ASCPMWZ OSctwrZEB EV. WEIHNACHTSGESCHENK FUR EUCH! An alle Mitglieder und ehem alige Hãftlinge! LLebe gute Freunde haben uns ein herrLiches Ange- bot gemacht!— MWLT, Thr, kKönnt Kostentos UrLaub in den Wntermonaten im Spessart— Tn Sa ör— machen! Unsere Freunde metnen, daß sde unser Haus den Men- schen zur Verfügung steLLen wo1LLen, die es virkLich veTdtent haben und da stehen die, däe unter dem Faschsmus am mesten geLitten haben und uns de Demokratte erkämpft haben, an erster Ste1LLe.* Be der ersten te1efonischen Nachrtcht var ch so sprachLos, so überrascht, daß 1ch es fast nicht SLauben Konnte. Tch möchte unseren Freunden ganz ganz herzLich dan- kKen für ddeses groBherzige Angebot nd Euch, de Thr vie1L1Lecht dort wohnen verdet, einen guten Aufenthalt mit veLen erholsamen SSunden und vde1 Freude wünschen. Es grüßt herzLLch Euer Anme Ldungen sLnd zu rLchten an: thar (be§d haben gLei che S Anschräift) Köpfchenweg 24 6200 Wde sbaden o6121— 502358(ab 17. 00 Uar oder am Vochen- ende) Ds kius beſiuaet ſich jn„Haus am Brunnen« zentraler Lage in der Fußgãngerzone Die Kureinrichtungen und der Kurpark sind in wenigen Gehminuten erreichbar Hallenbad(29¹) mit Solarium steht kostenlos zur Verfügung. Lilt im Hause. Jedes der behaglichen geräumigen 2(3)Perso- nen-Appartements verfũgt über einen Wohn Schlafraum, EBplatz, Diele, Duschbad mit WC mplett eingerich che, Selbstwühl 1. Radio und auf nFernschgerät 6482 Bad Orb Lagergemeinschaſt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. WVe⸗——— ee, dc Meec Ael e Leſo eche P e⸗ c M Vcœceu⸗ e, e e e ee %, A ye, —— F ⸗ „Pe ctec Cce—— , — cc Mec e. 4. Lagergemeinschalt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. STUOTENREISE NRCH POLEN Der Scpwerpunkt onserer äetse U ach desmal weder- e be nSeen zuröckLegencen ßetsen— KoschS2 I(Oswegm)—Srkens IT(Brzezinks) wie aoch ancere Ststten der NazäherrsScherE se2n Und es ght n Polen 18 ge deser Stötden, de 9ns de Nen gangennert ueder 1n grerfbare de rocken onc ecer ledendag vercen sssen sUch Sben der 1t der ergangene enen ond Leute kennenzuLernen. 9 Ner non etne solche Betse 0 cer lLegergemeinschaft mechen mochte, so11te s1ch den Terman vormerken S n bäs spatestens 31. Janvar 1989 armelden: Lagergemenschaft aoschtzefreundeskreis der Aoschwtzer e.V., Schi1lerstr. 18, 6309 f0nzenberg 1 gorz de vichtigsten Beiseziele 2 Polel: Krako— Osecm— Lod?z— Harszaws Unterkunft: teils Hotel, tei1s prävst bei ehemaagen Aoschwtz-HftLngen Tei1nepmerzahl: msXmal 35 Personen Breis voraussicht1ich DM 720,— Jeder Teilnenmer benötigt etnen g01tägen Beisedsß!(Derselbe so1Lte Vor antratt der ßeise noch mindestens eln nalbes Jahr 601Tqket paben). Nhere Informationen bezögläch der etse genen alen Ternenmern etws Mtte Februar zU. wir vörden uns frecen, venn auch Sie sLch zu deser Reise anme Lden. AMMELDESCRETN giermit melde 1ch mich ond die nschstehenden personen verbandch för die von Thnen ausgesch ene Bese an ond beststge dies rechtsverbinolch curch neune Qnterschf. NAME: VORMAME: Geburtsdaten: Mohnadresse: Beruf: l* Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. UBERLEGUMEN ZUM 9. MVEMBER Der 9. Movember 1988 18t voruber. Vas hat uns dieser fünfzigSte Jah- restag gebracht, vie haben„1r ihn genutzt? Die Veranstaltungen, Reden und Publikationen haben starke 6Ge- fühle geneckt, die zum Teil noch in uns arbeiten. Für eine unfassende Bilanz ist es noch zu früh. FS so11en daher nur einige— kritische— An- merkungen genacht verden, die auf ganz subijektive Eindrücke zurückge- hen. Sie können vielleicht dazu an- regen, die Thenatik des 9. Hovenber weiter zu überdenken und zu disku- tieren. Der Pogrom vom 9. Movember 1938 ist ein historisches Ereignis. Der 9. Novenber 1988 war— unter anderem— elin Medienereignis. Darin 1ag eine Chance und eine Gefahr zugleich. Die Chance var, viele Menschen zu errei- chen. Sie ist zweifellos genutzt vor- den: Jeder, der überhaupt eine Zei- Sieht, hat jetzt eine Vorstellung vom 9. MOvember 1938. Aber vas sind das für Vorstellungen, die da vernit- telt vurden? Ein Freignis nedien- gerecht aufzubereiten und danit fün den Menschen unseres Informat ions- zeitalters erst real zu nachen, be- deutet 1In aller Regel auch, dieses Freignis zu verändern. Darin liegt die Problematik jedes— auch dieses — Medienereignisses. ES vare sicher ungerecht, o11te man da im Hinblick auf den 9. MNovenber generel! von Verfälschung, Vereinfachung, Verharm- losung oder Entschuldigung sSprechen. Aber die Balance zvischen augenfa- liger Infornation und enmotiona ler Ansprache,„ie sie besonders im Fernsehen miteinander verbunden ver- den, iSt gerade bei einen solchen Thena imner heikel und sicher nicht in allen Fallen geglückt. Vor allen aber hat„ohl die öberfülle der— hisStorisSch orientierten— Sendungen und Publikationen bewirkt, das die unnittelbare Bedeutung dieser Ver- gangenheit für unsere Gegenvart und zukunft in den Hintergrund gertet. Der 9. Movember 1968 wurde aber auch zu einem politischen Freignis ge macht Auch dies var ein zweischnei- diger Vorgang. Es ist sicher zu be- grösen, daß sich auch die Keprasen- tanten unseres Staates offen und für alle sichtbar in eine Traditicon mit den Freignissen unserer jungsten Ceschichte gestellt haben, för die der 9. November inzwischen zum faß- daren Tatum und Freignis gevorden 2u Ssein scheint Andererseits entstand auch der Eindruck, daß mit den Ri- tvalen offizieller Feiern, mit einer Art'nationalem Gedenktag“ diese Ver- gangenheit zwar anerkannt, aber auch zur gleichsan erledigten und bewal- tigten Vergangenheit erklart verden Sollte. Von einer Bewältigung dieser vergangenheit kann aber natörlich Kee ede vahrscheinlich nienals in absehbarer zukunft. Vovon man nur überwältigt Sein kann, kann nicht bewältigt ver- den. Viele Peinlichkeiten im 2usam- menhang mit den 9. Movenber 1868 haben gerade auch dies sehr deutlich genacht. Mit nationalen Feier- und Gedenkta- gen haben vir Deutschen auch in der Vergangenheit keine glückliche Hand gehabt— veder nit dem Sedeanstag, mit dem eine naticnale Finheit unter mi11taristisch-chauvinistischem Vor- zeichen gepflegt„urde, noch mit dem 17. Juni, der die deutsche Uneinheit des kalten Krieges kultivierte. Fs väre fatal, venn ein 9. Novenber da- zu mißBbraucht„ürde, viederum natico- nale Einheit(mit oder ohne DDR) auf der Basis einer Lebenslüge zu befe- stigen. Das aber muß man befürchten, solange hier etvas abgeschlossen verden so11— ein Finsteres Kapttel“ deutscher Geschichte, das man nach 4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. einem sSpaten und viderwi1ligen 6Ge- Standnis der Mitschuld oder Mitver- antwortung nun endlich abschliepen darf, venn man nur einmal inm Jahr oftentlich und feierlich an die un- leugbare Fxistenz dieses Kapitels erinnert. FSs vird an uns allen 11e- gen, eine solche Entwicklung zu ver- hindern, indem„ir uns immer„ieder und ganz personlich dem 9. Novenber und den, v8 voranging und vas fo1g- te, Stellen und deutlich nachen, daß die Vergangenheit eben nicht vergan- Sen Sind wir se1ber Es gibt viele Gründe, verum Manches am 5. Novemder 1955'misgöckt' isSt. Der verbreitete Versuch, das Unias- bare allein oder doch vor allem mit dem Verstande faßbar zu machen, nuß dei einem derantigen Fneme' fehl- Schlagen. Für Zeitzeugen„ie borene ist Infornation und Visse die Fakten zwar vichtig— letzten Vochen und Monate haben da auch viel Anerkennensvertes gelei- Stet. Vas aber den Bestinformierten nicht erspart werden kann, ist die emotionale Konfrontation nmit den Vorgangen um dieses Datum, das AuS— halten und Sich- berwältigen- Lassen, das Mit-Leiden und das Entsetzen. We jüngeren Generaticon— haben sich, hat man den Eindruck, in diesen Tagen hierauf eingelassen. Und das ist si— cher ein Vorgang un diesen Jahres- tag, über den man froh sein kann. Die Auseinandersetzung' nit den Ju- denverfolgungen vird oft mit einem allzu schnellen B1ick auf unsere eigene Gegenwart geführt; man leitet aus den Versaumnissen in der Vergan- genhett beispielsweise die Ver- pflichtung dazu ab, der Diskrimi- nierung von Ausländern in unserer GesellSchaft entschieden entgegen- zutreten. Dies ist eine naheliegende und durchaus berechtigte Lehre“ aus der Vergangenheit. Man so11te darber aber nicht vergessen, daß es bei der Austreibung und Vernichtung der Ju- den zwischen 1933 und 1945 auch um etwas ganz Anderes ging als Aus lan- derhaß, Intoleranz und die Diskri- minierung anderer. Danals vurden Menschen und 6ruppen entfernt', die Uder Jahrhunderte unsere Kachdarn gewesen varen, mit denen enge und lange Bindungen vielfaltiger art bestanden— 1m 6uten vie im Bosen. Die Vernichtung zunindest der deut- Schen Juden var daher auch ein Akt der Selbstverstümmelung. öber dessen tiefere Antriede kann man spekul1e- ren— eine Folge ist jedenfal1s auch, dat uns heute etwas fehlt, und zwar dunch eigene Schuld. VHelleicht 1st SS n i November 1938— nehr als in diesen Vochen geschehen— auch in diesen Sinne zu erfahren, als unseren eige- nen VerlUSt namich nient n Unrecht an anderen, vas sie natür- 11ch auch und in erster Linie aren. Auf der anderen Seite blieb in den 'oftiziellen' Gedenkfeiern Neitgehend ausgespart, velche politischen Ver- pflichtungen die Freignisse von da- mals für uns heute haben nüssen. Ve- ben dem ehrenden Gedenken an die Op- ter mus es doch vor allem darum ge- hen, Konsequenzen für unser Handeln zu ziehen. Sie sind, jedenfalls im öftentlichen Faum, vielfaltig. Beson- ders vichtig sind aber„ohl zwei 48— pekte, die entscheidend zur Reichs- pogromnacht beigetragen haden: Die menschenverachtende DisSkriminterung von Minderheiten oder Randgruppen (die nach Sartre schon der Beginn des Genozids ist) und die Kigachtung des RechtSStaates. Das sich hieraus Konkrete Verpflichtungen für uns SelbsSt ergeben, darauf ist in den of— fiziellen Reden viel zu venig hinge- en manchem Politiker schwer, überzeu- gend Konsequenzen anzumahnen, gegen die er in der politischen Praxis sel- ber verstoßt. Schlieslich sind auch gewählte Volksvertreter dbeteilig venn heutzutage Minderheiten ins Abseits gestellt oder Recht und 6Ge- set?z für eigene 2wecke misbraucht erden. ES geht nicht darum, unan- gebrachte Vergleiche zu ziehen; aber die Haltungen und FEinstellungen, die einst die Reichspogromnacht ermog- lichten. die Abwehr alles Andersar- tigen und der zynische Ungang nit dem RechtsSStaat sind auch heute ver- breiter— auch unter unseren Foli- Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 5 nanch hehres vort es nicht gelingen vird, die 6e— der„ie eine hohle schichte einzuebenen und(nach der Historikerdebatte) rituell zu ent- Scngen Vie venig sich das Thena— Med enschaffenden, den haben Sich aber auch viele mit dte- Sem beschaftigt, die sich n irgendeiner Form persöntich vberror- Fe ſ ne Möglichkeiten der Sorde angenheit gestellt ha gehen an ein ma 7 Konzentraticon auf konkrete 10 kale vorgange, hat vahrscheiniich die „ichtigSten und dauerhaftesten Beitrage zum 9. Movenber 1938 er— Peh geglückt'. Trotzdem„ecken gerade diese Entwicklungen die Hoffnung, das auch angesichts des öffentlichen Be- wußtseins— für eine rituelle Verein- nahmung durch die Politik eignet, hat ja auf erfreulich deutliche Veise die Feierstunde im Bundestag dewiesen. Ein zentrales Problem ist eben: Vie kann dem 9. Movember 1938 gerecht erden, menschenverachtende Po- 11tik betretbt oder billigt? Und um- gekehrt: Vie kenn eine„ahrhaft menschliche Politik betreiben oder tordern, ver nicht den richtigen Um- gang mit dem 9. Novenber gesucht und gefunden hat? Ne Klaus Veimann EFemerkundenm zur TasSchenbchauscahe Obgleich vielgerühmt und hochgelobt, iSt Shoah' von Claude Lanzmnann im geschichtsvergessenen Bevußtsein der Deutschen bereits verschvunden. 