—— „— — — „ 3 X „— ———— 8 „ 3 3 1 * ————————— btt 76 ————— * ——— Leihbibliothet deutſcher, engliſcher 6 frnzöſiſcher Literatur Eduurd Oltmann in Gießen, Schloßgaſſe Lit. A. Nr. 256. cLeiß- und Veſebedingungen. 1. Offensein der Bibliothek. Die Bibliothek ſteht zur Em⸗ pfangnahme und Rückgabe der Bücher jeden Tag von Morgens 7 Uhr bis Abends 8 Uhr offen. 2. Lesepreis. Bei Rückgabe eines geliehenen Buches wird von jedem Tag 5 Pf bezahlt. Die Zeit eines Tages iſt zu 24 Stun⸗ den angenommen. 3. Caution. Unbekannte Perſonen müſſen, bei Entgegennahme eines Buches, eine dem Werthe deſſelben entſprechende Summe binterlegen, welche bei deſſen Zurückgabe von mir zurückerſtattet wird. 4. Abonnement. Daſſelbe muß voraus bezahlt werden und eträgt: 9 für wöchentlich 2 Bücher: 4 Bücher: 6 Bücher: Pf—— 2N— S 1 Monat: 1 Ni.— Pf. 1 Mt. 50 Pf. 2 Mk.— Pf⸗ S5„ 3 Auswärtige Abonnenten haben für Hin⸗ und Zurückſendung der Bücher auf ihre eigenen Koſten und Gefahr ſelbſt zu ſorgen. 6. Schadenersatz. Für beſchmutzte, zerriſſene, verlorene und defecte Bücher(namentlich bei ſolchen mit Kupfern ꝛc.) muß der Ladenpreis erſetzt werden.— Iſt das zerriſſene, beſchmutzte, ver⸗ lorene oder defecte Buch ein Theil eines größeren Werkes, ſo iſt der Leſer zum Erſatz des Ganzen verpflichtet. 7. Ausleihereit. Dieſelbe iſt auf 14 Tage feſtgeſetzt und wird beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß das Weiterverleihen der Bücher nicht ſtattfinden darf, indem Diejenigen, welche die⸗ ſelben von mir geliehen, auch dafür zu ſtehen haben. Johann von Alringers ſämmtliche Werke. Achter Band. — 6Gnthält: Zweyter Theil. * 6.. Se 22 — — Wien, 1812. Im Verlage der Franz Haaſiſchen Buchhandlung, S — S 8 * 63 S — 6 edichte. 23Ottee Von Johann von Alpinger. ———— 3 weyter Theil. 22922523222525 2 2 Cccttttttttce Wien, 1317. Im Verlage der Franz Haaſiſchen Buchhandlung. An des Hochgebornen Herrn Heinrich Grafen von Rottenhan, k. k. Kèdmmerers und geheimen Rathes, Böhmiſch⸗ Deſterreichiſchen Hofkanzlers, des heiligen Stephans⸗ Drdens Großkreuzes, * Erzellenz. — c=.. Du, der zu groß der eiteln Ehrbegierde, Die glinende⸗ doch ſchwere Buͤrde, Die weiſe der Monarch ihm auf die Schultern legt, Aus Liebe fur ſein Land und aus Gemeingeiſt traͤgt, Der dann die karg zur Ruh' gegoͤnnten Augen⸗ blicke Bey Feſten, Lärm und Prunk nicht hinzubrin⸗ gen pflegt; Fielmehr beym haͤuslichen, dem einzig wahren Gluͤcke Zu neuer Arbeit ſich erquickt, An einer edlen Gattinn Buſen, In einer Tochter Arm, die Reitz und Tugend ſchmuͤckt, Verehrteſter, darf wohl die ſchuͤchternſte der Muſen Solch einen Augenblick erſpaͤhn, Dieß Buch in ihrer Hand, ſich nahen und Dir flehn: Verſchmähe nicht, was Dank und Lieb' und Ehrfurcht biethen. Der Gegenſtand, ſo oft, ſo gerne hier gewaͤhlt, Iſt Deiner Fuͤrſten Lob, und der wird Dir ver⸗ guͤten, Was dem Talent des Dichters fehlt. — — — 8S — — — — d — 0 An mein Saitenſpiell. Du nie von mir entweihtes Saitenſpiel, Das ich um Gold und Ehren nicht vertauſche, Du weckeſt und veredelſt mein Gefühl, Wenn ich bey dir in heilger Stille lauſche. Ein andrer prang' im ſtolzen Marmorſaal, Für ihn erſeufze Tokays theure Kelter, Ihm ſende Frankreich Mädchen ohne Zahl, Rennpferde Yorkſhire und Caſtilla Zelter. Ich aber zieh', wenn Lunens milder Schein Die Erde deckt, und Philomele klager, Mit dir, mein Saitenſpiel, zum Eichenhain, An dem die Fluth des grünen Iſters naget. Da ſingeſt du die keuſche Zärtlichkeit, Die ſanftes Roth auf Mädchenwangen ſtrömet, Des Jünglings Herz zu edlen Freuden weiht, Und niedrer Thierbegierden Geyer zähmet: Die Sympathie, von deren Zauberband Zwey Seelen plötzlich ſich umſchlungen ſpüren, Beym erſten Blick, beym erſten Druck der Hand In mehr als Einem Puncte ſich berühren. — 10— Doch wird durch dich Tyrannen nicht gefröhnt, Kein böſer Glaubenszweifel aufgekitzelt, Und wenn gleich Scherz von deinen Saiten tönt, Kein guter Mann, auch wenn er irrt, bewitzelt. Drum ſtrömeſt du mir, Freudengeberinn, Durchs Leben oft unſchuldiges Entzücken; Und wirſt noch, wenn ich längſt verweſet bin, Den ſtillen Hügel meiner Ruhe ſchmücken, ——˙‧˙‧—— ————————————— — Das Gluͤck. Fortuna nulli plus quan consilium vulet. Publius SyrA. Big du, o Glück, in ſchimmernden Palläſten Zu Hauſe? führſt du auf dem Ball Den Reigen? ſchenkeſt du bey theuren Feſten Den Cap⸗Wein in Kryſtall? Ruhſt du im Schandbett, wo bey Amors Lüſten Uns Krampf an allen Nerven zerrt? Ha! oder gar in eines Harpax Kiſten, Mit manchem Schloß verſperrt? Zwar ſucht der Menſch dich dort und findet Plagen, Statt deiner, findet Ueberdruß Und Ekel;— darf ich, Göttinn, darf ich ſagen, Wo man dich ſuchen muß? Ihr Sterblichen wohl nicht in ſolchen Freu⸗ den, Die nichts ſind als ein Selbſtbetrug, Dem Ekel nachhinkt, wiſſet, Noth nicht leiden Iſt ſchon zum Glück genug. 12— So eilt der Landmann ſeinem niedern Dache Und braunem Weib am Abend zu; Mit ihr theilt er ſein Brot, trinkt aus dem Bache, Und pflegt der Lieb' und Ruh'. Doch müßte, was mit athemloſem Munde Der Uebermuth vom Glück begehrt, Ihm werden, o ſo wär' in einer Stunde Das Füllhorn ganz geleert. Drum macht nicht mehr, Fortunen auszuplün⸗ dern Den eitlen, lächerlichen Plan; Sucht lieber Scheinbedürfniſſe zu mindern, Sucht der Natur zu nahn. Reißt euch entſchloſſ'nen Muthes aus den Klauen Des Vorurtheils und, nicht mehr blind Für innern Werth, ſucht Gaben anzubauen, Die in euch ſelber ſind⸗ Beſonders ihr, durch Adel, Macht und Schätze Emporgehobne, gebet mehr Der warnenden Vernunft, als dem Geſchwätze 8 Der großen Welt Gehör; S von dem Gold, das ihr dem Prunk, den Spielen, Dem Kitzel jeder Art geweiht, Das Zehntheil nur euch ab und lernet fühlen Des Wohlthuns Seligkeit. Und Eut he ün Uen nk, — — 10 Anſtatt nach eitler Puppen Herz zu angeln Durch geckenmäßge Schmeicheleyn, Lernt Freundſchaft; nie wirds dem an Freunden mangeln, Der weiß, ein Freund zu ſeyn: Und habt ihr viel der Muße, ſeht, es winket Euch freundlich manche Wiſſenſchaft Und biethet ihren Wonnekelch; o trinket Euch in die Seele Kraft! Forſcht, ſind zu dieſem eures Geiſtes Federn Genug geſpannt, auf Newtons Spur und Bergmanns Weg nach den geheimen Rädern Der heiligen Natur. Seht, doch von niedrer Goldgier nicht ge⸗ körnet, Wie ſie des einen Weſens Grab Zu andrer Weſen Wiege mocht' und lernet Ihr dieß Geheimniß ab. Doch habt ihr eine weich geſchaffne Seele, Die raſch iſt, kraftvoll, leicht empört, Und lieber eine Nachtigallenkehle Als Roms Caſtraten hört: O ſo erſticket ja das heilge Feuer Des Genius, erſtickt es nicht! Weiht euch Apollen, greifet nach der Leyer Mit glühendem Geſicht. 1 4— Doch iſt euch Scharfſinn, iſt zu Trockenheiten Euch eiſerne Geduld verliehn, So geht und wagt, wie Schmidt, von Ahnenzeiten Den Vorhang wegzuziehn⸗ Denn Dieſer, deſſen Geiſt in ernſten Stunden Der Einſamkeit ſich ſelbſt genügt, Nur Dieſer hat des Glückes Quell gefunden, Der ewig nicht verſiegt⸗ Die Verlaſſene. Envlich bin ich ihm entgangen, Dieſem Schwarm, der mich umgab. Legt nun, heuchleriſche Wangen, Ein erzwungnes Lächeln ab. Heiterkeit und Ruhe lügen Macht die Welt zur Mädchenpſlicht. Denn wir dürfen wohl betriegen, Nur betrogen werden nicht. Dennoch ward ichs; Himmel richte Dieſen Mann, der mich berückt, Und doch ſchon die Erſtlingsfrüchte Von der Liebe Baum gepflückt! Weh mir! was iſt Männerliebe? Nicht der Seele Hochgefühl: Grober Kitzel, thierſche Triebe, Sinnenweide, Fibernſpiel. Wollt ihr ſie von langer Dauer, So beruhiget ſie nie; Gegenliebe macht ſie lauer, Sicherheit erſticket ſie. — 1 6— Eine herriſche Kokette, Die ſich nur anbethen läßt, Hölt an ihrer Eiſenkette Zwanzig Männerherzen feſt. Alle dienen ihren Launen; Jeder zittert, jeder flieht, Wenn auf ihren Augenbraunen Unmuth ſich zuſammen zieht. Aber wenn ſie je gerühret, Redlich Lieb' um Liebe gibt; Dann wird ſie tyranniſiret Und erniedrigt und betrübt. Drum, ihr Mädchen, lernt die Tücke Kriechender Verräther ſcheun; Gebet jedem ſüße Blicke; Aber liebt nur euch allein. lu. Harr Daß Ihn icke An den Freyherrn von Gebler*). Edler hör'! es jauchzet(denn ſchon lange Harrte ſie darauf) die Kaiſerſtadt, Daß man heut zu einem höhern Range, Ihn zu ſchmücken, dich berufen hat. Viele Titel zählſt du jetzo, viele; Doch du kennſt die Muſe ja, ſie ſpricht Nicht in ekler Kanzelleyen Style, Weiß und ſchätzet eure Titel nicht. Doch mit dem, der alles, was erhaben Und was Geblers würdig iſt, vereint, Den die Welt und er dir lange gaben, Grüßt er heut dich: Heil dir Menſchenfreund. *) Bey ſeiner Befoͤrderung zum Vice⸗Kanzler, geheimen Rathe und Commandeur des Stephans⸗Ordens. Gedichte. II. Th. B Lina auf der Redoute. Groß, voll von Tänzern iſt der Sdal Und auch an Schönen reich; Doch ſagt ihr Kenner, ſagt einmahl, Iſt eine Linen gleich? Iſt, wer ihr in die Augen ſieht; Nicht ein verlorner Mann? An dieſen Augen ſteckt Cupib Sich ſeine Fackel an. Sieh, wie der ſchwarze Domino Den Schneehals noch erhöht: Süß lächelt ſie und mildert ſo Des Hutes Mojeſtät. Spielt bald die loſe Schäckerinn, Hält alle Masken an, Und flattert her und flattert hin, Daß ich kaum folgen kann; Bald neben mir in ſüße Ruh' Verſunken, ſitzet ſie; Horcht die Muſik, und ſchlägt dazu Den Tact auf meinem Knie; — — 19— Bald fährt ſie auf, und beut die Hand Zum Reihentanz mir dar: Wie rauſcht der Eilenden Gewand, Wie fleugt ihr blondes Haar! Man drängt ſich, wo ſie tanzt, hervor, Schließt einen Kreis um ſie, Und liſpelt ſich entzückt ins Ohr: O ſeht nur, die iſts, die! Doch führet nun der Reihentanz Zu mir ſie wieder her; Da ſtreut ihr Auge ſanftern Glanz“ Die Wange glüht noch mehr; Sie weilet, drücket mir die Hand Und nicket noch zurück: Ich ſtehe da, nach ihr gewandt, Und fühle nur mein Glück; Kraft und Bewußtſeyn ſchwinden hin, Am Boden ſtarrt mein Fuß; So, daß die nächſte Tänzerinn Mich zu ſich reißen muß. Der Ungluͤckliche an ſeinen Hund. Dhgiunt cadis Cum fuece Siccatis amiei, Ferre jugum pariter dolosi. Hor. H wo vor kurzem erſt ein Schwarm Erkaufter Sclaven mich umſchwebte, Wo meinem Winke jeder Arm Geſchäftig vorzukommen ſtrebte; Wo Tokays Nectar aus Kryſtall Dem Tafelfreund entgegen glänzte, Der mich dafür bey Schmaus und Ball Mit früh verwelkten Roſen kraͤnzte; Hier ſitz' ich Armer, den Verdruß Und lange Weil' und Mangel qudlen: Nun rauſcht des Tanzes leichter Fuß nicht mehr in dieſen öden Sälen. Denn wehe mir! urplötzlich ſlog Das Glück von der ihr werthen Stätte, Und alle meine Trauten zog Es mit an ſeiner goldnen Kette. — 2 1— Sie ſehen ſtarr mir ins Geſicht, So ſtarr, als ob ſie mich nicht kennten. Nur du, mein Hund, berechneſt nicht Den Werth der Freundſchaft nach Procenten, Du warteſt noch allein mir auf, Du wedelſt dankbar mit dem Schweife, Beutſt mir dein Köpfchen, daß ich drauf Dir mit gefällgen Händen greife. Der Menſchen böſer Undank trübt Mir jeden meiner Lebenstage; Du biſts allein noch, der mich liebt, Und dem ich meine Leiden klage. So laß mich denn, von dir allein Begleitet, durch das Leben eilen; Laß mich, und ſolls das letzte ſeyn, Mein Brot mit dir, du Liebling, theilen⸗ Empfindungen auf einem Anſtande. Hier, wo der Boden ſich mit gelben, Dem Baum entſunknen Blättern deckt, Nackt über mir ſich Aeſte wölben, Lieg' ich im Raſen hingeſtreckt. An einer alten Eiche lehnet Mein ungeladenes Gewehr; Wer ſich nach ſanften Freuden ſehnet, Wer zärtlich liebet, mordet der? O Gott! wie wenn, ſtatt ſchneller Rehe, Sich meine Lina nähert'; ich Sie dort an jenem Buſche ſähe, Die Arme breiten gegen mich; Hinflöge, ſelbſt geküßt, ſie küßte, Fern von der Etikette Zwang, So laut, daß Echo wiederküßte Durch dieſer Bäume Säulengang. Ihr Milchbrot böth' aus meiner Taſche; Selbſt äße, wo's ihr Zahn verletzt, Und tränk' aus dieſer Jägerflaſche, Die erſt ihr ſüßer Mund benetzt. 23„ Unglücklicher, wozu die Trdume! Ach meilenweit entfernt iſt ſie, Und in dem Säulengang der Päume Nur Schweigen und Melancholie. De Fächer, den die Mode Den Mädchenhänden gab, Der mehr gilt, als ein Zepter Und ein Commando⸗Stab, Iſt ein Vaſall der Schönheit, Den ſie mit Undank lohnt, Und leider oft ſo wenig, Als Mannerherzen, ſchont. Doch ſonder ihn wie ſtünd' es Um unſte ſchöne Welt, Worin er Recht und Ordnung So lange ſchon erhält? Zwar wähnt der rohe Pöbel, Ein Fächeramt beſteh' Nur darin, daß er ſchirme, Und darin, daß er weh': Allein das Wehn und Schirmen Iſt eine Kleinigkeit; Erhabnerer Verrichtung Hat Amor ihn geweiht. 8 — 23— So oft die lange Weile Um große Zirkel ſchwebt, Bevor als die Spadille Die Mohrenſtirn erhebt; Dreht ihn die Nymph', entfaltet Und breitet ihn aufs Knie, Mit ſo viel Ernſt und Würde, Gerad' als dächte ſie. Bey ſüßer Herrchen Zoten Verhüllt er ihr Geſicht; Da kann ſie nach Gefallen Erröthen, oder nicht. Durch ihn ergeht auf Schaaren Verehrer ihr Geboth; Er billigt, ſtraft, ermahnet, Bringt Leben oder Tod⸗ Und du, der Fächer König, Du, den mein Mädchen trägt, O Stern, nach deſſen Leitung Mein Liebsſchiff ſich bewegt; Ich fleh' voll Ehrfurcht, rauſche Mir niemahls fürchterlich; Sey ſtets ein Friedensbothe, Lob' und ermuntre mich. *) Eine Gattung Buſentuches. Sitz' ich bey meiner Lina Und leſ' ihr Verſe vor; So hebe ſie zum Zeichen Des Bevyfalls dich empor. Und wenn ihr meine Rechte Um Hals und Wange ſpielt, Ja gar in der Trompeuſe*) Mit kühnen Fingern wühlt; Dann laß ſie ja nicht zürnen, Dann, Fächer, ſage du Mir durch gelinde Schläge Ein tröſtliches: Nur zu! Für dieſe Liebesdienſte Soll Venus hold dir ſeyn, Soll eines ihrer Söhnchen Zu deinem Schutze weihn, Und bey der Göttinn Mode, Die unumſchränkt regiert, Bewirken, daß mein Mädchen Noch lange Zeit dich führt. Und einſt, weil doch das Schickſal Kein dauernd Glück gewährt, Und ſtreng' itzt einen Fächer, Itzt einen Thron zerſtört; — 2 5— So werd' aus allen Toden Der wünſchenswerthſte dir, Stirb unter Lina's Händen Und ſtirb, beweint von ihr. An den Unbeſtand. Sunt quoque translato gaudia Servitio. Propertius. Wohnhatigſter der Götter, O weiſer Unbeſtand! Dich hat uns zum Erretter Der gute Zeus geſandt: Denn wider Mädchentücke, Die oft den Edlen trifft, Haſt du zu unſerm Glücke Doch noch ein Gegengift. Gibt Doris meinen Klagen Und Verſen kein Gehör, Ey! wer wird drum verzagen? Der Mädchen gibts ja mehr. Nur Muth und friſch gewählet, Räthſt du mir väterlich; Ein Narr iſt, der ſich qudlet, Der Weiſe tröſtet ſich, Kaum rauſchet wo der Flügel, Den Zephyr dir geliehn, So deckt ſich jeder Hügel Mit einem friſchen Grün, —— 2 9—— Und manches Lied erklinget Im freyen, leichten Ton, Wie Hagedorn uns ſinget, Gleim und Anacreon. Elegiſches Gewinſel Beleidigt dort kein Ohr; Und kein Petrarchſcher Pinſel Heult ſein Gefühl uns vor; Dort liegt auf keinem Grabe Ein Capuciner todt; Noch weinen um Combabe Sich Nonnenaugen roth. Du bringſt beklemmten Herzen Zufriedenheit und Ruh', Du linderſt ihre Schmerzen, Heilſt ihre Wunden zu. Oft haſt du Giftphiolen Verſchüttet und den Hahn Auf Werthriſchen Piſtolen Oft in die Ruh' gethan. Ihr Sterblichen entſaget Der ewgen Treue nur; Glaubt ihr nicht mir, ſo fraget Die weiſere Natur. Sie heißt das Herz entwöhnen All dem romantſchen Schwung, Und zeigt in ihren Scenen Selbſt nur Veränderung⸗ — —— — —=— Drum folgt, wohin ſie winket, Und lernet billig ſeyn; Nur einem Gecken dünket Sein Mädchen ſchön allein. Eßt nicht an Einer Speiſe Euch ſatt, wie Bauern; küßt Auf kurzer Lebensreiſe, Was immer küßbar iſt. — 27 S An Nu In Ein Mit Mit Un Ste Morgengebeth. Die Schatten fliehn, der Morgen lacht, Die Lerche grüßt dich, Herr, durch Lieder; Und ich, wie ſie vom Schlaf erwacht, Ich grüßte dich nicht auch, und ſänk' in Staub nicht nieder! Ja niemahls glänz' ein neues Licht, Daß ich nicht froh gen Himmel ſehe, Dir Dank zu opfern, daß ich nicht In glühendem Gebeth um deinen Segen flehe. Wenn Krankheit ihren Bogen ſpannt, So ſchütze mich; doch willſt du ſchlagen, Anbethend ehr' ich deine Hand; Nur gib mir feſten Muth, mein Uebel zu ertragen; Gib mir, wenn meiner Feinde Neid Im Dunkeln mir zu ſchaden lauert, Ein Herz, das ihnen gern verzeiht, Mit Gutem Böſes lohnt, ſie liebet und bedauert. Laß mich, ſind Schätze mir gewährt, Mit kluger Sorgfalt ſie verwalten, Und, was zur Nothdurft nicht gehört, Stets für ein Eigenthum ſchuldloſen Armuths haiten, — — — — — £ — S — 8 — — — £ 8 — — 8 Still, doch nicht ungenützt, ins Meer der Zeiten Verlangen, alles froh genießen, Und ſo dieß Tröpfchen Leben mir Zeiten Abendgebeth. S ſo manches Herz voll Kummers Wiegſt du nun in ſüßer Ruh', Deckſt mit Fittichen des Schlummers Manch bethräntes Auge zu. Doch eh meins der Schlaf erfriſchet, Sieht es noch zu dir empor; Meines Dankes Stimme miſchet Sich in deiner Engel Chor. Gutes kam an dieſem Tage Mir ſo viel aus deiner Hand, Manche Sorge, manche Plage Haſt du ſchonend abgewandt. Aber that auch ich an Andern, So wie du an mir gethan? Die mit mir durchs Leben wandern, Sah ich ſie für Brüder an? War ich allen, die mich haſſen, Herzlich zu verzeihn bereit? War ich in dem Glück gelaſſen, Stark in Widerwärtigkeit? Gedichte. 11. Th. C Nie in eitlen Stolz verſunken, Nie aus Eigenliebe blind, Noch von Erdefreuden trunken, Die wie Rauch vergänglich ſind? Wehe mir! ſtatt edler Thaten Bring' ich dir nur Reue dar, Fühl' es, daß ich ungerathen, Dein Feind und mein eigner war. Doch ich wars zum letzten Mahle; Greif' um deine Wage nicht, Oder wirf in meine Schale Deiner Vaterhuld Gewicht. Sehnſucht nach dem Geliebten. Mein Geliebter, bittres Scheiden! Mußte ziehn; ich floh die Stadt, Die für treuer Liebe Leiden Keine Mitempfinder hat. Aber ihr, verſchwiegnen Haine, Biethet eure Nacht mir dar,* Daß ich hier auch einſam weine, Wo ich einſt ſo glücklich war. Hier, wo ich in Wonneſtunden Auf dem blumenreichen Gras, Von des Theuren Arm umwunden Und berauſcht von Küſſen, ſaß: Wenn er dann mir in die Ohren Gern geglaubte Schmeicheleyn Sanft gefliſtert und geſchworen, Niemahls wandelbar zu ſeyn; Hatt' ich unter Händedrücken Leiſ' erwiedert ſeinen Schwur, Und der Liebenden Entzücken Feyerteſt du ſelbſt, Natur? C 2 — 36— Abendwind und Silberquelle Schwatzten Zärtlichkeit uns vor, Grüner ward die Raſenſtelle, Blumen ſproſſeten empor. Aben itzo klagt die Quelle, Seufzt der Abendwind um ihn, Auf der welken Raſenſtelle Schrumpfen Blumen und verblühn. Ueber Felder, über Klippen Walle ſchnell hierher dein Fuß! Fühl', es lechzen dieſe Lippen Nach dem lang' entbehrten Kuß! — Warnung Keuch ucr eog g dvdodcn n⸗ D Jüngling, liebſt du Glück und Ruh', So ſchließ dein Herz, feſt ſchließ es zu, Und trau den Schönen nicht. Steh ein Noviz vor ihnen da; Antworte nichts, als nein und ja, Wenn eine mit dir ſpricht. Singt ſie an ihrem Saitenſpiel Dir mit geheucheltem Gefühl Ein zärtlich Liedchen vor; So denk', es iſt Sirenen⸗Ton; Denk“ an Lgertens weiſen Sohn, Und ſtopfe Wachs ins Ohr, Wenn ihre Hand diehdeine ſtreift, Ja ſie zuletzt wohl gar ergreift, So flieh ein ſcheinbar Glück: Wie hart auch die Beraubung iſt, Schieb' ungedrücket, ungeküßt Die ſchöne Hand zurück. . Ein Mädchenherz, o merkt es euch! Iſt einem Spiegelglaſe gleich: Es blendet durch den Schein, — 3 Iſt ſchlüpfrig, bleibet immer kalt, Nimmt willig jegliche Geſtalt Und keine prägt ſich ein. Stolz, Eitelkeit und Eigenſinn Regieren unumſchränkt darin, Doch bleiben die verkappt, Bis daß ein Mann, der mit Mamma Sich erſt berechnet, durch ein Ja Sich am Altar verſchnappt. Dann ändert ſchnell die Dame ſich, Sie ſpielt, ſie, die erſt Winniglich An ihrem Ritter hing, Mit Andern itzt den zweyten Act, Geſichert durch den Eh⸗Contract Und den fatalen Ring. Vergiß nicht, wie's im Sprichwort heißt: Es iſt nicht alles Gold, was gleißt; Flieh weiblichen Betrug, Flieh die zu theuden Schmeicheleyn; Sich zu erhenken, und zu freyn Iſts immer früh genug. Der Morgenbeſuch. Wenn ich noch vor Titans Strahl Mich nach meiner Lina Garten, Unbelauſcht von Neugier, ſtahl; 1 Fand ich ſchon am Thor ſie warten. Neidiſch ſah das Morgenroth, Das nun eben aufgegangen, Auf den Mund, den ſie mir both, Auf die jugendlichen Wangen. Flatternd war ihr Nachtgewand, Leicht bedeckt der Buſen ſchönſter, Durch den Halsſtreif von Brabant Guckt' er wie durch tauſend Fenſter. Eine Bänderleiter hing Vorn an dem batiſtnen Leibchen, Weit ging ſie hinab, ſie ging Bis zum Neſt für Venus Täubchen*). *) A place, nor God, nor Man denies, For Venus Pove tle proper net. ſingt Prior in einem Gedichte 15 Dove, woran ihm die Liebesgötter und Grazien machen halfen. Ich derweiſe meine Leſer darauf, als auf einen Commentar zu dieſer Stelle. In der ſchönen Samm⸗ — 40— . Deine Leiter gönnt' ich dir, i Großer Patriarch und Ringer! 3 Reitzender war dieſe hier Und behüpft von meinem Finger. Bey verliebter Vögel Sang, Bey der leiſen Winde Wehen, Schlenderten wir ſtundenlang Arm in Arm durch die Alleen; 1 Haſchten Schmetterlinge viel Von der breiten Blumenſtätte, Hüpften, trieben unſer Spiel Wohl mit ihnen in die Wette: Bis uns Milch ſo weiß, wie Schnee, Zuckernüſſe, Mandelbogen Und die Hanne voll Kaffeh In die finſtre Laube zogen⸗ Dann, o wie ein König groß, Saß ich bey dem kleinen Mahle, Hatte ſie auf meinem Schooß, Trank mit ihr aus Einer Schale. Jeder Seufzer ward erhört, 3 Jede Freyheit ward gelitten, Alles, was ich bath, gewährt, Und ich wagte viel zu bitten. lung Enoliſcher Gedichte, die Herr von Retzer her⸗ aus gegeben hat, ſtehet es im 7. Theile S. 35. 