Mitteilungsblatt Nr. 5 Lagergemeinschaft 4 AUSCHWT2 Freundeskreis der AUSCHWTZERe. V. DasS UMSRRE ENKEL NIE WTEDERR 8S0 ETMAS BRLEBREN. 2 e1 Besucher von Auschitz berichten— kugen Bckert, Jahrgang 19„verbrachte vährend eines Arbeitsetn- satzes der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienstenim Frühjahr 1983 einige Zeit in Auschwitz. Seine tiefe Betroffenhett schiLdert er in einem 1ängeren Bericht, den vir an dtessr Stelle auszugsveise veröffentlichen. nKanada“, das Vort Klüngt nach ausgedehnten väldern und grenzen- 1oser Freiheit.»Kanada“, ich stehe im östlichen Tei1 des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Rirkenau und starre auf einen Berg aus inelnander verschmolzenen scheren, Löffeln, Gabeln und ſiessern. welchen Schub1Läden und Nähkästen sie wohl stanmen?Durch welche Hnde sie vohl gegangen sind?sie könnten Geschichten erzählen: über Häuser und iHenschen, über Pörfer und städte, in unterschied1i- chen europiitschen Sprachen. Aber sie sind durch das Feuer gegangen, genauso vie ihre Besitzer, und bis zur Unkenntlichkeit verbrannt⸗. nKanada“, so hießen in tronischer iäftlingssprache die io1zbaracken, in denen der persönliche Besitz der Ermordeten gesammelt und sortiert vurde. Um die Spuren und Bewetse ihrer Verbrechen zu ver- bergen, 1egte die S8 kurz vor der Befreiung des Lagers in den 35 Baracken Feuer. Sechs davon brannten nur teilveise aus. Dort fand man Ju8 820 janneranzüge, 836 525 Frauenkleider, 5 255 Paar Frau- enschuhe, 38 ooo0 Paar Herrenschuhe, 13 69% Teppiche, sov1e eine große Anzahl von Prothesen, Scheren, Zahnbürsten.„ Wie so11 ich das begreifen? Ich gehe iiber Boden, auf dem etwa vier Mi111 onen Menschen ihre 1etzten Schritte taten. Vier Mi11ionen un- errül1Lte Leben, vier Mi111onen Wunder aus Wissen und Können, aus Sehnsüchten und Träumen wurden hier durchkreuzt.Vie 1 ange ist eine Schlange aus vier Mi11ionen Menschen? Nelche o11e spielt da noch D Einze1lne? Das»Unternationale Denkmal Tür die Opfer des Faschis- mus“, das von den Krematorien LT und TIT gerahmt vird, beantwortet diese Frage in eigener Meise. Ein Hektar Erde, 10 o00 Quadratmeter Boden von Prlastersteinen bedeckt. In Erinnerung an Jeden Toten ein Plasterstein. Daß kein Gras über dte Sache wächst, darum s1nd wir hier, vie v1ele Gruppen vor und hoffentlich' auch nach uns„„ ShenTal1s 1983, vom 1. bis 14. 4tober, fuhr eine Gruppe von Jugend- 1ichen und Erwachsenen der St. Katharinengene inde Frankfurt unter Leitung ihres bTarrers J. Proescholdt nach Polen.Einige Tei1nehmer aus dem aum 61iehen/Vetz lar hatten sich angeschlossen-Auch vier ehenalige Auschwitzer varen dabei. Anstoß dazu hatte die in Frankkurt, Gießen und Vetzlar gezeigte Aus- stellung des polnischen Halers 1. Koseielnial gegeben, die seine ei- genen, leidvollen Erfahrungen des Lagerlebens viederspiegelte. Unser Freund II. Heineck hatte die Ausstellung betreut; er war es auch, der in Krakau den bei allen Keiseteilnchmern unvergessenen Kontakt mit ehemaligen Auschwitzern ermöglichte. Den bindruck von zvei Tagen in Auschwitz und Zirkenau schi1dert eine der Kitkahrerinnen, Kenate Berlet(à9), in ihrem leisebericht mit den folgenden vorten: „ür alle bhahrtteinehner varen Auschitz und Birkenau die schwer- Ste station der ganzen ieise. Es war die Konfrontation nüt brutal- ster Grausarnkeit, phrattiziert an wehrlosen ſienschen, wie sie nur ein schizophrenes ürn, das glaubte, deutsche ſenschen von dem Kin- (luß anderer iassen reinhalten zu müssen, erdenken connte. Der Be- such dieser Lager var die iierausforderung an unser Gewissen; an unser Bemihen, nie mehr so1che Brutalitäten zuzulassen, a11en An- Tängen zu vehren, wenn neofaschistische Grupyen heute vieder zu einem nationalen Denken auffordern..* „ps verwundert nicht die sorge von K?- hiemaligen, wenn sie beschwö- rend gerade der Jugend nahelegen, das 6edenken an die unz ihligen opfer vachzuhalten, wenn sie selbst einmal nicht mehr persönlich Zeugnis von schier unfaßbarer Unmenschlichkeilt ablegen kKönnen. Sicher haben die Rhemaligen nicht nur»aus G1Liick“ diese Lager Uberlebt;sicherlich war es auch ihre psychische Stirke, dank derer sie uns heute in Vergebung und Preundschaft begegnen Können... „Tch glaube, a11e Fahrtteilnehmer haben von dieser Kraft der Verge- bung gelernt. Vielleicht vird der eine oder andere in seinem A11tag aus dieser Erfahrung etwas in sein eigenes zukünftiges iande In und Virken übernehmen„ prau Berlet beendet ihren Bericht ln diesem Land wohnen nen M schen, Menschen vie du und ich, die ein Kecht auf ein vo11es, gutes und schönes Leben haben. Wollen wir uns dessen erinnern, venn wir be- sonders jetzt zur kKormenden Veihnachtszeit weder aus dem Vo11en schöpfen. Freude zu bereiten, ist eine schöne ErfFahrung, der vir uns öffnen so11ten. Die Henschen in Polen kKönnen vir aber nicht nur durch die ZrTüllung kleiner Winsche froh nachen, sondern vor allem qurch Freundschaft, die sich über ſirenzen, Mationalitäten und ie1i— gionsunterschiede hinweg Leben und erfahren 1ißt. jat diese ieise nach Polen uns dazu wachgerüttelt, dann hat sie ihren öweck erfü11t.* E Beh + D 2 2 N. 2 b n unt/M 1m Dom kKanerkLoster, Kurt SchumachensN. 23, die AussteLLung*LagorpPost zu sehnen⸗ Die Ausste1 Lung zeigt den Bräefverkehr zwäschen Auschwi tz— BäftLingen und deren Anghörgen und die Praktiken, we1chen von der SS dabeä ange- wendet wurden. Eän büsher unbeachteter Aspelt aus der NS-Zeit wãTd schonungsLos aufgezei. Die Ausste1 Lung wid von der nEvangoLäschen Er- wachsenenbi 1Ldung- zeichen der Hoffungn eröff- net und im Anschlus von der nLagergemeinschaft Auschwi tz- Freundeskreis der Auschwtzer e⸗V* in Oberurse1, NetzLar, Gäießen, Butzbach und Gambach gezeit werden. Per Mitgliedsbeitrag Der Mi tgLiederbeitrag, 14 ebe Freunde und Ka- meraden, wurde 1eider von einigen Mã tgLedermn noch nächt bezahlt fFür das Jahr 1 Wäir kKönnen unsere Arbeit nur weiter machen, venn auch däe fFinanzie11Le Lae gegeben ist. Pa- pier, Drucksachen, Porto kosten eine Menge Ge1Ld. Wir bitten daher alle, weLche Uhren Beitrag nocn nicht geleistet haben, um dessen Uberwei- sung.( Dl 40.