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Leben und Abenteuer des Capitäns Singleton / von Verf. des "Robinson Crusoe". Aus d. Engl. von Carl Kolb
Entstehung
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bis mir unglücklicherweiſe etwas entfuhr, was, ſo viel ich mich erinnere, Bezug auf die barbariſche Behandlung meines Herrn hatte, worauf man mir mit einem Stocke die Fuß⸗ ſohlen ſo unbarmherzig zerarbeitete, daß ich mehrere Tage weder gehen noch ſtehen konnte. Doch auch bei dieſer Ge⸗ legenheit war mir das Glück günſtig; denn als der Corſar unſer Schiff als Priſe im Schlepptau Angeſichts der Bai von Cadix auf die Meerenge von Gibraltar losſteuerte, wurde er durch zwei große portugieſiſche Kriegsſchiffe angegriffen, genommen und nach Liſſabon geführt.

Da mich meine Gefangenſchaft wenig kümmerte, und ich überhaupt nicht wußte, welche Folgen für mich daraus erwachſen könnten, ſo ließ ich mir meine Befreiung nicht angelegen ſein; denn was hätte ſie mich auch nützen können? Mein Herr, der einzige Freund, den ich auf Erden beſaß, war in Liſſabon an ſeinen Wunden geſtorben, und es blieb mir daher in einem fremden Lande, wo ich Niemand

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nicht einmal die Sprache kannte, nichts übrig, als Hunger

zu ſterben. Jedenfalls war mein Loos ſo ein beſſeres, als ich hoffen durfte; denn als die übrigen von unſerer Mann⸗

ſchaft ihre Freiheit und das Recht erhalten hatten, hinzugehen,

wo es ihnen beliebte, blieb ich, da ich nirgends hin wußte, mehrere Tage auf dem Schiffe, bis mich endlich ein Lieute⸗

nant ſah und Erkundigung einzog was der junge engliſche Hund hier wolle, und warum man ihn nicht an's Land bringe.