LAGERGEMENSCHAFT AUSCFHMWIT2 FREUNDESKREIS DEBR AUSCHWTAZER E. V INHALTSVERZEICRHNIS Lagergeme inschaft Heike Dui/Mar ianne Groß: 1 Horst Probstein: N 2 Hermann Reineck: N 2 Kaus Me imann: 4 Jugendbegegnungsstätte Auschwit?z Jan Krebs: 6 Kontroverse Merner Renz: Zeitgeschichte Satisla Hantz: A78 Härt/ ing des ersten Vransponts aus arschs in Mares Zakrzevski Leserbriefe Hermann Re ineck... SS ie 33 Böcher Dieter Merner: Abert Drach, Unssent imentae HSSe. 85 Charoote Meber: Robert Ante lme, 0as MenschengeschsScht. 85 GEDICHTE von Hans C. Schneider„ 12 NACHTRAG: Deportat ionen aus Luxemburg HTNWEISE: Ausstelung von Stan Zak-Kaminski 81dungsur aub/Lehrerfortbi dung Geburtstage L. Allen Mitgliedern, Freunden und Unterstützern wünschen wir frohe Weihnachten, viel Glück und Gesundheit für ein friedliches Jahr AUSCEMWTZ Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Lagergemelnschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. AUSCNMWITZ E — — 6 2 S 2 F —— N—— N v6— 42 — — 3 wWiunachrssptRbt wWie in den vorangegangenen Jahren, wen- den wir uns auch diesmal wieder an unsere Mitglieder und Freunde mit der Bitte um Hilfe für unsere polnischen KKameraden und Kameradinnen. Durch die Vereinigung der BRD und DDR ist das Geschehen in Polen sehr in den Hinter- grund gerückt, trotz mancher Reportage über die wirtschaftliche Lage in Polen in unseren Medien. 1 % Die Lage ist nach wie vor Sehr angespannt und an der Grenze des noch zu verkraftenden für die breiten Schichten des polnischen Volkes. Vor allem die stãndig steigenden inflationspreise machen es den Menschen in Polen so schwer. Heute kann man zwar praktisch in Polen fast alles kaufen— von exotischen Früchten bis hin zu techni- Schen Geräten— nur: ganz wenige können in den Genuß dieses breiten Angebots kKormmen. Die Preise steigen bei manchem täg- ſich, bei andererm wöchentlich oder monatlich. Kostete z. Bsp. eine Straßenbahnkarte im Juni 1990 noch 240 Zl., S0O kostete sie im Oktober 600 Z. und ab Januar 1991 soll der Preis nochrmals steigen.— Dasselbe spielt sich bei den Preisen für Woh- nungsmieten, Gas, Strom, ſelefon, Postgebühren und vielem ande- ren mehr ab. Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Die Lõhne, Gehälter und Renten hinken weit nach- gleichzeitig er- folgt auch ein radikaler Ahhau von Sozialen Vorteilen, wie Kranken- haus- und Erholungsaufenthalten. ür Kranke und Aleinstehende, besonders aber für die Witwen ist die Lage in Polen doppelt Schwer. Wir wollen deshalb noch vor Weihnachten eine Paketaktion für ehe- malige polnische KAHãftlinge durchführen. Sie alle wissen sicherlich, daß alle Spenden restlos den polnischen ehemaligen Hãftlingen zugute Kommen. Alle Arbeiten, wie packen und ſansport, sind kostenlos, alle Mit- arbeiter arbeiten ehrenamtlich. Wir wollen diesmal 1000 Pakete(à ca. 810 kc) packen und dafür benõtigen wir etwa 40.000 DM. Wir bitten Sie darurn sehr herzlich, helfen Sie uns, damit wir 1000 Menschen, ehemaligen KZHãftlingen, die unsägliches Leid er- ſitten haben und heute noch leiden, eine Keine Weihnachtsfreude bereiten können. Ein ganz herzliches„Dankel“ im voraus für Ihre Hilfe Sagt hnen Hermann Reineck Prãsident der „Lagergermeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer e. V.“ V vENMCpSSPENdE Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 1 Lagergeme inschaft FE naScgen S=n unSerSE L eSer Mir, die vier MitarbeiterIn- en der Redakt ion, wünschen nS viele Reakt ionen der Le- Serschaft auf das Mittei- Jungsbatt. Ein sicher ver- Ständiches Aniegen unse- rerseits, eider sieht die Praxis anders aus. Nur Sehr vereinzelt gehen Me inungen, Kritiken, inhaltiche Be träge usw. bei uns ein. Moran mag das iegen? Nehmen vir einma) an, daß alle Mit- 9 ieder und ßreunde der Ea- 9ergeme inschaft ganz stark in der Sache engagierte Leu- te sind— jeder an seinem Ort unter Einsatz einer Men- Seeit eei teiungsblatt? Lesen viel- leicht gerade etwas schre iben?! Vverständ- e ne Sicht ASo was tun? Wie solen vir iSSsen, ob die von uns ange- botenen Themen auf das In- teresse der Leser stoſen? Wie kKönnen Nir beurteien, ob die Beiträge die Arbeit der Lagergeme inschaft Spiegeln? Mit Nider- teressant zu wissen, vas die e inzelnen vor Ort tun, vomit Sie sich beschäft igen, woran Sie forschen, auf„e chen Spuren sie suchen, ve lche veranstaltungen sie planten oder besuchten, elche Aus- Stel ungen unbedingt angese- hen werden Soten? jedenfals befriedigend, neben Redakt ionsarbeit auch (hsufig) die Autoren- leisten. Wir wün- eine aktive LS— haltliche Diskuss ion ein- Sie eigene Vorschläge einbringt. Mit9 ieder, das Mittei— 00 weitere Interessenten. Für uns ist sSs „enig der noch arbeit zu Schen uns Serschaft, Diese Viezah] sollte sich ausdrücken in einer Vielfalt von Ideen und Einmischungen, Sote Gestalt finden in der 9eme insamen Gestaltung unse- res Mitteiungsbattes. Nun denn. O7S KSdakt 7on Titelbild aus: Kinder im KZ. Hg. von Dorothea Stanic. Berlin 1982, 2. Aufl.(Flefanten Press) 2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. NAHRUFE E Ernst Cahn ist tot Ein Mitstreiter unserer La- gergeme inschaft Auschwitz, ein Opfer des Maz iregims hat Uns verlassen; vor alem aber haben„ir einen guten Freund verloren. Ernst Cahn Tage nach einer serneut not- vendigen Bypass-Operat jon, verstorben. Alle Kunst der Rrzte konnte ihm nicht hel- fen. Nach den unseigen Nürnber- ger Gesetzen var Ernst Cahn sogenannter Misching 1 Grades“. Er vurde im*Drit- ten Reich“ verfolgt, gedemü- SSi erniedrigt. Ab Herbst 1944 mußte er in die Iegalität untertauchen, „ar von da an bis Ende der Schreckensherrschaft ständig auf der Fucht. Sein Vater und der größte Teil seiner verwandtschaft väterlicher- seits sind in Theres ien- stadt, Auschwitz und in an- Dr. Stanis Jaw L e November 1990 verstarb mein Lagerkamerad Dr. Kosdz ins- Ki. Nir, die Nir ihn kannten, nannten ihn iebevo1) Staszek war Begriff für Häftinge. »Staszek'. Aber nicht nur sin die ehemaligen Kosdz inski deren kKonzentrat ions- und vernichtungs agern umgekom- men, ermordet worden. Nur wenigen Se iner jüdische Verwandtschaft Nar noc rechtzeitig die Fucht aus dem Naz i-Deutschand ge un- 9en, sSie mußten sich dann mit dem traurigen Los von Emigranten abfinden. Das Los, das ihn und se ine Famiie getroffen hatte, hat er nie vergessen. Engagiert und entschossen ist er da- für eingetreten, daß Ausch- itz nie vergessen verden darf. Soeit es sein Gesund- heitszustand zuieß, half er bei unseren Aufgaben in der DOWEA. MWann immer er konnte, kam er zu„icht igen FTreffen unserer Lagergeme inschaft. Se in Rat„ar uns immer„ich- tig und hifreich. Wir trauern um Ernst Cahn Er ird uns fehlen. 0 Horst robsts in ist tot Viele Menschen in alen Ländern Europas lernten ihn kennen durch unzählige Pu- bikat jonen und vorträge. Durch die medizinische Rundschau'(Przegad Lekars- kKi), weche viele Jahre hindurch erschien und deren Herausgabe Vor aem das „——— ———— Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V 3 verdienst von Staszek und prof. Dr. Juzef Bogusz ist. Ein deutschsprachiger Auszug aus der polnischen Ausgabe erfolgte in der 2we ibãndi gen Obersetzung unter dem Titel »Die Auschwit?z Hefte' im Beltz-Verag 1987. Diese umfangreichen befassen sich mit den Storischen, psychischen und medizinischen Aspekten des ebens und Sterbens in Auschwitz. Bände hi— Aber vomit sol] man im 6Ge- denken an unseren Staszek anfangen? Mit Auschwitz, v0 er als Medizinstudent, prak- tisch alS Häftingsarzt half; daſs unzählige Häft- inge über eben konnten, oder daßs er iegale Nach- richten aus dem Lager Sandte, wo er den Massenmord der Nazis dokument ierte? war, o er mit anderen Häft- ingsärzten(Polen, Franzo- sen, TsSchechen, öSterrei-— chern) versuchte Leben 2zu retten? Wo er versuchte— unter unvorstebaren Sefah- ren— Medikamente zu besor- 9en? ES ist fast unmög ich, ales aufzuzeigen. Staszei war ein gäubiger eniSt 5 Bock 20, 9anz 9leich, ob ein Jude, sSin Christ oder ein Atheist ihn um Hilfe bat!— Er war ein- fach ein Mensch, ein Mensch, Nie er sein soIte. Er half, vo immer er gebraucht„urde. Nach 1945, bis 2zu seinem Tode, immer var er für die ehemaligen Häftinge zur bereit. Er und me ine ärzt)ichen Hife Schonte sich nia, Bitten bei me inen Besuchen 'mach doch angsamer' bie- ben ohne Erfolg. mehr. Ein guter Mensch, ein echter Lagerkamerad ist för immer von uns gegangen. Wir trauern um Staszek. Sein Werk Nird veiterleben. Hermann Ke jnecM AUSchtz—Häft ing Vr. 63387 MUnzSehbSng 7 0 0 S Geburtstage 12. 12. 1916 Heinz Putzrath 15. 12. 1924 Ester Bejarano 9. 1.1919 Bermann Reineck 15. 1. 1921 Heinz Herrmann 22. 2.1926 2dz iSa Jan- Kiewic?z 3. 1916 Peter 6ingond 16 3 1916 Boles av F Stefanski 4. 4. 1909 Friedrich Eder 30. 4. 1919 A1fred Przy- byISk Apri 1915 Janina Hauben Stock 4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. FreSFFern miE der GRNuPPS EomcSS uS1S un K i ncSheS Am 27. September var die Gruppe Homosexuee und Kirche“(HUkK) bei der Lager- geme inschaft zu 6Gast. Das Treffen sote dem Versuch dienen, unsere Aufmerks am- keit auf eine Gruppe von Opfern der Nazis 2zu lenken, die- Nie Sinti, Roma und andere- von uns bisher ve- nig beachtet Horden ist. Mit ihrem Sprecher Gunter voz Naren zehn Mitg)ieder der Frankfurter Sektion 2u uns gekKommen, um äber das Thema Homosexuelle in 6e schichte und Gegenwart“ 2u Sprechen. Nach einer Vorste!] ungsrunde berichtete zunächst 6G. Vo2? öber die Entstehung und Arbeit dieser ökKumenischen vereinigung und über ihr In- teresse an Auschwitz. Dabei „urde ua. deut lich, daß die von den Nazis verfolgten HO- mosSexXue) len in der BRD Opfer Seiner doppelten Verdrängung S ind. Sebst unter den ehe- maligen Mithäftingen vird diese Opfergruppe nach Nie vor diskriminiert, as sich das Komitee ehemaliger Häft- inge in Dachau verhinderte, eine Gedenktafe] für die ho- mosekue len Opfer dieses La- gers aufzustelen. öberhaupt S e Sprechende Erinnerungstafen angebracht„orden. In diesem Zusammenhang muß auch gese- hen verden, daß sich vor kurzem eine Initiat ive ge— bidet hat, die in Frankfurt ein Mahnma) für die homose- Xuelen Naz i-Opfer aus die- ser Stadt durchsetzen vi1. Anschließend gab sin Mit- 9 iSed der HUK-Gruppe einen öberbick Gber die Sen von Homo- kKe inesMSg9S be gonnen hat. te der Verfolgung SeXueen, die mit den Nazis Viemehr vurde erschreckend deut ich, daß diese uralte Argumente' und aufgreifen kKonnten: MWiderna- türichkeit, Geme ingefähr- ichkeit, Staatsgefährdung, GeisteskKrankheit, VoOIkKS— Schädling- sauch in dieser zugespitzten Form sind die zentralen Vvorwürfe der nazi- Stischen Progaganda vOh] auch heute noch keinesvegs v5ig Gberwunden. Sie varen auch in den kKZs so weit ver- breitet, daß die Männer mit dem rosa Minke) in der inof- †izijelen Lagerhierarchie 9anz unten anges iedelt varen und von allen anderen Häft- ingsgruppen diskriminier und gequält Nurden, wobei verschiedene psycho logische Mechanismen e ine Roe Spielten. Schießlich las ein Mitg]ied der HUkK den Bericht seines Homosexueen vor, der die Lagerhaft überebt hatte, dessen Schicksal 9 impf- icher veraufen var als das vieler seiner LLeidensgenos- sen, die auch nach 1945 nicht über ihre Erlebnisse offen berichten konnten, da der gleiche 5§ 175„eiter 9alt, unter dem sie von den vorurteief Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 5 Nazis verurteilt worden wa— FSn. Die ansch)ießende Diskuss ion vert iefte die bewegenden In- format jonen dieses Abends, an dem leider vie] zuwenige Mitgieder der Lagergeme in- Schaft teigenommen hatten. Die Anwesenden waren sich Jedenfalls einig, daß der ontakt zwischen den beiden Fortgesetzt„erden S KJas W jmann LLTERATURHLNWEISE zum Thema: Männer mit Der Sericht