DO’K U M.E N T-EnWUCN DUB ER I CH TE RITHERKREHFHRTETNENEEHENIENT HE FPHERTFRRHENFEHVVENTOHEREERRHEEENRUHEN M r i R un BR TTITNERRIRL UNE TTIN NR a ARNEESENEERSHNELER ERLOERENHRÄNENUTENERUEBUHMEISENG' ur aaa ru rI27T2 Hinter dem elektrisch geladenen Zaun,” angesichts der Tag und Nacht aus dem> z37333%: Kamin des Krematoriums schlagen- den Flammen, im aufopferungsvollen Kampf gegen die Unmenschlichkeit der SS-Büttel, gaben die Anti- faschisten das heroische Beispiel o 5 4 B ı 5 Kt “ w internationaler Kameradschaft und Solidarität. Das war Buchenwald. Dieser Sammelband enthält Beiträge ehemaliger politischer Häftlinge des faschistischen Konzentrationslagers Buchenwald, die- aus vielen Län- dern verschleppt— gemeinsam den Kampf gegen den faschistischen Mordterror und die Kriegsproduktion führten. Ein umfangreiches Material berichtet über das menschenunwürdige Dasein der Häftlinge, von dem Leiden und Sterben Zehntausender Männer, Frauen und Kinder. Es entlarvt die Rolle der deutschen Rüstungsindu- strie, die sich an der rücksichtslosen Ausbeutung dieser Arbeitssklaven schamlos bereicherte. Pazi« ee na na ».707 GersvorB Das Buch bringt unwiderlegbare Tat- sachen, die von den Überlebenden der KZ-Hölle Buchenwald zusammen- gestellt wurden. An der Dokumenta- nu ei päsr, tion arbeiteten außerdem eine Reihe NR Studenten und junger Wissenschatt- Eugene ler, die sich hiermit in tiefer Verbun- denheit zu den großen humanistischen Traditionen der europäischen Völker im‘Ringen für Frieden und Völker- UB GIESSEN freundschaft bekennen. HN) Al INMLLANIMN INN U 10) 27 017 720 RERIERFINTENN N HHRIEHRHUENSURERENFERNEEHEHRERNFHHHEKRRNHECHERNNERRENEHENGE FUHHRFEUUNEVEFRTUE FRHERFI IHKEREN WEHR EHRT Se a a a - 2Rreeggirn en 6b 6 N 1, i,} h Ali IE X IUEEUUM EEHERRLEENT ERRRERRITHN NER ORRENRRAN UT ERRWERUENDNHRRHHNDHRN ERHHNBERNEHRNG" N ii N H N (ok a; AN UB GIESSEN 1}| 8! H 1 NUN | In II: \ || RN|| 2% 02 920 LHBHRERFEUNEEHETEHERDRNETERTHH HEHE OR ENEHE EHINGEN IR THREE HEHE EEG Seen ERNEUTEN" PUBIN EIN = E = EZ E [= 53 = >= er u aan ET n Frei eh pi ar BUCHEN WALD MENHINUNE UND VERBRITEHTUNG an. Term f HER Ah { [: Pr P: = ® Ei 2 E Fi SEHEN muumnen N NER, i RUE, { WUNLUUUUDUS URN WA AERO ann, BUSH ENWALD MAHNUNG UND VERPFLICHTUNG Heike Duill MA We RN(2 B 2 6000 Frankfurt/M. 90 Telefon 069/7893368 + 1297620 KROEN ER ESS..M ESRvL. ARG BERELTN | u u Ti rn a m ee Te EEE rer ep nme! en ee mie EIG ee > Chi H ULr CL; EEREERNRELLELEEITEERERRENEREREEUERILETTENTNTN EIERN EEE HEHRARERHRFHRKRRR HE Herausgegeben im Auftrage der Federation Internationale des R£sistants, des Victimes et des Prisonniers du Fascisme(FIR) von dem Internationalen Buchenwald-Komitee und dem Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der Deutschen Demo- kratischen Republik. Redaktion Prof. Dr. Walter Bartel, Sekretär(Deutsche Demokratische Republik) Paul Grünewald(Deutsche Bundesrepublik) Henryk Sokolak(Polen) Vojtech Holelek(Tschechoslowakische Republik) Nikolai Kjung(UdSSR) Pierre Durand(Frankreich) Dr. Rudi Supek(Jugoslawien) Dr. Ferdinand Zidar(Italien) Alle Rechte vorbehalten- Lizenz-Nr. 15/280/21/60 6B3/14E Schutzumschlag und Einbandentwurf: Paul Busche Druck: Karl-Marx-Werk, Pößneck, V 15/30 TCLSBLSRBOBRRARRHRREREOROKERTEREROODODEEUNERERRRRRRDER RR rec PAYS any, Yictimes Komitee ı Demo- An die Kämpfer in den Konzentrationslagern (1938) Kaum Erreichbare, ihr! In den Konzentrationslagern begraben, Abgeschnitten von jedem menschlichen Wort, Unterworfen den Mißhandlungen, Niedergeknüppelte, aber Nicht Widerlegte! Verschwundene, aber Nicht Vergessene! Hören wir wenig von euch, so hören wir doch: ihr seid Unverbesserbar. Unbelehrbar, heißt es, seid ihr der proletarischen Sache ergeben, Unabbringbar davon, daß es immer noch in Deutschland Zweierlei Menschen gibt: Ausbeuter und Ausgebeutete, Und daß nur der Klassenkampf Die Menschenmassen der Städte und des Landes aus dem Elend befreien kann. Nicht durch Stockschläge, noch durch Aufhängen, hören wir, seid ihr So weit zu bringen, zu sagen, daß Zwei mal zwei jetzt fünf ist. Also seid ihr Verschwunden, aber Nicht vergessen, Niedergeknippelt, aber Nicht widerlegt, Zusammen mit allen unverbesserbar Weiterkämpfenden, Unbelehrbar auf der Wahrheit Beharrenden Weiterhin die wahren Führer Deutschlands. Bertolt Brecht EEE ER yo——r- ! H } | } ii } ne m EAN LT TAR TASTER TUN UUSUNERTUNSUHNNEERUEHEUCHERRRRUHRKHRKHHRRHHHKKHRUKENG INHALT Bert Brecht: An die Kämpfer in den Konzentrationslagern Abkürzungsverzeichnis 8 Vorwort 9 1. Kapitel: Die Gründung und Entwicklung des Konzentrationslagers Buchenwald 15 Edel sei der Mensch, hilfreich und gut 7 Die„juristischen“ Grundlagen der„Schutzhaft“ 92 Gründung und Aufbauzeit 32 Die Einrichtungen des Lagers 48 Statistik des Grauens 61 Das Wissen um Buchenwald 89 2. Kapitel: Leben und Sterben in Buchenwald 97 5, Kapitel Ki Die„Lebens“-Bedingungen in Buchenwald 101 hl Strafen und Terror 112) 6, Kapitel N Gruppenschicksale 122 Das Krankenrevier 140 no Medizinische„Experimente“ 158 Ian Der organisierte Mord 181. Zeittafel 3. Kapitel: Arbeitsfron im KZ 215 Bbloga Arbeitskommandos 220 a Außenkommandos 239 4. Kapitel: Der antifaschistische Widerstand 3ll Zur Geschichte der Organisation der Kommunistischen Partei Deutschlands 315 Die gegenseitigen Hilfeleistungen 327 Bildtei] Illegale Arbeit in den Kommandos 335 Bild Widerstandszentrum Revier 345"equel Sabotage in der Rüstungsproduktion ORAL. PET RRATEE ERNEUTEN, RIUUUUUUTERRTETEENUNTENTUUEUREUENNN, u ANHHEHRUE HERRN HRBHUNGESEALLSDRRRNDNENDNE EDER NR neh ul ch IERRRENKERN! Eh nn, or 97 5. Kapitel: 6. Kapitel: 7. Kapitel: 181 Zeittafel Bibliographie Register 327 Bildteil 335 Bildquellen ”= er Der Kampf gegen Spitzel Informationen, Diskussionen und Feiern im Lager SS-Formation Dirlewanger Die Betreuung der Kinder Die Verbindung nach außen Widerstand in Außenkommandos Religiöses Leben im Lager Das Internationale Lagerkomitee und die Komitees der einzel- nen Nationen Bericht über die Tätigkeit des Volksfrontkomitees Bericht des Österreichischen Komitees Der Anteil der Tschechen am Widerstand Die Polen in Buchenwald Bericht des Niederländischen Komitees Die Arbeit des illegalen sowjetischen Zentrums Bericht über die Lage und den Kampf der französischen Schutzhäftlinge Das belgische Kollektiv Überblick über die Tätigkeit der italienischen Gruppe Die Jugoslawen im Konzentrationslager Buchenwald Kunst und Literatur im antifaschistischen Kampf Die illegale Militärorganisation und die letzten Tage von Buchenwald Nach der Selbstbefreiung 1. Personen a) Häftlinge b) Faschisten und Helfershelfer c) Verschiedene 2. Konzentrationslager und Haftanstalten 3. Arbeits- und Außenkommandos 4. Firmen N I " Hi LE 1 ;' ? ur el EDMRENIRENGE, ur Du u u— - Fe, ee ech Kg eg ULLA U TUT LU LUTUENDRERUSHERTTHRNERUHKERERRRAHHRHAHHRHRENEKENT ai N (N Ei Ki \ Ki Ein iR N Abkürzungsverzeichnis BA Buchenwaldarchiv beim Deutschen Institut für Zeit- ih geschichte Berlin Turm BV Krimineller Häftling in befristeter Vorbeugungshaft- Dul „Berufsverbrecher“ einm! DAW Deutsche Ausrüstungswerke Au Glöwna Komisja Glöwna Komisja do badania zbrodni hitlerowskich w lager Polsce land, Zentralkommission zur Untersuchung der Naziverbrechen seiner in Polen, Warschau ‚Bi ILK Internationales Lagerkomitee päisd IML Buchenwald Archiv des Institutes für Marxismus-Leninismus beim ZK En der SED, Berlin. KZ und Haftanstalten— Buchenwald. an IMT Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem in S$- Internationalen Militärgerichtshof Nürnberg Da Kdo Kommando seiner KL SS-Abkürzung für Konzentrationslager stisch KZ Konzentrationslager raube Prozeß IV Prozeß vor dem amerikanischen Militärgerichtshof in Schw Nürnberg gegen Oswald Pohl und andere uteil Prozeß VI gegen Karl Krauch und andere(IG-Farben-Prozeß) En Prozeß X gegen Alfried Krupp und andere Kir. RFSS Reichsführer SS wurd RSHA Reichssicherheitshauptamt schos: SDG Sanitätsdienstgrad der SS wollt SV Krimineller Häftling in Sicherheitsverwahrung ai WVHA SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamt: 5 mo Da Deut: Grun Arbei In sei Erha Ei ehnuı TIOOLTTTENTEEN TNNUHELNNIENTN AR EHEN N INHHNE UUURUUUT UHREN UREHUPTUEHNE NIURUEHTUNUNEN EHEN EHHHHRIERENVEN ARHENERNEERHHNHEHHHRURNTTRHRTEHERRTREHT BURTTRENG& für Zeit- 1gshaft- vskich w brechen beim ZK nwald. vor dem htshof in eß) u 7 ar Fi Vorwort Auf der Höhe des Ettersberges im Thüringer Land erklingt die Glocke vom Turm der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte. Sie ruft allen Menschen zu: Duldet nie wieder das Joch einer faschistischen Herrschaft! Laßt euch nicht noch einmal in den Wahnwitz eines Weltkrieges treiben! Auf dem Eittersberg errichtete die Hitlerregierung 1937 das Konzentrations- lager Buchenwald. Es war nur eins von den vielen im faschistischen Deutsch- land. In den knapp 8 Jahren seines Bestehens wurden in Buchenwald und seinen Außenkommandos 56 000 Menschen von der SS ermordet. Hinter dem elektrisch geladenen Zaun wurden Menschen fast aller euro- päischen Nationen gefangen gehalten: Kommunisten, Sozialdemokraten, Juden, evangelische Pfarrer, katholische Geistliche, Wissenschaftler, Schriftsteller, Künstler. Sie fristeten ein Dasein, das nicht Leben genannt werden konnte. Sie mußten arbeiten, bis sie vor Schwäche starben oder einem der vielen Mörder in SS-Uniform zum Opfer fielen. Das beweisen die Dokumente, Materialien und Berichte dieses Buches. Aus seinem Inhalt geht jedoch gleichzeitig hervor, daß es dem barbarischen faschi- stischen Regime niemals gelang, den Gefangenen die Menschenwürde zu rauben. Die Häftlinge trotzten dem Terror, halfen den Kranken und den Schwachen, leisteten organisierten Widerstand und retteten zum Tode Ver- urteilte vor dem Galgen. Sie schufen in jahrelangem, opferreichem Ringen eine internationale antifaschistische Kampfgemeinschaft. Zu den in Buchenwald Ermordeten gehört Ernst Thälmann, der bedeutendste Führer der deutschen Arbeiterbewegung in der Zeit der Weimarer Republik. Er wurde am 18. August 1944 im Krematorium des Lagers von SS-Offizieren er- schossen und verbrannt. Das Naziregime fürchtete den Eingekerkerten. Es wollte verhindern, daß in einem vom Faschismus befreiten Deutschland der un- beugsame Kämpfer gegen Imperialismus, Faschismus und Krieg zum Führer des ganzen schaffenden Volkes werden könnte. Deshalb wurde Ernst Thälmann ermordet. Dank des Sieges der sozialistischen Sowjetunion über das faschistische Deutschland konnten in der Deutschen Demokratischen Republik für immer die Grundlagen faschistischer und imperialistischer Macht zerschlagen werden. Die Arbeiter und Bauern errichteten ihren eigenen Staat. Ernst Thälmann fiel, aber in seinem Geiste schaffen heute Millionen am Aufbau des Sozialismus, für die Erhaltung des Friedens. Ein Ausdruck dieses neuen Geistes des deutschen Volkes ist die tiefe Ver- ehrung, die den Märtyrern des antifaschistischen Widerstandskampfes von Mil- ) ren Zu } in } H F } } I. „1 ee ge achten EOS See TUT RUHT RAU UL AATTLUORDUNDEESUUUERNTERLENUHKERERRHREHHHKKHENREREE N 6 N {N a bei a Zu den Er lionen deutschen Patrioten entgegengebracht wird. Sie besuchen die Gedenk- 11. April Ei stätten der Ermordeten, legen in Ehrfurcht Kränze nieder und vereinen sich im Bericht ii stillen Gedenken mit den ehemaligen Widerstandskämpfern aller Nationen, mit Reihe za vi den Hinterbliebenen, den Witwen und Waisen. Sie sind sich einig in der Ver- dert Ze } pflichtung, die Jugend aller Völker zum Kampf für den Frieden, für das gut- ne nachbarliche Zusammenleben zwischen allen Nationen zu erziehen. konn| Im Westen Deutschlands kamen jene Konzernherren, die einst Hitler in den nötigen Sattel gehoben haben, bald wieder in den Besitz ihrer vollen Macht. Wie schon be zweimal in diesem Jahrhundert, erheben deutsche Imperialisten Anspruch auf ei die Weltherrschaft. Je stärker ihre ökonomische Macht, je größer ihr politischer gedru Einfluß auf den gesamten Staatsapparat der Bonner Bundesrepublik, um so men aggressiver wird die chauvinistische Propaganda gegen die Deutsche Demokra- Kanera tische Republik, gegen die Nachbarstaaten Deutschlands, gegen die Sowjet- Derb union, gegen das gesamte sozialistische Lager. Junger Als hätte es nie eine Verurteilung der Nazipartei, der SS und der SA durch derilleg: das Nürnberger Tribunal gegeben, erheben heute die ehemaligen Hitlergene- deren E rale, Wehrwirtschaftsführer und SS-Offiziere ihre Stimme. Sie diffamieren die fassen k antifaschistischen Widerstandskämpfer, zerren sie vor die Gerichte und sperren den Wie sie ein, wobei die Verurteilung durch die Gerichte in der Zeit des Faschismus schaft de als strafverschärfend angesehen wird. kämpfen Damit die Menschen nie vergessen, was der Faschismus war und was er Die z wieder sein könnte, wenn ihm die Volksmassen nicht durch ihren Widerstand schieden den Weg versperren, wurde dieser Dokumentenband zusammengestellt. gen Ard Der Gedanke hierzu liegt viele Jahre zurück. Er wurde auf einer Tagung des Die H Internationalen Buchenwald-Komitees im Juni 1956 zum Beschluß erhoben und mus bei durch die unmittelbare kameradschaftliche Hilfe des Komitees der Antifaschisti- Berlin, ı schen Widerstandskämpfer in der Deutschen Demokratischen Republik Wirk- Polen, V lichkeit. Auf drei Arbeitstagungen nahm die Internationale Redaktionskommis- großen” sion zum Gesamtplan der Dokumentation, zu den Prinzipien der einzelnen Die| Kapitel Stellung und sichtete das vorliegende Material. Bei der Materialsamm-„, Schreibf lung entwickelte ein Studentenzirkel am Institut für Deutsche Geschichte an der in eckig Karl-Marx-Universität Leipzig große Initiative. Vorhandenes Material wurde chungen gesichtet, archivarisch geordnet, die Literatur zu einer Bibliographie zusammen- ben zen! gefaßt. Die von den Studentinnen Christa Persch und Ilse Schulz, den Studenten mit dem Klaus Drobisch, Wolfgang Klier, Günter Köhler, Heinz Kühnrich, Horst La- maliger schitza, Hans Ohls und Otto Seifert angefertigten Diplomarbeiten waren für die Korrektı Auswahl der Dokumente und ihre Zusammenstellung eine wertvolle Hilfe. Die tümer d Redaktionskommission dankt allen Teilnehmern des Studentenzirkels für ihre holunge Bereitschaft, ihren Fleiß und ihre Gründlichkeit in dem frohen Bewußtsein, daß DieD die Generation von morgen das Erbe des Freiheitskampfes der Völker zu heben, Was doı zu wahren und zu schätzen weiß. zentrati Die Studenten hatten für ihre Arbeit einen ausgedehnten Schriftwechsel mit Dreher ehemaligen Buchenwaldhäftlingen geführt, mündliche Besprechungen protokol- Vernich, larisch festgehalten und sich bemüht, Originalmaterialien ausfindig zu machen. Den 10 Uhr A Rn run N N R a BI HEHE KAHN AN Hunt AURERNEREREENE HRRUTEHENIENTNRNEENTKENERRICHHHRRNHHERTRHENETE NETT. MIETE HRCHTURRENT Hr MY Hyithhhhhrr: nn, edenk- sich im en, mit er Ver- a5 mut- in den e schon ich auf itischer um so mokra- owjet- . durch rgene- en die perren hismus was er erstand ıng des ‚en und ıschisti- : Wirk- ommis- zelnen Isamm- an der wurde mmen- ıdenten orst La- für die ilfe. Die für ihre ein, daß ] heben, hsel mit ‚rotokol- machen. N aus% j Ho" ‚ Zu den bereits vorhandenen Erlebnisberichten, die unmittelbar nach dem 11. April 1945 geschrieben wurden und zum Teil in dem 1946 herausgegebenen „Bericht des Internationalen Lagerkomitees“ Verwendung fanden, kamen eine Reihe wertvoller, hier zum erstenmal veröffentlichter Aussagen. Mehr als hun- dert Zeugen der Ereignisse sind zu Wort gekommen. Die Berichte einzelner konnten überprüft, von anderen Teilnehmern der gleichen Ereignisse bestätigt, nötigenfalls korrigiert werden. Auf diese Weise wurde die Dokumentation im besten Sinne des Wortes eine kollektive Arbeit, und alle Autoren haben einen verdienstvollen Anteil. Eine Reihe Berichte und Mitteilungen konnten nicht ab- gedruckt werden, da sie W iederholungen bringen oder den Rahmen der Doku- mentation gesprengt hätten. Die Herausgeber schätzen die Mitarbeit auch dieser Kameraden, bitten aber um Verständnis für die notwendigen Kürzungen. Der besondere Wert dieser überprüften Erlebnisberichte liegt in der Darstel- lung der vielseitigen Formen des Widerstandskampfes. Die strenge Konspiration der illegalen Arbeit gab der SS keinen Einblick in die antifaschistische Tätigkeit, deren Ergebnisse für sie zwar sichtbar wurden, deren Träger sie jedoch nicht fassen konnte. Deshalb finden wir in den SS-Dokumenten kaum Aussagen über den Widerstandskampf. Alle Repressalien der SS scheiterten an der Tatbereit- schaft des internationalen antifaschistischen Aktivs, für Leben und Freiheit zu kämpfen. Die zum Abdruck gekommenen Dokumente der SS stammen aus den ver- schiedensten Prozessen wegen Verbrechens an der Menschlichkeit und aus eini- gen Archiven. Die Herausgeber danken insbesondere dem Institut für Marxismus-Leninis- mus beim Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, Berlin, und der Zentralkommission zur Untersuchung der Naziverbrechen in Polen, Warschau. In beiden Archiven fanden sie wertvolle Materialien, die zum großen Teil erstmalig veröffentlicht werden. Die Redaktion nahm bei den SS-Dokumenten außer offensichtlichen Schreibfehlern keine Veränderungen vor. Bei Originalen wurden Stempel in eckige, handschriftliche Vermerke in runde Klammern gesetzt. Unterstrei- chungen im Original blieben bei der Wiedergabe unberücksichtigt. Rundschrei- ben zentraler Dienststellen der SS an Lagerkommandanten wurden nur einmal mit dem vollständigen Briefkopf abgedruckt. Bei den Erlebnisberichten ehe- maliger Häftlinge bemühte sich die Redaktion um wortgetreue Wiedergabe, Korrekturen wurden nur dort vorgenommen, wo es sich um nachweisbare Irr- tümer der Berichter handelte. Notwendige Kürzungen, zumeist durch Wieder- holungen verursacht, sind jeweils durch Punkte angezeigt. Die Dokumentation berichtet über das KZ Buchenwald und seine Außenlager. Was dort an faschistischen Verbrechen geschah, wiederholte sich in allen Kon- zentrationslagern innerhalb und außerhalb der deutschen Grenzen. Die Ver- brecher trugen andere Namen, aber das Verbrechen blieb das gleiche: Die Vernichtung von Millionen Menschen in Todesfabriken. Der Widerstand der Häftlinge, getragen von den erhabenen Ideen der 1l EZ En Zee ee yuen: = } 4 ; h h I; + y a un EL ELLE Er TEE « ee en gehe PLUS LT LEN UEURERUUTUENEUHELENLNKINEHHRRRHHHKENENEEREEGG ei Menschlichkeit, der solidarischen Hilfe, des brüderlichen, proletarischen Inter- ah nationalismus, wurde in Buchenwald wie in den anderen Konzentrationslagern zladen unter Einsatz des Lebens geführt. Die Geschichte des Widerstandskampfes in 2 in allen Lagern zeugt von dem ungebrochenen Geist der wirklichen Patrioten der S-Leu europäischen Nationen. Fronte Die im Dokumentenband veröffentlichten Materialien charakterisieren val wesentlichste Züge der faschistischen Herrschaft. Die Entstehungsgeschichte Abtei des Lagers Buchenwald macht deutlich, wie sehr die Hitlerregierung ihre innen- Hände politischen Gegner fürchtete. Sie schuf deshalb ein Lager nach dem anderen, f Io um die kühnen Kämpfer gegen die faschistische Barbarei und die Vorbereitung Fir des Krieges vom Volk zu isolieren und sie physisch zu vernichten. Die Brechung 3 1 jeglichen Widerstandes gegen ihre Kriegspolitik betrachtete die faschistische Dr Regierung als eine der entscheidenden Voraussetzungen für den von ihr provo- Ile zierten Weltkrieg. und en In Buchenwald wurden die Menschen nicht, wie in Auschwitz und anderen ae sc Lagern, vergast. Das war kein Zeichen der Humanität, sondern entsprach nur der dieSs, besonderen Zweckbestimmung Buchenwalds. Das Lager wurde zum Umschlag- zu Fl platz für Arbeitssklaven. Die großen Konzerne bestellten bei der SS Häftlinge, aus den bezahlten dafür und zwangen sie zur Arbeit. Die Länge des Arbeitstages, Ina mangelnde Verpflegung, völlig ungenügende Unterkünfte und Denunziationen vordesl der Betriebsleitung bei der Gestapo dezimierten die Reihen der zur Arbeits- vorlige sklaverei Verurteilten. Brrichte Das Wüten der SS und der Gestapo unter den Zwanggsarbeitern sollte zu- Fasdhis gleich abschreckend auf die deutsche Arbeiterklasse wirken. Es zeugt von dem Deutsd hohen Solidaritätsgefühl vieler, nicht der Gesamtheit der Arbeiter, wenn sie sten Au trotz aller Drohungen und vieler Opfer den politischen Häftlingen und den aus- Die| ländischen Arbeitern in den Betrieben Hilfe zukommen ließen. Betrieb Der Hitlerfaschismus enthüllte in den Lagern seine menschenfeindliche häuser Rassenpolitik. Slawen und Juden waren der SS stets ein willkommener Anlaß, stische ihrer Mordlust zu frönen. Es machte ihnen dabei nichts aus, Berufsverbrecher, auf Spz IR Gemeingefährliche der Gesellschaft, als ihre Helfershelfer gegen die politischen faschist ht Häftlinge, gegen Wissenschaftler und Künstler von Weltruf, gegen Geistliche Faschis hi und Kinder einzusetzen. sie fühı Kl Aber auch hier setzte sich wahres Menschentum durch. Die antifaschistischen Herrsh \ Häftlinge durchbrachen die von der SS künstlich errichteten Schranken. Sie Kriege ließen eine Trennung zwischen den Rassen und Nationen nicht zu. Ihre Kampf- Die( gemeinschaft umfaßte alle, die willens waren, Widerstand zu leisten. auch ir Unter den unmenschlichen Bedingungen des Lagerlebens entwickelten die seitigt Häftlinge entgegen der Kulturfeindlichkeit des SS-Regimes ein eigenes kultu- Satione relles Leben. Es trug ausgesprochen internationale Züge von besonderer Eigen- der Arl art und war ein hervorragendes Mittel, den Häftlingen das Bewußtsein ihrer alle fri menschlichen Würde, den Sinn ihres Widerstandes, die Gewißheit des Sieges feind der gerechten Sache zu geben. Wer In der Geschichte des KZ Buchenwald erhielt der 11. April 1945 eine beson- leistet, 12 di KENN UEEIHHUFORFREPONNERPNEREEITRENBENKENTHENRIE RUNTER NRIRTTEENEEHERHEHRUNKELTT KULT LOL TENLUN NE DEAL TUE en Inter- Onslagern impfes in tioten der tterisieren geschichte Are innen- anderen, bereitung Brechung chistische hr Provo- | anderen h nur der Umschlag- Häftlinge, jeitstages, ıziationen r Arbeits- sollte zu- t von dem wenn sie d den aus- feindliche ner Anlaß, serbrecher, politischen Geistliche ‚chistischen anken. Sie hre Kampf- kelten die enes kultu- erer Eigen Itsein ihrer des Sieges eine beson ri dere Bedeutung. An diesem Tage gelang es dem internationalen antifaschisti- schen Aktiv, gestützt auf bewaffnete militärische Kampfgruppen, den elektrisch geladenen Zaun zu durchstoßen, die SS-Bewachungsmannschaften, die sich feige in Sicherheit bringen wollten, durcheinander zu jagen und mehr als 120 SS-Leute gefangen zu nehmen. Zwei Tage befand sich das Lager zwischen den Fronten, geführt von einem Internationalen Lagerkomitee, beschützt von den bewaffneten Häftlingen aller Nationen. Erst nach 48 Stunden erschien eine Abteilung der USA-Armee. Ihr erster Befehl verlangte die Abgabe der in den Händen der Häftlinge befindlichen Waffen. Der Befehl wurde nur unter Protest befolgt. Die Waffen in den Händen der Häftlinge waren sichtbarster Ausdruck der eigenen Tat bei der Verjagung der faschistischen Bewachungsmannschaft. Die Häftlinge wußten, daß die vernichtenden Schläge der Sowjetarmee dem faschistischen Deutschland bereits das Rückgrat gebrochen und damit die erste und entscheidende Voraussetzung für ihre eigene Tat geschaffen hatten. Die panische Furcht vor den anrückenden alliierten Armeen verwirrte und zersetzte die SS, lähmte ihren Willen, die Häftlinge zu vernichten und trieb sie endgültig zur Flucht, als die Häftlinge, im kühnen Ansturm und mit Waffen in der Hand aus dem Lager ausbrechend, in den SS-Bereich eindrangen. Im antifaschistischen Widerstandskampf standen die Kommunisten in der vordersten Reihe. Das ist eine unumstößliche historische Tatsache, für die der vorliegende Band viele Beweise erbringt. Die Kommunisten kämpften vor der Errichtung des Naziregimes gegen den Faschismus. Sie schätzten die Rolle des Faschismus, die in dem Wort des Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands, Ernst Thälmann:„Hitler— das ist der Krieg!“ ihren treffend- sten Ausdruck fand, klar ein. Die Kommunisten kämpften an allen Fronten gegen den Naziterror: in den Betrieben, in den Kasernen, in Städten und Dörfern, in Gefängnissen, Zucht- häusern und Konzentrationslagern, in vielen Ländern, wohin sie die faschi- stische Regierung vertrieben hatte. Sie kämpften mit der Waffe in der Hand auf Spaniens Boden und in den Partisanenabteilungen vieler Völker gegen die faschistischen Okkupanten. Ihre Tatbereitschaft, ihr unbeugsamer Wille, den Faschismus mit allen Mitteln zu bekämpfen, forderte einen hohen Blutzoll. Aber sie führten den Kampf in der Erkenntnis, daß der Faschismus an der Macht die Herrschaft der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten zum Kriege treibenden Teile der deutschen Finanzbourgeoisie ist. Die Geschichte gab den Kommunisten recht. Das faschistische Regime, wo es auch immer auftritt oder Vorbereitungen zur Machtübernahme ergreift, be- seitigt alle demokratischen Rechte und zerschlägt die demokratischen Organi- sationen. Sein Hauptstoß richtet sich gegen die revolutionären Organisationen der Arbeiterklasse. Sein Ziel ist der Krieg. Die geschichtliche Lehre heißt für alle friedliebenden Menschen, nie wieder Faschismus zu dulden, da er der Tod- feind der menschlichen Gesellschaft ist. Wenn dieses Buch für die Verbreitung dieser Erkenntnisse einen Anteil leistet, hat es seinen Zweck erfüllt. 13 ne Ze EEE EHER er Zu h F i K |; 1 h' vi { Y f H a u ee ve u u u u ee REED De TUT ENDENTUNDENDTRDTENLNTERERHREHNEHKHHRNEEREEIGN Se a E a a a a na ae year es 7 Die Herausgeber sind sich darüber klar, daß die Forschungen zur Geschichte des KZ Buchenwald mit der Veröffentlichung dieses Bandes keineswegs ab- geschlossen sein können. Sie bitten namentlich alle ehemaligen Häftlinge, aber auch deren Angehörige, Forscher und Lernende um ihre Unterstützung bei der restlosen Klarstellung des Geschehens. Besonders wertvoll wäre die Überlassung von Originalen, auch als Fotokopien, um die Ereignisse dokumentarisch nachweisen zu können. Die Herausgeber danken den wissenschaftlichen Assistenten am Institut für Geschichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin Klaus Dro- bisch, Vera Köller, Felicitas Richter, den Mitarbeitern des Kongreß-Verlages für ihre umfassenden redaktionellen Arbeiten, den Kameraden Karl Raddatz, Heinz Schumann und Rudolf Wunderlich für ihre Gutachtertätigkeit. PPEREITI Berlin, im Juli 1959 Die Herausgeber 1 ARFTTNTRDTEN. NEBEN IRUERREHEHERENTE AARAU ENTER GTA BRRREBEDER DOOR RENEOANEREOI LEONE seschichte wegs ab- inge, aber ng bei der otokopien, nstitut für Jaus Dro- ) r 3-Verlages Raddatz, usgeber IE RENATE DIE GRÜNDUNG UND ENTWICKLUNG DES KONZENTRATIONSLAGERS BUCHENWALD PERHINTTETDULLURUNDHRUE ET eye a San a TE Bere Nah Nazis: Wei nach d. Friedri und un auch ZU für die] | der Ant körperte Aufji ‚„Wande auch die 1780 w dieser] 1779 C den Bi Hilaria‘ Im$ Frühjal Auch zu find: Goet auf deı Ettersb „‚[c Jahren der We | zusamr | beide komm groß u eigent] Ich ı sich di nicht d Dann. == ge Sr rer a ee ee 2 Buch ae 7 11 aus N Mi x M N NENNT STH RR GDUNNERRERRRRPTERRINRONERR EHRE One WIRETTDTUEENEE AEEHT HRUEREEIENTRNEREREN, NN INEREHENT vr Edel sei der Mensch, hilfreich und gut Nahe der Stadt, in der Deutschlands größter Dichter lebte, errichteten die Nazis auf dem Ettersberg ein Konzentrationslager. Weimar war bis dahin in der Welt bekannt als die Stadt, in der Lucas Cra- nach d. Ä., Johann Sebastian Bach, Christoph Martin Wieland, Gottfried Herder, Friedrich von Schiller, Johann Wolfgang von Goethe und Franz Liszt lebten und unvergängliche Werke schufen. Durch Buchenwald wurde Weimar aber auch zur Stätte des Grauens, des Verbrechens, der Barbarei, der Schande für die Faschisten und zum Symbol der Kraft, der Solidarität, des Widerstandes der Antifaschisten, die einen neuen, einen kämpferischen Humanismus ver- körperten. Auf jenem Berg, unter seinen Buchen, erging sich Goethe. Hier entstand des „Wanderers Nachtlied“. Nicht nur Goethe suchte den Ettersberg auf, sondern auch die Weimarer Gesellschaft traf sich dort, um sich zu erholen. Von 1776 bis 1780 wurde auf der Bühne des Ettersburger Schlosses Theater gespielt. Auf dieser Bühne trat bei der dritten Aufführung der„Iphigenie“ am 12. Juli 1779 Corona Schröter in der Titelrolle auf, Goethe verkörperte Orest. Unter den Bäumen des Ettersberges stellten beide ein Jahr später„Adolar und Hilaria“ dar. Im Schloß Ettersburg weilte Friedrich Schiller als Gast. Hier konnte er im Frühjahr 1800 sein Schauspiel„Maria Stuart“ vollenden. Auch Herder suchte die Wälder des Ettersberges auf, um Ruhe und Erholung zu finden. Auf diesen Spaziergängen entstand sein Wintergedicht. Goethe erinnerte sich am 26. September 1827 gern an das muntere Treiben auf dem Eittersberg. Sein Sekretär Eckermann berichtet uns, daß sie auf den Ettersberg fuhren, Versteinerungen suchten und philosophierten. „Ich war sehr oft an dieser Stelle‘, sagte Goethe, ‚und dachte in späteren Jahren sehr oft, es würde das letzte Mal sein, daß ich von hier aus die Reiche der Welt und ihre Herrlichkeiten überblickte. Allein es hält immer noch einmal zusammen, und ich hoffe, daß es auch heute nicht das letzte Mal ist, daß wir beide uns hier einen guten Tag machen. Wir wollen künftig öfter hierher kommen. Man verschrumpft in dem engen Hauswesen. Hier fühlt man sich groß und frei, wie die große Natur, die man vor Augen hat, und wie man eigentlich immer sein sollte. Ich übersehe von hier aus‘, fuhr Goethe fort, ‚eine Menge Punkte, an die sich die reichsten Erinnerungen eines langen Lebens knüpfen. Was habe ich nicht drüben in den Bergen von Ilmenau in meiner Jugend alles durchgemacht! Dann dort unten im lieben Erfurt, wie manches gute Abenteuer erlebt! Auch in 2 Buchenwald 17 nn —t age SarE- ee rer F } I 4 IR IN } hr N l } u Eee en ea a u nl, Rn MD ELLE u er nt ee ee£, ee ee a A en N \ Me, AA rn fi r (7 3 ge a Age Mi n) ven un h IN N ER PORRATATTTHULDUELUUDTHEHNHETURENE ER Gotha war ich in frühester Zeit oft und gerne; doch seit langen Jahren so gut wie gar nicht...““1 Dann fuhren Goethe und Eckermann zum Schloß Ettersburg.„Goethe ließ sämtliche Zimmer aufschließen, die mit heiteren Tapeten und Bildern behängt waren. In dem westlichen Eckzimmer des ersten Stockes sagte er mir, daß Schiller dort einige Zeit gewohnt. ‚Wir haben überhaupt‘, fuhr er fort, ‚in frühester Zeit hier manchen guten Tag vertan. Wir waren alle jung und voll Übermut, und es fehlte uns im Sommer nicht an allerlei improvisiertem Komödienspiel und im Winter nicht an allerlei Tanz und Schlittenfahrten mit Fackeln.‘ Wir gingen wieder ins Freie, und Goethe führte mich in westlicher Richtung einen Fußweg ins Holz. ‚Ich will Ihnen doch auch die Buche zeigen‘, sagte er, ‚worin wir vor fünfzig Jahren unsere Namen geschnitten.— Aber wie hat sich das verändert, und wie ist das alles herangewachsen!— Das wäre denn der Baum! Sie sehen, er ist noch in der vollsten Pracht! Aber unsere Namen sind noch zu spüren, doch so ver- quollen und verwachsen, daß sie kaum noch herauszubringen sind. Damals stand diese Buche auf einem freien, trockenen Platz. Es war durchaus sonnig und anmutig umher, und wir spielten hier an schönen Sommertagen unsere impro- visierten Possen. Jetzt ist es hier feucht und unfreundlich. Was sonst nur niederes Gebüsch war, ist indes zu schattigen Bäumen herangewachsen, so daß man die prächtige Buche unserer Jugend kaum noch aus dem Dickicht heraus- findet.‘“2, * Auf diesem Berg errichteten die deutschen Faschisten im Jahre 1937 ein Konzentrationslager, in dem sie in acht Jahren 238000 Menschen quälten und 56.000 ermordeten. Die Hitlerregierung war bemüht, ihren Terrorakten den Schein der Recht- mäßigkeit zu geben, um sich— namentlich vor dem Ausland— ein juristisches Alibi zu verschaffen. Aber die Gesetze, die sie zur Unterdrückung ihrer politischen Gegner, der Antifaschisten, einführte, sprachen den elementarsten Erfordernissen der Recht- sprechung Hohn. Den großen Auftakt zur Massenverfolgung der Antifaschisten gab der von den Nazis selbst inszenierte Reichstagsbrand am 27. Februar 1933. Bereits am 28. Februar erwirkten sie beim Reichspräsidenten die Verordnung zum „Schutze von Volk und Staat“, die die gesetzliche Handhabe für weitere Maß- nahmen gegen ihre politischen Gegner bot. Sie hob eine Reihe von demokrati- schen Grundrechten der Weimarer Verfassung auf, darunter das der persön- lichen Freiheit. ı Johann Peter Eckermann,„Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens“. 1823 bis 1832. Berlin 1956, S. 361. 2 Ebenda, S. 362 18 N a R: R SERELRERERLDERSLEBERENERKENT EIN TEEN WENN IN MR hl GREINER SHNENENT HATEEEUNERRNE HENYERTNENERENHENE HFERHRRNEFEIOTELTENUNDDITEULNUENTOLTIRLTL LUNG NLTLLLULL NUNG hervo! Ang polizei RSHA) bezieht Verhän offenen Die| ordnun) Genä Verfolg nichtun wertig‘ Wäh von ih) Rüstun In d gericht Zwang Schutz] Übeı stimmu 1933 V darübe und so Der lungen Weim; 7. Mär gebete bin id interes I Re 2 Sta : EN so gut oethe ließ m behängt \ Mir, daß T fort, ‚in g und voll Ovisiertem en mit ü Richtung or fünfzig , und wie er ist noch ch so ver- mals stand nnig und Te iMpro- sonst nur n, so daß ht heraus- 1937 ein älten und ler Recht- uristisches PENET, der der Recht- b der von Bereits am jung ZUM itere Maß- Jemokrati- er persön- ‚ebens“. 1823 MER rg Eine Maßnahme zur Durchführung dieser Verordnung war die Verhängung der Schutzhaft, die ohne Vorliegen einer strafbaren Handlung beziehungsweise nach Verbüßung einer vom Gericht erkannten Strafe durch Polizeiorgane auf unbestimmte Zeit angeordnet werden konnte. Die politischen Gegner wurden— ohne eine durch Gesetz unter Strafe gestellte Handlung begangen zu haben und ohne ordentliches Gerichtsverfahren— auf unbestimmte Zeit eingesperrt. Die Schutzhaft verletzte also den elementaren Rechtssatz„nulla poena sine lege“.! Nach dem Wortlaut des Gesetzes war die Schutzhaft zwar keine Strafe, den Tatsachen nach aber, wie aus den Dokumenten dieses Buches einwandfrei hervorgeht, weitaus mehr. Angeordnet wurde die Schutzhaft durch die Geheime Staatspolizei(Staats- polizeiamt, in den späteren Jahren durch das Reichssicherheitshauptamt— RSHA). Diese Dienststelle entschied auch über die Fortsetzung der Schutzhaft beziehungsweise über die Entlassung des Häftlings. Ein Rechtsmittel gegen die Verhängung der Schutzhaft gab es nicht. Damit war der Schutzhäftling der offenen Willkür ausgeliefert. Die Schutzhaft wurde in den Konzentrationslagern vollzogen, deren Lager- ordnungen gegen die einfachsten Menschenrechte verstießen. Genauso rechtswidrig war die Einsperrung und Vernichtung der rassisch Verfolgten. Es gab und konnte auch keine rechtlichen Grundlagen für die Ver- nichtung ganzer Völkerteile geben, die von den Faschisten als„rassisch minder- wertig“ bezeichnet wurden. Während des zweiten Weltkrieges versklavten die Nazis die Bevölkerung der von ihnen besetzten Gebiete. Die Zwangsarbeiter mußten für die deutsche Rüstungsindustrie arbeiten, unterstanden aber einem besonderen„Recht“. In den besetzten Ostgebieten gab es für sie nur ein Gericht, das Stand- gericht. Sah das Standgericht von sofortiger Erschießung ab, so wurden die Zwangsarbeiter der Geheimen Staatspolizei übergeben, die ihre Einweisung als Schutzhäftlinge in ein Konzentrationslager anordnete. Über die Einrichtung der Konzentrationslager gab es keine gesetzlichen Be- stimmungen. Die ersten Lager wurden bereits unmittelbar nach dem 30. Januar 1933 von den Nazis geschaffen, um die politischen Gegner auszuschalten und darüber hinaus eine möglichst hohe Arbeitsleistung aus ihnen herauszupressen und somit große Profite einzuheimsen. * Der Errichtung des Lagers auf dem Ettersberg ging ein Jahr der Verhand- lungen voraus. Sauckel, der Gauleiter von Thüringen, wollte SS-Verbände nach Weimar haben. Dies sprach er in einem Fernschreiben an Himmler vom 7. März 1943 aus:„Da ich seinerzeit, wie Sie sich erinnern werden, ja darum gebeten habe, in Weimar Abteilungen der Waffen-SS in Garnison zu legen, bin ich auch selbstverständlich nach wie vor an der Festhaltung des Lagers interessiert....“? 1 Keine Strafe ohne Gesetz. 2 Stadtarchiv Weimar, Bahnanschluß Buchenwald, Bl. 10. 19) ET er nr a dead u nen er rn j) [; ii } N Mr Rd) » ee ee EN ET EEE EEE L An hrua Dr ge SEN ee Er m k} I h h hY f Fe ge re ee en em Ze he Arge rn ng Tg ge ac ng me ESF SEnnnne PRTANTTATSRNLLULELHUENHEHNKURUBENEN) Die Kosten der Stationierung der SS-Truppen konnten dadurch verbilligt werden, daß Sklaven der Nazis die Bauten ausführten und einrichteten, daß Häftlinge tagtäglich für die SS arbeiten mußten. Aus den ersten uns überlieferten Schreiben geht deutlich hervor, daß wirt- schaftliche Gründe, das heißt die Gewinne, eine große Rolle spielten. Das Lager zog auch sofort nach seiner Gründung gewinnsüchtige Unternehmer an. Eine Baumaterialfabrik bot ihre Erzeugnisse an, eine andere Firma wollte eine Omnibuslinie einrichten. Erbhofbauern traten ihren Wald ab, und der Stein- bruchbesitzer Elflein verkaufte seinen Grund und Boden an die SS, obwohl ein Gutachten besagte, daß die Steine wertlos seien.! Gewinnsucht und Machtstreben waren die Hauptgründe für die Errichtung des Konzentrationslagers auf dem Ettersberg. Zuerst führte es diesen Namen, bis die„NS-Kulturgemeinde“ Weimar wegen dieser Bezeichnung bei der SS vorstellig wurde,„weil Ettersberg mit dem Leben des Dichters Goethe in Zu- sammenhang steht.“ Sie protestierte beileibe nicht gegen die Errichtung eines Konzentrationslagers, nein, sie hatte nur etwas gegen den Namen. Aus „Sorge“ um das finanzielle Wohlergehen seiner SS-Leute und um das kulturelle Gewissen der Weimarer nicht zu belasten, gab Himmler dem Lager die Be- zeichnung:„Konzentrationslager Buchenwald, Post Weimar.“ Unter unsäglichen Mühen, ohne technische Hilfsmittel bauten die Häftlinge die SS-Kasernen, die Verwaltungsgebäude und das Lager auf, immer von den SS-Banditen angetrieben, geschlagen, geschunden, gemordet. Mit Beginn der Überfälle Nazideutschlands auf andere Staaten kamen aus- ländische Häftlinge nach Buchenwald. Nach der Schlacht um Stalingrad wuchs die Zahl der Häftlinge in Buchenwald sprunghaft. Aus allen Ländern Europas mußten Häftlinge bei den großen deutschen Konzernen schuften, denn seit der Proklamierung des„totalen Krieges“, seit 1942 wurden immer mehr Häftlinge in der Rüstungsproduktion eingesetzt. So war Buchenwald keine Menschenvernichtungsfabrik wie Auschwitz, es war ein„Arbeitslager“, ein„Lager des langsamen Todes“, in dem der Nazi- grundsatz„Vernichtung durch Arbeit“ praktiziert wurde. Die Existenz des Konzentrationslagers Buchenwald war dem deutschen Volk bekannt. Nicht nur die Besucher des Lagers wußten davon, auch das Personal der Eisenbahn, das die Transporte sah, die Angestellten der Post, die Briefe mit dem Aufdruck:„Konzentrationslager Buchenwald“ und die SS-Schreiben mit den Todesmeldungen beförderten, machten sich ihre Gedanken. Die Weimarer sahen oft die Buchenwalder, wenn sie vom Bahnhof der Stadt mit Lastkraftwagen nach dem Ettersberg gefahren wurden. Sollten sich die Bürger Weimars nicht darüber ausgesprochen haben, als einmal am hellen Tag ein Sarg vom Transportwagen auf die Straße fiel und die Passanten sich über die skelettähnlichen Leichen aus Buchenwald entsetzten?? Durch Emigranten und auf vielen anderen Wegen drang das Wissen um die ı IML-Buchenwald, I 9/1, Bl. 00 297, 00 796, 00 064-00 077, 00 060. = Karl Barthel,„Die Welt ohne Erbarmen“, Rudolstadt 1946, S. 111/112. 20 nnnenepeDN KL F 58 N JUUBUUUUUUNTT N HINEEPEESEEBEHOEETEHERU AHLEN ERTEETHSSE HEERES EEE ERFURTER Zustan schrifte in viel Drei I Weiß wurde Als Lageı das E Thı erklär faschi Zukun UP: Di. Aus land, 19 \ verbilligt tteten, daß ‚ daß wirt- ‚Das Lager T an. Eine wollte eine der Stein- obwohl ein Errichtung en Namen, bei der SS the in Zu- Errichtung amen, Aus 5 kulturelle ‚er die Be- : Häftlinge er von den camen aus- srad wuchs m Europas nn seit der r Häftlinge schwitz, es , der Nazi- schen Volk as Personal die Briefe S-Schreiben N. ‚f der Stadt en sich die hellen Tag „n sich über sen UM die Zustände in Buchenwald über die Grenzen Deutschlands. Neben den Zeit- schriften der deutschen Emigration berichteten große ausländische Zeitungen in vielen prägnanten Einzelheiten über das Konzentrationslager bei Weimar. Drei Berichte von ehemaligen Insassen des Lagers fanden Aufnahme in das Weißbuch, das von der englischen Regierung im Jahre 1939 herausgegeben wurde.! Als im April 1945 amerikanische Soldaten und ausländische Journalisten das Lager betraten, als neue Berichte durch die Weltpresse gingen, brach erneut das Entsetzen über die faschistischen Verbrechen aus. Thomas Mann und ausländische Freunde des deutschen Volkes jedoch erklärten, daß ein anderes Deutschland existiert, daß die deutschen Anti- faschisten die wahren Repräsentanten Deutschlands sind und daß ihnen die Zukunft gehört. ı„Papers concerning the treatment of German Nationals in Germany, 1938-1939“, London 1939. Dt. Ausg. unter dem Titel:„Dokumente über die Behandlung deutscher Staatsangehöriger in Deutsch- land. 1938-39.“ London 1940. EEE TEE ET Ener EHE a { x h ir, } \ K } H ‘ ‚ } } N h) i 2 De ee Fe Dre a m ) 9 a Sarnen re ee TE Te er HET EEE: Te rn u HHBNFTRTEETTENE) ATHNTETTTLTENTTEDNTERTUTENELNHERSUHHEENENBEREEIG Die„juristischen“ Grundlagen der„Schutzhaft“ Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 Auf Grund des Artikels 48 Abs. 2 der Reichsverfassung wird zur Abwehr kommunistischer staatsgefährdender Gewaltakte folgendes verordnet: Sl Die Artikel 114, 115, 117, 118, 123, 124 und 153 der Verfassung des Deut- schen Reiches werden bis auf weiteres außer Kraft gesetzt. Es sind daher Beschränkungen der persönlichen Freiheit, des Rechts der freien Meinungs- äußerung, einschließlich der Pressefreiheit, des Vereins- und Versammlungs- rechts, Eingriffe in das Brief-, Post-, Telegraphen- und Fernsprechgeheimnis, Anordnungen von Haussuchungen und von Beschlagnahmen sowie Beschrän- kungen des Eigentums auch außerhalb der sonst hierfür bestimmten gesetzlichen Grenzen zulässig... „Reichsgesetzblatt I“, 1935. S. 83. Abschrift Reichsminister des Innern Berlin NW 40, den 12./26. April 34 Sal AUO SENAT An a) die Landesregierungen für Preußen: an den Herrn Ministerpräsidenten und Herrn Minister des Innern, b) die Herren Reichsstatthalter. Betr.: Schutzhaft. Zur Abwehr der durch den Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 ange- kündigten staats- und volksfeindlichen Umsturzbestrebungen hat die Reichs- regierung durch die Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 28. Februar 1933 die staatsbürgerlichen Garantien der Weimarer Verfassung, darunter das Recht der Freiheit der Person, zeitweilig aufgehoben. Die Länder wurden damit ermächtigt, nötigenfalls auch die Schutzhaft zu verhängen... 99 Bar ER RETBEREREEEHHRUEHENTERUNRHIRTPTLUETNCHEETHRHTDRRERTLLTTLIELL TEL RL LANE ER LLLEEEE Nacıp dieM: gl nicht b zuständ oberste antwor kann d Die ob Falle t hängur vom$ Zulässi Vollstı Die Konze Ausschn „ aat ır Abwehr des Deut- ind daher Meinungs- ammlungs- geheimnis, - esetzlichen 6. April 34 1933 ange: die Reichs- 98, Februar arunter das hutzhaft zu ri IL Zuständigkeit. 1) Für die Verhängung der Schutzhaft sind ausschließlich zuständig: a) In Preußen das Geheime Staatspolizeiamt, die Oberpräsidenten, die Regie- rungspräsidenten, der Polizeipräsident in Berlin und die Staatspolizei- stellen, b) In den übrigen Ländern die entsprechenden, von der Landesregierung zu bestimmenden Behörden. 2) Nicht befugt zur Inschutzhaftnahme sind die Stellen der NSDAP und der SA(Kreisleiter, Gauleiter, SA-Führer). Sie können die Verhängung von Schutz- haft bei den zuständigen Amtsstellen anregen. Diesen obliegt die pflichtgemäße Nachprüfung der Voraussetzungen und die ausschließliche Verantwortung für die Maßnahme. 3) Die Reichsstatthalter sind zur unmittelbaren Anordnung von Schutzhaft nicht befugt. Sie können ein Ersuchen um Verhängung der Schutzhaft an die zuständige oberste Landesbehörde, nicht an nachgeordnete Stellen richten. Die oberste Landesbehörde hat aus ihrer Zuständigkeit und ausschließlichen Ver- antwortung zu prüfen, ob die Verhängung der Schutzhaft abzulehnen ist, so kann der Reichsstatthalter trotzdem auf Verhängung der Schutzhaft bestehen. Die oberste Landesbehörde hat diesem Verlangen zu entsprechen. In diesem Falle trägt der Reichsstatthalter die ausschließliche Verantwortung für die Ver- hängung der Schutzhaft. Art. 3 des Gesetzes über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934(RGBl I S. 75) bleibt unberührt... Is Zulässigkeit. 1) Die Verhängung der Schutzhaft ist nur zulässig: a) zum eigenen Schutz des Häftlings b) wenn der Häftling durch sein Verhalten, insbesondere durch staatsfeind- liche Betätigung die öffentliche Sicherheit und Ordnung unmittelbar ge- fährdet... IV. Vollstreckung. Die Schutzhaft ist ausschließlich in staatlichen Gefangenenanstalten oder Konzentrationslagern zu vollstrecken.... In Vertretung gez. Pfundtner Ausschnittarchiv des Deutschen Instituts für Zeitgeschichte, Berlin, NS 14 922. 10) {ev} ner TE ur I Tee ee Zeus Be h N in 4% wo H " i 15° R: | f, I E } 2 z N Yı 1} P} ’ Kr y Ri k h ca Pin hl N ÜLEIAATPTORROPENESWRETOEIREENTENERTERHERNVEHTSFRERHENEGEPRFHEHRFUERYPRCHRFRERHENERUEEHNPEH IE UERGRGSRERG ER TTTTITTERTERTETELEINERLNEHKKHEUEENZEN Schutzhaft(Bestimmungen) Durch Runderlaß vom 25. Januar 1938 hat der Reichsminister des Innern neue Bestimmungen über die Anwendung der Schutzhaft erlassen. Nachstehend gebe ich den Wortlaut dieses Erlasses zur vertraulichen Kenntnisnahme be- kannt: Der Reichsminister des Innern Berlin, den 25. 1. 1988 Die nachfolgenden Bestimmungen über die Schutzhaft treten am 1. Februar 1938 in Kraft. Mit dem gleichen Zeitpunkt treten außer Kraft: a) mein Erlaß vom 12. April 1934— I 3311 A/28.2.— mit den ergänzenden Erlassen vom 26. April 1934 und 10. Juli 1934(gerichtet an die Landesregie- rungen und Reichsstatthalter), b) mein Erlaß vom 29. April 1935— VI B 7574/3014— mit ergänzendem Er- laß vom 1. Juli 1935— VI B 11568/3014—(gerichtet an die Landesregierungen, die Reichsstatthalter, die preußischen Ober- und Regierungspräsidenten), c) mein Erlaß vom 17. Juni 1985— HI P 3311/329(gerichtet an die Landes- regierungen), d) der Erlaß des Geheimen Staatspolizeiamtes vom 3. Juli 1934— B. Nr. 19582 II 1 D-(gerichtet an die preußischen Ober- und Regierungspräsidenten), e) der Erlaß des Politischen Polizeikommandeurs der Länder vom 9. Sep- tember 1935— B. Nr. 37840/35 II 1 D—(gerichtet an die Politischen Polizeien der Länder und die preußischen Staatspolizeistellen). $1 Zulässigkeit Die Schutzhaft kann als Zwangsmaßnahme der Geheimen Staatspolizei zur Ab- wehr aller volks- und staatsfeindlichen Bestrebungen gegen Personen angeord- net werden, die durch ihr Verhalten den Bestand und die Sicherheit des Volkes und Staates gefährden. Die Schutzhaft darf nicht zu Strafzwecken oder als Ersatz für Strafhaft an- geordnet werden. Strafbare Handlungen sind durch die Gerichte abzuurteilen. $2 Zuständigkeit (1) Zur Anordnung der Schutzhaft ist ausschließlich das Geheime Staats- polizeiamt zuständig. (2) Anträge auf Anordnung der Schutzhaft sind durch die Staatspolizeileit- bzw. Staatspolizeistellen an das Geheime Staatspolizeiamt zu richten. Jeder Antrag ist eingehend zu begründen; auf die Einlassungen des Festgenommenen ist dabei einzugehen. Eine Abschrift der Vernehmung des vorläufig Festgenom- menen ist unverzüglich nachzusenden. (3) Schutzhaft darf nur angeordnet werden, wenn der Beschuldigte vorher über das ihm zur Last Gelegte gehört worden ist... 24 Ü N N ROTEN (I): forder d Zu die höchs: nach( „Verfü Heraus Münch Entsc vom] der ıp nichts EN) yanp des Innem Nachstehend snahme be- 25.1.1938 ‚1. Februar 'gänzenden andesregie- zendem Er- gierungen, nten), lie Landes- 3. Nr. 19582 nten), om 9. Sep- :n Polizeien izei zurAb- en angeord- - des Volkes trafhaft an- bzuurteilen. jme Staats” tspolizeileit- chten. Jeder ‚enommenen | Festgenom- ‘ste vorher digte\ $5 Schutzhaftbefehl (1) Die Anordnung der Schutzhaft erfolgt durch schriftlichen Schutzhaftbefehl des Geheimen Staatspolizeiamtes, der dem Beschuldigten bei der Festnahme oder spätestens am Tage nach der Übersendung des Schutzhaftbefehls in Ab- schrift gegen Empfangsbestätigung auszuhändigen ist. (2) Der Schutzhaftbefehl muß kurz die Gründe für die Schutzhaft angeben. (3) Den nächsten Angehörigen(Ehefrau, Eltern, Kindern oder Geschwistern) ist, sofern nicht besondere Bedenken entgegenstehen, mitzuteilen, daß Schutz- haft angeordnet worden ist und wo sich der Schutzhäftling befindet. (4) Bei der Anordnung der Schutzhaft gegen einen Beamten ist dessen vor- gesetzte Dienststelle unverzüglich durch die Dienststellen der Geheimen Staatspolizei von der Inschutzhaftnahme des Beamten unter Angabe der Gründe in Kenntnis zu setzen. (5) Bei der Anordnung der Schutzhaft gegen Mitglieder der NSDAP und ihrer Gliederungen sind die zuständigen Parteidienststellen durch die Dienststellen der Geheimen Staatspolizei von der Inschutzhaftnahme unter Angabe der Gründe in Kenntnis zu setzen. $6 Vollstreckung Die Schutzhaft ist grundsätzlich in staatlichen Konzentrationslagern zu voll- strecken. SR Dauer (1) Die Schutzhaft ist nur so lange aufrecht zu erhalten, als ihr Zweck es er- fordert. (2) Die Entlassung aus der Schutzhaft verfügt das Geheime Staatspolizeiamt. Zu diesem Zweck prüft es von Amts wegen in regelmäßigen Zeitabständen von höchstens 3 Monaten, ob die Schutzhaft aufzuheben ist.1 Spätestens am 3. Tage nach der Aufhebung der Schutzhaft muß die Entlassung erfolgt sein... gez. Frick „Verfügungen, Anordnungen, Bekanntgaben“. II. Band. Herausgegeben von der Partei-Kanzlei. München, o. J., S. 436-439. Entscheidung des Reichsgerichts vom 15. 1. 40— 3 D 730/39— . Die Schutzhaft und das Verfahren zu ihrer Verhängung, wie sie auf Grund der VO.? des Reichspräsidenten vom 28. 2. 33(RGBI.31S. 85) und der zunächst 1 Die Schutzhäftlinge haben von dieser Verordnung nichts gewußt und von einer Anwendung nichts bemerkt. ® Verordnung. 3„Reichsgesetzblatt“. u EEE ren EEE TEILE a a RE re ET TEE LE LEE ae Er er, INAATNENDERTUNDENNTHLLERTUNKKERNUKNN KAHRRHLIGEREE HH ee Be erh > iin die Zuständigkeit der Kreispolizeibehörden begründenden preußischen VO. un Kin vom 2. 3. 1933(GS! 1933 S. 33) und später durch weitere Erlasse des Reichs- nn ei ministers des Innern ausgebaut worden sind, sind im wesentlichen neue Ein- I 5 N richtungen. Die Schutzhaft ist eine aus politischen Gründen verfügte Freiheits- ER I entziehung. Sie ist, von dem hier nicht in Betracht kommenden Falle der Ver-? a KA haftung zum eigenen Schutz des Betroffenen abgesehen, zulässig, wenn der“ | Häftling durch sein Verhalten, insbesondere durch staatsfeindliche Betätigung, {ii die öffentliche Sicherheit und Ordnung unmittelbar gefährdet. Sachliche Voraus-= IN setzung für ihre Anordnung ist daher ein bestimmtes tatsächliches staatsfeind- ie; | liches Verhalten... Ru (N„Deutsche Justiz“, Berlin, 1940. S. 335. höchs \ A! Die Hi meine ii Himmler über die Konzentrationslager pi Ki ne at... Die Totenkopfverbände sind entstanden aus den Bewachungsmannschaften H x der Konzentrationslager. Zu diesen Konzentrationslagern darf ich ein paar En Zahlen anführen. Wir haben heute in Deutschland noch folgende Konzentra- an tionslager— ich darf gleich sagen, ich glaube nicht, daß sie weniger werden, werden sondern ich bin der Ansicht, daß sie für bestimmte Fälle mehr werden müssen—: bestrid 1. Dachau bei München, 2. Sachsenhausen in der Nähe von Berlin. Das ist das ‚Die frühere Lager Esterwege im Emsland. Dieses Lager in Emsland habe ich auf- sind I gelöst auf die Vorstellungen des Reichsarbeitsführers Hierl hin, der mir ebenso und sic wie die Justiz erklärte, es sei falsch, wenn man dem einen sage, der Dienst im außer Moor, ein Land urbar zu machen, sei ein Ehrendienst, während man den andern rund ı als Häftling dort hinsetze und ihm sage: Dir, Bursche, werde ich schon Mores denen beibringen, dich schicke ich ins Moor. Das ist in der Tat unlogisch, und ich habe 1 nach einem halben oder dreiviertel Jahr das Lager in Esterwege aufgelöst und es habe es in die Nähe von Oranienburg nach Sachsenhausen verlegt. Dann besteht ein Lager in Lichtenburg bei Torgau, ein Lager in Sachsenburg bei Chemnitz und außerdem noch ein paar kleinere Lager. Der Stand der Schutzhäftlinge ist rund 8000... Bewacht werden die Konzentrationslager von diesen Totenkopfver- bänden... Ich, Die Lager sind umzäunt mit Stacheldraht, mit elektrischem Draht. Es ist des Ke selbstverständlich: Wenn einer eine verbotene Zone oder einen verbotenen Weg Kläre] betritt, wird geschossen. Wenn einer auf dem Arbeitsplatz, sagen wir im Moor Mit oder beim Straßenbau oder sonstwo, auch nur den Ansatz macht, zu fliehen, ratior wird geschossen. Wenn einer frech und widersetzlich ist, und das kommt Reich: hier und da vor,... kommt er entweder in Einzelhaft, in Dunkel- gelief, arrest bei Wasser und Brot, oder— ich bitte hier nicht zu erschrecken, Die ich habe die alte Zuchthausordnung Preußens vom Jahre 1914-1918 ge- dem} nommen— er kann in schlimmen Fällen 25 Hiebe bekommen. Grausamkeiten, befeh, 1 Preußische Gesetzsammlung. 1 Y, 26 U BEHRUTFTERREEPERDENANEOBERDEHREREREHEHHRUHRERFERRNRHERUNHENEYRTHENRHRNNBRTENTTERILDEIDEN ELTERN HE AEREENE een schen VO, sadistische Sachen, wie es die Auslandspresse vielfach behauptet, sind dabei les Reichs völlig unmöglich. Erstens kann die Strafe nur der Inspekteur sämtlicher Lager ‚Neue Ein- verhängen, also nicht einmal der Lagerkommandant, zweitens wird die Strafe 1 Teihei- von einer Bewachungskompanie vollzogen, so daß also immer ein Zug, 20 bis © der Ver- 24 Leute, dabei sind, schließlich ist bei der Bestrafung ein Arzt dabei und ein! Wenn der Protokollführer. Also mehr kann man an Genauigkeit nicht tun.! Betätigung, Auch möchte ich sagen: Diese Dinge sind notwendig, denn sonst würde man$ ‘he Voraus- diese Verbrecher niemals im Zaum halten können. Für den Fall eines Krieges staatsfeind- müssen wir uns klar darüber sein, daß wir eine recht erhebliche Anzahl unsicherer| Kantonisten hier hineinnehmen müssen, wenn wir uns nicht den Nährboden für höchst unangenehme Entwicklungen im Falle eines Krieges schaffen wollen. Die Leute, die die Häftlinge bewachen, waren zuerst Angehörige der allge- meinen SS. Wir haben sie allmählich zusammengefaßt zu den sogenannten Totenkopfverbänden. Sie sind nicht in Kompanien, sondern in Hundertschaften zusammengefaßt, haben selbstverständlich auch Maschinengewehre. Wir haben K nein nnschaften in jedem Lager zwei oder drei Türme, die Tag und Nacht mit scharfgeladenen N \ ein paar Maschinengewehren besetzt sind, damit jeder größere Aufstandsversuch— ir Konzentra- damit muß man bei den Leuten immer einmal rechnen— sofort unterdrückt Mi er werden, werden kann. Das ganze Lager kann von oben her von jeweils drei Türmen N müssen— bestrichen werden. u Das ist das Diese Totenkopfverbände haben ebenfalls eine vierjährige Dienstzeit. Es be ich auf: sind heute meist Leute, die ihre Dienstzeit in der Wehrmacht hinter sich haben h t a) und sich dann für vier Jahre bei uns verpflichten. Die Totenkopfverbände haben n ven außerdem die Aufgabe, im Falle eines Krieges die Stammhundertschaften für j em rund 30 Totenkopfsondersturmbanne der SS zu sein, für 25000 Mann, mit! kon Mors denen wir die Sicherheit im Innern garantieren werden... h ıd ich habe„Nationalpolitischer Lehrgang der Wehrmacht vom 15. bis 23. Januar 1937“, Berlin 1937. Rt elöst ai S. 146-151. Rede Himmlers über„Wesen und Aufgabe der SS und der Polizei“. h ınn besteht ‚4 ; Chemnitz äftlinge ist I ne Freising, den 1. August 1945 N =) Ich, Pister, Hermann, SS-Oberführer, geb. 21. Februar 1885, Kommandant N it des Konzentrationslagers Buchenwald vom 22. Januar 1942 bis April 1945, er- Mi le kläre hiermit folgendes: 1 Bir, n Mit Ausnahme der Masseneinlieferungen von Häftlingen aus den Konzen- 1 ” Di trationslagern des besetzten Gebietes wurden alle Häftlinge auf Befehl des N zu fliehen, Reichssicherheitshauptamtes Berlin in das Konzentrationslager Buchenwald ein- I das Fun geliefert. N n Baus:| Diese Schutzhaftbefehle(rote Formulare) waren in den meisten Fällen mit h aschrecken,| dem Namen„Kaltenbrunner“ unterzeichnet. Die wenigen übrigen Schutzhaft- 41918 el befehle waren mit„Förster“ unterschrieben. usamkeiten, 77 ygl. S. 116. ee TÄLER x a ne ee x net ee, 7} ya 127) NT ENATTTLTTENDERTLULENVUNRTBRTNUELENHRRIHEHRKHRNKENKEN \ N ih EN IR} Als die Kriegsverhältnisse die Verbindung zwischen den Gestapostellen und Ki dem Reichssicherheitshauptamt gestört hatten, erhielten die einzelnen Gestapo- In di ei stellen durch das Reichssicherheitshauptamt die Berechtigung zur selbständigen die sid I Einlieferung und Unterzeichnung der Schutzhaftbefehle durch die Dienst- oder$ it stellenleiter. Kl IMT, Bd. XXXVII, S. 436 Dok. 038-L. Pister, Hermann N Die al Gebie iM Der Nacht-und-Nebel-Erlaß tens N Abschrift die Vi Der Reichsführer SS[Geheim!] Sonst und Chef der Deutschen Polizei München, den 4. Febr. 1942 bringe Hauptamt SS-Gericht Ib 154/1 Tgb.Nr. 70/72 geh. Geheim! Tite Betrifft: Verfolgung von Straftaten gegen das Reich oder die Besatzungsmacht. zur un Verteiler: A, B. und au I. Folgende vom Chef des Oberkommandos der Wehrmacht unter dem sie seie 12. Dezember 1941 bekanntgemachten Anordnungen werden zur Kenntnis ge- teren I bracht: 1.) Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. Es ist der lange erwogene Wille des Führers, daß in den besetzten Gebieten bei Angriffen gegen das Reich oder die Besatzungsmacht den Tätern mit 31 anderen Maßnahmen begegnet werden soll als bisher. Der Führer ist der Oberst Ansicht: Bei solchen Taten werden Freiheitsstrafen, auch lebenslange Zucht- das Re NN hausstrafen, als Zeichen von Schwäche gewertet. Eine wirksame und nach- Auf N haltige Abschreckung ist nur durch Todesstrafen oder durch Maßnahmen zu fehlsh init erreichen, die die Angehörigen und die Bevölkerung über das Schicksal des oder d Kl Täters im Ungewissen halten. Diesem Zwecke dient die Überführung nach bestim | Deutschland. N Die anliegenden Richtlinien für die Verfolgung von Straftaten entsprechen IN dieser Auffassung des Führers. Sie sind von ihm geprüft und gebilligt worden. Die Mt Keitel een ii 2.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht 3 sh (N Richtlinien 3. She IN für die Verfolgung von Straftaten gegen das Reich oder die Besatzungsmacht Akon ii in den besetzten Gebieten. 5 Stra il Vom 7. Dezember 1941. 6, Feir i In den besetzten Gebieten haben mit Beginn des russischen Feldzuges kom- a)V in munistische Elemente und andere deutschfeindliche Kreise ihre Angriffe gegen b)q I das Reich und die Besatzungsmacht verstärkt. Der Umfang und die Gefährlich- OU Bi keit dieser Umtriebe zwingen aus Abschreckungsgründen zu schärfsten Maß- u nahmen gegen die Täter. Zunächst ist nach folgenden Richtlinien zu verfahren: Tune 28 | aspnopfennnentEnnTnTnORTOpEnELURtHRLHNNHHMUHHRNRMESBEERENME aA HHEHHHEHERFSESHRRRRGS GH AB0000 Stellen und 2n Gestapg- ständigen die Dienst- T, Hermann eheim!] Febr. 1949 ungsmacht. unter dem ‚enntnis ge- :n Gebieten Tätern mit hrer ist der ange Zucht- und nach- inahmen zu chicksal des hrung nach entsprechen igt worden. Keitel 'zungsmacht Izuges kom oriffe gegen Gefährlich- ıfsten Maß- u verfahren: T. In den besetzten Gebieten ist bei Straftaten von nichtdeutschen Zivilpersonen, die sich gegen das Reich oder die Besatzungsmacht richten, und deren Sicherheit oder Schlagfertigkeit gefährden, grundsätzlich die Todesstrafe angebracht. II. Die Straftaten des Abschnitts I sind grundsätzlich nur dann in den besetzten Gebieten abzuurteilen, wenn wahrscheinlich ist, daß gegen die Täter, minde- stens aber die Haupttäter, Todesurteile ergehen und wenn das Verfahren und die Vollstreckung der Todesurteile schnellstens durchgeführt werden können. Sonst sind die Täter, mindestens aber die Haupttäter, nach Deutschland zu bringen. II. Täter, die nach Deutschland gebracht werden, sind dort dem Kriegsverfahren nur unterworfen, wenn besondere militärische Belange es fordern. Deutschen und ausländischen Dienststellen ist auf Fragen nach solchen Tätern zu erklären, sie seien festgenommen worden, der Stand des Verfahrens erlaube keine wei- teren Mitteilungen... ER Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Keitel 3.) Erste Verordnung zur Durchführung der Richtlinien des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht für die Verfolgung von Straftaten gegen das Reich oder die Besatzungsmacht in den besetzten Gebieten. Auf Grund von Abschnitt V der Richtlinien des Führers und Obersten Be- fehlshabers der Wehrmacht für die Verfolgung von Straftaten gegen das Reich oder die Besatzungsmacht in den besetzten Gebieten vom 7. Dezember 1941 bestimme ich: I. Die Voraussetzungen des Abschnitts I der Richtlinien werden in der Regel gegeben sein bei: 1. Anschlägen gegen Leib und Leben, 2. Spionage, 3. Sabotage, 4. kommunistischen Umtrieben, 5. Straftaten, die geeignet sind, Unruhe zu stiften, 6. Feindbegünstigung, begangen durch: a) Menschenschmuggel, b) den Versuch, in eine feindliche Wehrmacht einzutreten, c) Unterstützung von feindlichen Wehrmachtsangehörigen(Fallschirmjägern usw.), 7. unerlaubtem Waffenbesitz. nn Ah zu in ne eg a a ad men < ET| ne En hehe mu EEE ET ET, RUTTT TEN TER UULENNTNETBRTNNELENHUERNEHRKETKEINKE De (1) Die Straftaten des Abschnitts I der Richtlinien sind nur unter folgenden Voraussetzungen in den besetzten Gebieten abzuurteilen: 1. Es muß wahrscheinlich sein, daß gegen die Täter, mindestens aber die Haupttäter, Todesurteile ergehen. 9. Das Verfahren und die Vollstreckung der Todesurteile muß schnellstens durchgeführt werden können(grundsätzlich innerhalb einer Woche nach Fest- nahme des Täters). 3. Gegen die sofortige Vollstreckung der Todesurteile dürfen besondere politische Bedenken nicht bestehen. 4. Es darf, abgesehen von Todesurteilen wegen Mordes und Freischärlerei, kein Todesurteil gegen eine Frau zu erwarten sein. (2) Wird ein nach Abs. 1 ergangenes Urteil aufgehoben, so kann das Ver- fahren in den besetzten Gebieten weitergeführt werden, wenn die Voraus- setzungen des Abs. 1 Nr. 1, 8 und 4 noch gegeben sind. II. (1) Bei den Straftaten des Abschnitts I der Richtlinien prüft der Gerichtsherr im Benehmen mit den Abwehrstellen, ob die Voraussetzungen für eine Aburteilung in den besetzten Gebieten gegeben sind. Bejaht er das, so verfügt er den Zusammentritt des Feldkriegsgerichts. Verneint er es, so legt er die Akten seinem übergeordneten Befehlshaber($ 89 Abs. 1 KStVO) vor. Dieser kann sich die Entscheidung vorbehalten. (2) Der übergeordnete Befehlshaber entscheidet endgültig, ob die Voraus- setzungen für eine Aburteilung in den besetzten Gebieten gegeben sind. Bejaht er das, so betraut er damit einen Gerichtsherrn seines Befehlsbereichs. Verneint er es, so beauftragt er die Geheime Feldpolizei, den Täter nach Deutschland zu bringen. IV. (1) Täter, die nach Deutschland gebracht werden, sind dort dem Kriegs- verfahren nur unterworfen, wenn das Oberkommando der Wehrmacht oder der übergeordnete Befehlshaber bei seiner Entscheidung nach Abschnitt III er- klärt, daß besondere militärische Belange die Aburteilung durch ein Wehr- machtsgericht fordern. Wird eine solche Erklärung nicht abgegeben, so gilt die Anordnung, der Täter sei nach Deutschland zu bringen, als Abgabe im Sinne des$ 3 Abs. 2 Satz 2 KStVO. (2) Macht der übergeordnete Befehlshaber von seiner Befugnis nach Abs. 1 Gebrauch, so legt er die Akten auf dem Dienstwege dem Oberkommando der Wehrmacht vor. Die Täter sind der Geheimen Feldpolizei als„Wehrmachts- gefangene“ zu bezeichnen. (3) Das Oberkommando der Wehrmacht bestimmt den Gerichtsstand für Täter, die nach Abs. 1 dem Kriegsverfahren unterworfen sind. Es kann auf die Zuständigkeit der Wehrmachtsgerichte verzichten. Es kann ferner das Ver- fahren auf beliebige Zeit aussetzen. 30 LUHRRÄTERRENDENTENMEITITEEORENBERTRHEHEHRHHHERFENENRHUNCRFRNETREENRHRHNKKSFRTEREROTINTELNNOTL INN DEAN Die| Staatssi Ausläne des Ob I zeichnt F.dR, Hasenb Angeste IMT, Bd, Bd, XXVI el Standg: Weisung „Reichsge Berir Besp Quartie, bach ur LA iolgenden ns aber die schnellstens nach Fest- besondere ischärlerei, n das Ver- ie Voraus- serichtsherr ı für eine ‚so verfügt r die Akten >r kann sich die Voraus- sind. Bejaht ıs. Verneint Jeutschland lem Kriegs- macht oder hnitt II er- ein Wehr- 1, SO gilt die he im Sinne nach Abs. 1 nmando der Vehrmachts- htsstand für kann auf die er das Ver rl u MW Die gerichtliche Verhandlung in Deutschland ist wegen Gefährdung der Staatssicherheit unter strengstem Ausschluß der Öffentlichkeit durchzuführen.! Ausländische Zeugen dürfen in der Hauptverhandlung nur mit Genehmigung des Oberkommandos der Wehrmacht vernommen werden... Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Keitel II. Soweit die SS- und Polizeigerichtsbarkeit für Straftaten der unter I be- zeichneten Art zuständig ist, ist sinngemäß zu verfahren. Der Reichsführer-SS EV. Scharfe SS-Gruppenführer Generalleutnant der Waffen-SS F.d. R. der Abschrift: Hasenberg. Angestellte. IMT, Bd. XXXVII, S. 571-573. Dok. 090-L. Bd. XXVI, S. 245-249. Dok. 669-PS. Verordnung über die Strafrechtspflege gegen Polen und Juden in den eingegliederten Ostgebieten vom 4. Dezember 1941 XI. ...(2) Als Strafe wird von den Standgerichten die Todesstrafe verhängt. Die Standgerichte können auch von Strafe absehen und statt dessen die Über- weisung an die Geheime Staatspolizei aussprechen... „Reichsgesetzblatt I“, 1941. S. 759. Bericht des Reichsjustizministers Thierack über eine Besprechung mit Himmler am 18. September 1942 Besprechung mit Reichsführer SS Himmler am 18. 9. 1942 in seinem Feld- quartier in Gegenwart des StS. Dr. Rothenberger, SS-Gruppenführer Strecken- bach und SS-Obersturmbannführer Bender... 2. Auslieferung asozialer? Elemente aus dem Strafvollzug an den Reichs- 1 In einem Schreiben des Oberkommandos der Wehrmacht vom 2. Februar 1942 heißt es noch deutlicher: Die Beschuldigten sollen künftig„heimlich nach Deutschland gebracht und die weitere Behandlung der Strafsachen hier betrieben werden. Die abschreckende Wirkung dieser Maßnahmen liegt a) in dem spurlosen Verschwindenlassen der Beschuldigten, b) darin, daß über ihren Verbleib und ihr Schicksal keinerlei Auskunft gegeben werden darf.“ IMT, Bd. XXXVII, S. 575. Dok. 090-L. 2 Die„Asozialen“ waren in den Konzentrationslagern nur ein kleiner Prozentsatz. Der Grundsatz „Vernichtung durch Arbeit“ wurde auf alle Häftlinge angewandt. sl en [; i' N } \ " h\ " ® SCHE Eee nn LEE ENTE ug IE Kree ee ee ee RE N Seesen m Un ce N HRREHENOERFENNURRRRORDERRRAERNE HERUHHUNFEHNEE H TURTERT RHFYH!(HHHEKHHNHUHH KHRRRRHERT UN UET NENNT EL ENT LEHE MOHAUOHRRHENBENKEN führer SS zur Vernichtung durch Arbeit. Es werden restlos ausgeliefert die Sicherungsverwahrten, Juden, Zigeuner, Russen und Ukrainer, Polen über 3 Jahre Strafe, Tschechen oder Deutsche über 8 Jahre Strafe nach Entscheidung des Reichsjustizministers.... 6. Der von mir geplanten Regelung der vom Führer angeordneten Prügel- strafe stimmt Reichsführer SS in vollem Umfange zu... ih: IMT, Bd. XXVI, S. 201-208. Dok. 654-PS. Gründung und Aufbauzeit Der Inspekteur der Konz.-Lager Berlin SW 68, den 3. Juni 1936 u. Führer der SS-Totenkopfverbände Wilhelmstr. 98/IV (F/39 geh.) Betreff: Verlegung des K. L.! Lichtenburg nach Thüringen. Bezug: Mündliche Besprechung vom 20. 5. 36. Anlagen [Geheim] An den Herın Gauleiter und Reichsstatthalter Fritz Sauckel? Weimar Der Politische Polizeikommandeur, Reichsführer-SS Himmler, hat sich mit der Verlegung, des preußischen Konzentrationslagers Lichtenburg nach Thü- ringen einverstanden erklärt. In Erinnerung an die Aussprache des Unterzeichneten mit dem Herrn Reichs- statthalter von Thüringen, bitte ich das Erforderliche nunmehr in die Wege zu leiten. Für die Errichtung einer Unterkunft für den II. SS-Totenkopfsturmbann „Elbe“ und für ein Konzentrationslager, das 3000 Gefangene fassen soll, sind rund 1,2 Millionen Reichsmark erforderlich. Mit dem Bau der SS-Kaserne und des Gefangenenlagers soll alsbald begonnen werden. Seitens des preußischen Staates, der an der Verlegung des Lagers keineswegs interessiert ist, ist ein geldlicher Zuschuß nicht zu erwarten. Es bleibt, sofern der thüringische Staat über diese Mittel nicht verfügt, der Weg einer Staatsanleihe offen. Die Staats- schuld muß, wenn die Konzentrationslager auf das Reich übergehen, vom Reich übernommen werden. Ich sehe darin keine Schwierigkeiten, sondern zunächst ı KL war SS-Abkürzung für Konzentrationslager, KZ die im Alltagsgebrauch übliche Bezeichnung. 2 Fritz Sauckel, 1927 NSDAP-Gauleiter in Thüringen, 1932 thüringischer Ministerpräsident. Seit 1942 als„Reichsbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz“ verantwortlich für die Verschleppung von ausländischen Zwangsarbeitern nach Deutschland. 1946 durch IMT Nürnberg zum Tode verurteilt. Urteil wurde vollstreckt. ac 32 zur die wird. Zur vom H die Ta mit de We zeicht daß e Staats Deut: heim; Bewe Soll komm halten Nutze Ih IML- nn, seliefert die Polen über ütscheidung eten Prügel- Th. 3. Juni 1986 hat sich mit 5 nach Thü- Ierrn Reichs- in die Wege pfsturmbann sen soll, sind Kaserne un | preußischen rt ist, ist el ngische Staat , Die Staats- „, vom Reich lern zunächst che Bezeichnung: jerpräsident. Sei rschleppung von Tode verurteilt. nur die Vorteile, die der thüringische Staat in wirtschaftlicher Hinsicht haben wird. Zur Durchführung des Vorhabens ist es erforderlich, daß die Angelegenheit vom Herrn Reichsstatthalter an den Führer herangetragen wird. Hierzu bieten die Tage von Weimar(8. bis 5. 7. 36) die beste Gelegenheit. Verhandlungen mit den Reichsbehörden sind von vornherein aussichtslos auf Erfolg. Wenn der Führer den vom Herrn Reichsstatthalter vorbereiteten Vorschlag zeichnet, sind alle Schwierigkeiten behoben. Ich darf noch darauf hinweisen, daß ein K.-Lager Thüringen nicht nur im A-Falle, sondern aus Gründen der Staatssicherheit unumgänglich notwendig ist, da das Land Thüringen als Herz Deutschlands im Falle eines Krieges von staatsfeindlichen Elementen besonders heimgesucht werden wird, was durch die Vorgänge verflossener Jahre unter Beweis gestellt wurde. Sollte der Neubau eines modernen K.-Lagers in Thüringen nicht zustande kommen, dann wird sich die Auflösung des Gefängnisses Bad Sulza nicht auf- halten lassen, da die Verwaltungs- und Transportkosten zu dem tatsächlichen Nutzen und Zweck dieser Einrichtung in keinem Verhältnis stehen. Ich stehe dem Herrn Reichsstatthalter weiter zur Verfügung. Heil Hitler! Der Inspekteur der Konz.-Lager u. Führer der SS-Totenkopfverbände (E)! SS-Gruppenführer IML- Buchenwald I 9/1, Bl. 00 019/20. Original. Der Inspekteur der Konzentrationslager Berlin, den 27. Okt. 1936 Der Führer der SS-Totenkopfverbände NW 7, Friedrichstr. 129 LF1/(259)— Block F- Betr.: Konz.-Lager-Neubau in Thüringen. Bezug: Anfrage M. d. I. III P 2086 v. 20. 10. 36 An den Herrn Staatssekretär und Leiter des Thür. Ministeriums des Innern Weimar Fürstenplatz 2 1. Der für ein geräumiges Konzentrationslager für 3 bis 6000 Insassen ein- schließlich Kaserne für ein SS-Bataillon benötigte Flächenraum darf nicht unter 60 Hektar(zusammenhängend) betragen. Eine solche Einrichtung dient nicht nur im Frieden, sondern muß den Be- ı Theodor Eicke, SS-Gruppenführer. Ab 1934 verantwortlich für die KZ. Mit Kriegsbeginn Kom- mandeur der SS-Totenkopfverbände. 1943 in der Sowjetunion gefallen. 2 oo 3 Buchenwald ne EEE: a 2 fd DR [4 \ k N } } i' H a en u EEE u ELLE a Da ee er ee) re a ee aa = ar er Ann RRTANTENTERTULLTELHRIHNEHRKHENKEREE NEN dürfnissen eines Krieges in erhöhtem Maße Rechnung tragen. Das bei Oranien- burg neu eingerichtete K.L. hat eine Fläche von 78 Hektar Staatsgrund. 2. Ich wäre dankbar, wenn die nun brennend werdende Frage der Verlegung des K.L. Lichtenburg baldigst der von mir vorgeschlagenen Entscheidung zu- geführt würde. Es haben sich bereits mehrere preußische Städte um die Ver- legung und Zuweisung dieses Lagers bemüht und Mittel hierfür in Aussicht gestellt. Die Verlegung des Lagers muß bis Frühjahr 19361 durchgeführt sein. Aus diesem Grunde bitte ich um Mitteilung, ob Thüringen an der Neueinrich- tung eines Konz.-Lagers weiterhin festhält, andernfalls würde ich die auf preu- Bischem Staatsboden gebotenen Gelegenheiten ins Auge fassen. Der Inspekteur der Konz.-Lager (Eicke) SS-Gruppenführer. IML- Buchenwald I 9/1, Bl. 00 021. Original. Der Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei RK 320 Bg, Berlin W 8, den 27. Januar 1937 Wilhelmstraße 78, [Geheim!] Persönlich! An den Reichsstatthalter in Thüringen Herrn Gauleiter Fritz Sauckel in Weimar Museumsplatz 4. Betrifft: Lager für politische Häftlinge bei Bad Sulza usw. Im Nachgang zu dem Schreiben vom 5. Januar 1937— RK 320 Bg. Sehr verehrter Herr Reichsstatthalter! Auf Ihr Schreiben vom 29. Dezember 1936 erwidere ich nach Vortrag beim Führer und Reichskanzler ergebenst, daß der Führer und Reichskanzler gegen Ihre Vorschläge wegen des Konzentrationslagers für politische Häftlinge bei Bad Sulza und wegen der damit in Zusammenhang stehenden Fragen keine Bedenken hat, wenn der Reichsführer SS mit der vorgeschlagenen Regelung einverstanden ist. Den Reichsführer SS habe ich gleichfalls von der Entscheidung des Führers und Reichskanzlers unterrichtet. Heil Hitler! Ihr sehr ergebener gez. Dr. Lammers? IML- Buchenwald I 9/1, Bl. 00 111. Original. 1 Fehler im Original, sicher 1937. ®2 Hans Lammers, SS-Obergruppenführer, Chef der Reichskanzlei im Ministerrang. 1949 zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. 1951 entlassen. Lebt in der Deutschen Bundesrepublik. 34 UDEIEHRUFORRRENPEANENWENOROORONREHENFURRNNDHHUNFERRNRHENURHENEUNEHENRRRKSERRERTERUERI LTE Andi Thür Jena Adolf. VI- Neuba Anlı nach H Mit Magd: mehr benöt (schle oder’ IML- 1 ( unnn ei Orani. Tanlen-[Geheim! fund, r Verle kaugur an i ee e wi 1.Dies ist ein Staatsgeheimnis im a& ZU- Sinne des$ 88 RStGB. in der Fas- sung des Gesetzes vom 24. 4. 1934 en(RCBI. 1S. 341 9). ee sein. 2. Weitergabe nur verschlossen, bei ‚veueinrich- Postbeförderung als„Einschreiben“. 'e auf preu- 3. Empfänger haftet für sichere Auf- i bewahrung.] N “onz.-Lager An die f Thüringische Geologische Landesuntersuchung h hrer, Jena‘4 Adolf Hitlerstraße 19{ [Geheim!] ii VII-1-1/37 4.2. P 1076— 132/37 g 24. 4. 37 N anuar 1937 N Neubau eines Konzentrationslagers in Thüringen Anliegend reiche ich Ihnen das Ihrem Schreiben beigefügte Meßtischblatt nach Kenntnisnahme mit Dank zurück. Mit Rücksicht auf die Durchführung des Vierjahresplanes kommt das in Thüringen Magdala vorgesehene Gelände für den in Aussicht genommenen Zweck nicht auckel mehr in Frage, da der dort vorhandene Ackerboden zum Anbau von Getreide benötigt wird. Es wird vielmehr ein Gelände in Größe von 75ha gesucht (schlechter Boden oder auch Wald), in dessen Nähe sich abbaufähiger Lehm- oder Tonboden befindet. Die Lagerinsassen sollen im Rahmen des Vierjahres- planes mit der Herstellung von Ziegeln beschäftigt werden. Ich wäre Ihnen daher dankbar, wenn mir umgehend mitgeteilt werden könnte, wo im Umkreis von etwa 25 bis 30 km von Weimar abbaufähige Lehmlager vorhanden sind und in ie deren nächster Nähe man ein Lager errichten kann. Weiterhin wäre ich für Mit- teilung dankbar, wo außerhalb dieser angegebenen Grenze in Thüringen ab- h baufähiger Lehmboden vorhanden ist." Ich bitte, die Angelegenheit als sehr dringend zu beantworten, da mir vom IN Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei nur eine Woche Frist zur Be-% zen——e ET Te ortrag beim nzler gegen iftlinge bei ragen keine 1 Regelung' s richterstattung zur Verfügung steht. ii N des Führers Lv. 1] (Go)! PM IML- Buchenwald I 9/1, Bl. 00 119. Origiral. 14 tler! YM N gebener hi mmers? h N | m|; rang. 194 zu| 1 Gommlich, Oberregierungsrat im Thüringer Innenministerium.} Re ” ET u u u u u REEL TE en= hacker Tre al ee re De Zu u der Ser en ee ET TTS as ee IN } ln uupurrennenneense Ann ntOCOGTEUNBERLHEHEHNFEHRHRHRGRREYFHRE HONG REF EHEN SER RO an TERRA ETTERTUNDLELHURKNEUNHEEUERNEE DIPBay Weimar, am 5. Mai 1937 Niederschrift Gruppenführer Eicke teilte am 5. Mai 1937 auf fernmündlichen Anruf mit, daß nach seiner Ansicht das in Aussicht genommene Gelände am Ettersberg für seine Zwecke geeignet sei. Er würde voraussichtlich in der Woche nach Pfingsten mit dem SS-Gruppenführer Pohl gemeinsam die Gegend besichtigen. Er wird vorher entsprechende Nachricht geben. Es sei nunmehr beschlossen, daß nach Weimar ein Lager gelegt würde, in dem 8000 Insassen untergebracht werden können. Gleichzeitig würden im Zuge dieser Maßnahme 13000 Mann Bewachungspersonal nach Weimar gelegt werden. Herr Staatssekretär und Herr Reichsstatthalter erhielten entsprechende Kenntnis. Nachrichtlich:(Gommlich) IML- Buchenwald I 9/1, Bl. 00 124. Original. Der Führer der SS-Totenkopfverbände Berlin, den 7. Juli 1937 und Konzentrationslager F/Az.: 8 c/7.7.37 Betreff: Maßnahmen im Zuge der Umorganisation SS-TV/KL. Bezug: RFSS v. 11. 6. 37. AZ, 809.6. ST BISSZEVEv. 2426787 71% 117, Eilt! An SS-Hauptsturmführer Sauer, K.L. Bad Sulza SS-Obersturmbannführer Lippert, K.L. Lichtenburg SS-Standartenführer Helwig, K.L. Lichtenburg SS-Standartenführer Schmidt, K.L. Sachsenburg SS-Standartenführer Nostitz, K.L. Sachsenburg SS-Standartenführer Reich, K.L. Sachsenhausen SS-Obersturmbannführer Koch, K.L. Sachsenhausen SS-Obersturmbannführer Dr. Genzken, San. Abtlg. SS-TV. Befehl!!... III. K.L. Ettersberg 1. Am 16. Juli sind die ersten 300 Häftlinge nach dem neuen K.L. Ettersberg zu verbringen. Es handelt sich zunächst um Häftlingshandwerker. Es stellen KL. Sachsenhausen rund 150 Häftlingshandwerker, 1 Im Abschnitt I werden Anweisungen für die Auflösung des KZ Bad Sulza am 9. Juli 1937 erteilt. Die Häftlinge sollen in das KZ Lichtenburg überführt werden, das Inventar dagegen auf den Ettersberg. Laut Abschnitt II soll am 16. Juli 1937 das KZ Sachsenburg aufgelöst, die Häftlinge nach Sachsenhausen, die Geräte nach dem neuen„KL Ettersberg“ transportiert werden, 36 Li nal y,D Koch;( bannfı zu ste 1.D und di 4,58 komma peq tratior konze, und n sendu IML=; nn, 3. Mai 1997 ' Anruf mit, tersberg für a Püngsten en. Er wird ‚t würde, in len im Zuge mar gelest sprechende Gommlich) T, Juli 1937 . II, 4. „Ettersberg ns stellen Juli 1937 erteilt. gegen auf den 2 die Häftlinge en, and) rl 177 Lichtenburg u. Sachsenburg(letztere nach Überweisung der Häftlinge nach Sachsenhausen) je rund 75 Häftlingshandwerker. 9. Die Auswahl dieser Häftlingshandwerker trifft SS-Obersturmbannführer Koch; er fordert die Häftlingshandwerker unmittelbar an und bestimmt, welche Gegenstände ihnen mitzugeben sind. Haftscheine sind auszustellen und zu den Inventarverzeichnissen zu nehmen. 3. Den Transport auf dem kürzesten und sichersten Landwege nach K.L. Ettersberg und die Transportsicherung der Häftlinge(Ziffer 2) übernehmen ab Sachsenhausen: SS-Standartenführer Reich, ab Lichtenburg: SS-Obersturm- bannführer Lippert. Ab Weimar, SS-Kaserne, ist diesen Transporten ein Lotse zu stellen. IV. K.L. Lichtenburg 1. Das K.L. Lichtenburg wird voraussichtlich am 15. August 1937 aufgelöst und die Häftlinge nach dem neuen K.L. Ettersberg verbracht... 4. SS-Obersturmbannführer Koch übernimmt ab 16. Juli 1937 die neue Lager- kommandantur des K.L. Ettersberg.!... Der Führer der SS-Totenkopfverbände und Konzentrationslager gez. Eicke SS-Gruppenführer koB. Der Stabsführer der SS-TV/KL i. V.(Mickeleit) SS-Hauptsturmführer IML- Buchenwald I 9/1, Bl. 00 148-00 152. Original. Hektographiert. Abschrift eines Funkspruchs des Polizeifunkdienstes vom 6. 8. 1937 peq nf alle kriminalpolizeileitstellen und kriminalpolizeistellen— die konzen- trationslager lichtenburg und sachsenhausen? sind aufgelöst. dafuer ist das konzentrationslager buchenwald b weimar eingerichtet. alle ueberweisungen und rueckfuehrung von berufsverbrechern in die genannten lager sowie die ueber- sendung von postsachen sind von sofort ab nur nach buchenwald vorzunehmen. reichskriminalpolizeiamt IML- Buchenwald I 9/1, Bl. 00 129. Original. 1 Inden Punkten 2, 3 und 5 werden weitere Versetzungen befohlen. Der Abschnitt V betrifft die Wachkommandos und ihre Verteilung. 2 Sicher ein Übertragungsfehler, es wird Sachsenburg gemeint sein. N ee ee Se ee rn re Ze ELLE HE LE Zn =, \ Ä } I } } Ki ! } i Ih } IN N N) 4 Er De a a EEE a u u RL ZELLE U Te a ee na Ber 2 a a sauce Sr ee DT Ta Ze Te Te Th ren ee El a ne nella” ee Sesse NEN PRRARTTITERTUTELELNURDUEUNNELUEENEE EM Der Reichsführer-SS Berlin SW 11, den 20. September 1937 und Prinz-Albrecht-Straße 8 Chef der Deutschen Polizei Fernsprecher: 12 00 40 im Reichsministerium des Innern S-V 2 Nr. 480/37. An den Herrn Reichsstatthalter in Thüringen in Weimar Fürstenplatz 2. Auf Ihr Schreiben vom 80. Juli 1987- HIPV—. Nach Zurückführung der Zahl der Konzentrationslager auf die 3 Lager in Sachsenhausen, Buchenwald und Dachau für die männlichen Schutzhaftgefan- genen dürfte eine Zuweisung in die einzelnen Lager fast zwangsläufig nur aus den räumlich benachbarten Gebieten erfolgen, und zwar dergestalt, daß ein- gewiesen werden: a) nach Sachsenhausen: die Schutzhäftlinge aus den östlichen, nördlichen und zentral gelegenen Gebietsteilen, b) nach Buchenwald: dieSchutzhaftgefangenen aus den westlichen undnord- westlichen Gebieten des Reichs, ferner aus Sachsen, Thüringen, Hessen und den nördlichen Teilen Bayerns, etwa nördlich der Linie Würzburg-Bamberg-Bay- reuth, c) nach Dachau: die Schutzhaftgefangenen der süddeutschen Staats- polizeistellen. Veränderungen in den Zuweisungen an die Lager werden sich aber bei Über- belegung des einen oder anderen Lagers, z. B. anläßlich von Aktionen in be- stimmten Landesteilen, gelegentlich nicht vermeiden lassen. In derartigen Fällen werden— soweit die Einweisungen vom Geheimen Staatspolizeiamt ver- fügt werden— generelle Anordnungen über die Einweisungen von Fall zu Fall ergehen. Eine genaue Abgrenzung der Einweisungsbezirke ist nicht be- absichtigt. Die Festsetzung bestimmter Einlieferungstage erscheint nicht notwendig, da die Gefangenensammeltransporte fahrplanmäßig Weimar anlaufen. Für den Weitertransport nach Buchenwald ist die Einrichtung eines regelmäßigen Ge- fangenentransportwagenverkehrs in Aussicht genommen. Übernachtungen im Polizeigefängnis Weimar werden sich im Hinblick darauf, daß die Transport- züge am frühen Morgen bezw. am frühen Nachmittag den Bahnhof Weimar berühren, vermeiden lassen. Die Kosten für Einzeltransporte von Gefangenen sind von der Behörde zu tragen, die die Überführung veranlaßt. Sie werden mithin auf den Fonds der Geheimen Staatspolizei übernommen, wenn die Überführung von der Ge- 38 HIODIPEESMNERREORRENEUNNHHRSHRTEHVUFERURHIRESTETLENLEL en heimen den Fal Ausgab unterb IML-] Der R Der V Haupt Betrifft Bezug: Anlagı An deı Herm Der$t Thürir Weim Fürste Für buch< Mitte] verau: die W undz Zentral mark, aus de 2 'ember 1937 3 Lager in tzhaftgefan- ufig nur aus lt, daß ein- dlichen und enundnord- xus Sachsen, len Bayerns, mberg-Bay- chen Staats- ‚er bei Über- ionen in be- 1 derartigen lizejamt ver- ‚Fall zu Fall st nicht be- notwendig, ‚fen. Für den mäßigen Ge ‚chtungen im ie Transport- „hof Weimar n Behörde zu en Fonds der yon der Ge heimen Staatspolizei veranlaßt wird. Zu den Transportkosten gehören neben den Fahrtkosten(auch Lastwagen!), etwaigen Tagegeldern der Begleitpersonen, Ausgaben für Marschverpflegung auch die Kosten für ein kurze Zwischen- unterbringung in einem Polizeigefängnis. Im Auftrage: gez. Dr. Best! Beglaubigt: (unleserlich) Assistent. IML- Buchenwald I 9/1, Bl. 00 136. Original. Der Reichsführer der Schutzstaffeln der NSDAP. München, den 3. März 1933 Der Verwaltungschef der SS Hauptabteilung: vV5/1/55d2/106 Betrifft: Grunderwerb Konzentrationslager Buchenwald Bezug: anliegende Schlußabrechnung Anlagen: 1 Kontoauszug mit Kassenbelegen? An den Herrn Reichsstatthalter in Thüringen Der Staatssekretär und Leiter des Thüringischen Ministeriums des Innern Weimar Fürstenplatz 2 Für den Grundstückankauf sind laut Konto-Auszug aus der im Verwahrungs- buch der Thüringischen Landeshauptkasse geführten Sonderrechnung über die Mittel für Errichtung des KL Buchenwald insgesamt RM 369 568.17 verausgabt worden. Diese Gesamtsumme diente zum Ankauf des Geländes für die Wohnsiedlung mit RM 79 522.65 und zum Ankauf des Geländes für das Lager mit der Restsumme von RM 369 568.17 =„. 719522.65 RM 290 045.52 1 Dr. Werner Best, SS-Gruppenführer. Wurde 1931 bekannt, als er, ein Richter am hessischen Landgericht, die„Boxheimer Dokumente“ verfaßte. 1935 Hauptabteilungsleiter bei der Gestapo- zentrale in Berlin, später Stellvertretender Leiter des SD. 1942 Generalbevollmächtigter für Däne- mark, verantwortlich für die„Aussiedlung“ der Juden aus Dänemark. 1946 zum Tode verurteilt. 1951 aus dem Gefängnis entlassen. Lebt in der Deutschen Bundesrepublik als Justitiar. 2 Anlagen fehlen. 39 ee , } Ä ip} M 44 “ 1 h Y F F } 1; ’ ) 3 EEE ELLE LEONE et S ba RE a ee re ee a Zoe ee eere z= eSTES EEFE THE EIS REFE ART EVRETTLTNENNTERDENENKELENRNKENEHKHRENEENENG Da die Bezahlung aus verschiedenen Haushaltskapiteln erfolgt, bitte ich um nähere Angaben, wie sich die einzelnen Ausgabenposten auf die beiden Grund- stücke verteilen. Heil Hitler! (unleserlich) SS-Standartenführer und Vertreter im Amt. IML- Buchenwald I 9/1, Bl. 00 292. Original. IIIPW 20 Antwort: Betr.: Wie angegeben! In der Anlage übersende ich eine Aufstellung, aus der ersichtlich ist, daß für A. das K.L. Buchenwald 296.393.92 B. die Wohnsiedlung 231720 verausgabt worden sind. I Ve Rückseite des vorstehenden Dokuments. Handschriftlich. Der Aufbau des Lagers ... Im Sommer 1937 wurden die ersten Häftlinge auf den Ettersberg gebracht. Sie kamen mit der Bewachungsmannschaft in Lastwagen, wurden mitten im Walde abgeladen, mußten Bäume fällen und aus den mitgebrachten Bauteilen die erste Holzbaracke aufschlagen. Spät nachts, unter ständigem Brüllen und Schlagen der SS-Posten, wurde die Baracke fertig, die eine Hälfte für die Häft- linge, die andere für die SS. In täglich 14- bis 16stündiger, schwerster körper- licher Arbeit, unter ständiger Lebensgefahr durch knüppelschwingende, tretende und schießende SS-Leute entstand aus einem frei gewachsenen Wald in kaum zwei Jahren das Lager selbst und die dazugehörigen SS-Unterkünfte, Ver- waltungsgebäude und Villen für die höheren SS-Führer. Trotz der Eile und der endlosen Arbeitszeit wurden dabei keinerlei technische Hilfsmittel verwendet. Mit der Picke wurden die Steine gebrochen und auf den Schultern in immer wiederholten Märschen, oft im Laufschritt an die Stelle getragen, an der sie ge- braucht wurden. Das ganze Packlager für das Lager mit seinem großen Appell- platz, für die Straßen in und um das Lager und zwischen den Kasernen ist so mit Schweiß und Schwielen, mit wundgelaufenen Füßen und zerquetschten Fingern, einzeln herangeschleppt worden. Monatelang mußte jeder Häftling nach Arbeits- schluß einen Felsbrocken mit ins Lager tragen.” Einen ganzen Sommer lang 1 in Stenographie. 2 Vgl. Abb. 66. U LUHERIPORPCDEREENTOEROROEBERKERFETREHHRTEHYRFEREHREERGRFRSBFIGSEUGEKESREEDEIBRT SEI TETSTENETEEESRTZTZITET mußte zum Li Kasein schien! Umfal Zum! nieret Das} portie Trags den k herge‘ wir St und d wenn aus de Strafe Stricke mit Tı SS-Le portw länge denen selten für d selbst mehr undc klebte große Händ Jacke Schul dann itte ich um (den Grund- tler! lich) führer und im Amt, ist, daß für 9 n ) 1 gebracht. n mitten im en Bauteilen Brüllen und für die Häft- ster körper- nde, tretende Jald in kaum ‚künfte, Ver- Eile und der ‚] verwendet. rn in immer an der sie ge oßen Appell nen ist so mit hten Finge, nach Arbeits“ Sommer lang sul 177 Hl g Anl ganze Lager Steine schleppen, vom Steinbruch zum Lager, vom Steinbruch zu den Wachttürmen, vom Steinbruch zu den SS- Kasernen. Wehe, wenn ein Stein den Aufsicht führenden SS-Leuten zu klein er- schien!! Dann setzte es Prügel oder„Sport“, das heißt Exerzieren bis zum Umfallen für den Häftling oder für die ganze Kolonne, bei der er arbeitete. Zum Ausschachten des Untergrundes für die zahllosen Gebäude und zum Pla- nieren des Geländes zwischen den Gebäuden wurden keine Bagger verwendet. Das Erdreich wurde herausgetragen und zum großen Teil mit Tragen abtrans- portiert. Die Tragen waren viereckige, oben offene Holzkästen, an denen zwei Tragstangen so befestigt waren, daß sie von zwei Häftlingen transportiert wer- den konnten. Für Strafkolonnen wurden Kästen in besonders großem Format hergestellt. Wir versuchten, uns die schwere Last dadurch zu erleichtern, daß wir Stricke oder Drähte an den Stangen befestigten, die wir über die Schultern und den Nacken legen konnten, um die Last mit dem ganzen Körper zu tragen, wenn die Hände die Stangen nicht mehr halten konnten und die Arme förmlich aus den Gelenken zu reißen drohten. Aber das wurde unter Androhung strenger Strafen verboten und konnte nur heimlich versucht werden, indem wir die Stricke durch die Rockärmel führten. Täglich konnte man so lange Kolonnen mit Tragen im Lagerbereich ihre schwere und traurige Arbeit verrichten sehen. SS-Leute bis hinauf zum Lagerführer sorgten dafür, daß bei längeren Trans- portwegen die Tragen unterwegs nicht zu oft abgesetzt und die Pausen nicht länger als unbedingt nötig ausgedehnt wurden. Nur an den Baustellen, an denen größere Erdmassen bewegt werden mußten, wurden Kipploren und, in seltenen Ausnahmefällen und immer nur für wenige Wochen, Zugmaschinen für die Loren verwendet. Die Regel war, daß die Loren von uns Häftlingen selbst geschoben werden mußten, Berge hinauf, durch Dreck und Schlamm, der mehr als einmal oben in die Schuhe hineinlief, bei glühender Hitze im Sommer und eisiger Kälte im Winter, bei der die Hände an den kalten Eisenteilen an- klebten. In Buchenwald gibt es keinen Sandboden, sondern einen mit vielen großen Steinen durchsetzten Muschelkalk... Dieser Schlamm klebte an den Händen und am Werkzeug, er verbreitete sich von da über die Hosenbeine und Jacken, beim Steinetragen über die Schultern und Mützen, und drang über die Schuhe an die Hosenbeine, die Socken und Unterhosen. Die Sachen mußten dann nach der Arbeit ausgebürstet werden, falls sie bei Regenwetter überhaupt getrocknet werden konnten. Und wenn wir am nächsten Morgen nach dem Aus- marsch an der Arbeitsstelle ankamen, waren wir schon wieder bis an die Knie bespritzt und verdreckt. Auch die Stämme der vielen gefällten Bäume wurden nicht abgefahren, son- dern mußten auf der Schulter weggeschleppt werden. Da gab es Kolonnen von 90 bis 40 Mann, die einen riesigen Eichen- oder Buchenstamm mühsam fort- trugen. Die Brocken aus dem Steinbruch wurden bis zum Jahre 1944 in Loren den steilen Abhang hinaufgeschoben. An jeder Lore war ein starkes Seil mit mußte sonntags zur Freizeit das 1 Vol. S. 223 f. 41 EEE EEE EEE EEE DELETE, Pa Een Te a ae ea RE ERERERES U U TE OEL ATE gen u o ER: &, Ba an 2 eg Re TE Se Be essen ne UP HAMORENEDDOONDENNRERRORRRENFEHHEHHRURFERKERKERRRRERERREERERERT RR ER are NAEH AAN NENNENLUNDUNNUHLLENUNKUN LURKRINEHRKHENERKEET Querstangen befestigt. Zwanzig bis dreißig Mann zogen an diesen Stangen mit Aufbietung aller Kräfte im Gleichschritt die Lore aus dem Steinbruch in die Höhe. Ein besonderes Beispiel sadistischer Lust der SS waren die Fuhrkolonnen!. Es gab im Lagerbereich weder Lastautos noch Pferdefuhrwerke, mit Ausnahme der Lieferwagen Weimarer Firmen. Aber es gab hölzerne Kastenwagen, wie sie gewöhnlich für zwei Pferde auf dem Lande Verwendung finden, die von Häftlingen gezogen wurden. Jeder Häftling hatte ein Zugband über einer Schulter quer über die Brust, das mit einer Kette an der gemeinsamen Zugkette in der Mitte der Kolonne befestigt war. Einige schoben und andere griffen bei Steigungen in die Speichen der großen Räder. Einer führte die Deichsel und lenkte den Wagen. Mit diesem Wagen mußten Erde und Steine, Ziegel und Zement, Balken und Stämme, Bauteile und Küchenabfälle, kurz alles das trans- portiert werden, was von den Trägerkolonnen nicht geschleppt werden konnte. Es gab im Lager vier solche Fuhrkolonnen. Zu dieser schweren Arbeit wurden von der SS nur solche Häftlinge verwendet, die von ihr als besonders minder- wertig angesehen wurden, nämlich Juden und sowjetische Kriegsgefangene. Sie wurden streng beaufsichtigt und häufig bestraft, wenn nach der willkürlichen Ansicht eines SS-Angehörigen die Wagen nicht voll beladen waren, wenn sie zu langsam gezogen wurden, oder wenn die Fuhrkolonne nicht exakt genug grüßte und was dergleichen Dinge mehr waren. Ein Grund zur Bestrafung fand sich immer, und eine Verwahrung dagegen gab es nicht. Dann gab es Kost- entzug, Strafarbeit bis in die späten Abendstunden oder sonntags nachmittags und mehr als einmal Prügelstrafe für die ganze Mannschaft. Beim Aufbau des Lagers sorgte die SS in erster Linie für ihre eigene Bequem- lichkeit. Der Ausbau des Häftlingslagers wurde hintan gehalten oder nur nach Schluß der offiziellen Arbeitszeit zugelassen. Dagegen mußten die SS-Unter- künfte und Wirtschaftsgebäude, die Kasernen und die zahlreichen„Führer- häuser“, das heißt Villen für die SS-Offiziere, die Heizwerke, die Straßen und Fernheizanlagen, der Lagerzaun mit seinen 23 Wachttürmen, Werkstätten, später Fabrikanlagen und eine Eisenbahnlinie nach Weimar in ständigem Hetz- tempo, und— besonders vor dem Kriege, als es noch keine Verdunklung gab— mit Einlegung von vielen Nachtschichten errichtet werden... Prof. Dr. Gerhard Harig? „Das war Buchenwald- Ein Tatsachenbericht.“ Leipzig, o. J. S. 8-11. Die Aufbauzeit Glühende Hitze lag auf der Autobahnstraße Leipzig-Erfurt, auf der unser Transport vom KZ Lichtenburg, vollgestopft mit Schutzhäftlingen, die sich zum größten Teil schon seit 19383 in den Händen der nazistischen Banditen befanden, 1 Vgl. S. 225 f. u. Abb. 68 bis 70. 2 Prof. Dr. Gerhard Harig, geb. 1902, von 1938 bis 1945 KZ Buchenwald, jetzt Professor an der Karl-Marx-Universität Leipzig. 42 + entlang entgegt Nad jetzt di Walde Kame wagel ähnlic Verbr ersche So ge Dur verbre schon hatten Knüpp dem B verwöl der Sk dem B sie ZUR Der Arb übern trageı in un ungen trotzd und B den, I uns v Strafe Wwareı der N 9 Uh tangen mit Tuch in die rkolonnent. } Ausnahme wagen, wie en, die von über einer N Zugkette griffen bei eichsel und Ziegel und 5 das trans- len konnte, eit wurden rs minder- angene. Sie illkürlichen 1, wenn sie xakt genug rafung fand ıb es Kost- nachmittags ne Bequem- er nur nach > SS-Unter- n„Führer- itraßen und Verkstätten, ligem Hetz- dung gab- hard Harig? ıf der unser die sich zum ‚n befanden, ofessor an der u) N N ll L ol entlangrollte. Durstig, hungrig und müde fuhren wir dem unbekannten Ziel entgegen... Nach 7stündiger Fahrt wurde Weimar sichtbar... Hinter Weimar ging es jetzt die Landstraße nach dem Ettersberg hinauf. Unheimliche Stille des tiefen Waldes, Gewehre in Anschlag. Es ist einfach nicht zu schildern, wie sich die Kameraden gegenseitig mit den Augen verabschiedeten. Ein Ruck des Last- wagens— Gebrüll, das zum Aussteigen aufforderte. Schwarze Kisten, die Särgen ähnlich sahen, standen auf dem alten Appellplatz. Die erste Rede des größten Verbrechers, des Kommandanten Koch, war:„Wer hier nicht pariert, der wird erschossen, Seht euch die Schweine an, die dort in den offenen Särgen liegen!- So geht es jedem von euch roten Lumpen.“ Durst, Durst und Hunger begleiteten uns in die Baracken. Die Berufs- verbrecher trieben uns mit Drohungen in die halbfertigen Unterkünfte, die uns schon vorausgegangene Transporte, ungefähr 400 Antifaschisten, aufgebaut hatten und die uns mit einem Schluck Wasser helfen wollten. Sie trieb man mit Knüppeln in die Baracken. Der Blockälteste, der Antifaschist Fischer, wurde zu dem Bock geschleppt und bekam 25 Stockhiebe. Die Lichtenburger waren nicht verwöhnt, aber jetzt erst begann, das fühlten wir alle, die schlechteste Periode der Sklaverei. Hungrig und durstig legten wir uns rings um die Baracken auf dem Boden schlafen. Die SS-Banditen, die Schießerlaubnis hatten, benutzten sie zur Genüge. Der Appell des ersten Tages begann um 4 Uhr morgens.— Arbeitseinteilung.— Der berüchtigte SS-Hauptsturmführer Weißenborn übernahm die Einteilung der Arbeitskolonnen.„Steinbruch II zum Steine- tragen! Laufschritt!“— So ging es hin und her durch die Kette der SS. Ein Toter in unserer kleinen Kolonne von 50 Mann war das Ergebnis. Wir mußten mit ungenügendem Werkzeug schanzen. Der Steinboden unseres Hügels war hart; trotzdem mußte bei dem Bewässerungskommando 8m Boden in einer Tiefe und Breite von je 1,60 m aufgeworfen werden. Das konnte nicht geschafft wer- den. Einer mußte dem anderen helfen,— es war Kameradschaft. Der Geist unter uns war gut. Schläge, Entbehrungen, Baumhängen lösten sich gegenseitig ab. Strafestehen bis tief in die Nacht hinein bei kleinsten Vergehen...„Grüne 1 waren geflohen. Der Appell verzögerte sich, es wurde Mitternacht, es graute der Morgen, immer noch stand der größte Teil der 2000 Lagerinsassen. Es wurde Sur 10, 11, 12-Uhr. Nach 18stündigem Stehen gab es Salzhering und Kartoffeln, aber kein Wasser. Der größte Schlag stand uns noch bevor. Fünf Antifaschisten wurden auf verschiedenste Art umgebracht, als Geiseln für die Ausreißer, darunter der Kamerad Fischer. Das Lager wuchs. Die Arbeiten mußten immer noch beschleunigt werden. Das Kommandantenhaus und die Kasernen sollten bewohnt werden. Die Zahl der SS-Banditen nahm ständig zu; immer wieder wurden neue Kasernen ver- langt. ı Berufsverbrecher(BV), die durch einen grünen Winkel gekennzeichnet waren. fee, a eh F h k fi } K ; } N N } N N ' } ee= ee ee ne u u u u ne EEE REEL nd ET De ee Te Fa I a wie-== Se re een STE ne Fi {8 M f j; h E UN WULLULT ENT RRBAROENEDODONDENRINDEDRERUERFENFEEREHRRRIKNERRRER REITER REN BURTON ELLE nn PATARTTANENTTLDTELHELDNEHKEHEUBENNE Jede antifaschistische Regung wurde unterdrückt. Denunzianten unter den „Grünen“ verrieten uns. Die Kameraden Stöcker, Woitkowski, Theo Neubauer und noch zehn bewährte Antifaschisten wurden mit der besonderen Aufforde- rung des Kommandanten,„den Steinbruch nicht lebend zu verlassen“, diesem schwersten Kommando zugeteilt. Die Arbeit war mit keiner Straf- und Sklaven- arbeit zu vergleichen. Die gebrochenen Steine mußten zu den Loren geschleppt werden. Die Gespanne, aus Häftlingen bestehend, wurden so gruppiert, daß jeder Lore zwölf Mann vorgespannt waren. Als Treiber betätigten sich acht SS-Mörder, die den Häftlingen die Gewehre in die Rippen bohrten, ihnen mit Knüppeln auf die Hände schlugen, die die Zugstange festhalten mußten. So be- wegte sich die Lore nach der auf dem Berg liegenden Baustelle. Wer die Schmerzen nicht ertragen konnte, derjenige, der bei dem Bohren in die Rippen und dem Durchstecken der Läufe unter die Achseln nicht die Nerven behielt, der wurde durch einen Schuß in den Rücken niedergestreckt. Die Leiche wurde einige Meter in den Wald geschleppt. Dafür gab es drei bis fünf Tage Urlaub und doppelte Verpflegung für die Mörder. Bei den Arbeiten im Steinbruch selbst, in den einzelnen Schachtkommandos, wurden die übelsten Methoden angewandt... Freizeit und Sonntage gab es nicht. Wassermangel und fettlose Ernährung riefen Krankheiten hervor. Der Winter war hart, bis zu 22 Grad Kälte. Keine Mäntel. Das Tragen von Ohren- klappen und Halstüchern war verboten und bedeutete den Verlust einiger Zähne. Es gab in Buchenwald zwar ein Krankenrevier, aber wehe dem, der es wagte, krank zu werden. Die Voruntersuchung wurde von dem Henker Weißenborn persönlich vorgenommen. Es gab Schläge in die Zähne. Fiel der Betreffende in den zähen Schlamm oder auf den hartgefrorenen Boden, so war er ein„Dreck- schwein“. Er wurde von Arbeitsdienstführer SS-Hauptscharführer Bräuning mit Füßen bearbeitet. Blieb er stehen, dann wurde geschlagen, bis die Hände des Mörders versagten. Ein furchtbares Erlebnis ist mir im Gedächtnis geblieben. Eines Morgens im Dezember 1937— es war bitter kalt— bewegte sich eine Reihe Fußkranker mit aufgebundenen Schuhen dahin zur Voruntersuchung bei dem Hauptbanditen Weißenborn. Ich hörte, wie Weißenborn fragte:„Und du Spitzbube?“— Der Angesprochene riß die Mütze vom Kopf und antwortete:„Ich kann nicht laufen und der Fuß ist so geschwollen, daß ich nicht die Schuhe anziehen kann.“ Weißenborn antwortete:„Warte, du roter Lump!“ Am Vormittag erfuhr ich, daß er dem betreffenden politischen Häftling befahl, sich unter die Regen- traufe der Bauleitungsbaracke zu setzen und dazu ausdrücklich bemerkte:„Setz dich, heute abend bist du wieder gesund.“—Er ist in sitzender Stellung erfroren. Hunderte Fälle bestialischer Art könnten herangezogen werden, als Beispiel, wie die SS-Banditen hausten. Bedenken muß man jedoch, daß in diesem Ab- schnitt der Geschichte Buchenwalds die Zahl der Toten nicht an die der Jahre 1944 bis 1945 heranreichte, weil zu Beginn nur 2000 bis 3000 Häftlinge im Lager waren. Deutsche waren es, die im Steinbruch erschossen wurden, deutsche 44 he Kubi It DH ERBE dad A he Antifast den, Al gequält Verg Selbste BA 46-1 Bei lingsfi Lagen wo sie Die an tionen. Die Ar abends nachts morgen 1938 b einen: der BV BA 379- Die untern nordwi Häftlir dem N einem Zaun 0 BW im Kraı ıy, I unter den 0 Neubauer n Aufforde- en, diesem nd Sklaven- n geschleppt Ippiert, daß en sich acht n, ihnen mit Bten. So be- e. Wer die die Rippen ven behielt, iche wurde age Urlaub (ommandos, tage gab es hervor. Der von Ohren- lust einiger ler es wagte, Weißenborn streffende in ein„Dreck- sr Bräuning ; die Hände Morgens im kranker mit uptbanditen be?“— Der nicht Jaufen 1 kann.“ jittag erfuhr r die Regen- 1erkte:„setz ıng erfroren. als Beispiel, ‚ diesem Ab- lie der Jahre Häftlinge im len, deutsche Antifaschisten waren es, die bei dem Verrichten ihrer Notdurft erschossen wur- den, Antifaschisten, die aus verschiedenen deutschen Gebieten hier zu Tode gequält wurden. Vergeßt nicht, daß der Schreiber dieser Zeilen Selbsterlebtes geschildert hat, Selbsterlebtes in dem ersten Halbjahr des Lagers Buchenwald. Paul Woitkowski! BA 46-13. Bericht, geschrieben 1945. Bei Gründung des Lagers waren nur deutsche Häftlinge im Lager. Die Häft- lingsführung lag in den Händen der Berufsverbrecher, die auch die anderen Lagerfunktionen besetzt hatten. Diese Verbrecher bestahlen ihre Kameraden, wo sie nur konnten. Die Portionen wurden unter dem Stubendienst aufgeteilt. Die anderen Kameraden bekamen nur einen Teil der ihnen zustehenden Por- tionen. Infolgedessen war die Sterblichkeit durch Unterernährung groß. Die Arbeitszeit war im Sommer von 5 Uhr morgens bis 8 und auch 9 Uhr abends. Beim Bau der Wasserleitung wurde sogar regelmäßig bis 10 oder 11 Uhr nachts gearbeitet. Ja, in besonders„dringenden Fällen“ ging die Arbeit bis morgens 2 und 3 Uhr. Das Lagerkommando hatte der BVer Noack. Am 1. April 1938 begann die erste Aktion gegen die sogenannten Asozialen, die im Lager einen schwarzen Winkel trugen. Das bedeutete eine weitere Unterstützung der BVer. Fritz Männchen? BA 573-12. Bericht, geschrieben 1945. Die Errichtung des Lagers Die ersten Schritte zur Errichtung des KZ Buchenwald wurden im Jahre 1937 unternommen. Das hierfür ausgesuchte Gelände, ungefähr neun Kilometer nordwestlich von Weimar auf dem Ettersberg, war mit Wald bewachsen. Das Häftlingslager mit den Werkstätten der Deutschen Ausrüstungswerke war auf dem Nordhang dieses Berges geplant, und hierfür war eine Fläche von etwa einem halben Quadratkilometer bestimmt. Ringsherum wurde ein Stacheldraht- zaun gezogen, der unter ständiger Spannung von 350 Volt stand. Weiter wurden 23 Wachttürme gebaut, von denen aus der ganze Zaun bewacht werden konnte. Als Unterkünfte für Häftlinge dienten meistens Holzbaracken. Später bauten wir 15 massive Steinblocks, von denen jedoch die Blocks Nr. 46 und 50 anderen Zwecken zugewiesen wurden?, weiter Werkstätten, Lagerräume, Kranken- 1 Paul Woitkowski, geb. 1892, 1928 bis 1933 Mitglied des Preußischen Landtages, seit 1933 in Haft, 1938 bis 1945 KZ Buchenwald, jetzt Vorsitzender des Rates des Kreises Nordhausen. 2 Fritz Männchen, geb. 1901, seit 1933 in verschiedenen KZ, 1937 bis 1945 KZ Buchenwald, jetzt im Krankenhaus Dippoldiswalde beschäftigt. 3 Vgl. S. 163 bis 179. 45 es, RN y j In N Mi Mi IM } N Br My Iy Hi N \ h; } ‚Ri N i } i' N " 1 IN if " N b2 Sr ET —————————r. ODE EEE LEE L LTE ba m ech ie eng IE ee — De == Z Te EHE PETER TTTTNTTENTBRTNTENELHURKHEHRENESBENZEHEM baracken, eine Turnhalle(später Kino!), Häftlingsküche, Wäscherei mit Bade- räumen, Effektenkammer, Kantine, Krematorium und andere Objekte im Lager. Gleichzeitig, teilweise schon früher, wurden außerhalb des Lagerzaunes für Zwecke der Kommandantur ebenfalls Holzbaracken gebaut, die als Adjutantur, Verwaltung, Politische Abteilung, Unterkünfte für SS-Führer, Blockführer und Mannschaften, Kantine, Führerheim, Bad, Werkstätten(Schneiderei und Schuh- macherei) dienten. An Massivbauten gab es das Kommandantenhaus, die Kom- mandanturgaragen, die Hauptwache und das Postamt. Im Truppenbereich wurden folgende Massivbauten aufgeführt: Heizwerk-Nord, Heizwerk-Süd und fünf Kasernen, Lebensmittelmagazin, Transformatoren-Station, SS-Revier, Musikzug, Waffenmeisterei, Pferdestall und alle Objekte der Truppengaragen, an denen moderne Eisenbetonkonstruktionen Verwendung fanden. Als Holz- bauten wurden einstöckige„Hundertschaften“ für Mannschaften, Stabsgebäude, Ledigenführerheim und Kammer gebaut. Das Wirtschaftsgebäude ist voll- ständig aus Holz errichtet worden. Hierzu gehörten zwei Lagerbaracken. Weiter bauten wir in luxuriöser Ausführung das Haus für den Kommandanten und daneben noch andere neun Holzhäuser auf massiver Untermauerung. In der Nähe dieser Häuser wurde der Falkenhof mit einer Reihe von Boxen und Käfigen errichtet. Außerhalb des Lager- und Truppenbereichs standen die Gebäude der Zentralbauleitung und Massivbauten sowie Holzbaracken des Baulagers. Im Juni 1942 wurde mit den Arbeiten am Bau des Rüstungswerkes Buchen- wald begonnen. Die SS-Leute trieben die Häftlinge zu einem wahnsinnigen Arbeitstempo an. Viele Kameraden wurden von ihren Arbeitsstellen tot ins Lager gebracht. Im Herbst 1943 nahm man die ersten Hallen und im Frühjahr das gesamte Werk in Betrieb. Es waren 13 große Werkhallen mit allen dazu er- forderlichen Nebengebäuden. Genauso wie um das Häftlingslager wurden auch um das Werk ein elektrischer Zaun angelegt und 13 Wachttürme gebaut. Für die im Werk angestellten Zivilisten wurden fünf Holzbaracken gebaut. Im Februar 1943 ordnete der Reichsführer SS an, daß von Weimar nach Buchenwald eine Eisenbahn gebaut werden sollte, und als Termin der Fertigstellung wurde der 21. Juni 1943 genannt. An diesem Tag fuhr auch der erste Motorwagen von Weimar nach Buchenwald, aber der Bau ist nie fertiggestellt worden. In Regen und Schnee, bei größter Hitze und allen Witterungsverhältnissen ausgesetzt, mußten Kameraden lange bis in die Nacht hinein am Bahnbau arbeiten. Viele haben ihre Gesundheit und viele auch ihr Leben dabei eingebüßt. Es ist selbstverständlich, daß auch Straßen und Wege mit größter Eile gebaut wurden. Außerhalb des Häftlingslagers mußte alles so schnell wie möglich fach- gemäß hergestellt werden. Für Arbeiten am Wegebau innerhalb des eigentlichen Häftlingslagers stand kein Material zur Verfügung, und auch die Arbeitskräfte mußten besser ausgenutzt werden als zu Arbeiten innerhalb des Lagers. Im Lager mußten die Häftlinge die Straßen und Wege in ihrer freien Zeit, das heißt nach Arbeitsschluß und sonntags, notdürftig in Ordnung bringen. Es wurde aber auch noch in weiterer Umgebung gebaut(Weimar, Klein-Obringen 1 Vgl. S. 31. ind Us.., ans F R\ ELLE, une UUULLEE' i" Zum: 1 yERORFEOORNODDDEERENODDERRERCRERFENFEFHRHRRNEHENFERFERRRRRFHEREREHTRGGRGG EI TECHETEN TER EEE usw.). U Tonndo! Diese lich, dal Hundert Jos aufs Der Kosten lingen: von Zi schwun raden, Stelle Die| setzte,\ kanische die Deu gebäude brennen da für ıl durften Lager$ Esmuß (2 Barac waren a Vom alles du maßnah linge ha gearbeil Arbeits] Vernicht zu verh gen, un Doch danturl Das Iso 12 Zin Lager\ terer A Klar, d 1 Val !Iı i mit Bade- eim Lager. zaunes für Adjutantur, führer und und Schuh- IS, die Kom- Dpenbereich izwerk-Süd , SS-Reyier, yengaragen, . Als Holz- bsgebäude, le ist voll- ken, Weiter danten und ung, In der und Käfigen ie Gebäude aulagers. kes Buchen- rahnsinnigen -]len tot ins im Frühjahr llen dazu er- wurden auch haut. Für die Im Februar yenwald eine ‚g wurde der orwagen von en. In Regen n ausgesetzt, beiten. Viele r Eile gebaut möglich fach- 5 eigentlichen Arbeitskräfte ‚ Lagers. Im ‚ien Zeit, das ‚ bringen. Es lein-Obringen HL wild usw.). Um das Lager mit Trinkwasser zu versorgen, mußte eine Leitung von Tonndorf nach Buchenwald gelegt werden. Dieser beschleunigte Aufbau des Lagers war nur unter der Bedingung mög- lich, daß jederzeit genügend Arbeitskräfte zur Verfügung standen. Das Leben Hunderter und Tausender Häftlinge wurde dabei von den SS-Mördern skrupel- los aufs Spiel gesetzt. Der Materialverbrauch war unkontrollierbar und demzufolge auch die Kosten. Diese Wirtschaftsverhältnisse wurden selbstverständlich von den Häft- lingen für Sabotage ausgenutzt, wo und wie es nur möglich war. Große Mengen von Ziegelsteinen, Dachziegeln, Holz, Zement, Glas, Dachpappe usw. sind ver- schwunden, wurden zerschlagen oder anders unbrauchbar gemacht. Viele Kame- raden, die dabei von SS-Angehörigen erwischt wurden, schlug man an Ort und Stelle tot. Die großen Erwartungen, die man in den Rüstungsbetrieb Buchenwald setzte, wurden mit einem Schlag am 24. August 1944 durch den anglo-ameri- kanischen Luftangriff zerschlagen. In 15 Minuten lagen das ganze Werk, die Deutschen Ausrüstungswerke, das Garagengelände, das Kommandantur- gebäude, das Baulager, ein Teil des Sonderlagers und der„Fichtenhain“ als brennende Ruinen da. Leider mußten auch tote Häftlinge verzeichnet werden, da für ihren Schutz von seiten der SS nicht das geringste getan wurde.! Später durften die Häftlinge ihre Arbeitsplätze verlassen und bei Fliegerangriffen im Lager Schutz suchen. Das war jedoch vor dem 24. August 1944 nicht erlaubt. Es muß betont werden, daß im Lager selbst nur geringfügiger Schaden entstand (2 Baracken, eine neue Häftlingsküche und die Dachkonstruktion der Wäscherei waren abgebrannt). Vom Tage des Fliegerangriffs auf Buchenwald an begann die Zeit, in der alles durcheinander ging. Alles eilte.„Sofortmaßnahmen“ mußten vor„Sonder- maßnahmen“ zurücktreten. Jeden Tag kamen andere Befehle. Nur die Häft- linge hatten ein anderes Arbeitstempo erfunden,— ruhig und langsam wurde gearbeitet. Keine Drohung seitens der SS konnte die Häftlinge zu größerer Arbeitsleistung bewegen. Es wurde noch mehr sabotiert, noch mehr Material vernichtet und jede Möglichkeit dazu ausgenutzt, das Fortschreiten der Arbeit zu verhindern. Häufige Fliegeralarme lockerten die schweren Lebensbedingun- gen, und jeder wußte, daß dieser Zustand nicht mehr allzu lange dauern konnte. Doch es wurde weiter geplant. Die Entwürfe für den gesamten Komman- danturbereich waren bereits fertiggestellt. Ein Gebäude war schon im Bau. Das Isolierungslager Fichtenhain? wurde neu gebaut und anstatt der früheren 12 Zimmer in 24 aufgeteilt. Selbstverständlich wurde dieses geheimnisvolle Lager wieder mit einer hohen massiven Wand umfaßt. Eine ganze Reihe wei- terer Arbeiten waren in Vorbereitung. Uns Häftlingen war dabei vollständig klar, daß diese niemals zur Ausführung gelangen würden. In den letzten Tagen 1 Vgl. S. 211. 2 In diesem Isolierungslager war unter anderem Rudolf Breitscheid untergebracht. Vgl. S. 212. 47 eg ng en EEE HELLE N } } i' ‚’ i } N Mi A ’ } u ne ee un TEE Mu En ng a ren TE ren ner Sg m: Tg ee SEE EEE En Nr 4 7 it /h U PRSBERFOORRGOODURDEOEERUEDEORDERRENFHHHHHHRIFHENKRRRERRERRER ER RREA RT De TAT ERTERTUUELELHRLKHEHKKEHREERREEKEN vor der Befreiung war ein Projekt zum Bau von Krankenbaracken außerhalb des Lagers in Bearbeitung. Es ist interessant, daß diese Planungsarbeiten aus- schließlich von SS-Angehörigen ausgeführt und streng geheim gehalten wurden. Es blieb aber bei der Vorbereitung der Baustelle. Innerhalb des Häft- lingslagers sollten weitere, ganz primitive Unterkunftsbaracken gebaut werden, die je 500 bis 600 Häftlinge aufnehmen sollten. In den projektierten 19 Baracken sollten zirka 12000 Häftlinge Platz finden. So gedachte die SS, für die Häft- linge„zu sorgen“. Der Anfang war gemacht, aber keine einzige Baracke wurde fertiggestellt.; Karl Blumentritt! BA 41-9. Bericht vom 25. April 1945. Die Einrichtungen des Lagers Das Häftlingslager ...Das etwa einen halben Quadratkilometer große Häftlingslager war von einem elektrisch geladenen und nachts durch kleine Lampen erleuchteten Draht- zaun umgeben, an dem in regelmäßigen Abständen 23 Wachttürme verteilt waren. Diese Wachttürme waren dreistöckig. In den beiden unteren Geschossen befanden sich die Aufenthalts- und Schlafräume für die Posten. Das oberste Stockwerk war nach drei Seiten ganz offen und Tag und Nacht von einem SS- Posten besetzt, der mit einer Maschinenpistole bewaffnet war und außerdem ein Maschinengewehr zur Verfügung hatte, das ständig schußbereit ins Lager ge- richtet war. Es ist nicht nur einmal vorgekommen, daß Posten aus Langeweile oder Übermut an ihren Waffen herumgespielt haben oder sonst ohne weitere Gründe Schüsse in das Lager abgaben. Im Jahre 1944 ist auf diese Weise ein sowjetischer Kriegsgefangener erschossen worden, der in einer Baracke krank lag. Die Kugel durchschlug die dünne Holzwand und tötete den ahnungslosen Gefangenen.— Die obere Plattform der Türme war durch ein Dach geschützt, auf dem sich ein drehbarer Scheinwerfer befand, mit dem Zaun und Lager abgeleuchtet werden konnten. Der Wachtturm Nr. 1 war größer als die übrigen und befand sich unmittel- bar über dem Lagertor. Dieses Torgebäude, das nach dem gleichen Plan aller deutschen Konzentrationslager gebaut worden war, verdient wohl eine be- sondere Schilderung, da mit seinen Einrichtungen und in seinen Räumen das Schicksal vieler Häftlinge entschieden wurde. Unter dem Wachtturm befand sich eine große Toreinfahrt, die mit einem eisernen Gitter abgeschlossen werden konnte. Auf der Außenseite des Tores stand der Spruch:„Recht oder Unrecht— mein Vaterland.“ In dem Gitter waren von innen die Worte zu lesen:„Jedem ı Karl Blumentritt, geb. 1908 in der CSR, 1939 bis 1945 KZ Buchenwald. ei das Seil führer assier! selbst, Fenste den, W Aufga abend jeden Anzal marsd abnehı meldei Vor Bunke fern vo konnte nicht v Auf der$S die di des A und- insofe arbei Berhalb des ‘beiten aus- N gehalten Ib des Häft. aut werden, 19 Baracken ür die Häft- racke wurde Blumentritti ger war von teten Draht- irme verteilt ı Geschossen Das oberste n einem SS- ußerdem ein ıs Lager ge- Langeweile )hne weitere se Weise ein aracke krank Ihnungslosen ch geschützt, n und Lager ‚ich unmittel- ‚en Plan aller ‚ohl eine be Räumen das tturm befand ossen werden Jer Unrecht= esen;„Jedem Ih TE BE De HILL das Seine.“! Im Torweg war ein Schalter eingebaut, an dem ständig ein Block- führer Dienst machte und jeden Häftling aufschrieb, der tagsüber das Tor passierte. Zu seiner Unterstützung stand ein zweiter Blockführer im Torweg selbst, der, meist mit einem Stock bewaffnet, die Häftlinge anhielt und zum Fenster verwies. Jeder mußte die Mütze ziehen und in strammer Haltung mel- den, woher er kam und wohin er wollte, besonders für Ausländer eine schwierige Aufgabe. Oft genug setzte es dabei Prügel und Schimpfworte. Morgens und abends rückten durch dasselbe Tor die großen Arbeitskolonnen aus und ein, jeden Tag mehrere tausend Häftlinge. Dann standen rechts und links eine Anzahl Blockführer, die die Reihen zählten. Es wurde in Fünferreihen durch- marschiert. Die Arbeitskommandos mußten auf Befehl ihres Kapos die Mützen abnehmen und dieser selbst mußte voraneilen und die Stärke des Kommandos melden... Vom Lager aus gesehen rechts schloß sich an die Toreinfahrt der niedrige Bunker an, ein Bau mit etwa zwanzig schmalen Arrestzellen, in dem die SS fern von jeder Kontrolle ihre sadistischen Verhöre und Folterungen durchführen konnte... Viele von den Kameraden, die in den Bunker kamen, sind lebendig nicht wieder herausgekommen. Auf der anderen Seite der Durchfahrt lagen Büro- und Aufenthaltsräume der SS. Hier befand sich der Raum des Rapportführers und des Lagerführers, die die gesamte Verwaltung des Lagers unter sich hatten, ferner die Räume des Arbeitseinsatzführers und Arbeitsdienstführers, die die Arbeitseinteilung und-verteilung beaufsichtigten. Von ihnen hing das Schicksal aller Häftlinge insofern ab, als letzten Endes sie bestimmten, in welchem Kommando jeder zu arbeiten hatte, ob und wohin jemand auf Transport geschickt werden sollte. In diesen Räumen befand sich auch die Zentrale der Großlautsprecheranlage, durch die Befehle an das gesamte Lager ausgegeben wurden. Das Mikrophon konnte im Raum des Rapportführers oder im Freien aufgestellt werden. Über dem Tor waren zwei Riesenlautsprecher für den Appellplatz angebracht und in jeder Baracke und Werkstatt Zimmerlautsprecher, die Tag und Nacht ihre Stimme ertönen ließen... Direkt vor dem Tor im Lager erstreckte sich ein riesiger Appellplatz, auf dem 20.000 Mann antreten konnten. Er war ursprünglich noch einmal so groß geplant gewesen, aber bei Ausbruch des Krieges erst zur Hälfte fertiggestellt. Die andere Hälfte wurde dann später für andere Zwecke verwendet. Dort be- fand sich im Herbst und Winter 1939 das berüchtigte Polenlager.... und dort wurden im Jahre 1940 das Krematorium mit der Leichenhalle und im Jahre 1942 große hölzerne Werkstattbaracken erbaut, in denen— wohlgemerkt innerhalb des eigentlichen Wohnlagers— Kriegs- und Rüstungserzeugnisse hergestellt wurden. Am entgegengesetzten Ende des Appellplatzes waren gleichfalls drei große Holzbaracken für Werkstätten errichtet worden und dazu die sogenannte Häftlingskantine: ein reiner Renommierbau, der im Gegensatz zu den anderen ı Vgl. Abb. 7 u. 8, 4 Buchenwald 49 en ae TEE TE TE EEE an weine er } Ki h' h N ER) i ; } ne E, u EEE ENT R este ae EEE REEL u el einen red a ae a a a a er een ee re = eier ET EEE SE DIESER SIBSTT ee Ba N UL TOT ULUTLIUEUMERLUUDENNTERTENUNKELERHRRHNEHEKHESBENEE HEN Bauten mit großen Unterbrechungen äußerst langsam von einem kleinen Kom- mando errichtet und erst fertiggestellt wurde, als Deutschland bereits so her- untergewirtschaftet war, daß es dort nichts mehr zu kaufen gab und zu kaufen geben konnte. Auf jedem Briefbogen und auf jeder Karte, die wir schreiben durften, stand zu lesen:„Es kann im Lager alles gekauft werden“,! aber das „alles“ bestand zuletzt nur noch aus einer großen Tafel, die von den dort be- schäftigten Häftlingen in dem Verkaufsraum aufgestellt war und auf der in acht Sprachen zu lesen stand:„Ausverkauft“. Unterhalb des Appellplatzes befanden sich die eigentlichen Wohnbaracken, die in leicht gekrümmter Linie in Reihen zu je fünf nebeneinander lagen. Die ersten sechs Reihen bestanden aus Holzbaracken, dann folgten drei Reihen zweistöckiger Steinbauten, in denen je doppelt so viel Häftlinge untergebracht waren. Diese Baracken oder Blocks, wie sie genannt wurden, waren mit den Nummern von 1 bis 50 versehen. Nicht alle dienten Wohnzwecken, sondern nur 43; 13 davon waren massive Steinblocks. In diesen 43 Baracken waren gegen Ende des Krieges etwa 25 000 Mann zusammengepfercht. Nach Osten zu schlossen sich an jede Reihe der Wohnblocks je ein Werkstatt- oder Wirt- schaftsgebäude an, unter anderem das Lebensmittelmagazin, die Küche mit einem großen Kartoffelkeller, die Wäscherei und das Kammergebäude mit einer Desinfektionsanlage. Zu beiden Seiten erstreckten sich am Zaun entlang bis zum unteren Ende des Lagers die großen Flächen der Gärtnerei. Die Gewächshäuser und das Hauptgebäude der Gärtnerei lagen auf der öst- lichen Seite des Lagers... Hier herrschte der Knüppel uneingeschränkt, hier führte die SS selbst bis zuletzt eine strenge Aufsicht und überbot sich in Demü- tigungen und Quälereien ihren machtlosen Sklaven gegenüber. Gleichfalls im Osten des Lagers lag unterhalb der Gärtnerei eine große Klär- anlage, deren Bau allerdings erst im Jahre 1943 in Angriff genommen wurde, als Buchenwald mit seinen 30 000„Einwohnern“, mit seinen Werkstätten und Fabrikanlagen nicht mehr ohne eine solche Einrichtung existieren konnte, ohne die ganze Umgebung zu gefährden. An der anderen Seite des Lagers befand sich, etwa in der gleichen Höhe des Lagers, der Krankenbau und der Schweine- stall. Lange Zeit bestand das Revier? nur aus zwei Holzbaracken von normaler Größe, die sich nur durch die Aufteilung der Räume im Innern von den Wohn- baracken unterschieden. In diesen Baracken waren nicht nur die Krankenräume, sondern auch die Diensträume der SS-Ärzte, die Büroräume, die Operations- zimmer, die Apotheke usw. untergebracht. Es ist klar, daß diese Einrichtungen bei der ständig zunehmenden Zahl der Häftlinge von Anfang an gänzlich un- zureichend waren. Solange Buchenwald bestanden hat, mußten buchstäblich täglich Kranke, die unbedingt ins Bett gehörten, weggeschickt werden, weil kein Bett frei war. Die Revierbauten wurden zwar im Laufe der Jahre erweitert und vergrößert, aber nur im ständigen zähen Kampf mit der widerstrebenden Lager- führung. Ganze Baracken wurden schwarz gebaut, das heißt ohne die Genehmi- ı Vgl. Abb. 104. ® Häftlingskrankenbau. 50 BDRSELLLEISHURLBEISRRESULLRRRGRRPRRSERNOERESRRAIRBERRRDERRIGEREN ung du Materia die not mußte| und als jeden f als von Besuch die Ge sorgt S Mit stalles, der SS wareit wurder aus de Bestand Tier w Toten brechei Geg aufges gestan gen b stellu wisse) Weise ganz 35 RN zahler liche| die yı Stätte diene hransı gar z Filme des} stred wenn nen Kom- 3.- b L. er« ha gung durch die entscheidenden Dienststellen in Berlin, mit„organisiertem B nn: Material. Handwerker wurden tagelang krank geschrieben, damit sie heimlich en die notwendigen Reparaturen und Ausbauten vornehmen konnten. Manches ben a mußte sogar wieder abgerissen werden, wenn es die Lagerführung für Luxus nähe en und als zu gut für die Häftlinge hielt. Das alles hinderte die SS jedoch nicht, N Io e jeden fremden Besucher durch das Revier zu führen und seine Einrichtungen er in als von ihr selbst vorsorglich geplant und aufgebaut hinzustellen. Mancher der en Besucher ließ sich täuschen und verließ das Lager mit dem Eindruck, daß für" == die Gefangenen, die als Schwerverbrecher geschildert wurden, vorzüglich ge- J agen. Die sorgt sei.! i ei Reihen Mit ungleich größerem Interesse verfolgte die SS den Aufbau des Schweine- H gebracht stalles, wurden doch die Tiere vor allem darum gemästet, um später den Tisch H ı mit den der SS und besonders ihrer Führer zu bereichern. Ein großes festes Steingebäude f ‚ sondern war errichtet worden, und die Stallungen für Ferkel, Jungschweine, Eberund Säue l en waren wurden nach den modernsten Vorbildern erbaut. Durch die Menge der Abfälle Y ıch Osten aus der Küche, die oft noch künstlich vermehrt wurde, war es möglich, den N der Wirt- Bestand immer weiter zu vergrößern. Er betrug zuletzt 800 Stück. Über jedes Iy \üche mit Tier wurde sorgfältig Buch geführt, denn hier durfte es keine unbekannten I mit einer Toten geben, wie bei den Häftlingen, und hier durften keine Seuchen aus- N ıtlang bis brechen, wie im Häftlingslager. Mi Gegenüber dem Krankenbau war im Sommer 1941 eine große hölzerne Halle N ıf der öst- aufgestellt worden, die vorher außerhalb des Lagers als Turnhalle für die SS N änkt, hier gestanden hatte. Im Herbst 1941 wurde sie zum erstenmal für Kinovorstellun- N in Demü- gen benutzt und seitdem galt sie als Kinohalle schlechthin, wenn auch die Vor- in stellungen viele Monate hindurch ausfielen... Die SS fand sich bereit, in ge-} oße Klär- wissen Abständen Filme leihweise zu besorgen und verstand es, sich auf diese hi on wurde, Weise eine recht gute Einnahmequelle zu verschaffen. Die alten und meist schon N ätten und ganz abgespielten Filme, die wir zu sehen bekamen, kosteten etwa 30 bis ni ınte, ohne 35 RM Leihgebühr. Dafür mußten wir anfangs 50 Rpf, später 20 Rpf Eintritt j) rs befand zahlen, was bei einer Gesamtbesucherzahl von wenigstens 10 000 eine ansehn- N Schweine- liche Summe ergab, die als Reingewinn der SS zugute kam. Trotz der Freude, N) normaler die vielen von uns die Filme machten, bedeutete die Kinohalle selbst keine ih en Wohn- Stätte ungeteilter Heiterkeit. Oft mußte die Halle auch anderen Zwecken if kenräume, dienen. Hier wurden Massenzugänge untergebracht oder nachts vor dem Ab- IR perations- transport die großen Transporte gesammelt, die oft zu schwerer Arbeit oder Kf ichtungen gar zur Vernichtung in andere Lager abgeschoben wurden. Noch ehe die ersten h: inzlich un- Filme liefen und noch lange Zeit nach der„Eröffnung“ wurden auf Anordnung MM ıchstäblich Bm Koch in der Kinohalle die grausamsten Lagerstrafen voll- I lei streckt... Hi he Zwischen der Kinohalle und der untersten Reihe der Steinblocks erstreckte h YenLager- sich quer durch das ganze Lager vom Revier im Westen bis zur Gärtnerei und H Genehni- der Kläranlage im Osten das Kleine Lager, für die Masse der Häftlinge wohl* 2 die furchtbarste Einrichtung. Dort sind buchstäblich Tausende von Menschen BEE Ss sie\ A 51! IDEELLER «. Ts, an ne ee re ee ee ee Se leer —— > ht [973 A Je BR ICRUEREOODURREUNEREERER RER RERFEHKEHRRHRSORUR HER RER RER NENRENRREROHREE RAN ARAN AHA RS RAT T UN UHETMLLULUTUUNUEERUNNENNHRLEDERKEREERRRHHEHKNERSREKEEEN inmitten einer eng zusammengepferchten Masse von Mitgefangenen, einsam, unbeachtet und kaum gepflegt, gestorben... Auf dem freien Gelände... wurden im Frühsommer 1942 die ersten Vorberei- tungen zum Bau von Baracken getroffen. Bald trafen die Bauteile ein und uns alle überlief bei ihrem Anblick ein Grauen, konnten wir uns doch nur zu gut vorstellen, was es bedeuten würde, in diesen Baracken hausen zu müssen. Es waren nicht normale Wohnbaracken, sondern große Ställe ohne abgeteilte Räume im Innern, mit nur einem Tor an jeder Schmalseite an Stelle von Türen. Diese tatsächlich als Pferdeställe gedachten Holzbaracken hatten keine Fenster und erhielten ihr Licht nur von kleinen, mit Drahtglas versehenen Luken. In der Mitte dieser Ställe wurde ein schmaler, durchgehender Gang freigelassen, rechts und links davon an Stelle der Stände für das Vieh in drei bis vier Stock- werken übereinander große Boxen eingebaut, große rechteckige Kästen aus rohem Holz, mit starken Pfählen an den vier Ecken. In jeden solchen Kasten wurden dann ohne Strohsäcke, mit höchstens zwei, oft nur mit einer Decke, 8 bis 12 Mann zum Schlafen und zum„Wohnen“ hineingestopft.! Hygienische Einrichtungen waren in diesen Blocks nicht vorgesehen. Es gab darin keine Wasserleitung, und nur ganz einfache Öfen verbreiteten im Winter in ihrer unmittelbaren Umgebung etwas Wärme. Zum Waschen und Austreten mußte man die Baracke verlassen. Primitive Waschgelegenheiten und noch primitivere Latrinen waren zunächst im Freien und später in einer viel zu kleinen Abort- anlage in der Mitte des kleinen Lagers vorhanden. Handtücher waren ein un- bekannter Luxus. Es läßt sich denken, daß trotz strengster Maßregeln und sorg- fältiger Reinigung der Baracken keine wirkliche Sauberkeit zu erreichen war. Ungeziefer wurde eingeschleppt und war einfach nicht mehr auszurotten. Nie- mand hatte eine Stelle, wo er seine Privatsachen unterbringen konnte. Dieb- stähle waren infolgedessen an der Tagesordnung, und die meisten legten ihren aus Stoffabfällen selbst zusammengeflickten Brotbeutel mit etwas Wäsche, einem Stück Bindfaden, einigen Blatt Papier oder ähnlichen unentbehrlichen Dingen, mit einigen sorgfältig gehüteten Krümchen Tabak und eventuell mit einem aufgesparten Rest Brot nachts unter ihren Kopf und schleppten ihn tags- über mit auf den Appellplatz und zur Arbeit, wobei sie Gefahr liefen, deswegen „aufzufallen“ und bestraft zu werden. Eigene Eßschüsseln gab es nicht. Hatte einer seine Wassersuppe heruntergeschlungen, gedrängt von dem Nächsten, der auf die Schüssel wartete, so wurde die Schüssel ungespült sofort weiter benutzt, denn es gab kein Wasser und keine Gelegenheit, die Schüsseln zu reinigen. Schnell aber mußte es gehen, um mit der geringen Zahl von Schüsseln alle Insassen der Baracken in der kurzen, dafür zur Verfügung stehenden Zeit ab- speisen zu können. Glücklich derjenige, der wenigstens einen Löffel und einen Trinkbecher besaß. Es ist klar, daß diese Zustände die Gefahr von Ansteckungen _und Seuchen ungeheuer vergrößerte und daß die vielen, vielen Todesfälle in- folge von Magen- und Darmleiden mit darauf zurückzuführen waren, daß das 1 Vgl. Abb. 19 und 20 92 I OH Ehbuh an sich kömmli Im} bis zu Das Kl insich‘ wurde gab es mehr 2 wie e$ schmut Mögli wechse Ind porte,& in den kaner' gebrad fürchte Ärzte waren Energi ders h liden- No: linge: Masse aus, N Zelte Sie m dem b war dı bearb Millio Brette nackte Tage Werk Holzı »Das u l, einsam, Vorberei- Q und uns ur zu gut lüssen, Es abgeteilte 'on Türen, 1e Fenster Luken. In sigelassen, ier Stock- ästen aus an Kasten er Decke, gienische rin keine r in ihrer 'en mußte rimitivere en Abort- n ein un- und sorg- chen war. itten, Nie- te, Dieb- sten ihren . Wäsche, ehrlichen ntuell mit ı ihn tags- deswegen cht, Hatte hsten, der »r benutzt, ı reinigen. isseln alle n Zeit ab- und einen teckungen Iesfälle in- 1, daß das an sich schon unzureichende Essen unter solchen unhygienischen und unbe- kömmlichen Verhältnissen verzehrt werden mußte. Im Kleinen Lager gab es zwölf solcher Baracken. In jeder waren zeitweise bis zu 1500 Häftlinge— also mehr als ein ganzes Regiment— untergebracht. Das Kleine Lager war von einem doppelten Stacheldrahtzaun umgeben! und in sich wieder in mehrere Abschnitte aufgeteilt. Die Fläche zwischen den Baracken wurde erst ganz allmählich planiert und mit Packlager versehen; Kanalisation gab es keine, und bei Regenwetter verwandelte sich das Kleine Lager- noch mehr als das große— schnell in eine Schlammfläche. Es läßt sich nur andeuten, wie es in den Baracken aussah, wenn nach Schluß der Arbeitszeit 1500 ver- schmutzte, durchnäßte, müde und hungrige Menschen zurückkehrten, ohne die Möglichkeit, sich zu säubern und ihre Sachen zu trocknen oder dieselben zu wechseln. In das Kleine Lager kamen alle Neuzugänge, insbesondere die Massentrans- porte, auch solche aus anderen Lagern zur Quarantäne... Dorthin trieb die SS in den letzten Tagen vor der Befreiung alle, die bei Annäherung der Ameri- kaner von westlich gelegenen Außenkommandos in das Stammlager zurück- gebracht wurden und oft vom Marsch und Transport geschwächt und von dem fürchterlichen Erleben unterwegs verstört waren. Dorthinein schickten die SS- Ärzte aber auch alle Invaliden und Arbeitsunfähigen. Körperlich entkräftet, waren sie dort dem sicheren Untergang geweiht, wenn sie nicht selbst die Energie und den Lebensmut aufbrachten, sich zusammenzuraffen. Für beson- ders hartnäckige und lang andauernde Fälle hatten die SS-„Ärzte“ im Inva- liden- und Krankenblock Nr. 61 noch die Giftspritze bereit.? Noch schlimmer als die Insassen des Kleinen Lagers hatten es die Häft- linge im Zeltlager, das zum Kleinen Lager gehörte. Bei den ununterbrochenen Massenzugängen reichten die Stallbaracken schon im Sommer 1944 nicht mehr aus. Neues Gelände innerhalb des Lagers wurde umzäunt und zwei große Zelte aufgeschlagen, in denen zeitweise bis zu 6000 Mann untergebracht waren. Sie mußten einer neben dem anderen, mit nur einer Decke versehen, auf dem blanken Boden schlafen. Dabei war Material im Lager vorhanden. Damals war der Lagerälteste bei den zum Lager gehörigen DAWS3, einer riesigen Holz- bearbeitungsfirma, vorstellig geworden, die Holz und Bretter im Werte von Millionen im Freien lagern hatte. Er hatte darum gebeten, wenigstens soviel Bretter leihweise zur Verfügung zu stellen, daß die Häftlinge nicht auf der nackten Erde zu liegen brauchten. Die Bitte wurde abgelehnt, aber wenige Tage später brannte bei einem Luftangriff auf die zum Lager gehörenden Werkstätten und Fabriken in wenigen Stunden der gesamte dort lagernde Holzvorrat nieder... Prof. Dr. Gerhard Harig „Das war Buchenwald!- Ein Tatsachenbericht.“ Leipzig, o.J., S. 11-24. ı Vgl. Abb. 9 u. 10. 2 Vgl. S. 147. 3 Deutsche Ausrüstungswerke. 53 Kann TEE rg Se a en rear Te Fr RS ee ee era DE nn ee ee gemenne KR 2a Derek SE, u, =. TIER TEUTERTUTUENTTHENERTUTHLELHERKNEHEHHLUEENEEIN n Für Der SS-Bereich früher ... Buchenwald bestand nicht nur aus dem Häftlingslager... Die Anlagen lücken für die SS und die Rüstungswerkstätten bedeckten wenigstens doppelt soviel franz“ Fläche... ImOsten befand sich unmittelbar neben den Wohnblocks, noch inner- von halb des Drahtzaunes, aber vom eigentlichen Lager durch einen elektrisch ge- No ladenen Zaun getrennt, das Gelände der Deutschen Ausrüstungswerke, kurz fabri DAW genannt. Dort befanden sich ein riesiges Holzlager, große Werkstatthallen, vollst ausgestattet mit modernen Maschinen für Holzbearbeitung, eine Schlosserwerk- gonn statt, eine Elektrowerkstatt und eine große Zimmerei und Malerwerkstatt. Bis etwa zur Zerstörung durch den Luftangriff! arbeiteten hier rund 2000 Häftlinge. und Vom Lagertor aus erstreckte sich bis zur Straßenkreuzung der„Carachoweg‘“, für j an dem die wichtigsten Verwaltungsgebäude und die Wohnbaracken des SS- VW Kommandanturstabes lagen. Buch Diese Straße trug ihren Namen mit Recht nach dem wahnsinnigen Tempo, in dem sie und die dort liegenden Gebäude erbaut werden mußten. Der Aus-„Das u druck„caracho“ stammt aus den faschistischen Konzentrationslagern Italiens und heißt auf deutsch etwa Tempo, Eile, Bewegung.„Im Caracho“ schrien die SS-Leute, und nur zu schnell lernte jeder Zugang, was darunter zu verstehen war. Diese Anlagen wurden schon im ersten Jahr des Bestehens von Buchenwald erbaut, und jedem Häftling, der damals dabei war, werden die Schläge, das Blut, der Schweiß, die Schmerzen, die Müdigkeit und die Erschöpfung, die der Zu Bau gekostet hat, unvergessen bleiben. Als nächstes wurden die„Hundert- WUrC schaften“ gebaut, zweistöckige Kasernenbauten, in denen vor dem Krieg je eine eine Hundertschaft des Totenkopfverbandes„Thüringen“ untergebracht war. Raul Das dazugehörige Wirtschaftsgebäude enthielt einen großen Speise- und Ver- wert sammlungssaal und die SS-Küchen und Kantinenräume. Auch mit dem Bau der Eich Truppengarage und der Reparaturwerkstätten wurde schon lange vor dem In d Kriege begonnen. Auch sie sind bei dem Angriff vollständig zerstört worden. alter Das SS-Revier und die großen mehrstöckigen Kasernenbauten mit zwei großen D Fernheizwerken sind dagegen erst während des Krieges erbaut worden. Der Häft Pferdestall, in welchem später die Genickschußanlage? eingebaut wurde...., war tägli schon vor dem Krieg fertig. Die dicht daneben liegende große Reithalle mußte muf mitten in dem eisigkalten ersten Kriegswinter fertiggestellt werden, da die schv Frau des Kommandanten Koch dort ihre Reitstunden fortzusetzen wünschte. ei Bei dieser Arbeit hat sich manch einer Hände und Füße erfroren. Beim Ein- N sturz eines Gerüstes, das wegen der strengen Kälte nicht fest genug erbaut Stär werden konnte, sind mehrere Häftlinge tödlich verunglückt. Mit dem Bau der wur Führerhäuser, die am südwestlichen Rand des Lagers liegen, wurde natürlich vers schon in der ersten Zeit des Bestehens von Buchenwald begonnen, und es ist| Arh ebenso natürlich, daß sie bis zum Schluß immer noch erweitert und verbessert| 7 wurden....? Re} I am 24. August 1944. Eie 2 Vgl. S. 201 f.= 3 Vgl. Abb. 11. 1 KNIGGG ) LRaAMPORRECODDLERENOTRENLEHRHERFUHEHFHREHRRUSOHFERREHEHRFEERFFANGRPOGSGOS0 0 Ian aaa eng ie Anlagen Opelt soviel noch inner- ektrisch ge- verke, kurz statthallen, losserwerk- rkstatt, Bis äftlinge, rachoweg“, en des SS- en Tempo, . Der Aus- rn Italiens schrien die ı verstehen juchenwald chläge, das ng, die der „Hundert- m Krieg je bracht war. - und Ver- »m Bau der e vor dem )rt worden. wei großen orden. Der rde..., war alle mußte len, da die , wünschte. Beim Ein- nug erbaut m Bau der Je natürlich und es ist 1 verbessert To» Für prominente Staatsgefangene war in der Nähe der Truppengarage eine frühere Wohnbaracke der SS in Einzelräume aufgeteilt und mit einer hohen, lückenlosen Mauer umgeben worden... Hier wurden vorübergehend bekannte französische Politiker untergebracht, und hier war auch die Prinzessin Mafalda von Italien festgehalten worden....! Noch einige Worte über das Gustloff-Werk, diese riesige moderne Rüstungs- fabrik, die das Hauptziel des Luftangriffes am 24. August 1944 war und dabei vollständig zerstört worden ist. Mit ihrem Bau... wurde im Sommer 1942 be- onnen. Zwei Jahre später waren 13 riesige Fabrikhallen in Betrieb, in denen etwa 5000 bis 6000 Häftlinge beschäftigt wurden, die in zwei Schichten Tag und Nacht arbeiten mußten. Hergestellt wurden in der Hauptsache Lafetten für Feldgeschütze, automatische Gewehre, Revolver und Einzelteile für die V-Waffen, deren Bau von der SS in der Hauptsache mit Zwangsarbeitern in Buchenwald und seinen Außenlagern betrieben wurde... Prof. Dr. Gerhard Harig „Das war Buchenwald!- Ein Tatsachenbericht.“ Leipzig, o. J., S. 24-28. Falkenhof Zur Unterhaltung und Zerstreuung des neuzeitlichen nazistischen„Adels“ wurde auf Befehl des Reichsführers SS, Himmler, der Falkenhof gebaut. Es war eine Gruppe von Blockhäusern, in denen Adler, Falken, Habichte und andere Raubvögel untergebracht waren, die zum Teil auch zu Jagdzwecken benutzt werden sollten. Zum Bau dieser Blockhäuser wurden nur ausgewählte starke Eichenstämme benutzt, und die Ausführung war architektonisch wunderschön. In der Mitte befand sich eine Kaminhalle in gotischer Bauart, möbliert nach alten Musterstücken, in Juxuriöser Ausführung. Das alles konnten sich die nazistischen Banditen erlauben, da die Arbeit von Häftlingen kostenlos durchgeführt wurde, und es spielte gar keine Rolle, wenn täglich eine Anzahl der Häftlinge tot ins Lager gebracht wurde. Die Kameraden mußten im Falkenhof tagtäglich von früh bis abends mit leerem Magen die schwersten Arbeiten unter der Knute der SS durchführen. Nur wenige haben es überlebt. Nach Fertigstellung war im Falkenhof ein ständiges Arbeitskommando in Stärke von sechs bis zehn Häftlingen zum Füttern und Reinigen eingesetzt. Ver- wundungen durch Bisse und Festkrallen der Raubvögel, die fast immer Blut- vergiftungen zur Folge hatten, waren die„Belohnung“ für die anstrengende Arbeit, bei der die SS mit Schlägen nie gespart hat. Zum Falkenhof gehörte weiter ein Tiergehege, in dem Hirsche, Damhirsche, Rehe und Wildschweine, ein Muffel, Füchse, Fasane, Pfaue, Hühner, Kaninchen, Eichhörnchen und noch andere Tiere gehalten wurden. Außerhalb des Falken- 1 Auch Rudolf Breitscheid war hier eingesperrt. Vgl. S. 212. bp) en Ba r { ' Ri N N N N Mi f i MM Hl IM in Hi Er \ I } N K } } ii 1 } ; Su et TEE ET u u ERELELETE buchen Ay zuehnr nn ann 2 Gegen me ee ee Se re Se ie Be me ver en eu nk ne a ge DET re eg SEE I in nn. rer> BAAR SAUREN! EHEN ynnusı* INTINTEINULULELHLLLUBUNBHEUEERNNEN hofes, im sogenannten Zoologischen Garten, waren in Käfigen fünf Affen und vier Bären untergebracht. Früher war sogar ein Nashorn da. Noch im Jahre 1944, als im Lager große Hungersnot herrschte, bekamen die Raubvögel, Bären und Affen täglich Fleisch, das selbstverständlich aus der Häftlingsküche genommen und den Häftlingen entzogen wurde. Die Bären be- kamen außerdem Honig und Marmelade, die Affen Kartoffelbrei mit Milch, Haferflocken, Zwieback, weißes Brot usw. Solche Nährmittel waren den Häft- lingen schon jahrelang nicht mehr geboten worden. Selbst in der Zeit der schlimmsten Not im Lager wurde der Falkenhof im vollen Umfange erhalten, obwohl die Häftlinge nur ein Sechstel Brot pro Tag und zum Mittagessen ge- kochte Rüben erhielten. Der ganze Falkenhof war ein vollständig unproduktives Unternehmen und seine Regie konnte nur durch Mord und Raub gedeckt werden. Im Falkenhof war ein kleines Haus, das ursprünglich für den Falkner be- stimmt war. Hier waren im März 1943 Angehörige der französischen Regierung inhaftiert.! Der Zutritt zu diesem Haus war jedoch nicht nur Häftlingen, son- dern auch SS-Angehörigen strengstens verboten, so daß nähere Angaben nicht gemacht werden können. Leopold Reitter? BA 562- 4. Bericht vom 24. April 1945. Die Häftlingsselbstverwaltung ...Ihre Spitze bildete ein vom Lagerkommandanten bestimmter Lager- ältester. Er war der verantwortliche Sprecher des Lagers gegenüber der SS. Zu- gleich aber war er auch der Befehlsempfänger, der für die Durchführung der Anordnungen der Lagerleitung zu sorgen hatte. Lagerältester zu sein, war schwierig und gefährlich. Seitens der Kommandantur war man bestrebt, einen den eigenen Plänen möglichst willfährigen Mann als Lagerältesten zu haben, um ihn allenfalls auch gegen seine eigenen Kameraden gebrauchen zukönnen... Es bedurfte eines langen, verbissenen und mit vielen Opfern geführten heim- lichen Kampfes der politischen Häftlingsgruppe, um diese wichtige Schlüssel- stellung in die Hand zu bekommen und zu behaupten.? Gehilfen des Lagerältesten waren die Mitglieder der Schreibstube. Ihre Stel- lung war der des Rapportführers vergleichbar. Die Schreibstube erledigte alle die innere Verwaltung des Lagers betreffenden Angelegenheiten, so die Füh- rung der Häftlingskartei, die Verteilung neu hinzugekommener Häftlinge auf die Wohnblocks, die Zuteilung der Verpflegung an die Küche usw. Als weitere Selbstverwaltungsstelle sei die Arbeitsstatistik genannt. Sie arbeitete mit dem Arbeitsdienst-, beziehungsweise mit dem Arbeitseinsatzführer zusammen. Sie 1 z.B. Leon Blum und Edouard Daladier. 2 Leopold Reitter, geb. 1909 in der CSR, 1939 bis 1945 KZ Buchenwald. 3 Vgl. S. 318£. EHEN YuNUN VLLTERUEUNELTEUENKUHUNHNEEHNENGE TERRETERRRKERREFETKEROO GENRE NT führte( dieser( wer be gu da einem| Dem auf Vo älteste die Veı der La begab. ältester insassel den nic dieser I Kämpfe Eben hießen Komm: zu SOTg Sie bes ihrer I brauch Kapos Komm Die schwat am lin Wäl waltur Diszip zugän, gegen Anklagı 41.360 Affen und kamen die h aus der Bären be- mit Milch, den Häft- r Zeit der e erhalten, gessen ge- roduktives b gedeckt alkner be- Regierung ngen, son- aben nicht Id Reitter? ter Lager- ler SS. Zu- hrung der sein, war 'ebt, einen zu haben, können... rten heim- Schlüssel- ‚Ihre Stel- edigte alle o die Füh- ftlinge auf Als weitere e mit dem mmen. Sie > vn db br führte die Arbeitskartei und die Berufskarteien für die Häftlinge, stellte auf dieser Grundlage die einzelnen Arbeitskommandos zusammen und legte fest, wer bei Stärkeveränderungen auszuscheiden oder hinzuzukommen habe. Sie griff damit weitgehend in das Leben des Häftlings ein und hat manchen vor einem Kommando, das den Tod bedeuten konnte, gerettet. Dem Blockführer auf seiten der SS entsprach im Lager der Blockälteste, der auf Vorschlag des Lagerältesten vom Lagerführer bestätigt wurde. Der Block- älteste trug die Verantwortung für die Ordnung in seinem Block. Er verteilte die Verpflegung, erstattete die Stärkemeldung beim Appell und hatte überhaupt der Lagerführung gegenüber für fast alles einzustehen, was sich in seinem Block begab. Zur Durchführung ihrer vielseitigen Aufgaben bedienten sich die Block- ältesten der Hilfe von etwa 2-8 Stubendiensten aus den Reihen der Block- insassen. Sie durften sich während der Arbeitszeit im Block aufhalten und wur- den nicht zur Arbeit in den Kommandos herangezogen. Auch um die Besetzung dieser Posten aus den Reihen der einzelnen Häftlingsgruppen gab es erbitterte Kämpfe. Ebenso wurden die Arbeitskommandos von Häftlingen geführt, die Kapos hießen und den SS-Kommandoführern verantwortlich waren. Sie führten ihr Kommando zum Arbeitsplatz, hatten dabei für Ordnung und Marschdisziplin zu sorgen und erstatteten Meldung an die ihnen begegnenden SS-Offiziere. Sie besorgten die Einteilung an der Arbeitsstätte und überwachten die Tätigkeit ihrer Leute. Unter ihnen war mancher Kriminelle, der sich von der SS miß- brauchen ließ, die eigenen Kameraden zu quälen und zu mißhandeln. Die Kapos hatten Vorarbeiter zur Seite. Ihre Zahl richtete sich nach der Größe des Kommandos, dem sie angehörten. Die Lagerältesten, die Blockältesten, die Kapos und Vorarbeiter waren durch schwarze Binden mit weißer Aufschrift gekennzeichnet. Diese Binden wurden am linken Arm getragen. Während des Krieges ist als eine weitere Einrichtung der Häftlingsselbstver- waltung der Lagerschutz ins Leben gerufen worden. Er sorgte für Ordnung und Disziplin im Lager, bewachte nachts die Vorratslager und empfing die Neu- zugänge. Im Laufe der Zeit hat sich der Lagerschutz zu einer Widerstandszelle gegen die SS entwickelt....! Anklageschrift in dem Verfahren gegen Koch, Ilse wegen Mordes u. a. 4 Js 360/49- o Js 1/49, S. 20/21. Der Aufbau der SS-Lagerführung .. Die Lager-SS gliederte sich in drei Abteilungen: Abteilung I: Kommandantur Abteilung II: Kommandanturstab(Verwaltung) Abteilung III: Lagerführung. Außerhalb dieser drei Abteilungen standen die SS-Truppen, aus deren Reihen 1 vgl. S. 499 f. 97 nn Erg E EEE EEE L; N ji N Kr i} H Y. N N " een EEE ER u u en RT TLTAUR U TILL UT TEL ALUDUUNBERUNDENNUHENENENKANEKUNELHHN KERYEENTENE RN BA \ Mr Ki sich die Wachmannschaften rekrutierten. Die Spitze des Lagers bildete der übe st En Kommandant. Herr über Leben und Tod der Häftlinge, war er nur der SS- gemäl RR Zentralstelle verantwortlich. Entsprechend der Größe des Lagers, stand er in Boden IH Buchenwald im Range eines Standartenführers. Das Konzentrationslager erschb IH Buchenwald hat zwei Kommandanten gesehen: den SS-Standartenführer Karl bei R u Koch, den 1944 ein SS- und Polizeigericht zum Tode verurteilte und hinrichten! Rolle N ließ, und seinen Nachfolger, den SS-Standarten-(später Ober-) Führer Hermann schläc Pister, der im August 1947 von einem amerikanischen Militärgericht wegen im Qı Kriegsverbrechens zum Tode verurteilt wurde, aber noch vor der Vollstreckung Ihr im Landsberger Gefängnis verstarb. die in Dem Kommandanten zur Seite stand die Adjutantur. Aufgabe des Adjutanten sicht war es, für die Durchführung der Kommandanturbefehle und den amtlichen arbeit Verkehr mit Vorgesetzten und nachgeordneten Dienststellen zu sorgen. Dem- stäkter entsprechend war sein Einfluß auf die Lagerleitung groß. Für die Häftlinge Prakti wirkte sich dies besonders dann unheilvoll aus, wenn Verbrecher vom Schlag der H: eines Hackmann oder Florstedt solchen Posten innehatten. genüg Dem Verwaltungsführer(zuletzt Otto Barnewald) oblag die Regelung der den T wirtschaftlichen Angelegenheiten des Lagers. wie fi Dem eigentlichen Häftlingslager waren die Schutzhaftlagerführer vorgesetzt. Schläg Sie hatten dort alle seitens des Lagerkommandanten unmittelbar angeordneten ihren oder der ihnen auf Grund allgemeiner Richtlinien und Lagervorschriften not- Schlar wendig oder zweckmäßig erscheinenden Maßnahmen zu treffen. Gewöhnlich USW! waren es drei Lagerführer, die einander täglich in der Leitung des Häftlings- Di lagers ablösten. Auch ihnen waren die Häftlinge auf Gedeih und Verderb über- Einte antwortet. Die ersten auf diesem Posten, gleichzeitig mit Koch kommend, zufül waren der Sturmbannführer(und spätere Standartenführer) Arthur Rödl und verar der Hauptsturmführer Weißenborn. Tran: Verbindungsmann zwischen Lagerführung und Lager war der Rapportführer, einer gewöhnlich ein Dienstgrad im Feldwebelrang. Auch hier wechselte der Dienst nichti zwischen zwei Rapportführern täglich. Der Rapportführer hatte für den Umst reibungslosen Ablauf des Dienstes zu sorgen. Bei ihm wurden täglich während Arbe des Appells die Vollzähligkeits-- und Totenmeldungen abgegeben, er über- ganz wachte die aus- und einmarschierenden Arbeitskolonnen, bei ihm meldeten sich Häft die zu bestrafenden Häftlinge. Di Dem Rapportführer waren die Blockführer unterstellt, Unteroffiziere, die den von( einzelnen Wohnblocks der Häftlinge vorstanden. Von allen SS-Leuten im Lager oft hatten sie die nächste und meiste Berührung mit den Häftlingen und demgemäß Iassu auch die beste Gelegenheit zu Brutalitäten und Schikanen. In Erkenntnis dessen fang hat man zu Blockführern die rohesten, gefühllosesten und härtesten Menschen metl bestellt. Sie wohnten zwar außerhalb des Lagers, durften aber zu jeder Tages- dies und Nachtzeit in die Blocks kommen. Unter dem Vorwand, hier für Ordnung dabı und Disziplin zu sorgen, haben sie sich an den Häftlingen in der wüstesten und teilu 1 Koch wurde 1942 abgelöst und am 3. April 1945 hingerichtet. ı 58 Gi CHKOCHEISIRGLIEUHEUGTTLT ER RRRREREERIRREESRHRISBEFBAEB ERLEBEN nd DET dildete der ur der Sg. stand er in ationslager führer Karl hinrichten! 7 Hermann icht Wegen streckung Adjutanten , amtlichen gen. Dem- Häftlinge ‚om Schlag gelung der vorgesetzt. geordneten hriften not- Gewöhnlich ; Häftlings- rderb über- kommend, r Rödl und portführer, der Dienst 'e für den ch während 1, er über eldeten sich ere, die den on im Lage! | demgemäl ntnis desset n Mensche eder Tages ür Ordnung istesten UN ni nn” I 1 übelsten Weise ausgetobt, angefangen von den angeblich nicht vorschrifts- gemäß gebauten Betten, deren Strohsäcke sie herauszureißen und auf den Boden zu werfen pflegten, bis zum nächtlichen Herausjagen der von der Arbeit erschöpften Häftlinge und der Veranstaltung von Dauerläufen um den Block bei Regen und Kälte. Die meisten...., die später im Lager eine unheilvolle Rolle spielten, wie der Bunkerhenker Martin Sommer! oder der Menschen- schlächter Strippel, hatten als Blockführer begonnen und dort ihre Eignung im Quälen Wehrloser erwiesen. Ihnen in jeder Hinsicht gleichrangig, sowohl was die äußere Stellung als auch die innere Haltung anbelangt, waren die Kommandoführer. Diesen war die Auf- sicht über die Arbeitskommandos übertragen, sei es, daß es sich um Außen- arbeiten, wie Bau, Straßenbau, Schachtarbeiten, Steinbruch oder die in Werk- stätten tätigen Handwerker, Schreiner, Schuster, Schneider usw. handelte. Praktisch hatten auch sie das Leben der ihnen überantworteten Häftlinge in der Hand, denn eine Meldung wegen Faulheit bei der Arbeit oder Ungehorsam genügte, um den Gemeldeten grausamer Bestrafung zuzuführen, was sehr oft den Tod bedeutete. Darüber hinaus war es für die Kommandoführer, ebenso wie für die Blockführer eine Selbstverständlichkeit, Häftlinge nach Belieben mit Schlägen oder Fußtritten zu mißhandeln oder ihr Kommando beziehungsweise ihren Block„Sport“ machen zu lassen, worunter schikanöses Hinlegenlassen in Schlamm, Schnee und Staub und Wiederaufstehen, Kriechen, Rollen, Robben usw. zu verstehen war. Die Kommandoführer unterstanden dem Arbeitsdienstführer, der für die Einteilung und Stärke der Kommandos, die Art und Reihenfolge der aus- zuführenden Arbeiten, für Lenkung und Organisation der Arbeit schlechthin verantwortlich war. Er bestimmte auch, wer in ein Außenkommando oder auf Transport zu gehen hatte. Damit konnte er jeden Häftling, der ihm von irgend einer Seite genannt wurde, oder der ihm selbst bei Kontrollgängen oft aus nichtigen Anlässen aufgefallen war, in Arbeitsbedingungen versetzen, die unter Umständen Gesundheit und Leben kosteten. Im Lauf des Krieges ist dem Arbeitsdienstführer ein Arbeitseinsatzführer vorgesetzt worden, der mit einem ganzen Stab von Leuten und mit Hilfe der Arbeitsstatistik... die gesamte Häftlingsarbeit leitete. Die Gestapo war im Lager durch die Politische Abteilung vertreten. Sie war von der Lagerleitung unabhängig. Darum war das Verhältnis zwischen beiden oft recht gespannt. Der Politischen Abteilung oblag die Einlieferung und Ent- lassung der Häftlinge, die Führung der Häftlingsakten, die Verhöre der Ge- fangenen und der gesamte Schriftverkehr mit der Gestapo. Die Vernehmungs- methoden der Politischen Abteilung waren gefürchtet und berüchtigt. Soweit diese verschärften Verhöre im Bunker stattfanden, leisteten die Bunkeraufseher dabei Henkerdienste. Nicht selten blieben Häftlinge, die zur Politischen Ab- teilung befohlen waren, spurlos verschwunden. Leiter der Lagergestapo war ı Vgl. S.117 u. Abb. 27. 39 Bee Tr ge N, ij N ' N i ! . A 0 fi Hi x } } } Ki i a en> en ee el DELL HELL ALLE EEE ET en ee ee ee en TU TTN URTEIL UL UNE ATUTLUNVENDERTUNTENNTERNENLUREMERNNUKUKHREEETEEEE 1% in lange Jahre der Kommissar Leclairel, ein Mann, der durch seine Grausamkeit ö. M IM und Unerbittlichkeit allen Häftlingen zum Begriff wurde. gen II iM Die Wachmannschaften stellte eine der SS-Totenkopfstandarten, in Buchen- den St IH wald die Dritte. Es waren Verbände, die speziell für den KZ-Dienst aufgestellt ungelä IK und ausgebildet waren. Aus ihren Reihen kamen zunächst auch die Block- und tration hl Kommandoführer. Mit Kriegsausbruch erfolgte eine völlige Umorganisation. u Die Block- und Kommandoführer, sowie alle anderen Dienstgrade und Mann- IMT. Bi he! schaften, die in den vorerwähnten Stellen und Stäben benötigt wurden, bildeten die KZ-Stammannschaft, während die in Buchenwald garnisonierte Waffen-SS, in der die Totenkopfverbände aufgegangen waren und die dem Lagerkomman- danten nicht mehr unterstanden, die jeweils benötigten Wachmannschaften für die Besetzung der Türme, die Postenkette, und die Bewachung der Arbeits- kommandos zu stellen hatte. Wenn die Stammannschaft infolge der steigenden Häftlingszahl ihre Aufgabe nicht mehr allein bewältigen konnte, wurden aus den SS-Verbänden Verstärkungen zusammengestellt. Es war normalerweise ein Sturmbann mit etwa 500 Mann. Den unmittelbaren Einsatz der Wachmann- Die schaften befehligte der Truppenkommandant, für gewöhnlich der Führer eines Ar Sturmbanns, der seine Dienststelle unweit des Kommandantenhauses hatte. nich Dem Wachbataillon war eine Hundestaffel angegliedert. Die auf Menschen in a gestreifter Kleidung besonders dressierten Blut- und Wolfshunde wurden; außerhalb der Postenkette verwendet... Anklageschrift in dem Verfahren gegen Koch, Ilse wegen Mordes u. a. 4 Js 360/49- o Js, S. 17-20. In] ständig von Sof Waffen-SS als Wachmannschaft tration: Lager Eidesstattliche Aussage des Harbaum, August, geboren am 25. 3. 1913 durchg zu Gütersloh kamen breche, 1. Ich war Leiter der Hauptabteilung A/V 4 des WVHA, erst als Hauptsturm- WANT führer und dann als Sturmbannführer der Waffen-SS. Meine Abteilung befaßte% Ju sich mit Versetzungen, Beförderungen etc. der Waffen-SS-Mannschaften und Bucher Unterführer(Sturmscharführer), die in Konzentrationslagern Dienst taten. Ams0), 2. Ich trat meinen Dienst im März 1942 an und verblieb auf dieser Stelle bis 1987 n Mitte April 1945. in den 3. Im März 1942 wurden ungefähr 15000 Mann Waffen-SS in den Konzen- im Bu trationslagern als Wachmannschaften und Lagerstab verwandt. 15, Au 4. Im April 1945 versahen ungefähr 30-35 000 Mann der Waffen-SS Dienst Wei in den Konzentrationslagern. Diese Zahl schließt Personal ein, das von den och] Landesschützen und der Luftwaffe in die Waffen-SS seit 1944 versetzt 2919 worden ist. Versto i ı 1958 in Düsseldorf wegen„Geringfügigkeit der Delikte“ und„Verjährung“ freigesprochen, Ip jetzt wieder Kriminalkommissar in Düsseldorf. N 60 RN) Ä DV EIRSERRURERONDPURBENERRERRERERKRFRDFERRE BEGEGNET{ aaa SE ROTHESUHEGEEN HH TI ITEN ausamkeit 1 Buchen- ufgestellt 3lock- und anisation, nd Mann- 1, bildeten Vaften-SS, rkomman- haften für r Arbeits- teigenden irden aus [weise ein achmann- hrer eines ses hatte, nschen in e wurden 3. 1913 uptsturm- ng befaßte ‚aften und aten. r Stelle bis n Konzen- .SS Dienst s von den 4 versetzt eigesprocheh A> In 5. Mit Rücksicht auf Versetzungen zur Front und anderweitigen Versetzun- gen möchte ich annehmen, daß ungefähr 10 000 Mann Waffen-SS ersetzt wor- den sind, und dementsprechend in der Zeit von März 1942 bis April 1945 ungefähr 45 000 Mann Waffen-SS zur einen oder anderen Zeit in den Konzen- trationslagern gedient haben. A. Harbaum IMT. Bd. XXXV, S. 493. Dok. 750-D. Statistik des Grauens Die zahlenmäßige Entwicklung des Konzentrationslagers Buchenwald 1937 bis 1945 Die nachstehend aufgeführten Zahlen sind auf Grund authentischen Materials zusammengestellt, das von der SS bei ihrer Flucht aus dem Lager nicht mehr vernichtet werden konnte. Insbesondere sei darauf hingewiesen, daß jede Ziffer durch Angabe der Personalien der betreffenden Häftlinge belegt werden kann.! Il, Im Juli 1937 kam auf dem Ettersberg bei Weimar, der damals noch voll- ständig unbebautes, unberührtes Waldgelände war, das erste Vorkommando von sogenannten Berufsverbrechern zum Aufbau eines neuen großen Konzen- trationslagers an. Die SS hatte damals noch keinen Namen für das künftige Lager und nannte es„KL Ettersberg“. Der erste Appell wurde am 19. Juli 1937 durchgeführt und wies eine Stärke von 149 Häftlingen auf. Am nächsten Tage kamen weitere 70 Vorbeugungshäftlinge, das heißt sogenannte Berufsver- brecher, vom KZ Sachsenburg hier an. Am 27. Juli kamen gleichfalls aus dem KZ Sachsenburg die ersten politischen Häftlinge, darunter 7 Bibelforscher. Am 29. Juli 1937 tauchte im amtlichen Schriftverkehr erstmalig der Name„KL Buchenwald“ auf. Damals war die Lagerstärke auf 327 Mann angewachsen. Am 80. Juli 1937 kamen dazu 600 Häftlinge vom KZ Lichtenburgund am 6. August 1937 noch ein weiterer Transport„aus der Lichte“?. Als erster Toter erscheint in den Listen der Reichsdeutsche Hermann Kempek, der am 13. August 1937 im Buchenwald verstorben ist. Die beiden nächsten Toten sind bereits am 15. August 1937 gemeldet. Weitere Transporte aus Sachsenburg und der„Lichte“ folgten. Dazu kamen noch Einzelzugänge. Die Gesamtzahl der Zugänge im Jahre 1937 betrug 2912 Mann. Von ihnen sind bis zum 1. 1. 1938 bereits 48, das heißt 1,65°/o verstorben. 1 Der Bericht wurde kurz nach der Befreiung Buchenwalds geschrieben. 2 Lagerausdruck für KZ Lichtenburg. 61 Te EEE re nu Ds DE iR h } j j } ! £ t | } 1} \ E } } \ u ET! Auch ante Tate ne ern Rn zur ee a ee FT una en = Se sure EEE ne ee ee wuN ı AN Ur Mr Ani ii SOFUKERRUCN ne EN N Eı TUT UL UT LU WENHERTUUUEERNTHULERENTENELHURHHHHRNNEUEENEE Der letzte Appell durch die SS fand am 3. April 1945 statt. Damals gehörten zum Lager 80 011 Häftlinge... Die Entwicklung des Konzentrationslagers zeigt Tabelle 1, in der die Ge- samtzahl der Zugänge und der Verstorbenen für jedes Jahr angegeben sind. Tabelle 1 Jahr Zugänge Verstorbene 1937 2912 48 1938 20 122 zfzal 1939 9 553 1235 1940 2525 72 1941 5 890 1522 1942 14111 2898 1943 42 177 3516 1944 97 866 8 644 1945(3 Monate) 43 823 13 056 238 979 33 462 Aus der Tabelle geht hervor, daß in 7% Jahren insgesamt 238 979 Menschen in das Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert wurden. Von diesen sind 33 462! oder 14,0°/o verstorben und namentlich nachzuweisen. Es ist selbstverständlich, daß unter normalen Lebensbedingungen nur ein verschwindend geringer Bruchteil dieser 33462 Menschen gestorben wäre; standen doch die meisten von ihnen im besten Mannesalter. Aber die Lebens- und Arbeitsverhältnisse in Buchenwald waren derart, daß sich jeder durch die plötzliche, gewaltsame Veränderung seiner Lebensgewohnheiten, besonders in den ersten Monaten, sehr schnell eine schwere Krankheit zuziehen konnte. Eine ernste Erkrankung bedeutete aber in Buchenwald fast immer den Tod, da ärzt- liche Hilfe in den ersten Jahren überhaupt nicht gewährt wurde oder so unzu- reichend war, daß eine Heilung aussichtslos sein mußte. Eine erschütternde Höhe erreichte auch die Zahl der gewaltsam herbeige- führten Todesfälle... Im KZ Buchenwald wurden, wie überall, wo die SS und die Gestapo hauste, zahlreiche Gefangene„auf der Flucht“ erschossen. Das „Auf-der-Flucht-Erschießen“ geschah oft in der Form, daß Häftlinge außerhalb des Lagers, besonders im Steinbruch, durch Mißhandlungen soweit zur Posten- kette getrieben wurden, daß sie in ihrer Verzweiflung keinen anderen Ausweg mehr wußten, als die Postenkette zu überschreiten. Nur wenige Meter hinter der Kette wurden sie dann aus nächster Nähe von den SS-Posten abgeknallt. In der folgenden Tabelle 2 sind diejenigen nicht mit einbegriffen, die nur an- geschossen worden waren und an den Folgen später verstorben sind, und auch diejenigen nicht, die auf Grund von Mißhandlungen im Revier des Lagers ver- storben sind. mar die Gesamtzahl der Todesopfer auf S. 87. 62 ENDEN ERREREENHEHHRUHKUHERRRERHERSERFH ENGE IGSSOG IT RO HEHE PENTTEHSUTESSZETIEZZERZEZZIZZZZEEEE Eine: wald ni wald vo wurden lich Jud Leute n weitere Zahnpr worden worder Wei 985 H nehme lange j wordeı KZ Au zelnen 27,] 6,5 6.0 Wie sich ni Grund Seit Zahl F oder FE Ohne vollste getrete Erhän 'Hi NER Menschen iesen sind n nur ein ben wäre; ie Lebens- durch die sonders in nnte, Eine d, da ärzt- r so UNZU- - Jie SS und ossen, Das außerhalb zur Posten- en Ausweg 'eter hinter abgeknallt Jie nur a0" | und auch Lagers ver Tabelle 2 Anzahl der auf der Anzahl der durch Jahr Flucht Erschossenen Freitod Verstorbenen 1937 7—_ 1938 34 yel 1939 g! 3 1940 89 11 1941 16 17 1942 48 3 1943 46 2 1944 ohne genaue Angaben 46 1945 ohne genaue Angaben 16 Eine so satanische Vergasungsanlage wie im KZ Auschwitz ist im KZ Buchen- wald nicht eingerichtet worden... Das heißt aber nicht, daß wir in Buchen- wald von solchen Hinrichtungen nichts verspürt hätten. Bereits am 13. Juli 1941 wurden 94„Invaliden“, Reichsdeutsche und Polen, meist, aber nicht ausschließ- lich Juden, zum Transport zusammengestellt und durch schwerbewaffnete SS- Leute nach Sonnenstein bei Dresden gebracht. Am nächsten Tag folgten ihnen weitere 93. Einige Tage später kamen ihre Kleider, einschließlich Effekten, Zahnprothesen usw. nach Buchenwald zurück. Soweit damals bekannt ge- worden ist, sind diese Verschickten an dem Bestimmungsort gasvergiftet worden... Weitere Transporte folgten am 2. November und 12. März 1942 mit insgesamt 285 Häftlingen, ausschließlich Juden. Vom Herbst 1942 gingen dann in zu- nehmender Stärke Massen- und Einzeltransporte von Juden, die zum Teil schon lange im Lager waren, nach dem KZ Auschwitz ab, wo sie zweifellos ermordet worden sind. Diese Häftlinge sind aus diesem Grunde wahrscheinlich im KZ Auschwitz gar nicht erst in die Lagerstärke aufgenommen worden. Im ein- zelnen handelte es sich um folgende Transporte: 27. Juli 1942 163 Häftlinge, darunter 119 sowjetische Kriegsgefangene, 26. September 1942 200 Zigeuner, 6. Oktober 1944 1188 Juden. Wie hoch die Zahl der Einzelüberstellungen nach Auschwitz gewesen ist, läßt sich nicht mehr feststellen, fest steht jedoch, daß diese Einzelverschickungen auf Grund von besonderen Anweisungen aus Berlin erfolgten. Seit Beginn des Krieges wurden im KZ Buchenwald in ständig steigender Zahl Exekutionen durchgeführt. Die Hinrichtungen wurden durch Erschießen oder Erhängen an Einzelpersonen wie an gewissen Kategorien von Gefangenen ohne gerichtliches Urteil auf Grund der Anweisungen der Reichsführung der SS vollstreckt. Öffentlich, das heißt vor den auf dem Appellplatz vollzählig an- getretenen Lagerinsassen wurden im KZ Buchenwald drei Hinrichtungen durch Erhängen vollzogen, die erste am 4. Juni 1938 und die zweite am 21. Dezember 1 Hier sind die Toten vom 9. 11. 1939 nicht erfaßt. Vgl. S. 67. 63 en EEE ZZ ng Egg nn re ge u u ge -_ n vw ar SR Er u enge che eh EEE LTE ir ee gegig: es eigene lan ye I MU ir KA HR HR] Hi 1{ ih a ng Fa Ur PORN EERUTEREN DL TRRANDRRRORDPLEERRNEREES LTR AUT LI TETETRUTULUTTCHLTERTULDTELNERSNSURNNENEENEEN 1938 an Häftlingen, die am 8. Mai 1938 bei der Flucht von einem Arbeits- kommando ihren SS-Posten niedergeschlagen hatten!. Die dritte Hinrichtung, die eines wiederergriffenen Flüchtlings, fand am 13. September 1944 statt. Wenn andere im Lager einsitzende Häftlinge exekutiert werden sollten, so wurden sie ans Tor gerufen und abgeführt. Zahlenmäßige Angaben darüber können mit Sicherheit nur aus den Jahren 1944 und 1945 gemacht werden, weil bis zu dieser Zeit derartige Häftlinge als zur Gestapo überstellt gebucht wurden und heute nicht mehr festgestellt werden kann, welche Häftlinge wirklich und welche nur scheinbar überstellt wurden. Im Jahre 1944 wurden mindestens 177, im Jahre 1945 mindestens 54 Exekutionen an im Lager einsitzenden Häftlingen durchgeführt. Im Herbst 1941 setzten die Massenexekutionen sowjetischer Kriegsgefange- ner, Offiziere, Politführer und Mannschaften ein. Aber auch polnische Offiziere, deutsche Beamte und höhere Offiziere, sowie deutsche und ausländische Frauen, sind in Buchenwald hingerichtet worden. Damals wurden die Hinrichtungs- stätten im DAW-Gelände und im Pferdestall eingerichtet und das Krematorium wesentlich erweitert. Die zur Hinrichtung Bestimmten wurden bei ihrer An- kunft nicht in die Lagerstärke aufgenommen, sondern von etwa gleichzeitig angekommenen Normalzugängen abgesondert und der Gerichtsabteilung zur „Sonderbehandlung“, wie der amtliche Ausdruck lautete, das heißt zur Hin- richtung übergeben. Die SS hatte schon am 1. und 2. April 1945 alle darüber bestehenden Dokumente vernichtet, so daß keinerlei zahlenmäßige Angaben gemacht werden können. Aus den Beobachtungen der Häftlinge geht hervor, daß etwa 7000 Menschen hingerichtet worden sind?. Zu der Gesamtzahl der im Konzentrationslager Buchenwald Verstorbenen müssen ferner diejenigen hinzugezählt werden, die im April 1945 beim Rück- transport von Außenkommandos ins Lager, im Außenkommandob selbst oder auf dem Marsch getötet worden sind. Dazu kommen weiter Unzählige, die bei der Evakuierung des Lagers und während des Transports in andere Lager um- gekommen sind....? 2. Die Entwicklung des Lagers soll nun im einzelnen genauer verfolgt werden. Nach dem 1. Januar 1938 stieg die Lagerstärke langsam weiter, bis sie am 1. Mai 1938 die Zahl 3000 erreichte. Dann setzte die Aktion„Arbeitsscheue Reich“ ein. Die ersten„Asozialen“ kamen am 5. Mai 1938. Größere Trans- porte von zusammen 1000„asozialen“ Juden trafen am 14. und 15. Juni 1938 ein. Dadurch stieg die Lagerstärke sprunghaft an und erreichte am 7. August 1938 ihren ersten Höchststand von 7968 Mann. Sprunghaft stieg auch die Zahl 1 Vgl. S. 181 bis 184. 2 Vgl. S. 203. 3 Berechnung der Todesopfer auf S. 87. 64 TEL HE I RRRIRBFA EIN ARENA EDEL RÄDER RE EINEN der Toter Zahl der| In den Jassunget Im Somn Juden a auf 104 Im N: aktion d amten d kürzeste 1938 noc angewadl bringung dem App dem App tung, die hattein c konnte e kündeten er gefäll wer er ist Eine| Auch Sonder wie die 3 Buch, Mm Arbeits. inrichtung M statt, sollten, so en darüber erden, weil cht wurden ärklich und lestens 177, Häftlingen gsgefange- e Offiziere, che Frauen, nrichtungs- rematorium i ihrer An- gleichzeitig teilung zur 3t zur Hin- Ile darüber re Angaben 0 Menschen erstorbenen beim Rüd- bst oder aul die bei der Lager um gt werden. , bis sie at rbeitsscheut Bere Trans 5. Juni 198 n 7. Auguil ıch die Zah 1 Dil der Toten. Während im April 1938 vier Häftlinge verstorben sind, betrug die Zahl der Toten im Mai 16, im Juni 62, im Juli 105 Häftlinge. In den folgenden Monaten nahm die Lagerstärke durch Todesfälle und Ent- lassungen langsam wieder ab und betrug am 1. September 1938 7791 Mann. Im Sommer 1938 kamen die ersten Ausländer, nämlich rund 2200 österreichische Juden aus dem KZ Dachau. Am 1. Oktober 1938 war die Lagerstärke bereits auf 10 471 gestiegen. Im November 1938 wurde im„Dritten Reich“ die berüchtigte große Juden- aktion durchgeführt, die Hitler mit dem Hinweis auf das Attentat auf den Be- amten der deutschen Botschaft in Paris, vom Rath, zu begründen versuchte. In kürzester Zeit verdoppelte sich die Lagerstärke: während sie am 9. September 1938 noch 9842 betragen hatte, war sie bis zum 13. November 1938 auf 19 676 angewachsen. Für einen solchen Zuwachs waren jedoch gar keine Unter- bringungsmöglichkeiten vorhanden. Die Angekommenen wurden zunächst auf dem Appellplatz und in dem halbfertigen Schafstall untergebracht, bis neben dem Appellplatz ganz primitive Holzbaracken, ohne jede hygienische Einrich- tung, die später berühmt gewordenen Blocks Ia-Va errichtet wurden. Die SS hatte in den ersten Tagen keine Übersicht über die Personalien der Zugänge. So konnte es vorkommen, daß die Rapportführer durch den Lautsprecher ver- kündeten:„Wenn sich wieder einer von den Juden aufhängen will, dann stecke er gefälligst einen Zettel mit seinem Namen in die Tasche, damit man weiß, wer er ist.“ Eine Übersicht, wo diese jüdischen Häftlinge herkamen, gibt Tabelle 3 Herkunftsort Anzahl Herkunftsort Anzahl Gießen 138 Darmstadt 169 Mainz 97 Frankfurt/Main 2621 Kassel 693 Friedberg 99 Breslau 2471 Erfurt 197 Dresden 151 Halle/Saale 124 Magdeburg 375 Hannover 316 Chemnitz 171 Nordhausen 89 Leipzig 270 Aachen 135 Oppeln 703 Würzburg 103 Bielefeld 406 Eisenach-Gotha 112 Meiningen 9€1 Offenbach 82 Dessau 85 Worms 87 Verschiedene kleine Orte in Thüringen 689 Auch diese Zunahme der Lagerstärke war nicht nur mit einem absoluten, sondern auch mit einem prozentualen Anwachsen der Todesfälle verbunden, wie die Tabelle 4 zeigt. 5 Buchenwald 65 EEE l } } } t h \ L; h hr ’ j K } F ih Ni } I Y F } ee Ehen ar ee en a 2 u RL ME LC ÄLELL wRLLGÄEZEEE EEE EEE LET TE PEH LEE PTFEFRLHERFEREEEENEERUEEHENNNENT KIN UN UNSUUELTLNEUNVEERRUENENKRERLENERKEKERHURHHEHKHHENZENE un N Kr f ıi| IN Tabelle 4 zeigt© AR starben ii Zahl der Mittlere Todesfälle zur 1939, 2 IM Zeitraum Todesfälle Lagerstärke Lagerstärke Am N——— ACER 37 TER TEURTEET= chte 10. 10.—9. 11. 88 53 10 156 0,52% Ir HOF 95192838 2441 17 262 1,41% ö 1 Am V Damals war der Aufbau des Konzentrationslagers Buchenwald und der u dazu gehörigen Truppenunterkünfte im gröbsten beendet. Die SS schickte die ni kriminellen Häftlinge an Stellen, wo wieder neue Lager und Kasernen errichtet 1 H| wurden. Die ersten Berufsverbrecher wurden am 3. November 1938 nach den In Lagern Mauthausen und Flossenbürg abtransportiert. Bald folgten ihnen weitere s ie Transporte. Auch die„Aktionsjuden“ wurden verhältnismäßig schnell wieder 1 1 I entlassen, das heißt nach Ausraubung, Beschlagnahme ihres Vermögens wurden Pr& Br sie zum größten Teil aus Nazideutschland ausgewiesen und mußten vom Lager©| Ki aus direkt aufs Schiff oder über die Grenze. Dadurch, sowie durch Todesfälle, ren A ging die Lagerstärke bis Ende Februar 1939 auf rund 8650 zurück und hielt sich j' u A dann weiter auf dieser Höhe. a n AN Im April 1939 hatten die Nazis eine„großzügige Gnadenaktion“ durch- a N geführt. Sie bestand darin, daß rund 2300, viele„asoziale“ Häftlinge, aber auch gi m ı politische Gefangene entlassen wurden. Durch weitere verspätete„Gnaden- ni a Hi entlassungen“ fiel die Lagerstärke am 1. Mai 1939 auf 6363. versto u ist all kr 300 H den I = auch Gleich bei Kriegsbeginn stieg die Lagerstärke aufs neue. Damals kamen die A „Aktionshäftlinge“,„wehrunwürdige“ Reichsdeutsche und Österreicher. Als näli nächste Ausländer wurden tschechische Geiseln im September 1939, zum Teil hr aus dem KZ Dachau, in einer Gesamtstärke von 756 Mann eingeliefert. Am etru 26. September 1939 wurden 2200 Häftlinge aus Dachau nach Buchenwald übergeführt. Am 5. Oktober 1939 folgten ihnen die Angehörigen der polnischen Minder- Bil heit in Deutschland mit 181 Mann. SL Nach Beendigung des Polenfeldzuges erlebte Buchenwald ein grauenhaftes ati und tragisches Nachspiel in der Aktion gegen die„Heckenschützen“? und andere k Polen aus den vor 1918 zu Deutschland gehörenden Teilen Polens. Am 15. Okto- FR ber 1939 kamen 1000, am 16. Oktober 1098 Polen, die unter den primitivsten ni und barbarischsten Verhältnissen in Zelten auf dem halbfertigen Appellplatz Be untergebracht wurden, wo sie nur die Hälfte der Verpflegung der übrigen Ri Häftlinge erhielten. Die fürchterlichen Resultate dieser Vernichtungsaktion y 1 darunter drei unbekannte Tote und drei Selbstmorde. ne 2 So bezeichneten die Faschisten polnische Patrioten, die ihre Heimat gegen die Nazis ver- Alfreg teidigten. Fluch 66 Y a Ri K mm er, i 1“ Dr” ai A eL var LAZUELU r 1 Ich BRETTEN IUEINEIERARARILL RD DEI DEE RER D DI DEE DS DREI AEN DK. AD BERN LED BE RES. zur ind der ckte die errichtet ach den weitere wieder wurden n Lager desfälle, iielt sich “ durch- er auch Snaden- men die her. Als um Teil ert. Am henwald Minder- enhaftes ] andere 15, Okto- nitivsten pellplatz übrigen ggaktion Nazis vel- zeigt ein Vergleich der Sterbefälle. Vom 16. September bis 15. Oktober 1939 starben im KZ Buchenwald 44 Häftlinge, vom 16. Oktober bis 15. November 1939, also in dem gleichen Zeitraum, 6,4mal soviel, nämlich 283 Häftlinge. Am 9. November 1939, nach dem Attentat im Bürgerbräu in München, brachte eine neue Schreckenstat der SS graues, lähmendes Entsetzen über das ganze Lager. Der 9. November war ein Feiertag, und es wurde nicht gearbeitet. Am Vormittag erschienen unter Führung von Hauptscharführer Blank schwer- bewaffnete SS-Leute im Lager und suchten ohne eine Liste oder dergleichen ganz willkürlich aus jedem Judenblock sieben Mann, meist jüngere, heraus, führten sie ohne jede weitere Erklärung in den Steinbruch und erschossen sie dort. Die unglaublich schlechten Verhältnisse, besonders die hygienischen, im Sonderlager der Polen, übertrugen sich auf das ganze Lager. Seuchen im Lager und die Angst vor einer Übertragung auf die Truppe zwangen die SS, eine Sperre über das Lager zu verhängen. Nur ausnahmsweise kamen einzelne Zu- gänge ins Lager. In der Zeit vom 1. November 1939 bis 30. Juni 1940, das heißt in 8 Monaten, waren es nur insgesamt 131 Zugänge. Dementsprechend wurden aber auch die Entlassungen aus dem Lager fast abgestoppt. So waren es in der Hauptsache Todesfälle, die in diesem ersten Kriegswinter bei miserabler Kost, bei Hunger und Ruhr, den Häftlingsbestand von 12 841 am 24. Oktober 1939 auf 7986 am 1. Mai 1940 sinken ließen. Einen besonders hohen Anteil an den Verstorbenen hatten die im Lager einsitzenden Burgenländer Zigeuner. Dabei ist allerdings je ein Transport von 1000 Häftlingen am 4. März 1940 und von 300 Häftlingen am 14. April 1940 nach Mauthausen mit eingerechnet. Wer aber den Ruf des damals neu eingerichteten Lagers Mauthausen kennt, weiß, daß auch von diesen Häftlingen nicht viele am Leben geblieben sein können. Erst im August 1940 kam wieder eine größere Anzahl Zugänge ins Lager, nämlich noch einmal 1100 Polen in zwei Transporten aus Polen. Die Lager- stärke blieb auch den ganzen folgenden Winter über ziemlich gleichmäßig und betrug im Durchschnitt rund 7500 Häftlinge. 4. Bald zeigten sich die ersten Auswirkungen des Westfeldzuges für Buchen- wald. Schon am 2. Juli 1940 wurden 216 Holländer als Geiseln in das Konzen- trationslager Buchenwald eingeliefert, denen am 8. und 9. Oktober noch wei- tere 111 folgten. Die letzten holländischen Geiseln kamen am 23. August 1941. Sie wurden ebenso wie die vorhergehenden in einem Block von den übrigen Lagerinsassen isoliert untergebracht, und ihnen wurden in bescheidenen Gren- zen gewisse Erleichterungen eingeräumt. Einzelne von ihnen waren im Laufe 1 Walter Abusch, Herbert Wolfgang Adam, Manfred Adler, Wilhelm Martin Cohn, Herbert Deutsch, Otto Frischmann, Josef Godel, Artur Gross, Leo Jablonski, Erich Jacob, Stefan Kende, Theodor Kriszhaber, Julius Levite, Emil Levy, Artur Maschke, Ernst Meyer, Hermann Rautenberg, Alfred Schafranck, Franz Erich Schneider, Leo Unger, Kurt Wolffberg— Todesursache:„Auf der Flucht erschossen“— Auskunft des Standesamtes Weimar vom 9. 12. 1957. 67 a es — a—n N 4 H N } [ N \ } } " | N 12 TEE TE LE mL mL EEE Ah ee tag ne in are na ei a ee: HESEFETE eg BEE er hun nn 5 er ee Bee ee er enge‘ 2 == SZ FE hl EEETUNTTRENTEELBITETFEHTELTFRERLRER N ERELEEUEEREINETENNEEEEERERTEN FN DIE LNTLNTUNVEENSRUNENNEHRKKRURKHKERHKERHE des Jahres entlassen worden. Das Gros blieb jedoch bis zum 15. November 1941 in Buchenwald und wurde dann gemeinsam in die Nähe von Herzogenbusch auf Transport geschickt. Nach einer Streikbewegung in Amsterdam führte die deutsche Sicherheits- polizei Anfang 1941 eine Razzia im Amsterdamer Judenviertel durch und ver- schleppte am 20. Februar 1941 884 holländische Juden nach Buchenwald. Sie wurden sofort zu schwerster körperlicher Arbeit eingesetzt. Der Rest von ihnen (341) wurde zusammen mit anderen 350 Häftlingen am 22. Mai 1941 nach dem Konzentrationslager Mauthausen abgeschoben. Zu erwähnen bliebe noch, daß zu Beginn des Sommers 1941 ein großer Transport von 2000 Häftlingen aus dem KZ Dachau eintraf... Durch die erwähnten Zugänge und Transporte, zu denen noch regelmäßige Zugänge kamen, die aus den Polizeigefängnissen bis dreimal wöchentlich ins Lager eingeliefert wurden, war die Lagerstärke nach einem Tiefstand von 6785 am 1. Juni 1941 am 1. Oktober 1941 wieder auf 8370 Häftlinge gestiegen. Am 22. Juni 1941 hatte Hitler die Sowjetunion überfallen. Als erste direkte Auswirkung für das Lager ergab sich die Einlieferung von 2000 sowjetischen Kriegsgefangenen am 18. Oktober1941. Die SS konnte nicht verhindern, daß die Kriegsgefangenen von den Lagerinsassen begeistert empfangen und mit Lebens- mitteln und Rauchwaren beschenkt wurden.! Es folgte eine Bestrafung des ganzen Lagers und einzelner, die besonders aufgefallen waren. Die Kriegs- gefangenen wurden ebenfalls streng isoliert und an ihre Baracken eine Tafel angebracht mit der Aufschrift„Kriegsgefangenenlager“. Man befürchtete wohl Gegenmaßnahmen von sowjetischer Seite und wollte nicht den Eindruck er- wecken, als ob Kriegsgefangene in ein Konzentrationslager eingeliefert worden wären. Dabei wurden sie der gleichen strengen Lagerdisziplin unterworfen wie die anderen Gefangenen und besonders in den ersten Monaten wesentlich schlechter verpflegt. Sie wurden zu den schwersten körperlichen Arbeiten heran- gezogen... Am 19. Mai 1942 wurden von ihnen 1000 Mann nach dem KZ Mauthausen abgeschoben. In den folgenden Monaten und Jahren wurden wei- tere sowjetische Kriegsgefangene eingeliefert... Mit Eintreffen der Kriegsgefangenen war am 18. Oktober 1941 die Lager- stärke auf 10342 Mann gestiegen. Sie nahm im Laufe des Winters 1941/42 langsam wieder ab und erreichte am 12. März 1942 einen Stand von 9770 Häft- lingen. An diesem Tage und am nächsten gingen zwei größere Transporte in andere Lager ab und zwar am 12. März 400 nach dem KZ Natzweiler und am nächsten Tage 800 nach Ravensbrück. Mit diesen Überstellungen versuchte die SS offenbar, den antifaschistischen Geist des Lagers zu brechen, der sich besonders im solidarischen Verhalten der Häftlinge gegenüber den Kriegs- gefangenen gezeigt hatte. Es wurden rücksichtslos viele langjährige politische Schutzhäftlinge mitgeschickt. In den neuen Lagern wurden sie zu den schwer- sten körperlichen Arbeiten bei ganz unzureichender Kost und Unterbringung herangezogen, so daß die meisten von ihnen gestorben sind. Nur einzelne von 1 Vgl. S. 4lLf. 68 RN RSRUHRRRIELIRES BERNIE EIRAA a Da Abb DD IEN ek DER DEAD IKEA NR ihnen si zurückg mals stı geführt isoliert porte| gelang verhält Um: beyolln der bes Zum Te aber ge nach D! den seit zu werd iger Veı die oft i ihnen at zum Ar keine N antwort auf die sie rüd Vom nische mit no) auf den im Lag Ende| 1 Die Buchenw ihnen wg ua er 194] nbusch erheits- nd Ver- ld, Sie ı ihnen ch dem ch, daß en aus mäßige lich ins n 6785 5 direkte tischen daß die ‚ebens- ng des Kriegs- > Tafel e wohl uck er- worden fen wie sentlich heran- em KZ en wel- Lager- 1941/22 0 Häft- orte in ınd am suchte ler sich Kriegs‘ Jitische schwer- ingung Ine von We ihnen sind nach langer Zeit mit anderen Transporten wieder nach Buchenwald zurückgekommen. Nach dem Weggang der Transporte wurden im Lager noch- mals strenge Untersuchungen gegen die deutschen politischen Häftlinge durch- geführt. Eine Reihe von ihnen wurde in einer Sonderkompanie von den übrigen isoliert und zu besonders schwerer Arbeit herangezogen... Durch diese Trans- porte und den oben erwähnten Transport von 1000 sowjetischen Kriegs- gefangenen nach dem KZ Mauthausen war die Lagerstärke am 1. Juni 1942 bei verhältnismäßig geringen Zugängen wieder auf 7601 gesunken. Um diese Zeit begann Sauckel, Gauleiter von Thüringen und Hitlers General- bevollmächtigter für den Arbeitseinsatz, im großen Umfang die Bevölkerung der besetzten Ostgebiete zur Zwangsarbeit nach Deutschland zu verschleppen. Zum Teil freiwillig, in naivem Glauben an die Versprechungen der Nazis, meist aber gezwungen, kamen sie in großen Massentransporten zum Arbeitseinsatz nach Deutschland. Schon zu Beginn muß den deutschen Behörden klar gewor- den sein, daß sich viele unter ihnen befanden, die für die Faschisten gefährlich zu werden drohten. Man ging scharf gegen sie vor, und anstatt sie wegen etwa- iger Verfehlungen einem ordentlichen Gericht vorzustellen, sperrte man alle ein, die oft in Unkenntnis deutscher Verhältnisse sich nur geringe Verstöße gegen die ihnen auferlegten strengen Vorschriften zu schulden kommen ließen. Sie wurden zum Arbeitseinsatz in Straf- und Konzentrationslagern verurteilt. Man gab sich keine Mühe, im Einzelfall die Schuldfrage zu klären, und fühlte sich nicht ver- antwortlich für das Schicksal der Verschleppten. Die SS verlangte und erhielt auf diese Weise ihren Anteil an der Beute unbezahlter Arbeitskräfte und nützte sie rücksichtslos und brutal für ihre Zwecke aus. Vom ersten Juni ab kamen in schnell wachsender Zahl sowjetische und pol- nische Zivilarbeiter und ehemalige Kriegsgefangene ins Lager.! Dazu wurden mit normalen Sammeltransporten Angehörige aller Nationen und jeden Alters auf den Ettersberg verschleppt. Bald waren mehr als 25 verschiedene Nationen im Lager: aus ganz Europa und Übersee, ja aus fast allen Ländern der Welt. Ende 1944 wurden im Lager Angehörige von 32 verschiedenen Staaten? ge- 1 Die SS bezeichnete alle sowjetischen Häftlinge, die nicht direkt als Kriegsgefangene nach Buchenwald kamen, als„Zivilhäftlinge“. Sie trugen den roten Winkel mit dem Aufdruck„R“. Unter ihnen war ein großer Teil Soldaten und Offiziere der Sowjetarmee. 2 1. Albanien 17. Jugoslawien 2. Ägypten 18. Kanada 3. Belgien 19. Luxemburg 4. Brasilien 20. Mexiko 5. Bulgarien 21. Norwegen 6. Chile 22. Österreich 7. China 23. Polen 8. Dänemark 24. Portugal 9. Deutschland 25. Rumänien 10. Frankreich 26. Spanien 11. Griechenland 27. Schweiz 12. Großbritannien 28. Tschechoslowakei 13. Holland 29. Türkei 14. Indonesien 30. UdSSR 15. Irland 31. Ungarn 16. Italien 32. USA 69 nd nn nr ES u = en: } } H 1 j } IN a ee ae wem a a a a EEE ET a> EDER EEE a Pie en.. ee IE PORITITITIEIITITE AA AAHRARARAR RR TARA RAR EN EHUN UUNEUENTUNEUNNUENEUBRENNERRUENUNKER] y 2| | N ih) Hk Be. Kin fangen gehalten. Flaute der Zustrom etwas ab, so erschienen bald neue Ver- Mi ordnungen des Reichsführers SS, auf Grund deren neue Razzien und Aktionen Monat I durchgeführt wurden, die den Zustrom ruckartig wieder anschwellen ließen. oe ı Auch innerhalb Deutschlands verstand es die SS, Arbeitssklaven für sich zu März 1‘ (ei beschaffen. Vom Dezember 1942 ab mußten die Justizbehörden Zuchthaus- und Gefängnishäftlinge als billige Arbeitskräfte an die Konzentrationslager abgeben. Es erschien eine Verfügung über die Überführung von Justizgefangenen ins Konzentrationslager zum Arbeitseinsatz. Kommissionen bereisten die Zucht- April 1 HH häuser,und bald wurden aus den Zuchthäusern von Sachsen, Thüringen, Hessen, Mai 19 IH dem Rheinland und Westfalen, sowie der Provinz Brandenburg meist ausge- 915.1 AN sprochene Schwerverbrecher(Mörder, Totschläger und Sittlichkeitsverbrecher) A mit hohen, oft lebenslänglichen Zuchthausstrafen in das KZ Buchenwald ge- Wie, il schickt. Viele von ihnen wurden als Versuchsobjekte in den Fleckfieberbaracken lagern un verwendet, und viele andere starben, weil sie jahrelang an den Aufenthalt höherer N in geschlossenen Häusern gewöhnt, den plötzlichen Übergang zu einem Leben einem| y\ in Wind und Wetter nicht überstehen konnten. sind in il Waren einzelne Konzentrationslager überfüllt oder wurden an bestimmten gängen il Stellen Arbeitskräfte gebraucht— sei es zum Bau von Flugplätzen, Ver- verstorl ih teidigungsanlagen und Kasernen, sei es zum Bau von Schlössern, Villen und Ai Heimen für einzelne höhere SS-Leute und ihre Stäbe— so wurden die Sklaven IN der SS rücksichtslos von einem Lager ins andere geschleppt. Die weitere Ent- BilN wicklung zeigt Tabelle 5, in der die Lagerstärke und die Zahl der Zugänge für die 12 Monate vom Juni 1942 bis 31. Mai 1943 angegeben sind. Nach die Son = Tabelle 5 nn w 2 eil vo Lagerstärke am Zugänge im die de Monat Anfang d.Monats Laufe d. Monats Sondertransporte Transp aan, ein: Juni 1942 7601 1019 Juli 1942 8.000 1996 am 5. 7. 1942 300 Invaliden und 51 Geistliche nach Dachau August 1942 8849 1715 September 1942 9 886 1709 Oktober 1942 10 075 984 500 vom KZ Dachau, 13. 10. 1942 nach Sachsenhausen 619, 17.10.1942 nach Ausch-| witz 405| November 1942 8831 794| Dezember 1942 9 092 1044 Januar 1943 9517 2500 am 23. 1. 1943 843 auslän- dische Zivilarbeiter von Düsseldorf, die ersten im Kleinen Lager Sn Februar 1943 11275 1291 ıy 70 Uly ra SOCDDLEUEETUENEUNNENE HEMER at—— e DERRBETUURELCUUDEDEERDERENTERENKERREFENBERRDOEGOENSORGRTTETGSEEEREIGTOGHRUH TEE TGHH NETT ENT TDENMPIIENPSDDIZIIZEZE eV er- tionen Ben, sich zu IS- und geben, en ins Zucht- Tessen, ausge- recher) ld ge- tracken enthalt Leben mmten 1, Ver- en und Sklaven re Ent- nge für Lagerstärke am Zugänge im Monat Anfang d. Monats Laufe d. Monats Sondertransporte März 1943 11 920 2474 am 5. 3. 1943 500 nach Dachau, am 23. 3. 1943 450 nach Riga, am 3.3.1943 933 Polen von Lublin, am 12. 4. 1943 339 aus dem April 1943 12 461 2775 aufgelösten KZ Wewelsburg Mai 1943 13 326 2339 31.5.1943 14441 Wie die fürchterlichen Zustände in den überfüllten deutschen Konzentrations- lagern und die erbarmungslose Ausnutzung der Häftlinge schon damals die von höherer Stelle beabsichtigte Steigerung der Produktion durchkreuzten, geht aus einem Schreiben des SS-Wirtschafts-Verwaltungs-Hauptamtes hervor. Danach sind in den 6 Monaten Juni bis November 1942 von insgesamt 136786 Zu- gängen in allen deutschen Konzentrationslagern in der gleichen Zeit 70 610 verstorben.! 9. Nach der entscheidenden Niederlage bei Stalingrad mußten die Faschisten die Sowjetunion wieder räumen. Auf dem Rückzug wurden Männer und Frauen, Kinder und Greise von den Nazis nach Deutschland verschleppt. Ein großer Teil von ihnen wurde gar nicht als Zivilarbeiter eingesetzt, sondern direkt in die deutschen Konzentrationslager eingeliefert. Im Herbst 1943 trafen folgende Transporte aus den noch besetzten Gebieten der Sowjetunion in Buchenwald ein: Tabelle 6 Datum Herkunftsort Anzahl 26. 7.43 Dnjepropetrowsk 998 29. 8.43 Dnjepropetrowsk 781 19. 9.48 Dnjepropetrowsk 1362 5.10.43 Nikolaiew 604 10. 10. 43 Kirowgrad 529 31.10.43 Kiew 233 1.11.48 Kirowgrad 318 28. 11. 43 Nikolaiew 192 24. 3.44 Nikolaiew ee 377 Insgesamt 5394 1 vgl. S. 150f. EEE ne a A M KR; H IR} Ich } MM) 4 } y H " I; en Te ae le ET u EEE LATE gr> RETTET ATARAAN UN UHR TUT LUNUNNUENRUUHLUNLHRLENUHKHLERHNHHEN) “ \ N ii en 1 Zusammen mit diesen Männern sind meist auch Frauen und Kinder hier an- ge iM gekommen. Sie wurden jedoch entweder überhaupt nicht in das Lager ge- En (5 lassen und direkt an Frauenkonzentrationslager weitergeleitet, oder sie wurden Da N vorübergehend ein bis zwei Tage hier untergebracht, um dann weiter trans- Rückero A portiert zu werden. Es kam HN Zu der gleichen Zeit hatten sich auch die Verhältnisse in Frankreich zu- auch zu h ungunsten des„Dritten Reiches“ entwickelt. Nach den Niederlagen im Osten weisun: N stieg der Mangel und damit der Bedarf an Arbeitskräften in Deutschland. wurder uf Sauckel fuhr nach Paris und verhandelte mit Laval über„die Lieferung“ fran-\ ersch I zösischer Zwangsarbeiter. Im KZ Buchenwald spiegelte sich diese Entwicklung nicht 1 Di) in der Einlieferung französischer Gefangener aus dem von den Deutschen in AbF Kit) Compiegne errichteten Konzentrationslager wider. Der deutsche Sicherheits- sehbare Ki dienst zeigte seine„poetische Begabung“ und seinen Zynismus diesen Opfern folgte i AN gegenüber in der Bezeichnung„Aktion Meerschaum“, der 1944 eine weitere bezeich „Aktion Frühlingswind“ folgte. Die im KZ Buchenwald aus dem Westen ein-„Dritte getroffenen Großtransporte sind in Tabelle 7 zusammengestellt. he ersten! porte a Tabelle 7 mitgese waren,| Datum Anzahl Herkunft Dies 21. 5.48 50 Compiegne über KZ Mauthausen schein 27. 6.43 962 Compiegne Arbeit 4. 9.43 896 Compiegne Wenig: 18. 9.43 926 Compiegne bezeid 30.10.43 911 Compiegne zustell 16. 12. 43 921 Compiegne endgül 19. 1.44 1940 Compiögne Häftlin 24. 1.44 1991 Compiegne| Bine 29. 1.44 1580 Compiegne dh 9. 5.44 967 Brüssel, 14 5.4 2052 Compiögne nicht 14. 5.44 1667 Compiegne über KZ Auschwitz an der 22. 5.44 891 Brüssel hielter 19. 6.44 574 Brüssel Wie es 3. 7.44 435 Compiegne das L. 6. 8.44 1080 Compiegne Das 10. 8.44 827 Compiegne nische 20. 8.44 1650 Compiegne Zivila 21. 8.44 285 Compiegne hatt 5. 2.45 1246 Zuchthaus Großstrelitz dreh Insges.: 21 851 oft er Elten Bei diesen Transporten handelt es sich in der Hauptsache um Franzosen und Im Belgier. Doch sind bei allen Transporten Angehörige anderer Nationen, die sich Tran: 72 RR LESERREISEN LA BALIENCDKA LER DL AED EN ES ie: HEENET NER TIER ale hihi AARON Ipfern veitere N ein- en und Jie sich Be vorübergehend oder dauernd in Frankreich aufhielten, in Buchenwald ein- geliefert worden. Der Zustrom von Massentransporten aus der Sowjetunion hatte nach der Rückeroberung des größten Teils der Ukraine durch die Rote Armee aufgehört. Es kamen zwar fortgesetzt sehr viele„normale Zugänge“, das heißt Gefangene, auch zu über 90°/o Ausländer, die aus den deutschen Polizeigefängnissen auf An- weisung Himmlers zum Arbeitseinsatz in die Konzentrationslager überführt wurden, Aber trotzdem hätten diese Zugänge den durch den rücksichtslosen Verschleiß unheimlich gestiegenen Bedarf nicht decken können, wenn die SS nicht neue Quellen gefunden hätte. Ab Frühsommer des Jahres 1944 waren es ungarische Juden, die in unüber- sehbare Massen in die deutsche Sklaverei verschleppt wurden. Im Herbst folgte ihnen die aus Warschau evakuierte polnische Zivilbevölkerung. Es ist bezeichnend für die sich immer katastrophaler gestaltenden Verhältnisse im „Dritten Reich“, daß die verhaftenden Dienststellen gar nicht mehr in der Lage waren, ihre Gefangenen richtig zu registrieren. Während noch für die ersten Massentransporte aus der Sowjetunion ebenso wie für die Massentrans- porte aus Frankreich und Belgien von den einweisenden Dienststellen Listen mitgeschickt wurden, auf denen die Personalien der Gefangenen aufgeführt waren, fielen solche Listen bei den Ungarn und den evakuierten Polen weg. Diese Transporte kamen meist über Auschwitz, wo die Gefangenen wahr- scheinlich einer ersten Musterung unterzogen worden waren. Wer noch zum Arbeitseinsatz brauchbar erschien, wurde dort notdürftig eingekleidet und nach wenigen Tagen weitergeschickt. In Auschwitz wurden sie als„Transportjuden“ bezeichnet, und man gab sich nicht einmal die Mühe, ihre Personalien fest- zustellen. Das überließ man den Konzentrationslagern, wo die Betreffenden endgültig eingesetzt werden sollten. Die SS betrachtete den Arbeitseinsatz der Häftlinge als das Primäre, und die Häftlinge, die mit der Aufnahme der Zu- gänge beschäftigt waren, hatten mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen, um die Personalien der Zugänge feststellen zu können, damit sie von der SS nicht einfach als namenlose Nummern geführt wurden. Nur dadurch, daß wir an der noch bestehenden Verfügung über die Aufnahme aller Zugänge fest- hielten und die Vorschriften nicht stillschweigend unter den Tisch fallen ließen, wie es die SS gerne gesehen hätte, ist es heute möglich anzugeben, wer durch das Lager gegangen ist, wer im Lager gestorben ist... Das gleiche gilt auch für die aus Warschau evakuierten Polen, sowie für pol- nische Juden, Esten, Letten usw., die aus Arbeitslagern im Osten, wo sie als Zivilarbeiter eingesetzt waren und teils mit ihren Familien zusammen gelebt hatten, bei Bedarf an Arbeitskräften oder bei Annäherung der Roten Armee direkt in die deutschen Konzentrationslager verschickt wurden. Dabei wurden oft erst hier auf dem Bahnhof die Familien rücksichtslos auseinandergerissen, Eltern von ihren Kindern, Männer von ihren Frauen getrennt. Im einzelnen trafen im Laufe des Sommers und Herbstes 1944 folgende Transporte aus dem Osten im KZ Buchenwald ein: a an a ee ' F [j h ! F } hr } } N } } N N \ Yh Y > Fe >= SEE en DE ng u u u u u nu at Tat en ee en « Z Lenk nr no Dr KERKBRRTERERERN EEE LER EEE EEE TU VLRLT URN TNENBRERRBRERNFERKRRER KEN BERRERERHKRHRKRAFUGE ep IB|| 1 Tabelle 8 noch me vi— der Lag‘ (hi Datum Anzahl Häftlingsart Herkunft Monatst A St H 24. 5.44 1000 Ungarische Juden Auschwitz a 4 2. 6.44 1000 Ungarische Juden Budapest hahnve MIN 18. 6.44 1000 Ungarische Juden Auschwitz Zr 16. 7.44 2500 Ungarische Juden Auschwitz. Gustlof 5. 8.44 1459 Polnische Juden des La 13. 8.44 2561 Evakuierte Polen Warschau schon I 15. 8.44 1999 Evakuierte Polen Warschau über Auschwitz bereits 9.11.44 615 Ungarische Juden Graz 65.000 18. 1.45 2840 Polnische Juden selbst fi 20. 1.45 1446 Polnische Juden eingese Weimaı Auch andere politische Ereignisse zeigten ihre Auswirkungen in neuen künften Zugängen für das KZ Buchenwald. Nach den Unruhen an der Osloer Universi- ausgesp tät kamen am 13. Januar 1944 349 norwegische Studenten nach Buchenwald. Orten.] il Infolge des Einschreitens der schwedischen Regierung wurden sie besser be- mit den HN handelt als die übrigen Häftlinge. Sie wurden getrennt von den übrigen unter- und En N gebracht, behielten ihre Zivilanzüge, bekamen dieselbe Verpflegung wie die SS- stand,\ NL Truppe und erhielten mehrere Monate Instruktionsstunden und politischen Komma ht Unterricht von SS-Instrukteuren. Offenbar wollte man sie zum Nazismus be- es sich I kehren. Die SS hatte jedoch mit ihren Bemühungen keinen Erfolg. Kein einziger haupta H meldete sich freiwillig zur SS. Deshalb wurden zuerst am 7. Juli 1944 117 und lassun; INK am 23. Oktober 1944 der Rest von ihnen nach einem SS-Lager abgeführt, wo Die Hi sie zu schweren Schanzarbeiten herangezogen wurden. Bei Annäherung der Dora it N Front wurden sie von dort evakuiert und am 12. Dezember 1944 zusammen mit Bucher I anderen norwegischen Studenten, die noch nicht in Buchenwald gewesen waren, Außen! Ai in Stärke von 492 Mann wieder in Buchenwald eingeliefert. Am 1. März 1945 opfer, ı M wurden sie nach dem KZ Neuengamme evakuiert.| erreich! N‘ schober (N 6. gen me hi Zur. h Vom Jahre 1942 ab wurden die deutschen Konzentrationslager mehr und immer IK mehr aus Zwangslagern für politische Gegner zu Arbeitslagern für die Kriegs- Aufent h industrie. Schon Anfang 1942 gründeten höhere SS-Führer die DAW(Deutsche geleite MX Ausrüstungswerke). Die Werke zahlten an die Lagerverwaitung für die Über- Die Mt lassung eines Häftlings täglich eine geringe Summe,! so daß die Lager anfingen, zentra| I sich selbst zu erhalten. Die Aktionäre mit ihren billigen Arbeitskräften und Haupt M guten Beziehungen zu den Militärbehörden zählten bald zu den größten und w Ri Kriegsgewinnlern. Neue Möglichkeiten wurden gefunden, aus Staatsgeldern bezieh ! ı Vgl. Abb. 62 u. 65. enges erlasge 74 FF I er me men ARE DIELDLUDDeePeepeoeree ee rD DI witz jeuen versi- wald. r be- ınter- ie SS- schen ıs be- nziger 7 und rt, wo g der >n mit varen, ‚1945 ır und ’riegs- utsche Über- fingen, 2 und rößten elden noch mehr für die SS und ihre Führer herauszuholen. So wurde zum Beispiel der Lagerkommandant Pister Direktor der DAW Buchenwald mit ansehnlichem Monatsgehalt. Im Sommer 1943 kamen dazu der Bau und die Einrichtung von Rüstungs- werken in den Konzentrationslagern selbst. Von Buchenwald wurde eine Eisen- bahnverbindung nach Weimar in Rekordzeit gebaut und das sogenannte Gustloff-Werk, bestehend aus 18 riesigen Hallen, in unmittelbarer Nähe des Lagers errichtet. Daneben wurden in steigender Zahl Häftlinge in schon bestehende Rüstungsbetriebe geschickt. Bis Ende Oktober 1944 gab es bereits 66 Außenkommandos des Stammlagers Buchenwald, in denen rund 65000 Häftlinge beschäftigt waren. Die ersten Häftlinge holte sich Sauckel selbst für die Sauckel-Werke in Weimar. Anfangs waren sie dort nur zur Arbeit eingesetzt und wurden jeden Tag hin- und zurückgefahren. Später wurde in Weimar in unmittelbarer Nähe der Fabrik das Rüstungskommando mit Unter- künften für Häftlinge eingerichtet. Bald folgten weitere Außenkommandos in ausgesprochenen Nazibetrieben, wie der Hasag Leipzig und an anderen Orten. Das größte und grauenhafteste Außenkommando wurde sehr bald das mit dem Decknamen Dora bezeichnete, von dem die Häftlinge nur mit Furcht und Entsetzen sprachen... Alles, was mit der Produktion in Zusammenhang stand, wurde streng geheim behandelt. Häftlinge, die in den entsprechenden Kommandos beschäftigt waren, galten als Geheimnisträger. Sie mußten, soweit es sich um Reichsdeutsche und Tschechen handelte, beim Reichssicherheits- hauptamt, der Zentrale der Gestapo, besonders gemeldet werden, um einer Ent- lassung rechtzeitig vorbeugen zu können. Die wichtigsten Zentren dieser Produktion wurden die Außenkommandos Dora in Nordhausen und Laura in Saalfeld/Thüringen... Aus dem Stammlager Buchenwald ging ein Transport Unglücklicher nach dem anderen an diese Außenkommandos ab, um nie wieder zurückzukehren. Die Zahl der Todes- opfer, noch vermehrt durch Todesfälle bei Explosionen und Betriebsunglücken, erreichte bald Rekordhöhe. Die Arbeitsunfähigen wurden in entfernte be- ziehungsweise einsam gelegene Lager, wie Lublin und Bergen-Belsen, abge- schoben, wo man die meisten von ihnen durch Gasvergiftung oder Einspritzun- gen mordete. Zur Auffüllung der Lücken reichten die Neuzugänge nicht aus, und so trafen immer neue Transporte aus anderen Lagern in Buchenwald ein, die nach einem Aufenthalt von wenigen Tagen an die berüchtigten Außenkommandos weiter- geleitet wurden. Die Zentralstelle für die Verteilung der Arbeitskräfte in den deutschen Kon- zentrationslagern war die Amtsgruppe D des SS-Wirtschafts-Verwaltungs- Hauptamtes in Oranienburg bei Berlin. Von dort kamen die Befehle, wieviele und welcher Art Häftlinge auf Transport in andere Lager verschickt wurden, beziehungsweise wie viele Häftlinge bei den verschiedenen Außenkommandos eingesetzt werden sollten. Zunächst war von diesem Amt der strengste Befehl erlassen worden, daß keine politischen Reichsdeutschen mit Massentransporten 73 h rennen u 7 lg Et EEE | . % F !) r } y ! |; ! \ Aa ham ne EEE ha ALULVEILTEEEIEREEOODP DDr ZDN ‚ a N "N Lil Der IX weggeschickt werden durften... Dazu kamen noch die Vorschriften vom Reichs- aus de Ri sicherheits-Hauptamt, wonach gewisse Häftlinge, um sie noch einigermaßen vanz U (ih von anderen zu isolieren, nicht auf Transport geschickt werden durften... AL A Vom Herbst 1943 bis Herbst 1944 trafen in Buchenwald die in Tabelle 9 dann M zusammengestellten Transporte aus anderen Konzentrationslagern ein, die zum Leben ih, größten Teil schon vorher für Dora und andere Außenkommandos bestimmt een waren. liche} gange in die gene Tabelle 9 un gültig Datum Anzahl Häftlingsart von RZ Re ZEITEN en Be Aus 22, 9.43 300 meist Russen Groß-Rosen werdeı 22. 9.43 210 149 Russen und Angehörige Natzweiler Nichtjt verschiedener Nationalitäten schrott 14.10. 48 650 373 Franzosen, 144 Russen Ravensbrück Armee 17.10.43 849 meist Russen Mauthausen D 19.10.43 sıl Russen und Polen Stutthof ke) 21.10.43 300 Russen und Polen Auschwitz ut 21.10.48 200 Russen und Polen Natzweiler Todest 21.10.43 506 meist Jugoslawen Flossenbürg 23.10.43 1539 meist Polen Auschwitz 30. 10. 43 1025 meist Jugoslawen und Russen Dachau 20. 11.43 375 meist Franzosen Mauthausen 21.11.48 417 meist Franzosen und Russen Dachau 12.12.43 200 Russen und Polen Auschwitz 21.12.43 313 Russen und Polen Neuengamme 25. 1.44 400 Russen und Deutsche Sachsenhausen 3. 3.44 491 meist Tschechen Auschwitz 112 3744 418 meist Polen Groß-Rosen 2. 4.44 203 Tschechen Auschwitz 17. 4.44 883 Zigeuner Auschwitz 28. 5.44 350 Polen und Russen Stutthof 94. 6.44 2000 meist Polen und Russen Auschwitz 29. 7.44 200 Russen und Polen Bergen-Belsen 3. 8.44 510 Zigeuner Auschwitz 3. 8.44 400 Russen und Polen Neuengamme 16. 8.44 1350 Tuden verschiedener Natipnalität Stutthof 27. 9.44 1085 Tuden Natzweiler 1. 10. 44 1500 Polen und Russen Auschwitz In der Tabelle sind Transporte aus anderen Lagern mit weniger als 200 Häft- lingen nicht enthalten, und ebenso Transporte, die aus anderen Lagern direkt in die Außenkommandos geleitet wurden, ohne durch das Stammlager zu Am gehen. 8914: 76 >ichs- Der größte Teil dieser Zugänge, ebenso wie die oben erwähnten Neuzugänge jaßen aus dem Osten und Westen, ging schnellstens und fast vollzählig— nur die ; ganz und gar Ausgemergelten blieben im Lager, bis sie an Alters- oder Körper- le 9 schwäche starben- in Außenkommandos der Rüstungsindustrie. Dort sind sie in dann nach monatelanger schwerster körperlicher Arbeit unter schlimmsten immt Lebensbedingungen(schlechte Ernährung, keine Ruhe auch in der arbeits- freien Zeit, ohne jede hygienischen Einrichtungen, monatelang keine gründ- liche Körperreinigung und kein Wäschewechsel) entweder elend zu Grunde ge- gangen oder in halbtotem Zustande ins Stammlager Buchenwald zurück oder in die Konzentrationslager Auschwitz, Lublin oder Bergen-Belsen zur end- f i gültigen Vernichtung gebracht worden. Die SS selbst gebrauchte für diese Aus-} / beutung der menschlichen Arbeitskraft ihrer Sklaven bis zum letzten Hauch den N — Ausdruck„Verschrottung“. So„verschrotteten“ sie alle, deren sie habhaft hr 1 werden konnten: Russen, Polen, Ungarn, Jugoslawen und Franzosen, Juden und ht Nichtjuden, und sie hätten noch die Bevölkerung eines ganzen Kontinents„ver- : schrottet“, wenn ihnen nicht durch den siegreichen Vormarsch der alliierten Armeen Halt geboten worden wäre. Durch alle diese Transporte aus West und Ost, sowie aus anderen Konzen- trationslagern stieg die Zahl der Zugänge, die Lagerstärke und die Zahl der Todesfälle, wie Tabelle 10 zeigt: ++ me ee un ga K \ Ir } H \ Tabelle 10 77 Een 2 Lagerstärke Monat Zugänge Todesfälle a. Monatsende oe Juli 1943 1727 191 15 796 Y\ en August 4537 118 19 641 September 5444 123 24 688 k n Oktober 9.048 109 33 377 November 4 454 314 33112 N Dezember 3734 967 37319 K Januar 1944 8017 1000 42 833 iR Februar 1979 880 41240 In Isen März 5.065 1311 43 371 hi April 4788 360 45 830 ki ‚me Mai 9.655 390 54287 f Juni 9.986 460 61156 ii T Juli 7398 347 66 609 R / August 17170 742 82 391 I September 4251 497 84 505 N Oktober 6 728 732 55 473 Mi ) Hält R direkt Am 6. Oktober 1944 erreichte die Lagerstärke ihren höchsten Stand mit K$ ser ZU 89 143 Häftlingen. Am 29. Oktober 1944 wurde das Außenkommando Dora unter” k ‚ 19 h ERST Es re ED re ee EBEFFZEE er HEN ER De N 2 ee a TEEN REN EN TEN RETTEN RENATE SULLUTLELUNNURE dem Namen Mittelbau ein selbständiges Konzentrationslager und mit 32 532 Häftlingen, die sich in dem dazugehörigen Kommando befanden, von der Lager- stärke abgesetzt. 7: Am 24. August 1944 mittags wurden die zum Konzentrationslager gehören- den Rüstungsanlagen bombardiert und dabei vollständig vernichtet... Häft- linge, die sich vor den Spreng- und Brandbomben ins Freie retten wollten, wurden von der Postenkette der SS erbarmungslos niedergeschossen. So konnte es nicht ausbleiben, daß bei dem Angriff die Häftlinge 364 Todesopfer zu be- klagen hatten... Durch die Bombardierung waren nicht nur die Rüstungsbetriebe, sondern auch wichtige Verwaltungsstellen der SS in Buchenwald, insbesondere die „Politische Abteilung“, in der die Personalakten der Häftlinge aufbewahrt und bearbeitet wurden, vernichtet worden. Das Lager wurde deshalb für kurze Zeit für weitere Zugänge gespertt. Die im September 1944 verbuchten Zugänge sind größtenteils direkt in Außenkommandos, vor allem nach Dora eingeliefert worden. Nach dem mißglückten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 hatte Himmler den Befehl über das Heimatheer übernommen. Bald zeigten sich die ersten Auswirkungen für das Konzentrationslager Buchenwald. Am 22. August wurde im ganzen Reichsgebiet die Aktion„Gitter“? durchgeführt, bei der bis dahin noch in Freiheit verbliebene frühere Funktionäre der antifaschistischen Par- teien verhaftet wurden. Innerhalb weniger Stunden kamen am 22. und 23. August etwa 750„Gitter“-Häftlinge aus der nächsten Umgebung von Weimar in Buchenwald an. Weitere Transporte aus Sachsen, dem Rheinland und Westfalen waren vorgesehen. Nach dem am 24. August 1944 erfolgten An- griff der alliierten Luftwaffe konnten diese Transporte jedoch nicht mehr durch- geführt werden... War das zunächst eine reine Polizeimaßnahme, bei der das Lager nur als Unterbringungsmöglichkeit für die Verhafteten eine Rolle spielte, so wußte Himmler bald noch in anderer Weise dafür zu sorgen, daß die Zahl der Sklaven der SS durch neuen Zuzug vergrößert wurde. Im November 1944 kamen die ersten Häftlinge einer neuen Kategorie „Zwischenhaft II“. Hierbei handelte es sich um Wehrmachtsangehörige, die meist wegen Fahnenflucht und unerlaubter Entfernung von der Truppe durch Militärgerichte zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt worden waren. Sie wurden aus den Zuchthäusern und Wehrmachtsgefängnissen herausgeholt und zum Arbeitseinsatz in„Zwischenhaft“ in die Konzentrationslager geschickt, um nach den Absichten Himmlers nach Kriegsende den Rest ihrerStrafe wieder im Zucht- ı Vgl. S. 211. 2 In anderen Lagern als Aktion„Gewitter“ bekannt. 