4 1— Manchmahl zankten wir uns auch, Sie entfloh, um mich zu necken; Aber ſelbſt im dickſten Strauch Half mir Amor ſie entdecken. . Still„gebücket ſaß ſie da, Ganz mit Blüthen überſchneyet; Doch ſo bald die Loſe ſah, 148 Daß nun nichts mehr ſie befreyet, Lächelte ſie ängſtlich, bath, Wollte gern mit Mäulchen büßen; Doch ſo eine Frevelthat Tilgt man nicht mit leeren Küſſen. e Das Gebüſch war groß und traut, Amor hielt am Eingang Wache, Und er ſelbſt rief überlaut: Räche dich! ſüß iſt die Rache. Lied einer Ronne. Bittre Thränen, deren Quelle ſ Nie verſieget, fließet hin, 3 Ueberſchwemmt die öde Zelle, 3 Wo ich eingekerkert bin. Thränenaß, mit blaſſem Munde, Welker Wange fleh' ich hier . In der grauſen Geiſterſtunde, Mein Gekreuzigter, zu dir. 3 Ach erſticke dieſes Feuer, 3 Das mein Innerſtes verzehrt, . Dem kein Scapulier, kein Schleyer, 3 Kein geweihtes Waſſer wehrt! Sieh! an meinen hagern Lenden Naget das Cilicium*), Und, den Pſalter in den Händen, Irr' ich durch dein Heiligthum. ) Eilicium heißt bey den Mönchen ein Gürtel, der entweder haͤren, oder von Meſſingdraht und mit ſtumpfen Stiftchen verſehen iſt. Dieſen tragen ſie, beſonders an Bußtagen. Pſalter iſt ein langer . Roſenkranz. „der mit ſie, anger Sde mir, wie Adelheide*, Spitze Dornen in mein Bett; Geißle, von dem Büßerkleide So ſchon wund, mich zum Skelett. Aber alle dieſe Schmerzen, Frömmigkeit und Ordonspflicht Bannen doch aus meinem Herzen Selmars Angedenken nicht. Wenn ich meine Horas bethe, Nenn' ich ſtatt der Heilgen ihn, Wenn ich zum Altare trete. Seh' ich ſtatt des Prieſters ihn. Wenn ich auf dem Antlitz liege, Hebet er mich tröſtend auf, Knie ich auf der heilgen Stiege**), Kniet er vor mir hinauf. Selbſt aus blaſſen Leichenſteinen Tönt mir ſeine Stimm' ins Ohr, Zwiſchen modernden Gebeinen Steigt ſein Zauberbild empor. *) Adelheide, Abtiſſinn, erſt in Villach, dann in Cöln. Sie lebte ſehr ſtrenge, und wirkte Wun⸗ der. Ihre Maulſchellen gaben heiſeren Nonnen die helle Stimme wieder.. **) Die heilige Stiege iſt eine Treppe, in deren Stufen Reliquien eingegraben ſind, und die man hinauf kniet. — 44 Von Gedanke zu Gedanke Fortgeriſſen, ſteh' ich hier, . Herr, vor deinem Kreuz und wanke Zwiſchen ihm und zwiſchen dir. Ja in dieſem ſchweren Streite, O verzeih mir Sünderinn! Zieht mich oft auf Selmars Seite Meine bange Sehnſucht hin. Drum ſo tilge du dieß Sehnen, Das mein Herz nicht ſelbſt ſich gab, Oder trockne meine Thränen Durch die Hand des Todes ab. —„— —„—— An Selinden. E⸗ iſt geſchehn! verſchenkt iſt dieſe Hand, Auf der mein Mund oft ganze Stunden klebte; Zerriſſen iſt, was Liebe ſelber webte, Und um uns ſchlang, das goldne Freudenband⸗ Selinde ſchwört den fürchterlichſten Eid, Und wirft ſich weg um Tand und Eitelkeit. Geh, Falſche, geh in eines Greiſes Arm; Verſchwend' an ihn dein lüſternes Entzücken Und trunkne Blick' und Küſſ' und Händedrücken; Er wird doch nie von deinen Flammen warm. Du aber fühlſt, was einſt am Tiber⸗Strand Die, ſo Mecenz an kalte Leichen band*). Die Welt iſt dann ſo kalt um dich, ſo leer; Du ſieheſt dich gedfft von falſchem Schimmer, Bemerkſt das Gold der ungeheuren Zimmer, Juwelenglanz und Prunkgeräth nicht mehr, Und ſagſt dir ſelbſt, mußt' ich die Lieb' entweihn! Ich war geliebt und wars nicht werth zu ſeyn— *) Virgil ſingt von dieſem Wütheriche: Ja wohl band er ſogar auf Todte der Lebenden Koͤrper, Fügete Haͤnd' auf Händ' und Antliß auf Antliß Jetzt rollſt du, voll von deinem Hoheitstraum, Den Prater durch in goldener Caroſſe, Die Albion mit vier der ſchönſten Roſſe Beſpannen muß, und ſiehſt die Büſche kaum, Wo einſt dein Haupt, wenn lange ſchon der Tag Entſchluͤpft war, noch auf meiner Schulter lag. Und ſteigſt du ab beym Schauſpielhaus, ſo greift Schnell ein Lackey um deine lange Schleppe, Ein andrer eilt vor dir hinan die Treppe, Ein dritter ruft, der Logenmeiſter läuft, Eröffnet dir die eigne Loge, bückt Sich tief vor dir, die mit dem Kopfe nickt. Einſt ſaßeſt du dem letzten Platze nah', Doch ſo vergnügt, ſo feſt an meiner Seite, Und unterdeß ein Haufen müßger Leute Mit ſtarrem Blick auf das Theater ſah, Hat deine Hand bald um mein Knie geſpielt, Und bald die Stirn durch Fachern mir gekuhlt. Doch ſtill! nie ſoll ein Seufzer deinem Mund Nach jenem Gluck, das du verſcherzt, entzittern, Er würde nur dein jetzig Glück verbittern; Und dieſes ruht ja ſo auf ſchwachem Grund: Denn laßt das Glück erſchöpfen ſeinen Schatz; Nie hat es doch für wahre Lieb' Erſatz. traum, greift lt, ihlt. Mund tern, An eine verklaͤrte Geliebte. Hir wo gewöhnlich noch dem Morgenrothe Mein Aug' entgegen weint, Beſchwör' ich dich, erſcheine meine Todte Erſcheine deinem Freund. Verſchmäh' auch jetzt nicht dieſe kleine Kammer, Wo ich bey dir einſt ſaß, Und Lebensmühe, Sorg' und Erdenjammer An deiner Bruſt vergaß. Doch ja, du kommſt, als Tröſterinn im Leide, Du Holde naheſt dich, Wie Engel ſchön, im weißen Todtenkleide, Und ſo umſchwebſt du mich, Verheißeſt mir, was ich ſo ſehr verlange, Ein kühles, ſanftes Grab, Und trockneſt mir die thränennaſſe Wange Mit deinem Schleyer ab. Doch bald verſiegt iſt dieſe Thränennäſſe; Mein ſterbend Auge bricht, Die Wange ſinkt, und kalte Tovtenbläſſe Umzieht mein Angeſicht. Auch ich, wohl mir! werd' auf der Bahre liegen, Frey von des Lebens Laſt; Auch ich die ſchöne Palmenkron' erſiegen, Die du erſieget haſt. Indeß verrinnt, ihr bangen Lebensſtunden, Von tauſend Seufzern ſchwer, Verrinnt ein Mahl, dann bluten meine Wunden In Ewigkeit nicht mehr, Dann werd' ich, wie die Sonn' aus Finſterniſſen, In Selma's Arme gehn Und Sterne glänzen unter meinen Füßen Und Menſchen weinen ſehn. , nden iſſen, Lied eines Hageſtolzen. Wagt auf Amors Koſten nicht Seinen Bruder mir zu rühmen! Amor iſt ein Böſewicht, Doch ein größrer noch iſt Hymen. Amor herrſcht durch die Natur, Hymen durch Conventionen; Jener ſchlägt mit Ruthen nur, Dieſer peitſcht mit Scorpionen. Amor miſcht doch Süßigkeit Zu der Qual; aus ſeinen Ketten Kann man durch Vernunft und Zeit Und Zerſtreuung ſich erretten; Doch beym böſen Hymen droht Nach den erſten Flitterwochen Gram und Knechtſchaft, bis der Tod Endlich kommt, uns abzujochen. Thoren, die ihr Amors Weh Länger nicht ertragen könnet, Doch dafür dem Gott der Eh' In die Molochs⸗Arme rennet; Gedichte. II. Th. D Nicht bedenket, wie er meiſt Seine beſten Freunde narret, Und aufs Glück, das er verheißt, Mit getäuſchter Seele harret; Schmiedet nur euch ſelber an, Rudert an der Ehgaleere; Unterdeß ich freyer Mann Eure Ketten klirren höre. Zum Chamßagner zu ſingen! Schenkt ein, doch gießet nicht darneben, Und, Freunde, geht auch mit dem Leben Sorgfältig um, wie mit dem Wein: Theilt und genießt, was Gott beſchieden, Denn Wohlthun nur iſt Pflicht hiernieden, Und nichts iſt Weisheit, als ſich freun⸗ Linens Veilchen. O nullis tutum credere blahcls Propertiu D Lina, dieſe Veilchen, Die du mir ſelbſt gepflücket, Heut morgens erſt gepflucket, Die ich an deinem Buſen Andächtig angerühret, Andächtig, wie ein Pilger Zu Zell ſich Roſenkränze Am Wunderbildniß anrührt, O Lina, eh' der Abend Vom Himmel niederſchaute, Verwelkten dieſe Blumen, Betrübt ſah ich ſie welken; Wie wenn es Ahndung wäre, Wie wenn es Warnung wäre, Daß Lina, eh' der Abend Vom Himmel niederſchauet, Des Morgens ſchon vergeſſen, Und Blumen einem Andern, Wiewohl noch ihre Schwüre Mir in dem Ohre tönen, Wiewohl noch ihre Küſſe Mir auf der Wange glühen, Doch einem Andern pfluckte. Aufruf zur Freude. Genießet des Lebens, Ihr Freunde, genießt! Daß ja nicht vergebens Die Jugend verfließt! Umfaſſet die Freude, Sie biethet ſich dar Im feſtlichen Kleide, Mit Blumen im Haar. Ein Wuchrer verüble Mir Freyheit und Luſt, Der rechne, der grüble Mit keichender Bruſt, Erknick und erwerbe Sich fürſtliches Gut, Das nächſtens der Erbe, Sein ſpottend, verthut. Ha! hört ihr ertönen Die volle Muſik? Uns winket der Schönen Bedeutender Blick: Auf! hurtig mit Kränzen Die Stirnen umlaubt, Und unter den Tänzen Brav Küſſe geraubt! Komm ſchönſte der Braunen Aufs Sopha zu mir! Doch weg jetzt mit Launen Und Tugendgezier! Verlache die Blonde, Die ſiegwartiſirt, Und zärtlich dem Monde Eins vorlamentirt. Uns tobet Verlangen In Augen voll Gluth, Uns ſtrotzen die Wangen Von ſiedendem Blut; O laß mich genießen, Genieße mit mir! Wozu als zum Küſſen Sind Sterbliche hier? /)—, c 72) — Siegwart als Moͤnch im Kloſtergarten. Hier, wo dieſe melancholſche Quelle Sanft, wie Seraphim⸗„Geliſpel, rauſcht, Sitzet der, der eine kleine Zelle Für die Erdefreuden eingetauſcht, Sitzt auf dieſen monderhellten Steinen, Todt für jede Schönheit der Natur, Wollte ſeinen Jammer gern verweinen, Und verweint ihn mit dem Leben nur. Itzt da über dem beſchornen Haupte Mir der Mond glänzt, von Gewölk umwallt; Und im Buſch, der jüngſt ſich neu belaubte, Nachtigallen⸗Zärtlichkeit erſchallt; Bluten wieder alle meine Wunden, Denk ich meiner erſten Jugend Glück, Anders hingebrachter Abendſtunden Denk ich, denk und wünſche ſie zurück. Als ich, voll von jenen ſüßen Freuden, „Die der Baum unſchuldger Liebe trägt⸗ Meinem theuren Mädchen noch beym Scheiden Einen Lichtwurm auf den Hut gelegt⸗ — 56— Doch ich ſollt' aus meiner Bruſt dich bannen, Reitzend Bild!... wie? dieſes ſollt' ich? nein! Nein! denn der Gedank' an Mariannen Würde ſelbſt Gonzagen*) nicht entweihn. Welch ein Anblick! dieſe blaue Ferne Theilet ſich! bey meinem Prieſtereid! Sie kommt, ſie! verdunkelnd Mond und Sterne, Flattert weit umher ihr Silberkleid: Unverſchleyert, von der Gottheit Strahle Ganz beſchienen, glänzt ihr Angeſicht; Ihre Wange glüht, die Wundenmahle Meines Stifters glühen röther nicht. Engel Gottes und o auch der meine! Sieh! es weinet dein Geliebter hier, Und es gilt dieß klägliche Geweine Dir, aus allen Heilgen Gottes dir. Ha! du zeigſt mir deine goldne Krone, Die durch Martertod erkämpfet ward; So ſtrahlt die auch, die zu meinem Lohne Am Geſtade der Vollendung harrt. Segnend blickeſt du auf mich hernieder: O ich brenne ſchon dich dort zu ſehn, Wo wir unſern Gott durch reine Lieder, Rein vom Mißlaut dieſer Welt, erhöhn. *) Aloyſius von Gonzaga hat mit neun Jahren das Geluͤbde der Keuſchheit abgelegt, und aus Ehrbar⸗ keit ſeiner eigenen Mutter nie ins Auge geſehen. en, nein! Aber du, Lamm Gottes, du, geſchlachtet, Uns vom ewgen Tode zu befreyn, Blicke her! dein armer Siegwart ſchmachtet Rach dem Glück, auch aufgelöſt zu ſeyn. — 2 —2 A uf Doris. Wenn Doris Stimme ſich erhebet, Und ſanfter als ein Bach in Edens Thälern fließt, Indeß auf dem Clavier das ſchönſte Händchen ſchwe⸗ bet, Das je, von Luſt berauſcht, ein Glücklicher geküßt; Dann ſtellen ſich um ſie her in die Runde Die Liebesgötterchen, den Finger auf dem Munde, Vergeſſen Tändeln, Spiel und Scherz, Und ſehn beſchämt, daß keiner ihrer Pfeile So ſicher und ſo ſchnell das Herz, Als jeder dieſer Tän' ereile. — ſießt, chwe⸗ inde, Lied eines alten Juden. Wer biſt du denn, der Meer und Land Despotiſch ſein nennt, deſſen Hand In Ketten unſre Hände ſchließt? Wer biſt du denn, du ſtolzer Chriſt? Gehört der Jude nicht, wie du, Dem großen, weiſen Gärtner zu, Der will, daß Blumen gleich um ihn Religionen keimen, blühn? Micht mich beklag' ich: weſſen Haar So ſilbern iſt, dem winkt die Schaar Der Väter ſchon, ſein nahes Loos Iſt, ſanft zu ruhn in Abrams Schooß. Mur unſrer Jugend jammerts mich; O niemahls, niemahls drängt ſie ſich Bis zu der Weisheit Altar vor: Ihr ſchließt ihr ja des Tempels Thor. Zwar tadelt ihr den Julian*), Doch thut ihr mehr, als er gethan; — *) Ammianus Marcellinus wirft dem Julian vor: es ſey ungütig von ihm geweſen, den Lehrern der Philoſophie und Redekunſt die Annehmung Chriſtli⸗ cher Schüler zu unterſagen. Lib. X Cap. 1 — 60— Ihr hebet euch zu ſtolzen Höhn, Wir müſſen in dem Thale ſtehn. Zum Rechnen habt ihr uns verdammt; Von dem, was Tugenden entflammt, Wodurch der Geiſt ſich ſchwingen lernt, Von dem habt ihr uns ſtets entfernt. Und wenn der Jude, wie der Chriſt, Vom Geitz verführet, ſich vergißt; Dann ſchimpfet ihr und ſpuckt uns an: Das ſchmerzt mich ſo, mich alten Mann! Den ihr als einen Gott verehrt, Der hat euch das wohl nicht gelehrt, Denn Liebe nur war ſein Geboth, Die war ſein Leben und ſein Tod. Dieſer Vorwurf iſt höchſt ungerecht, denn das Ge— gentheil erhellet aus dem 42. Briefe dieſes großen Faiſers. „ *) Als Antwort auf eine Schweſterngeſündheit. An Blumauer. Im Rahmen aller Ehemaͤnner*). Dein geſtriges Collegium, Viel mehr zu des Profeſſors Ruhm, Als zu der Hörer Troſt geleſen, Zeigt, Trotz der hübſchen Poeſie, Nichts als ein Bißchen Theorie; In Praxi biſt du nie geweſen. Der Teufel übe da Geduld, Wenn gegen Andre Lieb' und Huld, Mit uns allein die Weiber keifen; Du haſt gut declamiren, du, Dich ſelber drücket nicht der Schuh; Sonſt ſollteſt du wohl anders pfeifen. O denke dich an unſern Platz, Und ſiehe, wie dein lieber Schatz Umringt von ſüßen Herrchen, ſitzet, Der witzig eine Zote ſagt, Der ſtets an ihren Händen nagt, Der gar zum Kuß das Mäulchen ſpitzet; Du aber auf der Seite ſtehſt, Und ob du ſchier vor Zorn vergehſt, — 6 2— Nicht wagſt, ein ſchief Geſicht zu machen; Auch wär' es nur Verſchlimmerung Des Uebels, laut würd' Alt und Jung Des eiferſüchtgen Thoren lachen. Doch thuſt du jetzt nach Eh'mannspflicht Auf Hören und auf Sehn Verzicht, So wird die Reih' an dich auch kommen; So bald des Kammermädchens Hand Mit Kleidern, Schuhen und Bouffant Ein Drittel ihrer dir genommen; 8 Den Kopfthurm, der die halbe Stadt Beſchattet, abgetragen hat, Dem Buſen ſeine Stütz' entriſſen, Der Wangen Roſen, die vermiſcht Mit Liljen blühten, weggewiſcht Und in den Waſchkorb ſie geſchmiſſen. Dann magſt du der Luctetia Auch nahn; zwar bloß die Rudera Von ihren Reitzen wirſt du finden; Proſiciat! nur zugeküßt! Daß jeder Kuß ſehr theuer iſt, Wird deinè Caſſe bald empfinden. Doch ja gezahlt, und ſtill dazu! Kein Wörcchen, liebſt du deine Ruh', Von Bankerott und Bettelſtabe! Sonſt weint ſie, lärmt ſie, und beweiſt, Daß du ein Filz, ein Reidhart ſeyſt, Und ſie an Allem Mangel habe. 6 Nun ſprich, wie ſtünde dieß dir an, Zumahl, käm' erſt ein Lucian, Der von Geduld dir vordocirte? Denn wiſſe, es glauben manche gar, Daß alles bloß Satyre war, cht Und uns dein Mitleid nur vexirte. Und iſt es ſo, dann wünſch' ich dir, (Verzeih' mirs Gott!) ein Weib dafür; Und biſt du dann in kurzem gelber PVor Unmuth, als ein Aepfelkoch; So lach' ich auch, und ſpotte noch; Collega, predig' itzt dir ſelber! —— ——* 8 — — An Sophie Wieland*). H Wenn die Grazien und Pieriden Deinen PVater, reitzende Sophie, An dem Schreibepult beſucht, ſo ſchieden Dieſe Gäſte niemahls, ehe ſie Dich zum Schweſterchen gebildt und viele, Viele ſüße Lieder dich gelehrt, Die ich unlängſt deinem Saitenſpiele Und den ſchönen Lippen abgehört. Nimm dafür,(zwar eine kleine Gabe, Doch das größte, was ich biethen kann,) Eines armen Dichters ganze Habe, Ganzen Stolz, ſein Verſebüchlein an. Such' in deinem Bücherſchranke, ſuche Ihm ein Plätzchen; ſieh! es iſt nur klein, Und es wird vor jedem beſſern Buche Sich zu ſchmiegen immer willig ſeyn. Aber wenn, vielleicht nach wenig Lenzen, Von der Tugend ſelbſt herbey geführt, Edle Liebe dir mit Myrtenkränzen Dieſe ſchwarzen, ſeidnen Locken ziert; ²) Jetzt die Frau meines alten, geliebten Freundes, des Hrn. Profeſſors Reinhold. Dann ermahn' es dich, doch ſtets beſcheiden, Daß man ſelbſt bey eines Gatten Kuß Und der Liebe nahmenloſen Freuden Seiner Freunde nicht vergeſſen muß⸗ Gedichte. i. h. Die Geneſung. Je jener ſchwarzen, grauenvollen Stunde, (Noch bebet der Erinnrung Schmerz Durch mein Gebein, noch blutet eine Wunde, Nicht ganz geheiltes Herz) Als im Geleit von allen ſeinen Schaudern Vor meines Mädchens Bett der Tod Erſchienen war, ſie aber ohne Zaudern Die Hand ihm lächelnd both; Da riß ich mich von ihr vor Gott zu treten; Mein Auge thränenleer, die Zung' Fi Und Lipp' erlahmt; nicht weinen und nicht bethen 65 Kann die Verzweifelung. 1 Und keiner, keiner, der mich unterm Hamitner 33 Des Schickſals ſah, ſprach Troſt mir ein; Denn ach ſie maßen ihn mit meinem Jammer Und fanden ihn zu klein. Nur du, du, meiner Trauten Erſter, ſchloſſeſt, O Haſchka, deinen Arm mir auf, Du pflegteſt liebreich meiner Wunde, goſſeſt Des Mitleids Oehl darauf, 7 nde, dern u treten; ht bethen Haminer mmer ſchloſeſ, Und lehrteſt mich zu einer Höh' mich heben, Wo nicht mehr Erdenſtürme wehn, Und ſo dem Richter über Tod und Leben, Voll Unterwerfung, flehn: Da nimm ſie weg aus dieſen bangen Armen, Worein die Liebe ſie gelegt⸗ Du biſt auch dann noch Güte, noch Erbarmen Wenn deine Hand uns ſchlägt; Du ſchriebeſt jedes ihrer theuren Jahre Ins große Buch des Schickſals ein; Du wirſt mir auch, wenn ich auf ihre Bahre Hinweine, Vater ſeyn⸗ Und iſt mein Leben ausgeweint,(hiernieden Heißt dieß uns Würmern Ewigkeit,) Dann harret mein ihr Arm und Himmelsfrieden In wahrer Ewigkeit. So wagt' ich Staub, dem Herrlichen zu flehen, Und er, der ſchlägt und heilen kann, Sah fern die Stunde der Geneſung ſtehen, Und winkte ſie heran; Sie kam, ſchön, wie ein Schutzgeiſt, angeſlogen, Goß Heilung aus der milden Hand Auf meine Kranke; ha! da lag der Bogen Des Todes abgeſpannt! ———— Auftrag an Amvr. Fe iſt mein Mädchen, fern von mir; Drum, lieber Amor, fleug zu ihr: Frag': ob ſie mein gedenke? Bring dieß ihr zum Geſchenke.* Daß es ein Verſebüchlein iſt, Das weißt du wohl, du Schalk, du biſt So lang' ich dran geſchrieben, Mir nicht vom Leib geblieben. Eil' über Hals und Kopf und halt Dich nirgends auf, und bringe bald Mir, als ein Recepiſſe, Drey ihrer Honigkuſſe. An eine Buhlerinn. J6 ſeh' es wohl, du biſt geſchmückt, du lächelſt, Stürmſt auf mich los, Streckſt weit hinvor den netten Fuß, und fächelſt Den Buſen bloß. Und doch umſonſt, umſonſt ſpringt dieſe Mine, Ja, ſtünde hier Nackt wie am Ufer einſt, die holde Phryne Und winkte mir: Ich, den Urania zu ihrem reinern Entzücken ladt, Verſchmähete den Wink und bliebe ſteinern, Wie Penocrat. Drum hoffe nichts; feſt ſtehet in Gefahren Der Tugend Stolz: Vergebens weicht an Schwärze deinen Haaren Das Ebenholz, Weicht deinem Hals der junge Schnee an Weiße; Vergebens glüht Die Wange, lockt dqs Auge, welches heiße Begierden ſprüht. — 7 0— Weg mit der Hand, die jetzund eine Roſe Dem Buſen ſtiehlt, Nach mir damit zu werfen, jetzund loſe Mein Kinn umſpielt. Aus iſt es, ewig aus mit meinem Drange Zum Thiergenuß. Fort, fort! und wiſche nicht von dieſer Wange Selinens Kuß! Den Kuß, nicht etwa eine Faunenbeute, Nein, den ſie gab, Den nehm' ich, folgt auch leider nie der zweyte, Mit mir ins Grab. c —— — yte Liebesſchwermuth. Dahin, dahin iſt meine Munterkeit! Itzt da, vergoldt von Heſpers ſanftem Strahle, Die Blumen glühn in dem bethauten Thale, Sitz' ich verſtört und fühle nur mein Leid. Ich ſehe nichts, ich höre nichts als Sie; Sie, wenn der Tag aus rothen Wellen ſteiget, Sie, wenn er ſich nach rothen Wellen neiget, Sie in der Stadt, in ſtillen Hainen Sie⸗ Geliebtes Bild, o folge mir nicht nach! Was willſt du hier? ich Sohn des Unglücks klage, Du ſiehſt es ſelbſt, durch lange Sommertage, Und weine mich aus Sehnſuchtsträumen wach⸗ Und dieſe Qual, die mich in Trauer hüllt, Die währte ſtets? und er, zwar nur begoſſen Mit Thränen, doch zu ſchnell empor geſproſſen, Mein Lieblingswunſch blieb' ewig unerfüllt? Sogt mir, ihr Freund', ich ſey dazu erſehn, Roch in dem Lenz des Lebens hinzuſterben; Sagt mir, ihr wollt, gleich wonnetrunknen Erben, Dem Sterbetag mit einem Feſt begehn⸗ Und dulden, daß ein Pfaff', ein Böſewicht Muthwillen noch mit meiner Aſche treibe: Doch daß mein Wunſch ſtets unerfüllet bleibe, Dieß Einzige, dieß, Freunde, ſagt mir nicht. X — 53— Weiberungerechtigkeit. Rach dem Engliſchen. 