LAGERGEMEINSCHAFT AUSCHWTZ FREUNDESKREIS DER AUSCHWTAZER E.V. ——,—————,— AUSCFHMWTZ 5 ILSE MEBER Wiegenlied vom Polentrans port Schlaf, kleiner Freund, du bist ja so müd, es singt der Zug sein eintöniges Lied. Die Nacht kommt auf leisen Schlen. Du bist noch klein und findst noch Ruh, mach? deine lieben Augen zu: Es geht jetzt fort nach Polen. Schlaf, Kindchen, wir sind schon so weit, 6 längst versank in der Dunke lheit die Heimat, die man uns gestohlen. Wir hatten sie lieb, man nahm sie uns fort. Nun sitzen wir schweigend und finden kein Wort und fahren weit- nach Polen. Schlaf, kleiner Freund, ich sehe dir zu, ich will aus deiner süssen Ruh mir Trost und Stärkung holen. Die Sterne leuchten hell und rein, ich will nicht länger traurig sein: Gott gibt es auch in Polen! 11788 Mitteilungsblatt Nr. INHALTSVERZETLCHNLS Lagergeme inschaft— DOMEA Manfred Pöpper): t9)ecefversammng vom 25. 6. 1962 Rudo†f Dohrmann: Dre OUber ſegngen zon Erage einer bundesdettschen przsenz 7n der Gedenkstätte A0schMWtzSkKenaU— MOoMtZ Manfred Pöpper): Ober jegongen zo einer'Verfassung' den'Sttung Ascnt Spendenaufnf Heike Dui/Marjanne Groß: Gedenktage Internat ionales Auschwitz— kKomitee Hermann Reineck: Internat ona les A0schMtz— Comts(TAkM) 75 800 1ngen.. 1. September Kaus Me imann: Me jne Vergangenheit— das bin Peter Re imann: 50 Jahre danach— was haben in gelennt?“ Kontnoverse MWerner Renz: Zom Stret m das Kosten Alfred Simmendinger: Oie SchSnhUberns Spurensuche Heike Dui/Marianne Groß/Liese lotte Thumser-Mei: SpUrensUche zm Schicksa) den JUdin TSe Mebef Hanus Meber: Ne chofnt z0 SpUnensUche Zeitgeschichte Merner Renz: »SvakUerng' uno'ohns tzvefegng'. De Pepota tion cer deotschen Jocen'nach dem Oosten nc nch Vheres jenstadt, 3. LAGERGEMEINSCFHAFT AUSCFWTZ AUSCnMUrz RREUNDESKREIS DER AUSCFHWTAZER E.V. WERHNAaCRHTSSPRNDk POLEN IM fUr polnische 89 NS-Opfer HERBST'S S Vom 1. September bäs 28. O ktober 1989(mät etner 2- wöchtgen Unterbre- chung) war der Vorsitzende der Lagergemeinschaft Auschw tz-Freun- deskreis der Auschwi tzer e.V. in PoLen. Er war in Bydgoszcz, Var- szawa, Krakbw, WrocLaw, Auschwtz und anderen Städten. Set vielen Jahrzehnten st er jähr1Ldch mehrmals zu Besuch in PoLen. Das hengt mät seiner Vergangenheit zusammen: H⸗Retneck war als Häf t- Lang fFast 3 Jahre im KZ- Auschw tz und er kennt die poLndsche Vergan- genheit und Gegenwarnt sehr gut. H. Reineck berächtet: Däe virtschaftLiche Si tuation in Polen üst derzeit katastrophal. Der Mange1 an Artike1n des tägLächen Gebrauchs, an Lebensmätte1n, Kann Kaum geschi Ldert verden. In alLen Städten sieht man vor den Geschäften Lange SchLangen von Menschen. Es wTd sch um alLes angesteLLt, ob um Brot oder Mehl und Zucker oder Salz, FLeisch und NWurnst, Mest st alles ausverkauft, da zu venig angeLefert wid, bevor der Letzte das Geschäft betreten hat. Die Inf Lation steigt ungeheuer. Eäne Straßenbahncarte kostete im ee et De Brop von 20 auf koo 210 ty. FLesch kostete im äm Frühahr durchs chnã tt- 8ee 210 ty. Man kKönnte un- zähLi ge ZahLen aufführen.— Die EdnkKommen und Renten— Letztere besonders— hänken weät zu- nück. Trotzdem sind die poLnäschen Bürger optimästsch, aber es w vd wohl noch Jahre dauern bäs alLes in Ordnung kKommt. Der Wã. und NeLhnachten steht vor der Tür dãe Bürger fFragen si ch, wLd es Kohle geben oder werden wär Fräeren? Wie wiPd es an Veihnachten sein, Fragen däie poLnischen Frauen. Mi t was so11 man zum Fest Kuchen backen, venn es kKeinen Zucker oder Rosinen, veLLecht sogar kKein 5 gi bt? P Lagergemeinschaft Auschwitz-Preunde wes der Aus chwä tzer haben jedes Jahr Päckchen für die UberLebenden vom KZ- Aus chwi tz und anderen KonzentrationsLagern nach PoLen gebracht. Bäsher hauptsächLäch als Zeichen, daß se, die ehemaLgen Häf t- Linge, nächt vergessen sind, als Zechen der Verbundenheit. Nur ein Tropfen auf einen heißen Stein- Loo bäs 500 Palkete für e twe 20 000 noch Lebende ehemaLige HäftLinge für jeden vierzigsten ehemaigen HäftLng 11 Jetzt, wo es wäTkKLi ch an alLem mangeLt, haben vä.F dã.e Verpf1Li ch- tung denen, däe unerträgLiches Led ertragen mußten, HH. 1fe zu Lesten. H. LfFe und SoLdarä tät Fürn dae Opfer des NatonalsozLaLs— mus 1st fFür uns, däe wäw uns so viel Unnützes, nücht mmer Lenbens- notwendäges Leisten Können, eine moralische PfLcht. Jede Spende, ob groß oder kLein, 4st eine HH. 1fe Für unsere Arbet. VeLLeicht, zch hoffe es, kKönnen wä.F desmal nächt nur 500 Pakete, s ondeyrn 2000 Für däe 20. 000 UberLebenden Opfer packen. Für Jeden zehnten ehemaigen HäftLing. Toh danke Thnen im voraus herz1achst für Thre Unterstützung. lec— Da Hermann Reineck Vorstzender 3 Bankverbindungen:„Lagergemeinschaft Auschwitz- Und so können Freurdeskreis der Auschwitzer e.V.“ Sie spenden! Postscheckkonto: FrankurM, Konlo-Nr. 51664 608 Kreisspatkasse: Friedberg/Hs., Konto-Nr. 062000 74.9 Spendenkonto s25fe 500 79 Ae Spender erhalten eine Spendenbescheinigung, welche bei ſnrem finarzamt als ab- zugstähig eingereicht werden kann. Bei Einzahlurgen bis DM 100, ist Cer Einzahlungs- beleg(Siehe Hückseite) gülig. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 1 Lagergemeinschaft— DOWEA NTTSL TEDERNVERSARRLUNS VON=S 6 188S Mitg) ieder des Vereins 2u einer Mitg) iederversamm)ung in das Mart in-Niemö]) er-Haus in Frankfurt einge laden. Sie So)ten vor allem über den Stand der verschiedenen Ak- tivitäten des Vereins infor- miert verden. vViele unserer Arbeiten sind in den Jetzten Monaten einige Schritte vor- angekKommen; besonders zu den Vverhand ungen über die Sie e AuSchitz“ Nar vie) zu berichten. Auch die- Se Seiten dienen dazu, mög- ichst alle Mitg)ieder äber diese Fortschritte zu unter- ichten. Sencht von cder Beise e 15e 6/UpPe den La9en9e— me nschaft Hach TSnae Ende März dieses Jahres fuhr eine Gruppe von acht Mit- 9 jedern der Lagergemein- Schaft nach Israe), um dort Kontakte anzuknüpfen oder 2zu ernheuern, Mö9ichkeiten der ZaSammenarbeit zu erörtern und schieß)ich auch in den dortigen Archiven zu ardei- ten. Unter anderem konnten Gespräche mit Henrn Kra- KoWSKi, dem Direktor des Ar- chiVS der 6Gedenkstätte vad Vashem, geführt„erden, in bau der Kontakte 2zur Lager— geme inschaft und zur Doßu- mentat ionswerkstätte„ünsch- durch den Aus- tausch vom kKataogen, durch 9Smne hSame Arbeitsvorhaben. Als 9reifbare Ergebnisse der ZusSammenarbeit iegen in der Dowea in der Funckstr. be- reits 2we Ordner zur S Kopien von Seinigen hundert Seiten Mate- njalien aus cdem Archiv von Vvad Vashem SE Sind dies von a)em Zeu9niS— Se Von Oberebenden aus der die im Original in Te) Aviv iegen. Unteragen Uber best immte Personen, Vorgänge, Lager usw. S S ind ebenfal)s in der Dowea einige Kataoge von vad Va— Shem einsehbar, in denen in vorbi)dicher Meise die 9 rO— ßen Bestände des Archivs efr- Schossen sind. bont fanden sich beispies- eise Dokumente zur Lebens- 9eschichte der sSchriftste)- lerin IIse Meber, die nicht einma) den engsten Verwand- ten bekannt waren 66 Spurensuche“ zum Meg 18e Mebers konnte damit erheb- ch vorangetrieben Merden (s. den betreffenden Beitrag in diesem Mitteiungsblatt). Die Lagergeme inschaft hat SSn Kopier- und Bücherkosten be- eS Durch die ßeise konnte vera Kriege) iedergetroffen uno damit auch der kontakt zur Organisat ion der von*medi- zinischen“ Versuchen betrof- 2 Lagergemelnschalt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. fenen Zzwiinge„iederaufge- verden— Jeil eines in sei- nommen verden. nen Dimens onen noch gar nicht auf9earbeiteten kKon- Mahe Baifa„urde die 6ruppe zeptes zur Vernichtung von durch den'kKibbuz der Ghet- MenSchen. ES vunde immer to- Kämpfer“ geführt— es var ieder darauf hingewiesen, dies überhaupt erst das daß von dieser Vernichtungs- ze ite Ma), das hier eine poiti deutsche Gruppe eine Führung Uden, dann aber auch die SSſ S awische Bevö kKerung be— troffen Waren. Es„äre eine Schießich konnte auch eine Verharmosung nat ionasozia- Einadung bei Ruth Eias istischen FasSenpo „ahrgenommen verden— vas Nürnde man übersehen, daß 60 unter anderem zu der Verab- Vernichtungs der uden und redung führte, daß sie am vieler nichtüdischer Polen Etappen auf der Ver- jhrem Buch'Nur die Boffnung virkichtung einer Ideoogie erhielt mich am Leben“ esen varen, die sehr vie) mehr virnd. MenSchengruppen bedrohte. Die sowjet ischen Gesprächs- Auch im kommenden Jahr so— Ppartner viesen sehr deut ich te wieder eine Gruppe der darnauf hin, daß Sie 8e5 Lagergeme inschaft nach ISra— Ubergangen FUhten durch e) fFahren. eine Aufarbeitung der 6e— Schichte in der Bundesre- senicht on der Keise publik, die sich auf Juden hdof Dohrmanns nach MnsK und Fo en 0Op Scher Poitik konzentriert. Rudof Dohrmann berichtete Be astet ist dieser Tei) der von seiner Reise nach Minsk, Vergangenheit für die Sow- „O er Gast des Sowjet ischen Jets jedoch auch mit den Friedenskomitees war. Die Problemen, die die Aufar- Reise var durch die Gastge- beitung der eigenen stali- der sehr gut vorbereitet. nistischen Vergangenheit mit vor allem die SGespräche mit sich bringt. Für eine reali- den Mitgiedern des kKomi- stische Einschätzung der tees, z. B. auch mit dem Di- Vergangenheit ist hier 0 rektor des Museums des Gro- differenzierte Sicht notven- Bßen Vater Jändischen Krieges, dig. ließen deut ich werden, wie „ichtig es für die Lagerge- Aus dem Besuch sind einige me inschaft ist, auch diesen Projekte für die 2usammen- Teil der deutschen Geschich- arbeit hervorgegangen: te aufzuarbeiten. In cder etzten August-Woche haben einige Mitgieder des Minsk war 2entrum verschie- Friedenskomitees Frankfurnt See age Kinder, denen But für deut- die Lagergeme inschaft zusam- sche Vervundete abgezapft men mit der Dreifaltigkeits- vurde. Minsk ebenso vie Vi)- geme inde und SsoOwjetischen na, Riga ua. können gewis- und anderen 6Gästen ein Se— Sermaßen als 2Z2ischena- minar 2zum Jahrestag des die kKriegsbeginns veranstaltet. vernichtungs lager angesehen Für die zeit vom 3—152. