Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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hatte ſie zu fürchten aufgehört; ſtatt alſo dem ge⸗ gebenen Befehl zu gehorchen, rief ſie:

Herabkommen? und was drunten thun?

Nun, natürlich um mir aufzumachen, ant⸗ wortete Herr de la Graverie.

Mariannens Geſicht, das bisher ſüßlich und ängſtlich geweſen, wurde jetzt zänkiſch und wider⸗ belliſch.

Sie riß eine lange Nadel, die ſie zwiſchen ihre Haube und ihre Haare geſteckt hatte, heraus, nahm ihre unterbrochene Strickarbeit wieder vor und rief:

Um Ihnen zu öffnen? um Ihnen zu öffnen?

Allerdings.

Haben Sie Ihren Hausſchlüſſel nicht?

Ob ich ihn habe oder nicht habe, ich ſage Euch, daß Ihr herabkommen ſollt.

Nun das iſt ſchön, Sie haben ihn alſo ver⸗ loren, denn ich weiß ganz gewiß, daß Sie ihn heute früh hatten: als ich Ihre Kleider bürſtete, iſt er aus Ihrer Hoſentaſche herausgefallen, und ich habe ihn wieder hineingeſteckt. Das iſt eine Gedanken⸗ loſigkeit, deren ich Sie in Ihrem Alter nicht fähig geglaubt hätte; aber man hat täglich noch etwas zu lernen.

Marianne, verſetzte der Chevalier, indem er leichte Zeichen von Ungeduld gab, welche bewieſen, daß er nicht ſo gänzlich unter der Herrſchaft ſeiner Haushälterin ſtand, wie man glauben konnte, ich ſage Euch, daß Ihr herabkommen ſollt.

Er hat ihn verloren! rief dieſe, ohne die kaum bemerkliche Schattirung zu beachten, die im