—— ist der Jahresbeitrag) Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundes- kreis der Auschwitzer e.V. Postscheck.-Kto. ꝛFfm, Kto.-Nr. 516 64— 608 Düsteres Kapitel deutscher NS-Geschichte „Vernichtung durch Arbeit“ kend. Manche Firmen forderten für ihre res Kapitel deutscher Werke, die oft in direkter Nachbar- NS-Geschichte schlägt schaft von Konzentrationslagern ange- die Berliner Journa- siedelt waren, im Lauf der Jahre Tau- listen Lea Rosh(„III sende von Häftlingen an. Diese Men- nach neun“) auf. In schen mußten trotz Unterernährung und ihrer Dokumentation Krankheit Schwerstarbeit verrichten So. 22.00„Vernichtung durch und wurden zumeist brutal schikaniert. it⸗ ildert sie„Die Lebensdauer“, so Lea Rosh,„war die 1tenn vnnatt auf höchstens sechs Monate berech lingen im organisierten Arbeitsprozeß Viele aber haben nicht einmal e mittels extrem unmenschlicher Arbeits- ſ kurze Zeit überstanden. Als nicht mehr bedingungen. An diesem Programm be- arbeitsfähig wurden sie selektiert und teiligten sich zwischen 1938 und 1945 vergast.“ etwa 200 deutsche Industrie-Unterneh- Nach dem Krieg meldeten etwa men— darunter führende Firmen wie 100 000 Uberlebende dieses Mordpro- Krupp, Daimler-Benz, Flick, AEG und gramms Entschädigungen bei deutschen Siemens. Unternehmen an. In mühsamen Ver- handlungen waren schließlich fünf von Einen Versuch, diese Kriegsverbre- chen zu ahnden, unternahmen die Alli- ierten im Rahmen der Nürnberger Pro- zesse. Am 22. 12. 47 standen die Besitzer des Flickkonzerns, am 29. und 30. 7. 48 Vertreter der IG-Farben und am 31. 7. 48 die Inhaber des Krupp-Konzerns vor dem Militärtribunal. In allen Fällen wurden Schuldsprüche gefällt— es kam zur Beschlagnahmung des Vermögens und zu langjährigen Haftstrafen für die Verantwortlichen. Freilich, bereits An- fang der fünfziger Jahre wurden die Verurteilten amnestiert, ihre Vermögen wieder freigegeben und ihr Anteil an den Nazi-Verbrechen bagatellisiert. über 200 Firmen bereit, gerichtlichen Vergleichen zuzustimmen. Lea Rosh: „Unter dem Druck der Offentlichkeit, vor allem in den USA, und weil sie auf dem Weltmarkt wieder ins Geschäft kommen wollten, zahlten sie schließlich. Aber sie zahlten wenig und nur an wenige. Von den 100 000 Antragstellern erkannten sie nur 14 000 an. Für jeden Antragsteller, je nach Firma und Dauer des Arbeitseinsatzes, gab es eine einma- lige Abfindung zwischen 375 und 5000 Mark.“ Ihre tiefe Enttäuschung über dieses Ergebnis äußern vor der Kamera neben direkt Betroffenen Telford Tay- lor, der amerikanische Hauptankläger im Jahre 1984 mußte Lea Rosn die in den Mürnberger Prozessen, und 6 vittere Erfahrung machen, daß außer f iamin Ferenc? ein amerikanischer Krupp kein Großunternehmen bereit der für die Opfer des Arbeitsprograrfüs war, selbstkritisch an der Aufarbeitung ermittelte und seine Erfahrungen in dieser Vergangenheit mitzuwirken. dem Buch„Less than Slaves“(„Lohn Trotzdem hatte Lea Rosh keine Schwie- fl des Grauens“) niederlegte. rbh- rigkeiten, das Zusammenspiel zwischen Industrie und NS-Bürokratie zu doku- mentieren. Die Beweislast— Doku- mente, Augenzeugenberichte, juristische und andere Ermittlungen— ist erdrük- Film über KZ-Häftlinge in deutschen Firmen it h. en „ Fein Geld für Zwangsarbeiter Flick-Konzern lehnt Begleichung„moralischer Schulden“ ab BONN, 13. November. Der Flick-Kon- zern hat die Aufforderung des trüheren Anklägers beim Nürnberger Kriegsver- brecher-Prozeß, Robert M. W. Kempner, abgelehnt,„moralische Schulden“ ge- genüber Zwangsarbeitern aus dem Zweiten Weltkrieg zu begleichen. Bereits in den 60er Jahren waren langwierige Verhandlungen?wischen Wertretern der jüdischen Claims Confe- rence, die sich mit den Problemen des Schadensersatzes für Zwangsarbeiter während des Krieges beschäftigt, und dem damaligen Flick-Anwalt Fabian von Schlabrendorff geführt worden. Dabei ging es um Forderungen an die Dynamit-Nobel AG in Troisdorf, die sieh zn etwa 80 Prozent in den Händen von Flick befand und die im Krieg Zwangsarbeiter eingesetzt hatte. Die Slaims Conference forderte damals eine Entschãdigung von 5000 Mark je Betrof- fenem. Bei etwa 1300 Persornen ergab dies einen Gesamtbetrag von rund 6,5 Millionen Mark. Nach Darstellungen des US-Amerika- ners Benjamin B. Ferencz in seinem Buch„Lohn des Grauens“ soll bei dem damaligen Firmenchef Friedrich Flick die Neigung bestanden haben, sich bei etwa fünf Millionen Mark zu einigen. Nach siebenjähriger Verhandlungsdauer und laufenden Vertrõstungen habe der zwischenzeitlich zum Generalbevoll- mächtigten des Konzerns ernannte berhard von Brauchitsch am 7. Januar 970 dem früheren US-Hochkommissar, John MeCloy, mitgeteilt, Flick„Vermag nicht zu erkennen, daß.. humanitäre oder moralische Gründe“ das Haus Flick zu irgendeiner Zahlung veranlas- sen könnten. Am Montag wurde vom Flick-Kon- zern gegenüber der FR erklärt, man sei dabei, den Vorgang erneut zu überden- ken. In einem am Dienstag versandten Fernschreiben aber zieht sich die Fried- rich Flick Industrie-Verwaltung, Düs- seldorf, auf die Position zurück, die Dynamit-Nobel AG sei von der Flick- Gruppe erst 1959 erworben worden und könne deshalb nicht für Vorfälle aus dem Krieg verantwortlich gemacht wer- den. Robert Kempner hatte sich am 15. Juli 1983 und am 22. Oktober 1984 in persön- lichen Briefen an den Flick-Inhaber Friedrich Karl Flick mit der Bitte ge- wandt, in der Zwangsarbeiter-Frage endlich zu einer finanziellen Regelung zu kommen. Beide Briefe sind nie be- antwortet worden. NPD fühlt sich ermutigt MUNCHEN, 4. November(Reuter). Die rechtsextreme NPD fühlt sich von dem überraschenden Erfolg der franzö- sischen„Nationalen Front“ bei der Europa-Wahl im Juni ermutigt. Auf dem 18. NPD-Parteitag sagte der Partei- vorsitzende Martin Mußgnug am Sams- tag in München, der Wahlerfolg der „Nationalen Front“ unter Jean-Marie le Pen zeige„den Beginn der Rückbesin- nung auf die Werte der Nation“ in Europa. Die NPD, deren Wählerschaft von der Bundestagswahl 1983 bis zur Europawahl 1984 bereits von 90 000 auf 198 000 gestiegen sei, steuere nun als „Zwischenziel“ 900 000 Wähler an. Die Partei sei heute in besserer Verfassung —ls jemals zuvor in seiner 13ährigen Amtszeit und