LAGERHGEMEINSCHAET AUSCEHWITZ FREUNDESKREIS DER AUSCFHWITAER EV. AlSCWZ WN SELEN UNMS WO vbOMMMaOSrArrE a0SctMrz LAGERBGEMENSOHAFT AUSCEHMWT2 FREUNDESKRES DEBR AUSCEHMWTZEBR EV Dle»Lagergemetnschaft“ hat s1ch 1n den 1etzten Monaten 1ntens1v mt der Erarbettung etner Kon- zept1on für dte DOWER befaßt. Das von einer durch den Vorstand er- nannten KommnssLon ausgearbettete Konzept vurde nach etngehender Be- ratung von der MLtg1Lederver- sammlung 1n setner jetztqen Form angenommen. Es stellt folgende Grundlagen zur Realtsierung der DOER fest: 1. Die DOER vurde gegründet von der»Lagerqemeinschaft Rusch- vitz-Freundeskrets der Ausch- v1tzer e. V.* m1t dem 2 1e1, sowohl 1n der Gedenkstätte AuschLtz, als auch 1n Frank- tunt a⸗M.— für dte Bundesre- pubLLK Deutschland— etne Do- kumentat Lons- und Merkstätte NuschwLtz zu errtchten. Die DONWEA geht bet Lhrem Kon- zept davon aus, das es für dte BundesrelubLLk Deutschland nLcht mSg11ch 1st— so vte dte anderen Länder— etne»Nat1o— nale husste11Lung“ zu errtch- ten, 1n der gezetqt vLrd, velch unsäqLLches Letd der Na- t1ona1sozLaltsmus über s1e brachte. NLr aus der Bundesre- pubILk Deutschland müssen dar- stellen, vas dtesen Ländern— und Insbesondere dem 36dtschen VoLk, den s1aven u.a.— durch das NS— Reg 1me angetan vurde. Dtese Rus- ste11ung v1rd s1ch vesent11ch von a11en anderen unterschetden. S4e so11 dazu führen, daß es den vom 8 Reg 1me Vergevalttgten ermö- 11cht vLrd, uns dte Hand zu ret- chen. s1e könnte der Grundstetn zur vöLkerverständtgung, zur Ver- söhnung für alle vöLker Europas 1n Mest und ost, 1n Nord und s6d Sen — D1e DOWER besteht aus etner Samm- 1ung von Dokumenten, Dokumentenab- schrtften bzw. Fotokopten, FL1men, Tonbändern, Fotos, Zeuqenaussagen, PublLRkattonen und Büchern; über alles, vas mLt dem ehemaltgen k? NuschwLtz 1n zusamenhang steht b1e bouEn archtvlert vor a11em jene Geschehntsse, velche durch dte nat1ona1sozLaltsttschen Ver- fo1qungsmaßnahmen 1n der?Ze1t von 1933— HMat 1945 ernfolqten. Dabet splelt es ketne Ro11e, ob dte verfolqungen aus polLttschen, Kon- fessLone1len odef rasstschen GrüUnden erfolqte. a) Dle DOWEn forscht, sammelt und archtvlert alles HMatertal, ve1— ches dokument 1ert, auf velche Art der Nattona1soz Laltsmus zur Macht kem, vLe Ant1semtt1s— mus und Rassendunkel zur Ver- blendung großer Tetle unseres voLkes führte und 1etzt1tch zum kKrteg und dem unsäg1Lchen Lelden und Tod von HMenschen aus fast a1len Ländern Euro- pas.- bLe DonmER regtstrtert auch mLt großer Aufmerksamkett a11e Geschehntsse nach dem 6. Ma1 1945, velche dte Reste des MatLona1soz 1aL1Ls— mus, aufkommende Tendenzen von Neonaztsmus, Ant1sem1- t1smus, Rass1smus betreffen. S1e v111 Gefahren aufzetgen, velche für dte Metterent- vLcklung der Demokratte auf- treten und dabel akt1v da- geqen vLrken. c) DLe PoER Pemdht stch, dte Geschtchte der Jüngsten Vergangenhelt aufzuarbetten, s1e vor allem den zungen Menschen verständLLch zu machen. Dadurch so11en Fetndbt Ider abqebaut verden. W1r können ntcht Versöh- nung verLangen, ste muß uns angeboten verden! So könnte etn vesent 11cher Bettrag zur vöLkerverstän- dtqung und zum Frteden ge- 1elstet verden. 8 DLe DOWER— SammLung von Do- Kumenten, zeugenaussagen, Fo- tos und a1len anderen Matert- a11en vLTd systemattsch fort- gesetzt und so dte Archtve von Frankfurt a⸗M. und der 6e- denkstätte Ruschwttz auf dem letzten s6tand gehalten verden. DLe DOMER so11 a1s Pletbende Dokumentat ton vervahrt ver- den. S1e so11 dte Rechtsform elner Sttftung bekommen. bLe»Lagergemeinschaft AuschwLtz— Freundeskrets der auschvLtzer eV.* ste11t der DOER setne btshe- r1ge Sammlung als Lethgabe zur verfüqung. DLe DOhEN trLtt mLt allen 1n- teressterten stellen, den Nderstandskampfern und Opfer- organtsattonen(Wederqut- machungqsstellen, Instttut für zeltqeschtchte, zentralstel1e Arolsen, Bundesmntsterten (fFür dte soztale Verwaltung), Landesschulbehörden, Jugend- orqantsattonen, Geverkschaf- ten, volkshochschulen etc.) Un Verbtndung, ebenso mLt S1eicharttgen Instttuten und Instttuttonen 1m Aus1Land. N11e zveckdtenLLchen Maß- nahmen(Presse, Rundfunk, Fernsehen, e1gene PubLLkatt- onen etc.) verden ergrtffen, um dteDOEN bekannt zu machen. DOWEA) Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 1 Plarn zur Realisierung der DOWEM» in einem Block des eher. KZ-Auschwitz Wenn Säie mehr über unsere Arbeit fün die DOWEA— Frank- Furt/M und de DOWEA— Auschu tz 11 vssen wo1L1Len, dann M fFordern Sde unsere KONZEPTTLON an. — S S — — Skizze zum Umbau, nach dem Projekt der *Lagergemeinschaft Aus chwd tz-Freundes- krets der Auschwi tzer SV, 2ur DOKUMENTATTONSWERKSTKTTE der BUNDESREPUBLTK DEUTScRHLAMD* Im K?Z— Aus chwi tz, 0 fü iil⸗ 09 1m Erdgeschoß eines eheme1Ligen Häft- LängsbLockes 1m Stammlager KZ- Auschitz. Mastab: 11200 i 07 15 0 ErkKLärung: o! Mndfang- Varteraum ca 24 n2 — o2 Informati on 15 o3 Ausste11Lung o Tod 1etten* 30* 05 ff o5 Ha11e Vorraum„ 35* † 4 1 o6 Garderobe n 15* .——— o7 F4 1mvorführer n 15* 3— 04 F 8 o8 Knosaa1/ Semdnare 60„ 2332 K tt 15 2 o9 Audto/ VLdeo Semnare„» 30„ 22 33 33 10 Bbiothenx — 1 archiv/ Semnare* 15* 12 Vera1tung 6 13 Magazin 3 8 1 1 kuene Büfett 9.——— 15 Kommunikation/ 0 *— Vanderausste1 1ung ₰ S Gosamtnutzf1äche: ca 546 m 6 S 5 1 S.. „ 8 8 Bemerkung: 8 8. 5 AuBenanstcht und Konstrukton des 8 Gebäudes bLeibt unberührt. 2 9 Die Innengestaltung der Räume v rd 2 8 nach dem bestättgten Konzept- durch 1 das Auswärtdtge Amt der Bundesregerung 5 von einer Archttekten-Graphtker-Grup- 8 Pe ausgeführt verden. 8 Federf ührend bed der 6estaltung at1er b Räume b1Letbt dte*Lagergemeinschaft E Aus chw tz-Freundeskrets der Ausch- 3 8 vLtzer eV.„— Dokumentatt onsverk- — stätte Auschwttz 1n Frankfurt/ d. Sanverbinung der Dokumentatonswerkstate Auschtz Sparkasse von 1822 FrankturM. BlZ 500 502 0 Kto Nr. 39 12 47 2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Schritte zu einer STITUNC AMSCHWIIA Bntge Gedanken zu den Aufgaben etnes VSSenschaftLLchen M tarbet ters der Lagergeme1 nschaft Se1t dem 1. 1ch a1s die M1 dteses Jahres arbette erster»Hauptant1tcher“ für »Dokumentattonsnerkstätte Auschwttz“. Ich nöchte dtese Gelegen- hett nützen, a1n ventg über me1ne or-— sten Arbe1tsvorhaben zu bertchten und damt t m1ch den MttgltLedern der Lager- geme1nschaft etvas vorzustellLen. BLnes mõ chte 1ch allerdtngs gletch vorweg- Schtcken: Ohne dte B1fe und Unter- stützung ahler MttgltLeder, besonders natür1Lch der MttglLeder, dte berette 1n den verschtedenen Proqekten der Lagergeneinschaft arbetten, 18t des »Progremn“, des 1ch Euch hter vor- Stellen möchte, n1cht verwtrk11chbar. Insofern 18t dtese Zusammenste11Lung auch dte BLtte um Fure Unterstützung und Bure HLLfe! Für dte Lagergemeinschaft und dte DQWRA var es natürLLch vö111ges Heu- 1and, vas de m1t der öbernahnme von auf uns zukan. So var es dte Aufgabe der ersten Vc- chen me1ner Tättgkett, al1 dte Behör- dengänge zu erledtgen, Anträge auszu- fü1LLen, Beschetde zu beerbetten, Be- rechnungen enzustellen, Abgeben 2zu organtsteren usw. 2Zur Prüfung a11 dteser Unterlagen vndte 1ch mt ch SchLLeB1L1Lch auch an dte Persone1 a b- tetLung des BvengeltLschen Regtone1- verbandes Frenkfurt. Der Letter dte- ser Abtetlung, Herr Straßhetm. der schon se1ber mehrma1s dte Gedenk- stätte des KZ Auschwtz besucht hat, sah schne11 dte Vtchttgkett und Sert- os1tät unserer Arbett 1n der Lager- gme1nschaft. S0 ver es nög11c6h, das a1s e1n Ergebnis dteses Gespräches der FBv. Regt ona1 verband anbot, 1n Zukunft a11e Fersconal- und Buchhaltungsar be1- ten sOowohL für de Lagergemetnscheaft als auch für dte erhoffte»St1ftung Auschwttz“ zu erLedtgen. Dantt vurde 1m HtnblLck auf ne1ne Tättgkett etne sehr spürbare Entlastung von»Ver- va1tungsaufgaben“ mög11Lch. Ich— und a11* zukünfttgen Beschäfttgten bhätten mehr Ze1t föür dte etgent1tchen Auf ge ben. 5 Die sLganfLL.chen-Aufgahen: FHach vtelen Gesprächen hat s1ch herausgeschält, das der Schwerpunkt dteser Arbett zu- nächst 1n der Vorberettung der beretts angesprochenen 11egen so1Lte. A11gemetn hetßt dtes: 1n threr formalen Vorberettung und der Brar- be1tung von Konzepttonen 1hrer ver- schtedenen Aufgebenfelder. Venn es 1n den nächsten zve1, dret Jehren ntcht ge11ngt. dte Sttftung zu gründen, s0 verden vr dtes metner persönlichen MeLnung nach nur noch sehr schwer durchsetzen können. Die Gespräche s1nd 1nzwschen derart velt gedteben, deß Lhr Schettern oder Versanden etnem Aus für unsere Sti1ftung gletchkkme. *St1ftung Auschwtz formu1Lert Lnhalt1LLchen und Doch bis zur Gründung der Sttftung 18t os noch eln ve1ter Veg. De g1LLt es vor a11Lem, 1 hre verschtedenen Auf.xahenge= RLata 1n e1nem Arbettsprogremm zu- Sammenzufeassen, überLegungen über dte hlerfür s1Lnzustellenden M tarbetter, 1hre konkreten Aufgebenbeschret bungen und Arbettsfelder anzustel1en und, n1Sht zu1etzt, Prognosen über den da- m1t benötigten Persona1- und Sach- haushalt zu erstelLen. Und de g11t es, ebenfal1s nögl1chst Schne11, Vor- schläge für dte recht1LLche Gründung und Verfassung, für dte an dem sog. »Gründungsgeschäft bete1L1gten »Sttfter“, für dte Zusammensetzung und Aufgaben der verschtedenen»Organe“, Für dte»Satzung' der Sttftung usw. zu erarbetten. BLn großes Problem 11egt debet dartn, das 1etzt1tch dte etnzelnen argant.aa= Larxtschen. Vorschläge 1mmer auch ab- hängtg s1nd von den Aufgahen und Ar- beltsSchwerpunkten der späteren St1f- tung. Es mus also versucht verden. beretts 1n dteser Phase der Vorberet- tung Konzepttonen für dte verschtede- nen Arbettsberetche zu erarbetten und zu formuLLeren. D1e Aufgaben der zukünfttgen*Sttf- tung Auschwttz' dürften— und hter hat der Veretn Lagergemetnschaft/Freun- deskrets der Auschmttzer beretts Jetzt schon erhebl1che Vorarbetten ge1e1- stet— 1n— Runkten. 11egen: — 1 m Sammeln und Bewahren. - 1m Forschen und Aufschret ben, — 1n Ve1tergeben und VLrken. Oder 1 m VMSsenschaftsdeutsch formu- 11ert: 1n der Archtv- und B1 b110— Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. theksarbeLt, 1n der htstortschen und poLLt1kwLSSenschaftltLchen Arbett und 1n der pädagogtschen bzw. publ1ztst1— schen Arbett. In a11en dret Bereichen s1nd beretts MttgltLeder des Veretns tättg, auf deren z. T. sehr unfangret- che Vorarbelten und Erfahrungen zu- rückgegrtffen verden kann. Um zu etLner s1nnvoLLen der Notwendtgketten für 1e und sachl1che Ausstattung der St1ftung, d. h. föür den Jähr1Lchen Fi- nanztLerungsrahmen und für de Vermö- gensausstattung der Sttftung und da- mt verbunden für dte Bstträge des oder der zu überzeugenden»*Sttfter“ zu kommen, muß für dte dret Beretche Je— ve116 e1ne Konzeptton erstel1t verden. Bnschätzung dte persone1- a) Für den Reratch— Archt. ARLhI4.= Lhek nüßte dtese Arbettskonzept1on vor alLem etne vorlRuf1ge Festlegung der Samme1schwerpunkte, dte Erutttlung des Unfangs der verschtedenen Sa mme 1— gebtete(z. B. durch dte Frarbettung von B1 bI1Lographten) und efnen Vor- schLag für dte Grundlagen etnes auf- zubauenden SchLagwortketa1ogs ten. HLervon sLnd der falLenden Arbetten, dte arbettenden Archt vare kare, dte Btnschätzung der Anschef- fungskosten für Bücher usw.. der Raumbedarf u. v.a. abhängtg. enthea1— Umfeng der an- Zahl der hter oder B1 blothe- Für dte Orgentsat1on obenso vLchtg v1e für ches»Forschen“ und des Beretches »VLrken“ 1s8t dte Frage des Etnsatzes e1ner kletneren FDV-Anlage zur Kata- 1ogtslerung und zur Veretnfachung und der B1 blLothek dte des Bere1- Bffekt1vLerung des Schlagwortregt- sters. Dteser Canpte so11te dann 11 Jedem Fal auch geetgnet seln, dte anderen Arbetten der Sttftung, bet- SpLelsvetse den Schrtftverkehr zu er— Letchtern. DLe Soche nach geetgneter »Hardvare' und»Softare“(geetgnet auch 1 m Verhältnt theken) und dte BrmtttLung der unge- fähren e1nmal1Lgen Kosten so11te für e1ne Arbe1ttekonzept1on für Aufgabenberetch der St1ftung fa1L16 gelelstet verden. zu anderen B1 b110— dtesen S ben- b) För den Berstch— Earschung“ müßte die Arbettskonzept1on der Sttftung vor a1Lem etnen Entwurf der Mö gl1Lchketten der Forschungsförderung enthalten. DLes kenn betsptelswetse durch de 1nha1t11che und organtsatortsche Vor- bereltung und Lettung von v1Ssen- scheaftLLchen Arbettstegungen gesche- hen. Bine vettere Mög11Lchkett väre u. U. dte Vergabe etnes Promot 1 onsstt- pendi uns zu etnem ausgevähLten oder ausgeschrtebenen Thema und dte RBe— treuung und Unterstützung des Sttpen- dtaten. In dtesen Beretch könnte auch dte Erforschung von speztellLen Themen und Lhre Dokumentatton un Ar bealtsmappen, dte ErschlLeßung kumenten, dte BErstelLung von menfassungen und Kommentearen zu Ver- öffentLLchungen, dte Anregung von Forschungen u. v. m. gehören. Vor al1em 18t hler aber dte Fänxdenung—des-Ge- dankenausfansches zvtschen etnzelnen VLSsenschaftLern bzw. Unstttuttonen, dte stch der htstortschen und zettge- schtchtLLchen Forschung vLdmen, 2zu nennen. von Do- Zusam Auch für dtesen Beretch stnd dte not- vendtgen Tättgkettsbeschretbungen der M tarbetter zu erarbetten und dte vorausstchtLLch anfal Lenden Kosten zu kalku1Leren. e) Der drttte Arbettsschwerpunkt der »Sttftung' darf auf gar kelnen Fa11 Segenüber den ersten betden zurück- stehen. DLe VerpfLLchtung, das Erbe von Auschwtz vetterzugeben, pädago- S1sch und pol1ttsch zu vtrken, 16t das zentrale Anl1Legen der»Legergeme1n- schaft Auschwt tzFreundeskrets der Auschw tzer“, und dteser Anspruch darf 1m Rahmen der Arbett»Sttftung Auschwttz“ ntcht verLorengehen. Se1 bst venn elnzelne Arbettsvorhaben 1n dte- sem Berelch 1m Laufe der 2ett ntcht wehr verden stattftnden können— v1 z. B. der Besuch ehemal1ger Haft11nge 1n den Schulen*, der Anspruch, etln zre1tes Auschtz zu verhtndern, 18t o1n St1ftungszweck, der ntcht alletn durch dte Forschungserbett abgedeckt väre. Forschung, due rattonale Ane- 178 dessen, vas geschehen 18t, 16t uner1LRB1L1che Voraussetzung Joder s1 nnvolLen pädagogtschen Arbett, s61e darf s1ch Jedoch ntLcht Jungfräu11ch auf dte Analyse beschränken(1Lassen). Bs g11t also auch für dtesen Arhett= heretLch- MLxken e1ne Konzept1on 2zu erarbelten. Debe1 18t stch der ganze Beretch nach den e*e111gen Adressa- ten 1n vorschtedene Vtrkungsfelder e1ntetLen. So kann das Vtrkungsfeld Schule z. B. dte Erarbettung von Unterrtchtenete- r1alten mtt Lehrerhtnwetsen. Vor- sch1äge für Unterrtchtseinhetten, Konzept1on und Organtsat1on von Be— suchen ehemaltger Haftlinge 1n Schu- 1en, dte Sammlung. Auswertung und Kommentterung der relevanten Lehrpls- ne der Bundes1änder, dte 2Zusemmen- stelLung von FLLm und Bücherltsten m1t Kommentaren usv. enthalten. Bben- faL1s 1n dtesen Arbettsberetch würde dte Orgentsatton, Vorberettung und Durchführung von(B1L1Ldungs- Retsen nach Auschw tz und 1n andere Konzen- trattonslager, Gedenkstätten, Vad Vashem usw. gehören, vobet dte 2zu- künft1ge Sttftung dtes durchaus 1n Zusemmenarbett mnLt dem Veretn»Lager- Sewe1nschaft“ angehen kann. Auch s011te dte Betreuung, Orgentsat1 on 4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. oder Frarbettung enthalten setn, Dokumenten, von Ausstellungen dte Pub1 1katt1on von Informat1 ons broschüren, Mtertalheften. Arbe1tsmappen, de Organtsatton von Semt naren(etve 1m Rahmen des hesstschen*BLLdungsur- Laubs“), von Lehrer?for tbi Ldungsveren- staltungen usw.. Auch für a11 dtese Arbetten müßte etn ungefährer Rehmen für dte Persona1- und Sachkosten der St1tung erntttelt verden. In dteser AufstelLung 18t etne genaue Unterschetdung zwtschen den betden XLTkungsRt.