6e— blieben iSt das Textbuch zum Film, das nunmehr auch als dtv- Taschen- buch vorLiegt. Die 2Zeugnisse der Opfer, die Aussagen der Tater, die Schilderungen der Augenzeugen und er DeabeisStehenden ermöglichen den Nachgeborenen im Lande der Täter eine Annäherung an ein Geschehen, an dem sSich abarbeiten muß, wer sich nicht der Verdrangung und Verleug- nung schuldig nachen„i11. Freilich sind bet der Transkription der IntervienS Lanzmann und seinen Mitardeitern derartig haarstraubende Fehler unter laufen, das das Textbuch als Dokument an Vert einbuBt. Der Claasen Verlag, kurz nach den Er- Scheinen des Buches auf die Unrich- rigkeiten aufnerksam gemacht, 11e8 den Text unkorrigiert, der Deutsche Taschenbuch Verlag legt den Band unverandert vor. Lanzmann, der sich in Interviens rühnte, a1le Dokumente zu kennen, schreibt Famen falsch vie 61obocnik, Auneier Cagerführer von Auschwitz), Höfle CLeiter der Haupt- abteilung Finsatz Reinhard“), Hackenholt Mtterbauer der 6Gaskam- mern von TreblInka), BisSchof(QLeiter der Transferstelle für das Varschau- er Ghetto) und Josef Oberhauser(Ad- jutant des Inspekteurs der Aktion Reinhard', Christian Virth). Orte vie SoSnowiec, Bedzin und Dabie, Arbeits- lager vie Heydebreck, auch Varschau- er Straßennanen kommen in falscher Schreibweise vor. Veitere Schlanpig- keiten 1ießen sich aufzählen, selbst inhaltliche Unrächtigkeiten finden S1ch in den konnentierenden Bemer- kungen von Lanzmann. Schludrigkeit im Ungang mit 2Zeug- nissen von öberlebenden der Shoah, der Vernichtung der europaischen Ju- den, unverzeihlich und dte Edi- ttonspraxis der beiden Verlage hane- büchen. Ver nit Zeugnissen der Opfer, die in qualvollem Viederer leben ab- gelegt vurden, derart nachlässig um- geht, dem nangelt es an Fhrerbie- tung vor den Davongekommenen. 1St Verner Renz Lagergemelnschalt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. L1teratur über Sen S. November 188S öber die Keichspogromnacht von 9. Movember 1935 ist eine Fülle von Lite- ratur erschienen. Aus Anlaß des 50. Jahrestages vird im Folgenden eine Auswahl von Titeln gegeben, die es dem Interessierten erleichtern soll, Sich nit diesem vichtigen Thema zu beschaftigen. Allen, Vi1liam Sheridan: Die deutsche öffentlichkeit und die ReichsKristalnacht“, in D. Peukert/]. Reuleke Girsg.) Die Heihen fest geschlossen. Vuppertal 1981, S. 397—412. Benz, Volfgang: Der Voven berpogrcm 1936, in: Die Juden in Deutschland 1953 1945. Leben unter naticna ISczialistischer Herrschaft. Hg. von V. Benz. München 1988, S. 499—544. Brunlik, Micha/Kunik, Petra Grsg.) Keichspogromnacht. ſergangenheits hewaltigung aus judischer Sicht. Frankfurt/M. 1988. Döscher, Hans-Jürgen Keichskristenacht. Die Voven ber- Fogrome 1956. Berlin 1988. Faust, Anselm: Die Hristalnacht im Kheinland. Dokunente zum Judenpogrom im Vovemder 1936. Dusseldorf 1987 Freinark, Peter /Kopitzsch, Volfgang rsg.) Der 9.710. Vovenber 1956 in 6 Deutschland. Dokumente zu Kristanacht“ Hanburg 1978. Granl, Hernann: Der 9. Vovenber 1936. KeichsKristanacht“ Schriftenreihe der Bundeszentrale für Heinatdienst, H. 2, Bonn 1953. Granl, Hermann: Keichskristanacht. Antisenitisnus und Juden verfolgung in Prätten Heich. München 1988. Heiber, Helmut: Der Fal GrnsSpen, in: VHerteljahreshefte für Zeitgeschichte, S Kaul, Friedrich Kar1: Der Fall des Herschel 6Tynszpan. Ber11n 1965. Lagergemelnschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwtzer e. V. Kropat, Volf- Arno: Hristelnacht in Hessen. Der Judenpogrom vom Vovenber 1936. Fine Dokumentaticn. Vies baden 1988. Lauber, Heinz: Tudenpogrom. Reichskristanacht“ Vovenber 1936 in 6roSdeutschand. Gerlingen 1981. Mairgunther, Vilfried: Keichskristanacht. Kiel 1987. Metzger Rartmut: Hrastanacht. Dokumente von gestern zum 6edenkten von bebte. Stuttgart 1975. Oppenheiner, Max/Stuckmann, Horst/Schneider, Rudi: 41S die Synagogen brannten. Zur Funkticn des Antisenitisnus ges tern und heute. Frankfurt/M. 1978. Pehle, Valter H. Qrsg.) Der Judenpogrom 1936. Von der Reichskristanacht“ zum VoMermord. Frankfurt/M. 1988. Rosenkranz, Herbert: ReichsskrisStalnacht“ 9. Vovem ber 1536 in csterreich. Vien 1968. Scheffler, Volfgang: Ausgenahlte Dokunente zur Geschichte des Voven ber- pogroms 1936, in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 44778, Beilage zur Vochenzeitung Das Parlamnent“ von 4.11.1978, S 0 Schultheis, Herbert Grsg.) Die Keichskristanacht in Deutschland nach Augenzeugenberichten. Bad Heustadt an der Saale 1985. Thalnann, Rita/Feinermann, Ennanuel: Die Hristanacht. Frankfurt /M. 1987. Viehn, Erhard R.: Vovenberpogrom 1936. Konstanz 1988. Zarusky, Jürgen: o1ige Ausschaltung verwirklicht.. Voven ber- Pogron 1936 Vorstufe zur Endlosung der Tudenfrage“ Kontovenbndung: lag egemens chazt Aus choctz/ FMoundes kMe den Aus chotzen e. U. Nn. 062000 7419 cbpankasse FMedbeng BLZ: 576 500 79 8 Lagergemelnschalt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. ER Am Rand unserer Lebenszeit Wer sind wir Wieders „Wir werden weitermarschieren, und wenn alles in Scherben fällt... 1. Drei Glasscherben von einem zZerklirrten Fenster Judenfenster von damals zum Andenken aufgehoben. Wenn man sie schüttelt in ihrer Schachtel klirren sie leise wie Muscheln rauschen von denen man Kindern sagt: Sie erinnern sich noch an das Rauschen des Meeres. Erinnern die Scherben sich noch an das Klirren der alten Kristallnacht die so heißt nach dem Glitzern der Scherben im Morgenlicht? So hat es angefangen: »Deutschland, erwache!⸗ „Stoße die Artfremden aus!« »Auf Urlaub nach Dachau!« und wenig spãter: Hinaus über die Grenze. »Deutschland judenrein- »Umsiedelung« Rãder rollen nach Osten »Vergeßet das doch endlich! Schwamm drüber! Was wollen die noch? Ha ben sie denn nicht genug Wiedergutmachung erhalten?⸗ Wiedergutmachung?- S0 hat die Wiederschlechtmachung angefangen, Was macht wieviel wieder gut? und wie an den Toten?- Und die Zigeuner die auch vergast worden sind wer von deren Leuten hat Wiedergutmachung bekommen? Die Jahre sind weitermarschiert. Jetzt fallen Fenster in Scherben von Türken und von Tamilen aus Sri Lanka oder ein Haus brennt nieder und Kinder verbrennen (Damals haben zuerst die Synagogen gebrannt) „Gefahren der Uberfremdung! Mehr als genug Asylanten! Deutschland gehört den Deutschen! Wir sind wieder wer! Schiebt sie ab woher sie gekommen sind! Was dort wird aus ihnen?- Das ist doch nicht unsere Sache!⸗ Neue verschãrfte Gesetze gegen die Frem- Freizũgigkeit?- Gleiches Recht? den. Ich verstehe immer nur Bahnhof. „Steckt sie in Viehwagen und dann- ab durch die Mitte!⸗ Als wãren noch nicht genug Todestransporte gerollt ũber deutsche Gleise zur Erledigung jenseits der Grenze e. V. 9 Lagergemeinschaſt Auschwitz-Freundeskrels der Auschwitzer Auslãnder in Deutschland Novernber 1988. me vnin ie er naune ie ve 8t 8ad nen Fami den Iran e bung in Mise S oder drej w Wr i K 485 evweene 2 den e nt vielleicht e Zeit bl BoD Sh Feutions pir n ebrhee ₰ aerbengre d 85 ntsche verfüpt. „ ſ— Abschiebehaft: Richter ni Praxis der Auslãnderpolizei 2 utent tele charfe Kontroverse hei einer Tagung des Hessischen Richterbundes Jeder zu Unrecht erlittene Hafttag ist einer zuviel“ Aes Schnete(3 2 Ame des Uber die Notwendigkeit von Abschiebe Mitarbeiter der Auslãnderpolizei wie haft bei Ausländern bestehen zwischen sen darauf hin, daß man zur v rei- der Polizei in Frankfurt und den Ge- tung einer Abschiebun- die richten erhebliche Meinungsverschieden- Ausländerher* heiten. Das wurde deutlich, als sich der ( C er Minute Hessische Richterbund am Woche-- f in Königstein zu einer T. ter indem 1 der* um das letꝰ? ilien vervinde. m rieh⸗ k V orsto on 7enn Fam pranls h ngV einanderkl. DU und O n* Abschi. stand da die nac in de en iftslãnder ollen. ssischen Lagergemeinschalt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Die Nachgehorenen und die öber 1ebpenden Erfahrungen aus Interviens nit ehenaligen Häftlingen von Konzentrations lagern »Vas Auschwitz var, vissen nur die Haftlinge. Viemand sonst. Veil„ir uns also nicht hineindenken können in die Lage der Häftlinge, veil das Maß ihres Leidens ũber jeden bisherigen Begriff geht und veil vir uns deshald auch von unmittelbaren Tätern kein menschliches B11d nachen konnen, deshalb heißt Auschwitz eine Hölle, und die Tater sind Teufel Nun var aber Auschwitz nicht die Hölle, sondern ein deutsches Konzen- trations lager.“ Martin ValsSer In diesen Konzentrations lager vie in vielen anderen deutschen Konzentrea- tions lagern sind Menschen von Men- Schen zu Tode gequält, gejagt, gefo1- tert, geprügelt und operiert“ vorden. Und veil andere oder manchmal sogar dieselben Menschen Menschen geholfen haben, konnten einige die Hö1le ũberleben. ES var die Hölle, sagen die öberlebenden selbst, veil sie heute vor derselben Sprachlosigkeit Stehen,„enn sie uns von 1hrem maglosen Leid danals in Auschwttz oder anderswo erzählen. Das 1St jedesnal neu das schlimnste, ves es auszuhalten g11t zwischen uns Hechgeborenen und den öberlebenden, venn„ir uns gegenübersitzen: Das Unmögliche zu versuchen, von Ausch- vtz zu erzählen, weil wir begreifen müsSen— und doch genau zu vissen und zu spüren, daßs es nicht geht. Imner vieder hören vir den ver- zweifelten Ausruf: Men kann es nicht erzählen, 1hr könnt es doch nicht verstehen, es„ar noch viel, viel Schltnmer! Auch in uns gibt es oft einen Auf- schrel: Hein, nicht weiterreden! Mehr kann ich nicht aufnehnen, 1St innen alles„und. Darf irgendwo ich das Sagen? Darf 1ch sagen, ich kenn nicht mehr aushalten zu horen, as du aushalten nmustest zu erleben? Manchmal Sage ich es zum eigenen Schutz, und manchnal kann erst denn der öber lebende seine Gerühle über meine Betroffenheit spuren. GesprächSpausen entstehen, eine Vand aus den Vidersinn unseres Versuchs Steht zwiSchen uns. Und dann das erste Vort, ein neuer Versuch, jetzt vorsichtiger— die Gefühle sind aufgewühlt,„ir spüren idersSpröchliche Gefühle: noch nehr Nähe und doch nehr DisStanz. KHahe, eil Tränen, Sprach- und Hi1flosig- keit,„eil erzahltes personliches Schicksa!1 Intimitãt Schafft, und DiStanz, eil mit jeder„eiteren Erinnerung an Leid und Mighand lung die Begrenztheit der Sprache, die Unnöglichkeit der Einföhlung, offen- barer verden. In diesem Spannungsfeld zwischen der Notwendigkeit und der Aussichtslo- Sigkeit des Gespräches nit ehema- ligen Haftlingen entstanden unsere IntervienS. Sie sind das Ergebnis und der Lohn für das Aushalten der Erfahrung, das sich beide, öberle- bender und Hachgeborener, nit der begrenzten, aber möglichen Annäher- ung nit Verstand und Herz begnügen müsSen. Aus dtesem Spannungsfeld heraus vie auch aus der ganz persönlichen ager)-Geschtchte der 6esprächs- partner ergeben sich dann die un- terschied1ichen Gesprachsver läufe, dte jedes Interviem zu einer einmali- gen Erfahrung nachten. 