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 3 „urde eine Fahrt in die 8al— tiSchen Repubiken und nach MinSk organisiert. Ende Dezember/Anfang Januar 1990 vird in zentralindien en internat onales ArbeitsS- lager mit zehm Deutschen, zehn Russen und 20 Indern Stattf inden. Mitte nächsten Jahres(ab 8 S ine maima dre ivöchige Schiffsreise auf der MWo ga von Kasan bisS MWo)— Oo9racd führen. Wichtiger Hinweis für Reisen mit der Lager geme inschaft: Nin haben Verhandungen ge- fühnt über die Mög ichkeit, diese und andere von uns or— Sanisierte Reisen als B11*— dungsur aub oder als Lehrer- fortbi dungsveranstaltung anerkennen zu assen. Dies Scheint im Einzelfal) nach PrUfung des Jewei)igen Pro— 9ramms mö9 ich. Mer Interes- SS E Sie mö9ichst frühzeitig bei uns me)den, damit die bürokrati- Schen Notwendigkeiten recht- zeitig erledigt„erden kSn- nen. 3 5 6 ſongen öber die tUn9 AUschMtz“ den Ve/— Stf— In den etzten Monaten sind unsere Verhand ungen mit verschiedenen offiziellen Stellen über die 6Gründung der Stiftung wesent ich vor- angekKommen. Rudolf Dohrmann unmd Manfred Pöpper) berich- teten über diese Fortschrit- te. Auf eine ausführiche Darste) ung kann hier ver- zchtet erden, da an ande- ner Stele in diesem und dem nächsten Mitteiungsbatt darüber berichtet„ird. Es 9enügen daher hier einige Stichworte: — Das kKonzept ionspapier der Lagergeme inschaft urde von allen Bundestagsfrakt ionen alsS Grundage akzept iert. — Der Evange lische Reg iona- verband hat seine Bereit- Schaft erkärnt, ale Perso- nal- und Verwaltungsange le- genheiten für die Stiftung zU übernehmen. — Oberbürgermeister Hauff hat zU einem Gespräch einge- aden, das inzwischen statt- 9efunden hat. — Wir wolen versuchen, die anderen in der Bundesrepu- bik am Thema Auschwitz ar- beitenden Gruppen zu sSiner Informat ionstagung am 22. 11. 89 einzuaden. — Die Dreifaltigkeitsgeme i n- de hat ihre Bereitschaft er- kKlänt, zugunsten der Stif- Lung auf die Nutzung eines Srundstücks zu verzichten. Sine Mit9 iederversamm)ung mit dem Thema“Stiftung“ be- Schäftigen. 4. Seicht öben den Sesoch U die Arbeit in Ho Jen Auch in diesem Frühjahr war Njeder eine Gruppe in Po)en. Die Organisat ion Nurde von der Lagergeme inschaft nicht esentlich anders als bisher durchgeführt. Die Erfahrun- 9en mit der Gruppe waren auch diesma) sehr gut. Ein Nichtiges Ergebnis konn- te am Rande erreicht verden: Für alle ehemal igen Häft lin- 9e und ihre Angehörigen Konnten Reiseer leichterungen (keine Visagebühren, kKein Devisennachweis, keine MWar- tezeit) durchgesetzt werden, wenn sie für best immte Zwek— kKe in die Bundesrepub]ik Kommen oen(Wortrag für die Lagergeme inschaft z. B8.N. 4 Lagergemeinschaft Auschwitz Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Auskunft erteit Hermann 2zept ionen für Pubikat ions- Reineck. reihen(etwa zur Vorberei- tung der Arbeitsreisen der 5. Vorsteong des Missen- Lagergeme inschaft usw.) ent- scharftichen Mitafbeters Hanfred Pöpper!] stellte sei- nen beruf)ichen Merdegang dar. Da er,„as während der Mitgiederversammung nicht zu ahnen var,„enig später eine Lehrerstelle angeboten bekam und annahm, kKann hier auf eine ausführiche MWie— dergabe verzichtet verden. 6 b kat onen der Lagefgeme 1— Schaft Se Zusammenste!]- Dokumenten, Rei- Seberichte u. vm, die die Lagergeme inschaft herausge- ben möchte. In 2Zukunft kann mit der Arbeit des Missen- Schaftichen Mi tarbeiters ebenfals das eine oder an- dere pubikat jonsfähige Ma- nuskript entstehen. Der VoOr— Stand bittet deshalb inter- ess ierte Mitgieder, SS zum'Gegenlesen“ der Jexte zur verfögung zu steen und Empfenungen zur Pub)ikat ion Immer Nieder beitsmappen, ungen von abzugeben. von diesem Re- dakt jonskreis“ können auch pubikat ionen angeregt, Kon- ickelt erden. Bisher haben Sich Kaus Me imann und Man- fred Pöpper] zur Mitarbeit bereiterkärt. 7. 2Z0n Einanz Jage den Lager- geme ihSchaft Anni RoßBmann-Re ineck alS Kass jererin bezeichnete die Fjnanz lage des Vereins a)s S vObe i noch einige Außenstände auf der Habense ite zu berücksichti- 9en sSeien. Sie regte an, über eine Er- höhung der Mitgiedsbeiträge und andere Mögichkeiten der Verbesserung der Finanzen nachzudenken. 8. MtteUngen Unter Mitteiungen urde Je- digich auf die verschiede- nen kommenden Termine der Lagergeme inschaft hingewie- Sen. Auf eine Wiederhoung kKann hier verzichtet verden, da dieses Mitteiungsbatt eine aktuellere Fassung der Termine enthält. MahFre0 ESppen „Es war einmal ein König und der hatte Hunger. Er ging zum Schalter und sagte: Zweimall Das ist das ganze Mãrchen, das ist das garze Theresienstadt Die Kinderphantasie vor der doppel- ten Portion.“ e Me— Lagergemeinschaſt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 5 Drei Uhber legungen =ur Fracge einer bundesdeutSchen PräsSen— im dern GedenKStEätte AuSchw iE=— BirnkKenau— Monow i= it Die Gedenkstäãtte Auschwitz-— BirkKenau unter Einschußß von EHe S Samtheit der unter großen AnStrengungen von der vokKS— repubik Polen bewahrte Aus- Se e i Scher Vernichtungspo])itik. AusSchWitz-Birkenau-Monowitz als SGesamtkKomp ex ist cer furchtbare Ausdruck der Prä- Senz und Wirkung deutscher Faschisten. Es bedarf keiner veiteren deutschen Repräsen- tanz. Statt auf eine bundesdeut- Sche RSpräsentanz zu drän- Se SS S permanenten AusStelung, eines Denkmals oder eines bundesdeutschen Bocks, Sote der ersSte Seitrag bundesdeutscher Srinnerungs- danim bestehen, dS PhySiSche Substanz der vofr- Handenen Gecdenkstätte SiS chern z0 helfen. Im ureige- nen Interesse eines redi— chen Verständnisses und Um- ganges mit der deutschen Ge- Schichte wo)en beitragen, daß Kein Gras Uber AuschwWitz ächst. Unvorste bar erscheint e Schen Demokratischen Repu- b)ik und ihrer Dauerausste- ung in ennem der 8öcke von QnS Das Erbe von Auschwitz ist von alen Gruppen 2zu Nahren, aus denen die Opfer von AuSchNtz stammen. e von aen Gruppen zu wahren, e S Kunft mit den Opfern von Au SchWitz-Birkenau-Monowitz Soidarisieren. So0 9ehönt das Enbe von AuschWitz-Birkenau-Monowitz alen toten und ebenden Juden, Saen verschiedener Nat ionalitäten, vor a em Poen und Russen, a)en to- ten und ebenden kKommuni- Sten, Sozjalisten, Konserva— tiven, Christen, Angehör igen der Sinti und Roma, den Ho- mosexueen und sochen Men- Schen, die als Jebensunwert betrachtet und behandet Nunden. Keine Gruppe kKann aein das Sbe Nahnen voen, ohne die Nahrnehmung des ganzen Erbes z0 gefährden. JSede Gruppe 1isSt de Generat ionen angewiesen, Nenn das Erbe von Auschwitz Neterirken soN. Darum jsSt es auch Sache a)- er Sruppen, das NMie„ieder Sm Seni d ie „eder Faschismus“ tische VerantMortung fürn un- Ser Geme inMesen im cer Bun- OesrepubikK Deutschand um- zuSetzen. auf Kommen- 6 Lagergemelnschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Unseren vichtigsten 8eitrag gang haben, inhaltich be- zur Mahrung des Erbes von teiigt sein und aus der Ar- AuSchwitz können und müusSen beit der DokKumentat jonsSwerk— „ir in der Bundesrepub)ik Stätte Auschwitz Nutzen zie— Deutschand und nicht in Po- hen können. len eisten. Hier entschen- de von AuschWitz-Birkenau-Mono- menarbeit aler Gruppen eine „itz verstanden haben, indem Stiftung Auschwitz den Köpfen und Benzen unse- rer Mitbürger präsent ma 2 schaffen Eine solche chen. bas ist die eigent]- Stiftung ist die angemessene che Repräsentanz„ Vergegen- Form, das Erbe von Kener⸗ 0 „ärtigung von AusSchwitz— ebendig z0 erhalten, den Birkenau-Monovitz, 2zu der Streit um das richtige Ver- „ir aufgerufen sind. StändnisS von Seschichte fruchtbar zu machen und der politischen 81dungsrabeit 8½ in der Bundesrepubik Mei al)e 6Gruppen für das Deutschand für die nächsten Srbe von Auschwitz-Birkenau- fünfzig Jahre neue Impu)se Monowitz venarntontien e Seb s ind, sollen a)le Gruppen vom Auschwit?z en und zur Dokumentat ionsverkstätte einer menschenwürndigen 2u- Auschitz, vie sie in Frank- Kunft ien gegeben Merden furt am Main entsteht, zu- müssen. KUoo F ohrmeann Folter Richter Was War da Zeugin 5 Da war draußen ein Lastwagen vorgefahren mit einer Fracht von Kindern lch sah es durch das Fenster der Schreibstube Ein Keiner Junge sprang herunter er hielt einen Apfel in der Hand Da kam Boger aus der Tür Das Kind stand da mit dem Apfel Boger ist zu dem Kind gegangen und hat es bei den Füßen gepackt und mit dem Kopf᷑ an die Baracke geschmettert Dann hat er den Apfel aufgenoben und mich geholt und gesagt Wischen Sie das da ab an der Wand Und als ich spãter bei einem Verhör dabei war Sah ich wie er den Apfel aß Peter Weiss Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwltzer e. V. Im etzten Mitteiungsbatt be ch eini9e Gedanken Uber die Nichti9sten Schrit- te zu einer'Stiftung Ausch- 65* vorgetragen. Einer SSS Schen getan: Im Rahmen me i— ner hauptamt ichen Tätigkeit Lagergeme inschaft Habe ieh Ua einen ensten Entwurf für eine Verfassung der Stiftung Srarbeitet. S nächsten zeit Gegenstand und Srundage der Verhandungen mit den verschiedenen Insti- tut onen òüber die sStiftung An dieser Stelle möchte ich nun nicht den trockenen, in Juristendeutsch verfaßten Text Niedergeben, SOondern die„ichtigsten Ober egungen zusammenfassen, die mich bei der Abfassung 9e eitet haben. S ieht das VOrausSet- davon ist Fürn Jede Stiftung Gesetz best immte zunSen von Eine eine Verfassung(Satzung), die ganz best immte Regeun- gen trifft. Diese Verfassung muO Angaben enthalten über den Namen, S den Zweck, das Vermögen und die Organe der Sic venm diese Punkte klar, rechtich einwandfrei und Gurchführbar erscheinen— hien ist das Verhältnis von vermögen und Aufgaben der S S Nind eine sStiftung von der zuständigen Behörde geneh- NVERFEASSUNSG* O BR ERL ESUNGREN=ZU E TNER D EFHR S TTETYUNS AUSGHWTTVEZ» Vverfassungsentwurf Namen StFtong FUn oe Bndesfe— OUbIK OeUtschand S verwaltung iSt Frankfunt am Main. Der Zveck der Stiftung war nieht ganz se ſeicht im kKUn— 2e AusSSagen zu fassen, galt eS doch, einerseits die Ar- beit der 2zukünftigen Stif- tumg sehr präzise auf unsere Zie)e hin festzulegen, S ie andererseits jedoch nicht so Stark vorherzubest immen, daß Sie unfexibel und damit u.U. hand ungsunfähig verden kKönnte. Da die Grundgedanken zur Aufgabe der Stiftung be- neits in meinem Artike) für das letzte Mitteiungsbatt beschrieben sind, kann ich hier auf eine ausführ iche Be9ründung verzichten. A1S 9enerele Formulierung sieht der Entwurf der Verfassung 65 Mahrung der Erinnerung an die grauenvoen Geschehnis- Se im kKonzentrat ions- und vernichtungs ager Auschwitz. AusSchwitz iet dabei sowoh] Konkret als das ehemalige Konzentrat jons- und Vernich- tungs lager Auschwitz— Bir- kKenau— Monowitz und dessen zahlreiche Neben ager, aber auch als SVmbo] zu verste- hen: Wie kam es 2zu Ausch- Ntz? Mas war Auschwitz? Wie iSt man nach 1945 mit Ausch- „tz umgegangen und veche Lehren müssen vir aus Ausch- Nitz ziehen?