ätLen. Frxankf.unt. und. AuschLæ noch ntcht enthalten. Her muß s1cher exakt geprüft verden, ve1— che Arbetten 1n Auschttz se1ber s1nn- vo11 s1nd— betsptelsretse vrd die*padagogischs“ Arbett Lhren Schwer- punkt unbedingt 1n der Bundesrepub11k haben müssen, 18t doch das Verntch- tungslager Auschvi tz- BLrkanau(und se1n Huseum) a1s so1ches berette pKdagogtsch v1rkames»Denk ma1“ ge-nug. Her bel uns darf n1cht ver- gessen verden, öüber Auschw tz und vas zu Auschwitz föührte nachzudenken. Die drei dürfen auf arbetten. skLzzterten Aufge benge btete gar kelnen Fa11 getrennt Diese Kooporat on oder Intard.z L RLLnarxt. hRt. nuß berette 1n der Satzung der St1ftung und 1n 1hren Organtsattonsstrukturen unungkng1ch festgelegt setn. 411 Arbettsgebtete müssen s1ch gegensett1g befruchten ckönnen). BLFenbelntürme gtbt es en den Unt versttäten, B1 blLotheken. In- stttuten, 1n den Schulen(-semtnaren) und 1n v1Lelen Köpfen wohr ale genug. de dürfen- v1r mi t der»Sttftung Auschwttz“ ntcht noch vettere errtch- ten. D1e Sttftung gentnnt 1hre Be- gründung., Lhren Stnn, 1hre Legttt- matton aus der Verzahnung, aus den Zusanmnspiel der Arbattsberetche. Nur venn dtes ge11ngt, rd auch dte Br- Unnerung en Auschuttz vachgehelten verden können. Dies 16t ntcht zuletzt auch etne Frage unseres pal4. LLchen—Angpruchs. Btne VSsenschaft, dte stch gegen dte Um setzung der Erkenntntsse 1n Frztehung⸗ BLLdung, PoL1LtLk vehrt, kann ntcht 2101 der Sttftung se1n. Ungekehrt dar? dte päde gogtsche Sette, dürfen Lehrer und Brzteher, dte 1 hre Schöler und Schülertnnen zu po1tttscher Mündtgkett föhren vo11en, dte v„1ssenschaftLLche Sacht1chkett genausowentg außer Acht 1assen 1e die AnechauLtchkett, des Be-gretfen-Können, Sov1e1 zu s1ntgen Aspekten metner und, unserer zukünfttgen St1tung, sov1t Schaubar s1nd. noch etnen Aspekt. dte Bnottonalttät. 1nha1t11chen besser gesagt. Arbetten an der s1 derzett über- Doch metne Arbett hat va1teren, sehr„1chttgen Bs 16t oft unglaubltch schwer. und dtes sptegelt st1ch oft auch 1n der a11täg1chen Arbett der Lagerge- wa1nscheft. dte Forderung nach Zuseam menarbett der Bereiche zu vervtrk- 11chen. Derert vorschLdene Arbe4 tsschnorpunkte s1nd verbunden m1t vorschtedenen 4nsprüchen an dte etgene Arbett, Ansprüche, dte st1ch, venn 816 von verschtedenen Forsonen erhoben verden, höuf1g nur schver und mtt vLelen Ausetnandersetzungen und herten Kompr omt ssen zusamwenbringen 1assen. Immer vLeder v1ra der a1gene Arbettsberetch, verden dte etgenen Hoffnungen und Vorste11ungen une bhän- s1g oder gar 1n Konkurrenz zu den anderen gesehen. Für n1ch 16t es etne Frage der ü „ 1nene1t es geltngt, dte e1nzelnen Arbettsberetche zu verbin- den, dte verschtedensten Menschen zu- Sa mme nzubrtngen, uns 1n gegensettt- ger Krpt1k So11Ldartsch ve1terzubt1den 1In Herz, VtSsen und Vernunft. So11— darttät, Denokratte, AufklLRrung, Mün- dtgkett al1er können a11e1n e1n zue1tes Auschw tz verhtndern. Dte Art, v1e vlr mitetnander ungehen, 18t e1n MaBstab defür. vLAvLe1 v1r aus Auschwt tz gelernt heban. Desha1b müssen v1r o1nander 1n unserer Unterschted11chkett akzeptteren, des- halb g11t es, 1nmer„teder zu prüfen. 1nenetlt auch v1r noch 1n unseren *Kommuni kat1onsstrukturen“, 1n unserer Art, n1tetnander unmzugehen, autorttR- res Denken erhalten Ich habe n1t dtesem kletnen Aufsatz õ1 n1ge öberLegungen zu na1ner künf- t1gen Arbett Sktzzteren vo11en. Hein. ntcht m1ner Arbett, sondern unserer gewetnsamen Arbett, denn a11etln Schaft ketner etwas. Me1n Z1e1 var es dabet, m1ch Buch, den MLtg1Ledern und Freunden der Lagergenmetnschaft, atvas vorzustellen, ohne et1nen Lebenslauf vorzulegen, denn man Lernt etnen Menschen vtrkLLch erst samen Arbett und 1n der gemet n- 1m gemetnsamen Leben kennnen. 21e1 des kletnen Aufsatzes var es 1edoch. auch. Bure Unterstüt- zung. HLLFe und Kr1t1k für ne1ne Arbett zu gewtnnen. Unterstützung und H117e durch a11 Jene. dte berette 1n verschtedenen Projekten der Legerge- we1nschaft arbetten, 1 ntenstv gear- beltet haben und ve1terarbetten ver- den. Unterstützung auch durch helfen- den Kat oder durch das»öffnen von Tören“. Unterstützung aber auch durch Zuwandung von Geldern, durch Spenden, denn chne Gelder geht dte Arbett auch ntcht voren. Te1sfon, Porto. Bür oma- tertal, Bücher, Gerkte, Kopten, Fahr- ten, und, und, und, a11e6 kostet Geld. Ftnanztert st1nd btsher Jdoch nur dte retnen Personalkosten, für den Rest brauchen„tr Eure HtLfe. Ich bedenke mtch für FBure Aufmerk- samkett! Manfred Põ pper1 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. AUSCEUUUE Das Zeugnis Eann steht der hustende Skoda vor dem Einſamilienhaus am Stadirand von Krakau; es ist hell erleuchiet. Die Siraße in die oſſenkundig neue Siedlung ist noch im Bau, nicht beſestigt, wir zichen uns also die Schmuuig gewordenen Schuhe aus, che wir vom Vorraum ins Wohnzimmer mitdem Teppich gehen. „Vorraum und Stiegenhaus sind gepfla- ster mit Medaillen. Andenkeniellern, Ab- zeichen und Fotograſien. Die Abzeichen 7945 p0h ein Mann abs Auschwitz un leferte Cer Woſt den ersten Aoenzeoenbericht vom inohstfien Wassenmof. Bjs 7967 b/ieb er anonym Seſther jt er nur Historitern ein Begfff prof hat Cen Afzt efz Vabea in Mrala gefunoen. Er efzãhſt ales noch einma Von Pal VWOM künden von der geſährlichen Vergangen- heit des Hausherrn im politischen Wider- stand Polens(nicht nur) zur Nazizeit. Auf den Foios ist er selbst zu schen. Schmal, ſast ausgehungert, dunkel. zurückhaltend, ernst. Heute abend steht ein weißhaariger, rosig genährier Herr von knapp siebzig Jahren vor uns. Das besundig lächelnde Enigegenkommen des Arzies verschwindet ſür Augenblicke, wenn er die Fotos erlãu- lert. die Namen der damals getöieten Kameraden nennt. Wir nehmen Plau. Der Mann bietet uns Kaſſee an und Tee, der uns im ſeuchiten. kühlen Nieselwetter am liebsten wäre. Aber da ist noch die riesige Flasche mit echiem Red Label“-Whisky. Der Mann ſreut sich oſſenkundig. so eine Raritdt anbieten zu können. Wir sitzen in weichen Fauteuils, trinken Tee und Whisky. Wir haben ein vor Regen schützendes Dach über dem Kopf. und eine unsichtbare Heizung wärmt die dicken Radiatoren. lst der joviale Mann hier wirklich derselbe, Uber dessen Vergangen- heit er erzähli? Es ist schwer, die Einheit der Bilder zu erkennen. Es gelingt schlagartig, als er sagi. daß man heute zum Glück keine Angst mehr zu haben brauche, daß die SS in der Tür steht. Und unmiuelbar darauf sagt er, daß in dieser Geschichte bestimmie Einzel- heiten nicht siehen durſien; er wisse nicht. ob sie ihm schaden könnien. Der Mann ist ãlier geworden: die Zeit ist vergangen, ohne sich allzuschr zu ändern, und der Zwang zum Versteckspiel ist gleichgeblieben. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. D r. Jerzy Tabeau is Dozenider Kardio- logie und leitet eine Abieilung am Stadispital von Krakau. Der heute 69ãh- rige ist 1942 verhaſtet und ins KZ Ausch- witz eingelieſer worden. Der damals 2ljährige war in der Untergrundbewegung akliv gewesen. Nach einer dramatischen Flucht im November 1943 schrieb er einen minutiös genauen Bericht über das Lagerleben und die Vergasungen. Dieser ersie authentische Bericht eines polnischen Majors- war im Frühjahr 1944 in Händen der Alliiernen. Er wurde zur Grundlage der vehemenien Forderungen, Auschwitz und die dorhin [ührenden Bahnlinien zu bombardieren. Dr. Jerzy Tabeau, Minutiõs berichtete Tabeau über den Massenmord. Aber die Alierten reagjerten nicht Diese Forderungen wurden in den USA und England mit der Begründung abge- lehnt. die Zerstörung deuitscher Industrie- anlagen sei wichtiger. Bis 1981 war der Verſasser des Berichtes unbekannt geblieben. Erst der britische Forscher Martin Gilben ſand ihn bei Durchsicht Winston Churchills privater Dokumente als Ausgangspunkt fſür das massive(und erſolglose) Engagement des premiers ſür eine Bombardierung von Auschwitz. ln seinem Buch Auschwitz und die Alliienen? zeichneie der Historiker Gilbert die damaligen Ereignisse auf und erschüterie damit die Oſfeniichkeit der angelsächsischen Länder. Jerzy Tabeau aber. der fortan als Held hätic geſeier werden müssen hüllie sich weiter in Schweigen. Heute muß der 69jãhrige keine Nachteile mehr beſürchten. Er hat proſil als erstem vestlichen Medium die Geschichte seiner FHuchterzähli. Sie hat am Beginn und am Ende einen Bezug zu Osterreich: Art Beginn stand in Auschwitz die Hilſe des österreichischen Widersiandskämpſers und KHäſilings Hermann Langbein. Ohne ihn wären diese Flucht und ihre Konsequenzen nicht mög- lich gewesen: Langbein war Lagerschreiber und führender Kopf des Widerstandes in Auschwitz. Am Ende sieht Jerzy Tabeaus Tochier. die heute als Apothekerin in Wien lebi. Die Flucht durch den Zaun war so gut wie unmöglich. Es ist nur ein derartiger Fall in der Lagergeschichte von A. bekannt geworden. der auch gut endeie: Die Flucht der Häſtlinge Romek Cieliczko und Jerzy Wesolovski. dessen eigentlicher Name Tabeau isi. Am 19. November 1943 Hlohen sie aus dem Lager Birkenau. Dr. Jerzy Tabeau(alias Wesolowski) ist zweimal zur Weli gekommen. Erstmals 1921. zum zweitenmal am 19. November 1943. als ihm die Flucht aus dem Konzen- trationslager Auschwitz gelang. Er berichtet: Schon 1939 hatte ich als Medizinstu- dent im Unitergrund gearbeitet. unter ſal- schem Namen natürlich. Ende Februar la2 sitze ich mit vier Kommilitonen in der Mensa. kommit die Polizei und verhaſtet alle. lch konnie noch weg. aber mich haben sie dann in der Straßenbahn erwischt. Aber es war ein Zuſall. die wußien nicht, daß wir im Untergrund waren. Die haben uns verhaſtet. weil wir Studenten waren. Da- mals war lntelligenz der häuſigste Hafi- grund. Die vier sind so wie ich nach Auschwitz gebracht worden. So wie mir konnte man ihnen nichis nachweisen- und troizdem sind sie alle in Auschwitz umge- kommen. Wenn die herausbekommen hät- len. daß ich Kolporieur der Untergrund- presse war. wäre es mir auch nicht anders ergangen. Slat des Jerzy Tabeau kam eben ein Jerzy Wesolowski im Lager an. Das Früh- hahrswetier warscheußlich. schwere Arbeit im Abbruchkommando und beim Kanal- graben haben gemeinsam mit den Prügeln und den stundenlangen Appellen eine Lungenenkündung hervorgeruſen. Ein Wunder. daß ich trou hohen Fiebers nicht ins Gas geschickt wurde. Vielleicht hauen da zwei Bekannte von mir. die dort als Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Arzie arbeiteten. auch ihre Finger drin. s0 wie sie mir zu einer leichten Arbeit unter Dach verholſen haben. Da wurde man auch weniger von den Capos und der SS schika- nier. Hermann Langbein wat Lagerschteiber und half Vabeau aus dem Vodesſager Mit vier Freunden aus dem Lagerspital habe ich dann die ersten Gedanken an eine Flucht besprochen. Dafür bot sich Birken- au eher an., weil es im Stammlager Ausch- witz viel mehr und straſſer organisierie SS-Einhejten gegeben hai. Erst wollien wir es mit dem Roikreuz- Krankenwagen machen. der aus dem Lager hinaus in die Apotheken und Lagerhäuser ſahren durſie. Mit einem der Freunde und dem(natürlich eingeweihten) Fahrer machte ich zunächst drei Ausſahrien zur Erkundung. lrgend eiwas ließ uns dann aber an der Ehrlichkeit des Fahrers— immerhin SS- Mann— zweiſeln. Zwei von uns gaben den Plan überhaupt auf. ich wollie aber mit den beiden anderen troizdem raus— wenn es sein mußte, direkt durch den Drahi. ln den ersten Augusttagen begann die Vorbereitung. lch als Schreiber in der Spilalbaracke konnie isolierende Gummi- handschuhe besorgen: in der Elektriker- gruppe inſormiere ich mich, wie die Hochspannungssysteme der Zäune ange- legi waren. Wir wollien einen Kurzschluß auslösen. der die Lampen oben am Drahtverhau verlöschen lassen sollie. Dann würden die Maschinengewehr-Posten oben auf den Wachuürmen nichis schen— vor allem. wenn wir nachis. bei schlechtem Herbsi- weter. vielleicht sogar bei Nebel. ſlüchten sollien. lsoliere Zangen waren im Vergleich zu den Gummihandschuhen leichtzu kriegen. und die nõtige Zivilkleidung war auch kein Problem. weil im Zigeunerlager ja alle damit herumlieſen. Nur der auf den Rücken gemalie rote Streiſen(von amili- cher- Olſarbe) mußie durch Leimſarbe erseizt werden. die man dann draußen abbröckeln konnte. Zuleizt besorgien wir eine lange Siange. die am oberen Ende einen eineinhalb Meter langen. blanken Draht haue. Den wollten wir quer über die beiden stromſührenden Zaunlinien werſen, um den nötigen Kurz- schluß auszulösen.(Das war nõtig. weil wir nicht wußien. ob die Beleuchtung und der Zaun wirklich aus denselben Stromquellen gespeist wurden.) Weiß Gou. wie oſt wir die Flucht im Geist durchgespielt haben: auch haben wir höchst reale Obungen unternommen, den Draht zu durchschneiden. Schließlich leg- ten wir den Fluchttermin ſes: Am 19. No- vember sollie es losgehen. Seit zwei Wo- chen hauen wir uns die Haare nicht mehr rasieri. um den langhaarigen Zigeunern zu ähneln. Das war nicht veiter riskant, denn der Lagerführer war nicht besonders scharf in diesen Dingen: ein 2ljähriger. der sich alle Zähne hatte ziehen lassen— bloß um nicht an die Front zu müssen. Dann kam der Tag der Flucht. Alles lief wie am Schnürchen. aber dann spielie uns die Geſährlichkeit der Zigeuner- lie be einen Streich. Nur waren wir nicht in „Carmen', sondern in Birkenau. Da gab es eine deuische Zigeunerin. Ani Schmidi sie war Putzfrau in der Spitals- baracke und bis über beide Ohren in mich verlie bi. So ſand sie die ganzen Fluchige- genstände unter meinem Bei und sagie mir aufden Kopfzu. daß ich ſliehen wollte. Ich bestriu das— aber sie wollie nicht etwa mitgenommen werden. sondern sie wollie mich hierbehalten. Als ich aufihre Biuen nicht reagiene, lief sie zu meinem Kollegen Zygmunt Poci- echa, mit dem sie mich oft gesehen haue. Ach. der war ein schwacher Charakter. der bangte um sein eigenes Leben und meldeie alles dem Lageräliesten: der beſahl mich zu sich. ich konnte gerade noch die Sachen wieder in ihr ursprüngliches Versteck brin- gen. Lange brachte Ani dor kein Wort her- aus: Sie ahnte wohl. was es hieß. wenn sie spräche. Doch dann war es schließlich heraus. und der Lageräãlieste schickte nach den SS-Männern. Glück im Unglück. daß er selber vor Angst schlottere. denn gleich darauf hieß er mich soſort mit ihm mit- Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. kommen zur SS-Baracke. wo er mich ablieſern wollie. Es war schon 21 Uhr und dunkel: auch hauc sich einę gan?c Horde von Häſuingen um uns gesammeli. und so wurde der lange Weg ans andere Lagerende hin zur SS-Ba- racke 2u einem unübersichtichen Marsch. begleiiei von Flüchen der Männer und dem Geschrei der unzähligen Zigeunerkinder. lmmer nervöser wurde der Lageräliesie. immer mehr beeilie er sich. da rauszukom- men. Er bemerkie nicht einmal. daß ich in dem Gewühl einſach verschwand. Ich lief los. erwischte Romek Cieliczko am Armel und keuchie Jetzi.