36 war, als ſich mein Abenteuer Mit Doris anfing, lauter Feuer, Und ſchwur ihr damahls Stein und Bein: Ich würde ſtets der Ihre ſeyn. Umſonſt! ſie wies mich ſtolz zurücke, Mir hoher Naſ' und dräundem Blicke, Und ſchwur mir damahls Stein und Bein: Sie würde nie die Meine ſeyn. Doch endlich gab ſie meinem Kuſſe Sich hin; ich aber im Genuſſe Ward lau, dann kalt, dann ungetreu; Wem ſchmeckt ein ewig Einerley? Nun, da ich meinen Eid vergeſſen, Nun tobt, nun ſchimpft ſie, wie beſeſſen, Und brach zuerſt doch ihren Eid, O Weiberungerechtigkeit! Auf einer Donau⸗Fahrt. Gefihrte zittre nicht, wenn auch die dunklen Wellen, Von Aeols böſem Volk empört, An der Cajüte ſich mit wildem Lärm zerſchellen, Und ſelbſt der Schiffer ſchwört, Er woll' am nächſten Strand zwey Lämmchen ſammt der Mutter Dem alten Stromgott, Iſter, weihn, Wenn er nicht in die Tief' uns reißet, dort ein Futter Des Schuppenvolks zu ſeyn. Freund, die Olympier erbiethen ſich zu Leitern Dem Dichter, lenken ſeinen Kahn, Und finden dicht am Fels, wo Andrer Schiffe ſchei⸗ tern, Ihm eine ſichre Bahn. Schwamm nicht das erſte Schiff durch manche kahle Klippe, Die es umtanzt', und Wogendrang, Indeß von Orpheus Leyer und von Orpheus Lippe Ein! ter Päan klang? — Ur R unklen en, mchen et ein Both dem Arion nicht,(das böſe Schiffvolk dachte, Er ſey begraben in der Fluth,) Ein gütiger Delphin den Rücken dar, und machte Der Menſchen Frevel gut. Vergebens drohen uns laut tobende Charybden Und öffnen ihren Schlund zum Raub, Nie ward die Tochter Zeus, Athene, den Gelübden Der Muſenfreunde taub. Sie faßt mit ſtarker Hand das ſchwanke Schiff am Kiele Und hebt es über Wogen hin; Kleingläubger, zage du! mit hohem Saitenſpiele Preiſ' ich die Retterinn. Die 5 heit. Wohr drey Mahl ſelig iſt der Mann, Der, frey zu ſeyn, ſich rühmen kann, Den Tyranney nicht hudelt, Der unbelauſchet von Verrath, Doch nie durch eine niedre That Sein edles Herz beſudelt. Ihn blendet nicht der Höfe Tand, Ein Sternchen, ein Paar Ellen Band, Nicht Gold⸗ und Silberklumpen; Nur Tugend iſt es, was er ehrt; Die bleibt ihm gleich verehrenswerth Im Purpur und in Lumpen. Der Edle wird die Wahrheit nicht Mit ſclaviſch fürchtendem Geſicht Ins Ohr der Freunde raunen; Er kann zu ſeiner Brüder Heil, Fern von Gefahr und Vorurtheil, Sie in die Welt poſaunen. Er darf nicht fremden Uebermuth Mit ſeiner Habe, ſeinem Blut Befördern oder büßen, ———— Darf nicht, der niedern Politik Getreu bis an den Tod, den Strick, Der bald ihn würget, küſſen. Er ſteht auf ſeinem Aehrenfeld, Das eigne Hände wohlbeſtellt, Den Geber fromm erhöhend; Hat hinterm Pflug für ſich geſchwitzt; Kein Amtmann und kein Pfarrer ſpitzt Auf umgeld ſich und Zehend. Wohl jedem, der ſein Lob erhält, Es ehret bey der Enkelwelt, 1 Denn er kann Thaten wägen, Er dringet in der Dinge Mark; Was iſt Panegyriſten⸗Quark Und Schranzenlob dagegen? Drum nur wenn er ſie pflanzt, gedeiht Die Blum' Erkenntniß, ſproßt und ſtreut Geruch in alle Lande; Hingegen legt, ſagt, was ihr wollt, Tyrannendrohn, Tyrannengold So Geiſt als Leib in Bande⸗ — — — — An den Konig Fridrich Wilhelm. Groß war dein Oheim, herrlich ſpielt' er manche Scene Des königlichen Schauſpiels, doch er ſprach Der Deutſchen Muſe Hohn, drum ſchweige ſie, ihm töne Nie ihre Leyer nach. Dir aber, edler Fürſt, dir töne ſie entgegen! Du winkſt, die Göttinn eilt, umflicht dein Haar Mir unbethräntem Lorber, bringet ihren Segen Und ihren Dank dir dar. Denn du vergaßeſt ja ſelbſt an der Herrſchaft Morgen, Der einen göttlich heitern Tag verſpricht, Vergaßeſt ja, von neuen königlichen Sorgen Beſtürmet, ihrer nicht. Du lohnteſt, ehrteſt ſie in dem, von deſſen Spiele Schon dazumahl ihr ſüßer Zauber klang, Als er mit Weisheit und prophetiſchem Gefühle Bey deiner Wiege ſang*). *) S. Ramlers Ode auf die Geburt des jetzigen Kö⸗ nigs manche 5 ſie, ihm tgegen! n Haar Segen ertſchaft Vollende denn, o Fürſt, was gonnen, Begünſtige der Muſen Reihentanz; Dem Deutſchen Genius, dem gönne ſich zu ſonnen, Un Deutſcher Fürſten Glanz. du ſo ſchön be⸗ Dann werden wir(mein Lied darf kühne Wahr⸗ heit ſingen, Dein Ohr beleidigt nicht ihr rauher Ton,) Wir, die von unſern Purpurträgern nichts empfin⸗ gen, Als Undank oder Hohn, Zum neuen Muſenſitz in Feyerkleidern wallen, Und jubiliren, bis die Welt es hört: Du ſeyſt,(nicht viele ſinds) von Deutſchlands Für⸗ ſten allen, Des Deutſchen Nahmens werth. — — — Auf den Tod der Jaquet. Auch dieſen harten Schlag! die Blum auch liegt zerknicket Von deinem nMörderfuß, o Tod! Wer je die Edle ſah, deß Herz iſt ſchwer gedrücket, Deß Auge thränenroth. Sie lebte für die Kunſt, die in dem Lorberhaine Melpomenens ihre Kränze wand, Der weiſen Spielerinn; ſo herrlich kränzt ſie keine Im ganzen Vaterland. Doch nicht nur Künſtlerinn, ſie war auch edle Schweſter, Auch gute Tochter, und kein Herz Hängt an den Seinigen, hängt an dem Armuth feſter, Dieß zeigt des Vaters Schmerz⸗ Der Schweſtern laut Gewein' und manches Ar⸗ men Klagen, Der itzund erſt bekennen darf, Daß ſie ihm aufhalf, ſie, wenn in umwölkten Ta⸗ gen Das Glück ihn niederwarf⸗ Der Weit 7 Das Richt So — Nich Den N) liegt cket, oine ne edle muth — 81— Wir alle, die Jaquet zu Freunden ſich erkohren, Wir alle ſollten es vereint Der Welt verkündigen, daß Wien noch mehr ver⸗ loren, Weit mehr noch, als es meint. Allein ſo wie wir oft bey ihrem Meiſterſpiele, Das ſelbſt der Eifergeiſt geſchätzt, Nicht klatſchen konnten, voll, zu voll vom Mitge⸗ fühle; So klatſchen wir auch jetzt Der kurzen, aber wohl geſpielten Lebensſcene Nicht den verdienten Beyfall zu: Denn ach! es hindert uns die noch gerechte Thräne! O Rachwelt klatſche du! Gedichte II. Th Gluͤck und Ungluͤck. Nach dem Franzoſiſchen. Die Brüder Glück und Unglück lebten immer Unbrüderlich: Doch beydér Aeltern Zufall und Fortuna Vertrugen ſich. Dem Unglück mit der ſtets umwölkten Stirne War niemand gut; Doch Glück war ein verzognes Mutterſöhnchen, Voll Uebermuth⸗ Die Zeit der Kindheit und der erſten Spiele War itzund um. Man that ſie, zu ſtudieren, in das nächſte Gymnaſium. Glück brachte vornehm, ohne was zu lernen, Das Schuljahr hin, Doch Unglück hatte früh und ſpät das Näschen In Buchern drin. Ins Glück verliebte ſich zum Raſen Jungfer Philoſophie; Sie wollt' es durchaus lebenslang zum Gatten, So brannte ſie. Und Ein une Rele nen/ chen ngfel tten/ 8 3— Doch Glück, das nie Pedantereyen liebte, Verhöhnt ſie nur; Vergaffet ſich in Thorheit und iſt immer Der auf der Spur. Das Unglück, häßlich, häßlich zum Erſchrecken, Bleibt ungeliebt, Doch tröſtet es ſich ſelbſt mit jenem Stolze, Den Wiſſen gibt. Glück im Genuſſe viel zu haſtig, aitert Noch vor der Zeit, Wird flatterhaft, wiid furchtſam und verſinket In Weichlichkeit: Doch Unglück bleibt bey manchem harten Schlage, Bey manchem Strauß, Doch immer feſten, ungebeugten Muthes, Und harret aus. dun ſuchten beyde Brüder ſich ein Weibchen, Und jeder hat Ein Weibchen bald gefunden; doch wie wandte Sich ſchnell das Blatt. Glück wurde jetzt unglücklich; denn es freyte Miß Unbeſtand Und Unglück glücklich, weils mit Fräulein Hoffnung Sich klug verband. Liebeserklaͤrung eines Maͤdchens. Aus dem Franzöſiſchen. D daß dir nicht unbemerket bliebe, Was für dich in meinem Herzen ſpricht! Ja ſo etwas Zärtlichs hat die Liebe, So was Süßes hat die Freundſchaft nicht. Fern von dir, wie fühl' ichs ängſtlich ſchlagen! Nah bey dir, wie iſt es ſo verzagt! Dieſes, Damon! hatt' ich dir zu ſagen, Und vielleicht hab' ich zu viel geſagt. agen An Johann von Haͤring. D Jüngling! deine Geige Wie voll von Harmonie! Und unter deinen Fingern Wie lieblich tönet ſie! Jüngſt, als der Kenner viele Dir klatſchten, und ihr Ohr Von deinen Zaubertönen Nicht Einen Ton verlor, Da ſtand ich mit der Freundſchaft Theilnehmendem Gefühl Dicht hinter dir, und letzte Mich auch an deinem Spiel. 0 Jüngling! dieſem Spiele Laſſ' gleich dein Leben ſeyn; Es halle nie der Mißlaut Von einem Laſter drein. Nimm, lang es auszuhalten, Nie allzu fein den Ton, Und nur das Lob des Weiſen Sey dir ein ſüßer Lohn. 86„. Wenn das und dein Bewußtſeyn Dich vor dir ſelber ehrt, So ſpiele fort des Lebens Harmoniſches Concert; Und ſieh nach Pöbellobe Dich niemahl ängſtlich um; Ein Midas⸗Ohr ergetzen Iſt ehe Schand', als Ruhm. — 37— An Doris. Bey Ueberſchickung eines Apfels. Ninm, Doris! dieſen Apfel, So voll, ſo glatt, ſo bunt; Natur ließ ihn gedeihen Fur einen ſchönen Mund. Er reitze deinen Gaumen, Er kühle ſanft dein Blut, Und mache ſo die Streiche Von ſeinen Brüdern gut⸗ Denn ach! ein böſer Apfel, Wie Faſt dich lehren kann, Macht uns und Proſerpinen Der Höllen unterthan. Ein andrer brachte Hörner Auf Atreus jüngern Sohn, Brand in den Kopf der Griechen, Und Brand nach Jlion. Doch fürchte dich vor dieſem Gutmüth'gen Apfel nicht; Sieh! hat er wohl die Miene Von einem Böſewicht? — 38— Auch ſtammet er von jenem, Der die jungfräuliche Cydipp' in Liebes arme Wohlthätig lieferte; Und gibt mir, o der Freude! Gibt mir, kann er auch dieß, Was mir ſein ältrer Bruder Verſcherzt'— ein Paradies. —) — e— In Un U Kalliopens Geſang. Von dem Fuͤrſten Kaunitz⸗Rietberg. Folus enim tristes hac tempestate Camoenas Rspewit. . Juven. Kauivpe ſtand auf; die Schweſtern horchten alle, Kein leiſer Weſt durchliſpelte Die Lorberhaine; ſtille wards am Waſſerfalle. So ſang die Göttliche: Der Edle, der ſchon früh zu jedem Weisheit⸗ lehrer Sich hindrang, und ſo ſehr er lieb Des Galliers Witz gewann, doch immer ein Verehrer Des Deutſchen Geiſtes blieb; Der, wieder Ruhe müden Völkern auszuſpenden, In allen Friedenskünſten groß, Thereſiens Vertreter zog, mit ſtarken Händen Des Janus Tempel ſchloß; Dann ruhig, wie ein Gott, im Schwalle von Geſchäften Die ſteile Bahn Sülly's betrat, Und Werke der Unſterblichkeit mit Jünglingskräften Und Greiſenweisheit that; Mein Kaunitz liebt uns noch, in Stunden ſei— ner Muße Geht er in unſer Heiligthum Ein Eingeweihter, horchet unſerm Jubelgruſſe, Heißt Harfen, welche ſtumm An braunen Wänden hingen, wieder neu be⸗ ſaiten, Und ſie durch unſern Lorberhain Gewaltig tönen, ſie den ſpätſten Folhezeiten Ein ſeltnes Muſter ſeyn. Und wenn nun deine Künſtler auch dem Steine Leben, Und menſchliche Geſtalt dem Erz, Und Ausdruck und Gefühl der todten Leinwand ge ben, Wenn nun Thaliens Scherz, Und Melpomenens Klag' auf deiner feinern Bühne Die ekle Farce ganz verdrang, Mit welcher der Geſchmack, wie Rüdiger der Kühne Mit Erifilen, rang; Wenn meiner Söhne ſanfte Stimm' jetzt dei⸗ nem Ohre, Das lang ſich ihr verſchloſſen hat, Bemerkt wird, jeder Kunſt ſich öffnen deine Thore, Ihm dank' es, Kaiſerſtadt! — 9 1— en ſet Ihm dankt es, Schweſtern! eilt, des Weiſen Bild zu krönen, Das Delius hier aufgeſtellt, e Und von bekränztem Spiel laßt ſeine Thaten tönen; Doch ſtaunt die Enkelwelt, u be⸗ Weil ſie nun nimmermehr mit einem Kaunitz pranget, Als Fabeln eure Lieder an, So lehrt ſie die Geſchicht“, daß ihr nur Wunder ſanget, Er aber ſie gethan. Steine d ge inern ühne Da Menſch macht ſich die Welt zur Hölle, Zur böſen Fee dich, arme Zeit! Bald klagt er über deine Schnelle, Bald über deine Langſamkeit. Du dünkſt zu eilig dem Vergnügen, Wie du dem Gram zu langſam dünkſt, Du ſcheineſt dem Genuß zu fliegen, Doch das Verlangen klagt, du hinkſt. Ich mehre nicht die Klagelieder, Da Lieb' und Freundſchaft mich beglückt. Die Liebe ſenget dein Geſieder Mit ihrer Fackel; Freundſchaft ſchmückt Die Sichel dir mit mancher Blume; Mir fliehſt du, als Beglückerinn, Halb in der Erſtern Heiligthume, Halb in der Letztern Tempel hin. Der Thor, gewohnt ſich ſelbſt zu plagen, Will bald mit nichtigem Bemühn Dich ungeduldig vorwärts jogen, Bald ängſtlich dich zurücke ziehn? Der Weiſe folgt mit gleichem Muthe, Mit gleichem Schritt dir, und genießt Die gegenwärtige Minute, Weil dieſe nur ſein eigen iſt. Auf Hadiks Lod. WDein Hadik iſt nicht mehr; das war die Trauer⸗ kunde, Die Leopold, der ſich auf Menſchenwerth So ſehr verſteht, aus einem treuen Munde Mit tiefem Schmerz gehört. Gerechter Schmerz, du Schmuck der Seele, dem, der klaget Und der beklaget wird, gleich ehrenvoll! Die Tugend jauchze! Leopold verſaget Iht nicht den ſchönſten Zoll. Und wer verdient es mehr, daß laute Seufzer ſchweben Um ſeine Bahr und hohes Fürſtenleid, Als der ſein langes, thotenvolles Leben Den Fürſten ganz geweiht? Die Klinge Hadiks ſtrahlt ſchon durch ein halb Jahrhundert Und länger noch Furcht in der Feinde Bruſt; Doch blieb ſein Werth, den eine Welt bewundert, Ihm ſelber unbewußt. Ri Al 2 P — 7— — —— b , „ — 9 3— Mit der Beſcheidenheit zu dichtem Schleyer deckte Der Edle ſeiner Heldenthaten Glanz⸗ Kein Eigennutz, kein Eifergeiſt befleckte Je ſeinen Lorberkranz. Er blieb ſich immer gleich; es ſchwang die tapfre Rechte Richt ſtolzer einen goldnen Feldherrnſtab, Als ein Panier; doch ſie entſchied Gefechte. Berlin erzitternd gab Ihm aufgehäuftes Gold und kaufte ſich vom Blitze Des unvermeidlichen Verderbens frey, Eh' Friderich erfuhr, daß ſeinem Sitze Des Siegers Flamme dräu. So wußt' er Tapferkeit mit Klugheit zu vet⸗ binden, Sein Arm war ſchrecklich; doch ſein Herz war weich Und fähig, jede Schönheit zu empfinden; Sein Geiſt durchflog das Reich Der Wiſſenſchaften früh und ſog aus jeder Blüthe Sich Honig ein für alle Folgezeit. Durch ſein Geſpräch ſchien Weisheit, Herzens⸗ * güte Und feſte Redlichkeit. 96 ₰ Gemahl und PVater, zwey verehrungswerthe Nahmen, Führt niemand würdiger; er ſäte klug In ſeiner Kinder Herz der Tugend Samen, Der ſchöne Früchte trug. Doch ſteige, mein Geſang! entſchwinge dich der Erde, Wie Hadiks Seel', und fliege bis zum Thron Der Gottheit auf; mit ſegnender Geberde Steht dort Religion. Sie tröſtet ihn, wenn tief ein Unfall ihn ge⸗ beuget; Sie lehrt' ihn ſtets, was gut und edel iſt, Sie tritt nun feyerlich vor Gott und zeuget: Er lebt' und ſtarb als Chriſt. ₰„ Schon tragen Seraphshand' ihm ſeine Kron' entgegen; Indeſſen hier, der Gottheit Ebenbild, Ein guter Fürſt, den letzten Vaterſegen Des Sterbenden erfüllt. Be N werthe Alte Liebe roſtet nicht. Bey der Vermählung eines Freundes. h der n Sie liebt' ihn ſchon in Kinderjahren Mit treuer Zärtlichkeit, und er Bekriegte kühn die Janitſcharen; Vor Amorn ſtreckt' er das Gewehr. n ge⸗ Nun aber glänzendre Partien Das Glück laut prahlend ihr verſpricht: Beſchloß er edel, ſie zu fliehen; Doch— alte Liebe roſtet nicht. Seit dieſem ging in ihrem Herzen Kron' So mancher Jüngling aus und ein, Beſonders ſtahl bey Spiel und Scherzen Sich einer ziemlich tief hinein. Doch kam, den ſie zuerſt geliebet, Ihr etwa wieder zu Geſicht; So ſeufzte ſie, und rief betrübet: Ach! Alte Liebe roſtet nicht. Das Glück, das ihr ſo viel verſprochen, Hat, einer Thörinn nachzuziehn, Dem guten Kind ſein Wort gebrochen; Allein ihr edler Freund erſchien. Gedichte. 11. Th. G Komm, ſagt er, theile, was ich habe; Sie reichet ihm die Hand, und ſpricht: Dein, lebelang! auf unſerm Grabe Steh: Alte Liebe roſtet nicht! An Leopold II. Ueber ſeine Erklärung gegen Frankreich*). Furt„deſſen Herz nicht an erfochtnen Fahnen, Nicht am Triumphsgeſchreye ſich ergetzt, Der einen Tropfen Blut der Unterthanen Mehr als des Philippiden Lorber ſchätzt, Die beſſ're Tactik, Herzen zu beſiegen, Haſt du erſchöpft, auch hemmſt du nicht im Lauf Fortunens Rad und dringſt dich Ludewigen Nicht zum gewaffneten Beſchützer auf. Zwar legten pflichtvergeſſ'ne Dämagogen An den Geſalbten Gottes ihre Hand; Dann kämſt du ſchneller, als ein Pfeil vom Bo⸗ gen, Und triegeſt Rach' in der Verräther Land. Doch ſchlingt ſich dort das Band der Eintracht feſter, Sind wirklich beyde, Volk und KFönig, frey, Erſetzt die Nation auch deiner Schweſter Durch Ehrfurcht nun des Pöbels Raſerey; *) Im Januar 1792. G 2 — 100— Dann lächelſt du und läſſeſt in die Wette Der Freyheit heiſere Vertreter ſchreyn Und über Menſchenrecht' und Etikette*) Mit gleichem Flammeneifer ſich entzweyn. Wir aber, in des Glückes Porte, danken Dem weiſen Steuermanne Leopold Und rufen in die offne See: Ihr Franken, Wir ſind ſchon längſt, wohin ihr kom⸗ men wollt! *) Man weiß, daß ſich die zweyte Rational⸗Verſamm⸗ lung durch einen Streit uͤber die Etikette ſehr übel angekuͤndiget hat. om⸗ amm⸗ ſehr Washilft's? De⸗ Glücks Pallaſt, das wünſchenswerthe Ziel, Nach welchem ſtets im ſeltſamſten Gedränge Die Menſchen ziehn, iſt wirklich nicht ſo enge, Als Milzſucht wähnt, und hat der Thore viel. Allein was hilft's? Deſpotinn Liebe, du! Sperrſt bis auf Eins mir alle Thore zu. Sonſt wallt' ich gern auf Fluren hin und her, Sah gern, was ſelbſt der Murrkopf in der Tonne Zu ſehn gewünſcht, den Glanz der milden Sonne, Und labte mich in ihrem Strahlenmeer. Allein was hilft's? Nun ſtrahlt umſonſt ihr Licht, Ich ſehe ſie vor Minna's Augen nicht. Der Gläſerklang erwecket Fröhlichkeit, Und trefflich ſchmeckt nach klug gebrauchtem Tage Der Abendpunſch beym munteren Gelage; Es wird hierdurch auch Weiſer Herz erfreut. Allein was hilft's? Mich ſtört ein andrer Wunſch! Ach! ohne ſie ſchmeckt ekelhaft der Punſch. Schön iſt's, berühmt, das iſt, geliebt zu ſeyn, Und trieget nicht der Spruch gelehrter Richter, So wird vielleicht beym Nahmen größrer Dichter Der meinige nicht ganz vergeſſen ſeyn. 102 5 Allein was hilft's? Der Beyfall einer Welt Ergetzt mich nicht, wenn ihr mein Lied mißfällt. . Sonſt hatt' ich kaum ein ſüßer Glück gekannt, Als im Homer, den wie ein höbers Weſen Mein Geiſt verehrt, das Lob Achills zu leſen. Zwar nehm' ich noch ſein göttlich Buch zur Hand. Allein was hilft's? Lob' er, ſo ſchön er will, Ich leſe draus nur Minng ſtatt: A chill. Sonſt ſandt' ich gern auf Kpndſchaft meinen Blick; Er ſchweift' umher im Zirkel ſchöner Frauen, Micht unbelohnt; noch, wenn mein Selbſtvertrauen Mich nicht betriegt, erwürb' er Liebesglück. Allein was hilft's? Mich dünkt nur Minna ſchön, Sie will ich nur, ſie will ich ewig ſehn. Die Freundſchaft goß in dieſes gute Herz Sonſt Linderung; voll zärtlichem Erbarmen Winkt ſie mir noch, ſie ruft mit offnen Armen: Komm Trauriger! ich mildre deinen Schmerz. Allein was bilft's? Denn Minna iſt mir mehr, Als eine Welt von lauter Freunden wär' ll. nt, and. inen auen ön, Der Fruͤhling Ein Wechſelgeſang von drey Stimmen. Die erſte Stimme. Sieh! der Frühling ſteigt hernieder, Philomelens holde Lieder Tönen im belaubten Wald, Zephyr hauchet, Blumen ſprießen, Laßt den Frühling uns genießen; Er entfliehet nur zu bald. Die zweyte Stimme. Mag der Frühling uns entfliehen! Denn die goldnen Horen ziehen Seinen Wagen wieder her. Doch der Frühling unſers Lebens, Der entfliehe nicht vergebens, Ihn bringt keine Hora mehr. Die dritte Stimme. Sieh! an beſſeren Geſtaden Jenſeits unſrer Gräber laden Uns verklärte Weſen ein. Dort auf reinerem Gefilde, Ueberſtrahlt von Gottes Milde, Wird der Frühling ewig ſeyn. — — — — — 104— Alle drey Stimmen. Darum laßt, geliebte Brüder, Uns getröſtet auf und nieder An dem Prüfungsufer gehn. Schnell das Blümchen Freude pflücken, Doch mit höherem Entzücken Auf's Vollendungsufer ſehn. n, Wahre Zäͤrtlichkeit. Unſonſt, daß ich's verhehle! Ich liebe, liebe dich: Aus meiner vollen Seele Reißt das Geheimniß ſich. Weh mir, wenn deine Stirne Nun finſtern unnz ſpricht! O ſey gerecht, und zürne Mir Unglückſelgen nicht! Dem Schickſal und dem Tode Beut meine Liebe Trutz. Ich liebe nicht aus Mode, Aus Stolz, und Eigennutz; Richt wie die raſche Jugend, Die ungeſtüm begehrt: Nein! ſo wie man die Tugend, Wie man die Gottheit ehrt. Nie werd' ich mich erkühnen, Und Gegenliebe flehn; Kann die ein Mann verdienen Aus allen Sterblichen? Nur dieſer Wunſch: mein Leben, Das dir allein gehört, Für dich dahin zu geben, Nur der ſey mir gewährt! — 106— Dann würdige zu wallen Nach meiner ſtillen Gruft, Begrüßt von Nachtigallen, Umhaucht von Blumenduft. Ein heilger Schauer wehe Dich an mit ſanftem Schmerz. Verweilend nun, geſtehe: Hier ruht ein zärtlich Herz! An Herrn Joſeph edlen von Retzer. De Tag, an dem ich dich zum erſten Mahl ge⸗ ſehen, Soll ſtets der Freundſchaft heilig ſeyn; Wie lernte ſchnell mein Herz das deinige verſtehen, Und ihrer Aehnlichkeit ſich freun? Da, wenn der karge Thor mit Mühe durch⸗ regiſtert: Wie viel ein neuer Freund ihm nützt, Da fühlen Seelen ſich, die die Natur verſchwiſtert, Von einem gleichen Feur erhitzt; Berühren plötzlich ſich in jedem Punct; em⸗ pfinden Die ſüße Macht der Sympathie, Die zwar oft lächerlich die kalten Thoren finden, Jedoch die warmen Weiſen nie. Denn, Freund! wo käm' es her, daß ich ſo ſchnell dich liebte? Noch kannt' ich nicht den großen Geiſt, Der, kühn in jeder Kunſt, in welcher er ſich übte, Der Mittelſtraße ſich entreißt; — — —— — 168— Der zur Pollkommenheit auf ſteilen Wegen glimmet, Die keine niedre Seele kennt: Doch fühlte ſchon mein Herz nach deinem ſich ge⸗ ſtimmet, Und hatte, dein zu ſeyn, gebrennt. Dein ſey's auf ſters dieß Herz, das nur des Weiſen Würde, Nicht Stern und Ordensband gewinnt, Und welches Fürſten ſelbſt ſich ſtolz verſchließen würde, Wenn ſie nicht mehr als Fürſten ſind. ur des erſchließen An meine Leyer. Troſt in allen meinen Leiden, Geberinn der beſten Freuden, Goldne Leyer, höre du Deinem Freund gefällig zu! Jener Weg, den wir gegangen⸗ Leitet irre, wir gelangen Hierauf nimmermehr zum Glück; Drum ſo wandern wir zurück. Als wir Ruhm und Nachruhm ſuchten⸗ Wahrheit lehrten, Pfaffen fluchten; Sage ſelbſt, was nützte ſie, Dieſe Don Quixotterie? Ruhm iſt eine Seifenblaſe, Mancher Geck mit hoher Noſe Dünket ſich ein großer Mann, Denn ihn rduchert Alles an; Doch dafür bleibt ungeſchätzet Maonch Verdienſt, tyranniſch ſetzet Die parteyliche Kritik Ihm die Ferſ in das Genick. — 1 6 Zwar die weiſe Nachwelt ſichtet Recenſenten⸗Lob, und richtet Billiger, doch in das Grab 3 Tönt ihr Ausſpruch nicht hinab. Wahrheit lehren iſt gefährlich; Meine man es noch ſo ehrlich, Kreuz' und Schierlingsbecher ſind Alles, was man hier gewinnt. Ja, der Weg, den wir gegangen, Leitet irre, wir gelangen Hierauf nimmermehr zum Glück; Drum ſo wandern wir zurück. In den erſten Jugendzeiten Seufzt' um deine goldnen Saiten Ganze Sommertage lang Nur ein zärtlicher Geſang. Dieſen, Leyer, töne wieder; O vielleicht, daß auf die Lieder, Welche Liebe dich gelehrt, 6 Meine ſtolze Lina hört; Sanft gerührt dir Beyfall nicket, 1 Mir die Hand theilnehmend drücket Und mit Engelsgute ſpricht: 6 Armer Jüngling, weine nicht! ——— — S — — — — = — — An Sophien, die ihren Muff verbrannte. Dein Muff, Sophie, iſt nicht mehr in der Mode, Darum verdammſt du ihn zum Feuertode. Ich kann ihn nicht bedauern; aus der Welt Muß man Sophie, ſobald man dir mißfällt. Die beſte Predigt. Zum Glück fürs Auditorium Blieb Balthaſar, der Mönch, jüngſt auf der Kan⸗ zel ſtumm. Das war doch noch ein Ehrenmann: D Pochlin! ſpiegle dich daran. Pedichte 11 Th. Du ſtreuſt in Bände voller Schmiererey Vernünftiger Gedanken zwey bis drey, Unredlicher, und glaubſt ſodann, Daß wir es gelten laſſen müſſen. Das heißt, du willſt den Ocean Mit einem Quentchen Zucker ſüßen. Zuar ſtiehlſt und raubſt du nicht: doch biſt du voller Tücke, Voll Geitz und Eigennutz; bey fremdem Glück ſieht Neid, Bey fremdem Unglück Schadenfreud' Aus deinem Hundsgeſicht, aus deinem ſchelen Blicke. Und doch darfſt du zu fragen dich erkühnen: Bin ich nicht ehrlich? Nein, Halbſchurke! nein! Den Galgen nicht verdienen Heißt noch nicht ehrlich ſeyn. 7c) rey doch biſt du e, nGlück ſiht chelen Blicke⸗ uhnen: ke! nein! —— Die zweyte Magdalena. Di⸗ Büßrinn*) Chloe hat vertauſchet mit Amors Freuden die Clauſur. Sie iſt die zwote Magdalena, doch in verkehrter Ordnung nur. *) Es beſtand in Wien ein Ronnenorden dieſes Nah⸗ mens. In ein Exemplar einer Ueberſetzung von Dpids Kunſt zu lieben. Ninm hin Ovidens Lehrbuch; er ſchrieb für dich und mich. Mich lehr' er zu gefallen, zu lieben lehr er dich. * — —— — — An Schroder als Lear. So unbarmherzig als mit dir das Glück, Verfährſt auch du mit uns; nicht Einen Augenblick, Nicht Einen zur Erhohlung uns zu gönnen! Verbirg nur das Geſicht, das wir doch klatſchen können! Auf Werthers Grab, in einem Engliſchen Garten geſetzt. D laßt es Werthers Grab', ihr weichgeſchaffnen Seelen! An kleinen Blumen nie, und nie an Thränen feh⸗ len. Du aber, kalter Chriſt! vergönn' ihm dieſe Ruh! Gott(beug das Knie, und ſchweig!) Gott richtet nicht wie du. e nt. „ genblick, n klatſchen Ps ſeiner ſechzig Jahr' und ſeiner dünnen Wa⸗ den Nimmt ſich Cleant,(er wähnt zu ſeinem Zeitver⸗ treib ,) Ein achtzehnjähriges, nur allzu hübſches Weib; Das heißt der lahme Narr gibt Ball für die Ge⸗ raden⸗ An den Leſer. ſchaffnen en feh⸗ 6„½ Gott hätte Sodoma verſchont bloß wegen zehn e Ruh! Gerechter. t richtet zehn gute PVerſe wegen ſchon' ein ganzes Buch voll ſchlechter. An Cleant. S. Dummheit nur macht fromm, behaupteſt du, Cleant! Du biſt der frömmſte Mann im Land. Auf einen alten Freyer. Du, der, ſo ſiech ſein Leib auch iſt, ſo grau Sein Kopf auch iſt, zum dritten Mahle freyte, Wiß: Clotho war die erſt', und Lacheſis die zweyte, Und Atropos iſt deine drirte Frau. — — — Auf einen Heuchler. Der Heuchler. eſtd Ni⸗ weiß meine linke Hand das, was meine Rechte dl, 4 3 gibt. Antwort. Ja, das glaub' ich, weil, du Heuchler! deine Nech⸗ te gar nichts gibt. 1 W rau rehte Wenn du, auf Dichterruhm erpicht, Bald Oden brüllſt, bald Schäferlieder blöckeſt⸗ Und jeden Almanach befleckeſt, So ſeh' ich Reime, Perſe nicht. Doch magſt du dich darüber tröſten, Du wirſt nicht ohne Leſer ſeyn. So mancher Wirth ſchenkt Aepfelmoſt für Wein, Und dennoch fehlts ihw nicht an Gäſten. zweyte ————————— Weiberzuſagen. Aus dem Catull. 