78 EI ED N a A RN| haus 2 mußte Dort V langjä der Gt Die befan« willig in die sie Si einzu kleine danisı ins Li Neı politis mark, durchg beamt Sie wı Baum: 200, ı 8, De von l und F gerad hältni 90 Di Als Konze die Pı Arbeii Bal durch Ohrdr über] in disc Konz ort, A Außen ‚ÖTen- Häft- ten, onnte u be- ndern e die t und e Zeit e sind liefert nmler ersten wurde dahin n. Par- , und von inland n An- durch- jur als wußte klaven tegorie DB: ge, de o] durch yurden d zum m nach Zucht: haus abzubüßen. Auf besondere Anweisung der höchsten Stellen in Berlin mußten sie alle in das KZ Mittelbau, das heißt nach Dora geschickt werden. Dort wurden sie bei der gefährlichen Geheimfertigung beschäftigt, da sie als langjährige Gefangene nicht geschont werden sollten. Schwierigkeiten wegen der Geheimhaltung traten nicht auf, da sie nicht entlassen werden konnten. Diese Zwischenhäftlinge waren keineswegs nur Reichsdeutsche, sondern es befanden sich Angehörige aller europäischen Nationen darunter, die als Frei- willige in die deutsche Wehrmacht eingetreten waren. Ebenso begann Himmler in diesen Monaten auch die Angehörigen seiner eigenen SS-Verbände, soweit sie sich etwas hatten zu schulden kommen lassen, in die Konzentrationslager einzuliefern. Im Dezember 1944 und Januar, Februar 1945 kamen mehrere kleinere Transporte von Kroaten, Muselmanen(Angehörigen einer mohamme- danischen SS-Formation) und Franzosen, zum Teil in SS-Uniform, als Häftlinge ins Lager. Neue Zugänge für das Konzentrationslager ergaben sich auch infolge anderer politischer Ereignisse im besetzten Europa. Im September 1944 war in Däne- mark, speziell in Kopenhagen, eine große Aktion gegen die dänische Polizei durchgeführt worden. Am 30. September 1944 kamen 1480 dänische Polizei- beamte nach dem KZ Buchenwald, denen am 5. Oktober 473 Mann folgten. Sie wurden sehr bald zur Arbeit herangezogen und mußten in langen Kolonnen Baumaterial transportieren. Sie blieben jedoch nicht lange im Lager. Die ersten 200, meist höhere Polizeioffiziere, wurden vom Dänischen Roten Kreuz am 8. Dezember 1944 abgeholt... Am 17. Dezember ging der nächste Transport von 1604 Dänen von hier ab und der Rest folgte ihnen im Laufe des Januars und Februars 1945. Das ungewohnte, rauhe Klima in Buchenwald, wohin sie gerade zu Beginn des Winters verschleppt wurden, forderte unter ihnen ver- hältnismäßig hohe Opfer. In den wenigen Monaten ihres Aufenthalts sind rund 90 Dänen verstorben. 8. Als im Oktober 1944 das Außenkommando Dora zu einem selbständigen Konzentrationslager erklärt wurde, waren dort die Aufbauarbeiten beendet und die Produktion der V-Waffen lief auf Hochtouren. Der Bedarf an ungelernten Arbeitskräften hatte dadurch etwas nachgelassen. Bald aber erlebte Buchenwald eine neue Steigerung der Massentransporte durch Errichtung eines neuen, noch berüchtigteren Außenkommandos bei Ohrdruf in Thüringen, unter der Bezeichnung„S III“. Auch dort sollte Hals über Kopf und ohne Rücksicht auf den Verschleiß der Arbeitskräfte eine unter- irdische Anlage errichtet werden. Wieder gingen Massentransporte aus allen Konzentrationslagern, teils über Buchenwald, teils direkt, an den Bestimmungs- ort. Außerdem gingen Massentransporte aus Buchenwald selbst an das neue Außenkommando. Die SS sah sich zu außergewöhnlichen Maßnahmen ge- 79 Tr a u eg h ' N ) H H ih I N ir * 5 ee Tee En EEE ee Ten 2 ie KR KEREEERERENENERNEER ER EEE EEE EEE TEE ER RURUNDSUEHRHENERRRKEKERKKHRKRRFRRÄREHER u ee er ee re at et ee ten ET TI a a hen ee een me ee er ne ei SUITES = ne eg ge eg ae Tee ef ee Fee IN a EEE RE a en ZEN er EEE Eee Fa ae Fuge Fe ns een nn a REF zwungen. Eines Sonntags früh ließ sie alle Häftlinge auf dem Appellplatz an- treten, sperrte ihn ab und suchte dann selbst 1000 Häftlinge für SII]IE aus die am gleichen Abend abtransportiert wurden. Der erste große Transport von 1000 Mann ging am 20. November 1944 in das neue Kommando. Schon einen Monat später war die Stärke des Kommandos auf über 7500 Mann ge- stiegen und erreichte am 26. März 1945 mit 13 726 den höchsten Stand. Dabei zeigte sich schon deutlich das Versagen des Verwaltungsapparates in den höheren Dienststellen. Das neue Kommando war der Wehrmacht unterstellt. Die Häftlinge wurden aus der Lagerstärke der einzelnen Konzentrationslager gestrichen und sollten im Kommando neu erfaßt werden. Bei dem ungeheuren Zustrom und dem Fehlen von eingearbeiteten Kräften erwies sich das bald als unmöglich. Deshalb mußte das ganze Kommando wieder neu in die Stärke des KZ, Buchenwald übernommen werden. Dabei war es ganz unbekannt, welche Häftlinge sich in„S III“ befanden, da dort überhaupt kein Nachweis darüber geführt worden war und Listen über die Transporte aus anderen Lagern nach „S III“ nicht stimmten. Die SS benutzte deshalb die einzige Feierschicht der Häftlinge, die in der Weihnachts-Nacht 1944 in„S III“ eingelegt worden war, dazu, dort die gesamten Lagerinsassen registrieren zu lassen. Damals ergab sich ein Bestand von 7648 Mann, davon rund 2000 im sogenannten Nordlager und rund 5500 im sogenannten Südlager. Ehe die an das KZ Buchenwald gesandten Listen durchgearbeitet werden konnten, kamen am 12. Januar 1945 aus„S III“ 1400 vollständig erschöpfte Häftlinge nach Buchenwald zurück. Sie gaben dem Lager einen ersten erschütternden Eindruck über die grauenhaften Zustände bei Ohrdruf. Von den 1400 Häftlingen waren mehr als 200 bei ihrer Ankunft am Bahnhof Buchenwald entweder bereits verstorben oder so entkräftet und erschöpft, daß sie ihre Namen und Nummern nicht mehr angeben konnten. Da die von der SS ganz liederlich aufgestellten Transportlisten nicht stimmten(es waren Häftlinge aufgeführt, die nicht mitgekommen waren, und umgekehrt Häftlinge gekommen, die nicht auf der Liste standen), war es unmöglich, die Toten nachträglich einwandfrei zu identifizieren. Die nächsten Transporte „verschrotteter“ Arbeitskräfte schickte die SS-Führung nicht mehr nach Buchen- wald, sondern nach dem Konzentrationslager Bergen-Belsen, wo ihre endgültige Vernichtung in der Einsamkeit der Lüneburger Heide vermutlich unauffälliger und rascher durchzuführen war... Bei Annäherung der siegreichen alliierten Truppen wurde das Kommando zu Fuß in Richtung Buchenwald in Marsch ge- setzt. Wer unterwegs nicht mehr weiter konnte, wurde erschossen. Vom 4. bis 7. April 1945 trafen etwa 9900 Häftlinge in Buchenwald ein. Der größte Teil von ihnen ist von der SS am 9. und 10. April noch aus Buchenwald evakuiert worden... Nach den hier vorliegenden Meldungen waren Ende März ungefähr 12.000 Häftlinge in„S III“. Die nicht in Buchenwald eingetroffenen Häftlinge, etwa 2700 Kranke und Marschunfähige, wurden von der SS im dortigen Lager oder unterwegs umgebracht. 80 SEnnEn ö Ba TEE SNSRRUA BAAR UREANARN DILDO enorme oDeoPeDPrerE Me De LDD SD tz an- "aus, nsport Schon nn Pe inden stellt, nslager heuren ald als ke des welche Jarüber n nach ‘ht der n war, ab sich jer und andten Sl en dem ustände Ankunft tet und ten. Da nten(es gekehrt lich, die nsporte Buchen- dgültige ffälliger ]lierten ırsch ge- m 4, bis te Teil yakuiert ıngefähr äftling®, ;n Lage! Tabelle 11 Vom KZ: Datum Anzahl Nationalität(alle nach S III) 19.11. 44 778 Ungarische Juden Sachsenhausen 24.11. 500 Ungarische Juden Sachsenhausen 26.11. 1000 Juden verschiedener Nationalität Stutthof OEUE 500 Verschiedene Sachsenhausen X) llE 500 Letten, Polen, Russen Sachsenhausen 2.12. 353 Polnische Juden Lager Plaszow 5511, 1997 Verschiedene Dachau E12: 500 Polen Auschwitz 312% 2 496 Verschiedene Dachau 18. 12. 425 meist Polen Auschwitz 26.12. 394 meist Polen Natzweiler In der folgenden Tabelle 12 sind die Transporte zusammengestellt, mit denen arbeitsunfähig gewordene Häftlinge von„SIII“ nach anderen Lagern abge- schoben worden sind. Es ist anzunehmen, daß mindestens ein Teil dieser Häft- linge in den Bestimmungslagern nicht als Zugänge verbucht sind, da sie zur Vernichtung bestimmt waren und deshalb nicht erst in die Lagerstärken auf- genommen wurden. Tabelle 12 Datum Anzahl Häftlingsart Bestimmungsort 14.2.45 500 Verschiedene Bergen-Belsen 25.2.45 500 Verschiedene Bergen-Belsen 24.3. 45 1884 Verschiedene Bergen-Belsen dazu ging ein Transport von 1000„Invaliden“, die auch zum größten Teil vor- her in„S III“ gewesen sind, oder doch für„S III“ bestimmt waren, von Buchen- wald direkt nach dem KZ Bergen-Belsen. Vom 24. Dezember 1944 bis zum 26. Februar 1945 sind in Ohrdruf 1460 Häftlinge verstorben. 9: Eine letzte an Wahnsinn grenzende Steigerung derZugänge und eine grauen- hafte, kaum auszudenkende Steigerung unnötiger Qualen brachte die Evakuie- rung der großen Konzentrationslager im Osten. Am 13. Januar 1945 hatte die Offensive an der Weichsel begonnen. Bald war die Rote Armee in bedrohlicher 6 Buchenwald 8 De Eee EEE 9.205 ne ee ne _ [ hi } h\ } u en SE engen u ne EEE che ee ee ge Ber aa a Tee TR TOOTTOT TAT AT A TA ARTAAHR RAT TAT TERN EEE NELNNUNHREUNMBERHURMUHRRMRURERUHNNHHHERS KHuRKRRKRERRRTRFEN Tg" TE Te ge ren a hen ah nr: Be ef ee ne he EEE Sf SEE en rn = ee ET ee em EN Nähe des Konzentrationslagers Auschwitz, wo sich etwa 80 000 Häftlinge be- funden haben müssen. Auschwitz wurde evakuiert. Kurze Zeit später mußte auch das Konzentrationslager Groß-Rosen in der Nähe von Breslau geräumt werden. Am 22. Januar 1945 traf der erste Transport evakuierter jüdischer Häft- linge aus dem KZ Auschwitz in offenen Eisenbahnwagen in Buchenwald ein, denen bald weitere folgten. In diesen Tagen herrschte eine eisige Kälte. Die Menschen waren bei völlig ungenügender Ernährung und Bekleidung tagelang unterwegs gewesen. Ihre Kameraden waren in den überfüllten Eisenbahnwagen an Entkräftung und Erschöpfung gestorben, und um nicht selbst zugrunde zu gehen, waren sie gezwungen, die Leichen aus dem fahrenden Zug hinauszu- werfen. Beim Kommandanten des Lagers liefen Beschwerden von den unterwegs berührten Gebieten darüber ein, daß an den Bahndämmen Leichen gefunden worden waren. Oft schleppten sich die Häftlinge mit ihren letzten Kräften vom Bahnhof ins Lager. Mit zweirädrigen Karren oder Handwagen, auf denen sonst Baumaterial u.a. verladen wurden, mußten Kameraden aus dem Lager zum Bahnhof gehen, um die Zusammengebrochenen und die Leichen aufzuladen und ins Lager zu fahren. Die Lagerstraße war übersät mit verlorenen Decken, Mützen, Mänteln, Eßgeschirren und— mit zusammengebrochenen Menschen, die sich nicht hatten weiterschleppen können.! Eine genaue Zählung der Zugänge war nicht mehr möglich. Eine Kontrolle darüber, wieviele am Abgangsort weggeschickt und wieviel unterwegs ver- storben, geflohen oder einfach zurückgeblieben waren, war ebenso unmöglich. Ebensowenig wußten die Verwaltungen der aufgelösten Lager, welche Häft- linge nach Buchenwald abtransportiert worden waren. Das Reichssicherheits- Hauptamt richtete ein Fernschreiben an alle Konzentrationslager, die Zugänge aus Auschwitz oder Groß-Rosen bekommen hatten, mit der Aufforderung, Listen der angekommenen Häftlinge möglichst bald mit der Angabe der alten Häftlingsnummern an die Verwaltung des Konzentrationslagers Auschwitz zu senden, die inzwischen nach dem KZ Mittelbau verlegt worden war. Nicht nur die Konzentrationslager Auschwitz und Groß-Rosen, sondern auch andere Lager und Gefängnisse im Osten wie im Westen mußten Hals über Kopf geräumt werden, und viele Häftlinge kamen davon nach Buchenwald. Tabelle 13 zeigt, welche Transporte im einzelnen eingetroffen sind und Tabelle 14 die dadurch entstandene Zunahme der Lagerstärke dieser Zugänge und der Todesfälle. ı Vgl. Abb. 43-46. 82 DILDO er rerWe We D DDr DE Di tratio näher Auße im$t Buch Zurüc 2 be- ußte äumt Häft- | ein, . Die elang jagen de zu USZU- 'wegs ınden | vom sonst zum laden cken, ‚chen, itrolle ; ver- glich. Häft- rheits- gänge erung, - alten itz zu ht nur Lager räumt d und ıgänge Tabelle 13 Datum Anzahl Häftlingsart Herkunft 24.12. 44 916 polnische Juden Budapest über Wien 25.12. 1913 ungarische Juden Budapest über Wien 1721245 2683 verschiedene Köln und Aachen ac al 2740 polnische Juden Tschenstochau 20.1 1446 polnische Juden Tschenstochau 21 2224 Juden verschiedener Nationen Auschwitz 28.1 917 Tuden verschiedener Nationen Auschwitz 20m1. 3987 verschiedene Auschwitz 302. 291 verschiedene Küstrin 582% 285 Franzosen und Belgier Zuchthaus Gr.-Strehlitz 102% 250 verschiedene Küstrin 1082: 6 805 verschiedene Nationen Groß-Rosen DARDN 464 Russen Groß-Rosen DR 290 verschiedene Groß-Rosen nach Außenkdo. Leipzig 5883: 580 verschiedene Groß-Rosen 7.8. 905 meist Juden Groß-Rosen 80.3. 280 verschiedene Außenkdo. von Natzweiler Tabelle 14 Lagerstärke am Ende des Monat Zugänge Verstorbene Monats November 1944 10 305 612 59 261 Dezember 12 555 11183 63 048 Januar 1945 24 197 2.002 80 297 Februar 13 066 51528 86 232 März 6 560 5531 80 436 10. h Die weitere Entwicklung in den letzten 11 Tagen des Bestehens des Konzen- trationslagers Buchenwald steht unter dem Einfluß der sich immer mehr nähernden siegreichen alliierten Armeen. Die letzten im Westen liegenden Außenkommandos kamen in das Stammlager zurück. Am 6. April befanden sich im Stammlager rund 47 000 Häftlinge. 31598 Häftlinge, meist in östlich von Buchenwald liegenden Außenkommandos beschäftigt, sind nicht mehr ins Lager zurückgekehrt... a NEL LEE DL LÄ LE HEEE Nr 83 ee Be a ES Bi Wr get = en KERRERFERERRRRHHARF TEN LETENETTNTETTTEETNEETIIENETTTTTTTTTTTRTR TE Te a ee ee N } Am 6. April fing die SS an, das Lager zu evakuieren. Es gelang ihr, noch H 28285 Häftlinge nach anderen Lagern zu verschicken. Die Transporte im ein- Mor Hi zelnen gibt Tabelle 15. Ih. h Tabelle 15 jan un Datum Anzahl Häftlingsart Bestimmungsort Mär: AN a— a Ber Er TE ragen jr ht 6.4.1945 3105 Tuden KZ Flossenbürg en HH 7.4. 1500 verschiedene Leitmeritz Tuni Nh 7.4. 4 800 meist Juden KZ Flossenbürg Juli N 9.4 9 600 verschiedene Dachau Anz h( 10.4 9280 verschiedene unbekannt S a ı insgesamt: 28 285 Okt, NL, Nov, IN Als sich am 11. April 1945 die Insassen des KZ Buchenwald befreiten, be- Dez. ih fanden sich noch über 21 000 Häftlinge auf dem Ettersberg. Zusaı Tabellarische Übersicht über die zahlenmäßige Entwicklung Jan. 1 des Konzentrationslagers Buchenwald Febr. ---— N— März uU Monat Zugänge$ Abgänge 7 77200777, Wagerstärke April Hi Ent- Über- Ver- am Mai hi lassungen stellungen storbene insgesamt Monatsende ni cr ET SE TERSTREERFEET>, SORTIERE 7 Bere= RT Ro TPeneeteng TORe TO ER ih Juli 1937 930—_ 1 929| Aug, it Aug. 1414 8 48 2295||) Sept rin Sept. 180 7 55 2420||) Okt. H Okt. 109 2 60 2.469||) Nor. H Nov. 133 9% 2,527||| Den. ' me.u.,148 3 a 115.7. Ma6l Te h Zusammen 2912 48 351| AR Jan. 1938 139 67 2 933 Febr. 140 45 2728 Be März 138 60 2 806" E April 236 42 3.000(| Bo Mai 1785 54 4731 April Juni 31083 111 7723 Mai Juli 463 258 7928 ui Aug. 348 485 7791 Juli Sept. 3.059 379 10 471 Aug, Okt. 428 zı1 10 188 Sept, Nov. 10.098 2181 18 105 Okt, Dez. 185 7262 11.028 w Zusammen: 20122 771 11.655 nn ar ee ma Er Usa 84 irren ee TEE ee m m LTD Ta Dee VePP Deere DOT noch ein. Monat Zugänge Abgänge Lagerstärke Ent- Über- Ver- am lassungen stellungen storbene insgesamt Monatsende Jan. 1939 184 1797 9.485 Febr. 113 949 8.649 März 45 30 8 664 April 13 2314 6 363 4 Mai 20 713 5 670 ü Juni 103 250 9923\ Juli 166 297 5 392{ Aug. 155 165 5 382 fi Sept. 3314 62 8634 ht Okt. 5 373 1232 12 775 Hl Nov. 50 448 12 377 ii 1, be- Dez. 17 587 11 807 N Zusammen: 9553 1235 8774 Hi \ hi Jan. 1940 24 875 10 956 ul Febr. 21 654 10 323 M EN März 14 1518 8 819 N ne April 67 900 7986 N je Mai 19 372 7633 n Juni 26 321 7338 N sende Tuli 250 318 7270 j 999 Aug. 1168 239 8199 hi 095 Sept. 52 144 8 107 Wi er Okt. 196 502 7801\ A468 Nov. 96 286 7611} 527 Dez. 592 763 7440 N 561 Zusammen: 2525 1772 6 892 H) a it 533 Jan. 1941 50 128 7362"1 728 Febr. 452 217 7597 1 806 März 236 513 7320 Y 000 April 505 336 7489 I 731 Mai 288 992 6 785' 3 Juni 231 209 6 807} 98 Juli 2.695 920 8 582% 79] Aug. 396 496 8.482 1 Mi Sept. 251 363 8 370% 188 Okt. 251 468 8153 N 105 Nov. 277 520 7910 r 028 Dez. 258 ie a. 17911 ff N 1; Zusammen: 5890 1522 5419 an re Y 85 Mi „ 7 I iR Monat Zugänge Abgänge Lagerstärke Mai Ent- Über- Ver- am lassungen stellungen storbene insgesamt Monatsende> Jan. 1942 554 479 7986 Jan. Febr. 480 349 8117 Febr März 2.843 2154 8 806 März April 521 673 8.654 Zw Mai 452 1505 7601— Juni 1.019 620 8.000 Insg Juli 1996 1147 8 849 Aug. 1715 678 9 886 ai Sept. 1 709 1520 10 075 Okt. 984 2228 8831 Nov. 794 533 9.092 Dez. 1044 619 IST Zusammen: 14111 2,898 12 505 3 RR Im 19 "u Jan. 1943 2500—_ 111 742 11.275 m N Febr. 1291 94 377 175 646 11 920 mi if März 2 474 40 1582 sl 1983 12 461 2 Ex u April 277 1102 299 507 1908 13 326 Im I Mai 2.339 38 807 379 1224 14 441 G Wa Juni 1858 122 348 211 681 15 618 3.Te in Juli 1725 39 1317 191 1547 15 796(a ıh Aug. 4 537 57 517 118 692 19 641 "N Sept. 5.444 41 233 123 397 24 688 N Okt. 9.048 al 209 109 359 33 377| { Nov. 4454 27 2378 314 2719 35 112| Al ii Dez. 3734 35 525 967 1527 37 319 1 cd 1) en BT, 1080: 1.85 356 14875 Tran N TR. ee ee man Tran: H n Ai Tan: A Jan. 1944 8017 49 1454 1.000 25083 42,833 In | Febr. 1979 44 2.648 880 3572 41 240 Tide ii März 5.065 96 1527 1311 2934 43 371 Tu HN April 4 788 120 1649 560 2.329 45 830 n e M Mai 9 655 133 675 390 1198 54 287 au H Juni 9 986 464 2193 460 3117 61156 Kind H Juli 7398 311 1287 347 1945 66 609 Jüdis Ki Aug. 17170 217 429 742 1388 82 391 Kind, N Sept. 4221 11839 471 497 2107 84 505 Tran: I Okt. 6 728 981 34047 732 35 760 55 473 Me it Nov. 10 305 698 5.207 612 6517 59 261| N Dez. 12 555 2.076 5579 118 8 768 63 048 h Zusammen: 97 867 6328 57166 8 644 72188 Konze EEE TORE: eim. 86 De u Zeig ie BENENNEN RN ACER NE RUE N Monat Zugänge Abgänge Lagerstärke Ent- Über- Ver- am lassungen stellungen storbene insgesamt Monatsende Jan. 1945 24 197 190 4756 2.002 6 948 80 297 Febr. 13 066 257 1351 3923 71831 86 232 März 6 560 488 6 337 5531 12 356 80 436 Zusammen: 43823 935 12 444 13 056 26 435 Insgesamt 1937 bis 31. März 1945: 238 380 33462 158548 BA 461-1. Die Toten von Buchenwald 1. Im Lager Verstorbene oder Ermordete vom Juli 1937 bis 31. März 1945(lt. Veränderungsmeldungen der Schreibstube und Revier- meldungen. In dieser Zahl sind die Toten der Außenkommandos, mit Ausnahme der Frauen, enthalten.) 2. Exekutionen Im Pferdestall ermordete sowjetische Kriegsgefangene Gehängte(nach unvollständig vorliegenden Meldungen) 3. Tote der Evakuierungstransporte März/April 1945 (geschätzt auf 12 000 bis 15 000) Als Liquidierungstransporte gingen in andere Lager: (diese Zahlen sind nicht in der obigen Aufstellung enthalten) Transport zur Vergasung nach Sonnenstein 1941 Transport zur Vergasung nach Bernburg Transport von jüdischen Häftlingen nach Dachau 1942 33 462 8 483 1100 13 500 96 545 187 285 sol Transport von holländischen jüdischen Häftlingen nach Mauthausen 1942 341 Juden und Zigeuner nach Auschwitz 1942 Tote in Dora, als Transport nach Auschwitz getarnt Transporte nach Auschwitz 1943 Kinder nach Auschwitz 1948 Jüdische Häftlinge nach Auschwitz 1944 Kinder nach Bergen-Belsen 1944 Transporte nach Bergen-Belsen 1944 Transporte aus Ohrdruf nach Bergen-Belsen Konzentrationslager Buchenwald. Bericht des Internationalen Lagerkomitees. Weimar 1949. S. 17. Ergänzt durch neue Zahlen. 363 3 000 1180 200 1188 600 2438 2 884 13 017 57 } \ 1 ' i N Kl N, | hr I hi 1 hf 1 1 dl IM r KH { IM I Kg r } } ! h hr i \ = a BR r N h } N BE er u A- z a ee er ee == Dep er een = = a en er EEE ee ee EEE ee el Een ne eg ihn Te TE te PRRINHATTIR ENT TTRITA UNTUNTLLLTLULDNNDBRBRSKENKSHRMERERTFARHRRARHHAKRR Der Chef der Sicherheitspolizei Berlin, den 2. Januar 1941 und des SD Geheim! IV C 2 Allg. Nr. 4865/40 g An a) das Reichssicherheits-Hauptamt(Verteiler B), b) alle Staatspolizeileit- und-stellen, c) alle Kommandeure der Sicherheitspolizei und des SD. Nachrichtlich an d) alle Inspekteure der Sicherheitspolizei und des SD, e) den Inspekteur der Konzentrationslager (mit 15 Abdrucken für die Lagerkommandanten), f) die Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Krakau und Prag. Betrifft: Einstufung der Konzentrationslager. Der Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei hat seine Zustimmung zu der Einteilung der Konzentrationslager in verschiedene Stufen, die der Per- sönlichkeit des Häftlings und dem Grad der Gefährdung für den Staat Rech- nung tragen, erteilt. Danach werden die Konzentrationslager in folgende Stufen eingeteilt: Stufe I: Für alle wenig belasteten und unbedingt besserungsfähigen Schutz- häftlinge, außerdem für Sonderfälle und Einzelhaft, die Lager: Dachau, Sachsenhausen und Auschwitz I (Letzteres kommt auch zum Teil für Stufe II in Betracht.) Stufe Ia: Für alle alten und bedingt arbeitsfähigen Schutzhäftlinge, die noch im Heilkräutergarten! beschäftigt werden können, das Lager: Dachau. Stufe II: Für schwerer belastete, jedoch noch erziehungs- und besserungsfähige Schutzhäftlinge, die Lager: Buchenwald, Flossenbürg, Neuengamme und Auschwitz II. StufeIlI: Für schwer belastete, insbesondere auch gleichzeitig kriminell vor- bestrafte und asoziale, d.h. kaum noch erziehbare Schutzhäftlinge, das Lager: Mauthausen...? Von einer Umgruppierung des Häftlingsbestandes nach der neuen Stufen- einteilung innerhalb der Lager muß wegen der z. Z. laufenden Maßnahmen zur Durchführung des Häftlingseinsatzes vorerst noch abgesehen werden. Neue Einweisungen werden dagegen künftig nach der Stufeneinteilung vorgenommen werden. 1 Dachau hatte eine riesige Gemüse- und Gewürzplantage. 2 Diese Unterscheidung stand nur auf dem Papier. Die Behandlung der Häftlinge war in allen Lagern gleichermaßen barbarisch 88 DELL Tea rororo De Ih und U sönlich durch mache nelle\ gelegt jedem Die IMT, B nach einge der G berüd unter tung e Vor fange eine/ die dı Holzb geteill über Streift Die Rohlir glückl Ohne Zeitlic arbeit gearb 194] mung r Per- Rech- Stufen chutz- e noch fähige ]| vor- nge, Stufen- ahmen , Neue pmmmen in allen Ich ersuche daher, in Zukunft bei allen Anträgen auf Schutzhaftanordnung und Überführung in ein Konzentrationslager unter Berücksichtigung der Per- sönlichkeit des Schutzhäftlings und des Grades der Gefährdung des Staates durch den Häftling gleichzeitig Vorschläge hinsichtlich der Lagerstufe zu machen. Ich mache es dabei zur Pflicht, daß das gesamte politische und krimi- nelle Vorleben, Vorstrafen, Führung seit der Machtübernahme usw. zu Grunde gelegt werden und insbesondere Anträge auf Einweisung in die Stufe III in jedem Einzelfalle besonders eingehend begründet werden. Dieser Erlaß ist für die Kreis- und Ortspolizeibehörden nicht bestimmt. gez. Heydrich. Beglaubigt: unleserlich Kanzleiangestellte. IMT, Bd. XXVI, 695-697. Dok. 1063(a-b)-PS. Das Wissen um Buchenwald Massenmörder rasen in Buchenwald ... Das Lager befindet sich etwa zwölf Kilometer von Weimar in der Richtung nach Erfurt. Am 14. Juli 1937 in Betrieb genommen, ist es eine der zuletzt eingerichteten braunen„Erziehungsstätten”. Doch ist es, was die Grausamkeit der Gefangenenbehandlung und die Zahl der Mordfälle anbetrifft, neben der berüchtigten Hölle Dachau, bereits zu traurigster Berühmtheit gelangt. Es steht unter dem Kommando des Standartenführers Koch und unter der direkten Lei- tung eines gewissen Rödl aus München. Von den Lagerinsassen, insgesamt etwa 3500, sind rund 2500 politische Ge- fangene, darunter Sozialdemokraten, Kommunisten, Bibelforscher, Juden und eine Anzahl politisch„unzuverlässiger” SA- und SS-Führer. Die Gefangenen, die durchweg der Arbeiterklasse oder dem Kleinbürgertum angehören, sind in Holzbaracken zu je 146 Mann untergebracht. Sie sind in zwei Gruppen ein- geteilt, in politische, die einen roten Winkel auf der linken Brustseite, genau über dem Herzen angenäht haben, und in Sonstige, gezeichnet mit blauen Streifen an den Hosen. Die Bewachung besteht aus etwa 1800 bis 2000 SS-Männern, ausgesuchten Rohlingen und Schlägern, die dazu erzogen sind, in den ihnen anvertrauten Un- glücklichen nur„Untermenschen“ zu sehen, die man quälen und töten darf, ohne daß ein Hahn danach kräht. Es herrscht allgemeine Arbeitspflicht ohne zeitliche Begrenzung; vorwiegend werden Straßenbauten und Steinbruch- arbeiten ausgeführt. Gewöhnlich wird von 4 Uhr morgens bis abends 20 Uhr gearbeitet, unterbrochen von zwei Pausen von je einer Stunde. 89 TEE en en ren } I } H N i } k u EEE EL ERTEILT u ne Peer z er ELEREREUKENERERRERÄELTERT KEN. LERRER ER SEREEEEEREERTERTGEN NETT FRENBFTRFENTERTTRTENAREN SNE FEEEE a zn it An Essen wird täglich ein halbes Kilo Brot, ein halber Eßlöffel minder- R wertiger Marmelade, 15 Gramm Margarine und ein Liter warmes Essen ge- u liefert, zum Beispiel Steckrüben mit Kartoffeln vermischt, mit Fleischgeschmack Ei HM(jedoch ist kein Fleisch im Essen). einer: M Die Arbeit ist sehr schwer und wird von dauernden Mißhandlungen be- 55-St ji gleitet. So wird zum Beispiel oft dem Gefangenen von zwei oder drei Leuten und 1 ii ein Stein auf den Rücken gelegt, den er selbst gar nicht aufheben könnte, und amer' HN mit diesem Stein wird er dann einen Hügel hinauf- und hinuntergejagt, bis er wohii }! zusammenbricht. Wird ein Gefangener bei der Arbeit ohnmächtig, so gießt man seher hi ihm einen Eimer Wasser über den Kopf; ist er dann noch nicht bei Bewußtsein, behai il so bleibt er bis zur nächsten Arbeitspause liegen, dann müssen ihn die Kame- für s N, raden in die Baracke schleppen. Angebliche Verletzungen der Disziplin werden unse! Ri mit Prügel bestraft, gewöhnlich mit 25 bis 50 Schlägen mit dem Ochsenziemer. erzäl I Dem Opfer werden dabei die Hände über dem Kopf zusammengebunden. Zu hand hr den Prügelszenen müssen die Gefangenen antreten und zuschauen. Oft genug ‚in passiert es, daß ein Gefangener während der Exekution stirbt oder etwas später Alfred ei an den Folgen zugrunde geht. un Ah„News Chronicle“ meldete dieser Tage, daß allein im Monat Juli mehr als ii 80 Juden in Buchenwald den Tod fanden. Der jüngste war der 21jährige Erich hi Löwenberg und der älteste der 70jährige Ludwig Jahn, außerdem war der Kt Berliner Zahnarzt Dr. Flatau darunter. Die Gestapo dementierte zwar die an- ar I gegebene Ziffer der Todesfälle, vermied es aber natürlich, von sich aus die Zahl dasL IM der Toten zu veröffentlichen.„Manchester Guardian“ vom 5. August 1938 be- Ba richtet aus Buchenwald, daß eines Morgens unter den Gefangenen sieben Frei- hörig willige für eine bestimmte Arbeit angefordert wurden. Als sich niemand der I meldete, wurden fünf Männer ausgewählt, die zum Lagerausgang marschieren lären mußten. Schüsse wurden gehört, die Männer wurden nie wieder gesehen, nur fast y ihre blutbefleckten und von Kugeln zerfetzten Kleider kamen ins Lager zurück. M. Unter diesen Todesopfern befand sich der Sozialdemokrat und frühere Stadtrat Ba Bischof sowie ein Gefangener namens Fischer. Die Namen der anderen drei Einla sind unbekannt. Die Angehörigen, die sich bei der Polizei voller Sorge nach bekor dem Schicksal der Gefangenen erkundigen, erhalten gewöhnlich in einem Paket M. die Aschenreste zurück mit der Aufforderung, 3 Mark an Kosten für die Ein- Ba äscherung zu zahlen....! an :- Peter Tönning M „Rundschau über Politik, Wirtschaft und Arbeiterbewegung.“] Basel, 28. 8. 1938, Nr. 43, S. 1451. Ba Schw besu K M. N= HL——e PX Y. M“s ih— ı Vgl. Abb. 57. in 4 90 ee en ce 2.- r A BE KR DILDO DIT PrOPDeree N Dorone zug 2 inder- n ge- Imack na be- ‚euten >, und bis er jt man Stsein, Kame- erden iemer. n, Zu genug später hr als Erich ar der lie an- e Zahl 188 be- n Frei- emand chieren on, Dur zurück. tadtrat >n drei e nach 1 Paket je Ein- Önning Besichtigungen von Buchenwald ... Anfang September 1939 war ich als Kranker im Häftlingskrankenbau Zeuge einer sehr interessanten nationalsozialistischen Lügenpropaganda. Der damalige SS-Standortarzt Dr. Ding, der Hunderte von Häftlingen in seiner Fleckfieber- und Typhus-Versuchsanstalt auf Block 46 abspritzen ließ, hielt an eine deutsch- amerikanische Delegation im Operationssaal folgende Ansprache:„Überall, wohin ich Sie in diesem Lager führte, haben Sie Ordnung und Sauberkeit ge- sehen. Hier können Sie sich überzeugen, wie Staatsfeinde im KZ Buchenwald behandelt werden, wenn sie erkrankt sind. So etwas hat nicht einmal Amerika für seine freien Menschen aufzuweisen, dafür aber eine große Hetze gegen unser nationalsozialistisches Deutschland. Wenn Sie nach Amerika zurückkehren, erzählen Sie es, daß in deutschen Konzentrationslagern Staatsfeinde besser be- handelt werden, als in Amerika die freien Bürger...“ Alfred Bunzol! Alfred Bunzol,„Erlebnisse eines politischen Gefangenen im Konzentrationslager Buchenwald“. Weimar 1946, S. 20. ...M. Dubost?: Wollen Sie uns bitte sagen, welche deutschen Persönlichkeiten das Lager besuchten und wer diese Persönlichkeiten waren?... Balachowsky?:... Andererseits besuchten zum Beispiel Wehrmachtsange- hörige das Lagerinnere. In Block 50 hatten wir Besuch von Offiziersanwärtern der Luftwaffe. Diese Offiziersanwärter der Luftwaffe, das heißt also der regu- lären Deutschen Wehrmacht, sind durch das Lager gegangen und konnten sich fast von allem unterrichten, was dort vorging. M. Dubost: Was haben sie in Block 50 gemacht? Balachowsky: Sie haben lediglich die Einrichtungen besichtigt, auf eine Einladung vom Sturmbannführer Schuler? hin. Wir haben verschiedene Besuche bekommen. M. Dubost: Was für Einrichtungen waren das? Balachowsky: Es waren Einrichtungen für die Herstellung von Impfstoffen und Laboratoriumseinrichtungen. M. Dubost: Danke. Balachowsky: Auch andere Besuche haben stattgefunden, insbesondere von Schwestern des Deutschen Roten Kreuzes, die diesen Block im Oktober 1944 besucht haben. M. Dubost: Kannten Sie die Namen der deutschen Persönlichkeiten, die das Lager besucht haben? ı Alfred Bunzol, 1937 bis 1945 KZ Buchenwald, gest. 1951. 2 Stellvertretender französischer Hauptankläger im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozeß. 3 Alfred Balachowsky, Franzcse, von Januar 1944 bis April 1945 in Buchenwald(davon 4 Monate in Dora), arbeitete in der Fleckfieberversuchsstation Block 50. 4 Gemeint ist Dr. Ding-Schuler. ee ee a£ ET eg EEE Pan h; } H x 1} } i\ HJ } Yin \ h } > ne Ener ET er ee DT KERLE ERTNEEEEERTEEETETTNN PETE UT 210 WR LURLNLSUBETHBERRRERERPRKKERKRRFRRARRERRBRN NSHHEN 7 mann een K EN| iR Balachowsky: Ja, zum Beispiel den Erbprinzen zu Waldeck-Pyrmont, der ea Mt Obergruppenführer der Waffen-SS war, sowie Polizeiführer von Hessen und an (bh Thüringen, der das Lager verschiedentlich besucht hat, sowohl Block 46 als auch hesich Mr Block 50. Er interessierte sich sehr für die Experimente... od n IMT, Bd. VI. S. 348/349. Nachmittagssitzung am 29. 1. 1946. 5 di Ma \; i nach iv..M. Dubost: Konnten diese Greueltaten im allgemeinen vor dem deutschen in hi Volk verborgen bleiben, oder mußte es davon erfahren?= \\ Dupont:! Nachdem diese Lager seit Jahren bestanden, war eine Unkennt- Schie H nis unmöglich. Auf unserem Transport machten wir in Trier halt. In manchen Be ih Wagen waren vollkommen nackte Häftlinge, in anderen waren sie bekleidet. In ui der Umgebung des Bahnhofs waren sehr viele Leute aus der Bevölkerung, diese Al haben diesen Transport gesehen. Einige spornten die SS-Soldaten an, die auf ii dem Bahnsteig patrouillierten. iR Es gab jedoch noch andere Wege, auf denen die Bevölkerung Kenntnis er- IN hielt. Zunächst einmal die Außenkommandos der Lager. In Buchenwald gab es ie il Kommandos, die nach Weimar, andere die nach Erfurt und wieder andere, die Erped ui nach Jena fuhren. Sie verließen das Lager am Morgen und kamen am Abend IN zurück. Während des Tages waren sie mitten unter der Zivilbevölkerung. I Außerdem war in den Fabriken das Bewachungspersonal kein militärisches; der Kin il: Meister war kein SS-Mann. Sie gingen abends nach Hause, und während des FW I Tages beaufsichtigten sie die Arbeit der Häftlinge. In einigen Fabriken gab es de auch Zivilarbeiter, vor allem im Gustloff-Werk in Weimar. Die Häftlinge waren a mitten unter den Zivilisten. 1“ Weiterhin erfolgte die Verpflegung des Lagers durch zivile Stellen, die Zu- Re\ tritt zum Lager hatten. Ich habe Zivilkraftwagen in das Lager fahren sehen. 5 1 Die Eisenbahnverwaltung mußte ebenfalls im Bilde sein. Zahlreiche Züge Eı A führten täglich den Transport von Gefangenen von einem Lager zum anderen Be H oder von Frankreich nach Deutschland durch. Diese Züge wurden von deut- N AN schem Eisenbahnpersonal geführt. Außerdem hatte Buchenwald regelmäßigen Park 1 Ki Zugverkehr und war Endstation. Daher konnte also die Eisenbahnverwaltung Si Mt Bescheid wissen. ae N Schließlich wurden ja auch den Fabriken Aufträge erteilt. In Industriekreisen er hi I mußte man über das Personal Bescheid wissen, das man beschäftigte. ..... D I Außerdem erhielten die deutschen Häftlinge manchmal Besuch.? Ich kannte| ih ee enden: er be£;| einige deutsche Häftlinge und weiß, daß sie sich während dieser Besuche mit h ae ihrer Familie unterhielten, die wiederum, soweit möglich, ihrer Umgebung da- ne von berichteten. Es kann wohl nicht geleugnet werden, daß die deutsche Be- a völkerung von den in diesen Lagern begangenen Grausamkeiten Kenntnis hatte. upp M. Dubost: Und die Wehrmacht? Waren te II " ı Dr. Victor Dupont, Franzose, von Januar 1944 bis April 1945 in Buchenwald, arbeitete im Iw rl Revier. OfaPa au 2 Besuch war nur möglich, wenn der Sohn des Häftlings durch seine Wehrmachtseinheit eine 3. 0054 Y Genehmigung erwirkte, das gelang nur in ganz wenigen Fällen. Vgl. S. 104"Fr ee ne erh — 92 er De ee mon en ALU TUT Denn out ', der \ und s auch tschen kennt- ınchen Jet. In ‚ diese ie auf nis er- gab es re, die Abend erung. es; der nd des gab es waren lie Zu- hen. > Züge nderen 1 deut- jäßigen yaltung kreisen kannte che mit ung da- che Be- is hatte. eitete IM heit eine Dupont: Auch die Wehrmacht wußte von den Lagern. Auf alle Fälle weiß ich folgendes: Mindestens jede Woche einmal kam eine sogenannte Kommis- sion nach Buchenwald, das heißt eine Gruppe von Offizieren, die das Lager besichtigte. Unter diesen Offizieren befanden sich auch SS-Männer. Ich habe jedoch sehr oft auch Angehörige des Heeres und der Luftwaffe beobachtet, die bei diesen Besichtigungen dabei waren. Manchmal konnten wir die Personen, die das Lager besichtigten, dem Namen nach feststellen; ich allerdings sehr selten. Am 22. März 1945 besichtigte Gene- ral Mrugowsky das Lager und hielt sich insbesondere im Block 61 sehr lange auf. Er wurde dabei von einem SS-General und vom Chefarzt des Lagers, Schiedlausky, begleitet. IMT, Bd. VI. S. 279/280. Nachmittagssitzung am 28. 1. 1946. Aus dem Text des amtlichen Berichtes, der vom Hauptquartier der alliierten Expeditionsarmee an das amerikanische Kriegsministerium über das Konzentrations- lager Buchenwald erstattet wurde.! Am Morgen des 16. April 1945 besichtigten Brigadekommandeur Eric F. Wood, Oberstleutnant Charles Ott und Feldwebelleutnant S. M. Dye das deutsche Konzentrationslager für politische Gefangene in Buchenwald nördlich von Weimar nach seiner Befreiung durch amerikanische Truppen. 1. An der Besichtigung nahm außer einem amerikanischen Feldwebelleutnant auch Commandant Rene L’Hopital teil, der vor der Befreiung des Lagers 2 Monate lang dort als Gefangener zugebracht hatte.(Commandant L’Hopital war ehemals Adjutant des Marschalls Foch; er ist Offizier der Ehrenlegion, und ein persönlicher Freund vieler Amerikaner, darunter des Generalmajors Hanford McNider, des verstorbenen Theodore Roosevelt Jr., des Generalleutnants Frank Parker, sowie von Franklin D’Olier und Admiral Byrd.) Bei seiner Befreiung wog Commandant L’Hopital 85 Pfund; sein normales Gewicht ist 160 Pfund. Da er nur 2 Monate im Lager gewesen war, war sein Gesundheitszustand weit besser als der der Mehrzahl seiner Mitgefangenen. 2. Geschichte des Lagers: Das Konzentrationslager Buchenwald wurde er- richtet, als die NSDAP im Jahre 1933? zur Macht kam; seitdem ist es ununter- brochen in Betrieb gewesen. Der größte Teil der Insassen kam jedoch erst im Verlauf des Krieges ins Lager. Am 12. April überrannten amerikanische Panzer- truppen das Gebiet, in dem sich das Lager befindet. Die SS-Wachen des Lagers waren am Abend des 11. April geflohen. Einige amerikanische Verwaltungs- 1 Weitere Berichte: Bericht der englischen Parlamentsdelegation: Camp Buchenwald. The Report of a Parlamentary Delegation. London 1945. Bericht der US-Kongreß-Delegation: IMT, Bd. XXXVII, S. 605 ff Dok. 159-L. Vgl. auch George S. Patton,„Krieg, wie ich ihn erlebte“. Bern 1950, S. 215. 2 Fehler im Bericht. Das Lager wurde erst 1937 errichtet. 93 en = a gi | } \ } h r ! F } h } H N } } ii Ni } \ „N > ER N Te ne ee a et et nee al ne EEE ET GEHEN RRAA RA AAR SERIE NLNRENELNUUNUREUNREERUNENNNENARLEERHHHRE KERNE KERRERERKEREHKRRHHRRERRFKÄNKE AIRES) beamte sowie Lebensmittel langten bereits am Freitag, dem 13. April im u: Lager an...! spiel| 5. Das Lager war eine Fabrik zur Vernichtung von Menschenleben. Einfacher nation Tod war nicht genug für Antinazis. Die zur Vernichtung angewandten Mittel in der waren: schwerste Arbeit, verschärfter Hunger, Mißhandlungen, Schläge und Fol- schäft terungen, unvorstellbar überfüllte Schlafplätze und Krankheit... Gesta) Deutsche Konzentrations- und Gefangenenlager, solche ih Was die amerikanischen und britischen Armeen vorfanden. April 1945. und| I} gewo in diese 1 sittun H„Baye a für die ii Thomas Mann über die deutsche Schuld (Rundfunkbotschaft vom 8. Mai 1945)2 ee = Es tut wohl, zu wissen, daß die überlebenden Insassen der deutschen Kon- zentrationslager, diese erbarmungswürdigen Reste von Massen unschuldiger Menschen, Männer, Frauen und vieler, vieler Kinder, die an den Schandstätten oft noch im letzten Augenblick, bevor der Retter kam, von der Hand vertierter Zöglinge des Nationalsozialismus einen gräßlichen Tod erlitten haben, und deren ausgemergelte Leichname man gefunden hat, nebst den ingeniösen Vor- richtungen, die zu ihrer Hinmachung dienten, es tut wohl, sag’ ich, zu wissen, daß sie der Gewalt ihrer Quäler entrissen, den Gesetzen der Menschlichkeit zu- rückgegeben sind. Aber ganz andere Empfindungen noch mischen sich für den Deutschen in das Gefühl der Genugtung. Der dickwandige Folterkeller, zu dem der Hitlerismus Deutschland gemacht hatte, ist aufgebrochen, und offen liegt unsere Schmach vor den Augen der Welt, den fremden Kommissionen, denen diese unglaubwürdigen Bilder vorgeführt werden und die zu Hause melden, diese übertreffe an Scheußlichkeit alles, was Menschen sich vorstellen können.„Unsere Schmach“, deutscher Leser und Hörer! Denn alles Deutsche, alles, was deutsch spricht, deutsch schreibt, auf deutsch gelebt hat, ist von dieser entehrenden Bloßstellung mitbetroffen,. Es war nicht eine kleine Zahl von Verbrechern, es waren Hunderttausende einer soge- nannten deutschen Elite, Männer, Jungen und entmenschte Weiber, die unter dem Einfluß verrückter Lehren in kranker Lust diese Untaten begangen haben. Man nenne es finstere Möglichkeiten der Menschennatur überhaupt, die da enthüllt werden— deutsche Menschen, hunderttausende sind es nun einmal, die sie vor den Augen der Welt enthüllt haben. Die Menschheit schaudert sich Ri vi IK Ge nn an na TE in ee ng F— ı Der Bericht ignoriert völlig die Selbstbefreiung der bewaffneten Buchenwald-Häftlinge. Auch die Lebensmittellieferungen der Amerikaner entsprechen nicht den Tatsachen. Sie wurden erst durch Häftlinge, die im Auftrage des Internationalen Lagerkomitees handelten, dem Lager zugeführt. 2 Vgl. Thomas Mann,„Die Entstehung des Dr. Faustus“. In: Gesammelte Werke, Berlin 1955. Bd. 12. S. 254£., Dr. Faustus, ebenda, Bd. 6. S. 651£. 94 as. Em Mi SUNEDALDDIIELTIDERELTDITIUCDDIETET Kon- ldiger tätten tierter , und n Vor- Nissen, eit zu- in das emacht r Welt, seführt a5, Was or und bt, auf Es war Sy soge- e unter haben. die da einmal, ert sich ge. Au ost dur führt._ lin 199: vor Deutschland! Ja, vor Deutschland. Denn dieses hat das fürchterliche Bei- spiel gegeben, und auch der Deutsche, der sich beizeiten aus dem Bereich nationalsozialistischer Menschenführung davongemacht hatte, der nicht, wie ihr, in der Nachbarschaft dieser Greuelstätten lebte, in scheinbaren Ehren seinen Ge- schäften nachging und nichts zu wissen versuchte, obgleich der Wind ihm den Gestank verbrannten Menschenfleisches von dorther in die Nase blies, auch ein solcher fühlt sich in tiefster Seele beschämt von dem, was im Land seiner Väter und Meister möglich geworden, freilich nur durch das Hitlerregime möglich geworden war. Erschüttert von einer menschlichen Degradierung, die nur durch diese eine, die Naziherrschaft, in einem von Hause aus gutem, Recht und Ge- sittung liebenden Volk angerichtet werden konnte... „Bayerische Landeszeitung“, Nachrichtenblatt der Alliierten 6. Heeresgruppe für die Zivilbevölkerung, München, 18. 5. 1945. nn Fr ge e Pagani a= rn er> u ge ne 4 a NENNT GEN, TE denn BesSso Tee Bzw). kuubh 2 e = fr je ja Fr] Pz b2 Y - far! e = ng nn er EEE RL BEE ET he£ u er ee en- ee EEE En N, DE= EEE nn rn En TEE DR au r ae 5> ee a ee En eng x x>— ER nn en ERTEILT ne 2. KAPITEL LEBEN UND STERBEN IN BUCHENWALD I a RATE TRENNT LR ALLEN ELHUE MEER ENHLHENUUHLUUNNBRRURRRRNERRÄRHEHKARBENRERR = [e>)} {; N ling 1) bes ii 7 H org: i 5 | gen PN; N bei hl a{ I KM Al 08: #| I dh EN| Sam eh 2 I Kil an Ai Und IN die iS Unn N ı 1 ing EEE ne re u mi bene el: DUTTIATITTETTTODDEDTO I DLDDUDIE Einleitung Die brutale Gewalt, mit der die Faschisten ihre Gegner verfolgten und ver- hafteten, konnte keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, welches Leben die Antifaschisten in den deutschen Konzentrationslagern erwartete. Schon die Ankunft der Häftlinge wurde für jeden zu einem furchtbaren Erlebnis, das das ganze Grauen der künftigen Zeit ahnen ließ. Aufrechte Menschen, die sich gegen den Terror des SS-Staates aufgelehnt hatten, wurden von seinen Schergen zu Untermenschen erniedrigt und waren für ungewisse Zeit völlig wehrlos der Willkür dieser Peiniger ausgesetzt. Das Konzentrationslager Buchenwald galt zwar nicht als Vernichtungs- son- dern als Arbeitslager, aber die Bedingungen, unter denen die Häftlinge arbei- ten mußten, waren dazu bestimmt, die Arbeitskraft zu vernichten. Unter der Vorspiegelung, die Häftlinge zur Ordnung und zur Disziplin zu erziehen, ent- wickelten die SS-Aufseher Methoden der Schikanierung und Drangsalierung der Gefangenen, die nur das eine Ziel verfolgten: die Zahl der Gegner des Nazi- regimes zu reduzieren. Wer selbst die unmenschlichen körperlichen Anstrengungen, verbunden mit unsäglichen Quälereien, überlebte und ertrug, wurde durch den moralischen Faktor, nämlich durch die Trennung von den Angehörigen, durch die Ungewiß- heit über ihr Schicksal und auch über das eigene Los seelisch zermürbt und zur Verzweiflung getrieben. Halt und Widerstandskraft konnte allein die feste Kameradschaft der Häft- linge untereinander geben, wobei der Zusammenhalt der politischen Häft- linge in der gemeinsamen, der marxistischen Weltanschauung feste Grundlagen besaß. Zwar versuchte die SS-Führung, die Einheit und Geschlossenheit der illegal organisierten Kommunisten durch ein ausgeklügeltes System von Bespitzelun- gen, Korruption und Erpressungen zu durchbrechen, aber zu keiner Zeit und bei keinem Anlaß ist ihr das so gelungen, wie sie das erwartet hatte. Diese Tatsache beweist die hohe Moral und die große Solidarität unter den organisierten politischen Häftlingen. Die Dokumente können nur einige Beispiele dafür geben, mit welcher Grau- samkeit die Faschisten versuchten, das Leben der Gefangenen durch Hunger, Kälte, schlechte hygienische Verhältnisse, ungenügende Krankenbehandlung und eine ganze Skala barbarischer Strafen zu erschweren. Oft genug wurden die Häftlinge durch diese brutalen Methoden zum Selbstmord getrieben. Den unmenschlichsten Quälereien waren die jüdischen und die ausländischen Häft- linge, besonders die sowjetischen und polnischen Gefangenen, ausgesetzt. 99 a a hi ! H x } [ i' } "op u EEE, a Tee SE ne ee LH ELLE ET Er ee u an ehe ee Pa HAAN AARAHMAAANAAAAAAAAHAA HAHAR FAHRRAD NEN ET RENAEEAWENBINHNEN Un Ba nen nn ee Se ge en Er nn Den aan nd Be ge ne ae re el ers een er LE Seh Air ei ee \ Wı { DIENEN LLLTNLNTNENEBRRKEHEREKHRIKHURKEREHRHRKHNK Die Opfer, die die SS zu Versuchszwecken, zur Ermordung im Arrest, im Krankenbau(Revier) oder zu Massenexekutionen auswählte, wurden bewußt aus den Reihen dieser Häftlinge herausgesucht. Das lag in dem fanatischen Antisemitismus und in der bestialischen Rassen- theorie der Nazis begründet, die alle slawischen Völker als minderwertig be- trachteten und den ersten Arbeiter-und-Bauern-Staat der Welt, die Sowjet- union, am meisten haßten. Darüber hinaus schreckten diese abgefeimten Mörder nicht einmal davor zurück, die Frauen, die mit Evakuierungstransporten Buchenwald als Durch- gangslager passierten oder in einem seiner Außenkommandos arbeiteten, zu quälen und zu entwürdigen. Selbst die Kinder, die zwangsweise von ihren Eltern getrennt, nach Buchenwald verschleppt wurden, bekamen den ganzen Sadismus der SS zu spüren. Das Morden wurde den SS-Henkern zur Routine. Sie wurden zu willenlosen Vollstreckern der Mordbefehle ihrer Führer, und die Angst vor etwaigen Zeu- gen ihrer Mordtaten veranlaßte sie, Zehntausende unschuldige Menschen aus fast allen Ländern Europas bis zuletzt zu Tode zu martern. Es verging kein Tag, an dem sie nicht ihr blutiges Handwerk betrieben. Von Angst und Entsetzen gepeinigt, stand vor den Häftlingen die ständige Frage:„Wer ist das nächste Opfer?“ Die Faschisten jedoch fürchteten, je länger der Krieg dauerte, die unaufhaltsam herannahende Vergeltung. Sie sahen sich einer geschlossenen Front von Menschen gegenüber, von denen ihnen eisige Verachtung entgegenschlug. Der ständige Vormarsch der siegreichen Roten Armee und die wachsende Kraft der deutschen Antifaschisten, deren würdig- ster Vorkämpfer Ernst Thälmann war, ließ sie nicht zur Ruhe kommen. In der Nacht vom 17. zum 18. August 1944 brachten sie heimlich den Führer der deutschen Arbeiterklasse, Ernst Thälmann, ins Buchenwald-Krematorium, um ihn dort aus dem Hinterhalt heimtückisch zu ermorden. Die Nazis hatten es nicht gewagt, Thälmann den Prozeß zu machen. Ja, sie waren sogar zu feige, ihre Mordtat einzugestehen. Mit der Lügenmeldung, Thälmann sei durch einen alliierten Bombenangriff ums Leben gekommen, der nachweislich erst am 24. August 1944 erfolgt war, glaubten die Mörder sich vor dem deutschen Volk von ihrer Bluttat reinwaschen zu können. Der Leidensweg aller überlebenden aufrechten Antifaschisten hatte nach vielen qualvollen Jahren am 11. April 1945 sein Ende erreicht. Können aber jemals all die grausamen Untaten der SS ihre Sühne finden? Die Dokumente lassen klar erkennen, daß es die deutschen Imperialisten waren, die unter anderem in den Aufsichtsräten der IG Farben saßen, die für diese Verbrechen die Hauptverantwortung trugen. Sie scheuten sich nicht, an lebenden, gesunden Menschen Versuche mit gefährlichen Krankheitserregern, wie dem Fleckfieberbazillus, durchführen zu lassen, um ihre Produktion von Impfstoffen quantitativ und qualitativ zu ver- größern. Wie bekannt, sind diese Feinde der Menschheit zum Teil die gleichen, die 100 Kb ET REN 1 est, im Jewußt Rassen- tig be- Sowiet- | davor Durch- ten, zu n ihren ganzen enlosen n Zeu- 1en aus ng kein tändige sten, je ng, Sie n ihnen 'n Roten würdig- . ; Führer ıtorium, s hatten zu feige, ch einen erst am ‚en Volk tte nach ıen aber rialisten ‚ die für ‚che mit ihren ZU r zu vel- hen, die heute im Westen Deutschlands erneut die Macht in der Hand haben und die Atomrüstung betreiben. Ihre Absicht, einen neuen SS-Staat zu errichten und neue Konzentrations- lager zu schaffen, wird an dem Willen und an den mutigen Aktionen des deut- schen Volkes, vor allem der deutschen Arbeiterklasse, scheitern. Erst dann, wenn der Faschismus mit allen seinen Spielarten endgültig ausgerottet ist, wird das Gewissen des deutschen Volkes nicht mehr mit einer so großen Hypothek der Schuld und der Schmach belastet sein. Die Menschen, die unter Millionen anderen auch in Buchenwald ihr Leben lassen mußten, sind dann nicht umsonst gestorben. Die„Lebens“-Bedingungen in Buchenwald Der Weg in das Konzentrationslager ... Der Transportleiter übergibt uns einem SS-Scharführer. Wir werden von den SS-Leuten umstellt... Ich stehe mitten in der Kolonne. Ein Kommando erschallt:„Rechts—— um!“ Einen Augenblick später stößt mich mein Hintermann plötzlich mit voller Wucht in den Rücken und drängt mich derart nach vorn, daß ich wieder auf meinen Vordermann falle. Da sehe ich, daß die SS-Leute mit Gewehrkolben und Gummiknüppeln wahllos auf uns einschlagen. Unsere Kolonne beginnt zu laufen, Schüsse knallen, Kugeln pfeifen. Wir laufen, eng aneinandergepreßt, stolpern übereinander. Wer hinfällt, wird von den Nachfolgenden nieder- getrampelt. Die Schläge und Stöße hageln nur so auf uns herab. Wir laufen alle um unser Leben— ein einziger, wüster, turbulenter Haufen. Keiner weiß, wohin er laufen soll, jeder richtet sich nach seinen Vorder- und Nebenmännern, einer klammert sich an den andern, jeder versucht, in die Mitte der Kolonne zu kommen. Der Verstand setzt aus. Nur weg von den Schlägen und Stößen, weg von den pfeifenden Kugeln, weiter, weiter, immer weiter. Die Kolonne schwenkt nach rechts ab. Vor einer hölzernen Barackenwand kommen wir zum Stehen... Die Niedergetrampelten kommen herbeigehumpelt, keuchend, blutig, die Kleider beschmutzt und zerfetzt, und werden eingereiht. Wer nicht schnell genug ist oder auch nicht mehr schnell genug sein kann, wird mit weiteren Kolbenstößen und Schlägen traktiert... In Trupps von etwa zwanzig Mann werden wir jetzt in die Baracke gebracht, vor der wir stehen. Es ist die„Politische Abteilung“ des Lagers. Fast durch die ganze Barackenlänge zieht sich ein breiter Gang, von dem aus verschiedene Türen in die einzelnen Geschäftszimmer führen. Nach einiger Zeit kommt ein SS-Mann, stellt sich mit einem Zettel in der Hand lässig vor uns auf und hält etwa folgende Ansprache:„Ihr befindet euch 101 En gu ee zeze a I, kr ! ! N } [ il } ee Se ea ED De ee are ar N h un H wei = Da ne a a AT, MAHHAHHAHAHARRAHFENN KERNE RENT IT N PUTELEURRERNEHKEHENKENFARIERES ER hier nicht in einem Sanatorium. Das werdet ihr wohl eben schon begriffen haben. Wer es noch nicht begriffen hat, dem wird es schon noch beigebracht. Darauf könnt ihr euch verlassen. Wir werden jetzt eure genauen Personalien aufnehmen. Jeder hat laut und deutlich und bis auf den letzten I-Punkt wahr- heitsgemäß seine Angaben zu machen. Das gilt überhaupt für alle Angaben, die ihr mündlich oder schriftlich zu machen habt. Wer es nicht tut, der kann was erleben... Wir werden euch hier wieder zu brauchbaren Menschen machen, oder ihr sterbt hier. Und das Sterben ist hier nicht so ganz einfach, wie es sich anhört. Das werdet ihr bald begreifen... Ihr seid hier keine Straf- gefangenen, ihr seid hier nur ‚Häftlinge‘, und was das bedeutet, werdet ihr, wenn ihr es noch nicht wißt, bald erfahren. Ihr seid ehrlos und wehrlos! Ihr seid rechtlos! Euer Los ist ein Knechtlos! Amen.“ ... Wir stehen in einer Zweierreihe im langen Barackengang. SS-Leute, mit Karabinern bewaffnet, bewachen uns. Sie grinsen höhnisch, aber werden nicht tätlich gegen uns. Einer von ihnen sagte zu seinem Kollegen:„Häftling! Ein schönes Wort, nicht? Ja ja, die Mistvögel werden es schon zu spüren bekom- nen.“ Darauf erwidert der andere:„Und ob! Du, wieviel sind heute verreckt? Waren es nicht achtundfünfzig?“„Nee“, gibt der andere zur Antwort,„das war gestern, heute sind es bis jetzt nur einundvierzig.“ Die Zahlen erwecken in uns kaltes Grauen; die meisten von uns halten sie jedoch für Übertreibung und Bangemacherei. Aber sie waren nicht übertrieben. Am nächsten Tag schon erfuhr ich, daß sie wenigstens annähernd wahr waren; und das in einem Lager, in dem fast alle Häftlinge zwischen 17 und 50 Jahre alt waren, also in einem Alter, das naturgemäß die geringste Sterblichkeitsziffer aufweist! Jetzt gehöre ich zu den vier Mann, die in das Geschäftszimmer eintreten müssen... Ein Scharführer tritt zu dem Maschinenschreiber, der unsere Personalien aufnehmen will, nimmt eine Akte zur Hand, mustert uns und nennt dann einen Namen. Der Häftling vor mir meldet sich darauf mit:„Hier!“ Der Scharführer sieht den Häftling mit einem stechenden Blick an, tritt dann auf ihn zu und schlägt ihm unvermittelt die geballte Pranke mit voller Wucht ins Gesicht, so daß der Geschlagene zur Seite wankt. Darüber ist der erste Mann in unserer Reihe derart erschreckt, daß er die an ihn gestellten Fragen des Maschinen- schreibers nur leise beantwortet. Jetzt springt der Maschinenschreiber auf, nimmt eine biegsame Gerte, die er neben sich auf dem Tische liegen hat, schlägt den Häftling brutal rechts und links durch das Gesicht und brüllt ihn an:„Weißt du nicht, daß du hier laut und deutlich zu antworten hast?!“ ... Die Aufnahme unserer Personalien ist beendet... Einer der SS-Männer sagt zu uns:„Seht ihr da unten das Tor?“ Er weist auf das Lagertor, das wir schon oben vom Gittertor aus gesehen hatten. Es ist ein zweistöckiges Gebäude mit einem Wachtturm und einer Hakenkreuzfahne darauf. Der breite Torgang in seiner Mitte ist mit einem dicken Eisengitter versperrt. Wir sehen, daß in dem Eisengitter eine kleine Tür geöffnet wird und den Blick auf einen großen Platz 102 u v EU 2 7 LU UT ur h LLUDeeH“ DU TSa TI DT DPD OTDIDDDDieEge egriffen ebracht, sonalien t wahr- ngaben, er kann enschen einfach, 1e Straf- det ihr, rlos! Ihr ute, mit en nicht ng! Ein bekom- rerreckt? rt,„das alten sie rtrieben. r waren; 50 Jahre eitsziffer eintreten rsonalien nn einen arführer | ZU und ssicht, 50 | unserer aschinen- ‚ber auf, gen hat, yrüllt ihn 1“ -Männe! . das wil Gebäude Torgang ß in dem ßen Platz freigibt. Der SS-Mann fährt fort:„Seht ihr das, ja?— Jetzt geht’s mit Karacho da hinein! Verstanden?!—— Rechts um! Laufschritt— marsch, marsch!!“ Und wir stürmen wie die Besessenen los, einer noch wilder als der andere. Wir sind bereits„dressiert“ und merken gar nicht, daß wir diesmal nicht geschlagen und gestoßen werden, daß die SS-Leute ruhig stehen bleiben und sich gar nicht erst die Mühe zu machen brauchen, uns wie störrisches Vieh zu treiben. Am engen Lagereingang gibt es ein wüstes Gedränge und Geschubse, als wäre der Teufel hinter uns. Es ist wie ein trauriger Witz: Keiner von uns wollte ins KZ, und jetzt will jeder zuerst ins Lager hinein... Walter Poller! Walter Poller,„Arztschreiber in Buchenwald“. Hamburg 1947, S. 22-26. Bericht über die Politische Abteilung Als Häftlingsschreiber bin ich im November 1942 in das Häftlingskommando der„Politischen Abteilung“ eingetreten... Die Häftlinge hatten die Aufgabe, die Aufnahme der Neuzugänge durchzuführen und als Dolmetscher tätig zu sein. Später, als die Arbeiten immer mehr an Umfang zunahmen und sich durch Einberufungen und Versetzungen die Zahl der eingearbeiteten SS-Angehörigen verringert hatte, wurden Häftlinge in beschränktem Umfang auch zu anderen Arbeiten herangezogen. Das Häftlingskommando, welches im Anfang nur aus 8 Häftlingen bestand, war aus diesen Gründen zuletzt auf 82 Mann angewach- sen. Die im Kommando beschäftigten Häftlinge wurden von der SS nicht nur für die Arbeit der Abteilung herangezogen, sondern auch oft zu Privatzwecken der SS-Angehörigen, wie zum Beispiel Besorgungen in der Küche und in den Werk- stätten, Reinigen von Stiefeln und Kleidern, Herstellung von Gratulations- karten für Weihnachten, zum Geburtstag und dergleichen... Bei der Aufnahme der Neueingänge wurde besonders bis zum Frühjahr 1943, als die aktiven SS-Leute eingezogen wurden und Reservisten an ihre Stelle traten, viel geschlagen. Die Reservisten übernahmen von den Aktiven den gleichen Stil in der Behandlung der Häftlinge und behandelten sie in der glei- chen unmenschlichen Weise. Besonders schlimm ging es solchen Zugängen, die auf der Polizei ihren Schutzhaftbefehl nicht unterschrieben hatten, weil sie falsch angeschuldigt worden waren. Diese wurden in ein kleines Vernehmungszimmer abgeführt. Die anderen Häftlinge wurden weggeschickt, und innerhalb kurzer Zeit waren die Unterschriften geleistet. Die Häftlinge mußten dann allerdings öfter von uns ins Revier gebracht werden, da sie so mißhandelt worden waren, daß sie aus Nase, Mund und Ohren bluteten. Die Zugänge erhielten oft Ohrfeigen und Fußtritte wegen der ihnen zur Last gelegten Taten und Aussprüche, die in ihren Papieren und Führungsberichten niedergelegt waren. Sie wurden mit dem Tode bedroht und zynisch auf das Krematorium hingewiesen... 1 Walter Poller, 1938 bis 1940 KZ Buchenwald, jetzt Chefredakteur der„Westfälischen Rund- schau“, Dortmund. 103 er re ee Zu a DE Y hi r h \ \ F | } \ } | F z N | } b ) [F} } hi Hi ne ee lea GER EERTEN Mn II Eee N Te ee = Een ug ee ER TTEEELELNEEISTEEILEITNETEENEREUE TE ETRNER AALUNNEENBUNNDNNKEI Nur in Ausnahmefällen gelang es uns, den Zugängen geringe Erleichterun- gen zu verschaffen, indem wir sie hinsetzen oder hinlegen ließen. Meistens mußten sie aber sofort wieder aufstehen, wenn die SS auf der Bildfläche erschien. Wir wurden dann angefahren, weil wir nicht„Ordnung“ hielten. Besonders scharf ging die SS bei Vernehmungen vor. Rottenführer Engel hielt zum Beispiel bis zuletzt, als viele SS-Angehörige schon vorsichtiger geworden waren, auch bei der Vernehmung von weiblichen Gefangenen stets einen Stock zum Schlagen bereit... Es gab auch Befehle, teilweise von Himmler selbst unterschrieben, wonach Zugänge gleich bei der Ankunft erst einmal 25 Stockhiebe erhalten sollten und die Durchführung des Befehls an das RSHA! zu melden war... Während die meisten Schutzhaftbefehle für unbestimmte Zeit ausgestellt waren, und einzelne auf 25 und 80 Jahre lauteten, waren auch einige wenige Häftlinge„kurzfristig“, das heißt für die Dauer von 6 Monaten bis zu 2 Jahren, eingeliefert. Der Sachbearbeiter für die Entlassungen hatte die Aufgabe, dar- über einen Terminkalender zu führen, um sie rechtzeitig freizulassen. Das ist jedoch nie richtig durchgeführt worden, und meistens bedurfte es einer Rück- frage der einweisenden Dienststelle, um die Angelegenheit ins Rollen zu brin- gen. Durch diese Nachlässigkeit ist es bis in die letzte Zeit häufig vorgekommen, daß solche Häftlinge mehrere Monate länger im Lager festgehalten wurden, als es selbst von der Gestapo vorgesehen war. Die Häftlinge selbst wußten nicht, für welchen Zeitraum sie ins Lager geschickt worden waren, und wagten auch nicht zu fragen... Besuche wurden nur dann zugelassen, wenn eine schriftliche Genehmigung des RSHA vorlag und darüber ein kurzes Protokoll für Berlin angefertigt worden war. Nur Fronturlaubern mit entsprechenden Ausweisen wurde die Erlaubnis auch ohne RSHA gewährt. Alle anderen Besucher wurden entweder am Schlagbaum vor Betreten des Lagerbereichs oder in der Politischen Abtei- lung abgewiesen... Der Briefverkehr betraf meistens Anfragen von privater Seite an die Lager- führung über den Verbleib oder den Aufenthalt von Verwandten.... Befanden sich die Häftlinge im Stammlager, so wurde ihnen fast immer aufgetragen, einen Sonderbrief an ihre Angehörigen zu schreiben. Befanden sie sich jedoch in einem Außenkommando, so machte man sich nicht die Mühe, die Anfragen dorthin weiterzuleiten. Die Angehörigen bekamen entweder überhaupt keine Antwort, oder ein kurzes Schreiben, daß der betreffende einsäße und gesund sei. Er habe regelmäßig geschrieben, und es sei schuld der Post, wenn die Briefe nicht ankämen. Daß er in Wirklichkeit in einem Außenkommando war und oft gar nicht schreiben durfte, wurde mit keinem Wort erwähnt... Die Totenabteilung bearbeitete die Sterbefälle... Für jeden Toten mußte noch ein„Liebesbrief“, wie das die SS nannte, geschrieben werden. Der Text war ein für allemal festgelegt und wurde vom Lagerkommandanten persönlich unterschrieben. Der Wortlaut hieß: 1 Reichssicherheitshauptamt. 104 ERAHNEN RE REN HE RER ENG» TERELTELEERKERNEHKEHKEHRRRKARRE EN hterun- Neistens Idfläche ten. T Engel Sichtiger ıen stets wonach Iten und gestellt wenige ‚ Jahren, be, dar- Das ist er Rück- zu brin- en Dee a u u u en u he hut arte zei wre nz Singh = PERL LTE LUETLLUSRANS LATE RSRETSERTESATRARTHUENELSTENNENNERUNERTUELUUNURRREERKRRRRRERKFR ARREHAHRRÄRAN rg Ede ae TE TEE a a eng SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt Oranienburg, den 4.1.43 Amtsgruppe D— Konzentrationslager DIV/1 33 Ma./Hag. Betrifft: Verwertung der abgeschnittenen Männerhaare. An die Kommandanten der KL Buchenwald, Dachau, Flossenbürg, Mauthausen, Neuengamme, Ravensbrück, Sachsenhausen, Natzweiler. Die Errichtung einer Werkstätte zur Verarbeitung der abgeschnittenen Männerhaare der Häftlinge in einem der KL läßt sich aus technischen Gründen zur Zeit noch nicht verwirklichen. Die anfallenden Haare müssen daher an einen bestehenden Verwertungsbetrieb abgeliefert werden. Die bis jetzt dort gesammelten Schnitthaare sind deshalb baldigst an die Firma Alex Zink Filzfabrik AG, Roth b. Nürnberg zum Versand zu bringen. Die Haare sind mit RM.—.50 je kg in Rechnung zu stellen. Die Beträge sind in der Reichskasse zu vereinnahmen. Der Versand hat porto- bzw. frachtfrei zu erfolgen. Die mir jeweils zum 5. eines jeden Monats einzusendenden Meldungen über die Menge des gesammelten Schnitthaares sind weiterhin einzureichen. Dabei ist die Menge des an die Firma Zink abgesandten Schnitthaares mit anzugeben. Die gesammelten Mengen sind laufend an die Firma Zink abzusenden. gez. Maurer Der Chef des Amtes D II ERdSRSdFAS gez. Unterschrift gez. Unterschrift SS-Obersturmbannführer SS-Hauptscharführer Prozeß IV Dok. 3680- PS. Material zu einem Bericht über die allgemeine Lagerhygiene (Das in diesem Bericht verwendete Zahlenmaterial umfaßt die Zeit vom 1.1. 1944— 15. 4. 1944) Lagerbestand: Das Lager hat seit Beginn dieses Jahres einen Durchschnitts- bestand von 20- bis 23000 Häftlingen. Es besitzt 63 Blocks. Weil eine Reihe von Blocks für spezielle Zwecke gebraucht werden, sind die Wohnblocks stark überbelegt. Die Holzblocks weisen gegenwärtig eine Belegung von 350, die Steinblocks eine solche von 650 Mann auf. Ein Steinblock ist für einen Normal- beleg von 240 bis 250 Mann gebaut. Diese Überbelegung drückt natürlich auf die hygienischen Verhältnisse. In der nächsten Zeit werden weitere 6 bis 7000 Mann Zugänge erwartet, welche die Verhältnisse natürlich noch verschlechtern werden... Eine wichtige Angelegenheit ist die allgemeine Sauberkeit und Reinlichkeit in den Wohnblocks.... Besondere Schwierigkeiten entstehen durch den Mangel an Geräten. Besonders der Deckenmangel ist hier anzuführen. Jeder Häftling hat nur eine Decke, und es müssen bei dem gegenwärtigen Überbelag 8 bis 106 BENENNEN EHE EEE) UULU TERN ME 4.1.48 ittenen ründen 'her an an die ung zu nd hat :n über Dabei ıgeben. es DII führer ‚chnitts- o Reihe ks stark 50, die Normal- Jich auf is 7000 Jechtern ‚lichkeit Mangel Häftling g 3 bis 4 Häftlinge auf 2 Strohsäcken schlafen. Dies begünstigt natürlich die Über- tragung von ansteckenden Krankheiten, besonders der Tuberkulose. Der Stand an Tuberkulose im Lager ist sehr hoch. Bei 30°/o aller Sektionen wird Tuber- kulose als Haupt- oder Nebenbefund der Todesursachen angetroffen. Auch der Mangel an Eßschüsseln wirkt in derselben Richtung. Viele Blocks besitzen so wenig Eßschüsseln, daß nur auf 3-4 Mann eine gemeinsame Eß- schüssel kommt. Für durchschnittlich 10 Mann gibt es ein Wischtuch und für 6-7 Mann ein gemeinsames Handtuch. Zahnbürsten sind nicht erhältlich. Auch die Schuhe der Häftlinge sind in sehr schlechtem Zustande, was viele Erkältungs- krankheiten und infolge der Holzschuhe langwierige Entzündungen verursacht. Infolge Absperrung des zum Lager gehörigen Waldgeländes fehlt die Ge- legenheit zu Sportübungen und selbst für einen Spaziergang. Da heute der größte Teil der Häftlinge in der Rüstungsindustrie und bei Bauten beschäftigt ist, welche eine besondere Beanspruchung verlangen, sind natürlich alle diese Umstände leistungshindernd und setzen das allgemeine Niveau der hygienischen Verhältnisse im Lager bedeutend herab. IML-Buchenwald 1 5/7 Bl. 000 14. Die SS bereichert sich an der Häftlingsverpflegung ... Die SS-Mannschaften bis zur SS-Führung verbesserten ihre Verpflegung ständig durch Wegnahme von Fleisch, Fett und anderen Nahrungsmitteln aus den Rationen der Häftlinge. Jeden Monat wurden für Feierlichkeiten im SS-Standort Buchenwald zentner- weise Fleisch, Fett und Mehl für die Gelage verschoben. Die angelieferten Lebensmittel waren von schlechtester Qualität, zum Bei- spiel Kartoffeln: nur Futter- und Industriekartoffeln. Oftmals kamen Fleisch- und Wurstwaren ins KZ Buchenwald, die durch Kriegseinwirkung, Bombar- dierungen usw. vollständig verschmutzt und verdreckt waren und erst stunden- lang gewaschen werden mußten, um sie wieder genießbar zu machen. Fleisch, Wurst und Margarine waren sehr oft schlecht und verdorben und wurden zentnerweise vernichtet oder mit Hilfe von Salz und Ersatzgewürzen und durch Aufkochen halbwegs genießbar gemacht. Im Herbst jeden Jahres gab es als Gemüse Zuckerrübenblätter, deren Gestank sich überall im Lager bemerkbar machte. Bei den Mohrrüben und gelben Rüben waren es auch nur Futter- qualitäten, und dabei wurde noch ein Drittel des verfaulten Gemüses nicht ersetzt. Die SS-Verwaltung und die Lieferanten bereicherten sich an der Verpflegung der Häftlinge, weil stets nur schlechte Qualität von Nahrungsmitteln— als gute deklariert— ins Lager geliefert wurde... Jeder einzelne des Kommandanturstabes ließ sich oft Fleisch in der Häft- lungsküche räuchern, oder die diensthabenden SS-Unterführer schickten Pakete mit Fleisch nach Hause, das von den Häftlingsrationen gestohlen worden war. 107 a een ee en FE EEELEHELLEEZET hr Pi } N j } " l u. |; N IN if ‚ Fe ee uch are neh£ Ger ENGE en een Dee a ee u u Te u he in en Een Br ee np er. rn ge en ÜASATAARAHAARA A [A VERLEREER TEE NEE NETRENERENENT NEL UELERTUNLUNNDBRRUBRERNSRRRENTRKEREHRRERHEHKE Ark All das führte dazu, daß Tausende von Häftlingen im Laufe der Jahre, vor allem von 1941 bis 1945, an Hungerkrankheiten und Unterernährung sterben mußten, darunter die besten antifaschistischen Widerstandskämpfer. Erich Voigt! BA 54- 6. Bericht vom 8. März 1958. Das gestohlene Schwein Es war zu üblichen Begleiterscheinungen in Buchenwald geworden, daß von Zeit zu Zeit aus den verschiedenen Magazinen in größeren Mengen Lebens- mittel verschwanden. Jedem Häftling war es klar, wer dieses„Organisieren“— denn so nannte man diese Diebstähle— ausführte. Man schwieg aber, weil man die Rache der SS fürchtete. Es stahl ein jeder, vom einfachen SS-Mann bis zum SS-Lagerkommandanten. In der Nacht zum 17. November 1939 wurde angeb- lich von den Häftlingen ein Einbruch in den Schweinestall verübt, wobei ein Schwein gestohlen wurde. Die Lagerleitung ließ das gesamte Lager am 17. No- vember 1939 um 9 Uhr vormittags auf dem Appellplatz antreten und drohte damit, alle Häftlinge so lange stehen zu lassen, bis sich die Diebe freiwillig melden würden... Acht Stunden hatten wir gestanden, ohne daß wir uns rühren oder vom Platz entfernen durften. Das Wetter war an diesem Tage sehr schlecht. Den ganzen Tag herrschte Regen und Nebel. Die meisten Häftlinge waren noch in der leichten Sommerkleidung, so daß sie ganz durchnäßt waren. Viele bekamen davon schwerste gesundheitliche Schädigungen. Fünf Tage bekamen wir keiner- lei Nahrung und mußten außerdem ohne Rücksicht darauf die normalen Tages- arbeitsleistungen vollbringen...? Jaro Schaffer BA 54- 7. Bericht, geschrieben 1945. ... Nach der Waagestatistik haben die Insassen des Lagers in diesen vier Tagen 50 000 Kilogramm abgenommen. Das entwendete Schwein hatte ein Gewicht von 25 Kilogramm. Also 50 000 Kilogramm Menschenfleisch gegen 25 Kilogramm Schweinefleisch! Die Hungerwoche gab neben den entsetzlichen Folgen des Hungers auch Anlaß zu ergreifender Hilfsbereitschaft, die die letzten kleinen, mühsam ersparten Notreserven bis zur letzten Brotkrume auf- zehrte. Leonhard Steinwender Leonhard Steinwender,„Christus im Konzentrationslager“, Salzburg 1946, S. 111. 1 Erich Voigt, geb. 1905, 1933-1938 KZ Lichtenburg und Zuchthaushaft, 1938-1945 KZ Buchen- wald, jetzt Mitarbeiter im Ministerium des Innern. 2 Lt. Mitteilung des Standesamtes Weimar v. 11. 3. 1958 sind in der Zeit vom 17. 11. 1939 bis 22. 11. 1939 im Lager 105 Menschen ums Leben gekommen, was auf die obengenannte Schikane der SS zurückzuführen sein dürfte. Vgl. S. 135. 108 EU UHATDTETTT TODE TU DILDDDDERE re, vor Sterben Voigt! laß von Lebens- eren“— eil man Dis zum angeb- bei ein 17. No- drohte eiwillig m Platz ganzen in der ‚ekamen : keiner- 1 Tages- Schaffer sen vier atte ein h gegen stzlichen die die ıme auf- nwender zZ Buchen- 1. 1999 bis hikane der Tatsachenbericht über das Kleine Lager Buchenwald im Winter 1939/40 Im Oktober 1939 wurde ein Teil des Appellplatzes im Konzentrationslager Buchenwald durch einen doppelten Stacheldrahtzaun vom übrigen Lager isoliert und zur Aufnahme von Häftlingen bestimmt. In diesem sogenannten Kleinen Lager wurden vier große Zelte aufgestellt, welche bloß Holzpritschen in vier Etagen enthielten. Nach Errichtung einer Holzbaracke und Ausgrabung einer Latrine war das Kleine Lager zur Aufnahme der Häftlinge bereit, die in einer Gesamtzahl von 1700 Mann(hauptsächlich Polen und Österreicher) dort untergebracht wurden. Sie gingen täglich zur Arbeit in den Steinbruch. Von dort mußten sie Steine an die Wachtürme rund ums Lager tragen. Der Weg führte dabei durch einen Postenschlauch, in welchem jeder zweite Posten ein Gewehr im Anschlag hielt, während die übrigen mit Knüppeln dastanden und jeden vorübergehenden oder-laufenden Häftling schlugen, ohne die geringste Rücksicht darauf zu nehmen, wohin die Schläge trafen. Jeden Tag wurden hierbei mehrere Häft- linge, die die Qual des Getrieben- und Geschlagenwerdens nicht mehr ertragen konnten und aus dem Postenschlauch liefen, erschossen, der offiziellen Dar- stellung nach„auf der Flucht“. Die Entlohnung, die man den Häftlingen für ihre Sklavenarbeit gab, sah folgendermaßen aus: 1. Wohnung in den Zelten. Die Holzpritschen hatten weder Strohsäcke noch sonst irgendeine Unterlage. Die Häftlinge lagen auf dem bloßen Holz. Jeder hatte nur eine Decke zur Verfügung. Einen Fußboden gab es in den Zelten nicht. Wer von den Pritschen herabstieg, mußte tief im Dreck waten. 2. Bekleidung, bestehend aus Häftlingskleidung(Jacke, Hose, Mütze, Schuhe) und Wäsche(Hemd, Unterhose, Strümpfe), die sehr selten gewechselt wurde. Keine Mäntel, keine Pullover, keine Handschuhe. 3. Nahrung, bestehend aus anfänglich 200 g, später 165, 140 und sogar 100 g Brot täglich, ohne Belag(Margarine, Sirup, Wurst usw.), den es für das übrige Lager gab. Weiter 1 Liter, später% Liter Lagersuppe, die jedoch ihres gesam- ten Inhalts an Kartoffeln oder Gemüse beraubt wurde, bevor sie im Kleinen Lager zur Ausgabe gelangte. 4. Hygiene. Die erwähnte Latrine, die auch nicht den geringsten gesundheit- lichen Anforderungen entsprach. Eine Waschanlage im Freien, die beim ersten Frost unbenutzbar wurde. Krankenbehandlung in der Ambulanz des Häft- lingsreviers, die nur wenigen Häftlingen des Kleinen Lagers gewährt werden konnte, da die SS-Leitung nicht die Einwilligung gab, mehr als eine beschränkte Zahl von Häftlingen zwecks Krankenbehandlung von der Arbeit zurück- zubehalten. Weitere in der sogenannten Krankenbaracke stationäre Kranken- behandlung, die aber im wesentlichen nur daraus bestand, den erkrankten Häftling ruhig sterben zu lassen, da weder Medikamente noch genügend Nah- rung zur Verfügung gestellt wurden. Die Folgen der beschriebenen Zustände stellten sich bald ein. Die Häftlinge, 109 a en a ! } ' | B } } ’ H K } [; ii ih m. [; IN K ı A > N ‚ hu elener u ee geh Re ee a SC RT Te ed ee ee er Dee Ti en me De ee ee eo == en a ee N en an De ee TE er Fes meer tn , Ki ne Mpeg en TUT AR TDAAHA RA HAHARBANAE NEN EANRANENVENBLUNDHNUNNURUNEN TLULUUNERESLSHENKKRRUENUHKEREER soweit sie am Leben blieben, wurden immer schwächer und widerstands- unfähiger, und bereits in der zweiten Hälfte des Monats Oktober brach im Kleinen Lager eine Ruhr-Epidemie aus, die so rasch um sich griff, daß sich die SS-Lagerleitung veranlaßt sah, die Häftlinge des Kleinen Lagers völlig von der Arbeit zurückzuziehen und über das Kleine Lager eine Quarantäne zu verhängen. Es wäre jedoch ein Irrtum anzunehmen, daß durch das Aufhören der mörderischen Arbeit im Steinbruch das Leben der Häftlinge im Kleinen Lager leichter geworden wäre. Die SS-Leitung, repräsentiert insbesondere durch den Lagerkommandanten, Standartenführer Koch, den 2. Lagerführer, Hauptsturmführer Hüttig, und durch die speziell Beauftragten für das Kleine Lager, Hauptscharführer Blank und Hauptscharführer Hinkelmann, war uner- schöpflich im Ausdenken von Schikanen, um die zwangsweise entstandene Frei- zeit auszufüllen... Ein besonderes Vergnügen bereitete es Hauptscharführer Hinkelmann, einen mit Suppe halb gefüllten Kessel auf dem Appellplatz stehen zu lassen, zu be- obachten, wie sich die hungrigen Häftlinge um den Kessel drängten, um etwas Suppe zu bekommen, und dann mit einem Knüppel über die ganze Gruppe herzufallen und die Köpfe blutig zu schlagen... Zum Morgenappell konnte man täglich im Schnee liegend 15, 20 oder 95 Leichen zählen, die von der Krankenbaracke in der Nacht„geliefert“ worden waren. Eine Tagesmeldung über den Stand der Toten des Kleinen Lagers beantwortete Standartenführer Koch mit den Worten:„Das geht mir zu lang- sam. Könnte man die Leute nicht arbeiten lassen?“ Nein, man konnte sie nicht arbeiten lassen. Die Angst vor der Ruhr war doch zu groß. Aber es gab ja andere Mittel. Anfang Dezember erschien der Lagerleitung die zunehmende Ver- lausung des Kleinen Lagers(50 Läuse auf einem Mann waren nicht viel) gefahrdrohend, und es wurde die Gesamtdesinfektion des Kleinen Lagers an- geordnet. Am 8. Dezember wurde die Aktion durchgeführt und den Insassen des Kleinen Lagers ein wohltuendes Bad gewährt. Aber die Bekleidung wurde zwecks Desinfektion für zwei Tage zurückbehalten und den Häftlingen andere Kleidung ausgegeben: Sommerkleidung, dünnes Drillichzeug. Selbstverständlich blieben auch die Decken in der Desinfektion; Ersatzdecken für die Zwischen- zeit gab es nicht. Es folgte eine qualvolle Nacht, und morgens auf dem Wege zum Appell sah man ängstlich nach dem Ergebnis dieser Nacht: da lagen fein säuberlich 6 Zehnerreihen und 7, 67 Tote im Schnee, eine Zahl, die Standarten- führer Koch wohl befriedigt haben dürfte... Felix Rausch BA 53- 1. Bericht, geschrieben 1945. Die Korruption der SS Ich wurde im November 1938 Kellner im Führerheim der SS. Das Führer- heim unterstand dem SS-Führer Jacobs, der dem Standartenführer Koch schät- zungsweise eine viertel Million Mark Gelder zuführte, die durch Übersteuerung 110 Lu PTULTETEU TE DOT UT DORT EIER FEERTREN ENDE stands- ach im Sich die lig von äne zu ufhören Kleinen sondere tführer, ; Kleine Ar Uner- ne Frei- n, einen ‚ zu be- n etwas Gruppe 20 oder worden Lagers zu lang- sie nicht a andere de Ver- cht viel) gers an- Insassen g wurde n andere ständlich wischen- m Wege gen fein ‚ndarten- X Rausch s Führer ych schät- ‚teuerung der Waren in der Häftlingskantine erzielt wurden. Im SS-Führerheim fanden in Abständen von vierzehn Tagen bis zu vier Wochen Kameradschaftsabende statt. Jedes Gedeck wurde mit mindestens 6 bis 8 verschiedenen Weingläsern gedeckt. Bei Kriegsausbruch fuhren in regelmäßigen Abständen Wagen nach Frank- reich und Holland und holten von dort die besten alkoholischen Getränke. Die Fahrten wurden von dem damaligen Fahrdienstleiter, Hauptscharführer Rieger, durchgeführt. Die besten Sachen gingen in das Haus Kochs und dann nahm sich der SS-Führungsstab sein Teil. Der Rest ging zur Kantine beziehungs- weise zum Führerheim. Sachbearbeiter dieser ganzen Angelegenheit war Hauptscharführer Michael, der auf Grund seiner Beziehungen zu Koch über Tod und Leben von Häftlingen in einer ganzen Reihe von Kommandostellen entschied... Damit die SS-Führerschaft in der SS-Kantine für die gekauften Waren wenig zu bezahlen brauchte, mußte die Häftlingskantine stark belastet werden. So erhielten die Waren Preisaufschläge von 100 bis 300 Prozent. Oberscharführer Schmidt hat sich durch diese und andere Manipulationen 60 bis 70000 RM ergaunert. In den letzten Wochen vor der Befreiung des Konzentrationslagers war die SS-Kantine der Ort täglicher Orgien. Hieran beteiligten sich vor allem Sturmbannführer Schobert, Verwaltungsführer Barnewald, Unterscharführer Krone, Sturmmann Besier, ein Millionär aus Wiesbaden, und Unterscharführer Berger. Barnewald war mit dem Kantinenverwalter Schmidt befreundet und deckte jede Korruption. Barnewald erhielt im August 1944 zur Silbernen Hoch- zeit 18 Torten und eine große Menge von Teegebäck. Die Materialien zur Her- stellung dieser leckeren Dinge wurden aus den Beständen des Häftlings- Lebensmittelmagazins gestohlen. Vermittelt wurde diese Schiebung durch den Verwalter des Magazins, Chef der Abteilung Verpflegung, SS-Hauptschar- führer Paak. Als Mitwisser aller dieser Dinge war ich auf die Liste der 46 Häft- linge gesetzt worden, die einige Tage vor der Befreiung liquidiert werden sollten. Carl Gärtig! BA 566- 7. Bericht, geschrieben 1945. Bis 1938 war Koch vollkommen vermögenslos gewesen. Ebenso vermögens- los war seine Ehefrau. 1937 legte er erstmals ein Konto für sich an. Ende 1938 hatte dieses einen Bestand von RM 140,-. Bei Beginn der Untersuchung?- Juli 1943— besaßen die Eheleute Koch ein Gesamtvermögen von über 100 000 RM. Nach seinem Einkommen in den Jahren 1937—43 hätten seine Er- sparnisse bestenfalls 25000 RM betragen können, den Vermögenszuwachs von über 75000 RM vermochte er in befriedigender Weise nicht aufzuklären. Dabei hatten die Eheleute alles eher als anspruchslos und bescheiden gelebt. ı Carl Gärtig, geb. 1902, 1933-1934 KZ Lichtenburg, 1934-1938 Zuchthaus Kassel, 1938-1945 KZ Buchenwald, jetzt Rentner. 2 Untersuchung gegen Koch u. a. wegen Korruption. 111 en a ee a re De i t } 1; } |; F } kr } H ‘ } ii " HAB i \ M } Ki » u ee a a u EL ELLE LEE up wire ae Dre ae BE ganarzı r LT UUON LET LNTNEUDEEENDEENTTEBRLEREHKERELRRAHHRHKRNENKEKF HE ü ji N N " Aal Koch hatte Liebschaften, die ihn viel Geld kosteten, er hat ständig in der nen, (N Lotterie gespielt und war ein passionierter Tipper auf den Rennplätzen und hat gezä dabei auch einiges Geld verloren. Schließlich ergaben die Untersuchungen ein- kom deutig, daß rund 65 000 RM unterschlagene Gelder waren, wobei aber nur ben eines sicher ist, daß es sich hier um eine Mindestsumme handelt, die tatsäch- V lich veruntreuten Gelder aber durchaus ein Vielfaches betragen haben konnten. ode, Anklageschrift in dem Verfahren Koch, Ilse wegen Mordes u. a. Sch 4 Js 360/49- o Js 1/49, S. 32. We ihr ode Strafen und Terror] seit Tageseinteilung a sud Das tägliche Leben der Häftlinge verlief immer in gleicher Weise. Eine Stunde vor dem Morgengrauen war Wecken. Auf den Weckpfiff sprangen die N Zehntausende aus den Betten, es begann der„Bettenbau“, der zum Zerrbild Me N des Kasernenlebens ausartete. Das Frühstück bestand aus schwarzem, unge- un süßten Kaffee(Ersatz) oder einem Becher dünner Morgensuppe. ü 5 Beim ersten Morgengrauen mußten die Häftlinge vor dem Block antreten 2 —— ee Te u ae Te ie | N und zum Appellplatz marschieren. Ein peinlich genauer Zählappell wurde ab- all Hl gehalten. Blockweise ausgerichtet standen die Häftlinge auf dem Appellplatz. V N Der Appell wurde von den SS-Blockführern abgenommen. Er dauerte durch- gen I schnittlich eine Stunde. Danach kam der Befehl:„Arbeitskommandos antreten!“ Ge Mi Die Reihen lösten sich auf, und die Häftlinge suchten die Standplätze ihrer|] Al Arbeitskolonnen auf dem Appellplatz auf. Die Zugänge zu den Wohnbaracken I iN waren inzwischen gesperrt. Kurz darauf begann der Aus- und Abmarsch der au HN Arbeitskommandos zu ihren Arbeitsstätten. Vor dem Ausmarsch war bereits sch MM die Postenkette aus SS-Bewachungstruppen aufgezogen, welche das Lager in blie il großem Bogen einschloß. Jeder zweite Posten hatte einen speziell auf Häftlinge Das M dressierten, scharf abgerichteten Hund bei sich. gest 1 Die Arbeitszeit dauerte bis 12 Uhr mittags, danach eine halbstündige Pause, R A und anschließend wurde bis zur Dämmerung gearbeitet. Noch genauer als am Nie Hl Morgen erfolgte dann der Zählappell(Dauer 1!3 Stunden). Endlich wurde bra IN dann in die Blocks zur Brotausgabe abmarschiert.... übe ül BA 58- 1. Bericht, geschrieben 1945. auc il N N Zählappelle im KZ Buchenwald I H IN... Im Konzentrationslager waren die Aussichten auf eine Entlassung gering,| ee i a gab es unter den Häftlingen Erwägungen über die Möglichkeit einer ni h Flucht. R Aus diesem Grunde pflegte die SS regelmäßig zu prüfen, ob die Gefangenen. noch vollzählig zur Stelle waren. Dazu fand jeden Morgen und Abend, zeit- mi rt weise auch noch mittags, ein Zählappell statt. Jeder Häftling hatte zu erschei-| 112 ih nei PT ra E2 BRENNEN HEN BAAR ERBEN NN; in der und hat ‚en ein- ber nur tatsäch- Onnten, e, Eine gen die Zerrbild 1, unge- antreten ırde ab- ellplatz. e durch- ıtreten!“ ze ihrer haracken rsch der r bereits Lager in Jäftlinge © Pause, r als am h wurde g gering: eit einel fangene .nd, zeit ı erschei nen, entweder innerhalb seines Blocks auf dem Appellplatz oder als Kranker, gezählt im Krankenbau, oder als Kommandierter, gezählt bei einem Arbeits- kommando, das auch während des Zählappells auf seiner Arbeitsstelle zu blei- ben hatte. Wer aber beim Appell den Anschluß verpaßte, ganz gleich, ob absichtlich oder nicht, so daß er erst herangeholt werden mußte, vielleicht gar aus einem Schlupfwinkel, der war ein Todeskandidat. Meist wurde er schon auf dem Wege zum Tor totgeprügelt. Viele lagen sowieso schon tot oder halbtot neben ihrem Block auf dem Platz, aber anwesend zu sein hatte eben ein jeder, so odensor. Aber auch wenn die Häftlinge sofort vollzählig antraten, hatte die SS ihrer- seits noch genug Möglichkeiten, das Abrücken hinauszuschieben. Und sie machte ausgiebig davon Gebrauch! Zum Beispiel wurde überraschend eine Durch- suchung der Häftlinge, das sogenannte Filzen, angeordnet. Jeder mußte sich ausziehen und seine Habseligkeiten vor sich hinlegen. Wehe, wenn er eine Mark mehr in der Tasche hatte, als erlaubt war. Das machte ihn sofort flucht- verdächtig und„reif“. Auch hatte die SS beim Appell jeden im Laufe des Tages „straffällig“ Gewordenen sofort zur Hand. Weniger als 25 Schläge auf den nackten Hintern mit Ochsenziemern und Rohrstöcken gab es selten. Die„Aus- zahlung“ erfolgte sofort über dem Bock. Dazu spielte die Lagerkapelle. Während die Häftlinge auf dem Appellplatz standen, wurden aber auch oft genug die Unterkünfte durchsucht. Alles wurde dann von derSS herausgerissen, Geschirr und Essen aus den Spinden, das Stroh aus den Betten. Ja, solch ein Zählappell zog sich einmal als Strafappell bis zu 18 Stunden hin, und es mußte noch dabei gesungen werden. Es passierte auch, daß dem Lager am Sonntagmittag beim Appell eröffnet wurde:„Ihr habt diese Woche wieder schweinemäßig gearbeitet und kriegt dafür heute nichts zu fressen.“ Und alle blieben stehen bis zum Abend, in glühender Hitze oder bei strömendem Regen. Das fertige Essen aber wurde unterdessen aus der Küche in den Schweinestall geschafft..., um die 700 Schweine der SS-Kantinengemeinschaft zu mästen. Es gab keinen Gefangenen, für den nicht jeder Zählappell eine Schikane war. Nicht nur das! Vielen haben die langen Appelle zur Winterszeit den Tod ge- bracht. Sie standen fiebernd, in ungenügender Kleidung auf dem freien Platz, über den ein eisigkalter Ostwind blies,— bei 15, 18, 20 Grad Kälte. So erfüllte auch ein Zählappell den angestrebten Zweck des Konzentrationslagers: die Vernichtung der Gefangenen. Der letzte Zählappell des KZ Buchenwald fand am 3. April 1945 statt. Im Lager waren insgesamt 80 900 Häftlinge. Davon befanden sich über 45 000 außerhalb des Lagers in Außenkommandos, die restlichen fast 36 000 im Lager in 53 Blocks. Viele Tausende kamen in den folgenden Tagen von diesen Kommandos ins Lager, so daß die Zahl der Insassen sprunghaft bis auf 48 000 stieg. Ein geordneter Zählappell war unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich. Durch Evakuierungstransporte sank die Zahl der Häftlinge wieder bis auf 8 Buchenwald 113 } IH N iR \ "N 4 iR D Kb hh N un SERBIEN ERDE ee ee hatte u u Te De a ee KERN u Bez ED ET s er an En DR erg, ee ee TE: wer IH IR ARHARAARARNT RA NLA AANNAANEBIL UNE ERTL TTLTLTENKERTUTUENNTERLENEHKEREERKERHEHKERFHRERFNEN 21400 am 11. April1945, dem Tage, an dem sich die Häftlinge von der SS- Tyrannei befreiten. Ein Aufatmen ging durch die Reihen, nun waren wir frei und keine bloßen Nummern mehr, voll Hoffnung auf eine baldige Heimkehr. Max Mayr! BA 58- 2. Bericht, geschrieben 1945. Die Block-Kontrollen Zum Dienst der Blockführer gehörte auch die Kontrolle der Häftlingsunter- künfte auf Sauberkeit und Ordnung. Sie wurde jedoch dazu benutzt, die Häft- linge zu schikanieren. Die Kontrollen, die oft mehrmals täglich durchgeführt wurden, waren so gefürchtet, daß bei Annäherung einer SS-Kontrolle nur der Blockälteste und der Stubendienst im Block verblieben, die anderen flüchteten. Vorraum, Waschraum, Klosett, Tag- und Schlafräume wurden bis in die letzten Ecken nach irgendwelcher Spur von Staub oder Schmutz untersucht. Wehe, wenn auf einer Holzleiste ein Stäubchen gefunden wurde— wobei natürlich die bloße Behauptung des Blockführers genügte— oder der Ofen nicht wie„aus- geleckt“ war, wenn sich in einem Häftlingsspind ein Krümchen Brot befand, oder ein Fleck auf einer Schüssel zu sehen war. Die Spinde wurden um- geworfen. Der Stubendienst mußte eimerweie Wasser holen und es über alles ausgießen. Ein spezielles Kapitel war der Bettenbau. Die Strohsäcke mußten viereckig wie eine Zigarrenkiste gebaut werden, die Quadrate der darüber gelegten Decken- und Kissenbezüge rechtwinklig verlaufen. Nicht nur, daß die Block- führer angeblich schlecht gebaute Betten einrissen, manchmal veranstalteten sie Bettenstürze, indem sie die Strohsäcke, Kissen und Decken auseinanderrissen und selbst die Bettgestelle umwarfen. Am Abend, vor der Essenausgabe, mußte der Schlafsaal von der Belegschaft wieder in Ordnung gebracht werden, und überdies wurde der ganze Block gemeldet, was wieder zu Kollektivstrafen, wie Strafexerzieren oder Strafstehen mit Essenentzug, führte. Unzählig sind die Beispiele der Mißhandlungen von Stubendiensten und Blockältesten durch die Blockführer der SS, die damit die Häftlingsfunktionäre gegen die Belegschaft aufhetzen und zu schärferem Vorgehen gegen die eigenen Kameraden zwingen wollten. Auch in den Nachtstunden wurde kontrolliert. SS-Leute stürzten zur Nacht- zeit mit Knüppeln und Peitschen bewaffnet, in die Schlafsäle, weckten die Belegschaft und kontrollierten, ob nicht einer„das Verbrechen“ begangen hatte, im ungeheizten Schlafsaal mit Unterhose oder gar mit Socken zu schlafen. Dar- aufhin wurde der ganze Block, und zwar auch im tiefsten Winter, barfüßig und im Hemd, eine halbe oder ganze Stunde um den Block gejagt. Gustav Herzog? BA 571- 25. Bericht, geschrieben 1945. ı ehemaliger Häftlingsschreiber im KZ Buchenwald. * Gustav Herzog, geb. 1908, 1938-1945 im KZ, davon 1938-1942 und 1945 im KZ Buchenwald, jetzt Journalist in Wien. 114 BEHHEEREEEN EEE HE HEhUBERN» der SS. 7 bloßen X Mayr! gsunter- lie Häft- hgeführt nur der ichteten, > letzten . Wehe, rlich die je„aus- befand, len um- ber alles yiereckig gelegten ie Block- teten sie derrissen e, mußte len, und ıfen, wie sind die Jurch die legschaft zwingen ır Nacht- kten die en hatte, fen. Dar- jßig und A Herzog‘ ‚wald, jetzt Die Strafen im Konzentrationslager Buchenwald Nach dem Prinzip, die Häftlinge ständig in Angst und Furcht zu halten, um sie so leichter beherrschen zu können und um sie körperlich und seelisch zu brechen, praktizierte die SS eine umfangreiche Skala drakonischer und un- menschlicher Strafen.—Es gab nichts, was nicht der SS Grund und Anlaß zur Be- strafung gegeben hätte: Hände in den Hosentaschen bei Kälte, hochgeschlage- ner Rockkragen bei Wind und Regen, Schmutzflecke an der Kleidung, nicht gründlich gesäuberte Schuhe bei hohem Schlamm; aber auch zu blank geputzte Schuhe, als ein Zeichen wiederum, daß man sich von der Arbeit gedrückt habe; Verletzung der Grußpflicht, schlechte Haltung beim Grüßen, Betreten des Blockes während der Arbeitszeit, auch nur einmaliges Aufrichten derer, die in gebückter Haltung arbeiteten, Essen während der Arbeitszeit, Rauchen außer- halb der Freizeit oder im Block, das Aufheben von Zigarettenstummeln („Kippenstechen“), das„Abkochen“, worunter der Versuch verstanden wurde, sich außer der zugeteilten Verpflegung anderweitig Lebensmittel zu erbetteln. Wegen sogenannter Faulheit bei der Arbeit erstatteten Scharführer oder mißgünstige Kapos eine Meldung. Nummernverwechselung war dabei nicht selten. So kamen statt der vermeintlich Schuldigen völlig Unschuldige zur Be- strafung. Rechtfertigungen irgendwelcher Art waren ganz und gar aus- geschlossen, da hieß es gleich, der Häftling bezichtige den SS-Mann der Lüge... Die Flucht von Häftlingen hatte für das gesamte Lager jedesmal katastro- phale Folgen. Der Kreis der politischen Häftlinge lehnte sie daher als reine Individualaktion ab, denn sie war für die Gesamtheit völlig zwecklos und nur nachteilig. Mißhandlungen durch Faust- und Knüppelschläge, Fußtritte, schikanöses Hin- und Herhetzen bis zur Erschöpfung waren Maßnahmen, die nicht als be- sondere Strafen empfunden wurden. Sie ereigneten sich täglich je nach Lust und Laune von SS-Führern und-Wachen. Man nahm sie als unvermeidlich hin. Daneben gab es das System der eigentlichen Lagerstrafen. Sie sollten in aller Form verhängt und vollstreckt werden. Daran hielt man sich aber nicht. Man machte kurzen Prozeß. Nach Meldungen durch den Kommandoführer oder den Blockführer, aber auch nach Meldung oder Anzeige von dritter Seite an den Rapportführer wurde die Strafe vom Kommandanten oder vom Schutzhaft- lagerführer verhängt, beim Appell bekanntgegeben und regelmäßig sofort voll- streckt, Die Strafarten, die verhängt werden konnten, bestanden in Essenent- zug, Torstehen, Strafarbeit, Strafexerzieren, Versetzung in die Strafkompanie, Kommandoverschlechterung, Ausprügeln, Baumhängen, Arrest(Bunker), Er- schlagen, Erhängen, Erschießen und in einer im einzelnen nicht zu schildernden Fülle ausgesuchter Quälereien. Beim Kostentzug erhielt der solcherweise Bestrafte an einigen Sonntagen kein Essen. Dazu mußte er gewöhnlich noch viele Stunden am Tor stehen, das heißt, er hatte sich an einem der am Appellplatz nahe dem Tor angebrachten 115 ng EEE — EEE } hr } H [N } + n . } N Mi „ ) Fe ERSEGEE u ea Er er Dr u u ne en ee ri oe Tin en EEE HEIF mi en an ee ee Beh FETTE ER TE ee ee el ee Ph, Mi H I il Tee IH N ih X N N 1 N N N I THAN LT ITS TRAUN UL ER ATTTANEUENEEERUNLERNTRRLEN LULERENKERKHEHKERFHRERE HERE Schilde aufzuhalten und so für mehrere Stunden regungslos mit dem Gesicht zur Wand zu verharren, oft mit dem sogenannten Sachsengruß, wobei die Hände hinter dem Kopf verschränkt gehalten werden mußten. Zuweilen wurde als Kollektivstrafe Stehen des ganzen Lagers, verbunden mit Kostentzug, angeordnet, so bei der Flucht von Häftlingen oder wegen ungeklärter angeblicher Diebstähle von Dingen, die für die SS bestimmt waren. Diese Strafen, die über viele Stunden, mitunter die ganze Nacht über aus- gedehnt wurden, forderten besonders in der schlechten Jahreszeit zahlreiche Opfer unter den vor Erschöpfung und Kälte zusammenbrechenden Häftlingen. Eine weitere, bei der SS sehr beliebte Kollektivstrafe bildete das Strafexer- zieren einzelner Kommandos auf Anordnung des Kommandoführers oder be- sonderer SS-Führer wegen schlechter Marschdisziplin oder weil die durch Ab- nehmen der Mützen zu leistende Ehrenbezeigung nicht ihrem Willen entsprach oder weil das Kommando angeblich nicht genügend arbeitete. Dabei hat man die Häftlinge oft in unwegsamem oder schlammigem Gelände im Laufschritt umhergetrieben, oder sie mußten sich ohne Rücksicht auf die Bodenbeschaffen- heit hinlegen und auf der Erde umherkriechen(sogenanntes Rollen oder Rob- ben). Dazu schlugen die Wachen gewöhnlich wahllos auf die Häftlinge ein. Auch hierbei gab es stets Opfer, besonders unter älteren, körperlich nicht mehr voll leistungsfähigen Häftlingen. Es wurde schon gesagt, daß die Arbeit im Steinbruch eine Strafe an sich dar- stellte. Demgemäß ist gewöhnlich dort die Strafkompanie zum Einsatz ge- kommen. Zu dieser Strafe konnte jedes beliebige Vergehen gegen die Lager- ordnung, natürlich auch jeder bloß eingebildete Verstoß dagegen, führen. Es genügte dazu aber auch schon der Wunsch der Lagerführung, einen Häftling verschwinden zu lassen. Diese Strafe sprach der Kommandant aus. Die Ange- hörigen der Strafkompanie wohnten in eigenen Blocks und trugen, wie schon erwähnt, ein besonderes Abzeichen. Die am häufigsten angewendete schwere Strafe war das Auspeitschen auf dem sogenannten Bock, einem tischartigen Gestell, dessen Konstruktion es ermöglichte, den Häftling in eine Lage zu bringen, in der er mit angespanntem Gesäß und bewegungsunfähigen Händen und Beinen von der SS geschlagen werden konnte.! Zur Exekution, die auf das bekleidete oder unbekleidete Gesäß erfolgte, wurden daumendicke Bambusstöcke oder Ochsenziemer verwendet. Derartige Körperstrafen hatte die obersteSS-Führung in den Konzentrations- lagern erlaubt, doch sollte vor dem Vollzug die Genehmigung des Reichssicher- heitshauptamtes eingeholt werden. Die Praxis war anders. Man kümmerte sich nicht um derartige Bestimmungen, und die Lagerführung verhängte und voli- zog die Prügelstrafe nach ihrem Belieben. Wurde aber doch hin und wieder in Berlin angefragt, dann führte das gewöhnlich nur dazu, daß der betreffende Häftling die Strafe zweimal erhielt, das erste Mal vorschußweise gleich nach Ausspruch, das zweite Mal nach Eintreffen der Erlaubnis. In den weitaus meisten Fällen erfolgte die Auspeitschung öffentlich vor an- 1 Vgl. Abb. 24. 116 TOT NOT TI IETTE DT DU IDen Gesicht bei die bunden ' wegen t waren, ber aus- Ihlreiche Klingen. trafexer- der be- ırch Ab- ntsprach hat man ufschritt chaffen- jer Rob- nge ein. ht mehr sich dar- satz ge- > Lager- hren. Es Häftling ie Ange- je schon hen auf ktion&$ yanntem schlagen te Gesäß ndet. trations- hssicher- erte sich ınd voll- vieder in reffende ich nad , vor an getretenem Lager nach dem Abendappell. Der zu bestrafende Häftling wurde mit seiner Nummer aufgerufen. Daraufhin hatte er sich am Torgebäude ein- zufinden. Hier wurde ihm der Grund seiner Bestrafung mitgeteilt. Dann mußte er selbst den dort bereitstehenden Bock auf einen Schotterhaufen stellen, damit die Prozedur allen sichtbar werde. Nun legte sich der Häftling über das Marter- instrument und erhielt die ihm zudiktierte Anzahl von Hieben zwischen 5 und 50, gewöhnlich die sprichwörtlichen„25“. Der Bestrafte hatte laut mit- zuzählen, unterlief dabei ein Fehler, so wurde von vorn angefangen. Ausfüh- rende Organe waren die umherstehenden SS-Scharführer, unter denen sich richtige Prügelspezialisten befanden, so der berüchtigte Bunkerkommandant Martin Sommerl, der die Strafe meistens selbst vollzog und wegen der Grau- samkeit, mit der er einzelne Schläge in die Nierengegend setzte, überaus ge- fürchtet war. Das Schreien der Mißhandelten übertönte die dazu spielende Lagerkapelle oder ein von den Häftlingen gesungenes Lied. Tausende von Häftlingen sind namentlich in der Zeit, da Koch Lagerkommandant war,„über den Bock gegangen“, ungezählt sind die, die an den Folgen dieser Behand- lung verstarben. Bei vielen führte allein schon die Schockwirkung zu einem Herzkollaps. Anderen wurden durch bewußt hoch angesetzte Schläge buchstäb- lich die Nieren zerquetscht. Den meisten platzten die Gesäßadern. Es kam zu Blutergüssen oder zu Blutstauungen, die zu Blutgerinnseln und Embolien führ- ten. Oft waren die Blutstellen einige Zentimeter tief. Immer war das Gewebe zerrissen. Jede Spannung des Gesäßes war schmerzhaft, ein Knieheben unmög- lich. Ein Krankmelden mit nachfolgender Revierbehandlung war verboten, nur illegal konnten die Revierpfleger ihren Kameraden Hilfe zuteil werden lassen. Es gab auch keine Schonung, die Ausgepeitschten mußten an die Arbeit gehen. Begreiflich, daß sie schon wegen des eingetretenen starken Erschöpfungs- zustandes nicht arbeiten konnten oder doch nur sehr bedingt arbeitsfähig waren. Sie mußten dabei der SS wieder auffallen. Das war ein hinreichender Grund zu weiteren Mißhandlungen und zu wiederholter Bestrafung. Besonders dann, wenn ein Auspeitschen dem anderen folgte, kam es zu ausgedehnten Vereiterungen, zur Phlegmonenbildung die aber auch durch die schlimmen sanitären Verhältnisse begünstigt wurden. Das alles läßt den tödlichen Aus- gang so vieler Auspeitschungen erklärlich erscheinen. Und ebenso liegt klar zutage, daß jeder, der eine solche Prügelstrafe veranlaßt oder vollzogen hat, 1 Martin Sommer, SS-Hauptscharführer, im Bunker Arrestverwalter des KZ Buchenwald. Bei den letzten Kriegsereignissen in Thüringen verwundet. Bis zu seiner Verhaftung 1950 konnte er unter falschem Namen unerkannt bleiben. 1956 heiratete er die 2l1jährige Krankenschwester Bärbel Ulrich, erhielt eine Rente von 350,— DM monatlich und beantragte eine Rentennachzahlung von 10 000,— DM. Der in der Bundesrepublik angekündigte Prozeß wurde jahrelang wegen„Verhandlungsunfähig- keit“ verschoben. 1957 erfolgte ein erneuter Haftbefehl. Im Juli 1958 zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Nachgewiesen(400 Zeugen) wurden ihm 101 Morde, 402 vorsätzliche Körperverletzungen, 32 Aus- sageerpressungen und mehrfache Freiheitsberaubungen. Unter den von ihm Gequälten befanden sich u.a. der ev. Pfarrer Schneider, der Reichstags- abgeordnete und Fraktionsführer der SPD im Preußischen Landtag, Ernst Heilmann. Vgl. Abb. 27. 117 EEE._ re \ \ h } H h j F I N N. h { Y R\ y en Ser cn ne ee mut N See er u u u u u nr TER, an nun nn ae, ge ee u ne ee Ss ET a te: \ } ' t I kat Se ee ee em 1 MRS ENT TNTRENRRN EN DEIAMERARD RR RAN TARA RAN ANA ER UMS ANLTLREE INTETRLTTENNTERTERENLELENKURDNEHKRHRNREREN alle möglichen Folgen einer solchen Behandlung gekannt und mit ihnen gerechnet hat. Eine das Auspeitschen an Grausamkeit noch bei weitem übertreffende Strafe war das sogenannte Baumhängen. Es wurde im Schutzhaftlager vollzogen, gelegentlich auch am Arbeitsplatz und bestand darin, daß der Häftling an den auf dem Rücken zusammengebundenen Händen an einem Baum oder Pfahl so aufgehängt wurde, daß seine Füße über dem Boden schwebten. Das an den nach rückwärts ausgedrehten Schultergelenken hängende volle Körpergewicht führte nach kurzer Zeit zu schweren Verrenkungen, Verzerrungen und Gelenk- zerreißungen, deren Folgen nie mehr ganz zu beseitigen sind. Man pflegte die Häftlinge bis zu 4 Stunden in dieser qualvollen Lage zu belassen, wobei man sie je nach Laune schlug oder trat.! Die schlimmste aller Lagerstrafen war die Bunkerhaft. Der Bunker befand sich im westlichen Flügel des Torgebäudes. Die auf Anordnung des Komman- danten hierher gebrachten Gefangenen waren in zahlreichen Zellen unter- gebracht. Sie erhielten nur jeden dritten Tag warmes Essen, sonst nur Wasser und Brot. Dabei waren sie den unmenschlichen Quälereien des Vollzugsperso- nals ausgesetzt. Hier waltete der schon genannte Hauptscharführer Martin Sommer seines an sich schon traurigen Amtes: ein Sadist, dessen Grausamkeit sich in den scheußlichsten Martern und Mißhandlungen austobte. Er prügelte und trat, drosselte und hängte die Häftlinge, er verbrühte ihnen die Ge- schlechtsteile und tötete die meisten Arrestanten, indem er sie erschlug, er- würgte oder vergiftete. Er und seine Helfer sorgten dafür, daß eine Einweisung in den Bunker einem Todesurteil gleichkam, und tatsächlich haben auch nur wenige Häftlinge diese Stätte des Grauens lebend verlassen. Es war eines der ungeschriebenen Gesetze der SS gewesen, zusammengeschlagene Häftlinge einzubunkern. Im Arrest wurden sie dann völlig„fertiggemacht“. Besonders sind auch jüdische Häftlinge, die die Prügelstrafen erhalten hatten, in den Bunker gekommen. Aus dem eben Dargelegten ergibt sich, daß es viele Möglichkeiten gab, Häft- linge zu töten, ohne daß die Todesstrafe auch wirklich ausgesprochen wurde. Zuweilen geschah aber auch dies. So wurden beispielsweise einmal Gefangene, die flüchtig geworden waren und einen Posten getötet hatten, öffentlich auf dem Appellplatz gehängt. Im übrigen erledigte man Liquidierungen ohne großes Aufsehen auf die verschiedenste Art, vor allem im Revier, wo gefügige Kreaturen des Lager- kommandanten Koch, vor allem der Lagerarzt Dr. Waldemar Hoven(im Nürn- berger Ärzteprozeß zum Tode verurteilt und hingerichtet) und der Sanitäts- dienstgrad, SS-Hauptsturmführer Friedrich Wilhelm,(im Dachauer Buchen- waldprozeß zum Tode verurteilt und hingerichtet) durch Einspritzen von Evi- pan und anderen Giften ungezählte Häftlinge gemordet haben... Anklageschrift in dem Verfahren gegen Koch, Ilse wegen Mordes u. a. 4 Js 360/49— o. Js 1/49, S. 24/28. ı Vgl. Abb. 3. 118 uriy 4% UUTVUUTT DOOUTeT TH LuurT DT„hi BREUER HERNE ER EN> t ihnen le Strafe llzogen, , an den Pfahl so ; an den tgewicht -Gelenk- legte die bei man r befand (omman- n unter- r Wasser 105perso- r Martin usamkeit prügelte die Ge- hlug, er- nweisung auch nur eines der Häftlinge esonders ,, in den ab, Häft- n wurde. efangene, ı auf dem ] auf die es Lager- im Nürn- Sanitäts- ‘ Buchen von Evi Wirtschafts-Verwaltungshauptamt Oranienburg, den 4. April 42 Amtsgruppe D, Konzentrationslager 1/1/Az.: 14 e 3/Ot./U.— Betreff: Prügelstrafen An die Einschreiben! Lagerkommandanten der Konz.-Lager. Der Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei hat angeordnet, daß bei seinen Verfügungen von Prügelstrafen(sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Schutz- und Vorbeugungshäftlingen), wenn das Wort„verschärft“ hinzugesetzt ist, der Strafvollzug auf das unbekleidete Gesäß zu erfolgen hat. In allen anderen Fällen bleibt es bei dem bisherigen vom Reichsführer an- Beau= Yollzug, Der Chef des Zentralamtes gez. Liebehenschel! SS-Obersturmbannführer IMT, Bd. XXIX, S. 329. Dok. 2199- PS. Verbrechen der Ilse Koch An einem regnerischen Tag im Spätsommer 1938 waren Häftlinge mit Pla- nierungsarbeiten unmittelbar am Hause Koch beschäftigt. Ihr Arbeitsplatz lag so, daß sie von den Fenstern der Villa aus beobachtet werden konnten. Plötz- lich trat die Angeschuldigte auf die Häftlinge zu und schrie:„Ihr sollt arbeiten, ihr Mistvögel, und nicht herumstehen!“ Dabei hatte sie bemerkt, wie sich der Häftling Lindner aufgerichtet hatte, um von seinem Spaten ein Stück Erde abzukratzen, das sich hier festgesetzt hatte. Als die Kolonne abends einrückte, wurde seine Nummer aufgerufen. Als er sich meldete, schimpfte ihn SS- Rapportführer Strippel einen Mistvogel und hieß ihn, den Bock zu holen. An- schließend wurde von Rödl durch den Lagerlautsprecher durchgegeben: Häft- ling 5565 wird mit 25 Stockhieben bestraft, weil er sich von der Arbeit gedrückt hat. Dann wurde Lindner ausgepeitscht. Sein Gesäß war völlig aufgeschlagen, so daß ihm das Blut herunterlief. Dann mußte er noch an der Mauer stehen. Wenige Tage später wurde er ohne neuen Anlaß von Sommer an einen Baum gehängt. Lindner hatte etwa 20 Minuten gehangen. Die Folge war eine Aus- kugelung der Schultern. Zu seiner doppelten Bestrafung hatte die Meldung der Angeschuldigten geführt. An einem Dezembertag trugen etwa 40 bis 50 Häftlinge Steine nach der an den Führerhäusern gelegenen Straße. Damals sollte diese Straße richtig aus- gebaut werden. Die Aufsicht führte hier SS-Scharführer Kubitz. Als die Kolonne am Hause Koch vorbeikam, stand die Angeschuldigte dort und rief Kubitz zu: „Sehen Sie mal, wie langsam sich die Saujuden bewegen!“ Daraufhin ließ Kubitz die Häftlinge zwei Stunden lang mit ihrer Steinlast im Laufschritt arbei- 1 Arthur Liebehenschel, Abteilungsleiter in der Inspektion der KZ, 1943-1944 Kommandant des KZ Auschwitz. 1947 in Krakau zum Tode verurteilt und hingerichtet. 119 PETE TE ae rn ee Ac- hr } H } } } a en ee Fe Fr N EEE Zn u u ee u. era ERRI nn in ae Z BERRREN Ten) een AR TTRTERLLTLENTTERTLERTUTELENRRRRHKHREHEHRERKE HIN AN LET AUR RAR RI UN UHREN ten, Viele verloren dabei die Steine, und es gab erhebliche Verletzungen. Einige Häftlinge konnten sich nicht mehr bewegen und mußten ins Lager getragen werden. Ein gewisser Schneider(Möbelhändler aus Essen) ist dabei von Kubitz so in die Herzgegend getreten worden, daß er tot liegen blieb. Ein zweiter, den man noch lebend ins Lager gebracht hatte, ist bald darauf an den Folgen der erlittenen Mißhandlungen gestorben. Er hieß Menschenfreund und hatte in der Jakobstraße in Magdeburg ein Textilgeschäft gehabt. Beide waren deutsche Staatsangehörige. Für ihren Tod war das Verhalten der Angeschuldigten ur- sächlich.! Anklageschrift in dem Verfahren gegen Koch, Ilse wegen Mordes u. a. 4 Is 360/49- o Js 1/49 S. 95 und 111. „Baumhängen“ Im Mai 1938. Die Kommandos traten auf dem Appellplatz an. Nachdem ich eine Stunde gestanden hatte, ging ich zum Austreten zum Block, da ich krank war. SS-Hauptscharführer Bräuning machte eine Meldung. Ich wurde mit einer halben Stunde„Baumhängen“ bestraft. Bräuning war allen Erklärungen meinerseits abhold. Es blieb dabei, ich mußte an den Baum. Das Hängen ging folgendermaßen vor sich: Die Hände wurden mit einem Strick auf dem Rücken eng zusammengebunden, dann wurde der Körper hoch- gehoben und die Fesseln an einen großen Nagel gehängt, der in 2 m Höhe ein- geschlagen war, so daß die Füße frei in der Luft hingen. Das ganze Körper- gewicht hing also an den nach hinten gebogenen Gelenken. Ausrenkung der Schultergelenke unter furchtbaren Schmerzen waren die Folgen. Mit 30 bis 40 Kameraden hing ich eine halbe Stunde, während viele bis zu 3 Stunden und einige sogar 4 bis 5 Stunden bis zur Bewußtlosigkeit, bis zum Tod hängen mußten. Jammern, Schreien und Wehklagen erfüllte den Wald. Der SS-Schar- führer Sommer schlug die hilflos Jammernden mit einem Knüppel auf Füße, Gesicht und Geschlechtsteile. Die bis zum Wahnsinn Gemarterten schrien nach Wasser, nach Frau und Kindern, nach Erschießen, damit die Qual ein Ende hätte... Willy Apel BA 57- 26. Bericht, geschrieben 1945. Schikane der SS Oberscharführer Schmidt, Kommandoführer des Baukommandos I, hatte sich etwas Besonderes ausgedacht. Er zwang den jüdischen Häftling Schreiber, sich nackt auszuziehen, auf einen Baum zu klettern und dort stundenlang zu blei- ben.„Du bist ein Affe“, war der Begleittext zu dieser Zeremonie.— Bei den Arbeiten in der Kläranlage stießen und schlugen die SS-Leute Häft- linge so lange, bis sie in den Unrat fielen. Dann riefen die SS-Leute in gemach- 1 Ilse Koch, Ehefrau des ehemaligen Lagerkommandanten Karl Koch. Von einem amerika- nischen Militärgerichtshof zu lebenslänglicher Haft verurteilt, nach 4 Jahren begnadigt. 1950 durch ein deutsches Gericht in Augsburg zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Vgl. Abb. 28. 120 EUTCHTATUEEE TOO ED ne Einige tragen \ Kubitz ter, den gen der hatte in leutsche ten ur- dem ich h krank nit einer ärungen it einem er hoch- öhe ein- Körper- ung, der t 30 bis ‚den und | hängen S-Schar- ıf Füße, jen nach in Ende ly Apel 1atte sich iber, sich * zu blei- ) te Häft- | gemadh- n amerika- 1950 durch ter Entrüstung:„So eine Frechheit, das Schwein wagt während der Arbeitszeit zu baden!“ Der Häftling wurde aufgeschrieben, gemeldet und erhielt eine empfindliche Lagerstrafe. Marschierten Häftlinge durch das Tor, so mußte der Vorarbeiter dort seine Nummer sowie die Anzahl der ausrückenden Häftlinge melden. Rückten jüdische Häftlinge aus, so hatte die Meldung etwa zu lauten: Nr. 2593 und 25 Sau-, Mist- und Stinkjuden aus dem Lager. Meldete der Vorarbeiter anders, so wurde er geprügelt, und die Kolonne mußte strafexerzieren. BA 5244- 7. Bericht, geschrieben 1945. Eine Frau wurde totgeprügelt Zum Lager Buchenwald zählten einige Frauen-Kommandos. So zum Beispiel das„Kommando Hasag Leipzig“. 1944 kamen 4 Frauen von dem vorgenannten Kommando, um Wäsche etc. aus der Kammer zu holen. Drei von diesen Frauenhäftlingen hatten„Straf- vergehen“ und wurden im Arrest von Oberscharführer Hermann Hofschulte im Beisein von Oberscharführer Sommer mit 25 Stockhieben auf das nackte Gesäß bestraft. Nach Ausführung der Prügelstrafe meldete der Rapportführer, SS-Oberschar- führer Hermann Hofschulte, beim 2. Lagerführer SS-Obersturmführer Erich Gust:„Prügelstrafen der weiblichen Häftlinge durchgeführt!“ Nach der dienst- lichen Meldung sagte Hofschulte:„Obersturmführer, ich habe der einen statt ihrer 25 Stockschläge, 40 gegeben, mit all meiner Kraft, aber die war eisern, nicht einen Ton gab sie von sich!“ Nach einer Weile kam der diensthabende SS-Hauptscharführer Sommer! und meldete dem Rapport- und Lagerführer Gust, daß ein weiblicher Häftling von den dreien, die ihre Prügelstrafe erhalten hatten, an Herzschlag gestorben war. Der Lagerführer und die anwesende SS lachten über den Rapportführer Hofschulte, weil er kurz vorher damit geprahlt hatte, daß er dem einen weib- lichen Häftling 40 statt 25 Schläge gegeben und daß der Häftling hierbei keinen Schrei ausgestoßen habe. SS-Obersturmführer Gust und Rapportschreiber, Unterscharführer Krohn, sagten lachend zu Oberscharführer Hofschulte:„Du hast ja auf einem toten Kadaver herumgeklopft und unnötige Kraft vergeudet mit deinen 40 Schlägen!“ IML- Buchenwald II 1/1, Bericht vom 3. Februar 1948. Konrad Friedrich? SS-Mörder verhöhnen ihre Opfer Ende 1937 wurde der evangelische Pfarrer Schneider eingeliefert, der wegen seiner antifaschistischen Gesinnung fast die ganze Zeit seiner Haft im Arrest saß. Schneider wurde im Bunker systematisch zu Tode gequält und ausgehungert. 1 Im Prozeß gegen Sommer im Juli 1958 antwortete er auf die Frage des Vorsitzenden, ob er Frauen mit derselben Brutalität geschlagen habe wie Männer, frech mit„selbstverständlich“. 2 Konrad Friedrich, geb. 1906, 1933 KZ Breslau-Dörgoy, 1934-1937 Zuchthaushaft, 1939-1945 KZ Buchenwald, jetzt Mitglied der SED-Kreisleitung Erfurt-Land. 121 eg \ { I } ! K } [; N N 4 i h H ” GR E un Nee er ee EEE a ee ET ha ht GET Dres gear Ze ee es mE re Dr u Be zen ET clip TON UT LIRTEUDERRTRULNDURTTERENTENENNERKHEHNE) Am Tage vor seinem Tode wurde Schneider von dem Bunkerscharführer Som- A mer mit einem Ochsenziemer geprügelt. Gr Den Angehörigen des Pfarrers Schneider wurde nach seinem Tode im März lan gestattet, den Toten noch einmal zu sehen. Zu diesem Zweck wurde Schneider ihre aufgebahrt. Er war von einem SS-Friseur geschminkt worden, um die blut-| Ge unterlaufenen Prügelstellen zu verwischen. Man hatte ihm den kahlgeschorenen elt Kopf mit einer Perücke bedeckt. lid Bei der Verabschiedung der Angehörigen sagte der sadistische Mörder Koch, Bı der den Tod des Schneider gewollt und herbeigeführt hatte:„Das war mein 22 bester Häftling. Gerade als ich ihm seine Entlassung mitteilen wollte, hat er h. einen Schlaganfall bekommen.“... di BA 573- 10. Bericht, geschrieben 1945. L sl Gruppenschicksale ui Entwürdigung der Frau ül K ... Im Sommer 1944 kamen eines Tages 600 Frauen aus der Ukraine an, die| den Weg aller Neuangekommenen gehen mußten. Das heißt, ins Bad und nach D: dem Bad nackt durch den Keller und die Treppe hinauf zur Häftlingskammer, ca um dort eingekleidet zu werden.® Was für die Männer selbstverständlich war, war natürlich für die Frauen eine C moralische Qual, denn auf den Treppen lungerten die SS-Leute herum, die is diese Armen in der unflätigsten Weise anödeten, schlugen und zur Kammer trieben. Anwesend waren die Hauptscharführer der Kammer, Taufratshofer, S- Hauptscharführer Beier von der Gerätekammer, Hübscher von der Küche,| G Michael, Oberscharführer von der Effektenkammer und andere. Im Wir Häftlinge, die zum großen Teil schon zehn Jahre lang keine Frau ge- Ik sehen hatten, außer der Sadistin Ilse Koch, wußten die Ehre der Frau zu achten. Wir haben alle Jugendlichen aus der Kammer geschickt und bei weite- ren Transporten die Wäsche in einem kleinen Raum im Bad verteilt, um den Frauen diesen schmachvollen Weg zu ersparen. Die SS jedoch hatte ihren Schandtaten im Lager noch eine hinzugefügt— die Entwürdigung der Frau. Willi Wiermann BA 525- 3. Bericht vom 25. Januar 1958. Kinder im Konzentrationslager Es war das beklagenswerte Schicksal der Kinder, daß sie all die Schrecknisse 2: mitmachen mußten. So geschah es, daß viele Tausende Kinder samt ihren 1 Eltern oder ohne sie in deutsche Konzentrationslager verschleppt wurden, wo sie manches erlebten, was Kindern anderer Zeitalter unbekannt war.! ! Die erste Gruppe von Kindern kam 1939 mit den polnischen Gefangenen im KZ Buchenwald| an. Sie wurden in einem eigenen Block untergebracht und mußten anfangs nicht arbeiten. 5 Eugen Kogon,„Der SS-Staat“, Frankfurt am Main 1959, S. 267. 122 % ARE Eh T Som- 0 März hneider e blut- \Orenen r Koch, IT mein hat er an, die nd nach ammer, en eine ım, die (ammer tshofer, Küche, rau ge- rau ZU | weite- um den ecknisse 1t ihren ,, wo sie ‚chenwald B Aus den Berichten der Kinder ist zu entnehmen, daß ihr schmerzlichstes Grunderlebnis die Trennung von ihrer Mutter bei ihrer Ankunft in Deutsch- land war— und für manche das traurigste Ereignis der Verlust der Väter vor ihren eigenen Augen. Viele wissen darüber zu berichten, daß ihre Mütter und Geschwister in den Gaskammern von Auschwitz ihr Ende fanden, daß sie eltern- und heimatlos geworden sind. Über ihre Erlebnisse erzählen sie sach- lich und genau und bemerken dabei, daß das Schlimmste ihnen nicht in Buchenwald passierte. Hier gab es Blocks(zum Beispiel Block 8), wo eine An- zahl von ihnen unter Aufsicht und Leitung der Häftlinge Unterricht genossen hat und von manchem Bösen verschont blieb. Das Ärgste war, besonders für die jüdischen Kinder— der überwiegenden Mehrzahl der Kinderinsassen des Lagers— die letzte Periode unmittelbar vor der Befreiung. Sie erzählten, daß sie aus den evakuierten Lagern unter den ungünstigsten Umständen eintrafen und in überfüllten Baracken untergebracht wurden. Als das Lagerkommando die jüdischen Häftlinge des Lagers entfernen wollte, überkam die jüdischen Kinder ein Panikgefühl. Viele versteckten sich in Kanälen, wo sie tagelang Entbehrungen litten. Die psychische Reaktion der Kinder auf ihre Lagererlebnisse war verschieden. Das eine sagte:„Ich werde es nie vergessen, und ich werde die Faschisten mein ganzes Leben lang hassen.“ Ein anderes sagte:„Ein Jahr lang habe ich Böses geträumt, doch wenn mich einmal meine Mutter aufweckt und mir zuruft: Guten Morgen, mein Sohn!, dann werde ich mich nicht mehr an das Böse er- innern. Aus den zahlreichen Kinderberichten geht eindeutig hervor, daß sie ihrem Schicksal ohnmächtig und fassungslos gegenüberstanden.... Viele legten das Gelöbnis für die Zukunft ab, gegen den Faschismus und die faschistischen Pei- niger zu kämpfen. Die Anzahl der Kinder im Buchenwalder Konzentrations- lager betrug am 11. April 1945 etwa 900. Ihre nationale Gliederung war folgende: Polen 288 Tschechoslowakei 270 Ungarn 290 Jugoslawien 42 Sowjetunion 6 Österreich 6 Deutschland 2 904 In der Altersstufe zwischen 14 und 18 Jahre waren etwa 85% der Gesamt- zahl der Kinder. Das jüngste, ein vierjähriges Kind, war von polnischer Natio- malıtate. 1 BA 526- 7. Bericht, geschrieben 1945. 1 Gemeint ist Stefan Georg Zweig, geb. am 28. Januar 1941, der mit der Häftlingsnummer 67 509 legal im Lager war. Etwas jünger war Josef Streich, der illegal im Lager verborgen gehalten wurde.(Vgl. S. 381). Beider Kinder Schicksal verknüpft Bruno Apitz in seinem Roman„Nackt unter Wölfen“. Vgl. Abb. 29 bis 31. 125 rn en ige ne nt sr 3 } ‚1 N‘ iR 1 } | Y ee u REEL ELLE EEE hen ae ze e an nee ee N E il IN Er ee en BET EINTITTNNEE ne LA} LAHIRSTLTINAAAURUNENAHULULUHUN UT ENTER ULLLELNERKNEHKEHENKRRKEHER Die Ankunft der jüdischen Häftlinge . Auf Grund meines Berufes, ich bin Zimmermann, wurde ich mit anderen Häftlingen zum Bau der Baracken Ia bis Va kommandiert. In unbeschreiblichem Tempo mußten diese aufgestellt werden. Obwohl wir an Unmenschliches ge- wöhnt waren, wollten wir zuerst nicht glauben, daß sie zur Unterbringung von Menschen vorgesehen waren. Zunächst errichteten wir die Wände, rammten Pfosten ein, die mit Brettern verschalt wurden. Es gab weder Fenster noch Türen. Nur in der Mitte war ein nach jeder Seite offener Durchgang, ähnlich einer Remise, in der Waren gelagert oder höchstens Tiere für kurze Zeit hätten untergebracht werden können. Dann begann der Ausbau, und damit wurde auch die Ungeheuerlichkeit sicht- bar: In diesen Baracken sollten Menschen eingepfercht werden. Im Inneren wurden wiederum Pfosten aufgestellt und diese mit Latten verbunden. In Ab- ständen von 60 bis 70 cm übereinander spannten wir Maschendraht. Das wur- den die Lagerstätten für die Häftlinge. Nur kriechend konnte ein Mensch auf diese Lagerstätten gelangen. Das war besonders qualvoll, weil nur schmale Gänge zwischen den Reihen der sogenannten Schlafstätten den Zugang er- möglichten. Es gab in diesen Baracken weder Fenster noch Waschgelegenheiten, auch nicht die Möglichkeit, die Kleider unterzubringen. Die dünnen Bretterwände boten kaum Schutz vor Witterungsunbilden. Bei warmem Wetter war es drückend heiß, bei Frost unerträglich kalt, weil keine Möglichkeit bestand, diese„Räume“ zu heizen. Aber abgesehen von der grenzenlosen Primitivität dieser Baracken waren sie noch nicht einmal vollständig fertig, als die ersten Gefangenen kamen. Es waren deutsche jüdische Bürger, die in der sogenannten Kristallnacht aus ihren Betten geholt und nach Bee la gebracht wurden. Ihre Ankunft ging so vor sich: Soweit sie auf Kippwagen untergebracht waren, wurden diese einfach umgekippt, ohne Rücksicht darauf, ob es dabei Knochenbrüche oder sogar Tote gab. Die übrigen wurden wie alle anderen Gefangenen mit Knüppeln vom Wagen ins Lager und in die Baracken geprügelt. Wer könnte die Szenen beschreiben, die sich dann in den oben geschilderten Baracken abspielten? Eingepfercht in die engen, fast lichtlosen„Räume“, von der tobenden, schreienden SS geprügelt und gequält, vor Hunger, besonders vor Durst wur- den nicht wenige wahnsinnig. Einige verfielen in Weinkrämpfe, andere waren völlig apathisch, wieder andere bekamen Tobsuchtsanfälle. Nur jemand, dessen Phantasie ausreicht, sich alle Qualen auszumalen, ver- mag sich eine Vorstellung von dem zu machen, was sich in den notdürftig er- richteten Schuppen abpielte. Politische Häftlinge, die an der Aufstellung der Baracken mitgearbeitet hatten, 124 1% DULLUDUD TEEN Ouzucur uU DELL CET DATE PIE TTDTTUU ne inderen blichem hes ge- Ing von ımmten er noch ähnlich t hätten it sicht- Inneren In Ab- as Wur- sch auf schmale ang er- n, auch wände war 65 jestand, aren sie s waren ı Betten rebracht ss dabei anderen prügelt. ilderten benden, rst wul- wieder en, Vel" fig ei- t hatten, versuchten das Schlimmste, den Durst, zu lindern. Sie brachten Wasser, obwohl sie dabei riskierten, 25 oder 50 Schläge zu bekommen. Jedoch auch dieses Wasser wurde meist von kriminellen Häftlingen wieder gestohlen und dann in Bechern zu hohem Preis an die Gefangenen verkauft. Nicht selten wurde für einen Becher Wasser 50 RM verlangt. Zu allem Hohn veranstaltete die SS eine Sammlung unter den jüdischen Gefangenen. Unter ständiger Bedrohung und unter Prügel mußten sie in dafür aufgestellte Gefäße Geld werfen. Am schlimmsten waren die Armen unter ihnen daran, Wer nichts oder nicht viel geben konnte, wurde erneut geprügelt und beschimpft. Die Armsten unter ihnen waren auch die, die keine Ausreisegeneh- migung hatten und im Lager bleiben mußten. Noch war die systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung durch Gaskammern nicht eingeführt worden. Dennoch kann von dem Beginn der Ausrottung gesprochen werden. Nicht wenige dieser Menschen schieden frei- willig aus dem Leben, weil sie die Qualen nicht ertragen konnten. Manche von ihnen suchten den Freitod, indem sie in den um das Lager gespannten, mit elektrischem Strom geladenen Drahtzaun liefen,— nicht zu sprechen von denen, die durch Hunger und schwere Arbeit entkräftet starben... Max Rölz BA 52 44- 18. Bericht vom 6. März 1958. Die Lage der jüdischen Häftlinge in Buchenwald Die ersten jüdischen Häftlinge kamen im Frühjahr 1938 nach Buchenwald, zu einer Zeit, als sich das Lager noch wesentlich in den Händen krimineller Häftlinge befand, die sich bedingungslos zu Kreaturen der SS und ihrer Metho- den hergaben. Die etwa 1000 jüdischen Häftlinge wurden aus terroristischen Gründen in einer Reihe von Städten in Massen verhaftet, um unter den übrigen Schrecken zu verbreiten und sie zur Auswanderung und Aufgabe ihres Ver- mögens zu veranlassen. Die Verhafteten setzten sich nach Alter und sozialer Herkunft aus den verschiedensten Gruppen zusammen... Ihre Arbeitszeit betrug etwa 14 bis 15 Stunden täglich. Die Schlafenszeit wurde durch allerlei Schikanen auf etwa 5 Stunden verkürzt. Infolge systematischer Drangsalierungen, vor allem im Steinbruch, wurden täglich drei bis vier von ihnen dazu veranlaßt, durch die Postenkette zu laufen, wobei man sie angeblich„auf der Flucht“ erschoß. Am 23. und 24. September 1938 kamen je über 1000 Juden aus dem KZ Dachau nach Buchenwald, weil dieses inzwischen als Liquidierungslager galt. Unter diesen beiden Transporten war die überwiegende Mehrzahl „aktionsmäßig“ nach dem Einmarsch in Wien verhaftet worden. Darüber hinaus befanden sich aber unterihnen eine ganze Anzahl Häftlinge, die langjährigwegen ihrer antifaschistischen Überzeugung verhaftet waren. Da gleichzeitig in den folgenden Wochen und Monaten der planmäßige Kampf der inhaftierten deut- schen Antifaschisten seinen ersten Höhepunkt erreichte, der um die Jahres- 125 EEE See EEE HEHE ze ir } H x } } 5 en nt ee ee een og EEE ne Se Dee m ee De ee gel Se eg ke == ee ee an a nn nn RE ATEH HL TALTTUENNENLUNULLNULHELENEN VELELKURRHEHIENENRERFAHDERE wende mit einer Säuberung der Positionen von kriminellen Elementen seinen Abschluß fand, befanden sich die jüdischen Häftlinge in einer etwas günstigeren Position. Am 30. Januar 1939 war es so weit, daß auf Betreiben der deutschen Antifaschisten der Kommandant anordnete, daß in Zukunft auch jüdische Häft- linge innerhalb ihrer Blocks Funktionen ausüben könnten... Weiterhin blieben aber die jüdischen Häftlinge nach Behandlung, Verpfle- gung und Arbeitszeit die Parias des Lagers, worauf auch im Laufe der nächsten Jahre noch die große Zahl an Toten zurückzuführen ist. Am 9. November 1938 wurden durch die sogenannte Rath-Aktion über 12 000 jüdische Häftlinge ins Lager eingeliefert. Bei ihrem Einmarsch stand die SS, mit Knüppeln und Peit- schen bewaffnet, an der Straße von Weimar Spalier, so daß nur ganz wenige unverletzt das Lager erreichten. Die von blutigen Gepäck- und Kleidungs- stücken bedeckte Straße, auf der zahlreiche Verwundete lagen, glich einem Schlachtfeld... Siebzig jüdische Häftlinge wurden infolge der furchtbaren Quälereien wahnsinnig. Man warf sie vorläufig in einen Holzverschlag. Von dort wurden sie nach einiger Zeit gruppenweise in den Bunker überführt und von SS-Oberscharführer Sommer erschlagen. Da sich unter den 12.000 eine verhältnismäßig große Anzahl wohlhabender Geschäftsleute befand, nützte die SS diese Aktion nicht nur zur Befriedigung ihrer Mordlust, sondern auch zur persönlichen Bereicherung, an der von der SS-Führung bis hinunter zum kleinsten SS-Mann alle beteiligt waren, in unvor- stellbarer Weise aus. Durch Lautsprecher wurde verkündet, daß diejenigen bevorzugt entlassen würden, die ihre Autos oder Häuser der Lagerleitung zur Verfügung stellten. Goldsachen und Banknoten kursierten dauernd im Kreise der SS und ihrer kriminellen Helfershelfer. Jeden Tag mußten unter anderen Vorwänden für Zerstörungen, Entschädigungen oder Entlassungsspesen Tau- sende von Mark gesammelt werden. Als nach einigen Wochen die Aktion durch Entlassungen beendet wurde— sie hatte Hunderte von Toten gekostet— waren Millionenwerte durchs Lager gegangen. Die durch diese Korruption herbei- geführte Zersetzung der SS und ihre engen Geschäftsverbindungen mit den kriminellen Häftlingen trugen wesentlich dazu bei, daß sich der Kommandant Koch gezwungen sah, die„Grünen“ abzulösen und die Positionen mit poli- tischen Häftlingen zu besetzen. Zu Beginn des Krieges erging an die Kommandanten das Verbot, jüdischen Häftlingen Krankenbehandlung zu gewähren, was aber von den Kameraden des Reviers stillschweigend ignoriert wurde. Als nächste große Massenaktion wurden etwa 2500 meist staatenlose Juden aus Wien und den besetzten Ostgebieten eingeliefert. Sie wurden auf dem Appellplatz hinter Stacheldraht in 5 großen Zelten untergebracht. Alle Metho- den ihrer Behandlung und Verpflegung, die Übernahme dieses Sonderlagers durch die berüchtigten SS-Scharführer Blank und Hinkelmann, sowie häufige Erklärungen von SS-Angehörigen bewiesen, daß sie bis zum letzten Mann er- mordet werden sollten. Es befanden sich unter ihnen ganze Altersheime und Schülerinternate, von denen der Lagerführer Hüttig in meiner Gegenwart er- 126 ERRANG HERNE NA ENAERNHENN® Seinen ügeren tschen e Häft- Verpfle- ächsten er 1938 nge ins 1d Peit- wenige idungs- | einem htbaren ig, Von hrt und abender edigung von der \ UNVOr- ejenigen ung zur n Kreise anderen en Tau- on durch — waren - mit den mandant mit poli- üdischen meraden ge Juden auf dem e Metho- derlage?S o häufige Mann e jme und nwart eI" klärte:„Es ist unglaublich, daß man so etwas bis jetzt frei hat herumlaufen lassen.“ Anfangs versuchte man die Ermordung mit den üblichen Methoden, mit Erschießen auf der Flucht. Dann ging man dazu über, dieses Sonderlager nicht mehr aus dem Stacheldraht herauszulassen, man gab ihnen nur halbe Essenrationen und ließ sie ohne Unterwäsche und Mäntel solange im Winter- wetter auf dem Appellplatz stehen, bis es täglich bis zu 60 Tote gab. Darüber- hinaus beschäftigten sich die Scharführer Blank, Hinkelmann und Sommer mit besonderen Drangsalierungen, unter anderem wurden mehrfach Kessel mit vergiftetem Essen ausgegeben. Von Anfang an führten wir auch hier einen Kampf um die Beendigung dieser Dinge, einen Kampf, der sich naturgemäß auf Grund der Machtverhältnisse nur indirekt gegen die SS, unmittelbar aber gegen ihre Kreaturen richten mußte. Es gelang, den Vorarbeiter der Kolonne, einen Handlanger der SS, der das Essen zum Sonderlager zu tragen hatte, zu stürzen und an seine Stelle den Kameraden Curt Posener zu setzen, der unter Lebensgefahr heimlich wenigstens für einige Kameraden zusätzlich Lebensmittel ins Sonderlager bringen konnte. Die beiden übelsten Kreaturen(Wolf und Rosenbaum) verblieben zwar in ihren Positionen, doch konnten wir den polnischen Kameraden Vulkan als Schreiber einsetzen, der durch seine Aufopferung weiteren Menschen das Leben rettete. Im Frühjahr 1940 erreichte der deutsche Antifaschist Walter Krämer als Chef des Häftlingsreviers durch dauernde Bearbeitung des Standortarztes die Auf- lösung dieser Mordhöhle mit der Begründung, daß von dort aus Seuchen ins Lager, in die SS und in die umliegenden Dörfer geschleppt würden. Schon vorher hatten die Kameraden des Reviers eine illegale Krankenambulanz dort eingerichtet. 500 Häftlinge, kaum noch lebensfähige Skelette, brachte diese Rettungsaktion ins Große Lager. Inzwischen hatte sich dort nach Kriegsbeginn folgendes ereignet: Am 9. No- vember 1939, dem Tag nach der Provokation des sogenannten Bürgerbräu- keller-Attentates wurden sämtliche jüdischen Häftlinge in ihren verdunkelten Baracken eingeschlossen. Eine Gruppe von SS-Angehörigen, darunter die Scharführer Blank und Jähnisch, wählten 21 junge kräftige Männer aus und führten sie in den Steinbruch, wo sie auf der„Flucht“ erschossen wurden. Drei Tage lang verblieben die übrigen ohne Nahrung— in Ungewißheit über ihr weiteres Schicksal— in den Blocks eingeschlossen. Da anschließend das ge- samte Lager— weil angeblich ein Schwein gestohlen worden war— fünf Tage lang keine Nahrung bekam, hatten diese Maßnahmen besonders schwerwie- gende Folgen.! Die bereits erwähnte Auflösung des Kleinen Lagers hatte die Mordabsich- ten der SS gegen seine Insassen nicht geändert. Sie wurden geschlossen dem Arbeitskommando Steinbruch beziehungsweise Steineträger überwiesen(Kom- mandoführer wieder Blank und Hinkelmann), in denen mit den üblichen Prüge- leien und Erschießungen die Mordtaten fortgesetzt wurden. Im Kampf gegen eine Reihe von SS-Kreaturen unter den„Grünen“ wurde der Blockälteste von . Vgl. S. 67 und 108. a en ne mw S- \ \ } H K } } h' \h j \ M y' > ; ee It ee re a en ak a Eu Te ESTER & En Re = INTEREST ULLLELNLERNEHKENTYRERET HE R\ Hi I soweil RR Block 22, der jüdische Antifaschist Rudi Arndt aus Berlin, auf eine Denun- raden ve zination der„Grünen“ abgelöst und im Steinbruch am 3. Mai 1940 ermordet. De Mt Vierzehn Tage später wurde der schon erwähnte Kamerad Max Vulkan auf die- lang, N selbe Weise umgebracht... Häftl ‘ Im Jahre 1941 ereignete sich der erste Fall des offenen Widerstandsversuches ein I gegen die SS-Morde. Der Oberscharführer Abraham ertränkte den jüdischen ohne Häftling Hamber in einer Wasserpfütze. Dessen Bruder gab— als Augenzeuge A nach der Todesursache gefragt— die Wahrheit an. Darauf wurde das a nissı Kommando ans Tor gerufen, doch wagte verständlicherweise keiner der Übrigen blie zu sagen, daß er etwas gesehen hätte. Der Vorarbeiter mußte die Namensliste U seiner 28 Leute aufschreiben, als er sie ablieferte, fragte ihn der Oberschar- syst führer Petrick:„Haben Sie sich selbst mit aufgeschrieben?“„Nein!“„Dann geg schreiben Sie Ihren Namen darunter!“ Anschließend wurden alle in ihre Blocks glaı geschickt. Der Bruder des Ermordeten erklärte mir:„Ich weiß, daß ich für meine die Aussage sterben muß, aber vielleicht werden sich diese Verbrecher in Zukunft In etwas zurückhalten, wenn sie eine Anzeige befürchten müssen, und dann bin und ich nicht umsonst gestorben.“ im 2 Etwa gegen 9 Uhr abends wurde er erneut ans Tor gerufen und kam nach SDG zirka einer halben Stunde zu unserer Überraschung zu uns zurück. Der Kom- genat mandant Koch, der Adjutant, die Lagerführer, Lagerarzt, Rapportführer usw. gebli hatten ihn vernommen, der Kommandant hatte ihm folgendes erklärt:„Wir peits wollen von Ihnen die volle Wahrheit wissen. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, in de daß Ihnen nichts geschehen wird.“ Er wiederholte seine bisherigen Angaben Gifts nochmals. Gegen 11 Uhr 30 nachts wurde er erneut aus dem Block gerufen, kam Kran in Arrest und war nach 4 Tagen tot."OO zuste Es ist einzuschalten, daß mindestens bis zum Jahre 1942 kein jüdischer Häft- eine ling lebendig den Arrestbau verließ, ganz gleich aus welchem Grunde er ihn Gall: betreten hatte. Die 29 listenmäßig erfaßten Juden dieses Arbeitskommandos D; wurden einer nach dem anderen in den Arrest gebracht, wo sie jeweils am des vierten Tage starben... radeı Im Winter des Jahres 1941 begannen die berüchtigten Versuche auf der sicht: Fleckfieberstation. Als erste Opfer wurden 10 jüdische Häftlinge ausgesucht.| aber Unter der nächsten Gruppe befanden sich 50 jüdische Häftlinge. Dann ver-|" Vers hinderte der Rassenaberglaube der Nazis die weitere Verwendung von Juden, IM sche da deren Blutserum Ariern nicht eingeimpft werden durfte. Stüc Im Frühjahr 1942 wurden ungefähr 400 vom Lagerarzt Dr. Hoven als|" Male arbeitsunfähig erklärte jüdische Häftlinge auf einen sogenannten Invaliden- wall transport mit getarntem Ziel geschickt— es war eine Giftgasversuchsanstalt.— Ih IN Über ein Jahr später wurde die Häftlingsschreibstube angewiesen, diese Trans- fd [N porte von jetzt an als tot zu führen. Hoven erklärte dem Kameraden Wein- Reil Hi gärtner, dem damaligen Kapo des Häftlingskrankenbaues,„Wenns einmal dari Hi anders herum geht, Weingärtner, werden wir beide dafür gehenkt.“ Er wußte Wier 1 nicht, daß dieser in Wirklichkeit durch Listenfälschung eine ganze Reihe von= Zeitz Kameraden gerettet hatte, wie unsere Hauptaufgabe überhaupt darin bestand, 128 dene RE EINER ART fg r h RARDSIINERENEN he L Z L DOM hi y U Dom REN EEE RN» Denun- 'mordet, auf die- ersuches üdischen jenzeuge esamte brigen nensliste berschar- “„Dann re Blocks ür meine Zukunft lann bin am nach er Kom- rer usw. ıt:„Wir Irenwort, Angaben ıfen, kam her Häft- Je er ihn mmandos weils am auf der gesucht, )ann Vel- yn Juden, foven al nvaliden- anstalt,= se Trans“ en Wein- 1S einmal Er wußte teihe VOR ‚ bestand soweit derartige Dinge überhaupt verhindert werden konnten, unsere Kame- raden den Klauen der SS-Henker zu entreißen. Der oben erwähnte Transport ging in der Weise vor sich, daß vier Tage lang, jeden Morgen beim Zählappell drei Lastautos vorfuhren, in die je dreißig Häftlinge namentlich verlesen und verladen wurden. Am letzten Tag fuhr ein Lastwagen zum Krankenbau, wo die vorgesehenen Kranken, im Hemd und ohne Decken, hinaufgeworfen und weggefahren wurden. Am 17. Oktober 1942 wurden aus allen Lagern, Zuchthäusern und Gefäng- nissen die jüdischen Häftlinge ins Liquidierungslager Auschwitz überführt. Wir blieben mit 200, als Facharbeiter für Rüstungsbauten Reklamierte, zurück. Unsere Lage im Lager war jetzt vorläufig etwas gebessert. Einmal hatte der systematische Kampf der illegal organisierten Antifaschisten das Gros des Lagers gegen den Pestbazillus des Antisemitismus immun gemacht, zum zweiten glaubte die SS, uns als qualifizierte Arbeiter zu benötigen und mäßigte darum die Verfolgung. Im Sommer 1943 standen wir vor einer neuen Krise. Die Scharführer Schmidt und Greuel, der Arbeitsdienstführer Simons, der Rapportführer Hofschulte im Zusammenwirken mit Lagerführer Gust, dem Lagerarzt Hoven und dem SDG! Wilhelm begannen eine neue Liquidierungsaktion. Die beiden Erst- genannten meldeten wahllos eine Reihe von jüdischen Kameraden wegen an- geblicher Faulheit zur Bestrafung. Simon und Hofschulte veranlaßten die Aus- peitschung beziehungsweise führten diese durch. Gust überführte die Opfer in den Arrest und überwies sie am nächsten Tage dem Krankenbau, wo die Giftspritze den Rest besorgte. Der aufopfernden Arbeit unserer Kameraden im Krankenbau gelang es, einige der Opfer zu retten und die Aktion schließlich ab- zustoppen. Bestechung der zuständigen SS-Banditen spielte hier, wie so häufig, eine Rolle. Aber 15 Kameraden, darunter der tschechische Antifaschist Max Gallandauer, haben den Tod gefunden. Die Spannung der damaligen Krise stellte uns zum ersten Male vor die Frage des gewaltsamen Widerstandes, wobei wir uns mit den verantwortlichen Kame- raden im Lager darüber klar waren, daß ein allgemeiner Aufstandsversuch aus- sichtslos gewesen wäre und daher nur als Provokation gewirkt hätte. Wir waren aber, als die Verantwortlichen der jüdischen Gruppe, entschlossen, falls unser Versuch, diese Mordserie auf dem im Lager üblichen Wege abzustoppen, ge- scheitert wäre, lieber in aussichtslosem Kampf zu sterben, als uns wie die Schafe Stück um Stück wehrlos abschlachten zu lassen. Damals zeigte sich zum ersten Male die Auswirkung unserer bisherigen Arbeit. Der größte Teil der Buchen- walder jüdischen Häftlinge hätte diesen Weg mit uns beschritten. In dieselbe Zeit fiel der ständige, angeblich strafweise Essenentzug für den jüdischen Block. Die dabei erübrigten Lebensmittel wurden als Zulage an eine Reihe von Kommandos vergeben. Auch hier zeigte sich die Solidarität des Lagers darin, daß eine ganze Reihe von Kommandos beschlossen, uns dieses Essen wieder zuzustellen, obwohl sie dabei riskierten, bestraft zu werden. In diesem 1 Sanitätsdienstgrad. 9 Buchenwald 129 ee ge ee } h; \ K } } A ven N } } ‚N En Sr tn He en Sr EEE E EEE DELL EL EEE TEE u. ge ERERREIIEEN ee Se Ru ee ee — ea ee en en gen ee ge De EL ee nn en nn an er er nn nr ee ke + EZ Se ns RG ARHRAHAAH AHA HAHHAHAAHAAAARAN EN NENNEN EINAEANER EHE EHHHEEERAENINN N. EILLSLENNTERLERLUNDZ] ITETLLYEHHENENRENIEHS- Zusammenhang sind vor allem die Kammern, der Lagerschutz und die Feuer- wehr zu erwähnen... Es ist selbstverständlich, daß alle diese Vorgänge streng geheim bleiben mußten und darum dem Gros der Insassen des KZ Buchenwald nicht bekannt geworden sind. Das Jahr 1944 brachte eine Veränderung der Situation durch ankommende Massentransporte von jüdischen Häftlingen aus dem Osten. Zuerst kamen mit der restlosen Versklavung Ungarns die in Auschwitz als arbeitsfähig ausge- wählten männlichen jüdischen Häftlinge Ungarns in Transporten von jeweils 1000 bis 1500 Mann an. Außerdem trafen mit dem Vormarsch der Roten Armee mehr und mehr Evakuierungstransporte aus den Lagern in Polen hier ein. Unterbringungsmöglichkeiten waren praktisch für sie ebensowenig vorhanden, wie für die Tausende und aber Tausende von nichtjüdischen Häftlingen, die auf dieselbe Weise hierher geschleppt wurden. Der Lagerführer stellte sich auf den Standpunkt: Solange das Tor zugeht, ist das Lager nicht überfüllt. Der restlosen aufopfernden Arbeit der Häftlingslagerleitung, vor allem des Kameraden Hans Eiden, gelang es, Notunterkünfte zuerst in Zelten, später in Notbaracken zu beschaffen. Die ankommenden Massentransporte waren restlos zur Weiterleitung auf Außenkommandos bestimmt, wo sie unter zum Teil grauenhaften Arbeitsbedingungen zu einem mehr oder weniger langsamen Dahinsiechen verurteilt waren, zumal sie eine heterogene Gruppe bildeten und dementsprechend auch keine Führung besaßen, die das Schlimmste hätte ver- hindern können. Den Kameraden von der Arbeitsstatistik ist es in erster Linie zu verdanken, wenn wir nicht nur die aktiv brauchbarsten Elemente herausziehen, sondern auch noch Hunderte von Kindern und Jugendlichen retten konnten, die sonst dem sicheren Tod anheimgefallen wären. Vor allem den Kameraden aus dem ungarischen und polnischen Sektor, die neben unseren langjährigen Häftlingen freiwillig in den Stubendienst in das sogenannte Zeltlager gingen, verdanken wir die Möglichkeit, in der kurzen, jeweils zur Verfügung stehenden Zeit— manchmal war ein Transport von 1000 bis 1500 Menschen nur drei bis vier Tage im Lager— die Transporte soweit zu prüfen, daß wir sie von den gefährlichsten Nazispitzeln befreien und ihnen manchmal sogar eine eigene Führung mitgeben konnten. Eine erfreuliche Ausnahme, die gerade uns mit Stolz erfüllte, war der Evakuierungstransport aus Auschwitz-Monowitz. Hier bestand eine saubere, klar ausgerichtete antifaschistische Häftlingsführung— es waren unsere Buchenwalder Kameraden, die vor 21 Jahren dorthin verschleppt worden, waren. Einer unserer Besten, der österreichische Antifaschist Erich Eisler, war allerdings in Auschwitz im Arrest ermordet worden... Emil Carlebach! BA 5244- 5. Bericht, geschrieben 1945. 1 ehemals Blockältester von Block 22. 130 III TIUCDE EU DT Den Am Rotte sofor! Komı betr: Tran gut\ die j sollt D wirk länd an D der} Lage den/ dama jüdisc wede spritz den| Feuer- Streng nwald mende en mit ausge- jeweils Armee ier ein, anden, die auf ich auf em des Jäter in ‚restlos m Teil gsamen en und te Vel- Janken, sondern ie sonst us dem ftlingen danken Zeit- bis vier on den | eigene uns mit }z. Hier ng-& schleppt ‚t Erich rlebach! Die Aktion'gegen die holländischen Juden Am 28. Februar 1941 kamen 389 holländische Juden aus Amsterdam und Rotterdam nach Buchenwald, die hauptsächlich Arbeiter waren. Sie wurden sofort in sehr schwere Arbeitskommandos, so zum berüchigten Steineträger- Kommando, zu Baukommandos usw. abgestellt. Die ersten Tage gingen in An- betracht des guten körperlichen Zustandes eines Teiles der Holländer, die Transportarbeiter und Packer aus den Hafengebieten waren, verhältnismäßig gut vorbei. Aber bald machten sich die Folgen der schweren Arbeit bemerkbar, die ja nicht Selbstzweck war, sondern zur Dezimierung von Häftlingen führen sollte. Das rauhe Buchenwalder Klima mit Schnee und Kälte, Nebel und Regen wirkte sich bald aus und führte zu Lungenentzündungen. Fast sämtliche Hol- länder erkrankten infolge der Umstellung auf die knappe fettlose Häftlingskost an Durchfall, was einen rapiden Kräfteverfall zur Folge hatte. Überdies führte der Mangel an geeignetem Schuhwerk zu schweren Fußphlegmonen. Da der Lagerführung die Ermordung der holländischen jüdischen Häftlinge, die von den Antifaschisten des Lagers geschützt wurden, zu langsam ging, ordnete der damalige Lagerarzt, Dr. Eisele, eine Reviersperre für sämtliche holländischen jüdischen Häftlinge an. Die im Krankenbau liegenden Holländer wurden ent- weder auf die Straße gesetzt oder in schweren Krankheitsfällen durch Gift- spritzen getötet. Eine ambulante Behandlung war strengstens verboten. Auf den beiden Blocks der holländischen jüdischen Häftlinge 16 und 17 kam es zu unerträglichen Zuständen. Alle Holländer sollten zur Arbeit gehen. Schonung gab es nicht. Es waren Menschen darunter, deren Beine und Arme von eitrigen Wunden bedeckt und halb verfault waren. Unter größten Gefahren wurden sie vor Blockkontrollen versteckt. Ärzte unter den Häftlingen verschafften sich durch tätige Mithilfe der Antifaschisten des Häftlingskrankenbaues einige Instrumente und operierten, oft mit den primitivsten Mitteln, unter strengsten Vorsichts- maßregeln, in nächtlicher Stunde. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln konnte in den schwersten Fällen nicht geholfen werden, und der Geruch der eitrigen verfaulenden Wunden wurde bald unerträglich. Als Blockältester eines der beiden Holländerblocks(Block 16) konnte ich den Jammer und die Not nicht mehr mit ansehen. Ich setzte mich mit dem damaligen SS-Lagerarzt in Verbindung. Ich schil- derte Dr. Eisele, der mich überraschenderweise ruhig anhörte, die Zustände auf dem Block und bat, unter der Vorgabe, daß Seuchen auf das Lager und vielleicht auch auf die SS übergreifen könnten, um Aufnahme besonders schwerer Fälle in den Krankenbau. Eisele erlaubte, 2 Holländer zum Kranken- bau bringen zu dürfen, und ich glaubte, schon gewonnen zu haben. Der Holländer Amerongen aus Amsterdam und ein zweiter Holländer wur- den von mir und einem Stubendienst zum Krankenbau getragen. Eisele ge- stattete aber nicht, sie in das Ambulanzzimmer zu bringen. Vor dem Eingang 131 \ } D , ir ! 1 K " j Mi A; y u rn en Enge er ee DET LEE L hr 5 Dr ce ee, Be, PULDTTERTERLHLELELRKERHEHKKNENBERF EHI mußten sie abgesetzt werden, und die Verbände wurden kurzerhand abgerissen Aus der Ferse Amerongens, die mehr ein Loch war, entströmte Eiter und Blut-| 55-W wasser. Ich war sicher, daß eine Aufnahme erfolgen mußte, doch Eisele sagte Amts zynisch:„Es ist gut, zurück zum Arbeitskommando!“| piV Wir mußten nun mit ansehen, daß Amerongen und andere Holländer vor| Betr. unseren Augen im Block starben— wenn man den Ausdruck„verrecken“ ver- ah wendet, so entspricht er nur der Wahrheit. Erst nach mehr als zwei Wochen durften Holländer wieder im Krankenbau behandelt werden.| Kom Die Ermordung der holländischen jüdischen Häftlinge ging nach Ansicht der Bu. Lagerführung noch immer zu langsam. Am 22. Mai 1941 wurden die übrig D gebliebenen 341 holländischen jüdischen Häftlinge nach dem Konzentrations- jude lager Gusen bei Mauthausen gebracht. Nach Aussage zuverlässiger Häftlinge| Jud aus diesem Lager, die ich im Jahre 1943 im Konzentrationslager Monowitz bei Ic Auschwitz traf, wurden die Kranken und Schwachen noch am Abend ihrer zul Ankunft abgespritzt und die Masse am nächsten Tage im Steinbruch durch Stell Erschlagen und Hinabwerfen von den hohen Steinbruchstufen restlos ermordet. Damit waren innerhalb von 24 Stunden sämtliche 341 Holländer ausgerottet. Ein einziger Holländer hat diese Vernichtungsaktion überlebt. Es ist der N Amsterdamer Max Nebig, der beim Transport seiner Kameraden nach Gusen Für Di im Buchenwalder Krankenbau blieb. Alle anderen holländischen Kranken Natz I) wurden von Dr. Eisele! abgespritzt. Nebig wurde versteckt und so gerettet. gez. N Dr. Gustav Herzog SSH vr BA 5244- 11. Bericht, geschrieben 1945. IMT, U Reih aufg die ging Ba Röd deut in u von wich | gem |„Le Ett ı Dr. Hans Eisele war bis Sommer 1958 praktizierender Arzt in München. 1945 und 1947 war letz ! er von amerikanischen Militärgerichten zum Tode verurteilt und 1952 entlassen worden. Seine Ver- D ‘ nn waren dem Landgericht München seit Pauzen bekannt. Auch als sie erneut im Prozeß gegen und } ommer zur Sprache kamen, wurde Eisele nicht verhaftet. Dadurch konnte er ins Ausland fliehen. wi En 132 ne te A ee Eh pl ft { AELTLUT TOO ET De tissen Blut- sagte er vor “ ver- 'ochen ht der übrig ations- ftlinge itz bei | ihrer durch 1ordet, ttet, ist der Gusen ranken et. Jerzog 1947 war ‚eine Ver zeß gegen d fliehen. Abschrift SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt Oranienburg, den 5. 10. 1942 Amtsgruppe D— Konzentrationslager DIV123 Ma./Hag.— Betr.: Jüdische Häftlinge An die Kommandanten der KL Bu., Da., Flo., Gr.-Ro., Mau., Na., Neu., Nie., Rav., Sh., St.— Der Reichsführer SS will, daß sämtliche im Reichsgebiet gelegenen KL judenfrei gemacht werden. Es sollen daher die sich im dortigen KL befindlichen Juden nach Auschwitz oder Lublin überstellt werden. Ich bitte, mir die Zahl der im dortigen KL einsitzenden Juden bis zum 9. d.M. zu melden und dabei besonders zu vermerken, wer von diesen Häftlingen an Stellen eingesetzt sind, die ihre sofortige Überstellung nicht gestatten. Der Chef des Amtes D II gez. Maurer SS-Obersturmbannführer Für die Richtigkeit der Abschrift Natzweiler, den 7. 10. 1942 gez. Volkmar SS-Hauptscharführer und Adjutant. IMT, Dok. Nr. 3677- PS(ungedruckt). Polen im Sonderlager Buchenwald Um 8 Uhr morgens entlud man uns aus den Waggons. Während wir in Reihen zu 10 Mann zum Ausmarsch ins Konzentrationslager Buchenwald aufgestellt wurden, bearbeitete man uns mit Stockhieben und Fußtritten auf die grausamste Weise. Und dann beschritten wir den„Leidensweg“. Wir gingen unter einer starken Bewachung von SS-Männern. Ungefähr 200 m vom Bahnhof fing der berüchtigte Lagerkommandant Koch mit seinen SS-Offizieren Rödl, Hüttig u. a. ein teuflisches Spiel mit uns. Er befahl:„Hände hoch und deutsche Lieder singen!“ Mit der Waffe in der Hand fuhr er in seinem Wagen in unsere langgezogene Marschkolonne und wirbelte uns durcheinander. Wer von uns in den Wald einbog, oder nur einen halben Meter von der Chaussee ab- wich, wurde erschossen oder mit Kolbenschlägen durch die SS-Kohorte nieder- gemacht. Auf diese unmenschliche Weise trieb man uns den 9 km langen „Leidensweg“ von Weimar nach Buchenwald. Hinter uns fuhren Lastautos den Ettersberg hinauf. Auf diese warf man die Gemordeten und die, welche in den letzten Zügen lagen. Das Lagertor hatte sich hinter uns geschlossen. Man rief uns namentlich auf und ordnete uns wieder in Reihen zu 10 Mann. SS-Männer zwängten sich da- zwischen, und wehe denen, die ihnen irgendwie auffielen. Man bearbeitete sie 133 \ HM “ HH} a m| ne N” SEITE TEL LOL TE Fr ET a ne u Eu a dig ne an nn ger he ne a ge Finden ee du ne ne lg‘ a POTTLTATEURERTLTLERNTERLEBTRTEREHRERSHERKRHESRRRFEN ERCHERKEGERERREEELD GEN ENKERERE TE u ten mit Fäusten, Knüppeln und Stiefelabsätzen. Um eine Kennummer zu erhalten, mußte jeder von uns an einen langen Tisch treten. Sobald er dies tat, erhielt er einen Kolbenschlag auf den Kopf, die Nummer wurde ihm in die Hand ge- drückt, und ein zweiter Kolbenschlag beförderte ihn aus dem Bereich des Tisches. In Gruppen zu fünfzig Mann wurden wir dann zum Bad geführt. Hier nahm man uns alle Kleider. Splitternackt trieb man uns vor dem Bad im Kot herum, der uns bis an die Knöchel reichte. Der Tag war regnerisch und kalt. Nach dem Bad wurden wir, ebenfalls nackt, ans andere Ende des Lagers getrieben, wo wir Sommerkleidung erhielten: dünne Zebrahosen und Jacken. Dann ging es in Reihen zu fünf Mann ins Sonderlager, welches speziell für uns vorbereitet war. Es bestand aus vier Zelten und einem Bretterschuppen. Darin befanden sich schon über 200 jüdische Häftlinge aus Wien. Uns 4500 Polen, die wir mit dem Transport am 15. und 16. Oktober ankamen, brachte man in den Zelten unter. Das Sonderlager bot folgendes Bild: eine doppelte Stacheldrahtumzäunung in Höhe von 2,5 m, auf einer Fläche von 100 mal 200 Metern. Ein Teil dieser Umzäunung war für den Appellplatz bestimmt. Ein anderer kleiner Platz, der auch mit Kot und Dreck angefüllt war, war für jene bestimmt, die nicht mehr zum Appell erscheinen konnten. Halbtot wurden sie in diese Einfriedung geworfen. Im südöstlichen Teil des Kleinen Lagers befand sich ein besonderer Käfig, bestehend aus Brettern und Stacheldrahtgeflecht, Größe 5 mal 6 mal 3 Meter, wo 123 Polen aus Bydgoszez(Bromberg) untergebracht waren. Man nannte sie „Heckenschützen“ und behandelte sie auf die grausamste Weise. Sie alle wur- den zu Tode gequält. Nicht weit davon war die Latrine: eine ausgemauerte Grube, 6 Meter lang und 2 Meter breit, darüber zwei Baumstämme. Hier spielten sich schreckliche Szenen ab. Sobald die Lagerführer des Kleinen Lagers, die SS-Hauptschar- führer Blank und Hinkelmann, während ihrer Inspektionsgänge jemanden auf der Latrine sitzen sahen, sprangen sie hinzu und versetzten ihm einen Schlag mit dem Knüppel. Der Betäubte fiel meistens in die Grube und ertrank im Menschenkot. Solche Fälle ereigneten sich fast täglich. Ein Teil unseres Transportes wurde ins Große Lager überführt. Den im Sonderlager Verbliebenen erklärte der Lagerkommandant Koch im Beisein einiger SS-Offiziere:„Ihr müßt hier alle verrecken!“ Ein höhnisches Grinsen begleitete seine Worte. Man teilte uns in Hundertschaften ein, und für jede Hundertschaft wurde aus unseren Reihen einer bestimmt, der für Ordnung und Ruhe während der Appelle verantwortlich war. Ein Appell dauerte meistens den ganzen Tag, wo- bei man auf den Befehl„Stillgestanden“ stehen mußte. Wer sich rührte, den erschlugen die Wächter oder bearbeiteten ihn so lange mit Knüppeln, bis er ohnmächtig niedersank. ... Aus den aufgestellten Hundertschaften zerrte die SS unter Gebrüll und Gelächter einzelne Häftlinge heraus, warf sie auf den berüchtigten„Bock“, 134 BERTENENENANHEHE ERNST schnallt schlug stücke: andere) Als’ gem 5 Vor bereit: Jeder Brot, Außeı Sobalı ertönt Essen Im. ihrer I 5. Tag 120 H; Rest bi bluten Im] Da wi mehr Körpe diesen zu en Appell 50 Ma her di Alle unterv Decke den zZ, Sich n. das er 76 Nac Wüter gentt Wir] feme; die u ber N Au ten, lt er | ge- 1 des nahm erum, ı dem n, WO ‚esin t war. n sich t dem unter, nung dieser z, der mehr dung Käfig, Meter, te sie > WUI- r lang ckliche tschar- en auf Schlag nk im Jen im Beisein ‚rinsen ‚de aus 1d der schnallte sie mit Riemen an und begann ihr beliebtes Spiel. Mit Ochsenziemern schlug sie solange, bis von den ausgemergelten Hintern blutende Fleisch- stücke abfielen. Wer von den Henkern beim Peitschen ermüdete, den löste ein anderer ab. Teuflisches Gelächter begleitete diese Szenen. Als Verpflegung erhielten wir den eiskalten Morgenkaffee nach mehrstündi- gem Stehen auf dem Appellplatz. Vor Kälte zitternd, konnten wir uns nie erwärmen. Das Mittagessen wurde bereits um 9 Uhr morgens herangeschafft, aber erst nachmittags ausgegeben. Jeder erhielt% Liter kaltes Essen. Löffel waren nicht vorhanden. Trockenes Brot, etwa 250 g täglich, ohne irgendwelchen Belag, erhielten wir abends. Außerdem strafte man uns an zwei oder drei Tagen in der Woche mit Fasten. Sobald jemand in den Reihen sich rührte oder infolge Schwäche niedersank, ertönte der Ruf:„Heute gibt es nichts zu fressen!“— und die Kübel mit dem Essen wanderten in den Schweinestall. Im November 1939 erlebten wir die schrecklichsten Hungertage, es waren ihrer insgesamt 17, davon die vier längsten ohne einen Tropfen Wasser. Am 5. Tage gab man uns einen halben Liter Suppe. An diesem Tage wurden 120 Häftlinge in den Steinbruch geschleift, der größte Teil davon kam um, den Rest brachte man ins Kleine Lager zurück, zerschlagen und aus vielen Wunden blutend. Im Dezember 1939 beschloß die Lagerführung, das Sonderlager zu räumen. Da wir uns nicht waschen und rasieren konnten, hatten wir keine Ähnlichkeit mehr mit Menschen. Millionen von Läusen peinigten unsere ausgemergelten Körper. Anfangs sollte die Entlausung in der Latrinengrube stattfinden, die zu diesem Zweck entleert wurde, doch dann befahl man, uns im Großen Lager zu entlausen. Am 16. Dezember, bei 18 Grad Kälte, wurden wir auf den Appellplatz geführt. Als alle versammelt waren, teilte man uns in Gruppen zu 50 Mann, und splitternackt ging die erste Gruppe durchs Lager ins Bad, nach- her die zweite, dritte usw.... Aus dem Bad ging es wieder zum Sonderlager. Alle kehrten allerdings nicht zurück. Mancher starb im Bad oder verschied unterwegs. Auf dem Appellplatz wurde uns reine Sommerkleidung und eine Decke ausgehändigt. Während der Entlausung wurden unsere Schlafkojen in den Zelten gereinigt und zwar so, daß sie mit Wasser begossen wurden, worauf sich natürlich in den Kojen eine dicke Eisschicht bildete. Endlich erhielten wir das ersehnte Mittagessen. 76 Kameraden blieben tot auf dem Appellplatz liegen. Nach dem berüchtigten Entlausungstag begann die Ruhr unter uns zu wüten. Unsere geschwächten Reihen wurden noch mehr dezimiert. Jeden Mor- gen trugen wir unsere toten und sterbenden Kameraden aus den Zelten hinaus. Wir legten sie reihenweise auf die gefrorene Erde. Verschiedene Krankheiten, ferner die durch den Kommandanten Koch angeordneten Hungerstrafen und die unter uns wütenden und schießenden SS-Scharführer forderten im Dezem- ber so große Opfer, daß wir Polen nur noch die Hälfte eines Zeltes einnahmen. Aus dem Großen Lager wurde uns eines Tages ein bekannter oberschlesi- 135 Eu er u LE ZELLE LEE LE Al i 0 ‚N \ N ir } yr Kr u n4 ch N KH f 44 \ ; u ELLE LE mL EEE er Eee en er ehe Bert, RL AANL LTR NEL U UHSLULLTLULUUNNERRLSRENNTERDBREHFERENRRERHEHRHHENKERRRHIERRE KR] scher Freiheitskämpfer, Kamerad Wawrzyniak, Gärtner von Beruf, aus Nowy- keine Ehe Bytom, Kreis Swientochlowice O/S. gebracht. SS-Hauptscharführer Blank rief ich, Mr ihn zu sich und erklärte ihm, er möge sich erhängen, da ihm kein anderer Aus- ee Si weg, übrigbleibe. Kamerad Wawrzyniak informierte uns darüber— wir alle| sonT K waren erschüttert. Der Freiheitskämpfer führte den Befehl seiner Peiniger nicht terli h aus. Am nächsten Tag rief ihn Blank wieder zu sich und ermordete ihn mit der auf Mt„Todesspritze“... der N Die Räumung des Sonderlagers erfolgte nun endgültig in der 2. Januarhälfte(od ii des Jahres 1940. Anfangs wurden einige Häftlinge herausgeholt, die nächste sich hf Woche wieder einige, und so ging es willkürlich in längeren Zwischenräumen, war N wie es gerade der Lagerleitung paßte. Die Räumung erfolgte so langsam, daß der DR erst Ende Februar der Rest, bestehend aus 110 polnischen und jüdischen Häft- gel in lingen, das Sonderlager verließ. Die ganz Schwachen von uns wurden im Häft- die N, lingsrevier mit der Spritze ermordet. Häf il So endete das schreckliche Sonderlager von Buchenwald. Nur wenige von kam ‚il uns entkamen lebend aus dieser Hölle der menschlichen Qualen, um dann den| Eı H) Leidensweg des Großen Lagers zu gehen. Ser:| zeug MM zeja, Bronislaw Lag IN Miklasinski, Teodor sähr ei BA 522- 9. Bericht, geschrieben 1945. Ing N ihne (4 N Die„Straf-“ und„K-K je“ Kal N ie„Str und, ompanie bet It Die einige Zeit nach der Gründung des Lagers Buchenwald geschaffene zun H Strafkompanie hatte die Aufgabe, die Menschen früher oder später zu„erledi- Ess f\ gen“. War schon das Leben für sämtliche Häftlinge ein Martyrium, so waren pfle HH die Verhältnisse in der Straf-Kompanie für ein menschliches Hirn einfach unvor- A a stellbar: Angefangen mit dem wahnsinnigen Tempo auf den Arbeitsstellen, von Tra N einer nie begrenzten Dauer der Arbeitszeit bis zu den viehischen Methoden Ste: K der Quälereien an diesen Häftlingen. Kein Häftling ahnte, wie schnell er in der ten IN Strafkompanie landen konnte. Oft waren die lächerlichsten und geringfügigsten Gät H Ursachen der Anlaß, in die Strafkompanie zu kommen. Oft lag überhaupt kein mit IN Grund vor, einfach aktenmäßig wurden die Häftlinge der Strafkompanie zu- bei geteilt. unt Nach Ausbruch des Krieges wurde dann dieser Strafkompanie noch eine bel K-Kompanie beigefügt(„K-Häftlinge“ waren alle diejenigen, die im Kriege ten sich irgendwie vergangen hatten und die zum größten Teil nicht verurteilt ohı werden konnten, da ihre„Straftat“ zu geringfügig war.)... abe Ich will hiermit einen kleinen Ausschnitt aus meinen persönlichen Erleb-] nissen in der K-Kompanie schildern. Daß ich heute noch lebe, verdanke ich prä nur meinem beruflichen Können und der persönlichen Mithilfe von einigen Po, antifaschistischen Freunden im Lager. die Die Strafkompanie war eine geschlossene Strafanstalt des Lagers. Die be- Ur treffenden Blocks waren nochmals doppelt mit Stacheldraht umzäunt und Hi verschlossen. Wir durften, wenn wirklich einmal die Arbeitszeit zu Ende ging, 136 ALITUUITTTO TEE De en Nowy- ik rief T Aus- ir alle T nicht nit der thälfte Jächste jumen, m, daß ı Häft- ı Häft- ge von nn den law Teodor haffene ‚erledi- waren unvoI- en, VON 'thoden in der gigsten pt kein nie ZU- ch eine Kriege Srurteilt - nke ich einigen Die be ınt und le ging, keinerlei Berührung mit den übrigen Häftlingen haben. So war es fast unmög- lich, daß uns irgend ein guter Freund etwas abgespartes Essen zustecken konnte. Wir waren durch die lange und schwere Arbeitszeit nicht nur todmüde, sondern solange sich überhaupt noch etwas wie Lebensgeist in uns regte, fürch- terlich hungrig. Meistens fielen wir in den überfüllten Schlafsälen(drei Mann auf zwei Betten) bleiern auf unsere Strohsäcke. Und wie oft ertönte dann noch der Ruf:„50 Häftlinge von der Straf- und K-Kompanie zum Materialabladen (oder Baumstämme tragen) sofort zum Tor!“ Die Straf- und K-Kompanie setzte sich natürlich nicht nur aus politischen Gefangenen zusammen, sondern es waren in ihrer Mitte auch Vorbestrafte und teilweise auch polnische Häftlinge, deren einzige Schuld es war, daß sie sich mit einem deutschen Mädchen ein- gelassen hatten. Von den Drangsalierungen in diesen Sonderkompanien waren die jüdischen Kameraden am meisten betroffen. Da ziemlich viele kriminelle Häftlinge in der Straf- und K-Kompanie waren, kam auch kein wirklich kameradschaftliches Zusammenleben zustande. Es wurde uns alles abgenommen und gestohlen— Schuhe, Brot, Geld, Feuer- zeuge usw. Die minimalen Vergünstigungen, die die übrigen Häftlinge im Lager hatten, kamen für uns nicht in Frage. Wir durften nur einmal viertel- jährlich einen Brief an unsere Angehörigen schreiben und auch nur einen von ihnen empfangen... Wir mußten sonntags arbeiten, wo alle übrigen im Lager Ruhe hatten. Wir mußten strafexerzieren, wobei es jedesmal Tote gab... Dazu betrog man uns um das uns zustehende Essen. Wir wurden vom Aufstehen bis zum Ins-Bett-Gehen geschlagen und geschlagen. Wir bekamen außer dem Essenentzug des übrigen Lagers noch zusätzlich ein bis drei Tage keine Ver- pflegung und mußten dazu schwer arbeiten. Alle Gefangenen der Straf- und K-Kompanie leisteten anfangs schwere Transportarbeiten zum Kasernen- und Häuserbau. Später kamen alle in den Steinbruch. Hier hat es keiner über ein Vierteljahr ausgehalten... Wir muß- ten täglich 12 Stunden im Steinbruch und außerdem drei bis vier Stunden im Gärtnereigelände arbeiten. Im Steinbruch beluden wir täglich 52 bis 54 Wagen mit 30 bis 35 Zentnern Steine. Sie mußten eine Steigung von etwa Dur Grad, bei einer Strecke von 500 Metern im Tempo bergauf gezogen werden. Hin- unter ging es im Laufschritt. Dabei hatten wir nur Holzschuhe an. Dadurch bekamen wir alle kranke Füße, die wir im Revier nicht behandeln lassen durf- ten... Die Pause für den ganzen Tag betrug eine halbe Stunde, allerdings ohne Essen und Trinken. Die meisten Kameraden hatten Durchfall, durften aber nicht austreten... Die SS-Posten bekamen beim Abschuß eines Häftlings Urlaub und Abschuß- prämie. Daher warfen die uns beim Hochziehen der Wagen begleitenden Posten unsere Mützen zwei bis drei Meter von sich weg und befahlen uns, diese wieder zu holen. Dabei schossen sie viele nieder, um in den Genuß von Urlaub und der Abschußprämie zu kommen. Manche SS-Posten haben drei Häftlinge an einem Tag erschossen. Eine andere Mordmethode war das„Fertigmachen“, das heißt, der betref- 137 ae a gg | en ae E } ‚N hı N H A } | Hin } ‘ \ i u ne euer hr nr u ee ee z a en 5 ee re ST— PRTTTTTERTERTTTTLEIKURHHENKENENKENDEN fende Häftling wurde bis zum Wahnsinn gequält, worauf er, um seine Qualen zu beenden, durch die Postenkette lief, um sich erschießen zu lassen. Diejenigen Häftlinge, die bei der Arbeit ohnmächtig wurden, begoß man mit Wasser, bis sie wieder zu sich kamen und weiterarbeiteten. Den Toten trampelten die Nazi- handlanger auf dem Leibe herum. Auch über die Steinwände des Steinbruchs wurden Häftlinge geworfen. Die Straf- und K-Kompanie mußte auch den größten Teil der Häftlinge stellen, die mit Fleckfieberbazillen infiziert wurden. Jeden Tag nach Arbeitsschluß mußte jeder aus dem Steinbruch einen großen Stein ins Lager tragen, was für viele den Tod bedeutete. Max Papst BA 501- 3. Bericht, geschrieben 1945. Die ersten sowjetischen Kriegsgefangenen im KZ Buchenwald Am 16. September 1941 traf in dem faschistischen KZ Buchenwald die erste Gruppe sowjetischer Kriegsgefangener ein. Es waren 300 Menschen, Offiziere und Kommissare. Die Häftlinge Buchenwalds befanden sich auf dem Appell- platz, als gegen Abend längs des Stacheldrahtes die Kolonne abgemagerter und müder Menschen, die kaum noch ihre Beine bewegen konnten, in grau- grünen, zerfetzten Kleidern entlang zog. Viele waren barfuß. An den Kopfbedeckungen einiger bemerkte man den Stern der Roten Armee. Alle zu jener Zeit in Buchenwald Inhaftierten, Deutsche, Tschechen, Polen und Österreicher verstanden sofort, wer die Neuankömmlinge waren. Die Kriegsgefangenen wurden nicht im Lager, sondern im Pferdestall unter- gebracht. Als sich die Türen geschlossen hatten, hörte man Serien von MPi-Schüssen, sowie Flüche und das Stöhnen der Sterbenden. Als die Dämme- rung in die Nacht überging, begann ein Lastwagen zwischen dem Pferdestall und dem Krematorium hin- und herzufahren. Der tschechische Gefangene Antonin Janacek erzählte nach der Befreiung Buchenwalds den sowjetischen Freunden diese Begebenheit: „Am 18. September 1941 arbeitete ich gemeinsam mit den holländischen poli- tischen Gefangenen in dem Kommando ‚Gärtnerei‘. Wir säuberten die Klär- anlage vom Schmutz... Als wir bemerkten, daß eines der Gitter des Kanalisa- tionsrohres verstopft war, befahl uns der SS-Mann Derich, es unverzüglich zu säubern. Wir ergriffen die Spaten und machten uns an die Arbeit... Wir haben viel erlebt in Buchenwald, aber uns blutete das Herz, als wir die Gitter reinig- ten... Es war mit menschlichen Knochen verstopft, es waren die Knochen unserer Brüder, der sowjetischen Kriegsgefangenen, die am 16. September 1941 erschossen worden waren.“ Am 18. Oktober 1941 empfingen die SS-Leute die zweite Gruppe sowjeti- scher Kriegsgefangener in Buchenwald. Noch vor Sonnabend Nachmittag wurde den Häftlingen mitgeteilt, daß bis zum Abend im Lager eine große Anzahl sowjetischer Kriegsgefangener ankommen würde... 138 AUNENEREE EEE ER EA RE N weise Stimt Hi: umzä nicht zertis: Ers len igen ‚bis lazi- uchs mee, ’olen nter- von nme- ostall jung poli- Klär- alisa- ‘h zu jaben inig- chen 1941 wjeti- yurde nzahl Der überlebende Kriegsgefangene und Buchenwaldhäftling Jewgenij Wassil- jewitsch Jalzew, jetzt Ingenieur in einer Moskauer Fabrik, berichtet: „... Gegen Mitte Oktober lud man uns, mehr als 2000 Menschen, in Eisen- bahnwaggons und fuhr mit uns in unbekannter Richtung ab. Wir bekamen keine Verpflegung. In den Wagen war es eng und schwül. Viele Genossen starben infolge des Luftmangels, der Enge und des Hungers. Wir wurden in Weimar ausgeladen, und von da trieb uns die SS auf den Weg, in den Wald, zum Berg. Unterwegs beschimpfte man uns und prügelte uns mit Knüppeln. Hunde wurden auf uns gehetzt. Die Genossen, die zurück- blieben, wurden sofort erschossen. Dadurch waren beide Seiten der Straße mit Leichen bedeckt. Wir nannten diese Straße ‚Weg des Todes‘. Gegen Abend erreichten wir das KZ Buchenwald. Am Tor standen scharen- weise SS-Soldaten und-Offiziere. Sie schrien irgendetwas mit gehässiger Stimme und schlugen uns. Hinter dem Tor, neben dem Krematorium, war eine provisorische Draht- umzäunung aufgestellt. Dorthin wurden wir gestoßen. Wir sahen Menschen nicht mehr ähnlich: schmutzig, vom Hunger ausgemergelt, durchfroren, in zerrissenen, verdreckten Kleidungsstücken. Erst nach dem Baden wurden wir in Holzbaracken untergebracht, die durch einen Stacheldrahtzaun von dem übrigen Lager abgetrennt waren. Aber in den Baracken gab es weder Stühle noch Betten; man gab uns weder Matratzen noch Decken. Die Lage war sehr schwierig. Man konnte kaum auf eine Besse- rung hoffen. Vor uns lag der Tod. Und an jenem Abend, in jener Nacht erhielten wir Hilfe. Sie kam von den deutschen politischen Häftlingen. Sie gaben uns Reste ihrer Verpflegungsratio- nen, besorgten uns Unter- und Oberkleidung sowie Decken. So konnten wir den schwächsten Genossen helfen. Nach den deutschen politischen Gefangenen leisteten uns die tschechischen und französischen Häftlinge Buchenwalds brüderliche Hilfe. Das munterte uns auf; uns wurde klar, daß wir angesichts des bestien- gleichen Feindes nicht allein waren.“ BA 522- 1. Bericht vom 19. Dezember 1957. Nikolai Kjung Der körperliche Zustand der dänischen Polizisten Im Oktober 1944 kamen 1700 dänische Polizisten nach Buchenwald. Alles Leute aus dem aktiven Dienst, also kräftige, meist junge Leute in gutem Er- nährungszustand und körperlich gut in Form. Innerhalb von 4 Monaten ihres Aufenthalts in Buchenwald starben davon etwa 60 Mann, obwohl es junge, starke Menschen waren. 54 Sektionsprotokolle sind noch erhalten. Wir ent- nehmen ihnen folgende Zahlen: Innerhalb der ersten Wochen, bis zum 20. November 1944, liegen Berichte über 9 Todesfälle vor. Die Protokolle zeigen in 6 Fällen= 67°/o guten oder sehr guten E.- und K.-Zustand! " Ernährungs- und Körperzustand. 139 er, u a EEE En THE 4 l K ii h { M } N \ nee. ne a net TEE, ee nen er eu ee ee men >= ERTEILT Tl en Sun; Ze hg BE Ben nen an nn ni u ug ei in 3 Fällen= 83% mittleren E.- und K.-Zustand in keinem Falle schlechter E.- und K.-Zustand. In der Folgezeit änderte sich das Bild, so daß die späteren Sektionen über den Allgemeinzustand berichten: in 8 Fällen= 18°/o guten E.- und K.-Zustand in keinem Fall mittleren E.- und K.-Zustand in 37 Fällen= 82/0 schlechten oder sehr schlechten E.- und K.-Zustand. So haben die zwei bis drei Monate in Buchenwald das Allgemeinbefinden verändert! Als Todesursachen finden wir in 45 Fällen= 83°/o aller Fälle septische Pro- zesse(Phlegmone, Erysipel, Septivpymäne etc.), ein kleines Belegstück über die hygienischen Verhältnisse in Buchenwald(wo Luft und Erde mit Staphy- lokokken geradezu gesättigt ist). BA 551- 13. Bericht, geschrieben 1945. Das Krankenrevier Die Geschichte des Krankenbaus Bei Errichtung des Lagers im Jahre 1937 war noch kein Krankenbau vorhan- den. Die ersten Kranken wurden daher in einem Raum des Blocks 1 unter- gebracht. Durch das mörderische Arbeitssystem stieg die Zahl der Kranken sehr rasch, so daß eine andere Unterbringung sich als notwendig erwies. Es wurde dann der Block 3 für Revierzwecke eingerichtet... Die zu dieser Zeit im Krankenbau beschäftigten Häftlinge setzten sich zum größten Teil aus BV-Häftlingen und Asozialen zusammen, während politische Häftlinge nur schwach vertreten waren. Dementsprechend waren auch die Ver- hältnisse im Krankenbau. Vom Essen wurde das Fett abgeschöpft und ver- schoben. Die Behandlung der Kranken erfolgte nach materiellen Gesichtspunk- ten. Wer gut zahlte, wurde auch gut behandelt. Gegen Geld und Wertsachen konnten die stationären Kranken ihren Aufenthalt im Krankenbau verlängern. Die Korruption unter den Häftlingen stand in voller Blüte. Das ging soweit, daß man bei den Verstorbenen das Zahngold ausbrach, sich hiervon Schmuck- sachen anfertigte und diese verschob. Die BVer machten sich bei der SS da- durch beliebt, daß sie fast gar nicht oder nur wenige Medikamente an die Kranken verabfolgten. Der Lagerarzt war stolz darauf, daß in Buchenwald so wenig Medikamente verbraucht wurden... Die Schonungskranken und Arztvormelder mußten jeden Morgen nach dem Appell am Tor antreten und wurden hier durch den Lagerführer auf ihre Krankheit geprüft. Das Verfahren war grausam. Wurde ein Häftling nicht als krank befunden, so bekam er Fußtritte, Magentritte, Stockhiebe oder war sonstigen Quälereien unterworfen. Anschließend wurde er in den Steinbruch ge- schickt, um am Abend als Toter ins Lager gebracht zu werden. Der Komman- 140 a ETEUTTETATLELETLRENELTVA UN UTELMELTLHTUHNDBERUBNENNTERERREN PONTTELLIIEHREREN BENDER dant Kt Schonun wieder? der Aus zu treib Durd Krämer sich di nahm( Kommt bau de standsc tion du stützpu träglic der SS Revier| nem Ge wurden und arb Typhus maßnal überhar Im 0 ersten. wurde. des Krz Wegen Um de bauten diesem stand, ı einzeln Lager vom K Stritten Das SS-Unt hatten Doktor Grünen a N Eri Wa Kohleko \ über stand, finden 1e Pro- k über taphy- vorhan- unter- en sehr wurde ch zum Jlitische lie Ver- nd ver- tspunk- -tsachen längern. soweit, chmuck- SS da- ‚an die wald so ch dem auf ihre nicht al der wat ‚ruch ge“ omman dant Koch, der oft das Lager inspizierte, drangsalierte besonders die Schonungskranken. Er hieb wild auf sie ein und machte die verfügte Schonung wieder rückgängig. Manchmal wurde ein ganzes Rudel von Scharführern mit der Auskämmung des Lagers beauftragt, um alle Schonungskranken ans Tor zu treiben. Hier spielten sich dann schreckliche Szenen ab. Durch die Initiative des kommunistischen Landtagsabgeordneten Walter Krämer, der zuerst als Pfleger beschäftigt war, später Kapo wurde, änderten sich die Verhältnisse im Krankenbau grundsätzlich... Walter Krämer über- nahm diese Funktion nach Absprache mit der illegalen Leitung der deutschen Kommunisten, mit der er während der ganzen Zeit seiner Tätigkeit im Kranken- bau den engsten Kontakt hielt und auf diese Weise der antifaschistischen Wider- standsorganisation wertvolle Hilfe leistete. Mit der Übernahme der Kapo-Funk- tion durch Walter Krämer entwickelte sich der Krankenbau zu einem Haupt- stützpunkt im Kampf gegen die SS. Unverzüglich wurde begonnen, den uner- träglichen Mangel an Medikamenten zu beseitigen. In zähem Kampfe konnten der SS größere Mengen von Medikamenten abgerungen, weitere in dem SS- Revier gestohlen und endlich durch Bestechung von SS-Unterführern aus eige- nem Geld Heilmittel von draußen beschafft werden. Aus dem Personalbestand wurden alle faulen und korrupten Elemente entfernt und durch arbeitsfähige und arbeitswillige politische ersetzt. Anfang 1939 brach eine größere Ruhr- und Typhusepidemie aus. Sie forderte Hunderte von Toten. 1939 wurden Impf- maßnahmen durchgeführt, die ersten in einem deutschen Konzentrationslager überhaupt. Auch hier war der Druck der Häftlinge entscheidend. Im Oktober 1939 erneuerte sich die Tragödie vom November 1938 durch den ersten Polentransport, der von Weimar bis zum Lager buchstäblich gepeitscht wurde. Nach wochenlangem Kampf gelang es erst den deutschen Häftlingen des Krankenbaus, die Genehmigung zur Pflege der Überlebenden zu erlangen. Wegen der strengen Verbote konnte man Kranke nur heimlich aufnehmen... Um den erbärmlichen Zuständen in der chirurgischen Abteilung abzuhelfen, bauten wir 1940/41 den sogenannten Operationssaal II mit Röntgenraum. Zu diesem Neubau, der überhaupt nicht genehmigt war, und der in keinem Plan stand, wurde von der SS kein einziger Ziegelstein bewilligt. Buchstäblich jedes einzelne Stück muße in den Außenstellen der Kommandos gestohlen und ins Lager gebracht werden... Auch die Inneneinrichtung und alle Instrumente, vom Kleiderhaken bis zum Röntgenapparat wurden aus Häftlingsmitteln be- stritten. Das Jahr 1939 brachte einen weiteren Wechsel des Lagerarztes. Es waren SS-Untersturmführer Wagner und SS-Untersturmführer Hoven. Beide Ärzte hatten den Doktorhut noch nicht erworben. Beide„Ärzte“ ließen sich ihre Doktorarbeiten von Häftlingen anfertigen. Für Wagner! schrieb der Häftling Grünewald, für Hoven? die Häftlinge Wegerer und Sitte die Doktorarbeiten. 1 Erich Wagner:„Ein Beitrag zur Tätowierungsfrage“. 2 Waldemar Hoven:„Versuche zur Behandlung der Lungentuberkulose durch Inhalation von Kohlekolloid“. 141 u ET ne a ee gen en ET 2 hr ; H X " ii } H N h\ N) „ } A hand ee er Dh ATLTTTUTTERTERTLTLLELBELSHENKENEURERS EIG a Wagner gelangte schnell zu einer traurigen Berühmtheit, denn er begann in Kae 1 Buchenwald mit der Einführung von Massenliquidationen durch Injektions- N ‚N spritzen. Seine Opfer waren hauptsächlich Zigeuner aus dem Burgenland. Eine ar h{1 ähnliche Person war Dr. Neumann vom Hygiene-Institut der SS in Berlin. Dieser je A: 154 sogenannte Arzt betrieb die Vivisektion an Häftlingen. Er schnitt ihnen bei| an in lebendem Leibe Stücke aus der Leber.: Alle seine Opfer bezahlten diese Ver-| 90 suche mit dem Leben...| ni 1 I Diese schrecklichen Ereignisse veranlaßten die politischen deutschen Häft-|.| iM linge der Krankenbaracke zu einer grundsätzlichen Stellungnahme. Die Ansicht,|= (N aus dem Kommando auszuscheiden und das Feld wieder kriminellen Häft-| Schau ht lingen zu überlassen, wurde als verantwortungsscheu und lagergefährdend ab- treibe ii gelehnt. Es wurde im Gegenteil verbindlich festgelegt, die bittere Zeugenschaft Bi MN auf sich zu nehmen, um bei jeder Gelegenheit retten zu können, was zu retten Um in sei. Diese Haltung ist bis zum Tage der Befreiung des Lagers Richtschnur mad h geblieben. diesen il Die hartnäckige, gefährliche antifaschistische Arbeit der politischen Häft-(Block I linge im Krankenbau konnte auf die Dauer der SS nicht verborgen bleiben. Im jahr 19 I Oktober 1941 wurden die beiden verantwortlichen Kameraden des Reviers, station ii Walter Krämer und Karl Peix, auf Befehl des Kommandanten Koch plötzlich Evaku IN ans Tor gerufen und in den Bunker gesteckt. Nach 6 Tagen wurden beide in valideı N das Außenkommando Goslar überführt, an getrennten Arbeitsplätzen ein- die sch HN gesetzt, isoliert und durch Genickschüsse ermordet. Hiermit glaubte der Kom- gerten BR mandant den Widerstand im Krankenbau gebrochen zu haben. Er sollte sich erklär ui getäuscht haben, denn an die Stelle der Gefallenen traten Männer der gleichen| bereit, in Gesinnung... steller I In die Ära Hovens fallen die 2 bis 3 geheimnisvollen Transporte, deren Opfer sorgen ii alle das Aktenzeichen 14 f 13 führten. Diese Häftlinge wurden nach Bernburg Enc 6 zum Tode durch Vergasung übergeführt. Die meisten Opfer waren Juden, doch zur Eı N befanden sich auch einige hervorragende politische Häftlinge darunter... ten in N Ernst Busse Oktob Mi BA 55- 16. Bericht, geschrieben 1945. in der N Bericht über den Gesundheitszustand im Lager Buchenwald Pr ih Nach der Errichtung des Lagers waren die Räume des Reviers im Block 3 notdi Hl untergebracht. Im Februar 1938 konnten die beiden ersten Baracken des| deute H Hauptreviers bezogen werden, die mit Krankensälen, Ambulanzräumen und Eir F* Operationssaal versehen waren. Die Ausgestaltung und die Beschaffung von 194 H Instrumenten wurden zum größten Teil aus den Mitteln der Häftlinge durch ‚Indus H Sammlungen bestritten. Al H Bei dem Ausbruch der Typhusepidemie im Winter 1938/39, hervorgerufen lingeı Hi durch die schlimmen sanitären Verhältnisse in den Baracken Ia bis Va der jüdi- Tottus A schen Häftlinge, wurden Block 2 und Block 8 als Hilfsstationen eingerichtet.| licher h Isolierstationen für Trachom- und Tuberkulosekranke war seit Frühjahr 1939| Viele hi Block 7, das spätere Revier der sowjetischen Kriegsgefangenen. Nach Kriegs-| viers 142 { ES NRRIRITRRTUTG NRANNENSER SER R DUTUITIIH TOT TOT VITO TVPOODODOO OD Dan nın ions- Eine ieser \ bei Ver- Häft- sicht, Häft- 1 ab- chaft etten hnur Häft- 1. Im viers, tzlich de in ein- Kom- » sich ichen Opfer burg doch Busse ock 3 , des , und y von durch rufen -jüdi- chtet. 1939 riegs- beginn nahm die Zahl der Zugänge sprunghaft zu. Zur Unterbringung der stärker anfallenden Kranken reichten die beiden Baracken des Hauptreviers nicht aus. Gegen den fortdauernden Widerstand von seiten der SS-Lagerfüh- rung und SS-Bauleitung wurde schließlich doch als 3. Baracke die Baracke I errichtet. Die SS verweigerte die Einrichtung des Kellers mit Installation und Heizung. Es mußte illegal gebaut werden. Die neu errichtete Baracke wurde am 20. Januar 1940 bezogen. Ebenso konnte im Oktober 1941 der Operations- saal II vollständig ohne Genehmigung der SS erbaut werden. Das hinderte diese Herren aber nicht, späterhin bei Führungen gerade diese Einrichtung als Schaustück ihrer Humanität hinzustellen. In Sommer 1942 wurde durch Be- treiben der Häftlinge und bei ständigen Quertreibereien der SS die Baracke IV mit einer Tbc-Station und einer erweiterten Diätküche errichtet. Um das Heer von Arbeitssklaven aus den besetzten Ländern unterzubringen, machte sich die Errichtung der„Pferdeställe“ im Kleinen Lager notwendig. In diesem Zusammenhang wurde auch im Herbst 1942 dort eine Revierbaracke (Block 54) bezogen. Der Ausbruch von Seuchen im Kleinen Lager im Früh- jahr 1943 zwang die Lagerführung, die Zustimmung zur Errichtung der Isolier- station Block 53 zu geben. Nach Eintreffen der Massentransporte durch die Evakuierung der KZ Auschwitz und Groß-Rosen mußte der bisherige In- validenblock 61 in eine Krankenbaracke umgewandelt werden, um wenigstens die schlimmsten Zustände in den Baracken abzustellen, wo unter den ausgehun- gerten Zugängen die Dysenteriefälle überhand genommen hatten. Außerdem erklärte sich die Lagerführung nach langem Drängen der Häftlinge endlich bereit, zwei alte und verwanzte SS-Mannschaftsbaracken im Hauptrevier auf- stellen zu lassen. Für die Einrichtung hatten die Häftlinge wieder selbst zu sorgen. Ende Dezember 1941 richtete die SS eine eigene Fleckfieber-Versuchsstation zur Erprobung bestimmter Impfstoffe ein. Sie befand sich in den ersten Mona- ten in den Blocks 44 und 49 und wurde später nach Block 46 verlegt. Seit Oktober 1943 ging die SS zur Produktion eines eigenen Fleckfieberimpfstoffes in dem für diese Zwecke umgebauten Block 50 über... Die Pflege der Kranken im Revier vollzog sich durch die Häftlingssanitäter unter schärfster Bewachung durch die SS-Organe. Die Kranken wurden nach notdürftiger Pflege wieder zur Arbeit geschickt. Der Aufenthalt im Revier be- deutete keinen absoluten Schutz... Ein Schutz der Kranken trat erst in beschränktem Maße nach dem Herbst 1942 ein, als der Mangel an Arbeitskräften und der starke Bedarf der Kriegs- industrie zu einer gründlichen Behandlung der Häftlinge zwang... Alles dies geschah natürlich aus reiner Zweckmäßigkeit, um aus den Häft- lingen das Möglichste an Arbeitsleistung herauszuholen. Das Prinzip der Aus- rottung wurde zwar nicht aufgegeben, sondern nur von einem augenblick- lichen, dringenderem Interesse verdeckt.— Der Wille zur Ausrottung kam in vielem offensichtlich zum Ausdruck: in der mangelhaften Einrichtung des Re- viers, das einer Masse von Menschen, die unter derart schlechten Lebens- 143 re, U EEE EEE nn EEE > ri ne Y Yh iR Ki H hi Ih h K N SERIES DD EEE wie Sa= vr Sg ee a TUT LTR ONTENTLELENTTERTENTNRELENNRERKENKRRENBERGN ER Hl. N und Arbeitsbedingungen standen, nicht gewachsen war, das Verbot, gewisse in Ya Häftlinge, oftmals Polen und Juden, überhaupt zu behandeln... I Bi Bis Ende 1941 bestand das SS-Verbot, Häftlingsärzte im Krankenbau zu|" “i beschäftigen... Die SS-Ärzte, die bis zum Kriegsausbruch eine etwas aktivere| ar hi Rolle gespielt hatten, wurden immer mehr zu Kontrollorganen und waren| ee z Mt administrativ tätig, das heißt, ihre Arbeit beschränkte sich schließlich auf die ens u Überwachung und die Unterschriftenleistung... Anfang 1942 wurden als erste. ii Ärzte die Protektoratshäftlinge Prof. Dr. Matousek, Facharzt für innere Frauen- den K IN krankheiten in Prag, und der Chefarzt des Krankenhauses Iglau, Dr. Horn, In« Ir eingesetzt. Bei der Heranziehung der Ärzte und der gründlichen Ausbildung Reinh I des Pflegepersonals hatte der langjährige Revierkapo, Reichstagsabgeordneter Reinit A Ernst Busse, den Hauptanteil... kaum hi Was die Apotheke anbetrifft, wurde bei Einrichtung des Krankenbaus ein au hi I kahler Raum zur Verfügung gestellt. Die Einrichtung wurde von der Lager- Die Hi verwaltung abgelehnt. Wir waren gezwungen, von uns aus den ganzen Raum ist hin n einzurichten. Kameraden der Tischlerei stahlen für diesen Zweck die nötigen Klose H Holzmengen, um nachts im Interesse der Kameraden die nötigen Einrichtungs- ‚Die Bil gegenstände zu zimmern. Auf diese Weise wurde die Apotheke allmählich ver- Sie so il vollständigt und die verantwortlichen SS-Führer vor vollendete Tatsachen ihre I h gestellt... Unge: Im Jahre 1942/43 besserte sich etwas die Medikamentenzuteilung. Unter der Bei HN Parole„Gewährleistung der Arbeitskraft“ gelang es uns dann auch, bei der den( Br jeweiligen monatlichen Anforderung von Medikamenten den leitenden SS-Apo- sundh ui theker dazu zu bewegen, dieselbe zu unterschreiben. Bei< nN Die Versorgung im allgemeinen war nach wie vor nicht ausreichend. Groß I Durch die vermehrten Transporte von Zivilgefangenen aus den besetzten Ein 1 Ländern war das Lager durch Ungeziefer stark bedroht. Eine neue Desinfek-||) und] 6 tionsanlage machte sich notwendig, nachdem die alte Dampfdesinfektion den| brenr U ungeheuren Anforderungen nicht mehr genügte. In den ersten Monaten wurde|| " Blaugas verwendet, später die Kammern vermittels Areginal unter Gas gestellt.| N In der alten Anlage wurde weiter mit Dampf desinfiziert. Weit über 200 000| N Stück Bett- und Leibwäsche gingen monatlich durch die Desinfektion. Etwa| u 20 bis 25 000 Häftlinge wurden behandelt und zwar durch Rasur der behaarten i Körperteile, Tauchbad mit Kreosol und Nachbehandlung mit Kuprex, später Ar IN mit einem Ersatzmittel, das allerdings Verbrennungen am Körper zur Folge| Qı ht hatte. G I Wegen Seifenmangel stellten die Häftlinge Reinigungsmittel aus Sägemehl D h und Seifenpulver her, später wurde Seife im Revier aus ausgekochten Knochen H H hergestellt. Ein Häftlingschemiker hatte die Fabrikation übernommen. Hand- St N tücher waren ebenfalls nicht vorhanden. 15 bis 20 Häftlingsblocks wurden| D MN monatlich desinfiziert. Der Mangel an Reinigungsmöglichkeiten, Wasser und B N frischer Wäsche konnte trotz aller Anstrengungen der Häftlinge schließlich nicht% u verhindern, daß die Verlausung immer mehr überhand nahm. Während das und si Lager dank der Initiative der Häftlinge als läusefrei gelten konnte, hatten in- p. H N 144 ns Eh { rn. VLLLIULIIDOLT TOO ED wisse U zu tivere waren uf die 5 erste Fauen- Horn, dung dneter us ein Lager- Raum jötigen itungs- ch ver- sachen ter der ei der $-Apo- setzten sinfek- on den wurde estellt. 00 000 . Etwa haarten | später r Folge , emehl En _ Hand- wurden ser UN ch nicht end das ‚tten in” folge der eingelaufenen Evakuierungstransporte Ende März 1945 etwa 1000 Häftlinge Kleiderläuse, die gefährlichen Träger des Fleckfiebers... Die Verlausung, konnte durch die Wachsamkeit der Häftlinge und durch systematische Bekämpfung in Schranken gehalten werden. Seit Anfang 1942 erfolgte die Läusekontrolle durch sämtliche Pfleger unter Teilnahme des Stuben- dienstes. Im Jahre 1943 nach erneuten zahlreichen Zugängen, besonders aus Osteuropa, wurden Hygienewarte in den Blocks eingesetzt, angeleitet durch den Kapo der Pathologie, Gustav Wegerer. In den Blocks waren die Häftlinge auf das engste zusammengepfercht. Die Reinhaltung der Blocks und des Körpers war erschwert durch das Fehlen von Reinigungsmitteln. Oft gab es Wochen und Monate kein Wasser. Waschen war kaum möglich. Als man dann baden konnte, geschah es massenweise und war nur für einige Minuten möglich. Die Abortgräben im Freien bildeten eine ständige Gefahr. Mancher Häftling ist hineingestürzt und darin erstickt. Im Sommer 1938 wurden endlich die Spül- klosetts in den Blocks fertig. Ende 1942 war der Bau der Kläranlage beendet. Die Einsetzung von Häftlingen als Hygienewarte hatte folgenden Zweck: Sie sollten auf ihre Kameraden einwirken, daß sie ihre Räume, ihre Schränke, ihre Eßgeschirre, ihre Körper reinhielten und daß sie bei Feststellung von Ungeziefer die Desinfektion veranlaßten. Bei Überbelegung des Lagers durch eingegangene Transporte wurden in den Quarantäneblocks des Kleinen Lagers Blockärzte eingesetzt, die den Ge- sundheitszustand überwachen und die Kranken dem Revier zuführen sollten. Bei den letzten Evakuierungstransporten aus dem Osten wurden auch im Großen Lager Blockärzte eingesetzt. Ein Teil des Lagerkommandos war für die Reinhaltung der Lagerstraßen und Lagerplätze, für das Fortschaffen von Müll und Unrat und dessen Ver- brennung an bestimmten Orten eingesetzt... BA 55- 15. Bericht, geschrieben 1945. Bericht der Äußeren Ambulanz Arbeitsbereich der Äußeren Ambulanz: Quarantäne Kleines Lager Gustloff-Werke Deutsche Ausrüstungs-Werke Heizwerk Nord Steinbruch Desinfektion Behandlungszahlen täglich bei einem Lagerbestand von 60 000 Mann: 2500 bis 3000 tägliche Behandlungen, zuzüglich täglich 150 bis 200 Krätze- und Bartflechten-Behandlungen. Personal der äußeren Ambulanz: 40 bis 45 Ärzte und Pfleger. 10 Buchenwald 145 ee De u ge Mn 4 N i j B „1 k Y er nn EL mL u FE ehe Eee ee ge Tr ee u Sn ee eg Se op sie Se en 3 ge nen ee un ee Aa PITTLELBELTNENKEBEUEEREE U Arbeitszeit der Ambulanz: 6-12 Uhr, 2-6 Uhr, und 1 Stunde nach dem Abendappell. Welche Fälle hatten wir zu behandeln: Es gab Krankheitsfälle, die man im zivilen Leben kaum gekannt hat. Sie wurden durch Unterernährung und unmenschliche Arbeitsbedingungen hervor- erufen, dazu kam noch schlechtes Schuhwerk und schlechte Bekleidung. Durch Überfüllung der Blocks, tagelange Wassersperren und schlechte Ernährung wurden die Kameraden leicht anfällig. Die auftretenden Fälle waren vor allem: Furunkulose(meist sehr schlimme Fälle) Ekzeme aller Arten Bartflechten Abszesse aller Arten Phlegmonen mit Sepsis(sehr schlimme Fälle). Kopfplatz-, Hieb-, Stich- und Schußverletzungen, oft sehr schwerer Art, her- vorgerufen durch Mißhandlungen seitens der SS. Riß- und Bißwunden, entstanden durch das Hetzen der Hunde auf die Häft- linge, waren an der Tagesordnung. Schürfwunden, hervorgerufen durch schlechtes Schuhwerk, Holzschuhe, Pantinen. Schädel-, Knochen-, Rippenbrüche, starke Prellungen, hervorgerufen durch schwere Mißhandlungen seitens der SS. Erfrierungen der Hände, Füße, Nasen, Ohren usw., meist Erfrierungen 3. Grades. Im Winter 1944/45 wurden durch Evakuierung der KZ im Osten die Häft- linge, darunter sehr viele Frauen und Kinder, bei 20 bis 25 Grad Kälte in offe- nen Kohlenwaggons, ohne Decken und Schuhwerk, vielfach ohne Kleidung und Ohne Verpflegung 2 bis 3 Wochen transportiert. Die Folge war, daß diese Häft- linge fast durchweg Erfrierungen hatten, bei denen die Gliedmaßen schon bei der geringsten Berührung abfielen. Bei allen Transporten waren auf der Fahrt Hunderte von Menschen erfroren, man hatte auch in diese halbverhungerten, erfrorenen Menschen hineingeschossen, so daß bei Transporten von 1000 Häft- lingen 300 Tote ankamen. Hunderte starben nachträglich vor Erschöpfung und infolge ihrer Erfrierungen, Platzwunden und Blutergüsse am Gesäß, hervor- gerufen durch 25 bis 50 Stockhiebe. Lähmungen der Arm- und Rückenmuskulatur durch stundenlanges Auf- hängen der Häftlinge mit gefesselten Händen nach hinten. Hodenbrüche, Leistenbrüche, Mastdarmvorfälle, zu gezogen durch unmensch- liche Arbeitsleistung. Zu der schweren Arbeit kam der immer spürbarer werdende Mangel an Medikamenten und Verbandsmaterial hinzu. Wir haben als Ärzte und Pfleger der äußeren Ambulanz alles getan, um den Kameraden zu helfen, obwohl wir die Lagerärzte Schiedlausky, Rogge und den SDG! Wilhelm gegen uns hatten, die alles andere taten, aber nicht den kranken 1 Sanitätsdienstgrad. 146 EHEN EHEN EAN LLLLLIZGEY Häftling geben, k hinter© verbote Sitzh jüdisch dem au Heil Arbeit man di hielten Wir raden| Der oder Vı lausky handlu BASS-. Das Samm Da für linge a Invalid heblich der PA Die SS tigten Sprach Anfan; Ohrdr entsetz Leiche zum B einer{ Zuges! Zweck: Mit Krank Häftl; handl hat, Sie hervor- . Durch ährung T allem: ‚rt, her- ie Häft- schuhe, ı durch rungen ie Häft- in offe- ıng und se Häft- hon bei r Fahrt ıgerten, 0 Häft- ing und hervor- os Auf- mensch- ngel an um den ınd den kranken Häftlingen halfen. Es war uns verboten, den kranken Kameraden Schonung zu geben, wir haben es trotzdem getan. Tausende von kranken Kameraden haben hinter dem Rücken der SS-Ärzte von uns Hilfeleistungen erhalten, die streng verboten waren, und zwar: Sitzbäder bei Hämorrhoiden, Mastdarmvorfällen usw... Hauptsächlich für jüdische, polnische, sowjetische Häftlinge war dies verboten. Wir haben trotz- dem auch diesen Kameraden Sitzbäder verordnet. Heißluft, Massagen, Wechselbäder bei Erfrierungen, Invalidenarbeit, leichte Arbeit für alte und gebrechliche Kameraden zu verordnen, war verboten. Stellte man diese Häftlinge den SS-Ärzten vor, so wurden sie hinausgeworfen oder er- hielten die schwersten Kommandos, Steinbruch, Schachtkommando usw... Wir haben als Pfleger und Ärzte des Krankenbaues vielen Hunderten Kame- raden trotz Verbote hinter dem Rücken der SS-Lagerärzte Hilfe geleistet. Der Ambulanz war verboten, in vielen Fällen Behandlungen vorzunehmen oder Verbände anzulegen. Wir wurden ziemlich stark vom SS-Lagerarzt Schied- lausky kontrolliert. Trotzdem haben wir in vielen Fällen Schonung und Be- handlung gegeben, um unseren Kameraden zu helfen. Robert Müller BA 55- 17. Bericht, geschrieben 1945. Der Block des Todes Das Lager Buchenwald hatte seit dem Sommer 1943 die spezielle Aufgabe, Sammelbecken und Verschickungszentrale gefangener Arbeitssklaven zu sein. Da für die Transporte nach den Arbeitslagern nur gesunde und kräftige Häft- linge ausgesucht wurden, erhöhte sich der Anteil der Schwachen, Kranken und Invaliden in Buchenwald ständig. Die Krankenbaracken, die schon für ein er- heblich kleineres Lager völlig unzureichend waren, zeigten sich dem Ansturm der Pflege und Heilung suchenden Häftlinge bei weitem nicht mehr gewachsen. Die SS stand diesem Problem, das von den im Häftlingskrankenbau beschäf- tigten Kameraden immer und immer wieder mahnend und drängend zur Sprache gebracht wurde, völlig ablehnend gegenüber. Die Situation spitzte sich Anfang 1945 immer bedrohlicher zu. Als die Todestransporte von Budapest, Ohrdruf, Tschenstochau, Auschwitz, Buna, Blechhammer, Groß-Rosen usw. in entsetzlicher Folge eintrafen, als aus jedem geöffneten Waggon Dutzende von Leichen herausgeholt werden mußten, als der Weg vom Bahnhof Buchenwald zum Bad mit Leichen eingesäumt war,... da erreichten auf dem Höhepunkt einer fast ausweglosen Situation die Kameraden des Krankenbaus als einziges Zugeständnis die Freigabe eines Pferdestalles, des Blocks 61, für Hospital- zwecke. Mit diesem an sich erbärmlichen Ergebnis glaubten die Kameraden des Krankenbaus wenigstens erreicht zu haben, daß man die kranken und schwachen Häftlinge unter ein schützendes Dach bringen und ihnen die dringendste Be- handlung ihrer Krankheiten und Wunden sichern konnte... Die Belegung des 147 eg EHE EEE } } } i Ar k } i N 11 } ' eur EEE eu EEE ELEL Bi ae ei ee Dh ER FFERERTRELT EEE war ER OURUEURRTELTTLUUTERTENTDLISEIHURRKEHKERENKERTENG HN N \ Hi N Blocks mit Kranken stieg schnell auf den unglaublichen Höchststand von 816. Di MN Weitere Blocks für Kranke freizubekommen, war nicht möglich; jede dahin- Fällen H gehende Forderung wurde von den SS-Mördern kalt abgewiesen. In dieser Zeit fund, 3 IKh) traf von der SS-Zentrale in Berlin ein Bescheid für den Lagerarzt ein, daß Offene } keine Transporte mehr in das berüchtigte, schamlos„Erholungslager“ genannte Aktive BR KZ Bergen-Belsen abgehen könnten und daß das KZ Buchenwald sein„Über- Inakti AN füllungsproblem“ selbst lösen müsse... Abgel h{ Die„normale“ Totenzahl des Blocks 61 betrug in dieser Zeit täglich 15-20. Die I Sie stieg durch die Mördertätigkeit der SS auf 50-60. komm Wir Trotzdem genügte anscheinend diese Zahl den SS-Mördern noch nicht, wes- Ein ht halb sie beim Blockältesten von 61„anregten“, auch die 60 Tbc-Kranken des nicht: Y Blocks„nach draußen zu schicken“. Der drohenden Vernichtung dieser Kame- Fälle AR raden wurde durch schleunige Verlegung der Bedrohten ins„Kleine Revier“ komn ir vorgebeugt. suchu ir Als im März 1945 das SS-Führungshauptamt eine bessere Behandlung der I zugel Ri kranken Häftlinge aus Angst vor der kommenden Strafe forderte und die| krank It Totenzahl als zu hoch kritisierte, stellte die SS ihre Mordtätigkeit im Block 61| Außeı Ai) ein. Die Kameraden des Reviers konnten nicht alle Morde der SS an den Kran- in ken verhindern, doch haben sie unter Nichtachtung aller persönlichen Gefahren Hi Tausende von Menschenleben in letzter Minute gerettet. Luis Gymnich!| Ei IHR BA 551- 12. Bericht, geschrieben 1945.|| Hi IN Der Standortarzt der Waffen-SS u Weimar| [ne Weimar-Buchenwald, den 80. November 1944| IN Betreff: Tuberkulöse Häftlinge.| ‚Di in Bezug: Dort. Schreiben vom 13. 11. 1944, D IIV/Az.: 14 h(KL) 11.44 Lg./Wy. auaı il An den Es u H Chef des Amtes D III Ha u Oranienburg nn f In folgendem werden die Untersuchungsergebnisse der Röntgen-Reihen- Wie Durchleuchtungen nochmals mitgeteilt: Di Bei der Röntgenuntersuchung im K.L. Buchenwald wurden folgende Unter- 30, suchungsergebnisse über Lungentuberkulose festgestellt: ad, 1. Wahrscheinlich aktive und nicht sicher zur Ruhe gekommene Leid Tuberkulose 2561 l 2. Kavernöse Tuberkulose 96 3. Behandelte Tuberkulose(Pneumothorax, Phrenikus-Exairese, Thorako- plastik, Plombe) 4 4. Tuberkulöse Pleuraveränderungen, auch Zwerchfellzipfel, Adhäsionen 697 N 5. Verkalkte tuberkulöse Herde, sonstige Reste einer Tuberkulose, auch 3 Hilusdrüsenschwellung 1539”| ı Dr. Luis Gymnich, 1943- 1945 KZ Buchenwald, Blockältester von Block 61. N 148 MEERE RAN a 816. ahin- t Zeit , daß annte Über- 3-2, , Wes- nn des Kame- evier“ Io der d die ck 61 Kran- fahren nnich! r 1944 NY. ‚eihen- Unter- 61 96 4 ‚697 1539 Die unter 1. oben genannten Fälle wurden klinisch untersucht. Bei 1194 Fällen ergab die durchgeführte klinische Nachuntersuchung(physikalischer Be- fund, Sputumuntersuchung, Blutsenkung) folgende Ergebnisse: Offene Lungentuberkulose 103 Aktive, geschlossene Tuberkulose 195 Inaktive Tuberkulose 544 Abgeheilte Tuberkulose 352 Die übrigen 1397 Fälle sind inzwischen zum größten Teil in die Außen- kommandos überstellt worden. Eine Nachuntersuchung der Röntgenbefunde in den Außenlagern konnte noch nicht durchgeführt werden, da sie auf große Schwierigkeiten stößt, Auftretende Fälle von Tuberkulose oder Tuberkuloseverdacht werden von den Außen- kommandos nach dem Lager Buchenwald rücküberstellt, wo sie zur Unter- suchung und Behandlung kommen. Da den Außenkommandos nur Häftlinge zugehen, die ärztlich untersucht und im Verdachtsfall einer tuberkulösen Er- krankung zurückgehalten werden, ist das Auftreten von Tuberkulose in den Außenlagern relativ selten. Der Standortarzt der Waffen-SS Weimar (Schiedlausky) SS-Hauptsturmführer d. R. IML- Buchenwald 1 5/6. Bl. 000 92. Der Ernährungszustand Die Sektionsprotokolle des Jahres 1940 erlauben mittels einer kleinen Statistik einen genauen Überblick über die Auswirkungen des Hungerwinters 1939/40. Es muß vorweggenommen werden, daß zu dieser Zeit nicht alle Leichen sofort seziert wurden, daß aber diese Auswahl der sezierten Leichen eine rein zufällige war, so daß eine statistische Übersicht über die Ernährungs- und Kräftezustände der Sezierten zugleich auch die Mittelwerte für alle Leichen gut wiedergibt. Wir entnehmen den Sektionsprotokollen folgende Daten: Die vorhandenen Protokolle beginnen mit dem 13. Februar 1940. Bis zum 30. April, dem Datum, an dem die ärgste Hungerzeit endete, finden wir Auf- zeichnungen über 90 Sektionen. Der Ermährungs- und Kräftezustand der Leichen ist in 63 Fällen— 70%o schlecht oder sehr schlecht, in 14 Fällen— 15,5°/o mäßig oder„ausreichend“, in 13 Fällen— 14,5°/o gut. Zu berücksichtigen ist dabei, daß schon allerhand Entkräftung dazu gehört, um von einem SS-Arzt(SS-Untersturmführer Dr. Gutacker war damals Leiter der Pathologie) als Häftling in„schlechten E.- und K.-Zustand“ diagnostisiert zu werden. Die mit Anfang Mai einsetzende leichte Besserung der Ernährungsverhält- 149 a nn s EEE EEE LET ‚ } 1 4 \ Y ” ? i % H r } } j } : h if h; Y j ) ' N \ ! r \ } \ r N 1} z z u N } Y ee ee ee « Deren ee a PET TA AIR HARARARAAN AA AAN AA AA ARRARAHARA ANA NASEN EAN EINUBBATNEN KENNER UHNHURN IR TENERRTUELENTTERLERTNKELERRRRRNE HERNE EBENE nisse drückt sich auch in den Sektionsbefunden aus. Zwischen Mai und Sep- für ein tember wird von insgesamt 75 Fällen der Ernährungs- und Kräftezustand als Jich her in 44 Fällen— 59°/o schlecht oder sehr schlecht, glaubt, in 15 Fällen— 20%/o mäßig oder„ausreichend“, der die in 16 Fällen— 21% gut Arbeits bezeichnet.| Die Im Monat Oktober setzt eine geradezu sensationelle Wendung zum Besseren wacheı ein. Von rund 80 Sektionen, die in diesem Jahr noch vermerkt sind, zeigen nur danter 20 Protokolle die Angabe„schlechter“ oder„sehr schlechter Ernährungs- und| auf de Kräftezustand“. Die Änderung ist so plötzlich, daß man an Wunder denken| zukon möchte... Arbeit Das Wunder erklärt sich, wenn man vernimmt, daß zu jenem Zeitpunkt besser wegen des unangenehmen Aufsehens, das die zu häufige Erwähnung des Arbeit schlechten Allgemeinzustandes der Häftlingsleichen erregte, der Befehl erging, zeugel von nun an diesen Befund nur noch in solchen Fällen zu erwähnen, wenn er gering dem Krankheitsbild sozusagen von Natur entspricht. Tatsächlich handelt es monat! sich bei den 20 kachektischen Leichen auch ausschließlich um Fälle mit hoch- malig gradiger Tbc, Dysentrie oder ähnlichen, den Allgemeinzustand auf das schwerste reduzierende Todesursachen, um Fälle also, bei denen eine andere Angabe als „herabgesetzter E.- und K.-Zustand“ auffallend, ja geradezu lächerlich wäre. Eine weitere Verfolgung der Statistik hätte unter diesen Verhältnissen keinen Sinn. Das eine Jahr 1940 lehrt uns aber jedenfalls zweierlei: Die Brutalität, mit der man die Massenausrottung der Häftlinge betrieb(so lange man sie nicht zu kriegswichtigen Arbeiten brauchte), und die Gewissenlosigkeit, mit der man rei die für die amtlichen Stellen bestimmten Angaben fälschte. Monat BA 551- 14. Bericht, geschrieben 1945. EEE | SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamt Oranienburg, den 28. Dezember 1942 Juni in Amtsgruppe D-Konzentrationslager Juli N D IV/Az.: 14h(KL) 12.42 Lg/Wy Aug, IN Betreff: Ärztliche Tätigkeit in den Konz.-Lagern. Sept, „ Bezug: ohne Okt, iu Anlagen: 1 Geheim Nov, ih An die en N 35 1. Lagerärzte der Konz.-Lager Da., Sh., Bu., Neu., Au., Ra., Flo., Lu., Stu., Gr.-Ro., Nied., Natz., Hinz., Mor., Herzog., Mau., Abdruck an die Tagerkommandanten In der Anlage wird eine Aufstellung über die laufenden Zu- und Abgänge in sämtlichen Konz.-Lagern zur Kenntnisnahme übersandt. Aus derselben geht hervor, daß von 136000 Zugängen rund 70000 durch Tod ausgefallen sind. Mit einer derartig hohen Todesziffer kann niemals die Zahl der Häftlinge auf die Höhe gebracht werden, wie es der Reichsführer-SS befohlen hat. Die—_ 1. Lagerärzte haben sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln da- per a u nn En an Lg m et rer" rt Bi 150 Finn du Be pen a KUUEHENEN REN ] Sep- Lals >sseren en nur s- und denken tpunkt ng. des erging, 'enn er delt es t hoch- Iwerste abe als väle, keinen tät, mit je nicht ler man er 1942 Geheim yänge in 30, en geht en sind. inge auf ‚at. Die teln da“ für einzusetzen, daß die Sterblichkeitsziffern in den einzelnen Lagern wesent- lich herabgehen. Nicht derjenige ist der beste Arzt in einem Konz.-Lager, der glaubt, daß er durch unangebrachte Härte auffallen muß, sondern derjenige, der die Arbeitsfähigkeit durch Überwachung und Austausch an den einzelnen Arbeitsstellen möglichst hoch hält. Die Lagerärzte haben mehr als bisher die Ernährung der Häftlinge zu über- wachen und in Übereinstimmung mit den Verwaltungen dem Lagerkomman- danten Verbesserungsvorschläge einzureichen. Diese dürfen jedoch nicht nur auf dem Papier stehen, sondern sind von den Lagerärzten regelmäßig nach- zukontrollieren. Ferner haben sich die Lagerärzte darum zu kümmern, daß die Arbeitsbedingungen auf den einzelnen Arbeitsplätzen nach Möglichkeit ver- bessert werden. Zu diesem Zweck ist es nötig, daß die Lagerärzte sich auf den Arbeitsplätzen an Ort und Stelle von den Arbeitsbedingungen persönlich über- zeugen. Der Reichsführer-SS hat befohlen, daß die Sterblichkeit unbedingt geringer werden muß. Aus diesem Grunde wird obiges befohlen, und es ist monatlich über das Veranlaßte an den Chef des Amtes D III zu berichten. Erst- malig am 1. Februar 1943. gez.(Glücks) SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Übersicht über Monate Juni—November 1942 Monat Zugang Abgang Einlief. Überst.! Gesamt Entlass. Überst. Tod. Exek.? Gesamt Juni 10.5227 1575, 1903 4.080 243 6899 Juli DDHLION 6254 31,940, 77907 4340 8536 477 14260 Aug, 25407 2742 28149 581 2950 127383 99 168363 Sept. 16763 6438 23201 652 6805 22598 144 30199 Ok: 13873 5345 19218771039 6334 11858 5945 25285 Nov. 17780 4565 22345 809 5514 10805 2350 19/478 Insges. 109 861 26 9192.1836,7807 2729772778467 7.701610 9267 112.434 BA 551- 12. Abschrift. ı Überstellungen. ? Exekutionen 151 EEE ML ELLE et x Da ae Te vn ET er na re ee ee Ferne nt, SEE ER gg me ng be eig "r GE ET FF Rn , Te Dede der erg a ne 1 rar. AM PENTETTUTLENTTERTERTUTULENREIINEHKHED TREE BB Abschrift Der Standortarzt der Waffen-SS Weimar-Buchenwald, den 31. Januar 1945 Weimar S/AZ.: 14£(KL) 1.45— Sch./Wi. Betreff: Meldung der Todesfälle von Häftlingen im Januar 1945. Bezug: Dort. Schr. v. 25. 7. 42, S/AZ.: 14 f—1. 8. 42. An den Chef des Amtes D III Oranienburg Im Monat Januar 1945 starben im K.L. Buchenwald folgende Häftlinge: Natürliche Todesursache: Sy17,BV 9, Aso? 9, Bibelforscher 1, Juden 738, Polen 273, Russen 84, polit. 38, polit. staatenlos 1, Pol. Häftl. 1, dän. Pol. Häftl. 9, norweg. Student 1, Fran- zosen 97, Belgier 33, Engländer 1, Schweizer 1, Luxemburger 1, Holländer 28, Spanier 6, Italiener 38, Tschechen 6, Jugoslawen 17, Slowaken 3, Kroaten 8, Letten 42, Ungarn 49, Esten 5, Litauer 1, Griechen 1, Nationalität unbekannt 106, Tote mit Auschwitzer Nummer 174, unbekannte Tote 176=1955 Häftlinge. Unnatürliche Todesursache: auf der Flucht erschossen: 1 Russe al Freitod durch Erhängen: 2 Juden, 1 SV= 8 Tod nach Selbstmordversuch: 1 Franzose— a Selbstmord durch Absturz: 1 Jude= ı Selbstmord durch Absprung in Brennstand: 1 SV öl Tod durch Alkoholvergiftung: 1 Pole, 1 Russe, 1 Aso= 38 Tod durch Unfall: 2 Juden, 2 Polen, 2 Russen, 1 Franzose, 1 Slowake 3 18 Insgesamt verstarben 19773 männliche Häftlinge. Frauen: Natürliche Todesursache: 17 Jüdinnen, 5 Polinnen, 3 Russinnen, 3 Zigeunerinnen= 2 Unnatürliche Todesursache: keine. Außerdem wurden bei den Transporten aus dem K.L. Auschwitz 449 auf dem Transport verstorbene Häftlinge eingeliefert, von denen nur die Ausch- witzer Nummern bekannt sind. Der Standortarzt der Waffen-SS 1945° Weimar 449 gez. Unterschrift 9394 Tote SS-Hauptsturmführer d. R. IML- Buchenwald 1 5/6. Bl. 00 007. 1 Sicherheitsverwahrte. 2 Asoziale. 3 Rechenfehler im Original. 152 ALLLDULLTIUSTE KZ Buchenwald KZ Buchenwald, 15. April 1945 11945 Krankenbau Statistik des Krankenbaues Jahr— Monat Stationär Ambulant Schonung behandelt behandelt 1941 6 4 331 439 4 260 434 1.0508. 6 922 410 168:>. 02 8 384 781 ee 3 8 657 1042 lit. 08, 1 08899. 9 396 897 ‚ Fran->29. 9- 2.11 298 857 der 28, ll. 243 686 aten 3, 1.102298. 19. 280 624 yekannt flinge, 1942 23 oO. 2 376 540 82 ze ae> 458 687 153 = rs 550 734 190 a og! 5 574 687 946 = 1 RE Clan 466 641 150 =] 19698. 6 411 631 134 = 3 Dee 400 612 102 = 8 3. 8.80..8 433 752 191 SL 31. 3.279. 437 844 245 23 9° 1 1E 446 767 200 5 Taler) all 439 805 935 N DS. 1 442 684 258) 1943 10 449 auf Aa 460 840 310 i , Ausch- 1. 2.28. 2. 575 895 357 M Ita 3 673 1249 552 il afen-5S 29.82. 5. 797 1378 692 I 85.890 5. 730 1479 744 B a 719 1287 667 R iR. Be. 8 743 1306 554 h 2 1890158; 751 1299 531 N en, A 81. 823 1225 611 4.10.31. 10. 835 1390 721 21 98. 908 1369 736 29,11. 4,2:01; 1035 1386 871 (9) ge u EEE EL = 7 ann GE Pe ee en NEE ENT ERELEBREHEREEREERNE RER LESEN REN EREEN IT TEE ET NEIN DURUEENDENE RUN EN URKURLEERTEETEENERERKEKERERRRTE Rrerheh Jahr— Monat Stationär Ambulant Schonung nr behandelt behandelt Kör 1944 Le 8. 1.80. 1. 1086 1470 837 L sie 1.27, 2 1089 1641 826 T 28. 2.2, A. 1109 1802 1015 3. 4.80. 4. 1115 1795 1200 9° 28, 0. 1143 1785 965 BD 5 2, 7. 1156 1945 11183 BL & Mel Ir 1179 1973 921 30 7.3: 9: 1644 2131 862 4. 9.— 9.10. 1567 1940 910 I 2. 10.-29. 10. 1429 1823 839 BE 30. 10. 8. 12. 1508 1659 1033 Bi; 4.12.81. 12. 1687 1704 856| nur ij Har 1945| stat I. 2228. 1% 1926 1768 773\ 29. 1.23. 2. 2258 2368 1374 Ka ! 26. 2.—- 1. 4. 2504 2302 1542 ale AN Die Stationär-, Ambulant- und Schonungskranken stellen den Tagesdurch- I MM schnitt des KZ Buchenwald dar. a Al Tausende von Häftlingen, die bereits entkräftet oder mit schweren Krank- das {N heiten behaftet waren, wurden nach anderen KZ überstellt, wo sie nach kurzer Kr I Zeit verstorben sind. Zu ih BA 552- 11. Bericht, geschrieben 1945. m Bri iR ein H Na I Der Truppenarzt der O.U., den 28. 12. 44( ‚ Dienststelle F. P. 66952 f “il Betreff: Amtsärztliche Leichenschau des Häftl. Nr. 100 709,! N Ursus Janos, geb. 5.5.1914, in Kufeld. | Ich besichtigte am 27. 