LAGERGEMEINSCHAFT AUSCHWTZ FREUNDESKREIS DER AUSCHWTERE E. V. 12. Jahrgang Nr. 2 Mitteilungsblatt Mai 1992 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Aus dem Inhalt: Seite Ein 1 ehrichten i 2 e monatiee e 5 S6E 3 Keine nheung an ei 6 Penk ieh an Heütschland 8 K Raensbrüc 2 Geburtstatsüe 12 Sedentate 13 rik Seben das erbesen 14 Stücienreise Oktbe 102 8 Veplest nach d 16 Pe Rechistaat ist geſordert 18 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. EINLADUN6 Podiumsgespräch zum Thema „Auschwitz— Stop dem Verfall“ Freitag, den 19. Juni 1992 um 18.00 Uhr im Festsaal des Kolpinghauses 6000 Frankfurt am Main Langestraße 26 Moderation: Ulrike Holler vom Hessischen Rundfunk EFingeladen sind prominente Vertreter aus den Parteien, den jüd. Gemeinden, der Evang. u. Kathol. Kirchen, Historiker, Presse, Rundfunk u. Fernsehen. Gäste aus Polen: Prof. Dr. Jacek Marecki, Historiker, Warszawa Mag. Kazimierz Smolen, Direktor a. D. des Mu- Zzeum Auschwitz Eine Veranstaltung der„Lagergemeinschaft Auschwitz— Freundeskreis der Auschwitzer e. V.“ 2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Nachrichten zur Aktion „Auschwitz— Stop dem Verfall“ Wie uns vom Norddeutschen Rundfunk mitgeteilt wurde, ergab die Spendensamm- lung bis zum 18. Mai 1992 die Summe von DM 401.000,—. Auf das Konto der„Lagergemeinschaft Auschwitz— Freundeskreis der Au- schwitzer e. V.“ sind bisher PM 38.400,— eingegangen. Die„Lagergemeinschaft Auschwitz— Freundeskreis der Auschwitzer e. V.“ wird die Aktion bis Dezember 1992 weiter- führen. Wir mõchten auf unsere Veranstaltung am 19. Juni 1992 im Kolpinghaus, Frank- furt/ M. hinweisen und bitten Sie— wegen der begrenzten Sitzplätze— um rechtzeiti- ges Erscheinen. Das Podiumsgespräch be- ginnt um 18.00 Uhr. Wir legen diesem Mitteilungsblatt nochmals Finzahlungsscheine für die Aktion bei und bitten Sie um Weitergabe an Ihre Freunde und Bekannten. Unsere Sondernummer„Auschwitz— Stop dem Verfall“ liegt in genügender Anzahl bei uns vor. Wir senden auf Anforderung In- teressenten die gewünschte Anzahl kosten- los zu. Wie wir erfahren, ist in Bonn eine„Kom- mission Auschwitz“ gebildet worden. Es geht um den Beitrag Deutschlands gegen den Verfall von Auschwitz. Das Auswärti- ge Amt und Finanzexperten sollen beraten und rasche Entscheidungen fällen. Finzahlungen für die Aktion„Auschwitz— Stop dem Verfall“ nur auf Konto-Nr. 00 2000 2000, Sparkasse Wetterau, BLZ 518 500 79 UNSER MONATLICHER im Gemeindehaus der ev. St. Katharinengemeinde Myliusstraße 53 6000 Frankfurt/ Main Bitte vormerken: 3. Juni 1992 Erwin Leiser „MEIN KAMPE“ Dokumentarfilm m. Diskussion 5. Aug. 1992 2. Sept. 1992 Der 2. Weltkrieg und Auschwitz 7. Okt. 1992 „Das mit den Russenweibern...“ 4. Nov. 1992 Die Pogromnacht von 1938 19.30 Uhr Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Gedenken in der Gegenwart— Erfahrungen mit der Vergangenheit Stationen einer Reise durch Polen Seit wenigen Jagen erst sind wir zurück, und es fãllt mir schwer aus der Fülle der kindròcke auszuwählen, denn wir haben sehr Vieles und sehr Unterschiedliches gesehen und erebt zum einen und zu allererst Orte, velche die Frinnerung an die brutale Wilkürherrschaft der Natio- nalsozialisten in Polen wachhalten, zum anderen aber auch die Freundlichkeit der polen uns gegenüber sowie ihter Stãdte und Landschaften. Der bedrũckende und deshalb wohl auch eindròcklichere Jeil unserer Reise war und bleibt zweifellos der zuerst genannte. ch greife nur drei Orte heraus, diejeni- gen, die mich am stãrksten berũhrt haben: Lõdz, Feblinka, Auschwitz. Kinderverwahrlager L6dz lodz: WMas man über diese Stadt in der Mitte Polens veiß oder ũberall nachschla- gen kann: seit dem 19. jahrhundert eine ndustriearbeiterstadt mit Schwerpunkt ſextilindustrie; ein hoher jüdischer Bevöl- kerungsanteil aus Galizien, Litauen und Weißrußland, deshalb dort die kinrich- tung eines der ersten jüdischen Gettos (Litzmannstadt) wãhrend des Zweiten Meltkrieges Was man nicht weiß und auch in den üblichen Reisebüchern nicht ſindet In Lõdz hatten die Nationalsozia- listen ein Kindererwahrlager eingerich- tet. Hier lebten zwei bis vierzehnjãhrige polnische Kinder die auf der Straße auf- gegriffen worden waren. Scweit sie den dealvorstellungen der sogenannten Ras- senlehre entsprachen, wurden sie nach Deutschland gebracht und dort zur Mop- tion freigegeben; die anderen waren mit sechs jahren arbeitspflichtig und wurden abgerichtet zu unbedingtem Gehorsam gegenüber Deutschen. Dieses Nerwahr- lager“ war also faktisch ein Arbeitslager von Margret Am Ende Das lager selbst existien nicht mehr es gibt dort aber— untergebracht in einem einzigen Raum in einer nach dem kKrieg erbauten Schule— ein kleines Museum, und hier findet man aufschlußreiches Material über die Realität dieses lagers: Monat für Monat die penibel verfaßten offiziellen Lagerberichte; sie geben die Zahlen der Erkrankten, Verletzten und Gestorbenen an, nennen als ſodesursache am häufigsten Erschöpfung. lm kKontrast dazu steht die stereotyp wiederkehrende abschließende feststellung, der All— gemeinzustand der Kinder sei gut. Die Polen haben diesen Kindern ein monumentales steinernes Denkmal gesetzt, aber kein heroisches, sondern eines, das mit sparsamsten Mitteln die Situation der Kinder in diesem lager zur Anschauung bringt ein Kind, mit dem Rücken zu uns, steht nackt, mit hängen- den Schultern und Armen und mit gesenk— tem kKopf vor zwei riesigen glatten Stein- blöcken, die wie Mauern senkrecht vor ihm aufragen. Zwischen diesen Blöcken gibt es einen sehr schmalen Spalt, der als einziger Weg in Frage kommt. Man sieht auch, daß dieser Weg schon oft begangen vorden ist, denn in der Tiefe dieses Spal- tes staffeln sich hintereinander die Kör- perabdrũcke vieler Kinder aber sie sind eben nur noch als Hohlkõrper wahrnehm- bar und verlieren sich dann ganz. vom Ausgang des Meges her schirmmert etwas licht durch diesen Spalt, aber es ist uner- reichbar ausendfacher Tod: Treblinlka Feblinka: Das ist der Name eines lang- gestreckten Straßendorfes. Man sieht viele Holzhäuser und eine eher kleinräumige landwirtschaft, übergehend in eine sehr weitrãumige, unberũhrt wirkende Land- 4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Schaft. ſeblinka, das war der Name einer Bahnstation etwa 80 km nördöstlich von Warschau, von den Nazis eigens angelegt zum Empfang der huden aus dem Mar- schauer Getto. Die Rückfahrkarten War schau— Feblinka— selbstwerständlich von den Juden zu bezahlen— s0wie das Vorhandensein einer Bahnhofshalle mit Schaltern und kKiosken dienten nur dem Zweck, Panik zu verhindern. in Wirklich- keit war Keblinka ein Vernichtungslager, speziell eingerichtet für die im War- Schauer Getto 2zusammengetriebenen huden. In Keblinka gab es keine so auf- endige ſodesmaschinerie wie in Msch- witz, die Menschen wurden durch Abgase von Dieselmotoren getötet, zu Scheiter- haufen aufgeschichtet und verbrannt. lhre durchschnittliche Aufenthaltsdauer in e- blinka betrug etwa 20 Minuten. Es war also leicht für die Nazis, beim Rückzug alle Spuren ihrer Tätigkeit in Keblinka zu beseitigen. ſeblinka ist heute ein friedlicher Ort in einer einsamen, stimmungsvollen Heide- landschaft. Hier haben die ermordeten uden, nicht nur die aus Warschau, einen symbolischen Friedhof erhalten: ein unũbersehbares feld von grobbehauenen hellen Granitsteinen in verschiedenen formen und Größen aufgestellt auf großen, gebrochenen Betonplatten. Die meisten Steine sind namenlos, aber etliche tragen einzelne Wörter; das