Lächeln Hoffnung Tücken, r Frau'n trachtung m eigen; 1²⁵ Doch Juan wurde vor Bestürzung roth, Was von Verstand und Weisheit traun kein Zeichen, Da er Beachtung wenigstens gewonnen hat, Ein so bedeutend Aufsenwerk der Stadt, Wie Juan wissen sollte, wenn nicht seine Sinne Der Geist der letzten Nacht getrieben von der Zinne. 94. Sehr schlimm doch, sie erröthete nicht wieder, Und war das Gegentheil ganz vom Verlegensein; Die Miene blieb wie stets, nicht finster, nein; sie lenkt' ihr Auge weg, doch schlugs nicht nieder, Und ward fast blaſs. Warum? Ob's Unruh' wäre? lch weiſs es nicht; doch ihre Farbe war 126 Nie hochroth, öfters nur erröthend, stets doch klar, Gleich tiefen Seen in sonn'ger Atmosphäre. 95. Doch Linchen gab der Ruhm Beschäftigung Am heut'gen Tag, ganz Zauber, Schau'n, Herablassung Für die Verzehrer von Geflügel, Wild und Fischen, Mit Würde Höflichkeit im lieblichsten Ver- mischen, Wie Aller Pflicht ist, deren Zweck: Begrün- dung (Ist nah dem Schlufs das sechste Jahr zumal!) Des Anspruchs auf die neue Wahl Für Gatten, Sohn und sonstige Verbindung. 96. Ob dies der nächste Weg zum Ziele, Und ganz gewöhnlich, doch begann, Denn Voll Z Der tie Wie v Sos Mit de Die, 1 0 fals Von 1 Trotz So fal Die, nd, stets sphäre. häftigung Schau'n, Wild und ſten Ver- Begrün- r zumal!) dindung. 2le, 127 Wark auf ihr Rollenspiel den Blick Juan, (Und wirklich war die Roll' ihr nur zum Spiele, Denn nur durch einen Blick verrieth sie dann und wann Voll Zorn und Unruhs, merklich kaum, Gefühle Der tiefsten Brust) er zweifelnd sich zu fragen, Wie viel bei Linchen Wahrheit im Betragen. 97. So spielte sie, und zwar abwechselnd, jede Rolle Mit der lebendigen Beweglichkeit, Die, Ein'gen nach, Herzarmuth deuten solle, 0 falsch, es ist nur die Gefühligkeit, Von Temp'rament, und nicht von Kunst her- rührend, Trotz allem Schein, die Leichtheit ist verführend, So falsch, und wahr doch, denn am wahr- sten die, Die, was zunächst liegt, darnach handeln sie. 100. Indem so Linchen Huld ganz war und Freundlichkeit, War ruhig unsere Fitz-Fulke erschienen. Ob Leuten zuzuwinken zu gebildet weit, So wünschte doch sie durch gewisse Mienen Das Lachen aufzuregen weit und breit— Der Honig unsrer mod'schen Bienen, Um für boshafte Lust ihn aufzuheben, Und grade jetzt war dieses ihr Bestreben. Empfah Ward Vom M. Von Li Die! Die Wi In jede Der W. Ja, si Sie dur war und enen. veit, Mienen it— 101. Doch neigte sich der Tag, wie Tage sich müssen neigen, Der Abend auch entschwand, man brachte den Caffee drauf, Die Kutschen fuhren vor, die Damen standen auf, Und knixend, wie sie auf dem Lande sich verbeugen, Empfahlen sie sich; plump, mit viel Bücklingen, Ward von den Herru zu Gleichem sich geschickt, Vom Mahl' und von dem Wirthe hochentzückt, Von Linchen doch vor allen Dingen. 102. Die lobten ihre Schönheit, ihre Anmuth Jene, Die Wärm' in ihrer Freundlichkeit, als wahr In jedem Zuge des Gesichtes offenbar, Der Wahrheit Strahlenglanz in dessen Schöne. Ja, sie verdiente ihren hohen Stand, Sie durfte Niemand um ihr Glück beneiden. 1 130 Und dann die holde Einfalt in dem Kleiden, Sorgfält'ges Glück auf ihren Schmuck ver- Wie A wandt! 7) 103. Werth zeigte sie des Lobs sich, als die Gäste weg, Durch unpartei'sche Schadloshaltung Für ihre schönen Wort' und ihre Mühewaltung In einem höchst erbaulichen Gespräch, Das ihrer Gäste Thun und Aussehn galt, Ihren Familien, bis zum fernesten Verwandten, Der Weiber Häſslichkeit, der Männer Scheuch- Ausne gestalt, Und wie die Haare wild, gleich Borsten, Auf die standen. Aurora, Und Jua Zu spöt 104.. Heut sa Die And Sie gab zwar wenig, nur die Andern sprachen Im allgemeinen Epigramm; Er woll Kleiden, muck ver- s die Gäste 5 ihewaltung ich, galt, erwandten, r Scheuch- Borsten, n sprachen 131 Doch was sie sprach, war zweckvoll vorgetragen, Wie Addisons„fein Lob,“ das stets als Tadel kam, sie war beflissen, Andrer Witzwort flott zu machen, Wie Töne leiten in dem Melodram. Wie schön, wer für den Freund, den fernen, spricht! Die meinen bitt' ich, nur vertheidiget mich nicht. 105. Ausnahme von dem scharfen Witzschar- mützel Auf die Entfernten machten zweie nur, Aurora, im Gesicht der reinen Seele Spur, Und Juan, stach ihn früher auch der Kitzel, Zu spötteln über das, was er gesehn, gehört; Heut safs er still, verwandelt und verkehrt, Die Andern mochten Spott und Witz erheben, Er wollte heut dazu kein Wörtchen geben. 106. Er sah Auroren zwar hin nach sich sehn, Wie billigend sein Schweigen. Ob den Grund sie sollte Verkannt wohl baben, da Abwesenden Man selten so viel Lieb' erweis't— doch wollte Nicht weiter grübeln sie, der Grund gleichviel! Und Juan safs in seinem Winkel still, Und sah, der Träumer, wenig nur geschehen, Doch das sah er, so froh, grad das zu sehen. 