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wollte nichts hören, obgleich mein Tochtermann ſich heiſer ſchrie, und der Junker ſtrich nur in einem fort den Schnurrbart und ſprach nichts, als:„Es kann nicht ſeyn! Es kann nicht ſeyn!“„Und nun geht heim,“ rief der Schultheiß,„und ſagt euren Weibern, ſie ſollten die Kaffeekeſſel dem Heiden⸗Chriſtoph verkau⸗ fen; geht heim und reißt euch einen Zahn nach dem andern aus, erſt den Saufzahn, und dann den Kauf⸗ zahn, und dann nehmt eure Kinder und bringt ſie dem Junker, der mag ſie ernähren, denn der hat ihnen das Brod genommen!“ Auf dieſe Rede brach's wieder los in der Wirthsſtube, und es kamen immer Mehrere und immer Mehrere, ſo daß Kopf an Kopf ſtand. Die ſprachen und ſchrieen und ſchlugen auf Tiſche und Bänke, und hatten ſtarken Durſt. Und als ſie endlich weggingen, ſpät am Abend, da ſagte der Stophel März zu ſeiner Frau, als er ſeine Säcke leerte:„Bärbel, es iſt nichts ſo ſchlimm, es iſt zu etwas gut!“— Iſt das des Chriſten Abendſegen, und meint das der Herr, wenn er ſagt:„Denen, die Gott lieben, müſ⸗ ſen alle Dinge zum Beßten dienen?“ Wem Alles zum Beßten dienen ſoll, dem muß auch Alles von Gott kommen: Glück und Unglück, Leben und Tod, Armuth und Reichthum!—
6. Was ein Dorn werden will, das ſpitzt ſich bald.
Nun muß ich dich bitten, mein lieber Leſer, auch einmal ein Stückchen Weg's mit mir zurückzugehen, denn ich habe dir noch etwas zu erzählen, das du noch nicht weißt. Von dem alten Schloß ſoll's nicht