durch die Wahlkampfko- stenerstattung bei der Europa-Wahl erstmals seit Beginn der 70er Jahre wie- der schuldenfrei, sagte Mußgnug. Der Verfassungsschutz hatte die Mitglieder- zahl der NPD 1983 auf rund 6000 ge- schätzt. Gegen den Parteitag, zu dem rund 1000 Delegierte und Anhänger erschie- nen waren, demonstrierten vor dem von der Polizei abgeriegelten„Schwabinger- bräu“ rund 300 junge Leute. Dabei wur- den drei Demonstranten und ein junger NPD-Anhänger zur Feststellung der Personalien vorübergehend festgenom- mC. MARKTEHEIDENEELD Uber SS-Treffen empört MUNCHEN, 12. Oktober(dpa). Der Bürgermeister der griechischen Ge- meinde Distomon. Giorgos Sfountouris, hat ein Verbot des am 13. und 14. Okto- ber geplanten Treffens der 4. SS-Poli- zei-Panzergrenadierdivision in Markt- heidenfeld gefordert. Nach Angaben der Vereinigung der Verfolgten des Nazi- Regimes(VVN) vom Donnerstag wies Sfountouris in einem Schreiben an den Bürgermeister von Marktheidenfeld. das Landratsamt sowie an das Innenmini- sterium darauf hin. daß Teile der Divi- sion am 10. Juni 1944 in Distomon 218 Bewohner ermordet hätten. Für die Opfer gebe es in Distomon jedes Jahr Gedenkfeiern, schrieb Sfoun- touris. Es ist uns unverständlich, wie es in Ihrem Land heute noch möglich ist. daß öffentliche Veranstaltungen solcher Art durchgeführt werden, die nicht nur das Andenken der Toten und den Schmerz der Hinterbliebenen beleidi- gen, sondern auch die Gefühle und Wünsche aller Völker, einschließlich des deutschen, in einer Welt des Friedens zu leben. verletzen.“ * 6 X WILLYV BRANDT., hat das im unterfränkischen Markthei- denfeld für den 13. und 14. Oktober ge- plante„Veteranentreffen“ der 4. SS- Polizeidivision scharf verurteilt. Brandt sagte nach Angaben der Münchner Redaktion des SPD-Informationsdien- stes„Blick nach rechts“, er teile die „Empörung derer, die diese und ähn- liche Treffen nicht zugelassen wissen wollen“. Mit Blick auf die von vielen demokratischen Organisationen ange- kündigten Gegendemonstrationen sagte Brandt:„Die Tatsache, daß der Bundes- minister des Innern den Traditionsver- bänden der Waffen-SS eilfertig das Sie- gel der Verfassungstreue verliehen hat, † wird Demokraten gewiß nicht hindern, ihren Protest vorzubringen.“ Unter Hin- weis auf die Verbrechen dieser SS-Divi- sion meinte Brandt, es 15se Empörung aus, wenn bei solchen Treffen eine „verbrecherische Führung verherrlicht“ werde oder eine„Wiederauflage des Nationalsozialismus propagiert“ werde. SPD-Vorsitzender, Protest gegen SS-Treffen MARKTHEIDENFELD., 14. Oktober (dpa). Etwa 700 Menschen haben am Samstag gegen das Kameradschaftstref- fen ehemaliger Angehöriger der 4. SS- Polizei-Panzergrenadierdivision im un- terfränktischen Marktheidenfeld(Land- kreis Main-Spessart) protestiert. Die Demonstration, zu der die Vereinigung der Antifaschisten(VWVWN) aufgerufe hatte, verlief nach Angaben der Polizci ruhig. Der bayerische VVN.Landesvor- sitzende, Oskar Neumann, erinnerte bei der Kundgebung an die„Ausrottung der Zivilbevölkerung“ durch die Division in den griechischen Orten Klissura, Disto- mon und Kalavrita. Er wandte sich ge- gen„alten SS-Ungeist“ und forderte ein Verbot„jeder organisatorischen und propagandistischen Nazitätigkeit“. Mit Buhrufen und Pfeifkonzerten reagierten die Kundgebungsteilnehmer auf eine„öffentliche Erklärung“ des parteilosen Marktheidenfelder Bürger- meisters Leonhard Scherg. Darin hieß es, das SS-Treffen habe„rein privaten“ Charakter und diene der„Pflege per- sönlicher Beziehungen“. Weiter Räume für SS-Treffen MARKTHEIDENFELD, 23. Oktober (AP). Der Kreistag des unterfränkischen Landkreises Main-Spessart hat ent schieden, auch weiterhin kreiseigene Räume für dle umstrittenen Jahrestref- fen der 4. SS-Polizeipanzergrenadier- Division in Marktheidenfeld zur Verfü- gung zu stellen. Der SPD-Bundestagsab- geordnete Uwe Lambinus, der dem Kreistag angehört, berichtete am Diens- tag, ein Verbotsantrag von SPD und Grünen sei mit den Stimmen von CSU, Freien Bürgern und der Main-Spessart- Union abgelehnt worden. Die Entschei- dung des Kreistages sei zustande gekom- men aus einer Mischung von„Opportu- nismus, Ignorantentum und glatter Ver- drängung dessen, was durch die SS im Namen des deutschen Volkes während der NS-Herrschaft geschah“, sagte Lambinus. der Verfolgten des en Lagergemeinschaft AUSCHWITZ AUSCMMWTZ Freundeskreis der AUSCHWTZER Gründungsmitglieder Willi Berg Lehrer, Berg. Gladbach Barggra Distel. Leiterin d denkstätte Dachau Or L. Fastmann, Dr. med. Frankfurt/Main; ehem. Auschwitz Haftl. Nr. 108 779 Hildegard Gerhards, Lehrerin, Bonn Ruth Jakusch, Rentnerin Mönchen Ursula Krumme, Rentnerin Mönchen, Hinterbliebene nach Wern. Krumme, Haftl. Nr. 99 166 Marths Liebrich, Hausfrau Bonn DOr. med. Janus? Mlinarski, Monheim, ehemaliger Auschwitz Hftl.-Nr. 355 Ludwig E. Proescholdt, Pfarrer Mainz Detlev Puls, Doktorand Frankfurt /Main Dieter Reitmeier, Student Prien/CH. Karl-Klaus Raabe, Journalist Berlin Hergann R.. Reineck, Sekretär et Auschwitzhsfl. Nr. 63387 Volker von Törne Schriftsteller Berlin Sekretariat und verantwortlich: Hermann R.J. Reineck, D 6309 Mürnzenberg 1, Schillerstraße 18 ſel.(060 33) 60 168 Bankverbindungen: Lagergermeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer H. Reineck Kreissparkasse Friedberg/Hessen 6 2 518 500 79 Konto Nr. 062000 74—9 postscheckkonto: Frankfurt/M. H. Reineck, Sonderkonto Auschwitz Kto. Nr. 51664—608 6000 Frankfurt/M, 10.11. 