LAGERGEMEINSCHAFT AUSCHWTZ FREUNDESKREIS DER AU0SCHWTAZER AUSCFHMWTZ Birkenau Auschwitz 1 neue Rampe 1944 —— Haptartier — — ⸗ Buna-Werke Auschwit?z Il 3. * Bahnhof alte Ramp „ „„* . 6 8.— B.. chitz * — B 5 ——. C ——— 28. Jahrgang, Heft 2 Mitteilungsblatt, Dezember 2008 Inhaltsverzeichnis Seite Bitte um Weihnachtsspende 1 „Zu diesen Jahren trug das Verhängnis in fast gan? FEuropa Wehrmachtsstiefel“ 3 Der Zaun von Auschwitz 7 Ein Grab in den Wolken 8 An einem Sonntagmorgen im Herbst 1941 11 Zur Edition der Getto-Chronik Lodz/Litzmannstadt 12 CD-Rom„Nationalsozialismus“ 16 Vergleiche Im Jahr 2002 erhob der Gewerkschafter Frank Bsirske bei der Diskussion um die Vermõ- genssteuer die Forderung, Deutschlands Reiche beim Namen zu nennen. Dieses Ansinnen ver- glich Hessens Ministerpräsident Roland Koch mit einer, neuen Form von Stern an der Brust“. In die Rolle der zu Verfolgenden drohen nun anscheindend die von der Finanzkrise„über- raschten“ Manager zu geraten. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulf warnte vor einer„Pogromstimmung“ gegen Manager. Ahnlich formulierte es Hans-Werner Sinn, Präsi- dent des Institut für Wirtschaftsforschung:, Un jeder Krise wird nach Schildigen gesucht nach Siindenhõcken. Auch in der Weltwirtschaftkrise von 7020 wollte niemand an einem anonymen Stemfehler glauben. Damals hat es in Peluschland die Muden getroſfen, heute sind es die Ma- nager“ Wir wissen nun hoffentlich, wo wir uns mit Kritik zurückhalten müssen. Die Gefahr scheint einfach zu groß, dass„die Manager“ bald aus dem gesellschaftlichen Leben ausge- Schlossen werden, ihre bürgerlichen Rechte und ihr Eigentum verlieren und sie womöglich an Leib und Leben bedroht sind. Nebenbei bemerkt: Hans-Werner Sinn, der laut Bildzeitung beste Okonom Deutschlands, Sit?t im Aufsichtsrat der derzeit nicht gerade prosperierenden Hypo-Vereinsbank. In seinem Buch„Ist Deutschland noch zu retten?“ behauptet er Löhne und Gehälter seien zu hoch und Deutschlands Warenausfuhr falle zurück. Auf den Nachweis, dass er bei der zum Beweis ange- führten Grafik Import mit Export verwechselt hat, tauschte er sie in der Neuauflage aus. Seine wirtschaftspolitische Botschaft behielt er bei, wie Georg Fülberth(konkret, 12/08) anmerkte. Impressum: Herausgeber: Lagergemeinschaft Auschwit?-Freundeskreis der Auschwitzer Freiherr-vom-Stein-Straße 27, 35516 Münzenberg Internet: www. lagergemeinschaft-auschwitz. de Redaktion: Hans Hirschmann, Tel.(06101) 32010, Annedore Smith, Bankverbindung Sparkasse Wetterau(BLZ 518 500 79) Konto-Nr.: 20 000 503 Bei Spenden bitte Adresse deutlich schreiben, damit die Bescheinigung für die Steuererklärung zugeschickt werden kann. Titelfoto: Luftbild von den Konzentrationslagern Auschwitz I und Auschwitz II (Birkenau). Entnommen der bei medialesson erschienen CD-Rom„National- Sozialismus“(Siche Besprechung S. 16 †). Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 1 Hoffnungen, die von Scham und Schüchternheit begleitet werden Bitte um Weihnachtsspende für ehemalige KZHäftlinge Das Weihnachtsfest steht vor der Tür. In Furopa ist es für die meisten Menschen(unabhängig von Religions- zugehörigkeit oder Gottesglaube) wahrscheinlich„der schönste Feiertag im Jahr“, begann die Auschwitz-Uber- lebende Eva Pus?ztai die Schilderung ihres Schicksals bei einer Gedenkver- anstaltung, Zu der sie die Lagergemein- schaft-Freundeskreis der Auschwitzer im November nach Butzbach eingela- den hatte(Siehe Seite 3 ff). Sie erinner- te aber auch daran, dass bereits der 1944 bastelte Leokadia Szymanska, die da- mals in Auschwitz Patientin im Lagerhospi- tal des KꝰZ war aus Holz und Papier einen Kleinen Weihnachtsbaum. Er ist heute Teil der Sammlung des Staatlichen Museums in Auschwitz-Birkenau. Ursprung des Festes- die biblische Ge- schichte von der Geburt Jesu- schon vor 2008 Jahren für viele Menschen mit großem Unheil verbunden war. Der jüdische König Herodes hatte„aus Angst um seine Macht“ alle Kleinkin- der bis Zzum Alter von zwei Jahren tö- ten lassen.„Fin später Nachfolger von diesem Herodes“, Ss0 Eva Pusztai wei- ter,„Konnte vor 70 Jahren die'arische' deutsche Bevölkerung dazu hetzen, dass alles, was mit Juden in Zusam- menhang gebracht werden konnte, in Brand gesetzt, geplündert, in Trümmer geschlagen wurde, überall in Deutsch- land und Gsterreich“- und diese Po- grome wurden dann noch triumphie- rend als„Kristallnacht“ bezeichnet. Leider war es 80, dass 1938 viele gar nicht dazu gehetzt werden mussten, sich an den Gewalttaten und Plünde- rungen zu beteiligen, sondern sehr bereitwillig Zur Stelle waren. Auch die Tãter haben damals und in den folgen- den Kriegsjahren fröhlich Weihnach- ten gefeiert. Auch in Auschwit? wurde das Fest von den Wachmannschaften begangen. Unser Vereinsgründer Hermann Reineck hat oft geschildert, wie ihm das Weihnachtsfest 1942 „lebendig“ in Frinnerung geblieben ist als Gräuel. Damals ließ die SS im Stammlager die Hãäftlinge unter einem großen beleuchteten Weihnachtsbaum zum Appell antreten.„Die Schwäch- sten- die Muselmänner- wurden, so- fern sie nicht mehr stehen konnten, bei Minus 34 Grad unter diesen Baum ge- Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer legt. Die S8 befahl, sie mit Wasser zu übergießen, so dass sie in Bisblöcke eingefroren starben.“ Mit Ausnahme des Befreiungsjahres 1945, als die Freude über den Untergang des mör- derischen Staates alles Schlimme in den Hintergrund gedrängt habe, konn- te Hermann Reineck seitdem„Weih- nachten nie mehr als schönen Feiertag empfinden, wie das andere machen, das geht nicht mehr“, sagte er in einem Interview 1985. So wie Hermann erging es vielen anderen überlebenden KZHãäftlin- gen ebenfalls. Wir wissen, dass gerade im Alter das Langzeitgedächtnis das Denken bestimmt, und ehemalige Häftlinge, die an Altersdemenz erkranken, werden von ihren schreck- lichen Brinnerung ganz besonders geplagt. Als Verein haben wir deshalb unseren Freunden bei den Hãäftlings- organisationen in Polen(Warschau, Krakau, Zgorzelec) immer wieder mit Spenden geholfen, damit sie ihre kranken Kameraden besuchen und unterstüt?en können. Brinnert sei hier an einen Brief von Kazimiercz Bokus, Vorsitzender der Warschauer Sektion der Auschwitz-Häftlinge, der sich bei uns für die Spenden bedank- te. Er schrieb:„Wir besuchen diese Kranken, und sie freuen sich sehr, dass man an sie denkt und sich mit ihnen unterhält.