— Leihbibliothel deutſcher, engliſcher und franzöſiſcher Literatur Eduard Oftmann in Gießen, Schloßgaſſe Lit. A. Nr. 256. SLeih- und LCeſebedingungen. 1. Offensein der Bibliothek. Die Bibliot hek ſteht zur Em pfangnahme und Rückgabe der Bücher jeden Tag von Morgens 7 Uhr bis Abends 8 Uhr offen. 3 Lesepreis. Bei Rückgabe eines geliehenen Buches wird von ſedam Tag 5 Pf. bezahlt. Die Zeit eines Tages iſt zu 24 Stun den hsenomiei 3. Caution. Unbekannte Perſonen müſſen, bei Entgegennahme eines Buches, eine dem Werthe deſſelben entſprchende Summe hinterlegen, welche bei deſſen Zurückgabe von mir zurückerſtattet wird. 4. Abonnement. D aſſelbe muß voraus bezahlt werden u nd beträgt:. für wöchentlich 2 Bücher: 6 Bücher 3 ee— auf 1 Monat: 1 Mk.— Pf. 1 Mt. 50 Pf. 2 Mk. Pf. „ 2— 3—„ 4 3„ Auswärtige Abonnenten haber n für H und Zur! ickſendung der, Wucer auf ihre eigenen Koſten und Gefahr ſelbſt zu ſorgen. Schadenersatz. 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Sie die gesa Wa Schr Liel er si Juar meir Ware ——-⸗-—êqRN——————-————————':-GAnA— V Vorrede zum fünften Gesange. Sie fragen, schöne Freundin, warum ich Ihnen die beyden vorigen Gesänge ohne ein Vorwort gesandt habe? Ach, ich will Ihnen nur die Wahrheit bekennen: Haideen's Tod ist daran Schuld. Die Holde schien offenbar unsers Byron's Liebling— wie hat er sie ausgestattet, wie läſst er sie auch in diesem Canto in dem Herzen seines Juans fortleben! Was Wunder, daſs sie, als mein Pflegekind, mir gleichfalls recht theuer ward. Und als sie starb— war's, als müſse: 8 ich trauern, wie die Inselbewohner trauerten «um der Cykladen holde Schöne». Wer kann aber, im Herzen trauernd, eine fröhliche Vor- rede schreiben P Hier haben Sie einen vorzüglich schönen Canto. Aecht dramatisches Leben— nicht so viel störende Abschweifungen. Mag die Ueber- setzung Ihnen nur nicht störend, eben als Uebersetzung, sich überall ankündigen! Freylich, mein Recensent in der Leipziger Lite- ratur-Zeitung hat mir guten Muth gemacht, wofür ich ihm schönstens danke— aber die Sache ist und bleibt doch eine schwierige Sache. Für meine zwey Anmerkungen werde ich mir den Dank selbst holen. Der Uebersetzer. —-——yyy—— erten kann Don Juan. Fünfter Gesang. 1. nacht, 2r Aie Wenn Liebesdichter in flieſsenden, sanften Zeilen Sache Uns ihre Liebe singen, süſs, wie Honigsaft, h mir Und Preis der Venus Taubenpaar ertheilen— Bedenken sie nicht, was dies für Unheil schafft. So schlimmer nur, je besser sie gedichtet! er Ovid's Gesang sogleich das Beyspiel leiht. Ja, selbst Petrark ist, wenn man strenge richtet, Nur der Platon'sche Kuppler jeder Künftigkeit. 2. All' zärtlich Schreiben halt' ich d'rum für ungebührend, Das ausgenommen, welches uns nicht lockt. Schlicht, einfach, kurz, und keineswegs ver- führend, Auf jeden Fehl der Tadelspruch gepflockt— Zu Lehre mehr bestimmt, als Lustbehagen, Die Triebe all' bekämpft an ihrer Stell', Und wenn mein Pegasus nichtschlecht beschlagen, So liefr' ich ein moralisches Modell. 3. Europens Strand, der Asiens nicht minder, Glänzt von Palästepracht. Des Meeres Strom*) Wahrt hie und da ein vier und sechzig Pfünder, Gold strahlt die Kuppel am Sophiendom, Cypressenhaine, der Olymp, hoch, rauh, Zwölf Inseln— mehr als je geträumet Du, Viel wen'ger ich beschreibe, tritt zur Schau, Wohl reizt's die reizende Marie Montague. 2²) 4. Maria! Name, werth mir sonder gleichen, 3) Ein Zauberklang warst einst Du mir!— Noch fährt er halb mich zu den Feenreichen, Wo einst ich schaute,— was nie wirklich hier. Dies wich zuletzt von meinen Gluthgefühlen, Ein Zauber, immer wirkt er leis' noch ein. Doch ich werd' ernst, lass' einen Stoff ver- kühlen, Der nicht pathetisch will behandelt seyn. 55 Der Wind fegt den Euxin, die Wog' umbricht Mit Schaum die Symplejaden drin, die blauen; Vom«Riesengrab“ ⁴) ist's traun erhab'ne Sicht, Der Fluthenwasser Wallen zuzuschauen Den Bosphor durch, wie waschend hin sie gleiten An Asien und Europa(blickst gemach Du hin). Kein Meer, das Reisende beschwert mit Uebel- keiten, Empört bösart'ger Fluth, als der Euxin. 6. Ein rauher Tag war'’s in des Herbsts Beginnen, Wo Nächte gleich, nicht so die Tage sind. Da pflegen oft die Parzen kurz zu spinnen Die Schifferloos', es weckt der stürm'sche Wind Die Wogen und die Reu' ob frühern Sünden In Allen, die hinsegeln auf den Wassergründen. Zu bessern schwört man sich, trotz dafs man's bricht, Ertränkt— wer kann'’s? Errettet— mag man nicht! 7. Ein traur'ger Selavenschwarm ausallen Ländern, Geschlecht und Alter auf dem Markt sich fand, Bey jeder Schaar der Eigenthümer stand, Der Armen Antlitz zeigt' ein bang Verändern. Die Schwarzen nicht, sonst Alle Gram empfinden, Von Freunden, Freyheit, Heimath ferne sie! Die Neger zeigten mehr Philosophie, Dazu bestimmt, scheint's, wie der Aal zum Schinden. Da Im( Figu Wor Reizt Nach Und Und 8. Ein Jüngling war Juan, und deshalb voll, Wie’'s in dem Alter pflegt, von Kraft und Hoffen. ind Doch sey's bekannt, er sah etwas betroffen, Und oft ein Thränchen leis' im Aug' erschwoll. en. Der frische Blutverlust beugt' ohne Streiten n's Den Muth ihm nieder; dann— die Hab' entflohn Sein Traut, des Wohnungsorts Annehmlich- an keiten— Jetzt Tartarn hingestellt zur Auction. 9. rn, Das trüg' ein Stoiker nicht still! Trotz dessen d, Im Ganzen Heiterkeit aus seinem Wesen lacht. V Figur, und das Glanzvolle seiner Tracht, 1. Woran noch hingen ein'ge goldne Tressen, len, Reizt' Aller Blick' und liefs den Schlufs sie machen: Nach seinem Aeufsern müss' er höher stehn; um Und dann, ob bleich, war er ausnehmend schön, Und dann— welch Lösegeld sie sich versprachen! 14 10. Der Platz war, wie ein Schachbrett, bunt D bedecket Sick Mit Schwarz und Weiſs, truppweis verkäuflich Für dort, Wol Und nur noch regelloser wohl geflecket; Ihn 1 Abwechselnd gingen Schwarz' und Weiſse fort. Mite Zufällig stand in dem verloos'ten Haufen Das 2 Ein Dreyfs'ger— etwas untersetzt und risch, Als e Defs dunkelgraues Auge glänzte frisch— Juan zunächst, bis man ihn würde kaufen. Li 11. Er hatt' ein Britt'sches Aeufseres, das heifst, er Von war— Vierschrötig, weiſs und roth von Farbe, eMit Mit guten Zähnen, braunem Lockenhaar, eSche Von offner Stirn, mit schwacher Kummernarbe, 4 Laia Vielleichtvon Denken, Mühsal, oder vom Studiren; 8 V F Den einen Arm trug er in blut'gem Band, „Befel- Allein mit so viel Cang-froid dort er stand, Wer zuschaut blos, er kann's nicht gröſser führen, t, bunt käuflich t; iſse fort. en risch, ufen. heifst, er be, aar, nernarbe, Studiren; and, stand, ser führen, 12. Da er den zarten Jüngling sah zur Seite, Sichtbar muthvollen Sinnes, ob gebeugt Für jetzt von einem Loos, das ältre Leute Wohl beugte— siche, da beschleicht Ihn doch ein Mitleid mit dem jungen Mann, Mit dem ein bös Geschick hieher ihn brachte, Das zwar für sich er nicht viel schlimmer dachte, Als einen Unfall, wie er ja wohl kommen kann. 13. «Lieb Jüngchen!" sprach er,«in der bunten Menge «Von Negern, Georgiern, Russen, und was nicht, — Ein farbverschiednes Lumpenhundgedränge, «Mit dem das Schicksal uns zusammenflicht— «Scheinen wir zwey die Einz'gen von Erhebung, Lafst uns zusammenhalten, wie's gehört; «Wird Euch durch mich worin ein Dienst gewährt, „Befehlt!— Was für ein Landsmann, um Ver- gebung 5 16 14. Als Juan«Spanier“ sprach, erwiedert' er:— 1 «Dafs Ihr kein Grieche wäret, dacht' ich gleich; «So stolz schaun nicht die sclav'schen Hund'«Bin icl umher. Ich sta «Fortuna spielt' Euch einen schönen Streich! Ihr we «Sie macht es Jedem so, bis er bewähret;— Ach Doch Muth, sie ändert sich, wohl nächster Tage,«Und lan „Sie hat mir gleiches Loos mit Euch bescheeret,«Kus be) «Nur dafs bey mir nichts Neues diese Lage.“*«Es schn 15. Juan sprach:«Ist mein Wagniſs nicht zu groſs, Was bracht' hieher Euch b—„O, nichts Schönes eben— «Sechs Tartarn nebst der Kette“—„In dieses Loos Bracht' Euch, wenn Ihr die Frage wolltvergeben, «Das wünscht' ich zu erfahren.“—«Ein'ge Zeit Doch Wenn «Nicht 1 «Euch la «Zog mit der Russen Heer ich weit und breit, Da nahm ich eine Stadt auf Suwaroff's Ver- langen, „Ward aber selbst anstatt Widins gefangen.“— 16. —«Habt keine Freund' Ihr P—„Eiust! durch Cottes Walten «Bin ich nicht mehr damit belästigt.— Nun, «Ich stand Euch Red' ohn' alles Heimlichhalten, «Ihr werdet gütigst jetzt ein Cleiches thun.» —«Ach,"sprach Juan,«was mich betraf, ist bange age, Und lang dazu.“— Wenn das ist, dann genug! eret,«Aus beyden Gründen ist das Schweigen klug, „«Es schmerzt die Schmerzmähr' doppelt, ist sie lange. 17 groſs,«Doch Muth! Fortuna wird bey dieser Lebens- nichts frühe, «Wenn auch, als Frau, höchst treulos von Betreib, sLoos«Nicht lange Zeit(da sie nicht Euer Weib) geben,«Euch lassen in solch einer Brühe. ge Zeit«Mit unserm Loose kämpfen, wär' so viel, eit,«Als wär' der Halm sich vor der Sens' empörend; Ver-«Das Spiel des Schicksals sind die Menschen, während n.— «Das Schicksal scheint der Menschen Spiel.*— 173. B 18 18. „Nicht ist's ob Jetz'gem, daſs ich Kummer nähre,“*«Di Sprach Juan,«Einst gem gilt's!— Ich hatt' ein Traut.* Sich Erschwieg, von Trauer ward sein Blick umgraut, Es bebt' an seiner Wimper eine Zähre, Nein Und fiel zur Erde.— Doch, noch einmal dies,«Aucl „Es ist mein jetz'ges Loos nicht, glaubt's gewiſs, Wer „Was ich bewein'. Ich hab' ertragen „Gar Hartes, selbst die Stärksten macht es zagen, Wol «Auch 19.«Das1 „Auf rauhem Meer. Doch dieser Schlag!“ und hier Schwieg wieder er, abwärts flofs eine Zähre.— „Ach, rief der Freund,«ich dacht's vom Anfang schier,.Ih: „Dafs eine Maid im Spiele wäre. „Das fordert eine Thräne, zärtlich, tief, Verset aIch weinte selbst, wär' ich in Eurer Lage; Manc lch schrie an meines ersten Weibes Sterbetage, „Desgleichen, alszmein zweytes mir entlief.“„Nich 19 20. mmer «Die Dritte“—„Dritte 5 sprach Juan, und P 3 ti' ein kehrte Sich zu ihm, kaum ein Dreiſsiger, habt graut, 9.; drey, «Nein, zwey nur gegenwärtig auf der Erde, al dies, Auch säh ich zu verwundern nichts dabey, gewiſs,«Wenn ein Mann dreymal zu der Heirath schritte!o— zagen, Wohlan!» sprach Juan,«was that Eure Drittep «Auch sie entlief, mein Herr Antwortet mir!»— «Das nicht!».—«Was denn P—„Ich lief hinweg 31 und von ihr.“— hre.— Anfang 21. „Ihr nehmt die Sache leicht!“ sprach Juan. Ei, f. Versetzte Jener,„was soll man beginnen 5 age;«Manch schönes Bild schwebt noch vor Euren rbetage, Sinnen, lief.“* „Nicht mehr bey mir! Alle, ist's Leben neu / 7„ 20 «Fangen mit Gluth und holder Aussicht an, „Doch bleicht die Zeit die Farb' an unserm Wahn, „ von Täuschung schwer um- fangen, „Die Glanzhaut jährlich abwirft— wie die Scha Schlangen.— Der, was er sey 22. Uns Zwar wird mit frischer, schöner er versehen, „Wohl frisch'rer, schön'rer— doch verflofs ein Jahr, „Muſs sie den Weg auch alles Fleisches gehen, V Ja, bleibet oft nur ein, zwey Wochen gar. «Erst naht die Lieb', ihr tödtlich Netz zu«Gleic breiten, Spracl „Ehrgeiz, Ruhm, Habsucht, Rachsucht stellt Wel Die droh'nde Leimruth' aus in spätern Zeiten, „Wir Haltern immer drauf nach Ehr' und*N zell Celd.“— Spracl 23. aIndes Das klingt recht schön, auch wahr mag seyn Wür die Sprache, Rief Juan, anur kann ich durchaus nicht sehn, geiten, und g seyn tsehn, 2 1 «Wozu dies Alles nützt in unsrer Lage!“— «Nicht P»— sprach der Andr';«Ihr werdet doch gestehn, «Die Ding' in richtige Beleuchtung kehren, «Schafft mind'stens Einsicht. Unser Unglücksstern, — Wir wissen jetzt, was Sclave heifst— mag lehren «Uns besseres Betragen, sind wir Herrn.“— 24. «Wir wären Herrn, wollt' ich, wenn's auch nur wäre, «Gleich an den Heiden hier zu üben seine Lehre b' Sprach Juan, und verschluckt' ein jammernd Ach. Weh, wen das Schicksal hier zur Schule sendet!“— «Vielleicht kommt einmal eine Zeit hernach,“* Sprach Jener,«wo sich hier das Blättchen wendet: «Indéfs(der alte Eunuch dort scheint uns an- zublicken) «Wänscht' ich, Cott wollt' uns einen Käufer schicken!“ 25. „Und klar beseh'n, was ist denn unser Loos? Schlimm ist's, kann bessern sich, ist Allen eigen. „Alle sind Sclaven— doch zumeist, wer groſs— Zu ka «Von Launen, Leidenschaften, und dergleichen. Verkä „Selbst die Gesellschaft, die doch Güte Nur il Erzeugen soll, nimmt, was davon uns beygesellt. „Für nichts empfinden— ist den Stoikern der Wird Welt „Die wahre Lebenskunst— kein Anklang von Der d Gemüthe!» Durch 26 Von h So eben trat ein altes, schwarzes Mittelwesen Des dritten Genus auf, und übersah Die Sclaven, ob nach Alter, Aussehn einer da, Deſs Eigenschaften ihn zum Auserlesen Wohl eigneten zu neuem Käfigleid. Als Kein Liebender beschaut so g'nau die Maid, Trat e Dann Kein Schneider so das Tuch, kein Rofskamm so das Roſs, Sie ſei Kein Advocat den Lohn, den Dieb so kein Profos, Loos? eigen. oſs— lichen. gesellt. rn der g von wesen er da, d, mm so Profos, 29. 27 Wie der den Sclaven, der zu kaufen ist ge- sonnen.— Zu kaufen unsres Gleichen ist doch schön. Verkäuflich sind sie Alle, woll' erspäh'n Nur ihre Leidenschaften, und sey klug!— GCe- wonnen Wird der durch ein Gesicht, der durch des Lorbeers Reise, Der durch ein Amt, wie Alter will und Weise, Durch Geld die Meisten! Jeder hat so seinen Werth, Von hoch bis niedrig— wie sein Laster ihn begehrt. 28. Als der Eunuch beendet sein Beschaun, Trat er zum Eigner, bot zuerst auf Einen, Dann wollt' er sich um Beyder Preis vereinen, Sie feilschten, stritten, fluchten— fluchten traun!— 24 Als ob auf einem Christenmarkt sie wären, Gibt's a Als handelten um Ochse, Schaf, Bock, Esel sie, Verhand So dals ihr Handel wie ein Streit war anzuhören, Um dies erbabnere Joch Menschenvieh. Verlebt Die unb 29. In plofſses Brummen fielen sie zuletzt, Voltai . olta Den Beutel zogen sie mit sichtbarer Beschwerde, : 5 Pflegte Jed Silberstück ward umgewandt, zur Erde Er f. Piel Ein'ges, und die Hand wog Andres jetzt, 1 Sequinen unter Para's aus Versehn— Hllnen 1 3 Vollseyn Bis ordentlich der Kauſpreis hinsummiret;. 1 der P 3 7 Wir hät Der Eigner gab heraus, und als 93 schriftlich Dann fre erst quittiret, Besann er sich, Zeit sey's zu Tisch zu gehn. vom Es⸗ 30.(Ihm gr. Ob gut gewesen ist sein Appetit? Und wenn, ob die Verdauung dann desgleichen? Mit 4 Bey'm Essen, dächt' ich, fühlte Bisse sein Gemüth, Sein Herz mufst' ihn mit böser Frag' erbleichen:(Manch iren, Esel sie, zuhören, hwerde, rde jeizt, vet; hriftlich gehn. leichen? Gemüth, leichen: 25⁵ Gibt's auch ein göttlich Recht, wonach ich soll Verhandeln Fleisch und Blutp— Wer von der Mahlzeit voll, Verlebt wohl, wenn ich recht empfunden, Die unbehaglichste der vier und zwanzig Stunden. 31. Voltaire sagt nein. Candide, wie er erzählet, Pflegte nach Tisch vorzüglich wohl zu seyn. Er irrt, sonst wäre ja der Mensch fürwahr ein Schwein. Vollseyn schärft das Cefühl, das schon uns quälet, Wir hätten's denn so ziemlich in der Krone, Dann freylich ist uns leicht, so lang das Räusch- chen hält; Vom Essen glaub' ich Philipps, lieber Ammons Sohne, (Ihm gnügte nicht ein Vater, eine Welt;) 32. Mit Alexander denk' ich, dafs das Essen (Manch andrer Act vielleicht dazu) 26 Uns doppelt unsre Sterblichkeit ermessen Läſst. Wenn ein Braten, ein Ragout, Fisch, Supp' und Einschiebessen noch daneben Uns froh kann oder trübe stimmen, wer Mag eines Geist'gen dann sich noch erheben, Defs Aeufserung vom Magensaft abhängt so sehr? 33. Da neulich Abends, letzten Freytag war es, (Nicht Dichtung, etwas wirklich Wahres) Ich hatte meinen Mantel umgehangen, Und Hut und Handschuh lagen schon bereit, Da hört' ich einen Schufs, acht Uhr war kaum vergangen, Ich lief hinaus in gröfster Schnelligkeit, 5) Und sah den Commandanten vor mir liegen Bereits in letzten Odemzügen. 34. Der arme Mann! Sie hatten aus boshaftem Spafse Auf ihn gesandt fünf Kugeln aus dem Lauf, Und lief Ich lieſs Er starb Fiel vo Ich ka Und hat Doch ke So sanft Doch sc (Das Blu Gab sch Als ich ISt «Sprich ssen t, daneben wer erheben, gt so sehr? g war es, ahres) 1, bereit, war kaum eit, 5) liegen boshaftem Lauf, 27 Und liefsen ihn verscheidend auf der Gasse. Ich liefs in's Haus ihn tragen und hinauf, Liefs ihn entkleiden, untersuchen— müſste Ich mehr noch sagen?— Nichtig Kunst und Kraft, Er starb; in einem welschen Zwiste Fiel von fünf Kugeln er aus rost'gem Schaft. 9) 35. Ich kannt' ihn, und betrachtet ihn mit Schmerz, Und hatt' ich auch Leichname viel gesehen, Doch keinen noch, dem solch ein Leid geschehen, So sanft. Verletzt war Magen, Leber, Herz, Doch schien er nur zu schlafen, dafs er Leiche, (Das Blut rann innen, und kein grauser Bach Gab schrecklich Auskunft) glaubte fast kein Zeuge; Als ich ihn ansah, dacht' ich, oder sprach: 36. «Ist das der Todo— Was ist dann Tod, was Leben 5 «Sprich ¹o Doch er schwieg.«Wach' auf!“ Doch er schlief fort. — 28 1 Noch gestern— mächt’ger konnte sich kein Ruf Ein schne 1 erheben, Doch sch An tausend Krieger hielt sein Wort Vielleich In Furcht. Er sprach, wie dort der Hauptmann Ich streb spricht, Geht, und sie gingen; kommt, sie traten vor. Ob ich a Trommet' und Horn tönt' ohne seinen Willen Was Gl-e nicht— Jetzt blieb ihm nur die Trommel mit dem Flor! 1 37. Doch e Und seiner Diener, seiner Treuen Zahl, Sie streckten nach ihm hin die rauhen Bärte, Dorthin- Nochmals zu sehn des Führers Staub und Erde, Der blutete zum letzten, nicht zum ersten Mal. Zwey od Solch Ende! Er, der oft an heiſsen Tagen Sind wir Napoleons Feind' in wilde Flucht gebracht, G Der Vorderste bey’m Ausfall, in der Schlacht— Jed' Eler Luft, F Er, mördrisch jetzt in einer Gass' erschlagen! 33. Die neue Wunde gränzt' an alte Narben an, An Narben, die ihn hoch gebracht zu Ehren! Und wie — h kein Ruf auptmann traten vor. en Willen dem Flor! Zahl, 1 Bärte, und Erde, ersten Mal. Tagen bracht, Schlacht— chlagen! arben an, u Ehren! 29 Ein schneidender Contrast für Alle, die es sahn. Doch schweig' ich! Dinge dieser Art begehren Vielleicht mehr Ernst, als er mir zu Gebot. Ich strebt'— und oft schon folgt' ich diesem Streben— Ob ich abringen könnt' etwas dem Tod, Was Glauben möchte schaffen— stürzen— heben; 39. Doch dunkel blieb's, all' dunkel! Hier sind wir, und gehen Dorthin— doch wohin?— Weit versenden uns fünf, drey, Zwey oder wohl nur ein Stück Bley! Sind wir mit Blut, es zu vergiefsen nur, ver- sehen b Jed' Element macht unser Element zu nichte? Luft, Feuer, Erde, Wasser leben, und todt wirP Wir, deren Ceist das All umfafst?— Still hier, Und wiederum, wie früher, zur Geschichte!— 30 40. . 2 Wie Juans und seines Mitgenossen Kaufer g. F... ch Trieb seine Waar' an ein vergüldet Boot; hu 4 1 1 1 1 0vo Dort schifft' er sie und sich ein, fort ging's dann( 1 3 mit Eifer, Wei h So groſs ihn Ruder nur und Strömung bot. Sie glichen Sündern, die zum Richtplatz gehen, Bang vor dem nächsten— bis das Fahrzeug stand In einer Bucht, dicht unter einer Mauerwand, Worüber dunkelgrün Cypressen wehen. 41. Wie Leis' pochend gibt ihr Führer hier ein Zeichen, ..:. 5 Steigt e Auf thut sich eine kleine Eisenthür, 63 5 8.. 3 ſen er Er führt sie ein, sie wandeln in Gesträuchen, .. 2. Wir wa Rechts, links ist hainumgränzet das Revier. Ich di 7.... lch 3 Mäüh' galt's, sonst hätten sie verirrt sich schwer, Wi .. Vir 1 Nacht war’'s, schon ehe sie das Land erreichen. 4 Wir e .: Wir a Der Schwarze winkt den Leuten, die an Bord, 4 1 «Ln Sie rudern, ohn' ein Wort zu sprechen, fort. 31 42. Wie sie durch dieses Labyrinth sich plagen, Durch Lauben von Orangen und Jasmin, (Woron entsetzlich viel ich könnte sagen, Weil hier im Norden nicht so üppig blüh'n bot. Die oriental'schen Pflanzen, cetera tts gehen, Brächten nicht ein ge Schreibler gar mit Fleiſse Mistbeete voll in ihre opera, Weil ein Poet gemacht zu Türken eine Reise). 43. Wie sie durch dies Gehölz nun vorwärts wallen, Steigt ein Gedank' in Juans Seel' empor, Den er sofort dem Andern raunt in's Ohr— n Zeichen, luchen, d r 5 vier. Wir wären All' auf Gleiches wohl geſallen: h hRen«Ich dächte, kein Bedenken sey zu tragen, ; 3«Wir machten uns durch einen Nickfang frey; rreichen. 1 Bord«Wir dürfen nur den alten Kauz erschlagen, 4«Und fliehn— nichts Schwieriges seh' ich dabey."» , fort. 3² 44. «Recht wohl!" sprach Jener; das gethan, was denn b «Wie denn heraus? Denkt, wie man uns herein genommen! «Und selbst, wenn wir heraus, und wenn «Mit heiler Haut wir durchgekommen, Und «Schon morgen würden wir in neuem Käfig lungern, Die Fra «Und schlimmer ging's uns wohl, als jetzt. Wie e «Auch hätt' um Beeſsteak ich, wie Esau, längst Nur Ue versetz H verselzt In jener «Mein Aelterrecht, mich fängt an, stark zu Jedwed hungern.“ Neuang ’ 45. «Gewiſs sind wir bewohntem Ort genaht, Ein! «Des Alten unbesorgtes Weiterkriechen „Mit seinen Sclaven auf so wirrem Pſad, Von Fi «Zeigt uns, er weiſs, daſs seine Freund' im Schlaf— Das nicht liegen, In Juar 173. 33 «Der erste Schrey ruft sie herzu, der gellt; Drum besser ist's, bewahret, als beklaget, «Und sehet, wie es plötzlich vor uns taget, «Beym Zeus, ein Prachtpallast, sogar erhellt!* than, was ins herein venn 46. * Und in der That, es dehnt' ein grofses Haus 2:m Käfig Vor ihnen seine weiten Flügel aus. — Die Fronte schmückten goldne, bunte Ränder, jetet. Wie es der Türken Sitte liebt, u, längst Nur Ueberladung, denn nicht sehr sind sie geübt In jenen Künsten, deren Quell einst diese Länder! Jedwede Vill' am Bosphor gleicht in ihrer Schöne Neuangestrichnem Lichtschirm, lust'ger Opern- stalk zu scene. 47. aht, Ein lieblicher Duft löscht, je weiter sie ziehen die Pfade, d, Von Fischen, und Braten und kräft'gen Pilaus, m Schlaf— Das findet in Hungriger Augen gern Cnade— In Juan die bösen Gedanken aus, 173. C 34 Und ruft ihm zurück sein natürliches, frommes Betragen. Dies steigert des Freundes bedingter Vergleich, Er spricht: Um Gottes willen nur Essen erst aufgetragen, „Dann bin ich der Eure bey jedem verwegenen Streich!* 48. Mufst,» spricht man,«eine Leidenschaft erregen!“* Ein Andrer: Nein! sprich zur Vernunft, zu dem Gefühl!" Zwar machte man aus erstrer nimmer viel, Vernunft ist alt, Vernünfteln ungelegen. Der Pred'ger weint, die Geifſsel schwingt ein Zweyter; Bald mehr, bald minder, wie's der Trieb ihn heiſst, plagt Jeder mit der Gründe Stufenleiter— Dafs Keiner doch der Kürze sich befleiſst! Ab Däuch Der 8e- Den Und h Mit il frommes fergleich, Essen erst erwegenen idenschaft nunft, zu » viel, en. wingt ein Trieb ihn ter— eiſst! 35⁵ 49 ⸗. Ab schweif' ich!— Keine Reizung,— zwar Däucht mir das Pathos, Drohn, des Golds Vermögen Und das der Schönheit, Schmeicheley nicht un- fruchtbar— Nichts in der Welt wird manchmal so erregen Des Menschen best Empfinden, das mit jedem Tag (Wir sehn's) vor uns sich bläht in weichrem Rocke, Als der allsänft'gende, bewältigende Schlag, Der Seele Sturmglock— als die Essensglocke. 50. Den Türken ſehlen Glocken— dennoch wird gespeiset. Und hörten Juan und sein Freund auch nicht Ein christlich Tischgeläut, sahn nicht, von Gold umgleiſset, Lakeien führen zum süfsdampfenden Gericht— So rochen Braten sie, sahn hell das Feuer blinken, Und Köche flink in bloſsen Armen gehn, Und blickten bald zur Rechten, bald zur Linken, Mit ihres Appetits prophet'schem Späh'n. 36 51. Dahin war alle Lust zum Widerstreben; Sie zogen treu dem mürr'schen Führer nach, Der nicht geahnt, dafs sein erbärmlich Leben In so entsetzlicher Geſährdung lag. Er liefs in ein'ger Ferne still sie stehen, Klopft' an die Thür, weit ward sie aufgemacht— Der Türkenmeubles Asiat'sche Pracht Konnt' in dem stolzen Saal man sehen. 52. Beschreiben nicht, ist's meine Stärke gleich, Beschreibt doch jeder Narr in diesen saubern Tagen Sein Reisewunder durch ein fremdes Reich, Laicht seinen Quartband, wünscht Dir zu be- hagen, Ruin für den Verleger— ihm'ne Kleinigkeit, Während Natur— auf tausend Art bedrängt, Mit musterhafter Duldsamkeit Auf Reim, Wegweiser und Notizen sich be- schränkt. 53. Kreuzweis die Kniee safsen in der Halle Rings Einige, in Schach vertieft, Leben Noch Andre wechselten einsylb'ge Schalle, Von Andern ward mit Lust ihr Putz geprüft, n, Dort wurden von Andern prächt'ge Pfeifen geleert, macht— Mit Ambraspitzen von gröfserm und kleinerem Werth, Noch Andereschliefen, Einigestolzsichspreitzten, Und Andere durch Rum die Eſslust reizten. 7) e gleich, 54. saubern Als der verschnittne Schwarze mit den beyden 1 Erkauften Christen eintrat, blickten Ein'ge auf, eich, Doch ohne drum langsamer fortzuschreiten, ir zu be- Die Sitzenden doch merkten gar nicht drauf. Ein Paar sahn prüſend die Gefangnen an, einigkeit, Wie man ein Pferd beschaut, um's zu taxiren, edrängt, Zunickten von Schemeln Einige dem schwarzen Mann, sich be- Ohn’' ihn durch Sprechen zu incommodiren. 55. Er führt ohn' Aufenthalt sie durch die Halle, Durch hübscher Zimmer fern're Reih'n, Prachtvoll, doch still— nur eines, wo, im Falle, 8) Ein Marmorbrunnen plätschert durch den düstern Schein Der Nacht, die hier verbreitet; oder wo, zuwittern, Was für ein Lärm, zum Teufel, spukt, Ein Frauenkopf aus Thüren oder Cittern Neugierig mit den schwarzen Augen guckt. 56. Beym matten Lampenschein von hohen Wänden Erkannten sie den Weg, der noch vor ihnen lag, Doch nicht, wie viel das fürstliche Gemach Der Pracht enthielt, das Auge zu verblenden. Vielleicht gibt's nichts, was mehr uns, wo nicht schauern macht, Doch wenigstens verstimmt— bey Tag, so wie bey Nacht— Als ein gewalt'ges Zimmer, ohn'’ ein Leben Dem todten Glanze Regung einzugeben. Burgt Das i Obw Als e Einsz Dahe die Halle, n, Wo, im en düstern uwittern, ern uckt. Wänden anen lag, nach enden. wo nicht at, „ so wie ben 39 57. Zwey, drey sind wenig, eins wie keins!— In Wüsten, Im Volksgewühl, in Waldungen, an Küsten, Da wirket Einsamkeit ergreifend auf uns Alle, Dort ist ihr Reich ja für die Ewigkeit. Jedoch in Callerien, in weiter Halle Der Häuser, neuerer und alter Zeit, Da überläuft's uns All', allein, todtkalt, Sehn wir mit Einem, was doch Vielen galt. 58. Am Winterabend ein Stübchen, wo's freund- lich sieht; Ein Buch, ein Freund, ein led'ges Kind, ein Gläschen Burgunder, Geräuchertes nebst Appetit— Das ist des Britten Abendspäschen; Obwohl so prachtvoll das in's Aug' nieht fällt, Als ein Theater mit Gas erhellt. Einsam weil' Abends ich in langen Gallerien— Daher, dafs ich so melancholisch bin. 40 59. Dafs h 1* Ach, groſs baut das der Mensch, was ihn . Auch verkleint! ..—, Bey einer Kirche mag mir's wohl behagen, Und d Was mahnt an Cott— recht, daſs nicht klein es scheint, Nein, stark und dauernd, bis kein Mensch 1 kann sagen, Wie der Erbauer hiefs. Doch prächt’ge Mau- soleen, Palläste ziemen nicht seit Adams Schmach. Ich dächte, was bey Babels Thurmbau einst geschehen, Kur: Spräch' ernster davon, als ich es vermag. Es dal Weil 60. Die S9 (Obgle Babel war Nimrod's Jagdschlofs, und nachher Ne Stadt voll Cärten, Mauern, ungeheuren Verscl Schätzen; So gle Nebucadnezar hier, der Völkerfürst, er, der Denen Sich später mufst' am Grase letzen. was ihn nagen, icht klein Mensch ''ge Mau- ach. pHau einst 41 Hier unter Lôwen Daniel stand, Dafs hin das Volk er zur Bewundrung riſs, Auch ist's durch Pyramus und Thisbe wohl bekannt, Und die geschmähte Königin Semiramis. 62. Kurz, gäb' es(und zu dieser Zeit, was sollte Es da nicht geben) einen Zweifler, welcher nicht, Weil er nicht konnte, oder wollte, Die Stelle Babels sah mit eignem Angesicht, (Obgleich der Freyherr Rich sich Ziegel von dorther Verschafft, und drob zwey Schriften publiciret) So glaub' den Juden, den ungläub'gen, er, Denen, miſstraun sie uns auch, Glauben voll gebühret. 63. Man lern' erkennen, kurz und lieblich habe Horaz die Bauwuth derer ausgedrückt, Die, nicht bedenkend, wie wir gehn zu Grabe, Nur Prachtgebäude schaffen unverrückt. Wir kennen unser und all* Ird'schen Loos! Der Spruch(wie alle Sittensprüche) voller Grauen, Und der:«epulchri immemor struis domos“, Zeigt, daſs wir, wo wir uns begraben sollten, — bauen. 64. Zu ganz entlegnem Zimmer kamen sie zuletzt, Ein Echo, wie aus langem Schlaf schien's zu erwachen, Mit tausend Seltenheiten war's besetzt, Man staunte, was der Zweck von all' den Sachen, Die Niemand auf der Welt schien zu begehren. Hier hatte Reichthum sich erschöpft, mit Pracht Ein ausgesuchtes Zimmer zu beschweren, Nicht wufste die Natur, was sich die Kunst gedacht. zuletzt, ien’s zu Sachen, egehren. it Pracht n, ie Kunst . Indeſs zu andrer Zimmer Reihen noch Schien's hinzuführen, die, Gott weifs wohin, Sich endigten; in diesem einen doch, Der Meubles höchster Reichthum prangte darin: Sofa’s, die fast das Niedersitzen zu wehren schienen, So prächtig, und Teppiche, wo jeder Stich Gar kunstvoll und schön— man wünschte sich Hingleiten, gleich einem Goldfisch, zu können ob ihnen. 66. Kaum wollt' indeſs der Mohr mit einem Blick beehren, Was unsre Sclaven entzückte so wunderbar, Derb trat er, wo sie schlichen, um nichts zu versehren, Als läge die Milchstrafse mit ganzer Sternen- schaar Zu ihren Füfsen; und mit einem Drucke gegen Ein' Art von Kleider- oder Eſsschrank, welchen dort Du siehst in dem verborgnen Ort— Siehst Du ihn nicht, ist's nicht an mir gelegen, 67. Ich will ja deutlich seyn! Also der Mohr Schlofs auf den Schrank, und nahm daraus hervor Viel schöne Kleider, die für jeden Muselmann, Weſs Standecs auch, ein stattliches Gepränge, Um auszuwählen, war kein Mangel dran, Und doch, trotz daſs ich sag', es gab die Menge, Bestimmt' er selbst, was die gekauften Christen, Als best sie kleidend, anziehn müſsten. 68. Der Anzug, der ihm schien am ziemendsten, War erstlich für den Aeltern, Stärkeren: Ein Kandioten-Mantel bis an's Knie; Pumphosen, eng nicht, daſs sie platzen würden, Als äc Er lie Der A Ein 8 Ein 1 Kurz, Bey Ein 1 Dem Verste Der il Und f Es wü Wenn ke gegen welchen gelegen, Mohr aus hervor uselmann, pränge, un, lie Menge, Christen, n. emendsten, eren: ; en würden, 45 Für Asiens Beleibtheit passend sie; Ein Shawl, defs Woll' aus Kaschmir's Hürden; Ein leichter, prächt'ger Dolch, Pantoffeln von Saffran, Kurz, was gehört zum Türkischen Galan. 69. Bey'm Anziehn liefs Baba, ihr schwarzer Freund, Ein Wort von ungeheurem Glücke hören, Dem sie zuletzt vielleicht bestimmet wären, Versteht sich, wenn den Weg zu gehen sie gemeint, Der ihnen klar vom Schicksal angewiesen, Und fuhr dann fort: er müſste frey gestehn, Es würd' ihr Wohlbefinden stark erhöhn, Wenn sie Beschneidung sich geſallen liefsen. 70. Er seines Theiles würde hoch sich freun, Als ächte Gläub'ge sie zu sehn, allein Er liefse desfalls volle Freyheit ihnen. Der Andre dankte für die grofse Gütigkeit, Dafs man des freyen Willens sich bedienen Sie liefs' in dieser Lumperey:«Unmöglichkeit,“ Sprach er,«daſs ich mein ganz Bewundern zeige Für dieses Volkes sinnige Gebräuche.“ 71. Er, seines Theils, hab' wenig auszusetzen An einem Brauch so alt und ehrenwerth, Und, dürf’ er nur an einem Imbiſs erst sich letzen, Sein Magen habe längst darnach begehrt, So hoff' er, ganz und gar würd' ihn entscheiden Ein Stündchen Ueberlegung für dies Anerbot. «Im Ernst py rief Juan heftig.—«Schlagt mich todt, «Eh' sollt Ihr mir den Kopf herunterschneiden!“ 72. &Ja, tausend Köpfe, eh'—» der Andre sprach: „ O bitte, wollt mich jetzt nicht unterbrechen, «Ihr bringt aus dem Concepte mich bey'm Sprechen!— «Herr, wie gesagt, etwas zu essen, und hernach 47 nen«Will ich erwägen, ob Eu'r Antrag von der Art, hkeit„«Dafs füglich ich vermag ihn anzunehmen, 2... «Versteht sich, dafs Ihr gütigst uns das Recht ern zeige verwahrt, „Uns ganz nach Gutbedünken zu bequemen.“ tzen 73- ih.. 3 sich Auf Juan blickte Baba:«Zieht Euch an!“ ers. Und wies auf einen Anzug wieder, Worein jedwede Fürstin ihre zarten Glieder T...:. 3 Peiden Mit Lust gehüllt.— Der blieb ein stummer sc Mann, Sein Sinn war nicht in Maskeradenfluſs, Und stieſs die Kleider fort mit seinem Christenfuſs. Und als der Neger sprach: Nun, nicht so flau!“" Versetzt' er: Alter, ich bin keine Frau!“ nerbot. lagt mich neiden!“ 74. aIch weifs nicht, was Ihr seyd, auch gilt's gleichviel!" hernach Sprach Baba.«Wollt nicht widersprechen, n 48 Es will an Zeit und Worten mir gebrechen!*— „So darf ich doch den Grund von diesem 21 Gaukelspiel 72w3 Erfragen b“ meinte Juan.— Baba sagte: Hätet W „Vor Neugier Euch! Die Sache wird Euch L Ve offenbar, Kommt Zeit, kommt Rath, so viel ist klar, „Mehr Euch zu sagen, meine Pflicht verbietet.“ 75. So na „Ha, thu' ich das, sprach Juan,«soν—-— „Genug! Rief Baba,«wollt Euch nicht vermessen, ...—. Er «Der Geist ist gut, nur nicht zu kühn sein Flug, ... Des H „Sonst wiſst, wir sind auf Scherzen nicht be- Mit j sessen!— ät 11 „ 4 4 Um ei „Was bo rief Juan,«soll je man sagen, daſs .„ 3 Er zog Ich mein Geschlecht verläugnet?“— Hier be-„ Was( schloſs den Spaſs Den a5 Baba: alch rufe, bringt Ihr mich in's Grollen, „Gleich Leute, die Euch ganz geschlechtlos 1 So stre machen sollen! en!*— diesem 49 76. Ich geb' Euch einen netten Anzug hier, Zwar weiblich— nun so ist ein Grund dazu vorhanden, «Warum Euch der bestimmt!“—„Wie P trotz deſs ekelt mir «Vor Weiberkleidern!“— Eine Pause war ent- standen, Es stöhnte Juan, fluchte leis' im Bart: «Was soll, zum Teufel, mir die Gaze nützen 55 So nannt' entweihend er die feinsten Spitzen, Womit je früh ein Brautgesicht geschmücket ward. 77 Er fluchte wieder, stöhnte— und zog an Des Hosenpaares fleischfarbseidne Falten; Mit jungfräulichem Cürtel ward er angethan, Um ein milchweifses Leibchen festzuhalten; Er zog den Unterrock jetzt an— da stolpert' er, Was(whilk ist anstatt was in Schottland üblicher, Den Auswuchs heischt der Reim, denn Könige ertheilen So streng Geheiſs nicht, als der Reim bisweilen.) 173. D 50 78. mhilk, was,(gleichviel) die Neuheit seiner U Kleidung. 3 3.115. Mit I Verschuldete und— Ungeschicklichkeit. Sah Doch endlich kam er mit der Zubereitung vag Zu Stande, freylich wohl mit Linkischheit, Wir Zwar reichte Baba freundlichst Hülfe dar, 4 Wo bey dem Anziehn eine Hemmung war.. . r.. Wo Jetzt, beyde Arme durch ein Frauenkleid ge- Das schoben, 3 Beschaut' er sich von unten und von oben. Vier 79: Noch ein Bedenken blieb: sein Haar War schier zu kurz. Doch Baba's scharfem Sehen Gelang's, so viele falsche Locken auszuspähen, Dafs bald sein Kopf vollkommen fertig war, Nach Art, wie damals just die Mode ging. Der Putz ward festgemacht mit Perlenschnüren, Dafs das Ensemble keine Lück' empfing, Drauf muſst' er kämmen sich und parfümiren. 80. eit seiner 1 K92 d zenne Und nun, ganz weiblich angethan, Mit Hülf' von Zängchen, Schmink’ und Scheere, 5 Sah ganz er, als ob er ein Mädchen wäre, 8 Und Baba rief lächelnd:«Ihr Herren, schaut an, heit, «Wir sind mit vollkommner Verwandlung zu dar, Ende; Nkic«Wohlan denn, Ihr Herren, so folget mir nach, 6147Se.«Das heifst, das Weib!“— Und zweymal schlug er in die Hände,* bben. Vier Mohren erschienen beym zweyten Schlag. 81. «Ihr, Freund,“ sprach Baba zu dem Andern, h«Mögt gütigst mit den Herr'n zur Tafel wandern; ſem Sehen Doch, würd'ge Christen-Nonne, Du, uspähen, Du gehst mit mir! Fein hurtig, Herrchen, denn, E1«Sag' ich etwas, muſs es sofort geschehn! Sing.«Was Furchte Denkst Du, es geht der Löwen- bnüren grube zu b 8;«Dies ist ja ein Pallast, wo Paradiesesfreuden «Den ächten Weisen schon im Voraus weiden. 5² 82. «Du Narr, Keins denkt dran, Leid Dir zu- zufügen!“ «Das ist ein Glück für Alle!“ sprach Juan. «Sonst sollte schwer mein Arm auf ihnen liegen, «Ihr seht ihm seine Kraft, so scheint's, nicht an. «lch gebe nach, doch schnell wird sich der Zauber legen, Nimmt Jemand mich, wofür ich scheine jetzt, „Drum war'n ich aller Andern wegen, «Daſs die Verkleidung in Verlegenheitnichtsetzt.» 83. «Starrkopf, so komm und sieh!“ sprach Baba, während Don Juan, sich zu seinem Cameraden kehrend, (Der, ob verstimmt, nicht konnte des Lächelns sieh enthalten Ob diesem gegenwärt'gen Umgestalten) «Lebwohl!“ ihm rief Es scheint, wir sind erkoren «In diesem Land zu Abentheuern neuer Art, Wo Eins L S0 V dc Lebt Docl «Wieé Fo Baba Dir zu- ſuan. liegen, icht an. ich der ie jetzt, atsetzt.* h Baba, lehrend, ächelns vir sind Art, 53 «Wo durch die läst'ge Hülfe dieses Mohren «Eins halb zum Türken, eins zum Mädchen ward.» 84. Lebt wohl!“ fuhr fort er. Cäb's kein Wiedersehen, «So wünsch' ich guten Appetit!“— Der Andre sprach: «Lebt wohl! Der Abschied will mir nahe gehen, «Doch zu erzählen gibt's, sehn wir uns je hernach. «Wie führt das Schicksal, müssen nach wir wallen; Bleibt tugendhaft, ob Eva selbst gefallen!“— O,» rief die Maid,«der Sultan selber kirrt mich nicht, «Bis Seine Hoheit mich zu ehlichen verspricht!“ 83. Fort gehn sie auf verschiednen Wegen, Baba führt Juan durch Cemach und Zimmer, 54 Ob Marmorflur, durch Gallerien voll Pracht und Flimmer, Bis ein gigantisches Portal entgegen Am Aus Ferne noch im Dunkel ihnen tritt, Dies! Weit träget Wohlgerüch' umher die Luft, Stand Als ob zu einem Heiligthum man schritt, Gleicl So hehr war's da, so still und voller Duft. Durcl Das p In all 36. Dum Das Riesenthor war hoch, glanzvoll und breit, Aus Bronz' und Cold, mit Schnitzwerk seltsam Bis überkleidet, Da kämpften Krieger ihren wilden Streit, Zurüc Am Boden, wer besiegt, ider Sieger stolz sich Der! spreitet; Von Dort führt man im Triumph Gefang'ne hin, Dort in der Ferne fliehn Schwadronen, Ein Das Werk schien aus der Zeit, eh' noch, von Roma's Thronen Die F Verpflanzt, der Kaiserstamm matt ward mit Pygm Constantin. cht und uft, d breit, seltsam 5⁵ 87. Am weiten Eingang eines mächt'gen Saales war Dies Riesenthor, und beyderseits daneben Stand von der kleinsten Art ein Zwergenpaar, Gleichsam als garst'ge Gnomen, die, zu heben Durch den Contrast, man hingestellt an's Thor, Das pyramidenstolz ob ihnen ragt' empor; In allen Zügen ⁹) war dies Werk so herrlich, Du merktest drob die kleinen Wesen schwerlich, 88. Bis nah Du ihnen kamst, und da vor Schrecken kalt Zurücke fuhrst, weil plötzlich trat zur Schau Der Kleinen wundersame Miſsgestalt, Von Farbe weder schwarz, noch weiſs, noch grau, Ein nie gesehn Gemisch, das nimmermehr erreicht Die Feder, nur der Pinsel mahlt's vielleicht— Pygmäen-Miſsgestalten, Taube, Stumme, Erkaufte Ungeheuer für ungeheure Summe. 89. Ihr Amt war(sie waren, ob klein von Gestalt. Doch stark, um Starkes auch oft zu vollbringen) Die Thür zu öffnen, hier gnügte ihre Gewalt, Die Angeln gingen so leicht, als Rogers die 4 Verse gelingen; Bisweilen des Bogens schnürenden Strick (Im Osten bekanntlich ein übliches Stück) Als Halsbund cinem rebellischen Bassen zu bringen, Denn Stumme gebrauchet man meist zu derglei- chen Dingen. 90. Sie sprachen durch Zeichen, das heiſfst, sie sprachen gar nicht; Zwey Alpen gleichend, machten sie ein Gesicht, Als Baba's Finger die Thür zu öffnen befohl, Juan fuhr erschrocken zur andern Seite, Als auf ihn stierten die winzigen Leute, Mit Schlangenaugen so klein und hohl. Jedwe Bal Um 1I Ihr Des Cut Wol Was aIn En VW restalt, ringen) walt, ers die k) sen zu lerglei- st, sie ht; fesicht, hl, 57 Es war, als vergifteten sie mit ihren Blicken Jedweden, auf den sie's gelüstet, sie haftend zu schicken. 91. Baba blieb stehen, eh' hinein sie traten, Um Don Juan als Freund noch Manches an- zurathen: Ihr würdet wohlthun, etwas zu beschränken „Des Mannesschrittes Majestät, „Gut wär' es! Auch— doch das vielleicht noch geht— «Wollt nicht beym Gehn so hin und wieder schwenken, «Was oft recht seltsam sieht; und könnt' es Euch gelingen, aIn Euren Blick etwas mehr Sittsamkeitzu bringen, 92. «Wär's gleichfalls gut; denn Augen haben die Stummen Wie Nadeln, kein Unterrock schützet da, ———— «Und würd' etwas geahnt von dem Vermummen— Der tiefe Bosphor, wiſst Ihr, wogt ganz nah, «Und Beyde könnten wir, eh' noch die Sonn' aufgehet, «Den Weg gen Marmora, in Säcke eingenähet, «Ziehn, ohn'’ ein Boot; ein' Art, die Leute ein-. zuschiffen, «Wozu bey uns zu Zeiten oft gegriffen.“ 93. So rathend, ging voran in ein Gemach, Noch prächt'ger als die vorigen, der Führer; In solcher Unordnung ein reich Gewirr hier lag, Dafs nichts Bestimmtes, flog darüber Das Aug', im Stand's war aufzuſassen; Hellglänzend lag hier Stück an Stück gedrängt, Gold, Flimmer, Edelstein' in Massen, Zu Haufen alles prachtvollreich gemengt. 94 Reichthum that Wunder, der Geschmack war ausgeblieben, So trifft in Prunkgemächern man's des Orients, (Ich s. Nicht Viel C Gemäl Doch In d Lag u So rec Ein V Don J. Auch! Wase Sein I Sie 59 men— Wohl auch in mancher westlicheren Residenz, nah,(Ich sah Palläste dort sechs oder sieben) Sonn' Nicht Gold, nicht Diamanten warfen etwa hier Viel Glanz, doch muſst gar viel Du übersehen. enähet, Gemälde, Statuen, Tische— schlecht genug— ate ein. zur Zier, Doch bleib' ich nicht mit Tadel dabey stehen. 95. In dieses Prachtgemaches Hintergrunde drinnen, Lag unter einem Baldachin, So recht bequem, nach Art der Königinnen, ler lag, Ein Weib. Baba blieb stehn, und winkt auf seinen Knien Don Juan, der, obgleich dem Beten nicht geneigt, drängt, Auch kniete durch Instinct, sich wundernd drüber, Was das bedeute, während Baba oftmals beugt' 3 Sein Haupt, bis das Ceremoniel vorüber. ck war 96. Sie richtet sich so lieblich in die Höhe, Drients, Wie aus den Wogen einst stieg Cytheree. 60 Die Kommenden ihr Antilopenblick begrülst, Vor dem erbleicht der Glanz der Edelsteine; Den Arm erhebend, schön, gleich Mondenscheine, Winkt Baba'n sie, der erst die Schleppe küſst Von ihrem Purpurkleid, und dann mit leisen Worten Auf Juan zeiget, der noch knieet dorten. 97. Ihr Anstand war, gleich der Figur, erhaben, So überwält'gend ihrer Schönheit Pracht, Dafs hier nur schwächten der Schildrung reichste Gaben, Drum lass' ich's lieber Deiner Schöpfungsmacht, Als daſs ich durch der Sprache dürft'ge Zeichen Entstellte Züg' und Form; blind würdest Du, Könnt'’ ich vollkommen dies ihr Bild erreichen, Doch so zum Glück strömt mir kein Ausdruck zu- 98. Nur dies erlaub' ich mir: das Alter hatte sie; Ihr gingen sechs und zwanzig Lenz' etwa vorüber. Cestal Und k So be) Wohl Von R So bli Sie Doch grüſst, teine; scheine, küfst t leisen erhaben, at, reichste smacht, Zeichen t Du, reichen, ruck zu: atte sie; orüber. 61 Gestalten aber gibt's— die Zeit berührt sie nie, Und kehrt zu Schlecht'rem ihre Sichel lieber. So bey Maria Stuart; Lieb' und Thränen können Wohl zehren! und qualvolle Leiden trennen Von Reiz wohl Reiz! doch häfslich werden Ein'ge nicht; So blieb der Lenclos stets ihr schön Gesicht. 99· Sie sprach ein Wort zu ihrer Dienerzahl, Ein Chor von zehn, zwölf Mädchen, angethan Eins wie das Andre(eben so Juan Ganz ihnen gleich durch Baba's Wahl), Ein Häuflein, traun, wie Nymphen anzusehn, Wohl konnt'’s den Chor Dianens Base nennen, Soſern dem Aufsenschein wir trauen können, Für Weitres kann ich nicht als Bürge stehn. 100. Sie machten ihren Knix und gingen fort, Doch nicht zur Thür hinaus, wo Baba und Juan 62² Hereingekommen. Leiztrer stand verwundert dort In kleiner Fern', ob dem, was seine Augen sahn In dem seltsamen Saal, wo weckte Stück für Stück Lob und Bewundrung. Beydes oder keins erregen Die Dinge, drum bin ich verlegen, Wo beym anil admirarin sey das groſse Glück. 101. Nichts zu bewundern, ist die groſse Kunst, (Wahrheit, Freund Murray, braucht nicht der Worte Gunst) Die Menschen glücklick machet, oder so erhält, (Ganz nach den Worten Creeches dargestellt). So schrieb Horaz, wir wissen's, schon vor Zeiten, Und Pope, der Uebersetzer, prägt’s uns noch- mals ein; Doch, hätt' bewundert Keiner von den Beyden, Wie konnt' Horaz begeistert, Pope ein Dichter 8 ⸗ P seyn?— 102. Als alle Jungfrau'n sich entſernet, hieſs Baba Juan sich nahn, und sich bequemen, Von le Mit eir Sich f Nichts 63 Auf's Neue knie'nde Stellung einzunehmen, Und ihr den Fufs zu küssen; als der dies Zum zweyten hörte, warf er sich empor, Und blickt' aus finstern Brau'n auf ihn hervor, Und sprach:«zum Schuh erniedrigen, wie viel Verdruſs «Mir's macht— ich kann's nicht, ziert er nicht des Papstes Fufs! 103. Baba, dem böse der unzeit'ge Stolz gethan, Macht' ernst ihm Vorwurf, den er lieſs begleiten Von leisem Droh'n(doch sprach er das zur Seiten) Mit einer Schnur— umsonst! Noch wollte nicht Juan Sich fügen, ob Mahoms Braut er vor sich hätte; Nichis gleicht doch in der Welt der Etiquette, Im Königssaale, in der Kaiserhalle, So wie beym Wettlauf, beym kleinstädt'schen Balle. 