UB GIESSEN ıl|| II III) Il) I 27 017 282 ll Il TER AUS GORIN! AUS GORINGS SCHREIBTISCH- EIN DOKUMENTENFUND Heike Duill Marianne Groß Breidensteiner Weg 74 6000 Frankfurt/M. 90 Telefon 0659/7893358 AUS GÖRINGS SCHREIBTISCH EIN DOKUMENTENFUND BEARBEITET VON T.R. EMESSEN 73| HISTORISCHES KABINETT ALLGEMEINER DEUTSCHER VERLAG- BERLIN 1947 Univ.-Bibi | Giessen Te Alle Rechte orbehalten Copyright 1947 by Allgemeiner Deutscher Verlag, Berlin W 8 Druck: Berliner Verlag GmbH, Berlin W8 Umschlagentwurf: Klaus Wittkugel Printed in Germany- Bestell-Nr. 1 Das nazisti Auf ewige Butter sta Höchstgeh: Der Körpe Verfluchteı Der Kunst Wer Arier Positives.( Die Futter Erz für de Waffen fü: Unabhäng; Auftakt in 3. Deyige Inhaltsverzeichnis Seite Basenazistische,„EEINZIDY nn. nee anne 10 PIIWEWIBERZEILEN.„a een eg aneneh en 12 Buster=statt Kanonen#2. 2. Ne... ee 13 Eiochsteehalt: Tausend Mark.,........ nn 16 Der Körper braucht mehr Raum als die Seele.... 19 Nertluchter. Hunser nach Gold’..............0.. 28 DERFRSUNSTLITANN ea ee sa een 32 er Arier ist; bestimme ich!........ 2. Sun. 0200:, 46 EBosutivesiChristentum........n un. ea no Sara 51 Wieskutterkripne.......::.20nu.. ne 57 EirzktundenyA-Rallen 2. nu ne 72 Vattenstursehlnar"8 un. 20.1.0: See Se ae„85 Unabhängig oder nicht: Schicksal Österreichs...... 93 Aiiktaktın Danzig... nee Seiner 120 Verzeichnis der Dokumente Seite ir Eraburkunde Görings, 23, 7.1937....2........319 2. Abrechnung für Görings Koch, 1. 10. 1937.... 14 3. Einkommensbescheinigung für den Reichsluft- fahrtminister Göring, 22.2. 1937.2...2.222.%5 rt 4. Lohnzettel f.den Ministerpräsidenten, 25.1.1937 18 Beniınthe an GörınS, 20. 82.1937......2. 2.022. 19 6. Munthe an den Verlag Paul List, 25. 8. 1937.. 22 BerNtmıntheanGoring; 25.101937 272202... 008 22 Bermiıntnean Göring; 17.11. 1937 2,..2..2.2.. 3% 24 9. Göring an Munthe, 6. 12.1937.............. 265 Jin W8 10. Görings Büro an Neumann, 16. 12. 1937...... 29 Plesttassell an Göring; 23. 12, 1937 2 2...2... 224% 32 12. Devisen für Filmschauspieler, Ufa, 16. 12. 1937 33 13. Devisen für Filmschauspieler, Tobis, 16.12.1937 34 7 | \ 47. Seite Devisen für Filmschauspieler, Terra, 16.12.1937 36 . Furtwängler an Göring, 11. 12. 1937.......... 37 BxGöuine an Furtwängler; 16.12:1937 2.02 7 38 „ Eurtwängler. an; Göring, 23412.1937 0.0... 2 40 19. Göring an Gründgens, 20.3. 1938.02. 2022 45 1% Keppler an Göring, 18.6,.193. 2. ws ne re 47 PU: Goring an Bouhler, 23.2.1937 ea 49 2 Göring an TImhausen. 23.:7.41937 2... 0 2% 50 22. Görings Büro an Keppler, 3. 8. 1937.......... 50 23. Iudendorff an Göring, 3.5.1937..>. 002 2 52 RA... Gorıng an. Ludendorft, Ze.19ı7 2 20 65 or Kernl-an Körner, 7. 1, 19887... 0 ee 58 RirlXerr] an Göring, 8. 1.1938... 0.0000 0088 60 Al GorinE an Kertl, 31.1.1938. en 62 2a: Wer] an. Göring, 24.1.1988 200 020 20008 65 28. Rosenbergan Hitler; 6. 2.1988. 0.20 68 3u2 Hassell’an Göring, 18.2.1938... 000 00 71 81. NRöchling’an Göring; 27.3.1037... 0 73 32. Göring an Schwerin-Krosigk, 24. 8. 1937...... 81 33. Göring an neun Industrielle u. Krupp v. Bohlen, DA ONTIBL N a le a ee ee 82 81. Hueber'an Göring, 16.11.13... 84 35. Göring an Oshima, 7. 51gss 4 na 86 36. Oshima an Göring, 18. 5. 1938 nn, 89 87. Papen an Neurath, 1.9.1937#0. 22.072 94 AB Papen ar Göring, 16.11.1937, 98 89, Schmidt an Göring, 25.1. 032 2. 0 101 20..Göring an Schmidt, 8. 3.1938 0.2 cn 0 0 105 21. Hitler an Mussolini IL. 3.193885... 20 108 42. Görings Schwester an ihren Bruder, 15.3.1938... 119 . Protokoll über die Mitgliederversammlung der NSDAP in Danzig, 20. 10. 1936 Gl der überföß, der Bor Belımı Grabpr Eeltior Dekument N. Foksimilg des, n, ‚10 „105 „108 „119 er 108 GRABURKUNDE NR#40 Der Oberbürgermeifter der Haupfitadt der Bewegung überläßt nad; Maßgabe der hier aeltenden Gräberordnunaen. der Borfahriften für Denfmäler und Grabilätten der beionderen Beftlimmungen für den Waldfriedbof und der iemeıla aeltenden Grabpreicorbnung die a Erftion 76 Reihe FR_den elle Sriedhorca an Herrn Koıy erzeugen tserden een Caenrıwore za. Say. Re ‚eolö fein /ıke Zamilenarab zur Benükuna auf die Dauer pon— pafarner”- ohren mit Wirtung ER fat 47 wofür heute die Gebühr mt— 172-AMImE Audilaben Ya wurderegien PR PIPESHP PEDP TI TEE bezahlt wurde Bir arab wir Auen ur RAR sesct en die uf ewige Zeiten ın zıe Afle,e uns Senne Eur Se EB werzalt ung Übernensen werzen(imtachrıd sea Übersur rgeruristers von 2«vw.i 1537). Münden, am 2 pr 197 Der Sri = kentetna 4 HLIHLG eu ee Dokument Nr. 1. Graburkunde Görings. Faksimile des Originals. Textabdruck:$. 13 en Das nazistische„Prinzip‘‘ Dokumente der nationalsozialistischen Schreckensherr- schaft sind seit dem Zusammenbruch in Fülle veröffent- licht worden, zumal im Zusammenhang mit dem Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg. Sie haben auch denen die Augen geöffnet, die sie bisher krampfhaft geschlossen hielten. Die Schriftstücke, die auf den folgenden Seiten ver- öffentlicht werden, tragen ein eigenes Gesicht. Sie sind in Görings Amtszimmer gefunden worden und ent- stammen den Jahren 1937 und 1938, also einer Zeit, in der weite Kreise des deutschen Volkes, aber auch gewisse Gruppen des Auslandes sich über die wahre Marschroute des Nationalsozialismus noch nicht klar waren. Innenpolitisch waren zwar wichtige Forderungen seines„unveränderlichen“ Parteiprogramms von 1920 noch nicht in Angriff genommen; weder die Brechung der Zinsknechtschaft, noch die Verstaatlichung der be- reits vergesellschafteten Betriebe(Trustz), noch die Ge- winnbeteiligung an Großbetrieben, noch auch die Boden- reform waren durchgeführt. Aber die Beseitigung der Arbeitslosigkeit durch die Aufrüstungsmaßnahmen und die scheinkare Hebung des Lebensniveaus hatten die Massen geblendet; sie konnten infolgedessen nicht sehen, daß fundamentale Grundsätze des Programms längst aufgegeben waren. Außenpolitisch wußte sich der Nazismus trotz aller seiner Provokationen den An- schein eitler Friedensliebe zu geben, seine mehr oder weniger offen betriebene Rüstung entsprang, angeblich und getarnt, rein defensiven Absichten. Demgegenüber zeigt sich in diesen Dokumenten das Hitler-Regime ohne Maske. Es wird aus ihnen er- schreckend klar, daß die„Hoheitsträger“, bei Hitler und Göring angefangen, an die im Parteiprogramm 10 @ verkündete sich hielter ziges Prinz alles war( Ziele im VW des imperi: Sich persön. sucht war Handelns; Genußsuch! Auftraggeb gierigen Ir zweiten W kalkulierte: maten, die logenen Kı ihren Geli sammelte s Speichellec Das nazisti Arroganz, in diesen D Hintergrün Weiter auf Was aber empören y üie sogena Wie sie et „Mein Kan ügsten Jal QUr Vorgeti eltanscha Wertiger, f Värde, unt ensherr- eröffent- n Prozeß erg. Sie ie bisher ten ver- Sie sind ınd ent- ner Zeit, ber auch je wahre icht klar jerungen von 1920 Zrechung : der be- ı die Ge- ie Boden- gung der men und ıtten die on nicht ogramms ıßte sich den An- ehr oder ‚„ngeblich nten das hnen Ei- ci Hitler rogramM verkündeten Grundsätze weder selbst glaubten noch sich hielten, daß vielmehr Prinzipienlosigkeit ihr ein- ziges Prinzip gewesen ist. Alles erlaubten sie sich, und alles war erlaubt, wenn es nur nicht ihrem einzigen Ziele im Wege stand, der Vorbereitung und Führung des imperialistischen Krieges, den sie brauchten, um sich persönlich an der Macht zu halten. Denn Herrsch- sucht war das treibende Motiv ihres Denkens und Handelns; Herrschsucht, verbunden mit Habsucht und Genußsucht. Darin trafen sich die Naziführer mit ihren Auftraggebern, den Führern der Wirtschaft, den profit- gierigen Industriellen und Bankiers, die auch einen zweiten Weltkrieg gewissenlos in ihre Geschäfte ein- kalkulierten; ihnen sekundierten charakterlose Diplo- maten, die angeblich für Deutschlands Größe ihre ver- logenen Kniffe anwandten, in Wirklichkeit aber nur ihren Geltungshunger befriedigen wollten. Um sie sammelte sich das ganze Gesindel der Stellenjäger und Speichellecker, der Mitläufer und Nutznießer. Das nazistische Sittengemälde aus Korruption, Eitelkeit, Arroganz, Unfähigkeit und Überheblichkeit tritt auch in diesen Dokumenten zutage. Die weit zurückliegenden Hintergründe des imperialistischen Krieges werden weiter aufgehellt und zum Teil