über Heinz Heger: Die dem rosa Minke]. e ines Homosekxueen Se ine KZ-Haft von 1839— 1945. Surkhard Jeonek: Homosexu- ee unter dem Hakenkreuz. Die Verfolgung von Homoss- Xuellen im Dritten Reich. paderborn 1990 Hans- Georg StümkeRudi Fink- ler: Rosa Minkel, rosa Li— Sten. Homosexuelle und'Ge- Sundes Voksempf inden' von Auschwitz bis heute. Re inbek bei Hamburg 1881 Hans-Georg Stümke: HomoseXu- Sle in Deutschand. SRine poitische Geschichte. Mün- chen 1989 6 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Jugendbegegnungsstätte Auschitz ZwS i aRnS in Peeen mit der Akt ion Sdhnezeichen/Friedensdienste in Auschwitz in der Internat ionalen Jugendbegegnungsstätte Auschwitz eine kurze Zzeit, und auch eine Jange Zeit. Eine 2eit jedenfalls, in der in Po)en sehr, sehr vje geschehen ist. 81icken vir zurück. Herbst 1988: Soidarnosc Wird Wieder zuge lassen, nach acht Jahren im Untergrund, die Verhandungen am ersten der vielen Runden Tische in Osteuropa beginnen. Ein gu- tes halbes Jahr spster, Juni 88 6i ersten(halb-) Freien par amentswahlen. Seit August 1989 die Regierung HMazoiecki, Sin Jahr Jang ist sie nun schon i 9inn der Mirtschaftsreformen gemäß dem Pan des Finanz- ministers Ba)berowicz. Ende Mai*90 die ersten, nun schon ganz freien Mah)en, auf kKommunaler Ebene. Seit Jui sehr autstarke Diskus- s 1onen innerhalb der Soicarnosc, verbunden mit immer heftigeren Angriffen den eigenen Reihen stammen- den— Regierung. zum zehnten Jahrestag der Vertragsunter- ze ichnung zwischen der Oppo- Sit ions bewegung Solidarnose und der damaligen Regierung der VokKsSrepubik S August 1980 steht der zer- fal eben jener, damals s0 kKraftgebenden Struktur kurz bevor. AUSgan9spunkt der heute ist zu einem Teil die nach wie Unruhe 9roßen vor Schwierige ökKonomische Lage des Landes. 2var ist die Inflat ion stark zurückgegan- gen, es gibt schon eine er-— hebiche 2ahl vor aem Kleiner Privatbetriebe, und das verfügbare Marenangebot iSt demjenigen noch vor einem Jahr schlichtweg nicht zu vergleichen. Andererseits jSt die Produkt ion in Polen jedoch vie) stärker zurück- 9gegangen als Srwartet, Nas auch mit einer viel höheren Arbeitsosenquote einher- geht. Nicht nur die davon ausgehenden Angste bedrdkK- ken: Auch för diejenigen, die Arbeit haben, geht das (Real-)E inkommen zurEck. Ein großes Marenangebot ist gut und schön— sofern das Ange- botene auch erschwing)ich jSt. DarUber hinaus ist vie- len der Umgang mit der alten Nomenkatura, den alten Staats- und Parteistrukturen (inc. der Staatsbetriebe) zu zimperlich; es„ird davon aus9egangen, daß Menschen, die früher hohe Posit ionen bekleideten, dies heute — venngleich im S konomi- immer noch tun vielleicht mehr schen denn im politischen Bereich. Sogar der vorwurf an die Regierung Ma- zowiecki„ird aut, die alte NMomenkaltura ediglich ver- ————————— en— Lagergemelnschaft Auschwitz-Freundeskrels der Auschwitzer e. V. 7 drängt zu haben, um nun eine eigene zu bilden. Sicherlich unum- und das gi1t auch für vestiche ökonomen 8—, daß es für S ine Nirt- schaft iche Erhoung Polens eines umfassenden Um- und Entschudungsprogramms in 8ezug auf die ca. 40 Mrd. U8— 5 Aus andsschulden be- 6⸗ Die Altagss ituat ion in die- Ssem so von kKöUften durch- zogenen Land sieht für viele Menschen derart aus, daß sie mehr als ausreichend damit beschäftigt sind, ihr eige- nes Leben zu organisieren— durch Arbeit, oft„sit mehr als 40 Stunden die Noche (damit der Verdienst Uber- haupt zum Leben ausreicht), auf der Suche nach einem Schönen Möbe lstück oder einem best immten Buch(80 sehr groß ist das Angebot gerade der erschwingichen Dinge nun auch Nieder i be i Gartenarbeit (se Ibstgezogenes Gemuse ist biiger), Stcpp. Dabei ist S vei Jahre in Polen, das hieß für mich: zwei Jahre in Oswiecim, 2ischen Krakau und Kattoitz gelegen, die Stadt mit dem deutschen Namen Auschwitz. Dort habe ich gelebt und gearbeitet, als Freiviiger der Akt ion Sühnezeichen/Friedensd ienste (ASF). Auschwitz- da sind sofort ASSoz iationen da, K2, näft- Iinge, Hozbarachen, Gaskam- mern, Hoocaust, sVstemati s ierter und effektivisierter Massenmord an den meisten JUdinnen und Juden Europas. Ganz kKlar, die Gedenkstätte Auschwit? war die Ursache SE Oswiecim 2u leben. Schon Sseit über 20 Jahren organisiert ASF Fahrten vestdeutscher Jugendgruppen nach Polen. Fahrten, die mit Sinem kKnapp einwöchigen Auf- enthalt in einer der 6e- denkstätten ehema) iger deut- Scher Konzentrat ions Jager beginnen, an den sich eine Rundreise durch Polen an- Schießt. Entsprechend haben die Fahrten 2wS 1 Schwer punkte, die allerdings eng mite inander verknüpft sind. Zum Einen die Beschäft igung mit den in den Konzentra- tions- und Mordlagern verüb- ten Verbrechen, mit Okkupa- tionsgeschichte 1939—45 in polen. Da wäre beispiels- eise die begonnene Assoz ia- tionskette ncoh erhebich zu erweitern: Neben dem Hoo— caust, dem Massenmord an den Jüdinnen und Juden Europas, Märe AuschWitz als eines der großen Konzentrat ijons-(und damit auch 2Zwangsarbeits-) Lager für(nichtjUdische) poInnen zu nennen, sStich- vort: Vernichtung durch Anbeit der»Generalpan S MasSSenmord an mehreren s lavischen Vökern vorsah. AuschWitz als 2entrale des MordS an den 2ZigeunerInnen Europas. Und vas ist mit den Kommunisten, Homosexue en, Gewerkschaftern, Arbeits- Scheuen, und„ie die NS-— Häft)ingskategor ien noch a)- le hießen? al) dem Dabei geht es bei 8 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. na i n e ve lche uns innigen Schudzu- ve isungen an junge Deutsche für dama!sS von Deutschen initiierte und begangene Vverbrechen, vie oft von den Ge9gnern einer intens iven Be-— Schäftigung mit dem Phänomen Auschwitz behauptet. Viel- mehr ist es einfach vichtig, als Deutschekß einiges dber diesen Abschnitt der 6Ge- Schichte, die nicht nur deutsch ist, zu vissen, sich venigstens einmal) im Leben damit intens iv ause inander- gesetzt zu haben. 2Zum Einen als Basis bei der Beschäft i- S mit Frage,„ie dieses Auschwit?z mö9lich Mar, was dazu führte, 20 dieser Systemat ik grausam- Ster Unmenschichkeit, der vir seit knapp einem halben Jahrhundert einräumen müs- sen, daß sie eben nur anzu menschenmög lich i Zum Zwe iten hat al) das, vas das Wort Auschwitz“ symboi— Siert, nicht nur 6 Deutsche seine Bedeutung, Sondern ist in vielen Län- dern und Vö kKern, im altäg)ichen Selbstverständ- nis vieler Menschen ein— mehr oder Neniger vicht iger, manchmal 2zentraler standtei. Mit anderen Mor- ten, es geht darum, we— nigstens in SGrundzugen 2u Ssehen, zu Serkennen, welchen Stellenwert dieses Auschwitz aus dem Bickvinkel anderer hat, derer, die dort gefol— tert und gemordet wurden, und ihrer Nachfahren. Und da „ir in Polen sind, heißt das natürlich ganz 2zentral: Mo liegt Auschwitz in der Topo- 9raphie der deutsch- poni- Schen Bez iehungen, viemehr: Melche Rolle spielt dieser Tiefpunkt in den Beziehungen heute? Diese Diskuss ion kann natür- ich nur in internat ionaler Zusammensetzung gaubwürdig und sinnvo) geführt werden. Da sind die 6Gespräche mit den(po)nischen) Mitarbei- terInnen der Gedenkstätte Auschwitz und mit öber leben- den des Lagers sehr vichtig. Beginnend schon damit, daß deutsche Jugendliche sehen, daſßs da keine Schuldvorwürfe gegen sie erhoben werden (vas interessanterweise vor- her immer wieder unterstelt „ird), sondern daß man ih- nen, gan?z im Segenteil, in der Regel sehr freundich bege9net. Und so, vie Shemsa- ige Häft inge mit ihren Gesprächen deutschen Jugend- 9ruppen helfen, die knapp 50 Jahre Distanz zu überwinden, Auschwitzer Realitäten punk- tue]] zu persönichen Erfah- rungen 2u verdichten, s0 machen sie es auch innerhalb ho lens, in ihren Gesprächen mit polnischen Jugend)ichen; durch ihre Präsenz in der polnischen 6eseIschaft und deren öffent ichem Leben Sind sie Bestandte i] der 8 deutung, die Maz iverbrechen in Polen haben. weiterführung s ich auch Land Polen mit den eben, Die 1ogische dieses Gedankens, mit dem heut igen zu beschäft igen, Menschen, die dort jhren Gedanken und Inter- essen, ihren Freuden und Sorgen, der kKutur und der politik, findet ihren Aus- druck sowoh) in dem tradi- tione]) 2zwe iten Tei) der AS- polenfahrten- dem Be- Such mehrerer ponischer Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 9 Städte, Gespräche, Besuch kutureler Veran- Staltungen etc.— als auch 8 1979 entstandenen Idee zum Bau einer Inter- nat ionalen Jugendbegegnung9s- stätte in Oswiecim. Direkt an diesem Ort solte Raum und 6e legenheit geschaffen verden, daßß Jugendiche aus polen, der BRD und anderen ändern sich dort treffen önnten, um sich geme insam Sowohl mit der Prob lemat ik nannt hat. Somit sind es al- So PolInnen und Deutsche, die geme insam die Jaufende Arbeit gestalten, und ent- SpPrechend kommt bisang das Gros der Jugendgruppen, die sich in der IJ88 aufhalten, aus diesen beiden Ländern, denn dort bestehen Kontakte. Leider ist es ja nun nicht so, als müsse so ein Haus nur Stehen, und Sofort Stünden so viele Gruppen vor — internat ionale Gruppen!—, daß die Jahres- Auschwitz als auch deren Bedeutung heute, mit dem und in dem Kontext gegenwärtigen Lebens also, ause inanderset zen zu können. Seit Ende 1986 steht sie, die Internat ionale Jugendbe- 9e9nungsstätte(ITJ8S). Man mußß vorausschicken, daß das Haus der Stadt Oswiec im ge- S das poInische Jugendreisebüro Juventur als Bewirtschaftungsträger Sr— 7 panung schon vo wäre. Das liegt daran, daß Sinn und Chancen eines mehrtägigen Aufenthalts in Oswiecim, wis ich sie oben kurz andeutete, für Menschen a8 Schwer nachzuvoziehen sind, die noch nie an sinem solchen Aufenthalt teigenommen ha- ben. In der B8R gibt es kKreise, aus denen heraus Leute schon seit vielen Jahren Gedenk- Stättenfahrten nach ho len machen(die organisiert ASF 10 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Nachfrage nach IJBS-Aufent- halten von bundesdeutscher Seite auch sehr groß. In- nerhalb po lens iSt das anders; dort hat Auschwit?z einen ganz anderen Stellen- wert in der nat ionalen Er- innerung als bei uns. Das problem, daß in der Schule nicht oder kaum über dieses Thema gesprochen vird(wie es bei uns Jeider immer noch nicht. Ein-Tages-Fahrten in die 9roßen Gedenkstätten Shemaliger Konzentrat ions la- ger finden viele statt, und fast jedeR polnische Jugend- iche nimmt eimal im Leben daran teil. Da ist die Schwierigkeit 2u verdeut- lichen, vas ein mehrtägiger Aufenthalt in Oswiecim dar- über hinaus noch Neues »bringen“ kann. Warum Ausch- „itz? Mit Deutschen kann man SE S derswo treffen? Und das 2u— mal in einer Situat ion, in der in Polen die Aufarbei- tung der Stalinistischen Verbrechen beginnt und dieses das die Medien be- herrschende Thems ist. Und doch, enn auch oft nicht an allererster Stelle sichtbar, Spielen die Naz iverbrechen im deutsch-polnischen Ver- hältnis nach vie vor eSine „ichtige Rolle, gerade in Sſ z19Ste Jahrestage und deutscher Vereinigungsjube! aufe inanderprallen. Da ist es eiterhin wichtig, das eigene Interesse, das Nicht- vergessen deut ich zu machen — ohne natürich dabei ste hen bleiben zu dürfen, in der fälschlichen Ansicht befangen, nun kKenne man Polen. Für die Beschäft igung— auch die geme insame— ist der Ort Se lbst so Nichtig, de allein Schon die kKonfrontat jon mit ihm, mit den Bäumen und dem Gras, die dort neben den Ruinen der Gaskammern vach- sen, veil dieser Ort allein in der Dialekt ik Se ines Se ins unzählige Gedanken und deren Austausch fördert. Ganz zu schweigen von den Mö9 ichkeiten, die in de IBHBS ohnende Gruppen in der Gedenkstätte haben, dank der veiPreichenden und großzügi- 9en Unterstützung durch die Mi tarbeiterInnen der Gedenk- Stätte. Seien es nun prakti- Sche Arbeiten auf dem Ge län- de, die Lesemög ichkeit im Archiv, Tonbänder mit im La- 9er komponierter NMus ik oder die Ausstelung von Häft- ingen geschaffener Kunst- verke— al) das sind Zugänge zu Auschwitz, die über den Rahmen des»“0bichen“, das auch anderswo mö9) ich ist— Texte, Gespräche, FiIme— veit hinausgehen. Die IJBS kann(umd vi11) sich naturich nicht aus der Umgebung Jösen, in cer sie Steht, und das heißt, da die ökonomischen Prob eme des Landes— s.o0.