-los! Wir müssen los“ Er begriſſ blitzartig. drehie sich einſach mit mir in Richtung Drahtverhau: ich er- wischle hinler der Barackenecke die Stange. Zangen und Gummihandschuhe, dazu einen Sack Brot. Wir häuen auch Gold miinehmen können, aber das hatte damals weniger Wer als Brot. Ja. und die Momenie kann ich nie vergessen. Wir zwei waren am Zaun, ich werſe den Draht über die Stromdrãhie, und wirklich geht das Licht aus. Erleichterung., das Herz aimet auſ- abetr da gehi das Licht gleich wieder an, dann wieder wird es dunkler— das war, weil der Draht vom schwungvollen Wurf auf den beiden Zau- nen ianzie. Da spritzien die Funken. Aber auch als er dann ruhig lag. sah man die Scheinwerſer noch immer glimmen. Mein Gou. was für eine Szene— die Wachiposien auſ den Türmen jagien ganze Serien aus ihren Maschinengewehren auſs Geratewohl den Zaun entlang. In der Kanonade schaſſie Romek es nicht, den Drahi 2u durchtrennen, obwohl das doch hundermal beim Uben guigegangen war. Er. der sonst mit dem Skalpell umzugehen versand. konnie kein Stück Draht durch- zwicken. Aber dann endlich sprang der erste Draht auf- und da gingen dann die nächsien wie Buter. Die weggebogenen Drähie spritzien ebenſalls Funken; ich bog sie mi den Gummihandschuhen, um die ich noch meine Mütze gewickeli hatte. weg. Damit waren wir nur in einen anderen Lagerabschnit gekommen. jenen mit den Kremaiorien. Aber da war es dann leicht: wir konnien in einem Graben lauſen. der normalerweise beleuchiet war. aber wegen unscrer Drähie im Dunkeln lag. wWieder schneiden wir vier Drähie: 2wi- Schen zwei Kremaiorien verschwinden wir im Gebüsch. Was dann kam. war wie ein Alpiraum: sumpſiges Gelände. in dem wir immer tieſer einsanken: wir ſielen, keinen Schritt konnien wir am Ende mehr ma- chen. und so hauen wir das Bild vor uns. wieder zurück ins Lager zu müssen. Aber wir hauen Glück und ſanden einen Damm, der uns Durchnäßie, Verschmierie zu ei- nem Bahngleis[ühre. Wir ziuerten weni- ger wegen der Kälie. Da sehen wir ein Schild Pless', wußien nicht. daß das bloß der Name einer winzigen Haliestelle war. Also schlugen wir einen großen Bogen um die vermeindiche Siadi und ſanden einen kleinen Wald mit zwei Bänken. wo wir uns erleichtert und erschöpſi niederließen. Allerdings nur ſür Minuten- nämlich bis wir erkannien. daß wir ausgerechnet den Stadipark von Ps?czyna erwischt hauen. An einer Landstraße orientierten wir uns ſür die Richtung nach Krakau. Um vier Uhr morgens klopſien wir erschöpſi an die Tür einer völlig heruntergekommenen Kale— es war ein Stall, von dem wir schwachen Lichischein gesehen hauen. Drinnen saß eine alte Frau, die ihre Kuh molk. Es war ein Risiko, ja. Vor allem, weil wir ja noch die Häſtlingskleidung anhauen— denn häuen wir sie weggeworſen, häuen wir genausogut für die SS-Suchtrupps mit ihren Hunden Wegweiser auſstellen kön- nen. wohin wir gegangen waren. Aber die Frau war gut= selbst Witwe und mit einem Sohn, der gerade zur Nachi- schicht im Bergwerk war. Sic nahm uns die Hãſuingskleidung ab. zerriß und ver- brannie sic. Sie gab uns zu essen und Milch. dann ein Quartier auf dem Dachboden. Und als morgens der Sohn heimkam. gab er uns seinen Mantel und den Hut. Dann drückie er uns zwanzig Mark in die Hand und wies uns nach dem Frühstũck den Weg zur nächsten Bahnstation. Ach. was soll ich noch erzãhlen von den Tagen. die wir brauchten. um nach Krakau zu kommen. Der heimliche Obertrit ins Generalgouvernement kostete uns cine Armbanduhr: gleich hinier der Grenze ſanden wir in einem Haus eine Frau. die verzweiſeli auf ihren Sohn warieie. der in Osierreich zur Zwangsarbeit eingeseizi war. Wir erzãhlien ihr unser Schicksal= da ſlossen Tränen und Milch. Sie versteckie uns einen Tag lang. dann gingen wir nach Zakopane. wo Romeks Familie wohnie. Dort aßen wir so viel. daß wir beide iags darauf krank waren. Sieben Tage brauchten Magen und Gedärm. um sich wieder zu erholen. Es war wie spãier bei der Beſreiung der KZs— da sind ja auch viele. so viele Häſilinge erst an der nicht Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. mehr gewohnien Magenſüllung elend zu- grunde gegangen. Von dor machie ich mich dann miteiner istole in der Tasche auf den lezien Weg nach Krakau zu der Verbindungsſrau. die mir angegeben worden war: Teresa La- socka nahm mich auſ. war aber zum Mißtrauen verpflichtet. weil mich ja nie- mand kannie und es durchaus sein konnie. daß ich ge ſaßi worden wãre und ein Spiizel an meiner Sielle die Untergrundorganisa- tion aufrollen wollie. Also wurde ich nach ein paar Tagen dort von einem mir unbe- kannien Mann abgeholi und an æine Stra- Benkreuzung geſührt. Auſder anderen Seite stand ein Freund. 3 der nur kurz nickte und wieder ver- schwand. Jeuzt war ich wieder Jerzy Tabeau Im Frühjahr 1944 bekam ich Weisung. an die jugoslawische Küste zu gehen. Dor würde mich ein englisches U-Boot auſnehmen und nach England bringen. wo ich persön- D — Banivenbindung der Unser wssenschaföLche DOKMENTATOSERKSLALL AUSCHWTLTZ 5 /K muß dingend mäb den notwendigen lich zu meinem Auschwitz-Bericht aussa- gen sollie. lch schaſſie es aber nur bis Budapesi. Dort mußie ich umkehren, weil die Deutschen die Siadt an diesem Tag beseizi hatten. lch kehrie zurück nach Krakau und übernahm eine Abteilung der Uniergrundbewegung. Nach dem Krieg machie ich dann mein Studium ſeriig. Was aus den beiden wurde die mich im Lager ſast umgebracht häuen? Der ängsili- che Freund' Zygmunt Pociecha lebi heuie noch. mehr mag ich zu ihm nicht sagen. Und die Zigeunerin Ani Schmidi. die hat mit der S8 im Lager zusammengearbeitei. Die Widersiandsbewegung hatie einen ge- wissen Einſluß darauſ. wer ins Gas mußie. weil die Schreiber die Listen bekamen. Da haben wir dann einmal einen von uns von der Liste genommen und Ani Schmidt drauſgeschrieben. Sie ging ins Gas.* 3 Profil Mr. 42/ 17. Otober 1988 SPENDENAUFRUF POwWEA in Frankf'urt /M Anbei bSin tbeln ausgesbabtet werden. Dokumen batorswe KS bäßthe Auschwi öz de Lagergemenschaft Auschwi öz— FreundesSKTes S Frankfurb/M 3 10 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Jahre 40 Bundesrepublik und... Was man nicht verStehen kKann In däesen Wochen und Monaten wurde und wä vd über däe Gründung der BundesrepubLäkK in a1Len Medäien viel geschreben und geredet. Das Fernsehen brängt Dokumentatonen, eine Serie Von Veämar nach Bonn und väe18 Fä. 1me von Damals als Wä ederhoLung. VMe1es Ist, meiner Meinung nach, sehr gut, interessant und muß den 6 Menschen Immer w eder In Erinnerung gebwacht werden. Manches 1Sst verirrend und manches kKönnten säch dde Fernsehans tal- ten ersparen. Erännert werden muß an das, vas iIn der Zeit des Nat ona1sozia— 13 smus geschah,— daraus müssen wär 1ernen und Konsequenzen zde— hen! Erännert werden muß an das Trimmerfe1d, das uns däe Nazidã K- tatur hänter1Läeß und es üst auch gut, an den Kalten Kreg zu erinnern. Was für Gefahren er für den Fräeden brachte und an dãe dadunch erfolgte Vahnsinnsmüs tung in Vest und Ost! Aber es muß auch erännent verden an däe VorsteLLungen, an dãäe Hoffnungen der Menschen nach 1945 und nach der Gründung der Bun- de srepubLkK. Hatten nächt atLe die Hoffnung auf eine bessere und eäne gerechte- ve Gese11s chaftsordnung? Hofften däe Menschen nächt darauf, daß sde, däe KLeinen! etwas mehr zum Mä treden haben würden! Sprachen nächt alLe Parteien, von der SPD bäs zur CDU, CSU von So— zz a14 slerung? In den Verfassungen der Bundes Länder steht heute noch: Grund und Boden, MNaturschätze und Produkti onsmã tteL können durch Gesetz„ in Gemeinwärtschaft überführt werden. (Art. 15) Wo bLeibt das Gesetz? Vas Ist daraus geworden? Die Fusi on der Tndusträegiganten schreitet in mner rascherer Fo1ge veiter, däe Konzerne vepden noch größer, stärker, a, s4e sind oft auch für däie PoLtik, däe gemacht wiyd, entscheidend. Manche Regerungsentscheidung üst nur noch mät Rücksicht auf Tn- 6 dus tãeinteressen dunchfühnbar. Die KLeinhändler, der M tteLstand, veLche früher etwas mehr be- wücksichtigt wurden, haben nächts mehr zu sagen, säe sind heute zu schwach! Sie verden von den GroBhande1sketten zu Tode kKonku- riert. Unsere Hoffnungen sind nächt in Erfül Lung gegangen. Trotzdem, die meisten Leben ganz gut— obwohl es mehr als zwe Mä. LL onen ArbeitsLose gäbt, etwa ein Drättel der Bürger von SozahäLfe 1Le— ben muß. Daß es aber in däesem Staat hunderttausende Obdachlose gcbt, Ist skKandaLös! VeLes haben wär uns anders vorgesteLLt! Die SozMalgesetzgehung Ist nächt besser gevorden— aber veLche Lobby haben dde Arbed tsLosen, däe Obdachlosen, dde sozMa1 Schwa- chen?— Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 11 Wir haben VerpfL§chtungen! Der Antisemä tismuas Lebt noch m- mer, ja, er verstärkt sich. Umfragen ergeben erschreckende Zah- Len!! Rassenhaß, Insbesonders gegen AusLändsr und AsyLanten, ver- s tärkt si ch und dde WahLergebnässe von BerLäin und Hessen 1Lassen uns zum Schluß kKommen, daß es höchste zZeit st, aktv zu verden gegen das oben angemerkte. ko Jahre Bundesrepub1Lk und was nach so vieLen Jahren unver- ständ1Lich 1st. N cht zu verstehen Ist der neue Regerungssprecher(ꝗm Rang eines Minästers— so etwas ähnLches gab es doch schon einma1, oder?)— Hans KLein, weLcher meint, daß däe Waffen-SS doch nur eäine kKämpfende Truppe, aber keine Verbrecher waren! Er, Hans KLein, der seLbst erLebte wä.e er verführt wurde, der 3 von dem verbrecherschen Regime als 13- jähräger zum WerwoLf aus- gebi Ldet wurde. Er, der nach schreckLä chen ErLebnissen von den Russen aufgepäp- PeLt wurnde, der dann von einem tschechä schem Gerächt zum Tode verurteiLt, dann begnadigt zu LebensLängLi ch und später zu zwanzig Jah- Fen Zwangsarbeit verurntei Lt wurde. Kurz darauf w Td er ausgesedeLt. Tch werfe Hans KLein nächt däese Vergangen- heit vor, denn wie Leicht üst es doch, Kän- der mä t 13-14 Jahren zu verführen. Doch was hat Hans KLein daraus geLernt? Es kann Ihm doch nächt unbekannt geb1Le- ben sein, veLche RoLLe dese Maffen- SS spieLte! Er muß doch vässen, daß eben däese Waffen-SS in dem Nürnberger Kriegsverbre- cherprozeß als sine verbrecheräsche Organä.- saton eingestuft wurde. Er muß doch von der RoLLe der Waffen-SS n den Vernä chtungsLagern Auschwä tz, TrebLän- kKa, Ma jdanek, Sobibor, CheLmno usw. wssen! Er muß wässen, daß däese Waffen-SS nächt nur än Auschw tz war— ch var dort 2 1/2 Jahre und sah tägtch vas sde taten—1 Nein, diese Waffen- SS war auch in GräechenLand und alLen ande- wen Ländern, weLche von den Nazis okkupiert wurden und se war überaLL mörderäsch! Sie, daese Maffen- SS kämpfte nächt fFür Deutschland, für das Va- 5 terLand. Säe waren däie ELä tetruppe der Nazidäktatum und sorg- ten fFür Massenmord an Fremdvö LkKä schen', an Mnderwertigen“, an Staatsfeinden! usw., sie waren däe Totengräber der Freihet und Mens chenwürde! Hans Johnny Kemn(Si0 apa) Hans KLein hätte sich vor seinen AuBerungen besser inform e- wen müssen und auch kKönnen. N 2 ht zu verstehen Ist, daß der Waffen-SS— Unter- s charnführer! Gottfred Weise fFLüchten Konn- te. Weise, der Wä Lhe1m TeLL von Auschwi tz*! So wunde er genannt. Vom Düsse 1Ldorfer OberLandesgeri cht wurde er zu Lebens Langer Haft verurteiLt. ObwohL ausrei chende Gründe vorhanden waren, wurde Neise weder in dem 15 Monate dauernden Ver- 12 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Fahren in Haft genommen, noch nach dem Urtei1s— spruch! Jetzt sind 10. 000.—— DM als Be1ohnung für sed.- ne Ergretfung ausgesetzt!(Siehe FR- Artäkel1, Se16 16) N cnt zu verstehen 1st, daß der*SS- Un- tersturmführer der Vaffen-SS, Kar1L-Fredrã ch Höcker, ve1cher von einem BeLefeLder Schwur- gericht zu 1 Jahren Haft verurte Lt wurde, scch auf Freiem Fuß befindet. Höcker wurde bereits 1965 im Aus chwä tz- Prozeß wegen gemeinschaft1Lichen Mordes an mändestens a ffe⸗ eheerer Zooo HäftLingen zu 7 Jahren verurteiLt.& n Mocle omr ese 1970 war er fregeLassen wopden. Er war also Für e inen Menschen, veLcher mä t 2ykKLon B getötet vurde, etwa 1 1/2 Tage in Haft! Als Begründung für däe Haf tverschonung nennt das Gericht ner sei alt,(77 Jahre), kKrank und habe feste sozMale Bäindungen. Ob Höcker seine Opfer auch danach eingestuft hatte und sde vor der Vergasung geschützt hat? Er hatte kein Erbarmen, Ihm war es gLeich, ob es es skch um Kinder, Frauen, Männer, Kranke, ALte oder um so1che mät festen soztalen Bäindungen hande1te. Er handeLte kaltbLütig. N coht zu verstehen Ist der Regerungs- sprecher- Minister— Hans KLein, we1cher si ch Für daese Maffen- SS-Leute stark macht! ko Jahre Bundesrepub1äk: da gäbt es noch Afen neee Vee z verändern, zu verbessern, zum auf'ar- Nhre⸗ enæ oſeer peten.— Ob 1ch es noch erleben verde? Trotz al1em bäs jetzt noch mange Lhaften än der ko Jahre alten BundesrepubLikK, 1ch bän optimä s— tsch: däe Jungen werden es bestämmt schaffen! Hermann Reineck ehem. Aus chwi tz- HäftLing 6 Nr. 63387 TMPRESSUM: Herausgeber: Lagergemeinschaft Aus chwä tz— Freundeskreis der Aus chwi tzer e⸗V. VerantwortLäch: Rudof Dohrmann, Sekretariat, Funckstr. 18 6000 Frankfurt /M-90, TeL. o69771017 Redakton: Heike Dud. 1L1, Maranne Groß, Werner Renz, KLaus Meimann Layout: Hermann Reine ck Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 13 Jod beugt sich zu einer Frau Kohlezeichnung 1923 BEGEGNUNG MIT TADEUSZ WASZKO KXTRE kKOLLWIT? Vährend des 1987 kl1Lngelte mir zu Hause gefragt, ob Dokumentattonsverkstätte ze1gen könne. Freankfurter KLrchentages Sanstagnachmtttage bet das Telefon. Ich vurde 1ch etnem Herrn unsere Auschwt tz Brst als v1r näher 1n8 Gespräch kamen und weatn Gegenüber m1 t Sroßem und kenntntsretchem vo11 Akten, ste11t s1ch um den staat11chen Herrn Tedeusz Ivaszko, dte Regale Plakete. dterte. dasß 11 vorhanden Fehlen, Gedenkstätte di Dazu so1LLte es nicht mehr kommen. Ivaszko verunglückte am 1. er öüber1ebte Hachrtcht von bel uns grose Interesse Bücher, Matertalten, MLorofLLme eto. stu- s1ch heraus, dasß es Letter des Archt vs der Auschwt tz, heandelte. Wr tauschten uns aus über Erfahrungen 1n der Arbett, besonderes Interesse entstehenden B1 bl1Lothek. der vLe1e VeröffentlLchungen republLk aus den s1nd, Frenkfurt ungekehrt dteentgen Böcher bea1d Auschwi tz verlegt Herrn Ivaszko zu, neueren Veröffent1tchungen aus der BRD zuzusenden. m1t dem geme1nsamen und Herr Iveszko ze1gte an der betl uns VLTF faenden, Gedenkstätte Auschw1 tz der Bundes- letzten Jahren ntcht vhrend uns 1n nach 1945 zum Them⸗ vurden. Ich sagte Lhm e1ne L1Lste der zukünfttgen engen Zusammenerbett. VLr verabschtedeten uns An11Legen e1ner Herr Dez. 1988, den Unfa1! ntcht. D1e setnem Tod htnter11eß Betroffenhetlt und Treau- er. V1e1e Freunde der Lagergeme1 n- schaft kannten Herrn Ivaszko von Be— suchen 1n der Gedenkstätte, 1ernten se1ne Persön1Lchkett und retches VSsen schätzen. Br und ehrendes Gedenken. 