Teil eines Werkes 
1. Bd. (1847)
Entstehung
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Die eiſerne Maske. 15

Handſchuhe genauer betrachten. Dieſe Verwegenheit, ver⸗ bunden mit den ihre Reize herabwürdigenden Reden, die ihm ſeine Eiferſucht ausgepreßt hatte, brachte die Königin völlig auf. Vergeſſend was ſie dadurch auf's Spiel ſetzte, ſchob ſie mit einer unwilligen Bewegung des Mundes die Hand des Cardinals zurück und fragte dann mit zuſam⸗ mengebiſſenen Lippen:

Wie, mein Herr?

Ich meine, ſprach der Cardinal ſchnell,ſo lange Sie, gnädige Frau, einer Chevreuſe Gehör geben, wer⸗ den Sie das Gefühl Ihrer Einſamkeit nicht los werden, welches durch das Erwähnte nur übertäubt und nie beſei⸗ tigt werden kann. 5

Wer ſagte Ihnen ſchon, fuhr jetzt die Königin in ihrer unbedachtſamen Art heraus,daß ich mich in meiner Einſamkeit nicht glücklich fühle?

Die dann jedenfalls ausgefüllt ſein müßte, bemerkte Richelieu ſpitzig.

Wenn Sie, Herr Cardinal, antwortete die Königin im höchſten Grade erzürnt,die Bekümmerniß über die Ausfüllung meiner Zeit eine Sorge für das Beſte des Reichs und meiner Familie nennen, ſo erlauben Sie mir andre Begriffe davon zu haben.

Ew. Majeſtät belieben ſcherzweiſe die Einleitung mit der Sache ſelbſt zu verwechſeln. Wenn Sie die Gnade haben wollen, mir noch einen von den Ihnen, wie ich höre, ſo koſtbaren Augenblicken zu ſchenken, ſo werden Sie bald ermeſſen, wie genau die von mir namhaft gemachten Män⸗ ner mit dem Zweck der erbetenen Audienz, dem Wohle des Ganzen zuſammenhängen. Ich brauche Ihnen die acht Kriege der Hugenotten nicht detaillirt in Erinnerung zu bringen,

um Ihnen die Nothwendigkeit einleuchtend zu machen, daß