Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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kratiſchen Eifer der Gonvernante der Kinder von Frank⸗ reich.

Die Königin ſtieg die ſchmutzige, ſchmale, tannene Treppe, ſich auf den Arm ihres Gemahls ſtützend, hinauf.

Im erſten Stocke hielt ſie anz ſie glaubte, zwanzig Stufen erſteigend, habe ſie genug gethan; doch die Stimme des Kellners rief:

Höher! höher!

Auf dieſe Aufforderung ſtieg die Königin noch wei⸗ ter hinauf.

Der Schweiß der Scham perlte auf der Stirne von Barnave.

Wie, höher? fragte er.

Ja, erwiederte der Kellner,hier ſind der Speiſe⸗ ſaal und die Zimmer der Herren von der Nationalver⸗ ſammlung.

Eine Blendung zog über die Augen von Barnave. Pétion hatte die Zimmer des erſten Stocks für ſich und ſeine Collegen genommen und die königliche Familie in den zweiten verbannt.

Der junge Abgeordnete ſagte indeſſen nichts; doch da er ohne Zweifel die erſte Bewegung der Königin fürchtete, wenn ſie die Zimmer des zweiten Stockes von Pétion für ſie und ihre Familie beſtimmt ſehen würde, ſo ſetzte Barnave, als er in den zweiten Stock kam, das königliche Kind auf den Ruheplatz.

Madame! Madame! ſagte der junge Prinz zu ſeiner Mutter,mein Freund Barnave geht.

Er thut wohl daran, erwiederte lachend die welche einen Blick auf die Wohnung geworfen

atte.

Die Wohnung beſtand aus drei in einander gehen⸗ den Zimmern.

Die Königin quartierte ſich im erſten mit Madame Royale ein; Madame Eliſabeth nahm das zweite für