Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Haß, gegen wen? Ah! Sie zögern abermals, Prinz; nehmen Sie ſich in Acht, wenn Sie ſo erzählen, ſo werde ich, ſtatt mich an Sie zu wenden, wie ich es thue, einen von meinen Piqueurs nach Paris ſchicken; er braucht eine Stunde, um dahin zu kommen, eine Stunde, um ſich zu erkundigen, eine Stunde, um zurück⸗ zukehren, und in drei Stunden wird mir dieſer Menſch

die Ereigniſſe ganz einfach und wie ein Herold Homers

erzählen.

Herr von Dreur⸗Brézé trat mit einem Lächeln auf den Lippen vor und ſagte:

Aber, Madame, was iſt Ihnen am Haſſe des Volkes gelegen; das muß Sie durchaus nichts kümmern. Das Volk kann Alles haſſen, nur Sie nicht.

Die Königin nahm nicht einmal die Schmeichelei auf. Raſch, Prinz, ſagte ſie zu Herrn von Lambeseg, ſprechen Sie.

Wohl denn, ja, Madame, das Volk handelt im Haſſe.

Gegen wen?

Gegen Alles, was daſſelbe beherrſcht.

Ah! gutl das iſt die Wahrheit! das fühlt ſich! verſetzte eniſchloſſen die Königin.

Ich bin Soldat, Eure Majeſtät, erwiederte der r

inz. Put, gut, ſprechen Sie als Soldat. Laſſen Sie hören, was iſt zu thun? Nichts, Madame. Wie! Nichts? rief die Königin, das Gemurmel benützend, das ſich bei dieſen Worten unter den ge⸗

ſtickten Röcken und goldenen Degen ihrer Geſellſchaft

erhoben hatte.Nichts! Sie, ein lothringiſcher Prinz,

kommen und ſagen dies der Königin von Frankreich in

dem Augenblick, wo das Volk, nach Ihrem eigenen Geſtändniſſe, mordet und brennt; Sie ſagen, es ſei nichts zu thun!