1984 DominikanerkLoster Sehr geehrter Herr Bundeskanz Ler! MWir, die ehemaltigen HäftLinge von Auschwitz, Hinter- bLiebene und der“Freundeskreis der Auschwttzer*, dte vir zahlreich Begegnungen im Rahmen unserer Arbeit mät Bürgern der VoLksrepubLTk PoLen haben, verden 1n 1etzter Zelt immer vieder von däesen auf Verunsicher- ungen und Befürchtungen angesprochen, daß däe Bun- desrepubLLk Deutschland sch vom Geist des Warschau- er Vertrages abwende. Diese Befürchtungen und Angste verden durch Kußerun- gen von Bunde sminister Dr. Zmmermann, den Ministern Dr. Mertens, Hupka und anderen Mi tgLLedern der CDU„ CSU FrakttLon verstärkt. Auch Thr Auftreten als Redner auf dem n Tag der Hei- mat* der Vertriebenenverbände wärd als unterstützen- de Demonstration gevertet. Die Anordnung von Minister Dr. Zimmermann, daß de HTAG6 ntcht mehr als verfassungsfeindLiche Organi sa- tion anzusehen se und so*saLonfähtgn gemacht wur- de, 1st 1n der VoLksrepubLik Polen auf vö1L1Ldges Un- verständnis gestoßen. Die Bürger Po1lens können ntcht begretfen, daß in einer sich*freihett1Lich demokra- tsch“ nennender RepubLik die Massenmörder der 88 sich 1Legal organisieren können. Sind s4e— dte SS— nächt im Nürnberger Kregsver- brecherprozeß von den A11LiLerten als verbrecherische Organi sation verurteiLt vorden 77 Wär bütten Sie und ervarten, daß Sie al1s Verantwort- 141cher für däie Po1tLk der Bundesregierung, drã ngend öffentLich kLarsteLLen t 1.)— daß im Mamen der Bundesregierung ketne Kußer- ungen mehr abgegeben verden, däie Zweifel am Verhalten Threr Regierung gegenüber dem Getst der VWarschauer Verträge aufkommen 1 assen. )— daß däie Si tuation der deutschstämmigen Bevö1— kKerungsreste in Polen— mät nicht bewesenen Zahlen von 1,2 Mi 114 onen- nächt vetterhin a1s Problem einer»deutschen Minderhettsgruppen m vökerrechtLLchen Säinn hochgepettscht vrd. daß dte Bundesregierung auf PLäne verzichtet, bzw. ihnen ent- gegenvirkt, däe Darste1 Lung des deutschen Reiches in den Gren- zen von 1937 verbtnd1ich zu machen;daß nicht mehr der Edndruck entsteht, al1s sei für Sie oder Thre Regierung die Grenzfrage veterhin offen, 1.)— daß T11Lusionen über eine Revision der gegenvärtigen Ostgrenzen oder über eine vermeint1iche Offenheit der deutschen Frage gegenüber den öst11Lchen Nachbarn nzcht gefördert werden, 5.)— daß ba1dmög1ichst ein 6esetz zum Verbot der„ HLAG* bzw. der u Kameradschaftsverbände der ehemaligen SS„ engebracht und beschlLossen vird, 6)— daß die PoLitik der Aussöhnung zvischen PoLen und Deutschen, vie sie in den siebziger Jahren sinen hoffnungsvoLLen Anfan genommen hat,„Leder Aufgegriffen und fortgeführt vird. In den vergangenen Jahren var es ge 1ungen, däe Versöhnung mät ver- schiedenen vöLkern- auch mät PoLen— vetter zu brängen, ge Lang es, Brücken zu schlagen, Vertrauen aufzubauen⸗ Gerade die Bürger Polens hatten im zveiten Ve1tkrieg unsäg1iches Leid und mi 111 onenfachen Tod durch den deutschen Nationalsozia1s— mus er1itten! Haben vir deshalb nächt däe Verpf 1ichtung zur Wi edergutmachung 77 wir hoffen, daß Sie Herr Bundeskanz 1er uns Thre Ste1Lungnahme zu- kommen Lassen. Mt FreundLtchen Grüßen MMeteer 1A. der Mi tg1iederversammLung am 10. Nov. 1984½ 4 6 6 * 3 5 3 . 5 . * 3 * 1 3 6* 1 FREUNMDESKREiS der AUSCHWTEER e. V. Schillerstr. 18 Gemeinnũtziger Verein Jel. 0 60 33 6 01 68 „ Hilte und Solidaritãt für ehemalige Auschwitz-Häftlinge Briefe aus Polen— heute, 40 Jahre nach der Befreiung des KZ-Auschwitz am 27. Jan. 1945— zeigen uns, daß die Wunden noch immer nicht ganz verheilt sind. Sie zeigen uns am Beispiel von. Mikusz das schreckliche Schicksal, welches tau- sende erlitten haben. Sie zeigen uns aber auch die Dankbarkeit, die Freude und das Gefühl, daß wir= die Deutschen- sie nicht vergessen haben. Unsere Aktionen, den ehemaligen Hãftingen durch Lebensmitte pakete, Keidung und Gedspenden zu helfen, sind ein Weg zur Verständigung, Versõhnung und Freundschaft. Die Brücke, die wir so zwischen Deutschen und Polen schlagen konnten, beweist ein- dringlich, wie wichtig unsere Arbeit auch heute noch ist. Bei unseren letzten Besuchen in Polen trafen wir immer mehr kranke und alte, oft bettlãg- rige Freunde. Die ehemaligen Hãftlinge von Auschwitz sind durch die Haftfolgeerkran- kungen mehr als andere betroffen. Immer wieder sind wir erschüttert, daß dieser und je- ner Freund nicht mehr am Leben ist. Wohl hat sich die allgemeine Situation etwas gebessert, doch das Angebot ist nach wie vor mangelhaft. Es verhungert zwar kein Mensch in Polen, aber viele Waren sind— vor alem für Bentner und Witwen— nahezu unerschwinglich. Viele hunderte haben bisher mitgeholfen Not 2u indggp. So konnten wir bis jetzt mehf als 7200 onsmitte/Palkete— qurohschnitt/jch 76% ür ehemalige Auschwitz-Häftinge nach Wlen bringen. Mehr als 100.000 DM konnten dank lhrer Hilfe dafür gesammelt werden. Die von lhnen gespendeten Keineren und grõßeren Beträge wurden ausschließich zum Kauf von Lebensmitteln verwendet!! Bei uns gibt es keine Verwaltungskosten oder ãhn- iches, bei uns ehrenamtlich. Die LkKw's bekommen vℳ Stadtverwaltun- gen und Speditionen głMs zur Verfügung gestelt. hre Spende kommt also voll den ehemaligen Auschwitz— Hãftlingen zugute!! Die Vertei- ung erfolgt durch die nationalen Auschwitz-Komitee's in Krakau, Kielce, Lodz, War- Schau und Bydgoszcz. Wir erhalten Listen mit Namen und Adresse der Empfänger und wir haben von fast allen Briefe über den Empfang unserer Pakete bekommen. Diese Aktionen müssen wir fortführen!! Damit wir das auch künftig tun können, bitten wir Sie herzlich weiterhin um lhre Unterstützung und lhren Beitrag. Wir danken für ihre Mitarbeit und Hilfe im voraus recht herzlich. Ale Spender erhalten eine Spendenbescheinigung, welche bei lhrem Finanzamt als ab- zugsfähig eingereicht werden kann. Bei Einzahlungen bis DM 100, ist der Einzahlungs- beleg(Siehe Rückseite) göltig. Neben den Geldspenden können Sie uns auch durch Sachspenden helfen. z. Bsp.: gute gebrauchte Keidung für Männer, Frauen und Kinder- Unterwãsche, Strümpfe und auch Wãäsche. BSanwerbindungen:„Lagergemeinschaft Auschwitz— Freundeskreis der Auschwitzer e. V.“ Postscheckkonto: Frankfurt/M, Korto-Nr. 51664— 608 Kreissparkasse: Friedberg/Hs., Korto-Nr. 0622000 74.9 BLZ518 5000 79 Prãsident Gen. Sekretär StelN. Sekretär R. Dohrmann Hermann Reineck Hans Joachim Egler *. * ch danke herzlich für Eure Wönsche zum Osterfest. Zum ersten Mal bekam ich solch schöne Wünsche von unbekannten aber so nahen Freunden aus E Lager Auschwitz. nerriches Paket, so viele Lebensmitel! Das war für mich und meine Eoch Alles Gute im Leben, wir binen den guten Got um Gesundheit Lagergemeinschaft Auschwitk und F̃reundeskreis der Auschwitzer“. Janina Domagala Kielce Liebe unbekannte Freunde, Kameraden aus Auschwitz! Am 16. April habe ich Lebensmitelpaket bekommen. Es war Famiſie große Uberraschung. Meine Kinder/ Sohn und Jochter/ und Enkelin waren glockich, und unser Osterfest war reicher und freucig. Für Ales sind wir Euch dankbar. ch und meine Kinder wunschen und Giũck für Sie, Herr Hermann und alle Freunde aus Herzliche Größe Janina Jadwiga Kudlik Bydgoszcz Liebe Freunde, Kameraden! Mein Mann und ich waren ist im Herzen gerührt, als wir dieses schöne Lebensmitelpaket erhielten von Freunden mit denen wir unsere bester Jahre des Lebens im KZ Ausschwitz, unter schweren Bedingungen verbrachten. Von der Zeit unserer Befreiung ist es mit meiner Gesundneit nicht zu gut, ich kann nicht so gut gehen, überhaupt bin ich gesundheitlich nicht so gesund. 