6 l. Lagergemelnschalt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. war der Haftling vegen politischer aktivitaten inhaftiert„orden und hatte er seine Lagererlebnisse nach der Befreiung in politische Arbeit unsetzen können, so trafen„ir auf ein 6egenüber, das veniger Mühe hatte, sich zu erinnern; Hanen, Zei- ten, Orte zu nennen, Szenen minuziös zu schildern. Lieber berichtete er über Beteiligung an Viderstand, über Sabotage, über Rettungsaktionen, a1s darüber, vas 1n ihn, vas in anderen vorging, an 6Gedanken und 6Gefühlen pass ierte. iele Fakten, Bestätigung von ver- Schiedenen Freignissen, die 2um groden Teil in der Literatur festge- halten sind. 6 dtesen Gesprachen erhielten vir Für uns varen solche Interviens leichter durchzuhalten. Die Berichte hatten einen Faden, neist den der Chronologie, nahnen veniger Zeit in Anspruch und varen meist auf etner Cassette unterzubringen. Im oben aufgezeigten Spannungsfeld fanden sie eher aus der Finsicht in die politische Notvendigkeit des Inter- viens statt. Ganz anders die Erfahrung mit den ehenaligen inhaftierten Frauen und Mannern, die aus anderen Gründen als dem aktiven politischen Viderstand ins Lager kanen: Hier standen die angste vor den aufbrechenden Vunden, die Unsicherheit öber des Vesent- L1iche' und die Verzweiflung über das des Gesprachs im Raum. Da Nar— ausgesprochen oder nicht— die Frage, vas ist nit mir, venn ihr mit der Cassette heingeht? Vie erde ich nit den brennenden Vunden, vie mt den schrecklichen Traumnen, vie mit der Einsankeit in der nahenden Nacht fertig? Kommt ihr„ieder,„enn durch das erste 6Cespräch neue Erinnerungen auftauchen, dte ich 10Swerden,„ei- tersagen nus? Habe ich auch die Vahrheit gesagt? Kann 1ch mich auf nein 6Gedächtnis verlassen? Vas geschieht nit den Intervies, kann ich offen über Täter und ihre Vamen Sprechen, oder kann mir etwas passieren?ꝰ Vir erlebten in nehreren Gespachen, das Erinnerungen erstnals vieder auftauchten. ViF erlebten,„1e sich etwas im öberlebenden zusammenbrau- te,„ie er sich damit quälte, vie er eine 6Geschichte nach der anderen drumherum' erzählte, vie sich der Kreis inner enger schnürte und vie er es im vierten Gespräch vagen konnte, eine Frinnerung preiszugeben, über die er noch nie mit einen Menschen geredet hatte. Eine Er- innerung, die etien o den vierjahrigen Lageraufenthalt lag und die doch beretts die Ahnung 2ur Gewißheit machte, daß das veitere Schicksal besiegelt ist. Eine Erinnerung, die im Machhinein die Verdichtung aller erlittenen Qual in sich barg und die nur deshalb in ihrer scheinbaren Harmlosigkeit ge- genüber den späteren Lagererfahr- ungen die Tränen lösen konnte. In den 6Gesprächen n1t diesen ungeübten“ ehemaligen Haftlingen spielten Gefühle eine viel stärkere Rol1e— sovohl als Begleitung des Gesprachs wie auch als dessen In- halte. So erfuhr ich gleich am Anfang bein ersten Intervie“, wie sehr ich selbst in den Spannungsfeld zwischen der Notvendigkeit der Aufzeichnung und der Unmöoglichkelt der Finföhlung ge- fangen var und das Gesprach blok- kierte. Veniger die Inhalte, die Erinnerung an die Vergangenheit verletzten die Gefühle neines Gegenübers, vielnehr die Art, in der ich Fragen stellte, Neanen und Fakten festhalten vollte, nachten die aktuelle 6Gesprächss i- tuation für nein Gegenüber unmit- telbar zur erinnerten Vergangenheit: So geht das nicht! 8S0 kann ich nicht veitersprechen! Ich fühle mich vie im Gestapoverhör! Andere vieder volIten gefragt verden, sich am Seil der gestellten Fragen entlanghangeln, um Sich schötzen zu 1assen vor der endlosen Kette der Frinnerungen, vor dem tie- 12 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. fen Abgrund der Gefühle. Doch das Spannungsfeld zwisSchen der Notvendigkeit der objektiven Dar- Stellung und der Unmöglächkeit der Einfühlung geschah nicht nur, var nicht nur für die Atmosphare der Gesprache bestimnend, es var auch besprochener Inhalt, war das Dilenna um die Minderwertigkeit von objek- t1ver und subjektiver Vahrheit. ES gilt, die Fakten fes tzuhalten, das, was nachprüf bar, vergleichbar, objek- tlv ist, venn vir der»Auschwitzlüge“ begegnen vollen, so0 sSagten es die öber lebenden inmer„ieder. Doch— Spiegeln die Fakten Vahrheit vieder, erfagt der Verstand die ganze Vahr- heit des Geschehens, Henn er die Lahl der Getoteten, der Inhaftierten, die Maße des Gelandes, die Anzahl der Tater gespeichert hat? Oder— begreife 1ch etvas vom Schicksa! eines Haftlings,„enn er nir genau seinen Lebens lauf Seinen Lagerauf- nethlat mit Zahlen und Buchstaben „ledergibt? ISt nicht die subjektive Erzahlung der„ichtige Teil, der gemeinsan nit der objektiven Darstellung erst in die Hähe der ganzen Vahrheit fühnt? ISt es nicht gerade dieser Teil der subjektiven Vahrheit, der den Schmerzlichen Veg des Interies rechtfertigt und notwendig nacht? Vir denken, nirgends kommt die Subjektive Vahrheit so unmittelbar zur Sprache. Jun sei noch der 4Aspekt der Verantwortung gegenòber den Opfern erwähnt. Fr klang bereits an als persõnliche Verantwortung von uns gegenüber den Menschen, die sich uns anvertraut haben. Hach nanchem 6Ge— sprach trugen vir schwer an der Ge- „iBheit, den anderen in seiner FEin- Sankeit nit allen aufgewöhlten Ge- fühlen allein zu 1lassen. Hoch schwe- rer auszuhalten var die uns oft ent- gegengebrachte Dankbarkett dafür, daß vir dtese Arbeit tun und das wtr uns ausgerechnet für das Schicksal die- ses öber lebenden interess ierten. Eine Dankbarkeit, die bei öberlebenden in der BRD aus dem Gefühl rührt, venig- stens heute, venigstens öberhaupt noch, angehort zu erden, ein Ohr für Sie und das VermachtniS der nicht mehr 1ebenden Kameraden zu finden. ES ist eine der bedruckendSten Er- kahrungen, die vir inmer„ieder ma- chen nusten, das sich ehenalige it äe et nicht anerkannt und mit Mißtrauen begegner fühlen.»ES vird schon vas drange- „eSen sein. das ihr als Verbrecher ins Lager gekommen seid“. Ehemalige Haftlinge in Polen und österreich konnen da von anderen Erfahrungen Sprechen. Doch auch dort Scheinen die RHilfe und Anerkennung im trentlicden ¶ Leben größer genesen zu sein als in persönlichen Bereich. Vir verden nie vergessen, ie eine in der öster- reichischen öffentlichkeit geachtete Politikerin verzveifelt feststellte: Sie haben uns geholfen, das stimmt, aber varum hat uns niemand gesagt. das vir öberlebenden besser keine Kinder zur Velt bringen sollten! Nicht oft konnten diese Fragen nach der personlichen und öftentlichen Verantvortung für die öberlebenden in den Intervies so deutlich aus- gesprochen verden. vir nochten abschließen nit der Tatsache, die uns kaum 2zur Ruhe komnen 1aBt. ES isSt der Vettlauf mit der 2eit, bis die letzten Zeugen versStummen. Zeugen— öber lebende sind Zeugen, und „ir haben Zeugen gesucht und autge- sucht. Sie brachten uns groe Bereit- Schaft und Dankbarkett entgegen. Indem„ir ein Verhor 2zu verneraen¶ suchten, indem„ir 2Zuhoren und Schweigen aushalten lernten und in-— dem„ir Fragen stellten, venn sie dranvaren, in dem Maße„urden aus Zeugen Freunde, ve1l s1e uns Freund- Schaft anboten. Viele sind es in- zuischen 4 öberlebende, mit denen „1r sprachen; 7 ödber lebende, die von anderen Mitgliedern der Lagergenein- Schaft intervient„urden), öberleben- de, die uns von Auschwitz, Ravens- brück, Sachsenhausen, Buchenwald, 6rog-Rosen, Bergen-Belsen, Mittelbau Dore und Dachau erzählten— zu viele, Lagergemeinschaſt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 13 um die Freundschaft zu halten, um personlich Sorge tragen zu konnen anvertraut haben. Und dann die anderen, die noch auf der Liste Stehen, öberlebende erst einmal im Raum Frankfurt, die schon auf An- frage hin ein Intervien zugesagt ha- ben, die auf uns varten und ein Recht darauf haben, das zur Auf de- ahrung veiterzugeben, voraus vir lernen kKonnen— nanchnal geht es öber unsere Krafte. Dann vbrauchen vir Zeiten der Ruhe für uns, danit vir gewonnene Freundschaft nit öber lebenden 1ebendig halten köonnen damit die neuen Intervens nicht zur todlichen Routine verden. Diese nötige Ruhe zu finden iSt schver, denn die Zeit 1auft. Heike Dui11, Jahrg. 1949 Marianne 6roß, Jahrg. 1549 Angst steht mir in Hacken Vie kann man nach 40 Jahren äber die SchlimmSte zeit des Lebens reden, vie Fragen beantworten???— Ich veig es nicht. Heike stellt sehr vorsichtig die Fragen, sie veckt Dinge, die ich 40 Jahre lang verdrangt habe, sie reißt „ieder Nunden auf, die heute genauso bluten vie einst. auf der einen Seite„i11 1ch, daß die Zeit und thre Verbrechen festgehalten erden, anderersette sagt nein Inne- res, laß' es sSein, reise die Vunden nicht neu auf, sie bluten zu sSehr. Ja, vie Nar es danals—„ie hat es begonnen? Heike fragt: Varum bist du verhaftet „orden, vas var der 6rund, was haben Sie nit dir genacht, vas hast du er- lebt,„ie hast du es dberstanden? Die Fragen kamen sehr behutsan, aber gezielt, die Antworten oft nur halb, oft zweifelhaft Mein Inneres„ehrt S1ch einfach instinktiv, vehrt sich gegen neue Vunden. Die Antworten Sind oft oberflächlich— Heike fragt nach, weil die Antvorten nangelhaft Sind. Aber vir kamen trotzdem voran. Plötzlich fühlte ich mich„ieder 1n die Leidenszeit zurückversetzt, es 1St mir plötzlich, als ob ich bei der Gestapo väre. ES geht einfach nicht mehr. V1F unterbrechen. Beim näch- Sten Mal geht es schon besser, vir haben beide gelernt, besser mit den Dingen unzugehen, denn so eine Be- fragung 18t für den Ausführenden ve für den Befragten eine sehr grose Pelastung, die oft bis ans Ende der Krafte geht. Lieselotte Thumser- Vei1 Sehemaliger Haftling des FKI. Ravensbrück 14 Lagergemelnschaſt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Die Vergangenheit darf, ohne benältigt zu verden, nie vergehen a1S öber lebender KZler befragt 2u verden über jene zett der Drangsal, der permanenten Lebens bedrohung, der Entwurdigung, des Hungerns und Frie- rens— und den unsinnigen, oft grau- Sigen Sterben von Menschen um sich herum hilflos zusehen zu müssen, ist fast schockierend. In die Tiefe des verdrängten Geschehens sich zurück- zuversetzen, iSt so, vie wenn man vor Seiner schutzgebenden Höhle den tarnenden, sSchweren Schlußstein nun „egrücken möüßte. Heike und Marianne, und, vie 1ch veis, auch andere haben solche Be- fragungen systenatisch durchgeführt, um der Dokunentationsverkstatt der Lagergemeinschaft Auschwitz/Freun- deskreis der Auschwitzer sauthenti- Sches Material zu besorgen. aus neiner Befragung muß ich beken- nen, das s1e beide diese Aufgabe nit gröbten FEinfühlungsvermogen bewerk- Stelligten und trotz kritischer Hin- terfragung bei dieser»Ausfragerei“ eine vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen haben, die es leicht mecht, seine Frinnerungen freizuge- ben, vomntt tatssachlich ein Gefühl der Erleichterung verbunden 1st. ES gehört für nich die Tatsache 2u den Vundern unserer Zeit, nanlich, daß nich junge Menschen— hier zwei Frauen— nehr als 40 Jahre nach dem Ende der braunen Barbarei— befra- gen, um sozusagen aus erster Hand eine Vorstellung zu gevinnen, vas FaschiSmus bedeutete für jene, die aus nenschlicher VerantwortLichkeit handelten und deshalb NS-Opfer vur- den bzw. den Rassenvernichtungswahn über lebten. Vir varen doch als öber lebende nach 1045 das schlechte Gevissen der Nation, gehaßt, beneidet, Augenseiter, ja als»Politische“ nit dem Ruch des Landesverrats behaftet. Keineswegs varen„ir öberlebenden die vereh- rungswürdigen Tochter und Söhne der Nation, eher ein Ballast, von dem man Sich isolierte, MasSse und dem abgesondert von der öffentlichen Leben, „ie die Besetzung in allen öffent- 1ichen Organen danals(bis heute) ausvelst. Fürsorge und Liebe, Achtung und Freundschaft varen für uns nicht vorhanden. Man sehe sich dazu nur das Crund- gesetz an, velches veder eine Vie- dergutnachung für Opfer des Faschis- mus vorsah noch die Verbannung aller faschistischen Rechtsentscheidungen, Gesetze und Verordnungen samt dem PerSonal des NS- Staatsapparates, das genöhnlich in öberstrenge dem 0 baren-'Recht“ diente. Dagegen vurde gem. Art. 131 66 für alle MS- Beanten, „elche ihre Stellung durch Kriegs- einwirkung verloren hatten, Verscr- gung(Pensicon) oder V1edereinstellung zugesprochen. Man 1ese das Buch des politisch bewusten Rassenverfolgten Ralph Gtordano, welches vernittelt,„ie er - und das gilt nahezu für alle Ver- folgten— die neue Demokratie em- pfindet und verbittert ist. ES ist gerade deshalb eine die Verbitterung abbauende Tätigkeit, 2u erfahren, das das kostbare Erbe, nämlIch das Zeugnis der Leiden über- lebender NS-Opfer, eingeholt und bewahrt„ird als Material zur Bewã 1— tigung unserer unseligen nationalen Vergangenheit. Fin Freund aus den Emigrantenkreis hat mr einnal ge- Sagt: Vas nicht aufgeschrteben ist, „ar nicht gewesen“. V1e vahr! auch„ie nötig, denn nur aus de Schatz der Erinnerung der Blutzeugen Gener noch öber lebenden besonders!) 