104. Wie Atlas stand er da, um seine Ohren Eine Weltvon Worten, doch nicht beugt ihn dies; 64 Das Span'sche Adelsblut, aus dem geboren Er, kocht' in ihm; eh' er herab sich lieſs, Den Stammbaum zu beflecken, mochten tausend So, Eisen Ihm tausendmal das Leben selbst entreifsen! Obwo Da Baba sah, daſs er sich nicht zum Fufs Die L verstand, Die I. So schlug er vor, er küss' ihr nur die Hand. 105. Biswei Da hatt' ein schicklicher Vergleich sich offenbart, Ein Mittelweg zu diplomat'scher Sühne, Die Wo man sich einen konnt' auf Freundesart; Hieſs Und Juan sprach, daſs er bereit erschiene, Gewöl All' wahre Höflichkeit ihr zu erzeigen; Doch Das, meint' er, sey das rechte, auch zumeist Spracl Cebrauch; Die Sitte woll's vom Mann' im ganzen Süden Und a auch, Wüns Mit Handkufs sich vor Frauen zu verbeugen. 65 ren iefs, 106 tausend So, doch nicht recht geschmeidig, naht' er aus der Ferne, fsen! Obwohl nie adlichere, schön're Hand ¹⁰) Fufs Die Lippe noch zum flücht'gen Haften fand; Die Lippe weilt auf solcher Hand wie gerne! and. Wie gern küſfst hier sie wieder und auf's Neue! Hast Du der Holden Hand berührt, So fühlst Du's; eine Fremde wohl verführt Bisweilen eine zwölfmonatlich feste Treue. h sich 107. Die Maid beäugelt'ihn vom Kopfe biszum Fufse, eart; Hiefs Baba'n gehn, der folgte nach Gebühr, ₰ ene, Gewöhnt an Rückzug nach der Thür. Doch Winke deutend während ein'ger Muſse, zumeist Sprach leis' zu Juan er, nicht ängstlich soll er beben, Süden Und als er ihn mit Lächeln angesehn, Wünscht' er mit einem Aug' ihm wohl zu leben, gen. Wie'’s nur peym Edlen strahlt, ist edle That geschehn. 173. E 66 108. Als er hinweg, trat schnell ein Wechsel ein, Ich weiſs nicht, was in ihrem Innern vorgegangen, Doch auf der heitern Stirn brach wie ein Sturm herein, Es trat das Blut in ihre holden Wangen, Wie wenn beym Sommer-Sonnen-Untergang, blutroth, Den Rand des Himmels Wolken kränzen; ein Gewühle Zeigt' ihr groſs Auge drängender Gefühle, Halb Wollust sprechend, halb Gebot. 109. Ihr Wesen hatte alle Sanftheit des Geschlechtes, In dem Gesicht des Teufels ganze Lieblichkeit, Als er dem Cherub, Even zu verführ'n, gebeut, Daſs sie verlieſs, Gott weiſs es wie, den Weg des Rechtes. Kaum war die Sonne reiner selbst von Flecken, Als sie vom Fehl, den konnt' ein Aug' entdecken, Doch Es sc Ihr 67 Doch ein Gewisses ward gewissermaſsen doch entbehrt, Es schien, als ob sie mehr befohlen, denn gewährt. 110. Ein hoch, gebiet'risch Etwas warf Wie eine Kett' um all' ihr Thun; das heifst, die Kette Schien, als ob Deinen Hals umstrickt sie hätte, Und die selbst des Entzückens reibt oft scharf, Tritt uns dabey entgegen was von Zwange; Frey sind zum mindsten unsre Seelen; ohne Frucht, Dafs ihnen man zum Trotz das Fleisch zu zwin- echtes, 1 gen sucht, keit, Der Geist folgt doch am Ende seinem Cange. gebeut, eg des 111. ecken, Ihr Lächeln selbst war stolz, obwohl gar schön, ecken, Ja selbst ihr Nicken war kein Neigen, 68 Ihr kleiner Fufs sogar liefs Eigenwillen sehn, Man 1 Als wüſst' er, welcher Stand ihm eigen, Und v Er trat, als wie auf Nacken; und vollzubereiten Des K Ihr Putzwerk(üblich so den Orient entlang), Auch Stak ihr ein Dolch im Gürtel, anzudeuten, Doche Sie sey des Sultans Braut(nicht meine, Cott Daſs. sey Dank!) G 413. Zu hören und zu thun, das war vom ersten Jahr Jua Um sie herum Gesetz; dafs man erfülle, Cefess Was nur zu Lust und Freud' ihr Einfall war, Soglei War ihrer Sclaven Wonne, wie ihr Wille. Und Von hohem Blut— die Schönheit wie aus Him- Wo's melshöb', Ward Urtheilt, ob ihre Launen jemals stille stunden? Sie b War vollends-Christin sie, wir hätten aufgefunden In ihr, so mein' ich, das perpetuum mobile. 113. Was sie nur sah und wünschte, ward gebracht, Was sie nicht sah, allein vielleicht gedacht, 69 Man könn' es sehn, gesucht ward's unverdrossen, Und wie man's fand, der Handel flugs geschlossen: Des Kaufens kam kein End' herbey, Auch, ihrer Launen wegen, nicht der Mühen; Doch so viel Anmuth hatt' auch ihre Tyranney, Daſs Alles, ihr Gesicht nur nicht, die Frau'n verziehen. 114. Juan, die jüngste ihrer Launen, hatt' ihr Auge Cefesselt, als er zog zum Einkauſsort; ersten war, Sogleich befahl den Kauf ihr strenges Wort. Ile. Und Baba, der zu äfinlichem Gebrauche, 3 Him. Woss einen Streich galt, stets ein williger Genoſs, Ward mit dem Auftrag schnell beehret. nden? Sie brauchte keine Vorsicht, er doch; dies gunden bewähret 57. Das Kleid, das Don Juan so sehr verdrofs. 1152 pracht, Ansehn und Jugend halfen der Verkleidung; cht, Und fragt ihr, wie sie, eines Sultans- Braut, 7⁰ So kühner Unternehmung sich getraut, Haideen So lass' ich Sultaninnen die Entscheidung. Drum Kaiser sind Männer nur im Aug' der Frau'n, Zurück Mystiſicierte Kön'’g' auch gibt's zu schau'n, Und 1 Wie wir mit Wahrheit zu versichern wagen, Ein'ge aus Erfahrung, Andre durch Hörensagen. Die V 116. Daſs e Jedoch, zur Sache uns zu wenden, Sie meinte, daſs das Schwier'ge nun vorbey, Und daſs sie selbst beyspiellos gütig sey, Sie Wenn sie auf ihn, der nun in ihren Händen, Ohn’ weitres einen Blick aus blauen Augen, Vergie Worin mit Hoheit Gluth verschmolzen ist, Allein Jetzt werf', und spräche sie:„Kannst lieben, So ist' Christ 5— Des V So würde sie kein zweytes Lockwort brauchen, 117. So recht gedacht, wo Zeit und Ort entspricht, Allein noch stand zu lebhaft vor Juans Gemüthe 71 Haideens Insel und ihr Griech'sches Huldgesicht; Drum rann das Blut, das ihm im Antlitz glühte, 353 Zurück zum Herzen, wild bedrängt' es das, Und lieſs die Wangen, wie Schneeglöcklein, een, blafs. saßen. Die Worte stachen durch sein Herz gleich Speeren, Daſs er nichts sagte, sondern brach in Zähren. 118. Sie war verwirrt; nicht von den Thränen, 2den, Frauen en, Vergiefsen sie, ganz wie's beliebt; t, Allein, wenn Männerwangen sie bethauen, ieben, So ist's, als ob der Anblick schlagender betrübt. Des Weibes Thräne schmilzt, des Mannes Thräne achen. senget, Wie glühend Erz, als ob dem Herzen ab- gezwänget Durch einen Stachel;— kurz zu seyn, rricht, Ihnen ist sie Erleichterung, uns Pein. müthe 7² 119. Zu trösten ihn, wüfst' sie nur wie, war sie Do gewillet; Nicht ihres Gleichen hatte sie, nichts, das bisher Juan Je sie mit Sympathie erfüllet; Purc Kein Traum, was nur entfernet wär' Der W Ein' Art von Kummer(obgleich ein flücht'ger Rief! Grolt Crad Bisweilen mocht' auf ihrer Stirn' erscheinen), Drum staunte sie, wie ihrem Aug' so nahe, wohl Und Ein andres Auge konnte weinen. Wur 120. Doch mehr als Zwang vernichtet, lehrt Natur; Hat Dich ein stark, ob fremd Gefühl durchdrungen, G So ist des Weibes Herz solch eine edle Flur Gar Für sanfte Regungen(was Volk' es auch ent- Als sprungen), Und Daſs es freywillig gielset„Oel und Wein„, Den In jeder Hinsicht Samariterinnen; Gen Gulleyaz fühlte drum(den Grund sah sie nicht ein) 80 Ein unbekanntes Nals im Auge rinnen. war sie 23 12 1,⸗ Doch Thränen, wie all' Andres, müssen enden, und Juan, der augenblicklich erst so tief betrübet, Durch den vorlauten, kühnen Mund, Der ihn gefragt, ob er geliebet? Rief Kält' in seine Augen, deren Glanz so klar Grad durch die Schwäche, die er rang zu un- terdrücken? Und ob zugänglich gleich der Schönheit Blicken, Wurmt' es ihn doch, daſs jetzt nicht frey er war. 122. Gulleyaz war zum ersten Mal' in ihrem Leben Car sehr betreten, da nie Andres zu ihr drang, Als eines Flehens, ihres Lobes Klang; Und da ihr Leben selbst sie preisgegeben, Den zu erlangen, den sie auf der Liebe Wegen Gemeint zu trautem Téte-àA-Téte zu ziehn, So hätte sie Verlust der Stunde tödten mögen, Und schier ein Viertel war dahin. 74 123. Das rechte Mafs möcht' ich, Euch zu bedenken In solchem Fall, Ihr Herr'n, vertrau'n; Ich spreche nämlich von des Südens Au'n, Bey uns pflegt man der Freyheit mehr zu schenken. G Ein kleines Zögern kann viel Schuld dort laden; Drum wiſst, die Gnade geht schon weit, Cibt zwey Minuten man Bedenkezeit, Sekunden drüber würden Eurem Ruſe schaden. 124. Gut war Juans Ruf, wäre besser noch gewesen, Gab er Haideens Bild nicht zu viel Raum; Sie konnt' er nicht vergessen(glaublich kaum) Das macht' entsetzlich plump sein ganzes Wesen. Gulleyaz, die nur ihren Schuldner in ihm sah, Weil sie ihn zum Pallast hinbringen lassen, Stand roth bis unter ihre Augen da, Ward bleich, und Röthe folgte dem Erblassen. edenken ; „ n, nehr zu t laden. t⸗ chaden. ewesen, n; kaum) Wesen. m sah, sen, lassen. 125. Drauf legte sie gebietrisch ihre Hand An sein', und blickt' ihm in die Augen, Die sonst nichterst Befehl zum Holdseyn brauchen, Und suchte Lieb', ach, wo sie keine fand. Schwarzwird die Stirn, dochschelten willsienicht, Das ist ja stolzer Frauen leizte Zuversicht; Auf stand sie— noch ein züchtiger Moment— vergangen, Sie stürzt an seine Brust, da bleibt sie hangen. 126. Hart war die Prüfung, Juan sah das ein, Doch half ihm Kummer, Zorn und Stolz im Streite, Er suchte sanft von ihrem Arm sich zu befrey'n, Und setzte die Hinschmachtende zu seiner Seite. Danm stand er auf, all' seiner Würde sich bewuſst, Und rief, indem er kalt in's Aug' ihr blicket: „Nicht paart der Adler sich, wenn ihn der Käfig drücket, „Noch fröhn' ich einer Sultansgattin Lust] 76 127. Du fragst, ob' ich kann lieben?— Laſs Beweis Dir seyn, «Wie ich geliebet hab',— nicht lieb' ich Dich aIn meiner Tracht wär' passender für mich «Ein Rocken, ein Gespinnst! Lieb’ ist ein Gut Zud on! des Frey b⸗ Dals se Der Glanz des Hauses kann nicht blind mich Wer 9 machen, «Was Deine Macht— und groſs scheint's, daſs Und le sie sey!— Viel „Man beugt sich, Deinen Thron bewachen Geacht Augen, und Hände fliegen— doch das Herz Die ih ist frey!“— Und il 128. Uns klänge diese Wahrheit ziemlich alt, Ruft Nicht also ihr, die nimmer solches hörte. Euch, Sie meinte, Lust gäb's, wo nur ihr Beſehl Wenn erschallt, Und si Für Kön'’g' und Königinnen sey die Erde. 77 Ob links, ob rechis das Herz wohl liegen möchte, Sie wuſst' es nicht; zu dieser Gröſs' erhöht Ihr' eingebornen Kinder— Legitimität, Brauchen sie über Menschen ihre Hoheitsrechtet 129. ein Gut. 7 Zudem war sie, wie schon gesagt, so schön, ad. mich Daſs selbst, wenn sie in niedrem Stand geboren, anig Wer sie erwählt, Kron' oder Unglück sich erkoren d's, daſs 3. 2 Und legte, wie vorauszusehn, Viel Werth auf jene Reize, welche selten schlecht hen 7.. Geachtet werden, wo sie eigenthümlich; as Mar- Die ihren, schien ihr's, gäben doppelt«göttlich Recht“, Und ihrer Meinung bin ich auch so ziemlich. 430. alt, Ruft Euch zurück, und geht das nicht, so malet te. Euch, die Ihr keusch in Eurer Jugend bliebt, Befehl Wenn eine feur'ge Wittwe sich in Euch verliebt, Und sie durch Eure Kälte— wenn der Hunds- le. stern strahlet, 78 Erbittert wurde, mahlt Euch, wie sie wüthend Zum 6 ward, Für F Ruft Ruch, all' was gesagt, gedichtet dieser Art, Doch Zurück, dann könnt Ihr etwa wähnen, Erreic Wie das Gesichtwar dieser auſgebrachten Schönen. Was 131. Denkt Euch— bereits habt Ihr gethan so aller Nimm Dinge— Die Lady Booby, denkt das Weib des Potiphar, Phädra'n, wie die Geschichte gibt die Schaar Von trefflichen Exempeln. Ach, daſs so geringe, Was Dichter und Erzicher drüber sagen, Zu Zu fäll'n, Europens Jugend, Dein Gehirn! Reicht Und habt zusammen Ihr, all' was Ihr wiſst, Nichts getragen, Habt Ihr kein Bild noch von Gulleyaz's wilder Als w Stirn. 132. Die Löwin, Tiegerin, beraubt der Jungen, Und d Jed' Raubthier, das berühmt durch Durst nach Blut, so aller otiphar, chaar geringe, n, irn! r wiſst, s wilder ugen, rst nach Zum Gleichniſs wie von selber aufgedrungen, Für Frauen, deren Willen man nicht thut— Doch ob mir gleich Gering'res nicht erlaubt, Erreicht's doch nur mein Bild mit halben Zügen; Was ist's, ob dort man zwey, drey Junge raubt, Nimmt ihnen man die Hoffnung, welche je zu kriegen b 133. Zu Kindern Lieb' ist allgemein Naturgebot, Reicht von der Tiegrin bis zur Ente, Nichts gibt's, was Klau' und Kralle so bewaffnen könnte, Als was Gefahr den Kleinen droht; Wer ein Hauswesen sah, der hat gesehen Wie eine Mutter liebt der Kinder stammelnd Flehen, Und diese heft'ge Wirkung zeigt(dafs kurz ich bin) Auf eine noch gewalt'gre Ursach hin. 80 134. Sagt' ich von ihren Augen, Flammen sprangen Heraus, wär's nichts, sie sprühten Feuer von selber schon; Sagt' ich, es färbten tiefer sich die Wangen, Spräch' ich doch nur dem innern Färber Hohn, Zu solcher Höh' stieg ihr empört Gefühl, Denn nie verfehlte noch ihr Wunsch sein iel. Selbst die Ihr wifst, was ein erzirntes Weib will sagen, (Bey Gott, viel!) würdet doch zu schwache Farb' auftragen. 135. Ihr Zorn blieb nur Minutenlang— sehr gut! Noch ein Moment macht's mit ihr alle. So lang er anhielt, war er Höllengluth; Nichts ist erhabner, als erhitzte Calle, Wie graſs der Anblick, läſst sich Grofses davon sagen, Wie wenn das Meer an Felsen führt den Streich; Sie sah, wie durch ihr Wesen die Zorngeister jagen, Dem schönverkörperten Orkane gleich. Ger Hieſs Doch 84 136. Gemeinen Sturm mit einer Windsbraut Flug, Hiefs Andrer Zorn mit ihrer Wuth vergleichen; Doch Prauclite sie den Mond nicht zu erreichen Wie Heiſfssporn dort im unsterblichen Buch. Ihr Aerger trat in sanftere Cleise, (Der Grund im sanften Weib, vielleicht im Alter ruht) Ihr Wunsch war nur zu«tödten, tödien“, nach Lears Weise, Drauf löscht' in Thranen sich ihr Durst nach Blut- sein Ziel. tes Weib schwache gen. 137. sehr gut! Er ras't' als Sturm, als Sturm thät er sich le. legen, th; Ging'sprachlos, sprechen konnte traun sie nicht; e, Nun noch herein die Scham des Weibes bricht, ſses davon— Sie mochte früher dies Gefühl kaum hegen, Doch jetzt natürlich schnellen Eingang fand es, n Streich; Wie Wasser dringt durch unverseh'nen Sprung; ster jagen, Sie fühlte sich erniedrigt, und Erniedrigung Ist oftmals gut für Leute ihres Standes! 173. F 138. Daſs Fleisch und Blut sie sind, läſst sie sie hören, Will gleichfalls nebenbey von Andern lebren, Daſs sie wohl Staub sind, doch nicht eben Schlamiu, Dafs Urn' und Töpſchen doch sehr nah verwandt, Ob gut, ob schlecht, geformt von Töpfershand, Wenn auch ungleich von Vaters oder Mutter Stamm! Sie lehrt— Gott weiſs allein, all' was sie lehret, Doch oft kann sie bekehren— und bekehret! 139. Juans Kopf abzuschneiden, war ihr erster Plan, Ihr zweyter— nur seinen Umgang abzuschneiden, Ihr dritter, zu fragen, wo er Erziehung hätt' empfah'n, Ihr vierter, ihm die Qualen der Reue zu bereiten, Ihr fünfter, die Zofen zu rufen, und zu Bette zu gehen, Ihr sechster, sich zu erdolchen, der siebente drauf, 83 Für Baba'n die Knute; einstweilen blieb dabey sie sie sie stehen, Daſs sie sich setzt'“, und lieſs dem Jammer freyen ehren, Lauf. t eben 140½ rwandt, Sie 2u gröfsten 8 rshand, Sie wollte sich erdolchen; zu gröſsten Schmerzen Mutter Ist gleich der Dolch zur Hand, daſs sie die Lust verliert; lehret, Nicht läfst sich mit Levant'scher Schnäürbrust cherzen hret t scherzen, Der Dolch fährt durch, wird stark der Stoſs geführt. er Plan, Sie wollte Juan morden; doch, der arme Teufel! neiden, Verdient'’s gleich seine Dummheit sonder Zweifel, ig hätt' So war sein Tod das rechte Mittel nicht vielleicht, Wie sie ihr Ziel— sein Herz— erreicht. ereiten, Bette zu 141. . Bewegt war Juan; er hatte sich schon ergeben, hiebente Gepfählt, geviertelt zu werden, um Hunden ein Mahl zu seyn, 84 Oder aufgehoben noch ausgesuchterer Pein, Er sah sich vor Löwen geworſen— als Köder am Angel beben— Und stand gefafst, voll Heldenmuth die Brust, Nicht sünd'gen wollt' er, aufser nach eigner Lust! Jedoch die hohe Vorbereitung auf das Sterben Zerbrach vor eines Weibes Thrän' in Scherben. 142. Wie Simson schwach ward vor Delilen, So wankte Juans Tugend, Goit weiſs, wie? Zuerst sann er, wie er sich geweigert hie? Dann, ob sich nicht Versöhnung lieſs' erzielen? Drauf fing er an, die Bauerntugend zu verklagen, Grad wie ein Mönch ob dem Gelübde klagt, Wie's eine Nonne reut, dafs sie den Schwur gesagt— Da pflegt ein Bruch sich meistens zuzutragen! 143. Er stammelte Entschuldigungen, Doch Worte sind nicht g'nügend hier, 85 Ob Du das Lieblichste, was Musen je gesungen, Ob borgtest eines Süfslings süfsestes Cezier, Ja all' die Tropen, womit die Castlereagh's uns heucheln; Grad' als ein schmachtend Lächeln ihm wollte schmeicheln, ben Der Friede sey im Werke— schon bebte die kerben. lüsterne Hand— Kam Baba ziemlich stürmisch gerannt:— 144. ie?«Du Schwester des Mondes, Du Braut der 92 Sonne!“* 2ielen? So rief er,«Du Erdenbeherrscherin, klagen,«Vor deren Zorn verstummen der Sphären Me- gt, lodien, schwur«Vor deren Lächeln Planeten hüpfen in Wonne! „Dein Sklav bringt Zeitung, er hofft, nicht zu gen! früh, „Werth“, dafs sich beachtend Dein Ohr drauf wendet, „Als Strahl hat die Sonne selbst mich gesendet, Zu melden, daſs eben hier auſgeht sie.* 86 145 Lang Zu n «Ist wahr,“ rief Gulleyaz,«was Du willst Da s mich bedeuten 5 War „Ach, käme sie doch erst morgen früh! Die Zoſen, heifs bilden die Milchstraſs' sie, «Fort, alter Comet, woll' die Sterne hescheiden! „Und Christ, Du mischest Dich drunter, wie's Se geht, Bis? «Und so wahr Dein Starrsinn Verzeihung er- Dem fleht—* Des Ilier erklang ein Bischen, sie zu stören, Und drauf der Ruf, dafs vor der Thür die Clei⸗ Hoheit wären. Wie 46. Voran die Zoſen; ein Reihen sonder Gleichen! Drauf Seiner Hoheit Eunuchen, schwarz und weiſs; Der Zug mocht' eine Viertelstunde reichen. Denn seine Besuche, besonders Abends, mit 3 Fleiſs, VUnd 87 Lang eh' er kam, ihr kund und offenbar Zu machen, war Seiner Hoheit art'ge Sitte; Da sie das neu'ste Weib des Kaisers war, War von den Vieren sie die Favorite. willst 147- „ wie's Seine Hoheit war ein Mann von edler Haltung, Bis zur Nase der Shawl, zu den Augen der Bart 7 8. ung er- Dem Kerker entrissen, gleich Kaiser er ward, Des Bruders Strangulirung schuf die Umge- b staltung; ür die Gleich guter Herrscher er der Art, Wie die Beschreibung sie uns aufbewahrt Von Cantemir und Knolles; wo eine groſse Leere An Fürsten ist, wie Solyman, des Stammes Ehre. 1¹¹) eichen! 148. rz und In Pracht ging zur Moschee er, flehte drin en. Mit mehr als oriental'schem Eigensinn; Lieſs alle Staatsgeschäfte dem Vezier, Und zeigte wenig Fürsten-Neubegier. Ich weiſs nicht, ob er häuslich Leid verspüret, Doch legte Ehezwist kein Vorfall dar; Vier Frau'n und tausend Mädchen wurden, unsichtbar, Still, einer Christenkön'gin gleich, regieret. 149. Und ward jemals ein klein Versehn gemacht, Vernahm man uichts vom Schuld'gen, vom Verbrechen, Kaum hörte Einen Mund man davon sprechen, Sack hatt' und See in's Gleich' es schnell ge- bracht, Und kein Geheimniſs wird von dort entrissen, Dafs Andre mehr nicht wuſsten, als die Verse wissen. Flugblätter machten zu Pasquillen nicht— Scandale, Die Sitten wurden besser— schlechter nicht die Aale. Er War Denn Von Und Zwar O0b s Die! Sie Des Das 1 Kein Die e Durc Depes 89 erspüret, 450. Er selbst sah, der Mondkörper gehöre zu den wurden, runden War auch gewiſs, die Erde müss' ein Viereck seyn; ieret. Denn fünfzig Meilen gereiset, hatt' er nie gefunden Von einer Ründung den geringsten Schein. Und seine Länder, ohne Gränzen sie? Zwar muſst' er sich bisweilen derb entrüsten Ob störr'gen Bassen, widerspenst'gen Christen— gemacht, Die kamen aber zu den sieben Thürmen nie. 1, vom 151. brechen, Sie mufsten denn Gesandte seyn, die man zur nell ge- Zeit Des Kriegs hinbrachte nach dem Völkerrechte, rissen, Das nie die Schuft' umfaſste, die zum Streit e Verse Kein Schwert je nahmem in die schmutz'ge Rechte, Die diplomat'sch', um ihres Grolles Drängen icht— Durch Streiche Luft zu machen; die ihre Lügen, genannt icht die Depeschen, fahrlos sagen, ohne drohn'den Uebel- stand, Auch nur ein Haar am Dintenbart zu sengen. 9⁰ 152. Er hatte fünfzig Töchter, nebst acht und vierzig Söhnen, Von denen all' Erwachs'ne streng verwahrt; Wie Nonnen grauten im Pallast die Schönen, Bis zur Provinz gesandt ein Bassa ward, Da frei'te die zugleich, an die die Reihe kam, Oft mit sechs Jahren; klingt das wundersam, So ist's doch wahr: es wird von jedem Bassen Dem Schwiegervater ein Geschenk dafür gelassen. 153. Die Söhne hielt der Kerker, bis zur Zeit, Wo ihnen Thron stand oder Schnur bereit, Dies oder das, doch was von beyden harrt' auf sie, Lag noch in Schicksalsnacht begraben; Die Bildung, die indessen ihnen angedieh, War fürstlich, wie Beyspiele klar bewiesen haben, So dafs der nächste Erb' zum Throne Gleich würdig stets des Stranges, wie der Krone. Ihr Mit al. Ihr B Wie 2 Das n Dem Nie w Alswe Sei Und’s Don. Doch Nein; Inden 154. Ihr viertes Weib begrüfsten Majestät Mit aller Förmlichkeit nach Dero Range; Ihr Blick ward heiter, der Schatten der Stirn ist verweht, Wie ziemt dem Weib, das eben gehauen über die Stange. he kam, Das muſs beweisen, wie heilig vor ihm sein Gelübde steht, Dem armen Gläub'ger würde sonst wohl bange. Nie wird ein Mann mit inn'germ Gruſs beglücket, dersam, Bassen gelassen. Als wenn sein Weib mit Hörnern ihn geschmücket. Zei 455. Zeit.— it 5 Seine Hoheit warf das groſse, schwarze Aug' ereit, 2. umher, P auf sie, 1;. Und sah sich um, wie stets; da bemerkte er Don Juan verkleidet unter den Zofen, ieh. 3 b Doch schien er nicht erbost drob, noch betroffen, n haben g. e: 2 Nein; höchst gemäſsigt sprach er, und voll Cnade, . Indem Gulleyaz Seufzer noch entwehn: r Krone. «Ah! eine neue Zof' erkauft!— Doch Schade, «Dafs eine schlechte Christin halb so schön!“ 156. Dies Wort, das auf die neue Dien'rin augen. blicklich All' Augen hinzog, macht' ihr angst und bang. Auch die Mitzoſen nannten sich unglücklich; O Mahom, daſs es diesem Giaur gelang, Den Blick des Herrn zu reizen, da sonst kaum Zu Einer sprachen die durchlaucht'gen Lippen! Da war ein allgemeines Trippeln, Flüstern, Tippen, Doch gab der Hofzwang keinem Kichern Raum. 157. Wohl thun die Türken, Frauen werden streng verwahrt; (Oft mind'stens gut!) denn ach, laut traur'ger Allgemeinheit Ist in den dort'gen Zonen Frauenreinheit Kein Etwas von so spröder Art, Das vor gelegentlichem Fehltritt beuget, Und unsre Sitten reiner macht als Schnee, Die Sonne, die im Jahr das Eis des Pols er- weichet, ThutanderSünd' im Cegentheil bey höchster Hök'. S0 w Nicht, Nach e Mit un Lafst d Der seK Indeſs, Auch rin augen. und bang. icklich; ing, onst kaum a Iäppen! n, Tippen, ern Raum. den streng traur'ger t heit get, hnee, s Pois er- ster Höh'. 99 So weit die Mähr, nun laſst uns etwas scklafen, Nicht, weil an Stoff es fehlt, nein, es ist Zeit, Nach dem, was läugst das epische Gesetz gebeut, Mit unserm Reim zu ankern in dem Hafen, Lafst diesen fünften Canto Lob beglücken, Der sechste bis zu dem Erhab'nen steigt. Indefs, so gut Homer oft schläft, gönnt ihr vielleicht Auch meiner Mus' ein kurzes Nicken. 94 ————V V—VM— ueün-————— Anmerkungen zum fünften Gesange. ¹1) Stanze 3. Des Meeres Strom. Dieser Homerische Ausdruck ist hart mitgenom- men worden; und in der That will er kaum zu unsern Atlantischen Vorstellungen vom Meere passen; sehr anwendbar aber ist er auf den Hel- lespont, den Bosphor und das von Inseln durch- schnittene Aegeische Meer. Ryron. 2) Ebendaselbst. Wohl reizt'’s die reizende Marie Montague. Die geistreiche Frau, Cemahlin des Lord Mon- tague, welcher Englischer Gesandter in Constan- tinopel war, ist dem Namen nach gewiſs meinen schönen Leserinnen bekannt. Auf ihren Reisen durch Briefe Vaterl Ersatz keit ir Constæ mit de schöns Ersterf besonc Vonr Ver In j Ent Sie Das Der Der Sie Hor Der Ent Ver Ich Ha, —— sange. nitgenom- kaum zu om Meere f den Hel- eIn durch- pron. 2reizende Lord Mon- 2 Constan- iſs meinen ren Reisen 95 durch Europa, Asien und Afrika schrieb sie Brieſe an die ausgezeichnetsten Personen ihres Vaterlandes, deren classische Anmuth reichen Ersatz für manche gelegentliche Unzuverlässig- keit in ihren Angaben bietet. Ihre Beschreibung Constantinopels und seiner Umgebungen beginnt mit dem 35. ihrer Briefe. Sie galt für eine der schönsten und geistreichsten Damen ihrer Zeit. Erstere Eigenschaft erwarb ihr auch eine ganz besondere Ehre. Von ihres Wissens heil'gem Durst getrieben, Verlangte sie nur einen flücht'gen Blick In jene mystischen Gemächer, wo dem Sultan Glück Entgegenwinkt von tausend Holden, Lieben. Sie wagt's, sie geht, sie sieht— ein lieblich Dunkel, Das schon am Mittag ruft dieschleyernde Nacht, Der Kerzen so zweifelhaftes Gefunkel— Der Zimmer wollustathmende Pracht. Sie zögert! Schönes Weib, nicht länger! Horch, horch, es nahen Tritte! Ha, das ist Der Sultan! Schlägt Dein Herz nicht bänger? Entronnen ist zur Flucht die Frist. Verwegene, wie wirst Du büfsen müssen! Ich bebe, sichrer Tod ist Dein Geschick!— Ha, was b Ist's möglich?— Unter Wollust⸗ küssen Gibt und empfängt sie schon der Liebe Glück. Dein Gatte hört's, nimmt Dir den kaum ge- gebnen Ring— Dafür darſst Mutterglück Du nun erlangen. Doch, wie die Stunde sonderbar, drin er empfangen, Ward auch Dein Sohn— ein Sonderling. Die Folge jenes Besuchs im Serail war näm- lich die Geburt des nachmals so berühmten Sonderlings, Eduard Worthley Montague. B. 3) Stanze 4. Maria, Mame werth mir sonder gleichen. Name seiner ersten, ja wie er selbst zu An. fang des Childe Harold versichert, seiner ein- zigen Liebe. Er sagt dort, 1 Gesang, 5 Stanze, er hätte: «Geseufzt für Alle— Eine nur geminnt, «Doch konnte er als Weib sie nie umſah'n. «Wohl ihr! Denn jeder Kuſs von solchem Mann «Hätt' ihre keusche Lippe nur befleckt etc. (Nach der trefflichen Uebersetzung meines Freun- des, des Buchhändlers Aug. Schumann.) Ich gebe schre Medv mitt! 4 DL welcl Lord Dich eine Man sichte bindi Brud. hätte lehre als Glück. aum ge- lar näm- ühmten e. B. r sonder zu An. ner ein- 5 Stanze, nt, nſah'n. solchem t etc. es Freun- n.) Ich 97 gebe hier wörtlich, was der neuste Lebensbe- schreiber Byrons, Wilhelm Müller, aus den Medwin'schen Conversations of Lord Byron uns mittheilt; s. Zeitgenossen, neue Reihe XVII. «Diese Maria war die Tochter jenes Chaworth, welcher ein Verwandter und Gränznachbar des Lord William Byron, des Grofsoheims unsres Dichters, war, und von dessen Händen in einem Duell das Leben verloren hatte. Man hat daher vermuthet, dafs Familien-Rück- sichten allein es gewesen wären, welche die Ver- bindung der Waise des Cemordeten mit dem Brudersenkel und Erben des Mörders verhindert hätten. Aber Byrons eigene Bekenntnisse be- lehren uns anders. Wir lassen diesen hier selbst als Sprecher auftreten.“* «α* Dante datirt seine Leidenschaft für Beatrice von seinem zwölften Jahre. Ich war fast eben so jung, als ich bis über die Ohren verliebt ward. Mit zwölf Jahren war ich nach Harrow gesandt worden, und brachte meine ersten Fe- rien in Newstead zu. Hier sah ich zum Ersten- male Maria C**. Sie war einige Jahre älter als ich. Aber Knaben in diesem Alter lieben oft etwas ältere Mädchen, wie sie später die jüngeren lieber haben. Unsere Güter gränzten an einander; aber in Folge des unglücklichen Duells, waren unsere Familien, wie das auob. 173. G 4 98⁸ sonst zwischen Nachbaren, die Verwandte sind, gewöhnlich der Fall ist, nie auf anderm Fuſse, als dem der gewöhnlichen Höflichkeit— kaum auf diesem. Ich brachte die Sommerferien in diesem Jahre auf den Hügeln von Malvern zu, das waren romantische Tage! Sie war das Ideal von allem Schönen, was meine jugendliche Phan- tasie erdenken konnte. Alle meine Fabeln von der himmlischen Natur der Weiber hab' ich aus der Vollkommenheit genommen;, zu der meine Einbildungskraft sich erhoben hatte;— ich sagte: erhoben; denn ich fand in ihr, wie in den Uebrigen ihres Geschlechts, keinesweges einen Engel. Von meinem Ausfluge nach Cheltenham kehrte ich heftiger verliebt, als jemals, nach Harrow zurück, und brachte die nächsten Feyer- tage wieder in Newstead zu. Nun fing ich an mir einzubilden, ich sey ein Mann, und lieſs mich ernstlich in eine Liebschaft ein. Wir hat- len heimliche Zusammenkünfte. Meine Briefe an sie gingen durch die Hände einer Vertrauten. Eine Thüre, die aus einer Besitzung in die an- dere führte, war der Ort, wo wir uns sahen, aber die Cluth war nur auf meiner Seite; ich war ernst, sie flatterhaft. Sie war mir gut, wie einem jüngern Bruder, und behan- delte mich, und lachte mich aus, wie einen dte sind, m Fufse, — kaum ferien in vern zu, das Ideal che Phan- beln von hab' ich zu der natte;— ihr, wie inesweges eltenham Is, nach en Feyer- ig ich an und lieſs Wir hat- ne Brieſe ertrauten. in die an- ns sahen, heite; ich nir gut, ad behan- vie einen 90 Knaben. Doch gab sie mir ihr Bildnifs, und das war etwas, um Verse darauf zu machen. ˙ Während der letzten Jahre, die ich in Harrow zubrachte, waren alle meine Gedanken mit dieser Liebesgeschichte beschäftigt. Hätte ich Miſs C** geheirathet, mein ganzer Lebens. lauf wäre vielleicht anders geworden. Sie hatte mich zum besten gehabt, aber ihre Heirath machte sie nicht glücklich. Endlich ward sie von ihrem Gatten getrennt, und schlug mir eine Zusammenkunft vor, aber nach dem Raihe meiner Schwester lehnte ich sie ab. Ich begegnete ihr nach meiner Rückkehr aus Grie- chenland, aber Stolz hat über meine Liebe ge- siegt, und dennoch sah ich sie nicht mit völli- ger Gleichgültigkeit. ˙ʃ Damit ein Mann ein Dichter werde,— da- von zeugen Petrarka und Dante— muſs er ver- liebt oder elend seyn., lch war Beydes, als ich meine Jugendgedichte: hours ofldleneſs, schrieb; einige dieser Gedichte sind trotz dem, was die Kritiker sagen, so gut, als was ich sonst je ge- schrieben habe. «˙* Einige Jahre nach der Begebenheit, die so groſsen Einflufs auf das Schicksal meines Lebens hatte, suchte ich die Erinnerung an meine Ge- liebte in der verderblichen Zerstreuung zu er- tränken— aber das Cift war im Becher.“* 100 Der Uebersetzer hat deshalb diese ganze Mit- theilung hier aufgenommen, damit er über das so erhaben-schauerliche Gedicht Byrons, der Traum, welches dem ersten Bändchen des Don Juan angefügt ist, das nöthige Licht verbreitete. Besonders werden die gesperrt gedruckten Stellen hier gute Dienste leisten. Uebrigens trauen wir der Bescheidenheit Wilhelm Mällers zu, dafſs er nicht meine, über diese geheimniſsvollen An- spielungen Byrons auf seine erste Jugendliebe die erste Auskunft uns gegeben zu haben; vor ihm that es schon der für die Englische Literatur so hoch begeisterte Jakobsen in seinen bekannten Briefen etc. p. 608, 609 f. Anmerk., des Uebersetzers. 4) Stanze 5. Vom Riesengrab etc. Das«Riesengrab“ ist eine Höhe am Adriati- schen Ufer des Bosphorus, wohin Sonntags viel Parthien gemacht werden, Harrow und Highgate ähnlich. B. 5) Stanze 33. Ich lief hinaus in gröſster Jœhnelligkeit. Die hier erwähnte Mordthat geschah am 8. December 1820 in den Straſsen von R—, keine hundert Schritte vom Wohnorte des Verſassers. Gläs reize Gläs schw Ich Scho man lust drau als v 8) nze Mit- über das ns, der des Don breitete. n Stellen nuen wir u, daſs llen An- liebe die vor ihm ratur so annten Highgate B. gröſster 101 Alle begleitenden Umstände waren, wie hier beschrieben. B. 6) Fiel von fünf Kugeln er aus rost'gem Schaft. Ganz nahe bey ihm fand man einen alten, halb abgesägten Flintenlauf, der eben abge- schossen und noch warm war. B. 7) Stanze 53. Und Andere durch Rum die Eſslust reizten. Nichts ist unter Türken üblicher, als einige Gläser Liqueur zu trinken, um die Eſslust zu reizen. Ich habe sie vor Tische bis zu sechs Gläser Raki zu sich nehmen sehen, und sie schwuren, sie könnten dann recht tüchtig essen. Ich machte es nach, mir ging's aber wie dem Schottländer, der gehört hatte, daſs Vögel, die man dort Kittiewiaks heifst, besonders die Eis- lust reizten, und sechs Stück davon verzehrte— drauf aber klagte:«er wäre nicht hungriger, als vorher.» H. 8) Stanze 55. Nur eines, wo im Falle Ein Marmorbrunnen plätschert. Eine sehr gewöhnliche Vorrichtung. Ich er- innere mich, dafs mich Ali Pascha in einem 102 Zimmer empfing, worin sich ein Marmorbecken und ein Marmorbrunnen befand, u. s. w. 9) Stanze 87. In allen Zügen. Eine ministerielle Redensart: die Züge, worum sich die Frage dreht». Siehe die«Fudge- familie“, oder höre Castlereagh sprechen. 10) Stanze 106. Obwohl nie adlichere, schön're Hand. Vielleicht deutet nichts so sprechend hohe Geburt an, als die Hand. Sie ist vielleicht die einzige Eigenthümlichkeit des Blutes, welche vorzugsweise in dem adlichen Geschlechte liegt. B. 11) Stanze 147. Wie Solyman, des Stammes Ehre. Vielleicht verdient es bemerkt zu werden, daſs Bakon in seinem Essay on Empire angibt, Soly- man wäre der Leizte seines Stammes gewesen— auf welche Auctorität er sich dabey stützet, kann ich nicht sagen. Das sind seine Worte:«Mu- stapha's Sturz war dem Stamme Solymans so nachtheilig, dafs die Folge der Türken von Soly- man an bis zum heutigen Tage für unächt und rbecken . B. Züge, Fudge- n. B. schön're nd hohe eicht die welche te liegt. 5. Itammes len, daſs bt, Soly- wesen— Let, kann te:«Mu- mans so von Soly- ächt und 103 von falschem Geblüte gilt. Denn Solymus der Zweyte galt für ein untergeschobenes Kind.“ Doch ist Bakon in Benutzung seiner geschicht- lichen Quellen bisweilen unkritisch. Aus seinen Apophthegmen allein könnt' ich ein halb Dutzend Beyspiele anſführen. Da ich einmal im Zuge des Kritisirens bin, so will ich, nachdem ich Bakon Einiges abgegeben habe, zu ein Paar Kleinigkeiten fortgehen, die mir in der, von dem mit Recht berühmten Campbell veranstalteten Ausgabe der Englischen Dichter, aufgestoſsen sind. Ich thue es aber in der besten Meinung, und hoſfe, dafs es auch so aufgenommen werde. Denn könnte etwas meine Verehrung für die Talente und das richtige Ge- fühl dieses Mannes steigern, so würde es seine classische, brave, triumphirende Vertheidigung Pope's seyn gegen das gemeine Geschrey des Tages. Die kleinen Nachlässigkeiten, worauf ich an- spiele, sind: Erstlich, wenn er von Anstey spricht, und ihn beschuldigt, er habe seine Hauptcharactere aus Smollett genommen. Anstey's Badegesell- schafter erschien 1766. Smollett's Humphry Clinker(das einzige Werk Smollett's, woraus Tabitha u. s. w. möglicher Weise entnommen seyn könnte), wurde während Smollett's letz- W tem Aufenthalt in Livorno, 1770, geschrieben. ter c «Argals. Wenn hier von cinem Entlehnen die wenn Rede seyn kann, so muſs Anstey der Gläubiger, nehn nieht aber der Schuldner seyn; ich verweise alles Hrn. Campbell auf seine eigenen Angaben in den frem Lebensbeschreibungen Smollett's und Anstey's. der Zweytens, sagt Herr Campbell in Cowper's sehr Leben(Anmerkung zu p. 358, Band 7), er wisse den nicht, auf wen Cowper in den Versen anspiele. der! Nicht der, der Tausenden Gifttränke brachte, S0 Cott' eine Kirche baute, doch sein Wort ver- 1103 lachte. 2V kann Der Calvinist meinte Voltairen, und die Kirche gerac von Ferney mit der Inschrift: Heo eregie rühn Foltaire“. Drittens, in Burn's Leben citirt Hr. C. Shak- speare also: To gild refined gold, to paint the rose, zu h Or add fresh perfume to the violet. Diese Abänderung verschönt das Original keines- weges, welches so lautet: To gild refined gold, to paint the lily, To throw a penfume on the violet etc. König Johann. s leiz- rrieben. nen die lubiger, verweise in den stey's. owper's er wisse nspiele. brachte, Fort ver- Kirche o erexit C. Shak- vose, al keines- lil-, iolet etc. hann. 105 Wenn ein groſser Dichter einen andern Dich- ter citirt, so mufſs er genau seyn, eben so, wenn er einen andern Parnafsbruder des Ent- nehmens beschuldigt. Ein Dichter darf eher alles— Celd ausgenommen— borgen, als fremde Gedanken, er kann darauf rechnen, daſs der wahre Eigenthümer sie zurückfordert. Aber schr hart ist's, wenn man der Darleiher ist, für den Schuldner ausgegeben zu werden, wie es der Fall mit Anstey gegen Smollett ist. So gut unter Dieben Ehrlichkeit» herrscht, möge doch auch unter den Dichtern welche seyn, die einem Jeden das Seine gibt. Niemand kaun leichter diesen Vorschlag eingehen, als gerade Herr Campbell, der bey seiner so be- rühmten Originalität und seinem unerschütter- lichen Dichteransehn der einzige Dichter der Zeit ist(Rogers ausgenommen), dem man den Vorwurf machen kann(und bey ihm ist es in der That ein Vorwurf), zu wenig geschrieben zu haben. Byron. Sechster Gesang. 109 ——————————— ℳ—V——b ᷣ⸗⸗⸗—⸗-—-—V——ᷣ— Don Juan. — Sechster Gesang. 1. 3 Ein Strömen gibt es in den Menschendingen, Das, wenn die Fluth man trifft“— et cetera. Vielleicht durft' uns Erfahrung hier gelingen, Wir glauben's mindstens, ob vielleicht erst da Wir nutzen wollten, wo's bereits zu spät. Traun, Alles muſs zum Besten doch gereichen, Wovon der Ausgang stets das wahrste Zeichen, Oft wird es Besser, wenn's am schlimmsten steht. 2. «Ein Strömen gibt es in den Frauendingen, „Das, wenn die Fluth man trifft, führt»— ach, . worauf P Weit muſs der Schiffer in der Kunst es bringen, Der bis auf's Haar hinzeichnet seinen Lauf. Mit seinen Strudeln hält und seinen Ringen Der ganze Wahnwitz Jakob Böhms uicht Schritt; Der Mann denkt nach mit seinem Kopf den Dingen, Das Weib mit seinem Herzen, oder sonst womit. 3. Doch würd' ein Weib, halsstarrig, wild, voll Troilz und Hohn, Wenn jung, schön, kühn dabey, daſs einen Thron, Die Welt, das All sie könnte wagen, Um recht nach Wunsch geliebt zu seyn— die Sterne jagen Hinweg vom Himmel möchte eher, Als frey nicht seyn, wie Wogen, die der Sturm- wind treibt, Ist's g Doch Oft Gestür Wir e Vergel Daſs v Komn Das fi Schne Als War Da sin Ich wo lingen, — ach, bringen, auf. Ringen Schritt; opf den t womit. er Sturm- 111 Ist's gleich ein Teufel(wenn je solch ein Weib es gibt)— Doch würd' es Manchen machen zu'nem Ma- 4 nichäer. ¹) 4. Oft werden durch gemeinsten Ehrgeiz Thro- nen, Welten Gestürzt, daſs, stürzt sie Leidenschaft dahin, Wir es vergessen, oder doch nicht selten Vergeben dem verliebten Brausesinn. Daſs von Antonius man spricht noch heutzu Tage, Kommt nicht von seiner Heldenthaten Ruhm; Das für Cleopatra verlor'ne Actium Schnellt hoch die Siege Cäsars auf der Waage. 5. Als Fünfz'ger ward für eine Vierz'gerin er Leiche; War fünf und zwanzig doch der Jahre Zahl! Da sind ja Welten Spiel und Königreiche! Ich weiſs, hatt' ich gleich unter Landen nicht die Wahl, 1 12 So gab ich doch, um meinen Hof zu zahlen, All', was ich hatt',— ein Herz, wie dazumalen Die Welt war, gab ich Weltenwerth, denn nimmer Ersetzen Welten Gluthgefühle— die hin auf immer! 6. Es war des Knaben Scherflein", und gewogen mag, Wie das der«Wittw'» es werden— wo nicht jetzt— hernach! Doch ob Gewicht dem bleibt— ob keins ihm bliebe, Wer liebt, wer hat geliebt, gewiſs, er spricht: Nichts Höh'res hat die Welt! Man sagt, Cott ist die Liebe, Und Lieb' ist, war ein Cott, eh' noch das Angesicht Der Erde runzlich ward von Noth und Sünden, Zur Zeit— Chronologie wird schon die Jahrzahl finden. Wi In eine Der le Bringt Sultan Dem v Dem 8 Daſs er Ich; Bekenn Doch¹ So mu Ihr Gei Nicht; Er war Auf für 3 173. zahlen, 7. azumalen Wir liefsen unsern Helden und sein drittes h, denn Traut In einem läst'gen mehr als seltenen Betreibe; Der leidigen Versuch'rin, dem verliebten Weibe, Bringt Mancher ja zum Opfer seine Haut. Sultanen doch macht höchlichst dies Vergehn Verdrufs; Dem weisen Römer Cato, dem wortkargen, lgewogen Dem sto'schen Helden wollen sie's verargen, Dals er sein Weib geliehn dem Freund Hortensius. hin auf 8. eins ihm Ich weiſs, grofs war Gulleyaz's Schuldvergehn; Bekennen muſs ich's, strafen und beklagen; spricht: Doch selbst im Lied kann ich nicht Lug ersehn, lagt, Cott So muſs gezwungen ich die Wahrheit sagen. „ Ihr Geist war schwach, stark ihre Gluth— sie noch das dachte Nicht g'nüglich ihres Gatten Herz, ob's ihr' auch Sünden, wär'; Jahrzahl Er war ein Neunundfünfz'ger, der Auf fünfzehnhundert seine Holden brachte. 173. H 114 Zwar weiſs im Rechnen ich, wie Cassio, nicht Bescheid, Doch setz' ich mir durch Bucheshülf' in’s Klare, Dafs, zieht die Summe Weiberg'nauigkeit, Und schlägt zum Facit Seiner Hoheit Jahre, Die Fürstinsündigt' ob des Leerausgehens Schmerz; Denn wollte Allen gleich der Sultan zollen, So konnte sie den fünfzehnhunderten Theil nur wollen Von dem, was Monopol seyn soll— das Herz. 10. Streitsüchtig sind die Frau'n, wie man erkannt, Gilt es beym Mein und Dein die Rechtsansprüche, Selbst, wenn der Frömmigkeit sie zugewandt, Die auf die Sünde dann häuft Doppelflüche. Sie hetzen mit Verfolgung uns und Klagen, (Wie Tribunale zeigen an den Sitzungstagen) Wenn sie auf einen Theilungsact Verdacht, Wo das Gesetz sie zur allein'gen Erbin macht. Ist S0 w Die! Sie 1 Und Wen Und Ist E 115 11. d, nicht Ist dies nun Rechtens in dem Christenland, So wollen Heiden auch, nur nicht durch Laufen s Klare, und Rennen, geit, Die Dinge bisweilen betreiben auf hohe Hand, ahre, Sie nehmen, was Herrscher imposante Stellung chmerz; nennen, en, Und machen geltend die eh'lichen Rechte, heil nur Wenn der Gemahl mit Undank sie lohnen möchte; Und da vier Frau'n natürlich vierfach Recht s Herz. und Fug, Ist Eifersucht vom Tiger bis zur Thems' im Zug. 12 erkannt, Culleyaz war die Viert', und wie gesagt, sprüche, Die Meistgeliebte, doch was ist bey Vieren Liebe? wandt, O daſs Vielweiberey verrufen bliebe! üche. Man sündigt nicht nur, auch ist man geplagt. agen, Der Weise, der Ein Weib zum Eigenthum, stagen) Kaum daſs er Weisheit g'nug, wenn vier er hätte; lacht, Und Alle, nur die Moslim nicht, verbieten drum, macht. Dafs sey das Ehebett' ein Waarenbette. 116 13. Seine Hoheit, der Menschen Allerhabenster— Genannt so nach dem Sprachgebrauch von Dienern Jedwedes Fürsten, bis anheimgefallen er Den Würmern, den gefräfs'gen Jakobinern, Die an den gröſsten Kön'gen schon die Zähne übten— Das Herz von Culleyazens Reiz geschwellt, Erwartet Hoheit das Willkommen der Geliebten, Ein Hofwillkommen in der ganzen Welt! 14. Hier ist zu unterscheiden! Denn ob immerſfort Umarmung, Schmeicheln, Kuſs, nebst all' den Dingen Wie wahr aussehn, so wollen sie doch hier und dort, So leicht, wie einen Hut man aufsetzt, nicht gelingen, (Vielmehr'ne Haube, das ist Weibertracht) Kopf wird und Herz zu zieren ja gerungen, Allein Kopſputz so wenig Theil vom Kopfe macht, Als von dem Herzen ihre Liebkosungen! önster— Dienern 4 nern, e Zähne llt, liebten, lt! amerfort all' den hier und , nicht acht) ngen, macht, 1 117 15. Ein leis Erröthen, Zittern, eine milde Art Von weiblichem Entzücken, ausgedrücket Im Augenliede mehr als Aug'; das an sich schicket, Eh zu verbergen, was gefällt unoffenbart— Das sind der Sittsamkeit die schönsten Zeichen schon Von Liebe, sitzet sie auf liebenswerthstem Thron, In edler Frauenbrust— denn überwarm Und überkalt macht allen Zauber arm. 16. Denn überwarm ist niedrig, wo's nur Schein, Wo wahr, läſst es für seine Dauer bangen; Denn Niemand, glaub' ich,(jung müſst' er noch seyn) Wird bauen auf das Gluthverlangen Mit seiner dürftigen Gewähr, Das sich vom ersten Käufer läſst erhalten Um niedern Preis—Sindem die überkalten Im Gegentheil uns albern dünken sehr. Wir müssen ihren rohen Geschmack ver- dammen, Das v Denn alle Freyer geben dem die Schuld, Ist ül Die gern gestehen hörten gleiche Flammen, Bey i Und gern empfingen schwärmerische Huld, Des N Wär' auch das Weib des heil'gen Franz ihr Traut; Sie, Der in der Zell' aus Schnee ein Liebchen sich Noch. erbaut. Kurz, das Gerathenste bey Lieb' ist Der I Horazens: medio tu tutissimus ibis. 18. Das tu ist überley, doch bleibt's; der Vers S0 Verlangt's, das heifst mein Verseszwang, Ein Und nicht der Bau des Römischen Hexameters; 0b Allein trotz dem hat weder Maſs noch Klang Getã Die letzte Zeile— sie kann nicht schlechter Wie flieſsen, Nur Und steht nur, die Octave so zu schliefsen, Des Die Prosodie wird nie als gut sie schätzen, Dafür die Wahrheit, wollt nur übersetzen. Glei ck ver- nen, l, r Traut; en sich 119 19. Ob in der Rolle sich Gulleyaz übernahm, Das weiſs ich nicht, es ging; und das Gelingen Ist überall viel werth, so auch bey Frauenkram, Bey ihrem Herzen und bey sonst'gen Dingen. Des Mannes Selbstsucht doch wirft alle Weiberlist, Sie, wir und Alle lügen, und— wir lieben! Noch keine Tugend hat— wenn's nicht der Hunger ist— Der Laster Schlimmstes— Fortpflanzung— ver- trieben. 