“ Seinen Dank und seine Bitte um weitere Unterstüt?ung bezZeichnete er als„Hoffnungen, die von Scham und Schüchternheit be— gleitet werden“. Diese Bitte und diese Dankeswor- te reichen wir an alle engagierten Mitglieder und Spender weiter und bitten Sie, es der Lagergemeinschaft Befreiung Für uns: Kriegsende Für die Opfer: Wiederkehr alles Erlebten. Alpträume, Absturz ins Bodenlose, KZSyndrom aus: Auschwitz-Alphabet von Anne-Marie Fabian Auschwit?-Freundeskreis der Ausch- witzer weiterhin zu ermöglichen, mit Ihren Spenden den ehemaligen KZ- Häftlingen und ihren Angehörigen helfen zu können. Es ist nicht nur der materielle Wert der Spenden, der von Wichtigkeit ist, sondern eben auch das dadurch zum Ausdruck gebrachte Gefühl, dass man das Leid der Opfer anerkennt und an sie denkt, wie es Kazimiercz Bokus so treffend zum Ausdruck gebracht hat. Falls diesem Mitteilungsblatt kein Uberweisungsformular für eine Spen⸗ de beiliegt, hier noch einmal unsere Bankverbindung: Lagergemeinschaft Auschwit? Freundeskreis der Auschwitzer Sparkasse Oberhessen (RIZ 518 500 79) Kontonummer 20 000 503 Bitte Sschreiben Sie deutlich Ihre Adresse, damit wir Ihnen die Spen- denquittung für das Finanzamt zu- schicken können. Herzlichen Dank. Hans Hirschmann für den Vorstand der Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3 „Zu diesen Jahren trug das Verhängnis in fast ganz Europa Wehrmachtsstiefel“ Eva Pus?tai und Andor Frankl Sprechen über eine „Ooffene Wunde“, die nie verheilt Es war eine sehr anstrengende Wo- che für die 83 jährige Eva Pusztai und den S7 jährigen Andor Frankl. Die bei- den Holocaust-Uberlebenden waren aus Ungarn angereist, um auf Finla- dung der Lagergemeinschaft in der er- sten Novemberwoche an mehreren Schulen als Zeitzeugen mit Jugendli- chen zu diskutieren. Darüber hinaus haben sie bei der Ge-— denkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Pogro- me von 1938 am 9. No- vember im Museum der Stadt But?bach berich- tet, was sie unter der Verfolgung durch den deutschen Staat erlei- den mussten. EFva Pusztai, in De- brecen als wohlbehütete Tochter einer bildungsbürgerlichen Familie mit deut- Scher Kultur aufgewachsen, wurde zunächst nach Auschwit? deportiert. Zur Zwangsarbeit wurde sie dann über Buchenwald ins hessische Stadtallen- dorf bei Marburg verschleppt, um dort bei Dynamit Nobel Granaten für den deutschen Sieg zusammenzubauen. Andor Frankl war als Zwangsarbei- ter bei Schanzarbeiten eingesetzt. Er war Häftling in Gunskirchen, einem Nebenlager des Konzentrationslagers Mauthausen. Er überlebte einen rund 500 Kilometer langen Todesmarsch, bei dem es für die Hãftlinge wenig und teil- weise tagelang gar keine Verpfiegung gab und die meisten statt Schuhen nur noch Fet?zen um die Füße gewickelt FEva Pusꝰtai und Andor Frankl hatten.„Wer zurückblieb, wurde er- schossen“, berichtete Frankl. „Tief bewegend waren ihre klaren Worte, die sie mit dem Charme ungari- schen Pinschlags in der hellwachen Stimme schilderte und von der Hölle auf Erden berichtete, die sie durchlei- den musste.“ So beschrieb der Repor- ter der„But?bacher Zeitung“ den Vor- trag von Eva Pus?tai. Inklusive der Fragerun- de berichteten Eva und Andor zwei Stunden lang über das unermess- liche Leid, über das Eva bis Zzum Jahr 2004 gar nicht reden konnte.„Sie fasste Unsagbares in Worte und übersprang dabei trotzdem noch viel Grausameres. Sie blieb dabei stets zuvorkommend freundlich und ohne einen Anflug von Anklage“, charakte- risierte die„But?zbacher Zeitung“ den Vortrag. Und abschließend sagte Eva: „Was mit linseren Seelen pussiert ist, das is SᷣChnwer zi Sagen. Aber wir hassen nie- manden.“ Zwei Sohlen Lebensraum in Muschwitz 1938 war Eva 13 Jahre alt. Die weit- ver?Zweigte Familie hatte viele Ver- wandte in Wien. Deren Verfolgung be- gann bereits im Mär? mit dem „Anschluss“ Osterreichs ans Deutsche Reich. Die Tanten und Onkel flüchte- ten in die Slowakei, wo sie 1042„von der Wehrmacht erreicht wurden, und ihr 4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer Weg fiihrte doch- auch Schon ihrem Alt ter ⁊lfolge- gerade in die Krematorien von Auschwilz“. Und Eva fuhr fort: „Zli diesen Jahren triug das Verhängnis fast in gunz Europa Wehrmachtsstiefel.“ Im März 1944 besetzte die Wehr- macht Ungarn.„ Der 20. April 10dd Kam Schnell, als wir in das Getto gepfercht wlirden. Wer Kann Sich helute vortellen, dass vein voller Lehensruum- der dumals S0 viel hetonte deusche Lebensraum, dem zZufolge das Dritte Reich die halbe Welt erohern muisste- alo, dass dieser Lehensraum lins, im Ghetto pro Pemon eine Luxusfldche von 3,5 Quadratmetern hedeliteteꝰ In Alschwitz haben wir dann gelernt, dass man auch lehen Kann, wenn die zur Verfiiglng Stehende Hche pro Peron s0 viel betrũgt wie die ⁊ wei Soh⸗ len, worulif man vteht.“ Die Gebärde des Dr. Mengele Die Ankunft mit ihrer Familie in Auschwitz und die Selektion durch S8S-— Arzt Dr. Mengele beschrieb Eva wie folgt:„Den 7. Muli 7d, als ich nach Alschwitz-Birkenau ankam, Kann ich nicht veyrgessen. Gerude vo ist es hei allen Lagergeschwistern, die noch helite, nach mehr als 60 Jahren, duriber Sprechen ind dariber vo lange reden werden, his Sie leben- wie es wln als vie in Auschwitz ankamen. Weil mit dieser Kleinen Gehärt de, die v0 leicht wan womit mich Menge- le auf die eine Seile und alle meine Hami- lienmiglieder auf die andere winkte, mein ganzes Lehen das danach Kam wenn es auch als eine erfolgreiche Kar- riere aussh- durch mich erlebt jedoch, in widerruflich miserabel wurzellos lind Shnmhaft wlurde. Eine offene Wunde, die man nur ⁊u ertragen gewohnt wlurde, die aher nie geheilt werden Kann.