8 Fehlen, seln unfeang- vtrd uns uns nur eln bleibt 118e 6G1Owack1 Wir trauern m Jadeusz jWaszko Aut der Heimreise nach Oswloclm verunglUckte am 1. Dezember i988 unser Freund und Kollege Jochen August und der Ihn begleltende Lei- ter des Achlvs der Gedenkstätte Auschwltz, unser Freund Tadeusz Maszko. Beide hatten in Berlin an einem Seminar zur Auswertung der Abeit in den polnischen Gedenk- stätten teilgenommen. Jadeusz Waszko hat diesen Un- lall auf der Autobann bel Legnica nlcht Gberlebt. Dlese Zeilen mögen an ihn erinnern- an einen langjãhri- gen Wegbereiter und Wegbegleiter unserer Arbeit in der Gedenkstätte Auschwitz: Nelen Gruppen hat er seine Kenninisse zur Veriũgung gestellt- geduldig, oftenherzig und mit gro- ber Ernsthaftigkeit. die der Ge- schichte von Auschwitz angemes- sen wat. ſadeusz Waszko warin beschel- dener Mensgh. der sich ungern in den Vordergrund schob, ein guter 2Zuhörer und Beobachter: Wchtig- iuerei liebte er nicht. dazu lebte er 2u sehr mit exlstentiellen Fragen., die ihn im Zusammenhang mit sei- ner Arbeit tagtäglich umgaben. Ge- rade veil er mlt Fakten des vleltãlti- 9en Mordens und Sterbens arbei- lete. lhre Fntergründe und Zusam- mehänoe erforschte und sle in pu- bllalstischen Abeiten anderen ver- mittelte. gerade weil er von Men- schen umgeben wat, denen diese Fakten ins elgene Leben gebrannt Waren- unvergeBlich und unverlier- bar—. deshalb lebte Jadeusz wWaszko die Menschen und die NMa- tur. NMoch Mele Aufgaben san er vor sich. Manchmal sprach er von ihnen. eher beilsufig und scheu: Doch der Gesprãchspariner spürte den Willen und die Hofinung aut die Zukunft. Velen Menschen in Berlin War Jadeusz lwasako in Freund- schati verbunden- Jochen August. der Familie von Tõrne und anderen. Gemeinsame Jahre und Erinnerun- 9en prãgten. Bei allen hinterläßt sein trüher und plõtalicher Tod große Traust, das Bewutsein eines kaum zu hei- lenden Schmerzes und das Wssen um eine große Lücke, die slch nun in der Gedenkstätte Auschwitz auf- getan hat. Unser Migefühl gilt seiner Frau. seiner Familie und den f̃reunden in Oswiocim: Tadeusz lwaszko— ein Mittler zwischen Deutschen und Polen in einem Ort. der einst Ausch- witz hieß. ein Mittler weit über die- sen Ort hinaus und weit in die Zu- kuntt hinein. cChristoph fieubner Zechen„ Nr. 1, März 1989 Mttei- Lungen der Aktt on Sühnezeichen FrLedensdtenste 14 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Neuer Name für Bahnhofsvorplatz? Wenn es nach dem Willen der SPD und Gru-“ nen im Ortsbeirat 7 ginge, soll der Rodelhei- mer Bahnhofsvorplatz demnachst„Baruch- Baschwitz-Platz“ heißen. Der Antrag wurde von Gerhard Oberndorfer, Grüne, in der letz- ten Orisbeiratssitzung eingebracht und gegen die Stimmen der CDU angenommen. Die Begründung der Grünen im Wortlaut: „Ein wirklich bedeutender Rödelheimer Ju- de hat bisher leider noch keine Anerkennung bei einem Straßennamen gefunden: es ist der geniale Buchdrucker und Finanzfachmann Baruch Baschwitz, der mit Wolf Heidenheim die beruhmte Druckerei grundete und der 1836 kier in Rödelheim starb“. Die Begrün- dung wurde einem Schreiben von Herrn Pfar- rer Heinrich Dippel an die Grünen entnom- Bei allem Wohlwollen-aber die Kirche sollte doch im Dorf bleiben. Die Bürger kennen ih- ren„Rödelheimer Bahnweg“. Das ist gewach- sen und bekannt. Eine„Wolf-Heidenheim- Straße“ gibt es in Rodelheim. Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, eine zukünfti- ge Straße nach dem werten Baschwitz zu be- nennen. Aber einen markanten Rödelheimer Punkt nach einem Bürger zu benennen, der weitgehend unbekannt oder marginal, dazu nur in Kirchenkòpfen noch existiert, ist ein starkes Stück. Dꝛe Forsthausstraße in Frankfurt nach der Er- mordung des amerikanischen Präsidenten in Kennedy-Allee umzubenennen, war damals schon ein Schlag gegen die Geschichte der Stadt, aber aus der Emotion heraus begreif- par. Heute würde man nach dem geschichtli- chen und persònlichen Urteil über Kennedy wahrscheinlich noch nicht einmal seinen Hund nach ihm nennen. Dem Baruch Baschwitz soll sicher mal- aus Paritat-eine Straße in Rödelheim gewidmet sein. Aber muß es ein Dreh- und Angelpunkt im Stadtteil sein? Die CDU-Fraktion hat da sicher 2u Recht die Bremse gezogen und wird das auch im Rõmer-Parlament tun. Progrom- Nacht hin und Deutschland AbEA E- FVar ht mit ScfeKeſ Le das wäre sicher ei- ̃ der nAchsten VõfcRAge. Der atalicne XVSMWM — Zum Bettrag des V. M. vom 8. 12. 1986 1m Matn- H dda-Boten— Da haben Bürger 1n etnem Frankfurter StadttetL, 1n Rödelhetm, 1m Ortsbe1— rat wehrhett11ch baschlossen, den Bahnhofsvorplatz am Ort nach etnem zu sS1Lner Zett mtt Recht gerühmten und verdtenten Jüdtschen Bürger, Baruch BaschwLtz, zu banennen. Der 6Grund hLerzu: Jahrhundertelang Lebten 11 Rödelhetm, velches 1966 se1n 1200415 h— r1ges Bestehen fetern konnte, Christen und Juden(ohne 6Ghettol) frted1tch mi t- und nebeneinander. Se1t 50 Jah- ren nun, mt Begtnn des Mat1ona1soz1— a11smus, 16t dte Jöüdtsche Geme1 nde ausgelöscht. Der Beschluß des Ortsbetrates, zur ehrenden Ertnnerung an dte üdtsche Gematnde Rödelhetms, den Bahnhofsvor-— Platz, also etne zentrale Stelle, mtt dem Hamen o1nes 1üdtschen Bürgers zu kennzetchnen, fand bet der Chrtst11ch- Demokrettschen Pertet 1m Ortsbetrat kelne Zustimmung. DIe Ablehnung„urde zwar forme1 begründet, vomtt men v1Smechen vo11te, der demokrattschen VerpfLLchtung nachgekommen zu setn. Tatsächl1Lch aber so11te unsere 1n68 Unmenschl 1Lche entglLttene Vergengen- he1t ve1ter 1m Dunkel der Verdrängung gehalten verden. DLes 18t m. E. passt— ver Ant1semtttLsmus, der gletche Getst, aus dem heraus auslRnderfeind1 1 che Vahlparolen genmacht wurden mtt dem bekannten Ergebnts des Vahlausgengs. Damtt var Jedoch das Problom'Baruch- Beschw1 tz-Platz“ noch ntcht vom TLSch. Im»Ortsblättchen', dem Ma1 n-N dda- Boten vom 8. 12. 1888. befLe1sB1gte s1ch — gelssermaßen als Kommentator für dte cDu-Entschetdung und gegen den Ortsbetret— e1n Schretber namens V. M. 10szu1egen. Die Argumentatton des V. M. 18t offen akttv anttsemt ttsch. formales Lhre unerträg- enderen ztehen DLe elnen fabrtzteren etn »BLa- bLa“, keschteren 11che Gestnnung, dt ofen vom Leder“. Ene geschtckte Ro11envertetLung, s1n schltnmes Vor- gehen, des ntcht hingenomnen verden kann. Daß dte»Vater“ des V. M. m1t Be- gnn der nördertschen NHS- Herrschaft SLe1ch vter nach Juden benennte Stre- Ben 1n Rödelhetm umbenannten, kenn und v111 der Herr V. M. ntcht vssen vo1— 1en. Das ze1gt seln faschtstotd- bõsar- t1ger Kommentar zu dem von der Mehr- helt des Ortsbetrates gewünschten neu- en PLatzbenennung. Inzwtschen vlesen vLr, das der Schreiber VL111 Meyer“ he1Bt und das se1ne Me1nungsäußerung nLcht ohne Reaktton geblLeben 1st. Im genannten»Ortsblättchen“ brachte zunächst der engegterte Rödelheimer Pfarrer H. DtLppel etne unfassende Ge- gendarstellung, 1n der er st1ch zu- nächst derüber bestürzt ze1gte, das vLer Voohen 1ang öber den unge- Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 15 heuerLtchen Inhalt geschvegen vurde. vLr nach den ungeheuert1chen HS-Ge— Inhalt11ch setzte er s1ch In etnze1- Schehntssen den versteckten genauso nen mt den anttsentttschen Angrtffen v1 den offenen Anttsentttemue als auf dte Vürde des Menechen auselnander ntcht du1dbare Un-Menschttchkett em und verurtet1te s1e auf's schärfste. pfLnden und sontt verurtet1en. Hter Br endet nt dem Ratechlag an dte Re- 1t für dtese Menschen Fachht1e 1n daktLon, 1m neuen Jahr 1989 dte Bürger von Betträgen a 1a Meyer zu ver- schonen. Als nächstes kam dte Ortsgruppe der SPD zu Vort, dte es bedauerte, des verschtedene belm Ma n-N dda- Boten elngegangene Leserbrtefe gear ntcht veröffent1tcht wurden. DLe Frwlderung der SPD zu V. Meyer war dent1t1ch und von bemerkenswerter Sachl1chkett und Kürze. In ähn1L1ch scharfer Form heatte s1ch dte Frankfurter Rundscha beretts am 20. 12. 1088 gesugert, unter dem Tttel * Unbekannter“ Baschwtz— Ve s1ch die Judenfetndschaft 1n Röde1hetm ar- tLkulLtert“. Ee folgten zwe1 vettere Stellungnahmen der Klasse 10 d des LLebig-Gynneast uns SO1* s1ne der Gruppe Stadttetlerkundung“ 1n RSde1— hetm mtt den Sttchorten»Antisem- tUsmus— etne Auf1tstung von Unver- schämthetten“. Für dte Bürger 1n unserem Frankfurter Stadttet1, für alte, eanttnaztstische Menechen, für Jeden Demokraten s011te dte anttsenttische Fenfare so noch ncht abgeschlossen se1n. Das„ar ke1n Ausrutscher, ketne dumme Bntgletsung. Unsere menschl1 che Se1bstachtung so11te V. Meyer und Geslnnungsgenos- sen elndeuttg klar gemacht verden, das deutecher Geschtchte zwtschen 1983 und 1945 offenbar dringendet geboten. Der Redaktton des Main-V dda-Boten so11— ten v1r unsere Brtefkäeten so 1ange verschlLeßen, bts dtese Leute 1 hre braunen Kommentare etnste11en. Mr verden den Baruch-Baschw tz-Platz 1n Rödelhetm bekommen und dtese Bhrung gbührend a1s S1eg öüber den a11täg11— chen Ant1semtttems felern. Al bert N. Stnmmedinger Anwerkung der Redakt1on: Sehr bald nach Erschetnen fand s1ch aus Betroffenhelt über den V. M.— Art1- ke1 e1ne Arbeitsgruppe»Baruch Baschwltz“ zusammen. Mtg11eder der verschtedenen Röde1heiwer Intttattven, dte stch setther 14 tägtg treffen. Dlese Arbettsgruppe v111 den Ortebe1- rate-Beschlus unteretützen, die Röde1- helmer Bevõ 1kerung über das Lebens- verk(M tbetretber der»Pr1v11egter- ten ortentaltLschen und occ1Ldenta11- Schen Buchdruckeret“ 1n Röde1hetm so- vLe Sttfter der Vohlfahrtspf1ege 1n Rödelhetm) 1nformteren, und s16„111 s1ch dafür etnsetzen, deß um das Mahn- ma1 für dte zerstörte Synagoge 1m In- Selgäßchen herum Tafeln n1t den Hamen der durch dte Vattonalsoz1altsten ver- trLebenen und ermordeten Jüdtschen Börger errtchtet verden. Straffreiheit erhielten. tungslagern verrichteten. DIE INTERNATIONAIE DER NAZI- KRIFGSVERBRECHER Die Internationale der Mazi-kKriegsverbrecher hat nach dem 2usamnen- bruch des NS-Regines besser funktioniert als manche internationale Organisationen der Opfer oder anderen, die sich den HMenschenrechten Verpflichtet fühlten. Der Erfolg der Tausenden von Ns-Tätern beruht ua. auf der Arglosigkeit der Siegermächte, venn man von den Experten der Mazielite absieht, die mit voſſer Absicht ins Land geholt vurden, um mit ihren kKenntnissen den Siegern zur Verfügung zu stehen und damit Erst 40 Jahre danach stellten 2z.8. britannien, Kanada und australien fest, wer alles böi ihnen unterge- taucht ist und begannen eine hoffnungslose Suche nach Zeugen, die eine Verspätete Anklage rechtfertigen„ürde. Bei den Ns-kKriegsverbrechern handelt es sich meisten sum ehemalige SS-Leute aus der Ukraine und den baltischen Staaten, die z.T. ihr grausiges Handuerk in den vernich- Eine britische Regierungskomission vußte von einer ganzen Ss-Division von 8000 Mann zu berſchten, Ukrainern bestand und von den Briten in Italien gefangen genommen wurden. Untersucht erden davon lediglich 250 Fälle in Großbritannien und etwa 600 andere fälle in Kustralien. Groß- die aus 16 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Eine Flucht unter den wachsamen Augen der ustiz Wle der Auschwitz-Täter Welse nach dem Urtell verschwinden konnte und warum keiner verantwortlich sein will Von ingrid MlerMönch(Kõln) Zur Zeit wird der Schwarze Peter von Karlsruhe aus mal nach Köln, mal nach Düsseldorf mit Zwischenstation in Wup- pertal verschoben. Keiner will schuld ge- wesen sein, weder der Bundesgerichtshof. der sich darauf beruft, das Ubliche, das Nötige veranlaßt zu haben. Nicht die Bundesanwaltschaft oder die Kölner Zen- tralstelle für die Verfolgung von NSVer- brechen, schon gar nicht der 3. Strafsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts. Seit vergangenem Donnerstag, über eine Woche schon, befindet sich der zu lebens- langer Haft verurteilte 63 Jahre alte Gott- fried Weise auf der Flucht. Wie läßt es sich erklären, daß Weise nun, obwohl rechtskräftig zu lebenslan- ger Haft verurteilt, mit einem Kopfgeld von 10 000 Mark(vom nordrhein-westfäli- schen Justizminister in aller Eile ausge- setzt) per internationalem Haftbefehl ge- sucht werden muß? Seine Frau und sein Sohn konnten ihn in aller Seelenruhe an einen geheimen Ort begleiten und gaben dies der Staatsanwaltschaft gegenüber bei ihrer Rückkehr auch ungeniert zu. Als nächste Angehörige sind sie weder zur Aussage verpflichtet noch können sie wegen Strafvollstreckungs-Vereitelung belangt werden. Eigentlich hätte dieser Mann— mißt man ihn an sonstigen Gepflogenheiten— spätestens mitten in dem sich über 16 Monate hinziehenden Prozeß vor dem Wuppertaler Schwurgericht in Haft Kom- men müssen. Am 28. Verhandlungstag be- lastete ihn eine aus Ungarn angereiste Zeugin so schwer, daß sich von da an die im Januar 1988 erfolgte Verurteilung we- gen Mordes in fünf Fällen abzeichnete. An jenem Junitag 1987 hatte Ilona S., Uberlebende von Auschwitz, geschildert, wie der damals als SS-Unterscharführer und Aufseher im Effektenlager„Kanada“ eingesetzte Weise einen etws achtjähri- gen Jungen und ein wohl 17jähriges Mäd- chen tötete Ilona S. hatte mit angesehen, wie Weise dem um sein Leben weinenden Jungen Konservenbüchsen auf Schultern und Kopf setzte und auf die Dosen mit seiner Dienstpistole schoß. Anschließend totete er das Kind. Mit dem Mädchen war er ähnlich umgegangen. Niemand im Gerichtssaal, der dazu be- fugt gewesen wäre, verlangte da, daß der Angeklagte auf der Stelle verhaftet wer- de. Auch nachdem Zeugen ihn wegen neun weiterer, über die Anklage hinaus- gehender Morde schwer beschuldigten, konnte Weise ungehindert mit Frau und Sohn nach der Verhandlung den Saal verlassen. Sieben Monate, von Mai bis Dezember 1985, hatte er in Untersu- chungshaft gesessen. Auf seine Be- schwerde hin hatte das zuständige Ober- landesgericht ihn am 5. Dezember 1985 von der Haft verschont. Der zuständige 3. Strafsenat war der Meinung, daß zwar ein dringender Tatverdacht gegen den Mann bestehe und auch die Fluchtgefahr nicht ausgeschlossen werden könne, daß aber durch geeignete Maßnahmen die Möglichkeit einer Flucht so gut wie aus- geschlossen werde. Seitdem ist Weise ein freier Mann. 300 000 Mark Kaution mußte er hinterle- gen, die