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Mühe zu nehmen, Bourrienne; ich bin ein ächter Janitſchar, was er thun wird, wird gut ſein. Warum zum Teufel ſoll ich mir die Mühe nehmen, eine Meinung zu haben, ſie zu bekämpfen, ſie zu verthei⸗ digen? Es iſt langweilig genug, daß man lebt.“
Und der junge Mann begleitete dieſe Aphoris⸗ men mit einem langen Gähnen; dann fügte er mit dem Tone der größten Gleichgültigkeit hinzu:
„Glauben Sie, daß es Säbelhiebe ſetzen wird, Bourrienne?“
„Wahrſcheinlich.“
„Nun, ſo iſt doch eine Chance da, daß man um⸗ gebracht wird! Mehr brauche ich nicht. Wo iſt der General?“
„Bei Madame Bonaparte; er iſt vor einer Vier⸗ telſtunde hinabgegangen. Haben Sie ihm melden laſſen, daß Sie angekommen?“
„Nein, es iſt mir nicht unangenehm, daß ich Sie zuvor geſehen. Doch halt, ich höre ſeinen Schritt. Er iſt da.“
Im ſelben Augenblicke öffnete ſich raſch die Thüre und jene hiſtoriſche Perſönlichkeit, welche wir incog⸗ nito eine ſchweigſame Rolle in Avignon haben ſpie⸗ len ſehen, erſchien auf der Thürſchwelle in der ma⸗ leriſchen Uniform des Obergenerals von Egypten.
Nur, da er zu Hauſe war, trug er den Kopf bloß.
Roland fand ſeine Augen eingeſunkener und ſeinen Teint bleierner, denn gewöhnlich.
Als er jedoch den jüngeren Mann gewahrte, leuchtete aus ſeinem düſteren oder vielmehr ſinnen⸗ den Auge ein Blitz der Freude.


