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im Morgenrothe des Lebens unternimmt, ſo verſammeln ſich die hohen Verwandten und beſchließen feierlich, den Don Juan einzuſchiffen und nach den Inſeln zu ſenden, damit er Gott den Herrn erkennen lerne!
Wenn ein Straßenjunge das Schrecken des Viertels geworden und kein Ende ſeiner Zuͤgelloſigkeit abzuſehen iſt, bedroht man ihn mit dem Commiſſarius, mit Ge⸗
. faͤngniß, mit Galeeren, und endigt das furchtbare Crescendo damit:„Es bleibt nichts uͤbrig als ihn zum Schiffsiungen zu machen.“
Das verfehlt nicht zu beweiſen, wie hoch man im
Allgemeinen dieſen ruͤhmlichen Stand haͤlt. Alſo, eines Morgens trat Vater Guichard in das Bodenkaͤmmerlein ſeines Sohns, der, ich weiß nicht durch welchen Zufall oder welche Unregelmaͤßigkeit der Auffuͤhrung, ſich grade unter dem elterlichen Dache und zwar im Bette befand.
Indem er die Augen aufſchlug, entſetzte ſi ſi ch Ma⸗ thieu unwillkuͤhrlich, denn er ſah, daß ſein Vater kei⸗ nen Stock bei ſich hatte.
— Er wird mich erdroſſeln! dachte der Elende.
—„Hͤre, Mathieu,“ ſagte der Vater ruhig,„Du biſt funfzehn Jahr alt und der nichtswuͤrdigſte Hallunke, den ich kenne; Pruͤgel ſchlagen nicht an, Du wirſt es bis
zur Guillotine bringen. Ich bin Soldat geweſen und bin ein ehrlicher Mann, alſo kann das nicht ſo fort⸗ gehen. Du wirſt mit mir nach dem Havre reiſen.“