“ Neben den Pltern und einer kleinen Schwester wurden rund 50 Verwandte von Fva im Laufe der„Endlösung der Judenfrage“ ermordet. Weil ihr eine Ku- Sine sehr ähnlich sah, habe sie Mengele in Auschwit? noch gefragt, ob sie Zwil- linge seien. Als dies verneint wurde, durfte nur Eva weiterleben, weil sie jung und noch kräftig als Zwangsarbeiterin zu gebrauchen war. Binnen 51 Tagen wurden 1944 im Sommer 430.000 ungarische Juden nach Auschwit? deportiert, 340.000 wurden Sofort vergast. Für die nicht für die Gas- kammern vorgesehen Deportierten „Lh es Keine geniigende Baracken, Kein geniigendes Wassen Keine geniigende Latrinen, Keinen Schritt Konnte man, oh- ne jemanden anzustoßen, machen, und ohschon die fiünf Krematorien Jag nd Nacht in Betrieh waren, musste man se- Parut noch riesige Gräben ausgrahen, im die vergasten Leichen bei offenem Feller zu verhrennen. Was Spürt man daraus heute? Die Schöne griine Landschaft die reine, ange- nehme Luft? Wenn ich üiher Alsch witz— Birkenau Spreche vtelle ich mir von duss ich als Zuhörer im Sual vitze. Wie glalh- wlirdig fainde ich heute dus, wus mir ein Zeitzelige erzdhlꝰ Und wenn auch Schon Bihliothelken iher Alischwitz-Birkenaut voll geschrie- hen wlurden ind wenn man immer die- Selhben Geschichten erzdhlt ist da immer ind immer die eigene Jragòdie, die sich Zwischen denselben Kulissen abgespiel hat die über den Worten brennt und an- Kagt.“ Und dann unterlief Eva ein be- zeichnender sprachlicher„Fehler“, der So auch in ihrem Manuskript stehtt: „AnKlagt, his der letzte Alschwitz- Vherlebende nicht stirbt.“ Im Sommer 1944 wurde Eva über Buchenwald zur Zwangsarbeit nach Hessen deportiert.„Am 76. Auglst Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 8 Eva Pus?tai und Andor Franl bei der Gedenkveranstaltung im Museum der Stadt Butzbach 7A4 Stund ich im Vieh waggon an einem Gilerhahnhof und bekum zu lesen— WEMAR-BUCHENWATLD. Wie ge- vgt war ich ein feißiges Kind und habe ausreichende Kenntnisse üher die deut- Sche Literatur gehabt“, berichtete Eva. Als Jugendliche habe sie die Eltern be- drängt, Weimar zu besuchen:„Meine Muter heruhigte mich. ei nicht linge- duldig, mein Kind, die Schlechten Zeiten gehen Schnell vorihen wir nehmen dich dann nach Weiman dort Kannst du alles mit eigenen Augen vehen und erfahren, was di iiher Goethe, Lolte, Schillen Sw. wisven willst. A o dm 6. Auglst 7A erfiillte vich mein Wunsch. Jch war in Weiman Im Vieh waggon, Kahlgeschoren, in graue Hetzen gelleidet, hungrig und dreckig, nach einem Hftling gerochen aher ich wur ich. Auch damals wllssle ich, wus mir und der Welt Goelhe gege- hen hal. Und die Schmerzhafte Erfah- rung dazu Man darf Keinen Wunsch ha— hen, denn nichts Schlimmeres Kann einem ziMommen, als dass der Wuinsch in Erfiilung geht.“ Von Buchenwald zur Münchmühle Von Weimar aus kam Fva mit tau- send anderen ungarischen Jüdinnen in das Zum K?Z Buchenwald gehörende Außenlager Münchmühle bei Stadt- allendorf. Port musste sie in einer Zum Flick-Konzern zählenden Granaten- fabrik Sklavenarbeit leisten. Die Häft- lingsfrauen hatten täglich 600 bis 800 Mal ohne Hilfsmittel 50 Kilogramm Schwere Granaten zu heben und zu tra- gen. Dies ohne Schutzkleidung vor dem giftigen Salpeter und abgemagert auf 40 Kilogramm Körpergewicht.„Du hdst 6 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer —§ 7 1— 3 1— 2— ₰ 3.— Eva Pus?tai hat sich auf diesem Foto wiedererkannt. Sie geht ganz rechts hinter der Kameradin mit den verschränkten Armen. Ausschnitt aus:„Das Auschwitz-Album-Die Geschichte eines Transports“(Wallstein Verlag, Göttingen, 2002) nichts, nicht einmal Haure auf dem Kopf“, erklärte sie auf eine Nachfrage aus dem Publikum.„Sellen Sie Sich voy Sie vtehen vor einem Spiegel nd auch die Damen hahen Keine Hadre mehr auf dem Kopf Und alle haben mindestens ein Drittel ihres Köypergewichts verlo— ren“, führte sie den Zuhörern vor Au- gen. Uns hat man hehandelt wie Hunde, aher noch Schlimmer ist es den gefange- nen Rlissen lind Ukrainern ergungen.“ Fva bezeichnete sich als, eine prak- tizierende Großmutter mit vier Enkel- Kindern“, und auch Andor bekannte, dass es ihm als mehrfachen Großvater und Urgroßvater, nicht gleichgiiltig ist, was in der Welt passiert“. Die beiden Uberlebende des Holocausts lobten das Mitgefühl, Finfühlungsvermögen und die Aufmerksamkeit der Jugend- lichen, die sie bei ihren Besuchen in deutschen Schulen beobachtet haben. „Wir hahen auch gespürt, dass die jlun- gen Menschen so elus wie Scham emp- funden haben über das, wus die Peut- Schen den Menschen angetan hahen“. Auschwit? und die insgesamt 45 Millionen Toten des Zweiten Weltkrie- ges hätten leider nicht zu einer Welt oh- ne Krieg geführt, bedauerte Fva und erinnerte an die Balkankriege in den 90er Jahren„und auch übrigens Krieg in Asien, in Afrila, Hungen Leiden, dss, Mdss lind Hass, Angst, Angst und Angst. Wir wiinschen den Jugendlichen von helle, dauss vie vich ein Lehen Schaf⸗ ſen, das durch Wissen, Weisheit, Klunst ind Kultlur geleitet wird, wo sie ihre ihigMkeiten frei zum Ausdruck hringen Kõnnen, w0 Hass lind Angst unhelannt Sind“. Mit dem pathetischen Ausruf „Ps lehe die Jugend““, beendete Eva Pus?tai in Butzbach ihren Vortrag. Hans Hirschmann Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 7 Der Zaun von Auschwitz Buchbesprechung zur„Architektur des Verbrechens“ Mit einem textlichen Paukenschlag beginnt im Vorwort das Buch, das den trockenen Untertitel trägt: Das Sy— Stem der Sicherung und Isolation im Lager Auschwitz. Das erste, was in Auschwit? gebaut wurde: Der Zaun