neu beleuchtet. Was aber jeden unbefangenen Leser so besonders empören wird, ist die Bekräftigung der Tatsache, daß die sogenannte nationalsozialistische Weltanschauung, wie sie etwa im Programm der NSDAP, in Hitlers „Mein Kampf“ und in Rosenbergs„Mythus des zwan- zigsten Jahrhunderts“ so emphatisch verkündet wurde, nur vorgetäuscht war. Es gab keine nationalsozialistische Weltanschauung. Es gab eine Clique abgefeimter Minder- wertiger, die unter Hintansetzung jeder Menschen- würde, unter Ausnutzung aller bösen Instinkte Schind- 11 iuder mit der Nation und der Menschheit spielten, bis die Nemesis der Geschichte sie ereilte. Der Wiederholung eines solchen Regimes vorzubeugen, muß die Anstrengung aller Gutgesinnten sein. Diesem Ziele dient auch die Veröffentlichung der Dokumente „Aus Görings Schreibtisch“. Auf ewige Zeiten An die Spitze unserer Veröffentlichung stellen wir Hermann Görings Graburkunde, als Titelbild und als Symbol. Der Oberbürgermeister der„Hauptstadt der Bewegung“ hat sie am 23. Juli 1937 ausgefertigt, zur Zeit, da Göring als Beauftragter des Vierjahresplanes den Weltkrieg vorbereitete, an demselben Tage, als er seine„Reichswerke“ gründete und auf der Höhe seines Einflusses stand. Die Urkunde bedient sich der üb- lichen vorgedruckten Formeln und gilt danach für 45 Jahre. Aber typisch nationalsozialistisch ist der in Schreibmaschinenschrift hinzugefügte Satz:„Auf ewige Zeiten“ wird das Familiengrab„in die Pflege und Ob- hut der Stadtverwaltung übernommen“. Welche Pro- vokation der Weltgeschichte! Es ist dieselbe ungeheuer- liche Überheblichkeit, die das Reich der Nazis zu einem tausendjährigen machen wollte. Aber noch zwei andere Symptome liegen in diesem Zusatz. Einmal die groteske Überschätzung der geschichtlichen Bedeutung eines Mannes wie Göring, über den ja sogar Seine eigenen Parteigenossen immer abschätziger zu urteilen gelernt haben. Dann aber auch die widerliche Beweih- räucherung, die der Oberbürgermeister Münchens mit diesem amtlichen„Entscheid“ vornahm:„auf ewig“, schrieb er; und konnte doch nicht einmal die Zer- trümmerung seiner Stadt innerhalb der nächsten acht Jahre voraussehen, 12 Dokumen überläßt n ordnungen, stätten, dei friedhof un Grabstätte hofes an Hr mann Gö Familiengr: undvierzig: zuzaRn Buchstaben ‚mark— be stütten auf und Obhut (Entscheid München,( (Stempel) Butter sta Dieser Mar zerstreut y regefünrt ın Obhut{ &, bis Dokument Nr. 1. Graburkunde Görings:| Graburkunde Jeugen, Diesem Nr. 4100 mente Der Oberbürgermeister der Hauptstadt der Bewegung überläßt nach Maßgabe der hier geltenden Gräber-! i ordnungen, der Vorschrijten für Denkmäler und Grab- N en wir; stätten, der besonderen Bestimmungen für den Wald- u ind als j friedhof und der jeweils geltenden Grabpreisordnung die N dt ger i Grabstätte Sektion 76, Reihe 4, Nr. 1 des Wald-Fried- st, zu 0) hofes an Herrn Ministerpräsidenten Generaloberst Her-| splanes| mann Göring— Reichsluftfahrtminister als sein ‚als er 1 Familiengrab zur Benützung auf die Dauer von— fünf- I ‚ seines| undvierzig Jahren mit Wirkung ob——— 17. Juli 1937 H er üb-;———, wofür heute die Gebühr mit 1125 RM— in 1 ch für| Buchstaben: Eintausendeinhundertzwanzigfünf Reichs- h der in| ‚mark— bezahlt wurde. Das Grab wird unter jene Grab- j ' ewige stätien aufgenommen, die auf ewige Zeiten in die Pflege j nd Ob-| und Obhut der Stadtverwaltung übernommen werden N e Pro-|(Entscheid des Oberbürgermeisters vom 1. Juli 1937).| heuer-|' einem"München, am 23. Juli 1937.\\ andere| Der Oberbürgermeister i :oteske| j In Vertretung: Im Auftrag: j' k ze i Unterschrift Unterschrift N az(Stempel) Stadtrat Städt. Direktor eweih- ns mit Butter statt Kanonen ewig“,)- Dieser Mann, dessen Asche inzwischen in alle Winde o Zer-| zerstreut wurde, damit sie nicht von Kumpanen oder ichsten Irregeführten, die nicht alle werden,„auf ewige Zeiten“ in Obhut genommen werden kann, hat zu Lebzeiten 13 F nach Kräften dafür gesorgt, daß Erz für die Kanonen seines imperialistischen Krieges gefördert wurde. Er gab bekanntlich dafür die Parole aus„Kanonen statt Butter“ und drosselte die Fettrationen für die Bevöl- kerung, aber beileibe nicht die für sich. Er pflegte zwar bereits in diesen Jahren der Rüstung zu sagen: „Ich bin auch schon dünner geworden“; aber sein wachsender Leibesumfang strafte ihn Lügen, so daß die Propaganda damals verbreiten mußte, er leide an Dokument Nr. 2. Abrechnung für Görings Koch: Endabrechnung Koch Krüger Aufstellung über die in der Zeit vom 21.1. bis 30.9. 1937 an Krü- ger gezahlten Beträge Datum Betrag Aufstellung über die in der Zeit vom 1. 1. bis 50. 9. 1937 erfolgten Lieferungen Lieferzeit (Monat) Betrag 12.1.1937 BM 1000,-- 4.2.1937 15.2.1937 13.3.1937 3.4.1937 10.4.1937 20.4.1957 4.5.1937 26.5.1937 18.6.1937 24.2.1937 17.8.1937 3.9.1937 10.9.1937 4 000, 3 000,— 3 000,— 1500,— 2 000,—- 1600, 2 000,.— 3000 5.000,— Gesamt: RM 37 100,— 14 Januar(Rominten) RM 329,57 Januar(Berlin) 2 690,94 Mebrtan 3 297,48 März a 3 930,74 April n 4 246,36 Mai 3 974,33 Juni; ROSEN, Juli® 5 451,94 August 1822,90 September ‚, 5 891,21 August(Berchtesgad.) 946,88 September(Rominten) 114,69 Wustrow(Manöver) 26,55 Restforderg. Dez. 1936 1165,02 Gesamtausgabe: RM 38 205,98 Aeneon Dem an Krüg bis 30.9. 1992 Höhe von stehen für di Höhe von gegenüber, Es ergibt sich für Krüger ei Dieser angebl die gleiche Zei derungen ent. a) bei der Fü lieferant) Lieferung » b) Bei der Fi Restsumm Juli 1997 Lieferun g Abzüglich Bleibt eing hronischer F nonen Br statt 3evöl- flegte sagen; sein 0 daß de an och: er Zeit rungen Betrag 329,57 690,94 297,48 930,74 216,36 974,83 017,17 151,94 822,90 891,21 946,88 414,69 96,55 165,08 — 205,98 — Dem an Krüger in der Zeit vom 1. 1. 1937 bis 30.9.1937 ausgehändigten Betrag in Höhe von RM 37 100,— stehen für die gleiche Zeit Ausgaben in Höhe von 38 205,98 gegenüber. Es ergibt sich somit rein rechnerisch RM 38 205,98 — 37 100,— für Krüger eine Gutschrift in Höhe von RM 1105,98 Dieser angeblichen Guischrift stehen für die gleiche Zeit jedoch noch folgende For- derungen entgegen: a) bei der Firma Nicoiia, Berlin(Fleisch- lieferant) Lieferung Juli 1937 mit RM 133,93 7 Aug. 1937 ,, 180,66 . Sept. 1937, 804,83 RM 1118,82 b) Bei der Firma Rollenhagen, Berlin Restsumme aus der Lieferung Juli 1937 RM 965,75 Lieferung Aug. 1937 mit 1449,73 Sept. 1937 ,, 5 019,64 7 435,12 Mithin Gesamtforderung RM 8553,9J Abzüglich der Gutschrift in Höhe von 1105,98 Bleibt ein@esamtfehlbeirag inHöhevon RM 7147,96 chronischer Fettsucht. Daß dem nicht so war, sondern der mit der Rüstung beauftragte Vertrauensmann Hitlers in seinem persönlichen Einzelfall eine Ausnahme machte, beweist— neben der Tatsache, daß er in der Haft sehr wohl abzunehmen verstand— eine in dem Dokumentenbündel gefundene„Endabrechnung“ seines 15 | Kochs über Nahrungsmittellieferungen an das Haus Göring in drei Vierteljahren des Jahres 1937. Danach hat sein Privathaushalt monatlich durchschnittlich für rd. 4000,— RM Lebensmittel, und davon in erheblichem Umfange Fleisch und Fett verbraucht; wie aus der Angabe der Lieferanten zu entnehmen ist. Höchstgehalt: Tausend Mark Ein Hauptprogrammpunkt der nazistischen Werbe- versammlungen war die scharfe Ansage eines Kampfes gegen die hohen Gehälter, die die angeblich„nur nach Parteigesichtspunkten ohne Rücksicht auf Charakter und Fähigkeiten“(sog. Parteiprogramm Punkt 6) ein- gesetzten Stellenträger in Staatsdiensten der Weimarer Republik sich selbst ausgesetzt haben sollen. Kein Beamter sollte im Dritten Reich mehr als 1000 Mark monatlich beziehen dürfen. Mit diesem Versprechen wurden insbesondere die Angehörigen des Mittelstandes gewonnen, die Handwerker, die kleinen Gewerbe- treibenden, die unteren Beamten und die schlecht be- soldeten Volksschullehrer. Brausender Beifall erscholl an dieser Stelle immer in den Massenversammlungen. Dazu kam die alte Forderung nach Steuergerechtigkeit, die besonders von dem allgewaltigen Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, Reinhardt, betrieben wurde. Diese Grundsätze galten natürlich nicht für die füh- renden Nazis und erst recht nicht für Göring. Für seine gewaltigen Einkünfte unterhielt er ein besonderes Steuerbüro, aus dessen Schriftwechsel sich unter den Dokumenten gleichfalls bezeichnende Stücke finden. Die darin beschäftigten Spezialisten für Steuerhinter- ziehung gerieten sich gelegentlich in die Haare. Beson- . ders charakteristisch und beispielhaft sind aber daneben die amtlichen Steuerbescheinigungen des Preußischen Staatsministeriums für Göring als Ministerpräsident 16 Krımn. 