— Stwa auch die Finanz ierungsmö9- lichkeiten poInische Gruppen sehr erschweren. Das betrifft allein die Anreise per Eisenbahn, deren Preise in den Jetzten Monaten gan?z Serhebich gest iegen s ind. Der Aufenthalt selbst, Un- terbringung und Verpf egung in der 1JBS, verden stark bezuschußt. natürlich, daß Ro))e vieler Bezug auf das Tatsache ist in Polen die Menschen in Lagergemelnschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 11 alte Staatssystem, ihr Ver- Nomenkaltura, sehr diskutiert„ird. Das betrifft die Partnerorgani- sat onen der Aktion Sühne- ze ichen genauso wie alle an- deren auch. Ich denke, hier muß man sich orient ieren, ver in Polen inhaltich an der Arbeit der IJBS inter- ess iert ist, und soIte auch neue FKontakte 2zu versuchen, Gnopren, al)) dies jedoch aus einem inhaltlich begründeten Interesse heraus. Die Zah) der Jugendbegegnun- gen(d. h. v. a deutsch-poni- Scher) in der 1IBS ist Jang- Sam, aber stet ig im Steigen begriffen, und viele von ihnen haben nicht nur 2u andauernden inst itut ione en Kontakten, sondern auch 2zu einer ganzen Reihe persöni- cher»internat ionaler“ Freundschaften geführt. 8o, „ie auch viele 6Gespräche— und auch konstrukt ives, ver- Ständnisvoles Schweigen— von dem sehr persönichen verhältnis Einze ner 2zu dem Ort Auschit?z motiviert Sind, das seinerseits erst an diesem Ort aus dem Donterbeußrse kare Gestalt annahm und s80 e inem Umgang damit, und ein Mitteilen an andere, Srst ermöglichte. Und das schließich ist es 5 persönliche Ause inanderset- zung miteinander— was erst zum virkichen Verstehen der Situat ion der oder des e- eils anderen führen kann. Menn ich davon spreche, die I08B8 stehe in ihrer Umge- bung, dann bezieht sich das a die Soz ioSkonomische Lage Po— lens, sondern auch sehr kon- Kret auf die Stadt Oswiec im. In der relativ venigen Leu- ten bekannt ist, vas nun genau in dem Haus geschieht - und es äre sicher)ich 9ut, venn sich das auf ab- Sehbare Zeit ändern könnte— realistisch betrachtet muß man aber einräumen, daß dies in siner beliebigen ver-— 9 leichbar großen Stadt der BRD mit einem dort anges ie- deten Haus nicht vie) an- ders wäre, zuma] bei einer derart komp lexen Thematik. SchUerInnen verschiedener Schulen der Stadt Kommen 5öf— ters in die Begegnungsstät- te, zu Gesprächen mit Grup- pen, Oswiec imer gestalteten vor kurzem eine Ausstelung, die in der Begsgnungsstätte 9ezeigt„urde, es gibt einen Kreis junger Oswiec imer- Innen, die auch ohne in- Stitut ionelle Anbindung be- 9 innen, die Arbeit in der IBS akt iv 2zu unterstützen, bei der Gestaltung von Grup- penaufenthalten mitzuwirken, es gibt das Projekt einer Fimoche, etc. pp. Das ist, denke ich, doch schon so sSiniges, was sich dort entwickelt hat. Drei- Sinhalb Jahre sind für ein derartiges Projekt ohne Präzedenzfal)“(die 1B8 jSt das einzige Haus dieser viel, angsam 2zeichnen sich Konturen internat iona)er Ar- beit ab, und ich glaube, daß das Haus- bei aler ange- brachter Kritik- noch sehr viele Mö9 ichkeiten birgt. Nicht umsonst heißt es al- lerdings auch: Gut Ding i11 Me ie haben! 12 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Mer mehr über die Akt ion Sühnezeichen, die Internat i- onale Jugendbegegnungsstät- te, Fahrtmög ichkeiten, etc. Nissen i, vende sich an: Rampe Auschwitz-Birkenau hier enden alle Gleise alle Linien alle Himme! du hörst nur die Sprache des Grases es wächst Hans O. Schne 1de Die Puppe im Schottenrock und Jacke aus ge bem Samt vartet sie im Kasten in Auschwit? mit zerschlagenem Schäde! gans C. Schne 1de Akt ion Sühnezeichen Po lenreferat Jebensstr. 1 1000 Berlin 12 te 030 65 Jan KrSbS SSSSSSSSEESESES Der Dank im ESrsten Krieg ein Bein veroren für ein Vater and dafür ein Ho)zbein die Nürnberger Gesetze und kein Vater and vohin auch gehen Juden sind verboten kKein Ausweg mehr aus kKrieg und Ghetto im Viehwaggon die Jetzte Fahrt: ins 6Gas und die Gehprothese im Museum zur Erinnerung hinter 6as ans O. Schns Jde SSS ⁰ Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 13 Kontroverse Einige Anmerkungern ode O7sSKoss 1on Ober dYe ahen, die von Sinem ande- e 6Ss chtspunkt as oem de„issenschaftichen XES— nUng der Frage asgeht, ist schJechthin nmora)isch nq vSewerfich. W. Scheffer, 1960 Jode Serechnung ist in ßrage 20 Ste!)Jen. R. Hiberg, 1990 Jui 1990 verbreitete dpa eine Medung, nach der ponische Histor iker die Zah) der Opfer in Auschwit?z revidiert haben. Im fogen- den drucken vir diese Me— dung sowie einige Reakt ionen in der Presse darauf ab. Mir tun dies, obwoh) wir im a)1— geme inen Nieber darauf ver- zichten, Texte nachzudruk- en, die bereits anderweitig Sorschienen sind, und obwoh auch die Me inung vertreten Nird, dieses Problem Nieber ruhen zu lassen(vg1. dsen Leserbrief von Hermann Reineck in diesem Heft). vor aem aus Fogenden Gründen solIte u.E. auf dis Revision der Opferzahlen S ingegangen verden: 1 Die Diskuss ion um die Zahl der Toten in Auschwitz verdeut icht, daß sich die »Lagergeme inschaft Ausch- „itz/Freundeskreis der AuSchw i E= uncd die Zaher Auschwitzer s.V. in ihrer Aufkärungsarbeit an cden Er- 9ebnissen der historischen Forschung orient ieren muß. 2/ Die unterschiedichen Re- akt ionen auf die Agenturme])- dung zeigen zum Tei) eine erstauniche, ger bestürzen- de Unkenntnis der Fakten, ein weitverbreitetes Hab Nissen. 3/ Die Korrektur der bisher Henannten Gberhöhten zahlen meakiert einen Mendepunkt in der Arbeit des Staat ichen NMuseums Auschwitz. Zu. Punkt 1: Aufklärung ist ein schwieriges Unterfangen und kann nur auf der Grund- lage Nissenschaft ich gesi- cherter Erkenntnisse gelei- tet erden. Mer mit unbe- le9baren Behauptungen und anfechtbaren Argumenten han- tiert,„er die Befunde der historischen Forschung igno- riert, schadet der Sache, der er zu dienen meint. So1] unser vorhaben 9e ingen, müssen ir überzeugen kSn- nen, müssen Nir Tatsachenbe- hauptungen aufstelen kön- nen, die Zweife) und Ungäu- bigkeit, Skepsis und Infra- 9estelung, LSeu9nung und Verharmlosung unmbgich ma- chen. Dokumentenkenntnis und Que] entreue müssen die Arbeit der»Lagergeme in- 14 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Schaft* auszeichnen. Die Darstellung der historischen Wahrheit ist eine unserer Aufgaben, und sie kann nur erfüt„erden, venn ir Sachkundig, seri5ö8 und 9aubwürdig sind. zu Punkt 2: Die Deutsche Presseagentur hat mit ihrer Me dung keine geringe Ver- virrung gestiftet. Die längst fällige Korrektur der überhöhten zahlenangaben in den Pubikat ionen des Staat- ichen MuSeums Auschwit?z präsent ierte dpa als Ergeb- nis»jüngster Untersuchun- gen“. Die Agentur machte aus einer in der Fachwet vo1— kommen unstrittigen S kenntnis eine sensat ionelle Nachricht und verleitete da- durch manch vOhme inenden Kommentator zu unbedachten Urteilen. offenbare Unwis- Senheit und Entrüstung spiegeln einige Kommentare vider, und selbst vor Ner- dächt igungen schreckten vofr— eiige Schreiber nicht 2?u- rück. Die seinen unterste]- ten ant ipolnische, andere ant ijüdische Mot ive; an- Sche inend weiß man nicht oder vi nicht Nahrhaben, daß Franciszek Piper—„ie 65tz Aly in seinem Kommentar in gebotener Sachlichkeit darge legt hat—'öffent lich Jahren unter Histor ikern Konsens ist.“(vg1. auch unseren Bericht im MB Nr. ErsStaunich und bestürzend ve Ich unvorbe— reiteten Boden die Me dung al Iseitige Un- kenntnis der historischen Tatsachen hierzulande deutet darauf hin, daß unsere Zeit- geschichter trotz vielfäl- tiger Anstrengungen Nenig ausgerichtet haben. Ihre vornehme Zurückhaltung, heik)e Fragen außerhalb des akademischen Betriebs anzu- sprechen, sie in der öffent- ichkeit zu diskut ieren, die Tabuisierung offener Fragen und Probleme, var der Ver- mittung der historischen Wahrheit venig dienlich. NMeben den Reakt ionen auf 4 Me dung gab es auch ein auf- fäiges Verschweigen der Informat ion. Nicht venige vichtige zeitungen übergin- gen die Meldung und ver- mieden es augensche inlich, das schwierige Thema anzu- Sprechen. zu Punkt 3: Der Reputat ion des Staat lichen Museums Auschwitz hat es geschadet, daß sich se ine Mitarbeiter in ihren akribischen und ma- ter ialreichen Arbeiten ge- zwungen sahen, die bereits im Frühjahr 1945 von der Außerordent lichen Sowjeti- schen kKommiss ion 9enannte Zzahl von vier Miionen Op- fern zu„iederholen(vg1. IM, 6 Bd XXXTX, 8 2 ner der namhaften Historiker außerhald Polens hat jemas diese 2ah) genannt. Drei 9eichsam prominente frühe Beispiele mögen dies in al- ler kKürze zeigen— veitere Nießen sich anführen: — Son PoLiakov bezweifelt in seinem Merk 8SViaire de 7a Haine. 16 TTTe HKe ich st 7e8 017S(Paris 1951) die von Höß in Nürnberg gemach- ten Angaben und schreibt: Apres une trentaine de mois d'act ivite intense,)e bilan d'Auschwit?z S'etablissait Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 15 comme suit: pres de 2 mi— ions(ce chiffre ne pourra jamais 6tre Stab] avSc procis ion) d'exterminat ions immediates, auxqueles ve- naient s'ajouter enViron 300 000 dsces de detenus im- Reit Linger zitiert aus dem am S Nürnberg verlesenen Bericht der Sowjetischen kKommiss ion und ste)t kKritisch fest: — Gerald i efficients' and the figure of four miions has become ridicuous. Unfortunatel Russ ian arithmetic has burred the stark and in- escapab)e facts that litt)e less than a miion human beings per ished in AuschWitz, its gas chembers S Attembt t1o EXterminate the Jew8 o7 SUnope 7939— 7545. London 1853 8 50 — BRaul Hi Lperg nennt in sei- nem monumentalen Merk VThe DestrCot jon of the EuUropean 96 8 572, Tab)e 78) die Zah) von Siner Miion ermorderter Juden in Auschwitz. Die Gesamt zah]) der in den Lagern getöteten Juden gibt Hiberg mit drei 6 0 Festgehalten erden muß, daß bis in die sachtziger Jahrs hinein ausgewiesene kenner der Materie unterschied]i- cher Auffassung waren. 