Stacheldraht, 16-fach übereinander, unten enger, oben weiter, beiderseits eines Betonpfostens gespannt, diese in zwei Reihen stehend, der Stacheldraht mit Starkstrom geladen, an jedem zweiten Pfosten eine Leuchte, alle siebzig Meter ein Wachturm mit Scheinwerfern: Der Zaun von Auschwit? Im Nachwort heißt es mit ähnlich hohem stilistischem Klang- und nur dieser wird dem Gegenstand gerecht: 79070 wurde das Geldnde des ehemali- gen Konzentrationslagers Auschwitz, als einziger Ort dieser At auf der Welt, in die Welterbeliste der UNECOU auft genommen. Mit diesem symbolischen AMt hut die internutionule Offentlich- Keit die Bedelutung dieses Ortes und der mit im verbundenen Geschichte sowie die Sorge um dessen Prhalt für die ZMiinftigen Generationen anerkannt. Zwischen Vor- und Nachwort er- fährt der Leser, immer auch auf seine bildhafte und emotionale Vorstellungs- kraft hin angesprochen, auf über 250 Seiten alles über die Betonkonservie- rung an Zaunpfählen, über die techni- Sche Konservierung der Stahlbetonzäu- ne, über die Konservierung der Jore so⸗ wie über die Wachtürme. Was indessen auf den ersten Blick als beeindruckende Fachdarstellung für Konservatoren, Architekten und Techniker erscheinen könnte, das erweist sich im Kontext der Beiträge über die Finzäunung und das System der Absperrung des Lagers vor Ausbruchsversuchen sowie angesichts der Berichte und Brinnerungen der chemaligen Häftlinge und der Zivilar- beiter als ein Buch über Menschen, über die der jüdische Häftling Salmen Gradowski in seinen Aufzeichnungen Sagt: Kein Mensch Kommt hiermen m zu lehen. Aluf dieser toten Inel ſindet je- der friher oder Später den Jod. Es ist die Residenz des Vodes. Uber die Erhaltungsarbeiten, die 2004 nach sieben Jahren abgeschlossen wurden und deren Sinn und Zweck die Bewahrung der Authentizität war, Schreibt Helmut Morlok: Getragen wlirt de die Arbeit aller Beteiligten vom Wis- Sen lim die Geschichte der Menschen, die hinter diesem Zaun gefangen gehalten, geqult, gedemiitigt, durch Arbeit, Schi- Kanen und Krankheit vernichtet, fahrik- mßig ermordet wurden. UMnen ist dieses Buch gewidmet. Die EFrinnerung an die- e Menschen wuchzihalten, nur daruuf heruht der Wert der Dinge an diesem Gedenkort, Auschwilz. Mir deshalb miissen die Reste der ehemaligen Lagen die Hinterlassenschaft der Opfen die Zelignisse der Untuten erhalten und für die ZMunft hewahrt werden. Es ist ein großes Gedenkbuch ge- worden, das wir allen Lesern empfeh- len.(Nähers dazu in der nãchsten Aus- gabe des Mitteilungsblattes.) Alhrecht Werner-Cordt Architektur des Verbrechens, Verlag des Staatlichen Museums Auschwitz- Birkenau. 2008, ISBN 978-83-6021053.6 8 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer Ein Grab in den Wolken Auf den Spuren meines ermordeten Großonkels Von Dr. Thomas Nowotny Im Mni 2006 fuhr ich mit der Lagergemeinschaft Ausch wilz auf eine flinftãgi- ge Sudienreise mit dem Arbeitstitel, Eine Anndherung an die Oyte des Jerroys und der Vernichtung im KI. Auschwitz, begleitet von Uherlebenden“ Ich bin tief be⸗ eindruckt von den Begegnungen mit den Uherlebenden Zofia Posmysz, Jozef PacznsMi, Jadeus? Sobolewicz und Kazimir Albin. Pür die Aybeit unserer Ge— Prdchspartner in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte und in der Ge- denkstdtte habe ich den gréßten Respelt. Und doch ist es das Lager Birkenal Selbst von dem ich berichten muss, al mich Albrecht Werner-Cordt um einen Kur- zen Jext mit meinen persõnlichen EFindriicken von der Reise hittet. An Auschwitz muiss mich niemand erinnern, auch wenn in meiner Hamilie nicht viel gesprochen wlurde liher das Schicksal meines Großonkels Max. Die Erinnerung it immer da. Has Orauen war eingraviert in mein Gehinn, vermutlich schon hevor ich als Kind den Bidband„Der gelbe Stem“ mit seinen entetzlichen Hotos durch- hlitterte. Und veil ich das alles ja schon Kenne(glaubte ich), nehme ich eyst Kurz vor der Studienfahrt Kontalct auf zur Lagergemeinschaft Alschwitz, deren Arbeit ich rasch Kennen- und schtzen lerme. S0 puradox es Klingt Diese Reise hat es mir mehr als vieles andere mõglich gemacht mich dem Leben und der Zulunft zuzuwenden. Beim Schreiben denke ich oft an Henrk Mandelbaum. Wie gern hätte ich den letzten Uherlebenden des Sonderkommandos kennen gelernt und ihm zugehört. Pr vturb noch wdhrend unsreres Aufenthaltes SSjährig. 16. Juni 2008:„Es war hier über- haupt nicht grün“, sagt unsere Dol- metscherin.„Alles voller Schlamm oder Staub, es war ein Sumpfgelände. Alles Gras war niedergetrampelt.“ Wir stehen im Wachzimmer hoch über Birkenau, dort wo die Züge durchfuhren zur Rampe. Vor uns eine riesige Fläche. Die Sonne scheint, als wäre alles gan? harmlos. Wir sehen Holzbaracken, die aus Fertigteilen(für Pferdeställe) von den Hãäftlingen zu- sammengebaut wurden. Einige stehen noch(vorsichtig rekonstruiert), die meisten sind bis auf Reste der gemau- erten Fundamente und Schornsteine verschwunden. Uberall zwischen den Baracken wächst jet?t Gras. Im Hin- tergrund sind Bäume, dort sind die Uberreste der Krematorien. Vorher bin ich schon allein durch das Tor gegangen, habe die Gleise an- gefasst und fotografiert und einen Kie- Sselstein mitgenommen. Jetzt gehen wir gemeinsam ins Lager. Wir sehen uns einige der Holzba- racken von innen an, sie boten kaum Schut? gegen die Kälte. Grobe drei- stöckige Holzbetten, In der Sanitär- baracke war eine Latrine mit etwa 60 Löchern, die Gefangenen mussten ne- beneinander in großer Hektik ihre Notdurft verrichten, immer bedroht von Schlägen. An den Wänden stan- Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 9 Nachtaufnahme bei Gewitter: Hier von der Rampe in Auschwitz-Birkenau aus wurde mit großer Wahrscheinlichkeit auch Max Block, Großonkel von Thomas Nowotny, selektiert und in die Gaskammer geschickt. den auch hier früher Sprüche, wie wir sie spãter in einer Steinbaracke sehen: „Wasser trinken verboten- Seuchen- gefahr“ oder„Verhalte dich ruhig“. Wir gehen dann die Fisenbahn- schienen entlang über die Rampe bis zu der Stelle, wo die Selektion statt- fand. Am 12. Oktober 1944 stand hier mit 1500 anderen Menschen auch mein Großonkel Max Block, und mit großer Wahrscheinlichkeit wurde er nach links geschickt ins Gas. Fin alter Mann in Begleitung eines jüngeren kommt auf uns zu und fragt in gebrochenem Deutsch:„War hier Selektion?