2er nern: und des Reic Juftfahrtmin. beiden Amt gleichfalls be tagspräsiden insgesamt# als„Aufwan halt als pr jährlich 157 von dem G: von jährlich Hierbei ist aus Amtsste Sein Haupt besondere E Schenken“, Dokumen: für den Re Herr Gen sterium hat: steuerpflich! Davon rwurc nd an das Berlin, de *) In die Schädigung liegen, 32(ri, as Haus Danach tlich für eblichem aus der Werbe- Kampfes jur nach harakter 6) ein- /eimarer 1. Kein 90 Mark sprechen Istandes ewerbe- echt be- erscholl nlungen. htigkeit, retär im wurde. lie füh- ir seine onderes ter den finden. rhinter- Beson- janeben ‚Bischen räsident und des Reichsluftfahrtministeriums für ihn als Reichs- luftfahrtminister. Danach hat Göring allein für diese beiden Ämter— er hatte aber noch zahllose andere, gleichfalls besoldete, inne, darunter das Amt des Reichs- tagspräsidenten und des Reichsforstmeisters— jährlich insgesamt 43956 RM erhalten; davon waren 18000 RM ‘als„Aufwandsentschädigung“ steuerfrei. Von dem Ge- halt als preußischer Ministerpräsident in Höhe von jährlich 15795 RM zahlte er ganze 190 RM. Steuern, von dem Gehalt als Reichsluftfahrtminister in Höhe von jährlich 283160 RM nur 10 Prozent= 2332 RM. Hierbei ist zu bedenken, daß die Einkünfte Görings aus Amtsstellungen nur eine Art Trinkgeld darstellten. Sein Haupteinkommen entstammte Geschäften, ins- besondere Beteiligungen an der Industrie, und—„Ge- schenken“. Dokument Nr. 3. Einkommensbescheinigung iür den Reichsluitiahrtminister Göring: Bescheinigung Herr.-Oberst Göring vom Reichsluftfahrtmini- sterium hatte in der Zeit von 1. 1. 36 bis 31. 12. 36 ein steuerpflichtiges Bruttoeinkommen von 28 160,40 RM*). Davon wurden 2832,96 RM an Lohnsteuern einbehalten und an das zuständige Finanzamt abgeführt. Berlin, den 22. Februar 1937. Gebührnisstelle des Reichsluftfahrtministeriums Rohsnrer: *) In diesem Betrag sind 4800,— RM Aufwandsent- schädigung enthalten, die nicht der Lohnsteuer unler- liegen. 17 Ba. 2(Göring) Dokument Nr. 4. Lohnzetiel für den Ministerpräsidenten Göring: Lohnzettel Gemäß$ 48 der Lohnsteuerdurchführungsverordnung für——— das Kalenderjahr 1936——— die Zeit (Familien- und Vorname)(Beruf) in Berlin W 8, Leipziger Platz 11a Platz Nr. Finanzamt Mitte(43/323/1936) Nr. der Steuerkarte 43/309/1937 hat für den oben angegebenen Zeitabschnitt von dem Unterzeichneten erhalten: l.an. laufenden Bezügen ohne Abzüge%26595,72 RM 2.an sonstigen einmaligen Bezügen, insbesondere(Tantiemen, Grati- fikationen usw.) .an SBachbezügen(Wohnung, Kost, Licht, Heizung, Kleidung usw.) .an Dienstaujwandsentschädigungen, ohne Abzüge. .an sonstigen Beträgen, auch soweit sie nicht für steuerpflichtig gehalten werden. zusammen 15 795,72 RM Die einbehaltene Lohnsteuer beträgt 190,32 RM An Die Richtigkeit bescheinigt:. das Finanzamt Mitte Berlin, den 25. Januar 1937 in Berlin (Am Weidendamm 1a)(Stempel und Unterschrift) 18 Der Körper Freilich hatte Unkosten und Man denke a Schorfheide, 2 er sich alle ih genommen, V schwedischen auf der Insel Deutschland ı Göring, ist w: gewesen. Die berühmten Ru lich großen Ei brachten die tionelle Mitte Munthes nich dementieren, nes Schreiber ment 6). Dal als Erholungs Dokument| An Seine Ex Ich erlaube bens an die List, Leipsi ig, "nd ist jeder Ich bleibe 7 Mat und ") Übergetay Paksimile des carte hnitt RU Der Körper braucht mehr Raum als die Seele Freilich hatte der geplagte Mann auch eine Menge Unkosten und nicht nur für Fleisch- und Fettwaren. Man denke an Carinhall, sein Märchenschloß im der Schorfheide. Zur Ausstattung dieses„Anwesens“ hatte er sich alle ihm bekannten Lustschlösser zu Vorbildern genommen, vor allem die sagenhafte Besitzung des schwedischen Arztes und Schriftstellers Axel Munthe auf der Insel Capri, die den Titel für ein auch in Deutschland vielgelesenes Buch hergab: San Michele. Göring ist wiederholt Gast Munthes in San Michele gewesen. Die Eigenart und die Kunstschätze dieses berühmten Ruhesitzes haben auf Göring selbstverständ- lich großen Eindruck gemacht. Über die Besuche Görings brachten die ‚ausländischen Zeitungen damals sensa- tionelle Mitteilungen, die dem internationalen Ansehen Munthes nicht gerade nutzten. Er beeilte sich, sie zu dementieren, und übermittelte Göring eine Kopie sei- nes Schreibens an seinen deutschen Verleger(Doku- ment 6). Dabei bot er Göring seine Villa auf Capri als Erholungsaufenthalt„zur Leihe“ an(Dokument 5). Dokument Nr. 5. Brief Munthes an Göring*): Solliden, August 20.[1937] An Seine Exzellenz General Göring! Ich erlaube mir, Ihnen anbei Abschrift meines Schrei- bens an die deutschen Verleger meines Buches, Paul List, Leipzig, zu senden. Der Brief spricht für sich selbst und ist jeder weitere Kommentar überflüssig. Ich bleibe hier als Gast des Kinigs noch einen weiteren Monat und hoffe im Laufe des Oktobers wieder in *) Übersetzung des englischen Originals aus Görings Büro. Faksimile des Originalbriefs Seite 21. 19 meinem alten Turm in Anacapri zu sein. Ich hofje, daß Euer Exzellenz mich mit einem weiteren und längeren Besuch beehren werden, wenn Sie das nächste Mal zu „Gottes eigener Insel“ kommen. Sie erzählten mir, daß Sie alte Türme lieben. Ich kann noch zwei weitere alte Türme zeigen, desgleichen„Castello di Barbarossa“ mit Aussicht auf San Michele, welches wirklich Ihres Be- suches wert ist. Es gehört mir, ich habe oft dort früher gelebt, wenn ich fern von Menschen sein wollte. Es stammt aus dem zwölften Jahrhundert. Was San Michele anbetrifjft, so würde ich cs Ihnen nur zu gerne leihen, wenn Sie mal wieder zu einem: wohlverdienten Urlaub kommen nach Ihrer außerordentlich großen Arbeit. Das Haus ist klein, es war von mir aus dem Empfinden heraus gebaut worden, daß die Seele mehr Raum braucht als der Körper, und es mag nicht behaglich genug für Sie sein. Prinz Philipp**) kann Ihnen über seine Vor- züge und Unzulänglichkeiten berichten. Bitte entschuldigen Sie, daß ich in Englisch schreibe, aber ich kann deutsch nicht auf der Schreibmaschine und werde zu blind, um handschriftlich schreiben zu können. Ihr sehr ergebener Axel Munthe***) »*) Prinz Philipp von Hessen, Schwiegersohn des Königs von Italien, Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau. *=*) Handschriftliche Bemerkung Görings unter dem Brief:„darken! Gg.“ Im Oktober 1937 fragte er, ob Göring Interesse habe, San Michele zu erwerben. Er halte ihn für den rich- tigen Mann an Stelle der amerikanischen Millionäre, die als einzige Qualifikation ihr Geld aufzuweisen hätten(Dokument 7). Göring verlangte nähere An- gaben und gab nach Erhalt(Dokument 8) aufschiebende Antwort(Dokument 9). Sichtlich war ihn San Michele, 20 — Aılsıa fe) 10 an ") taca the Lip tba gerzan pub] opsaso for itas 1 08 otsying be bope to be bass ) bopo Your Bıc DORT ine yoyc tovera, 1 nare arbaroaas, 07 it belanza to a Wanted to get a 48 to Sca|Itens €6A STer got ar Me olaca In on wel a0ode goro eongn for you, Ita Wertenging N 5 hi 1/0200 Omaso tn 1 aa gatrtng Dokument Nr 5 bes u R Oksjmile des en , daß geren al zu , daß e alte “mit s Be- rüher e. Es ichele eihen, 'rlaub (. Das finden aucht ‚g für ‚ Vor- vreibe, schine en Ak PN / Zönigs - dem habe, rich- jnäre, reisen An- nende chele Solliien Aug do Re 70 Ijto Hxeelleney gesoral Joring ®) taae the liberty to enelone a copy of a letter ı hare sont to tbe german publisher of ay dos, Yauı ist of Stans bns ietter op epease for itself aml neod6 no further eonzentary. 1 am oLsying here as a guaot of ibe«ing for anotber mon,. amd 1 Dope to be bass in my old touer ın Aracaprı soRetlae in sctobar. ) Bopo Your Escelleney will bonour me with another an£ longer visit aest tine yoX cone to Gods om 1niand, You t>ld me you lise cld t@ tovere. 