Lagergemeinschaſt AuschwitſFreundeskreis der Auschwitzer e. V. Unser TLteLblatt ze1gt etnen Ausschnttt o1ner Graphihk aus denm Zyklus»Eoce Homo“ von Prof. He1nrdch Susemann prol. Heinrich Sussmann Zum 6edenken Me1n Freund und guter Kamerad aus Vten und dem Konzentrattons1ager AuschLtz 1Lebt nLcht mehr, am 12. Dez. 1986 verstarb or— s0 glaube 1ch- an gebrochenem Herzen. Er konn- te ntcht darüber hdnvegkommen, daß seine ge- 1Lebte Annt, ve1che er 1937 heiratete und ve1che mt 1Lhm den Meg iIn die Emt gratton und 1ns Lager gtng, verstorben var. 8Ste var m t „Suss“(v1e vr 1hn 14ebevo11 nannten), durch dte Hö11e von Aus chwttz gegangen. Ste kKam nach Aschvitz, als s1e schvanger var und das Knd vurde hr entrtssen und 1ns Feuer gevorfen. M t Annts Tod vor enem Jahr vurde a11es sLnnLos- er ze1gte es nücht, aber uns Freun- den konnte er es ntcht verbergen, vLr kKann- ten Uhn zu gut. Leider kam 1ch in 1etzter Zett nur noch se1— ten nach Wen, und auch der BrLefwechsel vurde se1tener, aber»Suss* dachte oft ean mi ch- ve er mr sagte- und v1e oft gün- gen met1ne Gedanken zu Lhm! DLe 1hn kannten, verden 1hn nLcht vergessen. MLt setnen ₰ Bd 1dern, Graphiken und 6G1Las- renstern 1n vielen Ländern 13t er unsterb1LLch geworden— der KRmpfer gegen den Faschismus. Hermann Retneck OOKUMENTM ONS Lagergemelnachaft Auschwitz- WERKSTATTE Freundeskrels der Auschwitzer s.v. AUSCHWTZ(DOWWEA) Wichtiges für UhSere Bitte schreiben Sie uns, venn Se Materialten für uns haben DOW EA oder rufen Sde llermann Reineck 6 in 6309 Münzenberg 1, Tel. Ob 033/60 168, oder Horst Prob- stein, Gärtnerveg l, 6 Frank- Funt 1, Te1. 069/592362, e1n— fFach an. VLr holen auch ab, wenn es dte räumLLche Entfer- nung zuLäßt. Vir übernehmen Das bisher süch angesamme1Lte Ma- auch gerne anfallende Portoko- tortal vtrTd archdvLert, kKatalo- sten, venn 8Ste uns Matertalten S1Siert. Karteten verden ange 1egt. schtcken vo11en. Kr fLnden auf Vr haben darüber schon mehrfach Joden Fall1 einen Neg, uns die Ma- bertchtet. Unsere DOWEA 1st schon terLalten zur Verfügung zu ste1len. lange ketln totes Gebi 1de, keine Vunschvorste1LLung mehr. Das bLsher vor1Liegende Matertal st jedoch nur ein beschetdener Horst Probstetn Anfang und vär nutzen jede uns bekannt verdende 6e 1egenhett, um unsere DOWEA so umfangreich vLe mögLich auszustatten. Auch haben vir beretts die ersten Ver1age angeschrieben und darum gebeten, uns unentgeLtLich entsprechendes VorLags-Material zu über1Lassen. Die ersten Erfolge können vir vermeLden. Und vL1r freuen uns auf Thre Be- reLtschaft! Doch vLr kKönnen und vo11en da- mät nicht zufreden sein. Vir bütten daher a11e unsere Mi t- gLHeder und a11e, dde unserer Lagergeme1Lnschaft nahestehen, mitzuhe1fen und uns Matertalien Auschwtz und über andere nzentrations 1ager zur Verfü- gung zu steLlen. MatertLalien je- der art aus den Gefängntssen und Konzentrattons Lagern in Form von Büchern(Keine Romane), Briefen, Schutzhaftbefehlen, An- kKLageschrtLfFten, Urteilen, Schrif- ten von Vorträgen und vtssen- schaftLLchen Arbetten, künst1Le- rische Darste1Lung, v1e Zetch- nungen von HäftLtngen, Gedtch- te oder KomposttLonen, Fotos, Fi 1Ime, VHdeokassetten, DLas, handverkLLche Arbetten von Häft- LUngen, sonsttge Erinnerungs- stüchke und anderes mehr. Bei den Büchern väre eine doppelte Aus- Ferntigung vünschensvert, damd t vir sLe für die DOWEA 1n Auschwtz vervenden können. Kaꝛimierz Furgo(Polsko) 4 Lagergemelnschaft Auschwitz- OOKUMENMONS WERKSTATTE Freundeskrels der Auschwitzer e.v. Al)SCHWITZ(DOWEA) Al1en, dte für unsere Dokumenta- ArttLkel und Presseme Ldungen aus Tages- /Voohenzettungen, Ze4t- 11 chungen gesamme 1t und bLsher bel s1ch aufbevahrt haben, möch- ten„Lr sagen: Gebt uns dtese Presseme Ldungen, vAr haben dte Grund1Lagen zur Ar- cht vLerung geschaffen. N v1r bttten Se aber darum, uns den 81e dte Presseme Ldungen aus trale Papderbogen. Schretben 8S4e schetnungsdarum darauf und 1as— sen Sde bttte JevetLs an der 11nken Sette etnen 2 cm breiten Abheftrand. DLe Abheftung haben vLr auf die Paptergröße DIN A k etngert ch- tet. venn von der ausgeschnâ t- tenen Presseme 1dung etvas über- steht, kann es e1ngefaltet ver- den. Der neutrale Papierbogen kann auch dde 6röBe DIN A 3 be— 6 s1tzenz dann müßte der Bogen nur einma1 gefaltet verden und 1st dann auf DTN A k abheftbar. R so11te der Zetungsausschnätt „ noch größer sein, z⸗B. eine gan- zo Ze1 tungssette, so geben 846 M 1nn btLtte unbehandeLt herein. ₰ WT verwenden dann etne andere Abheftmög1tchkett. Btte haben S4e Verständnis da- N rür, daß v1r von Thnen einige vorberettete Tätigketen wün- schen. Unsere Mt tarbetter, de R in der DOWEA tätig sind, ven- n*n auch metst einen TetLL ährer Fretzett dafür auf. Und noch eine Bitte: Samme 1n 84e veLter derartiger Presseme Ldun- gen und geben Sie uns däiese Von ZeLt zu Zett herein. Danko! Horst Probstein Pressespiegel DOWEA tLonsverkstätte Auschtz(DoEA) schriften und sonst1gen Veröffent- dtese Presseme 1dungen 1n etner vor- beretteten Form zu geben. Schnet- N und kLeben S4e dtese Lben auf neu- bULtte dte 2e1techrtft und das Er- „o e e—— Auschwitz- Prozesse in Frankfurt von Frau T1se Ormond erhdeLten v1r eine schöne, aber auch vLchttge Berei cherung für unsere Dokumen- tattonsverkstätte: 19 Ordner und mehrere Schne11hefter m1 t vnr0 lagen vom 1. Auschuttz-Prozeß 4 Frankfurt a⸗M. und vom Auschw tz- Prozeß gegen Hunsche und Krumey, ebenfal1s 1n Frankfurt a⸗M. AnkLageschrtft, EröffnungsbeschLuß, LLste der Zeugen, handgeschrte- bene Aufzet chnungen von den Pro- zessen, PLädoyers, Ausfertigungen der Urtet 1e und anderes mehr, tet1s 1n Abschräften und tet1s 1m Original. Dese Unterlagen stammen aus der Rechtsanvaltspraxts des verstor- benen Ehemannes von Frau Ormond, Herrn RA Henry Ormond. Er var zu dtesen Prozessen setnerzett als NebenkKLäger zuge 1assen⸗ Frau Ormond, nochmals ein herz- LLches Dankeschön. DOKUMENMONS Lagergemelnschaft Auschwitz- WERKSTATTE Freundeskrels der Auschwitzer s.v. ASCHWITZ(DOWEA) Was ist und was will die DOWEA2 DLe Lagergemetnschaft hat atch 1n den 1etzten Monaten intens1v mLt der Erarbet tung edner Konzeptton für dde DOWEA befaßt. Das von etner durch den Vorstand ernannten Kommi ss4 on ausgearbettete Konzept vurde nach eUngehender Beratung von der Mi tgLiederversammlung 1n se1ner jetzigen Form angenommen. 0 to1Lt Folgende Grundlagen zur Rea1tsterung der DOWEA fest: 1. Die DOwEA vurde gegründet von der*Lagergeme inschaft Auschvitz— Freundeskrets der AuschvLtzer eV.* mt dem Z1e1, sovohl 1n der 6Ge- denkstüätte Auschwttz, als auch 1n Frankfurt a⸗M.— für dte Bundes- repubLLk Deutschland- eine Dokumentattons- und Merkstätte Auschvit?z zu errtchten. 2. Die DOWEA geht be1 1hrem Konzopt davon aus, daß es für die Bundesre- pubLLk Deutschland nLcht mög1tch 1st— so Nie die anderen Länder— e1ne»Nationale Ausste11Lung“ zu errichten, in der gozeigt vrd, velcn unsägLLches LeLd der Nationa1soztalismus über sie brachte. Wr aus der Bundesrepub1Lk Deutschland müssen darstelLen, vas dtesen Läindern- und insbesondere dem jüdtschen VoLkK, den SLaven u.a.— durch das NS-Regime angetan vurde. Diese Ausstel lung värd säich ve— sent1LLch von all1en anderen unterscheiden. S1e so11 dazu führen, daß es den vom NS-Regtme Vergevalttgten er- mög1Lcht vird, uns dte Hand zu reichen. Sde könnte der Grundstetn zur Vö 1kerverständd gung, zur Versöhnung für a11e VöLker Europas 1n Nest und Ost, 1n Nord und Süd sein. 3. Die DOWEA besteht aus siner Sammlung von Dokumenten, Dokumentenab- schrLften bzw. Fotokopten, F1 1men, Tonbändern, Fotos, Zeugenaussa- gen PubLLkattonen und Büchern; über aL1es, vas mit dem ehemaligen K?Z Auschwttz 1n zusammenhang steht. DLe DOWEA archivtert vor a11em jene Geschehnisse, velche durch dte nationa1sozLaltsttLschen Verf o1gungsmaßnahmen in der zelt von 1933— Ma1 1945 erfolgten. Dabei spielt es kein⸗ RoL1e, ob die Verfo1- 5 Sungen aus po1LLtischen, konfessione11Len oder rassischen Gründen er- Fo1gte. a) Die DOWEA Forscht, samme1t und archiviert a11es Material, velches dokumenttert, auf ve1Lche Art der Nationa1soztalismus zur Macht Kam, vde Anttsemd tismus und Rassendinke1 zur VerbLendung großer Te1e unseres VoLkes führte und 1e tzt1Ldch zum Krieg und dem un- sägLdchen Le1den und Tod von Menschen aus fast a11en Ländern Europas. b) DLe DowEA regtstrtLert auch mit großer Aufmerksamkett al1e Gescheh- nLsse nach dem 8. Mat 194᷑5, ve1Lche die Reste des Nattona1soztalts— mus, aufkommende Tendenzen von Meonaztsmus, Ant1LsemitLsmus, Ras- senwahn, betreffen. 81 v111 Gefahren aufzeigen, ve1che für dte Netterentvicklung der Demokratte auftreten und dabei akt1v dagegen vrken. c) DLe DOWEA bemüht sLch, die Geschtchte der Jüngsten Vergangenhet aufzuarbetten, sie vor altLem den Jungen Menschen verständ1Lich zu machen. Dadurch so11en Feindbi 1der abgebaut verden. N1„ kön- nen nächt Versöhnung verLangen, s1e muß uns angeboten verden! So könnte eän vesentLicher Bettrag zur völkerverständigung und zum Frioeden ge1etstet verden. 7 Lagergemeinschaft Auschwilz/Fteundeskteis der Auschwitzer e. V. DLe DONUEA— Sammlung von DokKumenten, Zeugenaussagen, Fotos und anderen MatertLatLen virTd systematisch fFortgesotzt und so dtoe Archive von Frankfurnt a.M. und der Godonkstäitte Auschutz auf dem l1etzten Stand gohalton verdoen. a1Lon DLe DOWEA So11 als bleibende Dokumentatton vervahrt verden, 816 s011 dte RechtsForm etner Sttftung bokommen. bLe*Lagergemetnschaft Auschwttz— Freundeskreis der Auschvitzer e.V.