LAGERGEMEINSCHAFT AUSCHWTZ FREUNDESKREIS DER AUSCHWTAZER AUSCHMWITZ Für Häftlinge in Auschwit?-Birkenau führten diese Ireppenstufen nie hinauf, son- dern nur hinab zu den Vorräumen der Vergasungskammern und Krematorien. 39. Jahrgang Mitteilungsblatt, September 2019 Ede und Unku- die wahre Geschichte Lesung mit Musik Freitag, 22. November 2019, 20 Uhr Stadtbibliothek, 61 118 Bad Vilbel, Niddaplatz Der Jazzmusiker Janko Lauenberger und die Journalistin Juliane von Wedemeyer erzählen die Geschichte eines Mädchens, das Titelheldin in einem der meistverkauften Kinderbücher Deutsch- lands wurde(1 933 bei der Bücherverbrennung ins Feuer geworfen). Unku wurde 24jährig in Auschwitz ermordet. Es ist gleichzeitig die Geschichte einer Sinti-Familie von der Weimarer Republik bis heu— te. Janko Lauenberger ist der Urgroßcousin von Unku. Verunstultung der Naturßeunde, AWO und Studt Bad Vhel und der Lagergemeinschaft Auschwitz FrelmndesKreis der Auschwitzer Pintritt Puro ermäßigt 5 Euro Inhaltsverzeichnis Seite Porajmos-Das Verschlingen 1 Gedenken an die Ermordung der Sinti und Roma in Auschwit?z Bleiberecht Statt Ausgrenzung 4 „70 Jahre Grundgesetz“- Petition anlässlich des Jahrestages Vom einseitigen Umgang mit historischen Quellen 8 am Beispiel der Monografie„Aufstand in Auschwit?“ Neuerscheinungen zum Thema Sonderkommando Auschwitz 24 Impressum: Herausgeber: Lagergemeinschaft Auschwit?-Freundeskreis der Auschwitzer 35516 Münzenberg, Freiherr-vom-Stein-Str. 27 Vorsitzender: Uwe Hartwig, 61230 Ober-Mörlen, Usinger Str. 7 (Korresponden? bitte an diese Adresse) Internet: www. lagergemeinschaft-auschwitz. de Redaktion: Hans Hirschmann, Tel.(U6101) 32010 Bankverbindung: Sparkasse Oberhessen IBAN DE43 5185 0079 0020 0005 03; BIC HELADEFIFRI Bei Spenden bitte Adresse deutlich schreiben, damit die Bescheinigung für die Steuererklärung zugeschickt werden kann. Bitte bei Umzũgen neue Adresse und Anderungen der Bankverbindung mit- teilen. Es erspart Arger, Zeit und Geld bei Bankeinzügen. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 1 Porajmos-„Das Verschlingen“ Gedenken an die Ermordung der Sinti und Roma in Auschwitz Am 2. August 1944 wurden in Birkenau die letzten 2900 Häftlinge des sogenannten Zigeunerlagers in den Gaskammern ermordet. Am 75. Jahrestag dieses Verbrechens, der„Liquidation des Zigeunerlagers“, wurde in der heutigen Gedenkstätte des frühe- ren deutschen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau des NS-Völkermords an den Sinti und Roma gedacht. Insgesamt wurden rund 3500.000 Roma und Sinti wãhrend des von ihnen„Porajmos(auf deutsch„das Verschlingen“) genannten Völkermords getötet. Die Brinnerung an die ermordeten Sinti und Roma sei eine„moralische Pflicht der gesamten Menschheitsfamilie“, teilte der polnische Präsident Andrzej Duda mit, wie die Agentur PAP berichtete. An der Gedenkfeier nahmen neben ehe- maligen Häftlingen auch Vertreter der Sinti und Roma aus Zahlreichen Ländern so— wie Politiker, Diplomaten und Jugendliche teil. Unter den Ehrengästen war auch der US-Bürgerrechtler Jesse Jackson, der sich einem weltweiten Appell für Rechtsstaat- lichkeit und Demokratie und gegen Rassismus anschloss.„Durch den Holocaust an den Sinti und Roma haben wir in das Angesicht des Bösen geblickt“, sagte der Bap- tistenpastor. Unsere Freundin Eva Pus?tai-Fahidi, die als ungarische Jüdin den Holocaust überlebte, berichtete bei der Gedenkfeier wie vie als Hãftling in Birkenau 1944 die Nacht vom 2. auf den 3. August erlebte. „Vor genau 75 Jahren am Nachmit- tag des 2. August 1944 waren wir in Birkenau, wie üblich mit nichts be- schäftigt: Wir durften nichts tun, in die Baracke durften wir nicht hineinge- hen, wir mussten in der Sonne sitzen, die So brannte, dass wir Brandflecken bekamen auf der Haut. Dass wir re- gungslos ausharren mussten, war Jeil der Strafe. Wir sollten uns vollkom- men überflũssig und dumm fühlen. Wir saßen unter der glühenden Sonne und konnten unsere Augen nicht von der Stelle nehmen, wohin Tag und Nacht ununterbrochen LKWs tonnenweise „ „ E ₰ Eva Pus?tai 2015 in Butzbach die Asche aus den Krematorien in den Sumpf schütteten. Zu dieser Zeit wa- ren vier Krematorien Tag und Nacht in Betrieb. Zu jedem Krematorium gehörte eine Gaskammer. Die vier Gaskammern hatten noch die Kapa- zität, die Unmenge von Menschen zu ersticken. Die Krematorien jedoch 2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer hatten nicht genügend Kapazität, die vielen Leichen zu verbrennen. Die Leichen, die in die Krematorien nicht hinein gebracht werden konnten, wur- den bei offenem Feuer verbrannt. Es stank unerträglich, das brennende Menschenfleisch stinkt so schrecklich. An all das hatte ich mich mittlerweile gewöhnt. Ich„lebte' schon seit dem 1. Juli 1944 in Auschwitz-Birkenau im Lagerabschnitt B II. Obgleich zwischen der Horthy- Regierung und der Lagerleitung in Birkenau eine Vereinbarung über die täãgliche Anzahl von Menschen, die aus Ungarn geschickt werden durfte, in Kraft war, wurden diese Zahlen von der ungarischen Seite immer über- schritten. Von drei Ankommenden wurden zwei Personen umgehend in das Gas geschickt, und über die Ermordeten wurden keine Aufzeich- nungen geführt, so weiß man auch nicht, wie viele Menschen ermordet wurden. Nur die Listen, die die Deportation der Menschen aus Un— garn beZeugen, sind uns geblieben. Am Nachmittag des 2. August ereignete sich etwas Ungewöhnliches. Unser Mittagessen wurde aus dem Nachbarlager gebracht. Vier Personen trugen den Kessel, je Zzwei an beiden Seiten, und brachten ihn in unseren Lagerabschnitt. Eine der Kesselträge- rinnen war ein junges Mädchen, das entdeckte, dass sich ihre Mutter in unserem Lager befand. Nachdem sie den Kessel gebracht hatte, wollte sie daraufhin nicht wieder zurück, son- dern bei ihrer Mutter bleiben. In bei- den Lagern stimmte daraufhin der Appell nicht. Man hat Mutter und Tochter entdeckt und beide so lange ausgepeitscht, bis sie sich nicht mehr geregt haben. Und wir, die zuschauen mussten, mussten auf den spitzen Stei- nen vom Appellplat? mit hochge- streckten Armen knien. Der Abendappell ist dann ohne weiteren Skandal verlaufen. Wir haben uns zum Schlafen vorbereitet. Auf Grund der File, mit der die ungari- schen Behörden uns ungarische Juden loswerden wollten, ist alles Sehr schnell gegangen. Unsere Baracken waren nicht fertig, als wir in Auschwit? anka- men. In den Baracken gab es über— haupt keine Binrichtung. Wir schliefen in Reihen auf dem kahlen Boden ohne Bettzeug. Wollte sich jemand umdre- hen, dann musste sich die ganze Reihe drehen. Ein Mädchen aus Kaposvãr namens Erzsi Brodt fand in dieser Nacht keinen Plat? mehr zum Schla- fen. Sie stand am Fenster der Baracke und Schaute hinaus. Das, was Erzsi uns in dieser Nacht erzählte, war kaum zu ertragen. Wir, die wir auf dem Boden lagen, konnten nichts sehen, wir konn- ten nur hören, was draußen geschah. Es war schon fast dunkler Abend. Auf einmal wurde es hell wie am Tag und gleichzeitig ertönte ein schreck- licher Lärm. SS-Männer sind gekom- men und haben die Menschen mit Flammenwerfern aus den Baracken im Lager B. II.e getrieben. Es waren sehr viele Kinder dabei gewesen. Das kleinste Geschöpf Gottes weiß, wenn es um sein Leben geht. Die Menschen wussten, dass sie in das Gas getrieben werden. Sie widerstanden mit Steinen, Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3 mit Stöcken, mit Gegenständen, 70 Jahret die ihnen in die Hände fielen, Auschwitz wobei sie schri- kingefallenes gesich S en, fluchten, erloschene Augen brüllten oder be- t lihpen teten. Die 88 ſeinzerrissenes Herz hetzte die laut ſohne Aem bellenden Hunde ſ ohne Worte . keine Tränen. auf die Men- .. antna Spinen schen, sie griffen die Menschen an, . Das niederländische Sintiza-Mädchen Anna Maria“Settela“ Steinbach die Verzweiflung war noch keine zehn Jahre alt, als es mit dem Großteil ihrer Familie im war groß, der Lärm war schreck- Sommer 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde. Zu ihrem Schicksal und der Geschichte dieses Fotos, das sie beim Blick aus dem Waggon ihres ... Deportationszuges zeigt, siehe bei Wikipedia unter„Settela Steinbach“. lich, die Finder pie Montage des hier verwendeten Fotos mit dem Gedicht des Rom San- weinten nach den tino Spinelli stammt aus der Berliner„tageszeitung“ vom 24. Oktober Müttern, die Müt- ter versuchten, die Kinder zu beruhi- gen. In Birkenau wusste jeder, auch noch so jung, was der Tod bedeutet, und das kleinste Kind wusste, was es bedeutet, wenn man mit Flammen- werfern in das Gas getrieben wird. Es gab keine Kinder im Zigeunerlager. Dort waren sie schon mit fünf Jahren Erwachsene, die wussten, dass sie dem Tod nicht entkommen können: So oder Sso werden sie ermordet. Wir im Lager waren erstarrt vor Angst. Auch bleibt man nicht gleich- gültig, wenn 4300 Menschen im Nachbarlager mit so drastischen Methoden, mit offenem Feuer aus Fammenwerfern in den Tod getrieben werden. S0 unerwartet, wie diese Aktion begonnen hatte, so unerwartet ist auf einmal Ruhe eingekehrt. Und das konnte man auch kaum aushalten. 