1 K. Malycha Bydgos?cz Liebe Freunde und Kameraden! Herzlichst danke ich Euch, liebe Freunde und Kameraden, für die mir durch unsere.-Lagergemeinschaft überwiesenen Lebensmiteſpaket mit so reichem und werollen inhalt. lch bin tiet geröhrt, daß Ihr an uns in unserer Schwierigen Lage denkt und uns so kameradschaftich heift. mmer werden wir Euch dankbar sein für Eure so herzliche Kameradschaft, Eure Kollegialitãt, Eure so große Hilisbereitschaft. Unsere schrecklichen Lagerjahre haben uns menschlich einander nãher gebracht. Ich selbst War 5 1/2 Jahre ¶er in der Strafkompanie, im Steinbruch, im nalidenkommando. Ohne die Hilte der Lagerkameraden hãtte ich diese Lagereit nicht beriebt. ch wünsche Ihnen und dem Freundeskreis der Auschwitzer Ales Gute und allen viele Friedensjahre in einer vernünftigeren Meit als die heutige. Herzliche Grüße Kazek Malycha Hatte schon 6 Operationen. Mein Mann war auch im K Auschwitz und beide haben wir eine schwere Zeit hinter uns. Für das schõne große Lebensmitelpaket danken wir unseren Freunden recht herzlich für das gut Herz und Erinnerung. Wir wünschen allen unseren Freunden und Kameraden viel Gesundheit alles Gute und und Frieden auf Erden. Mit den besten Grüßen und nochmals vielen Dank für die Hilte Jadwiga(FH-Nr. 15701) E Liebe Freunde und Kollegenl wir Des ——-„—— etzt gefunden haben. Viel herzlichsten Dank für lhren Briet und für den werwollen Lebensmittelpaket. lch bin erschũttert mit Euren Andenken an mich in der jetzigen schwerer 6 in der hlimmer ist die Lage, die ich als lnalide Schwierigkeiten bei habe. Meine Frau ist auch eine Schwerbehinderte Ich will Euch mitteilen, liebe Kollegen, daß ich nach Auschwitz am 15. Aug. 1940 von der Gestapo gekommen bin(meine Hãfuinqsnummer 1853) im ersten Warschauer Fransport. Wãhrend meines Aufenthalles in Auschwitz bin ich dreizehn Monate lang in der S. K. gewesen- Dann bin ich nach Buchenwaid umgesiedelt, wo nach der Flucht ich endlich die Freiheit bekommen habe. etzt lebe ich in schweren Zeiten und Verhãltnisse, auf den unbedingt kommenden Tod wartend, und freue mich sehr, E Wiacek Warszawa hen von Freunde und Kollegen zu hören, die noch an ihren ehemaligen Kollegen aus Auschwitz denken. Wir haben doch zusammen die Hõlle überlebi. Nochmals herzlich danke ich Euch für Eure humanitãre Hilfe und ich wünsche Euch Liebe Freunde viel Gesundheit für Euch und Eure Familien. Mit großer Hochachtung und vielen herzlichen Grüßen —-— —-————— OMARSVMIILIAN KMRE 1894 1941 J. Wiacek D. u. J. Mikusz Zabrze Kazek hat urns vor Euch ein großes herriche Paket gegeben. Schðnen Dank auch für iebe Wörer. Wir waren tief gerühr, daß Ihr. uns ein Zeichen Euerer Solidaritat mit uns in jetzigen Zeiten getan S. nabt. lhr seid bestimmt neugierig mit wem Sie zu tun haben. S 21 ch war mit dem Vater und NMuner am 18.12. 1940 in Zabr?e als poliusche Schuknafiinge verhafiet. Vater war im Block 11im Jahre 1941 umgebracht. Die NMuter war bis Kriegsende in Ravensbrück, B 70 7. 4 10 Majdanek, Auschwitz-Birkenau. Zuerst war ich in Auschit- in verschiedene Kommandos, nachher seit April 1942 in Birkenau als Arbeitseinsatz Seit Jaruar 1945 Mauthausen, Melk und Ebensee. Meine Frau var am 8.2. 1943 in Warzawa eingesperrt. Mir haben uns in Birkenau kennen gelerrt, nach dem Kriege haben wir geheiralel. Mich haber die Amerikaner gerade am 6.5.1945 befreit. Meine Frau ist aus dem odesmarsch wãhrend Evakuierung geflüchtet. Wir haben 2 verheiratete Sohne eine verneirateie ſochter und3 Enkelirder. Wir leben und virschaften alle zusammen also Sie haben einer großen Familie- zusammen 11 Personen eine 9roße Freude gemacht. Wir sind Euch Sehr darnkbar. Menn es mõglich ist, vir biten Euch um Phoio Eurer Gruppe. Bis dahin wir grüßer Euch ganz herzlich Polen Danuta u. Joꝛef ———————————————— Kohl, Strauß und Hupka halten die deutsche Frage für offen BONN, 11. November(AP/dpa). Bun- deskanzler Helmut Kohl und der bayeri- sche Ministerpräsident Franz Josef Strauß haben am Wochenende in Bonn volle Ubereinstimmung in der Beurtei- lung deutschlandpolitischer Fragen de- monstriert.„Die deutsche Frage bleibt völkerrechtlich bis zum Abschluß eines mit einem vereinten eutschland offen“, bekräftigte Strauß auf dem Kongreß der Ostdeutschen Landsmannschaften unter Beifall von rund 500 Delegierten und Gästen im Konrad-Adenauer-Haus. Daran hätten auch die von der SPD-Regierung ge- schlossenen Ost-Verträge nichts geän- dert. Gleichzeitig sagte Strauß, die Union habe diese Verträge einzuhalten. Strauß forderte unter Beifall, in der deutschen Frage nach wie vor keine Rechtspositionen aufzugeben. Gleichzei- tig plädierte er dafür, die Deutschland- politik mit dem Ziel fortzuführen, den deutsch-deutschen Dialog weiter zu be- leben. Es wäre gut, wenn künftig die Deutschlandpolitik möglichst von Inter- views und Fehlentwicklungen parla- mentarischer Redefreiheit verschont bliebe. Die von Moskau mit beeinflußte Absage des Besuches vom DDR-Staats- ratsvorsitzenden Erich Honecker solle nicht entmutigen, die wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter auszubauen. Ein Ziel dieser Politik müßte weiterhin menschliche Erleichterungen sein. Dank der CDU/CSU sei die„neue eutschlandpolitik“ seit Sommer vori- gen Jahres in Bewegung geraten, sagte Strauß. Er erinnerte in diesem Zusam- menhang an seinen früheren Vorwurf, daß es sich um„Mord“ handle, wenn Deutsche auf der Flucht aus der DDR durch Schießautomaten getötet würden. Nach diesem öffentlich heftig diskutier- ten Vorwurf habe die DDR mit dem Ab- bau der Automaten begonnen. Bundeskanzler Kohl bekräftigte wie Strauß, daß seine Regierung in der deutschen Frage getreu der Verpflich- tung des Grundgesetzes handeln werde. Sie sei und bleibe in politischer und juristischer Hinsicht offen.