er durch eine Hypothek auf sein Solinger Mehrfamilienhaus zusammen- bekam. Durch Abgabe von Paß und Per- sonalausweis, mit der Auflage, sich zwei- mal pro Woche bei der Polizei zu melden und der Begründung, der Gesundheitszu- stand der Ehefrau, seine soziale Einbin- dung in die Nachbarschaft und seine ge wachsene Beziehung zu einem behinder- ten Enkelkind schließe eine Flucht so gut wie aus, fühlten sich die OLG-Richter ausreichend gesichert. Daran änderte sich auch nichts, als im Januar 1988 die Wuppertaler Schwurgerichtskammer ein „Lebenslang“ aussprach, das Urteil aller- dings nicht rechtskräftig wurde, weil Wei- se in Revision ging. Auch diesmal ver- warf der 3. Strafsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts den Antrag der Wup- pertaler Schwurgerichtskammer, Weise nunmehr in Haft zu nehmen. Folgsam hielt Weise alle Auflagen ein, meldete sich pünktlich zweimal pro Woche bei der zuständigen Polizeidienst- stelle seines Wohnortes. Zuletzt am Dienstag voriger Woche. Und hätten nicht empörte Bürger den nord- rhein-westfälischen Justizminister mit Anfragen bedrängt, wie es denn komme, daß Weise frei herumlaufe— dann hãätte auch am vergangenen Donnerstag die Fahndung nach dem Flüchtigen nicht be- ginnen können. Dann hãätte nämlich die Zentralstelle für die Verfolgung von NSVerbrechen in Köln von der Entschei- dung des BGH erst mit regulärem Post- eingang am Freitagnachmittag erfahren. Da erst ging nämlich der Brief aus Karls- ruhe ein, in dem stand, daß das Wupper- taler Urteil gegen Weise in zwei Fällen zwar aus formalen Gründen aufgehoben, aber in drei Fällen das„Lebenslang“ be- stätigt worden war. Auf᷑ die Beschwerden vieler Bürger hin hatte der zuständige„Sachbearbeiter beim Justizminister von NRW am Don- nerstag voriger Woche bei der Zentral- stelle in Köln nachgefragt, wie denn der Stand der Dinge in Sachen Weise sei. Der Vertreter des Zentralstellenleiters, Hans- Joachim Röseler, rief daraufhin beim BGH an und erfuhr, daß die Entschei- dung hierüber schon am 31. März gefällt worden war, die schriftliche Mitteilung hierüber am 19. April per Post schriftlich an alle Verfahrensbeteiligten abgegangen sei. Weises in Karlsruhe ansässiger Revi- sionsanwalt, Gunter Widmaier, hatte die- se Entscheidung schon am Mittwoch wie üblich durch einen Boten in seine nur wenige Meter vom Bundesgerichtshof lie gende Kanzlei bekommen. Weise selbst kand den Bescheid am Donnerstag in sei- nem Briefkasten. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 17 Und so nützte es denn nichts mehr, als Donnerstag um 13.45 Uhr die für die Voll- streckung des nunmehr in Kraft getrete- nen Haftbefehls zuständige Wuppertaler Staatsanwaltschaft per Telefax von der Kölner Zentralstelle informiert wurde. An sie hatte der BGH nämlich keine Mit- teilung gesandt. Als man daraufhin die Polizei losschickte, Weise festzunehmen, war der längst über alle Berge. Vorher hatte der Verurteilte noch bei Rechtsan- walt Widmaier in Karlsruhe angerufen, dort jedoch nur dessen Sekretärin er- reicht. Widmaier befand sich bis zum Wo- chenende auf einer US-Reise. Auf die Mitarbeiterin machte Weise einen ver- wirrten Eindruck und sprach von Selbst- mord. Seitdem ist er verschwunden. Gunter Widmaier ging davon aus, falls der BGH so entscheide, wie er es dann tat, dah die Richter entweder die Wupper- taler Staatsanwaltschaft oder die Bun- desanwaltschaft informiere.„Es konnte nicht anders ablaufen. Zu meinem Er- staunen ist das nicht geschehen. Der Fall Weise“, sagt Widmaier,„ist behandelt worden wie jeder andere Revisionsfall Gesucht Weise. (Bild: FR-Archiv) auch. Sie haben alles ganz normal ge- macht. Vielleicht ist das der Fehler.“ Seines Wissens hat es eine vergleichba- re Vollstreckungssituation aber auch noch nie gegehen, wo der zu lebenslang Verurteilte sich nicht in U-Haft befindet. Und so wundert ihn nicht, daß die Kon- struktion, mit der die Düsseldorfer Ober- landesrichter Weise auf freien Fuß ließen, während der Hauptverhandlung hielt, aber zusammenbrach,„als der 66jährige den Briefkasten aufmacht“ und die Nach- richt darüber findet, daß er nun für im- mer ins Gefängnis müsse.„Ich kann mir nicht vorstellen“, so Widmaier,„daß er sich dann in den Sessel setzt und wartet, bis vorne die Polizei lãutet.“ Der Leiter der Kölner Zentralstelle, Oberstaatsanwalt Hans Joachim Röseler, äußert sich zwar erstaunt darüber,„daß man so eine Sache wie einen Ladendieb- stahl behandelt“, stiftet freilich weitere Verwirrung bei der Suche nach der Stel- le, die den Schwarzen Peter behalten darf. Er behauptet nämlich, durch einen Anruf beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe darum gebeten zu haben, den BGH doch im Falle einer Entscheidung um Vorabinformation anzugehen, damit das Nötige veranlaßt werden könne. Ein etwas umständlicher und, wie Ministeri- aldirigent Richter meint,„ungewöhnli- cher“ Weg, der von der Bundesanwalt- schaft nicht bestätigt wird. Dort teilt der Pressesprecher Hans-Jürgen Förster mit: „Eine Bitte an den Generalbundesanwalt, beim BGH sicherzustellen, daß im Falle einer Verwerfung der Revision eine Vor- ausunterrichtung der Staatsanwaltschaft durch den BGH erfolgt, ist hier nicht fest- stellbar.“ Wo auch immer die Lücke gewesen sein mag— Kritiker der justitiellen Ge- pflogenheiten bei der Handhabung von NS-Verbrechen in diesem Land verwun- dert die ganze Vorgehensweise nicht. In- g0 Müller, Jurist beim Bremer Justizse- nator und Verfasser einschlägiger Publi- kationen zu dem Thema, meint, beim Umgang mit Nazitätern entwickele die Justiz„plötzlich beim Auffinden von Haftverschonungsgründen Phantasie, die sie sonst nicht hat“ NSVerbrechern wer- de, so Ingo Müller, stets das jeweils Gün- stigste unterstellt„Das Prinzip in dubio pro reo'(im Zweifel für den Angeklagten) wird arg strapaziert.“ Und fast immer werde„mit teilweise hanebüchenen rechtlichen Konstruktionen“ alles zu ih- ren Gunsten interpretiert, so daß auch sehr schnell mangelnde Fluchtgefahr an- genommen wird. Hinterher sage man dann:„Wer hätte das gedacht. Mich wun- dert das gar nicht, wie der Fall Weise ab- gelaufen ist.“ Der nordrhein-westfälische Justizmini- ster Krumsiek will nun den Bundesjustiz- minister bitten, den Fall zu untersuchen. Bei der Wuppertaler Staatsanwaltschaft häufen sich die anonymen Hinweise dar- auf, wohin Weise denn verschwunden sein könnte. Und der 3. Strafsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts, der mit seiner Haftverschonung die Flucht Wei- ses erst ermöglicht hat, dürfte derzeit nur aukf ein Lob hierfür zurückgreifen kön- nen: Weise selbst meinte kürzlich gegen- über Reportern des WDR-Fernsehens, die ihn in Solingen auf der Straße anspra- chen, anerkennend, im Vergleich zu den Wuppertaler Richtern, die ihn verurteil- ten, hätten die Düsseldorfer, die ihn frei herumlaufen ließen,„mehr Charakter“ bewiesen. R/S FR 29.4. 1939 18 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Evakuierung' und Wohnsitzverlegung Dae Deportatton der deutschen Juden*nach den Osten' und næch Theresdenstadt BLn Abr1B von Verner Renz/ 2. Te11 4. Kommo Fünf Trensporte, dte ursprüngl1ch 1n Rge enden so11ten, vurden nach Kouno S 2 n Abständen Juden- ungelettet(stehe die betden Schret ben Si 20 000 des Befehlshaberse der Stcherhet tspo- E S 00 nach Mnsk cc2 80 S 8. SE gelettet. De ersten 10 000 nach Rige 20. 11.1941 evakuterten Juden vurden z. T. 1n etnem 0 20b0 0: Journey 1nto Terror. Story of the R1ge ProvLSortsSch ausge bauten Auffanglager, Shette. e or 1070 8. 178, 1827. z. T. 1n e1nem neu errtchteten Barak- Es hande1te s1ch dabet um den Ber11— kenlager In der Hähe von Rtge unter- 6 ner Transport vom 17. 11. 1941 und vohl gebracht. Die öbrtgen Transporte stnd um de Fransporte aus Künchen von zunschst 1n etlnen abgetrennten Ta11 20. 11. 1941 FrankzrR des RLgaer Ghettos etlngemesen wor- 6 2000 3 3 22. 11. 1941. aus Ven vom 23.11. 1941 d 25. 11. 1941. e VLe 1n Mnsk vurden auch 1n RLge dte e e enhetmtschen Juden 1LLqutdtert, um 11n den so frei evordenen Häusern dte 5—Bericht, 6 B1n- 8 S S S»Fvakuterten'“ aus dem Retch unter- dokumenttLert, ves den Verschleppten 2 Sc rLcht' der 1n den balttschen Staeten „GeSanteustellung 4 88 und 1n Vetsruthenten 1hr Mordgeschäft R 3 S betretbenden FELnsatzgruppe A 2zufo1ge 5. vurden*Anfeng Dezember 1941 durch e1ne( Akon 1n Bige 27 800 2 C Juden exekuttert“(ebd. 8S. 745 600 Jüdtnn. E.—. . K114 Sherman-Zander, an 11. 12. 1041 S 8 von Düsseldorf nach R1ge deporttert, 3 brUngt den Schrecken zum Ausdruck, der 25 1 s1e ergrLff, als s1e von der'Aktton“ erfuhr: n 23 o00 Menschen! An etnem e1nztgen 2 Tag ausgelöscht! Verntchtet, als venn e1n Rücker1 N8- s1 nLe extsttLert hätten. Ste hetten Sc Mach 25 Jahren S tolgung: MgILchketten— 6renzen— hausten Jetzt 1n 1hren Vohnungen.“ Ergebntsse. Karleruhe 1971.— 8Stehe Le S auch dte Machschr1ft 1n: Heinz Artzt: Freankfurt/M., Berl1n, VLen 1984, 8. 188—1985 vom 47. 1841 Scc 28. 11. 1941 Auch Jeanette Vo1ff, von Dortmund am 6 ES 25. 1. 1942 nach dem Osten“ deporttert geeamt 133 346 Juden; S e(Jeanette Vo1ff: SadtSmus und Vahn- Gpfern varen 4 984 Juden aus Ber11n, sLnn. FrLebntsse 11 den deutschen München, Frankfurt/M., VLen und Bres- Konzentrattonslagern 1 m Osten. Gretz 3 O. J.— Stehe auch dteselbe: Mtt B1 bel und Bebel. BLn Gedenkbuch. Hg. von Hans Lemm. Bonn 1980), Sah noch dte 5. 518* Spuren der Verntchtungsakt1on(ebd., S. 85 Neben MLnSk und Kommo var sett Ende Hovember 1941 R1ge 21elstatton vLeler De portat1onszüge aus dem Ketch. Den für dtese Arbett ausgeverteten Loke1— studten kenn entnommen verden, daß etwa 18 000 deutsche Juden nach RLge evakutert“ vurden. DLe aus dem RKetch Verschleppten g1n— Sen 1 m Ghetto zugrunde, vurden 1n Le- gern„1e SalaspLLs und Jungfernhof durch Arbelt verntchtet oder 11 Gas— vagen erstitckt, dte der Btnsatzgruppe A von Ber11n zur Verfügung geste11t hbe TRT, Bd Im»Geseamt bertcht der Ftnsatzgruppe A* von 18. Okrober 1941 ble 31. Januer 1842 HL1de Sherman-Zander var am 6.2.1942 zu 1esan:*Se1t Dezember 1940*, Zeuge etner verntchtungsaktton ntt Sement 18t 1941,»*trafen aus dem Gasvagen: Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 19 »Die Thernosvagen mt dem Roten Kreuz 11n. DLe deutschen Juden vurden 11n varen fahrbare Geskemnern! Mtt neach Ghettos(v1e Plaskt, Be1zyce u.a.N Unnen geletteten Auspuffrohren, mtt oder 1n Durchgangs- bzw. Arbettslager KoOoh1enmonoxtd, waren dte Menschen(1e 1zbLca, Trawnt kL, Zamosc ua.N ungebracht„orden... Ste vurden 11 verschleppt. Hech Lhrer bevshrten Me- vorberettete Messengräber gektppt. Es thode, dem akuten Vohnraummmangel ab- var etne grauenhafte Hacht, dte über zuhelfen,'stLedelten“ dte Mörder po1- uns heretnbrach: Der aLte B11nde nLsche Juden'aus“, um deutsche Juden fehlte, dte VLtwe mtt dem kletnen elnstedeln' zu können. 8 Mdchen auch. D1e Alte m1t 1hrer MLchte. Und der und dte und der, der, In etnem Vermerk vom 17. 3. 1942(Frtz dte, dte.. Menschen, dte men sett Reuter, Referent 1m Amt des Gouver- Langem kennte, Schu1keameraden und neurs des Distrtkts Lubln) steht ge- deren BLtern, Chefs und Freunde und, SchrLeben:*PLaskt vtrd von polntschen und, und... Ermordet und verscharrt. Juden fretgenacht und vtrd Seamme1- Innerhalb etner halben Stunde. Tau- Punkt für dte aus dem Retch kommenden sende und Abertausende. In etner ha1- Juden.“(F6GM, S. 2695 ben Stunde.(ebd. 8S. 505. Und 1n etlnem Bertcht vom 7.4. 1942 (RLchard Türk, Letter etner AbtetlLung Anfeng Movember 19438 begenn die Auf- 1m Amt des Gouverneurs des DLstrLkts 15sung des 6hettos. Bin Transport, 1m LublLn) hetst es:»*Aufgrund netnes »Kalendertum“' am 5. 11. 15438 verzetch- Vorschlages besteht Srundsstz11che net, gUng nech Auschwttz(1n: HvA. H. Klarhett, das mög11chet 1m g1etchen — 1962, S. 755; tausende 6Ghetto- Ausmas, Unsassen kamen 1n umttegende Lager oder 1n des nahegelegene KZ Katser- va1d. 5 vLe Juden vom Vesten her e1n- Sesledelt verden, htestge Juden auszu- sLedeln stnd. Der Stand der Stedtungs- bevegung 18t zur 2e1t der, daß ca. 6 000 vom Retch hergestede1t vur- Das»Gedenkbuch' nennt dte Menen von den, ca. 7 500 aus dem Distrtkt und 15 140 deutschen Juden, dte nach R1 ge 18 000 aus der Stadt Lubl1n herausge- de portLert vurden und dort den Tod sLedelt vorden s1nd.“(FCGM, S. 271)5 fanden. DLe polntLschen Juden wurden 1n des Verntchtungslager Belzec, das a1s das erste Lager der Akt1on Retnhard' 1m Mirz 1942 se1nen»Betrteb' aufgenommen 6. Varechau ventge Sonderzüge der Deutschen hatte, 1ns 6as geschickt. Re1chsbahn m1t Unstedlern' gtngen auch nach Varschau(60 z. B. dte Der Aufenthalt 1n den Ghettos var e— Treansporte vom 1.3. 1942, Hennover; doch nur e1ne kurze, aber beschwer1 1-— 25. 3. 1942, Göttingen; 31.3. 1942, che und 1e1dvo11e Gnadenfrtst. 61e1ch Braunschweig). den poLntschen endeten auch dte deut- schen Juden 1n e1nem der Todeslager. Im Ghetto von Varschau, 1m Oktober 1040 errtchtet, starben 1940-1942 an In stnem Schretben vom 85. 10. 1942 be— Hunger und Kreankhetten o3 380 Insas- r1chtet der Kretshauptmann 1n Lublin, sen(PLLLchonskt, S 0 Am*daß sett dem ersten Januar 1942 22. 7. 1942, ven1ge Monate nach der(s1c1) 8 009 Juden aus dem Reich 1n Ankunft der deutschen Juden, begenn me1n Kretsgebtet ungestedelt v„orden die Unstedlung der Ghettobewohner s1nd. Davon s1nd beretts 3 692 Juden nach Treb1Lnka. veder ausgestedelt„orden.*(FGM, 8S. 3915 In dem Bertcht des Gouverneurs des O Verschau, Ludutg Ftscher, ventge Tage vor Lhrer Ausstedlung' für dte Monate August und September(S. 4. 1942) schretbt Martha Bauchw1 Ez 1942 he1tBt es:»ple Unstedlung 1m Jü- Un etlnem Brtef vom 30. 3. 1942 an 1 hre dtschen Vohnbeztrk der Stadt Varschau Tochter:*Als am Montag p1ötz11ch der 16t Ende September vorLãuf1g abge— Aufruf kem, nußte mean noch 1ange Stun- Schlossen vorden. Es s1nd etv 35 000 den 1m Freten bletben c...7 Vater Juden 1m Jöüdtschen Vohnbeztrk 1n durfte 1ns Kreankenhaus, und der Off1— Varschau zurückge b1 1eben 65 zLer fragte Lhn, varum er ntcht n1t Insgesamt s1nd ete 400 oo0 Juden aus kortgegangen se1. Am Bug 8e1„6 v181 Varschau evakutert vorden.“(FGM, 8. schöner.*(Lebenszetchen aus PLaskt. 325.5 Hg. v. B. Rosenfe1d u. G. Luckner, München, 1968, S. 935 Unter dtesen 1m Verntchtungslager Treblinka mit Motorabgasen ernmordeten D1e Briefschretbertu konnte den nen- Ghettotnsassen varen auch aLn1ge schenverachtenden 2ynt1smus des Scher- hundert deutsche Juden. gen ncht erfassen. Am Bug, ange b1Lcher 2Z1elort der verkündeten Verschteckung zum'Arbettsetnsatz“, 1agen dte Ver- nichtungslager der»Aktton Ketnhard“. Ende FebruarAnfang März 1942 begannen dte Deportattonen In den D1strtkt Lub- 20 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. VERGAMWGENHEN ShPUREN DER IMN PULEM GRESUEMHV. Der Freundeskrels der Auschwitzere. V.