71. Mein, ſaget Lina, mein ſoll ſtets ihr Herzchen bleiben; Mein, wenn auch Zeus darauf ſelbſt einen Haupt⸗ ſturm wagt; Sie ſagts; doch was ein Weib dem giergen Buh⸗ len ſagt, Das muß man in den Wind und ſchnelle Waſſer ſchreiben. Aen* N W ſch Wunder, wenn von Millionen 3 Wovon, die Todte zu beehren, Dein Leichen-Carmen überfließt, Das Carmen ſelber wäſſ'rig iſt. ähren, Grabſchrift. Br hier begraben liegt, war redlich und getreu, oerzchen War tapfer ohne Barbarey; Er ließ, wie Scipis, von Lüſten nie verführet, Haupt⸗ Was er erobert, unberühret. Er hatte hohen Muth und Stärke, doch es litt Buh⸗ Kein Schwächerer darunter, denn er ſtritt Für eigne nur und für der Seinen Habe; Vaſer Erobrer, ſchämet euch! ein Hund liegt hier im Grabe.* Rur ſechs Sacramente. Wes? ſieben Sacramente zählen Die Herren Theologen? Ey! Für Leute, welche niemahls fehlen, Heißt das doch ſchändlich ſich verzählen! Sind Buß' und Eh' nicht einerley? ren, — — = — Anden Fuscus. Aus dem Martial J. 36. Jn noch ein Platz in deinem Herzen leer, Ich weiß es wohl, du haſt der Freunde mehr, So gönn' ihn mir; doch falls ein junger Freund Kaum liebenswerth, kaum wünſchenswerth dir ſcheint, So denke nur, daß alter Freunde Schaar Auch ein Mahl jung in deiner Freundſchaft war Und wähle ſtets zum jungen einen Mann, Der mit der Zeit ein alter werden kann. Ein neuer Reihentanz. Ein neuer Reihentanz! man reicht Zuerſt die Hände ſich, dann dreht man ſich den Rücken*); Ihr, welche Hymens Feſſeln drücken, Sagt, ob nicht dieſer Tanz dem Eheſtande gleicht. *) Fuire dos 4 dos mit dem Franzöſiſchen Kunſtworte. hr reund wor den leicht. Porig. Aus dem Martial J. 43. 3 Ats Porcien Bericht vom Tod des Gatten kam, Und man, Trotz allem Flehn, ihr jede Waffe nahm; Da rief ſie: keine Macht kann uns den Tod verweh⸗ ren; Dieß, dächt' ich, konnt' euch wohl mein edler Va⸗ ter lehren. Sie riefs und trank in Haſt von dem beraubten Herd Geglühte Kohlen: geht! verſagt ihr nun das Schwert! An den Cecilian. Aus dem Martial J. 74. Kein Menſch, ſo leicht es war, berührte deine Frau; Doch ſeit, Gott weiß warum, ſeit du mit Sul⸗ tansſtrenge Sie eingekerkert hältſt, gibts ſüßer Herrn die Menge um ſie, auf, neben ihr; in Wahrheit, du biſt ſchlau. — An Sextus Aus dem Martial II. 3. Du Serxtus, biſt ein ſchuldenfreyer Mann, Denn ſchuldig iſt nur der, der zahlen kann. In die Degenklinge eines Pfficiers zu graben. Fur Ehr' und Vaterland und nur zum Schutz allein! Nie zeucht ſie Leichtſinn aus; nie ſteckt ſie Feig⸗ heit ein. An das blinde Fraͤulein Peradies, eine vortreffliche Tonkuͤnſtlerinn. J5 deiner Stunden fließe, wie der Ton von dei⸗ nen Saiten, Sanft und rein und ohne Tadel; Freundſchaft müſſe ſie begleiten. Es verſtimme nie dir eine der Gedanke, du ſeyſt blind; Da der Menſchheit beſte Götter, Lieb und Glück, es gleichfalls ſind. aben. Kinder und Rarren reden die Wahrheit. Aus dem Dwen. Schut Feig⸗ 6 Wenn nur Kinder oder Narren wahr zu reden ſich nicht ſcheun; So muß ja die Wahrheit reden kindiſch oder när⸗ riſch ſeyn. Die Gerechtigkeit des Gluͤckes. Aus dem Owen. Gerechter iſt das Glück, als mancher Klügling denket, Weil es dem Reichen Furcht, dem Armen Hoffnung ſchenket. Wie ein Maͤdchen ſeyn ſoll. Ein Mädchen wünſch' ich, ſchön an Geiſt und an Geſicht, Die kaufrecht ſey, doch zu verkaufen nicht. — — — An Frau von Arnſtein, geborne Itzig. Wohtchatg, reitzend, klug, und ohne jene Män⸗ lügling gel/ Die ſonſt als Gegengift der Schönheit Abbruch thun! Iſt Fanny, ruft der Neid, wohlan, ſie kränkle nun! Damit die Welt doch ſeh', ſie ſey nicht ganz ein Engel. 1 ffnung ———=— — —— — Mittel wider die Democraten-Wuth. Aus dem Franzoͤſiſchen des Grafen von D*** Wont ihr vereinigen die ſtreitenden Parteyn, Soll wieder die Vernunft im Kopf der Demo⸗ craten, Und in Paris der Witz mit ſeinen Tändeleyn, Die Grazien, der Scherz zu Hauſe ſeyn. So waffnet euern Arm ja nicht, Ariſtocraten! Kein Wort von Krieg! denn ihr bedürft allein Zwey ſchöner Augen, ſchickt die*** hinein: Sie, deren Reitzungen ſelbſt Tieger zähmen könn⸗ ten, Laßt Ludewigs und der Regenten Vertreterinn in Frankreichs Hauptſtadt ſeyn. Ihr werdet dort gewiß nicht mehr Rebellen finden, Als allenfalls— in dem Spital der Blinden. — 6— —— — nden, 1 29— Remede contre la rage democrate. Pour réunir tous les partis, 4A la raison mettre les democrates, Et faire revivre à Paris Les jeux, les Graces, et les ris, Ne faut armer les bras aristocrates. Point de combat! c'est mon avis. Pour ce haut fait deux beaux yeux sont requis. Envoyez y la***, et la perle des belles Plaide pour Louis seize et tous les Souverains; Et si la France après conserve des rebelles, Il faudra les chercher parmi les quinze vingts. Gedichte. II. Th. An die Graͤfinn v. H—, die mir als Braut ein Gillet ſtickte. D ſchönſte Hand, die bäld den beſten Mann be⸗ glücket, Hat ein Gillet mir blau und grün geſticket, Das iſt beſiegtes Vorurtheil*). Doch daß die Stickerinn nun zeigen wird, es können Noch in der Eh' der Liebe Flammen brennen, Iſt auch beſiegtes Vorurtheil. *) Man erinnert ſich, daß nichts laͤcherlicher ſchien, als dieſe beyden Farben zuſammen tragen. Die allver⸗ F mögende Mode änderte dieſe Meinung, daher der Rahme: Breſuge vuincu. 1—————— . — — d7) In I De De In Au — lann be⸗ t, ird, e nen/ chien, al ie ale⸗ dahet der ———— An die Gräfinn v. A. Bey ueberſendung des Bliomberis. Du urtheilſt nachſichtsvoll, daß etwas Dichter⸗ feuer Im Doolin brennt; o wie entzückt mich dieß! Ich ſende dir nun auch die Abenteuer Des zärtlichen Bliomberis. Doch zürne mir nicht dieſer Freyheit wegen, O ſchöne Gräfinn, zürne nicht! In Griechenland war's Sitte, ſein Gedicht Auf den Altar der Grazien zu legen.„ Der uͤberſchickte Kuß. 36 danke dir nicht für den Kuß, den du, o Nina, mir geſchicket; Die Frucht verliert den Wohlgeſchmack, wenn man ſie nicht vom Baume pflücket. —— — — — — — An eine Freundinn. Bey Ueberſendung eines Hutes. Die Freundſchaft würbe gern durch dieſen Hut dich an; Doch dienſt du unter den Panieren Des Marſchalls Amor ſchon, und hier, wie je⸗ dermann Aus der Erfahrung weiß, iſt's ſchwer zu deſer⸗ tiren. Cupido's Fackel und Bindr. Man ſteht an jenem, was man liebt, Die kleihſten Tugenden geſchwinde, Die größten Fehler ſchwer; drum gibt Das Alterthum Cytherens Kinde Mit Recht die Fockel und die Binde⸗ ——————— V En Veih O nin Da Und Uns Verſe zu einem patriotiſchen Beytrage*). Ein kteines Taſchengold, beſtimmt zu unſerm Putz, Weihn wir, geliebter Fürſt, zu deiner Staaten Schutz. O nimm es gütig an; wir werden nichts verlieren, Da Liebe zu dem Paterland Und Unterthanentreu weit mehr, als Modetand⸗ Uns in Thereſiens und deinem Auge zieren⸗ *) Einige unverehelichte Damen unſerer Stadt legter von ihrem Taſchengelde einen patriptiſchen Beytrag zuſammen. Er wurde dem Monarchen in einem vei⸗ chen Beutel dargebracht, Der Beutel ſelbſt la⸗ in einem geſchmackpollen Korbe von Fadengold der kunſt⸗ lichen Arbeit der Fürſtinn Gress. Unten im Korbe waren dieſe Verſe auf Pergament geſchrieben. Grabſchrift eines Schooß hundes. Verweile, Wanderer! Der holde Souvenir, Das Bild der Treue, ruhet hier. Zu frühe riſſen ihm den kleinen Lebensfaden Die Parzen ab, und Perlenthränen baden Das Auge ſeiner ſchönen Frau, Und netzten ihr Geſicht, wie milder Abendthau . Die Lilien und Roſen netzet. 1 Ihr alle, die ihr Treue ſchätzet, Beklagt den Liebling, klagt mit ihr; Dech klaget nicht zu ſehr; der gute Souvenir Genoß im Leben ſüße Freuden Und ſtarb; ein Tod, den wir ihm alle neiden! Geliebet und beweint von ihr. enir, aden enbthau uwenit neiden! In das Stammbuch eines Metaphyſikers. Bau ja nicht allzu viel auf Speculationen, Womit Metaphyſik die Jünger ausſtaffiert: In Praxi werden ſie der Müh' nicht immer lohnen, Der. Menſch wird mehr durch's Herz, als durch den Kopf regiert. Gluͤckwunſcch. 9 wünſche gar zu gern, denn Wünſche ſind wie Küſſe, Sie ſättigen zwar nicht, doch ſchmecken ſie oft ſüße. Drum, Freundinn, wünſch' ich dir Geſundheit, Ueberfluß, Ruh', Ehren, Heiterkeit; und gibt es ja Verdruß, So dien' er nur allein zur Folie dem Glücke; Er heb' es deſto mehr. Den Weg des Lebens ſchmücke Dir jenes Götterpaar, das uns ſo glücklich macht. Die Freundſchaft jeden Tag, die Liebe jede Nacht. In das Stammbuch des Herrn Schwarz, eines Däniſchen Schauſpielers. Beglücktes Dänen⸗Volk, das groß und edel denkt, Den Neger⸗Handel haßt, die Preſſe nicht beſchränkt, Der Freyheit und dem Thron gleich hold zu ſeyn verſtehet, Und durch Geſchmack und Kunſt des Lebens Reitz erhöhet, Es ſage dir dein Schwarz, daß wir dich ſtets geehrt. Er ſelbſt hat dieß Gefühl beſtärket und vermehrt. Bey Ueberſendung meines Schattenriſſes. D du mein einzig Glück auf Erden! Empfange hier mein Schattenbild; Doch wenn ein andrer je dein ſchönes Herz erfüllt, Dann laſſ' ein guter Gott mich ſelbſt zum Schat⸗ ten werden. den kt, ränkt, ſeyn Reitz geehrt. ehrt. e3. füllt/ Schat⸗ Bey Ueberſendung meines in Kupfer geſtochenen Portraͤtes. Pn F Hier iſt, was du gewünſcht zu haben, Hier iſt mein Bild, war auch der Wunſch nur Scherz: Beglücket, weſſen Bild tief in dein ſchönes Herz Ein größrer Künſtler eingegraben. Das Wiedervergeltungsrecht. Die eignen Kinder hat im Junggeſellenſtand Der Wüſtling Stax nicht anerkannt. Als Ehmann muß er nun, was wir ihm alle gönnen, Gar fremde Kinder anerkennen. Was iſt die Liebe? Ein eigenſinnig Kind, mit Gold nicht zu er⸗ kaufen: Es läuft den Armen nach, und läßt die Reichen laufen. Die Vergötterung des Hereules*). Stoff. Hetutes kehrt von dem Siege über den König Euryt zurück, und bringt unter den Gefangenen deſſen Tochter Jole mit ſich. Dejanira, des Her⸗ *) Der Freyherr v. Swieten, det ſelbſt als großer Ton⸗ künſtler glänzen wuͤrde, wenn nicht ſeine edlen Be⸗ mühungen fur Staat und Aufklärung jedes kleinere Verdienſt verdunkelt und unmerkbar gemacht hät⸗ ten, der Freyherr v. Swieten wuͤnſchte dem vor⸗ * trefflichen Hayden etwas vorzulegen, das er im Geiſte und in der Manier Sändels ſetzen ſoll⸗ te. Dieſes iſt die Veranlaſſung der gegenwaͤrtigen Cantate, wobey dem Dichter die Anzahl und ſelbft die Hrdnung der Arien, Dyette und Chöre vorge⸗ ſchrieben wurde⸗ — 142— cules Gemahlinn, welcher der Ruf die Untreue ihres Gemahls erzählt hatte, verbirgt ſich unter den Trachiniſchen Jungfrauen und überzeugt ſich ſelbſt von ihrem Unglücke. Hereules opfert ſeinem Vater, und zündet nach vollendetem Opfer den Scheiterhaufen an, ſeine in der Schlacht getödte⸗ ten Freunde zu verbrennen. Dejanira tritt ver⸗ ſchleyert hervor und übergibt ihm ein andetes Kleid, weil es ſich nicht geziemt, den Göttern in einem Gewande zu opfern, das er in der Schlacht trug. Dieſes neue Kleid iſt mit dem Blute des Centau⸗ ren Neſſus beſtrichen, welchen Hercules mit einem Pfeile tödtete, und der ſterbend Dejaniren glau⸗ ben machte, daß Hercules, ſo bald er es anziehen würde, ſeine Liebe von jedem andern Gegenſtande weg/ und ihr wieder zuwenden müßte. Die Wir⸗ 4 6 kung des Kleides aber iſt von der gehofften ſehr verſchieden. Reſſus hatte Dejaniren getäuſcht, ſich 5 an Hercules zu rächen. Das Kleid verurſacht dem Helden ſo heftige Schmerzen, daß er ſich auf den ntreue unter ſch ſeinen r den tödte⸗ er⸗ Fleid, einem trug⸗ al⸗ einem glau⸗ ziehen tande Vir⸗ ſehr „ſch dem den — 143— Scheiterhaufen wirft. Aber nicht lange, ſo ver⸗ ſchwindet der Scheiterhaufen, und Hercules, ſchen unter die Götter aufgenommen, erſchien in einer Wolke. —— Hereules oder Alcid. Dejanira. Jole. Philoetet. Chor der Krieger. Chor der Gefangenen. Chor der Trachiniſchen Jungfrauen⸗ Zwiſchenredner. g Au N 0—) 7— — Erſte Abtheilung Chor der Krieger. Triumihl die Feinde ſind beſiegt. Triumph! ihr ſtolzer König liegt Auf blutbeſtrömtem Feld. Hoch preiſet ihn, der in der Schlacht Mit ſeinem Schwert uns Bahn gemacht, Hoch preiſet ihn den Held! Philoectet. Reeitätiv. Mit Rechte jauchzt ihr, tapfre Krieger! Dem Götterſohn; bald naht er ſich. Doch du, Jole, tröſte dich, Micht hart noch grauſam iſt dein Sieger. Arie. Zu tief gebeugte Schöne, O trockne doch die Thräne, Die deinem Aug' entrollt: Denn alles kannſt du hoffen; Er iſt dem Mitleid offen, Er iſt der Schönheit hold. Gedichte. II. Th. S * — 1 46— 5 e. Ich hoffen? fiel mein Vater nicht? All meine Hoffnungen verrannen Mit ſeinem Blut. Was zogt ihr mich von dannen? Warum mißgönntet ihr ihm meine letzte Pflicht? Arie. Zürne nicht im Schattenreiche, Daß ich auf die theure Leiche Thränenopfer nur geſtreut, Daß ich ihr zur letzten Gabe 3 Meine Locke nur geweiht. 3 Weh mir! unſre reiche Habe Iſt ergrimmter Flammen Raub; Iſt ergrimmter Feinde Raub, Unſre Krone liegt im Staub. Chor der Gefangenen. Ja im Staub liegt unſre Krone Und dem umgeſtürzten Throne Hilft kein Retter mehr empor- Ungezähmte Flammen praſſeln, Und die Sclavenketten raſſeln, „ Fürchterlich in unſer Ohr. 3 Dejanira(Czu einer Jungftau,) Recitativ. Du ſtauneſt, daß ich mich in dieſer Bürgertracht In eure Reihen menge⸗ e dannen! Pficht? one/ „ .** sitgentach Lieb' iſt's und Eiferſucht, was mich des Hofs Gepränge Vergeſſen macht⸗ Der Ruf erzählt, daß Hercul ungetreu Und einer Sclavinn Sclave ſey. Ich komme, daß ich ſelbſt es ſehe, ſelbſt es höre, O, daß ich doch umſonſt gekommen wäre! N i Falſcher, ſo vergiſſeſt du Meiner Liebe, deiner Schwüre? Wenn ich je dein Herz verliere, So verlier' ich Glück und Ruh'. Alle meine reichen Freyer, Einen Gott*) hab' ich verſchmäht; Dich gewählet, Ungetreuer! Nun bereu' ich's, doch zu ſpät. Aber die Gerüchte lügen. Nein! er iſt nicht wandelbar. Nein! er kann nicht die betriegen, Die ihm Alles, Alles war. Armes Weib! wer mag die Tiefen Eines Männerherzens prüfen? Alle ſind ſie wandelbar. s Recitativ. Komm, lege, Philoctet, auch dieſen Lorberzweig Zu hundert andern hin! Euryſtheus mag ſich grämen, *) Den Flußgott Achelous. 5 2 — 148— Daß ich der Tugend rauhen Steig Nie, nie verließ, und du, Saturnia, dich ſchämen. So wie die Palme höher ſteigt, Wenn eine ſchwere Laſt den Gipfel niederbeugt, So ſtieg Alcid durch dich. Ha! nur zu frühem Siege, Verfolgerinn, ward ſchon an meine Wiege . Ein Schlangenpaar von deiner Wuth geſchickt. Es ſtarb, in dieſer Fauſt, ſo klein ſie war, zer⸗ drückt. Vergebens ſprang auf mich mit ſchrecklichem Ge⸗ brülle Der Löwe Nemeens; er lag dahin geſtreckt, Und ich erbeutete des Grimmen gelbe Hülle, Die noch die Schultern mir mit langen Zoten 36 deckt. Vergebens durcheilte der Hirſch mit ehernen Füßen den Hain; Ich hohlt' ihn ein. Vergebens ſchmetterte, betäubend Thal und Hügel, Der Stymphaliden Eiſenflügel. Verſteckt im Schilf, erlauſcht' ich ſie. Ihr ehrner Schnaobel ſchrie Zum letzten Mahle. Ereilet war ihr Flug von meinem ſchnellern Stahle, Aus ſchwarzer Wolke fielen ſie. Arrie. ſ Die Welt iſt leer von Ungeheuern, Und alle Nationen feyern h ſchämen. erbeugt, zu frühem ege eſchickt. war, zer⸗ lichem Ge⸗ reckt; Hülle, igen Zoten nen Füßen und Hügel ern Stehl uern Mich ihren Retter, ehrfurchtsvoll. Nichts bleibt mir übrig noch zu wagen, Den Himmel ſelbſt hab' ich getragen, Der mich, den Halbgott, tragen ſoll. Chor d — 1 4 9— er Trachinerinnen⸗ In jubelndem Ton Begrüßen die Reihen Von deinen Getreuen Dich, Laß Blumen dir ſtreuen, Jupiters Sohn! Die unſere Hand Auf Felſen dir fand. R Ich danke dir, o holdes Mädchenchor, Hercules. iv. Für deine Blumen, deine Lieder. Doch wie? Jole ſchlägt noch ſtets die Augen nie⸗ der? O hebe ſie empor. Dem helleſten Geſtirn am Pole Gleicht dieſes Augenpaar, 6 Und der beſchatteten Viole Arie. Dein ſeidnes Haar*). onMöuætog. — 1560— Fluch meinem Sieg; iſt nicht Jole Der Preis für die Gefahr! Mein Ruhm ertönt in jedem Wiederhalle; Wer iſt der Welt, was ich ihr bin? Doch leg' ich meine Lorber alle Zu deinen Füßen hin. Dejanira. Reeitatih. Weh mir! ſo iſt es wahr? So lohnt er meiner Treue Mit Wankelmuth? o Weiber, glaubet nicht, Daß je ein Mann ſein Herz euch ohne Theilung weihe. Die Treue, wähnen ſie, iſt nur des Weibes Pflicht. Hercules. Jole, ſprich! Willſt du dein Herz mir geben? Dann ſey der heutige der Knechtſchaft letzter Tag Für dein Oechalia! was Juno nicht vermag, Bewirkeſt du— du machſt Alciden beben. „ Jole. Herr, deine dargebothne Hand Verheerte feindlich unſer Land; Sie tödtet' in der Schlacht, in der das Blut der Meinen Und meines Vaters floß. O laß mich, laß mich weinen. Nut Du Den 151 Philoctet. challe; Jole, ſiehe nicht zurück, Nur vorwärts ſieh, und fühle ganz dein Glück, Durch Schönheit und durch Geiſtesgaben Den Sieger ſelbſt beſiegt zu haben. , Hercules. Kannſt du der Liebe flehen, Kannſt du mein Herz verſchmähen, t, Das Gegenliebe ſucht? Lheilung Jele⸗ Pſücht. Läßt Liebe ſich befehlen? Keimt in betrübten Seelen 2 n Cytherens ſüße Frucht? Philoctet. Kannſt du der Liebe Flehen, Kannſt du den Held verſchmähen, Der Gegenliebe ſucht? Dejanira(für ſich.) lut der Kaum kann ich mich verhehlen, miö Die zärtlichſte der Seelen Zerreißet Eiferſucht. 