* stelLt der DOWEA se1ne bLehertge SanmLung als LeLhgabe zur Verfügung. DLe DOWEA trttt mit alLen interessterten Ste1LLen, den Widerstands- kimpfern und Opferorgantsatonen(VLedergutmachungsste1len, TSu Für ZeLtgeschtchte, Zontralsto11e Arolsen, Bundesminästerien(Fir soz1ale Vervaltung), Landesschulbehörden, Jugendorganisatonen, Ge— verkschaften, VoLkKshochschulen atc.) in Verbindung, ebenso mät gletch— artigen Instttuten und Institutionen im Aus Land. 6 6 A11e zveckdienlächen Maßnahmen(Presse, Rundfunk, Fernsehen, eigene PubLLkKatonen Stc.) verden orgrffen, um däie DOWEA bekannt zu machen. 22. Deutscher Evangelischer Kirchentag 17 Bi 2 Ur 87 Sokumentsches Zentrum in der Rvang. Dreifalttgketegeme inde Snema Gerechttgkolt und Fräieden üben Bvang. Dreifaltigkeitsgeme inde Frankfurt, 1n Zusammenarbett mLt dem Chrtst1Lichen Friedensdtenst und der Lagoergemetnschaft AuschvLtz— hreundeskreis der AuschmLtzer o.V. Oct: Pvang. Dreifaltigkettsktrche und Martn-Nemö1LLer- Haus, Funckstraße[k- 16, Kuhwald, Nähe Ope LkKretsel ogrammabLat: 1 6 1987 Deutsch- Indäscher Gortesdienst mät Bischof Vinod Peter, Nagpur/Indten, R. Dohrmann und Dr. Siegfred Mü1Ler, CFD anschteßend: Emptang der 6iste aus der Oekumene— bnds: Tei Lnahme am Abend der Begegnung S Bibe anbe m D ok m i Praisdentin des MeLtkirchenates 1O.30 Unhr Para11e Lveranstaltungen a) Vortrag und Gespräch mit Adam Szymusik, Leiter der PSychtatrschen KLnikKk Krakau und Vorsttzender der nGesellschaft zum Schutz von Auschmttz* in Krakau/Polen Thema: Auschwitz— lHe1L und UnheL des Vergessens b) Vortrag und Gespräch mit Kaz imterz Smoloen, Direktor dos Statl. Musms Auschwitz 'hema: c) Vortrag und Gesprich mit Lucyan MotyVKa, Generalsekretär des Intoernat onalon AuschNLtz-Komitoos und Vorsttzender doer*Gese1L1Lschaft zum Schutz von Auschiwtz“ in PoLen Thema: 2 12.30 Unr Mättagsgebet: Kirchenvorstand und Mi tarbeiter der Fvang. DreifaltigkKeitsgemeinde Lagergemeinschalt Auschitz/fteunceskteis der Auschwitzet e. V. 5. 15. 00 Uhr 19. Jo Uhr 25 0. oo Uhr 12261287 9oo0 Uhr o. Uhn 123 15. 00 Uhr 16. 30 Uhr 6„ Uhr 22. 00 Unhr 20261287 9oo0 Uhr 1o. 3Jo Uhr Das Darmstädter Nort von 1947 heute— Einleitung in das Gespräch: Pfarrer Horst SymanovskKi, Ostpreusse, 111egaler pfarrer der Bekennenden Kärche, mehrfach 1Lnhaftiert Thema: Der Götze nattonaler Stärke— der Gott der Vö1ker Indischer Abend mt Schvester Kanak1 atha Tnangave1, Indien, Dr. S. N. Mukerjee, Indien, Dr. P⸗ Bhe 1va, Indien, Bischof Vinod Peter, Indien Muskgruppe aus Benares, Indien Thema: Gerechtigkett in Indten— Ausgleich zvtschen Stadt und Land Nachtgebet mäit Pfarrer Peter und Frau Gertrud Nagner, Detmo1d; ELtern von 6esine Vagner, dte gemeinsam m t Fami 11e Jürges 198h bei Frankfurt Opfer des Starfighter-Absturzes vurde⸗ Konzert mit der MusLkgruppe Benares/ Indten Bibe larbet im Dialog mät Kar1 Ordnung, DDR Rundgespräch zum Thema* und vde begegne 1ch dir, Israe1?7“ Tei 1nehmer: Vona Pa Lombo, Ruth HoLzmann, vera Kriege1, Tsrael1, Ppfarrer Peter Vagner, Detmo1d, Pfarrer Urs Dohrmann, NUttLohe, Dr. Dan Kiesel, Gedern(s. Artike1 Sette 1¹), Mtgeder der Dretfaltigkettsgeme 1nde, MitgLLeder der Lagergemeinschaft Auschvtz und des Chräst1ichen Fredensdtenstes vera Krtege1 1st iper1ebende der 21111nge, an denen Henge1e 1n Auschttz setne grauenhaften medtztnischen Versuche vornahm Mi ttagsgebet Krchenvorstand und M tarbeiter der Geme inde Das Darmstädter Vort von 1947 heute Einlei tung in das Gespräch: pfarrer Horst Symanovski Thema: Feindbi 1der und hre Folgen— der Gott der Versöhnung Empfang für ehema1ige Auschvitzer und vders tandskämpfer Grußvorte des KirTchenprästdenten Pfarrer He 1mat Speng1er, des Ku1turdezernenten der Stadt Frankfurt, Stadtrat Hi Lmar Hoffmann, des Generalkonsul der poLntschen Botschaft Köln, M. Idzikovski, des Stadtpräsidenten und vorsttzenden der nGese1L1schaft zum Schut? Von Auschvitz*, J. Jakübovski, Krakau, ua, FeLerabendfest Ein Abend der Begegnung zv1schen der Gemeinde, der Lager- gemeinschaft Auschwitz, dem Chrtst1LLchen Friedensdienst und a11en Gästen aus Indien, Israe1, UdSSR, Polen, DDR M twLrkung der Straßenmusikanten von Kpakau; Die Straßenmuskanten sind eine über die Stadtgrenze von Krakau häinaus bekannte StadtkKapeLLe; säie spieLt Lieder aus dem Viderstad sovie alte polnische VoLksveisen Konzert der Musikgruppe aus Benares/ Indien Bi be Larbeit im Dialotg mät Priestern der russisch-ortho- doxen Kirche Das Darmstädter Nort von 1947 heute EinLeitung in das Gespräch: Pfarrer Horst SymanovsR Thema: Die vergessenen Armen— der Gott der GerechttkKett 12. Jo Mttagsgebet: MitgLieder der Partnergemeinde DDR Lagergemeinschaſt AuschwilzFteundeskteis det Auschwitzer e. V. 19.00 Unhr schrttte auf dem Neg zum Frieden mit der Sovetund on— Rundgespräch mit Chrästen und Marxisten aus der UdSSR, dem Christ1ichen Friedensdtenst, Mi tgLioedern der Gemeinde und Gästen 21. h5 Uhr Abendgebet müt Frau Margarete Schnetder, Däckenschied, Frau des im K?Z Buchenva1d ermordeten Pfarrers der Bekennenden Kirche, Paul Schneider 21.6.198 Tei Lnahme an der Schlußveranstaltung des N Doutschen Evange1ischen Kärchentages „1r möchten ganz besonders auf die vährend des Kärchentages ebenfalls im oekKumenischen Zentrum der HWang⸗ Fndonden Ausste1lungen hänveisen⸗ Es sind Verke der Ma 1erin Monika StLevRKing, BerLin(Vost), Dreifaltigkeitsgemeinde statt- der Israe1Lischen Bä 1dhauerin Vona Pa Lombo, Projekte des ChristLichen Frtedensdäienstes, der Lagergemeinschaft Auschvitz— Freundeskreis der Auschmttzer oV. des Arbeits- und studtenkretses Indien in der hundesrepubLik Deutschland zu schen. Jahrend des Krchentages ist das „ Cafb vor der Kirche standtg geoffner. „ 22. Deutscher Fangelischer Kirchentag 17 bis 21 ni 07 ie Atomwaffentests gehen weiter: bisher geltende Vereinbarungen?ur kustungsbegrenzung werden in ira- ge gestellt; die Schuldenkrise im Ver- hältnis zu den Ländern der Pritten Welt bleibt ungelöst; die Reaktorka- tastrophe von Bchernobyl hat die ungeheuren Risiken auch der Zivilen Nutzung der Atomenergie aufs neue — und vielleicht erstmals im vollen Umfang— bewußt werden lassen. Die lnitiative für ein„Konzil des Friedens“ ist heute nicht weniger notwendig und dringlich als im Juni 1985. Aus der Stellungnahme des Rates der EKD zur lnitiative für ein„Konzil des Friedens“ aus EKD exte 17 wenn es den christlichen Kirchen nicht gelingt, sich vor Ablauf diese Jahrzehnts zu einer okumenischei Versammlung über Frieden und Ge- rechtigkeit zusammenzufinden und eine christliche Amwort auf die an- stehenden Fragen zu geben, dann wird man ihnen zu Recht den Schwerwiegenden Vorwurf machen müssen, daß sie sich über kirchen- rechtliche und kirchenpolitische Fra- gen gestritten haben, wãhrend jährlich 80 Millionen Menschen ver- hungern, mehr als alle Joten des Zweiten Weltkrieges zusammen. Norbert Greinacher Lagergemeinschatt Auschitteundeskteis der Auschwitzet e. V. 9 Wind kommt auf...... Versuchen wir zu leben! LLeder, Zeugntsse, Ertnnerungen Uber1ebender aus AUSCRMLTZ- BTRKENAU— BUCHENWALD ua⸗ Donnerstag, 18. Junt 1987, 20. 00 Unr, Kathartnenkirche, Frankfurt am Matn 5 Kr?yS?Lof Penderocki Dies Trae Auschvitz- Oratorum Junge Kantorei Dozenten und Studerende der Staat1ichen Hochschule für PusR und DarstelLende Kunst, Frankfurt am Main Mechthi1d Bach, Sopran lle Imut GLemens, Tenor Johannes MannoV, Bass Tadeusz Szymansk? Ehemaliger HäftLing des Stammlagers Aus chwd tz Esther Be jarano Ehemaltges MLtgLied des Frauenorchesters 1m Vernchtungs- Lager Bärkenau MitgLäeder des Geverkschafts- chores, Frankfurt am Main, Leitung: Bernd Kuske Jakob MüLLer Ehemalige HäftLinge des Konzentrattons1Lagers Buchenwa 1d Ehema1iger HäftLing des soge- nannten ZigeunerLagers“ im vernchtungs Lager Bärkenau Ranco Brander Opfer des faschästischen Rassenvahns Trude Säimons ohn Ehema1tger Häft1Ling des Frauenlagers Im Verntchtungs- Lager B rkKenau Herr Jachmann Gera1d Rosenfe1d Josquin des Prbs Ehematger HaftLing des StammLagers Auschwtz Oberkantor aus Thi onvL118, Frankreich Missa Pange Lkngus Junge Kantorei Musica Fata/ Kö1n Doer Abend vrd von einer Ausste1Lung zu dem Thema Stattonen einer Annäherung mit Materialden zur Aufführung des Auschvtz-Oratorums begLettet. Bi 1dmetertal und Texte: Joachim Martinz Veranstalter: Zeichen der Hoffnung— Znaßi Nadziei eV. Junge Kantorei PfarrsteLlLe TTT St. Kathartnen 10 Lagergerneinschaſt Auschitz/Fteundeskteis der AuschMilzere. V. Liebe Redaktion! Ich bin auf das Buch»Das He1m- eh des Valerhan VrbbeLsn von Schmtnck-Gustavus gestoßen. Ich halte es insgesamt für ein vch-— tiges, 1esensvertes Buch, das 1n dleser Art— sovett 1ch veiß— ohne Be1spie1 1st. Besonders halte 1ch es aber für vLchtig 1m Krelse der»Lagergemeinschaft“ gelesen zu verden. Tch v1L1 das Kurz begründen. Zum einen vrd in dem Buch ein persönLiches Schcksal nachgezetchnet,?um anderen 1st es aber ein Doku- ment der htstoräschen Arbet, der Spurensuche. Damd t be-— schreibt es auf doppeLter Ebene däie Schvterigketen, aber auch Ansprüche, auf däe däe*Lager- gemeinschaft auch stößt. 2Zum etnen der Wi 11e, die Vergangen- hett, so1ange es noch mögLäch Ust, zugäng1Lch zu machen, zum anderen aber mt den Schwiertg- Kelten zurande zu kommen, auf die man bei den Versuchen stän- däg stößt. Blockaden bed Amts- ste1Len etc. etc. O1Lver Nede LImann 6900 He 1de 1berg Das Heimweh des Walerjan Wrobel 192 var 1n Bremer Ze1 tungen und an Anschlagsäulen foLgen- 1 Bokanntmachung zu Lesen: Am 25. August 19 h2 1t der am 2. Aprt 1 1925 geborene aleran Nrbbel hüngertch- tot vordon, don das Sondor- gortcht 1n Bremen zum Tode verurteLt hat. VrTbbel, s1n olntecher Landarbetter, hat „1Lnen deutschen Bauernhof an- gezündet.* Vas s1ch hnter dtesen Zet 1en ver- bUrTgt, hat C. U. Schmtnck-Gustavu⸗ 1n seLnem Buch*Das HeLmveh des wWa1erjan Vrbbe1— Etn Sonderge- rLchtsverfahren 194 1/12b nachge- zo1chnet. Wa lerjan 1s8t 1n e1nfachen, bEuer- 11chen Vorhältntssen 1n Polen auf- gevachsen. 