(5 2, 1) Dieser Zweck sol) insbesondere ver-— UnSer Sieht als AUSchMEZ 8 Lagergemelnschaſt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. „irkicht verden durch a) die Sammlung und Bewah- rung von Dokumenten, Büchern uSwW.(Präsenzbibiothek, Ar- chiv, Bibiographien ua., b) die Unterstützung von Forschungsarbeiten, c) die Meitergabe des MiS— sens über die im kKZ Auschwitz im Sinne von Aufkärung, politischer B11— dung und ethischer Erziehung 6 Geschehnisse Die Verfassung muß über das Vermögen tung enthalten. Dies„ird 5e anders 2u handhaben sein als bei alen anderen Stiftungen auch: wir hoffen, daß sich die von uns angesprochenen Institut ionen zu verschiedenen'Stiftun- gen“ bereit finden und daß damit ein Stiftungsvermögen entsteht, das der Stiftung ein soides Arbeiten aus den Zinserträgen ihres vermögens Se verfassung sieht hier eine ganze Reihe von Rege ungen vor, wie das vermögen zu er- halten, vie mit Zustiftungen umzugehen, vie der Haushalt zu führen ist usw. Angaben 6en 8S i Wichtiger als diese Formaia s ind hingegen die Organe der 9eplanten Stiftung: der Vor- stand, der Stiftungsrat, das Kurator ium und die Mitar- beiterversam ung. Der Vorstand besteht fUnf Mitgliedern. vom Stiftungsrat Dafür soten terversamm)ung, ischen Re9 iona lverband Frankfurt, der die gesammte PersSonalverwaltung überneh- men so)), und dem Kuratorium ein Vvorschlagsrecht för e einen Kandidaten zugesichernt aus Sie„erden Oewäht. der Mitarbei- dem EVvange- verden. Auf gabe des VO5 Stands ist die Vertretung der Stiftung nach außen, die Rechnungsprüfung, die Ent- Scheidung über die Mitte- vergabe durch Genehmigung e ines von den Mitarbeitern vorgelegten Haushaltspanes, S beiter und ihre kKontrole. De St funS veiIS ein Vertreter der ver- Schiedenen Stifter(Bundes- nalverband, La9ergeme in- Schaft) und einige veitere Mtgieder angehörnen solen, e wachen, daß der VorsStand Se ine Pfichten erfült, daß aso die Stiftung im Sinne des Stiftungszweckes arbei- Se S die Vvergabe der Stiftungs- mitte) zu erstellen, die für den Vvorstand Entscheidungs- grundage sein müssen; er hat den Rechenschaftsbericht des Vorstands entgegenzuneh- men, den Vorstand 2zu ent a- Sten und einiges mehr. Das Kuratorium so)) veniger kontrolierend oder dirigie- rend in die Stiftungsarbeit eingreifen. Es so1) vielmehr S umfassen, die die verschie- denen anderen Institut jonen repräsent ieren, mit denen die Stiftung Auschwitz sinn- voerweise zus ammenarbeiten müßte. Hier wären zu nennen das*Staat iche Muzeum Os— wiecim“, die Gedenkstätte Zentralrat der Juden in Deutschland, aber auch z⸗B. die Bundeszentrale für Po]i- tische Bidung, Akt ion Süh- nezeichen, die Kinchen, For— Schungs institute, Gedenk- Stätten in Deutschland und Lagergemeinschaſt Auschwitz-Freundeskrels der Auschweitzer e. V. 9 dieses Gre— S andere. Auf gabe miums Märe es„ tungsrat und die Mitar-— S bick auf die inhalt ichen S terstützen, sei es, indem es Forschungen anregt, Tagungs- themen empf iehlt, Bewerber für die Mitarbeiterste] en vorschägt oder Richtinien S Se S Sammenarbeit mit anderen In-— Stitut onen herstet usw. Die Mi tarbeiterversamm)ung Schießich, der alle haupt- amt ichen Mitarbeiter der Stiftung an9ehören, SO11 deshalb als 6Gremium einge- chtet Nerden, ei wir da- von ausgehen, daß in einer derart kKomp exem Sei5 die kKoordinat ion der ver- Schiedenen Arbeitsbereiche und die Panung der einze)- nen Arbeiten sehr genau mit den Mitarbeiternm abgest immt Sein müßten. Eine aus- Schießich hierarchisch or- ganisiente EntsScheidung9s- Struktur wunde die Stiftung in ihren Arbeits- und Ent- faltungsSmög]ichkeiten sicher Seher hemmen als fördern. An- dererseits muß aber auch e ine adäquate kKontrole der Arbeiten durch die anderen Organe der Stiftung gewähr- eistet sein. So wurde in der Vverfassung verSucht, durch eine Fest egung der Kompetenzen der Mitarbeiter- versammung- òber das Maß einer normalen Personaver- tretung hinaus— Möglichkei- ten der eigenverantworti— chen und dennoch kontfro])— Mierten Arbeitsp anung 20 Sröffnen. Scher vird es verSchiedenen zwiSchen den Or9anen der nicht immer ohne ab9ehen. Für die- Sen Fal) sieht die Verfas- Sung die REinrichtung einer KonfiktkKommiss ion vor. Stiftung Konfikte Der hier vorgestete Ver- fassungsentwurf Nurde von der zuständi gen Genehmi- gungs- und Aufsichtsbehörde 'im Prinzip abgesegnet“. Er Stellt, vie 9gesagt, ledig- ich eine Verhand ungsgrund- lage darn; er Sol) unseren Gesprächspartnern verdeut])i— chen, ie ir uns die kKon- Struktion und die Arbeit der Stiftung Auschwitz vorste- len. Sicher„Nind hier noch vieles zu ändern sSein; si— cher sind auch einige Punkte durchaus anderns denkbar. Ich e ieen Nenigen zeilen einen Ein- e Grundkonzept ion der Stiftung 9egeben zUu haben, der vie- leicht auch den einen oder anderen zu kKritik oder Anre- SSen verbesserungsvorschläge sehr dankbar! Manfned ESpper 10 Lagergemelnschaſt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. SPERDERNAULERUEFE SpendernauFrF OHNE GELD GEHT NTCRHTS—„ ABER MIR KONNEN AUCH AMDERES BRAUCHEN Die DOKUMENTATLOMSWERKSTATTE in der Funckstraße— in einem kKelerraum der Dreifaltigkeitskirche— quit über! MWir haben bereits an die 1000 Bücher und unzählige Akten, DokKumente, Kopiensammungen us. usw. zusammengetragen. Für die'NMeuzugänge“ fehlen jetzt bereits Regale und(für die wertvoeren oder unersetziche DokKumente) ab- Schließbare Schränke. Schießich so) alles so verwahrt „erden, daß es auch künftigen Generat onen erhalten beibt! Es fehen nicht nur größere Räume— hier überegt die Stadt Frankfurt Lösungen. ES fehlen auch kKartei- kästen, Ordner, Ablagen, eventuel) ein altes Kopiergerät, das auf kKarton kopieren kann Eim Idealfal), für einen Schagwortkatalog väre vieeicht sogar ein gebrauchter persona-Computer(mit oder auch ohne Drucker) sinnvo)— kurz: vir können alles gebrauchen was in ein ordent iches BüroArchiv hineingehört. Mer soche Dinge zu FHause rum- Miegen hat,„ird hiermit ganz, ganz herich gebeten, sie der Dowea zu über lassen! Anruf genügt(O069/771017 oder 069/7528878 oder...N. 6 Aber natürich brauchen vir auch 6edspenden— nicht ale verlage stelen uns Probeekempare zur Verfügung. Spenden für die Dowea sind natürich auch steuerich absetzbar! Oberwiesen Merden kann entweder mit der beiiegenden Zahkarte(bei zweckbindung bitte'Dowea“ vermerken) oder auf das Konto 38 12 47 be de Sp S Und schießich: Mir ersticken in Arbeit! JEDER KAMN HELEEN Medet Ruch! Lagergemeinschaſt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 11 Oktober. persöniche Begegnungen, Ta— gungen, Intervies, Semina- re, Donnerstagstreffs, S dienfahrten- vielerei 6e- egenheiten, bei denen„ir Oberebende der Verfogung 6* Foterung durch die Na- tiona)sozialisten KSnnen- e Schaft schossen und bei manchen mit Interesse und auf engagierte Mi tarbeit rechnen können. Solche Be- 9eonungen sind für vie)e von uns aus dem FreundeskKreis zu ganz tiefen und unvergeß]i— chen Erfahrungen gevornden, und ir fFreuen uns über je- den Tag, an dem„ir uns se- hen, vone inander hören, ge-— me insam arbeiten und feiern können. Besondere Tage der Freude aber sind die 6e- burtstage, FTage, an denen das Lebensalter ein Jahr zu— egt, jeder Tag, Jedes Jahr ein'trotzdem' gegen den Zu- 9riff der Nat ionasoziali- Sten. G en„ir die Seburtstage der uns bekannten und mit uns arbeitenden Oberebenden künftig im Mitteiungsbatt nennen, dròcken vir im Namen der Lagergeme inschaft Ausch- Nitz/Freundeskreis der Auschwitzer auf diesem Mege unSere guten Wünsche aus und 9eben Jedem, der möchte, die Ge egenheit zu einem persön- ichen GeburtStagsg ückK— NUnSch. Die Adressen sind— wenm miSt eanin e Heike Dui]]) und Mar ianne Go6 ſ 069/7893368, 20 SFfahren. November. Dezember Januar. S E D ENK TVA SE e aus freudigem Anlaß 20 968— denken. Einige öberebende Sind in den etzten Jahrnen verstorben. Andere Verfolg9te konnten die perfekte Mordma- Schinerie der Nat ionalsozi— alisten nicht übereben. Wir me inen, es ist unsere Aufga- be, der VToten zu gedenken und sie in unserem Gedächt- nisS ebendig zu halten. Das BekKanntgeben des Todestages kann nur ein Anaß sein. Die Liste der Geburts- und ſ Ständig. Sie bezieht sich zunächst auf die der Redak- tion bekannten Personen, und „ir bitten deshalb um Mei- ter9abe der Gedenktage Vvon eiteren ober ebenden und Opfern an die Redakt ion. Geburtstag O6. 0O9. Albert N. Simmedinger (Jahrg. 1910) 10. 10. Stanisla kKaminski (Jahrg. 1825) 12. 11. Mietek Sarnonski 20 11. Liese otte Thumser- Mei)(YJahrg. 1917) O9 O1. FHermann Reineck (Jahrg. 1919) Todestag O4 10. IISe MWeber (Jahrg. 18903) e e OC7 Mranne 6O6 12 Lagergemeinschaſt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. Internationales Auschwitz- Comité(TAK Leitunassitzuna des Internationalen uschwitzkomitees in Bidingen erstmals in der Bundesrepublik Däie Leitungssi tzung des TAK fand vom 4.—8. 1089 aut Eän- Ladung der Lagergemeinschaft Auschu pz-Freundeskreis der Aus chwi tzer eV. in Büdängen statt. An der Tagung nahmen De Legäerte aus Be1gen, BerLin-West, BundesrepubLikK Deutsch1., DDR, Frankrei ch, HoLLand, JugosLawäen, Rumänien, UdSSR, Un- garn u. USA teiL. Däe poLnäschen DeLegierten konnten Leüder nicht kKommen, da säe nächt rechtzeitig Väsa erhäeLten. Uber däe Ergebnässe der Tagung wurde nach der Pressekonfe- renz in der Metterauer Zei tung' ausführ1Läch berchtet. 