Erſtes Buch: Anna Bolehn. 7
fragte der Graf von Surreh mit einem bedeutungsvollen Lächeln.
„Keineswegs, Mhlord!“ erwiederte Jener, ſeinerſeits lächelnd.„Sie wird ſo königlich beherbergt werden, als wäre ſie Königin von England. In der That, der Königin eigne Zimmer ſind für ſie angewieſen worden.“
„Gut,“ antwortete Surrey.„Und Ihr habt auch für den Empfang des päbſtlichen Legaten, Cardinal Campeggio, geſorgt?“
Bouchier verbeugte ſich.
„Und für Cardinal Wolſey?“ fuhr Jener fort.
Der Hauptmann verbeugte ſich noch einmal.
„Um Eure Herrlichkeit der Nothwendigkeit zu überheben, noch fernere Fragen zu thun,“ ſagte er,„erlaube ich mir in Kürze zu berichten, daß ich alles ſo gethan habe, als ob Ihr es ſelbſt gethan hättet.“
„Etwas ausführlicher, Hauptmann, wenn ich bitten darf,“ ſagte Surrey.
„Sehr gern, Mylord,“ antwortete Bouchier.„In Eurer Herrlichkeit Namen alſo, als Unterkammerherr, in welcher Würde ich auftrat, berief ich den Dechanten und die Kano⸗ niker des St. Georgen⸗Stifts, den Beamten vom Schwarzen Stabe, den Befehlshaber der Almoſenritter und die ſämmt⸗ lichen Hausbeamten, und eröffnete ihnen in wohlgeſetzter Rede, die, wie ich mir ſchmeichle, ſo ſchön war, als Eure Herrlichkeit bei allen Euren dichteriſchen Gaben nur irgend eine hätte halten können, daß des Königs Majeſtät, zur Zeit in Hampton⸗Court verweilend, um mit den beiden Cardinälen Wolſey und Campeggio die Eheſcheidung von ſeiner Königin, Catharine von Arragonien, zu berathen, das große Feſt des hohen und edlen Hoſenbandordens in dieſem ſeinem Schloſſe zu Windſor am St. Georgentage— iſt zu ſagen am übermorgigen Tage— zu feiern beſchloſſen