2012. Damals wurde das zentrale Mahnmal zum Gedenken an die in der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma in Berlin enthiüllt. Das Gedicht steht auf dem Rand des Brunnens, der Bestandteil des Denkmals ist. Man hörte von mehreren Zehntau-— senden von Menschen in den ver— schiedenen Lagern in Auschwit?- Birkenau laut das Herz klopfen. Und 80 oft ich mich an diese entsetzliche Nacht erinnere, weil ich es für meine Pflicht halte, darüber zu sprechen, damit es nicht in Vergessenheit gerät, wünsche ich denjenigen, die in dieser Nacht gemordet haben, dass so lange sie leben und sogar noch darüber hin- aus sie nichts im Leben hören sollen als die schrecklichen Töne dieser Nacht. Und die Angst, die die Ermor- deten spürten, sollen sie Tag und Nacht spüren. Sie sollen keine Ruhe mehr haben. Shakespeare wusste: Der Schlimmste Fluch ist: Seid verzweifelt! Die ewige Verzweiflung soll sie nie verlassen!*„ 4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer Bleiberecht statt Ausgrenzung Die Lagergemeinschaft Auschwitz- Hrelundeskreis der Aluschwitzer hat folgende von medico internation! und dem Komitee für Grundrechte und Demokratie zum 70. Jahrestug des Grundgesetzes vorgelegte Petition unterschrieben. In Deutschland leben hunderttausen- de Menschen— oft über Jahre— in exi- stenzieller Unsicherheit, weil sie entwe- der lediglich über ein prekäres oder über gar kein Aufenthaltsrecht verfügen. Die- Sen Zustand der existenziellen Unsicher- heit und Rechtlosigkeit gilt es zu been- den. Deshalb fordern wir den Deutschen Bundestag/den Petitionsausschuss(..) auf: Alle, die auf Dauer hier leben wollen, Sollen Zum Anlass des 70. Jahrestages des Grundgesetꝰes ein Bleiberecht erhalten. Geduldete und Ilegalisierte sind als Studierende, Arbeitsuchende oder Geflüchtete eingereist. Ihr Visum ist ab- gelaufen oder ihr Asylantrag wurde ab- gelehnt. Sie leben mitten unter uns, ar- beiten„illegal“ im Niedriglohnsektor oder ergänzen minimale Sozialleistun- gen durch Jobs als Put?kräfte, im Pflege- Bereich, in der Gastronomie und ähn- liches. Viele werden Opfer von Ausbeu- tung durch Arbeitgeber?innen und Ver- mieter*innen. Eine angemessene medi- zinische Behandlung ist vielfach nicht gewährleistet. Nicht nur Erwachsene müssen jederzeit mit einer Abschiebung rechnen, sondern auch Kinder und Jugendliche, die Schulen besuchen oder eine Ausbildung absolvieren. Alle, die auf Dauer im Land sind, sehnen sich danach, ohne Angst vor Abschiebungen und ohne Unsicherheit hier zu leben, sowie ihre Rechte als Mie- ter*innen, Schüler?innen oder Arbeit- nehmer? innen einfordern zu können. Jeder und jede soll die Möglichkeit ha- ben, bei Krankheit einen Arzt aufzusu- chen und sich an Polizei und Gerichte zu wenden, wenn sie oder er Opfer einer Straftat geworden ist. Menschen bedür- fen generell des Rechts auf einen Ort, an dem sie das politische, soziale und kultu- relle Leben selbstbestimmt mitbestim- men und an dem sie sich ihren individuel- len Fähigkeiten und Bedürfnissen gemäß entfalten können. Zudem gilt: Das Leben in existenziel- ler Unsicherheit und Rechtlosigkeit bela- stet nicht nur die Betroffenen. Es führt auch zu unterschiedlichen Folgeproble- men für die übrige Gesellschaft. Es ist et- wa sehr aufwändig, Menschen beruflich zu integrieren, wenn ihnen jahrelang kein Zugang zu Sprachkursen und Qualifizie- rungsmaßnahmen möglich war. Und wenn Krankheiten chronisch werden, weil sie nicht angemessen behandelt werden, sind die Kosten einer spãteren Heilung hoch. Es wäre eine Illusion zu glauben, dass all diejenigen, die bislang kein Auf- enthaltsrecht erhalten haben, zur freiwil- ligen Ausreise veranlasst oder abgescho- ben werden könnten. Dagegen eröffnet die Forderung nach einem dauerhaften Bleiberecht, das allen, die hier leben, einen legalen Aufenthalt und eine lang- fristige Lebensplanung ermöglicht, eine humane und realistische Perspektive für die Einwanderungspolitik. Das Grundgeset? verpflichtet den Staat darauf, die Würde aller Menschen zu achten und zu schützen. Wir nehmen den 70. Jahrestag seines Inkrafttretens zum Anlass, um mit der Forderung nach einem Bleiberecht einen Schritt in Rich- tung auf eine Politik einzufordern, die diesen Anspruch endlich ernst nimmt.„ Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 8 Vom einseitigen Umgang mit historischen Quellen Uber die Auswirkungen von Quellenauswahl, Zitierweise und Ubersetzung auf die Darstellung von Auschwitz, am Beispiel der Monografie„Aufstand in Auschwitz“* Von Andreas Kilian Gideon Greifs und Itamar Levins Buch„Auftand in Auschwitz“, das zum 70. Jahrestag des historischen Er- eignisses verõffentlicht werden sollte und ursprünglich vor über dreißig Jahren geplant wurde, entstand inner- halb von drei Monaten und erschien schlieBlich im Oktober 2015 mit dem Ziel, der Revolte den„gebührenden Plat?“(S. 11) in der Forschungslitera- tur zu verschaffen. Dass dies seit über 50 Jahren bereits mehrfach unter- nommen wurde, davon erfahren die Leser allerdings nichts. Das Buch rekonstruiert den Auf— stand einzelner Häftlinge der jüdi- schen Sonderkommandos in den Kre- matorien von Auschwitz-Birkenau am 7. Oktober 1944 sowie dessen Vorge- schichte und seine Folgen. Dabei fol- gen die Autoren primär der Betrach- tungsweise des Auschwitz- Uberleben- den und Historikers Israel Gutman („Menschen und Asche“, hebräische Erstausgabe 1957), der den Aufstand als„Wahrzeichen der Kache und Er- muligung für die Hftlinge“ und als Beweis,„dass die Juden um ihr Leben Kcimpfen Konnten“(S. 303) bewertet Sowie der Darstellung der jüdischen Widerstandsbewegung in Auschwit?- Birkenau durch den polnischen Histo- riker Ber Mark in dessen Buch„The Scrolls of Auschwitz“(jiddische Erst- ausgabe 1977) und seinem Antisemi- tismus-Vorwurf gegenüber nichtjüdi- schen polnischen Hãäftlingen(S. 87 f.). Greif und Levin bewerten das Freignis singulär als„einzige(n) Auft and, den es im Vernichtungslager Alischwilz-Birkenau, dieser größten ind schrecklichsten Vodesfabri in der Geschichte der Menschheit, gegeben hat.“(S 10, vgl S 302) ind als„Sieg des Geistes liber diejenigen(...), die alle existierenden menschlichen Werte ver- achtelen, einen Sieg der Moral über die- jenigen, die die hestialische Natur zu inrem Ziel wihlten.“(S. 11). Die Aufständischen bezeichnen sie als„die ungliicklichsten der unglüick- lichen Kreaturen, die Unterdriicktesten der Unterdrickten“(S. 10). Im Rahmen dieser unangebrachten Polarisierung besteht allerdings die Gefahr, dass die Leiden von Auschwitz-Häftlingen außerhalb des Sonderkommandos un- * Gideon Greif, Itamar Levin: Aufstund in Auschwitz. Die Revolle des Jüdischen ondericommandos' am 7. Oktober 10dd. Köln, Weimar, Wien, Böhlau Verlag, 2015 6 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer verhältnismäßig in den Hintergrund gedrängt und andere Revolten in der Geschichte Auschwitz-Birkenaus rela- tiviert werden. Tatsächlich werden die Revolte und Massenflucht der Straf- kompanie am 10. Juni 1942, die Mas- senflucht sowjetischer Kriegsgefange- ner am 6. November 1942 und der Auf- stand im„Zigeunerlager“ am 16. Mai 1944 an Stelle eines differenzierten Vergleichs im Buch gänzlich ver- Schwiegen. So gelangen die Verfasser zu dem falschen Schluss und der maßlosen Ubertreibung:„Man darf nicht verges- F 5 2 5 2 Am 07. 