Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1855)
Entstehung
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ſie hatte ihn ſogleich erkannt: ihr Geſicht war ſchon an die Nacht gewöhnt.

Sie warf ſich in ſeine Arme, denn es war ein

Augenblick, wo die Angſt ſie Alter und Geſchlecht vergeſſen ließ: es handelte ſich nur noch um das Leben oder den Tod. Sie klammerte ſich an ihn an wie ein Schiffbrüchiger an einen Felſen, mit unartikulirtem Schluchzen und krampfhaftem Um⸗ ſchlingen.

Ah! ah! Sie haben mich alſo nicht verlaſſen? rief ſie endlich.Man hat mich verhaftet, hierher geſchleppt; unter der Menge, die mir folgte, erblickte ich Tinguy; ich rief:Marceau! Marceau! und er verſchwand. Ohl ich hoffte entfernt nicht, Sie wie⸗ derzuſehen... ſogar hier wiederzuſehen. Doch nun

ſind Sie da. Sie ſind da... Sie werden mich

nicht mehr verlaſſen... Sie werden mich wegfüh⸗ ren, nicht wahr?... Sie werden mich nicht hier laſſen.

Gern möchte ich Sie um den Preis meines Blutes ſogleich dieſem Orte entreißen, aber...

Ah! ſehen Sie, fühlen Sie doch dieſe triefenden Mauern, dieſes verfaulte Stroh an; Sie, der Sie General ſind, können Sie nicht..

Blanche, hören Sie, was ich kann: an dieſe Thüre klopfen, den Stockmeiſter, der ſie öffnen wird, niederſchießen; Sie bis in den Hof tragen, Sie die Luft einathmen, den Himmel ſchauen und mich Sie vertheidigend tödten laſſen; bin ich aber todt, Blanche, ſo wird man Sie in dieſen Kerker zurück⸗ führen, und es wird kein Menſch mehr auf Erden leben, der Sie retten kann.

wir rep