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„Sie werden mich vielleicht ein wenig weitſchweifig finden; doch ich dachte, mein Leben ſei ein ſo wich⸗ tiges Ereigniß in Ihrer Exiſtenz, daß Sie jede Einzel⸗ heit dieſes äußerſten Augenblicks intereſſiren müſſe.“
„Und Sie haben Recht, mein Herr,“ erwiederte Lorédan, ernſt geworden.„Fahren Sie fort; ich höre Sie.“
„Die Stimme des Predigers gelangte zu mir, ehe ich ſeine Perſon ſah; dieſe Stimme vibrirte, bald ſanft,— immer eindringend. Einige Minuten hörte ich nichts Anderes, als Töne, ein muſikaliſches Ge⸗ räuſch, ein ſüße, harmoniſche Melodie; ich war ſchon ſoweit in der zukünftigen Welt, daß die Stimme die— ſer Welt, die ich als die Vergangenheit betrachtete, einige Zeit brauchte, um zu mir zu kommen. Bei den erſten Worten, die ich hörte, und von denen ich mir Rechenſchaft gab, erkannte ich, der Prieſter predigte, nicht gegen den Selbſtmord, ſondern über den Selbſt⸗ mord,— der Text war von ſehr hoch genommen aus dem ſocialen Geſichtspunkte,— über die Pflich⸗ ten des Menſchen gegen ſeines Gleichen, über die Leere,— ich finde kein Wort und werde eins machen, über die unausfüllbare Leere, die in ſeinem Thätigkeitskreiſe der Menſch zurückläßt, der vor dem von der Vorſehung bezeichneten Augenblicke ſtirbt. Er führte den Vers von Shakeſpeare an, wo Hamlet gegen den Selbſtmord reagirt, der ihn bedrängt, zum Grabe hintreibt:
„Es fällt kein Sperling ohne Gottes Beſehl.“
„Er griff an und ſtürzte nieder, eins nach dem andern, wie es ein geduldiger Sturmbock mit einer