12. 44 um 8.30 Uhr die Leiche des Häftl. Nr. 100 709,| Hl Ursus Janos, geb. 5. 5. 1914 in Kufeld. IN Die Leichenschau ergab folgenden Befund:| ki Es handelt sich um die Leiche eines mittelgroßen Mannes von gracilem Kör- IN perbau im herabgesetzten Ernährungs- und Kräftezustand. Haut und sichtbare N Schleimhäute blaß, die Augen sind geöffnet, die Hornhäute getrübt und ein- H getrocknet. Der Mund ist geöffnet, die Mundhöhle mit eingedicktem Blut ge- N füllt. In der rechten Mammillarlinie in der Höhe der siebenten Rippe eine bohnengroße Einschußwunde mit glatten nach innen gerichteten und blut- NN unterlaufenen Rändern. Die Ausschußwunde fehlt. An der Volarseite des linken >, na 154 ee a honung 837 826 1015 1200 965 1113 921 862 910 839 1033 856 713 1374 1542 agesdurch- ren Krank- ach kurzer 128.12. 44 \r. 100 709, acilem Kör- 1d sichtbare ht und ein- ;m Blut ge inpe eine a blut- e des Jinken Antebrachiums ein Durchschuß der Weichteile mit deren Zerfetzung— der Knochen ist unbeschädigt. Andere Zeichen äußerer Gewaltanwendung sind am Körper nicht vorhanden. Leichenstarre ist zum größten Teil eingetreten. Leichenflecke sind an den abhängigen Körperteilen zu sehen. Todesursache: Auf der Flucht erschossen. Der Truppenarzt: (Dr. Plaza!) IML- Buchenwald 1 5/6. Bl. 00 051. Stabsarzt. Zahnstation Die Zahnstation wurde im Jahre 1938 eröffnet. Die SS nahm die Behandlung und Leitung in die Hand. Mangel an genügenden Kenntnissen, große Arbeits- unlust waren die Faktoren, die vorherrschten. Daß unter solchen Verhältnissen nur eine sehr geringe Zahl von Häftlingen behandelt wurde, liegt klar auf der Hand. Es waren am Tage 8 bis 10. Viele der Häftlinge gingen auch der Zahn- station, wegen roher Behandlung durch die jeweiligen Leiter, aus dem Wege... Als allgemein der Mangel an Fachkräften einsetzte, wurde die Zahnstation ganz in die Hände der Häftlinge gelegt, die nun für sich arbeiten durften, allerdings in den ersten Jahren unter strengster Kontrolle. Für Ausländer und Juden wurde grundsätzlich kein Zahnersatz genehmigt. Daß er trotzdem zum Teil angefertigt wurde, lag an den Häftlingen der Zahnstation. Es wurde über das Maß des genehmigten Zahnersatzes hinaus ein Vielfaches an Stahlbrücken, Kronen und Prothesen angefertigt. Die Möglichkeit dafür lag in der kollektiven Zusammenarbeit der einzelnen Häftlinge. Buchmäßig ist die Zahl der außerhalb des Rahmens hergestellten Kronen, Brücken und Prothesen nicht zu erfassen. Sie nahm aber, wie schon gesagt, einen großen Prozentsatz ein. Für die Zeit vom 15. 3. 48 bis 27.3. 45 kann der Nachweis über Behandelte erbracht werden, die Zahlen dafür sind: Gesamtzahl der Behandelten 37536 davon entfallen auf die einzelnen Leistungen: Extraktionen mit Betäubung 15 298 . ohne> 3272 Füllung mit Vorbehandlung va „ ohne oh 2798 Operative Eingriffe 446 Röntgenaufnahmen 252 Prothesen mit Zähnen 218 (2145 Zähne) Reparaturen 654 Die operativen Eingriffe waren zum größten Teil der„Behandlung“ durch die SS zuzuschreiben. Außerdem wurden einige äußerst komplizierte Fälle, die er Dr. Heinrich Plaza lebt unbestraft in der Deutschen Bundesrepublik und hat eine Arztpraxis. 155 AHA AHHAHHAAHAAAAAAARAHHAHAAARF AAN RATTE RT URUNEUNERELUNE NEE UN NTLTLTLNTDENEERLEDNENNTERLERUHKRRERRRERHERKEREHREREN) L.— durch Unfälle in Rüstungsbetrieben und durch Bombenangriffe auf diese und zum Teil auf Krankheiten und mangelhafte Behandlung in anderen Lagern ne ee ıM zurückzuführen waren, ausgeführt. Alle diese Operationen wurden in der Zahn- Mi station nach bestem Wissen und Gewissen erfolgreich vorgenommen, wie zum| Min. f Beispiel partielle Oberkieferresektion, partielle Unterkieferresektion nach a: N Bombenverletzung, radikale Operatiön der Oberkieferhöhle nach chronischer gramm RN Entzündung derselben, viele Cysten-Operationen verschiedener Art, Ober- und Di N| Unterkiefer, desgleichen Speichelcysten, Wurzelspitzenresektion und ver- et Ni schiedene schwierige Be Entfernungen verlagerter Zähne. Die 41 hier fa A eingelieferten sowjetischen Kriegsgefangenen hatten durchweg Skorbut. Die Be- I handlung dafür wurde grundsätzlich von der SS abgelehnt, aber von uns doch I Ein! mit Erfolg durchgeführt. Arno Tackel En BA 55- 13. Bericht, geschrieben 1945. eit noch Bericht über die Zahnbehandlung muß sondi ... Eine geordnete zahnärztliche Versorgung der Häftlinge bestand bis Mitte 1939 nicht. Instrumente und Medikamente dafür fehlten. Das ärztliche und BA Pflegepersonal, dem jede zahnärztliche Kenntnis fehlte, behandelte die Häft- linge nach Gutdünken. In der Regel wurde jeder schmerzende Zahn gezogen,| soweit ihn der betreffende SS-Angehörige überhaupt fand. Es kam sehr oft SS-V vor, daß gesunde Zähne gezogen wurden. Kranke Zähne hätten bei geeigneter Behandlung meist erhalten werden können. ...Da dem SS-Personal jede fachliche Fertigkeit fehlte, wurden die meisten liebte auch das Extrahieren ohne Injektion. Den Häftlingspatienten sagte er| vorher, daß es nicht weh täte. Fast keiner seiner Extraktionsversuche gelang| ihm, so daß später Komplikationen eintraten und größere Operationen not- wendig waren... Juden wurden grundsätzlich nur auf eigene Kosten und zwar zu besonders hohen Tarifsätzen behandelt. Wenn bei ihnen Gold in den Zähnen vorgefunden wurde, wurde es sehr oft mit dem Bemerken entfernt, daß der betreffende a1 Zahn nicht mehr zu erhalten sei und daß der Wert des Goldes auf die Zahn- un behandlung in Anrechnung gebracht würde. 1 Arno Liske, geb. 1911, 1934-1938 Zuchthaus Waldheim, 1938-1945 KZ Buchenwald, jetzt Rentner. it Zähne nicht gezogen, sondern abgebrochen. Der Zahnrest blieb im Kiefer, und Betr N die Pfuscharbeit wurde erst später entfernt. Anc ih Im Juni 1939 wurde dann eine komplette Zahnstation für Häftlinge im Rei i N Block 7 des Lagers eingerichtet, zwar völlig modern, aber es fehlte an fachlich Berl ul geschultem Personal. Der erste SS-Zahnarzt war der SS-Oberscharführer Colde- Rei ie wey. Er hatte praktisch überhaupt noch nicht gearbeitet und machte demnach[ IN seine ersten zahnärztlichen Gehversuche auf Kosten der Häftlingspatienten. af I Zu seiner Unfähigkeit kam noch seine sadistische Veranlagung. Jeder Behand- I N lung ging ein Exerzieren mit den Häftlingspatienten voraus. Es wurden öfter| S 1} Ohrfeigen und Fußtritte als zahnärztliche Behandlung verabfolgt. Dieser Mann| Cal ul| | 156 © und Auf Coldewey folgten die ebenfalls in der Praxis noch nicht erprobten Zahn- agem|| ärzte beziehungsweise Dentisten Bublitz und Schwarzkopf. Tahn- Später wurde allen im Lager Verstorbenen vor ihrer Verbrennung das im\ IE zum Mund befindliche Zahngold herausgebrochen und nach erfolgter Säuberung nach der SS-Kommandantur zugeführt. So sind im Lauf der Jahre mehrere Kilo-} nn gramm reines Zahngold zusammengekommen.. BE| er- un Diese Ausbeute betrug in der letzten Zeit? monatlich über 1 kg. Das Gold d ver- 4 er wurde in gesäubertem Zustand und mit Belegen versehen zentralen SS-Stel-} Dank len übersandt, von wo es einer Schmelze überwiesen und in Zahngold um- N sdodt geschmolzen wurde. Bei dieser Goldsammlung ging man äußerlich korrekt vor. H E Ein Beleg wurde geführt, der Name und Nummer des verstorbenen Häftlings H Liske trug und wo unter Angabe der Menge Quittung geleistet wurde. In der letzten Zeit fiel es auf, daß eine ganze Reihe solcher Belege weder Häftlingsnamen h noch Nummer trug, sondern statt dessen den Vermerk„unbekannt“. Das Gold N mußte also von Häftlingen herrühren, die sich nicht im Lager befunden hatten, N 's Mitte sondern zwecks Tötung und Verbrennung hierher gebracht worden waren... I Rudi Glass? hi BA 55- 10. Bericht, geschrieben 1945. Li e Häft- Mi ezogen, Ri ‚ehr oft SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt Berlin, 8. Oktober 1942„x eigneter Diktatzeichen: Lichterfelde-West 1 Chef A/Fr./B. Unter den Eichen 126-135' meisten Tgb. Nr. 892/42 geh. GEHEIM! N fer, und Betr.: Zahngold N An den inge im Reichsführer SS Mi fachlich Berlin N r Colde- Reichsführer! Jemnach Das von verstorbenen Schutzhäftlingen stammende Zahn-Bruchgold wird ıtienten. auf Ihren Befehl an das Sanitätsamt abgeliefert. Dort wird es für Zahnbehand- n Behand- lungszwecke unserer Männer verwendet. M jen öfter S$-Oberführer Blaschke verfügt bereits über einen Bestand von über 50 kg N er Mann Gold; das ist der voraussichtliche Edelmetallbedarf für die nächsten 5 Jahre. hf N— N em 1 Lt. Angaben des Standortarztes der Waffen-SS Weimar betrug die Ausbeute R\ r 3 des Monats Januar 1944= 491,720 g Gold*} nen not- des Monats Februar 1944= 391,900 g Gold I des Monats März 1944= 383,300 g Gold des Monats April 1944= 504,800 g Gold esonders des Monats Mai 1944/= 241,045 g Gold ‚efunden Das ergibt für 5 Monate insgesamt 2012,765 g Gold efende® Vgl. Abb. 86. treiten IML- Buchenwald 15/5. Bl. 00.037- 00 040. Originale. ie Zahn- 2 Gemeint sind die letzten Monate des Bestehens des KZ Buchenwald, in denen die'Totenzahlen höher waren. 3 Rudi Glass, geb. 1890, seit 1933 in Haft, 1938-1939 KZ Buchenwald, jetzt Zahnarzt. zt Rentnel. 157 EEE en A | ers, LT TARHTRATATAAAHAARARAAARAAAAFARRA RAN NENNEN NEW LURUELUNENE NUN EUNWENERLUEN VUTDENBELSLURENNTERLERUHKELERRRERNERKRRDE RENTE \ N Ki den A! Mi Mehr Gold für diesen Zweck zu sammeln, halte ich sowohl aus Sicherheits- stinde Eh gründen als auch im Interesse der Verwertung nicht für angängig. Ein ir Ich bitte um Bestätigung, daß das künftig aus normalen Abgängen der K.L. anwei Al anfallende Zahn-Bruchgold an die Reichsbank gegen Anerkennung abgeliefert röße I werden darf. resset Hi Heil Hitler! Bel IN i. V. ech oe gez. Frank Mai h IN SS-Brigadeführer und Vor Eh Generalmajor der Waffen-SS 940, hf Staatliches Museum Auschwitz. Abschrift. 1940 N jeden ih Armvı ı leicht Hl Medizinische„Experi te“ enbol N a ol La 1 Strych I Bericht über die Pathologische Abteilung Tagb N... Nach Beendigung meiner Tätigkeit im Feldlaboratorium wurde ich zum| nr \\ Kapo der zu errichtenden Pathologischen Abteilung bestimmt. Leiter dieser Ders Abteilung war zuerst SS-Hauptsturmführer Neumann. Sein Nachfolger war SS- en: Hauptsturmführer Gutacker, der nach Einrichtung der Räumlichkeiten der m Pathologischen Abteilung die ersten Sektionen an verstorbenen Häftlingen durch- N führte. Die Pathologische Abteilung wurde geschaffen, um Sektionsdiagnosen Orii und Totenprotokolle anzufertigen, die in achtfacher Ausfertigung angelegt en wurden. Die wirklichen Todesursachen, die in dem Hungerwinter 1939/40 en meist allgemeine Kachexie, Kollaps, Pneumonie und ähnliche waren, durften in den Protokollen und Diagnosen nicht erscheinen. Stattdessen wurden harm- BASIC lose Todesursachen, wie Herz- und Kreislaufstörungen, Tuberkulose usw. an- geführt. Auch alle Erschossenen wurden seziert, wobei häufig trotz schwerer Mißhandlungsmerkmale in jedem Protokoll die allgemeine Floskel angeführt werden mußte:„Eine andere als die oben angeführte Gewalteinwirkung ist KL, nicht festzustellen.“ Die Gewaltanwendung bestand in den meisten Fällen aus Path Karabinerschüssen, die aus größter Nähe abgefeuert worden waren... Im Herbst 1940 war SS-Hauptsturmführer Müller in der Pathologischen Ab- teilung tätig. Müller gab die Anregung, Tätowierungen von Körpern verstor- bener oder getöteter Häftlinge abzulösen, die Haut zu gerben und Lampen- schirme aus dieser Haut herzustellen. Er berief sich bei Übermittlung dieses Is Auftrages an mich auf einen Befehl aus Berlin. m Anı Wiederholt wurden Hunderte von Stücken tätowierter Haut auf die ver- schiedenste Art gegerbt und an den Chef des Amtes D III des Wirtschafts- und"u Verwaltungsapparates in Berlin, den Standartenführer Lolling, übersandt. Lolling war bis Ende des Krieges leitender Arzt aller Konzentrationslager Deutschlands. Müller gab über mich an die Häftlinge Stöckel und Werner Bach i 158 IGIL, iefert nd en-$$ h zum dieser ar SS- 'n der durch- gmosen gelegt 939/40 lurften harm- w. an- hwerer seführt ing ist len aus en Ab- jerstor- ampen“ - dieses ie vel- ts- und sandt. nslager er Bach den Auftrag, aus der gegerbten Haut Taschenmesseretuis und andere Gegen- stände herzustellen. Ein weiterer Auftrag bestand darin, für Lolling eine schriftliche Präparier- anweisung über Schrumpfköpfe herzustellen. Schrumpfköpfe sind auf Faust- größe eingeschrumpfte Menschenköpfe, die, nach Methoden der Menschen- fresser der Südsee, präpariert wurden.! Belegexemplare darüber, sowie Stücke gegerbter Menschenhaut und davon angefertigte Taschenmesseretuis habe ich nach dem 13. April 1945 der Infor- mationsabteilung der amerikanischen Armee übergeben. Vom Beginn der Errichtung der Pathologischen Abteilung im Dezember 1940 bis September 1943 kamen aus dem Arrest und aus dem Häftlingsrevier jeden Tag Leichen, die mit Einspritzungsmerkmalen in der linken oder rechten Armvene versehen waren. Bei der Sektion der Leichen konnte die Tötungsart leicht festgestellt werden. Gespritzt wurde häufig mit Luft, wodurch Luft- embolie eintrat, mit Karbolsäure, deren typischer Geruch bei Öffnung der Leichen leicht festzustellen war, Barbitursäurepräparaten wie Evipan, und Strychnin, Morphium und anderen Alkaloiden... Manchmal kamen an einem Tag bis zu 30 und mehr solcher Leichen an. Aus dem Bunker kamen auch häufig die Leichen erwürgter oder erhängter Häftlinge, deren gewaltsamer Tod leicht festzustellen war. In keinem Falle wurde die wahre Todesursache angegeben. Der SS-Arzt Dr. Wagner machte eine Dissertationsarbeit über Tätowierungen, wobei auffällig war, daß die zu ihm bestellten Häftlinge starben und ihre Täto- wierungen abgelöst wurden. Es ist anzunehmen, daß sie von ihm im Kranken- bau ermordet wurden. In der Pathologischen Abteilung konnten einige hundert Originalprotokolle über ermordete Häftlinge vor der Vernichtung, gerettet werden. Diese Originalprotokolle wurden dem Informationsdienst der ameri- kanischen Armee übergeben... Gustav Wegerer® BA 519- 2. Bericht vom 23. April 1945. K.L. Buchenwald Weimar/Buchenwald, 15. 9. 1943 Pathologische Abteilung Tätigkeitsbericht der Pathologischen Abteilung K.L. Buchenwald für das III. Quartal 1943 Es wurden in der Berichtszeit durchgeführt 282 Sektionen An makroskopischen Feuchtpräparaten wurden neu aufgestellt: 30 Präparate Aufgefrischt und gereinigt: 10 alte Präparate ı Vgl. Abb. 39-40. 2 Gustav Wegerer, Österreicher, 1938-1945 KZ Buchenwald, gest. 1954. 159 a N AI en AR HARATAATAAAAAAAAARARAAAAAAAAAARR ANNE LEST NET N NUNLETUVENELUNEHNURUHNLUENLUNTEUNN] POLLSTERTEETTTSTEIEERIHENKERESRERFENS An Knochenpräparaten wurden angefertigt: 5 Schädel Beispl 1 Becken mit Wirbelsäule hälfte 1 Ankylose d. Hand- u. Ellenbogengel. 2 Kiefer 1 Wirbelsäule 1 Schulterblatt 1 Satz Halswirbel Knochenschnitte etc. Es en ea ge Tr en Histologische Schnitte wurden erstellt: Für K.L. Buchenwald 142 Stück Für Lagerarzt 15 Stück IML- Der Auftrag zur Anfertigung einer pathologisch-histologischen Serie wurde nach Eintreffen der hierzu benötigten Materialien begonnen; bis jetzt wurden 25 Präparate eingebettet und 300 Schnitte fertiggestellt. Der Leiter der Pathologischen Abteilung: spe (Dr. Plaza) SS-Obersturmführer d. R. Eu IML- Buchenwald 15/5. Bl. 00 090. 5 geäul \ hoch | hier, if trage At Antragsteller Weimar-Buchenwald, den 26. 2. 1945 dien Ay Pathologie K.L. Buchenwald a u" nung N Antrag. gena u auf Zuteilung von Seifenerzeugnissen für die Pathologie des K.L. Buchenwald| imkK H für das laufende Vierteljahr vom 1. 1. 1945— 31. 3. 1945 von hi Nach Gruppe I, Z. 3(Fachanstalten unter ständiger ärztlicher Leitung)\ IH In der Zeit vom 15. 11. 44— 15. 2, 45(dieser Zeitraum muß zugrundegelegt ja ur IH werden, da der Sezierraum durch den Bombenangriff vom 24. 8. 44 zerstört auße WW und erst Mitte November wieder in vollem Umfang in Betrieb genommen SH Hi wurde) wurden Best hl 849 Sektionen ausgeführt, ri N 92 histologische Untersuchungen durchgeführt, N Mr HN und 1700 histologische Präparate für Lehrzwecke angefertigt, dem H 30 pathologisch-anatomische Feuchtpräparate hergestellt, Fuß Hl 7 pathologisch-anatomische Feuchtpräparate erneuert, hi IL 19 forensisch-chemische und an N 51 bakteriologische Untersuchungen durchgeführt. ai Im laufenden Vierteljahr hat sich die Zahl dieser Arbeiten ständig erhöht.: 160 wurde wurden teilung: ‚2.1945 henwald degelegt zerstört nommen g erhöht. Beispielsweise ist die Zahl der Sektionen von 95 in der zweiten November- hälfte auf 187 in der ersten Februarhälfte gestiegen. Zahl der beschäftigten Facharbeiter (Ärzte, Pathologen, Chemiker usw.) 6 Zahl der angelernten Facharbeiter und Laboranten 4 Zahl der als Laboranten und Leichenträger beschäftigten Hilfsarbeiter 23 33 Es wird beantragt,... Stück Kernseife und... gr. Waschpulver zu liefern. Der Standortarzt der Waffen-SS SS-Hauptsturmführer der R. IML- Buchenwald 1 5/5. Bl. 00 091. Lampenschirme aus Menschenhaut ...In einer Unterhaltung mit Lagerarzt Dr. Waldemar Hoven und dem SDG! SS-Hauptscharführer Friedrich Wilhelm, die beide, der erste im Nürn- berger Ärzteprozeß, der andere im Dachauer Buchenwaldprozeß zum Tode ver- urteilt und hingerichtet worden sind, hat sich einmal die Angeschuldigte? dahin geäußert, daß die Sterbeziffern im Lager und ganz besonders im Revier nicht hoch genug seien. Und sie regte an, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um hier gründlich Wandel zu schaffen. Ihrem Wunsch konnte bald Rechnung ge- tragen werden, ohne daß gerade sie im einzelnen an den gleichen Zwecken dienenden Einrichtungen Urheberrechte in Anspruch nehmen könnte. ...Schon Monate zuvor ist dem Häftlingskrankenbau(Revier) auf Anord- nung, des„Leitenden Arztes KL”, SS-Standartenführer Dr. Lolling eine so- genannte„Abteilung für Pathologie“ angegliedert worden. Dazu gehörte der im Krematorium befindliche Sektionsraum. Die„Pathologie“ sollte alle Arten von Lehrpräparaten für die SS-Ärzte-Akademie in Graz und das Hygiene-In- stitut der Waffen-SS in Berlin anfertigen. In Wirklichkeit ist auch die Pathologie nur eine weitere Liquidierungsanstalt gewesen, mögen die Tötungen selbst auch außerhalb ihrer Wände vorgenommen worden sein. Die leitenden Ärzte, der SS-Hauptsturmführer Dr. Müller und der damals noch nicht graduiert ge- wesene Karl Erich Wagner waren medizinische Nullen... Aus Menschenhaut wurden in den Werkstätten des Lagers Gebrauchsgegen- stände aller Art angefertigt, auch Lampenschirme. Eine Tischlampe, deren Schirm aus zusammengesetzten farbigen Tätowierungen und deren Ständer aus dem skelettierten Fuß eines Häftlings bestand, wobei an der kleinen Zehe des Fußes ein weißer Knopf angebracht war, mit dem man die Lampe in Funktion bringen konnte, ist von dem Leiter der Pathologie, Dr. Müller, dem Lagerkom- mandanten Koch als Geburtstagsgeschenk verehrt und nach der Villa Koch ge- 1 Sanitätsdienstgrad. 2 Ilse Koch. 1l Buchenwald 161 ne BEE SS ogng a ae en De N EEE aan enen ER TATRA AR AHHATHAAAAATAHARAAHAAAAARARRARA FE THAN NA TUNUNEUVERELUVEUNUEUNNENEN a a Tg a ver we ge nl ne er 23 u vo ee a nn u a ee ee er ei ul he de dene Dee ee PERTE NE RTEUERTTLTLENTTERLENTULELERRRERNENHKENESD bracht worden. Hier wurde sie allen Besuchern vorgeführt. Hier hat es auch die Schrumpfköpfe und andere Totenschädel gegeben...! Nur in den allerersten Anfängen hatte man sich dabei mit den natürlichen Abgängen aus den Reihen der tätowierten Häftlinge zufrieden gegeben, bald ging man zu ihrer zwangsweisen Liquidierung, zur Abspritzung der Tätowier- ten über. Wer zuerst auf diesen Gedanken kam, ist nicht mehr festzustellen. Fest steht aber, daß die Angeschuldigte an seiner Durchführung maßgeblich beteiligt war... Anklageschrift im Verfahren gegen Koch, Ilse, wegen Mordes u. a. 4 Js- 360/49- o Js 1/49. S. 120/121. ...M. Dubost(zum Zeugen gewandt): Wissen Sie etwas über tätowierte Menschen? Balachowsky: Jawohl. M. Dubost: Wollen Sie uns bitte sagen, was Sie darüber wissen. Balachowsky: Die tätowierten Menschenhäute wurden in Block 2 in Buchen- wald, im sogenannten„Pathologischen Block“, aufbewahrt. M. Dubost: Gab es viele tätowierte Menschenhäute in Block 2? Balachowsky: Es gab stets tätowierte Menschenhäute in Block 2. Ich weiß nicht, ob es viele waren, weil ständig Häute hereinkamen und wieder weiter- gegeben wurden; es gab nicht nur tätowierte, sondern auch einfach gegerbte Häute, die nicht tätowiert waren. M. Dubost: Man hat also Menschen gehäutet? Balachowsky: Man hat die Haut abgezogen und dann gegerbt. M. Dubost: Wollen Sie bitte Ihre Aussage über diesen Punkt fortsetzen. Balachowsky: Ich sah SS-Männer aus Block 2, dem„Pathologischen Block“ mit gegerbten Häuten unter dem Arm herauskommen. Ich weiß von Kamera- den, die im Block 2 arbeiteten, daß dort Bestellungen auf Häute eingegangen sind und daß diese gegerbten Häute einigen Wachposten und Besuchern ge- schenkt wurden, die sie zum Einbinden von Büchern benutzten. M. Dubost: Man hat uns gesagt, daß der damalige Kommandant Koch wegen dieser Gepflogenheit bestraft worden ist. Balachowsky: Ich war nicht Zeuge des Falles Koch, der sich vor meiner Lagerzeit abgespielt hat. M. Dubost: Also gab es auch nach seinem Weggang noch tätowierte und gegerbte Häute? Balachowsky: Es hat immer gegerbte und tätowierte Häute gegeben, denn als die Amerikaner das Lager befreiten, haben sie am 11. April 1945? im Block 2 noch tätowierte und gegerbte Häute gefunden. M. Dubost: Wo wurden diese Häute gegerbt? Balachowsky: Diese Häute wurden in Block 2 und vielleicht auch in den Bau- 1 Vgl. Abb. 37, 39-42. 2 Da die Amerikaner erst am 13. 4. 1945 das Lager übernahmen, konnten sie erst an diesem Tage die Beweisstücke erhalten. 162 29,] Proz lichkeiten des Krematoriums gegerbt, die nicht weit von Block 2 entfernt waren. a M. Dubost: Nach Ihrer Aussage war es also ein ständiger Brauch, der sogar ._ nach der Hinrichtung! Kochs fortgesetzt wurde?| ae Balachowsky: Jawohl, es geschah während der ganzen Zeit, aber ich weiß h stellen. nicht in welchem Ausmaß...| geblich IMT, Bd. VI. S. 347-348. Nachmittagssitzung vom 29. Januar 1946.{ 1941/42 i Tagebuch 4 der N Owierte Abteilung für Fleckfieber- und Virusforschung$ am Hygiene-Institut der Waffen-SS. 29.12.41: Besprechung zwischen Heeres-Sanitäts-Inspekteur, General Ober- stabsarzt Prof. Dr. Handloser, Reichsgesundheitsführer Staats- 3uchen- sekretär, SS-Gruppenführer Dr. Conti, Präsident Prof. Reiter vom Reichsgesundheitsamt, Präsident Prof. Gildemeister vom Robert- Koch-Institut(Reichsanstalt zur Bekämpfung der ansteckenden een h weiß Krankheiten) und SS-Standartenführer Doz. Dr. Mrugowsky vom weiter- Hygiene-Institut der Waffen-SS, Berlin. Es wird festgestellt, daß Mi egerbte die Notwendigkeit vorliegt, die Verträglichkeit und Wirksamkeit ir HR von Fleckfieberimpfstoffen aus Hühnereidottersäcken zu prüfen. Da der Tierversuch keine ausreichende Wertung zuläßt, müssen die Versuche an Menschen durchgeführt werden. Zen, 2. 1.42: Zur Prüfung der Fleckfieber-Impfstoffe wird das K.L. Buchenwald h Block“ gewählt. SS-Hauptsturmführer Dr. Ding wird mit der Durchfüh- N Tamera- rung beauftragt. Y| gangen 3. 1.42: Vorversuch A} ern ge- Vorversuch über zweckmäßigste Art einer sicheren Methode zur IN künstlichen Infektion von Menschen. Dottersackaufschwemmung ıt Koch 1:25 mit einem Rickettsia-Prowazeki-Stamm aus dem Robert-Koch- Institut wird intramuskulär und subkutan in Dosis von 1 ccm an nl meiner je 5 Versuchspersonen verimpft. Infektion war nicht möglich. iR Dr. Ding| rte und SS-Hauptsturmführer Ni Prozeß VI. Dok. NO 265.% Fr n, denn a R Block 2 Die Erklärung des SS-Arztes R 1} Ich, Waldemar Hoven, Festung Landsberg, nachdem ich darauf aufmerksam 4 gemacht worden bin, daß ich mich wegen falscher Aussage strafbar mache, stelle H en Bau hiermit unter Eid freiwillig und ohne Zwang folgendes fest:...: I nn en eint ist die Verhaftung der Kochs, Hovens, Sommers u. a. durch die SS wegen ihrer Kor- R sem Tag ruptionsskandale. 3% 163 N. Ri " ö W Det Be de Te ze. MARIAH AAHATARAHAATANAAAAAAARAAAAHARAA HAAN NIT NEN NTRUB TAVERNE UNE HN UN UHENUEN OR TERTERRLTLLUSTERTERTRTELEIRERSHERKEHELBENSENS ! | ee u I h\| Ich habe in Block 46 des Konzentrationslagers Buchenwald(Versuchsstation Tatsa Eh für Fleckfieber) gesehen, daß dort große Tabellen angebracht waren, auf denen näher ie u. a. stand„Behring schwach“ und„Behring stark“. Hieraus ging hervor, daß dh Hi in Block 46 Versuche der Behringwerke(IG) mit ihrem Fleckfieberimpfstoff die Ir I gemacht worden sind. Mir ist bekannt, daß die ersten Kisten und Pakete, in Mi u, denen Fleckfieberimpfstoffe(Frühjahr 1942) sowie später Präparate von Rute Höchst! in das Konzentrationslager Buchenwald geschickt wurden, zuerst an schle« IN Block 46 gingen, d. h. adressiert waren„An die Fleckfieberversuchsstation“. dami I Dr. Ding persönlich hat mir daraufhin erzählt, das war etwa Mitte 1942, daß Bi IN die Firma, von der das KZ Buchenwald die Fleckfieberimpfstoffe bekäme, nicht Fled At! wünsche, daß die Sendungen an die Fleckfieberversuchsstation abgefertigt Weg IN werden, und daß daher eine Vereinbarung getroffen worden sei, wonach diese Buch An Sendungen in Zukunft an den„Standortarzt der Waffen-SS Weimar“? gehen. Id un Das wäre eine normale, harmlose Adresse, aus der die Post nichts ersehen geles ni könnte. nm Ri Die zwischen IG und Dr. Ding geführte Korrespondenz ist auf Anweisung stabe Ki von Dr. Ding— zur Tarnung— von mir Außenstehendem unterschrieben wor- rung N den, ohne daß ich etwas von diesen Fleckfieberfragen verstand.? Ebenso ist I mein Name nach der zwischen Dr. Ding und der IG getroffenen Regelung, wo- 3.0! nach verschiedene Sendungen der für die Fleckfieberversuche in Block 46 be- ee I A 2 i stimmten IG-Präparate an meine Anschrift gingen, als Tarnung benutzt worden. A iR Dieser Umstand war der IG bekannt, denn sonst hätte sie sich eines Tages an ir mich wegen der Versuche mit ihren Präparaten wenden müssen. Das hat sie ij nie getan. An It Dr. Ding erzählte mir eines Tages— 1942— voller Stolz, daß er nun in Ver- Poli I bindung mit der IG gekommen sei. Mir ist bekannt, daß er Höchst 1943 besucht| ih hat. Dr. Ding hat mir nach seinem Besuch in Höchst nicht mitgeteilt, daß die Ic I IG darauf bestanden habe, daß zukünftige Versuchsreihen zu unterbinden zahl ii wären. Im Gegenteil, er hat mir von seiner guten Verbindung zu Höchst erzählt. al In diesem Zusammenhang ist mir der Name Lautenschläger in Erinnerung. den Y Dr. Ding hat oft erwähnt, daß er bei der IG sehr geehrt würde, worüber wir in Im H Buchenwald sehr erstaunt waren, da die IG als die mächtigste Verbindung galt. Inst H Es dürfte allgemein und insbesondere in deutschen wissenschaftlichen Krei- a ih sen bekannt gewesen sein, daß die SS über nennenswerte Wissenschaftler nicht 1er N verfügte. Es ist offensichtlich, daß es sich bei den in den Konzentrationlagern au A mit IG-Präparaten durchgeführten Versuchen nur um das Interesse der IG eni IK handelte, die mit allen Mitteln bestrebt war, die Wirksamkeit ihrer Präparate Nid # festzustellen bzw. die— ich möchte sagen— Schmutzarbeit in den Konzen- gein trationslagern durch die SS machen zu lassen. Die IG war darauf bedacht, diese race = ı Ein Werk der IG Farben. 2 Vgl. Abb. 48. Ste, 3 In dem Lebenslauf, der seiner Dissertation beiliegt, schreibt Hoven aber:„Seit 1943 bin ich ferner Stellvertretender Leiter der Abteilung für Fleckfieber- und Virusforschung des Hygiene-Insti- tutes der Waffen-SS.“= au .i ee em tr ee Es ae re 164 station denen t, daß pfstoff ete, in e von Ist an ation“, 2, daß >, nicht fertigt 1 diese gehen. sehen reisung N WOI- nso ist 1g, WO- 46 be- orden. ges an hat sie in Ver- besucht laß die binden srzählt. aerung, - wir in ng galt. n Krei- ar nicht nlagern der IG äparate onzen- t, diese 3 bin ich ene-Insti- Tatsache nach außen hin nicht in Erscheinung treten zu lassen, sondern die näheren Umstände ihrer Versuche zu verschleiern, um aber dann den Extrakt, d.h. den Gewinn daraus für sich zu ziehen. Nicht die SS, sondern die IG hatte die Initiative bei diesen Versuchen in den KZ. Mir ist in Erinnerung, daß, nachdem die Versuche mit dem IG-Präparat Rutenol in Block 46 in Buchenwald angelaufen waren, Dr. Ding über dieses schlechte Präparat sehr empört war. Er beabsichtigte, an die IG zu schreiben, damit diese die Lieferung von Rutenol einstelle. Bis zu meiner Verhaftung im September 1943 ist in Buchenwald weder eine Fleckfieberepidemie noch ein einziger Fleckfieberfall!, der auf natürlichem Wege ausgebrochen ist, vorgekommen. Sämtliche Fleckfiebererkrankungen in Buchenwald sind durch künstliche Infektion hervorgerufen worden. Ich habe jede der drei(3) Seiten dieser Erklärung unter Eid sorgfältig durch- gelesen und eigenhändig gegengezeichnet, habe die notwendigen Korrekturen in meiner eigenen Handschrift vorgenommen und mit meinen Anfangsbuch- staben gegengezeichnet und erkläre hiermit unter Eid, daß ich in dieser Erklä- rung nach meinem besten Wissen und Gewissen die reine Wahrheit gesagt habe. gez.: Dr. Waldemar Hoven 3. Oktober 1947 Prozeß VI, Dok. NI- 12 182. An den Polizeichef von Steinbach-Hallenberg Ich bin seit 1989 am Robert-Koch-Institut tätig. Während dieser Zeit kamen zahlreiche Ärzte von der Wehrmacht und Waffen-SS studienhalber an das In- stitut. Da ich auf der Seuchenabteilung(Untersuchungsamt) arbeitete, hatte ich den Auftrag, sie in die bakteriologische Diagnostik und Technik einzuführen. Im April 1943 wurde ein Sturmbannführer der Waffen-SS, Dr. Gross, an das Institut kommandiert.... Dr. Gross erzählte mir, daß Sturmbannführer Dr. Ding an etwa 4000 Insassen von Konzentrationslagern die Wirksamkeit verschiede- ner Fleckfieberimpfstoffe ausprobiert hätte. Der größte Teil dieser Personen wurde vorher schutzgeimpft und nachträglich fleckfieberinfiziert, während man einige Hundert ohne Immunisierung nur infizierte. Die Sterblichkeit bei den Nichtschutzgeimpften soll fast 100prozentig gewesen sein. Auch bei den Schutz- geimpften sollen zahlreiche Todesfälle vorgekommen sein... Dr. Stefan Winkle wissenschaftlicher Oberassistent am Robert-Koch-Institut, Berlin N 65, Föhrer Str. 2 Steinbach-Hallenberg, den 27. VI. 1945 BA 503- 38. Abschrift. 1 Im Winter 1939/1940 gab es Fleckfiebererkrankungen in Buchenwald. 165 Fe en een u u RE EEE u an ee Kr PERL RA FAAHRAHHARANAAAAAAARAHAAHAHAFAAAARA ANA IN VERTRETEN LUNG NUR UUNUUEN De ee ee ee er; ge GEHE DE Se TEE ee ner Sl nn ne ze erg Te ni N “ a Ei N | N H H It YUVERTLLELLNNTERLERURKELELENERNEHENE Die Aussage des Kapos Ich, Arthur Dietzsch, Festung Landsberg, nachdem ich darauf aufmerksam gemacht worden bin, daß ich mich wegen falscher Aussage strafbar mache, stelle hiermit unter Eid freiwillig und ohne Zwang folgendes fest: .., Die Berichte über die Versuchsreihen mit Fleckfieber in Block 46 habe ich in Zusammenarbeit mit einem Schreiber auf Grund der Krankengeschichte und des Kurvenmaterials geschrieben. Dr. Ding hat diese Berichte nach Berlin genommen und sie den interessierten Stellen gezeigt. Dr. Ding hat mir erzählt, daß die Bewertungsverhältnisse der verschiedenen Impfstoffe der IG mitgeteilt worden sind, sowie daß die Behringwerke(IG) über die mit ihren Impfstoffen erzielten Ergebnisse sehr enttäuscht gewesen seien. Bei seinen Reisen nach Berlin hat Dr. Ding auch die Krankenkurven und Krankengeschichten mitgenommen; aus diesen ging hervor, daß es sich um künstlich gesetzte Infektionen handelte. Laut Aussage Dr. Ding hat die IG einen Vertrauensmann nach Berlin ge- sandt, der dort in das vorliegende Material(Berichte, Sammelkurven) Einsicht nahm, das an sich streng geheim gehalten werden sollte. Auf Grund der IG hat Dr. Ding in Block 46 Versuche mit den IG-Thera- peutika Acridin und Rutenol(3582) an künstlich mit Fleckfieber infizierten Häftlingen durchgeführt. Die IG hat von diesen Präparaten unheimliche Men- gen nach Buchenwald geschickt... Einer der IG-Herren(Dr. Weber) ist Mitte 1943 auf etwa”% Stunde auf Block 46 gewesen. Ich habe während dieser Zeit neben ihm gestanden und ihm die großen Kurvenblätter mit der einzelnen Krankengeschichte, die über jeden fleckfieberkranken Häftling geführt wurden, vorgelegt... Dr. Weber war über die Versuchsergebnisse mit den IG-Präparaten sehr deprimiert und zuckte dauernd die Achseln. Er hat im Laufe der Unterhaltung Ding-Schuler gegenüber auch zum Ausdruck gebracht„Die IG will offiziell von den Versuchen an Menschen resp. von einer künstlichen Infektion an Men- schen keine Kenntnis haben.“... Die zwischen IG und dem KZ Buchenwald geführte Korrespondenz wurde unter„Streng vertraulich und geheim“ geführt, da es sich um Experimente mit Menschen handelte... 2. Oktober 1947 Arthur Dietzsch Prozeß VI, Dok. NI- 12 184. Die Aussagen des Augenzeugen Balachowsky: Ich wurde am 1. Mai 1944 nach Buchenwald zurückbeordert und dem Block 50 zugewiesen, der eigentlichen Fabrik zur Herstellung der Impfstoffe gegen Typhus und Fleckfieber. Diese Versetzung von Dora nach Buchenwald erfolgte, weil die Lagerleitung in der Zwischenzeit erfahren hatte, daß ich ein Spezialist für diese wissenschaftlichen Versuche war. Man wollte mich daher innerhalb des Blocks 50 bei der Herstellung von Impfstoffen ein- 166 daher zustöl unsrig Akter von F selbeı erksam >, Stelle 6 habe chichte ‚ Berlin edenen ke(IC) ewesen en und ich um lin ge- Zinsicht -Thera- izierten e Men- nde auf ınd ihm r jeden en sehr haltung offiziell ın Men- , wurde onte mit Dietzsch beordert ung, der yra 04 en hatte, n wollte setzen. Ich wußte übrigens bis zum letzten Augenblick nicht das Geringste von diesen Maßnahmen. Ich machte also am 1. Mai 1944 die Bekanntschaft von Block 50 und blieb dort bis zur Befreiung des Lagers am 11. April 1945. Block 50, in dem Impf- stoffe hergestellt wurden, stand unter der Leitung von Sturmbannführer Schuler,! das heißt einem Arzt im Range eines Sturmbannführers, was ungefähr dem Range eines SS-Majors entsprach. Ihm unterstand also der Block, und er war für die Herstellung verantwortlich. Dem gleichen SS-Sturmbannführer Schuler unterstand noch ein anderer Block im Lager Buchenwald. Das war Block 46, der berüchtigte Versuchsblock, in dem Menschen als Versuchskanin- chen interniert waren. Block 46 und 50 hatten ein gemeinsames Sekretariat. Es war das sogenannte„Geschäftszimmer“. Dort wurden alle Akten, die gesamte Post, die Karteikarten über die Versuche, sowie alle Entscheidungen auf- bewahrt, die sowohl Block 46 als auch Block 50 betrafen. Der Sekretär von Block 50 war ein politischer Häftling österreichischer Nationalität; mein Freund Eugen Kogon und einige andere Kameraden hatten daher die Möglichkeit, in allen Akten, für die sie verantwortlich waren, herum- zustöbern. Wir wußten daher Tag für Tag, was sowohl in Block 50, dem unsrigen, als auch in Block 46 vor sich ging. Ich selbst konnte die Mehrzahl der Akten von Block 46 an mich nehmen, und selbst das Heft, in dem die Versuche von Block 46 aufgezeichnet waren, wurde gerettet. Wir waren im Besitz des- selben, es war in unseren Händen, und wir haben es dem amerikanischen „Psychological Service“ übergeben. Wir besitzen also in diesem Tagebuch, in diesem Heft, sämtliche in Block 46 vorgenommenen Versuche. Block 46 wurde im Oktober 1941 von einem Ober- sten Ausschuß ins Leben gerufen, der dem Gesundheitsamt der Waffen-SS unterstand. Wir kennen eine gewisse Anzahl von Leuten, die seinem Verwal- tungsrat angehörten. Dieser Block 46 unterstand nämlich der Versuchsabtei- lung 5 der obersten Führung der Waffen-SS in Leipzig. Der Verantwortliche dieser Abteilung war der Inspekteur Mrugowsky, Obergruppenführer der Waffen-SS. Der Verwaltungsrat, der Block 46 schuf, setzte sich aus folgenden Personen zusammen: Dr. Genzken, Obergruppenführer, der höchste Rang in der Waffen-SS; Dr. Poppendick, Gruppenführer der Waffen-SS und schließlich Dr. Handloser, der der Wehrmacht angehörte und von der Militärakademie in Berlin war. Er war ebenfalls an dem Zustandekommen von Experimenten an Menschen be- teiligt. nit bestand der Verwaltungsapparat aus SS-Mitgliedern und dazu Dr. Handloser. Die Versuche selbst wurden von Sturmbannführer Schuler ge- leitet; aber alle Befehle und Anordnungen bezüglich der Experimente, von denen ich Ihnen nachher sprechen werde, sind von Leipzig erteilt worden, das heißt von der Versuchsabteilung der Waffen-SS... ı Ding-Schuler. een See _ gen ne en ee EIER EEE LOL en u a a A ET ET De ge Se Sense eg orte Ds > ee ET RE TE FH+ rs ie eu a ! A FAR AA IN % “ LAAAAAAAR IR TR RR NR TR RN A TRUE TÄNENELNNE NER UUNLUENTLNTURURERRERSENNE PETTETTTSSEIEERINENFEHENREREENS Alle Befehle hinsichtlich dieser Versuche wurden unmittelbar von der ober- sten Leitung in Berlin erteilt. Unter diesen Experimenten, die wir an Hand der Karteikarten, der Resultate, sowie durch die Eingangs- und Ausgangsnummern von Block 46 Schritt für Schritt verfolgen konnten— wenigstens einzelne da- von—, waren zunächst zahlreiche Versuche mit Fleckfieber. In zweiter Linie kamen die Experimente mit Phosphorverbrennungen, drittens Experimente mit Sexualhormonen, viertens Versuche mit Hungerödem, das heißt über Avita- ininosen, fünftens Versuche auf dem Gebiete der Gerichtsmedizin. Es gab somit fünf verschiedene Arten von Experimenten.! M. Dubost: Meldeten sich die Menschen, die zu diesen Experimenten ver- wendet wurden, freiwillig oder nicht? Balachowsky: Die Menschen, die man bei den Experimenten verwendete, wurden nicht nur aus dem Lager Buchenwald, sondern auch von außerhalb dieses Lagers geholt. Es waren keine Freiwilligen. Außerdem wußten sie ge- wöhnlich, bis sie Block 46 betraten, nicht, daß sie zu Versuchszwecken heran- gezogen werden sollten. Die Aushebungen hierfür wurden unter den Ver- brechern? vorgenommen, deren allzu große Zahl man auf diese Weise vielleicht herabsetzen wollte. Außerdem wurden auch politische Gefangene dazu ver- wendet. Ich muß ferner noch bemerken, daß Aushebungen für Block 46 auch unter den sowjetischen Kriegsgefangenen durchgeführt wurden. Ich möchte darauf hinweisen, daß unter den politischen Häftlingen und Kriegsgefangenen, die in Block 46 zu Versuchszwecken verwendet wurden, die Russen aus folgendem Grunde stets in der Überzahl waren: Von allen Insassen der Konzentrationslager waren die Russen diejenigen, die die größte körper- liche Widerstandskraft hatten. Sie besaßen eine weit größere Widerstandskraft als die Franzosen und andere Westeuropäer, und zwar sowohl gegen Hunger und schlechte Behandlung als auch körperliche Widerstandskraft im allgemei- nen... Jedoch waren auch Gefangene anderer Nationalitäten und hauptsächlich Franzosen darunter. Ich kehre nun, wenn Sie gestatten, zu den Einzelheiten über diese Experimente zurück. M. Dubost: Bitte geben Sie uns nicht allzuviel Einzelheiten, denn wir sind keine Spezialisten. Wir wollen nur wissen, daß diese Experimente ohne jede humanitären Rücksichten zwangsweise durchgeführt wurden. Schildern Sie uns den grausamen Charakter dieser Experimente und die Ergebnisse. Balachowsky: Die in Block 46 angestellten Versuche hatten selbstverständlich ein medizinisches Ziel. Die Mehrzahl derselben diente jedoch in keiner Weise der Wissenschaft, so daß man sie fast nicht als Experiment bezeichnen kann. Die Menschen dienten hauptsächlich als Kontrollobjekte für Arzneimittel, Gifte, Bakterienkulturen und so weiter. So brauchte man zum Beispiel zur Herstellung von Impfstoffen gegen Fleckfieber Bakterienkulturen. Das wäre jedoch nicht unbedingt nötig gewesen, denn auch im Institut Pasteur und in allen anderen Instituten der Welt werden solche Versuche ohne Kulturen durchgeführt; man ı Vgl. Abb. 38. 2 Gemeint sind die kriminellen Häftlinge. 168 bikzeı sich a Art k lich is Zeit, 1942 konnt: hunde M. turen Bal Außeı IMT, I Ba Sie vi Natu den, durch gearl mitte fesso; Wenc am N Id scher inB Dur bei schle Met sach Ver Pho ober- ıd der Nmern ne da- ° Linie Ite mit Avita- ) somit N VeI- andete, jerhalb sie ge- heran- n Ver- elleicht zu VeI- 6 auch on und len, die nsassen körper- 1dskraft Hunger |gemei- sächlich ]heiten vir sind ne jede Sie uns tändlich r Weise n kann. |, Gifte, stellung ch nicht anderen rt, man findet inımer Typhuskranke, denen man Blut zur Untersuchung entnehmen kann. Hier war es ganz anders. Im Block 46 haben wir, wie Sie aus den Kartei- karten und aus der Tafel, die Sie vor Augen haben, ersehen können, zwölf verschiedene Bakterienkulturen entdeckt; sie sind mit den Anfangsbuchstaben BU, das heißt Buchenwald, gekennzeichnet und gehen von„Buchenwald 1“ bis „Buchenwald 12“. Im Block 46 wurden diese zwölf Kulturen fortlaufend durch Übertragung von einem Kranken auf einen Gesunden unterhalten, das heißt durch künstliche Einimpfung mittels intravenöser Injektionen von 0,5 bis 1 Ku- bikzentimeter infizierten Blutes, das einem Menschen entnommen wurde, der sich auf der Höhe der Krisis befand. Wir wissen jedoch sehr wohl, daß diese Art künstlicher Typhus-Einimpfung mittels intravenöser Injektionen stets töd- lich ist. Infolgedessen sind alle diejenigen gestorben, die während der ganzen Zeit, in der die Bakterienkulturen verwendet wurden, das heißt von Oktober 1942 bis zur Befreiung des Lagers, zu ihrer Aufrechterhaltung dienten. Wir konnten feststellen, daß die Bakterienkulturen allein insgesamt fast sechs- hundert Menschenleben gefordert haben. M. Dubost: Man hat sie also buchstäblich gemordet, um die Bakterienkul- turen weiterführen zu können? Balachowsky: Jawohl, man hat sie zu diesem Zwecke buchstäblich gemordet. Außerdem wurden Experimente über den Wert von Impfstoffen durchgeführt. IMT, Bd. VI. S. 339-342. Nachmittagssitzung am 29. Januar 1946. Balachowsky: Ich möchte nunmehr über andere Einzelheiten sprechen, die Sie vielleicht interessieren. Es handelt sich um Versuche psychotherapeutischer Natur, bei denen chemische Produkte zur Heilung von Typhus verwendet wur- den. Diese Versuche wurden unter den gleichen Bedingungen in Block 46 durchgeführt. An diesen Experimenten haben deutsche Industriewerke mit- gearbeitet, insbesondere die IG-Farbenindustrie, die eine Anzahl von Arznei- mitteln geliefert hat, welche in Block 46 ausprobiert wurden. Unter den Pro- fessoren, die diese Arzneimittel lieferten und wußten, daß sie in Block 46 ver- wendet werden sollten, befand sich Professor Lautenschläger aus Frankfurt am Main. Das war es, was ich zur Fleckfieberfrage zu sagen hatte. Ich gehe nun zu den Phosphorexperimenten über, die hauptsächlich an russi- schen Gefangenen durchgeführt wurden. Diese Versuche mit Phosphor wurden in Block 46 aus folgenden Gründen an russischen Gefangenen vorgenommen: Durch die von den Alliierten über Deutschland abgeworfenen Bomben wurden bei der Zivilbevölkerung und den Soldaten Brandwunden hervorgerufen, die schlecht heilten. Infolgedessen suchten die Deutschen nach einer Reihe von Medikamenten, die die Vernarbung der durch solche Verbrennungen verur- sachten Wunden erleichtern sollten. Aus diesem Grunde wurden in Block 46 Versuche mit russischen Gefangenen vorgenommen. Es wurden an ihnen Phos- phorverbrennungen künstlich durchgeführt und anschließend wurden die Häft- 169 a WE engen. SE nn di ihnen h h) H A% I h N Fe 2 ee u REEL NL UL LEE engere E ee ee hate een PRETA ALU AHA AHATAAAAAATAHRAAAAHAAAAAAHARRA NEN REN AAN DENUBBANBNBLHN AN UN UNE DTTTLUNDENDERRLTRENTTERTEBTRTESENRERSHEHRENES BEN TERET - EEE er ee Zee ee Se FE RE Fr en E ag gig er en linge mit verschiedenen von der deutschen Industrie gelieferten Arzneimitteln behandelt. M. Dubost: Welches waren die Folgen dieser Experimente? Balachowsky: Diese Experimente gingen immer tödlich aus. M. Dubost: Immer tödlich? Jeder Versuch ist also einem Mord gleichzu- stellen, für den die SS in ihrer Gesamtheit verantwortlich ist? Balachowsky: Verantwortlich sind diejenigen, die diese Einrichtungen ge- schaffen haben. M. Dubost: Das heißt, die SS in ihrer Gesamtheit und die deutsche Ärzte- schaft im besonderen? Balachowsky: Zweifellos, denn die Befehle kamen von der Versuchsabtei- lung 5. Die SS war verantwortlich, denn diese Befehle gingen von dieser Ab- teilung in Leipzig aus, das heißt also von der Obersten SS-Führung. IMT, Bd. VI. S. 345/346. Nachmittagssitzung am 29. Januar 1946. Bericht eines Überlebenden Am 16. August 1942 wurde ich von einem mir nicht bekannten Häftling von meiner Arbeitsstelle geholt und zum Revier gebracht. Dort musterte mich ober- Nlächlich ein Häftling, der im Geschäftszimmer des Reviers beschäftigt war. Der Häftling, der mich von der Arbeitsstelle geholt hatte, brachte mich dann zum Block 46. Hier befanden sich schon ungefähr 60 bis 80 Häftlinge. Ich mußte mich im Auftrage des damaligen Kapo Arthur Dietzsch ausziehen und waschen und mich dann den dort befindlichen Häftlingen anschließen. Die ersten zwei Monate wurde ich gut verpflegt, denn bei der Einlieferung in Block 46 war ich körperlich in sehr schlechtem Zustand. Einige Male wurde mir Blut zur Untersuchung entnommen. Ungefähr Mitte Oktober 1942 wurde ich vom SS-Sturmbannführer Dr. Ding mit Flecktyphus gespritzt. Dabei anwesend war SS-Hauptsturmführer Dr. Ho- ven, der ebenfalls Häftlinge spritzte. Nach 4 bis 7 Tagen erkrankte ich schwer. Meine Temperatur stieg manchmal bis 40°. Diese Erkrankung dauerte ungefähr 14 Tage... Der Verlauf der Krankheit wurde täglich eingetragen. Während der Krank- heit haben sich SS-Sturmbannführer Dr. Ding-Schuler und SS-Hauptsturm- führer Dr. Hoven nur ein Mal gezeigt. Sie untersuchten einige Kranke. Nach- dem ich die Krankheit überstanden hatte, wurde mir dreimal in Abständen von zwei Tagen ungefähr 20 ccm Blut entnommen. Ungefähr drei Tage nach dieser Blutentnahme wurden 30 Häftlinge aus dem Block 46 entlassen, dreimal je 10 Häftlinge. Zu den letzten 10 gehörte auch ich. Die in Block 46 zurückgebliebenen 90 Häftlinge wurden vom Kapo Dietzsch beruhigt mit Ausdrücken wie:„Ihr bleibt noch, um ein bißchen ausgefuttert zu werden.“ Was weiter mit ihnen gemacht wurde, entzieht sich meiner Kennt- nis 170 2] 3. al, mitteln leichzu- gen ge- e Ärzte- hsabtei- eser Ab- ling von ich ober- var. Der ınn zum mich im ınd mich lieferung le wurde Dr. Ding Dr. Ho- anchmal Dietzsch futtert ZU or Kennt Bei der Entlassung aus Block 46 bekamen wir einen Monat Schonung. Außer- dem wurde uns vom Kapo Dietzsch gesagt, daß wir kein Wort von allem, was wir in Block 46 gesehen hätten, sprechen dürften, sonst würden wir alle vom SS-Hauptsturmführer Dr. Hoven auf Block 46 zurückgeholt werden. Jan A. von Leewarden BA 503- 21. Bericht, geschrieben 1945. 19. 3.42 — 4.9.42: 15.10. 42: 25.10. 42: 20.11. 42: 10. 9.42: 22.10. 42 — 5.11.42: 30.11. 42: 31. 3.48: Aus dem Tagebuch der Versuchsstation Fleckfieber-Impfstoff-Versuchsreihe II. Durchführung von Fleckfieberschutzimpfungen mit folgenden Impf- stoffen: 1. 20 Personen mit Impfstoff nach dem Verfahren von Durand und Giroud(Institut Pasteur, Paris) aus Kaninchenlungen, 2. 20 Personen mit Impfstoff nach dem Verfahren von Combiescu, Zotta und Mitarbeitern aus Hunde-Lungen(Hersteller: Canta- cuzino, Bukarest).(Dieser Impfstoff wurde von Herrn Prof. Rose, welcher ihn von Herrn Flottenarzt Prof. Ruge aus Buka- rest erhalten hat, zur Verfügung gestellt.) Künstliche Infektion der vom 19. 8.4. 9. 1942 Schutzgeimpften und der Kontrollen(19 Personen) mit Eidottersack-Virus(Rickettsia Prowazeki). Die Infektion ist bei allen Versuchspersonen angegangen. Kontrollblätter und Kurven werden an Berlin abgegeben. 4 Todes- fälle bei der Kontrolle. Dr. Ding SS-Hauptsturmführer Kommando von SS-Hauptsturmführer Dr. Ding an das Institut Pasteur nach Paris zu Prof. Giroud. Fleckfieber-Impfstoff-Versuchsreihe II. Fleckfieberschutzimpfung an 20 Personen mit Impfstoff nach Giroud, Paris. (Dieser Impfstoff wurde von SS-Hauptsturmführer Dr. Ding nach der Herstellung direkt aus Paris mitgenommen) Künstliche Infektion mit Hühnereidottersackmaterial vom Robert- Koch-Institut der 20 Schutzgeimpften und von 6 Kontrollen. Die Versuchsreihe wird 6 Wochen beobachtet und dann ergebnis- los abgebrochen, da in der Kontrollreihe keine Erkrankungen auf- traten. Dr. Ding SS-Hauptsturmführer Therapieversuche„Akridin-Granulat“ und„Rutenol“. Zur Durchführung der Therapieversuche„Akridin-Granulat“(A-Gr) und Rutenol(R) werden 40 Personen mit Ei-Rickettsien infiziert. za u ee ge ee En } N N ’ Due BE nee ne a hu a ne ET har TEIL IU TARA TAATARAAAATAHAAAATAAAA FAHNEN UN LEN LUNUEEHNENELUNUNUENE FLTTTLTTNENDERLLDRERNTRRLEBERKELERRRERNEHRER Ta nr Een a ge ge ee en nn ci Be anime ET a ep A EEE Fan N Ai \ ) Hi N X | H | EULERTENS 11. 4.43: Es kommt bei mehrwöchentlicher Beobachtung wiederum zu keiner I A743: 13. 4.48: Erkrankung. Mitteilung an SS-Standartenführer Doz. Dr. Mrugowsky und Prä- sident Prof. Gildemeister. Der vor einem Jahr noch hoch virulente Stamm„Matelska“ scheint nicht mehr menschen-pathogen zu sein. Es muß daher eine neue Art der künstlichen Infektion gefunden werden, die sicher zu einer Fleckfiebererkrankung führt. gez. Dr. Ding SS-Sturmbannführer Vorversuch©: Zur Feststellung eines sicheren Infektionsmodus werden Versuche mit Fleckfieberkranken-Frischblut angestellt. Es wurde wie folgt infiziert: 3 Personen mit je 2 ccm Frischblut- intravenös 2 Personen mit je 2 ccm Frischblut- intramuskulär 2 Personen mit je 2 ccm Frischblut- subkutan 9 Personen mit Skarifikation 2 Personen mittels Impflanzette- kutan. Die intravenös Infizierten erkrankten an typischem schwerem Fleck- fieber und verstarben infolge Versagens des Kreislaufes. Die übri- gen Versuchspersonen klagten nur über geringe Beschwerden, ohne klinisch krank zu werden. gez. Dr. Ding SS-Sturmbannführer Vorversuch D: Es wurden infiziert: 6 Personen mit je 2 ccm Frischblut— intravenös 6 a N 22ccm 5— intramuskul 6 4 we D ccm en— subkutan 6 5 nach Skarifikation 6£ mittels Impflanzette kutan. Die 6 intravenös Infizierten erkrankten wieder an sehr schwerem Fleckfieber; 5 verstarben. Von den intramuskulär Infizierten erkrankte eine Person an mittel- schwerem Fleckfieber. Die übrigen waren ohne wesentliche klinische Beschwerden. Der sicherste Infektionsmodus zur Erzeugung von Fleckfieber bei Menschen ist demnach die intravenöse Injektion von 2 ccm Fleck- fieberkranken-Frischblut. gez. Dr. Ding SS-Sturmbannführer 13, un 14, 4 Een Proz, e 1 keiner ind Prä- Arulente Zu sein, efunden Ding inführer Versuche vie folgt m Fleck- Jie übri- en, ohne Ding nnführer ‚chwerem ın mittel- ‚klinische heber bei m Flek- ‚Ding ‚nnführer 13. und 14. 4.48%: Kommando von SS-Sturmbannführer Dr. Ding zu der IG-Farben- 10. industrie AG., Höchst. Besprechung mit Prof. Lautenschläger, Dr. Weber und Dr. Fußgänger über die V ersuchsreihen„Akridin- Granulat und Rutenal“ im K. L. Buchenwald. Besuch bei Herrn Geheimrat Otto und Prof. Prigge im Institut für experimentelle Therapie in Frankfurt/Main. 4.43: Therapieversuche Akridin-Granulat(A.-Gr. 2) und Rutenol. Zur Durchführung der T herapieversuche Akridin-Granulat und Rutenol werden 80 Personen(je 15) und 9 zur Kontrolle durch intra- venöse Injektion von je 2 ccm Fleckfieberkranken-Frischblut infi- ziert. Sämtliche Versuchspersonen erkrankten an sehr schwerem Fleckfieber. 6.43: Krankheitsblätter und Kurven fertiggestellt. Die Versuchsreihe wird abgeschlossen. 21 Todesfälle(8 bei Akridin-Granulat) (8 bei Rutenol) (5 bei Kontrolle). gez. Dr. Ding SS-Sturmbannführer 4. 43— 5.43: Kommando von SS-Sturmbannführer Dr. Ding nach Paris zur Be- schaffung von Labormaterial für die„Abteilung für Fleckfieber- und Virusforschung“ und das Hygiene-Institut. 6. 43: Typhus-Therapie-Versuch„Otrhomin“. Auf Anregung des Robert-Koch-Instituts, Berlin(Prof. Dr. Locke- mann) soll die Wirkung eines neuen Therapeutikums aus der Rhodanreihe— Otrhomin im Menschenversuch erprobt werden. Zu diesem Zweck wurden am 10. 6. 1943 bzw. 18. 6. 1943 20 Personen der Reihe„Otrhomin“ und 20 Personen zur Kontrolle(davon 10 Im- munisierte und 10 Nichtimmunisierte) durch je 2 ccm Typhus- bazillenaufschwemmung in phys. Kochsalzlösung, gegeben in Kar- toffelsalat, infiziert. Von den 40 Personen erkrankten 7 leicht und 93 mittelschwer. Weiterhin waren 6 ambulante Fälle zu verzeich- nen. 4 Personen zeigten keine Krankheitserscheinungen. 98. 7.43: Fieberkurven und Krankenblätter der Reihe„Otrhomin“ fertig- gestellt und nach Berlin übersandt. gez. Dr. Ding SS-Sturmbannführer Prozeß VI, Dok. NO 265. 173 ee EEE HELEN LE — u en Pr re Zeh ge EEE ALL LEE ee ra et ILUENDRELLERENELERLENERKEREN KERZHLHRENEVZERZE NS: FAN AHHAANAAAHAAHAAAHHA HA CULKETEEIEGEN TU SA NIT LURUNTUT VIA AN URUNHUUE k| vll 2 B: Um R IG Farbenindustrie Aktiengesellschaft. f ER h 2 1 Imp ste # Vorstand: Hermann Schmitz, Vorsitzer‘, ph Vorsi fsichtsrats: Carl Bosch? im I orsitzer des Aufsichtsrats: Carl Bosch“, en r Fritz Gajewski, Heinrich Hörlein, August v. Knieriem?, ne Carl Krauch, Fritz ter Meer*, Christian Schneider, Georg v. Schnitzler, u a“ Otto Ambros6, Max Brüggemann, Ernst Buergin, Heinrich Bütefisch?, en Bernhard Buhl, Paul Haeflinger, Max Ilgner®, Constantin Jacobi, eo. Friedrich Jähne?, Hans Kühne!?, Carl L. Lautenschläger, Wilhelm R. Mann, En Heinrich Oster, Wilhelm Otto, Otto Scharf, Hermann Waibel, Hans Walther, a i Eduard Weber-Andreae, Carl Wurster!!. DS nahme BAYER gen fü Behringwerke Trupp Marburg-Lahn Soll erründ. v. hiervo geg x ah E. v. Behring 22 An die= Bl ärztliche Leitung Leverkusen-I. G. Werk, den 2.1. 1940 eser des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar. Betrifft: Schutzimpfung gegen Dysenterie Wir kommen heute auf die bei Ihnen mit unseren Dysenterie-Impfstoffen Prozeß durchgeführten Impfungen zurück. Wie Ihnen bekannt, wurden von uns zwei verschiedene Präparate für die Impfung, zur Verfügung gestellt, und zwar handelt es sich bei der einen Gruppe um Verwendung unseres handelsüblichen Impfstoffes, bei der 2. Gruppe um ein neues von uns herausgebrachtes Prä- parat, einen an Aluminiumhydroxyd absorbierten Impfstoff. Wie Sie uns seiner- zeit mitteilten, war die Verträglichkeit des neuen Impfstoffes wesentlich besser 5 als diejenige unserer alten Dysenterie-Vaccinen. I Fre re Lausan Im folgenden von einigen Vorstandsmitgliedern der IG-Farben die Strafen im Prozeß gegen die Aheina IG-Farben und ihre heutigen Stellungen: Mannh 1 Hermann Schmitz 1948: 4 Jahre Gefängnis, 1958: Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der des Vo Rheinischen Stahlwerke, Essen. Deutse 9 2 Carl Bosch gest., Frau Geheimrat Bosch 1958: Aufsichtsratsmitglied der Badischen Anilin- und Arbeit Mi Sodafabrik AG, Ludwigshafen. bau ur A 3 August von Knieriem 1958: Vorsitzender des Aufsichtsrates der IG Farbenindustrie. Nialba R 4 Fritz ter Meer 1948: 7 Jahre Gefängnis, 1958: Vorsitzender des Aufsichtsrates der Farben- Tlums IH fabriken Bayer AG, Leverkusen, der Waggonfabrik Uerdingen AG, Krefeld-Uerdingen, Aufsichts- Flücht N ratsmitglied der Goldschmidt AG, Essen, des Commerz-Bankvereins AG, Düsseldorf, der Ver-%r h) einigten Industrie-Unternehmen AG, Bonn. Hoedh KR 5 Christian Schneider 1958: Aufsichtsratmitglied der Süddeutschen Kalkstoffwerke AG, Trostberg. schen u 6 Otto Ambros 1948: 8 Jahre Gefängnis, 1958: Aufsichtsratmitglied der Bergwerksgesellschaft 2 Yl Hibernia AG, Herne/Westfalen, der Süddeutschen Kalkstoffwerke AG, Trostberg. Indus Hi? Heinrich Bütefisch 1948: 6 Jahre Gefängnis, 1958: Vorsitzender des Aufsichtsrates Kohle-Öl- a Kin Chemie GmbH, Gelsenkirchen, Aufsichtratsmitglied der Feldmühle Papier- und Zellstoffwerke AG, Lady ii Düsseldorf-Oberkassel. Stell, A N 174 HN Kl an mpfstoffen | uns zwei und zwar Isüblichen ‚chtes Prä- ıns seinel- lich besser ‚eß gegen die ‚chtsrates der n Anilin- und e. der Farben- en, Aufsicht“ orf, der Ver 6, Trostbert: kogeselschaft Kohle-Öl- tes ke 16, toffwer Um nun auch einen Überblick über die immunisatorische Wirkung beider Impfstoffe zu erhalten, wäre es notwendig, entsprechende Titerbestimmungen im Blut der Geimpften vorzunehmen. Wir würden dadurch sowohl über den durch die Impfung tatsächlich erreichten Schutz bei den Insassen des Lagers unterrichtet werden und gleichzeitig ein Urteil über die Schutzwirkung des neuen Impfstofles gewinnen. Wir möchten deshalb heute mit der Bitte an Sie herantreten, uns bei der Auswertung der Impfung in dem Sinne behilflich zu sein, daß sie uns von jeder Gruppe je 100 Blutproben einsenden. Wir würden die Austitrierung in unserem Institut für Experimentelle Therapie durchführen. Die Bedeutung dieser Maß- nahme ist umso größer, als aus den Ergebnissen evtl. auch weitere Folgerun- gen für vorzunehmende Impfungen in anderen Lagern, vielleicht auch bei der Truppe, gezogen werden könnten. Sollten Sie mit unserem Vorschlag einverstanden sein, so bitten wir, uns hiervon kurz zu benachrichtigen. Wir werden Ihnen dann eine entsprechende Anzahl Venuelen zugehen lassen, die ja die Blutentnahme und die Verschickung des Blutes wesentlich erleichtern. In der Hoffnung, auf Ihre Unterstützung in dieser Frage rechnen zu können, zeichnen wir mit Heil Hitler! Behringwerke gez. Unterschrift gez. Unterschrift unleserlich unleserlich Prozeß VI, Dok. NI- 12 176. 8 Max Ilgner 1948: 3 Jahre Gefängnis, 1958 Generalbevollmächtigter der Udie Societe Anonyme, Lausanne, Geschäftsführender Vorsitzender der Rheinauer Holzhydrolyse GmbH, Mannheim- Rheinau, Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Chemischen Holzverwertung GmbH, Mannheim-Rheinau, Aufsichtsratmitglied der Deutsch-Überseeischen Bank, Hamburg, Vorsitzender des Vorstandes des Freundeskreises für Christlichen Aufbau eV, Hamburg, Vorstandsmitglied des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumplanung, Köln, Mitglied des Arbeitskreises für Industrielle Standortwahl beim Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städte- bau und Raumplanung, Köln, Stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Heimathilfe(früher Kolo- nialbank), Berlin, Beirat der Freunde des Instituts für Europäische Geschichte, Mainz, des Kurato- riums der Abendländischen Akademie, München, der AER-Europäschen Forschungsgruppe für Flüchtlingsfragen, München. 9% Friedrich Jähne 1948: 1% Jahre Gefängnis, 1958: Vorsitzender des Aufsichtsrates der Farbwerke Hoechst AG, Frankfurt/M.-Hoechst, der Adolf Messer GmbH, Frankfurt/M., Vorsitzender der Deut- schen Gesellschaft für Arbeitsschutz. 10 Hans Kühne 1958: Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der AG für Chemische Industrie, Gelsenkirchen-Schalke, der Chemischen Werke Hüls/Marl. 11 Carl Wurster 1958: Vorsitzender des Vorstandes der Badischen Anilin- und Sodafabrik AG, Ludwigshafen, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gewerkschaft Auguste Victoria, Marl/Westfalen, Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Duisburger Kupferhütte, Duisburg. 175 \ I d h } ; ; ne Sage S—- RETAIL AATA AAHAANAAATANAAAAARAHAARAAAARAAN EARTH VE RE NUN ER HEN UEN UNTEN ee Ta a a a en ug a er ee ee == a cn u Gi ee LA, N ‚hl f A| ni H Al Ai HK X H Hl N VERRELNEENNLHELENENKN ITLLRSNEHREHLNEERIENGG Dr. D./Hp. 6583 14.1. 1942 Herrn SS-Obersturmführer Hoven Lagerarzt KL Buchenwald bei Weimar Sehr geehrter Herr Obersturmführer! Unter Bezugnahme auf verschiedene Unterhaltungen unserer Herren mit den Herren des Hyg. Institutes der Waffen-SS, Berlin, Knesebeckstraße 43/44, ge- statten wir uns, Ihnen gratis per Expreß für 50 Personen 7X25 ccm Fleckfieberimpfstoff zuzusenden. Dieser Impfstoff ist konzentriert und ist mindestens doppelt so stark, wie der Fleckfieberimpfstoff, den das Hyg. Institut der Waffen-SS durch den Linksunterzeichneten bereits erhalten hat. Bekanntlich sollen neben dem konzentrierten Impfstoff, der Ihnen heute zugeht, und dem früher von uns her- gestellten Impfstoff noch Versuche mit anderen Impfstoffen durchgeführt werden. Heil Hitler! 1. G. Farbenindustrie Aktiengesellsch. Abteilung Behringwerke Marburg (Stempel)(Stempel) gez. Dr. Demnitz gez. i. V. Oldenburg Prozeß VI, Dok. NI- 10.255. (Stempel) Höchst Dir. Abt. 13. VII. 44-9 Dr. med. Erwin Ding Weimar-Buchenwald, 11. Juli 1944 SS-Sturmbannführer(Stempel) Geheim! Leiter der Abteilung(Stempel) Eirledigt... für Fleckfieber- und(Stempel) Sekretariat Virusforschung am Prof. Lautenschläger Hygiene-Institut der Eing. 13. Juli 1944 Waffen-SS An die Chemisch-Pharmazeutische und Sero-Bakteriologische Abteilung der I. G. Farbenindustrie A. G. z. Hd. von Herrn Dir. Prof. Dr. Lautenschläger, Höchst a. M. Sehr geehrter Herr Professor! Durch Ihre liebenswürdige Einladung vom 5. April 1943 an SS-Oberführer Dozent Dr. Mrugowsky oder seinen Sachbearbeiter wurde ich zu einem Besuch in Ihrem Werk in Frankfurt a. M.-Höchst befohlen. 176 Anlä ber un! Jung ft s5 We durchg Nr, 35: Wie geführ 9 Pers ten 30 Prozeß Sasse, vorhe Dis y 0 Vace Starh EB: .1,199 ı mit den 3/44, ge- oppelt so SS durch ben dem ı uns her- chgeführt gesellsch. farburg pel) )Idenburg „Juli 1944 heim! ledigt.- Anläßlich meines Zusammentreffens mit Ihnen, sowie den Herren Dr. We- ber und Dr. Fußgänger, haben wir die auf der Klinischen Station der„Abtei- lung für Fleckfieber- und Virusforschung“ des Hygiene-Instituts der Waffen- SS Weimar-Buchenwald in der Zeit von Anfang Januar bis Ende April 1943 durchgeführten Fleckfiebertherapieversuche mit Ihrem Nitroacrid-Präparat Nr. 3582 und Rutenol besprochen. Wie Ihnen bekannt, haben die an 39 fleckfieberkranken Personen durch- geführten Versuche ein negatives Ergebnis gehabt. In der Kontrollreihe von 9 Personen verstarben 5, von den mit Acridin-Granulat und Rutenol behandel- ten 30 Personen 16... Heil Hitler! Ihr ergebener gez. Ding Prozeß VI, Dok. NI- 9747. Der Arztschreiber sagt aus Ich, Eugen Kogon, erkläre hiermit unter Eid: -..Zu meinen Pflichten als 1. Privatsekretär von Dr. Schuler gehörte, daß ich persönlich die gesamte Korrespondenz führte zwischen Dr. Schuler und dem Hygiene-Institut der Waffen-SS unter Leitung von Dr. Joachim Mrugowsky, dem SS-Führungsamt und SS-Wirtschafts-Verwaltungs-Gesundheitsstelle der Waffen-SS unter der Leitung von Karl Genzken, der Versuchsabteilung V Leip- zig des Reichsführers SS unter der Leitung von SS-Oberführer Poppendick, der Militirmedizinischen Akademie in Berlin unter der Leitung von Dr. Siegfried Handloser, die von einem gewissen Dr. Schmied geführt wurde, dem Institut für Fleckfieber- und Virusforschung, dem Oberkommando des Heeres(OKH) in Krakau unter der Leitung von Major Dr. Eyer, allen industriellen Firmen, d. h. IG Farben, Behring-Werke usw. und allen anderen Ämtern der SS, mit denen Dr. Schuler korrespondierte... Fleckfieber- und Virus-Experimente ... Im Laufe dieser Versuche wurden 75°/o der ausgesuchten Anzahl der In- sassen mit einer der vorher erwähnten Vaccinen injiziert oder mit einer der vorher erwähnten chemischen Substanzen genährt und nach Verlauf von drei bis vier Wochen mit Fleckfiebergift infiziert. Dann wurden die verbleibenden 250/o ohne vorhergehende Schutzmaßnahmen infiziert, um die Resultate der Vaceine und der chemischen Substanzen zu vergleichen. Ungefähr 135 Insassen starben zwischen April 1943 und März 1945 an den Folgen dieser Versuche. 13 Buchenwald late } kr Wi j WG h " a Rn ee er EEE DL LE, EEE je SR eh ae, VAL LATA AARAAAARATARAAAARAAAAAAAANAAAAAN SAN NE NT ENT NETWTURUREHNEN PR TUNLLUUENLLUTLULDENBERLLSRENETERLEBERKERRERRRAREHEKHRNRRKER Be gg en Te ee rede en ee ee ee ee.= ern nn ne Fo, er RT er ge re Fe Ze Zu Een u era ee ir er de Versuche mit Gelbfieber, Pocken, T yphus, Paratyphus, A und B, Cholera und Diphtherie. Diese Versuche wurden auch im Block 46 von Dr. Schuler durchgeführt. Sie wurden in derselben Art wie die Fleckfieber- und Virusexperimente durch- geführt, das heißt 75°/o erhielten Einspritzungen und wurden später infiziert, während die verbleibenden 25/0 nur infiziert wurden, um den Wert der ver- schiedenen Vaccine zu beurteilen. Infolge dieser verschiedenen Versuche starben ungefähr 12 Insassen während meiner Arbeitszeit unter Dr. Schuler. Versuche mit verschiedenartigen Giften. Diese Versuche wurden auch von Dr. Schuler in Gegenwart des SS-Lager- leiters Schobert, SS-Sturmbannführer Dr. Konrad Morgen(in einem Falle) und SS-Hauptsturmführer Dr. Wehner geleitet. Bei diesen Versuchen wurden verschiedene Gifte russischen Kriegsgefange- nen in täuschender Art, zum Beispiel in Nudelsuppe, zugeführt. Die vorher er- wähnten Personen standen hinter einem Vorhang, um die Wirkung des Ge- nusses dieser giftigen Substanzen auf die Gefangenen zu beobachten. Dr. Schuler und Arthur Gadczinski, erster Schreiber in Block 46, gaben mir eine genaue Beschreibung dieser Versuche. Solche Versuche wurden bei 2 verschiedenen Gelegenheiten durchgeführt. Im 1. Falle, der im Krematorium durchgeführt wurde, starben 4 russische Ge- fangene sofort und im 2. Falle, durchgeführt in Block 46, überlebten die russi- schen Gefangenen die Versuche, zu welchen sie verwendet waren, wurden aber sofort ins Krematorium gebracht und dort aufgehängt. Der Grund der soforti- gen Hinrichtung dieser Gefangenen war, eine Autopsie an den Leichnamen gleich vornehmen zu können. Versuche mit Phosphor-Kautschuk— Inhalt der Brandbomben der Alliierten. Diese Versuche wurden an Insassen des Blocks 46 im eigenen Raum von Dr. Schuler in Block 50 vorgenommen. Der Zweck dieser Versuche war, Wun- den der Insassen zu infizieren und dann verschiedene Substanzen aufzulegen, besonders eine der deutschen chemischen Firma Madaus Gesellschaft, um die Heilwirkung dieser verschiedenen Substanzen festzustellen. Infolge dieser Ex- perimente wurden Insassen lebenslängliche Verwundungen zugefügt— unge- fähr 6 Insassen wurden zu diesen Versuchen verwendet. Versuche mit altem Blutplasma, geliefert von der Militär-Medizinischen Akademie in Berlin. Diese Experimente wurden von Dr. Schuler an Insassen ausgeführt, welche zuvor in Fleckfieberserien verwendet worden waren, d. h. diese waren glück- licher und auf dem Wege der Besserung. Das alte Blutplasma wurde an diesen Insassen verwendet, um seine Zusammenstellung und Wert zu weiterem Ge- brauch bei der Wehrmacht festzustellen. Als eine Folge dessen erlitten die In- sassen gelegentlich schwere Nervenerschütterungen. Einige dieser Personen 178 Ge Insas wand sollt: wald und dies: 200. Lebi hi des erha yurun wurden für diese 2 Versuche verwendet, nämlich Fleckfieber und altes Blut- plasma und starben auch nachher, die Ursache des Todes konnte jedoch nicht ührt, Sie festgestellt werden, d. h. ob die Versuche mit Fleckfieber oder mit altem Blut- © durdh- plasma oder diese beiden gemeinsam die unmittelbare Todesursache waren. infiziert,} der ver- Versuche mit Fleckfieber-Rekonvaleszenten entzogenem Blut, um ein Serum} e starben zu erzeugen, das als Antitoxin zu verwenden wäre. Dr. Mrugowsky befahl Dr. Ellenbeck, Chef des Gästelaboratoriums im N Block 50, diese Experimente im Block 46 durchzuführen. Diesen Befehlen ge- mäß verwendete Dr. Ellenbeck ungefähr 120 Gefangene des Blockes 46 für diese Versuche. Diesen Rekonvaleszenten entzog Dr. Ellenbeck in verschiedenen ala) SS-Lager- 'alle) und: N Stadien der Krankheit Blut, welches zur Serumerzeugung verwendet wurde, N! sgefange. um späterhin als Antitoxin für Fleckfieber im SS-Spital in Berlin verwendet zu h‘ Be werden. Wie in anderen Fällen, konnte nicht festgestellt werden, ob die Re- I I vorher er- . konvaleszenten infolge des Fleckfiebers oder ihrer Erschöpfung starben oder j infolge der Blutentnahme zu diesen Zwecken. 2 ne eg: en a gen jaben mir Versuche mit arbeitsunfähigen Insassen hgeführt. Gemäß den Befehlen von Dr. Mrugowsky wurde arbeitsunfähigen und alten h sische Ge- Insassen Blut durch Dr. Ellenbeck abgenommen, um es in Blutplasma zu ver- I" die russi- wandeln, welches im Waffen-SS und SS-Hospital in Berlin verwendet werden IR ırden aber sollte. Die Insassen waren in dem sogenannten Kleinen Lager im Buchen- ler soforti- walder Konzentrationslager und waren infolge ihres Zustandes arbeitsunfähig N sichnamen und konnten keine anstrengende Tätigkeit ausführen. Dr. Ellenbeck gab jedem dieser Invaliden ein kleines Stück Wurst und Brot mit dem Inhalt von 150 bis 200 ccm Blut. In dem Kleinen Lager hungerten Tausende von Insassen infolge Alliierten. Lebensmittelmangel. Sie erhielten tatsächlich keine Nahrung, weil sie als un- fähig zur Arbeit bezeichnet waren, deshalb volontierten Hunderte von Insassen des Kleinen Lagers, besonders französische Häftlinge, um etwas Nahrung zu ES me en nu nn Raum von nal, Wun- ufzulegen, erhalten. ft, um die...In den meisten Fällen wurde bis zu 400 ccm Blut den Insassen abge- ii dieser Ex nommen, obwohl er ihnen tatsächlich Wurst und Brot für 150 bis 200 ccm gab. I yt— unge Ungefähr tausend Personen wurden in diesem Fall verwendet, infolge des Zu-» i standes der Insassen vor der Blutentnahme ist es unmöglich festzustellen, Mi welches die Todesursache war. Im Kleinen Lager starben die Insassen wie die 4 Fliegen... N Ich schrieb das obige Affidavit in Englisch; es besteht aus 11 Seiten und ist 19 hrt, welche nach meinem besten Wissen und Gewissen wahr und korrekt. Ich habe diese Ri 1 glüde eidesstattliche Erklärung freiwillig gemacht, ohne Versprechung auf Belohnung, h nr Pe und ich war keinem Zwang oder einer Drohung ausgesetzt.” ke Ce Dr. Eugen Kogon 1 Et 24. September 1946 N econ Prozeß VI, Dok. NO- 281. h| 179 R h 2. ee PEELTTTUTTLTTERTELLLEIERLLUERSEREUERNE BGG RENTE il. \ Reichsarzt SS und Polizei Berlin-Zehlendorf 6, den 12. 9. 1944 dies zı A] Der Oberste Hygieniker Spanische Allee 1012 in der N} Tgb.-Nr.: Geh. 364/44 Dr. Mru/Eb. geröte H, Geheime Kommandosache Die H Betrifft: Versuche mit Akonitinnitrat-Geschossen. Die ü u An das später un Kriminaltechnische Institut verdr N z. Hd. von Herm Dr. Widmann Schlie N Berlin Verui N Im Beisein von SS-Sturmbannführer Dr. Ding, Herm Dr. Widmann und dem Urin il Unterzeichneten wurden am 11. 9. 44 an fünf zum Tode Verurteilten Versuche des$ } ü mit Akonitinnitrat-Geschossen durchgeführt. Es handelte sich um Geschosse von Zu ih Kaliber 7,65 mm, welche mit dem Gift in kristalliner Form gefüllt waren. Die füllte, Versuchspersonen erhielten im Liegen je einen Schuß in den linken Ober- eine| schenkel. Bei 2 Personen wurde der Oberschenkel glatt durchschossen. Es war der V auch später keine Giftwirkung zu erkennen. Diese beiden Versuchspersonen änder schieden daher aus. Der Einschuß zeigte keine Besonderheiten. Bei einer Ver- unds suchsperson war offenbar die Arteria femoralis verletzt. Ein heller Blutstrom entsprang der Einschußöffnung. Jedoch stand die Blutung nach kurzer Zeit, Der Blutverlust hat schätzungsweise höchstens% Liter betragen, war also auf IMT, keinen Fall tödlich. Die drei Verurteilten wiesen in ihren Erscheinungen eine überraschende Übereinstimmung auf. Zunächst zeigten sich keine Besonderheiten. Nach 20 bis 25 Minuten traten motorische Unruhe und ein leichter Speichelfluß auf. Beides ging darauf wieder zurück. Nach 40 bis 44 Minuten setzte starker Speichelfluß ein. Die Vergifteten schlucken häufig, später ist der Speichelfluß so stark, daß er durch Hinunterschlucken nicht mehr bewältigt werden kann. Schaumiger Speichel entfließt dem Mund. Dann setzen Würgreiz und Erbrechen ein. Der Puls war bei zwei Personen nach 58 Minuten nicht mehr zu tasten. Der ee EEE N } dritte hatte 76 Pulsschläge. Sein Blutdruck betrug nach 65 Minuten 90/60 W N min.-Hg. Die Töne waren außerordentlich leise. Es bestand also eine deutliche Wil Herabsetzung des Blutdruckes.|“ In der ersten Stunde des Versuches zeigten die Pupillen keine Veränderun- N gen. Nach 78 Minuten zeigten sie bei allen drei Personen eine mittlere Erweite- m I rung mit einer Trägheit in der Lichtreaktion. Gleichzeitig bestand maximale n [N Atmung mit tiefer ziehender Inspiration. Sie ließ nach wenigen Minuten nach. ü h Die Pupillen wurden wieder enger und reagierten besser. Nach 65 Minuten He j fehlten bei den 3 Vergifteten die Kniesehnen- und Achillessehnen-Reflexe. Bei au Ri zweien fehlten auch die Bauchdecken-Reflexe. Bei dem dritten waren die oberen n N Bauchdecken-Reflexe noch erhalten, die unteren nicht mehr auslösbar. c ht Nach ungefähr 90 Minuten setzte bei einer Versuchsperson wieder eine tiefe Mn Al Atmung ein, begleitet von einer zunehmenden motorischen Unruhe. Die At- iM mung ging dann in eine oberflächliche jagende über. Gleichzeitig bestand ein Es ü starker Brechreiz. Der eine Vergiftete versuchte vergebens zu erbrechen. Um N 180 re ed dies zu erreichen, steckte er 4 Finger der Hand bis zu den Grundgelenken tief in den Mund. Trotzdem setzte kein Erbrechen ein. Das Gesicht war dabei ndosache gerötet. Die anderen beiden Versuchspersonen zeigten schon früh ein blasses Gesicht. Die übrigen Erscheinungen waren dieselben. Die motorische Unruhe wuchs später so stark, daß sich die Personen aufbäumten, wieder hinwarfen, die Augen verdrehten, sinnlose Bewegungen mit den Händen und Armen ausführten. Schließlich ließ die Unruhe nach, die Pupillen erweiterten sich maximal, die| Verurteilten lagen still da. Bei einem von ihnen wurden Masseter-Krampf und HL u= Urinabgang beobachtet. Der Tod trat 121, 123 und 129 Minuten nach Erhalten siehe des Schusses ein. 1osse Ya Zusammenfassung: Die mit ungefähr 38 mg. Akonitinnitrat in Substanz ge- ren. Die füllten Geschosse hatten trotz unbedeutender Verletzung nach etwa 2 Stunden en Ober- eine tödliche Wirkung. Die Vergiftung zeigte sich 20 bis 25 Minuten nach . Es war der Verletzung. Im Vordergrund der Erscheinungen standen Speichelfluß, Ver- BT änderungen der Pupillen, Verschwinden der Sehnen-Reflexe, motorische Unruhe ıner Ver- und starker Brechreiz. 3lutstrom Mrugowsky Zeit, Der SS-Oberführer u. Amtschef. also auf IMT, Bd. XXXVIl. S. 577-579. Dok. 103- L. raschende h20bis ıf, Beides hf at| Der organisierte Mord Rt 'haumiger N ein. Der 13. Mai 1938— ein schwarzer Tag im Lager') ‚sten. Der N ton 90/60 Wir befanden uns an diesem Tage auf Block 30. Die Sonne schien, und der N) deutliche Wald leuchtete in den ersten jungen Farben des Frühlings. Es war ein herr- I licher Tag. Die Schönheit der Natur regte auch uns Gefangene an. Doch ergin- I änderun- gen wir uns nicht in lyrischen Reflexionen, sondern wir hingen praktischeren I - Erwägungen nach.„Wenn heute“, meinte ein Kamerad, versonnen in das Grün M maximale des Waldes blickend,„wenn heute keiner abhaut, soll es mich wundem.“" uten nach. Eine leidenschaftliche Auseinandersetzung über die Fluchtmöglichkeiten war M ; Minuten die Folge dieses lautgewordenen Gedankens. Die einen bejahten, die anderen MM oflexe. Bei verneinten sie, Während wir uns noch erhitzten über die Unmöglichkeiten einer Ri die oberen Flucht, wurde es im Lager lebendig. Gefangene rannten über den Appellplatz,’ : Gruppen bildeten sich, Neugierige liefen herzu, und mit Windeseile verbreitete R . eine tiefe sich das Gerücht im Lager, daß zwei getürmt seien. Aber noch Tolleres wurde h e, Die At gemunkelt: Die zwei hätten einen SS-Mann erschlagen. Dieses Gerücht lähmte| estand ein uns und floß bleischwer in die Glieder. Was würde mit uns geschehen, wenn es iR ‚chen. Um sich bewahrheitete?.... K: y 181 K6 ee PORATTURRTLLTTTUNTELTERFULLLETKUESUEHEERDUERUENN Den n \ Koch, dem Lagerkommandanten, war alles zuzutrauen. Dem kam es nicht gehört darauf an, für einen SS-Mann das halbe Lager umzulegen.... Andere wußten andere bereits zu berichten, daß nicht nur einer, sondern zwei Posten erschlagen Flucht worden seien. linge( Jawohl, im Kommando Kläranlage sei es geschehen! ae zwei Überall wurde erregt geflüstert, überall stand man zusammen und lauschte m eurte gespannt den Berichten, und das Gerücht sprang von einem zum anderen, von Block zu Block und zuckte kreuz und quer durchs ganze Lager. Angstvoll schau- Fest ten wir zum Tor, als könnten wir aus dem Verhalten der Blockführer Schlüsse ii auf die Wahrheit des Gerüchts ziehen. Aber da oben verhielt sich alles ruhig gesan N und normal. Das gab Veranlassung, die ganze Geschichte wieder zu demen- Im hi tieren: Es ist alles Parole, hieß es, niemand ist getürmt, keiner ist erschlagen psych '"l worden. Nur zu willig gab man sich solchen beruhigenden Äußerungen hin. bis zu UM Ging ein Blockführer durchs Lager, liefen die erregten Gruppen auseinander Einrü N und verschwanden in ihre Blocks... Die Luft war wie mit Elektrizität geladen, wußt und es lastete auf allen ein so starker Druck, daß einem das Atmen schwer schla; wurde... führu Zwei Häftlinge waren geflohen und ein SS-Posten von ihnen erschlagen Vo worden. Kallweit hieß der SS-Mann(er war einer der ärgsten Schläger ge- 80M wesen), Forster und Bargatzki die beiden Geflohenen. Forster war ein ehemali- komn ger Fremdenlegionär und Bargatzki ein Berufsverbrecher. Auf dem Appellplatz schlä; lagen einige Leichen, unschuldige Opfer der SS. Die Toten hatten mit der| Di Flucht jener beiden nichts zu tun gehabt. Sie waren unter die Gewehrkolben|‘ ein,] der SS geraten und wahllos zu blutigen Bündeln zusammengeschlagen worden. Rauc Ich vergesse nicht, daß einige Blockführer vor diesem Fleischhaufen standen der| und die Köpfe schüttelten, als wollten sie sagen: sowas haben selbst wir noch sage, nicht gesehen. Und das will was heißen! D; N Unter den Toten befand sich auch ein Kamerad aus Leipzig, der erst vor Man j wenigen Tagen im Lager eingetroffen war. Sein Name war Kurt Höritzsch.... weit: Y Es waren schwere Stunden für das ganze Lager. Denn was der eine erlebte, li D " litt der andere mit.\ fg 131 Die bleierne Last, die auf uns allen lag, vergrößerte sich durch die Ungewiß-| ml I heit. Wir waren gewohnt, bei der Flucht eines Häftlings solange auf dem| Hen IN Appellplatz zu stehen, bis der Flüchtling gefunden worden war. Wir hatten| Rau Rt schon einmal 19 Stunden gestanden. Aber in diesem Fall war es etwas anderes. I. den 1 Hier gab es einen toten SS-Mann. Mit Stehen allein war es nicht abgetan, das errie | fürchteten wir. Was also würde kommen?...:; = Bruno Apitz! war „Das war Buchenwald“, Leipzig 0. J., S. 53-56.| brac A 1) Hast d Das Kommando, in dem Bargatzki und Forster arbeiteten, galt als eines der a besten Kommandos im Lager. Es teilte sich in ein Hauptkommando und in ein kleines Kommando, dem Bargatzki und Forster und zwei weitere Häftlinge an- eg en 1 Bruno Apitz, geb. 1900, 1934-1937 in Haft, 1937-1945 KZ Buchenwald, jetzt Schriftsteller. 182 I she nl ee re RN ANNE RUTRSEREERE LEIOTUDOUT DLUOTTIOT Dr i ü 2. r LULLTIEL IT s nicht vußten lagen auschte en, von | schau- Schlüsse s ruhig demen- chlagen en hin. inander seladen, schwer chlagen ger ge- hemali- ellplatz mit der ırkolben worden. standen vir noch erst VOL tzsch... erlebte, ngewiß- ‚uf dem r hatten anderes. ‚tan, das o Apitz! nes der ‚din ein En linge& ler. gehörten. Kallweit wurde erschlagen, als Bargatzki und Forster von den beiden anderen Häftlingen getrennt arbeiteten. Die erste Reaktion der SS auf die Flucht Bargatzkis und Forsters war die Ermordung der beiden anderen Häft- linge dieses kleinen Kommandos. Einer von diesen Kameraden befand sich erst zwei Tage in Buchenwald. Die Schikanen auf dem Wege von Berlstedt bis zum Lager kann ich nicht beurteilen, da ich selbst den Einmarsch dieses Kommandos nicht gesehen habe. Fest steht, daß die Kameraden dieses Kommandos alle erschöpft und in einem furchtbaren Zustande einrückten und daß sie am Tore stehen mußten, bis das gesamte Lager angetreten war. Im Lager selbst herrschte ein gedrückte Stimmung, beinahe schon eine Angst- psychose. Es war das erste Mal, daß Generalalarm gegeben wurde, und es ist bis zu meiner Entlassung am 2. Mai 1940 das einzige Mal gewesen. Bis zum Einrücken der Kommandos schwirrten allerlei Parolen durchs Lager, aber keiner wußte etwas Genaues. Immer mehr verdichteten sich die Parolen, bis die Er- schlagung Kallweits und die Flucht von Bargatzki und Forster durch die Lager- führung selbst bestätigt wurden... Von dem Kommando, dem Bargatzki und Forster angehörten und das etwa 80 Mann stark war, ging jeder Fünfte über den Bock, und aus anderen Arbeits- kommandos wurden auch viele Häftlinge herausgezogen, die ebenfalls 25 Stock- schläge erhielten... Die Flucht der beiden Häftlinge leitete eine Periode schlimmster Repressalien ein. Die Anzahl der Todesopfer stieg sprunghaft an. Über das Lager wurde ein Rauchverbot verhängt. Sonstige kleine Vergünstigungen kamen in Fortfall. Ob der Essenentzug an Sonntagen in diese Periode fällt, kann ich nicht genau sagen. Die Suche nach Bargatzki und Forster wurde von der SS tagelang betrieben. Man hatte mit Hunden das gesamte Gelände abgesucht, und die SS hatte auf weitem Gebiet einen Suchdienst eingerichtet. Die Flucht der beiden Häftlinge erfolgte am 13. Mai 1938. Wann Bargatzki aufgefunden wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Er wurde am 4. Juni 1938 im Lager erhängt. Richter und Osterloh(beide Berufsverbrecher) waren die Henker. Zur Exekution mußten sämtliche Häftlinge antreten. Auf engstem Raum standen die Blocks. Die Wachtürme waren mehrfach besetzt, und zwischen den Türmen waren zusätzlich MG aufgebaut. Am Lagereingang war der Galgen errichtet. Dort stand eine Menge hoher und höchster SS-Offiziere. Ein Richter war auf dem Platz, der formal das Urteil verkündete, ein weißes Stäbchen brach und hinter sich warf. Bargatzki wurde zum Galgen geführt. Er schien fast vollständig willenlos zu sein. Richter und Osterloh zogen ihn hoch, wäh- rend der andere Henker die Kiste, auf der Bargatzki gestanden hatte, wegstieß. Nach der Exekution hielt der 3. Lagerführer, Schobert, eine Rede und ver- kündete, daß das Rauchverbot aufgehoben sei. Die Blocks der arbeitsscheuen Häftlinge quittierten dies mit Beifall und Händeklatschen. Darauf konnten die Blocks abtreten. 183 Fehr oe, Er eg en ee ne EEE ZELLE en De Zen ner Ts Deren ei Zn en en ne en er a een a a UNETALTLLTLULUUNERNRLDELUN PDELTLERTLLLLEIBRLLNENDERBVEERTENG Der Galgen, auf dem Bargatzki aufgehängt wurde, hat auf dem Appellplatz noch Monate gestanden. Bargatzki hing ca. 24 Stunden. Die Blockältesten muß- ten abwechselnd am Galgen wachen... Die Exekution an Forster ging wesentlich formloser vor sich. Am 21.12.1938! ‚wurde zum Antreten befohlen. Es war schon spät am Nachmittag, Während die Blocks vor dem Arrest in dichten Formationen aufgestellt waren, wurde Forster, von dem wir wußten, daß er schon einige Tage in Arrest war, erhängt. Der Galgen befand sich unmittelbar vor dem Arrest... Ernst Frommhold? BA 74- 2. Bericht vom 8. April 1958. Bericht über die Ermordung der KZ-Häftlinge Walter Krämer und Karl Peix Die beiden Kameraden Walter Krämer und Karl Peix waren im Lager als sehr gute und hilfsbereite Kameraden bekannt. Walter war von 1939 bis 1941 Kapo des Krankenreviers. Karl war seine rechte Hand und hatte in den Kran- kenstuben die direkte Behandlung und Betreuung unter sich, Ihre Tätigkeit war insofern gefährlich, als die SS immer bestrebt war, soviel Häftlinge wie möglich vom Leben zum Tode zu befördern. Walter und Karl waren bestrebt, den Häftlingen zu helfen, und sie wirkten aktiv gegen die Absichten der SS. Sehr viele kranke und bei der SS auf der Todesliste stehende Kameraden wur- den durch das Eingreifen der beiden gerettet, zum Beispiel durch das Einbetten oder auch durch Verschicken auf ein Außenkommando. Durch solche Maßnah- men verschwanden sie aus dem Gesichtskreis ihrer Peiniger... Nach dem räuberischen Einfall in die Sowjetunion kamen ab September 1941 größere Transporte von sowjetischen Kriegsgefangenen nach Buchenwald. Die Lagerärzte stellten an Walter und Karl das Ansinnen, einen erheblichen Teil der eingelieferten Häftlinge als Tbc-krank zu melden, obwohl sie gar nicht krank waren. Der Zweck dieser Anordnung war, man wollte aufgrund dieser Meldung diese„Tbc-Kranken“„behandeln“, das heißt umbringen. Diese Me- thode lehnten beide ab. Dieser aktive Widerstand gegen die SS-Befehle, und die große Autorität, die Walter und Karl unter den Häftlingen besaßen, waren der Anlaß einer plötzlichen Bunker-Inhaftierung. Ich selbst kann nicht mehr genau sagen, wann diese Festnahme erfolgt ist. Beide waren nur drei Tage im Bunker und wurden am 4. Tage von dem Hauptscharführer Blank, einem berüchtigten Mörder, der im Auftrage des Koch alles durchführte, aus dem Bunker heraus- geholt und zum Transport übernommen. Blank brachte Walter und Karl nach Goslar in sein Kommando. Alle Kameraden in Goslar, die Walter und Karl kannten, waren sehr erstaunt über den Antransport der beiden. ı Nach Auskunft des Standesamtes Weimar. 2 Ernst Frommhold, geb. 1898, 1933-1937 in Haft, 1937-1940 KZ Buchenwald, 1944-1945 Straf- einheit, jetzt Mitarbeiter im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft. 184 ME pellplatz Da ich Walter schon vor 1983 in der Bezirksleitung der KPD in Kassel en muß- kennengelernt hatte, nahm ich, trotz des Verbots von Blank, sofort die Verbin- dung zu Walter auf... 12. 1938 Walter wurde am Tage nach seiner Ankunft dem Kiesgrubenkommando ZU- rend die geteilt. Das Kommando bestand aus 5 Häftlingen. Walter war der sechste. Vom Forster, Lager zur Arbeitsstelle mußten sie eine Stunde laufen. Nach Ankunft holte ngt. Der der Kalfaktor, ein Pole, jeden Tag in zwei Kannen Wasser von einer in der Nähe liegenden Zapfstelle. Bis zu seiner Rückkehr konnten die anderen noch eine mmhold? kurze Pause machen und vor der Baubude auf und ab gehen. Am 4. Tage, es war ein grauer, nebelfeuchter Tag, der Boden war schmierig, durfte der Pole kein Wasser holen, sondern der Posten bestimmte Walter zum Wasserholen, da er noch so gute saubere Kleidung und Stiefel habe. Die Zurückbleibenden mußten in die Baubude. 20 bis 25 Meter von der Baubude entfernt knallte es I plötzlich,— es waren zwei Gewehrschüsse. Nach diesen beiden Gewehrschüssen IX 4 5 EN ö Pi ei zu urteilen, war Walter beim ersten nicht tot, und erst der zweite wird ihn vollständig getötet haben. Der Posten kam ohne Walter zurück und erklärte, ar Gr o nn dieser hätte Hüchten wollen und da hätte er ihn erschossen. Uns war sofort klar, ER daß das ein vorbereiteter Mord war... Tätigkeit Karl kam den ersten Tag in die Kartoffelschälküche. Am zweiten Tag wurde ne 9 er dem Fliegerhorstkommando zum Ausschachten zugeteilt. Am dritten Tag hei mußte er auf Befehl des Kommandoführers Hacke und Schaufel auf die Schul- en ss, ter nehmen und über den Platz in eine entlegene Ecke tragen. Karl wurde ohne di h irgendwelchen Zeugen in dieser entlegenen Ecke durch einen Pistolenschuß er- ee mordet. Der Mörder war klein von Gestalt, mager und schon älter. Er fiel be- N Er sonders durch seinen kleinen Wuchs und durch die große Pistole auf... Walter h Maßnah- und Karl wurden an einem Tage ungefähr zur gleichen Zeit ermordet und am 1 selben Tage mit dem Wagen nach Buchenwald ins Krematorium gebracht. it nber IE, Wer Walter Krämer in Freiheit und auch im Lager gekannt hat, weiß, daß M wald. Die ein wertvoller Mensch, ein aktiver und unermüdlicher Genosse von den Mord- hi chen Tel bestien der SS umgebracht wurde. Wir trauern um ihn noch heute, wie wir an j gar nich jenem Tage getrauert haben. N nd dieser Karl Peix hat im Lager ebenfalls sehr viel für die Häftlinge getan und viele 10 Diese Me Kameraden gerettet... Hans Echle IH e, und Fe IML- Buchenwald III 1/1. Bericht. I waren N ehr genau a ei Hl im Bunker|| Zur Ermordung Walter Krämers und Karl Peix 1 rüchtigten|| Mit einem Arbeitskommando von 140 Häftlingen war ich von November iR er berau“ 1940 bis November 1941 in Goslar in einem SS-Lager beschäftigt. 60 Häftlinge h Karl I davon wurden im Laufe des Frühjahrs 1941 dem Fliegerhorst Goslar zur Ar- Ki und Kur beitsleistung zur Verfügung gestellt... N Anfang November 1941 kam Blank von einer Fahrt aus Buchenwald zurück R | und sagte mir, in Buchenwald seien wieder große Schweinereien passiert und er N .1945 Stral hätte zwei der Schlimmsten auf Befehl des Kommandanten Koch zur schweren M | I: 185 is Bee et, BEE Eee mE Teen we en ng cn A ge nee ee een ae Fu DL Fee en a ee = ah in nn m eg me ee —n. ee ed deaen Te ji u { RHEIN an ERTERRENEERERTT RR Fee N a ARARAHART ERTTTTERTERTTTTSEIBELLNENDERBUDELUENE Arbeitsleistung nach Goslar mitgebracht. Wir sollten ja nicht mit diesen Leuten sprechen, sonst würden wir umgelegt. Diese Äußerung tat er mir gegenüber in der Küche. Als er für kurze Zeit weggegangen war, ging ich sofort, um zu sehen, wer da sei. Zu meiner größten Überraschung sah ich Walter Krämer und Karl Peix. Ich fragte sofort, was los sei und warum sie hergekommen seien. Sie konnten mir aber auch nur sagen, daß sie am vergangenen Freitag in den Bunker gesperrt und am Montag dann mit nach Goslar genommen worden seien. An eine beson- dere Schandtat von seiten Blanks dachte ich nicht, denn es kam öfter vor, daß zu dieser Zeit Häftlinge, die im Lager aufgefallen waren, strafweise in ein Außenkommando kamen. Am Abend desselben Tages fragte mich Blank, wo man denn diese beiden beschäftigen könnte, da sie schwere Arbeit verrichten sollten. Ich tat sehr gleichgültig und sagte ihm, daß er das bestimmen müsse. Er schlug dann vor, daß Walter Krämer mit in die bei Hahndorf gelegene Kies- grube zur Arbeit gehen sollte. Ich überlegte mir schnell, falls doch eine Teufelei dahinter stecken sollte, ob sich bei diesem Kommando eine Gelegenheit„zum Umlegen“ bieten könnte. Nachdem ich eine unmittelbare Gefahr nicht sah, sagte ich zu, da das Kommando Kiesgrube aus guten zuverlässigen Kameraden bestand und die Arbeit verhältnismäßig angenehm war. Karl Peix sollte im Fliegerhorst im Küchenkommando beschäftigt werden. Auch dagegen hatte ich keine Bedenken. Ich erzählte aber meinen Verbin- dungsleuten unter den Zivilisten und Wehrmachtsangehörigen, daß an diesen beiden Neuhinzugekommenen wahrscheinlich ein Verbrechen verübt werden würde und forderte sie auf, gut aufzupassen. Meine Bedenken schwanden je- doch, als Krämer und Peix nach Feierabend Krankenbehandlungen durchfüh- ren konnten und Blank sich ebenfalls von ihnen behandeln ließ. Eine Gefahr für Peix konnte— so wollte es mir erscheinen— nicht bestehen, da er im Kar- toffelkeller mit anderen Häftlingen zusammen arbeitete. Am vierten Tag gegen 10.00 Uhr vormittags— ich war gerade in der Küche beschäftigt— kam ein SS-Posten mit dem Fahrrad vom SS-Lager und fragte nach Hauptscharführer Blank. Ich sagte ihm, er sei nicht da, und fragte gleich- zeitig, was los sei. Er antwortete, aus der Kiesgrube hätte einer fliehen wollen und sei dabei erschossen worden. Ich wußte in diesem Moment gleich, daß man Walter Krämer umgelegt hatte. Nur das Wie war mir unerklärlich. Ich schickte den Posten weg und wollte gerade nach Blank suchen, als ein anderer SS-Posten aus dem Fliegerhorst ankam und auch nach Blank fragte. Nachdem ich ihm sagte, ich suche Blank selbst, antwortete er mir, die Sache eile, im Fliegerhorst wäre einer geflüchtet und sei dabei erschossen worden. Es war Karl Peix. Man hatte die Mordstunde und den Ort der Tat vorher genau ausgesucht und fest- geleoe: 1 Die Mörder waren der Rottenführer Ernst Thiel, der Anfang 1942 im Osten gefallen ist, und der zweite war der damalige Rottenführer und spätere Oberscharführer Felix Mansfeld, Mansfeld ist im Zivilberuf Reisender und Fahrradhändler. 1945 ist er von den Amerikanern gefangengenommen und in ein Zivil-Internierungslager in der amerikanischen Zone gebracht worden. April/Mai 1945 ist er in Bayern noch mit anderen SS-Angehörigen zusammen gewesen. 186 Adolt Reich sind der Ä bei k werd IMT, Leuten über in Wer da eix, Ich ten mir sesperrt : beson- or, daß in ein nk, wo richten müsse, 1e Kies- Teufelei it„zum 'ht sah, neraden lite im Verbin- \ diesen werden ıden je- ırchfüh- Gefahr im Kar- r Küche 1 fragte } gleich- , wollen Jaß man schickte -Posten ich ihm gerhorst ix, Man nd fest- n ist, und ansfeld ist jenommen ai 1945 ist Die Aufregung und Empörung an diesem Tag war bei uns und auch bei der Bevölkerung ungeheuer groß. Die SS lief nur mit der Pistole in der Hand her- um. Am Abend kam der Gerichts-Offizier aus Buchenwald, SS-Obersturmführer und Adjutant Bingler, um die Schützen zu vernehmen. Man mußte ja trotzdem nach außen hin den Schein wahren. Während die Mörder ihr Protokoll ab- gaben, lauschte ich an der Tür. Bingler fragte folgendes:„Diese beiden Häft- linge waren doch auf der Flucht?“ Antwort:„Ja“—„Sie haben doch erst dann geschossen, nachdem sie dreimal Halt gerufen haben?“— Die gleiche Antwort: „Ja!“ An der Stimme hörte ich, daß die Posten sehr unsicher waren. Bingler nahm das Protokoll auf, die ganze Angelegenheit war erledigt... Otto Storch BA 502- 23. Bericht, geschrieben 1946. Adolf Hitler Berlin, den 1. Sept. 1939 Reichsleiter Bouhler und Dr. med. Brandt sind unter Verantwortung beauftragt, die Befugnisse namentlich zu bestimmen- der Ärzte so zu erweitern, daß nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranken bei kritischster Beurteilung ihres Krankheitszustandes der Gnadentod gewährt werden kann. Adolf Hitler IMT, Bd. XXVI, S. 169, Dok. 630- PS. Aus der eidesstattlichen Erklärung des Angeklagten Dr. Hoven, ehemals Lagerarzt im KZ Buchenwald 1941 erfuhr ich, daß das sogenannte„Euthanasieprogramm“ zur Ausrottung der Schwachsinnigen und Krüppel in Deutschland durchgeführt wurde. Der Lagerkommandant Koch rief damals alle maßgeblichen SS-Führer des Lagers zusammen und gab ihnen bekannt, daß er von Himmler einen Geheimbefehl erhalten habe, daß alle schwachsinnigen und verkrüppelten Häftlinge des Lagers getötet werden sollten. Der Lagerkommandant erklärte, daß auf Befehl der vorgesetzten Dienststellen in Berlin alle jüdischen Häftlinge des Konzen- trationslagers Buchenwald mit in diesem Ausrottungsprogramm einbegriffen werden sollten. Gemäß dieser Befehle wurden 800 bis 400 jüdische Gefangene verschiedener Nationalitäten zur Ausrottung zu der Euthanasiestation in Bern- burg geschickt. Ein paar Tage später erhielt ich vom Lagerkommandanten eine Namensliste der in Bernburg, ausgerotteten Juden mit dem Auftrag, gefälschte Todesurkunden auszustellen. Ich habe diesen Befehl befolgt. Die Sonderaktion wurde unter dem Decknamen„14 f 13“ durchgeführt. Das Diktat der Menschenverachtung“, Alexander Mitscherlich und Fred Mielke,„ Heidelberg 1947, S. 135. 187 nn nn ee FE HEELEHELE LET u ee en Krg h hr ne a EEE Be EIER en ET ee nn Fe u DLULEIEELLUEUNEREULRUEE TG Heil- und Pflegeanstalt Bernburg, den 3. März 1942 Bernburg Postschließfach 266 Gesch.-Z.Be/Dbl. Einschreiben! An das Konzentrationslager Buchenwald zu Hdn. des Herrn Lagerkommandanten Buchenwald bei Weimar Betr. Transport am 2. 3. 1942. P5./3. 42 In der Anlage erhalten Sie eine Liste der mit dem Transport am 2. März 1942 nach hier verlegten 90 Häftlinge. Heil Hitler! (Godenschweig) 1. Liste Transport 1 2 111242 Lfd.Nr. Häftl. Nr. Name: Vorname: Geburtstag: 1, 5260 Abraham Max DORT 2, 8654 Ackermann Simon 14.992380 3 3485 Adler Hugo 4.12.86 87. 3253 Friedmann Artur 5. 8.88 88. 8604 Friedmann Richard 8:01.87 89. 5912 Fuchs Alfred 8.1299 9. 1795 Fuchs Ernst 95 238510 Weimar/Buchenwald, den 24. Juli 1941 IML- Buchenwald I 5/5, Bl. 00 039, 00 046/00 047. Original. An den Schutzhaftlagerführer KL. Buchenwald S. Az. 14 f 181 Der Häftling(BV) Nr. 1701, Hermanns, Wilhelm, geb. 25. 6. 1889 in Calw, ist am 24. Juli 1941, um 12.00 gestorben. Todesursache; Ruhr. Der Lagerarzt K. L. Buchenwald Hoven SS.-Obersturmführer d.R. IML- Buchenwald Bl. 00 019. Original. 1 Aus dem Aktenzeichen„14 f 13“ geht eindeutig hervor, daß der angeblich Verstorbene in der Euthanasieaktion ermordet worden ist. 188 IML- ärz 1949 1 andanten lärz 1949 Hitler! aschweig) burtstag: Be 2a) 14. 2.80 4.12.86 in Calw, rzt vald hrer d.R. bene in der Unterhaching, den 31.7. 1941 An die Lagerkommandantur des Konzentrationslagers Weimar-Buchenwald z. Hdn. v. Herrn Florstedt Den mir in Ihrem Telegramm vom 24. 7. 1941, mit welchem Sie mir den so plötzlichen Tod meines Ehemannes, Wilhelm Hermanns, anzeigen, avisierten Brief habe ich bis heute noch nicht erhalten.— Hiermit möchte ich Sie nun ebenso höflich, als dringend ersuchen, mir über den Tod meines Mannes, welcher mich sehr überrascht, nähere Mitteilung machen zu wollen.— Mein Mann schrieb mir immer, auch in seinem letzten Brief vom 22. Juni, daß er gesund sei— und kann ich mir deshalb den so plötz- lichen Tod nicht erklären!— Ich ersuche Sie, doch nähere Angaben darüber machen zu wollen; vielleicht hat mein Mann noch ein paar letzte Zeilen oder Worte an seine Lieben daheim hinterlassen. Der schnelle und unerwartete Tod hat uns alle zutiefst erschüttert; ganz besonders meines Mannes 72jährige Mutter, deren innigster Wunsch es war, ihren einzigen Sohn noch einmal zu sehen.— Ihr jüngster Sohn fiel im Weltkrieg. Wir hatten alle gehofft, daß mein Mann nun doch entlassen würde, da er doch schon seit 1937 im KL gewesen ist.— Statt der Entlassung kommt nun diese schmerzliche Mitteilung von seinem Tod.— Ich ersuche auch um schnellste Zusendung einer amtlichen Sterbeurkunde, die auch das Alter meines verstorbenen Mannes enthält, da ich dieselbe drin- gend benötige. Heil Hitler! Frau Marie Hermanns, Unterhaching b. München, Pittingerstr. 2/1. IML- Buchenwald I 6/4, Bl. 00 018. Handschriftliches Original. K. L. Buchenwald Weimar-Buchenwald, den 5. August 1941 „Lagerarzt“ Betreff: Häftling Nr. 1701, Hermanns Wilhelm, geb. 26. 6. 1889 in Calw, gest. 24. 7. 1941 im KebaBnk Bezug: Ihre Anfrage vom 31. 7.1941 Anlagen: 1 An Frau Marie Hermanns Unterhaching b/München Pittingerstr. a. Ihr Gatte, Wilhelm Hermanns, meldete sich am 19. 7. 1941 krank. Er klagte über heftige, kolikartige Leibschmerzen mit zahlreichen Entleerungen. Die klinische Untersuchung ergab Ruhr. Ihr Gatte wurde daraufhin isoliert. 189 a eat a EEG HE Een De eo EEE TDLEL LOEEL R ge TE a eye ne ee Zn erg Sr a ee Es wg IE FE u ee nun Bee A" er eher x { PORTTATTETATTLTTTTLATERTETELETERLLUENBEHLULELTENG Behandlung: Stuhlregulierung und strenge Diät, Wärme, Tormentilla liqu., Eivanoletten und Rivanol-Darmspülungen, bei Austrocknungserscheinungen Tutofusininfusionen. Es zeigte sich jedoch, daß die medikamentöse und pfleg- liche Behandlung Ihres Gatten ohne jeden Erfolg blieb. Durch die zahlreichen Entleerungen, die starke Schleim- und Blutbeimengen aufwiesen, trat bei völli- ger Appetitlosigkeit eine rasche Entkräftigung ein. Um der sich bemerkbar machenden Herzschwäche vorzubeugen, erhielt Ihr Gatte Symy atol- und Cora- mingaben. In den Morgenstunden des 24.7.1941 setzte eine unaufhaltsame Herzschwäche ein, die am gleichen Tag, um 12.00 Uhr, zum Tode Ihres Gatten führte. Es dürfte Ihnen nicht ganz unbekannt sein, daß gerade die Ruhr zu den tückischsten Infektionskrankheiten gehört, die einen eben noch gesunden Men- schen erfaßt, bei den zahlreichen Blutstühlen und bei völliger Appetitlosigkeit zu einer rapiden Entkräftung und sehr häufig zu einem schnellen Tode führt. Im Falle Ihres Gatten ist ärztlicherseits nichts unversucht geblieben, um der Erkrankung Herr zu werden, und wenn dieBemühungen ohne Erfolg geblieben, so wollen Sie bitte berücksichtigen, daß auch dem ärztlichen Wissen und Kön- nen Grenzen gezogen sind. In der Anlage erhalten Sie die gewünschte amtsärztliche Bescheinigung über das Ableben Ihres Gatten zu Ihrer gefl. Bedienung. Der Lagerarzt K.L. Buchenwald (Ho) SS-Obersturmführer d. R. IML- Buchenwald I 6/4, Bl. 00 017. Original. Der Reichsführer-SS Tgb.-Nr.-163/41 Der Inspekteur der Konzentrationslager. Geheime Reichssache — Pol./Az.: 14£ 13/0t./S.— Ausfertigung Geheim Teb.-Nr. 269/41 Betreff: Ärzte-Kommission. Bezug: Hiesig. Schreiben vom 12. 11. 41,14 13 Ov/U.z. Anlagen: 21= An die Lagerkommandanten der Konzentrationslager Dachau, Sachsenhausen, Buchenwald, Mauthausen, Auschwitz, Flossenbürg, Groß-Rosen, Neuengamme, Niederhagen. Wie den Lagerkommandanten der Konzentrationslager Dachau, Sachsen- hausen, Buchenwald, Mauthausen und Auschwitz mit dem Bezugsschreiben mitgeteilt wurde, wird in der nächsten Zeit die Ärzte-Kommission die vor- genannten Konzentrationslager zur Ausmusterung von Häftlingen aufsuchen... 190 IMT, la]; 2:= la liqu, Sämtliche vorhandenen Akten und Krankenblätter sind der Kommission auf eungen Verlangen zur Einsichtnahme zur Verfügung zu stellen... nd pfleg- Nach Abschluß der Untersuchungen ist dem Inspekteur der Konzentrations- Ilreichen lager Bericht zu erstatten, dabei ist die Zahl der der Sonderbehandlung bei völli- MAL; zugeführten Häftlinge zu melden. Der genaue Zeitpunkt des Ein- emerkbar treffens der Ärzte-Kommission wird rechtzeitig bekanntgegeben. ind Cora- iv um gez. Lieb ehenschel SS-Obersturmbannführer Prozeß IV, Dok. NO- 1151- C- PS. ir zu den; den Men- Rundschreiben des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes h ilosigkeit Amtsgruppe D vom 27. April 1943 an alle KZ-Kommandanten y a ie Betrifft: Aktion 14 f 13 in den Konzentrationslagern hi a Der Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei hat auf Vorlage ent- Mt en d Kön- schieden, daß in Zukunft nur noch geisteskranke Häftlinge durch die hierfür hr bestimmten Ärztekommissionen für die Aktion 14 f 13 ausgemustert werden N ung über an Me; ie as N, H ; Alle übrigen arbeitsunfähigen Häftlinge(Tuberkulosekranke, bettlägerige Hi sn Krüppel usw.) sind grundsätzlich von dieser Aktion auszunehmen. Bettlägerige N all Häftlinge sollen zu einer entsprechenden Arbeit, die sie auch im Bett verrich- N = ten können, herangezogen werden. A i In Der Befehl des Reichsführers-SS ist in Zukunft genauestens zu beachten.} ne Die Anforderungen von Kraftstoff für diesen Zweck entfallen daher. ih Glücks SS-Brigadeführer und ’ Generalmajor der Waffen-SS Ir.-168/41 IMT, Bd. XXIX, S. 173/74, Dok. 1933- PS. eichssache igung Aus den Briefen des Dr. Mennecke an seine Ehefrau Brief Nr. 8 Weimar, den 25.11.41, 20.58 Uhr Hotel Elephant ... Um 7 Uhr morgen früh wird geweckt, dann gegen 8 Uhr Kaffee getrun- chen und anschließend mit Schmalenbachs Wagen hinausgefahren, der selbst aber alsbald wieder abfährt nach Dresden. In Pima ist Do. und Fr. eine Ta- gung im Rahmen der Aktion, auf der Dinge der Zukunft besprochen werden ‚nbürg, und an der Schmalenbach als der ärztliche Adjutant von Herrn Brack(Jenner- wein) teilnimmt: Gutachter sind nicht dabei... Der erste Arbeitstag in Buchen- Sachsen wald ist beendet. Wir waren um 8.30 Uhr heute früh draußen. Ich stellte mich; reihen zunächst bei den maßgeblichen Führern vor. Der stellvertretende Lagerkom- H we mandant ist SS-Hauptsturmführer Florstedt, Lagerarzt: SS-Obersturmführer h 2 n. Dr. Hoven. Zunächst gab es noch ca. 40 Bogen fertig auszufüllen von einer% suchen" Yu 4 > 191 a. ee nn Te = Den a ee re enlen u a erg ee Dr ang De Pe en ae IS eg ee a gr Frag a el A FI= A u te i Ah NIEREN POEATERTLLLLELBLLLUENSENLUERUTEENG ersten Portion Arier, an der schon die beiden anderen Kollegen gestern ge- arbeitet hatten. Von diesen 40 bearbeitete ich etwa 15. Als diese ganze Portion dann fertig bearbeitet war, haute Schmalenbach ab, um nach Dresden zu fahren und bis zum Ende unserer hiesigen Arbeit nicht mehr wiederzukommen. An- schließend erfolgte dann die Untersuchung der Patienten, d. h. eine Vorstel- lung der Einzelnen und Vergleich der aus den Akten entnommenen Eintragun- gen. Hiermit wurden wir bis Mittag noch nicht fertig, denn die beiden Kollegen haben gestern nur theoretisch gearbeitet, so daß ich diejenigen„nachunter- suchte“, die Schmalenbach(und ich selbst heute morgen) vorbereitet hatte und Müller die seinigen. Um 12 Uhr machten wir erst Mittagpause. Danach unter- suchten wir noch bis gegen 16 Uhr und zwar ich 105 Pat., Müller 78 Pat., so daß also damit endgültig als erste Rate 183 Bogen fertig waren. Als zweite Portion folgten nun insgesamt 1200 Juden, die sämtlich nicht erst„untersucht“ werden, sondern bei denen es genügt, die Verhaftungsgründe(oft sehr umfang- reich) aus der Akte zu entnehmen und auf die Bogen zu übertragen. Es ist also eine rein theoretische Arbeit, die uns bis Montag einschließlich ganz bestimmt in Anspruch nimmt, vielleicht sogar noch länger. Von dieser zweiten Portion (Juden) haben wir heute dann noch gemacht: ich 17, Müller 15. Punkt 17 Uhr „warfen wir die Kelle weg“ und gingen zum Abendessen... So wie ich eben nun den heutigen Tag geschildert habe, werden auch die nächsten Tage verlaufen— mit genau demselben Programm und derselben Arbeit. Nach den Juden folgen noch etwa 300 Arier als dritte Portion, die wie- der„untersucht“ werden müssen. Wir haben also bis etwa Ende nächster Woche hier zu tun. Dann fahren wir am Sonnabend, dem 6. 12., nach Hause... Prozeß IV, Dok. NO- 907. Aussagen des ehemaligen SS-Richters Dr. Morgen über willkürliche Mordakte des Lagerkommandanten Koch Morgent:... Koch glaubt, daß ein bestimmter kleiner jüdischer Häftling, der markante äußere Besonderheiten aufwies, ihm in seinen verschiedenen Dienst- stellungen in die verschiedenen Lager immer wieder folge. Aus abergläubischer Furcht vor Unglück gibt er eines Tages Anweisung, diesen Häftling zu töten. Ein anderer Fall: Koch glaubt, daß seine verbrecherische Tätigkeit oder auch bestimmte persönliche Verhältnisse einigen Häftlingen bekanntgeworden sind. Um sich selbst zu schützen, läßt er diese töten. Rechtsanwalt Pelkmann: Wie sind nun die Möglichkeiten dieser Tötungen, und konnten sie von den übrigen Lagerinsassen bemerkt werden? Morgen: Das Verfahren war im Grunde äußerst einfach. Die betreffenden Häftlinge wurden ohne Angabe von Gründen aufgerufen und hatten sich am 1 Dr. Konrad Morgen, SS-Obersturmführer, führte als Richter beim SS-Gericht die Untersuchung gegen Karl Koch, den ehemaligen Lagerkommandanten von Buchenwald. Dr. M. ist heute Rechts- anwalt in Frankfurt am Main. 192 Tor de wurdei Abtran kamen wesen tur-Anı halten eine$ Injekt Ein Revier muß I ein Bi aufgeı krankı Ein Arbeit Komn erschi broch: verlie über( schos: Di durch Orten Das: sich a habeı falls IMT,| stern ge- e Portion zu fahren men, An- > Vorstel- intragun- Kollegen achunter- hatte und ıch unter- 8 Pat, so ls zweite ıtersucht“ r umfang- is ist also bestimmt n Portion t 17 Uhr auch die derselben ‚die wie- nächster Hause... ftling, der on Dienst- Jäubischer ı töten. oder auch rden sind. Tötunged, trefl enden 7 sich am Jntersuchung heute Redıs- Tor des Konzentrationslagers zu melden. Das war weiter nicht auffällig, denn es wurden fast stündlich aus dem riesigen Lager Häftlinge zur Vernehmung, zum Abtransport in andere Lager und so weiter dort abgeholt. Diese Häftlinge kamen dann zum Beispiel, ohne daß es für die anderen Häftlinge erkennbar ge- wesen wäre, in den außerhalb des Lagers gelegenen sogenannten Kommandan- tur-Arrest. Dort wurden sie einige Tage, oft ein bis zwei Wochen, in Haft ge- halten, und dann hat der Arrestaufseher sie getötet, meistens in der Form, daß eine Scheinimpfung durchgeführt wurde. In Wirklichkeit aber war ihnen eine Injektion mit Phenol in die Adern gejagt worden. Eine andere Möglichkeit der geheimen Tötung war die Einweisung in das Revier bei irgendeiner Gelegenheit. Der Arzt stellte einfach fest, der Mann muß behandelt werden, nimmt ihn auf, sondert ihn dann nach einiger Zeit in ein Einzelzimmer ab und tötet ihn dort. In die Akten wird in all diesen Fällen aufgenommen, daß der betreffende Häftling an der oder jener normalen Er- krankung gestorben sei. Ein weiterer Fall: Der Häftling wird in ein Kommando mit erschwerten Arbeitsbedingungen eingewiesen, meistens in das sogenannte„Steinbruch- Kommando“. Der Kapo des Steinbruchkommandos bekommt einen Wink und erschwert nun fortgesetzt dem Häftling das Leben, indem er ihn ununter- brochen zur Arbeit antreibt und ihn auf alle Weise schikaniert. Der Häftling verliert dann eines Tages die Lust. Um dieser Quälerei zu entgehen, läuft er über die Postenkette und muß nun von dem Posten, ob er will oder nicht, er- schossen werden. Diese verschiedenen Tötungsarten variieren von Fall zu Fall, und gerade da- durch waren sie äußerlich unerkennbar, weil es an verschiedenen geheimen Orten sich abspielte, mit verschiedenen Methoden und verschiedenen Zeiten. Das setzt aber voraus, daß dieser Kommandant, der das tut, wie hier Koch, sich auf einige ihm absolut ergebene Männer stützen kann, die Schlüsselstellung haben, wie hier der Arzt, der verhaftet wurde, der Arbeitsaufseher, der eben- falls verhaftet wurde und unmittelbar danach Selbstmord beging... IMT, Bd. XX, S. 547/548. Vormittagssitzung vom 8. August 1946. Bericht über die Ermordung der französischen, englischen, kanadischen und belgischen Kameraden Am 17. August 1944 kamen 37 Neuzugänge auf meine Veranlassung nach Block 17, der mir unterstand. Die Ursache der Verhaftung dieser Kameraden war nach meinem Dafürhalten kaum dazu angetan, daß eine Ermordung zu erwarten war, zumal die Gestapo ihnen sagte, daß sie eines Tages gegen deutsche Offiziere ausgetauscht würden... Das kameradschaftliche Verhältnis untereinander und zu uns war sehr gut. Ihre Tätigkeit in Frankreich bestand darin, als Fallschirmspringer Kurierdienste zwischen England und dem französischen Maquis zu versehen. 13 Buchenwald 193 ee en ee w, a wegen en a nn ee a ng EEE ELELEE En EEE een I i Te ee Fe Te ee ee er Te A a en a ee ge eg Te ee ee —— a ee u EIS cn nein a Wh Fi Te ein ET nt rt mt BEE Ag Ze a A| i \ N N Ni { ' N N ER HAAA TARA AHA AHA WERBRFLRFERUET Teen Kannst! ARRNELIN RUHE Am DENTRTALTLENTTELIENTULD EEBURENEO Am 9. September 1944 bekam ich eine Liste, auf der die Namen von 16 dieser Zugänge standen... Sie mußten um 15.30 Uhr am Lagertor stehen. Alle waren der Meinung, daß es sich um eine Vernehmung handeln könnte. Nur der kleine Marcel Leccia aus Ajaccio sagte:„Wir werden aufgehängt.“ Von ihm habe ich noch seinen Verlobungsring. Am Tor wurden von dem Rapportführer, SS-Unterscharführer Werle, ihre Namen verlesen und je zwei und zwei in Arrest gebracht. Vor dem Arrestein- gang wurden sie gefesselt. Ich bekam dann Bescheid, sie als in Arrest befindlich zu führen. Wir alle waren an diesem Tage sehr niedergedrückt, besonders ich, da ich mir den weiteren Verlauf gut denken konnte. Eine Hilfe unsererseits war nicht möglich, zumal diese Kameraden uns nicht glaubten und die Tragweite ihrer Verhaftung nicht kannten... Am 12. September wurden sie vom Arrest abgesetzt. Aber schon am 10. Sep- tember waren sie erhängt worden... Am 5. Oktober wurden Kameraden früh 8.00 Uhr ans Tor bestellt. Ihnen wurde die Bestellung am Abend vorher durch einen Zettel bekanntgegeben. Der Kamerad Henri Frager, Offizier aus Paris, und einige Kameraden kamen daraufhin gleich zu mir. Wir zogen alle Möglichkeiten der Hilfe in Betracht, kamen aber zu keinem Ergebnis, da es zeitlich sehr spät war... Ich konnte ihnen lediglich den Rat geben, am kommenden Morgen mit einem der ersten Kommandos auszurücken und zu entfliehen oder bei der Fesselung Widerstand zu leisten, um so wenigstens einige ihrer Henker mit in den Tod zu nehmen. Der erste Vorschlag wurde abgelehnt. Über den zweiten wollten die Beteiligten sich noch einigen. Der Kamerad Frager sagte noch zum Ab- schied:„Grüßt meine Frau! Schade, daß man auf so eine Todesart und kurz vor Ende des Krieges sterben muß. Aber sei es drum, wer kämpft, muß damit rechnen, daß er selbst fällt.“— Wir umarmten uns und nahmen für immer Ab- schied. Am anderen Morgen 8.00 Uhr ging ich mit dem Kameraden Comte Raoul Lubersac aus Paris ans Tor und sprach noch mit den an Schild 3 bestellten Kameraden. Sie sagten uns, daß sie im Interesse des Lagers keinen Widerstand leisten wollten. Sie rauchten noch eine Zigarette, die ich ihnen gegeben hatte, und waren völlig gefaßt. Kurz darauf kam der Rapportführer, SS-Oberschar- führer Hofschulte. Sie wurden namentlich verlesen, einzeln gefesselt und in Arrest gebracht. Am selben Nachmittag wurden sie in zwei Abteilungen in einem geschlossenen Wagen in die Nähe des Steinbruchs gebracht, zwei und zwei aus dem Wagen gezerrt und von der SS mit Pistolen erschossen... Otto Storch BA 502- 23. Bericht, geschrieben 1945. RER 30 nn U von 16 Eintragungen im Totenbuch des Reviers hen, Alle „Nur der... In Laura, dessen Belegschaft eine gleiche Aufgabe hatte wie die von Dora, Von ihm betrug die Zahl der Lagerinsassen nur insgesamt 800. Nach der Sterblichkeit von Januar und Februar 1944 wäre also das ganze Lager in 8 Monaten aus- erle, ihre gestorben gewesen. Die SS-Leitung, die ihre Arbeitskräfte für die kriegs- \rrestein- wichtigen Aufgaben in Laura zu schnell dahinschwinden sah,„verbesserte“ befindlich deshalb in den folgenden Monaten etwas die Arbeits- und Lebensverhältnisse nders ich, im Lager. Charakteristisch für die Lage in Laura ist folgende Eintragung im seits war Totenbuch unter dem 21. 1. 1944, 10.30 Uhr: (ragweite een, Häftlings- Geburts- Natio-! 10. Sep- Nr. Name tag Geburtsort Todesursache nalität hi It. Ihnen 35071 Nikolaj Lukjanow 8. 5.00 Kiew Zertrümmerung Russe M 'gegeben. des Gehims nl n kamen Schädelbruch N Betracht, 34856 Battista Perchinonno 17. 3.04 Cerignola Gehirn- Italiener N verletzung bei Ki nit einem Schädelbruch Mi Fesselung 20569 Andre Sichel 13. 5.00 Vitry-le- Gehirnverl. bei Franzose hi An Tod Francois Schädelbruch N n wollten Zerquetschung N zum Ab- des Brustkorbs i lang 30 598 Eugene Lagrange 3.12.05 St.Germain Zermalmung Franzose if uß damit de Puy des ganzen N ll Körpers j cn Comte ie bestellten Offensichtlich handelt es sich hier um einen schweren Unfall, vermutlich\r Tiderstand durch herabstürzendes Gestein beim Stollenbau verursacht. Zwei Tage vorher, hen hatte, am 19. 1. 1944, enthält das Totenbuch eine Eintragung, die ebenfalls kenn- )berschar-| zeichnend ist für die Bestialität, mit der die SS mit den Menschen umging. Jt und in In jenen Monaten, kurz vor der amerikanisch-englischen Landung in Frankreich, führten die deutschen Faschisten in Frankreich unter solchen zynischen Bezeich- zwei und nungen wie„Aktion Frühlingswind“ und ähnlichen Großrazzien auf die gesamte männliche Bevölkerung durch und transportierten sie in die KZ. Dabei wurden Ho Storh| bis zu 100 Menschen in einen Güterwagen gepfercht. Jeder Versuch, die Türen | zu öffnen oder Löcher in die Wände zu bohren, um Luft zu erhalten, wurde mit Schüssen beantwortet. Das Ergebnis bei einem Transport bestand darin, daß in Buchenwald ein ganzer Waggon mit Leichen von Erstickten und Er- schossenen ankam. Da während des tagelangen Transportes auch keinerlei Getränke gegeben wurden, stürzten sich beim Aussteigen in Weimar zahlreiche Häftlinge auf die Wasserpfützen, um ihren Durst zu stillen. Dabei wurden von der SS noch weitere Franzosen erschossen. Die Eintragungen vom 19. 1. 1944 Jungen in| Un| u u = TE u zu leg 195 er ww ECT Er eg Dt 1 EN RS Tu ee a ge ERICH FT ne de ee ee re UNNA LULUUVERELUNDENE PATER LLTLELELLLUEUSBNLVERLEEN beziehen sich auf einen Transport aus Compiögne, wobei bei einigen der Toten noch nicht einmal der Name festgestellt werden konnte. Gabriel Leroux 17. 3.02 Commercy Verblutung durch Schußverletzung Joseph Brun 3.2.90 Colinaen Zerreißung des Herzens, innere Verblutung durch Schußverletzung, erschossen Maurice Labalettec 35 Jahre St. James Tod durch Zerdrückung des Brustkorbs 170 cm 20-25 Zertrümmerung des Großhirns durch Schuß 177 cm 45-40 Herz- und Kreislaufschwäche Paul Gabriel! BA 5221- 5. Bericht vom 12. April 1958. Der Reichsführer SS und Geheim! Chef der Deutschen Polizei SIVD2-450/42 g-81-— Durchführungsbestimmungen für Exekutionen. II. Durchführung der Exekutionen Die Exekutionen erfolgen bei deutschen Häftlingen in der Regel im K.L., und zwar grundsätzlich im Lager, das dem Haftort des Delinquenten am näch- sten liegt. Bei ausländischen Häftlingen werden sie aus Abschreckungsgründen auch in der Nähe des Tatortes vorgenommen, A. Exekution im Lager. a) Der Exekution haben beizuwohnen: Der Lagerkommandant oder ein von ihm beauftragter SS-Führer, der Lagerarzt. b) Die Erschießungen erfolgen an einer besonders bestimmten Stelle des Lagers, und zwar im Abstand von etwa 2 Metern von dem Kugelfang. Der Delinquent ist zu befragen, ob er mit dem Gesicht oder dem Rücken gegen die Wand stehen will... Die Erschießung wird unter dem Befehl eines SS-Untersturmführers oder SS-Oberscharführers von mindestens 6 SS-Männern ausgeführt, die etwa 5 Schritte von dem Verurteilten entfernt aufzustellen sind. 196 ler Toten durch zung Herzens, ng durch zung, n drückung obs ng des h Schuß chwäche | Gabriel nl Stelle des Ifang, Der ken gegen hrers odet die etwa teuf. c) Erhängungen sind durch einen Schutzhäftling durchzuführen. Sie haben so zu erfolgen, daß ein Versagen der mechanischen Einrichtungen aus- geschlossen ist. Der Schutzhäftling erhält für den Vollzug 3 Zigaretten. d) Kurz vor der Exekution ist dem Delinquenten in Gegenwart der betei- ligten SS-Männer vom Lagerkommandanten bzw. dessen beauftragten SS- führer zu eröffnen, daß er exekutiert wird. Die Bekanntgabe hat etwa in folgender Form zu erfolgen: „Der Delinquent hat das und das getan und damit wegen seines Ver- brechens sein Leben verwirkt. Zum Schutze von Volk und Reich ist er vom Leben zum Tode zu befördern. Das Urteil werde vollstreckt.“.... h)Nach jeder Exekution sind die beteiligten SS-Männer bzw. Beamten durch den Lagerkommandanten oder den von ihm beauftragten SS-Führer über die Rechtmäßigkeit der Exekution aufzuklären und in ihrer inneren Haltung so zu beeinflussen, daß sie keinen Schaden nehmen. Hierbei ist die Notwendigkeit der Ausmerzung aller solcher Elemente im Interesse der Volksgemeinschaft besonders hervorzuheben. Die Aufklärung ist in wirklich kameradschaftlicher Weise vorzunehmen. Sie kann von Zeit zu Zeit in Form eines kameradschaftlichen Beisammen- seins erfolgen. B. Exekution außerhalb des Lagers. a) Der Exekution haben beizuwohnen: Der Leiter der Staatspolizei-leit-stelle oder ein von ihm beauftragter SS-Führer seiner Dienststelle, ein Amts- oder SS-Arzt. b) Die Exekutionen sind an einem geeigneten, von außen nicht einzusehenden Ort(Steinbruch, Waldstück usw.) vorzunehmen. Innerhalb von Dörfern, Gehöften usw. werden sie nur in besonders bestimmten Ausnahmefällen vollzogen. Bei der Auswahl des Exekutionsplatzes sind nach Möglichkeit die Anregungen des zuständigen Bürgermeisters und Ortsgruppenleiters sowie berechtigte Bedenken der Grundstückseigentümer zu berücksichtigen. Bei der Durchführung der Exekution ist die Öffentlichkeit auszuschließen, falls keine andere Weisung vorliegt. Jedoch bestehen gegen die Teilnahme von Vertretern der unmittelbar be- teiligten Dienststellen von Partei und Staat keine Bedenken. Die Zahl der teilnehmenden Personen ist möglichst niedrig zu halten. Zur Absperrung und Sicherung des Richtplatzes sowie zur Begleitung des Delinquenten sind Kräfte der Ordnungspolizei anzufordern. Eine Begleitung durch SS- Führer hat zu unterbleiben. Bei der Exekution von polnischen Zivilarbeitern und Arbeitskräften aus dem altsowjetischen Gebiet(Ostarbeiter) sind— sofern nicht im Einzelfall eine andere Anordnung ergeht oder sonstige wichtige Gründe vorliegen (z. B. dringende Erntearbeiten)— die in der Umgebung eingesetzten Ar- beitskräfte der gleichen Volksgruppe nach erfolgter Hinrichtung am Galgen vorbeizuführen und auf die Folgen eines Verstoßes gegen die gegebenen Vorschriften hinzuweisen. 197 RI H AT TARA THATATAHAAAAARA HA AHA AARHARAARN z PERL TUT TRA UL VEN AT TTLARDENDERTLLUTNTTEELERTUNELELDELSUBSRHERTEREREIEN c) Die Erhängung ist durch Schutzhäftlinge, bei fremdvölkischen Arbeitern durch Angehörige möglichst der gleichen Volksgruppe, zu vollziehen... gez. H. Himmler beglaubigt: Naumann, Kanzleiangestellte RT ee IMT, Bd. XXVIII, S. 44/50, Dok. 1751- PS. Richtlinien für die Behandlung politischer Kommissare vom 6. Juni 1941! Geheime Kommandosache! Anlage zu OKW/WFST/Abt. L. IV/Qu Nr. 44822/41 g. K. Chefs Chefsache! Nur durch Offizier! Im Kampf gegen den Bolschewismus ist mit einem Verhalten des Feindes nach den Grundsätzen der Menschlichkeit oder des Völkerrechts nicht zu rech- nen. Insbesondere ist von den politischen Kommissaren aller Art als den eigent- lichen Trägern des Widerstandes eine haßerfüllte, grausame und unmensch- liche Behandlung unserer Gefangenen zu erwarten. Die Truppe muß sich be- wußt sein: 1. In diesem Kampfe istSchonung und völkerrechtliche Rücksichtnahme diesen Elementen gegenüber falsch. Sie sind eine Gefahr für die eigene Sicherheit und die schnelle Befriedung der eroberten Gebiete. 2. Die Urheber barbarisch asiatischer Kampfmethoden sind die politischen Kommissare. Gegen diese muß daher sofort und ohne weiteres mit aller Schärfe vorgegangen werden. Sie sind daher, wenn im Kampf oder Widerstand ergriffen, grundsätzlich sofort mit der Waffe zu erledigen. Im übrigen gelten folgende Bestimmungen: ee Zn ge et dr Seen en en Tg ur eg ge m a en en an wg I. Operationsgebiet 1. Politische Kommissare, die sich gegen unsere Truppe wenden, sind ent- sprechend dem„Erlaß über Ausübung der Gerichtsbarkeit im Gebiet Barbarossa“ zu behandeln. Dies gilt für Kommissare jeder Art und Stel- lung, auch wenn sie nur des Widerstandes, der Sabotage oder der An- stiftung hierzu verdächtig sind. Auf die„Richtlinien über das Verhalten der Truppe in Rußland“ wird me ERTL verwiesen, 2. Politische Kommissare als Organe der feindlichen Truppe sind kenntlich an besonderen Abzeichen— roter Stern mit goldenem eingewebtem Hammer und Sichel auf den Ärmeln—(Einzelheiten siehe„Die Kriegs- wehrmacht der UdSSR.“ OKH/Gen. St. d. H. O. Qu IV Abt. Fremde Heere ı Die Tatsache, daß dieser Mordbefehl am 6.. Mai 1941 im Entwurf ausgearbeitet war, drei Wochen vor dem Überfall auf die Sowjetunion an die Truppenkommandeure weitergegeben wurde, kommentiert am besten die widerwärtige Diffamierung der Offiziere der Roten Armee. a EEE er 198 ER ne ne un rn a U Arbeitern Ost(II) Nr. 100/41 g. vom 15. 1. 1941 unter Anlage 9 d). Sie sind aus den hen... Kriegsgefangenen sofort, d. h. noch auf dem Gefechtsfelde, abzusondern. Dies ist notwendig, um ihnen jede Einflußmöglichkeit auf die gefangenen\ Soldaten zu nehmen, Diese Kommissare werden nicht als Soldaten aner-} nee bestelle kannt; der für Kriegsgefangene völkerrechtlich geltende Schutz findet auf sie keine Anwendung. Sie sind nach durchgeführter Absonderung zu er- ledigen. 9al!& ne Kommissare, die sich keiner feindlichen Handlung schuldig machen oder einer solchen verdächtig sind, werden zunächst unbehelligt Lw bleiben. Erst bei der weiteren Durchdringung des Landes wird es möglich; ‚ViQu sein, zu entscheiden, ob verbliebene Funktionäre an Ort und Stelle be- h 1efs lassen werden können oder an die Sonderkommandos abzugeben sind. N} Es ist anzustreben, daß diese selbst die Überprüfung vornehmen. N Bei der Beurteilung der Frage, ob„schuldig oder nicht schuldig“, hat Y s Feindes grundsätzlich der persönliche Eindruck von der Gesinnung und Haltung I t zu rech- des Kommissars höher zu gelten, als der vielleicht nicht zu beweisende N en eigent- Tatbestand. Ki ınmensch- 4. In den Fällen 1. und 2. ist eine kurze Meldung(Meldezettel) über den 0 ß sich be- Vorfall zu richten: H a) von den einer Division unterstellten Truppen an die Division(Ic), Ri me diesen b) von den Truppen, die einem Korps-, Armeeober- oder Heeresgruppen-„0 Sicherheit kommando oder einer Panzergruppe unmittelbar unterstellt sind, an N das Korps- usw. Kommando(Ic).\ politischen 5. Alle oben genannten Maßnahmen dürfen die Durchführung der Opera- s mit aller tionen nicht aufhalten. Planmäßige Such- und Säuberungsaktionen durch die Kampftruppe haben daher zu unterbleiben. mdsätzlich II. Im rückwärtigen Heeresgebiet| Kommissare, die im rückwärtigen Heeresgebiet wegen zweifelhaften Ver- ‚n haltens ergriffen werden, sind an die Einsatzgruppe bzw. Einsatzkommandos h der Sicherheitspolizei(SD) abzugeben. B- ind ent- IN N III. Beschränkung der Kriegs- und Standgerichte I und Stel- Die Kriegsgerichte und die Standgerichte der Regiments- usw. Kommandeure Mi ar der An- dürfen mit der Durchführung der Maßnahmen nach I und II nicht betraut RR werden. IM land“ wird Abschrift aus dem Nürnberger Staatsarchiv M Dr. Günther Frede, Dr. Otto-Ernst Schüddekopf, Kr lich|„Wehrmacht und Politik 1933-1945“, Braunschweig o. J., S. 47/48. I ] kenntli\ ıgewebten" Jie Kriegs% mde Heere itet wal, drel weitergegeb®" ‚ Armee. neu 199 be DEE OLE LEE en VEUSENEULLLTENG ri Art ETTUTTTLTTUSTERTTTLTETETLT LEEREN EEE RE 2 Zu z er KURT, 3} DETTRTALTLTUTTERTERTLULLE Ei W „ H| Rundschreiben des Reichsführers SS, Instrukteur der Konzentrationslager Wer Hl vom 15. November 1941 von d 1 An alle KL-Kommandanten. a IH Betrifft: Exekution von russischen Kriegsgefangenen hd Der Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei hat sich grundsätzlich Br damit einverstanden erklärt, daß von den in die Konzentrationslager zur Exe- En kution überstellten russischen Kriegsgefangenen(insbesondere Kommissaren), En die aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheit zur Arbeit in einem Steinbruch Trans eingesetzt werden können, die Exekution aufgeschoben wird. Zu dieser Maß- Ih nahme muß vorher das Einverständnis des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD eingeholt werden. Hierzu wird befohlen: me Beim Eintreffen von Exekutionstransporten in die Lager sind die körperlich kräftigen Russen, die sich für eine Arbeit in einem Steinbruch eignen, durch den clan Schutzhaftlagerführer(E)! und den Lagerarzt herauszusuchen. Eine nament- Er. liche Liste der herausgesuchten Russen ist in doppelter Ausfertigung hier vor- Kan zulegen. Auf dieser Liste muß der Lagerarzt vermerken, daß gegen den Ar- 2 beitseinsatz der Betreffenden ärztlicherseits keine Bedenken bestehen. Nach An! Einverständniserklärung der Sicherheitspolizei und des SD wird die Über- stellung der betreffenden Russen in ein Steinbruch-Lager von hier befohlen. h N gez. Glücks Wa N SS-Brigadeführer allen N und Generalmajor der Waffen-SS Einsp el BA 562- 24 Abschrift. ' lager h tause, I gefan inf Der Chef der Sipo und des SD Berlin, den 9. November 1941 Een H B. Nr. 2009 B/41 g-IVAlec Krie \ M Geheim! ei N Schnellbrief! diktie H Betr. Transport der zur Exekution bestimmten sowjetrussischen Kriegsgefan- der si ' genen in die Konzentrationslager. genen Die Kommandanten der Konzentrationslager führen Klage darüber, daß etwa einge 5 bis 10°/0 der zur Exekution bestimmten Sowjetrussen tot oder halb tot in Rt den Lagern ankommen. Es erweckt den Eindruck, als würden sich die Stalags? Tann auf diese Weise solcher Gefangener entledigen. ds P Insbesondere ist festgestellt worden, daß bei Fußmärschen, z. B. vom Bahn- diese hof zum Lager, eine nicht unerhebliche Zahl von Kriegsgefangenen wegen Phan Erschöpfung unterwegs tot oder halbtot zusammenbricht und von einem nach- als} folgenden Wagen aufgelesen werden muß. hatte Es ist nicht zu verhindern, daß die deutsche Bevölkerung von diesen Vor- tatsi | gängen Notiz nimmt. ahnt 1 dB ı Einsatz. * Kriegsgefangenenstammlager im faschistischen Deutschland, 200 ide ande de RE pe N N ndsätzlich zur Exe- Missaren), teinbruch ser Maß- i und des körperlich durch den >» nament- hier vor- \ den Ar- en. Nach lie Über- fohlen. T Naffen-SS nber 1941 egsgefan- daß etwa lb tot in e Stalags? om Bahn- sn wegen em nach- esen Vor- Wenn auch derartige Transporte bis zum Konzentrationslager in der Regel von der Wehrmacht durchgeführt werden, so wird die Bevölkerung doch diesen Sachverhalt auf das Konto der SS buchen. Um derartige Vorgänge in Zukunft nach Möglichkeit auszuschließen, ordne ich daher mit sofortiger Wirkung an, daß als endgültig verdächtig ausgesonderte Sowjetrussen, die bereits offensichtlich dem Tode verfallen sind(z. B. bei Hungertyphus) und daher den Anstrengungen, insbesondere eines wenn auch kurzen Fußmarsches, nicht mehr gewachsen sind, in Zukunft grundsätzlich vom Transport in die Konzentrationslager zur Exekution auszuschließen sind. Ich bitte, die Führer der Einsatzkommandos unverzüglich entsprechend an- zuweisen. In Vertretung: gez.: Müller Beglaubigt: Wolfert Kanzleiangestellte IMT, Bd. XXVII, S. 42-44, Dok. 1165- PS. Jede Minute eine Leiche! War schon die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener in Deutschland allen Bestimmungen der Genfer Abmachungen hohnsprechend, so schlug. die Einsperrung großer Massen sowjetischer Kriegsgefangener in Konzentrations- lager diesen Bestimmungen direkt ins Gesicht. Der Gipfelpunkt war aber der tausendfache wohlvorbereitete und kaltblütige Mord an den sowjetischen kriegs- gefangenen Offizieren in Buchenwald. Im Oktober 1941 wurde mit der systematischen Ausrottung sowjetischer Kriegsgefangener begonnen. War die Ausführung dieser an wehrlosen Kriegs- gefangenen begangenen Morde in ihren Anfängen von tierischer Lust am Töten diktiert— man erschlug, erhängte und zertrampelte sie— so steigerte sich mit der ständig wachsenden Zahl der zum„Liquidieren“ bestimmten Kriegsgefan- genen auch die Mordtechnik. Sie steigerte sich bis zur ausgeklügelten, raffiniert eingerichteten Mordfabrik....! Etwas abgelegen vom eigentlichen Lager erstreckte sich von Buchen und Tannen umgeben, ein 200 Meter langes Parterregebäude, von außen deutlich als Pferdestall erkennbar. Kein Vorübergehender konnte ahnen, daß sich hinter diesen Mauern Spielarten des grausigsten Sadismus, den sich je die menschliche Phantasie ausmalen konnte, austobten. Die sowjetischen Kriegsgefangenen, die als Neuzugänge nach Buchenwald gekommen waren und denen man erklärt hatte, sie würden in ein anderes Lager überführt— als Tarnung befand sich tatsächlich in Buchenwald ein kleines Lager für sowjetische Kriegsgefangene— ahnten sicher nicht, wenn sie das schaurige Gebäude vom Westen her betraten, daß sie es von der Ostseite nur als Leiche verlassen konnten. Hatten sie das 1 Vgl. Abb. 50, 31. 201 ee see nn ee: San ee a er eier u EEE T Ba SE TA DERRRTALLLERNTERTERTULLLELERELUENEENETN JARANAAR?! kleider und E musik Auto\ nannte formel angeb Meßvı liegen in der des G Wasst Wie Wiev! und a nie d „Jede Das u Am 13 H £ mußt und geheı ten\ zeich Vo Tran Schre X65 Häft Schre Std Ged: Dad Weis v804® sıcı uego ıppu addesı van] eddojxıpajg pun“pnoypsiassom enP!PIID\PS eypaudsın] 101susJ zıoyjeddog ups uw Bunnpworgaw( ww uuopy- 44 SanelDigv, buoysoy mw Bupjjeßny \ on) pıajd an) WnDy 1 / ony vodsuo, euungnjgpinig (adorsuapıe] |/ wepiow-44 7 uw Iyawsbo: uauaDupjeg) sep eyajlo] Jawwız S /f > Bam ea] zog/ sea] seuupguezupS; any seuoyeq ) wnoy/-Qurz u o1nDusıpıo] N (DER > 7 vojopipupysepo, N S ap ın See 2 wnDsspjapjsmy 68 Ne PEN£ Erz vodwojpuajg_ 1epıow'P pun 1sosuasız wm/ __. 7 yous| 7== sewwrz wnos ‚ewwrz wnossbunuppujH/ It 10/ ee BZ ZN vopows6unuusyig pun Jewpaudsıno] edojuy \ vejuawnysu] VOLPOSPOM 30] 1PSLL eınyabnıy BMPSPIUSH sinpgebuis ig u2Q welpızıg uw ıpsu x -poy||-spıepwn-asıadg| wnoy eUAMZIOH / BEN ıpng 1suoD4t uw OKpjungnpsWIUng olg Ne.. En Auto verlassen und den Eingang passiert, so befanden sie sich in dem Aus- kleideraum. Hier mußten sie sich nackt ausziehen und alle Wertsachen, Papiere und Erkennungsmarken abliefern. Dann wurden sie einzeln bei lauter Radio- musik— um irgendwelche verdächtigen Geräusche zu übertönen— in das soge- nannte Arztzimmer geführt. Dort nahmen als Ärzte getarnte SS-Offiziere eine formelle Untersuchung vor. Als gesund erklärt, wurden die Opfer sodann zur angeblichen Messung der Körpergröße unter eine an der Wand angebrachte Meßvorrichtung gestellt. Auf ein Klopfzeichen öffnete dann ein im gegenüber- liegenden Zimmer befindlicher SS-Schütze eine Klappe und schoß durch einen in der Meß-Skala befindlichen etwa 2 Zentimeter breiten Schlitz in das Genick des Gefangenen. Die Leiche wurde sofort weggeschafft, der Raum mittels eines Wasserschlauches vom Blut gesäubert.... Wieviel waren es, fragt mit Recht die empörte Menschheit aller Nationen? Wieviel? Diese Frage darf nie mehr verstummen und muß allen lebenden Nazis und auch allen Deutschen millionenfach in die Ohren gellen. Wir aber werden nie die bestialische vom Stolz geblähte Parole der Nazihenker vergessen: „Jede Minute eine Leiche!“ Ludwig Rusch! „Das war Buchenwald“, Leipzig, o. J., Seite 72-75.: Die Feststellung der Zahl der in der Genickschußanlage Ermordeten Am Einbau der Genickschußanlage in den Pferdestall waren außer mir noch 13 Häftlinge, meist Zimmerer und Tischler, beteiligt. Ich schloß die Radio- anlage und Herbert Morgenstern das Telefon mit der Rufnummer 99 an. Ich mußte weiter zusammen mit dem Kameraden Morgenstern die Fernschreib- und Telefonzentrale technisch betreuen. So war es uns möglich, fast alle ein- gehenden Fernschreiben zu lesen. Auch in die dechiffrierten Funksprüche konn- ten wir Einblick nehmen. Die meisten Funksprüche kamen unter dem Ruf- zeichen Oma aus der Gestapozentrale in der Prinz-Albrecht-Straße in Berlin. Vom Kameraden Walter Jurich erhielt ich den Auftrag, festzustellen, ob Transporte von sowjetischen Kameraden über den Funk oder über den Fern- schreiber gemeldet wurden. Tatsächlich kamen solche Meldungen:„Transport X 65, davon Ex. 40.“ Der größte Transport, der gemeldet wurde, umfaßte 800 Häftlinge, davon„Ex 493“. Diese Zahlen habe ich weitergegeben. „Ex“ bedeutete: Beseitigen! Diese Zahlen wurden von mir auf einem Fern- schreibstreifen festgehalten. Bei einem vollen Tausend legte ich ein kleines Stück Papier in den Mikrofonbehälter. So ist mir ganz fest die Zahl 8475 im Gedächtnis geblieben.— Bei der Vernehmung im Buchenwald-Prozeß in Dachau 1947 gab der ehemalige SS-Oberscharführer Dietrich eine versuchs- weise Erschießung von acht Häftlingen zu, so daß die Gesamtzahl der er- schossenen sowjetischen Kriegsgefangenen 8483 beträgt. Armin Walter? BA 502- 22. Bericht vom 17. März 1958. 1 Ludwig Rusch, geb. 1397, 1933-1936 Zuchthaus Waldheim, 1939-1945 KZ Buchenwald, jetzt Mit- arbeiter der SED-Kreisleitung Dresden. 2 Armin Walther, geb. 1896, 1937-1945 KZ Buchenwald, jetzt Leiter eines volkseigenen Betriebes. 203 ne ge gr a joe Borchoredg u u aD ge a cher en da he et, Te m u ae ee ee een dheäbnid AR IARAAHAAAHAAAAR IK AA TARA ART TR RRA TAN SARA VTTATT TTS AR LT UN UST LLLTLUNUUUERURUBLEUNTERLERLNNNLENKEEENESKHEISTEREEEE Die Ankunft von Transporien .Vom 22. 1. bis 26. 1. 1945 trafen die ersten evakuierten Häftlinge aus Auschwitz ein, denen weitere folgten. Es waren zusammen 8128. Im offenen Viehwagen, bei strenger Kälte, waren sie zwei Wochen unterwegs!. Mindestens 2000 Frauen und Kinder wurden weitertransportiert, nachdem sie am Bahnhof Buchenwald etwas zu essen bekamen. Alle Kameraden aus dem Häftlings- krankenbau wurden mobilisiert, um die Frostwunden und Schlagwunden der Frauen, die ihnen während des Transportes von der SS beigebracht worden waren, zu verbinden. Ein großer, in Lumpen gehüllter Elendszug wälzte sich täglich durch das Tor ins Lager, durch tagelanges Hungern erschöpfte und entkräftete Menschen. Die Straße vom Bahnhof Buchenwald bis zum Lager war mit Decken, Schüsseln und verlorenen Holzschuhen übersät. Dazwischen lagen sterbende Menschen, die nicht mehr die Kraft aufbrachten, bis ins Lager zu gelangen. Häftlinge aus dem Lagerschutz, der Lagerfeuerwehr und den Lagerkommandos mußten mit zweirädrigen Karren und Handwagen, auf denen sonst Baumaterial ge- fahren wurde, die Leichen und die Sterbenden aus den Eisenbahnwaggons und von der Straße ins Lager fahren. Wie die Angekommenen erzählt haben, wurden die während der Fahrt vor Hunger und Erschöpfung gestorbenen Menschen aus den überfüllten Eisenbahnwaggons hinausgeworfen.... Beim Kommandan- ten des Lagers liefen Beschwerden darüber ein, daß in den unterwegs berührten Gebieten an den Bahndämmen Leichen gefunden worden waren... Alfred Bunzol Alfred Bunzol,„Erlebnisse eines politischen Gefangenen im Konzentrationslager Buchenwald“, Weimar 1946, S. 37. Als Leichenträger in Buchenwald Ich war vom 21. September 1939 ab ungefähr 2% Jahre Leichenträger im KZ Buchenwald. Während des Winters 1939 war neben dem jetzigen Krema- torium ein Zeltlager eingerichtet, in dem täglich 40 bis 50 Häftlinge durch Erfrieren oder vor Hunger gestorben sind. Außerdem wurden viele vom SS-Hauptscharführer Blank und SS-Hauptscharführer Hinkelmann vergiftet. Zu essen gab es dort pro Tag einen halben Liter Wassersuppe und für 8 Mann ein Brot. Es kam vor,‘daß zwei noch lebende Häftlinge einen Toten mitschlepp- ten, um die Portion für den Toten zu erhalten. Oft haben SS-Hauptscharführer Blank oder SS-Hauptscharführer Hinkelmann das Essen auf den Boden ge- schüttet, so daß die Häftlinge es aufkratzen mußten, wobei die Scharführer mit Knüppeln dazwischen gehauen haben. Der SS-Untersturmführer Dr. Wagner schickte oft jüdische Häftlinge, die in Revierbaracke 2 gelegen hatten und bei denen die Heilung zu lange” dauerte, ins Hauptrevier, wo die Betreffenden„abgespritzt“ enden: ı Vgl. Abb. 43-47. 204 Der von kl geschn Außer der B: nur ur Ich Erlaul Der H wesen Ebe Die L Mordt Tüg $S-An ses Eı BA 553 tlinge aus Mm offenen lindestens ı Bahnhof Häftlings- inden der it worden h das Tor schen, Die Schüsseln Menschen, Häftlinge )s mußten ıterial ge- gons und n, wurden Menschen nmandan- berührten ed Bunzol wald“, träger im n Krema- nge durch viele vom vergiftet. ir 8 Mann itschlepp- charführer Boden ge: führer mit ge, die in e dauerte, Der SS-Untersturmführer Eisele hat vielen Häftlingen, die zur Behandlung von kleineren Wunden ins Revier kamen, ohne weiteres das ganze Glied ab- geschnitten oder derartig behandelt, daß der Betreffende sofort gestorben ist. Außerdem hat er ungefähr vier bis fünf Wochen lang Häftlinge, die in einer der Baracken des Hauptreviers gelegen haben, ohne weiteres„abgespritzt”, nur um sie los zu sein... Ich mußte die Leichen der dort getöteten Häftlinge wegschaffen. Als ich um Erlaubnis bat, von diesem Posten enthoben zu werden, bedrohte Eisele mich. Der Häftling Walter Krämer, der gezwungen war, bei diesen Handlungen an- wesend zu sein, wurde einige Wochen später von der SS umgelegt... Ebenfalls wurden viele ausländische Zivilarbeiter!, meist Polen, gehängt. Die Leichen mußten wir nachts von außerhalb des Lagers holen. Diese letzten Mordtaten wurden alle verübt vom SS-Hauptscharführer Sommer. Täglich wurden zwei bis drei Häftlinge aus dem Steinbruch geholt, die von SS-Angehörigen durch die Postenkette gejagt und erschossen wurden. Für die- ses Erschießen erhielt der betreffende SS-Mann Urlaub... Ludwig Scheinbrunn BA 553- 5a. Bericht, geschrieben 1945. Das Krematorium Ich bin seit dem Dezember 1941 im Krematorium des KZ Buchenwald be- schäftigt gewesen. Während der vorhergehenden Monate August bis Dezember war ich im Sektionsraum tätig. Nach meiner Erinnerung wurden sowjetische Kriegsgefangene, Offiziere und Mannschaften, bereits seit Anfang November 1941 zur Verbrennung ins Krema- torium eingeliefert. Ursprünglich handelte es sich um Verbrennungen von Ge- fangenen, die im DAW-Gelände in langsam steigender Zahl erschossen wurden. Es waren Offiziere, Kommissare, Mitglieder der KPdSU und Juden. Diese Dar- stellung über die Funktion der Erschossenen stammt von beteiligt gewesenen Angehörigen der SS... Später gingen die Erschießungen im Pferdestall vor sich... Es kam häufig vor, daß die füsilierten Kriegsgefangenen bei der Einlieferung ins Krematorium noch lebten, ja sich sogar von der Bahre erhoben und uns ansprachen. Einmal sprach mich ein als tot bezeichneter Kriegs- gefangener, der mit einer Fuhre Leichen eingebracht wurde, mit den Worten an:„Kamerad, gib mir die Hand“. Er war wie alle erschossenen Kriegs- gefangenen nackt und blutig und hatte auf einem Haufen nackter Leichen ge- sessen. In solchen Fällen sprangen die bereitstehenden SS-Leute hinzu und töteten das Opfer auf ganz verschiedene Art und Weise... Dem Krematorium stand früher als Kommandoführer SS-Oberscharführer Kott vor. Ab etwa Februar 1942 wurde auch der Hauptscharführer Pleißner dem Krematorium zugewiesen. Pfingsten 1942 ging Oberscharführer Kott nach 1 Der Verfasser meint Personen, die von Gestapostellen nur ins Lager gebracht wurden, um getötet zu werden. 205 Senge= ET LEE ALT - hate n Ve er N POUTETLULTDEUSENLULELTEIE N Ravensbrück. Kott wurde im Krematorium durch SS-Sturmführer Helbig er- zur Ve Ei setzt. Später wurde Hauptscharführer Pleißner durch Oberscharführer Warn- zutzun X stedt ausgetauscht. prozeß Ab Februar 1943 wurden die Kriegsgefangenen nicht mehr füsiliert, sondern anstatt im Krematorium aufgehangen!. Sie wurden im SS-Wagen in den Hof des Kre- hineing matoriums gefahren und dann einzeln aus dem Wagen in den Keller geführt, brennu wo die Haken zum Aufhängen im Mauerwerk angebracht waren. Es waren die de 48 solcher Haken vorhanden... Den L Es sind in Buchenwald auch Frauen erhängt worden. Insgesamt wird die vollstäi Zahl der erhängten Frauen etwa 25 betragen haben. Unter diesen Frauen be- dann 9 fanden sich Polinnen, Sowjetbürgerinnen und einmal 7 deutsche Frauen. geschi Es wurden auch Häftlinge erhängt. Unter diesen befanden sich Engländer, Ang h| Kanadier, Italiener, Menschen aus fast allen europäischen Nationen. träge: Frl Häufig wurden auch Leichen von Weimar durch die Gestapo ins Lager ge- den ir if fahren. Die Leichen waren in Strohsäcken eingepackt. Es konnte nie festgestellt wande ii werden, um welche Leichen es sich dabei handelte. Ich erinnere mich, daß im arbeit ai Herbst 1943 zwei ältere Leute(Mann und Frau) eingeliefert und verbrannt Schi Hl) wurden, deren Kleidungsstücke mit„Hirschmann, Arnstadt“ gezeichnet waren. daß m an Zbigniew Fuchs kam 3 I BA 553-7, Bericht, geschrieben 1945. Öfen. N Leiche IN i selbst ji Leichenverbrennungen am laufenden Band Besch N Der Ausbruch des Krieges stellte an die Vernichtungslager erhöhte An- IS Kt sprüche. So wurden seit Ausbruch des Krieges an 10 000 Ausländer in die Kon- Im IN zentrationslager getrieben. Wie aus anderen Berichten aus dem Konzentrations- Eike N lager Buchenwald ersichtlich ist, wurden aus dem Polenlager im Winter| zwöll W 1939/1940 allein täglich 40 bis 70 Kameraden von der Ruhrepidemie, vom gefüh HM Hungertyphus oder darüber hinaus durch Erschlagen und andere grauenhafte och 1 Morde umgebracht, so daß die Leichen in solchen Massen aus Buchenwald in Wele N die umliegenden Städte zur Verbrennung gebracht wurden, daß sie in den um- Wein "1 liegenden Krematorien Weimar, Jena, Leipzig gar nicht alle verbrannt werden zum Ki konnten. Das war für die SS-Reichsführung der Anlaß zum Bau eines Krema-; I toriums in Buchenwald. ee H Das Bauvorhaben stand unter Leitung des SS-Hauptscharführers Becker, N Bauführer der SS-Bauleitung. Die Verbrennungsöfen lieferte die Firma Topf A und Söhne, Erfurt.? Im rasenden Tempo wurde im Frühjahr 1940 der erste Ofen I fertiggestellt. Mit zwei Einführungstüren für die Leichen wurde dem nor- I malen Verbrennungsvorgang nicht Genüge getan. Normalerweise braucht man 1 Vgl. Abb. 32. 2 Die Firma Topf erbaute in sämtlichen KZ die Krematorien, darunter auch die Vernichtungs- anlage in Auschwitz. Eine Firma in Westdeutschland führt heute das alte Topf-Firmen-Zeichen 2 und den Namen„Topf-Werke, Niederlassung West, Technisches Büro München- Steinebach/Wörth- n see/Oberbayern.“ In 206 RR nun Ielbig er- eine Stunde, so daß bei dauernder Be- zur Verbrennung einer Leiche etwa ter Wam- a nutzung täglich nur 48 Tote verbrannt werden konnten. Um den Verbrennungs- &sonde prozeß zu beschleunigen, wurde über dem Ofen eine Ölleitung angebracht und N 3 anstatt je eine Leiche in die Einführungstür, zwei bis drei Leichen mit einmal rn a hineingeschoben, so daß man täglich über die doppelte Zahl der normalen Ver- Es Bw brennungsziffer verbrennen konnte. Dabei blieben größere Knochenreste übrig, die des Nachts von SS-Leuten in die Abwässerungskanäle geworfen wurden. Den Lagerinsassen wurde dies erst offenbar, als die Abflüsse der Kläranlagen ar s vollständig verstopft waren. Den Angehörigen der gemordeten Häftlinge wurde M Ani dann gegen Bezahlung von RM Im eine Ume mit einem Häufchen Asche zu- N tngländer geschickt, die bestimmt nicht die ihrer Angehörigen war. h ’ Angehörigen von Ausländern, Polen, Russen, Franzosen usw., wurden An- N L träge auf Übersendung von Urmen nicht stattgegeben. Die Knochenreste wur-\ abT Er, den in großen Papiersäcken gesammelt, heimlich auf Lastwagen verladen, hi rstgestellt wanderten sie in eine Knochenmühle und wurden dort zu Düngemitteln ver- I h, daß im arbeitet. Ki verbrannt Schon im Frühjahr 1941 war der Verbrennungsofen vollkommen defekt, so N net waren.) daß man dazu überging, einen zweiten Ofen zu bauen. Als dieser fertig, war, I iew Fuchs kam an Stelle des alten ein neuer Ofen, so daß jetzt im Krematorium zwei i | Öfen mit je drei Einführungstüren vorhanden waren. In jede derselben drei a F’ Leichen hineingeschoben, konnten stündlich 18 Tote verbrannt werden. Ich N selbst habe diese Öfen bauen müssen und habe bei dieser dreivierteljährigen N Beschäftigung nicht zu schildernde, grauenhafte Dinge mit durchmachen N höhte An- Bussen,{: i an id ion Im Hof des Krematoriums befand sich noch eine Hinrichtungsstelle. In der en Ecke hatte man einen Galgen aufgebaut, daneben war ein Querbalken mit m Winter zwölf Haken!. Fast täglich wurden hier Hinrichtungen durch Erhängen durch- BR geführt. Nachdem die Betreffenden am Galgen erhängt waren, wurden sie dann Er ir noch eine Zeit an die Haken des Querbalkens aufgehangen. So fanden vor allem rauenh h viele Ausländer durch Erhängen den Tod. Es genügte schon, daß ein Pole in ienwald 4 Weimar mit einem deutschen Mädchen angetroffen wurde, um ihn vom Leben I. den Di zum Tode zu befördern... nt werden Erich Haase? 1es Krema-„Das war Buchenwald“, Leipzig o. J., S. 79-81, 83-84. 5 Becker, irma Topf erste Ofen dem nor- aucht man N 1 Vgl. Abb. 58. rmen Wörth“ 2 Erich Haase, geb. 1908, 1933-1938 in Haft, 1938-1945 KZ Buchenwald, jetzt Mitarbeiter der jebadh„Leipziger Volkszeitung“. 207 er aa a a ga er ee ne ee Dee Te Zee a ae 7 ge ee Se ee ne SE Te Be ee Ze ne ne Be a 1 np ren RE Bericht des SS-Führers Helbig über seine Tätigkeit als Leiter des Krematoriums Buchenwald Im März 1943 wurde ich vom Kommandanten des KL Buchenwald, Ober- sturmbannführer Pister, als Leiter des Krematoriums des KL Buchenwald ein- gesetzt. Meine Aufgaben bestanden in der Beaufsichtigung der Verbrennungen, welche durch ein Häftlingskommando vorgenommen wurden, Erhängungen, den Eintragungen in das Sterberegister und weiter erforderlich werdenden Buchführungen im Krematorium. Diese Tätigkeit führte ich bis Mai 1944 aus. Während dieser Zeit sind durch- schnittlich monatlich 200 tote Häftlinge verbrannt worden. Bevor die Leichen ins Krematorium gebracht wurden, waren sie in der pathologischen Abteilung untergebracht. An Toten, bei welchen die Todesursache nicht feststellbar war, wurde eine Sezierung vorgenommen, und dadurch kam es öfters vor, daß Leichen ohne Kopf eingeliefert wurden. In solchen Fällen war der Leiche eine Bescheinigung beigefügt, die folgenden Vermerk trug:„Der Kopf der Leiche des Häftlings... wird aus wissenschaftlichen Zwecken zurückbehalten.“ Diese Scheine waren immer vom Lagerarzt Hauptscharführer Schiedlausky unter- zeichnet. Bei toten Häftlingen, welche goldene Zähne hatten, mußten diese vom Häft- lingskommmando herausgezogen werden. Das Gold lieferte ich dem Lagerarzt regelmäßig gegen Quittung ab. Ein großer Prozentsatz der verstorbenen Häftlinge wurde vom Außenlager Nordhausen mit Lkw nach Buchenwald gebracht. Dieses Lager allein lieferte monatlich durchschnittlich 140 bis 150 Tote an. Während meiner Dienstzeit im Krematorium waren ungefähr 25 Erhängun- gen. Bei jeder Exekution wurden durchschnittlich sechs Häftlinge erhängt. Diese Erhängungen mußten außer zwei Exekutionen, welche ich selbst vor- nahm, von dem Häftlingskommando unter meiner Aufsicht durchgeführt wer- den. Alle Leichen der Erhängten wurden gleichfalls später in den Öfen des Krematoriums verbrannt. Die Lagernummern der Toten waren am Oberschenkel aufgemalt. Die Asche von toten Häftlingen, deutscher, französischer, holländischer und teilweise tschechoslowakischer Nationalität wurde in Urnen gefüllt und die betreffende Lagernummer auf die Urnen geschrieben. Alle Urnen wurden in einem beson- deren Urnenregal aufgehoben und auf Anfragen von Angehörigen diesen zu- gesandt. Durchschnittlich standen immer 1000 Urnen in diesem Regal. Die Asche der toten Häftlinge anderer Nationalitäten wurde in Säcke ge- füllt und in ein großes Erdloch innerhalb des Lagerbereiches geschüttet. Wäh- rend meiner Dienstzeit im Krematorium habe ich meiner Schätzung nach unge- fähr 2500 Eintragungen von verbrannten Häftlingen in das Totenregister gemacht. Ich bestätige, diese Angaben aus freiem Willen und ohne Zwang gemacht zu haben.(Hermann Helbig) Glowna Komisja, Fotokopie 60b Dok. 104. 208 Naloriums rald, Ober- nwald ein- ennungen, längungen, werdenden sind durch- lie Leichen | Abteilung ellbar war, s vor, daß Leiche eine der Leiche ten.“ Diese sky unter- vom Häft- ı Lagerarzt Außenlager ein lieferte Erhängun- LE erhängt. selbst vor- führt wer- 1 Öfen des ‚Die Asche d teilweise betreffende nem beson- diesen zu- al. ı Säcke ge: ittet. Wäh- nach unge“ Jtenregistel gemacht zu nn Helbig) Die Ermordung Ernst Thälmanns am 18. 8. 1944 in Buchenwald Der tschechoslowakische Staatsangehörige Vladislav Spisar sagt aus: Thälmann befand sich seit etwa Mai 1944 im Gefängnis Bautzen, Flügel 1, 2. Stock, Zelle 11. Er hatte Einzelhaft und Erlaubnis für früh sowie nachmittags je eine Stunde Spaziergang. Alle anderen Häftlinge hatten strengsten Befehl, den Kopf abzuwenden, wenn sie diesen Gefangenen trafen. Sein Aussehen in dieser Zeit war schlecht. Zwischen 15. und 18. 8. 1944, den genauen Tag kann ich nicht angeben, wurde Thälmann im Auto, eskortiert von zwei weiteren, mit SS besetztem Wagen, weggebracht. Kurz nach der Abfahrt hatte es sich im ganzen Gefängnis herumgesprochen, daß die Fahrt nach Weimar gegangen ist. Der polnische Staatsangehörige Marian Zgoda, früher Leichenträger im Kre- matorium Buchenwald, machte folgende Aussage: Am 17.8.1944 kam nachmittags ein Telefongespräch aus der Telefonzentrale, daß die Öfen vorzubereiten sind. Das Gespräch wurde von Oberscharführer Warnstedt abgenommen. Warnstedt sprach dann mit Unterscharführer Stoppe und gab die Meldung an die Häftlinge weiter. Bis 16 Uhr war noch nichts geschehen. Die Atmosphäre war kritisch und wurde immer gespannter, da auch bis 18 Uhr die Lage noch unverändert war. Kurz darauf kamen die Rapportführer Hofschulte und Stabsscharführer Otto, die kurz Rücksprache mit den beiden Kommandoführern nahmen. Gegen 20 Uhr wurden die Häftlinge in ihrer Unterkunft am Krematorium eingeschlossen. Der Kapo Jupp Müller gab die Anweisung, daß keiner die Wohnräume zu verlassen habe. Auch Müller und der Heizer Heinz Rohde hatten von den Kommando- führern entsprechende Anweisungen erhalten. Ich verließ durch den Luftschacht dennoch meine Unterkunft und gelangte auf den Hof des Krematoriums. Hinter einem Schlackehaufen verbarg ich mich. Dort lag ich bis 24 Uhr und beobachtete, wie folgende Personen nach und nach in der angeführten Reihenfolge das Krematorium betraten: Stabsscharführer Otto Adjutant Schmidt Lagerführer Obersturmführer Gust Lagerarzt Hauptsturmführer Rapportführer Hofschulte Schiedlausky Kommandoführer Oberschar- Oberscharführer Werner Berger führer Warnstedt Unterscharführer Stoppe (Krematorium) Die SS-Leute hielten sich im Büro des Krematoriums auf, das sie öfters ver- ließen, um nach einem offensichtlich erwarteten Transport Ausschau zu halten. Das Telefon klingelte mehrfach. 0 Uhr 10 Minuten kamen die beiden Kommandoführer des Krematoriums heraus und öffneten das Tor im Hofe, um einen großen Personenwagen einzu- lassen. Dem Wagen entstiegen drei Zivilisten, von denen offensichtlich zwei 14 Buchenwald 209 u ee ng EEE ZELEHEHE HELEN Le mg nagprger ee 5 nn RETTET ee= Se eg En nn rn er el Fr Fe ge Ft a an ae a ae rn = B u POTTER LDLLLESELLLEEULENLUERUEN IE den dritten, der in der Mitte ging, bewachten. Den Gefangenen sah ich nur von hinten. Er war groß, breitschultrig und hatte eine Glatze. Ich konnte das be- merken, da er keinen Hut trug. Inzwischen waren auch die übrigen SS-Leute auf den Hof gekommen und flankierten die Eingangstür des Krematoriums. Die Zivilisten ließen ihren Ge- fangenen vorgehen. In dem Augenblick, als er das SS-Spalier passiert hatte und das Krematorium betrat, fielen drei Schüsse hinter ihm vom Hof her. Anschließend begaben sich alle SS-Leute und die beiden Zivilisten in das Krematorium und schlossen die Tür hinter sich. Etwa drei Minuten später fiel ein vierter Schuß im Krematorium. Offensichtlich war es der übliche Fangschuß. 20 bis 25 Minuten später verließen die Unterführer das Krematorium. Dabei sagte Hofschulte zu Otto:„Weißt du, wer das war?“ Otto antwortete:„Das war der Kommunistenführer Thälmann.“ Kurz darauf verließen die beiden Zivilisten mit Schmidt, Schiedlausky und Gust das Krematorium. Warnstedt und Stoppe schlossen hinter ihnen das Tor von innen. Ich begab mich auf dem- selben Wege, wie ich gekommen war, wieder in die Unterkunft. Von dort hörte ich, ohne es sehen zu können, wie Koks in die Kübel gefüllt wurde. Normaler- weise erledigten diese Arbeit Müller und Rhode. In diesem Falle kann ich nicht sagen, ob es die beiden Häftlinge oder die SS-Leute waren. Am anderen Morgen, dem 18. 8. 1944, beim Säubern der Öfen und beim Ziehen der Asche fand ich nur eine ausgeglühte Taschenuhr. Aus der Farbe der Asche war zu schließen, daß der Tote mit allen Kleidungsstücken verbrannt worden war. Im allgemeinen ist die Asche nahezu weiß und nur, wenn die Klei- der mitverbrannt werden, ist sie dunkel. Diese Asche wurde gesondert aufbewahrt. Müller wird dazu besondere An- weisungen erhalten haben. Am Abend des 18. 8. 1944 berichtete ich Ernst Busse über die Angelegen- heiter Müller sagt aus, daß von dem am 17. 8. 1944 eingelieferten Mann lediglich am anderen Morgen ein paar Herrenschuhe vor den Öfen standen. Diese Schuhe wurden dann auch gleich am 18. 8. 1944 morgens von einem Unterführer ab- geholt. Der ehemalige Elektriker Armin Walther erklärt: Am 28. 8. 44 sah ich in der Rapportführerstube einen ausgefüllten Totenschein auf den Namen Ernst Thäl- mann. Als Todesursache war Feindeinwirkung angegeben. Bei derselben Ge- legenheit hörte ich ein Gespräch der SS-Unterführer König und Tula, die dar- über sprachen, daß Thälmann in Buchenwald exekutiert worden sei und man nicht wisse, an wen man die Asche schicken sollte, da sämtliche Angehörigen des Toten sich im Zuchthaus beziehungsweise im KZ befinden. Diese Aussage hat Walther an Eidesstatt dem War Crime Detachement Dachau übermittelt. BA 50 221. Aufzeichnungen von Heinz Mißlitz im Buchenwald-Prozeß, Dachau 1947. Vgl. auch„Neues Deutschland“, Berlin, vom 7. Mai 1947 und„Rhein-Neckar-Zeitung“, Heidelberg, vom 26. April 1947. 210 IML ich Qur von te das be- Mmmen und| ihren Ge. t hatte und sten in das | Später fiel Fangschuß, jum. Dabei tete:„Das die beiden Warnstedt h auf dem- dort hörte Normaler- ın ich nicht und beim der Farbe ı verbrannt ın die Klei- ondere An- Angelegen- ın lediglich ese Schuhe führer ab- 1 ich in der Ernst Thäl- selben Ge la, die dar- j und man yörigen des stachement 2 Heidelbere: Der Standortarzt der Waffen-SS Weimar Weimar-Buchenwald, den 27. Aug. 1944 Betreff: Fliegerangriff vom 24. August 1944, Bezug: Dort. Fernschreiben vom 26. August 1944. An den Chef des Amtes D IIl Oranienburg Der feindliche Angriff fand in der Zeit von 12.20 bis 13 Uhr statt, war aus- schließlich auf die Industrieanlagen sowie Truppen-Unterkünfte gerichtet und wurde in schätzungsweise 6 bis 8 Wellen geflogen, von denen in Mehrzahl Spreng-, gegen Ende auch Brandbomben abgewerfen wurden... An Verlusten sind insgesamt entstanden: SS-Angehörige: Tote bisher 80, davon 30 dem K.L. Buchenwald, 50 dem Kraftf. Ers. Regiment zugehörig; Vermißte 65(17 resp. 48). In Reservelazaretten Verletzte 238(75 resp. 163), sowie eine größere Anzahl Leichtverletzte. Familien-Angehörige: Tote 24. Sonderlager Fichtenhain!: Tote 5, Vermißt 1, Schwerverletzte 8, Leicht- verletzte 29. Häftlinge: Tote 315, Schwerverletzte 525, Leichtverletzte 900. Es besteht die Möglichkeit, daß unter den Zahlen, die für die Häftlinge an- gegeben sind, sich nicht identifizierbareZivilangestellte und Truppenangehörige befinden. Der Standortarzt der Waffen-SS Weimar (Schiedlausky) SS-Hauptsturmführer d.R. IML- Buchenwald 1 5/5, Bl. 00 043. Die Lügenmeldung der Nazis über den Tod Emst Thälmanns Durch Terrorbomber getötet. Bei einem Terrorangriff auf die Umgebung von Weimar am 28. August 1944 wurde auch das Konzentrationslager Buchenwald von zahlreichen Sprengbomben getroffen. Unter den dabei ums Leben ge- kommenen Häftlingen befinden sich u. a. die ehemaligen Reichstagsabgeordne- ten Breitscheid und Thälmann. „Leipziger Neueste Nachrichten“ vom 16. September 1944. 1 Es handelt sich um die Isolierungsbaracke im KZ Buchenwald, in der Breitscheid und andere Persönlichkeiten gefangengehalten wurden. 211 ne a Eee Fe 2 engen GE a sehe EREKEN, TE BER a gl Pa RAR ATHARAR HAAR TIATIHAAARARARR£ sguKgr R DONE TTLIRTERTETTURN PTTNTERTERTULLLELELLLUEHEENEVEREIE EN Bericht über den Tod Rudolf Breitscheids beim Fliegerangriff auf Buchenwald am 24. 8. 1944 Am 24.8.1944, nach erfolgtem Bombardement, begab ich mich außerhalb des Lagers zu den Baracken, die ich mit Kohlen, Holz, Wäsche und dergleichen versorgen mußte. Hierzu zählte auch die Baracke 15, die sogenannte Isolierungs- baracke, in der der ehemalige SPD-Politiker Rudolf Breitscheid, seine Frau Toni und die Prinzessin Mafalda, Tochter des ehemaligen Königs Emanuel von Italien, eingesperrt waren... Schon von weitem sah ich, daß die Baracken nur noch ein schwelender Aschenhaufen waren... Die Baracke war niedergebrannt, die schwelenden Planken seitwärts zerfallen. Ich begab mich zu dem in etwa 4 bis 5 Meter von der Baracke entfernt liegenden Splitterschutzgraben und stellte fest, daß der Splitterschutzgraben von einer etwa 6 Meter davon entfernt eingeschlagenen Bombe zur Hälfte verschüttet und die Insassen zugedeckt waren. Nur der Kopf der Mafalda, von der die Hilferufe kamen, war zum Teil frei. Von den auf der Straße gehenden Häftlingen holte ich 8 Mann, und wir begannen dann mit der Bergung der Verschütteten. Nach der zur Hälfte erfolgten Befreiung der Ma- falda, die der Lage nach als Erste geborgen wurde, mußten wir auf ihr Bitten und Drängen hin von ihr Abstand nehmen und zur Bergung der Frau Breit- scheid, deren Oberkörper auf den Füßen der ersten lag, übergehen. Frau Breit- scheid war bewußtlos, aber sie lebte. Sie wurde freigelegt und zunächst an der Straße niedergebettet. Nach ihr wurde auch die Mafalda dorthin gebracht. Nun ging es an die Bergung Breitscheids, der als Letzter im Graben, auf einer Fuß- bank hockend, völlig verschüttet war. Nur eine Hand ragte aus der Erde hervor. Über ihm lag die Erde am höchsten. Als ich ihn von der Erde befreit hatte, stellte ich fest, daß er bereits tot war. Auch ihn schafften wir zur Straße und legten ihn dort nieder... Stanislaus Rosploch BA 52 463- 3. Bericht, geschrioben 1945. jenwald außerhalh er gleichen olierungs- eine Frau ; Emanuel hwelender hwelenden Meter von t, daß der schlagenen r der Kopf en auf der nn mit der g der Ma- ihr Bitten 'rau Breit- "rau Breit- hst an der racht, Nun einer Fuß- rde hervor. freit hatte, Straße und s Rosploch Nr. XV1/93 Weimar, den 23. September 1944 Der Schriftsteller Rudolf Breitscheid, glaubenslos, wohnhaft in Weimar-Buchenwald ist am 24. August 1944 Todesstunde unbekannt bei einem feindlichen Luftangriff 5 in Weimar-Buchenwald gefallen. Der Verstorbene war geboren am 2. November 1874 in Köln Standesamt—-——— Vater: Wilhelm Breitscheid, zuletzt wohnhaft in Köln. Mutter: Wilhelmine Breitscheid, geborene Thorbestom, zuletzt wohnhaft in Berlin. Der Verstorbene war verheiratet mit Toni Breitscheid, geborene Drevermann. Eingetragen auf schriftliche Anzeige des Leiters des Kranken-Reviers Weimar-Buchenwald. Der Standesbeamte Fricke Todesursache: Tod durch Bombeneinwirkung. Die Übereinstimmung der umseitigen Abschrift mit den Eintragungen im Sterbebuch wird hiermit beglaubigt. (Standesamt Weimar II, jetzt Weimar) Weimar, den 8. Januar 1958 (Deterding) [Der Beauftragte für Personenstands- wesen in Vertretung] [Deutsche Demokratische Republik Bezirk Erfurt Standesamt Weimar] 213 \ ee een han DEE a ee ee Ri # E E Ei) Te: E ee Ding Slegin Pin ähneln n I am EEE EEE FE 3. KAPITEL ARBEITSFRON IM KZ en En er ER Einleitung Im folgenden Kapitel wird die Arbeit im Konzentrationslager Buchenwald dokumentarisch festgehalten: Einmal die Arbeit schlechthin als Mittel zur Peinigung und Qual der Häftlinge, als Mittel zu ihrer physischen Vernichtung und zum anderen die Arbeit als Mittel der ökonomischen Ausbeutung der Häft- linge durch die deutsche Rüstungsindustrie. Hier diente sie der Gewinnung von Maximalprofiten für die Kriegsgewinnler und ihre Helfershelfer. Alle deutschen Konzerne bereicherten sich an der Zwangsarbeit deutscher und ausländischer Häftlinge. Sie sind verantwortlich für den Tod von Hunderttausenden; sie wur- den damit zu Verbrechern an der Menschlichkeit. Arbeit wurde von allen Häftlingen, außer den Schwerkranken, gleich welcher Nationalität, welchen Alters, welchen Berufs, verlangt. Der Arbeitseinsatz der Häftlinge erfolgte während des Bestehens des Lagers von 1937 bis April 1945 in den verschiedensten Formen und Arten, unter menschenunwürdigsten Be- dingungen. Es war moderne Sklavenarbeit. Im wesentlichen unterscheiden wir bei der Häftlingsarbeit zwei Kategorien: Erstens die Arbeitskommandos, die unter Aufsicht der SS von einem Vorarbeiter geleitet wurden und jeden Abend wieder ins Hauptlager Buchenwald ein- rückten; zweitens die Außenkommandos, die über weite Teile Deutschlands verstreut lagen, den verschiedensten Firmen und Unternehmen zur Verfügung standen und am Arbeitsort ihre Unterkunft hatten. In der Anfangszeit des Lagers bestanden noch keine Außenkommandos. Da- gegen spielten zu dieser Zeit die Baukommandos, die vor allem für den Bau vor, SS-Unterkünften und den Bau von Straßen eingesetzt wurden, eine große Rolle. Eins der berüchtigsten Arbeitskommandos von Buchenwald war das Stein- bruchkommando. Ein großer Teil der neu ankommenden Häftlinge mußte eine Zeitlang dort arbeiten. Die Häftlinge sollten durch schwierigste Bedingungen körperlich und seelisch abgestumpft werden. Die schwere Arbeit im Steinbruch wurde, wie in allen anderen Kommandos, höchst selten mit technischen Hilfs- mitteln durchgeführt. Sie war begleitet von sadistischen Quälereien der Häft- linge durch die SS-Aufseher und durch die Kapos, die sich in der Anfangszeit aus den Reihen der„Grünen“(Berufsverbrecher) rekrutierten. Berüchtigt war das Kommando vor allen Dingen deshalb, weil hier eine Anzahl von Kameraden über die Postenkette gejagt und dann„auf der Flucht“ erschossen wurde. Ob beim Schacht-, Steinmetz-, Holzfällerkommando oder in der Fuhrkolonne — die Arbeitsbedingungen waren überall gleich schlecht. Die ungenügende Klei- dung, die schlechte Verpflegung, die Prügel und Schikanen der SS-Wachmann- 217 h Kae: sw EEE LET eng a DT ee u SIERT OEL LTE De EEE er AA AAA A schaften bei den geringsten Anlässen machten den Häftlingen das Leben zur brua, Hölle. Die Arbeitszeit erstreckte sich vom Morgengrauen bis in den späten 55 Abend, durchschnittlich 11 bis 12 Stunden lang. Jeder Arbeitstag forderte seine der] Opfer an Kranken und Toten. Prod Alle Verrichtungen, die für das Leben im Konzentrationslager Buchenwald Besp notwendig waren, mußten von den Häftlingen selbst geleistet werden. So gab inK es eine größere Anzahl von Kommandos im Lager, denen die Versorgung der ji Häftlinge oblag. Darunter befanden sich, von den Kalfaktorstellen bei der SS 350 abgesehen, leichtere Kommandos wie Küche, Magazin, Wäscherei, Bad, Effek- ordı tenkammer usw., in die von der illegalen Widerstandsorganisation Kranke und linge Schwache geschickt wurden, die sonst der Vernichtung durch die SS preis- sche gegeben waren. daß Arbeitskommandos des Lagers Buchenwald rückten auch zu kleineren Privat- aut firmen und Handwerksmeistern Weimars aus. Die Stadt Weimar selbst, Bürger- Him meisterei und Polizei, forderten Häftlinge zum Arbeitseinsatz an. ger In den Jahren nach Beginn des Hitlerkrieges gegen die Sowjetunion erfolgte Rüs der Einsatz von Buchenwaldhäftlingen in zwei größeren Werken der Rüstungs- des industrie in unmittelbarer Nähe des Lagers Buchenwald: in den Deutschen Aus- H rüstungswerken und den Gustloff-Werken. Auf dem Gelände der Gustloff-Werke Sud arbeitete auch der Siemens-Konzern mit Buchenwald-Häftlingen. Durch Bom- ing beneinwirkung war ein bestimmter Zweig seiner Rüstungsproduktion aus- Ein gefallen. In einer Montagehalle der Gustlof-Werke wurden 500 Häftlinge des wec KZ Buchenwald für diese Fabrikation eingesetzt. An der Spitze der Gustlof- lers Werke bis hinunter zu den Meistern standen Nazis, korrupte und faule Ele- legı mente, denen das Leben eines Häftlings nichts wert war. Es waren ja immer wie- I der neue Häftlinge da, die die Lücken der zu Tode Geschundenen ausfüllten. Str Seit Beginn des Überfalls auf die Sowjetunion im Jahre 1941, in dessen Ver- kon lauf der Verschleiß an Menschen und Material für die faschistische Wehrmacht gro ungeheuer groß wurde, zog man immer mehr Facharbeiter aus der Rüstungs- Bay ; industrie ab und entsandte sie an die Front. Diese Lücke mußte geschlossen Di Y werden. Einen Ausweg suchte die Hitlerregierung in dem Einsatz von Gefäng- tray } nisinsassen, Häftlingen aus den Konzentrationslagern, Kriegsgefangenen und 1 hi Fremdarbeitern. ku ü Schon einige Monate vor dem Kriege, am 23. Juni 1939, wurde in der zweiten au \ I Sitzung des Reichsverteidigungsrates unter dem Vorsitz von Göring der Ge- hei Al neralbevollmächtigte für die Wirtschaft, Reichsminister Funk, beauftragt, die Id N Arbeit für Kriegsgefangene, Gefängnis- und KZ-Insassen festzulegen.|| Hi„Die Konzentrationslager werden nach Angabe des Reichsführers SS im Bü Ri Kriege stärker belegt werden“!, heißt es in einem Satz dieses Sitzungs- sl K protokolls. H hi Die Amtsgruppe D des SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes, zuständig für a IM die Konzentrationslager, verfügte im Januar 1942, KZ-Häftlinge ohne Unter- h Al schied auf Nationalität und Alter für den Arbeitseinsatz zu verwenden. Im Fe- B |"1 IMT, Bd. XXXIII, S. 152. Dok. 3787-PS. h 218 x Te a nn a en A Leben zur len Späten derte seine uchenwald en. So gab orgung der bei der$$ 3ad, Effek- ranke und SS preis- ren Privat- st, Bürger- on erfolgte ' Rüstungs- tschen Aus- tloff-Werke urch Bom- ıktion aus- iftlinge des er Gustloff- | faule Ele- immer wie- usfüllten. dessen Ver- Wehrmacht r Rüstungs- eschlossen ‚on Gefäng- genen und der zweiten ng der Ge uftragt, die en. ers SS im 5 Sitzungs‘ ‚ständig für hne Unter den. Im Fe bruar desselben Jahres ordnete das Amt angesichts der von der Reichsführung SS gestellten„höheren“ Aufgaben an, die Anzahl der Häftlinge, die innerhalb der Lager beschäftigt waren, auf 10°/o zugunsten des Arbeitseinsatzes in den Produktionsstätten herabzusetzen. Im März 1942 wurde mit Bezug auf eine Besprechung im Führerhauptquartier die Verlegung von Rüstungsfertigungen in Konzentrationslager verfügt. Am 17. Dezember 1942 befahl der Reichsführer SS die Einweisung von 35000 arbeitsfähigen Häftlingen in die Konzentrationslager. In dieser An- ordnung höchster SS-Stelle wurde ausdrücklich Wert auf arbeitsfähige Häft- linge gelegt. Die Praxis zeigte, daß die Häftlinge bis zu ihrer völligen physi- schen Vernichtung ausgebeutet wurden. Die Hitlerregierung sorgte ja dafür, daß immer wieder neue Häftlinge zur Verfügung standen. In einer Rede auf einer SS-Gruppenführertagung am 4. Oktober 1943 in Posen brüstete sich Himmler damit, daß in den Konzentrationslagern Riesenrüstungsbetriebe ein- gerichtet sind. Wieviel Schweiß- und Blutstropfen von Häftlingen an den Rüstungsaufträgen klebten, hat die Menschheit erst nach dem Zusammenbruch des faschistischen Deutschlands erfahren. Himmler war es auch, der den Munitionsanstalten der Wehrmacht zum Suchen und Entsichern von Bomben und anderer Abwurfmunition KZ-Häft- linge zur Verfügung stellte. Dabei erklärte er zynisch, daß es sich um einen Einsatz unter Lebensgefahr handele, der nach einer bestimmten Zeit die Aus- wechslung der Häftlinge erforderlich machen würde. Der Anordnung, Himm- lers lag ein Erlaß Hitlers vom 12. Oktober 1940 zugrunde, der für die Frei- legung und Beseitigung von Bomben nach Möglichkeit Gefangene vorsah. Infolge der immer größer werdenden Schwierigkeiten in der Rüstungsindu- strie Nazideutschlands in den letzten Kriegsjahren entstanden die Außen- kommandos des Lagers Buchenwald, deren Zahl auf 136 anstieg. Rüstungs- großbetriebe, wie die Junkers-Flugzeugwerke, die Hugo-Schneider AG, die Bayrischen Motorenwerke Eisenach, Krupp in Essen, Rheinmetall-Borsig AG Düsseldorf, die IG-Farbenindustrie AG u. a. beuteten Häftlinge des Konzen- trationslagers Buchenwald aus. Für die Nazis wichtige Industriezweige mußten infolge der Bombeneinwir- kungen zum Teil unter Tage verlagert werden. Unter den primitivsten Bedin- gungen, unter dem Mangel am Lebensnotwendigsten, von Hunger und Krank- heiten gequält, mußten die Häftlinge in den Bergwerken und beim Stollenbau schwerste Arbeit leisten. Ein Außenkommando, das den Decknamen„Dora“ trug, war besonders be- rüchtigt. In diesem Todesstollen wurden V-Waffen produziert. Unzählige Men- schen fanden hier den Tod für die Riesengewinne solcher Firmen wie Siemens& Halske, AEG und anderer großer Konzerne. Alle Häftlinge, die unter Tage arbeiteten, sei es im Außenkommando Dora oder im Kali-Bergwerk Springen, hatten Furchtbares durchzumachen. Diese Kommandos galten im Stammlager Buchenwald als ausgesprochene Liquidierungskommandos, und die politischen Häftlinge bewahrten durch ihren mutigen Einsatz, jeder auf seinem Platz und 219 Feel De Te a EN De REEL NEE ee ne a DIS FEAT: Et ee ge ER a rn ne Au ge DE an See MO SEERSEIETG —— Seas Dre en a EEE SEE un MAR AAN AAHARATAAHATAHAAAAAHAHRARARARAR NANNTE AUERE NUN UR UNE PORATERTESATTTLSTTERTERNELLLESELLINEURNERTERUEN unter Ausnutzung aller Möglichkeiten, so manchen Kameraden vor der Ent- sendung in eines dieser gefürchteten Kommandos. Wie im Hauptlager Buchenwald, so blieb auch in den Außenkommandos die faschistische Barbarei nicht unbeantwortet. Die Besten und Aktivsten der anti- faschistischen Kämpfer entfachten den Widerstandswillen der Häftlinge immer aufs neue und erfüllten sie mit Zuversicht auf ihre endgültige Befreiung vom faschistischen Joch. Arbeitskommandos Die Arbeit im Konzentrationslager Buchenwald ... Gearbeitet wurde vom Morgengrauen bis in den späten Abend, an beson- ders wichtigen Stellen oder strafweise auch nachts. Der Tag begann mit dem Morgenappell... Nach der Abzählung und dem Gruß für den diensthabenden Lagerführer(„Mützen ab!“ und„Mützen auf!“) wurden die tags zuvor durch einen Zettel der Schreibstube bestellten Häftlinge ans Tor gerufen. Vor dem linken Gebäudeflügel des Lagertors waren sechs Schilder angebracht. Auf jeder dieser in den Boden gerammten Holztafeln stand eine Nummer. Vor diesen Tafeln hatten die Bestellten zu warten, bis sie geholt wurden. Über das ihnen bevorstehende Schicksal waren sie dabei im ungewissen. Unmittelbar nach dem Nummeraufruf kam der Befehl:„Arbeitskommandos antreten!“ Nachdem sich die Kommandos geformt hatten, wurde in straff ausgerichteten Fünferreihen ausmarschiert. Unter dem Tor mußten die Mützen nochmals schlagartig vom Kopf genommen werden, dann ging es im Laufschritt zu den Arbeitsstellen, Gearbeitet wurde entweder mit einer halbstündigen Mittagspause im Freien, oder die Kommandos rückten um 12 Uhr für eine halbe bis dreiviertel Stunde ins Lager ein. Seit 1938 fanden Mittagsappelle nicht mehr statt. Nach Arbeitsschluß erfolgte, wieder in Fünferreihen, das Einrücken zum Abend- appell. Dieser sogenannte Zählappell dauerte oft stundenlang. Fehlte auch nur ein einziger Häftling, dann mußten Hunderte von Namen und Nummern der verschiedenen Blocks verlesen werden. Zum Abendappell mußte alles erschei- nen. Selbst die Leichen der am Tage Verstorbenen oder Getöteten mußten neben die Blocks gelegt und durften dann erst ins Revier bzw. nach der Leichen- kammer verbracht werden. Nur die sogenannten Kommandierten(das waren die, deren Arbeit keine Unterbrechung erlaubte) und die im Krankenbau Lie- genden waren vom Erscheinen befreit. Dem Zählappell folgten die öffentlichen Bestrafungen... Nach dem Abrücken wurde das Abendessen ausgegeben. Beim Abpfeifen mußte alles in den Blocks sein, eine halbe Stunde später im Bett. Zur Arbeit waren die Häftlinge in Kommandos eingeteilt, deren Zusammen- setzung mehr oder weniger willkürlich erfolgte. Man unterschied Arbeitskom- mandos direkt im Lager und solche, die außerhalb des Lagers eingesetzt waren. Die auswärtigen Kommandos arbeiteten im Lagerbereich innerhalb der großen 220 Postenkt arbeiten Häftling stehend hin, In i ten Me waren. dorthin daß ma oder in kette trı gemäß| der Arb schwere Baustel hatten, Die) wurder Es v hier sei Planier Als c des Sc Wäsche macher Häftlin Ingspe komm; Latrine Die Komm gering if, Sönlich Art de {nen I 2 V; ; Ent- los die T anti- immer g vom beson- it dem penden - durch r dem f jeder diesen s ihnen ch dem m sich reihen ig, vom llen, Freien, Stunde ‚ Nach Abend- uch nur ern der erschei- mußten ‚eichen“ ; waren au Lie- ntlichen n. Bein Bett. amnmen- »jtskom t ware. großen Postenkette. Im wesentlichen beschäftigten sie sich mit Hoch- und Tiefbau- arbeiten. Als eines der gefürchtetsten Kommandos galt das aus Hunderten von Häftlingen, darunter aus den Angehörigen der sogenannten Strafkompanie be- stehende Steinbruchkommando. Es war das„Himmelfahrtskommando“ schlecht- hin. In ihm wurde die härteste Sklavenarbeit erzwungen, dazu von geschwäch- ten Menschen, die allen Mißhandlungen und Quälereien der SS ausgesetzt waren. Viele mißliebige und der Lagerführung unbequeme Häftlinge wurden dorthin versetzt, um erledigt,„liquidiert“ zu werden. Das geschah entweder so, daß man die Gefangenen bei schwerster Arbeit mit Prügeln und Knuten schlug, oder indem man sie in die unmittelbar um den Steinbruch stehende Posten- kette trieb, wo sie— angeblich—„auf der Flucht“ erschossen wurden. Dem- gemäß hatte das Steinbruchkommando täglich auch die meisten Toten. Nach der Arbeit mußte jeder Angehörige dieses Kommandos einen mindestens 5 kg schweren Stein mit zum Abendappell für den Bau der Lagerstraßen schleppen!, An Unmenschlichkeit der Arbeit und Behandlung war der Tätigkeit im Stein- bruch die bei der Fuhrkolonne gleichzusetzen. Hier waren ausschließlich jüdische Häftlinge eingesetzt, die zu 10 bis 15 Mann vor schwere Wagen ge- spannt, unter den Prügeln der SS Lasten zu ziehen hatten und dabei noch zum Singen gezwungen wurden(sogenannte„singende Pferde“)?. Zu den zahlenmäßig stärksten Kommandos gehörten die an verschiedenen Baustellen eingesetzten Schachtkommandos, die Erdarbeiten auszuführen hatten, dann die Straßenbaukommandos. Die Baukommandos setzten sich aus Maurern und solchen, die dazu angelernt wurden, zusammen. Es würde zu weit führen, wollte man alle anderen Kommandos aufzählen, hier seien nur noch die Kommandos der Holzfäller, Rohrleger, die Kommandos Planierung, Entwässerung, Kläranlage, Heizhaus beispielsweise genannt. Als die leichteren galten die Lagerinnenkommandos, das heißt die innerhalb des Schutzhaftlagers eingesetzten. Hier sind zu nennen: Küche, Magazin, Wäscherei, Bad, Effektenkammer, Bekleidungs- und Gerätekammer, Schuh- macherei, Schneiderei, Strumpfstopferei, der Holzhof, der Schweinestall, der Häftlingskrankenbau, die Arbeitsstatistik, die Häftlingsschreibstube, die Häft- lingspoststelle, die Lagerfeuerwehr, der Lagerschutz. Zu den schweren Innen- kommandos gehörten die Gärtnerei, das Kommando Steineklopfer und das Latrinenkommando. Die begehrtesten und vorteilhaftesten Arbeitsplätze hatten die sogenannten Kommandierten(eine im Hinblick auf die Gesamtlagerstärke verschwindend geringe Anzahl von Gefangenen), die im Kommandanturbereich bei der SS be- schäftigt waren. Dazu zählten besonders die sogenannten Kalfaktoren, die per- sönliche Dienstleistungen bei den SS-Führern zu verrichten hatten(etwa nach Art der Burschen bei der Wehrmacht), dann das Personal der SS-Küchen, Kan- tinen und Versorgungseinrichtungen. Sie konnten sich manche Erleichterungen ı Vgl. Abb. 66. 2 Vgl. Abb. 70. 221 nd gen ee er un er me na Sn ee se ee FE ee N N K | | N K It IE } } } 5 EEE AHEAD L GL LA TEL HELL LEBT ER nee ge BES EIEER ns ee hc en hi sh ze 7. es Pe a PT en Er = a A ee verschaffen. Gerade sie spielten als Nachrichtenquelle für die illegale Lager- leitung eine sehr bedeutende Rolle. Neben all diesen an sich sinnvollen Arbeiten gab es aber im Lager auch völlig sinnlose, die keinen anderen Zweck hatten als den, die Häftlinge zu quälen oder gar„fertig zu machen“. Diese Arbeiten wurden der Abwechslung oder des Spaßes halber besonders jüdischen Häftlingen befohlen, so wenn man sie etwa zwang, heute Mauern aufzurichten, die morgen wieder abgetragen werden mußten, um am dritten Tag neuerdings aufgebaut zu werden, oder wenn man sie zwang, Erde auszuheben, sie im Laufschritt einige hundert Meter weit weg- zuschaffen, um sie dann wieder zurückzubringen und die Grube damit aufzu- füllen. Anklageschrift in dem Verfahren gegen Ilse Koch wegen Mordes u. a. 4 Js 360/49- o Js 1/49. Erlebnisse in SS-Arbeitskommandos ... Ich landete mit einem Sammeltransport von 200 bis 300 Gefangenen in der Nacht vom 26. zum 27. September 1939 im KZ Buchenwald. Nach einigen Tagen erfolgte die Einteilung zum Arbeitseinsatz im Schachtkommando. Der Arbeitsplatz befand sich in unmittelbarer Nähe des SS-Reviers. Nach wochen- langer Untätigkeit in Hohenasperg(einer Nebenanstalt des Zuchthauses Lud- wigsburg) freute ich mich wirklich auf den ersten Tag meiner Beschäftigung, ließ Pickel und Schaufel mit Lust im Erdreich verschwinden. Eine Lore füllte sich nach der anderen. Ohne Pause, aber mit vermindertem Tempo, arbeitete ich 8 Stunden unverdrossen weiter. Beide Hände waren bereits mit dicken Blasen bedeckt, als aus einem Fenster des SS-Reviers ein lauter Anruf erfolgte. Man verlangte gebieterisch meine Nummer zur Meldung wegen zu geringer Arbeitsleistung. Diesmal hatte ich jedoch Glück im Unglück, die Meldung wurde mit vereinten Kräften unterdrückt. Die Haltung des„roten“ Kapo war einwand- frei, sonst wäre mein erster Arbeitstag in Buchenwald mit 25 Stockhieben be- endet worden. Es erfolgte dann ein Arbeitswechsel vom Schachtkommando zum Steinmetz- kommando. Die Arbeit wurde hier bei bitterer Kälte am Bock stehend in einer mangelhaft überdachten, offenen Bretterbude durchgeführt. Den Arbeitsplatz verließ man nur zum Austreten. Der Abort war im Freien: ein Loch, eine Stange... Wenig später wurde ich mit einem Kameraden beim Transport von Baum- stämmen gestellt. Die Stämme waren zum weiteren Bau einer Bude bestimmt. SS-Oberscharführer Weihrauch war nicht damit einverstanden und befahl den Rücktransport, wobei er mich mit seinem unvermeidlichen Stock auf Hände und Ohren schlug— rein spielerisch— ihn schmerzte es nicht... Oskar Mühlner BA 562- 18. Bericht, geschrieben 1945. 222 Norm: stein bei angenh und Eke samtbilc Steint Quälere) Ach, v Dramen verrückt waren, I Regie fi Konzent schaffen Der E portiereı bis zur! mißhanı erschoss Kopp viele, vi schlimm Haup Auf Grı folgendı Der e forderte antwort sich ein: Mit Scholem Ich mit Der: Sondere inem] e Lager- ıch völlig älen oder oder des | sie etwa \ werden /enn man weit Weg- it aufzu- genen in h einigen ındo. Der ı wochen- uses Lud- jäftigung, ‚ore füllte arbeitete it dicken f erfolgte. ı geringer ing wurde -einwand- ieben be- teinmetz- d in einer beitsplatz ‚och, eine on Baum- bestimmt. ‚efahl den Jände un Tr Mühlner Im Steinbruch Normal bedeutet das Wort Steinbruch die rationellste Gewinnung von Ge- stein bei möglichst größter Schonung von Menschenkraft. So war es in der Ver- gangenheit. Doch in aller Zukunft wird uns das Wort Steinbruch mit Schauer und Ekel erfüllen. Steinbruch— einer der blutigsten Begriffe, der aus dem Ge- samtbild des Lagers nicht wegzudenken ist... Steinbruch! Das war gleichbedeutend mit Tod, Totschlag und sadistischen Quälereien. Ach, wären die Steine nicht so stumm, sie könnten uns eines der schaurigsten Dramen des KZ Buchenwald erzählen, ein Drama, dessen Hauptdarsteller halb verrückte, vertierte Sadisten, deren Opfer eingeschüchterte, gequälte Kreaturen waren. Die Requisiten wurden von der Natur in Form großer Steine beigestellt. Regie führten, wenn auch teilweise in Abwesenheit, die Naziführer, die die Konzentrationslager als Massenliquidierungsanstalten für Antifaschisten ge- schaffen hatten. Der Häftling Erwin Kohn wurde gezwungen, einen so großen Stein zu trans- portieren, daß er unter der Last zusammenbrach. Man schlug ihn mit Knüppeln bis zur Bewußtlosigkeit. Der damalige Kapo Vogel begoß ihn mit Wasser und mißhandelte ihn weiter, bis er starb. Die Totenmeldung lautete: Auf der Flucht erschossen. Koppen, Riebenberger, Kerzner, Rappaport, Fränkel, Reimann, Katz, sie und viele, viele andere wurden in den ersten Apriltagen des Jahres 1940 unter den schlimmsten Quälereien und Mißhandlungen in die Postenkette getrieben... Hauptscharführer Blank war einer der größten Massenmörder Buchenwalds. Auf Grund seines Befehls und seiner aktiven Mithilfe wurden unter anderem folgende Leute„auf der Flucht erschossen“: Der ehemalige österreichische Justizminister Winterstein. Als ihn Blank auf- forderte, in die Postenkette zu gehen, fragte ihn dieser, ob er es denn auch ver- antworten könne, was Blank mit Fußtritten beantwortete. Winterstein zündete sich eine Zigarette an und ist rauchend über die Postenkette gegangen. Mit dem ehemaligen kommunistischen Reichstagsabgeordneten Werner Scholem ging Blank spazieren und unterhielt sich zehn Minuten freundschaft- lich mit ihm; dann schoß er ihn von der Seite mit seinem Revolver nieder. Der ehemalige österreichische Hauptmann Stahl wurde auf Grund eines be- sonderen Befehls Blanks ebenfalls in die Postenkette gejagt. Ihm wurde mit einem Dumdumgeschoß die Schädeldecke zertrümmert. Der politische Häftling Rudi Arndt, welcher 12 Jahre Gefängnis und KZ hinter sich hatte, wurde auf Grund einer Denunziation schwer vorbestrafter Krimineller, sich im Lager politisch betätigt zu haben, ebenfalls im Steinbruch auf Initiative Blanks erschossen. Hauptscharführer Hinkelmann spielte eine niederträchtige Rolle in diesem blutigen Schauspiel. Er lief dauernd besoffen herum, hatte eine hysterische Weiberstimme und machte die übelsten Geschäfte und Schiebereien. Auf sein 223 ee En ET Son en EEE EEEEHELLELET ee Fe u a u er ee DIET DD LOL EEE Be Ferete Se Te en Br ee ET TT Eee Base En et - I_— ee er nn rn 3 ee Fi = Er a m A FH in SE er N 1) h n X Konto ist der Tod vieler hunderter Menschen, die den ganzen Tag hindurch Steine im Laufschritt tragen mußten, zurückzuführen... Hinkelmann zwang alte Leute, auf eine Tanne zu steigen, ließ diese so lange schütteln, bis die armen Teufel, von Hinkelmanns satanischem Gelächter begleitet, herunterfielen und sich meist das Genick brachen oder zumindest schwer verletzt in den Kranken- bau eingeliefert wurden, wo sie nach einigen Tagen starben. Unter Hinkelmanns Leitung mußten Steinträgerkolonnen drei Wochen hin- durch im Laufschritt Steine vom Steinbruch zum Pferdestall tragen. Der Bau dieser kurzen, 300 bis 400 Meter langen Straße kostete 23 Tote. ... Wie schon erwähnt, gab es leider auch Häftlinge, die sich als Werkzeuge der Mordbanditen mißbrauchen ließen und sie manchmal sogar noch übertrafen. Eine dieser Gestalten war der Kapo Vogel, ein sadistischer Homosexueller, der in der Mißhandlung von Menschen eine sexuelle Befriedigung fand; ihm waren Tausende Häftlinge unterstellt und ausgeliefert. Er verurteilte und rich- tete in einer Person. Im Jahre 1940 äußerte sich der Häftling Bernstein abfällig über die Methoden des Kapo Vogel. Er wurde von diesem in den Steinbruch geholt, über die Postenkette getrieben und so„auf der Flucht erschossen“. Ein- mal inspizierte der damalige Lagerführer Rödl den Steinbruch. Ein Mann, der ein wenig zurückblieb, weil er den Laufschritt mit den übrigen nicht mitmachen konnte und nicht mehr in der Lage war, den furchtbar großen Stein zu schlep- pen, fiel dem Lagerführer auf. Er fragte Vogel, was denn mit dem Häftling los sei und warum er nicht schneller gehe. Dies genügte, daß der arme Teufel von Vogel persönlich an Ort und Stelle gesteinigt wurde. Es war der 24 Jahre alte Podvyacka. Eine besondere Aufgabe Vogels war es, politische Häftlinge, welche im Sinne der SS gefährlich waren und in den Steinbruch geschickt wurden, zu liquidieren. Er tat dies mit besonderer Gründlichkeit. Im Laufe weniger Monate waren es 30 Mann, welche ihm von den Rapportführern Kant, Petrick und Strippel zu diesem Zwecke übergeben wurden. Als typisch kann der Fall Gerdes, des Schwiegersohns des ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten Miklas, be- zeichnet werden. Vogel denunzierte ihn bei seinem Chef, dem Hauptscharfüh- rer Blank, als politischen Gegner der Nazis. Außerdem versuchte Vogel, von Gerdes Geld zu erpressen. Es handelte sich um eine Summe von 300 Mark. Als Gerdes nicht rasch genug dieser Aufforderung nachkam, ließ ihn Vogel von seinem Vorarbeiter Wittvogel in die Postenkette jagen und so„auf der Flucht erschießen“... Auch der junge Wiener Hans Kunke war eines seiner Opfer. Er wurde zwar nicht sehr mißhandelt, doch nachdem er vier Stunden im Kommando war, konnte er, der feinfühlige Musikliebhaber, dieses Treiben nicht länger mit an- sehen und ging freiwillig in die Postenkette. Es war ihm nicht möglich gewesen, zwischen der von ihm so geliebten und verehrten deutschen Kultur, den Sym- phonien Beethovens, den Klängen von Brahms und den Todesschreien der ge- quälten Kreaturen eine Brücke zu finden. BA 561- 3. Bericht, geschrieben 1945. 224 Ra im Komt Eigensch gen. Sie schnitt\ gab nur In einen gebucht und Teı BAS6L-: Bi dem Ge Dieses} geteilt Wasser: kurrenz Link: fen nur stärker den Ar: lich eir abends werder dauern Splitt: wir ab war d schnell aus de Tier; Alam enge Juli 15 Bur \ 1 | | hindurch) \ Zwang le armen elen und Kranken- hen hin- Der Bau erkzeuge jertrafen, sexueller, and; ihm und rich- n abfällig teinbruch en“, Ein- fann, der itmachen u schlep- ftling los eufel von 'ahre alte im Sinne juidieren. waren& rippel zu rdes, des fiklas, be- tscharfüh- ogel, von Mark, Al Jogel von ler Flucht urde zwal ındo Wal; or mit Al’ geweseh den Syn’ >n der ge Die Totenmeldungen ... Karl Müller, Häftling Nr. 4349, der vom Januar 1940 bis zum März 1941 im Kommando Steinbruch als Schreiber tätig war, teilt folgendes mit: In meiner Eigenschaft als Kommandoschreiber mußte ich alle Totenmeldungen ausferti- gen. Sie waren alle nach einem Schema: Auf der Flucht erschossen. Im Durch- schnitt waren es täglich acht Personen. Sonn- und Feiertage gab es nicht. Es gab nur Tage, Tage, gegen die Dantes Höllenqualen ein Kinderspiel waren. In einem Kommando Buchenwalds wurden in 15 Monaten 3600 Menschen ab- gebucht. Wieviele Väter, wieviele Mütter, wieviele Kinder verloren das Liebste und Teuerste, was sie hatten!... BA 561- 3. Bericht, geschrieben 1945. In der Fuhrkolonne ...Eine der schrecklichen Einrichtungen des KZ Buchenwald, die aus dem Gesamtbild des Lagers nicht wegzudenken war, war die„Fuhrkolonne“. Dieses Kommando bestand aus 130 Juden, welche in fünf Wagenkolonnen ein- geteilt waren und sich bedeutend rationeller als Pferde erwiesen. 1/5Brot, 1 Liter Wassersuppe, eine dünne Scheibe Wurst oder Käse— war das nicht eine kon- kurrenzlose Arbeitskraft: Welches Tier konnte billiger sein?... Links, 2, 8! Links, 2, 3! Ordnung muß sein! Die menschlichen Zugtiere dür- fen nur im Gleichschritt gehen. Links, 2, 3,! Links, 2, 3! Der zweite Mann rechts stärker ziehen! Mensch, mach bloß nicht schlapp, sonst trete ich dir kräftig in den Arsch! Links, 2, 3! Links, 2, 3! So ginges den ganzen Tag, und es war wahr- lich ein langer Tag. Er dauerte im Sommer zwölf Stunden, und meist mußte abends nach dem Appell auch noch bis zum Einbruch der Dunkelheit gearbeitet werden. Die Arbeit war schlimm, und noch viel schlimmer wurde sie durch die dauernden Drohungen und Schläge vertierter Vorarbeiter, die Fußtritte halb- verrückter und größenwahnsinniger Kapos, die fortwährenden Mißhandlungen durch sadistische SS-Leute.... Um hier ein wahrheitsgetreues Bild über das Leben und Leiden dieses Kom- mandos zu geben, folgen einige ungeschminkte Berichte von Kameraden, die jahrelang bei dieser Kolonne arbeiten mußten. Leo Margullies, Nr. 4373, berichtet: Im Sommer 1942 fuhren wir des öfteren Splitt aus dem Steinbruch. Diesen konnten nur immer vier Mann aufladen, was wir abwechselnd machten. Die anderen konnten sich indessen ausruhen. Das war dem Scharführer Greuel ein Dorn im Auge. Während viele von uns im schnellsten Tempo aufluden, zwäng er die anderen, im Laufschritt große Steine aus dem Steinbruch zu tragen. Es ist uns selbst die Rast, welche man jedem Tier zum Ausschnaufen gewährt, versagt geblieben. Mein Kamerad Hans Klampfner, ein Wiener Arzt, ist im Winter 1942 bei der Fuhrkolonne zusam- mengebrochen und mußte in den Krankenbau gebracht werden. Julius Kodicek, Nr. 6452, berichtet: 1940 hatten wir bei der Fuhrkolonne 15 Buchenwald 225 rn rn ne ee nn Fe 2 unge Au TEL LELLEL Ber ber era; LEEREN, Au! ill N il| folgende Arbeitszeit: Mit Ausnahme einer halben Stunde Mittagspause arbeite- Yin ten wir von 6 Uhr früh bis 14.30 Uhr; dann war Appell, und von 16 Uhr bis Aa Hl zum Einbruch der Dunkelheit ging es weiter. Sehr oft kam es vor, daß wir wäh- a 1 rend der Fahrt unter dem Befehl des Scharführers Chemnitz„Sport“ machen Ken gel N mußten: auf den Boden legen, schnell aufstehen und weiterlaufen. Dieser so- nitunte Hf genannte Sport dauerte oft eine halbe Stunde. Es gab nachher meistens eine mittel, Hi Reihe Verletzter. Auch Mt Max Feingold, Nr. 8448, berichtet: Eine Spezialität des Kapos Jakob Ganzer ausgeg IN war es, uns Sand und Splitt, da immer nur vier Mann schaufeln konnten, mit Ban HN bloßen Händen laden zu lassen. Selbstverständlich gab es nachher blutige, auf- werder Hi geschundene Hände. Zu unserer Arbeit gehörte es auch, den zerlegten Galgen En Tei At einige Male wöchentlich aus dem Schuppen der Gärtnerei in den Hundezwinger Pin hü zu führen. Dies sollte in einer Art geschehen, daß die übrigen Häftlinge nichts sr IR! davon bemerkten. Zu dieser Zeit— es war im Jahre 1942— wurden Hunderte BR ni Polen wegen Verkehrs mit deutschen Mädchen aufgehängt. Ten Hl Einziger, Nr. 6933, berichtet: Am 9. April 1942 gab es trotz der späten Jahres- Wach Yu zeit einen furchtbaren Schneesturm und eine Kälte von 22° C. Obwohl es dau-; ernd schneite, mußten wir Schnee wegfahren. Eine vollkommen sinnlose Arbeit, BAR u da ja immer gleich wieder neuer Schnee fiel. Die Bilanz dieses Arbeitstages: I ein junger Wiener namens Fränkel tot, der buchstäblich erfroren war; weitere I vier Kameraden wurden mit schweren Erfrierungen ins Revier eingeliefert. I Franto Steiner, Nr. 3949, berichtet: Im April 1942 mußten wir im schnell- I sten Tempo schwere Stämme ins Lager fahren. Wir wurden von den Scharfüh- Fr] RN rern Deuringer und Chemnitz gejagt und mißhandelt. Da alle Kameraden schon Angel in ziemlich nervös waren und der Kapo Jakob Ganzer uns zu immer schnellerem benah ft Tempo antrieb, wurden die Stämme nicht sachgemäß geschichtet, so daß einer nügte, 1 zurückschnellte und den Kameraden Friedmann, einen Lastautochauffeur aus die W In Mannheim, tödlich verletzte. Sowohl die Wirbelsäule als auch der Brustkorb beuge N waren gebrochen. Weitere acht Kameraden wurden verletzt in den Krankenbau suchte N gebracht. über N Max Filgur, Nr. 120569: Der Kapo Hill gab im März 1940 meinem Onkel ihm iı \ Tischler einen solch furchtbaren Tritt in die Hoden, daß er schwerverletzt Hilfe, I im Krankenbau eingeliefert wurde. Na \ Einer der berüchtigsten Fuhrkolonnenkapos war Hill, ein ehemaliger NSKK- wurd hi! Mann, der wegen wiederholten Schmuggels ins Konzentrationslager gekommen der$ H war. Schon äußerlich konnte man feststellen, daß es sich um einen schweren Beme k Psychopathen handelte. Er zog bei der geringsten Gelegenheit eine Grimasse, dieG ' schrie und tobte und begann mit dem erstbesten Knüppel auf seine„Pferde“ den S } einzuschlagen. War er besonders gnädig aufgelegt, so stellte er sich mit maje- in de H stätischer Miene auf einen„seiner Wagen“ und ließ sich von seinen Lasttieren Verso h im Laufschritt durch die Straßen Buchenwalds ziehen. Der höchste Ausdruck ih Kl seines Humors war, wenn er den in Seile eingespannten Professoren, Ärzten, D: Kl Beamten und Kaufleuten„Hüo“ zurufen konnte... Inge ex a A ne de ee BA 562- 7. Bericht, geschrieben 1945. 226 ne ee arbeite- Uhr bis ir wäh- machen eser SQ- NS eine Ganzer ten, mit ge, auf- Galgen ne je nichts underte \ Jahres- es dau- Arbeit, itstages: weitere ert, schnell- charfüh- on schon ellerem aß einer feur aus rustkorb nkenbau n Onkel verletzt - NSKR- kommen chweren ‚rimasse, ‚Pferde" it majer asttierel \usdruck | Ärzten, Erinnerungen an das Holzfällerkommando Unsere ersten Arbeiten bestanden in— man kann es nicht anders bezeich- nen— der Vernichtung dieses Waldes. Baum um Baum guten Nutzholzes wur- den gefällt. Das war keine leichte Arbeit, denn die Buchen und Eichen hatten mitunter einen Durchmesser von einem Meter und darüber. Moderne Hilfs- mittel, wie eine Motorsäge, Transportkarren standen uns nicht zu Verfügung. Auch die Wurzelstöcke dieser Baumriesen wurden mit Hacke und Schaufel ausgegraben und durch die Kraft der Menschenhände gehoben. Auch die grö- ßeren Baumstämme der Riesenbäume mußten auf den Schultern transportiert werden. Durch das bergige Gelände war das eine besondere Belastung. Wenn ein Teil der Träger durch eine Vertiefung schreiten mußte, so lag die ganze Last nur auf wenigen, vorn und hinten, oder in der Mitte. Nicht nur einmal sind solche Trägerkolonnen zusammengebrochen, und schwere Verletzungen waren die Folgen. Ich war bei einem solchen Kommando. So ging es Tag um Tag und Woche um Woche unter Antreibungskommandos und Schlägen der „Wachmannschaften“.... Otto Hofmann BA 562- 25. Bericht, geschrieben 1945. Bericht über die Wäscherei ... Leiter der Wäscherei war der SS-Scharführer Kindervater, der als großer Angeber galt und sich den Häftlingen gegenüber sehr oft wie ein Schweinehund benahm. Die geringste von ihm beobachtete Unachtsamkeit bei der Arbeit ge- nügte, daß er den betreffenden Häftling stundenlang mit dem Gesicht eng an die Wand oder einen Mauerpfeiler gedrückt stehen oder ihn 50 bis 100 Knie- beugen machen ließ. Wenn er Langeweile hatte, ging er vor die Wäscherei und suchte sich irgend einen„Herumtreiber“, holte ihn in die Wäscherei, legte ihn über einen Tisch und verabreichte ihm 25 Stockhiebe über den Hintern. Die ihm in seiner Tätigkeit beigegebenen SS-Männer leisteten ihm hierbei immer Hilfe. Nachdem die SS sah, daß in der Häftlingswäscherei einwandfrei gearbeitet wurde, verfügte der damalige Kommandant Koch, daß die gesamte Wäsche der SS-Angehörigen, allerdings gegen Bezahlung, auch hier gewaschen wurde. Bemerkenswert ist dabei eines: der Scharführer Kindervater hatte die Aufgabe, die Gelder von der SS einzuholen. Die Verrechnung geschah allerdings durch den Schreiber des Kommandos. Nach 5 oder 6 Monaten wanderte Kindervater in den Bunker, weil er sämtliche kassierten Gelder unterschlagen, verhurt und versoffen hatte. Das Waschen der Wäsche von SS-Angehörigen geschah von da ab kostenlos. Damals wurde von der Lagerführung die Erlaubnis erwirkt, für die Häft- linge des Lagers Taschentücher und Sporthosen, beziehungsweise Hemden waschen zu dürfen. Die Häftlinge hatten von da an Gelegenheit, alle ihre pri- 227 ee Pe.- EEE HERE vaten Wäschestücke in der Wäscherei waschen zu lassen. Im Jahre 1940 mußte In der dann für die gesamte in Buchenwald stationierte SS alle anfallende Wäsche ge- iber 30 waschen werden. Es handelte sich dabei um die sogenannte Konzentrations- ıber bis lager-Wachverstärkung und die hier in den Kasernen stationierte Truppe. Die Jahre 16 Stärke betrug bis zu 4000. konnte, 1941 bekam Buchenwald von den Konzentrationslagern Auschwitz und Lub- Smolen: lin die den dort umgebrachten Häftlingen abgenommenen Kleider und Wäsche- stücke. Bei der Wäsche handelte es sich um über 2 Million Hemden und BASS=! 280.000 Unterhosen, die sämtlich gereinigt wurden. Durch die viele Arbeit war eine Vergrößerung des Kommandos notwendig geworden. Die Stärke betrug nunmehr 85 Mann. Während der Leitung des Scharführers Kindervater mußte das Kommando zweimal, als viel Arbeit an- Die Arb fiel, einen Tag, die folgende Nacht und wiederum einen Tag ohne Unter- brechung arbeiten. Von 1939 bis 1940 mußte das Kommando während der 1.Ba Winterzeit regelmäßig in der Woche viermal bis 12 Uhr nachts arbeiten, Mor- 1 4 gens um 5 Uhr fing aber wieder der neue Tag an, der dann wiederum bis 12 Uhr 1 nachts ging.| 1 Das Kommando durch Hereinnahme neuer Häftlinge zu vergrößern und da- durch den anderen Kameraden eine Erleichterung zu verschaffen, scheiterte an der rücksichtslosen Haltung der SS-Männer. Hier ist noch zu erwähnen, daß der 14 verantwortliche Kapo, weil er versuchte, fünf neue Kameraden in das Kom- 1 mando zu nehmen, durch den damaligen Arbeitsdienstführer gemeldet und mit 1 15 Stockhieben bestraft wurde, die der berüchtigte Sommer austeilte. 2 Im Sommer 1943, als die Belegung des Lagers immer größer wurde, gelang 1 es dann, mit Hilfe der Kameraden der Arbeitstatistik die Stärke des Kom- mandos auf 120 Mann und schließlich auf 185 Mann zu steigern. Im letzten Halbjahr 1944/45 wurde fast ununterbrochen Tag und Nacht ge- arbeitet, und wenn es nicht gelang, die notwendige Wäsche zu liefern, so lag das daran, daß durch das Ausbleiben neuer Lieferungen nicht mehr genügend 2.$t Wäsche vorhanden war, um sie immer tauschen zu können. St Bemerkenswert für die Fähigkeit der Häftlinge ist, daß in der Wäscherei kein Al Fachmann gearbeitet hat und nach dem Urteil vieler Fachleute, die die St Wäscherei besuchten und Untersuchungen anstellten, die geleistete Arbeit von N technischen Gesichtspunkten durchaus vorbildlich war. Sämtliche SS-Leute, K welche in der Wäscherei als Fachleute die verantwortliche Leitung hatten, 5; hatten zwar„eine große Schnauze“, aber von der praktischen Arbeit verstan-| Sarh den sie nichts. Diese Tatsache gab auch den Häftlingen die Möglichkeit, vieles a nach ihrem Willen durchzusetzen. u Ausgesprochen gemein und brutal benahm sich in der Wäscherei der SS-An- S gehörige Taufratshofer. Er hatte zwar die Leitung der Häftlingskammer inne,| b aber er versuchte, sich auch in unsere Arbeit einzumischen.| Zu erwähnen ist als besonders brutaler Geselle der damalige Scharführer Hoppe. Auch der mehrere Jahre als Wäschereileiter tätig gewesene Thierbach unterschied sich in seiner rücksichtslosen Haltung nicht von den anderen... a m A 228 0 mußte ische ge- trations- Ppe. Die ınd Lub- Wäsche- den und Otwendig tung des rbeit an- e Unter- rend der ten, Mor- is 12 Uhr ı und da- siterte an ‚ daß der las Kom- t und mit e, gelang des Kom- Nacht ge- m, so lag genügend herei kein die die ‚rbeit von SS-Leute, g, hatten, t verstan- eit, viele er SS-An- mer ini, harführer Thierbad fen«+: In den Jahren 1942 bis 1945 wurden im Monatsdurchschnitt in der Wäscherei über 300 000 Wäsche- und Bekleidungsstücke gewaschen, in einzelnen Monaten aber bis zu 650 000 Stück. Eine Zusammenstellung der geleisteten Arbeit im Jahre 1943 ergab, daß man mit der gewaschenen Wäsche eine Leine vollhängen konnte, die von Weimar über Berlin, Danzig, Königsberg, Dünaburg, Witebsk, Smolensk nach Moskau gereicht hätte... Baptist Feilen BA 55- 8. Bericht, geschrieben 1945. Die Arbeit der Häftlinge außerhalb des Lagers für SS-Betriebe, im Straßenbau und in Rüstungsbetrieben 1. Bauten außerhalb des Lagers für SS-Betriebe: 14 Kommandanturbaracken 1 Kommandanturgarage 1 Postgebäude 1 Wachgebäude 1 Wirtschaftsgebäude 14 SS-Unterkunftskasernen 1 Heizwerk Nord 1 Heizwerk Süd 2 Truppengaragen 1 Reparatur- und Montagehalle 1 Befehlsturmgebäude Führerhäuser, SS-Siedlung 1, SS-Siedlung 2 für SS-Unterführer SS-Baubüro 2. Straßen: Straße vom KZ Buchenwald bis Weimar Abzweigung von der Straße Buchenwald-Weirnar nach der SS-Siedlung 2 Straße zum Wirtschaftsgebäude Straße vor den Führerhäusern Kasernenplatz sämtliche Straßen innerhalb des Lagers und des Kommandanturbereiches 1 3. Arbeit in Kriegsbetrieben 1. Deutsche Ausrüstungswerke a) Tischlerei, Fertigung von Unterkunftsgeräten für SS b) Schlosserei, Betrieb Polte, Patronenhülsenfertigung, Schraubenfabri- kation, Bauschlosserei c) Elektriker, Bauinstallation d) Zimmerei, Bauvorhaben KZ Buchenwald. Eröffnet im September 1940 mit 532 Häftlingen, gesteigert bis auf 1400 Häftlinge im August 1944. 229 EESKESERE EN y \ N M 5 BEN Polize I Durch Bombardement der gesamte Betrieb zerstört. fir N Aufräumungsarbeiten und teilweiser Neuaufbau. polize Hr 2. Betriebe im Lager für n Laufrichterei, seit 12. 3. 43, bis 280 Häftlinge für Hi Optische Werkstätten, Heereszeugamt Kassel, seit Anfang 1944, ca. 80 Kuns N Häftlinge... Reich \ Bauhof Buchenwald und Baulagerwerkstätten. Seit 1943 mit 240 Häft- Stad I lingen. Bauvorhaben Buchenwald und auswärts. fün j BA 44- 5. Bericht, geschrieben 1945. Stauf SS-B: Arbeitskommandos des KZ Buchenwaldi Baul ı Deutsche Ausrüstungswerke GmbH, Weimar-Buchenwald, über 1000 Ge- HN fangene it Bischoff, Wilhelm, Weimar, für Kommando„Luftschutzbauten“, Kommando ss-T 1 Luftschutzkonstruktion, ca. 15 Gefangene SS-K ein Dietrich& Hermann, Weimar, Marienstr. 14, 2 Gefangene Ss-$t MN) Firma Hertig& Müller, Weimar S$7 hi Firma Neubauer, Weimar und u Ri Firma Mennon, Weimar arbeite IM Gustloff-Werke II in Buchenwald, 280 Gefangene am 26. 6. 1944, 1500(@&r-„Catalog it fangene am 13.1. 1945 ae A Koeditz, Maurermeister, für Bunkerbau— Bau von Luftschutzunterkünften Mi für„Gefangenen Barackenbau“ I Gärtner, Weimar Von N„Kühlhaus“— Bau von Gefrierkammern Majew N „Lager 29“ für die„Zentral-Ersatzteillager”— Zentrales Ersatzteillager, über 70 Gefangene Zweckverband Weimar Markthalle Weimar Arbeitserziehungshaus, Weimar was hi Mitteldeutsche Baugemeinschaft Buchenwald für Rodungszwecke, für Verwaltungsarbeit, für die Hallen 4a, 5a, 5b, 6c, 7d, 7s, Z-u, für die Wirtschafts- und Wohnbaracken, Stadtarc die Baracke für Versorgung und Einquartierung Mittelwerk GmbH für„Halle 13“ Buchenwald Landwirte KG Weimar Raiffeisen Weimar Munitionsdepot Oberndorf, Post Hermsdorf/Thür., 100-200 Gefangene Panzer-Grenadier-Ersatz-Ausbildungs-Abteilung Weimar, über 100 Ge- LEE ET u ee ch ne er 2323 ich er if A N fangene er N 1 Es handelt sich hierbei um Kommandos, die zwar nicht im Lagerbereich arbeiteten, aber täg- u de \ lich wieder ins Lager einrückten. Elekt 230 a ES ‚ca. 80 läft- JOD Ge- nmando 500 Ge- 'künften teillager, ene 100 Ge ,, aber tag" Polizeipräsidium Weimar für„Bombensuchkommando“, für„Luftschutzleiter“ Polizeioffiziersschule, für Kommando Schneider und Schuhmacher, bis zu 1200 Gefangene für die„Werkstatt K Staffel“... Kunsthochschule Weimar Reichsbahnbetriebsamt Weimar, über 40 Gefangene Stadt Weimar, für Baubetriebe bis zu 750 Gefangene für die Feuerwehr bis zu 150 Gefangene Staupendahl, Transport-Unternehmen, Weimar, 4 Gefangene SS-Bauleitung der Waffen-SS und Polizei, Weimar-Buchenwald, Bauleitung IV: Bodtenberg 100 Gefangene Quade 190 Gefangene Stichbahn 7 Gefangene SS-T Divisionsnachschublager SS-Kraftfahr-Ausbesserungs- und Ersatz-Regiment Buchenwald SS-Standortverwaltung Weimar-Buchenwald SS-Zentralbauleitung, Amt Cl. Weimar-Buchenwald und viele andere Verwaltungsbüros, in denen die Gefangenen wie Sklaven arbeiteten. „Catalogue of Camps and Prisons in Germany and German-Occupied-Territories“. Arolsen 1949, Bd. I S. 223/224. Durch neuere Angaben ergänzt. Bescheinigung Vom Arb. Kom. Buchenwald wurden am 16. 12. 38 auf Baustelle I: Majewski Thiel 12 Mann beschäftigt, welche 218 Loren Schuttmassen abschachteten und wegfuhren. 6 Mann Heizkanal ausgeschachtet/ Fa. Fischer 7„ ausgeschachtet Fa. Majewski was hiermit bescheinigt wird Weimar, den 16. 12. 38 Rothe Bauf. 17. 12. desgl. Stadtarchiv Weimar. Arbeitskommando Buchenwald. Handschriftliches Original. Die Beteiligung der Firma Siemens an der Errichtung des Krematoriums und anderer Einrichtungen im KZ Buchenwald ...In Verfolg der sogenannten Kriegsaktion am 1. September 1939 wurde ich emeut von der Gestapo verhaftet. Mit 800 Mann zusammen kam ich nach dem Lager Buchenwald, wo ich bis zum 1. September 1943 verblieb. Ich kam in den Biock 39, glücklicherweise war das eine Steinbaracke. Ich wurde dem Elektriker-Kommando des Lagers zugeteilt, bei dem ich bis zum Schluß ver- 231 ge eg Eu EEETEHEHLELE SEE ee ETTTELLLLEL TE echte Tut n Re es ee RT ehe ! { Y { { \ h { H 1 r ; { j \ N { blieb. Wir wurden zunächst verwendet, um die SS-Führerhäuser, das SS- Kasernement und schließlich auch das Lager selbst elektrisch zu installieren... Auf Anordnung des damaligen Lager-Kommandanten, SS-Standartenführer Koch, wurde im Februar 1940 im sogenannten Karachotempo mit der Errich- tung des neuen Krematoriums im Lager Buchenwald begonnen...! Das Kre- matorium wurde im Laufe des Jahres 1940 fertiggestellt. Die eigentlichen Verbrennungsöfen wurden von der Firma Topf in Erfurt geliefert.Das für den Betrieb als Krematorium unerläßliche elektrische Zubehör, wie z.B. Ventilatoren, Exhaustoren, Pumpen, Elektromotore, Schalttafeln, waren Fabrikate der Firma Siemens-Schuckertwerke. Die Elektromotoren hatten eine Stärke von 14-3 PS höchstens. Dieses Zubehör kam in Kisten ins Lager, die in schwarzem Aufdruck das Zeichen„SSW“? trugen... Die Durchführung dieser elektrotechnischen Einrichtungen für das Krema- torium wurde außer von der SS von einem Monteur, der eine eigene kleine Auf- enthaltsbude im Krematorium hatte, überwacht. Wie wir hörten, war das ein Siemensmonteur... Ich kann den Namen dieses Mannes nicht angeben. Ein persönlicher enger Kontakt mit ihm kam nicht zustande, weil er selbst von der SS überwacht wurde... Im Zuge dieser Arbeiten glaube ich auch, von der Fa. Siemens stammende Pläne, die als Unterlagen für diese Arbeiten bestimmt waren, gesehen zu haben. Mit Sicherheit entsinne ich mich, in der Blockführerstube am Eingang des Lagers gesehen zu haben, daß die dort befindliche Schaltanlage für die Bedie- nung der Alarmvorrichtung und der Ladung und Entladung des Lagerzauns das Zeichen„SSW“ trug. Auch das Kabelwesen im Lager bestand aus Siemens- material. Das ergab sich aus der Signierung der Kabeltrommeln... Das Protokoll wurde dem Erschienenen von dem Notar vorgelesen, von dem Beteiligten genehmigt und von ihm eigenhändig unterschrieben, wie folgt: Schlander Georg Dr. Rosener, Notar. Nr. 207, Jahr 1947 der Urkundenrolle, verhandelt zu Berlin am 4. Juli 1947, Abschrift. Eidesstattliche Erklärung Ich, Hermann Franz Josef Pister, schwöre, sage aus und erkläre wie folgt... Kriegsgefangene: Die in den K.Z. festgehaltenen Kriegsgefangenen wur- den laut eines Befehls der Amtsgruppe D im Januar 1942 genau so wie andere K. Z. Häftlinge behandelt und daher auch voll und ganz im Arbeitseinsatz zur Verwendung gebracht, und zwar ohne Rücksicht auf ihre Nationalität... Dachau, Deutschland, 3. März 1947 Pister, Hermann Prozeß IV, Dok. No- 2327. 