1 have two more old towere to show Jou. and Kakarrune Ba “erbarosss, overlooaine S||ichele 1e well worth a visit Zron you. It belonzs to 00, 1 often uoed to live up tnere In old dayo enm I ‚wanted to get away from poople. It datos from tns tselftn century. “6 to Sca Ihensre 1toelf, 1 sboulä be gled to lenä It to you if. you can over get away for a wollcarmod rest From yogr trozendous aors, “be olac® io omell. it wac built by Se on the principle that tho toul neods core rooa then the body, omi It may not be ooafortablo enough Tor you, Di. Dis can tall you all about Its Bord: Ita ebertsowingse T& ER ORrvıo n30N 8 Piosse er220 tin a 1 dut 1 eannot tFperrito In gerasn nor ewadlc‘) anl a2 getting 130 blind to write ty nand Yda Ne 4. Dokument Nr. 5. Brief Munthes an Göring. Faksimile des englischen Originals. Deutsche Übersetzung:$. 19 wie Munthe schon vermutete, nicht großartig und ge- räumig genug, und er schob Devisenschwierigkeiten vor, die er in anderen Fällen— einen werden wir noch erwähnen— spielend überwunden hat. Dokument Nr. 6. Brief Munthes an seinen deukehch Verleger*): [25. August 1957] An den Verlag Paul List, Leipzig Nachdem ich von Ihnen darüber informiert worden bin, daß einige deutsche Zeitungen den Artikel einer französischen Zeitung wiedergegeben haben, der ein Interview mit mir über den kürzlichen Besuch des Gene- ral Göring in Capri enthält, bevollmächtige ich Sie, fest- zustellen, daß dieses Interview eine böswillige Erfindung von Anfang bis zu Ende ist. Durch traurige Erfahrung belehrt, habe ich niemandem in den letzten zwei Jahren mehr ein Interview gegeben. Axel Munthe *) Überseizung des englischen Originals aus Görings Büro. Das Original befindet sich unier den Dokumenten. Es ist datiert vom 25. August 1937. Dokument Nr. 7. Brief Munihes an Göring: Übersetzung desenglischen Originals.*) [25. 10. 1937] Beiner Exzellenz General Göring Entschuldigen Sie, bitte, daß ich englisch schreibe, aber ich beherrsche deutsch nicht auf der Schreibma- *) Aus Görings Büro, Das Origindi befindet sich unter den Dokumenten. 22 sching und schreiben. ich bereit% versproche sichtige. A habe ich m so geliebte ich den ric) Ihnen wäh daß Sie di ich san 1 irgend eine mich seit mehr oder Angebot e größten Fi delt es sic) alles habe, die gesamt an die Ar Lapplände; Welt keine kostbaren. ren bot mi allein 10.0 Qälten W und seinen steigen, E funden, au keinen ide Änden, be Arbeitslas Angebe, bi Bescheid;, der Bigen er®): 1957] vorden einer er ein Gene- B, fesi- indung ıhrung Jahren als.*) 1997] ‚hreibe, ‚cibma- ‚ter den EEE TEN= ge schine und bin jeizt zu blind, um handschriftlich zu schreiben. Als ich von Prinz Philipp gefragt wurde, ob ich bereit wäre, San Michele zu verkaufen, habe ich ihm versprochen, Sie wissen zu lassen, falls ich dies beab- sichtige. Auf Grund meiner fortschreitenden Erblindung habe ich mich nunmehr entschlossen, mich von meinem so geliebten alten Heim zu trennen, vorausgesetzt, daß ich den richtigen Mann finde. Der Eindruck, den ich von Ihnen während unseres kurzen Treffens hier hatte, war, daß Sie dieser richtige Mensch sein möchten und daß ich San Michele lieber Ihnen überlassen würde als irgend einem der vielen Liebhaber dieses Platzes, welche mich seit Jahren mit Kaufangeboten überschütten zu mehr oder weniger märchenhaften Summen. Das leizie Angebot erreichte mich gerade gestern von einer der größten Filmgesellschaften in Amerika. Für mich han- delt es sich hier nicht um die Frage des Geldes, da ich alles habe, was ich persönlich brauche, und beabsichtige, die gesamte Summe, die ich aus dem Verkauf bekomme, an die Armen zu geben, an meine alten Freunde, die Lappländer, und für die Tiere. Es gibt in der ganzen Welt keinen Platz gleich San Michele und viele seiner kostbaren Kunstwerke sind einzigartig. Vor über 20 Jah- ren bot mir ein amerikanischer Händler für die Sphing allem 10000 Pfund. Was immer in dieser unserer ge- quälten Welt passieren mag, der Wert von San Michele und seinen unbezahlbaren Gütern wird von Jahr zu Jahr steigen. Eine sicherere Kapitalsanlage kann nicht ge- funden werden. Auch kann man in der ganzen Welt keinen idealeren Hafen der Ruhe für Seele und Körper finden, besonders für einen Maum mit Ihrer enormen Arbeitslast und Verantwortung. Bevor ich Einzelheiten angebe, bitte ich Euer Exzellenz, mir sobald als möglich Bescheid zu geben, ob Sie immer noch beabsichtigen, der Eigentümer von San Michele zu werden. Ich werde 97 27} N erst Ihre Antwort abwarten, bevor ich weitere Schritte bezüglich eines eventuellen Verkaufes unternehme. Ihr sehr ergebener Axel Munthe Dokument Nr. 8. Briei Munthes an Göring*): Torre di Materita Anacapri, 17. November[1937] Lieber General Göring! Ich danke Ihnen für Ihr Telegramm. Wie ich Ihnen bereits in meinem letzten Brief schrieb, habe ich mich infolge meiner fortschreitenden Erblindung, wenn auch schweren Herzens entschlossen, San Michele zu ver- kaufen, wenn ich den richtigen Mann finden könnte, und daß ich mein geliebtes altes Heim lieber Ihnen übergebe als einem dieser amerikanischen Millionäre, die keine anderen Qualifikationen zur Erlangung dieses einzigar- tigen Platzes besitzen als ihr Geld. Ich selber will für mich gar kein Geld, ich habe genug zum Leben, bis ich sterbe, und ich habe keinen Wunsch, etwas zu besitzen, was ich durch Geld erkaufen könnte. Die ganze Summe würde denselben Weg wie meine Einnahmen aus meinem Buch gehen, nämlich an die Armen dieser Insel und Schwedens, nicht zu vergessen meine speziellen Freunde, die Lappländer, und zum Wohle der Tiere. Während meiner 30jährigen Praxis als Arzt habe ich alle meine Einnahmen dazu benutzt, um aus San Michele das zu machen, was es heute ist, unbekümmert um Ausgaben, und zwar oft ohne Zweifel in einer etwas leichtsinnigen Art. Mit unendlichen Schwierigkeiten habe ich vor etwa 40 Jahren Castello Barbarossa gekauft und sehr große *) Übersetzung des englischen Originals aus Görings Büro. Das Original befindet sich unter den Dokumenten. 24 Summen daz zu restaurier ich viele Mon wahrscheinlic arbeitsreiche technungen' barossa wäh Arbeit gekos nicht wenige hat, Höchsti höher, Wenn Betrag, den ich gern berı es heute da. gegenständen mit keinem. au übereigne kein für Si gekauft wor. der Körper, vergrößern, Wo ich mal, Theuter zu glich geei hinter ern Sewünscht,| Mair, Dire One Veröffe, N meinem] tätige, daß Unter der K ner Vila, d Ieglaubt ap, =) Leiter q Schritte ne. [1987] ı Ihnen mich in auch zu ver- ‚te, und bergebe e keine inzigar- will für bis ich esitzen, Summe meinem sel und reunde, ährend , meine das 2u sgaben, inmigen or etwa r große 8 Büro. Summen dazu verwendet, um die eingefallenen Wünde zu restaurieren und eine kleine Einsiedelei zu bauen, wo ich viele Monate in vollständiger Einsamkeit gelebt habe; währscheinlich waren dies die glücklichsten Tage meines arbeitsreichen Lebens. Ich besitze keine detaillierten Ab- rechnungen über das, was mich San Michele und Bar- barossa während all dieser Jahre fast ununterbrochener Arbeit gekostet haben. Aber sicher ist, daß die Summe nicht weniger als 500 000 schwedische Kronen betragen hat. Höchstwahrscheinlich war die Summe aber noch höher. Wenn Sie eine Möglichkeit sehen, mir diesen Betrag, den ich ausgegeben habe, zurückzuzahlen, bin ich gern bereit, Ihnen mein geliebtes altes Heim, so wie es ‚heute dasteht, mit all seinen Antiquitäten, Kunst- gegenstünden und Mobiliar— von denen viele Sachen mit keinem Preis der Welt gekauft werden könnten— zu übereignen. Das eigentliche Haus ist ohne Zweifel zu klein für Sie. Es war von mir unter dem Grundsatz gekauft worden, daß die Seele mehr Raum braucht als der Körper. Aber es gibt genug Raum, um die Villa zu vergrößern. Die große Terrasse am Ende des Gartens, wo ich mal.die Absicht hatte, ein offenes griechisches Theater zu bauen, ist zum Bau eines Gästehauses vor- züglich geeignet, und der ganze Berg des Barbarossa dahinter ermöglicht die Vergrößerung des Geländes, falls gewünscht. Es mag Sie interessieren zu hören, daß Prof. Maiuri, Direktor of the Scavi di Pompeji**), kürzlich eine Veröffentlichung herausgegeben hat, in der er meine in meinem Buch zum Ausdruck gebrachte Ansicht be- stätigt, daß die beiden romanischen Zimmer, welche unter der Kapelle von mir entdeckt wurden, einen Teil einer Villa des Augustus darstellen