Lagengemeinschaft AUCWT rimndeshneis den AUSEMWAER Nr. 30. Jänner 1933 1ehren für heute — Bel unſeren Privatvertrieboſtellen monallich 2.⸗ mart, —* Poſt bezogen monatlich 1.96 Wark. Dle„Butzbacher Zeltung Mhelnt tolic Wetterauer Bote Imts⸗ unò Rnzeigenblatt des Anparteiiſche deitung für Politik, Lanoò⸗ wirtſchaft, nduſtrie Handel u. Gewerbe ußbach beilagen: Biloerreiches Sonntagoblatt, Landmanns Wochenblatt · Recht und Juſtiz Butzbacher Geſchichts⸗und Heimat⸗Blätter Dienstag, 31. Fanuar Regierung Hitler-Papen ernannt. Das neue Kabinett unter Führung Hitlers. Berlin, 31. Jan. Am Schluß einer Ausſprache bei dem Reichspräſi von Hi aann, wurde ſolgende amtliche Meldung ausgegeben: „Der Reichspräſident empfing heute vormittag den Zührer der Nationalſozialiſtiſchen Partei, Adolf Hitler, ſo⸗ vie Reichslanzler a. D. von Papen zu einer längeren Beſprechung. Ter Reichspräſident hat Herrn AbolſHitler zum Neichstanzler ernaunt und auf deſſen Vorſchlag die Reichsregierung wie folgt neu gebildet; es wurben ernannt:. a. D. von Papen zum Stellvertreter des Reichslanzlers und zum Reichskommiſſar für das Land Prenben, Zreiherr von Neurath zum Rei iſt ves Auswärtigen, Staatsminiſter a. D., M. d. R. 2r. Frid zum Reichsminiſter des Junern, Generalleutnant Freiherr von Blomberg zum Reichswehrminiſter, Graf Schweri von Kroſigk zum Reichsminiſter der Finanzen, Seheimen Finanzrat M. d. R. Gugenberg zum Reichswirtſchafteminiſter und zum Reichsniniſter für Ernährung und Landwirtſchaft, Franz Selbte zum Neichsarbeitsminiſter, Freiherr von El⸗Rübenach zum Reichspoſt⸗ und Reich⸗verkehrsminiſter, Reichstagspräſibent Goering zum Reichsminiſter ohne Geſchäſtsbereich und gleichzeitig zum Reichslommiſſar ſür * ven Luftverkehr. Reicheminiſter Goering wurde mit der Kahruehmung der Geſchafte des preußiſchen Innen⸗ miniſlers betraut. 9 g, die um 11 Uhr be⸗ der KMeichelommiſſar für Lrbeitsbeſchaffung, Gereke, wird in ſeiuen zimt beſtätigt. Die Beſetung des Relchsjuſtizminiſterinms bleibt vorbehalten.“ der Gang der Ereigniſſe. unung heute n 30. Lonuar 1933. Ein Meilenstein auf dem Meg zur totalen Machtergreifung der Matic— nolsozislisten, zum Tode von 55 Miionen Menschen auf kriegsschauplstzen und im Hinterland, von 6,5 Mi1ionen Opfern der Kenzentrationslager und befänonissen, darunter 6 Miionen uden. an diesem Tag begann der Einzug der Mazis in die Machtpositionen Deutschlands, vurde Hit- ler von BReichspräsident Hindenburg mit der Kanzlerschaft betraut. % 50 Mhre denach ist dieser Tag ein Tà9 der Betrachtung, des Rückblicks, der vie- le Fragen aufwirft. Mieso ist es dazu den Belprechungen, die ſeit Samstag im Gange ſind, weit⸗ Als die im Boſe aufgeſtellte SA⸗Kapelle das Deutſchlanvlied gehende Einigung erzielt worden, der Reichspräſident deſintornierte, etblößten ſich die Köpſe und Tauſende von Stim⸗ . P ggren an dem gekommen? Marum wurde diese unselige Ent-— wicklung nicht vermieden? Und immer wied- er für uns heute noch öberlebenden die Frage: was hat zu geschehen, deß sich solche Ereignisse nicht wiederholen, daß Nazis und Geichgesinnte nicht wieder verfolgung, und Diskriminierung, Terror und Vernichtung über Andersges innte bring- en. Die Miederholung jener schrecklichen Er- eignisse verhindern heist, wachsem sein gegen neonazistische Untriebe, gleich- zeitig die gesellschaftlichen Bedingung- enaufzeigen, die den Nährboden für die 2. faschistische Ideologie abgeben.— Hitler der alt- und neofaschistischen 6efahr war eben kein Betriebsunfal. Die mensch- zu begegnen, diese Bewährungsprobe möchte enverachtende Diktatur ist nicht mit Nat- man sich gerne erspären. Denn die 6esch- Wurnotwendigkeit über die Deutschen gekom- ichte lehrt uns, daß demokratische Irs- en. Sie war nicht notwendige Folge des dition in unserem Land nicht tief ver- sozialen Elends dieser Tage.—wurzelt ist. Auch die an sich erfreuliche Tatsache, daß aus Anleß des 50 Lahresta- ges der Machtergreifung zahlreiche 6e— denkveranstaltungen durchgeführt wurden, kann nicht als Indiz dafür gewertet verd- en, dsß unsere jüngste 6eschichte im BewußBtsein der Menschen aufgearbeitet bie Entstehung des faschistischen Systems natte vielmehr zu tun mit der jahrhundert- langen autoritären und obrigkeitsstasat- ſichen Fradition in Deutschland, die im ustiz- und Stastsapparst der Meimsrer Republik ihre konsequente Fortsetzun 2 3 Nicht zuletzt sie zu tun nis vorden vöre. Solange jedenfalls nicht⸗ wie die Erinnerung an den nstionalsozia- en listischen Terror den offiziellen 6edenk- glaubten, bei der Verteilung der Melt e ein und ihrer Märkte zu kurz gekommen 2u Datum gebietet, erinnert man sich der Folgen des Naziregimes, danach geht män Sind wir wirklich vör einer Miederholung beruhigt zur Fsgesordnung über. Möchte Jener Ereignisse, in velcher husprögung endlich in Ruhe gelassen verden, nicht auch immer, gefeit? Zeigen nicht vielmehr immer an die schreckliche Zeit erinnert 6 faschistischen Psrolen in unseren verden. Men solle die ſoten endlich ruhen ſagen und- noch schlimmer- die KMktivi- lössen, hört man leider alzu oft nicht täten der Meonazis, daß solches 6edanken- nur von den Mteren unter uns. Eine Na- gut keineswegs ausgemerzt ist? Parolen tion, die sich der Schrecken ihrer 6esch- wie»die Türken hoben noch vor sich, was ichte nur erinnert, venn ein rundes Datum die Juden hinter sich haben“ sprechen dies befiehlt, hat nicht gelernt, mit eine alzu deutliche Sprache. Den faschis- der Vergangenheit zu leben, noch kann tischen Parolen sind bereits schreckliche sie sicher sein,„ohin ihr Meg in die ean ene eit 6erade ängesichts der erinnern. Die Deutschen waren immer sehr jüngsten Ereignisse, des Aufschwungs, schnell bereit, nsch Sündenböcken für den Neonazis bekommen haben, gilt es, ihre soziale Not zu suchen. Menn heute den Anfängen zu vehren. Da reicht es an Stemntischen und nicht nur dort den nicht äus, 6edenktage zu begehen. Die aus ändischen Mitbürgern die schuld an Erinnerung an das leidvolle kspitel un- der erschreckend hohen Krbeitslosigkeit serer 6eschichte muß vielmehr im Altag gegeben wird, so zeigen sich verhängnis- Platz greifen, muß algegenwärtig sein. voſle pärallelen zu damals. Ob das deno- Nur so wird es möglich sein, der neuer- kratische 6egengenicht stark genug wäre, lichen faschistischen Bedrohung den Nähr- boden zu entziehen. — As trid Knöss Fahhrt nacCh Wi pLanen Ende August-Anfang Sep- tember 1983 nach Auschwitz mit NatürLich werden wär auch däe schö- yY ne mätteLalterLiche Stadt Krakau 5 besuchen. Die Fahrt so11 etwa 6— 7 Tage dau- ern und däe Kosten werden wärT s80 In den 1etzten Monaten sind vie1e gering wäe mög1ich halten. Briefe bei uns eingegangen, aus deren Inhalt hervorgeht, daß großes Interesse an einer Fahrt nach Ausch- wi tz besteht. Wär vo1len deshalb alle M tgLäeder Schreiben Säie uns a1so bitte um— nd Freunde bätten uns zu schrei— gehend, wenn Säe Interesse haben ver an einer so1chen Fahrt so11ten, damit wär mät den Vorbe— ei Lnehmen möchte. vei tungen beginnen können. Bei den Aufenthalten in Auschwi tz und Krakau werden wä.F Ge Legenheit zu Gesprächen mät ehemaligen Ausch- wä tz HäftLingen haben. En Zeitzeunge erinnert sich Däie Famä. Lienfeier am Wochenende nach meinem 10. Geburtstag endete mät ei- nem Mi BkLang!! Die Onkels, Karl und Eräch, waren da. Beide GemiüseLadenbesi tzer aus Span- dau und CharLot tenburg, Brüder mei- ner Mutter. Dazu der Jingste, Onke1 Rudäi, Schräftsetzer, Tax. fFahrer, Ba- nanenhändLer, Hãä. LfFsarbeiter, arbeits- Los, der sich beä uns*durchfraß l* Die alLgemeine Lage war erörtert wor- den. Sie war hoffnungsLos Für kKLeine Leute, 2 Monate vor Ausbruch des u 1ooo jährgen Reiches». Hi tLer hatte Arbeit und Brot ver- sprochen. Durnch AnkurbeLung der WäTt- schaft! Er präsentierte den Stroh- halm der nnationalen Errettung“ so weTbewrKsam für Linke und Rechte, daß däe säich bald äm dä chten VoLkKs- gemeinschaftsnebel nächt mehr von- einander unterscheiden konnten. Hinter ihrer MoLLe, dem Geburtstags- bier aus der Drei 13 terkanne, däe wãN uns 1Leisten konnten, saßen däe MEn- ner und dã skuterten mät sorgenvo1L- L1en Gesichtern. AlLs mein Vater, sonst ein sehr stäiLLer Mann, mät beiden Fäusten auf den Ausziehtäsch schlug, daßß PLatten und GLäser kKLapperten und dazu brüLLte: nH. t Ler, das be- deutet Krieg, Krieg, Kräeg!!* ten sogar däie Frauen aus ihrer Passi— vã tãt auf. Man gäng stumm auseinan- der. Der 3o0. Januar fFand bei uns nä cht statt. Vaters seLbstgebautes Rad o Funktonerte an diesem Tage nächt. Mi ch informemte däie Schule und de Straße über das Geschehen. Auf der Frankfurter ALLee gab es keine Kei.- Lereien mehr zwä schen Braunen- Ro- ten und berittener PoLizei. Sie hatten zu den Abenteuern meiner K nderjahre gehörnt. Ei nmal trat mäP ein Roter in den Hän- tern weiL ich nächt* Rot Front* schreien woLLte. Tch begriff das doch gar nächt. Und mein Vater hat zu mä† gesagt: n Wenn du* Hei L Hi tLer* schreist, tret ch däw in den Hintern.