Seit ſeiner Hochzeit mit Fräulein Bringueſingue ge⸗ noß er keines freien Augenblickes mehr. Daheim wollten ſeine Frau und Schwiegermutter ihn immer Contretänze ſpielen laſſen, und wünſchte er auszu⸗ gehen, ſo verfehlte ſein Schwiegervater nichh ihn auf Weg und Steg zu begleiten.
„In welchen Sack habe ich mich geſperrt!“ ſagte Edmund bei ſich;„abermals iſt es mein böſer Ge⸗ nius, der mich in die Familie der Bringueſingue warf! Ach, meine Couſine! hätte ich Dich geheirathet, wie glücklich wäre ich geworden... denn Du biſt ſchön,
Du biſt ſanft und geſcheidt.. drei Vorzüge, die man
ſelten vereinigt findet! Aber Du liebteſt mich nicht mehr.. ein Anderer hatte Dein Herz... Freilich, hätte ich Dich in Zeiten geheirathet, ſo wäre Der, welcher mir Deine Liebe raubte, nie zwiſchen uns getreten!“
So verfloß ein Jahr. Im Hauſe des Herrn Pauſe
war das Leben ruhig und einförmig: Arbeit, Unter⸗
haltung und Lektüre füllten die Stunden aus. Con⸗ ſtanze war traurig, aber reſignirt, und bisweilen ver⸗ ſuchte ein Lächeln auf ihren blaſſen Lippen ſich zu zeigen. Man ſprach nie von Edmund, wenigſtens nicht in ihrer Gegenwart, und die Jungfrau 1 ſich, ihn vergeſſen zu haben.
Herr Pauſe beſchäftigte ſich nur mit ſeinem Baß, Herr Ginguet mit Pelagie, und Dieſe fuhr fort, den jungen Angeſtellten, der es endlich zu zwölfhundert Franken gebracht hatte, auf tauſendfältige Weiſe zu quälen.