107. Mind'stens hatt' ihm der Geist den Dienst erzeiget, Dafs er ihn stumm gemacht, wie einen Geist, Und dafs dadurch er Achtung sich erreichet, Wo Achtung theuer ihm zumeist. Aurora macht' in ihm Gefühle neu geboren, Pie neulichst abgestumpft, wo gänalich nicht verloren, Gefühl So göt Die Gränzl Vom V Momer Als all- Der w Ein D Von d&- Wer Dem 1³3³ Gefühle, die vielleicht nur ideal, So göttlich doch, mir däuchten sie real:— 108. Die Liebe zur höhren Welt, zu künft'gem Glück, Gränzloses Hoffen, das himmelvolle Ver- gleichviel! ill, schwinden Vom Weltenlauf, der Erde ganzen Gründen; Momente, wo mehr Lust ein einz'ger Blick, Als aller Ruhm und Preis in künft'gen Zeiten, Der wohl befeuern kann, doch nie in's Herz eschehen, zu sehen. uns leiten Ein Dasein neuer, in sich einz'ger Art, len Dienst 1. ens Von dem ein zweites Herz der Schöpfer ward. nen Geist, erreichet, 109. geboren, Wer seufzte wohl nicht,„weh der Cytheree!“ 2lich nicht Dem noch Gedächtnifs, einst ein Herz ertheilt? 134 Ach, ihr Stern, wie Dianens, bleicht in sei- ner Höhe, Strahl stirbt auf Strahl, wie Jahr auf Jahr enteilt. Der Seel' Anakreons nur war's beschieden, Zu tändeln unter ewegen Rosen mit Cupiden; ²) Doch raubtest du uns manchen Traum des Glücks, Wir ehren drum dich, alma Venus Genetriæ! 110. Voll von Gedanken, erhaben wie die Wogen, Die zwischen Erd' und Himmel jagt empor das Meer, Ging Juan, als die Schlafzeit nun herbeigezogen, Zu Bett', um zu verzweifeln mehr, Als um zu ruhen. Statt Mohnhäupter, stöhnt' Ob seinem Pfühl die Weids, und die Gedanken rannen Inbittersüfsen Bildern, die den Schlafverbannen, Wobei der Jängling weint, indem der Welt- ling höhnt. Die 1 War m Vollkon Kurz se Doch, Safs er (Sofer Gespar Nicl Ich se 0 Hii So ho ht in sei- 111. auf Jahr Die Nacht, wie gestern; er zog die Klei- dung aus, die preſste, hieden, War nur im Schlafrock, der als Kleid nicht upiden; ²) zählt, raum des Vollkommen saas culotte, und ohne Weste, Kurz so, daſs Kleidung fast ihm ganz gefehlt. enelriæ! Doch, fürchtend den gespenst'schen Gast, Safs er in tiefem, unaussprechbar'm Sinnen, (Sofern du selbst der Art Besuch gehabt nicht hast) ie Wogen, Gespannet auf des Geistes neu Beginnen. agt empor 4 112. eigezogen, Nicht lauscht umsonst er. Was ist das r, stöhnt' mit leichtem Satze? Gedanken lch seh', ich seh'— ach nein, nichts. Doch, ein Schritt! erbannen, 0 Himmel, sie ist's, sie!— 0 pfui, die ler Welt- Katze! So hol' der Teufel ihren dieb'schen Tritt, 136 So gleich dem Geisterschrittesschalle, Dem Schleichen einer Maid in Liebespein, Bei ihrem erstgegeb'nen Stelldichein, Bang vor des Schuhes keuschem Wiederhalle. 113. Nochmals— was ist's? Der Wind? nein!— diesmal Ist er's, der schwarze Mönch, selbst, wie vorher, Geregelt schreitend, wie in Versfufszahl, Ja, bei den jetz'gen schlechten Versen, noch 4 weit mehr. Nochmals macht in der nächt'gen Schattenfeier, Die rings mit Schlaf bedeckt, wo Feen die Welt umspinnen, Gleichwie mit diamantdurchwirktem Schleier, Mit Sternennacht— der Mönch sein Blut gerinnen. Nein, Die Schrec Das 2 114. Geräusch, wie das von nassen Fingern über Glas, 9) Was uns die Zähne stumpft; ein Knistern, leise, Wie, macht ein Schau'r zur Nacht die Dächer naſs, Im Klange ganz uach überird'scher Wasser Weise— Traf Juans Ohr, das, ach, davor erbrausste, Denn Immaterialism ist doch kein spafshaft 7 Nein, Ding, 3 Dafs selbst, wer gläubigst an des Geists Fort- bst, wie dauer hing, Vor einem téte à téte mit ihm ergraus'te. rahl, en, noch 115. tenfeier, Die Augen offen? Ja, sein Mund des- Feen die gleichen; , Schreck hat die Wirkung, dafs er stumm hleier, zwar macht, Lin Blut Das Thor jedoch, wodurch die Wort' ent- weichen, 138 So weit aufreifst, als sollt hervor der Rede Macht. Und näher hört die Hall' er sich erreichen, Worauf ein menschlich Trommelfell nur schau- dernd Acht. Sein Aug' war offen, und, wie man versichert mir, Sein Mund, was ging nun auf?— Die Thür. 116. Aufging sie mit wahrhaftig höll'schem Krach, Der Höllenpforte gleich.„Lascicle ogni speranza, Voi, che entrate!“ schien's, als ob die Angel sprach, Schau'rig, wie Dante's zhima, meine stauza. Doch, die Vergleiche wollen hier nicht gelten! Ein Geist ist stark genug, um einen Helden Zu schrecken; denn was ist doch Körper ge- gen Geist? Wie kommt'’s, dafs Körper Graus in Geister- näh' durchfleufst? Es Seemör Dann f Und lie Das br Ja, zweé Und in Der sc Don Wie Ward Und s Sein In ihn 117. Es flog die Thür weit auf; wie fliegen nicht rasch, Seemöven in gemefsnem, stetem Flug; Dann fiel zurück sie, ohne fest sich einzufügen, Und liefs auf's Licht der Schatten langen Zug, Das brannt' in Juans Leuchtern hell genug, m ersichert pie Thür.. Ja, zwei hatt' er noch brennen zum Vergnügen, Und in der Thüre schatt'gem Dunkel stand Der schwarze Mönch im fei'rlichen Gewand. em Krach, zle ogni 118. Don Juan ward anfangs vom Schreck er- ob die bleicht, Wie Nachts zuvor; doch drauf, des Schreckes 2 Stanza. müde, t gelten! Ward erst, für Täuschung es zu nehmen, er Helden geneigt, Tper ge- Und schämte seiner Furcht sich im Gemüthe; Sein eig'ner, inn'rer Geist erwachte frei Geister- In ihm, und liefs ihn mannhaft stark er- t 2 scheinen, 140 Bedeutend ihn, daſs Leib und Seel' im all- gemeinen Dem körperlosen Geiste doch gewachsen sei. 119. Sein Schreck ward Wuth, und diese Wuth brach aus, Aufstand er, ging drauf los— da wich der Geist zurücke, Doch Juan, heifſs in der Entdeckung kühnem Straufs, Folgt' ihm, nicht Furcht, nur Gluth im Blicke, Entschlossen zu enthüll'n den Geistergraus, Ob er auch unterliege dem Geschicke; Der Geist stand, drohte, wich, bis hin zur alten Wand Er kam, wo still er, wie ein Pfeiler, stand. 