153— Philoctet⸗ Recitativ. Alcid, laß den verſtörten Sinnen Jolens ſich zu ſammeln Zeit. Uns aber laß das Opfer nun beginnen. Euch, welche Mars in ehrenvollem Streit Gefället, euch flammt dieſer Scheiterhaufen. Ihn zündet Hercul ſelber an. Euch neidet jeder tapfre Mann Und wollte gern mit Blut ſich dieſes Glück er⸗ kaufen. Chor der Krieger. O Jupiter, nimm die Opfer des Sohns Und ſieh von der Höh' des glänzenden Throns Herab auf den Held. O ſchenke geneigt, was der Sieger begehrt, Die Freuden der Lieb' am häuslichen Herd Und Ruhm in dem Feld. Deijanira. Reririv. Warum verweil' ich noch, ihm dieſes Kleid zu geben, Das Neſſus Blut gefärbt, als des Centauren Leben Aus ſeiner Wunde ſchon in rothen Wellen drang. Nimm, ſprach er, dieß, und niemahls bleibet lang' A 7 78 ck er⸗ ons — 153— Alcid dir ungetreu; wenn fremde Reitz' ihn rüh⸗ ren, Wird dieſes Kleid mit ſüßem Zwang Ihn wieder reuevoll an deinen Buſen führen. Doch warum beb' ich? was hält meinen Fuß zu⸗ rück? Hin, hin zu ihm! es iſt der Schritt zum Glück. (Sie überreicht ihm verſchleyert das Fleid.) Entledige dich, Herr, von deinem Stahlgeſchmeide, Noch trieft davon die Schlacht. Nimm dieſes Kleid, das wir hierher gebracht; Wir webten dir es ſelbſt aus Gold und Purpur⸗ ſeide. Philoctet. Der Scheiterhaufen harret ſchon, Entflamm', entflamm' ihn, Götterſohn! Ihr aber ſingt die Helden, die gefallen, Gefallen ſind für uns, daß froh, den Göttern gleich, Die Schatten in das dunkle Reich Perſephonens hinunter wallen. Chor der Krieger. Klagt um der Helden theures Blut, Die ihr Leben als Tribut Dem Kriegesgott gezollet. Mars, der du unerſättlich biſt, Auf ihren kalten Leichen iſt Dein Wagen hingerollet. Doch Ehre ſchwebet um ihr Grab Mit weit hin ſtrahlendem Gefieder, Laut tönen da der Muſe Lieder Bis in den Erebus hinab. Zweyte Abtheilung. Philoctet. Arie. Welch finſtrer Gram umnachtet, . O Held, dein Angeſicht? Es wendet ſich und achtet Auf unſre Frage nicht. ⸗ Doch ſtiller Schmerz Zernagt ſein Herz⸗ Dejanira. Recitativ. Es nage ſtiller Schmerz Des Helden Herz: Schon denkt er mein, der nicht mehr Ungetreue, 1 Schon wirkt das Kleid, ſchon fühlt er Reue. 1 Er wünſchet mir zu leben, PVon erſter Liebe warm. Komm, Alles iſt vergeben! Komm, Held, in meinen Arm, Die Wiederkehr iſt ſüße, Doch fliehe dieſen Ort. Dann ſtrömen unſre Küſſe Unaufgehalten fort. Hercules Wie iſt mir? Welch Gefühl, bisher Mir unbekannt? Es liegt auf mir, wie Welten ſchwer. Iſt dieſes Bangigkeit? Bin ich nicht Hercul mehr? Arie. — Jede Lebenskraft verbannet, Alle Sehnen abgeſpannet Und mein Knie dem Sinken nah'⸗ Kehl' und Odem mir geſperret, Lipp' und Gaumen ausgedörret Wie der Sand in Lybia. Philoctet. Komm zu dem Quell, der jener Felſenwand Entſprudelt, komm und lehn' auf unſern Arm die Hand. (Sie gehen ab.) Dejanira. Ich folgte gern, doch meine Schritte wanken. Die Hoffnung flieht, die mich zuvor Holdſelig angelacht. Im ſchwarzen Trauerflor „— elten ſehr? nken. 5 37— Naht ſich die Ahndung mir und fliſtert in mein Ohr. Laßt ab, laßt ab, entſetzliche Gedanken! Chor der Gefangenen. Des Feindes Qual iſt Götterluſt, Wir ſchmecken ſie bey Hereuls Leiden. Laßt uns daran die Blicke weiden, Des Feindes Qual iſt Götterluſt⸗ Womit er unſer Land verheeret, Das ungezähmte Feuer zehret, Triumph! nun auch an ſeiner Bruſt⸗ Philoctet⸗ Rein! länger kann ich nicht des Helden Mar⸗ tern ſehn, Sein Angſtgeſchrey, ſein fürchterliches Stöhnen Nicht länger hören; fließt ihr Thränen! Die Sonne Griechenlands, bald wird ſie untergehn⸗ Dein Sohn, o Zeus, anſtatt zu des Olympus Höhn Zu ſteigen, wälzet ſich auf dem beſtaubten Boden, Und ſtirbt den ſchrecklichſten von allen Martertoden. Verfluchtes Kleid! Wer gab's dem Helden? Dejanira(ſich entſchleyernd.) Ich O Philoctet, erkenne mich. Was weißt du von dem Kleid, um aller Götter willen, Was weißt du von dem Kleide, ſprich. — 1 58— Philoctet. Verflucht ſey dieſes Kleid, das alle Martern füllen, Die in dem Tartarus Ein Feind der Götter dulden muß. Wir ſahn es roth an ſeinem Leibe glühen Und ſtrebten, ach umſonſt! es ihm herab zu ziehen. Kein Menſchenarm befreyt ihn mehr davon. Es brennet wie der Phlegeton Macht ihm das Blut in allen Adern kochen. Und zehrt das Mark in den entfleiſchten Knochen. Sein Schmerz— hörſt du das ſchreckliche Ge⸗ ſchrey?— Verändert ſich in Raſerey. Duett. Dejaniva. O wehe mir, ich bin verloren! Philoctet. Er ward zum Leiden nur geboren. Dejanira. O Zeus, erhalte deinen Sohn! Philoctet. Durch's Herz ging mir ſein Jammerton⸗ rtern hen. . Dejanira. Mich tödte mit den Donnerkeilen. Philoctet. Ich konnte nicht mehr dort verweilen. Dejanira. Mein unglückſeliger Gemahl! Philoctet⸗ Nichts lindert mehr des Helden Qual. — O Himmel haſt du keinen Retter Bey deines Hercules Gefahr? Schützt dieſen großen Mann, o Götter! Der mehr, als ihr, ein Schutzgott war. Chor der Krieger⸗ Entfliehet, entfliehet! Er raſet, er glühet! Wild ſchäumet ſein Mund⸗ O ſehet die Eichen, Die himmelan reichen, Entreißt er dem Grund. Er ſchlägt ſie zu Splittern, Die Fluren erzittern, Der Wiederhall brüllt, Wie, wenn in Gewittern Uns Jupiter ſchilt., —— — — — 1 60— Hercules(ſchon ermattet). Du ſiegſt, Saturnia, als Weib durch Weiber⸗ liſt; 3 O wohl dir, daß du nicht dem Tode dienſtbar biſt! Sonſt wollt' ich dich beym goldnen Haar ergreifen 3 Und in den Tartarus zum Rad Jrions ſchleifen. O weh mir, welch ein Feuer Durchtobet mich Nie war ein Ungeheuer So fürchterlich. 3 Weh mir, die Eingeweide Wie brennen die! Sieh, Vater, was ich leide. Mein Vater, ſieh! Ach! jeder Pulsſchlag mehret Den wilden Schmerz. Iſts noch nicht aufgezehret, Dieß feſte Herz? Recitativ. O Flammenbett, wo meine Freunde liegen, Schön loderſt du und feyerlich; Dein kühlers Feuer heile mich. Sey du nach allen Siegen Das Ziel von meinem Lauf. Hinauf! Hinauf! (Er wirft ſich auf den Scheiterhaufen.) De Ve 0 — 1 6 1— Chor der Krieger. Peiber⸗ O ſchrecklichſter der Tage! biſt! Er ſtirbt, der Held, greifen Klag' um den Retter, klage, eifen. Verwaiſ'te Welt! Hört das Geziſch der Flammen Rings um ihn her! Nun ſchlagen ſie zuſammen; Er iſt nicht mehr! Dejanira. Er iſt nicht mehr! Ich, Ungeheuer, bin Des Gatten Mörderinn, Verderblicher, als Lerna's Schlange; Doch überleb' ich ihn nicht lange. Arie. Schwerter, Freunde, Schwerter her! Hört ihr nicht? Er iſt nicht mehr. Laßt mich in die Flammen ſpringen; Laßt den Todten mich umſchlingen. Held, du geheſt nicht allein gin, In das finſtre Land der Schatten. Dejanira folgt dem Gatten, Dejanira hohlt ihn ein. Chor der Trachinerinnen⸗ Bezähme, Königinn! ufen) Bezähme deinen Schmerz; Gedichte. 11. Th. L — 162— Er reißt zu ſehr dich hin; Denn ſchuldlos iſt dein Herz. Philoctet. Seht, Freunde, ſeht! der Holzſtoß iſt ver⸗ ſchwunden Und eine goldne Wolk' erſcheint. Sie ſinkt, ſie theilet ſich. Er iſts! Hercules(aus der Wolke.) Ich habe, Freund, Durchs Feuer einen Weg zu dem Olymp gefun⸗ den. Erheitert euer Angeſicht. Entwölkt die gramumfloſſ'ne Stirne, Auch du, Gemahlinn, denn ich zürne Dir ob dem Flammenkleide nicht. Das Schickſal ſelbſt hat deine Hand geleitet Und hierdurch einen Sitz bey Göttern mir bereitet. Alkgemeiner Chor. Er ſteigt hinauf zur Sternenbahn. Ihr PVölker ſtaunt und bethet an! Die Tugend nur hob ihn empor, Er mehrt durch ſie der Götter Chor. iſt ver⸗ und, gefun itet bereitet — 103— Cantate am Buldigungstage Franzens des Zweyten. D großer Tag, im Götterglanz, Geziert mit einem Eichenkranz, Steigſt du vom Himmel nieder. Heut hebet Wien das Haupt empor, Und lächelt durch den Trauerflor Zum erſten Mahle wieder. Triumph! er zeiget ſich auf ſeiner Väter Thron, Der beſten Aeltern beſter Sohn: Ihm huldigen die Herzen alle, Und mit dem Weihrauchduft in gottgeweihter Halle Steigt feurig dieß Gebeth und tauſendſtimmig auf: »O Herr, wie einen milden Regen Treuf deiner Himmel beſten Segen Auf Franzens Haupt! Laß ſeines Lebens Lauf Weit über unſre Graͤber gehen, Und, wenn wir längſt verweſet ſind, Noch unſrer Kinder Kindeskind Mit dankerfülltem Blick den Allgeliebten ſehen!“ Wir aber bringen jetzt dem Ew'gen Opfer dar: Run er in Franzen uns den Vater wieder ſchenket, Iſt der Verluſt erſetzt, der uns ſo tief gekranker. L 2 — 1 64— Drum bringen wir dem Ew'gen Opfer dar, Und ſegnen Sie, die Franzen uns gebar. Sieh durch den Witwenſchleyer, Louiſe, deinen Sohn, Und deiner Klage Ton Verwandle ſich in Feyer. Die treuen Bürger ſtehn Um ſeines Thrones Stufen, Und alle rufen, Und alle flehn: Heil ihm auf ſeines Vaters Throne, Der beſten Aeltern beſtem Sohne! he c— Cantate bey der Wiederkunft Sr. K. Hoheit des Erzherzogs Carl im Jahre 1797. Chor. Er iſts dein Prinz, dein Held, o Wien! Er kehrt in deine Mauern wieder. Ihr Bürger alle, grüßet ihn Und ſinget frohe Dankeslieder. Ruft: Heil dem Kaiſer, der ſein Schwert In eines Bruders Hand gegeben! Es hat den ſtolzen Feind gelehrt Zurücke weichen und erbeben. Ruft: Heil Thereſen! Himmelan Hat ſich ihr heiß Gebeth geſchwungen, Hat Rettung ihrem Unterthan Und unſerm Heere Sieg errungen. Ruft: Heil dem Helden, der ſo jung Eugens und Loudons Bahn beſchritten, Sich ewige Bewunderung, Uns Sicherheit und Ruh' erſtritten. Ruft: Heil Chriſtinen! Lange ſchon Wünſcht ſie ihn her zum Iſter⸗Strande. Sie liebet ihn als einen Sohn Und ſchenkt ihn doch dem Vaterlande. Ein Mann. Recitativ. Wie ſchreckenvoll, Wie dräuend und wie nah' erſcholl Der Waffen eiſernes Geklirre! Wie in ein blühend Land mit ſchrecklichem Ge⸗ ſchwirre Heuſchrecken ziehn; ſo zog der Feind einher. Ha! als ſein Feldgeſchrey die bange Luft erfüllte, Als donnernd ſein Geſchütz ſchon an den Gränzen brülte, Ward ſelbſt der Tapfern Herz von banger Ahndung ſchwer. Nur Car! belebt mit ſeinem Muth das Heer, Werth ſeines großen Ohms, werth ſeiner großen Ahnen. Und ſieh! ſchon wehn die dreygefärbten Fahnen In Hermanns Vaterland nicht mehr. Arie. Er ſchlug die Schlacht, die uns errettet, Er hat die Deutſchen los gekettet Vom Joche fremder Tyranney. Triumph! ſie fliehn, die ſtolzen Franken. O laßt uns laut dem Helden danken! Durch ihn iſt Deutſchland wieder frey. U — Ge⸗ t. erfüllte, Gränzen Ahndung Hrer, großen ahnen — 167— Ein Frauenzimmer. Recitat, iv. Sie fliehen? Steht! und du, o neuer Bren⸗ nus*), bleibe und wende ſchnell dein Heer und zeuch in unſer Land, Daß, wie ihr jüngſt geprahlt, nun eure Sieger⸗ hand In unſrer Kaiſerſtadt den Frieden unterſchreibe! Umſonſt! Sie fliehen, und der Rhein Rauſcht zwiſchen ihnen ſchon und ihrem Ueberwin⸗ der⸗ Doch was tönt ihnen nach? Welch klägliches Ge⸗ wein Unglücklicher! Da ächzen bange Kinder, Dort heulet eine Mutter laut, Ihr todter Säugling liegt in der verbrannten Hütte. Hier klagt ein nackter Greis in nackter Enkel Mirte. Dort ſeufzt ihr Elend eine Braut⸗ So bin ich, ruft ſie, eh' verwitwet, als getraut! Das iſt, o armes Volk, was mancher nicht gedachte, Die Freyheit, die das Heer des ſchlauen Feinds dir brachte. Doch tröſte dich; es kehret itzt Nicht mehr zurück, es iſt der Niederlagen müde. *) Ein Galliſcher Heerführer, der 363 Jahre, nach Er⸗ bauung der Stadt, Rom erobert, ſeine Habſucht und ſeinen Stolz auf eine empörende Art gezeigt, aher bald durch eine große Riederlage gebußet hat. 168„ Indeſſen dich mit mächtiger Aegide 9 Carls Tapferkeit und Franzens Weisheit ſch Arie. O pflanzet wieder Lauben, Kein Herz ſey ſorgenſchwer! Ihr keltert eure Trauben Nicht für die Raubſucht mehr. Von allen Bergen ſchalle Das Lied der Winzerinn, Es tön' im Thal und halle Am Rhein⸗Geſtade hin. itzt Der Mann. Recitativ. Triumph! Ein neuer Sieg! Mit friſchen Lor⸗ bern krönen Sich unſre Krieger. Ha! hört ihr das Poſthorn tönen? Die Thore Kehls ſind aufgethan. Denn mächtig ſtieß das Schwert des großen Carl daran. Duett Beyde. Laßt uns Gott und Franzen preiſen, Die den Helden hingeſandt *) Der Schild der Pallas, der Göttinn der Weisheit und Tapferkeit. ei ſhitt 6 ſchen Lor⸗ Poſthom en Carl iſen, Und in dieſer Zeit von Eiſen Jedes Unheil abgewandt. S ie. Laßt uns nimmermehr verzagen. Wenn uns auch ein Uebel dräut. Er r. Laßt uns alles gerne wagen, Denn gerecht iſt unſer Streit⸗ Beyde. Der im hohen Himmel thronet, Allgerecht und weiſe, lohnet Immer der Gerechtigkeit. Allgemeines Chor. Laßt uns Ihn und Franzen preiſen, Die den Helden ausgeſandt Und in dieſer Zeit von Eiſen Jedes Unheil abgewandt. 3 1. — — S — — — 8 „ — S — 8S — — 8 6 — An Leopold den Zweyten. 17 9 0. 1 Wiukommen, tauſend Mahl willkommen, edlet Sohn Thereſiens in dieſen Mauern, Die jetzt noch um den Tod der großen Fürſtinn 5 trauern. Du ſteigſt auf deiner Ahnen Thron, Wie ſie einſt ſtieg in kummervollen Zeiten. Und ſo, wie ſie durch unſrer Väter Treu', Wirſt du, o Fürſt, durch unſre Treu' Den Feinden Untergang, den Deinen Ruhm be⸗ reiten. Zwar hat der Krieg ſo manches Grab gefüllt, Und Rieſenſchultern ſelbſt empfinden ſeine Schwere; Doch wenn's das Wohl des Staats, die Ehre Der Nation und deine Rechte gilt, So ſprich! wir ſind bereit für dieſe Gut und Leben, Selbſt unſrer Söhne Blut mit Freuden hinzugeben. Doch viel erwartet auch dafür Dein treues Volk und darf mit Rechte viel er⸗ warten, Denn es erwartet's ja von dir, Von dir, der manche Blum' im Garten ⸗ — 17 4— Der Wiſſenſchaften ſchon als Jüngling abgepflückt Und ſeinen Geiſt damit zum Wunder ausgeſchmückt. Hetrurien genießt längſt ihre holden Düfte; Nun ſtreun ſie auch in unſre Lüfte Viel Wohlgeruchs; doch die am meiſten ſtreut, Iſt auch die ſchönſte Blum' und heißt Gerechtig⸗ keit. Du lernteſt ihren Werth von einem unſrer Wei⸗ ſen*), Den Vaterland und Ausland preiſen, Der, nach Verdienſt belohnet und geehrt, Sie übet, die er einſt gelehrt. Auch du übſt ſie, o Fürſt, zu deiner Völker Segen. Schon ſeh' ich dich, durch ſie geleitet, Recht und Pflicht Des Herrn und Unterthans in gleichern Schalen wägen. Ich ſeh' dich überall, auch bey dem Blutgericht, Die Menſchheit noch im Miſſethäter ehren, Das Eigenthum beſchützen und der Wuth Des gierigſten Vampyrs, des Wuchers, der das Blut Des armen Städters ſaugt, ſelbſt mit dem Schwerte wehren. und haſt du ihm gewehrt,(vertilgen kannſt du ihn Mit aller Weisheit nicht,) ſo wird in deinem Etbe Der Fleiß noch mehr gedeihn, die nützlichen Ge⸗ werbe Sich mehren und der Handel blühn. *) Dem Freyherrn von Martint. bgepflückt ſchmückt. te; ſtreut, Herechtig⸗ rer Weie rSegen. Recht und Schalen tgericht, n, h 7 der das Schperte nſt du ihn nem Etbe ichen Ge⸗ 175— Dem Hondel geht der Ueberfluß zur Seite, Und beyden folgt die weiſe Pracht, Die Fürſten groß und Völker glücklich macht, Du winkeſt ihr, daß ſie dich oft begleite Und über deinen Thron den Strahlenmantel breite. Mehr aber, edler Fürſt, weit mehr als alle Pracht, Wird ihn das Chor der Wiſſenſchaften ſchmücken. Zwar zählen ſie in deinem Auſtria Der Lieblinge genug, doch ſtehn ſie traurig da, Und wagen nicht zum Thron empor zu blicken. Du wirſt zu edlem Selbſtvertraun Sie bald berechtigen, zu deines Thrones Stufen Die zitternden, die ſcheu gemachten rufen Und einen weiten Tempel baun, Worin ſie ſchweſterlich mit allen Künſten wohnen, Die Blüthe deines Volks der Weisheit frühe weihn, Glanz auf die Nation, Licht durch Europa ſtreun Und mit Unſterblichkeit dem großen Stifter lohnen. An Leopold den Zweyten. Im Nähmen der hieſigen Herrn Niederlagsverwandten und Großhändler. Ats du die herrlichſte der Kronen, Die druͤckendes Gewicht mit hohem Glanz vereint Und ſeit Jahrhunderten dazu beſtimmet ſcheint, Den Tugenden von Habsburgs Stamm zu loh⸗ nen, Aus hoch geweihten Händen nahmſt Und wieder in dein Wien von Frankfurts Mauern kamſt; Da ſtanden wir am Ehrenbogen, Den wir dem Kommenden voll Ehrfurcht aufge⸗ baut, Und als wir dich von ferne ſchon erſchaut, Da jauchzten wir und unſre Herzen flogen Dem Allgeliebten zu, den, wo er ſich nur wies, Germanien aus Einem Munde pries; Der ſelb tden Eifergeiſt entwaffnet' und entwöhnte, Gemütl! wieder ganz an Oeſterreich gewöhnte. Er iſts, der Heil auf uns und unſre Kinder bringt, So riefen wir; o ſeht! ſtatt blut'ger Lorber ſchwingt Der Friedensfürſt den Hehlzweig in der Rech⸗ ten. 3—) 8 c— idten und vereint heint, zu loh⸗ Mauern t aufge⸗ . rwies, wöhnte, hnte. Kinder Lorber Und weihet ihn dem Vaterlande, Dieß nimmt ihn dankbar an und wird mit froher Hand Ihm dieſen Zweig zum ew'gen Kranze flechten. Gepflegt vom Frieden, wird des Inlands Handel blühn. Er vormahls unbekannt, dann eine junge Pflanze, Gewann erſt unterm Sonnenglanze Thereſiens das erſte zarte Grün. Von Joſephs milder Hand begoſſen, Wuchs er zum Bäumchen auf und trieb allmählich Sproſſen. Mit edlem Neide ſah Thereſens ältſter Sohn Den Handel in dem reichen Lande Der Bataver und an der Themſe Strande Hochäſtig, früchtevoll ſeit langen Jahren ſchon. Er ſah's, doch da er nicht vergeſſen, Das alles nach und nach in der Natur gedeiht, Dacht' er beruhigt ſo:»Sey immer klein indeſſen! »Einſt kannſt du dich doch auch mit jenen Bäumen meſſen, »Ich fordere von dir nicht Früchte vor der Zeit, »Und ſtets begieß' ich dich mit wacher Sorgſam⸗ keit⸗ Die Früchte kamen nach, ſtets häufiger und ſüßer Von Jahr zu Jahr, und lohnten dem Begießer. Auch ferner noch den jetzt ſchon größern Baum Zu pflegen, ihn mit Gnade zu bethauen, Ihn ausgedehnt durch weiter Lüfte Raum, Ihn immer herrlicher zu ſchauen Gedichte 11. Th. M —— 178 Und jeden Aſt, beſchwert mit Früchten aller Art, Die Wonne, dieſer reiche Segen Iſt dix, ſo wahr als du hierin auf Joſephs We gen Fortwandeln wirſt, iſt dir, Geliebter, aufbewahrt AUer Art ephs We fbewahrt — 179— Auf Leopold des Zweyten Tod. Schon wieder ſehen wir, entſetzliches Geſicht! O Todesengel, dich zur Burg hernieder ſchweben. Dein flänimend Auge blickt Gericht. Auch wider ihn willſt du den Arm erheben? Er ſchonte ſeiner Bürger Leben, Du aber ſchoneteſt ſein theures Leben nicht. Sieh, Schrecklicher, mit keinen Lorberkränzen, Mit frommem ODehlzweig iſt des Edlen Stirn um⸗ laubt ½ Nicht durch Erweiterung der Gränzen, Durch ſeiner Treuen Herz hat er ſich reich geglaubt; Er, der die Zierde jedes Standes Geweſen wäre, gut aus Neigung und aus Wahl, Ein treuer Freund, ein zärtlicher Gemaähl, Der beſte Vater ſeines Landes Und ſeiner Kinder! Sieh, o ſieh! Hier jammern tief gebeugt des Kaiſerhauſes Sproſſen; Sie beugen Gott voll Seelenangſt das Knie. Sein Erſtgeborner fleht:»Erbarmer, nicht ſo früh! Er hät die Bitterkeit der Herrſchaft nur genoſſen.“ Die Kaiſerinn, getreu dem ſchönen Seelenbund, Haſcht noch den letzten Hauch von des Geliebten Mund. Und ſucht dann Troſt, wo ſie in trüben Stunden Ihn ſtets zu ſuchen pflegt und ihn ſo oft gefunden, M 2 —— — S— — — —— — 180— An Gottes heiligem Altar. Die Nahern, denn das Polk mißkennet die Gefahr, Die Nähern weinen laut in ihrer Fürſtinn Klage Und bethen wehmuthsvoll; Verlängre ſeine Tage Mit unſern eigenen! Umſonſt, Weh, Oeſter⸗ reich, Weh dir! der Tritt des Engels ſchallet; Er naht, er thut den fürchterlichen Streich, Der durch Europa wiederhallet. Mein Vaterland, bedeckt mit Trauerflor, O hebe deinen Blick, voll von gerechten Zähren, Ach! zu gerecht, um ihnen bald zu wehren, O, hebe deinen Blick empor! Ein Jüngling, doch ein Jüngling nur an Jahren, An Geiſt, Erfahrungen und hohem Muth ein Mann, Franz beut ſich dir zum Retter an, Er, der ſchon früh den Weg der Kriegsgefahren, Schon früh das Labyrinth der Politik durchrannt, Wird dein zerſtörtes Glück mit klug geübter Hand Nach ſeines Vaters Plan bald wieder neu erbauen. Europa wird den Bau des Deutſchen Salomo, QAuch Salomo war jung,) halb neidiſch und halb froh, Wir aber mit Entzücken ſchauen. Selbſt ſeine Richterinn, die weiſe Nachwelt, frey Von böſer Tadelſucht und niedrer Schmeicheley, Wird rufen: Seht in dieſem großen Werke Die Güte Leopolds, vereint mit Joſephs Stärke! ————— nFlage e eine h, Heſter⸗ for, Zähren, ren, nJohren, in Mann, fahren, chrannt, ter Hand erbauen⸗ alomo, und halb , fe erke Stirte Auf den Tod der Kaiſerinn Louiſe. Zu frühe winkte dit aus Gottes Freudenſaale Dein Leopold, den du ſo ſehr geliebt. Louiſe, da du ſtarbſt, haſt du zum erſten Mahle Die Deinen und dein Volk betrübt. Erhabene, wir ſahen dich, uns Allen Ein Beyſpiel, auf dem Pfad der ſtillen Tugend wallen, Die Schimmer weder ſucht, noch braucht, Gleich der Viole, die im Schatten Beſcheiden ihren Duft verhaucht. Gott, deine Kinder, deinen Gatten Und wahre Menſchenlieb' im Herzen, lebteſt du. Was von dem Staate dir an Zinſen zugefloſſen, (Denn er hat viel von dir, du nichts von ihm genoſſen ,) Das floß durch dich dem Armuth wieder zu: So wie ein Brunnen gern ſein Naß dem Garten ſchenket und mild' ein durſtig Beet, ein dürres Bäumchen tränket. Die angeborne Frömmigkeit Haſt du durch Schwärmerey, durch Härte nie ent⸗ weiht. Vergeblich war der Eiferer Beginnen, Dich dem Verfolgungsgeiſt als Stütze zu gewinnen. ——— — 182— Du, deines Heilands Lehr' und deinem Herzen treu, Bothſt nicht die Hand zur Seelentyranney. Dein holdes Angeſicht, dein ſanfter Blick ver⸗ bannte Die Schüchternheit, die vor der Majeſtät Mit tief gebeugtem Haupt und ſtummem Ernſte ſteht; Die Freude ſproß empor, wohin dein Blick ſich wandte. Mit Dank belohnteſt du auch den geringſten Dienſt, Und wenn du vor dem Volk, dem treuen Volk er⸗ ſchienſt, Das unter Jauchzen oft dich ſeine Mutter nannte, Warſt du die Einzige, die deinen Werth nicht kannte. O warum biſt du uns ſo früh, ſo früh entflohn! Doch, eigennützge Klagen ſchweiget! Sie war dem Lohne reif, und die Verklärte ſteiget Zu ihrem Leopold auf jenen beſſern Thron, Den Sorge nicht beſtürmt, nicht Schmeicheley um⸗ ringet, Und wo den Herrſchern, die ihr Land Mehr als ſich ſelbſt geliebt, des Seraphs Bru⸗ derhand Die unentweihte Krone bringet. Mit der geziert, blickt ſie auf Ihn herab, Auf den geliebtern Sohn, den ſie als Erſtgebornen Dankbaren Nationen gab. Ihm, ihrem Stolz, Ihm, unſerm Auserkohrnen, Flößt ſie noch Unterricht in heil'gen Stunden ein, Und lehrt Ihn Königen ein Muſter, ſeinen Staaten n treu, ver⸗ Ernſte ick ſich Dienſt, olk er⸗ nannte, nicht tflohn! e ſteiget ley um⸗ Br⸗ . ebornen hrnen/ en ein, Stoaten — 183— Durch zwey erhabner Potentaten Vereinte Tugenden noch mehr als beyde ſeyn. Sie ſegnet, ſie erhält all ihrer Kinder Jugend Auf dem von ihnen längſt betretnen Weg der Tu⸗ gend Und zeiget auf die Königinn Voll Zuverſicht mit dieſen Worten hin: »Seht eure Mutter hier, Verwaiſte! „Sie ſorgt für euch; als dieſer Sorge Lohn WVPerſprech' ich bald der Edlen einen Sohn, »„Dem Vater gleich am Körper und am Geiſte.