80 stritten sich im Mai 1984 in Stuttgart auf dem kKongreß »Der Mord an den europäi- Schen Juden im Zveiten Meltkrieg— Entschußbi dung und vervirkichung“ vehuda Bauer und Raul Hiberg. Bauer nannte die 2Zah) von berg idersprach ihm vShement(v91. De Mond an den JUdem 7m 2ZMe iten Met- Krieg, hrsg. von E. Jäckel/ S hat sich Bauer korrigiert In seinem Beitrag auf der 4. Internat ionalen Historischen Konferenz in erusalem im Januar 1980 vermochte Aharon eiss nur HMincdest- und Höchstschätzungen zu nennen und gab für Auschwitz die Mindestzah)]'über 1 200 000“ e 600( trat on Camps. Hrocssdings o the ßFoUnth Ved Vashem Tnn- tornst iona! Historica 6Con- Forehnce, Jerusalem 1984, 8S. 0 Mittlerweile scheinen die Hoocaust-Forscher sich dar- über einig zu sein, daß die Zah) der Opfer in Auschwit?z unter zwei Miionen iegen dürfte. Durch die nunmehr erfolgte Revision unbelegter, von der Forschung nicht bestät gter Zah lenangaben hat das Staat- liche Museum Auschwitz als viSSenschaft iche Einrich- tung, haben seine Mitarbei- ter Anschuß an die interna- tionale Forschung gefunden. »Mahrheiten' und vorgegebene»Erkenntnisse' Nird es in ihren Pub)ika- tionen fortan nicht mehr ge- ben, politisch- ideo logisch bedingte Vorgaben werden sie nicht änger berücksichtigen verordnete 16 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. müssen. Da endlich auch in polen die Freiheit der For- Sn Si es jetzt das Anliegen der Historiker hierzulande, in Israel, in den USA und an- dersSwO Sein, in einen fruchtbaren Arbeitskontakt mit ihren polnischen Koeg- Innen zu treten. Für das Mu- Seum in OsMiecim vwäre diese Zus ammenarbeit ein 9roßer Gewinn. Unsere gepante S Auschwitz' müſste u. a. auch die Forschungsarbeiten von Mi tarbeitern des Museums im Aus land fördern und unter- Stützen. WenS Kenz Söddeutsche Zeitung Nr 164 Die Zahl der im NS-Konzentrations- lager Auschwitz-Birkenau Ermordeten liegt nach jüngsten Untersuchungen polnischer Historiker wahrscheinlich zwischen einer Million und 1,5 Millionen Menschen. In Auschwitz sei inzwischen die Tafel mit der Zahl von vier Millionen Opfern entfernt worden, berichtete die Zeitung der Solidarität Gazeta Wybor- cꝛa Der Vorsitzende der Zentralrats der Ju- den in Deutschland. Heinz Galinski, kri- tisierte den Abbau des Schildes, über den er bisher nicht informiert sei, als eine Verhöhnung der Opfer“ Er sprach von Zahlenspekulationen“ an denen er sich grundsätzlich nicht beteilige, da sie nur der Relativierung der NSVerbre- chen dienen sollten. Für ihn sei es histo- risch erwiesen. daß in dem chlimmsten Vernichtungshof der Welt“ vier Millio- nen Menschen umgekommen seien. Ga- linski ist selber ein Uberleberder von Auschwitz. Uper die Zshl der in Auschwitz Ermor- deten hatte es nach dem Zweiten Welt- krieg unterschiedliche Schätz ge- vom Institut für Zeitgeschichte auf An- krage erklärte, geht die Geschichtswis- senschaft heute davon aus, daß minde- stens eine Million Juden in Auschwitz- Birkenau getötet wurde Der 1961 in Israel hingerichtete NS-Kriegsverbre- cher und Organisator des Holocaust, Adolf Eichmann. hatte in seinem Prozeß selber von 2,5 Millionen Ermordeten im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gesprochen. Diese Zahl sei jedoch nach den Erkennt- nissen der Geschichtswissenschaft ein- deutig zu hoch. sagte Frau Schardt. Ins- gesamt seien während des Zweiten Weltkriegs zwischen fünf und sechs Mil- lionen europãischer Juden von den Na- zis ermordet worden, faßte Frau Schardt den Stand der Forschung zusammen. Die neuen polnischen historischen Stu- dien führte der Leiter der geschicht- lichen Abteilung des Auschwitz-Muse- ums, Franciszek Piper. Er stützte sich dabei auf Angaben über die numerierte Zahl der Gefangenen, die Korrespon- denz über Transporte nach Auschwitz sowie he Angapen, die aus ver- geben, die bis zu vier Millionen reichten. Wie die Politologin Angelika Schardt schiedenen Gettos in Europa erhalten geblieben sind. Danach sind in Ausch- Historiker: Zahl der Auschwitz-Opfer zu hoch polnische Wissenschsftler sprechen von 1,5 Milionen Toten/ Galinski empört witz mindestens 1,3 Millionen Menschen in das Lager gebracht worden, davon 1,1 Millionen Juden, etwa 150 000 Polen. 23 000 Zigeuner und 15 000 sowjetische Kriegsgefangene Auschwitz überlebt hätten 223 600 Gefangene. Somit dürfte die Zahl der nachweisbaren Opfer etwa 1,1 Millionen betragen, darunter 960 000 Juden, 70 000 bis 75 000 Polen. 21 000 Zigeuner und 15 000 sowjetische Gefan- gene. Piper betonte daß diese Zahlen nicht vollstündig seien. Es dürften bis zu 1,5 Millionen Menschen in Auschwitz- Birkenau umgebracht worden sein. Ge- nauere Informationen könnten aus der Lager-Dokumentation hervorgehen. die aber von den Sowjets 1945 abtranspor- tiert und bisher nicht zurückgegeben wurde. Wie Gazeta Wyborcza schreibt, sollen die Untersuchungsergebnisse von Piper Anfang kommenden Jahres im Verlag des Museums und gleichzeitig im Insti- tut Jad Vaschem in Jerusalem erschei- nen. Chefredakteur von Gazeta Wybor- cꝛa ist der Historiker Adam Michnik, der jüdischer Herkunft ist.(dpe) Franfurter Rundschau Mittwoch, 18. Juli 1990, Nr. 164 Zãhlappelle Es gibt Dimensionen des Grauens, die sich dem Begreifen und selbst der Dar- stellung entziehen. Die planmäßige Ver- nichtung von Millionen von Menschen in den Konzentrationslagern der National- sozialisten ist ein solcher Vorgang, der die Sprache versagen läßt. Wieviel weni- ger noch können da Zahlen mitteilen über Erniedrigung, Folter und Mord. Sei es denn, daß die Allgegenwart der Buch- haltung, auf die sich solche Zählappelle stützen, die Abwesenheit jedweder Menschlichkeit noch hervorhebt. Etwas von dieser Kälte übernimmt zwangsläu- fig auch die Geschichtsforschung, die sol- che Zahlen zur Grundlage ihrer Arbeit macht, selbst wenn dies handwerklich korrekt und in bester Absicht geschieht. Es wäre in der Tat, da hat Heinz Ga- linski— selbst ein Uberlebender aus Auschwitz— recht, eine Verhöhnung der Opfer, nun einem Streit zusehen zu müs- sen, ob vier Millionen, 2,5 Millionen(wie Adolf Eichmann behauptete) oder 1,5 Mil- lionen Menschen in Auschwitz-Birkenau umgebracht wurden. Und nur in kranken Hirnen kann die Hoffnung keimen, durch solche unerträgliche Zählerei die Verbre- chen und die Bürde der Vergangenheit zu relativieren. reck ₰ Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 17 die tagegeitung u MrIwoch, 13.7.90 Auschwit? und die Zahlen Was Historiker längst woßten, ist jetꝛ ðfjentlich Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs revidiert. Die Deutschen sind wieder wer. Wird nun selbsi Auschwitz relativiert? Die Gedenktafel in Auschwitz-Birkenau ist abgenommen— sie wird durch eine neue Tafel ersetzt werden. Statt vier Millionen Ermordeten, werden es dann eineinhalb Millionen Opfer sein. derer dort gedacht wird. nschier atemberaubendem Tempo werden die Es war kein bundesrepublikanischer Rechtsra- dikaler. kein Propagandist der„Auschwitzlüge“, der diese Revision vornahm, sondern der renom- miere Leiter der geschichtlichen Abteilung des Auschwitz Museums, Francis?zek Piper. Piper machte damit õffentlich, was seit Jahren umter Hi- Storikern Konsens ist. Die politischen Verhãlt- nisse innerpolnische und imernationale Rücksich- ten haten ihn bislang daran gehindert, õffentlich zu Sagen, was die Zeitgeschichtsforscher längst wuß- ten, aber von einem franzõsischen Kollegen abge Sehen, niemals aussprachen. Wer wollte sich schon in Zahlenstreit einlassen. wo moralische Betrof- fenheit Erinnerung andas Martyrium der Opfer und die Suche nachder eigenen Schuld gefragt wa- renꝰ Die absolute Zahl der Opfer und die annãhrend genaue Bestimmung dieser Zahl relativier Ausch- wit⁊ nicht. Heinz Galinski hatunrecht, wenner angesichts der neuen Zahlen von einer, Verhöhnung der Op- ferꝰ und von(unhaltbaren) /Spekulationen“ Spricht. Tatsãchlich hat sich auch Galinski schon vor Jahren bei Berliner Historikern erkundigt, wie das denn mit den Zahlen sei.. Das Beriner Zen- trum für Amisemitismusforschung war aber— und Zwar entgegen besserem Wissen— nicht bereit, eine Klare Amwort zu geben. Recht hat Heinz Ga- linski freilich, wenn er daran festhãlt, daß Ausch- witz„der schlimmste Vernichtungshofder Welt“ war. Die Revision der Zahlen ãndert daran nichts. Bleibt nochdie Frage wie es zu der falschen Zahl von vier Millionen Opfern kamꝰ Als die Rote Armee das Lager im Januar 1945 befreite, standen Sowohl das gefangengenommene SSPersonal als auch die überlebenden Hãftlinge unterdem Ein- druckder Ungarn-Aktion? des Sommers und Spãtsommers 1944. Damals waren inden Gaskam- mern von Birkenau tãglich bis zu 20. 000 ungari- Sche Juden und Jũdinnen ermordet worden. Ent- prechend hoch fielen die Vermutungen dieser Zeugen überdie Gesamtzahl der Opfer aus. Die so wijetische Untersuchungskommission überprüfte diese Angaben mittels einer Hochrechnung aus dem Verbrauch des Gifigases Zyklon B und kam dabei ⁊u einem ãhnlichen Ergebnis. Das wurde festgeschrieben und die politischen Verhãltnisse erlaubten es dann bis heute nicht mehr, es 2u korri- gieren. Götz Aly Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von Gõtz M. Vergl. auch den eine Seite um- fassenden Artikel von Götz Aly: Auschwitz und die Leichenarithmetik, in: taz vom 8 1990 18 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Süddeutsche Zeitung Nr. 165 Freitag, 20. Juli 1990 Die falschen Zahlen von Auschwitz Als ob bei den Uberlebenden des Holo- caust gerade in diesen Monsten der deut- schen Einigung nicht schon genug Angste geweckt worden wären: Die Aufklärung über die Schreckenstaten des SED-Re- gimes war schon Wasser auf den Mühlen vieler Deutscher, die immer schon die eigenen Verbrechen aufrechnen wollten. Die Erleichterung war bis tief in die Publi- zistik hinein zu spüren: Was haben wir Deutsche nicht alles durchgemacht, auf also zum(von der Erinnerung befreiten) Deutschland einig Vaterland! Jetzt, da die Lasten des Naziterrors allein wieder auf die wirklichen Opfer zurückfallen, kommt aus Polen die auf- wühlende Kunde, in Auschwitz sei eine Gedächtnistafel entfernt worden, weil die darauf festgeschriebene Zahl von vier Mil- lionen Ermordeten zu hoch sei. Neuen Forschungsergebnissen zufolge liegt sie zwischen einer und anderthalb Millionen Wir hören sie schon triumphieren, jene Geschichtsverfälscher und ihre furchtbare Anhängerschaft, die die Zahl der Nazi- Opfer seit jeher für maßlos ũbertrieben hielten. Doch sie haben nicht recht bekom- men— sie haben nur einen neuen Vor- wand, um die Vernichtungslager zur Fuß- note der Geschichte zu verniedlichen. Auschwitz steht, so hat es Heinz Galin- ski zutreffend beschrieben, für den „Schlimmsten Vernichtungshof der Welt“ Aber gerade weil das so ist, wird, anders als Galinski befürchtet, seinem Schrecken nichts genommen, wenn die bislang ange- nommene Zahl tatsächlich falsch sein soll- te Sind 1,5 Millionen Opfer allein in Auschwitz leichter zu fassen als vier Mil- lionen? So schwer es fallen mag, man sollte diese Zahlen nicht zu Symbolen machen. Ohnedies wird es schwer genug Sein, die Erinnerung an die Vergangenheit wachzuhalten. gio. —— Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V 19 DER SPTLEGEL, Nn. auS: „Ich empfinde Verlegenheit“ Der polnische publist Emest Skolski über die neue AuschwDiskussion in Warchu atte die Welt nach Kriegsende erfahren es seien in 1 Auschwitz eine bis eineinhalb Millionen Menschen er- mordet worden nur weil sie als Juden geboren wurden. dann wären diesem Ort für alle Ewigkeit Grauen und Ehr- turcht sicher Diesem Or waren Grauen und Ehrfurcht sicher, freilich in der Uberzeugung. hier seien vier Millionen Menschen umge- bracht worden Jetz scheint gewiß zu sein, was Zeithistorikern schon län- ger bekannt war: daß es eine bis eineinhalb Millionen Opfer gewesen sind. Andert sich dadurch etwas in uns? Gar nichts àndert sich in der Generalbilanz dieses unfaßba. ren Verbrechens In ihr stehen auch weiterhin sechs Millionen von den Nazis ermordete Juden?u Buch. Weniger als ange- nommen waren es in Auschwitz das aber auch so jener Ort bleibt an dem in so kurzer Zeitspanne die größte Zahl von Menschen in der Geschichte umgebracht wurde Doch die Notwendigkeit einer Korrektur der Opferab- len hat unserem Vorstellungsvermõgen einen Schlag versetzt Die Zahl von vier Millionen wurde gleich nach der Befreiung von der sowjetischen Kommission zur Erforschung der Naziverbre- chen festgelegi. Sie hatte an die 200 Zeugen gehort. die sich großteils noch in einem Schockzustand befanden und die Kapazität der fünf Krematorien in der Zæit ihres Betrie- bes errechnet Die vier Millionen sind dann von der polni- schen Kommission. die Auschwitz untersuch- te übernommen worden— und diese Zahl wurde auch vor dem Nurnberger Tribunal ge- nannt. Sie schien durchaus glaubwürdig, das bleibt tendenziòs. Und es war unser“ Irrtum wenn mit uns“ Gegner von Faschismus und Rassismus gemeint sind Wahrscheinlich wurzelte der Irrtum in der begründeten Emporung. die dazu verleitete sich über Unsicherheiten hin- vegusetzen. Doch er war auch das Werk anderer Mörder die daran ein Inieresse hatien die Schuld ihrer Konkurrenten auf dem Gebiet des