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einen andern Sinn dafür weißt,“ erwiederte Pétion auf das Allernatürlichſte.
Barnave ſchwieg. Dieſer Wahlſpruch, den er am Tage vorher erhaben fand, ſchien ihm faſt grauſam in der gegenwärtigen Lage.
Doch er nahm die Hand des Dauphin und ſenkte ehrerbietig ſeine Lippen auf dieſe Hand.
Die Königin wiſchke verſtohlen eine von ihrem Her⸗ zen zu ihrem Angenlide emporgeſtiegene Thräne ab.
Und der Wagen, der Schauplatz dieſes ſeltſamen, bis zur Naivetät einfachen kleinen Dramas rollte mitten durch das Geſchrei der tobenden Menge, ſechs von den acht Perſonen, die er enthielt, zum Tode führend, immer weiter.
Man kam nach Dormans.
XCVI.
Der Schmerzensweg.
Hier war nichts für den Empfang der königlichen Familie vorbereitet, und dieſe ſah ſich genöthigt, in einem Wirthshauſe abzuſteigen.
Geſchah es auf Befehl von Pétion, den das Still⸗ ſchweigen des Königs und der Königin auf dem Wege ſehr verletzt hatte, war das Wirthshaus wirklich voll, man fand für die erhabenen Gefängenen nur drei Man⸗ ſarden, mit denen ſie ſich begnügen mußteu.
Als er vom Wagen ſtieg, wollte ſich Charny, nach ſeiner Gewohnheit, dem König und der Königin nähern,
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