sind die Namen anderer lager in Polen, fast allen von uns unbekannt. Wir finden den Stein mit Name und Daten von janus?z Korczak(878— 1942). Diesem Mann hat- ten die Nazis, weil der über Polen hinaus bekannt war die Flucht angeboten; er hat es jedoch vorgezogen, seine Kinder das heißt die Kinder des jüdischen Waien- hauses, das er als Arzt und Pãdagoge lei- tete, auf ihrem Weg in die Gaskammern von Heblinka nicht allein zu lassen. Auschwitz und Birkenau— Nerfall und Verrottung preisgegeben? Auschwitz. Dieser Name steht als Chiffre für Konzentrationslager schlechthin. Er bedeutet võlkermord an)uden und Sla- wen, aber auch brutale Vernichtung all derer die dem Regime entgegenstanden. AuschWitz bedeutet die erbarmungslose Ausnutzung menschlicher Arbeitskraft bis zum ſod, und es bedeutet die perfekt organisierte Tötungsmaschinerie, der neben den)uden alle zum Opfer fielen, die dem Nazistaat nicht mehr von Nutzen waren. All dem entspricht der ãußere Ein- druck des lagers Auschwitz nicht. Das Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Stammlager mit seinen zweistöckigen roten Backsteingebäuden, ursprünglich õsterreichische Kaserne, wirkte auf mich solide und behausend, obwohl ich wußte, in velcher drangvollen Enge die Hãftlinge in diesem Arbeitslager zusammenge- pfercht waren. Das Schreckliche von Auschwitz offenbart sich erst bei genaue- rem Hinsehen, zum Beispiel am Stehbun- ker(einem kaum 1 qm großen Raum, in den man durch eine winzige Luke hinein- kriechen mußte und in dem man kaum luft bekam), an den Galgen, an der Erschießungswand. Wieviel trostloser dagegen die primitiv gebauten Baracken in Birkenau! WMeder Boden noch Dach boten ausreichend Schutz vor Nãsse, und diese Unterkünfte ziehen sich hin in endloser Reihel Die Größe, die gespenstische leere und der ũberall sichtbare Verfall dieses lagers sind außerordentlich beklemmend. Birkenau Mar kRampe, Gaskammern, Krematorien, das heißt„Endlõsung der judenfrage“ Fs wWar auch Frauenlager Kriegsgefangenen- lager Zigeunerlager Vieles könnte hier sichtbar gemacht werden, statidessen ver- rottet allmählich vieles. Und selbst im Stammlager mit seinen äãußerlich intakten Gebäuden, den museal genutzten Rãu- men und der relati hohen Besucherzahl ist der Zerfall sichtbar: das leder von Schuhen und koffern, das Metall von Bril- ſen und kBgeschir; das abgeschnittene Haar der Häftlinge, alles verrottet unter dem kinfluß von Staub und feuchtigkeit. Hier sind große Summen nötig, um wirk- lich konsewieren und dann dokumentie- ren zu können. Diese Aufgabe kann polen allein nicht bewältigen. Und es ist auch nicht die Aufgabe des polnischen Staates allein! 6 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Keine Annäherung an Ausschwitz von Thilo Maurer Auschwitz ist mir Metonymie: abstrakte Versinnbildlichung und zugleich konkrete- ste Manifestierung des Unbegreiflichen. So sehr Auschwitz durch sein Gewesensein und seine Nachwirkungen lebt, unsere Ge- genwart prägt, so wenig sind wir sogenann- ten jungen Leute in der Lage das vergangene Auschwitz nachzuvollziehen. Wohl sind wir nicht die ersten, die sich den Kopf zermartern über den Versuch, Au- schwitz kognitiv zu erfassen, die rassen- wahnsinnige Irrationalitãt in ein rationales Korsett zu packen. Faschismustheorien, die Kategorie„Macht“ erscheinen uns ange- sichts Gaskammer und Krematorium aber wie eine Sichtblende denn Schlüssel zum Verständnis. Aussagen versagen, Fragen verlaufen im Sande, der Konjunktiv— Sonst so hilfreich wo sich Realität und Un- öglichkeit überlappen— auch er bleibt am Stacheldraht hängen. AMenfalls einige ver- spätete Imperative lassen sich ableiten. Hermann Reineck mahnt uns, Auschwitz mit dem Bauch zu entdecken, zu fühlen, Atmosphäre zu verinnerlichen.„Hinter je- der Zahnbürste steckt ein Schicksal, ein Menschenleben.“ So, so spüren also. Wir geben uns Mühe, die Sinne zu öffnen, uns nicht durch Fotoapparat und Aprilsonne blenden zu lassen. Aber jetzt, die schier endlose Barackenrei- he im Gegenlicht, und die feingliedrigen Birken im Vordergrund, das kommt garan- tiert gut raus. An Ausreden mangelt es uns nicht. Unsere Emotionsfähigkeit ist durch die Medien- und Konsumwelt verkrüppelt. Zudem, selbst wenn sie es nicht wäre: auch die Ge- fühle hängen vom Input unserer Wahrneh- mung ab. Und so wie die Sprache Auschwitz keinen Modus als Spiegel hal- ten kann, fehlt dem Bauch ein adäquates Sinnesorgan. Vielleicht ließe sich die Polarität: kogniti- ve— emotionale Annãherung, dialektisch überwinden, wenn sich These und Antithese gegenseitig wegkürzen. Einen Augenblick lang glaube ich, die Synthese in dem ver- drehten B von„Arbeit macht frei“ versteckt Die grammatikalischen Modi sind aber auch die unseres Denkens und so ve- Schwimmt die Hoffnung mittels der Spra- che, also kognitiv, dem Formlosen Konturen zu verleihen. Metaphern? Ach, Metaphern. zu sehen. In dem Moment habe ich es auch Schon fotographiert und mit dem Klick 1õst sich die eben so nahe scheinende höhere Er- kenntnisebene in Nichts auf. Ob ich demzufolge Auschwitz nicht begrei- fen kann, weil ich ein Mensch bin? Aber Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Auschwitz wurde doch von Menschen ge- Vogelgezwitscher, helles Gras und eine Füh- macht! Liegt der Fehler darin, daß ich Au- rerin mit Handtasche und ehrlichen feuch- Schwitz„außen“ suche statt in mir, als Teil ten Augen.„Gespenstisch hier“, bemerkt von mir? einer. Und mir dämmert im Bauch, daß wir die Gespenster sind. S Wenn Sie sich um Ihre Finzahlung für die nächste Zeit nicht mehr kümmern wollen, lassen Sie einfach abbuchen, Sie sparen Die Bank bzw. Postgebühren Einzugsermächtigung Ich bin bis auf Widerruf Q monatlich Qhalbjãhrlich mit der Abbuchung einverstanden. Q vierteljãhrlich Q jährlich Name. Anschrift Geldinstitut Ort Datum Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer e.V., W-6309 Münzenberg, Schillerstraße 18 6 Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt. Die Beiträge und Spenden sind steuerlich abzugsfãhig. Eine Spendenbescheinigung wird zugesandt. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. „Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht“ von Lieselotte Thumser-Weil+ Hermann Reineck Heinrich Heine schrieb diese Zeilen in sei- nem Gedicht„Deutschland, ein Wintermãär- chen“ im Jahre 1844. Heute geschehen viele Dinge, welche an die- se Worte von H. Heine erinnern. Zum Beispiel„Ravensbrück“! Dieses von den Nationalsozialisten errichtete Konzen- trationslager, in dem Frauen, Mãnner und Kinder unsägliches Leid ertragen mußten! 92.000 Tote!, zu Tode gekommen durch Er- schießen, durch Todesspritzen, durch Gas, durch Vergiftung, durch„medizinische“ Experimente, oder einfacher Hungertod, oder letztlich bei den Todesmãrschen in den letzten Kriegstagen. Auf diesem Gelände des KZ sollte ein Su- permarkt und ein Autohaus errichtet werden. Welche Gefühle waren in den Herzen der Menschen, die den Supermarkt wollten! War ihnen die Geschichte des KZ Ravens- brück unbekannt? Sieht so die Aufarbei- tung der NS-Zeit aus? Wie sensibel sind die Manager? Trauert keiner um die zehntau- senden Toten— hat keiner an die, wenn auch wenigen, Uberlebenden gedacht? Wel- ches Gehirn gebar diesen Gedanken, auf KZ-Gelände einen Supermarkt oder ande- res zu bauen und Profite zu machen? Fra- gen, Fragen und keiner gibt Antwort?„Na und?