Ihr dürft den Glauben, der die Bruſt des Sterbenden über den Kampf der Trennung emporhob, nicht von euch weiſen, wenn jemals euer Geiſt dem ſeinigen ſich befreundet anſchloß. In ſeinem Tode müſſet ihr mit hei⸗ ligen Zügen die Wahrheit geſchrieben leſen, daß es kei⸗ nen Tod gibt, und daß, wenn es einen Tod gäbe, Glaube und Liebe ihn überwinden!
Ja! wir müſſen dieſem Tode, der ſo überraſchend hereinbrach, und unſere Gemüther erſchütterte, nicht nur ſeine drohende Außenſeite nehmen, ſondern auch die höhere Bedeutung deſſelben aufſuchen; wir müſſen, in⸗ dem wir durch ihn das Leben des Entſchwundenen zu enträthſeln beginnen, in die Führungen des geheimniß⸗ vollen Geiſtes, der die Geſchicke des Daſeins alle väter⸗ lich ordnet, mit chriſtlich weiſer Ergebung uns fügen lernen. War es nicht, als ob der Theure die Kürze ſei⸗ nes Bleibens unter uns voraus empfunden hätte, da er ſo ſchnell und ſo mit ganzer Seele die Freuden des Lebens hinnahm? als ob er mit einem vollen Zuge den Becher des harmloſen Genuſſes leeren wollte; als ob er auf der kleinen Strecke ſeiner Lebensbahn eine größere Liebe em⸗ pfangen und ſchenken müßte, als Andere nach mühſamer Reiſe durch die Welt ſich deren rühmen dürfen; als ob es ihm Bedürfniß wäre, deßhalb ſo frühe die Geliebte heim⸗ zuführen, im Kreiſe der Freunde goldene Feierſtunden hin⸗ zubringen, mit jener überall bewunderten Thätigkeit und Vielſeitigkeit dem Zuge ſeiner Kunſt zu folgen, mit ju⸗ gendlichem Feuer den verderbten Geſchmack der Zeit in die Schranken zu rufen, hier für das Panier wahrer Kunſt und ſittlicher Würde zu ſtreiten und ſeinem Na⸗