20. So mag das hohe Paar der Ruhe pflegen, Ein Betu' ist ja kein Thron, drum schlaf' es ein, Ob Lust der Traum ihm bring', ob Pein entgegen; Getäuschte Lust ist oft gleich tiefe Pein, Wie je des Menschen Siaubgebäu kann hegen; Nur selten zwingt der Schmerz die Thrän' herein, Des Tags armselig Tröpfeln ist's, das unsre Seelen, Cleich einem Stein' aushöhlt durch böses Quälen. 21. Ein böses Weib, ein trotz'gerSohn, ein Wechsel, Den man verworfen, oder doch gelöset mit Zu viel Procent— ein schwang'res Kind, ein krankes Dächsel, Ein Lieblingspferd, lahm, wo's bestellt zum Ritt; Ein schlechtes Mühmchen, das durch Testament Um die verhoffte Summe Dich brachte— Nur selten sah ich, ob das Lumperey man nennt, Den Mann, dem das den Kopf nicht wirb'lig machte. 22. Ich bin ein Philosoph: hinweg die Dinge alle, Weg Pferde, Wechsel, Männer und— nein, Weiber nicht! Luft macht ein tücht'ger Kernfluch meiner Galle, Was dann mein Stoicismus weiter spricht, Enthält kein Sylbchen, drob sieschmollen können, All' meinen Geist verwandt' ich in Gemüth, Obgleich was Geist, Gemüth ist, und woher entsprüht, Mehr ist, als ich vermag zu nennen. Gul Von il Wenn Verlar Des M Durcl Sie we Stets h fechsel, ait ad, ein B m Ritt; stament nennt, wirb'lig ge alle, — nein, r Galle, ht, önnen, th, woher 24. Gulleyaz und ihr Catte schliefen, mind'stens das Eine Von ihnen; jammervolle Nacht, Wenn ſalsche Frau'n, auf ihren Buhlen bedacht, Verlangend liegen nach dem ersten Scheine Des Morgens, und umsonst nach seinem Grau'n Durch das pechfinstre Gitterfenster schau'n! sie werſen sich herum, sie schlummern, wachen, Stets bang', den zu pflichttreuen Mann nicht rege — zu machen. 25. Der Art tritt unter'm Himmelszelt entgegen, Und unter’'m Himmel eines Bettes auch, 122 Das seiden ist, vierpfostig, wie es im Gebrauch Für Reich' und ihre Bräut’, ihr Haupt darauf zu Desa legen, Mit Ueberzügen, wie«getriebner Schnce so Kehrt' weiſs“, Nach Dichterausdruck.— Jeder wagt im Eke- Ein Ha gleis! Er's tr Gulleyaz war Monarchin, wär' gleich schlecht gewesen Hat vie Vielleicht, wenn sie ein Bauer zum Weib zin z8t: erlesen.— O häut Daſs Al 26. 4 Don Juan hatt' in seinem Weiberkleide, 0 gl So wie der Dienerinnen lange Schaar Und K Sich jetzt verbeugt vor'm kaiserlichen Paar, Du All Und nach erhalt'nem üblichem Bescheide In die Gemächer sich begeben, jene langen Vom Seraglio Säle, wo die Ruhe ruft Und 2 Der Frauen zartem Leib, wo tausend Herzen Darum verlangen Don J. Nach Liebe, wie der Vogel im Käſig nach Luft. ebrauch arauf zu hnce so im Ehe- schlecht n Weib eide, Paar, de angen 1 Herzen ach Luft. 123 27. Des Wüth'richs Wunsch(weil das Geschlecht ich liebe) Kehrt' ich gern um: daſs doch die Menschheit möcht' Ein Haupt nur haben, dafs mit Einem Hiebe Er's trennte. Mein Wunsch ist gleich weit, doch wen'ger schlecht, Hat vielmehr Zärtlichkeit, als Grausamkeit; Er ist:(nicht mehr, in meiner Jugendzeit) O hätten alle Frau'n nur Einen Rosenmund, Daſs All' auf eins ich küfst' auf weitem Erdenrund. 28. O glücklicher Briareus, Du mit Deinen Händen Und Köpfen, wenn in dem Maſs und Verein Du Alles vielfach hattest!— Doch seh' ich die Muse sich wenden Vom Riesengedanken, Titanenbraut zu seyn, Und zu dem Land der Patagonen zu gehn. Darum zurück nach Lilliput, wir führen Don Juan durch der Liebe Zauberthüren, An deren Schwell wir, wen'ges oben, ihn gesehn. Fort ging er mit den holden Mädchenschaaren, Ich v Nach dem Signal, gemischt in ihre Reih'n, Auchn Und, wie auch unter denklichen Gefahren, Man pf Wollt's ihm doch, so verstohlen, ganz unmög- Gleich lich seyn, So laute (Obgleich die Folgen dieser Wagniſs schwerer Zu weh drücken, War ih Als selbst der gröfste Schaden, den in England Frau'n, man, Dem fromme", leicht mit Geldbuſs' abgethan) Nicht lüstern hinzusehn nach Brust und Rücken. 30. Doch dacht' er der Verkleidung stets; entlang Den Gallerien ging, durch der Zimmer Mitte, Als Sei Der jungferngleiche, allerliebste Drang, Durch Zur Seit' Eunuchen, voran, mit ernstem Schritte, Ein kl. Ein Weib, das Auſsicht führte über sie, Dafs ohne ihren Willen nie Die An Ein Wort, ein Regen in dem Frauenzug entstand, Erhielt Die Jungfernmutter wurde sie genannt. Wo al chaaren, eih'n, aren, unmög- schwerer England bgethan) Rücken. ; entlang er Mitte, 3, Schritte, ie, entstand, 31. Ich weiſs nicht, ob sie Mutter war, Auch nicht ob Jungfern, die sie Mutter hiefsen, Man pflegte mit dem Titel dort sie zu begrüfsen, Gleich gut, wie jeder andre, offenbar; So lautet Cantemir's, de Tott's Bericht. Zu wehren allen Ausschweifungen, War ihr Beruf, von hundert jungen Frau'n, und bey Fehlen sie zu mahnen an die Pflicht. 32. Gar stille Sinecure, zu verwalten Wie leicht, wo nie erschien ein Mann, Als Seine Hoheit, die durch Hülfe dieser Alten, Durch Wachen, Riegel, Mauern, dann und wann Ein kleines Beyspiel, um mit Schrecken zu begaben Die Andern— glücklich diesen Aufenthalt Erhielt, wie ein Ital'sches Kloster, kalt, Wo alle Triebe nur Einen Ausweg haben. 126 33. «Der ist P“— Die Andacht! O der Frage! Wie kamst Du draufb— Doch zur Geschichte fort. Die liebe Schaar von Frau'n aus jedem Ort, Zu Willen Einem lieben Mann, ging, wie ich sage, Mit höchst sittsamem Schritt und ganz gemach, Wie Wasserlilien schwimmen auf dem Bach, (Vielmehr, der Bach rinnt nicht gemach, dem Teich) Recht melancholisch und recht jungferngleich. 3 4. Auf ihren Zimmern angelanget, fingen Wie Vögel, Knaben, Bedlamiten, wie Zur Springfluth Wogen, wie von läst'gem Zwingen Befrey'te Frau'n,— das Zwingen hilft ja nie!— Wie ein Irländer auf dem Markte, sie An— ohne Aufsicht, zwischen ihnen und dem Dingen Gleich Zu sin Nati Ihr H Man n Man s Ihr Al Doch Die ä Noch 127 Gleichsam getroffen ein Vergleich— zu schwätzen, Zu singen, tanzen, sich umherzuhetzen. 35. Ort, Natürlich traf die Rede meist den neuen Gast, wie ich Ihr Haar, den Wuchs, die Mien' und solche Dinge. gemach, Man meint', ihr Anzug hab' ihr nicht gepafst, 1 Bach, Man stutzte, dafs die Ohren ohne Ringe; h, dem Ihr Alter schätzte man für Sommernähe, Doch Andre lieſsen ihm noch Frühlingszeit, rngleich. Die äuſserten, sie gliche einem Mann an Höhe, Noch Andre wünschten sie dazu in Wirklichkeit. en 36. b Doch Keines zweifelte, dafs, was die Kleider läst'gem zeigen, Sie wirklich sey, ein holdes Kind, a nie!— Recht schön, wie nur die Auserwählten sind, Der herrlichsten Georg'rin zu vergleichen. und dem Man staunte, wie Gulleyaz nur gedacht, Die Dienerschaft mit einem Wesen zu vermehren, 128 Das, wenn der Braut Seine Hoheit überdrüssig Sie fü wären, Gleicl Mit ihr leicht theilte— aufser Anderm— Thron Wie und Maeht. Du w 37. Doch, was mir auffällt in der Weiberschaar: So Ob jene schön genug, um einzuschrecken, Geläl So fanden, als die erste Schau vorüber war, Deral Sie Alle doch, so wenig, ja noch wen'ger Flecken Gana Im Wesen, das neu ihnen zugesellt, Wär⸗ Als überhaupt beym schönen Geschlecht im Di ie e Gebrauche, Der i 3.. er Wenn es, mit Heiden- oder Christen Auge, Viel Im fremden Gesicht erkennt: Das gröfste Scheusal der Welt. 38. Und demnach hatten sie, wie Alle, Auch ihre Eifersüchteley’n, doch in denr Falle, Gesti Ob das geschieht durch Sympathie, Katir Ohn’ unser Wissen, ohne Zustimmung, Nur 129 drüssig Sie fühlten All', ob die Verkleidung sie Gleich nicht erkannt, ein' Art von Ankettung, Thron Wie Magnetismus, Teufelismus, oder was Du willst, nicht Stoff zum Streiten gebe das! 39. ehaar: So viel ist sicher, Alle fühlten für die neue en 7 4 2 Gefährtin etwas Neues— was da gleicht 8 ar, 4 Der Freundschaft, einer inn'gen Seelentreue, PFlecken Ganz rein, daſs Aller Herzen das Begehr entsteigt: Wã Die einen Bruder wünschten, ganz wie diese, .»'s meine Schwester! Nur ein Paar, cht im Der ihnen, wären sie im heim'schen Paradiese, Luge⸗ Viel werther wär' als Groſsherr und der Bassen Scheusal Schaar 40. Die nun zumeist für Freundschaftstreue Falle, Gestimmet, ihrer waren drey: Lolah, Katinka und Dudu; da ich Beschreibung scheue, Nur das: schön sie, wie je man Schönheit sah, 173. I 130 Die Kund' ist mir aus sich'rem Quell gekommen; Ob auch verschieden durch Statur, durch Stand, Deſs Durch Alter, Körperbau, Clima und Land, Auf Doch Alle für den Gast gleich eingenommen. Die Sie k Docl 4 ¼. Wo Lolah, gleich ihrem Indien, braun und warm; Katinka(aus Georgien) weiſs und roth, mit blauen Und groſsen Augen, feiner Hand und Arm, Sie Und einem Füfschen, dem kaum das Treten zu- War zutrauen, Ihr A Es glitt nur dahin; indem die Gestalt der Dudu Schu Sich eignete— so mehr für's Bette, Man Sehr voll sie, etwas lässig, schmachtend dazu, Doch schön, dafs sie den Kopf verrückt Dir hätte. 42. Dudu, gleich Cytheren, die schläft im blu- migen Crase, Doch ganz geeignet, bey Jedem zu«morden den Schlaf', 2) dazu, hätte. m blu- en den blauen 131 Deſs Blick auf ihre blühenden Wangen traf, Auf die Attische Stirn, die Phidiasnase! Die Form war etwas eckig, das ist wahr, Sie konnte schmächt'gerseyn, ohn' ihren Schaden; Doch schwer blieb Dir der Ausspruch immerdar, Wo nehmen, ohn' an Reizen zu entrathen. 43. Sie war nicht leidenschaftlich, doch Dein Herz Ward, wie von Maitagsanbruch, sanft getroffen; Ihr Auge war nicht glüh, doch, halb nur offen, Schuf dem es, der hineinsah, süfsen Schmerz. Man glaubte(neu ist der Vergleich) sie sey so eben Aus Marmor ſertig; Pygmalions Statue, wach, Doch so, dafs Mensch und Marmor noch im Streite lag, Und schüchtern nur hinüberstrebt' in's Leben. 44.. Lolah fragt' itzt die Fremde, wie ihr Name? „Juanna.“—„Ein hübscher Name, fürwahr!» 132 Katinka fragt', aus welchem Land sie stamme? Aus Spanien!"— Wo ist das?o—«Frag' nicht so sonderbar, Und schäm' Dich, Deine Georg'sche Dummheit zu zeigen!“ Verwies Lolah zu heftig schier Die arme Katinka;«Spanien gehört zu den In- selreichen Bey Tunis, zwischen Egypten und Algier.“ 45. Dudu sprach nichts, sie setzte sich zur Seite Juannens, und spielte mit Schleyer und Locken- haar, Und seufzte, stets auf ihr die Augen beyde, Wie trauernd, daſs an diesem Ort sie war, Die holde Fremde, ohne Rath und Freund, Und ob dem allgemeinen Aufruhr wohl verlegen, Der überall dem Cast, recht wohlgemeint, Mit Glossen über Mien' und Aussehn tritt ent- gegen. me 5 nicht mheit 133 46 Hier unterbrach die Alt' ihr lautes Regen, Und rief: Nun, es ist Zeit; fort, fort zur Rast! Doch Deinethalben bin ich recht verlegen,“ Sprach zu Juannen sie, dem neuen Gast; aIch hörte nichts von Deiner Ankunft sagen, „Besetzt sind alle Betten; nun, das Beste ist, «Du legst Dich mit zu mir, und früh mit erstem Tagen, „Sorg' ich für Dich, dafs Du zufrieden bist." 47 Lolah fiel ihr in's Wort:«Mama, Ihr wilst, Ihr schlafet so nicht gut, ich kann's nicht sehen, „Dafs Jemand Störer Eures Schlummers ist, „Lafst mir Juannen! Trefflich wird es gehen, „Denn schmächt'ger sind wir Beyd', als Ihr. Kein Nein! alch will dem neuen Pflegling alle Lieb' er- zeigen." Katinka konnte hier nicht länger schweigen: „Platz wird in meinem Bette g'nug auch seyn! 134 48. aIch schlafe so nicht gern allein!» sprach sie. Die Mutter zürnte: Was 5“—„Aus Geister⸗ grauen!“ Half sich Katinka. Mir ist spat und früh, «Als liefse sich ein Geist am Bette schauen. «Und dann hab' ich die fürchterlichsten Träume, « Wie voll von Giauren, Chebern alle Räume!“ Die Alte sprach: o würde neben Dir «Juanna ihre Nacht durchwachen schier! 49. «Du mufst allein noch ein'ge Tage liegen, Lolah, Du weiſst, warum! Und Du, „Katinka, auch; es kann sich später fügen. «Juanna mag sich legen zur Dudu. „Ruh' ist, Harmlosigkeit und Scheu ihr eigen, Sie wird nicht rangen und plaudern fort und fort; «Was meinst Du, Kind b— Dudu sprach nicht ein Wort, Ihr war verliehn die Eigenschaft zu schweigen. 50. Sie erhub sich und küfste die Stirn der Alten, Und Lolah'’n die Wange, Katinka'n auch, Und mit Verneigen und zierlichem Händefalten ih,(Nicht bey Griechen noch Türken sind Knir en. im Gebrauch) läume, Nahm sie Juannen, das Bett' ihr zu zeigen. me!“ Der Aerger der Andern war ziemlich groſfs, Die der Vorzug Dudu's bey Mama verdroſs, Doch aus Scheu vor der Mutter mußsten sie schweigen. 51. en, Es war ein geräumiger Saal;(das Türk'sche Wort en. Ist Oda) und an der Wände Seiten Gab'’s Betten, Putztisch' und bey weiten eigen, Mehr, als ich nenn', ich sah's an Stell' und Ort. fort; Genug, man konnte hier sich wohl behagen, nicht Es war im Ernst ein Auſenthalt voll Pracht, Drin Alles— bis auf Etwas— wonach Weiber eigen. fragen, Und selbst dies Etwas näher jetzt, als man gedacht. 136 52. Dudu war, wie gesagt, ein holdes Kind, Was nicht erschüttert, vielmehr sanft gewinnt, Mit des Gesichtes regelmäfs'ger Schöne, Wie's Maler schwerer treffen, als das wider Maſs Und Regel sünd'’get— der Natur Gehöhne, Mit leichten Zügen ist getroffen das, Wo Ausdruck ist, sey gut, sey schlecht er; nur frappant, Gefall' es oder nicht, willkommen wird's genannt. 53. Sie glich-der Landschaft unter mildem Himmel, Woraus uns Ruh und Ebenmaſs begrüfst Und Fülle; heiter, ohne Lustgetümmel. Ist dies das Glück nicht selbst, so ist Es näher ihm, als wo die Triebe ungeheuer, Was Manch' erhaben nennen! Mögen zu sie schaun! Ich habe stürm'’sche Seen gesehn, und stürm'sche Frau'n, Mein Mitleid hat der Seemann wen'ger, als der Freier. In War? Vielle Lag n Auflfal Sich Ob hi Sie he 33, 54. In sich gekehrt nicht so, wie Schwärmerin, War sie zu ernst zur Schwärmerin— mehr heiter Vielleicht, als Beydes; aber bis dahin Lag nichts Unheil'ges ihr im Sinne weiter. Auffallend war: ob schön, blieb sie doch immer Sich unbewufst— und über siebzehn Jahr!— Ob hübsch, ob gelb, ob kurz, ob lang sie war, Sie hatte über sich gedacht noch nimmer! Lenannt. 55. limmel,. 11. 3 Drum war sie hold und lieblich, wie Die goldne Zeit(wo CGold man noch nieht kannte,. Daher erhielt den Namen sie, eauer,:. 4. 3 Gleichwie man ſein erwiesen, man benannte zu sie. Lucus a non lucendo; nicht, was war, was , nicht em'’sche—.. War; eine sehr beliebte Art zu reden In jetz’gem Zeitlauf, defs Meitallgewicht als der 19223 2 Sewach Der Teufel schmelzen mag, nicht fester löthen! 138 56. Es ist, so scheint mir's, aus Korinth'schem Erz, Wo die Metalle all' zusammenflieſsen, Doch Hauptbestand ist Kupfer.) Edles Leserherz, Lafs weg den langen Einschub; doch nicht eher schliefsen Konnt’ ich ihn, galt mein Leben es, und reih“ Zu Deinen Fehlern meine; das will sagen: Lafs Beyd' ein mildes Urtheil davon tragen! Nicht?— Auch gut, drum bin ich nicht min- der frey! 57. Zeit ist's, den Leser weiter nun zu führen, Und die Erzählung also fort sich spinnt: Dudu wies liebreich, fern von allem Zieren, Juan, Juannen sag' ich, in dem Labyrinth Der Frau'n umher, beschrieb jedwede Kleinigkeit, Was viel sagt, ohne Wortschwall, ohne Flitter; (Und für wortkarge Frau'n hab' ich, es thut mir leid, Ein Gleichnifs nur, es lautet: still Gewitter.) Dara Noch v Dem A Ein Bil Nannt' Die tral Der übe Mit sch Kufs r.8 Führ'’s 2m Erz, erherz, ht eher reih“ n: en! t min- 139 58. Darauf entwarf sie ihr(ihr, sag' ich, denn Noch war das Genus epicön; 3) zum wenigsten Dem Anschein nach, womit ich mich verclau- suliret) Ein Bild vom Brauch des Orients zumal, Nannt' ihrer Keuschheitsregeln ganze Zahl, Die traun, je mehr im Harem eingeführet, Der überzähl'gen Schönen Vestaleben Mit schärferm Zwange nur umgeben! 59. Sie gab Juannen einen zücht'gen Kufſs, Dudu, sie küfste gern! Und keine Seecle Wird ihr anrechnen das zur Fehle, Es ist ja süfs, nur daſs es rein seyn mufs; Und zwischen Frau'n bedeutet's nur gewöhnlich, Daſs jetzt nichts Bess'res da, wonach ihr Herz begehrt. Kufs rcimt sich mit Genufs, und umgekehrt, Führ'’s nur zu Schlimm'rem nicht, das wünsch' ich sehnlich. 140 60. In aller Unschuld fing darauf sie an Sich auszukleiden, was gar schnell ihr glückte, Leicht war sie, ein Naturkind, angethan; Wenn sie mit Lust in ihren Spiegel blickte, Glich sie dem Reh, dem, in dem Teich gemahlt, Sein flücht'ges Schattenbild entgegenstrahlt, Davor zurückflieht, dann hinguckt, ermuntert, Und scheu der Tiefe neu Geschöpf bewundert. Gr. Und ausgezogen wurde Stück für Stück, Nachdem zuvor zur Hülfe beym Entkleiden Sie sich Juannen angeboten; zu bescheiden Jedoch, wies ihren Antrag sie zurück. Sehr recht, kaum konnt' es anders von ihr geschehen, Kam ihr die Weig'rung theuer auch zu stehen, Indem sie mit den höll'schen Nadeln sich zerstach, Wahrhaft erfunden nur zu unsrer Schmach. Die I Dem m Sie, die Bisweile Ich tha Heraus= Verbrar Doch h Allei Und ic Mich ty Bis zu Doch glückte, undert. ck, iden iden von ihr stehen, In sich hach. 141 62. Die Frauen machen sie zum Stachelschwein, Dem man nicht nah'n darf. Mehr noch scheut Ihr Alle Sie, die Ihr, wie als Knab' ich in dem Falle, Bisweilen müfst der Holden Zoſfe seyn. Ich that mein kindisch Bestes, sie recht fein Herauszuputzen zu dem Balle, Verbrauchet hatt' ich eine Menge Nadeln, Doch hört' ich mich ob falschem Stecken tadeln. 63. Allein den Weisen kann das wenig rühren, Und ich lieb' inn'ger Weisheit, als sie mich. Mich treibt es, über allerley, vom Wütherich Bis zu dem Baume, zu philosophiren, Doch läſst die spröde Maid Erkenntniſs nicht sich spüren. Was sind wir, und woher wir? Wie gestaltet sich Das künft'’ge, was ist unser jetz'ges Leben b Rastlose Fragen, und nicht Antwort drauf zu geben!— 14²2 64. Im Saal war tieſe Stille, schwach Und einzeln glühten Lämpchen hie und da; Auf jedem holden Glied der Holden lag Der Schlummer; sind uns Geister nächtlich nahb, Hier sollten umgehn sie im schönsten Geister- flitter; Vertauschend ihre Kirchhofgitter, Als Geister von Geschmack sich zeigen, Und nicht durch Wüstenei'n und Trümmer schleichen! 65. Wie Viele lagen, o wie Schöne hier! Gleich Blumen von verschiednen Farben und Ländern und Arten, Wie man sie sieht in manchem botan'schen Garten, Mit Fleiſs und Wärm' und Celd gepflegt zur Zier. Die Eine lag, leicht aufgebunden das braune Haar, Mit hold herab sich senkender Brau, wie die Frucht herunter Vom B Halb of Die? Ob deH Lag do Und en Im Tra Indem, All' ih Mit hol Nein Nacht; ch nah, Geister- rümmer 143 Vom Baume winkt, mit leisem Odem, ⸗das Lip- Ppenpaar Halb offen, so dafs man sah die Perlen drunter. 66. Die Zweyte, die glühe Wang' auf dem weiſsen Arm, Ob der Stirn das Rabengelock in schattender Menge, Lag dort und träumte so süſs und warm, Und enthüllte— so bricht der Mond durch Wolkengedränge— Im Traume lächelnd, halb die verschleyerten Reize, Indem, sich entwindend der Hüllen Geize, All' ihre Zauber, benutzend die sichre Stunde der Nacht, Mit holdem Verschämen au's Licht sich gemacht. 67. Nein, Widerspruch, wenns' auch so klingt, ist's nicht; Nacht war's, doch sagt' ich, es brannte Licht.— 144 Das Bild des schlafenden Kummers mahlte das bleiche. Gesicht der Dritten, und durch des Busens Ge- stöhn verrieth Sie einen Traum von fernem, geliebtem, bewein- tem Reiche, Und es hing die Thrän' an schwarzem Lied. So wird noch schwärzer der Cypressenzweig ge- macht, Wenn auf ihn glänzt der Thau der Nacht. 68. Die Vierte lag still, wie ein Marmorbild, In odemlosen, tiefen Schlaf verloren, Weiſs, kalt; so sieht der Bach, der zugefroren, Die Firne, deren Haupt in Schnee gehüllt, Lot's Weib, als Salzsäul'— oder was Dir sonst gefällt, Vergleiche hab' ich hier zu Hauf gestellt, Lang' zu! Vielleicht, daſs Deinen Beyfall fände: Ein Weib, in Stein gehau’n, auf einem Mo- numente. Un Ein V Gewis Ich m Dort Als el Die M Wo s 145 69. Und schau, die Fünfte!— Nun, und die? Ein Weib, gewissen Alters, das will sagen: Gewissermaſsen alt, nicht weiſs ich, wie alt sie; Ich mag im Zählen nicht über die Zehner mich wagen. Dort schlief sie, wohl nicht voll Holdseligkeit, Als ch genaht die ernste Zeit, Die Mann und Weib auf einen Ruhpunkt lenket, Wo sich und seine Sünden man bedenket. 70. Allein wie schlief, wie träumt indeſs Dudu? Trotz allen Forschens hörte nichts ich drüber, Und füge nicht ein unwahr Wort hinzu. Doch eh des Schlafes Hälfte noch voräber, Grad' als erlöschen wollte der Lampenschein, Und Geister schlichen, oder zu schleichen schienen, Im Saal zu denen, die da Freund von ihnen— Fing laut sie plötzlich an zu schrey'n. 173. K 146 71. Und zwar so laut, daſs das ganze Schlafgemach Auffuhr im wilden Durcheinanderrennen, Frau'n, Jungfrau'n und die Neutra nennen Man könnte, wie Meereswogen, Eines nach Dem Andern kam herbey im weiten Saale, Verwundert, zitternd, ohne Ahnung Alle, (Wie ich desgleichen) was die ruhige Dudu So schauderhaft gejagt aus ihrer Ruh. 72. Sie war ganz wach, und um ihr Bett' im Drang Erforschten im leichten Umwurf, fliegender Lockenfülle, Mit glühem Blick und beflügeltem Gang, Arm, Busen, Knöchel ohne Hülle, Und schimmernd, wie je ein Meteor des Nord- pols sprühte— Den Grund sie, der den Schrey erweckt. Sie schien ganz aufser sich, erhitzt, erschreckt, Ihr Auge stiert' und ihre Farbe glühte. emach Ptt' im gender 147 Doch, das ist viel, und zeigt den grofsen Segen Gesunden Schlaſs— Juanna schlief fortan So fest, wie je bey seinem Weib der Mann Im heil'gen Ehbett schnarchend nur gelegen. Kein Lärmen störte sie vom süfsen Schlummer auf, Bis man, so mind'stens wird erzählt von Jenen, Sie rüttelte, wo sie erwachte drauf, Und, etwas überrascht, anfing zu gähnen. 74: Jetzt ging die strengste Untersuchung an, Die, weil zugleich sie All', und mehr als einmal sprachen, — Bald Muthmafsung, Verwundrung bald, bald Fragen,— Den Dummkopf hätte wie den klugen Mann Gehindert, zu antworten klar und eben, Man traute stets Verstand ihr zu, 148 Doch konnte, da«wie Brutus Redner nicht» 4) Dudu, Sie nicht gleich Auskunft über ihr Erschrecken geben. 75 75. Drauf sprach sie: Von den Fesselu des Schlafs Dumwunden, Hab' ihr geträumt, sie sey in einem Wald, Im finstern Wald“, wie worin Dante sich be- funden*) In jener Lebenszeit, wo Alles wird Gehalt, Im Haus der Lebenshälfte, wo sittsame Frau'n Verschonter sind vor Männerzudringlichkeiten. In diesem Wald gab's herrliche Früchte zu schaun, Und hohe Bäume mit weitem Wurzelspreiten. *) Nel mezzo del cammin' di nostra vita Mi ritrovai per una Selva oscura etc. eto. Un Ein; Sie h Und Geles Heral Sich So ho 149 76. Und mitten hab' ein goldner Apfel gehangen, Ein wundervoller Pippin, nur gar zu hoch und weit; Sie hab' hinaufgeblicket mit Verlangen, Und dann mit Steinen und was sonst bereit Gelegen, nach der Frucht geworfen, ob vielleicht Herab sie fiele, doch, vom Zweige nimmer Sich trennend, baumelte vor'm Auge sie immer, So hoch stets, daſs kein Wurf die Höh' erreicht. 77· Doch plétzlich, eh sie es vermuthet, Sey sie zu ihren Füſsen gefallen, eignen Triebs; Sie aufzuheben hab' sie sich gesputet, Hab' sie anbeiſsen wollen bis zum Griebs, Und eben, als die Lippen bestrebet, Die Frucht zu öffnen, die vor ihr so golden geschwebet, Sey draus'ne Biene geflogen, die sie gestochen in's Herz, Und so— sey sie erwacht mit Schrey und Schmerz. 15⁰ 78. Dies Alles erzählte sie nicht ohne Verstörung, Wie das gewöhnlich nach schrecklichen Träu- men geht, Wenn Niemand uns zur Seite mit Erklärung Der flücht'gen, neckenden Gestalten steht. Ich kenne Träume, wo ein prophet'sches Element Verspürt wird, oder was man nennt Ein wunderbar Zusammentreffen?, heut zu Tage Gebraucht den Ausdruck man in dieser und ähnlicher Lage. 79. Die Mädchen, die das Schlimmste sich gedacht, Begannen, wie das ist, sobald die Furcht vorüber, Und plind der Lärm nur war, zu schelten drüber, Dafs sie um nichts aus ihrem Schlaf gebracht. Die Mutter auch war unwirsch, dafs aus warmem Bette Ein breit erzählter Traum gejagt sie hätte, Und schalt Dudu'n, die seufzte, und ihr Schrey'n Sich konnte selber nicht verzeih'n. VG Doch Uns Aus «Gibt Dir! Was de Der U Die 80 2 «Den Unc «Soll Nul- Ob zment Tage und dacht, rüber, rüber, cht. rmem e, hrey'n 151 80. „Von Hahn und Bullen hörte wohl ich Mähren, „Doch daſs ein Traum von Bien' und Apfelbaum, „Uns wecken, ja die ganze Oda stören „Aus ihren Betten kann, jeizt wo's halb vier Uhr kaum, „Gibt dem Gedanken an den Vollmond Raum! „Dir fehlt was, Kind! Wir müssen morgen hören Was zum hyster'schen Traumgesicht „Der Leibarzt Seiner Hoheit spricht. 81. Und auch die arme Juanna! Die erste Nacht, „Die hier sie zubringt, durch die albernen Possen So aufgeschreckt! Ich hatt's für gut eracht't, „Dem Kind zu geben einen Schlafgenossen, „Und mit Dir, der Stillsten von Allen, Dudu: „Sollt' eine Nacht sie geniefsen voll süſser Ruh— „Nun muſs ich sie zur Lolah legen, «Obgleich ihr Bette kaum wird Platz g'nug hegen.* 152 82. Das Auge Lolah's blitzt', als das sie hörte; Dudu jedoch, die weinend sich's zu Herzen nahm, (Was von dem Traume oder Schelten kam) Bat, daſs man doch Verzeihung ihr gewährte Bey diesem ersten Fehl, und dafs um keinen Preis (Sie setzte sanft hinzu dies und bittweis) Juann' ihr werden dürft' entrissen, Sie wollte jeden Ton hinfort zu zügeln wissen. 83. Ja, sie gelobte, gar nicht mehr zu träumen, Zum wenigsten so laut nicht, wie vorhin; Sie fand es seltsam, daſs sie so geschrien, Dumm wär’'s und schwach, sie hätt' es einzu- räumen, Ein weib'scher Fehler, recht zum Lachen. Jetzt fühle sie sich matt, gestand sie ein, Und bat um Schonung; doch würd' es sich machen, In wen'’gen Stunden würd' ihr besser seyn, Hie «Sehr Das WoO «Von Sie Hab' Daſs Sie An'’'s! Man Mit War Gehei Nur s Ist wa rte; aahm, ) hrte einen jissen. umen, ; einzu- sich 153 84. Hier ward von Juannen Fürbitt' eingeleget: „Sehr wohl sey ihr an diesem Ort, «Das zeige ja ihr tiefer Schlaf sofort, Wo Alles sich, wie Sturm, um sie gereget; „Von einer Schlafgefährtin sey also d «Sie nicht gewillt zu scheiden, welche kein Vergehen „Hab' aufser diesem zu gestehen, Dafs sie einmal geträumt mal à propos.“ 35. Sie sprach's, da barg Dudu, herumgebogen, An's Herz Juannens ihr Gesicht; Man sah nur ihren Hals, der überzogen Mit Roth war, gleich der Rose, die erbricht. Warum sie roth, weshalb ihr Schlaf entflogen, Geheimniſsvoll verscheucht, das weiſs ich nicht; Nur so viel weifs ich, was man hier gelesen, Ist wahr— wie Wahrheit neuerdings gewesen. Und so gut' Nacht, nein, guten Morgen lieber! Es hatte bereits der Hahn gekräht, Und Asiens Hügel warfen das Lichtkleid über, Der Halbmond der Ajad' ward aus Dunkel erspäht Von der langen Caravane, die langsam, und bereift Vom Morgenthau, hin über den Bergaug streift, Der Asiens Küste wie ein Gurt umziehet, Wo Kaff herunter auf die Kurden siehet. 87. Mit erstem Licht, mit erstem Graun am Morgen Stand schlaflos auf Gulleyaz; bleich, wie Lei- denschaft Erwacht, der Busen voll von Liebessorgen, Ward Schleyer und der Mantel umgeralft. Die Nachtigall, die mit dem Stachel singt, Womit die Sag' ihr wehvoll Herz durchdringt, Hat wen'ger Scelenleid zu tragen, Als die, die glühe Leidenschaften plagen. Just Man m Docht Blind Liegt! Schrift Auch Zum I Au — W Laut Ein v So sc O b b Doch Dals 155 88. Just die Moral lehrt dieses mein Gedicht, Man mag nur seinen wahren Sinn beschauen; Doch thut man's nimmer, ohne miſszutrauen; Dunkel Bünd machen kann der Leser sein Gesicht, Liegt klar es auch vor ihm, wie Sonnenschein. bereiſt Schriftsteller treten in die Schranken ein, Auch sie befehden— was natürlich, streift, Zum Loben ist die Zahl zu ungebührlich.— 2 89. Aufstand die Fürstin aus dem prächt'gen Bette, — Weicher, als das des Sybariten, der Laut aufschrie, weil zu zart sein Körper, als daſs er Ein welkes Rosenblatt ertragen hätte— So schön, nur wen'ges half die Kunst ihr nach, Ob pleich vom Kampf, der zwischen Lleb' und Stolz entbrach. Doch war sie so von Leidenschaft besessen, Dals sie den Blick zum Spiegel selbst vergessen. 156 90. Zugleich geruht' aus seinem Bett' zu steigen, Jedoch ein wenig später, ihr Gemahl, Besitzer von drey grofſsen Königreichen, Und einem Weib, dem er zur Qual. Doch pfleget das weit wen'ger dort zu beugen, (In Ländern mind'stens, wo des Einkomms Zahl Reich füllt das ehstandliche Cargo) Als da, wo auf zwey Weibern liegt Embargo. 91. Das macht' ihm nicht viel Kopfzerbrechen, eben So wenig, als sonst etwas; als ein Mann, Ging auf ein feines Traut sein Streben, Wie man ein zahmes Reh sich zugethan; Cirkassien mufste guten Vorrath geben, Zur Kurzweil nach beschwerlichem Divan; Doch fand aus Lieb' er oder Pflicht, seit Tagen, (Was ihm sonst fremd) im Sonnschein seiner Braut Behagen. Worau Nach d Trank! Drauf I Das sies Sie zog Die gré Von T. 157 92. Jetzt stand er auf, und nach gehör'gen Ab- teigen, waschungen, Worauf der Osten hält so sehr, Nach dem Gebet und sonst'’gen Buſsübungen, Trank Kaffee, wenigstens sechs Tassen, er. zeugen, Drauf hört' er, was von Rufslands Gränz' er- ns Zahl schienen, Das siegreich fortschritt unter Katharinen; argo. Sie zog einher auf ew'’gen Ruhmes Spuren, Die gröfste aller Fürstinnen und H. 94. Zu sagen: Bastarde sind die Menschen, und Antipoden Von Timon, dem Menschenfeind, die Weiber all, n; Tagen, seiner 158 Wär' eine Schmach, ein Schimpf auf jeden Fall, Man käm' aus Zorn darüber aufser Oden! Doch sind die Ahnen der Menschen das Jagdwild der Geschichte; Macht' Einer Mutter Fehl' das reine Blut zu Nichte Von den Familien allen— so wüfst' ich wahr- lich gern, Wen selbst der Vornehmst' aufwies' als Ahn- herrn 5 95. Ward vom Sultan erkannt und Katharinen, Ihr wahres Heil— bey Fürsten Seltenheit, Bis theure Lehren erst gegeben ihnen!— Ein Mittel gab's, zu enden ihren Streit, Wohl etwas miſslich, aber wirksam, so Sie's trieben ohne Fürst und Plenipo; Die Garde mufste sie, den Harem er ent- lassen, Und mit dem Weitern selber sich befassen. Doch Rath he Wie m Der Fi Und di Läfst 7 Auf de Den 8t 159 96. Doch wie's nun war, muſst' er auf seinem Throne Rath halten täglich, ob man Mittel fand, Wie man den kriegerischen Sieben widerstand, Der Fürstenkönigin, der neuen Amazone, Und die Verlegenheit von all' den Staatessäulen Ahn. Läfst nicht sich schildern, die oft, ach! so schwer Auf denen liegt, die nun nicht mehr Den Staat mit neuer Taxe können heilen. it, 97. — Gulleyaz eilt', als ihr Gemahl gegangen, In's Cabinet, den traulichen Ort Für Lieb' und Frühstück— einsam, schön, reich alles dort, r ent. Wodurch die holden Gemächer Anmuth em- pfangen. en. Viel theure Steine glänzten an der Wand, Wie manche Vase, die umher dort stand, Hielt mit den porcellanen Fesseln Blumen Dumwunden, Die gefangnen Erheitrer mancher gefangenen Stunden. 98. Perlmutter, Porphyr, Marmor strebien hier Um Vorzug in dem prächtigen Gemach; Hell schmetterten Singvögel vor der Thür, Und das gemalte Glas, wodurch der Lichtstrahl brach, Warf alle Farben; doch Beschreibung ist zu schwach, In's Einzelne zu gehn, erlasset mir; Ein kurzer Abriſs ist das Beste, Lebend'ge Phantasie ersetzt die Reste. 99. Hieher beschied sie Baba'n, um aus seiner Hand Juan zu fordern, Kunde zu empfangen, Was sich begeben, als die Zofen fortgegangen, Ob er sich angeschlossen ihrem Stand, Leich Slumen ngenen hier ir, tstrahl ist zu er Hand zangen, 161 Ob Alles nach Bescheid betrieben, Mit Vorsicht die Verkleidung sey verstecki, Und, was vorzüglich Unruh' ihr erweckt, Wie er und wo die Nacht geblieben 5 100. Baba versetzt' in Angst auf diesen Fragkatechismus— leichter abgefraget, als Befriedigt— dafs er jedenfalls Sich treu bemüht zu thun, wie er gewiesen; Doch schieu's, als ob ihn ein Ceheimniſs quälte, Das mehr sein Stottern preisgab, als verhehlte; Er kratzte hinter'm Ohr—'ne Zuflucht, all- gemein Ergriſfen bey’m Verlegenseyn. 101. Gulleyaz's Nachsicht trug nicht allzuharte Proben; Leicht, daſs bey Red' und That das Warten sie verdrofs, 173. L 16² Sie pflegte schnelle Auskunft sich zu loben. Da sie ihn straucheln sah, gleich einem Roſs, Im Antwortgeben, so wurden die Fragen erneut, Und da sichtbarer stets bey ihm die Aengst- lichkeit, Begann ihr das Blut zu schwellen, das Auge zu ſunkeln, Und das blaue Geäder der Stirn sich zu ver- dunkeln. 102. Als Baha sah die mifslichen Vorboten, Von denen wohl er wuſste, was sie drohten, Begütigt' er sie, bat, sie möchte mit Huld Ihn hören; was er sage, sey nicht seine Schuld! Da kam's heraus, dafs der Pflege Dudu's Juan Vertrauet worden, wie bereits wir angedeutet. „Nicht,"» sprach er,«seine Schuld!“ Was er beeidet Bey'm Höcker des heil'gen Kameels, und bey'’m Koran. 2 hten, luld Schuld! s Juan deutet. Was er 1 bey'm 163 103. «Die Obersaalvorsteh'rin, die bekommen «Die ganze Herrschaft in dem Frau'nrevier, «So wie sie die Gemächer eingenommen, — Dennseine Amtspflichtgeh' blos biszur Thür— «Hab's so gewollt; hätt' er sich unterfangen, (Besagter Baba) und wäre weiter gegangen, «So hätt' er leicht Anlafs gegeben zum Verdacht, «Was Alles schlimmer, als es war, gemacht. 104. Er hoffe, ja, er wollt' es wohl behaupten, «Juan verrieth sich nicht; fürwahr «Man müſste glauben, dafs er weise war, «Denn nur ein Schein vom Läpp'schen, Un- erlaubten «Hätt' ihn nicht blos gebracht um Sicherheit, «Nein, ihn verrathen, und damit geendet, «Dafs man gesäcket ihn zum Meer gesendet!*— So war, der Traum Dudu's nur fehlte, sein Bescheid. 105. Wohlweislich liefs er den im Hintergrunde, Und sprach, und hätte fortgesprochen eine Stunde, Er griff nach Allem, was vor ihm als Antwort lag. Denn wilde Cluth trat auf Gulleyaz's Stirne, Die Wange blich, das Ohr klang, im Gehirne Tobt's fiebrisch, wie verletzt von schnellem Schlag. Des Herzens Schmerzthau drang so stark und kalt Auf ihr Gesicht, wie der, der Früh' auf Lilien wallt. 106. Obgleich sie nicht zum Ohnmachtsschlag ge- hört, 3 Doch fürchtet Baba Ohnmacht, hier bethört. Ein Kampf nur ist's, der, wie auch kurz er währet, Sich nicht beschreiben läſst. Wir haben oft . gehöret, Wohl auch empfunden jenes«bis zum Todl“ Wenn etwas Ungeheures dar sich bot. Ein Namenloses trug in diesem Todesringen Gulleyaz— wie sollt's zu benennen mir gelingen? 165 107. Wie eine Pythia auf dem Dreyfufs steht In Zückung, stand sie eine Weile, Vom Geist des Unglücks mächtig angeweht, ne, Wo alle Sehnen in der Brust, wie tolle Gäule, ehirne Das Herz zerreifsen möchten. Dann, je wie Schlag. Die Kraft entwich, und losch die Hitze, nd kalt Sank sie allmählig hin zu ihrem Sitze, Lilien Und bog ihr bebend Haupt zum matten Knie. 108. alag ge⸗ Man sah ihr Antlitz nicht, herabhing ohne Fessel thört. Gleich einer Trauerweid', ihr langes Haar, curz er Den Marmor fegend unter ihrem Sessel, (Vielmehr den Sopha, rings nur Polster war, ben oft Und tieſe, weiche Ottomane) Schmerz und Wuth Hub, senkte ihren Busen, gleich der Fluth, Todl' Die hin zum Ufer stöfst, defs Rand sie wieder fort agen 3 Wohl drängt, doch bleibt das mitgebrachte lingen? Wrack am Ort. 166 * 109. Ihr Haupt sank, ihres Haars Herunterhangen Verbarg ihr Antlitz, einem Schleyer gleich, Die eine Hand hielt matt den Sopharand um- fangen, So weiſs wie Wachs, wie Alabaster bleich; Wär' ich ein Maler, liefert' ich gruppiret, Was einzeln nur der Dichter vor Euch führet, Dafs Farben meine Worte! Ihre Tint' erreicht Den Umriſs doch, ein Schattenbild vielleicht! 110. Baba, aus Uebung wissend, wo zu sprechen Und wo zuschweigen; schwieg jetzt, bis vielleicht Gulleyaz's Zorn von selbst sein End' erreicht, Nicht wagt' er, seinen Gang zu unterbrechen. Jetzt steht sie auf, sie geht umher im Zimmer, Langsamen Schritts, und spricht kein Wort, Die Stirn wird frey, doch zürnt das Auge fort; Der Sturm schwieg, doch das Meer ging hoch noch immes. 167 111. Sie stand, und hub ihr Haupt zum Sprechen, 8— schwieg. 4 un. Drauf ging mit raschem Schritt sie weiter, Ging langsam— dies der Gang auf höchster I Leiter 7 Der innern Aufregung; im Schritt läſst sich 34 Sehr häufig das Gefühl erkennen, wie Sallust hret, Vom Catilina sagt, der, voll die Brust rrejcht Von wildster Leidenschaft, das inn're Regen iehe Verrieth durch seinen Gang bey seinen Wegen. 5) 112. Jetzt stand sie still, und winkte Baba'n:«Sclav! lechen«Bring' die zwey Sclaven!“— Sprach's, der Ton lleicht beynah' ersticket. ht, Genug ihm, wenn sein Ohr die Stimme traf! chen. Doch schaudert er, und schien zum Zögern an- mmer, geschicket, ort, Bat, dafs sie ihm in's Licht doch setzte, e fort;(Wohl hat er sie verstanden, doch es wird gewagt) g hoch Von welchen Sclaven sie dies Wort gesagt, Aus Furcht vor Irrthum, wie der letzte. 113. «Die aus Georgien und ihr Freier!“— sprach Die hohe Frau,—„und gib hernach „Dem Boot an dem geheimen Thor Befehle, 7) «Du weifst, was dann!“— Die Worte stockten in der Kehle, Wie ihre Lieb', ihr Stolz gekränkt auch war. Das ward von Baba hoffnungsvoll vernommen, Er bat bey Mahom’s Bart, und drin bey jedem Haar, Um Rückruf des Beſfehls, der jetzt ihm zu. gcekommen. 114. «Thun ist mit Hören eins; doch, Herrscherin, Bedenke, was sich draus ergiebet! «Nicht, als ob Deinen Willen ich vollziehn „Nicht wollte, welch Entsetzliches Dir auch beliebet, «Doch schlecht kann enden, was man übereilt, «Auf Deine Kosten selbst, die den Beſehl ertheilt; Im Du Ve 80 Ihr Fo 169 «Nicht Deinen Sturz mein' ich, nicht Deine Schande, «Im Fall, daſs man zum Unglück ihn er- kannte, 115. mein' ich! Würd' Alles auch verborgen Dein Herz „Vom Wogenschwall— verborgen ruht So manches Herz, worin einst Liebessorgen, «Bereits im Todtenhaus der Fluth! .«Du liebst den neuen jungen Haremsgast, Verzeihung!— wenn das Letzte Du verübet hast, „So kann ich die Versichrung Dir ertheilen, herin, Ihn tödten, ist der Weg nicht, Dich zu . heilen!“— ehn auch 116. Was weiſst von Lieb' und Herz Dub? armer treilt, Wicht!— Beſehl Fort!“— knirscht sie wilden Blicks— mein Wille soll geschehen!“ 170 Baba ging ſort, denn er verkannte nicht, In seinen Vorstellungen weiter gehen, Konnt' ihm den Tod bewirken leichten Falls, Und ob er herzlich wünschte, dafs ohn' Andrer Wehe Vorüber dieser Vorfall gehe, Blieb näher sein Hals ihm, als Andrer Hals. 117. Hin ging er, seinen Auftrag zu vollenden, Und brummt' und schimpft' in ächtem Türken- klang Auf alle Frau'n aus allen Ständen, Meist auf Sultanen und auf ihren Hang; Starrköpfig wären sie und unentschieden, Kaum morgen treu dem, was sie wünschten heut'; Er schalt die Mühen, die Unsittlichkeit, Und ward sein Neutrumseyn stets mehr zufrieden. 118. Zu Hülfe rief er eiligst die Cenossen, Und schickte Einen nach dem Paar, Ankleiden sollt's sich unverdrossen, Sich kämmen bis auf's kleinste Haar, Und vor die Kais'rin kommen, die, kaum aus dem Bette, Huldreichst gefragt nach ihnen hätte; Dudu und Juan hören's traurigen Cesichts, Hals. Allein sie müssen hin mir nichis, Dir nichts!— 119. en, Hier lass' ich sie bey’'m Vorbereiten ürken- Zum Eintritt beyrder Sultanin; doch ob Sie mit den Zwey'n gefühlt Mitleiden, Ob Alle Beyde sie zur Seite schob, Wie's oft dort zorn'ger Weiber Sitte war— „ Das hängt an einer Feder, einem Haar. heut'; Von mir sey's fern, dem vorzugreiſen, Wohin die Launen eines Weibes schweiſfen. 120. Mit bestem Wunsch will ich von ihnen scheiden, (Bang' ist mir wirklich) und auf neue Wahl 172² Des Stoffes denken, denn dies unser Mahl Verlangt der Schüsseln wechselvoll Bereiten; In Hoffnung, daſs Juan den Haien mag entgleiten, Wie höchst bedenklich auch für ihn der Fall, Doch kaum gewiſs defs, soll, da solche Sprünge 7 zieren, Den Kriegsstand jetzt die Mus' etwas berühren. Ende des sechsten Gesanges. 173 ———ß—:́Üè:———⸗——V—————— Anmerkungen zum sechsten Gesange. ¹1) Stanze 3. Doch würd' es Manchen machen zu'nem Manichäer. Die Anhänger des Manes— jene verrufenen Ketzer des Alterthums— nahmen ein doppeltes Princip der Welt an, ein gutes, Ormuze, Licht; und ein böses, Ahrimen, Finsterniſs. Der Sinn also ist: ein schönes Weib, das dabey ein Teufel ist— würde sich doch unter den Männern An- beter— also Teufelsanbeter erwerben. Für bey- de Geschlechter kein feines Compliment eben. A. d. Uebers. 2) Stanze 42. Zu morden den Schlaf. Die berühmten Worte Macbeths nach voll- brachter That. A. d. Uebers. 174 3) Stanze 58. Noch war das Genus epicön. gel Epicön nennt man ein Substantivum, welches En auf beyde Geschlechter anwendbar ist, z. B. das 18 Huhn u. s. w. Ru. A. d. Uebers.* d um 4) Stanze 74. Da,«wie Brutus, Redner nichtn Bei Dadu. dan Worte des heuchlerischen Antonius in Shak- speare's Julius Cäsar. A. d. Uebers.— 7 5) Stanze 866. Der Halbmond der Aja ward aus Dunkel erspäht.* 4 Das ist der berühmte Halbmond auf der Aja 4 .. um Sophia, schon zu Anfang des vorigen Gesanges zugg erwähnt. Murad der Dritte verwendete zu Ver- goldung dieses, 50 Ellen im Durchmesser haben- den Vollmonds, 50000 Stück Ducaten. Er fun- kelt im Strahl der Sonne 100 Meilen weit in's Meer, und bis auf den Gipſel des Bithynischen Olymps. A. d. Uebers. 6) Stanze 111. Wie Sallust— seinen Megen. Der selige Lord hat hier vielleicht etwas mehr in den Römischen Schriftsteller hinein- 175 gelegt, als dieser sagt. Seine Worte sind zu Ende des 15. Kapitels des Catilinarischen Kriegs: «Sein ruchloser, Cott und Menschen gehässiger Geist konnte weder im Wachen noch im Schlafe Ruhe finden; so trieb das empörte Gewissen ihn ers. f umher. Deshalb war seine Wange blutlos, sein Blick gräulich; sein Cang bald hastig und bald träge, seine Miene und sein Gesicht in- nerer Unruhe voll.“ A. d. Uebers. 7) Stanze 113. Dem Boot an dem geheimen Thor. ard..... Wan. Sie meint das Odun Capussi, jenes Serailthor, — das eigentlich nur nächtlicherweise geöffnet wird, der Aja um die Leichname der Hingerichteten hinaus- Tesanges zuschaffen. zu Ver- A. d. Uebers. r haben- Er fun- weit in's ynischen —— bers. WMegen. ht etwas rhinein- 6 § Lord Byron’s PH6 csi en. Aus dem Englischen. Drey und zwanzigstes Bändchen. Don Juan. Siebenter und achter Gesang. Uebersetzt von Wilhelm Reinhold. —2Nõ₰nnnhy————:':ͤ————; Zwickau, zim Verlage der Gebrüder 8 chumann. 1 3 2 7. Siebenter Gesang. ——Vö—B—————————M— Don Juan. Siebenter Gesang. 1. O Lieb', o Ruhm! Woher, dafs ihr stets fliehet Um uns, und weilt doch selten oder nicht? Kein Meteor, das her vom Nordpol glühet, Hat ein so flücht'ges, ein unstät'res Licht. Starr, fest, gebannt an kalte Erde, dringt Das Aug' hinauf, ob euch zu schauen ihm gelingt, Ihr spielt hinein in alle tausend Farben, Und laſst uns dann auf frost'gem Pfade darben. 2. Und ihnen gleicht mein jetziges Gedicht, In wechselnder, nie dagewes'ner Stanze, de Recht ähnlich dem gereimten Nordscheinglanze, Bey Wie strahlt ob eis'gem, wüstem Land sein Licht. gie Wir müſsten, kennten wir uns Alle, uns be- Nic- klagen, Ich Doch mein' ich, sey's nicht eben Sünde viel, Ae Zu lachen über Alles, denn ich möchte fragen, Und Was Alles um uns ist,— wenn nicht ein Spiel! 3. Sie zeihen mich, mich, den Verfasser Hier dieser Dichtung— ich, ich weifs nicht, weſs! Ein Untergraber wär' ich und ein Hasser Der Tugend, der Regierung und all' defs. Erke Nur harte Worte haben sie für mich. Jedv Doch, Gott, was wollen sie denn eigentlich? Ich sage mehr nicht, als man lies't in Dante’s N Gedicht, bey Salomo und bey Cervantes. einglanze, ein Licht. „ uns he- de viel, te fragen, ein Spiel! asser cht, weſs! sser defs. gentlich? n Dantes tes. 4. Bey Swift, bey Macchiavell, bey Rochefoucault, Bey Fenelon, bey Luther und bey Plato, Bey Tillotson, bey Wesley und Rousseau, Sie gaben auf dies Seyn nicht'nen Potato. Nicht mein' und ihre Schuld, wenn's wirklich so; Ich nenne, meines Theils, mich keinen Cato, Auch nicht Diogenes. Wir leben und wirsterben, Und wissen nicht, wobey wir mehr erwerhen. 5. Nach Sokrates ist unser ganzes Wissen: Zu wissen, daſs man nichts weiſs.— O der süſsen Erkenntnifs, die zum Eselsbruder macht Jedweden Weisen, künftig, jetzt, und heim- gegangen. Newton, vor dem die Ceister hohe Acht, Erklärte trotz der Fünde, welche ihm gelangen, 10 Er dächte nur von sich,«er wäre Ein Kind, das Muscheln such' im Wahrheits- Nun meere. Wa So v 6. Im Pred'ger heifst es: nichtig, alles nichtig; Wi Die meisten neuen Pred'ger sagen's auch, 3. ,. Verl Und zeigen es durch christlich- frommen Dock oc Brauch; Kurz, Alle wissen's, oder finden's bald für richtig— Bey der von Dichtern, Pred'gern, Heil'gen, Weisen I Eeinmüthig zugestandnen Nichügkeit, Die Sollt' ich mich scheu'n, aus Furcht vor Streit, Das Nichts des Lebens aufzuweisen? 