1ägt sich ein nosaikartiges Gesamt- bild des faschistisSchen Grauens, der Barbarei in Deutschland von 1933— 1945 erarbeiten, vomtt unvoreinge- nomnene Menschen unserer 2eit laufte das förchterliche Geschehen im Fa- Schismus erfassen können, Sich hieraus veranlagt sehen, die UrsSachen dafür 2zu das Verkzeug sicht, erlangen, vicklung 2zu Gelingt es, ermitteln und sich somit erarbeiten, die Fin- Krart und Entschlossenheit Synptome jener Vahnent- erkennen und zu über- vinden. neuen Vahnideen Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. das öbergreifen auf Massen unmoglich zu nachen, neuen Rückfall ins Bar- barische abzublocken, dann ist den unermeßlichen Menschenopfergang im FaschiSmus noch im NMachhinein ein Sinn verschafft vorden. 2Zu diesem Ziel müssen vir uns 2usammen- Schließen, denn ein drittes Un-Heil bedeutet die Ausloschung des Men- Schengeschlechts. Albert N. Stmmedinger ehenaliger Haftling des Kl. Sachsenhausen Nr. 39179 denn der Kontakt zu Gleichgesinnten 1st hilfreich Ich sco11 schildern, vie man sich als zu den Erlebnissen in der Nazizeit Intervienter fühlt. Da nuß ich aber zunschst etniges vorausschicken. Kürzlich 1as ich im»Zeit-Magazin“ den Beitrag öber Ralph 6iordano »Gestern 18t noch nicht vorbei“. Dieses»Gestern“ vird auch für mtch nie vorbeigehen, denn die dana11gen Freignisse sind unauslöschlich und pragend. Meine eigene Verfolgung begann erst 1943 und erreichte nie schwerste Ausnaße, tetls, veil 1ch als soge- nannter Mischling 1. Grades“ nicht a1s Jude galt, teils, vetl 1ch dank hilfSbereiter Menschen von Septenber 1944 bis zur Befreiung untertauchen konnte. Dagegen var die Verfolgung meines jüdischen Vaters, vieler Ver- vandter und Freunde unso schlimner, und darunter leide ich noch. Das zeigt sich auch darin, das ich mich mit der BRD nie identifizieren konnte und des ich ein latentes Mißtrauen gegenüber Frenden und Behorden habe. Seit Frühjahr 1945 und bis 1974 ver- drangte ich— 2zunschst euphorisch, Später eher resignierend— die Ver- Sangenhett veigehend durch öberms- sige berufliche Geschaftigkelt. Erst seitdem, nach einer schveren Herzer- krankung und dadurch bedingter Er- verbsunfähigkett und öbersied 1ung von Frankfurt in ein Hunsröckdorf, habe ich nich nmit der Neazizelt in- tensiv befaßt und begonnen, offen, manchnal strettbar, daröber zu spre- chen. Mit 56 Jahren, 1986, z0g ich in ein Altersheim in Bad Soden. Dort ver- trete ich,„o0 inmmer möglich, neinen Standpunkt sehr deutlich. Das 18t bei Sehr alten Leuten, die zuneist sehr konservativ sind, unbedingt nötig; aber da 1st auch viel Unkenntnis über die Vergangenhett zu beheben. Insofern trafen die Intervieverinnen bei nir auf eitnen vorbereiteten Ge- sprächspartner. Trotzdem var der Gedanke an das Intervie zunschst beklennend, zunal bei der(erneuten) Zusanmenstellung der Unter lagen. Vährend des Interviens— in gelöster Antmosphäre und vissend, das ich ntt „ohlneinenden Menschen sprach— enpfand 1ch keine besondere Bela- stung. Im Gegenteil, dteses Gespräch hat bei nir eher zu noch nehr 6Ge— lassenheit, aber auch Entschlossen- heit, geführt, denn der Kontakt mit Gleichgesinnten 18St hiIfretch. ErnSt Cahn 15 16 Lagergemeinschalt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Trotzden, ich kann weiter leben... Menschen sterben nußten. Mit dieser traurigen Verzweiflung muß ich vei- ter leben. Aber gleichzeitig ist die- aus der Sicht eines Opfers der Nazi- 8e Erkenntnis für nich ein Gebot und Herrschaft über die Vergangenheit zu ein Anstos, über die Vergangenheit zu Sprechen, var und ist veiterhin ein Sprechen, eine Botschaft zu vernit- Schmerzliches Erlebnis, obvohl nit teln, danit des, vas gescheh, nie in der Zeit einige Vorgange und der Vergangenheit verschwindet, da- danalige Ereignisse bereits viel an mit der Tod von Mi11ionen nicht als Intensivität verloren haben. Dennoch unsconst angesehen vird. mus ich mit Verwunderung fest- Stellen, daß sehr oft vährend der Augerdem möchte ich auch mit neiner Cesprache und Interviens nit Marian- Tätigkeit anteilnehnen an der arbeit ne und Heike plötzlich solche Fakten für Verstandigung, Toleranz und in neinem Gedächtnis auftauchten, die friedliches 2usannenleben der Men- ich seit den Kriegsende noch nicht schen. Mit der Zeit sind diese Auf- 0 erwähnt habe. Ich veiß, daß ich die- gaben in meinem Bewußtsein Berufung Se Phänconene nicht mit Absicht ver- und Sinn neines Lebens geworden. drangen oder vergessen vol1te. Viel- leicht hat sich nein Inneres gegen 2?u dieser Erkenntnis haben u.a. auch gevisse Erinnerungen gevehrt, ve11 die Gesprache und Kontakte mit Mari- es unertraglich genorden vare Die anne und Heike sowie der Lagerge- Gesprache, die Interviens, haben am meinschaft Auschwitz/Freundeskreis Ende jedoch eine positive Rolle ge- beigetragen Ich danke Euch herzlich. Spielt, obwohl sie mit schnerzlichen Erlebnissen und Erkenntnissen ver- Stan Zak Kaminski bunden varen. Fhemaliger Haftläing der Kl. Auschwitz Nr. 9784, E gibt ein sonderbares Schuldge- Buchenwald Nr. 8718, föhl, velches das Innere eines Men- Mittelbau-Dora 103195 Schen verzweifeln 1ägt und plagt: ich und Bergen- Belsen bin nit dem Leben aus Auschwitz her- ausgekommen, veil Mil1ionen andere hẽe polnds che Kegenung ehte Henmann Kecneck n 73. 77. 66 veoh de polnche Kegdekung das Auh choz Ceuz an fl. Kedneck, den pPnds ddenten de Lagegemecn- chat. Damt eutzdht e hohe Anekennung 6d oene Ak otäten, dde bs heute in Secnen lageebawuungen von 0 As cſuod4z begandet Legen. Neben den Soge um dde nodoen- dige geb chchtlche AuEldung he en den BR gt Sen Bemhen den Gbeebenden, Ens bes ondeke n Polen. Uedkamente und Lebensmtelpakete von Veutꝰchen 6 Gben- Lebende in polen auz den Weg gebacht, sd Zecchen— zechen gegen das Vehgessen den Opten— Lecchen den EMnne— ung an unehmeßlCches, von Deuts chen zugeßügtes Ledd. Ende Nov. 56 gäng odeden edn solche Tans pot nuch Ma kolo, von Ann u. ffeamann Kecneck beglectet und in hem Bebecn ooteLx. Leaden konnten de Kobten(UM 35. 000,—) noch ncht gedeckt weden. Dce Redakon bctet des hœb m Ma- mon des oks Lundes alte Mtgleden und FMeunde, dcese W bect duch Spenden aus zuzechen.— Konto Sehe 8. 7 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Urmweli statt Geschichte von Hermann Reineck und Herbert Sehring Mite Juni 1987 meldeie die»Frank- furer Rundschau«:»Proteste gegen geplantes Ghemiewerk im Osthafen — Okoinstitut sieht Gefahren sogar fur Of- fenbach«. Dann steht auf einmal der Name da: Degesch— Deutsche Gesellschaft fur Schadlingsbekampfung. Was, die gibt es noch? Aber in dem Anikel findet sich kein Hinweis auf Zyklon B, Auschwz, Gaskam- mern. Wußite es die Zeitung nicht? Hatien vielleich auch die Grunen im ostlichen Sadi- teil keine Ahnung, die wenige Iage spater eine lnſormationsveranstaltung zur Degesch und dem geplanen Chemiewerk durchfuhren? Anderthalbstundige Vortrage uber roten und weißen Phosphor, Brandgefahr, Gifiwolken und die Rechisproblematik bei Einwendun- gen gegen die Firma, gefolgi von einer lebhaſ- ten Diskussion, die Referenien des Oko-Insti- tuis und der anwesende Umwelidezernent der Stadi Ofienbach werden ausfuhrlich befragi. Anschließend verweist jemand kurz auf die nationalsozialistische Vergangenheit der De- gesch. Der Versammlungsleiter verkrampfi zuschends und bekommt einen roien Kopf, die Spezialisten vom Oko·Institui Darmsiadi schen bose aus, als sei etwas Unanstandiges gesag worden. Es gibt keine Rückfragen, die Diskussion ist vorbei, und der Leiter verkun- dei umgehend das Ende der Versammlung. 15 Monate spaier kann jener Abend als typisch gelten. Immer noch wird beim Tnema Degesch eifrig über Chemie gestrit- len, aber zu den Gaskammern der Nazis ge- schwiegen. Tatsachhch waren die Degesch und ihr Zyklon B ja auch in Vergessenheit ge- blieben, wenn sich die Firma nicht durch den Antrag auf Erweiterung ihrer Produktions- anlagen in Frankfurt selbst in Erinnerung ge- bracht hatie. Der Produzent des Giftes, mit dem in Auschwitz zwei Millio- nen Menschen ermordet wur- den, ist dennoch in Verruf gera- ten: Urmwelt-Politiker mußten ſeststellen, daß Zyklon B»öko- logisch unvertröglich« ist Die Degesch wurde 1919 in Frank- furt gegrundet Sie stellie sogenannie Schad- lingsbekampfungsmittel aus der hochgiftigen Blausaure her und gehorie zu je 42,5 Prozent der IG Farben und der Degussa. Die einzel- nen Bestandteile des Zyklon produzierte sie nicht selbst, sondern koordinierte die Her- slellung in verschiedenen chemischen Wer- ken. Vor allem sorgie sie fur den Vertrieb so- wie die Ausbildung von Personal im Umgang mit dem Gas. Durch einen Vertrag mii 1G Far- ben und Degussa wurde die Degesch zum Ver- triebsorgan fur samtliche»Schadlingsbe- kampfungsmittel« aller beteiligien Firmen. Formal zwar eine selbständige Gesellschaft war die Degesch faktisch eine ausgegliederie Gifigas-Spezialabieilung von 16 und Degus- Sa. Auf dem Weltmarkt hatte sie eine mo- nopolartige Siellung inne Mit Beginn des Krieges und der Errichtung riesiger Konzen- trationslager stieg der Bedarf an 2klon enorm an. Zunachst, um die Fleckfieber übertragende Kleiderlaus zu bekampfen, die sich umer Wehrmachtsangehörigen und Ia- gerinsassen ausbreitete. Ein zentraler Ar- beiisausschuß im Nazi-Rustungsministerium war für die Zuteilung des Zyklon zustandig (Ausschußvorsitzender: Degesch-Direkior Dr. Gerhard Peiers). Die Lieferung des Gases erfolgie an den Hauptsanitatspark von Wehr- macht und S8 und auch direkt an die einzel- nen Konzentrationslager. So kam das Gas in die Hande der SS, die ihre Leute von der De- gesch auch zum Vergifien ausbilden ließ. lm Sommer 1941 erhielt der Kom- mandani von Auschwitz, Höß, von Himmler den Beſehl, Auschwitz-Birkenau zum Ver- nichtungslager auszubauen. Auf der Suche nach einem geeigneten Totungsmittel stieß man auf das Zyklon B, mit dem am 3.9.41 die Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. ersien knapp 1.000 äftlinge ermordet wi- den. Nicht nur, weil es ia lager vorhanden war, Sondern noch aus einem anderen Grund ist es alles andere als ein Zufall, daß ein »Schadlingsbekampungsmitiel« zur Men- schenernichtung eingesetzi wurde vln der deuischen Propaganda waren die Juden hau- ſig als Ungezieſer dargestelli worden. Frank und Himmler hatten wiederholt konstatieri, die Juden seien Parasiten, die man wie Unge- zieſer ausrotien müsse— mit der Einführung des Zyklon B in Auschwitz war dieser Gedan- ke Wirklichkeit geworden«(Raul Hilberg, »Die Vernichtung der europäischen Juden«, Berlin 1982). Allein nach Auschwitz lieferte die Degesch 23.000 kg Zyklon. Zwischen 1942 und 1944 wurden damit etwa 2 Millionen Menschen ermordet. Die Verantwortlichen des Unternehmens wußien, daß ihr Gas zur Menschenvernichtung eingeseiz wurde. So ent ſermie die Firma auf Drangen der SS einen der Blausaure sonst beigemischten Geruchs- warnsioff, damit die Totungsrate weiter er- höht werden konnie; oder, wie es der Lager- kommandant von Auschwitz ausdrückte: »Damit die Schweine es nicht riechen kön- hen.