* um schLimmsten aber war ein Gummä- tröster. Mut ter nähte Morgenröcke. Tch soLLte sie abLiefern. Däe Bahn fFuhr nächt, 1ch gLaube, es war Streik. s chreck- 3 Toh var groß und kräftig und 14ef mä. t 2 Paketen von der Atzpodäenstraße bäis zum Straußberger PLatz. Ver mãt vem prügelte, weiB 1ch ncht mel. Tch war pLötzLch mi ttendran und ein Ordnungshüter zu Pferyde, haute mä seinen Knüppel auf die 11inke Schulter. Tch fand mä ch vo11gepin- kKeLt, heulend in einer Hausf1Lure cke weder, neben meinen Paketen. Jetzt marschzerten nur noch Braune. Sonst passierte nichts mehr, u Es geht aufwärts,* sagten die Leute, In unserer Straße wehten s chwarz- wei B-wote Fahnen. Die mit Hammer und Si chel waren verschwunden, und mein Vater Führte Buch über Ge- sinnungswandler däe sich Hakenkreuz- fahnen zugeLegt hatten. Däe Angst hatte sich in däe Häuser verLagert. In unserer Schule gab man säch bewußt deutsch. Die nereM jugend warb um M tgLeder. Säe ver- sprach Lagerfeuerromantik kostenLos. Toch wäre so gerne n Pämpf* gewopden. Däie meisten Mi tschüler waren schon im JungvoLk, nur Kurt Loser nächt, Gerd Rosenthal und ich. Den beiden Judenkindern hatte der Hä tLerjugend- Fühmerm keine HoheitSabzeichen, An- s tecknade Im mät Adler und Hakenkreuz, ausgehändigt. Das Wort vom verbre cherischen We1t- judentum hörte ich an diesem Tage zum ersten Mal. Und als ch sto1z meine Anstecknadel meinem Vater zeig- te hat er sie zertreten und in den MüLLeimer geworfen. Tch begriff das nächt; och begnifTF auch nächt, warum Lch de braune KLetterweste näicht anziehen so11te Tch hatte sie geschenkt bekommen, das ePste und einzige neue KLeidungsstück, das 1ch bäs zu meinem 11. Lebens jahr besessen hatte. Mä ch interessierte es nächt, daß 1ch MischLing 2. Grades war, nächt ganz arisch also, trotz meiner germani schen Größe und meinen bLauen Augen. Däie KLetterweste hat näichts getaugt. Säi.e Fel an den Nähten rege1Lrecht ause inander,. Später erfuhr äch, Vater hatte sie vorsichtig mäit einer Ktz- natwonLösung behande1t. Fiim mä ch war der VerfalL fFast symboLsch. Aber 1ch gLaube, meine FLtern hatten nur Angst vor meiner Schwatzhaftig- keit, wenn das gute Stück mit der vVerhaßten NatonaLfarbe bre im Ofen ge L1andet wäre. Der Fami 1Lenfriede steLLte säich schneL- Ler wäsder ein, als nach dem großen — . 10n e1 Krach anzunehmen war. Onkel Kar1 und Onkel Erich me1de ten säch. Bei. Lä ppert er Bierkneipe am Kaiserdamm, hock- ten däe Männer am Stammtisch und wackelten sorgenvoLL mät den Köpfen. n Juden unerwünscht* soLLten sie an die Fensterscheiben hrer Läden schre- ben. Das wo1LLten se nicht. Bei Onke 1 Erich in dern Stülpnage1straße waren Juden däe besten Dauerkunden. Ohne sie hätte er seinen Laden vor dem 30. Januar schLeßen kKönnen. Und dem Onkel Kar hatten 1929, als er in der Hardenbergstraße pLeite machte, jüdäsche Kunden zänsLosen Dauerkredä t Füm eine Neugwündung gegeben. Was däe Männer an jenem Tag beschLos- sen haben, weiß ch nächt. Jedenfat1Ls änderte sich gar nächts. Man fFo1gte ganz eänfach den Auf forderungen nächt und tat so als sei man überaus beschäf- . Nã emand in der Famä L4e fFand Zeit für poLtäsche Arbeit oder gan Fürn Partei- mã tgLedschaft und nãemand st dazu gezwungen worden, auch nächt äch. Das Gymnasium konnte Lch nächt besu- chen. Tch hätte den Arernachweis und das SchulgeLd mã tbrängen müssen. Beides war nächt mögLäich. FEs fFanden sich andere Wege, und in der jewei14— gen SchuLklasse, in der zch mäch befand s tanden auf däe alLmonat Liche Frage: de, mmer wäeder däe seLben Leute auf. Tch hatte keine NachteiLe dadurnch, ob- wohL zch, im Gegensatz zu meinem Vater, zu fFeige wanr, offen zu bekennen ein Mi schLing zu seäin. D Unsere Hassa. Unsere Kasse 1st Leer!!! Druck und Versand des Mä ttei LungsbLattes Kos- ten Ge1d. Auch unsere anderen Akti- vd täten wäe z. Bsp. däe AussteLung Bi Lder aus Auschw tz verursachen Unkosten.(Raummäiete, Versdcherung, Transport) Deshalb bätten vär Sie drängend um Uberweisung Thres Mä t- gLiederbeitrages, damä t wäTF unsere Arbeit weiter fFortsetzen kKönnen. FalLs Sie uns zusätzLäich eine Spende geben können, sind wäir Thnen sehr dankbar. Die Uberwei sung der Beiträge erf'o1gt auf das Konto: Lagergemeinschaft Auschwä tz, Krei ssparkasse Friedberg Gimntem Schänder Hessen, BankLei tzahl: 518 500 79„ onto-Nr.: o6200074 9 Der Jahresbeitrag: DM Lo.—— Unsere Aktiwitäten Seit Erscheinen unseres Mi ttei Lungs- bLattes hat die Lagergemeinschaft eine große Reihe von Aktävi täten entwickeLt. Im KLoster Arnsburg- der Gedenk-— stätte an der unter vielen anderen auch 87 Tote ruhen, we1Lche zwei Ta- ge vor dem Fänmarnsch der ameräkani- schen Truppen von der SS und Gestapo erschossen wurden, hatten wäir ei— ne Gedenkfeer und Kranznäieder1egung. Eine ähnLiche Kundgebung zum Geden- ken an diese Opfer fFand in Härzen- hain statt. Im Oktober fFuhr eim Konvoi von— drei LKMW- mät über 12 Tonnen Le- bensmättel, KLeidern und 1. 200 Kg Medi kKamenten nach Polen. Die Waren, unter anderem 400 Pakete mä t Lebensmätteln, wunden im Ausch- wã tz— Krakow— Lodz— Marszawa— und Bydgoszcz an däe ehematigen Po1Lnäschen Auschwtz HäftLinge und deren Angehöräge sowie HinterbLie— bene übergeben. Eine Ausste1Lung mät Bä 1dern des PoLnäschen Malers KosceLnak, we 1— che Szenen aus dem Lager Aus chwä tz zegen, wurde in Frankfurt /M im Domã nikanerkLoster fFast väer Wochen gezeigt. Die Ausste11Lung wurde von unserem Generalsekretär Hermann Reineck be- treut, der däe vielen Besucher durch dãe Ausste11ung führte.( Looo Besu- oher, darunter 136 Schulklassen 1) Im ehemaagen KZ- Dachau wurde de AussteLLung von Hermann Reineck er- öfFfnet. VorwaussichtLich äim Mad 83 w vd daese Ausste11Lung in Giessen/ L., WetzLar und Butzbach zu sehen sein. Im Rahmen der Veranstaltungen zum 50. Jahrestag der Machtergrei fung der Nati onaLsozialsten fFanden in v eLen Schulen, Realschulen und in Gymnasien etc. Gespräche mä t Schü- Lern statt. Es wurnden 52 SchulkLassen besucht, vie Frankfurt /M, Büdäingen, Butzbach, Laubach, Gäessen /L., Bad Nauheim, Ni edereschbach. Todesurteil für jungen Sozialdemokraten Hermann Reineck berichtete in einer Veranstaltung der Grünen Münzenberg.—„Rückkehr un- erwünscht' las Hermann Reineck nach dem Krieg auf Seiner erhäſiengebiiebe- nen Karteikarte im Konzentrationslager Auschwitz. Das sollte das Todesurteil für den jungen Sozialdemokraten sein, der sich nach Hitlers Finmarsch in Osterreich einer Widerstandsgruppe an- schloß, verhaftet, gefangen gehalten und unter Foltern verhört wurde, bevor er nach Auschwitz mußte. Es mutet wie ein Wunder an, daß er, mit dem festen Glauben daran, daß die Zeit der Faschisten vorübergehen müsse, die Schrecken von Auschwitz überlebte. In einer SSSonderkompanie sollte der KZ- Häftling dann noch in den Krieg ziehen; nach 12 Tagen konnte er flüchten und schloß sich erneut einer Widerstands- gruppe in Bad Aussee bis zum Kriegsen- de an. Hermann Reineck, einer der wenigen Uberlebenden von Auschwitz, berichte- te über seine Erlebnisse in einer Veran- staltung der Grünen in Münzenberg: en- gagiert, betroffen, getrieben von dem Gefühl, vielen von dem damaligen Ge- schehen, seinen Ursachen und Folgen mitteilen zu müssen, solange er dazu noch in der Lage ist. 20 Jahre lang hat er Nacht für Nacht das Erlebte in Alp- träaumen wieder und wieder durchlebt, ist schreiend aufgewacht.„Ich tu mir schwer mit dem Leben'', sagt er, der heute Sekretär des Internationalen Auschwitz-Kommitees ist. Der Graben zu den Angehörigen der eigenen Gene- ration, die sich damals durch Unterstüt- zung der Nationalsozialisten oder durch Schweigen mitschuldig machten und heute von nichts mehr wissen wollen, sei tief. Hoffnung also auf die nachgewachse- nen Generationen? Genau diese Frage behandeln die„Thesen zum Verhãältnis der Deutschen zu Ausländern'', die in der gleichen Veranstaltung der Bundes- tagskandidat der Grünen für den Wet- teraukreis, Rudolf Schwedes, der Of- fentlichkeit vorlegte. Er analysiert die Situation skeptisch. Das ungebrochene Fortleben des An- triebs, im anderen nur die Arbeitskraft, den Fremden, den Feind und nicht den Menschen sehen zu können, zeige, daß der Mechanismus, der zu Auschwitz führte, noch nicht ausreichend erkannt und verändert wurde. Wieder würden für wirtschaftliche Schwierigkeiten Menschen zu Schuldigen gemacht, die sich gegen die Rolle des Sündenbocks nicht wehren könnten. Wenn aber in unserem Volk noch keine grundsätzlich veränderte Haltung durch Erinnerung, Finsicht und Erziehung Informationswoche aus Anlali der„Machtergreifung' BUTZBACH.— Am Butabacher Weidig-Gymnasium ging gestern eine Informations woche zu Ende, die aus Anlgß der„Machtergreifung““ Hitlers vor 50 Jahren veranstaliet wurde. Ne- hen Frau Dr. Annemarie Welce und 4 ſred Marchant diskutierie auch der ehe- malige AuschwilgHftling Hermann eingetreten sei, wenn auch die alten Par- teien nicht bereit seien, die Verantwor- tung zu tragen, die sie übernahmen, als sie die Ausländer riefen, müßten zumin- dest die, die zu einem anderen Verhalten in der Lage seien, sich zusammenschlie- Ben und fordern, daß die bei uns leben- den Menschen anderer Nationalitãt, Re- ligion und Kultur zu ihren Menschen- rechten kommen. Reineck ſunser Bilch) mi den Schülerin- nen und Schülern der Stufen 7 55 13. Außerdem vurde ein Film vorgefiihrt, der Sich mit dem Nazi-Regime auseinan- dersetzt. B Hitlers„Machtergreifung' Butzbach.— Schwerpunktmaßig wurde im Januar-Geschichtsunterricht der Klasse 10 R der Stadtschule anlsßlich des 50. Jahrestages der„Machtergrei- fung'' Hitlers und der 40. Wiederkehr der Kapitulation in Stalingrad die Vi- deosendung„Unterm Hakenkreuz' be- handelt. Auf Anregung der Religions- lehrer Kiefer sowie der Geistlichen Kratz und Schlõsser wurde diese Problematik auch im Religionsunterricht der Klassen 8 R, 9 R und 10 R behandelt. Die Schü- ler hatten Gelegenheit, mit Hermann Reineck Münzenberg) über seine Erleb- nisse während des Hitler-Regimes zu diskutieren. J2 A. M KLOSTER ARNSBUR6 wurde dieser Tage auf Initiative der Eigentümerin des Klosters, Madelei- ne Gräfin zu Solms-Laubach, eine Gedenktafel am Eingang zur Kriegsopferstätte angebracht. Die Ta- kel träãgt folgende Inschrift:»Zum Gedenken an die hier ruhenden 450 Opfer des Krieges und national- sozialistischer Gewalt: 1 ie 210 deutsche Sol- daten und Zivilpersonen, 1 Lette, 1 Luxemburge- rin, 3 Niederländer, 49 Polen, 1 Rumäne, 49 Sowjet russen, 1 Tscheche, 6 Ungarn sowie 128 Unbekann- te, darunter 81 Frauen und 6 Männer, die im Ar- beitslager Hirzenhain am 26. März 1945 von der GESTAPO und SS erschossen worden sind. Gestif- . Solms-Laubach«. tet von Madeleine Gräfin zu S0 iFoto: 1) — Alltag in den Konzentrationslagern veranstaltungen in Butzbach zum 50. Jahrestag der Machtergreifung Butzbach(ah).