7 Hund' oder Menschen!(denn ich schmeichl' Euch, wenn ich sage, Dafs Hund' Ihr seyd, Ihr Edleren) Ihr mögt arheits- ichtig; 12 ommen lld für 11“* eil'gen, Streit, meichl' sage, mögt 1 1 Nun lesen oder nicht, wenn ich zu zeigen wage, Was in jedweder Art zu seyn Ihr pflegt. so wenig als der Mond steht vor der Wölfe Bellen, Wird meine Mus' aus ihrem Himmel Einen Strahl Verhalten! Heult dann wüthend allzumahl, Doch wird sie Euren fiustern Pfad erhellen. 8. „Blutvolle Lieb', untreue Krieg'— ob dies Die richt'ge Lesart, weiſs ich nicht— nichts drauf zu geben! Gleich bleibt die Sache, defs bin ich gewiſs, Ich singe Beydes; eine Stadt will ich so eben, Die hart Berennen trug, erobern lassen; Von Land- und Wasserseit' erfuhr sie Weh Durch Suwaroff— Suwarrow anglice— Dem Blut lieb, wie'nem Alderman das Pras- sen. 9. Die Festung heifset Ismael, und liegt D An linken Arms der Donau linker Seite; Von Nach morgenländ'schem Gusto die Gebäude, Poe Doch stark, dafs Andre viel sie überwiegt; Die Sonst mindstens, ehe sie vernichtet ward, Doe So recht nach der Erob'rer Sitt' und Art; 6G6 Sie liegt an achtzig Werste von dem Meere, Reir Drey tausend Klaftern ihres Umfangs Sphäre. Za ro. In diesem Festungsraum befindet D; Links eine Burg auf einer Höhe sich, Die von dem Punkt, auf welchem sie gegründet, Und Die Stadt beherrscht; wo ihres Feuers Strich, Hatt' um den Hügel, wo sie steht, Zwe Ein Crieche Palisaden grad' erhöht, Wodurch das Feuer der Belagerten er meinte Die Zu hindern, und zu fördern das der Feinde. 11. Durch diesen Umstand mögen wir Begriff Von dem Talent des neu'’n Vauban erlangen; Doch drunter war der Graben Meeres tief, 75 Die Wälle höher, als Du möchtest hangen; 1, Doch mufste man Fahrlässigkęit sie zeihen, t;(Geniekunstsprache, möget sie verzeihen!) gere, Kein Werk war angelegt, kein Speergang dort, hare. Zu zeigen wenigstens: hier sey kein Durch- gangsort, 12. Doch eine Steinbastey mit enger Eingangs- . stätte, ründet, Und Mauern, dick wie jetzt der meisten Men- Strich, schen Kopf; Zwey Batterien, wie unser Georg, von Fuſs zum Schopf neinte Die eine voller Scharten, die andere: Barbette,“ inde. Bewachten fürchterlich das Strandrevier, 14 Indem noch zwey und zwanzig enggereih'te 3 Kanonen ragten ob der Festung rechter Seite, Geplflanzet vierzig Fufs auf einen Caralier. 13. Doch war die Stadt vom Flufs her völlig offen; Dafs hier erscheinen könnt' ein Ruſs'sches Schiff, Ging über jeden Tärkischen Begriff, Und das so lang, bis sie der Fall betroffen, Und nun zu spät die Vorkehr offenbar; Doch da durchwadbar nicht die Donau war, So starrten sie beym Anblick der Flotilla, Und schrieen laut nur«Allah» und« Bis Millah?o 4 14. Herbey zum Angriff jetzt die Russen kamen. Doch, Göttinnen des Kriegs, der Tapferkeit! Wie sprech' ich aus all' die Kosack'schen Na- men, Unsterblich sie, gäb' eins von ihnen recht Bescheid! Fveih'te er Seite, alier. llig offen; hes Schiſl, troffen. 2; u war, pülla, b Millah?* Was fehlt denn ihnen zur Unsterblichkeit? Achill war nicht Bellonens graus'rer Sohn, Als tausend dieser neu'n und feinen Nation, Nichts fehlt den Namen, als— Aussprechbar- keit. 15. Doch merkt' ich mir ein Paar, nur zum Vergnügen Des Ohrs; hier gab es Stronganoff, und Stro- konoff, Meknox, Serge Lwdw, Arseniew den Griechen, Und Tschitschakoff, und Roguenoff, und Cho- kenoff, Nebst Andern, zwölf Selbstlauter auf den Mann; Mehr wüßst' ich noch, läs' ich die Zeitung dann und wann, Doch Fama,— die grilligte Allgemeine— Hat nebst Trompet'— ein Ohr nach allem Scheine, 16 16. Sie hät ..„. 12; 3 Verwer Sie kann nicht die Miskläng' in Reime bringen, Vielleicht in Moskau Namen immerdar;. Werth waren Ein'ge, dem Vergessen zu ent- Unds3 dringen Wie je ein Mädchen werth des Brautsangs war. Die weichen Namen schicken sich zum Schlufs Vorn Der Reden Castlereagh's, der dehnt, wo's nicht Verschi seyn muſs, Für He Ihr End' auf«ischkin,v«auskin,“«iffskchy,“ Sie wä «οuski,“ Auch, Ich kann davon nur nennen Rousamouski. Was g⸗ Darunte 17. Sechsze Scheremaloff, Chrematoff, Koklophti, Kourakin, Mouskin Pouskin, Koclobski, Sie Alle Kämpen, wie je laut sie grollten Jack Auf Feind', und sie durchrannt zur Stell', Jakob, Doch Mahomet und Mufti wenig Ehrfurcht zollten; 17 Sie hätten Dieser Haut zu neuem Trommelfell Verwendet, wenn das Pergament im Preis ge- ringen, stiegen, Und gleich kein befsres Surrogat zu kriegen. iu ent- 18. gs war. Schluſs Vornehme Fremd' auch waren hergeeilet 's nicht Verschiedner Länder, als Freywill'ge hie; Für Heimath nicht und Krone fochten sie, kchy,* Sie wünschten ein Commando sich ertheilet, Auch, stürmen einst zu dürfen eine Stadt, i. Was gar viel Reiz für junge Leute hat; Darunter mancher angeseh'ne Britte, Sechszehn Thomson' und neunzehn Schmidte. 19. Jack Thomson und Bill Thomson; alle An- 1!- dern hiefsen 7 hrfuxcht Jakob, wie der, dem Dichterruhm die Stirn umflicht; 184. A 38 Ob sie von Adel, weifs ich nicht, Doch solch ein Path' ist auch nicht ohn’' Er- sprieſsen. Drey Schmidte waren Peter, worunter der Best“, der Schläg' auszutheilen wuſst' und zu pariren, Der war, der drauf berühmt so ward mit Som- merquartieren In Haliſax, doch damals unter Tartarn er. 20. Die Andern waren Jack, Gill, Will und Bill benannt; Doch, hab' erwähnt ich, dafs in Cumberland, Und zwar daselbst im Berggefild, Von einem Schmidt geboren ward der ält're Jack Schmidt, Sagt' ich, was ich von einem Namen weiſs, der füllt Drey Zeilen vom Bericht der Wegnehmung von «Schmackschmidt,“ Nicht Ich de Dassell Jeman ohn’ Er- ler Best“, iren, mit Som- er. Vill und berland, ler ält're n weiſs, nung von dt,„ 19 (Ein Dorf in Moldau's Wüsteneyn, worin Er fiel, verewigt durch ein Bulletin.) 21. Ich frage, trotz der Ehrfurcht, die vor'm Mars ich trage Im Herzen, ob der Menschen Nam' im Bulletin Entschäd'gung gibt, fuhr ein Bullet') in ihn? Nicht Sünd' ist, hoff' ich, diese kleine Frage. Ich denk', ist auch es sonst mit mir nicht weit, Dasselbe läfst in seinen Stücken Jemanden ein gewisser Shakespeare auch aus- drücken— Wer den citirt, gilt für gescheut! 22. Auch art'ge, muntere Franzosen waren dort; Zu patriotisch bin ich, dafs ich sage *) Bullet heiſst im Englischen die Kugel; das Wortspiel lieſssich nicht anders wiedergeben. 20 Die Gall'schen Namen bey dem Ruhmestage; Zehn Lügen lieber, als ein wahres Wort; Die Wahrheit ist Verrath, Verrath am Vater- land, Und gleich Verräthern wird mit Schimpf ge- brannt, Wer Gallier nennt auf Englisch, und damit nicht meint, John Bull'n thät' Frieden Noth, dem Callier- feind. 23. Die Russen hatten zwey Batt'rien errichtet Auf einer Insel bey Ismael; ihr Plan war der: Beschossen erstens sollten werden und vernichtet Die Staatsgebäude und die Anderer, Was auch darunter litt, gleich viel! Die Bauart zwar der Stadt mag dies entschuldigt haben, Die Häuser all'(da sie Amphitheater) gaben Dem Bombenwurf ein schönes Ziel. Die Heral (Recl Dafs Verm Der tage; rt; a Vater⸗ npf ge- lit nicht Gallier- htet ar der: rnichtet huldigt aben 24. Und zweytens war ihr Plan: wenn man her- nach Die allgemein gewordene Verwirrung sähe, Die Flotte anzugreifen, die, ganz in der Nähe, Beyspiellos ruhig dort vor Anker lag; Auch dachten durch den Schreck vielleicht sie schon, Sie zu bewegen zur Capitulation, Ein Einfall, der den Kriegern oft entgegenblitzet, Sind nicht wie Dachs' und Bullenbceiſser sie er- hitzet. 25. Die tadelnswerthe Sitte, nämlich die: Herabzublicken auf den Feind hoffärtig, (Recht häufig Brauch) war Ursach' gegenwärtig, Dafs Tschitzschitzkoff und Schmidt gefallen hie, Vermissen werden wir den Einen jener Schmidte, Der neunzehn, die ich oben reimt' auf«Britte,“ 22 Doch folgt so oft der Nahm' auf«Herro und Madam ,* Dafs man schier glauben möchte, so hiefs «Adam.* 26. Den Ruſs'schen Batterien fehlt' es an Kraft, Es ging zu eilig ihr Entstehen; So kann derselbe Grund, daſs Versen Füſs' entgehen— Was Longman und John Murray'n Aerger schafft, Wenn dann aus Büchern werden Krebsgerichte, Sie wenigstens nicht gehn, wie sich's geziemt— Verzögern auch manchmal, was die Geschichte Zu Zeiten Mord, zu andern Ruhm beniehmt. 27. Fehlt' es den Ingenieuren an Verstande, War's Uebereilung, gleichviel hier und dort, War's etwa ein habsücht'ger Lieferante, Der P Verm Die l Sie fe Und: Ein Nahm Drey Eh si Zu fri Nicht Auffle Inden Scl Der! rr und o hieſs Kraft, in Füſs' rschafft, gerichte, iemt— schichte hmt. de, dort, Der Bufse that, indem er Menschenmord Vermied, kurz nicht Erfolg gewährten Die Batterien und alles Rüsten— sie fehlten, ohne je verfehlt zu werden, Und mehrten stark die Todtenlisten. 28. Ein schlimm Verrechnen in Betreff der Weite Nahm ihren Schiffsmanoeuvern all Gewicht, Drey Brandern ward gelöscht das theure Licht, Eh sie erreicht den rechten Punkt zum Streite; Zu früh ward angezündet, wie heran sie liefen, Nicht zu verhüten war der dumme Irrungsschufs, Aufflogen mitten sie im Fluſs, Indem die Türken, ob's auch tagte, frischweg schliefen. 29. Schlag sieben standen auf sie, und erkannten Der Rufs'schen Flotte Angriflsgang; 24 Um neun, stets nahend, ohne dafs ihr widoer- standen, Lag sie von Ismael nur Taues lang, Wo sie beganu die Kanonad' alsbald, Die nun mit ein'’gem Vortheil doch entgegnet, Indem's von dort Granaten, Kugeln regnet, Kurz, Kleingeschofs von jeglicher Cestalt. 30. Ohn' Unterlafs trug sie sechs Stunden Der Türken Feuer, und von Landbatt'rien Verstärkt, schofs sie mit eiſ'rigem Bemüh'n; Doch Kanonad' allein, so ward zuletzt be- funden, Würd' Uebergabe nimmermehr bewirken, Drum scholl um eins zum Rückzug das Signal. Ein Schiff flog auf, und eins, ganz nah am Wall, Lief aul den Grund, da nahmen es die Tür- ken. 25 wider-; 31. Und auch den Türken kam der Angriff theuer; Doch als den Feind sie sich zurückziehn sah'n, Bemannten Delhi's ein'ge Boot', und gingen gegnet, net, lt. dran, Den Russen nachzusenden tüchtig Feuer, Ja, beym Hauptheer zu landen selbst gewillet; Doch hatte dieser Heldensinn kein Glück, Graf Damas trieb sie in den Strom zurück, Von ihren Todten würd' ein Zeitungsblatt ge- füllet. 32. «Wenn ich,“ sagt der Berichterstatter,«sollt , erzählen" signal.«Der Russen Thaten an dem Tag so heiſs, h am«o wird es eher an Papier mir fehlen, «Als ich berichtet Alles, was ich weifs.“ Tür- Drum sagt er nichts, gibt nur des Lobes Zolle An ein'ge Fremde, die beym Kampfe da, 26 Dem Fürsten Ligny, Langeron, Damas, Nicht würd'g're Namen steh'n auf Fama's Rolle. 33. Draus kann auf die Natur des Ruhms man schliefsen! Wer von den meisten Lesern mag Bescheid Von diesen drey«preuæ Chevaliers» wohl wissen, Die noch zum Theil am Leben heut? Um Niet' und Treffer dreht sich's bey der Ehr' herum, Und sicherlich gibt's Glück auch bey dem Ruhm. Zwar die Memoirs des Fürsten Ligny haben Ihn halb der Nacht entrafft, drin er begraben. 34. Hier fochten Männer, deren Thaten Dem Ruhm der gröfsten Helden aller Zeiten nahten; Begraben doch in der Begebenheiten Wucht, Hört selten man sie nennen, selten nachgesucht. So mu Und el Von al Neun! Kurz Bewies Ribes, Trug a Dagege Man st Denn So möe Es! Nicht d 's Rolle. ns man heid wissen, ler Ehr' Ruhm. aben egraben. Zeiten ucht, gesucht. 27 So mufs auch guter Ruf sich sehn beschränken Und eh'r verlöschen, als man's sollte denken, Von allen neuen Schlachten, weit' ich schier, Neun Namen aus der Zeitung kaum wiſst ihr! 35. Kurzum, der letzte Angriff, ob mit Ruhm genannt, Bewies, hier oder da sey'n Fehler vorgefallen; Ribes, in der Geschichte Rufslands wohl be- kannt, Trug auf Erstürmung an vor Allen, Dagegen sprachen jung' und alte Helden; Man stritt, doch mufs davon ich schweigen, Denn wollt' ich jedes Kriegers Rede melden, So möchten wen'’ge Leser bis zur Bresche steigen! 36. Es lebt' ein Mann— wenn anders er ein Mann, Nicht dafs sein Mannseyn uns zum Zweifel zwänge, 28 Denn, war kein Herkul er— des Lebens Länge Wär'’ schon dem Jüngling die genesen dann, Die seine letzte Krankheit hatt', als abgezehrt Er unter einem Baume starb, so tief verhasset Vom blühenden Districte, den er arm geprasset, Als je die Heuschreck' auf der Flur, die sie verheert. 37. Das war Potemkin— mächtig in den Zeiten, Wo Mord und Hurendienst groſs macht' und reich, Wenn Stern' und Titel könnten Ruhm bereiten, So käm' sein Ruhm halb seinem Reichthum gleich. Der Mensch von sechs Fufs Höhe— ***△ **△* Nun Dem Fi «Er soll Wie er Kurzum Inzwiscl Und acl Ihr Feu Jedoc War ei Schafft' Anspren Selbst d Depesch Lebens dann, gezehrt erhasset prasset, die sie Zeiten, àt' und ereiten, chthum 38. Nun schickte Ribas, bey dem Widerstand, Dem Fürsten Bothschaft, und erreichte: «Er sollte thun, was gut ihm däuchte!“ Wie er den Spruch erwirkt, ist unbekannt, Kurzum, zufrieden konnt' er seyn aufs Beste. Inzwischen fuhren auf die Batterien, Und achtzig Stück vom Donauufer spie'n Ihr Feuer, stracks erwiedert aus der Veste. 39. Jedoch am Dreyzehnten, als schon das Heer zum Theile War eingeschifft, weil die Belagrung auf man hob, Schafft' Aller Herzen ein Courier, in Eile Ansprengend, Zuckungen nach Zeitungslob, Selbst denen, die gekämpft aus langer Weile. Depeschen bracht' er, die der Ruhm umwoh, 3 Und den Feldmarschall Suwaroff, den Liebent- brannten Es In blut'gen Streit, zum Chef ernannten. Blut f 40. Das Der Brief, vom Fürsten an den Chef ge-(Der schrieben, Mehr War eines Sparters würdig, wenn die Sache Somm war, Als di Wie edle Sinnesart sie konnte lieben, Den? Kampf, wo Recht, Freyheit, Heimath in Ge- fahr. Doch, da's nur Herrschsucht war, die Alles sich Die Zu Füfsen wünscht— woher soll Beyfall kom- men? Ob F Der Styl verdient ihn nur— ein Feder- Wie strich: «Um jeden Preis werd' Ismael genommen!* Liebent- Chef ge- V Sache 41. Es werde Licht! sprach Gott, und es ward Licht; Blut fliefse! spricht der Mensch,— ein Meer entbricht! Das«Werde» dieses Kinds der Nacht voll Harme (Der Tag sah Gutes nie von ihm) verlieh Mehr Weh in einer Stund', als dreyfsig warme Sommer vergiiten konnten, ob so lieblich sie, Als die, die reiften Edens Früchte; Den Zweig nicht nur, die Wurzel macht der Krieg zu nichte! 42. Die Türken, unsre Freunde, die mit Alla- schreyn Ob Feindes Rückzug Freude laut bezeigen, Wie schmählich irren sie! Nur Wen'gen ist es eigen, Zu zweifeln, wenn die Feinde flüchtig seyn, 3² (Sind, wenn man die Grammatik geltend macht, Allein im Feuer hab' ich drauf nicht Acht!) Die Türken, sag' ich, hatten stark sich hier verwettet, Die, Schweinen feind, doch gern ihr Fleisch gerettet. 43. Denn am sechzehnten sah zwey Reiter man Ansprengen, die man für Kosacken Im Anſang hielt, bis näher sie heran. Vermieden hatten sie's, sich zu bepacken, Drey Hemden hatten nur sie alle Beyde, Doch auf Ukrän'schen Rossen sprengten sie herein; Jetzt, nah genug, erkannte man, es sey'n Suwarroff und sein Führer, diese schlichten Leute. Fleisch r man n, ten sie . pn liehten 44. Heil, London, Heil! so schreyt manch gros- ser Thor, Sind Abends schön erleuchtet Londons Räume; Das ist John Bull'n, dem Herrn beym Flaschen- chor, Der wahnsinnvollste aller seiner Träume. Die Strafsen sind von Lampengluth entbrannt, Der Weise(eben Bull) weiht seinem Aftergotte Geld, Seelenheil, Verstand und Unverstand, Zur Lust fär einen Sinn— gleich einer Rie- senmotte. 45. Dafs doch einmal:«verdammt die Augen!“ nicht genug, Sie sind verdammt! der einst berühmte Fluch Kann jetzt zu nichts den Teufel mehr bereden, Da Beyder Seekraft Bull'’n jüngsthin verging. Schuld nennt er Reichthum, Taxen Eden, 184. 34 Und Hungersnoth, das mag're Knochending, Von Das ihn anstarrt, nicht sehr scheints ihm zu- Und wider, Kan Er schwört: mit Hungersnoth kam Ceres nieder! Leite 46. Neu Doch weiter!— Jubel scholl durch's La- Nebe ger hin. Vor Russen, Franken, vor Kosacken, Britten— Ob denen Suwaroff gleich einer Fackel schien; Anmahnend: zum glanzvollen Angriff jetzt ge- schritten! 8 Vielleicht auch wie ein Irrwisch; sumpf'gem Die Moor entlang Gle Der in Moräste lockt des Wandrers Gang— Wi Wari er ein Licht, das unstät tanzend zückte, Gle Ob gut, ob bös, ihm folgte, wer's erblickte. 47. Doch, grofse Umwandlung in allen Dingen! Beyfall, Begeistrung wurde nicht vermifst, Von Flott' und Lager ward er laut begrüfst, Und Alles deutet' auf ein gut Celingen. Kanonschufsweit ward an die Stadt gerückt, nieder! Leitern erbaut, die alten Werk' in Fleiſs be- schickt, Neu' aufgerichtet, angeschafft Faschinen, Nebst allen Arten freundlicher Maschinen. schien; 48. jetzt ge So wird von eines einz'gen Mannes Geist mpf'gem Die Menge blindlings fortgezogen, Gleichwie des Windes Stoſs forttreibt die Wogen, ng— Wie Heerden zieh'n, wohin der Bulle weis't; zückte, Gleichwie ein Hündchen Führer ist dem Blinden, lickte. Wie der Leithammel seine Heerde führt Durch's Glöcklein, schweift sie, Nahrung auf- zufinden— Dingen! So wird der Kleine von dem groſsen Mann re- ſst, giert. 49 · Durch's Lager herrschte Lust; du wärst der Meinung Gewesen, eben ging's zum Hochzeitfest; Mir scheint's, daſs nicht dies Bild sich tadeln läſst— Zwist folgt bey Beyden als gemein' Erscheinung. Kein Troſsbub war dabey, der wohlgemuth Gefahr und Müh nicht wünscht' in hoher Gluth, Und das warum? Ein kleiner, alter, droll'ger Mann, Geschürzet bis an's Hemde, führte an. 50. So war's! Jed Anbefohlnes ward begonnen Mit glüher Lust, schon stand an seinem Ort Das erste Detachement in drey Colounen, Und wartete nur auf das Losungswort Zum Angriff, auch das zweyte war getheilet In drey Colonnen, Ruhmqdurst voll jedweder Mann, tadeln einung. uth cluub, froll'ger 97 Wie ihn ein Meer von Blut nur heilet; Das Dritt' in zwey Colonnen griſf zu Wasser an. 51. Auffuhr man neue Batterien, gehalten Ward Kriegsrath, Einheit sah man überall, Berathungen so fremde meistens, walten, Wie oft in höchsten Nöthen nur der Fall. Und da nun jeder Zweifel aufgeklärt, Begann der Ruhm zu strahlen seine Gluthen, Und Suwaroff, der heiſs darnach begehrt, Lehrt selbst das Bajonett zu führen die Re- kruten.*) 52. Thatsach' ist's, dafs er selbst, der Commandeur En Chef, geruhte, link'sches Volk zu drillen; Ja, seine schöne Zeit, sie opfert' er, Ein Corporalsgeschäfte zu erfüllen, *) Das ist Thatsache; Suwaroff unterwies sie in eigner Person. 38 Grad, wie man einen Salamander zwingt, Dafs ohne Weigern Flammen er verschlingt; Leitern(nicht Jacobsleitern) lehrt er sie hand- haben, Und liefs sie setzen über Wall und Graben. 53. Auch that zu gleicher Absicht er Faschinen Wie Männer an mit Säbel und Turban, Und liefs Sturm laufen gegen die Maschinen, Und so gewöhnt' er sie an Türken an. Als wohlgeübt sie in den mim'schen Scenen, Glaubt' er, nun fänd' ein Angriff schicklich Statt; Witzlinge wollten drüber ihn verhöhnen, Er gab nicht Antwort— sondern nahm die Stadt. 54. Bereit zum Angriff, als der Tag verflossen, War Alles; tiefe Stille war Im 1 Doch Sind Zur Denm Und 39 Im Lager; kaum scheint das uns vorstellbar: Doch Menschen, jeder kühnen That entschlos- sen, gind äuſserst still, gewifs, dafs Alles wohl be- trieben Zur Ausführung— still Alles und gemach. Denn Ein'ge dachten ihrer heim'schen Lieben, Und Andr' an sich, und an den letzten Tag. 55. Suwaroff war vor Allen risch und munter, Erwägend, scherzend, ordnend, mahnend rund; Fürwahr ein Mann, wir sagen dies mit Grund, Bewunderung verdienend mehr als Wunder! Held, Harlekin, halb Gott, halb kothum- wallt, Verheerer, Plünd'rer, Beter, Unterweiser, Jeizt Mars, jetzt Momus, und, wenn Sturm es galt, In Uniform der erste Possenreifser! 40 56. Den Tag vor'm Angriff, hatten, ausgestellt Zur Uebung,(Corporaldienst that der groſse Held) Kosacken, kreisend, wie der Aar um Berges- rücken, Ergriffen einen Trupp bey Nachteinfall. Kosackisch konnte sich der Ein' ausdrücken, (Ein Wunder, dafs man ihn verstand zumal!) Doch ob an Stimm', an Art sie's merken moch- ten, Mit ihnen, fanden sie, hatt' er gefochten. 57. In's Hauptquartier auf sein Begehr Bracht' ihn man schnell und seine Cameraden, Sie trugen Türkisch sich, doch läſst sich leicht errathen, Verkappte Tartarn waren's, und nichts mehr, Rech 41 Und unter dem moslemischen Bekleiden, Sah Christenthum hervor, das oft mit äufsrer Pracht Den innern Werth vertauscht, und schwer es macht, Recht traurige Verwechslung zu vermeiden. 58. Suwaroff, der allda im Hemde stand en. Vor einem Trupp Calmucken, läppschend, laut erhebend Die Rüst'gen, fluchend, wo er Träge fand, Und in der edlen Mordkunst Stunde gebend— Denn, Menschen achtend für gemeinen Koth, erlieſs eraden, Der grofse Weis' an Andre seine Lehre, leicht Indem er kriegerischem Sinn bewies: Dafs Tod im Kampf gleich Ehrenlohne wäre. mehr, 42² 59. D Sobald als Suwaroff den Drang erkannte, Kosacken mit gemachter Beute, wandte Ob Er drauf die düstre Brau, den scharfen Blick:—. Woher 5 5—«Von Stambul eben jetzt herüber, eBi «Gefang'ne, die entwischt,“— scholl's dort. zurück.„Di — Wer seyd IhrP——«Was Ihr seht!»— Ganz kurz vorüber Do Ging das Gespräch!, dem Redner war bekannt De geworden, Mit wem er sprach, drum war er kurz in Worten. 60. «Ihr heifstb— lch, Johnson, mein Ge- nofs, Juan, Die Andern zwey sind Frau'n; nicht Weib noch Mann nnte, te Blick:— t herüber, oll's dort seht!*— über ar bekannt r kurz in mein Ge- icht Weib 43 „Der Dritte dort.“— Der Feldherr liefs sein Auge gleiten Ob den Benahmten, sprach dann:— Wohl bekannt „Bin ich mit Euch, nicht also mit dem Zwey- ten, „Die Andern hieher bringen, war viel Unver- stand! «Doch sey's! Ihr standet, irre nicht ich, Beym Regiment Nikolajew?—«Ganz rich- tg!“ 61. —„Ihr wart bey Widin b—«Ja!?—«Ihr führtet an P— Ja!“— Dann 5» Ich kann nichts weiter of- fenbaren.“— —„Ihr drangt zuerst zur Bresche P“— Mind- stens eifrig dran, «Zu folgen denen, die die Ersten waren.— 44 —„Nun, und?o—«Zu Boden ward ich drauf geschossen, «Gefangen führten mich die Feinde fort.“— —«Rächt Euch! die Stadt, die hier wir ein- geschlossen, «ISt zweymal stärker, als die Euch bedroht mit Mord.— 62. «Wo wollt Ihr dienen 5— Nach Befehl!— «Ich weiſs, «Cern wollt Ihr in der Heldenschaar den Preis, «Und möchtet sicher gern den ersten Angriff machen „Auf einen Feind, der Euch bedient so schlecht. «Der Jüngling dort, was kann er leistenf sprecht! «Mit glattem Kinn und den zerlumpten Sa- chen!“— So ti Sprac 46 Absi Des «Dafs Ob «Frey ſehl!»— 45 — Je nun, ist er so brav im Krieg, als in der Liebe, «Wünscht' ich, dafs ihm des Angriffs Leitung bliebe.“— 63. —«Gut, wenn er'’s wagt!“— Juan verbeugte sich So tief, als heischte diese Ehr', und weiter Sprach Suwaroff:«Eu'r Regiment beordert' ich «Absichtlich, morgen oder diese Nacht zum Weg- bereiter «Des Angriffls; angelobt hab' ich bey Seligkeit, «Dafs Hark' und Pflug in kurzer Zeit Ob Ismael soll gehn, und seine Fluren «Frey werden von Moscheenstolzes Spuren!“ 64. «Auf, Kinder, strebt nach Ruhm!»— Hier wandte Er sich und trällert' auf ächt Russisch fort, 46 Bis jede edle Heldenbrust entbrannte Nach Gold und Beut', als ob vom heil'’gen Ort Gesprochen hätt' ein Pred'ger, der gern Alles hin, Bis auf den Zehnten, gab, und sie ermahnt zu gehen Kühn auf die Heiden, welche schlugen die Ar- meen Kathrinens, der christlichen Kaiserin. 65. Johnson, der durch die lange Zwiesprach sich Als Günstling hatt' erkannt, wagt's, anzureden Den Feldherrn, trotz dem süfsen Sangesflöten, Womit er sich ergötzte.—«Ich bekenne mich «Als Schuldner, unterm YVortrab sterben so zu sollen, Doch bitt' ich, klar bezeichnen mir'izu wollen, 3 We aUnd «Mög «Wil (Ers Ihn Das «Mag Zur wiesprach nzureden wollen, 47 Welch einen Posten jeder habe, dafs mein Freund «Und ich erfahre, welcher Auftrag uns ge- meint.“— 66. —«Recht, ich war in Cedanken! Je nun, Ihr «Mögt zu dem vor'gen Regiment, das eben «Wird unter Waffen seyn. He, Katskoff, führ“ (Er sprach's zu einem Polen, der daneben) «Ihn hin zum Nikolajew-Regimente; «Das fremde Bürschchen, das mir wohl gefällt, «Mag bey mir bleiben, und die Weiber sende «Zur Wagenburg, oder in's Krankenzelt.“ 67. Das führte einen Auftritt jetzt herbey. Die Frauen, d'ran gewöhner nun und nimmer 48 Verfügt zu sehen über sich so neu, Ob ihre Haremsauferziehung immer Zu jener wahrsten Bildung sie geführt, Zzu stummer Folgsamkeit— erhuben, schwer berührt, Ihr Haupt, im Auge Gluth und Thränen, ihre Arme, Wie Hühner ihre Flügel ob der Küchlein Schwarme, 68. Ausbreitend nach dem angestellten Helden: paar, Das durch den ersten Feldherrn so geehret war, Der je die Höll' erfüllt mit todigeschlagnen Helden, Und je ein Reich in Noth gestürzet hat. O Thorenwelt, der keine Lehren gelten! 0 Ruhmlorbeer, wenn für ein einz'ges Blatt Und i Ein le Des M Gemet Auch schwer en, ihre Küchlein Helden- geehret schlagnen Aus deinen angeblich nie welken Zweigen, Ein Meer von Blut und Thränen mufs ent- steigen! 69. Suwaroff, der nicht eben Thränen sehr ge- achtet, Und Blut nicht sehr geschont, betrachtet Die Frau'n, mit ihrem wildzerstreuten Haar, Und ihrer unerlog'nen Angst— da dränget Ein leis Gefühl ihm auf sich; wie versenget Des Mannes Herz auch gegen Tausend, war Gemetzel sein Beruf, doch rührt ein Schmerz manchmal Auch Helden, wie bey Suwaroff der Fall. 7⁰. Er sprach im gütigsten Kalmuckenton: Ey, Johnson, sagt, was haltet Ihr davon, „Frau'n mitzubringen? Rücksicht, wie es nur geschehen 184. D 5 Kann, sey gehabt; sie sollen hingeleitet seyn Zur Wagenburg, gefahrlos sind sie dort allein; aIhr selber, dächt' ich, hättet eingesehen, «Die Art Gepäck kann Nutzen nicht bereiten, «Rekruten, über's Jahr beweibt, mag ich nicht leiden!“ 2 «Mir Die «Dr «Geruhen, Excellenz,“ war das Erwiedern Des Britten,«es sind Andrer Frau'n, „Nicht unsre eig'nen; zu bewandert, trau'n, «Bin ich durch Dienst bey meinen Kampfes. brüdern, «Um so zu fehlen, eine eigne Braut In's Lager mitzubringen. Nichts macht so er- blassen «Das Heldenantlitz, tönt's zum Angriff laut, «Als ein Familchen ohne Schutz zu lassen.“ te seyn sie dort b fhen, ereiten, ich nicht wiedern 2 trau'’n, lassen.“* Kampfes. 51 72. 2wey Türk'sche Frau'n sind's, und ihr Die- ner, die «Uns zu der Flucht behülflich waren; «Und nachher folgten so verkleidet sie «Uns nach durch tausend drohende Gefahren. «Mir ist die Lebensart nicht eben neu; «Die armen Dinger macht der Schritt verlegen, «Drum bitt' ich, wollt Ihr, dafs ich fechte frank und frey, «Dafs Beyde gut behandelt werden mögen!“ 73. Derweile sah'’n mit Staunensblick die Frauen Sich um, wie zweifelnd, ob sie dürften trauen Den eigenen Beschützern; nicht geringer war Ihr Staunen als ihr Schmerz(mit Recht das, offenbar!) Dafs hier ein Greis, mehr wild als klug, Wie'’s schien, einfach gekleidet, staubbeklebet, 5² Geschürzt zur West', auch diese schmutzig . Trat s nug, Furchtbarer als ein Sultan war, der je gelebet. Fen Schw 74 Oder Von seinem Wink schien Alles abzuhangen, Wie Aller Blicke zeigten; sie nun, die zu seh'n Und. Gewohnt den Sultan, wie'nen Gott vor ihnen Di? stehn, Umglänzt von Diamantenprangen, Voll Stolzes, wie der kaiserliche Pfau, Der Königsregel, mit dem Diadem zur Schau, M Mit allem Glanz der Macht— sie wollten gar War nicht glauben, Je n Dafs sich die Macht defs könnte selbst be- Was rauben. Die 75. Dem Inde John Johnson, der sie so verlegen sah, Die Ob fremd gleich dem Gefühl des Orientalen, schmutzig e gelebet. suhangen, e zu seh'n vor ihnen 1, ur Schau, ollten gar selbst be- sall, rientalen, Trat ihnen doch nach seiner Art mit Tröstung nah; Juan, mit mehr Hang zum Sentimentalen, Schwur, sehen sollten sie mit Taglicht ihn, Oder das ganze Heer müßfst' auf der Wahlsiatt bleiben! Und, seltsam, ein'ge Ruhe fanden sie darin, Die Weiber lieben ja das Uebertreiben. 76. Mit Thränen, Seufzern, flücht'gen Küssen Ward drauf geschieden; dies' erharrten schwer, Je nach Erfolg von den Kanonenschüssen, Was Weise nennen: Vorsicht, Schicksal, Un- gefähr. Die Ungewiſsheit ist ein Segensgut, Dem Menschenloos' in Huld geschenket— Indem die Männer rüsteten voll Muth, Die Stadt zu schleifen, die sie nie gekrän- ket. 7. Suwaroff, der im Groſsen Alles stets be- trachtet, Für Alles Kleine viel zu groſs, Der Leben gleich den Schlacken nur geachtet, — So achtet Völkerschrey des Windes Stoſs— So wenig der Armee Verlust geachtet, (Nur Sieg, ob auch das letzte Blut entflofs) Wie Weib und Freunde Hiobs Schwären— Was war das ihm, zwey Frauen schrey'n zu hören? 78. Gar nichts!— Das Werk des Ruhms ging seine Pfade, Vorzubereiten eine Kanonade, So fürchterlich, wie die von Ilion, Wenn Mörser Brauch zur Zeit Homers ge- wesen! Doch jetzt, statt zu erschlagen Priams Sohn, stets be- geachtet, 2s Stofs— „ entflofs) ären— hrey'n zu uhms ging omers ge- 5⁵ Gibt's nur von einem Leitersturm zu lesen, Von Bomben, Trommeln, Bajonet und Feuer- schlund, Zu harte Worte für der Muse zarten Mund. 70. Unsterblicher Homer, dem es gelang, zu rühren Jed' noch so langes Ohr, und noch so kurze Zeit, Poet'sche Waſfen schwangst Du nur im Streit, Waflen, die nie die Welt wird wieder füh- ren, Bis Pulver erst zu wenig wirksam noch befun- den, Als jetzt die Meinung jedes Hofes ist, Der zu dem Sturz der jungen Freyheit sich verbunden; Doch seh'n wird man, daſs Freyheit, Du, kein Troja bist! Unsterblicher Homeros, einen Sturm gilts jetzt Zu mahlen, wo mehr Leben zugesetzt Durch schnellern Tod und graus're Vorberei- tung, Als von dem Tro'schen stand in Griech'scher Zeitung. Doch mufs, wie Andr', ich sagen, meines Stre- bens Mäüh, Dir zu gleichen, wäre so vergebens, Als wollt' ein Bach gleich seyn der Meeres- fluth— Doch sind wir Neueren Euch gleich an Blut. 81. An Thaten auch, obwohl an Dichtung nicht, Und That ist Wahrheit, Hauptdesideratum! Wovon, ob gleich die Muse Alles hier be- spricht, Ihr Ihr T Geist Als 1 Ihr C Ruhn Etwas 57 Doch bleiben mufs ein leis Substratum. Umdonnern soll die Stadt Geschützgebrüll, Crofsthaten thut man, wie soll ich sie ma- len? Geister gefey'rter Führer, Phöbus will urm gilt's t Vorberei- 3. Aus Euren Schlachtberichten färben seine Strah- . len. iech'scher eines Stre- 22 bens, Ihr hohen Bülletins des-Bonaparte; r Meeres- Ihr Todtenlisten, minder voll Erhabenheit; Geist des Leonidas, des Helden dort im n Blut. Streit, Als mein arm Hellas Weh, wie jetzt, er- harrte; Ihr Commentare Cäsars, laſst doch übergch'n, ng nicht, Ruhmyvolle Schatten,(sonst werd' ich zu nichte) ratum! Etwas von eurem löschen woll'nden Farben- hier be- lichte Auf meine Muse— flieſsend, schön! 58 33, Nenn',«löschen woll'ndo ich krieg'rische Unsterblichkeit, So mein' ich, dafs jed' Alter, jedes Jahr der Welt, Ja, jeder Tag, in traur'ger Wirklichkeit Aufziehen mufs so einen Säuglingsheld, Der, wenn zur Summe man die Thaten brachte, Wodurch der Welt Glück wird zumeist be- schafft, Sich als ein Fleischer zeigt, der viel Geschäfte machte, rafft. 84. lach, Stand, Unsterblichen so unsterbliche Gaben, Wie Babels Hure war das purpurne Gewand; Indem er junge Leut' in wirbelnd Dreh'n ge- Es sind Medaillen, Bänder, Litzen, Schar- Was Ein' 1 Im Vo Doch Erfahr Er Weil Und, Sprech Ein 80 Der C g'rische fahr der it 1 brachte, cist be- Leschäfte ſeh'n ge- , Schar- 59 Was Frau'n der Fächer, ist für Knaben Ein' Uniform; jed rothes Bürschlein hält sich dann Im Vorderheer des Ruhms für Flügelmann; Doch Ruhm ist— Ruhm! Und möchtet ihr geschwind Erfahren wasb— den Ferkel fragt, der sieht den Wind. 85. Er fühlt ihn mindstens, und es heifst, dafs er ihn sieht, Weil er— nun ja, als Ferkel,— davor ren- net; Und, wird dem simplen Satz nicht Lob ver- gönnet, Sprecht, dafs wie eine Brig er davor flieht, Ein Schooner, oder— doch, hier ende sich Der Canto, meine Muse fühlt sonst Kräfte- mängel; 6⁰ Lärm gibt'’s im nächsten, schreckend männig. lich, Uie Wie wenn vom Thurme dröhnt der Glocken- schwengel. Der 2ſ Die M Von d 36. Ein A Der M. Horch, durch der kalten Pechnacht Schweigen Des Heèeeres Summen! All' in Reih' und Stand! Schau, wie die Massen in dem Dunkel schlei- Allah! Und 2 chen Längs dem berannten Wall, dem starren Rand Des wohlbesetzten Stroms, indem mit irrem Licht Der Sterne Schaar durch feuchte Nebel bricht, Die seltsam sich durchkräuseln. O, ein Rau- chen Der Hölle wird sie bald mit dicht'rer Häll' umhauchen! 61 männig. 87. Hier stehn für jetzt wir still, wie damals Glocken- auch Der ernste Stillstand, trennend Tod und Leben, Die Männerherzen flüchtig macht' erbeben, Von denen Tausend nah dem letzten Hauch. Ein Augenblick— und Alles neu erwacht! Der Marsch, der Schufs— Schlachtruf von Hei- hwei den— Christen— CunelGes Allah!— Hurrah!— Noch Augenblickes Fri- d Stand! gien 1 schlei-— 4.. Und es verhallt der Todschrey im Gebrüll der Schlacht! 1 bricht, ein Rau- ter Häüll' 63 —V———————— ℳ MV⸗ℳ—— ℳêℳ—-————ℳ——— Vorrede z um siebenten und achten Gesang. Die Angaben über die Belagerung von Ismael, wie sie in diesen beyden Gesängen enthalten sind, wurden aus einem Französischen Werke, histoire de la NVouvelle Russie betitelt, ent- lehnt. Manche dem Don Juan beygelegte Ein- zelnheiten fielen wirklich vor, vorzüglich seine Rettung des Kindes, was eigentlich dem Herzog von Richelieu begegnete, der damals als junger Volontär bey den Russen diente, und später der Gründer und Wohlthäter Odessa's ward, wo sein Namen und sein Andenken für alle Zei- ten mit Ehrfurcht gefeyert werden wird. Im Ver- laufe dieser Gesänge finden sich ein oder ein Paar Stanzen, die sich auf den Marquis von Lon- donderry beziehen, aber noch vor seinem Tode niedergeschrieben wurden. Wäre die Oligarchie dieses Mannes mit ihm gestorben, so würden die- selben unterdrückt worden seyn; wie die Sachen stehn, kann ich weder in seiner Todesart noch in seiner Lebensweise das geringste wahrnehmen, was die freye Meinungsäufserungen aller Derer zurückhalten sollte, welche er so gern durch Verwendung seiner ganzen Lebenszeit mit dem Band der Sclaverey gefesselt hätte. Dafs er im Privatleben ein liebenswürdiger Mann gewesen sey— kann wahr, oder auch nicht wahr seyn; damit Mer hat das Publikum nichts zu thun; und seinen Tod zu beweinen wird dann die rechte Zeit seyn, wenn Irland aufgehört hat über sein Gebo- renwordenseyn zu trauern. Als Minister betrach- tete ich— cin Einzelner aus Millionen, ihn als den g. gröſste Land Zeit d — we worde daſs si in der Ueh werde B. W geschr 65⁵ den gröſsten Despoten an Cesinnung, und den lalle Zei- Im Ver- gröſsten Schwächling an Verstande, der je ein Land tyrannisirt habe. Sicherlich ist es seit der Zeit der Normannen das erste Mal, daſs England m Tode— wenigstens von einem Minister ist gehöhnt igarchie worden, der nicht Englisch reden konnte, und den die- dafs sich das Parlament Vorschriften machen lieſs Sachen in der Sprache der Madam Malaprop. art noch Ueber seine Todesart darf weiter nichts gesagt nehmen, werden, als, wenn ein armer Radicale, wie z. ſer Derer B. Waddington oder Watson, sich die Kehle ab- n durch geschnitten hätte, er auf einen Kreuzweg würde mit dem begraben worden seyn mit dem gewöhnlichen Zu- ſs er im behör des Pfahles und des Schlägels. Der Mini- gewesen ster aber war ein zarter Mondsüchtiger— einsen- hr seyn; timentaler Selbstmörder— er durchschnitt nur un; und die Halspulsader(Heil ihrer Gelehrsamkeik!) und: chte Zeit sieh da! Gepränge und Abtey! und«Schmerzes- in Gebo- halle wurden laut» in den Zeitungen. Der Kron- betrach- beamte— ein dieses Cäsars würdiger Anto- ihn als nius— hielt über dem blutigen Leichnam des 184 E Entseelten eine Lobrede— einsümmt das ekel- hafte freche Geplärre eines verworfnen Haufens, der sich gegen Alles, was Redlich und Ehrbar ist, mitverschworen hatte. Bey seinem Tode war er nothwendiger Weise eines von beyden nach dem Gesetze: entweder ein Verbrecher oder ein Wahnsinniger, und in keinem von beyden Stücken ein würdiger Gegenstand für Lobeserhe- bung.*) Während seines Lebens war er— was alle Welt weiſs, und die Hälfte von ihr in kom- menden Jahren empfinden wird, sofern sein Tod nicht eine Sittenlehre für die noch lebenden Se- janen Europa's wird.**) Wenigstens kann es den 1 P 8 *) Ich sage, nach dem Landesgesetze; die Gesetze der Menschlichkeiten urtheilen hier milder; da aber die Legitimen immer das Wort Gesetz im Munde führen, so sollten sie es doch auch in diesem Falle heilig halten! **) Canning macht hier eine Ausnahme; Can- ning ist ein Geunie, beynah ein Universal- genie, Redner, Witzkopf, Dichter, Staats- mann; und kein Mann von Talent kann lange Völke drücl Beysp urthe heit d sen M der V triot litik: mit 2 Ld das ekel- Haufens, d Ehrbar Tode war den nach her oder a beyden obeserhe- r— was rin kom- sein Tod enden Se- un es den tze; die eilen hier nmer das bo sollten g halten! me; Can- Universal- er, Staats- ann lange 67 Völkern zum Trost gereichen, daſs ihre Unter- drücker nicht glücklich sind, und in einzelnen Beyspielen so richtig über ihre eignen Handlungen urtheilen, daſs sie dem Ausspruch der Mensch- heit darin vorgreifen. Doch nichts mehr über die- sen Mann! Irland mag die Asche seines Grattan der Westminsterabtey entnehmen— soll der Pa- triot der Menschheit neben dem Werther der Po- litik ruhen P 5! In Bezug auf die Vorwürfe, die in einem andern Sinne der bereits erschienenen Gesänge dieses Gedichts gemacht worden sind, begnüg' ich mich mit zwey Stellen aus Voltaire: Za päudeur s'est enfuite des coeurs, et s'est refugice sur les lévres." Plus Tes moeaurs Sont depravés, plus les ex- in dem Cleise seines Vorgängers, des Lord L. fortgehen. Wenn je ein Mann sein Va- terland rettete, so kann es Canning; aber will er esb Ich, der Einzelne, hoff' es. pressions deviennent mesurdes; on osoit regagner en langage ce qu'on a perdu en vertu.“" So ist's in der That, und das ist vollkommen anwendbar auf die verworfne heuchlerische Masse, die jetzt in dem Englischen Volke gleichsam wie ein Sauerteig wirkt— sie ist keiner andern Ant- wort werth. Die ahgedroschne, so häufig beyge- legte Benennung: Gotteslästrer, die mit Radicale, Liberale, Jakobiner, Reformer u. s. w. abwech- selt im Munde der Miethlinge, die täglich damit den willſährigen Hörern die Ohren vollschreyen, sollte einem jeden willkommen seyn, der sich erinnert, wem sie zuerst beygelegt wurde. Socra- tes und Jesus wurden als Cotteslästrer öffentlich getödtet, und so ist es gegangen und kann gehen Vieleu, die den offenbarsten Misbräuchen des NamensGottes und der Menschenvernunft zu wider- sprechen wagen. Verfolgung aber ist nicht Wider- legung, und auch nicht Triumph; der«arme Un- gläubige, wie man ihn nennt, ist aller Wahrschein- lichkeit nach in seinerBefangenheit glücklicher, als egagner kommen ne Masse, asam wie lern Ant⸗ ig beyge- Radicale, abwech- ich damit schreyen, der sich e. Socra- öffentlich ann gehen chen des zu wider- t Wider- arme Un- ahrschein- licher, als 69 seine stolzesten Widersacher. Seine Ansichten lass' ich dahin gestellt seyn— gleichviel ob sie richtig, ob falsch sind; aber er hat dafür geduldet und gerade dieses Dulden um des Gewissens willen wird dem Deismus mehr Anhänger verschaffen als das Beyspiel heterodoxer*) Prälaten dem Chri- stenthum, das selbstmörderischer Staatsmänner der Unterdrückung****. Mich verlangt nicht, den Entehrten oder den Todten mit Füs- sen zu treten, aber es durfte doch wohl ge- than seyn, wenn die Anhänger der Klassen, woraus jene Leute entsprungen, ihre beliebte Sprache etwas beschränkten, die die schreyende Sünde dieser zweyächslerischen, heuchlerischen Zeit selbstsüchtiger Plünderer ist, und— doch genug für jetzt! *) Auf Lord Sandwichs Aeufserung:«Er kenne den Unterschied nicht zwischen Orthodoxie und Heterodoxie,“ antwortete der Bischoff Warburton:«Orthodoxie, Mylord, ist mein Glaube, und Heterodoxie, der Glaube meines Nächsten.“ Ein Prälat gegenwärtiger Zeit hat, wie es scheint, eine dicke Art des Glaubens ausfindig gemacht, der nicht eben viel Seusation bey den Auserwählten ge- macht hat, die Bentham die englandismische Kirche" nennt. 5 ,8 5 8 ,A 2 2 3 4 S 2 0,2 alten ge⸗ lismische 73 ————-:—————A Don Juan. — Achter Gesang. 1. O Blat und Donner! Wund' und Schmerzge- stöhne! Gemeine Flüche, denkst Du wohl, bethört, Du allzuzarter Leser, und anstöſs'ge Töne! Sehr wahr! Doch wird durch sie der Traum des Ruhms erklärt. Und da dergleichen meine treue Muse jetzt Behandelt, und zum Thema sich geselzt, So sey'n sie ihr begeisternde Gottheiten; Bellona— Mars— nur Namen; Krieg ist ihr Bedeuten. Bereit war Alles, Feuer, Schwert; die Man- nen, Handhabend es in fürchterlicher Reih'; Vorräckt das Heer, wie aus der Grub' ein Leu, Mit aller Muskeln kampfeslust'gem Spannen; Eine Menschsnhyder, ihrem Moor entsteigend Vergiftet, wo sie hinschleicht, sind die Au'n, Helden sind ihre Köpf' umsonst herabgehau'n, Im Nu an ihrer Stelle neu' erzeugend. 3. Geschichte kann im Groſsen Alles nur besehen; Doch, wüſsten wir das Kleinre auch, vielleicht, Wenn Vortheil mit dem Nachtheil man vergleicht, Würd's das Verdienst des Kriegs nicht sehr er- höhen, Des Golds so viel für Schlacken zu vergeuden, Wie das der Fall ist bey Erob'rungswuth. Mehr Wa Indem Mit B (Wo; Dem Mag's Beym Doch 80 v Nicht! Ein he Dem die Man- *ein Leu, annen; tsteigend ie Au'n, bgehau'n, besehen; vielleicht, vergleicht, at sehr er- ergeuden, ruth. 75⁵ Ach, eine Thräne trocknen bringt bey weiten Mehr edlen Ruhm, als zu vergiefsen Seen von Blut. 4. Warum b Es bringt hervor ein inn'res Lohnen; Indem das Andere, mit allem Glanzesschein, Mit Bögen, Brücken, Völkerpensionen, (Wo, scheint's, nicht viel zu sparen mehr mag seyn) Dem hohen Stand, der Titulation, Mag's die Entartung staunend auch betrachten, Beym Licht beseh'n(ausnehm' ich Freyheits- schlachten) Doch nichts ist, als des Mordgetümmels Sohn. 5. So war's, und wird sich nimmer anders zeigen, Nicht bey Leonidas und Washington dergleichen! Ein heil'ger Boden ist ihr Schlachtenfeld, Dem Völkerheil entweht, nicht Schmach der Welt! 76⁶ Wie lieblich hallen solche Kläng, herein! Wo der des blofsen Siegers schrecken kann, betäuben Den Knecht, den Eitlen, werden solche Namen bleiben Als Losungswort, bis frey die Welt wird seyn.- 6. Die Nacht war finster, dicke Nebel liefsen Nur Flammen sehn von Feuerschlundes Schies- sen, Der Horizont besäumt mit Wolkengluth, Ein gleiches warf zurück der Donau Fluth; Ein Höllenspiegel! Das Gebrüll, das lange Hallen Jedweden Feuerns gab dem Ohr mehr Qual, Als Donner; denn es schont des Himmels Feu. erstrahl, Würgt selten— der des Menschen macht Mil. lionen fallen. Die Die B2 Als au Erwied Ein G Und A Indem Der wi Ein Zugleie Des Kr Und v Allah; Hoch in! erein! ken kann, he Namen rd seyn.— 2l lieſsen des Schies- gluth, Fluth; das lange hr Qual, mmels Feu. macht Mil. 77 7. Die stürmen soll'nden Schaaren waren kaum Die Batterien hinaus auf ein'ge Ellen, Als auf die Türken wachten aus dem Morgen- traum, Erwiedernd christlich Feuer mit gleichem Gellen; Ein Gluthmeer wogt' um Luft, Strom, Erde dann, Und Alles fühlt' im Lärmgetös ein Rucken, Indem die Schanzen gleich dem Aetna flamm- ten, wann Der wilde Titan drunten hat den Schlucken. 3. Ein ungeheu'rer Allahschrey entstand Zugleich, so laut als je die Mordgeräthe krachten Des Kriegs, und heulte auf den Feind Verachten, Und wiederhallte Stadt und Strom und Strand: Allah; die Wolken, denen dick Gedränge Hoch oben hüllte das Gemetzel zu, 78 Erbebten bey dem heil’gen Namen; alle Klänge llorch! überdringet: Allah, Allah hu! ¹) 9. Bewegung ist in den Colonnen allen; Doch die den Angriff her vom Strom gethan, Beginnen dichter jetzt als Laub zu fallen, Führt auch Arseniew, der wackre Held, sie an, Brav, wie je der, dem Bomb' und Kugel werth des Spottes; Blutbad,“— so sagt uns Wordsworth— aist 2 2 ) So Christi Schwester, wenn das Recht' er fand; die Tochter CGottes;“ Sie that, als sey sie jetzt im heil'gen Land. 10. Der Fürst von Ligny ward in’'s Knie ge⸗ schossen, Auch traf den Grafen Chapeau-Bras ein Schufs Grad zwischen Mütz’ mad Kopf; aristokratisch mufs, «Asch 79 le Klänge Der Kopf gewesen seyn, wie einer je entsprossen, 1) Weil er nicht mehr verletzet ward dabey, Als seine Mütze, so legitimen Haupt nachtheilig Konnt’ eine Kugel nicht seyn wollen freylich, Asch' und Asche! wie nicht Bley und Bley?