8Sie fFinden den Artikel, in etwas gekürzter Form, nachfoLgend. Eän Beiprogramm zu der Lei tungssitzung wurde von 2 Mi tg1— dern der Lagergem. Auschwi tz erstelLt. So fFand im alten Rathaus in Ortenberg ein Lä ederabend des Sängers DaneL Kempin unter dem Ti teL MasL un SchLamasL- jddische Lieder-— statt. Däe ausgezeichnet vorgetragenen Leder wurden von alLen Anwesenden mã t großem BeifaLL beLohnt. D. Kempin dankte mät LHedzugaben. Am 6. Okt. waren däe DeLegMerten in Frankfurt, wo über däe DOWEA' u. über däe Stiftung Auschwä tz! gesprochen wurde. Eäinige De Legente wurden vom Vors tzenden der jüdäschen Gemein- de Frankfurt, HerTn Bubs, einge Laden. Abends varen däe De1gernten in der AussteLung der Stadtbüche- vei Büdäingen Aus chwi tz, Faschä smus u. Antifaschäsmus', wo auch mã. t den dort Anwesenden gute Gespräche geführt wurden. Es Fand däe Aufführung von Franz Kafkas Stück Berächt Für ei— ne Alkademäe. statt. Hans Schwab, in der RoLLe des Affen, gab diese bemerkenswernte VorsteLLung Für das TLAK und ein großes Pub- 1Likum. Bäs weit nach Mä tternacht saßen De Legierte und Gäste bei Lebhaften Gesprächen zusammen Persön1Lichkeiten des öffentLichen Lebens gaben Empfänge. 8So der Bürgermeister von Büdängen, E. Bauern, Stadtvewondnetenvonste- her V. KroLL, Stadtrwat B. Lei tner. Säe boten Füm kKünftäge Tagungen das Uralte Rathaus an.— Zur Veranstaltung in Orntenberg kKam der 1.Stadtrat M. Meuser u. der KuLturdezernent J. PoLLmar. Am 7. O kt. 1ud Landrat H. Rüfer zu Gesprächen und Kaffee ins SchLoß- cafe ein. ALLe DeLegierten Fanden däe Betreuung, däe Organ saton, das Beiprogramm ausgezeichnet. Besonderer Dank gebührt unseren freiw LLLgen uneigennitzigen He 1— Fern: N.Dahlen, V. Gehrke, U. Hartwäg, J. Loesch, U. Midde Lanã s und D. Stamm u. U. Zentner. Junek GrygLeski., vom Hotel Fürnstenhof, danken wä Füm däe gute Betreuung. Säe aLLe ermöglächten uns desen guten Ver Lauf der & tung 1 6 LKLeitungssä Pzung*. FHe mnann Reine ck S Bild Bugse bu/Bi Lℳ Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 13 Internationales Auschwitz- Comité(TAK) in Bidingen WETTERRAUER ZEITUNG Mittwoch, 11. Oktober 1989 Büdingen(dö). ⸗Geht ihr nur weiter, ich gehe solange in meine Baracke-— Worte einer Wienerin, Hãftling im Frauen-KZ Birkenau, beim ersten Wie- dersehen mit diesem Ori nach langen Jahren. Es sei erschütternd gewesen, diesen Satz zu hören, be richtet eine Augenzeugin, und ebenso erschüt- ternd, die Frau nach längerer Zeit dort auf dem Boden hockend vorzufinden. Augen und Gesicht verduollen vom Weinen. Und ein anderer Hãftling, heute Professor für Englisch und Frangösisch an einer jugoslawischen Universität, erzãhlt von sei- nen Besuchen in Auschwitz:„Immer wenn ich dort hinkomme, besuche ich meine ehemaligen Kame- raden... Viele ihrer Verwandten wissen bis heute nicht, vo sie verschwunden sind. Ich aber weiß es, und so nehme ich in meinem Herzen die Gebete und Wünsche ihrer Angehörigen mit und bringe sie dorthin.⸗ Bewegt, aber ohne Sentimentalität werden sol- che Worte gesagt, in einem kleinen Besprechungs- zimmer des Hotels»Fürstenhof- in Büdingen. 44 Jahre»danach- Nur kurz, vielleicht eine Viertel- stunde lang, wird das Gespräch bestimmt von den Schicksalen und Leiden dieser Menschen, die uns gegenübersitzen, und auch in dieser Zeit bleibt der Ton verhalten, freundlich-distanziert. Besser als vieles andere macht dies deutlich, daß es hier kein »Danach⸗ geben kann: Die unvorstellbaren Leiden, noch mehr aber die grenzenlose Menschenverach- tung, die diese Menschen in Auschwitz und Birke- nau und den anderen Todeslagern der Nazis erfah- ren haben, naben ihre. Seele einen unauslöschli- chen Stempel aufgedrückt. Auschwitz ist für sie Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen. Oder. wie Maurice Goldstein sagt, eine ⸗unverheil- te Narbe“. „Auschwitz darf nicht vereinnahmt werden- Verbindlichkeit im Ton: Maurice Goldstein er- kundigt sich vor Beginn der Pressekonferenz nach der Adresse der Stadtverwaltung, möchte er sich doch bei Bürgermeister Eberhard Bauner für den 0 Empfang bedanken sowie für das Ver- Sprechen, beim nächsten Besuch im historischen Rathaus tagen zu dürfen(dies auch, wie er augen- zwinkernd zugibt, damit die Zusage nicht in Ver- gessenheit gerät). Härte in der Sache: In einem Schlußkommuni- qué der diesjährigen Leitungssitzung, das Gold- stein vorträgt, kritisiert das LAK scharf den Aufent- halt von Nonnen des Karmeliterordens auf dem Auschwitz-Gelände:»Auschwitz-, betont der Bel- gier, ein Jude, später, darf von niemandem verein- nahmt werden- Nach dem Aussterben der ehema- ligen Häftlinge, die allein den MitgRñedsorganisatio- nen des LAK angehören dürfen, sollen verschiede- ne bereits gegründete Stiftungen dafür sorgen, daß das Mahnmal Auschwitz»Besitz der Allgemein- heit⸗ bleibt. Gegen die neuen»düsteren Kräfte- Mit Empörung habe das Komitee das feige At- tentat an dem Präsidenten des belgischen Koordi- nations komitees, Joseph Wybran, zur Kenntnis ge- nommen. Es sei ein Zeichen für die»Wiederer- scheinung⸗ von Meonazismus und Rassismus, übersetzt Goldstein aus dem Französischen. Das LAK ruft seine Mitgliedsorganisationen und die Verbũndeten auf, sich zu mobilisieren gegen das Wiederauftreten dieser„dũsteren Kräfte-, die die „braune Pest⸗ mittrügen. Für das nãchste Jahr hat das IAK zahlreiche Ver- anstaltungen geplant. Am 20. Januar 1990 jährt sich zum 48. Mal der Tag der Wannsee-Konferenz, auf der die Endlösung der Judenfrage offiziell be- schlossen wurde. An diesem Tag wird das IAK in der Wannsee Villa eine erweiterte Leitungssitzung abhalten. Gleichzeitig soll in Berlin unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters Walter Momper die Internationale Auschwitzaus- stellung eröffnet werden, die unter Mithilfe des LAK erstellt wurde. Zwei Jahrestage sollen 1990 mit Gedenkfeiern begangen werden: der 50. Jahrestag der Ankunft des ersten Gefangenentransports in Auschwitz (von diesen polnischen Widerstandskämpfern. die die Nummern 36 bis 850 eintätowiert bekamen. leben noch einige wenige) am 20. Juni, und der 45. Jahrestag der Befreiung des Lagers Auschwitz am 27. Januar. Der Text für ein»Vermächtnis- der IAK-Mitglieder, das aus diesem Anlaß verõffent- licht werden soll, wurde in fünf Jahren bei ebenso- vielen Sitzungen ausgefeilt und nun endlich am vergangenen Wochenende in Büdingen be- schlossen. „Normale- K?Z— und Vernichtungslager Ein besonderes Anliegen ist Maurice Goldstein die Unterscheidung zwischen ⸗normalen⸗ Konzen- trations- und den Vernichtungslagern, und unver- sehens wird das Pressegespräch zum Geschichts- unterricht. Gas sei bereits seit dem 1. September 1939 im Euthanasie-Programm zur Vernichtung von ungefähr 100 000 Geisteskranken sowie geistig und körperlich Behinderten angewandt worden. doziert der Medizinprofessor. Am 1. September 1941 wurde erstmals das berüchtigte»Zyklon B- zur Ermordung von 850 kriegsgefangenen Sowjets in einem Kellerbunker erprobt. Zur»Endlösung- der Judenfrage wurden in den polnischen Frontge- bieten zunächst mobile Lkws eingesetzt, in deren Laderãumen Menschen mit Hilfe des Auspuffgases umgebracht werden konnten. Während beispiels- weise das KZ Auschwitz erst später zu einem Ver- nichtungslager umfunktioniert wurde, waren Chel- mo, Sobibor und Treblinka bereits als reine Ver- nichtungslager konzipiert; hier gab es nicht einmal zum Schein Aufenthaltsbaracken für Hãäftlinge. »Schlachthöfe⸗ nennt Goldstein diese Stätten. Die Wannsee-Konferenz, eigentlich für den 7. Dezem- ber 1941 geplant, wegen des japanischen Uberfalls auf Pearl Harbour aber um sechs Wochen verscho- ben, billigte am 20. Januar 1942 offiziell die geplan- te Ausrottung der Juden, die in den Vernichtungs- lagern längst angelaufen war. Zwischen 1945 und 1970 habe man in der Bun- desrepublik versucht, nicht über das Dritte Reich zu sprechen, die Mazi-Zeit zu verdrängen, meint Goldstein. Geschichte könne jedoch nur bewältigt werden, wenn man die Wahrheit lese und dann damit fertig werde. Sorgen bereitet ihm und seinen Schicksalskameraden die aktuelle Entwicklung: „Wenn ich von Le Pen(Führer der rechtsradikalen franzõsischen»Nationalen Front, Anm. d. Red.) ei- ne Rede lese, ist die ganze Nazi-Zeit wieder an der Tür, an Eurer Tür, und bei Eurem Schönhuber (Führer der rechtsradikalen bundesdeutschen Re- ublikaner, Anm. d. Red.) ist es genau dasselbe-, ormuliert er kurz und bündig. 14 Lagergemelnschaft Auschwitz Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 1. September neS ine verganSenhei— c=S bPin icSdh SeSbPSE1 Unter diesem Tite) veröf- 9gute', an die man gerne und fentichte christabe) 8ie- mit Sto)? 