— Wie war es möglich, daß treusorgende Familienvä- ter Menschen erschießen oder ihnen mit Spaten die Schädel spalten konnten, oh- ne dabei die geringste Gefühlsregung zu verspüren? Es war möglich, weil man sie in SS-Uniformen gesteckt und zu blin- den Befehlsempfüngern gemacht hatte. Herman Reineck, Generalsekretär der Lagergemeinschaft Luschwii?, weilãs eigener, leidvoller Erfahrung, daß dies nicht nur möglich war, sondern zum Alltag in den Konzentrationslagern ge- hörte. Es war an der Tagesordnung, berichtet er, daß SS-Männer Häftlinge während der Arbeit hinterrücks erschossen, weil sie dann als Belohnung für die Vereite- lung eines„Fluchtversuches'“ Urlaub bekamen. Um einen Beitrag dazu zu leisten, daß dieses düstere Kapitel unserer Geschich- te nicht in Vergessenheit gerät und um zu verhindern, daß eine Wiederholung jener verhängnisvollen Ereignisse mög- lich wird, erzählt Herman Reineck am kommenden Sonntag, dem 50. Jahres- tag der Machtergreifung, aus dem Le- ben der Hãlftlinge im Konzentrationsla- ger in Auschwitz. Diese Veranstaltung findet auf Einla- dung des DGB-Ortskartells Butzbach, der Friedensinitiative, des Arbeitskrei- Ses„Nie wieder Krieg'', der Deutschen Kommunistischen Partei, der Demokra- tischen Sozialisten, des Aktionskreises gegen Ausländerfeindlichkeit und der Jugendinitiative gegen Arbeitslosigkeit statt. Beginn der Veranstaltung ist um 20.00 Uhr im Jugendzentrum in Butz- bach. Ebenfalls am Sonntag, 30. Ja- nuar, zeigen die Veranstalter den Film „Ein Tag in einem Konzentrationslager“. Die Vorführung beginnt um 16.00 Uhr im Jugendzentrum. Am 30. Januar jährt sich zum 50. Male der Tag, an dem auf Drängen rechts- konservativer Kreise und mit Unterstüt- zung von Schwerindustie und Hochfi- „Machtergreifung'' Hitlers Sonderprogramm an der Weitigschule.5 Butzbach.— Zur Frinnerung an Hitlers„Machtergreifung' vor 50 Jah- ren und ihre für Deutschland und die Welt katastrophalen Folgen führt die Weidigschule in dieser Woche ein Son- derprogramm durch, das von der Schü- lervertretung, der Gemeinschaftskunde- Fachkonferenz und der Schulleitung ge- meinsam vorbereitet wurde. ie nanz Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde, so der Aufruf der Veranstalter. Ziel der gemeinsamen Veranstaltungen der Unterzeichner sei es, nicht nur die Erinnerung an die Zeit des Faschismus wach zu halten, sondern gleichzeitig ge- genwärtigen Tendenzen, die eine wie- derholung der Geschichte denkbar er- scheinen lassen, entgegenzutreten. Angesichts zunehmender Ausländer- feindlichkeit und faschistischer Umtrie- be auch im heimischen Raum, so der Aufruf, mahne der 50. Jahrestag der Machtergreifung, dem wiedererwachen- den Nazismus entgegenzutreten. Dar- über hinaus sei es das Vermächtnis der Millionen Toten des von den Nazis ent- fachten Zweiten Weltkrieges, der zu- nehmenden Kriegsgefahr entgegenzutre- ten. Die„Sieg-ist möglich-Strategie' der USA und das Uberlegenheitsstreben der NATO, das in dem verhängnisvol- len Beschluß zur Stationierung neuer Atomwaffen auf deutschem Boden zum Ausdruck komme, mache diese Gefah- ren Von Montag bis Donnerstag sehen alle Klassen 5 bis 10 je einen Film, der die Geschehnisse der damaligen Zeit behan- delt, und diskutieren in der sich an- schließenden Unterrichtsstunde bei ih- rem planmãßigen Lehrer darüber. Die höheren Klassenstufen 11 bis 13 werden am Donnerstag bzw. Freitag in der ei- nen Vormittagshälfte einen längeren Film zum„Dritten Reich'' sehen und in der anderen Hälfte einen Vertreter des antifaschistischen Widerstandes ken- nenlernen, der sich als Gast für Referat und Aussprache zur Verfügung stellt. wieder Faschismus- wieder Kriegl „Ausländerstopp'' im Dunstkreis der NPD Stellungnahme des DGB-Ortskartelis und der„Lagergemeinschaft Auschwitz' Butzbach(ak).— Die jüngsten Aktivitäten der„Bürgerinitiative Aus- länderstopp'' in Butzbach nahmen das DGB-Ortskartell Butzbach und die „Lagergemeinschaft Auschnitz“ zum i auf die Zielseizung dieser Orga- nisation einzugehen. Wie es in der Stel- lungnahme dazu heißt, betreibe die „Bürgerinitiative Ausländerstopp'' De- magogie übelster Machart. So behaupte sie beispielsweise, nicht ausländerfeind- lich zu sein und wolle sich nicht in die Nãhe von Alt und Neonazis gerückt se- hen, obwohl ihr öffentlich ausgewiese- ner Vertrauensmann, Professor Hagen Prehl, namhaftes NPD-Mitglied sei. Außerdem sei festzustellen, daß sie mit einer Unterschriftenliste hausieren gehe, die in Aufmachung und Inhalt fast hun- dertprozentig mit einer Unterschriftenli- ste übereinstimme, die im Juni 1981 von der NPD in Butzbach verteilt worden sei. Die Organisation gebe sich der Hoff- nung hin, daß das Ausländerproblem dadurch, daß es viele Menschen be- rührt, ihr zu Masseneinfluß verhelfe. Obwohl es ihr z. B. in der Wetterau ge- lungen sei, Unterschriften für ihre Li- sten zu bekommen, hätten doch viele dieser Bürger sicher mit dem neofaschi- stischen Programm der NPD nichts ge- meinsam, heißt es weiter in der Stellung- nahme. Die Organisatoren dieser„Bürgerinitia- tive'' allerdings entstammten sehr wohl dem Dunstkreis der NPD. Sie führe die sogenannte„Uberfremdungsdiskus- sion'', die Michael Kühnen, einer der gefährlichsten Figuren der Nazisten, letztes Jahr in einem Interview als „Hauptgewicht der NS-Bewegung'' be- zeichnete. Vordergründig wiesen sie sich zwar als Vertreter der wirklichen Interessen der Ausländer aus, ihre Losungen zeigten jedoch massives Anstacheln des Auslän- derhasses. So werde unterstellt, daß die Ausländer auf Kosten der Deutschen lebten, was schon deswegen absurd sei, weil z. B. etwa die Hälfte aller hier le- benden Ausländer Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlten, aber nur knapp 5o der entsprechenden Leistungen in Anspruch nãähmen. Schon Seit Jahren würden deutsche Altersren- ten von den Beitrãgen der ausländischen Arbeitnehmer mit finanziert. Darüber hinaus bezeichneten sie poli- tisch verfolgte Ausländer, denen zum Teil im Heimatland die Todesstrafe dro- he, als Scheinasylanten. Der Satz, poli- tisch Verfolgte genießen Asylrecht, eine Lehre aus der Zeit des Faschismus, exi- Stiere für diese Organisation nicht. Die Macher der Bürgerinitiative Ausländer- stopp hãtten wohl Hitlers Testament im Kopf, wenn sie forderten, keine „Einschmelzung der Ausländer in das deutsche Volk''. Solche rassistischen Vorstellungen hãtten dazu geführt, daß 6 Millionen Juden verfolgt und umge- bracht worden seien. Wie es abschlie- ßend in der Stellungnahme heißt, gebie- ten die rassistischen und neonazisti- schen Aktivitäten der„Bürgerinitiative Ausländerstopp'' die Wachsamkeit aller Antifaschisten, damit in den Anfängen erstickt werde, was einmal eines der dũ- stersten Kapitel unserer Geschichte war. 42.4. 3½2 butbucherqᷓrin rrurr n veeu nune Q Wetterauer Bote 2 Amtliches Bekannt hungsorgan der Stadt Butz- bach und der umli den G inden, des Amtsg richts, der Kõrperschaſten und der Vereine. Herasneher- n DEn ZErU6 6ELESEN. Rechte Terroristen gefaßt Waren Deutsche an Anschlag auf Synagoge in Paris beteiligt? BONN, 20. Februar(dpa). Mit der Festnahme der beiden mutmaßlichen Rechtsterroristen Walther Kexel und Ulrich Tillmann am Wochenende in der Nähe Londons ist jetzt nahezu die ge- Samte Terrorgruppe gefaßt, die in meh- reren amerikanischen Wohnsiedlungen in der Bundesrepublik Bombenan- schläge verübt haben soll. Kexel soll außerdem an einem Anschlag gegen eine jüdische Einrichtung in Paris mit sechs Todesopfern beteiligt gewesen Sein. Bereits am Dienstag waren in einer konspirativen Wohnung in Frank- furt a. M. Dieter Sporleder(22), Hans- Peter Fraas(22) und Helge Karl-Wulf Blaschke(40) festgenommen worden. Ein sechster Mann ist flüchtig. Wie aus dem Innenministerium in Bonn bekannt wurde, soll Fraas als Mit- glied der inzwischen verbotenen„Wehr- sportgruppe Hoffmann“ bei den Palästi- nensern in Libanon militärisch ausge- pildet worden sein. Auch die anderen Verdãchtigen sollen Kontakt zur „Wehrsportgruppe“ gehabt haben. Meh- rere von ihnen gehörten außerdem der Neonazis Zogen durch die City Passanten angegritfen Rund 50 kahlköpfige und uniformierte junge Männer sind am Samstagmittag mit neonazistischen Parolen durch die Frankfurter City gezogen. Sie griffen passanten an und demolierten einen Koufhausstand. Beim Erscheinen der Polizei stob die Menge auseinander. Den Beamten gelang es lediglich noch zwei Personalien zu ermitteln. „Die„Skinheads“ hatten sich zunächst am Waldstadion gesammelt und waren dann— nach Absage des Bundesliga- spiels der Eintracht gegen Bielefeld— in die Stadt gefahren. Zunächst bewar- fen sie gegen 13 Uhr an der Hauptwache passanten mit Schneebällen. Dann grif- fen sie ein Ausländerehepaar an. Schließlich zogen sie in den Kaufhof auf der Zeil und räumten einen Stand in der Kosmetikabteilung ab. Ein Kunde erhielt einen Schlag ins Gesicht. Mög- ſicherweise wurde ihm dabei das Nasen- bein gebrochen. Die Gruppe fiel durch ihre einheit- liche Kleidung aus grünen Jacken, Bluejeans und Stiefeln auf. In Sprech- chören rief sie„Rotfront verrecke“ und „Sieg Heil“. Dabei war der rechte Arm zum„Hitlergruß“ erhoben. Die Polizei nahm zwei 18 und 19 Jahre alte Perso- nen aus Frankfurt und Mainz vorüber- gehend fest. habe ebenfalls verbotenen„Volkssozialisti- schen Bewegung“ an. Nach Angaben der Polizei in London haben die deutschen Behörden, auf deren Ersuchen die bei- den festgenommen worden waren, die Auslieferung beantragt. SPD-Kanzlerkandidat Hans-Jochen Vogel kritisierte am Wochenende heftig führende CSU-Politiker, die die„Wehr- sportgruppe Hoffmann“ lange als harm- los verteidigt hätten.„Für diese Ein- äugigkeit zahlen wir jetzt einen hohen Preis“, sagte Vogel nach Angaben von SPD-Sprecher Wolfgang Clement. Die Festnahmen zeigten die ganze Gefähr- lichkeit des Terrorismus von rechts, der von den Konservativen lange bagatelli- siert worden sei. Vogel nannte vor allem den bayerischen Innenminister Gerold Tandler(CSU). Als Urheber der Anschläge auf Ange- hörige der US-Streitkräfte in Butzbach, Frankfurt a. M., Gießen und Darmstadt waren zunächst die linksextremen „Revolutionären Zellen“ verdächtigt worden. (Siehe auch Lokalteil) Nazi-Buch bleibt verboten ukn KARLSRURHE, 22. Februar. Das Buch„Der Auschwitz-Mythos, Legende oder Wirklichkeit?