10. 1994 an Block 27 im Museum Ausch- witz wurde zu Ehren von Roza Robota, Ala Ge- rtner, Fster Wajchlum und Regina Safirs?ztajn? eine Gedenktafel eingeweiht. O A. Kilian Sen, dass dies nicht nur der erste und einzige Aufstand in Aluschwitz wln Sondern auch die einzige Massenflucht aus dem Lager“(S. 371, Anm. 352). Im Gegensatz zum gescheiterten Sonder- kommando-Aufstand gelang jedoch einzelnen Teilnehmern der beiden ers- ten Massenfluchten sogar ein erfolg- reicher Ausbruch. Auschwitz-Birkenau als„Schreck- lichste Vodes fabril“(S. 10) oder „chrecklichstes aller Lager“(S. 75) zu bezZeichnen, ist zudem eine fragwür- dige Wertung vor dem Hintergrund einer ganzen Reihe von nationalso- zialistischen Vernichtungslagern, die grundsätzlich und schlussendlich nicht weniger„Schrecklich“ oder tõd- lich waren. Die Auschwitz-Uberle- bende Ana Novac kritisierte zu Recht in ihrem Buch„Die schönen Jage meiner MMgend“„Als gäbe es wlirdige nd weniger würdige Massenmorde, herausragende Opfer und belanglo— e. Greif und Levin bringen in ihrem Buch hingegen ihr eigenes Verständ- nis einer„gebührenden“ Würdigung der Opfer und des Aufstands zum Ausdruck: Neben wiederholten Glo- rifizierungen und Heroisierungen der Widerstandsaktivisten(S. 100, 124, 174, 243, 301) beschreiben sie„eine wunderbare Geschichte von Mut und Hingabe“(S. 155). Nach der wörtli- chen Verwendung eines aus sieben *PDie vier Hãftlingsfrauen schmuggelten aus den Weichsel-UnionMetallwerken, wo Seit Oktober 1943 Zünder für Artilleriegeschosse produziert wurden, u. a. über die- Bekleidungskammer in Birkenau Schwarzpulver zu den Häftlingen des Sonder- kommandos. Die Frauen wurden verhaftet und im Januar 1945 auf dem Appellplat? der Stammlagererweiterung vor den Augen der Häftlinge am Galgen hingerichtet. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 7 Historiker Erich Kulka in seinem Privatarchiv O M. Kilian 1993 Sãtzen bestehenden aber nicht kennt- lich gemachten Zitats des Auschwit?- Uberlebenden Vehiel De-Nur(alias „Ka-TZetnik 135633*) schreiben sie im pathetischen Stil De-Nurs weiter, dass„dieser Aufsland in glänzendem Licht üher die Hammen des Kremato- riums hinweg(Strahlte)“(S. 11). Hintergrundgeschichte „Aſland in Alschwitz“ ist die erste Monografie zum Thema, die bereits Mitte der 1980er Jahre von dem Auschwitz-Uberlebenden und Histo- riker Erich Kulka(1911-1995) vorbe- reitet wurde. Zwischen 1974 und 1984 fand Erich Kulka nach eigenen Anga- ben weltweit 24 Sonderkommando- Uberlebende, davon 13 in Israel, und er interviewte 12 von ihnen. Zusätz- lich sammelte er die Aussagen von anderen Zeugen des Aufstands und seiner Vorbereitungen, insbesondere von involvierten ehemaligen Häftlin- gen des Kommandos Union-Werke. Seine Forschungsergebnisse veröf- fentlichte er vorerst zwischen 1984 und 1986 in vier Artikeln des Bulle- tins„Die Slimme der Ausch witz- Uherlebenden in Israel“(Nr. 28, 29, 33, 34), einem größeren Aufsatz zum 40. Jahrestag des Aufstands in einem Deutsch-Polnischen Jahrbuch, einem anlässlich der Verleihung der EFhren- doktorwürde verfassten Essay„From Sffering 10 Resistance“(1989) sowie einer kurzen Zusammenfassung in Lore Shelleys Sammelband, The Uni- on Kommando in Auschwilz“(1996). Im Buch von Greif und Levin wer- den von den sieben Publikationen je- doch lediglich zwei beiläufig zitiert. Die gesundheitliche und finanzielle Situation Kulkas verhinderte die Fortset?ung der Arbeit an seiner Stu— die zum onderkommando-Auft vand“. Im April 1995 nahm Kulka bis zu seinem plötzlichen Tod wenige Wochen später sein Projekt wieder auf, diesmal in Zusammenarbeit mit dem damaligen Vad Vashem-Mitar- beiter Gideon Greif. In der gegen- ständlichen Monografie wird auf Kulkas Verdienst und Vorarbeit in der Thematik unverständlicherweise überhaupt nicht hingewiesen. Die ehrenhafte Aufgabe einer Ge- Ssamtdarstellung des Aufstands über- nahm nach Kulkas Tod Gideon Greif, der dank der großzügigen finanziellen Unterstũt?ung des Hamburger Instituts ſür SoZialforschlng in den Jahren 1997 bis 2000 seine bedeutende Forschung durch umfangreiche Interviews auf Furopa, die USA und Kanada auswei- ten konnte. Bedauerlicherweise flossen diese Interviews nicht in das gegen- Ständliche Werk ein, was den Autoren eine gründliche und schlüssige Analyse 8 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer des Aufstands und seiner Vorgeschich- te sichtlich erschwerte. Von den restlichen der laut Greif insgesamt 31 selbst geführten Inter- views mit Uberlebenden der Sonder- kommandos werden neben den sie— ben Zeugenberichten aus seinem ge- schätzten ersten Buch„Wir weinten trãnenlos...“(Sowie einem weiteren Interview in der überarbeiteten he- bräischen Ausgabe, 1999) lediglich fünf neue im vorliegenden Werk ange- geben, wovon nur drei Zeugenaussa- gen im Buch überhaupt einen Bezug zum Thema herstellen. Es bleibt zu hoffen, dass in zukünftigen Publika- tionen die seit 20 Jahren zurückgehal- tenen Zeugenaussagen endlich der Offentlichkeit und Forschung zur Ver- fügung gestellt werden. EFine Frage der Zeugen Auffällig bei der getroffenen Auswahl ist, dass die Aussagen wichtiger Primär- Zeugen des Aufstands, die zum Jeil ein anderes Bild der Ereignisse darstellen, unterschlagen werden. Die wesentli- chen Interviews von Gideon Greif mit den Sonderkommando-Uberlebenden Shlomo Venezia, Morris Kesselmann Sowie den ehemaligen Kapos Fliezer Welbel und Lemke Plis?ko wurden für die Untersuchung des Aufstands nicht herangezogen, ebenso wenig die Inter- views der UC Shoahn Foundation mit Moses Mizrahi und Henry Fuchs(alias Tauber, der zudem 1945 eine bedeu- tende Zeugenaussage hinterlassen hat, die ebenfalls ignoriert wurde). Auf den Zeugen Morris Venezia wird im Text an einer Stelle Bezug genommen(8. 229), im Quellenverzeichnis wird er je- doch überhaupt nicht genannt. Der wichtige Verbindungsmann Godel Silber wird mehrfach erwähnt (S. 108, 196, 356), wichtige Interviews mit diesem Zeugen wurden aber nicht verwendet. Von zahlreichen interes- santen Aussagen ehemaliger Häftlin- ge des Feuerwehrkommandos(Z. B. dem im Mter von 94 Jahren am 7. Au- gust 2017 verstorbenen Zygmunt Sobolewski) wird nur eine(Eduard Sokol) Zitiert, irrtümlicherweise als „einzige ihrer Art“(S. 259) und zudem in verfälschter Ubersetzung. Ergiebige Berichte ehemaliger S8— Angehöriger, die an der Niederschla- gung des Aufstands beteiligt waren, z. B. die Frinnerungen von Wlodzi- mier? Bilan oder die Aussage von Fran? Wunsch, der den einzigen Füchtling vom Gelände der Waldkre- matorien gefangen nahm, fehlen. Statt- dessen wird in den Anmerkungen eine pauschale, aber den Autoren zufolge „SEhr pPische“„Alssuge des SMan- nes Slefun Baretzki während der Frank- furter Auschwitzprozesse“ zitiert(S. 372). Ohne Nennung der Fundstelle bleibt für den Leser jedoch offen, auf welchen Quellenbestand der Frankfur- ter Auschwit?-Prozesse die Autoren Bezug nehmen. Das Zitat unterschei- det sich jedenfalls im Wortlaut von der Mitschrift des beisitzenden Richters vom 9. Verhandlungstag am 20. Januar 1964. Baret?zkis aussagekräftigeren An- gaben Zum Thema, die er am 94. Ver- handlungstag, dem 28. September 1964, machte, werden in der Parstel- lung hingegen nicht berücksichtigt. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 9 1991), 1946(Brüssel 1930), und Eliezer Welbel(1916- 2006). O M. Kilian 1998 Grundsätzich wurden die ergiebi- gen Sammlungen von Zeugenberich- ten des Visual History Archives des Modh Foundation Instiluts, des Foriu- nof Video Aychive for Holocalst Je— Simonies Sowie des United States Ho— jocaust Memorial Museum, der Sammlung Brich Kulka in den Vad Vashem Archives, des Archivs des Staatlichen Museums Auschwit?-Bir- kenau, des Jüdischen Historischen In- stituts, des Ungarischen Hilfskomi- tees für Deportierte, der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung von NS-Verbrechen und verschiedener Auschwit?