1 Der durch die Kriegsverhältnisse bedingte ständige Zustrom von Gefangenen und Häftlingen aus den besetzten Gebieten, die sich immer mehr häufenden Krankheitsfälle und die brutale Be- handlung der Häftlinge durch die SS brachten eine ständig steigende Zahl der Todesfälle mit sich. Die stationären und fahrbaren Verbrennungsöfen des Lagers reichten infolgedessen nicht mehr aus. 2 Siemens-Schuckert-Werke. 232 Rı Betreft: Von: danten den an Arbeitse und gaı gaben u Rs ist beschäf Aufgab Ih tt haftlag halb de rechter] Arbeits 10%/0 d zu lege Lager zusätzl und$ IML-1 “ E Rundschreiben des SS-WVHA, Amtsgruppenchef D, vom 12. 2. 1942 Be an die KZ-Kommandanten | Erich Betreff: Herabminderung der Häftlingsanzahl für Lagerbetriebe Jas Kre- Von allen Lagern werden bei mir Häftlinge angefordert, da die Komman- N ei ihnen einsitzenden Häftlingen danten nicht mehr wissen, wie sie mit den b IIten Ansprüchen hinsichtlich des den an sie in ständig steigendem Maße geste 1 Erfurt ubehör, Arbeitseinsatzes genügen sollen. Während die Gesamthäftlingszahl im großen 1 \, Waren und ganzen gleich geblieben ist, sind die vom Reichsführer-SS gestellten Auf- 4 ten eine gaben um ein vielfaches gestiegen. i ger, die Es ist daher notwendig, die Anzahl der Häftlinge, die innerhalb der Lager H beschäftigt werden, ganz bedeutend herabzusetzen, um Häftlinge für diese Krema- Aufgaben und den steigenden Arbeitseinsatz frei zu bekommen. H ine Auf- Ich bitte die Lagerkommandanten persönlich unter Zuziehung des Schutz- h diesen haftlagerführers und des Schutzhaftlagerführers„E“! eine Aussiebung inner- N ben. Ein halb des Lagers vorzunehmen und alle Häftlinge, die nicht unbedingt zur Auf- N! von rechterhaltung der Ordnung im Konzentrationslager benötigt werden, für den 1 1 Arbeitseinsatz frei zu stellen. Bei der Ausmusterung bitte ich als Maximum mei 10%/o der in jedem Lager einsitzenden Zahl arbeitsfähiger Häftlinge zugrunde Be zu legen, die in Zukunft für die Lagerbetriebe genügen müssen. Da in jedem iM ang des Lager eine Anzahl bedingt tauglicher Häftlinge vorhanden ist, können solche h : zusätzlich zu den bewilligten 10°/o der gesunden Häftlinge für Aufräumungs- in und Säuberungsarbeiten Verwendung finden... 5(Glücks) Siemens SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS vondem||| IML- Buchenwald 1 8/1, Bl. 00 073. Original. folst: FE] org| otar. folgt... nen Wul- ie andere nsatz zU Es |} Herman||! N r ri z , } 2 . | Häftlingen brutale I Ile mit SC" en, ıt mehr Al 1 Schutzhaftlagerführer„Einsatz“. eg ee a en A eg eg DR Seren rn DT EEE TE N- - er= a a nn nn ERenE LAATAAR Abschrift Stempel: A 46/75 Berlin, den 17. März 1942 Geheim Niederschrift über eine Besprechung im Büro Saur am 16. März 1942 Betrifft: Verlegung von Rüstungsfertigungen in Konzentrationslager Anwesend: Brigadeführer Glücks, Staatsrat Dr. Schieber, Oberstleutnant v. Nicolai, Major Schaede, Direktor Dr. Stallwaag, Hauptdienstleiter Saur.! Auf Grund einer Besprechung im Führerhauptquartier sollen die Konzen- trationslager in stärkerem Maße für die Rüstungsindustrie eingespannt werden. In der gestrigen Besprechung gab Brigadeführer Glücks bekannt, daß fol- gende Lager für einen solchen Einsatz in Frage kommen: Buchenwald mit etwa 5000 Arbeitsfähigen Sachsenhausen 2 2223.56000 ei Neuengamme Sa 2202000= Auschwitz 5.388000& Ravensbrück a 0000, E(Frauen) Lublin wird aufgefüllt. Ende dieses Monats wird ein größerer Zugang von Häftlingen erwartet. Aus diesem werden sämtliche Handwerker und verwandte Berufe aussortiert und denjenigen Lagern zugewiesen, die eine Rüstungsfertigung übernehmen. Nach einer Verordnung des Reichsführers SS müssen die Fertigungen in den Lagern verbleiben. Die Betreuerfirmen müssen daher die Erzeugung in den Bereich des Lagers verlegen unter zeitweiliger Zurverfügungstellung von In- genieuren und Meistern zum Anlernen der Häftlinge... Die Gesamtaufgabe des Einsatzes von Konzentrationslagern für die Rüstung hat Herr Staatsrat=..„2% 2 2= 2x ıbernommen: Fr wırdase rasch wie möglich zwei Beispiele durchexerzieren, und zwar zunächst mit den Lagern Buchenwald-Weimar und Neuengamme b. Hamburg. gez. Saur Prozeß IV, Dok. No. 569. 5 ! Im Munitionsministerium Verantwortlicher für das V 2-Programm. 234 Rundsch an die K Betreff: Der R polnisch Arbeiteı wegisch gärten l Prozeß IV Der Ch Verwali (0 Verteilc Die Werkle werder l.D bereich ız 194 Konzen- werden. daß fol- Rundschreiben des SS-WVHA, Amtsgruppenchef D, vom 31. April 1942 an die KZ-Kommandanten Betreff: Arbeitseinsatz der Geistlichen Der Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei hat angeordnet, daß die polnischen und litauischen Pfaffen richtig arbeiten sollen, d. h. also zu allen Arbeiten herangezogen werden dürfen. Die deutschen, holländischen, nor- wegischen Geistlichen usw. sollen jedoch nach wie vor nur in den Heilkräuter- gärten beschäftigt werden. ING gez. Liebehensche] SS-Obersturmbannführer Prozeß IV, Dok. No. 1284. Der Chef des SS-Wirtschatts- Berlin, den 30. April 1942 Verwaltungshauptamtes Ch. Po./Ha. Verteiler: an Chef Amtsgruppe D an alle Lagerkommandanten an alle Werkleiter an alle W.-Ämter Befehl Die Anweisungen und Belehrungen, welche den Lagerkommandanten und Werkleitern in den Besprechungen am 94. und 25.4.42 erteilt worden sind, werden hiermit als Befehl verkündet, der mit dem 1. Mai 1942 in Kraft tritt. 1. Die Führung eines Konzentrationslagers und aller in seinem Organisations- bereich liegenden wirtschaftlichen Betriebe der Schutzstaffel liegt bei dem Lagerkommandanten. Er allein ist daher auch verantwortlich für die größte Ergiebigkeit der wirtschaftlichen Betriebe. 9. Der Lagerkommandant bedient sich bei der Führung der wirtschaftlichen Betriebe des Werkleiters. Der Werkleiter muß dem Lagerkommandanten mel- den, ob er bei der Durchführung einer Anordnung des Lagerkommandanten Gefahren oder Nachteile betrieblicher oder wirtschaftlicher Art befürchtet. 3, Diese Dienstpflicht macht den Werkleiter mit verantwortlich für betrieb- liche und wirtschaftliche Schäden und Mißerfolge. 4. Der Lagerkommandant allein ist verantwortlich für den Einsatz der Ar- beitskräfte. Dieser Einsatz muß im wahrsten Sinne des Wortes erschöpfend sein, um ein Höchstmaß an Leistung zu erreichen. Die Zuteilung von Arbeiten erfolgt nur zentral durch den Chef der Amts- gruppe D. Die Lagerkommandanten selbst dürfen eigenmächtig keine Arbeiten von dritter Seite annehmen, noch Verhandlungen hierüber führen. 5. Die Arbeitszeit ist an keine Grenzen gebunden. Ihre Dauer hängt von der betrieblichen Struktur des Lagers und von der Art der auszuführenden Arbei- ten ab und wird vom Lagerkommandanten allein festgesetzt. ee ea EEE ME Prere ee EEE TRETEN ge er ii TEgmron... 6. Alle Umstände, welche die Arbeitszeit verkürzen können(Mahlzeiten, Appelle u. a.) sind daher auf ein nicht mehr zu verdichtendes Mindestmaß zu beschränken. Zeitraubende Anmärsche und Mittagspausen nur zu Essens- zwecken sind verboten. 7. Die Bewachung ist aus der hergebrachten starren Form zu lösen und mit Rücksicht auf spätere Friedensaufgaben allmählich beweglich zu gestalten. Reitende Posten, Einsatz von Wachhunden, fahrbare Wachtürme und beweg- liche Hindernisse sind zu entwickeln. 8. Die Durchführung dieses Befehls stellt an jeden Lagerkommandanten er- heblich höhere Anforderungen als bisher. Weil kaum ein Lager dem andern gleich ist, wird von gleichmachenden Vorschriften abgesehen. Dafür wird die gesamte Initiative auf den Lagerkommandanten verlagert. Er muß klares fach- liches Wissen in militärischen und wirtschaftlichen Dingen verbinden mit kluger und weiser Führung der Menschengruppen, die er zu einem hohen Leistungspotential zusammenfassen soll. gez. Pohl SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS F.d.R.: gez. Schiller SS-Obersturmführer und Adj. „Catalogue of Camps and Prisons in Germany and German-Occupied Territories“, Bd. II, Arolsen 1950, S. 237/238. An das 14. Juni 1942 SS-Wirtschafts-Verwaltungs- 14.15 ‚Uhr Hauptamt, Amtsgruppe D IV1 Oranienburg Fernschreiben Nr.: 3123 Betreff: Arbeitszeiten der Häftlinge.— Sonntagsarbeit. Bezug: dort. Schr. D. I/1— 01— So/Ne. v. 3. 6. 42.1 Termin: 15. 6. 42 Die Kdtr. K. L. Bu. meldet zu obigen Betreff, daß sämtliche Kdos. erstmalig am 14.6.42 wie angeordnet, vormittags— 5 Stunden zur Arbeit eingesetzt waren. Diese Regelung wird für die Zukunft— bis auf Widerruf— beibehalten. Die Gustloff-Werke— Tag- und Nachtschicht, sowie Lagerbetrieb— haben jedoch nicht gearbeitet. Grund, technisch nicht durchführbar. Näherer Bericht folgt schriftlich nach. F.d.R. gez.: Pister (Grimm) SS-Obersturmbannführer SS.-Untersturmführer u. Lagerkommandant IML- Buchenwald I 8/1, Bl. 00 031. Original. r 236 An den Komma) Herm$ Weimat Betr.: 5 Wie| von seil K 98k! geben, gelernt‘ sind, in kann a geführt sonntag Fertigu Soba daesa bringuı Der F TRBLTEHEREN Weimar, den 16. 6. 1942 zeiten, maß zu An den Essens- Kommandanten des K. L. Buchenwald N Herrn SS-Obersturmbannführer Pister f und mit Weimar-Buchenwald. 1 estalten, Betr.: Sonntagsarbeit. u beweg, Wie Ihnen der Linksunterzeichnete bereits fernmündlich mitteilte, bestehen von seiten des Fritz-Sauckel-Werkes Bedenken, die Arbeiten in der Montage n nten er- K 98k1 auch sonntags durchführen zu lassen. Eine neuere Überprüfung hat er- N ande geben, daß unsere Unterlieferanten auf Grund bestehender Schwierigkeiten an H vird die gelernten Arbeitskräften und in der Werkstoffbeschaffung nicht in der Lage H es fach- sind, in der nächsten Zeit größere Stückzahlen zu liefern. Aus diesem Grunde'E len mit kann auch die Steigerung im Zusammenbau der K 98k nicht weiter durch- h ı hohen geführt werden. Es bliebe also nur der Weg, daß mit weniger Häftlingen auch vl ht sonntags gearbeitet würde. Dadurch würde aber die Zahl der für die größere N Fertigung anzulernenden Kräfte wiederum vermindert werden. General Sobald sich die Voraussetzungen bessern, werden wir Ihnen Nachricht geben, ii da es an sich erforderlich ist und auch im Interesse unserer Firma liegt, die Aus- 4 bringung so stark wie möglich zu fördern. hi Heil Hitler! Rt Gustloff-Werke N gez. Unterschrift F.d.R.d. Abschrift: unleserlich Ai SS-Obersturmführer u. Adjutant IML- Buchenwald 1 8/1, Bl. 00 029. Original. 9 Aa t Hr 15 Uhr H Der Reichsführer SS Führer-Hauptquartier 7. Juli 1942 N Tgb. Nr. 1260/42 R RF/V. I ih Geheime Kommandosache! 4 Ausfertigungen Ze er a zstmalig ngesetzt 2. Ausfertigung ‚ehalten. Lieber Pohl!% R haben Ich hatte heute Gelegenheit, mit SS-Brigadeführer Dr. Schieber zu sprechen. Ih Bericht Er war mit der Gesamt-Entwicklung bei unseren Konzentrationslagern sehr zu- 1% frieden. N Zu diesen Fragen noch einige Bemerkungen:\ ‚nführer 1.) Buchenwald ist klar; es wird also dort ein Fabrikbau für die Produktion N dant 1 Karabiner 98 kurz. Ü H } ee Aa ge” en Be DER ERREEUR EN ARAR A AHA von 55000 Karabinern errichtet und soll so bald als möglich in Betrieb gesetzt werden. Nebenher läuft die Fabrikation von jetzt 10 000, später 20000 Karabinern....: Heil Hitler! Ihr gez. Unterschrift Prozeß IV, Dok. No. 598. SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt Diktatzeichen: C V Dr. Ka./Sei. An den Reichsführer-SS Berlin SW 11 Prinz-Albrecht-Str. 8 Betr: Behelfsmäßigen Bau einer Gewehrfabrik in Weimar-Buchenwald in Verbindung mit den Gustloff-Werken Reichsführer! Unter Bezugnahme auf Ihre Besprechung mit SS-Brigadeführer Staatsrat Dr. Schieber habe ich mit der Direktion der Gustloff-Werke am 10. d. M.! für den behelfsmäßigen Bau der Gewehrfabrik in Weimar-Buchenwald folgendes vereinbart: 1. Der behelfsmäßige Bau der Gewehrfabrik wird auf dem Gelände des K.L.’s Weimar-Buchenwald durch die Zentralbauleitung der Waffen-SS und Polizei mit Mitteln des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes durchgeführt. 2. Um Zeit und Arbeit zu sparen, übernehmen die Gustloff-Werke die Fertig- stellung der Vorbereitung der Vorentwürfe, die Bereitstellung der erforder- lichen Kontingente, Transportmittel, Baufirmen usw.im Auftrage des SS-Wirt- schafts-Verwaltungshauptamtes. Das K.L. Weimar-Buchenwald stellt die erforderlichen Hilfskräfte durch Häftlinge. 3. Die gesamte maschinelle Einrichtung der Gewehr-Fabrik erfolgt auf Ver- anlassung und auf Kosten der Gustloff-Werke. 4. Über die Vermietung der Gebäudeanlagen der Gewehrfabrik und die Bereit- stellung der Häftlinge für die Produktion erfolgt gesondert eine Regelung zwischen dem SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt und den Gustlof- Werken. 5. Mit dem Bau wird am Montag, dem 13.7. 1942 begonnen. Heil Hitler! gez. Pohl SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Prozeß IV, Dok. No. 3032. 1! Juli 1942. 238 Einsa se zu voll zweigt Lager Werke treuul Lager ab wi Aus dei Kriegsg KRAL Ka Einsatz von Buchenwaldhäftlingen in der Kriegsproduktion beim Siemens-Konzern ... Das WW V! hatte durch Feindeinwirkung die Ringspulenfertigung nahe- tler! zu vollkommen verloren. Für die Verlegung bzw. Neuerrichtung dieses Betriebs- zweiges wurden der Firma behördlicherseits Fertigungsmöglichkeiten im KZ- M erschrift Lager Buchenwald zugewiesen. Hierzu wurden Montagehallen der Gustlof- Werke herangezogen, und 500 Häftlinge wurden beschäftigt. Die für die Be- treuung notwendigen Führungskräfte stellte die Firma, Mit der sonstigen KZ- Lagerführung hatte sie nichts zu tun, und es spielte sich alles in ähnlicher Weise ab wie über Ravensbrück berichtet... Aus der von Siemens herausgegebenen Rechtfertigungsschrift„Einsatz ausländischer Zivilarbeiter, Kriegsgefangener, Juden und KZ-Häftlinge im Hause Siemens“ vom 31. 10. 1945, S. 37. Außenkommandos Bericht über das Kommando Arbeitsstatistik KZ Buchenwald jtaalsrat M.! für ER& H Ivend... Wichtige Kriegsproduktion sprengte die Isolierung Buchenwalds. Die SS I 2 begann zunächst, Facharbeiter nach einer Musterung durch Ingenieure von Pri- N RT vatfirmen über ganz Deutschland zu verschicken. Dort wurden sie in kleine N 1 Polizei I Lager untergebracht und arbeiteten teilweise mit anderen Zivilarbeitern in i .| einer Werkhalle. Es war notwendig geworden, eingearbeitete Facharbeiter für Forte 1 die Betriebe zu erhalten. Mit den bisherigen Strafmethoden traten zu große En Pi| Ausfälle durch Krankheit, Arbeitsunfähigkeit und Sterbefälle auf. Das störte die Wirt: Produktion. Deshalb war die Führung der Konzentrationslager gezwungen, eine 5S-Wir| Reihe grausamster Terrormethoden fallen zu lassen. Auch ein Mindestmaß von Ein| Ernährung zur Erhaltung der Arbeitskraft der Häftlinge mußte sichergestellt u werden. ; Bezeichnend für die Einschätzung der Arbeitskraft ist ein Ausspruch des Lei- auf Ver ters der Verwaltung des KZ Buchenwald, SS-Sturmbannführer Barnewald, als i er sich beim SS-Lagerarzt nach dem Gesundheitszustand eines Häftlings erkun- e Bereit digte:„Was, gestorben? Wieso, das war doch ein Facharbeiter?“ tegelung Durch schlechte Ernährungs- und Unterkunftsverhältnisse, durch schwere Gustlof Arbeit und lange Arbeitszeit war der Gesundheitszustand der Häftlinge im all- gemeinen schlecht. Von Außenkommandos, die vor allem bei Privatbetrieben ih eingesetzt waren, bei denen wegen des engen Kontakts mit den Zivilarbeitern N der Schein einer erträglichen Versorgung der Häftlinge gewahrt wurde, schickte man laufend kleinere Gruppen Kranker in das Stammlager Buchenwald zurück. h führer Die Zahl der Alten, Kranken und Schwachen wuchs rapid, da auch von den jaffenS5 Massentransporten viele nicht in der Lage waren zu arbeiten... 1 Wernerwerk für Weitverkehrs- und Kabeltechnik. ET PLL LE L TR de Tee ge a a neu Be Beeren de ee Tr np Le geh FH 7 EI Das Wirtschaftsverwaltungshauptamt der SS in Berlin richtete, der erhöhten Bedeutung des Arbeitseinsatzes der Häftlinge entsprechend, ein eigenes Amt mit größeren Vollmachten ein. Dieses Amt wurde unter der Bezeichnung Amt D II geführt. Gab es vorher im wesentlichen nur eine statistische Erfassung der Arbeitsleistung der Häftlinge, so wurde durch den Arbeitseinsatz von Häft- lingen in größerem Umfange bei Privatfirmen die zentrale Erledigung der sich daraus ergebenden Probleme notwendig. Dieses Amt regelte den Arbeitseinsatz nach einheitlichen Gesichtspunkten. Die Verwendung von Häftlingen im Ar- beitsprozeß war abhängig von der Zustimmung dieses Amtes. Dieses Amt war in enger Zusammenarbeit mit der Gestapo mitverantwortlich für die Massen- verhaftungen in den von den Deutschen besetzten Ländern. Immer wenn ein neues großes Bauvorhaben durchgeführt wurde, lieferte die Gestapo die vom Amt D II angeforderten Zwangsarbeiter. Während Privatfirmen für einen Häftlingshilfsarbeiter 4,— Mark und für einen Facharbeiter 6,— Mark pro Tag bezahlen mußten!, bestanden für die SS- eigenen Betriebe Sondersätze. Die Deutschen Ausrüstungswerke GmbH, die Deutschen Erd- und Steinwerke GmbH zahlten nur 0,35 Mark für einen Hilfs- arbeiter und 1,50 Mark für einen Facharbeiter. Damit waren sie konkurrenz- fähig und warfen einen hohen Überschuß? ab. Um die Arbeitsleistung der Häft- linge zu steigern, erhielten sie Prämien von 0,50 bis 8,— Mark pro Woche. Da es so gut wie nichts dafür zu kaufen gab, war die Prämie wertlos. Welche Riesensummen an der Arbeit der Häftlinge Buchenwalds verdient wurden, ergibt folgende Aufstellung:? Männer Im Jahre 1943 Tagewerke Monat Facharbeiter Hilfsarbeiter Reichsmark Juni 47 762 242 916 1 003 537,80 Juli 57 882 8323 377 1 130 178,65 August 49 437 269 585 1 171 271,80 September 57 876 334 814 1 488 967,90 Oktober 86 144 468 917 2192 244,20 November 115 159 548 467 2 695 493,35 Dezember 134 572 638 011 3 165 755,30 Im Jahre 1944 Januar 157 686 604,986 3 175 148,70 1 Vgl. Abb. Tl. 2 Die Deutschen Ausrüstungswerke GmbH erzielten im Jahre 1942 z. B. einen Gewinn von 564 677,78 RM. 3 Sämtliche Ziffern stammen abschriftlich von den Abrechnungsbogen der Arbeitsstatistik für den Arbeitseinsatz, die über den SS-Arbeitseinsatzführer an das WVHA in Berlin gegeben wurden. Die Abschrift erfolgte 1945. 240 Monat Kae Februa März April Mai Juni Juli Augus! Septen Oktob: Noven Dezen ‚ ImJal Januar -: Fraue erhöhten nes Amt ung Amt sung der on Häft- " der sich itseinsatz n im Ar- Amt war Massen- wenn ein die vom und für ir die SS- nbH, die en Hilfs- ıkurrenz- der Häft- 'oche. Da verdient sichsmark eichsmark 03 537,80 30 178,65 71 271,80 88 967,90 99 244,20 95 493,85 65 755,90 Gewinn Vol istik für den wurden: Die Tagewerke Monat Facharbeiter Hilfsarbeiter Reichsmark Februar 187 068 567 693 4 204 239,89 März 201 679 615 905 3 465 745,80 April 202 905 627 753 3 562 242,40 Mai 208 722 655 175 3 755 284,50 Juni SlarT2 907 194 4. 773 135,95 Juli 2330 558 1 098 453 5 640 995,80 August 248 720 1 285 845 6 488 963,25 September 268 335 1 524 909 7 516 755,30 Oktober! 324 806 1 658 401 8 354 995,10 November 199 445 970 115 4 876 629,— Dezember 200 807 953 549 4 810 094,05 Im Jahre 1945 Januar 200 300 1 217 501 6.066 963,66 Februar 193 702 1 075 421 5 342 286,95 Frauen Monat Zahl der Häftl. Reichsmark August 1944 11 676 1 021 236,— September 1944 16 525 1 501 332,— Oktober 1944 20 485 1 945 364,— November 1944 22911 2 242 014,— Dezember 1944 24 210 2 312 224,— Januar 1945 25 418 2 435 960,— ... Wegen der starken Zerstör benangriffe wurde die Verlagerun dringend. Entweder wurden natü ausgebaut, oder man errichtete— Berge neue Räume. Die Pro Protektorat der SS. Die Furcht vor Spionage und der Wunsch, die V allen Umständen geheim zu halte Produktion dieser Werke Gefangen ene als„Geheimnisträger“ Entlassung unter keinen Umständen in Frage den Häftlingen wurden diese Bau- SS wurde verfügt, daß Gefang nicht wechseln dürfen und eine ungen wichtiger Industriez g dieser Produktion unter di rliche Höhlen oder Salz- und Kohlengruben mit Hilfe von Sprengungen— im Innern der duktion der V-Waffen stand unter dem besonderen käme. Ohne Rücksicht auf Verluste unter günstigen Ausgang des Krieges. Diese Kommandos wur 16 Buchenwald n, veranlaßte sie, weige durch Bom- e Erde besonders -Waffenproduktion unter für den Aufbau und die e zu nehmen. Durch die Reichsführung der dieses Kommando vorhaben vorwärtsgetrieben. Von dieser Produktion versprach man sich einen Deshalb wurde sie in jeder Weise gefördert. 1 Im Oktober 1944 wurde das KZ Mittelbau(Dora) mit ungefähr 3 Daraus ergab sich der Rückgang des Arbeitseinkommens. den bald der Schrecken aller Häftlinge... 1000 Häftlingen selbständig. 241 TER, TE T } | Für diese Bauvorhaben wurden über das Amt D II Arbeitskräfte durch den Chef d HN Arbeitseinsatzführer angefordert, und sie wurden rücksichtslos aus den besetz- A hr ten Ländern beschafft. In welcher unvorstellbar kurzen Zeit die Menschen zu B.N.. Rh Tode geschunden wurden, zeigt folgendes Beispiel: e I Am 19.1. und 29. 1. 1944 wurden, wie die Zugangslisten der Politischen Ab- Als Ge Mn teilung ausweisen, u. a. folgende Häftlinge eingeliefert: and un 41016 Avondet, Louis 12.12.12 Lacluse Montreal Aus Kt 40934 Faure, Pierre 26. 8. 01 Pont de Claix ana 41038 Guerin, Robert 21.9. 21 Tanger aus 40659 Pelat, Rene 9.7.05 Domene nachri 44548 Duhan, Jean 1.5.03 Beguios an( 43890 Henry, Etienne 25.10. 14 Parthenay 5$- 43906 Lambert, Alfred 22.3. 92 St. Dizier an? 43872 Landais, Felix 2. 12. 97 Fromentieres an( 44094 Thiallier, Pierre 20. 9. 12 Paris Aus 44264 Soussy, Maurice 3.7.92 Taret und( Nach dreiwöchentlicher Quarantäne, also am 9. 2. 1944, wurden sie dem SS-\ Tanuaı Lagerarzt vorgeführt und ihre„Vollarbeits- und Transportfähigkeit” fest-\ zentra gestellt. Ungefähr vom 13.—18. 2. 1944 trafen sie in Dora ein. Auf der Ver- a Um änderungsmeldung der Schreibstube wurden sie bereits mit Datum vom 24. 3., 1) Kt 27.3. und 29. 3. 1944 als verstorben gemeldet. Dabei blieben erfahrungsgemäß\ völkis ihn die Totenmeldungen 5 bis 10 Tage liegen. Es ergibt sich, daß 4 bis 5 Wochen| sndı H Arbeit in Dora genügten, um auch jungen, gesunden und kräftigen Menschen\ hören N den Tod zu bringen. Das waren Kameraden von nur zwei Transporten. Von| malit; EN diesen Transporten ging nur ein Teil nach Dora und dort starben davon in zwei| eingel ii bis drei Tagen 10 Häftlinge.| Di N Herbert Weidlich! Maßr A BA 513- 4. Bericht vom 22. April 1945. HM spred un den,: N All ‚ gen N" x) einge hi!{eres N Müss j ö I arbe N ehr N u H Se Ki ı Herbert Weidlich, geb. 1910, 1939-1945 in Haft, davon vier Jahre im KZ Buchenwald, jetzt Offi- BR zier bei der Deutschen Volkspolizei. In 242 ne zn ee he ee Te ei eier a er See ame urch den N besetz- schen zu chen Ah: dem$$- it“ fest- der Ver- m 24,3, gsgemäß Wochen enschen ten. Von n in zwei Neidlich! ‚jet OB Chef der Sicherheitspolizei Berlin, 17. 12. 1942 und des SD B. Nr. IV— 656/42 geheim Geheim Als Geheim an alle Befehlshaber der Sicherheitspolizei u. d. SD an alle Inspekteure der Sicherheitspolizei u. d. SD an alle Kommandeure der Sicherheitspolizei u. d. SD an alle Leiter der Staatspolizei(leit) stellen nachrichtlich an den Chef des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes SS-Obergruppenführer Pohl an alle Höheren SS- und Polizeiführer an den Inspekteur der Konzentrationslager Aus kriegswichtigen, hier nicht näher zu erörternden Gründen hat der RFSS und Chef der Deutschen Polizei am 14. 12. 1942 befohlen, daß bis Ende Tanuar 1943 spätestens mindestens 35 000 arbeitsfähige Häftlinge in die Kon- zentrationslager einzuweisen sind. Um diese Zahl zu erreichen, ist folgendes erforderlich: 1) Ab sofort(zunächst bis zum 1. II. 1943) werden Ost- oder solche— fremd- völkische— Arbeiter, welche flüchtig gegangen oder vertragsbrüchig geworden sind und nicht den verbündeten, befreundeten oder neutralen Staaten ange- hören,— unter Beachtung der unter Ziffer 3) aufgeführten notwendigsten For- malitäten auf dem schnellsten Wege den nächstgelegenen Konzentrationslagern eingeliefert. Dritten Dienststellen gegenüber muß gegebenenfalls jede einzelne dieser Maßnahmen als unerläßliche sicherheitspolizeiliche Maßnahme unter ent- sprechender sachlicher Begründung aus dem Einzelfall heraus dargestellt wer- den, so daß Beschwerden vermieden, jedenfalls aber ausgeräumt werden... Alle arbeitseinsatzfähigen Häftlinge sind, wenn es sachlich und menschlich irgendwie zu vertreten ist, sofort nach den folgenden Richtlinien in das nächst- gelegene KZ zu überstellen, z. B. auch dann, wenn Strafverfahren demnächst eingeleitet werden oder werden sollen. Nur solche Häftlinge, welche im In- teresse des weiteren Ermittlungsverfahrens unbedingt in Einzelhaft verbleiben müssen, können weiterhin belassen werden. Es kommt auf jede einzelne Arbeitskraft an! Die Überprüfung ist sofort in Angriff zu nehmen. Jedwedes Zurückhalten von arbeitsfähigen Häftlingen ist verboten. Ausnahmen bedürfen meiner Ge- nehmigung... EVA gez. Müller Beglaubigt Hellmuth Pol. Ob. Sekr. IMT, Bd. XXVI, S. 701-703, Dok. 1063(d)- PS. 243 EuGH Bes, EEE ER ——— Tue ge u u nee aa N as Tg a ve EEE EEE BGE EEE ee ee ea re nenne z En re Z — Abschrift Der Chef der Sicherheits- Berlin, den 23. März 1943 polizei und des SD IV C 2 Allg. Nr. 656/42g Geheim! An a) alle Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD b)„ Inspekteure is© BD c) Kommandeure„ 5 Se a d)„ Leiter der Staatspolizei-leit-stellen. Nachrichtlich an e) Chef des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamts, SS-Ober- gruppenführer Pohl f) alle Höheren SS-und Polizeiführer g) SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt, Amtsgruppe D— Konzentrations- lager—, in Oranienburg(mit 30 Abdrucken für die Lager). Betrifft: Verstärkte Einweisung in die Konzentrationslager. Bezug: Mein Erlaß vom 17. 12. 1942— IV 656/42 g— Die nach dem obigen Erlaß angeordneten Maßnahmen, die ursprünglich bis zum 1.2. befristet waren, können bis auf weiteres—— jedoch zunächst nur bis zum 80.4. 1943—— durchgeführt werden. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, daß nur arbeitsfähige Häftlinge und auch Jugendliche nur nach den gegebenen Richtlinien überstellt werden, da sonst entgegen dem beabsichtigten Zweck eine Belastung der Konzentrationslager eintritt, Sofern bereits Jugendliche überstellt worden sind, die nicht unter die Richtlinie für die Lagereinweisung fallen(Reichsdeutsche mit einem Mindest- alter von 18 Jahren, Polen und Ostarbeiter mit 16 Jahren), ist unverzüglich die Rücküberstellung zu beantragen und die Häftlinge im Einvernehmen mit dem zuständigen Arbeitsamt ihrer Arbeitsstelle wieder zuzuführen, sofern nicht An- trag auf Unterbringung in einem Jugendschutzlager erforderlich erscheint. Voll- zugsmeldung ist in jedem Falle zu erstatten. Von weiterer Überstellung der sonst in Frage kommenden Häftlinge kann ab- gesehen werden, wenn die Häftlinge bereits in Rüstungsbetrieben bzw. tat- sächlich mit kriegswichtigen Arbeiten oder auch in den Ostgebieten mit drin- genden Arbeiten für den Nachschubverkehr für die Ostfront beschäftigt sind. Sofern die Wegnahme dieser Arbeitskräfte eine Gefährdung der Produktions- fähigkeit solcher Betriebe oder gar ihre Stillegung und beim Einsatz für den 244 j | Nachsd \ folge h \ ziehen \ Dies: F.d.R Kolber Kanzle IMT, Bd $5-Bri Oranie | Nad | sind, v | werde: inden indie | in den führer Bl, Prozeß Yan nit d Hay Mau % Staaf » Nachschub für die Front eine Behinderung der Transportmöglichkeit im Ge- färz 19 I) folge haben müßte, ist im Interesse der Wehrmachtsbelange von einem Ab- ziehen der erforderlichen Kräfte abzusehen... Dieser Erlaß ist nicht für die Kreis- und Ortspolizeibehörden bestimmt. In Vertretung gez. Müller ! : Beglaubigt: gez. Bleeck Kanzleiangestellte F.d.R.d.A. Kolberg Kanzleiangestellte IMT, Bd. XXXVIL, S. 349-442, Dok. 041- L. Fernschreiben | 55-Brigadeführer Glücks \ Oranienburg i Nachdem russische Kriegsgefangene in der nächsten Zeit nicht zu erwarten ntrations- sind, werde ich von den Juden und Jüdinnen, die aus Deutschland ausgewandert werden, eine große Anzahl in die Lager schicken. Richten Sie sich darauf ein, in den nächsten Wochen 100 000 männliche Juden und bis zu 50 000 Jüdinnen in die KL. aufzunehmen. Große wirtschaftliche Aufträge und Aufgaben werden in den nächsten Wochen an die Konzentrationslager herantreten. SS-Gruppen- führer Pohl wird Sie im einzelnen unterrichten. gez. H. Himmler nglich bis e st nur bis 25. 1. 1942 Prozeß IV, Dok. No-500. und auc da nn Eidesstattliche Erklärung Honsiag! des ehemaligen Leiters des SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes, unter die SS-Obergruppenführers Pohl Mindest- üglich die...B. Das Wirtschaftsverwaltungshauptamt war mit dem Arbeitseinsatz von | mit dem Insassen von Konzentrationslagern seit März 1942 beauftragt. Direkt beauftragt if nicht An- mit dem Einsatz von Konzentrationslager-Häftlingen war Amtsgruppe D meines Kal eint. Voll Hauptamtes, Leiter Gruppenführer Glücks, sein Stellvertreter Standartenführer 1 Maurer und dessen Assistent Hauptscharführer Sommer. 11 ; kann ab- C. 1. Die SS-Betriebe selbst, sowohl wie fast alle Betriebe der privaten und Y bzw. tt staatlichen Rüstungsindustrie, haben Insassen von Konzentrationslagern seit I nit din 1942 in wachsendem Umfange beschäftigt. N ig sind 2. Infolge des akuten Arbeitermangels sind fast alle Rüstungsbetriebe an mein Mi ‚duktions Amt herangetreten, um Arbeitskräfte aus den Konzentrationslagern zu erhalten, N „für den und diejenigen, die schon solche Arbeitskräfte beschäftigten, haben in den Y Bi 245 Gum age ee meisten Fällen ständig um Vermehrung der bei ihnen eingesetzten Zahl von Häftlingen ersucht... 4. Die größten Arbeitgeber von Konzentrationslager-Häftlingen waren, nach 3.\ der Zahl der Beschäftigten, der Reihe nach die folgenden: Die a) meine Amtsgruppe C„Bau“, Leiter Obergruppenführer Dr. Kamnnler, be- abgel sonders für die Verlagerung der Flugzeugindustrie in unterirdische Aus- nur€ weichstätten, Di b) IG Farbenindustrie AG der| c) Hermann Göring Konzern mühı d) Hugo Schneider AG(Hasag) frisch e) verschiedene Firmen der Flugzeugindustrie Rüstı f) Brabag Id D. Firmen und Organisationen, mit denen ich im Laufe meiner Amtstätigkeit weil Berührung hatte:!... tratic vollv Id 3. Hugo Schneider AG(Hasag) ordn Kon; Generaldirektor Budin war zwei- bis dreimal bei mir in Berlin, um über den Einsatz von Häftlingen mit mir zu verhandeln. Die Hasag, deren General- direktor Budin war, beschäftigte ungefähr 10000 Konzentrationslager-Häftlinge. Oswald Pohl "N Budin, der Sonderbevollmächtigter im Speerministerium für die Produktion von Ent hf Hochlauf Panzerfaust war, hat in einem Fernschreiben an mich ausgedrückt, a I daß die Hasag„mehr als zufrieden ist, in bezug auf Haltung und Leistung“? N der über 10000 Konzentrationslager-Häftlinge, die für sie arbeiteten... s \] N 1 Fe Prozeß IV, Dok. NI- 382. eg 2a Der uh gi N ua i Der Chef Berlin, den= N des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes en An den An Herrn Reichsminister der Justiz dal Dr. Thierack la Berlin Te Sehr geehrter Herr Reichsminister! da ie Ich habe mir von den Lagerkommandanten über den Gesundheitszustand der he rl in die Konzentrationslager übernommenen Sicherungsverwahrten berichten nn “ lassen.. H Hieraus ergibt sich nach dem Stande vom 1. 4. 43 folgendes Bild: pn ! Unter Punkt 1) und 2) folgen Angaben über die IG Farbenindustrie AG und den Hermann- k Göring-Konzern, die wenig oder gar keine Häftlinge aus dem KZ Buchenwald beschäftigten. 3l 2 Aus einem Fernschreiben des SS-Obersturmbannführers Budin, Generaldirektors der Hasag, an Pohl vom 17. 10. 1944, Prozeß IV, Dok. NI- 315- TB. Eee a A A 246 ep: N} { ron Zahl von aren, nadı mnnler, be sche Aus, ntstätigkeil n über den n Genend- -Häftlinge, uktion von usgedrüdt, Leistung“ ni swald Poll Berlin, den zustand der 1 berichten den Herman“ an der Hasası© 1. In die Konz.-Lager übernommen wurden 12 658 Sicherungsverw. 2. Davon sind verstorben 81989. nl 3. Vorhandene Stärke am 1. 4. 43 6 723 5 Die erschreckend hohe Sterblichkeitsziffer ist dadurch bedingt, daß sich die abgebenden Zuchthäuser der körperlich schlechtesten und mit allen überhaupt nur denkbaren Krankheiten behafteten Insassen buchstäblich entledigt haben. Die Beobachtungen und Berichte der Lagerärzte zeigen eindeutig, daß sich der körperliche Verfall und Tod dieser Häftlinge trotz aller ärztlichen Be- mühungen nicht aufhalten läßt. Mit einem morschen, schwachen Körper ist ein frischer lebendiger Arbeitseinsatz, wie er von den KL-Häftlingen in den Rüstungsbetrieben verlangt werden muß, nicht möglich. Ich möchte in den Konzentrationslagern keine Siechenstationen unterhalten, weil ich jeden Platz für eine gesunde Arbeitskraft benötige. Die den Konzen- trationslagern vom Führer gestellten Rüstungsaufgaben können aber nur mit vollwertigen Arbeitskräften durchgeführt werden. Ich bitte Sie, Herr Reichsminister, mich hierin zu unterstützen und anzu- ordnen, daß nur gesunde und voll arbeitsfähige Sicherungsverwahrte in die Konzentrationslager eingewiesen werden. SS-Obergruppenführer und General der Waflen-SS Entwurf! Prozeß IV, Dok. NO- 1285. Eidesstattliche Erklärung des ehemaligen SS-Hauptsturmführers Albert Schwartz! .. Karl Sommer? besuchte Buchenwald Ende 1944. Der Grund dieses Be- suches war, alle verfügbaren Arbeitskräfte für den Bau eines geheimen Führer- quartiers in der Nähe von Ohrdruf zu bekommen. Dieses Bauvorhaben lief unter der Geheimbezeichnung S III. Es wurde in größter Eile vorbereitet, ob- wohl alle zuständigen Stellen wußten, daß so ein Vorhaben längere Zeit in Anspruch nehmen würde. SS-Standartenführer Maurer? jedoch wollte beweisen, daß dieses Bauvorhaben in kürzerer Zeit mit Häftlingen durchzuführen wäre. Lagerpersonal wurde von der Amtsgruppe D aus den verschiedenen KZ, zum Teil aus dem Stab der Amtsgruppe D, zusammengestellt. Diese Leitung sollte dann den geplanten Bau durchführen. Es stellte sich aber schon nach kurzer Zeit heraus, daß die Kräfte keineswegs ausreichten, um ein derartiges Bauvorhaben in der befohlenen Zeit durchzuführen. Eines der größten Probleme war die 1 Vom 1.10.1942 bis 11. 4. 1945 Arbeitseinsatzführer im KZ Buchenwald, 1947 im Buchenwald- prozeß zum Tode verurteilt. 2 SS-Hauptsturmführer, Stellvertretender Leiter von D II, des Amtes für Zuteilung von Arbeits- kräften für die Konzentrationslager. Am 3. November 1947 in Nürnberg zum Tode verurteilt, am 31. Januar 1951 zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. 3 Der ehemalige SS-Standartenführer Gerhard Maurer, Leiter des Amtes D II im SS-WVHA, wurde am 22. Dezember 1947 in Krakow zum Tode verurteilt. 247 en ET En See nn ne m u EEE EEE De Dee ERERREKUR TER TIME TE meer Zus Dee Du mich ED eg ran Een eek Tg re - ne nn- EEE GE et 2 ee- nn Zr ne er. + c Ze He er Dr Verpflegung und Unterbringung der auf dem schnellsten Wege herangebrach- ten Häftlinge. Selbst die Brotversorgung konnte von S III nicht bewerkstelligt werden, so daß schließlich die Verwaltung des KZ Buchenwald herangezogen werden mußte, um dieses Problem zu lösen. Es ist mir bekannt, daß viele Häft- linge durch die mangelhafte Unterkunft und Verpflegung und die fehlende medizinische Betreuung den Tod fanden und viele andere arbeitsunfähig wur- den. Für alle diese Todesfälle und schrecklichen Geschehnisse waren Amts- gruppe D und Amtsgruppe C verantwortlich. Die Amtsgruppe C war verant- wortlich für die Verpflegung und Unterkunft dieser Häftlinge, während Amts- gruppe D dafür verantwortlich war, die nötigen Arbeitskräfte bereitzustellen, damit dieses Bauvorhaben in dem genannten Zeitraum fertiggestellt werde. Ich habe auch gelegentlich einer Besprechung erfahren, daß neben dem Führer- hauptquartier auch Startbahnen für V-Waffen in Ohrdruf errichtet werden sollten. Laut eines Befehls von D III waren sämtliche zum Transport gestellten Häftlinge vom Lagerarzt auf ihre Arbeitseinsatzfähigkeit zu untersuchen ge- wesen, daher ist D II für den Gesundheitszustand der Häftlinge auf den Trans- porten verantwortlich... Es gab folgende Arten von Außenkommandos: 1. Außenkommandos, die unter der Firmenbezeichnung liefen und mit dem Sitz des Kommando-Ortes geführt wurden. 2. Außenkommandos von Betrieben der Amtsgruppe W. 3. A-Vorhaben(Unterirdische Bauvorhaben), durchgeführt von der Amts- gruppe C, z. B. Rottleberode, Hadmersleben. Dies waren geheime Bau- vorhaben, die mit A 1, A 2, A 3 usw. bezeichnet wurden. 4. B-Vorhaben(oberirdische Bauvorhaben unter der Amtsgruppe C), z.B. Langenstein. Dies waren geheime Bauvorhaben, die unter der Bezeich- nung Bl,B2,B 3, usw. liefen. 5.S-Vorhaben(Sondervorhaben, die unter Amtsgruppe D und C durch- geführt wurden), z. B. S III Ohrdruf. Dies waren spezielle, geheime Bauvorhaben. 6. Gab es noch andere spezielle geheime Bauvorhaben und Fertigungskom- mandos, die direkt mit der Erzeugung und Prüfung von V-Waffen zu- sammenhängen, z. B.„Dora“, Fertigungsbetrieb für V 2,„Laura“, Prüf- stand für V 2. Für den Arbeitseinsatz spielt die Nationalität und Häftlingsgattung keine Rolle, lediglich die fachliche Eignung. Ende 1944 wurden auf einen besonderen Befehl der Amtsgruppe D russische Kriegsgefangene beim Kommando S III verwendet!. Es ist mir bekannt, daß Transporte von freien Ostarbeitern(Aktion Sauckel) irrtümlicherweise in Buchenwald eintrafen und sofort nach ihrer Einlieferung wie KZ-Häftlinge behandelt wurden. In einem Falle wurden dann später auf 1 Laut der Haager Landkriegsordnung, beschlossen auf der 1. Haager Friedenskonferenz v. 1899, verbessert 1907 und 1929, durften Kriegsgefangene nur zu Arbeiten herangezogen werden, die nicht mit der Kriegführung in Beziehung standen. 248 Befeh zur V und ir und€ bestel stadt daß e auf B sonde einsat Da Prozef De Lage slawe wolle gebrach- Tkstelligt gezogen ele Häft- fehlende hig WUr- n Amts T Verant- nd Amts- zustellen, erde, Ich \ Führer- - werden sestellten ichen ge- on Trans- mit dem er Amts- ime Bau- Oz Bezeich- C durd- ungskom- 'affen zu: 2", Prül- ıng keine ssonderen ndo$ II ı Sauckel ‚lieferung päter aul nz v. 19 .n, die nicht Befehl der Amtsgruppe D Ostarbeiter entlassen und dem freien Arbeitseinsatz zur Verfügung gestellt. Es dauerte aber acht Wochen bis zu ihrer Entlassung, und in der Zwischenzeit wurden sie wie alle anderen KZ-Häftlinge behandelt und eingesetzt. Mir ist ein 2. Fall bekannt, wo ein Transport der Firma Hasag, bestehend aus freien polnischen Arbeitern, irrtümlicherweise von Litzmann- stadt in Buchenwald eingetroffen ist. Obwohl die Lagerverwaltung wußte, daß es sich in diesem Falle ebenfalls nicht um KZ-Häftlinge handelte, wurden auf Befehl der Amtsgruppe D diese freien polnischen Arbeiter nicht entlassen, sondern als regelrechte KZ-Häftlinge geführt und als solche durch den Arbeits- einsatz für Außenkommandos verwendet... Dachau, Deutschland, den 19. Februar 1947 gez. Albert Schwartz Prozeß IV, Dok. No 2125. Der ehemalige Friseur des Lagerkommandanten berichtet: ... Als im November 1944 ungefähr 400 jugoslawische Kriegsgefangene ins Lager kamen, fragte mich der Kommandant, der wußte, daß auch ich Jugo- slawe war, ob diese Leute stark seien. Ich fragte ihn dann, warum er das wissen wolle. Er antwortete: wir brauchen nämlich viele kräftige Leute. Drei Tage später wurden diese Kriegsgefangenen nach S III(Ohrdruf) auf Transport ge- schickt. Es waren Häftlinge, die aus den nichtigsten Gründen verhaftet worden waren. Mein Gespräch mit dem Kommandanten ließ auch erkennen, daß sie tatsächlich diese Leute ins Lager gebracht haben, weil sie für diese Arbeiten kräftige Leute gebraucht haben. Im Dezember 1944 wurde ich zum Adjutanten gerufen. Dort befanden sich zwei sehr junge Fabrikanten. Während sich einer von mir rasieren ließ, war der andere beim Adjutanten. Als er zurückkam, sagte er:„Nun habe ich ein gutes Geschäft gemacht. Ich habe Häftlinge bekommen.“ So traf ich auch beim Ar- beitsdienstführer zwei Zivilisten aus Weimar, die gleichfalls Häftlinge als Arbeitskräfte anforderten. Der Arbeitsdienstführer Zinecker forderte sie laut Anweisung des Arbeitseinsatzführers Schwartz auf, sich die Häftlinge selbst aus- zusuchen. Tatsächlich waren später ungefähr 300 Häftlinge auf dem Appell- platz angetreten, und ich sah dieselben Zivilisten die von ihnen gewünschten Häftlinge herausholen. Zwei typische Beispiele, wie mit den Häftlingen Handel getrieben wurde... Alois Saratchewitz BA 651- 4. Bericht, geschrieben 1945. en hun Tr a 2 ent TEE a er ee — een ee a ErSE mu nr DELETE EEE sure hans Frl Te zuein ni Dr 167 ı9pP Igezuy rm | | | | | e= ıpnyrI Ba 1 SO HALT BESTENS years JOypsLıy "wIsus}oN Fed Yprunmps ıprunypS 3prunpS upaygM "wsuo}oH ID) por ee uueumeN 1syugwpg soSınggenms ıprısıoqeH-"I IeuO A-ISNY wage SAU) unoysiopues) uass] MINNd Tpeussty AOpjessnd nessoq sötsıog ‚enog ıp>IsIoq uasjoIy ddowpsoy;Isgng musuuy »puopuarog apo1sıqYy Aaııd 29V prruro MN ıwV SMPA uagojsIoypsy ddny Zug‘? 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Berlin, 2 = ap en 17, 8. 194 2 mon D den 17. 8. 1944 Betref — Konzentrationslager— [Geheim] An der Betrifft: Einsatz weiblicher Häftlinge in der Rüstungsindustrie Lagerk Bezug: Hies. Verfügung vom 15. 8. 1944 Tgb. Nr. 1036/44/4 geh. KL Bu An den Nad Kommandanten FKL Ravensbrück Häftli Kommandanten KL Buchenwald 1. Das FKL! Ravensbrück gibt an das KL Buchenwald bis spätestens zum zur Ke 31. 8.1944 folgende Arbeitslager bzw. Kommandos und die dort eingesetzten i Wachmannschaften und Aufseherinnen, soweit bis jetzt vom FKL Ravensbrück gestellt, ab: Arbeitslager b. d. Fa. Stärke am 15. 8. 1944 Hugo Schneider AG, Leipzig 2951 weibl. Häftl. Arbeitslager b. d. Fa. Stärke am 15. 8. 1944 Hugo Schneider AG, Schlieben 998 weibl. Häftl. Arbeitslager b. d. Fa. Stärke am 15. 8. 1944 Da Hugo Schneider AG, Altenburg 1000 weibl. Häftl. Ma Arbeitslager b. d. Fa. Stärke am 15. 8. 1944 bh| Polte-Werke, Magdeburg 1174 weibl. Häftl. vo Iiser Arbeitslager b. d. Fa. Stärke am 15. 8. 1944 Men IG Farbenindustrie AG, Wolfen, 425 weibl. Häftl. 1 Arbeitslager b. d. Fa. Stärke am 15. 8. 1944 Penii Sonderkommando Buchenwald 19 weibl. Häftl. Leip Arbeitslager b. d. Fa. In Sonderkommando„15“ Stärke am 15. 8. 1944 14\ Buchenwald 1 weibl. Häftling m? 9. Das KL Buchenwald erfaßt in der Übersicht für weibliche Häftlinge außer- dem ab sofort die Arbeitslager Gelsenkirchen, Hessisch Lichtenau und Lippstadt. am: In Vertretung: gez. Maurer N SS-Standartenführer und Amtschef BrdRd“A I, (Otto) m SS-Oscha im IML- Buchenwald 1 5-6, Bl. 00 173. Original. an 1 Frauen-Konzentrationslager. 256 N N} FRE nn: b. Berlin, 4 [Geheim] stens zum 1gesetzten vensbrück nge außer- Lippstadt tung: 1er yrtenführer schef Der Standortarzt der Waffen-SS Weimar-Buchenwald, den 25. März 1945 Weimar Betreff: Kurzer Wochenbericht Krankenbau KL Buchenwald An den Lagerkommandanten KL Buchenwald Nachstehend wird eine kurze Übersicht über die wichtigsten Bewegungen im Häftlingskrankenbau in der Berichtszeit vom 19. März 1945 bis 25. März 1945 zur Kenntnisnahme überreicht. 1. Diensttuender Lagerarzt: SS-Hstf. Schiedlausky ni; SS-Stbf. Bender SDG. im Krankenbau: SS-Hschf. Wilhelm SS-Oschf. Büttner SS-Stmm. Fritsch ” 2. Häftlingspfleger 97 Hilfskräfte; 50 4. Tote in der Berichtszeit: 1308 zusammen. Davon verstarben in Außenkommandos: Malachyt 234, S IH 207, Leau 69, Wille 32, Reh 20, Schwalbe 17, Schlie- ben 15, Flößberg 26, Bochum Verein 6, Leipzig-Thekla 5, Renntier(Salzun- gen) 5, Kalb(Salzungen) 1, Witten-Annen 5, Gazelle 3, Wernigerode 2, Hecht 2, Essen 2, Aschersleben 1, Jena 1, Meuselwitz 1, Junkers-Halberstadt 1, Polte- Magdeburg 1, Tarthuh 1, vom Transport Bochum Verein tot ins Lager GE— 673 männliche Häftlinge.(Darunter befinden sich 201 Juden.) Penig 3, Polte-Magdeburg 3, Aschersleben 2, Markkleeberg 1, Raguhn 1, Leipzig-Theklal= 11 weibliche Häftlinge, darunter 7 Jüdinnen.... 14, Überstellte Kranke von den Außenkommandos: am 21.3.1945: 2000 Mann vom Kommando Bochum zurück(35°%/o körper- schwach, 44 Revieraufnahmen, 16 Tote eingeliefert, schlechter Zustand) am 23.3.1945: 128 Kranke vom Kommando Baubrigade 6(24 Revieraufnahmen, schlechter Körperzustand) am 24.3.1945: 25 Fleckfieberkranke von Bad Sulza nach Zustand 5 von Malachyt, 7 von Weimar(schlechter Zustand) 15. Übersicht über die Zugangsbewegung: am 19.3.1945: 115 von Darmstadt, 30 von Frankfurt am 20.3.1945: 7 von Weimar, 4 von Gotha am 22.3.1945: 11 von Römhild, 3 von Weimar, 1 von Schmalkalden, 1 von Bochum Block 46, schlechter 17 Buchenwald 257 e EEE ZELELEHELEEZET ee FT ER EEE Dr een rn eg ee ee SEE Ted ge ET EEE EB Se de hd En EEE nn u am 23.3.1945: 25 von Braunschweig, 35 von Halle, 2 von Anklam am 25.3.1945: 157 von Frankfurt(9 Revieraufnahmen, 1 tot eingeliefert, schlechter Zustand), 63 von Wuppertal, 17 von Klagenfurt, 11 von Schönebeck, 1 von Bochum. Der Standortarzt der Waffen-SS Weimar (Schiedlausky) SS-Hauptsturmführer d. R. IML- Buchenwald I 5/6, Bl. 00 010. Original. Das Außenkommando Hasag, Altenburg ...Im Januar 1945 kam ich nach Altenburg, einem Nebenlager des KZ Buchenwald. Von den insgesamt 2500 Insassen waren 800 jüdische Frauen und Mädchen, 1000 Polinnen, 500 weibliche Angehörige fast aller europäischen Nationen und 200 männliche Häftlinge, vorwiegend Juden, dort. In den großen Fabrikhallen, welche der Firma Hasag(Hugo Schneider AG) gehörten, waren 8-10000 sogenannte Zivilarbeiter beschäftigt. Das waren zwangsweise zur Arbeit rekrutierte Angehörige der von Deutschland okkupierten Länder. Er- zeugt wurden am Fließband Patronenhülsen. Die Unterkünfte waren in jeder Beziehung unzureichend, die Verpflegung bestand aus 225 g Brot und% Liter Wassersuppe täglich. Von den Arbeitsverhältnissen ist zu sagen, daß sie bei dieser kärglichen Ver- pflegung sehr schwer waren. Gearbeitet wurde in zwei Schichten zu je 12 Stun- den, mit je einer halben Stunde Pause. Lagerführer war der berüchtigte SS- Oberscharführer Frötsch, welcher gemeinsam mit dem Unterscharführer Ludwig Alexander für die Verhältnisse in diesem Lager verantwortlich war. Zu erwähnen ist die Rolle, welche die drei SS-Oberaufseherinnen Rupert, Thiemel und be- sonders die Aufseherin Bassala, eine Rheinländerin, die auf Lagerführer Frötsch einen besonders unheilvollen und für die Häftlinge schädlichen Einfluß ausübte, spielten. Als Leiterin des Sanitätsdienstes hat sie jede nur mögliche Gelegenheit er- griffen, um den Häftlingen Schaden zuzufügen. Vom Lagerführer Frötsch möchte ich besonders hervorheben, daß er durch seine Bestialität, seine Er- pressungen und Vergewaltigungen der weiblichen Häftlinge ein Schrecken des Lagers war. In der Geschichte des Lagers Altenburg muß die Rolle des SS-Wirt- schaftsführers Scharführer Erich Klaus besonders hervorgehoben werden. Von den geringen Lebensmittelmengen, welche von der SS dem Lager bewilligt wurden, unterschlug er einen beträchtlichen Teil, verkaufte ihn und verpraßte den Erlös in Gesellschaft mit den anderen. Eine ganze Reihe von Vergewalti- gungen, Diebstählen, Erpressungen und sonstigen Brutalitäten fallen ihm zur Last. 258 Ich Frau I hatte, Ausch nngstt OLMER Ich möchte bei dieser Gelegenheit die SS-Oberaufseherin charakterisieren. ngeli a Frau Rupert kam aus dem berüchtigten Lager Auschwitz, wo sie Gelegenheit eu hatte, mit sämtlichen Methoden der SS vertraut zu werden. Das, was sie in ak Auschwitz gelernt hatte, verwirklichte sie praktisch in Altenburg. Bei den ge- en-Ss ringsten Vergehen ließ sie den Frauen das Haar abschneiden. In ihrer Hand- N lungsweise übertraf sie die meisten SS-Angehörigen. Die SS-Oberaufseherin Bassala hat als Leiterin des Gesundheitsdienstes, wie schon erwähnt, die Häft- erd.R, linge aufs nachhaltigste geschädigt. Durch Verweigerung von Medikamenten und Monatsbinden wurden die Frauen von ihr psychologisch und physisch in Situationen gebracht, die schwer zu schildern sind. Ich möchte jetzt noch einiges über die deutschen Zivilmeister sagen. In der Halle I war der Schichtmeister Ebert der Schrecken der Häftlinge. Durch rück- sichtsloses Antreiben und durch Schlagen wollte er die Arbeitsleistung steigern. In seiner Haltung den Häftlingen gegenüber war er von der gleichen Brutalität 1 des KZ wie die SS. Besonders schlecht haben sich auch die Meister der Hallen W, F Ze a er auen und und V benommen.... Gegen Mitte April, als der Vormarsch der amerikanischen| ropäischen Armeen Sondermaßnahmen erzwang, wurde die Evakuierung des Lagers Alten- Ki en großen burg verfügt. Die Frauen, schlecht gekleidet, mit Holzpantinen statt Schuhen, Hl ‚en, waren mußten den Marsch zu Fuß antreten. Als Endziel war das Erzgebirge vor- M m gesehen. Ich selbst erhielt den Auftrag, das Umzugsgut der SS— eine große A änder. Er- Menge Koffer, Pakete und gestohlener, den Häftlingen vorenthaltener Lebens- H n in jeder| mittel— auf bereitgestellte LKW zu schaffen. Ich mußte mit den Autos vor-| d%Liter| fahren, während die anderen den weiten Weg zu Fuß gehen mußten... | Jakob Kindinger lichen Ver- BA 62 259- 1. Bericht, geschrieben 1945. en je 12 Stun- htigte SS- er Ludwig Erlebnisbericht ns| über die Arbeit der Häftlinge im Kalibergwerk Springen bei Bad Salzungen el und be- agerführer... In Sachsenhausen war ich von 1940 bis Juli 1944. Eines Tages wurde wieder en Einflub ein Transport zusammengestellt. Auch ich war dabei. Man suchte Schlosser, Handwerker, Schmiede usw. Wir kamen in das Reichsbahnausbesserungswerk senheit er- Schwerte-Ost bei Dortmund. Wir arbeiteten 12 Stunden. Es gab meist Flieger- er Frötsh alarm. Als die Rheinfront durchbrochen war, kamen wir zurück ins Hauptlager seine Er- Buchenwald. Am Weihnachts-Heiligenabend traf ein Transport von 500 Häft- recken des lingen in Dorndorf ein. Es war die geschaffene Außenstelle„Firma Heinrich ,s SS-Wirt- Kalb“... Der Förderkorb brachte jedes Mal 10 bis 20 Menschen— eng zu- ‚rden, Von sammengepfercht— in die Tiefe, wir schätzten 300 m tief... Keiner ahnte, 7 bewilligt welchen Höllen wir entgegengingen. Die Hallen wurden eingeteilt. Jeder Kapo | verpraßte(Kriminelle) bekam seine Leute zugeteilt. Wir verrichteten Planierungsarbeiten, Tergewalt‘ denn die Gewölbe waren sehr uneben. Die Hauer der Firma Heinrich Kalb fuh- „n ihm zur ren uns oft an:„Ihr faulen Hunde! oder„Was willst du, du Hund!“ Wir wuß- 4 ten nicht, war es Tag oder Nacht. Kleine Birnen, 60 Watt, die an der Decke 259 angebracht waren, beleuchteten uns Tag und Nacht. Morgens kam von Dorm- Schick an dorf Kaffee durch den Schacht... Mittag kamen sieben Kessel Essen. Meistens Spitze Ri Kraut und Kohlrüben. Es war immer ein sehr schlechtes Essen, das meist stank. Thom rat In der ersten Zeit wurden wir alle acht Tage ans Tageslicht geführt... Alle sieni n sahen braun aus, wie verrostet. Wir waren verdorrt wie Heringe... hätter H Viele Häftlinge bekamen Wahnvorstellungen. Sie aßen Kali. Sie trieben auf, Albr: ‚) weil die Nieren nicht mehr mitmachten. Sie starben unter unsäglichen Schmer- el: i zen. Die Körper waren dick geschwollen. Vorhe Mt 30 bis 35 SS-Männer waren ständig im Schacht. Sie waren bei uns. Sie be- sagte 1} saßen neben unseren Hallen eine Holzbaracke, die sie komfortabel eingerichtet Inge ht hatten. Der Kommandoleiter war der SS-Hauptscharführer Reichardt. Ihm zur nn Seite stand der Lagerälteste Karl Thomey. hr( ii Zum Abendessen gab man uns 250 Gramm Brot, eine Messerspitze Marga- nel rine. Vielfach gab es nur Marmelade. Davon sollten wir uns noch ein Frühstück Hei N für den nächsten Tag machen. Wenn die Schicht zu Ende war, fuhren die 80 bis eh 35 SS-Männer nach oben. Sie wurden von der gleichen Anzahl abgelöst... ie Wir fuhren mit 500 Mann von Buchenwald weg. Es waren Ungarn, Deutsche Ben (nur sieben), Polen, Sowjetbürger, Ukrainer, Jugoslawen und Rumänen. Wir Wen; nannten die Kästen, in denen wir schliefen, Boxen. Die Angehörigen der ver- 0 schiedensten Nationalitäten schliefen zusammen. Als wir ankamen, gab es| fhe | weder Boxen noch Holzwolle. Wir schliefen auf dem nackten Boden. Zwei Tage| Hk ii später beschafften wir uns Bretter und Holzwolle. Bei der Arbeit waren wir 1 I ständig von einer SS-Postenkette umgeben... DI ie ( Es sollte eine Fabrik unter Tage werden. Mit dem Förderkorb wurden die| fl iM Maschinen in die Tiefe gelassen. Unter der Erde fuhren Traktoren und trans-| In N portierten die Maschinen. Elektriker waren da, die elektrische Leitungen ver- RT In legten. Vor dem Eingang zu den Werkhallen lag das Modell eines V-2-Leit-; "N werkes. Uns wurde in Gesprächen gesagt, daß wir diese Leitwerke bauen soll- n Hi ten. Die Maschinen, zum überwiegenden Teil Drehbänke, kamen von den| Ir H BMW! und anderen Werken...: N In den letzten Tagen des Monats März 1945 wurde die Unruhe immer größer. p& H Die Entscheidung lag in der Luft. Am 28. März gegen 9.00 Uhr wurden wir auf- Pr IH gefordert, unser Bündel zu packen... Was ist los? Wohin kommen wir?— Diese IN Fragen schwirrten durch den Raum, Wir waren bereit, das letzte zu wagen und be Fi uns auf die Auseinandersetzung mit der SS vorzubereiten. Gegen 10.30 Uhr ji H waren wir wieder an der Erdoberfläche. Viele Häftlinge vergaßen, die Augen sa {N abzudecken. Sie taumelten wie Betrunkene umher. Schwarze und rote Fünkchen j 3 H tanzten vor ihren Augen. Wenige Stunden später konnten sie nichts mehr sehen, Mi HH und wir führten sie in unserer Mitte. Brutal wurden wir angefahren, zusammen-|& Ki zubleiben... Wir waren Zeuge, wie uns eine andere SS-Einheit übernahm.| 4 Zynisch wurde bemerkt: Sie seien Auschwitzer! Es ertönte das Kommando,| R ii sich zu Fünferreihen zu formieren... Brutal schlugen die SS-Wachmannschaften I: Ki auf uns ein. Mit Schlägen und Kolbenhieben ging es weiter, einem ungewissen N sl ı Bayrische Motoren-Werke. b 260 ne u er ee i RN NE on Dom- Meistens ist stank, t... Alle eben auf, ı Schmer- S. Sie be- ngerichtet ‚ Ihm zur e Marga- Frühstück die 30 bis ste Deutsche inen, Wir ı der ver- 1, gab es wei Tage waren Wil urden die ınd trans- ngen ver- V-2-Leit- ‚auen soll , von den er größer. .n wir auf 7?— Diese yagen und 0,30 Uhr die Augen Fünkchen ehr sehen, sammen‘ ibernahm. ommando, anschaften ngewissel Schicksal entgegen. Wir marschierten nicht auf Hauptverkehrsstraßen. An der Spitze marschierten SS-Hauptscharführer Reichardt und unser Lagerältester Thomey. Die Wachmannschaften gingen links und rechts von uns. Wir ließen sie nicht aus den Augen. Hätte einer das Kommando gegeben, auf uns zu feuern, hätten wir uns auf sie gestürzt. Wir waren uns darüber im klaren, daß der eine oder andere Häftling im Kampfe fallen würde, aber wir waren ja in der Mehr- zahl... Am 31. März kamen wir in den Abendstunden an einer Stadt vorbei. Vorher war die Stadt bombardiert worden. Es brannte eine Holzbrücke. Einer sagte:„Das ist Salzungen!“ Zu essen gab es in diesen Tagen nichts. Viele Häft- linge waren so schwach, daß sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnten. Am Tage und in der Nacht wurde marschiert. War eine größere Wegstrecke zurückgelegt, machten wir Marschpause. Wo wir standen, fielen wir erschöpft um und schliefen. Ich benutzte immer die Asphaltdecke, denn sie wärmte. „Keiner geht weg“, riefen die SS-Posten.„Wer weggeht, wird auf der Stelle erschossen!“ Wir schliefen unter freiem Himmel. In Ohrdruf machten wir halt und wurden in eine leere Baracke gepfercht. Es gab kein Essen. Wir nährten uns von Löwenzahn, Zwiebeln und Rüben, die wir aus dem Boden zogen... Wenige Zeit später wurde von der SS eine Bäckerei leergemacht. Die dampfen- den Brote wurden aufgeladen— und weiter ging es! Wir bekamen kein Brot. Ich entsinne mich noch: in Ohrdruf war es. Am nächsten Morgen unternahm ein Häftling einen Fluchtversuch. Er überrannte den SS-Posten, lief im Zick-Zack davon. Ein sowjetischer Oberleutnant, der im gleichen Augenblick, in dem der andere Häftling flüchtete, gemessenen Schrittes zur Latrine ging, wurde eben- falls angeschossen. Man hatte im gleichen Augenblick gerufen:„Alle hinlegen!“ Wehe dem Häftling, der sich nicht sofort auf den Boden warf, er wurde rück- sichtslos niedergeschossen. Der sowjetische Oberleutnant bekam einen Bauch- schuß. Er schrie und bäumte sich auf. Da ging ein SS-Mann mit rotem, auf- gedunsenem Gesicht— so ein richtiger Sadist— auf den am Boden liegenden Häftling zu, setzte seine Pistole an dessen Schläfe und gab aus nächster Nähe zwei Schüsse ab. Der Todesmarsch ging weiter. Vor Ohrdruf hatten schon fünf Häftlinge, denen die Nerven durchgegangen waren, zu fliehen versucht. Sie liefen wie gehetzte Hunde nur wenige Schritte. Alle SS-Leute feuerten auf die Flüchtenden. Von Schüssen durchbohrt, sanken sie zu Boden. In die lautlose Stille hallten die Schmerzensschreie der Getroffenen. Während wir auf dem Boden lagen und uns nicht zu rühren wagten, gingen einige SS-Leute zu den Schwerverletzten und gaben ihnen die Fangschüsse. Ihre Leichen blieben liegen. Wir aber wur- den mit Schlägen traktiert und mit der Waffe bedroht.„Euch blüht das gleiche Schicksal, wenn ihr es wagen solltet, ebenfalls einen Fluchtversuch zu unter- nehmen.“ Dabei spielten sie unmißverständlich am Abzug ihrer Maschinen- Pistolen. Eine verzweifelte Stimmung machte sich breit. Mancher Häftling, der von uns untergehakt wurde, weil er nicht mehr gehen konnte, stürzte zu Boden. Ein SS-Posten ging zu ihm und schoß ihm eine Kugel in den Kopf. Mit dem Fuß stieß man die Ermordeten in den Graben... 261 a EEE Zn Sg DE Fe in nr u REEL CHE en en ee ee ee ee a ea Te Te ne EEE na ge u ie Fe ee eye Ze ae nn Se ee aan Ban Er SE BEZ Kern er ee ce Knhhehe EEE ee mi", - a a A _ Den Marsch setzten wir über Crawinkel-Ilmenau-Stadtilm—Kranichfeld— Bad Berka nach Weimar(Buchenwald) fort. Kurz vor Ilmenau sackte der Zahn- arzt Dr. Münter aus Remderode bei Jena zusammen.„Mein Herz, mein Herz“, jammerte der Häftling. Ich sah noch, wie er sich auf einen Kilometerstein setzte und von einem schnell hinzutretenden SS-Mann mit der Pistole in den Hinter- kopf geschossen wurde. Sehr oft sagte die SS zu den Häftlingen, die wankten: „Setz dich hin, du wirst erlöst!“... Sie nahmen solche schwachen Häftlinge, die nicht mehr richtig laufen konnten, einfach aus dem Zug und gaben ihnen den Genickschuß. Es war immer ein schrecklicher Anblick, wenn man die Kameraden sterben sah, mit denen man auf Gedeih und Verderb verbunden war. Die Toten blieben liegen. Ich habe Bauern gesehen, die auf die Toten zugingen, ihnen den Rucksack oder die Schlafdecke wegnahmen oder gar die Schuhe auszogen. Sie waren die reinsten Leichenfledderer. Oft begleiteten uns die Jabos.! Sie kreisten über uns. Dann lagen die SS- Banditen mitten unter uns auf dem Boden oder im Graben. Am 3. April kamen wir im Stammlager Buchenwald an. Unser Zug hatte sich stark verkleinert. Noch vor Buchenwald wurde ein Hamburger Antifaschist, der im Kalischacht Springen immer Seemannslieder vorgesungen hat, niedergeknallt, weil er einfach nicht mehr weiterkonnte. Von 14.00 bis 15.00 Uhr wurden wir entlaust. Dabei standen wir vier bis fünf Stunden und hatten noch immer kein Essen. Die Kameraden brachten uns dann Essen von ihrer Zuteilung. Unser Kommando ging dann geschlossen zu den Deutschen Ausrüstungswerken, denn wir waren in den allgemeinen Evakuierungstrubel gekommen. Es verbreitete sich das Ge- rücht, daß wir sofort weitergeleitet werden sollten. Hundemüde, kaum noch fähig, zu gehen, setzte ich mich in der Baracke 2 in einen Schrank. Wie lange ich geschlafen hatte, konnte ich später nicht mehr sagen. Keiner hatte mich in dieser Lage bemerkt. Die übrigen Häftlinge mußten in der Nacht die Baracke ver- lassen haben. Wahrscheinlich wurden sie evakuiert, denn ich habe sie nicht wieder gesehen... Joseph Arturjanz? BA 62 274-2. Bericht vom Mai 1957. Im Kalischacht Springen ... Wir waren damals vom Wintershall-Konzern als erfahrene Kräfte der Firma„Heinrich Kalb“ zugeteilt. Wir bauten das Salz ab. Jeder Hauer hatte ungefähr siebzig Häftlinge. Unter den Häftlingen waren alle Nationen ver- treten. Es arbeiteten im Schacht bei der gleichen Anlage aber auch Angehörige der Organisation Todt, Ungarn, Polen(Ostarbeiter) und Kriegsgefangene.... Es wurden fünfzehn große Hallen ausgebrochen. Die Bauarbeiten mußten etwa im Jahre 1944 begonnen worden sein. Die Hallen wurden nicht abgestützt und hatten eine Breite von 20 Metern. Die Länge schätzte ich auf 200 bis 250 Meter. ı Jagdbomber. 2 Joseph Arturjanz, geb. 1920, seit 1939 in Haft, 1940-1944 KZ Sachsenhausen, 1944-1945 KZ Buchenwald, jetzt Angehöriger der Deutschen Volkspoiizei. 262 nichfeld- der Zahr. ein Her“ tein setzte en Hinter- > wankten; tlinge, die ihnen den Cameraden Die Toten gen, ihnen Auszogen, en die$%- pril kamen verkleinert, Kalischadht l er einfadı aust, Dabei Essen. Die Kommando wir waren ich das Ge- kaum nodı je lange ich ch in dieser Jaracke ver- je sie nicht , Arturjanz? Kräfte der Hauer hatle tionen Ver Angehönß? ofangene ußten et? yestützt und 950 Meter 1949-196 8 Die Arbeit der Häftlinge bestand darin, das Kalisalz zu befördern und die Hal- len zu betonieren. Sie halfen auch mit bei der Aufstellung der Maschinen... Es war eine harte, schwere und mühsame Arbeit, die von den Häftlingen Tag für Tag unter den unmenschlichsten Bedingungen verrichtet wurde. Vier bis fünf Hallen, die auch schon probeweise in Betrieb waren, hatten bereits Ma- schinen. Einige kleinere Scheiben wurden bereits angefertigt... Nach Fertig- stellung der Hallen wurde uns der weitere Zutritt verwehrt... Ernst Heß BA 62 274-3 Bericht. FS-Abschrift Oranienburg Nr. 895 18. 1. 1945 008 WAT An den Kommandanten K.L. Buchenwald Kommandanten K.L. Groß-Rosen Betreff: Häftlingsüberstellung— Rheinmetall-Borsig— Breslau-Hundsfeld. K.L. Buchenwald überstellt papiermäßig 300 männliche Häftlinge aus dem Kommando Rheinmetall-Borsig, Düsseldorf zum K.L. Groß-Rosen und setzt diese sofort zum Arbeitslager der Firma Rheinmetall-Borsig, Breslau-Hundsfeld, Bahnstation: Breslau-Hundsfeld, in Marsch. Transportbegleitung stellt K.L. Buchenwald. Glücks Brd.R.d.A: (Otto) SS-Oberscharführer u. Stabsscharführer IML- Buchenwald 15/5, Bl. 00 089. Original. Der Einsatz weiblicher KZ-Häftlinge bei der Firma Krupp, Essen ...Im Sommer 1944 schickte der Angeklagte Ihn! nach einer Besprechung mit dem Direktorium den Angeklagten Lehmann zur Dienststelle des Wirt- schaftsverwaltungshauptamtes nach Oranienburg, um dort wegen der Zu- weisung, von Konzentrationslagerhäftlingen an die Firma Krupp in Essen zu verhandeln. Lehmann berichtete, daß man ihm in Oranienburg mitgeteilt hätte, das Konzentrationslager Buchenwald wäre dafür zuständig, sie sollten sich direkt mit diesem Lager in Verbindung setzen. Die Angeklagten Ihn und Lehmann nahmen sofort die Verhandlungen mit dem Lagerkommandanten des Konzentrationslagers Buchenwald auf. Bei diesen Konferenzen trafen sie öfter mit den Angeklagten Kupke und von Bülow zu- sammen und besprachen sich auch mit dem Angeklagten Houdremont während dieser Verhandlungen... ı Max Ihn, 1948 im Krupp-Prozeß zu 9 Jahren Zuchthaus verurteilt, 1958 Geschäftsführer des Gesamtverbandes der metallindustriellen Arbeitgeberverbände, Köln. 263 ea ESTER nn eh DEDTELLEETLEL LOLL LEE HE m Big Ba a gr ee a Br eG Dagmar Een u ek IT NE Be ei + ee mi Tr ee Pister, der Kommandant des Konzentrationslagers Buchenwald, besuchte die Firma Krupp in Essen am 4. und 5. Juli 1944, um über den von der Firma Krupp gemachten Antrag auf 2000 Konzentrationslagerhäftlinge zu verhandeln. Er teilte den Vertretern von Krupp mit, daß er ihnen 2000 weibliche Konzentra- tionslagerhäftlinge verschaffen könne. Die Frage, 2000 männliche Konzentrations- lagerhäftlinge zu bekommen, wurde besprochen. Pister war mit der Wahl der Firma Krupp, das Lager an der Humboldtstraße, das damals italienische Militär- internierte beherbergte, zu verwenden, einverstanden unter der Bedingung, daß Krupp für die Häftlinge Straßenbahnbeförderung von und zu den Arbeits- plätzen bereitstelle, da die Häftlinge mangelhaftes Schuhwerk hatten. Die Firma Krupp sollte der SS 4 Mark pro Tag für diese Arbeitskräfte bezahlen.(Hier muß eingefügt werden, daß die Arbeiter aus den Konzentrationslagern überhaupt keine Bezahlung erhielten.) Die Firma sollte auch Decken, Eßgeschirr und Ar- beitskleidung für Schmutzarbeit bereitstellen. Pister und der Angeklagte Kupke kamen auch überein, daß die Hauptlagerverwaltung der Firma Krupp die Ver- antwortung für die Beschaffung der Lebensmittel und die Zubereitung der Speisen übernehmen würde, während das Wachpersonal, der Verwaltungsstab und das ärztliche Personal von der SS gestellt werden sollte. Kurz darauf teilte die SS der Firma Krupp mit, daß sie nur weibliche Kon- zentrationslagerinsassen liefern könne. Ein gewisser Tröckel, ein Untergebener des Angeklagten Lehmann im Arbeitseinsatz„A“, wurde vom Angeklagten Ihn in eine Fabrik in Gelsenberg, in der 2000 weibliche Konzentrationslagerinsassen angestellt waren, geschickt, um sich die Arbeiterinnen auszusuchen. Tröckel be- richtete dann, daß seiner Beurteilung nach die Frauen unbrauchbar waren, da sie zu schwach und zu zart für schwere Arbeit zu sein schienen. Am 26. Juli 1944 kam Schwartz, ein Vertreter des Kommandanten des Konzentrationslagers Buchenwald, zur Firma Krupp in Essen, um die Anstellung von weiblichen Kon- zentrationslagerinsassen zu besprechen. Schwartz stellte fest, daß das Lager zu weiträumig war, und aus Sicherheitsgründen sollten nur fünf Baracken und ein paar gezogene Gräben als Lager durch Drahtzäune abgetrennt werden. Er inspizierte auch die Fabriken, in denen die Firma Krupp plante, die weiblichen Konzentrationslagerinsassen einzusetzen, und fand, daß nur Walzwerk II und das Elektrodenwerk den von der SS aufgestellten Bedingungen für die Absonde- rung von Fremdarbeitern entsprachen. Da die SS nicht weniger als 500 Frauen zuweisen wollte, erklärte sich die Firma Krupp bereit, diese Anzahl zu über- nehmen. Die Verwaltung von Krupp veranlaßte das Nötige, um sie so zu ver- wenden, daß den Sicherheitsforderungen der SS Genüge getan würde. Zur Ab- machung gehörte auch, daß die Firma Krupp Namen von deutschen Frauen nennen sollte, die bei der SS eingeschworen wurden und im Frauenkonzentra- tionslager Ravensbrück drei Wochen lang trainiert werden sollten, um dann als Wachen für die Konzentrationslagerinsassen eingesetzt zu werden. Die Firma Krupp führte die Werbung für diese Wachen unter ihren eigenen Leuten durch. Dabei gab es gewisse Schwierigkeiten, und Rundschreiben wurden in allen Fabriken herumgeschickt, um die nötige Anzahl zu bekommen... 264 Ang meiste gestell Fraue schliel vom Die 9 Ja bens sonde gewa Ausd hatte der Ausd Kleic Lein asie Vi wur von Bud 520 Jüdi D unt das und Bei ber W; suchte die ma Kru ındeln. r Konzentra- entrationg- Wahl der he Militär. gung, daß n Arbeits. Die Firm (Hier mul überhaupt irr und Ar- ıgte Kupke 3p die Ver- eitung, der altungsstah liche Kon- itergebener klagten Ihn gerinsassen Tröckel be- - waren, da \m 26. Jul ationslagens lichen Kon- 1s Lager zu ken und ein werden. Eı ‚ weiblichen verk II und ie Absonde- 500 Frauen h] zu über e. so zu Ver de. Zur Ab- hen Frauen nkonzenttt jm dann al Die Fim ‚uten durd. en in alen darunter auch eine vom Arbeitseinsatz„A“ und Werk- Angestellte von Krupp, ki onslagerhä tlinge an- meister aus den Werkstätten, in denen die Konzentrati gestellt werden sollten, gingen nach Gelsenberg und wählten von den 2000 Frauen, die für die Anstellung bei Krupp verfügbar waren, 520 aus. Die ab- schließenden Verhandlungen für die Zuweisung dieser Arbeitskräfte wurden vom Angeklagten Lehmann und seinen Untergebenen geführt. Die 520 weiblichen Konzentrationslagerinsassen waren im Alter von 15 bis 35 Jahren. Einige unter ihnen waren Studentinnen. Sie waren jüdischen Glau- bens und waren ihrer Religion wegen im Mai 1944 mit ihrer Familie ausge- sondert und aus ihrer Heimat in der Tschechoslowakei, in Rumänien und Ungarn gewaltsam herausgerissen und in das berüchtigte Konzentrationslager nach Auschwitz gebracht worden. Die Tschechinnen, etwa 50°/o der 520 Frauen, hatten in dem Gebiet der Tschechoslowakei gelebt, das von Deutschland nach der Besetzung der Tschechoslowakei an Ungarn abgetreten worden war. In Auschwitz hatte man ihnen ihr ganzes Eigentum weggenommen, statt ihrer Kleider bekamen sie ein einziges sackartiges graues Gewand aus gröbstem Leinen und Holzpantinen, die oben Stoff hatten. Ihre Köpfe wurden teilweise rasiert. Viele ihrer Familienangehörigen wurden in wurden von Auschwitz in das Gelsenberger Lager geschafft, das nicht weit von Essen entfernt war und dem Kommandanten des Konzentrationslagers Buchenwald unterstand. Hier wählten die Angestellten der Firma Krupp die 520 Insassen aus, die dann nach Essen gebracht wurden. Sie wurden„ungarische Jüdinnen“ genannt. Das Lager in der Humboldtstraße, in dem diese Konzentrationslagerinsassen untergebracht wurden, bestand aus vier Schlafbaracken und einem Gebäude, das als Küche bezeichnet wurde und in dem die Insassen ihr Essen bekamen und auch aßen. In dem Lager gab es auch einen Luftschutzgraben, der die Bewohner gegen Brocken und Splitter schützen sollte, aber bei schweren Bom- ben völlig wertlos war. Um das Lager herum war Stacheldraht gezogen, auf Wachtürmen waren Angehörige der SS als Wachen aufgestellt, die die Insassen an der Flucht hindern sollten. Die Baracken verbrannten bei einem Luftangriff am 95. Oktober 1944. Das ehemalige Küchengebäude wurde zusammengeflickt, und die ganze Belegschaft wurde in diesem Gebäude zusammengepfercht, wo sie wohnen mußte, obwohl es regenundicht war. Die Insassen schliefen auf ein wenig Stroh auf dem Fuß- boden. Die Waschgelegenheiten waren zerstört und wurden nicht ersetzt. Bei einem weiteren Luftangriff im 91. Dezember 1944 wurde auch dieses Gebäude getroffen, und von da an lebte die ganze Belegschaft in dem Keller dieses aus- gebombten Gebäudes, in dem es feucht und kalt war und nur unzureichende Lüftungsmöglichkeiten gab, Öfen konnten nicht benutzt werden... Manche der Mädchen hatten Fetzen von Decken um ihre Beine und Füße gewickelt. Zu Zeiten mußten die Insassen barfuß laufen, da viele von ihnen weder Strümpfe noch Fußlappen besaßen. Viele hatten erfrorene Füße und Auschwitz vergast. Die Frauen 265 Be TE u Zuge er 25 == ee ee N enge Gum ee. « geh. ee rer ESF EEEEEETE nee a ie EN pe ee er a vr > mare - ne A De ch A up Frostbeulen. Manche Mädchen mußten Ziegel-und Metallplatten ohne Hand- schuhe oder sonstigen Schutz tragen... Die meisten Mädchen arbeiteten im Walzwerk Nr. 2, das etwa 212 km vom Lager entfernt war. Um 4 Uhr morgens wurden die Mädchen geweckt. Um 4.30 Uhr war Appell. Um 6 Uhr morgens begannen sie mit der Arbeit, und so- wohl die Tages- wie auch die Nachtschicht hatte lange Arbeitsstunden. Am Sonntag waren die Arbeitsstunden kürzer. Als durch die Luftangriffe die Produktion in vielen der Krupp’schen Fabriken in Essen stillag, wurden die weiblichen Häftlinge dazu abgestellt, Trümmer wegzuräumen und Baumaterial für den Aufbau der Fabrik zu tragen... Die weiblichen SS-Aufseher ohrfeigten und stießen die Mädchen, wenn sie langsam arbeiteten. Zur Strafe bekamen sie nichts zu essen und das Haar wurde ganz kurz geschnitten oder in Form eines Kreuzes rasiert. Die Firma Krupp be- stimmte die Art und Menge der Arbeit und Überwachung... Die Aufseher von Krupp sorgten streng für Disziplin bei der Arbeit, und sie gaben den SS- „Aufsehern“ Instruktionen bezüglich der Strafen. Daß die Mädchen mißhandelt wurden, war in der Firma allgemein bekannt... Am 17. März 1945 mußten die Mädchen nach Bochum marschieren. Ein Zug wurde dort für sie und für 1500 männliche Konzentrationslagerinsassen zu- sammengestellt. Sie wurden unter SS-Bewachung nach dem Osten geschafft. Außer einem paar, die kurz vorher entkommen waren— und außer zwei, den Schwestern Roth, die als Zeuginnen vor diesem Gerichtshof erscheinen konnten — hat man über das Schicksal dieser jungen„ungarischen Jüdinnen“ der Firma Krupp nichts mehr in Erfahrung gebracht... Prozeß X. Aus der Urteilsbegründung. Im Außenkommando Kassel ... Einen Akt besonderer Brutalität leisteten sich die Scharführer Best und Heinrich mit Wissen des Weyrauch mit unserem Kameraden Franz Nemmet. Nemmet war Weyrauch besonders verhaßt, und Weyrauch schikanierte und traktierte Nemmet auf alle erdenkliche Art... Er war ein Deutscher aus Ungarn, trotz der langen Haft völlig gesund und als robust zu bezeichnen. Nemmet wurde an einem Sonntagmittag von den SS-Leuten Best und Heinrich in das Zimmer, welches die beiden SS-Scharführer bewohnten, gerufen, fürchterlich geschlagen und, als er zusammengebrochen war, die Wendeltreppe hinabgeworfen. Nemmet kam, nachdem er das Bewußtsein wiedererlangt hatte, in den Häftlingsraum— erkonntefastnuraufallen Vieren kriechen— und legte sich sofort ins Bett. Unser Sanitäter Kurt Leonhardt nahm sich seiner sofort an, konnte ihm jedoch nicht viel helfen. Nemmet hatte furchtbare Schmerzen und konnte Montag früh zum Appell nicht aufstehen. Auf den Befehl der SS-Banditen mußte Nemmet herausgeholt werden. Der Einspruch des Sanitäters und des Blockältesten machte dieSS nurnoch wilder. Zwei Kameraden brachten Nemmet, der seine Beine überhaupt nicht gebrauchen konnte. Auf Befehl der SS mußten die Kameraden ihn loslassen. 266 Nemn Lager men.| 55, so unge weige Tageı führe bei N nicht liche hat, kena Nem Kam Kom Wey danr ab, viele dern bru Ne Hand- % km vom| veckt, Um it, und s0- nden, Am l Fabriken| Trümmer en... Die e langsam urde ganz Krupp be- n den S$- nißhandelt 1. Ein Zug sassen ZU- geschafft, zwei, den :n konnten der Firma - Best und . nierte und ıs Ungarn, met wurde s Zimmel, geschlagen ), Nemmel agsraum= et, Unser nicht viel um Appel yausgehol Snurno aupt nicht ‚ Joslasset: | Nemmet sollte allein stehen. Mit einem Schrei, der allen, selbst den vor dem Lager angetretenen Polizisten, durch und durch ging, brach Nemmet zusam- men. Kameraden, die am nächsten standen, kümmerten sich nicht mehr um die SS, sondern schafften Nemmet wieder in den Block. Trotz dringender Vorstel- lungen des Sanitäters, daß Nemmet schwere innere Verletzungen habe, ver- weigerte Weyrauch, einen Arzt aus dem Gefängnis in Kassel zu holen. Erst nach Tagen, auf die Drohung hin, den Vorfall beim Lagerarzt und dem Obergruppen- führer zu melden, gab Weyrauch nach... Der Arzt aus dem Gefängnis stellte bei Nemmet doppelten Beckenbruch fest und machte Krach, daß man den Mann nicht früher in Behandlung gegeben hatte. Er meinte, daß Nemmet wahrschein- lich ein Krüppel bleiben‘würde. Ob der Arzt die eigentlichen Ursachen erfahren hat, weiß ich nicht. Nemmet wurde dann in das Gefängnis Kassel in die Kran- kenabteilung eingeliefert und sofort in Gips gelegt. Nach einigen Wochen kam Nemmet wieder auf zwei Krücken und konnte sich nur mühsam bewegen. Seine Kameraden halfen ihm, soweit dies im Lager möglich war. Da eine Arbeit im Kommando auf Grund seines Zustandes nicht möglich war und außerdem Weyrauch und Konsorten kein Hehl aus ihrem Haß machten, wurde Nemmet dann durch den Sanitäter ins Lager Buchenwald gebracht, wo es Möglichkeiten gab, Nemmet den Augen der SS zu entziehen. Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Weyrauch war von allen der Gefährlichste und nicht nur bei uns, son- dern auch bei dem größten Teil der Wachmannschaften verhaßt durch sein brutales Vorgehen... Josef Peschke BA 62 225- 1. Bericht vom 25. Mai 1948. SS-Oberscharführer Köln-Deutz, den 15. 6. 1943 Gustav Schmidt An den Standortarzt der Waffen-SS Weimar/Buchenwald In der Anlage erhalten Sie die Tätigkeitsberichte der SS-Truppen- und Häft- lingsreviere von den Außenkommandos Köln und Duisburg übersandt. Ferner liegt die Medikamenten-Bestell-Liste vom Kdo. Köln bei, die Liste von Duisburg werde ich nach Eingang sofort nachsenden. Außerdem melde ich hiermit, daß bei der am 9. d. Mts. erfolgten Blind- gängerexplosion in Derne bei Dortmund nachstehende Häftlinge tödlich ver- letzt wurden: 1. Stanislaus Affek, Nr. 8150,(Pole) 3. Edward Kaplonski, Nr. 9209,(Pole) 3. Petro Zajez, Nr. 9240,(Ukrainer) A. Hermann Bobeck, Nr. 8851,(Jugoslawe) 5, Michailo Saloid, Nr. 7622,(Ukrainer) (Schmidt) SS-Oberscharführer IML- Buchenwald I 5/5, Bl. 00 343. Original. 267 ee a na TREE LLLLL LTE EEE R er Tui ea —_n Te ne Zu Zee en inne nr .r ae GELEGT Unter der Sense des Hitlertodes Streiflichter aus dem Vernichtungslager Langenstein-Zwieberge ... Auch unsere engere Heimat, die Landschaft zwischen den Theken- und Hoppelbergen, wurde durch ein im Jahre 1944 errichtetes Konzentrationslager geschändet. Dieses Lager, das kurz vor dem Kriegsende ungefähr 5- bis 6000 Sträflinge beherbergte, war ein berüchtigtes Nebenlager des Konzentra- tionslagers Buchenwald. Unzählige Menschen, politisch Verfolgte, Juden und Zwangsarbeiter aus den von Hitlerdeutschland besetzten Ländern gingen in diesem Vernichtungslager elend zugrunde... Fast alle europäischen Nationalitäten waren in dem Lager vertreten, Polen, Tschechen, Slowenen, Franzosen, Belgier, Holländer und nach dem Sturz Mussolinis auch viele Italiener, die für den Stollenbau der unterirdischen Ma- lachytwerke angesetzt und körperlich bis zur völligen Erschöpfung ausgenutzt wurden... Alle nachträglichen Bekundungen über die Behandlung der KZ-Insassen lauten übereinstimmend dahin, daß die Roheit und Unmenschlichkeit der mit der Bewachung betrauten SS-Schergen durch nichts zu überbieten war... Haupträdelsführer hierbei war der Lagerkommandant und SS-Häuptling Lübeck, der vor keiner Gemeinheit zurückschreckte, um seine Wut an den wehrlosen Menschen auszulassen. Ein schauerliches Dokument bildet das Notizbuch eines Langensteiner Bauern, in dem er zahlenmäßig die Opfer notierte, die er täglich mit seinem Fuhrwerk vom Lager nach den Quedlinburger Verbrennungsöfen fahren mußte, Wie er berichtet, reichte sein Pferdegespann zuletzt nicht mehr aus. Es mußte ein Schlepper mit Anhänger in Tätigkeit gesetzt werden. Auf diese Weise sind allein über 900 KZ-Insassen dieses Lagers als Opfer festgestellt worden. Ein anderer Einwohner Langensteins sagte aus, daß Häftlinge an einen Pfahl gebunden wurden, wo sie stundenlang bei strenger Kälte, allen Unbilden der Witterung ausgesetzt, regungslos verharren mußten. Besonders die beim Bahnbau beschäftigten Gefangenen hatten schwer unter der Willkür und Roheit ihrer Bewachungsmannschaften zu leiden. Wie oft ge- schah es, daß die Wachleute, bar jedes menschlichen Gefühls, auf die Häftlinge losprügelten, sie mit den größten Beschimpfungen überschütteten und es noch nicht einmal zuließen, wenn sich die Häftlinge um einen bewußtlos gewordenen Kameraden kümmern wollten. War die Tagesschicht beendet, zogen die einzel- nen Trupps, ihre kranken oder wundgeschlagenen Leidensgefährten unter- gehakt, in das Lager zurück, wo neue Drangsale und Demütigungen auf sie warteten... Das letzte und gemeinste Mittel aber war der Strang, waren die Galgen am Schießstand und die weitausholenden Äste der Todeskiefer in den Zwiebergen.! Viele Hunderte unschuldiger Menschen sind dort von den SS-Henkern vom Leben zum Tode gebracht worden. Da galt kein Mitleid, keine menschliche ı Vgl. Abb. 76. 268 Regung inden Pressean Woc Lagers heorde Wer Arbeit Tote ı arbeite und di Für einem übrig, gierig Imme bring: inapı unds Die 1ge eken- un] ationslager er[o) ihr 5- hi Konzentn- Juden und gingen in ten, Polen, lem Stur schen Ma- ausgenutzt Z-Insassen it der mit War... Häuptling ut an den gensteiner nit seinem ren mußte, Es mußte Weise sind len. sinen Pfahl bilden der nwer unter Nie oft ge ‚ Häftlinge nd es noch ewordenen die einzel ten untel- ren auf sie am Galgen at nebergel: ken vom yenschliche Regung, und auch das Gesetz wurde zur höhnischen Farce. Die Massengräber in den Zwiebergen sind Zeugen dieser unmenschlichen Brutalität... Bert Brennecke Presseamt des Rates der Stadt Halberstadt, Bericht. Als freier Arbeiter im KZ Wochenlang mußten wir im KZ Zwieberge unter den Häftlingen dieses Lagers arbeiten. Die Junkerswerke hatten uns als Facharbeiter nach hier beordert... Wenn wir morgens im Stollen eintrafen, hatten die Sträflinge bereits ihre Arbeit begonnen. Es verging fast kaum ein Morgen, an dem wir nicht über Tote und Sterbende hinweg den Fuß in den Stollen setzen mußten. Um uns arbeiteten halbverhungerte Menschen, die sich nur noch mühsam hinschleppten und die täglich von ihren Peinigern getrieben und geschlagen wurden... Für die im Stollen arbeitenden Junkersleute wurde täglich das Mittagessen in einem Kübel gebracht. Es war uns so reichlich zugeteilt, daß jeden Mittag etwas übrig blieb. Immer wieder versuchten wir, dieses Essen den Häftlingen, die mit gierigen Augen das Verzehren unserer Mahlzeit beobachteten, zuzuschieben. Immer wieder aber verhinderte dies der Kapo, der es zur Schweinemästerei bringen ließ, wo es, wie er meinte, bessere Dienste tat, denn Schweine waren knapp, KZ-Häftlinge aber nicht. Die Schweine wurden für den SS-Lagerführer und seine Getreuen gemästet. Die langen und schweren Eisenträger, die für den Stollenbau benötigt wur- den, wurden nicht etwa mittels Wagen und Loren transportiert, sondern von den Häftlingen auf den Schultern fortbewegt. Aufseher und Kapo hatten durch Versuche genau festgestellt, wieviel Mann gerade mit Mühe und Not einen solchen Träger zu schleppen vermochten. Auch nicht ein Mann wurde mehr zur Unterstützung und Erleichterung eingesetzt, obwohl Menschen genug vor- handen waren. Wer beim Tragen zusammenbrach, erhielt vom Posten Kolben- stöße, vom Aufseher und Kapo Schläge mit der Faust und dem Knüppel, bis er sich wieder aufraffte und weiterwankte oder liegen blieb.„Es ist genug von diesem Gesockse da“, war immer wieder die Antwort auf unsere vorwurfsvollen Blicke... Eines Morgens saß ein Häftling in Kniebeuge mit vorgestreckten Armen auf einem kleinen runden Tisch. Wie lange er schon dagesessen hatte, wissen wir nicht, er war aber bereits kreidebleich und wankte. Mit uns betrat ein Flieger- feldwebel den Raum, Er riß sofort den Häftling vom Tisch und wandte sich zormbebend an den Wachtposten und Kapo. Der Häftling wurde sofort aus dem Zimmer gebracht. Kein Mensch sah ihn nachher wieder. Das Massengrab oder der Verbrennungsofen in Quedlinburg wird ihn aufgenommen haben, nachdem man ihn auf irgendeine bestialische Art getötet hatte. Furchtbares Entsetzen packte uns bei folgendem Vorfall: Die Latrinen wur- den von Häftlingen betreut. Je einer hatte eine Latrine in Ordnung zu halten. 269 a u a ET einig EEE En de A er iE ee EEE nt Se ee GE u > a a en ee De =FFFE en be a Teig ne pn a nn in nn nn - ne ee SE en ned Bin reg = oe Sehe en a he Be ie de dene EEE er’ rer TELLER Er mußte vor allem darauf achten, daß kein Kübel überlief. Hier war es nun doch geschehen. Vielleicht war der Häftling inzwischen für irgend eine andere Beschäftigung abgerufen, denn er war nicht in der Latrine. Der die Latrine be- tretende Kapo stellte sofort das Überlaufen fest, schrie nach dem Häftling, der dann auch gleich totenblaß vor ihm stand, die Mütze in den Händen—. Ein Faustschlag traf den Armen in die Magengegend, daß er zusammenknickte und stöhnend zu Boden fiel. Dann packte der Kapo ihn und preßte sein Gesicht so lange in den mit Kot und Urin gefüllten Kübel, bis Blasen aufstiegen und der Gequälte fast dem Ersticken nahe war. Dann warf er ihn in eine Ecke und bearbeitete ihn mit Schlägen. Da konnten wir nicht mehr an uns halten. Unseren ganzen Abscheu schrien wir ihm ins Gesicht, nannten ihn einen Lumpen, ein Vieh. Seine Antwort war:„Seid froh, daß ich euch nicht anscheiße, sonst geht's euch morgen so wie diesem heute.“ Fritz Schmidt Presseamt des Rates der Stadt Halberstadt, Bericht. Erlebnisse im Außenkommando Dora Anfang Oktober 1943 kam ich von Natzweiler Elsaß über Buchenwald nach Dora. Der Name Dora klang in Buchenwald sehr anrüchig. Auf Lastwagen ver- laden, kamen wir noch am gleichen Tage in Dora an. Wir waren alle sehr neu- gierig: Was kann das für ein Lager sein, und was wird wohl hier gearbeitet? Wir standen noch auf einem freien Felde. Kleine Zelte, am Rande des Berges Kohnstein!, waren mit einem einfachen Stacheldraht umgeben. Also das war das von allen Häftlingen so gefürchtete Lager. Nun hieß es herunter vom Wagen, in Fünferreihen aufstellen, aber schon versank man bis an die Knie im Schlamm. Der Boden, ein abgeernteter Acker, war durch die anhaltenden Regenfälle vollkommen aufgeweicht und durch das dauernde Hin und Her der Lastwagen und Fuhrwerke nur noch ein einziger Morast. Einzelne Häftlinge, mit sogenannten Holländern beschuht, wühlten schon hier und da im Schlamm nach ihren verlorengegangenen Schuhen, doch vergebens, denn ein Kommando verdrängte das andere, und so wateten bald ganze Kolonnen wie ängstliche, gehetzte Schafe im Schlamm barfuß umher. Es war bald im ganzen Gelände bekannt, daß ein neuer Transport vom Lager Buchenwald angekommen sei und so kam es, daß Umschau nach diesem oder jenem Bekannten gehalten wurde. Ludwig Scimzak war der erste, den ich hier zu sehen bekam und der mir auch bestätigte, daß viele Bekannte bereits hier seien. Hier sollten Geheimwaffen hergestellt werden. Die Arbeiten bewegten sich vorerst noch vorwiegend auf Tunnelbau— eine ungesunde und schwere Arbeit, die ihre Opfer forderte. Geschlafen wurde im Stollen 39, tief unter der Erde. jeder Häftling hatte eine Schlafdecke. An einer Schnur befestigt, baumelte der Eßnapf, der als Kopfkissen diente. Kalt war es in dem sogenannten Schlaf- 1 vgl. Abb. 77 und 78. 270 stollen sah. M nieder plöt druck Riesel unheii geraul Wasse Zustä rom dem wank schon ibert An etwa. übrig Inzw BVer gelar weit port für ing blie Sl auß dem m ar es nun ne andere ‚atıine be- ftling, der en-, Ein nickte und Gesicht so n und der Ecke und n, Unseren Impen, ein onst gehts 'z. Schmidt wald nadı wagen Ver- e sehr neu- gearbeitet! des Berges so das war unter VOM lie Knie in nhaltenden nd Her det ‚ Häftlinge, m Schlamm Kommando ängstlich, nsport vom yach diesem - erste, den nnte bereits wegten sih veIe Arbeit, „ der Erde ‚umelte der ıten Schlat- stollen nicht, doch staubig, so daß man kaum den vor einem Marschierenden sah. Müde, sehr müde, sank ich auf der provisorisch hergerichteten Schlafstätte nieder, und bald verfiel ich trotz der steinigen Unterlage in einen tiefen Schlaf. Plötzlich erwachte ich durch eine wütende Schießerei... Durch den Luft- druck der Sprengungen erloschen die Karbidlampen. Der Berg barst, und ein Rieseln von Wasser, begleitet von kleinem Steingeröll, gab dem Ganzen ein unheimliches Gepräge. Es war etwas ganz Neues für mich, und ich brauchte geraume Zeit, um mich an alles zu gewöhnen. Am Morgen— wir waren nicht alle zur Nachtschicht eingeteilt— sah ich, obwohl ich nicht die Nacht gearbeitet hatte, genau so aus wie der Mineur, der die ganze Nacht am Lufthammer arbeitete. Ich erkundigte mich bei einem Kameraden:„Hallo, wo kann man sich hier waschen?“—„Waschen? Komm, ich spuck’ dir ins Gesicht, da hast du Wasser.“ _Es war bei Strafe verboten, aus dem Rohr Wasser zu entnehmen. Das Wasser war nur für die Maschinen und Zementmischmaschinen da. Das waren Zustände! Kein Wasser, keine hygienischen Anlagen, nur einige Karbid- trommeln mit einem darüberliegenden Brett als Klosett gedacht, standen vor dem Schlafstollen und verbreiteten einen pestartigen Gestank. Hier und da wankende Skelette, wie ich sie noch in keinem Lager gesehen hatte. Ich hatte schon so manches Aufbaulager miterlebt, aber was ich hier zu sehen bekam, übertraf jede Phantasie. Am Vormittag, bei der neuen Arbeitseinteilung, schien es für mich schon etwas freundlicher. Man hatte mich für die Arbeitsstatistik vorgesehen. Für alle übrigen, die im Stollen eingesetzt waren, blieb dieser Zustand noch lange Zeit. Inzwischen waren es gerade Albert Kuntz und August Kroneberg mit dem BVer Schneider, die sich unentwegt bemühten, diese Zustände abzuändern. Es gelang ihnen auch bald, wenigstens Revierbaracken im Freien aufzustellen und weitere Baracken zu errichten. Doch die unaufhörlich ankommenden Trans- porte warfen alle gutgedachten Arbeiten über Bord. Die ersten Baracken waren für die SS-Wachmannschaften, und nur einzelne Baracken wurden für die Häft- linge aufgebaut. Alle übrigen, inzwischen schon Tausende von Häftlingen, ver- blieben weiter im Stollen, und so wurden in den Stollen Nr. 40, 41, 42 neue Schlafstellen errichtet. Ein verschwindend kleiner Prozentsatz schlief bald außerhalb des Stollens. Erst später, als das Hauptlager fertig war, kam alles aus dem Berg. Nach einem Generalappell wurde festgestellt, daß weit über 200 Häftlinge fehlten, die einfach verschwunden waren. Es bestand lange Zeit keine Kontrolle über den einzelnen Häftling. Appelle, die ich täglich im Stollen abhielt, waren Arbeitskommando-Appelle und haben weder zahlenmäßig noch nummernmäßig gestimmt. Die Suche nach vermißten Häftlingen endete meist damit, daß sie irgendwo in einem Winkel verhungert aufgefunden wurden. Feststeht, daß im Stollen viele Häftlingsleichen mit ein- zementiert wurden... Ludwig Leinweber BA 621-22. Bericht, geschrieben 1945. 2 71 ee DE EHER ge rau ed a ee ee eg ne re ELLE LE LET N u A SE u er = er TE en nd We ee ent ee ee De Rn m nr Denn en an EEE En me zer ee ar SF er Aus den Prozeßakten Wir, die Unterzeichneten, ehemalige Häftlinge vom Konzentrationslager Buchenwald-Dora, geben frei und ungezwungen folgendes zu Protokoll: Im August des Jahres 1943 wurden Transporte von mehreren tausend Häft- lingen des KZ Buchenwald zum Aufbau des neuen Lagers Dora zusammen- gestellt. Das Lager Dora befand sich unweit von Nordhausen am Harz, und zwar bei der Bahnstation Niedersachswerfen. Dort war durch den Abbau von Ammoniak-Gestein im Laufe der Jahre ein Tunnel mit Querkammern ent- standen, der ursprünglich für die Lagerung von Brennstoffen gedacht war. Es war nun die Aufgabe der dorthin verfrachteten Häftlinge, diesen Stollen bzw. Querkammern zu Fabrikationsräumen auszubauen, die der Herstellung der V-Waffen(V 1, V 2) dienen sollten. Ein Häftlingslager zur Unterbringung die- ser Häftlinge bestand zu diesem Zeitpunkt dort noch nicht. Die Häftlinge wur- den demzufolge zum Arbeiten wie auch zum Schlafen in diesen Kammern untergebracht, wo sie auf nackten Steinen ohne Stroh, ohne Decken kampieren mußten. Durch die andauernden Sprengungen und dadurch, daß der Lauf- stollen auf der Sohlenseite noch nicht ausgebaut war, konnten die entstandenen Gase nicht abziehen. Ent- oder Belüftungsanlagen waren überhaupt nicht vor- handen. Die Arbeitszeit betrug 12 Stunden. Die Verpflegung bestand aus einem Stück Brot, etwa 20 g Margarine und einem Liter warmer Suppe, die aber nur alle zwei bis drei Tage verabreicht wurde. Durch diese mangelhafte Ernäh- rung und dadurch, daß Wasser zum Trinken sowie zum Waschen überhaupt nicht vorhanden war, durch die menschenunwürdige Unterbringung und auch dadurch, daß die Häftlinge wochen- und monatelang nicht ans Tageslicht kamen, ferner durch die angesammelten giftigen Gase, die durch das Sprengen in unmittelbarer Nähe der Aufenthaltsstätten der Häftlinge entstanden, gingen täglich rund 200 Häftlinge elend zugrunde. Die Laufstollen und Querkammern waren übersät mit Leichen von Häftlingen, die dann später auf Loren oder Waggons verladen und nach Buchenwald zum Verbrennen geschafft wurden. Die Behandlung der völlig entkräfteten Häftlinge während der 12stündigen Arbeitszeit von seiten der SS war eine derart menschenunwürdige, daß es kaum zu beschreiben ist. Mit schweren Gummikabeln, Ochsenziemern, Schaufel- stielen, Eisenstangen und dergleichen mehr wurden die Häftlinge erbarmungslos wegen der geringsten Vergehen auf der Stelle totgeschlagen. Vor Erschöpfung zusammengebrochene Häftlinge wurden geschlagen und dann zu dem Haufen der bereits verstorbenen Häftlinge geworfen. Dort starben sie dann innerhalb weniger Stunden einen jämmerlichen Tod. Die Sicherungsposten waren mit dressierten Polizeihunden, die auf die Zebra-Uniform der Häftlinge besonders abgerichtet waren, versehen und hetzten willkürlich ihre Hunde auf die Häft- linge, die sich vor den Bissen dieser Tiere kaum retten konnten. Die Anzahl der Toten stieg in den Monaten November 1943 bis Januar 1944 so hoch, daß die Transportmittel nicht ausreichten, um die Toten fortzuschaffen. Man behalf sich aber hier auf eine für SS-Begriffe einfache Weise: Man schichtete Scheiterhaufen 272 | | aus Hol angezür angezU \ forium( Dadu durch,€ zur IN| Myriad wegen Auch bi In Lau ken be zum Tı bestieg zog mi mößere dieses der hei 20g die Prozeß 1 el ne W Hauser ausges sollte, Für Schud war d unge Inter: ausstz Dora Da {en, V ‚gar aus Holz auf, die mit Öl übergossen und dann zum Verbrennen der Leichen onslager angezündet wurden. Erst im März des Jahres 1944 richtete man ein Krema- ga| ll:\ ein. Dadurch, daß in den Stollen sanitäre Anlagen vollständig fehlten und da- 7 me. durch, daß oft monatelang die Wäsche nicht gewechselt werden konnte, da alles arz, und 4 wur in unzureichendem Maße vorhanden war, waren die Stollen übersät mit En, Myriaden von Läusen und Flöhen... Wegen angeblicher Sabotage-Akte oder{ en wegen Fluchtversuchen aus dem Lager wurden fast täglich Häftlinge erhängt... N at Auch bei diesen Mordakten zeigte sich wieder, wie„erfinderisch“ die SS war. f En Im Laufstollen befand sich an der Decke eine Laufkatze, an die man zwei Bal-\ va bi| ken befestigte und über diese Balken je 30 Stricke schlang, die dann diesen| hy ö| zum Tode verurteilten Häftlingen um den Hals gelegt wurden. Der Henker 2 ung de|| bestieg dann die Fahrbühne der Laufkatze, setzte diesen Kran in Gang, und so Ri a Wr| zog man alle 60 Häftlinge mit einem Mal hoch. Handelte es sich um eine hi a) größere Anzahl von Häftlingen, die erhängt werden sollten und dauerte der SS Wi ampiern dieses„Vergnügen“ etwas zu lange, so ließ man die kaum Hochgezogenen wie- nl ler Lauf der herunter, schlug mit Schemeln und Eisenstangen auf die fast Entseelten ein, ii tandenen zog die Pistole und gab ihnen Genickschüsse... Mi a ba Oskar Büchler Theo Webers ü 7&- Prozeß IV, Dok. 2222- PS. I e aber it te Emäh-} j berhaupt N und auch Das Geheimnis des Tunnels Dora Pageslict... Im Sommer 1943 grenzte man inmitten des hügligen Thüringer Landes i Sprengen eine wilde Einöde durch Stacheldrahtverhaue ab. Bald wurde, 5 km von Nord- n, gingen hausen entfernt, eine riesige unterirdische Waffenschmiede, der Tunnel Dora, N kammer ausgeschachtet, der in Zukunft Tausenden von Menschen zum Grab werden M jren oder sollte, j yurden. Für die Aktionäre solcher Firmen wie Siemens& Halske, Siemens&| stündigen Schuckert, AEG, A. G. Dynamit, Siewers, Thyssen-Hutton, Krupp-Werke B- ) es kaum war dies eine neue riesige Verdienst-Chance, nicht nur deshalb, weil die Lei- N Schaufel: tungen der obengenannten Firmen Verträge über langfristige Verpflichtungen I mungsls unterschrieben, nach denen sie ähnliche Objekte mit Montageeinrichtungen Hi chöpfung ausstatten sollten, sondern deshalb, weil Himmler den Ausbeutern vom Tunnel IM n Haufen Dora einen ständigen Zustrom billiger Arbeitskräfte garantierte... 3) innerhalb Das Unrecht an den Häftlingen, die in den unterirdischen Blocks leben muß- 1 jaren mil ten, wurde von den dafür Verantwortlichen mit Schweigen übergangen. Für die 1 yesonders„graue Eminenz“ des Tunnels, für den Direktor Sawatzki, dürfte die Tatsache N: die Hält nicht überraschend sein, daß kaum mehr als ein Dutzend Häftlinge die erste h nzahl der Etappe dieser unbeschreiblichen Hölle in Dora überlebten. Sicherlich könnten B ‚ daß die Direktor Sawatzki und ebenso Prof. Braun den Interessierten erschöpfende Hi half sic Informationen darüber erteilen, wer für die Tausende„Kadaver“, die im KZ R erhaufen Buchenwald in Rauch aufgingen, verantwortlich ist...% Br) 18 Buchenwald 273 Ri h c or = Tree N Als Hitler dem deutschen Volk versicherte, daß die„neue Waffe“ den end- gültigen Sieg des Dritten Reiches entscheiden werde, war im dunklen Tunnel Dora eine Gruppe von Wissenschaftlern- fanatische NSDAP-Anhänger— unter Prof. Wernher von Brauns! Leitung dabei, die Verwirklichung dieser Drohun- gen vorzubereiten. Die Ingenieure, Techniker und Spezialisten waren zufrie- den. Der schwarze Schlund des unterirdischen Werkes änderte sein Aussehen von Tag zu Tag. Auf einer Fläche von mehreren Quadratkilometern war es mit Hilfe Tausender Häftlinge und Tausender Tonnen Dynamit in außerordentlich kurzer Zeit gelungen, zwei parallellaufende Stollen mit je 2 Ausgängen sowie 44 riesigen Hallen auszubauen. Im Januar 1944 wurde im westlichen Teil des Tunnels im Stollen B-Dora, die Montage der Präzisionsautomaten beendet— Formen, deren Maße dem Durchmesser und der Länge der„V 2-Raketen“ angepaßt wurden. Die Hülle der Raketenkörper wurde probeweise zusammengeschweißt— automatisch durch elektrische Maschinen. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen. Von der großen Bedeutung dieser Einzelheit für die Gesamtheit der Produktion zeugt die Tatsache, daß die Probemontage der Raketenkörper unter der Kontrolle einer speziellen Sachverständigenkommission aus dem Stab des Reichs- marschalls Göring stattfand... Mit den organisatorischen Angelegenheiten befaßte sich in Dora der Direk- tor Sawatzki. Er trug die Verantwortung für den Bau der unterirdischen Gänge. Er nahm die Häftlingskolonnen aus Buchenwald in Empfang, schickte die„Ka- davertransporte“ nach Buchenwald ins Krematorium. Ihm oblag alles, außer der Forschungsarbeit und der Produktion. Aber auch die deutschen Wissen- schaftler, mit Prof. Wernher von Braun an der Spitze, sahen alles täglich mit an. Wenn sie die Gänge entlanggingen, sahen sie die Schufterei der Häftlinge, ihre mühselige Arbeit und ihre Qual. Professor Wernher von Braun hat während seiner häufigen Anwesenheit in Dora nicht ein einziges Mal gegen diese Grausamkeit und Bestialität protestiert. Mehrmals ging er am Eingang der Halle 36 vorbei. 6 m lange, morsche Holz- pritschen nehmen drei Viertel ihrer Fläche ein. Am Ende der Halle, wo sie an den Gang„A“ grenzte, spielte sich der schändlichste Akt von Dora ab. Auf einer kleinen Fläche neben der Ambulanzbude lagen tagtäglich haufen- weise die Häftlinge, die das Arbeitsjoch und der Terror der rachsüchtigen Aufseher zu Tode gequält hatten. Die menschlichen Leichname sahen von wei- tem wie eine große Masse aus. Aber Professor Wernher von Braun ging daran vorbei, so nahe, daß er die Leichen fast berührte. Sollte dieser Anblick nicht den geringsten Eindruck auf ihn gemacht haben? Selbst die Häftlinge packte über diesen Winkel das Entsetzen. Den Menschen wurde hier übel, sie er- brachen, sanken ohnmächtig hin. Sogar das Sterben der Häftlinge schien nicht so furchtbar zu sein wie ihr Zustand nach dem Tode... ! Ehemaliger Leiter der Versuchsstation für Raketenwaffen Peenemünde, trug SS-Uniform, jetzt technischer Direktor der amerikanischen Station für ferngelenkte Waffen der US-Armee, in Huntsville, Alabama, Seit 1955 amerikanischer Staatsbürger. 274 Pro nach hlick dl Pre seih In hervc und Schw dustr Ingeı „Iryb ALM n end Professor Wernher von Braun, der vorbeiging, wandte nicht einmal den Kopf a nach ihnen. Ich glaube nicht, daß der interplanetare Raum in diesem Augen- Für blick sein ganzes Denken beherrschte. Ich glaube nicht, daß er die in Schmutz | tohn- und Dreck Sterbenden nicht sah. Er mußte sie sehen! Warum schwieg er? Ri zukrie Professor Wernher von Braun lebt. Er hat diese Frage nicht beantwortet, weil} usschen sie ihm bisher noch keiner stellte. Ich frage daher als erster: Warum schwieg er? ar es mit In den Gängen von Dora weilten außer Professor Wernher von Braun andere rdentlic hervorragende deutsche Wissenschaftler, Physiker und Chemiker, Ingenieure sen sowie und Techniker. Es kamen Offiziere und Generäle des Dritten Reiches hierher. 1 Schweigend gingen sie an den Leichen vorbei. Die Vertreter der größten In-{ B-Don dustriefirmen Deutschlands sagten kein Wort des Protestes. Inspektor Escher,{ abe dem Ingenieur Grunn, Siewers... Man könnte hier zahlreiche Namen nennen... N Jie Hille Adam Cabala Br tomatisch„Trybuna Robotnicza“, Warschau, vom 30. 11. bis 1. 12. 1957. Mn Von der I ion zeug! hV [ Ri) a Der letzte Weg\ |... Der Name„Dora“, den ein Bahnbeamter mit Kreide an die Fahrauftrags- hi er Direk-|| schilder der Wagen schreibt, läßt die Häftlinge erkennen, daß die Fahrt in Hi n Gänge, einem der berüchtigten Vernichtungslager bei Nordhausen enden wird, Um zu in ‚die„Ka verhindern, daß sich Zivilpersonen dem Zug nähern, schreibt ein SS-Mann an ii es, außer| die Wagenwände mit großen Buchstaben das Wort„Typhus“. So ist auch j | Wissen- äußerlich das Schicksal des Transportes mit zwei Worten gekennzeichnet... ih glich mit Die Fahrt von Gleiwitz dauert nun schon zehn Tage. Zehn Tage Entbehrung"1 Täftlinge und Qualen, zehn Tage Kampf um das Leben, das nicht mehr lebenswert ist, in und noch ist kein Ende der Fahrt zu sehen... Hi enheit in Am Mittag des vierzehnten Tages hält der Transportzug endlich auf einem H rotestiert, Abstellgleis in der Nähe des Lagers. Auf den Gesichtern der Häftlinge spiegelt hY ‘he Holz- sich der Schrecken der hinter ihnen liegenden Fahrt wider. Dreckig und zer- N wo sie an lumpt sammeln sie sich auf dem wasserdurchtränkten Platz unweit der Gleise. u h, 9500 Mann marschierten von Monowitz ab, und jetzt zählt die Kolonne nur noch 1 1 haufen- die knappe Hälfte davon, die sich mühsam den steilen Weg zum Lager„Dora“ 111 süchtigen hinaufschleppt... I von wei- In den ersten Lenztagen wird Nordhausen das Ziel eines heftigen Bomben- Hi bb angriffes, der auch das in der Nähe befindliche Lager in Mitleidenschaft zieht. ud 275 ng daran n nicht Wahllos gehen Häftlingsbaracken und SS-Unterkünfte unter den vernichtenden IN a packte Schlägen entzwei, verwandeln sich in ein Flammenmeer, das die darin noch in ] sie er Lebenden nicht mehr freigibt. Bis zur Unkenntlichkeit sind die Toten durch: jen nit Phosphor verstümmelt, aber das Schicksal ist gerecht, auch viele der Mord- h banditen sind unter ihnen. y Im Zusammenhang dieser Ereignisse befiehlt der Lagerkommandant des N g.Unifom Nebenlagers Rottleberode, SS-Hauptscharführer Bräuning, die Auflösung des& uS-Ame& Lagers. In„Eilmärschen“ müssen sich die Häftlinge während der Nacht nach"% h } k: k‘ Be og er N rege En TIEF a em u ’e re FE dem Arbeitslager Niedersachswerfen begeben, 1700 an der Zahl. Dort haben sich indessen andere Häftlinge aus den Lagern Nordhausen und Osterode ein- gefunden. Abermals werden sie in offene Eisenbahnwagen mit unbestimmtem Ziel verladen. Man ist jetzt nur noch bedacht, die Häftlinge so weit wie möglich aus dem Bereich der bereits tief in Deutschland eingedrungenen Alliierten zu bringen. Wären sie doch die verräterischsten Zeugen der faschistischen Ver- nichtungspolitik gegenüber der Weltöffentlichkeit geworden. Aber von Woche zu Woche, ja von Tag zu Tag wird es schwieriger, die fast zu Tode gehetzten Menschen ihren Befreiern zu entziehen. Diesmal versucht der Zug mit den fast 2000 Häftlingen in nördlicher Rich- tung auszuweichen. Die Fahrt geht eine halbe Woche lang planlos von Station zu Station. Stundenlang hält der Transport oft auf freier Strecke. Die etwa hundert Mann starke Bewachungsmannschaft läßt kein Auge von den Häft- lingen, denn die Fluchtgefahr ist größer denn je. Wieder gibt es tagelang keine Verpflegung, ein Radikalmittel, um die Totenzahlen noch höher ansteigen zu lassen und noch weitere der Häftlinge ins Jenseits zu befördern... Um die Mittagsstunde eines dieser milden Tage tauchen am Horizont etwa ein halbes Dutzend englischer oder amerikanischer Jagdbomber auf... In fieberhafter Hast verlassen die Bewachungsmannschaften die Wagen und suchen in den Gräben der an den Bahndamm angrenzenden Felder Deckung. Auch unter den Häftlingen entsteht eine große Verwirrung. Sie flüchten schutz- suchend in einen jenseits der Felder befindlichen Wald. In diesem Chaos ist jeder nur auf das eigene Wohl bedacht. Manche der SS-Bewacher zwingen ihre Opfer, sich aufrecht hinzustellen, um sie als Deckung zu benutzen, denn auf die gestreifte Häftlingskleidung lenkt der F eind das Feuer seiner Bordwaffen nicht. Wie ein dicker, unaufhaltsamer Wasserstrahl prasseln die MG-Garben der niederstoßenden Jagdbomber auf den Zug. Dann, nach mehrmaligem Anflug, wird es wieder ruhiger. Die SS kommt aus ihren Verstecken. In ihren Reihen hat es Tote gegeben, die langgestreckt neben der Lokomotive liegen. Die Häft- linge sind noch im Gelände verstreut oder halten sich in jenem kleinen Wäld- chen auf, das jenseits der Felder liegt. Diese Tatsache ist eine günstige Ge- legenheit für die SS, um ihre Verbitterung über den Angriff an den Häftlingen auszulassen. Ein wildes Kesseltreiben setzt ein. Wer sich nicht sofort zum Zug zurückbegibt, wird wahllos niedergeknallt. Das Echo der dicht aufeinander- folgenden Schüsse schallt aus dem Waldstück herüber. Niemandem sind die- jenigen, die das Blutbad anrichteten, Rechenschaft schuldig. Eine kurze Erklä- rung gibt es nur,„auf der Flucht erschossen“. Damit ist diese Sache abgetan. Endlich hat sich der Transport wieder zusammengefunden. Aber das End- ergebnis ist furchtbar. Fast 500 Häftlinge hat dieses grausame Gemetzel der SS-Banditen das Leben gekostet, 500 Menschen sind wahllos niedergeknallt worden... 4 Tage später mußte der ganze Zug den Fußmarsch von Mieste nach Garde- legen antreten. In Gardelegen wurden wir in die Remonteschule eingeliefert. Dort hat uns ein Stabsfeldwebel in Militäruniform gesteckt, und wir sind, wäh- 276 gend ti gere In sowie und I von( Minist Todes t haben ode ein- immtem möglich erten zu ıen Ver- 1 Woche ehetzten 1er Rich- 1 Station )ie etwa en Häft- ng keine eigen zu ont etwa if... zen und Jeckung. n schutz- Jhaos ist gen ihre n auf die en nicht, ben der ‚ Anflug, 1 Reihen )je Häft- n Wäld- tige Ge- äftlingen um Zug inander- ind die /e Erkli- setan. ® End- ‚tzel der geknall ] Garde: liefert .d, wäh- rend unsere Kameraden zu der Feldscheune geführt wurden, auf diese Weise gerettet worden. In der Scheune wurden die 1016 Häftlinge, unter denen sich etwa 30°o sowjetische Staatsangehörige befanden, mit Panzerfäusten, Eierhandgranaten und Maschinenpistolen ermordet. Diesem Blutbad entkamen sechs Menschen, von denen drei heute noch in Gardelegen ansässig sind. Simon Felix Ministerium für Kultur, Abt. Heimatmuseen, Akte Nr. 20, Gardelegen(Solpke) Todesmarsch, Bericht. Bericht über die Ausgrabungen von Leichen ermordeter Häftlinge auf den Evakuierungsmärschen in Dolle und Umgebung Aus dem Lager Buchenwald, Zweiglager Dora, Niedersachswerfen bei Nord- hausen, fanden im Jahre 1945, veranlaßt durch die Militärereignisse, Eva- kuierungen der KZ-Lager im allgemeinen statt. Das Lager Dora wurde evakuiert mit der Zielsetzung, die Häftlinge in der Lüneburger Heide zu liqui- dieren. Der Transport läßt sich verfolgen über Sangerhausen, wo kurz vor Blankenburg im Emselcher Wald... ein Grab mit erschlagenen KZ-Häftlingen aufgefunden wurde. Von dort ging der Todesmarsch durch die Letzlinger Heide in Richtung Elbe. Der Weg zur Lüneburger Heide war durch das Vorrücken der Engländer ge- errt. Es wurde daher versucht, die Elbe bei Kehnert zu überschreiten. Ein Teil der SS-Bewachungsmannschaften hat die Elbe überschritten. Infolge der letzten Kriegsereignisse in den Apriltagen 1945 haben auch Teile der SS ihre Truppenformation verlassen und das Weite gesucht. Infolge dieser Maßnahmen ist die Bewachung der Häftlinge eine wesentlich lockere geworden. Nach den Aussagen der Bevölkerung von Dolle und Umgebung sind sehr viele Häftlinge aus diesem Transport ausgebrochen und haben versucht, sich in den Wäldern der Letzlinger Heide und in den Scheunen der Dörfer zu verbergen. Aufgrund der von mir angestellten Ermittlungen steht fest, daß am 11. April in Dolle, geradeüber vom Schulplatz am Straßengrabenrand zwischen der 1. und 2.Linde, 8 Schutzhäftlinge von einem SS-Mann durch Genickschuß getötet wurden. Die SS hat daraufhin ein Plakat am Baum angeheftet, das die Aufschrift trug: „Wir verrieten unser Vaterland“. Die Bestattung der Leichen wurde nicht er- laubt mit dem Bemerken, daß sie als abschreckendes Beispiel für alle Vater- landsverräter liegenbleiben sollten... Auf Anordnung des Landrates, der unter Hinzuziehung des Kreisgesund- heitsamtes die Ausgrabungen freigegeben hatte, fand die erste Ausgrabung am Freitag, dem 25. März 1949, auf dem Friedhofsgelände in Dolle statt. Aus- gehoben wurden 3 Gräber, und zwar ein Einzelgrab, ein kleineres Massen- grab mit 5 Leichen und ein größeres mit 18 Leichen. Eine Erkennung nach Nummern und Winkeln war unmöglich, da der Zerfallprozeß ein vollständiger 277 ETF EEE Ze Hgg HEHE ne er eu EEE x er Dane a TEE LLC DE EEE EEE Gr=% en ET ee EEE GE DD= ED Er zei ER Er an war. Es konnte lediglich an der Rückseite der Kleidung die Zebrauniform der KZ-Häftlinge festgestellt werden. Die aufgefundenen Schädel weisen einwand- frei gewaltsame Zertrümmerungen der Schädeldecke mittels schwerer Werk- zeuge auf, bis auf 5 Schädel, die am Hinterkopf den Einschuß und in der Stirn- partie des Kopfes einen einwandfreien Ausschuß zeigten... Am Sonnabend, dem 26. März 1949, wurden auf der Chaussee von Kehnert nach Mahlwinkel ebenfalls Ausgrabungen vorgenommen, und zwar bei einem Einzelgrab. Auch hier war der Verwesungsprozeß sehr weit vorgeschritten, so daß irgendwelche Feststellungen an Kleidungsstücken nicht gemacht werden konnten. Der Schädel wies einen Einschuß am Hinterkopf und einen Ausschuß oberhalb der linken Schädelpartie auf. Weitere Gräber an derselben Straße wiesen ebenfalls die Ermordung durch Kopfschüsse einwandfrei nach. Auch hier konnten die Feststellungen bezüglich der Identität nicht getroffen werden, da der Zersetzungsprozeß dermaßen vorgeschritten war, daß mit aller Mühe nur die Zebrauniform festgestellt werden konnte. Es handelt sich dabei um 3 Gräber mit je 2 Ermordeten. Am Sonntag, dem 27. März 1949, wurden auf der Straße von Dolle nach Gardelegen, etwa 3 km von Dolle entfernt auf der linken Straßenseite am Waldrand Ausgrabungen vorgenommen. Die Leichen lagen etwa 60 cm tief und waren wahllos durcheinander geworfen. Alle Ermordeten in dieser Grab- stätte sind mit ihrem gesamten persönlichen Hab und Gut, wie Feldflaschen, Trinkbecher, Eßnäpfe oder Schüsseln aufgefunden worden. Dadurch war es uns möglich, in den Gefäßen eingravierte Nummern festzustellen. Ebenfalls war es uns möglich, bei 4 Häftlingen auf der Brustseite der gestreiften Uniformen den roten Winkel und bei zweien die Lagernummer loszulösen. Fast alle Ermorde- ten wiesen Einschüsse am Hinterkopf und Ausschüsse im Gesicht oder der Stirnpartie auf. Jedoch waren 2 Schädel dabei, die die Spur gewaltsamer Stiche in den Schädeln, wahrscheinlich eines Seitengewehrs, zeigten. Die Einschnitte im Schädel sind etwa 31% bis 4cm breit und 5 cm stark. Die Einstichwunden sind nach außen auf der Schädeldecke scharfkantig, während sie nach innen aus- gerissen sind, so daß die Vermutung absolut nahe liegt, daß es sich dabei um Stiche handelt. Am Sonntagnachmittag fanden auf derselben Wegstrecke eben- falls Ausgrabungen statt, und zwar handelte es sich dabei um ein Grab mit 9 Mann, ein Grab mit 2 Mann und ein Einzelgrab.... Bei der am Dienstagmorgen stattgefundenen Ausgrabung am Ortseingang Dolle auf dem Feldwege nach Cöchern wurde ein Grab mit 12 Leichen aus- gehoben. Auch hier war es möglich, Feststellungen zu treffen, daß es sich bei diesen Ermordeten ebenfalls um Häftlinge handelt, die die Zebrauniform mit roten Winkeln trugen. Die Nummern konnten in keiner Weise ermittelt werden, Ebenfalls vorgefundenes Geschirr wies keinerlei Kennzeichen auf. Bei der Aus- grabung komme ich zu folgender Mutmaßung: Die Ermordeten müssen nach Lage der Körper noch als Lebende in die Grube geworfen worden sein. Unter Berücksichtigung aller Vorsichtsmaßregeln bei der Exhumierung betone ich aus- drücklich, daß auf Grund der Lage des einen Körpers nur mit den Fingern die 278 Freile die G Schutz Ingen. findet Körpe man f bewe; und$ nung shüt: delde Hinte Minist Kr. W OT der MWand- t Werk- er Stim- Kehnert | einem itten, so werden usschuß ı Straße h. Audı werden, r Mühe ıbei um Ile nach eite am cm tief r Grab- laschen, Ir es uns 5 war 65 nen den rmorde- ‚der der r Stiche ıschnitte wunden nen aus- abei um ce eben- rab mit eingang jen aus sich bei yrm mit werden. ler Aus- en na , Unter ich aus“ yern die j Freilegung durchgeführt wurde. Der Erschlagene muß noch bei Lebzeiten in die Grube geworfen worden sein, weil der Körper in einer zusammengekauerten Schutzstellung lag und beide Arme schützend über dem Schädel eingebettet lagen. Bei allen anderen Körpern, die als Tote in eine Grube geworfen werden, findet man Verdrehungen der Arme und Beine und sonstige Verdrehungen des Körpers, aber nicht eine derartig markante, wie die Armstellung aufweist, wo man fast 100°/oig erkennen kann, daß es eine schützende und abwehrende Arm- bewegung ist, die aller Wahrscheinlichkeit Hiebe und Schläge gegen Gesicht und Schädel abwehren sollte. Dieser Schädel trug eine gewaltsame Eintrümme- rung der rechten Schädeldecke, also der Schädeldeckenseite, die die Hände schützend abwehrten. Alle Ermordeten wiesen gewaltsam zertrümmerte Schä- deldecken auf, bis auf einen, bei dem sich ein einwandfreier Einschuß am Hinterkopf und ein Ausschuß kurz über dem Nasenbein in der Stirn ergab. Ministerium für Kultur, Abt. Heimatmuseen, Akte Nr. 19,„Der Fall Dolle“, Kr. Wolmirstedt, Massengräber, Bericht vom 31. März 1949. Abschrift. Eidesstattliche Erklärung des ehemaligen SS-Arztes Dr. med. Oskar Schuler ... Konzentrationslager Mittelbau-Nordhausen Lagerkommandant bis Anfang 1945 erst Pister, dann Förschner, SS-Sturm- bannführer, seit 1945 Bär, SS-Sturmbannführer. Lagerarzt: Dr. Kahr, SS-Obersturmführer, unterstand Schiedlausky, seit 1945 Dr. Wirtz, SS-Sturmbannführer, früher Auschwitz. Lagerverwaltung: bis 1945 Barnewald, SS-Sturmbannführer, dann Brenneis, SS-Hauptsturmführer. Zum Lager Mittelbau gehörten zahlreiche Außenlager, die aber alle in der näheren Umgebung lagen und zum sogenannten„Sperrgebiet“ gehörten. Es sollte der große Industriekomplex entstehen, der unter anderem auch die V-Waffen herstellte und später für das Benzinprogramm und Luftwaffenferti- gung erweitert vorgesehen war. Direktor des„Mittelwerkes“ war der General- direktor Rickhey mit den Direktoren Förschner, Otto, SS-Sturmbannführer, Bersch, Otto, und Sawatzki(Konstrukteur des Tiger!). Die allgemeinen Lagerverhältnisse waren im großen und ganzen ähnlich denen in Buchenwald zum Schluß. Anfangs waren sie besonders übel, da man die zur Arbeit herangezogenen Häftlinge untertage im Stollen schlafen ließ. Ich kam als„beratender Hygieniker“ erst Anfang 1944 nach Nordhausen, als bereits die ersten Baracken im Freien gebaut worden waren. Die größte Sorge der Seuchenabwehr bestand in der Unmöglichkeit, ge- nügend zu entlausen. Teils fehlte dazu Blausäure oder Areginal, später die Be- kleidung, die unter der wirklich ausreichenden Entlausung wie Zunder zerfiel... Glowna Komisja, 6a ob, Fotokopie. 1 Gemeint ist der„Tigerpanzer“. 279 L er ne Tr x, EELEHEHERE EEE Fe ne u ee ELLE LOL LITE EEE EEE a Rn ern nd hen ns 7 Er ee a = a u Der Standortarzt der Waffen-SS Weimar-Buchenwald, Weimar den 31. März 1945 Betreff: Gesundheitszustand der Häftlinge in S III! Bezug: Funkspruch 2572 v. 28. 3. 45. An den Lagerkommandanten K.L. Buchenwald Anläßlich meines Besuches im Außenkommando S III am 30. 3. 45 wurde über den Gesundheitszustand in Vereinbarung mit den Anschauungen des dort diensttuenden Lagerarztes SS-Ustf. Dr. Greunuß, folgendes festgestellt: Bei einem Häftlingsstand von 10249 sind die Kranken aus sämtlichen 8 La- gern im Häftlingskrankenbau des Nordlagers zusammengezogen. Es befinden sich hier chirurgische Kranke 314 innerlich Kranke 410 Durchfallkranke 20 Infektionskranke(Fleckfieber) 183(einschließlich Verdacht) Wundrose 22 949 Häftlinge Außerdem befanden sich im Nordlager 622 Schonungskranke in den Lagern Crawinkel 274 n und im Zeltlager 148 is 1044 Schonungskranke Ferner sind insgesamt 187 invalide Häftlinge vorhanden. Nach der im Lager S III gültigen Grundeinteilung sind die Schonungskranken vorwiegend Angehörige der Gruppen I und II. Die Invaliden gehören der Gruppe IV an. Gruppe III ist nach Überstellung der über 2000 für S III nicht einsatzfähigen Häftlinge kaum noch vorhanden. Da anzunehmen ist, daß auch eine Reihe der chirurgischen und internen Kranken soweit wiederhergestellt werden kann, daß sie zum Einsatz auch für S III verwendbar sind, ist zu sagen, daß das Gesamtbild im Augenblick als günstig erscheint. Allerdings muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß bei dem ständigen Verschleiß von Arbeits- kräften sowie aus der Erfahrung heraus, daß auch die kräftigsten Häftlinge bei einer zu langen Arbeitszeit und zu geringen Ruhezeit körperlich verfallen, da- mit gerechnet werden muß, daß ein erneuter höherer Anstieg sowohl der Kranken als auch der in Zukunft nicht einsatzfähigen Häftlinge zu erwarten ist. Der Standortarzt der Waffen-SS Weimar (Schiedlausky) Hauptsturmführer d.R. IML- Buchenwald 1 5/5, Bl. 00 072. Original. ı Außenkommando Ohrdruf. 280 enwald, ‚1945 !D wurde des dort It: en d La- befinden Verdacht) ıke ıke skranken ören der III nicht Jaß auch orgestell zu sageN, ß darauf Arbeits- linge bei len, da vohl der arten ist; Weimar Das Außenkommando Ohrdruf ...Von Birkenau kam ich im September 1944 in das erst 14 Tage vorher eröffnete Lager Ohrdruf, dessen Stammlager Buchenwald war... Wir kamen im September 1944 an einem Freitag mit 1000 Mann an. Bereits am Samstagmorgen ging es mit Karacho an die Arbeit. Es wurden Stollen in die Berge getrieben. Gearbeitet wurde in drei Schichten. Das Tempo bei der Arbeit war ungeheuer, und von den Aufsichtspersonen, wie SS, Teno(Tech- nische Nothilfe) sowie Zivilpersonen wurde viel geschlagen. Diese Arbeitszeit wurde auch im Winter durchgehalten, ohne Rücksicht auf die ungenügende Kleidung, den weiten Anmarschweg usw. Der Verschleiß an Arbeitskleidung, besonders an Schuhwerk, war bei der Arbeit enorm groß. Trotzdem wurden Ersatzstücke nur unzureichend herangeschafft. In den 5 Monaten meines Auf- enthaltes in Ohrdruf wurde nur ein einziges Mal gebadet und entlaust, und dieses auch nur, weil in einem Nebenlager Typhus ausgebrochen war. Später kamen noch 1500 Häftlinge aus Flossenbürg, die körperlich in sehr schlechter Verfassung waren. Sie sind, verursacht durch die schwere Arbeit und die mangelhafte Bekleidung, bis auf wenige gestorben. Von unserem Transport sind nicht mehr als 200 übrig geblieben, das heißt nach 5 Monaten nur noch ein Fünftel. Später wurden noch Kampfstände, Vorrichtungen und Stollen in der Nähe des Truppenübungsplatzes gebaut, die als Führerhauptquartier vorgesehen waren.! Da aber die Arbeitsstollen zu weit vom Lager Ohrdruf entfernt waren (wir fuhren zuerst täglich 12 km mit Omnibussen), wurden aus Mangel an Benzin das neue Nebenlager Crawinkel und das sogenannte Zeltlager errichtet. Dort waren die allgemeinen Verhältnisse noch schlechter. Die Verpflegung war knapp, die Menschen hungerten bei der geforderten schweren Arbeit sehr. Es gab viele Kranke, die nach Ohrdruf in den Krankenbau verlegt wurden, der einer Hölle gleich kam. Es fehlte im Krankenbau an ärztlicher Hilfe, an Medikamenten, an Heizmaterial und anderem mehr. Von diesem Krankenbau gingen von Zeit zu Zeit Transporte nach Bergen-Belsen. Das waren die sogenannten Invaliden- transporte. Besonders grausam waren der stellvertretende Lagerführer Stiwitz und der Unterscharführer Müller, die den Häftlingen geringster Anlässe wegen 25 oder mehr Stockhiebe verabreichten. In Crawinkel gab es einen besonderen Bunker Z II, der dem Sicherheitsdienst für festgenommene, flüchtig gewesene Häftlinge unterstand. Dort gab es nur alle drei Tage eine halbe Portion Essen! Licht und Luft waren nicht vorhanden. Ich erinnere mich eines Falles, bei dem an einem Abend fünf Kameraden wegen Flucht gehängt wurden; darunter befand sich auch ein 15jähriger polnischer Kamerad, der verzweifelt schrie:„Mutter, Mutter, ich bin noch so jung, ich will noch nicht sterben!“ Die Hinrichtung wurde ohne Zögern vorgenommen. 1 Vgl. S. 247£. Be er a 3 nn Tyan ai* ee Zee EEE Zr egal + nn ge LTE EEE a ne ee ee a ne en ee Tee EEE BELEGE EHEN ZT Da rn ange re tee Se En an a res a A Ah TE uch Arge Am 4. April 1945 kam der Evakuierungsbefehl, und wir traten einen Marsch mit unbekanntem Ziel an. Wir schleppten uns auf Umwegen 70km nach Buchen- wald. Die letzten 1000 Häftlinge bekamen keine Verpflegung mehr. Wir waren drei volle Tage unterwegs und kamen zerschlagen und zermürbt an. Kranke und Schwache, die unterwegs nicht mehr mit konnten, wurden durch Genick- schuß getötet. Erwähnenswert ist noch, daß bereits unterwegs einige Ange- hörige der SS ihre Abzeichen abnahmen, um gegebenenfalls nur als Wehr- machtsangehörige zu gelten. Rolf Baumann BA 62 279- 1. Bericht, geschrieben 1945. Liquidationskommando S IH ... Januar 1945 kam ich vom Polizeigefängnis Dortmund nach Buchenwald. Nach drei Tagen ging es wieder auf Transport nach Ohrdruf, genannt S II. Wir waren 500 Mann, meist Deutsche und Russen. Zu 22 wurden wir in ur- sprünglich für 11 Mann bestimmte Unterkünfte gesteckt... Jeden Tag wurden 15-20 Mann zum Revier geschleift. Täglich zählten wir drei bis vier Tote... Bei der Arbeit(Gleisbau) waren die meisten der 600 Mann des Kommandos krank und so schwach, daß wir deren Arbeit mitleisten mußten und sie auch für uns zu schwer, ja direkt unerträglich wurde... Auf den Arbeitsstellen starben täglich 10 Kameraden. Kein Wunder! Von morgens bis 16.30 Uhr arbeiten, ohne Pause, ohne Kaffee, in Regen und Schnee. Um 17.30 kam man ins Lager, um 19 Uhr hieß es„Antreten zum Abend- appell!“ Er dauerte bis 21 Uhr. So ging es Tag für Tag, und viele, die den Tag noch halbwegs überstanden hatten, brachen abends zusammen und starben elend. So starben bei einer Gesamtbelegschaft von 3 bis 4000 täglich 50 bis 60 Häftlinge. Was spielte das auch für eine Rolle?! Es wurde immer wieder neues„Material“ herangeschafft... Nach zwei Monaten kam ich zum Kommando Crawinkel. Hier lagen wir zu fünf in einer Boxe, ohne Strohsack und Decken, auf dem blanken Holz. Morgens um 3 Uhr standen wir schon auf und gingen zur Arbeit Stollenbau inaDorar.: Als dann das Kommando„Arbeitskommando nach Dora antreten“ laut wurde, wollte keiner dorthin, und die Kapos und SS-Bestien trieben die Leute mit dem Gummiknüppel zusammen. Wir wurden dann zu je 24 Mann in eine Lore ver- laden. Alles mußte sich setzen, denn der Scharführer schlug mit dem Gummi- knüppel jeden über den Schädel, dessen Kopf etwas hervorragte. Selbst ein gewiß nicht allzu zart besaiteter Oberfeldwebel der Wehrmacht erklärte das für unverantwortlich. Jeden Tag verunglückte ein Zug. Es kippten ein paar Loren um, es gab sieben bis acht Verwundete, denen Arme und Beine abge- fahren waren, zwei oder drei Tote. Abends bei der Rückfahrt ins Lager gab es 282 Marsch 3uchen- t Waren Kranke Genid- 7 Ange- - aumann enwald, t SI, rin ur Iten wir ımandos auch für ler! Von sen und - den Tag starben h 50 bis ‚wieder n wir ZU Z. ollenbau ‚twurde, mit dem ‚ore Vel* Gummi JJbst ein lirte das ein pad! je abge T gab s einen langen Aufenthalt auf der Strecke, späten Appell, spätes Essen. Die Folge war: weitere Ermattung. Und die Arbeit: Erdbewegungen, Stollenbau! SS- Leute schlichen wie Spürhunde hinter den Häftlingen her. Wenn einer einen Moment verschnaufen wollte, überfielen sie ihn mit Knüppeln. Auch Zivilmeister beteiligten sich an den Grausamkeiten. Sie waren eben- falls mit Knüppeln ausgerüstet. Es gab keine Waschgelegenheit. Es gab keine saubere Wäsche. Von Läusen waren wir bald zerfressen und wurden durch nächtliche Fliegeralarme dauernd gestört. Als ich von Buchenwald fortging, wog ich 80 kg. Mein Gewicht war dann auf weniger als 50 kg gesunken... BA Bericht 62 279- 3. Bericht, geschrieben 1945. Der Standortarzt der Waften-SS Weimar-Buchenwald, den 17. März 1945 Weimar Betreff: Sektion von Leichen verstorbener Häftlinge im Außenkommando des KL. Buchenwald Leau! Bezug: Unterredung von SS-Oberführer Pister mit SS-Standartenführer Dr. Lolling. An den Chef des Amtes D III, Oranienburg Über die Vorgänge, die zur Sektion verstorbener Häftlinge im Außenkom- mando Leau geführt haben, gebe ich folgenden Bericht: Das Kommando Leau, das etwa seit September 1944 besteht, ist ein arbeits- mäßig sehr schweres Kommando, da teilweise Bauvorhaben unter Tag vor- bereitet werden müssen. Die Anforderungen an die Häftlinge waren sehr hoch und die Zusammensetzung der für dieses Kommando ausgewählten Häftlinge insofern ungünstig, als es sich zum größten Teil um Warschauer Polen mittleren Alters sowie um Franzosen handelte, Sowohl die einen wie die anderen waren meist städtische Bevölkerung mit Intelligenzberufen, die für solche Bauvorhaben körperlich nicht geeignet er- scheinen. Kurz nach Anlaufen des Kommandos wurde eine Reihe von Ruhr- verdachtsfällen gemeldet. Ein sofort nach dort überstellter SDG konnte jedoch im Verein mit dem Pflegepersonal in kurzer Zeit ein Umsichgreifen der Infek- tion verhindern. Tatsache blieb nur, daß eine Reihe von Todesfällen eintrat, insbesondere unter den Häftlingen, die unter Tag arbeiteten und mitunter wochenlang nicht an das Tageslicht heraufkamen. Unter dem Eindruck der stei- genden Anzahl von Todesfällen wurde ich anfangs Dezember 1944 von dem leitenden Arzt der OT?-Oberbauleitung in Halberstadt angerufen, der seiner- ! Bernburg/Plömnitz. ? Organisation Todt. Dee er engen nn nun EHE nn EEE N ne ee EEE ALLE he neh ne Du EEE Dee De a em ae Der a Zus Dee ne m Te a a En RT TR —, ee ee en seits den Verdacht äußerte, daß es sich um eine nicht geklärte Endemie handle und den Vorschlag machte, einige dieser Verstorbenen sezieren zu lassen. Er äußerte dabei die Meinung, daß es sich um Fälle gehäuft auftretender End- arteritis obliterans handeln könne, also um Gefäßspasmen, die mit den Arbeits- bedingungen in einem Kalibergwerk vielleicht in Zusammenhang gebracht wer- den könnten. Es lag somit ein allgemeines Interesse vor, die Häftlinge gegebe- nenfalls vor weiteren Schädigungen zu schützen. Aus diesem Grunde habe ich mein Einverständnis zur Vornahme der Sektion bei einigen besonders auf- fälligen Todesfällen von Häftlingen gegeben mit der Maßgabe, die Angelegen- heit vertraulich zu behandeln, wie es ja bei diesem Vorhaben sowieso der Fall war. Von den Ergebnissen dieser Sektion hörte ich lange Zeit nichts. Ich habe in der Zwischenzeit nur veranlassen können, daß die allgemeinen hygienischen Verhältnisse im Lager besser wurden, daß Bierhefe aus den benachbarten Brauereien zur Verteilung kam; außerdem wurde vorgeschlagen, daß die OT- Bauleitung einige Höhensonnen für die unter Tag arbeitenden Häftlinge be- schaffen möge. Im Monatsbericht vom Januar 1945 wurde mir vom SDG mit- geteilt, daß das Ergebnis der Sektionen von zwei Leichen negativ ausgefallen sei. Erst vor wenigen Tagen, am 9. März 1945, erhielt ich ein Schreiben der OT- Bauleitung, in dem mir mitgeteilt wurde, daß man bei den Sektionen zum Er- gebnis eines chronischen Hungerzustandes gekommen sei, den man sich jedoch nicht erklären könne, da die Häftlinge Schwerarbeiterzulagen erhielten. Es wurde weiterhin in dem Schreiben der Verdacht geäußert, daß irgendwelche Unterschleife in der Auslieferung der den Häftlingen zustehenden Nahrungs- mittel möglich seien. Aus diesem Grunde habe ich dem Leiter der hiesigen Ver- waltung, SS-Sturmbannführer Barnewald, die Sachlage mitgeteilt, um diese Möglichkeit zu erörtern. Es wurde mir jedoch mitgeteilt, daß die OT-Baulei- tung die Verpflegung der Häftlinge in eigener Regie übernommen habe, so daß also, falls überhaupt möglich, irgendwelche Veruntreuungen nicht bei uns zu suchen seien. Dies wurde dem leitenden Einsatzarzt der OT in einem Schreiben vom 10. März 1945 mitgeteilt mit der gleichzeitigen Bitte, seinerseits eine Über- prüfung der Verhältnisse veranlassen zu wollen. Soweit mir bekannt ist, sind also in dem besagten Kommando zwei Leichen seziert worden, bei denen ein höheres Interesse hierzu vorlag. Falls weitere Sektionen hinzugekommen sein sollten, bitte ich um entsprechende Benachrich- tigung, um die Angelegenheit zu klären. Ich werde meinerseits den für die Be- treuung des Kommandos zuständigen SDG auch schriftlich befragen, ob ihm mehr als diese bisherigen Fälle bekannt sind. Der Standortarzt der Waffen-SS Weimar gez. Schiedlausky SS-Hauptsturmführer d. R. IML- Buchenwald I 5/5, Bl. 00 059. von d Deut: Barac störte um Mi bis v Inger Die Mit 1 Serbe Holzl raum einer Leib ruge bis si D: erste stehe den, Gran Ip re stürz dan diese IM Bun] ten, den üpen handle ssen, Fr er End- Arbeits- cht Wer- gegebe- habe ich ers auf- gelegen- der Fall (ch habe enischen Chbarten die OT- inge be- DG mit- gefallen der OT- zum Eır- h jedoch Iten, Es dwelche ahrungs- gen Ver- um. diese [-Baulei- e, so da) j uns ZU ‚chreiben ne Über- ‚ Leichen ‚ weitere nachrid" r die Be- ‚ob ihm Weinil Erlebnisse im KZ-Außenlager Römhild Ich bin von Beruf Schlosser. Am 28. April 1942 wurde ich mit 16 Landsleuten von der Gestapo verladen und gegen unseren Willen zur Arbeitsleistung nach Deutschland transportiert. In Kassel wurden wir ausgeladen und in den Barackenlagern der Henschel-Werke untergebracht. Einige Terrorangriffe zer- störten nach einiger Zeit die Henschel-Werke und auch unsere Unterkunfts- räume. Mit einigen Kameraden irrte ich dann obdachlos durch die zerstörten Straßen, bis wir von der Gestapo aufgegriffen wurden, um in das Arbeitserziehungs- lager in Römhild gebracht zu werden. Dieses liegt in einem Wald und etwa 4km von der Stadt Römhild entfernt. Mit 120 Mann, bestehend aus Polen, Russen, Holländern, Franzosen, Italienern, Serben und einem Deutschen aus Bebra, hockten wir unter einem Dach der Holzbaracke, in deren unteren Räumen sich die Wirtschafts- und Unterkunfts- räume für die Posten befanden. Unsere Bekleidung bestand aus Hose und Rock einer alten Uniform, die wir Tag und Nacht trotz Nässe und Kälte nicht vom Leibe bekamen. Für viele waren solche Stücke nicht vorhanden, und diese trugen nur Unterhose und Hemd. Wer Schuhe mitgebracht hatte, trug diese, bis sie zerrissen waren, und mußte dann barfuß laufen. Der Tagesablauf der für mich mit dem 25. September 1942 begonnenen und erst am 23. November 1944 beendeten Leidenszeit war folgender: 5 Uhr auf- stehen. Der vorhandene kleine Waschraum durfte von uns nicht betreten wer- den. Auf dem Wege zur Küche, um unser Frühstück, bestehend aus etwa 200 Gramm Brot und einem Guß dunkler, kalter Brühe in einer Konservendose in Empfang zu nehmen, standen immer die vom Lagerkommandanten eingesetzten sogenannten Vorarbeiter mit Knüppeln. Sie schlugen blindlings auf uns Vorbei- stürzende ein. Diese Vorarbeiter waren aus unseren Reihen, aber vom Komman- danten des Lagers bestimmt worden, so zu handeln. Bei Weigerung kamen diese in den sogenannten Bunker, ein Erdloch unter unserer Baracke von 2 mal 9 Meter Größe. Während meiner Zeit wurden aber auch 8 Kameraden in diesen Bunker gesteckt, die sich nur geringfügiger„Vergehen“ schuldig gemacht hat- ten. Alle kamen nicht mehr lebend ans Tageslicht, und so bedeutete für uns„in den Bunker“ kommen den Tod. Einer meiner Landsleute von gesundem, kräf- tigem Aussehen hatte nicht seinen richtigen Namen angegeben. Nach Bekannt- werden wurde auch er in den Bunker gesteckt, wo er nach 28 Tagen zu toben, zu schreien und zu brüllen anfing, um dann aber doch zu verstummen. Unter dem Barackendach kauerten wir mit unserem Frühstück, um dann um 6 Uhr in Dreierreihen anzutreten, ob Regen oder Schnee, mit der Mütze in der Hand. Der Kommandant mit seinem Adjutanten zählte ab, und wenn einer der Unsrigen vor Erkrankung oder Erschöpfung auf der Erde unserer Baracke liegen geblieben war, so rief der Kommandant nur den Vorarbeitern zu:„Gebt ihr ihm, oder ich gebe euch!“ Einige Vorarbeiter verschwanden und zerrten kurze Zeit später unsere kranken Kameraden, die sich nicht mehr aufrecht halten 285 Berg a edlen ee ae pr esse EEE EEE ne DENE ae Te er BR an a ne un ee a ee ee weder et De ne ee sn ee Pd EEE konnten, in die Reihe. Wir marschierten dann, unsere kranken Kameraden zwischen uns nehmend oder tragend, unter Begleitung einer Anzahl Posten mit Gewehr und ihren Hunden in den immer nassen Steinbruch. Hier begann bei jedem Wetter unsere Arbeit mit der Picke, Hacke und Schaufel Bruchsteine nach voraufgegangener Sprengung zu zerkleinern und in Hängewagen zu ver- laden. Brach einer der unsrigen zusammen, wurde er von den Posten und Vor- männern mit Knüppeln geschlagen und von den Hunden durch Bisse wieder aufgetrieben. Ohne Pause wurde bis 12 Uhr gearbeitet... Kraftlos wankten wir dann zur Baracke, wo wir in unserem Napf"2 Liter warme Brühe empfingen. Auf dem Hof sitzend oder liegend gossen wir diese in uns hinein. Um 13 Uhr wurde erneut zum Abzählen angetreten. Wieder wankten wir zum Steinbruch, um dort wie am Vormittag ununterbrochen unter Knüppel- hieben und mit Hundebissen immer wieder aufgeschreckt aus unserem Dahin- dämmern bis 18 Uhr zu arbeiten. Dann erfolgte die Rückkehr zur Baracke, wo wir wieder'/2 Liter der gleichen Brühe wie am Mittag als Abendessen in uns hineingossen. Todmüde fielen wir auf den Boden unserer Baracke bis 20 Uhr, dann mußten wir wieder zum Appell auf dem Hof antreten. Nach Beendigung suchten wir wieder unseren Fußboden auf, um erneut in einen tiefen Schlaf zu fallen. Nur ungefähr die Hälfte hatte eine Decke, und so krochen wir einer dicht an den anderen heran. Unsere Vorarbeiter schliefen auf dem gleichen Boden mit uns auf Strohsäcken und Holzpritschen. Bevor die Tür von außen verriegelt wurde, waren 2 alte Holzfässer für die Notdurft aufgestellt. Ein Laufen zu diesen Fässern setzte schon sofort ein und hielt die ganze Nacht über an. Nach wenigen Stunden liefen die Fässer aber über und verbreiteten einen üblen Gestank. In manchen Nächten wurde der eine oder andere von seinen Qualen erlöst und lag am anderen Morgen still da. So starben während meiner Zeit zwanzig Kameraden. Einmal starben drei zugleich in einer Nacht. Die Vorarbeiter er- schienen dann am anderen Morgen mit einer uns allen bekannten Kiste von etwa 50 cm Breite, 50 cm Höhe und 1m Länge, warfen unsere Kameraden dort hin- ein. Bei den dreien schloß der Deckel nicht, und so trampelten 2 Vorarbeiter auf der oberen Leiche herum, bis der Deckel schloß... Warum ich mit meinen Kameraden aus Kassel ein solches Leben führen mußte, haben wir uns tausendmal gefragt. Wir haben auch bei anderen Kame- raden Umfrage gehalten... Deren„Verbrechen“ waren, daß zum Beispiel der eine bei seinen landwirtschaftlichen Arbeiten eine Kuh geschlagen, ein anderer sich Kirschen vom Baum genommen hatte, Wieder ein anderer vergaß auf dem Hof einer ihm zugewiesenen Arbeitsstelle, dem Pferd die zugewiesene Portion Hafer zu geben. Noch ein anderer fuhr ohne Urlaubsschein zu der 50 km ent- fernt wohnenden Schwester. Einmal gelang es einem unserer Kameraden zu fliehen. Er wurde aber un- mittelbar vor Römhild wieder gefangen und in den sogenannten Bunker ge- worfen. Nach 5 Tagen war er tot. Einen Sonntag kannten wir nicht, jeder Tag 286 Neraden sten mit jan bei (chsteine | ZU ver- nd Vor- > wieder Ma Liter vir diese kten wir nüppel- n Dahin- Baracke, Jessen in s20 Uhr, rneut in 2, und s0 jefen auf r die Tür gestellt ze Nacht breiteten len erlöst zwanzig heiter eI- von etwa dort hin- peiter auf n führen on Kane ispiel der n andere! ‚auf dem e Portion kn ent- aber UN ınker K eder Tag war wie der andere. Als ich am 23. November das Lager verlassen durfte, war ich am ganzen Körper grün und blau von all den Schlägen. Josef Zureck, geb. 2. 3. 1908 in Tschenstochau Aussage It. Gerichtsakte. Aus dem Bericht des Standortarztes Hoven von einer Dienstreise am 19. 3. 43 ... Junkerswerke, Schönebeck/Elbe. Die Verpflichtung von Vertragsärzten und Verhandlungen mit den Friedhofs- ämtern haben oft zu unübersehbaren Schwierigkeiten geführt. Ich erinnere an Duisburg! Daher setzte ich mich sofort mit dem Chefarzt der Heil- und Pflege- anstalt in Bernburg/Saale, Dr. Imfried Eberl, Postschließfach 252, Telef. Nr. 31 69, in Verbindung. Es ist derselbe Arzt, der 14 f 131 durchgeführt hat, Dr. Eberl zeigte ein außergewöhnliches Verständnis und Entgegenkommen. Sämt- liche anfallenden Häftlingsleichen von Schönebeck und Wernigerode werden zu Dr. Eberl nach Bernburg transportiert und dort, auch ohne Totenschein, sofort verbrannt. IML- Buchenwald 15/5. Bl. 00 053. Original. Häftlingsarbeit bei den Junkers-Flugzeugwerken Schönebeck/Elbe Ende Februar/Anfang März 1943 wurde in den Junkers-Flugzeugwerken Schönebeck an der Elbe ein weiteres Außenlager des KZ Buchenwald einge- richtet, Dieses Außenlager existierte von diesem Zeitpunkt bis zur Besetzung Schöne- becks durch die Amerikaner am 12. April 1945... Das aus Holzbaracken bestehende Lager wurde aufgebaut und hatte nach seiner endgültigen Fertigstellung, ungefähr Juni bis Juli 1943, eine Stärke von 1800 Häftlingen. Es waren im wesentlichen folgende Nationen vertreten: Sowjetbürger ca. 600 Franzosen ca. 500 Polen ca. 300 Holländer ca. 150 Tschechen ca. 100 Der restliche Teil waren Jugoslawen, Spanier, Deutsche und Juden. Insgesamt befanden sich unter diesen Häftlingen acht deutsche Kameraden, die als Vor- arbeiter, Lagerälteste und Sanitäter eingesetzt wurden. Die Stärke der Gesamtbelegschaft des Betriebes kann ich nur schätzungsweise mit etwa 6000 bis 8000 Beschäftigten angeben. Davon waren nach meiner Schätzung Fremdarbeiter, Männer und Frauen— ihrer Nationalität nach im wesentlichen Tschechen und Holländer— 4000 bis 5000, deutsche Zivilarbeiter etwa 1000 bis 1500... 1 Vgl. S. 187 bis 192. 287 N ee Fu En enge ne TEL LLEH EEE Si Ser en m y R j RN; Gelände N Zum Arbeitsbereich gehörten vier Produktionshallen, und zwar eine Halle, hrachlie (an in welcher die Träger für die Verstrebungen an den Flügeln und Rümpfen ge-„ufzufü Hi fertigt wurden, ferner das Preßwerk, in welchem die Verkleidungsteile für die et H Rümpfe, die Flügelverkleidung sowie die Kanzeln gefertigt wurden, eine ie H Gießerei und eine Härterei. Diese 4 Hallen waren vom übrigen Werk, da sie din N in unmittelbarer Nähe des Lagers lagen, ebenfalls durch einen Stacheldraht- DR A zaun abgegrenzt. Die Bewachung der Häftlinge erfolgte vom Beziehen des N Lagers an bis ungefähr Mitte 1944 durch Angehörige der SS aus den soge- N nannten volksdeutschen Gebieten und später durch in SS-Uniform gesteckte ii Angehörige der Luftwaffe, die aus sogenannten Genesungskompanien kamen.; I Bei der Auswahl der Häftlinge, die die Vertreter des Werkes in Buchenwald Zu il selbst vornahmen, wurden die für den Arbeitseinsatz Bestimmten einer kurzen ii fachlichen Qualifikation unterzogen. Besonderen Wert legte man auf metall- Polizei: ni verarbeitende Berufe, wie Dreher, Former usw., machte dies aber nicht zur aus- 1} schließlichen Bedingung für den Einsatz im Werk. Be: vn Die Arbeitszeit betrug täglich 12 Stunden, und es wurde in Tag- und Nacht- nn Si schichten sowie an Sonn- und Feiertagen durchgehend gearbeitet... iM Die von den Häftlingen durchgeführten Arbeiten wurden bis März 1944 un- Ri d N entgeltlich ausgeführt und ab diesem Zeitpunkt mit einem Tagessatz von 18 nicht fe N bis 30 Pfennigen entlohnt... In di RK Leander Kröber! Io0i hi BA 62 233- 2. Bericht vom 28. Februar 1958. In d h\ Russen IN H Braunkohle-Benzin-AG.| e { Werk Zeitz 9976 An den\ rag N Herrn Landrat| Ersi if des Kreises Zeitz| H(10) Zeitz R BTA/Ro/O. 16.10.4| H Lager zur Unterbringung von KZ-Häftlingen/ Reichsleistungsgesetz'B# H Zur Durchführung von Wiederherstellungsarbeiten in unserem Werk Zeitz ä ih befinden sich hier 4000 KZ-Häftlinge, die z. Zt. in einem Zeltlager in unmittel- IN barer Nähe unseres Werkes untergebracht sind. Diese Unterbringungsart läßt SS-Baı il sich für den Winter nicht beibehalten, und wir sind vor die Notwendigkeit ge- Köhn-I [H stellt, ein festes Barackenlager zu errichten.? Betr.; R Dieses Lager darf auf Grund neuerer Vorschriften nicht mehr in unmittel- M An N barer Nähe des Werkes errichtet werden. Wir haben uns deswegen nach| I anderem Gelände für die Errichtung dieses festen Barackenlagers umgesehen| Pühre, H und tatsächlich auch Brachland in einem Umfange von rund 35 000 qm in dem a Y) 1 Leander Kröber, geb. 1902, vor 1933 KPD-Landtagsabgeordneter in Thüringen, 1933-1934 in ver-:'Dı EM schiedenen KZ, 1935-1942 in verschiedenen Haftanstalten, 1942-1945 KZ Buchenwald, jetzt Offizier Inge in AN der Deutschen Grenzpolizei. linge jr HM 2 Der Bezug des festen Barackenlagers erfolgte erst im Januar 1945. Inder} Ri H 288 Bi Re ee a N { wrrrrn Halle, fen ge- für die 0, eine ‚ da sie |draht- en des n soge- esteckte kamen, ienwald kurzen metall- Zur aus- | Nacht- 944 un- von 18 Kröber! 5.10. 4 ık Zeitz nmittel- art läßt keit ger nmittel- on nach gesehen ‚in dem 194 in ver ze Offizier Gelände der ehemals Chem. Fabrik in Rehmsdorf gefunden. Leider reicht die brachliegende Fläche nicht aus, die Lagerbauten für die 4000 KZ-Häftlinge aufzuführen. Wir sind deswegen genötigt, auf angrenzende Flächen zurück- zugreifen, denn eine Abtrennung von Lagerteilen ist nicht möglich... Wir wären Ihnen für baldmöglichste Erledigung dankbar, da das Lager noch vor Eintritt kälterer Witterung fertiggestellt sein muß. Durchschlag des Antrages ist beigefügt. Heil Hitler! Braunkohle-Benzin Aktiengesellschaft gez. ppa... N. pez Rosenkranz VEB Hydırierwerk Zeitz, Betriebsarchiv BTA 213, Original. Polizeiamt Meuselwitz Meuselwitz, 29. 6. 45 Abt. 12 Betr.: Bericht über die Freilegung der Massengräber auf dem Phönix-Gelände in Mumsdorf! In dem ersten Massengrab sind 136 Leichen geborgen. Die Nationalität kann nicht festgestellt werden. Todesursache: Durch Schußwafeen, nicht erkenntlich. In dem zweiten Massengrab sind 94 Leichen geborgen. Todesursache: fast 100°/vig durch Schußwaffe festgestellt. In dem dritten Massengrab sind 34 Leichen geborgen. Nationalität: Polen, Russen und Juden festgestellt, darunter ein Kind von 9 Jahren(Polen) Nr. 55322, auch sind zwei Frauen festgestellt, keine Nummern ersichtlich. Unter anderem sind noch Nummern festgestellt: 23793, 111805, 620945, 168-63, 15618, 79350, 24926(Pole), 37913(Russe), 52481, 24411, 57352, 34468(Russe) Ersichtlich wurden 10 Juden in Sträflingskleidern. Der Aufsichtshabende gez. Kurt Spangenberg Zipsendorf, den 20.6. 1945 Gemeindearchiv Mumsdorf, Kr. Zeitz, Aktennummer 50/5, Abschrift. SS-Baubrigade III Köln-Deutz, Messe 24.2.1943 Betr.: Übernahme des Restteiles der SS-Baubrigade I Lager Duisburg. Am 21.2.1943 um 15 Uhr habe ich das Lager Duisburg befehlsgemäß über- nommen. Anwesend bei der Übernahme waren SS-Obersturmführer Klebeck, Führer des Wachkommandos der Baubrigade I, SS-Obersturmführer Völkner, 1 Der SS-Arzt Schiedlausky schreibt am 11. August 1944 über die Einäscherung verstorbener Häft- linge im Außenkommando Wille-Zeitz, es würde der Vorschlag gemacht,„diese verstorbenen Häft- linge in Zukunft auf einem Friedhof für sowjetische Kriegsgefangene zu bestatten, der sich ganz in der Nähe des Lagers in Mumsdorf befinden soll.“ 19 Buchenwald 289 Ve ee 7 Te ee yE. ng ge m wu = reasseleage ee an Dee er rer BE RS u u ee 2 n, K H N‘ nf N ji ‚X } 1 A i } } { \ N j) 1 I “4 4 1 \ { { { { N j i ne m ee u ne rege= FEED BG Eee TE pe hen Sal r Te Degen ee ar N Führer des Wachkommandos der Baubrigade III als Übernehmender. Ferner 4 Herren der Stadtverwaltung Duisburg. Übernahme der Häftlinge: Es wurden übernommen: 342 Schutzhäftlinge, die sich wie folgt zusammen- setzen: Angetreten 265 Revier 59 Küche 4 Krankenhaus 5 Flüchtlinge 9 342 Der Zustand der Häftlinge ist ein derartig schlechter, daß am Montag, dem 22. 2. 1943, zunächst nur 50 Häftlinge zur Arbeit ausrücken konnten. Am Mon- tag, dem 22.2.1943, wurden dann nochmals 100 Häftlinge, die zum Teil arbeits- fähig waren, zur Arbeitsleistung eingesetzt. Der Zustand der Bekleidung, wie Anzug(Zebra), Wäsche und vor allem Schuhwerk ist der denkbar schlechteste, unleserlich SS-Obersturmführer IML- Buchenwald I 5/5, Bl. 00 383, Originial. Anruf des SS-O’Stuf. Völkner, Köln-Deutz für SS-H’Stuf. Hoven: Die von den Bomben-Blindgängern beschädigten bzw. verwundeten Häft- linge hat V. nach Köln in den Krankenbau der SS-Baubrigade III geholt. Die Häftlinge kommen von Essen-Bottrop. Zahl 7, davon 1 nicht transportfähig. Befunde und Röntgenaufnahmen sind nach Buchenwald unterwegs. Ausfall der Häftlinge ca. 3 bis 4 Monate, vielleicht noch länger. SS-Obersturmführer Völkner bittet, zusammen mit dem Chef des Amtes D III erwirken zu wollen, daß von KL-Buchenwald ein LKW nach Köln kommt und die schwerkranken Häftlinge abholt, dazu noch einige schwache Häftlinge, die für den Einsatz nicht geeignet sind. Für sachgemäße Verladung sorgt SS- Obersturmführer Völkner. Der Stabsarzt Dr. Körner, Abteilungsarzt des Lazarettes für Kriegsgefan- gene, hat den nicht transportfähigen Häftling(Russe) zurückbehalten. Ver- letzung des Häftlings: linksseitige Schenkelhalsfraktur, Fraktur der rechten inneren und Infraktion des rechten äußeren Knöchels. B. wurde zur wissen- schaftlichen Auswertung einer neuen Art von Schenkelhalsnagelung dem er- weiterten Krankenrevier für sowjet-russische Kriegsgefangene zugeführt... Aufgenommen durch SS-Oberscharführer Krause 20.3.43 8.35 Uhr (Krause) SS-Oberscharführer IML- Buchenwald 1 5/5, Bl. 00 375, Original. 290 Die Wieda Stamm Die so dal berüd Häftli pflegu wurde kam a Häftli Fällen sie aul Im Der Schwe scharf genKt selbst Tasch furcht weite: wurde von d das R hause Die esin Acht] Inkı vollst Id Teine er, x Feme Erlebnisse im Außenlager Wieda en Die dritte SS-Baubrigade bestand aus vier Lagern, und zwar Stammlager" N Wieda, Außenlager Mackenrode, Nüxei und Osterhagen. Ich befand mich im N Stammlager Wieda als Lagerältester und Kapo der Schreibstube... Die Häftlinge wurden im Bahnbau beschäftigt. Die Arbeit war sehr schwer, so daß der körperliche Zustand der Häftlinge sich verschlechterte. Besonders berüchtigt war das Lager Osterhagen mit Lagerführer Choina. Dieser ließ die ih Häftlinge bis zur vollständigen Dunkelheit arbeiten und teilte dann die Ver- pflegung aus, die die Häftlinge kalt zu sich nehmen mußten. Die warme Suppe wurde von Wieda mittels Kraftwagen mittags an die Außenlager geliefert und kam abends um 22 Uhr zur Verteilung. Im Lager Osterhagen wurden auch die a Häftlinge am meisten geschlagen. Erkrankte Häftlinge wurden in seltenen hi all arbarı Fällen nach Wieda zur Behandlung überführt, sondern sie mußten arbeiten, bis Hi ran. sie auf der Arbeitsstelle tot zusammenbrachen. IN he in Im Februar 1945 ereignete sich folgendes: M 3 Der Häftling Hacker, Fritz, Reichsdeutscher, litt an Entzündung der erlich Schweißdrüse unter dem linken Arm. In der Nacht um 24 Uhr kam der Haupt- urmführer scharführer Choina betrunken in das Lager Osterhagen und ließ durch den dorti- gen Krankenpfleger den Häftling Hacker holen. Er sagte, er wolle dieOperation selbst vornehmen. Er kniete sich auf Hacker und schnitt ihm mit einem Taschenmesser ohne Betäubung die Drüsen auf. Der Häftling mußte dabei furchtbare Schmerzen aushalten, außerdem erfolgte eine Infektion, so daß sich weitere Schweißdrüsen unter dem Arm entzündeten. Im Monat März 1945 Ih wurde Hacker in das Revier des Stammlagers Wieda eingeliefert und wurde} er ee a en a Fin gie ae Femme ir oten Hält- von dem Häftlingsarzt Dr. Rene Autard behandelt... eholt. Die Die gesamte Belegschaft der dritten SS-Baubrigade betrug ca. 1200 Schutz- Y sportfähig, häftlinge. Davon starben in der Zeit vom 30. 12.44 bis 7.4.45 74 Häftlinge. K Ausfall der Zwei Häftlinge sind in Osterhagen totgeschlagen, die anderen 72 Häftlinge In starben an vollständiger Erschöpfung und Tuberkulose. Der Tod weiterer Häft- M les Amtes linge konnte von mir nicht festgestellt werden, weil schwerkranke Häftlinge in I öln kommt das Revier des Konzentrationslagers Mittelbau(Dora) bei Nordhausen und in hf Häftlinge, das Revier des Arbeitslagers Erich in Ellrich sowie in die Boelke-Kaserne Nord- 8 sorgt 8° hausen eingeliefert wurden. ii Die kranken Häftlinge in Ellrich ließ man verhungern. Noch schlimmer war es in der Boelke-Kaserne. Dort mußten die Kranken auf Steinfußböden liegen. h \ jegsgelar EReE:; EI ARTE h| Iten. Ver Acht Häftlinge erhielten ein Brot von 1500 Gramm und je” Liter Wassersuppe. h ar rechten In kurzer Zeit starben diese bereits unterernährten und kranken Häftlinge an I jr wissen vollständiger Erschöpfung. N ‚ dem er Ich, Pieper, Georges, Nr. 12 353, schwöre, daß oben angeführte Angaben der Y führt. reinen Wahrheit entsprechen. N > Geschrieben in Wieda am 2. Mai 1945 5 Georges Pieper führe führer char Prozeß IV, Dok. 22 222-PS. una EEE EL Er ker ee re 5 N ee, weBunyzswogq une[yezs3urmgJeH a en gegsgqg upueig en aut© "Sa-(III) 985T'N0A‘8SE'S“TIAXX"PX“LNISNY z sdurmmFeH 0°, ypyuurw— w pigem aM; 192ejssunprpog-SS JUISSEY-SS odumj®H 022 SPAPTEM-USS[ory Spnıpsıoıyn J-SS HE'6Z CHE 65‘sa}susIpsgunmemaA»popjeM"IN :uo][pIsIUITq PMZ w Fr°9'07 sap afnıpsısıyn J-SS Amy ussjoly'g „9IOOWSnaZEn] T my SPOIqTOPpuAZ uoA“IDULL 18 pp url sung] OOMSNOL ıpejsuuy'G 1sopZme apınm"Oops sea puesos2pn.mz premusupng peu uop -ına oduryeH F6 2Id "uyeyyag Jose] ‘opees/offeH oyIoMm-Ppqgers'opy4#6 cp'g'gI ofeegs/ojfeH sy M woA Aynpogn epmm 001©-ZnazönjJ-JpgeIs sop nes1o 7,'Iy j2odsuer], ISsstqQ O00I CHE 8 negqs}2.199-Zıngeuuy Zıngeuuy'p 8187 SP6l 8 5 00°+ SPIEL ZEN 0087 PP6I"AON 000% rr6I PO U HV Ppkumpg oöny ZINEIT sqpyr 87 MEHR'Z OVSYH Zinquayy'g (zyampsny sne OsstusnazI]"uoyo MOINYEA9 uosjog-ua3 uoneıy'pnf'Zun) ZunyoMmA Mmz Hqus singe'Iy -Iogq weucy'g',sUuuy 0O00I ws Mrs ll dp Hopuopy Auge TegoN KOBUSTIVEG 6°% STE Lo IDEUOSTH IY 61T w666 M rl 08 weussiq-MNg UONUV S9poI1oIqy:T er N jıy Zunsopmy'n aan aureu we[yezsSurmyeH En nes gqemsg“rpurıg ad AO = a Pfemuspng SIH3ejsuonenuszuoy Sop SoPuzunucyusgmy a u nn gen nen nn nr nn nn ne Zr ee nen EEE KLEE BREMER ee a.. u.=- hg En gr RE En EEE zii Er Fe ee Te Te mn namen ne De re er nen uaustps -uyequosiq u9439] pun juun] weurm ur z01)'Iq w FpIT’EI USPYOqIe oZumpeHOTq SqTeAıps 204] g/eS1og'SI soao« SIOIN zepepiag-urouy Zıoqsusg ejoden Sıogsuag"ZI wauıanın SU SSHIESSH KH SAD aaa Spninz ng usZuudg pun Hop wpeucp 7'9 -uIog] UONPEIPSITE 8sl cr 7 ol N asia OL, 495 qpey puuop'n THuusy uoZurmoy'Iy yogressumyeH Old 057 Jonuusy SIMPNT"eg er wes3unzgeg pe"IL I 79° SqnysIozur A uuog'Iy T‘7'673 u9S99IAQ[40H 219952po9 Ped'0I (unoysıop -UBH) UOA OypN Top ur ussneysunig ur oyıom -[oyutop I9p ZungtoIqy) USSUSPIY Toq wIioy -sopueg) peqg‘"HqWI WROUSIOPUBY'Iy PP°0L' negsyereddy sunıg wogsIopueg peq'6 09© 07 SPaS hl nequouftpse N exzoq ped'8 car p usgqajsiapsy M 008 En 3 epsy a]“OYIOMUSIOION u 009-008 orte Fp°8, CH pun-Znozönpg sıoyumf usgojsIelpsYy', 3; e Sweu wedunyowog ure[yezsäurngeH Tuy, aUuSoplVan gemog Sıpueıq HO -pJH Zunpumg pad Rs SAI-(III) F8ST"NO‘Sse"S"IIAXX oZumyJ®H 031 DIENST 1o2ejsZunpro[32g-SS SUISSEN-SS oZumFeH 022 POPITEAA-USS[OAV ATNIMSIDJILUMN ‚T-Ccc a} ul ar el 4(a) il a We7 Zımquaog'CT IPAISOq PPpPZaIz, pun oSejuereiy TIg 25, ed ayau1 pou 87'6'6% ONIOMUTOIS pun Jeuno MM"IM 083® 12.0206 Su zo] SRIEETDSISCHZETSHd IPSIS SATT usdunyowog we jyezsSumpep FV Zunsogmyn qaımag Arpurıg oureu NO JH>unpmıy-POq= nel m ee u id Ba u ne ee a en Be a nk en inin E= E 2 u EFT LUDELEISEHTE Pyumeipipeu ep uoA 'n UOUNUONOZ FLIPIUO IIL S peu pfemusupng uoA ıprpsunıdsın ONIYIS 21913 NIEIS 919913 ee re er er u rd Sn ng ne arg u yr'8 95 Fr zoq eu 6 13 Ir'% Sach Ip ıdes PL'9% IL & 8 II g FE II 6 9 neursdq uyoS Mouj[oH"eg POISQOH negqjeuun], pun yogqıewpniqutaIg — pjoguadsqy 1058] -pusänlsspup'ewoys um pIpIyg Opueuwoy sap OpuewwoyTo}uN] (aupjod PUSH 10pPS NROMPnS AHIgeF -Mm3urs]S Ip opurpdy weop jne) Sızdıo] IV -IHpmupg 08nH I9VSVYH IPASPEHNG“Ossonps CI opnuypszoyun[-SS ONMeret -uajyoyuneig YYdVYa umnpog IV YRAusynd pun-uUssI] OV uorrexrIgejygerseinD 107 uppA Punypog JOfOMIUV‘Ty eNog)'ıy PAUMEI)\ TWIWILIS)'Iy ZU U) zewro MN"IM IPaIs[pnng' Sramypsunemg' Stzdio]'Iy uoyog' wınwpog' umıpog'6I Iyy/neuloq- uodunyIourog u säumfeH ruez BJ®-H Ay Zunsopmyn ZSunpunısg geımog‘Qupueig (FopuuoL, uon opueunuoy1s}uNn) uspsqreusqnıspueg OUeU AIBUHSAN"AS WEUUSNUBIE"SL en a an re> usZunyIswosgq we[jyezsZurmseH Hy sunsojjnmVv nn ka ba na a a a een ER ET ERga Zar ="Ba Penn ars opurwwoysusıds EI SF 00 popjposuq umgginuuoArp OJI FIT HF‘01 Jatpnsuoqwog 05 SPS'6l vs'61-uunyjey] Opueumoy umTey HOPJSSSRC]'SE 0ST sms el rel SP 87 ws el LSYAA Se12Aufo}S ost® u er7%G'8 pun-pIY olpsmoct OP[SSenA'FE c09 SVES 0 509 FT el EIS IJOLB 799 r7 6 66 STOZUSTnzuauorT E88 pr runf URL“! 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Von der Handreichung für den Kameraden, mit dem man befreundet war, bis zur gegenseitigen Unterstützung aller nationalen Gruppen, die im Lager waren, knüpfte sich das feste Band der Solidarität. Von der Pause, die man ein- legte, wenn die SS nicht aufpaßte, bis zur organisierten Sabotage ganzer Kom- mandos, von der Zuflüsterung von Informationen über die Bildung kleiner Gruppen bis zu den Besprechungen des Internationalen Lagerkomitees und den Übungen der antifaschistischen Militärorganisationen gab es eine Fülle mannig- faltiger Widerstandsformen. Der Verlauf der Widerstandsbewegung in Buchenwald läßt sich in folgenden Etappen verfolgen: 1. Etappe Juli 1937 bis Kriegsbeginn 1939 In diese Etappe fällt der Aufbau des Lagers. Im Kampf der politischen Häft- linge gegen die SS und ihre Helfershelfer, die Berufsverbrecher, bildet sich die illegale Leitung der deutschen Kommunisten in Buchenwald heraus. 2. Etappe Kriegsbeginn 1939 bis Ende 1941 Die Häftlinge, die der Verhaftungswelle im Herbst 1939 zum Opfer fielen, und viele ausländische Kameraden kommen in dieser Zeit nach Buchenwald. Die ersten Verbindungen zu ihnen werden geknüpft, die Zusammenarbeit be- ginnt. Die Leitung der illegalen Organisation liegt weiter in den Händen der deutschen Kommunisten. Die Etappe endet mit dem Versuch der SS, die poli- tischen Häftlinge von ihren Funktionen zu verdrängen und Berufsverbrecher einzusetzen. Das Vorhaben scheitert am hartnäckigen und einfallsreichen Ab- wehrkampf der politischen Gefangenen. In die 3. Etappe vom Sommer 1942 bis April 1945 fällt das sprunghafte Ansteigen der Häftlingszahl und der Auf- und Ausbau von Außenkommandos. Diese Etappe umschließt aber auch die Gründung des Internationalen Lagerkomitees und der nationalen Komitees. Das Internationale Lagerkomitee leitet und koordiniert den Kampf gegen SS-Terror und Kriegs- produktion, organisiert die gegenseitige Unterstützung aller Nationen. Alle Kommandos werden internationalisiert, eine internationale Militärorganisation geschaffen und Waffen besorgt. Diese Etappe endet mit dem Kampf um die 313 a en er ng gg EEE Zen un ge wen ei ee tn ige EEE ee ERIHRSEUREN ie Verzögerung der Evakuierung Buchenwalds und mit der Selbstbefreiung der it wul iyN Häftlinge. So wur 1 Für diese erfolgreiche Gemeinschaftsarbeit legten die deutschen Kommu- und erl Ki nisten den Grundstein. Sie waren der Kern und die treibende Kraft der inter- Widers r nationalen Organisation. Das stellen die Berichte der ausländischen Kameraden H fest. Durch ihren jahrelangen Kampf gegen den deutschen Faschismus und ihre MN Erfahrungen in den Nazigefängnissen und-konzentrationslagern und in der Der Ai Emigration, durch ihre Weltanschauung, Prinzipientreue und Parteidisziplin interna ht waren die deutschen Kommunisten befähigt, die Träger des Widerstandes zu Provok Mr sein. Zweifellos gab es unter den deutschen Sozialdemokraten, den Christen Widers il und den Bibelforschern ebenfalls Menschen mit großem Mut, die unerschrocken uıtlon N für ihre Überzeugung eintraten. Sie konnten aber nicht die Geschlossenheit der stands hi) Kommunisten erreichen. Ihr Aufbegehren trug einen individuellen Charakter. Vers 1 Die Position der deutschen Kommunisten wurde gestärkt, als die Nazis Men- Gründ ht schen aus ganz Europa in die Konzentrationslager verschleppten. Die Kommu- Freiung ‚in nisten nahmen bald untereinander Verbindung auf und schufen eine internatio- Berich A nale Organisation, die Großes leistete. Sie handelten niemals selbstsüchtig. Sie seschri Ai) betreuten nicht nur die Angehörigen der kommunistischen Parteien. Keinen, der nen IN gewillt war, einen Beitrag zum antifaschistischen Widerstandskampf zu leisten, mn on schlossen sie von der internationalen Solidarität aus. Sie fragten nicht nach schlief Mt Nation, Rasse, Partei und Weltanschauung, sondern werteten nur den Willen hatrad N zum Kampf. like: M Die illegale Organisation war vom Geist des proletarischen Internationalis- Wider Pt mus durchdrungen. Während des völkermordenden Krieges einte die Anti- Wir N faschisten vieler Nationen die Einsicht, daß nur der gemeinsame Kampf Aus- m N sicht bot, dem SS-Terror zu trotzen und die Freiheit zu erringen. Dr Hi Ein kämpferischer Humanismus, tief verwurzelt im Freiheitsstreben aller ud. N Völker, triumphierte über den Faschismus. u Wenn unter den Bedingungen des KZ eine internationale Organisation ent- " stehen konnte, so zeugt das von dem Mut und der Opferbereitschaft der Anti- N faschisten, von ihrer Findigkeit, sich zu tarnen und der SS Schläge zu versetzen. Trotz der Ausnützung aller legalen Möglichkeiten, trotz der bald sprichwört- Iu M lichen Dummheit und Faulheit der SS blieb die antifaschistische Organisation N) bis zum 11. April 1945 illegal. Ihre Erfolge mußte sie im Kampf gegen die SS RN und die kriminellen Häftlinge durchsetzen, immer Strafen und den Tod vor U I Augen. Kon e] Es ist nicht schwer, in normalen Zeiten Solidarität zu üben, ab und zu wall 1" Bedürftigen mit Geld oder anderen Spenden zu helfen, einen nicht spürbaren Pat N Teil des Eigentums abzutreten. Eine weit höhere Stufe der Solidarität wurde N M im illegalen antifaschistischen Kampf, so auch in Buchenwald geübt, ständig, hal Hi nicht sporadisch und zufällig, wurde das Wenige geteilt, wurden Gesundheit hc t und Leben aufs Spiel gesetzt, um den Mithäftlingen, den Kameraden das Ih he Leben zu erleichtern, zu erhalten oder gar zu retten. Diese ständige Einsatz- ka bereitschaft, diese Selbstüberwindung, das ist wahre Solidarität. Diese Solidari- 314 er 4 . K “K u N u N { | 1X Telung der Y Kommu-|| : der inter.| Kameraden 1s und ihre und in der teidisziplin 'standes zu n Christen erschrocken senheit der Charakter, Nazis Men- ie Kommu- - süchtig, Sie Keinen, der ' zu leisten, nicht nadı den Willen rnationalis e die Anti Kampf Aus treben alle isation ent: ft der Anti u versetzen. sprichwört Irganisati egen die 9 len Tod W ab und 7 ‚t spürbar! arität wule® ;bt, ständi Gesundhel neraden d® ige Einst” {e}» Jar iese Solidat tät wurzelt im Klassenbewußtsein, in der Lehre des Marxismus- Leninismus. So wurde es den Kommunisten in Buchenwald möglich, den Kampf zu führen und erfolgreich zu beenden. Darin bestand die Stärke der internationalen Widerstandsbewegung. * Der SS ist es niemals- trotz ständiger Versuche- gelungen, die illegale internationale Kampfgemeinschaft der politischen Häftlinge durch Spitzel und Provokateure zu desorganisieren oder gar zu zersetzen. Die SS wußte, daß eine Widerstandsorganisation bestand, aber sie war nicht in der Lage, die Organi- sation aufzuspüren. Deshalb gibt es auch keine SS-Dokumente über die Wider- standsbewegung in Buchenwald. Verständlich ist ferner, daß die Widerstandskämpfer aus konspirativen Gründen im Lager keine schriftlichen Aufzeichnungen machten. Seit der Be- freiung 1945 berichteten sie über ihre Erlebnisse, über ihren Kampf. Diese Berichte wurden unter dem frischen Eindruck des bestandenen Kampfes nieder- geschrieben. Ein Teil der hier wiedergegebenen Erinnerungen stammt aus jenen Tagen. Der andere Teil wurde für dieses Buch niedergelegt. Da der Raum beschränkt ist, mußten wir uns leider mit einer Auswahl begnügen. Das schließt nicht aus, daß noch manche Lücken vorhanden sind. Damals wie heute betrachten die Antifaschisten das, was sie geleistet haben, als Selbstverständ- lichkeit. So ist es zu erklären, daß nicht die ganze Breite der internationalen Widerstandsfront im KZ Buchenwald sichtbar wird. Wir bitten unsere Leser um Verständnis, daß wir einige unserer westdeutschen Kameraden nicht mit vollem Namen würdigen können. Die Berichte der Nationen haben wir nach dem Datum ihres Eintreffens in Buchenwald geordnet. Zur Geschichte der Organisation der Kommunistischen Partei Deutschlands im Konzentrationslager Buchenwald Unter den ersten politischen Häftlingen, die im Juli und August 1937 aus den Konzentrationslagern Lichtenburg, Sachsenburg und Sachsenhausen in Buchen- wald eintrafen, befand sich eine Reihe von Mitgliedern der Kommunistischen Partei Deutschlands. Sie begannen unmittelbar mit dem Aufbau von Gruppen der KPD. Bei Ein- haltung strengster konspirativer Regeln schlossen sich die Mitglieder der Partei inGruppen von drei bis fünf Mitgliedern nach Städten oder Ländern zusammen. Ihre erste politische Tätigkeit im Lager konzentrierte sich auf die Hilfe für die kranken und älteren Antifaschisten, den Erfahrungsaustausch bei dem Kampf gegen die SS und ihre Helfershelfer, die„Grünen“. 315 rn gi EEE ee NE een m en en EEE EEE zer=. m ET ET TE ERELL ETE ge Pen äh = ET a Ze Zu a nl ne en Sn A rg A A er ee ee er Ba ar a ce u ge +2 EEE TELEEE LEE FL EEE A Fe te che ee He ee re r Die Organisation der illegalen KPD im KZ Buchenwald Internationales Lagerkomitee Deutsche Militärorganisation Leitung der KPD Deutsches Volksfrontkomitee ] Berlin- r] Mittzirhein m Haile 1] Ostsachsen I] Brandenburg- 1 Bayern-Pfalz Lausitz | Een Erzgebirge- 2 Ostpreußen-| An 1 Ruhr Magdeburg Vogtiand Dane 1 Württemberg 1 Niederrhein I] Hannover| Westsachsen—]) Schlesien m Baden az I j —]Wasserkante| Braunschweig ı—] Hessen U Thüringen i { Mi a ee eh ye-=-3--n ler N ae \ Gruppe'Gruppe!‘Gruppe;‘Gruppe! %) Jeder Bezirk erfaßte seine Mitglieder inGruppen von 3-5 Teilnenmern An der Spitze dieser ersten in Buchenwald gebildeten Parteigruppen standen langjährige, bekannte Funktionäre: Walter Stöcker, Theo Neubauer und Albert Kuntz. Walter Stöcker starb im Frühjahr 1939 an Typhus. Theo Neubauer wurde im April 1939 entlassen, im Sommer 1944 erneut ver- haftet und am 5. Februar 1945 hingerichtet. Nach dem Ausscheiden von Walter Stöcker und Theo Neubauer aus der Lei- tung der Parteigruppen zog Albert Kuntz nach sorgfältiger Prüfung Ernst Busse und August Thöne zur unmittelbaren Leitungsarbeit heran. Als im Oktober 1939 Walter Bartel ins Lager kam, wurde er von Albert Kuntz veranlaßt, in 316 den eilt 7, Welt schlüsse zeitig 3 Volksfr Parteita virtsch: Osche, nale un Prleber {egie ur Die In fngen. Ungı srengs cemadl Lagers Komm. setzun, Zu beweg iber a Zu tion a drei v Bin inforn | ne | förttemberg| | Baden ern ‚en standen erneut ver ‚us der LE Ernst Bus ‚m Oktobe! sranlaßt, D den einzelnen Parteigruppen eine Information über die Beschlüsse des 7. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale(1935) und die Be- schlüsse der Brüsseler Konferenz der KPD(Oktober 1935) zu geben. Gleich- zeitig informierte Walter Bartel die Parteimitglieder über die Entwicklung der Volksfrontbewegung in den einzelnen Ländern, über die Beschlüsse des XVII. Parteitages der KPdSU und gab einzelne Darstellungen von dem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben in der Sowjetunion. 1943 kam Ulrich Osche, ein Teilnehmer des 7. Weltkongresses der Kommunistischen Internatio- nale und der Brüsseler Parteikonferenz, ins Lager. Er berichtete aus eigenem Erleben über diese Konferenzen und vertiefte unsere Kenntnis über die Stra- tegie und Taktik der Partei im Kampfe zum Sturze des faschistischen Regimes. Die Informationen und die dadurch ausgelösten Diskussionen über Grund- fragen des Kampfes gegen den Faschismus festigten die Parteiorganisation. Ungeachtet dieses sichtbaren politischen Erfolges wurde die Einhaltung strengster konspirativer Regeln zum Grundsatz der gesamten politischen Arbeit gemacht. Die politischen Diskussionen erfolgten bei Spaziergängen auf den Lagerstraßen, in gut gesicherten Räumen des Häftlingsreviers oder anderen Kommandos, wie Kammern und Küche, die durch ihre personelle Zusammen- setzung eine große Gewähr für ungestörte Aussprachen boten. Zu dieser Zeit wurden Kurse über die Geschichte der deutschen Arbeiter- bewegung, über Fragen des historischen und dialektischen Materialismus sowie über andere Themen abgehalten. Zu einer sehr wirksamen Einrichtung wurde die wöchentliche Kurzinforma- tion an die Verantwortlichen der Bezirke durch die illegale Parteileitung. Die drei verantwortlichen Mitglieder teilten sich die Bezirke untereinander auf, so daß im Laufe des Sonnabends und Sonntags alle Verantwortlichen der Bezirke informiert werden konnten. Im Frühsommer 1940 festigte sich der Kontakt zu den Mitgliedern der Kommunistischen Parteien Österreichs und der Tschechoslowakei. Es wurde zur Regel gemacht, daß jeweils nur ein deutscher Kommunist mit je einem Verant- wortlichen der österreichischen und tschechischen Kommunisten in Kontakt stehen durfte. Zur Jahreswende 1940/41 arbeitete die Parteileitung eine Analyse der poli- tischen und militärischen Situation aus, die in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr über die Bezirksorganisation an alle Parteimitglieder übermittelt wurde. Dieser erste Versuch fand seine Wiederholung in den folgenden Jahren. Der Überfall des faschistischen Deutschlands auf die Sowjetunion rief in den ersten Stunden bei Parteimitgliedern und politischen Häftlingen Überraschung hervor, aber sehr schnell gelang es, das Parteiaktiv auf die neue Situation ein- zustellen. Das bisher sporadische Abhören von Radio London und Moskau wurde jetzt systematisch organisiert, so daß es nach einiger Zeit gelang, fast täglich Informationen über die neuesten Nachrichten zu geben. Der Vormarsch der faschistischen Armeen führte zu heftigen Diskussionen unter allen politischen Häftlingen. Es gab zunächst keine überzeugende Er- 317 TE SE BR gen ee ee Seren ne Zn ng ng u ee ET = a eg nn in me ee a BT ee ee u un on et: ee en cn he a klärung für das monatelange Zurückweichen der Roten Armee. Dazu kam, daß die faschistische Propaganda und das Siegesgeschrei der SS im Lager auf breite Kreise der Häftlinge zermürbend wirkte. Die Parteikader ließen sich aber nicht beirren. Die Parteileitung gab als Grundsatzerklärung heraus: Der Überfall des faschistischen Deutschlands auf die Sowjetunion ist das größte Verbrechen in der Weltgeschichte. Die Sowjetunion führt einen nationalen Verteidigungs- kampf. Es ist die Pflicht der Arbeiter aller Länder, den Sowjetvölkern aktive Hilfe zu leisten. Die deutschen Arbeiter sind verpflichtet, die Herstellung von Waffen mit allen Mitteln zu sabotieren. An die Soldaten ist die Aufforderung zu richten, den massenweisen Übertritt zur Sowjetarmee herbeizuführen. Die durch Radio Moskau bekanntgewordenen Losungen zur Sabotage in Industrie und Verkehr wurden propagiert, obwohl zu dieser Zeit die Häftlinge noch zu keiner direkten Kriegsproduktion gezwungen waren. Der Krieg gegen die Sowjetunion war für einige SS-Führer Anlaß, um mit Hilfe der kriminellen Häftlinge eine neue Aktion gegen die politischen Häft- linge zu starten. Die Parteileitung kam zu dem Entschluß, aus Sicherheits- gründen Albert Kuntz von jeglicher Parteiarbeit zu befreien. Zur Verstärkung der Parteileitung wurden Ernst Brandt und Harry Kuhn herangezogen. Im Winter 1941/1942 starteten die„Grünen“ einen Großangriff gegen die poli- tischen Häftlinge unter unmittelbarer Anleitung des damaligen dritten Lager- führers, SS-Untersturmführer Plaul. Zunächst wurden die allen politischen Häft- lingen bekannten und durch ihre aufopferungsvolle Tätigkeit im Revier hoch- geachteten Genossen Walter Krämer und Karl Peix, unter einem nichtigen Vor- wand verhaftet, gefesselt, aus dem Lager verschleppt und im Außenkommando Goslar ermordet.! Einige Monate später setzte die Lagerführung den ersten Lagerältesten, Ernst Busse, als für sie nicht genügend tatkräftig ab. Nach kurzer Zeit übernahm ein berüchtigter BVer die Funktion des ersten Lagerältesten. Jetzt begann im Februar—März eine systematische Kampagne gegen die„roten“ Blockältesten, Vorarbeiter und Kapos. Ein vorgeschobener Grund war ihnen die spontane Solidaritätsaktion bei dem Eintreffen der ersten sowjetischen Kriegsgefangenen....2 Diese Solidaritätsaktion wurde zum Anlaß einer Hetzkampagne gegen die politischen Häftlinge im allgemeinen und die politischen Funktionskräfte im besonderen. Mitten im Lager wurde ein Kasten aufgehängt, in den jeder Häft- ling seine„Beschwerden“ hineinwerfen konnte. Die Denunzianten sahen gol- dene Zeiten. Am 27. März 1942 stieg die Großaktion. Ungefähr 50 Politische, meist Kapos und Vorarbeiter, wurden ans Tor gerufen, verhört, in den isolierten Block der Strafkompanie gebracht und zu einer Sonderkompanie zusammen- gefaßt. In den nächsten Tagen stieg die Zahl auf über 70. Der Genosse Kuntz wurde isoliert im Bunker festgehalten. Wie wenig diese Aktion die eigentliche Parteileitung traf, geht daraus her- vor, daß nur insofern führende Parteifunktionäre erfaßt waren, als sie zur glei- ı Vgl. S. 184 f. BEVEIESTAILTE. 318 chen Z massiv Parteil den, a ohne| hören setzte yon ih Gle mit d arbeit sten A gekür Kapo: verste Sonde lingeı Hilfe matis Denu zelne ıbgel Di sie n 5 sc schaf sich; daß kein polit plat ui Jon Dam dier D ein Die De Bu der ur kam, daß auf breite | aber nicht berfall des brechen in eidigung- ern aktive ellung von fforderung . ou ihr en. Die| ı Industrie Je noch zu B, um mit chen Häft- icherheits- erstärkung zogen. Im 1 die poli- ten Lager- ‚chen Häft- vier hoch- tigen Vor- kommando den ersten 'ach kurzer erältesten. lie„roten“ war ihnen wjetischen gegen die skräfte im eder Häft- sahen gol Politische, ı isolierten usammen- ‚sse Kunz araus her- e zur glei chen Zeit Funktionskräfte innerhalb eines Arbeitskommandos waren. Um den massiven Angriff gegen die Arbeit der Parteiorganisation abzuwehren, gab die Parteileitung die strikte Anweisung heraus, keinerlei Zusammenkünfte zu dul- den, auch nicht auf der Straße. Sie ordnete weiter an, daß kein Parteimitglied ohne besonderen Auftrag der Parteileitung weder ausländische Stationen ab- hören noch ihm zugegangene Nachrichten übermitteln durfte. Die Parteileitung setzte einige der bewährtesten Mitglieder dazu ein, um die Durchführung der von ihr getroffenen Maßnahmen zu überwachen. Gleichzeitig gingen die Kommunisten zur Gegenoffensive über. Sie begannen mit der solidarischen Hilfe für alle Häftlinge, die in der Sonderkompanie arbeiten mußten. Der Sonderkompanie wurden von der SS-Führung die schwer- sten Aufgaben zugewiesen und gleichzeitig die normalen Lebensmittelrationen gekürzt. Mit Hilfe zuverlässiger Häftlinge wirkte die Partei auf die„grünen“ Kapos und Vorarbeiter der Sonderkompanie ein, wobei unmißverständlich zu verstehen gegeben wurde, daß das Lager über das Leben der Häftlinge in der Sonderkompanie wache. Auf den verschiedensten Wegen wurden den Häft- lingen der Sonderkompanie Essen verschafft und auch eine illegale sanitäre Hilfe organisiert. Gleichzeitig begann unter dem Einfluß der Partei eine syste- matische Kampagne aller aufrichtigen politischen Häftlinge gegen die„grünen“ Denunzianten. In ihrer notorischen Dummheit hetzten die„Grünen“ gegen ein- zelne SS-Führer und rühmten sich der Saufgelage, die sie mit ihnen zusammen abgehalten hatten. Die kriminelle Natur der„Grünen“ brach ungehemmt wieder durch, wobei sie nicht halt machten vor Häftlingseigentum, sondern auch die„Beute“ der SS schmälerten. Aber hier trafen sie auf eine empfindliche Stelle der SS-Mann- schaften und SS-Führung. Die politischen Häftlinge nutzten die Situation für sich aus und wirkten auf die einzelnen SS-Kommandoführer in dem Sinne ein, daß die„grünen“ Kapos zwar groß im Denunzieren und Stehlen seien, aber keinerlei Facharbeit leisten wollen oder leisten können. So gelang es, einige politische Häftlinge aus der Sonderkompanie wieder an ihren früheren Arbeits- platz zu bringen und damit war die Absicht der SS, diese politischen Häftlinge zu isolieren und zu vernichten, durchkreuzt. Im Juli löste die SS-Führung die Sonderkompanie wieder auf, nachdem sie allen politischen Häftlingen und namentlich den politischen Kapos gedroht hatte, sie samt und sonders zu liqui- dieren, wenn sie bei politischer Tätigkeit gefaßt werden. Die Sonderkompanie hatte weder der Partei noch den politischen Häftlingen ein einziges Opfer abgefordert, von einer Reihe Auspeitschungen abgesehen. Die berechtigte Empörung der Häftlinge richtete sich gegen die allen bekannten Denunzianten unter den„grünen“ Banditen. Seit dieser Zeit war im Lager Buchenwald der Kampf zwischen„Roten“ und„Grünen“ endgültig zugunsten der politischen Häftlinge entschieden. Dieser Sieg der Antifaschisten über die„grünen“ Banditen wurde nicht zum Anlaß genommen, um die kriminellen Häftlinge samt und sonders zu ver- urteilen. Es war bekannt, daß sich unter diesen kriminellen Häftlingen eine An- 319 ng re EEE Sr we, 22 ee na anal Sera here EICHE SEEESCHEEEE x nn log la en DET une en 2, FT a a TG Te RT Tr nn en Zn ee ee ee ee Te Zi a un a ET rn Fre Eu 3 EEE m re ze 2 .n N OR 1 u N I. IN eh rl zahl Arbeiter befand, die durch irgendwelche Umstände zu Kriminellen abge- stempelt worden waren. Mit Hilfe dieser proletarischen Elemente wurde eine Gruppe in den Wohnblocks der„Grünen“ geschaffen, mit denen die Partei un- mittelbar Kontakt hatte, der gleichzeitig dazu diente, jeden Versuch zu unter- binden, eine neue Aktion gegen die politischen Häftlinge mit Hilfe der SS-Füh- rung in Szene zu setzen. Am Ende dieser Periode wurde die Parteileitung noch einmal durch eine sehr ernste Denunziation vor eine schwierige Aufgabe gestellt, Es wurde bekannt, daß in der Politischen Abteilung Kuntz, Bartel und Brandt als die führenden Kommunisten im Lager genannt worden waren. Während die Parteileitung noch über die zu treffenden Maßnahmen diskutierte, wurde Ernst Brandt entlassen. Wie sich später herausstellte, war er nur kurze Zeit in Freiheit und kam später nach dem berüchtigten KZ Neuengamme. Als Sicherungsmaßnahme beschloß die Parteileitung, Albert Kuntz für einige Zeit auf ein Außenkommando zu schicken, damit er— wie es in der Lager- sprache hieß— aus dem Schußfeld der Politischen Abteilung verschwand. Albert Kuntz kam auf Transport nach Braunschweig, von dort nach Kassel und später nach Dora. Hier stand er an der Spitze der internationalen Wider- standsorganisation, deren Hauptaufgabe in der Sabotage der V-Waffen-Pro- duktion bestand. Im Herbst 1944 fiel er, erneut denunziert, der Politischen Abteilung des Lagers Dora in die Hände. Monatelang wurde er schwer gequält, aber er blieb stumm. In der Nacht zum 23. Januar 1945 ermordete ihn die SS im Bunker des KZ Dora. Nach dem Ausscheiden der Genossen Ernst Brandt und Albert Kuntz lag die Parteileitung in den Händen der Genossen Walter Bartel, Ernst Busse und Harry Kuhn. Sie blieben in dieser Funktion bis nach der Befreiung. Die richtige politische Linie der Parteileitung gab ihr die Autorität in der illegalen Partei- organisation und bei den internationalen Freunden. Der Aufbau der Gustloff-Werke innerhalb des Lagerbereichs, die Produktion von Karabinern, von Teilen für Flak- und Pak-Geschütze und von Teilen für die Herstellung von V-Waffen stellte die Partei vor eine neue ernste Lage. Sie gab die Losung heraus, langsamer arbeiten, noch langsamer; sabotieren und im weitesten Maße Material, Instrumente und Maschinen vernichten. Dabei stellte sich heraus, daß selbst bei einer Reihe von Parteimitgliedern ein innerer Wider- stand überwunden werden mußte. Bisher hatten die Häftlinge im wesentlichen für den Betrieb des Häftlingslagers gearbeitet. Mit einem gewissen Handwerker- stolz bemühten sie sich, beste Qualitätsarbeit zu leisten. Im Kampf gegen die „Grünen“ war es absolut berechtigt, daß die politischen Häftlinge versuchten, sich als beste Fachleute und gute Arbeitsorganisatoren bemerkbar zu machen. Das war gut und richtig, solange es sich hauptsächlich um den Aufbau des Lagers und namentlich um die Einrichtung der Häftlingsunterkünfte, der Küche und der Kammern handelte. Mit dem Beginn der Rüstungsproduktion mußte jedoch eine völlig neue 320 Taktik und W Die nutzen, dahin© Die| triebszt Vertrat Haftlin nanz,\ aufgen Die wohl C leitung schwer der Hi dieMi Kisten kraftw um alı bereit: verlor Bes gemes nichts dem| Yanze dosen dazu lafteı In ävile Men ı Bi ellen abge. Wurde ein: ’ Partei Un- ZU unter ler S$-Fil. itung nodı be gestellt ınd Brandt 'ährend die rurde Einst t und kan z für einige der Lager wand. ach Kassel len Wider- Vaffen-Pro- teilung des per er blieb Bunker des ıntz lag die Busse und Die richtige len Partei: Produktion Teilen für e Lage. Sie ren und in Jabei stellte orer Wider sesentliche andwerker- f gegen de versuchten, zu machen. ‚ desLager Küche und „fe nele völlig Taktik eingeschlagen werden, die zum Ziele hatte, die Herstellung von Waffen und Waffengeräten mit allen Mitteln zu verhindern. Die Parteileitung gab den Auftrag, alle Möglichkeiten der Sabotage auszu- nutzen, dabei aber leicht nachweisbare Einzelaktionen zu vermeiden und mehr dahin zu streben, in Quantität und Qualität die Produktion herabzusetzen. Die neuen Aufgaben veranlaßten die Partei in den Rüstungswerkstätten Be- triebszellen auf internationaler Basis zu schaffen. Es entstand ein System von Vertrauensleuten aller im Betrieb arbeitenden Nationen. Bei den ausländischen Häftlingen fand die Propaganda für das geringste Arbeitspensum gute Reso- nanz. Von allen Nationen wurde das Losungswort der sowjetischen Kameraden aufgenommen: Kommando X— rabota nix!“...! Die Sabotagearbeit beschränkte sich nicht nur auf geringe Quantität, ob- wohl das schon einen ständigen Kampf gegen die SS, gegen die zivile Betriebs- leitung in den Gustloff-Werken bedeutete. Die Meister und Techniker be- schwerten sich zumindest einmal wöchentlich über die geringe Arbeitsleistung der Häftlinge.? Zugleich führten die Häftlinge einen systematischen Kampf um die Minderung der Qualität. So bekamen die Deutschen Ausrüstungswerke ganze Kisten mit Patronenhülsen zurück, weil die Hülsen unbrauchbar waren, Last- kraftwagen, die in den Deutschen Ausrüstungswerken einen Aufbau erhielten, um als Reparaturwagen an die Front geschickt zu werden, wurden oft genug bereits auf dem Wege dorthin reparaturbedürftig. Die hergestellten Karabiner verloren nach Abgabe von 40-50 Schüssen schon ihre Zielsicherheit.? Besondere Bedeutung wurde dem Verschleiß kriegswichtigen Materials bei- gemessen. Die Parole hieß:„Alles für das Lager(das heißt für die Häftlinge), nichts für die Rüstung!“ Das begann bei einem kleinen Nagel und ging bis zu dem hochwertigen Stahl und den so wichtigen Buntmetallen. Während des ganzen Krieges fertigten die Häftlinge massenweise Feuerzeuge, Zigaretten- dosen aus bestem Messing und anderem Material an. Oft genug wurden sie dazu von der SS aufgefordert, die mit diesen Gegenständen einen schwung- haften Handel trieb. In den Gustloff-Werken fertigten die Häftlinge auf Wunsch der SS und der zivilen Meister Bügeleisen, elektrische Kochplatten, Heizkörper in allen For- men und Größen an, die eine Unmenge an Material und Arbeitszeit benötigten. Eine andere Methode der Sabotage bestand darin, qualifizierte Facharbeiter nicht erst zu den Rüstungskommandos zuzulassen oder sie wieder heraus- zulösen. Die illegalen Leitungen aller Organisationen veranlaßten die zuver- lässigsten Kameraden bei der Ankunft in Buchenwald, jene Berufe zu verheim- lichen, die für die Rüstungsproduktion verlangt wurden. Bereits eingesetzte Facharbeiter wurden der Produktion durch vorgetäuschte Krankheiten entzogen, so daß bei den Deutschen Ausrüstungswerken und den 1 Der Aufbau der Gustloff-Werke wurde von der SS als Projekt X, das Kommando ebenfalls mit X bezeichnet, was nicht hinderte, daß die Parteileitung sofort von dem wahren Zweck dieses Projektes X informiert war und den Häftlingen zur Kenntnis brachte. 2 Vgl. S. 359. 5 Vgl. S. 357. 21 Buchenwald 321 gg Zee engen ge EEE ET Fe ee ee en a nn a a u un mn ee Mer Fre ee ee = = EEE GE nen rn were en Gustloff-Werken regulär bis zu 15/0 und bei günstigen Situationen noch mehr, in ambulanter oder stationärer Behandlung waren. Die Betriebsleitung der Gustloff-Werke versuchte den hohen Krankenstand dadurch herabzumindern, daß sie die ambulante Behandlung in den Betrieb verlegte. Da die Pfleger aber von uns ausgesucht wurden, hatte die Betriebsleitung wenig Erfolg; wer aus Gründen der Sabotage krank werden mußte, wurde es auch mit Hilfe der be- trieblichen Ambulanz. Eine große Hilfe leistete die Arbeitsstatistik, um Fachkräfte von der Rüstungs- produktion fernzuhalten. Die Kameraden der Arbeitsstatistik sandten dafür ge- eignete hochqualifizierte Facharbeiter in sogenannte innere Kommandos, Küche, Kammern usw., während Bauarbeiter, Bergarbeiter und ungelernte Arbeits- kräfte zur Arbeit an hochwertigen Maschinen abkommandiert wurden. Die Außenkommandos! waren in ihrer Mehrzahl ausgesprochene Rüstungs- kommandos. Vor der Partei stand die Aufgabe, auch diese Kommandos soweit wie möglich zu beeinflussen. Die Stärke der Kommandos war sehr verschieden: 50 bis 5000 Häftlinge. Als die ersten Kommandos abgingen, bestand eine Ab- neigung, die„gesicherten“ Buchenwald-Bedingungen aufzugeben, um sie gegen völlig unbekannte einzutauschen. Jedem alten Konzentrationär steckte damals der Schrecken der Aufbaulager noch in den Knochen. Von anderer Seite wurde auch die Abkommandierung als politisch falsch bezeichnet, da dadurch die eigenen Kräfte zersplittert werden würden. Die Parteileitung setzte aber ihren Standpunkt durch. Sie wies vor allen Dingen darauf hin, daß dadurch die Möglichkeit gegeben wurde, mit breiten Schichten der Bevölkerung in Berührung zu kommen. Auch bestand die Aussicht, auf aktive Widerstandsgruppen zu stoßen. In dem Maße, wie sich die Partei- arbeit im Stammlager festigte und die ersten Erfahrungen aus den Außenlagern durch die Partei verbreitet werden konnten, gelang es, ständig neue Kräfte für die Außenkommandos abzustellen. Auf diese Weise erhielt die Parteileitung Buchenwald Informationen aus den Gebieten Leipzig, Zeitz, Braunschweig, Düsseldorf, Köln, Kassel, Magdeburg und vielen anderen Orten. Es war mög- lich, in einigen Orten direkt mit aktiven antifaschistischen Gruppen von sozial- demokratischen und kommunistischen Arbeitern Verbindung zu bekommen.? Die Genossen informierten sich gegenseitig über die Nachrichten der aus- ländischen Sender, besprachen das taktische Vorgehen im Betrieb, die Methode der Sabotagearbeit... Die von der Partei für die Kommandos verantwortlich gemachten Genossen kamen in bestimmten Abständen unter den verschiedensten Vorwänden zur Berichterstattung und Entgegennahme neuer Informationen nach Buchenwald. Dadurch blieb der Kontakt erhalten, und viel wertvolles Material konnte der Partei zur Einschätzung der Situation in Deutschland übergeben werden. In den Jahren 1942/1943 führte die Partei einen harten Kampf gegen die faschistische Prügelmethode. Der Kampf mußte nach zwei Seiten geführt wer- ı Vgl. S. 258 bis 310. 2 Vgl. S. 384 322 den:€ als Bü kompl 55-Fü unsin! Die lich zı halb} die L De Block wurd Haftl hältn gezei land tie f( D) Hası disc als j wert eu Iase “es mehr, eilung der zumindern, fleger aber 8; Wer aus ilfe der be- T Rüstungs- n dafür ge. $ dos, Küche, te Arbeit; n. Rüstungs ndos soweit erschieden: ıd eine Ab- m sie gegen "kte damals jeite wurde ladurch die s vor allen mit breiten je Aussicht, die Partei- ußenlagen , Kräfte für arteileitung unschweig, s war möf- von sozial ekommen“ n der aus ie Methode n Genossel yänden ZU uchenwall konnte dei ‚den. gegen It führt Wer den: einerseits gegen die SS, andererseits gegen Häftlinge, die sich von der SS als Büttel mißbrauchen ließen. Der Kampf gegen die Prügelhelden der SS war kompliziert und meist ohne Erfolg. Als Argumente konnten im allgemeinen der SS-Führung nur entgegengehalten werden, daß wertvolle Arbeitskräfte durch unsinnige Prügeleien und Totschlag verloren gingen. Die Häftlinge im Revier verstanden es ausgezeichnet, den SS-Ärzten begreif- lich zu machen, daß wertvolles Verbandsmaterial, Medikamente usw. nur des- halb knapp, manchmal unersetzlich wurden, weil irgend ein besoffener SS-Mann die Leute arbeitsunfähig schlug... Der Kampf gegen Häftlinge, welche in ihrer Funktion als Kapo, Vorarbeiter, Blockälteste, Stubendienst oder in anderen Funktionen Häftlinge schlugen, wurde systematisch geführt. Mit dem Erscheinen großer Massen ausländischer Häftlinge führte die Partei eine Kampagne zur Herstellung eines richtigen Ver- hältnisses der einzelnen Gruppen zueinander durch. In diesen Debatten wurde gezeigt, unter welchen Bedingungen die ausländischen Häftlinge nach Deutsch- land gekommen waren, wie sich die Deutschen im Ausland betragen hatten, wie tief der Haß sein mußte, mit dem die ausländischen Häftlinge ins Lager kamen. Die Parteileitung argumentierte: Am Ende des Krieges wird eine Welle des Hasses Deutschland überschwemmen. Die hier im Lager anwesenden auslän- dischen Häftlinge werden, ihre Befreiung vorausgesetzt, sich gegen diese Welle als Brecher stemmen, wenn wir das richtige Verhältnis zu ihnen schaffen... Sie werden uns verurteilen, wenn wir sie jetzt nicht durch unser Verhalten über- zeugen können, daß die deutschen politischen Häftlinge die Todfeinde des faschistischen Deutschland sind. Trotz schärfsten Hitlerterrors müssen die deut- schen Antifaschisten die Fahne der internationalen Solidarität fest in ihren Hän- den halten. Wer als Häftling einen ausländischen Arbeiter schlägt, schlägt das deutsche Volk. Einmal werden alle Schläge zurückgezahlt. Darum gilt für alle die Losung:„Wer schlägt, ist Faschist!“ Der Erfolg dieser intensiven ideologischen Arbeit blieb nicht aus. Wer es als Häftling noch wagte, einen anderen Häftling zu schlagen, setzte sich der Gefahr aus, von allen Häftlingen gemieden und als ein Handlanger der SS bezeichnet zu werden. Ein anderer großer Erfolg des richtigen Verhältnisses der deutschen Häft- linge zu den ausländischen Häftlingen war die wachsende Autorität der ille- galen politischen Organisation der Deutschen. So war es möglich, die politischen Probleme, die schwierigen Fragen des Kampfes im Lager mit den Kameraden aller Nationen durchzusprechen, die mit und ohne Unterstützung der deutschen Kommunisten ihre eigenen illegalen Organisationen im Lager geschaffen hatten. Es gelang einer kleinen, internationalen Gruppe von Propagandisten, Mate- rial zu grundsätzlichen Fragen auszuarbeiten, um es in kleinen Zirkeln zur Diskussion zu stellen. Dazu gehörten Materialien über Probleme des Leninis- mus, die nationale Frage, die Sowjet-Verfassung, das Programm des National- komitees„Freies Deutschland“ und die Stellung der KPD zum National- komitee, die Beschlüsse des 7. Weltkongresses der Kommunistischen Inter- 323 N ee ge tg an a rs: an ee Tr A ger nn. u TE ee, Te er en ee pe En ni ? £ = (4 ae a a a a u nn a ne a m ne nen ee re men em mon u ee er gen in we ai ee u enger ie Su nn Serie gghege A FE ie FAR nationale, die Voraussetzungen und Notwendigkeiten der zweiten Front(disku- tiert Mitte Mai 1944), Imperialismus und Sozialismus, Lehren der Partisanen- Bewegung in Jugoslawien und andere Fragen. Marxistische Literatur stand nicht zur Verfügung. Die Genossen in der Biblio- thek hatten jedoch fleißig alle marxistischen Zitate aus der faschistischen Litera- tur zusammengesucht. Durch die sowjetischen Genossen erhielt die Partei im Sommer 1944 eine ukrainische Ausgabe des„Kurzen Lehrgangs der Geschichte der KPdSU“. Sie wurde aus dem Ukrainischen ins Russische übersetzt und aus dem Russischen dann ins Deutsche. Eine Suchaktion der Politischen Abteilung veranlaßte die Kameraden, das Manuskript ins Feuer zu werfen. Im Jahre 1943 begannen die einzelnen im Lager anwesenden ausländischen Gruppen Nationalkomitees, Freiheitskomitees oder ähnlich benannte Aus- schüsse zu bilden, in denen Antifaschisten verschiedener politischer Ansichten und Weltanschauungen vereinigt waren. In diesen Komitees stand die Politik der Antifaschisten im Lager zur Debatte; aber auch Fragen der Nachkriegs- periode, Probleme der einzelnen Länder nach dem Sturz der Faschisten wurden diskutiert... Im Juli 1944 konstituierte sich im Lager ein illegales deutsches Volksfront- Komitee, dem angehörten: Walter Wolf(KPD), Dr. Hermann Brill(SPD), Ernst Thape(SPD), Dr. Hilpert(Zentrum). Dieses Komitee nahm bewußt den Namen Volksfront-Komitee an, um damit seine prinzipielle Zustimmung zu den Grund- lagen einer deutschen antifaschistischen Volksfront-Regierung zum Ausdruck zu bringen. Das Komitee kam zu keiner wirksamen Massenarbeit. Es beschränkte sich auf Diskussionen in seinem eigenen Kreise, wobei seitens des KPD-Vertreters großes Gewicht darauf gelegt wurde, weitere ehemalige Mitglieder der SPD für das antifaschistische Aktiv im Lager zu gewinnen. Zur SPD zählten im Lager etwa 50 bis 60 Häftlinge, die nach eigener Angabe keinen organisatorischen Zu- sammenhalt besaßen und politisch kaum in Erscheinung traten. Die Kommu- nisten hatten in den einzelnen Arbeitskommandos und Wohnblocks Verbindung mit ehemaligen sozialdemokratischen Mitgliedern, diskutierten mit ihnen und zogen sie auch zu weniger konspirativen Arbeiten heran. Die Bildung des Volks- front-Komitees erleichterte diese Tätigkeit, ohne daß eine sichtbare politische Aktivität ehemaliger SPD-Mitglieder zu verzeichnen war. Die Parteileitung im Lager legte Wert darauf, in den Arbeitskommandos Stützpunkte zu besitzen, die für die gesamte politische Tätigkeit von besonderer Bedeutung waren. Zu diesen Arbeitskommandos gehörte auch die Politische Abteilung. Dank der Bequemlichkeit, um nicht zu sagen Faulheit der SS und ihrer Unkenntnis fremder Sprachen, war es den Kameraden möglich, an die Akten der Gestapo heranzukommen und dort rechtzeitig Einsicht zu nehmen in Befehle und Anordnungen des Reichssicherheitshauptamtes. Diese Verbindung wurde besonders wertvoll bei der Rettung von Kameraden, die exekutiert wer- den sollten. Die einwandfreie Arbeit der nationalen und internationalen Komitees, die ont(disku- Dat artisanen- der Biblio. ıen Literg- Partei im Geschichte zt und aus Abteilung ländischen nnte Aus Ansichten die Politik Yachkriegs- en wurden Volksfront- PD), Ernst len Namen len Grund- usdruck zu kte sich auf Vertreters ler SPD für 1 im Lager rischen Zu- ie Kommu- Jerbindung ihnen und ‚ des Volks: > 2 politische ‚ommandos hesonderet ) Politische Jer SS und ich, an die nehmen in Jerbindung utiert Wer miteeS, die insgesamt gesehen mit einigen tausend Antifaschisten ständigen Kontakt hatten, ist daran zu ermessen, daß es trotz langjähriger Tätigkeit der Gestapo niemals gelang, an die nationalen Leitungen beziehungsweise an das illegale Internatio- nale Lagerkomitee heranzukommen. Die Besonderheit der politischen Arbeit im Lager, der Zwang, hauptsächlich mündlich zu informieren und zu instruieren, die Tatsache, daß das Abhören der Rundfunk-Nachrichten nicht unmittelbar durch die politischen Leitungen, son- dern durch gute Mitarbeiter vorgenommen werden mußte, führte oft zu allzu optimistischen Prognosen, die mit den tatsächlichen Verhältnissen nicht überein- stimmten. So wurde im Sommer 1944 fast allgemein die Auffassung vertreten, daß der Krieg bis Ende des Jahres endgültig entschieden sein würde. Alle Partei- mitglieder waren von der Ansicht durchdrungen, daß das deutsche Volk, wenn auch noch in letzter Minute, Kraft finden wird, sich selbst vom Hitler-Regime zu befreien. Die stürmische Entwicklung im Sommer 1944, die großartigen Er- folge der sowjetischen Truppen und die zweite Front mit der Landung in Frank- reich begünstigten eine übertriebene optimistische Stimmung. Die negative Seite dieses Optimismus äußerte sich in einem Nachlassen der Konspiration. Die Parteileitung stellte wiederholt ernste Vergehen gegen die kon- spirativen Regeln fest. Die Breite des antifaschistischen Aktivs, die Ein- beziehung von ausländischen Kameraden in den Lagerschutz— bis zu dieser Zeit von der SS strikt abgelehnt— die Häufigkeit der Bombardements in der unmittelbaren Nähe des Lagers, lösten eine Stimmung aus, daß„man sich jetzt alles leisten könnte“. Nach dem Bekanntwerden der Ermordung des Vorsitzenden der KPD, Ernst Thälmann, veranstalteten Kameraden der Effektenkammer eine Totenfeier.! Fin in dieser Feier anwesender Denunziant übergab der SS eine Liste der möglichen Teilnehmer der Veranstaltung. Die Folge war die Verhaftung einer Reihe von Angehörigen des Kommandos. Dem mutigen Verhalten der Verhaf- teten war es zu verdanken, daß es der Politischen Abteilung, der Zweigstelle der Gestapo im Lager, nicht gelang, über den Kreis der Effektenkammer an die Parteiorganisation heranzukommen. Ein großer Teil der Verhafteten wurde wieder entlassen, andere in Polizeigefängnisse übergeführt. Das war der einzige größere Unfall der Partei in ihrer langjährigen illegalen Tätigkeit. Er löste bei einigen Mitgliedern eine krisenhafte Stimmung aus. Sie stellten die Frage, ob es nicht zweckmäßig sei, die führenden Genossen so schnell wie möglich auf ein Außenkommando zu schicken. Die Parteileitung gab diesen Stimmungen nicht nach. Sie verlangte von allen gefährdeten Genossen im Falle ihrer Verhaftung Härte und gegebenenfalls den Entschluß, sich lieber auf der Flucht erschießen zu lassen, als auch nur eine Aussage zu machen. Wenn verantwortliche Mitglieder der Parteileitung in dieser Situation auf Außen- kommando gegangen wären, würde das eine Panikstimmung begünstigt haben. Der Erfolg gab diesem Beschluß der Parteileitung recht. Im Herbst 1944 organisierte die Partei unter Ausnutzung der Außenkomman- ı Vgl. S. 369£. 325 eg A engen une mn GE HEEETEHEELT ee Sb ne Le ee Bee a ee ee ee ng Zu ee ap een ee nr u Te ee ne en en ee en Se, ar an a DE ee ge ce nie ne er re } en ee a es TR ET Te ra dos die Flucht einzelner oder mehrerer Häftlinge. Hieran beteiligten sich be- sonders sowjetische, französische und belgische Kameraden. Von der Flucht deutscher Kameraden wurde Abstand genommen, weil ihr Verschwinden die Mobilisierung großer SS- und Polizeikräfte wie schärfste Repressalien gegen- über den politischen deutschen Häftlingen zur Folge gehabt hätten. Dagegen forcierte die Parteileitung die Herstellung von Verbindungen zwischen den Außenkommandos und den illegalen Gruppen in den einzelnen Betrieben und Orten. Im engsten Zusammenwirken mit den Lagerältesten wurde ein hartnäckiger Kampf geführt, um die Lagerfunktionen weitgehend mit ausländischen Häft- lingen zu besetzen. Dabei wurden gegenüber der SS viele Vorwände gebraucht, da sich die SS-Kommandanten in der Internationalisierung der Lagerfunktions- kräfte eine Durchbrechung ihres Prinzips, die Deutschen gegen die Ausländer und die Ausländer gegen die Deutschen zu hetzen, erblickten. Es gelang, 950/0 des Stubendienstes, der Funktionen stellvertretender Blockältesten und später sogar der Blockältesten durch ausländische Kameraden zu besetzen. Der- selbe Prozeß ging in den Kommandos vor sich. Das Einsetzen von ausländischen Häftlingen geschah im engsten Einvernehmen mit den Nationalen Komitees. Auf diese Weise konnten alle verantwortlichen Funktionäre des internationalen Aktivs solche Kommandos erhalten, die ihnen freie Bewegungsmöglichkeiten für ihre politische Arbeit gaben. Diese Möglichkeiten erleichterten den ausländi- schen Genossen ihre Arbeiten und schufen ein gutes kameradschaftliches Ver- trauensverhältnis. Mit großem Ernst widmete sich die Parteileitung den Fragen der militärischen Organisation, der Ausrüstung, der Waffenbeschaffung und der Ausbildung. Alle Schritte der militärischen Organisation gingen im Einverständnis mit der Partei- leitung vor sich. Die militärische Leitung berichtete regelmäßig über die Organi- sation ihrer Arbeit. Dieses Prinzip wurde auch auf das Internationale Lager- komitee übertragen. Auch hier gab die militärische Leitung dem politischen Zentrum Rechenschaft. Mit der festgefügten eigenen und internationalen Organisation, gestützt auf das Vertrauen Tausender antifaschistischer Häftlinge und mit dem Bewußtsein von der Gerechtigkeit ihres Kampfes ging die Leitung der deutschen Kommu- nisten in Buchenwald, ging das Internationale Lagerkomitee an den letzten großen Kampf, die Selbstbefreiung. Die Selbstbefreiung am 11. April war unzweifelhaft die Krönung der jahre- langen politischen Arbeit. Der von allen in Buchenwald vertretenen kommuni- stischen Parteien gefaßte Beschluß vom 19. April 1945 widerspiegelt die Ge- schlossenheit, das starke Bündnis, das im jahrelangen, politischen, opferreichen Kampf entstanden war.! BA 712-1. Bericht, geschrieben 1945(überarbeitet 1958). 1 Vgl. Abb. 120. 326 „N anstsel vollen \leine sagt m fest un (mi Fuß k einen s mußt< Walter] en sich be- der Flucht winden die lien gegen- 1. Dagegen .[o} ischen den tieben und jartnäckiger schen Hält: gebraucht, rfunktions- Ausländer Es gelang, testen und etzen, Der- sländischen ı Komitees, nationalen hkeiten für n ausländi- tliches Ver- nilitärischen ildung, All t der Partei- die Organi nale Lager- | politischen gestützt auf Bewußtsein en Kommu- den letzten g der jahre n kommunl zelt die Ge >. gpferreiche Die gegenseitigen Hilfeleistungen ... Mein Hintermann in der Arbeitsreihe hat sich neben mich gesetzt. Jetzt erst sehe ich, daß er ein„Schwarzer“ ist. Er holt sein Brot hervor und kaut mit vollen Backen. Ich ziehe mir die Stiefel aus, um meine Füße zu untersuchen. Meine Zehen sind blutig wund. Die kalte Luft tut wohl, aber der„Schwarze“ sagt mir:„Nur nicht zu lange kühlen, das ist gefährlich. Du mußt dir die Zehen fest umwickeln, sonst machst du morgen bestimmt schlapp.“ Als er sieht, daß ich mir den einen Fuß mit einem Taschentuch umwickele und für den anderen Fuß keinen Lappen mehr habe, kramt er in seinem Brotsack herum und holt einen schmutzigen Leinenstreifen hervor. Er gibt mir ihn mit den Worten:„Den mußt du mir aber morgen wiedergeben.“... Walter Poller Walter Poller,„Arztschreiber in Buchenwald“. Hamburg 1947, S. 66. ... Die ersten Wochen im Lager waren selbstverständlich für einen„Zugang“ die schwersten. Eingewöhnung, Ungeschick und Unkenntnis der Verhältnisse wurden mit kameradschaftlicher Hilfe überwunden. Als ich im Jahre 1938 durch die Verfügung des Schutzhaftlagerführers für 4 Monate unter besonders schwie- rigen Verhältnissen in die Strafkompanie mußte und als wir damals sonntags 4 bis 5 Stunden am Nachmittag, wenn das übrige Lager arbeitsfrei hatte, am Tor stehen mußten und kein Essen bekamen, stand für mich, von meinen Kame- raden heimlich bereitgestellt, eine Schüssel Essen im Spind, wenn ich steif und müde vom Appellplatz kam... Walter Wolf! BA 73-55. Bericht, geschrieben 1945. ...Schon in den Wochen und Monaten, als das Lager in einem höllischen Tempo aufgebaut wurde, empfingen wir die ersten Zeichen kameradschaftlicher Solidarität. Wenn ein Stärkerer beobachtete, daß ein Kamerad vor Erschöpfung zusammenzubrechen drohte, versuchte er sofort, zumindest für eine Weile, seine Arbeit zu übernehmen. Oft kam es vor, daß die Menschen an den Wagen der Feldbahn nicht den ununterbrochenen Laufschritt aushalten konnten. Zu- sammenbrechen bedeutete gewöhnlich Tod. Auf die niedersinkenden Häftlinge stürzten sich sofort die SS-Männer und schlugen sie zusammen. In solchen kri- tischen Augenblicken ließen die Kühnsten gewandt den Wagen entgleisen. Sie mußten ihn zwar unter Flüchen und Schlägen wieder auf die Gleise bekommen und aufladen, jedoch der Transport war auf 10 Minuten unterbrochen und 50 oder 100 Häftlinge konnten aufatmen. Der SS-Aufseher konnte nicht überall . 1 Prof. Dr. Walter Wolf, geb. 1907, 1938 bis 1945 KZ Buchenwald, jetzt Institutsdirektor an der Pädagogischen Hochschule Potsdam. 327 u re —_- en Aue zen ee EEG ee ee va De m Eee ra ee ee EEE nr De ng IT Ming pet, ce ee ne Ta ze ner ee te u m a a re LET Te ä nn u un ee ug An De SEE er a E N u \ + “| I 4 N hi N ) ET sein, besonders wenn sich zum Beispiel unendliche Karawanen mit Tragen, auf denen Steine oder Lehm transportiert wurden, auf kilometerlangen Entfernun- gen bewegten. Dort, wo sich Aufseher zeigten, herrschte„Tempo“. Sobald sie sich verzogen, wurde„mit den Augen“ gearbeitet. Die Kolonne oder einzelne Häftlinge richteten sich auf, standen und schauten aufmerksam in der Gegend herum, Erklang irgendwoher das Wort„Achtzehn“1, entstand wieder„Be- wegung‘“. Miloslav Moulis? Miloslav Moulis,„To byl Buchenwald“. Praha 1957. S. 39. „Achtzehn“ . Das Los der Häftlinge in einem Kommando wurde wesentlich durch die Kapos und Vorarbeiter beeinflußt. Es war nicht immer leicht, die Absichten der SS zu durchkreuzen, aber in vielen Fällen war es doch möglich. Die alten Lager- hasen, die über alle Dinge im Lager Bescheid wußten, die die SS kannten und die auch wußten, wer die größten Verbrecher unter den SS-Leuten waren, wur- den selten bei einer straffälligen Handlung erwischt. Bestraft konnte alles wer- den, zum Beispiel, wer beim Rauchen ertappt wurde(das Rauchen war während der Arbeitszeit verboten), wer beim Stillstehen oder beim„Faulenzen“ erwischt wurde, wer nach Ansicht des SS-Mannes seine Arbeit nicht richtig verrichtete, wer nicht vorschriftsmäßig die Mütze zog, wessen Kleider nicht sauber waren, wer keine geputzten Schuhe an hatte, kurzum wer den SS-Leuten, die ständig Kontrollen auf den Baustellen durchführten, nicht gefiel, der wurde notiert und zur Bestrafung gemeldet. Deshalb bildete sich allmählich unter den Häftlingen ein System zum Schutze gegen die SS. Auch hier gab es allerhand Möglich- keiten. Es wurden Posten aufgestellt, und manche Häftlinge hatten den Auf- trag, sich mit SS-Leuten so lange wie möglich zu unterhalten, sie abzulenken, eventuell sogar auf ihre Späße einzugehen, nur mit dem Ziel, zu verhindern, daß sie ihre Zeit zu Mißhandlungen der Häftlinge ausnutzen konnten. Von diesem Grundsatz ließen wir uns im Baukommando I leiten. Auf jeder Baustelle setzten wir einen Kameraden ein, der sich nur damit zu beschäftigen hatte, alle Aus- und Eingänge zu kontrollieren. Seine wichtigste Aufgabe bestand darin, jede Gefahr, das heißt jeden SS-Unter- oder Oberführer, der sich der Baustelle näherte, sofort zu signalisieren. Das Signal dafür war das kleine Wort„acht- zehn“. Wenn von diesem Häftling das Wort„achtzehn“ ausgesprochen wurde, ging es wie ein Lauffeuer durch das ganze Kommando. Jeder Häftling, der einige Zeit im Lager war, wußte, daß nun Gefahr im Anzuge war und daß er alle Handlungen zu unterlassen hatte, die ihm eventuell eine Strafe einbringen konnten. Auf diese Weise haben wir viele Häftlinge vor verhängnisvollen Stra- fen gerettet. Freilich passierte hin und wieder auch mal ein Unfall. Eines Tages, 1 Deckwort der Häftlinge für„Achtung“. ® Miloslav Moulis, geb. 1921, 1940 bis 1943 in Haft, 1943 bis 1945 KZ Buchenwald, jetzt Redakteur in Prag. 328 ich hat ih an wurder bekam darauf serade nir de für ein Zur/ setzun! komm: sahen, Ado einmal durche es vor abgele und e zwisch dafür BA 582 Tragen, au Entfemun. Sobald sie er einzelne ler Gegend ieder„Be. lav Moulis 1 durch die sichten der Iten Lager- annten und varen, Wur- e alles wer- ar während n“ erwischt verrichtete, ıber waren, die ständir notiert und ‚ Häftlingen 1d Möglich n den Auf- abzulenken, verhinden, nnten, Von er Baustelk n hatte, ale stand darin, er Baustelle Wort„acht ‚hen wurde, äftling, de und daß er , einbringen vollen Stra‘ Tines Tages, jetzt ich hatte gerade wieder etwa 300 Zugänge zum Kommando bekommen, hielt ich an das Kommando eine Ansprache. Der Anlaß war: Einige Tage vorher wurden von der SS-Kontrolle etwa 80 Häftlinge zur Bestrafung geholt, und jeder bekam 25 Stockhiebe auf den Hintern. Ich wies deshalb in meiner Ansprache darauf hin, daß jeder Häftling vor allem mit den Augen arbeiten muß, und war gerade dabei, zu erläutern, wie man das zu machen hat. Plötzlich brüllte hinter mir der Hauptscharführer Becker:„Siewert, was erzählen Sie denn da wieder für einen Unsinn, kommen Sie mal sofort her.