“ darf auch weiterhin nicht verbreitet werden. Diese Entschei- dung veröffentlichte am Dienstag der Dritte Strafsenat des Bundesgerichts- hofs. Der Tübinger Grabert-Verlag hatte gegen die Konfiszierung des Buches, die vom Landgericht Stuttgart im letzten Jahr verfügt worden war, peim Bundesgerichtshof BGE) Revision eingelegt. Die Straftatbestände der „Volksverhetzung“ sowie der„Verherr- lichung von Gewalt und Aufstachelung zum Rassenhaß“(„Paragraph 130, 131 StGB) seien verjährt. Da Autor(Wil- helm Stäglich) und Verlag strafrechtlich nicht mehr belangbar wären, könne das Buch nun auch nicht in einem gesonder- ten Verfahren eingezogen werden, so die Argumentation des Grabert-Verlages. Der Dritte Senat wies diese Auffas- sung zurück. In einer Grundsatzent- scheidung stellte er fest, daß die Straf- verfolgungsveriährung gegenüber dem Täter die Einbeziehung von Schriften in einem gesonderten Verfahren nicht aus- Schließt. Auch der Inhalt des Buches rechtfertige die Konfiszierung, in dem die systematische Judenvernichtung in Auschwitz als„Vernichtungslegende“ dargestellt wird.(AZ.: 3 Str 414/32). pPotter zeigt sich betroffen LVON, 11. Februar(epd). Tief᷑ betroffen über die Tatsache, daß„Tausende von Nazis Asyl in lateinamerikanischen Län- dern gefunden haben“, hat sich der Ge- neralsekretär des Okumenischen Rates der Kirchen, Philip Potter, Vor. christ- lichen Publizisten in Lyon(Frankreich) geäußert. Potter, der von der karibi- schen Insel Dominica stammt, bezeich- nete den jetzt an Frankreich ausgelie- ferten und als„Schlächter von LVon“ pekannten Deutschen Klaus Barbie als ein„Produkt der europäischen Geschich- te“ Hitler, Barbie, Eichmann und andere NS-Verbrecher stünden am Ende des Zeitalters der„Aufklärung“, sagte Pot- ter der Tageszeitung„Le Monde“ zu- folge. Diese Epoche habe vier Dinge her- vorgebracht: die industrielle Revolution, die den Menschen der Maschine unter- tan gemacht habe, die Vereinigten Staa- ten mit Freiheit und Cleichheit für alle Menschen— außer für Schwarze und Indianer, die Französische Revolution, deren Wahlspruch„Liberteè, Egalité, Fra- ternité“ im Grunde vom Bürgertum al- lein beansprucht werde, und schließlich den rassistisch geprägten Imperialismus. Deutscher Rechtsextremist in österreich angeklagt WIEN, 24. Februar(AP/ra). Die Staatsanwaltschaft Wien hat gegen acht Ssterreicher und den Bundesdeutschen Ekkehard Weil Anklage wegen Verbre- chens der nationalsozialistischen Wie- derpetätigung erhoben. Wie das öster- reichische Justizministerium am Mitt- woch mitteilte, wurde die sich auf das einschlägige Verbotsgesetz stützende Anklageschrift peim Untersuchungs- richter des Landesgerichts Wien einge- reicht, gegen Attila Bajtsy und Ekke- hard Weil auch wegen Sprengstoffan- schlägen auf jüdisches Eigentum. Wei- tere Anklagepunkte sind das Ansam- meln von Kampfmitteln, Einbruchsdieb- stahl, Urkundenfälschung und Vergehen nach dem Waffengesetz. Der Vorwurf der nationalsozialisti- schen Betätigung pezieht sich insbeson- dere auf jahrelange Aktivitäten im Rahmen der„Aktion Neue Rechte— ANR“ sowie im sogenannten„Nationali- stischen Bund Nordland— NBN“. Die Anklageschrift nennt dabei neben einer Vielfalt publizistischer Propaganda auch die Veranstaltung„Wehrsport- licher“ Geländeübungen mit Jugend- lichen und die gezielte Indoktrinierung mit nationalsozialistischem Gedanken- gut. Ekkehard Weil ist auch den Behörden der Bundesrepublik als Rechtsextremist hinreichend bekannt. Der 30ährige frü- here Krankenpfleger hatte Ende 1970 einen Wachsoldaten am sowjetischen Ehrenmal in West-Berlin durch Schüsse schwer verletzt. Von einem britischen Militärgericht wurde er deshalb zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt, die er jedoch nicht ganz absaß. Weil nutzte einen Hafturlaub im Oktober 1979 zur Flucht. Danach war er zweimal in Brüssel und Wien festgenommen, doch nicht an bundesdeutsche Behörden ausgeliefert worden. USA weisen KZ-Wärter aus WASHINGTON, 26. Dezember(dpa). Ein in Chicago lebender ehemaliger Wärter in den Konzentrationslagern Auschwitz und Birkenau wurde am Donnerstag ausgewiesen. Bonn habe die Aufnahme des 63jährigen gebürtigen Deutschen Hans Lipschis akzeptiert, teilte das US-Justizministerium mit. Lipschis habe seiner Ausweisung zuge- stimmt, er muß die USA innerhalb von vier Monaten verlassen. Es ist das erste Mal, daß ein von den US-Behörden NS-Verbrechen beschuldigter Bürger des Landes die Vereinigten Staaten ver- lassen muß. Vor einigen Monaten war zwar die Ausweisung des orthodoxen rumänischen Bischofs Valerian Trifa wegen seiner Verbindungen zu den Nationalsozialisten verfügt worden, doch lehnte die Schweiz— wohin Trifa wollte— die Aufnahme des Mannes ab. Seit 1979 verfolgt eine spezielle Abtei- lung des amerikanischen Justizministe- riums US-Bürger, die nach 1945 einrei- sten, ohne über ihre Beteiligung an nationalsozialistischen Verbrechen Aus- kunft zu geben. Ermittelt wird in zwei- hundert Fällen. In 26 Fällen wurde bis- her Klage erhoben. Bis jetzt gewann das Ministerium elf Fälle vor Gericht. SANTIAGO(AFP). Der Nazi-Kriegs- verbrecher Walter Rauff— verantwort- lich für den Tod von 250 000 Menschen in ambulanten Gaskammern— erholt sich derzeit,„vom Gesetz geschützt und zum Schweigen über seine Vergangenheit entschlossen“, an der Küste Chiles. Das wurde am Dienstag in Santiago de Chile von seiner Umgebung mitgeteilt. Am Vortage hatte der Leiter des Jüdischen Informationszentrums in Wien, Simon Wiesenthal, in einem Telegramm an den chilenischen Staatschef General Augu- sto Pinochet um die Ausweisung Rauffs gebeten. Bonn hatte 1962 wergeblich die Auslieferung Rauffs beantragt. Barbie wurde nach dem Krie als Agent beschãäftist „ HEINZ WISNER. 66, von 1943 bis 1944 SS-Sanitäter im KZ Riga, ist in Düssel- dorf zu sechs Jahren Freiheitsentzug wegen Beihilfe zur Ermordung von fünf Menschen verurteilt worden. Die 16. Große Strafkammer des Landgerichts setzte den Haftbefehl gegen den frühe- ren SS-Oberscharführer trotz einer Be- schwerde der Staatsanwaltschaft außer Vollzug. Wisner saß zweieinhalb Jahre in Untersuchungshaft und soll nach Meinung der Richter bis zur Rechts- kraft des Urteils auf freiem Fuß bleiben. Nach Feststellung des Gerichts habe Wisner sich als ranghöchster Sani- täter im Konzentrationslager Riga an Selektionen und„Abspritzungen“ von Alten, Kindern und„Arbeitsunfähigen“ beteiligt und dabei zur Tötung von min- destens fünf Opfern Beihilfe geleistet. Ursprünglich hatte die Anklage auf Bei- hilfe zum Mord und Mord in insgesamt 15 Fällen gelautet. Zeugen, so das Ge- richt weiter, hätten sich jedoch nach 40 Jahren oft nur noch schwach an ihre Peiniger erinnert. Daher müsse jegliche Unsicherheit zugunsten des Angeklagten sprechen. HEINZ GALINSKI, Vorsitzender der Jüdischen Ge- meinde zu Berlin, erklärte aus Anlaß 6S S Januar zum 50. Mal jährenden Machter- greifung der Natio- nalsozialisten, daß die NS-Vergangen- heit in der Bundes- republik„noch nicht in wünschenswer- ter Weise“ bewältigt worden sei. Der Neonazismus und sein zunehmend ge- walttätiger Charakter sowie das An- wachsen des Antisemitismus zeigten, daß in der Bundesrepublik„der Ungeist von gestern noch immer lebendig ist“, sagte Galinski.„Finen zweiten Holo- caust darf es nie geben.“ Fleischermeister wegen Urteil wegen Volksverhetzung HAGEN, 23. Januar(AFP). Das Land- gericht Hagen hat einen 47 jährigen „Volksverhet- zung und Aufstachelung zum Rassen- haß“ zu sechs Monaten Haft mit Bewäh- rung und einer Geldbuße von 3000 Mark verurteilt. Der Fleischer, Vorsitzender einer„Hugin-Gesellschaft für politische Stucdien e. V.“, hatte in einer won ihm in 12 000 Exemplaren verbreiteten Hetz- schrift„Mischlinge“ als„minderwertige, bastardisierte Nachkommen“ bezeich- net. Ferner warf er der um die Integra- tion aoslandischer Mitbürger bemühten Politik der Bundesregierung„die Vor- bereitung von Völkermord“ vor. Sie beuge„sich bei ihrer Politik einer teuf- lischen internationalen Verschwörung gegen die Bundesrepublik“. s von den USA Flucht des„Schlächters von Lyon“ wäre ohne Hilfe Washingtons nicht möglich gewesen LVON, 9. Februar(Reuter). Klaus Barbie, als Gestapo-Chef auch „Schlächter von Lyon“ genannt, war nach dem Krieg jahrelang ein hochbe- zahlter Agent in den Diensten der USA. Mehrere Zeugen, darunter ehemalige führende Mitarbeiter des US-Geheim- dienstes, bestätigen, daß Washington den jetzt von Bolivien an Frankreich ausgelieferten früheren Gestapo-Chef vor Strafe schützte, da man sich von seinen Kenntnissen einen Vorsprung vor den Geheimdiensten der Alliierten erhoffte. Auch Barbies Flucht aus dem Nach- kriegs-Deutschland nach Südamerika wäre nach Auffassung des früheren Nazi-Anklägers im US-Justizministe- rium, John Loftus, ohne Hilfe des US- AußBenministeriums nicht möglich ge- wesen. Loftus, der jetzt Rechtsanwalt in Boston ist, sagte der Nachrichtenagen- tur Reuter am Dienstag, nach seiner Ansicht sei Barbie im Austausch für In- formationen über militärische Operatio- nen der Sowjetunion in Osteuropa der Strafverfolgung entgangen. Der US- Geheimdienst sei so sehr an Informatio- nen interessiert gewesen,„daß er jeden penutzt hätte, den er in die Hände be- kommen konnte“. Der jetzt an der Wayne-State-Univer- Sität in Detroit lehrende Professor Eber- hard Dabringhaus hatte am Montag be- richtet, während seiner Zeit als Mitar- beiter des US-Geheimdienstes habe er Barbie monatlich 1700 Dollar bezahlt. Dabringhaus sagte, er sei nach 1943 nach Memmingen gefahren, wo er Bar- bie sowie andere aufgenommen und in ein„sicheres Haus“ nach Augsburg ge- bracht habe. Diese Angaben wurden in Paris von dem als„Nazi-Jäger“ be- kanntgewordenen Rechtsanwalt Serge Klarsfeld bestätigt. In dem von