120. Juan streckt' einen Arm aus, ew'ge Macht! Er fühlte Geist nicht, Körper nicht, nur Mauer, Worauf das Monadlicht fiel im Silberschauer, Gesprenkelt mit der Halle ganzer Pracht. Er zagt Wenn Wie se Entsetz Dock Sie we Noch Des Ein h Der L Erglül Der 141 im all- Er zagte, wie gewiſs der Bravste zagt, Wenn er nicht weiſs, was ihn in Schrecken isen sei. jagt. Wie seltsam, eines Geistes wesenlose Leere Entsetzt mehr, als die Mass' in einem ganzen se Wuth Heere! 10) wich der 121. Doch weilte der Geist noch immer, es glänzten kühnem die blauen Augen, Sie wechselten für Tod beinah zu lebendig ab; .; Rlicke, Noch ein Vorzügliches auch hatte verschont Igtaus, das Grab, 5 Des Geistes Odem war ein balsamisches V hin zur Hauchen; Ein hangend Gelock vom schönen Haar das r, stand. Zeugniſs gab; Der Lippen Roth, dem zwei Reihen von Per- len enttauchen, 2 Masht! Erglühte, grad' als durch des Fensters r Mauer, Epheuthor Dnauet Der Mond brach, der geschlüpft aus einer cht. Wolke hervor. 122. Und Juan, stutzig, streckte aus den an- dern Arm In wachsender Neugier, und Wunder über Wunder, Er fiel auf eine Büste, wohl hart, doch warm, Die bebt', als ob ein heifses Herz darunter. Er fand, wie's Leuten geht, die in Ver- suchen begriffen, Dafs er vorhin gewalt'gen Miſfsgriff gethan, Daſs in der Verwirrung er nur die Mauer ergriffen, Statt dessen, dem sein Arm bemüht zu nahn. 123. Der Geist, war's ja ein Geist, schien eine zarte Seele, Wie je versteckt sie unter heil'ger Schleier- hut, Ein Grübchenkinn, ein Hals, weifs, ohne Fehle, Stahl s Herunte Enthüll Den üp Von der Stahl sich hervor in Form von Fleisch und Blut. Herunter sanken Kutt' und Rock, und sonder Hehle Enthüllten sie— wozu, ach, war das gut!— Den üpp'gen, wollustvollen Leib„ Von der— Fitz-Fulke, dem huldreichlust'gen Weib. runter. in Ver-⸗ * ethan, Mauer Ende des sechszehnten Gesungs. zu nahn. ien eine chleier- 2, ohne Anmerkungen zum sechszehnten Gesange. 1) Stanze 10. Ob es von Schalthier oder Cochenille. Ob die Bestandtheile des alten tyrischen Purpurs Schalthier, oder Cochenille, oder Kermes waren, ist noch immer unentschieden; ja sogar die Farbe, die Einige Purpur, An- dere Scharlach nennen— ich bestimme nichts. 2) Stanze 43. Doch die„att'scheBiene“ Fand in der eignen Antwort volle Sühne. Ich denks, ein Teppich war's, worauf Diogenes mit den Worten trat:„so tret' ich Plato's Stolz mit Füfsen!“—„Mit gröſs'rem Stolze,“ war des Andern Antwort. Doch da ja Tepp sind, s Gedächt wand, e sonst ei gewesen 3) Sta Dem Ich b meisteri- gleichen sängen unziemli ner vers mein' icl aufser d hörten, dem Fri und ich 145 ja Teppiche zum Treten eigentlich bestimmt sind, so täuscht mich wahrscheinlich mein Gedächtniſs, und es mag wohl eher ein Ge- wand, eine Tapete, oder ein Tafeltuch, oder sonst ein kostbares, uncynisches Hausgeräth gewesen sein. althier 3) Stanze 45. Nebst„tu mr chamas's, aus Portugal, tyrischen Dem Ohr zu schmeicheln, thut's e, oder nicht welscher Schall. schieden; bur, An- Ich besinne mich, dafs die Frau Bürger- ne nichts. meisterin einer Provinzialstadt, die von der- gleichen Schaugepränge mit ausländischen Ge- Bienedc sängen etwas übersättigt sein mochte, etwas t volle unziemlich mitten durch das Beifallsrufen ei- 6 ner verständigen Gesellschaft— verständig meins ich in Bezug auf Musik, denn die Worte, worauf auſser dafs sie unbekannten Sprachen ange- tret' ich hörten,(es war nähmlich einige Jahre vor gröſs'rem dem Frieden, ehe noch alle Welt gereis't, 6 Doch da und ich noch auf der Universität war) wurden K 146 von den Singenden gar arg entstellt— daſs diese Frau Bürgermeisterin, sag' ich, in die Worte ausbrach:„zum Henker mit Euren Italiano's! Ich lobe mir eine einfache Ballade!“ Rossini ist anfgradem Wege, einstens die Mehr- zahl auf gleiche Meinung zu bringen. Wer hätte denken sollen, dafs dieser Mozarts Nachfolger werden würde? Doch, nur schüchtern sprech' ich das aus, als treupflicht'ger, gehorsamer Bewunderer der italienischen Musik im Allge- meinen, und auch Rossini's in vielen Stücken. Aber wir möchten, wie der Gemäldeken- ner im Vikar von Wakefield, sagen:„das Gemälde würde besser gemalt sein, wenn sich der Maler mehr Mühe gegeben hätte!“ 4) Stanze 46. Jedweden Bergbewoh- ner fassen Calenturen der Töne. Calenture ist eine Art hitz'gen Fiebers, das in heifsen Klimaten die Seeleute befällt, wo- bei sie die See für grüne Fluren ansehen, und sich hineinstürzen wollen. A. d. Ueb. 3) S Ausu sehr g mauern Venedi; nisches aber ke 6) S — daſs Ballade!“ die Mehr- Wer hätte im Allge- 4 Stücken. mäldeken- en:„ das wenn sich e!“*⁰ gbewoh- ren der ebers, das fällt, wo- ehen, und Ueb. 5) Stanze 59. Ein goth'sches Werk durch englisch Geld hervor- gebracht. Ausu Romano, aere Veneto, ist die, hier sehr gut gewählte, Inschrift auf den Meer- mauern zwischen dem adriatischen Meere und Venedig. Die Mauern waren ein republika- nisches Werk der Venetianer, die Inschrift aber kaiserlich, nähmlich von Napoleon. 6) Stanze 60. Bis Ritter sie entbin- det, mit der Kirch' zu fechten. „Ob ihr die Stürm' entbindet, und sie fechten Heifst gegen Kirchen.