— n; gethan, llen, 2 d, sie an, ugel werth Auch General Markow, dem Brigadier, Als er drauf drang, den Fürsten wegzutragen, rih— aist Ob tausend Andre röchelud dort noch lagen, ottes;*²— Gemeines Volk, das ringen mocht' in Weh „ 8 7 t' er fand; Und taube Ohren flehn um einen Trunk— Land. Dem General Markow, eifernd, zu bewähren Sein Mitgefühl beym Range, ward zur Besserung, i rschossen, rein'res ihn zu n. Das Bein zersch, rein'res il lehre Knie ge- 12. in Schuſs Horch! Mord dreyhundert Schlünde speyn tokrausch Und dreyfsig tausend Flinten schnellen 80 Wie Hagel, Pillen, Blutharn treibend, wild herein. O Sterblichkeit; mit den Monatstabellen! Pest, Hungersnoth und deine Aerzte gellen, Wie Todtenuhren uns in's Ohr hinein, Was war, was ist, was seyn wird; doch das Alles weichet Dem treuen Bild, das uns ein Schlachtfeld zeiget. 13. Hier immer neues Weh, das sich vermehret, Bis seine Unzahl selbst verstockt das Herz Durch den endlosen Todesschmerz, Der trifft das Auge, wo's nur hin sich kehret— Gestöhn, Gewälz im Staub, des Auges Weißs, Das sich verdreht in seiner Höhle— das der Preiſs Für Tausend' in den Reih'n; nur Weng' er. rangen Vielleicht ein Band, das an der Brust darf hangen. Do- Denk Wo! Der Und Das i- Ohn’' Auf Die Recht Die ti Began Sie sti 184. 81 ad, wild 14. en Doch lieb' ich Ruhm; wie groſs er vor uns n! 3 schwebt! gellen, Denkt, was er seyn Euch wird in Euren alten 9⸗ T. doch das 2; Wo Ihr der Gnade Eures guten Königs lebt! hlachtfeld Der Weis' auch fühlt bey Cnadenlohn Behagen, Und Helden sind nur da, dafs der Gesang sie ehrt, Das ist viel mehr! In Versen also fortzukriegen Ohn’' Ende, und noch halben Solds Vergnügen vermehret, Auf Lebenszeit, macht Menschen schon des Herz Würgens werth! kehret— 15 Die ausgeschifften Truppen waren dran Rechts eine Batterie zu nehmen; andre Schaaren, Die tiefer landeten, als ihre Landung erst ge- Weng er. than, Begannen, gleichen Muth zu offenbaren. Rarf hangen- Sie stiegen einzeln(Grenadiere sie) mit Lust, 184. F 8² Wie Kinder klettern an der Mutter Brust, Hin über das Verhau, die Palisade, So ordentlich, als wär's auf der Parade. 16. Recht wundernswerth! Denn so stark war das Feuer, Selbst der Vesuv, wär' aufser Lava er Geladen mit jedwedem Schufswerkungeheuer, Ja mit der Hölle selbst, er könnte speyn nicht mehr, Das Drittel blieb der Offizier' am Ort, Ein Umstand, der nicht Sieg zu offenbaren, Schien denen, die beym Sturme thäug waren; Die Hunde sind verloren, ist der Jäger fort. 17. Doch hier verlafs das Allgemeine ich, Um unsern Helden auf die Bahn des Ruhms zu ziehen, Für ihn besondsrs mufs der Lorbeer blühen; Den 0 b 4 Ob j Ersch Und, Dr. Der Z Die, Dem! Den F Heil j In de War 83 Brust, Denn funſzig tausend Helden, Alle namentlich, Ob Alle gleich werth einer Stanz' als Lohn, de. Ob jeder Recht zu einem Klaggedichte, Erschüfen ein breit Ruhmeslexikon, Und, was noch ärger, eine längere Geschichte. rk war das 5 18. ungeheuer, peyn nicht Drum überlassen wir die gröſs're Zahl Der Zeitung, sie wird wohl bedacht die Todten rt, haben, nbaren, Die, ruhmvoll schlafend, liegen in dem Graben, uig waren; Dem Feld, wo sie zum letzten Mahl er ſort.. Den Körper als der Seele Last gespüret. Heil jedem, dessen Namen recht ward buch- stabiret ch, In dem Bericht; ein Mann(noch weiſs ich Ruhms zu dies) War Grove geschrieben, obgleich GCrose blühen; er hiefs. 3) Juan und Johnson schlossen an ein Corps sich an, Und fochten dort aus Leibeskraft, ob unerfahren Auch auf der nie betreinen Bahn, Und unbekannt, wohin bestmmt sie waren; Doch vorwärts ging es, über Leichen hin, Steis hauend, feuernd, stechend, heiſs im Streite, So tollkuhn fechtend, dafs für alle Beyde Ein lobend Bülletin wahrscheinlicher Gewinn. 20. So wadeten sie fort im blut'gen Schlamm der Todten Und Sterbenden, bisweilen ein Paar Ellen Boden bracht, Wornach man seltsam rang mit aller Macht; Gewinnend, der sie einem Winkel nah ge. 1 Dann, Das w Anstat Ihr Fu Ob's Die nä Im ka Kann; Einsch Der W Er hät Doch r Er k 85⁵ Dann, fortgedrängt vom heft'gen Feuer von der Stelle, ein Corps Das wirklich spie, als regnete die Hölle, Anstatt des Himmels, stiefs beym R ckwärtsgang nerfahren Ihr Fufs auf einen Feind, der dort im Blute rang. waren; 2 1. hin, ; Ob's Juans erster Feldzug war, und ob im Streite,.. 6 ode Die nächt'ge Must'rung ihn, das stumme Ziehen 2. Im kalten Dunkel— wo der Muth nicht so ent- r Gewinn. glühen Kann, als wo ein Siegsbogen überm Haupt sich hob— Einschüchtern konnte, dafs nach dem Getümmel Der Wolken(Stärke gleich steift' es den Himmel) Er hätte blicken mögen, ob der Tag begonn— lamm der Doch nein! trotz all dem lief er nicht davon! baar Ellen 22. 1 nah ge⸗ 1 Er konnte freylich nicht! Doch wenn? frag' ich. r Macht; Es gab und gibt noch Helden unter unsrer Sonnen, Die so, und schlechter noch begonnen; Von Molwitz lief der groſse Friederich, Doch, erst- und letztes Mahl! Wie Räuber, wie Falken, wie Mädchen, sind die Meisten; ha- ben sie Den ersten Gang gemacht, dann ist das Ding Gewöhnung, Wie Tenfel fechten sie um Land, um Löhnung! 23. Er war, was Erin nennt in seinem hoh'n Uralten Ers'schen, Ir'schen, oder ist's gar Pu- „ ⸗ 8 nisch, (Der Alterthümler, der die Zeit kennt, die entflohn, Die Zeit, die Alles gleicht, ob Römisch, Grie- chisch, Runisch, Schwört, dafs Pat's Sprach' entsprang aus ei- nem Land Mit Hannibal, und trägt das tyrische Gewand 87 Von Dido's Alphabet; vernünftig ziemlich, Wie sonst nur ein Begriff, doch nicht volks- thümlich;) 4) 4 24 Juan war eine Fleischbrüh traun von Jungen,“ So recht erhebend, ein Gesangesheld, öhnung! Jetzt von der Fühligkeit der Lust durchdrungen, Wohl lieber vom Gefühl(wenn jenes nicht geſällt) Dabey, mufs einmal Mord und Todtschlag seyn, oh'n Mit Lust dran, unter edlen Truppenzügen, gar Pu. Wie sie bey Schlachten, Stürmen, und der Art Vergnügen, unt, die Auch kein Verträumer seiner Zeit zu seyn; 25. ch, Grie- 1, Doch ohne Bosheit stets; ob Lieb- ob Krieges- zaus ei- held, Geschah aus bester Absicht» es, nach dem ge- Gewand meinen 88 Ausdruck; das die Trumpfkart' aller Welt, Hinauszuspielen, soll die Prob' erscheinen. Held, Staatsmann, Hure, Richter schlagen Ab jeden Angriff, wenn die Leute fragen: Wie das siesprechen, gut gemeinet habensis'. O Schade, dafs der Hölle Pflaster dies! 5) 26. Da neulich bin in Zweiſel ich gekommen, Ob nicht der Hölle Pflaster, fordert es den Stein, Recht ausgetreten jetzo müſste seyn, Nicht durch die Zahl, die«gute Absicht"»schufzu Frommen, Nein, durch Menge, welche kommt zur Stelle, Entblöfst von guter Absicht, die einst sanft be- legt, Und abrasirt den Schwefelgrund der Hölle, Der mit der Mailbahn Gleichheit an sich trägt, Jua Das c — V Naht Durcl Etwas Als er Alleir „ Aben sie's. 1⁵) sanft be- 89 9 27. Juan war durch ein eignes Ungefähr, Das oft die Kämpfer trennt im hitz'gen Streite, — Wie keusche Frau'n von treuer Gatten Seite, Naht von dem ersten Ehstandsjahr des Ende her— Durch einen von des Schicksals wilden Streichen Etwas erschreckt jetzt, wie gestehn ich muſs, Als er, nachdem er abgefeuert Schufs für Schufs, Allein sich sah, und seine Freund im Weichen. 28. Ich weiſs nicht, wie das kam; vielleicht, Dafs todt die Meisten und verwundet waren, Und dafs der Rest zu Rechtsumkehrt geneigt; Ein Unfall, wie er Cäsarn selber wiederfahren, lIudem, vor seinem ganzen Heer, Das wie behannt, so heifs von Muth durchdrungen, Ein Schild er zu ergreifen war gezwungen; So trieb zur Wahlstatt seine Römer er. 9⁰ 29. Juan, dem hier kein Schild zur Stätte, Kein Cäsar auch, ein netter Bursch' er, hier im Sireit Ohn’ Absicht— stutzt' in der Verlegenheit Minutenlang; noch länger hätte Vielleicht er's sollen! Wie ein Esel dann, (Mein Leser, Gunst! Homer, dem groſsen, war dies Gleichniſs Genug für Ajax, so behagt's dem Don Juan Vielleicht weit besser, als ein neu Erzeugniſs.) 30. So, wie ein Esel, fing er an vorwärts zu geh'n, Und, seltsam! ohne sich nur umzuwenden; Erglühen sah er, wie den Tag auf Bergeshöh'n, Ein Feuer, stark genug, zu blenden Jedweden, der nicht Neigung für Spektakel hat. Fort stolpert' er, zu kommen auf den Pfad, Wo Von Und, Wohi takel hat. Pfad, 9¹ Wo seine Kraft er eine mit den Schaaren, Von denen schon die Meisten— Leichen waren. 31. Und da den Chef des Corps er nirgends fand, Ja selbst das Chor nicht mehr, durchaus ver- schwunden War alles(ja, für keinen Uebelstand In der Geschichte bin zur Antwort ich ver- bunden) Doch Wunder haben(das wird jeder eingesteh'n) Bey solch'nem Jüngling nicht sich zugetragen, Wenn er, Ruhm suchend, vorwärts nur geseh'n, Ohn' eine Prise Tabak nach dem Corps zu fragen. 32. Da nirgends Führer noch Gefährt' er fand, Und, wie ein junger Erb'’, er frey, zu streifen, Wohin— er selbst nicht wufst'— auf eigne Hand; 9² Wie Wand'rer, über Moor und Brüche schwei- fen, Gelockt vom Irrlicht; wie Seefahrern theuer, Die strandeten, das erste beste Dach, So flog Juan, der Ehr' und Nase nach, Hin, wo die meisten Feind' ihm wies das stärk- ste Feuer. 33. Nicht wufst' er, wo er war; was sollt's auch nützen P Denn wirblich war er, eileig, angefüllt mit Blitzen Gleichsam die Adern; eindrang in den Ceist Die Stunde, wie das ist bey glühenden Naturen; Und wo des Feuers mörderisch'ste Spuren, Wo die Kanonen donnerten zumeist, IHlinſlog er, während Luft und Erde krachte Vom wohlgemeinten Fund, den einst Mönch Bako machte. ⁰) Dat Zu der Und u Doch j Voll 1 So starl Die ste Zum V 93 schwei- 34. Da fügte sich's, dafs er, so heifs im Streite Zu der Colonne stiefs, die jüngst die zweyte, Und unter General Lascy's Leitung stand, as stärk- Doch jetzt geschmolzen, wie ein dicker Band Voll Heldensinn im netten Auszug; vielfach nicht So stark; er trat mit ernster Miene in die Reihen, Die stets noch zeigten ein muthvoll Gesicht, Zum Wall stets richtend das Geschütz vom neuen. t's auch üllt mit 35. Auch Johnson kam in dem Moment hervor, Ceist Der«sich zurückgezogen," wie man pflegt zu Naturen; sagen, ren, Wenn Leut' entlaufen, statt durch der Zerstö- rung Thor achte Dem Teuſel spornstreichs zuzujagen. Mönch Doch Johnson war kein Dummkopf, wuſste gut, Wo besser Wiederkehr als Bleiben thut, Und rannte nie weg, aufser wo hinwegzurennen Man eine Art Bravourlist könnte nennen. 36. Drum, als im Sterben Alle, oder weggerafſt, Don Juan, diesen Neuling, ausgenommen, Der nie von Flucht geträumt in jungfräulicher Kraft, — Er kannte nicht Gefahr, das läſst bekom. men Die Kämpfer,(gleichwie Unschuld kühn ver- traut Auf ihre Stärke) Nerven ohn’ Ermatten— Zog er sich leis zurück, nur dafs er sammle laut, Die Schnupfen fürchten in des Todesthales Schatten. 37. Und dort, etwas geschützt von den Geschossen, Die flogen aus Bastey, Wall, Parapet herab, Aus G In de Von C Worau Fand e Durch Er ri Auf sei Der öd Kannst Ihr Gri Daſs ih zurennen en. feggeraflt, men, kräulicher bekom- kühn ver- r sammle desthales 95 Aus Casematten, Häusern, Schanzen, denn es gab In der geräum'gen Stadt, die furchtbar einge- schlossen Von Christentruppen, auch nicht einen Ort, Woraus, wie Teufel, nicht geschnaubt den Mord,— Fand einen Trupp Chasseurs er, die zerschlagen Durch Widerstand des Wilds, das sie zu jagen. 38. Er ruft sie an, und, sonderbar, sie hören Auf seinen Ruf, ungleich den Geistern aus Der öden Tiefe, die Du lang beschwören Kannst(Heifssporn sagt’s) ch sie sich müh'n aus ihrem Haus. Ihr Grund war Ungewifsheit, oder Schaam, Dafs ihnen Bomb' und Kugel so den Muih ent- nahm; 96 Bey Krieg und Glauben zieht aus diesem droll'- gen Grunde Der Meusch, wie Vich, dem Führer nach zur Stunde. 39. Beym Zeus, man sah den Johnson nur mit Wonne! Und klingt so fein wie Ajax und Achill gein Nam' auch nicht, doch sehn wir unter die- ser Sonne Kaum seines Gleichen! Mit so ruhigem Ge- fühl Hieb seinen Mann er todt, wie der Mousson nur stätig Bläst seinen Hauch, und wechselt Monden nicht. Nur selten ändert' er Farb' und Cesicht, Und war, ohn' eben Lärm zu machen, recht, sehr thätig. Riſs Zu rec Noch 4 Von ei Die He Ob sic Und we Gehn si Johnse Mit viel- Dahin, Die scha Doch Jo 1 84 97 o. em droll' 4 Riſs aus er, that er's, weil ihm plötzlich nach zur hie Zu rechter Zeit beyfiel, er würde hinten Noch Andre, die der Wunsch beseelte, finden, Von eitler Furcht befreyt zu werden, die Die Heldenfarbe bleichet. Alle Helden sind, Ob sich ihr Aug' oft bald schliefst, drum nicht plind, hill Und wenn dem Tod sie in die Arme laufen, n nur mit : Gehn sie zurück ein wenig, nur— um zu ver- unter die. schnaufen. igem Ce⸗ 41. Mousson.. Johnson rifs aus nur, um zurückzukehren t Monden Mit nielen andern Braven, wie erwähnt, Dahin, wo sich die Nebelgränz' ausdehnt, cht Die schauerlich beym Uebergang, nach Ham- , leis Lehren. , recht, Doch Johnson war ganz ruhig, in der That! 1 84 G 98 Denn wie auf Leichname des Galvanismus Wir. ken, So wirkt' auf Lebende sein Geist, gleichwie auf Sie Draht, Leicht führt' er sie zurück in's Feu'r der Tür. Wie ken. Die Der D 442. Die 1 ... Gleicl Traun, jetzt auch sah'n sie auf sich warten, Die B Was früher sie davon gejagt, trotz dem Eh' n Was kauderwälschen von dem Ruhm die Re densarten Der Leut' und dem unsterblichen Gebräu, Was lockt ein Regiment, noch aufser seiner Löhnung, Die Und Kriegern bald den Krieg macht zur GCe- Versc wöhnung— Und Denselben Willkomm sahn sie wieder da, Der Alle glauben liefs, die Hölle wäre nah. 99 smus Wir. 43. sie stürzten, wie beym Wetterschlag die Aehren, Wie Korn die Sichel mäht, die Sense Heu, Die alte Wahrheit zeigend, so gebrechlich sey Der Menschen Leben, wie jed Cut, das sie be- Hichwie auf r der Tür. gehren. Die Türk'’schen Batterien zerdraschen sie Gleich Flegeln oder Boxern zur gemeinen Briüh', h Warten, Die Bravsten wählend, die zur Erde flogen, Eh' noch den Flintenhahn sie aufgezogen. 44. Die Türken feuerten aus der Basteyen Verschanzungen, wie Teuſel stets hervor, Und ſegten, wie den Rauch die Lüfte, ganze Reihen. 100 Das laun'sche Schicksal aber, das bestimmt den Flor Auf der Von Völkern, Städten, Welten, fügt' es, weiſ der Himmel Oder, Wie so, dafs unter diesem Schwefellustgetüm. mel, Johnson, nebst Ein'gen, die zum Laufen nicht geneigt, Der Schanze Binnentheil zuerst erreicht. Die 47 Oder d Eins, zwey, dann sechs und zwölf begeben Sich rasch hinein, denn Tod gilt's oder Le- Des Gri ben, Da Flammen spey'n wie Harz und Pech Hatte pe Hervor nach oben und nach unten, Fänd' n Daſs schwer zu sagen, wer gewählt den besten Weg,(Obgleic Grad' in Ob jene, die zuerst sich unterwunden, Die Pali timmt den t' es, weiſs llustgetüm- aufen nicht icht. f begeben 's oder Le- Pech den besten len, 101 Auf der Brustwehr zu zeigen das Kriegsgottge- sicht, Oder, die noch aus Muth drauf leisteten Ver- zicht. 46. Die es gewagt, sahn, daſs durch Zufalls- launen, 8 Oder durch Fehler, ihre Kühnheit Beystand fand, Des Griech'schen oder Türk'schen Coehorns Un- verstand Hatte palisadirt, man witrde staunen, Fänd' man’s in Frankreich und den Niederlan- den, (Obgleich viel höher noch Gibraltar steht) Grad' in der Mitte von besagtem Parapet Die Palisaden ragend standen! 47. So daſs auf jeder Seite neun, zehn Spannen Raum frey war, wohindurch recht leicht sich's kroch; Das war nun gar bequem für unsre Mannen, Fär die zum mindsten, die am Leben noch, gie stellten fechtend wieder sich in Reih', Und was nicht wen'ger förderlich dabey, Leicht war's, die Palisaden abzuschlagen, Da wie Grashalme— höher kaum— ihr Ra- gen. 7 48. Den Ersten nach, der Erste sag' ich nicht, Bey Freunden und bey Bundesvölkern bricht Durch solchen Vordrang bey der Art Gelegen- heiten Gar häufig aus ein fürchterliches Streiten. Der Britte wahrlich hatte viel zu wagen, Der die Geduld John Bulls versuchet so, Zu sagd Obgleid Und Und G Bey Ze Die ste Dem K Der He Und Pe Derglei dHannen it sich's nnen, noch, hh, F; n, ihr Ra. ch nicht, bricht Gelegen- 103 zu sagen: Wellington erlag bey Waterloo; Obgleich das Nämliche die Preufsen sagen. 49. Und wenn nicht Blücher, Bülow, Cuneisenau, Und Cott weiſs, wer noch soust auf und au,* Bey Zeiten noch gekommen, die in Furcht zu jagen, Die stets noch fochten, wie das Tiegerthier, Dem Kampflust macht der leere Magen— Der Herzog Wellington nicht so mit Ordenzier Und pensionen würde seyn beehret, Dergleichen noch in England unerhöret. 52. Doch weiter!— Nicht zuerst, sag' ich, allein Gleich nach den Ersten drang hinein Nach Ismael der junge Don Juan, als wäre Er nur bey Krieg' erzogen, obgleich diese Sphäre Ihm, wie den Meisten, neu war; doch der Durst nach Ehre, Der männiglich so brennt durch Mark und Bein, Durchglüht ihm— Edelmuth war ihm ver- liehn— Gar heiſs das Herz, ob sein Gesicht auch weib- lich schien. Hier w Gefühlet Als Man Er fühlte Ja, er b Die Rous Die Fre Ach, Ja Muſst' Und nah' Hier war 105 53. Hier war er, der als Kind bereits, an Frauen- brust Gefühlet, wie ein Kind, ob ohne Widerreden Als Mann in Allem sonst man ehren ihn ge- wuſst, Er fühlte dran sich wie in Eden. Ja, er bestand sogar die dummen Proben, ich, Die Rousseau pflegt' ungläub'gen Schönen an- zuloben: Die Freyer pruft, wenn Euren Armen sie ent- äre fliehn!»* diese Ach, Juaan blieb, so lang sie reizten, gern darin, h der Bein, 57. 2 ver- Muſst' er nicht Schicksal, Wog' und Stür- men weichen, weib· Und nah'n Verwandten(was beynah desgleichen!) Hier war er, wo jedwedes Band zumal, 106 Das Leben festhält, auflös't Flamm und Stahl; Uad en, defs ganzer Leib in Seele war ver- kehrt, Hiieher gedrängt durch Lage, durch Nothwen- digkeit, Was Kühn' auch zwingt, geengt durch Ort und Zeit— Er stürzte fort, wie ein zum Lauf gesporntes Pferd. Sein Blut ward so heifs, fand er Wicder- streben, Wie das des Jägers, wenn an'’s Riegelthor er sprengt, An Schlagbäum', und so weiter, wo das Leben Der Britt'schen Jugend vom Gewicht abhängt, Die Leicht'sten sind am besten dran. Aus Ferne hafst' er Grausamkeit, wie Alle Blut sche Das seine Der G Als er b Indem e Als ob d Bezeigte Nicht h Nicht (Wie Pi Juan, 167 3 Blutscheun, so lang sie kalt; ja selbst im Wurh- anfalle Das seine bey'nem schweren Ach! gerann. 56. Der General Lascy, eben hart gedrücket, sporntes Als er bemerkte, Hülfe sey ihm nah, Indem er ein'ge hundert Wackre kommen sah, Als ob der Mond sie ihm herabgeschicket, Bezeigte Juan, der zunächst ihm, seinen Dank, Nicht halte, hoff' er, sich die Stadt mehr lang; Wigder- Nicht als«verworfenen Bezonier» ihn ach- tend, Ithor ar(Wie Pistol spricht) als Liefen ihn betrachtend as Leben 57. phängt, Juan, zu dem in Deutscher Sprach' er sich gewandt, Alle War Deutsch so wenig als Sanskrit bekannt, 108 Darum verbeugt' er sich, statt Antwort vorzu- langen, Vor'’m General, defs Corps er jetzt gehört; Denn da er ihn mit farb'gen Bändern sah be- hangen, Mit Sternen, Orden, in der Hand ein blut'ges Schwert, Und seine Rede bald wie Dankesworte klang, Erkannt' er ihn für einen Offizier von Rang. 58. Kurz sind die Reden zweyer Männer, spre- chen Sie nicht gemeine Sprache, und dabey Zur Zeit des Kriegs und Sturms, wo mancher Schrey Die Zwiesprach' übertäubt, und manch Ver- brechen, Eh noch das Wort zum Ohr dringt, sich be- geht, Wie Glockentöne Schauderklänge hallen, Cemisch Da kanr 8o0 We In zwey In diese sich ger Der Fei Ward s Gleich Der Tod Eind «Das La 109 Gemischt aus Seufzern, Heulen, Stöhnen und Gebet— Da kann nicht eben viel Gespräch vorfallen. 59. So war bey dem, was wir erzählet da In zwey Oktaven, ein Moment verflossen; In diesen kurzen Augenblick doch sah Sich gern jedwede Sünde eingeschlossen. Der Feu'rschlund selbst, betäubet durch das Sausen, r, spre- Ward stumm, und Donner und der Hänfling auf der Flur Gleich hörbar jetzt im allgemeinen Brausen mancher Der Todtesstimmen menschlicher Natur. ch Ver- 60. Eindrang man in die Stadt. O Ewigkeit!— «Das Land hat Gott, die Stadt der Mensch ge- schaffen," bich be- 2, 1 10 (Spricht Cowper) ich erreg' ihm keinen Streit, Betracht' ich das weg von der Erde Raſfen Von Rom, Carthago, Tyrus, Babel, Ninive, All den bekannten und den unbekannten Städ. ten; Und wenn das Jetzt und Einst ich recht besell, Glaub' ich, wir ziehn zuletzt zu Waldesstätten 61. Sulla, den Menschenwürger ausgenommen, Der lebend, sterbend ist im Glück geschwom men, War unter Allen, deren Nam' umstrahlt eit Schimmer, Der General Boon, der Waidmann von Ken tock, Der glücklichste der Menschen, wo nur immer Denn nichts' als einen Bären tödtend, eine Bock, Lebt' einsam, harmlos er des Alters Tage An einem Ort von wildromant'’scher Lage. Schul Der Eir Es weilt Wo un Als Leb Durch S Um Sta Ist, Boo Mehr Worun Berühm Ohn' v echt besel’, aldesstätten enommen, K geschwom umstrahlt eim an von Kex b nur immer dtend, einer rs Tage er Lage. 62. Schuld blieb ihm fern, sie ist nicht das Ge- bildniſs Der Einsamkeit; Wohlseyn hatt' immer er, Es weilt ja gern in niebetretner Wildniſs, Wo ungesucht, und Tod erkiesen mehr Als Leben, denen es verzeihet, die betrogen Durch Sitt' um das, dem nicht ihr Herz ge- wogen, Um Stadtgedräng. Doch, worum jetzt sich's fragt, Ist, Boon ward Neunziger mit seiner Jagd. 63. Mehr noch; ein Namen blieb sein Eigenthum, Worum vergebens Schmeichler man bemüht, Berühmt nicht nur, nein mit dem wahren Ruhm, Ohn’' welchen Ruf nur ist ein Schenkenlied— 112 Einſach und rein, der Antipod der Schande, Den Neid und Haſs zu schmälern nicht im Stande; Ein thät'ger Eremit, Naturkind, ob auch alt— Der Mann von Roſs, wild hausend in dem Wald. 64. Zwar hat er selbst Landsleute streng ver-. mieden; Als sie sich siedelten in seinem theuren Wald, Zog hundert Meilen er zu einem Aufenthalt, Wo wen'’'ger Häuser waren und mehr Frie- den. Das ist der hohen Bildung Uebelstand; Nicht Dir behagt’s, und Du kannst nicht behagen, Allein, sobald er seinen Mann nur fand, War freundlich, wie nur Eines, sein Betra- gen. Noch Sc Auf der Es fand, Und frise eng ver- theuren 65. Er war nicht ganz allein; ein Waldgott- schwarm Von Waidwerkskindern wuchs ihm auf da- neben, Wo jung, noch schlummernd, immer neu das Leben; Auf glatter Stirne hatie weder Harm Noch Schwert gefurcht; nichts Düstres war zu schauen Auf der Natur und auf des Meuschen Brauen; Es ſand, es hielt sie frey der Waldesraum, Und frisch wie einen Giefshach, einen Baum. 66. Schnellfüſsig waren sie, grofs, voll Ge- walt, Weit über bleiche Misgeburten zwerg'scher Städte, H 114 Denn Sorg' und Leidenschaft war nicht das Bette Ihrer Gedanken; ihre Welt— der grüne Wald. Die Kraft ward nicht, hinwelkend, alterschwach, Sie äfften nicht der Mode Fratzen nach; Sie waren einfach, wild nicht; ihre Flinten, Die sichren, wufsten stets ein würd'ges Ziel zu finden. 67. Ruh’ hatt' ihr Schlaf, ihr Tag war voller Regen, Der Frohsinn war die Dien'rin ihrer Müh; An Zahl zu viel nicht, noch zu wenig sie, Konnt' an ihr Herz das Laster sich nicht le- gen. Die Pracht, die nur bedrückt, die Lust, die sticht, Theilt Beute mit dem freyen Waldmann nicht; Nicht Des fro Natui Jetzt, Und de Als: K Und Ff Die H Seenen Und Is 115 Nicht traurig, heiter war die Abgeschieden- heit Des frohen Volks der Waldeseinsamkeit. schwach, ; linten, 63. ges LZiel 1—. Natur, so viel für Dich, des Abstands we- gen? Jetzt, Bildung, wieder hin zu deinem Se- sen, Und der Gesellschaft anmuthsreichen Folgen, ar velle Als: Krieg und Pest, Despotengrausamkeit: Und Fürstengeisel, Durst nach Weltenkun- Müh; digkeit; 8 gie, Die Hundert, die Soldaten, drum bezahlt, er- nicht le⸗ dolchen; Secenen, wie das Boudoir der alten Cathe- Lust, die rine, Und Ismaels Erstürmen, beygefügt als Sühne! aun nicht; 116 69. Man drang zur Stadt; auf blut'gem Wege kehrt Dahin erst ein Heerhaufen, dann der zweyte; Das rothe Bajonet, das blanke Schwert Klingt an den Scymitar, und aus der Weite Hört Kind und Mutter man zum Himmel schrey'n. Des Morgens und des Menschen Hauch er- sticken Steis dicht're Schwefelwolken, wuthvoll hauen drein Die Türken, noch die Stadt dem Feinde zu entrücken. 70. Kutusow, der Napoleon in spätern Tagen, (Vielleicht, dafs Schnee und Kälte bey mit trug) Zurücketrieb auf seinem kühnen Zug, Ward Er war Manch Stand a Heut wi Denn Wohin Von den Wollt' Da zeigt (Nebst Car tief Warf A Ward heut zufällig selbst geschlagen; Er war ein lust'ger Mensch, und konnte Freund' 8„ Wege und Feind Manch laun'gen Schwank zum Besten geben, zweyte; Stand auf dem Spiel' auch Sieg, und Tod und t Leben; Weite Heut wirkten seine Späfse nicht, wie's scheint. Himmel auch er- 71. Denn da in eine Grub' er sich gewagt, Wohin ihm Grenadiere folgten in der Hitze, winde a⸗ Von deren Blut anschwoll das Wasser in der Pfütze, 1 Wollt' er hinklimmen, wo die Brustwehr ragt, 8 Da zeigte sich sein Plan erst recht erhaben; Tagen,(Nebst Andern ward der Tod des Generals Ri- bey mit braupierre Car tief betrauert) denn das Türkenheer Warf Alle wiederum hinab zum COraben, 118 72. Und hätten einige zerstreute Truppen nicht Gelandet, selbst nicht wissend wo, dorthin ge- schwommen Auf wilder Fluth, daſs ihnen der Verstand be- nommen, Und sie umgingen, wie im Traumgesicht, Bis sie, als mählig nun der Morgen leuchtet, Dahingelangt, wo's wie ein Thor fast ihnen deuchtet— Wohl möglich, daſs der grofse Mann begra- ben war, Wo heut noch liegt die Hälfte seiner Schaar. 73. Und diese Truppen, dort umtappend, nah- men Jetzt eben ein den Cavalier Grad' als Kutusow's Kühnste hier Gleichv Und öfl Als sie Knietiet Der jet⸗ Kozac (Mit de Ich hal In Poli An Die Und nie Der Fe Der Fi nicht 11 9 Gleichwie Kamäleons, der Furcht Anstrich be- kamen, Und öffneten das Thor den Helden in der Noth, Als sie gar bang einander sich beschauet, Knietief hinwadend in vorher gefrornen Koth Der jetzt zum Sumpf von Menschenblut ent- thauet. 74. Kozacken, oder, willst Du lieber, die Ko- sacken, (Mit dem Rechtschreiben kann ich mich nicht placken, Ich halt' in Sachen, Taktik und Geographie, In Politik, Statistik Schnitzer nur verpönet)— An Dienst zu Pferd allein gewöhnet, Und nicht groſs Kenner der Topographie Der Festungen, nur fechtend nach Belieben Der Führer, wurden All' in Stücken hier ge- hieber 75. Ihr Haufen, trotz der Wuth der Türk'schen Batterien, Hätt' immerhin vielleicht die Schanz' erstie- gen, Schon mochten träumen sie von dem Vergnü- gen, Die Stadt zu plündern ohne weit're Müh'’n: Sie irrten, wie den Bravsten das kann gehen. Die Türken stellten sich, als ob sie flöhen, Um Jene zwischen zwey Basteyn zu locken blos, Da stürzten sie auf diese Spötterchristen los. 76. Im Rücken dann gepackt, ein Packen, Was Kriegern und Bischöfen gleich gefähr- lich ist, War'n abgeschnitten morgens die Kosacken 8 8* Und fanden, aus sey ihres Lebens Frist, Doch ni Als Staſl Worübe Cing mi Der f Doch ke Ward e Mehr ke Die Mau Wo mel Schlag fe Keins w- rk'schen * erstie. Vergnü- h'n: gehen. en, en blos, los. Doch nicht verzagt und bang im letzten Augen- blick; Als Staffel blieben ihre Leichen dort zurück, Worüber Oberstlieutenant Yesouskoi Cing mit dem braven Bataillon Polouzki. 77. Der Held erschlug, was in den Weg ihm trat, Doch konnt' er's nicht verzehren, denn er- schlagen Ward er jetzt von ein Paar, die nicht er- tragen Mehr konnten, daſs verbrenne so gemach die Stadt. Die Mauer ward genommen, doch galt's Zwei- fel wohl, Wo mehr Verlust auf Seiten der Armeen; Schlag folgt' auf Schlag, man kämpfte Zoll um Zoll, Keins wollte abstehn, keins zurückegehen. 78. 7 Auch litt ein anderer Heerhaufen viel; Hier laſst mit dem Historiker hervor uns heben: Ein Paar Patronen sollte man dem Trupp nur geben, Den vorwärts man bestimmt zum Ruhmesziel; Wo klärlich mit gefälltem Bajonette Im Sturmschritt auf den Feind eindringen man gemuſst, Da feuert man, aus dummer Lebenslust, Bisweilen nur von weit entfernter Stätte! 79⸗- Zuletzt noch stieſsen General Meknox's Leute, (Doch ohn' ihn selbst, geblieben auf der Statt der Wahl War wen'ges früher er, im hitz'gen Streite Schlecht unterstützt) zu denen, welche noch einmal Sich stürzten in der Schanze mördrisch Feuerh Und ob sie naht Verkauft Juan u Die mit Ein Wor Ihm wer Er starb Ein wild Ein Brit Er soll' Statt a Streckt' 129 Und ob der Türken Abwehr ungeheuer, sie nahmen die Bastey, vom Türk'’schen Ge- 2 neral lehen⸗ Verkauft um einen Preis, der furchtbar theuer. upp nur 80. meseiel; Juan und Johnson, und noch ein'’ge Volon- taire, Benman Die mit die Ersten, boten ihm Pardon; Ein Wort, das gegen Seraskieresehre, 4 Ihm wenigstens, dem tapfern Tartar, war ein Hohn. Er starb, der Heimath Thränen werth, Ein wildes Stück von krieg'rischem Blutzeu- en; 's Leute, gen; der Statt Ein Britt'scher Seesoldat, der kühn begehrt, Er soll' ergeben sich, häuft' auch die Leichen: treite z 1. che noch Statt aller Antwort auf die Zumuthung h Feuerh Streckt' ein Pistolenschufs ihn todt zur Erde, 124 Warauf der Rest, ohn' alle Zögerung, Zu Stahl und Bley mit Wuth sich kehrte, Den frommen Erzen, die so hoch man schätzet In solchem Fall; kein Haupt blieb unrer- letzet; Drey tausend Muselmanen blieben hier, Von sechzehn Bajonetten sank der Seraskier. 82. Krobert wird die Stadt— nur Theil für Theil— Der Tod ist blutberauscht, in allen Gassen Sucht irgend ein Verzweifelter noch kämpfend Heil Für Die, die bald er soll im Tod verlassen. Hier wandelte der Krieg die mörd'rischen Ge- walten In noch verheerend're. Des Mordgewühls Wuth zeugte, wie der sonnenglühe Schlamm des Nils, Jedweden Gräuels höllische Gestalten- Es fü Ob eine So wild Die, Ev Umsonst Und he Die Zähr Wie die Ein M Des Fei Und bifs rte, sctiatzet Es fühlt' ein Russ'scher Offizier im hitz'gen hunver Gange Ob einem Leichenberg, sich bey der Fers' er- faſst, skier. So wild, als schlüg' die Zähn' ein eine Schlange, Die, Eva, deinen Kindern du gereizet hast. Umsonst stiefs, fluchte, wand er sich in Qual Uad heult' um Häülfe, wie der Wolf um's Mahl, Die Zähne hielten fest an ihrem theuren Fange, Theil— ssen ampfend Wie die uralt bekannte, list'ge Schlange. 84. Ein Moslem, welcher sterbend über sich empfand Des Feindes Fufs, schlug drein die grimmen Zähne, Und bifs ihn durch die stärkste Sehne, 126 Die Griech’sche Musen, oder Neuerer Verstand, Nach Dir, Achill, beniehmt. Die Zähne dran- gen Durchhin, und liefsen mit dem Leben selhst nicht los. Man sagt, defs abgehau’'ne Haupt(wohl Lüge blofs) Hab' am lebend'gen Fuſse noch gehangen. 85. Sey's, wie es sey, unleugbar doch ist dies: Der Offilzier ward lahm für's ganze Leben. Die Zähne staken fester als ein Spiefs, Und hatten den Verstümmelten ihn beygege- ben. Nicht heilen konnte seinen Patienten Der Feldarzt, tadelnswerther, wie es scheint, Als jenes Haupt vom unbarmherz'gen Feind, Das, abgehau'n selbst, nicht den Croll konnt enden. Doc Des ed So viel Mehr 2 Zur VW Zu Ma Und da Womit Geno Sein Sc Das Blu Verstand, hne dran. den selbst vohl Lüge igen. ist dies: eben. 5⸗ scheint, Feind, beygege- dll konut Doch wahr ist wahr, und es ist Pflicht Des echten Dichters, sich zu hüten vor Er- dichtung, So viel er kann; denn Kunst ist's eben nicht, Mehr zu entziehn die Verse der Verpflichtung Zur Wahrheit, als die Prosa— aufser, wo es gilt, Zu Markt zu tragen, was man Dichtersprache schilt, Und dann die groſse Lüsternheit nach Lügen, Womit der Teufel Seelen lockt, wie Fliegen. 37. Genommen wird die Stadt, nicht überge- ben; nein! Sein Schwert reicht hin kein Muselmann von Allen; Das Blut mag rauschen, wie der Donau Fluthen wallen 128 Um's Stadtrevier— in Wort und That uicht einen Schein, Dafs Furcht vor Feind und Tod in ihre Herzen brach. Vergebens, dafs Triumphgeschrey erschallet, Wie einzieht drauf das Heer: des letzten Fein- des Ach Wird von ihm selbst zurückgehallet. 83. Das Bajonet durchbohrt, es würgt das Schwert, Und Leben wird all überall verheert, Gleichwie der Herbst die Scharlachblätter rüt- telt, Wenn den beraubten Forst der Sturm durch- schüttelt, Es stöhnt der Wald! So Schmerz die volle Stadt befällt, Die Besten, Liebsten hin— so bloſsgestellt! Sie stü So stü Das i Bin ich So bunt Gemiscl An Trau Von Ei Mit ode Beschrei Und e Ist rech Der him Mit ihre 184. at nicht Sie stürzt dahin in ungeheuern Splittern, So stürzt der tausendjähr'ge Eichbaum in Ce- Ierzen wittern. 89. allet, 9 ten Fein- Das ist ein Nachtstück. Doch zu schrecken Euch, Bin ich, und war ich nie gemeinet; So bunt, wie unser Menschenloos erscheinet, Gemischt aus gut, schlecht, schlechl'rem, fruchtbar gleich An Trauer und an Freude, würde viel citiren Von Einem— bald zur langen Weile führen, Mit oder ohne Gunst von Freund und Feind, Beschreib' ich grade so die Welt, wiesie erscheint. 90. Und eine Gutthat, mitten unter Grausamkeit, Ist recht behaglich nach den schönen Phrasen Der himmlisch-pharisä'schen Zeit, Mit ihren feinen Milch- und Wasserstrafsen, 184. I 130 Und mag als Thau auf meine Verse sprützen, Die schier verbrannt sind von den Blitzen Des Stadterstürmens und was daran hängt, Wodurch das Epos freylich so viel Reiz em. pfängt.— 91. Auf weggenomm'nem Werk, wo Männerlei- chen an Die Tausende, macht' ein noch warmer Haufen Erwürgter Weiber, die hieher gelaufen, Umsonst Schutz suchend, daſs das Blut gerann Im Herzen, während hold, wie Mayenlust, Ein Mädchen von zehn Jahren bangsich schmieget, Um in den Leichen seine angsterfüllte Brust Zu bergen, die in blut' genSchlaf dort eingewieget. 92. Zwey teuflische Kosacken, Wuth im Blick, zum Streiche Bereit die Wehr, verfolgten's. Im Vergleiche Mit ih Umstrei Der Bär Und wen Natur 5 Um ihre Die Sd Defs sch Sein Ant Da wird Doch, w Vielleich Doch, w. Die beste Die Sc Und trie 131 ützen, Mit ihnen nährt das Raubthier Afrika's, das zen wild agt, Umstreift, Gefühle, rein, wie Demantflammen, Leiz em- Der Bär ist menschlich, und der Wolf ist mild. Und wen muſs man zuletzt deshalb verdammen P Natur— Die Herrn, die alle Künste ehren, Um ihre Unterthanen Mord zu lehren! lännerlei 93. Die Schwerter glänzten ob des Kindes Haupt, Defs schönes Haar hervor sich zitternd strecket, Sein Antlitz war in Leichen tief verstecket. Da wird Juan ein flücht'ger Blick erlaubt; Doch, was er sprach, verschweige mein Bericht, Vielleicht behagt' es«zarten Ohren“ nicht. Doch, was er that, war, tüchtig drein zu hacken, Die beste Art Verkehres mit Kosacken. 94. im Blick, Die Schulter dem zerhieb er, dem die Hüfte, J Und trieb die viehisch Schrey'nden fort, um ſergleiche nachzusehn, 132 Ob hier Chirurgen, die da könnten näh'n Die wohlverdienten Wunden, und in Lüfte Gestörte Mordlust hinzuheulen. Kälter nun Schritt Juan über die, die dort im Blute ruhn, Um sein gefangnes Kind dem Haufen zu ent- heben, Wo, ein Moment mehr, ihm den Tod gege- ben. 95. Kalt war, wie jene, sie; ein schwacher Strich Von Blut im Antlitz zeigte, noch bewegte Zu ihr das Todesloos der Andern sich; Der Hieb, der ihre Mutter zu den Todten legte, Traf ihre Stirn, und liefs die Blutspur drauf, Als letztes Band mit ihrer Liebe Schätzen, Sonst unversehrt schlug sie die grofsen Augen auf, Und blickt' auf Juan mit der Angst Entsetzen. Und; Und jee In Juans Zu rett Das seit Vom ki Ein rein Gleich Kam Weil e⸗ 133 ih'n 96. Lüfte nun Und grade jetzt, als ihre Blicke sich durch- ute ruhn, drangen, a zu ent. Und jeder hellern Glanz empfangen,— In Juans Auge Schmerz, Lust, Hoffnung, Furcht, rod gege- die Freude Zu retten untermischt mit Graun vor einem Leide, Das seinen Schützling treffen könnte;— ihr's, durchzickt Vom kind'schen Schrecken, wie dem Wahnsinn her Strich. schnell entrückt— geste Ein reines, klares, bleiches, strahlendes Gesicht, 3 Gleich einer Alabastervas“, erhellt von Licht:— n Todten ur drauf, 97⸗ ätzen, Kam her John Johnson;(Jack sag' ich drum sen Augen nicht, Weil es gemein ist, und gehört der niedern Entsetzen. Rede, 134 Die nicht sich ziemt für Grofses, wie der Sturm der Städte, Als welches jetzt behandelt mein Gedicht;) Her kam John Johnson, hundert wohl ihm nach Und rief: Juan, Juan, rasch, Schlag auf Schlag! «Moskau zu einem Thaler steht die Wette, „Du, ich gewinnen uns St. Georges Halskette."*d 98. „Der Seraskier ist auf das Haupt geschlagen, „Doch bleibt die Steinbastey, worin bis itzt „Der alte Pascha unter hundert Leichen sitat, „Und ruhig seine Pſeife schmaucht trotz allem Krachen „Von unsrer Artillerie und seiner; unsre Leichen, „Sagt man, die schon beynah zum Kinn ihm reichen, «Umliegen die Batt'rie; doch schiefst sie fort, Und speyet, wie ein Ungeheuer, Mord.* «Drux Dies Dem? Ein sie Dann Zuckte Sein scl Sprach Sprac «Nicht e «Sie mit Drauf J. 135 ler Sturm 99- «Drum fort mit mir!“— Doch Juan sagte: Panea„Lieh chlag auf Dies Kind, ich rettet' es, und darf sein Leben Dem Zufall nicht blofsstellen. Zeig' mir hie etts, Ein sichres Hort, wo nicht es darf erbeben, Dann folg' ich Dir!“— Johnson sah drauf lskette.“ 9. sich um, Zuckte die Achseln, zupft' am Ermel, drehte Sein schwarzes, seidnes Halstuch:— Ohne Widerrede!“ eschlagen, Sprach er,«das arme Ding!— Was thunbd— bis itzt Verzweifelt dumm!? nen sitzt, rotz allem 35. re Leichen, Sprach Juan:«Was auch mag zu thun seyn Kinn ihm hier, «Nicht eher lass' ich sie, als bis gedeckt vor Leide st sie fort,«Sie mir erscheint, und sichrer als selbst wir.»— lord.“ Drauf Johnson:«Sicherheit gibt's nicht für Beyde, 136 Doch Du zum wenigsten kannst rühmlich enden.“ Und Juan:«Mindestens will ich beflissen seyn, Zu thun, was möglich; von dem Kind mich wenden Doch nimmer, elternlos ist's, deshalb mein.“ 101. Drauf Jener:«Juan, keine Zeit ist zu verlieren! „Das Kind ist hübsch, bey meiner Seligkeit! „Nie sah ich solche Augen! Zwischen Mensch. lichkeit Und Ruhm, Mitleid und Stolz. Hast Du zu kühren! «Horch, wie der Donner immer lauter schwirrt. „Nicht Ausflucht gibt’'s, wo eine Stadt geplün- dert wird; Fürwahr, nicht gern ging ich allein, «Doch wird's zu spät bereits, die Ersten mit zu seyn.* Doch Johnson Mit W. In dene Undsch So würe Doch we So wäre In rie Auch s0 Entschl.- Das nie Doch st Weil g Ein Ets Kein H rühmlich sen seyn, nd mich b mein.“ gerlloren. igkeit! Mensch. st Du zu schwirrt. 102. Doch Juan war nicht zu bewegen, lieſs Johnson, der wirklich Liebe für ihn hegte, Mit Wahl aus seinen Leuten die erkies, In denen sich am mindsten Raubsucht regte, Undschwur: geschäh' etwas dem Kind im Trubel, So würden All' erschossen sie zur Stund', Doch wenn das Kind geschützt blieb' und gesund, So wären ihnen sicher funfzig Rubel; 103. In richtigem Verhältniſs zu den Andern Auch sollten ihre Beute sie empfangen. Dann Entschlofs sich Juan, durch das Krachen mit- zuwandern, Das niederstürzte Mann auf Mann. Doch stürmen rasch sie vor; kein Wunder, Weil glühend sie der Beutedurst durchfliegt, Ein Etwas, welches täglich läuft mit unter, Kein Held wird ganz mit halbem Sold begnügt. 138 104. Nein, e So ist der Sieg, und so der Mensch im Leben, Der foc Mindstens Neunzehntel des Geschlechts; vielleicht Nennt CGott die Hälfte, die heraus wir heben Als menschlich, anders, oder— unser Den. ken schweigt! lin s Zur Sache doch. Ein braver Tartarchan. (Wie der Verfasser diesen Führer nennt,«Sul- Fleht en tane lhm ge Und seiner Prosa mufs sich meine Dichtung Von wI bensen lst dant Entschlofs sich nimmermehr zum Weichen.. Jetzt mi 105. Ob au0 Wie ha Bey ihm der Söhne fünf,(das wirkt Polygamie, Sie ruft die Krieger dutzendweis' in's Leben, Wo straflos ist das Laster: Bigamie) Konnt' er die Stadt nicht für erobert geben, Doch So lang noch rüstig eine Hand. Geh' ich daran, Als Ant Des Priam, Peleus, Zeus Sohn preisend zu er. Rechts, wähnen b Hartnäc m Leben, vielleicht r heben inser Den. nan unt,«Sul- Dichtung eichen. volygamie, Leben, geben, ich daran, end zu er- 159 Nein, einen alten, ruh'gen, schlichten Mann, Der focht im Vordertreffen mit fünf Söhnen. 106. Ihn greifen war der Punkt.— Zu Schutz gesellt, sieht er durch Uebermacht den Helden im Ge- dränge, lIhm gern sich bey der wahre Held; Von wildem Thier und Halbgott ein Gemenge lst dann er, wuthvoll jetzt, gleich Meereswelle, Jetzt mitleidvoll. Der Wind des Sommers streicht Ob moos'’gem Baume so, dafs er sich beugt, Wie haucht das Mitleid durch des Busens Hölle. 107. Doch wollt er nichtergrifſen seyn, und gab Als Antwort, wollte man ihm von Ergeben reden, Rechts, links den Christen neben sich ein Grab, Hartnäckig, wie zu Bender Carl von Schweden. 140 Auch die fünf Heldensöhne glühn im Morden, Wodurch der Russen Pathos wen'ger mild ge. worden, Was eine Tugend ist, wie irdische Geduld, Die öfters springt bey der geringsten Schuld. 108. Und Johnson und Juan zum Trotze, die Die Phrasen alle brauchten, die dem Osten eigen, Nur soviel wen'ger Kampfwuth zu bezeigen, Um Cott ihn bittend, als Rechtfert'gung ihnen lieh, Verschonten sie das Leben bey so grimm'gem Feinde— Schlug drein er, wie Doctoren der Theologie, Wenn sie mit Zweiflern streiten; auf die Freunde Hieb, wie auf Ammen Knaben, er, verfluchend sie. 109. Ja, wenn auch leicht, verwundet hat er Beyde, Juan und Johnson, worauf fiel Mit Ach Auf Sein Und übe Solch ei Wie Re Dem jer Die tr Dem Z Der Drit Des Vat Der Fün Ward s Weil ha Für den Ein T Und geg 141 Mit Ach der Erste, mit'nem Fluch der Zweyte Morden, mild ge- Auf Seine trotz'ge Hoheit, wild im Kampfgewühl, Und übel All' umher empfanden teduld, Solch eines Ungläubigen Ungestüm, Schuld. Wie Regen stürzten zu den Söhnen sie, zu ihm, Dem jene, gleich der Sandflur, widerstanden, 110. b , die Die trinkt und trocken bleibt. Doch endlich ten eigen, wich das Leben— zeigen, Dem Zweyten hatt' ein Schufs den Tod gegeben, ng ihnen Der Dritte ward erhauen, und der vierte Sohn, Des Vaters Liebling er, durchbohrt erbleichet; rimm'gem Der Fünfte, von'ner Christin auſgesäuget, Ward schlecht behandelt und erfuhr nur Hohn, heologie, Weil hälslich er, doch ohne Beben er erbleichet e Freunde Für den, der sich geschämet, dafs er ihn er- chend sie. zeuget! 111. Ein Tartar war der ält'ste, treu und wild, Und gegen Christum so von Hafs beseelet, 14² Wie Mahom je den Märtrer sich erwählet; Noch eh Hinblickt' er nur auf jener holden Bild, Es muſs Die Denen betten, die Pardon verschmähen Auf Erden, dort in Eden, und, einmal gesehen, Eh' ihne Das thun,(wie alle andre Schönen auf der Welt) Den led' Vom Reiz gelockt, was ihnen wohlgefällt. So wünse Die Hou- 112. Und was im Himmel mit dem jungen Chan Sie thaten, weiſs ich nicht, und bin nicht drob begehrlich; Und sc Den alten, steifen Helden, so viel ist mir klärlich, Der jung Ziehn vor sie einen jungen, schönen Mann. Und srür Das ist gewiſs der Grund, weshalb, wenn vir Kurz., O 2 Durchsuchen ein entsetzlich Schlachtrevier, Der Mos! Wir für'nen steifen, abgezehrten Alten Als gäb's Antreffen tausend blutige Jünglingsgestalten. Indem's, 113. Vielleicht, dafs auch die Houri Lust dran fände, Wahr a Die jungen Ehemänner wegzufah'n, en Chan icht drob klärlich, Mann. an fände, 143 Noch eh die Flitterwochen ganz zu Ende, Es mufs der zweyte traur'ge Mord dem Abschlufs nah'n, Eh' ihnen Reue bittre Zeit noch liefs, Den led'gen Stand zu wünschen als ein Paradies! So wünscht vielleicht von diesen kurzen Blüthen Die Houri sich die frühe Frucht beschieden. 114. Und so vergafs, der Houri nur bedacht, Der junge Chan der vier holdsel'gen Bräute, Und stürmte zu der ersten Himmelsnacht. Kurz, ob auch unser Glaube drüber lacht, Der Moslem fliegt begeistert hin zum Streite, Als gäb’s nur einen Himmel, dem sonst nichts zur Seite, Indem's, wenn, was als Höll' und Himmel uns beschrieben, Wahr alles, mindstens ihrer sechs gibt oder sieben. 144 5 113. Hiasinke So glänzte das Phantom vor seinen Blicken, Dafs, als die Lanz' ihm schon das Herz durch. Momentl stiefs, Er«Allah schrie, und sah vom Paradies Zum let- Die Schleyer des Verborgnen all' entrücken. Die Ewigkeit in voller Klarheit brach In seine Seele, wie ein langer Sommertag, Die 8t Propheten, Houris, Engel, Heil'ge tauchen die 2öger Hervor in Einem Huldglanz— so schloſs er die Wenn er Augen. Als frühe Ihr Zögen 116. Er bebte Allein, von Himmelsgluth das Aug' ent. Wie er n glommen, Und er, Hielt ein der Greis, der Houris längst entwöhnt Zu sehn, noch sons: was, seine Söhne ausge- nommen, Doch n Die Zedern gleich erwuchsen, ruhmbekrönt, In's Bajon Als er den letzten sah auf Kampfes Raum So kalt, 184. 