US- Geheimdiensten betriebenen Haus Mozartstraße 10 in Stadtbergen bei Augsburg habe Barbie drei Jahre lang gelebt, sagte Klarsfeld, der 1971 mit sei- ner Frau Beate die Identität Barbies enthüllt hatte. Die französischen Behörden hätten seinerzeit gewußt, daß Barbie von den Amerikanern geschützt worden sei. Es sei ihnen jedoch nicht gelungen, seine Auslieferung zu erreichen. Klarsfeld äußerte sich überzeugt, daß das Alliierte Oberkommando Barbies Ausreise aus der Bundesrepublik— zunächst nach Argentinien und dann nach Bolivien— ermöglicht habe. Es gebe ein vom Alli- ierten Hohen Kommando ausgestell- tes Reisedokument vom 21. Februar 1951. Das US-Außenministerium lehnte in Washington jede Stellungnahme zum Fall Barbie ab. Ein Sprecher des Vertei- digungsministeriums sagte, das Ministe- rium suche noch nach den Dabringhaus- Personalakten aus dem Zweiten Welt- krieg. ℳ LA PAZ(AFP). Boliviens Innen- und Außenminister, Mario Roncal und Mario Velarde, sind aufgefordert worden, im Parlament Auskunft über die Auswei- sung Barbies zu geben. Wie am Dienstag in La Paz zu erfahren war, will beson- der der ehemalige Chef der rechtsex- tremen Sozialistischen Falange, der Ab- geordnete Carlos Valverde, die Minister fragen, auf welcher juristischen Grund- lage Barbie ausgewiesen wurde. ℳ HB DEN HAAG. Die niederländischen Justizbehörden sind Frankreich behilf- lich bei der Vorbereitung des Strafpro- zesses gegen Barbie. Staatsanwalt Paul Brilma sammelt Unterlagen unter ande- rem über die Art und Weise, in welcher Barbie den Amsterdamer Judenrat be- trogen hatte, um die Untergrundadres- sen von 200 in die Niederlande geflüch- teten deutschen Juden in die Hand zu bekommen. Diese Juden wurden zusam- men mit 100 holländischen Juden, die ihnen Unterschlupf gewährt hatten, im KZ Mauthausen vergast. ℳ 5 —— —— co— LP.— 40 mpressionen einer Polenreise Sieben Pakete für Lodz. Wär ste11en die Lastwagen am Bahnhof ab, mieten zwei Taxis und fFahren däe Le- bensmittel und dãe KLeidung därekt zu den Menschen, für dde sde bestimmt sind. 2Zwei Pakete sind fün Amsze1 Cyme Tman. Hermann kennt ihn nächt, er we1B nur, daß es ihm schLlecht geht. Wir halten in einer schmalen Straße vor einem alten Haus. Seinen Namen fFinden wär im Durchgang zum Hinterhof. Ein düsteres Treppenhaus. Däe Farbe bLättert von der Wand, es 1st feucht. Das Haus wärkKt unbewohnt. Einige Wohnungstiüren sänd mät groben Brettern vernaget. Ob häer noch ei- wohnt? Auf unser KLopfen hän hö- ren wi schLurfende Schrätte. Die Tür wä Td einen Spalt breit geöff- net. Wäir stehen einem rund1ichen, Ktei- nen Mann gegenüber, der auf dem Hän- terkopf' ein Käppchen trägt, däe KipPpah, däie Kopfbedeckung der orthodoxen Ju- den. Hermann stelLLt sich vor, erkLärt unseren Besuch, sagt: Wir Auschwä tzer, wi missen doch zusammenhatten. Der Mann guckt fassungsLos auf däe bei- den Pakete. Fün mäich? Thr habt dabei an mäch gedacht? Er kann es ncüt be- greifen, fFreut säch, schüttelt immer wieder ungLäubäg den Kopf. Das àst wi PkKLich Für mä ch? Kommt rein. Toœh sehe, wie Hermann vor Schreck dãe Luft anhält. Däese Vohnung äst ein einziges Chaos. Aus den Schränken 11t Wäsche und Geschärr. Auf dem FBboden, dem Bett, den Stühlen, dem Tisch stapeln sdch wä Ld duncheinan- der Decken, Kässen, Töpfe, Te1LLer, Tassen, Bücher, vergä Lbte Zeitschrä f- ten unck e§ne Unmenge von Pantoffe1n. Amsze1 Cymerman 4st Schuhmacher gewe- sen, die Wohnung war seine Merkstatt. Er fFordert uns freundLich auf, PLatz zu nehmen, aber wär wässen nicht, wo. Er schaufeLt zwei Stühle frei und se tzt säch auf sein Bett. Er strahlt und seine Freude beschämt uns, Was väir ihm bringen, 1st wenig. Kaffee, Tee, ö1, ein bäBchen Reis— Dinge, däe vär jeden Tag übräg haben könnten. Und für das Bä Bchen, was wr ihm brängen, wä 11 er uns beweisen, daß er wärTkLich ge1Litten hat. Er fragt: üchten säe meine Narben sehen? Oh Ein, bäitte nächt, wehrt Hermann ab. Die täefsten Wunden sind doch däe, däe man nä cht seht. Der alte Mann näickt. Man sdeht es nächt, Ssagt er, aber sie bLuten noch immer. ALLe totgemacht im Lager, sagt er, nã emand übri ggebLeben außer män. Gottes Wi 11e und keiner weiB, warum. WäT schweigen. Er st wet weg mät sei- nen Gedanken. WäF müssen jetzt gehen, sagt Hermann 1eise, däe Taxis warten. Amsze1 Cymerman steht auf, Legt seine Hand auf däe Tora, küßt uns auf däe Stärn. Dann umarmt er uns und weint. Unser Aufbruch äst eine FLucht. MWäir Lassen den weinenden Mann aLein. EFr schiebt uns aus der Tim und sagt: grüßt alle Kinder von mär, däe Hoff- nung säind däe Känder. Hermann reibt sich däe Augen und gabt mäir sein Taschentuch: kKomm, wäsch däe Tränen ab, wär fahren veiter. Die zweite Adresse in Lodz: Donata BorowskKa. Hermann kennt sie nächt, weiB nur, daß sde zMemLich Lange in Bä rkKenau wa. WäiF halten vor einem Zwei famã Lienhaus am Stadtrand. Bevor wär kKLinge 1n, guk- ken wäi uns an, derse Lbe Gedanke: wer wã Pd aufmachen. Wär kKLinge 1m und kLopfen- es 1st nie— mand da. Fast erleichtert überLegen wiP, däe Pakete einfach in den Vorgar- ten zu stelLen und einen Bräef dazuzu- 1egen. Aber da Ist pLötzLich eine 1ei- Sse fFreundLiche Stäimme hänter uns: 2zu wem wo1LLen se? Eine Frau mät einer FEänkauf'stasche. Sie guckt uns an und ch denke: sie hat Auschwi tz- Augen. Fs ist, als könne man dunch däese Augen das Lager sehen. Wir fürchten uns vor der Geschichte daeser Augen-— aber säie 1äßt nächt zu, daß wär gLeich weder gehen. Sie zeigt uns Fotos. Ein Mann 1m Sträf- Lingsanzug- ihr Vater, vergast in Auschwi tz. Däe beiden jungen Männer— ihre Brüder. Erschossen von der Gesta- po im berüchtigten Varschauer Paw ak- Gefängnis. Sie nämmt ein kleines Bã 1d aus der SchubLade- ein junges Mädchen, hre Schwester. Se fragt: Kennen sde däe Ausste1Lung im Pawiak? Kennen sie däe B Lder der Menschen, däe hier gefoLtert worden sind, däe Aufnahmen von den 2Ze11Len? Toh hab mär diese Ausste1 Lung angeseh- en. Sie nimmt uns das Bi Id von ie Schwester ab, 1egt es ganz vorsichtig zurück in däe Schub Lade. Ja, üch bän durch däese Räume gegangen damals- viele Jahre nach dem Kräege. Und da sehe Ich an der Vand eine re— sengroße Fotografäe von einem jungen Mädchen- es hatte kKreuz seiner Ze1LLe nur noch eine: mä wurde schwarz vor Augen und Lch habe furnchtbar geschrden Das war meine Schwester. Säie geht an ihren Schrank, nämmt eine kLeine herzförmige KrästalLvase heraus imn den po1Lnischen Farben rwot-weiB. 8S6 umarmt und küßt Hermann. Sie sagt: TcCch 1L4ebe diese Vase. Nehmen sie ste mät. Sie 1st ein Stück von meinem Herzen. sicham Fenster- orhängt. Lch we1B Moni ka He 1d Bianæ des 5o. Jahresfages Es war schon erstaunLich wäe umfangreic in den Maseenmedien, im Fernsehen, Rund Funk und Zei tungen des Jahrestages der Machtübergabe an den Nazi faschismus ge- dacht war. Läche Vewanstal tungen statt. SchLießLich noch däie Demonstrationen und Kundge bun- gen in mehreren GroßBstädten am Jahres- tag, an denen sich insgesamt mahr a1s 15o000 Menschen betetLigten. Vor alLem muß erwähnt werden, daß in väeLen Schu- Len der Jahrestag im Unterricht einbe- zogen war, däe antifaschistische Wäder- s tandskämpfer, überLebende Opfer des Hi t Lerfaschismus gestalten konnten. konnten erzählen, wäe säie den Faschäs— mus erLebt haben, auch über den Wäden- s tand- und so haben väele junge Men- schen zum erstenmal erfahren, derstand seit 1933 und ncht erst Hermann Reineck berichtet, 55 mal in Schulen gesprochen hat, wiP wäissen, dãie Schüler waren, sprach. Esther Be jawano war und fst auch heute nooch fast tägLch gefordert, als ehema- Liges Mi tgLed des Mädchenonchesters in Auschwätz. Sie wä yd kaum däe Zahl von Vewans taltungen und Kundgebungen nennen können, wo sde aufgetreten Ist, wo se über Auschwi tz sprach und gesungen hat. Si e se4 t und Auch fFüm mä ch 1st dae Zahl von Veranstal- tungen kaum übersehbar, wo 1ch über mei- ne FErfahrungen berächten konnte, auch in Schulen. Es zeigte sich etwas ganz neues: Eän enorm gestiegenes Bedürfnäs zn der jun- gen Generatdon,— Zet tzeugen der Opfer des H tLerfaschismus und des antifa— schistischen Wderstandes zu hören, de Lhr Lebendäg das vermi ttelt, was sonst kein Schulunterricht, kKeine Bücher oder Thre auch keine Fernsehsendung kann. AuBerdem fFanden viele öffent- daß es Wä— daß er alLein we aufgewühLt und betroffen als er über AusRhwä tz Begegnung mät Lhnen hat meist immer ne erschütternde und nachhaltige Wrk Däies trifft vor allem zu, wenn s1e A w tzer begegnen;- denn was sett 1945 fFür däe nachgewachsene Generation orga- näsert verhindert war,— 1st doch zdem- 1L ch Ins Bewußtsein der heuttgen zungen Generaton gedrungen, daß es ein Ausch- w tz gegeben hat. Der Name Auschwi tz 18t Für sie das Synonym der 12- ährdgen Schreckensheryschaft geworden. Sovdel stch nun auch däe Massenmeden des Themas Aus chwtz angenommen haben,- dae von der jungen Generation meist ge- steLLte Frage: wäe wares mög1ich?7„ däese Frage war so gut wie nie beantwor- tet, da war sde von den Medäen at1ein ge Lassen! Der 50. Jahrestag hat uns nochmals deutLich gemacht, wäie notwendäg dãe Existenz der*Lagergemeinschaft Ausch- w tz* 166. 0 Für däie Begegnung md t der zungen 6en ration 1st jeder Aus chwi tzer und auch die Angehörigen von in Auschwätz Er- morde ten aufgerufen, sofern er gesund- heit1Lich dazu in der Lage 1st. Gerade angesichts des vachsendes NeoO— nazi smus 1! Es motivient am meis ten däe jungen Menschen in unserem Lande den Neofa- schismus zu bekämpfen, venn besonders auschwitzer aus Uhren entstzLichen Er- Lebnäissen vor den Gefahren warnen, wenn alte und neue Nazts unbehe1LLägt ihr GifFt verbreiten. A11e müssen auftreten, a11e Auschwi tzer auch däe Angehörägen müßten jede Ge1e— genhett nützen, um aus ihrer Erfahrung mahnend und warnend däie Losung zu Ve— deutLichen: Nie wã eder e weder Krieg, keine Atomraketen!