“ Macbeth. 7) Stanze 102. Sorgfält'ges Glück auf ihren Schmuck verwandt. Curiosa felicitas, Petronius Arbiler. 8) Stanze 109. Der Seel' Anakreons nur war's beschieden, Zu tändeln unter ew'gen Rosen mit Cupiden. K 2 148 Der heitre Grieche, bei dem auch der Tod kein, Knochengerippe, nein, so angemessen den reinsten ldeen des Christenthums, ein freundlicher Genius war— nur mit nieder- gesenkter Fackel, singt in der elften Ode, nach Christian Stolbergs Uebertragung: Es sagen mir die Weiber: Anakreon, du greisest; Komm, nimm den Spiegel, siehe, Dein Haar ist dir entfallen, Und kahl ist deine Stirne. Mein Haar, ob ich's behalte, Mein Haar, ob mir's entfalle, Dasweifsichnicht! das weifs ich, Dafs einem Greise mehr noch Gezieme froh zu scherzen, Je näher ihm die Parze. Anmerk. d. Uebers. 9) Stanze 114. Geräusch, wie das von nassen Fingern über Glas. S. die des Prir ceitirte. 10) 8 Ent Entsetz Vermag 149 er Tod S. die Beschreibung des Geistes vom Onkel emessen des Prinzen Carl von Sachsen, den Schröpfer s, ein citirte. b nieder- ſen Ode, 16) Stanze 120. Wie seltsam, eines Geistes wesenlose Leere Entsetzt mehr, als die Mass' in einem ganzen Heere. „Nächt'ge Schatten Eufsetzten mehr die Seele Richards, als Vermag die Masse von zehn tausend Mann.“ Shakspeare’s Richard II. h, bers. ie das über Nachschrsift. Wir stehen am Ende, schöne Freundin! Haben Sie Dank, dafſs—„Am Ende?“ fra- gen Sie.— Allerdings am Ende; nähmlich unser guter Lord mufste hier endigen, weil er starb. Soust freilich haben Sie recht, wir sind noch mitten in der genialen Laufbahn des vielgewanderten jungen Mannes. Im Gan- zen gestehe ich gern, kein Mensch ist froher als ich, der Uebersetzer, dafs die Irrfahrt un- sers Freundes hier ihre aufgezwungene Gränze empfangen hat. Mühvoller, peinlicher Zu- stand, wie ein Mazeppa angefesselt zu sein auf einem launenhaften, wilden, oftmals son- nenkollerigen Rosse, und so abwechselnd wohl durch freundliche Auen, romantische Berg- und Waldklüfte geschleppt zu werden; aber auch durch alle Steppen und Dornen und Ab- gründe Der Le weg, g] stehn là ihre L nicht; Ueberse von 8o Seitenb ben kan Worte, und der will nic stets m durch d Nebelst sche S wir doc zu der hänger lassen, Es c nun vo mnähmlich en, weil cht, wir Laufbahn Im Gan- st froher fahrt un- e Gränze cher Zu- zu sein nals son- eInd wohl he Berg- en; aber und Ab- 151 gründe des Wegs mit hindurch zu müssen! Der Leser fliegt über langweilige Partien hin- weg, gleicht der Biene, die honigarme Blumen stehn läſst, und nur in süfsduftende Kelche ihre Lippen begräbt; Manches versteht er nicht; was kümmert's ihn? Aber der arme Uebersetzer! Hier stehe das Geständniſs, daſs von so manchen Anspielungen, von so manchen Seitenblicken auch ich nicht Rechenschaft ge- ben kann. Das ist aber ein peinliches Gefühl: Worte, Reime sollen hingeschrieben werden, und der Sinn, welcher gereimt werden soll, will nicht klar werden. Nun, da dacht' ich stets mit Macbeth: die Stunde rennt auch durch den rauhsten Tag. Fort und fort durch Nebelstücke bis wieder sonnenhelle, dichteri- sche Schönheiten kamen. Und das müssen wir doch wohl— ich sage wir, die nicht zu der stillen Legion der mystischen Kopf- hänger gehören— unserm seligen Lord lassen, köstliche Partieen hat sein Don Juan. Es dürfte nicht eben leicht sein, über das nun vorliegende Fragment ein Totalurtheil zu 152 entwerfen. Wir wollen hören, was Byron selbst darüber sagt. Besonders zwei Stellen werden uns bei unserm Urtheile leiten müs- sen. Die erste steht in der siebenten Stanze des vierzehnten Gesanges: Ich schreibe, was grad vor mir liegt, ohn's zu verhalten, Denn nicht Erzählung nur soll diese Dichtung 3 sein, Nur eine leicht phantast'sche Unterlage, Wo viel Gemeinplätz' und Gemeines kommt zur Sprache. Vergleichen Sie hiermit die neunzehnte und zwanzigste Stanze im funfzehnten Gesange: Ich werf' umher mein Aug', und sehe Mich um für meinen Plan nach einem Fang, Die Verse machen mir kein Kopfzerbrechen, Ich schwatze, wie mit Jemand sprechen Ich würd' etwa beim Ritte oder Gang. Nicht glaub' ich, dafs sich Kunst sehr offenbart In dieser schweifenden, unstäten Dichtungsart, Doch hat sie des Gesprächtons Leiechtigkeit, Und stiehlt hinweg ein Stündchen von der Zeit. Das I Ist m Das Wie Freil erst die Entscht stens i sängen Da ist und di vielleie ersten leichtfe Widers mehr à fach in Stimm stellte drauf tief he rer T tigkeit s Byron Stellen müs- Stanze ohn’s zu Dichtung , ommt zux ante und esange: Lang, chen, ffenbart ingsart, ceit, er Zeit. 153 Das Eine weifs ich, von dem Knechtthum weit Ist meines Sangs Unregelmäfsigkeit, Das Neu' ergreif' ich gern, das Sonderbare, Wie ich in mir den Improvisator gewahre. Freilich stehen in den spätern Gesängen erst diese Aeufserungen, und sie scheinen als Entschuldigungen gelten zu sollen. Wenig- stens ist so viel sicher: in den ersten Ge- sängen spricht sich ein anderer Geist aus. Da ist mehr Geschichte, weniger Abschweife, und die Abschweife kürzer, verständlicher, vielleicht auch geistreicher. Aber eben diese ersten Gesänge erregten auch, ihres etwas leichtfertigen Inhalts wegen, in England viel Widerspruch. Und nichts reizt' unsern