« Nicht einmal das ist der Degesch spaler zum Verhangnis geworden, im Gegen- teil: Mach sieben Instanzen zwischen 1949 und 1955 bescheinigte das Landgericht Frankfurt dem ehemaligen Degesch-Chef Pe- ters, er habe mit der Entſernung des Geruchs- warnsioffes den Tod im Gas vhumaner« ma- chen wollen— und sprach ihn frei! Der Ge- schäfisführer und der Prokurist einer ande- ren Vertriebsfirma, die das Degesch-Gas ebenfalls nach Auschwitz geliefert hatten, standen bereits 1946 vor einem nicht mit Landsleuten besetzien Gericht. Von einem englischen Militargericht in Hamburg wur- den sie zum Tode verurteilt und hingerichtet. Als seine Geschäfispariner schon tot waren, widmete sich der obersie vSchad- lingsbekämpfer« des Deutschen Reiches und Zyklon-Konig noch immer seiner Lebensauf- gabe. Im Jahr 1953 bemühie sich Peters um ei- ne Lieferung von»Schädlingsbekämpfungs- mitieln« an das Kriegs- und Innenministeri- um Agyptens— damaliger Kriegsgegner des junzen Fezutes lprnel! in den folgerden Jah- rer beschäftitre Sich Deiers nit Auspuffgasen und stieg zumn Direkior der Essener Firen: »Co-Ex(Monoxyd-Ex) auf. Er erwarb Pa lente im Katalysaior-Bau und wurde für Seine Verdiensie in eine»Bundeskommission zur Bekampfung der Luſtverschmutzung im Ruhrgebiet« beruſen. Vom Mordgehilſen der »Endlosung« zum Umweltschützer! Und lei- se fragt man sich, ob es wohl nordrhein- westfãlische Sozialdemokraten waren, denen er diese Anerkennung verdankt. Wãhrend sich Peters bis 1955 noch mit der Justiz herumschlagen mußte, blieben die Zyklon B-Geschafte für die Himermän- ner und Proſiteure, Degussa und 1G-Farben, ohne Folgen. Zwar standen die IG-Direkto- ren 1548 vor dem inernationalen Militärge- richishof in Nurnberg und ihr Konzern wurde wegen NSVerbrechen aufgelòst. Vom Vor- wurſ des Massenmordes durch Zyklon B wur- den die Angeklagien jedoch freigesprochen. Das Gericht vertrat die Auffassung, die De- gussa sei der eigentliche Drahtzieher der De- gesch und des Zyklon-Geschäftes gewesen. Zu einer Anklage gegen die Degussa ist es aber nie gekommen. Flexibel, wie das wesideutsche Kapi- tal, das sich den Verhãlinissen nach 1945 an- paßie und Statt auf der ſaschistischen nun auf der parlamentarisch-demokratischen Klavia- tur Spielie, zeigie sich auch die Degesch. Den IG Farben-Anteil übernahm das alte Fami- lienmitglied Bayer AG, und das Verhältnis zur unbehelligten Degussa wurde immer en- ger. Auf dem Degussa-Gelände in Hanau- Wolſgang— in unmittelbarer Nachbarschaft zu den wesideutschen Plutonium- und Uran- Proiekten— begann die Degesch mit dem Neuauſpau der im Krieg zerstorien Produk- tionsnlagen. Unrer den Fittichen der Degus- sa wurde die Degesch schnell wieder das, was sie seit den zwanziger Jahren immer gewesen war: einer der weligrößten Hersteller von »Schadlingsbekämpfungsmittelna. lhrer Muttergesellschaft und anderen einschlag. gen Vorbildern folgend, gründete sie schieß- lich auch Niederlassungen und Produktions- stätten im Ausland: freilich nicht irgendwo, sondern 2. R in Chile und Südafrika. So reibungslos und normal verlief Lagergemeinschaft Auschwitz- F̃reundeskreis der Auschwitzer e. V. 19 die ganze Emwicklung, daß nicht nur der ↄhe Fumenname beibehalten werden konme, sondern auch das ahe Firrmenprodukt weiter hergesiellt und im Ausland auch umer seinern alen Namen verkauft wurde: Zyklon. Für die BRD hat es den unbelasteten Namen Cyano- sil erhalten. Und weil es hierzulande vor al- lem korrekt und ordentlich zugeht, wird das Tatwerkzeug der vEndlòsung« im»Pflanzen- schutzmittelverzeichnis der biologischen Bundesanstalt für Land und Forstwirt- schaft« geführt und darf zur»Begasung warmblütiger Vorraisschãdlinge« eingesetzt werden. Michts Schien darauf hinzudeuten, daß die Degesch einmal von ihrer Vergangen- heit eingeholt werden würde, als Anfang 1986 etwas merkwürdiges passierie. Gleichzeitig verkauften Degussa und Bayer A6 ihre De- gesch-Anteile, und die Degussa kündigte den Pachtvertrag für das Hanauer Gelande. Das abrupie Ende einer mehr als ein halbes Jahrhundert währenden Pariner- Schaft wird erst bei nzherem Hinsehen plausi- bel. 1985 war das Jahr, als Flick Kasse machie und seine Anteile an die Deuitsche Bank ver- kaufte. Inſolgedessen wurden gegen dieses Prachtstũck westdeuischer Wirischafis- macht Emschadigungsforderungen für die Ausbeutung von Zwangsarbeitern während der Nazizeit erhoben. Die Summe, die Flick schließlich der»Claims Conference« zahlte, wird die Deutsche Bank der Poriokasse eni- nommen haben. Das eigentliche Argernis aber waren die Schlagzeilen: denn man blickt im Deutschland der 80er Jahre in die Zukunft und mochie endlich mit dem»Kram« von da- mals in Ruhe gelassen werden. Der»unange- nehme« Zwischenfall konme die Spitzen deutscher Industrieunternehmen veranlaßt haben, ihre Beieiligungen einmal durchzuse- hen und zu bereinigen. Dabei sind und Bayer AG— letztere schon in Vorbereitung ihrer 125jähri- gen Geburistagsſeier— auf die Degesch gestoßen. Die Trennung erfolgte im Frühjahr 1986 und wird nicht allzu schwer geſallen sein. Für die beiden Großkonzer- ne ist die Degesch ein kleiner Fisch, der aber einmal einen gro- Ben Gestank verursachen könnie. Wie dem auch sei: Als die De- gesch wegen des von der Degussa erzwungenen Abschieds àus I* nau ihre Frankfurter Mederls- sung ausbauen wolhe, geri:t sie in die Schlagzeilen. Nicht nur Umwelt- Schützer reagieren, sondern auch ein Teil der antifaschisti- schen Szene aus Frankfurn und Umgebung. Eine lInitiative be- mühie sich, die Offentlichkeit über die Degesch-Vergangenheit zu informieren und forderie eine Stillegung der Firma. Um Siel- lungnahmen gebeten, reagierte eine Reihe von Organisationen und Personen emport und proie- stierte gegen die forndauernde Existenz des Zyklon B-Herstellers. Diese Re- aktionen konmen jedoch nicht darüber hin- wegtäuschen, daß der größte Peil der ange- sprochenen Oſfſentlichkeit, vor allem in Frankfurt selber, Schweigend oder sogar oſ- ſen ablehnend reagierte. Als das Land Hessen 2. B. im Oktober 87 den Melternährungstag« der UNO-Organisation F0 ausrichteie und auch die Degesch dazu einlud, wurden die Veranstalier und Teilnehmer von der Initiati- ve darauf hingewiesen und um ihre Meinung gebeien. Einzig die internationale Studemen- organisation World University Servicea ver- sicherie, sie wäre nicht gekommen, wenn sie vorher von der Degesch erfahren hätte, und bat um weiteres Inſormationsmaterial. Sympiomatisch für die übrigen Reaktionen war ein Brief der»Deutschen Welthungerhil- fe«(Schirmherr: Bundespräsident Richard von Weizsacker), in dem es u. a. heißt: Da es heuie glücklicherweise keine Sippenhaft mehr gibt, sollie man auch einem Unterneh- men zugestehen, die Vergangenheit bewaltigt zu haben, wie dies bei anderen deutschen In- dustrieuniernehmen geschehen ist.« Sehen wir über den Versuch hinweg. einen versteckten NSVorwurf an die Kritiker zurückzugeben(vSippenhaftd), denn das Thema eignet sich nicht für gewöhnliches Po liigeplankel. Wer so reagieri, hat nicht begri ſen, daß es für Zyklon B keine Vergange heitsbewultigung geben kann. Wir werden s ihnen nicht erklären. Während die okologischen Beden- ken gegen die Degesch in der Folgezeit ver- hälinismäßig ausführlich eröriert wurden. 20 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. prallien die Antifaschisten mit ihren Recher- chen und der Forderung nach einer Schlie- Bung der Firma an einer stillen, aber umso wirkungsvolleren großen Koalition ab. Die »Frankfurter Rundschau« referierte die Ar- gumenie der Okologen vollstandig— über die der Degesch-Initiative verlor sie kein Wori. Was am Anfang noch ein Verdacht war, wurde zunehmend zur Gewißheit: Die Okologie isi das Ersatzthema, das behandelt wird, um nicht über die Vergangenheit spre- chen zu müssen. Niemand hat dies so deutlich vorgeführt, wie die Frank furter Grünen selbst. Die real- politisch orientierte Mehrheit ihrer Römer- Fraktion forderte in einem Antrag an die Stadt:»Der Magistrat entwickelt in Verbin- dung mit der Wirtschaftsforderungsgesell- schaft Vorschläge für eine Produktkonver- sion der Fa. Degesch und unterstützt diese bei der Umsetzung.« Begründung:»Ange- sichts der okologischen Unvertraglichkeit und Sinnlosigkeit der Produkte und Produk- tion sowie der NS-Vergangenheit der Firma Degesch ist hier die einmalige Voraussetzung für ein Modellprojekt gegeben: von ökolo- gisch unverräglicher zur verträglichen Pro- duktion überzugehen.« Tausche NS-Vergan- genheit gegen ökologisch sinnvolle Produk- tion— die Okologie entpuppt sich als Vehi- kel gruner Versohnungswünsche. Aus einer der Skrupellosesten Fraktionen des Kapitals, den Auschwitz-Gewinnlern, macht man mit staatlicher Hilfe Hersteller von Oko-Pro- dukten— und die Welt ist wieder in Ord- nung. Es ist kein Zufall, daß eine ökologi- stische Denkweise zu derart absurden»Mo- dellprojekten« gelangt. Denn im Mittel- punkt grüner Ideologie Steht die ahistorische Sicht des Produkts, der Natur, der Technik usw. und nicht der Mensch und die von ihm zu veramwortenden gesellschaftlichen Ver- hältnisse. Nicht etwa, weil in diesem Land »Schadlingsbekampfung« einmal Men- schenvernichtung bedeutete, war und ist man gegen die Degesch. sondern weil deren Gifte okologisch unverträglich sind. Nicht die Normalitat, mit der eine solche Firma hier und heute existiert, ist erschreckend und be- drohlich, sondern der Phosphorwasserstoff und andere Chemikalien, die die Firma emit- tieren könnte. Die Katastrophe der Degesch ist, folgt man den Okologen, nicht etwa schon passiert. Ssondern Steht in Gestalt eines denkbaren»Bhopals am Maind erst noch be- vor. Es ist kein Zufall, daß ausgerechnet grüne Realpolitiker schrieben:»Die heutige Firma Degesch produziert unter dem Mamen eines Unternehmens, mit dessen Produkten im NS Millionen von Menschen planvoll und grausam umgebracht wurden.