“ hätte sarkastisch Kurt Tucholski gesagt. Es wird nun kein Supermarkt auf dem Ge- lände des ehemaligen KZ-Ravensbrück sein! Dank der„Lagermeinschaft Ravens- brück, den überlebenden Frauen. Dank der internationalen Proteste. Dank der Medien wie Fernsehen, Rundfunk, Presse und vie- ler einzelner Personen, denen echte Aufar- beitung der Geschichte ein wichtiges Anlie- gen ist. Fine fast unverständliche Haltung in den monatelangen Auseinandersetzungen nahm die Stadt— und Bevölkerung— von Für- stenberg ein. Sie, die Fürstenberger, die oh- ne Zweifel von dem Geschen in dem damaligen KZ-Ravensbrück gewußt haben müssen, fanden es empõrend und drückten Unverstãndnis aus darũber, daß eine Pro- testwelle gegen die Kommerzialisierung aus- gelöst wurde. Haben die braven Bürger von Fürstenfeld dieselben Angste, wie sie seit Jahren bei den braven Bürgern von Dachau oder Weimar bestehen? Wie ist das mit dem KZ vor der Haustür? Ravensbrück, Buchenwald, Sachsenhausen, die KZ's liegen auf ehemaligem DDR- Gebiet. Diese Gedenkstätten hatten(haben) in ihrer Darstellung viele Mängel und Schwächen. Oft könnte der Besucher ein unklares, falsches Bild dieser ehemaligen Konzentrationslager erhalten. — Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Wo wird zum Beispiel in der Gedenkstãtte Ravensbrück der Kafka-Freundin Milena oder Margarete Buber-Neumann gedacht, um nur zwei Einzelschicksale aufzuzeigen? Es gibt noch viel aufzuarbeiten— es geht um Menschen, egal welcher politischen Par- tei, welcher Religion oder welcher verfolg- ten Randgruppe er angehörte. Weder hüben noch drüben hat man sich merklich darum gekümmert. Trauerarbeit hat nicht— oder fast nicht— Stattgefunden. Ist die Vergangenheitsbewäl- tigung der NS-Zeit vorbei, ausgelaufen? Die Deutschen in Ost und West können ih- rer dunklen Schatten der Vergangenheit nicht entrinnen. Ost und West haben die gleiche Nazivergangenheit! Wir im Westen und ihr im Osten, die ihr überlebt habt und ihr, die jungen Men- schen, wir müssen gemeinsam diese unsere Geschichte aufarbeiten, sonst gibt es für euch„Jungen“ keine Zukunft. Alle ehemaligen Konzentrationslager, Ge- fängnisse, Euthanasieanstalten, Zwangsar- beitslager u. à. müssen erhalten bleiben, über diesen schrecklichen Teil der Geschich- te darf kein Gras wachsen! Die Regierung hat die moralische Verpflichtung zur Erhal- tung von Ravensbrück, Buchenwald, Da- chau, Sachsenhausen, Auschwitz, Maydanek und allen anderen Stätten des NS-Mordes. Die neonazistischen, nationa- listischen und revionistischen Kräfte stehen schon wieder auf.(Siehe Seite 18) Am Beispiel Ravensbrück zeigt sich, daß man etwas gegen Verdrängung, gegen die Kommerzialisierung, gegen den Raub von Würde unternehmen kann. Wenn man dies umsetzt auf das tãgliche po- litische Geschehen, dann wird es für uns zwei KZ'ler, vielleicht mit dem„um den Schlaf gebracht“(H. Heine) etwas besser werden. KZ Ravensbrück 1938— 1945 bedeutet 132.000 Inhaftierte 55.549 namentlich nachweisbar 77.000 unbekannt 20.000 männliche Häftlinge im Män- nerlager Am Ostufer des Schwedtsees, gegenüber der Stadt Fürstenberg/ Havel, befindet sich die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Ra- vensbrück. Sie wurde 1956 bis 1959 auf ei- nem FTeil des ehemaligen größten Konzentrationslagers für Frauen und Kin- der im faschistischen Deutschland errichtet. Die Opfer dieses faschistischen Konzentra- tionslagers, Frauen, Kinder und Männer aus mehr als 20 Ländern dürfen niemals vergessen werden. Die Auswirkungen der faschistischen Ideologie, die Herrschaftsan- spruch, Rassenhaß, Mißbrauch des menschlichen Geistes, Erobungskriege, die in der planmãßigen Vernichtung von Men- schen aus politischen, religiösen oder eth- nischen Gründen gipfelte, sind uns Warnung. Ravensbrück— Stätte der Mahnung, des Gedenkens. Ravensbrück— Stätte des Friedens und des gemeinsamen Gesprächs. Dem Besucher von Ravensbrück wird das von Prof. Will Lammert 1959 geschaffene Mahnmal stets in Erinnerung bleiben.„Die Tragende“ steht am Ufer des Schwedtsees als Symbol der Liebe, der Hoffnung, des Mutes zum Kampf und Widerstand, der So- lidarität. Der Besucher geht an der Mauer der Nationen, der vielen Opfer gedenkend, vorbei, kommt zum Krematorium, dem Zellenbau, dem Gefängnis des KZ Ravens- brück und in die ehemalige 88- Kommandantur. Im Zellenbau,„dem Bun- ker“ wurden von Künstlern aus dem In- und Ausland beeindruckende Länder- Gedenkräume geschaffen. Das KZ Ravensbrück ist nicht als Internie- rungslager nach 1945 benutzt worden. 10 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Für unsere zukünftige Arbeit in der Ge- denkstätte haben die Mitarbeiter neue Vor- stellungen entwickelt, um noch besser und noch eindrucksvoller unser Anliegen zu ver- treten und darzustellen, damit nie wieder Frauen, Kinder und Männer verfolgt und in ein KZ inhaftiert, gefoltert und ermor- det werden können. Wir wollen unsere Gedenkstätte zu einer Begegnungsstätte für Frauen und Jugend- liche entwickeln, die allen demokratischen Kräften offensteht. Sehr wichtig ist dabei, dem Besucher die Möglichkeit einzuräu- men, sich das Lagergelände in seinem kaum faßbaren Ausmaß zu erschließen: Appellplatz, Lagergelände(altes und neu- es Lager) mit Lagerstraßen, Gelände auf dem die Siemens/ Halskewerkstätten sich befanden, Bereiche des„Jugendschutzlager Uckermark“. Ein weiterer Aspekt ist die Sicherung der historischen Bausubstanz, soweit vorhan- den(SS-Werkstätten). Die SS-Siedlung sollte ebenfalls unter Denkmalschutz gestellt werden. Ehemali- ge SS-Häuser könnten als historisch gestal- teter Teil der Gedenkstätte im Rahmen der Begegnungsstätte einbezogen und genutzt werden. Ebenso sollte vom Bund oder Land geprüft werden, ob Bildungseinrichtungen mit Unterbringung und Gastronomie im ehemaligen SS-Versuchsgut und in der Comthurey sich etablieren können. Im Herbst 1938 begannen unser Zwang Sachsenhausener Häftlinge mit dem Auf- bau des KZ Ravensbrück, das zum zentra- len und grõßten Frauen-KZ in Deutschland wurde. Am 18. Mai 1939 erfolgte die„Uberstel- lung“ von 867 weiblichen Häftlichen des KZ Lichtenburg in das KZ Ravensbrück. Viele folgten in den näãchsten Jahren. Die ersten Kinder kamen im Juni 1939 nach Ra- vensbrück. 7500 arbeitsfähige weibliche Ravensbrücker Häftlinge wurden am 30. April 1942 dem Reichsführer S8 Heinrich Himmler gemel- det. Am 15. Januar 1945 betrug die Häft- lingsstärke des KZ Ravensbrück und der noch dazugehörenden Nebenlager 46070 Frauen. SS-Arzte führte 1942/43 medizinische Ex- perimente an 86 Frauen, davon 74 Polin- nen, durch. Mit dem Aufbau der Häftlingsunterkünf- te entstanden ebenfalls Wirtschafts- und Werkbaracken der Deutschen Ausrüstungs- werke(DAW) und der Textil- und Leder- warenverarbeitung GmbH(Texled), SS-Betriebe: Rohrmattenflechterei(DAW) Schneiderei, Stickerei, Strohschuhflechte- rei, Weberei und Kürschnerei(Texled). Ravensbrücker Frauen mußten beim Wei- terbau des KZ und der SSSiedlung schwe- re körperliche Arbeiten verrichten. Sie wurden an die umliegenden Güter und Pri- vatbetriebe sowie an die Rüstungsbetriebe „vermietet“. Sie arbeiteten in mehr als 70 kriegswichtigen Betrieben. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 11 Nahe dem KZ-Lagergelände am Schwedt- see entstanden ab Sommer 1942 Werkba- racken mit Häftlingsunterkünften des Elektrokonzerns Siemens& Halske, in de- nen bis 1945 über 2000 Häftlinge arbeiteten. Noch in den ersten Monaten des Jahres 1945 wurden 5000 bis 6000 Häftlinge ge- tõtet: vergast in der neuerrichteten Gaskam- mer, erschossen und zu Tode gespritzt, vergiftet. Johanna-Kirchner-Medaille Ehre wem Fhre gebührt! von Matthias Tiessen Würde es keine Tageszeitungen geben und wãren nicht doch ein paar Augenzeugen an- wesend gewesen, dann hätte—„Dank“ ih- rer Bescheidenheit— die Ehrung unseres Vorstandsmitgliedes Lieselotte Thumser- Weil stattgefunden, ohne daß jemand et- was davon mitbekommt. Zum Glück war dem nicht so..... Am 8. Mai, dem Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, wurden vom Ma- gistrat der Stadt Frankfurt/ M. im Kaiser- saal des Römers 59 Bürger für ihren Widerstand gegen die nationalsozialistische Herrschaft ausgezeichnet, wie bereits 51 Bürger(unter ihnen H. Reineck) am 29. November 1991 an gleicher Stelle. Lieselotte Thumser-Weil steht für den Wi- derstand der„Kleinen“Leute. Sie, die in den 30er Jahren Krankenschwe- ster lernte und als solche— bis heute!— anderen Menschen hilft, handelte allein aus christlicher Grundüberzeugung, als sie ei- ne jũdische Familie in die Schweiz— und da- mit in Sicherheit vor den Nazis— brachte. Nach ihrem persõnlichen Risiko fragte sie dabei nicht! Außerdem besorgte sie zwei aus dem Konzentrationslager Dachau ge- flohenen Häftlingen eine Unterkunft und sorgte mit für deren Verpflegung. Auch hier scheute sie das Risiko nicht— und kam durch Denunzation in Gestapo- Tausende trieb die Sð in den Apriltagen auf die Evakuierungsmärsche. Durch das Schwedische Rote Kreuz erhielten ca. 7.3500 Ravensbrücker Frauen ihre Freiheit. Finheiten der Roten Armee befreiten am 30. April 1945 etwa 3000 schwache und kranke zurückgelassene Häftlinge in Ra- vensbrück. haft und anschließend in das Konzentra- tionslager Ravensbrück, weil Sie Menschen geholfen hatte! Welch eine Schande! Nach der Ehrung wurde eine Gedenktaftel an der Paulskirche enthüllt, die alle Frank- furter Bürgerinnen und Bürger ehrt, die „der Barbarei des Nationalsozialismus Wi- derstand entgegensetzten.“ Lieselotte, wir freuen uns mit Dir über die Verleihung der Johanna-KirchnerMedaille und sind— bei aller Bescheidenheit— stolz auf Dich!! 12 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Unseren Mitgliedern herzliche Geburtstagsgrüße MAl 1. 5. Monika Held 2. 5. Jürgen Telschow 3.§. Uschy Klopsch §.§. Ursula Middelanis— 6. 5. Marta Palczewska S 8. 5. Jutta Freisens 10. 5. Florian Ross 11. 5. Harald Blümel 14. 5. Frank Pötter 20. 5. Uwe Hartwig 21. 5. Dr. Janusz Mlynarski 21. 5. Olaf Wehrheim 23. 5. Dr. Matthias Hamann 23. 5. Brigitte Harder 24.§. Hans Joachim Günther 26. 5. Annegret Brombach 26. 5. Dr. Manfred Zenker 13. 7. Barbara Distel NWNI 13. 7. Hildegard Gerhards 16. 7. Jürgen Bartholome 1. 6. Gerhard Herr 19. 7. Lothar Bembenek 1. 6. Ludwig Poppeler 19. 7. Wilhelm Porn S Ge Dr. Walter Bittner §. 6. Diethard Stamm 21. 7. Bardo Bayer 7. 6. Marie-Louise Steinschneider 21. 7. Reiner Röhrborn 6 Dietlind Clever-Schmidt 24 7 ala B 11. 6. Kristine Tromsdorf 13. 6. Jutta Loesch. 7. Michael Langhanky 17 6 Hansi61 Lacgur 2. 7 Imo Mos?kowicz 18 6 Matthias Loesch 28. 7. Klaus Rosenstock * 5 S 28. 7. Adeline Vérino 6. Dr. Feliks Niedziela 31. 7. Dr. Ludwig Fastmann 23. 6. Kurt Rosemeier AUGUST 25. 6. Rudolf Boning 2. 8. Günter Bilgmann 25. 6. Horst Jacob 2. 8. Dr. Ursula Krause-Schmitt 25. 6. Rainer Leichtenberger 2. 8. Werner Schmidt 29. 6. Dr. Dieter Werner 3. 8. Eduard Wolny 8. 8. Katharina Neidert UII 9. 8. Hans-Jürgen Rojahn 10. 8. Doris Graenert 2. 7. Alexander Wolf 10. 8. Astrid Knöss 3. 7. Erhard Fasel 16. 8. Ursula Schmidt 3. 7. Rolf Kirsten 17. 8. Hildegard Moos 4. 7. Roland Schähle 18. 8. Joachim Sokolowski 7. 7. Wladyslawa Jankiewicz 19. 8. Willi Berg 7. 7. Karl-Klaus Rabe 23. 8. Helen Kraas Pimentola 13. 7. Carl-Martin Barnutz 25. 8. Detlev Puls Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 13 Gedenktage Erinnern— Daten— Ereignisse MAl 233 Gewerkschaftshäuser schaften aufgelöst Berlin kapituliert 8. 5. 1945 Kapitulation d. Dtsch. Wehrmacht, Ende des 2. Weltkrieges 10 1933 Bücherverbrennung in Deutschland 10. 5. 1940 Angriff der Deutschen Wehrmacht auf Frankreich, Belgien und die Niederlande Erste Massenvernichtung von 1.500 Juden in Auschwitz besetzt, Gewerk- Fallschirmgruppen landen auf Kreta 27. 5. 1942 Attentat auf Heydreich NWUN 4. 6. 1944 Alliierte Truppen befreien Rom 6. 6. 1944 Landung der Alliierten in der Normandie 10. 6. 14. 6. 1942 Zerstörung von Lidice und Lezanky(Er- mordung der Einwohner) 22. 6. 1940 Kapitulation Frankreichs 22. 6. 1941 Uberfall der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion(Fall Barbarossa) 30. 6. 1934 „Röhm-Putsch“(SA) NWILI 3. 7. 1944 Befreiung von Minsk durch sowjetische Truppen 10. 7. 1941 13. 1. 1944 Verteidigung von Leningrad 10 17 8. 1943 Britische und amerikanische Landungs- operation auf Sizilien 194 Konferenz von Potsdam(4-Zonenteilung) Spanischer Bürgerkrieg 18. 7. 1944 Rote Armee überschreitet die polnische Grenze 20. 7. 1944 Attetat auf Hitler 25 7 1234 NS-Putsch in Wien/ Bundeskanzler Doll- fuß ermordet Absetzung von Mussolini 3 „Zigeunerlager“ in Auschwitz liquidiert, die restlichen 2.897 Männer, Frauen und Kin- der werden in der Gaskammer ermordet. AUGUST 18 2 10 1244 Warschauer Aufstand 6. 8. 1945 Atombomenabwurf auf Hiroshima, 9. 8. 1945 Nagasaki 23. 8. 1939 Nichtangriffspakt Dtschl.-UdSSR(Hitler- Stalin-Pakt) 25. 8. 1944 Befreiung von Paris 20 6 2 10 044 Slowakischer Nationalaufstand 31. 8. 1944 Befreiung von Bukarest SEPTEMBER 1. 9. 1939 Uberfall Deutschland auf Polen Beginn des 2. Weltkrieges 14 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Lyrik gegen das Vergessen Bekannte in der Straße Letzte Woche wußte ich noch nicht, daß in meiner Straße ein KZ-Wächter wohnte. Einmal war er auch dabei, einen Boden in unserem Haus zu verlegen. Wortkarg war er immer, in sich gekehrt, grau im Gesicht und schaute nicht aufrecht. In Oranienburg tat er Dienst, freiwillig als Mitglied der S8S. Er war nicht angenehm im Umgang, sagt mein Informant, ein Heimatvertriebener wie dieser. Mit seinem Sohn stand ich mich sehr gut. Jede Woche lieh er mir die Schuhe fürs Fußballspiel in den frühen fünfziger Jahren. H. W. Schmidt Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 15 VORANKUNDIGUNG Drei— Länder— Studienreise (Osterreich— Tschechoslowakei— Polen) — Auf den Spuren des Nationalsozialismus— Unsere zweite Studien- u. Bildungsreise soll uns diesmal auch an Stätten der NS- Vergangenheit in Osterreich u. Tschechoslowakei führen. Sie beginnt am 03. 10. 1992 und endet am 16. 10. 1992. Wir wollen mit unseren Reisen ver- suchen den Teilnehmern das damalige Geschehen zu vermitteln, Geschichte aufzuarbeiten. Die Kontakte mit noch lebenden ehemaligen Häftlingen sollen mit dazu beitragen, vieles begreiflicher zu machen und Anregung dafür zu geben, gegen neue Gefahren oder Wie- derholung von Ahnlichem etwas zu tun. Reiseroute: Frankfurt/M— Passau— Linz/Donau— Gedenkstätte Ebensee— KZMauthausen — Prag mit ältester Synagoge FEuropas— Lidice Gedenkstätte— Theresienstädter Ghet- to— Wroclaw— Krakow— KZ-Auschwitz/ Birkenau— Zgorzelec— Frankfurt/ M. Unterkunft und Verpflegung: ab Passau, Vollverpflegung. Wohnen werden wir in einfachen Hotels oder auch privat bei ehemaligen Häftlingen. Führungen und Fintritts- gelder sind im Preis enthalten. Teilnehmerzahl maximal 25 Personen. Reisepreis: voraussichtlich PM 900,— Anmeldeschluß: 10.09. 1992(Poststempel) Interessenten bitten wir um baldige Vor- oder Anmeldung. Jeder Teilnehmer benötigt PolEd einen, bei Antritt der Reise e noch mindestens 6 Monate— Aehitz gültigen, Reisepaß. deTx CMt Md Nach erfolgter Anmeldung erhalten—ee Sie weitere TꝰcuctoxorrcEt lnformationen über die Reiseroute und Programm. — *Ebenee STEEReict Anmeldepostkarte liegt bei. PS: Die Reisen können für Arbeitnehmer als„Bildungsreise“, für Lehrer als„Lehrerfortbildungsreise“ genutzt werden. Genaueres können Sie bei unserem Mitarbei- ter und Mitglied Dr. Dieter Werner erfragen. .