und nicht, wie früher geglaubt wurde, von Tiberius. **) Leiter der Ausgrabungen von Pompeji. Ich bitte Sie nun, nachdem Sie meinen Brief gelesen haben, mir recht bald mitzuteilen, ob Sie gewilli sind, weiter in dieser Angelegenheit mit mir zu verhandeln. Meine Blindheit wird immer unangenehmer und aller Wahrscheinlichkeit muß ich mich sehr bald einer an- deren Operation in Zürich unterziehen, welche, wenn Gott mir Gnade erweist, wenigstens mir das Sehen auf einem Auge ermöglicht, ich kann dadurch aber auch voll- kommen blind werden. Ich möchte daher San Michele, bevor ich es hier verlasse, Lebewohl sagen, und wäre Ihnen für eine sehr baldige Antwort auf diesen Brief dankbar. Ich verbleibe, lieber General Göring, Ihr sehr ergebener Axel Munthe 2:8. Ich habe gerade von meinem deutschen Verleger eine deutsche illustrierte Ausgabe meines Buches erhalten und erlaube mir, Ihnen anbei 1 Exemplar als Erinnerung an Ihren Besuch in meinem alten Heim zu senden. Gerade heute morgen habe ich ein weiteres Telegramm von Hollywood erhalten, in dem die Gesellschaft bittet, dorthin zu kommen, um die Szenerie zu beaufsichtigen. Ich habe jedoch das wiederum abgelehnt. Soviel ich gehört habe, kostet den Leuten diese Szenerie über zwei Millionen Dollar. Dokument Nr. 9. Briei Görings an Munthe: Berlin, den 6. Dezember 1937. Lieber Dr. Munthe! Haben Sie herzlichen Dank für Ihren Brief. Sie können sich denken, wie sehr es mich bewegt, dieses herrliche Stück Erde zu erwerben. Die wirkliche Bohwierigkeit 26 liegt, wie 8 schwierigen lands, so d haupt ein 1 digen Devi große und| keit, Bobalı junden zu 1 ben. Ich se zurück, wnc die mir so es das Inn es ausstrah San Michel den ist, Ich dan! ihres Buche großem Be e mit Ihre Ich hatte nung, daß Würde, Wie Augenlicht Reisen nac mich sehr damit ich jetzt Janz gestellt hu, Mk best, ' gelesen li sind, "handeln. nd. aller ner an- ie, wenn ehen auf uch voll- Michele, nd wäre en Brief nthe eger eine erhalten innerung senden. legramm ft bittet, ichtigen. oviel ich rie über ‚ber 1937. eg können herrliche jierigkeit liegt, wie Sie wahrscheinlich wissen, in der derzeitigen schwierigen und angespannten Devisenlage Deutsch- lands, so daß ich erst natürlich sehen muß, ob über- haupt ein Weg möglich ist, die für den Kauf notwen- digen Devisen aufzutreiben. Das ist, wie gesagt, die große und fast umüberwindlich erscheinende Schwierig- keit. Sobald ich in nächster Zeit irgendeinen Weg ge- junden zu haben glaube, werde ich Ihnen sofort schrei- ben. Ich sehne mich oft nach der wundervollen Insel zurück, und es ist nicht nur die Lage von San Michele, die mir so begehrenswert erscheint; sehr viel mehr ist es das Innere des Hauses, die ganze Atmosphäre, die es ausstrahlt, und die ganze Art und Weise, in welcher San Michele von Ihnen so einzigartig ausgebaut wor- den ist. Ich danke Ihnen aufrichtig für die Übersendung ihres Buches, das mich außerordentlich gefreut hat. Mit großem Bedauern habe ich in Ihrem Brief gelesen, daß es mit Ihren Augen weiterhin nicht besser gehen will. Ich hatte bei meinem letzten Besuch schon die Hoff- nung, daß sich Ihr Sehvermögen nunmehr sehr bessern würde. Vielleicht gibt es doch eine Möglichkeit, Ihr Augenlicht zu retten. Sollte Sie Ihr Weg auf einer Ihrer Reisen nach Schweden über Berlin führen, so würde ich mich sehr freuen, wenn Sie es mich wissen ließen, damit ich Ihnen mein Carinhall zeigen kann, das ich jetzt ganz nach meimen Angaben erbaut und jertig- gestellt habe. Mit besten Grüßen und nochmaligem Dank Ihr Göring P.S. Vielleicht können Sie mir schreiben lassen, wo: rin eigentlich Ihr Augenleiden besteht. Ich möchte gern meinen Bruder, Professor Göring, der ein hervor- ragender Augensperialist und dereeitiger Leiter der be- kannten Augenklinik Pagenstecher ist, fragen, ob er irgendeine Möglichkeit zur Rettung Ihres Augenlichtes weiß. Verfluchter Hunger nach Gold „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Ach, wir Armen!“ sagt Gretchen im Faust, wehmütig den von Mephisto in ihr Stübchen praktizierten Schmuck betrachtend. Aber man braucht dazu nicht unbedingt arm zu sein. Von Göring weiß heute nachgerade jeder, wie er nach Gold und Schmuck gierte und wie findig er war, dergleichen aufzuspüren. Es würde an seinem Charakterbilde etwas fehlen, wenn wir unter seinen Privatpapieren nicht Belege für den„verfluchten Hun- ger nach Gold“(„auri sacra fames“) gefunden hätten. Am 16. Dezember 1937 erreichte ihn eine Anfrage aus Italien über einen alten griechischen Goldschmuck im Werte von über 100000 RM, der ihm für 120000 Lire = 15720 RM angeboten wird, weil der Mann, der ihn hat, ihn sonst„anzeigen müßte auf die Gefahr hin, daß die italienische Regierung Vorkaufsrecht ausübt“. Der deutsche Botschafter in Rom, von Hassell, wird beauftragt, den Schmuck zu erwerben, und übersendet unterm 23. 12. 1937„die Sachen“ als Weihnachtsgabe an Göring mit den Worten:„Ich freue mich, daß sie für Deutschland gewonnen sind. Natürlich darf nie erwähnt werden, aus welchem Lande sie stammen.“ „Für Deutschland“! Das war der Stil des Dritten Reiches. Was sie für sich ergaunerten, das lief unter der Firma Deutschland: Die„Reichswerke“ und— der Gold- 28 schmuck. 1 schafter ga Dokumer Briei aus Herrn Der Herı anzufragen griechische befindet, D Der Direkt Stick auf diesen Sch den würde weil der M daß die It. Falls die Antiken A Weickert y m fnanzi Sich in Re Akademie Ankauf be Und mit de keine Zoll Ich sen Nichsten| EU erstatte ) Ein ax Entwurf hai 3 den Imuck dingt jeder, findig einem seinen Hun- ‚ätten. re aus ck im ) Lire ar ihn r hin, sübt“. wird ‚endet 'sgabe ‚ß sie f nie men.“ sjches. Firma Gold- schmuck. Und deutsche Fachexperten, deutsche Bot- schafter gaben sich bereitwillig für solche Geschäfte her. Dokument Nr. 10. Briei aus Görings Büro an Neumann: 16. Dezember 1937 Herrn Staatsrat Neumann Der Herr Generaloberst hat mich. beauftragt, bei Ihnen anzufragen, ob eine Möglichkeit besteht, für einen alten griechischen Goldschmuck, der sich zur Zeit in Italien befindet, Devisen in Höhe von 120 000 Lire freizumachen. Der Direktor des Alten Museums in Berlin schätzt das Stück auf 80000 Lire*), nimmt jedoch.an, daß für diesen Schmuck weit über 100 000 Lire*) gezahlt wer- den würden. Die Billigkeit versteht sich nur deshalb, weil der Mann ihn anzeigen müßte auf die Gefahr hin, daß die Italienische Regierung Vorkaufsrecht ausübt. Falls die Genehmigung erfolgt, soll der Direktor der Antiken Abteilung bei den Staatlichen Museen Dr. Carl Weickert nach Rom fakren(die Reise ist ihm natürlich zu finanzieren), um den Kauf abzuschließen. Er soll sich in Rom an Professor Gerecke von der Deutschen Akademie wenden.. Die Kunstgegenstände sollen nach Ankauf bei dem Deutschen Geschäftsträger abgegeben und mit dem Kurier nach Berlin gebracht werden, damit keine Zollschwierigkeiten erwachsen. Ich schlage vor, dem Herrn Generaloberst bei der nächsten Besprechung über die Angelegenheit Bericht ku erstatten. *) Ein älterer, gleichfalls unter den Dokumenten gefundener Entwurf hat an diesen Stellen richtig:„RM“ statt„Lire“. 29 > Gh une Fig! bi At Aero pen a Kl ak. Yfası vu BR Rh (Ayf Mai ern fl At, Bil Ufer. ler fü fan. Pi Un 120.000 ddl | IByff Mer LEO uf Ulla ERDE dtacda yof has a HaYffa A%[727 der IR Ei kum une 11. Brief von Hassells an Göring. Faks ander gef©| des a Ortoinale te ee Dokument Nr. 11. Briei von Hassells an Göring: 23. 12. 37 Lieber verehrter Herr Göring! Mit dem heutigen Kurier gehen die von Prof. Weickert gekauften Sachen an Sie ab. Ich freue mich, daß sie für Deutschland gewonnen sind! Natürlich darf nie er- wähnt werden, aus welchem Lande sie stammen. Den Betrag von 120 000 Lire habe ich vorgeschossen, und ich würde dankbar sein, wenn ich ihn mit dem nächsten Kurier zurückbekommen könnte, weil die hie- sigen Lirebestünde sehr knapp sind. Mit den besten Grüßen und Heil Hitler stets Ihr Hassell*) Der Brief trägt am Kopf Gie handschriftliche Notiz Görings:„2.d. A“. Am Schluß des Briefes hat Göring notiert: Vielen Dank und beste Neujahrswünsche ‘ Hermann Göring Kurier Bild! 120 000 Kurier *) Faksimile des Briefes: Seite 30 und Seite 31. Der Kunsityrann „Qualis artifex perü!