145 Hiasinken, den er schmückte, wie ein edler Baum,— Momentlang im Gefecht, und lieſs das Auge wallen Zum letzten Mal auf den, der letzt geſallen. 117. Die Streiter, die ihn senken sah'n die Wehr, sie zögerten, nochmals zu schonen ihn gesonnen, Wenn er vielleicht mehr Mäſsigung gewonnen, Als früher; doch nicht achtet' er Ihr Zögern, ihren Wink. Sein Herz war aufser Fassen, Er bebte, nie noch bebend, wie ein Rohr; Wie er nun sah: todt seiner Helden Flor, Und er, ob nichts das Leben ihm, verlassen! 118. Doch nur ein flücht'ges Beben ist's; er springt 8 7 0 In's Bajonet der Russen, seine Brust eindrängend, So kalt, wie ihre Flügel eine Motte schwingt 184. K 146 Zum Licht, worin sie stirbt; sich fester zwängend, Daſs tödtlicher sie möchten ihn durchstechen, In sie, die ihm durchbohrt den theuren Sohn, Und— auf den Todten noch ein Blick im Bre- chen— Ist schnell die Seel' aus weiter Wund' entfloh'n. 119. Und seltsam g'nug, die rauhen, zähen Sieger, Vor denen Alter und Geschlecht kein Schuts- brief war In ihrem Morddrang, wurden, als den alten Krieger Sie todt sah'n, mit der Söhne tapfrer Schaar, Gerührt vom Heldensinn defs, dem sie Tod ge- geben, Und augenblicklich weich; ob Thränen nicht Benetzet auch ihr blutdurstroth Gesicht, Doch ehrten das kaltblüt'ge Scheiden sie vom Leben.— Noché Wo der Er trieb Vereitelt Zuletzte Oder ve Da letzt Mit Ant Kreuz Und rau Auf eine Nichts di Umblick Gelassen Bliefs er Hätt' er wängend, stechen, en Sohn, k im Bre- entfloh'n. en Sieger, n Schutua- 147 120. Nochschoſs die Steinbastey in jedem Augenblick, Wo der Hauptpascha nicht sich wollt' ergeben, Er trieb die Russen zwanzigmal zurück, Vereitelnd ihrer ganzen Kriegsmacht Streben; Zuletzt entschloſs er sich zu fragen, ob gewonnen Oder verloren alles Andre sey, Da letztres man ihm sagte, schickt' er einen bey, Mit Antwort auf Anträge, die Ribas begonnen. 121. Kreuzbeinig safs indefs mit Ruh' er da, Und rauchte unter dampfenden Ruinen, Auf einem Teppich, seine Pfeiſe. Troja sah Nichts dieser Scene gleiches, doch, mitsto'schen Mienen Umblickend, störte nichts des Weisen finstre Art; Gelassen streichend seinen Bart, Bliefs er Ambrosiadüft' aus seiner Pfeife, Hätt' er drey Leben gleich, so wie drey Schweife. 148 1 22. Die Stadt ist hin, ob zu ergeben er gewillt Die Bastion— was hätt's nach sich gezogen? Sein starrer Muth war länger mehr kein Schild. Dahin ist Ismael! des Halbmonds Silberbogen Sank vor des rothen Kreuzes Flimmer, Doch roth nichtvom Erlösungsblut! Die Gluth Der brennenden Strafsen ward, wie Mondes. schimmer Vom Wasser, rückgestrahlt vom See des Mords, 3 vom Blut! 123. All', was dieScel' empört bey Krieg und Morden; All' Ungeheu'res, was den Leib durchdringt; Jed Scheusal, das, nur je gehört, der Mensch vollbringt; All', was der Teufel thäte, wär' er toll geworden; Jedweder Greuel, der die Feder überbietet; All, was die Hölle füllet, oder gleich schlimm ist Wie Hé Hat hier Ob hi Macht'? Und brad Ein zart Was ist Mit tau Ihr Laſle O fühlt Bede Durch i Rührt d Die Zu gewillt zogen? n Schild. erbogen Die Gluth Mondes. es Mords, Morden; dringt; r Mensch eworden; ſietet; hlimm ist 149 Wie Hölle— Menschenübermuth, der sich ver- gilst— Hat hier,(wie früher und nachher) vereint ge- wüthet. 124. Ob hie und da ein Mitleidszug durchblitzet, Macht' auch manch edles Herz sich offenbar, Undbrach den blut'’genschwur, indem's beschützet Ein zartes Kind, der Greis' etwan ein Paar— Was ist's, wo eine Stadt zerstört verschwand Mit tausendfachem Lieb- und Pflichtenband? Ihr Laffen Londons, ihr Pariser Gecken, O fühlt, welch frommer Zeitvertreib des Krieges Schrecken! 125. Bedenket, wie des Zeitungslesens Lust Durch tausend Laster wird bezahlt, durch tau- send Leiden! Rührt das euch nicht, so werdet euch bewuſst, Die Zukunft könn' euchſGleiches wohl bereiten! 150 Indefs sindSchulden, Castlereagh, und Tax-Entbot So gut zur Lehr', als Predigt und Gedichte. Les't euer Herz, und Irlands Tagsgeschichte— Dann stillt mit Wellesley's Ruhm seine Hun. gersnoth! 126. Doch eine patriot'sche Nation, Die treu ergeben Vaterland' und Thron, Sie ist ein Gegenstand erhahner Freude! Ihr Musen, preiset ihn im Feyerkleide! Ob auch die wilde Heuschrecke: Verheerung, Der Flur den Tod, der Ernte bringt Zerstörung-— Der bleiche Hunger naht dem Thron doch nicht, * X*** 127. Doch Zeit wird's, dafs mein Sang dem Ende naht, Das Ende naht auch Ismael, der armen Stadt. Weit blitzten auf der Donau ihre brennenden Dächer, Und die Der grauf Erklang Von vier Cab's ein Doch e Bey der Ob einer Und drur Die Sach Vielleich Im Schne Lehrt' ih Viel w: Vorkom ax-Entbot lichte. hichte— ine Hun. 8n„ e! e! neerung, störung— och nicht, X Ende naht, en Siadt. rennenden 151 Und die gefärbten Wasser flossen roth vorbey. Der grause Kampflärm und das Wehgeschrey Erklang noch fort, doch ward der Donner schwächer. Von wierzig Tausend, die bewohnt die Mauern Gab's ein Paar hundert noch— der Rest in Todes- schauern. 128. Doch eine Rücksicht heischet, daſs man preiset Bey der Gelegenheit der Russen Heer; Ob einer Tugend, die jetzt modisch gleiset, Und drum verdient sie der Erwähnung sehr. Die Sach' ist zart, so sey mein Ausdruck zart. Vielleicht der Jahrszeit Frost, ihr lang Verweilen Im Schnee— der Rast, der Nahrung dürftiges Ertheilen, Lehrt' ihnen Zucht: nicht viel nothzüchtigt ward! 129. Viel ward geraubt, gewürgt, es mocht' auch schon Vorkommen hie und da ein schnöd Verletzen 15²2 Der Weiber, doch nicht bis zu dem Entsetzen, Als wenn Franzosen, diese wilde Nation, Erstürmen eine Stadt. Ich weiſs nicht Ursachmehr, Als dafs zur Kälte Mitleid mochte kommen. Denn alle Frau'n, etwa zwey hundert ausge- nommen, Verblieben Jungfrau'n, ganz fast, wie vorher. 130. Im Finstern gab es manchen Misgriff auch, Man sieht, Laternen und Geschmack war nicht zugegen. Man konnte freylich Freund und Feind im dicken Rauch Beynah nicht unterscheiden, dennoch mögen Dergleichen Ding' auch sich ereignen, wo es nicht, Zum Schutz ehrwürd'’ger Keuschheit, fehlt an Licht;— Sechs alte Jungfern, die den Siebz'gern nahten Beraubten ihrer Jungfernschaft Soldaten. Doch Daſs Vis Die lang Das ehe (Weil d An dieser Nach Ri Ohn' A Auch Erklange (Was v Wenn Doch in War R ntsetzen, 5n, achmehr, imen. rt ausge- vorher. fauch, var nicht m dicken vögen es nicht, fehlt an a nahten 1. Doch war durchhin grofs die Enthaltsamkeit, Dafs Viele sehr getäuscht sah'n ihr Erwarten, Die lang gefühlt, es sey ein Stand voll Leid, Das«ehelese Glück,» und nun drauf harrten, (Weil das Geschick, und sie die Schuld nicht hätten Andiesem Kreuz) zum Besten jener Schmachtenden Nach Römerart Sabinerhochzeit zu begeh'n, Ohn' Aufwand und ohn' Unterhalt der Betten. 132. Auch ein’ge Stimmen aus wollüst'gen Mittel- jahren, Erklangen wundernd mitten in der Plünderung, (Was vierzigjähr'ge, lang versperrte Wirtwen waren) Wenn denn begönne die Nothzüchtigung?“ Doch in des Blutdursts, in der Plünd'rung Sorgen, War Raum nicht für unnöth'ge Sünde da. 154 Ob sie verschont, ob nicht, das liegt verborgen In Dunkelheit, ich kann nur hoffen: ja! 133. Suwaroff war Erob'rer nun, im Sinn Von Timur und von Zinghis ein Gefährte. Indem Moscheen, Straſsen lodernd vor ihm glüh'n, Wie Stroh, noch des Geschützes Donner währte, Schrieb, Hand voll Blut, den Ausgang seines Thuns er, Hier wörtlich, wie es hinschrieb seine Rechte: „Heil Gott und der Gebiet'rin!(Ew'ge Mächte! Beysammen diese Worte!) Ismael ist un- serl* 9) 134. Mich dünkt'’s, das sind die fürchterlichsten Wörter, Seit«Mene, Mene, Tekel, Upharsin“, Die je gemalt die Hand, der Kiel der Schwerter. Goit helfe mir, ich hab' nicht eben Pred'gersinn: rrborgen te. glüh'n, währte, g seines Rechte: (Ew'ge st un- rlichsten hwerter. gersinn: 155 Des Höchsten Kleinschrift war's, was Daniel ge- lesen, Ernst, grofs; zu höhnen Volksnoth fiel nicht ein Dem Seher, doch der Russ' ist so witzreich ge- wesen, Daſs unter Brand er schrieb, wie Nero, Reime- rei'n. 135. Er schrieb dies Polgedicht, und angemessen getzt er's, begleitet von dem Weh und Ach, Wie wen'g' es singen werden, keins vergessen. Die Steine rief' ich gern, wo möglich, wach, Daſs laut sie gegen Welttyrannen schrieen! 1******** 2* X******△ *1&* X*** 1*△ 136. ***. ***„ 138. Leser, ich hielt mein Wort, zum wenigsten so weit, Als ich’s versprach zu Anfang. Nun hast du ge- sehen Risse von Liebe, Fahrten, Stürmen, Kriegesleid, Und alles sehr genau, Du musst's gestehen, Auch episch, wenn's die schlichte Wahrheit nicht verhindert. Der Inhalt freylich scheint gar sehr vermindert, Vergleich' ich die Vorgänger. Sorglos sing' ich hin, Doch hat mir manchmal eine Senn' Apoll ge- lieh'n, Wor Was si Mit uns Erzähl' Jetzt br Erschöp Indem Worau Ihm x Mit Bray Was let Das Blu Er hörte Weil er Des Blu- Als ob 139. Worauf ich harfen, hecheln, fiedeln kann. Was sich begeben hat und noch begiebet, Mit unsers Dichterräthsels Heldenmann, Erzähl' ich später wohl, wenn anders mir beliebet. Jetzt brech' ich mitten ab, weil mir's behaget, Erschöpft von Ismaels hartnäck'gem Widerstand, Indem Juan mit der Depesche vorwärts jaget, enigsten Worauf ganz Petersburg vor Neugier ist entbrannt. t du ge- 140 Ihm ward die Ehre, weil er sich benommen Mit Bravheit wie mit Menschlichkeit; Was letztres Menschen lieben, ist verschwommen Das Blut, das sie versprützt aus Eitelkeit. Er hörte wegen der Geſangenen sich loben, ing' ich Weil er gerettet sie im wilden Toben Des Blutbads, und mehr freut' er sich(glaub' ich) oll ge⸗ ob ihr, Als ob dem neuen Ordensband des Vladimir. 158 141. Es folgte dem Beschützer auf die Reise Die älternlose, heimathlose Waise; All' Ihrigen, gleich Hektors Unglückshaus, 6 An Verschlang am Wall', im Feld des Krieges Graus- Vom Haus, wo sie geboren keine Spur; 1) S Das Rufen der Muezzin einte Nie zum Gebet mehr dort!— Und Juan weinte, Fdln ürk Und schwur dem Kinde Schutz, und hielt den eine ei Schwur. vorbrir 2) S worth, 4 Ende des achten Gesanges. U D F 159 —————————— OA—— Anmerkungen zum achten Gesange. 1) Stanze 8. Allah! Allah! Hu!“ Allah Hu! ist eigentlich das Kriegsgeschrey der Türken, sie halten die letzte Sylbe lang aus, was eine eigenthümliche, schauerliche Wirkung her- vorbringt. 2) Stanze 9.«Blutbad,» so sagt uns Words- worth,«ist die Tochter Gottes.* «Allein dein fürchterlichstes Werkzeug, Um zu erreichen guten Zweck, Das ist der Mensch, zu Mord gerüstet, Fürwahr, Blutbad ist deine Tochter. Mordsworth'’s Dankode. 3) Stanze 18. War Grove geschrieben, ob- gleich Grose er hieſs. Das ist wahr, siehe die Berichte über die Schlacht bey Waterloo. Ich erinnre mich, da- mals gegen einen Freund bemerkt zu haben: «Das ist Ruhm, ein Mann bleibt und heifst Grose, 160 „Ich war mit dem Todten der ein sehr geschickter und liebenswürdiger Mensch, und dessen Gesell- schaft sehr gesucht war wegen seines Witzes, seines Frohsinns und seiner Trinklieder. 4) Stanze 23.— Doch nicht volksthümlich. Siehe den Major Vallency und Sir Lawrence Parsons. 5) Stanze 25. 0 Schande, daſs der Hölle Pfla. ster dieſs! Ein Portugiesisches Sprichwort sagt: Sute Ab. sichten sind das Pflaster der Hölle. 6) Stanze 33. Vom wohlgemeinten Fund, den einst Mönch Bako machte. Dieser Mönch soll der eigentliche Schiefspulvers seyn. 7) Stanze 47. Da wie Grashalme, höher Kaum, ihr Ragen. Sie standen nur zwey Fuſs hoch über der Erde. 8) Stanze 97. St. George's Halsketle. Der Russische Militairorden. 9) Stanze 133. Tsmael ist unser!“ Im Russischen Original: Slava bogu! slava vam! Krepost Tzala, J iä tam.“* FEin Reimvers, denn er war Dichter. und man druckt Grove 1 auf der hohen Schule, Erfinder des —— sen Cesell. Witzes, er. hümlich. Lawrence Hölle Pfla. : gute Ab. Fund, den Srſinder des höher kaum, er der Erde. etle. 15 A.I. 35 8 2 — — S C Lord Byron's Doesien. Aus dem Englischen. —/—¶—¶·Q2:2Qyõnêłôo- Neun und zwanzigstes Bändchen. Don Juan. Neunater, zehuater und elfter Gesang. Uebersetzt von mWailhelm Rernkhold. Zwickau, im Verlage der Gebrüder Schumann. 1828. 85 S 2 +‿ 2 — — — ‿ 2 Don Juan. Gesang. 1. 0 Wellington!(Auch Vilainton, denn vom Gerücht Wird so der Heldennahm' auch buchstabiret, Frankreich bezwang selbst Deinen Nahmen nicht, Und hat ihn höchst zweideutig ausstaffiret, Stets lacht es fort, ob schlagend, ob geschla- gen)— Viel Preis, viel Geldgehalt ist Dein; Wollt' etwas gegen Deinen Ruhm man sagen, Die Menschheit trät' empor, und brüllte: nein! 2. Es kanm Mit K— n— rä bist nicht fein Du umgegangen In Marinets Betreff— fürwahr, recht klein! Nebst Andrem dürfte das nicht passend sein, Als Grabschrift in Westminster einst zu prangen. Noch Mehres ist zu arm, dabei zu weilen, Ein Theegespräch in alter Jungfern Zelt; Doch magst als Mensch Du zu den Nullen eilen, Durchlaucht bleibt immer drum ein junger Held. (Daſs I. 3. Ob viel Du thatest(viel bezahlt) zu Englands Glücke, Wenn 3 Doch dankt Dir traun! Europa noch weit mehr; Du stelltest her die legitime Krücke, Ob ei Sie wollte nicht mehr halten wie vorher. Die W Man hat in Spanien, Frankreich, in den Nie- derlanden Und hé Gesehn, wie gut das Restauriren Du ver- Wer standen; junger 9 Es kam durch Waterloo die Welt in Deine Schuld, (Dafs Deinen Barden hier gebrach der Grazien Huld!) ¹) 4. Du bist„der beste Kehlabschneider;“ o, mit Gunst! Ein Ausdruck Shakespeare's, hier ganz an der Stelle: Der Krieg ist eine hirn- und kehlenspiel'ge Kunst, Wenn nicht das Recht weiht dieses Kind der Hölle. ob eine Deiner Rollen von edler Währung,— Die Welt giebt, nicht die Herrn der Welt, hier die Erklärung, Und höchst begierig bin zu hören ich alsdann, Wer aufser Deinem Haus, bei Waterloo ge- wann. Ich bin kein Schmeichler; Schmeicheln hat Dich überfüttert; Man sagt, Dich freut' es, was mich nicht in Staunen setzt; Deſs Leben stets von Kriegeslärm erschüttert, Der kann des Lärms satt werden wohl zuletzt, Mag sich, mehr Preis als Spott einerntend, freun, Für jeden Fehl, der glückte, laut gelobt zu sein, Und„Völker Retter“ zu heifsen, die doch noch nicht gerettet, „Europa's Befreier,“ das noch gar fest gekettet! 6. Nicht mehr! Nun ruft Dich das Service zum Schmaus, Womit der Fürst Brasiliens Dich beehret; Nur sende der Schildwach' an Deinem Haus Zwei Bissen vom Zuviel, das Deinen Tisch beschweret, Der Kä Dem V 0, woh Nur gie Nich Wie E Und w Kommt 0b, als Doch s Und e Ist etw neln hat nicht in hüttert, zuletzt, erntend, lobt zu h noch kettet! ce zum et; Haus Tisch 11 Der Kämpfer hat seit lang nicht so gegessen; ²) Dem Volke, sagt man, fehlt's manchmal am Essen— 0, wohl verdient ist Dein Gehalt, Dein Glück, Nur gieb ein wenig an das Volk zurück! 7. Nicht wägen mag ich jetzt; ein so erhabner Mann, Wie Eure Durchlaucht, ist zu grofs zum Wä- gen. Und was der hohe Römer Cincinnat gethan, Kommt uns in neu'rer Zeit nicht oft entge- gen. Ob, als Irländer, Du viel auf Kartoffeln Acht, Doch sind für Dich kein Zweig sie des Erlö- ses, Und eine Tonne Golds für den Sabin'’schen Pacht— Ist etwas hoch! Ich mein' im Ernst nichts Bö- ses! 8. Wie groſse Männer groſsen Lohn verschmäht stets haben! Epaminondas hielt sein Theben, und er starb, Und hinterliefs nicht gnug, ihn zu begraben; Nichts war's, als Dank, was W ashington er- warb, Und der schneereine Ruf— nur Wen'ger Ei- genthum— Daſs seine Heimath er befreit; auch Pitt hat seinen Ruhm, Und steht als grofser Staatsminister im Ge- rüchte, Dafs England gratis er gemacht zu nichte. 9. Kein Mensch sah schönere Gelegenheit, (Auſser Napoleon) der schlechter sie verwandt: Wenn Du Europa von dem Joch befreit, Geheiligt scholl Dein Ruhm von Land zu Land. Was ist Dein Ruhm? soll ihn die Musesingen? Jetzt, da des Pöbels erster Jubel schwieg? Horch, Sieh an Weiht Die Mu Doch di Horch, Hungerschreie, die aus Irland dringen! sieh an die Welt, und fluche Deinem Sieg! schmäht 10. er starb, graben; Da jetzt mein Stoff war Kriegeswesen, ton er- Weiht Dir Wahrheiten, ohne Schmeichelein, Die Muse, wie Du nie der Zeitung sie ent- ger Ei- lesen, Doch die zu rechter Zeit der käufliche Verein, ritt hat Der liebt, auf blut'ge Kosten seines Land's zu b prassen, m Ge- Vernehmen mufs, und zwar im ganzen Voll- gewicht! chte. Du thatest Grofses; aber grofs von Herzen nicht, Hast Du das Gröfste— hast die Menschheit ausgelassen! 11. Es lacht der Tod— zu dem Skelette wen- hgen? det Euch, Dem Leute das Geheimnifs abstudiren, 14 Das deckt die vor'ge Welt, gesunkner Sonne gleich, Die schönern Lenz doch anderwärts herauf kann führen— Er lacht ob Allem, wo ihr weint. Beschauet doch Dies Sckrecknifs Aller, dessen Dorn das Leben In Graun verkehrt, ob in der Scheide noch! Vom lippenlosen Mund sieh hauchlos Grinzen schweben! 0, wie ob Allem, was Ihr seid, er lacht und höhnet, Und war doch, was Ihr seid! Von Ohr zu Ohr Nicht lacht er zwar— dazu fehlt ihm das fleisch'ge Thor; Der Greis hat des Gehörs sich längst ent- wöhnet, Doch lacht er stets; haut er, Wo's sein mag, mit der Hippe Vom M. Der Sch Weiſs, k So lac Doch is Dergleic Mit sein Das zah Auf eine Als selbs Wie St „Sein Spricht ler Sonne s herauf Beschauet las Leben de noch! Grinzen lacht und hr zu Ohr ihm das ngst ent- sein mag, 15⁵ Vom Menschen das Gewand(im Preis so hoch, wie laut Der Schneiderzettel keins sonst) die fleisch- farb'ge Haut, Weiſs, kupfrig, schwarz— so grinzt das Bein- gerippe. 13.. So lacht der Tod! Ein trauriges Vergnügen! Doch ist es so! Warum soll, Angesichts Dergleichen Beispiels, nicht dem Leben auch genügen, Mit seinem Herrn zu trampeln lächelnd auf das Nichts, Das zahllos täglich, Blasen gleich, entspringt Auf einem Meer, das in noch gröfsern Runden, Als selbst die ew'ge Sündfluth, Sonnen schlingt Wie Strahlen, Welten wie Atome, Jahre wie Stunden? 14. „Sein, oder nicht mehr sein, das ist die Frage,““ Spricht Shakespeare, der sehr Mode heut zu Tage. Ich bin kein Alexander, kein Hephästion, Fand auch an Ruhm allein nie viel Behagen; Viel lieber ist mir ein gesunder Magen, Als Buonaparte's Krebs:— könnt' ich zu Ruhm, zu Hohn Durch funfzig Siege stürmen, o, was wäre, Ohn' einen guten Magen, alle Ehre? 15. „O dura ilia messorum!«„O, der Schnitter Steinharter Bauch!— Ich übersetz' es bloſs Für die, die kennen all das Bitter Schlechter Verdauung— jenes inn're Loos, Das durch die Leber treibt des ganzen Styxes Lauf. Des Bauern Schweis wiegt seines Herrn Be- sitzthum auf: Der plagt um Brod sich, jener ras't nach Schätzen, Doch ist der Glücklichste, den guter Schlaf darf letzen! „Sein, Wüßst' ic Fürwahr, Und denk Ich meines Bis die Pa Das Lebe Nicht LebP „CQue sa Der ersten Dafs zweitf Ein' ihrer Gewiſsheit Als irgend Vom Zwee Dafs ich s 225. on, hhagen; n, ich zu väre, chnitter 2s bloſs Loos, Styxes rrn Be- „t nach Schlaf 17 16. „Sein, oder nicht mehr sein?« Eh' ich entscheide, Wüſst' ich doch gerne, was denn Sein be- deute? Fürwahr, wir speculiren fern und weit, Und denken, weil wir sehen, Alle sehen; Ich meines Theils, verspare den Bescheid, Bis die Parteien zur Verein'gung gehen. Das Lehen— Tod scheint oft mirs unverholen, Nicht Leben— nichts als blofses Odemholen. 17. „Que sais-je?« Montaigne's Motto, auch Der ersten Akademiker Gebrauch. Daſs zweifelhaft all menschlich Wissen, war Ein' ihrer gröfsten Lieblingslehren. Gewiſsheit giebt es nicht, das ist so klar, Als irgend etwas in der Menschheit Sphären. Vom Zweck des Lebens steht so wenig Wis- sen frei, Daſs ich selbst zweifl', ob Zweifel Zweifel sei. 225. B 18. Wohl möglich, dafs auf einem Meer des Spe- kulirens, Wie Pyrrho, wogen, eine lust'ge Fahrt; Doch wenn von zuviel Wind das Boot gestür- zet ward? Die weisen Herrn sind Meister nicht des Schif- feführens; Lang schwimmen in Gedankentiefen, ist Zuletzt ermüdend! Ruh'ger stand in Ufernähe, Wo man sich bückt, und hübsche Muscheln lies't, Ist neuern Schwimmern just die rechte Höhe! 19. „Der Himmel doch umfängt,“ spricht Cassio, „Alle, Davon nichts mehr, wir wollen beten.“ Alle ruft Dazu der Seelen Heil seit Adams Falle, Der alle Menschen stürzt zur Gruft, Nebst Vogel, Thier und Fisch.„Des Sperr- lings Fall vom Dach Ist Wer Ist unbek Dem Eva Unster 0, allzust 0 Welt, Mich zeih Doch meh Von meine Versteh'* Die Mense Ich abe Ein Mose Etwas ga Und(kam des Spe- t; gestür- es Schif- st kernähe, uscheln 2 Höhe! Cassio, Alle Sperr- ich 19 Ist Werk der Vorsehung.“ Was er verbrach, Ist unbekannt; vielleicht dafs zum Baum geflogen, Dem Eva gar zu sehr gewogen. 20. Unsterbliche Götter, was ist Theogonie? 0, allzusterblicher Mensch, was Philanthropie? 0 Welt, die war und ist, was Cosmogonie? Mich zeihet man der Misanthropie; Doch mehr nicht weiſs, als das Mahagony Von meinem Pult, ich, was sie wollen; Lykan- thropie Versteh' ich wohl, denn ohne Verwandlung werden Die Menschen Wölfe, bei winzigsten Beschwer- den. 21. Ich aber, der mildeste, sanfteste Mann, Ein Moses, ein Melanchthon, welche nimmer Etwas gar zu Erschreckliches gethan, Und(kann ich es auch nicht vermeiden immer, B 2 20 Dem Hang des Leibs, der Seele nachzugehen) Doch stets vorwalten liefs der Schonung Zug— Wie können sie in mir den Misanthropen se- hen?— Sie hassen mich, ich sie nicht.— Nun genug. 22. Die Zeit ruft weiter mit unsrem guten Ge- dichte, Nein, nein; ich halt's in allem Ernst für gut, Nicht nur im Ganzen, schon im Vorberichte, Obgleich man ihm bis jetzt nicht nach Gebül- ren thut. Doch die Wahrheit— erwartet's! wenn auch nicht gleich, Stellt beides in höchster Würde vor Euch. So muſs ich mich begnügen schon einstweilen, Schönheit mit ihr, und Verbannung zu theilen. 23. Mein Held,— so nennt ihn auch, verhoff ich, der Leser jedweder— War auf dem Weg zur Kaiserstadt * Der geb Die ste Dies we Viel Sc lch den! Nicht ei Ich ki Auch m Das Dei Sind, w Wer sie Nicht hi An mei'y Jedwede 21 ugehen) Der gebildeten Bauern des grofsen Peter, g Zug— Die stets mehr Bravheit als Geist verherrlicht bpen se- hat. Dies weite Reich lockt jetzt, wohl weiſs ich es, eht.— Viel Schmeichelei, die Voltaire's selbst, o Schade! Ich denk', es ist ein unbeschränkter Autokrate 1; rhar. 7 3 ri schli res! uten Ge. Nicht ein Barbar, nein, was viel Schlimmeres! für gut, 24. berichte, Gebüh- Ich kämpfe, mit Worten wenigstens, und mülſst' es sein, Auch mit der That, auf Alle, die verbannen Das Denken; und des Denkens roh'ster Feind- verein Sind, waren Sykophanten und Tyrannen. Wer siegen wird, ich weiſs nicht! Wüſst' ich's Euch. stweilen, theilen. schon, Nicht hindern sollte drum mich die Betrach- verhoff tung weder— An meiner offenen, geschworenen Verachtung Jedweden Despotism's bei jeder Nation. 25. Nicht, dafſs dem Volk' ich etwa will hofrren, Giebt's ohne mich ja Demagogen genug, Und Spötter, die zerstören in frevlem Zug, Und dann aus eig'nem Stoff sich Bau' auf- führen. Ob Zweifelsaat zur Höllenernte sie streuen, (Ein christlich Dogma, doch zu lieblos schier) Ich weifs nicht; mein Wunsch ist, daſs frei die Menschen seien Von Zwingherrn, Volkeswahn— von dir und mir! 26. Die Folg' ist, da zu keiner Partei ich ge- höre, Dais ich's bei allen verschütte! Immerdar! So sprech' ich mindstens weit mehr heralich und wahr, Als wenn ich zu laviren beflissen wäre. Was braucht, wer nichts gewinnen will, zu kriechen? Dem He Der kan Mich wi Schac Ich hört Ihr Heu Der Ma Die Beu Doch m Die küh Als Mei ofiren, 5, Zug, auf- euen, schier) afs frei n lir und ch ge- nerdar! erzlich ill, zu 23 Dem Herrschen nicht, noch Dienen ein Ver- gnügen, Der kann sich äufsern, wie ich's thue, frei; Mich widert der Verknechtung Schackalsschrei. 27. Schackal! Traun, Befsres giebt's nicht zu ver- gleichen! Ich hört' aus Ephesus' Ruinen in der Nacht Ihr Heulen, wie's dies Miethlings-Allespackan macht, Der Macht verworfne Schaffner, die auf Raub umschleichen, Die Beut' auswittern, die die Herrn empfangen; Doch mögen Schackals wen'ger treuflisch sein, Die kühnen Schaffner des gewalt'gen Leun, Als Menschinsekten, die für Spinnen fangen. 29. Wir sahn, wie Don Juan, nach tapfrem Wür- gen und Morden, Sich auf den Weg mit seinen Depeschen be- geben, Worin von Blut, wie von Wasser, geredet worden; Leichname, die auf verstummten Städten, gleich Scheben So zahllos lagen, dienten nur, der Muſsezeit Der schönen Katharina zu schmeicheln, die auf den Streit Der beiden Völker, wie auf ein Hahnengefecht, gesehen, Worin der ihre wie ein Felsen sollte stehen. 30. So rollt' er in einer Kibitka dahin, (Ein Teufelsding von Kutsche, ohne Federn, Gemacht auf holprigem Weg den Reisenden zu rädern) Nachd Aufträ Und v Er na Als W In di Den Und Sich Nachdenkend über Kön'ge, Ruhm und Ritter- sinn, Aufträg', und über Alles, was er gethan, Und wünscht dabei, die Pferde möchten em- pfahn Die Flügel des Pegasus, und daſs mindstens in Federn hinge Die Postkalesche, wenn Jemand auf weite Reisen ginge. 31. Bei jedem Stofs, und gnug gab's ihrer, plicket Er nach dem kleinen Pflegling, ihm so werth, Als wünsch' er, dafs er weniger bedrücket In idiesen traurigen Hohlen sich fühle, wo Kunst nicht wehr't Den Gleisen und Steinen, wo die Natur bloſs bauet, Und diese pflastert schlecht, kein Fahrzeug trauet dern, Sich gern auf ihre Bahn, wo Gott nimmt Meer nden und Land, Fischfang und Pacht auf seine eigne Hand. Und h Als au Des N 3 Kein Pachter hebet Ceres auf vom Fall! 8 Sie fiel mit Buonaparte! Was giebtes für Ge- Von id 1 Von je In tief 6 danken, Wenn Thronen, wie die Haferpreise, wanken! 33. 5 Doch an dem Kinde hingen Juans Augen, 3 1 Das er vom Tod' errettet. Welch Entzücken da! Die Monumente bau'n, in Blut sie tauchen, 0, il Wie der verstopfte Sofi, Nadir Schah, Ihr M. Der, als er Hindostan zur Wüstenei gebracht, Durch Und kaum dem Mogul einen Trunk Kaffee ge- lassen Bezahl Zur Labs, als Sünder mufst' im Mord erblas- Dals i sen, Weil er nicht zur Verdauung mehr dieMacht, ³) Oder 34. Mit B O ihr, und wir, und er, und sie: erwäget: Indem Ein Leben, das gerettet, ist's besonders jung 27 Und hübsch, giebt süfsere Erinnerung, Als auch der grünste Lorber, den gepfleget Des Menschen Blut, sei er auch noch ver- schönet Ge- G Von jedes Lobs Sang- oder Wortgekreisch, Von jeder Harf' erhoben;— wenn nicht tönet en! In tiefer Brust das Chor, ist Ruhm— Ge- räusch! n⸗ 35. 0, ihr Autoren, hochberühmt und bändereich, Ihr Millionen Tagsschriftsteller, Durch deren Bänd' und Schriftchen unsre Kö- pfe heller,— Bezahlt durch Schenkung die Regierung Euch, Dafs ihr beweis't, die Staatsschuld zehrt nicht unsre Börsen; 3) Oder tretet plump ihr auf des Höflings Fer- sen Mit Bauernfufs, dafs viel Eu'r Fleiſs erwirbt, Indem ihr schreibt, wie halb das Land vor Hunger stirbt;— 36. Ihr glänzenden Autoren—„Apropos des bottes!«— Ich weiſs nicht, was ich eben wollte sagen, Wie sich das oft mit Weiser'n zugetragen; Es war etwas, versöhnen sollt's, bei Gott! Die ganze Wuth in Hütten und Pallästen; Doch, ob's beachtet worden? ja, wer weiſs? Der Trost kommt bei dem Unfall mir zum Besten, Obgleich, was mir entfallen, über allen Preis. 37. Sey's drum! Es wird vielleicht dereinst ein Fund, Nebst andren Resten einer frühern Welt, Wenn die Welt Vorwelt wird, ein Unter- grund, Gedreht, geschnärt, gekräuselt, im Wirrwarr zerfällt, Verbrannt, geröstet, gebacken, das Inn're au- Isen, ertränket, S0 Wird Ein! Nich Gleic Von Auf 29 Wie jene frühern Welten, die zuerst entrückt bs des Dem Chaos, und dann wieder darein versenket, Das Superstrat, das All' uns einst erdrückt. 38. So Cüviers Meinung; und in neuer Schö- eiſs ² pfung sehen zum Wird man(die aus dem alten Gebrock her- vor wird gehen) Preis.. Ein räthselhaftes Zeug, ein altes Geschlecht Nicht mehr vorhandner Wesen, was? man weiſs es nicht recht! Gleich den Begriffen, worüber jetzt wir klü- reinst geln, Von Titanen, Giganten, Kerlen, deren Maafs t, Auf hundert Ellen man berechnet— ohne Inter- Spafs! Vom Mammuth, und dem Krokodil mit Flügeln. rwarr 39. Wird dann Georg der Vierte ausgegraben, Wie staunen drob die Bürger jenes neu'n e au- 30 8 haben! (Sie werden selbst ausnehmend winzig sein: Auch Welten misgebären, wenn au oft sie 9 kreisen, Und jede neue Schöpfung nimmt an Gröfse ab, Der Stoff fängt an, sich ärmer zu erweisen, Die Menschen— Maden nur im grofsen Er- dengrab.) 40. Wie werden dann den jungen Leuten, kaum Dem Paradies' entjagt, zum Pflug zu gehen, Zum Graben, Schwitzen, Mühen im weiten Raum, Zum Pflanzen, Lesen, Spinnen, Mahlen, Säen, Bis alle Künst' am End' erstehen, Besonders die des Kriegs, und die der Steuer— Wie diese Rest' erscheinen, wenn sie sie be- sehen Als einer Naturaliensammlung Ungeheuer? Weltbaus, wo solch ein Thier gelebt mag DoV „Die Verge Und Ich de Und d Warur 41. Doch, ich bin dran, im Grübeln auszuschwei- fen! „Die Zeit ist aus den Fugen,“ so auch ich; Vergelſs' ich, dafs mein Gedicht nur durch Scherz darf streifen? Und fast zur Trockenheit verirr' ich mich? Ich denke nicht vorher, was ich will sagen, Und das ist zu poetisch; jeder soll sich fra- gen, Warum, und was er schreibt; ob Mot“ ob Text, ich treibe So toll es, weiſs das nächste Wort nicht, das ich schreibe. 42. So schweif' ich, jetzt erzählend, jetzt erwä- gend, Nun ist es zum Erzählen wieder Zeit! Don Juan litt auf holprigem Weg viel Leid, Jetzt— einen tücht'gen Sprung ob weite Ge- gend. 32 Nicht, dafs bei seiner Fahrt ins Klein' ich geb', Wir sind mit Reisen sattsam jetzt beschenket! Denkt drum in Petersburg ihn, denket Die nette Hauptstadt aus gemaltem Schnee; 43. Und denkt ihn euch in schönem soldatischen Putz, In rothem Rock, schwarz aufgeschlagen, hohem Stutz, Der wogte, wie Segel bei Windeswehen, Ob dem dreieck'gen Hut im vollgedrängten Saal, Mit prächt'gen Hosen von feinster Wahl, Aus gelbem Casimir, wenn recht wir sehen, Mit weiſsen Strümpfen, wo kein Fältchen sich schob, An Beinen, deren schöne Form die Seide hob. 44. Denkt ihn, das Schwerd zur Seite, den Hut in der Hand, Von Jugend und Ruhm geschmückt, wie vom Armeenschneider. Dem 9 Schönl Sieht (Schnü Denkt Ihr sp. Die Zu Ep- Vereng Als ku Sein B Doch n 225 Dem groſsen Zaubrer, dessen Stab gewandt Schönheit läfst Jubel rufen, doch Natur ein: Leider! Sieht sie, es herrscht die Kunst doch über ihre Geister, (Schnürt sie der Menschen Leib nicht, wie ein Kerkermeister) Denkt ihn euch aufgestellt auf hocherhabnen Orten— Ihr sprächt: Amor sei Artillerie-Lieutenant geworden. 45. Die Binde zum Halstuch heruntergestreift, Zu Epauletten die Flügel gefaltet, zur Scheide Verengt der Köcher, die Pfeil' an seiner Seite Als kurzes Schwerd, so scharf, als nur immer auf Jagden er schweift; Sein Bogen zum dreieck'gen Hute verkehrt; Doch noch so ähnlich, dafs Psyche mehr Scharf- sinn bewährt, 225 C 34 Als manche Fraun(die nicht wen'ger dumme Streiche begehen,) Wenn sie nicht für Cupiden ihn angesehen. 46. Die Schranzen stuszten, es wisperten die Da- men, Die Kais'rin lächelte, Zorn spie des Günst- lings Blick; Ich weifs den damahls herrschenden nicht gleich bei Nahmen; Denn ihre Zahl ist ziemlich dick, Die wechselnd diesen bedenklichen Stand be- kamen, Seit Majestät als Wittwe den Scepter nahmen, Meist waren's nerv'ge Kerle von sechs Fuſs Höhe, Scheelsüchtig stand ein Patagon' in ihrer Nähe. 47.. So nicht Juan; von mittler Gröfs' und schlank, War blühend er und bartlos, doch defs uner- achtet, Gab Und Verh Ein Und Wie Günst- lt gleich 3⁵ Gab es etwas in seinem Gliederdrang, Und mehr noch in seinem Blick, das, recht betrachtet, Verhieſs, wenn auch wie ein Seraph dort er stand, Ein Mann doch steck' im geisterartigen Ge- . wand; Und dann liebt' auch die Kais'rin manchmahl einen Knaben, Wie mit Lanskoi der Fall, der eben erst be- graben. ⁴) 48. Kein Wunder drum, dafs Yermoloff, und Momonoff, Und Scherbutoff, und wer noch sonst auf off, Besorgten, Majestät hab' in dem Herzen nicht, Das freilich nicht zu zäh, gnug Weite Für neue Flamm', ein Fürchten, das bedräute Mit Finsternifs das glatte, wie das Bart-Ge- sicht Defs, welcher(wie es hiefs für solche Fälle) Inhatte jene„hohe, anbefohlne Stelle.“ C 2 49. Holdsel'ge Fraun, wollt ihr Erklärung haben Von dieses diplomat'schen Ausdrucks tiefem Sinn, 3 Heifst Londonderry's Marquis seine Redega- 1 ben ⁵) Gebrauchen, und vielleicht entdeckt ihr drin, (Im wunderlichen Wortschwall, stets in einem Zuge, Den keines fafst, und doch gehorcht im Fluge) Ein Etwas, eigentlich das nicht gemeint, Als einz'ge Les' im dürftgen Wortherbst, die erscheint. 1 Deſs Von 50. Sprà Ich denk', ich kann mich deutlich gnug er- klären, Wenn auch dies Raubthier nicht sinnlos drein brüllt, 8 Die Sphynx, wo alle Worte Räthsel wären, Daf Wenn nicht durch Thaten täglich sie enthüllt— ng haben ks tiefem Redega- ihr drin, in einem nug er- 's drein ären, nüllt— Die grause Hieroglyphe, die lange Säule Aus Blut und Wasser— der eh'rne Castle- reagh!— Erlaubt, dafs eine Anecdot' ich hier mittheile, Die nicht sehr lang, wie ich zum Glücke seh'. 51. Einst fragt ein brittsches ein ital'sches Weib, Was eigentlich der pflichtbefohlene Betreib Des Wesens, das manch Frauenherz so hoch erhebe, Das um vermählte Schönen schwebe, Des„Cavalier Servente?“ Ein Pygmalion, Defs Statuen erglühn(fürwahr kein Hohn!) Von ihm umarmt. Das Weib, um Auskunft ihr zu schenken, Sprach:„Lady; wollt das selbst euch den- ken!“ 52. So will ich euer Denken mir erbitten, Dafs mildstens, weiblichst ihr's euch selbst er- klärt, 4 38 Was der Beruf des kaiserlichen Favoriten; Ein hoher Posten, wenn nicht so durch Rang geehrt, Der höchste doch im Volk; schon der Verdaecht, Daſs jemand von Natur dazu geschickt gemacht, Stach, wo die breiten Schultern jedes Bu- ben, Die Aktien nebst Inhabenden erhuben. 53. Juan besaſs die höchste Liebenswürdigkeit; Das Knabenantlitz blieb ihm eigen Weit über die gesetzte strupp'ge Zeit, Die mit Kinn-, Backen-Bärten und derglei- chen Das Parisgesicht entstellt, das Troja gemacht zu nichte, Und den Doctoren-Hof 5) erschuf; die Ge- schichte Der Scheidungen hab' ich studirt, sie nennt, wie bunt, Das Unglück Iliums das erste, das uns kund. macht, s Bu- 54. Und Katharine, die, aufser ihrem Gemahl, Der todt bereits, jedwedes liebt', und Vorlieb- hegen Für Riesenmänner sollte(sonst nicht der Zärt- lichen Wahl) Empfand doch auch manch sanftres Regen. Den sie am tiefsten in ihr Herz geschlossen, War Lanskoi, ein Geliebter er von ihr, Um den ihr manche Thrän' entflossen, Und nur ein mittelwüchs'ger Grenadier. 55. 0 du„teterrimaæ Causa“« von allen Krie- gen, ²) Du Thor von Tod und Leben, unerfafst! Du schlingst uns ein, wie du gezeugt uns hast. Wohl lohnt's zu denken, wie in deinem Bron- nen liegen Die Seelen Aller. Wie der Mensch gefal- len, wissen 40 Wir nicht, da die Erkenntniſs die erste Frucht entrissen Sah ihren Zweigen; wie seitdem er fällt Mögt Und sich erhebt, hast du ins vollste Licht ge- Katha stellt. 56. Dich will man oft„des Krieges böse Ur- sach“ heifsen, Im sü Ich nenne dich die beste; denn aus dir Entstanden wir, und zu dir kommen wir, Weshalb um dich nicht Mauern niederreiſsen, Da Und eine Welt verwüsten? Keinem ist's ver-(Doch hüllt, Dem Durch dich wird die verarmte Welt aufs neu' erfüllt,. Riſs Durch dich hat und verliert all Ird'sches den Den Bestand, Du See im dürren Lebensland! Bis e Von 57. Katharine, der groſse Inbegriff war sie War Von dieser groſsen Ursach von Krieg und Frieden, Frucht fällt cht ge- reiſsen, t's ver- fs neu⸗ ies den 41 (als Ursach jeglichem beschieden, Mögt ihr die Wirkung frei bestimmen hie) Katharine, über den schönen Herold hoch er- freut, Ob dessen Stutz Viktoria schwingt die Flügel, Vergiſst, wie knieend er ihr die Depesche beut, Im süfsen Anschaun abzuthun das Siegel. Und was noch sonst; 58. Dann, eingedenk der ganzen Kaiserin, (Doch auch das Weib nicht vergessen, das in Dem grofsen Ganzen mindstens drei Viertel machte) Rifs sie den Brief mit einer Mien' auf, die Den ganzen lauschenden Hof in Schweigen brachte, Bis endlich ein Lächeln Kunde verlieh Von schönem Wetter. Ihr Gesicht, zwar et- was breit, War edel, schön ihr Auge, der Mund voll Lieb- lichkeit. Wenn Viel Freud' ihr, vielmehr Freuden! Denn Zu wüf zum ersten: Die Stadt erkämpft, todt Tausende, Ruhm und Triumph aus ihren Augen bersten, Wie ein ostind'scher Sonnaufgang zur See. Die Momentlang schwiegen ihres Ehredurstes Lüste, Ihr A So trinkt den Sommerregen Yemens Wüste: Umsonst; wie Thau fällt auf den dürren Sand, Und So wäscht nur Blut die ehredurst'ge Hand. 60. Doch Die zweite Freude hatte lustigern Bezug; Und Suwarrow's tolles Gereim hat Lächeln ihr ent- zwänget, So hu Der von Tausenden, die er erschlug, Zu ih Die Nachricht in plumpes, russisches Versmaas gedränget. Die dritte war so weiblich, dafs der Graus 0b Sich mindert, der unser Blut uns macht er- Im 2 kalten, ! Denn bersten, See. s Lüste, Füste: n Sand, Hand. ezug; hhr ent- ersmaas Graus cht er- 43 Wenn Leute— Fürsten nennt man sie— für’s Beste halten, Zu würgen, während Feldherrn machen Scherz daraus. 61. Die beiden ersten Gefühle gingen ihren Lauf, Ihr Auge ward, ihr Mund von ihnen er- leuchtet, Und freundlicher sah gleich der ganze Hof darauf, Wie Blumen, die nach langer Dürre sanft be- feuchtet;— Doch als dann Majestät, die junge Leute Und Siegsdepeschen ansah fast mit gleicher Freude, So huldvoll blickte nach dem Lieutenant Zu ihren Füfsen, war die ganze Welt gespannt. 62. Ob etwas breit, zu voll, und wild Im Zorn, besaſs sie gütig eine Huldgestal- tung, 44 Wie die, die Alles in ros'ger, üppiger Ent. faltung Welc Nur wollen, gerne sehn, so lange Frischheit Das Wa schwillt. Und we Sie konnte jeden Liebesblick an den Verleiher Mit Zins abzahlen, und war gewohnt mit In allen Feuer 0b Wi Cupido's Wechsel einzutreiben nach Sicht Ohn“ allen Nachlaſs— diskontiren liefs sie Was sie nicht. 63. So war Das letzt', oft recht willkommen, war nicht eben nöthig Bei ihr; sie hatte, sagt man, Liebenswürdig- 0 Ka keit; Gehöre Ob stolz, war doch ihr Blick sehr gnädig, Nach P Und ihre Huld ging gegen Günstlinge sehr weit. Wenn einmahl im verschlofsnen Heiligthum, Sind m So war dein Glück auf guten Wegen. Ob alle Völker sie zu Wittwen hätte mögen, Die de Liebte sie doch den Mann als Individuum. ger Ent. 64. Welch Räthsel ist der Mann, welch gröfseres rischheit Das Weib! Im Haupt welch Sturmesbrausen, Und welch ein Strudel voller Tief' und Grau- Verleiher. sen hhnt mit In allem, was es angeht! Ob verehlicht es, Ob Wittwe, Jungfrau, Mutter— ihr Gemüth Sicht wie Spreu; lieſs sie Was sie gesprochen, was gethan ist nichtig, Wenn etwa, was sie jetzt spricht, thut, ihr wichtig, So war's, so lang man denkt, und immer neu! ar nicht 65. würdig- 0 Katharine!(Denn von allen Ausrufungen Gehöret o und ach vorzüglich dein ädig, Nach Kriegs- und Liebesrecht.) Wie seltsam hr weit. doch verschlungen thum, Sind menschlicher Gedanken streitend flücht- ge Reih'n. mögen, Die deinen sahst du jetzt sich arg zersplit- uum. tern: 46 Viel Eindruck hatt' erst Ismails Fall gemacht, Dann sannst du auf Gebäck von neuen Rit- tern, Und drittens auf den, der die Depesche ge- Ein 0 bracht.. sofort 66. Shakespeare spricht vom„Herold Merkurius, Herabgeschwebt auf himmelküssende Höhen;“ So etwas mochte Majestät im Geiste sehen, Als ihr der junge Herold lag zum Fuſs. Zwar schien der Berg für eines Lieutenants 4 Une Füsse In jen Wohl etwas hoch; doch den Simplon selbst Selb hat Geduld Uns, Und Kunst bezwungen, und durch Gottes Huld Sind„himmelküssend“ alle Kraft- und Jugend- Hferzc küsse.(Pope 67. An e Herab sahn Majestät, der Jüngling hinauf, Uns Und so verliebten sie sich; in sein Gesicht, gemacht, euen Rit- esche ge- lerkurius, dHöhen; sehen, uſs. eutenants on selbst ttes Huld Jugend- hinauf, gesicht, sein Gott weifs was? sie: denn Rausch be- ſicht Nach erstem Schluck aus Amors Kelch vollauf; Ein Opiat, ein schwarzer Tropfen, der sofort bexauscht, man braucht nicht Humpen voll zu leeren; Denn bei der Liebe trinkt das Auge— Zähren Nur ausgenommen— alle Lebensquellen leer. 68. Und er verfiel, wenn auch in Liebe nicht, In jenes gleich gewalt'ge Herzensfieber, Selbstsucht, die, wenn ein Wesen über Uns, eine Säng'rin, Tänz'rin, die man viel bespricht, Herzogin, Fürstin, Kaiserin„geruht zu fühlen“ (Pope's Ausdruck) eine heft'ge, schnellerwach- te Lust An einen einzelnen Herrn aus Vielen— Uns unsres Werthes, trotz Andern, macht be- wußst. 69. Er war zudem in jenes holden Alters Ta- gen, Das zum Gefühl jed Frauenalter ruft, Wo wir nicht viel nach unsrem Gegner fra- gen, So kühn, wie Daniel in der Löwengruft, Wo wir die eigne Sonn' im nächsten Meer Abkühlen können, das dort grade spühlet, Um Zwielicht drin zu schaffen, wie Gott Sol, er, der In Meeres- oder Thetis' Schoofs die Gluthen kühlet. 70. In Katharinen(lassen wir dies Katharinen) Wie grausam sie und heftig, lag doch eine Kraft, Die zaubrisch machte ihre flücht'ge Leiden- schaft, Weil jeder Günstling, wie ein König sich er- schienen, Geform Ein für Und de Den St Fügs Im Mit (Die, Und v Napole Die Fa Auch Für sc 225. Geformt nach Amoretten- Gestalten, Ein fürstlicher Gatt' in allem, bis auf den Ring, Und das— beim Ehstand das verfluchteste er fra- Ding— Den Stachel gleichsam nahm's, den Honig zu aft, erhalten. 71. Gluthen Fügst du hinzu noch ihre Weiblichkeit Im Mittagspunkt, die blauen oder grauen Au- gen— (Die, wenn nur voller Seele, gleichviel tau- gen, arinen) Und wohl noch mehr, wie die Geschicht- ch eine es beut: Napoleon, die schottische Maria möchten Leiden- Die Farbe steigern bis zum höchsten Preis, Auch Pallas hebt sie zu vornehmen Rech- ich er- ten, Für schwarz' und blaue Augen viel zu weis:.) 225. D 72. Ihr Lächeln, ihre damahls majestätische Ge- stalt, Ihr fleisch'ger Bau, die Güte bei kaiserlicher Gewalt; Viel dickern Männern zieht sie vor den Kna- ben, (Traun Männer, wie Messalina) sie liebte zu haben!) Ihr Leben in Blüthe, jetzt eben in saftiger Fülle, Mit andern Extra's, worüber die Muse stille, All dieses— schon Eins von diesen, erklärt Genug, wie hier ein Fant von Eitelkeit be- thört. 73. Das ist genug! Denn Lieb' ist Eitelkeit, Selbstisch beginnt sie, bleibt's, so lang sie lebet, Aufser, wo gänzlich sie Verschrobenheit, Ein Tollheitsgeist, der sich zu einen strebet Aul Zu G Getre Dem Die Für! Ich s Giebt sche Ge- serlicher ſen Kna- lliebte zu saftiger e stille, erklärt keit be- elkeit, ang sie it, strebet 51 Der Schönheit dauerloser Nichtigkeit, Worein die Leidenschaft ja selbst verwebet; Aus diesem Grunde wollten weise Heiden Den Ursprung der Welt von der Liebe lei- ten. 74. Aufser platon'scher Liebe, aufser der Liebe Zu Gott, der Liebe zum Sentimentalen, dem Lieben Getreuer Gatten(da muſs ich reimen mit Trieben, Dem guten, alten Dampfboot, mit dessen Ge- triebe Die Verse sich gegen Vernunft bewegen,— Vernunft war ja nimmer Für Reime, den Klang nicht, den Sinn beför- dert sie immer) Ich sage aufser den Dingen, die sich als Liebe bekennen, Giebts andre, die Worte Sinne benennen. D 2 75. Die Regungen, diese Bewegungen unsrer Leiber, Die alle Leiber aus ihren Winkeln gewaltig- lich Vordrängen, mit einer Göttin sich Zu einen— denn so erscheinen im Anfang alle Weiber. Wie süfs ist dieser Moment, wie wonne- schauerig Das Fieber, welches der Sinne erschöpftem Beben Vorangeht! Die ganze Art wie wunderlich, Mit Staube Seelen zu umgeben! 76. Die reinste Art von Liebe heifst platonisch, Beginnt sie, oder endet so; an Erhabenheit Die nächste, wir nennen sie kanonisch, Hier geht die Sache durch die Geistlichkeit; Die dritte Art, die im Verzeichnifs nun mußs sein, sie ist Wenn Noch f Genu Sich s Juan d Ich kan Und be Daſs, In die Sich n unsrer rewaltig- Anfang wonne- höpftem erlich, tonisch, enheit , hkeit; an muſs 53 sie ist in Schwang in allen Christenlanden, Wenn keusche Fraun zu ihren sonstsgen Ban- den Noch fügen— wollen's nennen: Heurath zum Schein. 77. Genug, nicht Grübeln! Unsre Geschichte mag hierin Sich selbst erklären; ergriffen war die Kai- serin, Juan durch ihre Lust geschmeichelt, oder ihr Lieben;— Ich kann nicht streichen, was einmahl geschrie- ben, Und beides ist im menschlichen Staub so ver- eint, Dafs, wer von Einem spricht, wohl beides meint; In diesem Bezug doch pflegte die Kaiserin al- ler Reufsen, Sich wie die gemeinste Stick'rin zu beweisen. 