Võlkermordes noch grausiger darzustel- len, als sie tatsãchlich war Das Wissen über die Vernichtungslager ist nicht etwas so Neutrales wie etwa das Wissen über Grãber aus der Jungstein- zeit. Die Feststellung in Auschwitz seien nicht vier Millionen. sondern womöglich weniger als die Hälfte dieser Zahl von Menschen ermordet worden kann Wasser auf die Mühlen von Antisemitismus oder Neofaschismus sein. Das judische Milieu reagiert vertandlicherweise allergisch auf alles was mit dem Holocaust verbunden ist: Jegliche Zah- lenkorrektur über das Martyrium des jüdischen Volkes ist ei- ne Zumutung auch wenn die Opferzahlen nur verlagert werden stets ein Versuch. die Ver- brechen zu relativieren, und damit ein antise- mitischer Akt. Rationalen Beweisen und Ar- gumenten gegenüber bleiben die Betroffenen verschlossen. Zahlreicher aber sind jene nach deren Uberzeugung nichts aus dem angegebe nen Grund geschieht, und schon gar nicht aus Zufall. Nach deren Meinung muß es eine Ver- schwörung gegeben haben, gegen die Juden. obgleich man sich auch Leute vorstellen kann, die himer den neuen Zahlen eine jüdische Verschwõrung wittern. Schließlich wurde die Entiernung der Gedenktafel zu einem Zeit- punkt entschieden, in dem ein deutliches An- wachsen von Antisemitismus zu beobachten Verbrechen gespenstisch jenseits aller Vorstel- lung und kaum jemand war geneigt sich mit Details aufzuhalten Vier Millionen Auschwitz-Opfer standen auf den Gedenk- tafeln und setzten sich in der Erinnerung der Uberlebenden fest. Im Lauf der Jahre haben sich viele Historiker vemchie- dener Lander mit dem Thema beschäftigt. Sie kommen auf unterschiedliche Opferzahlen von denen allerdings jede niedriger war als die vier Millionen Die Daten Georges Wellers aus dem Dokumentations- zentrum für jüdische Gegenwart in Paris sind, bisher, die genauesten, was nicht bedeutet. daß sie auch die zuverläs- sigsten sind. Laut Wellers sind 1 610 455 Menschen in dieses KZ gebracht worden von denen 1 471 505 ums Leben ge- kommen sind. 1 352 980 davon waren Juden. Eine unbe- summte Anzahl von Häftlingstransporten aber ging direkt in die Gaskammern, ohne Spuren in Dokumenten zu hinterlas- sen ln dieser Situation hat sich die Direktion des Auschwitz- Museums enischlossen die Gedenktafel mit der Zahl von vier Millionen zu demontieren Ob das ein weiser Entschluß war? Ich glaube nicht. Hatte ein besserer gefaßt werden können? Ich bezweifle es lch gaube auch nicht. daß es aus einer furchtbaren Situa- uon einen guten Ausweg geben kann. Er ist meistens schlecht oder noch schlechter. Außerdem hängt alles von dem Grad des Engagemenis und der Sensibilitàt desjenigen ab. der das beurteilt Was mich betrifti. empſinde ich als Pole vor allem Verle- genheit. weil die Siuauon außerordentlich peinlich ist. Der lrrium obwohl vor langer Zei von anderen begangen Splkklritel 6/1979 ist, nicht nur in Polen Wenn es keinen guten Ausgang aus einer schlechten Situation gibt. dann gibt es dafür auch keinen günstigen Zeitpunkt. Aber warum hat man diese unselige Gedenktafel mit ihren falschen Zahlen nicht einfach an ihrem Platz gelassenꝰ? Würde dann angesichts der sich häu- fenden, ihren Inhalt korrigierenden Fakten, nicht bald schon der Vorwurf laut. sie sei eine Fälschung um die projũdische Propaganda zu unterstuten? Ich gebe zu. daß man manchma! die Wahrheit verheimli- chen— also lügen- muß. zuweilen sogar aus erhabenen Moti- ven etwa aus Miteid oder aus Feingefühl. Doch immer Johnt es sich zu wissen, warum man das tut, was die jeweilige Ab- weichung von der Wahrheit bringt Hier hatten wir es mit einer Situation zu tun. in der jeder Schritt wie jede Unterlassung zu unbekannten, womöglich schlimmen Folgen führen konnte. Und da wir nicht genau wis- sen, mit welchen Folgen zu rechnen ist, lohnt es schon, sich den Luxus der Ehrlichkeit zu leisten und sich. wie in diesem Fall. so weit wie möglich der Wahrheit anzunãhern Wenn auch die Wahrheit nicht immer das Gute ist, 80 ist viel ofter die Lüge das Böse. Stellen wir uns doch vor man hätie sich 1945 vſel mehr Mühe gegeben, zu größerer Objek- ivitãt gezwungen und nicht jene überhõhte Zahl von vier Mil- lonen Auschwitz-Opfern genannt Das Grauen und die Empörung über die dor begangenen Verbrechen waren nicht geringer das Gedenken an die Opfer ware ebenso tief Stolski. 55, Mitordeſer der Solioornosc seit 1980 ist nsole Vechel cer hbetolen Zenung Gazeta Whorcz« Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von Frnest Skalski, Gazeta Wyborcza/ Warszawa. 20 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. ————— AlICERMEIME x U D I8 CR E w O C H EN?ZEITUNG 26. Juli 1990 —— 45. MHRGANG Nr. 30 Zynische Zahlenspiele Von Hermann Baumann Da wundere sich, wer kann: Polni- sche Historiker wollen herausgefunden haben, daß im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau„nur“ rund 1,5 Millionen, nicht aber vier Millionen Juden umgebracht worden sind. Und prompt wurde die Gedenktafel mit der Zahl der vier Millionen Opfer in Auschwitz, die dort seit Jahren ange- bracht ist, schleunigst entfernt. Und dies, ohne daß die geschichtlichen Er- kenntnisse ernsthaft diskutiert wurden. Fin wohl einmaliger Vorgang, und da ist der Protest des Direktoriumsvor- sitzenden des Zentralrats der Juden, Heinz Galinski, durchaus angebracht. Die Quellensuche der polnischen Hi- storiker muß lückenhaft bleiben, solan- ge wichtige Akten aus Auschwitz von den Sowjets nicht freigegeben werden. Doch auch ohne diesen Mißstand hi- storischer Forschung stellt sich die Fra- ge, was sich die polnischen Wissen- schaftler bei ihrem Rechenexempel ei- gentlich gedacht haben. Der Antisemitismus ist, über autori- tare und kommunistische Epochen hin- weg, eine latente gesellschaftliche Erscheinung in Polen. Gerade in jüng- ster Zeit-Kardinal Glemp sei ein Bei- spiel- gab es dafür eklatante Beweise. Ist diese neue Zahlenspielerei nur ein abermaliger Ausdruck dafür, wie tief anti-judische Gefühle im polnischen Volk stecken? Und das ausgerechnet bei einer Nation, die durch die natio- nalsozialistische Verfolgung millionen- fachen Blutzoll zu entrichten hatte? Die Relativierung von Todeszahlen in Auschwitz mutet geradezu wie eine hi- storische Waschanlage an, zu der gera- de Polen, wegen eigener Betroffenheit, nicht Hilfsdienste leisten sollten. Natürlich: Man hört die Gebetsmüh- len jener Ewiggestrigen schon wieder klappern, die sich die„Ergebnisse“ jungster polnischer historischer For- schung, so angreifbar sie sind, aber- mals zu eigen machen. Döch dieses „Zahlenlotto“ verliert nichts an seinem makaberen Inhalt: Ist die Quantitæt der Maßstab der moralischen Verwerfung der Deutschen oder die Qualitat? War nicht die„Endlòsung der europãischen Judenfrage“, die systematische Ver- nichtung einer ganzen Bevölkerungs- gruppe, das Verbrechen an sich? Die polnischen Historiker haben je- denfalls für die Schuldfrage der Deut- schen einen sehr schlechten Dienst geleistet. Ihr„Persilschein“ ist nicht nur höchst problematisch, er ist sogar instinktlos. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 21 * Hermann Langbein Z0G̃ OSKUSS/ON USER Oy Zatil OER Opg VO AUSCMHMTE m vefgangenen uh eftegte eine Machticht oie Offentlichkeſt Der wissenschaftliche Mftarbeker cer Gedenkstäne von Abschwitz Franciszel Piper gab an, daß nach Stoum dejenigen Dokumente, dje erhahten oeblieben und zugãn9lich sind die Zah oefjenigen, die in Auschwtz von dem nationssozisſistjschen Hegime er- mofcet Wufden, ea 7 7/2 Miionen betragen haben düfe. Da seinereſt oie Zan der Opfer an 4 MMonen Oeschatt worden War— diese Zah Woroe auch im MUrnberger Prozeß genannt-, Kam es 20 Pfotesten. ische Organisatonen vermeten, daß antisemitische Vendenzen z0 cieser Verõffentſichung gefhhft haben können— vennoeich Ppef sagte daß sicherich die weitaus 9rõßte Zah Cer Ermordeten Jden waren, ie immer bekannt war Dennoch wafe dje Gesamtzah/ ef in Auschwit ermoreten Jocen Ceutioh Oeringef, aſs bishef angenommen Wer wissenschaftlich junierte Fachliteratur ber Auscht verfo/9t hat Konnte freiich ourch diese poſnische Verõflentlichung nicht ddefrascht werden Sereits in NMummer 172 oer Zeitschrift le monoe juff“, oje Ence 7682 vom„Centte de documentaton juwe contemporaine“ in Paris hefabsgegeben wurde, errechnete professot Georges Welefs— Cer Oirektor dieses Zentrums, cer seſbst nach Auscht depomiert worden war— nach einer 9rUnchen Anahse def hm damals zogãn9lichen Unterſagen, daß zUmindest 1,433 405 cen nach Aschwit oepofiert woſden vsfen von denen 60 425also 56)Auschit Ubefeben konnten jerner 142 940 Haftinge oie oht abs„fassischen GrUnden nech Auschwit kamen, vornegend hoen, von cenen 59 930 ſaſso 40,9 2%) Abscht Uberſebt haben, daß ferner 27 665 Zigebner nach Auschitz deportiert wofoen waren, von cenen 1470 (aso 65 96) AUschit ſebend hatten verlassen Können Von der S6 vfcen abßefdem antan9s 17 780 russische Woosgefangene gesondert fegistriert, von cenen 96(0,8 6) Auschit Uberſebt hanen MachorUcjch wejst Welers darau hin, ab es sſch um nschzeisende Mincestahen haneſt und oaß eine unbestimmte Zah— vof alem woh von oen— in den Gaskammern von Auscht den Vo ſan ohne daß in joendeinem Dokment eine Spf von jhnen Ubrig geblieben jst ferner Sagt er daß damit daß jemand Auscht ſebend hatte verlassen kon- nen, Keinesvegs gesagt jst, daß cieser nech MWiegsende die Freiheſt efebt hat Bei den Evakbierunosmarschen von Aschit im anner 1945 sino Ungezahlte noch ermofoet worden, und wje vieſe von cenen, die von Auschit n ein anderes E Uberstelt woroen Con zuorunde gegangen sind kann noht festgestet werden. Oje von Welers S0 exakt angegebenon Zahen clen nicht darũber hinegtauschen, caß es sjch um Mindestahen, KeinesWegs Um eine nachWeisdafe Gesamtah handeſt Qnmteſbaf nach oer Zerschagung des nationaſsozjajstischen Hegimes bemhten sich viele, 20 schätzen, MWeeſs Menschen sofoft bei jhrer AMunft in Auscit getõtet worden waren. SSEhrer vrden vernört. Sje 9aben— ohne sich au genoeſche Ookumente dabei stüten zU kõnnen— seht unterschiejche Zanen an Ehe- nalige Geſangens bemhten sich ebenfalls um Schãtungen, ohns Unterſagen zu Hate ziehen z0 können im Mrn- berger eosvefbfechefProzeß vurde eine Gesamtzaß/ von 4 MMonen genannt. Sis hat sich seither oingeprãgt. Weſt Spõter Setten Semhungen ein, als erteichbaren Quslen zU sammeln un die Zah der Opie au diese Srundlage 20 schätken Es ſst das historische Vercjenst von Seorges Welſers, daß der Unsicherheitsfaitor be⸗ dieser Schtung etwas eingeengt vefden Konnts. 6 m Herbst ces Vofjahfes hat ein ancerer Wssenschaftler— professor JehUcs Saber von cer Jefusaſeme Unt versſtãt— a oie von Wellers ertechneten Zahlen gestütt, die er Uberprüft und anerkannt hat, die Zah der Opfef in Abschit mit 7,35 Miionen Aen uno 83.000 nicht aus„rassischen“ GrUnden dortnin Depoftierten, in ihrer Ubef Vegenden Mehfheit Polen, angegeben Oie Zah/ der ermofdeten Zigeuner und oer von Cer Aministration geson- deſ geſhhten fussischen Kiegsgefangenen schãtt er ebenfals so wie Weers ein Oiese Pubſiuationen waren Fachreisen bekannt, erteichten aber nicht arũber hinabs die Offentlichkeit So jst 20 erãren, warum oie Verõffentichung cer Gecenkstätte Auschwit nun ein so starkes Echo alsgeſõst hat Sekürzter Nachdruck aus: Informationen der Gesell- schaft für politische Aufklärung, Nr. 26, September 1990, S. 13. Mit freundlicher Genehmigung von Hermann Langbein. Die Informationen sind zu beziehen bei: Gesellschaft für politische Aufklärung, 6020 Innsbruck, Innrain 52. 