-Prozes- 8e(mit Ausnahme von zwei Erwäh- nungen in den Fãllen HFilip Müller und Baretzki) in die Untersuchung nicht mit einbezogen, was die lückenhafte und häufig oberflächliche Parstellung teilweise erklären könnte. Wesentliche Beobachtungen und Berichte von Zeugen aus dem Kom- mando Kläranlage, dem BPffektenla- ger, dem Krankenbaulager und der Bekleidungskammer im Frauenlager fehlen gänzlich. Fine grundlegende Uberarbeitung des Buchs wäre daher zwingend erforderlich, obwohl Aussa- gen von Uberlebenden des Union- Kommandos anerkennungswerter- weise verstärkt in die Untersuchung miteinbe?Zogen wurden. Hypothesen und Irrtümer Zahlreiche Behauptungen widerspre- chen dem aktuellen Forschungsstand oder allgemein bekannten Tatsachen: Unrichtig ist beispielsweise, dass die Asche der eingeäscherten Opfer in die Sola geworfen worden wäre,„ei- nen Nebenflluss der Weichsel, der bei Birkenau fließt“(S. 34, S. 374 Anm. 374). Die Nebenflüsse Sola und Prz- emsa wurden jedoch nicht angefah- ren, Sondern die Weichsel, da sie nahe dem Sperrgebiet der Vernichtungs- zonen das Lagerinteressengebiet be- grenzte. An insgesamt zehn Stellen 10 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer wird im Buch der Fluss Sola mit der Weichsel verwechselt. Im Juli 1943 zählte das Sonder- kommando nicht„400 bis 500 Mann“ (S. 26), sondern nur 400 Häftlinge. Nicht„300 Sonderkommando-Häft- linge“(S. 54), sondern nur etwa 200 wurden im Februar 1944 in Majdanek ermordet. Auch bei der Anzahl der er- mordeten Sonderkommando-Hãäftlin- ge am 23. September 1944 irren Greif und Levin: Statt 300 wurden 200 Män- ner von der S8 liquidiert(S. 357, 210, 211). Auch gab es im„Jahre 1941“ noch kein Sonderkommando(S. 58). Die Schätzung der Gesamtzahl aller Sonderkommando-Häftlinge ist mit „Z. 000 Juden“ viel zu hoch angeset?t (S. 58). Der Auschwitz-Historiker Francis?ek Piper Schätzte sie auf 1500 2000 Personen, die Historikerinnen Sybille Steinbacher und Sonja Knopp auf 2000. Vermutlich waren von Mai 1942 bis Januar 1945 vorsichtigen Schätzungen zufolge aber etwa 2200 Männer im Sonderkommando einge- Setzt worden, was der italienische For- scher Carlo Saletti bestätigte. Falsche Zahlenangaben werden noch durch eine hohe Anzahl von Da- tierungsfehlern übertroffen: Die Pa- tierung der ersten(und vollständigen) Liquidierung im jüdischen Sonder- kommando auf den 3. Dezember 1942 (S. 34, S. 124) beruht auf einer falschen Rekonstruktion des Ereignisses in den frühen 1960 iger Jahren, die dem Um- stand geschuldet war, dass die Quel- lenlage zum damaligen Zeitpunkt un- zureichend war. In der überarbeiteten hebräischen(1999) und polnischen (2003) Ausgabe seines Standardwerks „Wir weinten trnenlos...“ folgte Greif noch der Neudatierung auf den 9. De- zember, seit der englischsprachigen EFdition(2005) wird der alte Fehler un- verstãndlicherweise weiter kolportiert. Unrichtig ist auch, dass das neue Sonderkommando am 6. Dezember 1942 gebildet worden sei(S. 36). Die Aussagen Dragons und Bisenschmidts in Greifs Standardwerk widerspre- chen dieser Behauptung ebenso wie die Mehrheit der Uberlebenden, die Zeugnis abgelegt hatten und am 9. Dezember in das neue Sonderkom- mando eingewiesen wurden. Neueren Auslegungen zufolge fand die Inbe- triebnahme der ersten beiden proviso- rischen Vergasungseinrichtungen laut den Historikern des Auschwit?- Mu- Seums Igor Bartosik, Lukas? Martyni- ak und Piotr Setkiewicz(TVhe begin- ning of the extermination, Oswiecim 2014) nicht im„Mai“ und„Juni 1942“ (S. 25), Ssondern im März und Juli 1942 Statt. Hierbei sei jedoch angemerkt, dass die Beweisführung für die März- Datierung nicht überzeugend ist und auf einer Fehlinterpretation deutsch- sprachiger Dokumente beruht. Der Massenmord in Bunker 1 war auch nicht wie Greif und Levin ange- ben„im Sommer 1942“(S. 54) einge- Stellt worden. Laut SS-Arzt und Au- genzeuge Johann Paul Kremer waren am 12. Oktober 1942 noch beide Bun- ker aktiv auch der Uberlebende Shlo— mo Dragon bezeugt für Dezember 1942 zwei Vernichtungsanlagen. Bun- ker 2 war zudem nicht„bis Februar 1943 genutzt“ worden(S. 25), sondern Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 11 laut Augenzeuge Shlomo Dragon so- wie Bartosik, Marty- niak und Setkiewicz zufolge bis April 1943. Im„Begräbnis- kommando“ arbeite- ten zudem nicht „fast ausschlieBlich“ Juden aus slowaki- schen RSHA-Trans- porten(S. 26), denn die Hälfte der Häft- linge war aus Frank- reich und Holland deportiert worden, wovon Uberleben- den-Berichte un- zweifelhaft zeugen. Bunker 1 sei„im Sommer 1943“ zerstört worden, Bun- ker 2 sei„fast bis zur Auflösung des Lagers“ weiter genutzt worden (Anm. 34, S. 335), behaupten die Au- toren weiter. Im Widerspruch dazu schreiben sie an anderer Stelle, Bun- ker 1 sei schon„im Frühjahr 1943“ abgerissen worden(S. 25). Bartosik, Martyniak und Setkiewicz zufolge ge⸗ be es allerdings Hinweise, dass Bun- ker 1 vermutlich erst im Februar 1944 abgerissen worden sei. Als Folge ist damit auch die Liquidierung des 200 Mann starken„Sonderkommando I“ kurz nach dessen Abtransport am 24. Februar 1944 erklärbar. Wahrschein- lich wurde der Betrieb von„Mus- weich“-Bunker V bzZw. Bunker 2 noch im September 1944 eingestellt- also nach Beseitigung der Verbren- nungsgruben hinter Krematorium IV Ruine der Sonderkommando-Unterkunft Bl. 13 im Männerlager B II d. Blick vom Lagerzaun aus. O A. Kilian 2016 und vor der Liquidierung des eben- falls 200 Mann starken„Sonderkom- mando II“ am 23. September 1944. Nicht im„April“ 1944(S. 57 und 209) wurden griechische Juden dem Sonderkommando einwerleibt, son- dern erst einen Monat spãter, wie Zeit- genössische Arbeitseinsatzlisten zah- lenmäßig zweifelsfrei belegen. Die Flucht von Alex Errera fand nicht „wenige Tage nach der Selektion vom 23. September 1944“(S. 212) statt, son- dern nachweislich laut erhaltener Fluchtmeldung am 9. August 1944. Hilip Müller wurde nicht„nach der Li- quidierung des Sonderkommandos im Dezember 1942“„der neu aufgestell- ten Gruppe zZugeteilt“, sondern erst im Juli/August 1943. Auch hat er nicht „anfangs beim Bau der Gaskammern und Krematorien“ mitgewirkt(S. 124). 12 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer „Um die Jahreswende 1942/43“ konnte das Sonderkommando noch nicht in Block 13 untergebracht gewe- sen sein(S. 125), da der Umzug dort- hin erst im Juli 1943 erfolgte, was die Verfasser an anderer Stelle auch be- stätigen(S. 160), allerdings fälschli- cherweise im Lagerbauabschnitt„B IIb“ statt B IId verorten(S. 34). Fin Teil der Häftlinge war auch nicht„bis Anfang 1944“(S. 54) oder „Ende Juni 1944“(S. 160) im Männer- lager untergebracht, sondern laut Stu— bendienst SZlomo Dragon bis Ende Mai 1944. Das Sonderkommando war auch nicht im Juni 1044„aus seiner bis- herigen Unterkunft in Block 13 in den Lagerbereich BIId verlegt worden“(S. 209), sondern aus diesem Lagerbereich in die Krematorien überstellt worden (Block 13 liegt im Bauabschnitt BIId). An anderer Stelle wird unsinni- gerweise von„Block BIId“ gespro- chen(S. 272). Finem aufmerksamen Lektor hätten diese Widersprüche ne- ben vielen anderen im Manuskript auffallen müssen. Unzutreffend ist zudem die nicht belegte Behauptung, „100 bis 150 von ihnen blieben auch nach dem Umzug in die Dachge- schosse weiterhin im Block 13“(S. 335, Anm. 35). Seit Juni 1944 waren keineswegs Häftlinge„in zwei klei— nen Zimmern“ von„Krematorium 5“ untergebracht(S. 210, vgl. S. 160), Son- dern erst ab Ende November 1944 das Sektionskommando sowie 30 „Heizer“ bis Januar 1945. Die Lebensbedingungen der Son- derkommando-Hãäftlinge verbesserten sich nicht wie behauptet„or allem ab dem Frühjahr 1943“(S. 64), sondern erst etwa ein Jahr später, wie der Be- richt Herman Strasfogels eindrucksvoll belegt. Der„Massenmord in großem Ausmaß“ wurde nicht„bis Oktober 1944 in Auschwitz-Birkenau betrie- ben“(S. 356), sondern bis November 1944, wie die von Lejb Langfuß über- lieferte Kremierungsliste vom 6. bis zum 24. Oktober 1944 beweist. Nicht der Zeuge Leon Cohen, sondern Mar- cel Nadjari hatte seine Frinnerungen „bereits im Jahre 1947 niedergeschrie- ben“. Unzutreffend ist auch die Be— hauptung„Im Kleidermagazin lieferte das Sonderkommando die Kleidung der Opfer ab.