*“—„Was für ein Künstler geht mit mir zugrunde!“, das waren die letzten Worte des sterbenden Nero. Sie mögen Göring auf der Zunge ge- schwebt haben. Denn er war ja mächtig stolz auf seine Beziehungen zur bildenden Kunst, zur Musik, zum Theater und zum Film. Unter den Dokumenten finden sich genaue Aufzeichnungen über die in deutschen Fil- men beschäftigten ausländischen Stars, denen, wie man 32 sieht, märdl wurden. Die ausdrücklich Dokument Devisenau Univer Lilian H ar für d davon Rest Zarah Lea hat Vertrag Für die( 210 Prozent Von der| zahlen. Ude Ban, hat einen] Film RM% 50 Prozent Inge Ber, hat einen ihr, erhäi N. 3(Görin öring: 3.18, 97 ’eickert daß sie nie er- 1. chossen, it dem die hie- e Notiz ring 120.000 Kurier jer geht rte des nge 88- uf seine ik, zum n finden hen Fil- gie man sieht, märchenhafte Summen in Devisen ausbezahlt wurden. Die Entscheidung darüber hatte sich Göring ausdrücklich vorbehalten. Dokument Nr. 12. Devisenaufwendungen für Filmstars: vom 16. 12. 37 Universum-Film Aktiengesellschaft Lilian Harvey für den Film„Liebesquadrille“ RM 138 750,— davon in£ 88 000,— Rest in RM von RM 507%50,— Zarah Leander hat Vertrag über drei Filme:„Zu neuen Ufern“ „La Habanera“ „Heimat“ fertig. Für die drei Filme zusammen RM 200 000,—, davon 70 Prozent in schwedischen Kronen, den Rest in RM. Von der Gesamtsumme sind etwa noch ein Drittel zu zahlen. Lida Baarova hat einen Vertrag über vier Filme im Jahr, erhält pro Film RM 35 000,—, zusammen also RM 140 000,—, davon 50 Prozent in RM und 50 Prozent in isch. Kronen. IngeBergmann hat einen Vertrag ab April 1938 über drei Filme im Jahr, erhält 33 Bg. 3(Göring) für den 1. Film RM 12 500+ 30 000 schwed. Kronen Mer En, 15000+4000 h SE 15000+5000, a, Marika Rökk wird noch verhandelt, erhält pro Film etwa RM 40 000,— bis 50 000,—, davon 50 Prozent in RM und 50 Prozent in Pengö. Tourjanski, i Regisseur für den Film„Mitternachtswalzer“, erhält RM 60 000,—, davon 50 Prozent in franz. Franken, hat ein Drittel bereits erhalten. Gusti Huber ist engagiert für einen Film„Kleiner Mann ganz groß“, erhält RM 20 000,— und ein Drittel= etwa RM 6 666,— in öst. Schillingen. Französische Produktion Nach dem heutigen Stand entsteht pro Film rund 1 Million franz. Franken an Gagenaufwand= etwa RM 90 000,—. Dokument Nr. 13. Devisenaufwendungen für Filmstars: Tobis Filmkunst G.m.b.H. ‚Emil Jannings Vertrag vom 18. 8. 36 zwischen Tobis-Magna und Jannings. J. hat noch zu erhalten 34 vom 16. 12. 87 für für davon sind mi Fors (Forst-Filn für Rec für Dre Paula Wes (Vienna-Fil Im zusätzlie Cinema zu Richard E\ Regisseur, BIT 60.000, Gesellschaf Verpflichtu Noch ffrs,| Vocques F erhält für Totis, Pop Prangoige,. fir Film um Verb rn . Kronen ‚0 000,— Prozent ‘, erhält ‚ken, hat 12 groß“, 6 666,— Im rund = etwa 16. 12. 87 nd und für einen Film RM 100 000,— 1 für einen weiteren Film 150 000,—' davon sind je 50 Prozent in öst. Schillingen zu zahlen. wii Forst (Forst-Film G. m. b. H.) erhält für den Film„Bel ami“: für Regie öst. Sch. 100 000,— in Wien für Drehbucharbeit RM 25 000,— in Berlin Paula Wessely (Vienna-Film, Wien) erhält für die Filme „Spiegel“ und a „Via Mala“ etwa EM 450 000,— N) im zusätzlichen Transfer, davon sind RM 100 000,-— von Cinema zu zahlen. Richard Eichberg i if Regisseur, erhält für die beiden Indienfilme „Der Tiger von Eschnapur“ und „Das Indische Grabmal“ RM 60 000,— auf ein Sonderkonto bei der Reichs-Kredit- Gesellschaft AG., für die französische Version liegen die Verpflichtungen bei der Films Sonores Tobis, Paris, die R noch ffrs. 253 000,— an ihn zu zahlen hat. ui Jacques Feyder ii erhält für„Fahrendes Volk“ durch die Films Sonores Tobis, Paris, ffrs. 550 000,— für die französische Version. Frangoise Rosay für Film„Fahrendes Volk“ RM 1} 000,—, ausbezahlt Hl zum Verbrauch in Deutschland. Für weitere Gagen für den Film„Fahrendes Volk“ entsteht noch eine Zahlung von ffrs. 225 000,—. Dokument Nr. 14. Devisenaufiwendungen für Filmstars: vom 16. 12.37 TerraFilmkunst@. m.b.E. Pola Negri Anspruch auf Gage für den Film„Die Fromme Lüge“ für den Gegenwert von RM 35 000,— in schw. Franken. Erwerbsgenehmigung ist abgelehnt, Verwendungsge- nehmigung über anfallende Devisen ist zugesagt. Attila Hörbiger arbeitet für den Film„Das Mädchen mit dem guten Ruf“, hat Anspruch auf RM 2000,— in öst. Sch., die Devisengenehmigung ist erteilt. Paula Wessely steht bei„Intergloria“, Wien, in Vertrag, für Terra keine direkte Verpflichtung. RM 75 000,— zusätzlicher Transfer. 2 Louis Trenker keine Verpflichtungen für Terra. Über die Trenker-Film- Gesellschaft ist eine Garantie für die deutsche Version des Films„Der Berg ruft“ in RM zu zahlen. Jan Kiepura— MarthaEggerth EM 650 000,— evtl. zusätzlicher Transfer. 36 Martha E RL 470.00 Bei beide Devisen, 21 noch nicht Für alle nächsten Z werden kei Auch einig mentenfun übrigens d entlastet, Am 11. De der ihn zu Tietjen un oper. Görir zember, A ein Wort, erster Lin Der hohe daß sein} enfspringe Fall Furtw Dokumer Sehr vereh Trotz de Nange mit Meine vert abe den. Volk“ ‚12.37 Lüge“ anken. ngsge- guten h., die Terra zlicher „Film- Tersion Martha Eggerth RM 470 000,— evtl. zusätzlicher Transfer. Bei beiden Vorhaben wird Zahlung zu einem Drittel in Devisen, zu zwei Dritteln in RM verlangt. Vertrag ist noch nicht abgeschlossen.; Für alle anderen zur Zeit beschäftigten oder in der nächsten Zeit noch zu beschäftigenden Filmschaffenden werden keine Devisen gebraucht. Auch einiges zum Fall Furtwängler vermag der Doku- mentenfund beizutragen. Der große Dirigent wird übrigens durch diesen Schriftwechsel nicht unerheblich entlastet. Am 11. Dezember 1937 bittet Furtwängler auf Grund der ihn zurücksetzenden Bevorzugung des Intendanten Tietjen um Lösung seines Vertrages mit der Staats- oper. Göring antwortet in hoffärtigem Tone am 16. De- zember. Ausgerechnet er weist Furtwängler hin„auf ein Wort, das Pflicht heißt“ und daß Furtwängler„in erster Linie Deutschland gegenüber verpflichtet sei“. Der hohe Herr gesteht ganz im Stil des Potentaten, daß sein Brief„einer sehr begreiflichen Verärgerung entspringe“ und daß er es satt habe, dauernd einen ‚Fall Furtwängler bereinigen zu müssen. DokumentNr. 15. BriefFurtwänglers an Göring: Wien, am 11. Dezember 1937 Sehr verehrter Herr Generaloberst! Trotz der Ereignisse der letzten Zeit(im Zusammen- hange mit der Bayreuther Frage) habe ich versucht, meine vertragsmäßigen Verpflichtungen zu erfüllen und habe den„Tannhäuser“ mit vier Wiederholumgen diri- 37 giert. Ich kann aber, wie ich sehe, die nötige Freudig- keit zur Arbeit nicht mehr aufbringen in einer Situation, die mir für mich als Mensch wie als Künstler gleich unwürdig erscheinen muß. Da meinem Wirken an der Staatsoper unter diesen Umständen ohnedies keine Zu- kunft beschieden sein dürfte, ist es vielleicht besser, schon jetzt damit aufzuhören. Ich werde selbstverständ- lich, wenn Sie es wünschen, den einmal eingegangenen Vertrag einhalten, wäre Ihnen aber dankbar, wenn Sie mich meiner Verpflichtungen— es handelt sich noch um fünf Abende— schon jetzt entbinden könnten. Mit verbindlichen Grüßen und Heil Hitler Ihr ganz ergebener Dr. Wilhelm Furtwängler (handschriftlich) N.B. Die Nachricht der Zeitungen, daß ich nach Wien ginge, ist natürlich falsch! Dokument Nr. 16. Briei Görings an Furtwängler: 16. Dezember 1937 Sehr verehrter Herr Furtwängler! Ich habe Ihr Schreiben aus Wien erhalten. Es war ja wohl wieder einmal an der Zeit, daß mir von Ihrer Seite neue Schwierigkeiten bereitet wurden. Denn fast ein Vierteljahr sind die Dinge ja glatt gelaufen. Wenn Sie davon schreiben, daß SBie sich in einer Situation be- finden, die für Sie unwürdig erscheint, so habe ich dafür keinerlei Verständnis. Ich darf Sie. bitten, sich einmal selbst zu fragen, wie weit es sich mit Ihrer Würde vereinbaren läßt, mir jetzt wieder erneut Schwierig- keiten zu machen, und Ihre wirklich sehr spärliche Beteiligung an der Oper noch weiter zu kürzen, obgleich 38 Sie von dei empfangen und es Ihne Jahre Ihren immer gegl pflichtung i Teil dieser! Freudigkeit das Pflicht Sie erneut dern muß« lich eingeh zunächst zı Oper zu di Absage sch Wien dirigi oper gegen worten kön Im übrigen nichts an, 1 schließlich nicht durch