Lagengemeinschaft AUSCLMWITAZ reurndeoteis en AUSCKHMWITAZEMR e. NM Nr.9 Mitteilungsblatt Dezember 36 2 Lagergemeinschaft Auschwitzreundeskreis der Auschwitzer e. V. Vorwort— Zum Titelbild Neihnachten steht vor der Tür. Das Jahr 1986 geht seinem En- d 2 d in dem nun auch Historiker mei- nen, von der Relattvierung zur Normalisierung übergehen zu mässen. Nun bekommt diese Artikulatton der Unbelehrbar- keit, dieses Zeugnis der Un- fähigkelt zu trauern, dieses Beweisstück eines unermeß1i- chen Verlustes an humaner Ori- entierung seine akademische ethe.*(A11g. Jüd. Mochenzei- tung vom 7. 11. 86/Ralph 61or- dano). X Die velthistortsche Einzigar- tlgkelt der Nazi-Verbrechen, die K?Z-Massenmorde, sie er- scheinen als eine Art RefLex- handlung auf bolschevistische Vernichtungsdrohungen. Ange- sagt 1st»dte Einebnung extre- mer Höhen und Ttefen deutscher Geschichte, vo1Lzogen mLt der PLanterraupe vorgebLich ge- schichtLLcher Kontinuttäten.* (v. Schütte, Frankf. Rundschau 0 Henz Gal nskL, Vorsitzender der Jüdischen Gemetnde von BerLin, verteidigte bei ei- ner Gedenkveranstaltung zur sog. Kristalnacht am 9. No- vember 1986 in BerLin nach- drückLich Bundespräsident R. von Meizäcker gegen Angriffe, nveil er den 6rundsatz vertre- te, der Schlußstrich unter dte Naz1-Herrschaft 1n Deutsch- 1and könne nur von den Opfern gezogen verden.*(FR vom ſo. 11.86). Und dte Opfer- können s1e schlußmachen, können se auf- nören, s1ch zu ertnnern? Kön- nen sie Metnnachten felern, oh- ne zu ertnnern? Rermann Reineck konnte nach der Befrelung aus dem Verntchtungs- 1ager Auschvitz nur etnmal Neih- nachten feiern- 1945, zvar mit den vorhandenen bescheidenen Mtteln, müt so elnem kleinen Bäumchen„ aber endLich frei von al1 dem Druck. Danach aber, 1946, 1947 19867 »Menn ich daran denke, dann kKommen Lmmer dtese MeLhnach- ten 1942 in netne Erinnerung in Auschvttz. Die 88 hatte e1- nen Veihnachtsbaum aufgeste1Lt vor dem Küchengebäude, und a11e HäftLinge varen angetreten, es var Appel1, und dann hat man— dieser Meihnachtsbaum war müt elek- trischen Kerzen beleuchtet- fäft- LUnge, dte ganz abgemagert varen vir sagten zu ihnen nesernanner 0 also so Lebende Skelette, die brachte man dann herbei und hat sie unter diesen Meihnachtsbaum gelegt. S1e varen so schwach, daß sie nicht mehr gehen konnten. Und dort unter dem Methnachtsbaum— es var bitterkalt, ich veiß das noch ganz genau, vir haben danals 340 Mnus gehabt, und dann nat die 88 befohlen, eine Kette zu machen, und Häft1inge nmußten as- sereiner herbeibringen. Und die- ses Masser wurde auf die dort am Boden unter dem Meihnachtsbaum Liegenden gegossen. Der Appe11 dauerte etwa 2 1/2 Stunden. Und nach diesen 2 1/2 Stunden var das vLe ein EisbLock, 1n dem die Häft- 11nge eingefroren varen. Und außer dtesem MeLhnachten 1945, we11 das eben diese Lösung von diesem ungeheuren Druck war, habe 1ch eigent1Lch We Lhnachten nie mehr als schönen Fetertag empfun- den. Ich kann seltdem WeLhnach- ten nücht mehr fetern, vie das andere machen, das geht nicht ne (WDR 24. 12.85,»Vethnachten% N Wethnachten 1986 steht vor der Tür. Die Lagergemeinschaft Au- schwitz- das s1nd 16 Uberlebende MitgLder. Der Freundeskreis der Auschwttzer- das s1Lnd der- ze1tL6. MLtgLieder. DLeses HMLttetLungsbLatt der La- gergeme inschaft AuschwLtz- Freun- deskrels der Auschwttzer vtrTd an L.UF Menschen verschickt. Im Jahr 1986 wurde dazu aufge- rufen, Menschen- Tote und Uber- Lebende— zu vergessen. Im Jahr ſ Lagergemeinschaft AuschwitzFreundeskreis der Auschwitzer e.V. 3 1986 bekundete aber auch das Par- 1ament der BRD einsttnmtg im No- vember den NL11Len zu einer Ge- denkstätte des Erinnerns 1n Au- schwitz. Es g11t, s1ch dem Verges- sen-o11en entgegenzustelLen, der Erinnerung das Nort zu reden— In einer zeilt,„o die Uberleben- den bald auf 1e Entschlossen- helt ihrer Freunde, der st1e und 3 Schlcksal Uberiebenden, rech- I müssen. Im Nanen der Opfer n schen v17 uns Thre MtgLied- schaft in der Lagergemeinschaft Auschvitz- Freundeskreis der Auschttzer, damtt mögltchst viele Menschen helfen können, die Erinnerungen vachzuhal- ten, Ihre Ideen, Erfahrungen und Thren ftnanztellen Beitrag in die Arbeit der Dokumenta- tions-Merkstätte in Auschwitz und in Frankfurt einzubringen, um dem Zeitgeist der Totschwei- ger der Opfer entgegentreten zu können. Heike Oui11 bONWMEhMONS WERKSTKTE„ Auschutz, das Lst dte Gedenk- stätte, aber dort 1st Auschw tz am ventgsten“, hatte MontLka He 1d Lhre Retse mut Hermann Retneck nach Auschwitz 1982 resümdert. AuschvLtz 1st 1n Frankfurt, 1n Raunhe1m, 1n Bad Homburg, 1n Ham- burg, Ber1in und München;»Au- schvLtz 1st 1n Gambach, vo Her- mann vohnt, AuschwLtz 1st über- a11 dort, vo dte Opfer 1eben, es Lst dort, vo man von Lhnen sprächt. Die Opfer stnd alt und s1e be- rürchten, daß AuschwLtz sttrbt, venn s1e sterben.* Ja, Hermann, mt der Dokumen- tattons-Verkstätte geht es zu Langsam, auch für uns zu 1ang- sam! MWdT s1nd zu vendge, brauch- ten mehr He1fer, mehr Zett, auch ohr Mut, un e1gene Berührungs- ste mt Uber1Lebenden und 1h- ren Schtcksal zu Mtt dem gezLe1lten Samme 1Im von LLteratur sovde der Katalogtete- rung konnte begonnen verden. Für dte Dokumentatton der Er- rahrungen von Uber1lebenden wur- den zve4 Dakttergeräte so— vde etne komplette Abhöranage angeschafft. Der Kauf e1ner Schrei bmaschine zur schrtft1LLchen Ftxterung der Intervevs und Gespräche 16t 1n PLanung. Doch erste Versuche so1cher Er- Lnnerungsgespräche mdt Uber- Lebenden 14eßen FühLen, vas AUSCHVWTZ Montka He 1d me1nte, venn s1e Au- schwtz dahdn verlegte, vo über AuschwLtz gesprochen, gefragt, ge-— antvortet, gevelnt v1rd. ELne Adressen1tste der 1m Groß- raum Frankfurt Uber1ebenden haben vLr erstelLt, v1LrT haben uns Ge- danken gemacht über dte Form der Kontaktaufnahme, haben uns Fragen Gber1egt und versucht, über un- sere etgenen Angste und dte der Uber1ebenden zu sprechen. Behut- sam, taktvol1 und verantvort1LLch vo1Lten»1r vorgehen. Doch vde können vLr verantvort- 11ch sen? Wde können vr däie Ge- danken, dte Gefühle, a11 dte auf- tauchenden B4 1der verantvort1Lch begletten, venn ade, nach dem Ge- spräch, vor a11em 1n der Nacht, den Uber1ebenden umtretben, venn er 1ingst vLeder alLetne 1st?7 Und ddte Angst 1n uns? Vde können vLr mt 1hr so umgehen, daß v1r das aushalten, nur zuhören, vas der andere durchlebt hat, ohne dte Angst erträg1Lcher dadurch zu machen, uns vor al1Lzu großer Be- troffenhett zu schützen, uns hinter der Dstanz der InterViever-RoL1e zu verstecken, gar dte Ro11e der Peiniger anzunehmen?*So v16 Du fragst, so fühle 1Lch müch v4e 1m Verhör mit der Gestapo, s80 geht das nLcht“, sagte verzveifeLt metne Gesprächspartnertn. Und da- bei vo1LLte 1ch nur nachahken, venn Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Namen f1el1en, venn ört14 chketten er„Rhnt wurden, damtt sde er- halten bletben, Dokument verden⸗ Ja, so geht es ntcht! Aber v1* geht es? 6roße Angst, heftige Ge— ruh1e, der Nunsch, os ntcht tun zu brauchen, ntcht vehtun zu vo1— 1en— auf betden Setten. Doch Auschwttz darf ntcht ster- ben, venn dte Opfer sterben⸗ Das Vachhalten der FErdnnerungen an Aus chwtz 1st Voraussetzung, Au- s chwLtz muß d er Ausgangs punkt bLeben Für jede Anstrengung um Frteden und Gerechttgkett 1n et.- ner menschLLcheren e1t. Mur die Dokumentatt on der Er1ebntsse von UberLebenden kann he1lfen, das Ge- rede von der Vergleichbarket t AuschwLtz“ zu beenden. Auschwttz 1st ntcht vergletchbar! Mitgliederversarnmlung arn 27.9.1086 Hitoliederversanmlung a* 27.9.1986 am 27.9. 1986 fand die turnusmäs- sioe htt9liederversammlung statt, an der 30 51tolieder tetLnahmen. Oer Bertcht des Vorstandes nahm s1nen bretten Raum s1n; er s011 Um anschlu6 otedergegeben ver- den, um die httoliseder über die v1elfältigen TätioRetten des Vorstandes und selner akt1ven Nit9lieder zo 1nformteren. Hao Eyler trat bereits uh- rend der antszsüt aus persön- LIchen Gründen von Vorstand 2zu- rüchk, CGerhsrd Herr öbernshm ssi- nen aufqabenbereich. Nach e1n- stinmger Entlastung und Rück- trttt des Vorstandes fanden Neu- Lahlen statt. Der neue Vorstend setzt sich folgendermaßen 2u— samnen: Präs ident: General- sekretär: stel1Lvertr. Gen. SekKr.: Gerhard Herr Kassiererin: anni Roßmann- Reineck Rudolf Dohrmann Hermann ReLneck Rechnungs- pröfer: Gabi Schultes Harianne Groß Thomes Ornond Der neue Vorstand oird be- auftraot, 1. eine ErkLärung bzu. Stel- lun9gnshme von Internsat. aoschuLtz-Komttes(Iak) in Uarschas zur 6Gröndung s1— nes so benannten*Internat. auschvitz-Komites Sektion BROn in Hamborg 2u erbiüt- ten; desbeiteren so11 sich der Vorstand müt den Grün- dungsmitoliedern in Ham- borg in Kontakt setzen und die Namensoebung osr 9e— oründeten Organisstion Problemattsieren; 2. sich bezüglich des VolkKs- trauertayes an die Hess. Landesregierung 20 venden müt der aufforderung, Ksi- ne offiziellen Vertreter des Landes und der Kommu- nen an den Feterlichketten teilnehmen zu 1sssen, so— 1anoe der Verband der HLA6 anuesend ist; 3. Vorschläge z0 sammeln för eins bsabsichtiote 5tatu- tenändsrung bis zum 15.171.86 ond sis suf der nächsten 1 IT RS 3 iiteii 3 4 5 1 ² c S. i 5 1. Heike Ou111 v6 Lagergemeinschaft Auschwitz/Fteundeskreis der AuschMtzere V 5 ntoliederversammluno zor Dtskus- s1on zu stellen; z0 siner elteren ſtoliederver- sammlung anf. Oe2. 1986 e1n2013— den, um dort dite unerledioten Ta- gesordnungspunkte?u bshandeln. Oiese FLtoliederversemmlung 1st al- 1en hitgLiedern besonders ans fler? z0 1s9en, da o1r öber sehr sich- tiqe Themen, uie fegionslisteron9, Bezelchnung der Vorstandsmtt9lte- der und über dte Dokunentations- Lerkststte in auschettz und Frank- rt neu nechdenken oo11en. aoch 1 svtl. Stsetutenänderungen brau- chen o1r 9qute fehrhetten der t- 91 1eder, dsnit die Ststuten osi— terhin von vLelen getragen oerden. aus dem Bertcht des Vorstendes: Hernann Relneckh und Rudo1f Dohr- mann gqsben sinen susföührltchen Re- chenschaftsbericht öber den qenenn- ten 2s1traum. Im Berichtszeitraum fanden 16 Vor- träyge statt; der Kontakt zo den Schulen hst sich verstärkt, in 112 Schulklassen ourde durch die Us— oeroeneinschaft informiert und dis- kottert. Uetterhtn 9qsb es Kontakte zu Kürchenqsmeinden, Geerkschaft, Jogendgruppen. Gro6e HLfe gab es durch die Fttolteder, die als Leh- rar tötig sind. huch dss*Hess. Institot für Lshrerfortbildung“ hat den Kontakt zo uns gesucht. Daröber hLnaus fanden viels andere Veran- staltongen statt, die nicht nur suf Hessen beschrönkt blieben (nönchen, Dachsu, Rhauderfehn, Ham- burg, Neuengamme, Stottoart, Rein- 0 in cer öffentlichkslt nat sich unser Verein osfter bekannt- OSmacht. Es 9sb onzählios artikel von Publikationen verschiedener Zeitungen, in denen öber die T3— tiokeit der Lagergeneinschsft ge- sprochen Lurds. Auch Hundfunk unò fernsehen beschsftigten sich ait Sendongen, vo Lir als ULsgerqemein- schaft eroähnt oder bstsiliot aren. Im Januar 1985 fand in Frankfurt dis ausstellung*Lagerpost“ statt. Oiese ausstslLung vurde inzoischen an zahlreiche Orte in der 8R0 Lei- teroeoeben. Insgesamt haben bis- her stos 40. 