“(S. 355, Anm. 243). Die Menge der Fehler übersteigt die hier angeführten Beispiele erheblich. Finer der schwerstwiegenden Irr- tümer liegt in der Datierung des ers- ten Aufstands auf den 15. August 1944, dem bereits Steven Bowman in seiner Binleitung„Vhe Greelcs in Alschwitz“ zu Daniel Bennahmias Brinnerungen aus dem Jahre 1993 (die von Greif und Levin nicht er— wähnt werden) erlegen war. Dieses Datum geht zurück auf eine Angabe des Sonderkommando-Uberleben- den Leon Cohen in dessen posthum verõffentlichtem Brinnerungsbericht „From Greece 10 Birkenau. Ihe Cre- matoria Workers Uprising“ aus dem Jahre 1906, der in Auszügen bereits 1986 auf Hebräisch erschienen war und 2017 erstmals von seinem Sohn vollständig auf Griechisch vorgelegt wurde. Ursprünglich stammt es je— doch aus dem zweiten Jeil von Micha- el Molhos Werk„In Memoriam“ Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 135 (1949, verfasst von Joseph Nehama) und wurde seitdem vielfach kolpor- tiert. Laut Cohen sei der ursprüng— liche Aufstandstermin vom 19. auf den 15. August vorverlegt worden(8. 163, 170). Die Zuverlässigkeit von Cohens erst nach seiner Auswanderung nach Fretz Israel(1972) rekonstruiertem Aufstandstermin ist jedoch äußerst zweifelhaft, so irrt er sich doch in sei- nem Buch häufiger bei Datumsanga- ben: Den tatsächlichen Aufstands- termin vom 7. Oktober 1944 datiert er fãlschlicherweise einmal auf den 7. Juli, ein andermal auf den 7. Dezember und 7. September. Auch irrt sich Cohen in Seiner Chronologie, am 12. August Ge- schütze der Roten Armee gehört zu haben, da die Frontlinie zu diesem Zeitpunkt noch 230 km entfernt lag. Zur Stützung ihrer Hypothese zie- hen Greif und Levin schließlich einen zweiten Zeugen heran:„David Nencel berichtete, dass am Morgen des 15. Au- gust 1944 ein Transport aus Warschau in Birkenau eingetroffen sei(...)“ (S. 172). In den bekannten Zeugenaus- sagen vom 04. 05.1985, 23.06. 1990 (VVM), 15.07.1995, 1906(USHMM) und 27.10.1998 spricht Nencel jedoch lediglich von einem Breignis„Mitte 1944*, in seiner Aussage aus dem Jahre 1985 heißt es„frida) Ml A— md) he it wus in August“, 1900 schätzt der Zeuge lediglich auf Nachfrage:„ich denice im August“. Ein konkretes Da- tum nennt Nencel keineswegs. Der Datierung 15. August wider- Spricht aber der Zeitpunkt der Ermor- dung Kapo Kaminskis, die Zweifellos erst nach der Absage des Aufstands- termins stattfand. Neben anderen Zeugen datiert auch Nencel die Er- mordung des Kapos(„einige Iage spã- ter“) auf die Nacht, in der das soge- nannte Zigeunerlager liquidiert wurde (Z./3. August 1944). Das Ermordungs- datum Kaminskis wird von Cohens griechischem Kameraden Marcel Nadjari in seiner frühen Frinnerungs- schrift aus dem Jahre 1947 bestãätigt. Die Verfasser verdrehen in ihrer Argumentationsstrategie jedoch die Tatsachen und behaupten:, Wie wir ge vehen haben, wlirde der Autund nach allen anderen Zeugenaussagen jedoch zehn Jage später abgesagt.“(S. 333, Anm. 232), obwohl sie an zwei Stellen einräumen, dass ein Irrtum Cohens bei der Datierung des 19. August möglich Sei(S. 350, Anm. 209; S. 352, Anm. 220). Der glaubhafte Zeuge und Chro- nist des Aufstands, Salmen Lewenthal, legte am 10.10.1944 schriftlich nieder, der erste Aufstandstermin sei auf ei- nen Freitag festgelegt worden, was so- gar aus Griechenland deportierte Zeugen wie Shlomo Venezia bestäti- gen. Der 15. August 1944 fiel auf einen Dienstag. EFin von Lewenthal auf den 15. August datierter Kommentar geht mit keinem Wort auch nur andeu— tungsweise auf das Freignis ein. Die manipulierte Aufstandsdatierung der Autoren ist folglich nicht haltbar. Fin Jahr vor Veröffentlichung des gegenständlichen Buchs datierte Gide- on Greif den Termin in einem Artikel der Zeitung„Nelues Delutschland“ vom 11./12. 10.2014 mit Christian Carlsen noch auf den 28. Juli 1044, ein Datum, 14 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer das erstmals 2002 in der Sonderkom- mando-Monografie„Zeugen aus der Vodeszone“ festgeschrieben wurde. In der Auswahl der Zeugen, auf die sich die Autoren stützen, fällt vor al- lem auf, dass problematische oder un- zuverlässige Zeugen wie Leon Cohen, Jackito Maestro und David SZmulews- ki relativ häufig oder ausführlich er-— wähnt oder zitiert werden, während widersprechende Aussagen überhaupt keine Erwähnung finden oder ver- fälscht wiedergegeben werden. Maestros Geschichte fasste Greif in einem Buch zusammen, das laut L- teraturverzeichnis unter dem Fitel „Der Engel von Aluschwitz“ im Jahre 2014 auf Hebräisch veröffentlicht wurde, offenbar als Privatdruck. Das Buch ist in Israel im Buchhandel überhaupt nicht erhältlich, im Ver- zeichnis der Israelischen Nationalbi- bliothek nicht enthalten und wird im Literaturverzeichnis der hebräischen Ausgabe von„Aufstand in Ausch— wilz“ nicht mehr genannt. Fine be- reits im Jahre 2012 im FOCU Maga- zin Nr. 18 angekündigte Veröffentli- chung in Dänemark wurde bislang nicht realisiert. In Anmerkung 218(S. 351) dient das Buch als Beleg, aller- dings ohne Nennung von Seitenanga- ben, obwohl Maestros Geschichte in Greifs und Levins Darstellung über drei Seiten lang nacherzählt wird (S. 166— 170). Der Nachweis einzelner Aussagen ist insofern problematisch. Die Häufigkeit und Schwere der in- haltlichen Fehler und Irrtümer in Greifs und Levins Buch muss insofern als herber Rückschlag in der Sonder- kommando-Forschung bezeichnet werden. Bedauerlicherweise schöpften die Verfasser die ihnen reichhaltig zur Verfügung stehenden Quellen bei wei- tem nicht aus und rekonstruierten das Geschehen auf der Grundlage lücken- hafter und fragwürdiger oder falsch in- terpretierter Zeugenaussagen. Phantasiereiche Ausschmückungen und Irrtũmer ziehen zudem die Glaub- würdigkeit des Werks in Zweifel: die Verfasser Schreiben von einer„schall- gedämpften Pistole“(S. 154),„Kugelsi- cheren Westen“(S. 230), und davon, dass das Birkenauer Kommandantur- gebäude mit„unterhalb des Gebäu- des“„befestigtem“ Sprengstoff in die Luft gejagt werden sollte(S. 154). Problematische Ubersetzungen Die Ubersetzung aus dem Hebräi- schen stammt bemerkenswerterweise von der seinerzeit S9jährigen Mutter Gideon Greifs, die damit ihre erste und einzige Buchüberset?ung vorleg- te. Auf eine sorgfältige Uberprüfung der Ubersetzung wurde leider ver- zichtet. Teilweise liegen Verwechslun- gen oder Fehlinterpretationen vor, die den Inhalt verfälschen, oder Ubersetzungen, die nicht der ein— schlägigen Ierminologie entsprechen. Falsche Begrifflichkeiten sind un- ter anderem„Schubkarren“ statt Lo- ren(S. 27, 30, 37, 156),„Todeshalle“ Statt Leichenhalle(S. 21),„Dornenge- strüpp“ statt Stacheldraht(S. 154), „Speere“ statt Bajonette(S. 166), „Holzklötze“ statt Holzscheite(S. 33),„Forscher“ statt„Ermittler“(S. 39),„Laderampe“ beim LKW statt Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 15 Kippbrücke(S. 56),„Isolierblock“ Statt Quarantäneblock(S. 36),„La- gerälteste“ statt Blockälteste(S. 79). Unutreffende Ubersetzungen sind auch„Titelseite der wöchentlichen An- weisungen der SS-Kommandantur“ Statt Standortbefehl(S. 274),„Rohr- net? Zzum Absaugen des Körperfetts“ Statt Abflussrinnen für das Menschen- fett(S. 56) oder erfundene Posten wie der des„Obervorarbeiters“(S. 33). Leider wurden auch zahlreiche Zi- tate sprachlich und inhaltlich falsch wiedergegeben, so z. B. Schießpulver als„Sprengstoff“, Pulverraum als „Produktionsraum“(S. 280), Presse als„Schraubstock“; der Meister wird zum„Direktor“(S. 188), kleine Bün- del die im Notfall aufgeknotet wer- den sollten, wären als„Päckchen“ „aufzuschneiden“ gewesen(S. 189). Greif und Levin behaupten auch, einige Sonderkommando-Häftlinge hätten„in den Gaskammern verblei- ben und warten“ sollen(S. 154), an- statt den Verfasser Müller auf 8. 234 korrekt wiederzugeben:„Finer drit- ten Oruppe war die Aufgabe zluge— dacht auf dem Geldnde der Kremato- rien ⁊l hleiben(...)