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Den 12. November. Eine ſchlafloſe Nacht, aus Un⸗ ruhe um Laura. Gegen Morgen kam ich zu dem Ent⸗ ſchluſſe zu verſuchen, ob nicht eine Veränderung der Um⸗ gebung günſtig auf ſie wirken werde. Sie kann doch un⸗ möglich in ihrem jetzigen Zuſtande erſtarrter Unempfindlich⸗ keit bleiben, wenn ich ſie von Limmeridge hinwegnehme und mit den lieben Geſichtern alter Bekannten umgebe? Nach einiger Ugperlegung entſchied ich mich, an die Arnold's in Berrlier nun Sie ſind einfache, liebevolle, gaſtfreundliche Leute; und ſie hat ſie ſeit ihrer Kindheit gekannt. Als ich den Brief in die Poſttaſche geſteckt, ſagte ich ihr, was ich gethan habe. Es wäre mir eine Beruhigung geweſen, wenn ſie den Muth gezeigt hätte, Einwendungen zu machen und ſich zu widerſetzen. Aber nein, ſie ſagte blos:„Mit Dir, Marianne, will ich gehen, wohin Du willſt. Du wirſt gewiß Recht haben. Ich denke wohl, daß die Abwechſelung gut für mich ſein wird.“
Den 13. November. Ich habe an Mr. Gilmore ge⸗ ſchrieben und ihn benachrichtigt, daß wirklich Ausſicht darauf vorhanden, dieſe elende Heirath vor ſich gehen zu ſehen, und erwähnte zugleich meiner Abſicht, zu verſuchen, was eine kleine Abwechſelung für Laura zu thun im Stande ſei. Ich hatte nicht das Herz dazu, in die Einzelheiten einzugehen. Dazu iſt es noch Zeit genug, wenn wir dem Ende des Jahres näher kommen.
Den 14. November.— Drei Briefe für mich. Der erſte von den Arnold's voller Freude über die Ausſicht, Laura und mich bei ſich zu ſehen. Der zweite von einem der Herren, an die ich in Walter Hartright's Intereſſe ſchrieb und der mich benachrichtigt, daß er das Glück ge⸗
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