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Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 9.-12. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Auge parirte und dann ſogleich mit einem ächten Pa⸗

riſer Fußtritt erwiederte.

Auf dieſen erſten Fußtritt ſolgte ein zweiter, der

den Skeptiker niederwarf.

Dann bückte ſich Pitou zu ſeinem Gegner hinab, als wollte er dem Siege höchſt fatale Folgen geben, und Jeder eilte ſchon Boniface zu Hülfe, als ſich Pitou wieder erhob und ſprach:

Erfahre, daß die Sieger der Baſtille nicht auf Fauſtſchläge kämpfen. Ich habe einen Säbel, nimm einen Säbel und machen wir ein Ende.

Hienach zog Pitou vom Leder, vergeſſend oder nicht vergeſſend, daß es in Haramont nur ſeinen Säbel und den des Flurſchützen, der anderthalb Fuß kürzer war, als der ſeinige, gab.

Es iſt wahr, um das Gleichgewicht herzuſtellen, ſetzte er ſeinen Helm auf.

Dieſe Seelengröße elektriſirte die Verſammlung; man kam überein, Boniface ſei ein Lümmel, ein dum⸗ mer Kerl, ein Einfaltspinſel, unwürdig, an der Ver⸗ der öffentlichen Angelegenheiten Theil zu nehmen.

Dem zu Folge ſtieß man ihn aus.

Ihr ſeht das Bild der Revolutionen von Paris, ſprach ſodann Pitou.Wie es Herr Prudhomme oder Louſtalot geſagt hat, ich glaube, es iſt der tugend⸗ hafte Louſtalot... ja, er iſt es, ich bin deſſen ſicher:

Die Großen ſcheinen uns nur groß, weil wir auf den Knieen ſind: ſtehen wir auf.

Dieſer Spruch hatte nicht die geringſte Beziehung zu der Lage der Dinge. Doch vielleicht gerade deshalb brachte er eine wunderbare Wirkung hervor.

Der Skeptiker Boniface, der ungefähr zwanzig Schritte entfernt ſtand, war davon betroffen, kam de⸗ müthig herbei und ſagte zu Pitou:

Du mußt uns nicht böſe ſein, Pitou, wenn wirt

die Freiheit nicht ſo gut kennen, als Du.