« Und damit es auch jeder versteht, wird an anderer Stelle betont:»Daß eine gleichnamige Firma De- gesch in dieser martkwirischaftlich orientier- ten, freiheitlichen Gesellschaft« ungestöòn produzieren könne, sei»bitter« und»be- schämenda. Angestrengt wird die Unter- scheidung 2wischen einer bösen und einer gu- ten Degesch, einer bösen und einer guten deutschen Geschichte bemüht. Kontinuita- ten gibt es nicht. Begünstigt werden solche Vorstellungen dadurch, daß sich die Mehr- heit der westdeutschen Bevölkerung nur noch durch Figuren wie Barbie, Demjanuk oder Malloth an Nazi-Verbrechen erinnern laßt. Aber nicht nur Schlachter, Erzte, Richter, Politiker und Generale stehen in die- sem Land für Kontinuitat, auch das sozusa- gen materiell gewordene Verbrechen, der Reichtum, bezeugt sie. Das Beispiel der De- gesch macht klar, daß diese Kontinuitãt nicht einmal an Personen gebunden ist. Aus dem Zyklon-König Peters wird ein vUmwelt- schützer«, und die Degesch wird von Leuten geleitet, die in den sechziger Jahren Chemie studiert haben. Und doch ist die bloße Exi- stenz der Firma schreiendes Unrecht. Ein Unrecht, das allerdings von keinem Paragra- phen des Strafgesetzbuches geahndet wird. Die Degesch profitiert von einer Generalam- nestie für das Kapital, und sie pro fitier von der Amnesie gerade auch einer liberalen, grü- nen und vermeintlich kritischen Offentlich- keit, die häufig auf»Betroffenheit« pocht. a ber vom Nationalsozialismus als einer Form kapitalistischer Gesellschaften genausowe- nig wissen will wie von der Tatsache, daß ein Großteil des bundesrepublikanischen Reich- tums aus der Planung und Durchführung gi- gantischer Verbrechen stammt. Degesch— vorlaufig letzter Akt: Mitte Juni 1988 erklärt die Firma den Ver- zicht auf ihre Erweiterungspläne und kün- digt an, den Standort Frank furt aufgeben 2u wollen. Die Produktion soll in verschiede=e Lagergemeinschalt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Zweigwerke nach Laudenbach(Odenwald), in die USA und nach Chile verlegt werden. Als Grund gibt die Firma»chemiefeindliche Stromungen« an, die NeuInvestionen im Frankfurter Raum unmoglich machten; un- ter anderem beklagt sie die Verschleppung ih- res Antrages durch die Stadt Frankfurt. Am Ende eines dies bezuglichen Berichts der »„Frankfurter Rundschau heißt es dazu, der Degesch sei»u. a. vorgehalten worden, dem NS-Regime das Blausaure-Gas Zyklon B'* fur die Todeslager geliefer zu haben«. Umer anderem, ferner lefen, nebenbei bemerkt... Abgesehen davon, daß man von Hoechst bis Wallmann uber die»chemie- feindliche Stromung« herzlich gelacht haben durſte— die Firma und ihre großen Frank- furter Paten brauchen die lange genossene Anonymitat und fürchten die Schlagzeilen, ja sogar die beilaufigen Anmerkungen»un- ler anderem«. Obwohl sogar die Mehrheit ih- rer Gegner bemuht war, die Degesch vor sch selbst und ihrer Geschichte in Schutz zu neh- men, hat sie es vorgezogen, hier einen Schritt zuruck zu machen. Der Unterschied zwi- schen den Antifaschisten und den Realöko- logen aber ist der, daß die einen diesen Pro- zeß begriffen und ein wenig beschleunigt ha- ben. Die anderen haben nichts gerafft und eher blockiert. Wahrend die»chemiefeindli- che Stromung« jetzt vielleicht zufrieden ge- Stellt ist, Sollten die anderen überlegen, wie es weitergeht; denn die Degesch gibt es immer noch— und nicht nur sie. aus: Konkret, H. 70, Oktober 1988, 8. 30—32. MOMAVLCAMEMR LREPE PUNKI ſ — Donnerstag um 20 Uhr Fankfurt MWartin- NjemöerHUs Funckstraße 14 Kohwaldsedſng 21 22 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. EvakKuerung und Die Deportsation der Wohnsitzver1egun deutSchenm Jucden 'nsch dem Osten“ und nsch Theresienstadt Ein AbriB von Verner Renz Inhaltsverzeichnis Jackel/J. Rohwer: Der Mord an den Juden im Zeiten Veltkrieg. Stuttgart 1.*Anstelle der Auswanderung...* S S 2. Lodz 3. Minsk Das vom Bundesarchtv in Koblenz und 4. KOmno vom Internationalen Suchdienst des 5. Rige Roten Kreuzes in Arolsen bearbeitete 6. Varschau Gedenkbuch' enthält die Namen von 7. Distrikt Lublin insgesamt 128 091 Opfern der Ver- 8. Theres ienstadt tolgung der Juden, die aus Berlin und o. Vernichtungs lager den Landern der heutigen Bundesrepu- O.1 Chelmno blik Deutschland stannen oder dort 9.2 Belzec gelebt haben“(Cedenkbuch. Opfer der 9.3 Sobi bor herfolgung der Juden unter der 9.4 Treblinka nationa ISczialistischen Cewaltherr- 9.5 Majdanek Schaft in Deutschland 1933—1945 9.6 Auschwitz 1.»Anstelle der Auswanderung.. Laut Korherr-Bericht vom 19.4. 1943 Mürnb. Dok. NO-5193) lebten am 1.4.1943 noch 31 910 Juden im A11t- reich'.»Unter diesen 31 910 Juden leben über die Halfte, nämlich 16 668 in Mischehe, davon 12 117 in privilegierter und 4 551 in nicht privilegierter Mischehe. Bis zum 1.1.1943 varen Korherr 2u- folge(ericht von 23 3.1943; Fürnb. Dok. MO-5194) 100 516 Juden aus dem Altreich'— so die Sprachregelung— abgevandert bzw. evakutert vorden. Korherr konstatiert: Die Evakuierung der Juden 1öste, venigstens inm Reichsgebiet, die Ausuanderung der Juden ab. Sie vurde selt den Verbot der jödischen Auswanderung ab Herbst 1941 im großen Stile vorbereitet und im Jahre 1942 1m gesanten Reichsge- biet veitgehend durchgeführt.“ Etwa 135 000 Deutsche jüdischen Glaubens„urden von den Deutschen ermordet Wolfgang Scheffler, in: E Koblenz 1986, Bd. 2, S. 1746). Btva 110 000 deutsche Juden vurden nach dem OSten' evakuiert' oder mußten ihren Vohnsitz“ nach There- Sienstadt'ver legen“ Vor den MLtte Oktober 1941 beginnen- den Deportationen nach dem Osten gab es bereits drei begrenzte Ver- treibungsaktionen: — Die Abschiebung von etwa 15 000 Juden polnischer Staatsangehör1g- keit Ende Oktober 1938 über dte deutsch- polnische Grenze bei Bentschen Ebaszyn) — Die Deportation von 1 000 Stetti- und 160 Schneidendhler Juden ner a 12 2 nd Gluskt und Ptaskt in Distrikt Lub11n — Die Deportation von 6 500 Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saar- gebiet an 22 10.1940 in den unbe- Setzten Teil Frankreichs, v0 sie vor allem 1m Internierungs lager Gurs in den Pyrensen festgehalten vurden. Als cöring am 317.1941 Gürnb. Dok. pS-710; 1n: IMT, Bd. IIVI, 8. 2667.) Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Heydrich deauftragte,»alle erforder- 1ichen Vorbereitungen in organisato- rischer, Sachlicher und naterieller Hinsicht zu treffen für eine Gesamt- losung der Judenfrage im deutschen Einflusgebiet in Furopa“, und Hey- drich weiter aufforderte, Ihm»in Bälde einen 6Gesantentwurf üder die arantstor 1Schen. Sacn11chen und mater 1ellen Vorausmnaßnahmen zur Durchführung der angestrebten End ö- sung der Judenfrage vorzulegen“, var die Entscheidung über das Schicksa! der europaischen Juden gefa1len. Die in Frühsommer 1941 aufgestellten Einsatzgruppen der Sicherheitspoli- zei und des SD begannen nach dem an 22 6.1941 erfolgten öberfall auf die Sowjetunion mäit der Liquidation der baltischen, ostpolnischen, sSoieti- Schen und galizischen Juden; im Reichsgau Vartheland nahe Lodz be- gann in Herbst die Errichtung des Gaswagenlagers Chelnno; Odilo 610— boonik erbaute zur selben Zeit im Rahmen der von ihm geleiteten Akti- on Reinhard' das Vernichtungs lager Belzec; der Konmandant von Ausch- vitz, Rudolf Hos, in Befolgung des ihm von Himmler erteilten Befehls, in Auschttz ein Vernichtungszentrum vorzubereiten, nachte sich daran, ein geeignetes Tötungsnittel für die be- fohlene Massenvernichtung der Juden zu finden. Zwei Befehle des Chefs der Ordnungs- polizei, Kurt Daluege, ordneten die Deportation der deutschen Juden an: der Befehl vom 14.10.1541 ürnb. Dok. PS- 3914) und der Befehl vom 24.10.1941(Nürnb. Dok. PS- 3921, in: Der erste Transport nit 1 013 Juden ver1ieß an 18.10.1941 Berlän und ging in das Ghetto von Lodz. Dieses var nur eine Verlegenhettslosung. Da noch keine Vernichtungseinrichtungen vor- handen varen, das Reich aber auf Be- fehl des Föhrers unbedingt juden- frei“ genacht verden nußte, pferchten die deutschen Endloser die Depor- tierten in das überfül1te Ghetto. Mit neun Transporten kanen über 9 000 deutsche Juden nach Lodz. Seit anfang November 1941, genaß Da lueges zweiten Befehl, varen Minek und Rige (bzw. Kowno) Zielorte der Deportati- onszuge. In dem Befehl von Daluege heigt es: 6e e Dezenber 1941 verden durch die Si- cherheitspolizei aus dem Altreich, der Ostmark und den Protektorat Böh- men und Mähren 50 000 Juden nach dem Osten in die Gegend um Riga und um Minsk abgeschoben. Die Aussied- lungen erfolgen 1n Transportzugen der Reichsbahn zu je 1 000 Personen. Die Transportzuge verden in Berlin, Hanburg, Hannover, Dortmund, Münster, DüsSseldorf, Koln, Frankfurt/M., Kas- Ssel, Stuttgart, JVürnberg, München, Vien, Breslau, Prag und Brünn 2u— Sammengestellt.“ Die nach Minsk, Kono und Riga Aus- ges iedelten“ vurden entweder sogleich nach ihrer Ankunft erschossen oder aber in die als Durchgangsstation GAuswetchmöglichkeiten“) betrach- teten Ghettos von Minsk und Riga bzw in nahegelegene Arbeits lager ge- trieben. Die Heydrich von 6Göring erteilte VolImacht stattete den Chef der Si- cherheitSpolizei und des SD nit den notigen Kompetenzen aus, die End15- Sung der Judenfrage' in angriff 2zu nehmen. Vunmehr galt es, alle erfor- derlichen»Zentralinstanzen“ in den Vernichtungsprozes miteinzubeziehen und nach LösungSmoglichkeiten“ 2u Suchen. In etlnem Brief vom 29.11.1941, u.a. an Martin Luther, Unterstaatssekre- tar im Auswärtigen Ant, 1ud Heydrich zu einer Besprechung am 9.12.1941 eln. FS ging darum, in einer»Aus- SPrache“ eine gleiche»AuffasSung bei den in Betracht komnenden Zentralin- Stanzen an den übrigen mit dieser Endlõsung zusamnenhängenden Arbei- ten“ Mürnb. Dok. N6-2586) zu errei- chen. 23 24 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Die Endlösungskonferenz“„urde vom 9.12.1941 auf den 20.1.1942 verscho- ben und fand in der Dienststelle der Internationalen Krininalpolizeilichen KommisSion, Berlin, àm 6Grogen Vann- See 56/58, sStatt. Vertreter verschie- dener Ministerien, der Partei- Kanzlei, der Reichskanzlei, des RSHA, des Generalgouverneurs, der Sipo und des SD waren erschienen. Die schon langst begonnene»Evakuie- nung der Juden nach dem OsSten“ Wannsee- Protokoll, Nürnb. Dok. N6— 2566 6) aus dem 6Crogdeutschen Reich galt es»in zuge“ der»End- LlöSung der europaischen Judenfrage“ auf'rund 11 Miionen Juden“ auszu- veiten. Die Juden— So die Tarnsprea- che des Protokolls— sSollten im OSten zum Arbeitseinsatz kommen“, die varbeitsfähigen Juden straßen- bauend“ in die eroberten OsStgebiete geführt verden; öber lebende des ge- planten Arbeitseinsatzes— von den Arbeitsunfähigen ist inm Protoko11 gar nicht nehr die Rede— so11ten entSprechend behandelt“ verden. Juden im Alter von über 65 Jahren C..), SchwerkriegSbeschadigte Juden und Juden mt Kriegsauszeichnungen EK 1)* so11ten in ein*Altersghetto“ öberstellt,»*in Kriegswichtigen Be- trieben 1m Arbeitseinsatz stehende Juden C..., solange noch kein ErsSatz zur Verfügung steht“, nicht evakuiert verden. Die Vannsee- Konferenz diente nurmehr der Festlegung der»6rundlinie C... der praktischen Durchführung der Endlosung der Judenfrage“ Qeydrich am 26.1.1942 an Luther) unter Betei- L1igung der mitzustandigen und mithin mitverantvortlichen deutschen Dienststellen. Der Föhrerbefehl“ zum Vernichtung der europaisSchen Juden var bereits im Sommer 1941 gegeben vorden, die Mordmaschinerie mußte nun alle Juden im deutschen Finflußgebiet erfassen. 2. Lodz Das erste Deportationsziel nicht nur sondern auch für Juden für die deutschen, die österreichischen und die aus dem Protektorat' var das 6Ghetto Lodz, in der Sprache der Hazis, die veite Teile Vestpolens den Deutschen Reich eingegläedert hatten, Litz- mannsStadt geheißen. Das im Reichsgau Vartheland im Früh- jahr 1940 errichtete Ghetto Lodz var Zielort von neun Transporten aus dem Reich mnit etwe 9 300 deutschen Juden 18.10.1941, Berlin; 19.10.1941, Frankfurt/M.; 21.10.1941, Koln; 24.10. 1941, Berlin; 25 10.19041, Hanburg; 27.10.1941, Döüsseldorf; 27.10.1941, Benin 29 10 1 Berlin). Die Deportierten,»in der Mehrzahl ältere Frauen und Männer“, vie es in dem Erfahrungsbericht“' von 13.11. 