“ 1 Alle Maeſta di Francesco Secondo Imperadore, e di Maria Teresa Imperadrice Fer la felice nascita di Ferdinando Areiduca d' Au- stria Carme genethiaco dell' Abate Casti Poeta Cesareo. R. dalla natia celeste sede*²) L Alma gentil delle recenti membra La disposta a informar tenera massa, E per gli eterei immensi Spazi intanto Compagno e duce a Lei s' unia l' eccelso Genio immortal, che con provvida cura Veglia d' Austria al destino, e dalle ignote Invisibili cause agli occhi umani I visibili effetti, e 1 gloriosi Fasti prepara dell' Austriaco Impero. E mentre discendean di sfera in sfera Lꝰ ambrosia Egli spandea di sue parole, *) Ben vede N truito Lettore, che P idea del pre- vente Phemetto 6 tratta dal nolo Stema Pluto- nico della Presitenza della anime. —„„„1 3— a d' Au. asli le, del pre⸗ 0 Vulo- a uf die Geburt des Erzherzogs Ferdinand. Aus dem Italiäniſchen des Kaiſerlichen Dichters Herrn Abts Caſti*). Vom Himmel, ibrem Vaterlande, ſchwebte**) Zur Erde ſchon die holde Seele nieder, Beſtimmt für Franzens und Thereſens Sohn, Beſtimmt, daß ſie der neuen Glieder zartes Gewebe hier regiere; als ſie ſchwebte In jenen unermeßnen Himmelsräumen, Schloß ſich an ſie, als Führer und Begleiter, Der hohe Genius, deß weiſe Sorgfalt Für ſeines Heſtreichs Wohlfahrt wacht, und mancher Den Menſchenaugen unſichtbaren Urſach' Sichtbare Wirkungen entlockt, und glorreich Des theuren Lands Annalen füllen wird. *) Ohne Zweifel werden die Freunde der Italiäniſchen Literatur das Hriginal gern beygefuͤgt ſehen, da es außer Wien wohl nicht bekannt iſt. **) Der unterrichtete Leſer ſiehet wohl, daß die Idee des gegenwaͤrtigen Gedichtes aus dem bekannten Pls⸗ toniſchen Syſtem von der Vorexiſtenz der Seelen ge⸗ nommen iſt. —„ — — — — — —— — 186— Di ch' Flla pasce l' avido desio E sen nutre, e in vital cibo il converte. Tu, le dicea, nella terrena spoglia A racchiuderti or vai, e il tuo primiero Ingresso nel camin d' umana vita E la pubblica gioja, ed i felici Presagi alle remote età future Renderan memorabile e famoso: Tu stessa udrai fra le materne braccia, Pra i dolci amplessi, e dalla regia cuna Festosamente rimbombar d' intorno K' alto clamor del popolo esultante Per le vittoriose inclite geste Dei forti Duci, e delle invitte squadre Dell' Austria elette a sostener la gloria. Di novello vigor crescendo intanto Ognor vieppiu le pargolette membra Gli esterni oggetti per le vie de' sensi In te svilupperan le innate idee, Onde ravvolta fra i terrestri lacci Può di sue facoltà' Alma far uso. Bentosto de' Genitori Augusti Il beneſico cor, gl' incliti pregi, E di virtu magnanima e sublime Il domestico esempio ognor presente Te dai primi anni formeranno al trono, Dve ascendere un dl pur Tu dovrai, — erte. glia niero tre oria nto Ui Er ſtreut um ſich, indeſſen ſie von Sphäre Zu Sphäre wallen, ſeiner weiſen Reden Ambroſia; ſie weidet ſich daran Mit inniger Begier, und nähret ſich, F 1 6 In ſüße Lebensſpeiſe ſie verkehrend. Du eileſt, fing er an, nun in die Hülle Von Erde dich zu ſchließen, und dein Eingang Ins Menſchenleben wird durch Völkerjubel, Durch gute Vorbedeutungen berühmt Und wichtig ſeyn, auch für entfernte Zeiten. Du ſelbſt wirſt in der königlichen Wiege, Auf deiner Mutter Arm, bey ihren Küſſen Des frohen Volkes lauten Zuruf hören, Und ihr Triumphsgeſchrey, wenn es den tapfern Feldherren und den unbeſiegten Schaaren, Die Heſtreichs Ruhm bewähren, Beyfall jauchzt. Indeſſen wirkt in dir die Lebenskraft, Die kleinen Glieder werden ſich verſtärken, Und äußre Gegenſtände durch die Sinne Die angeborenen Ideen wecken, Wodurch, verſtrickt in dieſen Erdebanden, Der Seele Fähigkeiten ſich entfalten. Bald wird der hohen Aeltern edles Herz, Und ihre Trefflichkeiten und ihr Beyſpiel Erhabner Tugend, ſtets dir gegenwärtig Und eigen deinem Hauſe, dich ſchon früh, In Kinderjahren ſchon, zum Throne bilden, Den du beſteigſt, einſt, wenn Verſtand und Tugend — 188— Hoichè senno e virtu, piochè gli egregi Insegnamenti, onde farai tesoro, T' avran resa all' Impero atta e matura. Tutti allor fian rivolti a Te gli sguardi 4 spiarne del cor gł' intimi seni, E studiosamente idee costumi Nell' esterno ostentar a' tuoi conformi, E su Te modellarsi ognun vedrai; Onde da ci scorger Tu puoi, qual dei Esser non sol, ma qual mostrarti altrui. Pur fra gli applausi ed i sonori encomj Fe non risparmierà l' acuto dente Pella furtiva tacita censura, D' ogni pensier, d⸗ ogni opra e d' ogni accento Interprete maligna, a sparger Pronta Ombre e sospetti, e a mescer falso a vero. la di malvagità strali impotenti Fu non curar in tua virtu sicura. Vigile osservator d' astro novello Sulle alte torri di cristallo armato Nel seren della notte il guardo fisa Le varie fasi, la distanza e il moto 4 discoprirne, e a calcolarne intento, E l' astro siegue il corso usato, e splende Ma non però, per quanto il Ciel destini Grado a Te sulla terra alto eminente Vn però Tu spregiar dei la concorde Pubblica opinion di biasmo, e lode regi atura Sguardi mi, dei ltrui. omj accento a Vero lende tini Und kluger Unterricht, als Schatz geſammelt, Zum Herrſchen würdig dich und reif gemacht. 1 Dann kehret jeder Blick ſich hin auf dich, Das Innre deines Herzens zu erforſchen. Du wirſt nach dir ſich jeden modeln ſehn, Und ſorgſam Meinungen und Sitten zeigen, Den deinen gleich. O lern' hieraus nicht bloß Das, was du ſeyn, auch was du ſcheinen müßt. Doch unter lauter Lobserhebungen Und Klatſchen ſchont dich nicht der ſcharfe Zahn Des heimlichen, verſtohlnen Tadels; der Legt jede Handlung, jeden Laut und jeden Gedanken tückiſch aus. Verdacht und Argwohn Verſtreuet er, miſcht Falſches unter Wahres. Doch achte du, durch deine Tugend ſicher, Ohnmächt'ger Boßheit ſchwache Pfeile nicht. Aufmerkſam ſtehn auf himmelnahen Warten, Die einen neuen Stern betrachten wollen. Ihr durch ein Glas bewaffnet Auge hängt In heitrer Nacht daran; den Gang, die Ferne Und die Bewegung ſucht es zu entdecken Und zu berechnen; aber das Geſtirn Verfolget den gewöhnten Lauf, und leuchtet. Allein wie hoch der Rang auch immer ſey, Worauf der Himmel dich dort unten ſtellt; So darfſt du doch darum die öffentliche, Einmüth'ge Meinung nicht verachten. Sie Allein theilt Lob und Tadel aus; nie war Ihr bleibend Urtheil falſch, nie ungerecht. Von ihr empfängt der Ruhm die unermüdte — 1 9 0— Sola dispensatrice, il cui costante Suffragio mai nè falso fu, ne ingiusto. Da lei riceve F instancabil tromba La fama, onde immortal risuona il nome D' eccelsi ingegni, e de' piu illustri eroi; Per lei vige, per lei stabile regge Contro l' urto dei secoli la gloria; A lei deve l' onor quello, che il mondo Sacro gli rende ognor rigido culto, Idolo inesorabile, per cui Tanto sangue e sudor, tante immolarse Volonterose vittime vedral: Le famose vicende ella prepara, I grandi eventi ella matura, e compie. Nè Te mal cauta ed inesperta ancora Seduca il suon d' insidiosa lode, Che col manto di ver coperta e adorna T' offre menzogna, e dolce e compiacente Applaude al fortunato util delitto. Ma severa in sembiante, e con disdegno Lungi da te respingi il lusinghiero Di bocca adulatrice alito infetto: Ne il tuon di verità robusto e franco T' offenda mai le intolleranti orecchia. Qual piu conviensi ai vasti tuoĩ domini Savio e giusto sistema eleggi, e il posa Su salde fondamenta, e Poscia a quello to. nome eroi; ondo 4rse e. nc0rà d acente egno 0 a. domini 2— 054 ello 91 Drommete, die zur Ewigkeit die Nahmen Erhabner Helden, großer Geiſter tönt. Nur ſie erhält den Thaten ihren Glanz, Wenn auch Jahrhunderte darüber rollen. Ihr dankt die Ehre, daß ihr ſtrenger Dienſt Den Nationen allen heilig bleibt; Sie iſt der unerbittlichſte der Götzen, Dem man(du wirſt es ſehen,) Schweiß und Blut Mit Freuden weiht, und willig ſich ihm ſchlach⸗ tet. Sie führet langſam, doch mit ſichrer Hand, Merkwürdige Verändrungen herbey, Und alle großen Weltbegebenheiten Reift ſie allein, bringt ſie allein zu Stande. Rur daß dich unachtſamen NReuling nicht Der Ton des ränkevollen Lobs verführe, Das Lüge beut, die ſchlau ſich in den Mantel Der Wahrheit hüllt und ſüß und allgefällig Ein nützliches, ein glücklichs Laſter preiſt. Unwillig und mit ernſtem Angeſicht Verſcheucht du von dir den angenehmen, Doch gifterfüllten Hauch des Schmeichlermundes. Der Wahrheit rauher, freyer Ton hingegen Beleid'ge nie dein ungeduldig Ohr. Erwähl' ein weis und ein gerecht Syſtem⸗ Das ſich für deine weiten Staaten ſchickt. Dieß gründe feſt, dieß halt' unwandelbar. Rie laß dich unentſchloſſen, ſchwankend finden — —— —— g—— — 192— Invariabilmente attienti, e mai Ne vacillante ti mostrar, nè incerta. Auriga, che inesperto e timoroso Governa il fren con titubante mano, Stupir non dee, se i fervidi cavalli Fuor di sentier per bronchi e glebe e sassi Traggono il cocchio roversciato e rotto: Ma se fermo in suo seggio alterna a tempo Or la sferza or le redini or la voce Perito in arte, con equabil moto Sicura a suo voler guida alla meta La rapida volubile quadriga. Fissa a ciascun suo dritto in quella giusa Che la divina inalterabil Temi 7 Lo riparte, e l' assegna, e illeso e intatto Tu gliel mantieni: Che se folle orgoglio, Se cieca ambizion, se avida brama Il confin stabilito abbater tenta, 1 E l' ordin social turba, ed inverte, Suoni tua voce imperiosa, e dica. Questa è la meta, e oltrepassar non lice; E all' ardita intrapresa e all' inquiete Novità perigliose argine poni. Lungi ah lungi da Te la mostruosa Massima rea, che Te isolar vorrebbe — Nel moral mondo, e renderti strauiero 2 L' universal inviolabil sacro — —— —— 5— „ 7„—„ 278 —„ 3—) „)„—) 7„—) 7— E 5d561 otto: à tempo ella giusa, intatto oglio, lice; 1054 ero — 93— Der Wagenlenker, welcher ungeübt, Voll Furcht in wanker Hand die Zügel hält, Erſtaune nicht, wenn über Stock und Steine Fern von dem Weg dis feuervollen Roſſe Den Wagen ſchleppen, umgeſtürzt, zerbrochen⸗ Doch wenn er, feſt auf ſeinem Sitze, bald Die Peitſche, bald die Zügel, bald die Stimme Zu rechter Zeit, als Kunſterfahrner, braucht; So lenkt er ſicher und nach ſeinem Willen Das raſche, flüchtige Geſpann zum Ziel. Setz' alſo jedes Bürgers Rechte feſt, Wie Themis ſelbſt, die Unbeſtechliche, Sie theilt und anweiſt, und erhalte ſie Stets unverletzt. Wenn toller Uebermuth, Wenn blinde Hoffart oder Goldbegier Die Gränzen zu verrücken und die Ordnung Des Staates frevelnd umzuſtürzen ſtrebt; So ſchalle gleich gebiethriſch deine Stimme⸗ Nicht weiter, ſchalle ſie, hier iſt das Ziel! Und ſchränke ſchnell der Kühnheit Unternehmen, Die Reuerungen voll Gefahren ein⸗ Fern ſey von dir das Ungeheur der Lehre, Die dir erlaubt, in der moralſchen Welt Dich abzuſondern, und die von der heilgen⸗ Der allgemeinen, unverletzbarn Pflicht, Die jedem unauslöſchlich in das Herz Gegraben iſt, und deren Macht der höchſte So wie der niedrigſte der Menſchen gleich Unwiderſtehlich fühlt, dich, Fürſten ausnimmt⸗ Gedichte. II. Th. N 194 Pover, di cui l' irresistibil forza Dall' imo a sommo in se ciascun risente, Ed indelebilmente ha in core impresso. Come proporre altrui potria per norma Il giusto e il vero, chi dal ver dal giusto Devia coll' opra, il detto suo smentisce, E il'sentiero abbandona altrui prescritto? Ne creder mai, benchè pur troppo avvegna Sul labbro del politico sofista, O ne' rei dogmi di dottrina arcana L esecrabil precetto udirne spesso; Non creder che a tuo pro, e a danno altrui Fsister possa altra ragion, che quella Che soyra eterne ed inconcusse basi L' impero tien sugli intelletti umani Della divina Sapienza figlia; Ma maturo consiglio e sperienza L' esercizio ne regoli, e diriga. Dono del ciel non v'é piu grande e augusto Di cui laggiu non soglia abuso farsi, E l' uom sedotto, o seduttor sovente Lo stesso don del ciel guasta, e sfigura E il farmaco in velen cangia, e converte. Te dal dritto sentier non svolga mai Prediletto interresse, o di privata Utilità, che al comun ben s' opponga, Riguardo intempestivo ingiurioso, Kan Fur Si Un U —„ 78 ente, ma giusto tisce, ritto? wyegna no altrui la — 65— Kann jener Recht und Wahrheit zum Geſetz Fur Andre machen, der von Recht und Wohr⸗ heit Sich ſelbſt durch ſeine Thaten ſtets entfernt, Und ſeine Worte Lügen ſtraft, den Weg Verlaſſend, den er Andern vorgeſchrieben? Auch glaube nicht,(wiewohl es oft die Lippe Politiſcher Sophiſterey dir predigt, Und zu den Sätzen der geheimen Lehre Auch der verfluchenswerthe mitgehört,) O glaube nicht, daß je ein andrer Richter Dein Wohl und andrer Weh entſcheiden könne, Als die Vernunft, ſie, die, auf ewigen, Auf unerſchütterten Grundfeſten ruhend, Die Tochter iſt der Weisheit deines Gottes, Und über Menſchenſeelen mächtig herrſcht. Doch den Gebrauch der heiligen Vernunft Lenk' und regier Erfahrung, weiſer Rath. Wo iſt ein herrliches, wo iſt ein großes Geſchenk des Himmels, das auf Erden nicht Gemißbraucht wird? Der Menſch, bald ein Ver⸗ führer Und bald verführt, entſtellt, verderbt auch oft Das Herrlichſte, das Größte, die Vernunft, Und ſo verkehrt er Arzeney in Gift. Nie lenke dich von dem geraden Wege Vorliebe, nie der Nutzen Einzelner, Der mit dem großen Wohl des Ganzen ſtreitet. Unzeitig, ſchmachvoll wäre dieſe Rückſicht! N2 — 19 6— Ne l' instabil pensier sorprenda, e vinca Di non mai pria tentati esperimenti Importuno desir voglia inquieta, O di frivolo oggetto impegno grave. Le subalterne cure altri sostenga, E della vasta macchina alle värie Parti invigili assiduo, eguale in quelle Moto e vigor mantenga, onde del tutto Nasca bella unione, ed armonia; Ma de' Regi maestra esperien?a A distinguer t' apprenda infra la folla Di quei, che t' offriranno opera e zelo, Dall' apparente merto il merto vero, Il real dal chimerico, nè il guardo Passeggiero s' arresti in sul fallace Baglior d'esterna inorpellata scorza; Ma nell' alma e nel cor penetri addentro, E il valore ne apprezzi, e il giusto peso: Onde a pubblico pro ciascun rivolga Util talento all' uopo atto e opportuna, E Tu dall' alto del tuo soglio intanto Reggi, guida, sostien I' intera mole Primo motor, regolator supremo. L“ ordine di natura osserva, e imita. Placido sia, sia tempestoso il mare L aer sereno, o in nere nubi avvolto, Sia di fori, o di geli il suol coperto Siegu' ella imperturbabile l' impulso Dein Rie Per — — 22 —= * — —. Maſ Kraf Die Die Dir — — — ntro, e0 0 — 197— Dein Sinn ſey feſt, und nie durch das PVerlan⸗ gen/ Nie durch die unruhvolle Luſt zu neuen Verſuchen überraſchet und beſiegt. leinfügigkeiten treibe nie mit Ernſt: Auf andern Schultern mögen alle Sorgen Vom zweyten Range ruhn; du ſelber wache, Daß jedes Rad in dieſer ungeheuern Maſchine richtig geh', daß überall Kraft und Bewegung ſey, und ſo das Ganze Die ſchönſte Harmonie der Theile zeige. Die Lehrerinn der Fürſten, die Erfahrung, Mach' in der Menge, welche Dienſt' und Eifer Dir anbeut, Scheinverdienſt von wahrem, wirk⸗ liches Von eingebildetem dich unterſcheiden. Dein Forſcherblick weil' auf dem Flittergolb' Der äußern Rind' und ihrem Truaglanz nicht. Er dring' in Seel' und Herz, und würdige Den wahren Werth, den inneren Gehalt, Damit ein jeder ſein Talent zum Beſten Und zum Bedürfniß deines Staates nütze. Du ſelbſt auf hohem Thron regiere, leite, Halt' im Geleis die ungeheure Laſt, Als erſter Urbeweger, höchſter Lenker, Und der Natur merk' ihre Ordnung ab. Das Meer ſey ſtürmiſch oder ſanft, die Luft Hell oder eingehüllt in ſchwarze Wolken, Der Boden ſey mit Blumen oder Eis Bedecket, ſie folgt ſtets dem erſten Stoß Des weiſen Schöpfers, ewig unverwirrbar 198— Primier, che in lei P' alto Motore impresse In sua tranquilla attività costante, Onde l' universal maraviglioso Vincol, che stabilmente insieme unita La massa tien delle create cose. Forte del tuo poter pronto abbi sempre A sostener la maestà del trono, K a respinger l' offesa il core e il braccio; Né la tranquillità de' stati tuoi Impunemente altri a turbar imprenda. Ma non mait' invogliar di strepitose Conquiste al vinto e al vincitor sovente Dannose infauste, e sempre mal sicure. Vasti dominj il Cielo a Te concesse E regioni e popoli diversi D' indole di natura e di costume; Ampio campo per Te, dove Tu puoi Mente e core spiegar sublime e grande Di scettro degno, e di real corona. Piu che aste e spade intorno a Te raduna D' eccelse doti e di virtu lo stuolo, Che a Te procureran costante e vero Entro il tuo Regno e fuor rispetto e amore. Fedel custode non fu mai del soglio Ouel, che armato poter comanda, e impone Volento timor, che d' odio è figlio: Ma dei popoli il grato amor sincero d Hiera Das Der — 199— Ind ewig, wie er ſelbſt, im Stillen thätig. Hieraus entſpringt das große Wunderband, Das feſt und dauerhaft die ganze Maſſe Der Weſen, die er ſchuf, zuſammen hält. kesse Stark ſey dein Muth, dein Arm, und ſtets bereit, mpre Die Majeſtät des Thrones zu behaupten und die Beleidigung zurück zu weiſen. Die Ruhe deiner Staaten dürfe keiner Je ungeſtraft zu ſtören ſich erdreiſten. Doch nie gelüſte dich nach laut geprieſ'nen Eroberungen, die dem Ueberwundnen, Oft auch dem Ueberwinder Unheil bringen⸗ te Und niemahls ſicheren Genuß gewähren. Der Himmel ſchenkte dir ein großes Reich Und Land' und Völker, ſo verſchieden an Natur und Eigenſchaften und Gebräuchen. Welch weites Feld für dich, ein edles Herz Und einen hohen Geiſt zu zeigen, werth Des Zepters und der königlichen Krone! e Statt Spieß' und Schwerter ſammle rings um dich Den Haufen hoher Tugenden und Gaben, Die wahre dauerhafte Lieb' und Ehrfurcht Dir in und außer deinem Reich erwerben. Die knechtiſche, durch die Gewalt der Waffen morẽ. Erzwungne Furcht, ein Kind des Haſſes, war Roch keines Thrones treue Hütherinn. Doch Dank der Völker, unverfälſchte Lieb' Und Eintracht ſind die Macht der Könige, cio; una mpone — 200— E il concorde voler forza é de' Regi, F inesausto tesor di Regni e Imperi; Tesor verace e piu sicuro assai, Che oro ammassato nei forzier ferrati, Ove ozioso si racchiude, e cela. Al primo ingresso, che farai nel mondo Ne vedrai grande luminoso esempio Nel Genitor, che Ti destina il Cielo, Che de' popoli suoi 1 cor piu regna, Che sull' estension dell' ampio Impero. T universal vedrai fervida gara, Onde anelante a dargli ognun s' affretta Pi fé, di zelo incontrastabil prove. Gloria questa è per Lui tanto piu bella, Quanto da pura origine prodotta, E coll' altrui calamità non compra. Copri del tuo favor, premia, proteggi L' agricoltor laborioso, e quei Che all' industre commercio, alle utili arti Assidui consecrar gli studi e' opra: Onde nel popol tuo tranquillo e lieto Vedrai sparsa abbondanza apportatrice D' innocente piacer e di contento. E non soffrir, ch' entro il confin del vasto Impero tuo languida inerzia alligni, Che gli stati scompone, e gli abbandona A lento morbo, ed a mortal torpore do etta tegg i arti vasto nà — 201— Der Reiche Schatz, ein unerſchöpflicher, Ein beſſ'rer Schatz, und zuverläſſiger Als Gold, in Eiſenkiſten aufgehäuft, Und müßig dort verſchloſſen und verſteckt. Bey deinem erſten Eintritt in die Welt Siehſt du ein glänzendes, ein großes Beyſpiel Am Vater, den der Himmel dir beſtimmt, Der minder über ſeines Reiches Umfang Als über ſeines Volkes Herzen herrſcht, Siehſt einen allgemeinen Wettſtreit, wo Sich jeder keichend hindrängt, Ihm Beweiſe Von ſeinem Eifer, ſeiner Treu' zu geben. Ein ſchöner Ruhm für Ihn, und deſto ſchöner, Da ſeine Quelle lauter iſt, und er Nicht durch der Menſchheit Weh erkaufet ward. Bedecke mit dem Mantel deiner Gunſt, Schütz und belohne gern des Pflügers Fleiß Und jeden, der betriebſam Müh' und Kräfte Dem Handel oder edeln Künſten weiht. Dann wirſt du durch dein froh und glücklich Volk Den Ueberfluß verbreitet und mit ihm Schuldloſe Freude lächelnd wandeln ſehn. Unthätigkeit laß in dem Reich nicht wurzeln. Sie löſ't die Staaten auf, ein ſchleichend Fie⸗ ber Und tödtliche Betäubung wirket ſie, Wodurch die beſten Sitten ſchnell entarten, Wodurch das Herz unfühlbar wird und ſtumpf, Die Seelenkraft entnervet und vertilgt. 