hier, bald Philharmon verpflichtet Sügen, dam Wie jeder v Linie Deuts Können Sie fermingem; Staatsoper für meine, Streit ich Onispringt, Wit deut: "reudig- tuation, " gleich an der ine Zu- besser, erständ- angenen ienn Sie ch noch ten. gler ch Wien ängler: ‚ber 1937 Es war on Ihrer enn fast Wenn die ‚tion be ch dafür n einmal ‚ Würde hwierig” spärliche | obgleich Sie von demselben Institut jahrelang Ihr volles Gehalt empfangen haben, ohne einen Finger dafür zu rühren und es Ihnen nur dadurch möglich war, während dieser Jahre Ihren sonstigen Interessen nachzugehen. Ich habe immer geglaubt, daß Sie irgendwie und-wann die Ver- pflichtung in sich fühlen, wenigstens nachträglich einen Teil dieser Dankesschuld abzutragen. Neben der nötigen Freudigkeit zur Arbeit gibt es ja auch noch eim Wort, das Pflicht heißt. Im übrigen habe ich keinerlei Recht, Sie erneut wieder aus dem Vertrag zu entlassen, son- dern muß darauf bestehen, daß der Vertrag vollinhalt- lich eingehalten wird. Ich stelle ferner fest, daß Sie zunächst zugesagt hatten, in allernächster Zeit in der Oper zu dirigieren, während Sie ja auch hierfür eine Absage schickten, obgleich Sie in der gleichen Zeit in Wien dirigieren werden. Wie Sie das alles der Staats- oper gegenüber, die soviel für Sie geian hat, verant- worten können, ist für mich immer ein Rätsel geblieben. Im übrigen geht es die Staatsoper ja schließlich gar nichts an, was Sie mit Bayreuth haben. Aber es dürfte schließlich auch für Sie von Wert sein, daß Ihr Ruf nicht durch fortgesetzte Unzuträglichkeiten, die Sie bald hier, bald dort, ob Berlin, Bayreuth, ob Oper oder Philharmonie, haben, erheblich leidet. Ich habe mich verpflichtet gefühlt, Ihnen einmal das ganz offen zu sagen, damit Sie Ihre Lage richtig erkennen können. Wie jeder von uns, so sind auch Sie schließlich in erster Linie Deutschland gegenüber verpflichtet. Von mir aber können Sie schlechterdings nicht verlangen, daß ich termingemäß jedes Jahr einen Fall Furtwängler an der Staatsoper habe. Ich hoffe, daß Sie volles Verständnis für meine Aufrichtigkeit haben, die allerdings, das be- sireite ich nicht, einer sehr begreiflichen Verärgerung entspringt. Mit deutschem Gruß und Heil Hitler! Furtwängler erwidert würdig und in fester Haltung: „Was meine Pflicht als Deutscher ist, bin ich mir stets bewußt gewesen...“ und„An der Entwicklung der Dinge im ganzen ist freilich wenig zu ändern, denn sie stammt nicht von heute.“ Göring notierte auf dem Brief:„F. sofort mitteilen, daß ich ihn empfange, falls er das wünscht.“ Wir möchten annehmen, daß F. das nicht gewünscht hat. Dokument Nr. 17. Brief Furtwänglers an Göring: Dr. Wilhelm Furtwängler Potsdam, Victoriastr. 36 23. 12. 37 Handschriftl. Vermerk Görings: „F' sofort mitteilen, daß ich ihn empfange, falls er das wünscht. Abschrift dieses Briefes sofort an Tietjen. G.“ Sehr verehrter Herr Generaloberst, zunächst möchte ich zum Inhalt Ihrer Zeilen, die ich soeben hier vorfinde, kurz bemerken: Die Absage für die Aufführungen am 27. Dezember und am 1. Januar von Tannhäuser in der Staatsoper geschah auf ärztliche Weisung, die mir dringend eine zehntägige Kur in Süddeutschland nahelegte. Ich habe Tietjen davon schon am 3. Dezember nach der letzten Aufführung des Tannhäuser Mitteilung gemacht. Die Aufführung in Wien ist am 3. Januar, also erst später (übrigens die letzte Aufführung, die ich für den Lauf dieses Winters in Wien angenommen habe). Meine an Sie gerichtete Bitte um vorzeitige Entlassung aus meinem Vertrag hat unmittelbar mit der vorgenannten Absage nichts zu tun. Für die Weiterzahlung meines Gehaltes für die kri- tische Zeit nach meinem Rücktritt, die Sie erwähnen, 40 war ich I werde Ihn als Deutsc glaube, da Wien, untt Ich wer mäßigen| zeit in deı Wenn ic übrigen 1 Ärger ber der Entwi zu ändern scheidung oper habe Bie mit Rı will ich d Hause w projektier machtlose jeher mei gegeben Tätigkeit Ausland Bindung, üngesicht möglich, Form der lich hielt, schließlic War dam der Staat brauch, 9 (genau 4 Künstler reit war, Taltung: nir stets ıng der lenn sie itteilen, scht hat, aöring: riastr. 36 Is er das :tien. 6.“ 1, die ich Dezember taatsoper rend, eine Ich habe r letzten ıcht. Die st später den Lauf Meine N s meinem n Absage . die krir ‚rwähmen, war ich Ihnen seinerzeit außerordentlich dankbar und werde Ihnen stets dankbar bleiben. Was meine Pflicht als Deutscher ist, bin ich mir stets bewußt gewesen und glaube, das oft genug, u. Q. noch in jüngster Zeit in Wien, unter Beweis gestellt zu haben. Ich werde also Ihrem Wunsche gemäß die vertrags- mäßigen fünf noch ausstehenden Abende dieser Spiel- zeit in der Staatsoper dirigieren. Wenn ich Ihnen, hochverehrter Herr Generaloberst, im übrigen mit meiner Bitte um vorzeitige Entlassung Ärger bereitet habe, so bedaure ich das aufrichtig. An der Entwicklung der Dinge im ganzen freilich ist wenig zu ändern, denn sie stammt nicht von heute. Die Ent- scheidung über meine zukünftige Beziehung zur Staats- oper haben Sie selber getrofjen, und zwar damals, als Sie mit Rücksicht auf Tietjens Empfindlichkeit— weiter will ich dazu nichts sagen— mir statt einer, mit dem Hause wirklich verbumdenen Position, wie sie zuerst projektiert war, eine in gewissem Sinne recht- und machtlose, reine„Gast“-Tätigkeit zuwiesen. Es war von jeher mein Standpunkt, dem ich auch immer Ausdruck gegeben habe: Wenn schon als Gast, so muß meine Tätigkeit an die verschiedenen Institute im In- und Ausland verteilt bleiben; eine besondere Verpflichtung, Bindung, Bevorzugung eines einzelnen Instituts ist dann angesichts meiner ausgebreiteten Tätigkeit nicht mehr möglich. Daß ich eine solche Bindung in irgendeiner Form der Mitverantwortung damals für selbstverständ- lich hielt, war nicht persönlicher Ehrgeiz, sondern aus- schließlich künstlerisches Verantwortungsgefühl. Ich war damals noch durchaus willens, meine beste Kraft der Staatsoper zu widmen. Sie haben davon keinen Ge- brauch gemacht. Sie dachten offenbar für Ihr Institut (genau wie Frau Wagner in Bayreuth) nicht an den Künstler Furtwängler als Gesamtpersönlichkeit, der be- reit war, die Mitverantwortung für die führende Opern- 41 bühne und damit für das Gesamtniveau des musika- lischen Lebens in Deutschland zu übernehmen, sondern lediglich an den beliebten Dirigenten. Dies mag zwar den persönlichen Intentionen von Generalintendant Tietjen entsprechen, ist aber— so wie ich es sehe— nicht zum Besten der Sache; ich fasse meine Aufgabe anders auf. Da durch die Nowakowski-Affäre die persönlichen Beziehungen zwischen Tietjen und mir getrübt waren, erschien die jetzige Lösung uns, wenn Sie sich recht erinnern, als eine Art Provisorium, an das Sie die Hoff- numg knüpften, daß sich mit der Zeit das Einvernehmen zwischen Tietjen und mir wieder besserte. Durch die Bayreuther Angelegenheit, die ohne entscheidende Mit- verantwortung Tietjens niemals in dieser Form(und auf die Form kommt es hier wesentlich mit an) hätte verlaufen können, ist mir die persönliche Einstellung Tietjens zu mir aber so deutlich klargeworden, daß für mich ein Zusammenarbeiten an einem Institut, an dem er die Führung hat, heute nicht mehr möglich erscheint. Ich habe im Frühjahr noch nach Abschluß unseres Vertrages einen ausführlichen Brief mit den Bedenken, die ich damals schon vorzubringen hatte, an Sie, sehr verehrter Herr Generaloberst, gerichtet. Ich habe Sie weiter ebensooft wie vertrauensvoll und dringlich im Frühjahr und Sommer um eine Audienz gebeten. Leider gaben Sie mir nicht die Gelegenheit, mit Ihnen persön- lich sprechen zu dürfen. Ich verbleibe mit verehrungsvollen Grüßen und Heil Hitler Ihr ganz ergebener Wilhelm Furtwängler*) *) Faksimile der ersten Seite des Originals: Seite 48; der dritten Seite des Originals: Seite 44. 