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„Ich werde eines Tags aus der Baſtille heraus⸗ kommen, und an dieſem Tage...“
„Bah! Sie ſind alt, und die Baſtille wird länger währen als Sie.“
„Vielleicht!“ antwortete Rétif mit einem Tone, der Auger ſchauern machte.
„Sie ſchlagen alſo aus, um was ſich alle unſere vornehme Herren zur Zeit unſeres ſeligen Königs Ludwig XV. bewarben?“
„Ich bin kein vornehmer Herr.“
„Sie wollen lieber Ihre Tochter von dem erſten dem beſten gemeinen Kerl nehmen laſſen, als ſie einem Prinzen geben?“
„„Die Frau eines Kohlenbrenners iſt ſchätzbarer, als die Maitreſſe eines Fürſten.““
„Das iſt bekannt,“ erwiederte Auger,„und Rouſſeau, als er dies in einem Buche ſchrieb, das er Frau von Pompadour widmete, war, was er oft geweſen iſt, ein entſetzlich einfältiges, dummes, töl⸗ piſches Thier! Doch Sie, vernehmen Sie, was geſchehen wird: Ihre Tochter wird nicht die Frau eines Prinzen
ſein, wohl aber die Maitreſſe eines Kohlenbrenners.“
„Zurück, Verſucher!“
„Phraſen! glauben Sie mir, ziehen Sie Ihre Tochter zu Rathe; denn bin ich es nicht, ſo wird ſie ein Anderer beſchwatzen, und zwar minder vor⸗ theilhaft, das ſchwöre ich Ihnen. Ich faſſe mich alſo kurz:— Anerbieten eines Prinzen;— Allmacht eines Prinzen;— Reichthümer dieſes Prinzen;— perſönliche Eigenſchaften des genannten Prinzen, welche wohl fähig, die junge Perſon zu verführen, ohne daß ich die Hände dabei im Spiele habe, und