202— Pepravator d' ogni leal costume, Ch' ebete il core ed insensibil rende, E dell' alma il vigor snerva, ed estingue. Vom, che d' ozio pasciuto e di mollezza Spiega lusso insultante e folle orgoglio, E sol pel suo piacer, per gli agi suoi Vegeta solo, e il mondo intier non cura, Inutil pondo eè sulla terra, e spesso Altrui divien pernizioso e grave. Benigna odi la voce, e il lagno accogli Del merto afflitto e d' innocenza oppressa, E sulla virtu timida, che l' onte Tacita soffre della sorte iniqua Spandi di tua beneficenza i doni, Che cauta e savia economia sottrasse Alla voracità del fasto altiero Qual piu puro piacer e piu soave Nobil alma bennata aver può mai, Che porgere nei tanti e si diversi Mali, che ne circondano, opportuno All' infelice umanità conforto? O divina, o adorabile, o celeste Beneficen?za alle vili alme ignota Sola i mortali ai sommi Numi agguagli! Tempo verra, nè ivan l' annunzio, in cielo Scritto è l' alto decreto, e se maturo Non é ancor colaggiu, dove or Tu scendi, Der Sic Un —— e— —— — rà, cogli e553, in cielo endi Der, ſo in Müßiggang, in Weichlichkeit Sich nähret, kramt beleidigende Pracht Und tollen Hochmuth aus; er lebet nur Für ſein Vergnügen, nur für ſeine Zeit. Was kümmert ihn die Welt, ihn, der ihr eine Unnütze Erdenlaſt, den Mitgeſchöpfen Beſchwerlich, ja nicht ſelten ſchädlich iſt. Die leiſe Stimm' und Flage des gekränk⸗ ten PVerdienſtes und der Unterdrückten Unſchuld Hör' immer huldreich und der ſcheuen Tugend, Die ſchweigend hartes Schickſal duldet, theile Wohlthätig Gaben aus, die du dem Schlunde Gefräßger Pracht mit weiſer Sparſamkeit Entzogen haſt; denn gibt's für edle Seelen Ein größeres, ein reineres Vergnügen, Als in ſo vielen, ſo verſchiednen Uebeln, Die uns umgeben, noch zu rechter Zeit Der unglückſelgen Menſchheit Hülfe reichen? O göttliche, anbethungswürdige Wohlthätigkeit, den niedern Seelen fremd, Du hebſt die Menſchen zu dem Götterrang! Einſt kommt die Zeit,(ich künde ſie dir nicht Vergebens an, im Himmel iſt's beſchloſſen. Und wär' auch nicht dort, wo du niederſteigſt, Das Schickſal deiner Zeitgenoſſen reif; Ja ſchien' es, daß der Leidenſchaften Gährung Und ſtäter Kampf es immer ſchwankender Dei viventl il destino, e par che incerto E vacillante ognor vieppiu lo renda L“ effervescenza e il fiero urto perenne D' umane passion, Tu però sai Ch' eterna Providenza al cieco caso Le belle opere sue non abbandona; Ed alla cura lor veglia dall? alto. Tempo, dissi, verrà, che la cotanto Promessa ognor, néè mai finor goduts Felicità vedrassi in sulla terra Sparger contento, e stabilir sua sede. Ma le grandi ammirabili vicende Per lunghe vie di complicati eventi Al compimento lor dirige, e guida Lenta progression: Ma Tu che fosti Ministra eletta dei disegni arcani, Da Quel, che tutto fe, che tutto puote, Accelerarne l' epoca Tu dei. Te nel fervor di non mentita gioja Dall' uno all' altro cardine del mondo A gara allor benediran le genti. Te speme lor, Te lor delizia e amore Appelleranno i popoli, che il Cielo Alle provvide tue vigili cure, Ed alle sante riverite leggi Del fortunato Impero tuo sommise: Neè piu cinto di fiere armi omicide Tto Und ungewiſſer macht; ſo weißt du doch, Daß ew'ge Vorſicht nicht dem blinden Zufall Ihr ſchönes Werk unſorgſam überläßt, Vielmehr darüber hoch vom Himmel wacht.) Einſt, ſag' ich, kommt die Zeit, daß man auf Erden Die lange ſchon verheißne, doch bis jetzt Roch nicht genoſſene Glückſeligkeit Erblicken wird, wie ſie dort rings Vergnügen Verbreitet, und ſich ihren Wohnſitz gründet. Allein der große, wunderbare Wechſel Der Dinge rückt nur Schritt vor Schritt heran Durch eine lange Reih' verwickelter Ereigniſſe. Du aber, du, von Dem, Der alles ſchuf und alles kann, zut heilgen Mitwiſſerinn geheimer Plan' erwählt, Du mußt den Zeitpunct klug beſchleunigen⸗ Dann werden dich wetteifernd alle Völker Pon einer Zone zu der andern ſegnen, Und jene, die der Himmel deiner wachen Sorg' anvertraut' und deines blühnden Rens Ehrwürdigen Geſetzen unterwarf, Die werden dich einmüthig ihre Liebe, Dich ihre Luſt, dich ihre Hoffnung nennen. Mars, ach! das Schrecken armer Sterblicher, Mit mörderiſchen Waffen angethan, Wird dir nicht mehr den blutgen Lorber bie⸗ then. Der beſſ're Ruhm, gehüllt in ſchönre Strahlen, Wird um dein Haup ie ewge Krone flechten, — 206— Marte, terror dei miseri mortali Verrà ad offrirti il sanguinoso alloro, Ma gloria assai piu luminosa e grande u T' ornerà il crine d' immortal corona. u Col manto suo la sospirata tanto Felicità ricoprirà la terra, E insieme accoppierà Giustizia, e Pace: El' uom dal proprio mal reso piu saggio Apprenderà pur una volta alfine Di virtù vera a venerar gli eroi. Trascorrendo pei lucidi sentieri Tai diffondea di saviezza aspersi Accenti il tutelar superno Nume, . E al grato suon della celeste voce Di novella armonia s' udiano intanto Suonar d' attorno le rotanti sfere. K giunto sovra alla terrestre mole Là dove 1' Istro altier spande e dirama Le tumide acque in tortuosi giri D' Austria irrigando i spaziosi piani, F in atto ossequioso il pie lambisce Alla Cittä dei popoli regina, Né senza sdegno e tacito livore Alla picciola Vienna il vanto cede 6 Di darle illustre e glorioso nome. Librato allor sulle inwgibil' ale D' un soffio animator spinse l' eletto d. aggio am4 20— Glückſeligkeit, ſo ſehr herbey geſeufzt, Nun ihren Mantel um die Erde werfen, Und mit Gerechtigkeit den Frieden paaren. Und endlich wird der Menſch, durch Uebel wei⸗ ſer, Fuür wahre Tugendhelden Ehrfurcht lernen. Dieß waren jene tröſtlichen, mit Weisheit Gewürzten Worte, die der Genius Auf ihrem Weg durch lichte Pfade ſprach, Und zu dem holden Ton der Götterſtimme Begannen rings umher die wandelnden Geſtirne neue Harmonie zu tönen. Nun kamen ſie zu der Gebäude Laſt Wo ſtolz der Iſter die geſchwollne Fluth In Schlangenkrümmungen ergießt und theilt, Die weiten Flächen Oeſterreichs benetzend, Und ehrfurchtsvoll den Fuß der Königsſtadt So vieler Völker küßt, nicht ohne ſtillen Verdruß und Neid, daß ihr die kleine Wien Den jetzt berühmten, großen Nahmen lieh. Hier hielt, auf unſichtbaren Flügeln ſchwebend, Der hohe Genius und ſenkte ſchnell Mit einem Hauche voll Belebungskraft Die auserkohrne Seel' in ihres Körpers Beſtimmte Hülle nieder; dann erhob Er ſich zu neuen Flügen in die Luft, Worin er einer Fackel hellen Strahl Aufflammen ließ, der neuen Lebensfackel Des theuern Sproſſen unſers Königsſtamms. 208— Spirto immortal nella corporea salma; Poi levvandosi a vol nell' aere impresse D' accesa luce scintillante raggio, Ondè di regal Pianta il gran Germoglio, Ripieno apparve di recente vita A consolar dei popoli il desio Che di giubilo il cor ricolmi e il volto E ansiosi al Pargoletto Augusto Volser di tenerezza umido il ciglio Spargendo ardenti voti, e di sonori Fausti presagj e di festosi evviva Empieano l' aere, onde echeggiar d' intorno S udian le valli e le montagne e F Istro. I1 celeste favor sull' Austria intanto Come rugiada del mattin scendea, E già soavemente alimentando Le nascenti speranze, e il bel desio. Cosi qualor appar sull' oriente Il bel Pianeta apportator del giorno, A lui l' Indo, a lui il Perso, a lui la sacra Peruviana Vergine rivolge Il matutino priego i caldi voti, A lui canori intuona inni di l' ods. Fd ei col vigoroso attivo raggio Dissipa la caligine, che ingombra Degli alti monti le fumanti cime, Ed il crasso vapor, che lento e grave Erfült Die ju Jedoch Mit li Verwe Für i Mit 6 Es leb Daß r Und 2 Indeſſ Wie Und Und G Plane Der Peru' Und Und Doch die Dn Zerſt Auf Setz Und 6 Saco 209„ Erfüllt ward ſo der heiße Wunſch der Völker, Die jubelvollen Herzens und Geſichts, Jedoch beſorget für den Götterknaben, Mit liebendem, mit naſſem Blick darauf Verweilten, tauſend feurige Gebethe Für ihn zum Himmel ſandten, und mit lau⸗ tem, Mit Glück weisſagendem Geſchrey und frohem: Es lebe Ferdinand! die Luft erfüllten, Daß rings umher die Thäler, die Gebirge Und Iſters lange Küſten wiederhallten. Indeſſen träufelte des Himmels Segen Wie Morgenthau herab auf Heſterreich, Und nährte ſüß des Volkes ſchöne Wünſche Und ſeine neu gebornen Hoffnungen. So, wenn im Orient der herrliche Planet des Tags erſcheinet, zollet ihm Der Perſer, ihm der Indianer, ihm Peru's geweihte Jungfrau Ehrerbiethung Und Morgengruß und feurige Gebethe, Und Lobes⸗Hymnen ſchallen ihm entgegen⸗ Doch er zerſtreut mit ſeiner Strahlenkraft. Die Finſterniß, die auf den rauchenden, 3 Den höchſten Gipfeln der Gebirge liegt; Zerſtreut den dicken Dunſt, der ſchwer und la⸗ ſtend Auf fruchtbarn, feuchten Thälern ſich gelagert; Setzt Edelſtein' und köſtliche Metolle Tief in der Erden Eingeweiden an. Und auf beſonnten Bergen, fetten Feldern Gedichte. 11. Th. d Torpe sulle ubertose umide valli, Erzeu E le fulgide gemme e 1 preziosi der Ricchi metalli entro le cupe ignote Den Viscere della terra assoda, e stringe: 6 . O sugli aprici colli, e i pingui campi Pon . Le piante i fior la pampinosa vite, Inil La verde messe e la ferace oliva Riempie di vigor, nutre, matura Fecondator bernefico, di luce, Di moto, di calor, primo inesausto Fonte, germe di vita, alma del mondo⸗ — 211— Erzeuget, nährt und ſtärket er die Pflanzen, Der Blumen bunt Geſchlecht, die holde Rebe, Den fruchtbarn Hehlbaum und das Gold der Einte. Drum grüßet ihn die Welt als ihren hohen, Wohlthätigen Befruchter, ihre Seele, Von welcher Licht, Bewegung, Hitz' und Leben In ihre Adern unverſiegbar ſtrömt. An die Herren Staͤnde des Koͤnigreichs Boͤhmen. Ihr lohnt, Verehrte, mir mit diamantnen Aeh⸗ ren*) Ein Schnitterlied, an dem vielleicht Nichts gut war, als das Herz des Sängers, und ihr reicht, Den Werth der Gabe noch zu mehren, Sie mir durch eines Edlen Hand, Worin ein Kieſel ſelbſt zum Diamante würde. O nehmt ſtatt meines Danks doch meine Dankbe⸗ gierde, Die kein belohnter Mann je lauterer empfand. Hoch fühl' ich mich durch das Geſchenk geehret, Doch höher noch hierdurch, daß von dem Fütſten⸗ paar, So auf mein Lied mit PVaterhuld gehöret, Ich das Organ all eurer Herzen war. *) In einem ſchön carmuſirten Ringe, erhalten aus der Hand S. C. des Herrn Kanzlers Grafen von Rot⸗ tenhan. nd Ni In Be De Un igreichs ntnen Aeh⸗ ingers, und würde ine Dankbe⸗ myfond. k geehret, em Fütſten⸗ öret, ollen aus der fen von Fot Gluͤck wun ſch an die Boͤhmiſche Ration bey der Kroͤnung Leopolds II. Beglückte Nation, die auf das Haupt Des viel geliebten Fürſten eine Krone Mit Jauchzen ſetzt und was ein Edler⸗ groß Durch ſeinen Rang, noch größer durch ſein Herz, Im Tempel Gottes ausrief: Laſſet uns Zu unſerm König uns bekennen! nach⸗ ruft, Nicht mit den Lippen bloß, auch mit der Seele, In allen Kreiſen ſeines Reiches nachrüft, Beglückte Nation, du ruhſt im Schooß Des Friedens, den an ſeiner milden Hand Dein guter König dir herbey geführt, Und, friedlich ſelbſt, biſt du des Friedens werth⸗ O fühle ganz dein Glück, und wie der Schiffer, Der in dem Hafen auf den Sturm im Meer Hinaus blickt, blicke du nach Weſten hin. Du ehrſt die Majeſtät und huldigſt dem, Der mit der Krone deine Laſten trägt, Der mit dem Schwerte deine Kinder ſchützt, Der mit dem Zepter Ruh' und Ordnung ſchafft. Dort legen Meuterer die freche Hand An einen Gottgeſalbten, kerkern ihn In ſeine Mauern ein und prahlen noch: Allein in ihrem Lande herrſche Freyheit; —— —— ———— — 214— Da Freyheit doch ein Kind der Ordnung iſt Und vom Geſetz nur groß gezogen wird, Du zündeſt Millionen Lampen an Weil dir der Tag zum Ausbruch edler Freude Nicht hinreicht, und in jeder Lampe brennt Ein liebend Herz, Gott, ſeinem Könige Und ſeinem edlen Vaterlande treu. Dort zündet man des Aufruhrs Fackel an Und klärt durch ſchreckliche Laternen auf. Du waffneſt deine Bürger zu dem Schutz Der Fürſten; ach! dort ſind ſie auch gewaffnet; Doch leider! nicht zu ihrer Fürſten Schutz. Beglückte Nation, wie von der Sonne Auf alle Körper unſers Weltgebäudes Sich Wärm' und Licht efgießet, ſo ergießt Sich Wohlergehn von deiner Königsſtadt Bis an die letzten Gränzen deines Reichs. Und jeder Unterthan ruft frey und glücklich: Heil dir, o Leopold, Heil dir Louiſe! E Zu Ath Du — S S — —= — ℳ)„—) ung iſt d, Freude rennt ge gewaffnet; chutz. onne ießt d ichs. icklich: iſe! — 215— An Fridrich Joſias, Herzogen zu Sachſen-Coburg als Sieger am Rimnik. Edter Prinz, vor deſſen Heldenrechten Zwey Mahl ſchon aus blutigen Gefechten Athemlos ein ſtolzer Feind entfloh, Du, mit dem der alte Krieger froh! In die Schlachten, wie zu Feſten, eilet, Der beſcheiden Ruhm empfängt und theilet, Feſtungen und Herzen ſchnell gewinnt, Und des Feindes fünf Mahl ſtärkre Schaaren, Wie Eugen, das Schrecken der Barharen, Dann erſt zählt, wenn ſie vertilget ſind, Neige nun dein Ohr zum Freudenrufe Eines Volkes, das dich dankbar ehrt, Und beſteig der Würden höchſte Stufe! Joſeph kennt und ſchätzet Heldenwerth. Dieſer Stern von ſeiner Mutter Orden An die Bruſt, die Bruſt voll Tapferkeit, Dir geſetzt, iſt ein Komet geworden, Der den Feinden Unglück prophezeyt. Ha! entſtürzet, wilde Räuberhorden, Dem nun menſchenleeren Aſia, Ueberſchwemmet Länder mit Armeen, Laſſet eure Roßſchweif' alle wehen, Alle Fahnen fliegen!— Er iſt da, Euer Sieger! An des Helden Seite Weilet Fiſcher*); wo es Raths bedarf, *) Adjutant des Herzogs. — 2 16— Fleust er hin, voll Klugheit in dem Streite, 3 Voll vom Plane, den er mit entwarf. Karaiczay, der Tod der Janitſcharen, Und Meſzaros mit dem Würgerſchwert, Jordis, Schmerzing, Führer tapfrer Schaaren, Lewenehr und, der mit kühnem Pferd Mitten in die ſchönſten Kriegsgefahren, In die Schanze ſtolzer Feinde ſprang, Und die Fahne, die er Selims Streitern Selber abgekämpfet, ſeinen Reitern Als Signal zum Sieg entgegen ſchwang, Kienmay'r; alle ſind vom Geiſt beſeelet, Der in Römer⸗Buſen einſt gewohnt, Aller Thaten hat der Ruhm gezählet, Alle hat des Feldherrn Dank belohnt; Doch vor Allen dich, der Bundsverwandten Weiſer Führer*), Freund in der Gefahr, Welchen Gott und Katharina ſandten, Daß er Helfer ſey und— der es war. Aber ihr, die unter Loudons Fahnen, Wie zur Wett' auf lorberreichen Bahnen, Bis zu Belgrads Schloſſe vorgerückt, Seht des grauen Helden Schwert gezückt, Dieſes Schwert, dem Heſtreichs Feinde beben! Sprenget Wälle, ſtürzet Mauern ein. Doch die Loſung,(Joſeph wird ſie geben,) Doch die Loſung laſſet: Friede! ſeyn. *) Graf Suwarov. Streite, t, Schaaren, teln n9, A uf Loudon. Geſungen am 12. Hetober 1789. . Ein zweyter Siegesbothe fleugt, o Wien, Nach deinen frohen Mauern, ehe noch Des erſten Tritt im Sande ſich verwiſcht. Er bringt die Schlüſſel Belgrads, und das Volk Strömt jauchzend ihm entgegen, Mann und Weib Und Greis und Kind. Hört, welch ein Freudenruf! Es lebe Joſeph, Loudon lebe! tönt's. Wie ſteiget auf dem Felde, wo der Stolz Von Oeſtreichs Helden ſeine Zelte ſetzt, Ein ganzer Lorberwald um ſie empor! O Kriegesmuſe, winde du daraus, O winde Kränze für des Siegers Haupt, Und heiße deiner Dichter fromme Schaar Doch wenigſtens mit einem Freudenlaut, Ihm huldigen, mit einem Freudenlaut, Wenn auch mit keinem Liede, dann er braucht, (Das müſſen wir geſtehen,) minder Zeit Zu Sturm und Sieg, als wir zu einem Lied. Bey Loudons Tode 1790. Femper acerba et immatura Klorum mors est, ui immortale aliquid Purant. PliMäu. Aſo todt? ſo fragt ſich auf der Straße Jedes Alter, jede Bürger-Claſſe, Fragt es ſich mit einem Angeſicht, Welches Herzensangſt und Wehmuth ſpricht, Und die Kunde noch bezweifeln möchte. Todt, ſo ſchallt's zurück; der Frager ſchweigt. Auſtria verhüllt ſich, tief gebeugt. Denn gelähmt und kalt iſt jene Rechte, Der Jehova in den Kampf für ſie Seine Schrecken, ſeine Donner lieh. Endlich mußt' es doch dem Tod gelingen, Nach ſo manchem nichtigen Verſuch, Bläſſe Loudons Antlitz abzuzwingen. O Verhängniß, in dem Trauerbuch Dieſes Blatt jetzt eben aufzuſchlagen! Jetzt, da von des guten Königs Tagen, Seit die Vorſicht Joſephs Auge ſchloß, Keiner noch entwölkt und heiter floß; Da der Oſt unzählige Barbaren Aus den fernſten Höhlen ausgeſpien, Und ſogar die Deutſchen Brüderſchaaren, (Lügt der böſe Ruf nicht,) wider ihn, Dieſen Freund des Rechts und Friedens, ziehn: t, ui 6 ziehn: — 219— Da die Seinen ſelbſt von allen Seiten Untreu' üben, Kummer ihm bereiten, Und der fürchterliche Schwindelgeiſt, Der dem Schwärmer Durſt nach Freyheit heißt, Aufgereitzt durch's Beyſpiel, alle Zügel Höhnet, los bricht, tobet und das Siegel Von den heiligſten Verträgen reißt. Unerforſchlich iſt in ſeinen Räthen Unſer Gott. O neigt euch anzubethen, Neigt euch, Völker, daß auf euer Weh Er des Troſtes Schalen niedergieße, Daß der Leiden Kelch vorüber geh, Und nun weiter keine Thräne fließe, Als die Thräne, welche Leopold Und ſein Volk mit frommer Dankbegierde Auf dem ſtillen, für des Todten Würde Zu. beſcheidnen Grabe Loudons zollt. Aber wenn der Deutſchen Helden Zierde Selber nichts gefühlt vom Strahlenkranz Seines Hauptes, als die ſchwere Bürde, Sahe doch Europa deſſen Glanz, Einen Glanz, der immer gleich gefunkelt, So geſchäftig auch die Schelſucht war, Der den Adler Fridrichs, den ſogar, Den geblendet und den Mond verdunkelt. Bürger Wiens, die ihr, in Gram verſenkt, Den PVerluſt des Unerreichten denkt, — 226— Tröſtet euch! wenn bald, uns zu beglücken, Fried' auf Engelſchwingen wiederkehrt, Wenn das ganz und halb gezogne Schwert Helden wieder in die Scheide drücken; Dann wird Leopold, der Künſte Freund, Seines Volkes laute Wünſche hören, Wird den Helden, den er jetzt beweint, Wird ſich ſelber durch ein Denkmahl ehren, Das der Enkel, unſern Zeiten hold, Anſtaun', und wovon der edle Brenne, Freundlich hingewieſen, gern bekenne: Groß wie Loudon und wie Leopold! 5 An den Oberſt⸗Lieutenant Grafen von Dietrichſtein als Courier aus Volenciennes. Wilttommen, edler Graf, als Siegesboth und Sieger! von ihm erſtürmten Wall ver⸗ ließ, Da aus bezwungner Stadt ihn Coburg ziehen hieß⸗ Und der im Blute Gall ſcher Krieger Dem frechen Volk den ſcharf beſtrirtnen Satz be⸗ wies Daß öfters nicht allein die Ehren großer Ahnen, Auch ihre Tugend erblich ſey. Run ſchweigt das prahlende Geſchrey Im Mörderland, da ſie die weißen Fahnen Statt ihrer dreygefärbten wehn, Die Heere fliehn/ die Feldherrn wanken ſehn. Der dann erſt den Dir aber, Dietrichſtein, dem Coburgs Helden⸗ rechte Um die beſchweißte Stirn verdiente Lorber wand, Dir wünſchen wir, daß bald ſie einer ſchönen Hand, Die Deiner Schweſter gleicht, mit Myrten un⸗ terflechte⸗ 222— Und einſt Dein ältſter Sohn nach einer heißen Schlacht Von dem erſtiegnen Wall, wo ſeine tapfre Klinge Voran geblitzt, ſolch eine Nachricht bringe, Wie du nun eben uns gebracht. heißen Klinge Der Vertrag zwiſchen Liebe und Vernunft, geſchloſſen am Vermaͤhlungstage Franzens Grafen von N* mit Joſepha Gräfinn von H** Die Lieb' und die Vernunft, wiewohl zwey ſchöne Schweſtern, Pom Himmel ſelbſt erzeugt, ſind nur zu oft ent⸗ zweyt/ Und eine pfleget meiſt die andre zu verläſtern; Die gibt ihr Thorheit Schuld, und jene Grau⸗ ſamkeit. Drum glaubt' ich faſt zu träumen, als ſie heut, PVertraulich Hand in Hand, zu mir in's Zimmer traten, Und beyde feyerlichſt zu Zeugen mich erbathen. Wir bringen, ſagten ſie, dir jetzt ein Exemplar Von einem förmlichen Vertrage; Bey deiner Freunde Brautaltar, dieſem ſchönſten ihrer Tage Ward er geſchloſſen; nimm, und an der Freund⸗ ſch aft Statt, Magſt du, der ihre Vollmacht hat, So leſerlich du kannſt*), die Urkund' unterſchrei⸗ ben; Denn feſt ſoll unſer Bund bis an ihr Ende bleiben. ) Der Verfaſſer ſchreibt eine ſo ſchlechte Hand, daß er ſich hierdurch ſchon oft Vorwürfe zugezogen hat — 224— »Laßt ſehen, ob man nichts in dem Contract vergaß,“ Sagt' ich. Sie gaben mir das Exemplarz ich las: Die Liebe und die Vernunft. Beyde. Hier an dem Fuße des Altares Geloben wir uns Einigkeit, Und ſind zum Dienſt des jungen Paares Zu allem Folgenden bereit. Die Liebe⸗ Ich führe ſie auf Blumenwegen Zum ſüßen Lager meiner Ruh', Geb' ihnen meinen beſten Segen, Und ziehe dann den Vorhang zu. Die Vernunft. Ich aber nah', und warne leiſe: Genießt mit Maß, was ihr genießt; Es ekelt auch die beſte Speiſe, Wenn man zu viel, zu haſtig ißt⸗ ontract rz ich Die Liebe⸗ Ich zeug', als Stammfrau der Geſchlechter, Viel Kinder aus der Edlen Blut; Stark ſind die Söhne, ſchön die Töchter, Und beyde, wie die Aeltern, gut⸗ „ Die Vernunft⸗ und ich, als Pädagoginn, lehre Sie gute Kinder gut erziehn; Sie wachſen zu der Aeltern Ehre, Geliebt in Ofen und in Wien⸗ Die Liebe. Und wenn das Glück, ſo falſch hiernieden⸗ Auch manchmahl ihre Wünſche triegt: So mach' ich, daß ihr innrer Frieden Die dußern Uebel überwiegt. Die Vernunft. Und gibt's auch eine kleine Spaltung So tilg' ich ſie durch meine Kraft; Beſorge klug die Hausverwaltung, und lege jährlich Rechenſchaft. Die Liebe⸗ Und wenn am Abende der Jahre Ein ſpäter, ſanfter Tod ſie ruft: So wein' ich noch auf ihre Bahre⸗ Und heilig' ihre ſtille Gruft. Gedichte. 1I. Th. P — — 2 2 6— Die Vernunft. Ich aber ruf' im Engeltone, Bevor ſie noch hinüber gehn: Dort hat die Tugend eine Krone, Und edle Lieb' ein Wiederſehn. Auf den Tod der Graͤfinn Marie Colloredo. So frühe ſchon, in deiner Jahre Blüthe, Mit dieſem Recht auf Ehren, Freud' und Glück, Das deinem hohen Rang und höherem Gemüthe Entſprochen, heiſchet dich der Ewige zurück. Kurz war die Bahn, die du gewandelt, Doch kurz in unſern Augen nur. Ihm ſchien ſie lang, dem Vater der Natur; Ihm lebt Jahrhunderte, wer weiſ' und edel handelt. So handelte Marie. Einſichten, Frömmigkeit/ Und was auch ſelbſt der Edle manchmahl freyer Zu zeigen pflest“ Beleſenheit, Geiſt und Talente barg ſie ängſtlich unterm Schleyer Erröthender Beſcheidenheit. Wir ſahn auf ſie mit ehrfurchtsvollem Blicke Und machten ſchon in unſerm Geiſt, Kurzſichtig manchen Plan zu ihrem künft'gen Glücke. Den beſſern machte Gott, der ſie uns nicht entreißt, Nur aufbewahrt. Drum laßt uns mäßig ſie bewei⸗ nen, Sie ſelbſt mißbilliget der Schmerzen Ungeſtüm; Doch leben laßt uns ſo, daß einſt vor ihr und ihm Wir ihrer Freundſchaft werth erſcheinen. ————— ———————8 2————— An eine Dame. Bey ihrer Reiſe zu dem Landtage. Es iſt doch undankbar von deinem hohen Range; (Denn er ziert dich, weit minder, als du ihn,) Dich von der Nachtigall Geſange, Aus deinem dunklen Bogengange, PVon deiner Bäume jungem Grün In eine lärmende, geputzte Stadt zu ziehn Und dort an jene goldne Kette, Die ſeine Schweſter Etikette Zu vieler Thoren Luſt und aller Klugen Qual Jetzt neu verfertigt hat, dich Wochen lang zu ſchmie den, Und überall und allemahl Im Putzgemach, Sitzimmer, Speiſeſaal Durch lange Weile dich und Ehren zu ermüden, Dich ſammt den Grazien. Sie lieben dich ſo ſehr, Daß ſie, die ſonſt doch Prunk und große Feſte haſſen, Dich, ihre Schweſter, nicht in dieſer Noth ver⸗ laſſen; Unſichtbar wallen ſie an deiner Seite her, Unſichtbar, weil nicht wenig Augen, Die dort ſich aufthun, mehr zum Schaun, als Se— hen taugen. ange; ihn,) Qual n ſchmie üden/ ſo ſehr, e Feſe oth ve⸗ Zwar wird durch eure Landestracht Dein ſchlanker Wuchs, den ſonſt uns Mäntelchen verhehlen, Und mancher Reitz, den die Trompeuſen ſtehlen, Ein wenig ſichtlicher gemacht. Auch ſeh' ich ſchon um dich die Edelleute ſchleichen, Mit Schmunzeln ſich den langen Schnurrhart ſtrei⸗ chen, Und wechſelweiſ' ins Ohr ſich fliſtern: Bruder⸗ ſchau! Isten-veze! is wunderſchöni Frau! Dieß alles unterhält wohl in den erſten Tagen; Doch länger kann es nur der Eitelkeit behagen. Die läſſet ſich, gemaurt auf einem Ehrenſitz, Gern fade Schmeicheleyn ein ganz Jahrhundert ſagen; Doch wer, wie du, Verſtand und feinen Witz Mit Haß des eklen Zwangs verbindet, Sein Glück in zärtlicher, in muntrer Freundſchaft ſindet, Und mit dem Frühling ſtets den glänzenden Verdruß Der Hauptſtadt flieht, der ärgert ſich zu Tode, Wenn er die feyrliche, die nickende Pogode Durch ganze Wochen ſpielen muß. Doch, ſchöne Gräfinn, Muth in dieſen trüben Tagen! Vergiß es nicht, je längre Zeit Uns Etikett' und lange Weile plagen, Je mehr empfinden wir die ganze Süßigkeit. Wenn wir, von unſrer Qual befreyt⸗ 230— Nun endlich wieder uns gehören, Und in der Freundſchaft Arm auf's Land zurücke kehren. Sie, der du längſt dein edles Herz geweiht, Sie denket ſchon mit zärtlichem Verlangen Dich und ſich ſelbſt auf deine Güter hin Und rüſtet ſich, die holde Gönnerinn, Den nächſten Lenz dort würdig zu empfangen. Mich dünkt, daß ich bereits den Ritter Maltha's ſeh', Bald zu der zierlichſten Allee Ein ungeſtaltet Dickicht hauen, Und über Nacht, wie eine Fee, Der Bäche Lauf verdrehn, Einſiedeleyen bauen; Bald, wenn der Regen ihm, hinaus zu gehn, ver⸗ beut, Die ſchönſte Länderey durch Farben oder Tuſche Auf's Pergament hinſtreun, und wenn dann jeder ſchreyt: Schön! Trefflich! voll Beſcheidenheit Betheuern, daß er doch nur pfuſche. Auch unſre V** hör' ich ſchon, In vollem Staat auf neuer Opern⸗Bühne Als Cynthia mit ſtolzem Ton Und einer übermüth'gen Miene Cupiden dräun, dem ſchönen, ſchlauen Kind, Der ihr zuletzt, Trotz ihrer hohen Reden, Trotz ihrer ſtrengen Zucht, beweiſet: daß die Spro⸗ den So gut als Andre.