*, Fernseh- und Rundf' unk j ournalsten su- chen oft Auschwi tzer, mät denen sie Sendungen gestalten woLLen. Thnen müßten wär zur Verfiügung Sbehen so wde die Kameradin Lui se Mauer, über dãe oine außerordent1Lich bosndme Sendung im Fernsehen 14ef. Das g1t auch fürn das Rundfunkänter- w eW m t Hermann Reineck und Es ther Be Jarano. Noch mehr müssen zum Vort kommen und vor alLem äin däe Schulen gehen. Daher ist es auch wchtig, daß wr uns bemihen at1e Auschwi tzer und Angehörige in unserer Gemeinschaft zu erfaseen, däie Ihr noch ni cht angehören. WN müssen iImmer davon ausgehen, daß es ketne andere Lagergemeinschaft gibt deren Namen ein so1ches mora1sches und po1§ tisches Gewicht hat, als dã Gemeinschaft, däe den Namen nAus chwi tz* trägt. Peter Gingo1d *4 42 der „Zolnierz Wol- SCDU/CSU. Der Sohn eines Briefverfas- nosci“ zufolge Briefe aus der Bundesre- Põisee Besiier eutscher Höfe. Laut„Zolnierz Wolnosci“ gingen die Briefe in den vergangenen Wochen in Bestrebungen mehreren Städten ein und hätten alle sers Ssagte der Nachrichtenagentur Reu- an ter, es handele sich um Schreiben von Mitgliedern des„Bauernverbandes der mit der Warnung vor späterer Enteig- nung geschlossen. Sie hatten dem be- reits zitierten Sohn eines der Verfasser WARSCHAU(Reuter). Polnische Be- wohner der ehemaligen deutschen Ost- Vertriehenen“ in eine polnische Pressekamkagne gegen vormals gebiete haben einem Bericht der War- Grund und Bodens angedroht wird. Der Bericht vom Freitag fällt mitten in den Wahlkampf in der Bundesrepublik und Publik Deutschland erhalten, in denen die entschädigungslose Enteignung ihres schauer Armeezeitung „revanchistische“ der sich jetzt herbeiläßt, in den seit 1945 von der S „Jeder, daß Tages seinen mühsam aufgebauten Hof selbst, sein Sohn oder sein Enkel eines ohne lichen Betriebes zu übernehmen, muß zur Erweiterung eines landwirtschaft- von vornherein damit rechnen. Volksrepublik Polen verwalteten deut- schen Gebieten Land zum Aufbau oder zufolge den Wortlaut: Ent- Rechtsanspruch auf jeden sich letzten Monat Eine polnische Pressekampagne gegen die CDU/CSU hatt an einer Außerung von Bundesinnenmi- schädigung wieder los wird.“ nister Frieckrich Zimmermann (GSU) ende Frage deutsche die nicht an Oder und Neiße, der polnischen entzündet. 8 F A— om⸗ on st 5— 0T- Westgrenze. Polen legte in Bonn dage- gen offiziellen Protest ein. mn er 8 S 6 Nenn Sie mäit uns der gleichen Meinung säind, daßB: — das Vermächtnäis den Opfer von Auschwtz gewahrt werden muß — däe Mi 114 onen Tote uns Mahnung sind, däe Erinnepung an das düsterste Kapätel unserer Geschächte wachzuhalten, um ef— ner Wä ederhoLung entgegenzuwirken — wer aus den Fehlern dern Vergangenheit keine Lehren zieht, verdammt äst, se zu wederhoLlen Wenn sie näicht der Meinung säind: — däie Vergangenheit soLLte endLäch ruhen — dem Faschäsmus in unserer Zeit der Nährboden entzogen sei soLLten Säie der* Lagergemeinschaft Auschwi tz— Freundeskreis der Aus chwitzer n beitreten. Häftl. Nr.... E Vorname Wiiel acsc Srac Bet PSstſei bis Unterschrift in der Bundesrepublik Deutschland Gemeinnütziger Verein Beitrittserklärung LAGERGEMEINSCHAFT AUSCEHWIT2 und FREUNDESkKREiS der AUSCHWITZER E Angehöriger des ehem. Auschwitzhäftlings Freund der ehem. Auschwitzhäftlinge E Zutreffendes bitte ankreuzen! Datum des Beitritts (S Adresse— Straße x S S = Prof. J. Albretht Hamburg E. Anacker Kasse1 Friedensddenste Laubach H. Baier Leutkäirch D. Barta Göttingen J. Baurmann Vechta G. Bay Si ndeLfingen Dr. U. Becke Butzbach H. P. Becker 30.— 20.—— — 80.— 200.— 500.—— 200.—— 50.—— 20.— Mörfe Lden- Wa 1 1dorf J. Beerhornst 50.—— Hamburg-1 E. Be jarano 60.— Hamburg-5o E. Berger 50.— München-2 U. Berger 50.—— BerLin-31 H. R. BerLinäcke— Wi Ldeshausen A. Bernhard— Bärnstadt Prof. Dr. BeutLer 100.—— Hannover H. Bienert 200.—— Arpsdorf E. Bi etzke 30.— Hannover-1 B. TR. Bi nczi1 20.— Frankfurt-7] W. Bittner 50.—— Ber1Lin-61 A. Böing 50.— BerLin- 31 H. A. de Boer 50.— Du sbung-13 Dr. J. Bornkesse1 50.— Rotenburg-1 H. TT. Boss 20.— Büdängen-5 G. Boutez 20.—— Hamburg-13 A. Brandhorst 30.— Ber1in-65 D. Braun 50.—— Frankfurt-71 J. Braun 30.—— Rottenburg Di pL. Psych. R. Bred tung SoLingen— K. Breysach 50.— Marburg/L. J. Bräegler loo.—— Bonn-1 U. Bruckner— Kö 1n-1 K. J. Buck— Ber1in-65 K. Büchtäing 30.— Ratingen-4 W. Bu1 1eTd ek 10.— Süstedt B. Casper 10.— Kãe 1- 14 Chr. CLauser— Ber1Lin- 12 Dr. A. Cons tabe1 500.—— Frankfurnt-8o P. Cordua— CH- Speder Dr. Th. Day— Ber1in-k6 U. Deh1— Segen-1 V. Dehnhard 50.— Ber14n- k1 DGB-Kreisvorst. 110.—— offenbach/M K. Dö11e 30.—— Bremen-1 W. Dra11e— Osnabrück J. Dreeßen— Ueternsen E. Drevius 150.—— Stuttgarnt-1 Dr. D. v. Dri galska Hamburg- 19 1o0.—— F. Dude 200.— Mannheim H. J. DuLies 50.—— Frankfurnt T. Ehrhardt 50.— Hannover D. Enge Lhardt 30.— Di etzenbach Ev. Luth. KäTche 145.59 Bad Brams tedt Ev.—Luth. KiTche 60.—— TLSede Ewert- Scharein 100.—— Neu-Tsenburg W. Faerber 50.— TLSede-1 W. Fa1k— BerLin- 20 E. Faßbender 100.— Mainz—1 Dr. Fas tmann 30.— Frankfurt T. Fau! 50.—— Tübängen E. Feigl 10.— Emmering B. Fäancke-W ttach Braunschweig 300.—— H. H. Fi scher 200.— Hinschberg F. Fredmü1 Ler 120.— Minchen-60 H. FreiLing M. Heiner Frankfurt- 70 B. Frenz 10.— Frankfurt-1 W. Fre und 1 50.— München-21 U. Frey— Dortmund-50 Fredensdenste 100.—— Ot 72 D. Gaese— Hamburg-60 U. Ganßauge 250.—— Darms tadt H. G. Gawronsk 20.—— Tübingen R. GehLhaar 300.—— Li ederbach R. Gehrmann 500.— BerLin-3o S. Ge1s— Baden-Baden-1 W. Gerke 10.— Ber11n-17 Dr. P. Gey— Frankfurnt-1 H. J. GohLke Hã Lden 50.— Dr. TL. v. GoLdacker Stuttgart-8o 200.—— Prof. DrD. Go1Lwä tzer BerLin- 33 S. Gorthe1 Rastede R. Greß Ue 1zen-1 U. Grimm Ber1Lin- 12 H. Gründ Ler Kasse1 Die Grünen Aurä ch L. Grüterig Hambung- 20 Dr. H. J. Gubba Stuttgart- 8o H. Habicht Göttngen 1.oo0.—— 50.—— 20.— 22.— 500.— 500.—— 50.—— 50.—— — P. Ha 1Lberschmädt 1oo.—— Wei Lbach B. Harder Hamburg-71 B. Hartmann BerLin- 19 — 15.— Dr. D. D. Hartmann Tübingen T. Hartwig Dortmund- 30 Heckenauer Ber1in- 12 B. Hegenboehmer Dortmund- 15 B. He 1dt Bem1in- 4 Henfurnth Scharbeutz J. Hermes Moens- 2 W. Hermes Göttingen Ch. Hi 11er Bad Vä Lbe1 G. Hinze Bretten W. Hö11e Minzenberg-1 Ch. Hoffmann Di 1 Lenbung W. FA. Hors tmann Oyten A. Hubernt Wuppertal-11 K. Huchting Emden E. Hübner Hamburg- 36 H. Huth Frankfurt-1 Ingwersen Bernbach E. Tbscher Frankfurt K. P. TfLand Bremen-1 H. TrTgang Bie 1Lefe1d-1 A. Jakob Marburg/L. M. Jakob BerLin-3o H. B. Jargstorf Ber1in-21 P. Juni ck Düsse1dorf- 13 1. oo00.—— — — 50.—— 50.—— 50.— 20.—— 10.—— 1oo.—— — 50.—— — 50.— 50.—— 200.—— 500.—— 20.—— 20.— 200.—— 500.—— 50.—— 60.— Prof. Dr. Jurkov c7Fo.— Bad Pyrmont O. Kaiser 20.—— Wenhausen R. Ka 1 1wet— Osnabrück P-Kascher 50.—— Tübängen Ch. M. Kau 50.— Bad VA Lbe 1 Th. TG. Ke1L1Ler 50.— Frankfurt-1 N. Ker1 50.— Mannheim-1 R. KiTsten 1o0.—— Mi nden H. K tt1ipz— Hambung-67 J. KLarmann— Hamburg-5 2 W. KLause 20.— Bad Vã. Lbe 1 E.KLee 1oo.—— Frankfunt-90 G. KLemm 200.— Bad Oeynhausen K. KLöckner 50.—— Frankfurt-90* N. KLüsche 500.—— Frankfur t- 90 KLuge— Marburg/L. Th. Koch 50.—— Bad Hombung R. TH. Ködi tz loo.—— Ce1LLe H. Kötter 150.—— Ber1in- 36 G. KoLbe 150.—— Stuttgart-1 H. Korb 50.— Fe1Lsberg H. Kossmann 150.—— Quern B. Krane 25.— BerLin- 33 Pf. M. Krapf 3o00.—— UhLdängen. Miüh1Lh. M. Krei tner loo.—— Mã esbach R. Kresse 150.—— Eppstein/Ts. H. Kreutzer- Papenbrock Hi Lde sheim 150.—— R.Krockenberger Korb 200.— J. Kruppa 20.— Frankfurt*So M. Kuchta 50.—— Wetter- 2 Prof. Dr. V. Künschner Vechta 50.—— Dr. H. V. KuLenkampf Oberurse1-1 200.— H. auf d. Lahe 20.—— Essen- 12 S. Lang— Dr 72 M. Langhanka 50.— Ber1Lin-32 Lehmensek— Bremen. M. Li ebrch 100.— Bonn- Süd H. Li nder 20.—— Bremerhaven-3 M. Ldnke— Brauns chweig A. Loswi 1oo.—— Nedernhausen J. Ludwd.g— HiNschberg Dr. H. Luther 1oo.—— Vesterburg D. Maer 50.— MühLheim K. v. Mard s— Kempen-1 B. e1 Marrakdã 25.— Kö1n-10 R. Martens— Bonn- 2 L. Mauer 150.—— Raunheim R. Mauser 50.— 5 G. M. Meyer 1oo.—— Essen P. Minger 50.— Ber1in-15 K. MoetLe— Frankfunt Dr. U. Moser— Bruchsal K. MühLburg 150.—— Bingen 8 Prof. Dr. R. M. Mii1 Ler Aachen— A. Mü1 1Ler 200.—— Ber1Lin-33 B. MüiLLer 20.— offenbach/M J. MüLLer 1oo.—— Ber1Lin-k2 Dr. M. Mi1 Ler- StüLer Kasse 1 150.—— R. Nage 1 80.—— Brauns chweig E. v. Oppen— Heide Lberg Th. Ormond 50.—— Langen/Hs. B. Otte 20.—— Dorsten-11 W. Pau1— Darms tadt M. Paulsen 20.—— Heide C. PawLa ta 10.—— VLLäingen R. Pennekamp 200.—— Schwerte-6 Dr. K. Pi per 50.— Ber1Lin- 21 H. Poppenberg 150.— Bremen Ch. Pott— Ber11n J. Prenner 50.— Bamberg J. Putz— Ber1LAn- 37. E. Raphae1— Dor tmund-1 PfTK.Rauterberg Severshausen— M. Regensburger 50.—— Ber1Län M. Reiferscheid 250.—— Kö1n-1 C. ReLmer 25.— S T. ReLnhardt 50.—— Wyk H. Rei tz— Bonn-3 Prof. Dr. R. Rendtorf He 1de Lberg 1oo.— Ch. Repenthän 50.— Osnabrück H. Ri chers— BerLin-33 Dr. H. Römer— Göttngen H. Rosendah1 20.— Ber1L1n-61 U. Romacher 50.— 0 22 M. Rumpf 2 50.—— Hamburg-62 A. Runke1— Berg.— GLadbach R. Ruß1and loo.— Obertshausen E. Sadovsk. 200.—— Schwerte B. Sauer 200.—— Oberhausen U. Saut 20.—— Marburg/L. Pfr. H. Schäufe Le 30.— Stuttgant-1 B. Schä Ldkne cht— Wä Lhe LImshaven M. Schärmeister— Neu-Tsenburg G. SchLeede 50.— Hamburg- 63 T. SchmeLing-KLoss Frankfurt-1— H. Schmenger 50.— Kar1Lsruhe H. Schmid 300.—— Brauns chweig H. Schmã. dt— Ber1Lin- 37 W. Schmidt 25.— Bad Nauheim H. Schmi tt— KeLKheim/Ts. A. SchnedLer 20.—— Zwesten-1 A. Schneider 200.—— Dietzenbach F. Schoettner— Marktredw tz K. Schönfe 1dt 50.— G Prof. Dr. W. Schulenberg OLdenburng 500.—— D. Schu1z— 0 2 G. Schwarberg— Seeve tal-11 M. Schwarz 1oo.—— Sinde1Lfäingen L. Se bastzan 50.— Marburg/I. T. Seid1 250.— Dachau F. Sepec loo.—— Frankfurt-71 J. Se tzke 30.— Wer1Lte E. A. Seyfanth 200.—— Frankfurt-1 G. Severs— Kde1-1 A.N. Smmeddtnger 100.—— Frankfurt-90 SocLetäts-Druckerei. 50.