„ . Anmeldung an: Lagergemeinschaft Auschwitz— Freundeskreis der Auschwitzer e. V., Schillerstr. 18, W6309 Münzenberg 1, Telefon(06033)60168 Konto für Studienreise: Wetterauer Sparkasse(BLZ 518 500 79) Konto-Nr. 0 020 000 660 16 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Verlegt nach Hadamar von Regine Gabriel Spurensuche in der Gedenkstätte Hadamar Historische Hintergründe Von Januar 1941 bis August 1941 wurden in der Heil- und Pflegeanstalt Hadamar bei Limburg über 10.000 geistig behinderte und psychisch kranke Menschen ermordet. Hadamar war die sechste und letzte der von den Nationalsozialisten eingerichteten Tö⸗ tungsanstalten im Deutschen Reich, in de- nen von 1940 bis 1941 im Rahmen des „Buthanasie“— Programms 70.243 Men- schen ermordet wurden. Die Opfer wurden in einer als Duschraum getarnten Gaskammer mit Kohlenmonoxid- gas getötet und anschließend verbrannt. Die Arzte und das Pfelgepersonal wurden in dieser ersten Phase der„Euthanasie“ in der Berliner Zentrale in der Tiergartenstra- Be 4 eingestellt. Diese Adresse wurde im weiteren als Deckname für die Ermordung psychisch Kranker und geistiger Behinder- ter benutzt: Aktion T 4. Das offizielle Ende dieser ersten Phase am 24. August 1941 leitete über zu den dann folgenden Verbrechen gegen die jüdischen BürgerInnen. Die„Euthanasie“— Aktion kann als„Vorläufer“ dessen verstanden werden, was ab September 1941 und nach der Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 systematisch mit der sog.„Endlösung der Judenfrage“ betrieben wurde. Sowohl die Technik für die Ermordnung Kranker als auch das T 4 Personal wurde mit den bei der„Euthanasie“ gemachten Erfahrungen in den Vernichtungslagern Treblinka, Sobibor, Maidanek, Belzec und Auschwitz eingesetzt. Somit wird deutlich, die Ermordnung in ei- ner als Duschraum getarnten Gaskammer, die Verbrennung der Leichen in eigens da- für errichteten Krematorien und nicht zu- letzt das für diese Arbeit notwendige Personal hat den„Probelauf“ für die dann folgende millionenfache Tötung von Men- schen bestanden. In der sog. 2. Phase der„Euthanasie“ von 1942 bis 1945 töteten Pfleger und Schwe- stern auf Anweisung des leitenden Arztes mit Uberdosen von Medikamenten und ei- ner systematischen Mangelernährung noch- mals über 4. 000 Menschen. In dieser Zeit erweiterte sich der Personen- kreis derer, die zur Tötung erfasst wurden: neben geistig Behinderten und psychisch Kranken wurden nun alte Menschen, Men- schen die auf Grund von Bombenangriffen unter vorübergehenden Desorientierungen litten, Kinder die in Fürsorgeerziehung leb- ten und deren einer Elternteil jũdisch war, sowie tuberkulosekranke, vor allem osteu- ropãische ZwangsarbeiterInnen ermordet. Hadamar ist heute ein Synonym für diesen Vernichtungsfeldzug gegen kranke, schwa- che und hilfsbedürftige Menschen. 1. Die Gedenkstätte und ihr Angebot 1964 wurden die Massengräber aus der 2. Phase auf dem Friedhof in eine Gedenkstãt- te umgewandelt und seit 1983 sind die ehe- malige Gaskammer, der Sektionsraum Sowie der Standort der Krematorien als Ge- Die„9rauen Busse“, in denen die Opfer 1941 nach Hadamar transportiert wurden. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 17 denkstätte der Offentlichkeit zugänglich. lm Juni 1991 wurde die neue Dauerausstel- lung„Verlegt nach Hadamar“ in der Ge- denkstätte Hadamar eröffnet. Diese Brõffnung setzt einen vorlãufigen Schluß- strich unter die vom Träger, dem Landes- wohlfahrtsverband Hessen, durchgeführten Erweiterungen der Gedenkstãtte für die Op- fer der„Euthanasie“— Verbrechen. Für Besuchergruppen und Einzelpersonen stehen jetzt neben Seminarräumen, einem Filmvorführraum, einer Präsenzbibliothek, auch eine Dokumentation auf ca. 200 qm Ausstellungsfläche zur Verfügung. Diese enthält Informationen über die Breignisse der„Buthanasie“— Phasen in den Jahren 1940 bis 1945 und über die Nachkriegs?zeit. Bisher wird die Gedenkstätte u. a. zu 60% von Schulklassen frequentiert, die in aller Landesheil- und Pflegeanstalt Hadamar Regel durch den Geschichts-, Politik- oder Religionsunterricht motiviert werden, sich vor Ort zu informieren. 2. Zur pädagogischen Arbeit vor Ort Gruppen können neben dreistündigen Füh- rungen auch das Angebot ganztägiger Stu- dientage oder Wochenendveranstaltungen in Anspruch nehmen. Erweitert wird das Angebot der Gedenkstätte durch Fortbil- dungsveranstaltungen für LehrerInnen und Multiplikatoren in der Erwachsenenbil- dung. Die Gedenkstãtte versteht sich als Ort der Erinnerung an die Opfer der national- Sozialistischen„Euthanasie“-Aktionen. Um diese Erinnerung möglich und fruchtbar zu machen, wurde ein breites pädagogisches Angebot entwickelt. Neben den oben er- wähnten dreistündigen Führungen mit Grundinformationen und Diskussionen werden auch Studientage und Wochenend- verantaltungen verstãrkt angeboten und an- genommen. Hierbei stehen Vermittlungsformen im Vordergrund, die neben dem kognitiven auch den affektiven und psychomotorischen Lernbereich an- sprechen. Um ganzheitliches Lernen zu er- möglichen werden in nächster Zeit verschiedene Arbeitsweisen ausprobiert wie z. B. Rollenspiele, die es ermöglichen, die einzelnen Sichtweisen und Begründungszu- sammenhänge von TäterInnen zu erfassen. Quellenstudium und Textarbeit gehören be- reits ins Programm. Wechselnde Ausstellungen, Autorenlesun- gen und Seminare ergänzen das pãdagogi- sche Angebot. Zur Vorbereitung von Schulklassen auf den Gedenkstättenbesuch werden von der Ge- denkstätte zur Zeit Unterrichtsmaterialien erarbeitet, die den interessierten LehrerIn- nen Anregungen zur Behandlung des The- mas NS—„FEuthanasie“— Verbrechen bieten. Die Unterrichtsmaterialien sind ab August 1992 in der Gedenkstätte erhältlich. Eine Ubersicht, über die im 1. Halbjahr 1992 geplanten Veranstaltungen, ist in der Gedenkstätte erhältlich. Außerdem können Kurzinformationen für Bildungseinrichtun- gen und Figenpublikationen sowie der Ka- talog zur Ausstellung„Verlegt nach Hadamar“ vor Ort bestellt werden. Anfragen können gerichtet werden an: GEDENKSTATTE HADAMAk Mönchberg 8 Telefon(O 64 33) 801 FRHRUNCEN sind von Dienstag bis Don- nerstag 9.00 bis 16.00 Uhr und nach Ver- einbarung auch am Wochenende möglich! Regine Gabriel (Pãdagogische Mitarbeiterin der Gedenkstãtte) 18 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Der Rechtsstaat ist gefordert von Diethardt Stamm Immer stärker verbreiten seit Monaten Neonazis und Rechtsradikale ihre Hetzschriften und Flugblãtter. Neu ist, daß offen Verantwortliche benannt werden. Manchmal ist nur eine Postfachanschrift vorhanden oder irgendein„Freundeskreis— Freiheit für Deutsch- land“ firmiert, aber häufig sind selbst unter den übelsten Pamphleten Namen mit kom- pletten Adressen angegeben. Man fühlt sich eben sicher. Ein Helmut Fuchs aus Bochum 4 produziert und verschickt durchnummerierte doppel- seitig bedruckte Flugblätter— die Nr. 74 liegt vor. Stolz wird im Abstand von jeweils 5 Wochen ein Flugblatt angekündigt. Die Themen und deren Verknüpfung sind immer ãhnlich und nach der Masche des„Stür- mers“ aufgebaut. Es wird Auschwitz geleugnet, das III. Reich hatte„überwiegend“ gute Seiten, Juden werden wieder verunglimpft, aber massiv beschimpft werden dem vermeint- lichen Zeitgeist entsprechend ausländische Mitbürgerlnnen, wobei Schlagworte wie Kri- minelle, Asylbetrüger, Lohndrücker, Wohnungsdiebe, Uberfremdung, ADS-Einschlepper oder deutschfeindliche Justiz den Hetzrahmen abgeben. Die Verknüpfung von Ausländerfeindlichkeit und Leugnung von Auschwitz sieht bei„Ge- neralmajor a. D.