Teil eines Werkes 
5. Band (1832)
Entstehung
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gewurzelt iſt, daß Maͤnner von Talent, mit Aufopfe⸗ rung ihres Geſchmacks, gendthigt ſind, ihr zu huldi⸗ gen; daß die ausſchließlich politiſche Richtung ſie merk⸗ wuͤrdig beguͤnſtiat; daß endlich die Liebe zum Gelde oder zum Nuͤtzlichen alle Herzen, alle Geiſter den Eindruͤcken des Wahren, Schoͤnen und Großen ver⸗ ſchließt, und daß der Ueberdruß, die Hinneigung zum Thieriſchen, welche daraus folgt, die Menſchen taͤglich weniger zart in der Wahl ihrer Vergnuͤgungen macht.

Man kann die Mehrzahl der Romane und der dramatiſchen Werke, welche ſeit der Revolution von 1830 auf unſeren Theatern gegeben worden, als ſchmach⸗

volle Spekulationen auf den Parteigeiſt und auf das Haͤßlichſte and Niedrigſte in Geiſt und Herzen des Men⸗

ſchen bezeichnen, als Hohn des guten Geſchmacks und der guten Sitten, welche mit Vorbedacht verletzt wer⸗ den, und das iſt eine noch weit verdammlichere Bar⸗ barei als die erſte.

Zum Ueherfluß noch eine letzte Bemerkung, welche die Wahrheit ans Licht foͤrdern kann, wenn etwa Je⸗ mand noch an dem Barbareizuſtande, in dem wir uns befinden, zweifeln ſollte.

Was die Thiere charakteriſirt, iſt, daß ſie der ge⸗ genwaͤrtige Augenblick und das grobe Beduͤrfniß, wel⸗ ches ſich daran knuͤpft, unaufhoͤrlich und ausſchließlich beſchaͤftigt. Der Menſch, im Gegentheil, zeichnet ſich dadurch aus, daß er von der Gegenwart, wohin er wie

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