— Frankfurt A. TH. S01d Sandhausen Sommerschuh K. e1 D. Spaeth Langen/Hs. SPD- Briih1 Brüh1 T. Spickschen Me ckKenhedm Dr. H. Sprenger Bonn- 2 R. Stegemann Herne- 2 R. Steins Bad Homburg W. v. Sternburg W e sbaden E. Stier1e Frankfur t-6 0 M. Strauß Frankfurt-1 H. Stretth C 0 Sturm- Schott Frankfunt- 90 E.ThäeLen Frankfunt A. Thä emann Ber1in-21 E. Ti e Lmann Käirchen/Si eg M. M. Traber Bad Säckängen M. Uecker GLadbe ck Dr. W. Utsch 1 J. Gäntner Kö 1n- 10 Ungenannt BerLin Ungenannt Kar1sruhe J. Veigegge Ber1Lin B. WaLdmüLLer ESpeLkKamp R. Wa11Ler Hamburg-5 J. F. Varner Inge Lheim-1 J. Weber Frankfurt-50 J. V. Vede 1 Frankfunt M. Weidner HaLstenbek O. Menke Wi esbaden A. Werner- Cordt Frankfunt-1 H. WeBe 1 Schwerte G. Vi 118 Brauns chweig U. W1L1e Frankfurnt G. Wã s chmann Mihlheim/Ruhr Pfr. E. L. Wi SseLer Bonn-1 Pfr. G. WohLfe1 Hai ger- 11 R. WysockKi. Tönning 1o0.—— — 50.—— 150.—— 200.—— 150.—— 50.— 20.— 1oo.—— 200.—— 50.—— 600.— 50.—— 20.— 56 25.— 30.— 5 30.—— 10.— 1o0.— 10.— 20.— 500.—— 300.—— 150.— 300.— 200.—— 16 G. Zaubi tzer 20.— Bad Segeberg E. ZeLdLer— Ankum Dr. H. Zi nn 50.— Darms tadt R. Zübber— We s terLand Dr. v.d. Osten- Sacken Taunusstein 200.—— Zeichen d. Hoffnung Fwankfurt 5. 000.—— KLPTDUMG+ SACHSPENDEN T. Ahrens Hannover-51 Arbei terwohLfahnt Minchen-21 H. Bauer † R. Ri eger Bonn-1 Be ckR- Schreiber Göttingen E. Berger Minchen- 2 H. Bi enert Arpsdorf Dr. J. Bornkesse1 Rotenburng-1 K. Eckert Rodgau-1 Evang. Pfanramt B TKenau D. Ewert Neu-Tsenburg- 2 G. FüLLgrabe Langen/fIs. U. GanBauge Darms tadt S. Geis Baden- Badeb-21 M. Geist Li chtenau F. Göbel1— FLeischerei Rodgau-1 Gund Lach Dor tmund- 30 Dr. IHar tmann Langgöns Haubo1Ld OLdenbung G. Herbst He de Lberg W. Hö11e Münzenberng-1 T. Hosemann Langen/Hs. H. B. Jags torf Ber1in- 24 H. Kern Hofheim/Ts. D. K 1tz Rossbach W. KLötzig Mimchen- 70 C. Kob Dor tmund U. König Rödermark- 2 H. KohLmann He i de Lberg J. Kondetzko Korbach PfT. M. Krapf UhLdängen-MihLh⸗ Ch. Lederer WoLpertshausen —— L. Görres Dor tmund- 30 M. Lebri ch Bonn- Süd J. LBFLer De 1menhorst D. Lohstroh Frankfurt/M B. Lorenz Bremen-1 J. Lorenz Ber11n- 36 Dr. H. Luther Westerburg A. Moos Um /Donau M. N eder Frankfurt /M- 70 Dr. C. v. der Osten- Sacken Taunusstein-1 W. Ostheim Frankfurt/M- 70 D. Pora11a Frankfurt /M K-H. Potthoff Remschetd-11 K. Ch. Rehmer Ludw gsburg H. Reitz Bonn-3 W. Rchter Lohhof Sachs Rodenbach D. Scharein Neu-Tsenburg-2 H. Scharpf Ber11n- T. Schind1er Oberurse1/Ts TL. TD. Sch1Leund ng Ber1Lin-31 Veohta L. Schwarz Memme 1 sdorf E. A. Seyfarth Frankfurt/M-1 Gräfin M. SoLms- Laubach Laubach P. Sommer Frankfurt/M-60 S 6 1 Göttngen E. Stüokrath Be1efe1d- 1 R. Strobe1t Sassenberg Sturm— Schott Frankf urt /M- 90 B. Treptow Essen-1 W. Skorni tzke Coesfe1Ld M. Tesch Frankfurt/M- 90 M. Veich Bremen R. Wã nde Lband Di 1Lenburg R. Mysockã Tönning G. 21eger Wnsen /A11er ZLmmer1Ling R. Mainz Ungenannt Münzenberg-1 Ungenannt Münzenberg-1 H. EgLer We tzLar 16 Die oben angeführten Namen der Spender ermögLächten unsere Hi LFsaktion Für ehematige po1ni sche Aus chwd tz-Häft1Linge am 10. 10.1982. NachfoLgend sind alle Spender auf'geführnt, und damã t dae Grundlage zu unserer drdtten Aktion ermögLichten. J. Baurmann Vechta G. Berkang CwemLängen-1 H. Betz1er Cuxhaven-1 A. Beyer Frankf urt /M- 1 W. Burkhard Hofheim/Ts V. Dehnhard Ber1Lin-11 F. Dude Mannheim A. Ehmann BerLLn- 37 ev. KiTchengem. St. Tönds Krefe1d evV.KLinäkpfarr- amt Um /D. E. Faßbender Mainz-1 L. Görres Dor tmund- 30 M. Haas A. Schubert Pfungs tadt 100.—— 500.—— — 50.— 30.— 50.—— 300.—— 50.—— — 289. 05 50.— 50.— 20.—— F. v. Hammerstein 1oo.—— BerLn- 37 Dr. D. D. Har tmann ooo.—— Tübangen F. Herrmann KobLenz L. Hinz Frankfurt/M- 50 1o00.—— ko.—— H. L. HöLscher 300.—— Qui erschi ed-Fã schb. Chr. Hoffmann Da 1Lenburg Dr. W. Hudemann Petersberg-2 H.O. Jaeger Heide Lberg Ch. M. Kau! Bad V Lbe1 P. C. Ke11Ler Merzig König. Char1. Gymn. 5 6 Stuttgart H. TVU. Kopf Landesbergen Dr. H. Krane Paderborn P KSseh W esbaden J. Lebchen Ber1L1n- 21 M. Ldnke Bnnunsehmedg Chr. Menge Niestetal A. Moos Um D. L. Nachtiga11 Frankf urt /M- 90 D. Nebe1 Kronberg/Ts. H. Ne1LLesen Keve Laer- 2 L. Neumann Bremerhaven — —— 20.—— 50.—— 110.—— 70.— 200.—— 30.—— 10.— — 150.— — 30.— 15.— 60.— 50.— — F. Neumeyer München Dr. K. Pz per Ber1L1n- 21 M. L. PuLs Essen L. Rosh BerLin- 37 K. Roth Eppstaun-2 /Ts. T. Schaffert Darms tadt Chr. Scheytt Um /D. S Obersulm-3 W. Schumann wuppertal- 12 J. Setzke NWer1Lte W. Skornä tzke Dr. Hch. Sprenger Bonn- 2 M. Tesch Frankf'urt /M- 90 H. Troeger Bai ersdorf VetterLein Soest D. MWeber Langen E. We1teke oberurse1/Ts. O. Menke Wã e sbaden B. MWerk- Lang Tübängen A. Werner- Cordt Frankfurt /M-1 deren Spenden nach dem 10. 10. 1982 sngegangen ——— — 20.—— — 500.— — 20.—— 50.— — 60.— — Zoo.—— 25.— 150.— 50.— ——— 50.— 10.—— 535— — SACHSPENDEN G. Berking CremLäingen H. FgLer We tz Lar Ph KSe Bad Homburg A. Lehmensek Bremen J. Manecke Wenningen A. Moos Um/ Donau J. Prenner Bamberg Schäfer Minzenberg-1 Schwaberg Seevetal-11 A. Su1zmann Schöneck-1 A. Vörino Hamburg-76 sind BRRIcCRHT iBER DIE HILFSAKTTLON FUR DTE EHEMALTGEN POLNLSCHEN AUScRHTLTZL-HKFTLTNGE Unsere erste Aktton für dae ehemaligen poLnäschen Auschui tz-HäftLMnge, we1che Ende März 182 durchgeführt wurde, war ein vo11er Erfo1g!! Wr berichteten davon äin unserem vordgen M ttei LungsbLatt. Da aber zmmer noch großer Mangel bei den verschiedensten Gebrauchsgütern für das tägLiche Leben besteht, erfolgte von der Lagergemeinschaft Auschwä tz ein zweiter Aufwuf zur Hi. 1fe. Ddeser Aufruf fFand ein vett größeres Echo als der erste, sodaß wär am O 82 drei Lastkraf twagen vo1L1 Hi Lfsgüter— Lebensmittel, Kleidung, Medä kKamente, nach polen brangen kKonnten. Auch bei däeser AkKtion dieselbe Route wie bei der ersten Fahrt: Krakow, Auschwi tz, Lodz, Warszawa, Bydgoszcz. Füir ddese zwette Hi 1fsaktion gingen ein an Ge 1Ldspenden: DM 36 527,59„ wobei uns auch ddesma1 w eder däe Vereinigung nzZe1chen der Hoffnung- welche sdceh seit Jahren tatkräf tig fürn däe Versöhnung zwiSchen dem deutschen und dem poLnã schen VoLk bemiht- mät einem sehr hohen Ge 1dbetrag unterstützt hat. Die Ausgaben betrugen: DM 34. 284, 23„ Das Ge 1d wurde zum größten Tei1 füm Lebens- mitte— Loo Pakete, Pro Paket z rka 17 Kg— verwandt. In jedem Paket derse1be Inhalt der am meisten benötigten Dinge des tägLichen Be- darfs. 31 verschäedene Artäke1 für jedes Paket weꝛ Waschpulwer, Scheuermättel, Kern- und Toi 11ettseife, Toi 11ettpapier, Watte, Zahnpasta, Rasierappawate, Tee, Streichhölzer, FLeisch- und Murstkonserven, Kaffee, Kakao, Dosenmi 1ch, Mä 1ch- pulver, Margarine, Schmalz, 61, Zucker, Mehl, Puddã ngpuLver, BackpuLver, Vani 1Le— zucker, Rosinen, Käse, Schokolade, Teigwaren, Stärkemeht, Gräes, Feuerzeuge. Der Rest des Ge1des wurde benötigt für einen Lastkraftwagen— nur zwei wurden uns unentge1t1§ch zur Verfügung geste11t— für Benzäin bei der PoLenfahrt, für Drucksachen und Portogebühwen für dae Bräefe. Daß däe Ausgaben nächt höher wurden 1St all denen zu veydanken, däae freäwä11g und unentge1t1doh mä tgeho1fen haben: - so den Stadtwerken Geßen/L, welche— wäe beim ersten Ma 1— einen Lastwagen und zwe Fahrer kostenLos zur Venfügung stelLten. - den zweiten Lastkraf twagen ste11te eine Fä yma aus Däetzenbach kostenLos in den Däenst unserer Sache. - 1.200 Kg Medäkamente, we auch Sprätzen, wurden uns Von der Gräfin M. So1ms— Laubach kostentLos überbracht, wäie auch zusätzLiche Lebensmittel. den He 1fern bPeim Packen und VerLaden der Pakete, den Fahrern der LastkKraf twa- gen, sowäe den Begleitern bei der Fahrt nach Polen. A1L1en sei an däeser Stel1e ein herz11ches* Danken gesagt, däie zum ErfoLg der zweiten Hi 1 fsakton für däe ehemaligen po1näschen Auschwä tz— HäftLinge bei- getragen haben, ob mät Ge 1d- Sach- oder KLeiderspenden, oder dunch hren persön- 11 chen Einsatz. Durch däe väelen Aktionen setens der Lagergeme inschaft nach der Rückkehr von Polen bäs jetzt, var es 1ekder nicht mögLich alten Spendern unseren persönLchen Dank für 1hre Hi 1fe schon früher auszusprechen. Die Freude seitens unserer poLnãschen Freunde pei unserer Ankunft kKann man ei— gent1Lich mät Worten nicht beschreiben, man muß däes erLebt haben. Auch ddesmal fFanden vdr Listen vor für däe Empfänger der Pakete. Und dãe Dankes- prLefe— fast Koo— bestätigen uns, daß a11e Pakete den rächtigen Empfänger er- reicht haben. Dretmal so väel wäe bei der ersten Aktion Konnten wäm an Lebens- matte 1Lpaketen vertei len und bei Kdeddung und Schuhen war es fünfmal s0 vieL. Die Medi Kamente und Sprätzen wurden in Krakow abgegeben. Unsere Fweunde kKonnten es kaum fassen, daß wär so ve1e Medi kKamente Prachten. TIhre Dankbarkeit über unsere HiLfe haben däie Uberbranger durnch dãe aufni chtige und herz1LLche Aufnahme erfahren. Dankbarkett auch darüber, daß se ncht verges- sen werden, daß unsere Akton auch fürm sie eine moratische Unterstützung S Letzteres wiTd auch immer wäeder in den Dankesbräefen betont. Für uns so11 ddes ein Ansporn sein, unsere Akttonen verstärkt fortzusetzen⸗ Wir bätten darum a11e herz1ichst, uns bei däesem Bemiihen weiterhän zu unterstützen und danken im vowaus für Thre Hi1Lfe. Unsere nächste Aktion: spätestens im Mai— zu der bäs jetzt fast DM 12. 000,—— eingegangen sind— die andere Aktd on so11 wieder im Oktober sein. Hermann Reineck Generatsekretär Lagergene inschaft Auschwitzer, Breundeskreis der Auschwitzer Generalsekretär Hermann Reinek, Schillerstr. 18, 6309 Münzenberg 1 Bankverbindungen: PSCHA Ffm 516 64— 606 5 00 100 60 Kreissparkasse Friedberg Hessen 8 062 000 749 BLE 5 LAGERGEMEINSCHAFT AUSCHWTE 6309 Münzenberg 1 FREUNDESKRElS der AUSCHWAZER e.V. Schillerstr. 18 Gemeinnũtziger Verein ſel. 0 60 33 6 01 68 Hilfe und Solidaritãt für ehemalige Auschwitz-Häftlinge Briefe aus Polen— heute, 40 Jahre nach der Befreiung des KZ-Auschwitz am 27. Jan. 1945— zeigen uns, daß die Wunden noch immer nicht ganz verheilt sind. Sie zeigen uns am Beispiel von J. Mikusz das schreckliche Schicksal, welches tau- Ssende erlitten haben. Sie zeigen uns aber auch die Dankbarkeit, die Freude und das Gefühl, daß wir- die Deutschen- sie nicht vergessen haben. 