2zurückdenkt, wie enberg, eine kEngänderin, fUr die'böse', an die man die mit einem prominenten S 9ernme efn— Deutschen verheiratet ar, innert die man ihre Erinnerungen eigentich ieber vergessen Naz i-Z2eit und den 2weiten oder am besten nicht mehr Meltkrieg(7)e HPast 78 M wanrhaben' möchte. Se7F, in Deutschland er- Schienen unter dem Titel 478 Um diese'ungute' Vergangen- heit der Deutschen geht es 945. Sine Eng Jänderin er- vor allem, venn wir an den zäht. Beck'sche Reihe 326, Tei unserer Geschichte NachdruckK 1987) In den Tat denken, der 2zwar lange vor Die Vergangenheit ist nicht dem 1. September 1939 be— vergangen, sondern sie ebt gann, der aber mit diesem weiter in uns. unseigen Datum in eine be- Sonders furchtbare Phase Das 9it zunächst einma) für S Denn der Zweite jeden einzelnen; Kindheit Metkrieg Nar unbestritten und Jugend best immen mit die höchste Steigerung an) darüber, was„ir als Er— der Gewalt und des Unrechts, „achsene sind, velche ün- die die Nazis spätestens Sche und Kngste„ir haben, Seit 1933 vorbereiteten und ve che Mögichkeiten und praktiziernten. Grenzen unser Leben besitzt. Das gleiche für Vöker, 9it aber auch Nat jonen und an- dere Gruppen. Mas Nir heute S Sein werden, ist aus unserer Vvergangenheit hervorgegan- 9en. Das betr if ient i objektiven Ereignisse und Taten der vergangenheit. Auch die Art und MWeise, vie vir mit dieser Vergangen- heit umgegangen Sind und noch umgehen, best immt un- Sere Gegenwart und Zukunft. e 9 natürich für Jegliche Vergangenheit— die Tei) dieser Juden be— jSt algemein Daßs ein großer Vverbrechen an den Hangen vurnde, Peenn n unserem Lande von keinem ernst zu nehmenden Menschen bestritten. Daß aber auch unermeßiche Verbrechen an den VvöKerm Osteuropas, vOfr alem der Sowjetunion, be- Hangen vunden, jSt eitaus veniger bekannt. Der kKalte Krieg und der da- bei naht os aus der Nazizeit Ubernommene Ant ikommunismus machten es leicht, diese Vverbrechen ni kKenntnis zu nehmen oder zu Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 15 verdrängen. Da die Sowets' böse Kommunisten waren— vas durch ihr Reg ime im ce Zone' tagtägich bestätigt „urde—, var der kKrieg gegen die Sojetunion woh) doch gerechtfertigt gewesen. Und ie AufsSte! ung der Bundesvehr var es„ichtig, auch der Hiterwehrmacht einen sauberen Rock 2zu be- scheinigen, damit man deren Oofiiere übernehmen, und deren Tradition pf egen Konnte. So„issen bis heute vie)e Menschen in diesem Lande ncht oder nicht Sgenau, was i Se September 1939 und später mit dem Unterneh- men BarbarossSa im Sommer S a99ressiver VernichtungsS- und Ausrottun9skrieg gegen poen und die VökKer der S vergleichen mit dem Krieg im Westen, e ine FOge von Verbrechen unvorste baren AuSmaßes, Uber die„ir nur angsam Genaueres erfahren. Erinnerung an tember 1939 Sep— muſß deshalb zunächst einma) heißen, die N Informat jonen über die tatsächichen Ereignisse zur Kenntnis zu nehmen, sich das vor Augen zu führen, was von Deutschen in den Jahren des Krieges vor allem in Polen und der Sowjetunion ange- ichtet„urnde. AUgenzeugen eben noch, und einige voOn ihnen haben begonnen zu erzähen, NaS Sie damals gesehen oder auch Se bSt getan haben. Daneben S inzwischen auch OenU9end Darste ungen von Historikern, deutschen und anderen, die die nackten Tatsachen, die tatsächichen Abäufe, die Pläne und deren Durchführungen Schidern. Wenn Nir trotzdem veitgehend unwissend bleiben, dann iegt das daran, Nir nicht Nissen voen! daſ und den Krieges, Mit dem Leid verbrechen dieses an die vin uns„ nicht nun am 1. September— erinnern, jSt auch Schuld verbunden— Schud, deren AuSmaſßsß uns aueh erst deut ieh werden Kann,„enn Nir uns das Ausmaß des Leides vergegen- „ärtigen, das dieser kKrieg bei den verschiedenen Vö— kKern anger ichtet hat. SS 9eht dabei S einzelne oder Gruppen 2u beSedSen Schon gar nicht die Mehrzahl unserer Mitbürger, die damals noch e e waren, um für Verantwortunmg 20 Kann alerdings in9end etwas tragen; es darum gehen, Jemanden 2u entschuldigen. Viemehr geht eS darum anzuerkennen, daß SS eine unvorstelbar S S das wir als Volk nicht umhin können, die Verantwortung ſ e Schudhafte Ver- halten der meisten Deutschen damals zu tragen. Wenn Nir uns 80 der vergangenheit steen, ver— den vir vor allem anderen Trauer empf inden. Denn Trauer veckht nicht nur der Gedanke an die dama igen Opfer— ObwWoOh] deren Zahl und Leid Anaß zu wahrhaftig e n dama)s, vor alem der Tat- 16 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Sache, daß-— mit„enigen Kräfte Hecken, die Nir für AusSnahmen— das 9anze Sine friediche Zukunft deutsche vok an den Ver- brauchen. Margarete brechen beteiigt Nar— als Scherich-Nielsen hat es auf unmittebare Täter, als Be— dem diesährigen Evange- geisterte, die das Reg ime ischen Kirchentag in Berlin erst möglich gemacht hatten, SO ausgedrUckt: als schwe igende Zeugen, als verbendete, die die Ver- ne i unserem Sinn nichtung der»Untermen- heiBßt Erinnerungsarbeit und, schen' biigten, als zeit- S ch vom Vergangenen angsam „eiige Nutznießer von 6e— lösen, ohne es zu vergessen. valtherrschaft und BHerren- Nicht Verzweifung ist di menschentum, als unpo i— Foge, Sondern mit der tisSche' VokKsgenossen, die Erkenntnis der subjekt iven auch unmenschiche Befehle Verantwortung wächst auch ohne 25gern oder 259ernd Hoffnung und Fähigkeit, an dann doch ausführten... notvendigen veränderungen bei sich und anderen tei]- Diese FTrauer um die zunehmen.“ vergangenheit ist schmerz— Kas e jmann 42 Mark Zitnitski.“Sie und ihre Opfer“. Tusche und Pinsel. 1943. Lagergemelnschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 17 S haben Themenste ung auch am Sonna- bend, dem 2.9. 1989„ieder eine statt iche Anzah) von Mit9]iedern, Freunden und Interessenten der Lagerge- me inschaft im Mart in-Niemd— 5 er-Haus zus ammen. Unter dieser fand sich Stan Kaminski, Journalist und Maler aus Polen, Shema- iger Auschwitz-Häft)ing, jetzt wohnhaft in Frankfurt, und Dr. Bast iaan Meijer aus den Neder landen, jetzt Sebenfals Frankfurt, äuſer- ten sich jewei)ys 15 Minuten zur Themat ik. Im Anschu0 daran kam es 2zu e inem regen Gedankenaus- tausch im Penum. Stan Kaminski Schiderte Se ine Erebnisse und Erfah- Sr as dreizehnjähriger Junge vom deutschen öberfal) auf Polen in WMarSchau vahrgenommen hatte. SRinerseits var er noch ganz antersbezogen auf Balspiele mit den Freunden ausgerichtet gewesen, ande- rerseits hörte er die Auf- rufe zum Bau von Panzergrä- ben zum Schutz vor den Deut- schen und registrierte, daß Juden bei der rat ionierten ESsensverteiung ausgegrenzt Nurden. Aus seiner persön- ichen Lebensgeschichte— Verhaftung 1940, GesStapo- Gefängnis, Pawiak, Ausch- Nitz, Buchenwald, erzwunge- ne Mithilfe beim Bau von V1 und 2, um nur einige Stat i- onen zu benennen—- vird dann alch die faszinierende, Sin- — JahreSe danachh— 2 ir SeSernnE* drucksvo)e Form seiner Aus- einandersetzung mit der Ver- gangenheit verständich. Stan Kaminski schafft Bid- TeXt- Co agen, diese Veranstaltung z. B. eine zum Thema'Uberfal) auf Polen“, die zum VTei) gemalt, 2um Tei) aber auch aus Presse- fotos und— art ikeln mont iert iSt. Wort und Bid sind eine Einheit. Mit beiden Medien aeine können, seiner Auf- fassung nach, poitische Zusammenhänge nur unzurei- chend dargestel)t vwerden. STSt im 2Zusammenwirken ent- faltet sich die vo)le wir- Kung auf den Betrachter. Stan nennt Seine VTechnik Integrat jonismus, und ver die Mö9]) ichkeit hatte oder noch haben vird, diese*B1 7— der“ mit ihrer eigenen Aus- Sa9ekraft 20 Sehen,„ird dies nachempf inden können (v9. den Beitrag im Mittei- ung9sbatt 15). Ganz anders schiderte Bas Meijer seine Erfahrungen aus der Sicht eines Nieder än- ders. Seine Lands eute varen vor Kriegsausbruch noch fe]- Senfest davon überzeugt, daß neutral bleiben könnte. Bas brachte als Bei- Spie), daß kurz vor dem Krieg noch Niederänder vor Gericht 9estelt vurden, Nei) sie Hitler ans Staats- Ooberhaupt eines benachbarten Staates beleidigt hatten. Mit der OkKkKupat ion durch Hiter-Deutschland vuchs die Erkenntnis, daß zu großes Vertrauen zum Reinfal] ge- 18 Lagergemelnschaft Auschwitz Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Nach- führte der Ein- Führt hatte; in den kriegs-Nieder anden diese Erfahrung 2zu Stelung, daß man wachsam SS überan SS einmischen müsse, v0 Gefah- rern entstehen könnten(Bsp. rijedens bewegung- Hoandi- Auch meinte Bas, daß die Er- Fahrung der Nieder änder mit der Judenverfogung durch die Nazis zu einem vesent- ich toleranteren Umgang der Nieder änder untere inander und mit anderen Staaten/Vö1— kernRassen heute 9eführt hätte. abschießenden Be- hob er hervorn, daß Nieder anden, aber auch in der Bunderepubik darauf ankomme, Demokrat ie Stetig und ständig Neiterzu- In seiner trachtung es in den entwickeln. Der Mensch als 9eschicht)iches Mesen müsse begreifen, daß Demokratie Ke im enrige e den man erwirbt, sondern ein prozeß. Sie ist kein poli- tisches System, sondern eine Lebensart, die das ganze Leben betrifft. Le ider konnte der ebenfals angekündigte Prof. Dr. Erich KukKa aus Jerusalem/IsSrael aus Krankheitsgründen nicht an dem Gespräch teinehmen. von erzV PiorkoskKij aus Warschau vurde ein Brief verlesen, in dem er die Auf- arbeitung der Vergangenheit vor allem durch die jungen Deutschen hervorhebt. Sie kommen, so schreibt er, aus- gerüstet mit dem'Handverk der Liebe“ und ersetzen die vãtergenerat ion, velche die »Technologie des Todes“ nach Polen gebracht hatte. Nach der Mittagspause äuſer- en S e SVmanoski, Mainz, aus Sicht der Eterngenerat ion und Werner Renz, FnankKfunt as Sicht der'Nachgeborenen“. In sSeinen Ausführungen faßte H. SVmonoskKi noch einmal „esent liche Punkte zusammen, die man damals übersehen oder auch anders einge-* Schätzt hatte. Da gabe es im Feder'schen parteiprogramm den Hinweis, daßßs der Nat ionalsozialismus das Christentum akzept ieren vurde. Vieen urden damit die Augen vernebelt. Die FHetztiraden des Adeut- Schen Verbandes gegen die osteuropäischen Vö5kKer, be- reits Ende des vorigen Jahr- hunderts veröffenticht, vurden nicht beachtet. Hit- lers AussSagen über die sa- viSchen Vöker in Mein Kampf“„urden von vielen nicht zur kenntnis genommen und vieles mehr. Besonders ging Pfarrer Sma- noSkKi aber darauf ein, daß Sich in der Gegenwart beäng- Stigende Beispiele dafür finden assen, daſs Nir Deutschen unsere Vergangen- heit nicht oder nurn unzurei- chend aufgearbeitet haben: Behandung der aus ändischen Arbeitnehmer, Ansätze von Oberhebichkeitsdenken in Zusammenhang mit der Ausrei- Ssewelle aus der DDR etc. AbSchießend bezog Merner Renz Position. Er Nies ins- besondere auf die Notwendi g- keit einer SGeschichtsaufar- beitung hin, forderte eine Ständige Auseinandersetzung mit der Geschichte vor a)em von der Jüngeren Generat ion, Lagergemelnschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 19 erreichen, daß nie voOr Deutschen mehr Menschen bzw. Deutschand Angst haben müe Leider ist dieser SBericht über das Seminargespräch nur KontFoOverse S Vernichtung von Juden, Po- len, Sinti und Roma, sowje— tiSchen Kriegsgefangenen, poitischen und anderen Häftingen aus vie)en Län- dern, in Auschwitz der Opfer zu gedenken, ist vielen Menschen ein„ichtiges An- iegen. Auschwitz eignet eine vier- fache symbolische Bedeutung: AuschWitz als Synonym für die Vvernichtung der europäi- Schen Juden, Auschitz als Stätte des Martyriums des ponischen volkes, Auschwitz als Ort des VökKermords an Sint i und Roma, Auschwitz als früher Exterminat ions- Platz sowjetischer kKriegsge- fangener. Da Auschwitz Todesort, Grab- Stätte, Friedhof