„Die Wie- dervereinigungsfrage ist jetzt nicht auf der Tagesordnung der Weltgeschichte, räumte der Kanzler ein. Die Wiederver- einigung der Deutschen sei nur langfri- stig und unter„europäischem Dach“ zu erreichen. Dieses Bekenntnis habe nichts mit Aggression und Revanchis- mus zu tun. Die Bundesregierung sei für friedliche Lösungen in allen Bereichen. Der Vorsitzende des Ständigen Rates der Ostdeutschen Landsmannschaften, der Bundestagsabgeordnete Herbert Hupka(CDU), dankte Kohl und Strauß für ihr treues Engagement in der deut- schen Frage und die Anliegen der Ost- deutschen. Er begrüßte die Forderung von Strauß, die deutsche Frage auch im Bewußtsein der jungen Generation wachzuhalten. Die Schulen hätten dabei eine wichtige Aufgabe. Hupka betonte erneut daß. die deut- sche Frage ofHen e Peuchland gel gröBer als die Bundesrepublik Peutsch- zen von 1937 existiere fort auch wenn dieses deutsche Reich selbst nicht hand- lungsfähig sei, sagte er. Hupka, der die Tagung als Vorsitzender der schlesi- schen Landsmannschaft leitet, setzte sich in seiner Rede für die Verwirkli- chung des Selbstbestimmungsrechts ein. Das Selbstbestimmungsrecht sei kein freischwWebendes, personales Recht, son- dern Hnmer auf das ganze Deutschland bezogen.„Wir sind hier zusammenge- kommen um.. uns zu ganz Deutsch- land zu bekennen und für ganz Deutschland als Demokraten und Patrioten zu handeln“, sagte Hupka. Kohl und Strauß waren die einzigen Parteivorsitzenden, die der Einladung der sechs Vertriebenenorganisationen aus dem ehemaligen Reichsgebiet in den Grenzen von 1937 folgten. SPD-Chef Willy Brandt hatte schon zu einem frü- hen Zeitpunkt abgesagt und seinen Stellvertreter, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Johannes Rau, als Redner benannt. Auch Rau ließ sich kurzfristig entschuldigen und durch den SPD-Bundestagsabgeordneten Günter Herterich vertreten. Für den FDP-Vor- sitzenden, Bundesaußenminister Hans- Dietrich Genscher, kam der stellvertre- tende Fraktionsvorsitzende Uwe Ronne- burger. Neuwahl des Vorstandes 3 Am 10Nov. 1984 fand in Frankfurt/M im DominikanerkLoster die zvoto Mi tg1äederversanmlung der* Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundes- kKreis der Auschwitzer e⸗V.* statt. Bei der dabei stattftndenden Mahl vurde der fFolgende Vorstand ge- vähLt mät nur zve1 Gegenst immen: Präsident Rudo1f Dohrmann Generalsekretär. llermann Reineck ste11v. Sekretär„ Hans-Joachim Eg1er Kassterer a4nni Roßmann-Reineck KontrolLe 6abi Schulte Gerhard Herr und KLaus Zbikovski 0 Für däie zukünftigen Aufgaben vurde ein umfangreiches Programm er- 6 stellt. Zur besseren Arbeit so11 künftig ein monatliches Treffen des vorstandes stattfinden. MitgLieder sind dazu herzlich einge- Laden. Zweite Studienreise nach Polen Die* Lagergemeinschaft Auschuitz-Freundeskreis der Auschwitzer veranstaltet gemeinsam müt der evang. Kirchengemeinde„St. Ratharinen“ Frankfurt/M die zvetlte Studienreise nach Polen⸗ Roisetermin? 25. Marz— 6 Apri1 1985(13 Tage) Reiseroute: Frankfurt/M-Herleshausen-DhR-Autobahn-6ör1i tz ———————Legnitz-Bres1au-Krakau- auschwitz-TSchenstochau Warschau-Liegnitz und zurück nach Frankfurt/M (Zusteigemöglichkeiten: Butzbach, Giessen und Metz1ar.) Die Fahrt im bequemen Reisebus— Bordverpf1e— gung, WC— Geboten vird: 12 öbernachtungen, Vo11verpf legung, Vi sagen 6 Reisekosten: ca.: DM 650.— Anme1dung: Bitte baldmöglichst vornehmen bei: Lagergemeinschaft auschwitz-Freundeskreis der Auschvtzer s.V.*, 6309 Münzenberg-1, Schi11er- Str. 18— Te1. o6033/60168 oder prarrer Joachim Prosscholdt 6000 Frankfurt/M, Liebigstr. 27 b, Te1. o69/728900 Anme 1deschluß: 31. Januar 1985 Höchsttei Lnehmerzahl: ko Personen Benötigt vird ein gültäger Reisepaß, ausge fü11— ter VHsaantrag und zwei Paßfotos. Interessenten vrd auf Anfrage ein ausführ1i-— ches Reiseprogramm zugesandt. 8 Aktion Polenhilfe Butzbach(br).— Am kommen- den Wochenende startet die„Aktion Polenhilfe' wieder zu einer Fahrt nach Krakau, um dem dortigen Gabrielski- Naroutovksa-Krankenhaus klinische Bedarfsartikel im Wert von ca. 200 000 Mark zu überbringen, die von Initiator Neithard Dahlen in Kliniken, von der Industrie und von Arzten zusammenge- tragen wurden. Mit einem Großteil der Geräte wird die kardiologische Intensiv- station bestückt, die der bei einem Flug- ( enn ums Leben gekommenen Wutzbacherin Anja Rehbein gewidmet werden soll. Die Firma Stahl-Vogel(Ebersgöns) stellt wieder einen 16-Tonnen-Lkw mit Hãän- ger, mit dem die Spenden(u. à. EKG- Geräte, Medikamente, Krankenhaus- betten, Matratzen, Nachttische und an- deres Mobiliar, Herzschrittmacher, fünf Tonnen lnfusionen, Spritzen und Kunststoffartikel) am Freitag nach Po- len auf die Reise gehen sollen. ZLM FREDEN BEFRETI Schirmherr der Aktion ist der Hessische Minister für Landwirtschaft und For- sten, Willi Görlach. Durchgeführt wird die Aktion Polen- hilfe' von der„Lagergemeinschaft der Auschwitzer', die auch die Verbindung zu dem Krakauer Krankenhaus knüpf- te, dessen Chefärzte drei ehemalige In- Sassen des Konzentrationslagers sind. Die Krakauer Klinik ist bereits zum zweiten Mal Ziel einer Butzbacher Spen- denaktion. In diesem Zusammenhang dankt Neithard Dahlen nochmals für die damals eingegangenen Spendengel- der, die bei diesem Transport nunmehr aufgebraucht werden, da von der Sam- melaktion'83 noch ca. 2600 Mark übrig waren. Begleitet wird der Lkw von acht Perso- nen in Privatwagen, die nach der Uber- gabe der Spenden dem ehemaligen La- ger Auschwitz einen Besuch abstatten wollen. Hermann Reineck(Gambachl. Generalsekretär der Lagergemei der Auschwitzer, hat sich angeboten, die Führung vor Ort zu übernehmen. 2 Esrnn Nact ascnz Un rosriua Terra des Standes der Achon SrezechernFnecersderste eV. auf dem Ev. Kirchentag 1985 vom 5. 