194 1 a1s Sechzehn]Rh- rigoer vurde er, vLe zwe Mi 1140— nen anderer Polen, zur Arbett 1n, »Relch“ gezwungen. Er kam auf 5 nen Bauernhof 1m Um1and von Bremn. Berets nach wentgen Tagen ver- suchte er— krank vor HeLmweh— nach Polen zurückzulaufen, wurde aber schne 11 vLeder aufgegrdffen. Kurz darauf, am 29. Apri1L 19 4 1, zündete er dae Scheune des Bauern- hofs an mut der Hoffnung,*zur Strafen nach Hause geschickt zu verden. Es entstand ntcht e§nma 1 nennensverter Sachschaden. Nalerjan vurde der Po1LLzet über- goben, und damät setzten dte Mühlen der NS-Justiz ein. Es fo1lgten Ver- nehmungen, Rassegutachten, psycho- LogLsche Untersuchungen etc. Am 28. Junt 19 41 Kommt Maleran zu- nächst einmal 1ns KZ Neuengamme. Ohne zureichende Ernährung, unter Katastrophalen hygtentschen 2Zu- ständen(Im Vinter 19h1/ 4 2 6tand das Lager vegen F1ecktypus unter Quarantäne) arbettete er als»Sabo- teur“ 1m Strafkommando: zwtschen e1nem KLLnkerwerk und der EAbe vurde mät einem Schwimmbagger und vor alLem mt der Arbettskraft KZ-Insassen ein Kana1 erer Am 8. Apr1 1 1942 vurde Nalerjan Un dte Untersuchungshaftanstalt In Bremen überwesen. Am 8. Ju14 1912 kKam es zur Verhand lung, er vurde zum Tode verurtetLt. Ein Gnadengesuch, das 1n ähn1LLchen Fä 11en durchaus gewährt wurde, vurde abge Lehnt. Am 25. August „LTd Valeran hangertchtet. Das Buch von Schminck-Gustavus 1St 1n doppelter HnstLcht vert- vo11. zum etnen schafft er es, m1t HHH 1†e der ProzeßunterLagen und zveLer zeugen, dte er aufzuspüren vormag, das SchtckRsal Na 1erane eLndrng1Lch und erschütternd nachzuzetchnen. Den kKalten Doku- menten vermag er Leben abzugevtn- nen, das Fretzulegen, ves s1oh nUnter der abstrakten Bürokraten- sprache verbtrgt das Jimmer1tche Leben e1nes heranvachsenden Po- 1en. Mtt sparsamen htLatortschen HintergrundtnformatLonen vervo11— stindtgt er das Bi 1d der 2Zet- ums tände, die dtesen Prozeoß mög- LLch machen. Zum anderen 1st das Buch etn Dokument der Spurensuche. 6 Schmänck-Gustavus macht den, Vor- gang der Rekonstruktion trans- parent. Er erzähLt näicht nur vom Schtcksal Walerjans, son- dern auch von den StatLonen der S den Zufä11en und Schwis— Kgketten, die däe Studte be- gletteten, vobei es nächt nur dte Schwerigkeiten sind, däe bei etner Spurensuche 10 Jahre später ohnehin entstehen, son- dern auch dte Wtderstände z.B. Un der Bürokratie, dte ihm die Suche tei1s erschverten, tei1s unmögLich machten. Das Buch 1st jüngst im VerLag J.H. V. Dietz in Ber11n/Bonn erschtenen. (ISBN 3-8012-0117— 1). Bs ko- stet DM 29, 80, vas der Ver- brettung dieses vichtigen Buches nächt gerade zuträg- LLe Dialog mit Polen HERAUSGEBFR EU ne.— 1987 . — 7 Mhc professor Dr. Friedhelm Sp3S200 n professor Dr. Walter Fabian NMle efte könne Dr. Karl Hemfler Kirchenpräsident i. R. D. Helmut Hild uber die meinscnaft professor Dr. Werner Lichar? ſlegergen Hermann Reineck eltM pest Dr. Klaus Würmell Nr. 1 40. Jahrestag des Warschauer Ghetto-Aufstandes, DUM 12,80 Nr. 2: Anstöße zum Lernen, DM 19,80 Nr. 3: Anstiftung zum Frieden, DNM 18,80 Nr. 4: Zeitzeugen, DM 24,80 Nr. 5 Kultur und Geschichte, DM 12,80 Nr. 6 Streit um die Geschichte, DM 12,80 12 Lagergemeinschaſt AuschwilzFreundeskteis der Auschwitzet e. V. Nichts ist Schwerer und erfordert mehr Mut, als im Gegensatz 2zu seiner Zeit zu stehen, laut 2zu Sagen NEIN*! Tuchols Ky Ene Fahrt nach Aus chw tz nünterläßt Spurenz im Kopf und im Herzen⸗ Vas bevegt Menschen, sine so1che Fahrt mitzumachen? Mas ist der AusLöser dafür? Auschwttz oder Polen an sdch 7 vas vo11en s4e in Auschwitz sehen? Was bevegt ste dort? MWas, venn s1e vLeder zu Hause sind? Ne erleben 84e danach ihre Umgebung? Hat dtese Fahrt für sde se 1ber Konsequenzen? Johanna Oberhauser erzählte ihre Gedanken: „Ich var noch nte 1n Polen. Das 18t ein vö111g fremdes Land für mich. Tch ve1ß kaum etvas über Polen, und venn man hier etvas über Polen hört, dann nur über So11darnog. Polen 13t aber sicher- 14ch mehr und deshalb var dte Fahrt von ddesem Gostchtspunkt her schon von Interesae für m ch⸗ Der Hauptgrund var aber Aus chwtz. Gespräche über de Fahrt 1 vo- r1gen Jahr haben mt oh neugtertg gemacht. Aber nLcht aus„Sensattonsgter*. Ich var sehr betroffen über das, vas 1ch hörte. Auschuttz 1Lst das furchtbarste, vas 1ch aus der Geschichte kenne; etvas, zu dem Lch mir keine VorsteLLung ma- chen konnte, etvas, vofür 4ch mch als Deutsche schu1lddtg füh1e⸗ Ich vo11te nach Auschttz, vo1L1— te dort sortteren können, nach gut und böse; vo11te begretfen, varum Auschwitz so var, vie es var und vo11te dae Geschehnisse dort gerne besttmmten Menschen zuordnen. TIch vo11te auch begretfen und verstehen, um das Gesehene an- deren vermttte1bar zu machen. Heute, nach der Retse, ve16 1ch, daß 1ch ndchts begrtffen habe⸗ Ich suche 1mmer noch— vonach? vie1L1eicht nach»LrTgendetvas*, das mir das Unverstnd1tche Ver- ständ1Lich verden 1äßt. Tch kann mT zvwar heute besser vorste1- 1en, vas das für stne eLskKaLte, berechnende Tötungs- hnd Ver- „ertungsfabrik var, aber nen Grauen bet dem Gedanken an auschuttz 1st größer gevorden⸗ Sch1Lmmer. DLe persön14 chen grzäh1Lungen dort, dte B1 Lder und Gegenstände 1n den Ausste1— lungsbLocks haben m1rT plasttLech vor Augen geführt, vas ALLtag Un AuschvLtz var⸗ Fragen s1nd offengeb1LLeben- v4e1— 1e1cht nde zu beantworten: vV1e konnten dde Opfer danach ve1— terleben? ie haben s4e 1hr Leben „Leder'in den 6rLfFfF' bekommen Kön- nen? Ve stnd vor al1em Frauen müt den grauenhaften Lagerbedingungen fertig gevorden? Vie haben s1e nach 1965„Heder anfangen können und: vo s1nd sie heute? ve konnten und können dte Täter heute müt 1hrem Leben zu Rande kommen? Hat Auschmitz, hat Faschismus, virkK1Ach 19 h5 aufgehört? Die Bi Lder und FotograftLen im Kopf, denke 1ch heute, daß sovohL der Täter als auch das Opfer in Jedem Menschen Steckt. Stecken muß. Deshalb ist für mch ntcht aussch1teßbar, daß S1ch ein Aus chwtz vtederholt⸗ Neuauf 1Lagen der JudenverfoLgung haben v1r doch heute vieder: Z1 geuner verden veragt, Homo- SeXue11e vdeder registrdert, Be— handerte sind Immer noch Menschen zveiter KLasse, däe man am 140 b— eten versteckt, Türken s1nd sovLe— „0 s0 zlem14ch an a11em schu1d 0 die Alten verden aussortäert, ab- geschoben, denn dte brngen Ja der v1rTtschaft ntchts mehr. ALLes, vas zum ProfL tmachen nächt nutzbar 18t, „1rTd veter auf die Sette gescho— ben. Auschttz var das Extrem das, vas heute noch oder schon vLeder 1Läuft! Durch das, vas 1ch 1n Auschvitz ge— sehen habe, hat stLch mein Entset- zen noch verstärkt, venn 1ch an so1che»Ungereimtheiten* denke: venn Euthanasie und Schvanger- Schaftsabbruch verg1Lchen verden, venn auf der etnen Sete Retorten- babtLes geschaffen vonden und 1n der DrLtten VeLt Tausende Ver- hungern, venn e1nerselte Gegner der Vo1LkKszEhLung verhaftet verden, aber 1n Gedern e1n Jude beschtmpft, bodroht und sch1LLe1LLeh noch dessen lagergemeinschaſt Auschwilzißreundeskteis der AuschMitzet e. V. 13 laus angezündet verden kann, ohne daß auch nur annhernd etner zur Rechenschaft gezogen vLrd, venn scheLnhe1LL1g vom Frteden ge- schwätzt vLrTd und Konkrete Ab- nistungsvorschLäge unter faden- Scheintgen Gründen abge Lehnt ver- den. Und dann s1tze 1Lch 1n einer Frak- tLon und habe dte Leute vor mür, die all dtejenigen Merte vertre- ton, die 1ch seLber verndern v111. Staatsmänntsch, technokra- tüsch, ohne EmotLonen. Tradttio— ne11e Verte, dte nächts anderem dienen, als nur dem Profdt: Gehorsam gegenüber der Obräg- Ket, sgal, ob sLe recht hat oder nicht, Intoleranz gegen- über Andersdenkenden, Erhalt des bürgerLLchen Bi Ldungsniveaus, vom Kotau vor dem technoLog- schen Fortschritt ganz zu schvei— gen, der angebLLch das Leben und die MeLt verbessern so11, statt- dessen daie Menschen nur ärmer und kränker und das Leben kä1- ter macht. SoLange es Bereiche gäbt, 1n denen bedtngungsLos Gehorsam gefordert vLrd, soLange vetter nach starr vorgegebenen, von 1rgend emand Lrgendvann ein- ma1 vorgegebenen Normen stur erzogen virTd, ohne zu überprü- ten und zu hänterfragen und so— Lange dte Würde etner eigen- ständigen Persön1ichkett nächt zum höchsten Mert vird, so1Lange * eine Meuauf1age von Auschwtz mög1Lich sein. Deshalb muß ein System ver- hündert verden, das Menschen zu Bestten macht. Konsequenz für mtch: meine Ar- beit für eine menschLLchere Ge- se1L1schaft muß effektiver ver- don. Und 1Lch sehe etne größere ErfLztenz gerade 1n einem per- sönLLchen Gespräch. enLger 1n Massenkundgebungen ust Betroffenhett zu erzeugen, a1s vLeLmehr 1n persön1ichen Gosprächen, ve11 der Gesprächs- partner gezwungen vLrd, s1ch mt Gesagtem ausetnanderzu- setzen, vetL1 er dtrekt antvor- ten muß. Gespräche, 1n denen 1ch KLarmachen v111, daß man gegen a11es etntreten muß, vas un- menschLLch 1Lst. Dazu gehört aber auch o1ne Ver- inderung des etgenen Lobens. Mehr besseres vor1eben, auch gegen sch seLber kKämpfen, gegen e4ge— ne Bequem1ichkett. Noch einmal nach Auschwttz fFahren? Ja! Aber auch nach Polen! Die menschLiche Wärme, dde bei uns nLcht mehr vorhanden 1st, habe ich dort sehr stark empfunden. Ich möchte mehr von Polen sehen und Polen besser verstehen Lernen.* —. 4— 3* L—. ückgrat raus! X Zweifle nicht an dem der dir sagt er hat Angst aber hab Angst vor dem der dir sagt er kennt keinen Zweifel Erich Fried Aus: Gegengift, 1974 14 Lagergemeinschaſt AuschwitzFreundeskteis det Auschwitzer e. V. Gedern ist»Judenfrei“ DAMALS.. me 1dete dtes dt.e NSDAP— ortsgruppen1et tung Gedern an die Gau1et tung. Das var 1m Herbst 1937. Gedern hatte da- ma1s 2150 Fänvohnerz-schon 1933 gAngen die Nazis 1n brutalster Jo1se goegen dte 118 Juden Lhrer Stadt vor. Ne schreckLLch es damals zuging, Kann man In den Gerichtsprotoko1Len' des zvet— bändigen erkes»NS-Verbrechen vor Gericht 1945- 19551 von KLaus Mortz und Ernst Noam nachlesen. Goedern var etner der ersten ju- denfreien Orte im VogeLsberg⸗ DAMALS. Im* DrLtten Reich* EUTE.. nachts, am 21 Aprd.1 1987, Lrd das Haus eines jüdtschen Bürgers in Gedern 1n Brand 6e— steckt.