54 78. Schon Der ganze Hof verschmolz in ein Geflüster, Und jede Lippe bog zu jedem Ohr, Die Falten der Matronen wurden doppelt dü- ster Beim Anblick, naserümpfend sah' der Jüngern Chor Sich an, jed' holden Mund verklärte Ein Lächeln, als er drüber sprach, indem das Weh Freit Der Eifersucht den Blick der stehenden Armee, Die Li Die das mit ansehn mufste, wild empörte. Die da 79. Ob obe Die Gesandten aller Mächte, die dort sich Die Li eingefunden, Erfragten: wer dieses spanneue Bürschchen Und o sei, Das groſs zu werden versprach in wen'gen So CI Stunden Dafs! Was sehr bald ist, ob pfeilschnell unsre Zeit vorbei! eflüster, belt dü- üngern em das Armee, rte. rt sich chchen en'gen e Zeit 5⁵ Schon sahn sie die Rubel in silbernen Schauern, So schnell der Zahlmeister schaffen nur kann, In's Cabinet ihm regnen, und Geschenke noch dann Von mehrern Orden, und ein'gen tausend Bauern. 80. Freigebig war sie; Verliebte geben gern. Die Liebe, die Oeffnerin des Herzens und al- ler Räume, Die dahin führen, sein sie nahe oder fern, Ob oben, ob unten, verwahrt durch Schlage- bäume— Die Lieb',(ob auch der Krieg ihr groſs Be- hagen, Und ob nicht die beste der Fraun sie, aufser, uns däucht sSo Clytemnestra; wiewohl es besser viel- leicht, Dafs Einer stirbt, als dafs zwei Fesseln tra- gen,)— 81. Die Liebe liefs sie jedes Lieblings Glück besorgen, Nicht so, wie unsre halb keusche Elisabeth, Die, galt's zu zahlen, aus Geiz gar hart ge- schmäht, Darf auf die groſse Lügnerin man horchen, Auf die Geschicht'; ob Gram ihr altes Herz gebrochen, Weil einem Günstling Tod sie zugesprochen, So schändet doch zweideut'ger Buhlentand Und schmutz'ger Geiz Geschlecht und ihren Stand. 82. Doch als die Levée sich erhob, und all- gemeines Tosen Im weichenden Kreise, begannen jeder Nation Gesandte sich gleichsam hinzustofsen Zum jungen Mann mit heralicher Gratula- tion; In sch Abson Erwie Als ol Besche Auf Nicht Liefs gs Glück sabeth, hart ge- rchen, fes Herz pro chen, atand d ihren nd all- Nation fratula- 57 Auch wurde das Seidengeräusch der Schönen gehört, Als denen es stets besondres Vergnügen ge- währt, In schönen Gesichtern umher zu spüren, Absonderlich, wenn zu Ehrenstellen sie füh- ren. 83. Juan, der plötzlich sich, ohne zu wissen wie? Zum allgemeinen Ziel der Achtung sah er- koren, Erwiederte mit anstandvollem Verbeugen sie, Als ob er zum Minister geboren. Bescheiden zwar, doch von der Natur geschrie- ben, lag Auf unbefangner Stirn der Gentleman; er sprach Nicht viel, doch passend; den Anstand, den er sich wufste zu geben, Liefs Grazien ihn, wie ein Panier, umschwe- ben. 84. So ho Der junge Lieutenant ward dem stärkenden Pflegen Und.⸗ Der diesen Dienst Versehenden zugestellt Das Auf allerhöchsten Befehl; huldvoll sah alle Zum Welt, (Wie oft sie sieht bei des Erstaunens erstem Regen, Die Jugend mag das im Gedächtniſs wahren!) Auch liefs Miſs Protasoff ihn Huld erfahren, Von dem geheimen Amte„'Eprouveuse“ genannt, Ein Wort, das zu erklären nicht die Mus' im Stand. 85. Mit ihr also, in schuldeger Folgsamkeit, Zog Juan sich zurück. Mir wird ein Gleiches frommen, Bis seinen Flug mein Pegasus erneut. Auf„himmelküssenden Höhen“ sind eben wir angekommen, erstem lahren!) lahren, veuse“⁰ us' im ceit, leiches en wir so hoch, dafs mein Gehirn sich schwindelnd dreht, Und all mein Fühlen wie ein Mühlrad geht; Das mögen Kopf und Nerven zum Zeichen nehmen, Zum ruh'gen Ritt auf grünen Au'n sich zu bequemen. Ende des aeunten Gesanges. Anmerkungen zum neunten Gesange. 1) Stanze 3. Dafs Deinen Barden hier gebrach der Grazien Huld! „Walter Scott schrieb in Versen e Batlle „of Waterloo. Dieses Gedicht erregte keinen „Beifall, und ein Bonmot darüber verbreitete „sich wie ein Blitz. Der Name Walter Scott „ist sehr häufig in England. Es war von un- „serm Dichter die Rede, und Jemand fragte „bei Nennung dieses Namens, wer der Mann „sSei? und recolligirte sich, indem er sagte: „ahi, that'’s he, the last lost al Waterloo. „(Ach, das ist der, der zu allerletzt bei „Waterloo fiel.) 9S. das oft schon angeführte treffliche Werk: Briefe an eine deutsche Edelfrau über die neuesten engli- schen Dichter, von F. I. Jacobsen. p. 337. A. d. Ueb. „Ic Poster wurde chen Mahlz satt e der F gung Sohn, fütter meine eine men: ges. 3) Batlle keinen fon un- fragte Mann sagte: rterloo. zt bei eführte tsche ngli- bsen. 61 2) Stanze 6. Der Kämpfer hat seit lang nicht so gegessen. „Ich bekam damahls mit vier Andern einen Posten, der für Ermüdung sich eignete. Wir wurden nämlich beauftragt, Zwieback zu bre- chen und für Lord Wellingtons Hunde eine Mahlzeit zu bereiten. Mich hungerte gewal- tig und ich freuete mich damahls der kleinen Arbeit, da wir uns beim Zwiebackbrechen satt essen konnten, was mehrere Tage nicht der Fall gewesen war. Bei dieser Beschäffi- gung dachte ich unablässig an den verlornen Sohn, und ich seufzte, während ich die Hunde fütterte, über meine niedrige Stellung und meine zerstörten Hoffnungen.“ Tagebuch eines Soldaten vom 71sten Regi- ment während des spanischen Krie- ges. 3) Stanze 33. Weil er nicht zur Ver- dauung mehr die Macht. 62 Er wurde in einer Verschwörung ermordet, nachdem sein Gemüth durch eine furchtbare Leibesverstopfung in eine Art von Wahnsinn gerathen war. 4) Stanze 47. Wie mit Lanskoi der Fall, der eben erst begraben. Er war die grande passion der grofsen Katharina. Siehe ihre Lebensbeschreibung unter dem Kapitel Lanskoi. 5) Stanze 49. Heifst Londonderry“'s Mardqduis seine Redega- ben Dies war lange vor dem Selbstmord dieses Mannes geschrieben.(Uebrigens sei es hier mit angemerkt, daſs die Engländer den Nah- men Castlereagh— Cäselreh aussprechen.) 6) Stanze 53. Und den Doktoren-Hof erschuf. Doctor's Commons, ein Gerichtshof in Eng- land, wo Ehesachen, Testamentsstreitigkeiten u. s. w. verhandelt werden. A. d. Ueb. Aber v sen, so ist rec deutlici Horaz* Da sag Sie's g Sich's setzen mordet, rchtbare ahnsinn oi der raben. groſsen d dieses es hier en Nah- hen.) n-Hof in Eng- gkeiten Ueb. 63 7) Stanze 55. O du„teterrima Causa“ von allen Kriegen. D. h. 0O du abscheuliche Ursache u. s. w. Aber was der Dichter meint, wollen Sie wis- sen, schöne Leserinnen. Ja, sehen Sie, das ist recht schwer, Ihnen auf hübsche Manier deutlich zu machen. Die ganze Idee ist aus Horaz's Satyren genommen. Sat. I, 3, 108. Da sagt er ungefähr Folgendes:— wollen Sie's genauer haben, Verehrteste, lassen Sie Sich's von Ihren gelehrten Ehegatten über- setzen, ich unterstehe mich's nicht. Noch ehe Helena mit Weibeszauberei Den fremden Herrn aus Priams Stadt herbei Gerufen(worauf das ganze Griechenland Zur allgemeinen Kriegesfahrt entbrannt) Zog schon des Weib's verhüllte Zauberei Höchst unverschämter Weise Krieg herbei. Der Zauber ist's, der Herkules, den Mann, Zum Rocken zwang, dafs er vor Sehnsucht spann; Es ist der nie genannte, allgekannte Reiz, Der zum Verschwender macht den Geiz; Nimm ihn dem zaubervollen Leib— Der Zauber flieht— das Weib ist nicht mehr Weib. Verstehen Sie mich nun? A. d. Ueb. 8) Stanze 72. Traun Männer, wie Messalina u. s. w. Der Kaiser Claudius hatte viel Unglück mit seinen Weibern. Die erste Braut verstiefs er, die zweite starb am Hochzeitstage, von zwei Weibern schied er sich; darauf heurathete er in bester Hoffnung die Messalina. Bald aber erfuhr er, dafs sie, neben anderen abscheu- lichen Ausschweifungen, mit einem zweiten Manne förmlich noch verheurathet war; er liefs sie hinrichten. Saeton. Claud. c. 26. A. d. Ueb. D lick mit ſeeſs er, n zwei hete er ld aber bscheu- zweiten ar; er 26. eb. Zehnter Gesang. Newto In die So sag Für ei Den k Beweh So ha Dafs Don Juan. Zehnter Gesang. 1. Newton sah einen Apfel fallen, und fand In diesem Schreck, den seine Betrachtung bestand, So sagt man(denn nie möcht' ich im Leben Für eines Weisen Glauben und Ansicht Zeug- niſs geben) Den klaren Beweis, dafs die Erde natürlichst sich Beweg' im Kreis nach dem Gesetze der Schwere; So hat seit Adam er allein die Ehre, Dafs ihm ein Fall und ein Apfel ärgerlich. E 2 Durch Aepfel fiel der Mensch, hat sich durch Aepfel erhoben, Wenn ob'ges wahr; denn es beut die Art, Wie Isaak Newton die Räthsel hoch oben Im unbetretnen Revier uns offenbart, Wahrhaftig für menschliches Weh den Gegen- gebalt; Der Mensch hat ja gewirkt seit jenen Zeiten Mit allen Wundern der Mechanik, und wie bald Wird bis zum Mond ihn eine Dampfmaschine leiten? 3. Wozu der Anfang?— Je nun, eben jett, Als ich den schlechten Bogen Papier mir hole, Fühlt' ich mein Herz in edle Gluth versetzt, Und mein inwend'ger Mensch macht' eine Capriole; UInd ob, wie gut ich weifs, ich das nicht tauge, Was die, die Sterne, mit Hilfe von Glas und Dunst, Ich 8 Die Ste Doch li Und w Hinste Nicht s Doch Wie m Wi Der nat sich hoben, Art, ben Gegen- a Zeiten wie bald naschine een jetãt, mir hole, versetzt, ht' eine ht tauge, Glas und 69 Entdecken, und segeln in des Windes Auge— So wünsch' ich doch, Gleiches zu thun durch poetische Kunst. 4. Ich segl' und segelt' in des Windes Aug', doch was Die Stern' anlangt, so liegt's am dunkeln Glas; Doch liefs ich mind'stens gemeines Gestade weit, Und wagte mich in die Mitte des Fluthenbettes, Hinsteuernd zum Meer der Unsterblichkeit. Nicht schreckte das Wogengebrüll mein leich- tes, nettes, Doch stets seehalt'ges Fahrzeug; fort mag's schwanken, Wie manches Boot, wo gröfsre Schiffe sanken. 5. Wir liefsen unsern Helden in den ersten Blüthen Der Günstlingschaft, doch nicht in Vollge- stalt;— Und meine Musen werden sich wohl hüten, (Denn mehr hab' ich als ein' im Hinterhalt) Ihn über den Audienzsaal zu begleiten; Dafs man in ihm, schon das ist mir genehm, Kraft, Schönheit, Jugend fand, nebst alledem, Was kurz der Lust die Flügelkann beschneiden. 6. Doch bald erneu'n sie sich, und streben auf in Hast. „O, hätt' ich doch die Flügel einer Taube,“ Spricht der Psalmist;„und käm' zu meiner Rast!* Und wer gedenkt der Jugend, der Lieb' in schattiger Laube, Und möcht', ob heiser jetzt, der Brust die Kraft entflohn, Mit dürrer Phantasie, die nicht dem Aug', dem bleichen, Mehr Himmel vormalt— lieber seufzen, wie der Sohn, Als wie der Eltervater keuchen? Doch Dem A So dür Wo Uel Das th Sei ein 0 doch Die pfli Doch Wahl Das An Gerun- 7. Doch Seufzer verhallen, es trocknen selbst Wittwenzähren, Dem Arno im Sommer gleich, zu dürftigem Bestand, so dürftig, dafs schämen sich muifs der Winterrand, Wo Ueberschwemmung drohte zu verheeren. Das thun ein paar Monat! der Gram, so dächte man, Sei eine Flur, die brach nie liegen kann; 0 doch! der Pflug kommt nur in andre Hände, Die pflügen neu zur Saat für Freudenspende. 8. Doch Keuchen folgt, wenn Seufzer vergehn— Wohl eher schon, oft bringen des Einen Gewalten Das Andre, bevor noch die spiegelglatte Stirn durch Falten Gerunzelt, oder auf Glocke zehn Die Lebenssonne stelt; und während noch das Roth, So kurz, schwindsüchtig, wie des Sommertages Zude Ende, Die Wange malt, die man für Staub zu lieb- Bei Fr. lich fände,— Glühn, lieben, hoffen Tausend', und— Heil Denn i dann— sind todt! Kaum Geträur Von jer 9. Nach Juan war nicht so bald zu sterben gesonnen. Den D. Wir liefsen ihn im Brennpunkt des Ruhmes steh'n, Wozu die Gnade des Monds uns kann erhöh'n, Und Weiberlaune, die freilich sehr schnell verronnen! Wes Doch wer wollt' auf den Junimonat schmählen, Weil der Dezember folgt mit Frostigkeit? Aus ke Argwö Er mufs so mehr den Gluthen sich vermählen Dafs Wärm' er speichre für die Winterzeit. d noch ertages zu lieb- Heil dt! esonnen. Ruhmes erhöh'n, schnell mählen, ceit? mählen rzeit. 10. Zudem besafs er Eigenschaften, die mehr Glück Bei Frau'n von Mittelalter machen, als bei jungen; Denn jene wissen Bescheid, wo Küchlein, kaum erst flügg, Kaum mehr von Liebe wissen, als gesungen, Geträumt(denn Phantasie spielt gern ihr Stück) Von jenen Himmeln, wo die Lieb' entsprungen. Nach Sonnenjahren berechnet man Frau'n bisweilen, Den Datum sollte wohl der Mond ertheilen! 11. Weshalbz— Weil der veränderlich und keusch. Aus keinem andern Grund, trotz dem Gekreisch Argwöhn’'schen Volks, das gleich nur Flecken spüret, 74 Und mich so gern verdammt, was gar nicht schön, Und ihrem Herzen und Geschmack nicht wohl will steh'n, Wie ernst Freund Jeffery zu Gemüth mir führet. Doch, ich verzeih' ihm, und erlaube mir den Schluſs, Er selbst verzeiht sich auch;— wo nicht, ich mufs! 12. Wenn alte Feind' in Freunde sich verkehret, Sollf's auch so bleiben, das ist ehrenvoll; Nichts weifs ich, was Rechtfertigung gewähret Für neuen Haſs; ich würd' entfliehn ihm wohl, Ob er mit hundert Armen, hundert Beinen Herdringen wollt' in meine Friedensnäh'. Alt Grollen, neue Frau'n— der Feinde bitterste— Versöhnte Feinde sollten nicht dazu sich einen! Das Der feil Kaum ti Die er v Und Eh Von Secl Sie soll Sobald Der Das Scl Nichts Die Fe Indem Ist ein 13. ein Schmachentlaufen! do's,— Der feile Southey selbst, der Lügner überall, Kaum trät' er wieder zu den Reformado's, ²) Die er verliefs, und kroch zum Hofpoeten-Stall; Und Ehrenmänner, von Island bis Barbados, Von Schottland bis Welschland die ganze Zahl, Sie soliten nicht ein Rohr sein, nicht drein schlagen, Sobald man aufhört zu behagen. Das wär' Renega- kehret, 14. oll; Der Richter siehet, wie der Kritiker, währet Das Schlechte nur der Bücher und des Lebens; wohl, Nichts übersch'n, verschweigen desto mehr, men Die Feger dieses Doppelthals des Strebens. 0. Indem der Haufe dumm kommt in des Alters Feinde Tage, Ist eines Wundarzts Instrument der Richter einen! gleich, 76 Das schneidet durch das ganze Innre einer Frage, Und durch der Dauung gänzlichen Bereich. 15. Ein rechter Besen fegt auch recht die Essen, Deshalb ist an ihm selber Schmutz genung, Denn tiefer hat der ewsge Ruſs sich eingefressen, Als sich's verbirgt durch Hemden-Wechselung, Ihm bleibt der Flecken seiner schwarzen Pflicht; So kennen unter zehn zum mind'sten neune Wir gleich am Aeufsern.— Du vielleicht so nicht, Wie Cäsar sein Gewand, trägst du das Deine. 16. All' unsre kleinen Fehden schloſs ein Frieden, Mein Jeffery, einst mein furchtbarster Feind, (Soweit sich Dichtung und Kritik vereint, Dergleichen Spiel zu schaffen aus uns Volk hienieden) Zum mi Nicht k Dich ke Gehande Und So brin Dir lie Denu s Doch- Obgleic So ist¹ Als Sc hselung, a Pflicht; neune ſielleicht s Deine. 77 Zum mindsten mein?. Es leb’„die gute alte Zeit!“ Nicht kenn' ich dich persönlich, werd' auch nimmer Dich kennen, aber ehrlich hast du immer Gehandelt, ich bezeug's mit Freudigkeit. 17 Und bring' ich's jetzt den„guten, alten Zeiten,“ So bring' ich's dir nicht, was mich schmerzt, bei Gott! Dir lieber wollt' ich ein Gelag bereiten, Denn sonst wem in der stolzen Stadt(als Scott). Doch— freilich scheinen könnt's ein kind- scher Schmerz, Obgleich ich weder Witz noch Prunk mir vorgenommen,— So ist's, halb Schotte durch Geburt, bin ich vollkommen Als Schott' erzogen, und zum Haupt fliegt mir das Herz. Die„gute alte Zeit“ ruft Schottland mir, Die schott'schen Mäntel, Berg' und Stromes- schauer, Den Dee, den Don, Balgounie'’s schwarze Brückenmauer, ²) Mein Knabenherz, all' meiner Träume Zier Von damahls, in ihr Lichtgewand geschlungen, Wie Banquo's Enkel; ja, ich schein' umdrungen In meinem kind'schen Sinn von meiner Kind- lichkeit— Sei mir gegrüfst, du Strahl aus„alter guter Zeit!“ 19. Ob ich— wenn man's noch weiſs— in heifser Gluth Von Reimsucht und von Zorn, als jang ich noch und kräftig, Die Schotten höhnt', um Witz und meine Wuth Zu äuſsern, welches beides scharf und heftig— ³.) Ist's do Das fri- Ich sch Den Sch Juan, Denn be Doch ist Als ihr Und we Und do Am Ra Und me d mir, ptromes- chwarze 6) e Zier hlungen, drungen r Kind- r guter s— in ung ich , ne Wuth ttig— 8.) 79 Ist's doch umsonst, sich nach Affekt zu richten, Das frische Jugendherz läfst nimmer sich vernichten; lch schottete, nicht tödtet' ich, in meinem Blut Den Schotten, und liebe das Land„der Berg' und Fluth.“ 20. Juan, der wirklich oder ideal,— Denn beides ist sich gleich, da, was sie denken, die Leute, Doch ist, wenn auch sie selbst einst weniger real, Als ihr Gedachtes; der Geist wird nicht des Todes Beute, Und weiſs sich über'n Körper zu erhöh'n; Und doch ist's immer zum Verdriefsen, Am Rand— man nennkt's der Ewigkeit— zu stehn, Und mehr von hier nicht, als von dort zu . wissen;— 21. Don Juan ward ein recht gesehmeid'ger Russe; Wie, sag' ich nicht, warum sieht jeder ein; Nur wen'ge bleiben sicher auf dem Bein, Wenn's gar zu glatt wird unterm Fuſse. Vom sanften Kissen gleich zu einem Kaisersitze, So lieblich war sein Weg bestellt, Tanz, Mädchen, Feste, baares Geld, Verkehrten Eis zum Paradies, den Frost zur Hitze. 22. Die Gunst der Kaiserin gab viel Vorzüge; Ob etwas viel dafür gefordert ward, So leistete dies Alter schon der Art Von Forderung gehörig Gnüge. Er, wie ein junger Baum, in vollem Schufs, War jetzt für Liebe, Krieg, und Ehrgei⸗ 9 recht. Das nähret Die glücklichen Bewerber, bis der Ueberdrußs Des Alters Viel’ ein befsres Mittles lehret. Zu di Ward D Und bös Was fr. Das Kra Unauslöt Die uns. Und uns rost zur orzüge; Schufs, Ehrgeiz t berdrußs ret. 23. Zu dieser Zeit, vermuthen lieſs es sich, Ward Don Juan, von Jugendrausch bethöret Und bösem Beispiel, etwas liederlich, Was freilich sehlimm ist, da's nicht nur zerstöret Das Kraftgefühl, nein, auch, da es mit allen Sorten Unauslöschbarer Sünd' erzeuget worden, Die unsrer Schwachheit Loos— zur Selbst- sucht uns beengt, Und unsre Seele, wie mit einer Schal' um- fängt. 24. Wir gehen drüber hin, auch hin Ueber den Gang gewöhnlicher Intrikenspiele, Wenn ungleich die Verbindung, zum Beispiele Ein junger Lieutenant und nicht alte — Kaiserin, Die dennoch nicht so jugendlich mehr war, Als in der Rosenzeit der siebzehn Jahrs. 225. F Auch Fürsten sind Creaturen; ob Creaturen schmunzeln, Es schmeicheln nicht die bösen Demokraten — die Runzeln! 25. Der Tod, der Fürsten Fürst, zugleich der groſse Gracchus der Menschheit, der die stolzen Loose Defs, welcher schmaus't und ficht und brüllt und trinkt, Mit seinen Ländereigesetzen bringt zZu kleinstem, grasbewachs'nem Fleck, dem das Verwesen Zur Ernt' erst hilft, wie beim blutärmsten Mann, Dem nie ein Fufsbreit Land Besitz gewesen— Ein Staatsumwälzer ist der Tod, vernein's, wer kann! Es le Von Lu Im frol Die(ob Vorguck Durch a Für Bab Und sei reaturen nokraten leich der en Loose d brüllt t kK, dem ärmsten vesen— ernein's, 26. Es lebte(Juan, nicht der Tod) im Lärm- geleite Von Lust und Drang und Glanz und Flitter- schein, Im frohen Himmelsstrich schwarzhaar'ger Bärenhäute, Die(ob mir Bitterkeiten eine Pein) Vorgucken oft(gehtss lustig drein und drüber) Durch allen Purpur und fein Linnen— pas- send lieber Für Babels Hur', als die aus Reufsenland— Und seine Schön' entziehen dem Prachtgewand. 27. Wir theilen hiervon nicht Beschreibung mit, Wir könnten's, gnug erfahren, gnug ver- nommen! Doch, nah zu Dante's„dunklem Wald“ ge kommen, Dem schaursgen Aequinoxium ‚dem verhafsten Schnitt F 2 In unsre Lebenszeit, dem Halbweghaus, Der rohen Hütte, von wo’ die bessern Pilger aus Umsicht'ger über'n Altergrenzstein dreh'n Das Postgespann, und weinend nach der Ingend sehn— 28. Will ich nicht schildern, das heifst, kann ich des Schilderns Drang Vermeiden, reflektiren nicht, das heiſset, Kann ich dem Denken wehren, das, wie an's Euter beiſset Ein Maul, durch dieses Irrsals bunten Gang Mich festhält, oder wie an Klippen haftend gleiset Das Seesalz, oder wie beim ersten Kußs- empfang Ein Liebender an Lippen hanget— nein, Philosophiren nicht, gelesen will ich sein! 29. Juan, statt zu hofiren, ward hofiret; Ein Seltenes! Als Grund wird angeführet Theils s Theils d Gleichw Die noc Gleich I Doch m Er 8 Ihn auf Zu eign Antwort Anschicl Man hö Dafs, h Das Kl. 85 Theils seine Jugend, theils sein Heldenmuth, Theils das bewährte edle Blut, Gleichwie beim Racenpferd, theils die Gewande, Die noch verschönfen seinen schlanken Leib, Gleich Purpurwölkchen nah am Sonnenrande; Doch meist sein Posten, und ein altes Weih. 30. Er schrieb nach Haus; da alle die Ver- wandten haftend Ihn auf recht hübschem Wege fanden Zu eignem Glück, und dem der Vettern auch 4 Kußs- zupleich, Antworteten sie in den ersten Tagen; ein, Anschickten Ein'ge sich sur Wandrung aus dem sein! Reich, Man hörte sie beim Eisgeniesen sagen: Dafs, hätte man nur ein'ge leichte Pelze, 3 Das Klima Moskau's und Madrids nur ein ihret Geschmelze. „Sollt' Da seine Mutter, Donna Ines, gleichfalls. „Sie me fand, 4„Ein B Dafs, statt dafs er auf seine Wechsler zöge, 3 (Nur selten ward ein Wechsel ihr gesandt)„Pries: Sein Geldverthun recht hübsch vor Anker läge, Schrieb sie:„Sie freue sich, dafs überwunden „Die Reiz' er, dran so mancher Jüngling fest gebunden,„Nicl „Da ein Beweis es sei, dafs zu Verstand ein„Die Ji Mann,„Wo Al „Wenn er den frühern Aufwand einzuzieh'n„Sie jes 4 begann.“„Dahei „Wo T 32.„Bis fü „Sie wünschtꝰ ihm dann von Gott jedwedes Heil,„Daſs 7 „Empfahl dem Sohn’ ihn und der Muͤtter Gottes, „Warnt' ihn vor griech'scher Kirch', als einem Greul 0, V Zu dei „Dem guten Katholiken: doch des Spottes ker läge, rwunden pling fest stand ein hzuzieh'n jedwedes Mutter ch', als pottes 87 „Sollt' er sich wohl enthalten, Fremden brächt' er Wehe. „Sie meldet' ihm, dafs ihm aus zweiter Ehe „Ein Brüderchen erzeugt, und über Alles hin „Pries sie der Czaarin mütterlichen Sinn.“ 33. „Nicht gnug konnt' eine Kaiserin sie loben, „Die Jünglinge besonders lieb gewann, „Wo Alter, mehr Volk, Klima(dann und wann!) „Sie jedem böslichen Gered' enthoben. „Daheim hätt' ihr das Sorgen wohl gemacht; „»Wo Thermometer doch auf zehn herab ge- bracht, „Bis fünf und Null— lieſfs sich wohl kaum vermuthen, „Daſs Tugend thaute vor des Stromes Fluthen.“ 34. 0, Vierzig-Pfarrer-Kraft jetzt, um zu reden ⁴) 2u deinem Preise, Heuchelei! Ein Lied, 88 Laut, wie womit du Tugenden bemüht Zu rühmen, die du nicht vollbringst. Cherub- drometen! Die Hörmaschine meiner Taute, die, Ob ihr zuletzt zu dunkel jede Brille, Doch Trost empfing, wenn jen' ins Ohr ihr schrie, Als sie nichts mehr erkannt in der Postille. 35. Die gute Seele, mind'stens alles Heu- chelns baar; sie ging zum Himmel auf dem rechten Pfade, Den je nur ging der Auserwählten Schaar, Die uns am jüngsten Tag des Himmels Gnade Austheilen wird, nach einem Theilungsbuch, Wie, wonach Wilhelm seine Rittersleute Eohnt', als er And'rer Eigenthum zur Beute Von sechzigtausend neuen Rittern schlug. Nich Erneis (Ist me Belohnt Und me Den Sac Doch, So habe Ohr ihr ostille. es Heu- rechten 36. Nicht schlimm für die, die ihre Ahnen hier, Erneis, Radulphus; acht und viexzig Ritter- güter (Ist mein Gedächtniſs kein untreuer Hüter) Belohnten, die gefolgt Wilhelms Panier. Und möcht' ich auch nicht an das Recht ganz glauben, Den Sachsen, Gerbern gleich, die Haut zu rauben, Doch, weil damit sie Kirchen gründeten im Land, So haben sie es, meint ihr, gut verwandt. 37. Der holde Juan blüht', obwohl zuweilen Ihm's wie der Pflanze ging, die Sensitive heiſst, Und vor'm Berühren bebet, wie vorm Dich- tergeist Die Fürsten, ist er zahm nicht, wie in Sou- they's Zeilen. Er sehnte sich vielleicht im Frost nach Au'n, Wo vor dem Mai die Neva würde thau'n, Vielleicht, vom Riesenarm der Majestät um- fangen, Fühlt' er nach Schönheit ein Verlangen. 38. Vielleicht— doch ohn' auf ein Vielleicht zu seh'n, Die Gründe liegen nah; es pflegt der Wurm zu nagen An Wangen, jugendlich und schön, So wie er aufzehrt in des Alters Tagen. Der Kummer bringt, wie ein Verwalter, alle Wochen Die Rechnung ein, und ob vor Zorn wir ko- chen, Wir müssen zahlen! Lafst sechs Tage still vergeh'n, Ein Quälgeist kommt am siebenten! Krank; Dig. Kai Ihr Arz Des krä Das des Vom Fi Das mu Noch n Zu W Es hie Au'n, 39. u'n, ät um- krank ward er, weiſs nicht, wie's gescheh'n sein mag; n. Dig Kais'rin macht es sehr beklommen, Ihr Arzt(der Petern such behandelt) fand, der Schlag Des kräft'gen Pulses hab' ein Zeichen ange- nommen, Das dessen Tod bedeut', ob er lebendig elleicht noch, vom Fieber zeug' er deutlich doch; Das mufst' im Ernst den ganzen Hof betrü- ben, Noch mehr die Kais'rin, Doppeldosis ward verschrieben. 40. Zu wispern fing man an, und manch Gespräch zu führen: Es hiefs, dafs von Potemkin er vergiftet . ward; 9² Ein zweiter sprach gelehrt so von Geschwü- ren, Erschöpfung und Zerrüttung dieser Art; Noch Andre nannten es Erhitzung seiner Säfte, Womit das Blut unmitteibar Geschäfte;* Noch Andere behaupteten mit Eid und Schwur, „Es wär“ Ermüdung von dem letzten Feldzug nur.“ 41. Doch ein Recept hier, das man sehr belobt' ihm: „Sodae- Sulphat. 3. vi. 3. s. Seunnxe optim. „Ag. fervent. F. 3. N. 34j. linct. Mannae „Haustus“(hier hat mit Schröpfzeug sich der Arzt genaht) „R. Pulv. Com. gr. iıε. Ipecgcuanhae?« (Und mehr noch, wenn sich's Juan nicht ver- bat.) „Bolas Polassae Sulphuret. szmendus, „El Haustus ter in die capiendus.“ So be Secunda Auch sp Und nic Denn de Uns nal Und ste Macht B Juan Doch dr. Half doc Und wie Schwur, Feldzug belobt' op tim. 727² sich der cht ver- 93³ 42. Se bessern, oder bösern Aerzt' uns um die Wette, Secundum artem; doch, wie wir gesund Auch spotten, rufen wir, erkrankt, sie an das Bette, Und nicht zum Hohne zieht sich unser Mund; Denn der Riaztus marime deflendus ist Uns nah, der Spaden heischt, um voll zu wer- den, Und statt dafſs sanft mit Lethes Strom man flieſst, Macht Baillie, Abernethy man Beschwerden. 5) 43. Juan verzweifelte bereits am Leben, Doch drohts ihm auch der Tod zu nah'n, Half doch der Jugend und des Körpers Wi- derstreben, Und wies die Aerzt' auf neue Bahn. 94 Allein bedenklich war's noch immer; einen Schein Von Farbe nur sah man auf bleichen Wangen gleisen, Und nur verleg'ner schien die Fakultät zu sein— Sie that den Spruch, er müſste reisen. 44. Sie meinten, daſs zu kalt das Klima schiene, Für einen Sohn der Gluth, darin zu blüh'n. Drob sah etwas erzürnt die keusche Katharine, Anfangs lieſs sie nicht gern den Liebling zieh'n. Doch als sein Feueraug' sie schmachten sah, Und trauern, wie ein Aar mit abgestutzten Schwingen, Beschlofs sie, eine Sendung sollt' er ihr voll- bringen, Doch so, dafs seiner Stellung Recht dabei ge- schah. Es ga Ein' Ar Zwische Betriebe Wie gro Es galt Talg, L. Nach Br So gal Die Günsd Geheimen Zu zeige Tags dra Man lie ; einen Wangen iltät zu schiene, lüh'n. tharine, zieh'n. en sah, stutzten 45. Es gab just damahls eine Diskussion, Ein' Art Verhandlung, Negociation Zwischen dem russischen und britt'schen Cabi nette, Betrieben mit gehör'gem Listverkehr, Wie groſse Mächt' ihn üben um die Wette. Es galt die Schifffahrt auf dem Balt'schen Meer, Talg, Leder, Thran, das Rechtsgebiet der Thetis, Nach Britt'schem Sinn’' ihr„ut possidetis.“s 46. So gab die Kaiserin, die stets auf feine Weise Die Günstlinge zu heben wufste, dem Juan Geheimen Auftrag, um die Fürstenpracht daran zu zeigen, und für seine Dienste mit zum Preise. Tags drauf mufst' er zum Handkufs nahen, Man liefs zum Kartenwurf ihn Wink' em- pfah'n, 96 Drauf ward mit Orden und Geschenken er be- Soriel laden, Das lie Wodurch der Geb'rin heller Geist sich sehr. verrathen. Nicht, 47. Auch 3 Doch glückt' ihr Alles, und Gläek siegt. Docl bi ... Hielt si Die Königinnen, Sie haben meistens Glück bei ihrem Reich; Was hier Fortuna meint, lös't uns kein Sin- Inden 3 nen. Für ein Doch fort. Ob sie bereits bei Jahren gleich, he. Ward sie im Stufenjahr noch jugendlich ge- i0 1n Zu setz neckt; War lauter Schmerz verwehrt auf alle Fälle, So hatt' ihr doch die Trennung so viel Gram erweckt, Daſs anfangs unbesetzet blieb die led'ge Stelle. Die bes Man jür (Nach Erhielt 48. Doch wird der Zeit ja wohl ein Trost ent- spriefsen, Und vier und zwanzig Stunden, und zweimahl ſein Sin- gleich, llich ge- le Fälle, iel Gram ee Stelle. rost ent- weimahl 97 Soviel Bewerber bei der neuen Wahl, Das liefs sie ruh'gen Schlaf Nachts drauf ge- nieſsen. Nicht, dafs sie übereilt sich wollt' entschlie- isen, Auch war ihr nicht etwa zur Last die Zahl, Doch bis den Wärdigsten die Wahl getroffen, Hielt sie, für jen' als Sporn, den Posten offen. 49. Indem der Ehrenposten unbesetzt Für ein paar Tag', ersuch' ich, Leser, jetzt Dich mit dem jungen Helden in den Wagen Zu setzen, der von Petersburg ihn fort ge⸗ tragen; Die beste Staatscarrosse, deren Flug Man jüngst der Czaarin Busch entwehen sah, (Nach Tauris fuhr die neue Iphigenia) 5) Erhielt der Günstling, die nun seinen trug. 50. Ein Wolfshund, Gimpel, Hermelin, Sie waren Don Juans Privatvergnügen; 225. G 98 Bestimmen's Weisere, worin der Grund mag liegen, Kurz seine Neigung oder Schwäche fand darin, Was meist die Leute für Geschmeifs nur hal- ten, In Thieren, Lust; ein Jungfernbild von sechs- zig Jahr Kann nicht für Katz' und Vögel zärt're Lieb' entfalten, ob alt nicht, und auch Jungfer nicht er war. 51. Besagtes Vieh war unter nun gebracht, In andern Wagen safsen seine Leute, Die Secretäre, doch an seiner Seite Die kleine Leila, die in jener blut'gen Schlacht Inmitten Ismaels er vor kosack'schem Mord Geschützt. Schweift wild die Mus' auch hier und dort, So kann sie doch des Kindleins nicht ver- gessen, Des Prachtjuwels, dem Retter er gewesen-⸗ Die a Besafs s So selte Grand’ In ihrer Die mäc Doch si Ganz ru Don. Wie Bri Hier ble Er war Noch ni Die Brus n sechs- re Lieb' er War. acht, Schlacht Mord luch hier icht ver- esen. 52. Die arme Kleine! Schön, und voller Gei- stesgaben, Besafs sie milden, und doch ernsten Sinn, So selten, wie in Deinem Mammuthmagazin, Grand Cuvier, ein Menschfossil, der Tief' ent- graben, In ihrer Einfalt nicht gemacht zum Kampfe gegen Die mächt'ge Welt, wo sündigen du mufst; Doch sie war erst zehn Jahr alt, und des- wegen Ganz ruhig, blieb ihr das Warum auch unbe- wuſst. 53. Don Juan liebte sie, sie ihn; doch nicht Wie Bruder, Vater, Schwester, Tochter lieben. Hier bleibt etwas im Dunklen mein Bericht; Er war zu väterlichen Trieben Noch nicht recht alt genug; die zweite Art, Die Bruderliebe konnte nicht er hegen, G 2 99 100 Da eine Schwester nie zu Theil' ihm ward, 0, sonst hätt' er sie wohl vermissen mögen! 54. Noch wen'ger war hier Sinnlichkeit; denn aufser, Daſs er kein alter Wollustschmaufser, (Sau'r Obst, als Reiz für salz'gen Blutlauf, lie- ben die, So wecken Essige gebund'nes Alkali) Obgleich(von unserm Wandelsterne rühret das) Nicht eben mit der Keuschheit er im Bunde, Lag doch der reinste Platonism zu Grunde All seinem Fühlen, nur daſs oft er ihn vergaßs. 55. Auch war hier die Versuchung fern geblie- ben, Die Waise liebt' er, die geschützt er in Ge- fahr, Wie Patrioten(manchmahl) ihre Heimath lieben; Sein St Ob Eige Er, neb Doch se Die klel Ein Zwang Es sprac Doch bl. Auch ha Wohl, Kurzum Sie ehrt In W. Der ihr 101 ward, sein Stolz empfand, dafs sie nicht Sklavin mögen! war, Ob Eigenthum, und ob an ihrem Seelenheil Er, nebst der Kirche, nun den gröfsten Theil; Doch seltsam, und ich muſs es gleich erklären, 6 Die kleine Türkin liefs sich nicht bekehren. lauf, lie- 56. Ein Wunder! Wandlung, Angst und Mord Zwang nicht den frühsten Eindruck nieder; e rühret Es sprachen drei Bischöf' ihr strafend Wort, Doch blieb ihr das Weihwasser stets zuwider. Auch hatte sie zur Beichte keine Lust, Wohl, weil sie nichts zu beichten sich be- wuſst, Kurzum, die Kirche konnte nicht sie über- reden, Sie ehrt' in Mahomed stets den Propheten. Bunde, runde vergaſs. 57. In Wahrheit, Juan war der einz'ge Christ, h lieben,; Der ihr erträglich, sie hatt' ihn erlesen An dessen Statt, was theuer ihr gewesen, Was er beschützt, natürlich, dafs es lieb ihm ist. Das machte sie zu einem eignen Paar; Ein junger Vormund, eine Mündelin, verbun- den„O, me Nicht durch Geblüt' und Land dem der ihr Denk* Schützer war— Dem H Ach, d Der Bandenabgang ward hier süfs empfunden. 58. Durch Polen hin und Warschau Beide rei- sen, Berühmt durch Salz von Stein, und Joch von Eisen; Durch Curland auch, wo jener Spafs geschah, Von Dafs seine Herzöge der Nahmen Biron schmück- te, ⁷) Die Ha Das Land ist's, das den neuen Kriegsgott sah, Noch a Als Ruhm(Sirenensang) nach Moskau ihn be- Ob sein rückte, Juan, Sich ur Um zwanzig Siegesjahre zu verlieren In einem kalten Mond, nebst seinen Gre- Durch nadieren. Sich s sen, ſihm ist. ; verbun- der ihr ſoch von geschah, schmück- gott sah, uihn be- nen Gre- 59. Sprich nicht, dafs ich im Steigern es ver- seh': „O, meine Garde!“ rief der Gott im Staube. Denk' ihn, den Donnerer, gestürzt zum Raube Dem Halspulsadertrenner Castlereagh!— Ach, dafs der Ruhm erfriert im Schnee! Doch wünschen wir, in poln'scher Kälte Weh, Uns Wärme— sie beut Cosciusco's Nahme, Der strömt durch Eis hin Gluth, wie Hekla's Flamme. 60 Von Polen ging es weiter durch Ostpreu- fsen, Die Hauptstadt Königsberg, so weit genannt, Noch aufser etwas Kupfer, Blei und Eisen, Ob seinem seligen Professor Kant. Juan, der keinen Pfffferling Sich um Philosophie bekümmert, ging Durch Deutschland, dessen träge Millionen Sich spornen lassen, wie von Postillionen. Dann durch Berlin, durch Dresden, immer hin, Bis er zum burgbekränzten Rhein gekommen. Ihr alten goth'schen Schlösser! Jeden Sinn Ergreift ihr, meinen selbst nicht ausgenom- men! Ein rost'ges Schwerd, die moosbegrünte Mauer Hebt meine Seele ob dem Mittelsteg, Der die Welt trennt von frühern Welten, weg, Sie weilt am zweifelhaften Rand mit süfsem Schauer. 62. Doch Juan eilte fort durch Manheim, Bonn, Worüber Drachenfels gespenstgleich dräut Aus guter Lehnszeit, die für immer nun da- von, Und die zu schildern, ich nicht eben Zeit. Drauf ward nach Cölln er fortgezogen; Der Ort beut dem Beschauer dar Dem 1 Wo de Der A1 Senat Allein Die off Die di 103 Elftausend Jungfrauen in Knochen, . Die gröfste Zahl, die je im Fleische war. ⁹) , immer 63. Von da ginges in den Haag, nach Helvoets- luys, Dem Wasserland voll Holländer und Graben, Wo der Wachholdersaft ein Hochgenufs— Der Arme will ein Surrogat doch haben! Welten, Senat verboten und Gelehrte ihn, kommen. te Mauer Allein dem Volk Herzstärkung zu entzieh'n, Die oft die einz'ge Heizung, Nahrung ist und it süfsem Kleidung, Die die Regierung läfst— ist harte Rechts- beschneidung. m, Bonn, 64. dräut Hier ging's zu Schiff, die Segel schwollen, nun da- Zum freien England ging's in lust'gem Zug, Der Wind bliefs stärker, wie in ungeduld'gem Zeit. Schmollen, n; Der Gischt schlug auf, tief drang des Schif- fes Bug; 106 Seekranke Passagiere wurden blafs, Fühl' it Doch Juan, dem durch früh're Fahrten dies ein Spafs, Bei se Stand, um die Schiffe unterwegs zu sehen, Und um zuerst die Klippen zu erspähen. Fernsei Die De 65. Wenn Jetzt stiegen sie empor, gleich einer wei- Isen Mauer Am blauen Seegestad; Juan empfand— Denn jeden Fremden selbst ergreift ein Schauer, Ach, Beim ersten Blick auf Albions Kreidenwand,— Wie al Ein' Art von Stolz, dafs nun er sollte weilen Wie al Bei jenen stolzen Krämern, die ertheilen Wo tie Mit ihren Waaren ihr Gebot von Pol zu Pol, Wie a Und selbst von Wogen fordern einen Zoll. 66. Der Fleck der Erd' erwarb nicht sehr mein Herz, Worauf der Völker gröfstes wohnen könnte; Verthe Doch ob mir's nichts, als die Geburt, vergönnte, ten dies hen, Schauer, vand,— weilen len zu Pol, Zoll. hr mein önnte; rgönnte, 107 Fühl' ich doch ein Gemisch von Scheu und Schmerz Bei seinem vor'gen Ruhm und jetz'gen Fall. Fernsein durch sieben Jahr(so lang ja währet Die Deportationsfrist) legt des Zornes Qual, Wenn unser Vaterland zum Teufel fähret. 67. Ach, dafs es ganz und treulich doch erkennte, Wie allverhafst sein Nahm' ist, einst so grofs! Wie alle Welt sich sehnt nach dem Momente, Wo tief geläng' ins Herz der Todesstofs! Wie alle Völker hier den Feind seh'n müs- sen, Den schlimmeren, als schlimmsten Feind— in frührer Zeit Als falscher Freund verehrt, der Freiheit weit und breit Vertheilt'— und jetzt will ketten bis auf die Gewissen! 68. Will's brüsten sich? Spricht's, daſs selbst frei es wär', Das nur der Sklaven erster ist? Es sind ge- fangen Die Völker— und der Schliefser, was ist er? Auch er seufzt hinter Schlofs und Eisenstan- gen! Das dürft'ge Vorrecht, Sklaven einzuschliefsen, Ist's Freiheit? Ach, so wenig pflegt Die Luft, die schöne Erde zu geniefsen, Der über Ketten wacht, als der sie trägt! 69. Juan sah Englands erste Lieblichkeiten— Lieb Dover, deine Klippen, Hafen, dein Hotel, Dein Zollhaus mit den tausend Schwierigkei- ten, Der Diener Drang, beim ersten Klang zur Stell, Die Packetboote, deren Reisende die Beute Der Landbewohner oder der Seeleute— Stutzt (Sein Sah d Doch iſs selbst sind ge- as ist er? isenstan- hliefsen, ben, rägt! iten— n Hotel, ierigkei- ang zur Beute 109 Zuletzt, das letzte nicht für Fremde, ungeübt, Die langen Rechnungen, wo Abzupg nie beliebt. 70. Juan, ob achtlos, jung und voller Pracht, An Rubeln reich und Schmuck und Wechsel- briefen, Die nicht bis auf Bestimmtes sich beliefen, Stutzt' etwas, doch ward's abgemacht. (Sein Majordom, ein feiner pfiff⸗ger Grieche, Sah die schamlose Rechnung durch, und las sie vor.) Doch— frei die Luft, ob selten ohne Nebel- flor, Das Geld sind werth die Odemzüge! 71. Die Pferde vor, nach Canterbury fort! Ob Kies, durch Pfützen, dafs es sprützt, wie Regen. Hurrah, wie fliegt die Post von Ort zu Ort! Nicht wie im trägen Deutschland, wo man auf den Wegen 110 Hinträumt, als führ' man eine Leichs ins Grab, Noch anhält, steigt sogar bisweilen ab, Zu„schnappsen.“ Armes Volk, das„Hunds- fott“ und„Verflucter“ Niecht mehr rührt, als blitzt ein Conductor. 72. Doch macht den Menschen nichts so froh, Und jagt sein Blut wohlthät'ger von der Stelle, Als wenn im Flug' er fährt, gleichgiltig, wo Es hingeht, nur mit Vogelschnelle, Und nur das Reisen selbst als Zweck genom- men; Je wen'ger Grund zur Hast sich offenbart, Je gröfser ist die Lust, sind wir gekommen Ans groſse Ziel der Reise— unsrer Fahrt, 73. sie sahn zu Canterbury die Cathedrale; Des schwarzen Eduard's Helm, und Becket's blut'ger Stein,) Wie stets, ward ausgezeichnet vom Bedrale, Auch p Da, Le Ein ro Zu Kal Woraut Juan Sein R Der nu Ernst Der, M Erlag; Zu reé Und fr. „ froh, r Stelle, ltig, wo genom- bart, mmen Fahrt, le; Becket's ) edrale, 111 Auch pflegt sein Ton gleich kalt, geziert zu sein. Da, Leser, hast du wieder Ehrenmahle! Ein rost'’ger Helm bleibt, ein bezweifelt Bein, Zu Kalk und Erde halb ergrauet, Woraus der Mensch, des Staubes Sohn, er- bauet. 74. Juan empfand ein ritterlich Erheben, Sein Muth focht tausend Cressyss, als den Helm er sah, Der nur der Zeit, sonst nimmer nachgegeben; Ernst trat der Gruft des kühnen Geistlichen er nah, Der, Macht bekämpfend, in dem grofsen Un- ternehmen Erlag; jetzt mufs sie vor dem Mord sich doch bequemen, Zu reden vom Gesetz.— Die kleine Leila schaute, Und fragte, warum solch ein Haus man baute? 112 73. Ist auc Als sie die Antwort: Gottes Haus seiss, hörte, Indem Sprach sie: er wohnte hübsch, nur leuchtet' Orangen ihr nicht ein, Wie er Ungläub'ge liefs' in seinem Hause sein, Die blut'gen Christen, deren Hand zerstörte, Wo seine Gläub'gen wohneten und Treuen, Und; Die heil'gen Tempel; und dem Mädchen macht Nicht V es Gram, Dafs Mahomed die Prachtmoschee man nahm, Der flin Und hin, wie Perlen, warf den Säuen. Juan bex Ein lieb 76. auch F Fort, fort! durch Wiesen, die wie Gärten Die,„ge prangen, Wodurch Ein Hopfenparadies, voll Früchtepracht; Denn ist ein Bard' auf Reisen lang gegangen Durch Au'n, wo Hitz' und wen'ger naſs es Wie h macht— 8o sanft, Sind grüne Au'n ein Anblick, der versöhnt, 225. 113 Ist auch die Gegend nicht noch mehr ver- ¹s sei's, schönt, Indem Oliven, Abhäng, Eisberge und daneben G leuchtet' Orangen man, Vulkane hat und Reben. ase sein, 6 rstörte, 77. reuen, Und wenn ich denk“ an ein Glas Bier— n macht Nicht Wehmuth! Fort, der Postillion mag blafsen! n nahm, Der flinke Bursche spornte für und für, 1. Juan bewunderte des freien Volkes Strafsen; Ein liebes Land, nicht nur den Heim'schen, sondern Auch Fremden— aufser ein'gen Hypochon- dern, 2 Gärten Die,„gegen den Stachel lecken,“ grade jetzt, Wodurch ihr Schmerzgefühl nur mehr verletzt. ht; gegangen 78. naſs es Wie herrlich sind doch die Chausseen; 8o sanft, so eben, so viel Kunst, hübsch glatt söhnt, zu bringen 225. H 114 Die Erde, wie dem Adler kaum in luft'gen Höh'n Gelingt, regt er die breiten Schwingen. Wenn sie zu Phaetons Zeit bekannt der Welt, Gerathen hätte seinem Sohn der Gott, zu gnü- 1 gen Dem Wunsch, mit Yorker Post zu fahren;— doch das Fliegen Wird jetzt gehemmt— man fordert Chaussee- geld! 79. Der Mensch, soll zahlen er, wird ungestüm; Nimm Leben— Weib—, nur laſs den Beutel ihm. Was Macchiavelli nennt beim Fürstenadel, Das ist der Weg zu allgemeinem Tadel. Der Mörder wird nicht so gehafst, als wer begehrt Das liebe Geld, das jedermann ernährt- Schlag' dem die Kinder todt, er wird sich fassen, Mufst nur die Hand aus seiner Tasche lassen. De Hört Gerad O0b je Hin? Vom Wie Ihr st Die Vom Der v Wie luft'gen en. er Welt, zu gnü- hren;— 1 thaussee- ngestüm; en Beutel nadel, del. als wer art. ch fassen, ne lassen. 80. Der Florentiner sprach's; ihr Fürsten, mit Betrachtung Hört euren Lehrer.— Juan fuhr, Gerad' als dunkelte rings die Natur, Ob jenem Berg, der stolz blickt— oder mit Verachtung, Hin auf die grofse Stadt. Ihr, nur entflammet Vom engen Heimathssinn— entrüstet oder still, Wie ihr gelaunet, lobet, und verdammet; Ihr stolzen Britten— jetzt sind wir auf Schoo- ter's Hill. 81. Die Sonne sank, der Rauch stieg auf, wie dort Vom halberloschnen Krater, über einem Ort, Der wohl als„Teufels Gastgemach“ erschei- net, Wie mancher vom seltsamen Platze meinet. H 2 ——— — Juan war's, ob er gleich der Heimath nicht genaht, Er müfste, wenn auch Fremdling, doch nicht minder Den Boden scheu'n, die Mutter wackrer Kin- der, Die halb die Welt erwürgt, halb überbrauset hat. 1⁰) 82. Gewühl von Ziegeln, Einschiffungen, Rauch, Trüb, nebelig, so weit das Aug' Nur reicht; und hie und da ein Segelfliegen, Doch schnell verschlungen von dem Masten- wald, Gedräng von Thürmen, die auf Zeh'n gleich- sam entstiegen, So vom Steinkohlendampf umwallt— Die dunkle Riesenkuppel(Narrenkapp', es hat Ein Narrenkopf sie)— London ist's, die Stadt. Da Ersch Von Der R Die fl (Die s Ersch Die he Er Wenn Wir v Lands. nicht nicht Kin- rauset Rauch, g. fliegen, lasten- gleich- 117 83. Das nicht sah Juan; des Rauches wirbeln- des Wachsen Erschien ihm nur als der magische Dunst Von einem Zauberofen, dessen Feuersbrunst Der Reichthum der Welt entstieg,(ja, in Pa- pier und Taxen.) Die finstern Wolken drauf mit Jochesschwere, (Die Sonne löschten sie, als ob's ein Wachs- stock war) Erschienen ihm als richt'ge Atmosphäre, Die höchst gesund, nur nicht besonders klar. 84. Er schwieg; ich auch. Beim Schiffsvolk tritt auch Schweigen ein, Wenn es die volle Lage will abfeuern. Wir werden die Bekanntschaft schon erneuern, Landsleute! Und mindstens will so frei ich sein, 118 Wahrheiten euch zu sagen, die, weil's so, ihr ehren Nicht mögt als wahr! Ich, Madam Fry als Mann, ¹) Will vor der Thür mit sanftem Besen kehren, Will abthun das Gespinnst, das eine Spinne spann. 85. 0, Madam Fry, warum nach Newgate? Warum spricht Dein Ernst zu armen Wichten? Wie beginnst du nicht Mit C—“ It— n, oder andern Häusern? Woll' deine Kunst an gröfsern Sündern äu- ſsern. Thorheit ist's, will veredeln man die Menge, Ein Klang, ein philanthropisches Gepränge, Macht man die Groſsen gröſser nicht; pfui, Für religiöser hielt' ich Madam Fry- Lehr* Heil' Sprich, Bezahl Sprich Zu dun Ein sc Ein No Warum EIunst 2 äu- len ge, inge, 0 pfui, 86. Lehr' sie der sechzig Jahre Schicklichkeiten, Heil' sie von Reisen, von Husar- und Hoch- landstracht, Sprich, dafs nicht wiederkehren Jugendzeiten, Bezahltes Viwat Druck zu Glück nicht macht; Sprich, dafs ein Schwafler W— II— m C— t— s blofs, Zu dumm, dafs ihm der dümmste Streich ge- länge, Ein schaaler Falstaff aus verfallnem Schlofs, Ein Narr, defs Schellen gänzlich ohne Klänge. 87. Sprich,(ob vielleicht am morschen Lebens- rand Zuspät schon, matt und satt und aufgeschwom- men) Dafs Streben wird zur Gröfs' umsonst ver- wandt, Da's nicht zum Guten! Ist doch angenom- men, 120 Die besten Fürsten liebten nie die Pracht. Sag' ihnen— doch' du thust's nicht, und ge- nug geredet, Hab' ich; gelegentlich doch wird von mir dro- metet, Als wär' ich Rolands Horn in Roncevalle's Schlacht. Ende des zehnten Gesanges. den Stæ Waver! 