“ Ja.-„Ich war hier, Juden- transport aus Ungarn, bin nur paar Wochen geblieben, vielleicht sechs, dann weiter nach Dachau. Deshalb ich habe keine Nummer“, sagt er und zeigt seine unversehrten Unterarme. Foto: Thomas Nowotny In einem Nebenlager wurde er 1945 befreit und ging nach Israel. Er ist Zum ersten Mal wieder in Auschwit? seit- her, um seinem Sohn alles zu zeigen. Sein Weg führte damals nach rechts durch ein stacheldrahtumwickeltes HolZtor, wie sie überall einzelne Lage- rabschnitte miteinander verbanden, die durch die bekannten starkstrom- haltigen Stacheldraht?äune voneinan- der getrennt waren. Wir gehen jetzt den anderen Weg, Zu einem der ge- sprengten und Zerfallenen Komplexe, die alle sehr ähnlich waren und aus Muskleideraum, Gaskammer und Kre- matorium bestanden. Dahinter ein Sumpfloch, in das ein Teil der Asche aus den Krematorien geschüttet wor- den war. Die Uberreste der Ermorde- ten sind hier überall:„Die weißen Stückchen auf dem Boden“, sagt unse- 10 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer re Dolmetscherin,„das sind Knochen- reste“. An den Teppen hinunter zum Auskleideraum liegen einige vertrock- nete Rosen. Die Welt um mich ver- Schwimmt. Plötzlich höre ich, wie der alte Jude die Kaddish mit tragender Stimme singt, danach tut sein Sohn dasselbe. Ich danke den beiden und gehe der Gruppe nach zur„Sauna“. In diesem riesigen roten Gebäude fand die Auf— nahmeprozedur für diejenigen statt, die nicht sofort ermordet wurden. Im let?ten Raum ist eine sehr anrührende Ausstellung mit Familienfotos der De- portierten. Noch ein Krematorium liegt am Weg, dessen Metallgerippe noch teil- weise Zu Sehen ist, dann ein idyllisches Wäldchen. Schwarzweißfotos zeigen, dass hier viele Menschen warten mus- sten, wenn die Gaskammern überfüllt waren. Am Nachmittag sind wir wieder im Stammlager, das gegen Birkenau jetzt fast klein und harmlos wirkt. Gleich hinter dem Tor mit dem Schlagbaum, über dem„Arbeit macht frei“ steht, in Block 24, arbeitet Lucyna Filip im Archiv. Sie erklärt uns zuerst den Auf— bau der Sammlung, dann können wir Selbst viele Dokumente als Kopien an- schauen. Mir hat sie eine abfotogra- fierte Version der Transportliste„Eq“ aus Theresienstadt bereitgelegt. Max Block hat die Nummer 1131, ein Häkchen an seinem Namen zeigt, dass er den Transport angetreten hat- te. Weitere Informationen über ihn gibt es nicht im Archiv Auschwitz. Trotzdem, mir kommt die Liste vor wie ein Schat?. In der Nacht gehe ich noch einmal nach Birkenau, Fotos machen. Die La- gerstraße mit der Rampe ist von oran- gen Bogenlampen schwach erleuchtet. Weit nach rechts in Richtung Kom- mandanturgebäude bellen Hunde den Mond an, und(als würde es eines sol- chen Klischees noch bedürfen) von hinten klingt das Rattern eines heran- nahenden Güterzugs. Ich gehe den äußeren Begren- zungszaun lang und mache immer wie- der Fotos, die Belichtungszeiten kom- men mir irre lang vor, ich hoffe, dass meine Hand nicht Zu sehr zittert. Am Ende des endlosen Launs ist ein Tor, durch das wir heute mittag hinausgin- gen. Es steht offen. Mit klopfendem Herzen gehe ich in das nãchtliche Ver- nichtungslager. Schwarz ragen die Holzbaracken am Weg, den ich nun auf der anderen Seite des Zauns wie- der zurückgehe, bis ich wieder an der großen Lagerstraße bin. Der Himmel hinter den Baracken ist fahlrot, Ge- witterstimmung. Jet?zt den Gleisen nach. Es fängt an zu trõpfeln. Am Ort der Selektionen sind zwei kleine Grablichter direkt bei den Gleisen. Am Krematorium Nr. 2 ist ebenfalls ein Licht, das von zusammengestellten Ziegelsteinen gegen den Wind ge- Schützt ist. Ich lege den kleinen Strauß Rosen, den ich mitgebracht habe, vor die Gaskammer. Finen Moment ver- lässt mich die Anspannung, ich spüre nur noch Ruhe und Trauer. Ich gehe vorsichtig um das zerstörte Kremato- rium herum und komme zu dem schwarzen Sumpfloch, das der Voll- mond bescheint, um es dadurch noch schwärzer wirken zu lassen. Ich sehe hoch über die Pappeln zum Himmel. Du hast ein Grab in den Wolken... Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 11 An einem Sonntagmorgen im Herbst 1941 Jahrestag der Deportation Frankfurter Juden ins Getto Lod? Am 79. Oktober 74l wurden J. 725 al jiidisch Klassifizierte Frauen und Männer alus Franiflurt am Main ins Getto Litzmannstudt(Lodz) deportiert. Am 67. Jahres- tag dieses Freignisses lud die Lagergemeinschaft Auschwilz zusammen mit der mitiutive 9. November uind Mitverunstaltern zu einer Gedenkstunde in den Hoch— hunker an der Friedherger Anlage 5.6 ein. Dieser Bunker steht auf dem Grund- viick nd den Fundamenten der am 9. November 7936 zemtérten Synagoge der Irdelitischen Keligionsgemeinschaft Hrankfurt am Main. In einer Finführung skizzierte Ute Daub(nitiative 9. November) die Aus- gangssituation:„An einem Sonntag- morgen im Herbst 1941, früh um 7 Vhr, Standen SA-Leute vor den Türen Zahl- reicher Häuser und Wohnungen in Frankfurt. Deren jüdische Bewohner bekamen etwas Zeit, unter Aufsicht ei- nige Sachen zu packen, und sie wurden dann geschlossen durch die Stadt zur Großmarkthalle geführt.“ Am helllich- ten Tag gingen sie im Konvoi durch die Stadt, während die Menschen im stum- men Spalier die Vorũberzichenden be- obachteten.