4
294 8 Der Bärenbaum.
Es mochte 10 Uhr Morgens ſein, als P. mir plötzlich eine dicke Cypreſſe zeigte, die dicht am Ufer des kleinen Fluſſes ſtand, und verſicherte, daß in dieſer der Bär ſtecke. Der Baum mochte über 4 Fuß im Durchmeſſer haben, und in der Rinde waren deutliche Spuren von den Klauen des Bären
eingedrückt, wir rüſteten uns daher bald zu unſerem Vor⸗
haben.
P. hatte erſt den Schläfer durch Rauch heraustreiben wollen, doch da dieß nur zu oft ſehr viel Zeit wegnehmen ſoll und wir jetzt zu Zweien waren, machten wir uns daran, den Baum, der noch dazu unten faſt ganz hohl war, mit unſeren Tomahawks umzuhauen. Wir brachteu das Pferd in ſichere Entfernung, und bald erklang der Wald von wiederholten Schlägen unſerer kleinen Aexte. Die Hunde, denen die Sache ein wenig zu langweilig zu werden anfing(denn ſchon mochte es 2 Uhr ſein, und der Baum ſtand noch immer) hat⸗ ten ſich zerſtreut und jagten um uns herum nach Kaninchen und Waſchbären.
Wir hatten eine Weile ausgeruht, ein paar Biſſen ge⸗ geſſen und eben wieder unſere Arbeit begonnen, als Pearce plötzlich ausrief: Look out! the bear!*)
Schon beim erſten Worte hatte ich zur Büchſe gegriffen. Wie ein Blitzſtrahl fuhr der Bär jetzt am Baume herunter, und das Gewehr auf ihn abdrücken, es wegwerfen und mit dem Meſſer auf ihn zuſpringen, war bei uns beiden das Werk eines Augenblicks; doch ſchlangengleich ſchlüpfte die Beſtie
*) Hab Acht! der Bär!


