Teil eines Werkes 
3. Band (1845)
Entstehung
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fich ſeit einigen Tagen etwas wohler gefuhlt, hatte dem Beſuch zu Ehren das Bett verlaſſen.

Madame, ſagte der ritterliche Kaiſer Alexan⸗ der, ihre Hand an ſeine Lippen ziehend, verzei⸗ hen Sie, wenn ein Feind Frankreichs die Schwelle Ihres Heiligthums betritt. Nicht bloße Neugier, Ew. Majeſtaͤt, nein, der innere Drang des Her⸗ zens, dem Schutzgeiſt des großen Napoleon meine Huldigung darzubringen, treibt mich zu Ihnen. Mit tiefem innigen Bedauern habe ich gehoͤrt, daß die Ereigniſſe der letzten Tage Ew. Majeſtät auf das Krankenlager geworfen, ich bin hieher geeilt, um Sie zu fragen, wie Sie Sich befinden?

Sire, die zarte Aufmerkſamkeit, die Sie einer ungluͤcklichen, von aller Welt verlaſſenen Wittwe zu Theil werden laſſen, hat mich zu tief geruͤhrt, als daß ich meinen Dank in Worte kleiden koͤnnte. Ich bin uͤberzeugt, daß Ew. Majeſtaͤt an meinem Schickſal warmen Antheil nehmen, und freue mich daher, Ihnen ſagen zu koͤnnen, daß ich mich ſeit einigen Tagen etwas wohler fuͤhle. Die Luft iſt mild und rein... iſt es Ew. Majeſtät gefäͤllig,