2) S Die Aberde schwar: wie vol cht. ind ge- ir dro- evalle's Anmerkungen zum zehnten Gesange. 1) Stanze 13. Kaum trät' er wieder zu den Reformado's. Den Reformers, den Tadlern des bestehen- den Staatswesens. Der Baron Bradwardine in Waverley ist meine Autorität für dies Wort. 2) Stanze 18. Balgounie's schwarze Brückenm auer. Die Donbrücke nahe bei der alten Stadt Aberdeen, mit ihrem einzigen Bogen und ihrem schwarzen, tiefen Lachswasser unten, ist mir wie von gestern her im Gedächtnifs. Ich er- inn're mich immer noch(sollt' ich's auch nicht wortsylbig anführen) des schauerlichen Sprichworts, das mich bedenklich machte, über dieselbe zu gehen, ob ich gleich mit kindischer Lust mich drüber hin bog, da ich, wenigstens von mütterlicher Seite, ein einziger Sohn war. Das Sprichwort, wie ich mich desselben er- innere,(habe aber seit meinem neunten Jahre nie wieder etwas davon gehört oder gesehen,) lautete: Balgounie's Brücke, schwarz ist deine Mauer, Mit eines Weibes einz'gem Sohn, und einer Stute einz'gem Füllen, Wirst du zusammenstürzen. 3) Stanze 19. Die Schotten höhnt', Wum Witz und meine Wuth zu äufsern, welches beides scharf und heftig. Wer näher mit unsrem Dichter bekannt ist, weiſs, daſs er, kaum 19 Jahr alt, einen Band Gedichte unter dem Nahmen Hours of Idleness (müssige! burgh Re scharf mii ter antw Englist lische Ba Später c dieser Se war, um ken, unè Fehde. 4) Stan Eine, d maschine Witzkopf neben ein alberner rer-Kr. 5) Star 123³ 3 auch(müssige Stunden) herausgab, und in dem Edin- rlichen burgh Review(Edinburger Literaturzeitung) e, über scharf mitgenommen ward. Der gereizte Dich- discher ter antwortete in einer beiſsenden Satyre: igstens English Bards and Scotlish Repiewers(eng- in war. lische Barden und Schottische Recensenten.) bHen er-— Später confiscirte er selbst eine 5. Ausgabe Jahre dieser Satyre, nachdem sie schon gedruckt sehen,) war, um seine Geguer nicht ferner zu krän- ken, und ein ehrenvoller Frieden schloſs die Fehde. A. d. Ue. Mauer, d einer ällen, 4) Stanze 34. O, Vierzig-Pfarrer- Kraft u. s. w. Eine, der Vierzig-Pferde-Kraft der Dampf- jhnt', maschine, entnommene Metapher. Der tolle Wuth Witzkopf, der Geistliche S. S. safs bei Tische eides neben einem Collegen, und meinte später, sein alberner Nachbar hätte eine Zwölf-Pfar- rer-Kraft der Unterhaltung. 2 Band 5) Stanze 42. Macht Baillie, Aber- dleness nethy man Beschwerden. 124 Baillie ist ein berühmter französischer Arzt. Er ging 1823 nach Barcellona, um dort das gelbe Fieber zu beobachten, und 1826 nach Gröningen, um dort die merkwürdige Epide- mie kennen zu lernen. Abernethy ist ein be- rühmter englischer Arzt und Physiolog. A. d. Ue. 6) 49, Nach Tauris fuhr die neue Iphigenia. Die Kaiserin reis'te nach der Krim, be- gleitet vom Kaiser Joseph, im Jahr— ja das hab' ich vergessen. 7) Stanze 58. Dafs seine Herzöge der Nahmen Brronschmückt. Zur Zeit der Kais'rin Anna empfing ihr Günstling Biron den Nahmen und das Wappen der Birons in Frankreich, welche Familien noch nebst der in England existiren. Die Prinzessinnen von Curland führen noch immer diesen Nahmen, von denen eine ich mich er- inn're in in dem G Herzogin von§ stellte. 8) Sta St. Urs waren 18 wahrschei ben. 9) Stan Eduard. nigs von der merks Creci in sprüche ar te) ist bek nach Epide- ein be- ja das erzöge mückt. fing ihr inn're in England gesehen zu haben, nämlich in dem Glücksjahre der Alliirten; es war die Herzogin von S., welcher mich die Herzogin von S—t als einen Nahmensvetter vor- stellte. 8) Stanze 62. Die gröfste Zahl, die je im Fleische war. St. Ursula und ihre elftausend Jungfrau'n waren 1816 noch vorhanden, und werden es wahrscheinlich so heute wie immer blei- ben. 9) Stanze 73. Des schwarzen Edu- ards Helm, und Beckets blutsger Stein. Eduard, der tapfre Sohn Eduards III, Kö- nigs von England,(desselben Königs, der in der merkwürdigsten Schlacht bei Cressy oder Creci in der ehemahligen Picardie seine An- sprüche auf Frankreich siegreich geltend mach- te) ist bekannter unter dem Nahmen des schwar- zen Prinzen. Doch weiſs man nicht, ob er von dem Schrecken, das er unter den Fein- den verbreitete, oder von der Farbe seiner Rüstung, den Nahmen erhielt. Um sich von kriegerischen Anstrengungen— vorzüglich durch Belagerung und Einnahme von Limo- ges, zu erholen, ging er nach England; fiel aber in eine Entkräftung, die ihn im 46. Jahre seines Alters, noch bei Lebzeiten seines Va- ters, zu Westminster 1376 hinraffte. Mit sei- nem Tode wich das Glück von den englischen Waffen. Becket, bekannter unter dem Nahmen Thomas von Canterbury, ward vom König Heinrich II zum Groſskanzler und zum Lehrer scines Sohnes ernannt. Beim Volk macht' er sich durch Freigebigkeit, beim König durch unbegrenzte Ergebenheit beliebt. Deſshalb verwandte der König all' seinen Einfluſs, ihm zum Erzbisthum von Canterbury zu verhelfen, mit welcher hohen Stelle der Titel und die Rechte eines Primas von England verbunden sind. Kaum zu dieser Würde gelangt ward Becket ein ganz andrer Mensch. Vom höch- sten Lu Ernste Geistlicl ster Ve gegen d keiten u einmahl len. Vi kränkter nach Ca der sich hatte, ar Später u lich ein Jubiläun VIII. ihr seine G streuen 10) S Indien „ ob er en Fein- de seiner sich von orzüglich on Limo- and; fiel 46. Jahre eines Va- Mit sei- nglischen n Nahmen m König m Lehrer macht' er lig durch Defshalb fluſs, ihm verhelfen, und die rerbunden ngt ward vom höch- 127 sten Luxus und Wohlleben ging er zu dem Ernste und der Strenge des andächtigsten Geistlichen über, und trat zugleich als eifrig- ster Vertheidiger der kirchlichen Vorrechte gegen den König auf. Nach langen Streitig- keiten und Demüthigungen des Königs äufserte einmahl dieser vor seinem Hofe seinen Unwil- len. Vier Edelleute entschlossen sich den ge- kränkten Fürsten zu rächen. Sie begaben sich nach Canterbury, und ermordeten dort Becket, der sich zur Abendmesse in die Kirche begeben hatte, am Fufse des Altars; dies geschah 1170. Später unter die Heiligen versetzt, ward jähr- lich ein grofses Fest, und alle 50 Jahr ein Jubiläum ihm zu Ehren gefeiert, bis Heinrich VIII. ihn als einen Verräther verurtheilen, und seine Gebeine verbrennen und in die Winde streuen liefs. A. d. Ue. 10) Stanze 81. Die halb die Welt er- würgt, halb überbrauset hat. indien. Amerika- 11) Stanze 84. Ich, Madam Fry als Mann. Wer kennt die berühmte Verbesserin des Zustandes in den englischen Strafanstalten nicht? A. fl. Ue. ry als rin des astalten de. D on J u an. Gesang. Als Ber So lag 1 Man läſl Sie ist s Und do Wollts i Um zu Mein Hau Don Juan. EäTfte r Gesang — 1 Als Berkeley 1) bewies, dafs keine Materie wäre, so lag recht wenig Materie in dieser Lehre. Man läſst umsonst, spricht man, dagegen in Streit sich ein, Sie ist selbst für den schärfsten Geist zu fein. Und doch, wer mag das glauben? Gern zerschlagen Wollt' ich jedwede Materie, Blei, Demant und Stein, Um zu entdecken des Weltalls geist'ges Sein, Mein Haupt trüg' ich, und leugnet', es zutragen. 1 2 13³² 2. Das All zum All-Exgoismus verkehren, War die erhabenste der je entdeckten Lehren, Dafs Alles ideal, dafs Alles wir! Die Welt t' ich,(Sei sie, was sie will) dafs dies kein Schisma. 0 Zweifel,(wenn Zweifel das, wie's Einigen gefällt, Doch was ich stark bezweifle) du einz'ges Prisma Der Wahrheitsstrahlen, nicht wolle den Geist- trunk mir versagen, Rum ist der Himmel, den die Köpfe nicht vertragen. Verwet Denn gleich folgt Unverdaulichkeit, (0 nicht der feinste Ariel) und verwirret Die höchsten Flüge der Vernunft in Wider- streit, Und was zumeist mein Inn'res irret, Ist Nun d Ergreit Was ü Und da Als da Auch; Einst- So Sie ist en, Lehren, ie Welt aſs dies Einigen einz'ges Geist- gen, ke nicht irret Wider- 13³ Kein Punkt ist, wo das Auge mag verweilen, Dafs nicht auf Wirren der Art und Geschlech- ter es fällt, Der Wesen, Sterne, des Wunders in allen Theilen, Des glänzenden Fehlers im besten Falle— der Welt— 4. Ist sie ein Zufall; ist nach Weisheit sie geschaffen, Nun desto besser! Bis sich's so beweis't, Ergreif' ich gegen Worte keine Waffen, Was überdies bei Menschen Frevel heiſst, Und das mit Recht. Zu kurz ist unsre Zeit, Als dafs um Unerforschliches ein Streit; Auch wird Jedweder volles Licht empfangen Einst— oder wenigstens zur Ruh' gelangen- 5. So will die Metaphysik ich denn lassen, sie ist für hier und dort nichts, recht be- sehn. Sag' ich: was ist, das ist! so dächt' ich, leicht zu fassen Sei dies, und noch dabei recht schön. Die Wahrheit ist: an Schwindsucht fang' ich an zu kranken, ich weifs nicht, was die Ursach' ist, die Luft vielleicht-. Je mehr doch die Gesundheit droht zu wanken, Je mehr Rechtgläubigkeit hab' ich erreicht. 7. zum Werk! Den Mann, der zur Akropolis gekommen, Und über Attika geschaut; defs Schiff die See Beim malerischen Stambul hat durchschwom- men, Gesehn Tombuctoo hat, der eine Tasse Thee Iin Chin Der bei Wird 1 Doch fr Auf S Um Dä Dafs n. Wo em Und st Nur vo Der Rä Der St Ichs Ging 1 135 In China’'s Steinguthauptstadt durfte frinken. Der bei den Ziegeln safs von Niniveh,— Wird London anfangs nicht sehr zaubrisch ge ich winken, Doch frag' nach Jahresfrist um sein Bedünken. 8. Auf Schooters Hill war Juan ausgestiegen UEm Dämmerzeit, grad' dort, wo sich's her- niederzieht, Daſs man das Thal von Gut' und Bösem übersieht, Wo emsig sie durch Londons Strafsen fliegen. Und still und ruhig war's im weiten Raume, Nur von den Axen hört' er das Gekreisch Der Räder, und das summende Geräusch Der Städte, das wegkocht mit ihrem Schaume. ropolis die See 9. hwom- lch sage, Don Juan, auf der Betrachtung Flügel e Thee Ging hinterm Wagen her, hinab den Hügel So sehr in Bewundrung der groſsen Nation Versenkt, dafs eine Sprache sie wollte haben. „Hier ist,“ so rief er,„der Freiheit Pantheon, „Hier donnert die Stimme des Volkes, nicht begraben „In Kerker und Inquisitionen; erstehen „Sieht man sie neu, wie neue Wahlen ge- schehen.“ 10. „Hier keusche Frau'n und reines Leben; die Leute Bezahlen nur, was sie wollen. Sehr theuer zwar, Doch nur, weil hier Verschwendung der Menschen Freude, sie zeigen, wie groſs ihr Verdienst im Jahr. Stets heilig ist hier das Gesetz, kein Räuber hält Im Busch sich versteckt— die Strafsen, wie rein gekehret, Das Die hi Hersch. Zum S Worin Des M Gefahr Sein G 137 Tation Hier—““ hier ward er durch ein Messer P haben. gestöret, Nebst:„Augen todt! Dein Leben oder dein Geld!“ 11. Das freie Wort war von vier Räubern ge- kommen, Die hinter dem Wagen ihn, dort wo Leben; versteckt, Herschlendern gesehn, und als Kerle, die r theuer rührig und aufgeweckt, Zum Spähen die passende Stunde wahrge- ng der nommen, le, Worin der achtlose Herr, wenn hin er m Jahr. schweift Räuber Des Weges, ist er nicht geübt im Hauen und Stofsen, en, wie Gefahr inmitten der Reichthumsinsel läuft, Sein Geld zu verlieren und seine Hosen. 138 12. Juan, im Englischen noch völlig ungelehret, Mit ihrem Stichwort nur bekannt:„God damn!“⁰ Selbst das hatt' er so selten nur gehöret, Daſs er's oft bielt für ihr„Salam,“« Für ihr:„Gott grüäfs Euch!“ Und nicht ohne Sinn Ist dieser Wahn, da halb ich Britte bin, (Zu meinem Unglück) kann ich es bezeugen, Kein Grufs ist ihnen, ohne diesen Beisatz, eigen. 13. Juan, der die Bewegung gleich verstanden, Und sehr cholerisch war, sehr hastig auch, Nahm gleich ein Taschenterzerol zu Handen, Und schofs den einen Räuber durch den Bauch. Er stürzte, wie ein Ochs im fetten Klee, Und brüllte, wälzend sich in Todesweh, Zu seinem Diener oder Raubgenossen: „O Jack, der Mordfranzose hat mich todtge- schossen!“ Jack Und Ju⸗ Kam ur Um spä Juan, d Als ob Rief, dæ Und wie „Viel „Willke „Von V „Gethan gelehret, „ God öret, ad nicht bin, ezeugen, Beisatz, standen, auch, Handen, n Bauch. lee, eh, todtge- 14. Jack und die Andern floh'n in Eiligkeit, Und Juans Gefolg', in Entfernung zerstreut, Kam nun, der That verwundert, herbei mit Sputen, Um späte Hilfe zu bringen, wie'’s oft so ist. Juan, der sah den Jünger des Mondes bluten, Als ob das Leben den Adern eutflieſst, Rief, dafs Charpie und Binden man hole, nd wünscht', er hätte gezögert mit der Pistole. 15. „Vielleicht,“ dacht' er,„ist's diesem Lande eigen, „Willkommen Fremde zu heiſfsen auf diese Art. „Von Wirthen weiſs ich auch, dafs Gleiches ward „Gethan, nur dafs sie rauben mit tiefem Verbeugen, 140 „Statt eh'rne Stirn und blanken Dolch zu zeigen. „Doch was zu thun? Da sei von Gott ich bewahrt, „Den Menschen hier hilflos stöhnen zu sehen, „Drum hebt ihn auf, ich will zur Seit' Euch stehen!“ 16. Doch eh zum frommen Werk sie konnten kommen, Schrie sterbend der:„Das war mein letzter Gang! „Ach! ein Glas Pomeranzen! Unser Fang „Ist hin, hier will ich sterben 4— Und als ausgeglommen Sein Lebenszunder, und schwarzes, dickes Geblüt Den Adern entflofs, und schwer entwunden Der Odem keuchte, hat ein Tuch er losge- bunden Vom Hals, und rief:„an Gretchen!“ und verschied. Das I Dem e Waru Und wa Der ar. Durcht Hatt' e So säu Don Was el Sobald Sich ni Doch Dals, Er ein Gemuf polch zu Gott ich u sehen, eit Euch konnten letzter Pang Und als dickes 17. Das blut'ge Tuch fiel grad zu Juans Füfsen, Dem es ganz wunderbar erschien, Warum er's hingeworfen just vor ihn, Und was er meinte mit den letzten Grüfsen. Der arme Tom war einst ein böser Strick, Durchtrieben, und gern voll und dick. Hatt' erst er ausgetrunken ein'ge Flaschen, So säubert' er den Körper, wie vorher die Taschen. 18. Don Juan, der sein Möglichstes gethan, Was er in diesem Fall nur dienlich dachte, Sobald es sein Gewissen zugab, machte Sich nach der Hauptstadt wieder auf die Bahn. Doch wollt' es ihm zu Kopfe kaum, Dafs, erst zwölf Stunden hier und in so en- gem Raum, Er einen freien Britten morden Gemufst! Weshalb nachdenklich er geworden. Doch Tom ist hin, und drum von Tom nichts weiter. Heroen müssen sterben, und durch Gottes Hand Ersteigen sie nie hoch des Lebens Leiter. Gegrüfst, o Themse! denn an deinem Rand Rollt Juans Wagen, wie bei Donnerschlägen Die Trommel, auf nicht zu verfehl'nden Wegen, Durch Kennington und andre„Tonse dahin, Die selbst nach London reizen unsern Sinn. 21. Durch Haine, so genannt, weil keinen 1 Baum man schaut, (Wie lueus vom Nicht-Licht;) durch Scenen, 4 5 die erhalten Den Na Nichts, Aus Zie Ein:„2 Durch Doch da Durch Durch F Hier lad Dort flie Dort Be Am Fen Giefst Ie (Denn e on Tom Gottes iter.— Rand schlägen ehl'nden dahin, Sinn. keinen Scenen, 143³ Den Nahmen„Schönberg,“ weil nichts Schönes sie entffalten, Nichts, was wie Berg aussieht; durch Häus- chen, aufgebaut Aus Ziegeln, die bequem den Staub einlassen, Ein:„Zu vermiethen,“ an die Thür geklebt; Durch Baumreihen, die man stolz zum Para- dies erhebt, Doch das zu meiden Eva leicht sich würde fassen;— 22. Durch Kutschen, Schleifen, vollgedrängte Schlagebäume, Durch Räder, Stimmenlärm und viel Gewirr; Hier laden Buden ein zum Wermuthsbier, Dort fliegen Posten, wie ein Bild der Träume; Dort Bartscheerblöcke mit Gelockperücken Am Fenster, dort, die Lampen zu erquicken, Giefst langsam der Anzünder in das Glas, (Denn damahls gab es noch kein Gas;) Durch all dies und weit mehr noch kommt herbei Der Reisende, wo Babels Reichthum pranget; Ob er zu Pferd, zu Wagen angelanget, Mit wenig Ausnahm', ist das einerlei. Mehr könnt' ich nennen, doch will dem Wegweiserbuch Nicht ins Geheg' ich kommen.— Unter war gegangen Die Sonn“, und Finsternifs hatt' angefangen, Als auf der Brücke war der Zug. 24. Recht lieblich traun ist das Geräusch der Themse, Und ein Moment gebühret ihrem Strom, Den kaum man hört durch tausendfache „Damn'se!“ Die Lampen glühn gewählter um Westmin- sters Dom, Das brei Als Geis In Mond Macht ih Druide Stone-B 0 Bedlar Dafs dir Die Banl Auch M Will mi Doch die Nach 145 Das breite Pflaster, und der Ort, wo Ruhm von weiland kommt Als Geist noch haus't, defs blasser Strahl In Mondscheinformen zittert um das Mahl— pranget; Macht ihn zum Heiligthum von Albions Eiland. t, 2 25. vill dem Druidenhaine sind nicht mehr, recht gut! Stone-Henge ist's nicht; was ist es denn zum Teufel? 0 Bedlam mit den Riegeln ohne Zweifel, Dafs dir nicht schade der Verrückten Wuth; Die Bank setzt Schuldner, oder ladet sie; nter war efangen, 5 Auch Mansion-House(ob Manche anders meinen) Will mir ein steif, doch groſs Gebäude usch der scheinen, Doch die Abtei, mehr Lob verdienet die. om, sendfache 26. Nach Charing-Cross, Pall Mall, und weiter Westmin- reicht Ein Lampenfeuer, dessen Schimmer 225. K 146 Wie Gold ist gegen arme Flimmer, Wenn die Erleuchtung auf dem Festland man vergleicht, Defs Städte durch die Nacht erhellet nimmer; Franzosen waren Lampen nicht geneigt, Und als sie's wurden, haben sie, statt Lichte, Gehängt an die Laternen arme Wichte. 27. Ein Mandel Herren, aufgehängt entlang Der Strafse, mag der Menschheit Licht wohl geben, Wie Freudenfeuer von des Landguts Scheben; Doch für Blödsicht'ge bleibt's im alten Gang. Der neue gleicht dem Phosphorus an Wänden, Ein ignis fatuus für das Gemüth, Das, ob es wohl entsetzlich vor uns glüht, Doch eh's erleuckten kann, mufs wen'ger blenden. 28. Doch so erhellt ist London, wenn erstände Ein Diogen, und suchte seinen Mann, Und il In dies Daſs ih Er nic Ich, ih Und se 0 b S Durch Da hef Und 1 In klei Fuhr u Und li St. JaM ind man nimmer; gt, t Lichte, e. tlang ht wohl Scheben; en Gang. Wänden, glüht, wen'ger erstände n, Und ihn nicht unter dem Gedränge fände In dieser Riesenhauptstadt weitem Plan— Dafs ihm zu seinem Fund Licht fehlte, könnte Er nicht behaupten. Was nur möglich, hab: gethan Ich, ihn zu finden auf des Lebens Pfaden, Und seh', es gleicht die Welt rings einem Advokaten. 29. Ob Steinen rasselnd, nach Pall Mall hinauf, Durch Volk und Wagen, die sich doch ge- mach verliefen, Da heft'gem Pochen sich die Thür that end- lich auf, Und Hanse einliefs, die nach Mittagessen riefen, In kleinen Truppen, als die Nacht begann- Fuhr unser diplomat'scher Sünder, Don Juan, Und lieſs zur Seiten einige Hotelle, St. James Pallast und St. James Hölle. ²) K 2 30. Jetzt sind sie am Hotel; vom Thore, wie ein Meer, Geputzt, vorstürzten Marqueure, der Pöbel stand umher; Zugleich, zu Dutzenden, wie immer das der Fall, Die paph'schen Dirnen, deren Zahl Im zücht'gen London groſs, sobald der Tag verschwunden; Bequem, doch sündlich, hat man sie befunden Als nützlich, zum Heirathen beizutragen;— Doch Juan steigt so eben aus dem Wagen 31. In eins von jenen trefflichen Hotellen, Besonders für Fremde, und wieder zumeist Für die, die Gunst und Glück zu Lieblingen bestellen, Bei denen keine Rechnung theuer heiſfst. Da wol (Von m Bis spé Wo EI Juan. Geheim Im Her: Das ab- Ein Fre Sei in Jung, Der sei Auch Lief ihm re, wie r Pöbel das der der Tag befunden en, umeist 149 Da wohnt' und wohnt so mancher Gesandte, (Von mancher diplomat'schen Lüge die Gruft,) Bis später er sich zu prächt'gerem Viertel wandte, Wo Erz vor der Thür den Nahmen her- unterruft. 32. Juan, defs Auftrag allerdings sehr zarter Art, Geheim, doch wichtig für das Ganze, ward Im Herzen nicht vom eil'gen Drang zerrissen, Das abzumachen, weshalb er gesandt. Ein Fremder von Rang(das Einz'ge wollte man wissen) Sei in geheimer Sendung gestiegen ans Land, Jung, schön und fein— und wie man leise sich ausgedrücket, Der seiner Fürstin den Kopf verrücket. 33. Auch ein Gerücht von grausen Abenteuern Lief ihm voran, von Lieb' und Kriegsgefahr, 150 Und da romant'sche Seelen mal'risch immerdar, Besonders die der Brittinnen so gerne steuern Zum Uebertriebenen, und der Vernunft Gebote So gern verachten, wo sie etwa schilt, So kam er bald vor Andern an die Mode, Die gleich mit Leidenschaft dem ernsten Volke gilt. 34. Nicht, dafs sie leidenschaftlos, nein, Im Gegentheil! Nur ist ihr Haupt erhitzet. Allein da der Erfolg gleich freundlich blitzet, Als wäres ihr Herz, das thätig müfste sein, So frag' ich, was das nächtige Studieren Der Frau'n wohl auf sich habe? Wenn's die Thüren Dahin dir öffnet, wonach strebt dein Sinn— Gilt Haupt und Herz nicht gleich als Weg dahin ² 35. Juan zeigt“, an gehör'ger Stelle, Gehör'gen Männern die Beglaub'gung vor, Und we Von de Das, al Vermeir (Die 4 Wie eil sie i Werd'* Geschie Nicht k Von Li Nun lie Ist, wi So fein 151 Und ward begrüfst mit allem Ceremonielle, Von dem hochmögenden Regierungschor, Das, als es einen Jüngling sah mit glattem 2 Kinn, ode, Vermeint', es käme so leicht mit diesem n Volke Knaben hin, (Die Aussicht schätzt die Politik sehr theuer) Wie einen Waldessäuger würgt der Geier. 1, 36. rhitzet. blitzet, sie irrten, wie das Alten geht. Bisweilen e sein, Werd' ich hierüber sprechen, und wo nicht, 3 lren Geschieht's, weil ich Staatsmännern mit nn's die Doppelgesicht Nicht kann besondern Werth ertheilen, Sinn— Von Lügen leben sie, und scheu'n sich, keck als Weg zu lügen;— Nun lieb' ich grade das an Frauen, zum Vergnügen Ist, wie aus Noth, bei ihnen Alles Lug, So fein doch, dafs Wahrheit dagegen— sieht „ rug vor, wie Trug. Heil allen Lügnern, allen Lügen! Wer 3 will jetzt Noch meine Muse misanthropisch wähnen? Sie lärmt der Welt Te Deum— wird verletat, Will man einstimmen nicht. Allein das Stöhnen Ist eitel! Sein wir, wie die Andern, doch beflissen, Die Hand, den Fufs, sonst wo die Majestät zu küssen, Dem folgend, wie's das grüne Erin macht, Defs Schamrock jetzt beinah zu schlecht als Tracht. 39. Juan ward vorgestellt, und seine Kleider, Sein Aeufsres hat Bewundrung rings erregt, Nicht Ein Ri Den Ka (Von Li Ihm ga Sehr w Auch Bei den Mit den Bis das Die Sel In Kan Durch Nicht g Und Sie müs 153³ Nicht weifs ich, wofür mehr, wo wen'ger ward gehegt, Ein Riesendiamant erhielt viel Neider, Den Katharina, in einem Anfall von„Ivresse“ (Von Lieb' und Branntewein das heiſse Gähren) Ihm gab, wie öffentlich man konnte hören, Sehr wohl verdient war er indefs. 40. Auch die Minister, und die unter ihnen stehen, 8 Bei denen Pflicht will, höflich umzugehen 8 Mit den Gesandten der verstimmten Majestät, Bis das Verhältniſs fest erst wieder steht, lajestät Die Schreiber selbst, die etwas schmutz'gen Quellen acht,.... In Kanzeleien, die zu Strömen schwellen cht als Durch niedrige Bestechungen, selbst die, . Nicht grob genug zum Fordern waren sie. 41. Und Grobheit ist doch grad' ihr Amtsbe- eider, tragen, Sie müssen Tag für Tag damit beschäftigt sein in allen Kriegs- und Friedenskanzelein; Du zweifelst? Woll' den nächsten Nachbar fragen, Wenn einen Pafs, sonst was, womit ver- schlagen Der Freiheit Thür, er suchte,(diese Pein!) ob er nicht fand, dafs diese Sätzlinge der Reichen, Wie Schoofshund' als die gröbste Betzenbrut sich zeigen. 42. Juan ward mit viel Empressement em- pfangen. Erborgen mufs ich der Verfein'rung Sprach- Aus nächstem Nachbarland, wo, wie im Schach, an Freud' und Leid ein Zuggesetz er- gangen, Nicht blofs beim Reden, auch beim Druck. Es scheint, Des Entha Gesinn Sie hi Nach Das l Platon Um V 15⁵ n; Dafs grader spricht der Inselmensch und ˙s Nachbar meint, Als der des Festlands, als ob auf dem Meere lit ver-(Nach Billingsgate) die Zunge selbst frei- sinn'ger wäre. Pein!) ige der 43. Doch sind die britt'schen„Damne’s“ wirk- tLzenbrut lich attisch, Des Festlands Flüche sind unfestiglich, Enthalten Dinge, welche kein aristokratisch Gesinnter nennen mag, weshalb auch ich Sie hier nicht nenne, weil's schismatisch 9 Nach Anstandsregeln wäre; sie sind lästerlich nt em- Das Damn ist himmlisch, nur mit etwas frevlem Zug, Sprach' platon'sche Blasphemie, der Hub von jedem wie im Fluch. zetz er- 44. Der offnen Grobheit wegen, kannst daheim Druck. du bleiben; 1 Um wahr' und falsche Höflichkeit,(und das 156 Jetzt kaum) magst du durch Tief' und Schaum dein Fahrzeug treiben, Die erst',(auch selten) ist von dem das Er Sinnbild, was Zurück Du läfs'st, die zweite, was bereit Der In Dir vielfach steht. Doch ist zu plaudern jetzt Denn nicht Zeit Und m Von Allgemeinem. Dichtung muſs sich ründen Zur Einheit, wie bei meiner es zu ünden. De 1 Ist ein Rücksic 45. Und acl Von grofser Welt(und das will sagen, Vom schlecht'sten Theil an einem groſsen Ort, Von ungefähr viertausend Menschen dort, Dem Geist, der Weisheit standsgemäfs ent- schlagen, Juan Wenn längst im. Bett' die Andern, noch hell- Talente auf, 6 Mitleidig blickend auf der Dinge Lauf) Ein Lie Wohl aufgenommen von vornehmen Leuten ward Ihm tre Juan, als ein Patrizier alter Art. 46. Er war noch unbeweibt, drum muſst er wichtig scheinen eit Der Jungfrau und dem jungen Weib; jetzt Denn Hochzeithoffnung kommt der einen, Und macht,(wahrt Stolz nicht oder Liebe wünden ihren Leib) en Dass auch die andre Aussicht dabei finde. Ist ein Galan beweibt— ist's mifſslich doch! Rücksichten giltss; und doppelt wird die höll- sche Sünde, 1 Und ach, was giebt es für Auftritte noch! en, en Ort, 5 rt, 47. s ent- Juan war ledig, aber nicht von Herzen, h hell- Talenten und von Künsten. Er tanzt' und sang, Ein Lied besonders, wie von Mozart süts, 6 Leuten gelang 4 Ihm trefflich; ernsthaft konnt⸗ er sein und scherzen, Und das zwar, ohne jemahls auszuarten, Grad' wie es pafst'; ob er ein Jüngling war, Hatt' er die Welt geseh'n,— ein Anblick, wunderbar, Nicht so, wie uns Schriftsteller offenbarten. 48. Roth wurden schöne Mädchen, Ehefrau'n Sah er in wen'ger flücht'gen Farben blühen; Denn an der Thems' ist beiderlei zu schau'n, Natur und Malerei; ihn anzuziehen, War Schmink' und Jugend thätig, wie das geht, Und wo ein junger Mann schwer widersteht; Sein Kleid gefiel der Tochter, ob er Brüder, Erfragten fromme Mütter, und ob reiche Güter. 49. Putzmacherinnen, welche Kleiderdamen ³) Das Jahr hindurch versorgen, zahlbar erst zur Zeit, Eh Kü Und ni Erkant Wo hi Sei nie Und ki Die Und m. Ausfüt Sie na Sie sp Fragte Ob Ru Und ol en, ig war, Anblick, barten. frau'n blühen; schau'n, wie das lersteht; Brüder, he Güter. lamen ³) erst zur 159 Eh Küss' in Flitterwochen Abschied nahmen, Und nur des Halbmonds düstre Sichel dräut, Erkannten, eine goldne Zeit, wie diese, Wo hier man einen reichen Fremden unter- wiese, Sei nicht zu übersehn; da gab's Credit genug, Und künf'’ge Gatten zahlten, doch mit Ach und Fluch. 50. Die Blau'n, 4) die zärtlichen, die an So- netten schwitzen, Und mit dem neusten Blatt der Lit'ratur Ausfüttern ihren Kopf und ihre Mützen, Sie nahten in dem strahlendsten Azur; Sie sprachen schlecht französisch und schlecht spanisch, Fragten, wie Ein'ges in Autoren zu verstehn, Ob Russisch sanfter kläng', ob Castilianisch, Und ob auf seinen Reisen Troja er gesehn. 51. Juan, der etwas schwach bestellt, Und in der Wissenschaft kein grofser Held, Kam in Verlegenheit durch diese Fragen Von dem gelehrten, hohen Fraungericht; Es hatt' ihn seine Kriegs-, Amts-, Liebes- pflicht, Sein Fleifs, als Tänzer schön hervorzuragen, Vom Rand der Hippokrene fern gehalten, Den jetzt, statt grün, er blau sich sah ent- falten. 52. Doch gab auf Gerathewohl er Antwort, und das zwar Mit anspruchloser Zuversicht und sich'rer Stille, Was ihm den Anstrich gab von Wissensfülle, Und was er sprach, schien unbezweifelbar. Mifs Araminta Smith, das Wunder, die Mit sechszehn Jahr den Hercles furens über- tragen In gleiq Holdblie Den Rul Daſs er Für sie Sein W Heiſs wi Dafs sie 161 In gleich furioses Englisch— in ihr Buch schrieb sie, Holdblickend, was sie Juan hörte sagen. 53. Juan sprach mehre Sprachen,(wohl mufst' es so sein) Sie bracht' er an, wo's Umständ' ihm erlaubten, Den Ruhm bei den gelehrten Schönen zu behaupten; Daſs er kein Dichter, das that weh allein. Für sie gebrach's nur an der Kleinigkeit, Sein Wesen zu erhöh'n bis zur Erhaben- heit. Heifs wünschten Frau Fitz-Frisky, und Mils Manisch, Dafs sie besungen würden, und zwar spa- nisch. 54. Doch er gefiel, und so geschah es, dats Er galt als Aspirant zu allen Den Coterien; und wie in Banquo's Spiegel- glas, Sah einzeln oder truppweis' er vorüber- wallen Zehntausend lebende Schriftsteller allzumahl, Das ist jetzt ungefähr die Zahl; Zudem die achtzig„gröfsten lebenden Poe- ten,“ Jed lump'ges Blatt weifs Eines Ruhm zu fHlöten. 55. Zehn Jahr drauf ist dem„gröfsten, leben- den Poeten,“ Gleichwie dem Kämpfer in der Fäuste Streit, Für seinen Anspruch wiederum Beweis von- nöthen, Giebt auch allein der Geist hierbei Bescheid. Selbst Auch Ward a Für der Doch Mein Le „La 5 Hebt na Doch fa Nicht he Auf eine Statt Lo 163 Selbst ich— wiewohl, im Ernst, mir un- bewuſst es war, Auch Narrenfürst zu sein, nicht meines Strebens Richtung— Ward angesehn manch hübsches Jahr Für den Napoleon im Reich der Dichtung. 56. Doch Juan war mein Moskau, und Fa- liero Mein Leipzig, und Kain mein Mont Saint Jean, hör' ich, „La belle xlliance“ der Hänse bis zur Zero Hebt nach des Leuen Sturz aufs neue sich; Doch fallen will ich mind'stens, wie mein Held, Nicht herrschen mehr, wenn nicht als Fürst der Geister, Auf einem Inselkerker, einsam in der Welt, Statt Lowe, Southey’n, den Wetterhahn, zum Kerkermeister. L 2 57. Nur, de sir Walter herrschte vor mir; Campbell, Moore Zu werde vorher und nachher; jetzt, dem Heil'gen zu- Auch ste geschworen, Wordswo Mufs auf den Zion hin der Musen Chor Zu Dichtern, die fast, oder ganz Pastoren. Der„ wil x*** Nahm S * John Grad' 59. Sodann, mein holder Euphues, welcher, Wie, da wie ich höre, leh, doch moralisch das, zu werden keueht; 165 Nur, denk' ich, wird einst finden er das Schwere, Zu werden Beides, ja nur Eins vielleicht. Auch stellen Ein'ge Colerige obenan; Wordsworth erfreut sich Gönner, zweier oder dreier; Der„wilde Landor,“ der böot'sche Schreier, Nahm Southey's Gäns'rich gar für einen Schwan. 60. John Keats, der starb am ersten krit'schen Schmettern, Grad' als er Groſses bringen wollt' an AMann, Wenn unverständlich auch, begann Zu reden ohne Griechisch jüngst von Göt- tern, cher, Wie, daſs sie sprechen konnten, glaublich war. Sein Loos war kläglich jedermaſsen. 166 Dafs jener Feuertheil, der Geist 5)— doch sonderbar!— Sich läfst von einem Zeitungsblatt ver- Das is blafsen! Prätoria Ein fahr Zu schm Mit gleic Wenn ic] 61. grofs ist die Zahl der Lebenden und Todten, Die werben, was nicht ihr wird, oder wo Kein Mensch den Sieger wissen will; eh noch entboten Vrrträge Was gei Die Zeit ihr letztes Urtel, so Wächs't schon das Gras ob modernden Ge- beinen. Täuscht mich's nicht, will mir zweifelhaft lch de erscheinen Ihr ganzer Fall— sie sind zu viel, gleich Würd i den Tyrannen, Den Dreifsigen, als Roms Zerrüttungen be- Ist socl Auch a gannen. Das ist das literar'sche Niederreich, Prätorianer schliefsen hier Vergleich; Ein fahrvoll Ding, wie defs, der„sammlet Samphir,“ Zu schmeicheln diesem groben Militär, Mit gleicher Lust liebkos'test du den Vampir; Wenn ich daheim, und bei satyr'scher Laune wär', Vyträge schlöfs ich mit den Janitscharen, Wis geist'ger Krieg ist, wollt' ich ihnen offenbaren. 63. lch denk', ich weiſs der Kniff' ein paar, und überzieh'n Würd ihre Flanken ich;— doch wertb in keinem Falle Ist sorh ein Possen meiner ernsten Müh'n, Auch lab' ich wirklich da zu wenig Galle; 168 Zur zorn'gen Strenge hab' ich keine Nei- gung, Ein Lächeln nur ist meiner Muse stärkster Hieb, Dann macht sie eine höfliche Verbeugung, Entschwebt, und weiſs, daſs sie dir nichts zur Kränkung schrieb. 64. Mein Juan, den ich verliefs in Tod's- gefahr, Inmitten lebender Dichter und blauer Danen, Durchlief nicht nutzlos ein Feld, so un- fruchtbar; Doch bald defs satt, verliefs, eh Kränkuigen ihm kamen, Er es, der kleinste nicht, und nicht derletzte ganz, Und ward ein Mitglied heiterern Gelagts, Im Umgang der höhern Geister des Tges, Des ächten Sonnenkindes, nicht Dunst nein, Glanz! Der Geschäft Doch tro Ein Nes Wir fall Und spre Für alle Das imm Nachn Faullenz Durchrit 65. Der Morgen gehörte der Arbeit, das heiſst: Geschäft'gem Nichts, der Arbeit meistem Be- stande, Doch trotz dem ermüdend, vergiftet zumeist, Ein Nessushemde von Menschengewande, Wir fallen ermattet aufs Sopha zur Ruh', Und sprechen, zart schaudernd, von Wider- willen Für alle Mühe, wo nicht um des Landes Besten willen, Das immer nicht besser wird, ob höchste Zeit dazu. g 89 nichts ieb. 66. Nachmittags gab's Visiten, nebst Früh- stücken, Faullenzen, Boxen, und zur Dämm'rungs- frist Durchritt er jene grünen Krücken, 170 Die Parks man heifst, wo keine Frucht, kein Blümchen ist, Um einer Biene kleinen Gaum zu laben, Allein trotz dem die einz’ge Laube sind(so spricht NMoore), wo mit Anstand noch ein schön Gesicht Etwas Verkehr mit frischer Luft kann ha- ben. 67. Dann Putz, dann Mittagsmahl— die Welt erwacht; Die Lampen glänzen, es rollen die Räder, es jagen, Wie angeschirrte Meteore, die Wagen Durch alle Strafsen; auf Dielen macht Man närr'sche Kreidenrisse; Guirlanden wer- den gewunden, Der Thüren eherner Donner erschallt dazu, Die tause Ein Erde Dort 8 Trotz de Dem ein Weshalb Saal, 2 Der letz: Herzoger Ob ihne 171 Die tausend glücklichen Wen'gen haben ge- funden, b Ein Erdenparadies des Or Molu. 68. Dort steht die hohe Wirthin, ohne Wan- ken, Trotz den dreitausend Knixen; zum Walzen gehts fortan, Dém einz'gen Tanz, wobei ein Mädchen bei Gedanken, Welt Weshalb man ihn trotz seiner Mängel lieb gewann. äder, Saal, Zimmer, Halle füllt sich zum Er- drücken, Der letzte Gast mufs lange warten, sammt Herzogen, Damen, hier zum kKlettern ver- wer- dammt, Ob ihnen auf der Trepp' ein Zoll will glücken. 69. Bis er zu Beim W. Den preis' ich glücklich, der nach einem Ueberblicken Er muſs Der glänzenden Gesellschaft eine Ecke kann Wo Kun Erreichen, oder so ein Stübchen nebenan, Wo er sich dem Gedränge mag entrücken, Und Babel fliehen kann, wie's tollt und schwirrt, Drauf blickend mit Verachtung oder Trauer, Ein Lober oder sonst nur ein Beschauer, Und t Und gähnend, wie es nächtlich später wird. Auf eine 70. Doch das geht nicht für alle Welt, und Wer,. Wie Juan, eine thätege Rolle zum Be- Wie ma i Oblseine scheide,. ; Ein Vo Mufs sorgsam steuern durch dies Glanzes- meer Von Edelsteinen, Federn, Perlen, Seide, 173 Bis er zu dem ihm eignen Punkt gelangt; Beim Walzen muſs ein Huldgesicht gelin- gen, Er mufs quecksilbern prächtig springen, Wo Kunst mit ihrer Staatsquadrille prangt. 71. Und tanzt er nicht, von höh'rem Plan be- Fird. lebet Auf eine Erbin,— seines Nachbarn junge Frau, S6 mög' er sorgen, dafs, wonach er stre- bet, und Er zu handgreiflich nicht blofsstellt zur Schau. Be- Wie mancher Brausekopf muſs Reue fühlen Oblseiner Hast; die taugt zum Führer nicht! Ein Volk, wo Ueberlegung als Charakter spricht, Bedächtig will's den Narren spielen. 72. Doch ist es möglich, nun zum Abend- essen; Bist satt du, stell' dich gegenüber hin, und schau. Ihr himmlischen Momente, nie vergessen, Ihr schwebt ob unsers Denkens Brau, Wie ein sentimentales Stirnenband, Der Geist entschwund'ner Lust, die einst uns Kränze wand. Kaum kann ein zart Gemüth das Steigen und den Fall Von Hoffen, Furcht beschreiben von nur einem Ball. 73. Doch diese Warnungen geleiten nur zum Ziele, Die von gemeinem Schlag,(sie stehen dort Und wachen ängstlich, denn ein unbedach- tes Wort Kann si (Denn r Die ein Ihr Nahn Sehr we Mein 1 Schön, ré Natürlich Wie jeder Die jeder Von Poes Von Krar O welch 17⁵ Kann sie vernichten) und nicht Jene, oder Viele, heudf(Denn recht bedeutend ist oft ihre Zahl) Die ein vornehm Gesicht, noch neu zumahl, „ und Ihr Nahmen, Ruf durch Witz, Krieg, Fähig- 7 keiten, 3 Sehr weit berechtigt, gut macht früh're Zeiten. einst 74. n, und Mein Held, als Held, der jung und ad'lig 2 um war, Schön, reich, ein Fremder und gefeiert,— Natürlich, dafs er erst sein Lösgeld steuert, Wie jeder Sklavs, eh frei er von Gefahr, Die jedem Glänzenden bedroht. Da wird man laut r zum Von Poesie, von Rüben und von Kraut, Von Krankheit, Häſslichkeit, von Lärm und dort Tosen— edach- O welche Pein im Leben eines jangen Groſsen! Hübsch, Jung— doch meist Jugend, die voraus In tausend Armen ist die Kraft entflossen, Vom Juden kommt sein Geld, ihm fällt sein Der beiden Häuser Nachtberathung wird ge- in königlich- und volksgesinnter Menge; Und ward gestimmt, gespeis't, gezecht, ge- Trägt einen Lord man wieder zu der Haus- Young sprach: „Die Welt, in welcher wir geboren waren 2¹⁶ genossen; doch entnervt, reich, ohne einen Sou. Erbe zu. theilt spielt, gegeilt, gruft Enge. 76. „Wo ist die Welt nach Jahren ² Wo Die voraus ne einen 8ssen, ällt sein vird ge- ge; ht, ge- er Haus- lelt nach waren ¹⁰⁵ 177 Ach, wo ist nach acht Jahren sie? Das warx sie, das! Ich schaue sie— vorüber, gleich einer Kugel von Glas. Zerschellt, zerbröckelt, verschwunden, kaum erblickt— Hat schon ein still Vergehn das Glanzgebild zerstückt. Minister, Helden, Kön'ge, Königinnen Und Gecke— auf des Sturmes Fittigen von hinnen. 77. Napoleon der Grofse, wo? Nur Gott weiſs hie! Wo Castlereagh der Kleine? Teufel mögen's sagen! Wo Grattan, Curran, Scheridan, und alle die, Die Zauberer im Haus, bei Rechtsspruch- tagen 225. M 178 Wo ist die arme Kön'gin, viel betrübt? Wo ihre Tochter, von der Insel liebt? Wo die gefei'rten Märtyrer, die Fünf pro Cente? Und wie zum Teufel steht es mit der Rente ² so ge- 79. Wo ist Lord Der, und wo Mylady Die? Die Frau'n und Fräulein, die Leute? Gleich altem Opernhut, gelegt zur Seite, Als Jungfern, Frau'n, in zweiter Ehe, (sie vornehmen Ehe, Ist häuf'ger jüngst geworden, diese Sitte.). Wo Dublins Vivats? Das Gezisch in Londons Mitte? Wo sind die Grenvilles? umgewandt, wie früher; wo Die Whigs, mir Freunde? Noch, wo sonst, ganz so! 80. Wo sind die Damen Carolin' und Fränz- chen?² Geschieden, oder nahe dran! Annalen ihr, Ihr prächt'gen, worin die Listen von Mahlen und Tänzchen, Du Morgenpost, als Inhalt nur in dir: Zerrifsne Wagenkissen, und all' die Phan- tasien Der Mode,— welcher Strom fliefst als Canal jetzt hin? Die sterben, jene fliehn— die müssen im Ausland schmachten, Weil sie die Zeiten auf nur einen Pächter brachten. M 2 81. Die sonst bei allen Herzogen sich ausgezo- gen, Sie wurden jüngern Brüdern späterhin ge- wogen. Manch reiches Kind ward vom Betrug ge- fangen, Frau ward manch Mädchen, manches Mutter blofs. Andre verloren ihre blühend holden Wan- gen, Kurz, die Veränderungen sind sehr grofs. Das ist nicht seltsam, seltsam ist nur, daſs dies Loos Des Wechsels so entsetzlich rasch ergan- gen. 82. Nenn' siebzig Jahr' ein Alter nicht; in sieben Hab' ich mehr Wandelung gesehn, herab Ist Ni Als 181 Von Thronen bis zum niedern Wanderstab, Als sonst ein ruhiges Jahrhundert aufge- 20- schrieben. „ lch wuftste, nichts ist bleibend; doch der ge- Wechsel gar Ist jetzt zu wechselnd— und doch bleibt's ge- beim Alten. Nichts dauert unter Menschen immerdar, tter Als nur die Whigs, die keine Stell' erhal- ten. 83. Ich sah Napoleon, der wie ein Zeus er- schienen, Hinsinken vor Saturn; hab' einen Herzog, * wen, Gleichviel, als Staatsmann dümmer noch ge- seh'n, in Wo möglich, als verheifsen seine Hackstock- mienen, 18² Doch Zeit ist, dafs die Anker ich erhebe, Und neuem Stoff zusegl',— ich sah, und bebe Dabei, den König gehöhnt, und hoch erho- ben drauf; Was hier das richtege, lös' ich heut nicht auf. 84. Die Feldbesitzer hab' ich ohne Geld, Johanna Southcott hab' ich, hab' gesehen Das Haus als Taxenfalle aufgestellt— Was mit der Kön'gin traur'ger Art schehen— Ich sah, statt Narrenmützen, Kronen— Einen Congreſs, der that, was schlecht und verhafst; Gleich überlad'nen Eseln— Nationen Die höhern Ständ' abschütteln als Ballast. nur 85. Sah kleine Dichter, groſse Prosaisten, Sah Redner, ewig nicht, doch ohne Maſsverstand— Sah sich die Bank zum Krieg mit Land und Häusern rüsten— Sah Schreier werden ein'ge Herrn vom Land— Sah überreiten Volk, wie Sand, Von Sklaven, hoch zu Rofs— sah Malz- liqueure, Die dünn Getränk John Bull beim Tausch genannt— John handeln, als ob halb ein Narr er wäre. 86. Doch„carpe diem, ¹ Juan, fort, zum Ziel! Es kommt ein neues Geschlecht mit nächster Frühe, 184 Gleich lustig und flüchtig, ein Raub dersel- ben Harpye. „Ein armer Spieler das Leben,“— drum „Spiele dein Spiel, Du Schurke!“ Halte stets den Blick dir frei Auf's Thun nicht so, als was im Wort du meinest; Sei heuchlerisch, mistrauisch, sei Stets, was du siehst, nicht, was du schei- nest. 87. Wie soll in folgenden Gesängen ich er- zählen, Wie's meinem Helden ging in einem Land, Was Alle lügenhaft zu einem Stichwort wählen Für ein moralisch Land? Hier sinkt die Hand, Denn eine Atalantis schreib' ich nicht. 185 Doch leicht ist's, bei dem ersten Blick zu sehen, Ihr seid kein sittlich Volk; ihr müfst's ver- stehen, Wenn's auch ein ernster Dichter nicht erst spricht. 88. Was Juan sah, erfuhr, das wird mein Thema sein, Das heifst, mit schonender, gehör'ger Sich- tung, Rücksicht und Höflichkeit schliefst das ja ein; Dann denkt auch, daſs dies Werkchen blofse Dichtung. Ich singe ja nicht mich und meine Freunde, Ob jeder Schriftner, wie er schildernd spricht, Anspielungen wohl macht, wo nichts er meinte; Glaubt nur, ich spreche frei, ich ziele nicht. 89. Ob er das dritte oder vierte Kind Auch Von einer mannausspäh'nden Gräfin hat ge- 4 Für minnt; Ob er mit einer Maid von beſsrer Blüthe (Ich mein' in Reichthums ehelicher Güte) Die Erde rechtlich zu bevölkern unternahm, Wozu das heil'ge, keusche Ehebette— Ob er zu Zahlungen gezwungen kam, Weil gar so er gehuldigt um die Wette— 90. Das liegt noch in der Zeiten dunklem Schoofse. Und so, geh' hin, mein Lied, da, wie jed früh'res Mahl, Du wieder die gehör'ge Stanzenzahl, Geh' hin zu gleichem Angriffsloose, Wie's stets erhabnen Werken ist geblieben, 187 Von Solchen, die schwarz weifs zu nennen lieben. Auch das recht gut! O, steh' ich auch allein, Für keinen Thron tauscht' ich die Freiheit ein. Ende des elften Gesanges. Anmerkungen zum elften Gesange- 21) Stanze 1I. Berkeley. war Bischof von Cloyne in Irland. Seiner Meinung nach war an Skepticismus und Atheismus vorzüglich die Voraussetzung der realen Existenz der Materie Schuld. Drum stellte er das System des Idealismus auf. A. d. Ueb. 2) Stanze 29. St. James Pallast und St. James Hölle. George Berkeley, 1684 in Irland geboren, 74 „H Zahl meine genau Ich w ten h die F seine in de. 3) „K der 4 niſs. zwiscl heim nehme Freun rer P boren, Seiner und g der Drum f. t und 1 189 „Hölle“— Spielhäuser. Wie stark ihre Zahl heutiges Tages ist, weiſs ich nicht. In meinen Jugendjahren kannte ich sie ziemlich genau, sowohl die goldnen, als die silbernen. Ich wäre einmahl beinahe von einem Bekann- ten herausgefordert worden, weil ich ihm auf die Frage: wo ich glaubte, dafs man einstens seine Seele finden würde, geantwortet hatte: in der Silberhölle. 3) Stanze 4. Putzmacherinnen, wel- che Kleiderdamen u. s. w. „Kleiderdamen“— wahrscheinlich ist jetzt der Ausdruck nichts weniger als ein Geheim- niſs. Doch war er mir's so ziemlich, als ich zwischen 1811 und 1812 aus dem Osten heimkehrte. Er bezeichnet eine schöne, vor- nehme, modische junge Dame, die von ihren Freundinnen wohl unterrichtet, und von ih- rer Putzmacherin mit Putz und Kleidern au 190 Credit versehen wird, zahlbar nach ihrer Ver- heirathung durch ihren Gemahl. Das Räthsel wurde mir zuerst von einer jungen schönen Erbin gelöset, als ich den Anzug einer nicht hübschen jungen Person lobte. Sie ver- sicherte mir, das sei in London etwas sehr Gewöhnliches, und da ihre Tausende, ihr blühendes Ansehen, die reiche Einfachheit ihres Anzugs sie über jeden Verdacht glei- chen Benehmens bei mir erhob: so schenkte ich ihrer Mittheilung vollen Glauben. Doch wollen wir lieber hoffen, dafs die Sache jetzt aufser Brauch gekommen sei. 4) Stanze 56. Die Blau'n u. s. w. Unter diesem Ausdrucke versteht unser Dichter, wie wir schon früher bei ihm fan- den, die gelehrten und mit Gelehrsamkeit prunkenden Engländerinnen. Anmerk. d. Uebers. Di 191 Ver-— 6 5) Stanze 60. Dafs jener Feuertheil, . der Geist. äthsel hönen nicht Divinae particula aurae(das Theilchen des ver- 1 Gotteshauches). sehr , ihr chheit glei-— nenkte Doch Sache unser fan- mkeit ScHNEEBERG, gedruckt in der C. Schumann'schen Buchdr.