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„Was wollen Sie, mein lieber Herr Gérard? ich fühle für Sie, ich weiß nicht warum, eine wahre Zärtlichkeit: die Sympathien laſſen ſich nicht erklären. Da ich nun, ich wiederhole es Ihnen, nicht ſo oft kommen kann, als ich wünſchte, ſo muß ich Sie bitten, mich wenigſtens zweimal in der Woche mit Ihrem Beſuche zu beehren. Das wird Ihnen hoffentlich nicht unangenehm ſein, mein lieber Herr?“
„An welchem Orte werde ich aber die Ehre haben, Ihnen meine Beſuche zu machen, mein Herr?“ fragte mit einem gewiſſen Zögern Herr Gérard.
„In meinem Bureau, wenn Sie wollen.“
„Und Ihr Bureau liegt?“
„Auf der Polizeipräfectur.“
Herr Gérard warf bei dem Worte Polizeiprä⸗ fectur den Kopf zurück, und als hätte er ſchlecht gehört, wiederholte er:
„Auf der Polizeipräfectur?“
„Allerdings, Rue de Jeruſalem... In welcher Hinſicht ſetzt Sie das in Erſtaunen?“
„Auf der Polizeipräfectur?“ wiederholte Herr Gérard mit leiſer Stimme und ängſtlicher Miene.
„Ah! wie ſchwer verſtehen Sie, Herr Gérard
„Nein, nein, ich begreife, Sie wollen ſicher ſein, daß ich Frankreich nicht verlaſſe?“
Oh! das iſt es nicht! Sie ſtellen ſich wohl vor, daß ich das Auge auf Ihnen habe, und daß ich, fiele es Ihnen ein, Frankreich zu verlaſſen, Mittel fände, Sie daran zu verhindern.“
„Wenn ich Ihnen aber mein Ehrenwort gebe?..
„Das iſt in der That eine Garantie; doch es liegt mir daran, Sie in meinen Händen zu haben...
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