vie)er ver- schiedener Opfer ist, gebie- tet es die Rhrfurcht vor den Toten, sich jeder Vereinnah- mung dieses Ortes durch eine der Opfergruppen 2zu enthal- ten. N DAS KLOS VFER TN AULSSHwWTTV= bruchstückhaft. Men es in- teress iert, der solte sich in der DOWEA den überaus Spannenden Mitschnitt dieses 2.91989 anhören! Heten He jmann Die öberebenden, die Nach- kKommen der Ermordeten und die sich dem geschichtichen Enbe sSteenden Nachgebore- Hen aus dem Lande der Täter müssen in Auschwitz in Frie- den und Ruhe, in Trauer und Schmerz, in Schuld und Scham der Opfer gedenken können. MOnopolisieren Angehör ige einer der Opfergruppen diese e Ausrottungs- und vernich- tungsSpolitik gevordene Stät- te, dann verletzen sie die Gefühe anderer, dann stören Sje Erinnerung und Gedenken, dann behindern sie Einkehr Und Bes innung. Die katho)ischen und die poitischen Steen, die im Jahre 1984 die Einrichtung des Karmelitinnen- Kosters Srmöglichten, waren schlecht beraten und zeigten„enig Feingefüh. Daß durch MuSeums und der die Leitung des die Vereinigung ponischen AusSchwWitz— 20 Lagergemeinschalt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Ober ebenden das Koster EinsSpruch erheben durfen. nicht verhindert vorden ist, Dies ist unsere Verantvor Stelt man mit Befremden und kung, dies iSt unsere Bedauern fest. S Sli Gemäß der im ßebruar 1987 in Es darf mithin in Auschwit? Genf erzielten Vere inbarung keine Christianisierung“, soIte der Konvent innerhalb keine'Dejudais ierung der von zwei Jahren in ein erst Shoa“ geben, eine Miss io— zu errichtendes 5kKumenisches nierung der Opfer“, eine Gebets- und Begegnungszen-»Bekehrung der Toten“ sind trum verlegt erden. Die abwegige Vorhaben. veregung bieb aus, auch eine um fünf Monate verlan- keine Opfergruppe hat einenꝙ gerte ßrist„urde nicht ein- Aeinvertretungsanspruch 9ehalten. Ein Krieg der Op- auf diesen Ort, keine Opfer- fer ist nun entbrannt, un- 9ruppe darf AuschWitz ver- versöhnich und unnachgiebig einnahmen. ber versuch, Stehen sich die streitenden AuschWitz zu nat ionalisie- Parteien gegenüber. S AuschwitE?z eine vorrangig polnische 6Gedenk- SeS Interesse der Stätte zu machen, USi Kinder und kKindeskinder der haltbar und kann nicht hin- Täter iegen, daß in Ausch- genommen verden. Das 6eiche E Opfer ungestört gilt für den Versuch, Ausch- gedacht verden kann. Rbenso Nitz aufzuteilen in das muß in Auschitz eine unver- Stammlager für Polen und das fälschte und unverstete Vernichtungs lager B irkenau Erinnerung an die FTaten der fün die Juden. deutschen Mörder mõ9ich Sein. Anges ichts der universelen Bedeutung von Auschwitz ver- Präsentiert sich die 6edenk- bietet sich eg)iche nati- Stätte auf eine Meise, die onale Inbesitznahme des Or— der historischen Wahrheit tes. nicht dienich ist, mössen „ir, die kKinder und Kindes- efner Henz kKinder der FTäter, dagegen DTE ScERSNFHUERERS R EPURLTKANER— DEROKRATEN* AlS Mensch der deutschen Wi-— Saalschutz ausgegeben) unse- derstands bewegung fält mir gen Angedenkens und ande- dazu einiges Nieder ein, vas res mehr erinnert. jch endich gaubte verges- Ssen zu können: NS- Terror. Aber auch Mut daròber, daß Die Kuft der Saalhüter bei die demokrat ischen Parteien den Poitveranstaltungen der der doch demokratisch ver- »Repubikaner“, die mich in faßten Repubik so tun, als kaum verdrängbarer Meise an ob dies absolut antidemokra- S(ursprünglich als tisSch-rechtsast ige öbe— Lagergemeinschaſt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 21 5 noch ein,„as trot?z Freiheit])ich-demokra- tischer Grundorndnung= ge— dudet Merden möüsse, ja, daß aus diesen Kreisen als nicht ausgeschossen SrScheinend betrachtet vind, daß,„enn diese sogenannten Repub]ika- ner die Etikette störender Verhaltens- und Sprachweisen falen assen vürden, sie kKOaitionsfähig sein könmn- ten. Mir fält dazu der Hit- erspruch ein: legal.“ D Jene Geisteshaltung, die ein SOo erstauniches Echo bei Unseren Wählern fand, iSt Se ernSthaften Nachdenken unter Demokraten führen Sote. Denn das, was die Führer der Sich als Repubikaner ausge- benden AkKteure dieser Bewe- S nicht nur demokrat jewidrig, Sondern absout demokKrat ie- fe indich. Dagegen das Ent- Sprechende zu unternehmen, unde nicht einma) erwogen; das Nürde Ja zen'zwingen*. zu Konsequen- e inmal Griparzer Sa9te: Von der Humanität zur Nat i- onalität und daraus 2zur Be— Stialität.“ Deamit hat Gni— parzer in fast seherischer WeiSe die Entwickung des Uberzogenen deutschen Nati- ona ismus samt Folgen vor- ausgesehen. Der übersteiger- te, imn rassistischen Wahn verkommene MNat ionalismus— das hat das MS- SysStem vor-— Se n zur Be— S bei dem chronischen'Mat io— naleiden“ der Deutschen an- geangt: MWir„oten brav 9 auben, daß mit der miitä- rischen Niederwerfung des deutschen Faschismus 1945 das Ende dieses Nat iona- isSmus gekommen sei und vir dies schaurige Leiden ein fFür ale Ma] Nosgeworden wären. Schönhuber und seine Akteure treiben dazu, diesen Gauben zur Ius ion verden zu Jassen. Die Mähler Schönhubers sind zwe ifelsohne nicht alle neue NazisS, sStammen eher, neben der Masse der Rechtsextremi- See aS eD 6S n aeh FOP- und SPD-Kreisen, aus Kreisen jener Wähler, die Schon seit Jahren politisch- moralisch inakt iv und alzu- leicht für überzogene natio- nalistische Phraseo logie an- ber und sein bewußtes Gefo— 9e(die Macher) gehören of— fensichtich zu den ewig 6e- Strigen der NS- Zeit. Man e— Se Schönhubers'Merk“, in dem seine Verfalenheit an die von ihm noch immer hoch- 9e lobte SS-Verbrechensorga- Se S S ede Repubikaner eine starke ne— Oonazistische Keimzelle ist, 22 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. ha, eine erschrechende 6e vom Volke abzuwenden, ver- Fahr dansStellt fn unSSS halten sich gevissenos und labie und venig überzeugend gegen jhren Eid. funktionierende Demokratie. Die Frage ist, vann und was Mit St immzette]-Spielchen die unter Verfassungseid uno moralinsauren Reden füh stehenden verantwortichen render Demokraten ist gegen Männer und Frauen in der diese Sefahr nichts getan. Bundesrepubik unternehmen, Mer auf seine SS— Ver9angen- um drohendem Unhei) 2zu be- heit- in die er vie viele 9egnen, das in der Reakti- andere durchaus unfreiwiig vierung unbelehrbarer Hit- und übertöpelt hineingera- er'scher Beisbrüler be- ten sein kKenm ee noe Se freiwiig stol? ist, hat in tische kKraft formiert haben Seiner Demokrat jie Jeg)ichen und neues Un-Hei] Für die Raum poitischer Aktivitäten Menschen in unserem Lande venine ee i heraufbeschwören. Schen Führungskräfte, die ja beeidet haben, die Verfas- A7bent W. 8 7mmed ingef sung zu achten und Schaden[kKZ-Häfting Sachsenhausen Nr. 391791 lise Weber Familienleben Er ist in der Sudetenkaserne, und ich in der Hamburger hier. Das eine Kind in der Ferne, auch das andere nicht bei mir. Von vielen Menschen umgeben, die fremd und gleichgůltig sind. führt jeder sein eigenes Leben. Der Mann, die Frau und das Kind Das Kind hat lãngst vergessen, vas es heißt, 2u Hause sein. Es holr sich selbst sein Essen und wãscht die Eßschale rein. Es kormmt nicht zu mir, um zu weinen Es macht sich allein sein Bett. Es will mir manchral scheinen, als ob ich kein Kind mehr hätt Kormmt's einmal in die Kaserne, dann schieſt es nach meinem Brot ch geb's ihm, und tu es so gerne Es tut ihrm ja viel mehr noch Not ch treffe an manchen Tagen auf der Straße auch meinen Mann Erzieht den Leichenwagen und jachelt stumm mich an. Er kommt für ⁊wei kurze Stunden Am Abend um acht ist Schluß Und geht eh“ wir Zeit gefunden, zu einer flüchtigen Kuß. Dann senkt sich die Nacht hernieder. ch gehe im Dunkeln zu Bett. ch wollt“, daß ich endlich wieder meinen Mann und die Kinder hätt' Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. v. 23 Spurensuche Am Anfang unseres Meges auf den Spuren von IISe weber Nar nur ein Lied— ein Lied, Neches im Rahmen des Jah- nestreffens der»Lagerge- meinschaft Ravensbrückh SRD“ vVSm 8 5 6 1986 S S 0n der»Marbacher Song9ruppe' vorgetragen wur- de: s iehe Fitelblatt! die musi— machten ießen uns Wir woten Dieser Text sowje kKalische Darbietung uns betroffen, ie o mehr vissen. ES reifte der ber die Autorin, Uher jhr Oseesar eine Dokumentat i- on für unsere Merkstätte zu Gedanke, vSerSuchen. Der Beginn der Spurensuche 9estaltete sich schwierig; die Marbacher Song9gruppe Konnte uns 2zunächst keine Hinweise über die Autor in 9eben, sSpäter übermittelte Se uns Geburtsdatum und den Tag der Ermordung in Ausch- iz die betce bothek in Frankfurt fand keine Literaturhinweise 2u IISe Meber, Jedoch konnte Sie uns 2zwei Buchtite]) von S EPUR ENSUCH E = UN SGHTCKSAL DPER JODTN TELSE wERER Ein Bericht von Liese lotte Thumser- Wei], Heike Dui) und Mar ianne Groß ihr nennen; ein dritter Ti- te) erwies sich als»Sack- gasSse', betraf eine ganz andere Person geichen Na- mens. Die 6Gedenkstätte in oswiec im konnte uns 1edig- ich bestät igen, daß I1s8e Meber am 4. 10. 1944 aus The- nes jenstadt im kKl. Auschwitz ankam, jhr weiteres SchickK- Sal sSei unbekannt. Theres ienstadt“ war das S Se Schen. Bej H. G. Ader„ur- den Nir fündig. Mir stießen auf veitere Gedichte und Ui— teraturhinweise in der cSSR. SS folgte die kKorresponden?z mit dem Staat) ichen Jüdi- Schen Museum in Prag sowie mit der Gedenkstätte Tere- zin. Neue Autoren tauchten auf: S8 Vac avek, 3 Karas, J. Skochoa. Nir er- hielten neue Angaben 2zum Schicksa) von IISe Weber und jhrer Famiie, veitere Ge- dichte wurden vorgestelt umd besprochen. Der Hinweis auf einen 6Ge- dij chtband von IIsSe Meber mit dem Tite)»Theres ienstadt“ Kam Mieder zum Vorschein, 24 Lagergemeinschaſt Auschwit?