„ Maädchen ſind. luch Bey So Dur Ba Un 7 Sic e — 7—) —„) zurücke en. althat uen; n, ver⸗ uſche njeder gind⸗ E kuch M** ſeh' ich Unfug treiben Bey jeder Schauſpielprob', ich ſeh' ihn als Souffleur So ſtumm wie einen Fiſch, mich aber als Acteur Durch ſeine Schuld erbärmlich ſtecken bleiben. Ich ſeh' dich, Gräfinn, ſelbſt in leichter Morgen⸗ tracht Bald zu den Bäumchen ſehn, bald Pfauen Futter ſtreuen, Und mit der Gütigkeit, die alles glücklich macht⸗ Sie ſo, wie deine Gäſt', erfreuen⸗ Ich ſehe dich beym Mahl, wo Fleiſch und Fiſch Sich um den Vorrang zankt, die muntre Laune zeigen/ Die jegliches Gericht noch mehr würzt, und nach Tiſch Zu unſer Aller Angſt ein wildes Roß beſteigen/ Das aber doch, Gottlob! nicht, wen es trägt/ vergißt Und heute fromm, fromm, wie ein Lämmchen„iſt. Ich ſeh' dich Abends dann in unſerm Kreiſe ſißen: Du füllſt,(gelaufig iſt dein Witz und deine Hand,) Die ſchwerſten Bouts rimes, die ſchwerſten⸗ die ich fand; Indeſſen wir dabey noch große Tropfen ſchwitzen. Und ſind die Sylben auch nicht ſtets genau gezählt, So wird dir die Kritik den Fehler gern verzeihen⸗ Weil ſelbſt in deinen Tändeleyen Der Kopf erſetzt, was an den Füßen fehlt. Sieh, Nina, dieſes frohe Leben Harrt dein den nächſten Lens; die Muſen werden dich — 232„ Als ihre Prieſterinn, als ihren Stolz umgeben, Die freundlichen Dryaden ſich Dir lächelnd nahn, dir neue Bäume pflanzen, Den alten Wachsthum und Gedeihn 3 Bewilligen, und bey dem Mondenſchein Die Galoppad' in ihrem Schatten tanzen. Du aber, frey von Zwang und Tyranneyn, Womit nun Rang und Größe dich beſchweren, Wirſt einem klugen Herrn, dir ſelber angehören Und glücklicher als jemahls ſeyn. ₰ An die Graͤfinn von Wolkenſtein, geborne Graͤfinn von Starhemberg. ——————— Bey Ueberſendung des Ruma. weren, chören D du mit alle dem, was Seel' und Aug' ent⸗ zücket, Pon der Natur verſchwenderiſch geſchmücket, Du, welche kühn den Tand der großen Welt ver⸗ ſchmäht, . Und ohne Prunk,(was alle Weiſen Uns überlaut aus Einem Munde preiſen, . Doch ſelbſt nicht thun,) den Weg der ſtillen Tu⸗ gend geht; Für ihren Gatten nur, für ihre Kinder lebet, Und nach dem Flitterglanz, den Eitelkeit verheißt, So ſtark er ſonſt das Herz der Weiber an ſich ½ reißt, Auch nicht mit einem Wunſche ſtrebet, Nimm, ſeltne Frau, dieß Buch, und wenn dein hoher Geiſt, Dein edles Herz darin ſo manche Stellen findet, Die jener billiget, und dieſes nachempfindet; So darf der Autor ſtolz auf ſeinen Numa ſeyn⸗ Und auch die Mühe nicht den Ueberſetzer reun. ——— ————————————— Nimt Doch Den An den Tuͤrkiſchen Geſandten. 6 —— Gere Der D du, den uns als Freund die hohe Pforte Nich ſchmücket! Beredſamkeit fließt, wie ein Honigbach, Von deinen Lippen aus; Bewundrung folgt dir nach. Das Schweſternpaar, das Thronen hebt und ſtü⸗ tzet⸗ Die Weisheit und die Güte, ſitzet Auf reichen Polſtern neben dir; Und an der Wand hängt müßig, bloß zur Zier Dein goldner Köcher und der Bogen. Da Leopold und Selim jede Spur Des Zwiſtes weggetilgt, wird ſeine Sehne nur Auf freche Perſer ſtraff gezogen. Du ehrſt voll edler Wißbegier Sogar ein klein Verdienſt, verſchmähſt nicht, mich zu kennen Und meinen Nahmen noch im Vaterland zu nen⸗ nen*). Wie herrlich iſt dein Geiſt durch Kenntniſſe ge⸗ *) Der Geſandte ſchrieb die Rahmen mehrerer Perſo— nen auf. Nimm ihn und auch mein Herz mit dir. Doch nicht ſo bald; noch lange weile hier. Denn ziehſt du wieder zu den Deinen, So wird beym Abſchiedskuß ſo manches Auge weinen. Gerechte, doch vergebne Traurigkeit! Der Mond kann ja zu gleicher Zeit Nicht allen Nationen ſcheinen. ———— —— ——————— ————— 6. ——————— An Joſeph Fridrich von Retzer. Bey Gelegenheit der Einnahme von Fort Louis. 6 int, nimm dieß Blatt, den Herold meiner Freude; Denn Lieb' und Ruhm beſucht dein Haus. Sie treten, ſchön vereint, im feſtlichen Geſchmeide, Vor deine Schweſter hin, und lächelnd ſchmücken beyde Ihr Schlafgemach mit friſchen Kränzen aus, Hier hat, von Hymen jüngſt herbey geführet, Lauer*) In ihrem keuſchen Arm geruht, Der Edle, deſſen Heldenmuth, Trotz mancher von Vauban klug aufgethürmten Mauer, In Ludwigs Feſte donnernd kam, Und Frankreichs prahleriſchen Horden, Die faſt ſo viel im Krieg, als in der Heimath morden, Die Waffen und den Hochmuth nahm. *) Freyherr von Lauer, k. k. General⸗Major beym Genie⸗Corps, Ritter des Marien⸗Thereſien⸗ Ordenzc., vermählt den 3. Sept. 1793 mit Fräu⸗ lein Joſepha Edlen von Rezer. 7 ——„. r. Louis. d meiner s. eſchmeide, ſchmücken us geführet/ ethünmten Heinath Rojot beyn e eſi e⸗ „nit Fral⸗ 3 mit 5 2 —— 237. Beglückter Freund, der auch in Joſephinen Sein Biederhaus verherrlicht ſieht, Geneuß den Vorzug ganz und Plutus, der dich flieht, Laß unberühmtern Männern dienen; Denn alles, was er aus den Minen Peru's und Chili's gräbt, wiegt deine Se⸗ ligkeit Wiegt deinen Werth nicht auf. Du haſt mit dor⸗ nenloſen, Mit ewig düftenden und ewig jungen Roſen Der Weisheit dir die Lebensbahn beſtreut. Geh ſie nunmehr voll edlem Selbſtgefühle Und feſtem Muth, damit am fernen Ziele Die ernſte Wohrheit ſteh' und zeug': Er blieb mir treu, Damit um deine Gruft noch ihre Palmen ſproſſen, Und, wie nun deinen Zeitgenoſſen, So auch den Enkeln einſt, dein Nahme theuer ſey⸗ An Herrn Carl von Badenfeld bey ſeiner Vermaͤhlung mit Katharinen von Hauer. Im Nahmen Eliſabeths v. Dürfeld als Pflegemutter der Braut. Mein Badenfeld, der jetzt ſie, ſie, die nebſt meinem Sohne Mein größtes Kleinod iſt, aus meinen Armen führt, O ſieh, ich flechte ſelbſt die ſchöne Myrtenkrone, Die euer bräutlich Haupt am Freudentage ziert. Zwar werd' ich täglich mich nach der Entflohnen ſehnen, Mein Haus wird mir zu groß und leer mein Zimmer ſeyn; Doch du verdieneſt ſie, und nur mit Freudenthränen Ergreif' ich ihre Hand und ſage: ſie ſey dein! Fern von der großen Welt zur Häuslich keit erzogen, Verſchmäht ſie Modentand und kennt die Kün⸗ ſte nicht, Die manchen Freyer ſchon zum Altar hinbetrogen; Denn ungeſchminket iſt ihr Herz, wie ihr Ge⸗ ſicht. Auch ſagt man, ſie ſey ſchön; doch dieſen Punct zu winen Ziemt ihr und ſelber mir, ols Pflegemutter, kaum. — eld Hauet. gemutter der , die nebſt ne inen Armen tenkrone, entage ziert⸗ Entflohnen d leer mein nj udenthrinen keit erzegen⸗ nt die Fün⸗ nbetrogen wie ihr Ge⸗ n Punt utter⸗ kaum⸗ „ 239— Was gilt die Schönheit auch bey ehelichen Küſſen? Was beym Champagner⸗Wein der eitle leichte Schaum. Doch was uns ſtärkt und labt auf dieſes Lebens Reiſe, Das triffſt du ſicherlich bey Katharinen an. Sie iſt beſcheiden, klug, fromm, ſittſam, züchtig, weiſe Und weicht kein Haar breit weg von ſtrenger Tugend Bahn. Drum ſeyd beglückt und zeugt in eurer Jugend Jahren Viel Kinder, gut, wie ihr, bereut nicht eure Wahl, Vergeſſet meiner nicht, und bey gebleichten Haaren Liebt euch ſo zärtlich noch, als ich und mein Gemahl. — 2 4 0 en An die Frau von R**. Mit einem Exemplare der Pucelle d'Hrleans von Voltaire. Was man am liebſten denkt, das träumt man, heißt es zwar. Doch, ſchöne Freundinn, Trotz der Pſychologen Schlüſſen, Iſt dieſer Satz nicht immer wahr; Sonſt hätt' ich heute Nacht von dir nur träumen müſſen. Doch, ach! ſo glücklich war ich nicht. In Stahl gehüllt, mit zürnendem Geſicht, Trat vor mein Bett die ſchreckliche Pucelle. Rein, länger duld' ich's nicht(rief ſie mit einem Fluch, Der nach Kaſernen roch), daß man das keuſche Buch PVon meinen Abenteurn durch Kupfer ſo entſtelle. Nicht unanſtändig nur ſind ſie, Das wollt' ich ihnen noch vergeben, Allein, bey meines Eſels Leben! Sie ſind auch ſchlecht, und das vergibt man nie⸗ Dein Exemplar iſt, wie man mir geſtecket, Mit dieſer Peſt von Kupfern auch beflecket. Drum ſchneide ſie heraus! ſonſt ſoll mein Schutz⸗ patron n Voliaite. unt man, chologen r trumen mit einem das keuſce entſtell⸗ nan nie ket/ ket⸗ ſein Sqhut⸗ — — 241— Dich, wie Chandos 4), den ſchwachen Sieger 6 ſtrafen. Sie ſprach es, und verſchwand; da wacht' ich auf: Schallt noch ii mein⸗m* ließ mich nicht Ich ſchnitt die Kupfer Buch Und ſchick es, reiner n Engels Haus *) S. den XIII. Geſang. 5 Gedichte. II. Th⸗ . Der Canarien⸗Vogel. An das Fräulein von Baumberg. J armer Vogel, der, o ſchöne Sängerinn, Von deinem Reitz magnetiſch angezogen, Jüngſt in dein Kämmerchen geflogen, Ich armer Vogel war nicht immer, was ich bin. Ich war ein Jüngling und ein Dichter, Und wenn mein Lied nicht ſtets die Sylbenrich⸗ ter Befriedigte, gefiel's den Mädchen doch Und machte mir, das muß ich ſagen, Leicht ihre Bürde, ſüß ihr Joch⸗ Zwar gab es hier und da zu klagen Oft mit, oft ohne Recht; doch endlich glich ſich's aus. Und unter uns, Trotz meinem heißen Sehnen, Mondſchein'gen Elegien und lichten Oden- Thrä— nen, Kam was Beträchtlichs noch dem ſchönen Volk her⸗ aus. Denn die mich neckte, neckt' ich wieder; Die mich betrog, betrog ich doppelt wieder. So ſtand ich zwar ſters in der Lehenspflicht „—„— gel. getinn, n, as ich bin. t, Sylbenrich⸗ glch ſicht Sehnen/ Oden⸗Thri⸗ en Volk her neder. pflicht 6 — Gott Cypripors und that in Allen, Wie ſich's geziemt für redliche Vaſallen. Doch war ich drum ſein Sclave nicht. Allein man trägt den Krug zum Waſſer, bis er bricht. Ein Mädchen, das ich treu und ſchäfermäßig liebte, Und das juſt darum mich durch Grauſamkeit be⸗ trübte, Peränderte mein rund Geſicht In einen Todtenkopf, mich ſelbſt in einen Tho⸗ ren, Bey dem die Slugheit ihr Latein, Die Freundſchaft ihren Rath verloren. Der Schalk Cupid! er ſah's und lachte mein; Doch hieß Apoll gerührt mich einen Vogel ſeyn. Ein gelbliches, Canariſches Gefieder Umhüllt' auf ſein Geboth mir die entfleiſchten Glie⸗ der; Mein Mund, auf welchem längſt der Jugend Roth verblich, Krümmt' und verkleinerte zu einem Schnabel ſich⸗ Nun brauche, rief der Gott, die neu beſcherten Flü⸗ gel/ Entfleug dem Orte deiner Qual, So ſchnell du kannſt; fort über alle Hügel! Ich ſtrebt' empor; allein das erſt' und zweyte Mahl Pflegt ſelbſt dem Herrn Blanchard das Fliegen zu mißlingen. Doch endlich glückt es doch, ſich in die Luft zu ſchwingen. Ich ſlog zu dir. O welche weiſe Wahl, O 2 — 244— * So rief Apoll, nun enden deine Leiden. Ich, Griechenlands Zigeuner, prophezey' Dir dauerhaftes Gluck in einer Sclaverey, Die ſelbſt Unſterbliche dir neiden. Ja! einem Platz in ihrem Schlafgemach Setz' ich den erſten Thron im Götterſaale nach. An Madame Adamberger*). S beugte dich der Krankheit Arm darnieder. Wir zitterten; doch heut, da unſer Liebling wieder Sich auf der Bühne ſehen läßt, Begehn wir ſein Geneſungsfeſt. Wir danken dir für manche Stunden, Die hier uns angenehm und lehrreich hingeſchwun⸗ den. Die Tugend, liebenswerth, mit Grazien geſchmückt, Hat uns ſo oft in deinem Spiel entzückt. Sie kam, bald wehmuthsvoll und bald umringt von Scherzen, Doch allemahl kam ſie aus deinem Herzen— O mögeſt du, geſchätzte Künſtlerinn, Zum Lohn für deinen Edelſinn, Geſegnet ſeyn mit allen Erdenfreuden Und künftig höchſtens nur auf dem Theater leiden! Auch möge deine Schülerinn, Der wir ſchon jetzo gern verdienten Beyfall geben, Dir ähnlich ſeyn im Spiel und in dem Leben! *) Dieſes Gedicht wurde im Theater ausgetheilt, als Madame Adamberger nach einer ſchweren Krankheit das erſte Mahl wieder in Armuth und Edel⸗ ſinn auftrat. Auf Goͤſchen's Vermaͤhlung. Hynen winket in das Hochzeitbette. An des vielgeliebten Freundes Hand Wankt dahin die ſchöne Henriette, Zaudernd, doch wie er von Lieb' entbrannt. Möget ihr doch immer alſo brennen, Jede Lebensfreude, jede Pein Redlich theilen; edle Seelen können Nur durch Glücklichmachen glücklich ſeyn. Geſan g 9. d 5 bey dem Erntefeſte in Bubenec verſammelten Böh⸗ miſchen Landvolkes in Gegenwart J. J. M. M. des annt. Königs und der Königinn von Böhmen den 12. Auguſt 1792. WLhe Wen braucht der Landmann zu beneiden? Auf Feldern wachſen ſeine Freuden, Und werden mit dem Jahr erneut; Er kennet nicht der Städte Kummer, Sein Tag iſt heiter, ſüß ſein Schlummer, Und ſein Geſchäft iſt Fröhlichkeit. Drum laßt uns dankbar die erheben, Die wachen für das Glück der Welt, Den guten Gott, der es gegeben, Den guten König, der's erhält⸗ n, Die Alten. Fraget nicht um unſre Jahre: 3 Freude ſtehet immer gut; Grau und alt ſind unſre Haare, Aber jung iſt unſer Muth. — 248— Tanzet, ohne matt zu werden, Da die Ernte wohl gerieth, Und das erſte Paar auf Erden Glückliche gern macht und ſieht. Die Mädchen. O ſehet unſern holden König! Ihm ſind die Herzen unterthänig: Wo iſt ein Fürſt geliebt, wie er? Nie reißen dieſer Liebe Bande, Nichts wird für dieſen Fürſten ſchwer. Er wär' der erſte Mann im Lande, Wenn er auch nicht der König wär', Die Jünglinge. Seht auf unſre Königinn! Sehet, welch ein hoher Sinn, Maächtig, alles zu entzücken, Strahlt aus ihren holden Blicken! Heil dir, ſchöne Königinn! N„ Kron' und Purpur kannſt du miſſen, Dennoch bleibſt du Herrſcherinn, Dennoch ſinkt zu deinen Füßen, Was ein Herz hat, gerne hin. Die Männer. Franz, Herrſcher und PVater der Deinen, wir falten Zum Ewigen bethende Hände für dich. Den Enkeln noch woll er den Fürſten erhalten, Der niemahls vom Pfade der Tugenden wich, Verleumder verabſcheut, den Biedermann hört Und durch ſein Betragen uns Redlichkeit lehrt. Die Weiber. Du, die nicht Thereſia nur heißt, Die es iſt am Herzen und am Geiſt, Wirſt auch bald, wie ſie, uns Prinzen geben, Die den Vater nachzuahmen ſtreben. Dann ertönt's in unſerm Königreich? Jauchzt, nun iſt ſie ganz Thereſen gleich! Whle. Erhabnes Paar, du ſteigſt vom Throne, Und nimmſt an unſern Freuden Theil. Der fromme Schnitter rufet: Heil, Heil Leopolds geliebtem Sohne, Und Carolinens Tochter dir! So manche Fürſten ziert die Krone, Ihr aber ſeyd der Krone Zier. Fromme Wuͤnſche „ in 400 Buchſtaben*). Germanien iſt ſtolz, des Edlen Haupt zu krönen, Der unter Auſtriens geliebten Fürſtenſöhnen So herrlich, wie der Mond im Sternenkreiſe, glänzt. Der nur Gerechtigkeit, Wohlthätigkeit nur übet, Ein zweyter Leopold, den holden Hehlzweig liebet, Und jetzt genöthiget, die Stirn mit Lorbeern kränzt. Beglückt, lang' allgeliebt, beherrſch' er ſeine Reiche, Und geb' uns einen Sohn, der ihm an Tugend gleiche. Die Wünſche grub nicht nur die Kunſt in dieſen Stein: Die Liebe grub ſie auch in alle Herzen ein. *) Ein Jüdiſcher Fünſtler, der es im Petſchierſtechen ſehr weit gebracht hat, erbath ſich 400 Buchſtaben, die er in einen Carniol ſtechen, und Sr. Majeſtät dem Faiſer bey deſſen Zuruckkunft von Frankfurt überreichen wollte. zu könen, nen rnenkreiſe, nur übet, veig liebet, ern kränzt. ine Reiche, an Tugend t in dieſen ſchierfechen Vuchſtoben, n zunifut Zueignungsſchriſt an Se. Excellenz Herrn Grafen von Rottenhan.. Oden und Lieder. An mein Saitenſpiel. Das Gluͤck. Die Verlaſſene. An den Freyherrn von Gebler. Lina auf der Redoute. Der Ungluͤckliche an ſeinen hund. Empfindungen auf einem Anſtande. Der Fächer. An den Unbeſtand. Morgengebeth. Abendgebeth. Sehnſucht nach dem Geliebten. Warnung. Der Jiore Lied einer Ronne. An Selinden. An eine verklaͤrte Geliebte. Lied eines Hageſtolzen. „ . . ⸗ Zum Champagner zu ſingen. Linens Veilchen. Aufruf zur Freude. . . . ⸗ Siegwart als Moͤnch im Kloſtergarten. Auf Doris. Lied eines alten Juden. ⸗ Seite Un Blumauer.(Im Rahmen aler Ehemänner.)„ An Sophie Wieland.. Die Geneſung.. 2 Auftrag on Amor. An eine Buhlerinn.. Liebesſchwermuth. 1 Weiberungerechtigkeit.(Rach dem Engliſchen.) Auf einer Donau⸗Fahrt... Die Freyheit. 3 2 An den König Fridrich Wilhelm. Auf den Tod der Jaquet. 8 5 Gluͤck und Unglück.(Rach dem Franzöſiſchen.) Liebeserklärung eines Mädchens.(Aus dem Fran⸗ zöſiſchen.). 2 An Johann von Häring. 3 An Doris.(Bey Ueberſchickung eines Apfels.) Kalliopens Geſang. Von dem Fuͤrſten Kauniß⸗Riet⸗ berg. 3 2 6 2 An die Zeit..... Auf Hadiks Tod.*. 6 2 Alte Liebe roſtet nicht.(Bey der Vermaͤhlung eines Freundes.) K An Leopold II.(Ueber ſeine Erklärung gegen Frank⸗ reich.).. ⸗. Was hilft's? 2 Der Frühling.(Ein Wechſelgeſang von drey Stim⸗ men.). Wahre Zaͤrtlichkeit. An Herrn Joſeph edlen von Reßer. An meine Leyer. ⸗ ⸗ Sinngedichte. An Sophien, die ihren Muff verbrannte. Die beſte Predigt. 2 An— An*** ⸗ ⸗ ⸗. ⸗ ⸗ Seite. 61 64 66 68 69 71 73 74 76 97 99 101 103 105 107 109 113 114 — Frou⸗ iet⸗ eines Frant⸗ Stin⸗ Seite. 89 92 94 97 101 103 105 109 beris). Seite Hie zweyte Magdalena. 6 115 In rin Exemplar einer Ueberſetzung von Drid⸗ Funſt zu lieben. An Schroͤder als Lear. Auf Werthers Grab, in einem Engliſchen Garten geſetzt.. ⸗.. Cleant.. 8 An den Leſer...— An Cleant.. 2 Auf einen alten Freyer...— Auf einen Heuchler.. 2 3. 119 An— 8— eeſ(Aus Catul 56 20 . Grabſchrift... 121 Rur ſechs Sacramente... An den Fuscus.(Aus dem Martial 2 Ein neuer Reihentanz.. Porcia.(Aus dem Martial I. 43.). 123 An den Cecilian.(Aus dem Martial I. 74.) An Sertus.(Aus dem Martial II. 3.) 124 In die Degenklinge eines Officiers zu graben. S An das blinde Fräulein Paradies, eine vortreffli⸗ che Tonkuͤnſtlerinn.. 25 Kinder und Rarren reden die Wahrheit. Gus dem Dwen.).— Die Gerechtiakeit des Glückes. Qus dem Dwen) 125 Wie ein Mädchen ſeyn ſoll.— An Frau von Arnſtein, geborne Ipig⸗ 127 Mirtel wider die Democraten-Wuth.(Ans dem Ft zoͤſiſchen des Grafen von D***)„ Remede nontre du rage demoorate. 2 29 An die Gräfinn v. G—, die mir als Braut ein Gillet ſtickte.... 130 An die Gräfinn v. A. ueberſend dung des Bliom⸗ Der öberſchickte Kuß. 8 5 An eine Freundinn.(Bey Ueberſendung eines Hutes.) Cupido's Fackel und Binde Verſe zu einem vtiehfcen Beytrage.: Grabſchrift eines Schooßhundes. 8 In das Stammbuch eines Metaphyſtterz. 2 Gluͤckwunſch. 3 In das Stammbuch des Herrn Schwarz, eines Daͤniſchen Schauſpielers. 3.. Bey Ueberſendung meines Schattenriſſes.. Vey Ueberſendung meines in Küpfer geſtochenen Por⸗ trätes. An F** 3 Das Wiedervergeltungsrecht.. Was iſt die Liebe. ² Eénichhen Die Vergötterung des Hercules.. 2 Am Huldigungstage Franzens des Zweyten. Bey der Wiederkunft Sr. K. Hoheit des Erzherzogs Carl im Jahre 1797.. ¹ Vermiſchte Snchr. An Leopold den Zweyten.(7900) An Leopold den Zweyten.. 3 4 Auf Leopold des Zweyten Tod. Auf den Tod der Kaiſerinn Louiſe. 8 e Maesta di Francesco Fecondo Imyeradore, e di Maria Teresa Imperadrice per la ſelice „acita di Ferdinando Arciduca d Austria Carme dell“ Ahate Casti Foeta Cesareo. Gedicht auf die Geburt des grgherzog Ferd inand. (Aus dem Itallaͤniſchen des Kaiſerlichen Dich⸗ ters Herrn Abts Caſti.) An die Herren Staͤnde des Koͤnigreichs Böhmen. Glückwunſch, an die Böhmiſche Nation bey der Krönung Leopolds 11 Seite 131 132 133 134 135 130 133 141 163 173 176 181 184 185 212 213 Seite 131 utes.) 132 133 134 ¹35 eines 136 Por⸗ 137 133 141 163 erzog⸗ 16 5 173 176 179 13¹ dore, ſlice „tria Phels 134 aAn Fridrich Joſtas, Herzogen zu Sachſen-Coburg, als Sieger am Rimnik. 2 Auf Loudon.(Geſungen am 12. October Bey Loudons Tode.(1790.) 3 An den Oberſt⸗Lieutenant Grafen von n Dirtrichſein als Courier aus Valenciennes. „ Der Vertrag zwiſchen Liebe und Vernunft, geſchloſ— ſen am Vermaͤhlungstage Franzens Grafen! von N** mit Joſepha Graͤfinn von H**. Auf den Tod der Gräfinn Marie Colloredo. An eine Dame. Bey ihrer Reiſe zu dem Landtage. An die Gräfinn von Wolkenſtein, geborne Gräfinn von Starhemberg.(Bey Ueberſendung des Ruma.). An den Tuͤrkiſchen Geſandten. 3 An Joſeph Fridrich von Retzer.(Bey Gelegenheit der Einnahme von Fort Louis.) An Herrn Curl von Badenfeld bey ſeiner Permäh⸗ lung mit Katharinen von Hauer.(Im Rahmen Eliſabeths v. Duͤrfeld als Pflegemutter der Braut.) An die Frau von R*.(Mit einem ezeintare d er Pucelle d'Orleans von Voltaire... Der Canarien⸗Vogel.(An das Fraäulein von Stinn berg.). 5 2 5 An Madame Adamberger.. 5 2 Auf Göſchen's Vermählung Geſang des bey dem Erntefeſte in Zubende ver⸗ ſammelten Boͤhmiſchen Landvolkes in Gegen⸗ wart J. J. M. M. des Koͤnigs und der Koͤ⸗ niginn von Böhmen den 12. Auguſt 1792. Fromme Wuͤnſche in 400 Buchſtaben. Seite 215 217 218 221 223 227 228 233 234 236 238 240 242 246 246 247 Gedruckt bey B. Ph. Bauer. „ rol Chart Red Magenta Oem