“ unlernahm gemelnsam mit den„Laubacher Friedensdlensten e. V.“ elne Fahrt nach Polen. Laubach(Is). Llegnltz— Breslau— Au- schwitz— Krakau— Warschau: S0 hleßen dile Stationen einer Polenfahrt in den letzten Märztagen. die mehr als nur eine Beslchti- gungsreise- war: neben dem üblichen Kultu- rellen Teil“ jeder Auslandsreise suchten die Teilnehmer Spuren aus einer oft verdrängten Vergangenheit. Dabei lag der Schwerpunkt der Reise besonders auf den mit der jüngsten deutschen Geschichte eng verbundenen Orten Auschwitz und Warszawa(Warschau). Von der Vergangenheit für die Zukunft lernen Hermann Reineck, Präsident des„Freundes- kreis(es) der Auschwitzer e. V.“ definierte Sinn und Zweck dieser Fahrt: Wir wollen uns mit der jüngsten Vergangenheit ausein- andersetzen. Gerade in Polen werden wir die Spuren der Nazi-Zeit sehr gut verfolgen kön- nen. Das wird dazu beitragen, die jüngste deutsche Geschichte besser aufzuarbeiten und zu begreifen, wie gekährlich die heutigen neo- nuzlstlschen Purolen und Tendenzen slnd?. Das Ehepaar Relneck organisiert schon seit vlelen Jahren alljährlich Reisen nach Polen, um— wie H. Reineck, wegen der Mitarbeit in elner österreichischen Widerstandsbewegung selbst fast zwel Jahre im KZ Auschwitz, er- läutert—„or allem jungen Menschen zu zelgen, was damals geschah“. Seine Frau An- ni Roßmann-Reineck kümmert sich besonders um die„riesigen organisatorischen Probleme vor einer solchen Fahrt.“ Friedensdlenst in Auschwltz Nachdem die Reisegruppe am ersten Tag in Lliegnitz(Legnica) Station machte. ging es am zweiten Reisetag über Breslau(Wroclaw) nach Auschwitz(Oswiecim). Während die rest- liche Gruppe ihren Weg zu ihren Gastfami- lien nach Krakau(Krakéw) fortsetzte, blieben die sechs Schüler bzw. Kollegiaten des Lau- bach-Kollegs, die im Auftrag der„Laubacher Friedensdienste“ mitfuhren, in Auschwitz I. dem sog.„Stummlager“. Hler wohnte man in den enemallgen 88-Kasernen. Am Morgen des nächsten Tages. dem 23. März, lelstete die Gruppe durch diverse Arbeiten im dort einge- richteten Archlv einen aktiven friedensdienst- lichen Beltrag. Den jungen Schülerinnen und Schülern wurde deutlich, daß die Greuelta- ten, die slch im Konzentrations- und Vernich- tungslager während des Dritten Reiches ab- splelten, in den Köpfen nicht nur vieler Deut- scher— sei es als Beteiligte, Betroffene oder Interessierte— noch heute lebendig sind und keineswegs„nur“ Geschichte. Blder des Leldens wurden lebendig Mit Hermann Reineck stand der gesamten Reisegruppe ein engagierter und kompetenter Leiter zur Verfügung. der die damaligen Ver- hältnisse im KZ genau vermitteln konnte. Be- sonders durch die Berichte von persönlichen Erlebnissen an diesem Ort des Leidens wur- den die Bilder einer längst noch nicht ver- gangenen, oftmals aber verdrängten Vergan- genheit für die Fahrtteilnehmer lebendig. Schwerste Arbeit, grausamste Folterungen, der tägliche Kampf gegen den Hunger und bestialische Tötungsaktionen: diese Szenen spielten sich vor den Augen der Gruppe wäh- rend der Augenzeugenberichte des ehemaligen KZ-Häftlings ab. Als man am nächsten Tag(Ostersamstag) das ehemalige KZ im heutigen Oswiecim- Brzezinka(Auschwitz-Birkenau) besichtigte, Konnten die faschistischen Untaten, die dort ca. vler Millionen Menschen das Leben ko- steten, im wahrsten Sinne des Wortes haut- nah“ erlebt werden: auf dem Gelände, wo bis 1945 vier Krematorien(Verbrennungsanlagen) mlt einer„Leistungsfähigkeit“ von insgesamt 4. 416 Lelchen pro Tag standen, kann noch heute bei genauem Hinschauen Menschen- asche mit zentimetergroßen Knochenstücken gefunden werden. Der„Schornstein“ als„Ausgang“ des Lagers Eingeprägt hat sich auch der von H. Reineck zitierte Ausspruch des damaligen Lagerfüh- rers Fritzsch, der trotz seines unfaßbaren In- halts für die meisten Häftlinge zur grausigen Wahrheit wurde: Inr seid hier nicht ins Sanatorium, son- dern in ein deutsches Konzentrationsla- ger gekommen, aus dem es keinen ande- deren Ausgang als durch den Schornstein gibt.“ In dem Lager herrschte„deutsche“ Ordnung und Gründlichkeit: alle Koffer, Bürsten. Pro- thesen(1) oder Brillen der Neuangekommenen wurden fein säuberlich gesammelt. Auch die Haare, dle men den Häftlingen abraslerte. wurden aufgeschichtet und an die Industrie verkaukt. Selbst die Knochenasche der verga- sten und anschlleßend verbrannten Menschen packte man in Skcke ab und verkaufte sle als „phosphathaltlgen NMaturdunger“. Peinlich ge- nau wurde natürlich auch Buch geführt über den(menschllchen) Lagerbestand“: lediglich die natürlichen Todesursachen. die auf dem Tolenscheln ausgestellt wurden, stimmten schr selten mit der wirklichen Todesursache übereln. Angeslchts der grausigen Vergangenhelt überraschte polnlsche Gastfreundschaft Ohne eine intensive Auscinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit ist eine Fahrt nach Polen kaum mbzlich: fast jede dritte polnische Familie hat durch das Wüten der Faschisten mindestens ein Familienmitglied verloren. Michtsdestotrotz wurden die Reise- teilnehmer von„lhren“ polnischen Familien mit einer ehrlichen Gastfreundschaft aufge- nommen, die vlele Teilnehmer beeindruckte. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 21 Die„alte Hauptstadt“ Krakéw(Krakau) Nach der ausführlichen Besichtigung des ehemaligen KZ Auschwitz II, Birkenau, ver- brachte man den Ostersonntag bei den Gast- familien in Krakéw(Krakau). Ostern stellt für die Polen, die zu 85 ℳ% ka- thollsch sind, das höchste Fest des Jahres dar. Aus diesem Grund steht an diesem Tag ein sehr üppiges Festmahl auf dem Pro- gramm, das in Anbetracht der deutschen Gä- ste wohl noch etwas größer als sonst auskiel. Nach dem Festmahl schloß sich oftmals ein Gang durch die alte Hauptstadt“ mit dem ehemaligen Königssltz„Wawel“ an. Gerade die fast vollständig erhaltene und restaurierte Innenstadt lädt zum Bummeln ein; hler scheint die Zeit stehengeblieben zu sein: die Altstadt Krakéws blldet somlt eine Oase aus einer längst vergangen geglaubten Zeit. Klnder-KZ in Lödz(Lodsch) Nach dem Abschled von den Gastfamilien am Ostermontag, der den vielen neuen Freun- den sichtlich schwer fiel, setzte man die Fahrt über Lödz nach Warszawa(Warschau) fort. In Lòõdz beslchtigte man das ehemalige Kin- der-KZ: die Mädchen und Jungen mußten schwer arbeiten und sollten auf einem mög- lichst niedrigen Bildungsniveau gehalten wer- den, um für die Sklavenarbeit an ihren deut- schen„Herren“ vorbereitet zu werden. Heute erinnert ein Mahnmal an die damalige Ein- richtung. Warszawa und sein ehemaliges Chetto Hauptstadt In der Hauptstadt Polens verbrachte die Gruppe die letzten Tage ihrer 10-tägigen Rei- se. Da die Stadt von der deutschen Besat- zungsmacht in„Schutt und Asche“ gelegt wurde, zeigt sich das heutige Warszawa (Warschau) hauptsächlich als optisch nicht ge- rade reizvoller Verkehrsknotenpunkt. Erst nach einigen Tagen des Verweilens entdeckt der aufmerksame Besucher die schönsten Eckchen“ der Stadt, etwa den noblen Stadt- tell Wilanow mit seinem prunkvollen Schloß. dle restaurlerte Altstadt und den riesigen Park mit dem Chopin-Denkmal im Südteil der Zwelmilllonenstadt. Spuren des Warschauer Ghettos, das zeit- weise 450.000 Bewohnern Nerteilt“ auf 307 Hektar kaum Platz zum Leben bot. 2ind heute wenlg zu finden. Auf dem ehemaligen Ghet- togelände, welches Hunderttausenden von Menschen durch Krankheiten und Hunger den Tod brachten, stehen heute größtenteils Wohnblocks, dle nach dem Kriege in fieber- haftem Tempo gebaut wurden, um den Men- schen der ständig wacnsenden Hauptstadt Wohnraum bereitzustellen. Vor allem Mahn- male, Gedenktafeln und verschiedene Ausstel- lungen erinnern heute an die schreckliche Vergangenheit der Stadt. Trauer. Wut und Entsetzen Höste die Be- sichtigung des ehemaligen Gestapo-Gebäudes in Warszawa aus. Im Keller des Gebäudes wurden Tausende auf bestialische Art gefol- tert und anschließend getötet. Das Ausmal der Greueltaten in dem Ge- stapo-Hauptquartier läßt sich vielleicht mit einer Zahl verdeutlichen: ein Protokoll der Bezirkskommission zur Untersuchung von Naziverbrechen in Warszawa gibt an, daß die Asche der Menschen, die im Keller des Ge- stapo-Gebäudes gefunden vurde, 5.578,5 kg wog. A. Roßmann-Reineck mit Ablauf und Inhalt der Fahrt zufrieden Am Morgen des 31. März brach die Gruppe in Warszawa auf, um in Legnica ein letztes Mal auf polnischem Gebiet zu übernachten- Nach dem Frühstück im dortigen Hotel mach- te man sich auf, um gemeinsam zurück in die BRD zu fahren. In elnem Gespräch mit der H.-Z. zeigte sich die Organisatorin und Leiterin der Reise. Frau Roßmann-Reineck, mit Ablauf und In- halt der Relse sehr zufrieden und prognosti- „ Viele Fahrtteilnehmer waren be- zierte: stimmt nlcht zum letzten Mal in Polen.. Lars Schäfer eimat- Zeitung 15. 01. 1989 Nicht nur die Spuren der Nazl-Greuel verfolg- le dle Reisegruppe, sondern auch die zum Teil vollständlg erhaltenen oder restaurierten Stadtkerne von Krakau und Warschau wur- den beslchtlgt. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Bücherangebot SONDERPRElISE!! Lo. Jahrestag d. Varschauer Ghetto Auf- standes, 98 S., früher 12.80 jetzt 3.50 Anstöße zum Lernen S Friüher 19.80 jetzt 3.50 Anstiftung zum Frä eden“ ſ S Früher 18.80 jetzt 3.50 Zeitzeugen 188 8. früher 24. 80 jetzt 3.50 Kultur u.Geschichte S fFriiher 12.80 jetzt 3.50 4 Streit um däe Gechchte Fwüher 1. 80 jetzt 350 Zechen d. Versöhnung Früher 14.80 jetzt 3.50 Dialog mät PoLen! st eine Gemeinschaftsarbeit Von: Peutsche Korczak GeseL1schaft Evang. Akademäe ArnoLdshain Intern. Korczak Gese11schaft Lagergemeinschaft Aus chwi tz-Freundeskreis der Auschwi tzer e⸗V. Powarzystwo Przyjacio1 Oswecma Varszawa 2Zechen d. Hoffnung-Znakä. Nadzdec und beschäftägt sich mät deutsch- polnäschen ProbLemen⸗ Däe Auschw tz Hefte Ip ASCIW? Herausgegeben vom Hamburger n „HEEIE. Soztalforschung! Be1tz-Verlag 1987 e 2 Bände Grobformat, 660 8. Großhande 1spreis DM 168.— — Nur für Mi tgLeder Sonderpreis DM 1202— (nur in wenigen EXxempLaren vorhanden1) — 8 — — VerLag Interpress Warszawa. Drätte erweiterte und verbesserte Auf Lage 1988 187 S.„, mät veLen Fotos. Sonderpreis DM 10.—— Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 23 1 Aus chwä tz in den Augen der 8SS* —,—— —— Rudo1f Höß, VewLag Krajowa Agencja VWydaum. c ja, Kat owã ce 1981 Die Aufzei chnungen von Lagerkommandant Pery Broad v.d. pPoLitäschen Abtei Lung, SS- Hauptsturmführer Dr. Pau1 Kremer. 832 S. SonderpreisSs DM 10.—— verůgbaren Dolmenten der 583 der Gespo des Reichtaicheteinheupt- emtz aus Kommandantu befehlen, Bunkerböchem S und Aler des Mðmberger Pronesses; dus Dolmen- ten des Höß-Proresses; — dea FrunidunerAuchwit vnd den Jersclemer leh monn- Proxesses; eus Do- menſen des Bundesur- (nur noch venige ExempPTare Vorhanden) nlegel der Mordbörolnetie: der Betieb der— Zwergen; n ngenen und Massen- ungen Autnnd⸗ nd Fluchnen bis xum 1og gende Menerialsummlung ſör jede Geschiehte des chis und uu Unterlagen Ka Lendarä um der Ereignässe im Konzentratäons Lager Auschw tz— £ Birkenau 1939— 1945 Ein wächtäiges Standantwerk zum Geschehen in Aus chwi tz. RowohLt-VerLag, Reinbek 1056 S., GroBformat 28420, PreiS DM 98.— 8— SuCriuttPUMc— Wer kann Auskunft geben über das Schicksal von„Baruch Schloss“ und„Martha Schloss“ Baruch Schloss kKam am 02. O9. 1942 von „Drancy“ nach Auschwitz. Seine Frau Martha am 11. 09. 1942 ebenfalls von„Drancy“ nach Auschwitz.(Martha Schloss war knapp unter 48 Jahren) Sie ebten in der franz. Emigration in extremer Armut und waren vorzeitig Sroraut. Für eine Autobiographie des Sohnes Jakob Schloss(Jak Scott) wãren wir für alle nãheren lnformationen sehr dankbar! Zuschriften bitte an: Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Schillerstraße 18, 6309 Münzenberg 1 24 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Mit Bildern Frieden und Versöhnung stiften Stantslaw Kemt nSk1, KL. Auschwt tz, 1ebt Freankfurt a. M. AusstelLungen var sehen angestchts der Re1chspogromnacht. abgedruckte Fröff- nungerede sowle se1n e1nen BLndruck htervon vermttteln. DLe 1m folgenden Ansprache zur Bröffnung der Ausstel- Zak Kami nSk, RũSSe18— Lung von Sten helm am 2. Movember 1988 Sehr geehrte Damen und Herren, 1Lebe Freunde von Sten Zak- Ke mi nskt, Vergengene Voche erhtelt 1ch s1ne BLnLadung der Stadt Frankfurt zur Te11Lnahme an der Btnvethungsfeter für dte neu gestaltete Gedenkstätte für dte am 9. November 1938 zerstörte Synagoge an der Frtedberger Anlage 1n Frankfurt, 1n Frankfurt, me1ner He1matstadt, 1n der 1ch als Ktnd bts 1930 gelebt habe. Heute stehe 1ch hter 1n Rüsselshetm. e1ngeladen— ganz überraschend— vom Freten Ku1purcafeautonomes Zentrum 11n Rüsselshetm, zu dessen Gründern und MLtgLLedern 1ch bekannt11ch ntcht zähLe, um etne Ausstellung von B11— dern e1nes aus Polen stamnendén 1üdt- schen Mttbürgers zu eröffnen, und zwer auf dessen Vunsch! Herr Ka mi nsk voLLte es so. „ Varum sage 1ch das? Varum bringe 1ch dae Gedenken an dte brennende Synago- ge 1n Frankfurt 1n Verbilndung mtt dteser heuttgen Stunde der Begegnung zutschen 2Zeltgenossen sta gletchen Alters?ꝰ S1e verden dtes noch besser verstehen, venn 1ch ergänzend und vervo11ständ- gend hinzufüge, daß an denm unhet1vo1— Ien o. oder 10. Kovenber 1938 e1n kle1ner 14-ährtger Frenkfurter Junge von se1ner Mutter ntt ganz ungevohnter geradezu erbttterter zorntger Schelte empfangen urde, als er erst stne bõ se Stunde nach der verabredeten 2a1t zuhause ankem, verspätet, ve11 er s1ch e1nfach ntcht 15sen konnte von dem noch n1e ert1ebten Anbl1ck stnes gro gen, 1n Rauch und Flemmen Stehenden Hauses, nämltch von dem Anbl1ck der vrennenden Synagoge 1n der Frtedberger Anlage 1n Frankfurt, durch dte setn Schulveg führte. Der 14—)ähr1ge Freankfurter Junge, natür1tch auch e1n Ht1erunge und Hachwuchenazt, der ver 1ch. ðberLebender des und arbettet 1n se1ner 1etzten Rüsselshetm zu 50. Jahrestages Bertcht so11en Jetzt verstehen S1e erst rtchttg, vas m1ch 1n dteser Stunde bevegt und varum 1ch Stan Kamtnskt so unendltch dank- bar btn. DLeses Zusanmentreffen 18t benegendes Schtcksal, ve11 dte ausgestreckte Hend des dana11gen Opfers eln Vunder 18t. eln manschliches Vunder und ve11 s01— che Zusanwentreffen, so1che Begegnun- gen uns a11en Mut machen und Hoffnung vermttteln können. Stan Zak- Kami nskL var demals, a1s 1ch vor der Synagoge stand. 12 Jahre a1t. vermut11ch noch e1n fröhl1cher, ahnungs1oser Junge— darf 1ch sagen 16 1ch7 Ventger als zwe1 Jahre spö- ter, als er, Stan, 14 Jahre als var, begann für 1hn dte Hö1L1e nmtt der Festnahme des Jungen durch dte Gestapo 1n Varschau am 9. September 1940 Kann nean s1ch etlnen größeren Kontrast zuLsSchen zwe1 Jugenden, zv1schen zw61 Jugenderfahrungen und—erLebntssen vorste11en?