“ Remer— der seit Jahren aufwendige Hochglanznazipropagandaschriften verteilt— folgendermaßen aus: Miionen femcer Menschen oringen ein in Dein Lsno. n Zu- Konyt wirst Do in Peimnem eigenen Land nur schwer eine be- zohbare Wohnng finden, we cie Hremden Vofrechte ge- nie6en. Abermionen wesensfremder Menschen belssten die Umweſt zosõtzch. n zonehmendem Meße wird Peine Gesonoheſt durch hereingescheppte Seochen uno Dein Le- ben von absendschen Gewalttõtermn bedroht. Stw 60 0„ℳ jer Gewaſtvefbrechen in Peimnem Land werden von Ausõn- defn verübt. n cen Gro6stõdten bUht das ausſndisch orgs- nſerte Verbrechen. Oeotsche Mieter werden von deotschen Stadtverwetungen aus hten atengestammten Wohnungen geworfen, um drin Asahten, Scheinasylanten, Zigecner ono KHauschgifthänder onterzubringen. Oit urde von den ehemaſgen Feinden Oeines Landes ein Gronogesetz ↄofer- jegt, das Oich zom remden m eigenen Lano macht. Soliti- Ker Scheinen sich gegen Oich vefschworen z0 haben. Sie reisen das GrUnogesetz mit dem AsyMecht aſs emn angeblch Schötzenswertes Grunodrecht. Aber es Ft eimn von Keinden Deòtschlands für Aosender gemachtes Kecht. Oich zwingt oas Hemdrecht z0 Ubergabe Oeiner deotschen Umrechte an oie hereimnoingende Aosnderfut. Uno wenn Oo n Wotweht Oein Leben, Oein Land Peinen Sesitz und Oeine Gesunoheit gegen oe Eindringlinge verteicigen wilst, osnn witst O von Deinen Hollikern ono Peimnen Medien als ausenderfeindcher AHechtsextfemist beschimoft ono verfolgt. Antdeotsche Viebtõter in Soliti no Mecien hutzen Oeine Got9ſsubiokeſt, Deine Anstõndiokeſt und Deine Sensibiitét ↄ0s. Mit abschec- jchen Hetzmen in Verbindung mit oer 6ssksmmerſige be- sbsichtigen sie, Oich so ourcheinanoefzobringen, bis O Oich Selbst a0foibst. Oamit Urce Oein Land, Oein Sesitz zor Sec te Oeiner Heinde wefden. O darfst Oich hcht wehten ono Solst ale Schmerzen stil erdden. Els O Oich zu wehfen gedenkst, fofdert der Jodenfdher Heinz Galinski, caß mean Oich als Hechtsextremist vor Schnelefichten aborteit. Weſ ne, Unschloiges Oeotschand. Weine/ Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 19 8.000.000 5.000.000 4. 500.000 4.000.000 5 4.000.000 1.600.000 1.472.000 1.250.000 960.000 850.000 74.000 Wer nun glaubt, diese Ungeheuerlichkeiten zirkulierten nur an wenigen Stammtischen, wird durch Remer deutlich über die Art der Verbreitung belehrt: Liebe Mitstreiter, liebe deutsche Landsleute, meine Depesche wurde in kürzester Zeit zum meistgelesenen Sys- temkritikum Deutschlands. Dank lhrer Mithilfe taucht die Depesche bei Behörden, in Schulen, in Firmen und in Briefkästen in fast hun- derttausendfacher Auflage auf. In einer bezahlten Anzeige im Münchener Anzeiger haben sich 600 Erstunterzeichner zur „Verteidigung ihrer Unschuld und Ehre“ bekannt, indem sie„die millionenfachen Ju- denmorde in Gaskammern“ abstreiten. Sie bezeichnen den Holocaust nicht nur als un- wahr, sie„erlangen“ sogar, daß dessen Erwähnung als„Verleumdung“ zu unterlassen ist, verboten und bestraft wird. Remer stellt dann auch(noch mit Fragezeichen) fest, was die„Wahrheit“ in Auschwitz ist: AUSCHWE WaS ST DIE WAHRHEIT? Tote 1945 Tote 1978 Tote 1974/89 Tote 1945 Tote bis 1990 Tote 1989 Tote 1989 Tote 1985 Tote 1990 Tote 1953/74 rote 1989 ermittelte die franzòsische Ermittlungsstelle für Kriegsverbrechen. nennt die franzòsische Tageszeitung LE MONDE am 20. April. gibt der ehemalige Holocaust-,Sachwerständige“ Eugen Kogon auf Seite 176 in seinem zum 21. Male aufgelegten Standardwerk „Der SS-Staat“ zum Besten. lagte das M Gnt. Militär-Tribunal, Nürnberg) mit Dokument OSSR-008 an. legte noch im April Oberstaatsanwalt Majorowsk, Wuppertal, sei- ner Anklageschrift gegen einen Journalisten zu Grunde. nennt Vehuda Bauer, Prof. für Holocaust Studien, in der ERUSALEM POST am 30. September 1989. stellt am. 1. September die franzòsische Tageszeitung LE MONMDE fest. nennt Raul Hilberg in seinem Buch„DIE VERNICHWN6G DER EUROPASCfHEN MWDEN. nennen im Juli 1990 die linksalternatve Tageszeitung TM sowie Mele andere deutsche und internatlonale Tageszeitungen. behauptet der j0dische Historiker Gerald Reitlinger in der eng- lischen Ausgabe seines Buches„Die Endlòsung“. dokumentleren die nicht ganz vollstandigen, von den Sowets trelgegebenen, Totenbocher von Auschwit für dle gesamte Zeit des Lagerbestehens in minutlòsen Aufzeichnungen. 20 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Die Frage ist, ob man sich diese Dreistigkeiten gefallen lassen muß. In anderen Flugblãttern ist eine direkte Linie von der Judenunterdrückung bzw. ausrottung zur Schaffung von neuen Sündenböcken— den ausländischen Mitbürgern— festzustel- len. Dabei werden sämtliche Staatsinstitutionen einschließlich des Bundespräsidenten brutal in Frage gestellt. Diese übele Hetze liest sich dann so: Der deutsche Bundespräsident Richard v. Weizsäcker besucht auslãndische Verbrecherzentralen und solidari- siert sich mit ausländischen Dieben und Einbrechernl Er hat laut angekündigt, daß er denionstrati Asylauenwohnheime besuchen will, die in Wirklich- keit Verbrecherzentralen sind. Er stellt sich öffentlich auf die Seite von ausländischen Dieben, Einbrechern und Rauschgifthändlern. Wir Deutschen raten ihm, auch das Asylantenwohnheim in Meissen zu besuchen. Was sich da abspielt, kann er aus dem unten abgedruckten Bericht erse- hen. In diesem Asylantenwohnheim kann der deutsche Bundespräsident seine deutschfeindliche Finstellung ungehindert demonstrieren und seine deutschfeindliche Fratze offen zeigen. Sehr geehrter Herr v. Weizsäcker, 2.Zt. Bundespräsident von deutschen Volkes Gnaden, Sie stellen sich mit Inren Kußerungen Kar gegen das deutsche Volk und auf die Seite von gewissenlosen fremdlãndischen Betrügern, die raubend und mordend durch das deutsche Land Der deutsche Bundespräsident als Kumpan von auslãndischen Rausch- gifthändlern, ausländischen Vergewaltigern, Lügnern, Betrügern und sonstigen ausländlschen Verbrechornl? DEUTSCRHE, WEHRT EUCHI Schützt Deutschland und unser deutsches Volk vor den Bütteln der Umerziehung! Es kann einem speiübel werden! Wenn die Devise„wehret den Anfängen“ gilt, so ist es schon lange überfällig, nicht mehr tatenlos zuzusehen, sondern u. a. auch den Rechtsstaat in Anspruch zu nehmen, der sich eigentlich auch selber schützen müßte. Deshalb hat die Lagergemeinschaft Ausschwitz unter Anfügung einiger weniger ausgewählter Hetzflugblätter Strafanzeige bei dem Ge- neralbundesanwalt in Karlsruhe und dem Generalstaatsanwalt in Frankfurt/M. gestellt. Auszüge aus den Flugblättern sprechen Bände: Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 21 Verbrecher aller Länder, vereinigt euch! Kommt nach Deutschland! Jeder polizeilich Vertolgte genießt in Deutschland Asyl assenmõrder, Raubmörder, Vergewaltiger, Sexualmõrder 48l-Betr 3 2 alm„A Betrüger, Straßenräuber, inbrecher, Trickbetrüger, Rauschgiſthändler, Ladendiebinnen, Schwindler aus 5 Her zu uns! Denn: Jeder, der polizeilich verfolgt ist, erhält in Deutschland Asyl. Nach den politisch Verfolgien kommt die Invasion der rassisch Verfolgten. Denen folgen die reli giõs Verfolgten auf den Fersen und zum Schluß kommt der riesige Schwarm der polizeilich Ver- folgten. So wollen es die deutschen Volksvertreter, begleitet vom Fernsehen und von der