- Des e1nztgen Jüdi- schen Bürgers, dem Arzt Dr. Dan Kiese1.— Heute 1st Godern größer als damals, es hat Jotzt rund 8. oo0o0 Bürger⸗ var dte nReLchskrtsta1- verschleppte und or- mordete man jüdtsche und an- DAMALS⸗. nacht“, dersdenkende Bürger, verbrann- te man dde Synagogen und Bü- cher- und dann verbrannte man die Menschen. Damals rauchten die SchLote der Krematorten von Auschvtz neben denen des T6— Farbenverkes von Monontz. HEUTR.. versuchen Hstorker! zu verfä1Lschen, aufzurechnen und es g1 bt PoLLttker', ve1Lche mdt Sto1z erkLären, daß s4e noch am 8. Ma 1 1945 gegen den Bolsche- vLsmus kRmpften. Andere sagen vLr mußten unsere Frauen gegen die Racheorgten der Roten Armee schützon und vLeder andere spro- chen von der Versöhnung über dde Gräber von Bi tburg hMnweg⸗ Da gtbt os andere PoLitLker ve1Lche von der Gnade der späten Geburt' sprechen, oder von'mehr aufrechtem Gang' oder vom'neu- en NattonaLbewuhtsein“ das dte Doutschen„Leder fLnden müßten. ELner sprtcht am'VoLkstrauer- tag' von Versöhnung, vom end- 11ch SchLuß machen, von Schu1d- losLgkelt, davon vas dte Ande- ren' machten, von Fntschu1dd.- gungen(es var Ja Krtog und vr taten nur unsore Pf14cht) 6 DAMALS. sprachen dae Rtchter des VoLkKsgertchtshofes Todesurtet- 1e am 1 aufenden Band,— dte Nehrmachtsstrafrtchter“ fä11— ten etva Jo. o00 Todesurtei1e gegen So1daten ve1che den Nahn- sInn ntcht mehr mitmachen vo11— ten. DAMALS. machten- 1e1der— viele beim Massenschlachten mt. 81e haben zugesehen, viele haben veggesehen aber nur ganz Menige haben etwas dagegen getan. DAMMALS. gab es nur Wenige veLche den Mut hatten NETN' zu sagen, die metsten meinten,'es geht mich nLchts an, vas da geschteht⸗ HEUTE. vrTd etnem jüddschen Bürger In e1nem kletnen hessischen Ont das Leben unmög1Lch gemacht— auf den Stufen setnes Hauses verden Hakenkreuze eingerttzt, auf dte Fensterschetben NPD-KLe— bor in Form e1nes Davidsternes gekKLebt, verden Scheiben n600) schlagen, v1rTd Brandsttftung verübt. HEUTE.„1rd de Lebensgefährtin des Jüdischen Bürgers beschzmpft, - betde fLüchten aus Gedern— Gedern 1st vieder Judenfrei. Gedern eine Hochburg Von alten Naz1s, von Neonazts„Von Antse— miten? Mein, Gedern könnte über- a1 1 Bundesrepub1LLkK senn. HEUTE.. 1st nur dte Frage, vas ha- ben dte Po14 tLker von Gedern ge— tan um a11 dtes zu verhindern?— S1e haben erst, als es?Zu spkt var, Ste11Lung genommen! S1e ha- ben vorher zugesehen und nichts getan. Lagergemeinschaft AuschwitzFteundeskteis der Auschwitzet e. V. 18 PS DAMALS. var maen sto1z Deutscher zu setln, stolz auf Goethe und Beethoven, sto1z So1dat zu sein— auf fFast alles var man sto1z! HEUTE. kKann man auch auf Goethe, Boethoven u. a. sto12 setn, das Erbe von AuschwLtz, dte 1 M11Lonen Tote- dio schvarzen WoLKen bLetben. Man muß auch trauern können um dte Opfer. DLeser Tet1 der deut- schen Geschtchte gehört dazu. Man muß etvas tun— ntLcht zusehen oder vogsehen- bevor es zu spkt Lst und AL1es vLeder brennt! aber Tat der Anttsemt tLamu⸗ tot? StLehe auch SeLte 21»In Un- gnade trotz später Geburt Gedanken eLnes ehema4- gen AuschvtLtz-HäftLüngs H. ReLneck Kolmitt- PloAef. NM w Krr — — Lieder in der T. Lagerpost? A1s 1ch dte Lagerstraße 1n Auschwtz 5 tum Jüdtschen GedenkbLock ng, Kam mr etne Me 1odte in den nn. Makaber! Zu der ke 1Lodte gese1LLten stch Nor- teꝛ „ a11e horffen„r aus EFlend, Nacht und Grauen auf die Zukunft, dte ein neuer Getst regiert.* Makaber? NWeso eigentLLch? Diese 2ei 1en aus etnem alten LL ed der Arbei terjugend- vLevie1 Hoff- nung mag 1n denen gevesen soin, die ditese ZeLLen sangen, vLevLe1 Mut und Kraft mögen sLe im Kreis G1eichgesinnter geschöpft haben⸗ Beim Liederstngen. Auch in den La- gern vurde gesungen. HeimLch. Loise. In Todesgefahr. Aber veviel Mut, Kraft, Hoff- nung mag ein Lied den Gefangenen gegeben haben? LLeder, dte von den Nazis verboten varen. S. TP* Da schleppte etner seine 6 tarre qusr durch Polen(es var Reiner) und erst am 1etzten gemeLnsamen Abend in Legnica packte er s1* aus, und v1r sangen. OstermarschLLeder, Lager1Lieder, ArbetterLLeder, neue und alte. fehLte der Text, mancher kannte einige LHeder überhaupt nicht. Trotzden: an diesem Abend In dem KLeinen Hote1LzLmmer, 1m»Cuprum“, gehörten vir altle zusammen, fiüh1- ten„ir uns zuhausen 1m Krets GLetchgestnnter. Beim Sängen von Ledern, dte manchem von uns s4— cher auch Hoffnung, Mut, Kraft und WärNe gegeben haben. Hoffnung auf e1ne friedLLchere Zu- Kunft, Rut und Kraft, zuhause ge- gen UnmenschLichkett und Tgnoranz Oft anzugehen, Värme, dte man seLber braucht, um ste anderen vetter- zugeben. Deshalb; vei1 LLeder Menschen und ganze võ Lker verbinden, veL1 ste uns Aut machen und ve11 die, dte ste mut uns singen als Freunde erkenn- bar s1nd: l1oder in dor agerpost! 16 Lagergemeinschalt Auscrwitſreunceskreis der Auschwilzer e. V. Es prennt! ₰ —— N—R 1* S J N—— — † K+ †. J NnS E T* K J e 6 7 5 f—„„ E/ Es brennt, B rü- der, ach es brennt! Ach, ½ R R E P. K.* E S 2=—= E— un-ser ar-mes Stidt-chen, al- les brénnt! A4— 4 K X F.* P 1.. K K P ₰+. ———— „ M— 1„ . Bö-se Win- de vol-ler Ra-sen ret- Ben, bre-chen „4 X K 3. E K K Z N L 4 L FE K K 1.2 S K d. K N 7 N t und 2zer-bla- sen, fah-ren in die wil- den Flam-men, —4 24 F F P B in E—= x F E E S— ct — 00 W6. m vre al-les rings-um brennt! n A4 R X* E RK 3 P.— 1. . E— E— [— M N E 4 L E E N—= X 5— guckt nur um euch und regt nicht die Händ', —=4 R R 1„ 2 L 1 A. E—— K F E F und ihr steht und guckt nmur ₰½ E N 7— F F B 4=„ L 4 l J F* un- ser Städt- chen e. Es brennt, Brüder, ach, es brennt! Ach, unser armes Stidtchen, alles brennt! Es haben schon die Feuerzungen Das ganze Städtchen heiß umschlungen, Und die bõsen Winde blasen, Alles ringsum brennt! Und ihr steht und guckt nur um euch... b. 7. Es brennt. Brüder, ach es brennt! Es kann, behüte kommen der Moment: Unsre Stadt mit uns zusammen Wird zu Asche steht in Flammen. Bleiben solln wie nach der Schlacht Nur schwarze, leere Wänd! Und ihr steht und guckt nur um euch... Es brennt. Brüder. helft, es brennt! Die Hilfe llegt in eurer Hand. es brennt! lst euch euer Stidtchen teuer. Nohmt die Eimer, löscht das Feuer, Löscht mit eurem eignen Blut. Bcweist, daß ihr es könnt! Steht nicht, Brüder, steht nicht länger Und regt nicht die Händ! Steht nicht, Brüder, löscht das Feuer- Unser Städtchen brennt! Sehr geehrte Darnen und Herren, liebe Freunde! Seit Längerer Zeit erhalten Sie Der Jahresbeitrag für Rentner, unser Mittei LungsbLatt, welches Arbeitslose, Schüler und Stu- wärF an etwa 1.500 Personen ver- denten beträgt DM 10,——, a11e senden. Vr nehmen an, daß 8Si e übrãgen M tg1eder bemessen die so manchen Artäkel gefunden ha- Höhe des Beitrages entspre chend ben, der Sie interessiert und hrer finanzde1LLen MögLichkei- SLauben auch, daß Sie unserer ten sowie ihres Interesses an Arbeit zustämmen. der notwendigen Arbet der La- i haft. Fast al1e von Thnen haben uns FinanzieLL bei unseren Aktio— Die meästen unserer Mi tgLeder nen für ehema1ige po1nãsche wähLen zur EänzahlLung des M t— Aus chw tz-HäftLinge unterstützt. g1Ledsbeitrages das Eänzugsver- Für dese Spenden danken vr Fahren,— es kostet Sie nächts, Thnen recht herzLch! Sie brauchen auf keine Termine zu achten- und wär haben besse- Si cher sind Säe auch weiter- ren überb1ick über unsere Fi- hän an unserem M ttei Lungs- nangen. bLatt nteressent. Däe Kosten Für Druck und Porto beLaufen Diesen Brtef erhalten nur Per- sich bei e i ner Versen- sonen, ve1che noch ntcht Mt— gLLed der'Lagergemeinschaf t dung auf fFast PM 3.500,——. Um Auschv1Ltz- Freundeskrtes der Sie auch vei terhin nformieren Auschwtzer e.V. s1nd. Wr senden Thnen gerne auf Munsch zu können, brauchen vir Thre Mi thäLfe! Wäir bätten Sie, Mã E= Das Formular für dte ELnzugser- RLiocd im Froundoskrois dor mã chti gung finden 8S1e 1n unse- Auschwtzer zu werden. rem Mi ttei LungsbLatt Sette 30 Lagergemeinschaft AUSCHWTZ Lagergemeinschaſt Auschwita/freundeskreis der Auschwitzet e v F — reundeskreis der Schillerstraße 18 n AUSCHWITzER eV. Schillerstraße 18 O 6309 Mönzenberg 1 Tel.(060 33) 60 168 Kreitaparkas1 Friedberg/Hessen BLZ 518 500 79 Konto Nr. 062000 74—9 pottcheckkonto: Frankfur/M. Kto.-Nr. 5 1664—608 AUSCMMW/T2 Datum des Beitrits Unterschrift Der Verein ist als gemeinnũtzig anerkannt. Die Beiträge und Spenden sind steuerlich abzugsfähig. Eine Spendenbeschei- nigung wird zugesandt. mt! r Lagergemeinschalt AuschMtuſfteundeskteis Cder Auschitet e. V. 17 Es brennt! Geht man 1n Krakbw vom Tuchha11en- platz 1n Ri chtung DLuge-Straße, geht man an efnem Haus vorbet, ne— ben dessen Engangetür e1n Scht 1d angebracht 1st. In hebrätscher und po1ntecher Sprache teLLt es md. t, daß s1ch hier etne Gese11schaft m. t dem Namen Morde cha GebLrtig“ be- TFndet. Mordecha] Gebirttg, Jud- scher Krakauer Bürger, var TLsch- 1er und verfaßte v4e1e JLddsche 6 her abgedruckte Lded*Es brennt' „chrteb er Im Ma1 1942 1m Krakauer chetto. Im Ju14 1942 kam er bet der LLqutdat1 on des Ghettos um. Er 3011 te e1ne Ausvande rungs genehmi gung nach Amertka erhetten. Dies Lehnte er ab„ELnen alten Baum verpf Lanzt man nLcht, 1aßt etnen Jüngeren an 3 me1ner Ste11e gehn. Tch v111 stor- Das 1LLed Me1n Vater vLTd gesucht* ben, vo me1ne Vorfahren gestorben gehörte zu den 1 Aus 1and bekann- s1nd.