22 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Zeitgeschichte Ich„urde am 12. August 1940 in einer Menschenj agd in den Straſßßen von Marschau ver- haftet. Es„ar 7.00 Uhr, und ich var zur Arbeit gegangen. plötzlich kKamen Lastwagen, von den sind SS-Männer, Po- izei und Soldaten gesprun- gen, die mit schreien und unter Androhung von S8 Schießung al)e Männer ver- haftet und mit diesen Last- „agen zu einer Reitbahn in einer ehemaligen kKavallerie- kKaserne gebracht haben. AusSweise und andere Dokumen- te, Bitten und Erkärungen hatten hier keine Bedeutung- Als Antwort auf jedes Mort gab es Schläge und die An-— drohung von Erschießung. ES„urden eSta 1000 Männer festgenommen. Mir aren 2we 1 Tage ohne irgendwe ches Es- Ssen und Trinken. Dann vurde eine Selektion durchgeführt. Es„urden Dokumente nachge- ei0 prüft und sSine Liste ausge- S J=E i S aw HanE= Häfting in Auschwit?z In den frühen Morgenstunden des 14. August„urden wir mit Lastagen zum Bahnhof 9ebracht. Mit Schlägen von Gewehrkoben und mit Fuß- tritten vurden ir in Gruppen von 50 Personen in die Viehwagen hineingetrie- ben. Nach einigen Stunden Fahrt habe ich Schüsse gehört, und unser zug„urde 2zum Stehen 9ebracht. Durch eine Spalte im oberen zerschlagenen Fen- Ster habe ich drei Männer 9esehen, die woten 2zum Wald neben der Eisenbahn- Strecke fliehen. Sie haben den Maldrand jedoch nicht erreicht. Sie„urden von den Kugen der Maschinengewehre 9etroffen, die auf den MWa- gendächern instaliert wa- ren. Dann haben die 88— Menner die Verwundeten mit Pistolen erschossen und zum G Wagen gebracht. Am nächsten Tag hat unser Zug eine Zwe igbahn lein Nebengleis?] des Bahnhofs Auschwitz erreicht. In dis- ser Zeit„ar für mich dieser Name ganz fremd und unbe- kannt. Ich hatte vor diesem Namen keine Angst. Ich konn- te nicht vissen, daß ich zu e iner Menschenschlächterei und zum größBten Friedhof ge- bracht Nurde. Inm friedicher MoOrgenruhe Lagergemelnschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 23 das 2unehmende SS-—Männer beim Aufmachen der Jaufenden Ma- gen. Nach seinigen Minuten „urde mit kKrach die Tür un- Seres Wagens beiderseits gebffnet. Manche SS-Männer haben uns mit Gewehrkoben geschagen zwecks Beschleu- nigung unseres Ausste igens, andere haben ale AuS- Steigenden geschlagen. Mein Mund und meine Nase vurden zerschmettert und buteten. Geschrei der Wir sSind zu FUnfen durch sin Tor einmarschiert, auf„e chem die Inschrift stand b een durstig standen brennenden Au-— auf dem Appe]— platz. Es varen sSta 1.500 Mann, da zu den 1.000 Mann von der Straßenjagd über 500 Mann aus dem WMarschauer Ge- fän9nis in der Pawiak-Straße hinzugefügt„orden waren⸗ Hungrig und gustsonne Bis zu den Abendstunden vur- den Nir geschoren und unter der Dusche mit kaltem Wasser verprügelt. Es„urden uns ale unsere Sachen„eg9e-— nommen, und Nir haben ge— streifte Häft ingsanzüge Sr- halten. Jeder von uns hat auch seine Nummer Srhalten. Me ine Nummer var 2049. Die Nummmer hat von diesem Moment an un- SSren Namen und Vornamen er- Setzt. und mit vir haben kKei- ne Schuhe und keine Mützen Srhalten. Der Mange) einer Mütze var für mich besonders beim AppeIstehen empf ind- i Sonne brannte Mir varen barfuß nacktem Kopf, haben bekKommen. aren ange- varen keine fest, und die Leute einen Sonnenst ich Die SGesichter Schwo len, da Augen und keine Nase mehr Seec Leute, die nicht sehen konnten, wurden immer geschlagen und mit Stiefeln getreten. Sei Strafübungen und der Sportparodie habe ich barfuß aufend die Haut an den Fü- ſgen schwer verletzt. Jeder Tag war von Appel) bis Appell in Perioden geteilt. Wir mußten täglich dreima) zum Appe]) antreten. Der MoOrgenappel) var kurz, da ein Tei) der Häft inge zur Arbeit gehen mußte. Die Mittagspause dauerte Sine S Mittagsappel] ver ängert hatte, bieb keine 2zeit för das Mittagessen. ES Kam ziemlich S vor, daſ 9eich, nachdem vir zur Stu- be gekommen und Sine Re ihe zum Kochkesse!l formiert hat- ten, das Si9nal'Arbeitskom- mando formieren“ 9e geben Nurde. Geichzeitig hat der Kapo geschrieen Alle raus aus dem Bock.“ Das Nar na- türlich das Ende des Mittag- essens. Am ängsten waren die Abend- appel)e- sie dauerten min- destens ein paar Stunden. Ein Tei der Häftinge ist zur Arbeit gegangen, und vir neuen bieben auf dem Ap- pepatz und mußten sSo— genannten*Sport“ treiben. Zuerst mußten Nir mar- Schieren, dann aufen. Es mußte aber schön gleichmäßig 9ehen, mit zehn Personen in 24 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. ist uns das geungen. Da einer Reihe— aber schlecht kam der Befeh): AufsStehen, Laufen, gen, Hüpfen, Rolen“ je eiteren Schikanen, die von SS-Männern und kKapos ausgeheckt urden. Sie ale haben uns die ganze zeit mit Hinden und Füßen geschlagen. »Hinlegen, Knie beu- und al— Appel zu Ap- nächsten Morgen 17- jährig— So war es Von pe und am „ieder dasse be. und sportich, da konnte ich den Fußtritten und Schlägen ausweichen; doch die, die ater Naren, sind gefallen, Sie konnten nicht den ganzen Tag laufen, und e Männer und Dapos haben ihnen keine Chance zum UObereben gegeben. Sie haben sie ver- prügelt und mit sStiefeln ge- treten. Der Lagerführer des KL AuschWitz ßritsch hat die Wahrheit gesagt:»Nach dem Kriege verden Sie frei, doch „ahrscheinich vird niemand von Euch bis zu dieser Stun- de dber leben. Sie alle ver- den durch den Kamin der kKre- mator ien fFrei ent lassen.“ Jeden Tag haben mehrere Häftinge am Abendappel iegend teigenommen, da 1e— bende vie tote gezählt ver— den mußten. Im September vurde ich auf B ock 5 Uberwiesen. In die- sem Bock befanden sich alle Jugendlichen. Es varen etwa 200, und der jüngste var 14— jährig. Mir bildeten eine kKleine Gruppe, und soertutr& rer und Stubenältester kKonn- ten uns ganz leicht kontro- lieren. Sie haben verschie- dene sSchikanen ausgeheckt, um uns 2zu quälen. als Nir am Boden auf unseren Strohsäcken 1a- gen, hat ein SS-Mann die Reinichkeit unserer Füße kontroiert. NMicht jeder von uns hatte Schuhe er-— halten. Einer von uns hatte, „ie man so sagt, schmut?z ige Füße. Da mußten vir alle barfuß, bloß in Unterwäsche, zur Pumpe Jaufen und dis Füße vaschen. Wir haben die Füße mit Schnee abgerieben und vo1ten„ieder den Bock betreten. Doch Nir mußten draußen bleiben. Mir standen Im Winter, vor dem Block, mit nackter& ßüßen im Schnee, bis der Schnee auf dem Straßen- pf laster zerflossen S Reinichkeit brauchte vie) Mdhe und 6e- sundheit. Im Lager gab es zwei FHandpumpen. Eine var ständig von der kKüche be— setzt. Es„urde dort Masser für kKaffee“ und Suppe sowie für die kesselreinigung 98— pumpt. Bei der zwe iten Pumpe mußten sich 4000 Häftinge „aschen. MWir haben dort auch unsere Trinkbecher und Schüsseln gemaschen. Viele persönlichs Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 25 von uns hatten nur die Hög- Männer, Regale für die 88S— ichkeit, sich einmal in der kKüche und transportab)e La- Moche zu waschen. trinen für AuBenkommandos 9ebaut. Mit einem Pferde- Für viele Tausende Häft inge wagen bin ich zum Sägewerk gab es bloß 2zei Latrinen, AuschWitz gefahren und habe und wer sein 6Geschäft außer- Baumater ial von den umie- halb der Latrinen besorgte, 9enden Dörfern Harmence, erhielt Strafkompanie- Reisko, Brzezinka, Babice und Brzeszcze transportiert. In kurzer zeit hatten vir Ich habe auch eine Ho)2z— alle Läuse und Krätze. brücke am Soa-Fuß und Ba- d racken im Lager Birkenau ge- ES gab viele Arten der Mas- baut. sentötung von Häft ingen: Krankheiten, vOr allem In diesem Kommando war ich Feckfieber, schwere Arbeit, als Z immermann, Eibote und Hunger, Schläge und Mord, Fuhrmann tät ig und war be- Sehnsucht und sorge um dis Feit, I6 nach Bedarf in a— zurEckgeb]iebene Famiie. len Berufen zu arbeiten. Die viele Bäftinge haben es Häftinge dieses kKommandos psychisch nicht durchgeha]- haben Soidarität und das ten. sie haben die Foffnung 2usammeneben unter schwer- auf ein öber leben verloren, sten Bsdingungen gelernt. und auch der Wi1e 2zum Im Frühing 1942 haben„ir Ober eben ist veroren ge- Bolz von demont ierten Dör- gangen. fern zum Sägewerk Auschwitz gebracht. Der Inhaber dieses Im Frühning 1941 wurde ich Sägeerkes„ar ein Deut- in der 2immerei beschäftigt. scher, doch im Sägewerk van Es var ein Beruf und ein ren polnische ZiviJarbeiter kommando, durch die ich mich beschäftigt. Dieses Sägewerk in den kKonzentrations lagern haben Verschiedenes kLeute gerettet habe. In der zim- aufgesucht, um Bretter, Sä- merei Mar ich bis 2zum Ende gespäne oder andere Kei- e ines Aufenthaltes in nigkeiten zu erhalten. Auschwitz-Birkenau beschäf- tigt und dann in 6roß-Rosen, Das Gespräch mit sinem 21— Herzbruck und Nürnberg. viarbeiter konnte mit dem Tode oder mit Strafkompanie Der Ober- kKapo der 2? immerei bestraft werder. Ich befand in Auschwitz„ar Reinhold mich ständig unter der Auf- Aurich, Bäfting Nr. 3195. sicht eines SS-Postens. Sr ar ein Deutscher mit einem Henschenherz und einem Am 28. Apri] 1942 vurde ich schutzenden charakter. viele Von der Politischen Abtei- Haftlinge haben dank inm das ung verhaftet. Drei Mochen Konzentrat ions Jager ober- haben sie mich immer das- ebt. Se be 9efragt, meistens Lachmann, der konnte 9ut Ich nabe neue 8ocks im La- pPolnisch:'Men haben Sie im ger, Machttürme für die sSs- sSägewerk getroffen? Mas für 26 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. hingkKom- Frauen Frauen sind dort men? Mas haben die mitgebracht?“ In der zeit der Untersuchung haben die SS-Männer keine Gegenstände gefunden, die für mich gefährich geworden waren. von Schlägen und Fuß- tritten war mein ganzer körper von den Schenken bis zum Hals eine große schwarze Wunde. Im Bock 11, dem Todesbock, befand ich mich bis zum 19. Juni 1942 im Bunker. Dort habe ich einige Seekt ionen erlebt. Dabei haben der Lagerkommandant Böss, der Leiter der Politischen Ab- teiung Grabner und der LKa- gerführer Aume ier Häftinge zum Tode durch Erschießen an der VTodesvand ausgewählt. 2e imal sagte 6Grabner nach dem Verlesen me iner Nummer: »Den erde ich noch brau- chen.* In der zeit der Verhöre in der Politischen Abteiung sagte ich immer, daß ich un- schuldig bin, daß ich mit ZiviJarbeitern nicht gespro- chen habe und daß ich keine Frauen kenns. Trotz der Schäge waren me ine Aussagen immer die gleichen. Nach 53 Tagen im Bunker vur- de jch zu me inem Bock ent- lassen. MNach me iner Rückkehr Sagte der Oberkapo, daß ich So Jange, vie ich im Bunker „ar, nicht zur Arbeit gehen sol) und boß essen und ausruhen muß. Damals wari me in Gewicht 39 kg. Ich hat- die Kraft, um Se lbständig im Takt der Mu- Sik 2zur Arbeit zu gehen. Kolegen haben mich 98— füttert, und Jangsam kam ich vieder zu Kräften. Im Dezember 1942 wurde ich mit der ganzen Zimmerei zum Lager Birkenau versetzt. Wir haben das neue Lager gebaut. Mir vohnten in den Ställen aus Brettern, wo Etagen von Hozpritschen e ingesetzt „urden. Im Winter„ar 68 dort sehr kalt, da die Bret- terwände ganz dünn waren, und im Sommer war es heiß und schwü. Bei Tauvetter s ind„ir bis zum kKnie in einem tiefen dunnen Schlamm versunken. Schwache Häft Uinge sind in diesem Schlamm „ie in einem Sumpf ersoffen. Wenn beim Appel) einer der äftinge fehlte, haben die 8 ockführer und kKapos diesen Schamm mit Bootshaken durchsucht und sehr oft ha- ben sie den ertrunkenen Häfting gefunden. Im Apri 1943 haben„ir an der Baustelle der Baracken, die»Mexiko“ genannt vurden, bachpatten gelegt. Vom Dach habe ich gesehen, vie suf den Platz vor dem Me ißen Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 27 Haus“ drei Lastagen vo]]) von Leuten von der Rampe ge-— kommen sind. Die Leute„o— ten nicht aussteigen. Wahr- scheinlich war ihnen be- kannt, daß sie zu Tode ge- bracht„erden soten. Da hat der Autofhrer, sin 88S- Mann, den Kasten des Magens in die HShe gefahren— es var ein Kippwagen— und a)e Sind wie Steine vom MWagen Sfaen. Manche haben Hände und Füße gebrochen. Dieser Tansport var Klein. ES waren zusammen Männer, Frauen und Kinder. Sie „oten sich nicht ausz iehen und fFreiviig*baden“ ge- hen. Da kam das Sonderkom- mando, hat ihnen die Kleider vom Leib gerissen und sie mit Gewalt ins'Me iſße Haus“ hine ingestoßen. Nach einer halben Stunde haben die Häftinge die TUren aufgs- riegelt, und die Vergasten Leichen urden mit Rolwagen zur nahen Grube gebracht, wo Sie verbrannt wurden. MNach einigen Minuten Nar das 9anze Lager vo) von dem 6e— ruch der brennenden Leichen. S kam der Ferbst 1944, und damit kam auch zu uns die Ostfront. Majdaneti und das Lager Lublin wurden von der Roten Armee befreit, und die SS-Männer hatten die Spuren brechen zu kein 2eit, ihrer Gewaltver- verwWischen. Die hiesigen SS-Männer woIten kKeinerlei Spuren in Ausch- Nitz zurücklassen. Es Nurden Tausende von Häft ingen nach Mesten Svakuiert. Noch Schnell wurden die Transpor- te von ungarischen, tsche- chischen und S Iowakischen Juden vergast. Die Krema- voOer kKonnten mit dem Le ichen nach- torien waren mit Kraft tätig und trotzdem nicht verbrennen der kommen. Unsere Zimmere i Baracken mehr. bauten Baracken haben vir demont iert und auf Eisen- bahnwagen ge laden. 