Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1851)
Entstehung
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um Erlaubniß bitte, es Ihnen anzubieten. Das wird für Ihren Hochzeitſchmuck ſein.

Dieſes letzte Wort machte Friedrike erröthen und brachte ein trauriges Lächeln in ihre Augen.

Sie wollte es Anfangs ausſchlagen.

Ich fühle mich durchdrungen von Ihrer Güte, Herr Graf, ſagte ſie;doch ich bin zu arm, um Juwelen von dieſem Werthe zu tragen.

Julius ſuchte liebreich ſie zu bewegen.

Auf, Samuel, bitte mit mir und ſage Fräulein Friedrike, mit ihrem Geſichte verglichen werde dieſes Halsband arm ſein.

Friedrike hätte Unrecht, es auszuſchlagen, nach dem, was Du ihr geſagt haſt, vermittelte Samuel.Es wäre nicht ein Halsband, was ſie ausſchlagen würde, ſon⸗ dern ein Vater.

Wollen Sie meine Tochter ſein? wiederholte Julius.

Oh! meinen Dank, ich nehme es an, ſagte Friedrike, während ſie das Halsband nahm.

An mir iſt es, Dank zu ſagen, rief Julius ent⸗ zückt.Doch da Sie im Zuge ſind, mir zu bewilligen, was ich von Ihnen verlange: ich habe Sie noch um Et⸗ was zu erſuchen. Ich bitte Sie, verlaſſen wir uns heute nicht. Ich habe dieſen Morgen grauſam gelitten, endigen wir wenigſtens mit einander und in der Freude dieſen in der Einſamkeit und im Schmerz begonnenen Tag.

Bewilligt, ſprach Samuel.

Du biſt ein Freund! ſagte Julius.Ohne Euch weiß ich nicht, wie es mir ergangen wäre. Als Fräu⸗ lein Friedrike kam, fühlte ich mich in einem Zuſtande der Erſchlaffung und Niedergeſchlagenheit, in den ich noch nie verfallen war. Es iſt wahrhaftig ein Bedürfniß für mich, heute nicht allein zu bleiben. Die Stunde des Mittagsmahles ſchlägt. Sie werden mit mir in Familie ſpeiſen.