„Die SA-Leute sagten, der Zug käme nach Lit?mannstadt- in ein Schr geordnetes, schönes Getto“, zitier- te Ute Daub die Zeitzeugin und Uber- lebende Lina Katz, die damals in der Verwaltung der Jüdischen Gemeinde Frankfurt täãtig war. „Das Neue und Ungeheuerliche 2 & — Die Synagoge der Israelitischen Religionsgemiende im Frankfurter Ostend. Nach der Zer- störung wurde auf dem Grundstück ein noch heute existierender Hochbunker errichtet 12 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer verlangte akribische Planung und Vor- bereitung auf Seiten der Täter“, sagte Ute Daub. Man habe die Erfahrungen bei der Deportation akribisch nieder- gelegt, damit man aus ihnen für die Zu- kunft lernen könne. Und die Verschlep- pung in das angeblich„besonders schq- ne und sehr geordnete Getto“ erwies sich für die Deportierten als Fahrt in die„Zone ihres Todes“, s0 Ute Daub. Nach dieser Finführung lasen Stu— dierende und Mitarbeiter der Arbeits- Stelle Holocaustliteratur der Univer- Sität Gießen Passagen aus der im Vor- jahr erschienenen„Chronik des Gettos Lod?/Lit?mannstadt“(Siehe den fol-— genden Artikel„Brinnerung und Ge— denken“). Die Chronik war von der jü- dischen Gettoverwaltung erstellt wor- den und konnte vor der Zerstõrung ge⸗ rettet werden. Dr. Sascha Feuchert, Leiter der Arbeitsstelle und Mitheraus- geber der Chronik, stellte sich an— Schließend zusammen mit Uwe Hart- wig, dem Vorsit?enden der Lagerge- meinschaft Auschwit?- Freundeskreis der Auschwitzer, bei einem Podiums- gespräch den Fragen der Besucher. Die Lagergemeinschaft hat die Publikation der Chronik finanziell unterstützt. Zum Schluss der Veranstaltung wurde die Tonaufnahme der Kompo- Sition„Passaclia und Fuge über Kol Nidre“ von Siegfried Würzburger (1877— 1943) abgespielt. Würzburger war Organist an der Frankfurter We- stend-Synagoge und gehörte zu dem Transport, der am 19. Oktober 1941 nach Lit?zmannstadt/Lod? geschickt worden war. Erinnerung und Gedenken Zur Fdition der Getto-Chronik von LodzLitzmannstadt und dem Jahrestag an die Deportation Frankfurter Juden Von Mlbrecht Werner-Cordt Gedenktafeln, Chroniken, Kalenda- rien halten EFrinnerungen fest. So ist auf der Gedenktafel an der ehemaligen Frankfurter Großmarkthalle ein Text Zu finden- sofern sich die Tafel auf der Baustelle, wo der Neubau der Furopãi- Schen Zentralbank entsteht, überhaupt finden lässt—, der lautet: Die Oroß— markthalle wur von 1 his 7045 Sdm- melpunkt für die Deportation ſidischer Mdnnen Hrauen lind Kinder alus Fran- furt und Umgehung. AufAnordnung der Gestapòo wur ihnen milgeteilt woyden, vie SoMen„evalkuiert“ oder„ zum Arheit- veinsalz nach Osten“ gehracht werden. Man rauhte ihnen die letzte Habe und misMdndelte sie in den Kellern der alle. Dann vurden sie wie Vieh in Gilerwuggons geladen. Die Ziele der Vransporte wuren Orte der Vernich— tung“ Und dann folgen Daten und Orte: 19.10.1941 Litzmannstadt und weitere Daten und Orte, bis die Aufzählung endet mit 14.02. 1945 Theresienstadt. So weit die Gedenktafel, so weit die „Fakten“. Aber was heißt das? Wer wa- ren die„jũdischen Männer, Frauen und Kinder“? Was geschah mit ihnen? In Litzmannstadt und danach? Gab es ein Danach? Wo und was ist„Litzmann- Stadt“? Wie lange waren diese Men- Schen„wie Vieh in Güterwaggons“ un- terwegs? Wer war„man“, der die letzte Habe raubte und misshandelte? Sind „Deportationen“ gleich„Iransporte“? Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 13 An diese jüdi- ſ schen Männer, Frau- en und Kinder- und nicht nur an diese, die am 19. Oktober 1941„deportiert“ worden sind- erin- nerte die Lagerge- meinschaft Ausch- wit?- Freundeskreis der Auschwitzer und als Mitveranstalter die Initiative 9. No- vember, das Jüdi- B Sche Museum und das Frit?-Bauer-In- Stitut mit einer Le- Sung und einem Po- diumsgespräch über die Chronik des Gettos Lodz/litzmannstadt am Sonn- tag, 19. Oktober, in dem über den Fun- damenten der beim Novemberpogrom 1938 zerstörten Synagoge errichteten Hochbunker in Frankfurt am Main. Das Getto Litzmannstadt Nach dem Uberfall der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1930 wurde — Aufmerksames Publikum bei der Veranstaltung am 19. Oktober im Hochbunker an der Friedberger Anlage in Frankfurt Dr. Sascha Feuchert, Ute Daub und LGA-Vorsitzender Uwe Hart- wig(von rechts) bei der Gedenkveranstaltung am 67. Jahrestag der Deportation Frankfurter Juden ins Getto Litzmannstadt/Lodz. ein großer Jeil Westpolens annektiert und als Reichsgau Wartheland dem Deutschen Reich eingegliedert. Somit war Lodz, die zweitgrößte polnische Stadt dieser Region mit 748.000 Ein- wohnern, davon lediglich 122.000 Deutsche, eine deutsche Stadt gewor- den, die am 11. April 1940 in Hit?mann- Stadt umbenannt wurde. Vor dem deut- Schen Pinmarsch lebten in Lodz etwa 230.000 Juden; im Frühjahr 1940 waren es noch 188.000. An- fang Februar 1940 ließ der zuständige Regierungspräsident im nördlichen Teil der Stadt mit den ärmsten, infrastruktu- rell unterversorgten, Vierteln, ein Getto errichten, das Ende April 1940 von der übrigen Stadt und der Umgebung abgerie- gelt wurde. Durch Deportationen aus 14 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer den umliegenden Kleinstädten und aus dem Alt-Reich in das Getto Iit?mann- stadt, wie etwa der 1186 Juden aus Frankfurt, waren während des Krieges mehr als 200.000 Juden im Getto un— tergebracht, was bedeutete, sie waren zusammengepfercht und auf Versor- gung von außen angewiesen. Die Zu- stände waren und sind bis heute im wörtlichen Sinn„unbeschreiblich“. Für sie gab und gibt es keine Worte. Das Getto wurde im August 1944 „aufgelöst“. 44.000 Menschen starben dort, 150.000 wurden in den Vernich- tungslagern Chelmno/Kulmhof und Auschwitz-Birkenau ermordet, davon alleine 70.000 noch im August 1944 in Birkenau. Im„Kalendarium der Breignisse im Konzentrationslager Auschwit?z- Birkenau 1939-1945“ heißt es unter dem Datum 15. August 1944 und, in et- wa gleichlautend, 16. August 1944: As dem Jransport des KA als dem Ghello in Lodz werden nach der Selelk- tion 2u Mdnner als Hdftlinge ins La- ger eingewiesen- Die als arheitsunfähig Hingestuften werden in die GasKam- mern geschickt. Am 16. August werden 270 Männer, also die Gesunden und Jungen, als sogenannte Depot-Häftlin- ge in Birkenau zurückbehalten. 