000 henschen dis aus- stellong gqesehen. Hermann Reinec Lar bei fast a11en aosstel1Lungen in den verschiedenen Orten dabei. Jeueils zo Ostern fanden Studien- reisen nach Polen ststt; 1m 68— rIchtszettraom Larsn es zösi Rei- sen nüt insg. sta 70 JSilnshmern. Otese Reisen Laren för a11e 88— teilioten sehr vichttg und etn- Oer Kreistag im Usttseraukrets hat dorch Honate hindorch sins hsf- tige Osbatte daröber 9sföhrt, ob ScholkKlassenfahrten nach au- schoLtz mt O 20. 000,—— subven- tloniert verden sollen. Uöhrend dleser O1skussLon fuhren s11s Kreistaqsebgeordneten nsch au- schoitz; Hermann Helneck hst s1e beoleitet. Es aind dann 4 Schul- klsssen nach auschettz 9efshren, 84 S5chöler zuischen 16 und 25 Jehren. In Botzbach fand 1 Gymnaslum s1ne vaoscho1tz-Uochs* statt, hler Lurden viele O1s— KossLonen und 6esprchs geföhrt, an denen Fltolieder der Lsager- oemeinschsft teilnshmen. Unsere Verbindungqen mtt Polen sren vielfältto. Uir or9ant- sierten auch sog. HiLfssen- dungen 1n Fors von Lebensmitteln Lagergemeinschaft AuschwitzEreundeskreis der Auschwitzer e. V. — E———— — und Kleidung. In 198586 fan- den drei Transporte ststt: 400 pakete bei der ersten Fahrt, beim zoelten und dritten Trans- port je 800 Pakete. D1e Pakete erhielten nor ehens1i9e Hsft- 11n9e, Uitoen oder anderse Hin- terb1iebene. Hernann RHeineck bs- richtete öber seins bisherigen Erfahrungen müt diesen Psketen⸗ Die materiel1e HiLfe Lar sin- deutio för die Betroffenen nlcht das Uichtigste. Es var sher das Eeföhl, daß an sis 98— dacht vurde, daß es sus Oeutschland kan. Für ein Krankenhaus in Krsko hat die Lagergensinschsft sine Patenschaft öbernommen. sd. Apparate und fedikaments in Hö he von O 2,5 io. vorden uns zur Verfögung gestellt; von der Pharmazeutischen Industrie sr- hielten oir Spenden in Höhs von bn 600.000,——(Berzschrttt- macher, UltraschslIgerät, 2u81 Saberstoffzelte). Das Kranken- heus hst stns e1igene abtet- 1ung, 1n der ehemalioe Häft- 1ingqe behandelt Lerden. Diese verbindungen entstanden dorch unsere Heisen, durch akttonen, durch die RiLfe für das Kran- Kenhsaus. aoch aus Polen kamen ehems119e Häftlinge zu uns 1n dts BR0. Utr hatten in 1etzter Zeit 9ro6e Pro- bleme müt der Unterbrinqung. 22 personen(Uberlebends bzo. 1hre angehörtgen) varen 1n 1985786 nier. Es stellte sich die Fragse nsch ei- nem Fond, sinem*Konto der Gast- freundschaft“, dantt auch Uber- nachtungen 1n einen Hotel bzo. si— ner Pension finanztert verden kön- nen bzo. dtejenigen hitolteder, die 1änger 6öste aufnehnen, eine Bezuschussung srhslten. 6 U1r haben 11 1985/86 v1e18 68— sprächse geföhrt nLt Perteien, Po- 11tlkern, Vertretern von Ktrchen, der Hess. Landesregierung, der Stadtvervaltun9 Frankfurt, 6G1eßen, Uetzler, Butzbech; es fanden Kon- ferenzen nLt aktlon S5ühnezeichen und Zs1chen der Hoffnung statt. Ulr haben auch vtele Gespröche q8— föhrt nLt verschiedenen Jugend- oruppen, Geberkschaften, Frisdens- Intlativen, auch bei aktus1LLen Oemonstrattonen Bündnisse nüt an- deren Gruppen gehsbt, z.6. den Hahngang in Frankfurt. In 61eßen fand an 30. Jan. 1966 such s1n Hahngang statt, an dem oir teil- nahmen. Ebenfalls In der Bserichtszelt gab es Kundgebungen 1m Kloster arns- burg, an denen die Lsgergemein- schsft tsiLnahm. Oie internstionsle Zusanmenarbeit Lar qut. Der Vorstand der Lager- oemsinschaft hatte gute Kontakte zum IaK 1n Uarschau und zur 6s— denkstätte in auschoitz so1e nit anderen Gedenkststten(Osthofen, Neuengamme, bachau). Uir arbeit) ten müt dem Gedenkstätten-Referat von aktion Söhnszeichen eng zu— sammern. Fine neue Entotcklun9 zei9- te s1ch in der Zusammenarbsüt nit nTOURRZVSTUO0 OPIEKI Na0 O50IE- CIRIEN KRakKOU*, der Gesel1schaft zum Schot?z von auschoitz Krakoon. Uir haben sinen Vertrag ausoqear- beitet, sinen so9. Fraundschsftsver- trag. Föür uns a1s Usgergemsinschaft uie auch för die nGesel1schaft zum Schutz von au- scholtz* ist es ichtig, den an- schlu6 an dis jöngere Gensration zu schaffen, odas trifft für die Bondesrepublik u1e für Polen?0. Lagergemeinschaft Auschwitz/Ereundeskreis der Auschwitzer e.V Die bichtiosten Vertraqs1nhalte sind: 1. Informstionen zuischen bsi- den Setten, Dokumente, o18— senschsftliche arbsiten uso.; 2. über 5tudtengruppen engeren Kontsakt auf der Ebene der Jöünoeren 6eneratton zu schaf— fen; 3. das*huzsum auscholtz* bs- darf immer u1sder der Kon- servierung. 01e Legergenein- schaft„111 ntt dezu bei- trsgen, damtt die entspre- chenden BLfsnittel hlerfür zur Verfügung geste1Lt»er- den; 4. 2usammensrbelt mLt dem Kran- kenhsus Krsko(abtstlung för shema11ge Hft1inge). auch die Psychtstrie In Krakou, dte ebenfalls Uber- lebende behandslt, so11 von Lyrik: U.Szebczyß Co11age: aKoenne. 5. das Problem der Entschsdi- on ehsmaliger Zangqsarbei- ter— u1r ollen uns such hlerfür sinsetzen. Im Berichtszettraum vurden Rs- solutionen aboeoqeben bei NS Freffen, Irsffen der Fap uno der HIa6. Uir haben auch Bris- fs an Bundeskanzler Kohl und Innenminister Zimmermann ge- schrieben, vobei der Erfolo solcher aktionen jedoch sehr 9erino ist. Rodolf Dohrmann informierte eingehend öber die vVorgän9s der 1etzten Lochen bezöglich der Bründuno sines so bsnann- ten»Internationalen auschitz- Komites Sektion 8R0n in Hsm- borg. V arianne Groß inder Was wollen denn von uns cie Kinder Vorwurfsvoll uns in die Augen blickend nicht wir haben die Bombem erfunden nicht wir haben Bikini zerschnitten warum 9lauben die Kinder uns nicht die schönen grausamen und stummen nicht wir begannen die Hände! nicht wir haben ins Feuer geblasen warum quãlen uns schweigend die Kinde Sich in der Dunkelheit Schleppend nicht wir haben geschrien vorwãrts nicht wir haben treffend geschossen warum schauen in uns die Kindet hartnãckig und nicht weggehend ohne Worte aber Kagende dicht um die Erwachsenen kKleine Fäuste gebalit nicht wir haben BRiemen geschnitten vom Rücken der Mütter und Vãter nicht wir haben die Erde geebnet mit dem bleifarbenen Himmelskreis nicht wir haben das Floß der Meduse mit Kindern den völlig verwaisten auf die Woge des Unheils gestoßen warum wollen sie uns nicht glauben die Kinder die schönen und klogen 8 Lagergemeinschaft Auschwitzßreundeskreis der Auschwitzer e. V. Von der Gleichbehandlung“ der NS Vergangenheit - Bemerkungen zo siher Kontroverse— Seit auschott? ist noch Kein Tao verqan9Sn⸗ (nartin Lalser) Geschichtsschreiber sind auf den plan getreten, uns eins Geschtchts— betrechtung zu Lehren, dte der NM5- Vergangenhsüt nC1e1chbehandlun9* (Ernst Kolte) o1cerfshren 136t, uns e1ne neus nperspekt1ven auf- zuzelgen, 1n der dte nationalso- z1e11stlsche Uergangenhsit qese— nen Lerden so11ts. Nach der Uende 11egt den Uendehistortkern s11es dsran, unssr GeschtchtsbtLd zu rs— v1dteren, uns sin neuss e1n deut- sches, 2u verordnsn⸗ Die erklöärte absicht 1st, durch sins numfas— sendere ausetnandersetzong* müt 0em Mations1sozisltsmus, dis NS— Uerosngenhstt endlich zum Ver9s- henn zo brüngen, so daß s18 nicht 1änger no1e ein Richtschvert über der Gegenart aufgshängt 1st ond dLe ersehnte 811dung vo5 Nations1- sto1?, NationsLbebu6tsein und ns— tlonaler Identität besinträchtiot. Korms11s1srunq und Relativierun9 o1eobt Nolte erreichen zu können, indem er die Vernichtung der suror pzischen Juden, inden sr auschrttz unc Freblinke, Sobibör und Bel?sc, Chelmno und Hajdsnek, dsn nord der tinsatzqruppen und den Tod in den Ghettos und Konzentrationslagern, in einen Erklsrungszussmmenhang stellt, der die Täter und ihre 6Ge- hilfen ntcht schlechtoeo eXkKuL— piert, ihr unvorstsl1Lbares und un— fsGbares Verbrechen aber a1s be- dinqt and verursscht(»Kausaler Lexus*) dsotet. Censuer gessgt: nach Nolte ist Hitler ein Opfer Stalins, denn der vordenker des aufkommenden Kevtstonisnos föhrt auscheitz sof Bitlers nErTfahrun9* cer dolschebistischen Verbrechen und aof seine nInterpretation“ des docen(»jödischer So1schsbismus*) zoröck, Kuschitz ist 1abt Nolte neine durch sins Interpretation Lernittelte antoort“ Bitlers nauf cqen archipel 6ulsg“, eins dohl un- qerechtfertigte, doch verständ1i- che egenvehr und Geocenreaktion eines sich dedroht föhlenden St- Moltes arqumentation 18t übsraus raffinlert:ver die nettonalsozta- 11stische Vergangenhett för un- vergänglich srschtet, ber auschoitz för singulär und unvergleichbar hslt, der verf311t— 9Isich Ht- 1er— der»Jyrannei des kKol1ekti- v1stischen Denkens“, der betreibt— gleich HLtler-*kKollektivistische Schuldzuschretbung“, an dem»*geht die Uergangenheit— u1e bei Htt- 1er die bolscheistische- nicht nvorbeln, der schafft stch ein Ce- fahr und Verderben heraufbeschö- rendes Feindbi1d, sinen*nsgstiven nythos vom absoluten Bösen“, dsr erönt einem*negativen Nstional1s- musn. Cegen Noltes haneböchene Verfl- schung, gegen selne ungeheuerliche Umdsutung, 911t es aufzustshen, den angetretenen RevistLonisten mu6 das Unfame Handoerk geleyt Lerden. Deutungen, die um der nattonalen Identttät und des 11eben Friedens nüt der Uergangenhett 111en, suf s1ne Entscholdung hinsusLaufen, ist entosgenzotreten. För Rttlers Be- fehl zur ausrottung des zjödtschen Volkes nag es verschiedene psycho- 1091sche 5sutungsversuchs qsben, die Suche nach Bebeggrönden 1st durch- aus angenessen; der Hord an den Zu- den bleibt glsichohl eine dsut- sche Tat, eine Unzahl von Osut- schen hat cas Verbrechen begangen⸗ auschoitz ist sinzigartig, sinma- 119 ound unvergleichbar und vore0 kKelne ungerelmte ErkLärung, dur Kelne relativierende Einordnun9 und Historisierung aus der Uelt z0 schaffen. auschottz darf in unss- rem Bebußtseln nicht veroehen⸗ Unser Uissen von und unsere Erinne- rung an auschott?z mössen die Ce- genkräfte sein, dis die Strateygie der Relativierer, Normalisierer und Entsorger durchkreuzen. Au- schoitz darf nicht Legerklärt und oeodispotiert, einoeordnet und er- ledigt verden— denn seit auschoit?z ist noch kein Tao vergan9en⸗ (a11e Zitste aus der fa? v. 6.6.66 onc der?EIT v. 31.10.86). Interessenten an der Kontroverse kKönnen bei Uerner Renz, fetzstr. a, 6000 Frankfurt/h. 90, psterialien anfordern. Uerner Hen? Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskreis der Auschwitzer e V. Entschdigung und Kein Ende? Der aossproch des Bundestagsabo9s- ordneten Fellner, daß die Juden schnel1 zor Stelle seien, Lenn in deutschen Kassen 6e10 klin9gels, 11ch för nichtig erklärt? Oer Hinoeis, daß bereits i1Liar- den bezshlt ourden, da6 dis Bun- desrepubLLk dte abtrsquno der Schuldenlast des Oritten Reiches öbernomsen habe, Löhrend der an- dere deutschs 5taat sich aus der Verantvortung stehle, kann för bar berechtioter able6 zo schärf- stem Protest gqegen eine in unss- rem Uolk usitverbreitete Ein- stellung:*ßört doch endltch auf, ons müt denm 181digen Thema der Henschen mlt sozislen und mors- nationalsozialistischen Verbre- 11schem Selbstverständnis— und chen in den Ohren zu 11s96n„0 das Lo11en Lir unseren oeshlten Vertretern doch unterstellen— nicht ausretchen. GänzLich unsr- träolich 1st der Cedanke, daß sich das Problem auf*natürliche“ Uei- se— al1so durch den Tod der sois— so immer Lenioer Lerdenden Betrof- fenen- von sslbst»erlediot*. . dieser Verbrechen Leben bis hebte unter uns— entschs- o19t»urden viele von ihnen noch nicht, v1ele hsben den zer- mürbenden Kampf im NMetzoerk der Gesetze und Bestimmungen mitt- 1erbeile resioniert sufgeoeben. Oeshalb fordert die Laoergemein- schaft auscheitz— Freundeskreis der aoscholtzer sinorinolich vom Gesetzqeber, schnellstmög- 1iche Schritte zu unternehmen, om die gesetzl1chen Löcken zo schliss- sen, die bisher eine Entschäci- quno der genannten Personsngrp- pen vsrhindert haben. ehr als Lierziq Jahre sind seit dem Ende des schrecklichsten Kapitels onse- rer Geschichte vergangen. Lir ha- ben uns eingerichtet, sind stolz und sslbstzufrieden geborden. Un- sere Ohren sind taub, unsers Her- zen hart geborden. Uas so11 sine so spste Heoelung noch bringen? Uir haben doch gqenögend Probleme in Gegenart ono Zokönft, lassen oLr doch die Verqangenbett rohen, Lürd mancher saqen. Jünoqst nun— am 4. Movember 1986— hat die Bundesregierung öüber das Famtlienmtntsterium dem Bundes- taq sine umfassende Bestands- aufnahme zur bisherigen Entschä- diqunqspraxis vorgeleot, die dieser angefordert hatte. Darin hsiGt es zosammenfassend, daß keinerlei anlaß för neue Uieder- qutmachungsgesetze geoeben ssi und die bisherigen Reoelungen auch in stritticgen f1Len aus- reichten. Dem können uir als Lsgergensin- schaft auscheit?z— Freundes- kreis der auschottzer, als en- schen, dise gegen das Relati- ieren, Verdrängen ond Verges- O ankämpfen und sich bevußt an die Seite der Opfer stel- len, nur hsftig Licdersprechen. Uo sind denn bis heute dis Ent- schsdiqungen- Uiederqotmachung Stehen Sie, die Sie diese Zeilen 1esen, dennoch nicht aof der Sette derer, die den 5at? von onterschreiben könnten:*Ein Volk, ist ein zU fatales Uort— für 5 cie ehemaligen Zbangsarbstter, oas diese virtschaftlichen Lein d1e S5inti und Roma, die FHomoss- E Recht, von auscheit? nichts mehr ue11en, die so9enannten asozialen, die Stertlisierten, dis politisch und rs1igiös Verfoloten sovts die personen, denen Entschädiqunqs- 1e1stungen uieder entzogen ourden, Si1 s1ie s1ch nach den 30.11.1546 geoen die Freiheitlich-Demokra- tische Grundordnung betstigt ha- ben? Uann bird das entsetzLLche W nGesetz zur Verhütung erbkKranken Nachouchsesn vom 147. 1933 end— hören z0 o11en.* Uber auschoitz, dem öeltositen Sym- bol börokratisch qeplanter und technisch rationel1 vo1l?Zogener Un— menschlichkelt darf Kein Breas hsen. S Lachse oSrharo Herr 10 Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Dienstag, 23.9.1986 U1r- Vertreter der Lsgergenein- schaft auschuttz und unssere po1n. Gäste- sind singeladen vom*50— zla1dienst F1ughsfen“. Eine Insti- totion auf ökumentscher Basis, e1— che sich um dis ankonmenden Hen- Schen aus s11er Uelt bemöht, die Bilfe benötigen- vor a11en sber um die KasylLsuchenden. 5 eus BlLD am Sonnut. 23 Februat 1y37 orel kleine Räums, a11s Türen sind offen, Schreibmaschtnengs- Klepper, Fstzen von Telefon9e- sprächen, Henschen Kommen, das Telexoerst fängt zu ticken an, am 811dschrm f1immern Zsilen— Fenschen Konnen, fragen, bit- ten- es geht turbulent zu⸗ Eine Frsu Konmt, freundlLch be- 9rüßt s1e uns, stel1Lt sich vor: B1rqtt— ich bin die Leiterin des Soz1e1dtenstes,— 33, 1ch s16, 516 vo11en etess öber dte asylanten erfshren⸗ Konsen 516. Baben 518 Ihre Personsalaususiss bzo. Pösse nLt?* Uir gehen durch die 1angen Korri- dore des Verosltungstraktes— endlos. Endlich bleibt frsu 81r— 9Lt stenen;»in diesen Raum muß Ich Ihren Bssuch annelden, 1ch hoffe, Sis erhalten s11e 88— suchserlaubnis, bitte geben 518 nür Ihre Pässe.* Es dauert nicht 1ange, und sie Kommt freudio 2u uns— o1r dörfen in den Transit- bereich.— Lange Uege, Ho1Lltrep- pen, dann dis Sperrs: Lieder paßkontrolle, endlich sind Lr durch! Flughafen Frankfurt †++— +++ + + + Biroqüt föhrt uns zu den Räumen, Un oslchen dis asylsuchenden un- terqebracht Lerden: Der erste nRaumn— sin Verschlsg aus Kunst stoffbrettern, etos 3 2 Heter, es 9ibt nur eine Tör, keine Fen- ster— die Luft kommt von oben, die Bretter qehen nicht bis zur Oecks. Ein Bettgestel1, ein klei- ner Spind- a11es. Eins Fami1ie aus Irean ist dort untergebracht. 5ie haben eine Tochter mit 3 Jahren dabei. Uir sehen aoch ihre Habe: sein Bündel in sinem Toch, müt Kordel kreuz und quer ver- schnöürt. + — Erinnsrungen stsigen in nir sof— damals 1938, a1s die Nazis öster- reich besetzten, als Eeberk- schafter, S02ialisten, Kommu- nisten und die zödischen nitbör- ger f1öchten noöten, sie konn- cen auch nur so s1n Böncsl m1t- nehmen. Das nackte Leben var zu retten Birgtt roft nich in dte Reslttst zurück: Kommt,»ir gehen in den 9roßen Haum: 7 X 5 heter schötze 1ch— dis Töüre, a11e 5eiten Bret- ter„16e 1m vorigen Raum, an s11en Uänden dreistöckige Holzbetten, in der ltte Tische, sin psar Stöühle. Biroüt saot uns, daß hier oft 120 bis 150, js, ss Laren schon bis z0 200 Henschen hier unter9e- byacht 5 mals, a1s 1ch nach dem kK? auschoit? kan, nicht ähnlich?- Uenn wan z.8. 150 Hunde 1n dtesen Raum un- terbringen vürde— ein 6Gertchts- verfahren nach den Tterschut?z9e- setz vöre geo16! Uer klagt hier an? Sätze sus dem Grundgesetz fa1Len mIr eln: Die Uürde des henschen ist unantastbar. + 1— —,„ a.„— — 8— — Lagergemeinschaft Auschwitz/Fteundeskteis der Auschwitzer eV. 13 U1r fregen 81r9tt,„1e 1ange sind denn dle henschen hier? Hanchmal Tage, me1stens Uochen, aber auch nonate. Den Henschen, Lelche aus ihrer Helnat dte FLucht gelungen 18t— o1e vielen gelang es nicht mehr- ob sie öberhaupt noch 18— ben?- S0»*1eben“ sie heute in der Bundesrepublik? Da sehs ich die Kinder dieser asylsuchenden: s16 1sbfen draußen in Trensttbg- reich des Fluoghefens herum, sie sehen die*Duti Free Shops“ müt den exklusven Delikatessen; es gibt a11es 1n Uberf16— techni- 5 Geräte, Schmuck— allss, s0— qWohne hehrvertsteuer! Das Para- dies, aber för sie unerreichbar— sie haben nicht einmal 10 Pfennios för ein Bonbon! Uie Lar das damals in Uien, a1s meine jödischen freunde SiLbernagel von der 6estapo die ausreiseer- — erhielten. Franz 5iLber- SPhr Ausländer nagel Lar in Dachau— seine frab Erna auf freiem fu6. Die 6estapo verlanqe. sine horrende Somme odensteuern, 2. die Vorlage von 2 Schiffsbillets nsch Schanohai(¹), dann Lörde Franz aus Dachas ent- 1 assen oerden.— Erna verkaofte al1es, von der Uohnunoseinrichton bis zum Kaf eeöffS1 E reichte nicht. Uir sammelten den Restde- trac. Die 6estapo 11e6 raz frei und sie fohren müt einem Kleinen Köfferchen ueg— ich var nit ihnen am Bahnhof. Sie patten Hichts auGer dem Leben! F1uohafen Frankfurt— asylsochends, Cnigranten- 1n nsinem Kopf drän- gen s1ch fraoen— Lerden s1e a18 asylsochends anerkannt oerden— Lerden ste in ein anderes Land ab- 9eschoben— oder viellsicht so— gar in ihr Feimatlanc, vo dsr Jod süe ervartet, Sr öerden? nehr Bermann Beineck Femenn ſß mncenngan A Peutsche E07 Se S ſn m Aus lerantorunc ſir — MSVERBor AbFREBEk — N altalbeohee 5 aczikn CD 2 Sc 2 S E Arbeſinehmer: dsländerstonn wählen! — nnr Rr Die Saat 12 Lagergemeinschaſt Auschitz/Eteundeskteis der auschwitzer e. V Volksgerichtshof die Blutrichter am 26. 10. 1986 mS1dete nOpan, daß oie Einstsllonq des strafrecht- lichen Ermittlunoqsverfahrens 98— qen die ehsmaliqen nitolieder des deröchtiqten»Volks9erichts- hofes“ eingestellt vurden. Die Lageroemeinschaft Koscheit?— freundeskrsis dsr aoschitzer protestiert neftiqst gegen dis- se Einstelluno der Verfahren und findet, da dies eine Verhöhnung der Opfer ist. Kein einziger die- ser Richter, Lelche vegen Ea— palien oft Todesurteile f31Lten, Lorden zor Verantvortun9 9820— gen; aber nicht nur dies ist der Standal, sondern auch, daß die- S6 Richter in der Bundesrspob1ik Deutschland uieder in Dienst 9e— stellt urden- diese Richter, belche taosende Todesurtsils 9e— gen Ceberkschafter, Soz1alisten, Kommunisten, Pfarrer und andere f311ten, sprachen oieder Urtei- 1e»Im Namen des Volkes. 51s, d1e Schreibtischmörder, sind heu- te fast al11e in Pens ion und be- ziehen aufqrund ihrer hohen Funktionen hohe Pens ionsgehs1 ter, die Opfer mössen müt oft Kärolichen Henten ihr Leben fristen. 5ie, die nörderrichtsr, die 6ro6en 136t man laufen, die kleinen Nazis— oft verföührt und bstrogen- vurden zur Re- chenschaft oezo9en und bestraft. Uir fordern, daß die Justizbe- hörden, die Historiker, die Bun- des?zentrale für Politische 811 dung, die Ceschichte des Volk oerichtshofesn erforschen, auf= arbeiten und den heranuachsen- den Generationen als Haterial zo9änolich machen. In den ſe- dien, uie Fernsehen, Zeit- schriften, mu6 öber diese nrichterlichen Verbrechern(vie Kobert Kenpner s1e nennt) be- richtet erden. Dies alles so11 für onsere pe- ranbachsenden Generationen Hah- nung sein, gegen Tendenzen dses Vergessens, gegen Gleichoöl- tiokeit und Verharmlosung, ge- oen die Veroässerunostheorien der Ceschichtsforschunq. H. Reineck Die NS-justiz im Kriege 1935 1940 1941 1942 1943(. Halbjahr) Verurteilte insgesamt 298 851 266 223 320 766 307 653 157 970— doronter weeen Hochverrat 1128 1917 112⁴ 658 Landesverrat 663 697 782 600 32⁴ Widerstand gezen die Staatsgewalt 6 343 2 674 2 617 1563 Wehrmittel-Beschadigont 20 1⁴ 27 7⁴ Verrat militãrischer Geheimnisse 46 71 116 122 31 Verstoß gegen die Arbeitzdisziplin 36 2 808 3 504 14 384 14 185 Verstoß gegen die Kriegswirtschaſts-VO 5 7⁴3 3 063 7 621 6 384 Verstoß geten die Volksschzdlinzs-VO 170 2 543 3 108 4 410 3 182 Verstoß tegen die Rundſunk-VO 36 830 721 922 456 Wehrkraſt-Zersetzune. 