9. Juni, Dũsseldorf-Messegelãnde. Wir, die LAGERGEMEINSCHAFT Auschwitz und der RREUNDESKRElS der Auschwitzer, Sind auf diesem Kirchentag mit vertreten. Berichte und Informationen òber unsere Arbeit, Materialien zu den nãchsten Aktionen und vieles mehr. Nãheres demnãchst im Sekretariat zu erfragen! 3 r — Den OpfErn zum 6edenles“- den Cebencien zurMmntng m2an a or doehren e das eAche hbe⸗et. Als desem AncR ncet ein Moahngdng qm Zo. Jmn735 att. Beginn: 76422 6 Fynfcrt/n Tlokirche Der 209 gehkt Wece Kcme Zeif- altes Semerkachcftshas— ehem. Aclaxt Symnagoge—aſtre⸗ icischer Fiecnof- ZB6rnephatz. Bei crei Faonen SMece Arno cusynger. cicscher gZMfng erm. Eeineci polischer K2AMtrin Dr Ddx, om 7. Acche- eß 7jm. bxchlc= Domileane⸗oster⸗ Vf Vr. Steg en E0 Der Aenccnor de cœschen Ge Sihncle rd Lecer n Jicæ/che⸗ Sprcrcle zc Gehör bringe · 0 hertunstalter: S Eynechzeenbildtno Zeichen eſer Mof- fncengn iet Jegenelring.265 Fnnf Iccctcne Semehee Cagergemeinsen Achwif- meclneles kreis der Arter- cmn Errcenen hlcunq- OEm. Poenhilfe— Fax Chri/. Konzentrationslager-Besuch hinterließ tiefen Eindruck polenrelsende erstatteten Bericht- Brlef an Bundeskanzler Kohl vESTEND. Erfreulich zahlreich war mit etwa 100 Perso- nen der Besuch beim Gemeindeabend, zu dem Pfarrer Joachim Proeschoidt im Namen von St. Katharinen in das CGemeindehaus in der Leerbachstraße eingeladen hatte. Anlaß fur das Zusammenkommen war die polenreise von Gemeinde- mitglledern E ten Vollien. Ergebnis insbesondere. des Be- suchs im chemaligen KZ Ausch- wita ist außerdem ein Brief an Hel- mut Kohl, in welchem die Einrich- tung einer Gedenkstätie gefordert wird. Die aus 26 Personen bestehende Reisegruppe hatte sich zu zwei Dritieln aus Jugendlichen, aber auch aus vier ehemaligen Hftlin- gen des Konzentrationslagers zu sammengesetzt. Darunter Her- mann Reineck, Generalsekretär des»Freundeskreises der Ausch- witzer Und eins KuRN Hãfi- ſing Nummer 63387. Er der we- sentlich am Zustandekommen der Reise beteiligt wur unddi- noen⸗ digen Kontakte zu anderen Ausch- witzern knüpfte, bei denen die Gruppe wůhrend ihres Aufenthal- tes in Krakau zu Gast war. W Joachim Proescholdt den FN chtete wurde die Idee 2u der Reise im Ralimen eines Unter- richtsprojektes ↄom Lessinggymna- sium zum Thema»Krieg und Ge- walt« geboren. Proescholdt be- suchte mit der Klasse, in der er Un- terricht gibt, die Ausstellung-Bil- der aus Auschwitz“ im Dominika- nerkloster und lernte dort mit sei- nen Schülern Hermann Reineck kennen Am 1. Oktober machte aich die Gruppe auf die Reise und besuchte innerhalb von zehn Tagen einen großen Teil Polens. ange fan- gen von Fchlesien. die Stadi Bres- lau, Tschenstochau, Krakau und schlieBlich Warschau. „Schulern und Konfirmanden vowie ehemaligen Aunchwitzhäfilingen Im Oktober dieses Jahres, über deren und Ergebniase die Teilnehmer nun Zericht erstat- Zwölt Teilnehmer berichteten nun an dem Gemeindeabend über ihre Erlebnisse an der Grenze. über die Begegnung mit chemals schlesischen Städten, die erlebte Gastfreundschaft, die heutige Si- tuation der Solidarität und natür- lich den Besuch des Konzentra- tionslagers Auschwitz und des an- geschlossenen Todeslagers Birke- nau, das bei allen einen besonders tiefen Eindruck hinterlassen hat Versöhnung Untergebracht waren die Rei- senden während ihres Auschwitz- Besuches in Kral au bei ehemali- gen Haftlingen des Konzentra- tionslagers Joachim Proescholdt hob besonders da„mulmige⸗ Ge- fühl hervor, das sie als Deutsche anfangs beschlich, als sie diesen ge quãlten Menschen gegenübertra- ten Nur zu bald jedoch legte Sich dieses Gefühl durch die herzliche und tiefe Gastfreundschaft der ehemaligen Haftlinge und ihrer Fa- milien, bei der der Gedanke der Veròhnung, wenn auch nicht des im Vordergrund stand it Verwunderung allerdings mußte die Gruppe ſeststellen»daß in Auschwitz neben sehr beein- druckenden Gede nkstätten vieler auslndischer Staaten?war die DDR eine Dokunentaton über Verfolgung, Keiden und Tod deul- scher Frauen und Männer erstelli AOSCMMITZ 4 hat, daß aber eine entsprechende Darstellung durch die Bundesre- publik Deutschland fehlt.⸗ Dieser Verwunderung gab die Gruppe in einem Brief an Bundes- kanzler Helmut Kohl Ausdruck, in welchem gleichzeitig um die Be- reitstellung von Mitteln zur Erstel- lung einer solchen Dokumentation gebeten wird. Außerdem leiteten sie Kopien des Schreibens den zu- ständigen Bundestagsabgeordne ten zu Während von diesen eine Reaktion bereits größtenteils vor- liegt, steht die von Helmut Kohl noch aus. Wie Joachim Proescholdt ab- schließend erklärte, ist auf Grund der großen Resonanz dieser Reise dereits eine weitere geplant, die voraussichtlich Ostern 1985 3tarten soll und über einen längeren Zeit- raum gehen wird.(M/wg) Reisenotizen aus Polen Zum 2 ſresiag der Befreiung und des Friedens am 8. Mai 1985 Vor 40 Jahren, am 8. Mai 1945, endete der opferreichste Krieg in der Geschich- te der Menschheit, wurde die faschistische Gewaltherrschaft in Deutschland von den Armeen der Anti-Hitler-Koalition zerschlagen. Wir, die Uberlebenden aus dem Widerstand, den Zuchthäusern und Konzentra- tionslagern— wir, die wir uns als junge Bürger unseres Landes in die Tradition des antifa schistischen Kampfes gegen die Nazibarbarei und den Krieg stellen— wir, die wir als Demokraten in der Bundesrepublik, als Christen und Gewerk- schafter, als Sozialdemokraten, Kommunisten und Liberale, als in der Friedens- und Okologiebewegung Engagierte Lehren aus unserer Geschichte gezogen ha- ben, wir Sagen: nach Auschwitz und Buchenwald. nach Lidice und Oradour, im Ge denken an die 50 Millionen Tote ist der 8. Mai ein Tag von historischer Bedeu- tung für unser Volk. Die bedingungslose Kapitulation des faschistischen Staates und der Wr macht wird seit jlangem und heute mehr denn je in der Bundesrepublik unter schiedlich bewertet: Für die einen ist dies der Tag der Niederlage, des Zusammenbruchs, des ver lorengegangenen“ Krieges. Doch das ist die Penktradition der Industriellen, der Generale und der Rechtskonservativen, die die Nazis 1933 an die Macht brach- ten, die den faschistischen Raubkrieg wollten und an ihm verdienten. Für die anderen ist der 8. Mai der Tag der Befreiung auch unseres Volkes von Faschismus und Krieg. Er brachte die