Byron mebr als Widerspruch— daher läſst er viel. fach in den spätern Gesängen seiner gereizten Stimmung freien Lauf. Mehr noch; man stellte ihm, dem früher so hochgefeierten und drauf von Orthodoxie und finsterer Moral so tief herabgewürdigten Dichter Andere in ih- rer Taubenunschuld, in ihrer keuschen Züch- tigkeit entgegen, als Muster entgegen, z. B. 154 einen feilen Southey, einen Wordsworth mit seinen Trivialitäten u. s. w. Das erregte den Unwillen des sein selbst bewufsten Genies. Daher die bittern Ausfälle auf den herrschen- den Geschmack, besonders auf die ästhetisi- renden, schöngeisterischen Frau'n, die er unter dem Worte„die Blauen“ züchtigt; da- her der Spott auf die ihm zum Muster auf- gestellten Schwächlinge. Immer mehr und mehr fühlte er das Band zwischen sich und seiner Heimath sich lösen; manche Kränkung mufste er von dorther erfahren; an und für sich zu finsterer Lebensansicht, zum Miſs- trauen gegen Menschen geneigt, machten diese Erfahrungen ihn vollends misanthropisch; er glaubt nicht an die bessere Natur des Menschen; selbst dies Bessere ist in seiner Erscheinung ihm ein Gegenstand skeptischer Zergliederung, bis es zu Gemeinem wird. Am bittersten ist er gegen sein Vaterland. Trotz seiner Misanthropie wollte er doch das Beste der Menschheit im Allgemeinen. Oder lieber so— seine gereizte Stimmung trieb ihn zu Politik, schnõde Welling einen 1 schrie i system, Geld,* nicht 2 wurde. dabei w den er seinen So war der Me rer Un nicht g gen ih das au ben? gelten ſich und ränkung und für 1 Miſs- machten ropisch; tur des seiner ptischer n wird. terland. er doch meinen. ng trieb 15⁵ ihn zu lauter Opposition. Die herrschende Politik, der Egoismus seines Vaterlands, die schnöde Aristokratie eines Castlereagh und Wellington gaben ihm Stoff genug, und zwar einen höchst populären Stoff. Alle Welt schrie über das unglückliche Restaurations- system, das, vielleicht durch bourbon'’sches Geld, von dem englischen Cabinette, wenn nicht ausging, doch kräftigst unterstützt wurde. Nun war unserm Byron zweierlei dabei willkommen; er hatte einen Gegenstand, den er angreifen, und durch den er zugleich seinen Schriften Popularität gewinnen konnte. So war er ein kräftiger Verfechter der Rechte der Menschheit, und eine scharfe Geifsel ih- rer Unterdrücker. Und warum wollten wir nicht glauben, daſs es mit diesen Aeufserun- gen ihm Ernst war? Opferte er nicht für das aufstrebende Griechenland Geld und Le- ben? Nur, wie gesagt, Opposition mufst' es gelten; Machthaber mufsten zu bekämpfen sein, sofort ging er in vollem Ernste dran. All die wechselnden Gefühle seines Innern 156 nun, wechselnd, je nachdem Haſs gegen Un- terdrücker, gegen Heuchler, gegen persönliche Feinde, gegen hoffärtige Armseligkeit, gegen Scheinheiligkeit; oder Mitleid mit Unter- drückten, Verlassenen, Wehmuth— in ge- wissen Weiheaugenblicken, Wehmuth über getäuschtes Vertrauen, über betrogene Liebe, Erinnerung aus bessern Tagen— ihn beseelte; all diese wechselnden Gefühle, wie sie im Augenblicke ihn erfüllten, gaben ihm den Stoff zu seinem Don Juan. Dahber das viel- fach Unzusammenhängende, das er gar nicht zu verbinden nur sich bemühte; ein Gedanken- strich, und wir gehen von dem Verschieden- artigsten zur Erzählung. Daher aber auch die offenen Aeufserungen des Dichters, daſs, ob Anfangs sein Plan nur etwa auf vier und zwanzig Gesänge sich erstreckt hätte, jetzt, weun das Ding so fort ginge, sein Pegasus wohl durch hundert hintraben könnte. Denn keine gesteckte Gränze, keine Rücksicht auf Ort und Zeit hinderte ihn, zu reimen, was grad in seiner Seele war. Spätere verän- derte Sti eine and wird sub „Rech fach Lan Auch die theilweis schon se Buche d standthei Frömmle Southey idyllisch. keiten u odirt sie einer Sa mit im fasser d minikane Dafs fälle, d Geifselh nachläss gegen Unter- in ge- h über ²Liebe, s viel- ur nicht lanken- hieden- er auch 3, daſs, ier und „ jetzt, Pegasus Denn cht auf n, was verän- 157 derte Stimmung gab den folgenden Gesängen eine andere Färbung; kurz, seine Dichtung wird subjectiver. „Recht gut,“ sagen Sie.„Aber das viel- fach Langweilige in seinen Abschweifungen.“ Auch diesem Langweiligen liegt, wenigstens theilweise, Absicht unter. Er sagt irgendwo, schon seit Homers Schiffskatalog,(im zweiten Buche der Iliade) wäre ennuti ein Hauptbe- standtheil des Epos gewesen. Die, von den Frömmlern der Zeit gefeierten Tagesdichter, Southey, Wordsworth, haben nun in ihren idyllischen Epen der Längen, der Langweilig- keiten unzählige und unerträgliche. Er par- odirt sie, und unterwirft sie so der Geiſsel einer Satyre, derjenigen nicht unähnlich, wo- mit im sechszehnten Jahrhunderte die Ver- fasser der„Briefe der Finsterlinge“ die Do- minikaner züchtigten. Dafs diese Längen, diese gereizten Aus- fälle, dies Haschen nach Gelegenheit, einen Geifselhieb zu versetzen, überhaupt, der höchst nachlässige, oft geistlos geschwätzige Ton 158 des Gedichtes, uns vielfach das Lesen des- selben verleide, ist wohl unleugbar. Besonders mag dies von den sechs letzten Gesängen gelten, wo er sein Vaterland mit der ganzen Galle gekränkter Selbstliebe überschüttet. Wie viel kleinliche Dinge, uns