3 2 014 4 597 8 112 4 612 dovon verbotener Umtan mit Kriegigeſangenen 3 1509 4 345 7 97⁴ 4 530 Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskteis der Auschwitzer e V S Gãstefond So1t gerauner 7e1t vLrTd dte Fra- ge der Ubernachtungsmög11ch- kKeLten von po1ntschen Freun- den 1mmer mehr zum Problem. In dtesem Jahr kamen zv1schen 20 und 30 Uber1ebende bzv. 1hre Fa- mi 11enangehörtgen auf EtnLadung der Lagergemeinschaft 1n die Bundesrepub1LLk. Ganz konkret ge- sagt A11e vohnten vährend 1h- res mehrere Tage bie zve1 No- hen dauernden Aufenthaltes bei 6 und Annt Retneck 1n Mün- zenberg. Jeder von uns ve16, daß dte v1elen Besuche 1m Laufe der vergangenen Jahre stets mt gros- sem persön1tchon Engagemont und ohne große Vorte, sozusagen 1aut1os', erfolgten. Nun entstand 1m Sommer dtoeses Jahres nicht nur dte 8S1 tuatton, daß über Nochen und ohne Luft- holen' für Anni und Hermann dte e1nen abretsten und g1e4ch dd⸗ neuen Pesucher ankamen, son- dern es ergaben s1ch Doppe1- buchungen', so daß dte po1nd- schen Gäste 1Lhr Quartter mehr- ma1s vecheeln mußten, bts 1n Münzenberg das GästezLmmer vLeder fFret var. DLese Te1e- Fonketten gestalteten s1ch recht schvtertg, da von uns ventgen 1m Raum Frankfurt ei- n1ge 1m Ur1aub varen, arbei- ten mußten oder sonstige Hn- derungsgründe hatten. Damtt besonders Annt und Her- mann Retneck her etvas per- sön11ch v1e auch fLnanzte11 ent1astet verden, vurde auf der Mtg1Lederversammlung der vorschlag unterbrettet, si— nen»Gästefond, oder schLch- ter ausgedrückt, etn Spenden- konto etnzurtchten, voraus vtr rür unsere po1ntschen Freunde auch e1nma1 Ubernachtungen 1n e1nen Hotel, mög11chst 1n FrankTurt, f1nanzteren können. Unsere SL tuatton 1st beschänend, venn v1Lr 1n der Umkehrung sehen, „1e unsere polnischen Freunde 1n Krakov dte Unterbringungen 1n 1h- ren Fami 14en organtsteren, venn Gruppen der Lagergemeinschaft nach Polen retsen. wr möchten S1e bttten, süch Für ge1egent11che Besucher aus po1en zur Verfügung zu ste1len, 312 für eintge Tage aufzunehwen, bzv. uns ftnanzte11 zu helfen, damtt vir htn und veder auch HoteLübernachtungen ermòglichen können⸗ arianne Orob tv-Hinoeis- Schuld ohne Sühne In einer vierteiligen Serie, nVäter und S5 pme, Start 12.11.1986(Leitere Fo1gen am 16.„ 13. un Progr.), beschreibt der Reqisseur Bernhard Sinkel am S ven Industriel1en-Fami1ie Dsot? aufstieo u5d Fa11 des Chemiekonzerns I.6. Enkel Lirc ausbrechen und im Nöürnberoer Prozeß qeqen seinen Vater aussagsn⸗ Doch venige Jahre später sind a11e angekLagten frei und helfen beim Uiederaufba mit. 14 Lagergemeinschaft Auschwitzßteundeskreis det Auschwitzet e. V. noch einmal v Dokurnentationswerkstätte.. Set 6. 11. 1986 s011 nun doch auch nach dem einstmmigen Wä 1— 1en des Bundestasgoes auf dem Ge- 1ände des ehemaligen Konzentra- tLons 1agers AuschvLt? in PoLon eine Gedächtnsausste1Lung der BRD eingertchtet verden. Die Bundesregterung unterstütze 1t. Staatsmintster 1m Ausvärtigen Amt, Jürgen Mõ 1 1emann, ddeses vorhaben und begrüße überpar- tetlpche UberLegungen zu Kon- zept und Gestaltung der Ausste1- lung(Reuter-Me 1dg. V. Mt dieser Ni1L1LensbekKundung Scheint nun doch dde Lagerge- me1nschaft Auschvitz— Freun- deskKrete der Auschvttzer einen Hei 1enstein vetter?u sein auf dem Neg zur vervirkLichung de- ses ihr so vLchttgen An1degens⸗ vLele Gespräche und Br4Lefkon- takte auf kKommunaLer Ebene, m1 t VLesbaden und Bonn, 1n Polen, Un varschau und AuschvLtz, m t Aktton Sühnezetchen und Ze1Lchen der Horfnung, und nicht zu1etzt mlt Uberlebenden und Lhren Freun- den, s1nd HMarkLerungen auf dem veg, dte Vorste1Lungen über e4— ne so1che Dokumentattonsstätte 1n etne Konzepttone1L1e Fassung zu bringen und deren VerLrkKLL- chung po1Ltisch und damtt auch finanz1e11 auf den Neg?u brn- gen. v1e schon an verschtedenen Ste1- 1en darge1egt, so11te de Er- öffnung der Dokumentattons- verkstätte 1n Frenkfurt am 1.9. 1985 der erste SchrLtt ei.- ner von Anfang an nur 1n Ver- vUndung mut etnem eben so1Lchen 1n Auschvttz gedachten DupLLkat se1n. Inha1t1LLeh so1LLte unsere In Aufbau befindLtche Dokumen- tatton e1ne Nerkstätte sein, d.h. e1n Ort des Arbettens und des Lernens mut dem Dokumentierten⸗ Daß dte Lagergeme1nschaft sehr posLt1Ve Gespräche 1n Narszavs ua. m1t dem Generalsekretär des „Internat. AuschvLtz-Komitee* Mntster a⸗D. Luctan Motyka, 80— „16 1n AuschvLtz müt dem Direk- tor des Muzeum, Kaz imterz Smolen, führen Konnte, hängt s1cher1Lich eng müt den Konztpderten?24e 1Vor— ste1 lungen für dte Dokumentati on in Auschvtz zusammen. Danach so11te eine Stätte der BRD Un Auschmttz ventger der Reprä- sentation von Leid und Pein der Opfer dienen,„Le etva däe Aus- ste1Lungen anderer Nattonen, denn vas gebe es zu repräsentteren? Eine so1che Stätte kann doch voh1 nur der rücksichtsLosen Erfor- schung und rückhaltLosen Darstel- 0 lung der gesamten Geschichte der Konzentrattons Lager und der Ver- nächtungsLager ge1ten⸗ Eane BRD- erkstatt väre also unseres Er- achtens nur sinnvoLL 1. als zen- trale Samme1ste11e sämt1Licher Dokumente zur Geschächte der von den Nationa1soztalisten einge- richteten Lager, dte in der BRD zu Fänden sänd, und 2. a1s Infor- mationsste1Le in Zusammenarbett mät dem Muzeum in OsvLectm, die fFür Bekanntme chung und Vettergabe dieser Dokumente Sorge trägt. Ameisenarbett 1st gefordert, die versucht, ein mög1tchst vo1L1stän- dtges Bt 1Ld der Konzentrations- und Vernichtungs1Lager darzuste1- 1en, dde ermög1tcht, sämt1iche Standorte ans chauttch auf Land- karten zu ze1gen, die auch den von Hitler noch geplanten Ausbau- und Ervetterungsplan der Lager e1nbezLeht, dte a11e Bücher zum Thema samme 1t und kata1ogtstert, dte auf de Zugäng11 chket sämt- 11cher Informationen auch für 6 Henschen m4 t verschtedens ten Be- ninderungen sorgt, die Vor a11em Jeder noch so 1e1sen und vLssen- schart1tch vorgebrachten Argumen- tattLon, man möge doch end11 ch 6ras über AuschuLts vachsen 1as— sen, entgegentrttt⸗ Konzept1one11e Uber1egungen s1nd a1so durchaus vorhanden; s1e s1nd von polntscher Sette genauso er- „unscht- und nur so; s46 s1nd 1n Zusammenarbett mit anderen an dtesem Vorhaben mLt dteser Konzep- tLon Interessterten gemetnsam der RegLerung vorzulegen, und sde sind nach k0 Jahren mä t Nachdruck zur ver1rk1LLchung durch FLnanzte11e Förderung 1n Auftrag?u geben. Heike Dei11 Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskreis der Auschwitzer e V Jugend-Begegnungsstätte uschwitz BIELEFEL), 26. Oktober(epd). Die in- ternationale Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz(Polen) wird am 7. Dezember eingeweiht. Das teilte der Vorsitzende der Aktion Sühnezeichen/Friedensdien- ste, Dietrich Goldschmidt(Berlin), am Wochenende in Bielefeld mit. Nach Aus- kunft von Goldschmidt ist die Finanzie- rung des 4,2 Millionen Mark teuren Ob- jektes, das in Fertigbauweise errichtet ird und zunächst aus einem Seminarge- 6 und Unterkünften für 60 junge enschen besteht, inzwischen voll gesi- chert: Der Plan für den Bau der Begegnungs- stätte in Nachbarschaft des ehemaligen KZ Auschwitz kommt von der Aktion Sühnezeichen. Er wurde 1971 nach Unter- zeichnung des Warschauer Vertratzes Zw schen Polen und der Bundesrepublik ge faßt. Polnischer Partner für den Bau ist der Verband ehemaliger Widerstands- kämpfer. Die politischen Rahmenbedin- gungen verzögerten lange die Verwirkli- chung des Plans. Mit dem Bau soll ein sichtbarer Beitrag für die Versöhrungs- bemühungen des deutschen Volkes gelei- stet werden. Die Kosten liegen bei 4,2 Millionen Mark, die durch staatliche und kirchliche Zuschüsse sowie durch private Spenden gedeckt werden. Doltumentations WerSTAIe 4 AuscChwif= N VOMrT2 Für Ausstellung in Auschwitz ONN, 7. November(Reuter). Auf dem ände des ehemaligen deutschen Kon- Zentrationslagers Auschwitz in'Polen soll nach dem Willen des Deutschen Bundes- tages eine Gedächtnisausstellung der Bundesrepublik Deutschland eingerichtet werden. Ein Antrag der Grünen wurde am Donnerstagabend vom Bundestag einstimmig angenommen. Der Staatsmi- nister im Auswärtigen Amt, Jürgen Möl- lemann, teilte mit, die Bundesregierung unterstũtze dieses Vorhaben. Möllemann sagte weiter, die Bundesre- gierung würde überparteiliche Uberle- gungen zu Konzept und Gestaltung der Ausstellung begrüßen. Die Grünen spra- chen sich dafür aus, daß die Ausstellung von Verfolgten-Gruppen getragen werden solle. In Auschwitz gibt es bereits Ge- dächtnisausstellungen mehrerer europä- ischer Staaten, unter anderem der DDR. Frankturter Rundschau 8 November 1986. Sinti Klagen in Straßburg HEIDELBERG, 11. November(dpa). Der Zentralrat der Sinti und Roma hat eine Klage gegen die Bundesrepublik we- gen Verletzungen der Menschenrechte in die Wege geleitet. Der Zentralrat erklärte am Dienstag in Heidelberg, in der Praxis von Polizei und Strafverfolgungsbehör- den in der Bundesrepublik würden bis heute ethnische Bezeichnungen wie „Zigeuner“ oder„Landfahrer“ hervorge- hoben und der Begriff„Zigeuner“ mit „reisendem Straftäter“ gleichgesetzt. Dar- in sieht der Zentralrat Verstöße gegen das Diskriminierungsverbot und die Gs- rantie von Freiheit und Sicherheit in der Menschenrechtskonvention des Europa- rats. Wie Sprecher sagten, habe die Organi- sation Anfang November ein Gesuch an den Generalsekretär des Europarats ge- richtet, in dem die Verletzungen der Men- schenrechtskonvention geltend gemacht würden. Komme es zwischen dem Gene- ralsekretär und der Bundesrepublik dar- über nicht zu einem Einvernehmen, solle dieses Gesuch zu einer Klage beim Euro- päischen Gerichtshof in Straßburg füh- ren. Frankfurter Bundscfau 12. November 1986. 