-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. diesma) mit der Angabe des ErSche inungsortes Stockhom. Durch Mithife des schwedi- Schen Konsulates fanden„ir die Adresse des Ver ages heraus, der unser Aniegen an den über ebenden Sohn von IISe Meber in Stockholm wei— tereitete. Schwer zu sagen, Nas„ir empfanden, als vir den er- Sten Brief von Hanus MWeber im Händen hielten; anbei über ieß er uns den 1978 in Stockholm in deutscher Spra- che veröffentichten Ge— dichtband seiner Mutter. Die erSte Uf age a 1358 in Prag erschienen, herausgege- ben von Mi hem Meber, IIsSes Mann und Hanus' Vater. In unsere Freude über den »Erfolg“ unserer Spurensuche mischte sich nun die betre- tene Frage,„as Nir denn mit den bis zu diesem Zeitpunkt voriegenden'Forschungser- gebnissen“ anfangen soten, E S vorwort des Ged ichtbandes festgehalten varen! War unsere Arbeit umsonst? Nein, sicher nicht. Da haben S ch drei Frauen auf den Weg vider das Vergessen gemacht, hatten sich von einer Frau— IISe Meber—- über ein ULied in den Dialog nehmen lassen. IISe Meber hat sich uns ver- traut gemacht,„ir Nerden Sie nicht mehr Jos- Jassen, in uns Nird sie weitereben. Sie hat Bedeutung fürn uns bekKommen, hat unser Leben verändert. Stat isStiSche 2zahlen in i 1 ionenhöhe von Opfern der Nat ionasozialisten konnten nicht das erreichen, was das einzelne Schicksa) von ISe Weber in uns bewirk dem ersten Fotos von IIsSe Weber hatte das 8c O S icht bekommen. hicksal Sein Ge- Mir fFragten uns, ob vir die- Sebe Betroffenheit den hätten, enn uns ann einma) 2zufäl unserem Leben dies dichtband mit dem Vor Sempf un- irgend- 5 Ser 6Ge— wort in die Hände gefallen wäre. MWir verstanden, daß es d Same und geduldige eigenen Spurensuche„ S aufbrachten— sie mac Neber für uns Nichtig »Die Menschen haben Wahrheit vergessen“, der Fuchs. Aber Du Sje nicht vergessen. zeitebens für das traut gemacht hast.“ Saint-EXuperV: Def Pr 1n2) So entschieden vir die Kokumentat ion Meges, für das Fes und Aufzeigen jedes nen Schrittes der rung', um anderen Mut chen für den ohnen notwendigen Meg, S S Sich sprechen könne S zu0 bringen. „ Indem vir die DokKume der Spurensuche ers und So Wieder einen 8 unsere Arbeit sahnen die Spurensuche un ich weiter. Hanus schichkte uns auf eitere Angaben und mente zum Schicksal Famiie, Ergebnisse Prozesses, der nun durch unsere Arbeit er müh- We9 der ar, daß je„ir diese Sa9te darfst Du bist vSrant— (A. de Keine unsS für unseres thalten einze]— Erinne- zU ma— den und inzene n Leben ntat ion telten vei9er— We ber Anfrage DoOkKu- Seiner e ines in Gang Lagergemelnschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. v. 25 9esetzt vurde. Auch er hatte biS dahin an diese Schreckiche Vergangenheit, an das Schicksa) seiner E)- tern und Seines Bruders, nicht denken können. Im Herbst 1988 kam es 2u e inem Besuch von Hanus Meber varen Tage intens iver 6Ge— SpPräche. Anfragen an die Bayerische Staatsbib)iotheß in München, die Landesbib) iothek in Kas- Se) und an die Deutsche Bü- en S e drei Bücher von IIse Meber aus den Jahren 1928, 1929 und 1936(A0dische Kinder- mächen, Oie 6eschichten m Mende HNoSehnbEsch. Das VnttfolJenwettfennen). Mährend unseres Aufenthaltes in ISrae im Frühjahr 18989 Kam es zu einem veiteren Treffen mit Hanus Meber und Seiner Famiie. er übergab uns für die Dokumentat ion das erste Buch vOm IISe Weber im Original. Er 1ist Se inerseits gückich öber die kKopie des Buches von 1936,„eches ihm bis dahin unbekannt war. EbenfalsS Haus einige unbekannt Naren DokKumente, die UnSerer Spurensuche nach IISe Meber der GedenkStätte Vad Vashem fFanden, Sin Brief den Schwa— von IISe Me— vOm Sommer Sr ausföhrich über das Schicksal seiner Famiie berichtet. Auch hierfür war Hanus Meber sehr dankbar. Desweiteren fanden Nin eine umfangreiche Fami- Menchronik in Vad Vashem, Se ines Vaters an 9er und Bruder ber in Jerusalem 1945, in dem aufgezeichnet von IISes Bru- der, aus der Nir vie)e per- Söniche Erinnerungen an die Kinder- und Jugendzeit von IISe entnehmen konnten. Durch die Vermitt ung von Hanus MWeber kam es in Israel zu einem Besuch bei Ruth Sias, mit der Fanus sehr verbunden ist und die uns üUber ihr 2usammense in mit IISe Weber in Theres ienstadt Serzähte. Nach insgesamt 31 abge- Sandten und 31 erhaltenen Briefen, nach Durchsicht von verschiedenen Literaturhin- weisen und vielen persön)i— chen Gesprächen so) nun die Dokumentat ion über unsere Spurensuche mit ca. 250 Sei- ten abgeschlossen erden. In einem Anhang bef inden sich S IISe Meber SebSt 9eschriebenen Mãr— chenbücher sowie der von jhrem Sohn heraus gegebene unmd inzwischen vergriffene Godichtband. Sicherich ist der Absch)uß der Arbeit vor äufig, denn die Spuren- Suche selbst Nind weiter- OShen. So befindet sich im Besit?z von Hanus Weber die Korres- pondenz zwischen seiner Mut- ter und der schwedischen Freundin Liian(die später Hanus in Eng and/Schweden aufmahm) aus den Jahren 1930 biS 1842 vOn der Hanus Sa9t, daß es sich eigent ich um einen kompetten Roman Uber die damaige 2zeit han- det. Er möchte auch diese DokKumente nach Durchsicht für unsere Dokumentat jons- vSTKStätte verfUgung Stelen. Menn Nir heute den Neg der 26 Lagergemelnschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzor e. V. Spurensuche zurückb)icken, So ist für uns am beeindruk- kendsten, daß er ein Meg des Nehmens und Gebens war, für pS die ihr Interess bekundeten, SOwie für Hanus Meber. MWas unsere Arbeit fürn ihn bedeu- tet, hat er in seinem Nach- vort für unsere Dokumenta- SelbsSt aus9edrückt (S. u. in diesem Mitteiungs- eſee wWir in die 118e AbsSch)ießend vo len einen kurzen Einbick Lebensgeschichte von Meber geben: Geboren wurde sie als I)8e Heringer im Jahre 1903 in einem Kleinen Ort in der Nä- he von Mährisch-Ostrau in einer Erbrichterei als Kind jöüdischer EItern. Sie begann schon als junges Mädchen, Gedichte, Märchen und Keine Theaterstöcke für Kinder 2zu Schreiben, die auch in 2ei- tungen veröffent icht und im Ostrauer Rundfunk gesendet vurden. Später schrieb sie Für ihre beiden Söhne Hanus und Tommy drei Kinderböcher. Nach ihrer Heirat mit MWi— helm Meber und der 6Geburt der beiden Kinder ebte die Fami ie bis zum Jahre 1939 Mährisch-Ostrau. nach der Okku- pat ion für die Jjödische Be- võ kerung gerade dort auf dem Land unerträgich vurde, veiter in Als die Lage zo9 die Famiie nach Prag. Aber auch hier entickete sich angsam, aber unauf- haltsam die Lebenss ituat ion föUrn die jödischen Menschen im n Se i versuch, in etzter Minute nach Paläst ina auszuwandern, Scheiterte. S0„urnden IsSe Weber, ih Mann und der achtjähnge Sohn fang 1942 nach Sac dep Hanus konnten die Etern zuvor zu einer befreundeten Famiie nach kEn9and bzn. Schweden schicken. ſ Theres ien- Im Theres ienstadt arbeitete IISe Meber in einer kKinder- Krankenstube, während Mamm SGärtnerarbeiten ver— rjchten mußte. Das Leben im Send etwas erträg icher 2zu machen, das var IIses täg!i- ches An iegen. Trotz Verbot musizierte und spielte sie mit den kKindern, las 6Ge— Schichten vonr und kKümmente S ich dann spät abends auch um die älteren Menschen. In vielen Gedichten— 57 sind davon erhalten— brachte sie Send und Auseg osi9keit der dort 2zusammengepferch- ten Menschen zum Ausdruck. IISe Meber var es vergönnt, deS S mme ec aSSpee unsäglich litten. 1944„urde ihr FnansSport in nach Dres- Wahrheit Im September Mannm fUn einen e in Arbeits ager den best immt, in wan Sehwz das ie n der BHoffnung,„ieder mit ihm zus ammentreffen zu können, me dete sie sich mit Tommy einige Tage später für einen der nächsSten Transpornte. m 4 Ooben mi dem i ie vom Seiwi vernmut ich auf dem Meg dorthin dichtete Ss je das MWiegenied vom Po- Sm Wahrschhein— icen oeh n seben Tag „urde sie mit Tommy auf der Rampe selektiert und in die Gaskammer geschickt. Wi hem Meber öUber lebte Auschwitz und kam im Mai Lagergemelnschaft Auschwitz-Freundeskrels der Auschwitzer e. V. 27 1945 Nieder nach dann nach Schweden und lebt Hanus, sein älterer Sohn, heute mit seiner Frau und Kehrte im November 1945 von se inem Sohn Tommy in der Nä- Schweden zum Vater 2urück. Si e Hanus ebte und arbeitete in der ihm in Schweden jährich Pnag alS ournaiSt bis zum besuchte, starb im Sommer Jahre 1969, Ubers iedete S Leo Haas 28 Lagergemelnschaſt Auschwitz-Freundeskrels der Auschwitzer e. V. Nachwwer E = ur DO Kurmner E=E iOorn cer- SpPurenSuchE Jee Ookmentat io m6 7/— gende inma Fentiggestet vofden. Es ist„icht ſeicht, cdenn irgendie hat man das GefGh), ein Kind in die Met z0 schickhen, das Vieeicht oeh e was habe ich seigent)ch noch vefgessen?7 Und hätte ich nicht dieses oder Jenes an- cens sSchreiben so]en? Jetzt so7/ ich die Komp Jstte DokUmentat jon 6Ube T7Se We— be absch) jeßen. ES 18t e 1gent)ich nicht geanz 7ch— ti9, denn niemand hat bei cer Anbeit 8o ho fen„ie ich. Sest als 7ch wehrend me ines Sesoches be He ℳ e 0no Marianne die ganzs Konrespondenz Jas, die den W9 20 e inem OUnbekannten Nenschen schidente, Fing jch an z0 verstehen, NieVe Anbeit nd Thteresse diese Dokmentat jon gekostet hat. veni9 mitge— Tch 9abe, dasß die Mhe e 15e Dokmentat jon sntstan- cden, die in den Kommenden Jahren hoffent ich daz be- tragen„rd, ve en die A09en z0 6Ffnen nd das, as Unverständ ich Nikt, 20 ef— KJänen. Oas He ke, LeSe— ottes nd Marianne geracde TSe Webefr asgeMHht haben, von de sie eigent ch nn cen VeXt eines einzigen L7e— des Kannten, wa 65e gUte ah7. Ncht nn desegen, e7 es e ine Motte Wan, was FUn mich sebstVerstän- 77ch Sehf vchtig S5, SondSh von alem deshab daß TSe a0ch Jetzt genal 8 e 75 Vheres jenstadt F6n a77e die spnicht, die se7bst nicht odie 6abe ode dqe Ge Jegenheit hatten, ö6ber h SchckSa z0 efrzähen. M 7 7onen Menschen 8 150 SPU os veSchMUnden, S0 SOUr Jos, daß 88S GrUPpen 91bt, die gar nicht gaoben, casß diese Menschen öbefhaot SeXistjent haben. E 78t 4 be jnahe nmög ich, sich a7e diese M7ionen Voten vVOfZC— Steſen, denn eicde— ocen 9 dck chere se— Hat Unsefe Fantas je ihne 6/en- zen. Oeshab ist es so„ch-— t9, ein einzenes Schichksa z de verstehen ve— Seenm Sine J0nge Srab, 97Uckich Verheiratet „t 2e Keinen Kindern, ce nichts anderes 77, a78 „e Jecder ahndere 2z Jeben. S7e ann stehen, aUm 6e mö9 1c 8en So77 te Können die ganze Entickng Fo gen, von den 9 7Uckichen Fagen in tkKonitz bis 20 de etzten vefZwe fSJten Kante as Vheres jens tadt, oje erst geschichkt„rde, a7 T7S8e 050 Vommy schon in AUSchMtz Srmondet afSh. de Afbet 00 Het Leseſotte „ch Se bst vo Heike, Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 29 Ma janne 9ge2WUngeñn, OUben Sragen nachzodenken, mt oS— den ich mich vVieſe Jahrzehn- te 59cht beschäft gen o me ne Mttef achdenken, de- en 87iefe pHach Scheden 7ch ange„icht esen Konnts, Sohdern ach Uber mein Ver— ntnis z0 Oeutschland onq den OeUtschen, Ube, FEragen den mensch)ichen Mona7. 