* testen LLedern der Jahre 1936— vVvVVvVVVV feBten es 1936. Mein Vater wird gesucht Solo Lit 2 1 † 1 N„ ( S—— 4 K J——— 6 7 7 Mein Va-ter wird ge-sucht, er kommtnicht mehr nach T S B— (— . Haus. Sie het-zen ihn mit Hun-den, viel-leicht ist er gen —0 I— 7 2— fun- den und kommt nicht mehr nach Haus. Mein Vater wird gesucht,. Er nat uns doen gesagt, Er kommt nicht mehr nach Haus. So etwas tät er nicht. Sle hetzen inn mit Hunden, Es sagten die Genossen, vlelleicht ist er gefunden SA hätt' ihn erschossen, Und kommt nicht mehr nach Haus. Ganz ohne ein Gericht. * Die Mutter aber weint, 4. Beut' weiß ich ganz genau, Wlr lasen im Bericht: Warum sle das getan. Der Vater sei gelangen, wir werden doch vollenden, Und hätt' sich aufgehangen, Was er nicht konnt' beenden Das glaub' ich aber nicht. Und Vater geht voran! 18 Lagergemeinschaſt AuschwitzſFteundeskteis det Auschitzer e. V. ESER Leserbrtef Tch ban zuetmal(1983 und 1985) rür e ene Noche mit etner Studten- gruppe 1m Muzeum Auschwtz gewe- sen und habe dort die Erfahrung ge- macht, daß das zunächst(be der ersten Konfrontation müt dem Ort und den Ausste11lungen) 1ähmende Erschrecken 1m Laufe der Voche durch die VLe1setigkeit der Auseinander- setzung Platz macht für kalte Nut und WLLen zum po1itischen Engage- ment. Kalte MWut— zum etnen auf dde Nazs von damals müut ihrer organi- sLerten menschenverachtenden Grau- samkeit, zum anderen auf dte heu- tge Tgnoranz und Geschzchtsver- drehung, dte das Gefase1 von der AuschwLtz-Lügen noch Immer nächt ausgemerzt hat. Mt dteser Erkennt- näs etnher gtng ein riesiger Mot- vationsschub; 1Lch kam betde Ma1Le von AuschvLtz zurück mt dem unbe- dängten WL L1en, In me1nem Bekann- tenkreis das Thema NationaLsozta- 1 smus“ zu probLemattsteren, über meine Erfahrungen zu Lnformäeren und meine Mi tmenschen antifaschi- stisch zu po1Ltisteren. Aufgrund metLner etLgenen Erfahrun- gen möchte ich jedem Mut machen, das Magnis einzugehen, nach AuschLtz zu fahren. Daß es ein Nagnis 1st, sLch dtesem Mahnma1 der Geschichte auszusetzen, be- strete ich nLcht- schLießLich Kann nLemand seine emotLonalen RoeaktLonen in sLner derart extre- men Sd tuation 1m voraus abschätzen. Urtke Janssen(20 Jahre) P. S.: Das Mtttei Lungsblatt Nr. 9 (Dez. 1986) hat mir sehr gut ge- fFallen. Besonders posttiv fand ch, daß auch Themen vie die Asy- lantenprobLematik und ddte Frtedens- hoveung aufgenommen wurden. ITch halto es für vLchttg, dte Vernot- zung al1 dteser Themen(auch Frauen- diskKrimtnderung und Apartheid 1) ufzuzeigon. Auschwttz- zum zweLten Ma1 Es vLTd etnfacher sein, beim zwe1— ten Ma1. Dachte 1Lch. Du varst schon e1nmal dort, hast Auschvttz gesehen. Die zviespäLtigen Gefüh1e betm ersten AuschwLtzbesuch sind mir noch gut in Ertnnerung: Angst am Abend zuvor, das Lange 6 spräch mit Michal, dem Gastgeber, dte Frage in mär:*Was vi1LLst du eigent1LLch dort?“ und däe Lahme nRechtfertigung“: Etwas begreifen“. Die FassungsLosigkeit danach und dte Erkenntnts, Keine Vorte zu ha- ben Für das, vas in Auschwitz ge- schehen 1st. Und nun zum zvetten Mal nach Auschwttz. DLe Nacht vorher: vach. Das Tor— Arbeit macht frei.—, Bd Lder, Er- Lnnerungen an Erzählungen, an 6e— 1esenesz nächt g1eiche Gefühle ve im Vorahr: schLäimmer! Noch mehr FassungsLosigkKeit. Zvei BLocks, dte B1 1Lder von Häft- 11ngen an den WEnden. Zvischen An- kKunft und Tod k MWochen, 2 Monate— mehr geht nücht! Bi 1der 1m Kopf von zu Hause: an eLnem KLosk in me1ner Straße KLe- ben NPD-AufkLeber! Auf meinem täg- 11chen Veg zur Arbet vier Vand- kKritzeleien: Juden und Türken raus, Tod der Rot-Front, zwei Haken- kreuze. 6 Der Gauwei 1ersche SchwuLenhatz- ruf, der DenunzLationen Tür und Tor öffnete 1n Bayern. Faschis— mus*871 In Bres1au fragte mich ein Reise- teLnehmer: Was 18t so spannend daran, zum zveLten Mal nach Auschwitz zu fahren? Nchts! Im GegenteiL: es vird schwerer, durch das Lager zu gehen, venn man schon etnmal dort var. Aber: es Lst voh1tuend und es macht mch fFroh, 1n ein Land zu fahren, das den Faschtsmus erfolgretch aus se4— nen Grenzon verbannt hat. Wo Nazi- TIdeoLogie Koine Chance hat, vLeder- aufzuleben. K. Fleckenstein Lagergemeinschaſt Auschwitateundeskteis Cer Auschwitete. V. 19 ſſetzte Meſdurngen Neonazis Neonazi-Verfahren gegen Röder-Ehefrau verjährt Wegen Verjährung hat die Staats- schutzkammer des Landgerichts Frank- kurt in einer am Freitag bekanntgeworde- nen Entscheidung das Strafverfahren we- gen Verbreitung neonazistischen Props- gandamaterials gegen die 538 JEähre alte Gertrud Roeder aus Schwarzen- born/Nordhessen eingestellt. Die Angeklagte ist die Ehefrau des Anwalts Manfred Roe- er, der 1982 in Stuttgart-Stammheim unter anderem wegen sieben Brand- und Brennstoffanschlägen von Neonazis zu 13 Jahren Haftstrafe verurteilt worden ist. Der Frau wurde vorgeworfen, sie habe nach der Verhaftung und Verurteilung ih- Etwa 150 Rechtsextremisten aus der Bundesrepublik, Osterreich und den Niederlanden hatten sich in Hessen treffen wollen. Die Ver- sammlung war jedoch vom Land- rat des Kreises verboten worden. Am späten Samstag abend fuhren dann so ein Sprecher des Darm- städter Regierungspräsidiums 120 Rechtsextremisten vor der Strafanstalt Butzbach vor, sangen Nazi-Lieder und forderten die Frei- lassung des dort einsitzenden Neo- nazis Michael Kühnen. Sie ver- schwanden jedoch nach wenigen Minuten beim Auftauchen der rasch zusammengezogenen Strei- fenwagen der umliegenden Polizei- wachen. Die Beamten beschränk- ten sich darauf, die Kennzeichen res Mannes den von ihm organisierten der in verschiedene Richtungen Versand rechtsextremistischer Druck- schriften weitergeführt. lhe 11. Mai 1987 6 1 18 Frankfurter kundschau Samstag. 16 Mat 1987 „ Denn so man müt dem Herzen gLaubt, so vrd man gerecht; und so man mut dem Munde bekKennt, so vird man se1ig.* (Römer 10, 10) Am Sonntag den 8.2. 1987 erLag unser M tg1ed KLAUS ZBTLKONVSKI e1nem Herzinfarkt. Er vurde h6 Jahre alt. Als engagierter Christ trug er sene Ideen Von Freden und Ver- söhnung iIn dde Geverkschaft und die SPD— Butzbach, deren Vor— s1 tzender er var. Verbässen Kämpfte er um seinen Standpunkt, stets bemüht, Mnderheiten zu schützen und Schwache zu Fördern. Die Versönhnung mt dem Osten var ihm ein besonderes AnLHegen- Sein krtttscher verstand und seine BeLesenhet in Sachen Faschis- 5 mus 14eferte uns so manche vLchttge Analyse. UnerschütterLLch var sein Bekenntnis. Er v1rTd mdT 1mmer ein Vorbt 1d bLeiben. Nethard DahLen „Vergeßt niel“ Die letzte Mitteilung der Sterbenden war auch seine Mahnung. Wir werden ihn nie vergessen. Klaus Zbikowski Lagergemeinschaft Auschwitz Freundeskreis der Auschwitzer eV. 20 Lagergemeinschaſt Auschwitz/Freundeskteis det Auschwitzer e. V. „Unsere schwache messianische Kraft“ W0 Jetzt der kleine ParkpLat?z tür Museumsbesucher 1st, arbei- tete damals dde BetonkoLonne. Tadek, me1n Krakauer Gastgeber Un den ersten Dezembertagen 1986, sagte mir es, als vir aus se4— nem Vagen sttegen. Beim Drahtbiegen konnte man a1- LerLei vahrnehmen. Drahtbiege- maschine? Tch hatte»Drahtbiege- maschinen verstanden. Doch das gab es ntcht. Die Armäerungs- drähte mußten mät den Händen ge- bogen verden. Die ersten vLer Wochen 1n der BetonkoLonne hatte der durch An- den- Handge Lenken-hängen, Prüge 1 und Stehbunker entkräftete Häft- Ling Tadek in einer HoLzvo1LL-— Kiste unter sinem Merktisch ver- brängen dürfen. Das und eine vom Kapo zugeschanzte zusätz- 1che Ke11e Suppe tägLich vi rd Uhm das Leben gerettet haben. Frotzdem: Meine schlimmsten Vochen in Auschwitz“, sagt er heute. Man veißB, vde venig der Monsch zu Längerer Bevegungs- Losigket in Einsamkei t und DunkeLheit geetLgnet 1st, vi0 rasch sich das auf Mahrneh- mung und AktLon eingeste1Lte Hrn dann gegen sei1nen Träger richtet; vie1e»drehen dann durch“, Tadek stand es durch und kam zu den Kräften, die es Uhm erlaubten, a1s Drahtbie- ger zu überLeben. Jotzt Ist er Pensonär und undert sLch immer noch sin ventg, venn er hier auf dem BetonpLatz unwett vom Lager- tor(ArbeLt macht frei*) aus senem Auto stelgt, mit oinem deutschen Gast zudem. An ei— nem der masstven Eckpfetler des Starkstromzaunes sagt er: Ier haben vr beim Gäießen ei— ne FLasche mät unseren Namen oünge lassen, damit irendoine Spur blelbt.* »Nach Auschw tz fFahren vär gerne essen'“, hatte mr eln Krakauer im Frühahr einmal erzählt, so a1s gäLte es, eotwas vie Norma1t tat für die Stadt mt dtesem Namen zu be- haupten. In der Tat bietet der ba- rocke, recht österreichisch anmu- tonde MarktpLatz e1n einLadendes Bi 1d und auch däe fLache, nächt oben vLe1LfFäLtige Landschaft hat etvas vie me 1ancho1Lische Würde. Nächt e1nmal de alten Retterkasernen, däie BLocks des Stammlagers, möchte man, mt heutigem Sinn für funktions- gemäße Proportion, häßLich nennen. Doch vr sind 1n Oswecim und däe Last jüngster Geschächte 1st da, überalL. Der Bundespräsident schrieb Uns GrußBvort zur Einwehung der Internattonalen Jugendbegegnungs- stätte:»*Hoffnung vLrTd ndTgendwo tLefer empfunden als hier.* Däese Jugendbegegnungsstätte, ein Locke 3 res Ensemb1e zdegeLgedeckter Bau- ten, die ein überdachter 6ang ver- bändet, 1st von zvei Archä tekten erbaut vorden, von Alfred Przybä LskKä, einst Häft1ing Nr. à71, und von He Imut MorLock, der den Bau als „Beitrag zum Leben“ versteht, a1s eine Antwort auf die Frage, vas der Mensch*nach Auschwtz machen kann*. Die Jugendbegegnungsstätte 11egt Knapp zve1 Ki 10me ter vom Stamm1a- ger entfernt. Museums 1e4 ter Kazi— mäierz SmoLen und dde anderen alten Auschvttzer, de häer begonnen ha- ben, Spuren zu sdchern und Erinne- rung festzuhalten, a1s es noch kei- ne Institutton dazu gab, sprechen von den KonservLerungsprobLemen. vor kKurzem haben Armeetechntker vorschläge ausgearbeitet, dde be—. nutsam erprobt verden so11en. N4e — Lagergemeinschaft Auschwitzßteundeskteis der Auschwitzer e. V. 21 schwLertg Dokumentatton und sogar dte Beschd 1derung sein kKönnen, ze1gt der PlLatz rechts vor dem La- gertor: Edn Scht 1d sprtcht von e4.