16 Lagergemeinschatt Auschwitz/Ereundeskreis der AuschWitzer e. V. Vorher und nachher ist der gelernte Maurer und spätere Bauleiter— wie so viele seinesgleichen— nie mehr aufge- fallen. In Zeugnissen wurde er mit At- tributen wie„ehrlich, anständig, zuver- lässig und einsatzfreudig“ belegt. Doch in einer kurzen Zeitspanne von nur we- nigen Monaten seines Lebens hat er sich— so scheint es— derart hervorge- tan, daß noch heute, über 40 Jahre spä- ter, Zeugen sich seiner sehr wohl als „Slepy“, des Blinden, erinnern, der mit seinen Opfern im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau„Wilhelm Tell“ zu spielen pflegte. Im Sommer 1944 be- gann die einzige Periode im Leben des Gottfried Weise, in der er offenbar alle moralischen und menschlichen Beden- ken über Bord warf. Wegen sechsfachen Mordes und eines Tötungsversuchs hat er sich nun vor Gericht zu verantworten — in einem der letzten NS-Prozesse in der Bundesrepublik. Die Taten, die ihm jetzt vorgeworfen werden, rühren aus einer Zeit her, in der der damals 22jährige Maurerlehr- ling Weise die Aufsicht im Konzentra- tionslager Auschwitz-Birkenau über das Hãäftlingsarbeitskommando„Kanada“ hatte Was er dort mit den ihm ausgelie- ferten Menschen allem Anschein nach tat, ist den wenigen, die diese Zeit über- lebten, deshalb in so guter Erinnerung, weil es eine so besondere Teufelei in der an Unmenschlichkeiten nicht ar- men Umgebung Mar und Weil der Täter durch sein von einer Kriegsverletzung herrührendes Glasauge eine so auffal- lende Erscheinung war. Allein 34 von der Staatsanwaltschaft benannte Zeugen sollen in dem am Dienstag vor einem Wuppertaler Schwurgericht begonnenen Verfahren gegen den inzwischen 65 Jahre alten Weise bekunden, was der heute als Rentner in Solingen lebende ehemalige SS-Unterscharführer an ihresgleichen verbrochen hat. Sie werden aus Kalifor- nien, Israel, Osterreich, Frankreich, den Niederlanden, Ungarn und der Tsche- choslowakei in die Stadt im Bergischen anreisen müssen. Was diese Menschen zu berichten haben, hat schon 1962 erst- mals ein Uberlebender von Auschwitz zu Protokoll gegeben. der— wie das so häufig in den spät gekührten NSVer- fahren ist— inzwischen verstarb und dessen dadurch vor Gericht weit weni- ger gewichtige Aussage nunmehr ledig- lich verlesen werden kann. Unterm Strich blieb, nach so langen Ermittlun- gen, daß dieser Angeklagte auf beson- ders grausame Art und Weise zu der Riege der Exzeßtäter des Dritten Rei- ches gehört haben soll. So jedenfalls sieht es die Anklage, die ihm sechs besonders grausame Morde und ein Tötungsdelikt vorwirft: an drei Juden, darunter einem fünk- bis sechs- jährigen Jungen, verging sich Weise auf besondere Art. Das Kind, das gerade erst mit einem Transport an der Rampe in Birkenau angekommen war und mit dem Weise zuvor noch tanzend sein Späßchen getrieben hatte, wurde, eben- so wie zwei Männer, gezwungen, sich eine Blechbüchse auf den Kopf zu stel- len. Der forsche SS-Mann Weise soll dann mit Schüssen aus seiner Pistole oder seiner MP versucht haben, auf die- sen Gegenstand zu zielen. So lange soll er nach Bekunden von Augenzeugen sein tödliches Spiel fortgesetzt haben (wobei die Opfer sich bei Fehltreffern die Büchse stets selbst wieder auf den Kopf stellen mußten), bis er irgend- wann das Ziel verfehlte, die Männer und den Jungen tõdlich traf. Während einer Nachtschicht soll Wei- se eine schwangere Häftlingsfrau schwer geschlagen haben, nur weil die gerade in Auschwitz Angekommene auf seine Frage, ob jemand in der Baracke während seiner kurzen Abwesenheit geschlafen habe, ihm mit Nein antwor- tete. Die Frau sei daraufhin zu Boden gestürzt, wo er ihr so lange in den Leib trat, bis sie anschließend leblos wegge- tragen werden mußte. Ein anderer Häftling Soll von Meise deshalb. er- schossen worden sein, weil er nicht rechtzeitig nach einer Stunde Pause wieder zur Arbeit antrat. Zwei Männer sollen vor den Augen des Arbeitskom- mandos vonMeise deshalb erschossen worden sein, weil sie versucht hatten zu fliehen und weil eine solche Exekution auf die Zeugen abschreckende Wirkung haben sollte. in Auschwitz als Teufel gefürchtet ——— — Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskreis der Auschwitzer e V 2. Mit keiner dieser ihm vorgeworfenen Taten will Weise auch nur das geringste zu tun haben. Aus seiner Dienstpistole — so versicherte er in einer am ersten Verhandlungstag abgegebenen Erklä- rung—„habe ich nie einen Schuß abge geben“ Gegen die Häftlinge will er nie eine Abneigung gehegt haben und in Einzelfällen nur deshalb mal zugeschla- gen haben, um ihnen„härtere Strafen zu ersparen“ Er habe im Bereich des ihm Möglichen versucht,„manches Ubel abzuhalten“. rt. In einem Bewerbungsschreiben atte er damals formuliert:„Hier ging mir nun mein innigster Wunsch in Er- küllung, einmal der höchsten Garde Hit- lers anzugehören“ 1948 war Weise von einer Landshuter Spruchkammer in einem Entnazifizierungsverfahren als Mitläufer eingestuft worden und mit einer Sühne von 50 Reichsmark für seine SS-Angehörigkeit davongekom- men. In dem jetzigen Verfahren hatte er insgesamt sieben Monate in Untersu- chungshaft gesessen, ehe er gegen eine sechsstellige Kautionssumme freigelas- sen wurde. Das Verfahren ist auf unbe- stimmte Zeit terminiert. INGRID MULLER-MNCEH 0 hatte seit 1933 der SS ange- Frankturter Rundschau Mittwoch. 29. Oktober CHRISTLAM STOLL Amtsrichter aus HFiſdesheim, beschäftigt wieder seine Vor- gesetzten: Der Präsident des Hildeshei- mer Landgerichts prüft zur Zeit. ob eine Rede des 53jährigen Haftrichters die Einleitung von Disziplinarmaßnahmen nötig macht. Das bestätigte ein Sprecher des niedersächsischen Justizministeri- ums. Stoll, langjähriges CDUMitglied und bis vor kyrzem Landesvorsitzender der oberschlesischen Landsmannschaft. hatte mehrfach bei Vertriebenenfeiern nationalistische Reden gehalten und da- bei zum Teil auch die Nazi-Parole vom „Volk ohne Raum“ aufgegriffen. Der zuständige Landgerichtspräsident er- mahnte ihn schließlich, sich mit politi— schen Außerungen künftig mehr zurück- zuhalten. Trotzdem wiederholte Stoll am 27. September vor Vertriebenen in Burg- dorf bei Hannover eine Reihe von um— strittenen Außerungen aus früheren Re- den. Diese Ansprache ist jetzt Gegen- stand der neuen Uberprüfungen. Justi?z- minister Walter Remmers(CDU) hat in einem Brief an den Göttinger Landtags- abgeordneten Jürgen Trittin(Die Grü- nen) erneut seine Auffassung bekräftigt. daß Stolls Außerungen„an nationalsozia- listische Propaganda erinnern“ Remmers reagierte damit auf einen offenen Brief von Trittin mit der eindringlichen Bitte an den Minister, dem„Trauerspiel“ um Stoll ein Ende zu machen. Weitere Erklä- rungen wollte Remmers wegen des lau- fenden Verfahrens aber nicht abgeben. 18 Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskreis der Auschwitzer e V. Klassenfahrt nach Auschwitz V Es Let e1ntges 1n Bevegung gera- ten 1m Vetteraukrets: Zuschüsse zu Studtenfahrten nach Auschwttz; 80 Schüler besuchten 1 m Apr11 86 dte VoLksrepubLLk Polen und jetzt vLrein kletnes Häuf1etn von acht Schülern, dret erachsenen Begleitpersonen und ednem Leh- rer. Natür1tch atand am Anfang der Retse— fast zvangs1Ruftg— dte Lagergemeinschaft Auschwttz und Hermann Retneck. Schon vEh- rend der Prohektvoche 1n der Ge- samtschule Konradedorf hatte er dae Schüler für etnen Vormtttag 1n Atem gehalten mtt setlnem Be- rtcht über das Verntchtungs1a- ger, das Konzentrattons1Lager, se1— nen Er1ebntssen. Dama1s noch dret- zehn Schüler, dte s1ch fre1*1114g rür eine Voche den Themen Faschts- mus, Auschwttz und Polen ver- schrteben hatten. Vorurte11e über das heuttge Po- Len, Angst, 1n der Schule den notvendtgen MNotendurchschnttt nLcht halten zu können, aber auch der dörf1LLche Fußba11veretn, der dann doch vtchttger var, 14eßen das Häuf1etn der Po1Lenfahrer k1e4- ner verden. Auch das so11 ntcht vorschvtegen verden. Und trotz- den dte Ubrtgen traren atch drei Monate später vLeder, um 1m Herbst, vRhrend der Vanderoche, den Pro- Joktkurs VLrkLLchkett verden zu L1assen. NLoder hatte dte Lagergeme1nsechart m tgeho1Lfent bet der VLsLerung, be1 der Organtsatton, Ja sogar be1 der Quartterbeschaffung. Be1 ehena11gen Häft1Angen so11ten die Schüler untergebracht verden, und das 1n Polen-»ob v1r dort auch satt verden?“ Für etntge var das schon„1ne bedeutende Frage. Tedeusz Posntk, gerade Gast be den ReLnecks, vo11te m tgenomen ver- den nach Krakov.»Eun Po1e rkhrt mt 1m Bus?- Na, Gott se1 Dank!* Der Busfahrer var er1etchtert, PoLen kannte er noch ntcht, das var Neuland. An 13. Septenber g1ng es dann 106, morgens un 5 Uhr. Zve1 Vochenenden vo11ten dte Schü- Ler zusätz1LLch opfern rTür dte Fahrt, rTünf Tage hätten uns ntcht geretcht. D1e orste Uberraschung gab es denn an den Grenzen: D1e Transtt14 sten hatte Hermann Retneck persön11ch abgostenpe1t, und dte Stenpe1 v1rk- ten Wunder. VLr vünschen Thnen e1ne gute Fahrt!“- Ke1ne 2Z011kon- tro11en? Das gtbt's doch ntcht! De Schüler und 1ch varen Fassungs- 1o0s. Auch Lehrer 1ernen manchma1 vas dazu. DIe Fahrt wurde dann trotzdem 1ang bis OswLecim, nachts um 11.30 Uhr kamen„1Lr end1Lch an der Gedenk- stätte an. De gab„s doch tatsäch 11ch noch etne Frau an der Pforte, dte uns öffnete! D1e SchLüssel für dde Gästezmmer des Museums hatte S1e schon 1n der Hand. Die Betten varteten. Manchma1 vergiBt man vor Müdtgkett sogar, s1ch zu be- danken! Am nächsten Morgen half mr Tadeusz Poentk bet der Organt satton: Früh- stück, Hote1zLmmer für den Bus- Tahrer, Programn. Er wurde 1n Kra- kov von setner Frau erartet, a4⸗ var Lhn nach den sechs Vochen Tronnung entgegengeretst von KLe1oe herunter. Tadek te1efonterte n1 t Uhr und sagte Lhr, daß er noch vLer Tage bet den Doutschen b1e4- ben vo11e, ve11 er gebraucht verde. »Dann bs Mtttwoch 1n Kdelcel* An Nachnttag so11te Brkenau be- s1chttgt verden, aber vde1e Schü- Ler schlossen sLch an Vorntttag chon„1ner deutschsprachtgen Füh- rung durche Stamlager an, s1 konnten ntcht nehr varten. Tadek gtng den vetten Weg durch BLrkenau ntt uns, ze1gte uns dde 5 PrLtoche, auf der seine Frau rür vLe1* Monate nächttgen mußte, v1e uns auf dte Menechenasche han, auf dor v1r sueroet acht1os gegangen varen, stand ntt une 1ange an der Ranpe und ersdhlte von Transport so1ner Frau. Auschwtts kann nan ntcht begre1- ren m1t HL1LFe von Zahlen und rak- ten, aber nan muß s1e 1ernen. Bruchstücke von etnen Scht cksa1— dte halfen une,„tvas von den zu bogretfen, vas Aus ch1tz hteß. Dret, vter Stunden varen„1r draus- sen und hatten dte