1941 heist Gn: Dokumenty 1 Ma terialy. Bd. 3. Gettòo Lodzkie. Hg. v. Artur Fisenbach. Varszawa, Lodz. Krakow 1946, S. 203), durften 50 kg Gepack und 100 RM mit sich führen. Das 6eld mußten sie freilich sogleich nach Lhrer ankunft abliefern. Minuzi- ös vermerkte der Leiter der Chetto- verwaltung in einen Schreiben an die Lodzer Gestapo, daßs die»Ghettover- „altung von den in Oktober und No- venber 1941 eingesiedelten Juden aus Berlin(4 Transporte) insgesamt RM 413.547.80 öbernomnen hat“ Gn: FaschisSnuS- Cetto- Massenmord. Do kumentation öber Ausrottung und Vi- ders tand der Joden in Folen vahrend des Zeiten Veltkrieges. Hg„ Judischen Historischen Institut Varschau. Berlin 1960, S. 398. Das Ghetto hatte zu venig Raum für die Neuankommlinge, und die 6Gestapo begann deshalb im Januar 1942 danit, nichtarbeitsfahige Juden aus denm uberfülLten Ghetto auszus iedeln'. Laut dem Lagebericht' der 6estapo Lodz vom 9 6.1942 wurden seit dem 16.1.1942 insgesamt 44 192 polnische Juden»ausges iedelt“ F6M, 8S. 2860, d.h., man brachte sie nach Chelmno, „0 Sett dem 8. Dezember 1941 Juden 1n Gaswegen ernordet vurden. Dassel- be Schicksal viderfuhr den'einges ie- delten“ Juden. In den Lagebericht“ 18t veiter zu 1esen:»Von den aus dem altreich, der Ostnark und dem Pro- tektorat Böhmen und Mahren im Okto- ber 1941 1n das hiesige Ghetto ein- Lagergemelnschalt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 25 geniesenen 10 848 Juden vurden 10 003 eakuert(F6M, 8. 2860— evakuiert' nach Chelmno, 0 sie in den Caswagen des Sonderkommandos Lange bzw. Bothnann erstickten. Ver der Vernichtung durch 6as ent-— ging, verhungerte im 6Chetto. à11ein 1042 starben nach Angaben der jüdi- schen Zelbstverwaltung 18 154 Insas- sen an Hunger und Krankheiten(nach Cæesla Pilichoski: Es Fibt Feine herhrung. Varszawa 1980, 8. 107). Im August/September 1944 vurde das Lodzer 6Chetto'verlagert', dh. die verbliebenen Insassen, etws 70 000, deportierten die Henker nach Auschwitz. Das Kalendarium' von Danute Czech verzeichnet 15 Transporte mit Lodzer Juden. Aus diesen 15 Transporten kanen gerade 2 636 Juden ins Lager Mefte von Auschwtz, H. 8, 1964, 8. 58-65). 3. Minsk Das öberfüllte und zudem noch auf Reichsgebiet gelegene 6Ghetto von Lodz var nach Auffassung der deut- schen Endloser kein geeignetes 2iel der FEvakuierungstransporte' aus dem RKeich. Im Novenber 1941 gängen fünf Transporte nit 4 897 deutschen Juden nach MinSk 8.11.1941, Hamburg; 018 i Frankfurt/M.; 14 111941, Ber1in; 18.11.1941, Bremen/Hamburg). Im Som- mer 1942 gab es noch veitere Trans- Pporte. Die Fvakuierten“ pferchte die 88 in das Ghetto von Minsk, das im Juli 1941 eingerichtet„orden var. Um Platz für die Juden aus dem Reich zu Schaffen, varen in der Zeit von 7. bis zum 11. Hovember 1941 etwe 6 000 russiche Juden 1iquidiert vor- den. öber die furchtbaren Lebens bedingun- gen berichten Heinz Rosenberg Giam- burger Transport) in Jahre des Schreckens(Göttingen 1985) und Kar!1 Loewenstein(Ber1iner Transport) in Mnsk. Im Tager der deutschen Juden Gonn 1961). Auf einen 6hettoinsas- sen entfielen 1,4m Vohnfläche, die Hauser hatten Neder Licht noch Vas- Ser, Betten varen nicht vorhanden. öber die Verpflegung schreibt Loe- „enstein:»Für das gesamte Lager varen bis zun April 1842(... nur zwei Küchen vorhanden(... Das Ko- chen“ der»Suppen stieß insofern auf Schwierigkeiten, als für 7 300 Per- Ssonen“, Juden aus dem Reich, aus oSterreich und dem FProtektorat“, nur zuei Vaschkessel zur Verfugung Standen. ES gab nittags pro Kopf 300 Gramm Vasser, in dem fünf Granm Buchweizen pro Person gekocht vur- den. Fett gab es nicht. Salz monate- lang nicht. AlS veitere Nahrung er- hielten vir taglich 150 Gramm Brot.“ (Loewenstein, S. 22; siehe auch Ro- Senberg, 8S. 280 Ende Juli 1942 wurden— sofern sSie nicht vahrend des strengen Vinters an Hunger, Krankheiten oder vor Käl- te gestorben bzw. dem alltäglichen Terror der 8SS und ihrer Helfershe- fer zum Opfer gefallen varen— die meisten deutschen Juden, zusammen mit österreichischen, tschechischen und einheinischen Juden, 11quidiert. In einenm Bericht des Generalkommis- Sars für Veigruthenien, ViLhelm Kube, vom 31.7.1942 Mürnb. Dok. PS- 3428, W e es:»In Minsk-Stadt sind am 28. und 29. Jult rund 10 000 Juden 1iquidiert vorden, davon 6 500 russische Juden — überwiegend Alte, Frauen und Kin- der— der Rest bestand aus nicht einsatzfahigen Juden, die überwiegend aus Vien, Brünn, Bremen und Ber1in im November des v.J. nach Minsk auf den Befehl des Führers geschickt venden sind(eb. S 80 öber diese Aktion' steht im Tätig- keitSbericht' der 6Gruppe 4rlt d. Kompanie des Batailons der Vaffen- bis 27 7. werden neue Gruben ausge- hoben. àm 28.7. 6GroBaktion im Mins- ker russ. Ghetto. 6 000 Juden verden zur Grube gebracht. Am 29.7. 3 000 deutsche Juden verden zur Grube ge- bracht.“(n: Unsere Fhre heist Treue. Vien, Zürich, Frankfurt/M. 1965, 8. 242) 26 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Lapidar heißt es sodann im Bericht Kubes an Lohse:*In Minsk-Stadt sind 2 600 Juden aus Deutschland übri Se 281) 18 8S. Die S8 Setzte auch 6asvagen zur Ver- nichtung der Juden ein. Soohl Rosenberg(a a.O., S. 36, 49) als auch Loewenstein 0 e richten daruber. das den 000 Septenber/Oktober 1943„urde Minsker Ghetto 1iquidiert. Von etwa 6 500 Insassen„urden 4 erschosSen oder vergast. Das Gedenkbuch' gibt die Zahl von 10 674 deutsSchen Juden an, die nach- veislich— einige Tausend über die Durchgangsstation Theresienstadt— nach Minsk evakuiert' vurden und dort durch die Hand der Möorder uns Leben kamen. Etwa zehn Deportierte haben die Vernichtung überlebt. Fortsetzong im MtteiLungsblatt 15 ZMEI MICHTI6E BUCEHINMEISE Die Auschwitz-Hefte Sche und medizinische Aspekte des Lebens Und Sterbens in Auschwitz. (Hamburger Dokumente) 657 Seiten. Gebunden. 2 Bände im Schuber ZUS. DM 168.— SBN3-407 85501 teanger Arbeſt das Erleben. Ubereben und Sterben im Konzentrationsſager Auschwitz dokmentiert hat. Es ist die um- Die Bände versammeln Texte einer polnischen Arztegruppe. die in jahrzenn- Das in en efien on oschit( 2 ff.) erschienene, von Donota Czech erarbeitete fassende und tefgreitende Darstelung ſexte der polnischen Zeitschrift»Prze- dieses Vernicptungslagers, die auf Erin- qlad Lekars« Uber historische, psychi- nerungsarbet und wssenschaftlcher Durchcrinqung geichermaßen aufpaut. Die vorgestelten Beitrage unterschet- den sch von alen vorlegenden Veröf- fentichungen Uber die Konzentrationsſa- ger dadurch, daß systematsche Umfra- gen unter ehemalgen polnischen Haft- ingen aufgenommen wurden. Einige der ſnemen: Voraussetzungen für das Uber- Kinder in Auschwitz, de Funktonshäftlinge, Experimente an Menschen,. pathoogie des Hungers, ſäume der Bafthinge, Lagersprache, die Befreiung. eben, das Fy9ene-nstitut, Kolendarium der Ereignisse im Konzentrat ions- Lager Aoschwi tz-Birkenao' vird im Fröhjahr 1989 in einer neben Ubersetzong im Rowohlt Ver1ag Reinbek b. Homborg erscheinen. — — Lagergemelnschalt Auschwitz-Freundeskrels der Auschwitzer e. V. A D R E 8 8 ENXND E RU N 6 BLtte tetlen S1e uns bei Vohnungsve ch- se1 Thre NEUE AMSCHRTLFT mtt⸗ VT haben bet unseren 1Letzten Aussen- dungen etva 50— 60 Retouren mit dem vermerk unbekannt Verzogen von der Post erhatten. Due Nachforschungen nach der neuen An- schrft sind sehr Zett- und Ge 1daufwen- dig, dazu metst erfolgLos⸗ Stcher s1nd Ste an unserer veiteren Ar- beit 1nteresstert, aber v1e so11en vir s41e 1nformieren, venn„27 Für das Sekretartat: Hermann Reineck TMpRESSUM Heraosgeber:»Lagergeneinschaft aoschtz/ ßrebndeskreis der Roschtzer e.V.* Verentwort1ich: Rodolf Dohrmann, Sekretsriat, Fonckstr. 18, 6000 Frankfort /. 90, Tel. 069/771017 Redakt Lon: Heike Doi11. Martanne Groß, erner Renz, Klaus heimann Titelseite: Die Marborger Synsgoge em 9. /10. NMov. 1938 S r bätten at1e Mi tg1ieder und Freunde, bei Einzahlungen von Spenden, Mi tg1eds— veitrRgen etc, auf den bereTsungsfor- an NAMEN und ADRESSE anzüugeben. Vir erhalten sehr oft Einzah- d sind daher Lungen ohne dtese Angaben un nLcht 1n der Lage Thnen e1ne Spendenbe- scheini gung zu übersenden⸗ Für die Kassenverwaltung: 26 Lagergemelnschalt Auschwitz-Freundeskrels der Auschwitzer e. V. Mitgliederversummlung VorsStand der La 5.10 S Mitgliederver- 1eider Freundeskreis 1ud zum nungsgemaß zu einer Sammlung ein die Schlusunfähigkcit nicht stattfinden konnte. Eine veitere Versannlung „urde zum 29.10.88 vereinbart; dies- mal erschienen 35 Mitglieder, die dann 1t. 8 8 D der Statuten beschluB- fahig varen. „egen Be— Nachfolgend zur Infornation der Be- richt des Vorstandes, der von R. Reineck vorgetragen vurde. Erganzun- gen von R. Dohrmann, die Ergebnisse der VorsStandswahlen scowie sich dar- aus ergebende mogliche Konsequenzen Sind auszugsSweise den sich anschlie- Senden VersSammlungsprotokol] zu ent- nehmen. 1. Vorstandsbericht Zeitraum 1987 bis jetzt: Die großten Aktivitaten der Lagerge- meinschaft wurden vahrend des evan- geliSchen Kirchentages(etwe 400 0( Lene 21.06.1987) erreicht. Die Lagergeneinschaft hatte dazu 12 polnische ehenalige Haftlinge des Kæ- Auschwitz eingeladen. Carunter: Smolen, Direktor des Museum AuSchwitz, J. Ludvig, Schatzmeister des IAK.) Ebenfalls eingeladen: Prof. adam Szymusik, Vorsitzender von*To- varzySto Opieki nad Osviecimiem“. Kußerdem varen eingeladen der rus- siSche Frzbischof Jermann, R. Kase- kara, Schriftstellerin aus Moskau, L. IStjagin, Mitglied der Akademie der Vissenschaften in Moskau. kus ISrael kamen V. Kriegel an velcher der SS- Arzt Mengele Versoche vorgenommen hatte und noch ein ehe- maliges Opfer der Hazis. zur Eröffnung erstellten vir große Ausstellung nmit den »Menschen in Auschwitz“. Viele Vortrage und DiSkusionen, an denen viele hunderte Menschen nahnen, fanden statt tei1— AnschIieß en„in Sinem 2 2 der Schweiz ein. Zum einen zur Zrholung. zum anderen aber auch zu einer Nach- deardeitung der Tage in Frankfur/M. Im Jahre 087 fahrt mit dem mi 6rcgteil Menschen. vurde aine Studien- Schwerpunkt Auschwtz iInehmern durchgerührt. Der der Teilnehmer„aren junge Vir glauben, das gerade die Ardeit nit jungen Menschen der BRD der „ichtigste Teil unserer Arbeit sein nus. So vear es nöglich, durch die Ver- Zügungsstellung von DM 20.000— des Verteraukreises 4 Schulklassen nach AuSchwitz zu führen. Auch die Stadt 6Gießen/. fuhr n1t ca. 120 Schülerinnen und Schülern nach Auschwitz. A1le Fahrten„urden durch die La- gergemeinschaft Auschwitz vorberei- net, auf der Reise detreut und nach der hückkenhr die Findrücke zeiter verarbeitet. Sbensoiche Reisen nit Jugendgrup- den-Leitern urden nit unserer Hi1fe vom Fess. Jugendring und vom Stadt- zugendring Viesbaden unternomnen. Bei den Fahrten nach Polen arbei- ten„ir auch eng mit Akticn Sühne- zetchen“ zuSammen und finden grose Unrerstützung durch dieselbe. Im November 1987 beteiligten vir uns an dem grosen Mahngang anlas1ich der hogromnacht in Giesen/L. In Nordhorn und Schüttdorf vurden von uns Ton- Dias gezeigt und in Vor- trägen und Diskussiconen etua 400 herSonen angesprochen und aufgeru- ten, in der Arbeit der Aufarbeitung der NS- und zu verden. ahnliche Veranstaltungen fanden in Dachau, Stuttgart, Jeuengamme statt. KZ- Vergangenheit akti? Fin»Antifaschistisches Zündnis“. in elchem Nir matgablich mitarbeiten. veranstaltete in der Stadthalle Lagergemelnschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. In Reinbeck Gamburg) beteiligten vir uns an einer Veranstaltung zun Untkriegstag— 1 09.— Bei den»Viesbadener poln. degen“ varen vir mit einer Ausstel- lung und Vortrag deteiligt. Ss vurden 1987 14 Vortrage gehalten 4 Seminare durchgeföührt 134 Schulen besucht bei 21 Cewerkschaften u. pol. Farteien Versammlungen abgehalten in 14 kirchl. Geneinden Ver- Samnlungen organisiert. 