“ Auch an anderen Stellen werden die konkreten Bezeichnungen Kre- matorium und Gaskammer verwech- Selt(Z. B. auf S. 189). Verdreht wird Müllers Bemerkung„Kieinkaliberge- wehre stunden in den Kommandofih- reystuhen aller Krematorien immer einsutzbereit in einem Spind“(Müller, S. 234) mit Greifs/Levins Behauptung, die Aufständischen hätten in allen Blockführerstuben, die auf dem Weg lagen,„Pisolen an vich nehmen(Kön- nen), die dort deponiert wuren.“(8. 154). Im Fall der ursprünglichen Auf- standsplãne wird aus dem Müller-Ori- ginal auf S. 233„eine Bresche in die diußere Postenkette zu schlagen“ bei Greif/Levin die Version„einen Weg durch das dornige Unkraut, das das Lager umgab, zu Schlagen“(S. 153). Nicht akzeptabel sind auch Zahl- reiche falsche Namensschreibweisen von Personen und Orten. Die Schwerstwiegenden Fälle sind:„Karl von Haende“ statt Paul von Ende(S. 183),„Hold“ statt Holtz(S. 284), Holler“ statt Olère(S. 253),„Leijb Hirs?panic“ statt Hers? Panicz(S. 369),„Friese“ statt Freese(S. 274), „Poltinova“ statt Foltynova(8.85, 114),„Pilatow“ statt Filatov(S. 152). Von einem unaufmerksamen Lekto- rat Zzeugt auch, dass sogar der häufig zitierte Eliezer Bisenschmidt insge- samt 13 mal falsch(„Elizier“) ge- schrieben wird. Der von Mithäftlin- gen ermordete„Kapo Karol“ war kein Volksdeutscher(S. 242, 8. 369 Anm. 337), sondern kam aus dem thüringischen Mühlhausen und hieß Karl Töpfer. Lahlreiche Zeugnisse werden zu- dem falsch interpretiert, so zum Bei- spiel die Aussage Filip Müllers im 1. Frankfurter Auschwitz-ProZess am 5. 10. 1964, die in Anmerkung 270 un- Sauber zitiert wird: Die Autoren be- haupten, der„restliche Sprengstoff“ sei in vier Blechdosen aufbewahrt worden, die„in der Wasserpumpe der Gaskammer/Krematorium 3 verbor- gen wurden“(S. 199). Tatsächlich gab 16 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer der Zeuge Müller vor Gericht an, dass die mit Konservendosen selbst- gefertigten Granaten mittels aus den Union-Werken stammenden Wasser- pumpen nur auf das Krematoriums- gelände transportiert worden seien. Die Autoren wären besser beraten gewesen, deutsche Quellen in der ge- genständlichen Edition aus dem Origi- nal wiederzugeben, anstatt sie ins He- bräische frei zu übersetzen und dann ins Deutsche rückzuũberset?en. Sie Stützen sich zudem häufig auf unzuver- lässige Quellen und übernehmen un- geprüft Angaben. Damit verbreiten sie unter anderem falsche Lebensdaten wichtiger Aktivisten der Widerstands- bewegung im Sonderkommando, s0 zum Beispiel von Josef Dorebus(S. 299) und Jankiel Handelsman(S. 300). Laut erhaltener Deportationsliste des 49. Transports“ aus dem Sammellager Drancy nach Auschwit? sind im Fall von Dorebus und Handelsman sowohl die Geburtsdaten als auch die Ge-— burtsorte und das Deportationsdatum falsch. Sie wurden auch nicht„im Fe- bruar 1943 nach Auschwit? depor- tiert“, Sondern am 2. März und erreich- ten Auschwit? am 4. März 1943. Bereichernder Bildteil Im überschaubaren Abbildungsteil werden Zeitgenössische Fotos von Ita- mar Levin sowie historische Fotos ge- zeigt. Ein Schwerpunkt liegt auf den ermordeten Widerstandskämpferin- nen, die Schwarzpulver aus den Uni— on Werken geschmuggelt hatten und die in?wischen durch Denkmäler in mehreren Ländern geehrt wurden. Leider wird nur das 1991 in Israel er- richtete Denkmal gezeigt. Fin Hin- weis auf das erste Denkmal, das auf Initiative von Erich Kulka bereits am 22. Mai 1985 auf dem jüdischen Fried- hof in Fröndenberg(Sauerland), dem ehemaligen Ort des Hauptsitzes der Union Metallwerke, errichtet wurde, fehlt hingegen, obwohl dessen Brrich- tung das Thema in Frael durch Zei- tungsberichte erst in der Gffentlich- keit bekannt gemacht hatte. Die Fotografien Levins im Anhang sind eine große Bereicherung für das Buch. Von den ehemaligen Wider- Standsaktivisten im Sonderkomman- do werden bedauerlicherweise nur drei Fotografien abgedruckt, von Filip Müller, Salmen Lewenthal und Sal- men Gradowski. Der Bildnachweis in den let?zten beiden Fällen wird mit „Ghetto Fighters Holuse“ angegeben, tatsãchlich liegen dessen Archiv-Foto- grafien von Lewenthal und Gradows- ki überhaupt nicht vor. Der Abbildungsteil wird jedoch durch zu mehr als einem Viertel falscher und fehlerhafter Bildunter- schriften geschwächt: Abraham Dra- gon wurde nach dem Aufstand nicht zu„Krematorium 5*, sondern in den Hãäftlingskrankenbau„gebracht“(S. 306); auf S. 310 wird nicht„Krematori- um 3“, sondern Krematorium 2 ge— zeigt; Block 6 im Stammlager war nicht„der erste Unterbringungsort des Sonderkommandos“, sondern lag in jenem Zeitraum im Frauenlager des Stammlagers: auf S. 315 sind nicht„die Reste des Blocks 13“ zu sehen, son- dern die Ruinen von Block 31, in dem Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 17 zu keinem Zeitpunkt das Sonderkommando untergebracht war; auf S. 319 ist nicht das „Stabsgebäude“, son- dern die sogenannte Schutzhaftlagererwei- terung zu sehen; Hilip Müller war nicht„Teil- nehmer“ am Aufstand, sondern versteckte sich währenddessen(S. 324); nicht Salmen Gra- dowski, sondern Sal- men Lewental be- schrieb in seinen gehei- men Aufzeichnungen die„Vorbereitungen“ für„die geplanten Auf- stände“(S. 329). Die auf S. 312 belie- big abgebildete und in der Slowianska-Straße im Porf Raisko aufge- nommene Scheune ist irreführend, da auch an anderer Stelle im Buch(S. 256) sugge- riert wird, dass Fücht- MWik BEuEnkE DURR UhISEREN BURER vN n⸗ NHER niE DER RATUNALSUZLALISIISEEN GET 2ZM DPPER GHEPAI.EP S1NMD nn UM SiE Un UK DIE DSE. 1 Mrin dMRKRER HiE At8 2WAGSAK TRR 1 ASCMMTA ARRErrSMöArnO EER WE n Pod RRREpa Unn REURE Us vE AIL.- U bnr rREd 2 3 SApPRIRSTEI 2 VEI3SBLU A KE i von vri S DE 1 1 AUSERT 1M KUbt NO EES E S 2 R En A PpPELLPI.TZ. ALI.E 1R ZURHRurn 6 v 9en Ha hnr 1 4 2 R nE F. nn linge in Raisko ermor- det worden wären, dies aber höchst wahr- scheinlich in einer Scheune des Dor- fes Plawy stattfand. Dem ortsansässi- gen Zeugen Julian Wykret zufolge, der Kontakte zu Häftlingen des Feu- erwehrkommandos hatte, wurde wãhrend der gesamten Besatzungszeit in Raisko keine Scheune in Brand ge- steckt. Zwei der drei während des Aufstands getöteten SS-Angehörigen, Am 22.08. 1985 in Fröndenberg/Ruhr eingeweihte(erste) Gedenk- tafel für die in Auschwitz ermordeten Widerstandskämpferinnen (Archiv Kilian/ Stadtarchiv Fröndenberg) Erler und Purke, waren im Nebenla- ger Harmense eingesetzt. Rudolf Er- ler war dort Postenführer und nicht „aus dem Hauptlager“(S. 274). In der Erläuterung zur Umschlags- abbildung(S. 4) heißt es fälschlicher- weise, die illegale Fotografie einer Verbrennungsgrube sei im„Frühjahr 1944“ angefertigt worden,„um die un- 18 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer as121e6 916-2015) Sonderkommando-Uberlebende und Zeugen des Aufstands [191670er?) ſim Uhrzeigersinn): David Mencel und Berl„Leibl“ Becker(Nespel 1945), Welfke Fink[Skokie 1955, beide Archiv Kilian); Jakov Silberberg[Oswiecim 1993), Felix Rosenthal Brzezinka 1959, beide APMAB, Nr. neg. 21769/1 u. 20601/2); Dov paisikovit[1948) 2w. Jehoshua Rosenblum(Haifa 1995) und Moishe Weinkranz ſſel Aviv 1995, beide O Andreas Kilian). garischen Juden vor ihrer Deportation nach Auschwit? zu warnen“ und zZeige, wie Leichen in eine Verbrennungsgru- be geworfen würden,„die wenige Mi- nuten zuvor in den Gaskammern“ getötet worden seien. Abgesehen da- von, dass auf dem Foto mit der Nega- tiv-Signatur-Nr. 280 überhaupt kein Werfen von Leichen zu sehen ist, hät- te dies auch nicht„wenige Minuten“ nach deren Vergasung stattfinden können. An anderer Stelle schreiben die Autoren, die Fotos seien im„Nuni 1944“ aufgenommen worden(S. 85), was ebenfalls nicht korrekt ist. Zur Orientierung und Verortung der Breignisse wäre ein detaillierter Lagerplan im Anhang hilfreich gewe- sen. Die im Buch enthaltene Grafik des„Interessengebiets Auschwitz“ ist nicht nur ungenau, sondern auch stel- lenweise falsch, so Z. B. die Lage der Ortschaften Leki, Skidzin und Har- mense. Die Abbildungserläuterung wi- derspricht Zudem der Grafik, denn das „Konzentrationslager Monowitz“ lag nicht wie behauptet