6Ganze 2Zü- 9e nur mit Baracken sind nach Westen abgefahren. baute keine Die neuge- 1944„urde ein Kommandos nach evakUiert. Dort daß die Baracken, AusSchwitz demon- tiert hatte, ieder mont iert „urden. Mir haben Platz für weitere Transporte alus AusSchwit? vorbereitet. Wir haben aber nicht al)e Ba- racken mont iert. Im November Tei des Groß-Rosen Sah ich, die ich in Im Februar 1945 konnte man Schon die Kanonensalven hö— S Februar„urnde das ganze Lager evakuiert. Wir sind weiter nach Mesten 9efahren. Ich kKam nach Herzbruck, ein Neben ager des KZ- Lagers Fossenburg. Dort war ich als zimmermann im Kommando Fome sbrum und dann in der SS- Kaserne Nürn- berg tätig. Ich habe viele amerikanische und eng)ische Luftangriffe S JTodesmarsch“ von Herzbruck nach Dachau überebt. habe Hunderte von erschos- SSehnen Kameraden gesehen. Hunger und Durst, Frost und Regen haben die Reihen der Häftlinge dezimiert. Viele ältere Häft inge haben die Schweren Bedingungen der Svakuierung nicht überstan- den. 28 Lagergemeinschaft Auschwitz Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Nach Dachau bin letzter kKraft gekommen; dort vurde ich von der Ameri- Kanischen Armee befreit. In der ganzen zeit meiner Aufenthalte in den Konzen- trat ions lagern habe ich nie- mals die Hoffnung auf Be- freiung verloren. Ich habe * 24 2ℳ e e 3 e 2e e Re e 2he R 3 Me M e eK Reeee nareSk ZakKrnzSwSKi neine Kindhe i+ Ich vurde am 18. Juni 18941 in Mos ina bei Poznan gebo- ren. Am 28. November 1942 verfügt Beinrich Himmler— Reichsführer 88 und der Deutschen Polizei— mit Wir- kung vom 1. bezember 1942 die Errichtung eines Poen- Jugendverwahr lagers n zur 2e it me iner Inhaft ierung im Lager Lodz im Herbst 1943 „ar ich einer der jüngsten Häftlinge. Ich Nar gerade 2 Jahre und 3 Monate alt. zu den Besonderheiten, an die ich mich noch heute er- innern kann, gShörte ua⸗ ein unabläss iges 6Gefüh) der Trauer und Tränen. Die 2eu- genaussagen meiner Hithäft- Iinge sprechen von einer wo— chen langen Phase der Tränen und Frauer bei mir. In mei- ner verzweifung Miederhote jch fortwährend den Satz: Ich„i zu meiner HMama!“ He ine EItern, Ignacy und 2u— zanna Zakrzescy), 2zum Zeit- ich geglättet] vier Jahre, acht Monate und vierzehn Tage gevwartet. A)sS einer von wenigen aus dem Sersten Marschauer FTransport habe ich die schweren Jahre überebt. Am 29. Apri 1945 vurde ich befreit. Stanis a“ HMentz [Der Text vurde von der Re- dakt ion geringfügig sprach punkt ihrer Festnahme in oS i Skremska 1 „ohnhaft,„urden von der 6e- stapo in kKonzentrat ions lager verschleppt und dS gebracht. Ich bin nicht in der Lage, mich persönich an sie zu Serinnern. Dies ist ein eißer Fleck in meinem Leben. Im Lager herrschtse ein furchtbarer Hunger. Die% gereichte»Verpf legung“ va qualitat iv sehr minderwer- tig. Etliche Häftinge ur- den für das'Besorgen“ em- pf indich geschlagen. Im La- ger mußte deutsch gesprochen „erden. Eine'Machhife“ be- Stand darin, daß Mir deutsche Lieder vie:'schlaf Kinder schlaf, der Mutter.. S ingen mußten. 80 oder ahnich begann eines dieser Lieder, ich bin jedoch nicht mehr in der Lage, Ss 9an? Niederzugeben. 1943, in einer Ansprache an Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 29 SS- Generäle sagte Himmler: 2zuhifenahme eines stuhs Von anderen Vökern nehmen konnte ich mich nicht de- vir das, as für unser 8ut egen, ich konnte nicht ein- einen Wert bes itzt— falls„al über die Tischnöhe nin- nötig, indem wir ihre Kinder Ich Titt auch verschleppen und unter unse- furchtbar an kKrätze. resgleichen auf?ziehen.. Man muß diese Leute für ijhre Bereits 6. Jantar 1243 Aufopferung mir 9e genüber Seräuterte Himmler,„worauf beundern, denn sie mußten die Erziehung der Kinder und mich täglich einreiben unc polen u- baden und vieles mehr tun, gendverWahr ager e males kindiches Dasein führen konnte. Hinzu kam noch, daß ich von Alpträumen über das Lager und permanente Fucht vor der Gestapo geplagt war. »In Samme lagern für Kinder und Minderjährige muß eine rassenmäß ige und politische Se lekt ion durchgeführt wer- den. Erziehung dieser Kinder bedeutet das Erernen von Gehorsam, Fleiß, bedingungs- loser Unterordnung und Ehrr- ichkeit 9e genüber den deutschen Herren. Sie soen mir gut sein könnten, daß 3 6 zählen, die Ver- sie mir nelfen können unc ehrszeichen kennen und vor- pelfen„oen. Dieses Em- pf inden begleitete nich wäh- erufe als: landvirtschaft- rend meiner gesamten Schu- iche Arbeiter, Schlosser, zeit und es ist peute noch Sinnetee Schreiner uer. In kritischen situst iofſen Die Mädchen solen ange lernt präsent. verden zu Arbeiterinnen, Spinner innen, strickerinnen heine Lagerer lebnisse sind und für andere artverwandte„ach„ie vor tief in mir verurzelt und, obwon) ich das 49. Lebensjahr über- Me ine Abwehrhaltung 9egen schritten habe, bedeutet je- die Sermanisierung Nar in de ßrinnerung daran seinen stinktiv, vis eben kinder großen schmerz und ist nicht dazu in der Lage sind. Ich z beschreiben. Die n51e War mir nicht der 2iele be— des Lagers hinterließs unaus- vu6t, die man an mir voII- ſöschiche Brandmale. ziehen o11ts. Die immensen Leiden, die ich durchzustehen hatte, er au- ben mir oftmals nicht wahr- zunehmen, daß Menschen 2zu Mag. J0r. Marek Zakrzensk (ehema J7967 rFt ing dos Konzentfrat ions Jagers Mincerjehrige in Looz no PotUcs) Os 160S ZMycjestM 24776 P. 67—657 Hoznn 1945. Das Lager vurde be- freit. Eine fremde Famiie nahm mich auf. Die Famiie pflegte mich, denn ich konnte nicht aufen und var meinem Alter ent- Sprechend sehr kKlein. Ohne 30 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Aus dem Polnischen übertrug Andrzej Bodek. Herr zakrzeski ist Vorsit- zender der Vereinigung der LEHRERFORTBILDUNGS Sehemaligen Kinder des Kon- zentrat ions lagers Lodz. Das Spendenkonto ist: Vveranstaltung vom Hessischen NBP Oddz al NWD poznan, Kultusministerium anerkennen z0 Jassen. Nach Auskunft des zuständigen Abteiungs ei- ters sSteht der Anerkennung 9emäß den voriegenden Er— ——— lassen bei Vorlage des je veiligen Programms nichts im Wege. In anderen Bundes Iän- dern gelten in der Rege! g1LDoMGSURLAUB ähniche Best immungen: Da uns a))e Nichtigen Erlasse der Bundes änder inzwischen Ss jst uns ge ungen, vom Vorliegen, verden vir im Hessischer Sozialminister ium Bsdarfsfall eine entspren die prinzipiel)e Anerkennung chende Anerkennung schnen der Lagergeme inschaft als beantragen können. Veranstalter von Bidungsur- laub zu erhalten! Das bedeu- Kurz: e ten der Lagergeme inschaft ARBEITNEHMER kKönnen ihren Auschwitz nach Polen, in die 81dungsur aub für unsere Sowjetunion, nach IsSrae) Fahrten nutzen, asw Arbeitnehmer ihr Recht LERHRER können auch außerhalb auf eine Moche Bidungsur- der Ferien an unseren Jaub pro Jahr nutzen können! Fahrten als Fortbidungs- vSranstaltungen teineh- Rbenso haben„ir die NMög- men! ſS bei Bedarf— als MahnrSd SoppeW VERGESSEN NLE VERGEBRUNMD VERSSHNUNG A 8ider von Stan Zak-Kaminski geöffret: Ausstellung(seit. dem 2. sonntags s-12 Unr okt.) in der Osterkirche montags— freitags 17—18 Uhr MSrfelder Landstraße und nach vere inbarung Stresemannallee,(sdro 639383, Frankfurt/M.— Sachsenhausen pfr Reiche I-odis 634301) Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 31 Leserbriefe VoO EheSrme rn KuLnS2z Mie jede Redakt ion freuen auch vir uns über Leserbrie- Briefe ab, die etzten Wochen ben. Daß sie nicht unbed ingt die Ne inung der Redakt ion viedergeben, bedarf keiner besonderen Erwähnung. von den diskr iminierenden und be leidi genden KuBerungen, die der Brief von H. Re ineck öber George Me lers enthält, uns in den erreicht ha- fe, zuma! venn Sie Beiträge zu'einem kontroversen Thema wUssen wir uns Jedoch aus- oder Rückme Idunger zur 6e- dröcklich und entschieden taltung des Kitteiungs- distanzieren, zuma) sie je- blattes enthalten. der sachichen Grund age Nir drucken im folgenden entbehren. zei sehr unterschied) i che Die KSdalkt 7on M& E&& e Hermann Reineck: In der Jetzten Nummer(17) sacnich den unmstrittenen des Mitteiungsblattes der welers und kommen dann zu Lagergeme inschaft Auschwitz den nur'mehr als 1.600.000 erschien ein 7-Seiten fül- FToten. lender Artike!'öber die wellers selbst var Häftinsg Zahlen der Toten in in Auschwitz. Er kommt be im AuschWitz“. immer von 4 Mi1— von Auschwitz und nun, dieses Ar— Menn bisher Nionen Opfern 9esprochen vurde nach den Autoren 1,6 Miionen' gesprochen „ird und noch dazu dezidiert behauptet vird'in Auschitz Sse ien vier MiMionen Men- schen ermordet worden, ist S enn Stt sich die Frage: wozu wurde diese, für viele Menschen erschrek- kKende Kontradikt ion in das Mitteiungsbatt auf genom- men? Und noch Artikel Stwas zu dem des Zählens der Toten: Die Autoren haben aus einer Reihe von Nissen- Schaft ichen Forschungen über den VökKermord 2Zahlen entnommen, 2zitieren haupt- »Totenappel auf obi ge Zahl. zu bemerken wäre, daß es sogar einen ehemaligen Auschwitzhäfting gibt, e— cher die Behauptung auf- Stellt, daß es in Auschwitz- Birkenau überhaupt keine Gaskammern gab! Das geht genau in die Rich- tung des SS- Sonderführers Thies Christophersen und M. Stäglich, welche'Die Ausch- Nitz Mythos geschrieben haben. Das»Internat ionale Ausch- „itz Komitee“ hat sich auf seiner Jetzten Tagung in Bü- dingen, auch mit dem Zählen der Toten beschäft igt und kKam zu dem Ergebnis, daß man von den'Miionen' von To- ten, e lche in Auschwit?z vergast, ersSchossen, Sr— 32 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. schlagen, mit Pheno] umge- bracht urden, sprechen so1— le; aber keine konkreten Zahlen veröffent ichen so)— le. Der SGrund ist, daß es ohne 2e ife) noch zu viele unerschlossene Archive in der UdSSR, in der ehemaligen DDR, in 6Großbritannien, in der BRD, ja in fast alen europäischen Ländern gibt. Nicht einmal) das in Berlin Mest bestehende'Ber)in- Do- cument-Center' ist der is- senschaft ichen ForsSchung zugänglich! Heinz SGalinski, vom Zentralrat der Juden in Deutschand, sagt in Sinem Intervie'. denn es gibt noch nach wie vor Stimmen der'Auschwitz Lüge' die be- haupten, die Verbrechen Nur- den übertrieben dargestelt oder könnten gar nicht in der Form stattgefunden ha- ben.“(Heiner Mayer: Berin- Document-Center, Frank-— Furt/Berin, UIstein 1988) In dem Artikel 6SSeite 5 Absatz) vird die 2ah) von 1.605 russ. kKriegsgefangenen Serwähnt, velche mit 2kKon 8 ermordet„urden. Aus den'Auschwitz-Heften Nr. 4, Seite 46 kann man entnehmen, daß 13775 russ. Kriegsgefangene nach Ausch- „itz gebracht urden! Aein em 3 8 (5 1/2 Monate!)'verstarben' S ihnen Auschwitz!