unverständliche conventionelleGesellschaftseigenthümlichkeiten, wie viel Intriguen und Anspielungen, die wohl in den gröfsern Zirkeln Englands, und in den nähern Kreisen, worin der Dichter ge- lebt hatte, bekannt und verständlich, und daher interessant und witzig sein mochten— aber für den deutschen Leser höchst fade sind! Jedoch— ist nicht unter dem Sande überall ein Goldkörnchen? Lohnt nicht überraschen- der Witz, oder ein plötazlich erscheinender Geist des Gedankens, des Gefühls die Mühe des Weiterlesens? Reifst er uns nicht oft durch eine Schilderung, durch eine Situation, worein er seine Personen führt, in süfsem Zauber mit sich fort? Gleicht hier der Dichter nicht in vielfacher Hinsicht unserm Jean Paul? Wie erhält auch bei diesem der Leser das so Irsache mer ve durch Leben; Die W Verstin beraubt Dichtun niſs de Dichtur nicht, Ingrim mit sei er will nende sen— en des- ſesonders besängen r ganzen schüttet. ändliche chkeiten, die wohl und in hter ge- und e überall rraschen- heinender ie Mühe nicht oft Situation, süfsem r Dichter Pan Paul? r das so 159 vielfach Schöne versetzt mit Gesuchtem, Un- natürlichem, oft Widerndem? Und, wenn wir in den letztern Gesängen gerade über ver- ringertes iInteresse klagen, so liegt uns die Ursache dieser Verringerung vor Augen. Im- mer verstimmter ward der Dichter, verstimmt durch gehäufte Kränkungen, durch isolirtes Leben; es umzog seine Seele immer mehr und mehr, wie ein trüber Schleier, und liefs ihr Alles in schwarzgefärbter Gestalt erschei- nen. Die Scene wird nach England verlegt. Die Wirklichkeit also, eine durch innere Verstimmung geschwärzte, aller Poesie vollends beraubte Wirklichkeit tritt an die Stelle freier Dichtung, deren Schauplatz das reine Ergeb- niſs der Dichterphantasie war. Aher in der Dichtung spricht das„Traurigwahre“ entweder nicht, oder nur wenig an. Ein verbissener Ingrimm spricht sich aus, so wie der Dichter mit seinem Helden an der Themse anlangt; er will scherzen, er will durch leicht schei- nende Reden diesen Ingrimm ausströmen las- sen— aber diese Reden, diese Scherze selbst 160 werden entweder langweilig, oder sie erhal- ten die Farbe seines Innern. Man fühlt den letzten Gesängen das erbitterte Innere an, erbittert zumeist durch Kränkungen aus der Heimath; über die Heimath also giefst er seine Galle in unerschöpflichem Strome. „Aber die Einleitungen?“ Ja, Sie meinen, besonders vom vierten Gesange an, die er- sten oft bis zur Zahl zwanzig sich belaufen- den Stanzen, die Dinge verhandeln, welche mit dem Vorhergehenden oder dem Nach- folgenden in durchaus keiner Gedankenverbin- dung stehen. Da weiſs ich Ihnen nichts zu antworten, als dafs unser Dichter ein clas- sisch gebildeter Mann, und weniges, dem Alterthum' Angehöriges, ihm unbekannt war. So hatte er auf jeden Fall seinen Cicero recht wacker gelesen, und gefunden, daſs die Ein- leitungen zu seinen philosophischen Schriften mit den, in diesen Schriften selbst verhan- delten Gegenständen entweder in gar keiner, oder nur in sehr loser Verbindung stanen. Als Erklärung dieser Eigenthümlichkeit hatte er wa Quint Cicer nen! dann als F denk losig innen du?s Hocl Clast ) ehrt Ja j ihre verbin- chts zu n clas- , dem at war. precht e Ein- hriften erhan- keiner, anden. hatte 161 er wahrscheinlich die Mittheilung— ich denke Quintilians gelesen, der uns erzählt, daſs Cicero eine Menge kleiner Aufsätze allgemei- nen Inhalts vorräthig schrieb, und dieselben dann beliebig seinen philosophischen Schriften als Einleitungen vorsetzte. Nun, mocht' er denken, wenn Cicero sich diese Rücksicht- losigkeit auf den Zusammenhang, also auf innere Nothwendigkeit erlaubte, so kannst dues ja auch; du giebst dir dadurch bei den Hochgelahrten das Ansehn eines in römischer classicität wohlbewanderten Dichters. „Nun gut, aber’—— was denn, Ver- ehrteste?—„Je nun“— ah, ich verstehe. Ja ja, ein Greul war Ihnen Julie, Haidee in zhrer ersten, hingebenden, unendlichen Liebe, — ein Greuel jene Scene im Serail—„Ach, Sie sind recht abscheulich!“— Wie 802— „Nun, ein Greul, nein, das gerade nicht.“— Erlauben sie mir Ihr Exemplar!—— Mädchen, Blick gegen Blick! Welche Blätter tragen die Spur des vielfachen Umgewendet-, also Ge- lesenseins? Sind's nicht grade diese, deren L Inhalt Sie verketzern? Traumerzählung der Talgfleck?! schöne Heuchlerinnen! Und was? für jene Träume: Wobei der keusche Sinn Von Vesta's Priesterin, Wenn sie zu früh erwacht, Sich viel Gedanken macht, Und doch aus Neubegierde, Wie Alles enden würde, Der Wiederkunft der Nacht Bei Tage schon entgegen gähnt, Und sich nach ihrem Traume sehnt; Die Träume, deren Scherz In einsamen Nächten den Schmerz Der jungen Wittwe betrügt, Und unter günstigen Schatten Den wiedergefundenen Gatten In ihren Armen wiegt. „Aber, Sie vergessen, was Sie sagen woll- ten!