Müdgkett vom Vortag vergessen, v1e1e Fragen gab„— ob dte Antworten aus- retchten? Dann drlingte dte Ze1t- der F 1 Lagergemeinschatt Auschitz/ßreunceskreis der AoschtzeteN 19 von der Befretung des Lagers stand noch auf dem Programm. Die Gespräche an dtesem Abend vo1L1— ten keln Ende nehnmen. Am Montag dann der Besuch 1m Stammlager- bet den Koffern b1Leben vLr am 1ängsten und 1a— sen uns 1e1se dte Adressen Vor dte Städte, dte LEnder und Jeder Name var e1n Schtcksal. Im TodesbLock 1egten vLr end1Lch Blumen nteder- das var vie e1n dräingendes Bedürfnds nach a11 den Eindrücken, den Fakten und dem Grauen. Da am Nachmtttag noch Ze1t b1Leb, rragte 1ch dte Schüler, ver noch „1nma1 m1 tkommen vo11e nach BLr- G BLs auf dret kamen 31 a1— n1t. DLe»Ervachsenen“ hatten genug, dte Schüler spürten, daß es gut var, draußen 1n Ruhe Ab- echted zu nehmen. Der DLenstag führte uns nach Kra- kon und ve11czka. Zum erstenma1 sahen dte Schüler etvas von dem nLstortLech schönen Polen. In Krako trafen v1r Janusz, der uns nach varszava begletten so11— te. 2ve1 PL1Loten s1nd besser a1s keLner: Ve11 Renb ernstere Be— chverden hatte, mußte er 1 HospLtal ärzt1Lch versorgt vor- den.»Matür1LLch“ bLLeb Tadek be1 1hn und tröstete 1hn, vEh- rend der Rest der Gruppe mt Janusz dte tausend Rhrtge Sa1z— grube 1n Ne11czka orkundete⸗ V Am Abend fFanden Tadeusz und 1ch dtesen Renb Jämmer11ch ve1nend auf der Treppe vor etnen der Blocks 1m Stamnlager:»Tch fah- re ntcht mehr nach Hause, 1ch „111 1n Polen b1etben bet Ta- dekl“ Ausgerechnet der Junge, der nach dem ersten trockenen Bröt- chen„Leder nach Deutsch1and rahren vo11te, var durch Mensch- 14 chke1t und Güte vom 6Gegen- te11 überzeugt vorden. Der Abschted am nächsten Tag ver11er dann ventger drema- tLsch. Frau PosntLk hatte Ap- †e 1kuchen gebacken, a11 muß- ten 1hn probteren. Schüler er- zählten von Btrkenau, und dann sahen s1e zum eorstenmal 1n 1h- rem Leben etne Häft1ngenum- mer, am Unterarm e 1ntätovert— 1anges Schvetgen. Ante1 1nahme? HLt1etd? Ko11Lekt1VSchu1d? Thr se1d an Auschvttz nicht schu1d, 1hr so1Lt nur zu Hause erzählen von dem, vas tLhr erlebt und gesehen habt in Polen!* Spät am Abend vurden»1r 1n den Gastfami 14en ervarter, KLe1ce hatte uns zu 1 ange aufgehalten- Trotz— dem übera11 freund1itche Aufnahme: Em111 a Ma 1e)cyVK, Kasimtra VasLak, Marta PtLraztak, Irena PybLovSka und Roman L1 1vLntec fingen 1n der Nacht an, den Ttsch zu decken— für deutsche Schüler! v1e1e mußten zu zveLt in e1nem Bett schlafen,»für dret Nächte vLTd es chon gehen“. Und dte Gastgeberin, ehema11ge Auech*ttz-Gefangene? 8S1e schl1Lef dervet1 auf zvei Sesseln, dte s1e mal eben zusamnenschob— auch für drei Nächtel arszava überraschte dte Schüter mLt setner Altstadt, dem Köntgs- schloß, dem SchLoß Ni Lanov. Das pavak-Gefängnts und der Gestapo- Ke11er machten uns v1Loder stumm rür a1ne 1ange Stunde⸗ Zu1etzt, bet etnen Abschtedsessen In etnem varschauer Loka1, tanzten ehema1»Auschmttzer Knder* und Konradsdörfer Schüler rröhLtch muteinander.»Thr müßt v1 ederkom- men!- Vann kommt 1 hr vLeder?* Auch dte Abschiedstränen am Samstag eprachen dte g1etche Sprache. Renb Jedenfa11ls hat schon gebucht Fün 1987. Uolfqang Cehre 20 Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Ausstellung- ₰ Zwangsarbeiter Vom 22.— 26.9. 1986 fand 1m Netzlarer»Stadthaus am Dom“ e1ne Ausste11Lung der TG-Meta11 statt, dte e1nes der düsteroten KapLtel der jüngeren deutschen GeschtLchte zum Thema hatte. Un- ter dem Titel»Verechleppt, ent- rechtet, ausgebeutet“ varen B 1— der und SchrLfFtdokumente zu se— hen, dte 1n beeindruckender Ve41— se etnen Lokalen Ausschnttt aus dem System der Zvangs- und Sk1a- venarbet des Nattonalsoztalts— mus ze1gten. Die Ausste11ung var 1n Zusammenarbeit mtt dem HessLechen Institut für B11— dungspLanung und Schulentvick- 1ung(HIBS) erste11t vorden. SLe var etnes der 1n 1etzter ZeLt Lmmer häuftger zu ver- ze1chnenden Projekte, vor Ort den Formen und Ausvirkungen nattLona1soz1Lalisttscher Gevalt- herrechaft nachzugehen. Ende 194 ½ zähLte dde Gestapo bei Lhrer B 1anz 1m Landkrets Wetz- 1ar 8.777 Ost- oder Frewdar- belter, vor allem Russen, Po- L1en, Franzosen, TtaltLener, Ho1- Linder und Be 1gter. Mtt dem Di 1L1— krets zusammen hatten dte Be- trLebe dteses Landkretses den höchsten Zvangsarbeiterantei1 1m dama11 gen Gau Hessen-Nas- sau. VRhrend der Nachschub an den Fronten probLemattsch wur- de, herrschte 1n der Rüs tungs- LndustrtLe kaum Mange 1 an*Men- chenmatertal“. Bekannte Ftr- men, v1e Buderus, Henso1dt, LoLtz u. a. proftLttLerten von den bt1114 gen Arbettskräften. DLe Frage der Entechkidt gung 1st bts heute offen. Hunderte von Bürgern und zah1- retche Schulklassen haben dte Dokumente gesehen; dte ehe- ma11 gen Aus chwttzer V to1d Tabeau, Tadeusz Za1e skd und Hermann Re1Lneck varen bet der Eröffnung zugegen, ebenso der Krakover Peychtatrto-Profes- sor Adan StmusztLk, der dte see11schen Probleme ehema14- ger AuschvLtzhäft1Lnge und 1 h= rer Nachkommen durch Jahr- zohnte 1ange kLLnteche Arbett kennt und aufarbettet. von vLelen Besuchern vurden dte Veranstalter ermuntert, 1n dteser Arbett fortzufahren. Be- sonders starke ReaktLonen varen bet aus1Rindtschen Jugend1L1chen zu verzetchnen, dte häuftg schocktert varen und Paral1e1len zur heuttgen 8St tuatton der Gast- arbetter und zunehmender Aus- 1Länderfe1Lnd1Ltchkett zogen. Zum Schluß der Ausste1lung vur- den am 26. 10.86 dde po11ttechen Htntergründe der Zvangsarbett 0 dtskuttert, Der Marburger Po14— to1oge und Faschi smus-Forscher Prof. Re1Lnhard Kühnl veruter 1n dtesem Zusammenhang darsuf, daß es dde deutsche Großtndu- strte var, dte den nattona1so- z1 a11stLechen Staat zur Rekru- tierung von 2Zvangsarbettern auf- gefordert habe und der deutsche Rasstsmus s4ch beretts vor der Machtergretfung HLt1ers dde Un- torverfung der Vö1Lker des Ostens zum 24e1 setzte. Vetter sagte ert»So manche Konzerne der Bun- desrepubLLk haben mit der Zwangs- arbett ddte Basts Für den VLeder- aufstteg nach den Krteg ge1egt. Thr Ansehen beruht auf dem Schwe1ß und Blut der Arbetts- okLaven. Zvangsarbett var auf Dauer ange 1egt und so11te über- a11 dort eingerführt verden, vo os machtpo1ttLsch nög1tch var. Heute 1 at das noch 1n Südafrika der FaLL.* DLe Ausste11Lung hat 1n der Lo- ka1presse e1ne bts heute an- dauernde Resonanz ausge1öst⸗ r.0) denz 1st 1n vLe1en Leserbrdefen der bekannte unse14 ge Versuch der Verharu1osung und Re1lati.- vLerung. Von den Rönern bis zur Gegenwart verden Parat1Lelen ge— sucht, daß„s„chon 1 msr üb- 11ch var, 1n KrtLegszetten Gog- ner für stch arbetten zu 1assen⸗ Es rehlt auch ntcht das satt- sam bekannte Argument der Zvangs- arbe1t deutscher Gefangener 1n der Sow)e tunt on, vobet dann tun- 11chst außer acht ge1Lassen vrd, ver das ganze Elend angezette1t hatte. Auch von posttLvem, hi. 1f— re1chen Verhalten e1nze1ner Deutscher gegenüber Zvangsar- be1tern 1st 1mmer vdLeder dde Rede. * Lagergemeinschaft AuschwitzFreundeskteis der Auschwitzer e.V. 21 NVenn dtes der Norma1fal1 ge- vesen väre, hätte os diese er- Lnnernde Dokumentatton voh1 Kaum gebraucht. Ddeser Aspekt Kommt 1n der 1etzten Zet 1n e1ntgen Beiträgen erfreulicher- vese ebenfalls zum Ausdruck⸗ ALLes 1n a1Lem Es scheint e1— nLges 1n Bevegung gekommen zu se1n, das hoffentLich ntcht so schne1L vieder 1n Vergessen- hett gerät. Zum Schluß noch etne Buchem- Pfehlung: Tomasz KLryTLov, der 19h2 im Alter von 17 Jahren a1s Zvangsarbetter nach Deutsch1and deporttert vorden var, hat u.a. e1Lntge Monate in e1nem Lager 1n NetzLar verbracht. Se ine Erin- nerungen snd nachzulesen unter dem TLtel:»Und ihr verdet doch verLieren-— Erinnerungen eines Po1ntLschen Antifaschisten*, Dietz-Verlag, Ber11n, 1985. Das Buch 1st— so1Lange der Vor- rat retcht-— zu beztehen über dto Buchhand Lung'Galerte Verk- „tatt', 6330 Vetz1ar, Obertor- str. 22— 24. Die Ausste1Lung se1bst vLrTd 1n der nächsten Zett noch 1n s4— n1gen Metzlarer Schulen zu sehen ee1Ln. Auskunft gtbt ds GeschäiftsstelLe der TG-Meta11 1n Netz1Lar, Te1. O64 1/4 2006 bzv. 42007. Cernarc err 4₰ W Si——— LE SERBRIEFE Uir vo11en gern ab jet?zt und föür alle veiteren Hefte unsere Leser bitten, sich durch Diskus— stonsbeit räge in Form von Leserbriefen zu be- teiligen. Uir halten eine rege Beteiliung dorch (Rck-) Me1dungen för nötig, damt auch die Rbe teilunqshefte Teil der Dokumentations-Uerstätte— zum nHahnma1“ gegen das Vergessen— verden können⸗ 22 Lagergemeinschaft Auschwitzteundeskteis der Auschwitzer e. V. Offen für das Thema Auschwitz V Cin abend in der Staotböcherei Oie greisstadt ſerzig 1inks an der Saar ond direkt an Lorhringen qrenzend, mitten im Frierischen liegend“- oie Kommt wan dort oohl aof Themen vie*polnische Tage“? nerziqs Erster Beigeordnetsr a1— frec Dibersy, Ideengeber, Hotor und Fanager dieser ungevöhnlichen Lommunalen Kulturpolttik, nennt auf diese Frage immer vieder den Lanen Eustav Reolers. a, der 50— zialist und Spanienkampfer E.R. (1898— 7963), der die Bedrohung des Homanen in vielen Uelt- un6 Uetteruinkeln aufspörte und als gutor in vielen Sprachen beim Na- men nannte, stammt aos ferzig. In Jahrelanqem Bretterbohren“ hat Dioersy durchgesetzt, daß die deimatstact den*91öhenden anti- faschisten“ Regler snrt, nüt ei- nem Gedenkstein und einer Plat?z- benennung zum Beispiel. Diversy selbst hat einen 8i1dband öber den grogen nerziger sdiert und den gröndlichen biogrsfischsn Beoleittext verfaßt. Damit aber niemand vermoten kann, her?i benutze diesen Regler zur fassa- denschönung, eroshnt alfrsd Di- bersy auch häofig den andsersn Sohn der Stadt, den*SchLächter von Uyonn, Barbie, oboohl der, pecantisch oenonmen, gar nicht hier z0r Uelt kKam, ader seins cltern. Uno aufgebachsen ist er auch hier. goch am 10. 11. 