- ner KLesgrube, aber auch Baracken hat es her enmal gegeben und so— gar e1n dtLettanttsch ange 1egtes Massengrab. Etn FLecken Auschwttz- erde hatte eben vde1es auszuhalten. Das EmbLem der Jugendbegegnungs- stätte zeigt das auf der Spttze stehende HäftLingsdreteck 1n s4— nem Krets, 1n Lhm etn junger Baum, der auch e1n Blatt sein könnte. G„ Uber dem Gekreuztgten 1m blau-veLßen HRrftLLngsanzug auf dem PLakat der Auschwttzer 18t e1n Dreteck mdt dem*Pn= Pole. Professor DLetrLoeh Go1Ldschmädt, Aktton Sühnezetchen, der EdnweLhung Mater Benjamän: nEs besteht etne geheime Verab- zLtierte bei redung zwLschen den gevesenen Ge— sch1Lechtern und unserem. Wär snd auf der Erde erwartet vor— den. clas vor uns var, etne schvache messtLanische Kraft m tgegeben, an ve1Lche däie Vergangenheit An- spruch hat. B1111g Ust dieser Anspruch ntcht abzufertigen.* Peter C. Ke1L1er ——— Gabriela ist eine waschechte Frank- kurterin. Ihre Eltern zählten zu den er- sten Bewohnern der Nordweststadt. 1966 ist Gabriela dort geboren. Hier ist sie mit ihren Freundinnen auf dem Spielplatz rumgesprungen. Später ging sie in die Elisabethenschule. Da hat sie 1934 ein gutes Abitur gemacht. Jetzt ist Gabriela in dem Alter, wo die Wege von Eltern und Kindern aus- einanderlaufen. Also sucht sie eine Wohnung. Irgendwo in der Nähe der Uni, wo sie inzwischen Musik, Deutsch und Biologie studiert. Nicht sie allein sucht: Ihre Eltern wollen für sie den Vertrag schließen und auch die Miete bezahlen. Aber sonst will Gabriela nicht länger behütet werden. Sie ist schließlich 21. Gleich beim ersten Mal, als sie sich vorstellte, hat Gabriela geschen, welch gute Chancen sie von ihrem Auftreten her hat. In der Friedrichstraße 32 war eine kleine Mansardenwohnung frei und gewünscht war eine Frau.„Frohe Botschaft“, meldete sich der Sohn des Hausbesitzers telefonisch,„die Wahl ist auf Ihre Tochter gefallen.“ Gabrie- la war froh.„Nur eines noch'“, sagte da die Stimme des jungen Hausbesitzers, „Sind Sie Deutsche?“ Gabriela ist Deutsche, ihre Mutter und ihr Vater sind Deutsche. Es gab die Jahre, da wollte man ihnen das wegen ihres jüdischen Glaubens ab- sprechen. Damals, 1938 wanderten ihre Großeltern von Berlin für elf Jah- re in die Mandschurei aus, wo auch In Ungnade trotz späãter Geburt Gabrielas Mutter geboren wurde. Als die Familie nach acht weiteren Jahren in Israel im Einwandererlager 1957 in die elterliche Heimatstadt Berlin zu- rückkehrte, hatten sich die Spuren von 23 Angehörigen lange verloren: Sie waren von ihren deutschen Mit- bürgern umgebracht worden. Gabrie- las Urgroßmutter überlebte diese Nachricht nicht: Sie erhängte sich 1945 in der Wohnung ihrer Kinder, Gabrielas Großeltern, an der Tür. „Wir sind deutsche Staatsbürger“, sagte Gabrielas Mutter, die mit ihren Eltern 1961 nach Frankfurt gekom- men war, letzte Woche am FTelefon dem Hausbesitzer.„Wir sirid Juden“ Damit war es dann nichts mehr mit der Wohnung in der Friedrichstraße 32. Der alte Hausbesitzer ließ über sei- nen Sohn ausrichten:„Juden sind kei- ne Deutsche.“ Er bestätigte später ge- genüber der FR seine Weigerung, an die junge Jüdin Gabriela zu vermie- ten. Ohne weiteren Kommentar. So weiß die Abgelehnte nun, warum jüdischen Kindern in Deutschland „immer gesagt wird, daß sie sich nicht abkapseln sollen“ Warum man sie lehrt, stets„zu zeigen, daß Jude sein etwas anderes ist als Christ sein, daß man ihn aber trotzdem lieben kann“. Jede andere Rolle nämlich, das hat Gabriela gelernt, kann für Juden in Deutschland zur Bedrohung werden: Außenseiter sein wie sich einfach als Deutsche unter Deutschen zu fühlen. CLAUDLA MICHELS Uns 1st vde jedem Geschlecht, FE 5. März 1987 22 Lagergemeinschalt Auschwilz/Fteundeskteis det Auschwitzet e. V. Birkenau E e R dor dte 61etse färbt, os 181 Blut, unabvaschbares Blut. Biume vachsen auf den Böschungen und sterben vor Trauer, LUhre Aste stechen mt Schvurfingern Un den Himme1! Ne vLeder! Doch dte Henker von heute stohen auf dem zur Bestchtigung freigegebenen Wachturm und sagen Vergessen und sagen, vas haben denn die anderen gemacht, und sagen, vas geht das uns noch an. Dann steigen sie in die Busse, fFahren durch die bäuer1ache Landschaft und zählen Störche und Pferdefuhrwerke. Das Blut auf Schwe11en und Schtenen schrett LautLose KLagen. r, die sLe hören, veinen tränenLos und stumm. Bäume vachsen auf und sterben vor Trauer, hre Aste stechen mät Schwurfingern Un den Häimme1! NLo veder. Herbst 1986 bel enem Besuch von Auschwtz und Birkenau geschrteben Dr. Frttz Deppert 6100 Darms tadt Für die, die es wissen wollen Beim Gang durch Varschaus alten Stadtkern fFäLLt an fast jedem zveLten Haus eine Gedenktafel auf. Einfach, in Stein gehauenes Zeug- nUs von Nazi-GreueLtaten, umran- det mut elnem Band in den poLni- schen Farben, metst 11egen fri- sche BLumen davor. Hier 70, da 5, dort 12 Menschen, die umkamen, ermordet wurden, de- nen so1cherart hier gedacht vird. Bis in dte heutige Zet vachge- haltene Erinnerung. In der BundesrepubLik„27 0Oft sucht man vergebens nach Hinwe— sen, nach Gedenktafe In für Opfer des Nazi-Terrors. Schver tun stch die staatLichen Gremien, venn es um das Anbrän- gen einer Gedenktafel, um das AufsteLLen eines Mahnmals oder gar um dae Erhaltung von ehema- 11gen Lagern als Gedenkstätten geht. Bernd Eichmann, Jahrgang 1953, gMng in der BundesrepubLik däe- ser»Praxis des Verschveigens“ nach. Und er schrieb ein Buch darüber. Orte verden darin ge- nannt, z. B. Hinzert, Vewe 1sburg, Grafeneck, Neue Bremm, Ehren- fFe1d. Ver ve1ß schon, vas säich dort abspLelte, zvischen 1933 und 19457 Sein Buch 1st erschüt ternd, zeugt es doch von den Schwie- rigkeLten der Deutschen 1m Um- gang mt eLnem Tei1 Threr Ge- schtchte. Es dokumenttert, vie schwer es o1nze1ne Gruppen bewußter Men- E schen haben, mut Lhrem AnLiegen um Nichtvergessen 1n der öffent- 11 chket durchzudrangen. Zeigt aber auch, daß Hartnäcki(— kKelt und Geduld auch manchma1 zum Z4Le1 fFühren können. Lesensvert für a11 ddejentgen, die»vor Ort“ auf Spurensuche gehen und für alle, dte nicht vergessen vo1LL1en. Bernd ELchmann vVorstetnert, verharmlost, vorgessen KZ-Gedenkstkitten in der Bundos- repubLLk Deutsch1and FLacher Taschenbuch der ReLhe»Boot“- DM 9,80 ISBN J-596-27561—4 K. FLeckensteln Lagergemeinschaſt Auschtzßteundeskreis der Auschitzet e. V. 23 PRESSESPIEGEI. „Um ein Urteil gedrückt“ BONN, 28. November(dpas). Als beäng- stigend und bedrückend haben die Grü- nen die Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage ihrer Fraktion zur NSJustiz bezeichnet. Die Regierung ha- be sich um alle Fragen nach der politi- schen und moralischen Beurteilung der NS-Juristen und deren Behandlung in der Bundesrepublik gedrückt, sagte der Abgeordnete der Grünen, Hans-Christian Göber vor Journalisten in Bonn. Es werde nicht erklärt, warum nicht ein ein- ziger der Wehrmachtsstrafrichter, die im 2. Weltkrieg mehr als 35 000 Todesurteile gegen eigene Soldaten vollstrecken lie- Ben, nach dem Krieg zur Verantwortung gezogen wurde. Statt dessen hätten viele dieser Richter nach 1945 als Richter und Juristen Karriere machen können. Nach dem Bundesentschädigungsge- setz werde die überwiegende Mehrzahl der Todesurteile der Kriegsgerichte der Deutschen Wehrmacht nicht als national- sozialistische Verfolgungsmaßnahme an- erkannt, sagte Ströbele. Hinterbliebene von Deserteuren hätten nur dann einen Versorgungsanspruch, wenn die Hand- lungen als Widerstand gewertet werden könnten. Die Bundesregierung hatte in ihrer Antwort auf die Große Anfrage die Kritik der Grünen an der rechtsstaatlichen Zu- verlãssigkeit der Justizangehörigen in der Bundesrepublik zurückgewiesen. Die in der Bundesrepublik aufgebaute Justiz sei keine schlichte Fortsetzung der NS- ustiz. Die Richter seien auf die Werte- dnung einer demokratischen Verfas- sung verpflichtet worden. OTTO-ERNST REMER, früherer Wehr machts-Generalmajor, muß sich in einer Berufungsverhandlung erneut vor Ge- richt verantworten. Dem General wird Beleidigung und Verunglimpfung des An— sehens Verstorbener vorgeworfen. Im Ju— li hatte das Amtsgericht Kaufbeuren den Beschuldigten zu sechs Monaten Frei— heitsstrafe mit Bewährung und einer Geldbuße von 1000 Mark verurteilt. Das Geld war an die Gesellschaft für christ- lich jüdische Zusammenarbeit zu zahlen. Remer hatte unter anderem bei der Nie- derschlagung des Aufstandes vom 20. Juli 1944 eine entscheidende Rolle gespielt. Der Prozeß gegen den ehemaligen NS- General war durch einen Artikel des „Stern“-Reporters Gerhard Kromschrö- der ins Rollen gekommen. Ihm gegen- über soll Remer bei einem Treffen ehe- maliger SS-Angehöriger im Mai 1985 be- hauptet haben, in Auschwitz habe es kei- ne Gaskammern gegeben. Der jüdische Filmregisseur Thomas Frantl erstattete daraufhin Anzeige. Nach Uberzeugung des Kaufbeurer Amtsgerichts hatte Re- mer eine Videokassette verbreitet, in der die„Auschwitz-Lüge“ propagiert wird. Dagegen legte der Verurteilte Berufung ein. Der 75jährige General wollte nach Ausführungen der Verteidigung lediglich junge Leute vor extremistischen Auffas- sungen bewahren. Im Urteil vom Juli die- ses Jahres hatte die Staatsanwaltschaft den Tod vieler Juden in Gaskammern als geschichtliche Realität bezeichnet, die nicht wegzuleugnen sei. Wegen seiner rechtsradikalen Aktivitäten hatte Bun- despräsident Richard von Weizsäcker dem General einen Teil seiner Pension gestrichen. UN gaben Nazi-Listen an Ludwigsburger Zentralstelle BONN, 1. März(dpa). Die Vereinten Nationen(UN) haben ihre vollständigen Fahndungslisten nach Nazi-Kriegsverbre- chern an die Zentralstelle zur Verfolgung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen in Ludwigsburg übergeben. Wie Radio Bremen am Wochenende mitteilte, wur- den nach seinen Informationen die über 30 000 Namen umfassenden Fahndungsli- sten der UN-Kriegsverbrecher-Kommis- sion, der 17 Nationen angehörten, seit 1948 unter Verschluß gehalten. Nach An- gaben des Leiters der Zentralstelle, Alr fred Streim, enthält die Liste Zeugen für Kriegsverbrechen wie auch Angehörige verbrecherischer Nazi-Organisationen, wie zum Beispiel der Gestapo. Die Zen- tralstelle hatte sich seit Beginn der sech- ziger Jahre vergeblich um die Listen be- müht. Streim hat für die jetzt anlaufen- den Kriegsverbrecher-Ermittlungen 2u seiner Unterstützung zusätzlich einen Staatsanwalt angefordert, teilte er Radio Bremen mit. 24 Lagergemeinschaſt AuschwitzFteundeskteis der Auschwitzer e. V. AUS DER PRESSE VolkKsbund und Waffen-SS Gießen(ga).