Presse, die diesen Millionenstrom aller Verfolgten der Welt in unser Keines amputieres und besiegtes Rest- de utschland richtig und gut heißen. Alle im Bundestag vertretenen Parteien arbeiten auf dieses Ziel hin. Dabei gibt es gar kein Asylrecht für Ausländer im deutschen Grundgesetz! Deutschland, das Sammelbecken aller Verbrecher der Welt! Straffreiheit wird natürlich gewdhrt, das versteht Sich von selbst. Deutsches Volk, laß dir das nicht gefallen! Mach von deinem Widerstandsrecht Gebrauch! Die deutschfeindliche Justiz holt wiederum zum Rundumschlag gegen alles Deutsche aus. Es hat sich inzwischen herumgesprochen, daß die Justiz schon lange nicht mehr sachlich rechtet und richtet, wenn es um das Wohl des deutschen Volkes geht. Dieses Wohl ist der Justiz ein Greuel. Deshalb hat sie von der Göttin Justitia die Augenbinde entfernt, die Waage der Gerechtigkeit ab- montiert und ihr anstelle des Richtschwerts eine Maschinenpistole in die Hand gedrückt. Damit schielt sie wahllos auf alles, was nur in die Nähe eines Geruchs kommen könnte, national und deutsch eingestellt zu sein. Trotzdem lst für das deutsche Volk Hoffnung angesagt. Auch unser Freundeskreis Freiheit für Deutschland' wird von der deutschfeindlichen Justiz mit Pro- zeen verfolgt. Er bildet keine Ausnahme,- vas uns ehrt. Erneut ist er das Ziel der Treibjagd deutschfeindlicher Staatsanwãlte. Was ist der Grund? In keinem Land der Welt wird das Wohl von Auslãndern über das Wohl der einheimischen Bevölkerung gestellt. ja, es wird überhaupt nicht berũcksichtigt. Die einzige Ausnahme bildet Deutschland. Nur bei den blden Deutschen im restlichen Rumpfdeutschland haben Ausnder mehr Rechte als das deutsche Staatsvolk? Der Artikel 20, Absatz 4 des Grundgesetzes ruft das deutsche Volk zum Widerstand auf! Das Grundgesetz sagt klar und eindeutig: ALLE DEUTS CHEN sind zum Widerstand gegen JEDEN aufgerufen, der das Grundgesetzge bot, das Wohl des deutschen Volkes zu fördern, zu- gunsten ausländischer Betrüger aushöhlt.- Wir kämpfen trotz Justizverfolgung mit aller Macht gegen ausländische Verbrecher 22 Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Die Frage im Rahmen der Strafanzeige war auch, wie„der Staat“ mit neonazistischen Angriffen auf die sonst so viel gerühmte„freiheitlich demokratische Grundordnung“ um- geht. Es sollte außerdem geklärt werden, ob eine Justizbeschimpfung durch die Rechten hingenommen wird. Zwecks Kontrolle wurden andere Flugschriften bei den gleichen Staats- anwaltschaften über die GRUNEN zeitversetzt zur Anzeige gebracht. Hierüber berichte- te die Lokalpresse mehrfach ausführlich: HGrüne wehren sich gegen Rechtsradikalität Nach dem Erhalt von Het-Flugblättern haben dle Grünen Benoralataatsamwaſtschaft und Generalbundesanwalt eingeschaſtet wetteraukrels(dõð). Den Grünen Wetterau und der Kreistagsfraktion wurde anläßlich des Jah- restages der Reichspogromnacht(9. November) von einem-Freundeskreis Freiheit für Deutsch- land- ein Stapel Flugblätter zugeleitet. Ange sichts des Inhalts dieser Pamphlete ist die Ein- schätzung der Grünen zu teilen, es habe sich um eine bewußte Provokation gehandelt, auch wenn Solche Flugblattpakete zur Zeit anderen Bundes- bürgern ebenfalls zugeleitet werden. In den Pamphleten wird jeweils zum Nachdruck. Ver- vielfaltigen, Kopieren und Verbreiten aufge- rufen. Der Inhalt der Flugblätter ist insofern bemer- kenswert, als er sich von geschichtlicher Wahr- heit in außerordentlicher Weise entfernt hat. Da ist die Rede von den„Auschwitz Lügnern-(ge- meint sind Personen, die von den in diesem Kon- zentrationslager begangenen Nazi-Verbrechen sprechen): die Existenz der Gaskammern wird geleugnet und behauptet, Tote in Auschwitz könne man nicht verunglimpfen, da es keine gebe. Die Attentäterin Adelheid Streidel, die Oskar Lafontaine fast ermordete, habe recht, heißt es in diesen Schmähschriften, da dieser Volksvertre- ter umgepolt- sei. Das gleiche gelte für Heiner Geißler(GDU, Björn Engholm(SPD) oder den Bundesjustizminister Klaus Kinkel(FDP), da diese von der»Ausländermafia- beherrscht sei- en. Sie seien deshalb»zur Rechenschaft zu ziehen-. Verbreitet wird von den Rechtsradikalen fer- ner ein Judenstern unter anderem mit den Na- men Marx. Lenin, Wiesenthal, Galinsky. Brecht. Rathenau oder Luxemburg, einem Dollar- sowie einem Hammer- und Sichelsymbol und der dik- ken Inschrift»Nein, danke!- Die Verbreitung von Deutschlandkarten mit den Grenzen vor 1938 sowie die Behauptung, Deutschland sei zehnmal geteilt, gehören zum üblichen Repertoi- re der Rechtsradikalen. Dazu kommt die Auslän- derhetze»massenweise schwarzafrikanische Asyl-Betrüger⸗ schleppten Aids nach Deutsch- land ein. In einem Fſugblatt werden Kondome, die Emanzipstion der Frauen, das Asylrecht so. wie das Vehrecht für Auslunder in einen Topf eworfen und als»Ausrottungswaffen- für das eutsche Volk gekennzeichnet. Den Grünen reicht es jetzt. Diethardt Stamm hat in ihrem Namen beim Generalbundesanwalt und beim Generalstaatsanwalt Anzeige»aus al- len rechtlichen Gründen- erstattet. Wer diesem Treiben ꝛusehe ohne zu handeln, mache sich mit- it meinte Stamm in einer Pressemittei- ung. Die Grünen sind jetzt gespannt, wie die Justiz mit der Problematit umgeht. Sie erwarten, daß der Staatsschutz nicht»auf dem rechten Auge blind ist. Positiv finden die Grünen Wetterau, daß in den letzten Wochen mehrere hunderttausend Men- schen auf Veranstaltungen gegen Volksverhet- zung und für Völkerverständigung demonstriert haben. Ebenso hätten die vielen Auslander be- schützenden Mahnwachen gezeigt, daß die bru- tale Rechte nicht machen könne, was sie wolle. Jetzt müßten auch Staatsanwälte und Gerichte zeigen,»daß wir keine rechtsgerichtete Bananen- republik sind-, fordern die Grünen. Der Umgang und die Vorgehensweise der Judikative zeichnet sich in der Zwischenzeit deutlich ab: Eingang bestätigen— Bearbeitung kund tun— sich nicht zuständig erklä- ren— Verfahren mit haarsträubenden Begründungen einstellen: Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 23 LAGERHGEMENSCHAFT AUSCHMWTZ RREUNDESKREIS DER AMSCHWAZER EV. — Aach—„V 6000 Lb Sc n Generalbundesanalt veſe 65*9 3 o 6 beim Bundesqer ichtsnf Herrenstr⸗ 43 000452 7S500 Kar 1sruhe 8 4 Setr Strafanzeiqe Hegen verschiedener rechtsrsdiksler Delikte Sehr geehrte Damen und Herren, uns wurden snonyVm verschiedene Flugblätter im Originsl über den Dinekteinwurf in den Briefkasten zuqestellt. Lin Fühlen uns persönlich ge- und betroffen. Mir ünschen en in dieser art und Meise verhöhnt und beleidiqt zu erden. Die Nit- o1ieder unseres Vereins, die persönlich in auscheitz inhaft iert aren, kKönnen nicht verstehen, daß die Ouscheitz—Lüqe„ieder so offen verbrettet verden kann. Selbstverständlich ist hier nach unserer QuFFassunq neben Vo1kKS— Verhetzung und Beleidiqung auch die Verungl impfung cr ermor deten Kameraden und fithäftlinge der Huschitzüber lebenden arseres Vereins zuristisch relevant. Diese und andere möqliche Straftatbestände bitten„ir qeqenü ber 0 oßfen benannten Verantortlichen(Z⸗B. FHelmut Fuchs, Merner Gehhardt und 6. Demolsky aus 4630 Bochum 4) der beilieqenden F1u9blstter zu verfolgen. Informieren Sie uns bitte über die Er- müttlungen und Strafverfolqungen, eil„ir die Gesamtanqeleqenheit auch einer breiten SFfent1ichkeit über unser Hitteilunqsblatt und edien darstellen vo1len. it Freundlichen Grüſßen 15. der Lagergemeinschaft Auschitz onlagen: Hehrere FLuqblätter 24 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. DER GENERALBUNDESANWAlT 7500 Karlsruhe l. den 8.4. 