vrießlichen, als ſorgenvollen Stirne alle die Gedanken,
die ſich in ihm drängten, nicht leſen könne.
„Mein Herr,“ ſagte er, auf Gilbert einen Blick heftend, der klarer und beobachtender, als ſich dieſer wohl gedacht hatte,„mein Herr, iſt es wahr, daß Sie der Verfaſſer der Denkſchriften ſind, die mich ſo ſehr in Erſtaunen geſetzt haben?“
„Ja, Sire.“
„Wie alt ſind Sie?“
„Zweiunddreißig Jahre, Sire; doch das Studium und das Unglück verdoppeln das Alter. Behandeln Sie mich als einen Greis.“
„Warum haben Sie ſo lange gewartet, um vor mir zu erſcheinen?“
„Sire, weil ich kein Bedürfniß hatte, Eurer Ma⸗ ſtät das mündlich zu ſagen, was ich freier und leichter ſchrieb.“
Ludwig XVI. dachte nach
„Sie haben keine andere Gründe?“ ſagte er arg⸗ wöhniſch.
„Nein, Sire.
„Aber wenn ich mich nicht täuſche, müſſen Sie gewiſſe Umſtände von meiner wohlwollenden Geſinnung für Sie unterrichtet haben.“
„Eure Majeſtät meint jene Art von Rendezvous, das ich dem König zu geben die Verwegenheit hatte, als ich ihn nach meiner erſten Denkſchrift vor fünf Jahren bat, ein Licht Abends um acht Uhr an ſein Fenſter zu ſiellen, um mir zu bezeichnen, er habe meine Arbeit geleſen.“
„Und.. ſagte der König befriedigt.
„Und am beſtimmten Tage und zur beſtimmten Stunde wurde das Licht in der That dahin geſtellt, wohin es zu ſtellen ich Sie erſucht hatte, Sire.“
„Hernach?“
„Hernach ſah ich es dreimal ſich erheben und wieder ſenken.“