— Erneut hat Bürger- neralsekretàr des Volksbundes gebeten. meister Lothar Schüler bei der Bundes- dafür Sorge zu tragen, daß alle Kreisven geschäftsstelle des Volksbundes Deut- bände die HIAG aus ihren Reihen entfer sche Kriegsgräberfürsorge gegen die nen Mitgliedschaft der HIA6 protestiert. Zwar sei anzuerkennen, daß die HIAG als Zusammenschluß ehemaliger Solda- ten der Waffen-SS aus dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ausge- chlossen worden sei. Iatsache sei aber auch, daß die HIAG nach wie vor in ein- „elnen Untergliederungen der Kriegsgrä- berfürsorge Mitglied sei. Schüler sieht deshalb„mi Besturzung“, daß die IIA0 immer noch dem Kreisverband Gießen angehört. Er hatdeshalb den Ge- vITZHAK BEN ARl, israelischer Botschafter in Bonn, hat ange- sichts der neuen Historiker-Diskus- sion über die Hit- ler-Ara davor ge- warnt, die Verbre- chen des Nazi-Re- gimes mit anderen Untaten gleichzu- “ Setzen. Ben-Ari sagte der„Augsburger Allgemeinen“, die Greuel der Nazis ließen sich zum Beispiel nicht gegen die der Stalin-Zeit aufrech- nen.„Die Einzigartigkeit, welche die Ver- nichtung ganzer Völkergruppen durch Deutsche darstellt, wurde von keinem Diktator— von Nero bis Stalin— in die- ser Weise verübt“, sagte der Botschafter. Der Historiker-Streit über die Hitler-Zeit werde international aufmerksam beob- achtet. Ben-Ari warnte jedoch davor, Ge- schichtsschreibung dazu zu benutzen, sich die Geschichte vom Leib zu schrei- ben“.* HNGERCFHTETE Es ist wahr, daß sich der Volksbund Deutsche Kriegs- gräberfürsorge dafür ein- Setzt, 195 hingerichteten NS- Kriegsverbrechern auf dem Hamelner Friedhof Wehl ein Denkmal 2u setzen. Unwahr ist, daß sich des Volksbund auch schon etwas zur Erinne- rung an Adolf Hitler hat ein- fallen lassen. HORST PETER, sozialdemokratischer Bundestagsabgeordneter aus Kassel, for- dert, der„Verharmlosung von Auschwitz“ müsse entschieden entgegengetreten werden. Anläßlich der 45. Wiederkehr der sogenannten„Wannsee-Konferenz“ ap- pellierte er an Kommunen, Länder und die Bundesregierung, diesen Tag zur Er- innerung an die seinerzeit von Deutschen begangenen Verbrechen zu nutzen. Peter erinnerte daran, daß die NS-Behörden am 20. Januar 1942 die sogenannte„End- lösung der Judenfrage“ beschlossen hat- ten, den„industriell betriebenen Massen- mord an Millionen Menschen“ x Lagergemeinschaſt AuschwitzFteundeskteis der Auschwitzet e. V. 25 HELMUT ARlS, Präsident des Verban- des der Jüdischen Gemeinden in der DDR, hat an die vor 45 Jahren auf der be- rüchtigten Wannsee-Konferenz in Berlin beschlossene systematische Vernichtung der Juden in Europa erinnert. Am 20. Ja- nuar 1942 hatten Spitzenvertreter der Nazi-Regierung Fragen der„Endlösung der Judenfrage“ erörtert. Aris sagte in. einem jetzt im SED-Organ„Neues Deutschland“ veröffentlichten Gespräch. man müsse in dieser Konferenz einen Ausdruck der grenzenlosen faschisti- schen Barbarei sehen.„Mit ihr wurde das was mit der Verkündung der ürnberger Gesetze' im Jahre 1935 und der sogenannten Reichskristallnacht 1933 begann: Der systematisch geplante Mord an zunächst sechs Millionen Juden, dem ihre Enteignung und Deportation voraus- ging.“ Der Präsident erinnert in diesem Zusammenhang an Konzentrationslager wie Auschwitz, Theresienstadt, Buchen- wald und Majdanek. Der DDR beschei- nigte Aris, Hitlerfaschismus und Antise- mitismus für immer beseitigt zu haben und das Vermächtnis aller Opfer des Na- tionalsozialismus zu bewahren. Die Bür- ger jüdischen Glaubens in der DDR un- terstützten„aus tiefer Uberzeugung die humanistische Friedenspolitik der BDR“ meinte Aris. Freitag. 16. Januar 1987, Nr. 13 * NPD stellt sich WöLFERSHEIM, 9. Februar(Ah). Nach ihrem überraschend guten Ab- schneiden bei der Bundestagswahl(0,6 Prozent der Zweitstimmen) will sich die rechtsextreme NPD jetzt auch verstärkt an Landtagswahlen beteiligen. Dies be- schloß der Bundesvorstand der Partei nach Angaben vom Montag am Wochen- ende im hessischen Wölfersheim, wo die NPD drei Gemeinderatsmitglieder stellt und bei der Wahl 10,5 Prozent(Erststim- men) errang. Der NPD-Vorstand billigte sowohl eine Kandidatur der Partei bei der Bremer Bürgerschuftswahl im Sep- tember als auch bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 1988. Das Bundes- land im Südwesten wurde zugleich zum „Wahlschwerpunkt“ der Partei bestimmt. Australien sucnt NS-Verbrecner CGANBERRA, 24. Februar(Reuter). Au- stralien hat am Dienstag die Bildung einer Sondereinheit angekündigt, die mutmaßliche NS-Kriegsverbrecher im Lande aufspüren, überprüfen und gege- benenfalls verfolgen soll. Eine geheime Regierungsliste mit 70 mutmsßlichen Kriegsverbrechern ist die Grundlage. Erich Koch, 90. Als einer der brutalsten Satrapen des Führers hatte der ehemali- ge Gauleiter von Ostpreußen und Reichskommissar der Ukraine bei Kriegsende eine der prototypischen Na- zi-Karrieren hinter sich: vom bleistift- spitzenden Kleinbürger zum massenmör- derischen Herrenmenschen. Bereits 1926 war der in Elberfeld geborene Lohn- buchhalter der Reichsbahn wegen seiner Zugehörigkeit zur NSDAP vom Dienst suspendiert, zwei Jahre später aber zum Gauleiter(1933 zum Oberpräsidenten) von Ostpreußen ernannt worden. Für den Landser an der Ostfront machte Koch 1941 auf seine Weise Geschichte Die erobere Ukraine hielt er für den rũcksichtslos auszubeutenden Brotbeutel des Deutschen Reiches und die Bewoh- ner für ein„Negerwolk“. Rächern konn- te sich der Parteibonze bei Kriegsende zunächst entziehen. Er entkam von Kõ nigsberg über die Ostsee in die Umge- bung von Hamburg; sein Inkognito wur- de wenige Tage nach der Verkündung des Grundgesetzes. im Mai 1949. gelüftet. Zwar wurde er wenig später von der zustän- digen britischen Besat- zungsmacht an Polen ausgeliefert und im März 1950 wegen der Ermordung von 72 000 polen und der Depor- tation von 200 000 weiteren Opfern in KZs zum Tode ver- urneilt. Doch vor der Hinrichtung be— wahrte den auch im polnischen Ge- ſängnis als herrischen ldeologen auf tretenden Koch körperliche Gebrech— lichkeit. Erich Koch starb vergangenen Freitag im Geſängnis von Wartenstein. 26 Lagergemeinschaſt Auschitz/Fteundeskteis der Auschwilzere. V. Hoffmann: Keine Verharmlosung Kulturdezernent äußert sich zur„Historikerdebatte“ Kulturdezernent Hilmar Hoffmann hst die Jüdischen Literatur- und Theaterwo- chen, die am Sonntag beginnen, zum An- laß genommen, um zu der sogenannten Historikerdebatte Stellung zu nehmen. Man könne sechs Millionen ermordete Juden nicht mit den Opfern anderer Dik- taturen verrechnen, sagte Hoffmann und warnte vor allen„wissenschaftlich noch so schmackhaft servierten Verharmlo- sungstendenzen“. Längst sei die Debatte der Historiker über die Vergleichbarkeit deutscher NSVerbrechen mit den Greueltaten an- derer Völker zu einer Auseinanderset- zung um das Selbstverständnis dieser Republik geworden. Die Verharmlosung von Hitlers Völkermord entspreche offen- sichtlich einem breiteren Verlangen als bisher angenommen wurde. Wer sich nur mit Glanz, Größe und Gloria der deut- schen Geschichte identifizieren wolle, mache aus ihr einen„ᷓMärchenwald des deutschen Gemüts“, sagte Hoffmann. Er jedenfalls habe nicht„das dringende Bedürfnis nach Normalität“. Er teile nicht die Ansicht, das deutsche Volk „möchte ein Volk wie jedes andere sein, FR 4 2 1087 nicht immer in Sack und Asche gehen, nicht dauernd für die Schrecken des Ho- locaust haftbar gemacht werden“. Gerade in den dunklen Etappen der deutschen Geschichte liege eine einzigartige Chan- ce, meinte Hoffmann:„Weil wir aus leid- voller Erfahrung und schuldvoller Ge- schichte im Konzert der Völker Problem anders empfinden und artikulieren kön nen als andere Nationen, könnten wir heute besondere Akzente setzen.“ Dies habe nichts mit einem neuen deutschen Sendungsbewußtsein zu tun, wenn diese Grundsätze in der eigenen Politik gelebt und praktiziert würden, be- tonte Hoffmann. Auch der Kulturreferent der Jüdischen Semeinde zeigte sich„beunruhigt“ über Außerungen von Politikern, das deutsche Volk solle aus dem Schatten der Vergan- genheit treten. Das Streben nach natio- naler Identität dürfe nicht zu einem ge- schichtslosen Nationalismus führen, sag- te Friedmann und zitierte den ehemali- gen Frankfurter Oberbürgermeister Wal- ter Wallmann: Man könne nicht auf Goethe stolz sein, wenn man sich für Hit- ler nicht schämt. ft Verfahren wegen„Jude ärgere dich nicht“-Spiel eingestellt pid GOTTINGEN/DARMSTADT, 27. November Weil die anonymen Neonazis. die im Frühjahr Kopien des berüchtigten Brettspiels Jude ärgere dich nicht“ an mindestens 70 Schülerzeitungen im gan- zen Bundesgebiet verschickt hatten, na- mentlich nicht zu ermitteln sind, hat die Staatsanwaltschaft Darmstadt jetzt ihr zentrales Ermittlungsverfahren gegen die unbekannten Hersteller und Vertreiber des Spieles eingestellt. Die Darmstädter Behörde war bundesweit für die Ermitt- lungen zuständig, weil die Neonazis ihre Briefe mit dem KZ-Spiel von Darmstadt aus verschickt hatten. — Bei Jude ärgere dſch nſcht geht 6 darum, Spielfiguren aus sechs verschie⸗ denen„Konzentrationslagern“ in eine zentrale„Gaskammer“ zu ziehen. Die im Frühjahr verschickten Exemplare trugen den Herstelleraufdruck„NSDAP/AO“ mit einer Postfachanschrift in den USA. Wie ein Justizsprecher auf Anfrage der R mitteilte, sei es nicht möglich gewesen, dem angegebenen Hersteller in den USA nachzuforschen, weil dafür ein langwieri- ges Rechtshilfe-Ersuchen nötig gewesen wäre, das innerhalb der Verjährungsfrist keinen Erfolg gebracht hätte. 