“ Ich gab erst das Kommando „Zur Arbeit abtreten“ und ging dann zu Becker. Es folgte eine Auseinander- setzung, die ich nicht näher zu beschreiben brauche. Es war jedenfalls im Bau- kommando I üblich, daß Kapos und Vorarbeiter vor allem ihre Aufgabe darin sahen, alle Häftlinge, die im Kommando tätig waren, zu schützen. Adolf Mans, der in meinem Kommando Vorarbeiter war, wurde mehr als einmal wegen seines vorbildlichen Einsatzes für die Kameraden von Becker durchgeprügelt. Aber Adolf ließ sich dadurch nicht weich machen. Er verstand es vor allem, mit den SS-Kontrollen so zu reden, daß sie immer wieder davon abgelenkt wurden, ihre Aufmerksamkeit auf die Häftlinge zu konzentrieren, und es ist mir mehr als ein Fall bekannt, wo Mans durch sein mutiges Da- zwischentreten Häftlinge vor Mißhandlungen geschützt hat. Freilich mußte er dafür selbst oftmals Schläge einstecken... Albert siehe BA 562-19. Bericht vom 5. März 1957. SS sucht Spitzel ... Nach ungefähr zwei Monaten oder etwas länger, seit ich Kapo war, sagte Fröbel? einmal zu mir:„Ullrich, du bist eine Pleite.“ Ich schaute ihn groß an und sagte ungefähr:„Ich wüßte nicht, wo irgendwie etwas falsch gemacht worden wäre.“ Darauf Fröbel:„Nee, das ist alles in Ordnung, aber der Greuls, der kam so alle paar Wochen zu mir und sagte mir über einige Vorkommnisse im Kommando einiges.“ Meine Antwort darauf war ungefähr:„So habe ich mir meine Aufgabe nicht vorgestellt. Sie selbst haben gesagt, weil ich gute Fach- kenntnisse habe, wollen Sie mich als Kapo einsetzen. Die Zusammensetzung des Kommandos ist sehr unterschiedlich, und es gibt auch einmal einen kleinen Streit, aber ich fasse meine Aufgabe in dieser Hinsicht so auf, daß ich so etwas klar- mache, damit Sie mit solchen Geschichten nichts zu tun haben.“ Er drehte sich um und ging weg. Er wollte wahrscheinlich nicht deutlich werden, was er eigent- lich mit den Meldungen des BVers Greuls an ihn meinte, und er hat mich auch nie mehr in dieser Richtung angesprochen... En Arthur Ullrich? BA 562-19. Bericht vom September 1957. 1 Robert Siewert, geb. 1887, 1935 bis 1938 Zuchthaus Luckau, 1938 bis 1945 KZ Buchenwald, jetzt im Ministerium für Bauwesen in der DDR. 2 Oberscharführer, Kommandoführer. 3 Arthur Ullrich, geb. 1894, 1933 als Reichtagsabgeordneter gewählt, KZ Dürrgoy und Esterwegen, 1938 bis 1945 KZ Buchenwald, jetzt Mitglied der SED-Bezirksleitung Dresden. 329 a ne ung en EFT Eee nee ee u RE ENTE DES ge ELSKRERUR EN aa Men a a Du De Due mine ee ne Ba a Tr Materielle Unterstützung ... Die Häftlingsheizung benötigte sehr viel Koks, und somit war ein kleines Kommando jüdischer Häftlinge vom Holzhof beschäftigt, Autos mit Koks ab- zuladen. Es waren alte Menschen, und sie schafften die Arbeit nicht. Der Berg vor der Heizung wurde immer größer, ich sagte zum Kapo:„Wir brauchen andere Leute.“-„Aber woher nehmen“, antwortete er. Ich riet ihm:„Geh zum Aıbeitsdienstführer und laß dir 10 bis 12 Kriegsgefangene geben vom Block 1.“ Darauf er:„Ich soll mich wohl von oben zusammenhauen lassen? Geh du doch!“ Ich überlegte einen halben Tag. Am nächsten Morgen ging ich nach dem Appell ans Tor und bat um neue Ablader. Der Arbeitsdienstführer tobte: „Was willst du für welche, ich habe keine Leute mehr im Lager.“ Ich sagte: „Herr Arbeitsdienstführer, im Block 1 liegen russische Kriegsgefangene, die können abladen!“ Ich dachte, ich komme nicht wieder ins Lager.„Bist wohl ver- rückt? Den Arsch laß ich dir aushauen, du Kommunistenschwein! Das könnte euch so passen, was? Ich weiß schon, was ihr damit bezweckt! Hau ab, und laß dich nicht wieder sehen!“ Ich rannte im Laufschritt über den Appellplatz und in die Heizung. Für den Tag war ich bedient. Nachmittags kam er in die Heizung und schimpfte auf die Juden. Am nächsten Morgen nach dem Appell ertönte der Ruf:„Der Mistvogel von der Heizung, Nr. 1636, ans Tor.“ Ich glaubte, daß es mir jetzt an den Kragen ginge. Der Arbeitsdienstführer befahl:„Geh in Block 1 und hole dir zehn Russen zum Abladen, aber wenn das nicht hinhaut, sollst du sehen, was dir passiert. Du bist mir dafür verantwortlich, du holst sie früh, und abends schaffst du sie wieder in den Block.“ Ich freute mich innerlich, daß ich mein Ziel doch erreicht hatte, und ging zum Blockältesten. Er suchte mir zehn halbwegs gesunde und zwei kranke Kameraden aus. Die zwei waren körper- lich sehr herunter. Ich dachte, in ein paar Wochen sehen die anders aus, Der Blockälteste meinte auch:„Pflege die beiden gut, sonst gehen sie ein!“ Nun, daran sollte es nicht fehlen. Es ging alles gut, die 12 sowjetischen Kameraden waren froh, daß sie bei uns waren, und wir verstanden uns bald sehr gut. Die beiden Kranken wurden ge- pflegt, und auch den anderen wurde geholfen. Kartoffeln wurden im Marme- ladeneimer gekocht, und es gab immer mal etwas Zusätzliches. So kamen sie zu Kräften. Die Kranken wurden im Kokskeller in einer Ecke auf Decken gelegt und gut versorgt. Nach Wochen waren beide gesunde und lustige Kameraden. Täglich unterhielten wir uns über die Sowjetunion und die Lage an der Front. Monatelang konnten wir das Abladekommando halten. Unseren sowjetischen Kameraden ging es gut, und sie wußten, wen sie vor sich hatten. Eines Tages mußten sie das Kommando aufgeben, weil es nicht mehr zu halten war. Wir sahen uns noch immer am Drahtzaun und wechselten freundliche Worte. Vor allem dankten mir die zwei kranken Kameraden, sie waren gut beieinander, sie sagten, daß sie auch wieder nach Hause wollten. Ich wünschte das allen vom 330 Herzen, ahenfall A13-B. Ind z scher Ni se ehıl Beic kamen se nic NEN rs. ie Herzen, ging es uns Deutschen und allen anderen ausländischen Kameraden ebenfalls so. Walter Eberhardt! sh klein BA 73-63. Bericht vom 4. April 1958. h it Koks ab: 5 Der Berg : brauchen Meine Arbeit als Blockältester 1944 ihm:„Geh geben von... Nachdem ich aus dem Krankenbau entlassen wurde, machte mir der assen? Ga Lagerälteste den Vorschlag, Blockältester von„52“ zu werden. Der Block 52 15 ich nad stand zu der Zeit leer, wurde aber mit 2000 Südfranzosen belegt. Als Dolmet- hN Ihrer tobte: scher nahm ich mir zwei Luxemburger Kameraden, von denen ich wußte, daß h Ich sagte: sie ehrliche Antifaschisten waren. Mi ıngene, di Bei den Zugängen handelte es sich um Kameraden, die direkt aus der Freiheit I st wohl ver kamen und aus Südfrankreich stammten. Da ich mir darüber im klaren war, daß M Das könnte sie nicht nur die SS als ihre Feinde, sondern auch uns als solche betrachteten, A ab, und la) setzte ich ein Schreiben auf und ließ es von den Dolmetschern ins Französische I latz undin übersetzen... N lie Heizung Sinngemäß gebe ich den Inhalt wieder: Hl ertönte der„Französische Kameraden! I bte, daß e Nachdem die deutschen Faschisten Euer Heimatland mit Krieg überzogen Ki h in Block] haben, brachte man Euch als Gefangene in das Konzentrationslager Buchen- hi ut, sollst du wald! Viele von Euch werden sich fragen: warum? Andere haben glühenden Ih ie früh, und Haß gegen die deutschen Aggressoren. nA ich, daß idı Schon lange, als das französische Volk noch gar keine Kenntnis von dem Be- I te mir zehn stehen der KZ haben konnte, sind wir deutschen Antifaschisten, Kommunisten, ui ren körper Sozialdemokraten und auch andere von der Gestapo in diese Höllen gebracht N 15 aus, Der worden. Tausende ehrliche deutsche Arbeiter haben hier ihr Leben für ihre hf ein!“ Nun, gerechte Sache gelassen, ermordet von der SS. N Also ist Euer Feind auch unser Feind! 1 3 sie bei uns Wenn ich hier als Blockältester fungiere, dann führe ich diese Funktion nicht 1 wurden ge im Auftrage der SS, sondern als Funktionär meiner Partei, der Kommunistischen IH im Mare: Partei Deutschlands, durch... Deshalb, französische Kameraden, betrachte ich ih amen sie ZU Euch als Freunde und Leidenskameraden und bitte Euch, mich auch als Freund hi ‚cken gelez zu betrachten! ii Kameraden. An dieser Stelle möchte ich alle diejenigen warnen, die der Meinung sind, daß 1 \ der Front sie ihr Los erleichtern können, indem sie auf die Idee kommen, mit der SS zu vl wi atischen paktieren und Spitzelarbeit zu leisten. Die Erfahrung hat uns gelehrt, daß die h Eines Tags SD jeden, nachdem er mißbraucht wurde, ermordete. Deshalb, Kameraden, übt N a, Wi Solidarität, haltet Disziplin im Block, beim Appell und größte Sauberkeit im„ a We Yo Interesse aller Kameraden!„ Worte."ji|E o—} ‚inandel, st{ a Walter Eberhardt, geb. 1905, 1934-1938 Zuchthaus Waldheim, Moorlager, 1938-1945 KZ Buchen- ir oD wald, jetzt Rentner. WM S allen vo!) 331 R Ki meer Te se vr Fr ee EEG SE BF a a an a en a a ET Te h N j' ’ an wi Hi eh Tut ir u vs f A X Mi Wir wissen, daß der deutsche Faschismus geschlagen wird und haben die Gewißheit aus dem KZ herauszukommen, wenn wir gegen unseren gemein- samen Feind zusammenhalten. Nur so können wir unser schweres Los einiger- maßen erträglich gestalten. Es lebe die Solidarität aller Gefangener!“ Die Dolmetscher weigerten sich, den Inhalt des Schreibens vorzulesen, da sie mit Recht fürchteten, daß dies der Lagerführung hinterbracht werden könnte. Ich bestand jedoch darauf und ließ zur Kontrolle einen dritten Kameraden, der französisch verstand, die Übersetzung und die Vorlesung überprüfen. Nach dem Vorlesen, bei dem vollkommene Ruhe herrschte, setzte ein rasender Beifall ein... Nicht ein einziger von den 2000 Häftlingen kam auf den Gedanken, mit der SS zu paktieren... Walter Sonntag! BA 73-57. Berichte vom 30. September 1957 und 10. Januar 1958. Mein Verhältnis zu den sowjetischen Kameraden Im September 1943 kam vom Lagerältesten III, Paul Schreck, die erste Auf- forderung, eine Funktion als Blockältester zu übernehmen. Ich lehnte ab. Einige Tage später kam er wieder und sagte mir:„Du mußt Deine Stelle als Heizer aufgeben. Du mußt die Funktion des Blockältesten auf Block 41 übernehmen. Eine höhere Stelle hat Dich dazu bestimmt.“ Da willigte ich ein. Ich richtete mich schnell ein. Als abends die Kameraden von der Arbeit kamen, war ihre Freude groß, denn viele kannten mich schon von der Heizung her. Die bis- herigen Stubendienste, Berufsverbrecher und Asoziale, löste ich ab und ließ durch die sowjetischen Kameraden neue wählen. Sie erfüllten ihre Funktion bis zur Befreiung. Auch zwei Polen waren Stubendienste. Auf Wunsch der sowje- tischen Kameraden blieben sie bis April 1945 in ihrer Funktion. Die kameradschaftliche Zusammenarbeit war vom ersten Tag an gut. Sie wurde noch besser, denn die Kameraden wußten, daß ich für sie eintrat. Ich besorgte für sie Kleidung und Decken und anderes mehr. Nach einigen Wochen sollte ich meinen Block räumen, Norweger sollten ihn beziehen. Der Lager- älteste I, Erich Reschke, bot mir an, in Block 41 zu bleiben. Die Norweger seien Studenten und Ärzte, ich würde es dort leichter haben. Ich überlegte nicht lange, meine sowjetischen Kameraden konnten mich nicht wie die Norweger aus Paket- sendungen beschenken, doch fürmich stand fest: Ich bleibebeiihnen. Ihre Freude war groß, als sie hörten, daß ich mit ihnen auf Block 30 gehe. Ich blieb bei ihnen bis Mai 1945, In dieser Zeit wurden wir Freunde und Genossen. Ich habe mehr als der Hälfte von ihnen gute Arbeitsstellen besorgt. Denen, die im Steinbruch und in Baukommandos waren, verschaffte ich im Winter warme Kleidung und besseres Schuhwerk. Ich half ihnen, bei Krankheiten ins Revier zu kommen. Natürlich wechselten auch die Kameraden ihre Blocks, aber die Stammbeleg- schaft blieb, vor allem die Mitglieder der illegalen Leitung. Täglich diskutierte ı Walter Sonntag, geb. 1902, 1934-1938 Zuchthaus Waldheim, Moorlager, 1938-1945 KZ Buchen- wald, jetzt Rentner. 332 | musizie VASSR Öfte Dann I gestrid habe ic undna um 2A. Eskan deutsch Schrän selbstg nit de verlief gessen d haben die| Ten gemein. Los einiger ı“ lesen, das rden könnte neraden, der n. Nach den nder Beifi] danken, mit ter Sonntag! ie erste Auf: te ab. Einige le als Heize: ibernehmen, Ich richtete en, war ihr ner. Die bis ab und lie) Funktion bi h der sowie an gut, Ste , eintrat, Id igen Woche Der Lager rweger seien e nicht langt, er ausPakel | Ihre Freudt ieb bei ihne! h habe mehr n Steinbrü Jeidung und kommen. Stammbelef h diskutierte 945 RZ Buchen ich mit Iwan Smirnow, Nikolai Kjung, Stubendienst Leo und anderen Kame- raden. Manche Dummheit haben wir zusammen aus der Welt geschafft. Abends berichtete ich im Schlafsaal über die politische und militärische Lage. Obwohl ich immer damit rechnen mußte, daß ein Spitzel darunter war, hatte ich Ver- trauen zu ihnen. Immer war eine gute Stimmung in meinem Block. Wir haben musiziert, Tänze vorgeführt und gesungen. Ein berühmter Musikclown der UdSSR zeigte auf unserem Block seine Künste. Öfter kamen Listen mit den Namen derer, die auf Transport gehen sollten. Dann kam die Leitung zu mir:„Bitte, Walter, der und jener muß von der Liste gestrichen werden.“ Es war sehr schwer, ihre Wünsche zu erfüllen. Aber oft habe ich es durchgesetzt. Dann kamen die jungen und alten Kameraden zu mir und nannten mich Vater, obwohl viele von ihnen älter waren als ich. Dann kam am 24. November mein Geburtstag. Abends nach dem Appell wurde gefeiert. Es kamen die Gratulanten aus meinem und aus anderen Blocks, sowjetische und deutsche Kameraden. Es war so voll, daß sie auf den Balken und auf den Schränken sitzen mußten. Von den Kameraden meines Blocks wurde mir eine selbstgemachte Torte aus Brot und Marmelade überreicht, geschmückt war sie mit dem Sowjetstern. Weiter schenkte man mir ein Bild unter Glas.! Der Abend verlief mit Gesang, Tänzen, Rezitationen und Musik. Ich werde ihn nie ver- gessen. Walter Eberhardt BA 73-58. Bericht vom 6. März 1958. Der Anteil der Lagerältesten am Widerstand Ich wurde nach dem Abgang Reschkes? durch den Kameraden Schreck und Eiden als Lagerältester II vorgeschlagen. An einer diesbezüglichen Aussprache nahm auch Harry Kuhn teil. Daß meine Berufung als Lagerältester von der illegalen Lagerleitung vorgeschlagen wurde, entnahm ich der Tatsache, daß Richard Großkopf und Walter Bartel während meiner Tätigkeit als Kontrolleur mit mir über die neue Funktionsübernahme und was im wesentlichen dabei zu beachten wäre, sprachen... Alle Aufgaben wurden mit dem Lagerältesten I durchgesprochen. Während meiner Tätigkeit als Kontrolleur besprach ich politische Fragen in der Haupt- sache mit dem Lagerältesten II Hans Eiden und mit Paul Schreck(Lager- ältester III). Wenn besonders wichtige Fragen vorlagen, dann übermittelte diese Aufgaben zumeist Harry Kuhn von der illegalen Lagerleitung. Außerdem fanden in gewissen Abständen während meiner Tätigkeit als Lagerältester direkte Aussprachen über die politische und militärische Lage sowie über Lager- probleme gemeinsam mit den Kontrolleuren statt. Einmal war es Ernst Busse, das andere Mal Harry Kuhn, die mit uns die politische Lage und das militärische Kräfteverhältnis sowie Lagerfragen gemeinsam behandelten... ı Vgl. Abb. 109. 2 Reschke wurde nach der illegalen Thälmannfeier verhaftet. 333 N en rn 32 rn u en den da ge ee a SF EEE eg ra ee ELLE eu ne meh Te ne ee äh ee Te Bee ie = ge en een a m a ee gg ng EEE EEE EEE er en er Der ee ur Aa u Ang W Ai Ih N u L} " N IK } j . N N { 4, { { 1 { i 1 N N H h h A \ Als während des großen Zustroms der Häftlinge aus den Lagern Auschwitz, Lublin und Monowitz(BUNA) die Verhältnisse im Kleinen Lager katastrophale Ausmaße annahmen, war es das besondere Verdienst Hans Eidens, die Befesti- gung und den Ausbau des Kleinen Lagers schnell voranzutreiben. Den Ausbau der gesamten Baracken übertrug er mir. Hierbei möchte ich besonders hervor- heben, daß es vor allem zwei tschechische und ein polnischer Kamerad waren, die mithalfen, durch Tag- und Nachtarbeit den neuangekommenen Kameraden Unterkunft zu geben... Meine Funktion als Lagerältester konnte ich schon deshalb für die illegale Arbeit ausnützen, weil ich jederzeit legal die Möglichkeit hatte, Kontrollen im Lagerbereich und außerhalb des elektrisch geladenen Drahtzaunes in den ein- zelnen Arbeitskommandos durchzuführen. So vermittelte ich unter anderem über Harry Kuhn Nachrichten ausländischer Sender für die illegale Lagerleitung, als vorübergehend Lochmann verhindert ware Hierbei konnte ich als Lagerältester mit den Angehörigen des Lagerschutzes besonders bei bestimmten Situationen die Sicherung des Abhörens mit über- nehmen. Ich hatte die Aufgabe, als Lagerältester II jeden Morgen den Aufmarsch zum Appellplatz zu leiten. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, besonders in den Tagen der Evakuierung, die Anweisungen der illegalen Leitung in die Praxis umzusetzen. Bei einem der Versuche der SS, gewaltsam in kürzester Frist das gesamte Lager zu räumen, forderte ich mit aller Lautstärke zum Antreten auf dem Appellplatz auf. Gleichzeitig aber gab ich den Vertrauensleuten, soweit ich sie kannte, vom Block 40 angefangen, nachdem alles bereits mit Gepäck angetreten war, die Weisung, nicht aufzumarschieren, sondern wieder in die Blocks zu ver- schwinden... Als alle Häftlinge in die Unterkünfte zurückgegangen waren und der Kom- mandant Pister mit seinen Offizieren versuchte, die Evakuierung selbst voran- zutreiben, wurde der Lagerälteste Eiden hinzugezogen. Ich ging ebenfalls mit. Die Erklärungen des Blockältesten vom Block 14 wurden von Eiden unter- stützt, als er aufgefordert wurde, etwas zu sagen. Ein Sturmführer oder Obersturmführer, der von Auschwitz kam und noch nicht lange im Lager war, gebrauchte bei diesen Erklärungen die üblichen kräftigen Worte:„Die Schweine müßte man mit anderen Mitteln herausholen, wofür haben wir denn Hand- granaten“ usw. Im gleichen Augenblick sagte er aber auch:„Ich habe es ja selbst gesehen, die Lagerleitung“— gemeint waren dabei die Lagerältesten— „hat sich alle Mühe gegeben, um die Leute zum Appellplatz zu bringen.“ Dabei zeigte er auf mich. Es war trotz des Ernstes der Lage eine ergötzliche Situation... Auf Grund meiner Kenntnisse im Lager konnte ich besonders bei der Ver- teilung der Bekleidungs- und Lebensmittelpakete eine große Hilfe leisten. So bekam ich auch den Auftrag, gemeinsam mit Willi Grünert, die Verbindung 334 zu der herzus! Kamer denten Mit meins Bindu Es\ schenk bekam Eine lager‘ zıfüh neuen Best raden dem| Der e obı | | | | | Bi n Auschwitz tatastrophal:| ‚ die Befest. Den Aushu ıders hervor. nerad waren| 1 Kameradır r die ilegil| “ontrollen in s in den ein. ausländische ın verhindert „agerschutze ons mit über| ıfmarsch zur nders in dei in die Praxi resamte Lat n Appellplt » kannte, vol oten war, di ocks zu Ver ınd der Kon ‚selbst vorat ebenfalls mi Eiden unter mführer oder m Lager wal) Die Schweii - denn Hank ch habe&} gerälteste!; ingen. Di je ergali ; bei der Vet fe leisten. ;e Verbindutt zu den norwegischen Studenten und später dann zu den dänischen Polizisten herzustellen. Die Verbindung mit den norwegischen Studenten wurde über drei Kameraden aufrechterhalten, die vor der Aktion gegen die norwegischen Stu- denten bereits im Lager, und zwar im Block 45, untergebracht waren... Mit den dänischen Polizisten hatten Grünert und ich ebenfalls mehrere ge- meinsame Aussprachen. Dieselben führten soweit, daß die bereits vorhandenen Bindungen einzelner Polizisten zu den Berufsverbrechern gelöst wurden. Es wirkte sich in der Unterstützung auch so aus, daß ich mehrere Male Ge- schenksendungen— einmal sogar 480 Pakete— zur Verteilung an Bedürftige bekam. Im Keller des Blockes 48 wurden dieselben verteilt. Eine meiner Hauptaufgaben war, bereits als Kontrolleur und später auch als Lagerältester, im größeren Rahmen die Kontrolle über die Neuzugänge durch- zuführen. Dabei ging es uns in erster Linie darum, einen Überblick über die neuen politischen Häftlinge zu gewinnen. Besonders in der letzten Zeit sorgte ich unmittelbar dafür, daß viele Kame- raden nicht die lange Quarantäne in dem Kleinen Lager erleben mußten, son- dern gleich ins Große Lager kamen, wo sie besser betreut werden konnten. Der ehemalige sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Gustav Schumann gab mir gegenüber mehrmals die Erklärung ab:„Ja, wenn Ihr nicht gewesen wärt, dann wären wir auch noch zugrunde gegangen.“ Karl Pankow! BA 73-65. Bericht vom 10. Februar 1958. Illegale Arbeit in Kommandos Der Beitrag der Arbeitsstatistik zur illegalen Arbeit Nach dem faschistischen Überfall auf die Sowjetunion wurde die Arbeit von Gefangenen kriegswichtig und damit die Arbeitsstatistik zu einer Schlüssel- position im Lager. Diese Entwicklung voraussehend, baute die illegale Gruppe der deutschen Kommunisten unter Leitung des Reichstagsabgeordneten Albert Kuntz, später des Kameraden Walter Bartel, zuverlässige, aktive und der ille- galen Organisation angehörende Kameraden systematisch in dieses Kommando ein. Bis 1941 war die Arbeitsstatistik lediglich eine Schreibstube des Arbeits- dienstführers mit 4-6 Häftlingen, die hauptsächlich die Arbeitsleistungen der Häftlinge statistisch erfaßte. Eine Registratur eines jeden Häftlings sollte der SS eine genaue Kontrolle über den Arbeitseinsatz der Häftlinge ermöglichen. Mit dem Einsatz der Häftlinge in Rüstungsbetrieben in- und außerhalb des Konzentrationslagers Buchenwald wurde die Arbeitsstatistik zu einem bedeut- samen Kommando, das einem eigens dafür eingesetzten Arbeitseinsatzführer im Range eines SS-Hauptsturmführers unterstand. 1 Karl Pankow, geb. 1905, seit 1933 in Haft, 1937-1945 KZ Buchenwald, jetzt Vorsitzender des Rates des Kreises Sternberg. 335 rt ee EZ ng See a EEE gemeine Er SE nr u eg ee u Du Se SE lern & ei“ FG TS ZIELT FETT En Da MEN er Be ee un An ek Sn ein nnd edited k Das Konzentrationslager Buchenwald bekam nach 1942 durch den Arbeits- einsatz über 70 Außenkommandos! und durch den Aufbau neuer Konzen- trationslager immer stärker den Charakter eines Durchgangslagers. Die Stärke der Häftlinge im Lager betrug in den letzten Jahren durchschnittlich 15-20 000. Wurden Neuzugänge eingeliefert, so versuchte die SS-Lagerleitung, sie in Außenkommandos oder in anderen Lagern einzusetzen. Sie verfolgte damit gleichzeitig den Zweck, jeden organisierten Widerstand und die Konzentration von aktiven Antifaschisten unmöglich zu machen. Die Pläne der SS zu durchkreuzen, war eine schwierige und aufreibende Kleinarbeit. Die Zugänge kamen in sogenannte Quarantäneblocks. Unter ihnen gab es immer eine Anzahl krimineller Elemente. Die SS bezeichnete die aus- ländischen Häftlinge ohne Unterschied als„politische Schutzhäftlinge“. Von den einzelnen nationalen Gruppen wurden sofort eine Überprüfung der politischen Zuverlässigkeit der einzelnen Häftlinge vorgenommen, der Stubendienst zum Teil nach diesen Gesichtspunkten zusammengestellt. Oft war es möglich, den nationalen Gruppen Unterlagen über die Haftgründe zu verschaffen, wie sie in der Politischen Abteilung vorhanden waren. Zur Stärkung der Widerstandsbewegung wurden die Neuzugänge in drei Gruppen geordnet. 1. Gruppe: Kameraden, die zur illegalen Arbeit der nationalen Gruppen un- bedingt im Lager verbleiben sollten. 2. Gruppe: Kameraden, die auf ein Außenkommando geschickt werden konn- ten, in denen organisierte nationale Gruppen bestanden und einigermaßen erträgliche Arbeits- und Lebensbedingungen vorhanden waren. 3.Gruppe: Ehemalige Spitzel, Agenten, Provokateure der Gestapo und krimi- nelle Elemente. Manche von diesen Subjekten hatten sogar zeitweise SS-Forma- tionen angehört. Dieses Gesindel suchte durch die Zusammenarbeit mit der SS ihre Lebenslage zu verbessern. Die Häftlinge dieser Gruppe mußten in solche Arbeitskommandos abgeschoben werden, in denen weniger Möglichkeiten bestanden, Schaden zu stiften. Die Arbeitsstatistik erhielt über die Verbindungsleute Listen der Zugänge, die nach diesen Gesichtspunkten geordnet waren. Für die Einteilung dieser Zugänge in einer dieser drei Gruppen waren die Vertreter der nationalen Grup- pen verantwortlich. Eine Korrektur geschah nicht ohne ihre Zustimmung. Die Durchsetzung der getroffenen Maßnahmen gegenüber der SS blieb der Arbeitsstatistik überlassen. Bei Handwerkern, z. B. Schlossern, Mechanikern, Elektrikern, Drehern usw. war es verhältnismäßig leicht, sie in geeigneten Arbeitskommandos unterzubringen. Große Schwierigkeiten bestanden bei Un- gelernten und Intellektuellen. Mancher mußte sich einen Beruf zulegen, den er nie ausgeübt hatte, um in einem geeigneten Arbeitskommando untergebracht zu werden. Für jeden aktiven Antifaschisten, der im Lager verbleiben sollte, mußte ein anderer in ein Außenkommando geschickt werden. Die Transporte in Außen- 1 Vgl. S. 292 bis 310 f. 336 kommal krmine Gefahr verlässit die Wie Buch } Führun ncht W tion 3 ymmel Eine Haftlin hestimar ) Arbeits ing de oben durchz iler N )\lider | Aufträ den Arbeit| 1er Konzen- . Die Stärke 15-2000 tung, sie in folgte damit Onzentration aufreibend: Unter ihne 1ete die aus 5e“. Von den r politischen ndienst zun möglich, den :n, wie sie in änge in drei Gruppen un- verden kon inigermaßkn 30 und kriiti se SS-Form: beit mit der e mußten i Aöglichkeite Jer Zugängt eilung, diese onalen Gruf nmung SS blieb der Mechaniker, n geeignel®" nden bei Ur legen, dene! untergebrad! , mußte© te in Außen kommandos und auch in andere Lager boten die Möglichkeit, nazihörige und kriminelle Elemente, die sich schon längere Zeit im Lager befanden und eine Gefahr für die illegale Arbeit im Lager bildeten, abzuschieben und durch zu- verlässige Kameraden zu ersetzen. Auf diese Weise war es möglich, mitzuhelfen, die Widerstandsbewegung vor Verrat zu bewahren. Buchenwald war keine Ausnahme unter den Konzentrationslagern. Die SS- Führung und die SS-Leute waren genau so blutrünstig, sie waren genau so ver- rucht wie anderswo. Gerettet und aufrechterhalten hat uns unsere Parteiorgani- sation im Lager und unser nie ermüdender Kampfeswille und die enge Zu- sammenarbeit mit den antinazistischen Häftlingen der nationalen Gruppen. Eine nicht geringe Rolle spielte die Arbeitsstatistik auch beim Einsatz von Häftlingen im Lager. Nicht nur ein Einfluß auf die Auswahl von Häftlingen für bestimmte Transporte war möglich, sondern auch die Vermittlung bestimmter Arbeitskommandos im Lager— unter Hintergehung der Weisungen den SSı trug dazu bei, die Verhältnisse im Lager wesentlich zu beeinflussen. Die Auf- gaben der Arbeitsstatistik in einer der Widerstandsbewegung nützlichen Weise durchzuführen, konnte nur in Zusammenarbeit mit den organisierten Gruppen aller Nationen gelöst werden. Besonders schwierig war es, die Interessen der Widerstandsbewegung zu wahren, ohne daß die SS dafür Beweise bekam, ihre Aufträge würden in einem SS-feindlichen Sinne durchgeführt. Das war eine der kompliziertesten Aufgaben. Auch sie ließ sich nur in engster Zusammen- arbeit mit den Verantwortlichen der einzelnen nationalen Gruppen lösen. Ein Spiegelbild dieser wahrhaft internationalen Zusammenarbeit aller Wider- standskämpfer vermittelt auch die Zusammensetzung des Mitarbeiterstabes der Arbeitsstatistik: Tschechoslowaken 28 Deutsche 24 Polen 7 Sowjetbürger 7 Franzosen 3 Österreicher 8 Holländer 1 Belgier il Spanier 1 74 Obwohl es streng verboten war, befanden sich unter ihnen zwei jüdische Kameraden. Diese Mitarbeiter schufen eine enge Verbindung mit den einzelnen Nationen. Darüber hinaus gab es zu einigen größeren nationalen Gruppen direkte Verbindungsleute. Zu den übrigen wurde eine Verständigung durch den zentralen Verbindungsmann Kurt König! hergestellt. So war es jederzeit mög- lich, die Interessen der nationalen Gruppen im Rahmen der Gesamtinteressen 1 Kurt König war der Dolmetscher des illegalen Lagerkomitees. Er starb am 11. Mai 1952 an den Folgen der Haft. 337 22 Buchenwald in Sg See engen a ug EEE en ey Ze nn EEE TER EEE ern Digg TEE a en ie ne eg une a zu wahren. Nachrichten, die über einzelne Häftlinge von der SS bekannt wur- den, konnten schnell weitergegeben werden. Auf diese Weise gelang es, die Hauptaufgabe— Schutz aller ehrlichen und aktiven Nazigegner— leichter zu lösen. An den Arbeitseinsatzführer und an den Lagerkommandanten mußten täg- lich Rapportmeldungen über den Arbeitseinsatz der Häftlinge erstattet werden. In diesen Meldungen war nachzuweisen, in welchen Kommandos die Häftlinge arbeiteten. Fehlten Häftlinge bei den Arbeitskommandos, mußte gemeldet wer- den, wo sie sich befanden. Die zahlenmäßige Stärke der Meldungen mußte mit den Meldungen der Schreibstube und den Meldungen der SS-Leute beim Zähl- appell übereinstimmen. Diese Übereinstimmung herbeizuführen, war eine recht heikle Aufgabe. Täglich mußten viele Hunderte, in den letzten Monaten sogar Tausende, die bei den Arbeitskommandos fehlten, gedeckt werden. Dabei han- delte es sich einmal um schonungsbedürftige Kameraden, die ohne Genehmi- gung des SS-Arztes durch die nationalen Gruppen vom Arbeitskommando zu- rückgehalten wurden, oder um Kameraden, die zur antifaschistischen Arbeit bestimmt waren. Weiterhin gab es aber auch undisziplinierte Häftlinge, die sich auf Kosten der übrigen Häftlinge das Leben erleichtern wollten, Kameraden- diebstähle begingen u. ä. Während die beiden ersten Gruppen mit Hilfe der Arbeitsstatistik vom Kommando wegblieben, handelte es sich bei der letzten Gruppe um negative Elemente, die sich den Gesamtinteressen der Häftlinge nicht unterordnen wollten. Als ein Beispiel, in welcher Weise die Aufstellungen zusammengeschwindelt wurden, soll die Meldung vom 29. 3. 1945 dienen: 29. März 1945 Appellstärke 80 555 Kommandostärke 768391 Fehlende 4164 Diese 4164 Häftlinge mußten nun solchen Kommandos zugeschrieben wer- den, bei denen die SS nicht ohne weiteres eine genaue Kontrolle durchführen konnte. An diesem Tage wurde die Zahl wie folgt aufgeteilt: Zuge- Gemeldete schlagene Stärke Stärke Arztbestellungen 218 210 Schonung 1412 1706 Baukommando II 512 150 Holzhof 7921 1412 Transportbereitschaft 686_— Quarantäne 3787 686 4164 338 bekannt zelang es, di — leichter n, | mußten ti. tattet werde, zemeldet we; ‚en mußte ni! ite beim Zi). war eine red! Äonaten sog n. Dabei har- ine Genehn ommando zı- 'ischen Arbat linge, die sid , Kameradar- mit Hilfe da ei der letzten der Häftling ngeschwindel ‚chrieben wer e durchführen Die Zahlen der Transportbereitschaft und Quarantäne konnten nicht will- kürlich erhöht werden, da sonst die Gefahr heraufbeschworen wurde, daß der Arbeitseinsatzführer Transporte zusammenstellen ließ. Die Häftlinge, die im Lager verbleiben sollten, wurden vom Arbeitsdienst- führer vorwiegend dem Steinbruch und den Baukommandos zugeteilt. Da es nicht nur diese schweren Arbeitskommandos gab, blieb es den nationalen Gruppen überlassen, geeignete Vorschläge zu machen, wo einzelne Häftlinge untergebracht werden sollten. Die Arbeitsstatistik versuchte, dann Mittel und Wege zu finden, diese Kameraden in Arbeitskommandos unterzubringen, in denen sie weniger unter dem Terror der SS und den Witterungseinflüssen zu leiden hatten. Außerdem mußten solche Kommandos bevorzugt werden, in denen seltener Häftlinge für Transporte ausgewählt wurden. Viele wurden dem Arbeitskommando Holzhof zugeteilt, einem Leichtarbeiter- kommando für Kranke, zu dem die Zuweisung eigentlich nur durch den SS-Arzt erfolgen durfte. Mit dem Kapo des Kommandos, der auch der Widerstands- bewegung angehörte, wurde vereinbart, eine große Zahl der Häftlinge des Kommandos während der Arbeitszeit in die Wohnblocks zu schicken. Einen großen Rahmen nahm auch die Schaffung von Scheinarbeitskommandos für Kameraden ein, die für ihre nationale Gruppe politische Arbeit leisteten. Gegen die Absicht der SS— keine Ausländer in Positionen und Schlüsselstellungen— wurden nach und nach Häftlinge aller Nationen und— gegen das ausdrückliche Verbot der SS— auch jüdische Kameraden in leichteren Arbeitskommandos eingesetzt. In den letzten Jahren der Naziherrschaft ging die Gestapo immer mehr dazu über, bei Ausländern keine Gerichtsverfahren mehr durchzuführen, sondern sie einfach in Konzentrationslager einzuweisen. Solche Häftlinge, die in irgend- einer Weise gegen die Naziherrschaft gekämpft hatten, wurden in Buchenwald meist mit dem Hinweis eingeliefert, daß sie nur innerhalb des Lagerzaunes beschäftigt werden dürfen und unter keinen Umständen auf ein Außenkom- mando zu schicken sind. In den meisten Fällen handelte es sich um aktive Hitlergegner. Die Rettung solcher Kameraden war mit größter Lebensgefahr verbunden. Eine Möglichkeit, sie zu retten, war die Verschickung in ein Außen- kommando, welches gute Fluchtmöglichkeiten bot und in dem der Einfluß von Kameraden der illegalen Organisation stark war. Solche Kommandos waren u.a.: Eisenbahnausbesserungswerk Schwerte, die Eisenbahnbaubrigaden, Köln-Deutz usw. Erteilte die SS die Weisung, ein solches Kommando zusammenzustellen, erhielt die Arbeitsstatistik von den Verbindungsleuten der nationalen Gruppen die Häftlingsnummern stark gefährdeter Häftlinge. Die Genannten wurden in die Transportbereitschaft eingereiht. Schon nach wenigen Tagen meldete die Schreibstube manche von ihnen als flüchtig. Die nationalen Gruppen ver- anlaßten auch einige Kameraden mit bestimmten Aufträgen zur Flucht. Zwei Beispiele sollen das veranschaulichen: Im September 1944 wurde die erste Eisenbahnbaubrigade zusammengestellt. 339 Ve er “ Ge nn ee u EEE DE a enge IE TE ee See= mr ee u ee hi Fe 2 a( A h j } „ | } " } ae a a Fe \ \ \) \ Die Häftlingsführungskräfte waren fast ausschließlich deutsche aktive Anti- faschisten. Von den sowjetischen Kameraden erhielten wir eine Liste von Häft- lingen, unter denen sich ein Teil ehemaliger Kriegsgefangener befand, darunter ein Leutnant. Am 12.9.1944 verließen sie das Lager, und bereits am 10. 10.1944 ergriffen sie mit der Belegschaft eines ganzen Waggons— insgesamt 23 Häft- linge— die Flucht. Am 22. 9. 1944 wurden die Häftlinge Doroschenko, I., Fleischer; und Sesojew, A., Arbeiter, auf Wunsch der sowjetischen Kameraden gleichfalls zu diesem Kommando geschickt. Beide waren bereits einmal flüchtig gewesen und wieder eingefangen worden. Sie erhielten einen sogenannten Fluchtpunkt— im Lager Zielscheibe genannt— und durften nur innerhalb des Lagerzaunes arbeiten. Wäre ihnen nicht schnell geholfen worden, so hätten sie sicherlich alsbald zu den vielen Tausenden Toten Buchenwalds gehört. Eine weitere spezielle Methode der Sabotage des Arbeitseinsatzes von Häft- lingen in der Rüstungsindustrie sei noch berichtet. Mechaniker, Werkzeug- schlosser, Ingenieure wurden als Stubendienste, Schreibkräfte usw. im Lager eingesetzt. Solange in dem Quarantäneblock noch einigermaßen wohnliche Ver- hältnisse bestanden, entzogen wir oft mehrere Tausende wochenlang dem Ar- beitseinsatz. In Zusammenarbeit mit den Kameraden des Häftlingskrankenbaus wurden auch Infektionskrankheiten vorgetäuscht, die eine Verlängerung der Quarantänezeit herbeiführten. Ein besonderes Kapitel war die Hilfe für die jüdischen Kameraden. Viele Kameraden, die den Aufbau des Lagers mitmachten, waren mit ihnen durch gemeinsam verlebte Stunden eng verbunden. Die Schreibstube„arisierte“ sie. Der Krankenbau erklärte sie für tot und ließ sie unter anderem Namen neu auf- leben. Die Arbeitsstatistik schuf illegale Schonungsmöglichkeiten und empfahl sie als wichtige„Facharbeiter“ für Rüstungsbetriebe oder in bestimmte Hand- werkerkommandos, weil sie dort bessere Bedingungen vorfanden, als unter der ständigen Aufsicht der SS in den Baukommandos. Auseinandersetzungen mit der SS-Lagerleitung und viele„getarnte“ Diskussionen mit dem Arbeitseinsatz- führer, daß„die Juden endlich mal einen richtigen Beruf ausüben sollten, um richtige Arbeit zu leisten“ waren notwendig. Auch diese Hilfe war nur möglich durch die enge Zusammenarbeit mit den jüdischen Kameraden. Herbert Weidlich BA 513-4a, Bericht vom 22. 4. 1945(1958 überarbeitet). Unterstützung der illegalen Tätigkeit durch andere Kommandos Schreibstube Dieses Kommando, dessen internationale Zusammensetzung im Laufe der Jahre erkämpft wurde, hatte in Zusammenarbeit mit Arbeitsstatistik, Revier, Block- und Lagerältesten eine große politische Bedeutung. Hier wurde die Kartei über sämtliche Häftlinge geführt, was vor allen Dingen im letzten Jahr durch 340 ıktive Anti.| te von Häft-|| 1d, darunter|| 10.10,194 mt 23 Häft nd Sesojey, ; zu diesem und wieder — im Lager es arbeiten, ı alsbald zı :s von Häft- Werkzeug- v. im Lager hnliche Ver- ng dem Ar- rankenbaus ıgerung der 'aden. Viele ihnen durdı risierte. sie, nen neu aul- nd empfahl nmte Hand- Is unter der zungen nit heitseinsatz- sollten, um nur möglich ert Weidlich los Laufe der stik, Reviet le die Kartel Jahr durch die vielen Massenzugänge und das Fehlen einer genauen Kontrolle von oben nach der Vernichtung der Politischen Abteilung durch den amerikanischen Luft- angriff unter anderem die Möglichkeit eröffnete, eine ganze Reihe von ge- fährdeten Häftlingen unter anderem Namen zu führen, vor allem Juden zu „arisieren“. Weiterhin gingen über die Schreibstube alle Verlegungen von Block zu Block, also auch aus dem Quarantänelager in das Große Lager. Diese Verlegungen, für die bei der allgemeinen Überfüllung nur ein Teil der Häft- linge in Frage kam, wurden in Zusammenarbeit mit den Vertrauensleuten der illegalen Nationalkomitees beschlossen. Die Kammern a) Effektenkammer. Diesem Kommando oblag die Verwaltung der Kleidung, Wertgegenstände und Geldbeträge der Häftlinge. Die antifaschistische Ein- stellung des gesamten Kommandos hatte zur Folge, daß es sich nicht wie in manchen anderen Lagern zu einer Räuberhöhle entwickelte, sondern im Gegen- teil zu einem Schutz des Eigentums der Kameraden. Solange die Kommando- angehörigen noch nicht durch die Massentransporte mit Arbeit überlastet waren, wurde in der freien Zeit ein Kleidersack nach dem anderen vorgenommen, um seinen Inhalt zu säubern oder zu reparieren. Stellte ein Neuzugang fest, daß sein Geld, Koffer oder dergleichen von der Einlieferungsbehörde nicht nach- geschickt wurde, so drängten die Kameraden der Effektenkammer ihren Schar- führer so lange, bis die Lagerverwaltung reklamierte und dann meistens mit Erfolg. 1943 kam der Befehl, die Privateffekten der Russen, Juden und schließ- lich auch der Polen aufzulösen, das heißt, der SS zur Verfügung zu stellen. Es gelang unseren Kameraden zuerst, der Lagerleitung klar zu machen, daß dieser Befehl sich nur auf kriegsnotwendige gebrauchte Kleidungsstücke beziehen könne, so daß diesen Häftlingskategorien Geld, Wertsachen und Ausweis- papiere erhalten blieben. Auch ihre Kleider und Schuhe wurden, soweit dies bei der vorhandenen Kontrolle irgend möglich war, heimlich in die Blocks ver- schoben, um dort aufgeteilt zu werden. Die reichsdeutschen Juden führte man darüber hinaus nicht als Juden, sondern als Deutsche, so daß ihnen wenigstens der im Lager vorhandene Rest ihres Eigentums erhalten blieb. Als am 11. No- vember 1944 schließlich der Befehl kam, den Privatbesitz sämtlicher Ausländer zu liquidieren, wurde seine Ausführung nicht nur in der oben angegebenen Weise eingeschränkt, sondern das Tempo der Durchführung dieser Maßnahme derartig verzögert, daß bei der Befreiung nur ein Bruchteil der Effekten auf- gelöst war... b) Häftlingsbekleidungskammer. Diesem Kommando oblag die Verwaltung und Ausgabe der den Häftlingen von der SS zur Verfügung gestellten Beklei- dungsstücke. Damit war es immer äußerst schlecht bestellt. Im Jahre 1938 waren für ungefähr 5000 Häftlinge insgesamt 5 bis 6 überzählige Jacken in Reserve, das heißt, 1 pro Mille der Belegschaftsstärke. Bis zum Jahre 1939 konnte praktisch kein Kleidungsstück getauscht werden, auch wenn es derart defekt war, daß der betreffende Häftling es nicht mehr reparieren konnte. 341 onen ggg Ee ee zen u EEE ine ne en hut DE En A Eee Te men en et = N ee DR EL EEE ee u> Per DEE BEE GASERKEGESE Bm REBngE Sue Be- u EL An EEE EL Fe nr El ü Dann wurde die berüchtigte Zebrakleidung eingeführt, die auch immer in zu geringer Anzahl vorhanden war. Durch dauernde Bilanzfälschungen, in Form überhöhter Abschreibungen usw., gelang es, unter den Augen des berüchtigten Kammerverwalters, SS-Hauptscharführer Taufratshofer, die Zentrale in Berlin fortlaufend zu täuschen und dadurch größere Lieferungen zu erlangen als plan- mäßig vorgesehen war. Das Ergebnis war: Von den 1945 vorhandenen Beklei- dungsstücken, die immer noch so knapp waren, daß Zehntausende ohne Unter- hosen und Socken den tiefsten Winterüberstehen sollten, waren 40°/o der Berliner Zentrale abgelistet worden. Es handelte sich um 40 000 Hemden, 25 000 Unter- hosen, 20 000 Paar Socken, 10000 Zivilanzüge, 15000 Zebraanzüge, 15 000 Paar Schuhe, 8000 Mäntel, 10000 Mützen, 7000 Wollwesten, 10 000 Ohren- schützer, 40000 Paar Handschuhe, des weiteren Frauenbekleidung für die Frauenaußenkommandos. Ganze Kleidersendungen aus Auschwitz wurden als „vermodert“ buchmäßig nicht zugesetzt, aber nach sorgsamer Reparatur ins Lager gegeben... Als im Jahre 1941 nach der katastrophalen Niederlage der faschistischen Wehrmacht vor Moskau der Befehl kam, alle Lederschuhe an die Wehrmacht abzuliefern, zog die Kammer unter dem Vorwand, die meisten Häft- linge trügen von zu Hause geschickte Privatschuhe, nur 10 Prozent der vor- handenen Bestände zur Ablieferung ein. Andererseits wurden Privatschuhe, trotz strengsten Verbots, aus vorhandenen Lederbeständen repariert, wie auch gegen die Anordnung immer wieder Kleideraustausch vorgenommen wurde... An den Solidaritätsaktionen für die beim Vormarsch der Roten Armee durch die Faschisten verschleppten Sowjetbürgerinnen, die zeitweise kurzfristig Buchen- wald passierten,! beteiligte sich die Häftlingskammer durch zur Verfügung- stellung von Frauenkleidern. Ebenso übermittelten die Kameraden von Zeit zu Zeit heimlich eine Anzahl Kleidungsstücke an die einzelnen Nationalkomitees zur Verteilung an bedürftige verdiente Kameraden. c) Gerätekammer. Diesem Kommando unterstand die Verwaltung des ge- samten Häftlingsinventars vom Löffel und Messer bis zum Bett und Strohsack. Da dort gleichzeitig dasselbe Material für die SS verwaltet wurde, ergab sich nicht nur die Möglichkeit überhöhter Anforderungen und Abschreibungen wie bei der Häftlingskammer, sondern es wurden darüber hinaus durch Umtausch und getarnten Diebstahl noch eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten eröffnet. Im Jahre 1940 bereits wurden 2000 vorhandene Eßnäpfe und ebensoviele Trink- becher abgeschrieben und dem Lager illegal zur Verfügung gestellt. Bei Inven- turen in den Blocks, die bis zum Jahre 1942 die SS vornahm, wurden regelmäßig die Blockältesten vorher gewarnt. Bei Anlieferungen wurden durch Falschmeldungen im Januar/Februar 1945 9000 Decken und im Oktober 1944 6000 Handtücher dem Lager zur Verfügung gestellt. Seit 1944 gab es für die SS keine Tischmesser mehr, für die Häftlingsblocks waren immer noch Schwarz- bestände vorhanden. Den Außenkommandos wurden Kannen, Eimer, Messer und Schüsseln ohne Genehmigung zugeschanzt. Aus den vorhandenen Seifen- beständen erhielt die SS die schlechtere, das Lager die bessere Qualität. Fehl- 1 Vel. S. 4l4f. 342 hast hungen Ver in Lie nutzun stimmt Kohlen Das geneht ilesal Dar hschis befane hollän abgeh veräte Mmer in zı D, in Fom verüchtigten le in Berlin ‚en als plan- nen Beklej- Ohne Unter. der Berliner > 000 Unter. üge, 1500 000 Ohren- ung für die wurden alı eparatur ins derlage der huhe an die jeisten Häft- nt der vor- rivatschuhe, rt, wie aud 'n wurde... ee durch die stig Buchen- Verfügung. ‚ von Zeit zu nalkomitees ung des ge .d Strohsad. , ergab sich ibungen wi h Umtausch iten eröffnet oviele Trink: t, Bei Inven" m, wurden urden durd /ktober 19% es für die 5 ‚ch Schwaz mer, Messe! enen Seifen‘ jalität. Fehl bestände der Blocks wurden immer wieder durch stillschweigende Abschrei- bungen gedeckt, um die ständigen finanziellen Schadenersatzforderungen der SS-Verwaltung zu unterbinden, von denen besonders die jüdischen Häftlinge ein Lied zu singen wußten. Handwaschmittel für das Lager wurden unter Be- nutzung von flüssiger Seife hergestellt, die zum Kopfwaschen für die SS be- stimmt war. Die Blocks der sowjetischen Kriegsgefangenen erhielten volle Kohlenrationen, obwohl sie befehlsgemäß nur halbe hätten erhalten dürfen. Das Revier erhielt in den Wintermonaten täglich eine Tonne Kohle mehr als enehmigt, wie überhaupt ein großer Teil der Lieferungen der Gerätekammer illegal an die Kranken ins Häftlingsrevier ging. Darüber hinaus war die Gerätekammer eines der Zentren der illegalen anti- faschistischen Arbeit. Hier tagte das illegale Deutsche Volksfront-Komiteel, hier befand sich in den kritischen Tagen vor der Befreiung der Stab der deutsch- holländischen Militärgruppen Buchenwalds. Hier wurden ausländische Sender abgehört, und der Sender der Häftlinge Buchenwalds war aus zwei Radio- geräten gebaut worden, die aus der Gerätekammer entwendet worden waren.? Wäscherei Durch unvorstellbar anstrengende körperliche Arbeit trugen die Kameraden dieses Kommandos zu der Aufrechterhaltung der hygienischen Mindestforde- rungen im Lager bei. Niemals wäre es der SS eingefallen, anzuordnen, daß Tausende und aber Tausende privater Wäschestücke, die sich im Lager be- fanden, hier gewaschen werden sollten. Durch freiwillige Übernahme dieser Arbeit haben die Kameraden dieses Kommandos verhindert, daß uns die schmutzigen Kleidungsstücke am Körper klebten, oder wir gezwungen gewesen wären, sie in der kaum vorhandenen Freizeit ohne Waschmittel säubern zu müssen. Küche und Lebensmittelmagazin Die Verwaltung und Zubereitung der den Häftlingen zustehenden äußerst geringen Lebensmittelmengen war ein weiterer wichtiger Punkt im Kampf um die Erhaltung des Lagers. Durch ständige Überwachung, durch das wechsel- seitige Ausspielen der verschiedenen zuständigen SS-Stellen und durch mehr oder weniger versteckte Drohungen mußte erreicht werden, daß die Schiebun- gen mit diesen Waren aufhörte, die sich die SS in den ersten Jahren unter tätiger Mitwirkung ihrer damaligen Kreaturen unter den Kriminellen und asozialen Häftlingen angewöhnt hatte. Es galt im Gegenteil, zu erreichen, daß jeder Häftling nicht nur das erhielt, was ihm zustehen sollte, sondern noch mehr. Das gelang auf folgende Weise. 1. Fleisch- und Wurstlieferungen wurden im Lager gewogen. Durch Ab- lenkung der Chauffeure gelang es ab und zu, 150 bis 200 kg Fleisch oder Wurst zu„organisieren“. 1 Vgl. S. 324 und 397 f. 2 Vgl. S. 517£. und 543. Er en a ge gen EEE TEE genen a FE FE ee ne nn EEE ee ne nee er = ee Aer 5 ee Fe en ne Zu en a ne a erden er en Pt m ann ee in dene din BEER 2. Bei Eintreffen von größeren Häftlingstransporten wurden mehr Lebens- mittelportionen verbucht. Das geschah in der Weise, daß die Ankunft der Zu- gänge zurückdatiert wurde. Da es sich um Tausende von Personen handelte, ergab das immer ansehnliche Mengen an Brot und Fett usw. 3. Infolge der mangelnden Übersicht der Lagerführung gelang es häufig, An- weisungen zur Ausgabe der Marschportionen doppelt zu erhalten. Die dadurch zusätzlich abgebuchten Mengen gingen ebenfalls ins Lager. 4. Bei dem großen Luftangriff auf Buchenwald ging bei der Räumung eines Lebensmittelmagazines ein Teil der Waren verloren. Es wurden aber 1500 kg Margarine, 2000 kg Hülsenfrüchte und 300 kg Fleischkonserven mehr ab- gebucht als fehlten. 5. Wenn mit Transporten Lebensmittel eingingen, wurden diese nur zum Teil verbucht. Auf Grund unserer Einschätzung der politischen und militärischen Lage wur- den in den letzten Wochen über 6000 Zentner Kartoffeln mehr den vorhandenen Vorräten entnommen als bei dem offiziellen Wochensatz von 31 kg genehmigt war... Poststelle Die Kameraden der Poststelle machten nicht nur immer wieder alle Anstren- gungen, um Briefpapier heranzuschaffen, damit die genehmigten Schreibtage ausgenutzt werden konnten, sie hatten auch für besonders wichtige Fälle einen illegalen Briefschmuggel organisiert.— Darüber hinaus verhinderten beziehungs- weise erschwerten sie weitgehend die Beraubung unserer Pakete durch SS- Angehörige. In der ersten Zeit, nachdem Paketsendungen zugelassen waren, wurden diese in der Postzensurstelle von SS-Männern geöffnet,„kontrolliert“— und der Rest dem Empfänger übergeben. Eine Eingabe unserer Kameraden von der Poststelle beim Lagerführer, mit dem Vorschlag, die Paketausgabe den Blockältesten als Vertrauensmännern zu überlassen, wurde abgelehnt. Sie riskierten es trotzdem, den Antrag beim Kommandanten zu wiederholen und hatten Erfolg damit. Ein weiterer Erfolg war es, daß die Rot-Kreuz-Pakete, die nicht an einzelne adressiert waren, in Kisten verpackt ankamen und ins Lager gingen, so daß die SS auch hier keine Möglichkeit mehr hatte, auf unsere Kosten zu leben. BA 73-56. Bericht, geschrieben 1945. Prüfung der Neuangekommenen ... Wir haben uns, durch Erfahrung gewitzigt, die Zugänge an politischen Häftlingen genau angesehen. Wir haben sie geprüft. Unter ihnen waren SS- Leute, die wegen Kameraden-Diebstahl oder anderer krimineller Delikte ins Konzentrationslager kamen. Vor ihnen mußten wir uns vorsehen. Aber jeder auf- rechte und zuverlässige Antifaschist wurde nach Möglichkeit unterstützt. In den letzten Jahren gelang es, daraus ein lückenloses System zu entwickeln. Auf der 344 Hehr Leben.' saß ein Häftling, getarnt und gedeckt durch die anderen, dessen kı| Ba 2.| einzige Aufgabe darin bestand, jeden Zugang genau zu erfassen. Er schrieb ein 2 handele' kleines Zettelchen mit den Personalien des Zugangs. Angenommen, der Zugang hi war in Erfurt verhaftet worden. Über die illegale Organisation ging dieses N Y } = häufig, Al: Zettelchen an die für die in Buchenwald eingekerkerten Thüringer Antifaschi- en mehr al andere Freunde auf der Arbeitsstatistik dafür gesorgt, daß aufrechte Anti- faschisten, zumal wenn sie jahrelang im Zuchthaus oder Gefängnis waren, sO ‚ Die dadırd sten verantwortlichen Genossen. Es wurde jemand in den Zugangsblock ge-} h schickt, der durch geschickte Fragen die Zuverlässigkeit des Mannes zu er- Y AuMUNg eine kunden trachtete. Rückfragen bei Bekannten vervollständigten das Bild, und N aber 1500: wenn dann ein einwandfreier Bericht über den Betreffenden vorlag, haben H lese nur zum rasch als möglich in ein erträgliches Arbeitskommando kamen... in Walter Wolf I} en Lage wır BA 73-55. Bericht vom April 1946. Hi vorhandenen I kg genehmir MN } EL EEE EZ Widerstandszentrum Revier engen enge alle Anstrer- n Schreibtag: ii je Fälle ein Der illegale Bau von Baracken N n beziehung: N te durch 5%... Das S$-Sanitätsamt Berlin, von dem sämtliche Medikamente, alles Verband- ih assen we zeug und auch alle ärztlichen Instrumente usw. bezogen werden mußten, hatte 1 ontrolliert- sich einmal darüber beschwert, daß die Verpackungskisten in nicht ordnungs-"N r Kameraden gemäßen Zustande zurückgesandt worden seien. Bei der Untersuchung stellte Hi tausgabe din sich heraus, daß die Kisten zwar sofort von den Häftlingen vorschriftsmäßig IR ogelehnt, Si entleert und versandfertig gemacht worden waren, aber die SS-Leute, die den 1 derholen un! Transport der Kisten nach der Güterabfertigung in Weimar ausführen sollten, Bu ız-Pakete, di hatten ihren Auftrag nicht umgehend ausführen können. Die Kisten hatten hf nd ins Lage einige Tag in Wind und Wetter stehen müssen. Eine Gelegenheit, die Kisten Hi nsere Kosten unter Dach zu lagern, war nicht vorhanden. Unter Hinweis auf die Beschwerde I des SS-Sanitätsamtes wurde deshalb um die Genehmigung gebeten, einen ein- I fachen Abstellraum zu errichten. Der Kommandant Koch erteilte die Genehmi- 14 gung mit der Auflage, daß der Abstellraum in der einfachsten Form aus Holz in hergestellt werden dürfte." Nun, die Genehmigung lag vor, und Walter Krämer, unser 1. Häftlings- I Jitischen pfleger, fing an zu„organisieren“. Nach kurzer Zeit stand versteckt hinter Y: n po den Revierbaracken ein kleines massives Häuschen mit verschiedenen Räumen. I T he M Nun konnten Revierwäsche und Verbandsmaterial gelagert und die Kleidung R r Deli te f der Revierkranken primitiv zwar, aber doch ordnungsgemäß sterilisiert werden. N ber Rn Als das Desinfektionshaus fertig war, da hätten wir beinahe vergessen, h ee k auch... die Kisten des SS-Sanitätsamtes dort unterzubringen... Ü keln,! I) Mt Gu= east ne ur ee uk me Du u EEE ER nn ee— re == ee u a er DEGEEF ETF IE Te ET u DEE EEE BEE W ii vi [3 In IH \ in % A SR 1 hl \ 1 „N } Bei der mangelhaften Ernährung und der unzulänglichen Bekleidung der Häftlinge war es erklärlich, daß die Lagerinsassen unter der Unbill der kalten Wintermonate stark zu leiden hatten. Erfrierungen aller drei Grade waren Massenerscheinungen und suchten hauptsächlich Juden und Zigeuner heim. Wir Häftlinge hatten nicht die Macht, die Ursachen der Erfrierungen zu be- seitigen. Und gegen Erfrierungen dritten Grades ist kein Kraut gewachsen. Hier wäre selbst der tüchtigste und beste Arzt machtlos gewesen. Aber wir hatten eine kleine Möglichkeit, wenigstens die einfacheren Erfrierungen ersten und die schwereren ind schwersten zweiten Grades zu bekämpfen und taten es auch selbstverständlich mit aller nur aufzubietenden Einsatzfreudigkeit. Salben und Verbandmaterial waren knapp und reichten nicht einmal für alle schweren Fälle. Aber wir hatten heißes und kaltes Wasser und konnten die Wechselbadtherapie anwenden. Die Erfolge waren so gut, daß sich sogar der Lagerarzt Dr. Ding dafür zu interessieren begann, vielleicht weil er glaubte, daß er mit einer solchen billigen Behandlung bei seinen Kollegen aus den anderen Lagern„Eindruck schinden“ könnte. Die„Erkrankungsfälle“ zählten nach vielen Hunderten. Die Revierbaracke, die sowieso immer überfüllt war, war zu klein, um eine Behandlung durchführen zu können. Daß sie nicht im Freien durchgeführt werden konnte, lag auf der Hand, und so wurde Dr. Ding vorgeschickt, der um Überlassung einer Baracke nachsuchen mußte. Sie wurde genehmigt, und Walter Krämer— durch die Er- richtung des Unterstellraumes für die Medikamentenkisten noch mutiger ge- worden— hatte wieder Gelegenheit, sein Organisationstalent zu beweisen. Die Baracke mußte natürlich in der Nähe des Häftlingsreviers errichtet wer- den. Und da suchten wir in dem schrägabfallenden hügeligen Gelände einen Platz aus, der einen planierenden Unterbau erforderlich machte. Der Mithilfe bestimmter Kapos und der Häftlinge waren wir gewiß, und innerhalb kurzer Zeit war der Baderaum in diesem Unterbau eingerichtet. In der Baracke selbst aber konnten wir noch einige Betten als zweite Station aufstellen. Ja, in dem Unterbau konnten wir sogar noch eine kleine Leichenkammer einrichten, so daß wir wenigstens zeitweise dem Zustand ein Ende bereiten konnten, daß in der Revierbaracke Tote, Sterbende und Lebende durcheinander lagen... Walter Poller Walter Poller,„Ärztschreiber in Buchenwald“, Hamburg 1947, S. 187-189. Die Beschaffung von Medikamenten ... Einmal im Monat wurde an das SS-Sanitätsamt in Berlin eine Bestellung über Verbandmaterial, Medikamente, Instrumente usw. aufgegeben. Zuerst wurden diese Bestellungen ziemlich lax gehandhabt... Bei Ausbruch des Krieges kamen neue Anweisungen heraus. Bestimmte Medi- kamente wurden für das Häftlingsrevier überhaupt gestrichen, Verband- material durfte nur in äußerst beschränktem Umfange angefordert werden. Der 346 S5-Arzt hegosse helfen, 19 Pro! Ding U hingen fen, Nur durften iendı iußers nauest nedik: waren hub Male einma Is, v ed,\ mir w mußt aleme Ihe ehli Wıl alle leidung der | der kalten tade waren >uner heim, gen zu be- gewachsen, N. Aber wir ingen ersten n und taten freudigkeit, mal für alk konnten die h sogar der er glaubte, ‚en aus den baracke, die durchführen lag auf der iner Barade urch die Er- mutiger ge- weisen. richtet wer- lände einen Jer Mithilfe halb kurzer racke selbst . Ja, in den hten, so dab , daß in der alter Poller o Bestellung hen, Zuest mmte Medi , Verband verden. De! SS-Arzt Ding strich die Bestelliste rigoros zusammen, und wir standen wie die begossenen Pudel dabei. Aber im nächsten Monat wußten wir uns schon zu helfen. Machten wir die Liste nicht selbst„postfertig“? Wußten wir nicht zu 99 Prozent, daß sich um die Liste sonst keiner zu kümmern schien? Und als Ding unterschrieben hatte, da setzten wir hier noch eine Zahl davor und dort hingen wir eine kleine Null daran. Und als die nächsten Kisten aus Berlin ein- trafen, da war alles gutgegangen. Nur schade, daß wir manche Medikamente überhaupt nicht mehr anfordern durften. Überhaupt nicht mehr? Stand da in den neuen Anweisungen nicht auch irgendetwas von Medikamenten, die nur in beschränktem Umfange und nur in äußerstem Notfall angefordert werden durften? Anweisungen her und ge- nauestens durchstudiert! Konnten wir riskieren, wenigstens diese Mangel- medikamente wieder aufzuführen? Ding hatte sie damals alle gestrichen. Aber waren wir nicht mit dem Buchdruck vertraut? Wußten wir nicht, was„Durch- schuß“ ist, dieser Abstand zwischen den Druckzeilen? Und als beim nächsten Male Dr. Ding, die Bestellung unterschrieben hatte, da wanderte die Liste noch einmal durch die Schreibmaschine. Für„Durchschuß“ war vorher gesorgt, und das, was wir noch einzufügen hatten, paßte sich ganz vorzüglich in die Seite ein. Was wir da taten, taten wir für unsere Kameraden. Hätte man uns erwischt, wir wären samt und sonders„erledigt“ worden. Wir wußten es genau, aber wir mußten es dennoch tun. Denn in uns war ein Gesetz lebendig, so stark, so elementar, so kategorisch, daß es nichts gab, was sich ihm nicht unterordnete. Ich glaube, hätte man uns alle totgeschlagen, dieses Gesetz wäre noch am Leben geblieben... Walter Poller Walter Poller,„Arztschreiber in Buchenwald“, Hamburg 1947, S. 202-203. Illegale Produktion für das Revier ... Von einigen Kameraden, die über die beruflichen Qualitäten verfügten und in der Galvanoabteilung beschäftigt waren, wurden regelmäßig ärztliche Instru- mente für das Häftlingsrevier angefertigt. Jedes Außenkommando, welches von dem KZ Buchenwald in Marsch gesetzt wurde, bekam seinen Häftlingssanitäter mit. Da die Instrumentenbestecks dieser Sanitätskameraden immer sehr mangel- haft waren, wurde vom illegalen Lagerkommitee angeordnet, daß jedem Trans- port ausreichend Instrumente und Medikamente zu übergeben sind. Die Galvanoabteilung mußte dann jedesmal sehr kurzfristig eine Menge Instru- mente, sogar Sterilisatoren, für die größeren Außenkommandos anfertigen. Da in dieser galvanischen Abteilung Kupfer- und Nickelbäder zur Verfügung stan- den, konnten diese Instrumente jeder Kritik standhalten, denn die Kameraden legten persönlich Wert darauf, für uns Häftlinge nur das Beste zu liefern. So wurde ein Kamerad mit einem kompletten zahnärztlichen Instrumentarium aus- 347 ee en, er Eee gen ee m u ELETETEHEEER Te ne ee ng EEE Eee Sn ee u EEE En ee ee eh ee Tau fe a en Eee ee EEE DD u rg Be en GE rn Te ren De ende gerüstetl, welches zum großen Teil illegal hergestellt wurde. Diese Arbeiten bedingten wieder, daß neben unserem Arbeitspensum, das täglich dem Werk- meister gemeldet werden mußte und bestimmt nicht klein war, eine zusätzliche Arbeit geleistet wurde, die uns sehr oft nicht gestattete, die schon kurz be- messenen Mittagspausen einzuhalten. Unser organisierter Widerstand sollte ja nicht nur für den Augenblick, sondern für die Weiterentwicklung in der Zu- kunft gedacht sein... Heinz Gronau? BA 73-3a. Bericht vom 5. Februar 1958. Das Revier der norwegischen Studenten Im Verlauf meiner Tätigkeit im Revier wurde mir, ob zwar ich als jüdischer politischer Gefangener geführt war, von den deutschen Kameraden die Leitung des Reviers im Norweger-Block übertragen. Nach dem Bombardement auf Buchenwald erklärten sich nämlich die norwegischen Studenten bereit, ein Hilfsrevier für die Opfer des Bombardements einzurichten... Nach dem Abtransport der Norweger wurde das von ihnen improvisierte Revier dem Hauptrevier unterstellt. Gemeinsam mit einem französischen Kame- raden, einem deutschen Kameraden und zwei jugoslawischen Ärzten wurde ich mit der Weiterführung des Reviers beauftragt. Gemeinsam und mit Unter- stützung anderer Kommandos organisierten wir verschiedene Hilfsmittel und bauten dort ein für Lagerbedingungen gut eingerichtetes Revier auf. Es gelang den Nazis nicht, aus den norwegischen Studenten eine SS-Legion zu machen. Sie wurden nicht mehr als Ehrenhäftlinge, sondern so wie alle ande- ren eingekleidet, in das Kleine Lager gebracht. Die illegale Widerstands- bewegung half ihnen, diese Wochen des schweren Drucks leichter zu tragen. Schließlich kamen die norwegischen Studenten wieder in ihren früheren Block, jedoch wir blieben weiterhin für das Revier verantwortlich. Die norwegischen Studenten erhielten Pakete vom Internationalen Roten Kreuz und bekamen das Essen der SS-Kommandantur. Sie hatten die Solidarität des Lagers nicht vergessen und gaben jetzt an Essen und Lebensmitteln große Mengen an das im gleichen Block befindliche Häftlings-Revier ab. Diese Gaben der Solidarität wurden zum Teil den Kranken im Revier, ferner durch Verbindungsleute den nationalen Lagerkomitees zugeleitet. In den kritischen Tagen vor der Evakuie- rung, wo maßgebende politische Gefangene zur Liquidierung ans Tor bestellt wurden, waren auch in unserem Revier einige deutsche Antifaschisten ver- steckt.? In unserem Revier war auch ein Abschnittskommando der illegalen militärischen Widerstandsbewegung untergebracht, dem für den Zeitpunkt der a VE SERSE ” Heinz Gronau, geb. 1912, 1933-1938 Haft in Colditz, Sachsenburg, Hohnstein und Zwickau, 1938 bis 1945 KZ Buchenwald, jetzt Offizier der Deutschen Grenzpolizei. 3 Vgl. S. 533 und 540 f. 348 Bofrelu \ tragen pa 79-62 Ih ı einmal Haftlin \ranker valesze krankeı Das IL v tung zum T Hattlin wurder jaren, In‘ Umdi Erver Zudie Meinu sch al kranke ander Das den Ich“, > Arbeiten em Weyl, zusätzlich: ı kurz be d sollte j in der Zu. z Gronau! s jüdischer ie Leitung ement aut bereit, ein provisierte ren Kame- wurde id nit Unter- mittel und SS-Legion alle ande- derstands zu tragen, ren Bloc; wegischen bekamen ers nicht en an das Solidarität sleute den - Evakule- or bestellt isten Vel- - legalen punkt der wickau, 19 Befreiung des Lagers das militärische Kommando für diesen Abschnitt über- tragen war. Erich Fein! BA 73-62. Bericht vom 24. 3. 1958. Das Schonungskommando Ich war zuletzt Kapo des sogenannten Schonungskommandos. Ihm waren einmal die Schonungskranken und die Verletzten mit Schonung zugeteilt, also Häftlinge, deren Leiden nicht schwer genug waren, daß sie in den Häftlings- krankenbau hätten aufgenommen werden müssen, und ferner waren ihm Rekon- valeszenten zugeteilt, die mit zeitlich begrenzter Schonung aus dem Häftlings- krankenbau entlassen worden waren. Das Schonungskommando galt als leichtes Arbeitskommando. Im F rühjahr 1941 war es 100 bis 120 Mann stark. Eine größere Zahl war von der Lager- leitung nicht zugelassen. Bis zum Sommer 1942 wurde das Schonungskommando zum Tragen von Steinen herangezogen und zum Tragen der Kleider für die Häftlingsbekleidungskammer und Tragen von Erde in der Gärtnerei. Dabei wurden aber die Häftlinge, die ja doch Leichtkranke oder Rekonvaleszenten waren, oft von der SS angetrieben und geschlagen... Im Sommer 1943 wurde ich zunächst Schreiber des Schonungskommandos. Um diese Zeit kam der Hauptsturmführer und SS-Arzt Schiedlausky ins Lager. Er versuchte immer wieder, die Zahl der Schonungskranken herunterzudrücken. Zudiesem Zweck machteer selbstmehrfach Kontrollen und schickteviele, die seiner Meinung nach gesund waren, zur regulären Arbeit. In Wirklichkeit handelte es sich aber oft um Häftlinge, die erst vor einigen Tagen aus dem Häftlings- krankenbau entlassen worden waren, wo sie mit Tuberkulose, Angina oder anderen schweren Krankheiten gelegen hatten. Das Bestreben von uns Häftlingen ging immer wieder dahin, soviel Kame- raden wie möglich Schonung zu verschaffen, ohne das Schiedlausky„Lunte roch“. Dabei verschafften wir auch Kameraden Schonung, die nicht direkt krank waren, sondern sich nur etwas ausruhen mußten, und Gesunden, die auf ihrem Arbeitskommando Schwierigkeiten mit der SS hatten oder die aus anderen Gründen ihre Arbeitskommandos wechseln wollten oder mußten. Handelte es sich dabei um Häftlinge, die Schiedlausky kannte, so befolgten wir die Methode, deren Namen nur der Arbeitsstatistik zu melden, sie aber nicht auf die offizielle für Schiedlausky bestimmte Liste zu setzen, zum Bei- spiel hatten die Sowjetbürger täglich 6 bis 7 Fälle von Schonungsverlängerung und etwa 4 Fälle neuerer Schonung, in denen immer keine Krankheitsursache, sondern andere Gründe vorlagen. Ich war in dieser Beziehung der Vertrauens- mann der Sowjetbürger, ebenso besorgte ich diese Angelegenheit für die Hollän- 1 Erich Fein, geb. 1909, unter dem Schuschnigg-Regime in Österreich drei Jahre inhaftiert, 1938 bis 1945 KZ Dachau und Buchenwald, jetzt Sekretär des Bundesverbandes österreichischer Wider- standskämpfer und Opfer des Faschismus. 349 Bomaeze, Feat ei en Se Ze SE een int a ne Tea u ee er Es ea BIS ET ET Eee hg N ec Ben RE RT SR Tg ve a Te ee A nnd De nn en der. Dagegen hatten andere Nationen ihre eigenen Vertrauensleute in den ver- schiedenen Ambulanzen. Meiner Schätzung nach wurde ungefähr einem Viertel der Häftlinge durch diese Methode geholfen. Die große Gefahr war immer die Kontrolle. Als aber zum Beispiel eines Tages scharfe Kontrolle war, zogen wir die Gesunden, die nur Scheinschonung hatten, heraus und ersetzten sie durch invalide Häftlinge vom Invalidenblock. Dadurch wurde die Gefahr einer Aufdeckung der Scheinschonung wieder einmal ab- gebogen. Die Höchstzahl von Schonungskranken, die wir bei Schiedlausky durchsetzen konnten, betrug ungefähr 1500. Das war angesichts des zuletzt sehr hohen Lagerbestandes und der schlechten Gesundheitsverhältnisse nicht viel. Das Kleine Lager wurde aber mit seinen Schonungskranken auf diese Höchstzahl nicht angerechnet. Und auch die Insassen der Invalidenblocks zählten nicht mit zu den Schonungskranken. Peter Cool! BA 73-17a. Bericht, geschrieben 1945. Die Rettung vor dem Tode ... Die stete und konsequente antifaschistische Arbeit der politischen Häft- linge im Krankenbau konnte auf die Dauer der SS nicht verborgen bleiben... Bis zum Tage der Befreiung ist die SS das Mißtrauen gegen den Krankenbau nicht los geworden. Wenn den Faschisten auch nichts Genaues bekannt wurde, so blieb das Personal des Krankenbaus bis zum letzten Tage besonders ge- fährdet, da bei allen Zwischenfällen Durchsuchungen zuerst im Krankenbau vorgenommen wurden. Die Liste der 46 trug die Namen der beiden führenden Kameraden des Krankenbaus...? Dr. Hoven betätigte sich mit dem später hinzugekommenen Obersturmführer Dr. Plaza und dem langjährigen SDG3 des Krankenbaus. SS-Hauptscharführer Wilhelm, hemmungslos bei der„Abspritzung“ solcher Häftlinge, deren Gesund- heitszustand für die SS keinen Arbeitsnutzen mehr erhoffen ließ, Diese Morde waren in ihrer Gesamtheit nicht zu verhindern, aber doch haben die Kameraden des Krankenbaus unter eigener Lebensgefahr vielen das Leben retten können. Unter anderen seien genannt: Dr. med. Paul Schnabel, Olmütz Dr. med. Paul Haller, Prag Dr. Brief, der später im KZ Auschwitz ums Leben gekommen ist Alfred Cahn, Köln Max Umschweif, Wien Hans Lackner, Salzburg 1 Peter Cool, Holländer, Leutnant zur See, 1941-1945 KZ Buchenwald. 2 Vgl. S. 533 und 540 f. ® Sanitätsdienstgrad. 350 lich: sch UNRRLURNEER aha udn ‚in den ver Ertel, Aue i nem Vier Alfred Falldorf N i Alfons Trummer.“ eines Tape Seit der Übernahme des Reviers durch die„Roten“ dienten die vorhandenen\ tung hatte Krankensäle auch zum Schutz solcher Häftlinge, die gar nicht krank waren, H d. Dadunt sondern durch Todestransporte oder lokale Todesurteile in jeder Form bedroht" einmal waren. In besonderen Fällen, wenn keine andere Möglichkeit war, ließ man die f Gefährdeten auf dem Papier sterben und unter anderem Namen weiterleben.! durchsetze: So wurde an 3 Belgiern?, 26 sowjetischen Kriegsgefangenen, einem deutschen f sehr haha und einem ausländischen Juden gehandelt. H t viel, Di Die Kameraden A Höchstzall Dr. Kogon, Wien! en nicht mi Georg Krausz, Berlin IR Leopold Hagmüller, Wien I Peter Coil sollten auf Todestransport gehen und wurden dadurch geschützt, daß sie fälsch- I ee lich als Tbc-Kranke und als nicht transportfähig deklariert wurden. Bei dem Kameraden Uitz aus Wien war aus Gründen der Täuschung eine Blinddarm- operation notwendig, um ihn vor dem sicheren Tode bei der Gestapo in Wien zu retten, wohin er befohlen war. Auf ähnliche Weise wurden der französische Kamerad Povez, die luxem- burgischen Kameraden Nikolaus Simon und Dr. med. Konge gerettet. gen gene EL EEE en Sehr vielen Häftlingen, die für den berüchtigten Transport nach Natzweiler fl Kranker(härteste Lagerstufe) bestimmt waren, wurde der Krankenbau zum sicheren fi dh Schutz, zum Beispiel: M u Dr. med. Elmslick, Paris KR sondes 5 Kunstmaler Henri Pieck, den Haag IN Kranken Prof. van Lingen, Holland kb n führend und viele andere mehr, die der SS als„unabkömmlich“ einsuggeriert wurden. H e In einer besonders gefahrvollen Situation rettete das Revier in wörtlich letzter I, stumnlühre Minute die polnischen Kameraden I, er Dr. med. Marian Ciepielowski und IN; ren Gesund: n Jiese Mor Bo i N es IN ä...In einem anderen Falle konnte man drei Sowjetbürger retten, die wegen ir Kamera der Verwendung eines Treibriemens für Schuhsohlen ebenfalls das gleiche 12 ten könne! Schicksal erleiden sollten. Die Liste der Geretteten könnte noch weiter geführt h) werden, doch sind die Namen zur Zeit nicht mehr alle im Gedächtnis... Maßgebend beteiligt war der Krankenbau an zwei durch die Initiative der politischen Häftlingslagerleitung 1943 getroffenen Maßnahmen: an der Lösung st des Schonungs- und Transportproblems. Vom gleichen Jahre an datierte die Erweiterung der politischen Organisation im internationalen Maßstab. In kameradschaftlicher, vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Obleuten aller a a a a Ta a a ET 1 Vgl. S. 353. 2 Chlioma Friedman, schaten aus Brüssel. Kaufmann in Brüssel, Leo Michelsen, Professor in Antwerpen und Neu- a 35l ee ee ee I eo una. Pe 3 7 ac]= ne en De BE LEITETE L Ze ee X a Ki A I A N ‘ AN I, „ „ 1 } i H ) } { L f Ä 1 t A Ei X | H { N \ | N Nationen wurden sämtliche Aufgaben und Arbeiten des Krankenbaus gelöst. Die Zusammensetzung des Personals sowie die Belegung mit Kranken wurde international gleichberechtigt durchgeführt. Auf Vorschlag der Nationen wurde nicht nur großzügig Schonung gegeben(der SS-Arzt protestierte sehr oft ver- geblich), sondern es wurde auch noch planmäßig Arbeitssabotage betrieben, indem man gesunde Spezialarbeiter der Rüstungsbetriebe des Lagers auf dem Papier arbeitsunfähig machte. Auch in der Überschreibung auf den Invaliden- block wurde großzügig verfahren.... Ernst Busse BA 55-16. Bericht, geschrieben 1945. Rettung aus Todestransporten ... Im Januar 1945 traf der Standort- und Lagerarzt Buchenwalds, SS-Haupt- sturmführer Dr. Schiedlausky, die Anordnung, daß alle schwachen Häftlinge aus den ankommenden Massentransporten ausschließlich nach Block 61 zu bringen seien. Dort wurden sie von SS-Hauptscharführer Wilhelm auf der Ein- gangstreppe„sortiert“. Er„liquidierte“ die Schwachen bereits im Vorraum, ohne daß sie in den eigentlichen Block gelangten. Diese neue Bestialität führte zu einer Zusammenkunft verantwortungsvoller Kameraden des Krankenbaus mit dem Blockältesten von 61, in der unter Berücksichtigung aller gegebenen Umstände folgende Beschlüsse gefaßt wurden: Trotz des strikten Verbots geht sofort nach Anmeldung eines neuen Trans- portes einer der leitenden Kameraden des Krankenbaus zum Bad und versucht, aus der vom SS-Mörder Wilhelm zum Tod bestimmten Zahl von Kranken eine größtmögliche Zahl illegal ins Revier zu bringen. Alle von der SS mit Erschießen oder Erhängen bedrohten Kameraden wer- den, soweit wie möglich, im Block 61 aufgenommen, ihre Identität wird mit den Personalien verstorbener Häftlinge vertauscht und sie werden mit den neuen Namen am nächsten Tag aus dem Block entlassen. Durch Zurückhaltung von Totenmeldungen werden Essenportionen heraus- geholt(insgesamt waren es mehrere tausend), die nach einem festgelegten Ver- teilungsschlüssel an die verschiedenen Nationen ausgegeben wurden. Die Beschlüsse dieser Zusammenkunft wurden trotz aller Gefahren konse- quent durchgeführt. Außerdem wurden Dutzende von Kameraden, die durch einen Todestransport bedroht waren, in den beiden Vorzugsboxen des Blocks untergebracht und mit Nahrungsmitteln, die der SS gestohlen worden waren, versorgt. Besondere Berücksichtigung fanden dabei jugendliche Juden, die oft grauenhaft unterernährt aus den östlichen Lagern nach Buchenwald transpor- tiert worden waren. Weit über 1000 Kameraden konnte in den letzten Wochen auf diese Weise das Leben gerettet werden... Luis Gymnich BA 55-12. Bericht, geschrieben 1945. 352 0] gewal Sie zur Vi hei de Hitler Inger storbe gegeb schad Name schick wech: wurd BAT baus geli ken ui Onen wurde ehr oft Ver : betrieben, °IS auf dem ı Invaliden- Ernst Buss: h SS-Haupt- n Häftlinge lock 61 zu uf der Ein- n Vorraum, alität führte 'rankenbaus " gegebenen euen Trans- nd versucht, ranken eine oraden wer- yird mit den den neuen nen heraus- legten Ver- n. hren konse ,, die durch des Blods rden ware, den, die oft ]d transpor ten Wochen 1is Gymnih Namenstausch mit Toten ... Die Technik der Namensverwechslung wurde im Lager schon seit 1943 an- gewandt, aber immer nur in einzelnen Fällen und dann mit äußerster Vorsicht. Sie wurde angewandt bei zum Tode Verurteilten und bei Häftlingen, die bis zur Vollstreckung des Urteils ins Lager geschickt wurden, oder in solchen Fällen, bei denen jemandem die Todesstrafe drohte für ein Vergehen, das er gegen den Hitlerfaschismus in der Freiheit oder im Lager begangen hatte. Diesen Häft- lingen, die sorgfältig nach Alter, Nationalität, Gestalt und Haarfarbe einem ver- storbenen Kameraden angepaßt wurden, wurde dessen Name und Nummer gegeben, und sie meldeten sich unter dem Namen des Verstorbenen. Den Toten schadete es nichts, und den Lebenden wurde das Leben gerettet. Nach dem Namensaustausch wurden die betreffenden Häftlinge sofort auf Transport ge- schickt, um von keinem der Mithäftlinge erkannt zu werden. Die Zahl der Aus- wechselungen, die mit meinem Wissen und teilweise durch mich durchgeführt wurden, belief sich auf etwa 130... Henryk Sokolak BA 7115-2. Bericht vom März 1957. Die Rettung sowjetischer Häftlinge im Revier Allein 1944 wurden 10 verwundete sowjetische Kriegsgefangene, darunter ein Sergeant und Ordenträger, 8 an Tuberkulose Erkrankte, mehr als 100 bei einem Bombenangriff auf das Rüstungswerk Buchenwald Verwundete und außerdem 30 Mann, die an verschiedenen Krankheiten litten, geheilt. Alle diese Häftlinge waren zum Tode verdammt. Die illegale Organisation entriß weiter unsere besten Kameraden, die zum Tode verurteilt waren, aus den Händen der faschistischen Sadisten.... Man gab ihnen die Nummern und Namen von Verstorbenen, entließ sie dann aus dem Revier und schickte sie auf einen Transport. Vom 1. September 1944 bis zum Tage der Befreiung des Lagers wurden 926 Mann vom Tode gerettet.! Unter ihnen war der 24jährige Kamerad Jegorow... Auf die gleiche Weise gelang es, die Kameraden Logatow, N., Semjenkow, I. M., Kowaljow, G. T., Solanzow, T., Solowjew, B., Budowski, A. I., Zyganow, A. F., Tschewanski, G. G., Opyschtschenko, S. und andere zu retten. Die illegale Organisation war nicht in der Lage, alle guten Kameraden in „bessere“ Kommandos zu schicken. Deshalb war es notwendig, die Kranken- befreiungen den Kameraden zukommen zu lassen, die Erholung brauchten. Innerhalb von 9 Monaten wurden auf diese Weise durch das Revier 846 Mann von Arbeiten in den schweren Kommandos befreit. Außerdem befreite der Leiter des Wechselbades, der deutsche Antifaschist Heinrich Suderland, auf 1 Gemeint sind 26 sowjetische Häftlinge. 23 Buchenwald 353 \ Bor == ET en eingrenzen u a Te Be ee er ge nee a ce u u u u ee een wer neh= -e. en or a£ Teer me an Ti en r= u nn he en FELL IEEIER EEE er re FT a ne Te FECKEEKUREE Grund unserer Bitte täglich mindestens 15 Mann von der Arbeit. Der Leiter der Operationsabteilung Nr. 2, Helmut, hatte auf Grund unserer F orderung sehr viele unserer Kranken im Krankenbau untergebracht. Das Lazarett hatte im Jahre 1944 insgesamt 10 800 Krankenscheine ausgegeben. Außerdem wurden 800 Mann zur Stärkung im Revier untergebracht. Für das Revier gelang es uns, mehr Brot und Suppen zu erhalten als vorgesehen war. Diese überschüssigen Mengen benutzten wir zur Hilfe für schwache Kameraden im Lager. In einer nur kurzen Zeitspanne wurden 7 200 kg Brot und 7 2001 Suppe übergeben. Als die SS einen Transport vorbereitete, erklärten wir viele Kameraden zu Inva- liden, nicht geeignet für die Arbeit, zu der man sie schicken wollte. Wir brach- ten sie direkt im Revier unter oder befreiten sie für einige Tage von der Arbeit. Auf diese Weise ließen wir die besten Leute im Lager und bereiteten Kader für die Befreiung der Häftlinge aus dem Lager vor. Im Jahre 1944 wurden ins- gesamt 1500 Mann von Transporten zurückgestellt. Darunter befanden sich viele sowjetische kriegsgefangene Offiziere. Sehr schwer war es, die notwendigen Medikamente zu beschaffen. Doch unsere Funktionäre, die in der Apotheke arbeiteten, beschafften ein so seltenes Medikament wie beispielsweise Traubenzucker... A. Karnauchow, N. Tytschkow, G. Bytko-Bobrinz ZGAOR-— Staatliches Zentralarchiv der Oktoberrevolution. f. 7021, op. 115, d 14, ll. 65-66. Bericht, geschrieben 1945. (Veröffentlicht in„Istoritscheskij Archiv“, Moskau, Nr. 6 1957. S. 82/83.) Sabotage in der Rüstungsproduktion Rundschreiben des SS-WVHA, Amtsgruppenchef D, vom 11.4. 1944 an die KZ-Kommandanten Betr.: Sabotage von Häftlingen in R.-Betrieben.! Geheim. Es häufen sich die Fälle, daß die Lagerkommandanten bei Sabotage, die von Häftlingen in R.-Betrieben verübt wird, Antrag auf P.Strafe? stellen. In Zukunft bitte ich in Fällen nachgewiesener Sabotage(dazu muß ein Be- richt der Betriebsführung vorliegen), hier Antrag auf Exekution durch den Strang zu stellen. Vollzug soll dann vor allen angetretenen Häftlingen des be- treffenden Arbeitskommandos durchgeführt werden, dabei ist der Grund der Exekution als Abschreckungsmittel bekanntzugeben. Tayz gez. Maurer SS-Obersturmbannführer Prozeß IV, Dok. NO-1556, ! Rüstungsbetrieben. * Prügelstrafe. 394 Heım ‚| Schwal Arbeits Der hetriel der 3 Satz R Tshan Der uf 61 wurde Neg( Der 3. ansche 10mm Y Leiter der Ur sehr {tt hatte jm em wurden ang es uns, Tschüssigen er. In einer geben. Als en zu Inva- Wir brach- ‚der Arbeit, n Kader für vurden ins- en sich viele ffen. Doch so seltenes Tytschkow, nz Gehein. ge, die von . uß ein Be- durch den en des be- Grund der ‚annführer MDBi, den 21.3. 44 Herrn SS-Obersturmf. Schwartz Arbeitseinsatz Betr.: MDB. Halle 4+5 Der Werkmeister Conty, Halle 4, bringt mir zur Kenntnis, daß bei der In- betriebnahme der Permeabilitätsmeßbrücke festgestellt wurde, daß aus jeder der 3 Meßbrücken eine Röhre entwendet worden ist. Somit fehlt ein kompl. Satz Röhren, und die drei Brücken können nicht in Betrieb genommen werden. Es handelt sich um folgende Typen EBE. 11, EF 12, EZ 11. Der Raum(Westseite Halle 4), in dem vorläufig Spiritus gelagert wird, wurde auf Grund vorgekommener Diebstähle durch Vorhängeschlösser gesichert. Nun wurde festgestellt, daß wieder Spiritus entwendet wurde und der Täter den Weg durch das Fenster genommen hat. Der Dipl.Ing., Herr Henkler, aus unserer Fertigung Halle 5 meldete mir am 20.3. 44, daß der große Glühofen, der für eine Spezialfertigung gebraucht wird, anscheinend durch Sabotage beschädigt worden ist und nicht in Betrieb ge- nommen werden konnte. Die starke Heizspirale war aus dem Glühzylinder herausgerissen, und die einzelnen Bruchstücke der Spirale wurden in der Nähe aufgefunden. Die aufgetretenen Störungen will die Elektro-Montage in Kürze beseitigen. Wir bitten Sie, nun gegebenenfalls den Lagerschutz bzw. die Werkkontrolle zu verstärken und auf die Vorkommnisse hinzuweisen.— Die Aufnahme der Fertigung wird durch diese Vorkommnisse immer wieder erschwert. (Schumacher) Betr.Ing. IML- Buchenwald I 6/2. Bl. 00 389. Original. Eine wertvolle Maschine wird zerschlagen ... Anfang September 1944 wurde durch die Firma Polte, Magdeburg, eine neue Baracke errichtet und der dazugehörige Maschinenpark angefahren. Bei der Heranschaffung dieses neuen Maschinenparks konnte gleich bei der Anfahrt zum Lager eine erfolgreiche Sabotage-Maßnahme verzeichnet werden. Das Herz dieser ganzen Anlage, eine amerikanische Zündhütchenmaschine, kam ins Rutschen, durchschlug, die Planken des Autos und zerschellte auf der Beton- straße. Trotz umfangreicher Untersuchungen konnte kein Schuldiger gefunden werden, da einige SS-Werkmeister persönlich den Transport leiteten und die Befestigung der Maschine so befohlen hatten. Dadurch war die Umlagerung ı Mitteldeutsche Baugemeinschaft. N KoerE, ER Eng eg a aan 2 Fin ihn, ige ihr urn ne ae De u TE ur ur ee ee u “ nern ec ee Deere Dur DewEne minE nr Dan - ET EEE TEEEEERTREN ER an ne an ge an BE ee ee LEGE TE TE gr -- ea un en tie diesen ee he + A einer weiteren Maschine vom Hauptwerk Polte aus Magdeburg notwendig. Dieser Schlag traf diese Firma besonders stark, da nur wenige Maschinen von diesem Typ vorhanden waren... Heinz Gronau BA 73-3a. Bericht vom 5. Februar 1958. Arbeit in der DAW-Schlosserei Für viele politisch bewußte Kameraden war es nach langer Haft eine Freude und ein Bedürfnis, an Amboß, Schraubstock oder Drehbank zu stehen. Bei der absoluten Dummheit und Unerfahrenheit der SS-Leute, die selbstverständlich die Leitung der Werkstätten hatten und sich in ihren Kreisen als Fachleute aufspielten, war es oft sehr schwer, das richtige Maß zu halten zwischen dem Bedürfnis, seine handwerklichen F ähigkeiten einmal wieder zu betätigen, und der Absicht, das so zu tun, daß dadurch der dumme SS-Werkstättenleiter nicht die Fachkenntnisse bekam, die ihm fehlten. In der ersten Zeit wurden nur Arbeiten für das Lager gemacht, an deren Ausführung alle Häftlinge ein Inter- esse hatten. Wenn die Türen gut funktionierten oder eiserne Abtreterroste vor- handen waren, wenn sich an den Treppen feste Geländer befanden oder die Wasser- und Abflußleitungen gut funktionierten, dann war das für alle Häft- linge gut, und niemand kam in einen Konflikt mit seiner eigenen politischen Vergangenheit, wenn er seine handwerklichen Fähigkeiten voll einsetzte. Es gab auch kaum Bedenken, wenn dann in der nachfolgenden Periode des„Kunst- handwerks“ eine Unzahl von eisernen Kronleuchtern, kunstgeschmiedeten Kamingeräten, kunstvollen Fenstergittern, Truhenbeschlägen und großen Schreibzeugen, Aschenbechern, Brieföffnern und Briefkästen angefertigt wur- den. Hier waren dem Tatendrang und Erfindergeist der Häftlinge keine Gren- zen gesetzt. Es wurden Schreibzeuge gemacht, an denen begabte Handwerker zu zweit monatelang arbeiteten und etwas zustande brachten, was ihrem Können alle Ehre machte, den SS-Leuten mächtig imponierte und mitten im Kriege wehr- politisch der denkbar größte Unsinn war. Denn draußen jammerte man schon nach Fachleuten, deren Begabung hier sinnlos vertan wurde, und behauptete, jedes Kilo Eisen sei wichtig, während man hier zentnerschwere Kronleuchter nach wochenlanger Arbeit in die Ecke stellte, weil der Architekt einer Führer- villa beim Anblick des fast fertigen Werkes erst merkte, daß er sich bei der Bestellung eine falsche Vorstellung gemacht hatte. Dann wurde eben von den verschmitzt lächelnden Häftlingen ein neuer Kronleuchter begonnen. Diese Periode des Kunsthandwerks dauerte bis Anfang 1943. Auch später wurden noch eine Menge Aschenbecher, Kerzenständer und Kassetten gemacht, aber sie mußten bei Besichtigungen versteckt werden, während die SS vorher alles breit aufbaute und sich dieser Künste der Häftlinge gern rühmte. Nach der Schlacht um Stalingrad waren die Häftlinge als Arbeitskräfte in der Ge- samtwirtschaft wichtiger... 356 Die meiste die ir Arbei an de srupp Nai wurdk sonde als di gewo Teile hers LKV Inde wart lefe Wie Stil im] her Ma unt IL BA g no twendio| laschinen Heinz Gronau ft eine Freude tehen. Bei der stverständlich als Fachleute zwischen dem zu betätigen,| rkstättenleiter it wurden nur nge ein Inter- reterroste vor- ıden oder die für alle Häft- en politischen einsetzte, Es le des„Kunst- yeschmiedeten und großen gefertigt wur- e keine Gren-| srker zu zweil ı Können alle| Kriege wehr- rte man schon d behauptete, ‚ Kronleuchter einer Führer r sich bei det eben von den en. , Auch spät! stten gemacht die SS vorbe! rühmte, Nad te in der Ge Die technische Leitung war in ihrer Gesamtheit unfähig, die Arbeiten zu meistern. Immer wieder waren sie auf die Mitarbeit der Häftlinge angewiesen, die in vollem Bewußtsein ihrer antifaschistischen Aufgaben die technischen Arbeiten verzögerten. Falsche Planzeichnung und die Montage von Maschinen an den ungünstigsten Plätzen hatten zur Folge, daß die Maschinen wieder um- gruppiert werden mußten... Nach Anlauf der Produktion bei den Messerschmidt-Flugzeug-Beschlägen wurde nicht nach dem Plan der Wiener Neustädter-Flugzeugwerke gearbeitet, sondern durch scheinbare Aktivität mehr an Blech und Material zugeschnitten, als die Monatslieferung vorsah. Dadurch wurde die Planung durcheinander- geworfen... Plötzliche Zeichnungsänderungen ließen die zugeschnittenen Teile auf den Schrott wandern... Scharnier- und Verschlußwerkzeuge wurden zu hart oder zu weich gehärtet und dadurch wochenlange Stillegung der Exzen- terpresse erreicht. Auch diese Handlungen waren unter lebensgefährlichen Be- dingungen bewußt gefördert worden. Direkte Arbeit für die Waffen-SS war in mehreren Fällen der Umbau von LKW zu Küchen- und Befehlswagen. So wurden unter anderem 100 Opel- wagen der einfachsten Konstruktion mit Aufbau versehen. Man änderte Konstruktionszeichnungen in raffinierter Art, indem man Verstrebungen fallen ließ, was den Aufbau beim Fahren so stark lockerte, daß schon vor dem Ver- laden in Weimar 10 Prozent der Wagen zurückgeschickt wurden, da der Aufbau durch starkes Bremsen hin- und hergeschoben wurde... Eine nicht zu unterschätzende Arbeit in unserem Betrieb war die Wieder- herstellung von 2cm-Pak-Patronenhülsen. Diese wurden millionenweise mit LKW und Waggons angefahren. Die SS versuchte immer wieder, sie beim Ver- laden und Ausladen vor Beschädigung zu bewahren. Da sie schon aussortiert waren, verlangte man die fast hundertprozentige Wiederherstellung der ge- lieferten Hülsen. In den meisten Fällen wurden nur 25 bis 30 Prozent in den Wiederherstellungsprozeß eingereiht, weil die zertretenen und stark verrosteten Stücke nicht mehr aufgearbeitet werden durften. Falsche Lagerung, teilweise im Freien, und Benutzung von falschen Bohrern beeinflußten stark die Wieder- herstellung. Durch den Bombenangriff vom 24. August 1944 wurden sämtliche Maschinen im Werte von 750 000 Mark vernichtet. Der Wiederaufbau geschah unter den stärksten Druckmaßnahmen der SS. Trotzdem wurde bis zum 11. April 1945 die Produktion nicht mehr aufgenommen. BA 751-4. Bericht, geschrieben 1945. Die Sabotage der Häftlinge in den Buchenwalder Gustloff-Werken Im März 1943 wurden nach ungefähr einjähriger Bauzeit die von den Häft- lingen in mörderischem Arbeitstempo errichteten Gustloff-Werke in Betrieb ge- nommen. Zum Produktionsprogramm dieser etwa 3600 Häftlinge beschäftigenden Werke gehörten vor allem Gewehre, Pistolen, Fahrzeuge und Geschütze. 357 EEE a nn ge ZT ee + EEE Be Zn E g hehe Je nn FE ing ne nr Sen ehe hehe ge 10 er ee Sn eeh ne geh rn nn a TE ee ee ee er eh en ec dd hen a ne en en nn -- De ie ne de ne en nur Ann Es gehörte zu den Aufgaben der Buchenwalder Antifaschisten, die Rüstungs- betriebe der Nazis zu schädigen und die Waffenproduktion zu sabotieren. Von Anfang an war es jedoch das Bestreben der verantwortlichen Häftlinge, die als Kapos, Vorarbeiter, Ingenieure und Spezialisten eingesetzt worden waren, die Sabotagearbeit nicht diesem oder jenem zu überlassen, sondern sie systematisch zu steuern. Einzelaktionen, die leicht aufgedeckt werden konnten, wurden ver- worfen. Einer der wesentlichsten Faktoren bei Organisierung der Sabotage im großen Maßstabe, den es gut einzukalkulieren galt, war die fachliche Unfähigkeit des zivilen Personalbestandes: der zivilen Meister Ingenieure und des sonstigen Aufsichtspersonals, die fachlich so schlecht ausgebildet waren, daß sie gar nicht imstande gewesen wären, die Ursachen der Unter- bzw. Fehlproduktion zu er- mitteln. Die ganzen Jahre hindurch, 1943, 1944 und 1945, betrug der Leistungs- grad der meisten Werkstätten des Werkes nie mehr als 40 Prozent der Leistungs- kapazität... Durch falsche Materialausgabe, Nichtberücksichtigung von Zeichnungsände- rungen, Terminfälschungen usw. haben die Häftlinge in einem Falle einen Rückstand von 2000 Aufträgen mit etwa 155 000 Arbeitsstunden erreicht. Die Täter konnten nicht gefaßt werden. Es kam zu schweren Produktionsstörungen in allen Abteilungen. Die vorhandenen Maschinen und Werkzeuge hätten sehr gut ausgereicht, sämtliche Aufträge fristgerecht auszuführen, wenn die Häft- linge gewollt hätten. Tatsächlich wurden jedoch nur 15 Prozent erreicht. Von dem automatischen Karabiner G 43 sollten monatlich 55 000 Stück ge- liefert werden. Im März 1944 wurden jedoch nur 3000, im April 6000, im Mai 9000 und im Juni 1944 ganze 600 Stück geliefert. In monatelanger systematischer Vorbereitung gelang es Ende Juli, die Produktion praktisch bedeutungslos zu machen. Es gelang eine Operation, die bei 200 Grad Celsius ausgeführt werden mußte und bei der die Maßhaltigkeit der Teile durch den gleichen Wärmeausdehnungs- koeffizienten der Karabinerteile, Werkzeuge und Lehren gewährleistet werden sollte. Durch Benutzung eines ganzen Satzes von Werkzeugen aus einem ande- ren Stoff, der zwischen 20 und 200 Grad Celsius praktisch keine Wärmeaus- dehnung zu verzeichnen hatte, traten Fehler bei G43 auf, die die sofort ein- gesetzten Untersuchungsausschüsse des Werkes, anderer Firmen der Rüstungs- industrie und selbst des Oberkommandos der Wehrmacht nicht finden konnten. Die Prüfung der verwendeten Teile, Werkzeuge und Lehren wurde bei Normal- verhältnissen, das heißt bei 20 Grad Celsius vorgenommen, so daß eine Ab- weichung nicht feststellbar war... Das Juli-Ergebnis, ein eklatantes Beispiel systematischer antifaschistischer Sabotagearbeit veranlaßte im übrigen die Heeresabnahmestelle, die ganzen vorher erfolgten Lieferungen von Karabinern dem Werk wieder zur Verfügung zu stellen. Heinz Gross BA 757-3. Bericht, geschrieben 1945. Produ Noi ]0stür Lei Wickl No Du Bei versdl gemi Lö Appa sich d Pr imm« ini uns techı BATS ie Rüstung.| otieren, Von linge, die al N waren, die Systematisd wurden ver: 3e im großen 'ähigkeit des [es sonstigen sie gar nicht uktion zu er- er Leistung: er Leistung; hnungsände Falle einen erreicht, Di: nsstörungen hätten sehr ın die Häft- reicht, 00 Stück ge im Mai900 ‚stematischer utungslos zı erden mußte usdehnung* istet werden einem ande: ‚ Wärmeaus e sofort eit- er Rüstung‘ Jen konnten. bei Normal aß eine Ab ıtes Beispie übrigen di Karabiner! Heinz 618 Sabotage in der Mi-Bau(Mitteldeutsche Baugemeinschaft) Produktion an hydraulischen Pressen: Normalleistung eines Zivilarbeiters bei der Pressung von Spulen an einem 10stündigen Arbeitstag 720 Stück Leistung eines Häftlings an einem l1stündigen Arbeitstag 3-400 Stück Wicklung und Lötung von Spulen: Normalleistung eines weiblichen Zivilarbeiters bei 9/2stündigem Arbeitstag 20-80 Stück Durchschnittliche Leistung der Häftlinge bei l1stündigem Arbeitstag 8-16 Stück Bei der Mischung der Preßmasse für die Spulen wurde der Prozentsatz der verschiedenen Bestandteile verändert und zerriebener Gummi dazwischen- gemischt. Lötungen an Leitungsverbindungen wurden derart locker gehalten, daß der Apparat zwar die Abnahmeprüfung überstand, bei weiterer Inanspruchnahme sich aber die Leitungen lösen mußten.! Presse, Pumpen, Spulenmaschinen wurden so geschickt„repariert“, daß sie immer wieder Stunden und Tage stillstanden und nicht einsatzfähig waren. Einige solche Fälle brachten unmittelbare Gefahr für die Beteiligten. Es gelang uns aber im wesentlichen, diese abzubiegen und auf das Gleis mangelnder technischer Qualifikation oder Trägheit einzelner Beschäftigter zu schieben. BA 751-2. Bericht, geschrieben 1945. Der Kampf gegen Spitzel Rundschreiben des SS-WVHA, Amtsgruppenchef D, vom 31. 3. 1944 an die KZ-Kommandanten Geheim! Betr.: Überwachung der Häftlinge Es hat sich als unbedingt notwendig und überaus wichtig herausgestellt, daß die Häftlinge in den Lagern durch geeignete Mithäftlinge(Spitzel) überwacht 1 In den Hallen der Mi-Bau wurden Teile für die V 1 und die V 2 produziert.-— Von den 9300 nach England abgeschossenen V 1 stürzten 2000 beim Start und 800 infolge von Steuerungs- schäden vor Erreichen des Zieles ab. Die V 2 hatte 4-17% Versager(Rudolf Lusar,„Die deutschen Waffen und Geheimwaffen des 2. Weltkrieges und ihre Weiterentwicklung“, München 1958. S. 118 u. 120).— Ein Teil dieser Schäden ist auf die Sabotagetätigkeit der Buchenwald-Häftlinge zurück- zuführen. Ihr Einsatz rettete Tausenden von Engländern und Belgiern Gesundheit und Leben, be- wahrte deren Eigentum vor der Zerstörung. 399 Sg re nn nn ee hehe > Ti u nr nu u u? EEE: ee ee rege a Feste En Te TE RE EL RE ETAGE ET Du eu A Be a = 395 ee ee ne 2a = ee Le ne ug de cr En Fe Fr m en eg er u EEE EEE Fre werden. Die Lagerkommandanten haben den Vorgängen im Lager ihre be- sondere Aufmerksamkeit zu widmen, damit sie nicht eines Tages von größeren unliebsamen Ereignissen überrascht werden. gez. Unterschrift SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Prozeß IV, Dok. NO-1554. Der Spitzel Greuls ... Während seiner Täigkeit im Bau-Büro hatte der BVer Greuls regelmäßig Gespräche mit dem Gestapo-Beamten Serno. Es war Armin Walther, einem Häftling des Elektriker-Kommandos, der Spezialist für Radio-Anlagen war, möglich, vom Boden der Baracke über Sernos Zimmer ein Gespräch dieser bei- den zu hören. Greuls hinterbrachte Serno, daß wir politischen Häftlinge im Kommando Zusammenkünfte hätten, ein Radio-Empfänger sei vorhanden, er wüßte ungefähr, wo er stecken würde. Nach dem Gespräch Greuls mit Serno mußte an diesem Tage nach dem Einrücken von der Arbeit das ganze Lager auf dem Appellplatz stehenbleiben. Greuls ging mit der SS in die Baracken suchen und„entdeckte“ einen Empfänger unter dem Block 11, den er aber selbst dort- hin gesetzt hatte. Armin Walther, der geholt wurde, konnte nachweisen, daß Greuls diesen Apparat, der schon ziemlich verwittert war, von einem Scharführer zurück- erhalten hatte, als er noch Kapo war. Der Apparat war von der Lagerleitung dem Scharführer geliehen worden und Greuls sollte ihn wieder zurückgeben. Das hatte er nicht gemacht. Von diesem Zeitpunkt an steigerte sich unsere Wachsamkeit gegenüber Greuls noch mehr und es war möglich, ihn einer Reihe von Gaunereien zu überführen, wobei er versuchte, immer auf politische Häft- linge zu zeigen. Greuls kam dann später in die Strafkompanie und stürzte eines Abends die äußere Steintreppe dieses Blocks hinunter und brach sich das Genick... Arthur Ullrich BA 562-19. Bericht vom September 1957. Lagerältester Wolff— Handlanger der SS Anfang 1942 wurde Wolff! Lagerältester. Der SS-Leitung war durch Spitzel bekannt geworden, daß sich im Lager politische Gruppen von Häftlingen zu- sammengeschlossen hatten. Wolff, der als ehemaliger Stahlhelmmann das Ver- trauen auch der Politischen Abteilung besaß, wurde, nachdem 56 deutsche poli- tische Häftlinge im Sonderkommando gelandet waren, der Vertrauensmann denssa.. ı Ehemaliger Reichswchroffizier, wegen Sittlichkeitsdelikten in Buchenwald. 360 Er: nabms Block Inge\ Wo einige) Inge, im La Me sedun {en zu sation Sache stattg unbe Russ natüı hatte ser ihre be- von größeren chrift hrer und 7 Waffen-S$ s regelmäßir| Ilther, einem) \nlagen war, ch dieser bei- Häftlinge in orhanden, er ıls mit Sem ze Lager auf acken suchen r selbst dort- Sreuls diesen ihrer zurück: Lagerleitung zurückgeben. > sich unsere n einer Reihe litische Hält s Abends die ik... \rthur Ullrid durch Spitze fäftlingen ZU ann das Ver Jeutsche pol ‚trauensmall Er setzte als Blockälteste ehemalige Wehrmachtsangehörige ein, die aus- nahmslos wegen asozialer Haltung im Lager gelandet waren. Wolff zog in den Block 8, den Jugendlichen-Block. Seine zum Stubendienst eingesetzten Häft- linge waren einige jugendliche Polen, darunter einer namens Rejkevitsz... Wolff wurde durch den Einfluß dieses Jungen und durch seinen Verkehr mit einigen anderen Banditen einer der erbittertsten Gegner der politischen Häft- linge. Ihm lag nur noch daran, seine Stellung bei der SS zu halten und als Führer im Lager angesehen zu werden. Mehrere Versuche verschiedener politischer Kameraden, mehrere Unter- redungen mit führenden Kommunisten, unter anderem mit Albert Kuntz, führ- ten zu der Feststellung, daß Wolff eine Kampfstellung gegen die illegale Organi- sation einnahm und eines Tages zum offenen Verräter an der antifaschistischen Sache wurde. Unter anderem verriet er Zusammenkünfte, die in der Pathologie stattgefunden hatten, führte eine ständige Hetzkampagne gegen die ihm be- kannte politische Zentrale, die sich im Häftlingsrevier befand, und scheute nicht davor zurück, den Kameraden Brandt am Vortage seiner Entlassung bei der SS wegen politischer Tätigkeit im Lager zu denunzieren... RB Immer härter wurde der Kampf, immer mehr prallten die Gegensätze zwischen diesem Verbrecher und der illegalen Leitung des Häftlingslagers auf- einander. Alle Einzelfälle zu schildern, wäre unmöglich. Ein Fall für viele: Im Krankenbau unterhielten sich die SS-Hauptsturmführer Hoven und Schobert über die schlechte Lage an der Front im Osten, der Häftling Rudi Hach stand im Rücken der beiden und bemerkte:„Die deutsche Wehrmacht, zu der ich unbedingtes Vertrauen habe, wird bald wieder zum Angriff antreten und die Russen schlagen.“ Hach war ein zuverlässiger Kamerad, der diese Bemerkung natürlich nur in der Absicht gemacht hatte, um die beiden zu täuschen. Wolff hatte die Angelegenheit beobachtet und meldete tags darauf dem SS-Haupt- sturmführer Schobert den Vorfall mit den Worten:„Hach stand hinter Ihnen und hielt sich den Bauch vor Lachen.“ Nur der Vergeßlichkeit des ewig besoffe- nen Schobert ist es zuzuschreiben, daß die Sache nicht weiter beachtet wurde. Seine Homosexualität wurde sprichwörtlich im Lager, so daß Wolff von der SS eines Tages ganz plötzlich auf Transport geschickt wurde. An seine Stelle trat wieder ein politischer Lagerältester I. Unsere Organisation festigte sich, wurde geschlossener, einheitlicher. BA 73-19. Bericht, geschrieben 1945. 1 Wahrscheinlich ist die spätere Verschickung Brandts in das KZ Neuengamme(vgl. S. 320) auf diese Denunziation zurückzuführen, 361 ET ne ng Be re en rm en re: es ne Be ea En ge ee ET Eh Zee ren >. ur EEE Fa u en a Informationen, Diskussionen und Feiern im Lager Bericht über die antifaschistische Information im Lager Buchenwald Ein wesentlicher Beitrag im antifaschistischen Kampf bestand in der laufen- den Information über die politischen und militärischen Ereignisse in der Welt. Erst auf Grund solcher Unterlagen konnte eine richtige Stellungnahme bezogen und damit eine richtige Lagerpolitik gemacht werden. Daß sich diese Infor- mationen nicht auf den deutschen Rundfunk und die Nazi-Presse stützen konnten, sondern andere Informationsquellen herangezogen werden mußten, ist selbstverständlich. Wohl wurden insbesondere von dem Augenblick an, als ab Mitte 1941 außer den bis dahin einzig und allein im Lager zugelassenen beiden Zeitungen„Völ- kischer Beobachter“ und„Thüringer Gauzeitung“ auch die Zusendung von Heimatzeitungen erlaubt wurde, diese ebenfalls zu Informationszwecken über die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Ereignisse in den einzelnen Gebieten Deutschlands und den okkupierten Ländern benutzt. Dies geschah entweder durch organisierte Weitergabe der Zeitung, durch mündliche Infor- mation oder durch Abschreiben der betreffenden Stellen. Da im Lager seitens der SS jedwede politische Betätigung, ja selbst jedes politische Gespräch, insbesondere aber auch nur der Schein einer organisierten Tätigkeit auf das strengste bestraft wurde, so war schon allein diese Art der Nachrichtenweiter- gabe mit entsprechendem Kommentar gefährlich. Dies traf auch selbst auf Wiedergabe und Kommentierung deutscher Rundfunknachrichten zu.— Nicht nur einmal wurde von der SS eine Nachrichtensperre über das Lager durch Ein- stellung der ins Lager gegebenen deutschen Rundfunknachrichten verhängt. In solchen Fällen wurden die Rundfunknachrichten an jenen Stellen abgehört, die kommandomäßig über die Möglichkeiten dazu verfügten. Dies waren vor allem die Werkstätten der Elektriker. Nach der Teilung in DAW- und Lager- werkstätten konnte dies an zwei Stellen geschehen. Für die Weitergabe der Nachrichten mußte ein entsprechender illegaler Apparat aufgebaut werden. Insbesondere nach dem Eintreffen von Angehörigen anderer Nationen gestaltete sich die Erfüllung dieser Aufgabe besonders kom- pliziert, da ja auch die sprachlichen Schwierigkeiten überwunden werden muß- ten. Vor allem aber war es notwendig, die konspirativen Regeln dabei streng zu beachten, da die SS die Quellen und Kanäle der Nachrichten und ihrer Über- mittlung aufzudecken versuchte. Das Abhören der ausländischen Nachrichten und der Meldungen der Frei- heitssender der verschiedenen Völker geschah in organisierter Form. Es wurden die verläßlichsten Antifaschisten für diese Tätigkeit des Abhörens und der Weitergabe des Gehörten eingesetzt. Auch in den kritischsten Tagen wurde diese Tätigkeit nicht unterbrochen, im Gegenteil noch intensiver betrieben. Es mußten gerade zu solchen Zeiten die verantwortlichen Stellen der Leitungen in allen nationalen Sektionen ständig auf dem laufenden gehalten werden. 362 er wald ı der laufen. in der Wel me bezoge; diese Info. esse stükzen len mußten 194] außer ungen„Vil endung von wecken üb on einzelnen Jies geschah Jliche Infor: ‚ager seitens e Gespräch keit auf das chtenweiter- h selbst aul zu.— Nidt r durch Eir- -n verhängt >n abgehört s waren V0l und Lager der illegale Angehörige onders kon- verden mul dabei streng | ihrer Über sn der Frei „Es wurden ‚ns und der wurde dies „Esmußten 1" ir alle gen in alt gen Abgehört wurden vor allem die Nachrichten des Moskauer und des Londoner Rundfunks. Die Möglichkeit zum Abhören bestand dadurch, daß in die Werk- stätten laufend Radiogeräte zur Reparatur gebracht wurden, die dann an ent- sprechenden Stellen aufgestellt und als noch nicht repariert bezeichnet für das Abhören herangezogen werden konnten. Als bei Kriegsbeginn im Jahre 1939 die SS bei allen noch vorhandenen jüdi- schen Einwohnern der umliegenden Orte ungefähr 190 Rundfunkgeräte be- schlagnahmte, diese ins Lager brachte und in den Elektro-Werkstätten lagerte, wurden die Möglichkeiten größer. Das Abhören mußte aber nicht nur gegen- über der SS geheimgehalten werden, sondern auch gegenüber der Kommando- belegschaft, die zeitweise bis zu 140 Häftlingen zählte, unter denen sich unzu- verläßliche Elemente, ja selbst Spitzel der SS befanden. Fachliche Unkenntnis der verantwortlichen SS-Kommandoführer war eine Erleichterung in dieser Tätigkeit. Bei der Weitergabe von Nachrichten an die zuständigen Vertreter der nationalen Gruppen kam es auch darauf an, diese sofort mit entsprechenden Kommentaren zu versehen. Einzelne Gruppen gaben die Nachrichten nicht nur tageweise, sondern daneben auch in zusammengefaßten Wochenberichten weiter. Im Kampf mit der SS-Lagerführung war es auch notwendig, das Lager laufend über die Vorgänge innerhalb der SS zu informieren und die jeweilige Haltung der SS genau zu kennzeichnen. Diese Aufgabe wurde von jenen Häft- lingen erfüllt, die infolge ihrer Tätigkeit ständige Verbindung mit der SS hatten. Dies waren vor allem die im SS-Bereich beschäftigten Friseure, Kalfak- toren, Garagenarbeiter, das Baubüro- und Küchenpersonal, selbstverständlich auch alle Kapos, Vorarbeiter, Kommandoschreiber und andere, die im ständigen Kontakt mit der SS sein mußten. Es war klar, daß daher die richtige Besetzung dieser Funktionen mit entsprechenden antifaschistischen Kämpfern und ihre ständige Beeinflussung ein Stück des antifaschistischen Kampfes war. Daß dabei auch Mängel auftreten mußten und daß Häftlinge in solchen Funktionen mit- unter versagten, ist wohl selbstverständlich, zumal die für solche Stellungen vor- gesehenen Häftlinge von der SS vor ihrer Einstellung einer genauen akten- mäßigen Überprüfung unterzogen wurden. Neben den bereits erwähnten beiden Werkstätten der Elektriker gab es dann noch die Möglichkeit des Abhörens in Kommandos, wo SS-Angehörige über Apparate verfügten.! Vor allem im Häftlingskrankenbau und im SS-Wirtschafts- gebäude waren solche Stellen. Auch im Polizeikommando Weimar wurde zeit- weise abgehört. Daß es daneben auch sogenannte„wilde“ Hörer gab, war unvermeidbar. Ihre Nachrichtenübermittlung war unkontrollierbar, ihre Weiter- gabe erfolgte wahllos, sowohl nach sachlichen als auch nach personellen Ge- sichtspunkten. Den Antifaschisten kam es vor allem darauf an, die Nachrichten möglichst vollständig und wahrheitsgetreu weiterzugeben. Ihnen kam es be- sonders darauf an, aus dem politischen Nachrichtenmaterial eine klare politische Linie zu erhalten. Dies gelang insbesondere durch die genauen Aufnahmen der ı Vgl. Abb. 83. 363 Dee, Feat ei SE an urseze gen ee HELFER EER eu ee - m ee 25 ee ee ea be Nr" ir u u u ee SEE « a ann gg hr un u en gg ne a an En nn an Derzes MT TAT N TEE ng MT Reden der verantwortlichen Staatsmänner der Vereinten Nationen, der Konfe- renzberichte, der Armeebefehle, der Aufrufe und der Kommentare zu den militärischen, politischen Vorgängen. Das genaue Verfolgen der militärischen Nachrichten, insbesondere von der ersten großen deutschen Niederlage vor Moskau im Winter 1941 an, ermöglichte es uns, eine Prognose des Zusammen- bruchs des Nazismus zu geben. Daß die Verfolgung der militärischen Nach- richten im Vordergrund stand, bedarf wohl keiner besonderen Erklärung. Der Umfang der Weitergabe der Nachrichten in personeller Hinsicht war bestimmt durch die Verhältnisse im Lager. In Zeiten, in denen die SS durch besondere Eingriffe versuchte, die Antifaschisten des Lagers besonders heftig anzugreifen, zum Beispiel zur Zeit des Eintreffens der ersten sowjetischen Kriegsgefangenen im Oktober 1941, zur Zeit des Bestehens der Sonderkompanie im Frühjahr 1942, nach den Verhaftungen am 80. Oktober 1944, wurden die konspirativen Regeln aufs schärfste gehandhabt. Trotzdem ging aber auch in diesen Zeiten das Ab- hören und die Verbreitung weiter. Es bedarf wohl keiner besonderen Erwäh- nung, daß jede Verletzung der Konspiration für die Beteiligten den sofortigen Tod und darüber hinaus für das ganze Lager das Einsetzen rücksichtslosester Maßnahmen bedeutet hätte... Um die illegalen Apparate für das Abhören und die Apparate, die wohl legal im Lager waren, aber zu illegalen Abhörzwecken benutzt wurden, zu reparieren, mußten wir natürlich immer entsprechend ausgerüstet sein. Die hierfür not- wendigen Materialien wurden zum Teil durch Ausschrottung angeblich un- brauchbarer Apparate oder durch illegale Neuanschaffungen besorgt. Die Ab- hörmöglichkeiten gestalteten sich besonders schwierig, als die SS im Frühjahr 1944 die Verlegung aller Radioreparaturen aus den Lagerwerkstätten in den Kommandobereich verlangte. Es wurde eine vollständig illegale und jederzeit abmontierbare Empfangsanlage eingerichtet und das Abhören im Zusammen- wirken mit verschiedenen Lagerorganen zum Teil in die Nachtstunden verlegt. Aber auch tagsüber erfolgte ein regelmäßiger Empfang. Daß es bei dieser Arbeit manchmal äußerst kritische Situationen gab, braucht nicht erst betont zu werden. Es gab Situationen, wo die Gefahr des Ertapptwerdens unmittelbar gegeben war, nur der Kaltblütigkeit aller Beteiligten war es zu verdanken, daß solche Gefahrenmomente gemeistert werden konnten. BA 73-26. Bericht, geschrieben 1945. Die Beobachtung der SS ... Es wurde von den Häftlingen je ein Mikrofon bei dem Kommandanten Koch und bei seinem Adjutanten Schmidt eingebaut. Der Schalter dazu war in der Fernsprechzentrale. Ein Kopfhörer ermöglichte es, die Gespräche ab- zuhören. Es gab außerdem Möglichkeiten, in den Heizkanälen, wo alle elektrischen 1 Eine Handskizze dieser Anlage ist noch vorhanden. 364 ‚der Konfs- Are zu den Militärische derlage yı, Zusammen. schen Nadı lärung, Der ar bestimmt h besonder: anzugreifen, sgefangenen ihjahr 19, iven Regeln ten das Ab: ren Erwäh- n sofortigen ichtslosester e wohl legıl ı reparieren, hierfür not ıgeblich un gt, Die Ab- im Frühjahr itten in den nd jederzeit Zusammen: ‚den verlegt s bei dieser - erst betont unmittelbar danken, da) nmandantel dazu war spräche ab eJektrische? Kabel liefen, ebenfalls Telefongespräche abzuhören. Darunter waren auch solche von der Gestapostelle in Weimar an die Politische Abteilung des Lagers. Solche Gespräche abzuhören, war besonders wichtig, wenn es sich um Trans- porte handelte, die abgehen sollten und deren Charakter aus dem betreffenden Ferngespräch ersichtlich war. Handelte es sich dabei um sogenannte Todestrans- porte, wurde das illegale Lagerkomitee benachrichtigt, und es war vielfach mög- lich, gefährdete Kameraden auf die verschiedenste Weise zu retten... Unser Kommando, insbesondere die Kameraden Walther und Morgenstern, die die Telefonzentrale und den Fernschreiber instand hielten und reparierten, hatten die Möglichkeit, viele Meldungen über die Stärke der SS und über Zahl und Art der Waffen zu erfahren. So kam zum Beispiel einmal ein Fern- schreiben, daß vier Flammenwerfer aus Suhl eintreffen würden. Die zwei Häft- linge, die in der Waffenkammer mitarbeiteten, erhielten den Auftrag, die Düsen dieser Flammenwerfer zuzuklopfen, damit sie nicht funktionierten. Oder ein anderes Fernschreiben besagte, daß ein Häftling vernommen wer- den sollte, weil er an einem Grabstein Dynamit eingemauert hätte. Der Häft- ling konnte gewarnt werden und seine Aussagen entsprechend vorbereiten... Eine sehr entscheidende Tätigkeit war die Zaunkontrolle, die jeden Tag, ein- schließlich Sonntag, durchgeführt wurde. Es war mir gelungen, mit Hilfe der tschechischen Kameraden dafür den jungen Kameraden Josef Jonas! aus der CSR zu gewinnen. Täglich mußte er auf allen 23 Wachtürmen die dort vor- handenen Scheinwerferanlagen, Lichtanlagen, Alarmanlagen sowie Telefon- anlagen kontrollieren und reparieren. Er konnte täglich Veränderungen in der Bewaffnung der Türme feststellen und meldete sie uns. Das war sehr wichtig für den Fall, daß einmal ein Ausbruch aus dem Lager notwendig werden würde. Alle im Bereich der Möglichkeiten des„Elektriker-Kommandos“ liegenden Feststellungen über vorhandene Waffen der SS wurden zu bestimmten Ter- minen der militärischen Leitung gemeldet. Otto Horn war unser Kommando- schreiber, der auch die Kartei aller vorhandenen Elektromaterialien führte. In diese Kartei hatte er die Waffenkartei eingefügt, die folgendermaßen ver- schlüsselt wurde: Eierhandgranaten=2 Amperesicherungen, Stielhandgranaten = 4 Amperesicherungen; Revolver= 6 Amperesicherungen; Karabiner = 10 Amperesicherungen usw. Selbst wenn diese Kartei, auf der ja nur elektrische Materialien standen, irgendwie entdeckt worden wäre, war vereinbart, sie als alte Karten zu be- zeichnen, die noch nicht beseitigt worden seien... Arthur Ullrich BA 562-19. Bericht vom September 1957. 1 Heute Minister für Leichtindustrie in der CSR. N er Ge Ze GE enge EB Er ere = ET a De engen ee LIE See se£ EEE TE DELL LEE a Busen, eu ENG er = Be Ä N f j h } i f a ae rg a et ee en a in eg un- nn EEE ET ne ee { \ { 2 j Weltanschauliche Diskussionen im KZ In den letzten beiden Jahren vor dem Zusammenbruch war die Kontrolle der SS über das Lager infolge der fortschreitenden eigenen Zersetzung weniger streng. So konnten wir im Häftlingsrevier, selbstverständlich nur im engen, aus- gesuchten Kreis und gut abgeschirmt vor der SS, Diskussionen über die nazi- stische Pseudophilosophie durchführen... Ich erinnere mich noch sehr gut der weltanschaulichen Diskussionen mit Eugen Kogon, dem Verfasser des„SS-Staates“. Als Anhänger der Christlich- Sozialen und als Vertreter einer päpstlichen Politik in Österreich war er ver- haftet worden und in das Lager gekommen. Ich weiß noch sehr gut, wie er sich darum bemühte, mit uns Marxisten auf dem Block Verbindung zu be- kommen und sie zu halten. Ich erinnere mich an unsere offenen, weltanschau- lichen Diskussionen... Ich erinnere mich einer anderen Begebenheit. Wieder war ein Berufsver- brecher flüchtig geworden, und das gesamte Lager stand im Schneesturm bei 20 Grad Kälte auf dem Appellplatz acht oder zehn Stunden lang. Da kam unser unvergeßlicher Kamerad Walter Stöcker zu uns und sagte:„Du hast als letzter von uns den Empiriokritizismus von Lenin gelesen, jetzt berichte, was du noch davon weißt.“ Im Schneesturm, mit klappernden Zähnen, im trostlosen Elend des KZ haben wir in den Gedanken eines Lenin, in der marxistischen Wahrheit dieses großen Philosophen und Staatsmannes die innere Kraft gefunden, die Größe und die Bedeutung des Leninschen Satzes zu verstehen:„Der Marxis- mus ist allmächtig, weil er richtig ist.“ So unwahrscheinlich es klingen mag, für unsere weltanschauliche Auseinander- setzung und Entwicklung hatten wir im Lager einige illegale Bücher. Da kam Makulatur ins Lager, um für„hinterlistige” Zwecke Verwendung zu finden. Häftlinge sortierten die Makulatur und fanden darunter eines Tages das„Kom- munistische Manifest“, an einem anderen Tag auch einmal Cunows Darstellung des historischen Materialismus, von dem uns allerdings die Zitate wertvoller waren als die Darstellung selbst. Und eines Tages kam der Kamerad Hausmann von einem Außenkommando zurück, und es gelang ihm, das Werk„Materialis- mus und Empiriokritizismus“ von Lenin in das Werk einzuschmuggeln.... Das Buch kursierte von Hand zu Hand. Die SS hat es nie zu Gesicht bekommen. Sogar folgendes war im Lager möglich: Unsere sowjetischen Genossen, die Kriegsgefangenen, hatten Teile einer Ausgabe des Lehrbuches der Geschichte der KPdSU in das Lager hineinbringen können. Aus diesem Werk übersetzten wir, insbesondere war es ein tschechischer Kamerad, den Abschnitt über den dialektischen und historischen Materialismus.... Es haben manche Häftlinge in schwerer Zeit auch zu religiösen Weltanschau- ungen ihre Zuflucht gesucht. Die beste und festeste Stütze für uns war die Theorie des Marxismus-Leninismus, weil sie die Welt erklärt und dazu anleitet, sie zu verändern. Walter Wolf „Thüringer Volk“, Erfurt, 10. April 1948. 366 il ügste Inge ell itte, ül In, dal Als er Da vo \edikar dei ncktin lit di «führt: {s Schi Imern. Irnken t lung i trken' Meine ichtig a Stefan F BA73-66, Isis imme ) ‚Bett‘ Leiden, Alist tiehe Die Ih dm - Kontroll n ioer s Weniger ngen, aus- T die nazi- Sionen mit Christlid- var er ver- Aut, wie er ing zu be- eltanschaı- Berufsver- esturm bei kam unser t als letzter as du nodı osen Elend n Wahrheit unden, die )er Manis useinander- er, Da kan zu finden. das„Kom- Darstellung ‚ wertvoller Hausmau ‚Materials nuggeln.«: bekommen. ‚nossen, die . Geschichte übersetzten 4 über den jeltanschat" ns Wal die zu anleitel Valter wol Lenins Werke im Lager ... Als ich im Sommer 1943 acht Wochen in das Außenkommando Duisburg abgestellt war, arbeitete als Kommandoschreiber und Wirtschaftsleiter der Häft- linge ein österreichischer Kamerad. Er sprach davon, daß er die Möglichkeit hätte, über eine Verbindung nach außen Lenins Werke zu beschaffen. Ich sagte ihm, daß ich ein großes Interesse daran hätte, die Werke zu bekommen. Als erstes brachte er„Materialismus und Empiriokritizismus“. Da vom Außenkommando ab und zu leeres Verpackungsmaterial, in welchem Medikamente in die Außenkommandos geschickt wurde— in diesem Fall größere und kleinere Kisten— in das Lager zurückging, haben wir dieses Buch gut ver- packt in die Zwischenschichten dieses Leergutes gesteckt. Mit dieser Sendung ging unter anderem ein sowjetischer Häftling— als krank geführt— nach dem Lager Buchenwald zurück. Dieser erhielt ein entsprechen- des Schreiben mit dem Auftrag, den ersten Angehörigen des Lagerschutzes, den er nach Eintritt in das Lager treffen sollte, anzusprechen und mit ihm in den Krankenbau zu einem bestimmten Sanitäter zu gehen. Die schriftliche Mit- teilung über die Mitsendung des Buches in den leeren Kisten wurde unter einem starken Verband, der ihm um die Brust gelegt wurde, versteckt. Meines Wissens sind die Mitteilung und das Buch im Lager Buchenwald richtig angekommen, und wenn ich mich nicht irre, wurde das Buch später von Stefan Heymann, Walter Wolf oder Harry Kuhn verwendet... Ernst Hausmann! BA 73-66. Bericht vom 8. März 1958. Maifeier Es ist der 1. Mai 1944. Durch den Schlafraum des Kommandos„Effekten- kammer“ im KZ Buchenwald huschen gegen 4 Uhr morgens im Hemd von „Bett“ zu„Bett“ zwei Häftlinge und wecken durch leises Schütteln ihre Leidensgefährten. Flüsternd wird jedem mitgeteilt, geräuschlos aufzustehen und sich ohne an- zuziehen in den„Kofferraum“ zu begeben. Die verschlafenen Kameraden, durch das plötzliche sonderbare Wecken und durch den noch sonderbareren Auftrag verwirrt, werden durch den Schlafraum in den dunklen Kofferraum geführt und gebeten, sich auf die in Reihen liegende Koffer zu setzen. Nur schwaches Licht einer trüben Taschenlampe zeigt ihnen die Reihen dreifach übereinandergelegter Koffer, die wie die Sitzreihen eines Kinos aussehen. Zweiundsiebzig Genossen der illegalen Kommunistischen Partei des Lagers Buchenwald nehmen Platz. Nachdem diese sowjetischen, tschechischen, hol- ländischen, französischen, deutschen, belgischen, polnischen und luxemburgi- ! Ernst Hausmann, geb. 1909, seit 1934 in Haft, 1938-1945 KZ Buchenwald, jetzt Arbeitsdirektor bei den Leuna-Werken„Walter Ulbricht“. 367 er u m en ne ug en ale: a ee Eee zer ee ee ee een Egg: Pe ee Rn FE ne ce nd rn ie u nl Due Ze De ET er FLCHRSERREN schen aktiven Kämpfer gegen den Faschismus sich geräuschlos gesetzt haben, tritt auf kurze Zeit eine atemlose Stille ein. Ohne zu fragen weiß jeder von ihnen, daß etwas Besonderes geschieht. Kein Wort fällt in dem Kellerraum, dessen wenige Fenster mit den bis an die Decke gestapelten Koffern verbaut sind, um keinen Ton und keinen Licht- strahl nach außen dringen lassen. Alle wissen, über ihnen sind die Gaskammern, die„sozialen Einrichtungen“ der SS, in denen mit„Zyklon“, dem berüchtigten Giftgas von Auschwitz, die Sachen aller Neuzugänge desinfiziert werden. Sie sitzen auf den mit den Habseligkeiten der Häftlinge gefüllten Koffern. Leise und nur im dunklen Keller hörbar ertönt das allen bekannte und seit elf Jahren nicht wieder gehörte alte Arbeiterlied „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“. Genosse Bruno Apitz sowie ein französischer Genosse, beide aus dem Kom- mando„Pathologie“, spielen aus tiefstem Herzen. Als die letzten Cello- und Violinentöne verklingen, flammt an der Stirnwand ein kleiner Scheinwerfer auf. Er bestrahlt ein großes, rotes Transparent „Kampfmai 1944 Trotz alledem“ Während, zutiefst ergriffen, kein Genosse sich schämt, die Tränen aus dem leidzerfurchten Gesicht zu wischen, tritt unser alter Genosse Robert Siewert an das aus Koffern improvisierte Rednerpult. Er spricht gedämpft, aber mit flammenden Worten über den Kampf-Mai 1944. Er spricht nicht über das, was jeder am eigenen Leibe selbst erfahren hat, sondern von der siegreichen, starken und kühnen Sowjetarmee, die die faschistische Bestie mit schweren Schlägen aus der Sowjetunion, dem Land der Werktätigen, hinausprügelt. Er spricht von unserem„Teddy“, unserem Genossen Ernst Thälmann, der seit 11 Jahren streng isoliert in irgendeinem Gestapo-Gefängnis sitzt. Er gedenkt der Ge- fallenen des antifaschistischen Kampfes, und er erinnert uns an die Führer des Weltproletariats, an die Genossen Lenin und Stalin, die uns in unserem schwe- ren illegalen Kampfe Vorbild sind. „Unser Leben gehört unserer Partei, der Partei der Arbeiterklasse. Wir wer- den alles tun und nicht zurückweichen, bis wir gesiegt haben. Trotz alledem! Nieder mit dem Faschismus! Hoch das Banner des proletarischen Internationa- lismus!“ Als die Worte des Genossen Siewert verklungen sind und leise die Inter- nationale intoniert wird, da singen in allen Sprachen Europas zweiundsiebzig Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald früh halb fünf aus rauhen Kehlen, zu allem entschlossen, ihr Lied, das Lied aller Unterdrückten und aller vom Joch des Faschismus und Imperialismus befreiten Arbeiter. Vor Stolz und vor Freude, vor Begeisterung will die Brust jedes einzelnen Genossen zerspringen. Als der verhaltene Gesang verklungen ist, ging es in den Schlafraum und in das„Bett“ zurück. 368 nung: Em Die Tatsaı worde eshzt habe :schieht, it den bis an keinen Licht Gaskammer 1 berüchtigte t werden, ten Koffem, innte und s us dem Kon- der Stirmwand parent änen aus dem tobert Siewer npft, aber mi über das, wa eichen, starke reren Schlägen Er spricht vo seit 11 Jahre denkt der 6* die Führer ds Inserem sche lasse, Wir wel Trotz alleden n Internation® leise die Inter zweiundsiebzt nf aus rule ckten undal® jedes einzel chlafraum Mi Transparent und Fahne werden in einem der tausend Koffer versteckt und alle Sitzreihen schnell beseitigt. Als die SS ausgeschlafen hatte und das Kommando„Effektenkammer“ um 5 Uhr„weckte“, ahnte sie nicht, daß revolutionäre Kämpfer schon lange zum f-Mai 1 aren. Kampf-Mai 1944 angetreten waren Walter Lauet BA 73-9. Bericht vom April 1955. Die Thälmann-Feier in Buchenwald ...Als die„Thüringer Gauzeitung“ nach dem Fliegerangriff auf die Deut- schen Ausrüstungswerke und die Gustloff-Werke, die räumlich unmittelbar dem KZ Buchenwald angeschlossen waren, die Nachricht veröffentlichte, daß Ernst Thälmann und Rudi Breitscheid Opfer des Fliegerangriffs geworden seien, löste diese Nachricht im Lager eine gewaltige Diskussion aus. Es gab damals kaum einen Menschen im Lager, der diesen Schwindel glaubte. Es gab nur eine Mei- nung: Ernst Thälmann ist von den SS-Banditen ermordet worden! Diese Ansicht stützte sich auf unsere Erfahrungen mit der SS und auf die Tatsache, daß Ernst Thälmann bisher von keinem Häftling im Lager gesehen worden war. Wäre Ernst Thälmann vor seiner Ermordung als Häftling in Buchenwald gewesen, so hätten wir mit ihm ebenso Verbindung aufnehmen können wie mit Rudi Breitscheid. Trotz aller Versuche der SS, bestimmte Häft- linge zu isolieren, haben wir immer Mittel und Wege gefunden, an sie heran- zukommen... Die Meldung war der Anlaß, daß die Kameraden der Effekten- kammer beschlossen, des ermordeten Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands in einer Trauerfeier zu gedenken. Die Kellerräume der Desinfek- tion wurden von den Kameraden der Effektenkammer und der Desinfektion in vorbildlicher Weise ausgestaltet. Der Raum war mit rotem und schwarzem Stoff geschmückt, aus der Gärtnerei des Lagers hatten wir Blumen und Lorbeer- bäume herangeschafft. Im Vordergrund des Raumes war ein großes, mit rotem und schwarzem Stoff eingefaßtes Thälmann-Bild angebracht. Rechts und links vom Bild waren Pylone aufgestellt, und der in den blechernen Schalen liegende Hartspiritus wurde bei der Eröffnung der Feier angezündet. Es war die einzige Beleuchtung, die jedoch dem Raum ein besonders feierliches Gepräge gab. Jede illegale Gruppe hatte die Teilnehmer auszuwählen, damit kein Unbe- rufener von der Durchführung der Feier Kenntnis erhielt. Die Feier wurde von dem Kameraden Willi Bleichert eröffnet. Ein Geiger spielte den russischen Trauermarsch, und die anwesenden Kameraden summten die Melodie leise mit. Karl Schnog wirkte bei der künstlerischen Ausgestaltung mit. Ich hielt die Gedächtnisrede, schilderte das Leben von Ernst Thälmann, seinen helden- mütigen Kampf gegen die faschistische Terrorherrschaft, umriß die Situation, ı Walter Laue, geb. 1905, 1934-1938 Zuchthaus Waldheim und Moorlager, 1938-1945 KZ Buchen- wald, jetzt Mitarbeiter der SED-Bezirksleitung Leipzig 24 Buchenwald 369 — ET ge ee EEE nee ee ee Be mn em re ge Sen == nee ee ee a Te ne ne > u u FE Sn ed en rn nn DELETE LET EEE u ES A 7 E ReRE in der wir uns befanden und sprach über die Aufgaben, die uns bevorstanden. Im Mittelpunkt meiner Rede stand Lenins bekannte Stellungnahme bei der Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes im Oktober 1917. Nach der Rede wurde die Warschawianka gesungen. Mit geballter Faust verharrten wir minutenlang in tiefem Schweigen. Geschützt wurde diese Veranstaltung durch den Lagerschutz. Diesen Kame- raden ist es zu danken, daß die Thälmann-Feier ohne Störung durchgeführt werden konnte... Robert Siewert BA 73-16. Bericht, geschrieben 1954. Die Totenfeier für Albert Kayser ... Wer könnte je die illegale Totenfeier für den Gewerkschaftsführer Albert Kayser vergessen, an der dreißig ausgesuchte und zuverlässige Kameraden, die in einem Keller zusammenkamen, teilnahmen.! Kaum, daß einer den anderen sah, nur die Flamme der Pylonen, die Totenwache der 4 Rotgardisten und die heimlich abgenommene Totenmaske war zu sehen. Doch aus dem Hintergrund hörte man die Stimme eines Dichters? und die Stimme eines Kameraden?, der uns an die Verpflichtung gemahnte, unsere weiteren Aufgaben treu zu erfüllen, und die Beethovenklänge eines Streichquartetts... Was für Mühe und Arbeit dahintersteckte, mit Hilfe der Lagerkapelle und mit Bestechungsgeldern die Streichinstrumente ins Lager zu bekommen, kann auch nur der ermessen, der es erlebt hat... Herbert Sandberg? IML- Buchenwald II 1/3. Bericht, geschrieben 1947. Die Verhaftungen im Oktober und November 1944 Die illegale Trauerfeier für den im Konzentrationslager Buchenwald er- mordeten Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands, Ernst Thäl- mann, wurde dem Leiter der Politischen Abteilung durch einen Spitzel ge- meldet. Das war die Veranlassung, Kameraden, die im Verdacht standen, die Feier organisiert oder daran teilgenommen zu haben, zu verhaften. Das waren unter anderen die politischen Häftlinge Robert Siewert(Deutschland) Willi Bleichert(-) Hans Burchard( ss) ı Die Feier fand im Oktober 1944 statt. 2 Karl Schnog, vgl. S. 477£. 8 Walter Bartel. 4 Herbert Sandberg, geb. 1908, 1934-1938 Zuchthaus Brandenburg, 1938-1945 KZ Buchenwald, jetzt Mitglied des Zentralvorstandes des Verbandes der bildenden Künstler. 370 evorstanden hme bei der ballter Faust iesen Kam- durchgeführt Obert Siewer! führer Albert meraden, die den anderen isten und die Hintergrund eraden?, der u zu erfüllen, e und Arbeit sgeldern di ‚messen, der rt Sandberg‘ chenwald er: „ Ernst Thil n Spitzel ge standen, di n. Das warel Kz, Buchen‘ all Herbert Müller(Deutschland) Heinz Bausch( BR) Josef Kutscher(Österreich) Franz Leitner( a) Akim Lewit() Karl Rauch() Gustav Wegerer( si) Timofei Sawin(UdSSR) Grigorij Jekimow Gr) Diese Kameraden wurden zum Teil in das Arrestgefängnis, welches sich außerhalb des Lagers befand, und in das Gestapo-Gefängnis Weimar überführt. Hierauf reagierte das Lager mit einer noch größeren Wachsamkeit... Es gelang der Gestapo nicht, dank des mutigen Verhaltens der Kameraden, die den furchtbarsten Folterungen ausgesetzt waren, die genauen Einzelheiten festzustellen. Die Gestapo versuchte neben den Untersuchungen, die die Trauer- feier zum Gedenken Thälmanns betrafen, die illegale Organisation des Lagers aufzudecken und möglichst alle führenden Häftlinge des Lagers zu ergreifen. Das ganze Lager befand sich damals in einer gespannten Lage. Von dem Verhalten der zuerst zum Verhör geführten Häftlinge, die über die Verhältnisse im Lager informiert waren, hing das Schicksal aller ab. Ende Oktober wurden im Lager über den Verlauf der Dinge die ersten Einzelheiten bekannt, als nach dem ersten Verhör sich die Verhafteten, infolge eines Fehlers des Rapportführers, SS-Unterscharführer Werle, auf der Rückkehr von Weimar nach Buchenwald, einige Stunden im Lager befanden. Wir nahmen mit Genug- tuung davon Kenntnis, daß alle Kameraden, deren Lage besonders schwer war, standhaft geblieben waren. Nach dem Abendappell des 27. November 1944 wurde mir vom Rapportführer gesagt, daß ich am nachfolgenden Morgen um 9.00 Uhr zur Gestapo nach Weimar gebracht werden sollte. Noch am selben Abend setzte ich den Vorsitzenden des Internationalen Komitees, Walter Bartel, von meiner bevorstehenden Überführung nach Weimar in Kenntnis. Er berief sofort eine Sitzung ein. An dieser Sitzung nahmen die Kameraden Bartel, Reschke, Busse, Keim und Eiden teil. Es wurden die Ursachen und möglichen Folgen besprochen und Verhaltensregeln festgelegt. Die Vernehmungen, die vom Sicherheitsdienst der Nazis in Weimar mit aller Grausamkeit geführt wurden, brachten den Faschisten keine Informationen. Am 30. 12. 1944 kam ich zum ersten Mal mit Karl Rauch zusammen. Wir wurden beide noch am gleichen Tage nach Ichtershausen(Strafgefängnis) gebracht. Zur gleichen Zeit überführte man Siewert und Wegerer wieder nach Weimar. Durch Zufall wurde Siewert ins Lager gebracht, während man Wegerer nach kurzer Zeit wieder nach Ichtershausen transportierte. Am 13. April 1945 wurde ich mit Wegerer, Bleichert, Sündermann, Rauch und weiteren 200 Häftlingen, die schon bei der Gestapo gesessen hatten aber nicht aus Buchenwald waren, in Marsch gesetzt. Am 15. April 1945 gelang es 371 Fee each une Tee ge ee: =: ge = ana a2 Sehe, = Fu Zuge u: Zen a Reine ner a a en en nen ro wer Tr eg Wegerer und Sündermann in Orlamünde/Thüringen zu fliehen. Wir anderen wurden weiter nach Kahla gebracht, wo wir am 17. April 1945 frühmorgens in Richtung Berga/Elster, einem Außenkommando von Buchenwald(Schwalbe 5), transportiert, aber dort nicht aufgenommen wurden; deshalb ging die Fahrt weiter. Etwa 4km von Berga/Elster entfernt wurde der Transport von Tief- fliegern angegriffen, dabei löste sich der Transport auf... Erich Reschke! BA 72-12. Bericht vom 21. August 1957. SS-Formation Dirlewanger Abschrift! Der Reichsführer SS Berlin SW 11, den 15. 10. 1944 Adjutantur Prinz-Albrecht-Str. 8 Tgb.-Nr. 1IV/5060/44 geh. Feld-Kommandostelle Gro/Dr. [Geheim!] SS-Obergruppenführer Berger Chef des SS-Hauptamtes Obergruppenführer! Anliegend übersende ich Abschrift eines Briefes des SS-Oberführers Dirle- wanger an den Reichsführer-SS betr. Aufstellung einer Einheit aus ehemaligen Gegnern der Bewegung für die SS-Sturm-Brigade„Dirlewanger“. Reichsführer SS hat den in diesem Schreiben niedergelegten Gedankengängen zugestimmt. Ich darf bitten, das Notwendige zu veranlassen. Heil Hitler! Ihr gez. Grothmann SS-Obersturmbannführer und Chefadjutant RF-SS 1 Anlage Rrd.R. dr Ab: Unleserlich SS-Untersturmführer Glowna Komisja 70X765. Fotokopie. 1 Erich Reschke, geb. 1902, 1933-1938 Zuchthaus Rendsburg, Moorlager, KZ Lichtenburg, 1958 bis 1944 KZ Buchenwald, jetzt Offizier der Deutschen Volkspolizei. 372 Wir anderen Orgens in Schwalbe 5), g die Fahrt Tt von Tief ich Reschke! 15, 10, 1944 $ lle eim!] ihrers Dirke- ; ehemaligen ınkengängen ler! thmann nnführer und t RF-SS enburg aaa bb Abschrift von Abschrift Gefechtsstand, den 7. 10. 1944 Dr. Dirlewanger SS-Oberführer An den Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei Feldkommandostelle Betr.: Vorschlag des SS-Stubaf. Zill Bezug: Schreiben des RF-SS vom 26. 9. 44 1 1829144 Reichsführer! Bei meinen Musterungen in den Konzentrationslagern haben mir sowohl SS- Gruppenführer Glücks als auch insbesondere SS-Standartenführer Pister ge- raten, den Versuch mit einer Einheit aus ehemaligen Gegnern der Bewegung zu machen. Es sind in den Lagern Männer, die im Februar 1933 und vielleicht auch noch nach dem 5. 8. 33 nicht sofort sich äußerlich als Nationalsozialisten tarnten, son- dern ihrer Weltanschauung zunächst treu blieben und somit Charakter zeigten, im Gegensatz zu den vielen Hunderttausenden, die es mit dem Stärkeren hielten und am 5. 3. 33 sofort trotz innerlicher Gegnerschaft mit erhobener rechter Hand zu uns einschwenkten. Ich halte den Vorschlag, des SS-Stubaf. Zill für gut und bitte gehorsamst folgendes befehlen zu wollen: 1.) Die Kommandanten der KL suchen persönlich je Lager bis zu 250 ehe- malige politische Gegner der Bewegung aus, die nach eigener, fester Über- zeugung der Lagerkommandanten sich innerlich gewandelt und den Wunsch haben, dies durch Teilnahme am Kampf des Großdeutschen Reiches unter Be- weis zu stellen. Alter bis 45, in Ausnahmefällen bis 50 Jahre. Bei Feststellung der Militärtauglichkeit ist großzügig zu verfahren. 2.) Die ausgesuchten Männer sind bis 25. 10. 44 feldmarschmäßig eingekleidet dem Wachbataillon Sachsenhausen zuzuführen und dort zu einem Bataillon zu formieren. Einkleidung ist Sache des KL. 3.) Entsprechend ihrer kommenden Aufgaben ist die neuzubildende Einheit wie folgt zu bewaffnen: Gewehre oder Karabiner, jeder 10. Mann eine MPi,, 8 sMG, 48 IMG,(mit Zubehör) 8 m. Granatwerfer, 12 Flammenwerfer sowie 5 Feldküchen. Das SS-FHA. stellt die Waffen bis 25. 10. 44 dem Wachbataillon Sachsen- hausen zu. 4.) Den Führer des neuen Bataillons stellt das SS-Sdr.Rgt. Dirlewanger. Das FHA. stellt 8 Führer(Untersturmführer oder Obersturmführer) und 50 Unter- führer bis 25. 10. 44 an Wachbtl. Sachsenhausen ab. Die Führer und Unter- führer können 50°/o aus dem Aufsichtspersonal der KL entnommen werden. Sie müssen entsprechend ihrer Aufgabe geistig beweglich und einsatzfreudig sein. 373 “ De Tee SE u EEE LET ee are n Te a ee eg Dee REDET Sue Dh ne or Ren ne nr a TRETEN u ge a a m > m a ne ED EEE nn rn Fe ES a EEE EEE ET LET LEL “= = Binde ande ri ein Häftlinge, die von den einzelnen KL.s dem Sonderregiment Dirlewanger zur Verfügung gestellt werden sollen. Schutz- Vorbeugungs- Anordnung a häftlinge: haftim re; ar (400) Ausız 108 333(=441) (150) Buchenwald 69 87(=156) (300) Dachau 248 101(=349) ( 10) Mauthausen nn 4(= 2) (130) Neuengamme ll? 16(=183) Natzweiler ( 45) Floßenbürg 23 24(=: 47) ( 30) Groß-Rosen 14 16(= 30) ( 80) Ravensbrück ul 70(Zrs]) (750) Sachsenhausen 375 400(775) ( 15) ‚Stutthof 1 13 I A) (1910) 966 1064(=2030) Glowna Komisja 70X765. Fotokopie. SS-Formation Dirlewanger Der SS-Führer Dirlewanger war im Lager als ein Rauf- und Trunkenbold be- kannt, der sich durch besonderen Fronteinsatz„bewähren“ sollte. Er schuf eine besondere Formation zur Partisanenbekämpfung, die seinen Namen trug. In Buchenwald wurde bereits 1942 für diese Formation geworben. Zunächst begnügte sich die SS, jene Häftlinge zum Eintritt in die Dirlewanger-Bande zu werben, die wegen Wilderns ins Lager gekommen waren. Es handelte sich dabei um Asoziale, die einen schwarzen Winkel trugen. Die nächste Kategorie, die sich der SS-Führer Dirlewanger aussuchte, waren die Berufsverbrecher. Es war interessant, festzustellen, daß die Werber solche Grünen heraussuchten, die noch jung, besonders robust waren und nicht gerade idiotisch aussahen. Gelegentlich war auch eine Propaganda der SS unter den politischen Häft- lingen für die Dirlewanger-Bande festzustellen. Das Aktiv der deutschen Kom- munisten entschied sofort bei Kenntnis dieser Propaganda, daß keine KPD-Mit- glieder freiwillig der Formation beitreten dürfen. Besondere Bedeutung erhielt dieser Beschluß im Herbst 1944. Eines Tages wurden alle deutschen politischen Häftlinge zu einem Sonder-Appell komman- diert. Nahezu 2000 Häftlinge traten an. Der damalige Kommandant des Lagers, Pister, hielt eine Ansprache, in der er folgendes ausführte: Der Reichsführer SS Himmler hat sich entschlossen, allen ehemaligen poli- tischen Gegnern die Hand zur Versöhnung zu reichen. Die Einsicht des Reichs- führers SS gibt allen politischen Schutzhäftlingen die große Chance, das be- drohte Vaterland mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Alle politischen 374 Ewanger zur ıkenbold be- Ir schuf eine 1 trug. en, Zunächst rer-Bande zu te sich dabei uchte, waren Terber solche nicht gerade ischen Häft tschen Kom \e KPD-Mit- Eines Tage ell komman- t des Lagen; naligen pol + des Reich nce, das be e politische Gefangenen werden deshalb aufgefordert, sich freiwillig zu der Formation Dirlewanger zu melden. Sie werden damit gleichberechtigte Soldaten des Füh- rers und besitzen alle Möglichkeiten, Auszeichnungen und Beförderungen zu erhalten. Als Kommandant des Lagers Buchenwald erwarte er, daß sich beson- ders die alten politischen Häftlinge recht zahlreich melden. Dem Aufruf, sich sofort bei ihm zu melden, folgte keiner der Angetretenen. Pister begnügte sich damit, darauf hinzuweisen, daß sich die Freiwilligen bei der Schreibstube einzeichnen lassen können. Das Ergebnis waren nur 9 Meldungen von Häftlingen, die aber aus den Krei- sen von sogenannten Wehrmachtshäftlingen stammten, also von Angehörigen der Wehrmacht, die wegen krimineller Vergehen zu Zuchthaus oder Gefängnis verurteilt worden waren und ins Lager eingeliefert wurden. Zur Beurteilung der Situation muß hinzugefügt werden, daß von den 2000 deutschen politischen Häftlingen nur 30 bis 35 Prozent der illegalen KPD an- gehörten. Unsere intensive Agitation noch während der Nacht verhinderte eine Änderung in der Haltung der Häftlinge. Es wurde dabei von durchaus ehrlichen politischen Kameraden der Gedanke geäußert, daß es doch die Hauptaufgabe wäre, aus dem Lager herauszukommen, eine Waffe zu erhalten, alles übrige würde sich dann schon finden. Dem wurde entgegengehalten, daß es keinerlei Gewähr für die Bewaffnung der ehemaligen politischen Häftlinge gibt, dagegen genügend Anlaß, um ein völliges Auseinanderreißen der politischen Häftlinge des Lagers anzunehmen, damit jede gemeinsame Aktion im Keime erstickt wer- den kann. Auf jeden Fall blieben die politischen Häftlinge standhaft. Der Kommandant bekam Tobsuchtsanfälle, aber keine Meldungen für die Dirlewanger-Bande. Es wurde auch darüber diskutiert, wie sich die politischen Häftlinge verhalten sollten, falls eine zwangsweise Überführung in die Formation Dirlewanger er- folge. In diesem Falle empfahl die illegale Parteileitung allen Kameraden, ent- weder bereits auf der Fahrt zur Formation, auf jeden Fall aber bei der ersten Gelegenheit, das heißt in kürzester Frist, überzulaufen. Es wurde nachdrücklich betont, das Überlaufen sei die einzige Rettung vor der Verachtung der Frei- heitskämpfer aller Nationen. Niemand würde glauben, daß ein solches Über- laufen unmöglich gewesen sei. Letztere Notwendigkeit entfiel aber für die Buchenwald-Häftlinge, da keine Versuche unternommen wurden, politische Gefangene zwangsweise zur For- mation Dirlewanger einzuziehen. Walter Bartel BA 505-2. Bericht, geschrieben 1945. ... Ein Beispiel der Tapferkeit und des Klassenbewußtseins gaben allen Ge- fangenen des Lagers die deutschen Kameraden. Im Herbst 1944, als unsere Truppen vor Warschau standen und schon auf tschechoslowakischem und unga- rischem Boden kämpften, sammelten die Faschisten alle ihre Reserven und warfen sie in den Kampf. Es war jedoch offensichtlich, daß auch die Reserven 379 ea he he, FE ne Be og ge == N in dc een un ee a ge See ur De eg ee er ne we, ee ee nn u 7 ih ee ee Be gi ET RETTET. ERLANGER Anne Dr ee erg ne en ne need ne BE ke ! nicht ausreichten. In Deutschland wurden alle männlichen Personen über 16 Jahre mobilisiert. Diese Mobilisierung erstreckte sich auch auf Buchenwald. Unter den deut- schen Gefangenen begann eine Werbeaktion für die Waffen-SS. Ein Dutzend Krimineller ließ sich sogleich für die faschistische Armee anwerben, um aus dem Todeslager herauszukommen. Anders verhielt es sich mit den politischen Gefangenen. Nicht einer von ihnen wollte seine Befreiung aus Buchenwald durch den Dienst in der deutschen Armee erkaufen. Alle Werbemethoden anwendend, rief der Lagerkommandant die deutschen politischen Gefangenen an das Tor. 2000 Mann standen in Fünferreihen angetreten vor dem Kommandanten und dem gesamten Offiziers- korps der SS. Der Kommandant machte alle möglichen Versprechungen, ein Schreiber stand dabei, bereit, die Freiwilligen aufzuschreiben— aber die Kolonne schwieg. Totenstille herrschte im ganzen Lager. Alle Lagerinsassen warteten gespannt auf den Ausgang dieses Kampfes. Mit geschlossenen Lippen und ruhigem Blick beantworteten die deutschen Kameraden den Aufruf des SS-Kommandanten. Lange dauerte dieser unerhörte, hartnäckige Nervenkrieg hier am Tor, an der Grenze zwischen Leben und Tod, hundert Meter vom Krematorium entfernt. Hier standen Mann gegen Mann, ohne jede Beschöni- gung oder Verschleierung— zwei Welten, zwei feindliche Lager... Dieser un- gleiche Kampf endete mit dem Sieg der Gefangenen, mit dem Sieg der deut- schen Kommunisten— denn nicht ein einziger ließ sich anwerben für die faschistische Armee... Nikolai Kjung BA 7117-3. Bericht, geschrieben 1957. Die Betreuung der Kinder Die Polen-Jungen von Buchenwald Ganz genau weiß ich es nicht mehr, entweder war es der zweite oder der dritte Polen-Transport, der im KZ Buchenwald eintraf. Der Transport, von dem ich hier spreche, brachte etwa eintausend Polen, darunter zweihundert Jugendliche im Alter von acht bis sechzehn Jahren, nach Buchenwald. Der größte Teil dieser Kinder war durch die brutalen Mißhandlungen der SS eingeschüchtert. Sie waren tagelang unterwegs gewesen und befanden sich in einem völlig er- schöpften Zustand. Der Lagerführer Florstedt ließ auf die Kinder eine gemeine Schimpfkanonade los. Er beschimpfte sie als polnische Dreckschweine, Ver- brecher, Heckenschützen und faule Hunde... Obwohl die Kinder kaum verstanden, was er sagte, fingen viele an zu weinen. 376 [Sonen üb et r den deut: “in Dutzend EN, UM aus er von ihnen T deutschen ommandant standen in en Offizier. hungen, ei — aber die agerinsassen enen Lippen ı Aufruf des Nervenkties Meter vom de Beschöni- „ Dieser un- eg der deut- ben für die ikolai Kjung Ter der dritte von dem ich Jugendlidt Teil diese! „üchtert. St m völlig er ine gemein? weine, Ver viele an= Unter uns Häftlingen gab es nur eine Ansicht: den Kindern muß geholfen werden. Die illegale Leitung der kommunistischen Organisation trat sofort zu- sammen, und es wurde beraten, was wir tun könnten, um den Kindern zu helfen. Es war Albert Kuntz, der die Frage an mich richtete, ob es nicht möglich sei, die Kinder geschlossen in meinem Kommando, im Baukommando I, einzu- setzen. Ich stimmte diesem Vorschlag zu und verpflichtete mich, in dieser Rich- tung beim ersten Lagerführer, Schobert, vorzufühlen... Bevor ich an Schobert herantrat, unterhielt ich mich mit meinen Vorarbeitern, Adolf Mans, Ernst Blaschke und Ludwig Sauerbier. Diese Aussprache be- stärkte mich in meinem Entschluß, dem Lagerführer vorzuschlagen, die jungen Polen geschlossen meinem Kommando zuzuführen, um sie nach und nach als Maurer anzulernen. Mit dem Vorsatz, mich unter keinem Umstand abweisen zu lassen, trat ich an Schobert heran, nachdem ich bereits vorher meinen Kom- mandoführer und den Bauleiter für diesen Vorschlag gewonnen hatte. Ich schil- derte ihm, wie schwer es sei, die erforderlichen Maurer zu bekommen. Es wur- den zu dieser Zeit immer mehr Maurer und Bauarbeiter angefordert, die bei der Errichtung unterirdischer Betriebe und Flugplätze eingesetzt wurden. Ich wies ihm nach, daß durch den Abzug dieser Arbeitskräfte die Bautätigkeit in Buchenwald leiden würde. Für die Fertigstellung der Bauten im KZ waren aber Termine gesetzt, deshalb war es mir möglich, den Lagerführer und den Arbeitseinsatzleiter davon zu überzeugen, daß es notwendig sei, Maurer anzu- lernen. Mein Vorschlag wurde schließlich mit„Donner und Doria“ angenommen. Mit der Drohung:-„Wenn die Sache nicht klappt, dann kriegst Du Deinen Arsch voll, daß Dir die Schwarte platzt“, erteilte Schobert die Zustimmung. Es war im Winter und nicht zu verantworten, die Kinder der großen Kälte auszusetzen. Ich machte darum unserem Lagerältesten, Ernst Busse, den Vor- schlag, alle Polen-Jungen in einer Schule zusammenzunehmen, um sie zunächst erst einmal theoretisch im Maurerhandwerk zu unterrichten. Der Lagerälteste billigte meinen Vorschlag und versprach, diese Angelegenheit mit dem Rapport- führer in Ordnung zu bringen. Georg Lehmann und Alfred Schubert, die mit mir zusammen auf Block 39 lagen, bat ich darum, aus Abfallholz kleine Klötzchen im Format von 25X12xX6 Millimeter herzustellen. Für die Herstellung dieser Klötzchen erwirkte ich sogar einen offiziellen Auftrag. Die Klötzchen wurden schnellstens hergestellt, zwei schöne Kisten dazu angefertigt und damit eine der wichtigsten Voraussetzungen für den theoretischen Unterricht im Maurerhandwerk geschaffen. Meine Freunde, die in der Malerei tätig waren, mußten mir nach meinen Entwürfen die er- forderlichen Musterzeichnungen anfertigen, die die verschiedenen Arten des Maurerverbandes darstellten. Dann begann der Unterricht. Als Helfer fanden wir einen guten polnischen Kameraden, der zugleich den Dolmetscher machte. Den Unterricht erteilte ich und wurde dabei von Mans unterstützt. Sehr schnell bekamen wir mit den Jugendlichen Kontakt. Jeder Tag war ein freudiges Ereignis. Bee, nee Ge Se ge ee sg EEE ee ee nt ee neigen ee en be ren Baer= Base ee nee ET enge ee 2 eh Fe nee, na ee er be De ee Fe TE wege ie bg A a ee a eg ee ee Te ala ne en er Fe SE En DEE ee A u hi ul \ A ur v1 N { { * « ERSERRKUREN H 7 Da wurde ich eines Tages zum Lagerführer Schobert bestellt. Er schrie mich an:„Siewert, was machen Sie mit den Polenlümmeln für Schulungsarbeiten. Es ist mir gemeldet worden, daß Sie dort politische Reden halten. Sie haben von Verbänden gesprochen, u. a. vom polnischen Verband und vom holländischen Verband. Siewert, Sie spielen mit Ihrem Kopf. Wenn das wahr ist, muß ich Sie zur Bestrafung melden. Sie wissen ganz genau, daß Sie sich über Verbände nicht unterhalten dürfen!“ Es war sehr schwer, Schobert davon zu überzeugen, daß es sich um Fachausdrücke handelt. Erst als ihm das auch vom Bauleiter bestätigt wurde, gab er sich zufrieden. Schobert ordnete an, daß der Unterricht von einem Oberscharführer zu beaufsichtigen sei. Es gelang uns aber bald, diesen Ober- scharführer für alle möglichen Dinge zu interessieren, so daß wir meist ohne Aufsicht unseren Unterricht durchführen konnten. So war es mir doch möglich, daß ich neben Kreuz- und Blockverband und anderen fachlichen Dingen den polnischen Jugendlichen manche kleine Geschichte erzählen konnte, die sie all- mählich mit unserer Einstellung gegen den Hitler-Staat und gegen die SS be- kannt machte. Das Wichtigste, was wir mit diesem Unterricht erreichen wollten, gelang uns. Wir retteten den größten Teil dieser Kinder vor Vernichtung und Untergang, Manch einer von ihnen ist ein guter Maurer, mancher ein guter Handwerker geworden. Am meisten habe ich mich darüber gefreut, wie dankbar diese jungen Menschen waren. Noch mehr würde ich mich heute darüber freuen, wenn die, die diese schwere Zeit überlebten, jetzt in ihrer Heimat davon erzählen würden, was damals von uns deutschen politischen Häftlingen getan wurde, um ihnen ihre Lage zu erleichtern. ey Robert Siewert IML- Buchenwald II 1/3. Bericht vom 31. Mai 1948. Das Maurerlehrlingskommando Nach den schweren Schlägen, die Hitlers Armeen bei Moskau und Stalingrad erhielten, ging das Hitlerregime immer mehr dazu über, die bisher nicht für den Fronteinsatz bestimmten Fachkräfte aus dem Hinterland zur Auffüllung der in der Armee entstandenen Lücken heranzuziehen. Auch diesen Schwächezustand verstanden unsere deutschen Kameraden geschickt auszunützen, um über den Bauführer der SS der Kommandantur anzuraten, aus dem Reservoir der jüdi- schen und polnischen Häftlinge, die bisher von Facharbeiten im Lager aus- geschlossen waren, mittels eines Maurerlehrkursus Fachkräfte heranzubilden. Der hervorragende deutsche Antifaschist Robert Siewert trug diesen Plan, der Hunderten Menschen das Leben retten sollte, der SS vor. Von ihr wurde er, der Kapo des Baukommandos I, mit der praktischen Ausbildung von Maurerlehr- lingen beauftragt... Der illegalen Widerstandsbewegung war es nicht darum zu tun, den Hitler- faschisten gute Maurer auszubilden, aber der erste Kursus mußte gelingen, um weitere gegenüber der Kommandantur als berechtigt erscheinen zu lassen. In den Häftlingsblocks wurde verlautbart, daß sich Freiwillige für ein Maurer- 378 | Ihrlingsk Im Wideı „ıs Wien diesem K verden. I {re Mau 1} ih wird, I Arbeit au Ihrlingsk Vorteile beiterzt Blutwurs! tifaschi n, mitte mandos& sch dure sche K: und war schützt Siewert Phlippst behalten venchmi denn zu waren, 1 taden ke Unve spielt Thpanı tn die Robert emaue &leme, tlte u Niten Viele ttleme in W Vırde Kane BAsıp- &r schrie mid lehrlingskommando melden können. Freunde und Verbindungsleute der illega- ns nn li len Widerstandsbewegung gaben neben anderen den Kameraden Fritz Schiller en vu aus Wien, Eugen Schneider aus dem Burgenland und mir den Rat, sich zu nah=; diesem Kommando zu melden und uns alle Mühe zu geben, tüchtige Maurer zu erbände I werden. Uns war klar, daß dieser Auftrag deshalb gegeben wurde, damit wei- ne an tere Maurerlehrlingskurse gemacht werden und es unzähligen Kameraden mög- er gen, dl lich wird, aus schweren Kommandos wegzukommen und sie auch durch die ei er bestätig Arbeit auf dem Gerüst dem Terror der SS zu entziehen. Aber das Maurer- H cht von ein brachte auch für das Internationale Lagerkomitee andere ht diesen Obst. Vorteile mit sich. Die Angehörigen des Kommandos bekamen eine Schwer- N ir meist oh(das heißt /s bis!/a Brot plus ein Stück Wurst— Leber- oder N doch mög— jeden zweiten Tag). Dadurch floß ein Teil dieser Zulage von den h 1 Dingen da antifaschistischen Kameraden des Kommandos der internationalen Solidarität N te, die sie al! zu, mittels welcher jene Kameraden einen Brotzuschuß erhielten, die in Kom- 1 en die SS be mandos arbeiten mußten, wo es keine Schwerarbeiterzulage gab. Es konnten Mi sich durch das Gelingen des ersten Kurses weitere Hunderte jüdische und pol- I n, gelang un nische Kameraden, die bisher zu Facharbeiten nicht zugelassen waren, melden I ıd Untergang und waren so gegen eine Liquidierung durch Transporte nach Auschwitz ge- H r Handwerker geschützter... i r diese junge Nachdem der erste Kursus beendet war, wurden auf Vorschlag unseres Robert IN 'en, wenn di Siewert die Kameraden Schneider, Schiller, der junge Berliner Antifaschist AR ählen würden Philippsohn und ich als Anlerner respektive Vorarbeiter bei diesem Kommando ji de, um ihn behalten, und ein weiterer Kursus mit etwa zweihundert Maurerlehrlingen Mi Rn genehmigt. Für Hunderte Kameraden bedeutete dies die Rettung des Lebens, hi Den denn zu einem späteren Zeitpunkt wurden alle Juden, die nicht Facharbeiter I waren, nach Auschwitz auf Transport geschickt, und die Mehrzahl dieser Kame- raden konnte die schwierigen Bedingungen des KZ Auschwitz nicht überleben. Unvergessen bleibt mir eine Episode, die sich im Maurerlehrlingskommando ind Stalinge abspielte. Wir mauerten die Hallen für die Gustloff-Werke. Die Pfeiler beim r nicht für de Eingang ins Werk blieben unverputzt im Rohbau stehen. Eines Tages besichtig- Füllung der! ten die SS-Lagerführer Rödl und Schobert den Bau und fragten den Kapo| Robert Siewert, wer diese gute Maurerarbeit gemacht hätte.„Das haben Juden EEE a gemauert“ war die Antwort Roberts.„Dös gibt's net, daß Juden ein Handwerk I voir der jüd erlernen können, ruf mir diese her, die sollen vor mir arbeiten. Robert Siewert h um Lager au holte uns, und wir arbeiteten an einem Teil der noch nicht ganz fertigen Halle.| bilden Wütend sagte Rödl, nachdem er eine Zeit zugesehen hatte:„abhauen... Y ur da Viele Kameraden, die niemals die Neigung hatten, das Maurerhandwerk zu“ a rn erlernen, was ja auch nicht der eigentliche Zweck des Maurerlehrlingskomman- I jan Ehe dos war, hatten aber ihren geschützteren Arbeitsplatz und die schwächeren IR n MauET wurden in der Kette der Maurer an der Schnur neben die besser arbeitenden N den Hier Kameraden gestellt und diese mauerten für sie...' K an A Me: Re Erich Fein H ) 1)! A 526-8. Bericht vom 24. Mai 1958.\ ‚zu lassen:\ h 7 ein Mauft“„ 379 K h SCHE TEE Ede N Bee, PRCHERKUREE er= an eng u ee dc nt EP Dt en ae ee Schule in der Illegalität In Buchenwald befanden sich viele Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren, Dies waren Kinder erschossener Partisanen, ermordeter sowjetischer Partei- und Staatsfunktionäre. Die illegale sowjetische Organisation konnte den Kindern mit Unterstützung der deutschen, tschechischen und französischen Kameraden große Hilfe leisten. Die Kameraden teilten mit den Kindern ihre karge Ration und schützten sie vor der Zwangsarbeit. Den deutschen Kommunisten aus der Lagerverwaltung gelang es zu erreichen, daß alle Kinder in einer Baracke unter- gebracht wurden. Auf Anweisung des illegalen sowjetischen Zentrums wurde heimlich für die Kinder aus der Sowjetunion eine Schule eröffnet. Es gelang, für die Schule Papier, Bleistifte, Federhalter, Federn, Kreide, eine kleine Tafel und kleine Rechenbretter zu erhalten. Die deutschen Kameraden entdeckten irgendwo in dem Lager einige russische Lehrbücher, die, wer weiß wie, dahin gelangt waren, und gaben sie heimlich an die illegale Schule weiter. Es ist schwer wiederzugeben, mit welcher Zartheit und Liebe, mit welcher Wärme sich die rauhen, ja äußerlich von den Leiden sogar häßlichen Häftlinge von Buchenwald um die Kinder kümmerten. Nikolai Iwanow beschaffte im Auftrage des Zentrums Kleidung, Schuhe und Lebensmittel für die Kinder. Er tat dies unter Lebensgefahr. Die Schule war im Block 8 untergebracht. Abends, nach der Arbeit versammel- ten sich die Kinder, und es begann der Unterricht. Zur gleichen Zeit paßten die Kameraden Cholopzew, Goftman und Sadumow abwechselnd auf, daß sich nicht etwa Faschisten der Baracke näherten. Wenn SS-Leute erschienen, gaben die Kameraden dem Lehrer unverzüglich ein Zeichen, und der Unterricht wurde abgebrochen. Die Kinder versteckten ohne Hast und Lärm ihre Schulsachen und gingen an ihre Plätze. Die Kinder wurden in dieser Schule von dem Lehrer Nikodim Fedosenko unterrichtet. Er war etwa 75 Jahre alt. Früher hatte er an Schulen im Gebiet von Dnjepropetrowsk gearbeitet, und während des Krieges war er von den Faschisten gefangen und nach Buchenwald gebracht worden. Er war ein Mensch mit einer großen Seele. Trotz seines Alters und der physischen Schwäche, trotz der in jedem Augenblick drohenden Todesgefahr, erfüllte er hier die Pflicht des sowjetischen Lehrers. Gewöhnlich sprachen sich im KZ die Häftlinge mit„Du“ an. Dieser wunderbare alte Mann war der einzige Mensch, an den sich jeder nur mit„Sie“ wandte. Mich, als Lehrer von Beruf, zog es immer zur achten Baracke. Das bemerkten die Kameraden. Eines Tages schlug mir Michail Lewschenkow, Mitglied der illegalen Leitung, zu meiner größten Zufriedenheit vor, den Unterricht in Ge- schichte und Geographie unserer Heimat zu übernehmen. In der Nacht vor der ersten Schulstunde konnte ich fast nicht schlafen. Es drängte mich, zu den Kindern zu kommen, in ihre Augen zu sehen. In Gedanken stellte ich ein Unterrichtsprogramm zusammen. Für die Geschichte z. B. merkte ich folgende Themen vor:„Unsere Vorfahren, ihr Kampf um die Unabhängig- 350 heit“, a Tihudos fulinow« iber den Die Se Hitlerfası Pionlerska In Ja \linnern {en Män ayensbı Die H die Haft uf den helfen, F ih hera Tage w Mr auch Imum iuden an ulte,$ erden. von Rof ine Bar Juf von Inder ande Vans y Das] aß ein Nien Yaler y Der Is 12 Jahren er Partej- un] n Kindern nit| 0 Kameraden karge Ratio nisten aus der Baracke unter. atrums wurd et. Es gelanı| e kleine Tafı en entdeckten 2iß wie, dahlı weiter, Es it elcher Wärn: Häftlinge vn e im Auftrag sr. Er tat dies it versammel: n Zeit paßteı 1 auf, daß sit hienen, gabaı terricht wurd hulsachen un im Fedosenki len im Gebil ir er von di ‚ar ein Menst chwäche, trot die Picht ds nge mit„Di den sich jedet )as bemerkte! Mitglied di terricht in 6% it schlafen. B In Gedanke! az, B, met Unabhängs keit“,„Die Zerschlagung der Schweden und der deutschen Ordensritter am Tschudosee durch Alexander Newskij“,„Dmitrij Donskoi und die Schlacht bei Kulinowo“,„Minin und Posharskij“. Das Programm endete mit einem Thema über den Großen Vaterländischen Krieg. Die Schule arbeitete bis zum 1. April 1945, bis zu dem Augenblick, da die Hitlerfaschisten beschlossen, die Häftlinge zu evakuieren und zu vernichten... Nikolai Kjung „Pionierskaja Prawda“, Moskau, vom 16. April 1957, Ein Kind wird verborgen Im Jahre 1942 oder 1943 kam ein Transport mit Frauen, Kindern und Männern an. Auf dem Bahnhof in Buchenwald wurden Kinder und Frauen von den Männern getrennt. Die Männer kamen nach Buchenwald, die Frauen nach Ravensbrück. Die Häftlinge wurden in die Effektenkammer geführt. Während die SS auf die Häftlinge einschlug, legte ein etwa 35jähriger Pole, ein Jude, den Rucksack auf den Tisch. Die Kameraden der Effektenkammer gingen hin, um ihm zu helfen. Er stützte sich auf den Rucksack und wollte ihn nicht öffnen. Es stellte sich heraus, daß darin ein Bübchen von etwa 2/2 Jahren verborgen war. Die Frage war: Das Kind gehört nicht zum Bestand. Ganz kleine Kinder hatten wir auch nicht im Lager. Es war zu befürchten, daß die SS das Kind im Krema- torium„liquidieren“ würde. Wir riefen die besten und zuverlässigsten Kame- raden aus dem Kommando zusammen und berieten mit ihnen, was geschehen sollte, Sie waren ohne weiteres damit einverstanden, daß das Kind gerettet werden müsse. Es wurde in der Effektenkammer versteckt. Hinter einem Berg von Koffern wurde ihm ein Bett gebaut. Kleider wurden angefertigt, Spielzeug, eine Badewanne. Wenn das Kind gebadet wurde, war jedesmal ein großer Zu- lauf von Häftlingen. Jeder war glücklich, wenn er ein Stückchen Weißbrot oder Zucker bringen konnte. Nachher, als die Gefahr zu groß war, wurde das Kind in anderen Baracken untergebracht. Es war sehr gelehrig, so daß es wie eine Maus verschwand, wenn es eine Uniform sah. Das Kind wurde einmal vom Küchenscharführer gesehen, und er behauptete, daß ein Kind bei uns wäre. Wir haben ihm das ausgeredet! Niemand hat das Versteck des Kindes verraten. 1945 konnte es mit seinem Vater wieder nach Hause gehen. Der Name des Kindes: Josef Streich, heute Student in Krakau. Heinz Bausch! BA 712-23. Auszüge aus einem Protokoll vom 11. März 1957. 1 Heinz Bausch, geb. 1899, 1933-1938 Zuchthaushaft in Dresden und Waldheim, 1933-1945 KZ Buchenwald, jetzt Rentner. 381 a E25 a ne ee une en een a er ar De ee = N nee er 2 MEEREREAENREN | W h Die Bewahrung der Kinder vor dem Evakuierungstransport vn ER| teten. N... Die illegale Lagerorganisation hält es für unbedingt richtig, einen Kame- Kinder V MH raden, der auf dem Gebiete der Pädagogik einige Erfahrung hat, als Block-\loment Mt ältesten für den Kinderblock einzusetzen. Die sorgfältige Auswahl fällt auf|| Dinets N unseren Kameraden Wilhelm Hammann aus Groß-Gerau in Hessen. Er ist von ketnunke Mt Beruf Schullehrer und hat alle menschlichen Voraussetzungen, diese bestimmt gegeben HN nicht leichte Aufgabe zu meistern. So klein unser Kamerad Wilhelm auch von Juden' N Gestalt ist, so ausdauernd und energiegeladen ist er. Mit Schwierigkeiten ist Junge au h zu rechnen, doch auf welchem Gebiet gibt es im KZ keine Schwierigkeiten?{in Won Ih Lange Zeit ist Wilhelm nun Kinder-Blockältester. Mit viel Geduld und Liebe| ch, de M ist er den Kindern Freund und Kamerad geworden und hat das Vertrauen der| isem ı kleinen Kerle gewonnen. atsclo: A Es ist an einem der letzten Tage vor der Befreiung. Vier SS-Schergen er- ines Do N scheinen im Kinderblock und fordern vom Blockältesten, sämtliche jüdischen|} lnnisd Eh Kinder antreten zu lassen. Von der Häftlings-Schreibstube hatte Wilhelm schon|) neue Rt eine Andeutung bekommen, daß die jüdischen Kinder noch ermordet werden/ uslag N sollen. Er ist also vorbereitet und auf dieses beabsichtigte Verbrechen gefaßt.'} jiigg H) Den Kindern hatte er, so gut es bei dem Sprachengewirr möglich war, bei- oc au N gebracht, auf keinen Fall bei der Frage:„Wer ist Jude?“ sich zu melden. Zu-) ieitun Rt nächst versucht er, der SS zu erklären, daß keine jüdischen Kinder mehr im werden di Block seien. Auf diese mutige Antwort gibt es bei der SS Gebrüll und die übliche Kinder Mt Drohung mit Bock und Galgen. Das kann unseren kleinen Wilhelm nicht er- ılm, I Hi schüttern und ist ihm auch nichts Neues mehr, hat er doch eine elfjährige Er- Zeit ist N fahrung mit der SS im Konzentrationslager. Nach vielem Hin und Her, nach ngen N Gemeinheiten und Schlägen verlassen die vier Schergen den Block und gehen Nacht n A ans Tor. Banges Warten. Werden sie wiederkommen? Es darf ihnen nicht ge- de99 N lingen, die hilflosen Kinder noch in letzter Minute zu ermorden. Schnell be- ares N spricht Wilhelm mit einigen Kameraden, was zu tun ist, wenn die SS erneut hlosse “ kommen sollte. Auf keinen Fall wollen wir mitverantwortlich an der Ermordung Isen h N der Kinder werden! Das ist das Ergebnis der Besprechung.„Lieber werde ich«henyı N sterben, bevor ich an der Ermordung jüdischer Kinder mitschuldig werde.“— x Das sind die mutigen Worte unseres Kameraden Wilhelm. In diesen Stunden ALi- N ist die Situation im Kinderblock sehr ernst. Aber von Wilhelm geht soviel Sicher- N heit und festes Vertrauen aus, daß wir an die Rettung der Kinder glauben.| Rn Nach kurzer Zeit kommen die SS-Schergen wieder. Diesmal ist es schwieriger. H Die Banditen stehen unter dem Einfluß von Alkohol, und in diesem Zustand N ist ihnen noch mehr an Bestialität zuzutrauen. Schreiend und tobend kommen H sie in den Kinderblock. Eingeschüchtert flüchten sich die kleinen Kerle in alle& N nur möglichen Ecken des Blocks. Wieder versucht es Wilhelm Hammann, mit ıy I der im Lager so oft angewandten Taktik gegenüber der SS auf sie einzuwirken. ad \ Es nutzt nichts. Alle Kinder müssen vor dem Block antreten.„Wer Jude ist, e% M vortreten!“ brüllt einer der Scharführer. Schweigen, lautlose Stille bei den han Ä Kleinen. Sie wissen, daß es ums Leben geht. Zu gut hat ihnen ihr Kamerad Ei N 382 | N| 17 ‚einen Kam. 1at, als Blog.| wahl fällt auf| sen. Er ist yon iese bestimmt relm auch von ierigkeiten is| tigkeiten? uld und Lieb: Vertrauen dir 3-Schergen er iche jüdischen Wilhelm scho ıordet werde rechen gefaßt lich war, bei u melden. Zu: nder mehr in ınd die üblich helm nicht er ‚elfjährige Er ınd Her, nad pck und gehet hnen nicht ge n. Schnell be die SS emei! ler Ermordung "ber werde id dig werde.- liegen Stunde soviel Sicher n glauben. es schwierig! iesem Zustat! end kommt! n Kerle in\ Hammanı, D e einzuwirke Wer Jude IS { yle, bei det 1 ihr Kamen Blockältester beigebracht, auf diese Frage nicht zu antworten und nicht vorzu- treten. Noch einmal versucht es Wilhelm Hammann mit dem Einwand:„Die Kinder verstehen nicht deutsch.“ Dann muß ein Dolmetscher herbei. Auf diesen Moment ist die Schreibstube vorbereitet. Nirgends im Lager findet sich ein Dolmetscher, der sich den SS-Banditen zur Verfügung gestellt hätte. In ihrem betrunkenen Zustand schäumen sie vor Wut. Aber Wilhelm steht zu seinem gegebenen Wort und läßt es auf das Äußerste ankommen. Auf erneutes Brüllen: „Juden vortreten!“— das Herz bleibt uns stehen— tritt ein kleiner jüdischer Junge aus der Reihe. Sofort ist Wilhelm bei dem Jungen und herrscht ihn mit den Worten an:„Du hast mir doch gesagt, du bist nicht Jude!“ Es gelingt ihm auch, den Kleinen trotz der SS in die Reihe zurückzuschieben. Sicher wären diesem einen jüdischen Kind weitere gefolgt, hätte Wilhelm Hammann nicht entschlossen die Situation erfaßt. Bei der SS entsteht durch das Nichterscheinen eines Dolmetschers und das todesmutige Auftreten unseres Kameraden Wilhelm Unentschlossenheit und Verwirrung. Sie beraten sich und gehen erneut ans Tor, um neue Instruktionen zu holen. Zum zweiten Male ist es gelungen, den Mord- anschlag auf die jüdischen Kinder abzuwehren. Noch ist die Gefahr nicht end- gültig gebannt, denn die SS könnte erneut versuchen, ihren teuflischen Plan noch auszuführen. Bei uns steigert sich der Widerstandswille. Es werden Vor- bereitungen getroffen, die Kinder im Lager zu verstecken. Auf keinen Fall werden wir zulassen, daß in letzter Minute die letzten noch lebenden jüdischen Kinder ermordet werden. Zum Glück gibt es am späten Nachmittag Flieger- alarm. Die feige SS denkt in diesen Stunden nur an ihr eigenes Leben. Für kurze Zeit ist die Gefahr für die Kinder gebannt. Für die Nacht sind alle Vorberei- tungen getroffen, die Kinder im Lager zu verstecken. Die SS kommt in der Nacht nicht ins Lager. Am andern Tage nähern sich die alliierten Truppen, und die SS wagt es nicht mehr, den Häftlingen gegenüberzutreten. In letzter Stunde war es unserem unvergessenen Wilhelm Hammann! möglich, durch sein ent- schlossenes Handeln vielen Kindern das Leben zu retten. Er hat damit den zahl- losen heroischen Taten des Widerstandes gegen Unmenschlichkeit und Men- schenverachtung eine weitere Tat hinzugefügt. Ludwig Wolf? BA 526-9. Bericht vom 4. März 1958. ı Wilhelm Hammann, geboren 1897, 1927 bis 1933 Landtagsabgeordneter der KPD im Hessischen Landtag, 1937 bis 1938 Zuchthaushaft, 1938 bis 1945 KZ Buchenwald, nach 1945 Landrat in Hessen. Von den amerikanischen Behörden verhaftet und zusammen mit Naziverbrechern in Dachau ge- fangen gehalten. Auf Grund von Protesten freigelassen. Am 26. Juli 1955 bei einem Autounfall verstorben. Vgl. den biographischen Bericht von Klaus Drobisch und Martin Hackethal in der „Deutschen Lehrerzeitung“ Berlin, vom 12. Juli 1959 bis 24. Juli 1959. ® Ludwig Wolf, geb. 1906, 1939-1945 KZ Buchenwald. ee! ee ee nn hr I = Br nenne en rennen DEE Zeige ee TEE FE en en he ee Ra ee ar Nr er } ’ Die Verbindung nach außen ...Schleevogt hatte die ständige Verbindung zu den Häftlingen in Buchen- wald. Im Auftrage einer Baufirma kam er oft ins Lager und konnte den Häft- lingen Lebensmittel und Post bringen. Er hat von den Häftlingen, deren Ange- hörige weiter weg wohnten, auch Post mitgenommen. Diese Briefe hat er dann zusammen mit seiner Tochter in den umliegenden Dörfern einzeln oder höch- stens zu zweit in den Kasten gesteckt, damit es nicht auffallen sollte. Schleevogt hatte mit Wallmüller und Lisel Martin ständig Verbindung....! IML, Auszüge aus dem Protokoll eines Gespräches mit Rudi Schleevogt am 8. 6. 1956. ... Ende 1944 kamen sowjetische Zwangsarbeiter aus Buchenwald in die Kalischäche bei Bad Salzungen. Ernst Hausmann und ein sowjetischer Arzt, die von einem SS-Mann als Wachhabenden begleitet wurden, kamen in den Ratskeller. Hausmann knüpfte mit mir ein Gespräch an. Nach langem Hin und Her sagte er mir einen illegalen Namen, der mir bekannt war. Wir gingen in eine stille Ecke, um ungestörter zusammen zu sprechen. Er hatte von Richard Eyermann? den Auftrag, mit mir Verbindung aufzunehmen. Sein erster Wunsch war, zwei illegale Quartiere zu besorgen. Ich sagte sie ihm zu. Hausmann erklärte mir, daß sie in bestimmten Abständen zum Rapport nach Buchenwald fahren würden. Wenn wir was mit- zugeben hätten, würde es erledigt werden. Wir verständigten Frau Eyermann, daß ihr Mann schwer krank in Buchenwald läge. Sie übergab uns ein Paket Wollsachen für ihn. Hausmann brachte die Empfangsbestätigung Eyermanns mit. Eine Zeitlang kamen die Häftlinge nicht mehr. Ich ließ durch Karl Fischer über ihren Verbleib nachforschen. Die Nachricht lautete: zur besonderen Ver- wendung der Gestapo nach Weimar abgeführt. Man mußte damit rechnen, daß sie, wie soviele andere, nicht mehr unter den Lebenden waren. Aber welche Freude! Nach dem Zusammenbruch hielt ein Auto am Rats- keller. Zur allseitigen Freude sprang Hausmann heraus. Er übermittelte Grüße von dem eher Arzt, der ebenfalls befreit worden war....3 Arthur Fischer IML, Bericht. 1 Der Berichterstatter und die zwei folgenden gehörten zur Neubauer-Poser-Gruppe, die illegal in Thüringen gegen den Faschismus arbeitete. Diese Gruppe hatte Verbindungen zur Saefkow- Jakob-Bästlein-Gruppe in Berlin und zur Schumann-Gruppe in Leipzig, Vgl. Gertrud Glondajewski/ Heinz Schumann,„Die Neubauer-Poser-Gruppe“. Berlin 1957. S. 53£. 2 KPD-Abgeordneter im Thüringischen Landtag vor 1933. 3 Vgl. bei Glondajewski-Schumann, S. 56. 384 „schaffen. 0 „Mir i \ jlegungsl \ dermit un: Verbindun wagen ins IL, Bericht Wurden nunisten€ Tswurder Itansport Ntvierkap \ufträge e inder Ver ttbrauche Beyor( nen die Kite, Ihre legten N Drache mr lesen La ibst erse nah zum. \Z Buch !treben, Rüffeln‘ Aber 2 Inter Koı erscher Überbli Bestell Ein fi ice, d; Ni Uten 5 Buche in Bucher. : den Hift eren Ange: nat er dan oder höd, indung, Al vald in di 3-Mann al an knüpft: en illegaleı ungestörter ag, mit ni uartiere ZU bestimmten ir was mil Eyermaul, s ein Paket Eyermaus Carl Fische deren Ver »chnen, dal o am Rats telte Gribt 'hur Fischer pe, di zur Sacher Glondajer® ... Mir ist bekannt, daß in der ehemaligen Porzellanfabrik in Gotha das Ver- pflegungslager für die SS in Buchenwald untergebracht war. Dort war jemand, der ınit uns stark sympathisierte, und über diesen Mann wurde die Verbindung geschaffen. Über diesen Jeschke oder Geschke, so hieß der Mann, gingen gewisse Verbindungen von und nach Buchenwald. Alle Woche fuhr der Verpflegungs- wagen ins KZ und brachte die Lebensmittel... Albert Ellenberger IML, Bericht vom 27. April 1956. Widerstand in Außenkommandos Die Tätigkeit der illegalen Organisation in den Außenkommandos des KZ Buchenwald Wurden Kommandos für Außenlager zusammengestellt, so sorgten die Kom- munisten dafür, daß ihr Einfluß auch in diesen Lagern geltend gemacht wurde. Es wurden zum Beispiel Kommunisten durch Parteiauftrag verpflichtet, mit auf Transport zu gehen und in diesen Lagern die Funktionen der Lagerältesten, Revierkapos, Lebensmittelverwalter oder Blockältesten zu übernehmen. Solche Aufträge erhielten später nicht nur Kommunisten, sondern auch Häftlinge, die in der Vergangenheit bewiesen hatten, daß sie sich nicht als Werkzeuge der SS gebrauchen ließen. Bevor die Kameraden ins Außen-Kommando gingen, besprachen wir mit ihnen die Nachrichtenübermittlung unter Ausnutzung einer Medikamenten- kiste. Ihre Nachrichten versteckten sie entweder im Holz oder in vorher fest- gelegten Medikamentenpackungen. Wurde es aber notwendig, eine längere Aus- sprache mit dem verantwortlichen Kameraden zu führen, Umbesetzungen in diesen Lagern durchzuführen oder die Briefverstecke zu wechseln, so mußte er selbst erscheinen. Zu diesem Zweck erfand er einen einleuchtenden Vorwand. Er gab zum Beispiel vor, daß er einen kranken Häftling zur Operation nach dem KZ Buchenwald bringen müsse. War diese Möglichkeit im Augenblick nicht gegeben, so wurde er offiziell über den Standortarzt zur Entgegennahme von „Rüffeln“ zum KZ Buchenwald bestellt. Aber auch das genügte nicht in jedem Fall, um diese Lager vollkommen unter Kontrolle zu halten. Es machte sich notwendig, solche Lager und die dort herrschenden Verhältnisse selbst in Augenschein zu nehmen. Es mußte auch ein Überblick über die Lager geschaffen werden, deren Kaderstamm nicht von uns gestellt worden war. Ein guter Vorwand, um diese Lager aufzusuchen, ergab sich aus der Tat- sache, daß es in keinem Außenkommando eine Zahnstation gab. Die Häftlinge mußten zur Behandlung ihrer Zähne die jeweilige Betriebszahnstation oder 25 Buchenwald 385 er ER EBERLE nn u Zr ers = Ay u ge Se EEE Eu an ge u a ah Tea= Sans Er EEE EEE Bee eg een mn re er eg De ae m ee-. ET LEEDS I LER EEE DIES Is Bee ri de ne EN einen Zahnarzt in der Stadt aufsuchen. Das war aber aus den verschiedensten Gründen mit fast unüberbrückbaren Schwierigkeiten verbunden. Als erster wurde Hugo Launicke vom Außenkommando Wernigerode be- auftragt,„seinem“ Lagerführer laufend in den Ohren zu liegen, um einen Häft- lingszahnarzt aus Buchenwald zu bekommen. Gleichzeitig unterbreitete ich dem Standortzahnarzt von Buchenwald den Vor- schlag, im Interesse der Senkung von Produktionsausfällen und zur Vermeidung unnötiger Transportkosten, selbst in einige Lager zu fahren, um dort die Zähne einmal gründlich zu behandeln. Im Juli 1944 wurde ich von ihm aufgefordert, mich transportfertig zu machen, in der SS-Zahnstation eine neue transportable Feldzahnstation in Empfang zu nehmen und nach Wernigerode zu fahren. Der Aufenthalt durfte nicht länger als 14 Tage dauern.— Selbstverständlich gingen diese Transporte unter SS- Bewachung vor sich.— Wie ich mir vor Antritt dieser und später auch anderer Fahrten bei den Kame- raden Bartel und Kuhn Informationen und Instruktionen einholte, so berichtete ich auch ausführlich über die dort angetroffene Lage und gab Vorschläge für personelle Veränderungen... Während aber die Reisen in die verschiedenen Lager mehr den Charakter von Aufklärungstätigkeit hatten und verbunden waren mit personellen Veränderun- gen, so nahmen die folgenden Reisen von Februar-April 1945 schon konkretere Formen an. Sie waren weit schwieriger. Die SS begann schon Pläne aus- zuarbeiten, wie sie die Lager mit den Häftlingen im letzten Augenblick ver- nichten könnte, um ihre verbrecherischen Spuren zu verwischen. Ich hatte aber auch als Funktionär unserer militärischen Widerstandsorganisation Kenntnis von Plänen, mit denen wir den Faschisten zuvorkommen wollten. Es galt jetzt, unsere Kameraden in den Außenkommandos auf den Endkampf vorzubereiten und ihnen unsere Erfahrungen mitzuteilen. In meiner Begleitung befand sich auf meiner letzten Fahrt ein junger sowjetischer Kumpel mit Namen Wassili Braj. Er ging mit mir als Assistent. Wir teilten uns die Auf- gaben. Ich besprach mich in den Lagern mit den deutschen Kameraden und beauftragte sie, mir französische, belgische und holländische Freunde zu nennen, die militärische Erfahrungen hatten, und mit je einem zuverlässigen Vertreter eine Sitzung einzuberufen. Während derselben Zeit ging Wassili zu den sowje- tischen, polnischen und tschechischen Freunden und ermittelte die Besten von ihnen. Auf den Sitzungen, die getrennt stattfanden, erläuterten wir ihnen die allgemeine Lage und die verbrecherischen Absichten der SS. Wir baten sie, die Situation in ihrem Lager zu studieren und konkrete Pläne für die verschiedenen Möglichkeiten zu erarbeiten. Unsere Anregungen und Vorschläge wurden über- all, wo wir hinkamen, mit großer Begeisterung aufgenommen, und wir hatten das Glück, dabei auf keinen Verräter zu stoßen. Am leichtesten hatten wir es in dieser Beziehung im Lager Kaiseroda bei Salzungen. Ernst Hausmann als Lagerältester hatte bereits gute Voraussetzungen geschaffen. Andererseits gab es aber auch Lager, wo wir trotz bestem Wollen unverrichteter Dinge wieder 386 ‚preisen D hatten, wi Elementer 3179-59. Be mals nues Kor neinen K der treues fisch zu at Meine xhaffen, 1 ositioner Zusamme; le Natio mann, M Äunchgesp zuten Un Außenlag politische snigen Z, tatte Jeid IML= Buch ...Jed Häftling Stammla Waren w Wurden lie Fase Wie ke Sarersä ihrer „Kurt “beiten jı hiedensten gerode hr. nen Hält: Id den\; 0r- ermeidung die Zähne zu machen mpfang Au icht länger - unter$$- den Kam- ) berichtete schläge für rrakter von eränderun- konkreter Pläne aus nblick ver: hatte aber ı Kenntnis Endkanp! Begleitung umpel ni s die Aul- raden und zu nennel, 1 Vertreter den sowje Besten vol ihnen die ten sie, di schiedene! rden über wir hatten n wir es N spnann h D sader wiele! ge‘ seits abreisen mußten. Das waren Lager, in denen wir niemals Einfluß gewonnen hatten, wo die„leitenden“ Häftlinge aus korrumpierten und demoralisierten Elementen bestanden... Kurt Köhler! BA 73-59. Bericht vom 11. Oktober 1957. Außenkommando Arolsen ... Als ich im Jahre 1943 von der Partei den Auftrag bekam, als Kapo ein neues Kommando in der SS-Führerschule in Arolsen aufzubauen, war mir und meinen Kameraden klar, daß dies eine schwere Aufgabe sein würde: Inmitten der treuesten Anhänger Hitlers, der größten Banditen, in unserem Sinne poli- tisch zu arbeiten und die eigenen Kameraden zu schützen... Meine erste Aufgabe war, eine menschenwürdige Unterkunft für uns zu schaffen, bessere und ausreichende Verpflegung zu verlangen und die Arbeits- positionen zu erlangen, die für unsere politische Arbeit notwendig war. Die Zusammensetzung unseres Kommandos war verhältnismäßig gut. Es waren fast alle Nationen vertreten. Der politisch Beste jeder Sektion wurde der Vertrauens- mann. Mit diesen und dem Häftlingssanitäter Erdmann wurden alle Pläne durchgesprochen. Es gelang mir, in kurzer Zeit bessere Verpflegung und einen guten Unterkunftsraum zu beschaffen. Das Kommando Arolsen war von allen Außenlagern in jeder Beziehung das beste Lager. Das wurde nur durch gute politische Zusammenarbeit aller Häftlinge erreicht... Es gelang uns auch, mit einigen Zivilisten Verbindung aufzunehmen. Die Mehrzahl der Zivilisten jedoch hatte leider zu viel Angst... Willy Apel IML- Buchenwald II 1/1. Bericht. Kalibergbau bei Dorndorf ... Jede Woche kamen vom Stammlager Buchenwald ein SS-Kurier und ein Häftling. Der Häftling übermittelte uns die neuesten Nachrichten, denn im Stammlager Buchenwald wurden die Sender Moskau und London abgehört. So waren wir über den Frontverlauf unterrichtet und über das, was in der Welt vor sich ging. Da sich unter uns ein deutschsprechender sowjetischer Student befand, wurden die Neuigkeiten übersetzt... Natürlich wußten wir, daß der Kieg für die Faschisten verloren war. Uns beschäftigte Tag und Nacht nur die eine Frage: „Wie kommen wir hier wieder heraus? Wird uns die SS vorher erschießen oder gar ersäufen?“ Wir beobachteten ständig die SS-Posten. Wir hielten uns immer in ihrer unmittelbaren Nähe auf und waren bereit, uns auf sie zu stürzen, falls 1 Kurt Köhler, geb. 19i1, 1933-1936 Zuchthaus Zwickau, 1938-1945 KZ Buchenwald, jetzt Mit- arbeiter im Ministerium des Innern. 387 N ae = Se=e=Z nn ee ae ae in di ni ee nt Se ger ne Kaugk De GE Eu ga ne ge we en u u u ee nr Dr ae ee nt Fan »s ee TEN an ED ET DREI ZEZSGEH SED PR Een ze es Eee ee are, he ende ne rn sie sich entschließen sollten, uns wie die Hunde einfach abzuknallen. Wieder- holt habe ich versucht, mit dem Steiger ins Gespräch zu kommen, aber immer wieder wurden wir von den SS-Posten zurückgewiesen, denn das Sprechen war untersagt... Joseph Arturjanz BA 62 274-2. Bericht, geschrieben 1957. Bei Eisenach ... Fast in allen Kommandos wurden organisierte Sabotage- und Diversions- akte durchgeführt. In der Nähe von Eisenach! arbeiteten in einem der Betriebe über 600 Häftlinge, darunter über 380 Russen, eine große Gruppe Franzosen und Jugoslawen. Die illegale Organisation bestand aus zwei Gruppen, Gruppe „A“— Aktive und Gruppe„S“— Sympathisierende. Es wurde in zwei Schich- ten gearbeitet, und dementsprechend stellten die Illegalen ihre Leute auf. Nichts wurde übersehen, sogar das Unwichtigste im Arbeitsprozeß beachteten wir. Die Russen unterhielten engsten Kontakt und engste Verbindung zu den Franzosen und Jugoslawen. An der Spitze der Franzosen standen Dioton und Benz. Ge- meinsam mit den sowjetischen Kameraden arbeitete der Tscheche Franz Lan- dauer, ehemaliger Sekretär des Stadtkomitees der Kommunistischen Jugend Prags, der sich seit 1938 in Haft befand. Die ganze Aufmerksamkeit war auf die Störung der Produktion gerichtet. Stark fehlendes Material, wie Chromnickel, kam vorsätzlich in den Ausschuß. Es fielen Drehbänke am Fließband aus. In der Nachtschicht arbeiteten die Aggregate im Leerlauf. Die Produktion war so gesunken, daß die SS-Führer den deutschen Meistern tüchtig den Kopf wuschen.... Baklanow, Kjung u. a. in der Lektion„Die Bezwinger des Todes“ (Maschinenschrift- russisch), S. 46/47. Gustloff-Werk, Weimar ... Die ersten Verbindungen erhielten wir mit Fremdarbeitern und hier vor allem mit Sowjetbürgern aus der Ukraine. Von ihnen erfuhren wir, daß zu Be- ginn der Tätigkeit des Kommandos ca. 800 Deutsche, Fremdarbeiter und Kriegsgefangene, beschäftigt waren. Bei den Kriegsgefangenen handelte es sich nur um Franzosen. Mit gebrochenem Russisch unsererseits und einigen Brocken Deutsch von seiten der Fremdarbeiter erhielten wir einen Überblick über die im Werk Beschäftigten, einige Informationen über die Leitung des Werkes und über die Art der Produktion. Produziert wurden Minenwerfer und Drehbänke. Das erste Kommando von 22 Häftlingen setzte sich aus politischen Häftlingen, 1 BMW Eisenach sind gemeint, 388 us Berufs sten bes Das La; mad, aufge lieses Lag I eine# 8 auch m Jitung, im Auch die i \löglichke Weise zus: hei solche verden ke Die For then kanı serten Zei xhah in c Hiflinge Tıge dem zım größ Erfahrung zerstört W halten \erständn Unsere ve herdende Lindern| BASBS-II, Am ös! gewaltige Daren N} üdem ı Polen, T Shweiß | Die Y üche Aus Ion zu Außerst de Ver Buchen, i Augu aus Berufsverbrechern und aus Asozialen zusammen. Die Gruppe der Kommu- is Sprech, nisten bestand aus 6 Genossen... | Das Lager wurde nach der Niederlage der deutschen Wehrmacht bei Stalin- h Arkurlanı grad aufgebaut, und nach und nach kamen vom Hauptlager 2500 Häftlinge in \ dieses Lager. Es wurde vom Hauptlager mit allem Notwendigen versorgt, so daß eine fast tägliche Verbindung nach dem Ettersberg bestand. Dadurch war BE auch möglich, eine ständige lebendige Verbindung zu der zentralen Partei- N) leitung im Lager und zum Internationalen Lagerkomitee aufrechtzuerhalten. Ih Auch die im Lager Weimar befindlichen verschiedenen Nationalitäten hatten die HN Möglichkeit, mit ihren antifaschistischen Zentren und Leitungen auf die gleiche Diversion:|| Weise zusammenzuarbeiten. Dabei wurden in der Hauptsache Krankmeldungen N ler Betrie:| bei solchen Krankheiten, die unten in dem kleinen Lagerrevier nicht behandelt ih > Franzosen| werden konnten, ausgenutzt, sowie Wäsche- und Lebensmitteltransporte. in en, Grupp: Die Formen der Sabotage waren sehr vielfältig und kompliziert. Im wesent- I wei Schi:' lichen kam es darauf an, den Produktionsablauf systematisch durch den organi- I auf. Nidt|| sierten zeitweiligen Abzug von qualifizierten Facharbeitern zu stören. Das ge- Ki ten wir. Die schah in der Form, daß die an besonders wichtigen Maschinen beschäftigten Hi 1 Franzosen Häftlinge„erkrankten“ beziehungsweise zu angeblichen Vernehmungen einige ih | Benz. G:|| Tage dem Hauptlager zugeführt wurden. Eine andere Methode war, da es sich ji Franz Im| zum größten Teil um angelernte Kräfte handelte, die nicht die notwendigen Mn 14 en Jugend Erfahrungen im Umgang mit komplizierten Maschinen hatten, daß Drehstähle zerstört wurden, notwendige Toleranzen beim Drehen und Fräsen nicht ein- n gerichtet gehalten wurden, Maschinen heiß liefen. Das wurde vor allem mit„Miß- ht 1 Ausschul) verständnissen“ infolge Sprachschwierigkeiten entschuldigt. Begünstigt wurden}ı yeiteten di unsere verschiedenen Sabotagemaßnahmen auch durch die immer schneller II . SS-Führer werdende Abnutzung der Maschinen, die laufend durch die in den besetzten Ländern geraubten Maschinen ersetzt wurden... August Stötzell ee ee nn BA 565-11. Bericht vom August 1957. IN Am östlichen Stadtrand von Weimar wurden in den Jahren des Krieges die N gewaltigen Gebäudeblocks des Gustloff-Werkes errichtet. In seiner unmittel-} baren Nähe befand sich ein von Stacheldraht umgebenes Konzentrationslager, in nd hier 0 in dem etwa 2500 Häftlinge schmachteten. Hier gab es Russen, Franzosen, hl daß zu Be Polen, Tschechen, Spanier, Deutsche. Sie waren Sklaven, von deren Blut und Hl beiter m Schweiß die von Hitler gefütterten Großfabrikanten profitierten. 5 lelte es si Die Verwaltung des Werkes und die Meister taten alles, um durch unmensch- h ren Broden liche Ausbeutung der Häftlinge und Kriegsgefangenen den Ausstoß der Produk- x ck über ur tion zu erhöhen. Aber ungeachtet dessen war die Produktivität der Arbeit N Nerkes un äußerst gering. Die Pläne für den Waffenausstoß wurden regelmäßig gesprengt. 3 Drehbänkt Die Vertreter der in den Abteilungen arbeitenden illegalen Organisation Häftlinge! Buchenwalds vertraten kühn und selbstaufopfernd ihre Sache.| 1 August Stötzel, geb. 1898, seit 1934 in Zuchthaushaft, 1937-1945 KZ Buchenwald. ne BEE een u er CELEEN. en iaete rim IT R | \ } Seit Juli 1944 wurde die Sabotage in den Abteilungen auf organisierte Weise, en I“ nach einem durchdachten Plan, durchgeführt. Die russischen Häftlinge Welikij ee. h und Straschnow, die als Schreiber arbeiteten, schrieben den Kameraden das an, ng 0& ih was sie gar nicht machten. Tausende von Teilen, die nach ihren Angaben angeb- ll "1 lich fertig sein sollten, waren es in Wirklichkeit nicht. Kamerad Dawibaran, der wilige d N an der Durchbohrung der Einzelteile, dem letzten Arbeitsgang, beschäftigt was,| m WC h produzierte bewußt Ausschuß, und im Endresultat mußten die Teile weg- güßte 1 I geworfen werden. Michail Kubanskij setzte einmal seine Maschine für 14 Tage den Stei h außer Betrieb. Er wurde zum Rapport zur SS befohlen. Kubanskij drohte töd- weit ZU i\ liche Gefahr, doch die Illegalen retteten ihn. eier eu N Sehr großer Schaden wurde der faschistischen Produktion von den Häft- wenigen ) lingen zugefügt, die in der Schleiferei arbeiteten, in der die Instrumente für die apell, N) Abteilungen Nr. 1 und 2 bearbeitet wurden. Man verdarb die Instrumente ab- Stikane N sichtlich, brannte sie durch, schliff sie nicht richtig. Die hauptsächlichsten m mit it Fräsen, die Walzfräsen, die aus hochwertigem Metall hergestellt wurden, waren äußerst A unbrauchbar. In der Ausschußproduktion zeichnete sich hier besonders ein or den N junger Bursche aus, der Häftling W. Winogradow aus Rostow. durch ih ii Täglich ließ man sich im Lager an den Häftlingen, die Ausschuß produzierten, hissigeN ii wild aus. Besonders wütete der Henker Fischer. Die, die nicht arbeiten wollten, sgab } wurden von der SS zusammengeschlagen und auf den Strafblock geschickt. Sie Bs blieb M erhielten gekürzte Rationen, und man gab ihnen keine Zeit zum Ausruhen. Die ıder im “\ illegale Organisation kam zu Hilfe. Das ganze Lager solidarisierte sich mit den wechsel IN Bestraften. Die Kameraden brachten ihnen von ihren Rationen, abgesparte standen i Suppe, Brot und Tabak... sonntag Kl Die illegale Organisation brachte uns Russen in engen Kontakt mit Kame- ufgeste N raden anderer Nationen. Politische Gespräche über die Rote Armee, die natio- Hiftling N nale Frage in der Sowjetunion, den Komsomol, den Aufbau des Kommunis- art we N mus waren nicht nur bei den Russen, sondern auch bei den Franzosen, Tsche- ınd rau $ chen und Spaniern allgemein üblich... En } en N A. Bandurko, J. Chren, F. Tschetschenin en A ZGAOR- Staatliches Zentralarchiv der Oktoberrevolution. a N H f. 7021, op. 115, d 14, II. 111-112. Bericht. Im es N(Veröffentlicht in„Istoritscheskij Archiv“, Moskau, Nr. 6, 1957, S. 105/106.) auf die 1 jenen| W k i Onnte hi Dann ı ji N} ü Religiöses Leben im Lager. h ala Kl... Die Lagerordnung und die Lagerarbeit erschwerten vor allem jede reli- Sturm, A giöse Zusammenkunft. Die Wochentage und die auf Wochentage fallenden{en sie N kirchlichen Feste, wie Erscheinung des Herrn und Fronleichnam, waren restlos Taden ‘ mit schwerer Arbeit und sonstiger Lagerbeschäftigung ausgefüllt. Untertags war Straße | 390 x Bi ierte Weis: ein Zusammentreffen außer bei der Arbeit, die die Kameraden an derselben Inge Well Arbeitsstätte zusammenführte, kaum möglich. So blieb praktisch nur der Sonn- aden dasaı, tag oder zu Ostern und Weihnachten der zweite Feiertag, der meistens arbeits- aben ang|| frei war. Oft hatte man aber auch gerade am Sonntagvormittag eine„frei- vibaran, de willige Arbeit“ angesetzt. Wer sich an dieser sogenannten freiwilligen Sonntags- chäftipt u; fron nicht beteiligte, wurde mit schweren Strafen belegt. So marschierte der Teile wer größte Teil der Lagerinsassen auch am Sonntagvormittag bei jedem Wetter in für 14 Tag den Steinbruch und schleppte auf den Schultern schwere Steine oft kilometer- | drohte tül weit zu irgend einem Straßenbau. So war eine kurze besinnliche Sonntags- feier am Morgen schon nicht mehr möglich, und es fand sich nur noch in den n den Hi: wenigen Nachmittagsstunden Zeit, wenn nicht auch die durch einen Kleider- iente für di appell, durch ein strafweises Antreten auf dem Appellplatz oder eine andere rumente gb: Schikane ausgefüllt waren. Da uns ein ständig verfügbarer Raum fehlte, mußten tsächlichsten wir mit größter Sorgfalt vorgehen, denn die Überwachung der Häftlinge war ırden, wareı äußerst streng. Außerdem mußte man bei der Zusammensetzung des Lagers sonders eiı vor den Mithäftlingen auf der Hut sein. Es gab immer Denunzianten, die sich durch ihre Angeberei eine Verbesserung der eigenen Lage erhofften, und ge- roduzierten hässige Menschen, denen derZweck unseres Zusammenkommens ein Greuel war. iten wollten Es gab Spione und Lauscher, vor denen man besonders auf der Hut sein mußte. reschickt, Si Es blieb daher nichts übrig, als ein verstecktes Plätzchen hinter einer Baracke (stuhl oder im Walde zu suchen und den Ort der Zusammenkunft immer wieder zu wechseln. So saßen wir im Sonnenschein um irgendeinen Baumstumpf oder ich mit der ie standen im Regen oder Schneesturm unter den Bäumen und hielten unsere Sonntagsfeiern. Selbstverständlich waren immer Kameraden als Wachposten t mit Kant aufgestellt, die jedes verdächtige Nahen eines SS-Mannes oder eines unsicheren e, die natt Häftlings melden mußten, denn der Zweck unseres Beisammenseins mußte ge- Kommunis tarnt werden. In möglichst nachlässiger und bequemer Haltung saßen wir herum osen, Tode und rauchten Zigaretten, wenn es welche gab, um den wirklichen Charakter unseres Treffens nach außen hin zu verschleiern. Die gute Kameradschaft mit den meisten der politischen Häftlinge, die größtenteils Kommunisten waren, 'schetschenn kam uns dabei zugute. Viele wußten genau, was uns zusammenführte, doch nie- mals wurde von ihnen unser Kreis gestört oder gar verraten. Mehr als einmal kam es vor, daß jemand mir im Wohnblock sagte:„Deine Leute warten schon auf dich.“ Mehr als einmal wurde ich aufmerksam gemacht, auf diesen oder jenen Mithäftling zu achten, dem man eine schuftige Handlung zutrauen könnte. Nicht selten geriet auch unabsichtlich ein Unberufener in unsere Runde. Dann mußten wir sofort abbrechen und einen raschen, unverfänglichen Über- gang auf ein harmloses Thema finden. Die äußeren Hindernisse waren nicht immer gleich groß. War„dicke Luft“ im Lager und zeigte das Stimmungsbarometer des Lautsprechers am Tore Sturm, dann war doppelte Vorsicht geboten. An solchen kritischen Tagen muß- m jede n ten sich die einzelnen Priester darauf beschränken, mit zwei oder drei Kame- e fallen j raden in der Form eines lässigen Spazierganges auf der stark begangenen Lager- yarel et straße oder auf Waldwegen den Sonntag zu feiern. War der Sonntag arbeits- ntertags"" 391 oe ae en See Eee == SE nn we ae u ne = Bee et: en EDER we »s Re un frei, dann waren fast alle Priester vom frühen Morgen bis zum späten Abend beschäftigt, um die meisten Mitglieder der kleinen Gemeinde erfassen zu können, denn mehr als sieben bis zehn Gefangene konnte man aus begreif- lichen Gründen auch an ruhigen Tagen nicht zugleich erfassen. Eine Ausnahme bildete die Christkönigsfeier am Christkönigsfest 1939, wo 25 Kameraden in der Arbeitsbude eines Kommunisten zu einer besonders stimmungsvollen Feier beisammen waren... Leonhard Steinwender! Leonhard Steinwender,„Christus im Konzentrationslager“. Salzburg 1946, S. 21-24. ...In den ersten Jahren von Buchenwald wurden die Ordensleute genauso behandelt wie die Juden, das heißt mit größter Grausamkeit und Härte, und es gab daher viele Opfer. Später wurden ausnahmslos die Priester den anderen Gefangenen gleichgestellt, wie man sagte, durch eine Intervention Mussolinis, der seinerseits unter dem Druck des Heiligen Stuhles gehandelt haben soll. Da- mals waren aber bereits viele Priester tot, und zwar waren sie vor allem in dem traurig berüchtigten Steinbruch umgekommen. Die Kulthandlungen blieben auch weiterhin verboten, so daß noch einen Monat vor der Befreiung ein deut- scher Priester, der mit heiligen Substanzen angetroffen wurde, in den Bunker kam. Das bedeutete seinen Tod. In der Tat wurde seine Leiche nachts in das Krematorium getragen, als sich hier kein diensttuender Gefangener befand, und verbrannt. Die Tat wurde entdeckt, weil die SS in einer Ecke des Krematoriums das Barett des Priesters vergessen hatte und man sich dadurch leicht das tragische Ende dieses letzten Märtyrers rekonstruieren konnte... Es wurden alle Priester zusammengerufen und im Block 41 zusammengefaßt. Diese Konzentrierung währte lange Zeit, bis alle Priester mit einem großen Transport nach Dachau geschickt wurden. Zum Glück für die zurückgebliebenen Laien waren nicht alle Priester zusammengefaßt worden, und andere, die er- krankten, konnten ebenfalls nicht abtransportiert werden. Unter ihnen befand sich der tschechische Pater Josef Tylche, der wenige Tage vor dem Abtransport der Priester von einem heftigen Kolikanfall heimgesucht worden war. Auf Be- fehl des Lagerkommandanten untersuchte der SS-Arzt Schiedlausky den Erkrank- ten und fand ihn nicht transportfähig. Dieser Priester war für das religiöse Leben im Lager der wichtigste von allen, weil er alles organisierte und er allein im geheimen ungefähr jeden Monat zelebrierte, um die Partikeln der Hostie zu consecrieren, die er dann im Lager verteilte. Als sichersten Ort für die heim- liche Messezelebrierung wurde Block 50 gewählt, der für die SS als besonderes Laboratorium für Experimente an Menschen vorbehalten war. Gewöhnlich zelebrierte man an einem Festtag unmittelbar nach dem Weg- 1 Leonhard Steinwender, 1938-1940 KZ Buchenwald, danach Kanonikus an der Stiftskirche St. Peter zu Salzburg. 392 sang der sin hollär dien ver meistens Laien, di unter ihn durch Pr zur tägli Laien ve) nd zwa durch de Italiener können, Zuerst ugoslaw fessor$v nern ver Beziehun Osterfest tion zusa für das] Umd Ausfluch schein a landen, a könn Mehr aus der ment, A Der Pri unter d BA 750-3 äten Aben! erfassen 7) aus beprej e Ausnahn: ımeraden jr vollen Rei teinwender! ute genaus lärte, unde den ander ı Mussolinis pen soll. Da lem in den gen bliebe ng ein deu! den Bunke achts in das befand, un rematorium h leicht di nmengehl! nem groß gebliebene Jere, die& hnen befant Abtranspof yar. Auf Be den Erkrauk ipiöseLebet er allein in or Hostie© ir die heit 5 besonder® , dem We jer See gang der SS, was um die Mittagszeit geschah. Der Organisator des Blocks war ein holländischer Arzt, Roberto Jan. Die consecrierten Partikel wurden in Päck- chen verteilt, die ein- oder mehrmals in Konservenpapier eingewickelt waren, meistens aber in Milchdosen verschiedenster Form und Größe. Die Zahl der Laien, die als Überbringer der heiligen Substanzen fungierten, betrug ca. 50, unter ihnen zahlreiche Franzosen und Belgier. Die Kommunion wurde zumeist durch Priester erteilt. Die im Besitz der Laien befindlichen Partikeln dienten zur täglichen Kommunion dort, wo die Priester nicht kommen konnten. Die Laien verteilten die heilige Kommunion, was auf die seltsamste Weise geschah, und zwar heimlich, ohne die vorgeschriebene Fastenzeit, zu jeder Stunde, quer durch den Stacheldraht der Abteilungen im Gehen, mit bedecktem Kopf. Die Italiener fanden immer Priester, die ihre Sprache verstanden, um beichten zu können. Zuerst gab es daeinen polnischen Pfarrer Dydek. Als dieser dann weg war, einen jugoslawischen mit Namen Bogatinovic und schließlich den tschechischen Pro- fessor Svoboda. Der Laie, der alle religiösen Veranstaltungen unter den Italie- nern veranstaltete, war Doktor Fausto Pecorari, der auch in freundschaftlichen Beziehungen zu dem schon erwähnten tschechischen Mönch Tylche stand. Zum Osterfest kamen in einem Block sogar 8 Menschen zur gemeinsamen Manifesta- tion zusammen. Nach dieser Kommunion verteilte man außergewöhnliche Sachen für das Lager, eine Zigarette und ein Stück Zwieback für jeden. Um diese acht Menschen zur Beichte bringen zu können, verfiel man auf eine Ausflucht. Die acht Italiener wurden regelmäßig mit einem falschen Durchlaß- schein ausgestattet und bestellt, um aus dem Kleinen Lager, wo sie sich be- fanden, herauszukommen, um zu dem Priester, der sie erwartete, geführt werden zu können. Mehrmals ließ sich die Beichte nicht durchführen. Dann wurde die Absolution aus der Ferne erteilt, mit einem Laien als Vermittler. Viele starben ohne Sakra- ment. Aber an einigen konnte im geheimen die letzte Ölung vollzogen werden. Der Priester fragte zum Beispiel den Sterbenden laut, ob er Fieber habe, und unter diesem Vorwand berührte er die Stirn mit heiligem Öl... Dr. Fausto Pecorari BA 752-3. Bericht. Pfarrer Schneider klagt an ... Vor dem einstöckigen Bunkergebäude war der große Appellplatz auf dem sich die Häftlinge täglich morgens und abends zum Zählappell, meist verbunden mit allerlei Schindereien, einzufinden hatten. An den höchsten Festtagen ertönte während der Stille des Abzählens plötzlich die mächtige Stimme Pfarrer Schnei- ders durch die engen Gitter des ebenerdigen Bunkers. Er hielt wie ein Prophet seine Festtagspredigt, das heißt, er versuchte sie zu beginnen. Am Ostersonntag zum Beispiel hörten wir plötzlich die mächtigen Worte:„So spricht der Herr: Ich bin die Auferstehung und das Leben!“ Bis ins Innerste aufge- 393 ae ae ne Tee En ——— ee in en 77227 a line nen SCHERER EEE: ee en REIN See ET ee SE ah ee ge ee er en ERREGT 1 N I" N h\ wühlt durch den Mut und die Kraft dieses gewaltigen Willens, standen die waren 0 1 langen Reihen der Gefangenen. Es war, als hätte eine mahnende Stimme aus Geistlich Ir einer anderen Welt zu ihnen gerufen, als hörten wir die Stimme Johannes des organ) MN Täufers aus dem Kerker des Herodes, die gewaltige Prophetenstimme des hitlerfeit h Rufenden in der Wüste. und Ges 1 Mehr als einige Sätze konnte er nie sprechen. Dann klatschten schon die nale antı iR Prügel der Bunkerwächter auf ihn nieder, oder ein Faustschlag schmetterte| weltanse H seinen zermarterten Körper in eineEcke des Bunkers. Mit seinem starken Willen| wehrroi A und seiner unbeugsamen Härte wurde auch brutale Gewalt nicht fertig. Mehr| denveis # als einmal schleuderte er dem gefürchteten Lagerkommandanten den furcht- Dash fi baren Vorwurf ins Gesicht:„Sie sind ein Massenmörder! Ich klage Sie an vor shaltun h dem Richterstuhle Gottes! Ich klage Sie an des Mordes an diesen Häftlingen!“ gemäß i hi Und er zählte ihm die Namen der Opfer auf, die in den letzten Wochen ihr wieder "h Leben lassen mußten, Überhel ht Da man mit der granitenen Härte seiner Überzeugung nicht fertig werden bewußt RT konnte, stempelte man ihn zum Narren, den man durch Schläge zum Schweigen zu den I 1A bringt. Über ein Jahr hatte er die Qualen des Bunkers getragen, bis auch seine Der b A Kraft der rohen Gewalt erlag. Keine heile Stelle war an seinem Körper, als man nalen Li ‚N ihn tot aus dem Bunker trug. Die Todesnachricht wurde im ganzen Lager mit den org IN tiefer Bewegung aufgenommen... nicht da N Leonhard Steinwender liche Sc iR„Der Prediger von Buchenwald“, Berlin 1954, S. 190/191. Wachtii n schaft v Hi erschief N kette z N Das illegale Internationale Lagerkomitee Harder: I und die Komitees der einzelnen Nationen 58 wun H Führer und kr: H In der Einheit liegt unsere Stärke u a 4 ind A N... Die internationale Widerstandsbewegung im Lager Buchenwald entstand Ei| 1 im Kampf gegen den faschistischen Mordterror, im Kampf um die Erhaltung odes N des Lebens der inhaftierten Gegner Hitlers. Aus der Pflicht zur internationalen Die N Solidarität zwischen allen Häftlingen, die im Faschismus den Feind der Mensch- demA I) heit sahen, wurde der eiserne Wille, mit allen Mitteln die Kriegsproduktion zu Are u! sabotieren. Ausge: 2 Das internationale antifaschistische Aktiv mußte stets nach verschiedenen Hitler H Seiten gleichzeitig kämpfen. Die Hauptfront war der Kampf gegen den stän-“auer $ digen, heimtückischen, offenen und versteckten Mordterror der SS. Außerdem der A I aber galt es, den Kreaturen der SS in Häftlingsuniform, den Berufsverbrechern, lageı h Spitzeln und Denunzianten bei ihren Versuchen, den verlängerten Arm des SS- Di { Kommandanten darzustellen, energischen Widerstand entgegenzusetzen. Eine Infon N dritte Front des Kampfes war die Überwindung der politischen Gegensätze Munj N innerhalb der einzelnen Nationen. Die stärkste Gruppe der politischen Häftlinge polit; A| N} 394 VURLLCEHERIE eng W ee; di waren organisierte Kommunisten. Aber auch Sozialdemokraten, katholische han ri Geistliche, evangelische Pfarrer, jüdische Prediger und eine große Zahl politisch inne a unorganisierter Menschen aus allen Schichten des Volkes wurden wegen ihrer N e di hitlerfeindlichen, weltanschaulichen oder religiösen Auffassungen ohne Recht N Y und Gesetz in die Konzentrationslager verschleppt. Darum schuf das internatio- Hi . ei di nale antifaschistische Aktiv in den einzelnen Nationen, über alle politischen und M A EL weltanschaulichen Meinungsverschiedenheiten hinweg, eine gemeinsame Ab- H M Wille wehrfront. An die Spitze dieser nationalen Widerstandsgruppen traten unter h ertig, Melı den verschiedensten Bezeichnungen nationale Komitees.