88 ing9t— Komp 7Zjenter, vieJeicht 51 S8 S abe, man geht ja so gefne biho dnch das Leben, e Ss ofFt ve e 1nfacher st. GrUhe ode SOtef m6 man abef doch an- Fahgen nachzUdenken. Nach dem Krieg a a7es sehr einfach. Die Oeotschen vafen die ße inde, a7es a 1 Sc t e 7en Nähren an ich bereit, mt Oeotschen, die abef FUnger sein m6ten as ich, 2z0 ScOfechen. ßSUn ätere 6e- Herat jonen ar 5 Haß ocde Vefacht da. VIe sSpäter fing c a z verstenen, dSG Bosheft Und ßeigheit keine deltsche, sondern mensch7— che Sigenschaften sinod uno das SS sSo0 StMas„ie Xo— 5icht geben Kann. UnSen eSigenes Leben SO teefn, das 7St 0ns vn 9enne be— neit sind, das Leicen unSe- e Mtmenschen z0 I9n0— ienen. Das ist die trarige Wahfheit, ono„in kénnen von Ke hem ahdefen Menschen vVS· Jahgen, daß gerade ef S7ch e sS Hed benehmen S ſe7cht mit der stien ßrage be9hUgen, e ns se bst vShaten wUncden, venn... 8S8 ve ja eh as gen09,„enn n et ote„cht a 78S e 7den, sonoern as Men- Schen benehmen wUnden. Und ve Schierige, as man S7ch he0te Vorstellen Keann. Doch habe ich in den Jetzten Jannen das 6G70c gehabt, e 15i9e Menschen in Oeotsch- and kKennenzolernen, FUn die de Se9F Mensch ichket jmme etas UnkKomp jzientes C0U Se bsStVerständ) iches w. Tch Brache HU an Lese Jotte z0 denken... Des So abe Keine Ab— handng Nenden, Sondern ein Sch7CGStnich onter einen Oo- 9ehdMo im Anchiv verstecht b e 7ben so7Jte. Oe TS8e Webe 7St„icht 5U Sen J0dsches, sondenh aoch 6n deUtsches, 85 tSchech— Sches, oden ganz einfach S7 mensch)iches Schichksa!, UnS a77en etas 20 das Sagen Und N mdssen zohören. Soten i die Verngangen- Het Vengessen, dnfen„n Uns nicht vndern, venn sich dije ZCkKonft an ns rächen vd. Denn Somma, am 4. 0n 786885 HanUS Mebe 30 Lagergemelnschafſt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Zetqeschichte Evakuierung und Wohnsitzverlegung“ Die Deportat ion der deutschen Juden nach dem Osten' Ein Abriß von Merner Renz 3. 8. Theres ienstadt SS Sche Juden 1942„urnden deut- in das Alters- 9hetto' Theres ienstadt de- portiert. Die Nazis nannten die Deportat jonen'Wohnsit?z- ver egung' und zwangen die Juden,'He ime inkKaufs- verträge' mit der Reichs- vereinigung der Juden in Deutschand abzuschießen. Zweckh der Verträge war, die bereits Verarmten aber- mals auszupündern und ih- nen vorzuspiegeln, die Reichsvereinigung Oewähre den aus ihrner Feimat Ner Schleppten Unterkunft und verpf egung im AtersS- ghetto' auf Lebenszeit. vo von Uee 000 (H. G. Tü- Nach Theres ienstadt, den insgesamt etwa InSassSen 88 521 Ader: Theres ienstadt. iS 47) an FHunger und Krank- heiten umkamen,„urden 42 832 deutsche Juden(Zdenek Lederer: Theres ienstadt. S von Theres ienstadt'nach dem Osten' Deportierten(44 839 Kamen nach Auschwitz, 22 000 im den Raum Lubin und die vernichtungs lager der»AkKtion Reinhard', 0 Minsk und in und nach Theres ienstadt Teil Ghettos im Baltikum) waren 16 098 Juden aus dem Keien(e Vvon Theres ienstadt nach Auschwitz, meist in den Fe porten 44 839 Ghettoinsassen jhnen wurnden Oebracht. VvOn Stwa 24 000 ins verbracht, SLwa 20 „urden gleich vergast. Ore Fernschreiben (abgedruckt ſ menty 1 MaterialV, Bd Obb 6 V. o2 Ea LOod?z 1946, Se 1170 dokument ieren Schicksal der am 2 2 1 und AusSchwitz angekKommenen den. von den 5 Theresienstädter Juden, nach den Münschen des bei der Baue Auschwitz sSowie be im nawerkK“ der IG- F 'eingesetzt“ verden S des Arbeitseinsatzes AusSchWitz abgegeben 0 s ind, vurcden 930 in die SOereviden?z aufgeno 4 092„unden im den Kammern ermordet. In seinem Fernschre iben 2 Eh Schwarz, FUhrer rapportiert Hein- Lager 000 voOm 943 DoKu-— 6 38 umen- iiS das in JU— 02 0 die WVHA 1tung Bu— arben SS1 vecke nach rden“ h mmen, Gas— VOfm des Lagergemelnschaſt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 3 Arbeitseinsatzes im KL Juni 1943 varen die AuschWit?z an das MWHA in Krematorien II-IV»betriebs- Berin: bereit', so daß die Endſöser Betreff: oberste ung von Ke ine Kapazijtätsprob eme 5 022 Juden mehr hatten. aus Theres jenstadt(...) Gesamtstärke der Zugänge Menige Monate später, am 0 127. 1944, fielen die mit davon ausgesucht zum Ar— den fünf Transporten im beitseinsat? 418— 254 Dezember 1943 und Hai 1944 Männer u. 164 Frauen— deportierten Theres ien- 20 08 städter der 2. LLiquidat ion Juden, davon zum Arbeits- des Famiienagers zum Op- „ 228— 148 Männer fer. Etwa 4 0O00 Fäftinge, u. 80 Frauen die Uberebenden der insge- 993 Juden, davon Se 00 Deportierten z um Arbeitseinsat? 284— aus den fünf Fransporten, Nurden in einer Nacht vSergast. Gesondert untergebracht vurden 1 582 Kar)a Frenke) aus Lemgo, — 602 Männer u. 980 seit Anfang August 1942 in Frauen 6 Kinder, am Theres ienstadt, w„urde am 623 Männer 28. 10. 1944 v„on dort nach und 1 178 Frauen und Kin- Auschwitz deport iert. Mit 709— 197 diesem letzten Theres jen- Männer und 512 Frauen und Städter Transport nach Kinder. Oe Sonderum- Auschwitz kKamen. 038 terbringung der Männer er- uden ins Vernichtungs la- fo)9te vegen zu großer 6e- Ser. Unter den 349 ins Lager brechichkeit, die der Eingeiesenen var 6 7 Ereeh ei der 9grbsste Jahrige kKarla, die brigen ſS 1 689 des Transports Nurden Sofort vernichtet (Obereben. Der Le idensweg Sonderunterbringung', eins der jüdischen ßamie Fren⸗ der vie)en Tarnwörter in ke) aus Lemgo. von Kar a der SpPrache der Hörder, Raveh, geb. ßFrenke]l. Nebst nieß Vergasung, hieß Ver- Aufzeichnungen von Hele Ro- nichtung in einem der um- sSenberg. Tivon/Israe! 1986, 9ebauten Bauernhäuser(Bun- 2. S 9. Vernichtungs lager m 8.9. 1948 trafen In 21. che Imno sienstadt ein. Sie Kamen über das Lodzer 6hetto S in das neu errichtete sog. vähnt, vurden in S Famiienager Theres ien-(Kumhof), d38 S See 1941 errichtet 8 Nar Seit GE Sechs Monate später in cer 2 Nacht vom 8 auf den§. Juden aus dem Re ichsgau War he land und 35 de. Seit März, April und 16.1.1842(Siehe das Urtei 82 Lagergemelnschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Strafsache 9egen Günter Fuchs und Otto Bradfisch, in: NS- Verbrechen. Hg. v CF. Re Amsterdam 1978, Be 499) aus dem Ghetto von vagen ermordet. Sache gegen Gustav Laabs S(Che Imno-Prozeß)(Cin: NS-Verbrechen. m 2 0 nichtungsvorgang in 6he mno jm der nüchternen Sprache desS Gerichts 9enau be- Schrieben. Unter den vom 16.1. biS zum 5 5 vOn Che mno in den Tod ge- Schickten Sta 55 000 huden waren- siehe den im AbsSchnitt über Se tierten Lagebericht vOm 8 6 1942(FSM, S 286) S SE O00 Juden'aus dem Altreich, cer Ostmark und dem ProtekKtorat Böhmen und Mähren“. In e inem Brief vom an H imm- e Ser, BReichsstatthalter im Reichsgau Wathe and, über die Mörder: Reichsführer! Ich habe vor einigen Tagen das Fnü— here Sonderkommando Lange, das heute unter dem Befehl des SS— Hauptsturmführers KriminalkommisSsar Bothmann Steht und als SonderkKom- mando in Kumhof, kKreis WarthbrUcken, seine Tät i9— keit mit Ende des Monats einstelt, besucht und dabei eine Haltung der Männer des Sonderkommandos vorgefunden, Sie verfehlen möchte, TIhnen, Reichsführer S Kenntnis zu bringen. Die jeder KonSequent tragene Schwere S Sondern hinaus auch tungsSmäßig bestes tum repräsent iert!“ JOSef WU letzte 6Ghetto nischem Boden. 8. 84) Bei ihrer für Führer, and benöti denhaften Sodaten im kKampf He9en das Judentum' n Knochenmüh)e ty i Mate Getto Lodzk Sisenbach, KrakKoO 1946, dern auch S S Das 6Gaswage vurde Ende aufge löst, 3 „ijederernrich die Liquidat von Lodz verfügbar zu sein. vo 6 Ghettoinsass nHo 9ebracht 8. Gaswagen ers Mitte Januar die Auf öSun Die Arbeits S e e varen, iquidierten die Mör— der durnch S imon Srebni le9te, ie Che mno- Pro2z vonm Caude ah- Das auf po— Pfichterfüung VvoIK und Vater- 9ten q 'intern G n (sjehe ie. Ng. WarsSzawa S 25 Sonder?z anntwein nager Mär m Mai tet, 0 jom des 1944 vurden en nach (Rüter 286) e 1945 9 von juden, ezwungen Geni bere Sſg, in Lanzmann Männer haben S brav Beziehung die ihnen über- noch ha]- Sodaten- pPf icht dardber ie he- at jonale ur eine Brief Dokumen- Bd. S⸗ V. A. 9), Son- uteiun- (ebd., Che mno 2 1943 944 aber m Ghettos 5 9 Che m- (B9.), (o in Serfogte Che mno. die bis nausigen vorden ckKSchuß. ebte und itie im »Shoah' ZeugnS InSOesamt Nunden über 150 O00 Juden und Tausende von Sinti und Roma imn Che mno Senmorndet(MW. Scheffler, in: Jäcke Rohwer, 8S. 148). Schuß im Mitteiungsb latt 17 TERMLNE der Lagergeme inschaft . bonnerstag, den 16. 11. 1989, 20.00 Uhr, M Niemö) Jer-Haus: Peter Gingo)d: Frankreich im zweiten Meltkrieg— zwjSchen Res istance und kKoaborat jon 19 11. bis 1. 2. 1989, Dreifaltigkeitskirche: Ausste ung der Integrat iven Bidwerke von Stan Kaminski Samstag, den 27.01. 1990, Hart in Niemö] ler-Baus: Stand der Arbeit an der Stiftung. Gespräch mit anderen Auschwitz-Organisat ionen Unser monaticher Treffpunkt für alle: Jeden ersten Donnerstag im Monat um 20 00 Uhr im Mantin Niemö]) er-Haus: 7. Dezember 1989 4. anuar 1990 1 FSbruar 1990 1. Marz 1990 5 90 ð TMPRESSUNM Herausgeber:»PLagergemeinschaft Auschvitz— Freundeskreis der Auschwützer eV.* Verantwortlich: Rudolf Dohrmann, Sekretariat, Funckstr. 18 6000 Frankurt 90 Te1 069 771017 Redaktion: Heike Dui1L1, Marianne Groß, Merner Renz, Klaus Meimann LAGERGEMEINSCHAFT AUSCRHWITZ FREURNDESkKRElS der AUSCHWIZER e. V. Kreissparkasse FredbergHessen Schillerstraße 18 BZ 518 500 79 O-6309 MUnzenberg 1 Kto. Nr 062 000 74.9 Tel.(0 60 33) 6 01 68 Postscheckkonto Frankfurt am Mam Kio Nr 51 664608 Beitrittserklärung Name Vorname Anschrift- Straße. PlZ. Ort Geburisdatum Tnel. acad Grad. Beruf OQ Bafu im KZ-Auschwtz vom bis— Haftl Nr OQ Baft in anderen Lagern. Setangnissen. etc OQ Angehoriger des enem Auschwtzhaftung9s Haft Nr Q Freundeskreis der Auschwitzer Datum des Beitrits Unterschrift Zutretfendes binte ankreuzen DQ ascfMrz Werden Sie Helfen Förderer Sie uns * 5 g 14 S1eqae — —EE A wübenebeie Ki 8 dakM S Snk. B.A.AMs 6544 2 K.4„.—*—»*—