im deutlich mar- kierten„Lager-Interessengebiet“. Finseitige Quellenauswahl Greif und Levins Werk spiegeln den Forschungsstand der 1990er Jahre wieder. Neuere Forschungsergebnisse werden nicht berücksichtigt, Zudem wird auf die RezZeption des Themas nicht eingegangen. Das LKiteraturver- zeichnis ist überschaubar, obwohl es für eine deutschsprachige Publikation Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 19 unverhältnismäßig viele hebräische (24%) und englischsprachige(36 0) Titel auflistet. Finige fremdsprachige Beiträge liegen jedoch längst in deutscher Ubersetzung vor, so 2. B. Auszüge aus Raya Kagans Frinnerungen und Isra- el Gutmanns Beitrag in der Antholo- gie„Auschwitz. Zelgnisse und Be— richte“(1962, zuletzt 2014) oder Hana Weisblums Bericht in den Dachauer Heften(H.3, 1987). Die deutschspra- chige HFassung von Brich Kulkas Arti- kel„The Jewish Revoll“ sowie seine anderen Veröffentlichungen zum Thema in dem Bulletin„Die Stimme der Auschwitz-Uberlebenden in lsra— el werden nicht erwähnt. Die Literatur-Auswahl ist tenden- z158, auffällig lückenhaft und die bi— bliografischen Angaben sind zum Teil veraltet. Nyiszlis bedeutender Brin- nerungsbericht wird in der längst ver- griffenen und fehlerhaften polnischen Li?enzausgabe(2004) des Berliner Dietz-Verlags zitiert. Das 1992 erst— mals in deutscher Sprache veröffent- lichte Buch liegt allerdings seit 2003 in zweiter überarbeiteter Auflage vor, die Greif sogar in einer Online-Re- zension(vadvashem. org) über- Schwänglich empfohlen hatte. Fragwürdig ist in der vorliegenden deutschsprachigen Erstausgabe, war- um bis auf zwei Ausnahmen(Kulka und Kraus 1957 sowie Langbein 1972) alle deutschsprachigen Veröffentli- chungen über den Aufstand, also mehr als ein Dutzend Veröffentlichungen, zum Teil in Ubersetzung, unerwähnt bleiben. Zudem werden alle drei deutschsprachigen und bislang inter- national einzigen eigenständigen Un- tersuchungen zu den jüdischen Son- derkommandos in Auschwit? Bir- kenau(Friedler 2002, Zürcher 2004, Knopp 2009) verschwiegen, obwohl sie die Widerstandsbewegung im Son- derkommando und den Aufstand zum Jeil sehr umfangreich behandeln. Ebenso fehlen im Literaturver- zeichnis die zahlreichen Publikationen aller anderen renommierten Sonder- kommando-Historiker in franzõsischer, polnischer, italienischer, russischer und englischer Sprache. Eine kritische Aus- einanderset?ung mit anderen Untersu- chungsergebnissen wurde durch deren Nichtbeachtung unterlassen. Die Berücksichtigung aktueller Forschungsergebnisse in Publikationen des Auschwitz-Museums zum Thema fehlt ebenso wie die Literatur über wichtige Zeugen des Aufstands, Hen- ryk Mandelbaum(Z. B. von Igor Barto- Sik und Adam Willma 2011) und Pani- el Bennahmias(von Rebecca Camhi Fromer 1993) oder die Frinnerungsbe- richte von Shlomo Venezia(2008) und Marcel Nadjari(1991). Dass es sich in den Quellenangaben beim Hinweis auf die Akte Nadjari um die englische Ubersetzung seiner Erinnerungsschrift handelt, erfährt der Leser nicht(in An- merkung 215 wird sie stattdessen als „Zeugenaussage“ bezeichnet). Zudem wurden die relevanten Teile seiner Me- moiren bereits 1989(auf Griechisch), 1996(auf Hebräisch) und 2011(auf Englisch) in Berry Nahmias Frinne- rungsbericht„4 cy for tomorow“ so— wie 2001 auf Englisch in dem Bulletin 20 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer des Staatlichen Auschwitz-Museums „Pro Memoria“, Heft 15, publiziert. Fragwürdige Zitierweise Die spärliche Verwendung von Quel- lenangaben verwundert vor allem in Kapitel 6, in dem viele Zitate ohne jeg- liche Angabe der Fundstelle zu finden sind(Anm. 331; auf den 8. 222 bis 257 ist dies insgesamt 10 mal der Fall). An anderen Stellen wird einmalig die Quelle benannt, um schließlich auf den folgenden Seiten mehrmals Zitate oh— ne Quellenangaben abzudrucken (Anm. 332 i. Vm. S. 230240, S. 244-243). Durch diese Methode ist nur schwer erkennbar, dass an einigen Stellen die übersetzten Zitate vom Original erheblich abweichen(8. 245). Die Autoren bleiben viele Bele- ge schuldig, pauschalisieren(„Ein Zeuge berichtete“, S. 242) oder ver- weisen auf andere Quellen als jene, auf die sie sich stützen(Anm. 319). Teilweise erzählen sie auch Zeugen- berichte nach, ohne eine Fundstelle zu benennen(Anm. 325). Die Angaben der verwendeten Archivmaterialien des vaatichen Museums Auschwit?(APMO) und der National Archives in London (NA) sind für Keser, die die Signatu- ren nicht kennen, nicht aufschluss- reich. Hinweise auf deren Inhalt wären hilfreich. Gleiches gilt für die unbestimmte Angabe„Akte A 5. 129“ aus dem Moreshet Archiv(S. 378). Die korrekte Signatur lautet„D 5. 120“ und betrifft ein Informations- bulletin des Internationalen Ausch— wilz-Kommitees mit dem Artikel„ Die Mddchen von Union- Werken“ ſsic. Die Archivalien aus dem Ausch- wit?-Museum(S. 382 f.) werden zu- dem unprãzise oder unvollständig zi- tiert, alle Zeugenaussagen aus dem Archiv Vad Vashems(S. 382) oder dem Moreshet Archiv(S. 383) werden ohne Seitenangaben zitiert. Unter den genannten Vad Vashem-Zeugen- berichten fehlen insbesondere die frühen Aussagen von Sonderkom- mando-Uberlebenden. Die einzige erwähnte Aktensignatur aus den Londoner National Archives(S. 383) wird sowohl der Aussage des SS- An- gehörigen Fran? Hössler(S. 332, Anm. 4) als auch der Uberlebenden— Aussage von Morit? Rosenblum zu— geordnet(S. 40, Anm. 39). Die Angaben zu den Zeugenaus- sagen im Archiv von Gideon Greif Ssind unbrauchbar, da nicht erkennbar ist, auf welche Interviews sich die Na- mensnennungen konkret beziehen (Datum und Ort) und wer das Inter- view durchgeführt hat(Z. B. im Fall von Daniel Bennahmias, der von Greif nicht interviewt worden war). Bei den Quellenangaben ist zudem nicht nachvollziehbar, auf welche Stellen in den Interviews die Autoren verweisen, jegliche Seitenangaben von Abschriften oder Time-Codes von Aufnahmebändern fehlen. Be- hauptungen und Zitate können so nur schwer überprüft werden. Zahlreiche Ubersetzungs- und Interpretations- fehler im gegenständlichen Werk ma- chen dies allerdings notwendig. Wis- senschaftlichen Standards genügt die Parstellung insofern nicht. Einer ver- Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 21 Mutmaßliche Uberreste des Pulverraums“(links) und des benachbarten Pulversafe“-Raums, ehemals“Union'-Gelände SO M. Kilian 2016 fälschten Darstellung werden da— durch aber erst die Türen geöffnet. Damit gewinnt Glaude Lanzmanns Ausspruch.„Die Zeugen werden bald tot sein, und so bleiben nur die Histo- riker, als einziges Fundament der Wahrheit, wie es scheint“(FAZ, 27.01.15) eine erschreckende Per- spektive. Die Augenzeugen können inzwischen nicht mehr widerspre- chen. Ihre Brinnerungsschriften und Interviews aber bleiben zukünftigen Generationen erhalten und können jeglicher Verfälschung kritisch entge- gen gehalten werden. Der Mensch hinter dem Zeugen Die Mängel vorliegender Arbeit än- dern jedoch nichts an der Tatsache, dass von den Autoren die längst fälli- ge erste umfangreiche Gesamtdar- stellung des Aufstands vorgelegt wur- de. Diese Leistung ist grundsätzlich zu würdigen, da sie nicht nur eine Lücke in der Auschwitz-LKiteratur Schließt, Ssondern dem bedeutenden Breignis auch erneut und vor allem größere Aufmerksamkeit verschafft. Es bleibt daher zu hoffen, dass das Werk Zzukünftig gründlich und umfas- send überarbeitet wird, bevor es als Taschenbuch und in weiteren Spra- chen erhältlich sein wird. Bedauerlicherweise wurde es in- zwischen mehrfach unkorrigiert über- Setzt. Die im November 2016 in franzq- sischer Ubersetzung veröffentlichte Fdition erschien ohne Plan des Lager- 22 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer interessengebiets und mit zusätdichen Ubersetzungsfehlern(Z. B. wurde aus dem Namen„Ben Nachmias“„Ben Aprésmias“, S. 383/ p. 314). Die bereits von Jochen August im April 2016 in seiner Rezension zu Recht Zzahlreich bemängelten Fehler (abgesehen von seinem Trugschluss der Personenverwechslung Busch Buch) wurden bis auf eine Ausnahme unverstãndlicherweise nicht korrigiert. Im Januar 