+ den furdı: Das Internationale Lagerkomitee führte eine große Erziehungsarbeit zur Aus- 2 Sie an vor schaltung der Gegensätze zwischen den einzelnen Nationen durch, die natur- N Täftlingen!' gemäß in einem faschistischen Konzentrationslager vorhanden waren und immer I Wochen ih wieder in Erscheinung traten. Mit aller Schärfe wurde der Kampf gegen die" Überheblichkeit einiger deutscher Häftlinge geführt, die bewußt oder un- 1 rtig werden bewußt die faschistische Ideologie des Herrenstandpunktes auch im Verhältnis I 1 Schweigen zu den Häftlingen anderer Nationen anwenden wollten. N s auch seint Der beste Lehrmeister in der Herausbildung einer kämpferischen internatio- H per, als mar nalen Lagergemeinschaft war das harte Leben im Lager selbst. Im Kampf gegen Mi n Lager ni den organisierten Mord, gegen Spitzeltum und Hungerepidemien entschied it nicht das frühere Parteibuch, sondern die Standhaftigkeit, der Mut und die wirk- Ih teinwende liche Solidarität. Nur wer unter der Drohung der Maschinengewehre auf den h Wachtürmen, des elektrisch geladenen Zaunes, der immer vorhandenen Bereit-{ schaft vertierter SS-Banden, Häftlinge aus den geringsten Anlässen heraus zu erschießen, zu erschlagen, niederzutrampeln, aufzuhängen und in die Posten- kette zu jagen, dennoch den Mut zur Abwehr, den Mut zum Schutze seiner Kameraden fand, sicherte sich Vertrauen und Autorität. Unter den Augen der SS wurden jahrelang Unmengen von Lebensmitteln aus der SS-Küche, dem Führerkasino ins Lager geschleppt und damit Tausenden körperlich schwachen und kranken Kameraden das Leben gerettet. Die Kameraden im Revier, Pfleger und Ärzte aus vielen Nationen, setzten ihr eigenes Leben ein, um das Leben a = Eee 0,7} ihrer Freunde zu retten und im buchstäblichen Sinne des Wortes Dutzende ih Id a Todeskandidaten den Henkern zu entreißen. in Erhalt Die Solidarität war immer verbunden mit der politischen Information, mit H mationakt dem Austausch von Nachrichten, die zwischen den Zeilen in Briefen, in Zeitungs- 12) ler Mens notizen, aus Gesprächen der Bewachungsmannschaften und Zivilarbeiter her- h) oduktion 7 ausgesucht und weitergegeben wurden. Seit dem Beginn des Überfalls der I) a Hitlerbanditen auf die Sowjetunion wurde das systematische Abhören der Mos- N) schiedene! kauer Sendungen zu einem entscheidenden Mittel der politischen Information, A RE der Analyse der politischen Situation und der konkreten Aufgabenstellung im R ‚ Aubeit Lager. N erbrebe nr Initiatoren und Organisatoren der Solidaritätsaktionen, der politischen ii Irm des a Informationen und der Schaffung nationaler Komitees waren die deutschen Kom- I etzei! n munisten. In ihren Reihen standen Parteifunktionäre mit jahrzehntelanger hi 2. politischer Erfahrung in der Arbeiterbewegung. Einige von ihnen besaßen hi pn Halle Y 395 ir Ki N er er I> 77] a eh a nn ne rn EEE EEE EEE N A zn Fe et - ne ne nn Be a ni { WEL GN ch durch ihre internationale Arbeit große Personenkenntnisse unter den Anti- faschisten anderer Länder, die für die Organisierung des internationalen anti- faschistischen Aktivs von großem Wert waren. In diesem Kampf der deutschen Kommunisten mußten viele Opfer gebracht werden. Von den durch Mörderhand Gefallenen muß hier an erster Stelle Albert Kuntz, Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschlands, der Organisator der illegalen deutschen Widerstandsorganisation in Buchenwald und im Lager Dora, genannt werden. Walter Krämer, jahrelang Kapo des Reviers, und sein bester Freund und Helfer, Karl Peix, sowie Rudi Arndt, der tapfere, mutige Organisator des Widerstandes unter den jüdischen Häftlingen, gehören zu den ermordeten Helden der antifaschistischen Widerstandsarbeit des Lagers Buchenwald. Mit ihrem festen, disziplinierten Kern, mit ihrer jahrelangen Erfahrung aus dem illegalen Kampf des Lagers, dienten die deutschen Kommunisten den inter- nationalen Freunden bei der Organisierung ihrer illegalen nationalen Komitees mit Rat und Tat. Auf Initiative der deutschen Antifaschisten wurde im Sommer 1943, unter dem Schutz des Reviers, das illegale Internationale Lagerkomitee gebildet. Zur Wahrung der Konspiration und der besseren gegenseitigen Infor- mation teilte das Lagerkomitee die Nationen in einen romanischen und einen slawisch-deutschen Sektor auf. Zum slawisch-deutschen Sektor gehörten die Antifaschisten aus der Sowjetunion, Österreich, Tschechoslowakei, Polen, Hol- land, Luxemburg, Ungarn, Jugoslawien und Deutschland. Zum romanischen Sektor zählten die Antifaschisten aus Frankreich, Belgien, Italien und Spanien. In loser, nur persönlicher Verbindung stand das Lagerkomitee mit bulgarischen, rumänischen, englischen, dänischen, norwegischen und Schweizer Antifaschisten. Das Band, das alle Nationen umschloß, war die heilige Verpflichtung zur gegenseitigen Unterstützung, um das Leben der Widerstandskämpfer vor den barbarischen Schlägen der SS zu schützen. Doch das Lagerkomitee begnügte sich nicht damit, sondern stellte sich die große politische Aufgabe, mit allen Mitteln die Kriegsproduktion zu sabotieren. In fast völliger Abgeschlossenheit von der Umwelt, weit entfernt von einem industriellen Zentrum, konnten die Häftlinge nicht von sich aus den Bau von Rüstungswerkstätten im Lager ver- hindern. Sie konnten aber mit großem Erfolg das Tempo des Aufbaus herab- setzen. Die Losung der sowjetischen Freunde„po malenku“(auf langsame Art) wurde zum geflügelten Wort aller Nationen. Die Losung:„Wer langsam arbei- tet, kommt schneller zum Frieden“, wurde als politische Aufgabe allen Rüstungs- arbeitern gestellt. Der Erfolg war, daß die Arbeitsintensität in den KZ-Rüstungs- werkstätten stets tief unter dem allgemeinen Durchschnitt sogenannter freier Arbeiter stand. Alle Versuche der zivilen Betriebsleitung, durch Verhängung von Lagerstrafen, durch Bestechung einiger Häftlinge, durch Versprechungen und Drohungen die Produktion zu steigern, scheiterten am eisernen Willen der zum zwangsweisen Arbeitseinsatz in der Rüstungsindustrie bestimmten Häft- linge. Als sich einige Häftlinge dazu hergaben, schneller zu arbeiten und Vorschläge 396 für eine| Kampagn Ihrem Lel Lagergen sntwickel Es wur de Unsprung Die jah inKamp Schwurl: Die Tat“,| Die pc Linie vor ineiner Ausdruck uch ein ungen z Im De Monate| fächer Bı nu gewil Destehen politisch Die sedh 2ur dem der Ver den mu Stllung Brendie Herbeif Iortmaß übeitn dhränk hervor, Kamerz Aussetz ‚vel "Va S den Anti nalen anti er gebradı telle Alben eutschland, Buchenwall ; Kapo du Arndt, der Häftlinge, Isarbeit de ahrung aus n den inter n Komitees im Sommer ıgerkomitee tigen Infor ı und einen hörten die Polen, Hıl: omanischen ıd Spanien, ulgarischen 'ifaschisten. ichtung zur fer vor den e begnüglt , mit allen "hlossenhel onnten die Lager ver yaus heral' ıgsame Art osam arbel n Rüstung‘: /-Rüstung‘ anter freie Terhängun; rechunge) Willen de mten Hilt Vorschlägt für eine bessere Ausnutzung der Maschinen zu machen, setzte eine wütende Kampagne gegen diese Häftlinge ein. Sie fühlten sich bald als Aussätzige, in ihrem Leben und in ihrer Sicherheit bedroht, und änderten unter dem Druck der Lagergemeinschaft ihr faschistenfreundliches Verhalten. In der Sabotagearbeit entwickelten die Antifaschisten aller Nationen eine vielseitige Erfindungsgabe. Es wurde immer Wert darauf gelegt, die Sabotage so durchzuführen, daß der Ursprung nicht entdeckt werden konnte... Die jahrelange, systematische, erfolgreiche politische Arbeit trug ihre Früchte im Kampf um die Befreiung... Stärkster Ausdruck hierfür war der gemeinsame Schwur! auf dem Freiheitsappell am 19. April 1945... Walter Bartel „Die Tat“, Berlin, vom 11. April 1952. Bericht über die Tätigkeit des Volksfront-Komitees im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald 1. Vorarbeiten Die politische Arbeit im Lager wurde in den Jahren 1937-1943 in erster Linie von dem Gedanken der Zusammenfassung aller antifaschistischen Kräfte in einer Volksfront beherrscht, der in den verschiedensten Bestrebungen zum Ausdruck kam. Unter Benutzung von Mitteilungen aus der Emigration wurde auch eine programmatische Erklärung abgegeben, die die wichtigsten Forde- rungen zur Schaffung eines neuen Deutschlands enthielt. Im Dezember 1943 bekam diese Arbeit einen neuen Auftrieb. Nachdem die Monate Januar bis März 1944 eifrig dazu benutzt worden waren, eine in mehr- facher Beziehung erweiterte und vertiefte Auffassung des Volksfrontgedankens zu gewinnen, gelang im April 1944 die Formulierung einer aus sechs Punkten bestehenden„Plattform“, die geeignet erschien, eine bestimmte Auswahl politisch interessierter Kameraden mit diesem Gedanken vertraut zu machen. Die sechs Punkte, die wie alle übrigen Arbeiten des Volksfront-Komitees hier nur dem Inhalt nach mitgeteilt werden können, weil die Dokumente während der Verhaftungen vom November/Dezember 1944? sämtlich vernichtet wer- den mußten, handeln von der Vernichtung des Faschismus, der Wiederher- stellung der Freiheit, der Schaffung einer neuen demokratischen Republik, der Beendigung des Krieges, der Bestrafung der Kriegs- und Terrorverbrecher, die Herbeiführung des Friedens und von einigen wirtschaftlichen und sozialen So- fortmaßnahmen, insbesondere der ökonomischen und politischen Zusammen- arbeit mit der UdSSR. Sie wurden am 1. Mai 1944 in einer durch Illegalität be- schränkten Öffentlichkeit publiziert und riefen alsbald eine lebhafte Diskussion hervor. In dieser erwies sich, daß bei einer nicht unbeträchtlichen Zahl von Kameraden, natürlich erklärlich durch ihre lange Gefangenschaft, manche Vor- aussetzungen für das Verständnis der„Plattform“ fehlten. Infolgedessen wurden 1 Vgl. S. 563 f. 2 Vgl. S. 370£. 397 N ne u En a ee u EEE re SH III EEE Du u nn ee re u u u u. True Tgernurnu Deere wesen nn _ oe; a a nn a an ne mn ers A EEE EEE BEN ZELL LEGEN ARTE FE IE Er ende ne u in der zweiten Maihälfte 1944 eine Einleitung deklaratorischen Inhalts und eine größere Reihe von Begriffsbestimmungen, vorwiegend juristischer Natur, verfaßt, die es in kurzer Zeit ermöglichten, die„Plattform“ in dem genannten Personenkreis einzuführen. Auch die ausländischen Nationen konnten von dem Ergebnis informiert werden, so daß die wichtigsten von ihnen die„Plattform“ zur Kenntnis nahmen. 2. Konstituierung und Arbeitsplan Die Situation war reif, um die Konstituierung eines die antinazistischen Kreise umfassenden Volksfront-Komitees in Angriff zu nehmen. Im Einverständnis aller Beteiligten wurde es wie folgt formiert: Hermann L. Brill, SPD Werner Hilpert, Christliche Demokraten Ernst Thape, SPD Walter Wolf, KPD Das Komitee hielt am 5. Juli 1944 seine erste Sitzung ab und wählte den Kameraden Brill zum Vorsitzenden. Zuerst wurde die Ergänzung des Komitees durch einen Vertreter der jungen Generation erörtert. Der Plan mußte infolge mannigfaltiger Schwierigkeiten fallengelassen werden, jedoch wurde der Vorsitzende beauftragt, mit den Jungen ständig Fühlung zu halten. Zweitens wurde die Frage gestellt, ob die„Plattform“ vom 1. Mai 1944 die Grundlage der Arbeit bilden könne. Nach einer mehrere Sitzungen ausfüllenden Diskussion wurde die Frage mit der Maßgabe bejaht, eine Ausarbeitung der wichtigsten Gedanken im einzelnen vorzunehmen. Daraus entwickelte sich fol- gender Arbeitsplan: 1. allgemeine Grundlagen, 2. Aufbau einer neuen Verwal- tung, 3. die Beamtenfrage, 4. die Frage der Miliz, 5. wirtschaftliche und soziale Fragen, 6. die Frage der öffentlichen Meinung, insbesondere der Presse, 7. die Erziehungsfrage. Später kam noch die nationale Frage dazu. Das Komitee hat alle Fragen mit Ausnahme der vierten bearbeitet und die schriftlichen Formu- lierungen festgelegt. Alle Beschlüsse des Volksfront-Komitees sind einstimmig gefaßt worden. 3. Grundlagen unserer Politik Schon am 18. August 1944 konnte der Entwurf über die allgemeinen Grund- lagen unserer Politik angenommen werden. Er enthielt folgenden Gedanken- gang: Die antinazistische Politik kann nicht das Werk einzelner Organisationen, sondern nur das Ergebnis einer antinazistischen Bewegung der breiten werk- tätigen Massen in Stadt und Land sein. Deshalb kommt es darauf an, diese Be- wegung auf konkrete politische Ziele zu lenken. Das Mittel dazu müssen die aus allen antifaschistischen Gruppen zu bildenden Volksfront-Komitees sein. Sie sind im ganzen Reiche auf allen Stufen seiner politischen Gliederung zu bilden und in einem Deutschen Volkskongreß zusammenzufassen. Er hat Regierung und Volksvertretung einzusetzen. 398 Das po | shriften Il, Augus Satz von( Die Ve \SDAB,| Gesetzgel isieren( sramms 1 tätigun Weiter, werden d Iıß dem fräfte en! Die Au | ationen\ ler Krieg Die G: vstelt. Schließ Destimmt Buchenw BA 79-96 .Nac lie erste !n anfı Mößte 1 einge Vertrete ind ein schist; iele A Komm Sch an Das politische Recht der nazistischen Diktatur ist zu beseitigen. Welche Vor- Ken schriften des öffentlichen Rechts, insbesondere der Weimarer Verfassung vom\ ne ei 11. August 1919 noch in Kraft bleiben, ist Tat- und Rechtsfrage, die nach dem" Pat in Satz von der normativen Kraft des Faktischen zu entscheiden wäre. N | Die Vernichtung der Diktatur hat nach drei Seiten hin zu erfolgen: a) Der if ı NSDAP, b) des Staates, c) der Gesellschaft. Es ist dafür ein genau punktiertes u Gesetzgebungsprogramm aufgestellt worden, das hier im einzelnen nicht inter- 1 henk essieren dürfte. Allgemein sei gesagt, daß es in der Durchführung dieses Pro-\ gramms nicht auf formelle Zugehörigkeiten, sondern allein auf die praktische I verständis| Betätigung unter der Diktatur ankommt. N Weiter, daß nicht formelle Auflösungen, Entlassungen usw. ausgesprochen h werden dürfen, sondern eine materielle Vernichtung erstrebt wird, schließlich, NN daß dem negativen Vernichtungsprozeß ein positiver Aufbauprozeß neuer iM Kräfte entgegengesetzt werden muß. hi & Die Ausdehnung dieses Verfahrens auf nicht nazistische faschistische Organi- IH wählte da sationen und Bestrebungen wurde besonders festgelegt, ebenso die Bestrafung N der Kriegsverbrecher. Kı ‚der junge Die Grundsätze einer Entschädigung der Opfer des Terrors wurden auf- IH vierigkeiten gestellt. ht t, mit den Schließlich wurden Strafvorschriften, Berichte, Verfahren und Rechtsmittel IN RN; bestimmt... fh [ai 1944 die Al usfüllenden Buchenwald, den 19. April 1945 Hi beitung de DAS VOLKSFRONT-KOMITEE I te sich fol Hermann L. Brill I sen Verwal Werner Hilpert I und sozial Ernst Thape N esse, 7. dt Walter Wolf H Komitee hat BA 772-36(Auszug)."v0 hen Font 1 einstimmi! in Bericht des Österreichischen Komitees über das KZ Buchenwald I IN on Gral...Nach der Okkupation Österreichs im März 1988 kamen im September 1938 IN u danken die ersten 400 österreichischen Staatsangehörigen nach Buchenwald. Sie brauch- id ern ten anfangs nicht zu arbeiten und wurden als Polizeihäftlinge geführt. Der Bu Be, größte Teil von ihnen wurde im Laufe der nachfolgenden Monate entlassen, ein‘2 anisat i geringer Teil zu Schutzhäftlingen erklärt. Unter ihnen befanden sich vor allem ni reiten 2 Vertreter des Schuschnigg!-Regimes. Erst der Kriegsbeginn im September 1939“ Di, die fr und eine größere Zahl von Verhaftungen von politisch verdächtigen Anti-' müssen i faschisten, die in Buchenwald eingeliefert wurden, brachte unter anderem auch N mitees n viele Angehörige der ehemaligen österreichischen Sozialdemokratie und der M der Kommunistischen Partei ins Lager. y joe u Er Schuschnigg war nach der Ermordung Dollfuß’ 1934 bis 1938 der Bundeskanzler Österreichs. ü hi) ii 399 R Ki ie nz = R RE er l h\ Es war selbstverständlich, daß insbesondere die bewußten antifaschistischen 1 Elemente ihren Grundsätzen treu blieben und erkannten, daß der Kampf um Form der 5 die Erhaltung des Lebens nicht geführt werden konnte auf der Grundlage indi- Versorgul IN vidueller Einzelaktionen und ohne gegenseitige Rücksichtnahme, sondern daß yendigste K es sich als notwendig erwies, einen organisierten Zusammenschluß unter ent- jn Häftli Mi sprechender Wahrung der konspirativen Regeln aufzubauen. Die ersten An-| urgt wert I fänge dieses Aufbaues bestanden in der Herstellung von Verbindungen| jrantil ni zwischen denen, die sich aus ihrer früheren antifaschistischen Tätigkeit, aus| je kom ir ihrem früheren Wohnort usw. kannten. Es mußte jedoch bei den bestehenden!;liefert\ ht Lagerverhältnissen vom ersten Anfang an darauf geachtet werden, daß die vor-| ein Fä fi erst nur sehr lockeren Organisationsformen frei von allenSpitzeln oder charakter-| Iolungszı N schwachen Elementen blieben. Wege mö MN Die Aufgabe bestand in der Sicherung des Lebens und in der laufenden Zweife ‚Hl politischen Beeinflussung im antifaschistischen Sinne. Der Ausleseprozeß war durch die Mt hart. Daß diese Organisation nur aufgebaut werden konnte im Einvernehmen der Einz! Ri und unter Mitwirkung der schon länger im Lager befindlichen und aus anderen sitigt. F „ Lagern mit reichen Erfahrungen versehenen deutschen Antifaschisten, war klar.| Selbstäne " Als die notwendigen Verbindungen zu den deutschen Antifaschisten hergestellt| Reihen,: N waren, als eine politische und charakterliche Wertung der Einzelnen vorge- is ge "N nommen war, konnte dazu übergegangen werden, den organisatorischen Auf- serknüpf N bau straffer und die antifaschistische Beeinflussung politisch gleichgültiger Ele- ar Ü\ mente intensiver zu gestalten und in organisiertere Bahnen zu lenken. sche, da MN Vor der Frage der Sicherung des Lebens stand vor allem die Aufgabe des BD sih | ständigen Kampfes gegen die SS-Lagerführung, gegen ihre Eingriffe in das oa N Lager und gegen ihre Helfershelfer im Lager. In steigendem Maße konnte diese Hitiche Aufgabe erfüllt werden. War es noch im Jahre 1940 nur in einzelnen Fällen hkioe R möglich, Kameraden vor der Liquidierung durch die SS zu retten, so konnten le ki ' zum Beispiel in den Jahren 1944 und 1945 die österreichischen Kameraden Oh Lackner, Kogon, Hagmüller und Uitz dadurch ‚gerettet werden, daß sie durch Das rechtzeitige Meldung über den antifaschistischen Nachrichtendienst gewarnt, em ünd vom Häftlingslazarett aufgenommen wurden. Lackner sollte von dem SS-Sturm-| \ führer Dumböck durch eine Giftspritze getötet werden. Kogon sollte zur Ver- EN gasung nach dem KZ Auschwitz geschickt werden. Hagmüller und Uitz sollten ie {| U der Gestapo Wien wegen ihrer„landes- und hochverräterischen“ Tätigkeit D; und ihrer Zersetzungsarbeit innerhalb der deutschen Wehrmacht ausgeliefert\ u EEE EEE BEE EGAL ERGLE DT re FIA e N werden. Alle erlebten den 11. April 1945. In allen Fällen hätte ihre Ausliefe- B \ rung den sicheren Tod bedeutet. Ein zweites Mittel des Schutzes der positiven bin Ö Kräfte des Lagers bestand in der Verhinderung des Transportes in andere““ N Lager, in schlechte Außenkommandos usw. Wir können feststellen, daß wir auf N | diesen Gebieten auch sehr erfolgreich waren. Oft wurden Häftlinge noch im agerb h letzten Moment von Transporten zurückgehalten. So konnten zum Beispiel Esw \ allein aus einem Transport nach dem berüchtigten Konzentrationslager Lublin Fi N zehn österreichische Antifaschisten gerettet werden... Me I Eine weitere schwierige Frage war die Versorgung von Kameraden in be-:* 400 3 Bud An ee ee Schistische Kampf un ndlage ind! ondern dal) ) unter ent ersten Ar- Tbindunge tigkeit, aus Jestehenden Jaß die vor. T Charakter r laufenden prozeß war vernehmen aus anderen n, war klar. ı hergestel! Inen vorge 'ischen Aıl: ültiger Blk- en. Aufgabe di rifte in das konnte diese Inen Fällen ‚so konnte Kameraden ıß sie durd 1st gewanlı n SS-Stumt Ite zur Ver Uitz sollten 3“ Tätigkel ausgeliefet re Ausliele jer positie! sin andere daß wir au) jge noch IN m Beisp ager Zublh aden I ir sonderen Notzeiten mit Lebensmitteln und Bekleidung. Auch hier wurde die Form der individuellen Einzelversorgung zur Form der organisierten kollektiven Versorgung weiterentwickelt. Vor allem galt es, immer den Zugängen das Not- wendigste zu verschaffen. In Fällen von Krankheit mußte für die Unterbringung im Häftlingslazarett oder für die Zuweisung entsprechender Kost(Diät) ge- sorgt werden. Das Revier hatte einen wesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung der antifaschistischen Kameraden geleistet. Auch viele österreichische Kamera- den konnten am Leben erhalten werden, weil sie rechtzeitig ins Revier ein- geliefert und dort einer sachgemäßen Behandlung unterzogen wurden oder weil sie in Fällen von Unterernährung, Anzeichen von Tuberkulose usw. zu Er- holungszwecken Aufnahme fanden. Hierher gehört auch die nur auf illegalem Wege mögliche Schutzimpfung gegen Fleckfieber. Zweifellos bestanden in dieser ganzen Tätigkeit auch Schwierigkeiten, die durch die verschiedene soziale Herkunft und verschiedene politische Einstellung der Einzelnen hervorgerufen wurden. Auch diese Schwierigkeiten wurden be- seitigt. Für uns Österreicher kam noch dazu, daß in der politischen Stellung zur Selbständigkeit Österreichs es notwendig war, sich weniger in den eigenen Reihen, als gegenüber jenen durchzusetzen, die dieser Frage vielfach verständ- nislos gegenüberstanden oder in falscher Einschätzung der mit dieser Frage verknüpften politischen Aufgabe großdeutsche Gedanken vertraten... Eine weitere spezifisch österreichische Schwierigkeit ergab sich aus der Tat- sache, daß sich unter den österreichischen Schutzhäftlingen auch solche befanden, die während des Dollfuß-Schuschnigg-Regimes in Österreich in Funktionen tätig waren, die sie in Gegensatz zu den Angehörigen der ehemaligen Kommu- nistischen und Sozialdemokratischen Partei gebracht hatten. Aber gerade die richtige Fragestellung zur Selbständigkeit Österreichs als eigene Nation einte alle unter der antinationalsozialistischen Fahne, so daß von dieser Basis aus die Gemeinsamkeit eines antifaschistischen Kampfes gefunden werden konnte... Das Eintreffen anderer Nationen— die Österreicher waren die ersten Aus- länder, die nach Buchenwald kamen— stellte das Lager vor neue Aufgaben. Es war notwendig, mit ihnen Kontakt herzustellen und ihnen, mit den Erfah- rungen längerer Lageranwesenheit versehen, behilflich zu sein, gleichzeitig aber auch ihnen die volle Gleichberechtigung in jeder Hinsicht zu gewähren. Dies stieß auf umso größere Schwierigkeiten, als einerseits die SS versuchte, die deutschsprechenden Häftlinge durch scheinbare Bevorzugung und durch ausgesprochen scharfmacherische Reden auf dem Appellplatz gegen die Aus- länder auszuspielen, andererseits aber auch die Verschiedenartigkeit der Sprachen, Auffassung und Mentalität Reibungen und Spannungen innerhalb der Lagerbelegschaft hervorriefen. Es waren österreichische Antifaschisten, die auch in dieser Linie sich führend an der Beseitigung der Schwierigkeiten beteiligten und immer wieder Vor- schläge zur Vertiefung der Zusammenarbeit und des Verständnisses für die anders geartete Mentalität der anderen Nationen machten... Die Beziehungen der Österreicher zu den anderen Nationen waren sehr gut. 26 Buchenwald 401 ee ee Senne iine Ei EEE ET Zu em nl near ne ern Fee en TESTER ne ne ne En KIELER LE LEE rt EFF FIT __. Es war klar, daß sich diese vor allem auf die Zusammenarbeit mit den Nationen des Donauraumes erstreckte, aber auch das Verhältnis zu den deutschen Kame- raden war ein gutes. Ein Mittel der politischen Beeinflussung und der Vertiefung der internatio- nalen Zusammenarbeit des Lagers war die Abhaltung von Veranstaltungen ver- schiedener Art. So feierten die Franzosen am 14. Juli 1944 auf allen Blocks ihren Nationalfeiertag in Anwesenheit von Vertretern der anderen Nationalitäten. Der 1. Mai und 7. November(Feier der Großen Sozialistischen Oktoberrevolu- tion) wurde ebenfalls durch internationale Veranstaltungen, an denen Öster- reicher mitwirkten, festlich begangen... Die einzelnen Nationen, so auch wir, machten darüber hinaus für ihre eige- nen Nationalangehörigen separate Veranstaltungen, denen im Rahmen von Unterhaltungsabenden ein antifaschistischer Charakter gegeben wurde. Am 12. Februar 1944 gedachten die österreichischen Sozialdemokraten und Kom- munisten in einer gemeinsamen Kundgebung des 12. Februar 1934 in Öster- reich.! Daß Weihnachten und Silvester zu solchen Kundgebungen antifaschisti- scher Art ebenfalls benutzt wurden, versteht sich von selbst. Die verschiedenen Gruppen österreichischer Antifaschisten führten auch Schulungsarbeit durch. Ausführliche Kurse über wirtschaftliche und politische Fragen, Schulungsabende über die nationale Frage und eine gründliche Dis- kussion der österreichischen Probleme im Faschismus und nach dem Erlangen der nationalen Selbständigkeit waren Themata. Besonders die letzte Frage wurde zwischen allen österreichischen Gruppen der Antifaschisten eingehend besprochen und volle Übereinstimmung über ein österreichisches Wiederaufbau- programm nach der Vertreibung der Nazis erzielt. Es war bei den bestehenden Lagerverhältnissen selbstverständlich, daß die deutschen Antifaschisten die führende Kraft des Lagers darstellten. Sie hatten mit Hilfe der anderen Nationen wichtige Positionen in Händen, von denen aus sie die antifaschistische Politik des Lagers ermöglichten und schützten.. Die österreichische Sektion hatte mehrere Kapos und Vorarbeiter in verant- wortlichen Stellungen und beteiligte sich an der organisierten Sabotage... Dieser systematische antifaschistische Kampf nach außen und nach innen gewann immer mehr an Boden, je straffer und zentraler die Organisation in Wohnblocks und Kommandos ausgebaut werden konnte. Auch hier wurde das Prinzip der Zusammenarbeit aller Nationen durchgesetzt. Die Wohnblocks wur- den im wesentlichen mit Angehörigen der verschiedenen Nationen belegt, um nicht nur nach außen hin die Zusammengehörigkeit zu demonstrieren, sondern auch innerhalb der einzelnen Nationen das Verständnis des gemeinsamen Schicksals und damit des gemeinsamen Kampfes zu steigern. Dies führte sicher- lich anfangs da und dort zu Schwierigkeiten, die aber mehr und mehr über- wunden werden konnten. So wurden gemeinsame Ausschüsse aller Nationen in Blocks und Kommandos errichtet, die legal als Dolmetscher usw. auftraten. Da- 1 Bewaffnete Abwehrkämpfe des österreichischen Proletariats gegen Angriffe des faschistischen Dollfuß-Regimes. 402 durch er locks ur Position. linder ZU iltesten, Daß di Vertreibt eine orga nationale für diese Die öst Beitrag 9 Bedeu derSS ei den konn \onnte nie offer veweihte der entse Es sol crößten dem Un Die$t Ausdruc faschiste DIL-B währe lager Später en Nation; schen Kanı: T internati tungen ver Blocks ihrer itionalitäten toberreyolı- lenen Öster. ür ihre eige tahmen yon wurde, An \ und Kon- 34 in Öster ntifaschist ihrten aud d politisch: ndliche Dis m Erlangen etzte Frage . eingehend ederaufbau- ich, daß die . Sie hatten 1 denen aus en... r in veranl- age... nach innel ınisation IN . wurde das blocks wur belegt, ın on, sondem meinsamel hrte sicher mehr über \ationel nl traten. Di ” faschistis@ auch die Möglichkeit der Abhaltung von Versammlungen in hier hatten wir Anteil, teilweise in führender auch Aus- durch ergab sich Blocks und Kommandos. Auch Position. Ein weiterer Schritt in diese Richtung war es, als es gelang, länder zu gleichberechtigten Blockältesten-Stellvertretern, ja selbst zu Block- ältesten, zu machen... Daß das Lager Buchenwald in den entscheidenden Tagen vor und nach der Vertreibung der SS eine solidarische Haltung, eine kämpferische Aktivität und eine organisierte Disziplin aufweisen konnte, ist die Folge der jahrelangen inter- nationalen antifaschistischen Arbeit. Die Schaffung der materiellen Grundlagen für diese Arbeiten ist den deutschen Antifaschisten zu verdanken. Die österreichischen Antifaschisten haben in jeder Phase dieses Kampfes ihren Beitrag geleistet... Bedeutungsvoll ist jedoch die Tatsache, daß im Lager trotz des Blutterrors der SS eine klare Linie der breiten antifaschistischen Arbeit durchgeführt wer- den konnte. Tausenden, und darunter besonders den antifaschistischen Kräften, konnte damit das Leben erhalten werden. Wenn auch über alle diese Dinge nie offen gesprochen werden konnte und manche Maßnahmen den Unein- geweihten Vielfach unerklärlich waren, so war gerade dieser Teil der Lagerarbeit der entscheidende des Lagerlebens. Es soll an dieser Stelle betont werden, daß sich das alles unter den denkbar größten Schwierigkeiten, unter dem ständigen Terror der SS und auch unter dem Unverständnis mancher Lagerinsassen abspielte. Die Solidarität in Buchenwald ist kein Phänomen oder Wunder. Sie ist nur der Ausdruck und das Ergebnis des organisierten gemeinsamen Kampfes der Anti- faschisten aller Länder. Für das österreichische Komitee gezeichnet: Otto Horn Kurt Gardner IML- Buchenwald II 1/3. Bericht, geschrieben 1945. Hektografiert. Der Anteil der Tschechen am Widerstand in Buchenwald ... Den deutschen Kameraden müssen wir dafür danken, daß sie niemals während der ganzen Zeit in der Isolierung blieben, nicht einmal, als sie im Lager zur nationalen Minderheit wurden, im Gegenteil, sie waren der Kitt der späteren internationalen Organisation. Daß gerade den Deutschen diese Rolle zufiel, ist begreiflich. Sie waren„Alteingesessene“ und hatten die meiste Er- fahrung mit dem deutschen Nazismus, hatten sie ihn doch als erste am eigenen Leibe kennengelernt. Auf der anderen Seite beherrschten die deutschen Anti- faschisten die Taktik, mit den SS-Leuten umzugehen, oft geradezu meisterhaft, und sie verletzten nicht im geringsten die Grundsätze der Konspiration.... 403 ee ae me a— Een sn mg ehe: = ns ge een u EEE EEE u ug ae ee nes u A ELLE GN. en N| Ss Nazistt R Mit den Tschechen gewannen die deutschen Kommunisten ohne Schwierig.| Ayrıkter EL keiten Kontakt. Einige kannten viele tschechische Kameraden aus Prag, aus Jr Quale Y ihrem Emigrationsaufenthalt, und außerdem beherrschten die Tschechen in Tedoch€ Hi großem Ausmaß die deutsche Sprache. So entwickelte sich bald die engste und 3, Kamer „ herzlichste Zusammenarbeit zwischen der tschechischen und der deutschen IA ade ein | Organisation, die die ganzen Jahre hindurch bis zur Befreiung zum Ausdruck Sichte au \ kam. Als es den deutschen Kameraden nach langen Kämpfen und taktischem rungen ‘ Manövrieren mit den SS-Leuten gelungen war, diese dazu zu veranlassen, daß ons Mt sie für Lagerfunktionen auch die Tschechen zuließen, nahmen diese im Lager En die N eine bedeutende Stellung ein. Das entsprach ihrer politischen und sachlichen Be Hr Qualifikation und auch der Tatsache, daß sie gleichsam„Alteingesessene“| Br N waren... I a in Bis zum Jahre 1943 waren die Beziehungen der einzelnen nationalen Organi- in An in sationen untereinander unregelmäßig; es gab kein Organisationssystem. Die he a u einzelnen Nationalitäten erledigten ihre Angelegenheiten selbständig und er- M Hi suchten gewöhnlich die deutschen Kameraden um Hilfe, die damals auf ent- ni ä Ai scheidenden Stellen der Gefangenenselbstverwaltung waren. Auch das System E u 2 der Organisation war bei den einzelnen Nationalitäten unterschiedlich. Die pen, I Mi Mehrzahl gab in den ersten Jahren der Organisation nach Blocks den Vorrang,[ der ill hir das heißt in jedem Block war ein Vertrauensmann, der mit seinen Landsleuten al Gef Ki Verbindung hielt, sie informierte, sie beriet und gegebenenfalls ihnen die Richt- anisabi if linien seiner Leitung überbrachte. vn, daß Hi Allmählich suchte man neue Formen der Arbeit, die das ständige Wachsen tersolch N der Organisation erforderte. Es wurden vier bis fünf Mitglieder zählende Zirkel hırden so N aufgebaut, die immer ein Vertrauensmann leitete. Neben den laufenden Fragen ümphe, N des täglichen Lebens kümmerte sich die Organisation vor allem um eine ver-! Mi läßliche politische Information... Inte i Die Nachrichten brachten Gefangene ins Lager, die auf dem Territorium der Abar hl SS-Leitung Zutritt zu den Radioempfängern hatten und— selbstverständlich Arbeit 1 unter Gefahren- fremde Stationen, Moskau und London, abhören konnten. Der Schiede N Pilsener Zirkel baute sich in Buchenwald schließlich einen eigenen Empfänger,| tergiil! ” der in einer Benzintonne versteckt war. len ur N Später ging man zum Landessystem über. So schlossen sich auch die"es ei hi Tschechen zusammen. Das hatte insofern einen Vorteil, daß die Menschen sich{ie und 1 untereinander oft schon aus dem Vorkriegsleben kannten, viel leichter neu dieser W Hinzukommende einweihen konnten, eine Reihe gemeinsamer Interessen Mm S$-L, E$ hatten, was die Organisation unter den Lagerbedingungen noch weiter den in l festigte... Ser die} N Die Organisation konnte sich nur dann festigen und Einfluß erlangen, wenn imma N sie sich ständig auf die großen Massen der Gefangenen stützte. Das erforderte Al daß H ein Heranziehen nicht nur der bewußten kommunistischen Antifaschisten, die“Ostyerst N schließlich bald nach ihrer Ankunft in die Organisation aufgenommen wurden, ende A sondern auch der Angehörigen jener Gruppen, die sich zwar nicht zur marxi- us, f) stisch-leninistischen Weltanschauung bekannten, jedoch entschiedene Gegner Ziel N H 404 N N iX UNRLASDENES e Schwier, des Nazismus waren. Daß das keine leichte Aufgabe war, geht schon aus dem ıs Prag,„,_ Charakter des Lagerlebens hervor, wo ein Wort am unrichtigen Platze Tod N Tschechen; oder Qualen bedeuten konnte... N e EMBste un! Jedoch die Organisation überwand all diese Schwierigkeiten und Klippen; I" T deutsch, die Kameraden sparten keine Zeit bei der Erläuterung und Überzeugung. Es H m Ausdnd wurde ein gutes Stück ideologischer Erziehungsarbeit geleistet, die ihre H d taktischen Früchte auch nach der Befreiung trug, als man bereits unter anderen Be- H nlassen, dal dingungen an die Traditionen der nationalen Front anknüpfte, die in den Kon- ih se im Ta zentrationslagern entstanden. H d sachlichen Was die Tschechen betrifft, wurde in Buchenwald schon im Jahre 1944 ein N Ingesessen Ausschuß der Nationalen Front der Tschechen und Slowaken geschaffen, in H dem Vertreter aller antifaschistischen Parteien, an der Spitze die Kommunisten, I alen Orga;| waren. Der Ausschuß traf sich vierzehntägig und bereitete die Bedingungen für I system. Di die Schaffung von Landesausschüssen der Nationalen Front vor. Dadurch wurde H dig undae eine große Anzahl von Menschen mobilisiert, die bisher ab- IN als aufen, seits gestanden hatten... Mi das Sosk Weil wir jetzt nur von der Organisation und ihrer verzweigten Tätigkeit Mi iedlich, Di sprechen, könnte das leicht zu der Vorstellung führen, daß im Laufe der Zeit IN len Vorrans aus der illegalen Konspiration irgendetwas Halboffizielles entstand, über das I Landis jeder Gefangene Kenntnis hatte. So war das freilich nicht; die Leitung der it on die Ri. Organisation war ständig in tiefer Illegalität. Ohne Übertreibung muß man Hi sagen, daß Tausende und aber Tausende von Gefangenen von dem Bestehen IN ve Wohn einer solchen Organisation keine Ahnung hatten. Sie genossen ihre Früchte und ende Zi wurden so oder so in die Arbeit miteinbezogen. Das war einer der größten N SE "Triumphe, denn dadurch schützte man sich vor den Versuchen der Gestapo, auf nden Fragen 2 3 ‚die Wurzel der unterirdischen Bewegung in Buchenwald zu kommen. . Ar.| ım eine Ver Trotzdem gab es Tage, an denen im Lager die Tätigkeit der Organisation Y\ ER. sichtbar wurde. So war das zum Beispiel am 1. Mai 1943. Die Feier zum Feiertag M verständih ‚der Arbeit wurde in vier Stuben des Blocks 39 vorbereitet, in dem Antifaschisten I) onnten.De Nationalitäten untergebracht waren. Der Banze Block ar IN Empfingen mustergültig aufgeräumt, und so weit es möglich war, auch mit Zeichnungen, h k Bildern und Blumen ausgestaltet. In jeder Stube lief ein Kulturprogramm ab. ii nd Jeweils eine halbe Stunde dauerte das tschechische, dann das deutsche, franzö- Ni a sische und russische Programm. Wieder bewährte sich der Lagerschutz, der N) TEE Be} bei dieser Gelegenheit das Lager buchstäblich vor einem ungebetenen Besuch m von SS-Leuten schützte. Auch am 7. November 1948 und am 1. Mai 1944 um wurden im Lager internationale Treffen vorbereitet, bei denen die Kameraden och welt über die Bedeutung dieser Tage sprachen. Daß die Aktionen gesichert waren, IN ! daß immer ein Thema für ein unverfängliches Gespräch gegeben war für den H ngen, zen Fall, daß die SS-Leute Einzelne fragen sollten, worüber sie sprachen, das ist I 5 erforder? selbstverständlich. Ebenso organisierte die Jugend— es gab in Buchenwald viele ;chisten, 4 Dutzende junger Leute— am. September 1944 einen internationalen Jugend- Hl jen wurden Bauf usw... h - zur nr Ziel war doch nicht nur die Selbsterhaltung, sondern auch die Zukunft. Sich N one Gem Ri 405 1 M\ r) ern er. Cr ee N oe sc ee a =’ TER NEE me ee ei ep al EEE TEEEE EBEEEA re SR An auf die Zukunft vorzubereiten, das war Ziel der ideologischen Arbeit... Von unregelmäßigen Versammlungen einiger Kameraden in den Blocks gingman über zur Schulung, zu regelmäßigen Darlegungen der politischen und militärischen Situation. In das Lager kamen junge Leute, die zwar Gegner der Nazis waren, jedoch von der Art und der Idee des antifaschistischen Kampfes keine klare Vor- stellung hatten. Wenn in Buchenwald auch die Grundlagen für eine spätere einheitliche tschechoslowakische Jugendorganisation gelegt wurden, spricht das recht überzeugend von der guten politischen Arbeit der älteren Genossen... Miloslav Moulis,„To byl Buchenwald“, Praha 1957, S. 81-85. Unser Verhältnis zu den deutschen Kameraden In der Lagerzeitung der tschechoslowakischen Kameraden des KZ Buchen- wald vom 19. April 1945 erschien ein Leitartikel mit der Überschrift„Unser Verhältnis zu den deutschen Kameraden“, dem wir folgendes entnehmen: ... Vergessen wir nicht, daß die Mehrheit der deutschen Kameraden, die sich im Lager auf führenden Stellen befanden, jahrelang wegen ihrer antifaschi- stischen Gesinnung und ihres Kampfes gegen die Nazis im Lager sitzen. Wie konnte es geschehen, daß schon vor dem Eintreffen der amerikanischen Armee Waffen im Lager waren, so daß das Tor faktisch von Häftlingen besetzt war, bevor die ersten amerikanischen Tanks ankamen? Wie war es möglich, daß gleich nach der Befreiung des Lagers die einzelnen Nationalen Komitees in Funktion treten konnten?.... Wie geschah es, daß die Amerikaner in Buchenwald 21 000 lebende Häftlinge und nicht ein leeres Lager vorfanden? Solche schwerwiegen- den Fragen könnten wir Dutzende stellen... Die Voraussetzungen für alle diese Tatsachen waren die Bedingungen, die von der deutschen politischen Häftlingsleitung in Zusammenarbeit mit den übrigen Nationen geschaffen worden sind. Wir wissen noch sehr gut, wie die „grünen“ Lagerältesten und die von der SS eingesetzten Blockältesten gegen uns wüteten. Erinnern wir uns nur an die Zeit Plauls und an die berüchtige Sonderkompanie, in der viele bekannte deutsche politische Häftlinge zusammen- gefaßt waren... Und es waren wiederum in erster Reihe die deutschen poli- tischen Häftlinge, die diese Schrecken rücksichtslos liquidierten und so die konspirative Arbeit der einzelnen Nationen ermöglichten. Niemand, der damals im Lager war, wird die einzigartige Solidarität vergessen, mit der die ersten, von langen Märschen und unmenschlicher Behandlung geschwächten Sowjet- gefangenen im Lager empfangen wurden, und die deutschen Kameraden, die deutschen Blockältesten, die nach den 25 Stockhieben von Sommer in den Stein- bruch geschickt wurden. Es ist notwendig, die deutschen Kameraden, die für die Lagerverhältnisse verantwortlich waren und sind, unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten. Entscheidend für uns ist, daß wir Tschechen in fast sechsjähriger Zusammen- 106 ‚Juchennalde II umi-S6. ‚„Von ilein di Ie Möglic urden au nden Ge sklärten KEN.., C nihrer M scher Pr. isten bei laute auf ) der Block: Stubendie | Die deı ) Anordnun Arbeit in seiten, da Gleichz: 15 Reyie Kutschen lin de Dadurc len ak u dieser Die ke Weitere/ indunge tite Aı it... Von 18 man über Militärischen lazis Waren e klare Vor eine später , Spricht das JOSsen.,., KZ Buchen arift„Unser ehmen: den, die sid r antifascı- - sitzen, Wi schen Ame besetzt wa ch, daß gleid ‚in Funktion wald 21 000 hwerwiegel‘ ngungen, di heit mit dei f, wie di testen geg" ie bericht? g zusammel' utschen pol und so de d, der damal or die eis Ihten Son“ meraden,&* ‚in. den Steit- opyerhältl trachteN: g Zusam arbeit als gleichgestellte Partner behandelt wurden und daß es uns so möglich war, das schwere Leben unserer Landsleute zu erleichtern. Wir wollen deshalb, daß unser Verhältnis zu den deutschen Kameraden ein gutes bleibt. „Buchenwalder Nachrichten“, Nr. 5 vom 20. April 1945. Hektografiert(Auszug). BA 7721-56. Die Polen in Buchenwald ...Von den polnischen Kameraden kamen bei der Einteilung zur Arbeit viele in die Gärtnerei. Hier war die Arbeit sehr schwer, aber sie gab zugleich die Möglichkeit, sich mit anderen Häftlingen zu unterhalten. Nach kurzer Zeit wurden auch Verbindungen mit einzelnen deutschen Kommunisten hergestellt. In den Gesprächen mit ihnen schilderten wir unsere Lebensbedingungen und erklärten ihnen, daß nicht nur polnische Faschisten in das Lager gekommen seien...., daß unter uns der größte Teil demokratisch gesinnt sei, daß die Polen in ihrer Mehrheit Gegner des Faschismus, gleichgültig, ob deutscher oder pol- nischer Prägung seien... Dies hatte den Erfolg, daß die deutschen Kommu- nisten begannen, die Funktionskräfte auszuwechseln und verantwortliche Leute auf die verantwortlichen Plätze zu stellen. Nach kurzer Zeit durchbrach der Blockälteste auf Block 50 die Anordnungen der SS, indem er Polen zu Stubendiensten ernannte. Der erste von ihnen war Stefan Misiaczek.... Die deutschen Kameraden bemühten sich unentwegt, neue Breschen in die Anordnungen der SS zu schlagen. Im April 1940 wurden die ersten Polen zur Arbeit in den Lagerwerkstätten zugelassen. Dies gab ihnen neue Mösglich- keiten, das Lager zu überleben.... Gleichzeitig wurde im November 1940 der erste Pole als Krankenpfleger in das Revier aufgenommen. Dies war ein Beweis für das Vertrauen, das die deutschen Kommunisten uns jetzt entgegenbrachten, weil das Revier damals und in der späteren Zeit das Organisationszentrum des Lagers war. Dadurch wurde die Stellung der polnischen Linken bedeutend verstärkt. Sie traten aktiv in Erscheinung, obwohl von irgend einer Form ihrer Organisation zu dieser Zeit noch keine Rede sein konnte... Die konspirativ gut arbeitende Lagerorganisation bereitete sich auf die weitere Arbeit vor. Die deutschen Kommunisten nahmen immer engere Ver- bindungen mit den Polen auf, unterhielten sich mit ihnen und führten eine breite Aufklärungsarbeit durch. Auch die polnischen Genossen schliefen nicht. Die Popularität der einzelnen wuchs mit jedem Tage. Die Kameraden wandten sich an uns mit der Bitte, bei den anderen Nationalitäten zu intervenieren, wenn sie ihre Sprache nicht verstanden. Wir waren es, die in der Lage waren, Nach- richten von den Fronten zu übermitteln. Wir waren schließlich diejenigen, die über den Sozialismus, über den Kommunismus sprachen, über den falschen Weg der polnischen Sanacja!, über die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit 1 Faschistische Regierung Polens, 407 Sgresiier See Ze u u gg m er ne nr ar a ee a he, 2 heine. Henhr EZ SEHE Bee ae einge = ge E TE ee Mn= er Sr Re eg Ze he der Sowjetunion in einem polnisch-sowjetischen Bündnis. In den einzelnen Blocks, vor allem aber in Block 50, begannen abends nach Löschen des Lichts die Diskussionen über Marxismus und Materialismus, über das Gesicht der Sowjetunion, über die Arbeiterklasse, aber auch über den Faschismus und seine Rolle bei der Erhaltung des sterbenden Kapitalismus... Die ersten organisatorischen Schritte waren sehr schwach, und im Dezember 1942 gab es erst fünf organisierte Zellen. Das einzige Ziel, welches die Organi- sation zunächst erreichte, war eine erneute Politisierung der polnischen Häft- linge. Die Diskussion wurde aufgenommen, man begann Häftlinge mit demo- kratischer Einstellung zu suchen... Für eine leistungsfähige Arbeit der Organisation wurde im Laufe des Januar 1944 folgendes Organisationsschema eingeführt: Die Gesamtheit der Organisation der PPR! mit der zentralen Leitung und der Verbindung zum internationalen Komitee wurde in fünf Teilorganisationen entsprechend der Blockordnung unterteilt: I.- die Blocks 15, 21, 27 und einzelne Genossen aus dem Küchenblock; II.- die Blocks 16, 28 und 29; III.- der Block 37 und einzelne Genossen in den Blocks 22, 26, 31, 32, 44, 36; IV.- das Kleine Lager; V.- das Revier. Jeder Block hatte eine aus den besten Zellensekretären bestehende dreiköpfige Leitung mit dem Blocksekretär an der Spitze. Die Sekretäre dieser Blocks bildeten die Leitung der Teilorganisation(drei Blocks). Die Sekretäre der Teil- organisationen bildeten ein beratendes Organ der Leitung der Gesamtorgani- sation. Jeder Block hatte zwei oder vier Flügelorganisationen, die besondere Zellen bildeten. An den Arbeitsstätten besaß die Partei Vertrauensmänner. Gleichzeitig wurde die Parteiorganisation im Lager zu einem vollberechtigten Mitglied des Internationalen Lagerkomitees... Im Januar 1944 bestand das Internationale Komitee aus Vertretern der KPD, KPÖ, KPTsch, KPdSU(B), KPF und PPR, die als sechste Partei aufgenommen wurde. Einige Wochen später wurden die Jugoslawen, Holländer, Belgier, Spanier und Luxemburger aufgenommen. In Verbindung damit erwies sich aus Sicherheitsgründen die Unmöglichkeit, das ganze Komitee zusammenzurufen. Auf der letzten Sitzung, Ende Januar, wurde beschlossen, das Komitee in Sprachgruppen, in die slawisch-deutsche und romanische, aufzuteilen. Jede Gruppe entsandte ihren Vertreter in die Exekutive... Die Sprachgruppen kamen auf Empfehlung des Lagerkomitees entsprechend den Erfordernissen gesondert zusammen. Die Verbindung zur Exekutive wurde mindestens ein- mal wöchentlich aufgenommen. Die Übermittlung der Anweisungen, Nach- richten und Richtlinien erfolgten täglich durch die dafür bestimmten Kame- raden... 1 Polska Partia Robotnieza— die Partei der polnischen Kommunisten. 408 Außer Jeutschen „Bund Die dei oftmals dı Organisat standen Y war, Wei mus als| \entalitä Genossen Lager, V lager, di BATIIS-2. Palm Sontemb Nndigt heit der äinen H: Katz zun Bargatz Buchen ufzuhä versuch! ilhg f INL= Bi ı einzelnen ı des Licht Gesicht der hismus und \ Dezember die Organi schen Häft- : mit demo- : des Januar eitung und Janisationen henblock; 26, 31,3, dreiköphge ieser Blocks re der Teil samtorgani dere Zellen berechtigte mn der KED, fgenommel ler, Belgies vies sich aus menzurufet Komitee I teilen. Jedt achgruppe! fordemisse" Jestens el’ 1geD, Nadı nten Kane Außer mit dem ILK unterhielten wir auch unmittelbaren Kontakt mit der deutschen Leitung, die den größten Einfluß auf alle Lagerangelegenheiten be- saß und darin die führende Rolle spielte. Die deutsche Partei hatte die größten Erfahrungen in den Lagerfragen, weil oftmals deutsche Genossen seit 1933 in Lagern waren. Sie hatten die ältesten Organisationserfahrungen, weil die Anfänge der KPD im Lager schon 1937 ent- standen waren und seit 1939 die Partei bereits der führende Faktor im Lager war. Weiter, weil die Deutschen am besten und am längsten den Hitlerfaschis- mus als besondere deutsche Variante des Faschismus kannten, weil sie die Mentalität und schwachen Seiten der SS begriffen hatten... Die deutschen Genossen gewährten ihre Hilfe und Unterstützung allen Antifaschisten im Lager, vor allem aber den Kommunisten, als stärkster politischer Kraft im Lager, die gegen den Hitlerfaschismus kämpfte... Henryk Sokolak BA 7115-2. Bericht, am 11. April 1957 dem Archiv übergeben. Das Lager stellt der SS keine Henker -..Im Sommer 1944 flüchteten 2 polnische Häftlinge aus dem Lager. Im September des gleichen Jahres fing die SS einen von ihnen wieder ein. Daraufhin kündigte mir die Lagerführung an, daß der wiederergriffene Pole in Anwesen- heit der gesamten Lagerinsassen gehängt werden sollte. Ich erhielt den Auftrag, einen Häftling beizubringen, der die Exekution vorzunehmen hatte. Im Gegen- satz zum Jahre 1938, wo die beiden BVer Richter und Osterloh die Häftlinge Bargatzki und Forster hängten, fand sich im Jahre 1944 im ganzen Lager Buchenwald kein Häftling mehr, der bereit war, den polnischen Kameraden aufzuhängen. Doch mein Bescheid genügte der Lagerführung nicht, sondern sie versuchte während des Appells selbst einen Häftling zu finden, aber auch das schlug fehl, und so war die SS gezwungen, die Exekution selbst auszuführen... Erich Reschke IML- Buchenwald II 1/3. Bericht vom 31. März 1947. Bericht des Niederländischen Komitees über die illegalen Vorbereitungen der inter- nationalen antifaschistischen Zusammenarbeit im Lager Buchenwald ...1941 wurden ca. 100 Geiseln hier eingeliefert, die jedoch auf Grund ihrer bevorzugten Behandlung wenig vom eigentlichen Lagerleben verspürten und nach kurzer Zeit wieder entlassen wurden. Die im selben Jahre eingelieferten niederländischen Geusen! wurden jedoch ins Häftlingslager gelegt und mußten 1 Holländische Widerstandsgruppe, 409 Dre, Sn aut u ee en ge en ne nn————— nn ee Le en SEREEE rn ge RR EUREN, aa ge en en an Fee = ne u una Er en ce rn en ne en Ange EEE TED ee EST mit den übrigen Häftlingen an dem harten Lagerleben teilnehmen. Im April 1942 kamen wiederum 800 Niederländer, worunter sich eine größere Zahl Kom- munisten befand. Von dieser Gruppe kamen nach einigen Tagen 85 Häftlinge nach dem Lager Groß-Rosen; diese wurden dort restlos liquidiert. In der ersten Zeit bestanden zwischen den verschiedenen politischen Gruppen der Nieder- länder gespannte Verhältnisse. Dieser Zustand befand sich stark im Gegensatz zu den Verhältnissen im Gefängnis Scheveningen, wo die niederländischen Ge- fangenen ohne Rücksicht auf ihre politische Einstellung oder Glaubensrichtung außerordentlich zusammenhielten. Die ständigen Bemühungen der verantwor- tungsbewußten Kräfte der verschiedenen Gruppen führten nach und nach zu einer wesentlichen Besserung dieses Zustandes. Die deutschen und die öster- reichischen Häftlinge, die die verschiedensten Posten besetzt hatten, nahmen die Verbindung mit den Niederländern auf und zogen nach Prüfung auf Zuver- lässigkeit und ihrer politischen Einstellung Seegers und Pieck zur Mitarbeit heran. Durch die Mitarbeit dieser Genannten wurde es möglich, eine größere Anzahl Niederländer auf bessere Arbeitsplätze, wie Häftlingsküche, Häftlings- wäscherei, Häftlingskrankenbau usw. unterzubringen, wo diese wiederum viel Gutes für die übrigen Häftlinge zu tun vermochten. Unsere Tätigkeit bestand also einerseits in einer Verbesserung der Lebens- bedingungen im Lager und andererseits in einem ständigen Kampf gegen die- jenigen, die die getroffenen Maßnahmen nicht verstanden und die Verdienste der deutschen Kommunisten zu schmälern versuchten. Es mußte immer wieder hervorgehoben werden, daß die deutschen Kommu- nisten schon vor ihrer langjährigen Haft gegen Hitler kämpften, lange schon, bevor die meisten Niederländer in Hitler und dem Nationalsozialismus eine Gefahr erblickten, und daß man diese Deutschen niemals mit den National- sozialisten auf eine Stufe stellen durfte. Die verständliche antideutsche Gesin- nung eines großen Teiles der Niederländer in eine antifaschistische umzu- wandeln, war eine unserer schwersten Aufgaben. Es gelang im Juni 1944, durch die Bildung eines Niederländischen Komitees unsere Arbeiten auf breiter Grundlage weiterzuführen. Unser Komitee setzte sich zusammen aus Vertretern der Antirevolutionären Partei, der Freisinnigen Demokraten, der Katholiken, der Sozialdemokraten, der Kommunisten und der Parteilosen. Im Laufe der Zeit beteiligten sich unter anderem an den Arbeiten im Komitee Kapitän Dr. van Lingen, Leutnant Rams- horst, Mr. Joeckes sen., Joeckes jun., Ritmeester, Treuniet, Bouman, van Vuuren, Aaldors, Pastor Spronk, Varewijk, Seegers, Haken und Pieck. Neben dem Bestreben auf Verbesserung der Lebenslage der Niederländer im Lager wurden auch die kommenden Aufgaben in den Niederlanden besprochen, um die hier geschaffene Einheit in der Heimat zum Nutzen unseres Volkes aus- zuwerten... Unter der Führung der deutschen Kameraden Walter Bartel und Harry Kuhn und unter Beteiligung von Ernst Busse nahmen Vertreter von Frankreich, Öster- reich, Tschechoslowakei, UdSSR und den Niederlanden an der ersten inter- 410 | | | „ıtionalet Arbeiten Bespre‘ ) insche L Empfang nielte. OL l [Ei IML- Buc Schon wald wu lager s] tewisse Am] Dlockält port sov ibriege) Ingen Ein Schuhb komme gelang, schon ı blick w krank Später Deuts Sereh, Sie pr Mehr Fehra, Nun: {anen . Im Apr] Zahl Km. ) Häftlinge 1 der ersten ler Nieder- Gegensatz lischen Ge ensrichtung Vverantwor- nd nach zı | die öster- nahmen die auf Zuver- Mitarbeit ne größere ‚ Häftling; .derum viel ler Lebens- gegen die- Verdienste »n Kommu- inge schon, lismus eine 1 National sche Gesit- ‚che umzu- 1944, durch auf breiter olutionären [emokratet, y sich unter nant Rams- ‚an Vuurel), orländer in yesprodhed Volkes aus Jarry Kuhn sjch, Oster ‚sten. inte nationalen Besprechung teil. Für die Niederlande beteiligte sich Pieck an diesen Arbeiten... Besprechungen wurden hauptsächlich geführt über die politische und mili- tärische Lage und über die besonderen Verhältnisse im Lager, wobei der illegale Empfang von Sendungen der Verbündeten Nationen eine wichtige Rolle spielte... Für die Anti-Revolutionäre Partei gez. Dr. D. van Lingen Für die Freisinnig-Demokratische Partei gez. G. Ritmeester Für die Sozialdemokratische Arbeiter-Partei gez. Arie Treuniet Für die Kommunistische Partei in den Niederlanden gez. L. Seegers IML- Buchenwald II 1/3. Hektografiert, geschrieben 1945. Der Empfang der ersten sowjetischen Kriegsgefangenen Schon vor dem Eintreffen der ersten sowjetischen Kriegsgefangenen in Buchen- wald wurden die Baracken Nr. 1, 7, 13, 19, 95 und 30 besonders eingezäunt. Im Lager sprach sich herum, was man wohl damit beginnen wollte. Es war eine gewisse Beunruhigung im Lager zu bemerken. Am 18. Oktober 1941 wurde plötzlich durch das Mikrophon gerufen, daß die Blockältesten sofort zum Tor kommen sollten. Dort erfuhren wir, daß ein Trans- port sowjetischer Kriegsgefangener kommen würde, daß wir die Lagerstraßen abriegeln sollten, damit die Kriegsgefangenen keine Verbindung mit den Häft- lingen aufnehmen könnten... Ein Teil der Blockältesten blieb auf dem Appellplatz. Zu ihnen gehörten Schuhbauer und ich. Wir standen direkt am Tor, so daß wir als erste den an- kommenden Transport sehen konnten. Es waren über 2000 sowjetische Kriegs- gefangene. Der Anblick war fürchterlich. Durch die lange Lagerzeit waren wir schon einiges gewohnt und waren auch schon hart geworden. Aber dieser An- blick war erschütternd. Körperlich heruntergekommen, in zerrissenen Kleidern, krank und siech trafen sie ein... Die Kriegsgefangenen— das erfuhren wir später— sind durch Deutschland getrieben worden, um sie in den Augen der Deutschen herabzusetzen und zu diffamieren. Man hat ihnen fast nichts zu essen gegeben. Vor Empörung und Scham traten uns die Tränen in die Augen. Sie wurden dann in das Zeltlager, den sogenannten Rosengarten, überführt. Truppweise wurden sie durch Blockälteste zum Bad geführt. Sie passierten nicht mehr das Kleine Lager, sondern wurden gleich in die umzäunten Baracken gebracht. Das, was die SS erreichen wollte, die sowjetischen Kriegsgefangenen in unseren Augen herabzusetzen, gelang ihr nicht. Das zeigte sich in der spon- tanen Solidaritätsaktion. Jeder versuchte, irgend etwas zu geben(Brot, Ziga- 411 Ge Se ee Sn Se ee ae a ae, EEE Ayla ee SER Fer Bene eg ge EEE ir ea et Fe es =. = a ergegegber: ELTKREEUREN sol 1 I retten usw.). Die Blockältesten sollten es verhindern, taten es aber nicht... Der je„Klage R Zug des Kameraden Kurt Wabbel wurde zum Beispiel umringt. Jeder steckte ‚enn nich K den Gefangenen irgend etwas zu. Wir staı M Wir gingen in das Lager hinein und stellten die Trupps zusammen, die in das\ udTrink HN Bad gehen sollten. Wir hatten auch Rauchzeug bei uns. Die sowjetischen sosichtig ! Kriegsgefangenen baten uns, ihnen etwas zum Rauchen zu geben. Das taten unkt, Ich h wir. Als wir uns gerade mit den sowjetischen Kameraden unterhielten— die urften es H Kriegsgefangenen rauchten dazu— kam der Lagerführer Plaul herein und rief\ Brot: N sofort dem Lagerältesten Franz Becker zu:„Schreib mal die Nummern von ehr. Ich N diesen dreien da auf(meine Nummer 2531 und die von Wabbel und Schuh- ‚ll Int wars H bauer). Wir waren uns darüber klar, daß noch etwas kommen würde. Es war ınsauch 1 Ah gleich im Lager bekannt, daß unsere Nummern aufgeschrieben waren. Nach de ih Am nächsten Tage, am 19. 10. 1941 also, marschierten wir wie sonst zum der Strafk N Appellplatz. Nach dem Kommando„Mützen ab!“ und„Mützen auf!“ kam nicht tten un Hi wie sonst das Kommando zum Einrücken in die Arbeitskommandos. Es ent-) hd her Hi stand eine Pause. Dann rief der Rapportführer Strippel unsere Nummern auf| rürden, ‚ und befahl:„Sofort im Laufschritt ans Tor!“ Die Kameraden sprachen uns Mut} sirden, d } N zu. Wir sollten zeigen, daß wir Kommunisten wären.) Tage rück AN Ich muß sagen, daß ich eigentlich völlig ruhig war. Wir mußten uns am Tor| avähnen N aufstellen. Die Lagerführer und Blockführer und alles, was beim Appell noch an) stlgene N SS-Leuten anwesend war, hatten sich ebenfalls aufgestellt. Hauptsturmführer, In MN Florstedt ließ eine wüste Tirade gegen uns los, daß vor ihnen drei Kom-' Amnäc iR munisten stehen würden, die nichts gelernt hätten, die sich mit den Fein- Lore kam RN den der Welt solidarisch erklärt hätten. Es folgten noch eine Menge Kraft- nrde, D N ausdrücke, die ich nicht wiedergeben will. Es war beleidigend und menschen- hieben r N erniedrigend. Wir konnten uns aber nicht wehren. Am Ende sagte er:„Zur Ab- Währer hi schreckung der anderen, die es noch wagen sollten, sich solidarisch mit den hntät ur " Feinden der Welt zu erklären, erhält jeder 25 Stockschläge und kommt in die isere K ii Strafkompanie in den Steinbruch. Sollte es noch einmal einer wagen, sich den Alien] \ 5 B. aD) y‘ eingezäunten Blöcken zu nähern, dann blüht ihm dasselbe wie den drei roten lem; N Schweinehunden!“ ‘| Der Bunkerchef, Scharführer Sommer, der Henker von Buchenwald, kam und I N führte den Auftrag aus. Er peitschte uns aus. Ich war entschlossen, gleich als N erster dranzukommen. Ich wußte ja nicht, ob die beiden anderen durchhalten N würden. Ich kam gleich als erster dran, bekam meine 25 Stockschläge. Wenn il einer denkt, daß es so vor sich ging wie früher in der Schule, wenn der Lehrer\ $) die Kinder prügelte, so irrt er sich. Die SS und besonders Sommer hatten eine| A ganz bestimmte Methode. Die Zwischenräume zwischen den Schlägen dauerten|. Vo $ eine Anzahl von Sekunden, bevor der neue Schlag kam. Man hatte dabei die len fü N Empfindung, als ob ein heißes Bügeleisen über das Hinterteil gezogen würde. te Fl u Ich hatte die Mütze zwischen die Zähne genommen, um keinen Schrei auszu- übe P. R) stoßen und ihnen nicht noch diesen Gefallen zu tun. Nachdem ich meine fs IM 25 Stockschläge weg hatte, kamen Wabbel und auch Schuhbauer dran. Beide Yan haben ebenfalls keinen Schmerzensschrei ausgestoßen. Dann mußten wir an Kurt 412 Bde ER N iX icht,., Der der stedh die„Klagemauer“ treten und Kniebeugen machen, eine ganze Menge, so 50-60, wenn nicht noch mehr. Und das mit dem zerschlagenen Gesäß, Ih 2, dieind,| Wir standen vom Vormittag bis zum Abend auf dem Appellplatz, ohne Essen Ki SOW eich und Trinken. Doch einmal schob sich eine Hand heraus und winkte. Wir waren H ı Dusc vorsichtig und ließen uns nichts anmerken. Es wurde aber immer wieder ge- M ielten A winkt. Ich schob mich langsam an das Fenster heran, denn die Posten vom Turm ie ein man durften es nicht bemerken. Es war der Kalfaktor der Blockführerstube. Er legte N a“ uns Brot auf den Fenstersims. Den Namen des Kalfaktors weiß ich heute nicht Y und Schu| mehr. Ich nahm das ni weg und gab Schuhbauer und Wabbel ihren Teil. Das N er Brot war sogar belegt. Hier zeigte sich die Hilfe des Lagers uns gegenüber, die h\ Be a uns auch immer wieder Kräfte gab, uns Mut machte, durchzuhalten. in : Nach dem Einrücken der Arbeitskommandos wurden wir dem Blockältesten I zu| der Strafkompanie übergeben, der uns in den Strafblock brachte und uns unsere I ' kam nidı Betten und Spinde zuteilte. Immer wieder wurden wir von Kameraden aus dem M dos. Esen| Block herausgerufen, die uns Mut machten und sagten, daß sie uns helfen Ki mern au würden, wieder herauszukommen. Sie sagten, daß sie alles unternehmen I en uns Mit“ würden, damit die SS uns nicht im Steinbruch erledigen könnte, Am nächsten IH Tage rückten wir mit dem Arbeitskommando aus. Nicht vergessen möchte ich zu ii uns am Tor erwähnen, daß das Revier Sanitäter schickte, die uns Verbände um das zer- Mi N pell noch a schlagene Gesäß legten. Das war illegal. Die Kameraden riskierten dabei ihr sturmführe Leben. In dieser Zeit waren Weingärtner, Kipp, Jusek im Revier. zug Eee drei Kon- Am nächsten Tag wurden wir im Steinbruch eingesetzt. Daß wir nicht an die t den Fein- Lore kamen, sondern Steine brechen durften, zeigt schon, daß uns geholfen 1 enge Kraft wurde. Denn wenn wir mit unserem zerschlagenen Hintern noch Loren hätten IN ] menscher- schieben müssen, dann wüßte ich nicht, ob wir durchgehalten hätten... IN r:„Zur Ab- Während unserer Arbeit im Steinbruch empfanden wir die ständige Soli- AN sch mit den darität unserer Kameraden. Sie wachten besonders über unser Leben, denn als Hi mmt in die unsere Kapos fungierten Herzog und Vogel, Berufsverbrecher, die als Tot- na en, sich den schläger bekannt und berüchtigt waren. Es gelang der SS und ihren Helfers- I n drei roten helfern nicht, ihr Ziel, uns über die Postenkette zu jagen, zu erreichen. ii Kurt Leonhardt?\ ld, kam und BA 73-27. Tonbandaufnahme am 27. Februar 1957. Mt n, gleich al I durchhalten I läge, Wen} eu el) Zu Er MH | er Lehre Unsere weitere Hilfe für die ersten sewjetischen Kriegsgefangenen si hatten ei?... Von der SS wurde der Befehl gegeben, daß die sowjetischen Kriegsgefan- f en dauert genen für die Dauer von 6 Monaten täglich nur Steckrübensuppe ohne Salz, Y e dabei di ohne Fleisch und ohne Kartoffeln erhalten sollten. An Brot erhielten sie nur H gen us halbe Portionen ohne jede Zutat. Auch hier waren wieder die Häftlingsküche chrei auszu-. ee ich meine 1 Wegen ihrer einmütigen antifaschistischen Haltung erhielten alle Lagerinsassen drei Tage ji Beide Essenentzug als„Strafe“ n j 2 Ee ä 1 dran.; Kurt Leonhardt, geb. 1903, 1934-1937 Zuchthaus Waldheim, 1937-1945 KZ Buchenwald, jetzt K ten wir a Direktor eines VEB. hi i I: - I) 413 Ri nt 2 RC EEE EEE FA vr = Kerr Mi u en mi ER al EEE AT me = ze Mr ee \ N und der Häftlingskrankenbau die Zentren, in denen beraten wurde, wie der SS- Befehl zu umgehen sei. Alle Mittel wurden benutzt, um die SS von der Kon- trolle des Essens abzulenken. Dazu wurden viele Möglichkeiten erfunden und erdacht. Der ganze Widerstandsapparat war darauf eingestellt. Essenkübel wurden vertauscht, mit den Säcken mit Brot wurden Säcke mit wertvollen Lebens- mitteln in das Lager der sowjetischen Kriegsgefangenen hineingeschmuggelt. Die Nacht wurde benutzt, um im tiefsten Dunkel weitere Lebensmittel durch den engmaschigen Stacheldraht zu schieben. Nicht alle sowjetischen Gefangenen konnten— der durchgemachten Strapazen wegen— gerettet werden, aber die große, umfassende Solidaritätsaktion erhielt viele von ihnen am Leben. Der Widerstandskampf aller antifaschistischen Häftlinge kostete Opfer, trug aber auch reiche Früchte in der Rettung vieler Gefangener. Noch zahlreiche poli- tische Häftlinge wurden wegen der Bekundung ihrer offenen Sympathie gegen- über den sowjetischen Kameraden ausgepeitscht. Erich Voigt BA 73-61. Bericht vom 27. Dezember 1957. Die Hilfe für die sowjetischen Frauen ... Als ein größerer Transport sowjetischer Frauen im Durchgang Buchen- wald erreichte, stellte es sich heraus, daß sie vier Tage keine Verpflegung er- halten hatten. Im Lager wurde alles zur Hilfe vorbereitet. Ich fuhr mit meiner Kolonne zu den Küchen, und aus dem Keller der Kommandantur-Küche verab- reichte mir Kamerad Stache drei Sack Brote, zwei Sack Gurken und einige Eimer Marmelade- welche ich glücklich ins Lager brachte, obgleich Oberscharführer Schmidt(„Häppchen“) im Tor stand. Abends erhielten die Frauen dann die Lebensmittel. All diese Zuwendungen kamen aus dem Verpflegungsetat der SS, und jeder von uns war sich der eventuellen Folgen voll bewußt... Stanislaus Rosploch IML- Buchenwald II 1/2. Bericht vom 30. Dezember 1949. ... Die Frauen, die in ihrer von der langen Reise zerrissenen und verschmutz- ten Kleidung einen erschütternden Anblick boten, wurden mit einer beispiel- losen Solidaritätsaktion empfangen. Alle Winkel wurden nach Frauenkleidung durchsucht, ein Block wurde sofort geräumt und gereinigt. Jeder brachte etwas, nur um zu geben. Die Blocks verzichteten vielfach auf ihre Zulagen und schick- ten sie den Frauen. An den Zäunen des Frauenblocks drängten sich viele, auch wenn eine Verständigung nicht immer möglich war. Man sah die Frauen und freute sich, ihnen freundschaftliche Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Vielen der Frauen hatte man unterwegs die Kinder weggenommen,„um sie in Kinderlager zu bringen“. Und die Mütter ahnten nicht, was man, wie jeder langjährige Häftling schon wußte, mit Kindern machte, die der SS in die Hände fielen. Damals haben alle gelogen, denn wer wollte einer Mutter die Geschichten 414 | ‚nählen, J mren. | Nacei } Jim Frau Jerte, in jitten, di | Iaßten N " se.dadurc Xonzentratic „.„Sche \ zlnen G idete sie Weitere nder Bai Pavel Ly Diese( ständ {scher R Dıbkin, Die{u ee) Achten i!schiser \ hen] Pen, sid Verbind AYetosl; Sustay) ) Auniste le, “ampfe ‚wie der$. on der Kor runden un Essenküh; len Lebens eschmuggel ‚mittel dd Gefangen: len, aber di Leben, D r, trug ab reiche pıl athie gegen Erich Vor rang Bude rpflegung e' ır mit mein! Küche verib einige Eine erscharführt ıen dann di SS, und jed Jaus Rosplel 1 verschmul? iner beispi* auenkleidut jrachte ei! op und sau“ ch viele, a o Frauen U erzählen, die von Auschwitz und den anderen Vernichtungslagern bekannt waren. Nach einigen Tagen verließen die Frauen Buchenwald, um nach Ravensbrück, dem Frauenlager, zu gehen. Sie hinterließen einen Brief, der im Lager zirku- lierte, in dem die Frauen zum Ausdruck brachten, wie sehr sie empfunden hätten, daß es in Deutschland auch noch andere Menschen gäbe, als die ver- haßten Nazis, wie sehr sie sich über die geübte Solidarität gefreut und wie sie dadurch wieder Mut gefaßt hätten, durchzuhalten... Konzentrationslager Buchenwald. Bericht des Internationalen Lagerkomitees. Weimar 1949. S. 47/48. Die Arbeit des illegalen sowjetischen Zentrums ... Schon Ende Dezember 1941 entstanden in jeder Baracke die ersten ein- zelnen Gruppen der Widerstandskämpfer. Die erste Gruppe von Patrioten bildete sich um Nikolai Simakow, der sich im Revier befand. Weitere solcher Gruppen entstanden unter Leitung von Michail Lewschenkow in der Baracke 25, von Iwan Nogaiz- in Block 13, von Alexander Pawlow und Pawel Lysenko— in Baracke 1, und von Viktor Popow— in Block 30. Diese Gruppen stellten sich folgende Aufgaben: 1. Zusammenschluß der sowjetischen Menschen zu einem einheitlichen Kollektiv, 2. Entgegenwirken der faschistischen Propaganda, 3. Hebung des patriotischen Geistes, 4. Herstellung internationaler Verbindungen, 5.Hebung der Autorität der Sowjetmenschen und der Sowjetunion bei den Häftlingen, die durch das Gift der antisowjetischen Lügenpropaganda ver- seucht waren, 6. Organisierung der Unterstützung Schwacher durch materielle Hilfe, 7. Organisierung von Sabotage. Bis zum Sommer 1942 arbeiteten die Gruppen getrennt voneinander und selbständig. Im Herbst 1942 traf in Buchenwald eine neue große Gruppe sowje- tischer Kriegsgefangener ein. Unter ihnen waren: Stepan Baklanow, Pawel Babkin, sie wurden die Organisatoren der ersten illegalen Widerstandsgruppen. Die getrennten und isolierten Handlungen der ersten illegalen Gruppen brachten Unstimmigkeit in den allgemeinen Widerstandskampf gegen den Faschismus innerhalb des Lagers. Die anwachsenden Verbindungen mit poli- tischen Häftlingen anderer Nationen halfen den Leitern der getrennten Grup- pen, sich gegenseitig zu erkennen. Eine große Rolle bei der Organisation der Verbindungen zwischen diesen Kameraden spielte der tschechische Kommunist Kvetoslav Innemann, der durch einen österreichischen Arzt— den Häftling Gustav Bose, welcher das Leben von Simakow rettete, und den deutschen Kom- munisten Walter Bartel die persönliche Verbindung mit Nikolai Simakow her- stellte. Der tschechische Genosse machte die Russen mit der Lage des illegalen Kampfes im Lager bekannt. 415 N en Te Zee er Be en ee een te in ee En ee en Te = EEE u ee = ER TETEIE EEE TEE ET De nn ne m EDDIE ENGE EEE ee BE he Am Anfang des Sommers 1942 wurde auf dem Gelände des Reviers auf einer Geheimbesprechung der Leiter der illegalen sowjetischen Gruppen das illegale politische Zentrum gebildet. Ihm gehörten an: Simakow— als Leiter, Bakla- now- für den militärischen Sektor, Nogaiz- für den politischen Sektor, Pawlow— für den Sicherheitssektor, Lewschenkow— als Redakteur der illegalen Zeitung„Prawda Plennich“(„Die Prawda der Gefangenen“)!. Auf dieser Besprechung wurde auch das Kampfprogramm ausgearbeitet: 1. Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes, 2. Durchführung antifaschistischer Agitation und Propaganda, 3. Erweiterung und Festigung der internationalen Verbindungen, 4. Verstärkung der Schädlingstätigkeit und Sabotage in der Pro- duktion u.a.... Die russischen politischen Häftlinge waren zusammen mit den Häftlingen anderer europäischer Nationen untergebracht. Das gemeinsame schwere Leben, die Arbeit, das Überleben aller Schrecken, Qualen und Folterungen festigte die brüderlichen Bande der internationalen Solidarität und Freundschaft zwischen allen Häftlingen des Konzentrations- lagers Buchenwald noch mehr. Die Devise aller Häftlinge lautete: Holländer, Deutscher, Russe oder Franzose, festige den Bund der Freundschaft. Wie im besonderen Lager für Kriegsgefangene, so entstanden auch im Früh- jahr 1942 unter den sowjetischen Häftlingen um die aktivsten Antifaschisten herum illegale Gruppen. Wassili Asarow, Wassili Shuk, Adam Wassilschuk, Iwan Ascharin, Wladimir Cholopzew- das sind die Namen der Helden, der ersten Organisatoren der illegalen Arbeit unter den politischen Häftlingen. ‚Die Aufgaben und Ziele der illegalen Gruppen unter den Häftlingen waren die gleichen wie bei den Illegalen unter den Kriegsgefangenen. Alle sowjetischen Menschen hatten ein einheitliches Ziel— bis zuletzt gegen den Faschismus zu kämpfen. Auf diese Weise existierten und arbeiteten auf Grund der Bedingungen und des Standortes in Buchenwald zwei selbständige sowjetische Widerstands- organisationen, In ihrer praktischen Tätigkeit stützten sich beide Organisationen auf die aktive Hilfe der schon früher gebildeten Organisationen unter den deutschen, tschechischen, polnischen, jugoslawischen Kameraden. Aber die Existenz von zwei parallelen Organisationen konnte kein Dauerzustand sein. Um die An- strengungen zu vereinigen und die Handlungen zur Erfüllung der gestellten Aufgaben zu koordinieren, war es notwendig, beide Organisationen zusammen- zuschließen und ein einheitliches Zentrum zu schaffen. Im März 1943 stellte Nikolai Tytschkow im Auftrage von Simakow wegen der Frage der Schaffung einer einheitlichen Organisation die Verbindung zu Wassili Asarow und Wassili Shuk her. 1 Vgl. S. 419. Ar Währen andere) ‘ | berufen "Jr Vorsi \ikolai 4 van Nog Tytschkov Damals gehörte {rochmal | Seit di "Bereiche c | Zentrum siklicher Die po entratior sehen de Die Ile haltung zntratio1 (ommanc | inter der ) feiiber ie Ileg Ierschlag ds un, Allmäl Üarakte Iomie d Its Pol Iunktion; (ts Fein Dltisch DerD Ensyste le tatsä Yachsen | Terdenc Zud | pfan, Kling( tpred “er wo 7 Buch EIS Auf eine n das ler Leiter, Ball, schen Sekt r der illegal ausgearbeite tfaschistische nternationalen ge in der Pre n Häftlineen ler Schreck nternationala onzentration- 6: auch im Fril Antifaschisten rin, Wladini ‚nisatoren di tlingen wart zuletzt gegt! lingungen U Widerstand Honen auf d Jen deutsche ‚ Existenz WW ‚Um die An der gest en zusam makow We” Jerbindung- Während der Erfüllung des Auftrages stellte Tytschkow auch die Verbindung zu anderen Kameraden her: zu Alexander Kupzow, Grigori Krochmalew, Niko- lai Aljanow. Einstimmig wurde beschlossen, eine Aktivtagung der Illegalen ein- zuberufen. In der Nacht des 15. März versammelten sich, unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen und Organisierung der Absicherung, in der Baracke”: Nikolai Simakow, Wassili Asarow, Stepan Baklanow, Michail Lewschenkow, Iwan Nogaiz, Alexander Pawlow, Iwan Ascharin, Alexander Kupzow, Nikolai Tytschkow, Grigori Krochmalew, Adam Wassiltschuk. Damals wurde hier auch das politische Russische Zentrum gewählt, dem angehörten: Simakow— als Leiter, Asarow, Ascharin, Baklanow, Kupzow, Krochmalew, Lewschenkow. Seit dieser Zeit wurde auf neue Art gearbeitet— energischer, indem alle Bereiche des Lagerlebens und die Arbeitskommandos einbegriffen wurden. Das Zentrum begann die konkrete Leitung bei allen gestellten Aufgaben zu ver- wirklichen... Die politische Arbeit unter den Häftlingen und Kriegsgefangenen im Kon- zentrationslager Buchenwald begann in den Jahren 1941-1942 mit dem Ent- stehen der ersten illegalen Gruppen... Die Illegalen stellten sich als eine ihrer ersten Hauptaufgaben die Aufrecht- erhaltung, des moralischen Kampfgeistes des sowjetischen Menschen im Kon- zentrationslager. Zu diesem Zweck führten sie in den Baracken, in den„Arbeits- kommandos“ bei jedem günstigen Moment Gespräche und Aufklärungsarbeit unter den Häftlingen durch. Alle Informationen des faschistischen Kommandos, die über die im Lager aufgestellten Lautsprecher übertragen wurden, erklärten die Illegalen auf ihre Art, damit die Häftlinge zu der Einsicht kamen, daß die Zerschlagung der Hitlerarmeen und der Untergang des faschistischen Deutsch- lands unvermeidlich sei. Allmählich erweiterte sich die mündliche Agitation und nahm planvollen Charakter an: es wurden spezielle, gut ausgebildete und die Politik und Öko- nomie der kämpfenden Staaten kennende Kameraden eingesetzt. Es waren dies Politarbeiter und Offiziere der Sowjetarmee und Partei- und Staats- funktionäre, die sich aus den verschiedensten Gründen hinter dem Stacheldraht des Feindes befanden. Große Hilfe erwiesen die deutschen und tschechischen politischen Häftlinge bei der Durchführung antifaschistischer Agitation. Der Deutsche Walter Bartel und der Tscheche Kvetoslav Innemann informier- ten systematisch mündlich die dafür zuständigen sowjetischen Kameraden über die tatsächliche Lage an den Fronten des Vaterländischen Krieges, über die an- wachsende Widerstandskraft der sowjetischen Truppen und über die schlechter werdende ökonomische Lage Hitlerdeutschlands. Zu dieser Zeit hatten die deutschen Illegalen einen geheimen Rundfunk- empfänger. Die Nachrichten des Sowjetischen Informationsbüros und die Mit- teilung des Londoner Rundfunks wurden wöchentlich auf den geheimen Aktiv- besprechungen der Illegalen mündlich erklärt. Diese gaben ihrerseits das auf der wöchentlichen politischen Umschau Gehörte von Mann zu Mann weiter. 27 Buchenwald 417 x z =a ng ee a rege gen menge ee FI=-_ ee Se a nn Seesen Seren a ne eplesten DE EEIETCH 2 aust EEE TEETETER we rn er ee nn ee I nn uud en de ce a ir Re ER Diese Informationen und Mitteilungen wurden aus Gründen der Konspiration als belauschte Gespräche und Gerüchte weiterverbreitet. Die sowjetische Widerstandsorganisation stellte sich ihrerseits die Aufgabe, einen eigenen Rundfunkempfänger zusammenzubasteln. Die Montagearbeit wurde Alexej Drapkin, einem Häftling, der in der Radiowerkstatt eines der Lagerbetriebe arbeitete, übertragen. Er entwendete häufig mit seinen Kame- raden Radioteile oder fertigte sie mit ihnen an und baute einen kleinen Rund- funkempfänger zusammen, der vom Elektronetz gespeist wurde, und montierte ihn in einen alten Marmeladeneimer. Dieser Eimer wurde mit einem Deckel zugedeckt, der eine Vertiefung hatte, in der sich zur Tarnung Stiefelschmiere befand. Der Empfänger wurde auf verschiedenen Stellen aufbewahrt: in der Baracke 7, im Schweinestall u. a. Dieser winzige illegale Rundfunkempfänger erwies der illegalen Organisation eine große Hilfe: er verband die sowjetischen Menschen, die sich in der faschistischen Folterkammer befanden, mit ihrer ge- liebten Heimat. Verantwortlich für den Empfang von Radiomeldungen aus Moskau wurde ein Mitglied des Politzentrums, Michail Lewschenkow, gemacht, der die Meldungen aufschrieb und sie an den Leiter der illegalen Politabteilung der Organisation, Sergej Kotow, weitergab. Kotow vervielfältigte und übergab sie von Mann zu Mann, sowohl den speziell damit beauftragten Kameraden als auch dem einfachen Mitglied der illegalen Organisation. So gelangten die Meldungen in die„Arbeitskommandos“ und in die Baracken. In den Baracken wurden diese Informationen weitergegeben und in den Schlafsälen bei gelösch- tem Licht als deutsche Meldungen erzählt, in den„Arbeitskommandos“ jedoch wurden sie von Mund zu Mund weitergegeben... Die Politabteilung der Widerstandsorganisation von Buchenwald entfaltete sowohl innerhalb ihrer Organisation, als auch unter den illegalen Gruppen anderer Nationalitäten die politische Aufklärungsarbeit. Das Hauptziel dieser Arbeit bestand darin, den ausländischen Kameraden die sowjetische Wirklich- keit zu zeigen und die faschistische Propaganda zu entlarven, die Haupt- momente der Leninschen Nationalitätenpolitik zu erläutern, weiterhin Fragen des Aufbaus des Sozialismus in der UdSSR, die Hauptmomente aus der Ge- schichte des Bürgerkrieges und den Beginn des Vaterländischen Krieges, die Zerschlagung der Deutschen bei Moskau und Stalingrad, Fragen der Geschichte der KPdSU, der Philosophie und so weiter. Während der Zeit der illegalen Tätigkeit wurden von den sowjetischen Kameraden Kotow, Berdnikow, Lewschenkow, Asarow, Babkin, Kjung und ande- ren folgende Arbeiten geschrieben:„Die Freundschaft der Nationalitäten der UdSSR“,„Die Sowjetische Verfassung“,„Die Novemberrevolution 1918 in Deutschland“,„Die Fünfjahrpläne der Entwicklung der Volkswirtschaft in der UdSSR“,„Über Heroismus und Fanatismus“,„Die Zerschlagung der faschi- stischen Truppen bei Moskau“,„Die zwei Taktiken von Lenin“ und andere. Diese Referate wurden mit der Hand abgeschrieben und unter den Illegalen verbreitet, viele von ihnen wurden in ausländische Sprachen übersetzt und von unseren antifaschistischen Kameraden in der illegalen Tätigkeit studiert. 418 | | | | | | | | Pe . Serge) schen, „tionen. iher für@ Der dei Zentrum «hen Ile ınds‘,„) gen de Europas“ ugreifun: Verbindu All da I nenschlic nicht zert , | Maschinen: | | ul {er russ üugeben Dieses Levsche (hmerac Eug as M fur Die il Serge Uns isften Konspiraiy die Aufgah: Vontagearbei tatt eines der seinen Kan. kleinen Rund. und montiert: einem Dedı) tiefelschmier: wahrt: in de ınkempfänge e sowjetischen mit ihrer g: eldungen au kow, gemadıt Politabteilun und übergih n. Kameradı gelangten di den Barade n bei gelöst: andos“ jedod ald entfaltet len Gruppe uptziel dieser che Wirklid+ , die Hay terhin Fragen , aus der G* Krieges, de Jer Geschicit sowjetsch ng und ande ‚nalitäten de im IB tschaft in d g der fs und ander den Jlegal® gtzt und udiert. Sergej Kotow hatte Verbindung mit den Vertretern der tschechischen, pol- nischen, jugoslawischen, französischen und deutschen Widerstandsorgani- sationen. Mit Hilfe von Dolmetschern führte er Gespräche und hielt Vorträge über für ausländische Kameraden interessante Fragen. Der deutsche Kommunist, der die Verbindung mit dem Russischen Politischen Zentrum hergestellt hatte, Walter Bartel, informierte regelmäßig die sowjeti- schen Illegalen über viele Fragen:„Innere Lage des faschistischen Deutsch- lands“,„Der Kampf der von den Hitlerfaschisten okkupierten Völker Europas gegen den Faschismus“,„Die innere und äußere Lage der Länder Süd-Ost- Europas“(Rumänien, Bulgarien, Tschechoslowakei, Ungarn),„Die Macht- ergreifung Hitlers in Deutschland“,„Unstimmigkeiten im Hauptquartier in Verbindung mit dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944” und so weiter... All das zeigt, daß im Konzentrationslager die Faschisten trotz allem die menschliche Würde und den Glauben an den Sieg des Lebens über den Tod nicht zerbrechen konnten. Baklanow, Kjung u. a. in der Lektion„Die Bezwinger des Todes“ (Maschinenschrift russisch) S. 24-28, 31-35. Die illegale Zeitung ... Eines Tages, im Frühjahr 1943, wurde nach einer Beratung der Mitglieder der russischen illegalen Zentrale beschlossen, eine illegale Zeitung heraus- zugeben. Dieses wichtige Gebiet des Zentrums der politischen Arbeit wurde Michail Lewschenkow anvertraut. Lewschenkow stellte aus erprobten, zuverlässigen Kameraden die Redaktion zusammen, als Sekretär Eugen Jalzew, als Mitglieder Sergej Bogdanow und Juri Sapunow. Die illegale Zeitung begann zu arbeiten. Sergej Bogdanow, Ingenieur eines Moskauer Werkes, erinnert sich: „Unsere illegale Zeitung erschien auf zusammengenähten Blättern aus Schul- heften in Stärke von 4-6 Seiten. In der Redaktion gab es drei Abteilungen: 1. ‚Die Bewegung an den Fronten‘— verantwortlich Bogdanow 2. ‚Nachrichten aus der Heimat‘— verantwortlich Sapunow 3. ‚Die Situation innerhalb des Lagers‘— verantwortlich Jalzew. Die mit der Hand geschriebene Zeitung erschien in zwei Exemplaren. Ein Exemplar wurde zur Aufbewahrung zwischen zwei Steinen der Baracke hinter- lassen und das andere wurde von verantwortungsbewußten Kameraden von Hand zu Hand weitergeleitet. Insgesamt brachten wir während dieser Zeit 26 Nummern heraus.“ Eugen Jalzew, der Sekretär der illegalen Redaktion, schreibt: N er, Se a a ee ze SIezE Lungen a u ze nn iin di zäh ge, ya ee se ne ee Een a Te ee ner ee nee u u er ep m we EN EI er an ss ee „»... Als wir das erste Mal die ‚Kampfblätter“ herausgaben, riefen wir die Kriegsgefangenen zur Organisierung, zur Selbstdisziplin und zur Freundschaft auf und informierten sie kurz über die Ereignisse im Lager. Während dieser Zeit begannen wir dann bei der Kompliziertheit und dem Anwachsen der illegalen Arbeit, mit-der Herausgabe der Zeitung ‚Prawda der Gefangenen‘. Quer auf der ersten Seite befand sich ständig die Losung: ‚DENKE AUCH IM GEFÄNGNIS AN DIE HEIMAT!‘ Die Zeitung erschien einmal im Monat. Wir schrieben sie in der Nacht im Block 7 in dem Raum, in dem die Krankenkleidung aufbewahrt wurde. Die Kontrollexemplare unserer Zeitung wurden zwischen zwei Steinen des Schuh- lagers aufbewahrt.“ Die illegale Zeitung war eine zuverlässige Unterstützung unserer illegalen Organisation. Mit Hilfe dieser Zeitung konnten die sowjetischen Kriegsgefangenen ihre Reihen für den gemeinsamen Kampf der Antifaschisten verstärken. Nikolai Kjung BA 7117-2. Bericht vom 20. Dezember 1957. Bericht über die Lage und den Kampf der französischen Schutzhäftlinge im KZ-Lager Buchenwald Die ersten Gruppen französischer Häftlinge kamen Anfang 1942 nach dem Lager Buchenwald. In den weiteren Monaten erhielt das Lager ungefähr 5000 französische Zugänge aus dem Lager Mauthausen. Diese Zugänge waren aus- schließlich für die Weiterleitung nach dem Außenlager„Dora“ bestimmt und hielten sich nur kurze Zeit in Buchenwald auf. Im Jahre 1944 kamen weiterhin ungefähr 10 000 französische Häftlinge aus dem Lager Compiegne. Von diesen verblieb annähernd ein Drittel im Lager Buchenwald. Alle anderen wurden auf die Außenlager verteilt. Bei dem Erscheinen der ersten Franzosen im Lager Buchenwald gab es be- reits eine politisch fest fundierte, gut konspirativ arbeitende, illegale Lager- führung. Diese Lagerführung betrachtete es als ihre wichtigste Aufgabe, den Neuzugängen in weitestgehendem Maße das Leben im Lager zu erleichtern. Bei dem Erscheinen der Franzosen wurden deshalb französisch sprechende deutsche Kameraden beauftragt, die Verbindung herzustellen. Sie stießen bald auf einige Gewerkschaftsfunktionäre und Abgeordnete, darunter Eugene Thomas. Später kamen zu ihnen die französischen Kameraden Marcel Paul Albert Forcinal, Deputierter Andre Marie, Deputierter, und Frederic Manhes, Colonel. 420 Diese französis alkomit und unt Lager hi simmtel Jie Erne Kranken Paris, he Die U nie g N Dasink | Kamera« \ platz zu bedeute \onnte ı . stimmte: Bescheir einige T In]a Schuher und Os Inge wı \aßnal daß mi tdnun ken, sd und-$ (elerti Ein Werke Zugeh: Außen Ieste( Ikute| durch Die kr} bestin faschi ine Die Aurd \ iefen Wir di Fr eundschif teit und den ‚ Prawda de D!‘ der Nacht i t wurde, Di: n des Schi erer illegaleı angenen ihr: Vikolai Rluny äftlinge 149 nach den ngefähr 5000 re waren all yestimmt und nen weiterhin e, Von diesen n wurden au Id gab es br legale Lage Aufgabe, den u erleichten. h sprechend stießen bald nter Buge! Diese Kameraden übernahmen in kürzester Frist die Führung der gesamten französischen Gruppen im Lager Buchenwald und konstituierten sich als Natio- nalkomitee der Franzosen. Zusammen mit dem Internationalen Lagerkomitee und unter Ausnutzung der Positionen, welche die deutschen Kameraden im Lager hatten, wurden systematisch die vom französischen Nationalkomitee be- stimmten Kameraden in Lagerkommandos eingebaut. Dazu gehörte außerdem die Ernennung französischer Kameraden für den Stubendienst, im Revier als Krankenpfleger und als Ärzte. So hatte der französische Arzt Dr. med. Elmslick, Paris, hervorragenden Anteil an der Betreuung der inneren Station des Reviers. Die Unterbringung der älteren und schwächeren Kameraden in verhältnis- mäßig geschützte Kommandos war für diese meistens die Rettung des Lebens. Das in Buchenwald herrschende rauhe Klima war gerade für die französischen Kameraden außerordentlich gefährlich. Wenn es gelang, ihnen einen Arbeits- platz zu verschaffen, wo sie wenigstens vor Wind und Wetter geschützt waren, bedeutete das für sie eine große Hilfe. Mit Hilfe des französischen Komitees konnte unter Ausnutzung der deutschen Positionen im Revier immer ein be- stimmter Teil von Häftlingen„Schonung“ erhalten. Sie erhielten vom Arzt eine Bescheinigung, daß sie wegen Schwäche, Erkältung oder anderer Krankheiten einige Tage von der Arbeit aussetzen konnten. Im Jahre 1944 gab es im Lager keine eigenen Bestände an Bekleidung und Schuhen. Die SS verfügte deshalb, daß die Privatsachen der Häftlinge aus West- und Osteuropa der Bekleidungskammer übergeben werden mußten. Die Häft- linge wurden durch einen Federstrich enteignet. Da sich das Lager gegen diese Maßnahme nicht wehren konnte, sorgte das Internationale Lagerkomitee dafür, daß mit Hilfe der Vertrauensleute der einzelnen Nationen die Zivilsachen ordnungsgemäß verteilt wurden unter besonderer Berücksichtigung der kran- ken, schwachen und älteren Kameraden. Mit Hilfe der Häftlings-Schneiderei und-Schusterei wurden laufend Bekleidungsstücke umgearbeitet, z. T. neu an- gefertigt, um wenigstens etwas den riesigen Bedarf zu decken.' Ein großer Teil der französischen Kameraden arbeitete in den Gustloff- Werken unmittelbar beim Lager. Sie wurden direkt dort hingeschickt, da die Zugehörigkeit zum Kommando Gustloff-Werke die Weiterverschickung in ein Außenlager verhinderte. Die französischen Kameraden gingen dazu über, eine feste Organisation in diesem Betrieb zu schaffen, um mit Hilfe der Vertrauens- leute der anderen Nationen eine zielbewußte, systematische Sabotagearbeit durchzuführen... Die internationale Lagerführung bemühte sich ständig, die materielle Lage der Häftlinge in irgendeiner Weise zu verbessern. So wurden der SS laufend bestimmte Lebensmittel gestohlen, die durch die Nationalkomitees an das anti- faschistische Aktiv zur Verteilung kamen. So war es auch möglich, regelmäßig eine geringe Anzahl von Zigaretten und Tabak zu verteilen. Die französischen Kameraden haben diese internationale Solidarität nicht nur dankbar empfunden, sondern sich auch glänzend revanchiert. Anfang 1945 ı vgl. S. 342. 421 ua re Eh Tee ne eh Se a Syst ee een Femme De Fr ee de Er nor ET ee ee ren er ee r ges erRECSEBLe ‘ i ( h \ 1 bekamen sie vom Roten Kreuz Pakete, Me unter ihrer Kontrolle auch den ande- ren Nationalitäten zur Verfügung gestellt wurden... In der zweiten Hälfte des Jahres 1944 waren die Zustände im Lager durdı die ununterbrochen hineinströmenden Zugänge fast unerträglich geworden. Die Blockbelegung stieg auf das Vier- bis Sechsfache des normalen. Kein Häft- ling hatte mehr sein eigenes Bett. In zwei zusammengestellten„Betten“ schlie- fen fünf bis sechs Personen. Die Verpflegungslage verschlechterte sich zusehends. Die hierbei unmittelbar auftretenden Differenzen zwischen den einzelnen natio- nalen Gruppen wurden durch die Bildung von Schiedskommissionen in den Blocks und Arbeitskommandos beigelegt. Es gelang auch den deutschen Häft- lingen, der SS einzureden, daß der Lagerschutz internationaler werden müßte und daß die bisher nur deutschen Blockältesten durch Dolmetscher der ver- schiedensten Nationen Unterstützung benötigten. So wurde es möglich, unge- fähr 20 französische Kameraden in den Lagerschutz zu bugsieren und fünf Blocks mit hauptsächlich französischen Kameraden durch einen zweiten Block- ältesten zu verstärken, der selbstverständlich ein Franzose war... BA 7114-1. Bericht Erklärung Marcel Pauls, Mitglied des Internationalen Lagerkomitees, zur Verteilung der Roten-Kreuz-Pakete „Ich sitze hier im KZ, weil ich für die Freiheit und Gleichheit aller Menschen gekämpft habe. Heute mutet man mir zu, bei der Verteilung der Pakete einen Unterschied zu machen zwischen Ariern und Nichtariern. Wir wollen essen, und unsere jüdischen Kameraden sollen zusehen! Damit bin ich nicht einverstanden. Dann soll jemand anders die Verteilung übernehmen. Ich schlage vor, wir teilen mit unseren jüdischen Kameraden.“ Nach: Erich Altmann, „Im Angesicht des Todes“, Luxemburg 1948, S. 132. Das belgische Kollektiv ... Aus den Lagern Brenndonk und St. Gilles kommend, sind tausend Belgier in der Nacht des 8. Mai 1944 im Lager Buchenwald, und zwar zwischen Mitter- nacht und 1 Uhr morgens auf dem Bahnhof Buchenwald eingetroffen. Wir stiegen aus dunklen Viehwaggons, worin wir uns, ungefähr Fünfzig je Waggon, 40 Stunden lang aufgehalten hatten... Gegen 5 Uhr morgens kam ein belgischer Häftling aus Welkenrat, um sich zu informieren, ob nicht der kommunistische Abgeordnete Henri Glineur unter uns wäre. Wenige Monate vor uns aus Breendonk eingetroffene Belgier hatten gewiß die Nachricht gegeben, daß er in Breendonk eingekerkert war. 422 Währer | hit Zette \ yorfen, U | zinern unl Ein Ber Izttel an Nach e Die Einte sunußte ie„Starl Gerade Tntscheid \eeting emiffen finischer Dieses undauf o Es war , zuunsere | sanes Ste it dem| Nirgle | die€ ileische Gleich tırch die achistis Irelanp eschätzt indert In Jul din Zu die char Öktrges in der | Yakt in äh ein Klefor IN[\ J ir. 1 Rey uch den an \ Lager durd ch geworden 2. Kein Hill Betten“ sd. ich zusehenl\ nzelnen natir. sionen in dir >utschen Hi: verden mil) scher der ver nöglich, unge ren und fünf zweiten Blod: mitees, ler Menschei r Pakete einen len essen, nl einverstanden vor, wir teikt „usend Belgt schen Mitter offen. ihr Fünfag at, unse" ’‘ zer unter U sor hatte Belgier wat. Während der Eisenbahnfahrt hatten mehrere Kameraden auf belgischem Ge- biet Zettel durch die Ritzen der Waggons mit ihren Namen und Adressen ge- worfen, um sie an ihre Familien gelangen zu lassen, andeutend, daß sie nach einem unbekannten Bestimmungsort unterwegs wären. Ein Beweis für den Widerstandsgeist der Belgier ist, daß die meisten dieser Zettel an die richtige Adresse gelangt sind... Nach einigen Tagen drohte die Moral bei mehreren unter uns zu versagen. Die Einteilung der Lebensmittel bot schnell Gelegenheit zu Reibungen, und es mußte eine gewisse Disziplin innerhalb der Baracken erreicht werden, damit die„Starken“ nicht die Überlegenheit über die Schwachen bekamen. Gerade zu diesem Zeitpunkt trafen die belgischen Kameraden eine kühne Entscheidung... An der Stirnseite der Baracke 61 führten sie ein richtiges „Meeting“ für die Solidaritätsorganisation durch. Während dieses„Meetings“ ergriffen die Kameraden H. Glineur und B. van Hoorick in französischer bzw. in flämischer Sprache das Wort. Dieses„Meeting“ hatte eine sehr heilsame Wirkung auf die belgische Gruppe und auf die künftige Organisation der internationalen Solidarität. Es war im Laufe des Monats Mai, als Henri Glineur seine ersten Kontakte zu unseren deutschen Kameraden durch die Vermittlung des Blockältesten oder seines Stellvertreters im Block 61 und, als wir in das große Lager übersiedelten, mit dem Blockältesten des Blocks 42(Emil) aufnahm. Wir glauben, es war im Juli des gleichen Jahres, als unser Kamerad H. Glineur offiziell dem illegalen Internationalen Lagerkomitee nominiert wurde, um die belgische Gruppe zu vertreten. Gleich nach unserer Ankunft im Lager waren wir sehr angenehm beeindruckt durch die außerordentlich aktive Hilfe, die uns in jeder Form von unseren anti- faschistischen deutschen Kameraden spontan zuteil wurde, die größtenteils jahrelang in diesem Lager untergebracht waren. Diese Hilfe kann niemals genug geschätzt werden, denn sie retteten, oft unter eigener Lebensgefahr, mehreren hundert Belgiern das Leben... Im Juli 1944 bildete sich das belgische Nationalkomitee, das in Verbindung und in Übereinstimmung mit dem Internationalen Lagerkomitee arbeitete. Zu diesem Komitee gehörten: Henri Glineur, Marcel Meunier, Dr. Gardyn, Rechtsanwalt Mardulin, Prof. Simonart, Oberst Hullebroeck, Jacques Grippa, Georges Ebbeling, Sam Herssens, Staatsanwalt van Bers, später im März 1945 kam der sozialistische Abgeordnete Gaston Hoyaux hinzu, der zu diesem Zeit- punkt in das Internationale Komitee kooptiert wurde. Ab Juli 1944 haben sich die Belgier unter Leitung dieses Komitees zu Soli- daritätsaktionen verpflichtet, so zur Teilung der Pakete und zur Verteilung von Kleidungsstücken. Letztere wurden mit Hilfe des Internationalen Komitees geliefert. Zu Anfang gab es nur die Teilung unter den Bewohnern desselben Blocks, später eine Teilung zwischen den Blocks. Jedesmal wurde ein Prozentsatz für das Revier reserviert... 423 En ge Ze Ar Fa enge ER ne dad di in gen Eye nn u Se Sr Fee E== mn EEE Sn ng eg ee ee Eee Ngr di ee nn Eee rer a ne a ee TEE EEE LER Fo vu u a ne a 2a ee u \ +1 in 1 u N \ { { “ FLCHRRENRENEE Belgische Kameraden, die in den Verwaltungs-Abteilungen arbeiteten, ver- mochten bestimmte Zettel, die Angaben einer bevorstehenden Hinrichtung trugen, verschwinden lassen, indem sie diese Anweisungen mit Namen von Ver- storbenen versahen und das belgische Komitee benachrichtigten, damit die Er- nährung weiterhin für die so Geretteten gesichert war. Immer unter der Leitung der deutschen Kameraden spielte der„Lagerschutz“ eine außerordentlich wichtige Rolle im Lagerleben, in der Aufrechterhaltung einer guten Disziplin und in der Errettung zahlreicher Gefangener aller Länder vom Tode, besonders bei den Todestransporten einige Wochen vor der Be- freiung des Lagers. Die Belgier hatten in diesem Kommando die Kameraden Blairiot, Simon, Ferdinant de Greve, Sommers, Mannart, Jean Lemache, Hellebuick. Die Kameraden gehörten zum geheimen belgischen Stab für den bewaffneten Kampf um die Befreiung des Lagers unter Führung des Stabschefs, des Generals Jacques Grippa, zusammen mit den Stellvertretern, den Kameraden Mathieu, Billen und Jef de Greef. Diese nahmen in jedem Block, wo sich Belgier befanden, mit einem von ihnen, der alle Sicherheitsgarantien bot, Kontakt auf. Die Diskussionen mit diesen Ver- trauensmännern spielten sich am Abend in den„Waschräumen“ ab... Man muß hinzufügen, daß die Kommunisten der belgischen Gruppe seit Juli 1944 politische Kurse organisiert hatten, die für eine bestimmte Zahl von Kame- raden vorgesehen waren. Diese Kurse sind von großem Nutzen gewesen, nicht allein für die politische Erziehung, sondern auch um ein Höchstmaß an Moral zu erreichen und sich über die Perspektiven nach Kriegsende zu unterhalten. Am Tage nach der Befreiung wurde im Lagerkino die Belgische Vereinigung von Buchenwald gebildet... Für die Belgische Vereinigung Der Präsident H. Glineur BA 7112-2. Bericht vom 27. Februar 1957. Überblick über die Tätigkeit der italienischen Gruppe in Buchenwald Die Italiener kamen in Buchenwald, wie übrigens auch in den anderen deut- schen Konzentrationslagern, nach dem 8. September 1943 an, als der Waffen- stillstand zwischen der Regierung Badoglio und den Alliierten abgeschlossen wurde. Ihre Zahl war im Verhältnis zu der anderer nationaler Gruppen sehr begrenzt. Dennoch betätigten sie sich aktiv am politischen Leben und an der militärischen Organisation des Lagers. Nach den Verzeichnissen, die nach der Befreiung auf der Grundlage der in der Arbeitsstatistik gefundenen Notizen zusammengestellt und vom italienischen Nationalkomitee geprüft wurden, be- fanden sich am Tage der Befreiung in Buchenwald 178 Italiener. Das Ver- zeichnis der Toten umfaßte 531 Namen. Zieht man die Überführung von 424 | | BuchenW: | sih die \ helief, | Die ers Frankreic \amen, I \ hschistist | Siewurde und von! Indtran: slied.des nentsab; ationale Die gr ind Wic nolitische lältnis z Sie nal Organisa niert wa Ihliener: Trankrei Partei It len O) zuje dre Ither fü ation a Sektion nd Zic Kamera iberhie nerste | ihnen k Zee Verstär Lagern Auf der Inge Pormie Seigt Auß heit al Int 7 Tbeiteten, Ver. N Hinrich amen von\rr damit dief, »Lagerschut rechterhältın. er aller Länd n vor der B: lairiot, Sim ick, on bewaffnet: s, des Genen aden Math nem von ihre mit diesen\: ab... sruppe seit] ahl von Kant gewesen, N it tmaß an Mor unterhalten. he Vereiniaun he Vereiniguf äsident jneur ‚chenwald ‚ anderen det ‚Is der Wale: abgesäis“ - Grup en und a“ 1, die nah@® denen an few urden,"* nel. Das 4 ah Buchenwald in andere Lager in Erwägung, so kann man damit rechnen, daß sich die Gesamtzahl der Italiener, die durch Buchenwald gingen, auf 1300 belief. Die erste Gruppe, die einen festen Kern in Buchenwald darstellte, kam aus Frankreich. Es handelte sich um 125 Personen, die am 19. Januar 1943 an- kamen. Der größte Teil von ihnen hatte sich am Spanienkrieg oder als anti- faschistische Emigranten in Frankreich an der Widerstandsbewegung beteiligt. Siewurden von den Deutschen festgenommen, in Kompanien zusammengezogen und von hier zusammen mit einer großen Anzahl von Franzosen nach Deutsch- land transportiert. Zu dieser Gruppe gehörte Domenico Ciufoli, ehemaliges Mit- glied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Italiens und später Parla- mentsabgeordneter; Renato Bertolini, ehemaliger Hauptmann der 12. inter- nationalen Brigade„Garibaldi“ in Spanien, jetzt Sekretär der FIR!... Die große Mehrzahl der Italiener in Buchenwald setzte sich aus Partisanen und Widerstandskämpfern zusammen; das erklärt auch ihre Teilnahme am politischen Leben und an der militärischen Verschwörung, an der sie im Ver- hältnis zu ihrer Zahl in einem hohen Maße teilnahmen... Sie nahmen unmittelbar Verbindung mit der bereits bestehenden politischen Organisation auf. Diese war von den deutschen Gefangenen, die seit 1937 inter- niert waren, aufgestellt worden. Es war ein Franzose, der als erster mit den Italienern Kontakt aufnahm und zwar mit Domenico Ciufoli, den er bereits aus Frankreich her kannte. Zuerst wurde die Organisation der Kommunistischen Partei Italiens gegründet und zwar auf Grund der Direktiven der internatio- nalen Organisation und ihrer Erfahrungen. Wir organisierten uns in Gruppen zu je drei Mann mit einem Verantwortlichen für jede Gruppe. Ein Verantwort- licher für die italienische Sektion mußte den Kontakt zur internationalen Organi- sation aufrechterhalten. Es wurde Ciufoli dazu bestimmt. Das Komitee der Sektion setzte sich aus Ciufoli, seinen Verantwortlichen, aus Bertolini(Sarpi) und Zidar zusammen. Die Organisation umfaßte selbstverständlich nur die Kameraden, deren konspirative Fähigkeiten die sicherste Gewähr boten. Diese aber hielten Verbindung mit allen Italienern ohne Ausnahme aufrecht und zwar in erster Linie deshalb, um einzelnen eine Parole der Stärkung, aber auch um ihnen kleine Hilfeleistungen zu geben, deren sie bedurften... Zweck der Sektion der PIC? von Buchenwald war die Organisierung und Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit und der Solidarität in allen Lagern in politischer, moralischer, militärischer und wirtschaftlicher Hinsicht, auf der Grundlage der Vereinigung aller gemäß den Beschlüssen des 7. Welt- kongresses der Kommunistischen Internationale, die die Notwendigkeit der Formierung einer einheitlichen Front gegen den Nazismus und Faschismus auf- gezeigt hatte... Außerdem stellte sich die Sektion die Aufgabe, die ideologisch-politische Ein- heit aller ihrer Mitglieder zu verwirklichen und den patriotischen Geist aller 1 Internationale Föderation der Widerstandskämpfer. 2 Kommunistische Partei Italiens. 425 is er EEE Se ne eigener nenn Fo EEE ee ee Meere TE Prerey ra er EEE RER REEL an FEIERTE er ern Fr dene Italiener am Leben zu erhalten, damit sie sich in den Grenzen ihrer Möglich- keit am antinazistischen Kampf beteiligten. Aus konspirativen Erwägungen. heraus wurde eine politische geheime Organisation gebildet, die alle Italiener umschloß. Das Solidaritätskomitee operierte in halb illegaler Form unter Teil- nahme aller im Lager anwesenden Italiener. Außerdem arbeitete die Sektion mit denen der anderen Länder zusammen, und zwar mit dem Ziel, die mate- riellen und moralischen Interessen der Italiener zu wahren... Die Italiener genossen auch die internationale Solidarität. Sie hatten Teil an den Rote-Kreuz-Paketen der Franzosen, die diese mit den Mitgliedern der anderen Gemeinschaften teilten. Auch die Tschechen und Deutschen beteiligten sich an der internationalen Solidarität. Erstere durch Pakete, die sie von ihren eigenen Familien erhielten, und letztere durch das, was sie den SS-Magazinen entziehen konnten. Das bedeutete für die Italiener eine große Hilfe, da sie weder Pakete von ihren Angehörigen noch vom Roten Kreuz erhielten. Renato Bertolini BA 7119-1. Bericht vom 28. Juni 1957. Die italienische Solidarität Dem Beispiel anderer Nationen folgend, die längere Zeit und in größerer Zahl in Buchenwald vertreten waren, gründeten die Italiener im Oktober 1944 ihr„Solidaritätskomitee“. Es hatte den gleichen Namen wie das der Fran- zosen, das sich bereits glänzend bewährte. Es umfaßte ebenso wie das fran- zösische alle diejenigen, die ihm freiwillig beitraten, ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit, lediglich unter Ausschluß der politisch und moralisch Un- würdigen. Nicht alle Nationen besaßen eine solche Organisation, und wenn sie eine hatten, war sie nicht immer von dieser Art. Bemerkenswert war die der Russen auf anderer Grundlage: sehr stark und eisern. Kamerad Zidar, der bereits im Auftrag der kommunistischen Gruppe in der politischen Hilfe eine Funktion hatte, berief die Kameraden La Rocca und Pecorari zu sich, um einen Ausschuß zu konstituieren. Pecorari, der Arzt war, konnte leichter als die andern in das Kleine Lager gelangen und wurde daher zum Kassierer bestimmt und damit Hauptverteiler der Spenden, die wiederum zum größten Teil von den andern beiden gesammelt wurden. Jeder Block im Lager hatte seinen Vertrauensmann. Im Kleinen Lager war das nicht sofort möglich wegen des ständigen Wechsels, und erst in der letzten Zeit konnten auch hier für einen oder mehrere Blocks Vertrauensleute bestimmt werden. Sammlung und Verteilung erfolgte meistens jede Woche. Es wurden gesammelt: Lagergeld, Zigaretten und Tabak. Lager- geld war im großen Lager reichlich vorhanden; nicht so im Kleinen Lager, wo es oftmals völlig fehlte, um die beiden einzigen in Buchenwald erhältlichen 426 ji Ri. l 4 i v | ehrkuap F I denkt, da | Dinge kat jnem stä un Erwe Jr Woch 120, 15 sahre Op Ds 900 It ) einer d \ nkönner In Du \J Tıbak ge: fasierers | Angabe€ \ Tabak, u Listen lie nren zir ih darar hatten daı seals die een I usgeschl Inganze | Dis G Tıbak, D 'lpten, n Hosp; "s groß in Vor ten, e I, wur üikeit | len$ NTIB-2 2 Erwägung © alle Italien, m unter Tel, te die Sektin| iel, die male| hatten Teil litgliedem da| hen beteiligte > sie von ihr SS-Magazina| ler Pakete y enato Bertoli 1d in größere Oktober 1% das der Fran wie das fr nterschied de moralisch Un wenn sie ei Jie der Russen der bereits in eine Funktin inen Ausschul andern in di mt und dam ın den anden Perauensmanl gen Wedhseh, Jchrere Bo® olgte meiste! Tabak. lag?" en Lagen 3 erhältlich Ihrer Mg, Dinge kaufen zu können: die Ration Tabak und hin und wieder Bier. Nach einem ständigen Lageraufenthalt von einigen Wochen hatten alle das Recht zum Erwerb der Tabakrationen, mit Ausnahme der Juden. Diese Ration war sehr knapp und wurde in der letzten Zeit immer kleiner. Von 25 Zigaretten in der Woche oder einer entsprechenden Menge Tabak ging es schnell hinunter auf 20, 15, 10 und schließlich bis auf eine Zigarette pro Tag. Wenn man be- denkt, daß das kleinste Geschenk aus einer Zigarette bestand, kann man das wahre Opfer ermessen, das die Spender brachten. Im Durchschnitt waren 200 bis 300 Italiener im Großen Lager; aber auch unter ihnen befanden sich viele in einer derartigen Lage, daß sie Geld benötigten, um sich Tabak beschaffen zu können. Im Durchschnitt wurden jedesmal 40 Mark, 30 Zigaretten und 50 Gramm Tabak gesammelt. Die Sammlung und Verteilung erfolgten unter Aufsicht des Kassierers; es wurden genaue Listen in sechsfacher Ausfertigung angelegt, mit Angabe der Einnahmen und Ausgaben, aufgeteilt in Mark, Zigaretten und Tabak, und für jeden Block außerdem auch die Zahl der Geschenke. Diese Listen ließ man zwecks gegenseitiger Kontrolle unter allen italienischen Häft- Re zirkulieren. Fast die Gesamtheit der Italiener im großen Lager beteiligte sich daran durch Spenden irgendwelcher Art. Alle Häftlinge des Kleinen Lagers hatten dadurch das Geld für ihre Tabakration und erhielten darüber hinaus, da sie als die unglücklichsten Kameraden angesehen wurden, jeweils auch Tabak in kleinen Mengen. Von dieser Beihilfe blieben nur die italienischen Faschisten ausgeschlossen sowie einige andere, weil sie kleine Diebereien begangen hatten. Im ganzen waren es 20 Sammlungen! Das Gesamtergebnis war: 759,55 Mark, 612 Zigaretten und 957 Gramm Tabak. Die Anzahl der Zuwendungen betrug im ganzen ungefähr 2000; sie er- folgten, außer an die Neuangekommenen des kleinen Lagers, an die Kranken im Hospital, die keinen Tabak beanspruchen konnten, und an einige einzelne des großen Lagers, unter ihnen auch einige Juden. Man dachte auch daran, von den Vorräten, die für Verteilungen zu Weihnachten und Ostern bestimmt waren, etwas zurückzulegen. Wenn reichliche Geldmittel zur Verfügung stan- den, wurden Marken für den Kauf von Bier verteilt. Außerdem wurde die Mög- lichkeit geprüft, Lebensmittelvorräte anzulegen, man kam aber wegen der allzu großen Schwierigkeiten, die sich dabei ergaben, zu keinem Entschluß.... Der Kassierer Doktor Fausto Pecorari BA 7119-2. Dem Archiv 1957 übergebener Bericht. 427 u nl N Kor: SE ei en Ei Rn en nz a u EEE EEE ln ee ES EEE eg Ense ee TE FE Sr— nn en a ge ne a ET Te GR EEEEEEETTTFEER EN GE = EN EECKRREUREN Die Jugoslawen im Konzentrationslager Buchenwald Bis Oktober 1943 schwankte die Zahl der in Buchenwald untergebrachten Jugoslawen zwischen 30 und 40. Es waren dies vorwiegend politische Häftlinge, welche die Gestapo ins Straflager versetzt hatte. Erst nach der Kapitulation Italiens! kamen aus den italienischen Konzentrationslagern Sulmone, Perugia u.a. zwei größere Gruppen politischer Häftlinge nach Buchenwald. Am 21. Oktober wurden aus dem Lager Flossenbürg 500 Jugoslawen eingeliefert. Buchenwald war für sie eine Durchgangsstelle, und diese Abteilung war für Dora vorge- sehen... Einige Internierte unternahmen den Versuch, bis zum jugoslawischen Trans- port vorzudringen und ihre kameradschaftliche Anteilnahme kundzutun. Dank des Einsatzes und des Wagemutes einiger deutscher und tschechischer Ge- fangener gelang es, was sonst unter normalen Verhältnissen der SS-Aufsicht ausgeschlossen schien, etwa 30 Jugoslawen durch List im Lager zurückzubehal- ten und rund 100 nach Wernigerode zu transportieren, wo die Lebensumstände erträglicher waren... Bis Mitte 1944 war die Zahl der Jugoslawen in Buchenwald auf über 500 an- gestiegen und bewegte sich um diese Ziffer bis zur Befreiung. Die Verwaltung Buchenwalds verzeichnete einen Durchgang von etwa 3900 Jugoslawen, die zum größten Teil in den bestehenden Außenkommandos eingereiht waren. Es ist wohl anzunehmen, daß nur ein kleinerer Teil die Schrecken des Lebens im Konzentrationslager überstanden hat... Vor allem muß betont werden, daß die Jugoslawen eine so differenzierte Gruppe bildeten, wie sie selten zu finden war, sowohl in sprachlicher und reli- giöser Hinsicht als auch in Beziehung auf das Milieu, dem sie entstammten. Hinter jenem„J“ verbargen sich Angehörige verschiedener Völker. Am zahl- reichsten waren die Slowenen vertreten, sodann die Kroaten, die Serben und die Montenegriner. Es gab auch Mohammedaner aus Bosnien und aus den jugoslawischen Randgebieten an der Grenze Albaniens. Nur die Mazedonier fehlten. Dafür aber gab es Jugoslawen außerhalb des ehemaligen Staatsgebiets, Slowenen aus der Julischen Mark, Kroaten aus Istrien, also seit dem ersten Weltkrieg italienische Staatsangehörige, die nun nach 20 Jahren im Lager das nationale Kennzeichen„Jugoslawen“, selbst erwählt, trugen, obwohl die SS sie als„Italiener“ einreihte. Man darf auch nicht übersehen, daß sich die Jugo- slawen nicht nurnational in fünf großenationale Gruppen teilten, sondern sich auch nach dem Glaubensbekenntnis unterschieden und drei große Gruppen bildeten, Orthodoxe, Katholiken und Mohammedaner, die sich unter äußerst verschieden- artigen Religions- und Kultureinflüssen entwickelt hatten. Auch vom Standpunkte der sozialen Herkunft und der Lebensstellung waren die Unterschiede erheblich. Da gab es Bauern aus Gegenden des Krainer Ge- birgslandes und aus allen anderen Gebieten bis zu der fruchtbaren Niederung der Vojvodina, die als Kämpfer in der NOV— der Volksbefreiungsarmee— teil- 1 8. September 1943. 428 „uhmen (ommun und sozi Ingestel \eronom N varen al hbenfre N labg hren ers ich, Doc | Willen ı ch ein \ DieB | mmen \ nt dies \ational Infern erden. Itnen m kannt, Iutägeı x Füh | mgen s ! murden, moletar Die k ) nterhie ' InSom then R Ale pri ibernal jieoslaı Urosla ultrag Der "Bi: ’ Dr, h | Krk |“ep "aren Me Dreche Keine Man, ttergebrachta che Häftln T Kapitulation 18, Perugia M m 21, Oktoh; t. Buchenyl! t Dora vorge| vischen Tran dzutun, Dar echischer( er$S-Aufsil urückzubehl| bensumständ f über 500 a: ie Verwaltun goslawen, di iht waren, Ei Jes Lebens in differenziert icher und rel entstammte ker. Am za! ie Serben un und aus da ie Mazedone Staatsgebiet it dem erstei im Lager dis bwobl die$ sich die Jugt „dern sichau en bildeten st verschieden ‚tellung W ul s Krainet Ge on Nieder; garmee=" f nahmen oder den Partisanen geholfen hatten; Arbeiter, die dem Aufruf der Kommunistischen Partei Folge geleistet hatten und in den Kampf für nationale und soziale Freiheit getreten waren; Angehörige des Mittelstandes, Beamte, Angestellte, Gewerbetreibende, Angehörige freier Berufe, Professoren, Lehrer, Agronomen u. a. Die Jugend war am meisten vertreten. Alle diese Menschen waren aus einer unterschiedlich gearteten Umwelt hierher verpflanzt.... Alle die farbenfreudigen Abtönungen der Landschaft und des Charakters und die klang- voll abgestimmten Mundarten hüteten diese Menschen in ihren Herzen und in ihren erschöpften Körpern, jeder eine eigene Geschichts- und Gefühlswelt für sich. Doch diese Welten einigte ein Gedanke, eine Hoffnung. Sie entsprang dem Willen und der Überzeugung, nicht bloß eine tragische Gegenwart, sondern auch eine düstere Vergangenheit überwinden zu können... Die Bildung einer illegalen Organisation bei einer derart verschiedenen Zu- sammensetzung war mit mannigfachen Schwierigkeiten verbunden. Vor allem galt dies für die Herstellung einer Verbindung zwischen den verschiedenen Nationalitäten. Ohne umsichtiges und bedachtvolles Handeln und mit schweren Opfern erkaufte Erfahrung konnte eine illegale Verbindung nicht hergestellt werden. Diese reiche Erfahrung besaßen die deutschen Kommunisten, von denen manche seit der Gründung des Lagers in Buchenwald waren. Ihnen war bekannt, daß die SS-Leute immer bereit waren, Menschen als Lockspitzel und Zuträger auszunützen. Deshalb waren sie äußerst zurückhaltend und vorsichtig bei Fühlungnahme mit Angehörigen anderer nationaler Gruppen und unter- zogen sie einer Prüfung, bevor sie in den Kreis der Vertrauten einbezogen wurden. Dabei stützten sie sich auf ihre politischen Erfahrungen und ihren proletarischen Instinkt. Die kleine Anzahl der Jugoslawen, die sich bis Mitte 1943 im Lager aufhielt, unterhielt mit Kameraden anderer Nationalitäten persönliche Verbindungen. Im Sommer 1943 kam Janez Ranzinger aus Auschwitz. Die Leitung der deut- schen Kommunisten nahm mit Ranzinger Verbindung auf... Ende 1943, als eine größere Zahl von politischen jugoslawischen Häftlingen im Lager eintraf, übernahm Ranzinger die Aufgabe, eine illegale Organisation und Leitung einer jugoslawischen Gruppe zu bilden. Diese Aufgabe wurde leicht gelöst, weil jede jugoslawische Gruppe einen Vertrauensmann besaß, der als Sprecher und Be- auftragter der Gruppe auftreten konnte... Der Bildung einer illegalen Leitung ging eine bestimmte Aktivität voran, die vorwiegend in gegenseitigen Hilfeleistungen, Versorgung mit Bekleidung und Brot, besseren Arbeitsplätzen, Maßnahmen zum Schutz schwächerer Personen, Krankenhilfe u. ä. bestand. Erst auf einer solchen sozialen Grundlage konnte eine politische Organisation aufgebaut werden. Die Voraussetzungen dazu waren schon früher von den deutschen Lagerinsassen geschaffen worden. Ihnen war es im zähen Kampfe gelungen, die Allmacht der Kriminellen im Lager zu brechen und sie aus einflußreichen Stellungen hinauszudrängen. An diesen kleinen Dingen, von denen jedoch sehr oft ein Menschenleben abhing, erkannte man, daß die zwischen den politischen Häftlingen bestehende enge Bindung 429 Ki A gi f ui Se ET ge Ze nr Fe ee u u ng gg Bee tanetn eamn een ee = een enge nee u u u EEE Ze en Ta a Se =+7 we" 1 “ m er u ED EEE DEE DE DET wur ewrer DE En ne ze en ne ER un nicht nur eine Sache der natürlichen Solidarität zwischen Gleichdenkenden war, sondern auch von wirklichem Nutzen sein konnte, um das unmenschliche Lager- leben leichter zu ertragen... Jeden Abend fanden sich sieben oder acht Jugoslawen, die für die einzelnen Blocks verantwortlich waren, beim Kameraden Ranzinger ein, um von ihm Radiomeldungen entgegenzunehmen und sie weiterzugeben. Auf diese Weise konnten die Internierten, welche tagaus— tagein durch die SS-Lautsprecher der Propaganda Goebbels ausgesetzt waren, den tatsächlichen Sachverhalt erfahren und durch Gegenüberstellung der Wahrheit ein Bild von dem wirklichen Gang der Ereignisse gewinnen und neue Hoffnung auf baldige Befreiung schöpfen. Aus diesem weitverzweigten Hilfsdienst und dem regelmäßig durchgeführten politischen Meldedienst wuchs ganz natürlich unsere illegale Organisation. So konnte im April 1944 an die Bildung der politischen Leitung der jugoslawischen Organisation gegangen werden. Die politische Führung bestand aus einem engeren leitenden Ausschuß, den fünf Mitglieder bildeten, und einem weiteren Aktiv, in dem die Verantwortlichen der einzelnen Blocks und anderer Arbeiten, insgesamt vierzig, waren. Mitglieder der engeren Leitung waren nachstehende Kameraden: Der Glasbläser Janez Ranzinger, der Metallarbeiter Azis Koluder, der Jurist Dr. DuSan Kermauner, im Lager unter dem Decknamen Ernest Tomo, der Pro- fessor Rudi Supek und der Metallarbeiter Emil Lichtenberg. Ranzinger war Sekretär. Mit Ausnahme Emil Lichtenbergs waren alle Mitglieder der Leitung erfahrene Parteimitglieder, die auf eine jahrelange Praxis des illegalen Kamp- fes zurückblicken konnten. Azis Koluder war während des Befreiungskrieges Kommissar eines Partisanenverbandes. Die Organisation stützte sich auf jene Blocks, in denen größere Gruppen von Jugoslawen untergebracht waren. Es handelte sich um die Blocks Nr. 38, 39, 40, 42, 45 und 49. Diese Blocks um- faßten oft mehr als tausend Insassen. Die Jugoslawen bildeten eine kleine Minderheit im Vergleich zur Zahl anderer Nationalitäten, Die jugoslawischen Internierten gehörten fast durchweg den politischen Häft- lingen an, obwohl es unter ihnen verschiedene gab, die bei gegen Sympathi- sierende der Partisanenbewegung gemachten Razzien ausgehoben und ins Lager gebracht worden waren. Deshalb war es kein Wunder, daß sich fast 80/0 aller inhaftierten Jugoslawen der illegalen Organisation anschlossen. Die Form der Organisation war den Bedürfnissen angepaßt. Neben der allgemeinen Organisation, welche fast alle Kameraden umfaßte, gab es Sondergruppen, so zur Durchführung von Sabotageakten, eine Kampfgruppe u. a., die nur die Besten und Vertrauenswürdigsten umfaßte. Allumfassend war die Vereinigung der Teilnehmer am Nachrichtendienst... Zur Durchführung einzelner Aufgaben, die besonders wichtig waren, wurden Mitglieder des Aktivs herangezogen. So übernahm der Spanienkämpfer Nikola Ce£ura und später Azis Koluder die Leitung der militärischen Organisation. Für Sabotageakte bestand eine internationale Leitung, Sie entfaltete eine rege Tätigkeit in einzelnen Betrieben, so in den Gustloff-Werken oder beim MI-Bau 430 uw, Vol Verteilun ge von ınd Slav Dr. Bela \lahkota, der den] ınterhiel lager ge Chor ma Slavko F Kamerad Aufgabe Die Gı Rücklage ınd nah Heimkeh ufopferı Eine g Kamerad ınd insb kktiv un ind sie u die politische inderer” Geiste d Da si Zahl der ticht, s ien Ziel Cesellsch au mach Darüb {sche Sc ie von ı lären F} Die ver änen L ige V Ülag so “lionge; Ind bet üden War.# he Lage: einzelnen von ihn ese Weis recher de t erfahren hen Gin; F schöpfen| | | \ F geführte sation.$ı| lawischen"| us einen|| ) weiteren Arbeiten hstehend: der Jurit , der Pr- inger Wil r Leitung on Kanp- gshriege auf jene varen, Ei locks un ne kleine hen Hilt yympalli und in fast 80 F| Die Fom inet gene? pen ‚nur die reinipud , wurde „y Nikolı nisatio ine TER} MI-Bat usw. Von den Jugoslawen war diese Aufgabe Djoko Nikolic anvertraut. Die Verteilung von Lebensmitteln und Kleidungsstücken, die Betreuung der Rück- lage von Lebensmitteln für Kranke besorgten Janko Sturharnik, Joza Ledinski und Slavko Figar. Die erkrankten Kameraden behandelten der Partisanenarzt Dr. Bela Kohn, der auch Verbindung mit dem Revier hielt, und Dr. Stane Mahkota, der später die Leitung des Teils der Ambulanz-Abteilung übernahm, der den Jugoslawen übergeben wurde. Die Verbindung mit der Arbeitsstatistik unterhielten Slavko Figar und andere. Der Schutz der Jugoslawen, die ins kleine Lager gelangten, oder sich dort aufhielten, oblag Mirko Kozmina. Um den Chor machten sich Sime Martinjak und neben seiner Hauptverpflichtung auch Slavko Figar verdient. Das waren die hauptsächlichsten Aufgaben, die unsere Kameraden außer anderen Nebenpflichten erfüllten. Die Erfüllung aller dieser Aufgaben erforderte große Opferbereitschaft und Selbstlosigkeit von uns... Die Gründung des Kollektivs ermöglichte auch die Bildung einer besonderen Rücklage von Lebensmitteln für die Kranken. Den Kranken wurden die besten und nahrhaftesten Speisen verabreicht. Viele dieser Kranken, die nach der Heimkehr das Glück hatten, sich vollkommen zu erholen, verdanken diesem aufopfernden Gemeinschaftsgeist ihr Leben... Eine große Hilfe bedeutete es auch für unser Kollektiv, daß die deutschen Kameraden uns aus der„Effektenkammer“ mit Kleidungsstücken versorgten und insbesondere Heilmittel spendeten. Wenn die Jugoslawen von ihrem Kol- lektiv und dem darin entwickelten Kollektivgeist mit einigem Stolz sprechen, sind sie weit entfernt von einer Selbstüberhebung, denn sie sind sich bewußt, daß die Kraft des Kollektivs nicht nur in ihrem Gemeinschaftsgefühl und ihrer politischen Gesinnung lag, sondern auch von der ständigen Hilfe der Kameraden anderer Nationalitäten, sowie vom Geiste der internationalen Solidarität, vom Geiste des proletarischen Internationalismus abhing... Da sich die Häftlinge aus allen Volksschichten zusammensetzten und die Zahl der sehr jungen Kameraden groß war, erachteten wir es als vordringlichste Pflicht, sie mit dem Lauf des Befreiungskampfes, seinem Sinn und Zweck und den Zielen der neugebildeten Volksregierung und den zur Neugestaltung der Gesellschaft und des Staatswesens im Jahre 1943 gefaßten Beschlüssen bekannt zu machen. Darüber hinaus mußte noch ein weiterer Schritt gemacht werden, um die poli- tische Schulung der Lagergenossen zu organisieren. Außer der Erklärung über die von der Volksrevolution verfolgten Ziele mußten ihnen auch die revolutio- nären Ereignisse in der Heimat wissenschaftlich begründet und erklärt werden. Dies veranlaßte die Leitung der Organisation, für die Mitglieder über das Aktiv einen Lehrgang über Marxismus-Leninismus abzuhalten. Zunächst wurden einige Vortragende in dem von Rudi Supek geleiteten Kursus ausgebildet. Ihnen oblag sodann die Aufgabe, den Vortrag den Kameraden der unteren Organi- sationseinheiten zu übermitteln. Der Lehrgang umfaßte etwa zwanzig Vorträge und betraf die Darstellung der allgemeinen Gesetze der gesellschaftlichen Ent- wicklung, des Charakters des Klassenkampfes, den Sinn der sozialistischen 431 BEEGSELEGEECCEEERErErFerE Fee rer ee EEE 5 > Tu gib ee eo en Sa En Se = 3 as j Zr ERENEEPLT Fe u er rn I en u APFEL Pr ns Bde Revolution, die nationale Frage, den Imperialismus und Faschismus usw. Eine große Zahl unserer Jugendlichen, die noch im Kindesalter in Gefangenschaft geraten waren, hatte zum ersten Male in ihrem Leben Gelegenheit, wissen- schaftliche Wahrheiten über die gesellschaftlichen Entwicklungsgesetze zu ver- nehmen... Ihre Begeisterung darüber war groß, nicht kleiner unsere Befriedi- gung, als eines Tages unser junger Kamerad Janez erklärte, daß er sich„erst jetzt über einige Begriffe im klaren ist“ und bedauerte, es nicht früher ver- standen zu haben, denn da hätte es keine Auseinandersetzungen und Miß- verständnisse mit den Kameraden aus der Kampfzeit gegeben. Diese politische Schulung wurde als Schule für das Leben in der Freiheit auf- gefaßt. Es kann mit Recht gesagt werden, daß diese Schulungsarbeit der Mühe wert war; denn die in dieser Schule erzogenen jungen Menschen erwiesen sich nach ihrer Heimkehr ihren Aufgaben tatsächlich gewachsen und zeichneten sich unter den Vorkämpfern für den gesellschaftlichen Fortschritt in allen Stellungen auspae Die Sympathie, welche den Jugoslawen im Lager entgegengebracht wurde, drückte sich durch die ihnen erwiesene Hilfe aus. Deutsche, tschechische und andere Kameraden halfen täglich, so zum Beispiel bei der anstrengenden Arbeit, oder wenn es kalt war, durch Beschaffung von warmen Strümpfen oder Pull- overn, oder wenn der Hunger an den Gedärmen nagte, durch ein Stück Brot und nicht zuletzt durch einen freundschaftlichen Händedruck und ein auf- munterndes, trostreiches Wort, deren Wert man in den Konzentrationslagern schätzen lernte. Aber außer dieser spontanen Hilfe, in der sich die Verbunden- heit ausdrückte, wurde eine noch weit bedeutendere Hilfe über das illegale Lagerkomitee geleistet. Ihm gelang es, Menschen aus Transporten zu befreien, die dem Tode geweiht waren, es verstand, die Überwachung der SS zu durch- kreuzen und Kameraden menschlichere Arbeits- und Lebensbedingungen in besseren Kommandos zu vermitteln, sie war imstande, ärztliche Hilfe und Krankenbehandlung zu beschaffen und Arbeitsbefreiung zu erwirken. Die deutschen Kommunisten Ernst Busse und Otto Kipp waren immer bereit, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Kräften für die jugoslawischen Kameraden einzustehen und ihnen größte Hilfe zu leisten... Der Fürsorge und dem Einsatz der genannten deutschen Kameraden war es zu verdanken, daß im Revier etwa 50 Jugendliche Aufnahme fanden, von denen die meisten im Alter unter 20 Jahren waren. Da die Zahl der Jugoslawen im Lager nicht mehr als 500 ausmachte, bedeutete dies 10%o aller jugoslawischen Häftlinge, die auf diese Weise vor dem Tod gerettet wurden. Nach der Be- freiung wurden unsere Kranken zur Behandlung in die Heilanstalt Blanken- heim im Thüringer Wald gebracht, wo sie bis Ende Juli blieben und zusammen mit dem Nationalkomitee in die Heimat zurückkehrten. Die Betreuung der Kranken im Lager und nach der Befreiung oblag dem Partisanendoktor Bela Kohn“: Das illegale Komitee der jugoslawischen Gruppe beschränkte sich in seiner Tätigkeit nicht allein auf seine Nationalität. Es übernahm vom Internationalen 432 Lagerk fiten h denen Italien zößert italieni erleicht Kosmiı gen SO slawen herzlic Die Griech Volkes gehöri War d töten freunc völker ten un dem( das H richt i schen natior täten, halt Seite mit" solche Jugos Kam der\ die BAT sw, Eine Irenschaft t, wissen- ZE ZU Ver- - sich„erst üher yer- und Miß- eiheit auf- der Mühe viesen sich ineten sich Stellungen cht wurde ische und len Arbeit oder Pull Stück Biol d ein au- tionslagem Terbunden- Jas illegal u befreien, ; zu durdı gungen IN Hilfe ud irken, Die bereit, mit Kameraden den war& ‚von denen pslawen ID slawischen ch der Be It Banker zusam) reuung de Joktor Beh I jn sein! national Lagerkomitee die Aufgabe, eine Verbindung mit einigen anderen Nationali- täten herzustellen, die im Lager in nur geringer Zahl vertreten waren und mit denen es gute Beziehungen hatte. So vertrat eine Zeitlang die Interessen der Italiener ein Jugoslawe im Internationalen Lagerkomitee. Die Ankunft einer größeren Gruppe von Antifaschisten aus Triest ermöglichte es uns, mit den italienischen Kameraden enge Beziehungen anzuknüpfen, wobei dies dadurch erleichtert wurde, daß sich unter ihnen antifaschistische Kämpfer wie Mirko Kosmina oder Fero Cisler befanden. Kosmina ist heute Sekretär des Unabhängi- gen sozialistischen Verbandes in Triest. Die zwischen den Italienern und Jugo- slawen in Buchenwald gepflegten Beziehungen waren die ganze Zeit hindurch herzlich und blieben uns in schönster Erinnerung. Die Jugoslawen vertraten auch kleinere Gruppen von Ungarn, Bulgaren und Griechen. Der Bulgare Lilov schloß sich nach der Befreiung als Vertreter seines Volkes der jugoslawischen Volksbefreiungsfront an. Die Beziehungen zu den An- gehörigen der befreundeten Nationen waren herzlich und wurden nie getrübt. War dieser Geist der Ereundschaft, den das Leben in dem Höllenlager nicht zu töten vermochte, nicht ein schönes Zeugnis und eine Verheißung künftiger freundschaftlicher und brüderlicher Beziehungen zwischen den Nachbar- völkern?!.... Wie im Falle der Italiener unserer Kameraden aus Triest, so brach- ten uns auch die Kärtner Slowenen mit den Österreichern in Verbindung, wobei dem Chorleiter unserer Gruppe, dem überall gern gesehenen Sime Martinjak das Hauptverdienst zufiel. Sofort nach Befreiung verfaßte Kermauner einen Be- richt über die Kärntner Frage, in dem er unseren Standpunkt den österreichi- schen Kameraden darlegte. Die Auffassung, die wir vertraten, war die, daß nationale Minderheiten in Verhältnissen voller Gleichberechtigung leben müß- ten, damit sie aufrichtige Träger freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Völkern werden und nicht als Mittel zur Verfeindung von Völkern dienen, wie es zum Beispiel Hitler mit den Volksdeutschen Jugoslawiens beabsichtigte... Erwähnenswert sind auch noch die Veranstaltungen der einzelnen Nationali- täten, auf denen Volkstänze und Lieder dargeboten wurden. Auch diese Unter- haltungen hatte eine erzieherische Wirkung. Die Völker lernten sich von der Seite der Kunst und Kultur kennen. Zumeist gab es humoristische Programme mit Tanz- und Gesangvorträgen. Auch die Jugoslawen veranstalteten eine solche Vorstellung, in der sie symbolisch durch die Darstellung des Kampfes der jugoslawischen Rajah mit dem türkischen Aga den Jahrhunderte dauernden Kampf des jugoslawischen Volkes gegen fremde Okkupation darstellten. Nach der Vorstellung traten die deutschen Kameraden an uns heran, drückten uns die Hand und sagten:„Wir haben es gut verstanden.” BA 7113-8. Bericht, geschrieben 1957. 28 Buchenwald 433 see renwewes a ee gen EEE Bee 7 = rt Beer EEE: ee er ee en Se rn Een 23 En Se BEEsE EEE «= u a a TE ee er EEE_ ne he u r \£> ee Ze ee 2 tg R ET en u EEE GEN GE ET EEE Eu Tal a EE eng; nn he nn a Su a u A ERS EBENEN ara . u ae TER eh a aa ara nn a A A er b: 5. KAPITEL ee Au = = “£ a <& ii = = u m an = =o un a z= u Mr - = zz => BD Bar a a TE u ZI sag Es dmnga ss dA Ei aksdier ze zeig. 35 Bee nee Bee Ss EB 867=: 85 23 5333,83 Sen nzE Z8:3=528358 Ss gs ses ss ui 3 E22 5= 5-53 SS: Einleitung Es ist kein Zufall, daß im Konzentrationslager Buchenwald die bewußtesten Häftlinge die Initiatoren der Kulturarbeit waren. Die Mitglieder der deutschen Arbeiterparteien, der Arbeiterjugendorganisationen, der Arbeitersportorgani- sationen, der Naturfreunde waren es, die als erste den Versuch machten, kultu- relle Arbeit selbst unter den Bedingungen des grausamsten und blutigsten Terrors zu organisieren. Nicht wenige von ihnen waren vor der Machtergreifung des Faschismus in Agitprop-Gruppen tätig gewesen. Sie kannten die Bedingun- gen, unter denen man— selbst mit einem minimal geringen Aufwand an Deko- rationen oder Masken— künstlerisch hochstehende und wirkungsvolle Kultur- arbeit leisten kann. Viele von ihnen waren Laienkünstler, die oft eine hohe Stufe ihrer Kunst erreicht hatten. In späteren Jahren, als die großen Transporte aus den von den Faschisten besetzten Ländern nach Buchenwald kamen, befanden sich unter den Häftlingen Berufskünstler, die wesentlich dazu beitrugen, das kulturelle Leben in Buchen- wald zu entwickeln und zu pflegen. Klingt es nicht wie Hohn, von einem kulturellen Leben in einem Konzen- trationslager zu sprechen, wo die Menschen täglich und stündlich unter dem Terror und der Hungerpeitsche der Faschisten zusammenbrachen oder er- mordet wurden? Ist es nicht paradox, von Kulturarbeit zu sprechen, wo der Kampf um das nackte Leben, um einen guten Arbeitsplatz, um ein Stückchen Brot das Leben der Häftlinge beherrschte? Es gab gegenüber dem faschistischen Terror und dem brutal geführten Kampf ums Leben eine Macht, die durch keine blutige Unterdrückung und Aus- rottung zu beseitigen war: Das war die Solidarität der klassenbewußten Häft- linge, die Solidarität der Kameraden, die, aus allen Ländern Europas zusammengetrieben, eine unlösbare Einheit bildeten. Sie rettete nicht nur— wie es in diesem Buch mehrfach dargestellt wird— im wahrsten Sinne des Wortes das Leben von Zehntausenden von Häftlingen, sie hielt auch den Geist des Widerstandes, das Wissen um den Sieg über den Faschismus hoch. Aus diesem Gedanken der Kameradschaftlichkeit, der Siegeszuversicht, der Humanität entstand auch der Wille zur kulturellen Arbeit. Ob bewußt oder unbewußt: In allen diesen Menschen war der Gedanke lebendig, daß Kunst und Literatur wirkungsvolle Waffen gegen die Barbarei und für die Menschheits- ideale sind. Es gab im kulturellen Leben Buchenwalds eine deutliche Entwick- lung. Solange das Konzentrationslager Buchenwald den Charakter eines Straf- lagers hatte, war das kulturelle Leben nur schwach. Das lag daran, daß die Häftlinge nach der übermäßig harten Arbeit des Tages abends erschöpft auf ihr 437 NENNEN Ne Ss Te TEE ine ne nr er ren GIuEREST ee SE = ae m u ee en EEE EEE ER = Sri tn nn NT EEE „Bett“ sanken und sonntags nur den einen Gedanken hatten, ein paar Stunden zu schlafen— was auch nicht immer möglich war. Was zu dieser Zeit an kultureller Arbeit geleistet wurde, mußte streng illegal geschehen. Ein Beispiel kann hier für viele stehen: Der Jungkommunist Rudi Arndt, Mitglied des Zentralkomitees des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands, organisierte ein Streichquartett. Mit unsäglicher Mühe gelang es, zwei Geigen, eine Bratsche und ein Cello in das Lager zu schmuggeln. Häft- linge, die in der Lage waren, die Instrumente zu spielen, gab es genügend. Auch das Einschmuggeln der Noten war nicht leicht. Welche Liebe zur Kunst, welch tiefer Glaube an die gerechteste Sache der Menschheit beseelte die jungen Häft- linge, die nach einer harten und unmenschlichen Arbeitszeit sich spät in der Nacht zusammenfanden, um bei verdunkeltem Zimmer und unter größten Vorsichtsmaßnahmen noch Quartette einzustudieren. Aber es gelang. Rudi Arndt wies in einigen Veranstaltungen mit kurzen Worten auf die Bedeutung der Komposition und die Rolle der Komponisten aus der klassischen Zeit der deutschen Musik hin. Das Quartett spielte in den Blocks der jüdischen, wie in den Blocks der„arischen“ Häftlinge. Die Aufführung der„Kleinen Nachtmusik“ von Mozart war ein unvergeßliches Erlebnis, das manchem Häftling, der zu ver- zweifeln drohte, wieder Mut und Kraft gab. Die Aufführungen wurden von einem Spitzel, der an einem solchen Konzert teilgenommen hatte, verraten. Die SS beschlagnahmte die Instrumente, und die fünf jüdischen Kameraden bekamen 25 Hiebe mit dem Ochsenziemer, weil sie es als„Juden“ gewagt hatten, Musik deutscher Komponisten vor deutschen Häftlingen aufzuführen. Als nach Beginn des faschistischen Krieges ein fühlbarer Arbeitermangel ein- trat, entwickelte sich Buchenwald mehr und mehr zu einem Arbeitslager. In dieser Periode versuchte sogar die SS, im Konzentrationslager Buchenwald etwas wie„Kraft durch Freude“ zu organisieren. Sie gestattete sonntags Fuß- ballspiele, sie ließ ein Lagerorchester zu, das sonntags vormittags„Platz- konzerte“ auf dem gleichen Appellplatz geben mußte, wo sonst die Häftlinge geprügelt oder zu Tode gehetzt wurden, wo die SS Häftlinge henkte— auf demselben Platz, der sonst nur Blut und Tränen sah. Später, seit 1941, richtete dieSS sogar einKino ein,in dem zumeist faschistische Filme zur„Umerziehung“ gezeigt wurden. In dieser Situation war ein offensiveres Auftreten möglich. Die kulturelle Arbeit unter den Häftlingen gewann an Breite und Stärke, wobei natürlich immer beachtet werden mußte, daß diese kulturelle Arbeit nicht einen Anlaß zu erhöhtem Terror bieten durfte. Bei der Unkenntnis der SS-Leute gerade auf kulturellem Gebiet war das nicht allzu schwierig. Es konnten musikalische Werke aufgeführt werden, zum Beispiel von slawischen Komponisten, deren Namen man entweder verschwieg oder durch andere ersetzte; nur die Ein- geweihten wußten, wer der Komponist war. Die bei den Konzerten anwesenden SS-Leute klatschten unbekümmert Beifall, da ihnen die Musik gefiel. Was war besonders charakteristisch für das kulturelle Leben in Buchenwald? 438 Das künst zuVel siege) ar Stunden|| treng illen] nunist Rud Jdverband: lühe gel ggeln, Hif, ügend, And (unst, well ungen Hält spät in der ter größter Jane, Rul Bedeutung jen Zeit der hen, wie Yachtmusik‘ ‚ der zu ver yen Konzert mente, und ziemer, wel r deutschen mangel ei sitslager. I Buchenwall antags Fuß ags ‚Pt ie Häftlinge nkte- au 341, richtele nerziehung e kulturelle ei natürlich jnen Anlıd ‚ gerade aul usikalish sten, deren or die Br ‚nwesenden we „chen au Das war der unbedingte Wille zum Leben, der aus allen literarischen und künstlerischen Werken und Darbietungen sprach. Es war die absolute Sieges- zuversicht, die Gewißheit, daß der Fortschritt doch über die Nazibarbarei siegen werde. Der deutlichste Ausdruck dieses Siegeswillens ist der Refrain des Buchen- waldliedes, das bereits Ende 1938 entstand. Dieses Lied, auf Befehl der Lagerführung geschaffen, von einem jüdischen Häftling gedichtet und von einem anderen jüdischen Häftling komponiert, die beide unter den schwierig- sten Bedingungen arbeiten mußten, die tagtäglich geschlagen und getreten wur- den, ist vielleicht eines der schönsten Zeugnisse der Macht der fortschrittlichen Ideen in Buchenwald. Die Gedichte, die im Lager entstanden, gingen von Hand zu Hand und weckten Mut und Zuversicht. Aber das war nur ein kleiner Teil der kulturellen Arbeit in Buchenwald. Eine Massenwirkung, die allerdings erst in den letzten Jahren des faschisti- schen Krieges zustande kam, ging von den Konzerten der Lagerkapelle und vor allem von den bedeutungsvollen internationalen Veranstaltungen aus, die von einer Gruppe politischer Häftlinge aus verschiedenen Nationen durchgeführt wurden. Diese Veranstaltungen waren wahrscheinlich damals in Nazideutschland einzig in ihrer Art. Nicht nur gute Kunstwerke, die man zum Teil außerhalb des Konzentrationslagers nicht mehr„hören“ durfte, wurden vorgetragen; auch die internationale Sinngebung dieser Veranstaltungen war im übrigen Deutsch- land damals nicht möglich. Daß diese Konzerte den Mut der Häftlinge hoben und das Vertrauen in ihre eigene Kraft und das Bewußtsein des Sieges stärkten, unterliegt keinem Zweifel. Der innere Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Gruppen der Häftlinge, der seinen Ausdruck in der Schaffung internationaler Organisationen fand, ist durch die wirksame kulturelle Arbeit stark gefördert worden. Man kann die kulturelle Arbeit in Buchenwald nicht würdigen, ohne an die künstlerische Tätigkeit vieler Häftlinge zu denken, die ihre hohen Fähig- keiten in den Dienst der SS stellen mußten. Häftlinge schufen viele Einrich- tungen der SS-Häuser, den Falkenhof, Kunstschmiedearbeiten, Holzschnitze- reien und Kleinkunstgegenstände. Diese Kunstwerke wurden vielfach von den Häftlingen zur Korrumpierung der SS-Leute verwandt und schufen Möglichkeiten zu wirklicher kultureller Arbeit. Die Häftlinge, die solche Kunst- werke anfertigten, bewiesen ihr großes Können selbst bei Arbeiten, die sie unter Zwang leisten mußten. Welch großes Bedürfnis bestand, sich mit kulturellen Fragen dieser oder jener Art zu befassen, zeigt das Vorhandensein der großen Lagerbibliothek, die sich die Häftlinge zum größten Teil selbst aufgebaut und eingerichtet hatten, zeigt die große Zahl der Leser. In den nachstehenden Berichten findet sich der Hinweis darauf, daß bei einer Besichtigung des Lagers ein hoher Offizier auf diese Tatsache stieß. Dieser Faschist ahnte wahrscheinlich dumpf, daß hinter der starken Leserschaft der Lagerbibliothek nicht nur das Bedürfnis 439 ee Re Far nn ee er ee ern Des Se eg ne el Sage ee Ei en ur ee PETE = Seterete €, ee En be Kocar ce nach Entspannung stand, sondern der Wille, sich immer neue Kräfte zum Kampf für die Befreiung zu schaffen. Daß die Menschen vieler Nationalitäten sich unter den unmenschlichsten Be- dingungen in Buchenwald die Fähigkeit erhielten, kulturelle und künstlerische Werte zu schaffen, sich für die Werke der Kultur zu begeistern, war überhaupt nur denkbar, weil diese Menschen von einem abgrundtiefen Haß gegen die Nazibarbarei und ihre exponiertesten Vertreter, die SS, beseelt waren. Das war nur möglich, weil diese Menschen das Bewußtsein des Sieges in sich trugen, ein Bewußtsein, das immer wieder mit Hilfe der kulturellen Arbeit gestärkt und gefestigt wurde. So hatte die kulturelle Arbeit in Buchenwald keinen un- wichtigen Anteil daran, daß es in den letzten dramatischen Tagen im Konzen- trationslager gelang, die Vernichtung von Zehntausenden von Häftlingen zu verhindern. Diese Menschen wurden vielfach zu Erbauern einer neuen und besseren Gesellschaftsordnung. Kunst im Konzentrationslager Buchenwald Die künstlerischen Bemühungen der Häftlinge des KZ Buchenwald sind ebenso alt wie das Lager selbst. Anfangs enstanden oft spontane Sonntags- veranstaltungen mit klar antifaschistischem Charakter als Ausdruck des unbeug- samen Geistes der politischen Häftlinge. Besonderes Niveau erreichten diese kleinen Kabarettnachmittage, als durch die Judenaktionen des Jahres 1938 eine Reihe prominenter Künstler in das Lager kamen. Es sei hier nur an den Libret- tisten Franz Lehärs, Löhner-Beda, erinnert, der später im KZ Auschwitz starb. Seine geistreichen Sketchs und witzigen Gedichte haben manchem Häftling Freude und neue Kraft gegeben. Auch die Musik kam zu ihrem Recht, trotz aller Schwierigkeiten, die den Aus- übenden gerade auf diesem Gebiet im Wege standen. Man bedenke nur, was es heißt, nach zehn Stunden harter Arbeit mit klammen Fingern die Feinheiten einer Geigenpartie zu spielen. Welche besonderen Gefahren aber noch drohten, sei an einem Beispiel dargestellt: Von 1939 bis 1940 gab es ein Streichquartett aus jüdischen Häftlingen. Eines Tages wurden sie ans Tor gerufen und bestraft, weil sie„deutsche“ Musik gespielt hatten! Daß die Mitwirkenden der Kabarettveranstaltungen ein noch größeres Risiko eingingen, braucht wohl nicht erwähnt zu werden. Trotz Gefahren und Schwierigkeiten ließen aber die Häftlinge nicht ab von künstlerischen Ver- anstaltungen aller Art... Im Jahre 1941 entstand das Lagerkino, eine Spekulation der SS, die wohl er- rechnete, daß die nach allen Kulturäußerungen hungernden Häftlinge gen die zehn Pfennige zahlen würden, um einmal etwas anderes als das Lager zu sehen— wenn es auch nur Nazifilme waren. Eine Reaktion hatten sie allerdings 440 nicht VON neniger Trleben \ Besetzul Jen war Wir b yerhältn 'hnliche fie Kar Hervort Kreis po Pooran jeAuf l der lagerth fabel 9 stellt hs in| Iızu Ü {enen( 43 w Veranst Hatt 'heiall 84 HRRUUNMERER IH) in der Pathologie zu Weihnachten und Neujahr 1948/44 dar. Ein aktuelles | Lagerthema: Der Kampf der Häftlinge gegen die Verlausungsgefahr war als "Fabel genommen. Es wurde mit einer klar gegen die SS gehaltenen Linie dar- | gestellt. Inzwischen war auch das Lagerorchester wesentlich verbessert worden, | das in bestimmten Abständen Konzerte in der Kinohalle gab. Man ging nun | dazu über, diese Orchesterkonzerte zu„Bunten Abenden“ umzugestalten, in | denen Gesangsstücke und kleine Szenen vorgetragen wurden. Seit dem Sommer BEN: 1 1943 wurden mindestens alle sechs bis acht Wochen solche„Bunten Abende“ || veranstaltet, die meist wiederholt werden konnten.! ) ım Kamp! nicht vorausgesehen: daß nämlich gerade diese Nazifilme mit ihrer mehr oder Y weniger dick aufgetragenen Tendenz das Bedürfnis nach echtem kulturellen It Ähstends. Erleben verstärkten. Da nun etwa zu gleicher Zeit auch der Kampf um die hi nstlerische Besetzung der Lagerfunktionen zugunsten der politischen Häftlinge entschie- M überhaupt den war, konnte diesem Bedürfnis auch bald Rechnung getragen werden."1 gegen die| Wir begannen wieder im kleinen Rahmen. Begreiflicherweise waren es die N ren. Das|| verhältnismäßig ruhigeren Kommandos, in denen zuerst wieder Kabarett- und"4 ich trugen,| ähnliche Programme aufgeführt wurden: die Pathologie, der Krankenbau und 1 it gestärkt|" die Kammern. Wenn auch der Kreis klein war, so stieg doch bald das Niveau. 1 keinen un-' Hervorhebung verdienen besonders die„Literarischen Abende“, die ein kleiner vi n Konza-|| Kreis politischer Häftlinge mit immer neuen, stets kämpferisch antifaschistischen N tlingen zı| Programmen durchführte. Einen gewissen Höhepunkt dieser Tätigkeit stellte jeuen un! die Aufführung der Oper„Buchhäuser oder der Läusekrieg auf der Wartburg“ I Sonntags:" i 7 Hatten bisher entsprechend der Zusammensetzung des Lagers die Deutschen 4 ei| bei allen Veranstaltungen überwogen, so waren seit 1942 und besonders seit 1098 ein"1943 durch das Eintreffen ausländischer Häftlinge neue Verhältnisse geschaffen 09 7 worden. Auch diese Gruppen empfanden den Wunsch, sich künstlerisch zu be- den Libre| tätigen. So kam es zunächst zu Konzerten mit Einlagen auf den ganz oder über- N me von Häftlingen gleicher Nationalität belegten Blocks. Mit Regelmäßig- N m Häftling| keit wurden diese„Blockkonzerte“, wie sie in der Lagersprache bald hießen, seit N | dem Herbst 1943 durchgeführt... Vor allem die Russen, Franzosen und Polen I} i den u| brachten ihre Blockkonzerte auf ein beachtliches Niveau. IN ar, 1“ TI Im Winter 1948/44 wurden dann die Veranstaltungen in der Kinohalle neu Kt Feinheiten F| organisiert. Ein Ausschuß mit Vertretern aller im Lager stark vertretenen Natio- N ch drohte| nen übernahm die Zusammenstellung der Programme und ihren Aufbau nach I ichquartel Grundlinien, deren Propagierung von den politischen Häftlingen als notwendig hi nd bestraft erkannt worden war: in erster Linie internationale Zusammenarbeit aller gegen h be; den Nazismus. ers Ri| Wenn es auch bei den Konzerten in der Kinohalle nicht möglich war, offen zu N ahren WU N sprechen, da jederzeit mit der Anwesenheit von Spitzeln und auch SS-Ange-\ schen Ver F hörigen zu rechnen war— sie kamen oft, um sich eine wirklich gute Unterhaltung Ni zu verschaffen— so fand man doch immer die richtige Sprache, um den Häft-\ vo mohler P I . gern db ht > Lagel n BD 1 Das erste Konzert war am l. 8. 1943, ihm folgten weitere am 1578, 29.8...16. 9,19. 9,20. 9, Y ae Wi 9. 10., 28. 10., 12. 12., 24. 12. 1943, 1. 1.,2. 1,16. 1. 1944. His N allerdin; Y 441 bi ai Mi dr in ( If [4 \ IN „4 lingen das verständlich zu machen, was gesagt werden mußte und doch von der SS nicht direkt bestraft werden konnte....! Die Arbeit des Ausschusses beschränkte sich nicht auf die Konzerte in der Kinohalle; nebenbei wurde die illegale antifaschistische Arbeit auch auf künst- lerischem Gebiet weitergeführt, aber auch zur Tarnung ganz harmlose Ver- anstaltungen aufgezogen. Die erste Art der Veranstaltungen blieb natürlich wieder auf kleinere Räume und einen geschlossenen Besucherkreis beschränkt. Als Beispiel sei eine Aufführung der sowjetischen Kriegsgefangenen für die politischen Häftlinge anderer Nationen erwähnt.? Eine erfolgreiche Veranstal- tung harmloser Natur war eine Aufführung von Shakespeares„Was ihr wollt“. Neben den vom internationalen Ausschuß geplanten und geleiteten Auffüh- rungen, aber in Zusammenarbeit mit diesem, blieben die Blockkonzerte be- stehen. Auch sie wurden immer stärker in den Dienst der politischen Erziehungs- arbeit und der internationalen Solidarität gestellt: Beispiel dafür sind etwa die französisch-tschechischen, die russisch-französichen und die tschechisch-pol- nischen Veranstaltungen auf den Blocks dieser Nationalitäten. Die französische Gruppe verdient hier für ihre mustergültige Arbeit besonders hervorgehoben zu werden. Sie hat unter anderem ein Preisausschreiben für literarische Arbeiten veranstaltet, das großen Anklang und Erfolg hatte, ebenso eine Ausstellung von in Buchenwald entstandenen Werken bildender Kunst. Nicht vergessen werden darf eine Nachmittagsveranstaltung für die Kinder im Lager, bei der„Solidarite Francaise“ dafür gesorgt hatte, daß alle Kinder mit Süßigkeiten und Gebäck beschenkt werden konnten. Nach dem Bombardement vom 24. August 1944 wurde eine Gedächtnisfeier veranstaltet. Kurz danach mußte die Tätigkeit des internationalen Ausschusses sich in einer Krise bewähren. Als nach der Verhaftung einer Reihe politischer Häftlinge durch die Gestapo eine akute Gefahr für das Lager entstanden war, mußte buchstäblich von heute auf morgen ein vorbereitetes, stark tendenziöses Programm durch ein harmloses ersetzt werden. Daß es gelang, ist ein Beweis für die Breite, die die Arbeit auf künstlerischem Gebiet bereits angenommen hatte... Auf den Blocks ging die kulturelle Arbeit trotz Überfüllung weiter und fand ein noch größeres Interesse. Die polnische Jugendgruppe verdient besondere Erwähnung, die in den letzten Tagen vor der Evakuierung mit einem guten und politisch klaren Programm auftrat. Auch kleiner, ausgesprochen erziehe- rischer Szenen muß gedacht werden, die auf den Blocks 22 und 283, die mit jüdischen Häftlingen belegt waren, gebracht wurden. Bis in die letzten Tage des Lagers wurden auch die Kammermusikabende fortgesetzt. Aus den ersten dilettantischen Streichquartetten waren zwei künst- lerisch hochstehende Quartette hervorgegangen, die auch in der Kinohalle mit großem Erfolg aufgetreten waren. en Nam der Gründung des internationalen Ausschusses fanden am 30. 1., 20. 2., 19. 3., 9. 4., 16. 4., 16. 6., 30. 7., 17. 8., 24. 9., 1.10., 1. 11., 26. 11., 25. 12. und 31. 12. 1944 Konzerte statt. 2 Vgl. S. 451. 5 Am 30.7.1944 in der Kantine, 442 Musi hat e Mitg der] gesd Erlel hier mal Unb BA9: 0ch von der| zerte in de 1 auf küngt. mlose Ver b natürlid beschränkt nen für die > Veranstal. ihr wollt“) ten Auffüh- onzerte be- Erziehung: nd etwa die echisch-pol t besonder hreiben fir ıtte, ebenso ıder Kunst| die Kinder alle Kinder ächtnisfeie Ausschusses | politische anden wat :ndenziöses Beweisfür ‚genommen rund fand besondere nem gulei yn erziehe 3, die mi ısikabende wei künst noballe mil en), 16.4, Ein Bericht über die künstlerische Betätigung der Häftlinge im KZ Buchen- wald wäre allzu unvollständig, wenn nicht noch die literarischen Arbeiten und Musikstücke erwähnt würden, die im Lager entstanden sind. Das Lagerorchester hat eine beträchtliche Anzahl von Orchesterstücken uraufgeführt, die von seinen Mitgliedern oder anderen Häftlingen komponiert worden sind. Auf dem Gebiet der Literatur sind neben den kurzlebigen, nur für gerade fällige Aufführungen geschriebene Szenen und Gedichte auch solche von dauerndem Wert aus dem Erlebnis des Lagers hervorgegangen. Gedichte, Novellen und Romane wurden hier geplant und ganz oder teilweise vollendet. Wenn man all diese Werke ein- mal gesammelt veröffentlichen könnte— es gäbe kein besseres Denkmal für die Unbeugsamkeit der politischen Häftlinge des KZ Buchenwald. BA 92-1. Bericht, geschrieben 1945. Illegale Kulturveranstaltungen Neben den öffentlichen Veranstaltungen des internationalen Ausschusses wurden eine Reihe Abende internen Charakters durchgeführt. Um diese Ver- anstaltungen haben sich die Kameraden der Pathologie besonders verdient ge- macht. Nachdem als erste Veranstaltung in der Pathologie selbst ein Abend mit rein literarischem Inhalt durchgeführt wurde(geboten wurden Beispiele aus der modernen und der klassischen Literatur), sprengte bereits die zweite Ver- anstaltung in der Pathologie am 8. August 1943 diesen Rahmen. Im Geheimen und nur vor geladenen Gästen wickelte sich das Programm ab, das eine starke, offene Tendenz trug, unter anderem Spitteler: Sturz der Götter; Büchner: Szenen aus Danton. Im November 1943 war ein weiterer Abend in der Patho- logie. Politische Gedichte unserer Kameraden Ferdinand Römhild und Bruno Apitz, die berühmte von den Nazis verbotene Rede des Marquis Posa aus Schil- lers„Don Carlos“, politisch-satirische Szenen bildeten die Grundlage des Pro- gramms. Dieser Abend wurde im Februar 1944 vor einem größeren Kreis ge- ladener Kameraden in der Effektenkammer wiederholt. Es ist klar, daß die Tätigkeit des Ausschusses die Blockveranstaltungen fruchtbar beeinflußte. Jetzt fanden auf den Blocks„Unterhaltungsabende“ statt, die in ihrer politischen Tendenz bis an die Grenze des Möglichen gingen. Aber auch der Ausschuß gestaltete zum ersten Mal in der Geschichte des Lagers eine 1. Mai-Kundgebung 1944— auf dem Platz zwischen Häftlingsbekleidungskammer und Wäscherei.! Diese einzigartige Kundgebung trug trotz des neutralen Rahmens revolutio- nären Geist und war eine wahrhaftige Demonstration, denn viele nahmen an ihr teil. Otto Halle? BA 94-3. Bericht vom März 1957. ı Vgl. Abb. 84. 2 Otto Halle, geb. 1903, 1953 KZ Sonnenburg, 1935-1937 Zuchthaus Kassel, 1937-1945 KZ Buchen- wald, jetzt Schriftsteller. 443 ne FE nn un = ee = Teen Sende meets Se De TEE ne ET ne ge BE er ae jet aUuUAaoam 9. 12. Programm für Konzerte am 25. Dezember, 1. und 2. Jänner 1944| 1. Orchester:„Beim Walter Kollo“— Großes Potpourri . Akrobaten- Russen- Jazz-„Polenblut“ . Im Hutgeschäft— Sketch, Redner . Iskajlo singt . Russen mit ihrem Repertoire . Verrückter Eisenbahner Musik 7. Singende Feuerwehr Musik Pasodoble . Lebenslauf eines Häftlings und wie sieht das ein Maler-Künstler? Serenade über die Kasanka Musik Fox 10. 11. IML OR) HB co 0— Violin-Solo mit Bruno!— spielt Kropinski „Kinder— wie die Zeit vergeht!“— Foxtrott - Buchenwald II 1/3. Handschriftliches Original. 18. Konzert der Lagerkapelle in der Kinohalle Sonntag, den 16. April 1944 „Ernst und Heiter“ Programm: Drt+ . Potpourri aus der Operette„Die Fledermaus“ von J. Strauß ‚Alle Vöglein sind schon da“ . Französische Volksweisen . Krakowiak aus der Suite„Erinnerungen“ von J. Kropinski 5. Polnische Volkslieder und Mazur 1. Akkordeon-Solo— Erich Hela: „Gestern— heute“, Steinklopfer Pause. Kreisler: Liebesleid Liebesfreud Brahms: Ungar. Tanz Nr. 5 mom 144 Tschechische Volkslieder Polka aus der Suite„Erinnerungen“ von J. Kropinski Bauerntanz(Ländler) „Na ja“/ Bruno? Bruno Apitz. Bruno Apitz. IM. Brahn Hotov 7, Russis INL- Buc Russen Deutsche Deutsche 1.,Juge 1, Jugos Holländer 0 Beii 4,„Uma Deutsche ),„Kam „Vari 1.„Panc ),„Pari n-] Rapp Polen Deei Deutsche Aopfer Sohlen Zen il belädt ten ZU äblade von al Tschech. Schrich Deutz: Deutsche N Deutsche Kapo: R Y FERLUHNA ne i 6. Brahms: Ungar. Tanz Nr. 6 | Hotovy:„Tadellos“(Polka) | 7. Russische Volkslieder und Volkstänze Russen | IML- Buchenwald II 1/3. Original. Issen ii Programm des 21. Konzertes des Lagerorchesters >utsche Mittwoch, den 16. August 1944 2utsche a0«e 1.„Jugend vorwärts Marsch von Wacker Ausführung: Lagerorchester lände 2. Jugoslawische Volkslieder Ausführung: Jugoslawische Gruppe au 3.„Bei uns z’Haus“ Bayrische Volkslieder und-tänze Ausführung: Bayern| 4,„Umart Maciek umarl“ Polnische Volksszene My autsche Ausführung: Polnische Gruppe Mi 5,„Kamerad, marschier an meiner Seite“ Eine Szene aus dem Lagerleben I Ausführende: Deutsche Gruppe Ai F Pause M 1 6.„Variet&“, Gesang, Tanz, Akrobatik Ausf.: Russ. Gruppe IN 7.„Panoptikum“ Eine internationale Szene I Ausf.: Tschechische Gruppe N 8.„Paris 1900-1937“, Revueszene Ausf.: Französische Gruppe i| BA 92-1. Abschrift. IN N) N DR: Gestern— heute Ri H} von Otto Halle m Drei Steinklopfer, vermummt, Lagertypen, spazieren umher. Sie frieren, N len ig klopfen Hände und Füße, um sich zu wärmen. Einer von ihnen zündet sich ver- Ni ur stohlen eine Kippe an und läßt auch die anderen einen Zug machen. Sie schneu- Ih zen sich durch die Finger. Einer knabbert an einer Rübe. Ein Vierter(Deutscher) hi belädt auf der rechten Bühnenseite einen Karren mit Steinen. Er fährt den Kar- Hi ren zur Mitte, wo er die Steine auf einen Haufen bereits geschlagener Steine Ei abladet. Ab und zu zieht er ein Stück Brot aus der Tasche, bricht ein Stück da- Ri von ab und schiebt es in den Mund. Plötzlich dreht er sich schnell um und er- hen | schrickt: I ‚hedh| Deutscher: Achtzehn— der Kapo! N |(Die anderen eilen zu ihren Hockern und klopfen Steine) N eutsee 1 Kapo:(kommt gravitätisch) ea autsche He, habt ihr schon wieder gefaulenzt?(drohend) Laßt euch nur nicht er- | wischen!(Pause) Haltet euch ein bißchen ran! Oder nennt ihr das vielleicht ee 445 a ee Br eyes nr se Id were i£ i scher arbeiten?— He, Franzose, kannste nicht oder willste nicht? Und du? Nix Deut 1, rabotti? He! Der Teufel mag wissen, womit ihr draußen euer Brot verdient en habt!(Zum Deutschen) Und du kannst ruhig ein bißchen aufpassen, daß lv „ die Burschen nicht einschlafen. a de } Deutscher:(zuckt die Schultern und schiebt wieder zum Laden)= d | Kapo:(schiebt einen der drei zur Seite und nimmt selbst den Hammer) sd “ Hier, so wird das gemacht! Ihr seid zum Fressen zu dumm. Ann ‘(Er klopft eifrig) Bd h 1. Steinklopfer: Njet ponimai. Em H Kapo: Ja, davon versteht ihr nichts, aber es wird gut sein, wenn ihr es lernt! ein M | He,... oder Krematorie!(Klopft sich auf den Finger) Au, verflucht! Alles Dann Hl| wegen euch, verdammte Bande. Was lacht ihr noch? Ich will euch helfen! EL N Deutscher:(kommt mit seinem Karren zwischen sie und haut den Karren nieder) Bun nl Ja, glaubst du denn, daß man eine Berechtigung zum Leben nur dadurch A us hat, daß man Steine zerschlagen, daß man Dreck hin- und herwerfen oder Dann aN andere Schachtarbeiten verrichten kann? Vielleicht haben sich die drei ihr Die P AN Brot nicht mit den Händen verdient! Ich weiß es nicht, aber vielleicht sind Id hi sie genau so unschuldig an ihrem Hiersein wie du und ich. Freilich, für Men pi einen Kapo haben sie wohl nicht die richtigen Ellenbogen. Frage sie doch Bun y einmal, was sie früher draußen gemacht haben! ER H Kapo: He, du Tscheche, Franzmann, und du, kleiner Mistvogel, wickele dich u Rt mal raus aus deiner Schale! Was habt ihr denn draußen geschaffen! Stein- ni klopfen könnt ihr nicht, könnt ihr denn wenigstens etwas anderes? H 1. Steinklopfer:(schüchtern) Ja, singen kann ich! N Kapo: Haha, singen! Singen kannst du, und du, Franzose? Vier H; N 2. Steinklopfer:(stolz, französisch) Ich singe auch! kuchtu " Kapo: Großartig, jetzt fehlt mir nur noch, daß der Dritte auch singen kann. He, üllinge HN dul Kannst du vielleicht auch noch singen? j H 3. Steinklopfer:(Orchester fällt ein. St. steht langsam auf und kommt zum“ulscher R Vordergrund der Bühne. Singt leise, sich steigernd): Torna a Soriento.... Ih de N(italienisch) mich Kt Kapo:(weicht langsam zurück und bleibt an der rechten Bühnenseite stehen. Gem N Der Deutsche hat sich auf seinem Karren niedergelassen und hört aufmerk- Ni I sam zu. Der Sänger weicht, wenn er geendet hat, in den Hintergrund n. R il zurück.) ol N 2. Steinklopfer:(hat sich, während der Vorsänger endet, genähert und singt vs » dann selbst): O Maria...(italienisch) I Alkır 5 H Kapo:(zum 1. Steinklopfer): Und du? age Mt 1. Steinklopfer:(springt auf und geht mit voller Kraft in seinen Vortrag) hl. Bon Ik Sole mio...(italienisch) 1 Datche Hi 3. Steinklopfer:(kommt aus dem Hintergrund. Findet eine lange Feder, wirft I Ih Mo 3 sich den Umhang um und ergreift die Mandoline und singt: Mephisto... hy (Vorhang!) Dur 446 Een RURNLLUNMEREE 2 USE EN FG d du? Ni,(Deutscher erscheint vor dem Vorhang:) X verdien Wenn du einmal nicht ganz so hungrig bist, assen, dal wenn du einmal nicht gar zu müde bist, und wenn du einmal unverzagt an deine Heimat denkst ı) und die Gedanken ganz allein nur deinen Lieben schenkst, dann endlich werde wieder klar, daß diese Zeit nicht immer war. Den Dann höre, wie aus tiefstem Schmutz acht! Alle ein Mensch verlangt nach deinem Schutz! En Dann finde, wie an allen Stellen r aus Lumpen Menschen, Menschen quellen! Te Zr Se ren niede i: I ) Dann wisse, daß man nicht mit Fluchen ar dadurd: N im Lumpen darf nur Lumpen suchen! H rerfen ode: Mi ie drei Dann werde klar mit einem Male: m Die Perle such und nicht die Schale! 1 NER il u m Und wickelst du die Lumpen aus, Mi eich, Ir tu’ sorgsam es, vielleicht N e sie dad| kommt gar ein ganzer Mensch heraus! Mi le BA 95-18. Abschrift. IN ickele did H ı Se Bomber über Buchenwald h ? von Otto Halle I Vier Häftlinge sitzen auf der Seite und erzählen von ihrer Heimat. Die iN Beleuchtung ist halbdunkel und soll möglichst Blockstimmung erzeugen. Andere il) ı kann, He, Häftlinge lesen, essen und beschäftigen sich beliebig. IN I) Deutscher: Ja, so sitzt man nun hier und wartet— wartet! Auf was eigentlich? IM mmt” In den langen Jahren, die ich nun hier bin, habe ich beinahe vergessen, i orienl0. mich auf das Draußen zu freuen.— Ich glaube, ich habe sogar Angst vor in italien) dem Draußen. H jte stebel(Sirene) ‚ + außen Alarm! H intergrund Le Frangais: Alerte! Hi Pole: Alarm! El und sig(Bomben rollen dumpf, die Häftlinge zucken zusammen) N italienis@)| Deutscher: Bomben fallen! he . ‚Franzose: Des bombes sont en train de tomber. 1 . Pole: Bomby padajg! j 2) ib) Deutscher: Meine Familie lebt in Berlin... Berlin wird bombardiert. H tal ft Pole: Moja rodzina Zyje w Warszawie.... Warszawe bombarduja. I ode Häftling:(am Fenster) Sie sind über uns. H gphiste-|(Dumpfe Schläge fallen)% Dr ki: Ki Mi ee re ce = R een ER Deutscher: Wenn sie jetzt auf den Hebel drücken, dann—(ruhig) ist es aus... Le Frangais: S’ ils appuient sur le declencheur, alors... c'est fini... Pole: Jezeli teraz tylko na guzik nacisna, to koniec z nami-...(Einschläge, laut, dichter) Deutscher: Da schlafen 800 Kameraden in einem Block und eine Bombe kann sie vernichten. Pole: Osiemset ludzi na jednym bloku, jedna bomba moze wszystkich zniszezy(. Franzose: Huit cents hommes dans un bloc, et avec une bombe on peut les detruire, Deutscher: Und sie schlafen und sie tun recht daran. Immer denken müssen, jetzt saust der Tod in blitzschnellem Flug auf dich los— vielleicht zerfetzt er im gleichen Augenblick deine Lieben. Franzose: Nous dormons sous le regard de la mort. Pole: W kazdej chwili moze nastapi€ Smier£, Zyjemu ty na ty z kuma$miercia. (Einschlag) Häftling schreit: Ich will nicht sterben!(Weint hysterisch; er bricht zusammen, die anderen bemühen sich um ihn... Unruhe) Deutscher: Wir leben auf du und du mit dem Gevatter Tod. Nicht einmal Angst haben kann ich. Aber ich kann auch nicht denken. Ha— Freund! Nimm deine Fiedel und spiele uns die Last vom Herzen! Pole:(Spielt Cello„Der Tod und das Mädchen“) Franzose: Chassez par votre musique les soucis des coeurs... une consolation seulement, c’est que la nuit passera. Un jour, tout est passe. (Nimmt seine Geige und fällt ein, die anderen folgen) Franzose: Ainsi tout pass& un jour la guerre aussi sera passe. Deutscher: Einmal wieder wird Friede sein, und wir gehen heim. Pole: Nie bezie juz obawy, nie bedzie Strachu ni krzyköw, nie bedzie bomb, nie bedzie wojny. Deutscher: Keine Bomben mehr und keinen Krieg. (Sirene, Entwarnung. Der Bewußtlose hat sich langsam aufgerichtet. Quartett spielt erneut, fest und zuversichtlich Beethoven, Ouvertüre Egmont. Nachdem sie geendet haben, leise Andacht.) Deutscher: Nun laßt uns schlafen geh’n. Franzose: Encore une fois allons dormir. Pole: Jeszcze raz spa€, dobrze spa£. Deutscher: Noch einmal schlafen. (Vorhang) BA 95-19. Abschrift. (Der| die Büh (Die unterm: schäftig der Raı ihr Har Der der ein wieder Das Bi Ein: {orium: der Eii danker Die der Se tezitie ISt es aus, (Rinschlir Bombe karı ch zniszen - on peut| müssen, jet erfetzt erir ma$miert It zusam) einmal Anıı F| 'eund! Ninn| je consolatiu} bedzie bunt fat El It erneut, I| Doch auch für uns kommt mal die Zeit von Otto Halle (Der Chor der Steineträger singt hinter den Kulissen und kommt langsam auf die Bühne) Hoch auf dem gelben Wagen sitz ich beim Schwager vorn. Vorwärts die Rosse traben, Lustig erschallet das Horn. Berge, Täler und Auen, Lustiges Baßgebrumm, — ich bliebe ja so gerne, um zu schauen, aber der Wagen rollt. (Die Kapelle begleitet den Gesang leise, um dann beim weiteren Spiel zu untermalen. Im Vordergrund links sind vier Häftlinge beim Steinesetzen be- schäftigt. Einer von ihnen kniet und legt die Steine, während die anderen mit der Ramme in Erwartung stehen. Sie arbeiten nicht, sondern stützen sich auf ihr Handwerkszeug und lauschen dem Gesang hinter der Bühne. Der Strom der Steineträger fließt über die Bühne, indem die Häftlinge auf der einen Seite auftreten und auf der anderen Seite verschwinden, jedoch immer wieder erscheinen, so daß der Eindruck entsteht, daß Hunderte beschäftigt sind. Das Bild muß immer fließen. Ein alter Häftling tritt aus der Reihe und blickt nach dem Modell des Krema- toriums zurück und wiederholt das, wenn er zum nächsten Mal erscheint, so daß der Eindruck entstehen muß, der alte Häftling beschäftige sich in seinen Ge- danken nur mit seinem Tode. Die Steinesetzer beginnen ihre Arbeit. Nach einigen Hammerschlägen läßt der Setzer den Hammer sinken, die anderen machen Halt und der erstere rezitiert jeweils einen Vers, in den die Rammer im Takt einfallen) So hämmern wir fleißig jahrein und jahraus und schaffen die Straßen und bauen ein Haus. Wir hämmern mit Fleiß und leimen mit Schweiß. So geht es die Jahre Im Buchenwald-Takt:. Rack pickepack ticktack- So hämmern wir Jahre, doch einmal ist’s aus dann gehen wir endlich zu Muttern nach Haus. Dann hämmern wir nicht mehr 29 Buchenwald 449 Ku ee are ee er BE: Se ge EEE a — a ge en 25 = ni a See Se ee EFT Sue he ge ne) En En En ne nu ee ni ngihge ee, u er 5: De ae Soczuere 4 ) im Buchenwald-Takt aber der Hammer wird um so fester gepackt: Rack pickepack ticktack- Ja, dann stampfen und schlagen und bohren und tragen und reißen nieder und bauen es wieder. Heisa, dann wird ganze Arbeit gemacht und tausendmal mehr und besser geschafft. Und das alles mit lachendem, krachendem Takt: Rack pickepack ticktack—! (Die Steineträger haben immer weiter getragen, jedoch gegen Ende der Rezi- tation sind sie langsamer geworden. Sie essen verstohlen, einzelne setzen sich nieder, ein anderer geht verstohlen nach dem Hintergrund und markiert. das Abschlagen seines Wassers. Die Szene ist müde und abgespannt. Die Musik hat nur während der Rezitation aufgehört. Der Alte wankt aus seiner Reihe und bricht zusammen. Einige helfen ihm stumm. Die Masse sieht sich nur um und bleibt teilnahmslos. Plötzlich ein Donnerschlag. Das Licht geht für einen Moment aus und beim Hellwerden sieht man einen Kapo in übernatürlicher Größe. Geste der Macht. Donnerschlag! Der Kapo ist verschwunden. Die Häftlinge setzen sich er- schrocken in Bewegung. Der Alte richtet sich auf, nimmt seinen Stein an die Brust und wird selbst abgeschleppt. Die Szene wird leer, auch die Steinsetzer sind verschwunden. Der Schornstein des Krematoriums fängt an, stark zu rauchen. Ein großes rotes Fragezeichen richtet sich von links auf, bleibt einen Moment stehen und senkt sich dann langsam nach rechts. Während das Fragezeichen aufrecht steht, erscheint in weißer leuchtender Schrift[ausgeschnittene Buch- staben]: SEIN ODER NICHTSEIN, DAS IST DIE FRAGE Die Musik steigert sich und bricht mit einem Paukenschlag ab. Dann von neuem. Die Trägerkolonne erscheint wieder, trägt leicht und zuversichtlich und singt, während sich alle auf der Bühne versammeln): „Doch auch für uns kommt mal die Zeit, hollaria hollrio Wo aus der Schutzhaft wir befreit, Dann werden froh wir heimwärts zieh’n ;,: ganz gleich, ob’s schneit, ob Rosen blüh’n.“:,: (Vorhang) BA 95-20. Abschrift. 450 „Am er sowj Idungsk Es gal acht alle len RK Sicherhei Raumes, ine grol straßen\ $-Leute Der Z Congsch sramm ıtten si Als d ‚N kıaj Die F nlitäter Gesichte is zwei MZ Bud Tod im naligen Sonjetl Solch adie e Sowjets] IAAn AR N“ Ein Konzert der sowjetischen Kameraden ... Am Tage des Konzerts brachten die sowjetischen Häftlinge, bekleidet mit der sowjetischen Soldatenuniform, in alle Baracken von Buchenwald die Ein- ladungskarten. Es gab sehr viele, die beim Konzert dabei sein wollten, aber der Saal konnte nicht alle fassen. Deshalb wurde beschlossen, die Karten den illegalen Natio- nalen Komitees zu übergeben, damit diese sie selbst verteilen konnten. Zur Sicherheit der Kuriere, die die Karten verteilten und zur Bewachung des Raumes, in dem das Konzert stattfinden sollte, hatte das illegale Lagerkomitee eine große Zahl von Kameraden eingeteilt. Die Posten waren auf allen Lager- straßen verteilt, damit im Falle der Fälle durch eine Kette das Erscheinen von SS-Leuten im Lager weitergemeldet werden konnte... Der Zuschauersaal war überfüllt, die Künstler an ihren Plätzen. Ein letzter de der Rez Gongschlag, und der Vorhang öffnete sich. Die Häftlinge sahen auf der Bühne setzen sich stramm ausgerichtete sowjetische Soldaten. Es erhob sich lauter Beifall. Alle markiert ds hatten sich erhoben und applaudierten so, daß die Fensterscheiben klirrten. je Musik ha Als der Beifall verebbt war, durchdrangen den Saal die Töne des Liedes „Ot kraja do kraja“ aus der Oper„Der stille Don“ von I. Dsershinskij. ‚ helfen ih Die Franzosen, die Deutschen, die Polen und die Vertreter anderer Natio- Plötzlich ei nalitäten verstanden wahrscheinlich nicht ein Wort des Liedes, aber aus ihren Gesichtern war zu ersehen, welch große Befriedigung sie verspürten.... Länger == Te = Aa Nezval oder Hora vorlas. Es gab junge tschechische Menschen, die sich im Lager werden sie H als zwei Stunden dauerte das Konzert. Die Häftlinge vergaßen, daß sie sich im iin KZ Buchenwald befanden, wo täglich Hunderte von Menschen starben, wo der Hi zen sich er Tod immer neben jedem stand. Diese glücklichen Stunden bleiben allen ehe- N Stein an di maligen Häftlingen von Buchenwald fürs ganze Leben im Gedächtnis— den it , Steinset Sowjetbürgern, Franzosen, Deutschen, Tschechen und Spaniern. N Solche Konzerte festigten unter den Häftlingen von Buchenwald den Glauben 1) N an die eigene Kraft, an die künftige Befreiung, die sie erwarteten. M nen Moment Valeri Chejfez N N Pe hen„Sowjetskaja Kultura“, Moskau, vom 29. Juni 1957. N rare(b(g i \ittene Buc* N | iN iM h, Dann A a: I N Die Musik stärkte uns FH sichtlich un! i ... Im Lager wurde verhältnismäßig viel gelesen. Wie oft traf man in einem ih versteckten Winkel eine kleine Gruppe, in der einer aus einem Buch von Seifert, 1 i # systematisch mit der modernen tschechischen Dichtung befaßten und einen Pro- H fessor der tschechischen Sprache baten, ihren Zirkel zu leiten. Es wurde aller- Mi dings auch viel anderes, besonders Groschenromane, mit wahrer Leidenschaft Y gelesen. Mi BA 451 Ri Kl ee Fr De en nn Du wirst schwerlich einen Irrtum begehen, Mann, den Tschechen erkennst du am Groschenroman, sagte ein Buchenwalder Epigramatiker. Das war allerdings übertrieben, denn man konnte dort den Tschechen daran erkennen, daß er Bücher von Mächa, der Nömcovä, von Jiräsek, Bezru&, den beiden Cäpek’s, K. J. Bene und die Bänd- chen der Verlagsgenossenschaft„Elka“ und„Cin“ wählte. Auch verschiedene Romane in Manuskriptform und Theaterstücke, im Lager geschrieben, wurden gelesen. Ihre Themen waren gewöhnlich aus den glücklichen, niemals aus den schweren Zeiten des menschlichen Lebens gewählt. Das Elend war eher der Inhalt der Verse, von denen in Buchenwald viele entstanden. Einen hervorragenden Platz nahmen in Buchenwald die Maler ein, aus deren Reihe vor allem Josef Cäpek genannt werden muß, dessen erschütternde Zeichnungen veröffentlicht wurden und deshalb nicht unbekannt sind. Hier muß auch der Pariser Lebreux erwähnt werden, der für ein Stück Brot gerne auf den tschechischen Blocks arbeitete. Er zeichnete ganze Zyklen, die vom Leben der Gefangenen oder dem Leben einzelner inspiriert wurden, sowie auch Porträts seiner Freunde. Schade, daß der größte Teil seiner Arbeiten während der Vorbereitungen zur Evakuierung des Lagers vernichtet wurde. Außerdem arbeitete im Lager eine ganze Reihe von Malern und Zeichnern aller Nationen, unter ihnen auch begabte Laienkünstler, die eine Menge von Gelegenheitsbildern und Porträts anfertigten, die„schwarz“ nach Hause ge- schickt wurden. Großer Beliebtheit erfreuten sich die Lagerkarikaturen. Das ist für den ersten Moment vielleicht schwer begreiflich, aber die Tatsache, daß sich im Lager ein solcher Mangel an Dingen mit einer so großen Anzahl von Men- schen begegnete, ließ sich nicht anders als durch Karikaturen ausdrücken, auch nicht das, was die eigentliche, unverfälschte Substanz des Nazismus war und im KZ noch bizarrer als sonst in Erscheinung trat: die Abwertung aller Werte, des Rechtes, jeder Wahrheit und alles Menschlichen überhaupt. So hat also die Karikatur aus dem KZ notwendigerweise einen anderen Beigeschmack als die Karikatur freier Maler. In einer Welt der Verzerrung wurde sie zu einem fast unverzerrten Dokument. Auch die Bildhauer- und Bildschnitzerarbeit war im Lager vertreten und hatte die gleichen Motive wie die Zeichnungen und Malereien als Grundlage. Es muß erwähnt werden, daß fast alle Häftlinge, die etwas von derartigen Arbeiten ver- standen, in die keramische Fabrik der SS abkommandiert wurden, so wie an kleineren und größeren Plastiken zur Ausschmückung der Wohnungen der SS und an Geschenken arbeiteten, die hohen Gästen zum Andenken an das KZ Buchenwald überreicht wurden. Diese Keramiken haben ihr eigenes Fabrik- zeichen, das ihrem Ursprung würdig ist: einen eingeprägten Totenkopf mit zwei gekreuzten Knochen. Eine schöne Sammlung dieser Gegenstände wurde nach Prag gebracht und in der Gedenkstätte in Vitkov aufbewahrt. Sie ist wohl die einzige ihrer Art in der Welt. Unter den Gefangenen im Lager sah man jedoch diese Gegenstände nicht. Dafür waren Erzeugnisse des Kunsthandwerks weit verbreitet. Aus Metallen 452 und an fabrikei änder auch ve Diese des ent In Her orcheste Theate sich in oder ge haften| Alle ndgül lernä den ei Inen Welt e an ch denen Die T: Terade Hie, der lt Yaren di ge Pati lieder tra und anderem kriegswichtigen Material, die in den Buchenwalder Rüstungs- | fabriken gebraucht wurden, fertigten die Häftlinge außer Gebrauchsgegen- “U, dem ständen, wie zum Beispiel elektrischen Kochern, Feuerzeugen, Gabeln, Messern, Micha, de auch verzierte Zigarettendosen, Broschen, Medaillons und Ringe an. d die Bänd Diese Äußerungen der Sehnsucht nach dem Schönen, Lichten in dieser Welt verschieden: des entwürdigten Lebens wurden aber von dem Musikschaffen weit übertroffen. KR ven, wurden Im Herbst 1943 gründeten junge Menschen im Lager ein internationales Jazz- ht nals aus den orchester und eine tschechische Gesangsgruppe, die sich später„Bohema, N rar eher de Theaterkollektiv junger Tschechoslowaken“ nannte. Beide Gruppen ergänzten i sich in ihrer Tätigkeit und hatten außer Musik auch Satiren und gesprochene ii n, ausdem|| oder gesungene Sketchs in ihrem Programm. Einige Verse, die im Gedächtnis NN rschütternd: haften blieben, zeugen von ihrer Kühnheit: 1 t sind, Hier R t Brot gem:„Wir haben kennengelernt, wie Frost und Sonne brennen, I en, die von wie Not, Schläge, Blut und Hunger schmecken, Ai , sowie aulı als jene kamen, die uns die Freiheit nahmen, Fi en währen! und sie hinter Stacheldraht in Fesseln legten.“ H +) 4 d Zeichnen„Ihr wißt doch, wie es auf der Welt zugeht, N Menge von|| wenn sie sich um einen Leichnam raufen, I 1 Hause ge|| es wird gestohlen, was sich stehlen läßt, Hl ren. Das ist der Rest ist dann— das Protektorat.“ In che, daß sic I hl von Men: Allein solche und ähnliche Verse hätten genügt, das ohnedies unselige Los N) rücken, audı endgültig zu vollenden, wenn diese Tätigkeit verraten worden wäre. In der IN ‚ war und in allernächsten Nähe der SS geschah aber noch viel mehr. In den Pausen zwischen| aller Werte den einzelnen Szenen und Liedern wurden politische Gespräche geführt, in N) ‚hat also di denen die brennendsten Fragen wie auf der freiesten und sichersten Bühne der il mack als di Welt erörtert wurden. Diese Gruppen trugen ihre eigenen geistigen Produkte in u einem fat manchmal auch vor einem breiteren, internationalen Forum im Lager neben Ih denen der Russen, Polen, Jugoslawen, Spanier, Franzosen und Deutschen vor. N onundhal®"| Die Tschechen führten hier ganze politische Persiflagen von Opern mit einem H age. Es mul geradezu halsbrecherischen Mut auf. in Arbeiten VE Hier konzentrierte sich die Jugend. Es entstand aber auch ein Sammelpunkt if n, so wie|| der älteren tschechischen Gefangenen, und zwar in einem Chor. Seine Mitglieder"1 ngen de®| waren fast durchweg begeisterte Sänger aus Gesangvereinen; Menschen, die AH a das RZ| die tschechische Chormusik so gut kannten, daß sie oftmals imstande waren, die A ones Fabik| Partituren einiger Chöre— und nicht die leichtesten— aus dem Gedächtnis N opf zit zei| niederzuschreiben, bevor illegal Notenmaterial in den Päckchen aus der Heimat\ yurde 16| eintraf. Mit ergreifender Begeisterung wurde Smetana(„Die Brautgabe und N ist wohl die|}„Der feierliche Chor“), Foerster(„Feldweg“ und„Große weite heimatliche M% Fluren“), Nesvera(„Mein Mähren“) und Volkslieder in den verschiedensten, I ande nit auch Buchenwalder Vertonungen gesungen. Einige Solisten zeichneten sich Mi sta In durch sehr schöne Stimmen aus... Kü \us Meta B 453 ki erreEee Ger u EEE EEE DR DE Im Lager befand sich eine Baracke, die äußerlich den anderen ganz ähnlich war und doch einen völlig anderen Zweck erfüllte: die Pathologie. Hier wurden anatomische Präparate aus Eingeweiden getöteter Menschen, Hingerichteter oder eines natürlichen Todes Gestorbener hergestellt... Im Lager mußte man sich an die unerhörtesten Dinge gewöhnen. Deshalb schätzten die Eingeweihten des Lagers die Pathologie ungeachtet ihres„Inven- tars“ schließlich als eine der stillsten und sichersten Stellen im Lager. Es war also kein Wunder, wenn das Buchenwalder Streichgartett gerade hier sein Zelt aufgeschlagen hatte. Die erste Geige spielte ein berühmter Professor des Pariser Konservatoriums. Die übrigen drei Notenpulte waren mit Polen besetzt. Sie spielten Mozart, Haydn, Beethoven und andere Klassiker. Die Kammermusik in Buchenwald wurde jedoch bald durch ein zweites Quartett, diesmal mit einer tschechischen Mehrheit bereichert. Es entstand nach der Ankunft eines unserer bedeutendsten Kammermusikvirtuosen im Lager. Diese Vereinigung spielte vor allem Smetana, Dvoräk und Grieg, aber auch Bach und Boccarini. Sie arbeitete unter bedeutend schwierigeren Bedingungen als das erste Quar- tett. Ihr stand für die Proben und Darbietungen nicht die stille Pathologie zur Verfügung. Sie siedelte ständig von Ort zu Ort und landete schließlich in den Nachtstunden im Vorraum des Operationszimmers des Reviers. Bald kam es aber zu einer schönen Zusammenarbeit zwischen den beiden Quartetten, besonders von dem Zeitpunkt an, da der französische Primgeiger sich zu den zweiten Geigen der Tschechen gesellte und sich hingebungsvoll in ihr Repertoire einschaltete und der tschechische Virtuose am zweiten Pult des französischen Quartetts, wie wir es nannten, saß und seine elementare Musika- lität in das französische Repertoire hineintrug. Die Konzerte fanden nachts im Büro des Reviers statt. Das Publikum bestand aus Vertretern fast aller europäischen Nationen. Es wurde dann zur schönen Gewohnheit, daß die in den tschechischen Blocks stattfindenden Konzerte des tschechoslowakischen Quartetts durch Vorträge eingeleitet wurden, die entweder die Kompositionen, deren Komponisten oder die musikalische Form erläuterten. Es fanden in Buchenwald aber auch selbständige Musikvorträge, besonders über Smetana, statt, die einige Male wiederholt werden mußten. Als tschechische Zeitungen mit einem Leitartikel eintrafen, in dem versucht wurde, die Ab- hängigkeit der tschechischen Kultur von der deutschen nachzuweisen, wobei auch Smetana als Beispiel angeführt war, wurde sofort ein Vortrag veranstaltet, der diesen nazistischen Betrug enthüllte. Einen großen Erfolg hatten auch die Vorträge über Jazzmusik und über das Musikschaffen der mährischen Slowakei. Die Musik war im KZ ein hervorragendes Verständigungsmittel zwischen den Völkern. Die Tschechoslowaken kamen besonders mit den Norwegen in engeren Kontakt. In Buchenwald waren einige Hundert norwegische Studenten, die ursprünglich zur„Umschulung“ in das Lager kamen... Ihr Block lag neben einem tschechischen Block. Eines Tages erklang unter den Fenstern des tchechischen Blocks norwegischer Gesang. Die Studenten übten ihre Lieder. Ein, zwei Tage später kam der tschechische Chor im tschechischen 154 Block 2 war Ur weit ni Unter! Musik schen] norWe! zu sch aus ih sogar€ wieder spielte zu ihn Auc llerdi Angel meins: tandg sefüg Die Karik: turellı wickli Es: nicht: Natio erleid sosel einige konnt Rede und« Natic einer Verzi Hud: anız ähnlich ier Wurden agerichteter n. Deshalb res„Inven- ger, Es war ier sein Zell ° des Pariser besetzt. Si: mmermusik diesmal nit ıkunft eine Vereinigun d Boccarini erste Quar thologie zur Rlich in dan den beiden bungsvoll in ten Pult de tare Musik kum bestand zur schönen Konzerte dis die entweder y erläuterten ve, besonders tschechisch rde, die Ab ‚eisen, wobel veranstale ten auch di Ien Slow akei el wish Vorwegem" yo Studente! Block zusammen und gab den Norwegern ein kleines Konzert. Die Begeisterung war ungewöhnlich groß und brachte die Angehörigen der beiden Nationen so weit näher, daß von diesem Tag an bis tief in die Nacht hinein die lebhafteste Unterhaltung aus den Fenstern geführt wurde. Die Norweger zeigten für unsere Musik das größte Interesse. Wir schrieben eine kleine Geschichte der tschechi- schen Musik für sie und sie sandten uns als Gegengeschenk eine solche über die norwegische Musik. Dann begannen sie damit, uns Bücher, besonders illustrierte, zu schicken und manchmal bedachten sie uns auch mit einigen Leckerbissen aus ihren reichhaltigen Paketen aus der Heimat. Einer der Tschechen lernte sogar einigermaßen norwegisch und nun rissen die auf irgendeine Weise immer wieder ermöglichten gegenseitigen Besuche nicht mehr ab. Auch unser Quartett spielte einige Male bei den Norwegern. Da man nicht normal durch die Tür zu ihnen gelangen konnte, kroch man mit den Instrumenten durch die Fenster. Auch die Beziehungen zwischen Tschechen und Spaniern waren sehr herzlich, allerdings auf einem anderen Gebiet. Auf einem der Arbeitsplätze, wo fast nur Angehörige dieser beiden Nationen beschäftigt waren, begann man, eine ge- meinsame Zeitung herauszugeben. Sie erschien nur in einem Exemplar, war handgeschrieben und reich illustriert. Ihr wurden immer wieder neue Seiten an- gefügt. Die spanische und die tschechische Sprache lösten sich regelmäßig ab. Die informativen Artikel, Verse, Lieder, die politischen Kommentare und Karikaturen atmeten alle den Geist wahrer Brüderlichkeit. Es wurden auch kul- turelle Veranstaltungen für andere Nationen geplant. Infolge der raschen Ent- wicklung der Ereignisse kam es aber nicht mehr dazu. Es muß hervorgehoben werden, daß sich das illegale Lagerkomitee bemühte, nicht nur eine Reihe politischer, sondern auch kultureller Mitarbeiter aus allen Nationen im Lager festzuhalten und ihnen das Leben wenigstens ein wenig zu erleichtern. Das geschah so, daß ihnen Arbeiten zugeteilt wurden, die sie nicht so sehr erschöpften und ihnen auch noch etwas Zeit ließen. Nur so konnten sich einige Musiker der kompositorischen Tätigkeit widmen. Die Arbeit dieser Art konnte allerdings nur sehr klein sein. Außer Märschen, von denen bereits die Rede war, entstanden noch Lieder, Chöre, Kompositionen für Kammermusik und das Jazzorchester. Einer der Gefangenen begann auch die Volkslieder der Nationen, die in Buchenwald vertreten waren, zu sammeln und besaß bereits einen ganz schönen Grundstock kalligraphisch geschriebener, oft mit Bildern verzierter Lieder... A. Waisar „Hudebni rozhledy“, Praha, vom 1. August 1955. Die Häftlingskapelle Bei den Brutalitäten, die aus allen KZ bekannt sind, wollte die SS den An- schein erwecken, als würde sie den gepeinigten Häftlingen die Möglichkeit zum kulturellen Genuß geben. So wie schon in anderen KZ, sollte auch in Buchen- wald eine Häftlingskapelle zusammengestellt werden, die den Häftlingen 455 essen Se ee ee K er I Seren Ben en ee a ee ee EEE NE ET Te u ee ae 23 sehe ‘ „durch Musik eine bessere Stimmung in ihr eintöniges Leben bringen“ sollte. Diese Bestimmung mußte sich aber recht bald als leere Vorspiegelung erweisen, da die Kapelle genauso wie jedes andere Arbeitskommando betrachtet wurde und ausschließlich zur Erhaltung der Ordnung in den marschierenden Häftlings- kolonnen benutzt wurde. In verschiedenen KZ wurde später erlaubt, daß sich die Häftlinge ihre eigenen Instrumente schicken lassen und dann zweimal in der Woche ihren Kameraden etwas vorspielen durften. Der eigentliche Zweck solcher Maßnahmen der SS war aber nur die Verschleierung ihrer Grausam- keiten... Die Lagerkapelle in Buchenwald entstand im Jahre 1938, als der damalige Lagerführer Rödl den Befehl erteilte, eine Kapelle zusammenzustellen. Aus dem Wenigen, was damals im Lager zur Verfügung stand, wurde eine not- dürftige Kapelle zusammengebracht. Es waren meistens Zigeuner mit Gitarren, einige„Asoziale“, die mit Harmonika antreten mußten... Im Jahre 1940 entschloß sich der damalige Lagerführer, SS-Hauptsturmführer Florstedt, zu einer„großzügigen“ Aktion und ordnete an, eine ordentliche Blas- musik zusammenzustellen, die mit allen erforderlichen Instrumenten ausge- stattet werden sollte. Hierbei brachte er gegenüber dem Lagerältesten Busse zum Ausdruck, daß die damit verbundenen Kosten die Wirtschaftsverwaltung übernehmen würde. Die Instrumente wurden noch im Jahre 1940 bestellt und im Jahre 1941 ge- liefert. Jetzt kam aber die Bezahlung der Rechnung, die mehr als 5500,— RM betrug. SS-Hauptsturmführer Florstedt dachte gar nicht mehr daran, die Rech- nung der Wirtschaftsleitung vorzulegen, sondern löste die Frage durch einen einfachen Entschluß:„Die Rechnung bezahlen die Juden.“ Die jüdischen Kame- raden waren in dieser Zeit die gemolkene Kuh. Um ihnen zu helfen, haben die Häftlinge des ganzen Lagers gesammelt und den Betrag zusammengebracht. Die Rechnung war also bezahlt. Das Beste sollte aber noch kommen. Auf Befehl Florstedts ließ sich der damalige Kapellmeister des SS-Musikzuges die ein- gegangenen Instrumente vorlegen und suchte sich für seinen Musikzug einfach zwölf Instrumente heraus und beschlagnahmte diese sofort. Erst 14 Tage vor der Befreiung am 11. April 1945 gelang es mir, die Instrumente für die Lager- kapelle zurückzuerhalten. Alles andere, was die nun wesentlich verstärkte Ka- pelle benötigte, mußte von ihren Mitgliedern beschafft und bezahlt werden. Anfangs bestand diese Blaskapelle aus 16 Musikanten, unter denen 12 Trom- petenbläser waren. Sie waren von anderen Arbeiten befreit. Es wurde wie früher zweimal täglich zum Marsch gespielt. Vormittags waren Übungen der Blas- und nachmittags zwei bis vier Stunden der Streichmusik. Diese Übungsstunden wurden bald zu einem Stelldichein sämtlicher Buchen- walder Blockführer. Sie verlangten, daß ihnen alle möglichen Schlager vorge- spielt wurden. Am Tor wurden täglich 25 bis 30 Märsche gespielt, zwischen denen sehr kurze Pausen waren. Auf Anordnung verschiedener Lagerführer mußten die Pausen noch mehr gekürzt werden, so daß sie keine volle Minute mehr dauerten. Es waren große Leistungen, die von den Musikanten bei un- 456 enügen „us diese «hwäche vestorber Täglid oder get is Mun hwamn nden au IerGest: us dem In der esetzt\ nd mul Leuten| Übunge hißte ei Von st {ingen« nußten, Als id nich von aentzi tie ba die nur Arbeitse ıberim Hschw Esiist Kam Veranst ind sor Unter Möglid 'enn a Un ga Idie gen“ sollte, 18 erweisen, Chtet wurd n Häftling. ö bt, daß sich zweimal in liche Ziyed Tr Grausan- er damalie stellen. Aus le eine not nit Gitarren, 'sturmführer ntliche Blas nten ausgt- testen Busse sverwaltun hre 1941 oe- 5500,- RN .n, die Redı durch einen schen Kant: elfen, habeı nengebradht 1, Auf Befell ges die ei kzug einfad 14 Tage w ir die Lager argtärkte Rt „hlt werden en 12 Trot: ; wurde we Shungen& cher Bucher ‚lager vo? elt, zuischeN Lagerführt volle Minute nten bei u genügender Emährung verlangt wurden. Es ist deshalb kein Wunder, daß auch aus diesem anscheinend leichten Kommando sechs Kameraden infolge Lungen- schwäche und Tbc ausscheiden mußten. Ein anderer ist an Kehlkopf-Tuberkulose gestorben... Täglich wurden bis zu 100 Kameraden halbtot oder tot ins Lager geschleppt oder getragen. Die Kapelle mußte dazu spielen, ganz gleich, ob die Lippen das Mundstück des Instrumentes halten konnten oder ob die Augen in Tränen schwammen. Die Kapelle konnte täglich schen, wie halbtot geschlagene Kame- raden aus der Politischen Abteilung geführt wurden. Sie kamen aus den Händen der Gestapo-Kommissare Leclaire oder Serno. Andere wurden durch den Henker aus dem Arrest zum Richtplatz geführt. In der Zeit, als SS-Obersturmführer Gust als H. Schutzhaftlagerführer ein- gesetzt war, wurde die gesamte Kapelle viermal auf den Appellplatz bestellt und mußte dort Leibesübungen mitmachen, das heißt unter Aufsicht von SS- Leuten bis zu 21/2 Stunden„Auf“ und„Nieder“ machen. Bei der letzten dieser Übungen blieben drei Kameraden auf dem Appellplatz liegen, und ich selbst büßte einen Zahn ein. Von seiten der SS hat die Lagerkapelle keine Unterstützung erhalten und für dringende Anschaffungen, die außerhalb des Lagers besorgt und bezahlt werden mußten, keinen Pfennig bekommen. Als ich im Jahre 1943 die Leitung der Kapelle übernehmen mußte, habe ich mich von Anfang an bemüht, soviel Menschen der„kriegswichtigen“ Produktion zu entziehen, wie es nur möglich war. Die Anzahl der mitwirkenden Kameraden stieg bald auf 32 in der Blaskapelle. Dazu kam noch eine Anzahl Kameraden, die nur im Streichorchester mitspielten. Durch die Anordnungen des totalen Arbeitseinsatzes mußten die Musikanten wieder andere Dienste leisten, diesmal aber im Stubendienst auf verschiedenen Blocks. Diese Arbeiten fielen nicht mehr so schwer, da es Arbeit für Kameraden war. Es ist mir gelungen, ein großes Streichorchester zusammenzustellen, das mit 84 Kameraden aller im Lager anwesenden Nationen in der Kinohalle Konzerte veranstaltete. Auch diese Kameraden wurden der Kriegsproduktion entzogen und sorgten dafür, daß die Kameraden im Lager Mut und Zuversicht behielten. Unter dem Deckmantel„Konzert“ wurden Kabaretts veranstaltet, wobei die Möglichkeit gefunden war, den Kameraden von Menschlichkeit und Solidarität, wenn auch verschleiert, etwas zu sagen und dadurch alle SS-Anordnungen und das ganze System in ein anderes Licht erscheinen zu lassen. Unser Streben war, auf die Kameraden so einzuwirken, daß sie den Kopf oben behielten. Vlastimil Louda! BA 9-3. Bericht vom 25. April 1945. ı Vlastimil Louda, Prager Ingenieur, 1940-1945 KZ Buchenwald. 457 A = Fe geek re en Fe ug SIEH; EFT TE Bene EEE Sg EI UEEE Be nee ae ae Br > Bone ne = ‘ 1 { ° 1 u A Zr m 7 1 nn m Mm. A=. Mi: R T m o ur D l— Ss 1 u) SS+44 San Eh R E Er; put o At[> p<[1| E An: n- Ir T fü el! i N set& « E rn 1 A H 1 g Al 8 ad 1BB8> 2 lucı Hit [ E: II 8 20 I! 2 1% be} Il 8 HH x o we“& I 88= % mn 7== m° E 17 j u. 3 em 3 mE hl g& HR® 5 em 5 n i DIS . 111 E Pr=} 42 b) 5 IC} Hr 3 F ein ar a HL =|- fm. IN sell m»{ I: IM :: uf ii 208: 7= Li}| D& mm= 182 a Hl auH- 7 a AU E E Ki Au a(er BuRR 2 eg< U HL N IST Ä©|: an| 2. IN wellin:= oo sl&— ce»|ffe 8| 9 a®= 5 B. I an%:©= 2 Allan m]= is ge 5 zZ E N”& HL al E au= HA‘Bam en LH| AR IE A x: N ls: Im:= Ms IT: = 3| ze all u 3 BEL ann En; TTfe> Hall 3 ® e 1110| 7| DE... E. x in= ln A| a ll E) a ll oe<« UuUN= Kon =} Bas s alte& a I= a S&< r 1 r1&( 1'r‘ 5 Mn Ft H 5 o um Sr e JRBu Aunu - en= m‘ una.) s le m® m: Int:[Mi om 8=[Ha MH ö eg zn‘ En 2 u= ul 2 En@ f(> um) 8 re E] du ur. IH[)+4 Q) ur£ g 1 aan_ 11 Bag| kJ un 3 Ep N z we Q r oT 5 E To& Lie: 4 HM+ J hen|+» Dam 0 lo SP rn lkte Fr& 2< 7»@ an) ee En= En EEE E> e.. 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AB ata-ry) ee Der gemeinsame Weg Wir haben gemeinsame Freuden und Leiden. W beschreiten, dann beginnt ein freudiges Leben in einer V enn wir gemeinsam den Weg zum gleichen Ziel Nelt ohne Krieg und Leid. Das Buchenwaldlied nn Wenn der Tag erwacht, eh’ die Sonne lacht, die Kolonnen ziehn zu des Tages Mühn hinein in den grauenden Morgen. Und der Wald ist schwarz und der Himmel rot, porn und wir tragen im Brotsack ein Stückchen Brot und im Herzen, im Herzen die Sorgen. ee ee re Den EEE en 459 ee en EEE ee ee en ee, O Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen, weil du mein Schicksal bist. Wer dich verließ, der kann es erst ermessen, wie wundervoll die Freiheit ist! O Buchenwald, wir jammern nicht und klagen, und was auch unser Schicksal sei, wir wollen trotzdem ja zum Leben sagen, denn einmal kommt der Tag, dann sind wir freil Wir wollen ja zum Leben sagen, denn einmal kommt der Tag: dann sind wir frei! Und die Nacht ist heiß und das Mädel fern, und der Wind singt leis, und ich hab’ sie so gern, wenn treu sie, ja, treu sie nur bliebe! Und die Steine sind hart, aber fest unser Tritt, und wir tragen die Pickel und Spaten mit und im Herzen, im Herzen die Liebe. O Buchenwald, ich kann usw. Und der Tag ist kurz und die Nacht ist so lang, doch ein Lied erklingt, das die Heimat sang: wir lassen den Mut uns nicht rauben! Halte Schritt, Kamerad, und verlier nicht den Mut, denn wir tragen den Willen zum Leben im Blut und im Herzen, im Herzen den Glauben. O Buchenwald, ich kann usw. Diese: ınderen wie es el Liedes 1 Ende haben ei nacht, b Kompo! führung ıfzielle: ige K $$ verfü \elodie ingen gı m Leo iger VON anipten ätung 1 Text ı ierden, iterkal lbstve im Ar ren ul ichlübe Äomzert if er {ülen,] biterst end so) lesmal Kl ur Dias ankam ft mu Sgen| nme Dieses Buchenwald-Lied erklingt heute in aller Welt, so wie es mit den anderen Liedern aus Konzentrationslagern gegangen ist. Aber wenige wissen, wie es entstanden ist, und noch wenigere gibt es, die das„Einstudieren“ dieses Liedes im Lager mitgemacht haben. Darüber sei hier berichtet: Ende 1938 erklärte der damalige Lagerführer Rödl:„Alle anderen Lager haben ein Lied, wir müssen auch ein Buchenwald-Lied bekommen. Wer eines macht, bekommt 10 Mark.“ Es wurden nun viele Entwürfe von„Dichtern“ und „Komponisten“ gemacht, aber sie taugten alle nichts oder fanden bei der SS- Führung keinen Beifall. Nur das obenstehende Lied, das dann ja auch zur offiziellen„Buchenwald-Hymne“ erklärt wurde, setzte sich durch, weil der da- malige Kapo der Poststelle, ein BVer, über die nötigen Verbindungen bei der SS verfügte. Der genannte Kapo bezeichnete sich als Verfasser von Wort und Melodie des Liedes. In Wahrheit ist das Lied von zwei österreichischen Häft- lingen gemacht: der Text von Löhner-Beda, dem Librettisten Lehars, die Musik von Leopoldi, einem Wiener Kabarettsänger. Löhner-Beda ist in einem Neben- lager von Auschwitz gestorben. Leopoldi konnte noch rechtzeitig nach den Ver- einigten Staaten von Amerika auswandern. Selbstverständlich erfuhr die Lager- leitung nicht, wer die wirklichen Verfasser des Liedes waren. Text und Melodie des Liedes mußten auf den Blocks in der Freizeit eingeübt werden, bis eines Tages nach dem Abendappell— es war Ende Dezember 1938, bitterkalt und alles tief verschneit— hieß:„Das Buchenwald-Lied singen!“ Selbstverständlich konnte das beim erstenMal(11000 Menschen standen auf dem Appellplatz) nicht klappen. Wütend ließ der stinkbesoffene Rödl auf- hören und gab den Befehl, daß jeder Block auf dem Appellplatz solange für sich üben müsse, bis das Lied klappe. Man kann sich denken, welch infernalisches Konzert auf dem Platz losging. Als Rödl merkte, daß es auf diese Weise nicht ging, ließ er Strophe für Strophe gemeinsam singen und immer aufs neue wieder- holen. Erst nachdem das ganze Lager auf diese Weise etwa vier Stunden in bitterster Kälte gestanden hatte, gab er den Befehl zum Abmarsch. Aber wäh- rend sonst jeder Block einfach kehrt machte und ins Lager zurückging, war es diesmal anders. In Zehnerreihen ausgerichtet, mußte jeder Block am Tor bei Rödl und anderen betrunkenen SS-Führern stramm vorbeimarschieren und da- bei das Buchenwald-Lied singen. Wehe dem Block, der nicht genau ausgerichtet ankam oder bei dem Singen noch nicht ganz nach Rödls Wunsch klappte! Er mußte unbarmherzig zurück und nochmals vorbeimarschieren. Endlich, gegen 10 Uhr abends, kamen wir ausgehungert und steif gefroren auf unsere Blocks. Diese Szene im tiefsten Winter, als die hungernden und frierenden Menschen im grellen Licht der Scheinwerfer im tiefen, grellweißen Schnee auf dem Appellplatz singend standen, hat sich jedem Teilnehmer unauslöschlich ins Gedächtnis gegraben. Stefan Heymann! BA 95-2. Bericht, 1945 geschrieben. 1 Stefan Heymann, geb. 1896, seit 1933 in Haft und KZ Bruchsal, Dachau, 1938-1942 KZ Buchen- wald, 1942-1945 KZ Auschwitz, 1945 KZ Buchenwald, jetzt Leiter der Presse- und Informations- abteilung des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten der DDR. 461 F EEE EEE a en ee EEE TIER EEE a ie ERTEILT see = } Die Häftlingsbücherei im Konzentrationslager Buchenwald) Klassik % Roman Anfang 1938 wurde die Häftlingsbücherei eröffnet. Der 3000 Bücher um- Abente fassende Bestand wurde zum größten Teil von den Häftlingen selbst angeschafft Samme und aus den Konzentrationslagern Bad Sulza, Sachsenburg und Lichtenburg | mitgebracht. Man verfuhr bei der Anschaffung der Bücher nach derselben Die Al H Methode wie in den oben angeführten Lagern. Häftlinge ließen sich Bücher olesen. schicken oder spendeten die Mittel zur Neuanschaffung. Naziliteratur wurde.!ir al \ von der Kommandantur angeschafft, aber von Häftlingsgeldern, die ihnen als Bezeid Kb sogenannte„Spende“ von der Lagerleitung abgenommen wurde. So wurden disteim Ende 1939 die Einkäufer aller Blocks mit allen von den Häftlingen eingezahlten Als die Geldern und mit Einkaufskörben oder Säcken ans Tor gerufen. Als sie dort Bicherei N erschienen, wurde ihnen das Geld abgenommen. Dafür sollten auf Anordnung fhrer Fl AL des Kommandanten Koch Bücher angeschafft werden. Außer diesen Geldern fhrer di Hi wurden den jüdischen Häftlingen bei ihrer Entlassung große Summen als hjor er h\„Spende“ mit der Begründung, sie diene zum Kauf von Büchern, gestohlen.| isen N „\ Insgesamt wurden aber von der Kommandantur von den vielen Tausenden von fihrer sa fi Mark nur 1009 Bücher angeschafft. Die bei den Einkäufern beschlagnahmten Bilde er Mi Gelder überstiegen bei weitem den Betrag von 13 000 Mark. Gekauft wurden Nach N von der Verwaltung in der ganzen Zeit des Bestehens des KZ Buchenwald der n 1 246 Bücher, davon allein je 60 Exemplare von Hitlers„Mein Kampf“ und tllunge Mn Rosenbergs„Mythos des 20. Jahrhunderts“. neistens N Der Bestand an eingereihten Büchern war 13 811. 2000 Werke aus allen Sach- ulten w ‚ gebieten, die zum größten Teil ungebunden waren, konnten aus Mangel an tcht au: N Buchbindermaterial nicht eingereiht werden. Von 1937 bis April 1945 wurden nieder 3 IN insgesamt 15811 Bücher angeschafft. Die Bücher waren in folgende Gebiete u Deut. N aufgeteilt: ne Re f Siherhe $ Politik, Wirtschaft, Geschichte, Philosophie 1842 Bücher N Naturwissenschaft, Mathematik, Physik, Technik 1693= R Kunst, Literatur, Musik 22.5 zu N Fremdsprachen 5680 7 $ Klassiker, Gedichte 660 N Romane, Erzählungen 36902 73 R Abenteuer-, Kriminal- und leichte Unterhaltungsromane 1852 9 N Sammelwerke, Zeitschriften 5 MH N Gelesen wurden im Jahre 1944 82 147 Bücher X davon im Monat Januar: h Politik, Wirtschaft, Geschichte 1103 Bücher R Naturwissenschaften, Mathematik, Physik, Technik 910 7 " Kunst, Literatur, Musik 1005% HN Fremdsprachen 155,7 1: au N 462 | IR NURNLLINHEREES RP. R | Klassiker, Gedichte 178 Bücher a Romane, Erzählungen 180,> Bücher un| Abenteuer-, Kriminal- und leichte Unterhaltungsromane 1854: St angeschaffi© Sammelwerke, Zeitschriften 50> Lichtenburr| Ch dersche Die Abenteuer- und Kriminalromane wurden zum größen Teil von der SS ‚sich Büche gelesen. Der Adjutant, Hauptsturmführer Schmidt, zum Beispiel hatte im Monat Tatur wurd: März allein 38 derartige Bücher gelesen. die ihnen al Bezeichnend für die Vertuschungsmanöver und lügnerische Propaganda der . So wurd: ı SSistein Vorfall, der besonders erwähnenswert scheint: eingezahlta Als die erste Militärkommission das Lager besichtigte, stattete sie auch der = Als sie dt©" Bücherei einen Besuch ab. Bei der Besichtigung fragte ein Major den Lager- f Anordnun führer Florstedt:„Wer hat die Bücherei aufgebaut?“ Darauf gab ihm der Lager- Ü sen Gelden führer die Antwort:„Das haben wir den Häftlingen überlassen.“ Worauf der Hl Summen ılı Major erwiderte:„Das müssen doch intelligente Leute sein. Was geschieht mit ii n, gestohle diesen Menschen? Diese Leute werden doch draußen gebraucht!“ Der Lager- h usendenn' führer sagte nun:„Diese Häftlinge werden mit einer Empfehlung von mir in Mi hlagnahmter Bälde entlassen werden.“... hi cauft wurde Nach Kriegsausbruch sollten alle fremdsprachigen Bücher, deren Herkunfts- N Buchenwall länder mit Deutschland im Krieg standen, vernichtet werden. Nach den Vor- Ki Kampf“ un stellungen eines Häftlings aus der Bücherei beim Verwaltungsführer, daß das HH meistens Fachbücher seien, die überdies auch nach dem Kriege ihren Wert be- Kl us allen Sad halten würden, wurde genehmigt, daß sie in der Bücherei stehen bleiben, jedoch N s Mangel& nicht ausgeliehen werden dürften. Nach wenigen Wochen wurden sie aber doch IN 1945 wurd wieder ausgeliefert. Außer den wenigen eingereihten Büchern, deren Verfasser ii »nde Gebiet in Deutschland unerwünscht oder die sogar verboten waren, hatten wir noch I) eine Reihe von Büchern nicht eingereiht, besonders fremdsprachige, die aus" Sicherheitsgründen nur ein kleiner Kreis erhalten konnte. i 1849, Büd! 1 Ib Re Anton Gebler I 162» BA 9-2, Bericht, geschrieben 1945. ii 382 I 5680 I 660 hi 3690 in 1354\ 51 M 1) 9 147 Büch® H N 13 1103 Büce! MR 90} 10 Mi 1551 1 Anton Gebler, geb. 1899, seit 1934 in Haft, 1937-1945 KZ Buchenwald, jetzt Rentner. har Au ” d SE nt u Kr 4 } N I; X 1 N # } j , NER ee ig ET Du DENE EEE WEEZE De An 7 Seelen, ge Fe En a ET E ET u Aus Briefen Walter Stöckers an seine Frau aus dem KZ Buchenwald 20. 11. 1938 „Schicke mir zu Weihnachten bitte folgende Romane, wenn Du sie besorgen kannst: von Galsworthy die„Forsyte Saga“, die Romane von Thomas Wolfe, von Chaucer die Erzählungen von Canterbury, von Swift die bekannten„Gul- livers Reisen“ und von Thackeray den„Jahrmarkt des Lebens“. Vielleicht auch die knappe Englische Geschichte von Green aus Jedermanns Bücherei. Von wem ist übrigens die Dante-Übersetzung, die ich Dir vor anderthalb Jahren zurückschickte? Mein Studium der Renaissance hat mich jetzt veranlaßt, etwas Kunstgeschichte zu treiben; so lese ich jetzt die Hamannsche Kunstgeschichte, die Du mir letzten Weihnachten schicktest. Sie macht mir viel Freude.—“ 4.12. 1938 „Pakete dürfen wir zu Weihnachten nicht empfangen, nur Bücher. Du würdest mir eine große Freude bereiten, wenn Du mir im Dezember nur ein- mal Geld schicken würdest, dafür aber folgende vier Bände von Velhagen und Klasings Künstlermonographien: Leonardo da Vinci, Michelangelo, Rafael und Tizian, natürlich auch die anderen bereits erbetenen Bücher. Ich habe jetzt des großen Italieners Dante„Komödie“ begonnen. Eine schwere, aber genußreiche Lektüre. Erinnerst Du Dich, wo ich dieses herrliche Werk schon einmal be- gonnen habe? In Santa Margherita, am sonnigen Mittelmeer; wo wir beide so schöne unvergeßliche Tage verbringen konnten!“ 1 1939 „Zunächst meinen herzlichsten Dank für die schöne Büchersendung, die gerade rechtzeitig am Tage vor Weihnachten hier ankam und mir viel Freude bereitete. Ich habe ordentlich geschwelgt in den Büchern über Leonardo und Michelangelo. Im Geiste habe ich in diesen Tagen an Hand Deiner Bücher und der Bände der Springerschen Kunstgeschichte, die ein anderer Häftling bekam, eine herr- liche Reise durch Griechenland und Italien gemacht. Mein Studium der italie- nischen Renaissance wird noch eine Zeit in Anspruch nehmen. Es ist wirklich eine außerordentlich interessante Zeit. Sehr froh bin ich auch über die anderen Bücher, die ich nach und nach lesen werde.“! Im Besitz von Frau Elfriede Stöcker. Ernst Wiechert: Der Totenwald (Geschrieben 1939) ... Am dritten Tage hatte Johannes? ein Stück Heimat und Josef gefunden. Sie verließen ihre Notbaracke und kamen in den 17. Block. Dieser Block um- faßte etwa einhundertzwanzig politische Gefangene und galt als ein Muster ı Walter Stöcker, geb. 1891, 1919-1933 KPD-Reichstagsabgeordneter, 1933-1939 KZ Sonnenburg, Lichtenburg und Buchenwald, gest. 1939. 2 In der Person des Johannes schildert Ernst Wiechert seine Erlebnisse in Buchenwald. 464 \umeradsc ‚mster Ma Weise an, hırkeit bei eine Hein sinen Pla rnet, dal Hier wa ‚auch Jo: musamen würde n ıben, Nie Josef we war ein |) inMann \| Ermaran ıl Mensc spreche senen$ fllen, an N der G Biel, mit tlbes Jah nem He Iohanne ‚ iesen seit ‚ ärıhn vo | ihren, au | 4 Me Zigar tihm h er Weli len sur | Bkar, y {,Unt sten( )»#amthe Was I "sung u klein, len, | te Ich: | Ubdert Nurde un Ein pa Bach wur ne 2 kameradschaftlicher Gemeinschaft. Ihr Blockältester Gorges, ein stiller und ernster Mann, nahm sich seiner auf besondere, wenn auch meistens schweigende Weise an, und ihm wird Johannes sein Leben lang eine unauslöschliche Dank- nn sie besorgen- barkeit bewahren. Ihm wie dem Stubenältesten Jule, der schon fünf Jahre lang I) omas Wolke seine Heimat nicht gesehen hatte. Er bekam ein Bett im„dritten Stock“, bekam Ni innten„Gul seinen Platz am Tisch zwischen stillen Leuten und hat oft sein Schicksal ge- iR ielleicht aud segnet, daß es ihn hier seinen Platz hat finden lassen.{ ücherei, Von Hier war auch Vater Hermann und der junge Rothermund, und hier fand N thalb Jahre er auch Josef. Ohne ihn wäre er nicht heimgekommen, sondern, wie es in der N laßt, etwa grausamen Lagersprache heißt,„durch den Schomstein gegangen“. Das heißt, 1stgeschichte er würde nach ein paar Wochen sein Ende im Weimarer Krematorium gefunden ıde,—“ haben. Nicht umsonst hieß das Lager im Thüringer Land der„Totenwald“. Josef war Schlosser und zuletzt Straßenbahnführer in Saarbrücken gewesen. F Er war ein„Hochverräter“ und seit Jahren durch viele Lager gegangen. Er war Bücher, Dı ein Mann mit einem mächtigen runden Schädel und den Schultern eines Riesen. ee ng ıber nurdi»| Er war an Bildung jedem Uniformierten jenseits des Zaunes überlegen, kannte I elhagen u!|) alle Menschen, Dinge und Zustände im Lager und verschenkte, ohne ein Wort Mi , Raffael und I zu sprechen, eine unendliche, tröstende und aufrechte Ruhe, die mit einer ge- IN jabe jetzt dis lassenen Selbstverständlichkeit aus seinem Dasein ausströmte. Er war der I "genußreict| Felsen, an den so mancher Tasso des Lagers sich scheiternd klammerte, und wie M n einmal be auf der Gedenktafel der„Todeskandidaten“ soll sein Name, der Name Josef I wir beide so Biesel, mit goldenen Buchstaben in diese Geschichte eingetragen sein. Er ist ein Hi | halbes Jahr nach Johannes entlassen worden und ein oder zwei Jahre darauf I seinem Herzleiden erlegen. N) | Johannes weiß nicht, was in seinem Wesen für den anderen anziehend ge- 1" ıg,diegenl|| wesen sein mag. Er nahm sich aller Neuangekommenen an, es verstand sich I ıde bereitet") für ihn von selbst. Aber er blieb bei Johannes sitzen, draußen, auf den Zement- \fichelangeb") rohren, auf denen er saß, fragte, aus welchem Leben er komme, drehte ihm 1 d der Bünde eine Zigarette und stellte mit ein paar vorsichtigen Worten die Welt des Lagers Is: m eineher|| vor ihm hin, wie man sie sehen müßte, wenn man in ihr bestehen wollte. In N ım der italie- einer Welt der Rätsel und des Grauens war er der Große Kamerad, den Johannes’ i ist wild| Augen suchten, wenn er von der Arbeit kam, der Riese aus dem Berge, der her- Hi » die anderen beikam, wenn die Not bis über die Augen stieg, ein Kommunist, Hochverräter I und„Untermensch“, treu, unerschütterlich, selbstlos und adlig und in seiner ge- I | ringsten Gebärde, in seinem zerrissenen Kleid mehr wert und würdig, als die N \ Gesamtheit derer, die ihn hinter dem Stacheldraht bewachten.... Ki | Was Johannes am schwersten fiel, war die Gewöhnung an die Zusammen- 1 pressung menschlicher Körper im Tages- und Schlafraum. Beide Räume waren Ki zu klein, und sein Leben war zu sehr in der Stille und Abgeschiedenheit ver- N ‚ef gefunden laufen, als daß er nun ohne Beschwer als Teil einer immer gegenwärtigen Menge Hi B Block un hätte leben können. Am meisten quälten ihn Gerüche, doch überwand er alles) sein Muse mit der Überlegung, daß gerade aus der Menge ihm eine stützende Kraft zuteil Hi Ei wurde und daß sie in vielen Dingen ihm ein rührendes Zartgefühl bewies. 1 ne Ein paar Wochen vor seiner Entlassung gewann er eine letzte, ihn aufs tiefste Bi ae"u mal 30 Buchenwald 465 Re H 3 I h \| + er Fe Pole er- AI DT a- a a rd nn ende dns ah we in ' Ki u A| X | \f u 6 \ N EIER ET beglückende Freundschaft mit dem Verwalter der Lagerbücherei. Dieser, Walter Husemann aus Berlin, hatte mit seiner jungen Frau seit seiner Jugend für die Kommunistische Partei gearbeitet und geschrieben. Nach der„Machtübernahme“ hatten sie sich noch zwei Jahre verbergen können, hatten buchstäblich vor dem Hungertode gestanden und trotzdem ihre Arbeit fortgesetzt. Dann war der Schlupfwinkel seines Vaters verraten worden, und alle drei waren in Lager ge- bracht worden. Seine Frau war zuerst freigelassen worden, er selbst mit seinem Vater wurde vier Wochen nach Johannes entlassen. Er war ein junger Mensch mit wunderschönen braunen Augen, klug, belesen und von einer wahren inneren Bildung, die nicht nur seine Handlungen, seine Ge- spräche, sondern auch jede Bewegung seiner Hände erhellte... Die Sehnsucht der Menschen im Lager ging nach dem Menschen, und beider gemeinsame Sehnsucht ging nach der Freiheit. Und vielleicht nicht einmal so sehr nach der Befreiung von Fesseln als nach der Wiederherstellung der Men- schenwürde, gleichviel, in welchem Glauben sie nun münden sollte. Hier aber war ein Mensch, der vieles gelitten hatte und den das Leid gereinigt und gereift hatte. In seinem kleinen Bibliotheksraum konnte Johannes wieder einmal die Augen zu Büchern aufheben und meinen, seine alte Welt blicke wieder auf ihn herab. Hier war er nicht mehr eine Maske mit einer Nummer auf der Brust, sondern ein Wesen aus einer geistigen Welt und ein Mensch des inneren Wertes. Dort war noch ein Landsmann von ihm, der als Buchbinder arbeitete, der seine Bücher liebte, und beide, Husemann wie er, haben ihm so manches Mal zwischen ihren engen Wänden ein stilles Reich der Abgeschieden- heit aufgeschlossen, des Friedens, des Wiederzuhauseseins, und sie haben ihm damit mehr gegeben, als irgendein Mensch oder ein Winkel des Lagers ihm je- mals hätte geben können. Johannes hat in den folgenden Jahren die Reichs- hauptstadt niemals aufgesucht, ohne daß er ein paar Stunden in dem stillen Heim seines Freundes zugebracht hätte. Im Mai 1943 hat Walter Husemann den Tod auf dem Schafott erlitten, stolz, furchtlos und des Sieges gewiß... Ernst Wiechert! Ernst Wiechert,„Der Totenwald“, Berlin 1947. S. 91-93, 134-136. Die Kolonne Wir haben dem Grauen ins Auge gesehn und das Entsetzen erblickt; Mag die Welt sich immer weiter drehn, Wir sind dem weit entrückt. ı Ernst Wiechert, geb. 1897, 1938 KZ Buchenwald, gest. 1950. 