ꝰ? Und doch 16t diese 61elchzetttgkett zveter Velten nLchts außergewöhn1ches 1n unserer Jüngsten Vergangenhett. Auß ergewöhn11ch 16t etvas anderes, außergewöhn11ch 16t d1 spätere. die heuttge Begegnung, ausergew hn11ch 16t des Aufetn- anderzugehen, 60„1e vr es heute und hter erLeben. Augergshn11ch 1st die CGestnnung⸗ 16t dte Haltung des Opfere vOn gestern. dte e1n Mtetnander heute und morgen öberhaupt erst nög11ch macht. So1 che GesLnnung und so1ches Verhalten 1assen uns hoffen, dasß Verständigung. Ver- söhnung und Menschl1chkett ber Dummnhelt, Vorurtet1 und Haß unter den Menschen stLegen können. BUn so1cher S1eg 18t auch dte unverztcht bere vVoraussetzung för dte Brha1tung der höchsten Z1ele r1Lcht1g verstandener, guter PoL1Lttk, nẽml 1ch Frteden, Frelhett und Menschenwürde. Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 25 So steht es auch Sten Zak-Kamtnskt. Dtesen S1eg und dte Brretchung dteser 21ele vo11en v1r betds. Damit 18t dte Suttge Begegnung auch wehr als nur e1n?ufa11, mehr als e1ne vundersame Fügung. BS gtbt eben 6e— we1nsanketten In der 6Gesinnung, 6Ge- me1nsamketten 1n der Pol1Lt1Lschen Grundauffassung, Genetnsamke1ten, dte das verständnsi voL1e Mttelnander zw1— schen den Ze1tgenossen, dte aus zwet Lelten konmen, begründen, e1ne 6es1n- nung, dte dauerheaft verbindet. So s1nd Versöhnung, Verständtgung und Menschl1chkett auch die großen Themen. die Stan Keminskt auch als Künst1er beschäftigen. Am 11e bsten 1ehrt er uns n1t Be1Sp1e— 1en, m1t dem HtLnwets auf VorbtLder, Undem er se1ne e1genv1111g gestalteten Portratts formal und 1nhattitch 1m vohreten Stnne des Vortes sprechen 1äßt. De von 1hm entckelte Technik des Integrattontsmus verstärkt dte Mrkung, 1KBt dte Arbetten„rk1tch zu Sprechenden Bt1dern verden.— Mehr vake 1ch als Late öber den Künst1Ler Zak- Keaminskt ntcht zu sagen. Fragen Ste 1hn se1bst. öber den Menschen Zak- Kemt nskL zu Sprechen, dtes var mtr auch vchtiger. Da fühle 1ch mtch auch eher kompetent und s0 habe 1ch den Auftreg an m1ch auch verstanden. Ich möchte nLcht schltLeßen, ohne den Veranstaltern der Ausstellung ne1n KomplLment zu machen und auch netnen GLückunsch auszusprechen. S1e haben mi t dteser AusstelLung etn vohlüben- 1agtes, e1ndrucksvo1LLes Vereansta1- tungsprogramm des Gedenkens und Nach- denkens begonnen und Ste haben mt dem BLngehen auf Kem nSkts Vünsche dtese heuttge Begegnung und ma1n Bekenntnts zu sLner bösen Vergengenhett mög11ch gemacht. Darüber htnaus aber deas vLe1LLelcht noch VLchttgste: Ste haben und v1r a11G haben mt unserem HLersetn e1Lnem Mt tmenschen, der Furchtbares erLttten hat,„r haben unserem Freunde Stan 2Zak- Kami nsk Mut gemacht und s1ne Freude berettet. VLelen Dank. De AusstelLung 18t eröffnet. Joheann PhL1LLpp Fretherr von Bethmenn Unter diesem Titel berichtete der Reporter der-Frankfurter Rundschau- am 4. No- vember 1988 über meine Ausstellung im Rüsseisheimer Kulturcafs. Die Ausstel- lung bildete den Auftakt einer Veranstal- tungsreihe des Freien Kukurcaſès in Rüs- selsheim zum 50. Jahrestag der Reichspo- 9romnacht. Die Bilder, insgesamt 16 Stöck, fanden vwãhrend der ⁊weiwöchigen Exposition im gerãumigen Saal des Rüsselsneimer Kul- turcaies ein breites Interesse der Rũssels- heimer Bevölkerung. Die Eröfinungsrede hielt in bewegenden Worien Johann Philipp Freihert von Beth- mann. lnieressant waren für mich die Gesprãche mit den Gãsten, die sich für alle Details meiner Malerei und meines Lebens inter- essierten, Interwiews mit Journalisten und besonders die Kontakte mit der Schulju- 9gend. Zunächst erklärte ich jeweils der Gruppe das Thema eines jecen einzelnen Bildes und beantWortete die Fragen der Jugendlichen. lhr besonderes lnteresse konzentrierie sich auf vier Bilder:-Reichs- kristallnacht, wer kann das begreiten?«, Disput im Jenseits-, Edelweiß-Piraten⸗ und ⸗der Kniefall⸗(Brandt vor dem Getto- denkmal in Warschau). Mit Bildern Frieden und Versõhnung stiften porirat Bundesprãsideni Dr Richard von Wehsacker Tema Kommentare in Bezug aulFragmenie der Rede voms Mai 1985 Technik Inteßrationismus. Maliuch auſ Spanplauue OlFurben presseberichie: Die Zeit und BUNTE Inlormaionen: Der Spiegel“ BlLD. Frankſulter Allgemeine Zeitung! Munze 25 Jahre Grundgese“ Formui: 55165 cmn Februar· Marz 1986 26 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Das Bild-Edelweiß-Piraten- hat die jungen Menschen sehr stark betroffen. Das Schicksal dieser Widerstandsgruppe, inre öffentiche Exekution und die Tatsache. dab sie bis heute trotz zahlreicher Bemü- hungen der F̃amilien und Organisationen. trotz Kampagnen in der Presse Oer Spis- gel. F̃ranklurter Kundschau) nicht rehabili- tert wurden, gaben Anlaß 2u einer beweg- ten Diskussion. in ihrer Fassungslosigkeit entschlossen sich einige der jungen Menschen, sich per- sönlich zu engagieren und Briete an die Regierung in Köln zu schreibdn.*im Zu- sammenhang mit den Bildern war auch die Rede von anderen Ereignissen von damals. Dann aber wollte die Jugend mehr über meine Person und vor allem ũber die Kon- zentrationslager erfahren. Man fragte mich, warum ich verhaftet wurde, wie ich vwãhrend der Untersuchung behandelt und ob ich gefoltert wurde. Dann wurde ich über die Verhãltnisse und Bedingungen in Auschwitz befragt, welche Arbeit die Hãft- linge verrichten mußten, wie die Verpfle- 9ung war und wie sich die SSMãnner gs- 9enüber den Hãftingen verhalten haten. Ale diese und viele andere, manchmal ganz persõnlichen Fragen, habe ich gs⸗ mãß meinen Erfahrungen und Erlebnissen wãhrend der fünt᷑ Jahre Hafi in Konzentra- tionslagern ausfükrlich beantworiet. Alle anderen Treffen mit der Schuljugend hatten einen ãhnlichen Verlauf. Das lnter- esse War groß, da sie die Möglichkeit hat- ten, mit einem Zougen von damals zu spre- chen. Diese Tatsache wurde von allen Teil- nehmern des Treffens unterstrichen. Auch für mich waren diese Gespräche mit der jungen Seneration ein großes Erlebnis. lch habe nach bestem Mssen versucht, das Verlangen nach Wahrheit über die Vergangenheit zu stillen. ch hofte, dies ist mir gelungen. Diese Ausstellung, in der vorwiegend Bil- der mit politischen Tnemen waren, hat deutlich gezeigt, wie wichtig die bidende Kunst sein kann, da sie neben estheti- schen auch politische und moralische Werie vermitielt. lch bin glücklich, daß meine Bilder als Stif- ter des Friedens und der Versöhnung in den Presseberichten bezeichnet wurden und daß ich mit meinen Arbeuen zur Ver- stãndiqung und F̃reundschaft beigetragen habe. lch möchte hier meinem Freund, Herrn von Bethmann, herzlich danken für sein Engagement, für seine bewegenden Wor- te in der Erõfinungsrede. ch werde Meiter- hin in meinen Bidern, meinen Artikeln und Gesprãchen mit der Jugend als ehemali- ger Hãfting Nr. 9784 des Kl. Auschwitz. Zeuge der Geschichte, das große Ziel, nämlich die Versöhnung. und Freund- schaft, verfolgen. Stan Zak Kaminski Anne Erank- und-Eudnun-HLmmer Theme: Zwe1 unge Mädchen 1 m gletchen A1- ter(ca. 15 Jahre alt), Anne Frenk und Gudrun Hmmler(genannt Püpũ), Tochter des Retchsführers-SS Hetnrtch Hmmler, Schreiben zur gletchen 2Ze1t Tagebü- cher(1942— 19445. Die erste 1s8t vegen Jüdtscher Herkunft mt der Femt11e aus Freankfurt am Matn nach Amsterdem gef1Lohen. Hach der Besetzung Hol1Lands durch dte Deutschen 1ebte s1e 1n etnem Versteck, vo 61e bis zur Verhaftung am 4. 8. 1944 1 hr Tagebuch schrLeb. Ste wurde von der Gestapo 1ns Lager Vesterbork ver- schleppt, denn 1ns Lager Auschwi tz elngeltefert und 1m Oktober 1944 nach Bergen-Belsen gebracht. Kurz vor der Befrelung durch englLsche Truppen am 15. 4. 1945 18t s1e gestorben. Gudrun HLmmnler überlebte das Krtegs- ende und 1Lebt unter anderem Hemen 1n der BundesrepublLk. Thr Tagebuch vurde Un den 1etzten Krtegstagen von atnem SoLdaten gefunden und vLele Jahre da- nach an das Magaztn Stern verkauft. In der Ausgabe vom 6. 1. 1963 veröffent- 11chte der Stern Auszüge aus betden Tagebüchern unter dem T1tel*Püpü und PapL“ a1s GegenüberstelLung zveter extrem gegensätz1Lcher Velten vhrend der Nazt-Herrschaft. Stan Zak hat dteses Theme a1s Gemä1de dargestelLt, de er se1bst als Jugend- 11cher fünf Jahre 1n Konzentrattonsla- gern(Auschwi tz, Buchenwa1d, MLttel- bau Dora und Bergen-Belsen) als Häft- 11ng Nr. 9784 verbracht hatte. Technt k: Integrattontsmus. Maltuch auf Spean- Platte. 51- und Acrylfarben. Steache1- draht, Ze1tungsbertchte aus Stern, Frankurter Kundschau und B41d. In dte OberfLäche des B11des vurden e1f Fragwente aus betden Teage büchern(fünf von Anne Frank, sechs von Gudrun Ht mm- 1er) etngearbettet. Format: 65 4 110 cm November 1988— Januar 1989 l⸗ Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. W Ver darüber htnaus an se1ner künst1e- rLSchen Arbett 1nteresstert 1st, kann s1ch dtrekt an Herrn Kaminskt venden: Ju1Lus-Brecht-Str. 3/22, 6000 Frankfurt 50. —— nieraA Portrat Pablo Picasso- Vision des Kunsilers Stan Zak-Kaminski porträt: V111) Brand. Bundeskanæ1er Technik Maluch aul Spunplate O Furben a. D. F̃ormat 62*65 em Januar Fepruar 1984 Theme: Bundeskanz1er Breand vor der 6Getto- gedenkstätte Verschau, Polen, am 7. Dezember 1970. Techni k: Integrat1ontenus. Ma1tuch auf Spen- platte. 51- und AcryLfarben. Fotos aus Bunte und Stern. T1telselte des Buches von Bertc- schenskL»Des Varschauer Getto, v1e es vrkLLch— var*“. Pressebertchte: Der Spiege!, Frankurter 41 1genstne. Frankfurter Neue Frese, Unsere Sti mms. Format: d0 4 118 cm August— Oktober 1966 Das B11d beft1ndet s1ch 1n der Sttftung der A11gemetnen Hypotheken Benk 1n Frankfurt. LASERSEMEiscrar aUsctwrfz hENEskEs DE a0ScrM EM(USCMWTZ 29 o6. 1989 Mtg1.-Versamm1g. o2. 09 1989 Somänar, Thema: 50 Jahre danach, monatlicher 5 Do o7. 09. 1989 D 2 18 T † Do. o5. 10.1989 re fpunkt e fii uF 4 E X Die Themen dieser Termäne 1Ldegen oe e e ranrt Martin- MiemlerHaus Funckstraße 74. KUhwaldsiedſung Ponertag um Z0 Uhr] 28 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. .„ Uitrakurzwellen MHz H S Gr. Feldberg/Is. 94,40 O S5 Hoher Meißner 99,00 Biedenkopf 91,00 W 2030 Uhr Bimberg 91,30 nessischer rundfunk piarcderg 90.60 Würzberq 88,10 Kasse 100,10 Mittelwellen 19. Juni 036 2030 Uhr Eie Erzähltes Leben ſic ſ 504 kk Monika Hed ennen Sie MschMtꝰ Hermann R. erzahlt um sein Leben Sie Kennen, von Fotografien oder vom Museumsbesuch, velleicht die Bider von Auschwitz: den Eingang Arbeit macht frei“, cie Gaskamtmern, die Ofen, die Pritschen, die Geleise, den Stacheldraht Oie Wirkichkeit von Auschwitz kennen nur cie die dort gelebt haben und die doft Oestorben Sind Wenn Hermann B. von Auschwitz erzäht, dann ist er Weder der politische Hãfting Nr 63.387, der im Arbeitskormmando Angst hat vor dem Kapo Jupp, der Schs- del spalten kann mit einem Spatenhieb. dann ist er wieder der Schreiber auf Bock 21, dem Krankenbau, wo er im Akkord ſotenscheine. mit erfundenen ſodes- ursachen in die Maschine tüppt dann ist er wieder der junge Mann, der vom Dach- boden des Blocks 21 heimlich den Block 11, den Sitz der Lagergestapo, und cie Massenerschießungen an der SchMar- zen Wand“ beobachtet. Schon damals ahrnt Hermann R., daß cie Menschen nach dem Krieg die Wirkichkeit von Auschwitz nicht gauben werden. DesMegen macht er sich bewußt zum. AMgenzeugen Hermann R. zeigt nnen erzahlend Sein AMschwitz“ die Opfer und die Täter den Josef Kehr der Menschen mit der Phenolt Spritze tötete den Oswad Kaduk, der Menschen mit dem Knòppel das Genick brach; seinen Freund Laszlo, dem er das Leben retten wollie und es nicht geschafft hat. Sein Auschitz“ ist die spiegelblank gefeqte Lagerstraße, sind die roten Back Steinblocks mit den gepfegten Bumen gãrten, ist die„bidnubsche Anlage Aschr witz“, hinter deren Fassade auch eine internationale Bot-KreuzKormmission die Wirkichkeit von AMschwitz nicht entdecken konnte oder wollte. Healsation Monika Hed PodMtion hr 1989 ca. 70 Min. 26. JUni 1980 20.80 Uhr Erzanltes leben Seinharct Jung 6 Die verbotene Tür Ein Sinto erzählt von Kindheit. Verfolqung und Uberleben Daß es in Ostpreußen vor dem Zweiten Weltkrieg seßhnafte Sint gegeben hat, ist Kaum bekannt. Die Verfolqung durch die Nationalsozialisten õschte diese Familien fast qanzch aus. Einer der wenigen Uber- ebenden ist Paul D. Geboren 1933, ef- ebte er seine fröhe Kindheit auf dem Baut ernhof seiner Familie in Friedrichswald bei Goldap Noch heute erinnert er sich gerne an die Wader cie Seen. die schnee- rechen Winter seiner ostpreußischen Heimat. 1942— Paul ist gerade neun Jahre alt— wWird die gesamte Familie in das Konzentratonslager Bialystok depor- Hert. Der Vernichtung entkommen nur wenige, darunter Paul. Im ostfriesischen Mrich finden sie 1945 ein neues Zuhause Zehn Jahre später lernt er seine Frau Martha kennen. Drei Töchter werde Oeboren.. Seiner Frau und seinen Kindern zuheb versucht Paul D., cie Erinnerungen und den Schmerz Uber die erlittene Gewait und cdie Demotigungen herauszuhalten aos derm Atag der Familie Aber die Schatten der Verfolqung holen sie dennoch ein. Menn auch die Generaton der Zeugen, der Opfer wie der Tater nach und nach abgelòst wird durch ihre Kincder und Kin deskinder so bleibt doch die erlebte Geschichte der Väter und Großvãter ebendig in den Nachgeborenen. Wer dies nicht wahrnimmt, läuft Gefahr daß ihm das verdrãngte Eigene wiederbegeonet ohne erkannt z0 werden.“(Geinhardt Jung) Heoje Aneas Weber Schejef pPooMtion SOH 7969 62 Wn. Lagergemeinschaft Auschwitz Freundeer beR SptME In Vetz1Lar g1 bt es zwe1 Jüdtsche Frtedhöfe. Auf dem Rlteren vurde vsh- rend des 2. Veltkrteges e1n Splttter- bunker errtchtet. Zur Anschüttung des Bunkers benutzte man soger Grabstetne a1s Trtttstufen. Auf andere 6Grabes- schändungen 1n dteser 2et1t(1933-455 so11 hler ntcht etngegangen verden. In etnem Bertcht»öber dte Zerstörung und VederherstelLung nach dem Jahre 1945 an Eigentum der früheren 186rae- 11t1schen Re11g1onsgeme1nde“ des da- ma11gen Bürgermetsters der Stadt Vetzlear, Dr. Hager, vom 5. Ju11 18949 kenn man 1esen:»Der alte Frtedhof 1m Zvnger em St1höfer Tor vurde 1945 autf von Herrn Heuburger les drehte s1ch um den Herrn Sgt. Meubur- ger der ML 11 tärregterung Vetzlar!, Sove1t v1e nöglLLch 1n Ordnung ge- bracht. BLne Beselttgung des Beton- bunkers unterblteb auf Vunsch des Herrn Heuburger, da durch die Spren- Sung dte Ruhe ve1terer Gräber gestört vürds.“— Jahre vergtngen. 1986 beschlteßt der Kulturausschuß der Stadt Vetzler etnstimntg den Abr1B des Bunkers. Langsen nimmt dte öffent11ch- kelt Kenntnts davon.— ELn Te11 der SPD und dte SRiMEH denken nach. Bin Antreg auf Brhaltung des Bunkers ale MahnmeI vLrd geste11t. Doch: Am— E. MaRxemher. 