18986 abends in der Stactböcherei, als Lieselotte Thunser-Ueil und Hermann Keineck nerziqern von aoscheüt?z und Ra Lensbrück berichteten, Kam Di- bersy auf die beiden so kontrast- reichen Söhne der Kreisstadt. Das Programm der Polnischen Taoe ar schon drockreif, als meine telefonische Bitte an Hermann geineck um Informationsmaterial För diesen Polnischen Honat, der bescheiden*Tagen genannt bird, zu Vorschlaq uno Eneschlu6 föhr- te, in herzio die Tonbi1dschas »lch bin gesund und föhl mich vohl zu zsigen. Uird sie, aus- Oerechnet in des dichten und viel- faltiqen angebot polnischer und polenbezogener Kolturthenen, In- teresse finden? SchlieClich var die aofföhrung von Zozef Fsiols nonodrama»Das Verhör“ gerads sechs Taoe her. Da Lerden die Spu- ren ond Zerstörungen menschlicher Uebens1äufe durch KZ-*Medizinsr“ dokomentarisch und künstlerisch eindrin9glich, also in doppelter authentizitst, gezei9gt. Uird nsn 0 die Tonbildschau bei diesen Voraus setzungen bemerken und bsmerken oo11en? Dieses Thema 1s8t nüt dem »Verhörn TUN Us abgeschlossen, bofand ein Lokalredakteur knapp und ois von oben, als 1ch ihn auf unsere Veranstaltung hinsi- sen oo11te). alfred Oiosersy frei- 1ich mo6te nicht 9gevonnen Lerden, er Lar sofort überzsugt, teilte also onser Uagnis. Es Laren gut vierzio fenschen in der Haria Croon-Stube der Stadt- böchersi, nicht Lenig junge, man- cher Lohl abch, der dem kommuna- 1en Kulturbetrisb nit Vernissagen und Reden sksptisch gegenöber- steht: auschitz aus eigenem Er- 1eben, das ist kein Thema, das narrangiert“ Lerden könnte. Das Hedium*Tonbiloschau“ transportiert Information und Emotion, bleibt aber, vo die menschliche Vernitt- 1un9 fehlt, nichts als ein nedium. Hermann Reinecks*lch bin gesund und föhl mich vohl“ ist persön- 11ch geprsot; es sind seine Er- fahrungen, man hört seine 5timme. Oberdies 136t sie, 611 von einer halben Stunde Dauer, genögend zelt zo Kommentar, Köckfragen unò Lagergemeinschaft Auschwitz/reundeskreis der AuschMitzer e. V. 23 Cespröch. Einen RealschuLLehrer beschsftiot die fraos, oie man junge Nazis, zung und doch schon vol1Ler Sperren 9e9e0 oeschicht- 11che Uahrheit,?0 Si et helfen könne. Rsinecks antoort erhellt, daß es da kelne Rezepte, auch keine pdagogischen, 9übt, Lieviel aber persönliches Enqa- qement vermag und jenes nicht ver- narbende Betroffensein. Uieselotte Thumser-Uei1 konnte berichten, uie auschoitzer nedizinexperimente on Ravsnsbrück nüt Lofern„be— 6 borden. uschitz, das Lar nicht nhur das grose Verbrechen, der nassen- unò völkermord, es Laren auch die nkleinen“, aber 1öckenlosen SchikK— kanen, die sich auch zU mord sum- mierten.?7um Beispiel eroöhnten und schilderten die beiden von — der Lagergemeinschaft das fehlen jso1icher nenstruationshygisene im Frauenlager. Fermann Ksineck oies die Gesprächspartner und Zzuhörer immer oieder suf die Fompakten Bedrohungen sines hu- manen Daseins heute und morgSh hin. In den ersten Novembertagen va— ren in herzig acht 6öste vom aximi1ian-Kolbe-Uerk ein9ela- den, vor a11em vcn der Christ- 11chen Eroachsenenbitdung, dis die Polnischen Taqs konzeptto- nel1, organisatorisch unò f1— nanziell nitträgt. Unter den Gästen aus Polen, dis auch in Schulen sprachen, var ein Nef— fe naximilian Kolbes, der nit dem Bruder des Paters in der 111eoalität 1ebte, bis zur Ver- haftong. 50 1st herzio unter auschultzern in Polen gar nicht peter C. Keller ————— Impressum: V. 1.5.d.P.: fermann Reineck c/o LaEREEME INS CHAfT aUscrn ITZ— FREUNOESKREIS OER aUsCRHUITZER S.V.* Ochi1lerstr. 18— 6309 fMünzenberg— 1 Felefon: 06033/607168 Redaktion: Hermann Keineck, Heike Dui11, arianne Groß nitarbeiter: Uo1fqanog Gehrke, Gerhard Herr, Isabe11 OLehm, FHorst Probstein, peter C. kKeller, Uerner Ren?, anni RoGBmann-Reineck BankKLerPindnqeD? ßostgroamt Frarßfurt/f. Konto-Nr. 376 64—608 BU2 500 700 60 Kreissparkasse Friecbero Konto-Nr. 062 00074—9 24 Lagergemeinschaft Auschwitz/Ereundeskreis der Auschwitzer e. V. Jozef sio1 »Das Uerhörn, müt neun Co11agszstch- nungen von aniels Kuenns, ca. 120 SSüten, OU Fer- zi9er Drucksrei und Verlag 1986, Edition Polmartia, 1986— 15BN 3-923754— 04—3 Jozef Muslol pR?ESUCraME? Das VERröR Oer polnische Text von nDas Ver- hörn ist 1983 unter den Titel nprzesluchsnien in Uarschau in der 3. auf 1 aqs erschienen. bis dsutsche öbertragqung, dis anLäß- 11ch der Polnischen Tage in fer- z19 erschienen ist, fu6t auf s1— ner Ubersetzung von Renata Schul- theiss und der der polnischen Böhnenfassung von Kaztaierz Kut?, dem Reoisseur der nerziger Aof— föhrung; sie vurds von Przemys1 au nackobaß öbersetzt. Es ist da- bei eine konzentriserte, Knappe Sprache herausgekommen, dis doku- nentarisch und zugleich beseslt ist, vetl sie die Spuren des Schreckens trägt. Jozef Fusiol 11tt als Richter in Kattouit?z unter den, vas er in den Zeugen- verhören erfuhr, aber nicht emo- tional aufnehmen durfte, ss vielmehr sachlich, amtLich zo erfassen hatte. Diese Spannung, diese sselische 2Zerrsi6probe, ist in oem schmalen Beft produktiv qeborden, ein Stöck Befreiunq, oas bekanntlich das Gegentsi1 von Veroessen oder gar Verdrängen das aoch den Uessr erreicht. Es oürd manchen jungen Deutschen qeben, den der TsXt von Das Uerhörn mehr anspricht als a1s 8i1ddokumentation. aof zeden Fal1 kann er als einer der os— nügen könstlerischen Verarbei- tongen von auscheütz gelten, die gelungen sind und Bestand ha— ben Lerden. S — Oie sechs Grafi- kKen von aniele KUenne zeigen Hun- gerskelette,»u- selmänner“, auch Kinder, in einer Sparsamkeit des aosschntttes und einer Anlels Kuenne dle 1ch sls»*bahrer“ erlebe als fotografien es sein können; 818 ze19en den Zogriff des medizini- schen Experinentes oder»Opers- tionsnarbenn und in einem fa11 nsogar“ Blutspritzer 1n der Schoar?- Leiöqrafik. 2 diesen 811dern f311 t einem»Colgathan sin, das nmoqernen Go1qsths unseres Jahr- nunderts. Sie schlteßen Letd, die übernscht von Leid und etoas ois Boffnung s1n vis manchss m1ttel- alterliche Kirchenbt1d. Jozef nus 101 hst jetzt 1n Polen eUn Buch hersusgsegeben:»fiichter uno Henker— Ein fag 1n ULeben Or- Thöanlersn, s1nes dsutschen RLch- ters, der es an einem Ta9 suf öüber 200 Fodesurteils gebracht hat⸗ peter C. Keller Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskreis der Auschwitzer e. V. 25 am 11. Oktober 1966 fanc elne bundesosüt osplante Demonstration gegen dis 5ta- tlonierung von atomaren narschf loqkörpern(cruise nIss11es) in Fas- se1bach im Huns- rück statt. Daß es an diesem sonnigen Herbsttag sts 180. 000 Henschen sein börden, die dem Demonstrations- sufruf foloten, konnten ohl auch optimisttsche Fris- densfreunde nicht ahnen⸗ g1n k1L1ometerlanger farsch föührte uns qdurch die Dörfer alterköt?z und Hasselbach. RufkLeber nit friedens- tsuben in den fenstern hießen ons oi11LkKommen. außerhalb von Hassel- S begann dann schon bald die renzung des ungefähr sinen quadratkilometeroro6en Stationie- runqsgeländes. Diese Begren?zung bestand zu einem Teil aus einer hohen, grauen Betonnauer. an ihr vorbei zogen Frauen, Hänner uno Kinder zum Kundgebunqsqeländs, das sich als viel 20 klein för a11 die protestierenden henschen eroies. Rer erinnerten verschiedene Hed- nerinnen und Redner, unter andersn die nainzer Theologin Luise Schott- roff, eine Teilnenmerin der hut- langer 810ckadeakttonen, der?u— kunftsforscher Robert Jung und andreas Zumach von aktion Sühne- zeichen, daran, velche Beorohung för die henschen von der atoma- ren aufröstung ausgeht. Der nETnstfal1“ Köme einem atomaren und unsere Phantasie Ho1ocaust- europa- und/oder»elt- „eüt— 9leich. Uas hatten oür Demonstranten die- sen unmenschlichen Plänen, von verantuortonoslosen und unvernünf— ticqen Politikern qeschmiecet, ent- gegenzusetzen? Unssren fried1i- chen Protest, Harmonie unc Fröh- 1ichkeit im Umoqang niteinander, Reden, die den friecen bescho— ren, usik zor Ernotiqung und on— sere Ppantasie. Die oraus Seton- mauer öbrigens, an cer»ür sof dem Ueg zur vundgebung entlang- qingen, Lar öber u56 öber demalt und beschrieden, a1s Lir se bei unserem Köckeo ein zueites Fa1 lsabel1 Oiehm nfnanöver dtenen den Frisecen, Fu6bsller tralnieren ja auch um das Spisl zu verhindern.* (Spröhspruch an der Fauer in nasselbach) 26 Lagergemeinschaft Auschwitzißteundeskreis der Auschwitzer e. V. Semeinsam gegen die FapP in Demonstratton in D1 1Lenburg- lerborn([ahn-Di11kKre1s) gegen den geplanten Partettag der FAP am 7.6.1986 on dtesyRhrtgen Hessentag 1n Herborn voLLte dle FAp rür s1ch nutzen und 1n der Stadthalle in Di 1Lenburg etnen Partettag ver- anstalten. Durch dte spontans Gründung etnes Arbettskretses (Geverkschafter, Vertreter der ov. Kirche, Interessierte M1t- bürger) vurde die Durchführung dieses Parteitages 1n Dä 11en- burg verhtndert. Die FAP vLch KurzTrästtg nach Stuttgarnt aus. Der vom Arbeitskreis organd- sLerte Demonstrattonszug am 7.6 1986 von Di1Lenburg nach Herborn(8 km) hatte zum 2101, ARtvLtäton alter und neuer Faschtsten entgegenzutreten und außerdem zu verhtndern, daß s1ch eventue11 etne Abordnung dor FAP vom Stuttgarter Par- teltag in Herborn»Gehör VeT— Schafft(aprich: putz macht) Segen Ardisemitismus: Vr fordern das Wrbot der fApP agergemelnscbaft Aech— Feu⸗desirecs der Axchfec e.h DILLENBURG Trotz des anha1t enden Regens nahmen ca. 2.000 personen an der Demonstratt on te11, dte 1n Hoerborn mdt otnem otwa e1n- s tünd gen Programm 1 hren Ab- chluß fand. Von der Lagergemetnschart Au- s chw1tz bote111gten s1ch, m t guten, von Hermann Reineck se1bst entvworfenen und Sefertigten PLakaten und Transparenten aus- Serüstet, 10— 15 M tgLLeder. AbschLtLeßend TFand e1ne kurze Pressekonferenz der Veransta1- tor mtt den regt onalen 2„1 tun- gen statt, de auch von Her- mann Retneck als Vertreter der Lagergemeilnechaft besucht vurde. Harianne Croc — Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskreis der Aoschwitzer e V W STUDIENREISE NACH POLEN V dtese Reisen der*Lagergemetnschaft Auschvttz-Freundeskrets der Auschvttzer e.V.* sind schon zu einer festen Einrichtung— oder so11 man sagen zur Tradttton gevorden! So Lerden»tr auch 1987 Loder mtt otnor Grupp⸗ nach Polon fah- ren. Die ersten Anme 1dungoen 11 0gen borotts vor, oin Zetchon dafür, daß v1r mt diesen Reisen auf dem richtigen Nog s1nd. „ie bei unseren anderen Fahrten vird auch diesmal vieder Auschvtt?z und andere Stätten sein, die noch houto Zeugnis ablegon von dor ZeLt der Nazi-Herrschaft in Polen. 