1992 BEIM BUNDESGERICHTSHOF Hertenstraße 45a Postſach 27 20 — Ne dn en Teleſon 01) 139.0 Durchwahl 13. L30— Telex: 7323 323 ſ Der Canatuldonerannl Pnlech 1720 30kerede Teletex: nur iuzsüber beseizit): * N65— BAkKu Teleſax: 0771) 139.606 Lagergeme1nscheft AuschLtz Freundeskrets der 6 Auschu1tzer eV. Sch111lerstraße 18 6309 Münzenberg 1 Betr1rrt; Ihnr Schretben vom 6. Apr11 1992 Sehr geehrte Damen und Herren, Für dte verrolgung von Straftaten s1nd grundsätzLLch dte Staats- anwa1tscharten be1 den Landgertchten zuständtg. Der Generalbun- desenwalt beim Bundesgertchtshof führt nur 1n den 1m Gertchtsver- Fassungsgesetz 1m e1nzelnen genannten Straftaten dte ErmtttLun- gen. Thr vorgenanntes Schretben enthält ke1ne AnhaLtspunkte für etne 6 1n dte Zuständtgket des Generalbundesanwalts faLLende Straftat. Ich habe es deshalb an dte ört1Ltch zuständtge Staatsanwaltschaft bel dem Landgert1cht Dortmund vettergelettet. MLt FreundLLchen Grüßen Im Auftrag (Scha1k) Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 25 STARTSNNALTSCHAFT BOCHUM 4630 Bochum 1, 260392 Geschäifts-Nr.: 33 Js 472/01 Bitte bei allen Schreiber ardehen! Postfach 10 24 49 hestring 5 Nn. Fernruf: 02347626—2602 »Die Grünen“ Fernschreiber 03 25 737 Wi lhelm-Tenschner-SKr. 7 Telefax 0234/62 62 537 6360 Friedherg/Hess. EN6EG6AM6EN 0 b. kpril 1992 S Batr.: Thre an den Generalstaatsanwslt In Frankfurt und die staats- anwalEschaft in' Gießen gerichtete Strafanzeigen vom 12.11. 1991 gegen Demol skKy ua. vegen Verdachts der Volks- verhet?ung ua. Straffafen Sehr geehrte Damen und Herren! hie aufgrund der og. Sprsfanzeigs eingeleiteten Frmiptlungqs- verfahren sind der St.aatRanalfschaff Bochum zuspändigkeits- halber zugeleit.et. vorden. Gegen die Beschuldigſen Demsky und Fuchs sind bereins anderueitig Frmipt lungs- und SErafverfahren vegen der ange- zeigten Delikpe anhängig geworden. Die sfLrafen, die die Beshuldigten vegen der ange?sigten verbreifung der übhersandten fünf Druckschrifhen?zu erwarten hätten, vrden nehen den Sprafen, zu denen die Beschuldigpen vegen der Frstellung und Verbreitung von Druckschriften mit atrafharem Tnhalt. hereiſs verurteilt vorden sind und die sie in den veifer anhängigen Verfahren zu erwarken haben, nicht belrächlih ins Gewicht. fFallen. Teh habhe deshalh das vorliegende Verfahren gem.§ 154 dbs. 1 StPO vorläufig eingestelln. Hochachtungsvol] Oberstaatsanwalt 26 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Geschäftsnummer: 101 J8 1801/91 Augsburg, den 28.4.92 Bltte stets angeben) 8 a EEonköE 1L Mai v Diethardt Stamm M1h.-Leuschner-Str. 7 6360 Frtedberg/ Hessen RSSSRS Das Ermitt1ungsverfahren gegen Kofler Vosef, Hauptstr. 4, 8901 Leitershofen vegen des Verdachts der VoLkRsverhetzung vird gem. 5 170 Abs 2 stPO eingeste11t. (— Sründe: Negen der von KofLer verLegten und vertriebenen Bücher»Der Weg zum Freden“,»Die falsche RolLe. mät Deutschland“ und*Ja 2u Deutschland“ die 1970 und 1973 erstmals erschienen sind, varen bei dér Staatsanwaltschaft Augsburg eine ganze Reihe von Ermütt- Lungsverfahren vegen des Verdachts der VoLksverhetzung anhängig. Sämnt1LLche Verfahren mußten gem. 5 170 Abs. 2 StPO eingeste1Lt verden, da der Tatbestand näicht erfülLt war. Die schriften bestehen aus zMtaten aus zeitgeschicht1ichen Bü- chern, sovde aus sonstiger Literatur und aus gesamnelten Presse- zütaten. Meder diese zLtate, noch der vom Beschu1digten stammende verbindende Text, 1st strafrecht1ich von Bedeutung. Ein Angriff des Beschuldigten auf die Menschenwürde anderer im sinne des Tat- bestandes der VoLksverhetzung, ist nächt gegeben. Dazu„äre er- korderLich, daß der Täter in einer Meise, die geeignet ist, den Frieden zu stören, die Menschenwürde anderer dadurch angreift, daß er zum Haß gegen Tei1e der BevöLkerung aufstachelt, zu 6e— valt-oder WiLLkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder sie pPe- schünpft, böswi1LL19 verächtLich macht oder verLeumdet. Diese Voraussetzungen sind näücht erfüt1t. Nuch für das verbreiten von Propagandanitte1n ehemaliger natio— nalsoztalistischer Organisattonen oder für die vervendung von Kennzeichen dieser Organisationen im sinne des 5 86 und 5 86 a St6B ergeben süch keine Anhaltspunkte. Das ErnittLungsverfahren var daher gem.§ 170 Abs. 2 stPo einzu- ste1Len.. Reic er Staäts alt a. GL. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 27 Man könnte verzweifeln! Man kann das Verhalten unserer Justiz nicht mehr verstehen. Noch können wir wohl unsere Wut und Verzweiflung in einigen Lokalzeitungen darstel- len, die überregionale Presse interessiert sich für die Problematik praktisch nicht. Ein sich mit Neofaschismus beschäftigendes Forum vor einigen Wochen im Kreishaus des Wetteraukreises, unterstützt und getragen von einem Dutzend demokratischer Par- teien und Organisationen— u.a. von der Lagergemeinschaft— war von knapp 100 Leu- ten besucht, die bei ähnlichen Veranstaltungen immer wieder auftauchen. Uns blãst der rechte Sturm ins Gesicht. Es ist wieder erneut Mut und Engagement für antifaschistische Arbeit gefragt. Diese müssen erst recht in der gegenwärtigen„Großwetterlage“ geleistet werden. Adressenänderung: Bitte teilen Sie uns bei Wohnungswechsel Ihre Moue Anechrift? mit. Wir haben bei unserer letzten Aussendung etwa 350.60 Retouren mit dem Vermerk*unbokannt vorzogen“ von der Poat erhalten. Die Nachforschungen nach der neuen Anschrift sind sehr Zeit- und Geldaufwendig, dazu meist erfolglos. Sicher sind Sie an unserer weiteren Arbeit interessiert, aber wie sollen wir Sie infotmieren, wenn. 77 =— Neue Anschrift: — — Dann füllen Sie bitte diesen Abschnitt aus, kleben ihn auf eine Postkarte und schicken ihn an folgende Adresse: Lagergemeinschaft Auschwft Schillerstraße 18 W-6309 Münzenberg 1 3 23 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Unsere Bankverbindungen: Postscheckamt Frankfurt/ M. BLZ 300 100 60 für Organisation+ Polenaktionen Kto.-Nr. 51664-608 Sparkasse Wetterau für Organisation † Polenaktionen Kto-Nr. 00 2000 0503 für Studienreisen Kto. Nr. 00 2000 0660 für Aktion„Auschwitz— Stop dem Verfall“ Kto.-Nr. 00 2000 2000 Impressum: Herausgeber:„Lagergemeinschaft Auschwitz— Freundeskreis der Auschwitzer e. V.“ Verantwortlich: Hermann Reineck, Schillerstr. 18 6309 Münzenberg 1 Telefon(0 60 33) 6 01 68 Mitarbeiter: D. Stamm, M. Tiessen, L. Thumser-Weil, Dr. B. Wiegand, A. Rossmann-Reineck Generalsekretär: H. J. Günther, Keesburgstr. 20 A 8700 Würzburg, Tel.(09 31) 7 59 80 Auflage: 2500 Fxemplare Die Mitteilungen erscheinen vierteljährlich. Nachdruck von Artikeln gegen Belegexemplare gestattet. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Lagergemeinschaft Auschwitz— Freundeskreis der Auschwftzer e. V. LAGERGEMEINSCHAFT AUSCHWTZ ctMrz FREUNDESKREIS DER AUSCHWIAZER eV. Scyllerstraße 18 W6309 MUruenberg 1. Telefon(0 60 33) 6 01 68 Sparasse Wetterau GlZ 513 50079) Korto-Nr. O 020 000 503 hostschecdcorto F̃rarurtMein GlZ 500 100 60) Korto-Nr. 51 664 608 Beitrittserklärung Name, Vorname Anschrift, Straße, PL.Z, Ort Geburtsdatum— FPitel, acad. Grad, Beruf Q Haftl. im KZ Auschwitz vom bis Häftl.- Nr. OQ Haftl. in anderen Lagern, Gefängnissen, etc. 3 Angehöriger des ehem. Auschwitzhäftlings Häftl.- Nr. Q Freundeskreis der Auschwitzer Datum des Beitritts Unterschrift Zutteffendes bitte ankreuzen h WIR BRALCEHEN IHRE MITARBEIT UNO Hll-FE- WERDOEN SlE MITGLIEDO IM FREUNOESKRElIS Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. CHAfT AUSCHWTA S DER AUSCHWITAER E. V. N — 8 S g1; venqe Q D D — S — — — 4. . 0 S S S — —