Heft 
(1994) 2/1994. Juni 1994
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20 Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer

Wofram Weiss: Persönlicher Bericht von der Studienfahrt

Meine Polenreise nach Auschwitz und Majdanek

Nun ist es endlich soweit! An einem kalten Morgen im Monat März verlas- se ich Frankfurt in Richtung Nord- osten.

Schon nach einigen Stunden ent- wickeln sich im Bus die ersten Ge- spräche. Am 2. Tag erreichen wir un- ser erstes und wohl auch wichtigstes Ziel: das Vernichtungslager Au- schwitz. Am späten Abend entdecke ich das Tor, das mit diesem zynischen Spruchumrahmt' ist. Wie oft sah ich es schon auf Bilder; jetzt ist es Realität.

Warum bin ich hier?

Die erste Nacht in Auschwitz schla- fe ich sehr unruhig. Während ich auf meinem Bett wach liege, spüre ich den Wunsch der plötzlich aufkommenden

Das ehemalige Klostergebäude der Karmeliterinnen in Auschwitz

Frage nachzugehen, warum ich ei- gentlich hier bin.. Da ist der ständig sich verstärkende Neo-Nazismus in diesem Land, der mich unruhig macht, und die zunehmende Gewalt- bereitschaft gegen ausländische Mit- bürger. Die Bemühungen um eine Entsorgung der deutschen Ge- Schichte gipfeln in dem eiskalten Ver- breiten der Auschwitz-Lüge... Kindheitserlebnisse Ich denke noch an mehr persönli- che Erlebnisse, die aus ferner Kind- heit resultieren.(¶n der Gruppe konn- te ich in den Tagen noch ausführli- cher darüber reden.) Mit 10 Jahren begann für mich die paramilitärische Erzichung bei der Hitlerjugend. Wir schriendenn wir fahren gegen En-