1886 stmmt der Ku1turausschug erneut — Jotzt mehrhett1i1ch- für Abr18. Bürger nob111s1eren Zettung und Radto, tsttgen etne Unterschriftensamnlung, dte m1t etnem Text versehen 16t, der den Stadtverordneten H1feste11ung ge- ben so11. Her der Text— von Herrn Serster(Braunfe1s) formu1 Lert:. Bet— alter Judenfrtedhof vor der Stadtmauer an Stetghausplatz; heyf Besetttgung des Sp1Ltterbun- kers De Unterzetchneten bttten die £ Stadtverordneten al1er Frakttonen, den vorgesehenen Beschluß zum Abr18 des Bunkers zunächst aufzuschteben. Zugletch regen„1r an, e1ne neue BeschLußfassung eanzustreben, dte gee1gneter 18t, dte betden genann- ten Gestchtspunkte zu berückst ch- t1gen. Auf dtese Vetse könnte ver- h1ndert verden, deß Brtnnerung ausgelöscht vrd. Regrindung: 1. Auf etnem Jüdtschen Frtedhof haben dte Toten ektge— Ruhe- Jede Störung, z. B. durch Baumaßnahmen, ste1LLt elne EntveLhung dteser Ruhe dar. Die(vahrschetnlLch 1n bester Abs1Lcht) geplante Besetttgung dte- ses Fremdkörpers verstöst erneut gegen dte evtge Ruhe der dort Be- Statteten. Auschwitzer e. V. 29 NM WWETZLAR 2. Der Splttterschutzbunker ste11t gerade durch setne ptetst1ose Po- s1t1on a.n—M. cht.1. gES— ZLtzaugn.8 dear. Mrgendwo sonst 1agt s1ch 1n unserer Stadt 60 augenfs111g ze1gen, daß zur damaltgen zett für etne großen Tetl der Bevö1kerung Juden zu extsttleren aufgehört hat- ten und auch auf 1 hre Tradtttonen kelne Rückstcht zu nehnen var. Vetz1ar, 25. Movember 1988 Am 29. Movember 88 entsche1det dte Stadt verordnetenversemmlung für Abr18. Zwar nt mmt men auch etne Stellungneh- me des»Jödtschen Dtaspora Museum' Bad VL1be1) zur Kenntnts: Auffallend 1s8t, dasß etn so1cher Fa11 v1e 1n Vetzlar, ne1tnes VLSSens bundeswett elnnal1g 18t. Jüdtsche Frtedhofschändungen gab es stcher- 11ch ntLcht nur zur KS-Zelt, denn se1bet 1n den achztger Jahren gab es Hakenkreuzschmterereten auf Grabstetnen. Schon alletn aufgrund der Etnme- 11gkett der Ststte 1n Vetz1ar, sol1ten reif11che öber1egungen a1— 1en überetLten Hendlungen vorange- hen! Dile Schüler von heute pauken öbervegend tLhren Stoff aus den Geschtchtsbüchern herunter, ve11 es eben der Stoff 18t, der beherrscht verden muß. VUr haben aber bezüg- 11ch der Jüngsten Geschtchte Deutschlends e1ne erztehertsche PfLLcht und Verent wortung gegenö ber der Jugend und hter s1nd ge- SchtchtLLche Mahnme1e, dte auf deutschem Boden eh“ rar s1nd, unerhe bLLch v1cher Gestaltung, eLnfach unersätz1tch! Doch dte Tragwette deser Ze11en v1rd 1gnortLert. 1966 gelten dte Bedenken e1nes Sgt. Meuburger n1chts nehr, obgletch ste Jeder Bürger, Jeder Besucher 1n der AusstelLung'Dokunente zur Ceschtchte der Juden 1n Vetzlar Um Rathaus 1 m Mov. bzw. Dez. 688 vort- võrt1LLch studteren kenn. B1n Mterbetter von 7AD VASHEHM 1n Je- rusalen schrLeb an ntch 1m Dezemberꝝ B BLn Mehnmal 1In Thren Stnne vuerde ae Aufrtchtigkett des btsher zur Auferbettung der Jahre 1933—45 1n vetztar geletsteten nach we1ner Metnung doeh Brhalt des Briefe⸗ Bunker berette Falner Fenn 5460 Heuchelhetn 30 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Nir übernehmen den folgenden Artäkel der Arbeitsgemeinschaft verfolgter SozMaldemokraten!,— der auch unseren Forderungen entsprächt.— Nr. 6 Junä 1989, Tnformationsdienst. Presseservice der SPD 365/89 Kttei Lung für die Presse ber Bundesausschuß der Arbeitsqemeinschaft verfo1gter 1 S02 Laldemokraten(AvS) erklärt zu den Themen 6 Rechtsextremismus“, uWiederqutmechunq“, AsyL“ und Gedenkstätten“: RECHTSENXTREMISMUS Her den Miederqang der Weimarer Republik und den erfolg1osen iderstand gegen den Mat ionalsozialismus erLebt hat, nuß der das Vachsen des Rechtsextremismus pesorqt sein. Trotz dr Notvendiqkeit zwischen den verschiedenen Parteien und Strömungen der Rechten zu differenzieren, ist ihnen a1len S1n gefährLicher, rabtater Nationalismus gqemeinsam. Er Ledroht den inneren und äußeren Frieden. In Fortsetzung Soz Laldemokratischer Tradition darf es keinerlei Pakt ieren mit den Parteien der Rechten geben. Daher sind a11e demokratischen Parteien ebenfalls dazu aufgerufen, sich —gen die sogenannten Republikaner, die DVU, die RPD und annliche 6ruppen eindeutiq abzugrenzen. Konzessionen an sie rstören die Denokratie, vie die Erfahrung vor 1933 gezeigt nat. Im Interesse unserer Freiheit muß Frendenhaß, Zntoleranz und Herrenrassenmentalität Pekänpft verden. Die 5, die sich offen zur Fortsetzung der HS-Diktatur Pekannt, t zu verbieten. 502 ecntsradikale und Rechtsextremisten Können nicht durch enonstrationen und Gewalt virksam Pekänpft verden. sie* Fuhren neistens zur Eskalation, ohne die BevöLkKerung Berzeugen zu können. Notwendig ist eine permanente arklärunq über die Feinde der Demokratie bereits in der Schule und die politische Auseinandersetzung mit hnen. Das erfordert einen Langen Atem- Seim Kampf gegen den Rechtsextremismus darf der Terrorismus nicht übersehen verden. 6egen 6ewaLttäter müßen a11e Landerreqierungen vorgehen- Die trauricen Erfahrungen, die vir gemacht haben, qbt uns Veranlassung, auch unseren politischen Freunden zu sagen, das Mi1de und straffreiheit kur brutale Randalierer zur zerstörung des denokratischen Sewußtseins führen. Der Humanismus ist kein Mittel zur gefampfung des Terrorismus. Sozialdemokrotische portei Devtschlonds, porteivorstond, Ollenhoberstroße I, 5300 Bonn] ſeieton 02 28/53 23 00, ſelex: 8 86 306, ſelefox 02 28753 2410 Setoosgeberin: Anke Fochs, Fedokſon: Edoard Heoßen, Dogmor Wiebusch. Lagergemeinschaft Auschwitz Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 31 WEDERGUTMACHUNG wer im Niderstand qegen die NS-Barberei sein Leben aufs Spiel setzte oder gezwunden vär, seine Hemat zu verLassen und das Reqime von außen zu bekänpfen, tat dtes aus politischen, veltanschaulichen oder reliqiösen Gründen. Klemand dschte jemals daren, später in irgendeiner Form dafür eine Entschädiqung zu erhalten. Nienand kann ohnehin den Verlust an ertittenem schaden ideelLer oder materielLer arxt„iederqutmachen“. Die Verabschiedung der soqenannten Nderqutmachunqsgesetze. war für die verfolgter eine manchma! beleidiqende Geste. Trotzdem var sie für viele eine Hi1fe. Schl imm und skandalös ist aber die Tatsache, daß bis heute ₰ eine Vielzahl von 6ruppen von der bestehenden Gesetzqebunq auf diesem Gebiet ausgeschlossen ist, die ohne Zzveifel nicht nur von den Hazis qrausam verfolgt wurden, sondern tei1veise auch einen sehr hohen Blutzo11 zahlen nußten- Unzäh1iqe urden als Bestandtei1 der Neziideologie zu qrausanen Sxperinenten nißpraucht, Leben neute als nmenschliche Ruinen oder vurden der vernichtung preisgedeben. Thre Pewußte Kusqrenzung durch dte von der Jetzigen Bundesregierung erlassenen RichtLinien sprechen jeg1icher Wiederqutmachunq Hohn. Als deutsche Verfolgte, die durch das Sundesentschädiqunqsgeset?(BE6) anerkannt und somit nicht Selbst pPetroffen sind, verlengen vUr eine unbürokratische Nove1Lerung der sogenannten Richt1inien und HärtekLauseln, um de absichtlich 7vergessenen opfer“ schnelLstens 2u entschädigen. Thnen qi1t unsere uneindeschränkte solidarität! ASV Ltwa 350.000 Deutsche haben sich bPis zum Ausbruch des kKrieqes 1939 vor der Verfolgung retten können und fanden im AusLand AsyL. Diejenigen, die nach 1945 wieder zurückkehren Lonnten und dies vo11ten, haphen ihre Erfahrungen beim Rufbpau unseres zerstörten Landes anwenden können. Jeder so11te vissen, daß niemand seine Heimat ohne zwinqenden Grund erLaßt und Aufnahme in einem frenden Land sucht, vo er in krender Ungebung, ohne Kenntnis der Sprache, der Kultur und geringer Russicht auf Arbeit, sein Leben fristen nuß. Anqst kuhrt zur Flucht ias Ungevisse. Das galt damals vie heute. Gastarbeiter und Aussiedler vurden in die Bundesrepub1 ik geholt. Ste Können nicht mit Flücht1ingen verg1ichen verden. Hogen es politische, virtschaft1iche oder rassische Ursachen haben, HMi11ionen Menschen sind heute eü den eh reiches Land so11ten vir uns verpfLichtet fühlen, sie a1s Flücht1inge zu bezeichnen, sie aufzunehmen und ihnen Hi1fe zuteil verden 1assen. Das AsyLrecht ist ein Menschenrecht. bleses Recht zu schützen verlangt unser 6rundgeset?z und die cenfer Flücht1inqskorwent on. Die zetzige Behandlung der FLüchtLinge durch die 6esetzgebung, durch die Einschränkunq Unrer Berequngsfreiheit, durch eine vö1119 s innlose S—ahriqe Arbeitsverweigerung und durch ein fast end1Loses Rnerkennungsverfahren, ist menschenwerachtend. 6erade veil e Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. einicge von uns das Pittere Los des Exi1s kennenge1ernt haben, darf em AsyLrecht(66, hrE⸗ 16) nicht gerüttelt verden! Vielmenr müssen alLe, die Verantwortung tragen, die Sevölkerun Eber die Gründe des Exi1S informieren, vas es kür den einzelnen oder seine Fani1ie Pedeutet, als Flücht1ing zu 1eben und schließLich sich zeder Diffamierung dieser heinat1os gewordenen Henschen entgegenstelLen. GEDENKSTRTTEN Fir öberlebende sind es den Toten des NS-Regimes schuldig, deür zu sorgen, daß sich die Schrecken der verqangenheit nicht viederholen. Gedenkstätten und Mahnmale so11en symbole. der Erinnerung sein. Ste bleihen bedeutungs1os, venn se 6 1ediqich dezu dienen, an best immten Gedenktaqen Kränze nieserzulecen, vSihev0S Nsen zv hsIten und ansonsten diese Periode deutscher ceschtchte verdrängen oder verharmLosen i111onen von cefallenen So1Ssten sind nicht den Frauen, Uernnern und Kindern gleichzusetzen, Sie schuldlos der erparmungsLosen Haztherrschaft geopfert oder die als Geqner des Reqines ernordet wurden. Daher verurteilen vir die Absicht der Bundesregierung, für Täter und Opfer der MS-Gens1therrschaft ein gemeinsanes Mahrmal in Bonn zu errichten. Der Tod als geneinsaner Menner kann nicht ungeschehen machen, daß im Leben Täter und Opfer durch Kelten getrennt vären. Moralische Merte ver1 Leren ihren sinn, venn man diese Unterscheidung verdecken vi11. unterstützunqswürdiq wäre eine zentrate Gedenkstätte in Ber1in, am früheren sitz des Gestapo und des Reichs-sicherheitshabptantes, vo der Terror gegen poLitische Geqner, der VöLkKermord und die nVernichtung durch Arbeit“ geplant wurde. Eine Erweiterung der vorhandenen Nusste1lung der Topographie des Terrors“, die bereits auf diesem Gelände Pesteht, kKann auch späteren Generat ionen als Ort der Erinnerung und des Lernens dienen⸗ Die NvSs vehrt sich dagegen, vo11te man dort die Opfer nach zaht; po1itischer, re1iqiöser oder anderer zugehöriqkeit ause inanderdividieren- Das Andenken nmuß allen Menschen gelten, deren Leben die Kazi-Mörder bewußt vernichtet haben. 6 Die Erhaltung und der Ausbau der Gedenkstätten in den Ronzentrationslagern, den Meben- und AußenLagern Kosten Ge1d. Ehenso ist es erfordertich, interessierten Einzelpersonen und Institutionen, die sich für die Pf1ege dieser Stätten zur verfügung stelLen vollen, die Aus- und weiterbi1dung zu ernögLichen. Die Bundesregierung vird daher aufgerufen, es als eine Selpstverstandliche Ehrenpf1icht zu petrechten und einen JährLichen Betrag von mindestens 500. 000 DM dafür zu Pevi1Licen. Unsere Züngeren Freunde pitten vir, sich nät uns an dieser Gedenkstättenarbeit akt iv zu betei1igen. Die Zrbeitsgeneinschaft verfo1qter Soz aldemoRraten vürde es Pegrüßen, venn auf diese Weise die Erinnerung en die zeit der Verfolguns und des Kiderstands Lahrend der NMS-zeit 1ebendig Pleipen kann. Danit väre die Brücke zwischen Tradition und zukunft gegeben. WR STELEN S WO⸗ v[AGERGEMENSCHAET AUSCEHMWIT2 fREUNDESKRElS DER AUSCHMWALER EV. * OBER AUscRITz DRRF KEIN GRS. hcCRSEN Dleser Lettspruch umschretbt 1n kurzer Form die z1elsetzung und Arbett der Lagergemeinschaft Auschtz-Freundeskrets der Auschwttzer eV.* Der Veretn vurde 1979 von ehe- maltgen Auschttz-Häft11ngen ge- gründet. In 1Lhm haben s1ch Uber- lebende des gott- und menschen- verachtenden Maztterrors sole Henschen zusammengefunden, denen dte Metterqabe des Vermächtnts- ses der Opfer von Ruschvtz als besondere verpf1Lchtung zu FrLe- den und Versöhnung am Herzen 11eot. Bewußt vurde e1n Doppe 1name ge- vshlt: Lagergemetnschaft Ausch- v1tz-Freundeskrets der Ausch- vLtzer.* Lagergemeinschaft*: das kön- nen nur dte sein, dte Ruschttz am etgenen Letb erlebt und er- 11tten haben. Thr unvorste11ba- res Leiden 1n Erinnerung zu halten und für dte zukunft kruchtbar verden zu lassen, 18t elne der Hauptaufgaben unserer Vereintgung. w1r sLnd froh und dankbar, das dtese Kenschen noch unter uns s1nd, das„1r mtLt 1h- nen, sie als zettzeugen befra- Jen können. Thre Erfahrungen, be- sonders 1hre Freundschaft s1nd uns unersetz1tch. Aber etnes Tages verden ste ntcht mehr unter uns se1n. Auschwttz 1st auch ein bto1logtsches Problem“ sagqte ein TetLnehmer bet der s1t?z— ung des»Internat Lonalen Ausch- v1tz Komttee“ 1m Januar dteses Jahres, als es um dte?ukunft ua. der Gedenkstätte g1ng. Daß ANuschvttz stch nLcht sozusagen b1Lolog1sch erlediqt, dafür arbet- tet der“ Freundeskrets der Nuschttzer.* bas Vermächtnts der Uberlebenden und Opfer künft1gen Generattonen vetterzugeben, dte Verbindung m1t Lhren Nachkommen zu halten und zu festtgen, kurz: dem a119efä1— 119en Vergessen- wo11en entgegen- zuarbetten, 1st se1ne Rufqabe. Besonders erfreultch 18t hter der hohe Antet1 Züngerer MLtq1LLeder. versðhnung und Frteden— dtese vLcht1qsten Rufqaben al1er Po11- t1kK— haben vLelerlet?Lelrtch- tungen: R1s* Lagergemeinschaft- Freundeskrets* haben v1r uns besonders der Aufarbettung der verbrechen 1n dtesem Konzentra- tLons 1aqer und Verntchtungs Lager Jevdmet, das veltvett zum SyVm- bol bts dahtn ntcht gekannter verbrechen gegen Henschltchkett und Henschhelt gevorden 18t. Kenschen v1eler völker und Ma- tlonen— besonders Juden, Polen und Russen— vurden 1n Ruschwttz ermordet.. Menn etner der Schverpukte un- serer Arbett dte Russöhnung mtt polntschen Opfern und deren An- gehörtgen 18t, so hat das setnen e1nfachen Grund darin, das Nuschvttz in eben dtesem Land 11eqt. Es bedeutet ketnesveqs eln Geringer achten oder gar vergessen deranderen— am ventg- sten der ML1LLLonen 3üdtscher Henschen. Unsere Verbundenhett mt a 1 1en Opfern von Nuschvttz v1rd durch unsere HMLt- 911edschaft und Htarbett 1m * comtẽ InternatLonal d'Ausch- „Ltz»(Internattonales Ausch- „Ltz Komttee) unterstrtchen.— In der BundesrepubLLk sehen v1r unsere Aufqabe unter anderem dartn, a11en Dnsätzen von Rass1s mus, NMeonaztsnus und Geschtchts- verfälschung zu begegnen und zu viderstehen. S LAGERGEMEINSCHAFT AUSCHWTZ FREURNDESKRElS der AUSCHWAER e. V. Kreissparkasse Friedber9/Hessen Schillerstraße 18 BZ 518 500 79 D-6309 Münzenberg 1 Kto.Nr. 062 000 74.9 Tel.(0 60 33) 6 01 68 Posischeckkornto: Frankfurt am Main Kto.-Nr. 51 664608 Beitrittserklärung Name, Vorname Anschrift-Straße, PlZ. Ort Gebunscatm Titel, acad. Grad, Beruf OQ Haftl im KZ-Auschwitz vom S Haft. Nr. 0 Haft in anderen Lagern. Gefan9nissen, etc. Q Angehöriger des ehem Auschwitzhaftings— Hãftl. Nr. O Freundeskreis der Auschwitzer Datum des Beitritis Unterschrift Zutreffendes bite ankreuzen AUSCTMTZ Werden Sie Heifen Förderer Sie uns ne 6CHAT AUSCEHWITZ S DER AUSCFHWTAZER EV. ASCMWMZ Farbkarte 613 Mitteilungsblatt Nr. 15