“ Ja so! Nun denn, ohne Verschönerung WMWieland. Heuchlerinnen, himm- hier bei dieser Serailscene, bei Dudu's Schrei und Wenn haben Sie diese zarten Schilderungen gelesen, wie- der gelesen? Nicht wahr, als Beschwörungen und B der 1 er ge Satyr nenne Persi radir verst man und’ Kins der ¹ limm- hier i und haben wie- lungen aud. woll- erung 163 und Bemäntelung. Schlüpfrige Scenen genug;, der Dichter gab die Welt, wie sie ist. Aber er geifselt. Und wo erlaubte sich die wahre Satyre nicht, die Sachen bei ibrem Nahmen zu nennen? Kommen im Horaz, im Juvenal und Persius nicht ähnliche Dinge vor? Eh' ich radiren kann, muſs der Klecks dasein, das versteht sich. UIInd, man stelle sich, wie man wolle, dergleichen Dinge lies't ein Jeder und eine Jede gern, besonders in unbelauschter Einsamkeit. Unser Wieland, Schilling, van der Velde, selbst Göthe hat Aehnliches. Fehlts etwa Shakspeuren an derben Späfsen, an Zoten? Jedoch die Grazien bleiben bei un- serm Dichter nicht aus, selbst nicht in den für ihre zarten Obren bedenklichsten Beschrei- bungen. Glauben Sie auch ja nicht, daſs die vielfach statt Zeilen oder ganzer Verse ste- henden Sternchen unzüchtige Schlüpfrigkeiten verdrängt haben. Theils befanden sich diese Lücken im Original; trotz der groſsen Prefs- freiheit Englands, mochten doch zu derbe Persönlichkeiten, oder zu freimüthige demo- I. 2 164 kratische Dinge vorkommen. Theils hab' ich selbst einige, für unsere weniger ungebun- denen Verbhältnisse ungünstige, Verse oder Zeilen weggelassen; sowie auch einige Mal Verse, deren geistloses Geschwätz wenigstens für den deutschen Leser zu peinlich schien (und hier hätt' ich vielleicht noch freigebiger mit dergleichen Sternlein sein sollen). Theils endlich ward von der Censurbehörde Einiges mit vollem Rechte gestrichen. Denn im Gan- zen haben wir die dankwertheste Freisinnig- Keit dieser Behörde zu rühmen. Und, o wie manche, wie wahrhaft ent- zückende dichterische Schönheiten kommen uns im Verlaufe des Ganzen entgegen! Ju- liens Abschiedsbrief— Haidee, die holde Inselmaid in ihrer Naturoriginalität, mit ih- rer sorgenden Liebe, diesem Genius, der dort, wie Nausikaa den Odysseus, den ar- men, vom Meer Ausgeworfenen, fand und pflegte; die paradiesisch schönen Stunden in jenen Tropfsteinklüften am Meeresstrande, vor den Glücklichen das mondversilberte Meer, um die hier nacl Stu Epi lich bre dar Ve hei wu 39 des 165 sie in unendlicher Weite Einsamkeit, sichere, unentweihete Einsamkeit! Drauf ihrer Liebe Noth und Kampf; des Mädchens Tod, sie starb, Mal wie sie lebte; und die gefühlvollen Stanzen, die gstens 4 wie eine Nänie die Herrliche beweinen sollen! schien Später das bunte Zusammentreffen auf dem ſebiger Bazar, das launige Gespräch mit Juans Sklav- Theils schaftsgenossen; die Scenen bei Gulleyaz, die iniges 3 Nacht in der Oda, wohl eine Nacht, mit Gan- Correggio's Farbengluth gemalt! Dann, und innig- 4 hier bemerken Sie des Dichters Zartgefühl, . nach jenen Greueln der Belagerung, des t ent- Sturms und des Mordes, die sanftansprechende vmmen Episode von dem geretteten Kinde, der lieb- Ju- lichen Leila! Wie über die zerstörte Stadt holde die ruhige Nacht ihre versöhnende stille nit ih- breitete, so haucht über die Schauder der , der dargestellten Scenen diese milde Scene ihre in ar- Versöhnung, und befreit das Gemüth von un- 1 und heimlichem Grauen. Auf ähnliche Weise len in wuſste Ovid in seinen Verwandlungen(12, e, vor 393. ff.) nach unerquicklicher Beschreibung er, um des Kampfes zwischen den Centauren und den 166 Lapithen das Gemüth des Lesenden durch die zarte Episode von Hylonome und Cyllarus zu versöhnen. Oft ist es eine einzelne Zeile, ein, mitten in Chaotisches hineingeworfener Gedanke, der elektrisch das Herz durchbebt, und den Dich- ter, den Schöpfer im Reiche der Schönheit und des Gedankens beurkundet. Wollen wir nicht auch die grofse Mannigfaltigkeit der dargestellten Charaktere, und die scharfge- zeichnete Eigenthümlichkeit jedes einzelnen hervorheben, und dem Dichter, dem Kenner des menschlichen Herzens und menschlicher Eigenthümlichkeit danken? „Die Frauen kommen etwas schlimm im Ganzen weg; er gleicht einem Maler, der das Portrait stark markirter Männergesichter recht gut trifft, aber in der Nachbildung der zartern, seelenvolleren weiblichen Züge un- glücklich ist.“ Ich bitt' um Verzeihung. Kein Dichter zeichnet wohl weibliche Ideale schöner, als unser Byron; ich muſs Sie abermals an Haideen, und die Idea stent ihm Erfa lich Eng mit Hatt gel nige einz viel sige Ung dies wer traui ich uns che das 167 und an Aurora Raby erinnern. Nur hat er zu die Eigenthümlichkeit, dafs ihm alle weibliche Ideale jungfräulich sein müssen, oder wenig- stens nicht den Trauring tragen dürfen. Ob ihm hier vielleicht eine vielfach gemachte Dich- Erfahrung den Kopf verrückt hatte? Nähm- aheit lich die, dafs vor der Hochzeit alle Mädchen wir Engel sind, aber hernach— ganz umgekehrt der mit Undinen nach der Brautnacht, erscheinen? rfge- Hatte er vielleicht jenen schmerzlichen Man- Inen gel an Sanftmuth,— nach Schillern und ei- enner— nigen Andern des Weibes wahrer Zauber und icher einzige Herrschaft— entdeckt? Hatte er vielleicht durch die Klatschgesellschaften müs- n im siger Ehefrauen und Wittwen, und durch die der Ungeheuer, die Wechselbälge, die da von chter diesen holden Wehfrauen zu Tage gefördert der werden, ein tiefes, wohlbegründetes Miſs- un- 1 trauen bekommen? Ich entscheide nicht, denn ich bin nicht in England gewesen, und bei chter uns in Deutschland weiſs man von derglei- , als chen Erfahrungen nichts.