466 BA, Gedio eser, Wilke| Wir leben in einer anderen Welt, gend fir di Die ihr nie und nimmer versteht, tübernahn: Und wenn von uns auch mancher fällt, plich vor de,| Und wenn auch manch ein Aufschrei gellt, Jann war dir I Voran der Marschtritt geht. in Lager oe St mit seine Weiß die Kolonne, wie lang der Weg? Endlos die Straße weit; &;belesenund|\ Marschieren ohne Pfad und Steg sen, seine Ge||| durch die auswegslose Zeit. :n, und beid: Die Kolonne geht, sie wird nicht müd', icht einmal\ Der Schritte Takt schallt laut; ung der Bis die Dunkelheit nach Westen flieht e, Und der Morgen wieder graut. Leid gerein Fritz Leo(1938) 1annes wied BA, Gedichtsband, Bl. 113. e Welt blid iner Numm in Mensch des Is Buchbint haben ihm s Abaeschied sie haben ihm In der Zelle Lagers ihn on die Rei Der Tag stand unbeweglich in der Kerkerzelle, in dem stil Dann kam die Nacht ter Husema Mit ihr der Schlaf, der alles leichter macht ‚gewiß. und leidlos. st Wied Da wachten leise Träume auf Und beugten sich über bleiche Stirnen Und kamen in die Seelen der Schläfer Und bauten eine Welt aus grünen Wäldern, Blauen Bergen, lieben Dingen.— Bis dann im grauen Morgen Eine Stimme in die Zelle schlug: Scheißkübel’raus und Wasserkrug! Franz Hackell (Dezember 1938) BA. Gedichtsband, Bl. 92. ! Franz Hackel, geb. 1897, 1938-1939 Haft und KZ Dachau, 1939-1945 KZ Buchenwald, jetzt Schriftsteller. 467 a ee EDEL ELLE ELLE 7 IE ee u nee ee ee ee ne ee eo a ea a wu erertene a bach )% KIERR“ BEE EAST EU we wu Hans nun nu we ne nenn cn De ur Wer geht weiter Von Hitlers Schergen, Himmlers Mördern bedroht | stürz ich zur Erde— I Wer geht weiter, { Die Hände zu Fäusten geballt— Wer trägt die Fahne der Freiheit zum Sturm Gegen Lüge, Gemeinheit, Gewalt? N In Dachau fraß mir die Kälte das Fleisch von den Knochen; In Sachsenhausen schlug man mir das Auge aus der Höhlung; Ein Schuß in den Rücken legte mich in Buchenwald um; A| Doch zuvor zertrat mir ein schwerer Stiefel den Hoden; K Und dies alles war möglich in Deutschland, I Und dies alles geschah und noch viel mehr Auf vaterländischem Boden. ‚N Von Hitlers Schergen, Himmlers Mördern bedroht RX Stürz ich zur Erde— Wer geht weiter, | Die Hände zu Fäusten geballt— Wer trägt die Fahne der Freiheit zum Sturm Gegen Lüge, Gemeinheit, Gewalt? Franz Hackel BA. Gedichtsband, Bl. 5. £ { N Ein Morgen Die Nacht war kalt, und der Regen rann, Der Sturmwind peitschte die Wälder. 1. Ced Mit eisigen Schauern der Tag begann, Gegen Morgen ward es noch kälter. Das Pfeifen schreckte die Müden auf Und jagte sie in die Nässe. Man trieb sie zu Frühsport und Dauerlauf— Und die Windsbraut zog orgelnde Bässe. « Dann trotteten sie auf den zugigen Plan Und standen in frierenden Reihen. Das gewohnte Furioso des Tages hub an Mit verrohtem Gebrüll und mit Schreien. 468 Chen [öhlung; m; 1, Franz Hakı —— EFTTRERREFFT Die Kapelle mit Affenfräckchen am Tor Mimt’ Geschmetter der Janitscharen, Und mit schwerem Tritt stampften sie empor— Und der Junge war unter den Scharen. Ein langsames Sterben in fruchtloser Müh’ Wie Lämmer in Geierkralle, Ich dacht an ihn, und dachte an sie, Denn ich liebte in einem sie alle. Im Magen ein Tässchen voll Morgentrank, Dürre Leiber in nassen Klamotten, Zur Arbeit gepeitscht ohne Lohn und Dank, Man hielt sie ja nur zum Verschrotten. So schufteten sie nun schon Jahr um Jahr mit den Händen, den schwieligen, klammen, Mit Augen, der Hoffnung und Freude bar. Wie zog es das Herz mir zusammen! Ich war im Warmen und leidlich satt,— Und die Vielen frieren und darben! Wozu das Schicksal verschont mich hat, Daß ich lebe, wo Bessere starben? Und es brennt in mir als ein zehrender Schwur Und ich weiß um den Sinn all der Leiden. Bleibe wach mein Herz! Bleibe wach mein Herz!— Und reife die Frucht dieser Zeiten! Ferdinand Römhild (Frühjahr 1942) BA. Gedichtsband, Bl. 128. Der Flüchtling Er hatte den Herren viel Ärger gemacht, Denn er wollte den Ketten entfliehen. Sie hatten ihn bald wieder eingebracht, Um ihn vor Gericht zu ziehen. Wie ein Vogel war er dem Käfig entschlüpft, Wenn die Frühlingslüfte ihn grüßen. Man sagte, er werde nun aufgeknüpft Und sollte am Galgen büßen. EEE Eee EEE er er nn gl ee ee Ts ge erregen TEE SUR ET RE REES ae Fer Und man fand der entrüsteten Worte viel, Denn er hatte dazu noch gestohlen. Er besaß so wenig an Ehrgefühl, Sich Essen und Kleider zu holen. Man riß ihm die Lumpen vom Leib herab Und band seine Hände mit Riemen, So kühlte man an ihm die Wut erst ab, Und peitschte ihm blutige Striemen. Denn er hatte den Herren viel Ärger gemacht, Er hatte sie bitter beleidigt. Er hatte ihr Herrenrecht mißacht’ Und seine Freiheit verteidigt. Sie schlugen ihn ohne Bedenken wund Und taten bedenkenlos richten. Er war ja viel weniger als ein Hund, Ein Geschöpf, kaum wert zu vernichten. Und als die Nacht, die friedvolle, kam, Vernahm sie ein hilfloses Stöhnen. Da rang sie die Hände in schweigendem Gram, Und die Sterne glänzten wie Tränen. Ferdinand Römhild (Sommer 1942) BA. Gedichtsband, Bl. 54. Baum der Schmerzen (Eine Stunde am Pfahl) Gleich Scheuchen, die im Winde wehen, frei schwebend über Zeit und Raum. Bei dummen Disziplin-Vergehen als Strafe„eine Stunde Baum“! Sie hingen uns wie Vieh an Haken. Sie hatten, wenn man’s recht erwägt, in ihren Brüsten nur Kloaken, wo anderen ein Herze schlägt. Karl Schnog! „Neues Deutschland“, Berlin, vom 12. September 1947. 1 Karl Schnog, geb. 1897, 1941-1945 KZ Buchenwald, jetzt Schriftsteller. ‚and Rönhid nmer 19%2 Karl Sc Chor der Toten Vor dem nächtlichen Himmel Stehet ein Feuerschein, Greift mit tastenden Armen Tief in das Dunkel hinein. Das ist die Fackel des Todes, Das ist das Sterbefanal! Schuldloses Feuer, wie loht es! Glühendes Totenmal! Hier in tosender Esse Bringt man die Opfer zur Ruh! Hier bei nächtlicher Messe Lacht man das Amen dazu. Und sie glauben auf immer Taten und Spuren verwischt. Aber es tönt aus dem Schimmer, Aber es klingt aus dem Licht. Hörst du die singende Flamme, Hörst du des Funkens Gesang, Der aus dem glühenden Stamme Gleich einem Samenkorn sprang? Feuer reißt sprühend die Funken Wie eine Garbe empor, Und ich lausche versunken Einem dämonischen Chor: Nimmer gehn der Erde wir verloren, Die uns Mutter bleibt in allem Leid. Nur die blinden, ahnungslosen Toren Wähnen uns nun außer Raum und Zeit. Neuerstanden sind wir, neugeboren, Neue Kämpfer in dem alten Streit. Da wir brachen durch die enge Schranke, Die das Leben hart in Fesseln hält, Wurden ganz wir Geist und ganz Gedanke, Und es fiel von uns das Morsche, Kranke Wie der Schorf, der von der Wunde fällt. UNENMANI EN Vene j Ber ee ng rc in en engen Bee Te — SZ Se nen net ne = u ee u ee ee hama Fa Tea a a en a ee ereie en BLCKRKENREN Pe. Leben wird durch Tod neugeboren, R Durch den Tod verjünget sich die Welt.| $ Erstlinge sind wir und auserkoren Mr Für ein Sein, das neuen Sinn erhält. Denn aus uns baut sich aufs Neu die Welt. Aus der Flamme sind wir geboren, Glut und Feuer, das die Nacht erhellt. H Ferdinand Römhild N(August 1944) BA. Gedichtsband, Bl. 143. N 105-2. ij N Wenn sich müd’ die Glieder senken, it Tief ersehnen Ruh und Traum, N Zieht ein süßes Deingedenken, Liebste, durch der Seele Raum. | Große Kinderaugen schauen H Wie aus einem Märchenwald „N Hold mit kindlichem Vertrauen, Fragend:„Papi, kommst du bald?“ Und mir ist es so, als schwebe Eu’re Liebe über mir. Und ich weiß, warum ich lebe, Und ich fühl’ es tief, wofür. Fritz Löhner-Beda BA 95-22. Abschrift. Der Häftling I Ich bin ein Häftling, sonst bin ich nix, } Hab’ keinen Namen, die Nummer X. | Gestreift ist mein Rock, die Hose auch, Ich schnüre den Riemen um gar keinen Bauch— und warte! ‘ Mi Ich schaffe am Tag an die vierzehn Stund’ Ich kriech in den Stall und bin müd’ wie ein Hund. Dann ess’ ich die Handvoll verkrümeltes Brot Und fall’ auf den Strohsack und schlafe wie tot... und warte! TIERFTAERRFRERER) Das Weib und die Kinder, die sitzen zu Haus’. Bald sind es fünf Jahre! Wie seh’n sie wohl aus? Ich sehe die große, verdunkelte Stadt, Da sind sie verkrochen und werden nicht satt... und warten! Doch mich frißt kein Tiger, mich schlägt kein Hai, Der Tod geht täglich an mir vorbei. and Rönh An mir beißt der Teufel die Zähne sich aus. 1gust 1944) Ich fühl’ es: ich komm aus der Hölle heraus! Ich warte! Fritz Löhner-Beda BA 95-22. Abschrift. Kindermärchen Es war einmal ein Drache, Der hatt’ ein großes Maul Und Zähne wie ein Tiger Und Hufe wie ein Gaul. Er hatte immer Hunger Und fraß die ganze Stadt, Fraß Länder auf und Völker Und wurde doch nicht satt. Er hat von früh bis abends Gefressen und geschmatzt. rn Doch bei dem letzten Bissen ‚ Löhner-De Ist er am End’ zerplatzt. Fritz Löhner-Beda BA 95-22. Abschrift. Sonnett auf das Revier im KZ Buchenwald Da liegen sie in ihren weißen Betten, Ein leises Atmen geistert durch den Raum, In scheuen Augen glänzt ein schwerer Traum, Was träumen sie? Von Brot und Zigaretten! re! Von fernher klirren nur des Tages Ketten, Des Lagers Schrei ebbt an des Hauses Saum. Durchs Fenster blinzelt ein verschneiter Baum. warte! Zeitweilig schlägt der Tod die Kastagnetten. S es Eee er nn Tage r- u. LS ze SEE —— ee ee ing EEE Eee EST u ae he Fee Be gg ae ar Sr = ge N x) “ £ „4 x is Ü I £ Der Mann in Weiß, der seine Kranken pflegt, Geht durch den Saal mit freundlichen Gebärden. Unsichtbar ist die Bürde, die er trägt. Ward solches Schicksal je gelebt auf Erden? Da liegen Fiebernde, vom Schmerz zersägt, Und zittern angstgepeitscht, gesund zu werden! Fritz Löhner-Beda (Winter 1940) BA 95-22. Abschrift. 474 „An meinen Sohn“ (Zum Geburtstag als Brief) AN-2 Mehr als 16 Jahre sind es nun her, daß ich am Lager deiner Mutter stand und mit ihr litt, als sie dich gebar. Ich war sehr froh, als ich wußte, daß ich Vater bin und du mein Sohn! Es gab manche Stunde, in der ich um dein kleines Leben bangte, während deine Mutter ganz ohne Sorge, fast selbst noch ein Kind, der eigenen Jugend getreu war. Ich bin dein Vater! Das verpflichtet beizeiten, an einer Welt zu schaffen, in der du leben kannst, und arbeiten an dem, was mir jetzt das Herz heiß macht. Du bist mein Sohn! Du wuchsest auf wie ein wilder Baum. Und wenn mir der Alltag nicht Zeit ließ, dir die kleine Hand zu drücken, und wenn ich hart war, weil ich fürchtete, Du könntest zu weich sein, und weil ich wollte, daß du ein Mann wirst! Wir haben uns Jahre hindurch nicht gesehen und nur durch die Gitter sah ich, daß du deinen Weg gehst. Was kann ich dir sagen, was du doch erst verstehst, wenn es das Leben dich selber gelehrt? UNKLLULMLLENT et ae Bist nicht du und mein Vater und ich und dein Sohn' Glied einer Kette? Y Und schwingt nicht darin das eig’ne Gesetz? M | Scheint’s nicht als habe Natur immer recht?} || und der Natürliche, auch wenn er stirbt? LöhnerBt| So gehe denn, Sohn, und bleibe der Freund, nter 1940) F| und lasse als Männer uns grüßen; Bedenke zur Zeit und sei auch bereit, die eigenen Fehler auch selber zu büßen! Und was ich als Vater vor Jahren bekommen ist mir heute nur als Kind genommen. Otto Halle BA 95-23. Abschrift. Höre Welt! Seen Hört Proletarier aller Länder! Hört die Nachricht von Thälmann! bangte, Höre Welt; singt traurig Sirenen! ein Kind, In allen Herzen soll es nach Rache rufen! Wie Wölfe in finsterer Nacht, unsicher schreitend, schlich sich die sadistische faschistische Horde heran, um ihr Vorhaben auszuführen. Im August Neunzehnhundertvierundvierzig wurde im Krematorium von Buchenwald von der blutigen Hand des Henkers ein für die Freiheit brennendes Licht ausgelöscht. Wir verloren den Führer der Proletarier, dessen Name wie Sturmläuten klang. ee ng ar SE EEE TER, Jung und alt kannte seinen Namen, und die Partei ging kühn in den Kampf. Sein Wort floß wie ein Sonnenstrahl ehr ae N durch die Adern des Volkes. Br ra Und die Partei reifte wie Korn, IN in Städten und Dörfern. 14 Y I Hörst Du, Welt! Wir ehren heut’ den Helden, N der ein Opfer des untergehenden Faschismus wurde. Ki \ I kN Y Br x Deere, Kir en ei ee ine oe 4 Ciıymaüä map IIponerapunu BCex CTpan, cnymaüre. Cnymaitte o TEJIMAHE Beer. Caymaii, mup; CKOPÖHO, enpeHpI, NOTE, U nycTb KJIOKOYeT B cepAUaXx MecTb. Pammetckan cayuerckag craa TemHoii HOUbIO BOAYbei TPonoli Tloukpanach, TpeBo:KHO CTynaa, UTo6 BLINONHNTB 3AMLICE)I CBOM AsrycTa, copok YeTBepToro ToNa, OT kpoBaBoit pyku nayıaya Yracna B kpemaropun Byxenranpya Topesman cBo6oNoll cBeua. Msı paccrannch c BO:K]\eM nponerapnii, Üpe NUMA HA0ATOM 3BEHENO; Ero una Ha Malıcıl n cTapblii, U naprına 8 6oil ua cMena. Ero c10B0— TOUHO COAHUE TPe10, Tekııo TO BeHAM Hapona. N napruaa, KAK 3EPHBINIKO, 3pe.na, Spena B CcE1axX n TOponax. Casımnmpb, mnp! Ceronua YTIIM MbI Tepos, Or danmama naBıuero ;KEPTBON. IPHCT, TEl He ymell u3 Hamero CTPoNl. Knanemca: N03yHr BO3]BHTHeM TRON. TIonayu umb Te10o TBOe yMepTBun, Unes ocranacı c Hamm. Ter 1aBpOBbIit BEHOK HAapo]y BHI. Hurp 6yneme B HM Teı BEKAMM. Mei TIOJ\BIMEeM BbILIE 3HaMmA 60pBÖBI. CBo6ona HAM IYTb O3apNT. CBOH OT pa6cTBa pacnpasum ropöb. IIo 3apetam TBONM ÖyneM YKUTB. 24 Asrycra, 1944, rona, Konuysıarepb BYXEHBAJIb] KPYTHUK. 4, August (ges MM, TIIN MbI Dep oil ‚nero cr] IM Ernst, Du bist nicht von uns gegangen. Wir schwören, Deine Losung zu befolgen. Der Henker hat nur Deinen Körper getötet, uns blieb die Idee. Einen Lorbeerkranz hast Du dem Volke gewunden, Jahrhunderte wirst Du im Volke leben. Wir heben das Banner des Kampfes höher. Den Weg wird uns die Freiheit erhellen. Die Deinigen werden die von der Sklaverei gebeugten Rücken wieder aufrichten. Und nach Deinem Vermächtnis leben. mol Krutik PPTBIL, 24. August 1944, KZ Buchenwald(Aus dem Russischen).: * y Nachruf für Albert Kayserl m(gesprochen bei der illegalen Gedächtnisfeier, Buchenwald, Herbst 1944) Kan 6opbübl u ropOb. KUTb: kp y1 JIN ı Kommunist. Vor 1933 Mitglied des Rei Verkehrs-Gesellschaft. Hervorragende Rolle im Zuchthaus Brandenburg. Anschließend H 1944, Albert, wenn wa heute Dein jedenken, nur een ernstet, aba kurzet Wocht. Unse Zunge wolln wa nich verrenken, denn det haste ja nich jern jemocht. Albert kiek, Du warst nich von die Sorte, die groß anjiebt, wennse wat passiert. Darum heite keene jroßen Worte, (wenn’t uns ooch den Hals zusammenschniert). Menschenskind, wir kenn’t noch nich fassen: wie im Strudel biste wegjetaucht. Viel ze friehe haste uns verlassen und wa hätten Dir noch sehr jebraucht!! Hast im Kampfe Deinen Mann jestanden, nie jewankt, jedeutelt und jedreht. Aba heite biste nicht vorhanden, jrade, wo et uff det Letzte jeht. 477 chstages. Bis 1929 Betriebsratsvorsitzender der Berliner beim BVG-Streik im November 1932. Langjährige Haft äftling im KZ Buchenwald. Gestorben am 18, Oktober UN NALNHE RE ae 7 u ee BEE Fe TFT 7 ug ng - ET ine EEE EIS Peer) Br 2 BA 95-24. Abschrift. Mensch, man konnte mit Dir Pferde stehlen, warst een Kämpfer, warst een Aktivist. Und dem Roten Wedding wirste fehlen, wo Du erster Mann jewesen bist!! Immer uffrecht hieltste Deinen Nacken, hieltst Dir stark fier unsere Idee. Nun zum Schluß muß Dir de Seuche packen. Lieber Albert, det tut bitter weh. Sicher sei, det wir Dir einmal rächen! Jetzt jenieß die viel zu friehe Ruh. Und zum Abschied wollen wir versprechen, det wir kämpfen werden, treu wie Du!!! Karl Schnog Le chant a Marcel Paul J’&coute dans mon chant la lumiere qui chante La plus belle chanson qu’on ai jamais chant&e Dans ce chant qui m’enchante et lui-m&me s’enchante De s’entendre chanter en&tant enchante Je respire la rose en ce chant et la rose Plus rose d’etre rose en ce cercle enchante S’enchante d’tre un chant parmi de simples choses Enchantees d’etre ensemble un chant de liberte. Andre Verdet Jour de la Liberation, 11 avril 1945. Am Tage der Befreiung, dem 11. April 1945, Marcel Paul gewidmet. Im singenden Licht ertönt das schönste Lied, das mich bezaubert und sich selbst gefällt. Es bringt mir den Duft der Rose, die entzückt ist, mit mir in diesem Lied im Ruf der Freiheit vereint zu sein. „Anthologie des po&mes de Buchenwald“, Paris 1946, S. 113. Freiheit Im Ge n.der s e Nach Rreiheit 1tholo jungen Libert& Vous n’&tes pas perdues, Ö voix ensoleill&es, | O coeurs libres et fiers, Ö vives destin&es, Shelley encore debout ä sa proue sur l’abime Insulte l’oppresseur et surtout la victime, Le murmure geant de l’immense Hölderlin Re&sonne sur les plages ol Byron s’est offert, | Le vieil Hugo retif refuse encore les fers, Sur le jour chamarre et la nuit pacifique Se penche&galement Monsieur de Lamartine. La vieille tyrannie a depuis vous montr& Chaque nouvelle anne un visage ignore, Karl Schr Mais votre voix de flamme, ö ames bien-aim6es, Perce la nuit des ans et les masques du mal, Le coeur des asservis delire encore d’espoir Lorsque vous prononcez le mot de Liberte. Debout comme un cortege ont passe dans le soir | Marcel Pau Les enfants du Futur ignorant du ımalheur, La race enfin sauv6e dont le regard royal Brillait dans le couchant du sang de votre coeur. ınte Claude Bourdet Freiheit Im Geiste von Shelley, Hölderlin, Byron, Hugo und Lamartine geißelt C. B. die alte Tyrannei, von der sich stolze und freie Herzen nicht unterjochen lassen. Die im Blut wallende Freiheit wird die Nacht der in Knechtschaft verbrachten Jahre siegreich überstehen und das Herz beim Ruf nach N Freiheit höher schlagen lassen. „Anthologie des po&mes de Buchenwald“, Paris 1946, S. 23. Andre Ver 11 avıil 199 ı gl"0 t vereint ZU) ii Al) Hi N ans Zu ee ann ep ee are rue EN N ESTERSKNRERBELE Bipug a... Bipus A, 110 coHLe BCTAHe, A To6i 3arıaHny B oul; B uiü aanekifä cTOpoHi. SIK AHBHBCBb NO TIÄ Bechi. Bipng a, ı1o 3HOB HacTaHe Tpoe air... IlnekaB Hanii, Ilosopor B»kHTTA MeHi. IILo6 no6auntp piaHunA Kpaü, Bipug 71, Io 3HOB NPHAHHY Tpoe„it B HeBOAi MpiAB Ao 6aratux piIAHNHX HHB IlpokınHamyn ef„pafi”... De KoAancb?%KHTTA NePAHHH Ta renep-y»ke HIKOAH B mononi 1iTa Po31HB: YopHnHä aeHb He NpHÄne 3HOB: Bipng 9, HacTaHyTb HO4I Bo He aapoM?KHTTA LUKOAY AosromaaHi A panichi A B KOHIIArePAX TIPOÄLIOB. M. Anna (Aus dem Ukrainischen) 480 ll. anpeıa 1945 r. Ich glaube... Ich glaube, daß die Sonne aufgehen wird, im ganzen weiten Lande. Ich glaube, daß wieder eine Wende in meinem Leben eintreten wird. Ich glaube, daß ich zu den reichen, heimatlichen Feldern zurückkehren werde, Wo ich in jungen Jahren lebte. Ich glaube, daß langersehnte und frohe Nächte kommen werden Ich werde dir in die Augen sehen; Du wirst dich über diesen Frühling freuen. Drei Jahre... verweinte Hoffnung, Um das Heimatland zu sehen, Drei Jahre in der Gefangenschaft sterbend Das ganze„Paradies“ verfluchend... Ja, jetzt wird niemals mehr Der schwarze Tag kommen: Denn ich habe nicht umsonst die Schule des KZ erlebt. M. Lipa (11. April 1945) Bug PREFRFAFFRRFFRERRRFNERFFRDENRARKRERERERRRS Letzter Appell (als Vorspruch zur letzten Konferenz der deutschen Kommunisten am 14. Mai 1945 in Buchenwald) CHI anii, Sie haben uns durch Schlamm und Tod getrieben, {Kai sie haben uns zertreten und bespien! 1 Sie haben uns zermahlen und zerrieben, im Eis des Winters, in der Sonne Glühn.) ah“ M Sie haben maßlos sich an uns vergangen. IE 3HOB uns ausgeraubt, beleidigt und geschändet.| IKONy gepeitscht, gejagt, zerfetzt, gehangen! N ns Wie viele sind es, die durch sie verendet?... 1 A OL Und dennoch, Brüder, ist die Front geworden! N pen 1945 Dort, wo die Peitsche über uns geknallt, i! hat sie aus tausend Toten, tausend Morden, Mi aus Blut und Schweiß und Tränen sich geballt.} | Die Zähne haben grimmig wir verbissen: ai Was eben in Verzweiflung noch entglitt, h das haben kraftgeeint wir hochgerissen hi zu einem Willen und zu einem Schritt. it Was einst gestöhnt, geblutet hat in Frohnen, IV was einst zerrissen war... das ist nicht mehr! N Denn jetzt, im Gleichklang der Nationen i a marschiert der Konzentrationäre freies Heer. I) | F Hinaus in alle Länder, Dörfer, Städte streun wir die Saat, die hier gedieh, und unsrer Hände festgeeinte Kette H \ | zwingt auch den letzten Feind noch in die Knie. Mi H Er ist noch nicht zutiefst ins Herz getroffen!... IH 1 Doch wir sind stärker als der Tod!... Hi Hinaus, Genossen! Unser Tor ist offen, M } D| rot glüht der Morgen und die Sonne... rot! ML|| Bruno Apitz Il Apr Sa IML- Buchenwald II 1/3. 31 Buchenwald 481 TE nr > TE gg oe N an BE gan— TE TEA KERFLECKaLcacgen un neu ne. LARAA FAT FAR BA. Gedichtsband, Bl. 85 482 Heimkehr Frau, schau mich nicht so seltsam an und forsche nicht in meinen Zügen. Jaja, ich bins, ich bin dein Mann, denn deine Augen werden dich nicht trügen. Wenn ich dir fremd geworden bin DI und unverständlich meine Sitten: ich bin durch Not und Elend hin und oft am Tod vorbeigeschritten. Und bin ich endlich auch zu Haus wir wollen unsere Freude dämpfen. Denn Frau, ich ruhe mich nicht aus ich muß für meine Kinder kämpfen. Gewiß, es käme mir auch zu, mich endlich einmal auszustrecken, doch find ich weder Rast noch Ruh, solange Haß rings herrscht und Schrecken. Ich bin nicht eher froh und frei und habe keine guten Stunden, bis daß ein End der Tyrannei für jeden Schaffenden gefunden. Drum halte nicht den Kopf gesenkt, sag nicht, daß ich„nicht an dich denke“. Die Freiheit ist mir erst geschenkt, wenn ich der Welt die Freiheit schenke. Karl Schnog = Ve Te nn a a ee ne or er rer ern es BERN. ö er. en En ae ne A nn Free De==yrae EG EEE Een ee Be = ee a nn a> zZ o ke = « un ii er « o = < 6. KAPITEL DIE ILLEGALE MILITAR UND DIE LETZTEN TAGE VONBUCHENWALD Einleitung Die Selbstbefreiung der Häftlinge des KZ Buchenwald war keine spontane Aktion. Sie war das Resultat einer langjährigen politischen und militärischen Vorbereitungsarbeit. Schon vor dem Jahre 1939 und in den ersten Jahren des zweiten Weltkrieges waren Häftlinge bemüht, sich Waffen zu beschaffen. Als im Winter 1941/42 in der Sowjetunion dem Vormarsch der faschistischen Armeen erstmalig Einhalt geboten wurde, hielt die illegale Leitung der deutschen Kommunisten in Buchenwald den Zeitpunkt für gekommen, sich auf militärische Auseinander- setzungen mit der SS vorzubereiten. Die politischen Häftlinge benutzten den legal bestehenden Lagerschutz für die illegale Militärorganisation. Wieder waren die treibenden Kräfte die deutschen Kommunisten. Sie begannen im Sommer 1942 systematisch, Waffen zu beschaffen. Nach der Konstituierung des Internationalen Lagerkomitees wurde auch die Militärorganisation internationalisiert. Durch die Entsendung eines Mitgliedes des Lagerkomitees in die Leitung der Militärorganisation war die feste Ver- bindung zwischen den beiden Führungsgremien hergestellt. In allen entschei- denden Fragen wandte sich die militärische Leitung an das Internationale Lagerkomitee und folgte dessen Ratschlägen. Neben der Ausnutzung des Lagerschutzes, der Feuerwehr, der Brandwache, des Sanitäts-, des Bergungstrupps-Kommandos, die legal im Lager bestanden, wurden in allen Wohnblocks Gruppen der Militärorganisation geschaffen. Ihre Mitglieder wurden illegal an Handfeuerwaffen ausgebildet. Um die Schlagkraft und Einsatzbereitschaft zu erproben, setzte die militärische Leitung mehrmals Alarmübungen an. International war auch die Waffenbeschaffung. Die polnischen Kameraden lieferten 16 Stielhandgranaten an die militärische Leitung ab. Die sowjetischen Häftlinge fertigten Behelfs-Handgranaten an, und die deutschen Antifaschisten steuerten Gewehre und Brandflaschen dem Waffenvorrat bei. Gemeinsam wur- den die Waffen beschafft, gemeinsam wurden sie versteckt und beschützt. Der illegale Sender wurde von polnischen und deutschen Antifaschisten ge- meinsam erbaut, seine Inbetriebnahme am 8. April 1945 wurde von sowjetischen Kriegsgefangenen geschützt. Die internationale Zusammenarbeit wird am besten dadurch charakterisiert, daß kein einziger Fall von Verrat vorkam. In mühseliger Kleinarbeit hatte die militärische Leitung ihre Pläne für be- waffnete Aktionen aufgestellt. Im Dezember 1944 wurden die Befreiungspläne vom Internationalen Lagerkomitee bestätigt. Eine Variante sah vor, daß bei 485 Sen ee TG: ——- en eg FE ne EEE Te ng a rg EEE en = Far Sg en ar ange en Kae ae ee u ETERER error: » ee asehenen ae en | A 4 Annäherung der alliierten Truppen die militärische Organisation der Häftlinge das Lager befreien und gegen etwaige Angriffe der SS schützen sollte. Jedoch die Amerikaner ließen auf sich warten. Die Armee des Generals Patton marschierte in zehn Tagen von Oppenheim am Rhein unter andauernden Kämpfen über die Fulda bis 10 km vor Eisenach, in der Luftlinie eine Strecke von 185 km. Die 75 km von Eisenach nach Weimar aber legte sie in elf Tagen zurück, Patton nennt als Grund für den langsamen Vormarsch einen Befehl seines Oberkommandos. Mögen politische oder militärische Ursachen diesem Befehl zugrunde gelegen haben, feststeht, daß Patton nicht alle Möglichkeiten ausgenutzt hat, die teilweise Evakuierung Buchenwalds zu verhindern. Er ließ nicht die ihm unterstellten Flugzeuge dauernd über dem Lager kreisen, er drohte nicht der SS mit Bombardierung, wie er es gegenüber deutschen Städten tat.! Dagegen schenkte Patton der Familie des Generals Giraud, die in deutscher Haft war, besonderes Augenmerk. Sie wurde am 7. April 1945 bei Friedrich- roda befreit.” Den 50 000 Häftlingen in Buchenwald widmete er keinerlei Auf- merksamkeit. Das Internationale Lagerkomitee unternahm, was in seinen Kräften stand. Seinen Losungen folgend, weigerten sich die Häftlinge, die Befehle der SS auszuführen. Die Verzögerungstaktik des Lagerkomitees und der illegal organi- sierten Häftlinge erreichte, daß 21 000 Häftlinge nicht von der SS evakuiert werden konnten und ihnen das Leben erhalten blieb. Obwohl mehrmals im Lagerkomitee und bei der militärischen Leitung in den Apriltagen über die sofortige bewaffnete Aktion diskutiert wurde, konnte der Vorschlag nicht akzeptiert werden. Voller Ungeduld warteten die illegalen Kämpfer auf ihren Einsatz. Doch zu weit entfernt standen die amerikanischen und die sowjetischen Truppen. Endlich, am 11. April 1945, wurde der Befehl zur bewaffneten Aktion ge- geben. Die illegale Leitung handelte taktisch klug, denn das war der richtige Augenblick. Die bewaffneten Häftlingstruppen nutzten die Panik der SS aus und stießen in die fiehenden Wachmannschaften hinein. Nun waren sie frei! Manche von ihnen hatten zwölf volle Jahre in den Nazikerkern geschmachtet, jetzt hatten sie sich aus eigener Kraft befreit. Der Jubel kannte keine Grenzen, aber noch war der Feind nicht geschlagen. Zwei Tage befand sich das befreite Lager zwischen den Fronten. Nur eine amerikanische Panzerspitze passierte das Lager- gelände, ohne sich weiter um die Häftlinge zu kümmern. Erst am 13. April wurde Weimar von amerikanischen Truppen besetzt und das Lager Buchen- wald übernommen. Bis dahin schützten die ehemaligen Häftlinge selbst das Lager. Sie waren bereit, mit der Waffe in der Hand ihre teuer erkaufte Freiheit gegen die Faschisten zu verteidigen. 1 George$. Patton,„Krieg, wie ich ihn erlebte“. Bern 1950. S. 212/213. 2 Ebenda, S. 201 u. 208. 486 te, enerals Patton andauernden| e eine Strec: e in elf Tagen einen Befel] sachen diesen Möglichkeiten ndern, Er ie] er kreisen, a tschen Städten je in deutscher bei Friedrid keinerlei Au Kräften stand efehle der 5) illegal orgaı SS evakulı en Leitung i wurde, konnt n die illegalen merikanischen en Aktion ge ar der richtig Jer SS aus und e frei! Mand achtet, jet Grenzen, ab! befreite Lagf arte dasLager " aonlih Apnl Lager Bucher nge selbst 3 kaufte Prebel der Häftiny:| Bericht der Leitung der illegalen militärischen Organisation ... Von der illegalen Leitung der deutschen Kommunisten wurde im Sommer 1942 aus der politischen Entwicklung die richtige Schlußfolgerung gezogen, den Kampf mit der Waffe gegen die SS vorzubereiten. Zu diesem Zwecke mußte eine disziplinierte, militärische Organisation ge- schaffen werden. Die Parteileitung umriß die Aufgaben und übertrug dem Genossen Harry Kuhn den Auftrag, in der militärpolitischen Leitung mitzuarbeiten und die Ver- bindung zur Parteileitung zu halten. Die militärpolitische Leitung hatte als wichtigste Aufgabe zu lösen: I. Aufbau einer militärpolitischen Organisation. II. Ausarbeitung eines Offensivplanes(Plan A). III. Ausarbeitung eines Defensivplanes(Plan B). I. Aufbau einer militärischen Organisation 1. Im Sommer 1942 wurde mit der Organisierung der militärpolitischen Grup- pen begonnen, zunächst nur im deutschen Sektor. Die militärpolitische Leitung wurde Harry Kuhn, U. D. und Otto Roth übertragen. Aus jedem Bezirk wurde aus der KPD-Gruppe ein zuverlässiger Genosse benannt. Sie wurden mit ihren Aufgaben vertraut gemacht und stellten geeignete Ge- nossen zu Fünfergruppen zusammen. Die Leitung tagte wöchentlich und erarbeitete die Pläne. Über den Aufbau in den Bezirken wurde laufend berichtet und das Ergebnis verschlüsselt fest- gehalten. Bewaffnete Aktionen konnten nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn es gelang, den Widerstand auf internationaler Grundlage aufzubauen. Voraus- setzung dafür war die enge Verbindung sowie das Zusammenwirken der deut- schen Kommunisten mit den kampfbereiten Antifaschisten aller Nationen, die im Lager vertreten waren. Auf dieser Grundlage wurden Anfang 1943 sowje- tische Kriegsgefangene, sowjetische politische Häftlinge und Tschechoslowaken erfaßt. Gegen Ende 1943 wurden die Gruppen der französischen, spanischen, italienischen und belgischen Kameraden aufgestellt. Mitte 1944 wurden die Kräfte der Jugoslawen und der Polen organisiert. Alle Gruppen der Nationen unterstanden der militärpolitischen Leitung. Ihr organisatorischer Aufbau war unterschiedlich. Dies war durch die nationalen Eigenarten bedingt. Im deutschen Sektor vollzog sich der Aufbau auf der Grundlage von Fünfer- gruppen. Bis September 1944 waren diese auf bezirklicher Grundlage auf- gebaut, dann wurden sie auf Blockorganisationen umgestellt. Diese Maßnahme war erforderlich, um die Einsatzbereitschaft und Kampfkraft einerseits zu er- höhen und andererseits die gestellten Aufgaben nach dem Plan B erfüllen zu können, 487 Io. Kocamere iz Ede ER EEE nn ee Sees a a anne N. el Re er, hg one >2r Bee en a E54 Der Aufbau der illegalen Militärorganisation Cab September 1944) Internationales Lagerkomitee | en Militärische Leitung| ms I Lagerschutz Feuerwehr| Meroe een g Oberinstrukteur (Legale Einrichtungen)| Instrukteur Blockmann Flügelmann (Stein-Wohnblock) Gruppe Mitglied Technische Gruppe Flügelmann (Halz-Wohnblock) Der militärischen Leitung mit 3 Mitgliedern unterstanden 3 Ober- instrukteure, jedem Oberinstrukteur 4 Instrukteure, jedem Instruk- teur in der Regel 4 Blockmänner. In den Steinblocks jedem Block- mann 4, in den Holzblocks 2 Flügelmänner. Insgesamt gab es 178 Gruppen. Jede Gruppe hatte 3-6 Mitglieder, so daß die Militär- organisation 850 Kameraden umfaßte. Jeder Gruppe war ein Aktiv von 20 Mann zugeteilt, das nicht unmittelbar der Militärorganisation angehörte. Es sollte bei der Aktion eingesetzt werden. 488 In der| Tinem In Die 50 seglieder Es wu Sektoren Sektor Sektor Sektor Sektor Die u inner Ile Frag Die Zu Iiferen: Ilgende I In der französischen Sektion gab es Doppelgruppen von 2% mal 3 Kameraden. Einem Instrukteur unterstanden 3 bis 5 Gruppen. Die sowjetischen Gruppen waren in Kompanien, Bataillone und Brigaden niSatım gegliedert. Es wurden vier Sektoren gebildet. Der militäriche Stab in den einzelnen Sektoren setzte sich aus den Führern der einzelnen Nationen zusammen. Sektor Rot: vereinte sowjetische Häftlinge und Tschechoslowaken, Sektor Grün: Jugoslawen und Polen, Sektor Blau: Franzosen, Italiener, Spanier und Belgier, Sektor Gelb: Deutsche, Österreicher und Holländer. Die militärpolitische Leitung gab ihre Anweisungen durch Verbindungs- en männer an die Stäbe der Sektoren. In periodischen Zusammenkünften wurden nische Su alle Fragen der Organisation sowie der Taktik besprochen. | Die Zusammenarbeit war von Anfang an sehr gut. In keinem Fall kam es zu Differenzen oder Dekonspiration. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist aus folgender Aufstellung zu ersehen: ge Er ne GE BES no Der Stand der militärischen Kaderorganisationen war Ende März 1945: | sowjetische Kriegsgefangene 19 Gruppen | sowjetische politische Gefangene GM 5 Tschechoslowaken 21. 5 Jugoslawen 16> Polen 9= nl Franzosen 2 k)| Spanier\ - Italiener 4 Belgier- Deutsche i Österreicher? 30,0, N Holländer| 7 | Nachrichtengruppen zusammen: 178 Gruppen I mit etwa: 850 Kameraden N a gen A an rg Een EEE | Die Hauptaufgabe war die politische ideologische Massenarbeit mit dem Ziel, eine breite antifaschistische Front für unseren Befreiungskampf herzu- b es im Lager ‚n 3 Ober n Instue cm Bo| stellen. Neben den überzeugten Antifaschisten aller Nationen ga Be 1 noch Zehntausende von unpolitischen Menschen, die zwar die Faschisten haß- er Ak ten, sich jedoch durch den Siegestaumel der SS beeindrucken ließen. Dies fand ganigton seinen Ausdruck in Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit. Durch Dis- . kussionen galt es nun, diesen Menschen Kraft und Lebensmut zu geben, Die unpolitischen Häftlinge mußten in den Befreiungskampf einbezogen werden. 1 Ohne sie über die organisatorischen Vorbereitungen zu unterrichten, wurde eine breite Aufklärungsarbeit über die unvermeidliche Niederlage des Faschis- >> See e ing ee ee gehe 17 gro I 489 a ee ee = E27 Ted ent nn a ee u A EEE TEE REEL RNGEAT De he u \ A „N 4 Mi 4 \ x mus entfaltet. Die Lösung dieser schwierigen Aufgabe hatte das Ergebnis, daß der antifaschistische Kern immer stärker wurde. Die Gruppen dehnten ihren Einfluß auf immer breitere Kreise antifaschistisch eingestellter Häftlinge aus, um sie für den vollen Einsatz zu gewinnen. In der ideologischen Massenarbeit der militärischen Kader galten die vom Internationalen Lagerkomitee gefaßten Beschlüsse. Dadurch wurde eine sehr enge und gute Verbindung der militärischen Arbeit mit den politischen Auf- gaben gewährleistet. 2. Eine spezielle Aufgabe war die militärische Schulung und technische Aus- bildung zur Vorbereitung auf die Befreiungsaktion nach den von der Leitung ausgearbeiteten Plänen. Als entscheidende Grundlage für die militärische Schu- lung diente im wesentlichen die revolutionäre Strategie und Taktik, wie sie Lenin entwickelt hatte. Für die technische Ausbildung gab die militärische Lei- tung Anweisungen als Grundlage für die militärische Ausrichtung der Kame- raden heraus. Aus konspirativen Gründen konnte wenig schriftliches Material verwandt werden. 3. Ein besonderes Erziehungsmittel waren die Disziplinübungen, die für die Gruppen der einzelnen Nationen und sektionsweise für die gesamten Kampf- gruppen angeordnet wurden. Die erste Disziplinüäbung wurde anläßlich des Tages der Roten Armee im Februar 1944 befohlen. Weitere internationale Disziplinübungen wurden unter anderem anläßlich der Ermordung Ernst Thälmanns und Magnus Posers! durchgeführt. Zu diesen Übungen wurden schriftliche Tagesbefehle über die Stäbe an die Gruppen gegeben, die an den Stellplätzen von den Gruppenführern verlesen wurden. 4. Die Ausbildung an vorhandenen deutschen Kleinwaffen wurde jeder Gruppe ermöglicht. Ein am Lauf und Kolben abgeschnittener Karabiner gestattete die Schulung und Handhabung des Gewehrs. Neben Laden und Entladen sowie Visieren wurde besonderer Wert auf die Schießlehre gelegt. Auch Entfernungsschätzen wurde geübt. Zur Ausbildung im Gebrauch der Panzerfaust hatte die militärische Leitung eine originale SS-Anweisung in die Stäbe gegeben. 9. Besondere Methoden, um unsere Kenntnisse über militärische Behelfs- mittel zu erweitern, waren Gespräche. Im Lager wurden öfter Wehrmachts- soldaten eingeliefert. In unverfänglich erscheinenden Gesprächen wurde das Thema zum Beispiel auf die Panzerbekämpfung mit Behelfsmitteln gebracht. Die so gewonnenen Kenntnisse wurden an die militärische Leitung weiter- gegeben und allen Stäben vermittelt. ı 21. Juli 1944. 490 Ergebnis, Ay ehnten ihren© Um die gestellten Aufgaben gemäß Plan A lösen zu können, war die Schaf- fung eines technischen Apparates erforderlich. Dieser wurde von einem Mitglied Hältlinge as© der militärischen Leitung geführt. N | N alten die von 9 Y rde eine st Aufgaben des technischen Apparates:“ tischen Aut a) Ständige Beobachtung aller Veränderungen bei der SS. 4 Es konnte der militärpolitischen Leitung nicht gleichgültig sein, welche Kräfte it re der SS unseren militärischen Kräften gegenüber standen. i en Ian, Bei dem häufigen Wechsel der Truppen mußte immer aufs neue festgestellt N} ärische m werden, wo kommen sie her? Sind es neueingezogene SS-Männer? Kommen sie I aktik En von der Front? Werden neue Truppen aus Verwundeten zusammengestellt? Mi iäris N Dieses und anderes mehr war erforderlich, um die feindlichen Kräfte richtig hr 4©) einzuschätzen. Hi 8 der Kan Die Kontrolle der zahlenmäßigen Stärke sowie der Bewaffnung wurde lau- tt iches Mate!| fend durchgeführt. Jede Veränderung wurde an die militärische Leitung ge- M meldet und von dort aus an die Stäbe, welche für das betreffende Gebiet ver- il n del antwortlich waren, weitergegeben. Hi ten KR Am 9. April 1945 erhielt die militärische Leitung die letzte Meldung über hi " 5) die gesamte Stärke von 2800 bis 3000 SS-Leuten. I hi = Ei n b) Wo hat der Feind seine Nachrichtenmittel? ıN m 2 Die Sendeanlage der SS-Kommandantur war in der Baracke neben dem N A a Kommandantenhaus untergebracht. Über die Stärke des Senders, wie über tech- H\ ie nische Einzelheiten war die militärpolitische Leitung sehr genau informiert, I Stäbe I wurden doch Häftlinge zu Reparaturarbeiten herangezogen. h ırem verlse Die SS-Kommandantur und die SS-Truppe hatten je eine Telefonzentrale I und Fernschreibstelle. In beiden Bereichen befanden sich zentral gesteuerte h wurde jede Sirenen für Feindalarm mit einem tiefen Dauerton. ih Im Truppenbereich befand sich in der Unterkunft 16 eine Blinkanlage zur N hie Schulung Verständigung mit dem Flugplatz Nohra. IN to Viren Die KZ-Kommandantur hatte noch einen direkten Telefonanschluß nach der I) owie ri Kaserne Lützendorf bei Weimar. Auf Grund dieser Feststellungen waren im NY MEANS Plan A alle Stellen festgelegt, wonach die Nachrichtenmittel im Verlauf des I ‚tan Aufstandes so außer Betrieb gesetzt werden konnten, daß sie schnellstens wie- I ische Leit: der einsatzfähig waren, wenn es die Lage erfordert hätte. N: r ‚sche Behel c) Nachrichtenmittel des illegalen Lagerkomitees sowie der militärpolitischen hi Wehrmacht Leitung: N „n wurde ds| Eigene Nachrichtenmittel wurden angefertigt oder organisiert: b teln gebradt| Il, Netzgerät für das Lagerkomitee wurde angefertigt und im Revier ver- Bi ee orgen. 3 itung| 2: BE iravellengenit für die militärische Leitung wurde nach bestimmten I Maßen angefertigt und in einem Bett eingebaut. N Yb 491 R Ri Den ne Ex SE Eeis ba Kocmee; Für dieses Gerät war eine Antenne erforderlich, die von Elektrikern installiert wurde. 3. Nochmals 2 Netzgeräte. Davon war eins bei den sowjetischen Kriegsgefan- genen untergebracht. 4. Eine Sendeanlage. 5. 12 Feldfernsprecher mit 3000 m Feldkabel und Zubehör. d) Bewaffnung der SS: Die Ermittlungen ergaben Ende März 1945 einen Waffenbestand der SS von 15 sMG, 40 IMG, 250 Gewehren in den Kammern der Kompanie, 200 Maschinenpistolen, 2900 bewaffneten SS-Männern, 300 Gewehren in der Waffenkammer des KZ-Stabes, 8 Panzerfäusten pro Wachturm, 1 IMG pro Wachturm. In 32 Munitionskisten vor den Kasernen waren 20 Kisten gefüllt mit Panzer- fäusten, Handgranaten, Gewehr- und Pistolenmunition. Den größten Teil zog die SS bereits am 2. April 1945 aus dem Standortbereich ab. e) Ausrüstung der illegalen Organisation: Die militärpolitische Leitung verfügte über folgende Waffen: 91 Karabiner mit etwa 2500 Schuß Munition, 1 IMG mit 2000 Schuß Munition, 16 deutsche Stielhandgranaten, 20 Kleinschießwaffen, 150 selbstgefertigte Hieb- und Stichwaffen, 200 Brandflaschen. Gelagert wurden im Anbau des Blocks 50(Kokskeller des Kadaververbren- nungsraumes) 54 Karabiner, im Block 7: 24 Karabiner und 16 Stielhandgranaten, 80 behelfsmäßige Handgranaten, 15 Kleinschießwaffen, im Revier(Medikamentenkeller): 13 Karabiner, NIE 200 Brandflaschen. Die Hieb- und Stichwaffen wurden von der technischen Gruppe in den Heizungskanälen des Lagers verborgen. Im August 1943 wurde mit Hilfe eines Kameraden aus den Beständen der Gustloff-Werke im Lager 10 Gewehre abgezweigt und von der militärischen 492 führung‘ stiegen var 68( shaflen. mnaten 00 Sch ihergebe wu ‚eteilt Sowjet An Hi \ırtentas «ı, Wer für fü sl Sanit: stellt, Die V Jıhenw klisten serer] BAR: WM en Ta Nerdefu An de ren f Donau, mR; rein i ken install, Führung sichergestellt. Bis zum April 1944 waren die Bestände auf 53 Gewehre gestiegen. Trotz der Verlegung der Gewehrproduktion außerhalb des Lagers 1 Rriegspefg,|| war es der militärischen Führung möglich, weitere Gewehre ins Lager zu schaffen. Von polnischen Freunden wurden der militärischen Leitung 16 Hand- granaten übermittelt. Durch einen deutschen Kameraden wurde ein IMG mit 2000 Schuß gegurteter Munition sichergestellt und der militärischen Leitung übergeben. 200 wurffertige Brandflaschen waren hergestellt und je 50 den Kampfsektoren nd der Sur: zugeteilt worden. | Sowjetische Kriegsgefangene fertigten 80 behelfsmäßige Handgranaten an. An Hilfsmitteln waren bereitgestellt: Nachschlüssel, Heb- und Brecheisen, Kartentaschen mit Inhalt, Benzin, Hieb- und Stichwaffen, Drahtscheren, Zan- gen, Werkzeugkisten für technische Truppen. Für fünf große Verbandsplätze waren Medikamente und Instrumente, für 50 Sanitäter komplette Ausrüstungen und 20 000 Verbandspäckchen bereit- gestellt. Die Verpflegung wurde auf der Grundlage der bisherigen Praxis im KZ ee Te es i if N. Buchenwald weitergeführt. In der letzten Zeit vor der Befreiung waren die be- Fi It mit Panze ES==; Hr “ßten Teiln), telligten Kameraden bestrebt, größere Vorräte zu sichern. Der Wagenpark Hi ‘U unserer Feinde wurde ständig kontrolliert und registriert. Mit dem Abzug der Fi KEA(Kraftfahrer-Ersatzabteilung) waren die meisten Transportmittel(PKW, LKW, Motorräder) abgezogen. Fast alle Transportmittel wurden in den kriti- schen Tagen seit dem 2. April 1945 von der SS abgeschickt, darunter auch alle Pferdefuhrwerke. An der Organisierung, Anfertigung, Beschaffung, Bereitstellung der Waffen waren folgende Kameraden beteiligt: Herbert Thiele, Erich Bauer, Heinz Gronau, Erich Loch, Helmut, Reinhold Lochmann. Im Rahmen der militärischen Organisation wurde von der militärischen Lei- tung ein Nachrichtenzug aus den Kameraden des Lagerschutzes aufgestellt. Es er wurden sieben Gruppen zu 3 bis 4 Mann gebildet. adaverveidi Diese setzten sich aus je zweiGruppen deutscher, zwei Gruppen tschechischer, zwei Gruppen polnischer und einer Gruppe sowjetischer Kameraden zusammen. Insgesamt standen 26 Kameraden im Nachrichtenzug. Die Führung hatte ein deutscher Kamerad aus der militärischen Leitung. Der Führer des Nachrichtenzuges und sein Stellvertreter kamen mit den Führern der Nachrichtengruppen von Zeit zu Zeit, soweit es die Konspira- - erlaubte, zusammen. In diesen Besprechungen wurden die Arbeiten fest- gelegt, die im Rahmen des Aktionsplans für den Nachrichtenzug vorgesehen waren. Die Gruppenführer wurden instruiert und hatten die Aufgaben mit den Gruppen zu besprechen. Die Kameraden mußten sich eine genaue Kenntnis „des Geländes in- und außerhalb des Lagers aneignen. Im Kartenlesen wurden zruppe MT sie besonders geschult. j| Die gesamte Nachrichtenübermittlung mußte durch Melder organisiert wer- Beständen““ den, da uns Telefon und Radio bei Beginn der Aktion nicht zur Verfügung T zilitänse"} | 493 eher a = ESS EEE TEE Fee, BIPLERFERLIE en ee rn ser_ BR Ftr Zu standen. Weiter wurde die Schulung in Geländekunde, Tarnung und Bewegung im Gelände mit und ohne Kompaß bei Tag und bei Nacht durchgeführt. Am Sonntag, dem 8. April 1945 wurde zum erstenmal der gesamte Zug alarmiert. Er bezog Stellung im Kleinen Revier. Die Verbindungen wurden durch Melder hergestellt. Dieser Alarm wurde am 9. 4. 1945 früh morgens wieder aufgehoben und die Kameraden gingen in ihre Lagerfunktionen zurück... Nach der Niederlage des deutschen Faschismus bei Stalingrad erhielt die militärische Leitung den Auftrag, nunmehr die Ausarbeitung konkreter Pläne für bewaffnete Aktionen in Angriff zu nehmen. Zunächst wurde der Offensiv- plan entwickelt. II. Ausarbeitung eines Offensivplanes A Der Plan A ging grundsätzlich davon aus, daß eine Aktion bewaffneter Häft- linge als Überraschungsmoment unter der SS eine große Verwirrung hervor- rufen würde. Dazu galt es, die feindlichen Kräfte aufzuspalten, um sie getrennt zu schlagen. Der gesamte Kampfraum erstreckte sich auf etwa 7 Quadfratkilo- meter innerhalb und außerhalb des Lagers. Der Plan A stützte sich darauf, daß die Arbeitskommandos wie jeden Tag zur Arbeit ausrückten. Die Entscheidung des Termins über den Beginn des Auf- standes lag bei der politischen Leitung. Als günstigster Zeitpunkt des Losschlagens wurde nach langer und genauer Prüfung etwa 20 bis 30 Minuten nach dem Ausrücken der Kommandos er- mittelt. In dieser Zeitspanne war es möglich, daß sich alle Kampfgruppen in den Arbeitskommandos innerhalb und außerhalb des Lagers an ihren Ausgangs- stellen zum unmittelbaren Angriff auf die befohlenen Ziele sammeln konnten. Die präzise Zeit wäre vor der Aktion an die Stäbe durchgegeben worden. Der Plan A konnte nur gelingen, wenn er schnell, unerwartet und ohne Schonung der SS durchgeführt wurde. Nach längeren Diskussionen, ob der Durchbruch in der Nacht oder am Tage erfolgen soll, einigte sich die militärische Leitung über den Zeitpunkt und bestimmte die Morgenstunden. Unmittelbar nach dem Befehl„Arbeitskommandos antreten“ sollte in einer noch genau festzulegenden Zeit der Angriff erfolgen. Um den genauen Zeitpunkt festlegen zu können, war eine genaue Kenntnis über Wegzeit bis zum Arbeitsplatz der einzelnen Kommandos erforderlich. Die Arbeitskommandos rückten zwar nach einem bestimmten Plan aus, dieser stand jedoch nicht im Zusammenhang mit der Entfernung des Arbeitsplatzes. Einem Kommando, das seinen Platz in der Nähe des Lagers hatte, folgte ein Arbeitskommando, welches einen weiteren Weg hatte. Die Entfernungen zum Arbeitsplatz waren beim Ausmarsch nicht berücksichtigt. Bis etwa 15 Stunde nach dem Ausmarsch herrschte innerhalb der großen Postenkette ein ständiges Hin und Her. Dieses gehörte zum gewohnten Bild. Große Arbeitskommandos hatten einen Stellplatz und lösten sich dort auf in kleinere Gruppen, die nun ihren Arbeitsplatz aufsuchten oder Werkzeuge und Material holten. Oft wurde von einem Kommando an 10 bis 12 Stellen 494 arbeit ig für di Iomman ie ginge Ein M " nando< serden| varen, Auf d ie folg Rot| Ir grol $-Revi Wie di Schwe unseren In de alt w ren\ Kelle ven B Bei d npäng Vom Nppe u Ner N In) Die he Hıb W Äreil hi JE leyı gan En nn u nd Bewenny gearbeitet. Doch interessierte dies bei der Ausarbeitung des Planes nicht. Wich- A geführt, tig für die militärische Leitung war, zu wissen, welche Anmarschzeit die Arbeits- hf gesamte Zu,© kommandos benötigten, um zu ihrem Stellplatz zu gelangen und welchen Weg N Ingen wirds© sie gingen. Nur danach konnte ein genauer Zeitplan aufgestellt werden.\ früh Morgens Ein Mitglied der militärischen Leitung erhielt den Auftrag, für jedes Kom- Mi gerfunktionen mando die Zeit zu stoppen. Da an einem Tag nur ein Kommando gestoppt! werden konnte, dauerte es etwa 3 Wochen, bis die Zeiten zusammengetragen ad erhielt di waren. onkreter Pl: Auf der Grundlage des Planes A wurden die internationalen Kampfgruppen > der Offensir wie folgt aufgegliedert: ne ee 2 en ne ee Rot, Grün, Blau, Gelb. vaffneter Hilt Rot hatte die Aufgabe, den Kasernenbereich zu stürmen. Dazu gehörten irrung herv vier große Kasernen, 16 kleine SS-Unterkünfte, Hundestaffel, Waffenmeisterei, im sie gefrenn SS-Revier, Falkenhof, Führerhäuser bis einschließlich Villa Koch, Pferdestall, ee erssezer 7 Quadratkil sowie die SS-Posten 38 bis 58. i Schwerpunkt in diesem Bereich waren die vier großen Kasernen. Hier standen Hi jeden Tagnı© unseren Kräften in jeder Kaserne etwa 1000 SS-Männer gegenüber. hi ginn des Au 7 In dem Plan, der dem Sektorstab Rot dieses Gebietes zur Verfügung ge- I stellt wurde, war genau festgelegt: wo die Offiziere ihre Zimmer hatten(es IN waren Stockwerke und Nummern der Stuben angegeben), um als erstes die ih Id r und geniuf ommandos tr mpfgruppen ren Ausganft imeln konnten Befehlsgewalt der SS auszuschalten. Auch die Lage der Waffenkammern mit ihren Beständen war genau verzeichnet. Bei den Kasernen handelte es sich um mehrstöckige Gebäude mit je zwei Eingängen; diese Eingänge lagen jedoch so, daß den Eingängen der einen \ , worden. Kaserne die Rückfront der anderen Kaserne gegenüber lag. Es waren zwei Hi t und oh Reihen zu je zwei Kasernen hintereinander. Als Zugang unserer Kampfgruppen in ei bi war außer den zwei Eingängen auch ein Heizungskanal vorgesehen, der von"9 ne außen betreten werden konnte und ein unbemerktes Eindringen in die Ka- I u sernen gestattete. Der Ausstieg aus dem Kanal befand sich in jeder Kaserne im N n. je n Waschraum. H 3 Bi ste Vom Kompanieführer(Untersturmführer) aufwärts wohnten die Führer der 0 punkt de Truppe im Führerledigenheim. Das war in der Unterkunft 16. Auch für diesen hi beitsp" ah Bau lag eine genaue Beschreibung vor. Auf dem Boden befand sich ein mit I kten Ende einer Batterie betriebenes Blinkgerät, mit dem die Verbindung der SS zu dem Mn. mmen) ih Flugplatz Nohra aufrecht erhalten wurde.# en. Dieses Gerät sollte vorübergehend außer Betrieb gesetzt und zur eigenen I einen pr in Verwendung sichergestellt werden. Eine besondere Anweisung an den Kampf- N usmalt“ N ie stab wies auf die sofortige Besetzung und Ausschaltung der Telefon- und Fern- H oe schreibzentrale in der Unterkunft 14 hin. MH um gew) a In den Unterkünften 2 und 3 lag noch SS, die zur Wachmannschaft gehörte. Ki N sich I Sie waren aber durch die Diensteinteilung(Wache— Bereitschaft— Freizeit) Hi Jer BE 6 nie voll belegt. ki bis 12 St hi 495 Ri Ki [ Fer en ah oe re DEF DEES r De ee ee EEE EL ET a Rs Große Aufmerksamkeit mußte auf die Hundestaffel gelenkt werden; wenn auch die meisten Hundeführer mit kleinen Kommandos unterwegs waren, so war aber mit der Anwesenheit von 20 bis 25 SS-Männern zu rechnen. Die übrigen Objekte machten keine großen Schwierigkeiten. Die Besatzung des SS-Reviers war nicht stark, und sie trug während des Dienstes kaum eine Waffe. Im Pferdestall war nicht mit einer SS-Besatzung zu rechnen. Er mußte aber in den Plan einbezogen werden, damit der Rücken der Kampfgruppen vor den Kasernen frei war. Auch die Waffenmeisterei war schwach besetzt. Der Zugang war leicht, und die SS arbeitete dort meist ohne Waffen an den Ma- schinen. Auch waren in der Waffenkammer zuverlässige Häftlinge beschäftigt, die zur gegebenen Zeit mit eingreifen konnten. Die Postenkette von 38 bis 58 stand im Wald unterhalb der Straße an den Führerhäusern und um den Steinbruch herum, hinter dem SS-Revier, bis zum Turm 7. Es war somit nur die Postenkette um den Steinbruch, die nicht im Wald stand und schwer angegangen werden konnte. Zu ihrer Niederkämpfung waren besondere Maßnahmen vorbereitet. Die Führerhäuser unterhalb der Villa Koch waren meist von Standarten- führern bewohnt, die an der Front waren. Hier waren die Frauen allein. Im Falkenhof war eine kleine Wache untergebracht, die dort einige Inter- nierte bewachte. Für den Kampfbereich des Sektors Rot waren 77 Gruppen eingeteilt. Der Sektor Grün hatte die Aufgabe, das Gebiet der Kommandantur, des Fichtenhains, den Bahnhof Buchenwald, drei Baracken, belegt mit SS-Ver- stärkung, die Politische Abteilung, die Kommandantur-Verwaltung, das Kom- mandantenhaus, die Garagen, die Hauptwache und die Postenkette 1 bis 17, von Turm 19 bis zur Eisenbahnlinie nach Weimar anzugreifen. Schwerpunkte in diesem Gebiet waren die drei Baracken der SS-Verstärkung. In der vorgesehenen Zeit konnte höchstens ein Drittel der Mannschaften an- wesend sein. Die übrigen befanden sich als Wachkommandos entweder in der Postenkette oder mit kleinen Arbeitskommandos außerhalb des Lagers. Es konnten nach unserer Einschätzung nur die Turmposten, welche in der Nacht Dienst hatten, in der Baracke sein, einschließlich der Posten, die bei Nacht- schicht der Gustloff-Werke Dienst hatten. In jeder Baracke wurde mit der An- wesenheit von 20 SS-Männern gerechnet. Die Politische Abteilung war mit 8 bis 10 SS-Leuten besetzt. In der Garage und an der Hauptwache waren nur kleinere SS-Kommandos. Der Bahnhof Buchenwald war nicht besetzt. Am Turm 19 begann die Postenkette und zog sich hinter den Baubuden fast gradlinig zu den Gustlof-Werken hin. Im Sektor Grün operierten 25 Kampfgruppen. 496 Sekto Truppe Das( war we) schnell Kasern‘ Yahnlir vorbei eiter des$el Der schwiel drahtz. Inden, iber d Auch scnei Um sewall ehya( Brette werden; wenn 'egs Waren, 9 nen, Die Besatzung Stes kaum eine nen, Er mußte Kampfgrupne ch besetzt. Dir en an den Nh- ge beschäftist Straße an den tevier, bis zıı h, die nicht ir iederkämpfun on Standarteı- n allein. rt einige Inter ingeteilt. mandantur, dis gt mit SS-ler tung, das Kor ıkette 1 bis I! E 5S- Verstärkung annschaften at: anıtweder in des Lagen. B he in der Nacht die bei Nadı- snkette undzg} n hin. Sektor 3 Blau war eingesetzt für das Gebiet: Gustloff-Werke, Bauhof, Truppengarage und östlicher Teil der Führerhäuser einschließlich Haus Riedel. Das Gebiet war flächenmäßig eines der größten, jedoch die Wachmannschaft war weit verteilt und nicht sehr stark. Nach dem Plan war vorgesehen, möglichst schnell dieses Gebiet zu beherrschen, um eventuell den roten Sektor im Kasernenbereich zu unterstützen. Die Postenkette 18 bis 37 verlief von der Bahnlinie Richtung Weimar bis zu den Gustloff-Werken, führte hinter ihnen vorbei- wurde durch die Straße nach Weimar unterbrochen— von dort aus weiter bis an den Luftschutzbunker gegenüber der Villa Koch. Im Kampfbereich des Sektors Blau waren 39 Gruppen eingesetzt. Der Sektor Gelb umfaßte das Häftlingslager. Hier war eine besonders schwierige Aufgabe zu lösen. Die 23 Wachtürme waren außerhalb des Stachel- drahtzaunes. Der Stacheldraht war auf Isolierrollen verlegt und mit Strom ge- laden. Um aber den Zaun stromlos zu machen, waren Ketten vorgesehen, die über den Draht geworfen werden sollten, um einen Kurzschluß hervorzurufen. Auch waren Elektriker beauftragt, mit Isolierzangen den Draht zu durch- schneiden. Um schneller größere Menschenmengen aus dem Lager zu bringen, war die gewaltsame Öffnung des Tores II erforderlich. Zu diesem Zwecke lag schon ein etwa 6 m langer Mast zum Rammen bereit. An den Durchbruchstellen sollten Bretter über den niedergerissenen Zaun geworfen werden, um ein rasches Vor- wärtskommen zu ermöglichen. Die Türme konnten mit Ausnahme von 10 bis 17 aus guter Deckung angegriffen werden. Die Türme 10 bis 17 waren teilweise durch einen spärlichen Wald gedeckt und boten für die Angreifenden keine guten Deckungsmöglichkeiten. Die Besatzung konnte nur in direktem Beschuß angegriffen werden. Zu diesem Zweck standen Scharfschützen zur Verfügung. In allen Kommandos, die in den Werkstätten einschließlich des Lagers arbei- teten, waren genügend eigene Kräfte vorhanden, um mit der SS ferig zu werden. Die Überwindung der SS im Lager bot somit keine großen Schwierig- keiten. Zu den Aufgaben gehörte noch die Organisierung von Operations- und Ver- bandsstätten, sowie der Verpflegung. Für das Gebiet Gelb waren 30 Kampf- gruppen eingesetzt. Nach Niederschlagung des unmittelbaren Feindes war die Sammlung der militärischen Kräfte zum unmittelbaren Angriff auf die weiter befohlenen Ziele gegeben. Rot mit Grün vereint hatte als neue Aufmarschbasis die Linie Ott- stedt-Niederzimmern zu besetzen. Blau sammelte sich bei Gaberndorf an der Eisenbahnlinie Weimar-Erfurt. Dort sammelten sich auch die Kampfgruppen des Kommandos Gustloff-Werke- Weimar, um dann gemeinsam die Bahnlinie zu überschreiten und die Hauptstraße nach Erfurt zu sichern. Gelb sollte seine Kräfte auf der Linie Hottelstedt-Ottendorf zusammen- ziehen. 32 Buchenwald 497 FE he 3 BE re ner nee Beer ee eg kueliseinhre eine = en eg np ven Rot vereint mit Grün als die stärksten Kräfte wurden im Süden von Blau, im Norden von Gelb flankiert. In dieser Aufstellung sollte als zweite Etappe Erfurt angegriffen und den antifaschistischen Kräften zum Siege verholfen werden. Mit dem gleichen Ziele sollte in der dritten Etappe Gotha und in der vierten Etappe Eisenach befreit werden. Ein weiterer Plan sah vor, daß nach Erreichung der 1., 2. und 3. Etappe bei unüberwindlichem feindlichem Widerstand ein Durchbruch nach dem Thü- ringer Wald erfolgen sollte, um in diesem günstigen Gelände gemeinsam mit der antifaschistischen Bevölkerung den Kampf fortzusetzen. In diesem Falle hatte die blaue Division bei Erreichung der dritten Etappe die Aufgabe, in der Vorbereitung auf die vierte Etappe als Schwerpunkt Waltershausen—-Ruhla zu halten. Gesamttiefe der Operation 75 km, Aufmarschbreite 15 bis 20 km. Einbezogen in den Plan A war das Kommando Gustloff-Werke-Weimar. Dort waren die Kader nach Weisungen der militärpolitischen Leitung zusammen- gestellt und mit ihren Aufgaben betraut. Hauptaufgabe war die Sicherstellung der dort gelagerten Waffen und nach der Niederschlagung der feindlichen Kräfte die Vereinigung mit Blau bei Gaberndorf. Mit den 30000 Arbeitern der Waffenfabriken in Sömmerda, darunter Tau- senden von belgischen Zwangsarbeitern, hatte die militärische Leitung Ver- bindung aufgenommen. Zur Auslösung der Aktion sollte nach Sömmerda ein Stoßtrupp entsandt werden. Nach gelungener Aktion sollten die Kräfte aus Sömmerda im Marsche über Staßfurt, Langensalza in Eisenach zu den Buchenwald-Divisionen stoßen. An Kartenmaterial war an die Stäbe gegeben: für die Aktion im Lager- bereich Pläne im Maßstab 1:8000. Für die erste Etappe erhielten die Sektoren- stäbe Meßtischblätter 1:25 000 mit eingezeichnetem Lager und der Sicherungs- linie während unserer Kampfhandlungen in Buchenwald. III. Ausarbeitung eines Defensivplanes B Die politische Leitung des Lagers ließ in erster Linie die bewaffnete Aktion auf der Grundlage des Planes A vorbereiten. Sie war sich aber darüber klar, daß eine politische Situation entstehen konnte, in der sie gezwungen war, auch aus der Defensive heraus die Aktion zu beginnen. Dieser Fall konnte eintreten, wenn die SS beabsichtigte, das Lager zu liquidieren. Plan B, der Defensivplan, sollte nur bei Provokationen der SS in Anwendung kommen, zu ihrer Abwehr oder bei unserer Isolierung im Lager. Auch aus der Defensive heraus mußte die Erreichung der im Plan A fest- gesetzten Ziele angestrebt werden. Es konnte der Fall eintreten, daß das Lager durch die faschistische Luftwaffe bombardiert wurde. Daß eine solche Absicht 498 sollt bare Pan BAT üden von Bl, ee bestand, zeigte die vorhandene Blinkverbindung der SS mit dem Flughafen App Nohra iege verholfs i ) Es wurde auch im Plan B die Möglichkeit erwogen, bei einem Luftangriff der Alliierten die Befreiungsaktion durchzuführen. d in der viert F Schließlich sollte der Plan B in Anwendung kommen, wenn die SS einen be- und 9, Eiap waffneten Überfall durchführen sollte. nach dem Thj; Die vier Kampfsektoren waren wie folgt eingeteilt: gemeinsam ni Rot vom Tor 1 ausschließlich bis zum Turm 10, Grün vom Turm 10 bis zum Turm 13, dritten Etap Blau vom Turm 13 bis zum Turm 18, Is Schwerpunkt Gelb von ausschließlich Turm 18 bis einschließlich Tor 1. ) km. In jedem Kampfsektor waren Ausbruchstellen vorgesehen. Der Hauptstoß Weimar. Dar sollte auch in diesem Falle nach dem Westen führen, in den Kern des unmittel- baren Feindes. Auch hier waren die Sammel- und Ausgangsstellungen wie im Ing zusammen: Plan A für die weiteren Ziele festgelegt... Harry Kuhn ei I; BA 76-3. Bericht vom März 1958. , darunter Tar:"| Der Lagerschutz e Leitung Ver|| ...Im Juli 1942 faßte die Parteileitung den Beschluß, die SS-Lagerführung trupp entsand! zur Bildung eines Lagerschutzes aus Häftlingen zu bewegen. rda im Marscı Nach langen, schwierigen Verhandlungen lag endlich die Genehmigung vor. vald-Divisionet Wir begannen mit einer Stärke von 20, und bald darauf waren wir 30 Mann. Es waren nicht nur Kommunisten, sondern auch Sozialdemokraten, Parteilose tion im Lager und Katholiken, denn wir hatten nicht danach gefragt, welcher Partei der Be- n die Sektoren treffende angehörte, sondern ob er bereit ist, im Interesse der Häftlinge seinen der Sicherung‘ Dienst zu verrichten... Die Bildung des Lagerschutzes ergab sich aus der Notwendigkeit der Auf- rechterhaltung der Ordnung und Sauberkeit im Lager. Jeder Häftling litt unter der Brutalität der SS. Jedermann wußte von den Schiebungen der SS mit Häft- , somit war man im Lager daran interessiert, so wenig wie möglich vaffnete Aktin die SS im Lager zu haben und selbst für Ordnung zu sorgen. Der Lagerschutz ‚rüber klar, it) stellte sich die Aufgabe, nachts die Gebäude zu bewachen, an denen die Häft- 1 war, auch a linge interessiert waren, zum Beispiel alle Häftlingskammern und die Häftlings- küche. Allein dadurch, daß die Küche vom Lagerschutz bewacht wurde, war die Verpflegung für die Häftlinge gesichert. Jetzt konnte man keinen Einbruch mehr in Anwendung vortäuschen. Nachdem der Lagerschutz auch nachts im Lager den Streifendienst über- a Plan A fest nahm, fielen die nächtlichen SS-Patrouillen fast gänzlich fort. Das war für die | Häftlinge eine große Erleichterung, blieben sie doch nun von den nächtlichen « Lage!| ge! Schikanen der SS verschont. nnte eintreteD; 499 an Zn einge en >= = up Et ee RT: French rei bs nn se 5 en u an ee pe Eur Eger ger ne = ee Fa Vor allen Dingen war es für die Neuzugänge eine gewaltige Verbesserung da sie nicht mehr von der SS, sondern von dem Lagerschutz übernommen und im Lager untergebracht wurden. Wie viele Faustschläge, Fußtritte und sonstige Schikanen wurden dadurch den Häftlingen erspart! Die Neuzugänge wurden über die Lagerverhältnisse in allen Einzelheiten sofort informiert und ihnen die Hilfe des Lagerschutzes bei etwaigen Unregelmäßigkeiten in Block und Kom- mando angeboten. Es wurden Zelte aufgebaut, damit die Zugänge nicht den Unbilden des Wetters ausgesetzt waren. Dies alles geschah auf Initiative des Lagerschutzes und der Häftling- lagerleitung. Ein nicht zu unterschätzendes Verdienst erwarb sich der Lagerschutz bei der tatkräftigen Seuchenbekämpfung, besonders im Kleinen Lager. Das kann nur der beurteilen, der die katastrophalen Verhältnisse des Kleinen Lagers Buchen- wald kannte, wo Tausende von ruhranfälligen Kameraden nur von einer Latrine von ungefähr 20 Metern Länge Gebrauch machen konnten. Dasselbe Miß- verhältnis traf auch auf die Waschgelegenheit zu. Wohl standen einige Fontänen im Waschraum zur Verfügung, aber was war das schon für Tausende von Häft- lingen? 50 mußten die Blockbelegschaften abwechselnd zum Waschen geführt, und es mußte darauf geachtet werden, daß sich jeder so gut wie möglich wusch, um einer Verseuchung des Lagers vorzubeugen. Das war aber nicht so einfach bei Menschen, die sich kaum noch zum Waschraum bewegen konnten. Doch der Lagerschutz nahm sich dieser Arbeit an und kann von sich behaupten, dadurch vielen Kameraden das Leben gerettet zu haben... Es sei erwähnt, daß gegen den Willen der SS jedem einzelnen Angehörigen des Lagerschutzes klargemacht wurde, daß Schlagen das primitivste Er- ziehungsmittel sei und daher abgelehnt werden müsse.— Der Lagerschutz wachte darüber, daß danach gehandelt wurde, und mancher, der sich Ent- gleisungen zuschulden kommen ließ, wurde„ausgebootet“. Das war gar nicht so einfach, da ja der SS solche Leute, die sich nach unserer Auffassung für den Lagerschutz nicht eigneten, auf Grund ihres unqualifizierten Verhaltens an- genehmer waren als diejenigen, die sich die Aufgabe stellten, Sauberkeit und Ordnung im Lager ohne die Methoden der SS aufrechtzuerhalten. Welche Methoden der Bestrafung wählte der Lagerschutz, sofern man über- haupt von einer Bestrafung sprechen kann, wenn sich ein Insasse des Lagers etwas zuschulden kommen ließ? Erstens wurde seine körperliche und geistige Verfassung in Betracht gezogen und entscheidend war nur, wie weit er mit seinem Verhalten das Lager gefähr- det, beziehungsweise gegen die allgemeinen Interessen der Häftlinge im Lager verstoßen hatte. Wie dem auch war, in jedem Fall wurde der Blockälteste oder der jeweilige Verantwortliche der nationalen Gruppe informiert und ihnen die zu treffenden Maßnahmen überlassen. Je nach der Schwere seines Verstoßes mußte der Be- 500 treffen kisten Esv nehn bereite Der Rennti Wasl: zume Buche, ‚Dieb nit ih un eine SC sull< slbst Wi Meldı I entwe Dash wurde linde den\ statte W ihn V erbessenung MNOMmen und ö und sonstipe zänge Wurden und ihnen die ock und Kon Unbilden dx der Häflin-| schutz bei der| Das kann nır agers Bucher- 1 einer Latrine )asselbe Mil- nige Fontänen nde von Hilt- eführt, undss ch wusch, un so einfach bei ten, Doch der pten, dadurd ı Angehörigen rimitivste Br r Lagerschutz der sich Ent- ar gar nicht N] ssung für den Jerhaltens a auberkeit un! Syn man über se des Lage! racht iM ver geld[- Lage ir inge m ud ; der jewellgt zu teßend® zußte der Be treffende einige Male morgens Kaffee holen oder einige Tage Stubendienst leisten, Essen tragen oder sonstige Arbeiten verrichten... Es wurde von einigen Häftlingen in dem im Lager befindlichen Schweinestall mehrmals eingebrochen und Getreide gestohlen. Mit primitiven Werkzeugen bereiteten sie Mehl daraus, um damit ihren quälenden Hunger zu stillen. Der Kommandoführer des Schweinestalles, ein SS-Führer, erhielt davon Kenntnis, brachte sogar in Erfahrung, um welche Häftlinge es sich handelte. Was lag näher für diesen SS-Mann, als diese Häftlinge bei der SS-Lagerleitung zu melden? Was dann geschehen wäre, kann nur der beurteilen, der selbst in Buchenwald war. Was tat der Lagerschutz? Der Lagerschutz nahm sich der „Diebe“ an, ging mit ihnen in ihren Block und besprach diese Angelegenheit mit ihren Landsleuten. Diese sollten auf sie einwirken, in Zukunft derartiges zu unterlassen. Der Lagerschutz hatte aber in diesem Zusammenhang noch eine schwierigere Aufgabe. Er mußte dem SS-Führer des Kommandos Schweine- stall diese Dinge darlegen und ihn davon überzeugen, daß wir die„Diebe“ selbst bestrafen würden und er deshalb von einer Meldung absehen möge. Wir haben auch in diesem Fall keine Meldung gemacht, sondern sogar eine Meldung des SS-Führers verhindert. In einem anderen Fall verübte ein Häftling bei Nacht einen Einbruch und entwendete— unter Ausnutzung der Verdunklung— Wehrmachtseigentum. Das hätte bei einer Meldung den sicheren Tod des Häftlings bedeutet. Hier wurde ebenfalls von seiten des Lagerschutzes alles daran gesetzt, das zu ver- hindern. Ich entsinne mich noch der Tage der Befreiung, wo dieser Häftling den Verantwortlichen des Lagerschutzes umarmte und ihm seinen Dank ab- stattete... Wenn ich erwähnte, daß der Lagerschutz dazu da war, um zu helfen, möchte ich nicht versäumen, eine Tat des Lagerschutzes zu erwähnen, die bei denen, die sie erfahren durften und heute noch zu den Überlebenden zählen, immer in dankbarer Erinnerung bleiben wird. Ich meine damit unsere Hilfe für einen Transport Frauen, der in Buchenwald ankam... Die Frauen standen mit ihren wenigen Habseligkeiten vor uns, abgehärmt, hungernd, totmüde, erbärmlich gekleidet. Wir haben sie übernommen und in einer Baracke untergebracht. Welche dankbaren Blicke strahlten uns an! Wenn wir uns auch sprachlich nicht verständigen konnten, wir empfanden doch, wie glücklich die Frauen waren, weil sie wieder einmal gute Worte vernehmen durften. Sie erfuhren, daß es in Buchenwald eine Solidarität gab. Wir organisierten eine Sammlung im Lager: Kleidungsstücke, Strümpfe; das letzte Stückchen Brot wurde geteilt. Davon durfte die SS aber nichts erfahren. Nachts, als die SS sich aus dem Lager ent- fernt hatte, wurde das, was wir für die Frauen gesammelt hatten, in die Baracken gebracht. Manche Freudenträne wurde vergossen, als die Frauen spürten, daß es noch Menschen gab, die sich um sie sorgten. Diesen Eindruck nahmen sie auch mit in das Lager, in das sie überwiesen wurden, denn sie schrieben uns Briefe, in welchen sie sich noch einmal bedankten. Ein anderes Beispiel für die große Solidarität und Hilfe: Durch Denunzianten 501 [> Det, Da a, el Suter Beeren see u, nn m Te ee Er I IESREEH Feendhe et ee Be Te ee er= DE ngibeingliuge a EEE an re ie en ne en een Sur Se= re wii DEF IT TED ir ED EEE LE a Er a RE ER wurde die SS davon unterrichtet, daß die sowjetischen Kriegsgefangenen Waffen besäßen. Die SS plante eine überraschende Durchsuchung der Baracken. Sofort wurde der verantwortliche Kamerad für die Kriegsgefangenen informiert. In der Zwischenzeit bemühte sich der Lagerschutz, die Kontrolle selbst durch- zuführen oder wenigstens mithelfen zu dürfen. Nicht um der SS einen Dienst zu erweisen, sondern um großes Unheil für die Kriegsgefangenen zu ver- hindern, denn wo die Waffen waren, wußte niemand besser als ein Teil des Lagerschutzes selbst. Die Kontrolle begann. Der Lagerschutz begab sich in die Baracken, und im Schlafsaal wurden die Betten durcheinandergeworfen. Es wurden einige Werkzeuge und Lichthalter abgeliefert, und die SS war mit der gründlichen Durchsuchung zufrieden. Uns war es wieder einmal gelungen, sie zu täuschen und damit Menschenleben zu retten... Trotz dieses Erfolges waren wir uns klar darüber, daß die SS ihre Absicht, uns zu vernichten, nie aufgeben würde, und deshalb kam es den fortschrittlichen Kameraden in Buchenwald darauf an, einen noch wirksameren Schutz zu schaffen, um allen Anschlägen entgegentreten zu können. So wurde eine Militärorganisation im Lager gebildet und dem Lagerschutz wichtige Aufgaben gestellt: der Kurierdienst wurde organisiert, Verbindungs- leute, die mit den verantwortlichen Kameraden Kontakt hielten, ernannt, Waffen wurden beschafft und versteckt. Nachts schlichen die„Lagerschutzler“ mit Gewehren durchs Lager, um sie so sicher wie möglich unterzubringen... Es war für uns ein großer Erfolg, als es dem Lagerschutz im August 1944 ge- lang, auch ausländische Kameraden aufzunehmen und den Bestand auf 100 zu erhöhen. Damit waren fast alle Nationen im Lagerschutz vertreten. Eine sehr ernste Situation trat im April 1945 ein, als alle Häftlinge auf dem Appellplatz antreten mußten und SS-Hundertschaften ins Lager einmarschier- ten: zum Letzten bereit, ein Blutbad anzurichten. In diesen Tagen verstärkte der Lagerschutz seine Aufmerksamkeit. Tag und Nacht wurden die Zugänge zum Lager überwacht und alle Bewegungen der SS genau beobachtet. Dabei mußten die Kameraden ihren Standort so wählen, daß sie selbst nicht von den SS-Posten gesehen werden konnten. Ungewißheit herrschte. Luftalarm auf Luft- alarm trug dazu bei, die Gemüter zu erregen. Doch kannten wir keine Angst, im Gegenteil, der Fliegeralarm war damals geradezu erwünscht. Mit innerer Genugtuung beobachteten wir die Angriffe und den Beschuß der Lagerstraßen. Wir wußten, daß dadurch die Evakuierung verzögert wurde. Aber trotz der Fliegerangriffe und trotz der Verschleppungstaktik der Häftlingslagerleitung konnten wir nicht verhindern, daß ein Teil des Lagers evakuiert wurde. So man- cher unserer guten Kameraden kam noch im letzten Augenblick um, erhielt auf dem Marsch, als er nicht mehr weiterkonnte, von der SS den Genickschuß, so daß er am Rande der Straßen von Buchenwald nach Jena starb— kurz vor der Befreiung. Karl Keim! BA 518-7. Bericht, geschrieben 1947. 1 Kapo des Lagerschutzes. 502 EB \Veimaı eines F wehr at Ume Iauten des Lag arene nodern erufst sunige der aul reihe. zehen, Da ndem ulgelt Der amit $-Un üelt y zuschl din ler us dl Yomhı Ob Ssgelangenn ‚der Baradıen Ien informiert, > selbst durd > einen Diens jenen zu yer- s ein Teil de gab sich in di worfen, die$$ War mıt mal gelungen S ihre Absic ortschrittlic: ren Schutz nı m Lagerschib , Verbindung alten, emant „agerschutzler bringen... ugust 194 DR and auf 100 n en. linge auf den T einmarscher agen verstärkte n die Zugang Jbachtet, Dabei t nicht von da talarm aul Luft yir keine Aug Jıt, Mit inner?! T Lagerstrait Aber trotz der ingslageret" wurde, Soma" Jick um h 4 en Genickl tarb- kun Karl he EIERITISTRRERKITTFERFFER! „Lagerfeuerwehr ans Tor!“ ... Bis zum Frühjahr 1939 wurde der Feuerschutz von der Berufsfeuerwehr Weimar gestellt. Dabei war als Nachteil zu verzeichnen, daß bei Ausbruch eines Feuers eine Fahrstrecke von etwa 9 km zurückzulegen war, ehe die Feuer- wehr am Brandort eingesetzt werden konnte. Um ein schnelleres Eingreifen zu gewährleisten— da es sich meist um Holz- bauten oder stark mit Holz verschalte Bauten handelte— wurde auf Befehl des Lagerkommandanten aus dem Kommandanturstab der SS-Unterführer eine eigene Feuerwehr aufgestellt. Zu diesem Zwecke wurden 2 Löschzüge modernster Bauart angeschafft. Die Ausbildung erfolgte teils durch Kräfte der Berufsfeuerwehr Weimar, teils durch SS-Kräfte. Die Ausweitung des wahn- sinnigen Hitlerkrieges im Osten Europas, besonders gegen die Sowjetunion, der außerordentlich starke Verlust an Menschen zwang die SS-Führung, zahl- reiche Kräfte an Führern und Unterführern zur Auffüllung der Fronten abzu- ziehen. Da auch die Gruppen der SS-Feuerwehr stark gelichtet wurden, Ersatz nicht in dem Ausmaß vorhanden war, wurden auch im Lager Buchenwald Häftlinge aufgefordert, sich zur Lagerfeuerwehr zu melden... Der Kamerad Mesenholl war bereits seit 1938 von der Schutzhaftlagerführung damit beauftragt worden, die Handfeuerlöschgeräte im Häftlingslager und den SS-Unterkünften, ausschließlich des Truppenbereiches, zu überwachen. Er er- hielt vom Schutzhaftlagerführer im Frühjahr 1942 den Befehl, Häftlinge vor- zuschlagen, die den Feuerschutz des Häftlingslagers übernehmen sollten. Vor- bedingung war: die Vorgeschlagenen durften nicht kriminell belastet sein, sie sollten keine Lagerstrafen aufweisen. Zunächst durften auch keine Häftlinge aus der Kategorie der Asozialen vorgeschlagen werden. Juden schieden von vornherein aus. Also kam nur eine Gruppe von Häftlingen in Frage: Politische. Obwohl die Bedeutung einer solchen Feuerwehr, besonders in den Kreisen unserer politischen Kameraden, zunächst nicht voll eingeschätzt wurde, schlugen wir in Verbindung mit der Leitung der Widerstandsgruppe geeignete Kame- raden vor. Nach Prüfung durch die Schutzhaftlagerführung und mit ihrer Ge- nehmigung wurde zunächst eine Gruppe von zehn Mann, die von Beruf Hand- werker waren, zusammengestellt. Die Ausbildung erfolgte durch einen SS-Unterführer zusammen mit dem Kameraden Mesenholl. Die Zuständigkeit beschränkte sich nur auf das Lager und die innerhalb des Lagerbereichs liegenden Werkstätten... Im Februar 1943 wurde auf Befehl des Lagerkommandanten das Kom- mando unter der Bezeichnung„Lagerfeuerwehr“ geführt. Zur Besetzung der beiden Löschzüge und des sich im Lager befindlichen Schlauchkarrens waren zunächst drei Gruppen zu je neun Mann, ein Leiter und ein Vertreter erforderlich. Die noch bis Anfang 1943 bestehende SS-Feuerwehr wurde aufgelöst und nach- dem die Luftangriffe der anglo-amerikanischen Bombengeschwader von Nacht zu 903 R =- GRmenr ee EEE ee ng == mn ELF nn= SEE ee ne = ee ST nee ehe on Dre ner nn ne oe Er ns = een Si SL ai Nacht zunahmen, wurde der Tätigkeitsbereich der Häftlingsfeuerwehr offiziell auf den SS-Kommandanturbereich erweitert. Hinzu kam, daß die bestehende Lagerfeuerwehr eine schärfere Überwachung und Kontrolle der bestehenden Lösch- und Luftschutzgeräte durchzuführen hatte. Dadurch trat eine Speziali- sierung der Aufgaben in der Lagerfeuerwehr selbst ein, so daß weitere Kräfte herangezogen werden mußten... Rein organisatorisch war der Aufbau der Lagerfeuerwehr Anfang 1944 ab- geschlossen... Nachdem bereits zu Beginn des Jahres 1944 für das Lager Dora bei Nord- hausen zwei Gruppen junger polnischer Kameraden für eine dort aufzustellende Lagerfeuerwehr von uns ausgebildet worden waren, wurde nach unserem Vor- schlag und seiner Genehmigung durch die Schutzhaftlagerführung eine soge- nannte Stubendienst-Feuerwehr gebildet, die sich meist aus polnischen und tschechischen Kameraden zusammensetzte. Diese Kameraden wurden von uns ausgebildet, ausgerüstet, und hatten bei Luftalarmen die Aufgabe, den Schutz des Häftlingslagers selbst zu übernehmen, da wir mit den Löschfahrzeugen außerhalb des Lagerbereichs waren. Abwechselnd blieben der Kapo und sein Vertreter im Lager, um diese Stubendienst-Feuerwehr anzuleiten. Nach dem Luftangriff auf Buchenwald wurden dann auf Grund des Ausfalls unserer eigenen Kräfte die entstandenen Lücken durch diese Kameraden auf- gefüllt. Damit wurde die Feuerwehr vom Gesichtspunkt der Widerstands- bewegung international. Die tschechischen und die polnischen Kameraden haben auf diesem Gebiet wertvolle Arbeit geleistet... Die Gesamtaufgabenstellung für die Widerstandsarbeit erfolgte in 3 Phasen: 1. Die Erziehung jedes Einzelnen zur Disziplin, 2. der Aufbau der illegalen Widerstandsgruppen, 3. Durchführung besonderer Aufgaben unter Weisung der illegalen Leitung. Zur 1. Phase wäre folgendes zu sagen: Der Einsatz der Feuerwehr ist nur möglich, wenn der Gruppenführer die Befehlsgewalt ausübt. Nur diejenige Gruppe, in der die Befehle und Anord- nungen des Gruppenleiters bis zur letzten Konsequenz durchgeführt werden, wird in der Lage sein, das von ihr anzugehende Objekt erfolgreich zu be- kämpfen. Jeder einzelne Mann der Gruppe hat seine besondere Aufgabe, und er muß wissen, daß er nur den Handgriff zu tun hat, der ihm zukommt... Ich will dabei nicht unerwähnt lassen, daß uns die Lagerführung bei der Durchführung dieser Maßnahmen unbewußt entgegenkam, denn wir konnten in legaler Weise viele Einsatzübungen durchführen, ohne besonders dabei auf- zufallen. Das, was in dieser Beziehung den militärischen Gruppen nicht möglich war, wurde hier offiziell durchgeführt. Die 2. Phase wurde eingeleitet durch einen Auftrag der militärischen Leitung. In allen Gruppen der Lagerfeuerwehr war mindestens eine illegale Widerstandsgruppe von drei Mann aufzubauen. Ihr waren besondere Auf- gaben zuzuweisen. Die Durchführung dieser Aufgaben war zu kontrollieren und eine planmäßige Verbesserung des politischen Niveaus jeder einzelnen 504 Gngpe| nden de van‘ Tag "7 hietsleg „yischen gen UNSE \fauer, 1 ine gen aizfähie Thenfall ud Mu Zusut nd Ent richtige Das( (ewehr austeller Laer z dr feı lager setzt Sttießs unserer damit after hldun scher Zur Üis ze Jienz Sn Inter || inter || Ihn ‚ inı I Dry HALT Her) of Gruppe herbeizuführen... Durch Brände im Truppenbereich, die von Kame- © bestehend raden der illegalen Widerstandsgruppen mehrmals geschickt angelegt wurden, ie erzwangen wir uns den legalen Einsatz an den Brandstellen. Da diese Brände Spezial bei Tag und Nacht auftraten, erreichten wir, daß wir die Kontrolle dieses Ge- weitere Kl,|| biets legal übernehmen konnten. Unter geschickter Ausnutzung der Gegensätze iS "zwischen dem Lagerkommandanten und dem Befehlshaber der Truppe schlu- N lang 19444 gen unsere Widerstandskämpfer eine Bresche in die bis dahin undurchstoßbare} B. Mauer. Nunmehr wurden genaue Pläne des Geländes, der Stärke der Truppe, N) Dora bei Nor! eine genaue Untergliederung sämtlicher motorisierter Fahrzeuge in sofort ein- Y - aufzustellend: satzfähige, bedingt einsatzfähige und in Reparatur befindliche aufgestellt.“ h unserem Vır Fbenfalls wurde mit fast hundertprozentiger Sicherheit der genaue Waffen- h ung eine sig: und Munitionsbestand erforscht. IM polnischen un Zugute kam uns dabei, daß die Lagerfeuerwehr seit Ende 1944 bei der Be- N vurden von u und Entladung von Waffen und Munition hinzugezogen wurde. Ein weiterer N Ibe, den Shut©) wichtiger Punkt in unserem Plan stellte das gesamte Gustloff-Werk dar. it Öschfahrzeugn N| Das Gustloff-Werk mit seinen 3000 Häftlingen produzierte besonders das Hi Kapo und sch} Gewehr„G 43“ und seit Mitte 1944 ging man auch dazu über, Pistolen her- N ten."zustellen. Wir waren interessiert, Waffen in die Hände zu bekommen, sie ins I nd des Ausllk|| Lager zu bringen, um sie nutzbringend anzuwenden. Die Widerstandsgruppen H {ameraden au: F der Feuerwehr haben Erhebliches dazu beigetragen, Teile dieser Waffen ins Hy} r Widerstants| Lager zu transportieren, wo sie später von anderen Kameraden zusammen-"0 meradenhahn| gesetzt und verwendungsfähig gemacht wurden. Im Gustloff-Werk vorhandene M \ und die Unterstützung des Kameraden Hans Kempner gaben N ste in 9 Phase| unseren Feuerwehrleuten die Möglichkeit, sich im Schießen auszubilden und I damit den Umgang mit Waffen kennenzulernen. Die ins Lager geschmuggelten IN Waffenteile wurden benutzt, um auch in theoretischer Beziehung die Aus- Ki ogalen Leitung bildung fortzusetzen. Besonders eingerichtete Keller wurden nach starker Ab- N i sicherung zum Unterricht benutzt... hi ppenführe di Zur Abrundung der Beispiele möge nunmehr noch eins angeführt werden,"4 he und Anorl das zeigen soll, in welcher Form wir unsere Ausbildung bis zur letzten Konse- 11 quenz betrieben haben. Der Auftrag lautete, eine Geländeübung mit mehreren N N, yeführt werde | hren. Ausersehen war dazu das Gelände des Waldgebietes Gruppen durchzufü oloreich zu DE Be u!© hinter dem Schlagbaum. Die zum Einsatz kommenden zwei Gruppen wurden N ıkommt«-‘ unter Zuhilfenahme der Löschkraftwagen an den Einsatzort gebracht. Die Wi hrung beide| Übung geschah planmäßig unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen. Trotz- IN ‚an wir konnt dem war dem vorüberfahrenden Lagerkommandanten irgend etwas aufgefallen. u. ders Jabeiau' Der von ihm sofort geschickte Lagerführer fand jedoch die Feuerwehr nur noch Ki nicht möglt beim Aufräumen ihrer Löschzüge vor. Wir begründeten unsere Übung mit ie gi: einem möglichen Waldbrand, der dann später auch durch Abwurf von Phosphor- IN tür brandplättchen aus englischen Flugzeugen eintrat. Daß die Vorsichtsmaß- I 7 nahmen in Zukunft noch mehr verschärft wurden, ist wohl selbstverständlich. Hi N andere HE Wir haben auch im Lager den Schutz des Kinos übernommen. Der im Auf- Be le trage der Widerstandsleitung eingebaute illegale Sender durfte unter keinen le Umständen der Vernichtung anheimfallen. Mögen sich manchmal unsere Kame- ER EREP RE 505 u ee Par BES en Rue eo East ba VCH ei er DD ESEL TEE Mn EALLENMDAL BRENZ LE EGS S” AUTRRURRRIE DU r or GE er hi # ‚1 ‚e | \ { \ \ \ Zaun a Zu Zuges ne meine nern nu en raden über unseren scharfen Ton bei der Kontrolle geärgert haben, wir waren uns aber der Tatsache bewußt, daß diese Anlage gesichert werden mußte. Ohne diese Härte wäre es nicht möglich gewesen, in den letzten Tagen vor unserer Befreiung diesen Sender zu benutzen. Wieso— diese Frage kann auftauchen— genoß die Feuerwehr ein solches „Vertrauen“ bei der SS-Lagerführung, daß sie sich einen derartig großen Spiel- raum erlauben konnte?... Wir haben diesen Banditen Sand in die Augen gestreut und manches getan, was nach außen den Anschein erweckt hat, wir stünden auf ihrer Seite, Allein diese Taktik hat Tausenden Häftlingen das Leben gerettet und hat dazu geführt, daß am 11. April 1945 die Selbstbefreiung des Lagers Buchenwald unter Führung des Lagerkomitees durch die militärischen Gruppen begonnen werden konnte... Heinz Mühler! BA 518-1. Bericht, geschrieben 1946,(überarbeitet 1956). Die Brandwache im KZ Buchenwald Im Juli 1944 wurde unter der Bezeichnung„Brandwache“ eine Organisation errichtet, die die Aufgabe hatte, zusammen mit den Lagerorganen(Lagerschutz, Feuerwehr, Blockälteste usw.) für die innere Ordnung des Lagers, insbesondere bei Fliegeralarmen zu sorgen. Darüber hinaus war aber vorgesehen, einen Teil der antifaschistischen Kräfte des Lagers in dieser Organisation zusammenzu- fassen und ihr durch legale Betätigung auch die Möglichkeit zu geben, Arbeiten, die von der SS unbeobachtet bleiben mußten, durchzuführen... Es wurden alle Nationen des Lagers zur Mitarbeit herangezogen. Die Zahl der Mitglieder wurde ständig gesteigert. Zunächst wurde mit 5 Mann je Block begonnen, am Ende waren es auf den meisten Blocks zwischen 20 und 40 Mann, so daß der Gesamtstand etwa 800 bis 1000 Mann betrug. Die Blockbeleg- schaften wurden ihren Blocknummern nach in Reihen zusammengefaßt. An der Spitze der Organisation standen fünf Kameraden, die sich aus den Reihen- leitern rekrutierten. In jedem Block war ein Blockleiter und die Mannschaften innerhalb des Blocks waren in Fünfergruppen organisiert, an deren Spitze ein Gruppenführer stand. Die Brandwache hatte die Aufgabe, die Verdunklungen zu überprüfen und bei Fliegeralarmen den Sicherheitsdienst des Lagers zu übernehmen. Außerdem wurden die Mannschaften dieser Brandwache bei großen Massentransporten mit herangezogen... Am Sonntag, dem 1. April 1945 wurde von der Brandwache eine Großübung durchgeführt. Es wurden alle Möglichkeiten— Ausbrechen eines Brandes, Durchführung von Evakuierungen, Heranschaffung von Wassermengen aus den Kläranlagen, Sicherung der lebensnotwendigen Gebäude, wie des Lebens- ı Heinz Mühler, geb. 1909, 1934-1938 Zuchthaus Waldheim, 1938-1945 KZ Buchenwald, jetzt leitender Funktionär im VEB Kombinat Espenhain, 906 | \J nittelmagat IN 4 schtigt, Di gpannten \Iobilisierui | idhtüber al Y murde sie achtet, So seine Re Jutte sich 1 ßen hin hewies die Infischen ar ständig In ständi mßte ihr} sch um stu Die Zus ar sehr g uben, grö Sehat daz S-Lagerle ALSIB-S, Be Im Rah onen i Jirh vor allen, üsetzte, Yanikätstr Gemit A Alıhtab das lage Npp sof ns Aun Derges a ten so Ute er , wir Waren tft, Oh, VOL unser:| ein soldıs toßen Shi aches gehn ihrer Seit nd hat dan Buchennli/| n begon|| inz Mühle Irganisati Lagerschub nsbesonder: ), einen Ti sammen n, Arbeit, n, Die Zi ann je Blox nd 40 Man Blockbekt faßt, And Jen Reihe fannschaft n Spitze©) ‚dunklungt s Lagen 2 ‚dwache i ‚Großübu es Brands mengen des Leben‘ chenwald, BIRERFTRRERRRFREFRRLSERDEDTADDDDEFRRERER wc Pr x, DEREN ERRRANDDLDDDIIKN ERRRRARKIRKFARF PRTREKRERKRENERREFENERERDLEREDDETTÄHRTAAARAANG mittelmagazins usw. gegen Beraubungsversuche— bei dieser Übung berück- sichtigt. Diese Übung diente auch zur gleichen Zeit in Anbetracht der schon gespannten Lage— die amerikanischen Armeen rückten immer näher— zur Mobilisierung aller Kräfte des Lagers. Es war notwendig geworden, eine Über- sicht über alle Kräfte des Lagers, die zur Verfügung standen, zu gewinnen und ihr Zusammenwirken im Falle ihres Einsatzes zu kontrollieren. Die Übung hatte im allgemeinen ein befriedigendes Ergebnis. Wenn auch diese Organisation von der SS-Lagerleitung zugelassen war, so wurde sie doch von ihr in ihrer weiteren Entwicklung immer kritischer be- trachtet. So war es auch notwendig, ihren Bestand nach dem 30. Oktober 1944, als eine Reihe politischer Häftlinge verhaftet wurde, zu sichern. Die Gestapo hatte sich für diese Organisation interessiert, und es mußten ihr daher nach außen hin absolut legale Aufgaben gestellt werden. Daß dies gelungen war, bewies die Tatsache des Bestehens der Brandwache bis zum Schluß. In den kritischen Tagen zwischen dem 1. und dem 11. April wurde die Brandwache zur ständigen Bereitschaft herangezogen. Da die Angehörigen der Brandwache kein ständiges Kommando bildeten, sondern ihren Dienst völlig freiwillig taten, mußte ihr Einsatz nach der Arbeit erfolgen. Das war besonders dann, wenn es sich um stundenlangen Nachtalarm handelte, sehr anstrengend. Die Zusammenarbeit der nationalen Gruppen innerhalb der Brandwache war sehr gut. Es gab keine Schwierigkeiten. Die Organisation hat ihre Auf- gaben, größere Gruppen aktiver antifaschistischer Kräfte zu sammeln, erfüllt. Sie hat dazu beigetragen, den antifaschistischen Kampf der Häftlinge gegen die SS-Lagerleitung zu ermöglichen... BA 518-5. Bericht, geschrieben 1945. Bericht über die Aufgaben und Tätigkeit des Sanitätstrupps Im Rahmen der Bemühungen der politischen Häftlinge, die illegalen Organi- sationen in bestehende Lagereinrichtungen einzubauen, wurde auch versucht, durch vorsichtiges Nachhelfen die SS darauf zu bringen, neue Kommandos zu schaffen. Als um die Jahreswende 1943/44 die alliierte Lufttätigkeit intensiv einsetzte, bekam es die SS mit der Angst zu tun. Sie äußerte die Absicht, einen Sanitätstrupp aufzustellen, gebildet aus langjährigen, politischen Häftlingen, die mit Ausweisen zum Passieren der Postenkette versehen werden sollten. Um Fluchtabsichten von vornherein zu unterbinden, wurde mit Repressalien gegen das Lager gedroht... Es war natürlich sofort klar, daß auch dieser Sanitäts- trupp sofort für neue illegale Aufgaben benutzt werden mußte. Aus den Reihen der politischen Häftlinge wurden 16 einsatzbereite Antifaschisten ausgewählt, die nun als Spähtrupp der Militärorganisation das gesamte Gebiet des Eitters- berges abgingen. Ausgerüstet wurde dieser Trupp mit Gasmasken und erbeu- teten sowjetischen Stahlhelmen. Durch die dauernden Tag- und Nachtalarme hatte er Gelegenheit, da er ohne SS-Posten ging, unbeachtet sämtliche Ver- 507 Er ee Seesen EEE ISCH ee nt ra Zoe en ng Fr BE ge ee er ge RE en me mu me ee ee ee u En ein gib Sees a Ser" Su Sl ee ee ee ee 23 rn Bear: u un en a rare mein oe weine majmeine,—— nnnenen nn en er EEE ZELLE FREE Be Aaeege De ne en | u “t $ ‚t N . ) änderungen und Neuanlagen im Lagerbereich sofort festzustellen und den illegalen militärischen Stellen zu melden... Seine tatsächliche Funktion als Sanitätstrupp erfüllte er zum ersten Mal nach dem Bombardement auf die Werksanlagen in Buchenwald am 24. August 1944... Neben der Aufgabe, die Verwundeten zu verbinden und die Toten zu ber- gen, stellte der Sanitätstrupp auch militärisches Material für das Lager sicher. Damals wurde auch damit begonnen, die sowjetischen Stahlhelme gegen deut- sche auszutauschen, da man damit im Falle einer Aktion die SS leichter täuschen konnte. Die militärische Arbeit wurde immer gründlicher. Alle Mitglieder waren für die Bedienung des deutschen Gewehrs, der Pistolen 08 und Mauser und der Panzerfaust ausgebildet. Kartenmaterial des Lagerbereichs, des gesamten Ettersberges und seiner Umgebung wurde beschafft oder angefertigt. Eine Bussole! und mehrere Feldstecher waren vorhanden... Disziplinübungen für die gesamte Militärorganisation wurden durchgeführt, bei denen der Sanitäts- trupp als selbständige Gruppe eingesetzt war. Anfang 1945 wurden der Hilfs-Sanitätstrupp und der Trägertrupp gebildet und mit einer straffen militärischen Ausbildung unter dem Deckmantel, die Leute für den Katastropheneinsatz vorzubereiten, begonnen. Diese Zusatz- organisationen bestanden aus antifaschistischen Aktivisten aller Nationen. In der weiteren Entwicklung und der Einschätzung des herannahenden Termins der Entscheidung wurde an alle Verbandsmaterial und Medikamente für Sanitätstaschen ausgegeben und außerdem Spezialtaschen für chirurgische Ein- griffe bereitgestellt, die vor den Aktionen zur Ausgabe gelangen sollten. Aus den Gasmaskentaschen wurden die Gasmasken entfernt und durch ein Sturm- gepäck ersetzt, da die Sanitäter als Stoßtrupp keine Rucksäcke mitführen konnten. In den letzten kritischen Tagen war der Sanitätstrupp in ununterbrochener höchster Alarmbereitschaft. Keiner durfte ohne vorherige Meldung bei seinem „Vordermann“ das Reviergelände verlassen. Nachts wurde in einem Raum, auf Bänken oder auf dem Boden liegend, Bereitschaft gehalten. Es wurden ständig Beobachtungsposten ins Gelände gesandt, die jede verdächtige Bewegung der SS im Lager selbst und außerhalb des Lagers sofort melden mußten. An der Aktion hatten die verschiedenen Gruppen an verschiedenen Einsatzorten aktiven An- teil. Sie hielten später im Auftrag der militärischen Leitung die Verbindung zu den einzelnen Stäben.... Erich Dlabaja BA 776-1. Bericht, geschrieben 1945. 1 Spezialfernrohr. 508 Es war 1 Beschaffung andsbewe yuokt nicht fihrung ül franz Meix var, Franz zei Pistole liche besel bei ihm ab Pistolen un hand Schw ingemauet Tine and hnet die kerpolitisc ipliche Ar orhatte, v ieGarder zahm Kopf It. Ich w; ıdt werd ben könr ıhte sein en konı irtete do ttden, D hen und| anders ihm ich S % öfterer kinen Be Nach di User Wat Kapo de Aklärte Fi ht da lchpefi T wäre| E Ihm em Im Teil “ der Cu 1 und de] n Mal nadı 4, August ten zu ber.| Ager sicher,| regen deut| ; gesanle\| rtigt, Ein:| bungen fi er Sanitik; 3p gebillk nantel, di se Zusatz: ationen, In an Termin mente fü gische Ei ollten. Au ein Stum- mitführen srbrochene! bei seinen Raum, al Jen ständit ung ders) der Aktin ktiven Ar yindung 7 ch Dieb} RER SEREE BERNER RLDEDDDUROODDODDDESDERKERRRERERERENRERRRARTRLERNELODERDDIRLDEDNAHARANAANAAANNARNAHAR AAN© Die Beschaffung von Waffen für das Lager Es war im Jahre 1942, als ich die erste Diskussion mit Albert Kuntz über Beschaffung von Waffen hatte. Nachdem mit anderen Funktionären der Wider- standsbewegung die Angelegenheit durchgesprochen war und man den Zeit- punkt nicht mehr als verfrüht betrachtete, gingen wir zur praktischen Durch- führung über. Ich hatte Verbindung zu dem österreichischen Kameraden Franz Meixner, welcher in der Waffenkammer der Kommandantur beschäftigt war. Franz fing dann an, Umschau zu halten und brachte es auch bald fertig, zwei Pistolen 08 verschwinden zu lassen. Ich war zu dieser Zeit in der Führer- küche beschäftigt und hatte so die Möglichkeit, die bereitgestellten Pistolen bei ihm abzuholen und sie nach einigen Tagen durch das Tor zu schaffen. Pistolen und Munition wurden von Kamerad K. aus der Heizung unter aller- hand Schwierigkeiten in den Heizungsschacht zwischen Heizung und Küche eingemauert. Sie lagen dort bis zur Befreiung. Eine andere Pistole brachte ich kurze Zeit später ins Lager. Es war ausge- rechnet die Waffe des Gestapomannes Leclaire, eines der berüchtigtsten Feinde der politischen Häftlinge. Das war so: Eines morgens begann ich wieder meine tägliche Arbeit, den Speiseraum des Führerheimes zu reinigen. Am Abend zu- vor hatte, wie so oft, ein übles Saufgelage der SS-Führer stattgefunden. Als ich die Garderobe betrat, sah ich ein Koppel mit Pistole hängen. Ich überlegte kurz, nahm Koppel und Pistole und legte sie in der Kaffeeküche an einen neutralen Ort. Ich wählte diesen Ort deshalb, damit man, wenn die Pistole ernstlich ge- sucht werden sollte, der Verdacht nicht auf mich fiele, daß ich sie versteckt haben könnte. Wie vorausgesehen, kam auch am anderen Morgen Leclaire und suchte seine Pistole. Er rief die Ordonnanzen, die ihm aber keine Auskunft geben konnten. Ich begab mich mittlerweile in das Bad der Nebenbaracke und wartete dort ab. Ich wollte Zeit gewinnen und nicht nach der Waffe gefragt werden. Dieses kleine Manöver ist mir auch gelungen. Da niemand etwas ge- sehen und gehört hatte und ich nicht anwesend war, mußte Leclaire seine Pistole woanders suchen. Einige Tage später, als ich nichts mehr zu befürchten hatte, nahm ich sie beim Einrücken abends mit ins Lager. Obwohl unser Kommando des öfteren überraschend„gefilzt“ wurde, gelang dies und wir hatten unseren kleinen Bestand um eine Pistole vergrößert. Nach diesem bescheidenen Anfang wurde jetzt planvoll und systematisch unser Waffenbestand vergrößert. Kapo des De war Hans Kempner. Nach einigen Besprechungen erklärte er sich bereit, Karabiner für uns zu besorgen. Diese Aufgabe war nicht leicht, da eine ständige strenge Überwachung durch die SS und die Wehrmacht durchgeführt wurde. Jeder Karabiner war numeriert, und jede fehlende Num- mer wäre bemerkt worden. Trotzdem arbeitete Kempner eine Methode aus, die es ihm ermöglichte, in gewissen Abständen einige Gewehre beiseite zu schaffen. Zum Teil wurden auch die SS-Leute mit Hilfe von Korruption von ihren Kon- ! der Gustloff-Werke. 509 € en un Mi ih en Te Fe EI FRERE sn. en EEE TEE Seen BRESeHEEeerg are ES ER Be en ge en ee ee ee en = Se ehgpigel gi Fur Bug Deren u AD DD DE TETDT REBEL LE ED LLEBIEGY EN IO HRG ELEUT" F ) i } NM FE De REDE GL DER LT EL DREH En ED EEE LEERE MELLE N hi . H H \ \ BIETER ENES CE trollaufgaben abgelenkt. Die erste Sendung, die Kempner bereitstellte, waren 24 Karabiner. Ich ging, um die mir aufgetragenen Aufgaben besser durchführen zu können, in das Kommando Lagerschutz. Nach Übereinkommen mit dem Kapo Karl Keim machte ich ständig Nachtdienst. So hatte ich die Möglichkeit, mit U.D. die Waffen nachts durch das Lager an ihren Bestimmungsort zu transpor- tieren. Das mußte unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen durchgeführt werden, denn auch kein unberufener Häftling durfte davon erfahren. Nach Rücksprache mit Helmut aus dem Revier wurde ein Platz unter einer Revier- baracke ausgesucht und ein dementsprechendes Loch ausgebaut. Von den kran- ken Häftlingen über uns im Saal trennte uns nur ein dünner Bretterfußboden Wir mußten also mit äußerster Vorsicht den zähen Buchenwaldboden bearbei- ten. In einer für diesen Zweck geeigneten dunklen Nacht konnte, nachdem alles vorbereitet war, der Transport beginnen. Hans Kempner hatte seinerseits auch alles vorbereitet und die 24 Gewehre in vier Pakete verpackt. U. D. und ich holten nun, auf Gummisohlen schleichend, die ersten zwei Pakete und schlepp- ten sie durch das ganze Lager, immer darauf bedacht, weder von SS noch von Häftlingen gesehen zu werden. Nach Überwindung einiger Schwierigkeiten kamen wir wohlbehalten im Revier an, wo wir von Helmut empfangen wurden. Auch der zweite Transport wurde erfolgreich durchgeführt und 24 Gewehre waren an ihrem Bestimmungsort. U. D. und ich machten uns daran, die Waflen zu vergraben. Einfetten, Verpacken und Vergraben,- alles mußte so leise ge- schehen, daß die über uns liegenden Häftlinge nichts hörten. Gegen Morgen war unsere Arbeit beendet, und wir konnten erschöpft, aber sehr befriedigt, in unsere Blocks gehen... Aus Zweckmäßigkeits- und Sicherheitsgründen kamen wir überein, einen anderen Platz für die folgende Sendung zu suchen. Das war nicht einfach. Nach langem Hin und Her besprach ich mich mit Stefan Wagner. Stefan hatte den Verbrennungsofen für die Kadaver des Versuchsinstituts zu bedienen. Dieses kleine, hinter Block 50 gelegene Gebäude schien uns für unsere Zwecke sehr geeignet. Niemand, außer den im Versuchsinstitut beschäftigten Häftlingen und SS- Leuten, durfte dieses Haus betreten... Stefan, der von Beruf Maurer war, bereitete alles vor, was natürlich mit vielen Schwierigkeiten verbunden war. Nachdem alle Vorbereitungen bis ins kleinste beendet waren, transportierten wir eines Nachts die zweite Sendung, wiederum 24 Gewehre, nach dort. Stefan und ich mauerten sie dann sofort ein, nachdem sie gut eingefettet waren. Kurze Zeit darauf wurden nochmals 12 Stück in dieser Nische untergebracht. Um diese Zeit wurde das von uns zuerst angelegte Waffenlager durch un- vorhergesehene Umstände gefährdet: Im Revierbereich platzte ein Entwässe- rungsrohr und das Wasser sickerte auch bis zu den vergrabenen Gewehren durch. Als wir Gelegenheit fanden, sie auszugraben, waren sie schon stark an- gerostet. Wir mußten sie vom Rost befreien, trocknen und wieder woanders unterbringen. Nach längerem Suchen wurde uns von Ernst Busse in der Tbc- Baracke ein illegaler Raum zugewiesen. Dort stellten wir einen elektrischen 510 | Heizkörpel den dann( Der Kar des Lager: ienn die( durfte es st Aber wie$ \' durchdacht uns Ingen stan schisten anden ein Antifaschis eit, die wi \eter lang Lager fuhr der sich nungslos Ver zuverl laden un bringen fen unter€ «lort von Neben d erden, E: äitet wur !lıngen,| Averberg Außer 1 Iitten, ha Aholopie \nerade, Äurchefül Cem, auf; Aug Patro At mit e Mei sein ateria Nach B oben K- AR] p PERERERDLL BETEN ÄRRHAARHAANAARANAHAR AAN R Ken 13 elle, Wat© Heizkörper auf und trockneten die Gewehre eins nach dem anderen. Sie wur- Arche\ den dann dort ebenfalls eingemauert. a denk, j Der Karabinerbau wurde später verlegt und befand sich nunmehr außerhalb N lichkeit. m!| des Lagers. Das bedeutete für uns eine fast unüberwindliche Schwierigkeit,# ZU transp denn die Gewehre mußten durch das Tor transportiert werden. Aber für uns ji Jurchgefilh durfte es solche Schwierigkeiten nicht geben. Hans Kempner brachte es in ver- H ahren,\ı"| hältnismäßig kurzer Zeit fertig, wiederum 31 Gewehre für uns bereitzustellen. I! iner Reyi|\ Aber wie sie ins Lager bringen? Wir setzten uns jeden Abend zusammen und hf) on denk"| durchdachten und besprachen jede Möglichkeit eines sicheren Transportes. Wir in terfußbodu"| waren uns klar darüber, welche Verantwortung wir trugen. Bei einem Miß- hi den bearh:| lingen standen, abgesehen von unserem Leben, das Leben vieler aktiver Anti- IM achdemil»/| faschisten auf dem Spiel, denn es wäre für die nationalsozialistischen Mord- IN nerseits au banden ein gewünschter Grund gewesen, einigen Dutzend ihnen verdächtiger N .D. wi Antifaschisten den Genickschuß zu geben. Endlich fanden wir eine Möglich- He und schlepr keit, die wir dann auch durchführten. Die Gewehre wurden in eine drei bis vier h $Snodim"_ Meter lange, niedrige Kiste verpackt. Als ein Lkw des Gustloff-Werkes ins ii wierigkeit Lager fuhr, wurde der SS-Fahrer vom Kapo Hans Kempner gebeten, eine Kiste, I gen wur: in der sich eine Transmission befinden sollte, mit ins Lager zu nehmen. Der M 94 Gewel ahnungslose Fahrer machte das ohne Bedenken. Zur verabredeten Zeit standen il 1, die Walk vier zuverlässige Antifaschisten bereit, den Transport zu sichern, die Kiste ab- IN e so leise gt zuladen und auf einem Handwagen in einen kleinen Schuppen hinter Block 12" >gen Mort zu bringen. In der darauffolgenden Nacht trugen U. D. und ich sie in drei Gän- I befriediel, gen unter den erwähnten Vorsichtsmaßnahmen nach Block 50. Sie wurden dann iR i sofort von uns hinter dem Durchzug des Verbrennungsofens vergraben. Ai herein, ei Neben den Gewehren mußte aber auch die dazugehörige Munition organisiert ıN einfach. Nat werden. Es würde hier zu weit führen, die durchgeführte Kleinarbeit, die ge- I an hatte de leistet wurde, anzuführen. Jedenfalls ist es uns durch zähe, unerbittliche Arbeit IN ienen, Die* gelungen, für die 91 Gewehre auch ausreichend Munition zu organisieren und I) Zuyecke sit zu verbergen... IN Außer 16 Handgranaten, die wir noch aus der Waffenkammer organisiert I \gen und S hatten, haben wir ungefähr 70-80 Handgranaten selbst hergestellt. In der| Maurer W Pathologie wurden von Ernst Busse in Verbindung mit dem österreichischen I ‚bunden W Kameraden Wegerer die Vorbereitungen zur Herstellung des Sprengstoffes 1 ansportet® durchgeführt. Es wurden Baumwolle und chemische Stoffe, die benötigt wur- N h dort Set den, auf allerhand Umwegen organisiert und Schießbaumwolle hergestellt. i) waren. Dur Aus Patronen, die abgeschnitten wurden, stellten wir die Zündungen her. Ich i di trat mit einem sowjetischen Kriegsgefangenen in Verbindung, der mit noch AN dub zwei seiner Kameraden die Sprengkörper anfertigte, wofür ich ständig das" En Material herbeischaffte.... h jn Batwit Hi At chre Nach Beendigung der Produktion von etwa 80 Stück wurden diese in einer IR r er% großen Korbflasche unter Block 7 vergraben... M ae a= Ri der won BA 762-1. Bericht. 2 h 7 ii der 4 A , elek" N 511 N a a = ee Ein leichtes Maschinengewehr der SS wird„sichergestellt“ ... Bei einem Evakuierungstransport aus Auschwitz im Februar 1945, der in der Nacht ankam, wurde mir durch einen Häftling des Sanitätstrupps, den österreichischen Kameraden Franz Meixner, gemeldet, daß in den hinteren Begleitwagen der SS ein IMG mit etwa 2000 Schuß Munition steht. Ich wollte zunächst nicht glauben, daß ein SS-Mann so leichtsinnig handeln könnte, überzeugte mich dann aber von der Richtigkeit der Meldung. Das IMG und die Munition wegnehmen oder nicht wegnehmen- das war nun die Frage. Gebrauchen konnten wir das Ding! Aber es bedeutete auch eine große Gefahr für das Lager! Nun war guter Rat teuer. Außerdem gab es einen Befehl der illegalen mili- tärischen Leitung im Lager, daß ohne Genehmigung der Leitung keine Waffen, Nachrichtengeräte usw. bei der SS bzw. aus den Werkstätten entwendet wer- den dürften. Ich ging also zu dem Leiter der militärischen Organisation. Meine persönliche Meinung war: das Ding wegzunehmen. Bereits auf dem Wege zu dem betreffenden Kameraden hatte ich nur einen Wunsch, diesen nicht anzu- treffen. Ich befürchtete, daß er ablehnen würde, denn immerhin bedeutete dieser „Diebstahl“ für das ganze Lager eine große Gefahr und Repressalien. Auf der anderen Seite war ich jedoch der Meinung, daß der SS-Mann, dem dieses IMG gehörte, auf keinen Fall den Verlust melden würde, da es auch für ihn den sicheren Tod bedeutet hätte. Kurz und gut, ich traf den Kameraden nicht an. So lag das Gesetz des Han- delns bei mir, und die Zeit drängte. Da nun der Sanitätstrupp mit dem Trans- port von Toten und Halbtoten zu tun hatte und außerdem die Aktion abgedeckt werden mußte, ging ich zum Leiter der Feuerwehr, der ebenfalls wie ich der militärischen Leitung angehörte. Ich erzählte ihm kurz den Sachverhalt, und er bestimmte daraufhin eine Gruppe von zuverlässigen Kameraden, die mit einem Wagen an den Bestimmungsort kamen. In der Zwischenzeit hatte ich dem diensthabenden SS-Mann am Toreingang mitgeteilt, daß ich eine Gruppe der Feuerwehr zusätzlich zum Leichentransport brauche. Damit war die Durchschleusung bereits vorbereitet und irgendwelche Komplikationen am Toreingang ausgeschaltet. Anschließend hatte ich mit Franz Meixner das IMG und die 2000 Schuß Munition aus dem Wagen entfernt und zunächst versteckt, bis die Kameraden der Feuerwehr kamen. Das IMG wurde mit der Munition auf den Wagen ge laden. Es wurde mit Toten verdeckt, die zum Krematorium gebracht werden sollten. Bei der Einfahrt meldete ich am Tor dem diensthabenden SS-Mann:„Ein Wagen mit toten Häftlingen zum Krematorium!“ und er antwortete:„In Ordnung!“ Anschließend wurde das IMG im Krankenbau versteckt. Helmut BA 762-6. Bericht vom 5. Dezember 1957. 512 50 | Lysenko arbeitete hülsen v Spitze; Bobrow Alexej M ilegale Baklanow, (Maschinen ba für die F einem& stellte d nieren, bolzen| montier! Berechn Richtun ak Wir Als d Lysenkı die Gra auf, Da anzubri Ein ı mitung nit gro Auch der Pis DieMit Pistoler Aufbey Auspro] Samme beschl- Ingen, ı Vg 3 Bud PEDERERRERERERRFRREREERRERRRERBERKURLDEBDELODODTOIHTDLDDEAHANGTAAN NANNTE URAN dh) Die Herstellung von Wurfgeschossen Ki | i 1945, der|... Boris Sirotkin konstruierte eine selbstgemachte Handgranate, und Pawel N trupps, du Lysenko(im Lager hieß er Oleg Mironow), der in einem Labor des Lagers N en hinteren arbeitete, erfand eine Methode zur Herstellung von Sprengstoff. Die Granat- H ei hülsen wurden in der mechanischen Abteilung von einer Gruppe, an deren IR nig handeh Spitze Alexej Lysenko, Semjon Karpow, Wijatscheslaw Shelesnjak, Nikolai 4 g. Das INC Bobrow und andere Kameraden standen, hergestellt. Die Zünder fertigte Hi ndiefrue|| Alexej Winogradski an. Am Tage des Aufstandes, dem 11. April 1945, hatte die NN roße Gefahr| illegale Armee etwa 80 Handgranaten.... u Baklanow, Kjung u. a. in der Lektion„Die Bezwinger des Todes“. vi legalen nl(Maschinenschrift- russisch). S. 54. I eine Walten ih wendet w l! ation, Mein So wurden die Waffen ausprobiert I m Wege ii . nicht anzı... Pawel Lysenko, Mitglied unserer Organisation, entdeckte ein Verfahren I eutete dieser für die Herstellung eines Sprengmittels. In Zusammenarbeit mit Boris Sirotkin, N ien, einem anderen Mitglied der Organisation, entwarf er eine Handgranate und ft Mann, den stellte die erste her. Nach den Berechnungen mußte alles reibungslos funktio- Mi 2 es auch für nieren. Durch einen Druck auf den Ring des Vorstehers wurde der Schlag- AR bolzen frei, der schlug auf die Patronenhülse, die in den Kopf der Granate nl etz des Hur montiert war: die Zündschnur wurde in Brand gesetzt. Sie brannte nach den h + dem Tran Berechnungen etwa 4,5-5 Sekunden. Explosion— die Splitter flogen in alle hi on abgededt Richtungen und trafen den Gegner. In der Praxis jedoch war alles ganz anders, I s wie ich di als wir gedacht hatten. IN erhalt, ur Als der Schlagbolzen die Hülse traf, gab es plötzlich eine Explosion. Pawel M den, die ml Lysenko wurde am Oberschenkel verletzt. Das Resultat war unbefriedigend: H die Granate zersprang nicht in kleine Stücke, sondern riß nur an einer Stelle I) 1 Toreingu! auf. Das brachte uns auf den Gedanken, auf den anderen Granaten Kerben HN chentranspt anzubringen. I irgendwelt Ein neuer Versuch, diesmal erfolgreich: eine große Zahl von Splittern flog H D mit ungeheuerer Wucht fast gleichzeitig nach allen Seiten. Die Versuche wurden ih 9000 Sch mit großem Risiko im Kellerraum der Kantine durchgeführt.! I a Auch die Pistolen und Brandflaschen wurden ausprobiert. An der Erprobung Hi "Wagen st der Pistolen mußte ich unmittelbar teilnehmen. Es war im Spätsommer 1944. Hi n” En Die Mitglieder der Organisation Sirotkin, Orlow, Danilenko u. a.hatten die ersten I Te Pistolen schon fertiggestellt und sie dem Mitglied der Zentrale, A. Pawlow, zur 1 en Aufbewahrung in einem Geheimfach in der Baracke 7 übergeben. Sie mußten ii Mann: h ausprobiert werden, weil dies unser erster Versuch war, Pistolen selbst zu- I wortelt:> sammenzusetzen. Der Leiter unserer Organisation, Nikolai Simakow, und ich hR beschlossen, das selbst zu tun. Im Lager befanden sich Zehntausende von Häft- Hi N lingen. Es glich einem Ameisenhaufen. Ringsherum standen Wachttürme mit ji na 1 Vgl. Abb. 111. hi 33 Buch ld N uchenwa 513 Bi A h re ar ne ee Wachposten und Maschinengewehren. Es schien, als sei kein geeigneter Platz zur Erprobung der Waffen zu finden. Dennoch fanden wir ihn. Wir sprachen mit dem„Chef“ der Gärtnerei, dem Häftling Hans Hösch, einem tschechischen Kommunisten, mit dem wir bei der illegalen Arbeit schon früher in Verbindung gestanden hatten, und beschlossen, die Versuche in einem Kanalisationsschacht der Gärtnerei durchzuführen. Ich nahm zwei Pistolen und Patronen aus dem Versteck und ging mit Nikolai zu Hans an den vereinbarten Platz in die Gärtnerei. 75-100 Meter von uns entfernt stand ein Posten auf dem Wachtturm. Er schenkte uns keine besondere Aufmerksamkeit, Arbeiter in der Gärtnerei waren nichts Ungewöhnliches. Aller- dings waren an diesem Tage keine hier, es war ein Sonntag. Wir nehmen den Deckel des Schachtes ab, auf den eisernen Stufen steige ich nach unten, immer niedriger, bis zum Abflußwasser. Oben schließen Nikolai und Hans den Schacht. Ich lade, drücke ab— Schuß. Schnell überzeuge ich mich, daß die Pistole wieder geladen ist— alles ist in Ordnung. Ich lade die andere Pistole— noch ein Schuß. Wiederum alles in Ordnung. Ich höre ein undefinier- bares Geräusch unter der Erde. Oben wird auf den Deckel geklopft. Das be- deutet— wir hatten das vorher so abgesprochen— das Schießen einzustellen. Aber ich muß noch zwei Schuß mit jeder Pistole abgeben. Was ist los? Hat man uns wirklich entdeckt? Ich warte eine Minute, noch eine, da wird die Luke geöffnet und Nikolai ruft:„Komm raus, genug!“ Oben frage ich, was geschehen sei. Sie erzählen, daß ein zwar undeutliches, aber starkes unterirdisches Grollen zu hören gewesen sei. Es war besser, nicht mehr zu schießen. Aber uns genügte das. Wir waren jetzt überzeugt, daß wir uns im gegebenen Augenblick auf unsere Pistolen verlassen konnten. Wir probierten auch die Brandflaschen aus. Als„Schießplatz“ zur Erprobung wählten wir die Toilette des Kleinen Lagers. Das Gebäude war wegen seiner Größe geeignet. Es war ein feuerfester Ziegelbau. Nachts wurde er für einige Stunden abgeschlossen. In einem Raum wohnte ein deutscher Kommunist, Mitglied der Militäirkommission der internationalen Zentrale... Ihm über- gaben wir die Flaschen zur Erprobung. Bald teilte er uns mit, daß sie fehlerfrei funktionierten. Das war für uns das Signal, mit der Produktion der Brand- flaschen zu beginnen. Stepan Baklanow BA 762-5. Bericht vom 20. Juli 1957. Herstellung von Brandflaschen als Hilfskampfmittel ... Obwohl ich kein Chemiker bin, hatte ich doch, wie man so sagt, in dieser Branche„etwas Staub gewischt“. Mitte 1944 begann ich mich intensiv mit der Herstellung von Brandflaschen zu beschäftigen!. Ich kannte zwar die Chemi- " Helmut hatte dazu den Auftrag von der Leitung der illegalen Militärorganisation. 314 i \ılien, die N rinden, abe schen WII sehörte eine Finfach\ vdentlich] jnte, Sell Tinmal wä sgebroch Tagund Ir$$ zu e nich das In einen ıschen ge' elissiges Von der‘ Ilettanl: Dieser R Brand aus n seiten Nun wu cutschen Brennstoff {ieke des] Jhemikali tatton. mm Tempo®e Anfang irden ar ' Ihmu \ ullektiye ürg, Besond Ichische Ymakowy Bam, 00-7,] MRERFFRETTREFTEFRITFFFERERREPPFERERERRI KENERHERENEAN ET NE NE, YARERRER) IARTRTFRARFERERER! eeraereerag” DAA TION NRANHERKERR IKRARER! AEFRRNGRENRLERENDERTINSNASARAAHHARRHAHARHNAHAARNAN HEUTE ME ei.. kalien, die beim Eingehen von bestimmten Verbindungen sich sofort selbst ent- AR,| zünden, aber den technischen Prozeß richtig herauszufinden, so daß die Brand- Terbind a laschen wirklich zu einer zuverlässigen Waffe für den Kämpfer wurden, dazu Naar| gehörte eine ganze Zeit. Es mußte probiert und experimentiert werden. act 5 Einfach war es auf keinen Fall, wenn man bedenkt, daß nur unter außer- u ordentlich primitiven Verhältnissen und ganz konspirativ gearbeitet werden Hl mit Niko; konnte. Selbst die Heranschaffung der chemischen Mittel bedeutete eine Gefahr. n ET Von un Einmal wäre mir bei einem Experiment in einer Baracke beinahe ein Brand Ih besonden ausgebrochen."4 ches All Tag und Nacht, zu jeder Zeit, wann immer es mir möglich war, der Kontrolle h der SS zu entgehen, arbeitete ich in einem Keller im Häftlingskrankenbau, bis n steige ic endlich das Ergebnis befriedigte. ee en Nikahi In einem zementierten Keller im Krankenbau wurden die ersten Brand- i 7e ich milh flaschen geworfen. Dabei stellte sich heraus, daß sie wirklich ein gutes und zu-( die andere verlässiges Hilfsmittel waren. H undefinier Von der illegalen militärischen Leitung wurden weitere Proben in der großen N) ft. Das be: Klosettanlage im Kleinen Lager durchgeführt. iN inzustellen, Dieser Raum eignete sich am besten und gab die Gewähr, daß erstens kein I 5? Hat Brand ausbrechen konnte und zweitens die Sache streng geheim bleiben würde. Hi ] die Luke Von seiten der Kameraden wurde dieses Hilfskampfmittel anerkannt. M ; geschehen Nun wurde mit der Massenproduktion begonnen. Die Kameraden, die in den AR hes Grolln© Deutschen Ausrüstungswerken beschäftigt waren, mußten Chemikalien und RN ns genügte Brennstoffe, wie Benzin usw. heranschaffen. Die Kameraden, die in der Apo- Mi enblick aul theke des Häftlingskrankenbaus und in der Apotheke der SS arbeiteten, mußten I Chemikalien und Arzneiflaschen für einen Liter Inhalt besorgen und die Zahn- IN Erprobung station mußte die leeren Novokain-Karbulen liefern. So wurde in schnellem"m egen seiner Tempo gearbeitet; denn es galt, keine Zeit zu verlieren. HN) - für einige Anfang 1945 standen 200 Brandflaschen mit je einem Liter Inhalt bereit. Sie id ommunist, wurden auf die einzelnen militärischen Einheiten verteilt. I Ihm über Ich muß allerdings sagen, daß ohne die Hilfe der Kameraden und ohne die I e fehlerfrei kollektive Zusammenarbeit die Herstellung der Brandflaschen nicht gelungen 9 der Brand- wäre. Ih Besonders haben mir die Kameraden Kurt Köhler, Otto Kipp, der öster- I 1 Baklanor reichische Kamerad Franz Meixner und die sowjetischen Kameraden Nikolai" Simakow und Stepan Baklanow geholfen. IN Helmut Kl BA 762-7. Bericht vom 5. Dezember 1957. 1 Ei | H | N | Die Herstellung von Hieb- und Stichwaffen M tin diese„ ie mit der}...Das Elektrokommando, Abteilung Galvano, bekam von der militärischen N fe Chen| Leitung den Auftrag, Stich- und Hiebwaffen, nachdem einige Probestücke zur N Begutachtung angefertigt und als einwandfrei befunden worden waren, laufend Ü N, 1) 515 b8 I = ERSEEEBLE 73 anzufertigen. Dieser Auftrag wurde nicht nur der deutschen Sektion, sondern gleichfalls den dort arbeitenden Kameraden der sowjetischen und tschechischen Sektionen erteilt. Allerdings wurden diese Arbeiten von jeder Sektion getrennt durchgeführt. Um den Weg systematisch zu gehen, wurde vom illegalen Komi- tee die DAW-Schmiede angewiesen, Rohlinge für Brieföffner aus gutem Messerstahl auszuschmieden. Diese so vorgerichteten Dolche wurden dann immer je ein Dutzend in der Schleiferei der Galvanoabteilung geschliffen und am Handgriff mit Gewinden versehen, da die Tischlerei der DAW gleichfalls auf Anweisung des Lagerkomitees Holzhefte für diese Waffen anzufertigen hatte. Nach diesen Arbeiten gingen die geschliffenen Messer nochmals zur Schmiede. Dort wurden sie gehärtet. In der Schleiferei bekamen sie den besonderen letzten Schliff und eine Ölschicht, die sie vor dem Verrosten schützte. Auf Weisung des betreffenden Kameraden des Komitees wurde der fertige Dolch einem anderen Kameraden übergeben, der dann den Anweisungen entsprechend für die Aufbewahrung und Pflege zu sorgen hatte. Gleichzeitig lief mit der Her- stellung von Dolchen die Herstellung von Schlagwerkzeugen, Hämmern und ähnlichem. Da es sich hier hauptsächlich um Dreharbeiten handelte, wurden diese Arbeiten der Abteilung Dreherei übergeben. Dort wurden die nötigen Vorarbeiten geleistet. Den letzten Schliff erhielten die Werkzeuge in der Galvano-Abteilung. Um weitere Werkzeuge und Hilfsmittel zur Verfügung zu haben, wurde über das Komitee von der militärischen Leitung angeordnet, für die Munition- und Handgranatenbunker, die hinter dem elektrischen Zaun in der Nähe derKommandantur lagen, Brecheisen in handlicher Form anzufertigen. Dieser Anfertigungsweg ging gleichfalls wieder über die Kameraden der Schmiede und der Galvanoanstalt und dann an die Aufbewahrungsstelle... Heinz Gronau BA 73-3a. Bericht vom 5. Februar 1958. Eine Tellermine wird zum Sprengen vorbereitet ... Ein von der Front zurückkehrender Transport der SS wurde auf dem Gelände der Truppengaragen abgestellt. Die mit dem Abladen beauftragten Häftlinge fanden eine Tellermine ohne Zündung. Die militärische Leitung be- schäftigte sich mit dem Plan, eine Sprengung des Lagereingangtores vorzuberei- ten. Der Sprengkörper wog etwa 1 kg und hatte die Form eines Backsteines. Da uns kein Zünder zur Verfügung stand und wir auch nicht wußten, bei welchen Hitzegraden der Sprengstoff detonierte, gab es keine andere Möglichkeit, als zu experimentieren. Der erste Versuch bestand darin, daß 12 bis 15 Köpfe von Streichhölzern mit einem Stück Sprengstoff in Seidenpapier eingewickelt und dann angezündet wurden. Die Zündhölzer flammten auf, doch der Sprengstoff entzündete sich nicht. Also galt es, einen anderen Weg zu suchen... Das Glas einer Glühbirne wurde so zerschlagen, daß der Glühfaden nicht beschädigt wurde. Auf diesen Glühfaden wurde nun der Sprengstoff gelegt und der Birnen- sockel mit der Batterie verbunden. Ein kleiner Feuerschein und ein heller Schlag 516 | I kündigte| } ‚lektriker \ viederholt Intfernun sinander£ nügte, um hrennen 2 Gegenü yllte ein] yaren, die Detonatioı Tisen- unc inrden, den. Mit c alt errei N fällig jendung ATb-4, Bei A Als verwaltur ıtürlich ischen A lien ül [ensch ı Viderst nRlekt DtWegur nd scha noswe Zeit, da ikte] Nlng Seine Dies er Vorfüh; Als Abhöre ION, Sonder Schechisch| {on getren galen Koni aus guten urden dan chliffen un leichfallsay Ttigen hatt Ir Schmied! leren letzt uf Weisun Jolch einen jrechend f nit der He Immern ur Ite, wurd die nötien uge in d erfügung zu eordnet, fi gen Zaun I nzufertige 1eraden d stelle... einz Grom de auf den yeauftraglet Leitung De vorzuberel kteines. Di bei welchen hkeit, al?! Köpfe\0 wickelt und Sprengt „Das DB beschädif der Bin oller Sahlng ERRNÜRENALEREADERENESITINIRHRHRRARHRRRINENG kündigte das Gelingen dieses Versuches an... In der Werkstatt der Lager- elektriker wurden 100 m Draht ausgelegt und das vorhergenannte Experiment wiederholt. Bei diesem Versuch ergab sich, daß die Spannung für eine solche Entfernung nicht ausreichte. Eine zweite Batterie wurde mit der ersten hinter- einander geschaltet, so daß die Spannung 12 Volt betrug. Diese Spannung ge- nügte, um auf die vorgesehene Entfernung von 100 m den Glühfaden zum Ver- brennen zu bringen. Gegenüber dem Lager-Haupteingang befand sich eine Baracke. Von hier sollte ein Korb transportiert werden, an dessen Boden zwei Drähte eingeführt waren, die mit zwei Glühlampen verbunden waren und den Sprengstoff zur Detonation bringen sollten. Über den Sprengstoff wurde etwa ein Zeentner Eisen- und Stahlstücke gepackt. Da die Drähte hinter dem Korb hergeschleift wurden, konnte aus sicherem Versteck die Mine zur Explosion gebracht wer- den. Mit den Eisen- und Stahlstücken sollte eine breite Streuung und Spreng- kraft erreicht werden. Alles, was zu dieser Sprengung notwendig war, wurde sorgfältig aufbewahrt und lag griffbereit, um zu jeder beliebigen Zeit Ver- wendung zu finden... Otto Roth! BA 76-4. Bericht vom August 1957. Der Bau des illegalen Senders ... Als der polnische Rundfunkingenieur Damazyn zum Kommando Standort- verwaltung kam, begann sich die dortige Gruppe der Widerstandsbewegung natürlich für seine Person zu interessieren. Nachdem man durch ein in der Poli- tischen Abteilung beschäftigtes Mitglied der Widerstandsbewegung seine Perso- nalien überprüft und sich vergewissert hatte, daß er ein vertrauenswürdiger Mensch war, nahm man mit ihm Kontakt auf. Die Aufgabe, Damazyn für die Widerstandsbewegung zu gewinnen, übernahm der Kommunist Otto Roth, der im Elektrizitätswerk arbeitete. Er war einer der Funktionäre der Widerstands- bewegung von Buchenwald. Damazyn, ein rechtschaffener, nüchtern denkender und scharfsinniger Mensch, kam sehr bald zu der Überzeugung, daß die Hand- lungsweise der Kommunisten die einzig richtige war... SeitEnde 1941(zu einer Zeit, da es in Buchenwald noch keine illegale Organisation der PPR? gab) wirkte Damazyn in der Gruppe der KPD mit, die im Kommando Standortver- waltung arbeitete. Seine erste Aufgabe war es, ausländische Rundfunknachrichten abzuhören. Dies erfolgte durch einen Detektor, der anstelle der ersten Verstärkerröhre des Vorführapparates in der Kinokabine eingesetzt wurde. Als nächstes erhielt er den Auftrag, einen kleinen Kurzwellenempfänger zum Abhören ausländischer Nachrichten zu konstruieren. Schon im Juni 1942 gelang 1 Otto Roth, geb. 1905, 1939-1945 KZ Buchenwald, jetzt Mitarbeiter der VVN-Bundesleitung. = Polska Partia Robotnicza- Partei der polnischen Kommunisten. De ee Zr Zee ee EEE SDTPEENBEREENE a se re Su EEE erg mn Te ge ge BE nee Fe Berngbehe u un rennen u-_— ee ee ee en ee En en es ihm, aus gestohlenem Material den ersten Empfänger zu bauen und ihn der Widerstandsbewegung zur Verfügung zu stellen. Der Empfänger war in einer kleinen Holzkiste von 20X15X6 cm Größe untergebracht und wurde mit dieser zusammen in eine gemauerte Wand des Blocks 40 montiert... Durch die stets in der Nacht abgehörten Nachrichten war die Widerstandsbewegung genaue- stens über die Situation an den Fronten und in der ganzen Welt informiert. Gleichzeitig gelang es dadurch, die Isolierung von der Außenwelt zu über- winden. Außer den politischen Häftlingen befanden sich in Buchenwald auch sowje- tische Kriegsgefangene... Sie stellten in der Widerstandsbewegung von Buchenwald eine bedeutende Kraft dar. Sie waren der Kern der illegalen Mili- tärorganisation. Für sie baute Damazyn im Auftrage der Leitung gegen Ende 1942 einen speziellen Radioempfänger. Er war in den Doppelboden eines Marmeladeneimers(diese Eimer dienten in den Blocks als Schuhfettbehälter) montiert. Insgesamt baute Ingenieur Damazyn im Verlauf von dreieinhalb Jahren 7 Radioempfänger für die Widerstandsorganisation in Buchenwald. Vorwiegend konstruierte er sie nachts in der Kinokabine. Das Material war von dem Kom- mando Standortverwaltung dorthin geschmuggelt oder während der Reparatur von SS-Rundfunkgeräten gestohlen worden. Damazyn widmete dieser Arbeit oftmals ganze Nächte. Es kam sogar dazu, daß er einmal vor Müdigkeit ein- schlief und bis zum Tagesanbruch in der Kabine blieb, während sich sein Kom- mando bereits vor dem Lagertor versammelte. Zum Glück kam im letzten Augenblick Otto Roth zu ihm, weckte ihn und nahm ihn zum Kommando mit. Im Sommer 1942 stießen die SS-Leute auf das Chassis eines Radios, das man weggeworfen hatte. Das rief bei ihnen begründeten Verdacht hervor, im Lager sei ein illegales Empfangsgerät in Funktion, das zum Abhören ausländischer Stationen diente. Unverzüglich ordneten sie während des Abendappells eine peinlich genaue Durchsuchung in allen Blocks an. Glücklicherweise waren die Radioempfänger so schnell versteckt und gut getarnt worden, daß die Kon- trolle ergebnislos verlief. Während der Durchsuchung der sowjetischen Blocks geschah etwas, was für die Gefangenen übel hätte ausgehen können: Ein SS- Mann versetzte dem in der Ecke stehenden Eimer, in welchem sich das Radio- gerät befand, einen Fußtritt, doch er bemerkte zum Glück nichts Verdächtiges. In der zweiten Jahreshälfte 1948, als die Situation an den Fronten den unver- meidlichen Zusammenbruch des Nazi-Reiches bereits deutlich erkennen ließ, traf die Widerstandsbewegung in Buchenwald fieberhafte militärische Vorbereitun- gen, damit jegliche Versuche der SS, die Häftlinge als belastende Zeugen der bestialischen Verbrechen Hitlers zu vernichten, abgeschlagen werden konnten. Im Zusammenhang mit diesen Vorbereitungen kam man auf den Gedanken, eine Sendestation zu errichten. Mit Hilfe dieses Senders sollten die Alliierten alarmiert und um Unterstützung gebeten werden, falls in Buchenwald der Auf- stand gegen die Faschisten ausbrechen würde. Die Verwirklichung dieses Ge- dankens nahm ebenfalls Ingenieur Damazyn in die Hand. 518 Vor all umsehen, konnte. D velangte 1 Platten VO heschlage: Kabine ei Iis Sende den Vorzı Langsa, vorzubere dauerten. tale, Une nischen 1 $-Garag varen Ku och fehl schafft wı man sie 7 ausprobi lie Kabiı verstärke ler vorhi atoren u iusgerüs Za wolno le Blitzah) Isıliem Mußter “amen fir un: Doch R{uno N Inden Ar t arteilg "Ar und ihnd warn einer de mit diey, ıcch die st TT|—————— — UNg genau| It infonnie: elt zu übe. | auch SOWI- i wegung W legalen Ni: gegen End Iboden ein ıfettbehilte halb Jahre „ Vorwieger n dem Kon- er Reparat dieser Arhet üdigkeit eir ch sein Kon- n im letzt mmando m Jios, das sor, im lagt ausländisch dappell fi se waren Ü! 1aß die Kur ischen Bla nen; Bin® A das Rad Verdächtig® op] den une nen Jied, me VorbereltU‘ , Zeugen&! den kon? „ Gedanf® die Alliert vald der 4 yg, dieses> : Vor allen Dingen mußte man sich jedoch nach einem bestgeeigneten Ort umsehen, an dem das Kurzwellensende- und Empfangsgerät eingebaut werden konnte. Die Wahl fiel auf die bereits erwähnte Kabine des Kinosaals. Zu ihr gelangte man auf einer besonderen Leiter. Die Kabine bestand aus doppelten Platten von feuerfester Masse, mit denen ihre vier Stützbalken innen und außen beschlagen waren. So befand sich zwischen den feuerfesten Doppelwänden der Kabine ein Raum von 10cm Breite. Man beschloß nun, in diesen Zwischenraum das Sende- und Empfangsgerät einzubauen. Dieser Ort besaß außerdem noch den Vorzug, daß die Kinoapparatur für den Sender ausgenutzt werden konnte. Langsam und systematisch begann Damazyn die Einzelteile für den Sender vorzubereiten.! Es versteht sich von selbst, daß diese Vorbereitungen recht lange dauerten. Durch Zufall gelangte man in den Besitz aller noch fehlenden Sender- teile. Und zwar erfolgte am 24. August 1944 ein Bombenangriff der amerika- nischen Luftwaffe auf Buchenwald. Während des Angriffs wurden auch die SS-Garagen getroffen. Bei einigen dort stehenden Panzer- und Personenwagen waren Kurzwellenempfänger eingebaut. So konnten die notwendigen, bis dahin noch fehlenden Teile während der Aufräumungsarbeiten nach dem Angriff be- schafft werden. Im Januar 1945 war die illegale Sendestation fertig. Nachdem man sie zunächst außerhalb des Lagers, im Elektrizitätswerk von Buchenwald, ausprobiert hatte, wurden ihre Einzelteile ins Lager geschmuggelt und zwischen die Kabinenwände montiert. Als Senderöhre benutzte man die Röhre des Kino- verstärkers und als Antenne den in der Kinobaracke befindlichen Blitzableiter, der vorher isoliert und vorgerichtet wurde. Die Station war auch mit Akkumu- latoren und einem eigenen Stromerzeuger für den Fall einer Stromabschaltung ausgerüstet... Teofil Witek „Za wolnose i lud“, Warszawa, Nr. 3-4, März-April 1957. Die Antenne des illegalen Senders ... Ich erhielt von meinem Kapo? den Auftrag, auf dem Dach des Kinos den Blitzableiter an zwei mir angegebenen Stellen zu durchschneiden und zwei Isoliermuffen einzubauen. Wir brauchten für unseren Sender eine Antenne und mußten auch eine Erdleitung legen, damit wir eine störungsfreie Anlage be- kamen... Unserem SS-Werkmeister haben wir gesagt, daß wir diese Erdleitung für unsere Kinoapparate brauchten. Das Kino war jedoch nur eine Tarnung. Doch was hätte uns ein Sender ohne Strom genützt? Wir haben der SS-Lager- leitung gesagt, daß unsere Kinovorführungen auch bei Fliegerangriffen statt- (@) finden könnten. Da nun die SS an den Einnahmen der Kino-Eintrittsgelder 1 Am Bau des Senders waren außerdem beteiligt: der Sozialdemokrat Arnim Walther und der Parteilose Helmut Wagner. ® Arthur Ullrich. 519 N) Wr \ I} H I ; "H F) H zer rn > ee ee ee ee a a TE u Se weg Ta eg En EREPERÄETER an Zr ee BER In 4 A “ Dre ie 4 x \n N Sn DE a en FELD DA ESEL MELLE BETZ interessiert war, wurde die Genehmigung von der Lagerleitung erteilt. Wir durften den Strom für das Kino von einem Turm als Freileitung legen. Damit waren wir auch aus der Sorge um den Strom für unseren Sender heraus... Erich Bauer! BA 73-64. Bericht, geschrieben 1957. Weitere Vorbereitungen auf die bewaffnete Aktion ... Wir hatten im Laufe der Zeit zwölf mit Akkumulatoren versehene Schein- werfer beiseite gebracht und der militärischen Leitung zur Verfügung gestellt, ebenfalls tausend Meter Telefonkabel und Apparate. Es wurden Fernsprech- und Funktrupps ausgebildet, wobei auch unser Kamerad Morgenstern maß- geblich beteiligt war. Ich bekam von der militärischen Leitung den Auftrag, immer dafür zu sorgen, daß 20 bis 30 Holzmasten, wie wir sie zu elektrischen Anlagen brauchten, vor- handen waren. Dieser Auftrag kam im Spätherbst 1944. Zwei Tage vor unserer Befreiung, am 9. April 1945, erfuhr ich, welchem Zweck diese Holzmasten dienen sollten. Da erhielt ich nämlich den Auftrag, an drei bestimmte Stellen beziehungsweise in deren Nähe je vier solcher Masten zu transportieren. Wie ich das der SS gegenüber verantworten würde, wäre meine Sache. Diese drei Stellen lagen aber in unmittelbarer Nähe der drei Tore, und bei dem Tor, das neben dem Wachturm 2 lag, wurden auch die Masten dann dazu benutzt, um es am 11. April zu durchstoßen. Die Tatsache, daß eine Reihe solcher Anweisungen aber schon lange vorher gegeben wurde, zeigt, wie weitsichtig die militärische Leitung all diese Dinge vorbereitet hatte. Die Masten sollten auch eventuell dazu dienen, sie einfach nebeneinander über den Drahtzaun und die Spanischen Reiter zu werfen, um so die Möglichkeit zu schaffen, auszubrechen. Eine entscheidende Aufgabe war, Maßnahmen zu treffen, die Lampen, die nachts den 342 km langen Stacheldrahtzaun erleuchteten, von einer Stelle aus- zuschalten. In Abständen von zehn Metern waren Lampen angebracht, die, nach unten gerichtet, innerhalb des Zaunes nur die Spanischen Reiter beleuch- teten. Sie waren in Serien von 7, 8 oder auch 9 Lampen angeschlossen, so daß bei Kurzschluß immer nur ein Stück von 70 bis 80 Metern unbeleuchtet blieb. Die Posten mußten in einem solchen Fall vom Turm herabklettern, sich neben den Zaun stellen und an ihm entlangsehen, um festzustellen, ob an dieser Stelle ein Fluchtversuch unternommen wurde. Nach reiflicher Überlegung wurde ein Weg gefunden, das Ausschalten der gesamten Zaunbeleuchtung von einer Stelle aus zu ermöglichen. Es galt nun, dem Kommandoführer Fröbel klarzumachen, warım am Zaun etwas geändert werden mußte. Es war die Zeit, wo schon sehr schwer Kupferdraht zu bekommen war und durch die Entfernung eines solchen Drahtes von der roten Notbeleuchtung des 1 Erich Bauer, geb. 1907, 1938-1945 KZ Buchenwald, jetzt Mitarbeiter im Ministerium des Innern. 920 Lagers, die würden 37 | konnten. D Inutete, da uicht gesche Alsich F Inh er sich Nach dre hraufhin k Diese Ei tscheiden Lager... 4560-19. Be ‚Die] die Mi tahren, 1 1e alleeı Säsernen Ihn abzu: Auch hi hbe hin; ıkommer auchten {stört he den Jet Iren ohı kauf Asammer Schwer f Affen Dem W: Isen,s AUS, q Nam br de ENe, zu Olwend "Unter hene Schein ung gestell Fernspred, nstern mal} ir ZU sorger uchten, v ch, welche ı Auftrag, a cher Master würde, wir er drei Tor ‚ die Master lange vorke diese Dine , sie einfad ı werfen, un Lampen, di or Stelle aus ebracht, di iter belut: sen, so dl) uchtet lieh 1, sich nebe dieser Stelk schalten m am Zan nen war Il uchtung©? um des Im El Erich Bauer!} | F E| ERKAERRERARIRRRARN] Lagers, die am Zaun angebracht war(in Abständen von 100 m eine Lampe) würden 8/4 km Draht frei, die zu anderen Installationen verwandt werden konnten. Diese Notbeleuchtung war von einer Stelle einzuschalten und be- deutete, daß sich im Lager SS-Leute befanden und deshalb vom Turm aus nicht geschossen werden durfte. Als ich Fröbel diesen Vorschlag machte, sann er eine Zeitlang nach und sagte, daß er sich das überlegen würde. Nach drei Tagen ungefähr mußte ich ihm das noch einmal erklären und daraufhin konnten wir meinen Vorschlag verwirklichen. Diese Einrichtung brauchte nie benutzt zu werden, sie war aber eine sehr entscheidende Maßnahme zur Vorbereitung eines Ausbruches aus dem Lager... Arthur Ullrich BA 562-19. Bericht vom September 1957. Die ständige Kontrolle der Stärke und der Bewaffnung der SS ... Die Feststellung der Truppenstärke war sehr einfach. Hier bestand ein- mal die Möglichkeit, über die Truppenküche die Stärke der Essenempfänger zu erfahren. Doch diese Zahlen waren uns zu ungenau. Sie genügten jedoch für eine allgemeine Kontrolle der Stärke. Ging es aber darum, in den einzelnen Kasernen die Truppenstärke zu ermitteln und die Veränderungen mit dem Plan abzustimmen, dann wurde eine besondere Kontrolle unerläßlich. Auch hier ergaben sich keine großen Schwierigkeiten. Vor jeder Schreib- stube hing eine Tafel mit der Soll- und Iststärke. In die Gebäude hinein- zukommen, war sehr leicht. Die Häftlinge, die als Handwerker tätig waren, brauchten sich nur beim UvD! zu melden und konnten dann im Gebäude un- gestört herumlaufen. Am Anfang wurde zwar noch ein Posten mitgegeben, doch in den letzten Jahren wurden selbst Arbeiten für mehrere Tage von den Häft- lingen ohne jegliche Kontrolle der SS ausgeführt. Im Vorbeigehen genügte ein Blick auf die Tafel. Draußen konnten dann die Zahlen der einzelnen Kompanien zusammengezählt werden. Damit war die Stärke ermittelt. Schwerer war die Kontrolle der Waffenbestände. Hier mußte zu einer List gegriffen werden. In jeder der Kasernen I bis IV war eine Waffenkammer, die einem Waffenmeister unterstand. Wollte die militärische Leitung den Bestand wissen, so ging ein Elektriker los, schraubte die gute Sicherung des Stromkreises heraus, an dem die Waffenkammer hing und ersetzte diese durch eine defekte. Nun brannte auf dem Boden und in der Waffenkammer kein Licht mehr. Jetzt brauchten wir nur noch auf einen Anruf, der die Behebung des Schadens for- derte, zu warten. Nach diesem Anruf waren eine ganze Reihe unnützer Arbeiten notwendig. Hier wurde eine Leuchte abgehängt, dort eine Verbindungsdose I Unteroffizier vom Dienst. 921 SEE mar renane u D B) ! f H u kB 1 I Y en Fr ee Ener er ne a FI a u, en ge Ze En an De ae en Ener Se See oe Sn San ne eg ee et EEE RTE u u ee eu Era er eg RESELLER ERSTES A abgerissen, die Schalter aufgeschraubt und zwischendurch die auf den Regalen liegenden Gewehre, sMG, IMG, Handgranaten- und Munitionskisten gezählt, Die Waffenmeister waren wachsam und beobachteten jeden Schritt. Sicher hatten sie Angst, es könnte so ein sMG in die Hosentaschen des Häftlings ver- schwinden. Erst als alles„registriert“ war, wurden die absichtlich unter- brochenen Verbindungen wieder in Ordnung gebracht, und das Licht brannte wieder. Dieses Spiel wiederholte sich bei der Überprüfung der Waffen in allen Kaser- nen. Die Ergebnisse wurden dem Kapo der Lagerelektriker übermittelt, und dieser trug sie auf einer Karteikarte ein, auf denen Zugang und Abgang von Elektromaterial vermerkt waren....! Otto Roth BA 76-4. Bericht vom August 1957. Suche nach einem Blinkgerät ... Ein Arbeitskommando fuhr täglich von Weimar nach Erfurt und zurück. Dieser Weg führte am Flugplatz Nohra vorbei. Dabei beobachtete man in den Abendstunden ein Blinkgerät im Kasernenbereich von Buchenwald. Diese Mit- teilung ging an die illegale Lagerleitung. Die militärische Leitung bekam den Auftrag, festzustellen, wo das Blinkgerät steht und wie es beschaffen ist. Zu- nächst mußte vom Gelände aus erkundet werden, wo es stehen könnte. Die Richtung des Flughafens war aus den Landkarten bekannt. Es konnten dem- nach nur drei Gebäude in Frage kommen und zwar Kaserne II und IV und das Führerledigenheim. Nur diese Gebäude lagen in der betreffenden Richtung. Kaserne II und IV wurden ohne Ergebnis durchsucht. Also blieb nur der Boden des Führerledigenheims... An der Tür hing ein Zettel mit dem Hinweis, daß sich der Schlüssel beim UvD befindet.— Verflucht, dieser Halunke gibt uns doch den Schlüssel nicht her, und ein Grund, auf den Boden zu gehen, war nicht zu finden! Zu allem Ärger hatten die Burschen der SS-Führer vor der Bodentür eine Schuhputz- bude aufgemacht. Jeden Moment konnte so ein Putzer kommen, um die Stiefel seines Herrn zu reinigen. Schnell das Schlüsselloch angeschaut und ab in die Werkstatt, ein Stück Stahl gebogen und gefeilt: fertig war der Dietrich- für die Verhältnisse im Lager ein gefährliches Instrument! Mit so einem Ding er- wischt zu werden, kostete mindestens 25 Stockhiebe. Also los, nochmals ins Ledigenheim, einen Augenblick gewartet und gehorcht, dann schnell die Tür aufgesperrt!— Eine steile Treppe führte auf den Boden. Aha,da stand schon das Ding, das gesucht wurde. Ein stativähnliches Gestell mit einer montierten Lampe, bestückt mit einer 60-Watt-Birne, dahinter ein Hohl- spiegel, der durch eine gelbliche Glasblende vermutlich das helle Licht etwas dämpfen sollte. Eine Schnur führte über einen Taster zu einer 24 Volt-Batterie. 1 Vgl. S. 365. 522 So, meh sich gel erim Pl Bereich es finde So eil wenn e: BA 76-4. ud Buchen bewafft sitzung schen 7 Die ı gelang“ Zum sie ach Brigad An ı Suppe Zeit aı zu ble führun Die ine X ind ei das V Nopa; Lyser Sirotl Vikto gener und! einen Im eine Ihneı D; k urz EEE LDDDLIIRNANIORDDEDBDERKERRRRRKRKERRRERRRRRERDBRRERRDERBERDEDEDDEHÄRSHAAARAANNARRHAHAHHNAHAAANAKRN wur, j al . So, mehr brauchten wir nicht, die Mitteilung aus dem Außenkommando hatte rt Si sich gelohnt. Eine wichtige Sache für uns. Sofort konnte dieser Fakt, nachdem lin er im Plan berücksichtigt worden war, an die Gruppe gegeben werden, in deren ic,- Bereich das Ledigenheim lag. Ein kurzer Hinweis, wo das Gerät steht, wie man ich ba es findet und wie es zerstört wird, genügte. 1 Fe So ein kleines Blinkgerät hätte uns einen großen Schaden zufügen können, I wenn es die militärische Leitung nicht erfahren hätte... hi! alen Ka Otto Roth 4 mittelt, un BA 76-4. Bericht vom August 1957. I Abganr ı N KH IM Otto Ro Die Schaffung illegaler Kampfgruppen der sowjetischen Häftlinge IN Hu ... Das Hauptziel der militärischen Vorbereitungen im Konzentrationslager N Buchenwald war für die Häftlinge die Selbstbefreiung durch einen offenen ai bewaffneten Aufstand. Schon im Jahre 1942 und im Frühjahr 1943 wurde auf if Sitzungen der illegalen Leitung die Aufgabe, illegale Kampfgruppen militäri- Fi und an schen Typs zu organisieren, behandelt. A A Die ersten sowjetischen Kampfgruppen wurden in den Baracken der Kriegs- Mi 1. Diese\ gefangenen durch N. Simakow, S. Baklanow, I. Nogaiz Mitte 1943 geschaffen. I ; bekan Zum 26. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution organisierten i affen ist, sie acht Kampfgruppen, aus denen später die erste illegale Kriegsgefangenen- I könnte.| Brigade formiert wurde. N onnten di An diesem Feiertag wurde eine eigenartige Besichtigung dieser Kampf- N dIV und gruppen durchgeführt. Jede Gruppe erhielt den Auftrag, zu einer bestimmten N en Richtui Zeit an einem bestimmten Platz zu erscheinen und dort einige Minuten stehen ii ur der Bot zu bleiben. Ein Mitglied des politischen Zentrums überprüfte dann die Durch- Mi führung dieses Auftrages. Alle Kampfgruppen waren an Ort und Stelle. I "hlüssel bei Die Brigade bestand aus drei Bataillonen, ein Bataillon aus drei Kompanien, HM chlüssel nit! eine Kompanie aus drei Zügen. In jeder Unterabteilung war ein Kommandeur Hl on! Zu alks und ein Politarbeiter. Zum Kommandeur der Kriegsgefangenen-Brigade wurde HN e Schuhpul das Mitglied des Zentrums Stepan Baklanow emannt, zum Kommissar Iwan N m die Stel Nogaiz. Kommandeure der Bataillone waren: Iwan Steptschenkow, Alexej 1 nd ab di Lysenko und Viktor Popow; Kompanie-Kommandeure: Viktor Bacholdin, Boris up Jietrich I Sirotkin, Josif Romanenko, Semjon Karpow und andere. Politleiter waren: Hl ‚em Ding€* Viktor Pimenow, Pawel Babkin und andere. Der größte Teil der Kriegsgefan- Ki | genen von Buchenwald arbeitete in den Gustloff-Werken und in den Reparatur-| und sehon! und Schlosserwerkstätten, wo jedes Arbeitskommando die Grundkampfeinheit, N f den Boden einen Zug bildete.“2 Bi. H = Gestell#! Im Herbst 1943 war unter den politischen Häftlingen von Buchenwald schon 11 ter ein Hit mr ae An ke anetecher Soldaten, Offiziere und Politarbeiter, und unter Mi sch ei! ihnen viele alte ziere. ki Inc Die große Anhäufung von Frontsoldaten und Militärspezialisten, die erst Fi kurz vorher an der Zerschlagung der Faschisten vor Moskau, Stalingrad und am K IR 523 Hi Bee SE ar ar EEE DE DAN RE MEET a we rer x „r I “ { ‘ ‚1 \ Mi 5 \ \ Ä . MEERE Un mE wur wu. un nun m nun nn nn nn Kursker Bogen teilgenommen hatten, gab dem Zentrum die Möglichkeit, die Schaffung von illegalen Kampfgruppen auch innerhalb der„zivilen“ Häftlinge zu beschließen. Die Durchführung dieses Beschlusses war dem Oberstleutnant Iwan Smirnow, dem Oberstleutnant Boris Nasirow, Hauptmann Nikolai Sadu- mow und anderen Offizieren übertragen worden... Nach einigen militärischen Beratungen wurde die Struktur der illegalen Mili- tärorganisation ausgearbeitet. Im Mai 1944 waren in Buchenwald unter den politischen Häftlingen zwei Brigaden geschaffen worden:„Stein“ und„Holz“. Diese Bezeichnung kam von der Unterkunft der Häftlinge, die in Stein- und Holzbaracken wohnten. Und im Winter 1944 war die„Kleine“ organisiert worden, die Brigade der Häftlinge des Kleinen Lagers. Diese Brigade war als Reserve gedacht. Die organisatorische Struktur war die gleiche, wie in den Baracken bei den Kriegs- gefangenen, nur mit dem Unterschied, daß die Grundeinheit der Kampf- gruppen— der Zug— bei den politischen Häftlingen nicht nach dem Arbeits- platz, sondern nach den Blöcken formiert wurde. Als Kommandeure der illegalen Brigaden wurden eingesetzt: von„Stein“ Boris Bibik, von„Holz“— Boris Nasirow, von der„Kleinen“— SergejSchewzow, als Brigadekommissare: Wassili Asarow, Grigori Dawidse, Stepan Berdnikow, als Bataillonskommandeure: Nikolai Sadumow, Pjotr Bobrischtschew, Valentin Lagunow, Sergej Charin und andere Kameraden. Gleichzeitig mit der Formierung von Widerstandsgruppen wurde ein aus- führlicher Aktionsplan ausgearbeitet. Zur Ausarbeitung dieses Planes zog das Zentrum Militärspezialisten heran: Oberst Kusma Karzew, Oberst Nikolai Potapow, Oberst Pjotr Fortunatow, Oberst Kalantschuk, Shilzow, Chljupin und andere. Zur Aufstellung eines begründeten, wirksamen Planes wurde eine sorgfältige Aufklärung des Bewachungssystems, der Feuerstellungen um das Lager, der Unterbringung der SS-Einheiten in den Kasernen, der Munitionslager, der Garagen, der Autoparkplätze und der anderen Objekte organisiert. Für alle diese Arbeiten wurde eine besondere Gruppe von Aufklärern aufgestellt, die aus erfahrenen und mutigen Offizieren bestand. Die Aufklärungsgruppe wurde später von Oberst Kusma Karzew geleitet. Die Aufklärung in den SS-Kasernen wurde vom Häftlings-Reinigungs- personal, Mitgliedern der illegalen Organisation, durchgeführt. Zu ihren Auf- gaben gehörte, Informationen über die Lage der Zimmer und Korridore der Kasernen, die Aufbewahrungsorte der Waffen, die Zahl der SS in jeder Kaserne und in jedem Zimmer und andere wichtige Unterlagen zu geben. Die Auf- klärung der Feuerstellungen hatten die Häftlings-Essenträger zu besorgen, die das Essen zu den SS-Posten außerhalb des Lagers zu bringen hatten. Von Zeit zu Zeit wurden in diese Kommandos Mitglieder des militärpolitischen Zen- trums und Kommandeure der Kampfgruppen eingeschleust. Die Angaben der Aufklärung halfen den Aktionsplan zu verfeinern und zu erweitern. Man konnte nicht voraussehen, unter welchen Umständen die bewaffnete Aktion vonstatten 524 \" sehen wi I) sein, Die mi Beide wul Die 4 5 ngeteilte Garagen den Brig: Kanpfgru ‚hwischer Nach d Leute unc In, jeder Inlangs\ ıchtunger hrauf, we Ieneuen usammer Iine grol zeren, di nung st Olizier u &ine Maı Im Fal der Häf nd der rem bi Es wu &ten er] Suppen \ fen 7 Wahrt Losungs ct (em Fu Den Kutsche dm Um Vo Yal, a ' F lichkeit, di| gehen würde, doch mußte für jeden Fall ihr organisierter Charakter gesichert 1" Häftling sein. erstleutnn| Die militärische Leitung arbeitete zwei Varianten des Aktionsplanes aus. ikolai Sndı-| Beide wurden vom Internationalen Komitee beraten und bestätigt... h Die 4 sowjetischen Brigaden hatten die Aufgabe, den Zaun auf den ihnen egalen Mil zugeteilten Abschnitten in Richtung der SS-Kasernen, der Munitionslager, der d. unter de Garagen und des SS-Hospitals zu durchbrechen. Dieser Abschnitt war unter und„Hol den Brigaden aufgeteilt worden. In den anderen Abschnitten mußten die ı Stein!) der deutschen, polnischen, französischen, tschechischen und jugo- ı slawischen Illegalen den Zaun durchbrechen... Be Teen er Feen Brigade de Nach dem Appell sammelten die Kommandeure der Kampfgruppen ihre M redacht. Di U Leute und führten mit ihnen Schulungen durch. In jeder Brigade, jedem Batail-" den Ken lon, jeder Kompanie ging eine verstärkte Vorbereitung auf die Aktion vor sich. NH der Kart Anfangs wurden die allgemeinen Thesen des Aktionsplanes und die Haupt- I Tem Aa richtungen der angenommenen Schläge studiert. Danach konzentrierte man sich h) darauf, wo und wie der Durchbruch durch den Draht erfolgen sollte. Es wurden MN Stein? die neuen militärischen Vorschriften der Sowjetarmee, die aus dem Gedächtnis N ;jSchewan zusammengestellt worden waren, und die Bewachung des SS-Lagers studiert." Bert Eine große Hilfe erhielten die Gruppenkommandeure von den älteren Offi- IN ou Va zieren, die ihr ganzes Wissen für den Kampf gegen den Faschismus zur Ver- Mt j fügung stellten. Die bewaffnete Aktion sollte unter für jeden Kommandeur und 4H va Offizier ungewöhnlichen Bedingungen stattfinden: außer den Baracken gab es In rde EN keine Manövrier- und Deckungsmöglichkeiten. IH = Noll Im Falle eines Mißerfolges gab es keine Rückzugsmöglichkeit— das wußte 1 N Ohljupin wi jeder Häftling von Buchenwald. Der ganze Erfolg hing von der Plötzlichkeit N und der Schnelligkeit der Operation ab, ja das geringste, selbst kurzfristige Zögern beim Angriff bedeutete den sicheren Tod. Es wurden die Methoden des Partisanenkampfes in dichtbesiedelten Ge- een je sorglilit J s Lagtt" bieten erläutert. Sonntags wurden von Zeit zu Zeit Besichtigungen der Kampf- IN nslagen F gruppen durchgeführt. Und gegen Ende des Jahres 1944 begann man deutsche ii ert, Ki\ Waffen zu studieren. Das war eine der gefährlichsten und verantwortlichsten I fgestlt f Aufgaben. Bei entsprechender Bewachung wurde das Studium der Waffen in iR muppe WI den Bataillonen, Kompanien in verschiedenen Teilen des Lagers durchgeführt: I die in Waschräumen, Kellern, Kohlenbunkern. I Rein y Die betreffende Kampfwaffe wurde in der Kinderbaracke(Block 8) auf- hi u Ihren@ bewahrt und in einer Sanitätstasche herausgegeben. Nach einem festgelegten N Koride Losungswort gab Nikolai Sadumow, der Wärter dieser Baracke, die Waffe auf M oder m höchstens zwei Stunden heraus, danach wurde sie zurückgebracht und unter M en jr di ‚dem Fußboden versteckt. Ih be la Die Illegalen studierten das System und die Wirkung der Einzelteile des" u„Ta ‚deutschen Karabiners, der Pistolen„Mauser“,„Parabellum“,„Walter“ und auch W z MM ‚den Umgang mit der selbstgefertigten Handgranate. ji m kon! 1 Vgl. S. 494 bis 502. Mi jn vonstt I gene) 525 eure Ben > = LIE IIERIIIRTIREREREEETERTTERTETETETERERERT Der Kommandeur eines illegalen Bataillons, S. Charin, schreibt in seinen Erinnerungen: „Ende 1944 nahm ich an einer Sitzung des militärpolitischen Zentrums teil, auf der verschiedene Varianten der angenommenen Kampfhandlungen be- sprochen wurden, und wo konkrete Aufgaben gestellt wurden. Später studierte ich diese Varianten mit allen Kommandeuren und Politarbeitern meiner Kom- panie. Im Auftrage und auf Anweisung des Chefs der Aufklärung, Oberst K. Karzew, ging ich öfter mit dem Kommando der Essenträger für die SS hinter den Stacheldraht zur Auskundschaftung der Objekte und Gebiete der zukünf- tigen Kampfhandlungen des bewaffneten Aufstandes. Einige Male ging ich mit den Kompaniekommandeuren hinaus zur Aufklärung der Stelle, wo mein Bataillon den Draht durchbrechen mußte und wir beobachteten stundenlang die Regeln und Handlungen bei der Ablösung der das Lager bewachenden SS- Posten. Hier, an Ort und Stelle, überlegte ich meine Aufgabe und stimmte sie mit den Aufgaben der Nachbarbataillone ab. In Erfüllung der von mir gestell- ten Aufgaben wurde dann ein Plan zur Einteilung der Kräfte und Mittel auf- gestellt, indem dies mit Ort und Zeit der Handlungen abgestimmt wurde.“ Dieselbe geheime, angespannte und von Kleinarbeit erfüllte Vorbereitung und Aufklärung der Lage wurde in allen Bataillonen und Kompanien der sowjetischen illegalen Abteilung durchgeführt. Sturmgruppen, die für den Durchbruch durch den Stacheldraht vorgesehen waren, wurden ausgebildet. Auf Anweisung des militärpolitischen Zentrums wurden zusätzlich Versor- gungs- und Sanitätsabteilungen geschaffen. Zu ihrer Aufgabe gehörte die Siche- rung der normalen Versorgung mit Lebensmitteln und Kleidung im Falle eines erfolgreichen Aufstandes. Außerdem bemühten sich diese Abteilungen um die Versorgung bedürftiger Häftlinge mit Kleidung und Wäsche. Verantwortlich dafür war Konstantin Rudenko. Längere Zeit dauerte die Organisation spezieller Sanitätsgruppen. Diese Arbeit leitete Nikolai Tytschkow, der im Lagerhospital arbeitete. Dabei half ihm aktiv der Arzt A. Gurin. Nikolai Tytschkow erzählt: „Im Januar 1944 erhielt ich vom Zentrum den Auftrag, eine Sanitätsgrupp® zu organisieren, die in der Lage sein mußte, während des Aufstandes die Erste Hilfe zu sichern. Es begann die Suche nach medizinischen Mitarbeitern. Mein Aktiv- Leonid Suslow, Valentin Schewzow, Grigori Tkatschew und andere Kameraden— gingen nach dem Abendappell in die Lagerbaracken und warben die geeigneten Leute für die illegale Sanitätsgruppe. Es wurden Schulungen für Sanitäter durchgeführt, teils direkt im Hospital, teils in den Baracken. Die militärische Sanitätsgruppe der sowjetischen illegalen Einheit umfaßte etwa 100 Personen. Mit Hilfe deutscher und französischer Kameraden wurden die notwendigen Instrumente und Medikamente vor- bereitet.“ Nikolai Tytschkow war unerwartet gezwungen, seine Arbeit während des Angriffs der alliierten Luftstreitkräfte am 24. August 1944 auf Buchenwald zu 526 4 herprüfen. fänpfer di nden und| In einzel ildet, Zu harten Tr. Ihrer. Die ılentin L selangene, Tlieger, di indischen Inter diese Ballanono, Kju odinensch Am 19,| scher Kor Itischen Vesammlı Bestehen ı Itarbeit| haus di Nach de tlühten V Luvachses SzurBi | de G Ohllsien Ungsarbe; N rd {le Zusg RERKREFRFERERERRERRDRERDRDDIDODDRRARRAR PARRRRERKERRRERERRRTREFRRERRNENENRLEDENDEITIRSSRRARSRANHARRHAHARHNARARARAN RE SEITE) in Seinen überprüfen. An diesem Tage wurden viele Häftlinge getötet und verletzt.! Die Kämpfer der Sanitätsgruppe retteten selbstlos das Leben vieler ihrer Kame- Ikrums teil raden und erleichterten die Leiden der Verwundeten. tungen he In einzelnen Bataillonen wurden Kampfgruppen für das Transportwesen ge- M er studier bildet. Zu ihren Aufgaben gehörte die sofortige Nutzung der vom Feinde er- 1 einer Kon- oberten Transportmittel. Zu dieser Gruppe gehörten Kraftfahrer und Panzer-'H ng, Obent fahrer. Die Gruppe für Transportwesen wurde von Genadij Schtschelokow und" ie SS hinter Valentin Lagunow geleitet. Im kleinen Hospital für sowjetische Kriegs-\ der zukünf- gefangene, in der Baracke 7, befanden sich, als Kranke getarnt, einige erfahrene i le ging id Flieger, die im Falle von Erbeutung feindlicher Flugzeuge durch die Auf- Ni e, wo mein ständischen während der bewaffneten Erhebung eingesetzt werden sollten. ii tundenlanı Unter diesen Fliegern befand sich der Held der Sowjetunion Sergej Krawzow... Ni henden$}: Baklanow, Kjung u. a. in der Lektion„Die Bezwinger des Todes“ 114 stimme(Maschinenschrift- russisch), S. 49-57. H mir gest ö ii | Mittel aul MN wurde.“ Wie die Italiener an der Geheimorganisation beteiligt waren H /orbereitun" npanien Am 19. Januar 1944 traf, aus Frankreich kommend, die erste Gruppe italie- M lie für d nischer Kommunisten ein; einen Monat nach unserer Ankunft und nachdem wir Mt oehildet. politischen Kontakt aufgenommen hatten, wurden wir aufgefordert, an einer Ri lich Verst Versammlung teilzunehmen, in der die deutschen Kameraden uns über das“ te die Side Bestehen einer Militärorganisation in Kenntnis setzten. Wir haben uns zur Hi n Falle eins Mitarbeit bereit erklärt. Es wurden die ersten beiden Gruppen gebildet, die I ngen um di sich aus den besten Kameraden des Lagers zusammensetzten. IN antwort Nach dem Eintreffen einer ansehnlichen Gruppe von Kameraden aus Triest N erhöhten wir unsere Effektivstärke von zwei auf vier Gruppen! Auf Grund des MN „Die Zuwachses im vergangenen Februar 1944 reorganisierten wir unsere Truppe, I a“ bo was zur Bildung von 5 Gruppen führte. IN) de Jede Gruppe bekam genau festgelegte Aufgaben, sei es hinsichtlich der I Mobilisierung der italienischen Streitkräfte, sei es in der politischen Vorberei- 1 a tungsarbeit, wobei jedem eine Aufgabe in den Plänen eins und zwei zugewiesen NN nitatsgttl! wurde.? ih yfstandes I ii Mitarbele® Zusammensetzung der italienischen militärischen Geheimorganisation i) atsce h. Befehlshaber— Bertolini(im Lager: Vittorio Sarpi){Hl baraden! Stellvertreter— Zidar n og Verbindungsmann— Berti" m op“ chen ig l. Gruppe— Gruppenführer Pupilli, Fabris Ido, Altana, Cassini, Peirano. N französl; De 5; Degano, Grosso, Dalla Pria, De Marchi Gino. Bi kamente nr ir Sponton, Marenda, Seffin, Reveland. ii rend&|| Susan I un u Vgl. S. 494 bis 502.% s27 hi i Ki nn See ee SEI IDEE L PR RE ee z LFI ER DE z u nd an Mh Be ! 4. Gruppe— Gruppenführer Marconi, Settomini, Stradiotto, Zanotti. 5. ex% Mezzini, Marino, La Rocca, Pisani. Eine bestimmte Anzahl von Kameraden war in diese Organisation nicht ein- bezogen, weil ihr körperlicher Zustand es nicht zuließ, einige andere aus Grün- den der Sicherheit. Andere, vor allem die Kameraden Ciufoli, Rivolti, die eben- falls Kenntnis von unserer militärischen Geheimorganisation hatten, sollten die politische Leitung und die Mobilisation der Italiener, die in der ersten Mobili- sation nicht erfaßt worden waren, sicherstellen. Der den Italienern zugewiesene Abschnitt befand sich zwischen den Wach- posten 28 und 33 der äußeren Postenkette am Bahnhof und Baulager. An der Durchführung dieses Plans sollten drei Gruppen teilnehmen. Die 1. Gruppe für die Wachposten 28, 29, 30, die 2. Gruppe für die Wachposten 31, 32, 33, die 3. Gruppe als Reservegruppe, die 4. Gruppe für das Innere des Bahnhofs und die 5. Gruppe zur Verfügung der Leitung für Sonderaufträge. Es ist klar, daß mit diesen wenigen Kameraden die Ausführung des Planes nicht gelungen wäre. Dazu hätte jede Gruppe eine Anzahl von Italienern mobi- lisieren müssen. Jeder Mann dieser Gruppen sollte zwei Antifaschisten bei sich haben, die aus den besten Kameraden unserer italienischen Gemeinschaft aus- gewählt waren. Aus Sicherheitsgründen sollten nicht alle Italiener an ihren Platz gebracht werden, sondern nur die für die Aktion unbedingt erforderliche Zahl, die da- durch auf 70 Mann beschränkt wurde; die anderen sollten sofort von den noch im Lager verbliebenen Kameraden angeleitet werden. Die Aktion sollte über- raschend ausgeführt werden, wobei dem Feind die erforderlichen Waffen ab- enommen werden sollten. Nach dieser ersten Periode sollte sich unsere Aktion in Richtung auf den süd- lichen Teil des Lagers entwickeln. Für den Fall, daß der Lagerausgang versperrt und die Außenkommandos zurückgekehrt waren, bestand für das Innere des Lagers ein Offensiv- und ein Defensivplan. Unsere Aufgabe— die Aufgabe der„Lateiner”— bestand darin, in den. Stacheldrahtverhau am Nordteil des Lagers eine Bresche zu schlagen, und zwar’ in dem Abschnitt zwischen den Türmen 13 und 18. Für diese Operation standen 18 Gewehre mit 150 Schuß Munition zur Ver- fügung, ferner einige Flaschen mit leicht entzündbarer Flüssigkeit, Draht- scheren zum Durchschneiden des Stacheldrahtes, isolierte Haken zum Zer- reißen der unter Strom stehenden Drähte und Bretter, die als Brücke dienen: sollten. Es war daher seit sechs Monaten eine französische Kompanie instruiert: worden, die die Bresche schlagen sollte, während der Rest der Streitkräfte vor- 328 || rickte, dur " jußeren Si under Lie inden$- ‚| Gruppe Gruppe |} Gruppe \ K Gruppe „Gruppe Ein Ver: gesehen AZIN-9, B AUSZÜge Am Ab 20° bei Jet einen ntyerlui In Ver ten der twendh 5 aus Ötaud& Bradley Alon ent Nir er Otolfen Orc rlste Amsl U, wo März Uhr Kup! N Buche ion nicht ein ere aus Grin. lt, die eben 2n, Sollten di ersten Mobil an den Wadı ager. men. fin ng, des Pl alienern mil) histen bei si neinschaft a Platz gebral ‚Zahl, die& - von den nn on sollte üb en Wafen ab en sul‘ g auf d enkommant' 1 Fensiv- Und! darın, in# nd ZN gen, U nition zu\® sigkelt D n ken zun Brüd. panie treitk N M hjent HM u let BERNER DEDDDDDIWANDDRDADADRERRERKRERERRERRKERRRRRERSERDERRNEDENEIEDEDINHRAHAAAHAANAAHARAHAR AAHANANAN ER ENE rückte, durch diese Bresche ausbrach und mithalf, die gesamte Postenkette der äußeren Sicherung zu liquidieren, um dann wieder nach Süden vorzustoßen und an der Liquidierung der Widerstandsnester teilzunehmen, die eventuell noch in den SS-Kasernen vorhanden waren... Mobilisation der Italiener 1.Gruppe übernimmt Mobilisation des Blocks 42 2. Gruppe 3 se der Italiener der Blocks 26, 32, 10 3. Gruppe>> der Italiener des Blocks 14 4. Gruppe; 3» der Italiener der Blocks 39, 34, 22 Ü L . Gruppe Sonderkompanie des Lagers. Ein Versammlungsplatz aller Italiener war zwischen Block 42 und Block 47 vorgesehen. Renato Bertolini Ferdinando Zidar BA 7119-3. Bericht, im Juni 1958 dem BA übergeben. Der Vormarsch der amerikanischen Truppen (Auszüge aus den Erinnerungen des Kommandeurs der 3. amerikanischen Armee) Am Abend des zweiundzwanzigsten! ging die 5. Infanteriedivision um 22.302 bei Oppenheim über den Rhein und damit zum dreiundzwanzigstenmal über einen Fluß; bis Tagesanbruch hatten sie sechs Bataillone bei einem Ge- samtverlust von 28 Gefallenen und Verwundeten übergesetzt... Im Verlauf eines Gesprächs mit Bradley? über die Demarkationslinie zwi- schen der Dritten und Ersten Armee regte ich an, nach Einnahme Kassels eine Ostwendung in Richtung Leipzig/Dresden vorzunehmen. Der Gedanke war teils aus eigenem Kartenstudium und teils aus Unterhaltungen mit General Giraud geboren. Bradley nahm ihn gut auf, weshalb wir Pläne zur Durchführung dieser Ope- ration entwarfen... Wir erhielten Befehl, so schnell wie möglich zur Linie Werra-Weser vor- zustoßen und von dort östlich zur Elbe. Höhere Stellen rieten uns zu langsamer Durchführung dieser Bewegung. Wir wiesen jedoch darauf hin, daß Kampf- werluste nur durch Schnelligkeit vermieden werden könnten... Am 31. März flog ich ins Hauptquartier des XII. Korps im Osten von Frank- Furt, wo ich erläuterte, daß das Korps nach Überschreitung der Werra und 1 März 1945, 27 Uhr. ® am 28. März 1945.. 34 Buchenwald 529 ee ne wenn Seele Enge en ns Fee, a ee een E70 Es SORERFREE oc ee ee ' an EEE De DEE ee RIEF LL KREILTEETER CHE Weser seinen Vormarsch auf fünfundzwanzig Kilometer täglich beschränken müsse. Ursprünglich wollte ich auch zum XX. Korps fliegen, um dort das gleiche zu sagen; da aber Walker im Hauptquartier des XII. erschien, wurden alle Ver- einbarungen dort getroffen. Dann fuhr ich zum Flugplatz, um zum VIII. Korps zu fliegen. General Sibert, G-2 der Zwölften Armeegruppe, landete gerade und signalisierte mir, zu warten. Er hatte einen— wie er sagte— vielversprechenden Plan für die Eroberung des deutschen Nachrichtenzentrums im Raume Gotha, Erfurt, Wei- mar und Ohrdruf bei sich... Wir gingen den Plan durch, der einen raschen Vormarsch auf das Weimarer Viereck mit Eddy am rechten und Walker am linken Flügel vorsah. Dann sagte ich ihnen, es sei dies die größte Chance der Weltgeschichte, sich mit Lorbeer zu bedecken, und sie sollten losziehen. Walker gab ich zur Beschleunigung der Operation die Erlaubnis, Kassel seitlich liegen zu lassen... Um 18.30 rief Bradley an, um zu sagen, Eisenhower sei wegen des beab- sichtigten Blitzvorstoßes gegen Weimar einigermaßen beunruhigt; nach wei- terer Diskussion erhielt ich jedoch die Genehmigung zur Fortsetzung der Offensive... Am 1. April kamen wir infolge der Straßensperren und Zerstörungen weniger schnell vorwärts. Doch stand die 4. Panzerdivision immerhin nur noch zehn Kilometer westlich Eisenachs, während sich die nördliche Kolonne der 11. Panzerdivision, gleichfalls vom XII. Korps, in Oberfeld befand. Von der Zwölften Armeegruppe erhielten wir eine Botschaft, daß wir, falls wir Weimar nicht am Abend des ersten einnähmen, lieber stehen bleiben und warten sollten, bis die Erste und Neunte Armee auf gleiche Höhe gekommen seien. Wir über- redeten aber die Armeegruppe, uns freie Hand bis 17.00 am zweiten zu lassen... Die Werra erwies sich als ein größeres Hindernis, als wir erwartet hatten, da der Vormarsch der 4. und 6. Panzerdivision praktisch zum Stillstand kam und der der 11. sich verlangsamte. Auch wurde die 6. Panzerdivision, während sie den Fluß zu überbrücken versuchte, heftig aus der Luft angegriffen. Am 3. verlegten wir den Befehlsstand in eine deutsche Kaserne am Nordrand Frank- furtse Bei der Ankunft im neuen Hauptquartier erwartete uns die Meldung, daß sich die 4. Panzerdivision in der Nähe von Gotha und Kampfverband„B“ von der 11. zwölf Kilometer südwestlich Ohrdrufs befänden. Auch lag ein defini- tiver Befehl von oben vor, daß wir nach Erreichung der Linie Meiningen- Ohrdruf-Gotha-Mühlhausen stehenzubleiben und das Aufschließen der Ersten und Neunten Armee abzuwarten hätten. Am 4. April wurden uns die neuen Demarkationslinien mit der Ersten und Siebenten Armee mitgeteilt. Auch wurde uns eine Linie von Meiningen-Gotha-Suhl bis Langensalza-Mühl- hausen bezeichnet, über die hinaus wir befehlsgemäß nicht über einige Kilo- meter täglich vorrücken dürften, bis die Erste und Neunte Armee aufgeschlossen hätten. Das konnte noch einige Zeit dauern, denn zwei der vier Korps der 330 Trsten 4 rung det Gotha eingenoN Zur F zum Lut tg über selber di auch wui komman seund ale nich oben vO vorzugel mippiet ınden drei Ko Istgele, alles: siegen von Süc Tenann Existen MILK Linie V ion: und Ce gs zu von Fı N beschränle OTt das glei, den alle egen. Genen) malisierte ni 1 Plan für di , Erfurt, IM das Wein ıh. Dann sır mit Lorbeer leunigung d gen des be igt; nach v Drtsetzung ungen wen] nur noch 72 Kolonne d fand. Vond IIs wir Wein warten sollt sjen, Wir it m zweiten 7 wartet halt: Stillstand ku sion, währe) ogrifen. An yrdrand Fra“ Meldung® vband„D lag ei dA ie Meinng‘ Ben der Er" uns die nf itgeet ensalaN" er einige zufgecl“ vier Raps® Ersten Armee und ein Korps der Neunten waren immer noch mit der Säube- rung der Ruhrtasche! beschäftigt... Gotha, Ohrdruf und Mühlberg wurde von der 4. Panzerdivision am fünften eingenommen... Zur Festlegung der Demarkationslinie luden wir die Korpskommandeure zum Lunch?. Bei solchen Gelegenheiten setzen sich die Beteiligten oft sehr hef- tig über Straßenverbindungen auseinander, weshalb ich es den dreien überließ, selber darüber einig zu werden, was sie schließlich nach langer, hitziger Debatte auch wurden. Nach meiner, und ich glaube, auch nach der Meinung der Korps- kommandeure, stand der Dritten Armee kein Gegner mehr gegenüber, den sie und ihre drei Korps nicht leicht hätten brechen können. Daher wollten wir alle nicht stehen bleiben; doch um die neuen Demarkationslinien, die uns von oben vorgeschrieben waren, zu beziehen, war es nötig, zumindest langsamer vorzugehen, um zum erstenmal in der Geschichte der Dritten Armee eine Um- gruppierung zu vollziehen. Trotzdem rückten wir täglich etliche Kilometer vor, um den Feind am Eingraben zu hindern... Am Nachmittag? besuchte ich alle drei Korps, die bereit standen, ihre begrenzte Offensive zur Erreichung der festgelegten Linie wieder aufzunehmen. Dem XX. Korps sagte ich, daß es, falls es nach Erreichung der vorgeschriebenen Linie die nur wenig weiter östlich gelegene Stadt Erfurt einnehmen könne, dies mit einer Umfassungsbewegung von Süden her tun solle. Damit wollte ich prominenten Deutschen, die ins so- genannte„Reduit“* flüchten wollten, den Weg abschneiden, obwohl ich an die Existenz dieses Reduits nicht recht glaubte. Die 87. und 89. Division des VIII. Korps rückten, mit dem Befehl, Arnstadt zu nehmen, gegen die gleiche Linie vor. Das XII. Korps hatte die ihm gesteckte Linie bereits überschritten; doch nahm ich an, daß es mit Ausnahme seines rechten Flügels, der Eisfeld und Coburg nehmen sollte, Widerstand finden würde. Am zehnten waren die tags zuvor gesteckten Ziele sämtlich erreicht, weshalb wir das Hauptquartier von Frankfurt über die Autobahn nach Hersfeld verlegten...” Am 14. April standen das XX. und XII. Korps dank ihrer Panzer an der Haltlinie, die vom nördlichen Punkt unserer Demarkationslinie bei Rochlitz längs der Mulde bis in die Nähe Zwickaus, von da über Plauen und Hof und dann im allgemeinen parallel zur und östlich der Autobahn bis Bayreuth verlief... George S. Patton,„Krieg, wie ich ihn erlebte“. Bern 1950, S. 196-214. 1 Gemeint sind die dort eingekesselten deutschen Truppen. 2 Am 5. April 1945. 3 8. April 1945. * Zuflucht- alliierte Bezeichnung für die geplante faschistische„Alpenfestung“. 5 Zum Vergleich die Frontlage im Osten am 11. April 1945 nach den nazistischen und alliierten Frontberichten: Einnahme von Königsberg, Straßenkämpfe in Wien, Kämpfe in der Umgebung von Preßburg, bei Breslau und an der Danziger Bucht.(Wilhelm Stegemann:„Der neue Weltkrieg“. Zürich 1946. Bd. 6. S. 215£.) osl EIDEDEDOBOERRERERERKEARRRRKRRKERFRRERRERRDRERBRERRNEDEDNLDEDISAHARAHAARRANNHARARNHARHNAHANNNNKKECHHEREST "Fri Hal en a ee ee Te en EEG Ne ee en FR ich, > Leg ee en ug De De enge mein wi= Su rn EEE a a u REED CR Een KILL LL ee DM DELETE EL HNNGAM ENGEREN ir ES RE ! Die letzten Tage von Buchenwald ... Mitte März 1945 war der Zusammenbruch Deutschlands nur noch eine Frage von einigen Wochen. Der Übergang über den Rhein signalisierte uns die Endphase des Krieges. Vor der Masse der Häftlinge stand die bange Frage: Wird die SS noch im letzten Moment das Lager vernichten? Wir konnten nicht mit der Propaganda unserer Abwehrmaßnahmen antworten. Massenmäßig stellten wir die Aufgabe: Zersetzung der SS-Bewachungsmannschaften. Ein Teil der SS erklärte offen, uns bei einer Niederlage vernichten zu wollen... Ende März war das Lager durch evakuierte Außenkommandos auf über 50.000 Insassen angewachsen. Die Unterbringungs- und Verpflegungsverhält- nisse nahmen katastrophalen Charakter an. Vor dem Lager stand ebenfalls die Frage der Evakuierung. Der Lagerkommandant hielt es in diesem Moment! für angebracht, eine Beruhigungsrede zu halten. Er ließ den Bergungstrupp an- treten und sprach vor ihm. In der Rede erklärte er, den Befehl zu haben, nicht zu evakuieren, sondern, wenn es notwendig wäre, das Lager ordnungsgemäß zu übergeben. Er warnte die Deutschen vor einem Aufstandsversuch der Fran- zosen und Tschechen. Angeblich hätten diese durch Funkspruch um Waffen gebeten, um alle Deutschen im Lager umbringen zu können. Die letzte Mit- teilung löste bei uns nur ein ironisches Lächeln aus und war nur ein Beweis dafür, wie sehr die Lagerführung auf dem Holzwege war. Uns war besser bekannt als ihr, daß sich unsere französischen und tschechischen Kameraden niemals von den Deutschen im Lager trennen, noch viel weniger mit der Waffe gegen uns stehen würden... Wir sahen die Rede als ein Betrugsmanöver an, die Ausländer in ihrer Mehr- zahl als Ausdruck der Kapitulation und eines friedlichen Ausgangs. Der fried- liche Zauber verschwand sehr schnell. Schon am nächsten Tag hieß es abends um 6 Uhr:„Alle Juden sofort auf dem Appellplatz antreten!“ Wir hatten schon vor der Rede des Kommandanten einen Aufruf erlassen: wir dulden weder Einzel- noch Massenliquidierungen. Der Befehl„Alle Juden ans Tor!“ wurde selbstverständlich als der Start zur Liquidierung der Juden betrachtet. Wir gaben die Losung heraus: Niemand auf den Appellplatz! Es erschienen lediglich einige jüdische Gruppen, welche mehr an die fried- liche SS als an die Kraft des Lagers glaubten. Drei Stunden lang ging der Kampf zwischen Lagerführung und dem Lager, aber die Mehrzahl der Juden erschien nicht auf dem Appellplatz. Für den nächsten Morgen war ein Gesamtappell an- gesetzt. Die SS wollte nunmehr selbst die Juden aus dem Lager heraussuchen. Zu dieser Zeit waren im Lager etwa 8000 Juden, die meisten davon aus Polen und Ungarn. In Übereinstimmung mit allen Sektionen beschlossen wir, den Kampf zur Sabotage, Verzögerung und Verhinderung der Judenevakuierung fortzusetzen, es aber nicht zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung kommen zu lassen. Von den 8000 jüdischen Häftlingen suchte die SS 3000 heraus. Kein 1 3.4.45. 932 einziger Lager ZU Dieser nit dem Am’. shielt€ Ischechist Provokat schals P Das Ir retten, N ie. 1 tion be Durch | den. Wi Henkerr ter Gev Amb, w erschien! thutz u keine, M I keir I me Th drohunc undes Am’ Aungen Stunde, len \e Hi dant pP nit W: Hunde, fi : Uster Datz 7 | Anger ae ERRRRENERRREERERRERRLD EDER DDOOSDDDEDAERDRERKRRRRRRFERERRRRKERHRARERSERNERORTRENDICDEDDETDIRHRAHANAHNHARRRAHARNNARAANNAAKRELUENERERT ta A, einziger jüdischer Antifaschist war dabei. Wir konnten sie wieder restlos in das Ur noch| Lager zurückbringen. sierte und| Dieser Kampf kostete ein Todesopfer. Ein jüdischer Kamerad wehrte sich ange nn mit dem Schaufelstiel und wurde niedergeschossen.! M one Am 5. April stieg eine neue Provokation der Lagerführung. Die Schreibstube N Hassan erhielt eine Liste von 46 ‚Kameraden deutscher, holländischer, polnischer, 4 Es Ent tschechischer und österreichischer Nationalität. Die Liste stammte von einem" s en Provokateur namens Duda. Duda kam aus dem Lager Sachsenhausen, wo er Hl - sich als Provokateur betätigt hatte....?& dos auf üb Das Internationale Lagerkomitee beschloß, die 46 unter allen Umständen zu I retten. Nach der Judenaffäre war die Erregung im Lager bereits sehr groß, die IN ae Kampfstimmung gewachsen; ein Zurückweichen hätte jetzt vollständige Kapitu- hi ;!"|_Jation bedeutet. Ru ngstrupp a: 7 Durch Beschluß der Sektionen wurde folgende Losung verbreitet:„Die N haben, nl,, selbst schon unter dem Galgen stehend, will unsere Besten mor- Hi InungsgniÜ|| den. Wir dulden weder Einzel- noch Massenliquidierungen, entreißt den Mi uch der Fran Henkern ihre Opfer. Wer der SS hilft, die 46 zu finden, ist unser Feind. Setzt IH sun Wale der Gewaltanwendung die Gewalt entgegen. Alle für einen, einer für alle.““ 2 letzte Ni Am 6. wurden unaufhörlich durch die SS-Lagerführung die 46 verlangt. Keiner IN ır ein Bew erschien! Die Lagerführung rief die Lagerältesten, die Blockältesten, Lager- 3% 15 WR bes schutz und Feuerwehr ans Tor, um die 46 zu suchen. Sie suchten und fanden hi n Kamenadk keine. Wüste Drohungen, alle zu erschießen, wechselten mit Versprechungen ab, hh" mit der Wal daß keinem der 46 etwas geschehen würde. Das Lager verblieb bei seiner Hal- h tung, Trotz unaufhörlichen Suchens, plötzlicher Kontrollen durch die SS, Mord- N n ihrer Ne drohungen gegenüber Lagerfunktionären meldete sich niemand von den 46, vi os. Der Fi und es fand sich auch kein Verräter. RN jeß es abent Am 7., 8. und 10. April führte die SS-Lagerführung gewaltsame Evakuie- Hi r hatten sd! rungen durch. Der erste Versuch am 7. war ein kläglicher Mißerfolg. In zwei NH Zulden welt Stunden sollte das ganze Lager evakuiert sein. Zur festgesetzten Stunde er- It Tor!“ wur schien niemand auf dem Appellplatz. Die SS-Führer versuchten eigenhändig, IN otrachtet, N die Häftlinge auf den Appellplatz zu treiben, das mißlang. Der Lagerkomman- I 4 dant Pister gab nochmals zwei Stunden Frist; nach diesem Termin würde er N . an die Iriel mit Waffengewalt das Lager räumen lassen. Auf dem Appellplatz marschierten" ng der Kauf! hunderte SS-Leute auf, ausgerüstet mit MPi, Maschinengewehren und Panzer- Bil [uden erschi! fäusten. Gleichzeitig begannen die Blockführer, die Häftlinge auf den Appell-" amtappel# platz zu treiben. Trotz dieser massiven Drohung gelang es der SS nach stunden- ji) heraussud® langem Hin- und Hergelaufe statt der 35 000 Häftlinge im Lager nur 3600 zu A von aus Pot evakuieren. N sen Wi de Dasselbe wiederholte sich am 8. und 10. April. Unsere Taktik:„Verzöge- H ‚nevakulen: rung, sabotieren“, bewährte sich. Erst am 10. April mußten wir auf Teile des Hi zung kon eigentlichen antifaschistischen Kerns verzichten. Unter den Evakuierten be- N ) heraus. Eu;} 1 Kurt Baum am 5. 4. 1945. m 2 Vgl. S. 540£. Ir \ 933 ki ae ih He =. See En a a ae nn a nn nn nen ee ver er-_ eg en ne ne BER a BEIUELLURESER SER LIEZE fanden sich die sowjetischen Kriegsgefangenen! und eine größere Zahl pol- nischer Antifaschisten.... BA 712-1. Bericht, geschrieben 1945. Der Todeszug von Buchenwald Der damalige Pfarrer von Aicha vorm Wald,? Johann Bergmann, heute Dekan in Simbach a. Inn, hat uns den nachfolgenden, eindrucksvollen Augen- zeugenbericht zur Verfügung gestellt: „In der Nacht vom 19. zum 20. April 1945 nach Mitternacht hörte ich vom Bahnhof Nammering her lebhaftes Schießen. Es war das helle Geknatter von Maschinenpistolen. Dazwischen hinein dröhnte in die Stille der Nacht der Lärm des Rangierens vieler Eisenbahnwagen. Die Nacht war sonst still, am Himmel war kein Flieger, auch war kein Grund zu irgend einer Gefechtstätigkeit denk- bar. Am nächsten Morgen erzählte man, daß am Bahnhof Nammering ein Ge- fangenentransport eingetroffen wäre. Ich dachte zunächst an Kriegsgefangene. Am Tage wurde dann weiter berichtet, daß die Gefangenen Häftlinge aus dem KZ Buchenwald seien. Es wurde weiter gemeldet, daß man etwa 5 Minuten von Nammering entfernt in einem aufgelassenen Steinbruch Tote verbrenne und man sah auch tatsächlich hinter einem Wäldchen dauernd Rauch aufsteigen. Die Schüsse wiederholten sich mit längeren Unterbrechungen mehrmals, und es wurde dazu erzählt, daß dabei jedesmal Häftlinge erschossen wurden. Der Transport sei bewacht von SS-Mannschaften, die von einem Offizier geführt seien. Um mich zu überzeugen, was an diesen Gerüchten Wahres sei und weil ich mich als zuständiger Pfarrer im Gewissen verpflichtet fühlte, im Falle tatsäch- licher Not zu helfen, wo es etwas zu helfen gäbe, begab ich mich in das 2,5 Kilometer entfernte Nammering. Dort fand ich die wildesten Gerüchte mehr als bestätigt. Am Bahnhof Nammering war in der Nacht zuvor ein Transportzug von 40 Wagen, stammend aus dem Konzentrationslager Buchenwald, einge- troffen, der am 7. 4. von Buchenwald abgegangen war. Die Zahl der Häftlinge bestand ursprünglich aus 4480 Mann, von denen in Nammering etwa 4000 noch lebend eingetroffen sein mögen. Das Bahnhofspersonal berichtete mir, daß mehrere dieser Wagen mit Toten angefüllt seien, die in dem schon erwähnten Steinbruch verbrannt wurden. Am Bahnhof selber boten sich mir Bilder des Grauens. Dürre, bis auf die Knochen abgemagerte Gestalten zeigten sich am Bahnkörper. Ein Wagen, mit Toten angefüllt, wurde eben entleert. Die Toten wurden wie die Holzscheite auf Bretterwagen geworfen, die man von den Bauern der Umgebung requiriert hatte. Einzelne waren schon seit vielen Tagen gestorben oder ermordet worden, so daß die Sehnenbänder ihrer Gliedmaßen schon mürbe geworden waren und hie und da ein einzelnes Bein, ein Arm oder 1 Vgl. S. 5938. 2 15 km nordwestlich von Passau. 984 {opf vom Yotdurft$ Jrocken gel Ih such! ısEisenb: it die Fei ine Irgen! uchstäblic elndenes anander 10 Ih such! \lühe auch irden, W \ulsehern die Le Taeesratio! sschiede: vlrängt v iber Eisen ir der B ailet wur eren sei een, Ich Bitand Bedirfnis ih! yore ten M nBuch tale! "antwor age Nested } die| »eoründ an ie dor "Ich tllen, ndPh Mein un Tadke analio Cal a KRRRRERERRNERENENENBELDEDDEINARHHAHARAANAARRHAHARNANNTNUHR Nura “ Kopf vom Körper gelöst zum Vorschein kam. Blut, Leichenbrühe und Reste der Notdurft sickerten unter den Wagen durch. Auf den Schienen lagen ganze Brocken geronnenen Blutes von Erschlagenen oder Erschossenen. Ich suchte dann auch die Verbrennungsstätte auf und sah, daß da ein Rost aus Eisenbahnschienen errichtet war, die, auf große Steine gelegt, unten Raum für die Feuerung gaben. Auf diesem Rost lagen eben etwa 20 Leichen, die a ohne irgendwelche Hilfsmittel— Petroleum und ähnliches gab es nicht mehr— j mann, hau: buchstäblich gebraten wurden. Ein Haufen von etwa 150 Leichen lag wie ab-) ollen Augen: geladenes Holz kreuz und quer, zur weiteren Verbrennung bestimmt, durch- N einander... H| örte ich von Ich suchte Verbindung mit der Leitung des Transportes, was mir nach einiger Ni eknatter vor Mühe auch gelang. Auf meine Frage, warum denn so viele Häftlinge erschossen Mi cht der Lim würden, wurde mir geantwortet, daß die Leute in ihrem Hunger sich an den I ‚am Himn: Aufsehern vergriffen und dafür gestraft werden müßten. Dabei erfuhr ich auch, I tigkeit den: daß die Leute für ihren Transport von Buchenwald nach Dachau nur eine kleine HH ring ein Ce Tagesration an Lebensmitteln mitbekommen hatten, daß der Zug durch die ji gsgefangen verschiedenen Zerstörungen infolge von Luftangriffen in Mitteldeutschland ab- H inge aus den gedrängt worden war nach Sachsen und von dort in die Tschechoslowakei und Ü a 5 Minuke über Eisenstein, Plattling nach Dachau weitergeleitet werden sollte. Inzwischen HN erbrenne un war der Bahnhof Plattling zerstört worden, so daß der Transport dann umge- f ıfsteigen, Di leitet wurde auf die Nebenstrecke Deggendorf-Kalteneck. In Nammering, das Hi mals, und e wegen seiner Steinbruchindustrie große Hinterstellungsgeleise hat, blieb er dann ki) wurden. Di liegen. Ich bot für die Fälle, wo Leute zum Sterben kamen, meinen geistlichen it fizier gefüht Beistand an, es wären doch sicher unter den Häftlingen manche, die religiöse RN Bedürfnisse hätten. Man entgegnete mir:„Das ist in unseren Dienstvorschriften in und wellit nicht vorgesehen.“ Ich wies auch darauf hin, wie diese ausgehungerten, todes- M Falle tatid matten Menschen, die schon die dritte Woche nichts mehr zu essen hatten und I ch in dus} von Buchenwald schon ausgehungert abgegangen waren, sich an den 150 schwer erüchte meh bewaffneten und gut genährten SS-Leuten vergreifen könnten. Darauf wurde Transport geantwortet:„Die Leute haben Waffen.“ Auf meinen Einwurf, man könne doch wald, et die Wagen daraufhin durchsehen, wurde entgegnet, diese Waffen würden ihnen een m—roo y zugesteckt. In den weiteren Besprechungen wurde sogar die Forderung laut, Hl der Halli: Dun.> i! IH a AM daß die Leute alle erschossen werden müßten. Auf meine Frage, mit welcher IN er Begründung man das tun wolle, wurde geantwortet, die Leute brächen schließ- il tete mil," ae ee 5 I arwähne lich in ihrem Hunger aus und ermordeten die einheimische Bevölkerung. Es Hi a Bilder de wäre doch besser, hieß es weiter, man käme ihnen zuvor und brächte sie zuerst N ir nal um. Ich erwiderte:„Da müssen Sie mich an die Spitze der zu Ermordenden 1 uw.... ch Ei stellen, bevor ich eine solche Schande und ein solches Verbrechen über Ort IN rt. f k und Pfarrei kommen lasse!“ ir a Te Meine Bestrebungen gingen zunächst dahin, die Leute aus den verseuchten H| ide und unsagbar verschmutzten Wagen herauszubekommen. Die Arbeitslager- A es oil baracken bei Tittling standen zu jener Zeit leer. Eine Fahrt nach Passau an das y em: damalige Landratsamt verlief ergebnislos. Ich verkündete daraufhin zur Be- hi schaffung von Lebensmitteln in der Kirche eine Sammlung, die so reichlich aus- hi I 533 Ki ee ni, - u ee er fiel, daß für mehrere Tage Lebensmittel vorhanden und so für die größte Not vorgesorgt war... Am Sonntag, dem 22. April, an einem in wohltuendem Gegensatz zu vorausgegangenen kalten und stürmischen Tagen warmen Nach- mittag, fuhren die braven Bauern der Umgebung prozessionsweise Lebens- mittel zum Bahnhof Nammering.... An diesem Nachmittag durfte ich auch zu den Häftlingen gehen, die in Waschkesseln, die von der Bevölkerung Namme- rings zur Verfügung gestellt worden waren, kochten. Weinend kamen mir manche entgegen und dankten. Meine Frage, ob Priester unter den Gefangenen seien, wurde verneint. Am Montag, dem 23. April, kam der Transportführe: Obersturmführer Merbach zu mir in den Pfarrhof nach Aicha und entschuldigte sich, daß er am Morgen dieses Tages 33 Tote, Verhungerte, aus dem Wagen ge- holt hätte. Für diese war leider unsere Hilfe zu spät gekommen. Ärztlicher Bei- stand und Diätkost standen ja leider nicht zur Verfügung. Die restlichen 3100 Mann hat Merbach dann, wie mir im Buchenwaldprozeß von den Amerikanern mitgeteilt wurde, heil nach Dachau gebracht. Die Zahl der Toten von Nam- mering wurde ursprünglich von den Amerikanern mit 1000 angegeben. In den fünf für diese Toten später angelegten Friedhöfen in Fürstenstein, Nammering, Renholding, Aicha und Eging wurden, nach der Zahl der verwendeten Särge, 524 beigesetzt. Verbrannt wurden nach den Angaben der SS-Leute 270, eine Zahl, die nach den Beobachtungen ungefähr richtig sein könnte. Somit betrug die Gesamtzahl der Toten von Nammering 794, eine ungeheure Zahl an menschlichem Elend, menschlichem Leid und menschlicher Grausamkeit, wenn man bedenkt, daß diese 794 Menschen innerhalb von zwei Tagen hingemordet wurden... „Passauer Neue Presse“, Passau, vom 19. April. 1955. Zwei tschechische Flüchtlinge vom Evakuierungstransport erzählen ... Transportführer war der bekannte Auschwitzer Mörder, Oberscharführer Stolten. Der Weg nach Weimar wurde im allgemeinen ruhig überstanden. Dort mußten wir am Bahnhof bis zum Morgen auf die Waggons warten. Und nun ging es los. Zu hundert pferchten sie uns in den Zug nach Ehringsdorf. 13 km waren wir von Weimar entfernt, als ein amerikanischer Jagdbomber unserer Eisenbahnreise durch einen genauen Treffer in die Lokomotive ein Ende setzte. Neues Warten bis 3 Uhr nachmittags. Während der ganzen Zeit hatte es nur einmal Essen gegeben: ein Viertel Brot, eine Portion Margarine und eine Kon- serve für 24 Personen. Und nun kam der Befehl: Weiter zu Fuß in Richtung Jena! Und so standen wir mit einem Male vor den Schrecken, die wir uns nie- mals so recht haben vorstellen können. Schwächere Kameraden, die vor Müdig- keit umfielen, wurden am Boden mit zwei Schüssen erledigt. Geschrei, Ge- schimpfe, Panik! Kolbenschläge und Schüsse trieben uns wie eine Herde wilder Tiere vorwärts. Erst um 11 Uhr wurde uns eine Ruhepause bewilligt. Jetzt flohen viele unserer Kameraden, doch wurden die meisten wieder eingefangen. 536 In | I Um 8 Dutzend Zug„Os | Amerika Yor G schaft m walder] Eshlieb daß die uns Wa weinen eigenes? Wir ı Tschech hören, 1 munteru In de vichen Dämme werden als wir Panzer schossen Alsd An Ihre viele K storben ind be besorg Nasseı 2 Mir In] ausger same| durch ist eige BA 20- & größte Not i wohltuenden i varmen Nad-' reise Leben.\ e ich auch n rung Nanme- d kamen Mil n Gefangene ansportführe entschuldiel em Wageng Ärztlicher Bei estlichen dl , Amerikaner ‚en von Nat geben. Id 1, Nammerit ndeten Särrt sute 270, ein: ‚ Somit betr eure Zahl u samkeit, wen n hingen nl rzählen berscharfi standen. Dt rten. Und 2 j gscof 1 4 onnber IS" in Ende set" st hatte& 1" und eine BF Bin Richt! je wir un?" die vor Mid} Geschrei" IFRHTFFTFERTERARFRRRERERR NENNEN ehe EERDEDDIESDEDERRERERERKERKERRERERFFRERRRRFIRFRNEFONERENDICDEDIEINIRNRAAAHANNNAARHAHAh HAAR Um 8 Uhr morgens setzten wir den Schreckensmarsch fort, der wieder Dutzenden unserer Kameraden das Leben kostete. Unterwegs trafen wir einen Zug„Ostarbeiter“, die uns rieten, so langsam wie möglich zu gehen, denn die Amerikaner wären uns auf den Fersen. Vor Gera verschwand während einer kurzen Rast die deutsche Wachmann- schaft mit dem Transportführer. Sie nahmen sich ein Beispiel an dem Buchen- walder Rapportführer Hofschulte, der in schrecklicher Eile an uns vorbeifuhr. Es blieben als Bewachung die Ukrainer und der Volkssturm. Wir müssen sagen, daß die Zivilbevölkerung sich uns gegenüber gut verhalten hat. Sie brachte uns Wasser, das aber unsere Wachmannschaft ausgoß. Wir haben Zivilisten weinen gesehen. Haben sie über unser Schicksal geweint? Oder über ihr eigenes? Wir wissen es nicht. Wir müssen noch den Kameraden Josef Tesla erwähnen, an den sich alle Tschechen als ihren führenden Mann wendeten. Überall war sein Name zu hören. Überall war er, überall gab er Rat, für jeden hatte er ein Wort der Auf- munterung und Hilfe. In der Nacht sind wir dann davongelaufen. Lange irrten wir umher und wichen dem Volkssturm aus. Man kann das gar nicht alles erzählen. In der Dämmerung haben wir dann intensives Artilleriefeuer gehört. Den Augenblick werden wir aber niemals vergessen, selbst wenn wir hundert Jahre alt würden, als wir auf einmal, im Gestrüpp versteckt, die sich von allen Seiten nähernden Panzer eıblickten. Über uns kreisten amerikanische Flugzeuge, die nach allem schossen, was sich bewegte. Als die Kampfgruppen an uns vorbeigegangen waren, gingen wir ihnen nach. An ihrem Sammelplatz trafen wir den Leutnant Preger, dessen Vater gewiß viele Kameraden kennen, denn er war in Buchenwald und ist in Auschwitz ge- storben. Leutnant Preger kam uns sehr zu Hilfe. Er gab uns einen Passierschein und befahl den Bürgermeistern der umliegenden Dörfer: Innerhalb 20 Minuten besorgt ihr den Herren gute Kleider, Wäsche, Schuhe, Rasierzeug, warmes Wasser, Essen und Trinken.— All das haben wir auch innerhalb der nächsten 20 Minuten erhalten... Im Kriegsgefangenenlager wurde uns ein Zimmer zugewiesen. Wundervoll ausgeruht, wurden wir dann nach Buchenwald überführt, wo uns eine unlieb- same Überraschung erwartete. Die Zeit, die zur Feststellung unserer Identität durch die Amerikaner notwendig war, mußten wir nämlich im Bunker absitzen. Erst dann wurden wir nach Einschreiten des tschechoslowakischen Komitees freigelassen...; Jan Stern, Josef Magausek BA 48-14. Bericht, geschrieben 1945. RN 23 ns HE ER E eg Ze SEHE SR Eee: Besen: ee zn in A Fi ng, be Se at un ns ee een BE FE ea En ee 23 u Fr== ee a Sen rg ee Bee FIEDLER en ee ng EIFEL a nenn = RE he Die Evakuierung der sowjetischen Kriegsgefangenen ...Die Front kroch langsam auf die Linie Buchenwald-Sömmerda zu; die SS-Leute handelten unmenschlich— sie versuchten mit Waffengewalt, die Gefangenen zur Evakuierung herauszutreiben. Am 8. April brachen sie in großen Massen in das Lager ein und begannen die Gefangenen zu mißhandeln und zu ermorden. Am 10. April traten auf Befehl des Kommandanten- um Zeit zu gewinnen- sowjetische Kriegsgefangene, die in einem Sonderlager innerhalb Buchenwalds untergebracht waren, zum Abtransport heraus. Sie waren die für den aktiven Kampf am meisten Vorbereiteten; sie verfügten über die größte Zahl von Handwaffen... Gegen Mittag stellten sich etwa 500 Kriegsgefangene in Reih und Glied bei den Baracken 1, 7 und 13 auf. In einer Viererkolonne bewegten sie sich mit festen, schweren Schritten zu den Toren, wo sie von einer zahlenmäßig starken SS-Begleitung erwartet wurden. Was wird mit ihnen geschehen, dachte jeder, der im Lager zurückblieb? In der Tat konnten die SS-Leute zusammen mit ihrer aktivsten und kampfbewährtesten Einheit mit der Vernichtung der Gefangenen beginnen. Aber das sowjetische illegale Zentrum hatte ein solches blutiges Vor- haben vorausgesehen. Und als die sowjetischen Kriegsgefangenen zur Evakuierung bei den Baracken 8, 25, 30 und 44 heraustraten, vereinigten sie sich mit den einzelnen aus poli- tischen Häftlingen bestehenden Sonderstoßtrupps der sowjetischen illegalen Organisation. Die Befehlshaber der Kampfgruppen beobachteten aus den Fenstern der zwei- ten Baracke aufmerksam das Verhalten der SS-Leute, als die Kriegsgefangenen durch das Tor hinausgingen. Man brachte die ungefähr 500 sowjetischen Kriegsgefangenen, die in Buchenwald inhaftiert waren, unter verstärkter Begleitung nach Weimar, wo sie in offene Waggons verladen wurden. Wahrscheinlich würden sie von Faschisten so lange gefahren werden, bis sie vor Hunger starben oder irgendwo in den Bergen umgebracht wurden, wenn die Kriegsgefangenen sich nicht selbst vom faschistischen Joch befreien würden. Unterwegs besprach der Führer des illegalen Zentrums, Nikolai Simakow, lange mit seinen Kameraden die entstandene Lage. Es wurde der Beschluß ge- faßt, in Gruppen von drei bis fünf Personen während der Nacht aus den Wagen zu springen. Der Beschluß wurde durch eine Kette in alle Wagen übermittelt... Pawel Lysenko, Dozent für Chemie an einer Medizinischen Lehranstalt, schreibt in seinen Erinnerungen: „Anfangs gedachten wir, die Kolonne zu befreien, nachdem wir die SS-Be- wachung zerschlagen hatten. Wir nahmen aber davon Abstand, weil in dem Transport nur noch Kriegsgefangene den beweglichen Teil der Häftlinge dar- stellten— die restlichen mehr als 1500 Personen waren schwächliche, kranke Ge- fangene. Es war unmöglich, sie vor der Zeit einer Todesgefahr auszusetzen. 338 WI ud die ı sen, li jngenwel zuppen d Noch if Personen I Tetzt ko m 1A Jewgen! Bis dah Gruppen| Flu fischen, Bei uns anate,| Sticichen Frontlinie Pawel Mmerda zı ngewalt, di achen sie j; l mißhandel; U gewinnen- Buchenwald: sie verfügte ind Glied hi | sie sich mi näßig starken dachte jeder men mit ihre ' Gefangen blutiges Vor den Baradk nen aus poll hen illegakı tern derzwe oeneN ssgefange I onen, die| eimar, WOSit erden, bis zurden, Weil ‚ejen würdel Jai Simakın Beschluß? 5 den Wat hermittelt Lehransth ir die SR weil dei töftlinge© 6, kranke zuszusel® 9 FERTTFERTEFPITFFFRERTARN 2 BERERERRRRRLISIRDRDDINDDDEARDARRERKERKRN PERETTRÜERKERN N Aadt n KIDDDDDDRERRERRRERKERKRRRERRERFRERRRARE RT FRNERONCRENRLEDENDERTINHHASARAANHARANRARAHHRARANAKANKERLTEHERIET Yerhadind Wagenweise wurde der Beschluß unseres Zentrums mitgeteilt, mit den Kampf- gruppen die Flucht zu ergreifen. Noch in Buchenwald versorgten wir uns mit Handwaffen. Auf je 4 iso Personen kam irgendeine Waffe, eine Pistole, eine Handgranate oder ein Dolch. Jetzt konnten diese Waffen unterwegs nützlich sein. In der Nacht vom 11. zum 12. April 1945 entfloh aus unserem Wagen die erste Vierergruppe: Jewgenij Solowjew, Fedor Krawtschenko, Alexander Korobeinikow und ich. Bis dahin hatten wir gehört, daß aus anderen Wagen bereits die ersten Gruppen geflohen waren. Die Flucht verlief durchaus glücklich. Die Wachen schossen, aber erfolglos; auch die Scheinwerfer nützten ihnen nichts. Nachdem wir herausgesprungen waren, liefen wir in 100-Meter-Abständen fort und verbargen uns in den Büschen, wo wir warteten, bis der Lärm des Zuges verstummte. Bei uns kamen folgende Gegenstände zum Vorschein: bei mir eine Hand- granate, bei Fedor eine Pistole, bei Alexander ein Kompaß, bei Jewgenij ein Stückchen von einer Landkarte. Während der Nacht drangen wir bis zu unserer Frontlinie in den sächsischen Bergen vor.. 3 Pawel Tschausenko, heute Direktor einer Sieben-Klassen-Schule, schreibt: „.„Unterwegs floh ich zusammen mit vier meiner Kameraden aus dem Zug. Als wir uns von dem Waggon losrissen und Boden unter den Füßen spürten, warfen wir uns mit allen Kräften an der Eisenbahnböschung nieder, und die Wachen setzten Scheinwerfer und Maschinengewehre in Tätigkeit. Wir muß- ten an die Kampflehre denken; wir arbeiteten uns sprungweise vor, preßten uns oft an die Erde und flohen aus dem Scheinwerferkegel und dem Beschuß- feld... Jurij Sakunow erzählt: „... Unterwegs beschossen uns amerikanische Tiefflieger. Der Oberst war auf der Stelle tot... Iwan Nogaiz erkrankte, und Iwan Pylenkow starb an Tuberkulose. Als von unseren Kameraden nur wenige übrig geblieben waren, stieß unsere Reihe vor. Wir flohen am 4. Mai 1945; mit uns zusammen Nikolai Lobanow, Alexander Jakowlew und Fedor Perederei. Dies geschah bei der Stadt Most in den Sudeten. Gerade in diesem Bezirk wurden wir von der Sowjetarmee befreit, und in einem ihrer Teile wirkten wir bei der Eroberung der Stadt Prag mit.“ Boris Nikolajewitsch Sirotkin, einer der aktivsten Illegalen, der im Lager zusammen mit den Kameraden eine große Anzahl Waffen erhielt, erinnert sich: „Ich erkrankte unterwegs an Malaria. In der Gruppe, mit der ich floh, be- fanden sich Josif Romanenko, Fedor Krawtschenko und Alexander Judin. Meine Krankheit hinderte uns daran, die Flucht in der festgesetzten Nacht durchzu- führen, Meine Kameraden ließen mich nicht im Stich und warteten auf meine Genesung. Ich kämpfte lange mit der Krankheit. Am 5. Mai, irgendwo in den Bergen, wurden wir aus dem Liquidierungstransport ausgeladen. Nachdem ich die Schwäche überwunden hatte, beschlossen wir zu fliehen. Meine Kameraden 939 FE = Spesen 1=> zer Fe ee er Be rn pre ee RN ee Ben Sr are Da ann- wehrt Sen sm en u. ee -— = ste ESHRRABKETES Ce waren mit mir zusammen. Nur die brüderliche gegenseitige Hilfe und die Selbstaufopferung retteten mir das Leben. Die Flucht war gelungen, und wir waren befreit auf dem Wege zu unserer Sowjetischen Armee.“ Jewgenij Wassiljewitsch Jalzew, Redakteur der illegalen Zeitung„Prawda der Gefangenen“, erzählt: „Nach der Beratung mit Nikolai Simakow unternahm in der Nacht zum 12. April meine Gruppe, bestehend aus Alexander Pawlow, Wijatscheslaw Shelesnjak und Konstantin Podusujew die Flucht. Auf dem Marsch gen Osten wurden wir von der Sowjetarmee befreit...“ Der Führer der illegalen Organisation, Nikolai Simakow, und der Komman- deur der illegalen Brigade, Stepan Baklanow, flohen nach dem 20. April, als die Mehrzahl der Kriegsgefangenen aus dem Zug bereits geflüchtet war. Ihre Flucht war entdeckt und einer der Kameraden verwundet worden. Trotz der großen Schwierigkeiten gelangten sie bis zu den Wäldern der Tschecho- slowakei und schlossen sich einer der tschechischen Partisanenabteilungen an. Nach der Befreiung durch die Sowjetarmee setzten sie den Dienst in deren Reihen fort... Nur ein geringer Teil(8-9 Personen) der evakuierten Kriegs- gefangenen kam unterwegs um; sie wurden während des Beschusses des Zuges durch amerikanische Tieffllieger getötet. Der Hauptteil wurde, dank der guten Organisation und Disziplin, vom sicheren Tod aus den blutigen Fängen des Faschismus befreit. Nikolai Kjung BA 766-14. Bericht vom 25. Dezember 1957. Die Liste der 46 Antifaschisten Heilmann Paul Dt.! Lewit Achim Ö. Siewert Robert Dt. Busse Ernst Dt. Kipp Otto Dt. Sitte Kurt T; Hauptmann Hein Dt. Bokowski Karl Dt. Dietzsch Arthur Dt. Pieck Henri EI: Apitz Bruno Dr Löser Kurt DE Eul Theo Dt. Przybolowski Marian PR. Leitner Franz(Ö) Großkopf Richard Dt, 1 Dt. bedeutet Deutscher, T. Tscheche, H. Holländer, P. Pole, Ö. Österreicher. 540 Die( 4 h I {are yı tert auf deı af ye then Neun i Hilfe und di Ngen, und Wi g„Prawehl: >r Nacht zu Wijatschesl sch gen Okt: der Komm 20. April Itet war, worden, Tın der Tsched Dteilungen jenst in der iierten Krier ;ses des Zur Jisziplin,\ Nikolai Ku BERERERERRERRRANGDEDDDELDDAHENOLOLO RATTEN EERREREEE HN Bräuer Heinrich Dt. Zenkel Paul I Weble Willi Dt. Schulz Karl Dt. Grosse Otto Dt. Berndt Walter Du Schalker Jan H: Gadezinski Arthur 12 Kogon Eugen Ö. Neumeister Hans DE Seifert Willi IDie. Wolf Ludwig Dt. Robert Jan H. Frenzel Dt. Gärtig Carl Dt. Gründel Paul Dt. Schilling Paul DE Lingen lal, Müller Alfons Dt. Mühlenstein Nuchem 7 Tressor H. Jellinek Wilhelm N Cohn August Dt. Wojtkowski Paul Dt. Drewnitzki Viktor Dt. Behrens Paul DR Kuntz Albert DR Scherlinski Alfred Dt. Boulanger Jakob DE Carlebach Emil Dt. Die Obengenannten stehen am 6. 4. 45, um 8 Uhr am Schild III BA 75-2, Abschrift. Ich würde nicht mehr leben, wenn die Kameradschaft uns nicht zusammengeschmiedet hätte In meiner Tätigkeit als Kapo der Häftlingsschreibstube erhielt ich einige Tage vor der angeordneten Evakuierung des Lagers wegen Heranrückens der alliierten Truppen durch den Rapportführer, den SS-Oberscharführer Werle, auf dem Appellplatz einen gewöhnlichen Zettel mit der Aufforderung, die dar- auf vermerkten 46 Häftlinge für morgen früh zur Vernehmung bei der Politi- schen Abteilung vorführen zu lassen. Dabei bemerkte der Rapportführer: „Neumeister, ich wollte diese Häftlinge erst morgen früh durch den Laut- 541 Ko a nn EI E EEE nn nn ng —— nn. et > ne sn Zen men Enge gg Sa ae EEE Te > a = er ne u Lg esse 1 ) sprecher aufrufen, aber ich gebe es Ihnen in die Hand zur richtigen Erledi- gung“. Ich ging in meinen Arbeitsraum, öffnete den Zettel und mit Bestürzung mußte ich feststellen, daß es sich bei den 46 darauf vermerkten Namen aus- schließlich um bekannte Häftlinge des Lagers handelte. Der Sinn dieser Be- stellung war mir klar, und ich setzte mich sofort mit dem Lagerältesten in Ver- bindung. Auch dieser war nicht im Zweifel, worum es sich hier handelte. Nichts anderes hatten diese Verbrecher im Sinn, als diese 46 Häftlinge, welche über die gesamten Ereignisse innerhalb des Lagers und bei den Außenkommandos ausführlich Bescheid wußten und gegebenenfalls bei Befreiung des Lagers durch amerikanische Truppen belastend gegen die SS aussagen könnten, zu liquidieren... Keine zwei Stunden nach Erhalt dieser Liste waren vergangen und sämtliche 46 Häftlinge waren durch Verbergen und Verkleiden zunächst dem Zugriff der SS entzogen. Selbstverständlich wurden die Betroffenen mit allem Nötigen, vor allem Speise und Trank, versorgt, und das Weitere abge- wartet. Jedenfalls war sich jeder Mann des Lagers klar, auf keinen Fall- und sei es mit Einsatz des gesamten Lagers— diese Kameraden der SS auszu- liefern... Mit Spannung erwarteten wir die weiteren Ereignisse. Das gesamte Lager war in Erwartung des Kommenden. Der Lagerschutz wurde unter Drohungen des Lagerführers zur Durchsuchung des ganzen Lagers nach den verschwundenen 46 Häftlingen aufgefordert. Trotz der Drohung des Lager- führers, daß, falls die Häftlinge nicht gefunden würden, einige Lagerschutz- leute ihr Leben lassen müßten, war diese Suchaktion für die SS nicht von Erfolg gekrönt. Später, es waren schon zwei Tage vergangen, unternahmen eine SS- Kompanie und Hundestaffeln eine abermalige Durchsuchung des Lagers bis in die verborgensten Winkel- wiederum ohne Erfolg. Unter stärkster Anspannung aller Sinne und Kräfte, immer einer eventuellen Entdeckung oder Denunzie- rung durch asoziale Elemente gewärtig, erwarteten wir mit größter Besorgnis, aber höchstem Vertrauen auf die verschworene Kampfgemeinschaft, den Tag der Befreiung... Hans Neumeister! IML- Buchenwald II 1/1. Abschrift des Berichts vom 12. März 1947. Die Verstecke der 46 Als Arztschreiber im Revier hatte ich am 5. April 1945 abends die politischen Häftlinge Bruno Apitz und den Kapo der Maler, die beide auf der Liste stan- den und zum Antreten ans Tor bestellt waren, im Kleinen Revier versteckt. Bruno Apitz versteckte ich in einem Kanalschacht zwischen Block 53 und 54. Dieser senkrechte Schacht war 1 m mal 1 m und etwa 3 bis 4 m tief. Er war mit einem Schleusendeckel abgedeckt. Apitz erhielt eine Kiste als Sitzgelegen- heit auf dem Grund des Schachtes, außerdem mehrere Decken zum Schutz gegen Kälte und Nässe. Er war 3 Tage und 3 Nächte in diesem Versteck und ı Hans Neumeister, geb. 1908, 1935-1938 Zuchthaus Waldheim, 1938-1945 KZ Buchenwald, jetzt beschäftigt im Kombinat Schwarze Pumpe. 342 wurde Über di Suchhu Den Dach u zwische für ihn BA 79-21 „A Tor anl waren& würder auf me unserer Der zusam jeden aus dei BAS2IL- Di führer erau 330 Konnte Dewaf Sende De lsche Gene, Hilfe, W nl: erzeu Dep Nach Kein, Ian M . brag „ach! I EDEDLDEEARIDOEDEDDDRERRERRRRTERRERRRERBRAEDSDEBDELDDLDTDOGEDLDIRAHAHANAAAT ATI RTNEEEEETDOTHN AA) eg SER EIE REST htigen Ri}| wurde von mir jeden Morgen und Abend mit Essen und Getränken versorgt. üit Bestüru, Über den Schleusendeckel hatte ich zum Schutz gegen Sicht und Witterung der N n Namen a Suchhunde einen großen Strohsack gelegt. I inn dieser} Den Maler-Kapo hatte ich in meiner Revierschreibstube im Block 54 zwischen M Itesten in\: Dach und Decke versteckt. Da die Baracke ein schräges Dach hatte, war N andelte. Nih zwischen Decke und Dachschräge ein etwa 1 m hoher Zwischenraum. Hier war I °, welche il für ihn ein Lager hergerichtet... hi enkommanl Alfred Ott it ng des Lam BA 73-21. Bericht vom 27. März 1957." n könnten, El = I... Am gleichen Tage erhielten wir die Mitteilung, daß 46 Kameraden am ii side Tor antreten sollten. Die SS wollte sie ermorden. Alle Kameraden des Lagers IN er waren sich darüber einig, daß wir keinen unserer Kameraden der SS ausliefern I Weitere al würden, Ich habe mich sofort bereit erklärt, neun von diesen 46 Kameraden i ven Kal auf meinem Block zu verstecken. Diese neun Kameraden hielten sich bis zu it der SEM unserer Befreiung auf dem Block versteckt. I , Das Der Stubendienst setzte sich aus 13 Russen, zwei Franzosen und einem Polen Ki | varde m zusammen. Der Stubendienst und ich hatten in einer Besprechung beschlossen, IH vers ai jeden SS-Mann, der es versuchen sollte, einen von den versteckten Kameraden Hi u d aus dem Block zu holen, zu erschlagen... I ne Jakob Kindinger I e Lagensdh! BA 5211-11. Bericht, geschrieben 1945. Ki icht von Bil 4 hmen Ei s Der Hilferuf io s Lagers Di ‚il : Anıspann... Als nun am 8. April 1945 der Kommandant von Buchenwald, SS-Ober- N der Denun führer Pister, den unwiderruflichen Befehl für die Evakuierung der Häftlinge it Bter Besorgi herausgab, ordnete der Kommandierende der illegalen Militärorganisation um h chaft, den Ti 13.30 Uhr an, das Sende- und Empfangsgerät, das über die 35-m-Welle senden Ih konnte, in Betrieb zu nehmen. Sofort nach Erteilung dieses Befehls betrat eine 1 ns Neumeist bewaffnete Abteilung sowjetischer Kriegsgefangener den Kinosaal, um den 1 Sender zu schützen. I} Der Inhalt der im Morse-Alphabet gesendeten Depesche in russischer, eng- H| lischer und deutscher Sprache lautete:„An die Alliierten. An die Armee des IR Generals Patton. Hier Konzentrationslager Buchenwald! SOS! Wir bitten um Di note Hilfe. Man will uns evakuieren. Die SS will uns vernichten.“! hi die p eh Während die Depesche in deutscher Sprache gesendet wurde, schaltete man iin der A im Lager den Strom ab. Innerhalb von drei Minuten wurde der eigene Strom- ii ziert VON erzeuger in Betrieb genommen. Die englische und die deutschsprachige" Depesche sendete Damazyn, die russische ein sowjetischer Kriegsgefangener. Im Nach erneuter Sendung ging man auf Empfang über. Dumpfes Schweigen. N Keinerlei Empfang. Es wurde also nochmals gesendet. Nach drei Minuten H langem Lauschen nahm Damazyn eine gleichfalls im Morse-Alphabet gegebene hi h 1 Der Text wurde von Walter Bartel und Harry Kuhn ausgearbeitet. Otto Dambacher über- N Buchenwald brachte ihn dem Funker.;" h 543 hi ee wen ee ER Antwort in englischer Sprache auf. Sie lautete:„KZ Bu. Aushalten. Wir eilen Euch zu Hilfe. Stab der III. Armee.“ Nach Empfang dieser Nachricht wurde Ingenieur Damazyn infolge der Nervenanspannung, Erschöpfung und Er- regung, die der Empfang dieser Depesche bewirkte, ohnmächtig... Teofil Witek „Za wolnos$c i lud“, Warszawa, Nr. 3-4, März-April 1957. Der 11. April Die letzte Nacht im Konzentrationslager Buchenwald. Der Organismus der Gepeinigten suchte und verlangte nach Ruhe und Entspannung. Doch wie und wo konnte er sie in diesen Stunden finden? Unser Wille hieß uns: alle Energien sammeln und auf einen Punkt zu konzentrieren. Auf den wichtigsten! All unser Sehnen, Hoffen und Kämpfen war bestimmt von unserem Freiheitswillen. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Uns schien es, als würden Körper und Geist in dieser letzten Nacht doch nur auf Dornen ruhen. Angespanntes Überdenken dessen, was uns noch bevorstand, hielt uns wach und aufrecht. Die Gruppenführer der verschiedenen Gruppen hielten sich im Tagesraum unserer Behausung auf. Unwiderstehlich schien die Müdigkeit zu sein. Jetzt galt es, sich ins Zeug zu legen, um die Lebensgeister aufzumuntern: „Freunde! Keinen Augenblick vergessen, wo ihr euch befindet! Ihr seid noch immer im KZ! Die SS hat das Feld noch nicht geräumt. Wollt ihr die Freiheit und das Leben gewinnen, müßt ihr euer Leben kämpfend einsetzen!“ So und ähnlich sprachen die willensstärkeren zu den schwächeren Kampf- genossen. Die Worte blieben nicht ohne Wirkung. Alle rissen sich zusammen. Sicherungen wurden getroffen, das Lager vor eventuellen Überraschungen zu schützen. Der letzte Tag der Häftlingszeit brach an: der 11. April 1945. Die militärischen Kampfhandlungen zogen sich mehr und mehr um das Lager Buchenwald herum. Immer deutlicher vernahmen wir die Abschüsse und Einschläge der Granaten. Mit jeder Minute waren sie klarer zu unterscheiden. Die Panzer der Amerikaner waren im Anrücken. Uns fieberte bei dem Gedan- ken, daß sie irgendwo noch einen ernsthaften Widerstand finden könnten. So wie die Nacht vom Tageslicht verdrängt wird, schwanden in uns von Minute zu Minute die Gedanken an die neuerliche Möglichkeit des Abtransportes der Gefangenen aus Buchenwald. Unsere zuversichtlichen Erwartungen stiegen mit dem Höhersteigen der klar scheinenden Sonne. Unsere Spähtrupps nahmen die Bewegungen im militärischen Kampfverlauf genauestens in Augenschein. Im richtigen Augenblick wollten wir das Gesetz des Handelns an uns reißen. Wir wollten unseren eigenen Beitrag leisten, uns aus dem grauenvollsten Dauer- elend zu erlösen. Im alliierten Vormarsch sahen wir unseren Bundesgenossen. Plötzliches Sirenengeheul. Flieger unterwegs?