Verwirklichung der Hauptziele aller deut schen Widerstandskämpfer: den Sturz des Naziregimes und den Frieden. Hier wird der Gleichklang der nationalen deutschen Interessen mit der Zielsetzung der Widerstandsbewegung in allen von den Nazis besetzten Ländern mit wichti- gen Grundsätzen der Anti-Hitler-Koalition sichtbar. Soll das groſe Ziel eines Lebens ohne Krieg und Faschismus Wirkichkeit wer- den, müssen die Lehren gezogen werden:. Nie wieder dart᷑ von deutschem Böden ein Krieg ausgehen. Nur eine Politik der Entspannung, der friedlichen Koexisten? und die Einhaltung der abgeschlos- Senen Vertrãge nach Geist und Buchstaben garantiert unserem Volk gutnachbar liche Beziehungen und eine glückliche Zukunft. Neue nukleare Erstschlagwaffen machen die Bundesrepublik und darüber hinaus ganz Europa zur Zielscheibe ei- nes atomaren Holocaust. — Nie wieder dürfen Faschismus und Militarismus ihr Haupt erheben. Des halb ist es notwendig, den konsequenten Kampf᷑ um die Frhaltung der demokra- tischen Rechte und Freiheiten zu führen, der Auslnderfeindlichkeit, dem Anti- kommunismus und dem Neofaschismus Paroli zu bieten. Der 6. Mai mahnt uns, die mit diesem Datum verbundenen Hoffnunger nd Forderungen in das politische Leben der Bundesrepublik zu tragen. 6 Aus Anlaß dieses Jahrestages rufen wir auf. am Sonnabend, dem 4. Mai 1985, in Hamburg, Frankfurt und Köln in Kundgebungen zu demonstrieren. Wir unterstützen die Internationale Kundgebung im Rombergpark in Dortmund am 5. April 1935 und die Kundgebung in Dachau am 23. April 1985. Wir stehen gemeinsam ein für eine Politi des Friedens, der Entspannung und Abrüstung, gegen die Statio nierung neuer Massenvernichtungsmittel. — den gemeinsamen Kampf gegen Rassenhetze und Auslũnderfeindlichkeit, — die konsequente Unterbindung aller neonazistischen Aktivitãten und Propa- ganda, besonders für das Verbot der SSHLAG. Machen wir den 8. Mai zu einem nationalen Feiertag der Befreiung und des nn Jugend- Internationale Begegnungsstätte MAuschwit? S 1971 betreibt die Aktion Sühne- zeichen /Friedensdienste den Plan des Bau- es einer Imernationalen Jugendbegeg- nungsstãtte bei Auschwitz. Vor allem Vol- ker von Törne hat immer wieder versucht, einen Baubeginn herbeizuführen— doch vielfãltige Schwierigkeiten auf beiden Sei- ten standen dem immer wieder im Wege. Geplant ist nach wie vor kein touristisch orientiertes Jugendhotel, sondern ein Se- minargebãude mit 60 Betten, Seminar-und Gruppenräumen, einem Filmraum und anderen Einrichtungen umer Berücksichti- gung didaktischer Gesichtspunkte. Aufga- be der Imernationalen Jugendbegegnungs- Stätte soll es sein, Jugendgruppen aus aller Welt, die die Gedenkstätte Auschwitz be- hen, aufzunehmen und ihnen dort die elegenheit zu geben, auf dem Hinter- grund der Geschichte die brennenden Fra- gen nach einer Verstãndigung und Versbh- nung ⁊wischen den Võlkern zu diskutieren. Die Bauzeit des von der Aktion Sühneze- chen /Friedensdienste und dem polnischen Verband ehemaliger Widerstandskämpfer (EZBoWiD) gemeinsam veranworiteien Projekts, soll maximal zweieinhalb Jahre betragen. Finanziell wird das Projekt we- sentlich umerstütz durch Zuschüsse des Berliner Senats, der Evangelischen Kir- chen, der Stiftung Deutsche Jugendmarke und natũrlich durch viele, viele Einzelspen- den. Wichtig ist für uns vor allem, daß der Bau der Jugendbegegnungsstätte in der Kontinuität unserer Polen-Arbeit steht. Die 40 bis 50 Gruppen, die jährlich über die Aktion Sühnezeichen /Friedensdienste in die drei Gedenkstätten Auschwitz, Maj- danek und Stutthof fahren, haben für den Bau der Jugendbegegnungsstätte wichtige inhaltliche Vorarbeit geleistet. Viele Be- richte unserer Gruppen sind geprägt von dem Willen, sich persönlich für die Ver- sbhnung Zwischen Deutschen und Polen einzusetzen.— Gerade in diesen Tagen ei- ne wichtige Aufgabe. Nach wie vor gilt für unsere Gruppen der Satz des polnischen Journalisten Jerzy Piorkowski, den dieser Schon vor etlichen Jahren geschrieben hat: »Den jungen Menschen von der Aktion Sühnezeichen hat Auschwitz den Mund geöffnet. Sie wissen, daß die Geschichte und Gegenwart eins sind. Für diese jungen Christen ist Auschwitz weder ein Phantom noch ein Gespenst. Auschwitz ist für sie weder Schweigen noch Ende einer Fahn. Auschwit?z ist der Beginn eines Weges und die Stimme, die in die Zukunft fühn.« LETZTE MELDUNG: Am ZJo.Nov. 84 trafen säch in Hamburg dãe Vertreter von Aktion Sühenzei chen Frã edensdã enste e.V. n(Chr. Heubner)der nLagergemeinschaft Auschwä tz-Freundes- kreis der Aus chw tzer e.V.(H. Reineck u. H. EgLer)von der SPD(A1fr. Schu1z), Landtagsabgeordneter v. Schleswig-Ho1- stein. Zweck des Treffens war:däe Errä chtung einer Gedenkstätte der BRD im ehema1i.- gen KZ- Aus chwä tz. Von Be1gäen, BuLgarien, Dänemark, Feich, DDR, GräechenLand, Ttalien, Luxem- F e 6 PoLen, Rumäni- en, Sowje tunã on, Ungarn bestehen so1che Ausste1LLungen seit vielen Jahren, nur dã e BundesrepubLik fFehLt!! Es wurde beschLossen ein Kuratori um zu griimnden, ve1Lches repräsentativ fFür alLe sein so11. Darüber hinaus so11 eine Arbeitsgemein- schaft gegründet verden. Die Träger sind die nLagergemeinschaft Aus chwi tz-Freundeskreis der Aus chwä t- zer e.V. und däe nAktion Sühnezei chen Friedensdäienste e.V.* Der Arbeitsgemeinschaft weyden dãe Vertreter der beiden Organi satäionen, sowie interessierten Eänze1Lpersonen, Graphäker, Archä tekten, Hi storiker an- gehören. Däe Konsti tui erung v Td etwa März 85 erfo1gen. WäiT werden im nächsten Mi ttei Lungs- bLatt ausführ1Läich berächten. LAGERGEMEINSCHAFT AUSCHWIA FREUNDESKRElS der AUSCHWER e.V. Gemeinnütziger Verein 6309 Münzenberg 1 Schillerstr. 18 Tel. O 60 33-6 01 68 Beitrittserkärung Zutreffendes bitie ankreuzen D Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundes- Kreis der Auschwitzer e.V. Postscheck.-Kto.:Ffm, Kto.-Nr. 516 6 4— 608 * Lagergemeinschaft Auschwitz— Freundeskreis der Auschwtzer eV.* Schi1lerstraße 18 6309 Münzenberg 1, Tel.: o6033-60168 Redaktion: Hajo Egler Druck: Eigendruck, Peter Vanie V.i.d. P.: Hermann Reineck AUSCMWITZ inschaft 4 HWT2 reundeskreis der USCHWTZERe. V. um————————————————————— Farbkarte 413