6 Unsere Aktionen, den ehemaligen Hãftingen durch Lebensmittepakete, Keidung und Geldspenden zu helfen, sind ein Weg zur Verständigung, Versöhnung und Freundschaft. Die Brücke, die wif so zwischen Deutschen und Polen schlagen konnten, beweist ein- dringlich, wie wichtig unsere Arbeit auch heute noch ist. Bei unseren letzten Besuchen in Polen traten wir immer mehr kranke und alte, oft bettlãg- rige Freunde Die ehemaligen Hãftinge von Auschwitz sind durch die Haftfolgeerkran- kungen mehr als andere betroffen. mmer wieder sind wir erschüttert, daß dieser und je- ner Freund nicht mehr am Leben ist. Wohl hat sich die algemeine Situation etwas gebessert, doch das Angebot ist nach wie vor mangelhaft. Es verhungert zwar kein Mensch in Polen, aber viele Waren sind— vor allem für Rentner und Witwen— nahezu unerschwinglich. Viele hunderte haben bisher mitgeholfen Not zu indern. So konnten wir bis jetzt mehr als 1200 Lebensmitte/palete— ourchschnittlich 76 K9— für ehemalige Auschwitz-Hãftlinge nach Polen bringen. Mehr als 100.000 DM konnten dank lhrer Hilte dafür gesammelt werden. Die von Ihnen gespendetern Keineren und größeren Beträge wurden ausschließlich zum Kauf von Lebensmitteln verwendet!!] Bei uns gibt es keine Verwaltungskosten oder ahn- iches, bei uns arbeiten aſe ehrenamtlich. Die Lkws bekormmen wir von Stadtverwaltun- gen und Speditionen gratis zur Verfügung gesteltt. hre Spende kommt also voll den ehemaligen Auschwitz— Hãftlingen zugute! Die Vertei- ung erfolgt durch die nationalen Auschwitz-Komitee's in Krakau, Kielce, Lodz, War- Schau und Bydgoszcz Wir erhalten Listen mit Namen und Adresse der Empfãrger und Vir haben von fast allen Briefe ũber den Ermpfang unserer Pakete bekornmen. Piese Ationen müssen wir forttuhren! Damit wir das auch künftig tun können, bitten wir Sie herzlich weiterhin um lhre Unterstũtzung und jhren Beitrag. Wir danken für lhre Mitarbeit und Hilfe im voraus recht herzlich. Ale Spender erhalten eine Spendenbescheinigung, welche bei lhrerm Finanzarnt als ab- zugsfähig eingereicht werden kann. Bei Einzahlungen bis DUM 100, ist der Einzahlungs- beleg(Siehe Ròckseite) gültig. Neben den Geldspenden kõnnen Sie uns auch durch Sachspenden helfen. z. Bsp.: qute gebrauchte Keidung für Mãnner, Frauen und Kinder- Unterwäsche, Strürpfe und auch Wãsche. BanWerbindungen:„Lagergemeinschaft Auschwitz— Freundeskreis der Auschwitzer e. V.“ Postscheckkonto: Frankfurt/M, Konto-Nr. 51664— 608 Kreissparkasse: Friedberg/Hs., Konto-Nr. o62000 74-9 BlZ 518 500 79 Prãsident S Gen. Sekretãr Stelv. Sekretar R. Dohrmann Hermann Reineck Hans Joachim Egler Janina Domagala Kielce Liebe unbekannte Freunde, Kameraden aus Auschwitz! ch danke herzlich für Eure Wünsche zum Osterfest. Zum ersten Mal bekam ich solch schöne Wünsche vor unbekannten aber so nahen —6 Freunden aus E Lager Auschwitz. Am 16. April habe ich Lebensmiteſpaket bekommen. Es war herriches Paket, So viele Lebensmittel! Das war für mich und meine Familie große Uberraschung. Meine Kinder/ Sohn und ſochter/ und Enkelin waren glockich, und unser Osterfest war reicher und freudig. Für Ales sind wir Euch dankbar lch und meine Kinder wunschen Euch AMes Gute im Leben, wir binen den guten Gott um Gesundheit und Glòck für Sie, Hert Hermann und alle Freunde aus „Lagergemeinschaft Auschwitz und F̃reundeskreis der Auschwitzer“. Herziche Grüße Janina Jadwiga Kudlik Bydgos?zcz Liebe Freunde, Kameraden! Mein Mann und ich waren tiet im Herzen gerührt, als wir dieses Schöne Lebensmittelpaket erhieten von Freunden mit denen wir unsere besten Jahre des Lebens im KZ Ausschwitz, unter schweren Bedingungen verbrachten. Von der Zeit unserer Befreiung ist es mit meiner Gesundheit nicht zu gut, ich kann nicht So gut gehen, öberhaupt bin ich gesundheitlich nicht so gesund. K. Malycha Sydgos?cz Liebe Freunde und Kameraden! Herzlichst danke ich Euch, ſiebe F̃reunde und Kameraden flr die mir durch unsere KLagergemeinschaft Uberwiesenen Lebensmitteſpaket mit so reichem und wertollen Inhalt. ich bin tiet gerührt, daß Ihr an uns in unserer Schwierigen Lage denkt und uns So kameradschaftlich helft. mmer werden wir Euch dankbar sein für Eure so herzliche Kameradschaft, Eure Kollegialitãt, Eure so große Hilfsbereitschaft Unsere schrecklichen Lagerjahre haben uns menschlich einander nãher gebracht lch selbst war 5 1/2 Jahre er in der Strafkompanie, im Steinbruch, im aldenkommando. Ohne die Hilfe der Lagerkameraden hãtte ich diese Lagerzeit nicht Uberlebt. ch wunsche Ihnen und dem Freundeskreis der Auschwitzer Alles Gute und allen viele Friedensjahre in einer vernünftigeren Welt als die heutige. Herzliche Grüße Kazek Malycha Hatte Schon 6 Operationen. Mein Mann war auch im K? Auschwitz und beide haben wir eine schwere Zeit himer uns. Fůr das schõne große Lebensmiteſpaket danken wir unseren Freunden recht herzlich für das gut Herz und Erinnerung. Wir vwünschen allen unseren Freunden und Kameraden viel Gesundheit alles Gute und und Frieden auf Erden. Mit den besten Grüßen und nochmals vielen Dank für die Hilfe Eure Kameradin Jadwiga(H-Nr. 15701) ——— Liebe Freunde und Kollegen! wir uns jetzt gefunden haben. Viel herzlichsten Dank für lhren Briet und für den werwollen Lebenstminelpaket jch bin erschũttert mit Euren Andenken an mich in der jetzigen schwerer Lage in der Desto schlimmer ist die Lage die ich als invalide Schwierigkeiten beim Gehen habe. Meine Frau ist auch eine Schwerbehinderte lch will Euch mitteilen, lebe Kollegen, daß ich nach Auschitz am 15. Aug. 1940 von der Gestapo gekommen din(¶meine Hãftingsnummer 1853) im ersten Warschauer Tansport. Wahrend meines Aufenthaltes in Auschwitz bin ich dreizehn Monate lang in der S.K. gewesen- Dann bin ich nach Buchenwald umgesiedeſt, wo nach der Flucht ich endlich die Freiheit bekommen habe. Jetzt lebe ich in Schweren Zeiten und Verhãltnisse, auf den unbedingt kommenden ſod wartend, und freue mich sehr, von F̃reunde und Kollegen zu hõren, die noch an ihren ehemaligen Kollegen aus Auschwitz denken. Wir haben doch zusammen die Hölle Uberlebt. Nochmals herzlich danke ich Euch für Eure humanitãre Hilte und ich wunsche Euch Liebe Freunde vie Gesundheit für Euch und Eure Familien. Mit großer Hochachtung und vielen herzichen Grüßen J. Wiacek Warszawa —————* 7 OMKSvMIIIAd KBł. D. d. J. Mikusz Zabrze Kazek hat uns von Euch ein großes herrliche Paket gegeben. Schönen Dank auch für iebe Wörter. Wir waren tief gerührt, daß ihr uns ein Zeichen Euerer Solidaritãt mit uns in jetzigen Zeiten getan habt. lhr seid bestimmt neugierig mit wem Sie zu tun haben. ch war mit dem Vater und Muter am 18. 12. 1940 in Zabrze als politische Schutzhãftlinge verhaftet. Vater war im Block 11 im Jahre 1941 umgebracht. Die Mutter war bis Kriegsende in Ravensbrück, Majdanek, Auschwitz-Birkenau. Zuerst war ich in Auschwitz- in verschiedene Kommandos, nachher Seit April 1942 in Birkenau als Arbeitseinsatz Seit Januar 1945 Mauthausen, Melk und Ebensee. Meine Frau war am 8.2. 1943 in Warzawa eingesperrt. Wir haben uns in Birkenau kenmen gelernt, nach dern Kriege haben Wir geheiratet. Mich haben die Mmerikaner gerade am 6.5. 1945 befreit. Meine Frau ist aus dem Todesmarsch wãhrend Evakuierung geflüchtet. Wir haben 2 verheiratete Söhne eine verheiratete ſochter und 3 Enkelknder. Wir leben und wirischaften alle zusammen also Sie haben einer großen Familie— zusammen 11 Personen eine große Freude gemacht. Wir Sind Euch sehr dankbar. Wenn es mõglich ist, wir bitien Euch um Photo Eurer Gruppe. Bis dahin wir grüßen Euch ganz herzlich Danuta u. Jozef J. Wiacek 70 7. J4 70 1 —— ——————————— Briefe Polen [Sk * 7 1 . ⸗ . . 7 . . „ 7 . 9 Lagengemeinschaft ACWT rEindeshreis er AUSCHMMIAEn Nr. 30. Jänner 1933 1ehren für heute Bel unſeren Privatvertrieboſtellen monatlich 2. mark, 2* pen bezogen monatlich 1.56 Wark. Dle, Zeltung olich milt Ausnahme der Sonn⸗ und Felertage. kiber, Butzbach Fernruf 15 — Imts⸗ unò inzeigenblatt des mtsgerichtddeʒ̃is Buhbach Beilagen: Bilberreiches Sonntagoblat, Anparteiſche ʒeltung für Politik. Land· Landmanns Wochenblatt · Recht und Zuſtiz wirtſchaft nduſtrie, Handel u. Gewerbe Vutzbacher Geſchichts⸗ und Heimat⸗Vlätter Dienstag, 31. Fanuar Regierung Hitler-Papen ernannt. Das neue Kabinett unter Führung Hitlers. Berlin, 31. Jan. um Schluß einer Ausſprache bei dem Reichspräſidenten von g, die um 11 Uhr be⸗ gann, wurde ſolgende amtliche Melbung ausgegeben: „Der Reichspräſident enpfing heute vormittag den Führer der Nationalſozialiſtiſchen ei Adolf Hitler, ſo⸗ wie Feichalanzler a. D. von Papen zu einer längeren Beſprechung. Der Reichspräſident hat Herr ubolſHitler zum Reichstanzler ernaunt und auf Vorſchlag die 85— neu gebildet; es Kurden ernannt: 1 1 D. von Papen zum Stellvertreter des neichalanhlers und für vas Land „ Pren Zreiherr von Neurath zum Reichsminiſter des Auswärtigen, Staatsiniſter a. 2., M. d. R. 2r. Frid zum Reichsminiſter des Innern, Generalleutnant Freiherr von Blomberg zum Reichswehrminiſter, Graf Schweri von Kroſigk zum Reichsminiſter der Finanzen, Seheimen Finanzrat M. d. R. Gugenberg zum Reichswirtſchaftominiſter und zum Reichsminiſter für Ernährung und Landwirtſchaft, Franz Selbte zum Reichsarbeitsminiſter, Freiherr bon El⸗Rübenach zum Reichspoſt⸗ und Reicheverkehrsminiſter, Reichstagspräſident Goering zum Reichsminiſter ohne ſchäftsbereich und gleichzeitig zum Reichslommiſſar ſür den Luftverkehr. Reicheminiſter Goering wurde mit ver Kahruchmung der Geſchafte des preußiſchen Innen⸗ 5. miniſlers betraut. Adolf Hiller Der Reichol iſſar für i ch s, Gereke, wird in ſeinem Aimt beſtätigt. 6 Die Beſ ves Reichsj i riums bleibt vorbehalten.“ die ſeit tag im Gange ſind, weit⸗ Als die im aufgeſtellte SA⸗Kapelle das Deutſchlanvlied den B der Gang der Ereigniſſe. e erzielt worden. der äſident dn bie Lövle und Tguſende von Stim⸗ guren an dem der BeLräcnUfih, öe—— v.— 2 le Frsgen zufwirft. Mieso ist es dezu ensufzeigen, die den Nänrboden für die