32 Die Pickwicker.
konnte,»wenn es mir nicht mehr koſten würde, deinen alten Leichnam zu zerſchlagen, als er ſpäter je werth wäre, ſo würde ich Dich ſehr bald dem Feuer übergeben.«⸗
»Er hatte kaum dieſe Worte geſprochen, als aus dem Innern des Schrankes ein leiſes Aechzen zu ertönen ſchien. Es erſchreckte ihn anfangs, nach kurzer Ueber⸗ legung dachte er jedoch, das Geräuſch könne durch Jemand in dem benachbarten Zimmer veranlaßt worden ſein, ſetzte ſeinen Fuß auf das Kamingitter und nahm das Schüreiſen, um das Feuer heller anzufachen.— In dem Augenblick ertönte derſelbe Laut wieder, eine der Glas⸗ thüren öffnete ſich langſam, und zeigte ihm eine blaſſe, abgemagerte Geſtalt, die in beſchmutzter und abgetragener Kleidung aufrecht im Schranke ſtand.— Sie war groß und ſchlank, ihre Züge ſprachen Pein und Betrüb⸗ niß aus, aber es lag etwas in der Hautfarbe und in der unheimlichen Erſcheinung der ganzen Geſtalt, welches keinem menſchlichen Weſen angehören konnte.
»Wer ſind Sie?« rief der neue Miethsmann ihr zu, indem er leichenblaß wurde, jedoch das Schüreiſen emporhob, und nach dem Geſicht der Geſtalt zielte; »wer ſind Sie?«
»Schleudre das Eiſen nicht nach mir,« erwiederte die Geſtalt.»Wenn Du auch noch ſo richtig zielſt, ſo wird es ohne Widerſtand hindurchfahren, und nur die Bretterwand hinter mir beſchädigen.— Ich bin ein Geiſt.«
»Und darf ich fragen, was Sie hier wollen?« ſtot⸗ terte der Miether.
»In dieſem Zimmer,« erwiederte die Erſcheinung, »wurde mein irdiſches Glück vernichtet, und ich und meine Kinder zu Bettlern gemacht.— In dieſem Schranke deponirte man die ſeit Jahren angeſammelten Akten eines
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