— Für uns war das Signal ein erfreuliches Zeichen. Wenigstens legten wir es so aus. Kaum war der Alar- 944 nierungS Bei den Hindewi senden} unsere F Zwisch W uns Tor xhenfreu Tatsache die Führ )\lnske er Warum s komman« stellen üb in Unsch Schon| \ohra ar Itidiere Der zur.\ ielangt lenfall ) Gsmask | Dasil DEN DODOIDDEDDDODDERKRRRRRRRERRERRERRRARTBCODOSEDOCDTDNEOLDIN TANTE ERIREERIHNETETEN ten. Wir eilm© mierungston verklungen, jagten die Jagdbomber auch schon über uns hinweg. chricht wurd) Bei den 21000 Häftlingen brach eine unbeschreibliche Jubelstimmung aus. ung und FR Händewinken, Mützenschwenken, Freudenrufe. Den in niedriger Höhe flie- 2er genden Kämpfern in der Luft galt unsere volle Sympathie. Wir sahen sie als Teofl Wil unsere Freunde, nicht als unsere Feinde an. Zwischen 10 und 11 Uhr geschah etwas, was wir gleichfalls niemals ver- Eh verlangt haben, damit diese das Lager mit Gas berieseln sollten. Tatsache war hr=. reihe jedenfalls, daß just zu jener Zeit, als das Gerücht aufkam, unter der SS-Truppe etzen! Gasmasken verteilt wurden. gessen werden. Der Lagerälteste sowie ein anderer deutscher Häftling wurden Hi ans Tor gerufen. Der Lagerkommandant, in der Pose eines biederen Men-" schenfreundes, erklärte unseren Kameraden ohne Umschweife, daß ihm die h Tatsache bekannt sei, wonach verschiedene Auslandssender zugegeben hätten, h roanismus di die Führung des Lagers Buchenwald sei seit dem Kommandowechsel besser HH [e) Mi... Ih Doch wm geworden. Wollte Pister Eindruck schinden?... IH lee Im übrigen hatten wir die SS schon oftmals in einer typisch heuchlerischen I aan Air Maske ertappt. Das bestimmte uns, ihren Worten keinen Glauben zu schenken. Hi sten! All ung: 2 5: Hi veitswilläg Warum standen die Posten noch auf den Türmen?! Hatte Pister als Lager- Mi Re Ci die Verfügungsgewalt über das Lager auf andere Kommando- 1 ? ‚.. stellen übertragen? Wollte er mit seiner Erklärung seine blutbesudelten Hände I 5 Überdenla|)° I . in Unschuld waschen? hi in Tan Schon tauchte das Gerücht auf, Pister habe den Flugplatzkommandanten von ii ee m Nohra angerufen, damit dieser, den Aufträgen Himmlers gemäß, Buchenwald AN = m 3 liquidiere. Auf die Erwiderung des Flugplatzkommandanten, daß keine Bom- M wi and ber zur Verfügung ständen, sollte Pister das Entsenden von Tieffliegerstaffeln Hi | Ihr seid not IN Mi 1 a Kamp! h 5 c-= A, Cheren a Das illegale Lagerkomitee hatte seinen klaren Kopf behalten. Gestützt auf N ieh UNE das, was wir in Händen hatten, entschieden wir, uns nicht ausschließlich auf 1" raschungen? die fremde Waffenhilfe zu verlassen. Die eigenen, von uns heimlich ins Lager N 1) geschmuggelten Waffen sollten unserer Freiheit eine Gasse bahnen. Es war unser Entschluß, uns mit den Befreiern von außen auf halbem Wege zu Ge mehr um& begegnen.| Abschüsse I Jagdbomber erschienen erneut über uns. Ihren Zielen zujagend, stießen sie unterscheid! zum Teil tief über das Lager hinweg. Nur wenig Minuten dauerten diese(N ei dem Gadır Spannungsmomente. Dann wurden sie übertönt von einem bis dahin noch nie N) on könnten.©) gehörten Sirenengeheul: Feindalarm! Wir wußten, was das bedeutete: Mobili- hi) ns von Mint sation der gesamten SS im ganzen Lagerbereich! Im Sturmschritt raste sie zu den 1 transportesd? ihr befohlenen Stellplätzen. Dabei wurde von uns deutlich beobachtet, wie Y) en stiegen I! viele der SS-Leute in hastiger Eile ihre letzten Raubgüter verstauten. i ps nahme) h Doch der Feindalarm bedeutete auch für uns unmittelbare Kampfankündi- ji) ugenschei 2 gung. Bewegung, Leben, Eile überall. Unsere Kuriere eilten wie der Wind von N ‚ns eißen." Block zu Block. Kurze, knappe Anweisungen ergingen an die politischen Leiter D yollsten Dev“ und Gruppenführer. Mi desgenos@" Kreischend laut schrillte das Mikrophon:„Sämtliche SS-Leute sofort aus Mi de Si q dem Lager!“ Des Rapportführers Stimme klang aufgeregt. Zweifellos mußten y vaL. 35 Buchenwald 545 I | Mt e, Sr ud N Eee irgendwelche besonderen, höchst gefährlichen Meldungen bei den SS-Stäben vorliegen. Ob sie alle noch auf ihrem Posten waren? „Jetzt auf alles gefaßt sein, Kameraden Gruppenführer. Gruppen sofort an den bekannten Treffstellen zusammenfassen! Kampfgruppen müssen ohne Ver- zug sofort, und zwar restlos, einsatzbereit sein! Befehl zum Angriff kann jeden Augenblick erwartet werden. Keine Minute Zeit verlieren!“ So instruierten wir unsere Funktionäre. „Freunde! Nur einen Kilometer von hier entfernt steht die Front! Dort wird der Durchbruch gelingen. Jetzt schlägt auch unsere Stunde! Bewaffnet die Kader! Die Restgruppen an die Stellplätze... Auf in den Kampf! Genossen! Auf Wiedersehen in der Freiheit!“... Noch liegen unsere Sturmkolonnen an den vorgesehenen Durchbruchsstellen. Der Endkampf um die Freiheit von Zehntausenden erfordert straffe Selbst- zucht der am Kampf aktiv Beteiligten. Das„Zum-großen-Sprung-bereit-sein" macht die Kämpfer fiebrig. Doch jeder ist beherrscht genug, um abzuwarten, um teilzuhaben an der Präzisionsarbeit, die uns den Sieg erleichtert. Die Kameraden wissen: Nur die Leitung hat die volle Übersicht, den richtigen Zeit- punkt zum Sturme zu bestimmen. Für aller Augen sind die Feuerlinien deutlich zu erkennen. Scharf wird das Gelände unter Kontrolle gehalten. Da! SS-Posten stürzen von den Türmen! Sie sind zum Teil im Begriff, das Weite zu suchen. Bevor sie in die Wälder fliehen können, rufen sowjetische Kameraden ihnen zu, die Waffen wegzuwerfen. Der Abschnittsgruppenführer spricht mit einem Verbindungsmann, der von der zentralen Leitung kam. Wenige Worte nur!— Kurzes Kommando! Plötzlich bricht der Angriffssturm los. Im Handumdrehen wird der gefürchtete elektrisch geladene Drahtzaun durchschlagen. Unsere Stoßtrupps dringen durch die geschlagene Bresche in die Freiheit. Schüsse aus den eigenen Gewehren fallen. Vorwärts stürmen unsere Tapfersten. Immer tiefer dringen sie in das Gelände. Kampflos ergeben sich einzelne kleine SS-Kolonnen. Waffen werden abgenommen und gesammelt. Die SS-Leute, unsere ehemaligen Gefangenenwärter, werden nun als unsere Gefangenen eingebracht. Der Durchbruch ist gelungen. Wir nehmen die Verbindung mit den Panzer- spitzen der Amerikaner auf.— Wir sind frei— endlich frei. Die Hölle von Buchenwald liegt nun hinter uns wie ein wüster Traum. Ein neues, freies Leben liegt vor uns... 8 Georg Lehmann „Volkszeitung“, Halle, vom 11. April 1946. ... Um 15.15 Uhr flattert die weiße Fahne auf Turm 1... Der Lagerälteste schickt seinen ersten Aufruf durch das Mikrophon:„Kameraden! Die Faschisten sind geflohen. Ein Internationales Lagerkomitee hat die Macht übernommen. Wir fordern euch auf, Ruhe und Ordnung zu bewahren. Das Lager wird ge- sichert. Bleibt, soweit ihr nicht eingeteilt seid, in den Blocks!“ „Konzentrationslager Buchenwald, Bericht des Internationalen Lagerkomitees“. Weimar 1949. S. 212. 546 genauer \ann, Ih der! ) standes ii sung di tung V ) 1.April! nschlosst sselben inl1, A hriieler Nachtürn Delehl z Ingsgrup Nach€ die m nzosig Raum im Der$ m Sch zum Ier Sekt Der„ nGel Der Is Turr Nach Isla Aus; l Apri Die R ING mil \cder nd ermil Mitze Aralte PARKER) Min BERKRERERKERRRRELDDEDDELOINANAHN DEU IHN TAT TERN NEMEMENEMIDDRNKKANGG Ien SS. Die bewaffnete Aktion und die Sicherung des Lagers pen sofort ı x i% en sen ohne... Das schnelle Vorrücken der Amerikaner im Westen änderte die Situation iR kann jdn| im Lager. In der Nacht vom 2. zum 3. 4. 45 wurde vom Internationalen poli- © instruiat tischen Zentrum die Möglichkeit der Auslösung der Aktion beraten und nach Äh genauer Prüfung abgelehnt. Die unmittelbare Feindstärke betrug fast 3000 I ont! Dort wi ir; N Bewelihen In der Nacht vom 5. auf den 6. April 1945 wurde erneut die Frage des Auf- H fl Cenoxn standes im Internationalen politischen Zentrum gestellt und wieder die Aus- Y Be: lösung der Aktion abgelehnt. Die Evakuierungsmaßnahmen der SS-Lager- I hbruchstil leitung veranlassen die militärische Organisation dazu, am 8. April 1945 die IN .f I Alarmstufe 3 anzuordnen, die abends wieder auf 2 zurückbefohlen wurde. Am it si ed h 10. April 14 Uhr wurde ein großer Teil der Polen evakuiert, mit ihm ging fast Il ng bereit geschlossen die militärische Organisation der polnischen Sektion. Um 16 Uhr ht 2 abzumik desselben Tages wurden die sowjetischen Kriegsgefangenen abtransportiert. h reichte Di Am 11. April 1945 näherten sich die amerikanischen Panzerspitzen. Um 14.30 In richtigen I Uhr fielen die ersten Schüsse ins Lager, hauptsächlich im Norden von einzelnen Hi linien deli Wachtürmen. Die militärische Leitung gab um diese Zeit die Waffen frei. Der A ae Befehl zum Sturm auf den Zaun folgte unmittelbar. Die bewaffneten Häft- Mi m Begril, n lingsgruppen verjagten die SS. IN, en sowjelkt Nach der Berufung von Vertretern des romanischen und slawischen Sektors“N gruppenfihr in die militärische Leitung setzte sich die Leitung aus drei deutschen, einem Leitung kn französischen und einem sowjetischen Kameraden zusammen und bezog einen I - Angniisstun Raum im Lagereingangsgebäude. Folgender Befehl wurde gegeben: NN one Drahtzu Der Sektor„Rot“ besetzt die Linie vom Turm 11 über den Steinbruch bis il one Bresche i zum Schlagbaum mit dem Gebiet rechts der Straße nach Weimar vom Tor 1 NN wärts stürmen bis zum Schlagbaum. Hierzu wird auch der„grüne“ Sektor befohlen, der somit Id mpflos ergebe der Sektorführung„Rot“ untersteht. In ınd gesamml Der„blaue“ Sektor bezieht die Linie vom Turm 19 bis zum Schlagbaum mit I) nun als unse ‚dem Gebiet links der Straße nach Weimar vom Tor 1 bis zum Schlagbaum. I Der„gelbe“ Sektor wird auf die Linie nördlich des Lagers vom Turm 11 ih it den Panzer‘bis Turm 19 befohlen. i Die Hölle w Nach einer Stunde kamen die Meldungen über die Ausführung der Befehle. i 6, freies Lebt ‚Das Lager war somit gesichert. I han Aus allen Sektoren wurden Gefangene eingebracht, die in der Nacht vom I) eong Lei! 12. April 1945 etwa 120 Mann betrugen und im Block 17 untergebracht wurden. h) Die erbeuteten Waffen betrugen ungefähr 1500 Gewehre, 180 Panzerfäuste, HN le 18 IMG und 4 sMG. Ungefähr 1000 Waffen gingen durch die Waffenmeisterei N er in ıder militärischen Leitung, wurden nachgesehen und ungefähr 500 mit Munition\ Die F In"wieder ausgegeben. hin üben" In der Nacht zum 12. April 1945 erschien ein amerikanischer Offizier, der Mi Lager WIE«der militärischen Leitung Aufklärung über die Frontlage gab. Nur eine Panzer- an 'spitze hatte den SS-Bereich passiert. Das Lager mußte deshalb mit eigenen Bi ‚Kräften gegen etwa zurückkommende feindliche Kräfte verteidigt werden. Der N 547 hi Mi GEERSEEBEEe =. be a eESCHRRARKERER Ge z a eig Offizier gestand uns eine Sicherungslinie von 2 km im Umkreis des Lagers zu. Die militärische Leitung gab den Befehl, die Linien zu verstärken mit ent- sprechenden vorgeschobenen Sicherungskräften... Von den einzelnen Kampfsektoren wurden am 12.und 13. April 1945 weitere 100 Gefangene eingebracht, die dem amerikanischen Kommando übergeben wurden... Aus dem Bericht der militärischen Leitung. IML- Buchenwald II 1/3. Hektografiert, geschrieben 1945. 948 En ER= Ze- ne en ei eignen= seen an Zn un u En EEE EEE EEE EEE EEE EEE EEE Te ee N ee u EEE EEE EEE wur HUTEUJEN DORAHNEELENRKERKERKN o 2 en) ui . 2 en = = an un ==] = e un 4 Eu =) = e- < e N les Lagen n ken mit er} ERRESELEE | i | Die] lange\ en mit blick v schmet estoß IemL: schaft ı Ihre ur sunger barei h Nun Bist chema Schred aD) INSasse Abzug Trans letz ilera] punkt ER TERTRRETEETREREGENRREN NIEREN Der Kampf geht weiter | Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald hatten jahre- hi lange Vorbereitungen getroffen, um im geeigneten Augenblick den SS-Bandi- h ten mit bewaffneten Kampfgruppen entgegentreten zu können. Dieser Augen- blick war gekommen, als die nazistischen Heere von der Sowjetarmee zer- schmettert und die Truppen der Westmächte in den mitteldeutschen Raum vor- gestoßen waren. In dieser Situation— die amerikanischen Panzer näherten sich dem Lager- befreiten sich die Häftlinge vom faschistischen Joch, von der Herr- schaft der SS-Henker. Ihr jahrelanges Ausharren unter furchtbarstem Terror, ihre unermüdliche Arbeit zur Verbesserung der unmenschlichen Lebensbedin- Eee ee ee ee gungen, ihre internationale Zusammenarbeit, ihr Kampf gegen die Nazi-Bar- Fi barei hatten den Sieg davongetragen. A Nun war eine neue Zeit für die Insassen des Lagers Buchenwald angebrochen. IN Es ist nicht einfach, mit Worten zu schildern, wie groß die Veränderung für die Kt ehemaligen Häftlinge war, die sich statt der„Ordnung“, die aus Terror und i Schrecken geboren war, aus Einsicht in die Notwendigkeit jetzt einer freiwilli- gen Disziplin unterordneten. Obwohl die Frage nach der Heimkehr die Lager-\ insassen jetzt Tag und Nacht beschäftigte, war ein sofortiger, unvorbereiteter Abzug in Anbetracht der allgemein schwierigen Nachkriegsbedingungen des N Transports und der Versorgung nicht möglich. I | Jetzt konstituierte sich das Internationale Lagerkomitee, das alle Kräfte zum N illegalen Kampf gegen die SS-Herrschaft mobilisiert und zum gegebenen Zeit- punkt die Selbstbefreiung der Häftlinge organisiert hatte, unter legalen Be- dingungen. Es stellte sich nach der Befreiung an die Spitze des Lagers und orientierte die im Lager verbliebenen Insassen auf das neue Leben, auf ein Leben in Frieden und Freiheit, ohne Faschisten und Militaristen. Obwohl den Männern des Komitees und allen bewußten Antifaschisten diese politische Zielsetzung klar vor Augen stand, vergaßen sie nicht das Nächst- liegende. Sie bemühten sich um die Ordnung und die Disziplin im Lager. Sie sorgten für Verpflegung, Kleidung und alles Lebensnotwendige. Hi Höhepunkte der Arbeit des Internationalen Lagerkomitees waren die großen hi Kundgebungen auf dem Appellplatz:"4 Der Freiheitsappell am 12. April 1945, die Trauerkundgebung für die in Buchenwald und seinen Außenkommandos ermordeten Kameraden und die} Feier am 1. Mai 1945. Alle nationalen Gruppen waren an der Durchführung h dieser Kundgebungen beteiligt und gaben ihrem Willen Ausdruck, die reak-} tionären Kräfte zu zerschlagen und ein neues Leben aufzubauen. Das Gefühl, l N = ERSEn EEE = hasse er das die Antifaschisten, die im Kampf gesiegt hatten, beherrschte, als sie jetzt Sal freiwillig auf dem Appellplatz standen, läßt sich nicht mit den Stimmungen und Gedanken vergleichen, die sie zuvor bewegt hatten. Damals trugen die von Leid und Hunger gequälten Kameraden, die bei Wind und Wetter oft viele Stunden hintereinander auf diesem Platz verbringen mußten, Furcht und Bitternis im Herzen. Jetzt waren sie frei... „Wir schwören!“ So klang es aus den 21 000 Kehlen anläßlich der Trauer- kundgebung des Lagers Buchenwald am 19. April 1945. 56 000 von den Nazis ermordete Kameraden sollten gerächt werden durch den Kampf der Über- lebenden gegen die Schuldigen, gegen die Überreste des Faschismus. Das war der Sinn des Buchenwaldschwurs. Dieser Gedanke war spürbar in allen politischen Aktionen und Manifesten der Buchenwalder Antifaschisten, wie zum Beispiel in der Entschließung der Delegierten-Konferenz der deutschen Kommunisten in Buchenwald am 22. April 1945, in der Resolution des ersten Buchenwalder Volkskongresses am 23. April 1945. j Beim Studium der Dokumente, die die politische Arbeit im Lager Buchen- wald beinhalten, wird besonders die führende Rolle der Kommunistischen Par- tei deutlich. Hier muß man auf die Resolution der Vertreter der Kommunisti- schen Parteien in Buchenwald vom 19. April 1945 zur Lage und zu der geleiste- ten politischen Arbeit verweisen. Es kommt darin zum Ausdruck, daß die Kom- munisten in Buchenwald nach der Generallinie des VII. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale, der die Schaffung, einer antifaschistischen Volksfront proklamierte, gearbeitet haben. Schon im Widerstandskampf gegen die Nazibarbarei im Lager wurde unter Führung der Vertreter der Kommu- nistischen Parteien aller Nationen im Lager die antifaschistische Einheit der Kameraden geschaffen. An diese Tradition knüpfte die Parteiarbeit der deutschen Kommunisten nach der Befreiung an. Die Entschließung der Delegiertenkonferenz vom 22. April 1945 gibt eine Analyse der historischen, ökonomischen und politischen Situation Deutschlands, die nach unseren heutigen Erkenntnissen zwar in einigen Punk- ten überholt, aber aus der Sicht der Buchenwalder Kommunisten heraus sehr beachtenswert ist. Diese Entschließung bleibt nicht bei der Analyse der Situation stehen, sondern verpflichtete die befreiten Antifaschisten, unter Führung der KPD den Kampf fortzusetzen, bis der Faschismus endgültig zerschlagen ist, alle ökonomischen und politischen Rechte fest in den Händen des Volkes sind und ein friedliebendes, demokratisches Deutschland geschaffen wurde. In diesem Sinne tagte in Buchenwald am 23. April 1945 die erste Volksfront- Delegierten-Konferenz, die ihre politische Arbeit darauf ausrichtete, nach der Entlassung alle aktiven Antifaschisten in den Bezirken und Kreisen Deutsch- lands zu gewinnen. Das Leben im Lager Buchenwald bis zur Entlassung der Kameraden lief dank der Umsicht und Tatkraft der führenden Antifaschisten in geordneten Bahnen. Auf Befehl des amerikanischen Besatzungskommandanten mußten am 13. April alle Waffen abgegeben werden. Doch das Gefühl des Stolzes und der 902 Würde,€ \ntifasch Ianten ke yon Antif jerzu ge Am2.] Jhs Inter Intifasch chen All kam das] tischen K beit for Ietzt ke o schnell 1/4 Renatrier bralliier nassen | iterschie fer wurd chen All Ink kor Die He iter deı Sldaritä men Si ) Dsseres] R Stimmunge Vetter oft Viel 1, Furcht un! ch der Trauer von den Na npf der Über)| ismus, ind Manifeste' schließung de) ıchenwald A skongresses Lager Buchr ınistischen Pır r Kommunist: zu der geleist: , daß die Kon !kongresses di ıtifaschistisch dskampf gest or der Komm: he Einheit di nmunisten I z vom 22. Aprl ischen Situati n einigen Bunt ten heraus&l! ‚se der Sjtuatiit or Führung dk ‚chlagen ish ab Volkes sind un ö al, ‚rste Vi olkstroi! "htete, nach€! reisen Deuts IM Kameraden h in geordnd® ıten mußten 2 Stolzes WI ü mugen die yo| Be ne DREBERERRRRRRERERRERRRURRRREEDEOBDEEDEDER REDNER DEN ET TI T KER NENNE ERENKERKHER Würde, das mit dem Besitz dieser Waffen verbunden war, konnte man den Antifaschisten nicht rauben. In der Anordnung des amerikanischen Komman- danten kamen Furcht und Mißtrauen zum Ausdruck: Waffen in den Händen von Antifaschisten und Kommunisten- das erschien dem amerikanischen Offi- zier zu gefährlich. Am 2. Mai 1945 mußte sich nach dem Willen der amerikanischen Behörden das Internationale Lagerkomitee auflösen. Die politisch-konsequente Arbeit der Antifaschisten aller Länder unter Führung der Kommunisten war den west- lichen Alliierten ein Dorn im Auge. Diszipliniert, wenn auch nicht ohne Protest, kam das Komitee auch diesem Befehl nach. Nichts konnte jedoch die antifaschi- stischen Kämpfer daran hindern, in ihrer Politik der internationalen Zusammen- arbeit fortzufahren. Jetzt konzentrierten sie ihre Arbeit darauf, den Kameraden aller Nationen so schnell wie möglich die Rückkehr in die Heimat zu ermöglichen. Doch die Repatriierung der einzelnen nationalen Gruppen hing von der Genehmigung der alliierten Behörden ab. Daß dieser so verständlichen und von allen Lager- Insassen unterstützten Forderung nach Heimkehr nur sehr zögernd und sehr unterschiedlich nachgekommen wurde(die Antifaschisten der westlichen Län- der wurden bevorzugt entlassen), liegt in der politischen Haltung der west- lichen Alliierten begründet, die in ihrer gesamten Nachkriegspolitik zum Aus- druck kommt. Die Heimkehrenden aller Nationen gedachten der grauenvollen Lagerzeit unter der Nazibarbarei, gedachten aber auch mit Stolz der internationalen Solidarität, des ungebrochenen Kampfgeistes aller Antifaschisten, ihres gemein- samen Sieges im April 1945 und der ersten gemeinsamen Schritte in ein neues, besseres Leben. Alle richteten zum Abschied besonderen Dank an die deutschen Antifaschisten, die eine führende Rolle beim aktiven Widerstand gegen die Nazibarbarei gespielt hatten. Im Buchenwaldprozeß in Dachau im August 1947 wurden 22 Todesurteile und eine Anzahl hoher Freiheitsstrafen über ehemalige SS-Angehörige aus- gesprochen, die im Konzentrationslager Buchenwald ihre verbrecherische Politik an wehrlosen Gefangenen ausübten. Namen von verurteilten SS-Bestien, wie Dr. Eisele, Hackmann, Helbig, Pleissner, Albert Schwartz, Ilse Koch, Zinecker and andere erwecken bei den ehemaligen Häftlingen und allen anständigen Menschen, die um deren Verbrechen wissen, Abscheu und Verachtung. Aber wo sind die Hauptschuldigen dieser Verbrechen? Die Kriegsgewinnler, die aus den Häftlingen Profite und Extraprofite herauspreßten? Standen sie « vor einem Richtertisch und wenn ja, wurden sie ihrer gerechten Strafe zu- seführt? Treiben sie nicht schon wieder in einem Teil Deutschlands ihr Un- wesen und versuchen sie nicht, neue Gefahr über die Völker Europas zu pringen? Diese Fragen bewegen nicht nur Deutsche. Sie rufen die gesamte friedliche und fortschrittliche Menschheit auf den Plan zum Kampf gegen die Verderber der Völker. 999 Da Ge Ba a see Bere EEE es ee ee a are een a en nn ee Bernes> jan a u Zt mies nur i { h K “i “ ’} ER IRRRLREN ENGE Die Insassen von Buchenwald nach der Befreiung ... Am 16. April 1945 wurden folgende Lagerinsassen lebend vorgefunden: 2900 Franzosen, 3800 Polen, 1240 Ungarn, 570 Jugoslawen, 4380 Russen, 324 Holländer, 622 Belgier, 550 Österreicher, 242 Italiener, 2105 Tschechen, 1800 Deutsche, sowie 1467 Spanier und andere: insgesamt 20.000 Gefangene... Deutsche Konzentrations- und Gefangenenlager- Was die amerikanischen und britischen Armeen vorfanden. April 1945. Text des amtlichen Berichtes, der vom Hauptquartier der alliierten Expeditionsarmeen an das ameri- kanische Kriegsministerium über das Konzentrationslager Buchenwald erstattet wurde. Die erste Anordnung nach der Befreiung Achtung! Achtung! Hier spricht der Lagerälteste im Auftrage des aus allen Nationen gebildeten Lagerkomitees. 1. Die SS hat das Lager verlassen. 9. Vertreter aller Nationen haben eine Lagerleitung gebildet. Ihren Anord- nungen ist unbedingt Folge zu leisten. 3, Bleibt alle in den Blocks. Haltet die Sperren aufrecht. 4. Alle Lebensmittel, alle Bekleidungsgegenstände sind Eigentum der Lager- insassen. Wer sich daran vergreift, wird als Plünderer bestraft. 5. Alle Lagerorgane bleiben auf ihren Posten, verrichten ihre Arbeit zur Er- haltung der Ordnung und Versorgung des Lagers. BA 772-41 Abschrift. Lagerbericht Nr. 1 Buchenwald, den 11. 4. 45 ... Um 16.50 Uhr war die Neueinteilung der bewaffneten Kräfte des Lagers zwecks Aufrechterhaltung der Ordnung und Vorbereitung auf eventuelle Über- raschungen seitens versprengter SS-Formationen beendet. Das Lagerkomitee, die Vertretung aller Nationen in Buchenwald, trat gegen 17 Uhr zusammen. Anwesend waren: Paul, Manhes und Thomas für die Franzosen, Ciufoli für die Italiener, Neuman, Frank und Priester für die CSR, Kotow, Smirnow, Asarow, Kjung, Kaltschin für die UdSSR, Pieck für die Holländer, Horn für die Österreicher, Supek für die Jugoslawen, Kuhn, Wolf, Bartel, Busse und Hilpert für die Deutschen, Mikolajezak für die Polen, 504 ] ] | | Friec Gline Besd Vertret Der] ten, Zu tretern Manhe anderer Weit 1.8i Ve IK 4K >K bK Die. herigen Das tionen DasLa sichern chen, Was komite omite Abst Sasse BA 779- | vorgefund: 4380 Rus 05 Tschech ) Gefangen: neen an das am urde, nen gebildet ‚ Ihren Anort tum der Lat aft. Arbeit zul: äfte des Lay" ventuelle Ubt vald, trat gepM sen, Friedmann für die Ungarn, Glineur und Hoyaux für Belgien. Beschlossen wird die Bildung eines Lagerrates aus Vertretern aller Nationen. Vertretungsschlüssel: je ein Vertreter auf 1000 Häftlinge einer Nation. Der bisherige Lagerälteste! übernimmt die Funktion des Lagerkommandan- ten. Zur Durchführung von Sofortmaßnahmen wird eine Lagerleitung aus Ver- tretern aller Nationen gebildet. Diese Leitung besteht aus Kaltschin(UdSSR), Manhes(Frankreich), Bartel(Deutschland), Frank(CSR) und Ciufoli für alle anderen romanischen Völker. Weiter wird die Bildung folgender Kommissionen beschlossen: Sicherheitskommission, Verpflegungskommission, Kommission für Sanitätswesen, Kommission für Bekleidungswesen, Kommission für Lagerverwaltung . Kommission für Informationsdienst. Die Aufgaben der Kommission für Sanitätswesen werden vorläufig vom bis- herigen Häftlingskrankenbau übernommen... Das Lager befindet sich fest in Händen der ehemaligen Häftlinge. Die Funk- tionen der Lagerverwaltung werden von unseren eigenen Organen ausgeführt. Das Lager ist nach außen gegen die SS, nach innen gegen Banditenelemente zu sichern. Das Wichtigste ist, daß wir den Alliierten diszipliniert, als freie Men- schen, gegenüberstehen. Was Verpflegung anbetrifft, so können wir uns nach Mitteilung des Lager- komitees mit den vorhandenen Vorräten einige Tage halten. Das engere Lager- komitee tagt ununterbrochen. Abschließend wird der Aufruf des Internationalen Lagerrates an die Lager- insassen in allen Sprachen zur Verlesung gebracht. BA 773-2. Original. SB DM Bericht über die Tätigkeit des Internationalen Lagerkomitees ...Im Laufe der Jahre hatte sich aus den entschiedensten, unerschrockensten, pflichtbewußtesten Kameraden jene internationale Gemeinschaft herausgebildet, cdleren größte Krönung das Lagerkomitee wurde. Monate vor der Endkrise des Naziregimes haben die Vertreter aller Nationen sich eingehend mit den Fragen beschäftigt, die sich aus der Situation der Naziniederlage ergeben würden. Zu diesen Plänen gehörte auch die Möglichkeit der Übernahme des Lagers nach der Vertreibung der SS. Dieser schon lange vorher ausgearbeitete Plan wurde dann am 11. April 1945, fast unverändert in seinen Einzelheiten, in die Tat umgesetzt. Unmittelbar nach der Vertreibung der SS durch die bewaffneten Häftlinge ! Hans Eiden, 1950 verstorben. 559 \ 1 ei ‚1 Hl N N enge ee en ge DE eg re ze Del DE nn ee Fe Se ses en trat das Internationale Lagerkomitee zu seiner konstituierenden Sitzung zu- sammen. Das Lagerkomitee bildete eine eigene Lagerleitung mit den Ver- tretern der fünf führenden Nationen, wählte einstimmig den bisherigen Lager- ältesten I, Eiden, zum Kommandanten und den Kameraden Bartel zum Vor- sitzenden des Komitees... Das ILK! übernahm das Lager in einem Moment, als es keine andere be- waffnete Macht im Lager gab als die ehemaligen Häftlinge. Die amerikanische Armee übernahm das Lager faktisch erst 48 Stunden nach der Vertreibung der SS. Die Aufgabe des ILK bestand in dieser Stunde darin, mit Hilfe der Sicherheits-Organisation und der nationalen Komitees das Auseinander- laufen der 21 000 Menschen zu verhindern. Dem ILK war völlig klar, daß die Verstopfung der Straßen die militärischen Operationen der amerikanischen Armee stören würde. Gleichzeitig mußte die Verpflegung des Lagers sicher- gestellt, die Plünderung der Lebensmittelvorräte bei dem herrschenden Hun- ger vermieden werden. Die Aufrechterhaltung des Krankenbaubetriebes war ein anderes Aufgabengebiet, das nur durch die bisherigen Lagerinsassen gelöst werden konnte... Die vom ILK eingesetzte Verpflegungskommission hat es vom ersten Tage an als ihre wichtigste Pflicht betrachtet, die Verbindung zu den Lieferanten von Brot, Kartoffeln, Milch und anderen Lebensmitteln wieder herzustellen, um die reibungslose Zufuhr zu sichern. Die notwendigen Papiere und Kraftwagen- genehmigungen erhielt die Kommission von dem jeweiligen Kommandanten. Trotz großer Schwierigkeiten gelang es den verantwortlichen Kameraden, die notwendigen Mengen nicht nur zu sichern, sondern schon einige Tage später an Quantität zu erhöhen. Damit war die Möglichkeit geschaffen, an die In- sassen mehr Brot und Fleisch auszugeben. Nicht weniger schwierig gestaltete sich die Arbeit der Bekleidungskommis- sion. Für 21 000 Menschen waren kaum 5000 Anzüge, Wäsche und Schuhe vor- handen. Es war klar, daß nunmehr alle Nationen zuerst eingekleidet werden wollten, insbesondere die Kameraden, deren Entlassung unmittelbar bevor- stand. Es gelang der Kommission, sich einen klaren Einblick in die wirklichen Verhältnisse zu verschaffen, das Ausmaß des Diebstahls der SS an den Lager- insassen festzustellen und damit der amerikanischen Behörde, besonders dem Roten Kreuz konkrete Angaben über den Bedarf zu machen... Nach den ersten Tagen der Freiheit trat im ganzen Lager eine allgemeine Ermüdung ein. Es traten Magenstörungen auf, die zu einer Gefährdung des Arbeitseinsatzes führten. Hierzu trat eine menschlich verständliche Abneigung gegenüber Leistung unangenehmer Arbeiten ein. Der Arbeitseinsatz wurde deshalb vom ILK den nationalen Komitees übergeben, eine besondere inter- nationale Arbeitseinsatzkommission gebildet und damit die nationalen Komitees verpflichtet, sich unmittelbar für den gesamten Lagerbetrieb verantwortlich zu fühlen. Die vom ILK gebildete Informationsabteilung und Presseabteilung betrat 1 Internationales Lagerkomitee. 956 tete oa erscheint ahm di iner Ta, mandant m] 4 eine Tra ermordet ir Forn | tmkom j } Charakte | tionen g seines B i Gruppet IsLage Dis eilt der Kam \rbeiten bewährt IIL= Buc DESEEDDDDDODOEOEDBERRRFRERRRRRRERRRRRRERBRRRE DE DDER OHR DIR DIR ET ET TED ENRMENEREENKRRKN Yrre N Sitzung| tete es als ihre wichtigste Aufgabe, die Informierung der hier in großer Anzahl Ka den We erscheinenden Pressevertreter aller Länder vorzunehmen... Gleichzeitig über- gerigen Lan nahm die Informationsabteilung die Informierung der Lagerinsassen anstelle tel zum\i,| einer Tageszeitung, Sie gaben in geeigneter Form alle Anordnungen des Kom- | mandanten und des ILK bekannt. Durch das ILK wurde nach der Befreiung ne andere am 12. April 1945 ein Befreiungsappell durchgeführt; am 19. April 1945 fand amerikanish; eine Trauerkundgebung für die in Buchenwald und seinen Außenkommandos er Vertreibun: ermordeten Kameraden und am 1. Mai eine Maifeier statt. Die Verantwortung rin, mit Hil für Form und Inhalt dieser Veranstaltungen war der vom ILK eingesetz- ; Auseinand"| ten Kommission übergeben worden. Auf diese Weise wurde der internationale g klar, dal)| Charakter aller Veranstaltungen, der Ausdruck der Zusammenarbeit aller Na- amerikanischen tionen gegen die nazistische Barbarei gewahrt. Das ILK hat vom ersten Tage Lagers side: seines Bestehens an die Auffassung vertreten, von den einzelnen nationalen schenden Hır Gruppen beauftragt zu sein und die Verpflichtung zu haben, bei der Auflösung ubetriebsw) aufs engste mit den amerikanischen Behörden zusammen zu arbeiten. rinsassen gel Das gilt selbstverständlich insbesondere für alle Maßnahmen zur Entlassung der Kameraden in ihre Heimat. Das ILK war sich dabei klar, daß aber diese m ersten ie) Arbeiten nur gemeinsam gelöst werden konnten, um alle Schwierigkeiten in ‚jeferanten bewährter kameradschaftlicher Art zu überwinden. ıstellen, und: IML- Buchenwald II 1/3. Original. ıd Kraftwag ommandanle Kameraden, dt ioe Tage il Der Aufruf des Lagerkomitees den I die| anläßlich des ersten Freiheitsappells der Buchenwaldinsassen. Verlesen von Hans Eiden eidungskonl' = Sc Die zerschlagenen Armeen des Nazismus sind ostwärts des Ettersberges zu- alidet we rückgeflutet. Die feigen SS-Banditen liefen davon, als es ernst wurde. Wir, die internationalen Antifaschisten von Buchenwald, haben mitgeholfen an der Befreiung des Lagers. Eine internationale Lagerleitung hat sich gebildet. Der Blutterror der Naziverbrecher ist gebrochen. Die militärische Macht der einstmaligen Häftlinge vom KZ Buchenwald sichert das Lager. Die Verbindung mit dem Abschnittskommando der alliierten Streitkräfte ist aufgenommen. nittelbar be n die wir“ San den Lagt hesonden 02 oje Unsere Aufgaben im Augenblick sind: a Ar N 1. Antifaschistische Disziplin zum Schutze des Lagers nach innen gegen Ban- Geli a diten und Saboteure. liche a wf 2. Militärische Disziplin und Kampf zum Schutze gegen die zurückflutenden an ie faschistischen Armeen. beson Kon 3. Die Lagerleitung erblickt eine ihrer Hauptaufgaben in der Sicherung der onalen ha Ernährung für das Lager. Das Abschnittskommando der alliierten Armee hat verantwol“ Unterstützung zugesagt. ee 4. Die Illegalität unter der SS-Herrschaft ist beendet. Im Lager herrscht anti- hteilung? faschistische Demokratie. 557 N neuer ee FE ne a SERIE en Eepeeenger selben nn ne ner SE ng nee ner an er m ne rear" =. De Fe ee Sehe { { ‘ N eHLEHRSEBRELER Ge 5, Die internationale Solidarität aller Antifaschisten, in der Illegalität entstan- den, muß sich auch jetzt in der Freiheit bewähren. Steht fester zusammen, Kameraden aller Nationen! Freiheit heißt die Parole! Antifaschistische Disziplin nach innen und außen ist unsere Aufgabe! Seid bereit! Der Kampf ist noch nicht zu Ende! BA 772-31. Original. Der erste Befehl des amerikanischen Kommandanten Am 13. April 1945 rief der Kommandant! die Mitglieder des Internationalen Lagerkomitees zu sich und gab, nachdem er ihren Bericht über die Lage im Lager aufmerksam angehört hatte, folgende Anweisungen: 1. Völlige Ordnung und Ruhe im Lager zu wahren. 2. Alle ehemaligen Häftlinge nach Nationalität einzuteilen. 3. Buchenwald wird in kürzester Frist mit Lebensmitteln und Wasser ver- sorgt. 4. De Kommandant ernannte zum Lagerältesten den Genossen Hans.? 5, Alle Genossen, deren Länder von den faschistischen Barbaren befreit sind, werden in kürzester Frist in ihre Heimat entlassen. 6. Der Lagerkommandant befahl, bis 18 Uhr(13. April) alle Waffen abzu- liefern. Aus„Ruf der Freiheit“, Organ der sowjetischen Sektion des Lagerkomitees des KZ Buchenwald Nr. 1 vom 14. April 1945. BA 772-17. Übersetzung. Ein Aushang in allen Blocks Das Internationale Lagerkomitee hat zur Frage des Arbeitseinsatzes Stellung genommen, Der amerikanische Kommandant hat für die besonders schweren und schimpf- lichen Arbeiten den Einsatz von gefangenen SS-Leuten zugesagt. Trotzdem bleiben alle Arbeiten in der Küche, im Revier, in den Kammern, in der Schusterei und Schneiderei selbstverständliche Aufgaben der Lagerinsassen. Es muß allerdings eine Regelung getroffen werden, daß nicht nur ein Teil des Lagers arbeitet, sondern alle Arbeitsfähigen herangezogen werden. Unsere Losung muß sein: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen! 1 der amerikanischen Besatzungstruppen des Lagers Buchenwald. 2 gemeint ist Hans Eiden. 338 Kamer: Die. und Sd Das: tie ihn IML-Bu 01 m FERFTEAFTETeN u Fr EFKFFRFF 7 1 n u A) Rt MILLLSCOLET EHER Ip h BRENNER LEISTUNGEN N TER RUTURRGEETECEGERENSTEERTT lität entstu. Das Lagerkomitee schlägt Euch folgende Regelung vor: ST ZUSammen 1. In jedem Block wird ein Kamerad bestimmt, der den Arbeitseinsatz regelt. Die Blockinsassen der einzelnen Kommandos wählen sich einen Obmann, der nach Arbeitsschluß sich vom Block eine Bestätigung geben läßt über {gabe! die Anzahl der vom Block gestellten Arbeitskräfte. 2. Alle nicht in Kommandos und für die Komitees beschäftigten Lagerinsassen stehen für zeitweilige Anforderungen zur Verfügung. Die Zahl dieser freien Arbeitskräfte ist jeden Abend bei der internationalen Arbeitskommission zu melden. Die Kommission besteht aus je einem Vertreter des Tschecho- | slowakischen, Polnischen, Sowjetischen, Deutschen und Ungarischen | Komitees. Alle Anforderungen über Einsatz innerhalb und außerhalb des | Lagers gehen durch diese Kommission. See N Ka en ne ae|| Kameraden! a Die Aufrechterhaltung des ganzen Lagerbetriebes, die Pflege unserer Kranken a und Schwachen ist unsere eigene Angelegenheit. M Das Lagerkomitee erwartet, daß alle Kameraden bei Anforderung bereit sind, Ri Iw die ihnen aufgetragenen Arbeiten im Interesse aller Lagerinsassen zu erledigen. Hi asser Ver: Ri Das Lagerkomitee ki Hans! IML-Buchenwald II 2/1. Original, hektographiert. in n Hans,“ ht n befreit sin! 1 Weimar, den 16. April 1945 N Waffen abnı h Der Bürgermeister der Stadt Weimar teilt mit: 19 ... Der kommandierende General hat gestern Nacht befohlen, daß mindestens hi 1000 Einwohner der Stadt, davon die Hälfte Frauen, das Lager Buchenwald N und die dazugehörigen Lazarette heute noch besichtigen, um sich von den Zu-(N ständen dort zu überzeugen, bevor diese geändert werden. Zur Teilnahme Hi sollen verpflichtet werden: Männer und Frauen im Alter von 18-45 Jahren- in ‚1 erster Linie Angehörige der aufgelösten NSDAP- von denen% der wohl- IN) habenderen und% den weniger bemittelten Bevölkerungsschichten angehören N ‚atzes Stelluf sollen. Sie müssen kräftig genug sein, die Anstrengungen des Marsches und der 1 ' Besichtigung(Dauer etwa 6 Stunden, rund 25 km Marschweg) auszuhalten. Hi ndsching|| Verpflegung ist mitzubringen, ist jedoch vor der Besichtigung einzunehmen. I an roten Den Teilnehmern wird nichts geschehen. Der Marsch wird von Fahrzeugen des Be '"Sehe Deutschen Roten Kreuzes und von Ärzten begleitet werden, um Hilfe zu leisten, M a wenn jemand den Anstrengungen nicht gewachsen sein sollte. H m gez. Klass h\ tour p Bürgermeister N ‚erden. V BA 7672-2. Abschrift. N m Ki ii Ki i 559 Bi M en a Sr STE x“ a Se EITTEN ee er KILL IE 2 ETF Fer A ET Merkblatt für Besucher Buchenwalds!! Wenn Du heimkommst, erinnere Dich dessen, was Du in Buchenwald sahst: 1. Erinnere Dich an den Bock, wo Menschen mit Knüppeln mißhandelt wurden. 9. Erinnere Dich an die Öfen des Krematoriums, wo Zehntausende verbrannt wurden! 3. Erinnere Dich an den Vorhof des Krematoriums, wo Haufen von Leichen ausgemergelter Häftlinge aufgestapelt waren! 4. Erinnere Dich an den Keller des Krematoriums, wo zahllose antifaschistische Kämpfer, u. a. 34 englische und kanadische Piloten, erhängt wurden! 5. Erinnere Dich an den Block 46, wo Menschen als Versuchstiere mit Fleckfieberbakterien infiziert wurden! 6. Erinnere Dich an den Steinbruch, wo Tausende von Menschen schwerste Steine im Laufschritt schleppen mußten und dabei erschlagen, zertreten und erschossen wurden! 7. Erinnere Dich an das„Kleine Lager“, in dessen einzelnen, erbärmlichen Behausungen bis zu 2000 Men- schen— darunter Kinder im Alter von 3 bis 15 Jahren— ein- gepfercht waren! 8. Erinnere Dich an den Pferdestall, wo 70002 sowjetische Kriegsgefangene durch Genickschuß ge mordet wurden! 9. Erinnere Dich an das Revier, wo durch selbständige aufopferungsvolle Arbeit der Häftlinge eine Oase in der Wüste geschaffen wurde, wo wenigstens ein Teil der Kranken Aufnahme und Genesung fand! 10. Erinnere Dich, daß deutsche Antifaschisten die ersten Opfer nazistischer Konzen- trationslager waren, daß sie in internationaler Zusammenarbeit mit den Antifaschisten aller Länder aktiv an der Befreiung beteiligt waren und damit den Grundstein für ein nazifreies, demokratisches Deutschland setzten! BA 772-39. Original. 1 Dieses Dokument existiert auch in englischer Fassung für die amerikanischen Besatzungs- truppen des Lagers. 2 Es wurden 8483 sowjetische Kriegsgefangene ermordet. Diese Zahl war 1945 noch nicht beka Vgl. S. 208. h nnt. 560 Die 7 Inger bi Keine schöpft, störten schwach Man‘ [bt vie Gewißh Schausp hg Sälafke deren cn Mar Pröhlict korespi >oder dieser€ eilsie Eine Iintere rauen en Steg tilwei henwald sah ge aufgestap: englische ul kterien inf im Laulsh und erschossen 5 zu 2000 N ) Jahren et Senickschu)# 7 Häftlinge! a on ns ein Tel€ stischer Ku ‚mmenarbel" fung DC, at“ ‚demo ice Be ‚nt be s.noch nicht DERREREDRRERRERDRERBEREDDLDDRSLORTDINTE 1 Hal 40 Menschen sterben täglich in dem befreiten Lager Buchenwald Die Zahl der sterbenden Menschen hier in dem ungeheuren Nazigefangenen- lager beträgt 40 pro Tag. Keine ärztliche Hilfe kann sie retten. Durch Unterernährung physisch er- schöpft, mit einer durch Grausamkeit und schlechte Behandlung völlig zer- störten Widerstandskraft, sind die Opfer, obwohl sie gerettet worden sind, zu schwach, um weiterleben zu können. Man wirft einen Blick auf irgendein abgezehrtes Wrack eines Menschen. Er lebt vielleicht bis morgen oder dämmert 2 bis 3 Wochen dahin mit der einzigen Gewißheit, daß er zum Sterben verurteilt ist. Europa hat kein tragischeres Schauspiel zu bieten. Ich ging durch eine lange Holzbaracke. Auf jeder Seite säumen Reihen von Schlafkojen die Wände. Sie sind nichts weiter als tiefe Regale, eins über dem anderen, jeweils 6 Fuß voneinander entfernt. Am Rande jedes Bettes hatte sich ein Mann selbst auf die Ellenbogen gestützt, damit er schön lächeln und an der Fröhlichkeit etwas teilnehmen konnte, die durch das Erscheinen eines Kriegs- korrespondenten in Khaki-Uniform verursacht worden war. Die Kojen reichen 5 oder 6 Fuß ins Dunkle, und die Nazis zwangen die Männer, daß in jeder dieser erstickenden Höhlen 16 zu gleicher Zeit schliefen. Sie konnten das nur, weil sie erbärmlich dünn waren, aber sie mußten auf der Seite liegen. Eine Lehre für die Zivilisten Eine kleine Weile später sah ich eine Menge Zivilisten aus dieser Baracke hintereinander herauskommen, Männer, Frauen, Jungen und Mädchen. Einige Frauen und Mädchen kamen weinend heraus... Sie mußten weitere Greueltaten sehen, bevor sie nach Haus gingen. In einem Krematoriumsgebäude sahen sie durch die offenen Türen von 6 Brennöfen die teilweise verbrannten Überreste von menschlichen Wesen, so wie sie die Nazi- kerkermeister verlassen hatten... Von den übriggebliebenen Insassen sind 5000 krank... Mindestens 2500 sind dem Tode so nahe, daß keine Hoffnung auf ihre Ge- nesung besteht. Alles, was getan werden kann, ist, ihre Lebensbedingungen während der letzten Tage ihres Lebens zu erleichtern... In den schwersten Fällen wurden die Patienten aus den Baracken ins Hospital gebracht. Ein großes SS-Krankenhaus in der Nachbarschaft war übernommen und hergerichtet worden. Außerdem werden 18 Nazibaracken als neue Unter- kunft für die Befreiten dienen, die mit erbeuteten deutschen Nahrungsmitteln und Weißbrot, das im Lager gebacken wird, ernährt und mit deutscher Kleidung ausgestattet werden... Überall sah man halbverhungerte Männer, die fast bis zum äußersten des Menschenmöglichen ausgebeutet worden waren. Alle hatten hervorstehende 36 Buchenwald 561 be or = Inge een ir) en meer nen Se u > Fee er But bPESHRSANRERER Eee Rippen, dünne Beine und Arme und eingefallene Wangen. Aber ein noch er- greifenderer Anblick war der von 900 Knaben unter 14 Jahren vieler Nationali- täten. Sie kamen mit Vätern ins Lager, die jetzt tot sind oder durch die Ver- legung nach unbekannten Bestimmungsorten vermißt werden. Diese Jungen sahen wie alte Männer aus und benahmen sich vielfach auch so. Sie hatten eine gelbe oder sehr blasse Gesichtsfarbe und einen gespannten Aus- druck, waren abgemagert, ernst und schweigsam. Ältere Gefangene halfen den Jungens heimlich trotz ihrer eigenen Ent- behrungen während ihrer Gefangenschaft. Heute wandte sich eine Abordnung an die Militärregierung mit der Bitte, die Jungens nicht nach ihren Nationali- täten zu trennen, sondern in einer Gruppe zu belassen, solange, bis sie ihren Weg zurück zum normalen Leben finden... Georges Fyte „Daily Telegraph“, London, vom 18. April 1945. Bericht über die Zusammenkunft der Kommission zur Vorbereitung einer Trauerfeier auf dem Appellplatz am Donnerstag, dem 19. April 1945, 8 Uhr abends Eingeladen waren Vertreter sämtlicher Nationen. Anwesend waren: Henri Pieck, Vorsitzender der Kommission Leo Kok, Sekretär. Vertreter: Mitarbeiter: Österreich: Erich Dlabaja Österreich: Leopold Tausig Niederlande: Henri Pieck Alexander Gelb Leo Kok Hermann Schiffnagel Ungarn: David Salomon Kurt Molach Tschechoslowakei: Zdenek Blouky Franz Horvath Peter Sturm Polen: Salek Rothschild Tschechoslowakei: Ottomar Cerwenka Franz Husta Gestimir Dobes Otto Eisler Emil Eisler Es wurde beschlossen, den Plan des tschechischen Kameraden Franz Husta anzunehmen, ihn mit der Durchführung zu beauftragen und ihm freie Hand zu lassen. Es wird versucht, ae zu erhalten, die Feier in der Abenddämmerung stattfinden zu assen. 362 er ein noch rielfach audı espannten Au T eigenen Eıl ine Abordnın hren Nationl; e, bis sie{hr Georges Fl ld Tausig der Geb ann Schifiage Solach Horvatlı Sturm Rothschild ar Cerwenkt Husta ir Dobes isler Sisler en, ihn nit h s wird ver! / stattfinden i ’ ieler National durch die Ve. RRRDDDEIARMAMOLD BEHRRFRERRFRERR) DREIER IHM Folgendes Programm wurde vorgeschlagen: 1. Orchester. 2. Ansprachen eines deutschen, eines französischen, eines russischen und eines olnischen Kameraden. 3. Übersetzungen in Englisch, Russisch und Französisch. 4. Ansprache des Lagerkommandanten oder dessen Stellvertreters. 5. Übersetzungen der Kommandanten-Ansprache in Deutsch, Russisch und Französisch. 6. Trauerminute, während welcher ein russischer Chor singt. 7. Stummer Abmarsch. Mit der Ausführung des Programms wurde der Kamerad Leo Kok beauftragt. BA 772-21. Original. Ansprache und Schwur in französischer, russischer, polnischer, englischer und deutscher Sprache auf der Trauerkundgebung des Lagers Buchenwald am 19. April 1945 Kameraden! Wir Buchenwalder Antifaschisten sind heute angetreten zu Ehren der in Buchenwald und seinen Außenkommandos von der Nazibestie und ihren Helfers- helfern ermordeten 51 000 Gefangenen! 51000 erschossen, gehenkt, zertrampelt, erschlagen, erstickt, ersäuft, ver- hungert, vergiftet, abgespritzt— 51000 Väter— Brüder— Söhne starben einen qualvollen Tod, weil sie Kämpfer gegen das faschistische Mordregime waren. 51000 Mütter und Frauen und Hunderttausende Kinder klagen an!! Wir lebend gebliebenen, wir Zeugen der nazistischen Bestialität, sahen in ohnmächtiger Wut unsere Kameraden fallen. Wenn uns eins am Leben hielt, dann war es der Gedanke: Es kommt der Tag, der Rache! Heute sind wir frei! Wir danken den verbündeten Armeen der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das Leben erkämpfen. Wir gedenken an dieser Stelle des großen Freundes der Antifaschisten aller Länder, eines Organisatoren und Initiatoren des Kampfes um eine neue, demo- kratische, friedliche Welt F. D. Roosevelt.? Ehre seinem Andenken! ! Neuere Berechnungen ergaben eine Zahl von 56 000 Todesopfern. Vgl. S. 87. ® Präsident Roosevelt verstarb am 14. 4. 1945. BARHARI ER DIRERKERKR N “ in EEE en ee een en ne BEE EB ICHE ah Te Se Bee er e: nl en ne en ae ee Fe a ee EIER ur ee EECHERERKETENGRUCgEr LATRARTETERENN Wir Buchenwalder, Russen, Franzosen, Polen, Tschechen, Slowaken und Deutsche, Spanier, Italiener und Österreicher, Belgier und Holländer, Engländer, Luxemburger, Rumänen, Jugoslawen und Ungarn, kämpften gemeinsam gegen die SS, gegen die nazisti- schen Verbrecher, für unsere eigene Befreiung. Uns beseelte eine Idee: Unsere Sache ist gerecht— Der Sieg muß unser sein! Wir führten in vielen Sprachen den gleichen harten, erbarmungslosen, opfer- reichen Kampf und dieser Kampf ist noch nicht zu Ende. Noch wehen Hitler- fahnen! Noch leben die Mörder unserer Kameraden! Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum! Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Appellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens: Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig. Zum Zeichen Eurer Bereitschaft für diesen Kampf erhebt die Hand zum Schwur und sprecht mir nach: WIR SCHWÖREN! BA 772-20. Original. Die nächsten Aufgaben der Volksfront Resolution der Volksfrontkonferenz in Buchenwald am 23. 4. 1945 Die demokratischen Kräfte der ganzen Welt stehen vor dem Endsieg über den Nazismus. Die deutschen Antinazisten dürfen stolz darauf sein, unter vielen Opfern und Leiden ihren Teil zu diesem Sieg beigetragen zu haben. Aber noch liegt der furchtbare Gegner nicht zerschmettert am Boden. Die ge- schichtliche Stunde erfordert vielmehr die Mobilisierung aller antifaschistischen Kräfte, um den blutbefleckten Feind jeder Kultur endgültig niederwerfen und jede Wiederholung seiner verbrecherischen Diktatur verhindern zu können. Des- halb fordern wir für den Augenblick: 1. Sofortige Bildung antinazistischer Volksausschüsse in Stadt und Land. 2, Übernahme der öffentlichen Gewalt durch die Volksausschüsse im Einver- nehmen mit den Besatzungsbehörden. 3. Säuberung der Polizei von nazistischen Elementen, Errichtung einer Ver- teidigungstruppe auf der Grundlage der Miliz gegen Saboteure, Werwölfe u. dgl. 4. Einstellung jeder Tätigkeit für Hitler, Verhinderung jeder weiteren Zer- störung Deutschlands, Verhinderung jeder Arbeit, jedes Transports, jeder 564 Nachric durch d 5, Verh: lung an 6. Besch 7. Schaf 8. Orga blikanis 9, Wied sorgung Baldige Aufnah) lichen\ 10. Bilc 11. Her dienste: deutsch Deutsch BA 72-40,( Als: in der Nä Standsgru, denen Z wafneten teilung d: tretern de Mandante Nun rü Block auf beschafft, Völker he elektrisch Dann d Walder w. gespielt yı nach dem Orträtg 5 ler, Italien: , Rumänen, die nazit. losen, opker hen Hitler Jieser Stätt ige vor den ‚osung, Dir iel. schuldig, Hand zı ‚1945 ndsieg übe sein, une n zu haben Jen. Die gt aschistisch! werfen u ‘önnen. De dLand. > jm Bin „einer Ver > Werl de ‚ejtereh Ir on port, 13\ ANEAREIREN 10 HPERTRTRTERTERTERETPOTOTTPEORNN EEE FRE IREHKRERIRKRRK Nachrichtenübermittlung, jedes Kampfes für die Reste des Dritten Reiches durch die Volksausschüsse und ihre Organe. 5. Verhaftung und Überwachung aller nazistischen Elemente, ihre Überstel- lung an Volksgerichte. 6. Beschlagnahme aller Nazivermögen und Nazibetriebe. 7. Schaffung einer neuen demokratischen Ordnung gegen die Nazis. 8. Organisation eines Reichsausschusses der Antinazisten, Bildung einer repu- blikanischen Volksregierung. 9. Wiederaufnahme der Arbeit in Stadt und Land, ausschließlich zur Ver- sorgung des deutschen Volkes unter menschenwürdigen Bedingungen. Baldiger Wiedereintritt Deutschlands in die Weltwirtschaft, unverzügliche Aufnahme enger ökonomischer Beziehungen zur Sowjetunion als des natür- lichen Wirtschaftspartners auf dem europäischen Festland. 10. Bildung von antinazistischen Einheitsgewerkschaften. 11. Herausgabe neuer Zeitungen, Zeitschriften, Ausnutzung des Nachrichten- dienstes, des Rundfunks und aller Bildungseinrichtungen zur Aufklärung des deutschen Volkes über die Verbrechen des Nazismus, über die wirkliche Lage Deutschlands, sowie zur Schaffung einer demokratischen öffentlichen Meinung. Es lebe die Freiheit! Es lebe die deutsche Volksrepublik! BA 772-40,. Original. Maifeier 1945 im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald ... Als in den Morgenstunden des 11. April die ersten amerikanischen Panzer in der Nähe des Lagers auftauchten, befahl die Leitung der illegalen Wider- standsgruppen den bewaffneten Angriff auf das Tor und den elektrisch ge- ladenen Zaun. Die Überraschung gelang, Trupps der SS ergaben sich den be- waffneten Häftlingen. Zwei Tage später übernahm eine amerikanische Ab- teilung das Lager. Das Internationale Lagerkomitee, gebildet aus allen Ver- tretern der im Lager anwesenden Nationen, übergab dem amerikanischen Kom- mandanten die gefangenen SS-Leute. Nun rüstete das Lager zur Feier des 1. Mai. Jede Nation bemühte sich, ihren Block aufs beste auszuschmücken. Tannengrün, Fahnen, Spruchbänder wurden beschafft, Künstler stellten Porträts von allen Führern des Freiheitskampfes der Völker her. Am Abend des 30. April erstrahlte das Lager im Glanze farbiger elektrischer Lampen. Dann der 1. Mai! Ein kalter Wind blies über den Lagerplatz. Aber die Buchen- walder waren das gewöhnt. Um 8 Uhr in der Frühe erklangen fröhliche Weisen, gespielt vom Lagerorchester. Um /210 Uhr begann der Aufmarsch der Nationen nach dem Appellplatz. Von einer hohen Tribüne grüßten die überlebensgroßen Porträts Stalins, Roosevelts und Churchills. Der Hintergrund der Tribüne war 365 EEE EEE N BEE ee SEE et E: re 225 ee re re ae ni ae nee Tee == men en ge 2 mer Seen ee eat —— ET EISE Dee eu en ve > Be mpg me ne mac BEE Ber 325 unge Re ee ee en or EsEEsEe a mit den Fahnen der im Lager befindlichen Nationen drapiert. Die Nationen marschierten unter den Klängen ihrer nationalen Freiheitslieder auf. Wie oft waren die Häftlinge auf diesem Appellplatz angetreten, mit hungri- gem Magen, Haß im Herzen und wenig Hoffnung auf Befreiung. Oft genug standen 20 000 stundenlang in Sturm, Regen, Kälte und Schnee. Die Ermatteten fielen zu Boden, um nie wieder aufzustehen. In unmittelbarer Nähe schlugen helle Flammen aus dem Schlot des Krematoriums. Auf dem Platz stand früher der Bock. Häftlinge wurden auf dem Bock aufgeschnallt, dann von den SS- Leuten mit dicken Stöcken geschlagen. Hier stand einst der Galgen. Wie viele wurden vor den Augen der Häftlinge von vertierter SS aufgehängt? Aber jetzt sind wir frei! Der Schritt der ehemaligen Häftlinge ist sicher und fest, die Augen leuchten, laut erklingen die Freiheitslieder. Transparente wer- den mitgetragen, die auffordern, den Kampf bis zur restlosen Ausrottung der nazistischen Pest weiterzuführen. Die Spanier rufen auf, den Kampf bis zur Beseitigung des Francoregimes weiterzuführen, da es sonst keinen Frieden gibt. In allen Sprachen kommt der heiße Wunsch zum Ausdruck:„Laßt uns frei— wir wollen im Kampf gegen den Nazismus helfen!” Ansprachen in russi- scher, tschechischer, ungarischer, französischer und deutscher Sprache mit dem gleichen, vom Internationalen Lagerkomitee beschlossenen Text werden ge- halten. Sie rufen den angetretenen befreiten Häftlingen zu: „Vor 12 Jahren proklamierte der Nazismus die Aufhebung aller in Jahr- zehnten erkämpften Rechte der Schaffenden. Heute, am 1. Mai 1945 liegt der deutsche Faschismus zerschmettert am Boden. Wir Buchenwalder Antifaschisten, Angehörige von 25 Nationen, grüßen die Kämpfer gegen die Nazityrannei. Wir haben nur den einen Wunsch, in Freiheit zu kämpfen bis zur restlosen Vernichtung des Nazismus, eine neue, friedliche, glückliche Welt aufzubauen.“ Auf der Tribüne erscheint ein Sowjetoffizier. Enthusiastischer Beifall begrüßt ihn. Spontan formieren sich die Häftlinge, um an der Bühne vorbei zu defilieren, den Vertreter der Roten Armee zu grüßen. Nachmittags- und Abendveranstaltungen der einzelnen Nationen schließen die Maifeier ab. Die Stimmung ist freudig erregt. Musik und Gesang erklingen. Immer wieder drücken sich die Kämpfer verschiedener Nationen, die nun jahre- lang einen schweren, opferreichen Widerstand gegen den Nazismus im Lager geführt haben, die Hand. Sie geloben, jeder in seiner Heimat, den Kampf fort- zusetzen, bis ganz Europa und die Welt von der nazistischen Barbarei befreit sind. Sie wollen Bannerträger in aller Welt des Kampfes für Frieden, Freiheit und Fortschritt sein. Mit diesem Gelöbnis endete die internationale Maikundgebung des Friedens in Buchenwald. Walter Bartel „Tribüne“, Berlin, vom 1. Mai 1948, 566 8,00 Rei 900 Antı 990 Auf Pan Ans Bee! Abn Ab Mai 110 Spat 14.00 Rus 1400 Öste 16.00 Deu 1600 Pole 1600 Ung Nod Hol) 1900„Ki (Sch ug: Nie« Pole Öst Rus Spa Tsd BAR, 0 Als ih Alpe der Yachen ha CD einer Derwälh Lager: Die Ant Wecken ce Die Nationen 9.30 Aufmarsch aller Nationen(Lagerorchester) GE| Programm für die Veranstaltungen des 1. Mai 1945 I . 1; N, mit\ ih " NE 8.00 Reveille!(Lagerorchester) hi © Sal| hin ie Eros 9.00 Antreten zum Aufmarsch N f .| Pantomime(Bohema)? 1b u a 1 Ansprachen 14 Beethoven: Ouvertüre zu„Egmont“(Lagerorchester) Ki „4? ei Abmarsch N u Ab 11.00 ist den nationalen Gruppen die Veranstaltung ihrer eigenen Ik ist sicher md| Maifeiern freigestellt. Bisher liegen die folgenden Ankündigungen vor: ii sparente a 11.00 Spanier(Baracke Optik II) IM usroltung dr 14.00 Russen(Kinohalle) H Kampf bis au 14.00 Österreicher(Baracke Optik II) M einen Frieda 16.00 Deutsche(Hof des Kammergebäudes) RN ck:„Laßt un 16.00 Polen(Kinohalle) Fi achen in nısi 16.00 Ungarn(Baracke Optik II) Mi ache mit den Noch nicht angemeldet sind Ort und Zeit der Maifeiern der Tschechen, ii it werden ge Holländer und Jugoslawen. Ih 19.00„Kirmes“ auf dem Appellplatz. Teilnehmer: Die Gruppen der Deutschen I aller in Jahr(Schaubude, Ringwerfen, Szenen) ii Jugoslawen(Volkslieder und Musik) 1 schmettert ar Niederländer IN Polen(Volkslieder, Musik, Tanz) Ih on, grüßen di Österreicher(Schrammeln, Sketchs) IM Russen(Lieder, Musik, Tanz, Akrobatik) Ih s zur restlos Spanier(Volkslieder und Musik)(ji + aufzubauen. Tschechen(Lieder, Musik, Szenen,„Zirkus“) 4 Beifall begrült BA 772-28. Original. IN zu deflern N f onen schliet IN sang erklinget I die nun jahre Buchenwald und Weimar hi ns jm Laßt ie ch fort Als ich den jungen holländischen Journalisten in Buchenwald fragte, ob sie I urbarei befreit einige der SS-Leute, die die 20 000 im Lager verbliebenen Häftlinge zu be- Hi den, Freiel wachen hatten, getötet hätten, antwortete er zögernd:„Es tut mir leid zu sagen,’ ae daß einer getötet wurde.“ Und dann sagte er voller Stolz:„Aber 200 wurden Mi des Frieder überwältigt, entwaffnet und den Amerikanern übergeben.“ Einer der Besucher B 5 des Lagers Buchenwald lachte:„Warum entschuldigen Sie sich? Nach allem...“ Mt Wolter Park Die Antwort lautete:„Antifaschistische Disziplin. Wir müssen Disziplin halten, N 1 Wecken. ® Tschechische Künstlergruppe. ScaT, ne ee ae = MH r- en ee u > N E „t x | “ 6 \ { wenn wir unsere Ziele erreichen wollen.“ Ich sah auch die Losung„Antifaschi- stische Disziplin“, die quer über eine der Baracken gemalt war. Disziplin und Organisation waren vielleicht die wichtigste Methode, am Leben bleiben zu können. Sie kamen in der Widerstandsbewegung Buchenwalds zum Ausdruck. Das Lager enthielt sowohl Kriminelle und Denunzianten— eine ge- fährliche, obwohl geringe Minderheit— als auch arme, leidende Menschen, die keine Spur eines kämpferischen Geistes mehr aufwiesen, menschliche Wracks, die durch den Terror der Gestapo zerbrochen waren. Die anderen bildeten ihre eigene Widerstandsbewegung. Sie organisierte sich in kleinen Gruppen und hatte verschiedene Sektionen. Die politischen Sektionen wurden auf der Grundlage der Befreiungskomitees aufgebaut. Sie enthielten Vertreter aller Parteien und Glaubensbekenntnisse, die faktisch aus allen Nationalitäten stammten. Dann gab es eine Sektion, deren Auftrag darin bestand, die„Arbeite-lang- sam“-Bewegung in den Fabriken zu organisieren, in denen die Häftlinge für Hitlers Kriegsmaschinerie arbeiteten. Und letztlich gab es eine militärische Sektion. Sie organisierte nach militä- rischen Gesichtspunkten Kampfgruppen für die letzte und höchste Chance. Ihre Bewaffnung ging langsam vor sich. Von den Gustloff-Werken, der Rüstungs- fabrik, die vor dem Lager gebaut worden war, wurden einzelne Waffenteile in das Lager geschmuggelt. Die Waffen wurden verborgen gehalten. Es ist ein wunderbares Gefühl festzustellen, daß es trotz allem Menschen gegeben hat, die nicht unter der Last des Leidens und der Tortur dieses Lagers zusammengebrochen sind. Diese Menschen leben in der Zukunft. Sie warten auf den Tag, an dem sie wieder anfangen können zu arbeiten... Sie wählten ein Lagerkomitee, in dem fast alle Nationalitäten vertreten waren. Sie haben alle möglichen Klubkomitees, Klubs und Gesellschaften gebildet... Das Ziel der SS-Unterdrücker ging darauf aus, sie in eine formlose anarchistische Masse umzuformen, die lediglich durch Furcht und Gewalt zusammengehalten wurde... Selbstverständlich waren die deutschen Häftlinge Teil und Bestand dieses illegalen Lebens. Uns wurde gesagt, daß sie ursprünglich mit der Widerstands- bewegung begonnen hatten und darin führend gewesen sind. Sie machten un- gefähr 3000 aus den 20 000 aus und ihr Sprecher war W. Bartel. Sie haben jetzt ebenso wie all die anderen Nationalitäten ihr eigenes Komitee gebildet. In diesem Komitee sind alle Parteien vertreten. Vor ihrer Baracke steht ein Galgen, an dem Hitler in Gestalt einer Strohpuppe hängt. Die Inschrift lautet:„Hitler mußte sterben, damit Deutschland leben kann!“ Andere Losungen, die mit großen Buchstaben auf eine der Baracken ge- schrieben worden waren, besagten: „Der Weg zur Freiheit geht über die Volksdemokratie!“ und „Errichtet ein freies demokratisches Europa!“ Die Jo hildet, de desKonzt taten der kratischer zu verhin ‚Merkbla diesem B hat, wo 7 schossen faschisten nit allen und so C Deutschl: Hitler durch Te, diese Bel ‚New State Tagesord Anwesen Kamer heute mi angesehe ab heute l.Jeden Dindur I Soweit Vollmä Verbin In Geme ng„Antifasch. 1ode, am Leben henwalds zun ten— eine 2 Menschen, di liche Wrads n bildeten ihr Gruppen und eiungskomites nsbekenntnisse |„Arbeite-Jang e Häftlinge fir te nach militi te Chance, Ihr der Rüstung en. lem Mensch ır dieses Lagen nft. Sie warten ... Sie wählte aren. Sie habe let... Das Zi "histische Mast ammengehalte Bestand dies er Widerstand‘ Sie machten I ‚ Sie haben je tee gebildet h teht ein Cal + Jautet n ju8 kon de Sr Baracken 5 le atıe: IRREFRREREOREFRFRDENDARGT I CT 00, A HERRDTVERKEERKARNERN KIRFERNN PRRYR Die Journalisten und Schriftsteller aus Buchenwald haben ein Komitee ge- bildet, dessen Aufgabe darin besteht, den Kontakt mit allen früheren Insassen des Konzentrationslagers aufrechtzuerhalten und Informationen über die Greuel- taten der Nazis herauszugeben. Sie wollen bei dem Aufbau einer freien demo- kratischen internationalen Ordnung helfen, um die Wiederkehr des Nazismus zu verhindern. Sie haben damit begonnen, ein Flugblatt herauszugeben, das sie „Merkblatt“ nennen und das sich an den amerikanischen Sodaten wendet. In diesem Blatt wird er gebeten, sich all der Stätten zu erinnern, die er gesehen hat, wo Tausende und aber Tausende von Menschen zu Tode gefoltert und er- schossen wurden, aber sich auch daran zu erinnern, daß die deutschen Anti- faschisten die ersten Opfer der Konzentrationslager der Nazis waren, daß sie mit allen internationalen Antifaschisten an der Befreiung des Lagers arbeiteten und so den Grundstein zu einem demokratischen, vom Nazismus befreiten Deutschland legten. Hitler und Himmler nahmen an, daß sowohl jeder Einzelne wie jede Gruppe durch Terror gebrochen werden können. In Buchenwald gibt es Menschen, die diese Behauptung widerlegt haben... „New Statesman and Nation“, London, vom 5. Mai 1945. Protokoll über die letzte Sitzung des Lagerkomitees am 2. Mai 1945 Tagesordnung: Auflösung des Lagerkomitees Anwesend Vertreter der nationalen Gruppen von: Spanien Rumänien Sowjetunion Österreich Italien Griechenland Tschechoslowakei Ungarn Deutschland Holland Kamerad Bartel gibt bekannt: Durch Kamerad Hans! ließ der Kommandant heute mitteilen, daß die Arbeiten des Internationalen Lagerkomitees als beendet angesehen werden können. Die Verbindung mit den nationalen Gruppen soll ab heute wie folgt vor sich gehen: 1. Jeden Abend um 8.30 Uhr findet eine Besprechung statt, an der die Ver- bindungsoffiziere ihrer Regierungen teilnehmen. 2. Soweit nationale Gruppen ohne Verbindungsoffiziere sind, durch einen Be- vollmächtigten ihrer nationalen Gruppe. Verbindungsoffiziere haben bisher die Gruppen: Tschechen Holland Polen Jugoslawen Sowjetunion(wie sich später herausstellte, ist dieser Vertreter wieder abgereist). 1 Gemeint ist der Lagerälteste Hans Eiden. 569 en We er ae Sr rein rn Eur ZERsEsEBEeG ’ i .j x E | | a 1 \ ee Alle nationalen Gruppen müssen also durch einen Vertreter bei diesen Be- sprechungen erscheinen. Es ist zweckmäßig, daß sie sich von ihrer Gruppe einen autorisierten Ausweis beschaffen. Der Kamerad Hans ist beauftragt, den gesamten Lagerbetrieb zu über- wachen und Verbindung mit den Kommandos zu halten. Die Verantwortlichen der Kommandos sollen an ihren Posten bleiben, damit der Lagerbetrieb weiter- geführt werden kann. Auf die Ursache der Auflösung einzugehen, erübrigt sich. Der Kommandant erklärt, daß er mit den Arbeiten des Komitees völlig zufrieden war, seiner Arbeit vollste Anerkennung zollt, daß er aber einem Befehl Folge leisten muß. Zu der Auflösung führen die Vertreter der nationalen Gruppen folgendes aus: Holland: Wir wurden zu unserem Vertreter nach Weimar gerufen. Dort wurde uns mit- geteilt, daß die Holländer gebeten haben, sofort in die amerikanische Armee aufgenommen zu werden, da ihr Leben in Buchenwald bedroht sei.! Der hollän- dische Offizier ersuchte deshalb die beiden Kameraden, alles zu unternehmen, damit solche Zusammenstöße unterbleiben. Er erklärt ferner, daß er allein be- rechtigt sei, die holländischen Interessen zu vertreten. Die Auflösung des Lagerkomitees ist eine Disqualifizierung der geleisteten großen Arbeit. Wir müßten eigentlich unsere Arbeiten einstellen. Italien: Eine Aufklärung, warum die Auflösung des Lagerkomitees erfolgte, ist sekundär. Es ist ganz selbstverständlich, daß wir die Verbindung untereinander aufrecht erhalten werden. Jugoslawien: Wenn der Befehl durchgeführt wird, dann werden die Kommissionen noch weiter arbeiten müssen. Hans: Die Kommissionen sollen anscheinend auch nicht arbeiten. Der Kommandant wünscht Beziehungen zu den einzelnen Kommandos. Ungarn: Wir müßten eine Deputation zum Kommandanten senden, um unseren Protest zum Ausdruck zu bringen. Österreich: Warum die Auflösung? Die Zusammenarbeit besteht ja nicht erst seit dem 11. April 1945. Wir sind der Ansicht, die Autorität des Lagerkomitees muß ver- stärkt werden. Wie soll der Arbeitseinsatz funktionieren, wenn kein Druck dahinter steht? Gerade die Kasernen zeigen uns, wohin die Arbeit führt, wenn 1 Der Sprecher brachte hier zum Ausdruck, daß es sich dabei um eine Verleumdung handelte. 970 diese nich stellen: wi ein weitere Deutschlas Wir dür woher der Sowjetunic Die Auf hat der a iisendwele dem Komr Deutschlas Befehle sondern ei nit unsere omitee ge Ischechosl Wir mü welche Prı Lager und Nur das gl Swetunie Der Kor un dem\ Polen: Wir köı Es ist not und ihn j {aben, Ihlien: Wir soll Mündlich Panien: Der Ko SemMeingar Gemeir 1.196 7 " Nary bei diesen Br Gruppe eine Tieb zu ühe, Tantwortlichen betrieb weiter "Kommandant N War, seiner Folge leiste folgendes au wurde uns mit anische Arme 1.1 Der hollir- unternehmen ß er allein br Jer geleisteten . s erfolgte, 3 | untereinander nissionen n0% - Kommandat um unser! ERARERFERDERERUNTEIDD ER ren a KRENKER] diese nicht von einer Stelle geleitet wird. Wir müssen die Frage ganz offen stellen: will man uns in unserer Freiheit weiter beschränken?! Das würde auch ein weiteres neues KZ bedeuten. Deutschland(Wolf): Wir dürfen das Kampffeld nicht ohne Protest räumen. Wir müssen feststellen, woher der Befehl kommt. Sowjetunion: Die Auflösung kommt durch Befehl des alliierten Hauptquartiers. In Erfurt hat der amerikanische Offizier keine Demonstration oder Versammlungen irgendwelcher Art gestattet. In anderen Lagern besteht die Lagerleitung nur aus dem Kommandanten. Deutschland(Harry?): Befehle gelten immer für allgemeine Bedingungen. Wir sind ja keine Stadt, sondern ein Lager ganz besonderer Art. Es ist notwendig, dem Kommandanten mit unserem Protest eine Erklärung zu übermitteln, welche Rolle das Lager- komitee gespielt hat und welche Aufgaben es sich stellte. Tschechoslowakei: Wir müssen dem Kommandanten grundsätzlich unsere Aufgaben schildern, welche Probleme bestehen usw. Es muß ihm klar gemacht werden, daß im Lager und für das Lager fast alle Fragen nur gemeinsam gelöst werden können. Nur das gemeinsame Zusammenhalten kann die Aufgaben bewältigen... Sowjetunion: Der Kommandant hat den Befehl, das Lagerkomitee aufzulösen. Wir müssen nun dem Verbindungsoffizier alle Fragen übergeben. Polen: Wir können mit dem Kommandanten weder verhandeln noch diskutieren. Es ist notwendig, ihm unsere Meinung mündlich und schriftlich darzulegen und ihn jetzt mit allen Fragen zu belästigen, die wir bis jetzt allein erledigt haben. Italien: Wir sollten eine Delegation entsenden von allen wichtigen Nationen, die ihm mündlich und schriftlich unseren Standpunkt darlegt. Spanien: Der Kommandant soll uns sagen, wie er sich die weitere Arbeit denkt, ohne gemeinsame Arbeit mit den verschiedenen Sektionen. 1 Gemeint ist der amerikanische Befehl zur Wiederherstellung des bei der Selbstbefreiung am il. 4. 1945 zerstörten Lagerzaunes und die Ausgabe von Passierscheinen. ® Harry Kuhn. in Ge ee h N Re Fer? Be ee Tage ng ger ee u u eg Eee ee Fi enge ee GR SE > or == Fee en ee en nn nn nn a en in TEE ET ee nn en> Österreich: Die Stimmung im Lager ist schlecht. Die Auflösung des Lagerkomitees wird sie noch mehr verschlechtern. Ungarn: Wird der Kommandant uns empfangen? Schriftliche Interventionen haben keinen Zweck. Griechenland: Es gilt, dem Kommandanten klar zu machen, daß das Komitee im Kampfe gegen die SS entstanden ist. Jugoslawien: 1. sollten wir eine Erklärung unseres Protestes abgeben, 2. ihm sagen: ohne die internationale Zusammenarbeit werden wir in Kürze ein Chaos haben. Wir müssen auf die internationale Zusammenarbeit bestehen. Abschließend führt Kamerad Bartel aus: Wir müssen die Dinge vollständig real sehen. Der Kommandant wird den Befehl nicht zurücknehmen. Das be- deutet nicht eine Verhinderung des mündlichen und schriftlichen Protestes. Das sind wir uns selbst und dem Lager schuldig. Es gilt jetzt wieder mehr als früher, durch die Verbindungsoffiziere einerseits und die abendlichen Besprechungen andererseits, alle Schwierigkeiten aufzuzählen, die wir bisher in der Arbeit untereinander selbst überwunden haben. Es wird nicht ausbleiben, daß sich über kurz oder lang neue Formen der gemeinsamen Zusammenarbeit heraus- bilden werden. Wir haben so viele Schwierigkeitn im Kampf gegen die SS über- wunden und standen nach unserer Befreiung vor neuen Problemen, die wir lösten, so daß wir auch für die hoffentlich nur noch kurze Zeit unseres Hierseins die richtigen Maßnahmen treffen können und werden, die im Interesse unserer Kameraden liegen. Wenn auch das Lagerkomitee in seiner bisherigen Form nicht mehr bestehen wird: die internationale Arbeit geht weiter! BA 711-15. Original. An den 3.5.1945 Kommandanten des Lagers Buchenwald Captain Cool Sir, auf Ihren Befehl wurde gestern das Internationale Lagerkomitee aufgelöst. Dieses Komitee ging aus dem illegalen, antinazistischen Kampf des Lagers her- vor. Seiner Arbeit ist es zu verdanken, daß das Lager der amerikanischen Armee in einer Form übergeben wurde, welche eine Hilfe für die Alliierten darstellte. Der Arbeit des Internationalen Lagerkomitees ist es zu verdanken, daß am 11. 4. die Häftlinge nicht einfach auseinanderliefen und somit die Nachschub- 972 straßen de: Lagerkomi Nationen b Das Dei ], Die A Biligung; besonderer zwischen 1 9, Wenn bisherigen nicht in dei teren zu Ki seit Jahren vald auf s ntionalen ls drei W. Befreiung sin deutsch Wir ersu in irgende nulassen, W de sofortig BATI-3, At Tkomiters Wird entionen hab:|| tee im Kamp: >n wir in Kir| arbeit besteh nge vollständi| hmen. Das k 1 Protestes, Di mehr als frih:r Besprechung - in der Arbel eiben, dad sit :narbeit heraus ren die Sb ‚Jemen, die wi nseres Hierseit nteresse unser + mehr bestelt ERRARARPRRFER a PETERTRFERTRTERDERTAEETS ER VAREL ERKRERKHENCKENFHNRAKN 7 a+ straßen der amerikanischen Armeen verstopften. Der Arbeit des Internationalen Lagerkomitees ist es zu verdanken, daß Differenzen zwischen Gruppen und Nationen bisher ausgeglichen werden konnten. Das Deutsche Komitee erklärt deshalb: 1. Die Arbeit des Internationalen Lagerkomitees fand nicht nur unsere volle Billigung; wir erblicken in ihm auch die Organisationsform, welche unter den besonderen Bedingungen in Buchenwald ein gedeihliches Zusammenarbeiten zwischen Ihnen, Herr Kommandant, und den Lagerinsassen ermöglichen kann. 2. Wenn Sie, Herr Kommandant, das Internationale Lagerkomitee in seiner bisherigen oder in einer ähnlichen Form nicht weiter arbeiten lassen, so sind wir nicht in der Lage, das gute Funktionieren der Lagergeschäfte in Zukunft garan- tieren zu können. Gerade unter den deutschen Antifaschisten des Lagers, welche seit Jahren die Hauptlast des Kampfes gegen die Nazipest im Lager Buchen- wald auf sich nahmen, herrscht Beunruhigung über die Auflösung des Inter- nationalen Lagerkomitees als der Vertretung auch ihrer Interessen. Seit mehr als drei Wochen verbreitet der amerikanische Rundfunk die Meldung von der Befreiung der 21 000 Häftlinge des KZ Buchenwald. Aber bis heute ist kaum ein deutscher Antifaschist entlassen worden. Wir ersuchen deshalb den Kommandanten, das Internationale Lagerkomitee in irgendeiner Form als Interessenvertretung der Lagerinsassen wieder zu- zulassen, wobei wir nicht verhehlen, daß heute sich unser gesamtes Interesse auf die sofortige Entlassung konzentriert. Das Deutsche Komitee BA 7672-3. Abschrift. An die Besatzungstruppe der Roten Armee für das Lager Buchenwaldi Wir Buchenwalder Antifaschisten aus allen europäischen Ländern begrüßen die ruhmreiche Rote Armee des Sozialismus. Nach zwölf Jahren Hitler-Terror wurden wir durch Eure Schläge, die Ihr unter Führung des Generalissimus Stalin dem barbarischen Militarismus versetzt habt, aus unserer Sklaverei be- freit. Noch ist der Nazismus nicht ausgerottet. An allen Ecken und Enden haben sich noch Mörder und Verbrecher der SS und Gestapo versteckt. Ja, viele sitzen noch frech in ihren Ämtern und Wohnungen, von wo sie bisher trotz aller Be- mühungen der Antifaschisten nicht vertrieben werden konnten. 56.000 in Buchenwald ermordete Opfer der SS fordern mit uns die restlose Ausrottung des Nazismus und Militarismus. Wir Buchenwalder Antifaschisten wissen, daß Ihr als Vertreter der wahren Demokratie unseren Kampf mit all Euren Kräften unterstützen werdet. 1 Am 4. 7.1945 wurden die amerikanischen Besatzungstruppen für das Lager Buchenwald von der Roten Armee abgelöst. u rue u mn my Eos il arena neneBeereeet, N re = ee ne Be add u . Datz Sage 2 nn = = WERE RAAHT FAR AT LSA AATAT ATI TARA RR F ori N Wir begrüßen Euch, Offiziere und Soldaten der Roten Armee, als unsere Ge wahren Befreier zur Schaffung eines demokratischen antifaschistischen Europas, Thdedıen ‘ Es lebe die siegreiche Rote Armee! rl " Es lebe ihr großer Führer Stalin! k Er ä M Es lebe die demokratische antifaschistische Einheit aller Völker Europas! nn in BA 771-11. Abschrift. He Mt ‘ der KPC na An den Lagerausschuß Buchenwald khen A ne Ingenteil, Der tschechoslowakische Nationalausschuß, einmütig gewählt in der tschecho- Einige M 1 slowakischen Manifestationsversammlung am Sonntag, dem 14. April d. Js.“ "N begrüßt den internationalen Ausschuß des Lagers Buchenwald mit einer Man Re HL festation der kameradschaftlichen Solidarität der Arbeit und des Kampfes gegen ir ug den Nazismus und Faschismus in der gemeinsamen internationalen Front des a. RN großen Ringens für die neue Welt der Freiheit und des Friedens. a gm T Die Tschechoslowaken danken für die Mitarbeit aller Völker, die sich in den en grauenvollsten Zeiten der Sklaverei und der Kämpfe für die Freiheit bewährt Dies m hat und erklären einmütig ihren Willen, den Kampf gegen die nazistische und eilen I N faschistische Hydra bis zum Endsieg fortzusetzen. ie, | Es lebe die internationale Front der Kämpfer gegen den Nazismus und den ‚Am IL A it Faschismus, es lebe die neue Welt der Freiheit und des Friedens. a" h N Der tschechoslowakische Nationalausschuß i Se N Emil Hräel Br N Josef Frank a N: ivllie zu Mi Alois Neumann Hide lich H Franticek Priester a \ 15. 4. 1945 Ka pr > BA 772-212. Original. | N | Die tschechische Jugend in Buchenwald \ ber die |... Nach der Befreiung siedelte unsere Jugend, die vorher auf verschiedene Mtliche} ‘ Blocks verteilt gewesen war, in die Holzbaracke Nr. 22 über, in der sie sich sehr nslagem $ schön einrichtete... Bei ihr herrschte eine freiwillige Disziplin, eine musterhafte sterben » Ordnung, Sauberkeit und Kameradschaft... Sie unternahm oft Ausflüge in die“stimmt y N nähere Umgebung, marschierte in geschlossenen Kolonnen unter dem Gesang Aber ex Hi von Volks- und Revolutionsliedern. Die tschechischen Jugendlichen beteiligten&tlschen M sich kollektiv an allen Aktionen, die vom Internationalen Lagerkomitee und dem Alteiche f \ tschechoslowakischen Ausschuß veranstaltet wurden... An den Vorbereitungen Ni Mg N zu den Feiern des 1. Mai in Buchenwald nahmen sie sehr aktiv Anteil. Die Aus- E schmückung der Baracke 22 zum ersten Mai war eine der schönsten. Im Rahmen\ I der Maifeier wurde auch ein internationaler Lauf„Rund um das KZ Buchen- Fe pay 974 (23 nee, als uns ischen Europ, 7 Europas! in der tsched 4, April d.] mit einer Ma Kampfes ger nalen Front d: ns. die sich ind reiheit bewil azistische ın zismus und d 15. Tationalausschl yersehledkl! uf versäle” 7 der sie sich eine zmustell" an! j 5 | i ER ERNERRNERIRK wald“ veranstaltet. Die Strecke war schwierig, ungefähr 3 Kilometer lang. 29 Läufer nahmen daran teil, Angehörige von 4 Nationen, am meisten jedoch Tschechen. Obwohl wir seit dem 11. April frei waren, zwangen uns die Verhältnisse, noch im Lager zu bleiben. Unsere Jugend nützte diese Wochen des Wartens bis zur Abfahrt in die Heimat zur Vertiefung ihrer Kenntnisse aus. Rund 40 Jungens besuchten täglich die politisch-theoretische Schulung. Die jungen Kandidaten der KPC nahmen an den Diskussionen über das Programm der tschechoslowa- kischen Regierung und über andere aktuelle F ragen an den Parteivollversamm- lungen teil. Einige Male kamen wir mit ihnen im Lagerrundfunk zusammen, wo sie uns ein schönes, einstündiges Programm gestalteten. Sie brachten auch einige Num- mern ihrer Lagerzeitung heraus, die ein gutes Niveau hatten. Ihre Propagan- distenbrigade, die schon während der Nazizeit eine lebhafte Tätigkeit ent- wickelte,! fuhr auch nach Erfurt, wo die Gruppe von Tschechen lagerte, die mit dem Transport am 10. April aus Buchenwald abgegangen und auf dem Wege von den Amerikanern befreit worden war. Die Buchenwalder tschechi- schen Jungens entsandten auch ihren Vertreter nach Erfurt, um die Unzuläng- lichkeiten in der Tätigkeit der dortigen tschechischen Jugend beseitigen zu helfen. Am 11. April hörten wir auf, für die Nazis zu arbeiten, aber viele befreiten Häftlinge hörten überhaupt mit der Arbeit auf, verließen auch Arbeiten, die höchst notwendig waren, damit die 20 000 noch lebenden Menschen essen und ihr Leben erhalten konnten. Auf ihren Plätzen blieben nur die Mehrzahl der festen Antifaschisten, auch die tschechische Jugend. Die Jungens meldeten sich freiwillig zum Dienst in.den Garagen, im Krankenhaus und überall dort, wo es erforderlich war, einen verlassenen Platz auszufüllen. Rudolf Tomis? „Rude pravo“, Prag, vom 3. August 1945. Buchenwalder bekennen sich zum Sozialismus Über die nazistischen Konzentrationslager wurde schon viel geschrieben. Sämtliche bisher herausgegebene Literatur über das Leben in den Konzentra- 'tionslagern stimmt darin überein, daß das kein Leben, sondern ein langsames ‚Absterben in einem Milieu war, das von Egoismus erfüllt und durch Hunger bestimmt wurde. Aber es gab hier auch Ausnahmen und im KZ Buchenwald gab es dank der «deutschen politischen Gefangenen, der deutschen kommunistischen Genossen, zahlreiche Ausnahmen. Die meisten waren bereits seit dem Jahre 1933, als Hitler an die Macht gelangte, eingesperrt. Die in den Gefängnissen und Konzentra- Gemeint ist die Gruppe„Bohema“. * Rudolf Tomis, geb. 1901, seit 1940 in Haft, 1944-1945 KZ Buchenwald, jetzt Mitarbeiter der »Rude pravo“, Prag. a I oT Feng En Se See 5 men eek Eee re ern m ag Ser er ee re el) mm merenhe ee en EEE ne= Base rg= Per en, en eye me ee Koczmeze, Fan Sn an Du Zum u RR I z— tionslagern verbrachten Jahre haben sie weder erschüttert noch zerbrochen. Sie sind ihrer politischen Überzeugung treu geblieben, stark in ihrem Widerstand gegen den Faschismus und stark in ihrer Humanität. In diesem Gebiete kämpften sie um die Führung innerhalb der Lager, so auch in Buchenwald. Nach schweren Leiden und Enttäuschungen erreichten sie dank ihrer Un- erschütterlichkeit ihr Ziel. Unter ihrer Führung atmete das Lager freier als unter der Führung der Berufsverbrecher. Es atmete nicht nur freier, es lebte auch politisch. Besonders den politischen Gefangenen wurde das Leben leichter. Die Verfolgungen mäßig- ten sich, und jeder gewann ein Gefühl des Schutzes seiner elenden Existenz. Ob Kommunist oder Nichtkommunist, alle gewannen das Bewußtsein, daß hier eine anonyme Kraft existiert, die ihn schützte und ihm mit dem Glauben an den Untergang all des Übels erfüllte, das Hitler mit seinen Horden über Europa heraufbeschworen hatte. ... Wir haben erkannt, daß unsere tschechischen Kommunisten in sich ge- nügend revolutionäre Gesinnung hatten, und daß wir mit ihnen gemeinsam ein einheitliches nationales Kollektiv darstellten, das nach der Befreiung im Stande sein würde, in unserem Vaterlande eine neue Gesellschaftsordnung aufzubauen, eine sozialistische Gesellschaftsordnung, die auch die deutschen Kommunisten nach der Niederlage des Faschismus in Deutschland schaffen wollten. Der Aufbau einer sozialistischen Gesellschaftsordnung in beiden Ländern, das war das Programm, auf das wir uns in Buchenwald einigten. Diese gemeinsame Aufgabe hat uns nicht nur unseren deutschen Genossen nahegebracht, sie schuf auch eine feste Freundschaft zwischen Tschechen und Deutschen, brüderliche Beziehungen, die sich heute in allen Schichten des Volkes in der Tschechoslowakei und in der Deutschen Demokratischen Republik erweitern und vertiefen. Dr. Alois Neuman Postminister der Tschechoslowakischen Republik BA 712-19. Bericht vom Oktober 1957. Abschied der französischen Kameraden In einer Gesamtsitzung des Internationalen Komitees verabschiedete sich das französische Komitee vom Lager Buchenwald.! Anwesend waren von der fran- zösischen Leitung: Oberst Manhös, militärischer Leiter in derfjfranzösischen Widerstandsbewe- gung unter deutscher Besetzung Frankreichs Prof. Jattefaux, führendes Mitglied der französischen Widerstandsbewegung und Marcel Paul, Stadtrat von Paris, Präsident des Gewerkschaftskartells von Paris und Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs. 1 Der Abtransport der französischen Kameraden in ihre Heimat erfolgte am 22. April 1945, nach- dem drei Mitglieder des französischen Komitees vorher in ihre Heimat abgereist waren. 376 Alle di Kampfein Buchenwa nationale faschisten die führer faschisten schweren werden,/ den ander verbundei BATTI-I Ansprache Belgische Drei M verlassen Aufgabe, Wir we die Einhe Künden,: unser Vat Wir kö lerzlich u Kameradt zroße Hi] Seid ge inges Le Seid ge seinem Der Ka BATzIg,( ‚Die R nd A | Anfanı 7 Buchen zerbrochen$; em Widerstan] liesem Gebiet in Buchenwall Jank ihrer Un- ar Führung de tisch, Besonders Igungen mälir enden Existeny Btsein, daß hie em Glauben an len über Euron sten in sich gt | gemeinsam el >jung im Stan ıng aufzubaueı n Kommunister ten. en Ländem, di 'schen Genost! Tschechen ın! n. Schichten de ischen Repull 1 4 zischen Republi chiedete sich das en von der frat- derstandsben* standsbewegt artells von Pans 198, 9 9, April ist warel. Me PERERRERERDER HEEHTERE Alle drei versicherten, daß die in Buchenwald geschmiedete antifaschistische Kampfeinheit in Frankreich fortgesetzt wird. Der organisierte Widerstand in Buchenwald gegen den Terror der SS war nur möglich durch die engste inter- nationale Zusammenarbeit aller Nationen im Lager, wobei den deutschen Anti- faschisten dankend zuerkannt wird, daß sie in der Organisierung des Kampfes die führende Rolle innehatten. Sie unterstreichen, daß die französischen Anti- faschisten neben der Fortführung ihres Kampfes in Frankreich den besonders schweren Kampf der deutschen Antifaschisten in jeder Hinsicht unterstützen werden. Alle drei betonten, daß der antifaschistische Kampf in Europa und in den anderen Ländern mit Erfolg nur fortgeführt werden kann in engster Kampt- verbundenheit mit der Sowjetunion. BA 771-14. Abschrift. Ansprache des belgischen Kameraden Glineur über den Lautsprecher beim Verlassen des Lagers Buchenwald am 19. April 1945 Belgische Kameraden! Drei Mitglieder des belgischen Komitees, Hoyaux, Simonart und ich selbst, verlassen heute das Lager auf dem Luftwege. Wir erhalten damit eine große Aufgabe, die Rückführung der 600 belgischen Kameraden zu beschleunigen.! Wir werden die Grüße aus Buchenwald nach Belgien bringen. Wir werden die Einheit, welche unsere nationale Gruppe hier zustande brachte, überall ver- künden, sowie unseren festen Willen zum Kampf gegen den Faschismus, für unser Vaterland, für ein freies und glückliches, unabhängiges Belgien! Wir können dieses Lager nicht verlassen, ohne den Kameraden aller Länder herzlich und brüderlich Grüße zu entbieten und insbesondere unseren deutschen Kameraden. Sie waren die ersten Opfer der Nazis und von ihnen erhielten wir große Hilfe bei der Verteidigung der belgischen Interessen. Seid gegrüßt, antifaschistische deutsche Kameraden und Kämpfer. Euer jahre- langes Leiden in Gefängnissen und im Lager ist zu Ende. Seid gegrüßt, antifaschistische Kämpfer aller Länder! Jeder an seine Arbeit in seinem eigenen Land! Der Kampf geht weiter für die endgültige Ausrottung der Nazipest. gez. Glineur, Abgeordneter der KPB gez. Hoyaux Sozialistische Partei Belgiens gez. Simonart Professor der katholischen Universität Löwen BA 771-9. Original. X Die Rückkehr der belgischen Kameraden in ihre Heimat erfolgte in zwei Gruppen am 25. April und Anfang Mai 1945. 37 Buchenwald 877 en ne en nen ame ie Bee nrmrngere = Be ee Se ye= En ne = nmnner eat Eeveing/trp Da nn ne ee een See u ereite enges SE > EEE Br SET PLEITE Abschiedsgruß der Luxemburger Kameraden an alle Buchenwalder Wir da L Lebens fi Die Luxemburger grüßen alle ihre Buchenwalder Kameraden, die in jahre- Antifasch H langer treuer Verbundenheit und Gemeinschaft mit ihnen gelitten und gearbeitet Wir gr y haben. Sie gedenken dabei besonders ihrer deutschen Kameraden, die als erste hevorsteh } die Grausamkeiten und Gewalttätigkeiten des Faschismus erdulden mußten. antifaschi N Die antifaschistische Front, die hier in Buchenwald ihre ersten Wurzeln faßte den Neua N und sich zu einem herrlichen Baum entwickelte, wird immer weiter um sich In dies N greifen und bald die schönsten Früchte tragen. Wir Luxemburger werden in slowakisd ‚| unserer Heimat diese Ideen weiterentwickeln und kämpfen, bis der Sieg unser zım Kam fi sein wird. Wir gri Die Luxemburger Kameraden. Ihre schw: IN BA 771-5. Original. unserer B hi Wir gri hi Kamers I Der Abschied der holländischen Kameraden von Buchenwald Hıltet de j Itten hat | 140 Holländer, die heute die Heimreise angetreten haben, grüßen Euch!! Das ATTI-R. C j Tor Buchenwalds wurde zum letzten Mal passiert von 140 kämpfenden Anti- RK faschisten, die Euch das Gelöbnis tun, den Kampf, der von ihnen bis zu ihrer oh Verhaftung draußen geführt wurde und den sie in Buchenwald weiterführten, {f fortzusetzen. Ai Noch läuft der Feind in unseren Dörfern und Städten herum, noch lauert die Wir Ös f faschistische Bestie überall und versucht, getarnt, wieder einzudringen in den Tor, das ı N Staatsapparat, um ihre Schädlingsarbeit fortsetzen zu können. Kultur“ u } Noch werden die Plätze in den Verwaltungen unseres Landes besetzt von Wirhabe, H denen, die durch ihre Zusammenarbeit mit unseren faschistischen Henkern be- 8.daß sc N stimmt keine Garantie dafür sind, daß unsere Heimat wirklich nach dem Willen konnten, | des Volkes verwaltet wird. stummen N Mit uns nehmen wir den Geist der internationalen Verbrüderung, Mit uns unseres A N nehmen wir den Geist des unversöhnlichen Hasses gegen die faschistischen titden C Y Unterdrücker, die das deutsche Volk und ganz Europa in die Nacht der Sklaverei lit leben brachten. Buchenw, Mit uns nehmen wir den Willen der nicht nachlassenden Kampfbereitschaft Weder= N gegen alle Kräfte der Reaktion. hhrelan $ Kameraden, wir wollen mit Euch zusammen eine große Gemeinschaft von Neben H Kämpfern bilden, die über alle Grenzen und über alle Unterschiede hinaus ein-"ald etw j ander die Treue geloben und den unversöhnlichen Kampf gegen alle Mächte gr nic H der Dunkelheit führen. Wirken N Ob heute oder morgen, ob in unserer Heimat oder irgendwo anders in der Telen h x Welt, überall, wo der Feind versuchen wird, öffentlich oder unter einer neuen Die h N Tarnung, die Versklavung der schaffenden und fortschrittlichen Menschheit wie- Zaren. der durchzuführen, sind wir bereit, unter Einsatz des Letzten zu kämpfen. Iüden 1 Am’T. Mai 1945 verließ der größte Teil der holländischen Kameraden Buchenwald, Dh; 378 \walder 0, die in ihre und gearbeitet n, die als en ulden mußte, Wurzeln faßt weiter um sich ger werden in der Sieg unser ser Kameradan vald Ben Euch! Dis npfenden Ant en bis zu ihre ‚ weiterführen, noch lauert di dringen in den les besetzt von on Henke br ach dem Willen erung, Mit us e faschistischen ht der Sklavert mpfbereischl meinschaft m ede hinaus ei en alle Mächte , anders I der ter eine! zeit! fenschheit wie J kämpfen. nw ald. PN KH AERFRETFFFTRTTAORERRERRE Pr PETFRRTF Licat, ERRRRRLDIPRDEDIUONDORR REFFFFERRI ERFRREFORERFEN LEE ENT AAN TE TLNERNURERN Wir danken besonders den deutschen Kameraden, die unter Einsatz ihres Lebens für die Selbstverwaltung des Lagers kämpften, wodurch Tausenden Antifaschisten das Leben gerettet werden konnte. Wir grüßen alle deutschen Antifaschisten, denen ein besonders schwerer Weg bevorsteht. Ihr Kampf wird schwer sein, aber sie haben die Gewißheit, daß die antifaschistischen Kämpfer der ganzen Welt im Kampf um die Befreiung und den Neuaufbau ihrer Heimat mit ihnen stehen! In diesen Tagen der Entscheidung, grüßen wir die Kameraden der Tschecho- slowakischen Republik, deren Volk mit dem Blut seiner Söhne seine Bereitschaft zum Kampf neu besiegelt. Wir grüßen die Sowjet-Kameraden, die unter Führung des Marschalls Stalin ihre schwarze Erde mit dem Blut der faschistischen Henker tränkten, und bei unserer Befreiung entscheidend mitwirkten! Wir grüßen Euch alle, Völker der Welt, die mit uns gekämpft haben! Kameraden, die Ihr in Buchenwald zurückbleibt, die Holländer grüßen Euch! Haltet dem großen Ziel, für welches unsere Kameraden fielen, für das wir ge- litten haben, die Treue!... BA 771-6. Original. Kameraden! Wir Österreicher verlassen Buchenwald.! Zum letzten Mal passieren wir das Tor, das uns alle einmal aufnahm in diese Stätte„echter nationalsozialistischer Kultur“ und praktischer Betätigung nationalsozialistischen Vernichtungswillens. Wir haben Jahre hier zugebracht. Beinahe unglaublich und unvorstellbar scheint es, daß so viele dem Blutterror der Nazis und SS in diesem Lager standhalten konnten. 51 000 Tote, unter ihnen viele Hunderte aus unserer Heimat, sind die stummen Zeugen des Wütens der SS-Banditen. Diesen Toten gilt im Augenblick unseres Abschieds von der Stätte ihres qualvollen Todes unser Gedenken. Aber mit den Gedanken an sie verbindet sich auch gleichzeitig die Verpflichtung, alle- zeit lebende Ankläger gegen die Mörder und ihr System zu bleiben. Wir haben Buchenwald überlebt. Wir kommen in unsere Heimat zurück. Und immer wieder werden wir die Frage beantworten müssen: Wieso konntet ihr dies alles jahrelang ertragen und seid nicht zerbrochen, sondern aufrechte Menschen ge- blieben? Unsere Antwort kann und wird immer nur sein: Wir haben in Buchen- wald etwas gefunden, was der Nationalsozialismus mit diesem Konzentrations- lager nicht erreichen wollte: die internationale Solidarität, das enge Zusammen- wirken von oft mehr als zwei Dutzend Nationen, zusammengetrieben aus allen Teilen der Welt. Diese internationale Solidarität war getragen von dem Gedanken des Kampfes gegen einen gemeinsamen Feind. In der Idee des antifaschistischen Kampfes fanden sich die Nationen des Lagers. In der täglichen praktischen Verwirk- 1 Die Österreicher verließen Buchenwald am 16. 5. 1945. 579 ne Senn a Sehr ne Seh re == eg a HE rim Au, ee SEE ERGEsREEe en => Teen eig ee Bo Fa e SEE u ne u Er ee A Dame ze, See lichung dieser Idee gelang es, alle Schwierigkeiten und Hemmnisse zu über- winden, gelang es einen Block antifaschistischer Kämpfer zu schaffen, den zu zerbrechen auch die größte Brutalität und die gemeinste Methode faschistischer Kampfesführung nicht vermochte. Diese Tatsache, daß es möglich war, ein solches Band der internationalen Zusammenarbeit auf allen Gebieten des Kamp- fes zu schaffen, ist für uns eine bleibende Erkenntnis, die in der Tat zu verwirk- lichen wir auch in allen weiteren Kämpfen, die uns erwarten, bestrebt sein werden. Noch ist unser gemeinsamer Feind nicht vernichtet. Dies zu tun, ist unsere vornehmlichste Aufgabe. Die Erfahrungen Buchenwalds werden uns die Er- füllung dieser Aufgabe erleichtern. Wir gedenken bei dieser Gelegenheit der Unterstützung, die wir in allen unseren Kämpfen bei den anderen Nationen gefunden haben. Wir danken insbesondere unseren deutschen Kameraden, die als erste und schon jahrelang vor uns unter dieser grausamsten aller Tyrannei gelitten haben und immer Vorbilder echter antifaschistischer Kampfgesinnung und Kampfführung blieben. Wir danken allen anderen Nationen, den Sowjet- bürgern, Jugoslawen, Tschechen, Franzosen, Polen, Spaniern und Italienern, Belgiern und Holländern und den vielen anderen, für ihre Hilfe. Die Tage unserer Befreiung werden uns unvergeßlich bleiben. Sie waren die Krönung unseres Kampfes, sie waren der Sieg unserer antifaschistischen Idee, sie waren der Lohn für die Jahre des Widerstandes gegen grausamste Verfolgungen. So wollen wir nun Buchenwald verlassen als die, die wir gekommen sind, unversöhnliche Gegner gegen jede Unterdrückung, aufrechte Kämpfer für die Ideale der Freiheit und Gerechtigkeit. Wir gehen reicher an Erfahrung von hier, als wir gekommen sind. Wir gehen hier fort in der Überzeugung, daß wir und mit uns die Hunderttausenden in den Konzentrationslagern ihren Kampf nicht umsonst geführt haben, daß die ungezählten Opfer nicht umsonst gebracht wurden, sondern, daß aus dieser Nacht der dunkelsten Tyrannei mit unserer aller Hilfe eine Welt entstehen wird, die eine solche Zeit nie wieder erleben muß. Kameraden! Zum letztenmal unsere brüderlichen Grüße in Buchenwald, aber nicht zum letztenmal für alle weitere Zukunft. Es lebe unser weiterer gemein- samer antifaschistischer Kampf! Es lebe die internationale Solidarität aller freien und unabhängigen Völker! BA 771-8. Original. Abschied der jugoslawischen Antifaschisten Buchenwalds An die Kommunistische Partei Thüringen Morgen kehren wir, die letzten jugoslawischen Antifaschisten aus Buchen- wald, in die Heimat zurück, nachdem wir die Repatriierung unserer Landsleute aus Thüringen beendet haben. 380 Wir wo vaden rich Widerstan Als wir der in de unter dem dem Eind Väter und erhittliche oberer, Ja, deutschen. sdem Hi schen Voll Buchen‘ ßten Aı emrobtest verführen, verschiede Theorien i Die inte heit, Die deu erpflichte Das Le Kämpfer, Neimar, d ATTI-4 0) Anisse zu über Chaffen, den n de faschistisch: öglich war, ein ieten des Kan Tat zu very) n, bestrebt ge | tun, ist Unser len uns die Fı Gelegenheit d deren Natione Kameraden, di 1 aller Tyranı ampfgesinnung en, den Sowj und Italienen Tilfe. Die Tax on die Krönu Idee, sie ware rfolgungen, sekommen sl Kämpfer für di Erfahrung\ı zugung, daß wi rn ihren Kant! msonst gebrad mit unserer ll erleben mu) uchenwald, ab yeiterer gemell Solidarität ılk ılds KRRERFFEFEER AN AERRR IIIEWIDDERREASRERREARRERFEI Dur EHT HANNAH LEuUEREENUE He ir Wir wollen nochmals in dieser Form einige Worte an unsere deutschen Kame- raden richten, die in Buchenwald mit uns die Tage der großen Leiden, des Widerstandes gegen die Naziverbrecher teilten. Als wir in Buchenwald eingeliefert wurden, standen wir unter dem Eindruck der in den Gestapogefängnissen erlebten Mißhandlungen und Folterungen, unter dem Eindruck unserer zerstörten Städte und verbrannten Dörfer, unter dem Eindruck unserer geschändeten Frauen, unserer ermordeten Kameraden, Väter und Kinder. Wir hatten vor unseren Augen das lebendige Bild des un- erbittlichen Kampfes unseres Volkes gegen den verhaßten faschistischen Er- oberer. Ja, wir standen auch unter dem Eindruck jenes blinden Gehorsams des deutschen Volkes, denn Nazisten und so mancher von uns glaubte schon, daß es dem Hitlerismus gelungen sei, alle positiven, fortschrittlichen Kräfte des deut- schen Volkes zu vernichten... Buchenwald war für uns eine Überraschung... Da lernten wir die be- wußten Antifaschisten kennen; wir lernten kennen die Besten und die Kampf- erprobtesten— die deutschen Kommunisten. Sie ließen sich nie von SS-Taktik verführen, um die Einheit der deutschen Genossen mit den ausländischen mittels verschiedener Versprechungen, Positionen, Privilegien und mittels verschiedener Theorien über höhere und niedrigere Völker und Rassen zu stören. Die internationale Solidarität war ihnen wichtiger, als die persönliche Sicher- heit. Die deutschen Kommunisten im KZ Buchenwald erfüllten ihre Pflicht, und sie verpflichteten uns. Das Leben unserer besten Kameraden, der jugoslawischen antifaschistischen Kämpfer, konnten wir durch Eure Hilfe retten! Wir danken Euch!.... Weimar, den 11. 8. 1945 Sekretär des jugoslawischen Komitees Konzentrationslager Buchenwald Rudi Supek BA 771-4. Original. 58l RN TT ER NERKERRIRRKRRR RIRERURERIEN Sees ee ee: rer Seen Es ee; ei EEE= wer = > ei u nn u u u m man menge EEE DI BE TmseEee u > Te ee WERBERE 20. Mai 7. Juli Hi 16. Juli R\ 19. Juli } 27. Juli 28. Juli I 31. Juli 13. August September 27. November 1. Dezember Dezember 31. Dezember Januar Zeittafel der Geschichte des KZ Buchenwald 1936 Erste Erwähnung der Absicht, in Thüringen ein KZ zu er- richten. 1937 Erlaß eines Befehls, der den Obersturmbannführer Karl Koch zum Kommandanten des neuen KZ bestimmt. Eintreffen der ersten Häftlinge aus den KZ Sachsenhausen und Lichtenburg. Erster Appell. Eintreffen der ersten 91 politischen Häftlinge aus dem KZ Sachsenburg. Himmler gibt dem Lager den Namen Buchenwald, nachdem es kurze Zeit„KL Ettersberg“ genannt wurde. Aus Lichtenburg treffen 625 Häftlinge, vorwiegend politische, ein. Erster Toter in Buchenwald: Hermann Kempek. Die politischen Häftlinge Karl Barthel und Ottomar Geschke werden Stubendienste im Block 9- erster sichtbarer Erfolg des Kampfes der politischen Häftlinge gegen die„Grünen“. Die Organisation der KPD gewinnt festere Formen. Einlieferung Pfarrer Schneiders. Der Häftling Weinreiter verbirgt sich, um später zu flüchten. Bei der Suche werden 4 Häftlinge, darunter der Kommunist Oskar Fischer(freigesprochen im Felseneck-Prozeß) und der Sozialdemokrat Johannes Bremer„auf der Flucht“ erschossen. Flucht von Berufsverbrechern. Die Häftlinge müssen 18 Stun- den und 20 Minuten auf dem Appellplatz stehen. Lagerstärke: 2561. 1938 Die deutschen Kommunisten setzen den Aufbau der bezirks- weisen Organisation fort(in dieser Form waren die Kommu- nisten im KZ Lichtenburg organisiert, Walter Stöcker, Theo- dor Neubauer und Albert Kuntz führten diese Form in Buchenwald ein). Sie erzielen damit eine Stärkung der anti- faschistischen Kampfgemeinschaft. In kleinen Gruppen wei- den Nachrichten und Informationen verbreitet. Anfang des Jahres wird die Häftlingsbücherei eröffnet. Drei politische Häftlinge, darunter Walter Krämer, beginnen im Revier zu arbeiten, das bis dahin eine Domäne der„Grü- nen“ war. 9, Juni Septe 9, Nove Deze N. Deze 3l.Deze Januar/F lö, Fehr Pebruar, I. März N April I. Apri Juni 8 Juli T-Augı Sept 5. Okte n ein KZ zu er führer Karl Kodı It, 7, Sachsenhausa ige aus dem N wald, nachden le. jegend politisch ek. Ottomar Gesch sichtbarer Erik .n die„Grüne 'ormen. päter zu üchter - der Kommul Prozeß) und d Jucht‘“ erschost ‚müssen 19 Stu ehen. BAEBENERERER Aueh 5. Mai 13. Mai 4. Juni 30. Juni September 9. November Dezember 21. Dezember 31. Dezember Januar/Februar 15. Februar Februar/März 10. März 20. April 30. April 30. Juni 18. Juli 7. August September 9. Oktober NIDEHNUIDORRAR RERARRKERTERDEFEN EROBERTE TITEL ST PAAHÄHADE LTE SEELE I NR I ei KUREREEE 1A EHRERETEERNNERKI Pfarrer Schneider weigert sich bei der„Ehrung“ Hitlers auf dem Appellplatz, die Mütze abzunehmen. Er wird in den Bunker geworfen. An kirchlichen Feiertagen und Sonntagen hält er Predigten aus dem Kerkerfenster und klagt die SS an. Seine Worte werden durch Schläge erstickt. Im Verlauf der Aktion„Arbeitsscheue Reich“ treffen größere Transporte in Buchenwald ein. Flucht von Bargatzki und Forster. Die SS verhängt Repres- salien gegen das Kommando„Kläranlage“ und gegen alle Häftlinge. Bargatzki wird öffentlich im Lager gehängt. Der politische Häftling Fritz Männchen weigert sich, diese Exekution aus- zuführen. Der Berufsverbrecher Richter leistet der SS diesen Henkersdienst. Lagerstärke: 7723. Die ersten Ausländer, 2200 Österreicher, treffen im Lager ein. Große Ausschreitungen gegen die Juden in Deutschland („Rath-Aktion“), in deren Verlauf über 10000 von ihnen in das Lager kommen. Sie werden in den für sie errichteten Baracken Ia-Va untergebracht. Ausplünderung der Juden und maßlose Bereicherung der SS. Entstehen des Buchenwald-Liedes. Bereits vorher war eine Häftlingskapelle gegründet worden. Forster öffentlich im Lager gehängt. Lagerstärke: 11028. 1939 Kurt Arndt wird der Blockälteste von Block 38. Er ist der erste Blockälteste aus den Reihen der Antifaschisten. Sein Block wird zum politischen Zentrum im Lager. Auflösung des Sonderlagers für Juden und Abbruch der Baracken Ia-Va. Der„Schwarze Bunker“ wird errichtet. Darin verhungert eine Reihe von Häftlingen. Walter Stöcker an Typhus gestorben. Am folgenden Sonntag wird im Block 38 eine Gedenkfeier veranstaltet. Beginn größerer Entlassungen, die sich bis in die Maitage hinziehen. Nächtliche Maifeier kleiner Gruppen politischer Häftlinge. Lagerstärke: 5523. Ermordung Pfarrer Schneiders im Bunker durch den SS-Ver- brecher Sommer. Der Kommunist Rudolf Opitz wird im Bunker ermordet, weil er illegal Fotos im Besitz hatte. Einlieferung der„Aktionshäftlinge“ und der tschechischen „Ehrenhäftlinge“. Eintreffen der ersten polnischen Häftlinge. Sie sind in Deutsch- land verhaftet worden. 583 sure er nee ee gen aus mie ne IE Be me ee ee ee ee er ge ae Set FREE s = eu . ne Daaere Eee, Oktober 15./16. Oktober 9. November 17. November November)Dezember 31. Dezember Januar/Februar 12. Februar Frühjahr 3. April 1. Mai 3. Mai 30. Juni 2. Juli Dezember 31. Dezember Mai 1. Mai 30. Juni 13. und 14. Juli September Die Beziehungen zwischen den deutschen, österreichischen und tschechischen Antifaschisten nehmen festere Formen an. 2098 Polen aus den von Nazideutschland besetzten Gebieten treffen im Lager ein. Sie werden in ein Sonderlager gepfercht. Nächtliche Hilfsaktionen der deutschen Kameraden. Erschießung von 21 jüdischen Häftlingen als„Rache“ für das Attentat auf Hitler am 8. 11. 1939. Drei Tage Essenentzug für alle jüdischen Häftlinge. Heim- liche Hilfsaktionen. Angeblicher Diebstahl eines Schweines durch Häftlinge. Der Lagerkommandant verhängt fünf Tage Essenentzug. Die Häftlinge der Küche, der Lebensmittelmagazine, der Gärtnerei und der Ställe helfen, wo sie nur können. Ein Kabarett aus Häftlingen wird gegründet. Wegen schlechter hygienischer Verhältnisse Wüten einer Ruhr- epidemie. Sprunghaftes Ansteigen der Zahl der Toten. Lagerstärke: 11807. 1940 Anhalten der Epidemie. Auflösung des Polenlagers. 600 Polen werden ins Große Lager übergeführt. Trotz bestmöglicher Pflege durch das Revier ster- ben viele von ihnen. Inbetriebnahme des 1. Ofens des Krematoriums, nachdem schon vorher fahrbare Krematorien auf dem Appellplatz auf- gestellt waren. Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Ernst Heil- mann wird durch eine Giftspritze ermordet. Die SS gibt „Herzschwäche“ als Todesursache an. Illegale Maifeier der Häftlinge. Rudi Arndt wird vom Schutzhaftlagerführer als Blockältester abgesetzt und in den Steinbruch geschickt. Am gleichen Tage schießen SS-Posten auf ihn und verwunden ihn schwer. Er stirbt im Revier. Lagerstärke: 7633. Erste Holländer im Lager eingetroffen. Pathologie-Station in Betrieb genommen. Lagerstärke(mit Außenkommandos): 7440. Zahl der Außenkommandos: 2. 1941 Eröffnung des Kinos. Antifaschistische Maifeier. Gesamtlagerstärke: 6807. Zahl der Außenkommandos: 3. Vernichtungstransporte nach Sonnenstein.(Aktion„14 f 13°). Lagerkommandant Koch nach dem KZ Lublin versetzt. SS- Standartenführer Hermann Pister wird neuer Lagerkomman- dant. 16, Septem 18, Oktobe 12, Novem 90, Dezem Dezem Jl.Dezem Anfang 19 2,11. und II, März 1%, März 2,27. Mä Frühjahr 1.Mai Frühsommm 9. Juni Juli ommer |, Dezem Ormen an. setzten Gebiefe erlager gepferdi 1eraden. 5„Rache“ für da Häftlinge, Hein. ch Häftlinge, Dr Essenentzug,) ine, der Gärtner: t Vüten einerRılı der Toten. 1 ins Große Lage "h das Revier ste: oriums, nachden au: nete Emst Hl let. Die 55 gü T als Blockälte Stel \m gleichen Ti n ihn schwer. H mmandos: 3 y Aktion„14} n pin vere ap Lagerkom terreichischen un 16. September 18. Oktober 12. November 29. Dezember Dezember 31. Dezember Anfang 1942 2.,11. und 12. März 12. März 26./27. März Frühjahr 1. Mai Frühsommer 30. Juni Juli Sommer 31. Dezember 25. Januar Anfang 1943 Januar Februar März en“ IERRT Y DDR DEREOBERDODEH DO RERRRERFRR HFERRRERTECTEEN HNRKENVERENEN 300 sowjetische Offiziere und Kommissare treffen in Buchen- wald ein. Sie gelangen nicht ins Lager, sondern werden sofort auf dem Schießstand im DAW-Gelände ermordet. Eintreffen von 2000 sowjetischen Kriegsgefangenen im Lager. Große Solidaritätsaktion aller Häftlinge. Beginn von Repressa- lien der SS gegen die politischen Häftlinge. Erschießung der kommunistischen Revier-Kapos Walter Krä- mer und Karl Peix in Goslar. Einrichtung der Fleckfieber-Versuchsstation. Bildung der ersten illegalen Gruppen unter den sowjetischen Kriegsgefangenen. Gesamtlagerstärke: 7911. Zahl der Außenkommandos: 5. 1942 Eintreffen der ersten französischen Häftlinge. Vernichtungstransporte nach Bernburg.(Aktion„14 f 13°) Verschickung von 400 politischen Häftlingen nach dem KZ Natzweiler, um die Kräfte der„Roten“ zu schwächen(später 800 nach dem KZ Ravensbrück). Schaffung der Sonderkompanie für politische Häftlinge, die Funktionen im Lager bekleideten. Völlige Isolierung. Be- ginn des Kampfes gegen die„Zinker“ und„Grünen“ und für die Freilassung der isolierten Kameraden. SS-Befehl über die Bildung der Häftlingsfeuerwehr. Illegale internationale Maifeier. Kleines Lager errichtet. Auflösung der Sonderkompanie. Gesamtlagerstärke: 8000. Zahl der Außenkommandos: 8. Bildung des Lagerschutzes. Die illegale Leitung der KPD beginnt mit der Organisierung illegaler militärischer Gruppen. Nikolai Simakow stellt als Vertreter der sowjetischen illegalen Gruppen über Walter Bartel und Kvetoslav Innemann die Ver- bindung zu Widerstandsgruppen anderer Nationen her. Gesamtlagerstärke: 9517. Zahl der Außenkommandos: 6. 1943 Bildung der Organisation der Italienischen Kommunistischen Partei in Buchenwald. Aufnahme von tschechischen und sowjetischen Häftlingen in die illegale Militär-Organisation. Herausgabe der illegalen sowjetischen Zeitung. Bildung des Kommandos Feuerwehr. Sowjetische Kriegsgefangene und ein französischer Häftling bauen einen zweiten Rundfunkempfänger. Er wird im Block 50 versteckt. 389 er ee nn Be ee EEE Eee ee See ee TE u a u u m Due mar ee el ru en Be er Se Eng = er ee 12. März 15. März 17. März Frühjahr 1. Mai 21. Mai 21. Juni 30. Juni Sommer August 27. August September 21. September 5. Oktober 7. November Ende des Jahres 31. Dezember 13. Januar 25. Januar Februar 12. Februar 1. April 1. Mai Mai 24. Mai 25. Mai Juni 30. Juni 5. Juli 21. Juli Inbetriebnahme der Gustloff-Werke Buchenwald. Vereinigung der illegalen Zentren der sowjetischen Kriegs- gefangenen und der sowjetischen politischen Häftlinge zur einheitlichen Leitung. Befehl zum Bau der Bahnlinie Weimar-Buchenwald. Erweiterung des Lagerschutzes. Geheime Maifeier im Lager. Erster Transport der Aktion„Meerschaum“ im Lager ein- getroffen. Inbetriebnahme der Bahnlinie. Gesamtlagerstärke: 15 618. Zahl der Außenkommandos: 11. Bildung des Internationalen Lagerkomitees. Die ersten zehn Gewehre der Militärorganisation im Lager versteckt. Erster Transport nach„Dora“. Eintreffen der ersten italienischen Häftlinge und größerer Transporte von Jugoslawen. Außenkommando„Laura“ errichtet. Gründung des„Derzeitigen polnischen Verständigungs- komitees“. Feier der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution. Gründung der Sanitätstrupps. Aufnahme französischer, bel- gischer und spanischer Häftlinge in die Militärorganisation. Gesamtlagerstärke: 37319. Zahl der Außenkommandos: 20. 1944 Transport norwegischer Studenten eingetroffen. Bildung der Organisation der Italienischen Kommunistischen Partei in Buchenwald. Im Außenkommando„Dora“ weigern sich zwei deutsche poli- tische Häftlinge, Henkersarbeit zu leisten. Aufnahme der Italiener in die Militärorganisation. Feier des 10. Jahrestages des Wiener Aufstandes. Beginn der Produktion im Außenkommando„Dora“. Internationale Maifeier und Beginn der Diskussion über die Dokumente des Deutschen Volksfrontkomitees. Diskussion über die bevorstehende Invasion. Der sowjetische Häftling Juriji Lomakin, der zum Tode ver- urteilt war, verletzt mit einem Messer den SS-Mann, der ihn zur Hinrichtung führen wollte, tödlich und verwundet einen zweiten. Eintreffen der ersten Ungarn in Buchenwald. Gründung des Niederländischen Komitees. Sowjetische Häftlinge stellen die ersten Handgranaten her. Gesamtlagerstärke: 61 156. Zahl der Außenkommandos: 35. Erste Sitzung des Deutschen Volksfrontkomitees. Magnus Poser, einer der Führer der Neubauer-Gruppe, wird schwer verwundet ins Lager gebracht. Er stirbt am folgenden Tage. Jeli Sommer Augus 18. Augus 2, Augus A, Augus 15/16 Sep 18.$epten 30, Septer 2, Oktob Anfan Oktob 9, Oktob 9. Oktob Noven 1.Noven I, Nover Dezen 31. Dezer IRERRERRIRFFFRRRRARORERRRRERREN y y IEKRKTETFRRRFERÜRFERPREFRLER EEE UT ara ren Fan ha TU Ara FRE RUFT Fu aFR EL EICTTTEN) ROHR AHNNHANAANDDDDEDDI RDREDEH ANREISE EN EIKE OCRKHRARENBÄHKENHRRKNFKANIGET I hl I wald,; R DH jetischen Ko; Juli Bildung der„Brandwache“. H en Häftlin eg Sommer Gründung des„Ausschusses der Nationalen Front der Tsche- Hi se ai chen und Slowaken“. IH henwald August Internationalisierung des Lagerschutzes. Aufnahme der Polen fi und Jugoslawen in die Militärorganisation. I 18. August Ermordung Ernst Thälmanns. I ln Annahme des Entwurfs über die allgemeinen Grundlagen der Ri ager ei: Wi} Politik durch das Volksfrontkomitee. ih 22. August 759 Neuzugänge aus der„Aktion Gitter“. N 24. August Anglo-amerikanischer Bombenangriff auf die Rüstungswerke I ommandos: 1. und SS-Kasernen Buchenwalds. 320 Häftlinge werden getötet. in ah Weitere 44 erliegen in den nächsten Tagen ihren Verletzungen. Hi sation im Lage 15./16 September Die Nazipresse veröffentlicht die Nachrichten über den Tod ii Ernst Thälmanns und Rudi Breitscheids. Mi 18. September Totenfeier für Ernst Thälmann. I ge und größer 30. September Die ersten dänischen Polizisten als Gefangene in Buchenwald. a 22. Oktober Totenfeier für Albert Kayser, der am 18. 10. starb. HH Anfang Oktober Bildung des italienischen Solidaritätskomitees. Fi Verständigung: Oktober Versuch der SS, deutsche politische Häftlinge für die SS-For- Hl mation Dirlewanger zu werben. Einmütige Ablehnung durch“u olution, die Häftlinge. N ranzösischer, bil 29. Oktober„Dora“ selbständiges KZ. Übernahme von 23 Außenkomman- Mt ärorganisation, dos des KZ Buchenwald. A commandos: 20 30. Oktober Beginn der Verhaftungen wegen der Thälmann-Feier. il November Beginn der Aktion„Zwischenhaft II“. ii! 7. November Feier der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution. I fin, 20. November Verhaftung von Albert Kuntz, einem der Organisatoren der IR Kommunistische Widerstandsbewegung in Buchenwald, und anderen Anti- I faschisten in„Dora“. IHN rei dentschepel Dezember Schaffung der vierten sowjetischen Kampfbrigade im Kleinen I ae Lager(Reserve). vi > 31. Dezember Gesamtlagerstärke: 63 048. Zahl der Außenkommandos: 86. N andes.() 9„Dora“.( skussion über di Hl 1 es. 1945 iR D. i) or zum Tode v* 5. Januar Überführung von 46 Geistlichen nach Dachau. H) 5S-Mann, del 2 23. Januar Ermordung von Albert Kuntz in„Dora“.| verwundet e? 26. Januar Ein MG aus einem Evakuierungstransport geborgen. N Aus den Evakuierungstransporten aus den KZ Auschwitz und Hi d. Groß-Rosen werden aktive Antifaschisten durch ihre Kame- u raden herausgeholt, ins Große Lager übernommen und in die nn ‚dgranaten IB, illegale Organisation eingegliedert. vn ommandos: Serehruar Bombardierung der Gustloff-Werke Weimar. Ki itees. 1 15. Februar Mehrtägiger Brotentzug für die sowjetischen Kriegsgefange- Hi uer-GrupP® r nen, weil sie gegen die Behandlung protestierten. Französische hi jrbt am folgen‘® Häftlinge liefern täglich einen Sack Brot. hi K 987 I) Ki en 9, April 31. März Gesamtlagerstärke: 80436. Davon im Stammlager Buchen- wald ungefähr 50 600, Zahl der Außenkommandos: 107. Unter der Führung des Internationalen Lagerkomitees be- ginnen sich die Häftlinge offen den Befehlen der SS zu wider- .. s fi setzen. il N 1. April Kapo Bruno Falkenberg kommt wegen Sabotage in den Gust- Al | loff-Werken in den Bunker. g. N 2. April Diskussion im Lagerkomitee über die bewaffnete Aktion auf- 1,Mai N grund eines Vorschlags des sowjetischen Zentrums. 9, Mai | 3. April Ansprache des Lagerkommandanten Pister vor dem„Ber- 2. Mai s\ gungstrupp“, um die deutschen Häftlinge gegen die auslän- dischen auszuspielen. 1: Augu | Letzter Appell im KZ Buchenwald. N 4. April Erschießung des kommunistischen Lagerältesten Georg Tho- Hr mas und anderer Häftlinge in„Dora“. Ile 9. April Erste Evakuierungstransporte verlassen das Lager. RN Rückkehr Robert Siewerts aus der Gestapohaft wegen der N Thälmannfeier. Ri 6. April Geplanter Mord an 46 politischen Häftlingen. Sie werden im IK Lager versteckt. H 7.-10. April Teilweise Evakuierung des Lagers. Das Internationale Lager- { komitee propagiert die Verzögerungstaktik, die von allen Zusam { Nationen im Lager unterstützt wird. So können 21000 Häft- bibliothe Ai linge vor den Evakuierungsmärschen bewahrt werden. durch fra | 8. April Inbetriebnahme eines Morsesenders durch polnische und N sowjetische Häftlinge.\ldebert f 9. April Erneute Diskussion über die bewaffnete Aktion. N 11. April 11.50 Uhr„Feindalarm“.\ N Gegen 15.00 Uhr Bewaffnete Aktion. Besetzung der Wachtürme mann \ und anderer Stellen durch bewaffnete Häftlingstrupps. | 15.30 Uhr Ansprache des Lagerältesten Hans Eiden. Über- 2 nahme des Lagers durch das Lagerkomitee. Antelme, | 16.45 Uhr Erste legale Sitzung des Lagerkomitees. \ 12. April Freiheitsappell. | 13. April Übernahme des Lagers durch amerikanische Truppen. Der N amerikanische Kommandant befiehlt die Abgabe der Waffen. N Sitzung der Sozialdemokraten Buchenwalds. Diskussion über H ihr zukünftiges Programm. ri m.& | 15. April General Patton, Kommandeur der III. amerikanischen Armee, ‘ besichtigt das Lager. Anitz, Hi 16. April Mitgliederappell der deutschen Kommunisten zu Ehren des «| Geburtstages Ernst Thälmanns.—. x 19. April Totenfeier und Schwur der Buchenwalder.„ Eow =. 1anoe: f „ Sitzung der Vertreter der Kommunistischen Parteien Buchen- ur N walds. Annahme einer Resolution. N. Ans; I * N 588 i» mlager Buche, andos: 107, Agerkomitees|. der SS zu wider. tage in den Guy: fnete Aktion aul \ Tums, vor dem„Ber egen die auslin sten Georg TI Lager. ohaft wegen dı n. Sie werden in nationale Lage , die von alkı nen 21.000 Hält t werden. ı polnische un on. ıg der Wachtürn gstrupps. ns Eiden. U mitees. je Truppen Di abe der Watt "Diskussion üb kanischen Amt on zu Ehren! Lan. . le Parteien Bu 22. April 23. April 28. April 1. Mai 2. Mai 21. Mai 11. August NUDE REN Delegiertenkonferenz der deutschen kommunistischen Partei- gruppen Buchenwalds. Diskussion über die nächsten Aufgaben der Kommunisten und Annahme einer Entschließung. Beginn der Heimreise der französischen Kameraden. Die erste ausländische Gruppe verläßt damit Buchenwald. Buchenwalder Volksfrontkonferenz. Grußadresse des Nationalkomitees„Freies Deutschland“ Leip- zig an das Internationale Lagerkomitee. Maifeier der ehemaligen Buchenwalder Häftlinge. Letzte Sitzung des Internationalen Lagerkomitees. Letzter Mitgliederappell der deutschen Kommunisten in Buchenwald. Ein Teil der jugoslawischen Kameraden verläßt als letzter das Lager und tritt die Fahrt in seine Heimat an. Damit sind alle ehemaligen Häftlinge in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Bibliographie Zusammengestellt von einem Studentenzirkel, ergänzt durch die Deutsche Staats- bibliothek Berlin, die Nationalbibliotheken in Moskau, Prag und Warschau sowie durch französische Kameraden!. Aldebert, Bernard Altmann, Erich Antelme, Robert Apitz, Bruno Chemin de croix en cinquante stations. De Compiegne ä Gusen 2, en passant par Buchenwald, Mauthausen, Gusen 1. Paris: Fayard, 1946. 115 S. Im Angesicht des Todes. Drei Jahre in deutschen Konzen- trationslagern Auschwitz, Buchenwald, Oranienburg. Luxemburg: Vlg. Luxemburgensia, 1948. 165 S. L’espece humaine. Paris: Robert Morin 1949. 434 S. Dt. Ausg.: Die Gattung Mensch. Berlin: Aufbau-Vlg., 1949. 350 S. Anthologie des po&mes de Buchenwald. Traduction allemande de Rondi Feuerbach et Jean Thimmonier, traduction polo- naise par le professeur S. L. Zaleski. Adaptation poetique par Andre Verdet. Paris: Laffont, 1946. 117 S. Nackt unter Wölfen. Roman. Halle: Mitteldeutscher Vlg. 1958. 564 S. 1 Es wurden nur Titel aufgenommen, in denen auf mindestens zwei bis drei Seiten zusammen- hängend über Buchenwald berichtet wird. Obwohl keine Zeitschriftenaufsätze erfaßt wurden, ist es notwendig, auf zwei bedeutende Artikel in„Istorickij Archiv“ Nr. 4/1957, Moskau, S. 82-100 und Nr. 6/1957 S. 82-110 hinzuweisen. 389 Et ln 2 ige, ee ee Eee = ns ee ae men ee nn ee een . .r = Ben ar Ar n \ \ “| ı »} s “ ‘| \ \ Aron&anu, Eugene Artoüs, L. Arvet, Henri u. F. Boissard Bardeche, Maurice Bärta, Franti$ek Bartel, Walter Bartel, Walter Bartel, Walter Barthel, Karl Barthel, Karl 590 Camps de concentration. (Paris): Office frangais d’edition, 1945. 2515. Dt. Ausg.: Konzentrationslager. Tatsachenbericht über die an der Menschheit begangenen Verbrechen. Hrsg. Arbeitsgemeinschaft„Das Licht“ o. O. u. J. 130 S., 64. Abb. Temoignage du matricule 81491 sur le Bagne de Buchenwald. Tanger: La Dep£che marocaine, 1948. 61 S., m. Abb. Des geöles de la Gestapo de Dijon ä l’enfer de B. et Dora. Dijon: Imprimerie Darantiere, 1948. 163 S., m. Abb. Nuremberg II ou les Faux Monnayeurs. Paris: Les Sept Couleurs. 1950. Dt. Ausg.: Nürnberg oder Die Falschmünzer. Wiesbaden: Karl Heinz Priester, 1957. 211. Pod Goethovym duben a jine prosy. Praha: Nakladatelsk& druzstvo Mäje, 1946, 236 S. Der gemeinsame Kampf der deutschen und sowjetischen Anti- faschisten im Konzentrationslager Buchenwald. In: Deutsche Arbeiter forderten: Hände weg von Sowjet- rußland! Über deutsch-sowjetische Beziehungen in den Jah- ren 1917-1945. [Überarbeitetes Protokoll der Propagandistentagung der Ge- sellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft am 6. und 7. Juni 1957 im Zentralen Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft in Berlin.] Berlin 1957. S. 239-261. Zum Gedenken des treuen Mitkämpfers Ernst Thälmanns Albert Kuntz. Festansprache anläßlich des 60. Geburtstages von Albert Kuntz. Wurzen(1956) 13 S. Die Zusammenarbeit deutscher und sowjetischer Widerstands- kämpfer im faschistischen Konzentrationslager Buchenwald und ihre Darstellung in der Geschichtsliteratur. In: Kommission der Historiker der DDR und der UdSSR. Protokoll der wissenschaftlichen Tagung in Leipzig vom 25. bis 30. November 1957 in zwei Bänden. Band II. Probleme der Geschichte des zweiten Weltkrieges. Referate und Diskus- sionen zum Thema: Die wichtigsten Richtungen der reaktio- nären Geschichtsschreibung über den zweiten Weltkrieg. Berlin: Akademie-Vlg. 1958, S. 67-87. Auch in: Der zweite Weltkrieg 1939-1945. Wirklichkeit und Fälschung. Berlin: Akademie-Vlg. 1959, S. 73-93. Rot färbt sich der Morgen. Erinnerungen. Rudolstadt: Greifenvlg. 1959, 149 S. Die Welt ohne Erbarmen. Bilder und Skizzen aus dem KZ. Rudolstadt: Greifen-Vlg., 1946. 162 S., m. Abb. Bartl, Jar A Bayle, Fr | Beckert, N Benes, Jin Bergh, G. uL].Le Berke, Ha Berrard,( Biermann Birin, Fre Bin, Irm Bkoonrt, Bleton, Pi Bloch, le: Marce] P; Au Till; Bonifas,. Bosseer, .Raymoı Bolange Nichae] T Bde, Br, Her RR AHANIHA AA RAAAAAN AAN MAHHARN HE RR DENN RENNER NE RER EEKE IN KIRAKHENERENERKRRTRN N mer ,| Bartl, Jaroslav Buchenwaldsky zpevnik. richt über dj u. Jiri Zäk Plzen: Vaclav Rejthar, 1945, 33 S., m. Abb. h le ıı 14% : Bayle, Frangois Croix Gamme&e contre Caduc£e. Les exp£riences humaines en IN u.J. 1908, 645 Allemagne pendant la Deuxieme Guerre Mondiale. MI i Neustadt: Imprimerie Nationale, 1950, 1521 S., m. Abb. Ri e de Buchenvall Beckert, Werner A. Die Wahrheit über das Konzentrationslager Buchenwald. FH ‚m. Abb, Weimar: Vlg. antifaschistischen Schrifttums W. A. 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Geburtstags Bagne. ib Paris 1945. 31. 4 Bleton, Pierre Le temps du purgatoire. nl cher Widerstand‘ Paris: Tequi, 1953. 319 S., m. Abb. Hl ager Buchen! Bloch, Jean Richard, Verite sur Buchenwald. Paris 1946. N ur,= Marcel Paul," und der vs“ Paul Tillard u. a. N | a| Bonifas, Aim& Detenu 20801. T&moignage sur les bagnes nazis(1943-1945)." Jand 1 Neuchätel: Delachau et Niestle, 1946. 169 S.) ; t un DA! i h} ein der seaktit Bosseler, Nicolas Livre d’Or de la Resistance Luxembourgeoise de 1940-1945. 1 Welt u.RaymondSteichen Esch-sur-Alzette: Ney-Eichner, 1952. 733 S., m. Abb., 1Kt." l Ih) “| Boulanger, Jakob u. Eine Ziffer über dem Herzen.(N) Wirklichkeit 1| Michael Tschesno-Hell Berlin: Volk und Welt, 1957, 150 S., m. Abb.' A 1 Bredel, Willi Ernst Thälmann. Ein Beitrag zu einem politischen Lebensbild.„ Berlin: Dietz, 1950. 168 S., 1 Abb. hu | Mi Brill, Hermann Gegen den Strom. Bit zii Offenbach/Main: Bollwerk-Vlg. Karl Drott, 1946. 101 S. hin ‚n aus dem&|(Wege zum Sozialismus, Heft 1). 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Singen: Volksvlg., 1948. 184 S., m. Abb. Christlicher Widerstand gegen den Faschismus. Berlin: Union Vlg., 1955. 155 S., m. Abb. Hamburger Widerstand. Streiflichter. Hrsg.: VVN Hamburg. Hamburg 1948. 62 S. Der Totenwald. Ein Bericht. Berlin: Aufbau-Vlg., 1947. 146 S. L’enfer de Dora. Liege: Gothiers, 1946. 79 S. Tragedie de la Deportation. 1940-1945. T&moignages de Sur- vivants des camps de concentration allemands. Paris: Hachette, 1955. 511 S., m. Abb. De la Marne au Danube, par Buchenwald la maudite. Chaumont: Mortial, 1946. Yätek, Ladislav Zahnwetzer, Morit Zak, Jini \Personen ı Höftlinge 1 Paul Schneider ‚byvsich uznikoy chenwald. Obn- kij,) Ceskoj literatur, in Dachau and n Einheitsparti ng Nr. 59000 e n, der Pfalz und| u, Guss-Drang)| Zaälek, Ladislav 116 S., m. Abb. Vzpominky na Waldenburg a Buchenwald. Cerveny Kostelec: Svaz osvobozenych politickych veznü, 1946. ar Zahnwetzer, Moritz KZ Buchenwald. Erlebnisbericht. Kassel-Sondershausen: Zahnwetzer, 1946. 38 S. Zak, Jiri Deset poslednich dnü- Buchenwald. Plzen: Volnost, 1945. 61 S. u Zur Geschichte der deutschen antifaschistischen Widerstands- bewegung. 1933-1945. Eine Auswahl von Materialien, Berich- ten und Dokumenten. Berlin: Vlg. d. Ministeriums f. Nationale Verteidigung, 1957. 420 S., m. Abb. ec... Zur antifaschistischen Widerstandsbewegung in Deutschland 1933-1945. Überblick und Würdigung, Beispiele ihrer dichteri- schen Gestaltung. Teil 2. Hrsg.: VVN Landesvorstand Sachsen-Anhalt. Halle 1948. 15 S. Be........... Zweimal geboren. Buch der Freundschaft. Hısg. Helga Haffken, Ernst Laboor u. Johannes Schellenberger. Berlin: Vlg. Kultur und Fortschritt 1959. 305 S. Register von Hella Bartel und Klaus Drobisch 1. Personen a) Häftlinge Aaldors 410 Abraham, Max 188 Abusch, Walter 67 Ackermann, Simon 188 Adam, Herbert Wolfgang 67 ‚ Adler, Hugo 188 Adler, Manfred 67 Affek, Stanislaus 267 Aljanow, Nikolai 417 Altana 527 Altheim, Siegmund Abb. 34 Amerongen 1831 f Apel, Willy 120, 387 Apitz, Bruno 123, 182, 368, 443 f, 481, 940, 542, Abb. 106, 107 Arndt, Kurt 583 Arndt, Rudi 128, 223, 396, 584 Arturjanz, Joseph 262, 388 Asarow, Wassili 416 ff, 524, 554 Ascharin, Iwan 416£ Avondet, Louis 242 Babkin, Pawel 415, 418, 523 Bach, Werner 158 Bacholdin, Viktor 523 Baklanow, Stepan 388, 415 ff, 514 f, 523, 540 Balachowsky, Alfred 91f, 162 f, 166, 168 ff Bandurko, A. 390 Bargatzki 182 ff, 409, 583 Bartel, Walter 816 ff, 320, 333, 335, 370 f, 375, 386, 397, 410, 415, 417, 419, 543, 554 ff, 566, 568 f, 572, 585, Abb. 86, 120, 122 Barthel, Karl 582 605 ee ee een Ban == ss Be u =7 Bartl, Jaroslav 458 Bauer, Erich 493, 520 Baum, Kurt 533 Baumann, Rolf 282 Bausch, Heinz 371, 381 Becker, Franz 412 Behrens, Paul 541 Benz 388 Berdnikow, Stepan 418, 524 Berndt, Walter 541 Bernstein 224 Bers, van 423 Berti 527 Bertolini, Renato 425 f, 527, 529 Bibik, Boris 524 Biesel, Josef 464 f Billen 424 Bischof 90 Blairiot 424 Blaschke, Ernst 377 Bleichert, Willi 369£ Blouky, Zdenek 562 Blum, L&on 56 Blumentritt, Karl 48 Bobeck, Hermann 267 Bobrischtschew, Pjotr 524 Bobrow, Nikolai 513 Böcher, Ernst Abb. 34 Bogatinovic 393 Bogdanow, Sergej 419 Böhle, Hans 185 Bokowski, Karl 540 Bose, Gustav 415 Boulanger, Jakob 541 Boumann 410 Bourdet, Claude 478 Braj, Wassili 386 Brand, Luise Abb. 74 Brandt, Ernst 318, 320, 361 Bräuer, Heinrich 541 Breitscheid, Rudolf 47, 55, 211 ff, 369, 587 Breitscheid, Toni 212 f Bremer, Johannes 582 Brief 350 Brill, Hermann 324, 398 f Brun, Joseph 196 Büchler, Oskar 273 Budowski, A. J. 353 Bunzol, Alfred 91, 204 606 Burchard, Hans 370 Busse, Ernst 142, 144, 316, 318, 333, 352, 371, 377, 410, 482, 510f, 540, 504, Abb. 87 Bytko-Bobrinz, G. 354 Cabala, Adam 275 Cahn, Alfred 350 Cäpek, Josef 452 Carlebach, Emil 130, 541 Cassini 527 Cecura, Nikola 430 Cerwenka, Ottomar 562 Charin, Sergej 526 Chejfez, Valeri 451 Chljupin 524 Cholopzew, Wladimir 380, 416 Chren, J. 390 Ciepielowski, Marian 351 Cisler, Fero 433 Ciufoli, Domenico 425, 528, 554 f, Abb. 88, 120 Cohen, Sally Abb. 34 Cohn, August 541 Cohn, Wilhelm Martin 67 Cool, Peter 350 Daladier, Edouard 56 Dalla, Pria 527 Damazyn, Gwidon 517 ff, 543 f Dambacher, Otto 543 Danilenko 513 Dawibaran 390 Dawidse, Grigori 524 Degano 527 Deutsch, Herbert 67 Dioton 388 Dlabaja, Erich 508, 562 Dobes, Gestimir 562 Doroschenko 340 Drapkin, Alexej 418 Drewnitzki, Viktor 541 Duda, Josef 351 Duhan, Jean 242 Dupont, Victor 92 f Dydek 393 DE URASTASTON Ebbeling, Georges 423 Eberhardt, Walter 331, 333, Abb. 109 Biden, Hans 13 569#, 588 Einziger, Mose. Eisler, Emil 56: Eisler, Erich 13 Eisler, Otto 562 Elmslick 851,& Erdmann 387 Ertel 351 LEstocq, Hern Eul, Theo 540 Eyermann, Ric Fabris, Ido 527 Faldey, Franz/ Falkenberg, Br Falldorf, Alfrec Faure, Pierre 2% Fedosenko, Nik Feilen, Baptist Fein, Erich 349 Feingold, Max Felix, Simon 27 Figar, Slavko 4 Pilgur, Max 2% Mila, Emil Abt Fischer, Oskar Platau 90 Aluster, Gustay Foreinal, Albert Forster 199 fi punto, Pi. ger, Henri 1 Frank, Josef 55 Pränkel 293, 99 0, 416 ISARORRERFRERI DRRRRARRER DE KH IR NEN a KERNE Eiden, Hans 130, 333 f, 371, 545£, 554#, 569 f, 588 Einziger, Moses 226 Eisler, Emil 562 Eisler, Erich 130 Eisler, Otto 562 Elmslick 351, 421 Erdmann 387 Ertel 351 L‘Estocq, Hermann Abb. 34 Eul, Theo 540 Eyermann, Richard 384 Fabris, Ido 527 Faldey, Franz Abb. 56, 57 Falkenberg, Bruno 588 Falldorf, Alfred 351 Faure, Pierre 242 Fedosenko, Nikodim 380 Feilen, Baptist 229 Fein, Erich 349, 379 Feingold, Max 226 Felix, Simon 277 Figar, Slavko 431 Filgur, Max 226 Filla, Emil Abb. 104 Fischer, Oskar 43, 90, 582 Flatau 90 Fluster, Gustav Abb. 34 Forcinal, Albert 420 Forster 182 ff, 409, 583 Fortunatow, Pjotr 524 Frager, Henri 194 Frank, Josef 554 f, 574 Fränkel 223, 226 Franz, Nikolaus Abb. 34 Frenzel 541 Friedmann, Artur 188 Friedmann, Chlioma 851 Friedmann, Richard 188 Friedmann 226 Friedmann 555 Friedrich, Konrad 121 Frischmann, Otto 67 Frommhold, Ernst 184 Fuchs, Alfred 188 Fuchs, Ernst 188 Fuchs, Zbigniew 206 SEHE EEE RR THREE GER ERGETULORELE LEUEREE DER Gabriel, Paul 196 Gadczinski, Arthur 178, 541 Gallandauer, Max 129 Gardner, Kurt 403 Gardyn 423 Gärtig, Carl 111, 541 Gebler, Anton 463 Gelb, Alexander 562 Gerdes 224 Geschke, Ottomar 582 Glass, Rudi 157 Glineur, Henri 422#, 555, 577, Abb. 89, 120 Glinski, Parfiri Abb. 80 Godel, Josef 67 Goftman 380 Golissa, Fritz Abb. 79 Greef, Jef de 424 Greve, Ferdinand de 424 Grippa, Jacques 423 f Gronau, Heinz 348, 356, 493, 516 Gross, Artur 67 Gross, Heinz 358 Grosse, Otto 541 Großkopf, Richard 333, 540 Grosso 527 Gründel, Paul 541 Grünert, Willi 334 f Grünewald, Paul 141 Guerin, Robert 242 Gurin, A. 526 Gymnich, Luis 148, 352 Haase, Erich 207 Hach, Rudi 361 Hackel, Franz 467 f Hacker, Fritz 291 Hagmüller, Leopold 351, 400 Haken, Jan 410, Abb. 90 Halle, Otto 443, 445, 447, 449, 475, Abb. 121 Haller, Paul 350 Hamber 128 Hammann, Wilhelm 382 f Harig, Gerhard 42, 53, 55, 105 Hauptmann, Hein 540 Hausmann, Ernst 367, 384 Heilmann, Ernst 117, 584 607 ES Sera ee re ing ame? ee Tue en erg meer De ee ee See Sen ee Se Eee a Ya Bi ” u Heilmann, Paul 540 Held, Erich 444 Hellebuick 424 Helmut 854, 493, 510, 512, 514£ Henry, Etienne 242 Hermanns, Wilhelm 188£ Herssens, Sam 423 Herzog, Gustav 114, 132 Heß, Ernst 263 Heymann, Stefan 367, 462 Hilpert, Werner 324, 398 f, 554 Hirsch, Eber Abb. 49 Hoffmann, Karl Abb. 34 Hofmann, Otto 227 Hoorick, B. van 423 L‘Hopital, Rene 93 Höritzsch, Kurt 182 Horn, Otto 365, 403, 554, Abb. 91, 120 Horn 144 Horvath, Franz 562 Hösch, Hans 514 Hoyaux, Gaston 423, 555, 577 Hrsel, Emil 574, Abb. 92 Hullebroeck 423 Husemann, Walter 466 Husta, Franz 562 Innemann, Kvetoslav 415, 417, 585, Abb. 94, 120 Iwanow, Nikolai 380 Izydorczyk, Jan Abb. 94 Jablonski, Leo 67 Jacob, Erich 67 Jahn, Ludwig 90 Jakowlew, Alexander 539 Jalzow, Jewgenij 139, 419, 540 Janacek, Antonin 138 Janez 432 Janos, Ursus 154 Jattefaux 576 Jegorow 353 Jekimow, Grigorij 371 Jellinek, Wilhelm 541 Joeckes, jun. 410 Joeckes, sen. 410 Jonas, Josef 365 Judin, Alexander 539 Jurich, Walter 203 608 Jusek 413 1... 85 Kalantschuk 524 Kaltschin 554 f Kaplonski, Edward 267 Karnauchow, A. 354 Karpow, Semjon 513, 523 Karzew, Kusma 524, 526 Katz, Hersch 223, Abb. 34 Kayser, Albert 370, 477£, 587 Keim, Karl 371, 502, 510 Kempek, Hermann 61, 582 Kempner, Hans 505, 509 f# Kende, Stefan 67 Kermauner, DuSan 480, 433 Kerzner 223 Kettner, Otto Abb. 34 Kindinger, Jakob 259, 543 Kipp, Otto 413, 432, 515, 540 Kjung, Nikolai 139, 376, 381, 418£, 518, 540, 554, Abb. 95 Klampfner, Hans 225 Kodicek, Julius 225 Kogon, Eugen 167, 177, 179, 351, 366, 400, 541 Köhler, Kurt 387, 515 Kohn, Bela 481 f Kohn, Erwin 223 Kok, Leo 562 f Koluder, Azis 430 Konge 351 König, Kurt 337 Koppen 223 Korobeinikow, Alexander 539 Kosmina, Mirko 431, 433 Kotow, Sergej 418 f, 554, Abb. 120 Kowaljow, G. T. 353 Krämer, Walter 127, 141f, 184 ff, 205, 318, 345 f, 396, 582, 585 Kraus, Josef Abb. 34 Krausz, Georg 351 Krawtschenko, Fedor 539 Krawzow, Sergej 527 Kriszhaber, Theodor 67 Kröber, Leander 288 Krochmalew, Grigori 417 Kroha, Jiri Abb. 17 Kroneberg, August 271 Kropinski, J. 44 Kruik 476F Kubanskij, Mich Kuhn, Harry 3 410, 487, 499 120, 122 Kunke, Hans 22 Kuntz, Albert; 317, 396, 509, Kupzow, Alexar Kutscher, Josef: Labalettec, Maı Lackner, Hans\ Lagrange, Euge Lagunow, Valeı Lambert, Alfreı Landais, Felix‘ Landauer, Fran Laue, Walter 3 Launicke, Hug. Lebreux 452 Leceia, Marcel Ledinski, Joza{ Leewarden, Jar Lehmann, Geo: Leinweber, Lu: Leitner, Franz Lemache, Jean Lengyel, Elsa/ Leo, Fritz 487 Leonhardt, Ku Leopoldi, Her eroux, Gabrie Levite, Julius€ ®vy, Emil 67 HREGEGEREETIRSTSESEHBESEILBE GEHE RTIFGERTSGHIGEGE KARHARH AT RR [WHRERREITERUNAÄNNG SE Bea Kropinski, J. 444 Lomakin, Jurij 586 Krutik 476£ Löser, Kurt 540 Kubanskij, Michael 390 Louda, Vlastimil 457 Kuhn, Harry 318, 320, 333 f, 367, 386, Löwenberg, Erich 90 410, 487, 499, 548, 554, 571, Abb. 96, Lubersac, Raoul 194 EEE SELEORTE N en ) h) 120, 122 Lukjanow, Nikolaj 195' Kunke, Hans 224 Lysenko, Alexej 513, 523 4 Kuntz, Albert 271, 316, 318, 8333, 361, Lysenko, Pawel 415, 513, 538 Y 877, 396, 509, 541, 587 I ı Kupzow, Alexander 417 Mafalda 55, 212“ 387 Kutscher, Josef 371 Magausek 537 I Mahkota, Stane 431 IN 2 Labalettec, Maurice 196 Manhes, Frederic 420, 554 f, 576, Abb. 97 Ai f Lackner, Hans 350, 400 Männchen, Fritz 45, 583 ii Lagrange, Eugene 195 Mannart 424 Bi 433 Lagunow, Valentin 524, 527 Mans, Adolf 329, 377 hi Lambert, Alfred 242 De Marchi, Guio 527 Mh Landais, Felix 242 Marconi 528 ki (3 Landauer, Franz 388 Mardulin 423 m 540 Laue, Walter 369 Marenda 527 ii g1, 418#, 518, Launicke, Hugo 386 Margullies, Leo 225 IN Lebreux 452 Marie, Andre 420 Ih Leccia, Marcel 194 Marino 528 I | Ledinski, Joza 431 Martinjak, Sime 431, 433 Ih 179, 351, 366,|| Leewarden, Jan von 171 Maschke, Artur 67 hau Lehmann, Georg 377, 546 Mathieu 424 I Leinweber, Ludwig 271 MatouSek 144 N Leitner, Franz 371, 540 Mayr, Max 114 iM Lemache, Jean 424 Meixner, Franz 509, 512, 515 I Lengyel, Elsa Abb. 74 Menschenfreund 120 1 Leo, Fritz 467 Mesenholl 503 bi | Leonhardt, Kurt 266, 413 Meunier, Marcel 423 bi | Leopoldi, Hermann 461 Meyer, Ernst 67 1 4 Leroux, Gabriel 196 Mezzini 528 4 = Levite, Julius 67 Michelsen, Leo 351 I ui Levy, Emil 67 Miklas, Wilhelm 224 I Br) Lewit, Akim 371, 540 Miklasinski, Thodor 136 DIN Ban Lewschenkow, Michail 380, 415 ff Mikolajezak 554 IR 12 194658 Lichtenberg, Emil 430 Mironow, Oleg 513 Kun ‚ul,| Lilov 433 Misiaczek, Stefan 407 Mi 2) Lindner 119 Mißlitz, Heinz 210 ii Lingen, D. van 351, 410 f, 541 Molach, Kurt 562 va Lipa, M. 480 Morgenstern, Herbert 203, 365, 520 In Liske, Arno 156 Moulis, Miloslav 328, 406 ji Lobanow, Nikolai 539 Mühlenstein, Nuchem 541 Ki Loch, Erich 493 Mühler, Heinz 506 kin Lochmann, Reinhold 334, 493 Mühlner, Oskar 222 Al Logatow, N. 353 Müller, Alfons 541 Mi Löhner-Beda, Fritz 440, 461, 472 ff Müller, Herbert 371" l 39 Buchenwald 609 n \ ! \ EEE Müller, Jupp 209 f Müller, Karl 225 Müller, Robert 105, 147 Munk-Andersen, Axel Abb. 85 Münter 262 Nasirow, Boris 524 Nebig, Max 132 Nemmet, Franz 266 f Neubauer, Theo 44, 316, 582 Neuman, Alois 554, 574, 576, Abb. 17, 98 Neumeister, Hans 541 f Neuschaten 351 Nikolic, Djoko 431 Nogaiz, Iwan 415 ff, 523, 539 Opitz, Rudolf 583 Opyschtschenko, S. 353 Orlow 513 Osche, Ulrich 317 Ott, Alfred 543 Pankow, Karl 335 Papst, Max 138 Paul, Marcel 422, 478, 554, 576, Abb. 99 Pawlow, Alexander 415 ff, 513, 540 Pecorari, Fausto 393, 426£ Peirano 527 Peix, Karl 142, 184 ff, 318, 396, 585 Pelat, Rene 242 Perchinonno, Battista 195 Perederei, Fedor 539 Peschke, Josef 267 Philippsohn 379 Pieck, Henri 351, 410 f, 540, 554, 562, Abb. 33, 70 Pieper, Georges 291 Pimenow, Viktor 523 Pisani 528 Podvoyacka 224 Podusujew, Konstantin 540 Poller, Walter 103, 327, 346£ Popow, Viktor 415, 523 Posener, Curt 127 Poser, Magnus 490, 586 Potapow, Nikolai 524 Povez 351 Priester, Franticek 554, 574 610 Przybolowski, Marian 540 Pupilli 527 Pylenkow, Iwan 539 Ramshorst, Aalt van 410 Ranzinger, Janez 429 f Rapp 444 Rappaport 223 Rauch, Karl 371 Rausch, Felix 110 Rautenberg, Hermann 67 Reimann 223 Reitter, Leopold 56 Reschke, Erich 332 f, 371 f, 409 Reveland 527 Rhode 210 Riebenberger 223 Ritmeester, G. 410 f Rivolti 528 Robert, Jan 393, 541 Rocca, La 426, 528 Rohde, Heinz 209 Rölz, Max 125 Romanenko, Josif 523, 539 Römhild, Ferdinand 443, 469 f, 472 Rosploch, Stanislaus 212, 414 Roth, Otto 487, 517£, 522£ Roth 266 Rothschild, Salek 562 Rudenko, Konstantin 526 Rusch, Ludwig 203 Sadumow, Nikolai 380, 524£ Sakunow, Jurij 539 Saloid, Michailo 267 Salomon, David 562 Sandberg, Herbert 370, Abb. 83, 112 Sapunow, Juri 419 Saratchewitz, Alois 249 Sarpi, Vittorio 425, 527 Sauerbier, Ludwig 377 Sawin, Timofei 371 Schaffer, Jaro 108 Schafranck, Alfred 67 Schalker, Jan 541 Scheinbrunn, Ludwig 205 Scherlinski, Alfred 541 Schewzow, Sergej 524 Schewzow, Valentin 526 | | | Schiffnagel, Her Schilling, Paul© ) Shiller, Fritz 37 Schlander, Geor: Schmolowski, Fı Schnabel, Paul: Schneider, Euge Schneider, Fran: Schneider, Paul Schneider 120 Schneider 271 Sthnog, Karl 36; Scholem, Werne Schreck, Paul 33 Schreiber, Oswa Schreiber 120 Shtschelokow,( Schubert, Alfrec Sthuhbauer, Jos Schulz, Karl 54] Schumann, Gust Schuster, Gustaı Seimzak, Ludwi Stegers, L. 410 Seffin 527 Seifert, Willi 54 Semjenkow, al Sesojew 340 Settomini 598 Shelesnjak, Wja Shilzow 594 Shuk, Wassili 4 Sichel, Andre] Siede Abb. 99 Sewert, Robert 88, Abb, 199 Siberberg, Mar Simonart 43 5 Stotkin, Boris: “ Kurt 14] ow, Iw 2 Iwan Stkoak, Henry lowjey, B, 9 uf ‚112 Schiffnagel, Hermann 562 Schilling, Paul 541 Schiller, Fritz 379 Schlander, Georg 232 Schmolowski, Franz Abb. 34 Schnabel, Paul 350 Schneider, Eugen 379 Schneider, Franz Erich 67 Schneider, Paul 117, 121 f, 393, 582£ Schneider 120 Schneider 271 Schnog, Karl 369 f, 470, 478, 482 Scholem, Werner 223 Schreck, Paul 332 f Schreiber, Oswald Abb. 34 Schreiber 120 Schtschelokow, Genadij 527 Schubert, Alfred 377 Schuhbauer, Josef 411 ff Schulz, Karl 541 Schumann, Gustav 335 Schuster, Gustav Abb. 100 Scimzak, Ludwig 270 Seegers, L. 410 f, Abb. 120 Seffin 527 Seifert, Willi 541 Semjenkow, J. M. 353 Sesojew 340 Settomini 528 Shelesnjak, Wjatscheslaw 513, 540 Shilzow 524 Shuk, Wassili 416 Sichel, Andre 195 Siede Abb. 23 Siewert, Robert 329, 368, 370 f, 378 f, 540, 588, Abb. 122 Silberberg, Manfred Abb. 34 Silberthau, Hugo Abb. 34 Simakow, Nicolai 415 ff, 513 ff, 523, 538 540, 585, Abb. 101 Simon, Nikolaus 351 Simon 424 Simonart 423, 577 Sirotkin, Boris 513, 523, 539 Sitte, Kurt 141, 540 Smirnow, Iwan 524, 554, Abb. 102, 120, al Sokolak, Henryk 353, 409 Solowjew, B. 353 ERS ENERLRINB TEN ER KÜRTERRETSEREREA RT Solowjew, Jewjenij 539 Solanzow, T. 353 Sommers 424 Sonntag, Walter 332 Soussy, Maurice 242 Spisar, Vladislav 209 Sponton 527 Spronk 410 Stache 414 Stahl 223 Steinbach, Karl Abb. 34 Steiner, Franto 226 Steinwender, Leonhard 108, 392, 394 Steptschenkow, Iwan 523 Stern, Jan 537 Stöckel 158 Stöcker, Walter 44, 316, 366, 464, 582 f Storch, Otto 187, 194 Stötzel, August 389 Stradiotti 528 Straschnow 390 Streich, Josef 123, 381 Sturharnik, Janko 431 Sturm, Peter 562 Suderland, Heinrich 353 Sündermann 371 f Supek, Rudi 430 f, 554, 581, Abb. 103, 120 Suslow, Leonid 526 Svoboda 393 Szeja, Borislaw 156 Taslitzky, Boris Abb. 21, 82 Tausig, Leopold 562 Tesla, Josef 537 Thälmann, Ernst 9, 13, 100, 209 ff, 325, 368 ff, 475 ff, 490, 587 f, Abb. 59 Thape, Ernst 324, 398 f Thiallier, Pierre 242 Thiele, Herbert 493 Thomas, Eugene 420, 554 Thomas, Georg 588 Thomey, Karl 260 f Thöne, August 316 Tischler 226 Tkatschew, Grigori 526 Tomis, Rudolf 575 Tomo, Ernest 430 Tressor 541 611 ur Er See = RR se Te == ee Fe Enge ET ee = E23 Te ee Ze Een — zen Auen ae Fa mp Tr a a mu re a a u u ee ESFSEEEE ne u u >= I) Treuniet, Arie 410 f Trummer, Alfons 351 Tschausenko, Pawel 539 Tschetschenin, F. 390 Tschewanski, G. G. 353 Tylche, Josef 392 f Tytschkow, Nikolai 354, 416 f, 526 Uitz 351, 400 Ullrich, Arthur 329, 360, 365, 519, 521 Umschweif, Max 350 Unger, Leo 67 Varewijk 410 Verdet, Andre 478 Voigt, Erich 108, 414 Vulkan, Max 127 f Vuuren, van 410 Wabbel, Kurt 412 f Wagner, Helmut 519 Wagner, Stefan 510 Waisar, A. 455 Wallmüller 384 Walther, Arnim 203, 210, 360, 365, 519 Wassilschuk, Adam 416 f Wawrzyniak 136 Webers, Theo 273 Weble, Willi 541 Wegerer, Gustav 141, 145, 159, 371£, 511 Weidlich, Herbert 242, 340 Weingärtner 128, 413 Weinreiter 582 Weisinger, Bernhard Abb. 34 Weißinger, I. Abb. 34 Welikij 390 Wiechert, Ernst 464, 466 Wiermann, Willi 122 Winogradow, W. 390 Winogradski, Alexej 513 Winterstein 223 Witek, Teofil 519, 544 Woitkowski, Paul 44 f, 541 Wolf, Ludwig 383, 541 Wolf, Walter 324, 327, 344, 366£, 398 5 554, 571 Wolffberg, Kurt 67 Wizosok, Josef Abb. 34 Zanotti 528 Zajez, Petro 267 612 Zenkel, Paul 541 Zgoda, Marian 209 Zidar, Ferdinando 425 f, 527, 529 Zureck, Josef 287 Zweig, Stefan Georg 123 Zyganow, A. J. 353 b) Faschisten und Helfershelfer Abraham 128 Alexander, Ludwig 258 Alsleben 252 Ambros, Otto 174 Autard, Rene 291 Baatz 250 Badoglio 424 Bangert Abb. 63 Bär 279 Barnewald, Otto 58, 111, 239, 279, 284 Abb. 73 Barsch 253 Bassala 258 f Becker 206, 329 Behrendt 250£ Beier 122 Bender, August 31, 257 Berendonck 250, 255 Berger, Gottlob 372 Berger, Werner 111, 209 Bersch, Otto 279 Besier 111 Best, Werner 39 Best 266 Bienert Abb. 63 Bingler 187 Blank 67, 110, 126 f, 134, 136, 184#, 204, 223 Blaschke 157 Bleeck 245 Böhm 251 Bouhler, Philipp 187 Brack, Victor 191 Brandt, Rudolf 187 Braun, Wernher von 273 f£ Brauner 252, 255 Bräuning 44, 120, 275 Brenneis 279 Brinkmann 203 Brüggemann, M: Bublitz 157 Budin 246, Abb. Buergin, Ernst 1 Buhl, Bernhard 1 Bülow, von 263 Burböck Abb. 62 Bitefisch, Heinri Büttner 257 Carl 250, 253,% Chemnitz 226 Choina 291 Coldewey 156 f Conti, Leonardo Conty 355 Demnitz 176 Derich. 138 Deuringer 226 Dietrich 203 Dietzsch, Arthur Ding-Schuler, Os IT6R, 180, 279 Dilewanger, Osk Dilfiß, Engelbe: Dreßen 254 Dreßler 252, 954 Dıda 533 Dimböck App BRRRERNERENURN HIERHER NE KRRRRELLETER EUR] Brinkmann 253 Frank 158 Brüggemann, Max 174 Frey 250 Bublitz 157 Frick, Wilhelm 22, 24 f Budin 246, Abb. 73 Fricke 213 Buergin, Ernst 174 Fritsch 257} Buhl, Bernhard 174 Fröbel 829, 520 f vi Bülow, von 263 Frötsch 258 yı Burböck Abb. 62 Fuchs 254 Ni Bütefisch, Heinrich 174 Fuckert 254 Mn erjer Büttner 257 Funk, Walter 218“ Fußgänger 173, 177 ıh Carl 250, 253, 255 Hi Chemnitz 226 Choina 291 Coldewey 156 f Conti, Leonardo 163 Conty 355 Gajewski, Fritz 174 N Ganzer, Jakob 226 Gentzsch 253 f Genzken, Karl 36, 167, 177 Gildemeister 163, 172 Glücks, Richard 151, 191, 200, 233£, 245, Dee ee ren ee ae ne Demnitz 176 263, 373 H Derich 138 Godenschweig 188 Ri Be. Deuringer 226 Godwinski 253 jun 1,239, 279,8|| Dietrich 208 Goebbels, Josef 430 Hi Dietzsch, Arthur 166, 170 f, 540 Gommlich 85 f, Abb. 1, 2 it Ding-Schuler, Oskar 91, 163 ff, 167,170#, Göring, Hermann 218, 274 ii 176 ff, 180, 279, 346£ Götze 251 I Dirlewanger, Oskar 372 ff, 587 Greuel 129, 225 Bi Dollfuß, Engelbert 399, 401 f Greuls 329, 360 Di Dreeßen 254 Greunuß, Werner 253, 280 ii Dreßler 252, 254 f Grimm, Philipp 236 Hi Duda 533 Gross 165 bi Dumböck 400 Grosser 251 ii ) Grothmann, Werner 372 Ri Eberl, Imfried 287 Grunn 275 hi! Ebert 259 Gust, Erich 121, 129, 209 f, 457, Abb. 81 I Echtle 250 Gutacker 149, 158 In Eger 251 f, 254 Güthert 252, 255 IN Eicke, Theodor 33 f, 86 f, Abb. 1,2 ii Eike 251 Hackmann, Heinrich 58, 553 hi ‚196, 1948,99 Eisele, Hans 131 f, 205, 251, 254, 553 Haeflinger, Paul 174 I | Ellenbeck 179 Hagel 251 Bu Engel 104 Hagen 252 In Escher 275 Handloser 163, 167, 177 ii Eyer 177 Hanschel 251 f, 255 1M Harbaum, August 60 f Hi | Finker 251 Hasenberg 31 IN . Fischer 390 Heinrich 266 Ai | Florstedt 58, 189, 191, 412, 456, 463 Heitsch 253 il Förschner, Otto 279 Helbig, Hermann 206, 208, 553 hi Förster 27 Hellmuth 243" Ri 613 — = Een ern SE FE Helwig 36 Henkler 355 Hennemann Abb. 47 Herzog 413 Heuermann 254 Heydrich, Reinhard 88 f Hierl, Konstantin 26 Hill 226 Himmler, Heinrich 19, 26 f, 31£, 34 f, 38, 46, 55, 70, 73, 78 f, 88, 104, 119, 133, 150£, 157, 187, 190 f, 196, 198, 200, 218, 235, 237 f, 248, 245, 372 fi, 468, 545, 582 Hinkelmann 110, 126 f, 134, 204, 223 f Hirche Abb. 49 Hitler, Adolf 18, 28 f, 32 ff, 65, 68 f, 78, 187, 219, 462, 468, 575, 583 Hofschulte, Hermann 121, 129, 194, 209 f, 537 Holtensm. 250 Hoppe 228 Hörlein, Heinrich 174 Houdremont 263 Hoven, Waldemar 118, 128 f, 141 f, 161, 163#, 170 f, 176, 187£, 190 f, 287, 290, 350, 361, Abb. 39, 48 Hübscher 122 Huch 251 Hüttig 110, 126, 133 Ihn, Max 263 f Ilgner, Max 174 f Jacob 252, 255 Jacobi, Constantin 174 Jacobs 110 Jähne, Friedrich 174 f Jähnisch 127 Kahr 279 Kallies 252 Kallweit 182 f Kaltenbrunner, Ernst 27, 244 Kammler, Heinz 246 Kappel Abb. 73 Keitel, Wilhelm 28 f, 31 Kenn Abb. 80 Kindervater 227 f Klaus, Erich 258 614 Klebeck 289 Klotz 254 Knieriem, Georg 174 Koch, Ilse 111, 119 f, 122, 161, 553, Abb. 28 Koch, Karl 86 f, 43, 58, 89, 110 ff, 117£, 120, 122, 126, 128, 133 ff, 141 f, 161 fi, 182, 184 f, 187, 192£, 227, 232, 345, 364, 462, 495 ff, 582, 584, Abb. 11, 13, 22 Kolberg 245 König 210 König 250 Körner 290 Kott 205 Krauch, Carl 174 Krause 290 Krischer 250 f Krohn 121 Krone 111 Kubitz 119 Kühne, Hans 174 f Kupke 263 Lammers, Hans 34 Lautenschläger, Carl 164, 169, 173£, 176 Laval, Pierre 72 Leclaire, Hubert 60, 457, 509 Lehmann 263 f Liebehenschel, Arthur 119, 191, 235 Lippert 36 f Lockemann 173 Lolling 158 f, 161, 283, Abb. 37 Lübeck 268 Luz 251 Mann, Wilhelm 174 Mansfeld, Felix 186 Martin, Erich Abb. 79 Maurer, Gerhard 106, 133, 245, 247, 256, 354, Abb. 63, 65 Meer, Fritz ter 174 Mennecke 191 Mentler 255 Merbach, Hans 536 Merz Abb. 73 Michael 111, 122 Mickeleit 37 Morgen, Konrad 178, 192 Moser Abb, 12 Mrugowsky, J0 176,179, 18 Miller, Heinric Müller 158, 16] Müller 192 Miller 281 Mussolini, Beni Naumann 198 Naumann 250 f Neubert 251 Neumann 142, Nicolai, von 23 Noack 45 Noltensm, 250, Nostitz 36 Obertuschen 25 Odenhausen 25 Oldenburg, 176 Oster, Heinrich Osterloh 183, 41 Otto, Wilhelm Oft 209 f, 256, Otto 254 Paak 111 fapies 959, 955 Pawlik 953 Akza, Heinrich Meißner 905 Ai Pohl, Oswald% n Pendick, He Agge 173 Rath, Ernst, Reich a Ri Reichardt%o f eins 95] Reiter 163 Refkeyritg, 381 Neschopp%0 Äichter 183, a0 2, 161, 553, 89, 1108, 117£ 33#, 141#, 161# I, 227, 282, 34, 584, Abb. 11,13,| 64, 169, 1738, I =7. 509 19, 191, 85 Moser Abb. 121 Mrugowsky, Joachim 93, 163, 167, 172, 176£, 179, 181 Müller, Heinrich 201, 243, 245 Müller 158, 161 Müller 192 Müller 281 Mussolini, Benito 268, 392 Naumann 198 Naumann 250 f Neubert 251 Neumann 142, 158 Nicolai, von 234 Noack 45 Noltensm. 250, 254£ Nostitz 36 Obertuschen 254 Odenhausen 251 Oldenburg 176 Oster, Heinrich 174 Osterloh 183, 409 Otto, Wilhelm 173£ Otto 209 f, 256, 263, Abb. 121 Otto 254 Paak 111 Papies 252, 255 Pawlik 253 Petrick 128, 224 Pfundtner 23 Pister, Hermann 27 f, 58, 75, 105, 208, 282, 236if. 264, 279, 283, 334, 373 ff, 592 f, 548, 545, 584, 588, Abb. 64, 73 Plaul 318, 412 Plaza, Heinrich 155, 160, 350, Abb. 35 Pleißner 205£, 553 Pohl, Oswald 36, 236 ff, 244 ff Poppendick, Hellmut 167, 177 Prigge 173 Rath, Ernst vom 65 Reich 36 f£ Reichardt 260 f Reins 251 Reiter 163 Rejkewitsz 361 Reschopp 250 Richter 183, 409, 583 HRESERETRGEGTEHIU HR FEAR REG TREE ERSTE ETTERSTRA TE Rickhey 279 Rieger 111 Rödl, Arthur 58, 89, 119, 133, 224, 379, 456, 460 ff Rogge 146 Rosenbaum 127 Rosenberg, Alfred 462 Rosenkranz 289 Rothenberger 31 Rupert 258 f Rupp 250 Sauckel, Fritz 19, 32 ff, 36, 38 f, 69, 72, 75, 248, Abb. 1 Sauer 36 Saur 234 Sawatzki 273, 279 Schaber 251 Schaede 234 Scharf, Otto 174 Scharfe 31 Schieber 234, 237£ Schiedlausky, Gerhard 93, 146f, 149, 208 ff, 255, 257£, 279 f, 284, 349 f, 352, 392, Abb. 18, 36, 37, 38, 72, 73, 74 Schildbach 253, 255 Schiller 236 Schmalenbach 191 f Schmied 177 Schmidt, Gustav 267 Schmidt, Hans 209 f, 364, 463 Schmidt 36 Schmidt 111, 120, 129, 414 Schmidt 250 f Schmitz, Hermann 174 Schneider, Christian 174 Schneider 253 Schnitzler, Georg von 174 Schobert, Max 111, 178, 183, 361, 377 fr Abb. 81 Schönherr 250 Schuler, s. Ding-Schuler Schulte-Br. 254 Schulz 251 Schumacher 355 Schuschnigg 399, 401 Schwanderlik 252, 255 Schwartz, Albert 247, 249, 264, 355, 553 Schwarzkopf 157 615 ERREGER PTIEe Fe Sau nn Ar Fin eg, N Pa“ See Deren wat — == hu Fe ee ee ehe Er == EL East ee HE LAT Sch.-Frigge 251 Serno 360, 457 Simons 127 Sommer 253 Sommer, Karl 245, 247 Sommer, Martin 59, 117 ff, 120f, 122, 126 f, 132, 163, 228, 412, Abb. 27 Stadtmann 254 Staff 250 ff Stallwaag 234 Stimpl 254 Stiwitz 281 Stolten 536 Stoppe 209 f Strahlberg Abb. 79 Sträuber 251 Streckenbach, Bruno 31 Strippel 59, 119, 224, 412 Taufratshofer 122, 228, 342 Thaler 253 Theuer 253 Thiel, Ernst 186 Thiemel 258 Thierak, Otto 31 f, 246 f Thierbach 228 Tröckel 264 Tula 210 Ullrich 252 Vogel 223 f, 413 Volkmar 133 Völkner 289 f Wachter 255 Wagner, Karl Erich 141 f, 159, 161, 204 Waibel, Hermann 174 Waldeck-Pyrmont, Josias, Erbprinz zu 92 Wallraff 250£ Walther, Hans 174 Warnstedt 206, 209 f Weber 166, 173, 177 Weber-Andrae, Eduard 174 Wehner 178 Weihrauch 222, 266 f Weinrich 250 Weißenborn 43 f, 58 Werle 371, 541 616 Widmann 180 Wiesner 253 Wilhelm, Friedrich 118, 129, 146, 161, 250 f, 257, 350, 352 Wirtz 279 Wittvogel 224 Wolf 127 Wolfert 201 Wolff 360£ Wurster, Carl 174 f Zägelein 254 Zill 373 Zinecker, Franz 249, 553 c) Verschiedene Bergmann, Johann 534 Bradley, Omar N. 529 f Breitscheid, Wilhelm 216 Breitscheid, Wilhelme 216 Brennecke, Bert 269 Byrd, James Francis 93 Cantacuzino 171 Combiescu 171 Cool 572 Deterding 213 D’Olier, Franklin 93 Dubost 91 f, 162 f, 168 ff Durand 171 Dye, S. M. 93 Eddy, Manton S. 530 Eisenhower, Dwight David 530 Elflein 20 Ellenberger, Albert 385 Faldey, Maria Abb. 56, 57 Fischer, Arthur 384 Fischer, Karl 384 Foch, Ferdinand 93 Fyfe, Georges 562 Geschke 385 Giraud 486, 529 Giroud 171 Hermanns, Marie 189 Hindenburg, Paul von 18 Jeschke 385 Klass 559 Mann, Thomas Martin, Lisel 3 MeNider, Han Ott, Charles 9 Parker, Frank Patton, George Pelkmann 192 Preger 537 Prowazeki 171 Rickettsia 171 Roosevelt, Fra Roosevelt, The Rose 171 Rosener 232 Rothe 231 Ruge 171 Schleevogt 384 Schmidt, Fritz Sibert 530 Spangenberg, Stöcker, Elfrie Tönning, Pete, Ulrich, Bärbel Walker, Walt Winkle, Stefar Wood, Eric F Zotta 171 » Konzentrai Haftanstayı IFEFREHRERFrT, I LTE Jeschke 385 Bad Sulza 33 f, 36, 257, 462 EN DENE TTENTSRNENKR z| Bergen-Belsen 75 ff, 80 f, 87, 148, 281, Fi Bernburg 87, 142, 187 f, 287, 585, Abb. 49 hi ee sa ‚94 Birkenau, s. Auschwitz hi En Breendonk 422 ı McNider, Hanford 93 Dura A N it) Ott, Charles 93 Compiegne 72, 196, 420 IN Parker, Frank 93 Dachau 26, 38, 65 f, 68, 70f, 76, 81, 84, I Patton, George S. 486, 531, 543, 588 87 ff, 106, 125, 133, 150, 190, 374, 392, IN Pelkmann 192 462, 467 f, 535, 587 Hi Preger 537 Dora 75ff, 82, 87, 166, 195, 208, 219, in Prowazeki 171 241 f, 248, 270, 272, 279, 282, 291, ik) ia Ir 294, 299, 303#, 307, 309 f, 320, 396, Ih en 420, 428, 504, 586 ff, Abb. 77, 78 Ki Roosevelt, Franklin Delano 563, 565 Hl Roosevelt, Theodore jun. 93 Esterwege 26" Rose 171 eh Flossenbürg 66, 76, 84, 88, 106, 133, 150, an Rosener 232 Ai Rothe 231 190, 281, 374, 428 HN it Ruge 171 St. Gilles 133, 422 I Groß-Rosen 76, 82 f, 133, 143, 147, 150, Hi en 190, 263, 374, 410, 587 M St dt, Fritz 270 Großstrelitz 72, 83 en e. Er 8, Kurt 289 Gusen s. Mauthausen Hi pangenberg,(N Stöcker, Elfriede 464 Herzogenbusch 68, 150 19 EL. Hinzert 150, 300 Kl! Tönning, Peter 90 i| ch Bärbel 117 Ichtershausen 371 I „ Darbe ii Lichtenburg 26, 32, 34, 36 f, 42 f, 61, 108, ii Walker, Walton H. 530 111, 315, 372, 462, 464, 582 il ; Winkle, Stefan 165 Lublin 71, 75, 77, 133, 150, 228, 234, 400, N 530 Wood, Eric F. 93 584 Hi hi Zotta 171 Mauthausen 66 ff, 72, 76, 87£, 106, 132 f, I i 150, 190, 374 I) 1 Monowitz s. Auschwitz Hi Morungen 150 Be 2. Konzentrationslager und ii Haftanstalten nn a 83, 106, 133, 150, ii »>» F) Auschwitz 20, 63, 70, 72#, 76 f, 81f,87f, Neuengamme 74, 76, 88, 106, 133, 150, In 119, 128, 129£, 132, 143, 147, 150, 190, 234, 310, 320, 374 Ken 152, 190, 204, 206, 228, 234, 259 f, 265, Niederhagen 133, 150, 190 Su 275, 279, 281, 292, 334, 342, 350, 368, IN 374, 379, 400, 429, 440, 461 f, 512, 536, Oranienburg 26, 34 N 587, Abb. 47 Osterhagen 291 Rh HE Perugia 428 Plaszow 81 Ravensbrück 68, 76, 106, 133, 206, 234 239, 256, 264, 374, 415, 585, Abb. 75 Riga 71 Sachsenburg 26, 36 f, 61, 315,462, 582 Sachsenhausen 26, 36 ff, 70, 76, 81, 88, 106, 133, 150, 190, 234, 259, 315, 374, 468, 582 Scheveningen 410 Sonnenburg 464 Sonnenstein 63, 87, 584 Sulmone 428 Stutthof 76, 81, 150, 374 Tschenstochau 83, 147 Weimar 38 > 3. Arbeits- und Außenkommandos Abterode s. BMW Eisenach Ago s. Hadmersleben Allendorf s. GmbH. zur Verwertung chemischer Erzeugnisse Altenburg s. Hasag Anna s. Harzungen Annaburg s. Siebel Flugzeugwerke Anton s. BMW Eisenach Arbeitserziehungshaus Weimar 230 Arnstadt s. Polte Arolsen 250, 292, 387 Arthur s. Arolsen Aschersleben s. Junkers A4 s. Hadmersleben A5 s. Dora A6 s. Wansleben Bad Berka 293 Bad Gandersheim s. Bruns Bad Godesberg s. Hotel Dreesen Bad Salzungen s. Kalb Baubrigaden I-VII 257, 267, 289£, 300, 309 f, 339 Bensberg s. Napola Berga/Elster s. Schwalbe Berlstedt s. Deutsche Erd- und Stein- werke 618 Bernburg s. Solvay-Werke Berta s. Rheinmetall Biber II s. Wansleben Billroda s. Burggraf-Schacht Blankenburg 294 Blankenhain 294 Bochum 257 f Boelke Kaserne s. Dora Böhlen s. Brabag Braunschweig 258, 295, 320, Abb. 64 Buttelstedt s. Schlosser B4 s. Dora Colditz s. Hasag Crawinkel s. Ohrdruf Dernau s. Gollnow Dessau s. Junkers, s. Dessauer Waggon- fabrik Dornburg 296 Dorndorf 259 f, 387 Duderstadt s. Polte Duisburg 267, 287, 367 Düsseldorf s. Deutsche Erd- und Stein- werke, s. Kalkum, s. Rheinmetall- Borsig Eisenach s. BMW Eisenach Ellrich 291, 309 Elsnig s. Wasag Emil s. Erlawerke Emma s. BMW Eisenach Erich s. Ellrich Eschershausen s. OT-Bauleitung Essen s. Deutsche Erd- und Steinwerke, s. Krupp Fliegerhorst Goslar s. Goslar Fliegerhorst Nordhausen s. Dora Fliegerhorst Quedlinburg 304 Flößberg s. Hasag Gazelle 250, 257, 308 Gelsenkirchen s. Gelsenberg Benzin AG Gießen s. Sanitäts-Ersatz- und Ausbil- dungsabteilung Goslar 142, 184 ff, 318, 585, Abb. 64 Göttingen s. SS Kavallerieschule Hadmersleben 248, 250, 298 Halberstadt s. Junkers Halle s. Siebe Hans s. Hadım Hardehausen Harzungen 29 Hasserode 5.' Hecht s. OT-B Herzberg s. H Hessisch-Licht tung chemis Jena s. Reichs Jena Julius s, Junke Kali-Bergwerl Kalkum 251, Kassel 251, 26 Köln s. Ford Köln-Deutz s. Kranichfeld& Langenstein-2 268£, 30], ı Laura 75, 195 Leau s. Solvay Leipzig s, Ha Leopard s. So Leopoldshall Lippstadt s, GmbH, s.\ AG Lohausen 30; Lützkendorf: Meuselwitz N Mittelbau-N, Uhlbausen Neustadt, Kı ‚Leitungsy, "ederorsche Nedersachsy, Nobel S. Gm Scher Erze 320 Abb. 64 auer Waggon- Erd- und Stein- heinmetall- leitung ınd Steinwerkt Halle s. Siebel Flugzeugwerke Hans s. Hadmersleben Hardehausen 299 Harzungen 299 Hasserode s. Wernigwerk Hecht s. OT-Bauleitung Herzberg s. Hasag Hessisch-Lichtenau s. GmbH zur Verwer- tung chemischer Erzeugnisse Jena s. Reichsbahnausbesserungswerk Jena Julius s. Junkers Kali-Bergwerk Springen s. Kalb Kalkum 251, 296 Kassel 251, 266, 300, 320 Köln s. Ford Köln-Deutz s. Baubrigaden Kranichfeld 300, Abb. 63, 64 Langenstein-Zwieberge 248, 251, 257, 268 f, 301, Abb. 76 Laura 75, 195, 248, 251, 304, 586, Abb. 72 Leau s. Solvay-Werke Leipzig s. Hasag Leopard s. Solvay-Werke Leopoldshall s. Junkers Lippstadt s. Eisen- und Metallwerke GmbH, s. Westfälische Metallindustrie AG Lohausen 302 Lützkendorf s. Wintershall AG Magda s. Brabag Maifisch s. Langenstein Malachyt s. Langenstein Markkleeberg s. Junkers Martha s. Junkers Maulwurf s. Junkers Meuselwitz s. Hasag Mittelbau-Nordhausen s. Dora Mühlhausen s. Junkers Neustadt, Kreis Coburg s. Kabel- und Leitungswerke AG Niederorschel s. Junkers Niedersachswerfen s. Dora Nobel s. GmbH zur Verwertung chemi- scher Erzeugnisse RRRHENTERE BLREIERTF RENTEN TINTE AARARAHHARAN Oberndorf s. Luftmunitionsanstalt Ohrdruf 798, 87, 147, 247, 253, 297, 261, 280 ff, 295, 304, 530£ Oertelsbruch s. Laura Osterode s. Heber Penig s. Gehrt Plömnitz s. Bernburg Quedlinburg 304, Abb. 64 Raguhn s. Heerbrandt Rebstock s. Fa. Gollnow Sohn Reh s. Kabel- und Leitungswerke AG Rehmsdorf-Zeitz s. Brabag Römhild 257, 285 f, 304 Rothenburg/Saale s. Mansfeld AG Rottleberode s. Dora Salza/Thür. s. Dora Schlieben s. Hasag Schmalkalden 257 Schönau s. ATG Schönebeck s. Junkers Schwalbe 252, 257, 293, 372 Schwerte s. Reichsbahnausbesserungs- werk Schwerte Sennelager 305 Sömmerda s. Rheinmetall Borsig Sonneberg s. Rheinhardt Staßfurt s. Kabel- und Leitungswerke AG, s. Georg Wälzer& Co. Suhl s. Gustloff-Werke S II s. Ohrdruf Tannroda s. Mitteldeutsche Papierfabrik Tannenwald 253, 306 Tarthuh 257 Taucha s. Hasag Thekla s. Erlawerke Tonndorf Abb. 63 Torgau s. Heeresmunitionsanstalt Tröglitz s. Brabag Wansleben 250, 307 Weferlingen s. Gazelle Weimar s. Gustloff-Werke, s. Sauckel- Werke Wernigerode s. Rautal-Werke Westeregeln s. Junkers Wewelsburg 71, 251, 308 619 N een sex ern) enge - 2 ee eg es ee Se m— ee = 23 = en u B) AN } N ) eo: Wieda 291 Wilhelm s. Wansleben Wille s. Brabag Witten-Annen s. Annener Gußstahlwerke Wolfen s. IG Farben Zwieberge s. Langenstein 4. Firmen AEG 273 AG Dynamit 273 Allacher Porzellanbetriebe Abb. 62 Ammoniakwerk GmbH s. Dora Annener Gußstahlwerke 250, 257, 309 ATG 305 Bauleitung der Waffen-SS Tonndorf 307 Bischoff 230 BMW(Bayrische Motorenwerke) 250, 255, 260, 292, 297, 388 Bochumer Verein für Gußstahlfabrikation 253, 257, 295 Bode, Grün& Bülfinger s. Langenstein Brabag(Braunkohle-Benzin-AG) 246, 252, 257,288 f, 295, 302, 307 Bruns Apparatebau 250, 293 Burggraf-Schacht 294 DAW(Deutsche Ausrüstungswerke) 47, 53 f, 64, 74 f, 145, 205, 218, 229 f, 240, 321, 356, 362, 369, 515 f, 585, Abb. 62 Dessauer Waggonfabrik 250, 296 Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH 183, 250, 294, 296 f, Abb. 64, 79 Deutsche Heimgestaltung Abb. 62 Deutsche Lebensmittel GmbH Abb. 62 Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung Abb. 62 Dietrich& Hermann 230 Dortmund-Hoerder Hüttenverein 255, 296 Eisen- und Hüttenwerke AG 253, 295 Eisen- und Metallwerke GmbH 254, 256, 301 Erla-Werke 251, 257, 307 Fischer 231 Ford-Werke 251, 300 620 Gärtner 230 Gehrt 254, 257, 304 Gelsenberg Benzin AG 256, 264 f, 298 Gesellschaft für Textil- und Lederver- wertung Abb. 62 GmbH zur Verwertung chemischer Er- zeugnisse 254, 256, 292, 299 Gollnow Sohn 295, 300 Gustloff-Werke 46 f, 54f, 75, 92, 145, 218, 230, 236 ff, 250, 294, 306, 308, 320 f, 357, 369, 379, 388, 421, 430, 496 ff, 505, 509, 511, 523, 568, 586 ff, Abb. 60, 61, 64, 81 Hasag(Hugo-Schneider-AG) 75, 121, 219, 246, 252f, 255 ff, 292, 295, 297, 299, 301 f, 305 f, Abb. 73, 74 Heber, C. 304 Heerbrandt 257, 304 Heeresmunitionsanstalt Torgau 254, 307 Heinkel-Werke s. Bruns Hermann-Göring-Konzern 246 Hertig& Müller 230 Hotel Dreesen 293 IG Farbenindustrie AG 100, 164 ff, 169 173#, 219, 246, 249, 256, 309, Abb. 48 Junkers Flugzeugwerke 219, 250£, 253£, 257 f, 269, 287, 293, 296, 299, SOLf, 305, 308, Abb. 75 Kabel- und Leitungswerke AG 251, 254, 257, 303, 306 Kalb, Heinrich 219, 253, 257, 259, 262, 293, 384, 386 Klinkerwerke Abb. 62 Klosterwerke Dr. Dasch s. Blankenburg Koeditz 230 Köln, Stadtverwaltung 300 Krupp, Essen 219, 254, 257, 263 ff, 273, 290, 297 Kühlhaus 230 Kunsthochschule Weimar 231 Landwirte KG 230 Langenwerke AG. s. Junkers Loibl, Anton, GmbH Abb. 62 Luftmunitionsanstalt Oberndorf 303 Madaus Gesellschaft 178 Majewski, Thiel 231 Mansfeld AG Markthalle W' Mennon 230 Mitteldeutsche wo Mitteldeutsche 306, Abb. 7 Mittelwerk Gr Munitionsdept Napola Bensbe Neubauer 230 Nordhauser M Nordland-Verl Ostdeutsche B; OT-Bauleitun; OT-Einsatzgru kenburg Panzer-Grenad abteilung W Patronen-Zünd AG Abb, 75 Pauer GmbH. Polizeioffiziers Polizeikommar Polizeipräsidiu Polte 229, 259, Rautal-Werke 299, 308, 98, Benntier, Ludı Beichsbahnaus 37, 300 Reichsbahnaus Ost 259, 905 Reichsbahn e 264 f, 298 nd Lederver emischer Fı- 299 75, 9, 145, 94, 306, 308, 8, 421, 49 3, 568, 586 fl, 6\) 5, 2, 92, 295, 297 74 gau 254, 307 An zu) 164#, 169 309, Abb. 4 ‚2508, 331 299, 3018, AG 31,3, 7,259, lankenburg BEERRRRERERRESDEDIIARS TERRHGHETTTERRRRTERETEN Mansfeld AG 251, 304 Markthalle Weimar 230 Mennon 230 Mitteldeutsche Baugemeinschaft 230, 355, 359 Mitteldeutsche Papierfabrik Tannroda 306, Abb. 71 Mittelwerk GmbH s. Gustloff-Werke Munitionsdepot Oberndorf 230, 251 Napola Bensberg 293 Neubauer 230 Nordhauser Maschinenfabrik AG s. Dora Nordland-Verlag Abb. 62 Ostdeutsche Baustoffwerke Abb. 62 OT-Bauleitung 257, 297 OT-Einsatzgruppe Kyffhäuser s. Blan- kenburg Panzer-Grenadier-Ersatz-Ausbildungs- abteilung Weimar 230 Patronen-Zündhütchen- und Metallfabrik AG Abb. 75 Pauer GmbH Abb. 62 Polizeioffiziersschule 231 Polizeikommando Weimar 363 Polizeipräsidium Weimar 231 Polte 229, 252, 254 ff, 292, 296, 302, 355£ Rautal-Werke Wernigerode 251, 257, 287, 299, 308, 386, 428 Renntier, Ludwig s. Kalb Reichsbahnausbesserungswerk Jena 251, 257, 300 Reichsbahnausbesserungswerk Schwerte- Ost 259, 305 Reichsbahnbetriebsamt Weimar 231 Rheinhardt 252, 306 Rheinmetall-Borsig AG 219, 250, 254 263, 296, 306 Sanitäts-Ersatz- und Ausbildungsabtei- lung 250, 298 Sauckel-Werke 75, 237, 308 Siebel-Flugzeugwerke 251, 258, 292, 299 Siemens Konzern 218 f, 231 f, 239, 273 SS-Junkerschule Braunschweig 295 SS-Kavallerieschule Göttingen 298 SS-Korps-Nachrichtenabteilung Unna 307 SS- und Polizei-Fliegerhorst Goslar 298 Solvay Werke 251, 257, 283 f, 294 Schlosser 295 Siewers 273, 275 Staupendahl 231 Thyra-Werke s. Dora Thyssen-Hutton 273 Topf und Söhne 206, 232 Vereinigte Westdeutsche Waggonfabrik 300 Wälzer, Maschinenbau Staßfurt 306 Wasag(Westfälisch-Anhaltische Spreng- stoff AG) 254, 297 Wernigwerk s. Rautal-Werke Westfälische Metall-Industrie AG 301 Westwaggon s. Vereinigte Westdeutsche Waggonfabrik Wiener Neustädter-Flugzeugwerke 357 Wintershall-Konzern 262, 302 Zahnradwerke s. Rheinhardt Zink, Alex, Filz-Fabrik AG 106 Zweckverband, Weimar 230 HAMA HETN ee Pe == == ) | une ER ARTRN DLR DUN BEHRINBITEERRGERRRETEFRERFHRRRS FAR nr age Sr re= BILDTEIL er ee ee set u ae IH En rn Be med pe SE - Lu ange ap men en if Hi Hi SEES Er De u engine ee ee ee Ten en See” — u ie ie ME nn nn ie En a er u nr ee ha ni Dee Sn Fer u ne dee na Buchenwaldarchiv 5, 6, 9-14, 16, 19, 20, 24, 25, 31, 32, 43-46, 50, 51, 53, 54, 60, 61, 67, 69, 77, 78, 80, 84, 86-93, 95-99, 101-103, 108, 116-120, 123-127 Buchenwald-Museum 4, 27, 40, 66, 68, 110 „Fritz Cremer“, Dresden 1957, S. 56/57 128 Klaus Drobisch 7 Walter Eberhardt 109 Gaucher,„Camps de Mort“, Paris 1946, S. 10 und 8 30, 42 Otto Halle 121 Illustrierte Berliner Zeitung 28 Institut für Marxismus-Leninismus 1, 2, 18, 22, 23, 29, 34-39, 47, 49, 62-65, 71-75, 79, 81 „KZ“. Bildbericht aus fünf Konzentra- tionslagern 115 Mahlke 76 Bildquellen Miloslav Moulis 17, 104, 105 Museum für Deutsche Geschichte 3, 8, 41, 48, 55, 58, 106, 107, 114 Pieck,„Buchenwald“, Den Haag, Bl. 21, 6/7 33, 70 Privat 100 Sandberg,„Eine Freundschaft“, Berlin 1949 83, 112 “Sbornik2.. 19457 Syozeld Ernst Schäfer 26, 52, 59, 111 „19. September“, Kopenhagen 1945, b. S. 112 85 Robert Siewert 122 Stadtarchiv Weimar, Buchenwald 7 56, 57 Taslitzky,„111 Dessins...“, Paris 1946. Bl. 31 und 70 21, 82 Wormser/Michel,„Tragedie de la Depor- tation“, Paris 1955. b. S. 48 15 Zentralbild 94 BRENMERENDRT Die ABER et IRTRERENT USE IHEREENREHKERENEERKI INMERNI En et ne een a me u Der Pührer der-Totenkopfverbände und Konzentrationslager Wiz.8c/ 7.37 Gl./#- Berlin, den 24. Juli 1937. Betreff: Bezeichnung des K.L. Ettersberg. Anlagen:- I- Ki hi Ka) KH An den Bi) hr ee, Reichsführer- 5 N 6 m u n dä‘ b/Tegernsee.\ I e3, 8,4], I Anliegendes Schreiben des Lagerkommandanten K.L. Ettersberg über- I g, Bl. 4, reiche ich Reichsführer zur Kenntnis. hi Die angeordnete Bezeichnung"K.L.Ettersberg" kann nicht angewendet I werden, da die R.3.-Kulturgemeinde in Weimar hiergegen Einspruch ii “, Berlin erhebt, weil Ettersberg mit dem Leben des Dichters Gosthe im Zu- IN sammenhang steht. Auch Gauleiter Sauckel hat mich gebeten, dem La- ii 13 ger eine andere Benennung zu geben. Das Lager nach dem Dorf Hotter- IH stedt zu bezeichnen, ist nicht angängig, weil die"Angehörigen des hi 1945, b 3. 4-TV"Thüringen" finanziell Schaden erleiden würden, da die Be- N stimmung besteht, daß dann der Wohnungsgeläsuschuß nach dem Dorf iM Hottelsteät bemessen werden müßte. Die Lebenshaltung der T-Ange- DIN d7 56,51 hörigen entspricht aber derjenigen der teuren Stadt Weimar. IN ri I| Ich schlage Reichsführer vor, dem Lager den Hamen" K.L.Hochwald, hi 1a Döpor| Post Weimar* zu geben. Es darf um rasche Entscheidung gebeten ı j werden, da die Behörden von der neuen Bezeichung des Lagers IN baldigst Kenntnis haben mlissen. Der Führer der 4- Totenkopfverbände Hi k und Konsentrationslager u) Abdruck an: ii) Öberreg.BBt Gommlich zur Kenntnisnahme. ET DDTII LUDGER UEUHUEHHUVEYUEHVEHUERUFEHEOEENHHNUEEREHYEHEHNEEHHEUEHHEHERTINEERENE NE SHESKURERER ET Der Pührer der“-Totenkopfverbände Berlin, den 28. Juli 1937 und Konzentrationslager PIERRE WB, Betreff: Bezeichnung des Konz.-Lagers in Thüringen. Bezug s Mündliche Besprechung am 23.7.37 An das Thüringische Staatsministerium £.Hd.des Herrn Oberregierungsrat Gommlich Weiner. Der Reichsführer-# hat nach Vortrag dem Konzentrationslager bei Weimar die amtliche Bezeichnung " Konzentrationslager Buchenwald/ Post Weimar" gegeben. Ich bitte, soweit erforderlich, die Behörden hiervon su verständigen. Der Führer der“-Totenkopfverbände und Kongentrationslager Abb. 2 Abb. 3 FR EUER BERN.. AAN REN: UERTEHHERÄRGERRRESTUGGERERERRERRN DE ut 1937 enge er ——— Er En Su = were n hiernon Abb.3 Luftaufnahme des Lagers vor dem Bombenangriff am 24. August 1944 en nee Abb.4 Appell Ze erbände een wer»r)= a UENEREEEIEREREEIEELENERIEGGEHEEERRENRETT ERNKETEKEEN EKERLUREHER ER, fr Abb.5 Zaun mit Postenweg Abb.6 Blick ins Lager vom Hauptturm !bb.7 Das Tor rer EELELLTELEPEITE == u mein H Y Yh H N zei En TE TIEF ee Io x Abb.7 DasTor SE Abb.8 Hauptturm ERREREERRNERIGEEREIEEHERZEHFERFRTERFTREETTTE Abb. Sund 10 Blick ins Kleine Lager seite GER { N Ei ' DERRRRRGRERBERDORURDUSTENN Be Ri ANANRAFER Kara aha AR > AM Ill im Villa Koch Abb. 11 Abb. 12 SS-Kasernen j Abb. 13 Kunstschmiedearbeit iD] in der Villa Koch Abb. 14 Wegweiser Caracho-Weg Abb.15 Wegweiser zu den SS-Kasernen und zum Lager DaRneun. FF R RK P= BEE k” a ST RERHERERE AERO ENTE HERE RIESE FIRE AREIRRRIIEIERREÄRIUHEICIEIHEINENGN FEIERT RER REFRESH ET RU ER ERSE NEE u . Fo ‚ £ .; ‚ f Abb. 16 Falkenhof Abb. 17 Briefkopf mit einer Zeichnung von Jifi Kroha, CSR Konzentrationslager Weimar-Buchenwald 56 Ighh Der Tag der Entlassung kann jetzt anch nicht ıngegeben werder.‘Besuche im Lager sind vet boten.— Anfragen sind zwecklos # Auszug aus der Lagerordnung: u jeder Häftling darf im Monat? Briefe oder 2 Postkarten empfangen und auch absenden. Lie > Wriefzeilen müssen übersichtlich und gut lesbar sein Postsendungen, die diesen Auforde- N ruugen nicht ent-prechen, werden nicht zugestellt bzw. befördert. Vakete jeglichen Inhalte d) dürfen nicht empfangen werden. Gellsendungen sind zulässig, eie müssen aber durch Post- anweisune erfolzen: Geldeinlagen im Brief sind verboten. Mitteilungen auf den Postanwei- sungsabschniticu sind verboten; Aunalme wird sonst verweigert. Es kaun im Lager alles ge- kauft werden. Nationalsozialistische Zeitungen sind zugelassen, müssen aber von dem Häft bi Ist über die V’o- Ile des Konzenuträtionslagers bestellt werden, Unübersi« Itliche und elllecht Iosbare Briefe kön nicht zensiert werden und werden vernichtet. Die Zusendunz von Bildern und Fote= ist verboler Der Lagerkommandant Meine genaue Anschrili Schutzhäftling An Mamma Nr hayh Block 38 Konzentrationslager Weimar-Buchenwald ale EEE TEFE PET EU LT U TUT Ua GE DE"= ee NIRLINEDIGERIREIBERREHERNERTERFERRErnHTEnTz ser cruandortarst de: saffen-»eimsr-Bauchensal:, den 15.larz 14% sieilmar Blht,t M bh 2 /3.88- Sch,/äl, ı Jort,öchrb.v.16.6.02- abt. IV db/ An.ı 14 h 2 /6.41, I= Ei: Brfassung Tbo.-kranker Häftiinge im K.iL. Buchenwald. Ania aa den chef des ıntes D III Dranienburg. Es mass vorausgeschickt werden, dass die nachstehend auf- gefihrten Zahlen kein genaues Bild ergeben können, da über die Hälf te der Lagerbele sich in ıusseakomasndos befinden, in denen ein Gewichtskontrolle nicht durchführbar ist, auch bei den im Lager weillenden Hıftlingen handelt es sich bei einer gEosBen Anzahl um frische Lagerzugänge, bei denen Vergleichsuöglichkeiten noch nicht ge;eben sind. unter Bericksichtigung dieser Uastände werden Lolgen- de Zahlen mitgeteilt: -5 E 2,83% S T-3_- 288 109% Konstanten Gewicht: 26,81% wichtsver ke: von 1-3 kg„= 30,15% j 3-5 hg. 22,65% ® 5-10 kg:ı 7,85% mehr als 210 kg:- 1,28 51,758 100,00% Bei Gegemiberstellung von Größe,.lter und Gewicht orgb sich folgendes Bildı Ipergpwi ehr:-..7% Bormalgewioht:. 18,10% Unter, s bis 3 kg- 30,85% von 3-5 xg= 24,05% NEE 25m ” über 4 kg= 2 100,00% insgesent wurden in der Berichtsseit 879 Durchleuchtungen vorgeaoamen, aaf grund derer und nach anschliesaender klinischer Jatersuchung und Spatumuntersuchung 232 Tbo.-kranke Häftlinge er- fasst und isoliert warden. Burehsehaistliche Lagerbelogung: Zote inngesont: davom ag 789, 2.Hälfte Desember 193- 36 280 327 4 Januaz 944- 37 2 1839” Pebrunz 194- 41 156„ 1.Hälfte Häzs Ts= 41 650» Zussisshe Ed, 2.Hälfte Dezember 193-» 8 1 1 Janusz 1944“#31 2- Yabzunz 1994“ 1.Bälfte ıdrz 1994“ 827 3 E Abb. 18 MINE EIER BOTH THRSEE SEI BED SOHLE EEE ERIGERIOERERSRERE Abb.19 Pritsche ärg 124 der Häftlinge dd, 41, t orpb Abb. 20 Barackeninneres us SHHH KEHHENNNNLN 7 EEERERTEURFFUEUTENTTN LIEBT, ELLIEEEEEER, Abb 21„Französische Häftlinge“, Zeichnung von Boris Taslitzky, Frankreich 25 KRRRRARRARERRERNERFET se tät ARERRERE KERFRERHRRRRERRAREFRNERTEIBRERFATEREEESET SH ANMA le Ka ER Net NEIN DRIN EHERNETERRRNADKARN Kur ik SEEN ter Riga Laden -- Keimar-Buchenwal ETF == a u An die Abtlg. III der ädtr.K.L.3u. ee Ce et Sn In der Gärtnerei wurden in letzter Zeit wiederholt ange Redieschen, Rettiche und Schnittlauch von Häftlingen xesto! Ich bestrafe deshalb das gesamte Lager nit ge = { KHl NH Ic Entzug der Mittagskost am 1.Mai 1938, Die Strafe ist am Sonntag Mittag den zum Appell angetretenen Häftlingen bekannt zu geben. x ) \ =) SE 77 ho u ae"7 Pain kpggu SS-Standartenführer, N. Al Be%" un Mar Mi Kari daS IN M uf I Abb. 22 IH 7 A \ ii N = bb.23 Strafe: 5 Schlä Hi w Abb.23 Strafe: läge in E h Pi N= Hi N Konz ntrationelazer Nuchrnwald Yeinar- Eushemwelä, dyI6.6.02._ N gr eg hr——. Eenon-_ Kaufmann : d. ı An den oe: en Schutzheftlagerführer des K.l. Kfetermng 26.10.41_ Bushbanwelä, f_ Ich malde den a ar Bin en Rr. 7426/26 zur Bestrufung. 2"} Grund; TElcnstgrad) 1 UULUEUNER Zu TEILaZU ARIHRIERSIHRTRIENSTHUHUEHUEVEHEEHUHEYHRFUHPLUHFUEREEHEEHENENENEN HYNHFENEEIEITT UPCKErETT ee Pay ae rer ra an ZU PRRFR| PPPRFRRETTTL HN. RAN DELETE Ze Abb.25 Baumhängen(Modell) MODEL!® Abb.24 Der Prügelbock - mit einer Puppe RL GERDER INSIDE RIP RINIERIRRROETRRRETRRENTR SE TOERRFRRHERSRHRRERNEERRNGTENT? EIER ERR UEEINBIELSNENERS IERRRR Iran).J Abb. 26 Blick in das Bunkerinnere ee Pen Abb.28 Ilse Koch Abb.27 Martin Sommer TEEN NETTER BERNER HHUUEYT u KuEeeNN PR ZINK Kuh KELREEER, KL. Buchenwald ‚dam 4.12.1904. An dem Betrifft: Jugendliche us Transport vom..l2.- 354 Juden. lg nie Jugendliche. konnten festgestellt werden: 2 1/2 jahriger: 07074 _ Jabrigers 67900 4 Jahrige; 89u7,s 07 59 8781 . lo_jahrixer; 07875 ' ll juhrige:- 067076 7x5 12 jabri,e: u7y91u 7 13 Jjahrige: 7077 375% 87883 14 Jahri,e: 7.99 97 37%3- 87879 15„Juhrige: wYlo 024 16 Jjahriyg::"7>55-#792= 2 Arbeitsstatistik Pe Abb. 29 ® Abb. 30 Kinder in Buchenwald see RN EREREGERERNIE RUE REIRRGFRRAET IM Hi Abb. 31 Ausmarsch der Kinder Abb.32 Reviergebäude Zu PAR, re PEN Abb. 33„Wartende vor dem Revier“, Zeichnung von Henri Pieck, Holland a ee er. ET ee es == Feen er ee==- ee SHE FEELEHTER E, a er ST nn en an A irre AP Kae re Ta ee a ee ge BEE ee pnqu3JoL wap snD a1aS FE'gqV 1| E er er u 27 UP ir AL’or YU- Gear 22% nn dw er 5 r & Zu SiRHLSCRUSTESEERGBEEH Daynas ehe sei ANuun Li AI AN BEA x’, 2r8- wre u Ama und Gare, at EICrU TEE zT 7 N Do 7 ISERRE he Dir MMzwy 9 ni DT I FT — ee GEEIGNETE ZT EDE ni LESE NEE Se re r N-_ I- chen dr ae Bis Be ne EM Abb. 35 Der Truppensrzt der 0.U,,den 25.12.04, Dienststelle F.P.06952. Betreff: Autsär:clicne Leichenschau des Häftl. Nr.1275, Ich berichtigte am 24.12.44. um 15.10 Uhr die Leicıe des Häftl. Hr.127D,0unnonnonuonun nen Kennsnuunsen Kuenunneen. Die Leichenschau erg=b folgenden Esfund: äs hanir‘t sich um die Leiche eines mittelsroßen Manneer von grscilem Körperbau in mässigen Ärmährungs-und Äräfteaustand. Die Augen sind geöffuet,die Pupillen weit,die Hdorahäute g®=- trübt und trocken.An beiden Überarmen unterhalb beider Aächsel- hönlen An den Schulterblattgegenden befinden sich ausgedehnte gut sicht-und tastbare Blutergüße,die dunkelblau verfärbt sind.Die Haut ist leicht geschwollen,nicut verletzt.In der Gegenc der recaten Spimu Scapulae sim 5 x 4 ca große bis in das Unterhautgswebe reichende Aunde mit blutuaterlaufsnen Rändern. Leichenstarre ist zum Teil eingetreten. Leichenflecke sind vorhanden, Mutmassliche Todesursaches Innere Verblutung infolze äusserer Krafteinwirkung. Der Brandortarst der Haffen-)#einar-Buchenwald, den 31. Jınusr 1944 Weiner ı Entfernung von u eu bei Häftlingen ı Befehl RF-H v.23.9.80, dort.Geh,.Tgb.N2.941/42 v.23.12.02 D 7/1 AB.r 14 6!YV%.Us Er kubsttnieniinngn tant” up errsE D- Konzentrationslager Laut obi Befehl wurde im Laufe des Monats Januar IM von verstorbenen and sich in Zahnbehandlung befindlichen Legerinsassen in 101 on 91,720 g Bdelnstell(Gola). ge Diese Munge wurde dem hiesägen Verwusltungsführer Prleen stung abgeliefert, Ein entsprechender Verzerk in den a dürtlingsckten ist erfolgt. Der 8 tarst der naffen-ih {7}’{. Ohef des Amtes D III, Uranienburg milsuptsturnführdr dB. Lagerkommandsat K.L. Buchenwald Verwal Klin Buchenwald, L= Abb. 36 m MusTDLL EEE BRNO IEBRERRLRERRREN KENNST RSERKTÄCHAER KURS EEE TE Abb. 37= Rt | Fernschreibstelle ki a ni + Ferase Laufende Nr 5 f :{ ea Betörden: ı ih 5 37, Aorıl 1944 Hi 4 neue N IE) Datum: fr A} 5 ar Un| um: Ji, Uhr Y MM es F von on a ri RK gi Alu durch kin :/ hi H Rolle ti & hen RR SE Yumuks: Vo stand, j hin ++ ORANIENBURG NR, 3122 7.4.44 1°=KOF As HH m il er l AN 5S- STANDORTARZT WEINAR- HUCHENWALD.------ hi achsel,. Iu edehnt DIE DORT VORHANDENEN 142 STUECK TAETOWIERUNGEN SIND DURCH I denate B; Au) e KRUX KURIER BALSMOEGLICHST NACH UVIER ZU BRINGEN== I \ gps. rer 1 der I is Ss Vermerke für Beförderung(vom Aufgeber auszufüllen) Bestimmungsort» ufeaen E GEZPM LOLLING SS- JINNPDARTENFUFHR UFZ7777 Kin a ee KETE ne a hi) _ RE h N R us A y ir en 4 4-} unserer ee| ERS Me Titosjerung wurden an äbend de@ nach dort gebracht,. I) 1 auar IM I) r vl Der Btandortarst der Haffen-" weimar-Buchenwald, den 8.Janunr. IM4\ ; ‚Veinaar 2 Ni 1 = I ”“— I 25,17,- ı Versuchsreihen Hi :: kundschr. 151 d. 4-WVH, amtagr. 3- KL- ASt 87/1043 in . m-. Ig.NJ. ji) ” Ri J Eh An den AN Chef des Antes D III Ri) "3 ei] un 1 Zur Zeit werden im K.L. Buchenwald folgende Versuchs- il tin pall- reihen laufend vorgenemmen: ::2 BlutkoaservensiKontrollen an 12 Häftliageo, 2 Geasbraad-Hochimsunisationsversuch an 15 Häftlingen, - Verbrennungsversuche zit Phosphor-Kuutschuk-Brandbomben- Masse an 3 Häftlingen „. i Fleckfieber-Passagen an 10- 14 Häftlingen. . Die Versuche finden alle in der Fl:ckfi-ber-Versuchs- Station Block 46 statt. Laufende Berichte darüber gehen dem eHygiene-Institut zu. 3 ses ee Ser Standortsizt der Yaffen-h weflnar 1 puinsllabenn ; ‚HHaup£sturaführer«BR. Abb. 38 ERTESESTILEIEIINIEISIKEUIDSTSETSTU EI RITTER E SSL LEIHEN E EB ET KERKILTELIEKHEEF FEUERT HNTINTET ENTE GE = Eraninrta:zt 4 an., ri 4 Aa Tora. range 14, dei% y 1342, Elhär 1 18 5 V3.52mnle B Abb. 40 Betreff ı rıızkolozie%. Bl. Bezug, ı- Anlszen 8- Au deu wwiber Us-usuolugie BRrus U2bomsald, ; be wird darauf autnerze zenacht, dass nit fortiger sircung die ‚ulertigung augennanter Geschenke 7 Artizel(schrunpfkönfe u.2.#.) Sirzıssellen ist, Über vorliegenden Kuftrassbestand für die Märztl.ixademie ara ist des»tauiorbarzt jeweils zum 1. und 15% eines jeden Yonats schriftlich zu berichten,= Die ärztliche Behandlung von Häftlingen 2 ausserhalb des Kahmena einer’satholorie und wird mit Wese wirkung untersugt. vieser efehl ist auch er ologie besch#ftirten Häftlinzen bekanak Der;-.tandortarzt deiner E, Hauptsturaführer d.fs Abb. 39 Tätowierungen und Lampenschirm aus Menschenhaut Abb.41 Schrumpfkopf Abb.42 SS-,„Erinnerungen” EEE Eee ee eye S S S S S S o = 3 > = S ea] oa 3 S 80 S = ans I ne N} N AS} Ss 3 N) St "Q S < ed une u PILLE AL WERE ZEHN in De er a En ne ne a nu nn hBRR FHRRRRHENGDEHUGN NE if ORDER HT a BRECHEN A Evakuierte Häftlinge Abb. 45 und 46 VERY ZU EVURUET ua ae LET ZU SILTEIWDELN [2 Parafke: es u! YJAUOSTTOSaFUATIAY STaysnvurusqaıag*n*I i I@a1I}7P IF®H uRN usysI2UuB au GT'oe2 m Yımalrı| yUas3uU 2.1UBFNONy 3Tp Iasatp YTusp*uass®T“srdotowiuz uapıasnzZ ABpPaTMm AtYFaZYUNaI Os uUayog meIlasm ary7Aa 9TS U9TTOM SSRJeF41X0odsUrI]L SRL*U9OBSrT NZ usToyge InutTsp ur Jonuyeg map Jne JrOoysJdu] Up a»uımdyta7 wasatp nz*315 uanyra ATm pım 47T7.14UF9 "a zroflsuesz, WoA 19D STUUOTeZIeA S4Tenz Seg Teusssdası Viozanzzeusazssun- 5 PT: Yuntrsz3qaV BUDsT3TTaZ ONIEHIE®T mOA 1I10M08919 es u we WnNsUH SOLWIIHISLEOS 1584 wwunuwurs ET rn NHYI-OUnaAYH sonen-. 1a s x; u DAUMEN e.7p u HMUIMDINIYHIE IuP Ch-0 LSBRWES NOLTE ANBZBLHYMOSII TUSIMSHEHER UEITWVLCOE 14VHISTIISIONIINV 3IAISNONINI3HAVI 9 1 tuarsı zung"9% ORRNBERREGER Bi res. 7 87 AV I»'gqaV En u Te a ren NER BERNER RE RRNNET LIT IERTR TERROR SRH RTRDTTHIN. ÄRRERERKRRHRREINKARHE BHRRISARRAERN en; N ” gr at Heil- und Pflegeonstalt Bernburg ee hi Sprechstunde nur nach vorheriger Vereinbarung /! Geh.-2.; 8 bl, Al ; bite sen angabant zug EEBNJ NASEN“ RR a, wall bei deiner, in ser lass werden vier.unsporilisten in je zweifacher ‚usferii, um; Lbersindt. bei sen in diese... Listen iührsen Ligerins«issen handelt es ) silun; vom 2. il, fersonen, über welche wir von Jerlin Vor;än sich um 312 i. ihrer„.uis ‚ogen der restlichen 36 Iusassen laut ihrer Liste ist„ückfrage gehalten worden. Yon den!ıansportlisten ist das uriginal fur„ie bestimmt, den Surchschlag bitten wir jeweils den Jransportleiter mitzugeben. von.em Be;inn der!ransporte wollen„i- uns rechtzeiti, aehricht geben, d: setzen können, Bei laufender ir. 6U unserer!r zwischen ihrer& ur. 145- und unseren Vor- gang eine instimmigkeit bezüglich der Lagernummer 7955 bezw. »212 und des deburtstages 25.3.1881 bezw. 30.5.1881. Gibt es dort zwei jüdische Insassen li irsch, sber, oder lıandelt es sich, was anzunehmen ist, nur um einen„ehreibiehler? Wir um ädiesbezüsliche„ufklärung. "Nach äintreffen der insassen»rhalten„ie jeweils eine genaue eye: t wir uns mit den übrigen KL in Verbindun; nee ortliste ir. 2 besteht bitten Aufstellung. Gsuyget lager But Aeumwenbeutgr an 2 2- \ I menllerirun ren wars&“, 5. j Ü)£.[3 vs u 4 Listen, je 2-Tach Abb. 49 alla ke ZuzH ee TEIEIRITSTEIUTTWZNTT EEE U UEUHUEHHUUEHERTS HERR KEN EHFUVVEHUIUDETTERESRTTIITTTTI EEE »n mit Puppe alge Y E7 93€ Abb. S S S las) Re - S &- R S S v S Ss 0 S Sg S S S SS[” I== S SeS S AS Nee) ler a Ss a3 S S> Ö ne= >». En SEX SS N NS IS\ SES SS S So >» a SS rs ın N) SS SI}> > ES S SS Sr SS SS S"I RS an<« x od NS =— > be} u =» S:3 Ss- E EIER uni ne Lu u en nn nr u ELLE EL a EEE a nn EEE EEE EN DEN EEE GE OL ERLELEEZELEZEZERDEE E EEE ERBE HL ERBELRIEL LEBACH NOGUENERGEE Soh e Z A in ER 2 ge Re A IBRENBAFRERDERRRRN- NRARRARR up f NERT: Hr 5 INH USFHUNS h n ns NODDESHMLNH Ki Ah? A un 327 BRNBINEES. EHER URN RENERERE DEN BA EPRTERRRENN IRHÄNAHNG HAHRRFRARRRRIHRRIRENEN er a hi r Abb.54 Leichen im Hof des Krematoriums Abb.55 Inneres des Krematoriums EURER HUEHYUVEYURUHHHHHUEUEHENEEREN[EYRUEYEREIUREHTEN MIRNDERIIEDDDEDTTNE = ee == Ze, aoysp *SUSTTEA USTUBZUIE 7,+ ee> 7 fr N 5 „r Ueu uy'uuiter van? Ä. -I7235 win Le vlanyTie, UnLuosafrTpen den Mi vorne Jaatı 375 em yeutdeief N paTa Dui,teruste, e)u n og fl rrdrUT Hl zen nd a ET EB. y 3"31 oral vw? IRUN®@AN anegqlpeıs 2S"99V ISZIAV. 10 nuhrhubel, ARRER INTRRARRRERRERT ei, 7 BERHEFONGR| IHRER A KNIE NVA EREINATN NEN DENKEN EERDTT TTS ERENTO SOG HERHRLTERNRERRÄEN TR AN RRERAHR Abb.58 Krematorium Abb. 59 Gedenktafel für Ernst Thälmann am Krematorium TEEN EHYEEHNEUEEREHVENENN ET HUrE i FIOERRIEDIENHILIEN, RA EHHPEYIENKERTEET ERRNENGGE Abb. 60 und 61 Gustloff-Werke In rn ee Be> i Di v ni nn nn nn in EEE EL DEE ZERER N. a ESS SERERSE SL SL STE \ i Al Da» Y e j DEN ASIChSr..iine\ der Inajattsur dır sangen! m.lcrole si ö a I ler eeıltraste für den + DIL T83 Hut! un ae TU m.% rt 2 - BR ‚e satrofz ı bu lu v x k-.30 war: Ohne A) Gl in die I BF sohutshaftluserfährser"i" der K,L, I ee Ya, äte, Bi; aus,*10., Beu,, au., 02.80., Ar.,Kie., au u RAs., iu ii -_ Hu 1 In istaier Zeit wurie wisderholt fest;eatoallt, daB Hiftlinge IN) | H N. für Untesnobmungen oder Detrishe, die in irgendeiner Por un wit Ger Reiohaführung-;; in Zusammenbeng stchun, alt einem Satz von RM 0,30 berschnst wurdın. In der Verfisung das Uhse des Hauptenten Yuushalt uud Bau ten int festgelegt, dab der Satz von Hu-.30 zusschlisälieh für hi-Uirtashaftsbetrishe, 1t. Versluberung mit dem Reichs» finenzuinioetsrium, genehmigt ist, wührend alle Frivatbetrie- be uaw.die lan dort Ublichen Lohnsütsen sngeglichenen Tagen sätse zu bezahlen haben, Darunter fsıllen auch alle Unternehmer, die selbständig Am beiten für dis A mit Mftlingen durchführen, Unter Y-Ulrtschaftsbetrishe, dunen der 30 Pfennig-Sats zu Berechnen ist, gehören nach wilo vor mar Zolgsndes ka W XL Klinkerwerke, Grenitwerke(Deutsche BEri- “. Bteimwerke) Porsellanbetriebe(Allacher) Ant U II Ostieutsche Baustoffwerke Gensraltreuhänier für Baustofferneugungs atätten Russlanä-Betrishe (s.21, noch keine Häftlinge eingesstst) Amt W III Mineralussaser Yeeuäonthaler Getränke Doutschalebsnamtttel Suhl (s. 3t, noch keine IMftlinge singesetat, See en: u RE, eg Ss Abb. 62a LIRIETEIRIETRFATLIETEFFRIETKTUTEISETE Tree HRISHERUHHEHFUUFYURFHNFRLEERIHOFEEUNEH FREUDE KEHKHHHHFETETNIIEE GE wu, rohu Fasrüs tuunggwer«.(mbi Deutscau Hainzseie.. Sun; GmbH as V Dratsohs Versuchszustalt für brnährung und ‘arpflugung Soraten Anton Loib! GmbH N Ir Amt A WI Gsae\lschatt fur Textil. und Ledervsswortung M "abA Si Aus W VII Fordland Verlag OabE| . h Pawsr NE j {( s. Zt. moon keine Hiftlin;e eingesetzt) j ! J d hi A2% 2 VIII Gusallachı.f% zur Füsierung sutncher Kultur- ML denkuäler Hi Kultırellc Stiftungen f Kulturbantan. 017 N Sofern auf Grun! besonders zelugertar Verhältuiase eine K Bersehnung Ass 30 Ffennig-Satnes für Betriebe, die obigen ar Kl Anbera nicht angshlren, geroohtfertigt ereucheint, ist dies wur Wi besonders zu buantragen und enteprenbend su begründen, Bind. N selbständige Gewährung ıleose Satzes wird hiermit verbotem,_ 1‘ N: N TEE; N 2 N A ar E f%- Bauptaturafüähr,z HM Y' N x ie P ‚4” r” | i wi Ü h Abb. 62b TTortung tat) * Enltu wtogruppe D- ı II/I- cı- > har pt% kunmgrgje, kB Ale 4) Yyuslo Veneaon der Ki.. 38- Wirtsohafrs-V Ssnessgnrt a) Frını ‚ ni sc an: 96 e | osAa. m SIFHE Lim: Betr.;Arbeitozciten der Hifilinge. 224 eg v 1.£ —————% S nl” i Arb., Au., Bu., Ta., Flo., Gr-Ro., Hin., Im., 3| Bantuk.„ Maw/au., Hor., Ya., Zou., Mie., Rev., Sh., Stu. 7% PRRERPUE, P T PETE 7 L Die derreitige Kriegslage zwin;t dazu, die Arbeitskräfte „er einoitgenden Näftlinge bis zum let3ten produktiv aus- zuschöpfon. Ich habe feotgente!lt, dass diese Porderung von der Mehr- sahl der von uns mit!ulftlingen beschickten Betriebe noch nicht erfasst worden int. So wird in vielen Betrieben an Sonnapenden helbtags und sonntegs garnicht gearbeitet, tzoh bitte die Lagerkomaadcnten, diog) Binsatzfragen nit den Brtlichen Betriebaleltern zu besprechen und sir dis aum 15.6.1942 zu berichten, wc sich diese als notwendig orwissene Irbeitores.t nich; durchfübren lässt. Dabei sind üle Gründe anzugeben. 2 Tide Entwi:zlun: maes iohin gehen, änss die Hiftlinge som- abends emnztätig und sonntags halbtätig, 4, vormittags, zur Arbeit eingesetz« werden. WEBER . Der Chaf dos Amtes D II WIETEWERTENNDEEN VEIT IENEELTILIE LIES DIENTE TER EU HUREN HEREEEUEERFRE Abb. 63 een Ze | A l; h YR Al u Te Ben EAEe Er eg SH eererere Ze Es 2 Ze: Eee Ss Be gern: Zeige ee see Se en= mn gesrE ee OFFER EEE ee See ErESE \ \ KERN VEHDEURERTERERNTTTTTT TEEN ’ 3 ft Y } " Hr . } } R x 1 i \ ‘ { i \ } ‘ 1 --, re en ee de Waffen-h den 10.Juni 194 x6311 Oo 6.32.,/9r. Betreff; Arbeitszeit der Häftlinge. Bezug:__ dorts.öchr.Az.ıD IL/1-05-Ma./Hag.v.6.6.42. Anlagen:-.- Termin: 12.6.3. An das ellirtschafts-Verwaltungshauptamt Auntsgruppe D- Konzentrationslager- Amt II Oranienburg Stabsgebäude. - Die Kommandantur K.L.Bu.meldet nachstehend die reine Arbeits- zeit der Häftlinge:: a en Fr RELELE DB REDE TEE DE ET RE RITTER En rn u ee u SEND PEST MEET EN x a PER re Fa Rs ar ve N Bezeichnung des _y[)[] 8 insgesamt Lagerbetrieb 6,45- 12,00 12,30- 18,50 11 3t4.15 Min. Baultg. Buchenwald 6,45- 12,00 12,30- 18,30 11= u 9% Baultg.Goslar 6,435- 12,00 12,30- 18,30 11.% 38#5, Baultg.Kranichfelä 6,45- 12,00"12,30- 18,30 Ai m 38 97% wI- Kl.#.Berlateät 6,45- 12,00 12,30- 18,30 1" 125 Un w IV- DaW,Berk Bu, 6,45- 12,00 12,30- 18,30 1.97 9, YStandortverwaltg. 6,45- 12,00 12,30- 18,30 3.” 18 95 Ye Div.Hachsch-Ig. 6,35- 12,00 12,30= 18,30 a"7 u Y=Kantinengemeinsch. 6,00- 12,00 12,30- 18,30 3292. =Junkerschule Br., 7,00- 12,00 12,30= 18,30 11”r eo*.ı Polizei Weinar 6,45- 12,00 12,30- 18,30 1"un, Sonst ‚Priyatbetr. 6,45- 12,00 12,30= 18,30 ı1"TE a, Gustloff-Werke/Tag 7,00- 12,00 12,30- 18,00„»” wen Gustloff-Werke/Hacht 18,30- 24,00 0,30- 6,30 30.” ke ie ae SE— Beim IB 5.0.’ Irel„9°[]“. hi ni A-Häfelinge ‚5- 12,00 12,30- 18,30 3.779973 Die Anmarsch- bezw.Anfahrtsei nicht mit singerechnet. E : i $ I EB! Ab Gonntag,den 14.6.42.werden die Haft In einen Grossteil obiger eg aush Sonntags btäglich von 6,35= 12,00 Uhr= 5 844.15 Min. eingesetzt. } | E Abb. 64 at sh N een red ERLZGIGEE ee ee An die Lagerkonrnendanten der Konzertrarionslager D., Bl., Bu., Mo., Um., Nmu., Au., Ra., Ro. Kie., I., Stu.,#8. S6 ana Kin ' I Betr,;. Arbeitseinsatz- Entgelt für russische Kriogspgefongene. hi Bezug;!Mesizcs Schreiben von 31.3.1942. Ar.: 20/3.42 Ga./Tlag. IN hit = SE Aufgrund der Tatsache, iess die Arbeitskruft der russischen Kriegs- ne Arbeiti-: gefangenen mit der der Häftlinge in allgeneinen noch nicht ‚verglichen ı werden kann, soll der für alle SS-Wirtscraftsbetriebe und S5-Dienst- Ich stellen zur Anwendung kommende Satz nur«aun RI 0,30 je Tag und Hitft- hi ling betrazen, wenn die Arbeitsleistung ler russischen Kriegsgefange- ii zesantı nen dorjenigen der anderen Hüftlingze a ist. N He KU 24.15 a Da, wo ee nicht der Full ist, sollen die ürtlichen Führer, die mit dem N n 1" Arboitoeinsatz beauftrezt sini, Vereinbarungen mit den Werkleitern der il 5. 88-Wirtschaftsbetriebe so*reffen, daso für die nicht voll seinsatefähi- N . N ku. gen russischen Kriegsgefangenen je nach ihrer Leistung je Tag RE 0,10, ki ir mi 0,15, RI 0,20 oder Ri 0,25 berechnot werden. INN) ‘.D„ i HN >= Der für alle Privatbetriebs festgesetzte Satz bleibt unverändert.! I) a; Il m Dor Chef des Antes D II ii "m."ı ee,»— I * h j N .u, ht .) 2 N) 1 HN Ki) irn H Abb. 65 UNHHUHHEHHHHRHERFSHERIENENERTEREEEUENENUVEREEHDENTERERHITTE nen Bar: TERN a& t = 3 g= v [eT0) Ss :S —S > I S Do 2S) S N) » N rs} Bd) S >» SD S S S S ES S S -Q S Ss FI S SS- "S[97 Ss > ES) 15 R© = SQ [07] IQ — IS< 8 S} o Ss Ne} oo Q RS) << Bezee ae\d gene= er=.. 2———— enger LEEDS. ee se DR rn ne ne an a ne hr IE HL mL MLELE LG SEN NUNDTENERENGEN ee Z TEE RE KENN ER LERNEN IHNERRHRRRERKBÜREHRNRRRRARIRNN Abb.68 Wagen und Walze Abb. 69 Fuhrkolonne ZIrKEURTE ET Holland g von Henri Pieck, Dr Zeichnun > v "3 > N = Ä vd ES IS en AD 5 bb. A u En= en. on..S KR DEE u a a Fr ne See- Abb.71 ® Baftten-H 1} ä stratibanlager Buche A eimar-Brucbenwald den 6-h08.192. Forderungsnachweis Nr... über den Häftlingseinsatz bei Mittelösutsche Papierwerke G.m.b.G.Papierfabrik Tanaroda. Har die Leit vom 1.bis 31.Juli 1982. Gemäs: umseitiger Autstellung sind su enirichten: tür A00 Facharbeiter(Tagesbesihättigung? ARM de RM._ für 20 Facharbeiter(Halbtagsbeschäftig) ARM 2,0 RM O9. tür 200 Hilfsarbeiter(Tagesbeschäftigung) ARM U,. RM._— für 80 Hilfsarbeiter(Halbisgsbeschäfig) A RM 2. RM BO. damme: RM 1430.— Der Betrag von RM 14%0.— ist bis BJ.Auguss 192 auf das Konto des M-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes, Amt D IV, Oranienburg. bei der Reichsbankstelle Berlin-Charlotienburg Nr. 15/1917 oder auf das Postscheckkonto Berlin Nr. 11/156 zu überweisen Sschlich richtig und festgestellt MORE an Der Iaiter 4er Verwaltung “es K.L.Buchenwalä t-äturabenaführer. Der btandorturst der iaffen- eisar-u.hen.uld, den 6.:i 1444 a NR} u Arl.an den Lagerkomnandanten, ul Serreffı aussenkonnauuo Laura, Besuch vou 5,5.44 matt 5 aktenanotis wnla:slich einer beratellung vun 200 Arbeitsf ıniyen aus dea Aussen- konnando Laura in das Aussenkonnundo B 3 wurde Jie seleyschuft von Laura ins;esunt unters.cht uni 80 weitgehend sie nur irsend aöglich erfasst. Die"utersu hu x erstreckte sich nicht nur auf die allge- reine Lör,erverfassuug sondern auch auf die Untersuchung voh Herz and„unge, ı8«wurden hiepbei folzende„ryebnisse erzielts is konnte die gewünschte nz,hl von’oo einsntzfühigen Häftlingen eben noch ausgemustert werden. Au all.enei.er Kör yerscuw.cohe souie Verdacht auszahrender“runktieiten wie Ibc. und lierzleiden warden 243 ilaftlinge festgestellt. Iu«evier und in der„cnonung oefinden sich 99 Aranke, die bis auf weiteres aus dei arueitsel.s,te eleich- falls ausfallen.'sdiglich in den Towmandos’erwalbıng und ugerDer-— sonal in Stärke von 72 Mann sowie iu Ko.nando Betrieb, das nicht ge-i austert werden konnte, befiuden sich ausserde. nocn voll einsatzfi- hige Häftlinge. Besonders unginstig liegt das /erbh:ltaois bei den italienischen kriegsgefusngenen; hier stenen 21„insutzl:ıhige, die allerd.uss zum Teil auch nur beschr:akt eins«tzfihig erscheinen, 65 Körperschwachen und in“ürze Überhusupt nicht sehr elusutzf.nigen Laltlingen gegenüber.„ls.rgebnis der Iatersuchung diirfte flestzu- stellen eein, dass von den vorhandenen Häftlingen ausser dem Lager- personal und dem Ko..ando Setrieb L r weiteren Zinssatz in anderen aussenlagern„ arbeitsfaihire H iftlinge nicht zur Verfiigung stehen werden. Der ‚tundortargfl dä—h velmar Abb.72 VE EEE ENN TERETHHNUHHHUHHUHYHEHHHEERENENEETEUEENEENUNNTN EHNEHTINEENTTNTETE ee ae Tee = = SE == = === I Mi sehe TE I a eu u) Be Bee Beeren en Bd a Dunn ah er ei =s u> m ne re A Fr = De EEE TEASER" Ferne nn BE A ET EEE FE Axtennotiz am 21.Jaoi 1704 Land ei.e Fahrt statt usch des nussenKkonsun.o ei,zig-iasag un! von dort nach.chlieben im sezirk Hulle, Im er-schlieben der usıg wurde dio»-Lurichtung elıes Hulblingse 0 sau 0E Des,rocn.n.„a zaren dabei anıesend: seneraldirektur din au.»irestor erz, und ıls /Veitzeter dos„u.ere Suciuowuld der„gerkossaidsut=otandartenfihrer rister, der iter der‘@- „sltisg-uturadbanuf ihrer sarnewald un! der.tandurturzy ii upb- stiralurer nhizüluusk,. „a sollen i.sgess.äat 2000 weibliche itlinge zum„ius 2 Kousen. Von diesen sollen die ersten tausend in der Jeit vom 19.bis 7047. iu„enlieben eintreffen, die nicnsten 500 nach bis 53 ochen And seit-re 500 wiederun 2 bis 3 vvuen Bpiter.„sitens des eTKou- suadsaten ist Jie Fr ce zu Kliren, unyarische Jüdinnen zun Ainsıt za bringen. als@wuchuag siicl zunächst 60 uchtpyposteu Vor.esenen d:von 8 Hundef ihrer, sosie 20 Aufseheriunen. Vie Firau nut uls ur- 8:t2 ir die zestellten“ıisenerinnen?o weitere reicnhsdeutsche ‚=folzsch-ftonitglieder des K.L, kavensprück zur auspildung als ‚fscherinnen zur verfigan: zu stellen.„5 soll»iterhin versuche serden, Angehörige des 1: dortigen Fabrikgelinde befindlichen zrin- lichen arceitsdienustes zu Aulsichtszsecken fir die ıuitiinge nerarn- zizienen, nierzu ist jedoch die Genennirung von arveitsguu /eimar (Leiterin Fräuleia Ku,pel) einzuholen, Die sesicntiguüg ersub, sau das ludustriegelinde eiigezıunt versen au. als ntersunaft fir die h itliuge ist ein bereits vorh.useneu Aa.er Vvursesenen, ia dei deitsche sefolsschufteuitglieder, eür- aschtsanzehörige und Krieys.ef ngene bisner vwewohn‘ nuben. Dircn ibzäunung lässt sich fir die acnasans naiten eine nterkinft ıb- trennen. F r die.ufseherinnen soll seitens der /irus such ausser- hsib der Juz:ı.iaung eine> Tucke erp.:ut werden, in der Abort and „schänlagen sowie möglichst eine„rauseanlage Jleich„iteingebsul erü-a sollen. Die sonsti en sauitären' ınla;en sowie 3e- und snt- wisserung sin: ausreichend vorhunden.„ine große Kiche ıit 2„pei- sersusen, die fir ıagerungszvecke unterkellert sind, und eine im atstehen besrifiene;ischerälanlage stehen zur Vervollst ınulzung de: iugers gleichfalls zur Verfiigung. ia Lager ist zur zsinrichtung eines«eviers genigeud ‚1.tz vorhanden dus«it einer Hiftlingsarzt und einer flegerizn vesetzi werden soli. Medikamente und Kinrichtung stellt die Firaa. 3ei der näch- sten 3esprechung“lt ‚eueraldirektor Sudin wird diesen eine Auf=- stellung der;ewürschten eviereinrichtung überre.cht werden. Die suasti en Verhandlungen werden mit Direktor.erz gefihrt, der telef ‚aiach unter üchlieben 97 zu erreichen ist. Fostanachluäs uchlieven. Bahnanschluß: Station.chlieben(Niederlausitzer älein- Bıbn). Keichso,hnanschluß: Hahahof Falkenberg an der Lister. Der ütandortsrzt der“affen-ı Heimar — ET 1617 1 209 294 er d.h. Abb.73 ENRRRERRHRRRRHHRRRRRHEHRONERE tandyırturst der“kaffen- Es RR kielmaar einmar-äuchenwald, den 6,Üsptenbe wtreff: Verstorbene i r xeh Satreft area Re ser veborene Kinder in Aussenköonmundes mi weiblicher Mä iugen An\en Chef des Amtes D III Orasienburzg le, Ia Es werden a\ Z Alelait 2 al zaueldet j leneı ic) Sdlingoe ait weiblichen ua rehon Tr er ee N abi’- Jüdischen liäftlingen“Inder geboren»urden, d nach h irektur kurzer"sit wioder verstorben sind. a! 2 iu X owmando Hasag-Leinzig. Ei d e-——ges m 23,3,44 un 719,00 Ihr v den jü]" :.3, a 19,00} a den jidischen Haftling Ir. 408 eh aut Kigapr.yo ‚Luise rogag Kind(#sdchen) ist an 31.8.44 um 3 56 Yhır Hi . in u e&;“&.„X br je) BARTFCHIE TR Are TEASBHE BAER" ESRESHR„Sa8. 9 Kogefaggboren I zZ Arbeitssomanio Lippstaat, RERESTP ÄRA IHRER:" „bis /Orfı as am 1.8, voa dem we chen Häftling” 25259 N be: 5 1.3.04 dem welbIic ng ir. 25259, Leagyel Il sen i 4} ex eng I „. a geb.15.4.10 in Peca/! agarn, geborene Kind Alexander Lengyel Ni Eon u am 1.9.44 um 3,15‘hr an Xörperschwärhe gestorben, Das Kind war I ı las standesantlich gemeldet. N ’ eb nel I DE Der standoftgret der\affen-' seinar Mn jeuls.te i hei) ing Ji8 f il Es“Hauptsturufihrer Äi.R. Ik] nf ‚1497 j // h 4[ Hi) gu jei Hi ) Kin ) Hi Abb. 74 ii ii Ki, MHZ Abb. 75 hi N J metal 1 s-ıbschrifrt. ES se Pe Oranienburg Er. 885 17.1.45 2358-#Al- Sean er ee _ Kommandanten K.L. Buchenwald, Erasm ii) N Betreff: Neues Kommando Fatronen- Zündhütchen und al) Metallfabrik AG., Schönebeok/Elbe.— H Bezug: Dort. PS Hr. 344 vom 16.1.45--“ 1.) Mit sinsats von gQ weiblichen Häftlingen bei obiger Firma sinvers 2.) Benötigte 25 Frauen als Aufseherinnen sind baldigst von der Firma su stellen und auszubilden.-— 3.) 17 Posten werden zugewiesen. Komnundofünrer stellt K.L. Buchensald.-- 4.) Der Firma ist Gelegenheit zu geben, die Häftlinge in Lt rn u er re =2 Ravensbr..ck aussumustern.-- Ball 5.) Wann soll Abstellung der Häf linge erfolgen? iii Ya “Moser P.A.R.deAst YOber MH... u. Stabsscharführer “u er, RR Abb.76 Die Todeskiefer von Langenstein-Zwieberge a nu ET er a LI ne — Zr. ng Abb.77 Der Kohnstein, in dem die unterirdischen Produktionsstätten des KZ Dora waren ee u 77 nn PIE ng pn ee CE ae «= REES Du Abb.78 Eingang zum KZ Dora ih Dar])staat in den 1.3erutzhaftlaeerführer f 3-Haupteturmführr Schoaıaaert ke F.,L.Rı, YVeimyr-Mırhenwald kin Kin IN Setr. pol.Häftling Nr. 2423, Fritz Gollags I === u wo Ari HR \ Der Voreenennt- hat sich strıfhar gemanft durch{RM use == Niohtsusrürken an?1=e vore=srh-Ti=ebeng Arheitsst-l1., Seren Im Arh-1tskommsndo Klärsnlae=* war def Häftline = Zur Gälisss als Vorarhriter b-erhäftie£ au nit 15 Räft- lingen, um d e Kläranlage auszuhayen. Durch selb- ständie=-s Handeln hat Golissa si wis folet strafbar gemacht;% Infolge eines Gewitterzögens ließ er das N Kommando nicht ausrücken und fmeldste sioh mit 5 Häft- Au lingen bei der Küche zum Kaftoffeleutkeim-n, bekümmerte äftlinge und ließ sie ruhig hei ne nm EcH ] unterirdische Fe 5 ra waren sich nicht um die anderen ihres#eges laufen. Gleich naoh dem Gewitterregen AN folgte schönes Wetter ich erkundiets mich, ob Hl ale Klärsnlage ausgerü sei. Ab-r es war nichts zu h sehen, sodaß ich das ale Arbeiten welter mmando zusammenholen mußt=,\ \ rtzusetzen,) N Den Häftlinge Golissg stellte ich zu: Rede, weshalb er l nioht mit dem Kommgndo ausgeerückt s=ei und er gab mir hin zur Antwort, er hätte von Stermscharführ«-r Strahlbere ii 7.£rlaubnie zuf Kartoffelschäl-n-rhalten. Diese 14 Eflauymnise galt Sber nur während das Genitt-rr-aens. ni Häftling Golidfa benutzt- Alrse Gelegenheit und zer- IN) s ommando und wollt», wenn«3 mit g=- ih ul a o a a = En ze : [) 1: M = Ki) 2 eg ie} @ x] a 3 z 2 ur cr 3 » I 4 ie } [7 I} 4 >) ” » ) == Her igerst=-llt sein müssen, habe Ich Golissa Anal nicht Restrafune dem Lager überwiesen, sondern IK Ahn strafweise in dir Tongrube vers*tzt und mit id einer Stunde Strafgpport belegt.; IN Durch dis erforderlich« Zahnhehs I vorgesehenen Bestrafung entrane® deshalb hisrmit und bitte um sei Abbh.79 IHRES EV UNUEHEHHUUEYERFHHERUNFUHERNEN REITEN Konzentrationslager Buchenwald Weimar-Buchenwald, den.1.9-1943.... | Kommandantur | Aa ı nella RI\ An den u Th EEE ER IE u h‘chutzhaftlagerführer des K,L, S ı Eure nern weadn Sem ezorzecszagemee os ar: mA Ich melde den ee on weiten, Häftl.Art Name zur Bestrafung, G.hat trotz strengen Verbotes mit polit.Russen Ver- srund_t di Fr bindung aufgenommen und mit ihnen politisiert.G.steht h ee in dringenden Verga@ht komunistische Umtriebe im Lager if| Fi zu provizier EE bitte daher um strengste Bestrafung. N= H IR . A& Uhrna ne ES re RA ne q Name Faulheit Kostentzug/1938 Hymer: ihrer. “ Dienstgrad u rs PLZ Abb. 80 Abb.81 Strafarbeit und Essenentzug für Ausruhen re ne nn ng nn nern en —Hauptsturmführer Nax 53 ch bert} warte N > vr H DT Aka©“ıı 1. Schutzhaftlagerführer K.L.Bu. Eros, ıo sıhen.du rbeit=«+ N Letreff: Zunehmender mangeinder der Häftlinge. isziplirinsikr JUN 94 An den Lagerkommandanten K.L.Bu, Wei mar- Buchenwald, Der Ostuf, Gust traf am 5.6.44 um 10.15 Uhr gelegentlich seiner Kon trollfahrt zu den Gustloff-#erken, Werk Buchenwald hinter den Zivilbar ken ungefähr 150 Häftlinge ohne jeder Arbeit sitzend. ‚ie seine Aufforderung, an die Arbeit zu gehen, sahen ihn diese ftlinge ent- rüstet an und blieben weiterhin sitzen, Erst als einem 5 kG > brauch machen wollte, erhob sich dieser Schwarm vor tlingen, welc N sich dann nur schleichend zu ihren Arbeitsplätzen begaben. kuf seinen 14 Vorhalt, warum die Häftlinge nicht arbeiteten, gaben ihm die kupos Vorarbeiter zur Antwort, sie hätten keine geeignete Handhabe, die linge zur Arbeit anzuhalten. Außerdem befürchten sie, selbst bestraft zu werden, wenn sie gegen die Häftlinge zgüchtigend vorgehen. Diesen Zustand findet man oft auf den einzelnen Baustellen und Arbeits- kommandos, da der Pührung des Schutzhaftlagers keine wirklich wirksamen Maßnahmen zur Bestrafung fauler und undisziplinierter Häftlinge gebit« sind. Deshalb häufen sich auch von Tag zu Tag die leldungen seitens der Poaten- und Kommandoführer, daß es die Häftlinge an dem notwend!- gen Arbeitseinsatz mangeln lassen. Viele strafbare Handlungen wären mit Arrest zu ahnden,. Diese Maßnahme kann jedoch wegen Überfüllung des Zellenbaues nicht durchgeführt wer- den, de dieser zum großen Teil mit Angehörigen belegt ist, a ART dee da, IE sHauptsturnftfärer. u en TANTE PESRERRIEN N, KRANKHEIT hr PR6T pupmpsmnaq “Ziagpuns Aoq4ay uoa Zunupıaz‘ vonpinpoN“ 88"AV yporaıyunıg“hyzyyjsp,L suog uoa Dunupnaz 68 94V ‘„agjodfnv npıu SS aıp uuom“noqıy“ NEHYEEHHEHEFNEHVEHHHHHEHHHYEHFHHNN _ vY MRHD AAN DRIN IKEHTE ” AT Dora Bir der Hu lin, Di stituts j 1945 K Abb. 84 Maifeier 1944 RS DJ =>) — SS > S g vd = S S vd a < N RS} = < ı EV Ss S — v {>} x Ss S ao Ss Ss = -S vo N = Ss NN S S = ES S S ei „Dänische Abb. 85 . FREE FESTE ET Bee ge EEE= np zn- En wer u EEE DEE E ee REEL ALL ZELL DL Eee er. ee N ET TORE A} NEN Kt IHARRAN BEER FRTRR EINE) Mitglieder des Internationalen Lagerkomitees Abb.86 Prof. Dr. Walter Bartel (Deutschland),° 1904, 1933-1935 Zuchthaus Brandenburg, 1939 bis 1945 KZ Buchenwald, Prof. an der Humboldt-Universität, Ber- lin, Direktor des Deutschen In- stituts für Zeitgeschichte, Berlin Abb.89 Henri Glineur(Belgien), ® 1899, 1944-1945 KZ Buchenwald, nach 1945 Senator, jetzt Mitglied des ZK der KPB Abb. 87 Ernst Busse(Deutsch- land),° 1897, Reichstagsabge- ordneter der KPD, 1933-1936 Zuchthaus Kassel, 1936-1945 KZ Lichtenburg und Buchenwald, 1952} Abb. 90 Jan Haken(Holland) ° 1912, 1942-1945 KZ Buchen- wald, 1946-1956 Mitglied des Parlaments, 1956} Abb. 88 Domenico Ciufoli(Ita- lien),° 1898, 1939-1943 in fran- zösischen Zuchthäusern, 1943 bis 1945 KZ Compiegne und Bu- chenwald, 1948-1953 Mitglied des italienischen Parlaments, Mitarbeiter des ZK der KPI Abb. 91 Otto Horn(Österreich), ° 1905, 1937 Haft unter dem Schuschnigg-Regime, 1939-1945 KZ Buchenwald, jetzt Sekretär der Privat-Angestellten-Gewerk- schaft, Mitglied des Generalrats des WGB, Mitglied des Polit- büros des ZK der KPÖ an u ae und en Dun Zutat ns nn Rn en nn nn er Dan mr na me nm ne en ITS-. bu an De Me ann Se u Te Dee LEE SE SE en en he in et© me EHRE AR Abb. 92 Emil Hr3el,(CSR), ° 1901, 1939-1945 KZ Dachau und Buchenwald, jetzt Botschaf- ter der CSR in der Moneolischen Volksrepublik Ahb.95 Nikolai Kjung(UdSSR), ° 1917, 1943-1945 KZ Buchen- wald, jetzt Lehrer und Mitglied des sowjetischen Komitees der Kriegsveteranen Abb. 93 Kvetoslav Innemann (ESR), 21910, 19389219457 KZ Dachau und Buchenwald, jetzt Mitarbeiter des ZK der KPC Abb. 96 Harry Kuhn(Deutsch- land),° 1900, 1933-1936 Zucht- haus Luckau, 1939-1945 KZ Bu- chenwald, jetzt Sekretär der Ge- werkschaft Wissenschaft Abb.94 Jan Izydorczyk(Polen), ° 1900, 1943-1944 KZ Auschwitz, 1944-1945 KZ Buchenwald, jetzi Mitglied des ZK der VPAP, Ab- geordneter des Sejm Abb. 97 Frederic Manhes(Frank- reich)° 1889, 1944-1945 KZ Bu- chenwald, Ehrenpräsident der FIR, 1959} LERREIN Ar Abb. 9 ° 191, wald, präsidh slow Abh ( Uass Bud Abb. 98 Alois Neuman(CSR), ° 1901, 1939-1945 KZ Buchen- wald, jetzt Minister und Vize- präsident des ZK der Tschecho- slowakischen Sozialistiscnen Partei Abb. 101 Nikolai Simakow (UdSSR),° 1915, 1941-1945 KZ Buchenwald, jetzt Ingenieur URL NN EEE EN Abb. 99 Marcel Paul(Frank- reich),° 1900, Minister der ersten französischen Nachkriegsregie- rung, Mitglied des ZK der KPF, Vorsitzender des Internationalen Buchenwald-Komitees, Vize- präsident der FIR, General- sekretär der Gewerkschaft Energieversorgung Abb. 102 Iwan Smirnow(UdSSR), » 1898, 1943-1945 KZ Buchenwald, jetzt Rentner RIRISHRITERTTERT EIS HEHE UEUEHHHUVEYERTENERN EN Abb.100 Gustav Schuster(Öster- reich),° 1904, 1934 und 1936 in Haft, 1939-1943 KZ Buchenwald, 1943} Abb. 103 Dr. Rudi Supek(Jugo- slawien),° 1913, 1942-1944 Haft und KZ Compiegne, 1944-1945 KZ Buchenwald, jetzt Dozent an der Universität Zagreb INHHEHEYNEHUHUHEHHEUHHVEHHHHHFTTT BI ann engen an N ‚chlecht feshare ."hl zenfier Mmerden "DER Dernichiek, Fonnen nn Digg: Abb. 104„Friedenstaube“, Zeichnung aus einem Brief von Emil Filla, CSR u nn m ee rn Abb. 105 Holzschnitzereien von sowjetischen Häftlingen Fe EREIGNETE DE Gran x ED Dee EEE EHE HEERES GE BE are EHER SCHAUE RFHRERTETTERTUGTE AEeN KH te Gesicht“, aus dem Holz der Goethe- Eiche von Bruno Apitz, Deutschland „Das let Abb. 107 ar = S nr2 = S SR Ss SS o s3 sy > SI S SA Ku x NER S<« EIS =) SS SR oa N ES $ S Ss AS S< Ss IS) SQ S S S S u[) | EB >» S = S SI Ss S S ei NH a [| "S Ss Ss n a — ES -Q < ne u en u DD DE LE LE LE DRG LE EL TE TT. 7 nn Te Te EEE L LE„ RI TETUE nr ze a Bean pen ae Abb. 125 Kabarettveranstaltung am 1. Mai 1945 Abb. 126 Urteilsverkündung im Buchenwald-Prozeß 1947 HUNHNEHHHHUE lhetete th brhehhe Abb. 127 Pilgerfahrt 1954, CSR-Delegation übergibt Erde aus Lidice Abb. 128 Entwurf des Buchenwald- Mahnmals von Prof. Fritz Cremer - RR Ar ARRERT FFREFFRÜRR u=“ een%. x nah Eu BETEN EHRHEGHREGE EETGEIGEIEIFTRR SG: de BRRRRRHRHEN IHRHRRHRRRCHEN KIN KE ACn CSR-Delegation $ Lidice 128 uch nwald- { Fritz Cremer KH Ab i\ h ıF I 4 I! ii ih Kr il ; d H j HEHRYEHUEHHETTERTIG REITEN RT TUT Du IULHUHVUNN KEHHRYHRFHHERIEENEEUENEENUEFENKUENDENTT ERRYERPENTET N Fer E he 23 == = 5 5 x E> F Es= = 2 =o= |= kam, Je = | ES =| 5 = Ä HICHE EHEN " AUGE u ki BUN Ken z — E er=: = “= { RERDERE ee TE RHEIN INT {KRHNDEI AR a BUCHENWALD Mahn- und Gedenkstätte Ein Bildband> Herausgegeben vom Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer mit einem Vorwort von Arnold Zweig Je 20 Seiten Text in deutscher, rus- sischer, französischer und englischer Sprache und 96 Seiten Bildteil, Ganz- leinen mit Cellophanumschlag etwa 25,- DM Buchenwald- im Herzen Deutsch- lands gelegen und nahe Weimar, der Stadt der deutschen Klassiker— hatten die braunen Machthaber zu einer der grausamsten Folterstätten faschisti- scher Barbarei gemacht. Heute erhebt sich in diesem herrlichen Wald, auf dem Rücken des Etters- bergs, die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald. Unver- gänglich ist der Ruhm der mutigen Kämpfer gegen Tyrannei, für Frieden, Freiheit und Menschenwürde. Ehrenmal und Mahnmal zugleich, appelliert die Nationale Mahn- und Gedenkstätte an das Gewissen aller friedliebenden Menschen, nie mehr zuzulassen, was sich auf dem Rücken des Ettersbergs ereignete und zur Schande Deutschlands wurde. Dieser repräsentative Bildband doku- mentiert diesen heroischen Kampf der Helden von Buchenwald und die nationale Bedeutung der Mahn- und Gedenkstätte. DM 15,00 DELETE KLEE KERNE HET u HWHNMKRERFD 5 ” f x zer mai: 5 88%: he LE aehe! ieh: eben 3 ax x et 4 2 7 a rn Sera RE SER gs a TIL ea 3, dere asterri 3 h) 7 27 U EENORER 4 errnry ie 4 Y ee a emmenfaamens ex Fr WERT SP T[ o 2 N RL ee ech& R N Se Ba» SS, SYS gt In(mpmaa! a2; 1 7>” fe srerest n . gugr IS h x - N N N ’ er ierneiken E\ LE u u 25 Se Een r Sea Lach 7 SENDEN » TUFHUNNHUNNRHSUNGE UNION NEÜHERUNGENEN EN Pet& Grey Control Chart Cyan Green Yellow Red Magenta Grey 3 Grey 4 Black ue | White Grey 1 Grey 2 I. 'W cm ee A B ERTTTCHHUTIE