1e Fahrt geht 1m bequemen Reisebus von Frankfurt/M(Zusteigmög- 1ichketten 61essen, Butzbach) nach ſlerloshauson. Grenzüborßan— und auf der Transt tautobahn durch dte DDR bis Gör1LLtz, der Grenz- Statton nach Polen. Nach den Grenzormalitäten fahren vär vetter vis LLegnitz(Legnica) um dort im Hote1 Cuprum zu übernachten⸗ Am nächsten Morgen verden vir einen kletnen Stadtrundgang machen, „elterfahren nach Breslau(Vroz 1av) vo auch etne Stadtbestchttgung se1n vLrTd; anschtteßend fFahren vär Krakov, vo vär mehrere Tage bLetben. In Krakom verden v1r prtvat vohnen, bei ehema1igen deutsch spre- chenden Auschvttz-Häf1Lngen. Däos 1st orfahrungsgemäß empfehlens- vert, v1rd doch so der persönliche Komtakt mt den polnischen Bürgern hergesteLt. In Krakow, e1ner sehr schönen alten Stadt, haben v1r dann zett für Stadtbesichtigung, für AusfLügo und auch genügend frete Zet zum EinkKauf und Stadtbumme1⸗ Für Auschut tz- Birkenau stnd zvei Tage vorgesehen⸗ Hermann Re— neck, se1Lbst ehemaliger Auschvitz-Häft1ing,„ird dte Gruppe durch das Lager führen und von setnen Er1Lobnissen und Erfahrungen bo-— richten. vir verden auch MögLichkelten zu 6esprächen und Däskussonen mät ehema11gen po1nischen Auschvitz- HiäftLingen haben. Unsere Reise fFührt uns dann vetter über Tschenstochau, Lodz(Kin- der kK2) nach varschau(Varszava) Dort verden vir in etnem Mitte1— Klasse-Hote1 vohnen. Stadtbesichtigung, Besuch Von Gedenkstätten, Freizett zum Bumme 1 und Ednkauf. Die Rückretse geht über Bres1au(roz1av), Oppe1n(Opo1e) nach Liegnitz(Legndca), vo vir noch einmal im Hote1 Cuprum übernachten um dann nach 65r14tz, Transt DDR In die BRD fahren⸗ — 3 üern) Unterkunft: tei1s Hotel, tei1s priVat vo1LvexpfLegung Un der VR- Po 1en Teinehmerpreis enschLeßLich VLSa, Transttvisa, Unterkunft, verpf 1egung in Polen Pro Person ogtva LM 680.—— vUr bütten Ste um ba1dmögLiche schräft- 1 che Anme 1dung, da viele Nachfragen und auch Anme 1dungen vorLäegen. anni RoGmann-Reineck 28 Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskreis der Auschwitzer e V. Sieben Pakete nach Lodz.. wir Kamen zu spät— kin Aufruf! V Vr stelLen dte Lastwagen am Bahnhof ab, nehmen zue1 Taxt1s und Fahren dte Lebensmtttel und de KLeLdung dtrekt zu den Menschen, Für dte sde bestimt stnd. 2ve1 Pakete s1nd für Anse1 Cymerman.. Hermann kennt Lhn ntcht, ve1ß nur, daß es Uhm schlecht geht. vr ha1- ten 1n etner schmalen Straße vor enem alten Haus. Setnen Namen fFAnden vIr 1m Durchgang zum Htn- terhof. Ean düsteres Treppenhaus, die Farbe blättert von der Vand, es 1st feucht. Es vrkt unbe- vohnt. ELntge Nohnungstüren s1nd mt groben Brettern vernage1t. Ob da einer vohnt? Auf unser KLopfen hin hören vr schlurfen- de Schrttte. Die Tür vLrd einen Spalt brett geöffnet. VLr stehen enem rund1ichen, kKLetnen Mann gegenüber, der auf dem Hnter- kopf e1n Käppchen trägt, das der orthodoxen Juden. Hermann ste1Lt stch vor, er— kLärt unseren Besuch, sagt, v1r Auschvitzer müssen doch zusem- menhalten. Der Mann guckt fas- sungs1os auf dte betden Pakete⸗ Fur m ch? Thr habt dabei an mtch gedacht? Er kann es nächt begretfen, Freut sich, schüt- te1t 1mmer vLeder ungLäubtg den Kopf. Das 1st virk1tch für md ch? Kommt retn! TIch sehe, vde Hermann vor Schreck dte Luft anhäLt. Ddese Vohnung 1st e1n e1nztges Chaos! Aus den Schränken qut 1L1t Wäsche und Ge— schtLrr. Auf dem Fußboden, dem Bett, den Stühlen, dem Tasch, stape 1n s1ch v1 1d durchetnan- der Decken, Ktesen, Te11er, Tassen, Bücher, vergtLbte Zett- schrtften und etne Unmenge von pantoffe1n. Anse1 CyVmerman 1st Schuhmacher gevesen. Dde Noh- nung var selne Merkstatt. Er Fordert uns freund1tch auf, PLatz zu nehmen, aber v1r vLssen ntcht, vo. Er schaufelt zwe1 Stühle fre und setzt sLch auf se1n Bett. Er strahlt, und sene Freude beschämt uns. Vas v1r ihm brtngen, 41st ve— n1g. Kaffe, Tee, ö1, e1n baBchen ReLs— Dinge, die vLr jeden Tag übrghaben könnten. Und für das b6chen, vas vir Uhm brängen, v111 er uns bevetsen, daß er virk- 1Ich ge1Ltten hat. Möchten 84e metne Narben sehen? Oh, nein, bütte nacht, Hermann vMnkt ab. Dae ttefsten Wunden sind doch die, dte man nächt steht. Der al1- te Mann nückt. Mean steht es nicht, aber st1e bluten noch Lmmer. A11e totgemacht Im Lager, ndemand üb- rggebLLeben, außer mr. Gottos V111e, und ketner ve1ß6, varum. WrT schvetgen, er 1st vett veg mt selnen Gedanken. Ndr müssen Jetzt gehen, sagt Hermann 1e1s6, dte Taxts varten. Amse1 Cymerman steht auf, 1Legt se1ne Hand auf dte Thora, küßt uns auf dte StArn. Dann umarmt er uns und vent. Unser Aufbruch 18t e1ne Flucht. VLrT 1assen den vetnenden Mann a11eln. Er schdebt uns aus der Tür und sagt: Grüßt a11e KAnder von mur, dte Horffnung s4 nd dte Ktnder. Hermann retbt s1ch dde Augen und gbt mdr se1n Ta- schentuch. Komm, vLsch' dde Trä- nen ab,„LrT fahren vetter. Das var 1m Oktober 1982— Mondka He 1d bertchtete 1n etner Sendung des Hesstschen Rund- Funks. Ostern 1986— vrT sLnd vLeder 1n Lodz, und vLe— der vo11en vLTF Amse1 Cyme rman e1n Paket brangen. Der Bus md t unseren Retsete1Inehmern hält 6 bel der u1. PLotkonska Nr. 31. ELne De Legattont LLeselotte aus Frankfurt, Erin aus Gteßen, Ger- hard aus Hamburg und Hermenn so1— 1en das Paket überretchen. Die alten Z4nekasernen aus der Zelt un dte Jahrhundertvende se- hen a11e g1letch aus, auch dde Hinterhöfe stnd g1etch. Hermann sagt, hter Let es. Her auf Stte- ge 7 1m 1. Stock muß er vohnen. Der muffdge Geruch Let derse1lbe, das Sttegenhaus steht noch 1m- mer so desolat aus, WLrT fragen nach Cymerman, aber ndemand kennt Lhn.— Nr haben une getrrt, er vohnt auf Nr. 33. DdeseLbe Stte- ge 7 1 m 1. Stock. Ee rtLecht ge- nauso,„1e 1m vortgen Haus. Es 1st feucht, e1ne dumpfe, sttLcktge Lurt. VLr stehen vor der Türe, 1 41 Lagergemeinschaft AuschwitEteundeskteis der Auschwitzer e V 29 DLo Lagergemetnschaft AuschvLtz M vo1LLte noch vor VeLhnachten„1- nen Transport für ohen11g* 3 RHRärt1LLng⸗„1t LAben⸗nttte1n ale M Ze1chen der Verbundenhett durch- rühren. DLe vLe1en anderen Ar- b⸗Lten verzögerten dt⸗ Fert1g- B „to11Lung dteses Mtto4 Lungsblat- x tes—„ kLappt nLcht„ehr zu desem Termtn. VLrT vo11en aber E sobald als nög1LLch dtes nachho- 1en. DLe eheme11gen AuschvLtzer verden täg1Loh ventger. B1tte ne1fen 84e dureh Ihre spenM de- vLr benöttgen für a1nen Pa- M kettransport etva DM 25. 000,——— bevor es zu spät 1st, helfen S1. 5 den noch Lebenden, helfen 84e, da M m1t v1rT nLcht vLeder sagen müs— sen,»1r s1nd zu spät gekonnen! kLLnge 1n, aber nLemand öffnet. V1r varten und überLegen, va5 „1r tun so11en. Nach e1ntgen Mtnuten kommt e1ne Junge Frau. VLr Tragen nach Amse1 cyme rman!»Er 1⸗bt ntcht mehr, or 16t ochon 1ange tot, 1ch bin se1ne Tochter, vLr haben durch zufa11 1m Haus eine Nohnung er- nalten.“— v1r a11e st1nd achok- Klert. V1rT geben, ne1n, vtr drän- gen das Paket der Jungen Frau auf und verlassen f1luchtarttg das hus. 6.„Leder 1m Bus s1nd, v1rd ² ann mt Fragen bestürmt, aber er kann kKaum sprechen. Mhsam sagt er:»*NLr s1nd zu spät g*— kommen- Anse1 1Lebt ntcht mehr.* Hermann Reineck Bankverblndungen?Lagergemeinschaft auschoitz- Freundeskreis der aoschoitzer e.V.* postscheckkonto: Frankfurt/, Konto-Nr. 51664— 605 KreisspsrKasse: Friedbero/Hs, Konto-Nr. o62000 74—0 S8 — Einzugsermächtigung V Lch ermächtäge häermät das Sekretarat der gergemeinschaft Auschwt? to Folgenden Betrag abzubuchen: 8 6 0 ſeex 30 Lagergemeinschaft Auschwitz/Freundeskreis der Auschwitzer e. V. Wir sehen uns am Donnerstag: M. Dez. 1986 Z. an. 1987 um 20 Uhr Martin Niemõllerhaus März Funckstraße 18 2.April 1987 6ooo Frankfurt Main 0 6 Wir treffen uns um über unsere Arbeit 2u sprechen, wir diskutieren und erarbeiten. Bitte halten Sie diese lerrmine trei! Wir rechnen mit lhrem Besuch! 0 6 An die LAGERGEMEINS CHAFT AUS CHWTE RREUMDESKRElS der AUSCHwWTAEER e. V. Schlllerstr. 18 6309 Münzenber91 Lagergemeinschaft Auschwitz/ßreundeskreis der Aoschwitzer e V 31 Soll man zu den monatlichen Donnerstag- treffen der Lagergemeinschaft V He1ne ntcht ernet geme1nt⸗ Fra- ge hat Jodoch„1nen erneten Hn- tergrund A11 M tg1Leder v1— sen, deß»tr uns Jden ersatén Donnerstag 1 Monat un 20 Uhnr 1* Mart1n-NLenö11er-Haus 1n der ckstr. 18, 6000 Frankfurt 90, erfen, un dort über anstehende gaben und Akt1Lonen zu spre- chen. Jedoch nur dtejentgen, dte des örteren kKomen oder fast 1mer de s1nd, vLesen un dt VLe1Lzahl der anstehenden Auf- gaben. Venn Nan von den Mttg1LLe— dern abstLeht, dte zu vetLt veg vohnen oder dte aus berufLLchen, geaundhett11Lchen oder sonsttgen Gründen nLcht komen können, dann b1LetLben se1ner Me 1nung nach 1—er noch v11e von uns, dte 1ch b⸗te111gen könnten. DLe v1*— 1en anetehenden Aufgaben, 1nsbe— ondere⸗ dte Aufgaben für den Auf- bau unserer Dokunentattone-Verk- attte Auschvtta, erfordert dt⸗ M tu rkung und M tht 1fFe vLe1er von uns. Venn unser Hermenn Re1Lneck n1t den 1hn„1genen Char den- nAl versucht, Aufgaben an dd⸗ rrau/an den Mann zu brungen, dann s1nd ⸗1at dte davon be— trorren, dte stLch auch sonst en- Leren oder achon beretts an- 6 Aufgaben übernonen haben⸗ 3 a11*n trtrrTt s aber dte— nLgen, dte denn anveend„1nd. Und daher hatte 1ch bet unseren 1taten Trerren schershaft g*— n„1nt,„„„„1 voh1 vorte11haf- ter, venn an ger ntcht erot kon—t. Aber 1n Frnet Herenn Re1n⸗ck hat Recht, venn er Klagt, daß der Aufbau unserer Dokunenta- tLone-Verketätte Auechvtts au 1angsan vorangeht. TcCh N„1ne, venn v1r dte Aufgaben auf v41* Schultern verte11en, denn geht „s schn⸗11er voren und der Auf- gabenant⸗11L fFür joden v1rTd„t- vas kLe1Lner und dantt auch für Joden von uns nachbarer. ningehen? VLT brauchen daher noch»e1Ltere M tg1LLeder, dt⸗ n1the1fen und Aufgaben übernehnen. De Bete1— 11 gung an unseren Treffen könn- to a1cher größer s„1n. Aber auch ver ntcht gerade zun Trof- Ten komen kann, kenn Aufgaben Ubernehnen, er nuß s1ch nur an- bLeten und s1ne Berettschart ze1gen. Etn Veg der Mt thL1LTFe b1e— tot a1ch dann 1 mer. Ee gLbt atete Aufgaben, dte men auch 1n der Ferne erledtgen kKann. Zun Be1 SpLe1 dte gerade anst⸗- henden IntervLeve ntLt ohena1tgen Lagerhäft1LLngen. DLese Menschen Leben verstreut 1n der ganzen Bunde srepubLLk. Man kann s1« über- a11 aufsuchen. Tch btn s1Lcher, daß nelne Mah- nung“ bet den MtgLLedern, dte s1ch angeaprochen fFühlen, auch ankonnt. Horst Probste1n E OBERWLI ANFANGEN ANDEREN DEN FREDEN ZU ERKLRREN Derer Kever 32 LAGERGEMEINMSCHAFT AUSCGHWTE FREUNDESKRElS der AUSCHWEER e. V. V Gemeinnũtzlger Verein 6309 Münzenberg 1 Schlllerstr. 18 Tel. 0 60 33-6 01 68 Beitrittserklärung Name. Vorname Anschrift— Straße. PlZ, On O Freundeskreis der usenprsr. Datum des Beititis Unterschrift Zotretiendes bite ankreuzen O ——————————— Bankverbindungen:„Lagergemeinschaft Auschwitz— Freundeskreis der Auschwitzer e.V.“ Postscheckkonto: FrankturM, Konto-Nr. 51664— 608 Kreissparkasse: Friedberg/His., Konto-Nr. 062000 74.9 SZ518 CUAft WVTE CrretreoMreis der AUSCKHMWVTAZEMR e.N ingsblatt Dezember 86 87G Farbkarte 613