(Auschwitz-Hefte FAnm. 06 HKSd.; A4n dœon S§e- nannten Stee„erden fU den ange FUhnten Zeitraum 873 Vote, cht 9 776 engesetzt Zet vom 70 518 Beim Lesen des Artikels der Autoren kann der, nicht mit aen Geschehnissen vertrau- te Leser, Zu dem Schuß kKommen, daß nur Juden dem mörderischen SVStem der Nazis zum Opfer fielen. Daß dem nicht so ist, so1] das Beispie) der kriegsge- fangenen Russen aufzeigen. Genauso ießen sich auch an- dere Nat ionen, Polen, TsSche- chen, Jugos lawen sStc. auf- Führen. Die virkiche Zah) der Toten von Auschwitz vird, so ver mute ich, oh) nie ganz er- fForscht verden. zu viele Do- kumente sind vernichtet„or- den(von den Nazis), aber die Zah) des„issenschaft- ichen NMachweises vird ganz Sicher'weit höher' sein, als in dem Artike) angegeben S Wozu also dieser Art ikel? Kann man rat ione— mit dem menschichen Gehirn 1.600.000 oder 4. 000. 000 Miionen begreifen? AuschWitz ist nicht mit Zah)en zu begreifen! Ausch- vitz kKann man nur mit dem Herzen begreifen! Doch noch einma zu dem letzten Mitteiungsbatt: Gibt es nicht„ichtige ak- tuelle Themen um die serer des Mitteiungsblattes 2u fülen? Zum Beispie) die Frage nach der Entschädigung der Zwangsarbeiter? Mo sind die Hinweise für NMS-Opfer 2zur Wiedergutmachung“ der bis- her v5ig entschäd i gungs los ausgegangener? Oder die Aus- „üchse über den Rechtsek- tremismus? Davon fand ich im HMittei- ungsblatt nichts! Smann Ke inecM Shem. Aoschtz KHrt ing Nr. 63367 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. v. 33 Cornelia Bandorf: Und damit bin ich bei der Antwort, der traurigen Ant- „ort, auf Herrn Stan Zak- Ka- minskis SGedanken und Vor— schläge. Ich stimme mit ihm in fast allen Punkten über- ein und staune Uber den Mut, 6 Menschichkeit und die röße dieses Mannes. Mich erfüt Trauer und Scham ge- genüber den Sche inverfolgun- gen und Scheinstrafen. Aber eine Amnestie der NS- verbrecher, damit diese »reinen Tisch machen“,„ürnde voraussetzen, daß diese Ver- brecher ein Gewissen hätten, das sich irgendann im Laufe ihres Lebens dazu bekannt hätte, Verbrechen begangen zu haben! Die Täter jedoch berufen sich immer Nieder darauf, ihre Pficht getan zu haben, d.h. sie haben j8— des menschliche Mitgefühl bereits frühzeitig verdrängt und ihre Verbrechen als be-— rufiche Pfichterfüung t Srechtfertigt. Die meisten G dürften einer“gewa- Schenen“ EXistenz ohne Angst nachgehen, da ihre Verfo)- gung heute aus den genannten Gründen fast unmöglich ist. Ich vermute, daß sich kaum einer der untergetauchten NS-Verbrecher meden würde, denn er bräuchte Mut, seine An9gst zu dbervinden und auf- zuklären, doch vird auch das Aufklären nicht in se inem Sinne sein, da er dadurch keine materieen Vortei)e bekKommt(außer den Tant iemen der Presse). Diese Amnest ie ist in me inen Augen eine humane, Niebende Antwort auf die Verzweifung der Sche ingerechtigkeit ge- 9enüber menschich entarte- ten Best ien, die aber auch noch eine große 6Gefahr in S Täter ihre Verbrechen durch die Amnest ie gerechtfertigt Ssehen, nach dem Motto'es Nar Nohl doch i Schimm“. Und die Neonazis „erden in dieser Amnestie ijhren ver- drehten Gehirnen auch noch S inen Unschuldsnachweis der Mörder erkennen. Verbrecher, die ein Gewissen füh)en, hätten sich ängst gestelt. Eine voIständige Sachauf- Kärung ddürfte sowoh] durch das Verdrängen, durch die moralische Rechtfertigung in punkto Pfichterfü)ung, as auch durch das Ater der NS— verbrecher mit den Jahren immer schwieriger werden, ob Sie nun verurteit oder un- ter Amnestie gestelt er— den. Auch durften die meisten der Famiien der NS-Verbrecher infolge des anfangs darge- Stelten Wiederhoungszwan- ges bz. unter dem Einfuß der Erziehung seitens der EItern kKaum menschiches MitgefGh) für die Opfer der Verbrechen sSrlernt haben, Sofern sie überhaupt Kennt- nis von den Verbrechen der Etern erlangt haben, und dann gilt bei uns das Motto, daßs'das eterliche Nest i beschmutzt verden darf“, ega) Nievie) Dreck schon drin ist. Diese Am- nest ie dürfte virkungs os bleiben und den Hinter- 34 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. bliebenen und opfern noch- mals die kKälte und Härte dieser menschichen 6ese] Schaft vor Augen föühren⸗ Diese NS-Verbrecher und ihre ßamiien und sein 6Großtei! unserer Bevökerung in Deutschland sind Menschen, deren Interessen auf das Haben, An-s ich- raffen, die Gier nach 6eld und Macht, auf das Kußere gerichtet s ind; sie fühlen nicht, 8s1ie lassen ihre sigene FTrauer, Angst, Schmerz nicht zu, 68— fühle sind nicht gese)— Schaftsfahig— sie sind ver— Steinerte Menschen, die sich totstelen und ihre Ermü- dungsersche inungen, ihre Ag- gress ionen in psychosoms- Lischen kKrankheiten und in Hetze, Flucht in Ablenkung, Freizeitgestaltung und in Arbeitsstreß aus eben. Be— trachten Ssie die kranken, möden Fassaden der Menschen hier: Sie sprechen Bände! ie sollen diese Menschen sich in den schmerz anderer einfühlen, venn sie nicht mal Sich SebsSt fFühlen können? bas ist nicht nur ein Problem in Bezug auf die NS-Verbrecher, sondern ein Sehr verbreitetes Leid, das mangels Liebe 2um Gesamt- Sterben der menschichen Spezies bzw. des 9esamten Lebens auf der Erde bei- tragen kann. Ich var vor Kurzem in der DDR, historische Wanderung: ja. Aerdings„erden die Herzichkeit, die Gast- freundschaft, die Gemüt lich- kKeit der ostdeutschen unter vestdeutschem Druck Sehr bald aussterben, sebenso ie die bis jetzt staat ich sub- vent jonierten Zirkus- und Schaustelerunternehmen, die 2 den. Meches Leben diese Sinti hier erwartet, erden Sie voh) vissen. ASo eine moralische oder geistige Mand ung erkenne jch in cder Profitgier des Mestens auf Neitere Ausbeu- tung der ostdeutschen aute& nicht unbedingt. Ich stehe dieser Gbereilten vereinigung sehr skeptisch gegenUber. Auch die sStasi- Leute dürften analog NS-Ver- brechern 9Sehandhabt und re ingewaschen werden, ohne Gewissen, ohne die Fähig- kKeit, Trauer zu empf inden, ohne den Mut, ihre Angst zu Uberwinden und verbrechen als Verbrechen 9elten 2u lassen. Bewahren Sie Thren Mut 2u 9lauben, zu hoffen, 2zu Ver- trauen und zu Nieben— trotz Sche inprozessen, trotz Un- menschichkeit, vie leicht verden die Einsichtigen in- 9endwann mehr. Ich bin hicht für Amnestie gegenüber alten Bestien, die nichts Niedergutmachen kön- nen und es noch nicht einma! wOen! Cornsia Sandonf 6054 Kodgal 2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 35 vorabend ihrer Aus]ieferung Bücher im Französ ischen Deportat i- ons lager die tradit ionee Horah tanzen— as auch die Albert Drach: Unsent imentale Begegnungen mit berühnmten Reise— REin Bericht, dtv Emigranten vie Lion Feucht- 11226 Nanger, Franz Merfel, Walter Hasenc lever. Der Autor Albert Drach vurde ici schen Mathemat ikprofessors ein eindringiches zeitge- 6 Wien geboren. Mach dem schicht iches Dokument, das urastudium praktizierte er gerade durch die küh)e Di- dort als Anwalt, bis er 1938 stanziertheit seiner Sprache in die Emigrat ion gezwungen besonders bee indruckt. „urde. öber diese 2eit geht Se in Bericht der»Unsentij- Oijeter Wonner mentalen Reise'. In unter- kKUhter, teilweise sarkasti- Scher Diktion berichtet er darin von se iner Fucht über paris nach Nizza, vom Robert Anteme: Das Men- Schicksa) und den Lebensbe- Schengeschscht, dtv, Mön- dingungen der vor dem Nazi- chen 1990. terror nach Frankreich 6e- fUchteten, Uber deren fi- Kobent ante me 9eb 1917 nanzielle Nöte und die Schi-„ird 1944 ans französischer Kanen der französ ischen Aus- Miderstandskämpfer in das Kl. ieferungsbehörden. Buchenwald deportiert. Unter dem Titel»Das Menschenge- Nur durch ein fragürdiges schecht- A)s Deportierter Dokument der Vich-Regie- in Deutschand' schreibt er rung, das ihm bescheinigt, ein halbes Jahr nach seiner kein Jude zu Sein, ge- gBefreiung seine Erfahrungen chützt, gelingt es dem Au- als Häft ing in Buchenwald, tor, der drohenden Deporta- Gandershe im und Dachau nie- tion zu entgehen. Mehrfach der. Neben der eXakten Beob- bereits verhaftet und in La- achtung der kleinen 6esten, ger eingewiesen, entkommt er der menschichen„ie der un- der Aus ieferung nur knapp. menschichen, ist es immer vieder die Beflekt ion über Er schidert sovoh] die Zzu- den Prozeß der'Enthumani- falsgefährten, denen Sr s ierung' durch das KZ- System „ährend des Transports ins und über die vielfältigen Abs ieferungs lager begegnet, Bemühungen der Häft inge um die Verschiedenheit ihrer die Bewahrung ihrer mensch- Reakt ionen angesichts der bevorstehenden Aus ieferung als roter Faden durch den in die deutschen Todes Jager Bericht zieht. Wir sind so— — etwa die tapferen jüdi-„eit, daß vir alem ähneln, Schen Handwerker, e 36 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. essen, und stinbt, Nenn es sche Dimens jon, ein Beran- nicht ißt... 2u sagen,„ir tasten an das, was den kern hätten damals das Gefüh] ge— des Menschse ins ausmacht, habt, als Mensch, als Ange— das gerade in der Konf ron- nörigen der Garrung, in Fra aricn ni ge gestelt zu erden, masg schrecken und der Erniedri- wie eine nachtnägliche Er gung deut ich bewußt vird. kärung anmuten. Aber es Nar Robert Ante mes ßuch ist genau das, vas vir damals bee indruckend einmal durch unmitte bar und 9anz die minut iöse Genauigkeit Schmerzhaft erlebten, und Ss der Beobachtung, aber sauch var übrigens auch das, genau dadurch, daß es nicht dabej das, vas die anderen vo) stehen bleibt, sondern 6 S individue)le Erfahrung im Naz i-UnterdròckungssStem Durnch diese Refektionen vertieft zur ßrage nach dem geht die barste] lung Robert Menschlichen schlechthin⸗ Antelmes über den reinen Erebnisbericht hinaus, 8e charſotte ebef Vinnt eine fast phiosophi- S 8 N Nachtrag zu den Deport ierten aus LuRemburg eh m öe ieite z verfügung die 2ahl der Toten in gestellt, die es uns ermö9— Auschwitz“ von M. Renz und ichen, folgende Ergänzungen K. We imann(MitteUngs- zu machen: Bereits Mitte Oktober 1941 5 urden Juden aus Luxemburg Afred Oppenhe imer, Präsi- nach Lodz deportiert, im dent von Amicale Luxem- Apri) 1942 gab SS einen ourgeoise des Anciens Fransport nach I2bica Schreiben vom 10. Ju)j 1990 1942 einen nach Auschwitz. darauf hingewiesen, daß im Seit Jui 1942„urden Juden Anhang unseres Artikels Lu- aus Luxemburg nach Theresi- Xemburg als Herkunftsland enstadt verschleppt. von nach AusSchWitz Depor- tierten r aufgeführt Von den 686 aus Luxemburg vorden ist. deport ierten Juden kehrten 36 zurück(Anfred Oppenhei- Herr Oppenhe imer, dem Nir mer, Brief vom 9. 10. 1990). herzichen Dank schulden, hat uns Kopien von Deporta- Wenhen fenz REMR e Angaben zu den Bildern auf den Seiten Seite 5 Jerzy Potrzebowskij Waschen an der Pumpe(1950) Seite 9: Wladyslaw Siwek Prügelstrafe(1948) Seite 18: Wladyslau Siwek Pfahlbinden(1946) Seite 36: Mieczyslaw Koscielniak Appell im Frauenlager Birkenau(1972) LMPRESSUM Herausgeber: Lagergeme inschaft Auschwitz— Freundeskreis der Auschwitzer e.V. Verantwortlich: Rudolf Dohrmann, Sekretariat, Funckstr. 18 6000 Frankfurt/M 90, Tel. 069-771017 Redakt ion: Heike Dui1, Marianne Groß, Merner Renz, Kaus Me imann LAGERGEMEINSCHAFT AUSCHwI2Z FREUNDESKRElS der AUSCHWZER e. V. Kreissparkasse Friedderg/Hessen Schillerstraße 18 BlZ 518 500 79 D-6309 Monzenberg 1 Kto.-Nr. 062 000 74.9 Tel.(0 60 33) 6 01 68 Posischeckkonto Frankfurt am Main KtoNr 51 664608 Beitrittserklärung Name Vorname Anschrift- Straße PlZ Ort Gebunsdatum Tiel, acad Grad. Berut t i Q FHaftl in anderen Lagern, Getangnissen, eic. O Angehöriger des enem Auschwtzhaftings Q Freunceskreis der Auschwnzer Datum ces Beitrits Unterschrift Zueffendes bine ankteuzen AUSCHMTZ Werden Sie Helfen Förderer Sie uns„ 9 1 OERB AUSCHWITZERBR E.V. N S = P 0 — — — U — S tteilungsblatt Nr. P eis ouenqe 1 pie