— Um nun kurz leen, das Gesammturtheil auszusprechen, so möcht- 168 es etwa so lauten: Für ein classisches Werk kann der Don Juan nicht gelten; dazu ist es in seinen Elementen zu bunt, dazu fehlt ihm die nöthige Einheit, das zweckmäſsige Ver- hältnifs der einzelnen Theile zum Ganzen. Aber gerade diese Eigenthümlichkeit ist in dem Ton des Ganzen begründet, der Grund- ton nämlich ist Laune, und zwar muthwillige, keine Gränzen anerkennende Laune. Wo diese herrscht, liegt es in der Natur der Sache, daſs classische Schönheit nicht der Charakter des Ganzen sein kann. Aber im Einzelnen giebt es der Schönheiten gar viele und reiche. Welch eine Lyrik! Welche Naturschilderungen! Welche, oft überra- schende, Tiefe des Gedankens! Welche Leichtigkeit der Darstellung bei schöneren, echt poetischen Partien! Dann die Komik und die oft so geistreiche Satyre! Kurz, es ist ein Werk, das wohl als Ganzes nicht un- bedingt trefflich kann genannt werden; aber in einzelnen Theilen des gröfsten Dichters würdig ist. berra- elche neren, omik z, es t un- aber hters 169 Von der Uebersetzung kein Wort. Schwer genug war sie; mancher Stanze wird man die Spuren ihrer schweren Geburt wohl ansehn. Je nun, ich denke, wenn die Sache den Deutschen so leicht vorgekommen wäre, wür- den sich schon einige Nebenbuhler gefunden haben; sind ja die meisten Werke Lord By- rons in verschiedenen Uebersetzungen erschie- nen, warum gerade dies geistreiche, so viel besprochene nicht? Mögen nur die Schön- heiten des Gedichtes durch meine Ueber- tragung nicht verwischt worden sein— die Längen desselben mufsten freilich auch in der Nachbildung langweilig erscheinen. Le- ben Sie wohl. Anzeige. Die bereits erschienenen Bändchen der Taschenbibliothek der ausländischen Classiker, welche durch alle Buchhandlungen zu haben sind, enthalten: 1— 2. Voltaire's Candide, übersetzt von Si- gismund. 2 PThle. 3. Moliere'’s Tartüff; von Dr. Langen- beck. 4— 6. Voltaire's Karl XII.; von M. Stein, 3 Thle. 7 7. Byron's Poesien; von J. Körner, 13— 17. Heinr. Döring, Theod. Hell, 21— 26. A. Schumann u. s. w. 12 Thle. 8. Shakespeare's Timon; von G. Regis. 9— 10. Torq. Tasso's lyrische Gedichte; von K. Förster. 2 Thle. 11— 12. /Virgils Aeneide; von Dr. Nürn- 27— 28. berger. 4 Thle. 18— 19. AIfieri's Tyranney; von H. Schwei- zer. 2 Thle. gen- Lbein, ner, Iell, Thle. gis. ; von ürn- wei- 20. Tord. Tasso's Amyntas; von H. L. v. Danford. 29— 30. W. Scott's Jungfrau vom See; von Willib. Alexis. 2 Thle. 31— 34. dessen Guy-Mannering, oder der Sterndeuter; von Wilhelmine Gerhard. 4 Thle. 35— 36. Guarini's treuer Schäfer; von H. Mäller. 2 Thle. 37— 38. Thomson's Jahrszeiten; von Dr. Schmitthenner. 2 Thle. 39— 40. Delille's Landmann; von Dr. Georg Döring. 2 Thle. 41— 42. Thom. Moore“’s Lalla Rookh; von M. Witthaus. 2 Thle. 43— 44. W. Scott's schwarzer Zwerg; von Ernst Berthold. 2 Thle. 45— 48. dessen Ivanhoe; von Elise v. Ho- henhausen. 4 Thie. 49— 53 dessen Seeräuber; von Heinrich Döring. 5 Thle. 54— 58. dessen Herz Mid-Lothians etc.; von Sophie May. 5 Thle. 59— 62. dessen Kloster; von Dr. Fried- rich Diez. 4 Thle. 63— 66. dessen Abt, Fortsetzung des Klo- sters; von H. Müller. 4 Thle. 67— 70. dessen Waverley etc.; von Karl kichter. 71— 74. dessen Presbyterianer; von Ernst Berthold. 4 Thle. 75— 78. dessen Alterthümler; von Hein- rich Döring. 4 Thle. 79— 82. dessen Robin der Rothe; von Hen- riette Schubart. 4 Thle. 83— 84. dessen Legende von Montrose und seinen Gefährten; von Hen riette von Montenglaut. 2 Thle. 85— 88. dessen Kenilworth; von Elise von Hohenhausen. 4 Thle. 39— 90. dessen Lied des letzten Minstrels; von Willibald Alexis. 2 Thle. 91— 94. dessen Nigels Schicksale; von So- phie May. 4 Thle. 95— 97. dessen Die Braut; von Henriette von Montenglaut. 3 Thle. 98— 101. dessen Quentin Durward; von Heinrich Döring. 5 Thle. 102. Byrons Poesien. 13. Theil. Don Juan, 3. u. 4. Gesang. Uebersetzt von Wilhelm Reinhold. 103. Byrons Poesien. 14. Theil. 1) Parga; übersetzt von J. Körner. 2) Beppo; übersetzt von A. Sehumann. 104. Skakesapere's König Lear; übersetzt von Beauregard Pandin. 105. Dessen die Irrungen; übersetzt von Demselben. ; von n Juan, zt von Parga; Beppo; n. ersetzt zt von 106— 109. Calderon's Schauspiele. 1. bis 4. Bdchn. Uebersetzt von G. N. Bär- mann. 110— 111. Alfieri's Trauerspiele. 1. und 2. Bdch. Uebersetzt von W. v. Lüde- mann. 112— 116. W. Scott's Peveril; von Julius Körner. 5 Thle. 117— 120. Dessen St. Ronans Brunnen; von Elise v. Hohenhausen. 4 Thle. 121. Byron's Poesien. 15. Theil. Die beiden Foscari, übersetzt von W. v. Lü- demann. 122— 125. Calderon's Schauspiele. 5.— 8. Bdch. Uebers. von C. Richard. 126. Byron's Poesien. 16. Theil. Werner. Uebers. von W. v. Lüdemann. 127— 134. Cervantes Don Quixote von der Mancha. Uebers. von H. Müller. 8. Thle. 135— 138. W. Scott'’s Redgauntlet. Uebers. von M. Carl Richter. 4 Thle. 139. Byron's Poesien. 17. Theil. Himmel und Erde; ein Mysterium. Uebers. von C. Richard. 140. Byron's Poesien. 18. Theil. 1) Cain, ein Mysterium. 2) Die Prophezeihung des Dante. Uebers. von E. v. Hohen- hausen. SCHNEEBE R G, ½ — 8S 3 . 3 5 8 2 5 81S 1 — S 22 —₰½ 2 S — S B 8 M