Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Wie ſoll ich ſterben, Graf? ſagte ſtolz die Kö⸗ nigin;ich bitte, lehren Sie mich das.

Als Opfer, Madame, antwortete ehrfurchtsvoll Herr von Charny,wie eine Königin fällt, lächelnd, und denjenigen, welche Sie ſchlagen, verzeihend. Ah! hätten Sie fünfmalhunderttauſend Mann, wie ich, ſo würde ich Ihnen ſagen: Brechen wir auf; brechen wir noch in dieſer Nacht auf, brechen wir auf der Stelle auf, und morgen würden Sie in den Tuilerien regie⸗ ren; morgen hätten Sie Ihren Thron wiedererobert.

Oh! rief die Königin,Sie ſind alſo verzwei⸗ felt, Sie, auf den ich meine erſte Hoffnung geſetzt habe?

Ja, ich bin verzweifelt, Madame, weil ganz Frank⸗ reich denkt wie Paris, weil Ihr Heer, wäre es ſiegreich in Paris, von Lyon, Rouen, Lille, Straßburg, Nantes und hundert anderen Städten verſchlungen würde. Auf, auf, Muth, Madame, den Degen in die Scheide.

Ah! ah! darum werde ich ſo viele brave Leute um mich verſammelt, darum werde ich ihnen Muth ein⸗ geflößt haben! ſagte die Königin.

Wenn das nicht Ihre Anſicht iſt, Madame, befeh⸗ len Sie, und noch in dieſer Nacht marſchiren wir gegen Paris. Sprechen Sie.

Es lag ſo viel Ergebenheit in dieſem Anerbieten des Grafen, daß es die Königin mehr erſchreckte, als es eine Weigerung gethan hätte; ſie warf ſich in Ver⸗ zweiflung auf ein Sopha, wo ſie lange gegen ihren Stolz kampfte.

Endlich erhob ſie das Haupt und ſprach:

Graf, Sie wünſchen, daß ich unthatig bleibe?

Ich habe die Ehre, es Eurer Majeſtät zu rathen.

Das wird geſchehen ſein. Kommen Sie wieder.

Ach Madame, ich habe Sie erzürnt? ſagte der

Graf, während er die Königin mit einer Traurigkeit

erfüllt von unausſprechlicher Liebe anſchaute. Nein; Ihre Haud.