28.411. Frankfurter Rundschau Lagergemeinschalt AuschwitzFteundeskteis Cder Auschwitzet e. V.„ „Verbrechen nicht vergessen“ FRANKFURT A. M. 20. Januar(Reu- ter). Bundeskanzler Helmut Kohl hat am Dienstag zum 45. Jahrestag der Wannsee- Konferenz dazu aufgerufen, die Nazi-Ver- brechen nie zu vergessen oder zu ver- harmlosen. Auf dieser Konferenz hatte das Nazi-Regime 1942 die Vernichtung von elf Millionen Juden beschlossen. In der Erklärung Kohls heißt es:„Wir Deut- schen dürfen die NSVerbrechen nie ver- gessen, verdrängen oder verharmlosen, weil wir nur durch die Erinnerung zur söhnung befähigt werden.“ 6 Erinnerung an jene, die im Namen eutschlands deportiert und in Vernich- tungslagern ermordet worden seien, ver- pflichte die Deutschen dazu,„nie wieder Feindbilder von Menschen zu entwerfen“, erklärte Kohl. Alles, was dem Menschen seine unantastbare Würde und seine durch nichts zu relativierenden Lebens- rechte streitg mache, gewinne meist seine eigene, brutale Dynamik. „Beerdigung dritter Klasse“ Auf fragwürdige Weise haben die eta- blierten Parteien im Bundestag verhin— dert, daß die unzureichend entschädig- ten NS-Opfer— vor allem Sinti und Roma, Zwangssterilisierte und Homose- vuelle— schnelle und unbürokratische Hilfe erhalten. In den Bundestagsaus- schüssen für Inneres beziehungsweise Ju- gend. Familie. Frauen und Gesundheit konnten sich die Politiker nicht einigen. ob eine Stiftung gegründet oder beste- Fonds auſgestockt werden sollen. ar trat der Familie nausschuß auf An- trag der SPD und der Grünen an Bun- destagspräsident Philipp Jenninger mit der Bitte heran, eine parlamentarische Anhörung von Betroffenen parallel zu den Plenardebatten in dieser Woche stattfinden zu lassen. Doch was im Fall des Antiterror-Gesetzes möplich wur. lehnte der Präsident bei der Wiedergut- machung ab— zur Zufriedenheit der Regierungsparteien und gegen weniꝑ Widertand der SPD. Der scheidende Lrüne Abgeordnete Christian Ströhele. der his zulet?t für eine großzügige Lö— sung focht:„Das war eine Beerdigung dritter Klasse. —— In einer Gedenkstunde in Berlin warn- te auch der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Berlin, Heinz Galinski, vor einer Verharmlosung der Verbrechen Die Lektüre der Konferenzprotokol)e „treibt einem bis heute die Scham- und Zornesröte ins Gesicht und doch wagen es heute deutsche Historiker angesichts dieser Dokumente, die Vergangenheit zu relativieren, die Einmaligkeit des Holo- caust zu leugnen“, sagte Galinski. Wenn heute namhafte Politiker immer wieder erklärten, man solle endlich aufhören mit der Vergangenheit, so mißachteten sie ih- re gesellschaftliche Verantwortung. Es müsse„aufgehört werden mit Verglei- chen von Unvergleichbarem, mit Grat- wanderungen der Historiker, die durch Vernebelung der Vergangenheit die Zu- kunft unberechenbar machen“ Juden mahnen Helmut Kohl BONN, 4. Mär?z(AP). Vertreter des Si-— monWiesenthal-Centers in Los Angeles haben sich bei Bundeskan?ler Helmut Kohl gegen eine nationale deutsche Ge- denkstatte für alle Opfer der Gewalt aus- gesprochen. Die Delegierten unter Lei- tung von Rabbi Marvin Hier, dem Chef des Centers, äußerte gegenüber dem Kanzler ihr Bedauern, daß damit den Na- ziverbrechen am jüdischen Volk nicht ausreichend Rechnung getragen würde. 28 Lagergemeinschaſt AuschwitFteundeskteis der Auschwitzer e. V. SUCHANZEIGEN Wer kann Frau C. Schoppmann, Ber1in, be- arbeitet 1m Rahmen einer Däs— sertatton das Thema:*We ibLache Homosexua1ität im Nattonalso- z1 a1Lsmusn. Ein Schvwerpunkt s1nd homosexue11e Hand 1ungen zu1schen Frauen 1m KZ. Da zu dtesem KompLex noch keine um- fassenden Arbetten vorLdegen, bäittet s1e um Me1tergabe jeg- 11 cher Tnformattonen, betref- fend die Kennzeichnung der Haft- grunde, der StelLung und Funk- tLon dieser Frauen im Lager1e- ben, der ReaktLonen der Lager- 1e41 tung bzv. der Funkttons- häftLinge sovie däe MögLich- Ket sexue11er Ubergriffe durch Aufsehernnen gegen- über HäftLingsfrauen⸗ CLaudia Schoppmann c/0 Prof. Baader Freie Untverstät BerLin F 6 Augustastraße 37 1000 Ber1tn 45 weiterhelfen 7 Frau H. A. Habermann, Marburg, re- cherchdert das Leben und Werk der Ma Lerin CHARLOTTE SALOMON, um 1 h= rer 1m Rahmen etner Veransta1- tung zum Todestag 1988 zu geden- ken. Es gLLt als bekannt, daß dde Künst1ertn am 10. Okt. 1943 0 AuschvLtz verschleppt und am se— ben Tag noch ermordet wurde. Thr Mann, AlLexander Nagler, wurde am 2. Jan. 19 hh 1m KZ Auschwi tz TTT-— Buna-Monowice, umgebracht. Frage: Wer hat Ch. Sa Lomon kKen- nenge Lernt bzw. ver kann 1rgend- veLche Angaben zu Lhrer Biogra- f†Fe machen? Hortense A. Habermann Uferstraße 4 3550 Marburg/Lahn Ausstellung Briefe an junge Deutsche Fur Schulen, Jugendämter und auch Fürn andere Einrichtungen gäibt es „ne interessante AusstelLung. 8Sio entstand, daß 1981 ene Schülerin dorn damaligen Klasse 9e des Gym- nasiums Hochdahl In 006 Prkrath einen Leserbrief aus der Jerusa- lem Post“ in die Schule mä tbrachte. In dtesem Leserbrief äußert stch ein Herr M. B. Dessaur recht nega- tV zum Thema*BezLehung zu Deutsch- Land“. DLeser Leserbrief 158te bei den Schüleräinnen und Schülern Be- troffenhet aus und führte zu e— nem Leserbrief der Klasse an die Zei tung. Daraus 1st dann e1n Brief— vechse1 in direkter Form mdt ande- ren Lesern der Zettung und de Schülertnnen und Schülern ent 1— den. Und daraus vLederum entstand dte Ausste11Lung. vVer daran 1nteresstert 1st, dtese Ausste11Lung Jungen Menschen zu zeigen, kann stch von unserer Ge— schäftsste11Le 1n Münzenberg erstes Info-Materdtal anfordern. Daraus 1st die Entstehung und dde?4e1— setzung der Ausste11Lung zu entneh- men, und auch an ven man sLch zu venden hat und mt ve1chen Kosten gerechnet verden muß⸗ Horst Probstein .— —— = agergemeinschalt AuschwitzFteundeskteis der Auschwitzet e. V. 20 U Der erste Donnerstag im Monat ist unser Treffpunkt im Martin Niemöllerhaus Furickstraße 18 6000 Frankfurt Main 0 urm 20 Uhr! 7. Mai 3. Sept. „4. Juni 1.Okt. 2. Juli u 5. NOV. 6.AUg. u 3.Dez. Wir treffen uns um über unsere Arbeit zu Sprechen, wir diskutieren und erarbeiten. Bitte halten Sie diese lermine trei! Wir rechnen mit lhrem Besuch! PresSum V. 1S.d. P.: Heymann Reine ck DER AUSCHWTLTZER eVn 63368 6309 Münzenberg—1 Redakti on: H. Reineck, H. DuLL, M. 6roB M tarbeiter: O. Nede Lmann, H. Probstein, U. Jansser, P. KeLLer, K. FLeckenstein, F⸗DepPPert Bankverbindungen: Postgiroamt Frankfurt/M. Konto-Nr. 516 61— 608 Kreissparkasse Fredberg Konto-Nr. o62 00074—0 30 lagergemeinschal Aschitzſpteundeskteis der Auschwitzet e. V. LESERBRIEFE 41Lon, däe duren ne Beiträge bei der nhaltLichen 6estaltung unseres Mi ttei Lungs- blattes mätgeholfen haben, danken wär herzLichst. vielleicht werden dadurch andere Leser unseres MittoeLungsblattes ermutigt uns zu schreiben! Jir vürden uns dariber sehr freuen und danken im voraus Für diese t de m c Larergemeinschaft Auschwitz— Freundeskreis de sen — Lagergemelnschaft Auschwltz- Einzugsermächtigung Freundeskrels der Auschwltzer e.V. ch/Wir werde(n) jährlich/halbjährlichwierteljährlich/monsatlich“ OM zahlen. Der Betrag sol widerruflich von meinem Konto Nr. (BL2) bei Geldinstitut: mittels Lastschrift eingezogen werden““ O ſchWir erbitte(n) weiteres Informationsmaterial »Unzotreftendes bitte streichen. Unterschrift Name, Anschrift Der Verein ist als gemeinnũtzig anerkannt. Die Beiträge und Spenden sind steuerlich abzugstãhig. Eine Spendenbeschei- nigung wird zugesandt. agergemeinschait Auschwitz/Fteundeskteis der Auschwitzer e. V. 31 Mitmachen- Mitglied werden Werden auch Sie Mi tgLied- als ehemaliger Häft 1ing- oder als Unterstützer im* Freundeskreis der Aus chw tzer*. Die„Lagergemeinschaft Auschwä tz-Freundeskrens dor Auschvitzer e.V.n umfaßt ehemalige Auschwtz-Häft— Linge, aber auch at1e Anderen— vor alLem iinher Menschen— we1lche unsere Aufgaben und Zdele unter- 5“ vTR DTE ALTENu, däe ehem. Auschvitzer woLLen unsere Erfahrungen veitergeben— es ist höchste Zeit— wie Lange wä Td es MMSn noch geben? THR, DTLE nNACHGEBORENEN müßßt das Vermächtnis von Auschwäi tz weitertragen. Auschvitz st zum Symbol des Mä 114 onenfachen Mordes ces Nazi Pa- schismus geworden. Auschwtz oder ähnLäches danf sch näicht wederholen! De ee de ſPokKumentation— Werkstatt- Auschwi tz so01L als Ausbi Ldungsstätte, Gedenkstätte und Begeg- nungszentrum ausgebaut werden. Wi brauchen Ge1Ld, Tdeen, Hä LfFe bei der PLa- nung und Gestaltung, wär brauchen Menschen, de andere zum Mä tmachen anregen! Dsrn FTLNDFEN umseitig eine BeitrittserkLärung. F dem JFahresbeitrag von DM Ko.—— heLfen 83e uns unsere Aufgaben zu Lösen! Bi tte schreiben Sie uns Thre Gedanken, Anregungen, oder wenn Sie nächt zu wet veg wohnen, Kommen 8Se zu unserem monatLichen Treff! Auf Anfrage übernsenden wär Thnen gerne unsere Sta— tuten, woraus Sie ersehen können, veLch großes Fed von Aufgaben wäin uns gesteLLt haben!1 Aus der Geschichte lernen Lagergemeinschaſt Auschwitzßreundeskreis der Aoschwilzer e. V. LAGERGEMENSCHAFT AUSCHWITZ FREUNDESKRElS der AUSCHWIEER e. V. Verein v Schillerstraße 18 W. O 6309 Münzenberg1 ſel.(060 33) 60 168 BSeitrittseriiãrung Oatum des Beitritis Zotreſſendes bine ankreuzen O Unsere Konten: Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Kreissparkasse Friedberg/Hessen SCZ 55 5055 79 Konto Nr. 062000 74—9 Postscheckkonto: Frankfurt/M. 8 L2 500 100 60 Kto. Nr. 51664—608