314 „arbeitsfähige“ Männer von 70.000 Menschen, die ermordet werden! Das sind die Zahlen, aber wie kön- nen wir uns das Unbeschreibliche vor- Stellen? Lucille Fichengreen, die das Getto überlebt hat, schreibt über eine der Deportationen in das Vernich- tungslager Kulmhof, wohin im Sep— tember 1942 ihre kleine Schwester Ka- rin selektiert worden war: Wir hatten heide unsere Hdnde nach einander aus— gestreckt, lind doch wuren wir im vel- hen Augenblick Schon endlos von ein- ander getrennt. Motoren wurden ge— vtartet, die Lastwagen rollten an. Ich wlurde fust ohnmächtig. Karins Augen hliehen ganz ſest auf mich gerichtet, bis ich sie nicht mehr sehen Konnte. Mein verz weifeltes SChluchzen ind meine Vrnen vermischten sich mit denen der anderen, die Briiden Schwestern, Väten Mitten Ehemdnnen Frauen lind Kin- der verloren hatten. Die Gettochronik Vom 12. Januar 1941 bis 30. Juli 1944 wurde in einer„Tageschronik“ eine ErzZählung von Leben und Tod ge-⸗ schrieben, die dreieinhalb Jahre währ- te und vor dem Vergessen bewahrte, was sich im Getto ereignete: Tag für Tag der Wetterbericht, Nachrichten aus dem Alltag des Gettos, vom Kulturleben bis zum Polizeibericht, Meldungen über Streiks und Depor- tationen, Verlautbarungen der Be— hörden, Krankheiten, Sterbemeldun- gen. Und ab Herbst 1942 die festen Rubriken„Man hört, man spricht“, „Kleiner Getto-Spiegel“ und auch „Getto-Humor“. Die„Personenzahl“ des nach drei Tagen mit Ankunftsdatum 21. X. 1941 verZeichneten Transports wird mit „1186“ angegeben. Unter„Selbst— mordversuche“ ist zu lesen: Am 27. OKtoher wurde die Kettungsbereit- Schaft zu einer Baracke gerkfen, in der ein gerade aus Frankfurt am Main an- gehommener Transport untergebracht woyden war In diesem Jransport hatte ein Fhepaam Alfred, Irael“ Goldman⸗ geboren J77 in der Stadt Hindenburg in Schlesien/ und seine Gemahlin Szdr— jota„Sara gehoren Jd6 in FranK- furM./ noch während der Zugfahrt Gift eingenommen. Die Kettungsbereit- Schaft brachte die EFheleute ins Kran- Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 15 Kenhalus Nr 7. Goldman sturb noch am velben Jag um 70 Uhr abends, die hefnut am 23., m 3 Uhn Per Selhslmör- der wur ein pensionierter Oberbumnrut. Am 22.12.1941 heißt es: 7od der Meleute am gleichen Jag. Gestern vind im Allenheim der il GniezniensMda fast zur gleichen Zeit die aus Frankfurt am Main vertriebenen Fheleute Wachtel— Koenig gestorben. Der Mann wur 66, die Frau 65 ahre alt. Uber das Wetter in den ersten Wo- chen nach der„Ankunft der neuen Be- võlkerung“ wird berichtet: In der ⁊wei ten OMtoberilſte herrschte vorwiegend Regenwelten Meistens ſiel starker Regen, ah dem 27. Oktober sank die Vemperatlir erheblich, S0 dass schon 1941 lodt lihmänntiadt Herausgegeben von gascha eteſth Erwin leibtried, Jörg Riecke vor Ende des Monats eine vorzeitige Kdilte hermchte. Am 26. fiel einige Stun- den lang dichter Schnee. Am 25. notierte man den ersten Frost in diesem Jahn Das Quecksilber Sunk aluf-8(Grad). Der friihe Winterbeginn ist für die GettobevblMkerung, die üher Kein Heiz- malerial verfiigt, eine wahre Katastro— Phe, der Hrost vetzt vor allem der neuen BevölMerling zu, die das hiesige strenge Klimd nicht gewhnt isl. Die fünfbändige Chronik des Get- tos Lod?it?mannstadt mit über 3000 Druckseiten bringt zu Gehör, was noch keiner gehört hat. Sie macht das Unvorstellbare fühl- und sichtbar. Diese einzigartige Chronik hat eine — 1 Prache für das gefunden, was im verzweifelten Schluchzen seinen einzig möglichen Aus— druck zu finden scheint. Die Fdition eines der er— Schütterndsten Dokumente der NS-Herrschaft bietet erst- mals eine vollständige wissen- Schaftliche Ausgabe der Getto- chronik. Sie legt nicht nur Zeugnis ab vom schreibenden Widerstand der beteiligten Au- toren, sondern sucht auch de- ren Wunsch zu erfüllen, einen Beitrag zur PErforschung ihrer lebens- und Leidensbedingun- gen bereit?ustellen. Sascha Feuchert, zusam- men mitErwin Leibfried und Jörg Riecke Herausgeber der Chronik, hat am 19. Oktober in Frankfurt bei der Gedenkver- anstaltung deshalb auch über die Bdition der Gettochronik Die fünfbändige Chronik ist mit finamieller Unter- stützung der Lagergemeinschaft 2007 im Wallstein- Verlag(Göttingen) erschienen. Sie kostet 128 Euro. gesprochen. Denn auch Bücher haben bekanntlich ihr Schicksal. 16 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer CD-ROM„Nationalsozialismus“ Der Nationalsozialismus, seine Auswirkungen in Auschwit? oder der aktuelle Rechtsradikalismus sind in Büchern, Hilmen und auch modernen Medien vielfältig präsent und in ver- schiedener Qualität abrufbar. Neben umfangreichen Produktionen mit mangelnder Fignung gibt es auch viele schr brauchbare Materialien, die al- lerdings oft nur mühselig ausfindig zu machen und zielgruppenorientiert ein- zusetzen sind. Dazu gehört eine vom Hessischen Medienzentrum und dem Amt für Lehrerbildung in Zusammen- arbeit mit der Bibliothek für Zeitge-— Schichte entwickelte CD-ROM. Die Zielgruppe sind Schülerinnen ab der Klasse 9, Studenten und allge- mein Erwachsene. Das heißt, praktisch Auschwiiz ll Birkenau —— —— —— —— ——— — die ganze Bevölkerung ab einem mini— malen Verständnis und Vorwissen. Das ist scehr anspruchsvoll, aber die CD- ROM mit dem schlichten Titel„Natio- nalsoZialismus- Finführung und Ar— beitsanleitung“ weckt nicht nur Er- wartungen, sondern erfüllt diese auch in einer hervorragenden Weise. Die Qualität ergibt sich über die Inhalte, aber auch über die angebote- nen verschiedenen Arbeitsweisen, me- thodischen Vorgaben und die Mög- lichkeiten, auf unterschiedliche Kenntnisstände einer„Lerngruppe“ einzugehen. So können die CD-ROM- Inhalte einfach für einen Vortrag ge- nut?t werden, es kann fragend und zu bestimmten Themen hin entwickelnd gearbeitet werden, es können aber Ubersichtsplan des Lagergeländes Auschwitz II(Birkenau). Aus der besprochenen CD- Rom. Durch Mausklick auf die einzelnen Bereiche werden Ton-Erläuterungen(oft von Ta- deusz Sobolewicz), Texte oder Filme aktiviert. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 17 auch Finheiten für ein selbständiges Arbeiten einzeln oder in Gruppen zur Verfügung gestellt werden. Weiter ist es möglich, schwerpunktsbezogen zu arbeiten und mit Stoffeinheiten, deren zeitliche Länge den Bedürfnissen der Interessenten angepasst ist. All dies funktioniert deshalb so per- fekt, weil es geschichtlich sortierte The- menpräsentationen mit unterschiedlich anwählbaren Vortragsstrukturen ge- nauso gibt, wie darstellende Texte, die man ebenso über das professionell ge- sprochene Wort näher bringen kann, und schwerpunktbezZogene Bildergale- rien und Diaschauen. Videoclips kön- nen jederzeit dazwischen geschoben werden. Abgerundet werden die Mög- lichkeiten mit umfangreichem Karten- material, Schaubildern und Statistiken. Zur Ubersichtlichkeit gibt es eine Oberflãche die nach folgenden Haupt- themen gegliedert ist: „Aufstieg der NSDAP* Machter- greifung⸗ Gleichschaltung* Ideologie „ Fxpansion bis 1930* Der zweite Weltkrieg* Verfolgung der Juden ⸗ Widerstand*“ Alltag“ Faschismus in Buropa“ Legenden und Lügen* Ra- dikale Rechte heute. Zudem können Suchworte eingege- ben werden und man wird gezielt Zu sei⸗ nem Interessengebiet hingeführt. Das Stichwort„Auschwitz“ führt zu fünf „Ireffern“ im Präsentationsbereich, ei- nem Treffer bei den Vortragstrukturen, einem bei darstellenden Texten, drei Quellenangaben und 30 zu nutzenden Materialien vom Hilm bis zum EFinzel- bild und der Originaltonbandaufnah- me des Auschwitz-Komandanten Ru— dolf Hõß im Nürnberger Prozess. Pabei ist auch eine interaktive Er- kundung des Stammlagers und des Vernichtungslagers Birkenau. Vom je-— weiligen Lagerüberblick kommt man per„Mausklick“ zu kurzen aufklären- den Schriftzügen an allen wichtigen Stellen des jeweiligen Lagers oder man bekommt über einen Zeitzeugen (unser Freund und Mitglied Tadeus? Sobolewicz) im Originalton nähere Prläuterungen. Viele Dokumente und Zusatzinfor- mationen finden sich in einem Modus „Erweiterte Suche“. Abgerundet wird die CD-ROM mit Möglichkeiten des Speicherns und Ausdruckens von In- formationen und Arbeitsblättern. Selbst Prüfungsfragen für die Eigen- kontrolle oder die Vorbereitung auf Klausuren und Prüfungen sind vorhan- den. Klar ist, dass man jederzeit das Geschene oder Gehörte wiederholen oder über das Hauptmenũ ein anderes Schwerpunktsthema anwählen kann. Für das Besondere dieser CD-ROM Sprechen auch die vielen Hxperten und Institutionen als Unterstüt?er. Dies ist eine lange Reihe vom Deutschen Histo- rischen Museum in Berlin und der Ge- denkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, dem deutschen Rundfunkarchiv in Frankfurt am Main bis hin zum staat- lichen Museum Auschwitz. Die Lagergemeinschaft Auschwitz wird zukünftig diese CD-ROM gerade auch bei ihren bildungsmäßigen Vor- und Nachbereitungen von Auschwit?- fahrten einsetzen und empfiechlt sie Mitgliedern, Lehrern und allen Inter- essierten am Brhalt unserer heutigen Demokratie. Die CD-ROM kostet für den Pri- vatgebrauch 49,00 HFuro und kann über www. medialesson.de bestellt werden. Fine Lizenz für 16 Arbeits- plãt?e und õöffentliche nicht kommer- zielle Vorführungen kostet 190 Buro. Diethardt Stumm Frankfurt am Main-Ravensbrück-Auschwitz Lebensspuren verfolgter Frauen SꝰZenische Lesung Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus 64. Jahrestag der Befreiung von Auschwit?z Dienstag, 27. Januar 2009, 19.30 Uhr Frankfurt am Main, DGB-Haus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69- 77 Nine Veranstaltung Arbeitsgruppe Alsgegrenzte Opfer (Miglied ist u. u. die Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer) In„Schutzhaft“ in Breitenau Breitenau ist der Name eines alten Benediktinerklosters und späteren preu- Bischen Arbeitshauses. Wissenschaftler und Studierende der Universität Kassel haben die Geschichte des in der Nazizeit dort eingerichteten Konzentrationsla- gers und Gestapostraflagers erforscht. Ihre Beiträge sind versammelt in dem bei „Kassel university press“ erschienen Band„Breitenau 1933— 1945“, der von Step- han von Borstel und Dietfrid Krause-Vilmar herausgegeben wurde. Das Buch ist anschaulich bebildert und informiert über die Geschichte des Konzentrationsla- gers, über dort verfolgte Menschen und über Anlässe und Gründe', deretwegen Schutzhaft' angeordnet wurde. Zugleich kann es als Katalog der in der Gedenk- Stätte Breitenau in Guxhagen zu sehenden Ausstellung genutzt werden. Weiteres in der nãchsten Ausgabe des Mitteilungsblattes. Das Buch ist Zum Preis von 9,80 Furo zuzüglich 1,44 Buro Porto; zu beziehen über: Gedenkstätte Breitenau, Brückenstraße 12 in 34302 Guxhagen, Jelefon (O5665) 3533, Internet: www.gedenkstaette-breitenau.de. Kinder im KZ Theresienstadt-Zeichnungen, Gedichte, Texte Fine Ausstellung des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933— 1945 27. Januar- 20. Februar 2009, Stadtbibliothek Bad Homburg Kinder über den Holocaust. Frühe Zeugnisse 1944— 1948 Buchvorstellung und Lesung mit Afons Kenkmann und Flisabeth Kohlhaas Donnerstag, 2. Februar 2009, Goethe-Universität Frankfurt am Main Grüneburgplat? 1, Casinogebäude am IG-Farben-Haus, Raum 1.811 Veranstalter: Fritz-Bauer-Institut Gedenkstätte und Museum Trutzhain Gelãndeführungen: Vom Stalag IX A Ziegenheim zur Gemeinde Trutzhain Ostersamstag, 11. April, und Samstag, 9. Mai, 14- 16 Uhr Anmeldung: Tel.(06691) 710662, www.gedenkstaettetrutzhain. de