11.500 Dabei vurden etwa PersSonen von uns angesprochen. Im Fernsehen, ARD und 2DF, gab es über unsere Arbeit 3 Sendungen, bein Rundfunk GHessen 3, Vestd. Rundfunk 1, Bayern 1, Berlin 1 insgesamt 6 Sendungen. ErsStellt vurden Dokumentaticonen öber MengeleVerschuer, die Veannseekonfe- renz“ und üder die scogenannte Histo- rikerdebatte(Auschwitz- Luge etc. Mit der»Deutsch-Polnischen Gesel1- Schaft“ haben vir enge Kontakte und eine gute 2usannenarbeit. Fbenso vurden Verbindungen mit dem »Deutsch- PolnisSchen Institut“ in Darnstadt aufgenomnen. Der Kanpf zur»Entschadigung“ ehema- 11ger BHaftlinge und 2Zvangsarbeiter Polen, Russen) fand noch keine uns befriedigende Losung; doch sind Teil- erfolge dereits ersichtlich. Gegen Rustung fand eine von Zehntau- Ssenden Teilnehmern besuchte Denon- Stration sStatt in Hasseldach. Mit der Krakower Organisation»To- varzysto Opieki nad Oswiecimiem“ vurde ein Freundschaftsvertrag abge- SchlosSen, der Sich versSchiedene vichtige Aufgaben gestellt hat. Sin Auszug davon: 1. Infornationen und Austausch von Dokunenten, vissenschaftlichen Ar- beiten, Mitteilungsblattern, evenr. Publikatonen. aufklarung der Jugend beider Lan- der über die Notwendigkeit des Kanpfes gegen die öberrreste des Faschismus, Mationalismus, Rassis- mus etc. und Mobilisierung aller Krafte zur Frhaltung des Friedens. Organisierung von Studiengruppen, vor allem junger Menschen, aus der BRD nach Polen und von Polen nach der BRD. 4. Hi1fe in Form von Materialien, Chenikalien zur Konservierung für die Gedenkstätte Auschwitz. 5. Die bestehende Partnerschaft nit den Krankenhaus Cabrriela Varutc- „1cza“ veiterführen und unterstüt- zen. Die psychiatrische Klinik Krako nt Medikamenten unterstüt- zen. Geeignete Vege suchen und HithiI- te, den bisher nicht entschädigten Gruppen von ehemaligen Häftlingen im KZ, vor allem aus den osteuro- paischen Landern narerielle Hi1fe zukommen zu lassen. 0 00 O Die Lagergeneinschaft Auschwitz iSt durch ihren Generalsekretar fl. Rei- neck in»Beirat zur Internationalen Jugendbegegnungsstatte Auschvitz* dei der Hess. Landesregierung ver- treren. Es handelt sich dabei um die Planung des veiteren Ausbaues, sc1e event. finanzielle Hi1fe für Besucher aus devisenarnen Ländern. Im Fahnen der Partnerschaft nit den Szpital»Gabriela Harutowicza“ in Krakow konnten vir 2 Transporte nit medizinischen Geräten und Medikamen- ten etc. im Verte von nehr als 2 600 000.— DM durchführen. Für ehemalige polnische KZ- Häftlin- ge und Hinterbliebene konnten K dionen nit 1.100 Lebensnittelpaketen zustande gebracht verden. Die Lagergemeinschaft Auschwit?z“ 1St Seit längerer Zeit demüht, eine»Ver la gsarbeit“ aufzudauen. Die öbersetzung des Zuches von Dr. A. Gawalenicz,*Ref lekS je poczekal- ni do gazu“, ist bereits er?olgt und Verhandlungen nit einen angesehenen Verlag verden geführt. 2 30 Lagergemelnschaſt Auschwitz Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Auch einen biographiSchen Bericht eines in ISrael 1ebenden Auschwitz- Haftlings vo11en vir verlegen. Die Arbeit in unserer»Dokumentati- onswerkstätte Auschwitz“ in Frank- furt/M geht recht gut voran. Die Anzal der Dokumente hat sich Ssehr vergößert und der Böcherbestand beträgt derzeit über 700 Titel. Fast alle Bücher besitzen wir in zweifacher Ausgabe, so daß vir für die geplante Dokumentaticonswer k- Stätte Auschwitz“ in Oswiecim einen Suten Grundstock haben. In Kürze verden vir auch einen viSSenschaft1ichen Mitarbeiter hauptberuf1ich einstellen können. Die Zustimmung des Arbeitsantes iSt be- reits erfolgt. Die»Konzeption“ für Oswiecim ist nach 1angen Gesprachen fertigge- Stellt und 1iegt vor. GeSpräche auf bilateraler FBeasis Sind in Gange und vir hoffen, daß auch die Realisierung in absehbarer Zeit erfolgen vird. 6egen die Firme»Degesch“(Produzent und Lieferant von 2yklon B) führten vir Denonstraticonen durch. Die Firma vird ihre Produkticon in der BRD auf- geben und nach dem Ausland verlegen. Ein schoner Erfolg für uns. Die Aktionen von alten Nazis Waf- fen-SS, Hiag ua.) und den Meonazis MPD, FAP uS. v.) erfordern sehr oft kurzfristige Gegendenonstrationen, und vir sind über die fast tägli- chen Machrichten in den Medien, Zei- tungen etc aufgerufen, noch stärkere Kräfte zu entfalten. wie in den in den veiter- Vir verden unsere Arbeit, zurückliegenden Jahren, auch vor uns 1iegenden Jahren führen. 2. Ergänzungen und Däskusstonen zum Vorstandsbertcht Der Tättgkettsbericht 1iegt allen M tg1edern 1n schrtftLLcher Form vor. Hermann Reineck und Rudo1f Dohrmann beräichten münd1LLch mdt den FoLgenden Ergänzungen: R. Dohrmann betont, daß der Tätig- keitsbericht nur annähernd dde ge- samte Arbeit in der Lagergeme1n- schaft umschreibt. Der Bericht schLLeßt nächt ein dte Tätigket- ten, däie von einze1nen Mä tarbe1- tern ausgehen. Deshalb müßte der Bertcht des Vorstandes eigent1Lch ergänzt verden durch dde vde1fä1— tigen Tätigketten der MLtg1Leder. Im August 1987 vurde ddte Regtona1- gruppe Nord in Hamburg gegründet; langsam beginnt dort däie Arbett. Ein Mä tgLLed dteser Regtona1grup- Pe, ALfred Schulz, hat vesent- 11ch am Zustandekommen der Ge- spräche in Bonn beigetragen. Da- mt die Regionalgruppe auch et- ne gute Anbdndung an dde hder tä- tge Gruppe fAndet, schLägt R. Dohrmann vor, von den zu vählen- den drei Beisttzern im Vorstand der Lagergeme1nschaft ein M t- gLied der Hamburger Gruppe zu be- nennen. R. Dohrmann bertchtet über dde zunehmende Bedeutung der Gesprä- che 1n Bonn, an denen u. a. Po1- tiker der SPD, der Grünen und der FDP tet 1nahmen. Es besteht Uber- einstimmung dartn, auf der Basts unserer Konzeption mät anderen Organisattonen zusammenzuarbei- ten, die stch um das Thema Ausch- vLtz bemühen, und über dte Frage nachzudenken, vte settens der BRD der Kontakt nach Polen und zur Gedenkstätte gestaltet ver- den kann, damäit das Erbe von Auschwtz bevahrt und an de nächste Generation vettergegeben verden kann. UberLegungen, ein Denkmal in Auschwitz zu schaffen, säind wohl1 nicht mehr 1n der DdLskusson. Nr sind verstanden vorden mLt der Festste1lung, daß der deut- sche Bettrag einer Repräsenta- tLon 1ängst gegeben 1st 1n Ge- stalt der Lager Auschwttz, Bir- kenau und Monovitz selbst. Dies Ust unser Bettrag, von häer aus muß Denken und Arbetten beginnen und geschehen, vas ebenfalls so von unseren Gesprächspartnern ak- zepttert wurde. Es kann daher nächt um dte Errächtung einer repräsen- tattven Ausste1Lung der BRD, einge- retht 1n die nattonalen Ausste1- Lungen anderer Länder, gehen, son- dern nur um einen Ort des Heiter- arbettens, einer Dokumentatons- verkstätte 1n AuschvLtz, eventue11 ergänzend zur Jugendbegegnungs- stätte. Lagergemelnschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 31 Des veiteren bestand Einvernehmen darüber, daß das, vas v1r mät Poublette in Auschwitz meinen, ncht däie Hauptsache dessen sein kKann, vas vir 1eisten müssen; vde1— mehr 14egt das Schvergewächt der Arbett hier in unserer RepubLTkK ent- 1ang den drei Frageste1Lungen: 1. wie kam es zu Auschvitz? 2. Was var Auschwitz? 3. Mie gehen vär mät Auschwitz seit 19 415 um? Dies geschteht in Form von Studien- fahrten, Arbeitseinsätzen in den Gedenkstätten, Eäinzelarbetten von Mi tgLiedern für däe DONEA, Inter- vievs müt überlebenden u.vm. Vär dürfen däese unsere Gese11Lschaft ncht in Ruhe 1assen, nächt zur Ruhe Kommen 1assen, vet1 dann däe Opfer und damit das Erbe von Auschwitz dem Vergessen preisgegeben verden. Die Bonner Gesprächspartner haben uns, däe Lagergemeinschaft, gebeten, ein vetteres Papier vorzulegen, aus dem däie nächsten Schrätte zur Grün- dung etner Stiftung hervorgehen. Es wurde deut1ich, daß däie Bundes- regterung die 6ründung einer so1— chen Stiftung begrüßen vürde, da sde se1Lbst nächt tätig verden vo11e. R. Dohrmann berdchtet veiter, daß gerade der Vertreter des Auswärt— gen Amtes auf praktische Schrätte drängt. Die La6ergemeinschaft s011 Federführend tätig bLeiben. Es steht dde Frage an, velches In- vestttLonskapt tal nötig vrd- ein- ma1 für dte DOWEA 1n Frankfurt (Solmsstraße?) und dann iIn Polen, venn dte Merkstatträume 1n Ausch- vtz entstehen so11en. Der KLTchenvorstand der Dreifaltig- kettsgeme inde, in deren Räumen dde Lagergemeinschaft arbettet, unter- stützt vetterhin dtese Partner- schaft zur Lagergemeinschaft/ Freundeskreis. Auch zu veitergehen- den Plänen(neue Räum1ichketten 1n der Solmsstraße)— so R. Dohrmann— hat der KLTchenvorstand ja“ ge- sagt(Erbpacht; Regiona 1verband). Der Ev. Regd ona Lverband 1st berett— venn dze Stiftung zustande kommt— die gesamte fnanzte11e AbwckLung (d.h. Buchführung und Kontro11e) zu übernehmen. Durch einen Pachtver- trag zuischen Stäftung und RegLo— nalverband könnte auf Lange Skcht han der Bau gesichert verden. Im Anschluß an den Tätigkettsbe- richt findet eine rege Diskussion statt. Es verden Fragen zur Ver- Lagsarbett geste1LLt; veiter vTd angesprochen, ob bei den Bonner Ge- sprächen auch über einen Bettrag zum physischen Erhalt von Ausch- vitz gesprochen wurde. 3. 2usamnensetzung des neuen Vor- standes— Konsequenzen für die vei- tere Arbeit der Lagergeneinschaft In nehrern 6Gesprächen varen H. Reineck und R. Dohrmann übereinge- komnen, den Mttgliedern einen Vech- sel zwischen Vorstandsvorsttzenden und GeneralsSekretär vorzuschlagen. H. Reineck fühlt sich aus gesundheit14- chen Gründen nicht nehr in der Lage, die sehr arbeiltsintensive Tätigkett des Generalsekretärs voll auszufüh- ren. R. Dohrmann erklärte sich daher berelt, dtese Arbelt für eine Vahl- per 10de zu übernehnen. VLe das Vahlergebnis zeigte, stimm- ten a1le Mttglleder in geheiner Ab- stimnung dtesem Aufgabenwechsel ohne Gegenstimme zu. Für das Ant des Sekretärs sovie des Kasslerers ergaben sich keine anderungen. Aufgrund einer Statutenanderung vom 14.3.1987 waren als vettere Vor- StandSmitglteder erstmals dret Bei- s1tzer zu vählen. Insgesamnt vird der Verein nun durch folgende Vorstandsnttglieder vertreten: Lagergemelnschaſt Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer e. V. — Hermann Reineck— Vorsitzender Rudolf Dohrmann— GeneraiSekretär Gerhard Herr— Sekretär Anni RoBmann- Reineck— Kass iererin Alfred Schulz— BeisSitzer (Regionalgruppe fianburg) Heike Dui11— Beisitzer Verner Renz— Beisitzer it der Vahl von 5. Ochrmenn s18 Ge— ſole Fereg 6 . an dige öbernahne 2 nachfolgende Generation vorzuberetten. Ihre Ar beit kann nicht dieselt„1e die der W EI ſ ERE oder lebend Se1bS oc se vird Ssich inhalt1ich auc! einen Auf- ß MI LARBREl ER Fichten Erbe von gabe verz für unsere LACERGEMEIN— Spp und die »DOWEAM 5 0 d L 3 1 — 3 D 0 [— 6 09 D 0 Die vorLäufige Anschrtft des Sekretartats in Frankfurt/M BS kann jeder helfen. Auch venn Lautet: er nur„enig frete Zeit hat. Rudolf Dohrmann Kletnere Aufgaben lassen stch Funckstraße 18* auch verteilen. Und enn es jetzt ntcht nögltch 1st, dann v1el- leicht später. VIr werden unsere »HLferuf“ vederholen. Maranne 6roß Sprecht doch nal ntt Hermann Ret- neck(Tei 06038 60 6 8 nlt HorsSt Probsteln(Tel. 069 50 63 petrifft esenpnete eserbie 1eserbrdefe as non— kein Kommentar? Mt allen etrwerstanden? Oder Im 6egentei1— gommentar öberf1ö0ss?g, vet1 genz enderer Mednung?— abwarten, 6edu1d? Verstenden— aber nächt aof due l1enge Benk scheben! Mr„önden nöm1Ach gerne wssen, vss Mr 1 nöchsten MttetLungsblatt anders oder besser machen könnten. O1e Bedakton LAGERGEMEINSCHAFT AUSCHWTZ FREUNDESKRElS der AUSCHWAER e. V. Kreissparkasse Friedberg/essen Schillerstraße 18 BZ 518 500 79 D-6309 Münzenberg 1 Kto.Nr. 062 000 74.9 Tel.(0 60 33) 6 01 68 Postscheckkonto: Frankfurt am Main Kto.-Nr. 51 664608 Beitrittserklärung O* Vorname Anschrift-Straße, PlZ. Ort Seburtsdatum Titel, acad Grad, Beruf QO Häftl in anderen Lagern, Gefängnissen, etc O Angehöriger des ehem. Auschwitzhäftlings Q Freundeskreis der Auschwitzer b des Beitritts Zutreffendes bitte ankreuzen D Unterschrift aOScrwrz Werden Sie Helfen Förderer Sie uns 8 g14 senqae 8—