2017 erschien schließlich ei- ne unkorrigierte niederländische Ubersetzung, im November die ungari- Sche Version und im Februar 2017 die hebräische Ausgabe des Buchs, aller- dings als einzige Ausgabe mit(unwoll- ständigem) Namensverzeichnis. Damit bleibt die berechtigte Be- fürchtung bestehen, dass Fehl- und Desinformationen in Greifs und Le- vins Publikation unkritisch übernom- men und weiter verbreitet werden könnten, wie zuletzt leider die gleich in zwei renommierten deutschen hi- storischen Zeitschriften verbreitete Gefälligkeitsrezension zum gegen- ständlichen Buch bewies. Falsche und fehlerhafte Darstel- lungen wie Greifs und Levins Mono- grafie„Auſtand in Auschwitz“ soll— ten jedoch nicht aus falsch verstande- ner Rücksichtnahme und Solidarität toleriert werden, besteht doch die Gefahr, dass damit die Auschwitz- Forschung in Verruf gerät, insbeson- dere dann, wenn sie längst instrumen- talisiert worden ist. Die Intention von „Aſtund in Auschwitz“ brachte Git— deon Greif in einem Interview mit der israelischen Tageszeitung Haaretz am 25.02.2017 auf den Punkt:„Die Revolte mluss gefeiert werden. Sle ist eine Geschichte reinen jüidischen Hel- dentums, eines der wenigen Wunden die vich im Holocaust ereignet hahen.“ Für die meisten der Uberlebenden des Sonderkommandos, die mit den Autoren bereitwillig ihre Erinnerun- gen geteilt hatten, kommt das von ih- nen lang ersehnte Werk leider zu spãt: David Nencel starb mit 98 Jahren als bislang ältester Uberlebender des Sonderkommandos und letzter in Ka- nada lebender Augenzeuge am 21. Ja- nuar 2015, einen Monat zuvor und ei- nen Monat vor seinem 94. Geburtstag Starb Eliezer Eisenschmidt am 11. Dezember 2014 als letzter in Israel le- bender Sonderkommando-Uberle— bender. Mit ihrer wohlwollenden und mutigen Offenheit sowie ihrer selbst- losen Stärke, sich zur Aufklärung der grausamen Geschehnisse wiederholt den schrecklichen Frinnerungen aus- zusetzen, haben uns diese wichtigen Menschen bedeutende Brinnerungen hinterlassen, mit denen noch zahlrei- che Bücher zu füllen sind. Die Besonderheit jedes Finzelnen unter ihnen, der Mensch hinter dem Zeugen, kommt darin jedoch nur sel- ten zum Ausdruck. In David Nencels Nachruf heißt es:„(...) Er wur 700% Mensch. In seinen 98 Jahren hatte er viele Herausforderungen aber auch viel Freude. Ein besonderer Mensch, der eine Leidenschaft für die Men- Schen halte und seine Leidenschaft mit denen, die ihn kmgaben, in Ge— prächen teilte. Er war scharinnig, wit? ig ind weise(...).* Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 23 Uberlebende Augenzeugen David Nencel und Eliezer Fisenschmidt, O A. Kilian 1995 Hlip Müller, der letzte in Furopa le- bende ehemalige Sonderkommando- Hãäftling, der ein Interview mit den Au- toren abgelehnt hatte, starb 2013 im Alter von fast 92 Jahren. Die eindeutig zuzuordnende Quelle von Müllers Todesdatum verschweigen Greif und Levin wie so viele andere Belege in ihrem Buch. Der weltweit vorletzte Uberlebende, Emanuel Mittelmann, starb am 16. Februar 2019 in Oak Park, Michigan, im Alter von 94 Jahren. In Nachrufen heißt es über den Schut?- engel“:(Er) wur ein varken mitfihlen- den außechten Feundlichen rechtschaft fener Mensch. Wo andere gefallen weiren, fund er die Kraft und Stdrke, lm voywlirts zl gehen.“ und Es war diese Nartmäckigkeit, die(..) ihn zu einem varcen eisermnen Oldlubigen und ſohen ind positiven Menschen machte.“ Dario Gabbai, der letzte Uberlebende, ist Jahre alt und lebt in Los Angeles. David Nencel und vielen anderen wurde im Buch, auch stellvertretend für diejenigen, die Auschwitz nicht überlebten, ein Denkmal gesetzt. Dafür sei den Autoren gedankt, han- delten sie doch auch letztlich im Sinne der ermordeten Sonderkommando- Chronisten, die seinerzeit unter Le- bensgefahr die Ereignisse dokumen- tierten und namentlich an ihre ermor- deten Kameraden erinnerten. Einer von ihnen, der auch die Geschichte des Aufstands ausführlich beschrieb, der Ciechanower Salmen Lewenthal, hin- terließ am 15. August 1944 folgende Zeilen:„S0 gend, wie die Ereignisse velbst verliefen, das Kann sich kein Mensch vorstellen,(...) das alles wird nlir einer von lins weilergeben Können (.) als linserer Kleinen Oruppe, alus unserem engen Kreis, wenn jemand von uns vielleicht überlebt, was wir nicht einmal zu einem Prozent glauben.“„ 24 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer Vernichtungszonen& Sonderkormmando-Aufstand .„Bunker V ſaußer Betrieb) ½ 7 N im K. L. Auschwitz-Birkenau am 07.10.1944 5 mit 2 Auseie Sarackenq N — Steingebãuce Klranlage— Holkbaracke 81b/ B IM gauabschnitte E xxx Ltrine 6K Gaskammern 3 Waschbaracke aR Auskleideraum— Rmm Küche SK BeMeidungskammer 5 = Blockführerstube D Entwes./Desinf. kammer p —— Stacheldrahtzaun Sokl Soncerkdo.-Unterkunft 8 ——— Groe Postenkette T Rcheteich 6 ——— Bahngleise Möllgrube* a N — Straße a ktteitenlsger Sichtbarriere königsgraben Kansda U Mnothenstampfeſhsche-Siebe*„ „ Wachturm/ Wachhaus„ 8* —n Munmaglicher Autetanaorifucne b 5 2 Mutmaßlicher h am 07.10 1844— Kremstorium! Cemiollum——— 6 n RR aR—— — n b 6 ü 8 X 4 W* Rn nn 3 * an rxan 4a— pP 4** —— Krematorii xr —* 6 Ms=—— mung W a ai * 8 1b 2* 5 k 5** 1.5 SbSbRRN—— ül 88 nnnnnann I Neuerscheinungen im Oktober 2019 Zzum Thema Sonderkomanndo Auschwitz Aufzeichnungen des jüdischen Sonderkommandos Ausch- witz. Whbg TMEI Verlag, IBN 9783806239764. Erstmals versammelt dieser Band alle erhaltenen neun Zeug- nisse der geheimen Aufzeichnungen des Sonderkommandos in Auschwitz-Birkenau in deutscher Ubersetzung(aus dem Russischen und Griechischen) und bettet sie mit ausführli- chen Essays, u. a. Zum Sonderkommando-Aufstand, in den Entstehungszusammenhang ein. Salmen Bradowsk DiE?ERTREMNUNG ——— Salmen Gradowski: Die Zertrennung-Aufzeichnungen eines Mitglieds des Sonderkomanndos. Hg. von Aurélia KalisMc), idischer Verlag im Suhrkump Verlag, ISBN9763633542802. Salmen Gradowski(ca. 1908— 1944) notierte als Sonderkom- mando-Häftling die Verbrechen der Mordfabrik Auschwitz- Birkenau in allen Finzelheiten und vergrub das Zeugnis auf dem Krematoriumsgelände. Sämtliche bekannten Texte Gradowskis erscheinen hier erstmals vollständig aus dem Viddischen direkt ins Deutsche übersetzt. Pavel Polian: Briefe aus der Hölle- Die A Politische Verfolqung Krieg/Bürgerkrieg ovG 44 verfolqung aufgrund sexueller Orientierung S B Folter a( Ethnische Verfolgung 3 Fxistenzhbedrohende Diskriminierung Weltweit Ssind über 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Wer alles verloren hat und vor Verfolgung ſerror und Gewalt in einem ancderen Land Schutz sucht, hat ein Anrecht auf Hilfe und Solidarität Engagieren Sie sich mit uns für eine Welt, in der Flüchtlinge die Chance auf ein menschenwürdiges leben haben. Als selbsthestimmte und unabhängige Organisation braucht PRO ASVL Ihre Unterstützung. Bitte Spencden Sie oder werden Sie Mitglied! Spenunkont Bank für Sezialitterhaft Keln BLZ 370 205 00 KrN B000 B DE 3702 0500 0 0730 BlE BFSWDE † ſahekrWr E twRtafcomprasyl L plus qole tomtprsylposts WWW.pPrOasy. de PRO ASVI. bER EiMzELFatL 2RR. Mitgliederversammlung Lagergemeinschaft Auschwitz- FreundesKreis der Auschwitzer Samstag, 16. November 2019, 14.30 Uhr-16.30 Uhr 35510 Butzbach, Museum, Färbgasse16 Offentliche Veranstaltungen mit der Holocaust-Uberlebenden Eva Pusztai Samstag, 9. November 2019, 14.30 Uhr Gymnasium am Markt, 32257 Bünde /Westf., Marktstraße 12 Sonntag, 10. November 2019, 14 Uhr Synagoge, 61231 Bad Nauheim, Karlstraße 34 Montag, 11. November 2019, 19 Uhr Heusonmuseum, 63654 Büdingen, Rathausgasse 6 Mittwoch, 13. November 2019, 12.15 Uhr Philosophicum I, Hörsaal 1, 35394 Gießen, Donerstag, 14. November 2019, 19 Uhr Erwin-Piscatorhaus, 35037 Marburg, Biegenstraße 15 Samstag, 16. November 2019, 16.30 Uhr 35510 Butzbach, Museum, Färbgasse16 Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer mit Purtner- Organisationen Ede und Unku- die wahre Geschichte Lesung mit Musik Freitag, 22. November 2019, 20 Uhr Stadtbibliothek, 61118 Bad Vilbel, Niddaplat? Weitere Informationen hierzu ⁊weile Seite des Umschlags