42 Schr verehrt eden hier vo D von Tonnhäus air dringend Tletjen dave Tannhäuser\ elso erst lauf dieses Bitte un vo dor vorganzı | Zeit nech m asserorden Beine Prlic | um glaube, Bemeis gest Nat non: Aglaren, VEN air mei 50 Yadayanı Dokument Nr Foksilg de nusika- sondern g zwar tendant sehe— .ufgabe nlichen waren, h recht ie Hofj- nehmen rch die de Mit- n(und ) hätte stellung n, daß ‚tut, on möglich unseres denken, je, sehr abe Sie lich im Leider persön- nd, Heil r*) RR der ur Potsdam, Victoriastr.36. r.Wilheln REN. 3.12.37. Pi 5 ulm A Abe ld Gar in Cenersloberst, Sehr verehr Ä zunächst möchte ich zum ie Zeilen, die iAn,c0- eben hier vorfince, kurz bemerken» Die Absage für die Aufführungen em 27.Dezan® d 1.Januar won Tannhäuser in der Staatsoper geschah auf ärztliche /Heisung, dia mir dringend eine 10 tägige Kur in Süddeutschland nahelegte. Ich habe Tietjen davon schon am 3.Dezember nach der letzten Aufführung des Tannhäuser Yitteilung gemacht. Die Aufführung in Wien Ist am 3. Januar, elso erst gpäter(übrigens die letzte Aufführung, die Sch für den Lauf dieses Winters in Wien angenommen habe). Meine an Sie gerichtete Bitte um vorzeitigs Entlassung aus meinen Vertrag bat unmittelbar mit der vorgenannten Absage nichts zu tune Für die Weiterzahlung des Gehalts während der: kritischer- Zeit nech meinem Rücktritt, ausserordentlich dankbar und werde Ihnen stets dankbar bleiben. Was meine Pflicht als Deutscher ist, bin ich mir stets bewusst gewesen und glaube, das oft genug, Usrde voch in jüngster Zeit in Wien, unter Beweis gestellt Zu heben. “Ich werde 31so Ihrem Yunsche gemäss die vortregsmässigen fünf noch ausstehenden Abende dieser Spielzeit.in der Stzstsoper äüls zigieren. Wenn Ich Ihnen, hochverehrter Herr Generaloderst, Im übri- >=gan mit meiner Bitte um vorzeitigg Entlessung Aerger bereitet. hebe, ‚50 bedauere i ale Sie erwähnen, war ich Ihnen deinrerzeit ch das aufrichtig« An der Entwicklung Jer Dings im garizeiy Dokument Nr. 17. Brief Furtwänglers an Göring. Faksimile der Seite 1 des Originals. Textabdruck: 5. 40 43 - elezenheit,cie onne entscheidende Kitver’ntwortung Tietjens niemals in o1eser Forn Fe auf,die Porz kommt es bier wesentlich ait an} Aekte verl aren Können, ist mir die persönliche Einstellung Tietjens zu mir sber so deutlich Klar geworden, drss für mich ein Zusammen- erbeyter:r einem Institur, en cem er die Führung hat, heute nicht mehr zö=!ich erscheint. Ich hte in Frünjebr, noch nach Abschluss unseres Vertreges eines„uslihrlichen Brief mit den Bedenken, die ich dzmels schon vorzubringen hitte, an Sie, sehr verehrter verr Generzioberst, ge- richtet. Ich häbe Sie seiter etenso oft«ie verirzuensvoll una drirg- lich im Frihiing und Immer üz eine Audienz gebeten. Leider gagen Sie air nicht die Gelegenheit, wit Ihnen persönlich sprechen zu dür- fen. Ich verbleibe mi? verehmingsvollen Grüssen und Beil Hitler Ihr genz ergebener NEUER Dokument Nr. 17. Brief Furtwänglers an Göring. Faksimile der Seite 3 des Originals. Textabdruck: S. 42 Nach der Einverleibung Österreichs geht Göring, der Theatertyrann, an die„Reorganisation“, d. h. die „Gleichschaltung“ der Wiener Bühnen. Das Burg- theater hat er Gustaf Gründgens zugedacht, wie wir seinem Briefe an ihn vom 20. März 1938 entnehmen. Gründgens’ Antwort kennen wir nicht, wissen aber, daß er sich davor drücken konnte. 44 Von besonde: Görings Einz Großartiges' Der unter dı phator— we war ihm ja Gefolge die für Görings Dokument Lieber Herr Ohne, daß die österreic ganisation d Schauspieler Vorschlag 1. tun, auf ger Mung aussc] Dinge stren dazwischen| Jung gebete Ich werde Ich bitte Si Im Laufe di stoßen, Die N, März Dr Matsoper} Wiener Quo er Operpüg Ib, wenn g Onnten, we Ss niemals ait an} Sömmen- nicht rtreges schon st, ge- una drirg- gegen n zu dür- Hitler ın Göring. ruc:$. 2 ing, der h. die ; Burg- wie wit nehmen. n aber, Von besonderem Reiz ist der Vorschlag an Gründgens, Görings Einzug in Wien mitzumachen,„wenn Sie etwas Großartiges miterleben wollen!“ Der unter dem Jubel des Volkes einziehende Trium- phator— wenn auch nur in Nachahmung, denn Hitler war ihm ja schon zuvorgekommen— und in seinem Gefolge die Sterne der Bühnenkunst: das war etwas für Görings Geschmack. Dokument Nr. 18. Briei Görings an Gründgens: OCarinhall, den 20. März 1938 (Schorfheide) Lieber Herr Gründgens! Ohne, daß ich einen Ton gesprochen habe, hat bereits die österreichische Regierung mich gebeten, die Reor- ganisation des Burgtheaters in Wien durch die Staats- schauspieler in Berlin und durch Sie vorzunehmen. Ihr Vorschlag lautet, wiederum ohne mein geringstes Zu- tun, auf gemeinsamem Solopersonal, wobei die Bestim- mung ausschließlich bei Ihnen liegen soll. Ich bitte, die Dinge streng vertraulich zu behandeln, damit nichts dazwischen kommt, bevor ich den Führer um Genehmi- gung gebeten habe. Ich werde am 26. d. Mts. mittags in Wien eintreffen. Ich bitte Sie, sich so einzurichten, daß Sie spätestens im Laufe des 26. d. Mts. nachmittags in Wien zu mir stoßen. Die Besprechungen würden dann am 26. und 27. März vor sich gehen. Tieljen ist analog über die Staatsoper unterrichtet. Wegen Ihrer Reise sowie Ihres Wiener Quartiers wollen Sie sich mit Dr. Gritzbach oder Oberführer Görnnert in Verbindung setzen. Es wäre gut, wenn Sie zusammen mit Tietjen reisen oder flüegen könnten. Wenn Sie etwas Großartiges miterleben wollen, 45 würde ich Ihnen vorschlagen, am 26. d. Mts. bereits früh in Wien einzutreffen, um dann zu mir zu stoßen und meinen Einzug in Wien mitzumachen. Zu diesem Zweck müßten Sie mit Oberführer Görnnert die genaue Einteilung treffen, damit ein Auto Sie und Tietjen zum Sammelpunkt bringt, von dem aus der Einzug in Wien erfolgt. Mit besten Grüßen und Heil Hitler Ihr Göring Herrn Generalintendant Gründgens Berlin. Wer Arier ist, bestimme ich! Brutalität und Protzentum waren die sichtbarsten Kennzeichen Görings. Und gleichzeitig eignete ihm völlige Willkür seiner Maßnahmen. Die Nürnberger Rassengesetze, wie der Antisemitismus überhaupt, ent- sprangen zwar der sogenannten nationalsozialistischen Weltanschauung; aber auch über den fundamentalen Satz des nationalsozialistischen Parteiprogramms„Kein Jude kann daher Volksgenosse sein“ setzte sich Göring und nicht nur er, hinweg, wenn es den Nazis so paßte oder ihren imperialistischen Zielen diente. Das war im Volke schon zu Zeiten der Naziherrschaft allgemein bekannt. Bestätigt wird es in unserem Dokumentenfund durch den Fall Imhausen. Wichtig ist hierbei, daß auch Hitler die arischen Grundsätze der NSDAP um keinen Pfiffer- ling höher einschätzte:„Wenn der Mann die Sache wirklich erfunden hat, dann machen wir ihn zum Arier!“ sagte er wörtlich.. Der Generalbevollmächtigte für deutsche Roh- und Werkstoffe, Keppler, Beauftragter für Fette und Öle im Vierjahresplan, schreibt am 18. Juni 1937 an Göring: 46 Dokumen Ministerpi Generalobeı Beauftragte Vierjahr Arbeitsgebi An Herrn B Sehr verehi Bei mein mir die An Einweihun: großen Fet sich hier ı nisch neue: Sprechend, schriftlich Werke wii des Zeitpu Würe qm ı schen dem teren Wwüre dieser Rap, Bei dies Haupterfin, Npeisefette Stummung meldet hat bereits stoßen diesem genaue en zum n Wien barsten te ihm nberger pt, ent- stischen ientalen g„Rein Göring o paßte war im |gemein j durch h Hitler pfiffer- 3 Sache ‚pn zum p- und ınd Öle Göring: Dokument Nr. 19. Brief Kepplers an Göring: Ministerpräsident Berlin W 8, d. 18. Juni 1937 5 Generaloberst Göring Behrenstr. 39A 1 Beauftragter für den Fernruf: A 6 5861| | Vierjahresplan! Arbeitsgebiet Keppler: Industrielle Fette und öle An Herrn Ministerpräsident Generaloberst Göring, Ei Beauftragter für den Vierjahresplan. Sehr verehrter Herr Generaloberst! Bei meinem letzten Vortrag bei Ihnen erlaubte ich mir die Anfrage, ob Sie bereit wären, persönlich an der 1 Einweihung des vor kurzem in Betrieb gekommenen ; großen Fettsäure-Werkes in Witten teilzunehmen, da es sich hier um den ersten Großbetrieb auf einem tech- j nisch neuen Gebiet handelt.— Ihrer Aufforderung ent- j E| sprechend, erlaube ich mir, diesen Vorschlag hiermit ii schriftlich zu wiederholen. Die Deutschen Fettsäure-! Aal Werke würden sich selbstverständlich wegen der Wohl des Zeitpunktes ganz nach Ihren Wünschen richten. Es wäre am angenehmsten, wenn die Veranstaltung zwi- schen dem 1.—15. Juli stattfinden könnte.— Des wei- teren würde ich sehr dankbar sein, wenn ich Sie auf dieser Fahrt begleiten dürfte. ) | Bei dieser Gelegenheit berichte ich Ihnen, daß der Haupterfinder auf dem Gebiet der Fettsäure und des Speisefettes, Herr Imhausen, teilweise nichtarischer Ab- hr | stammung ist, daß ich dies seinerzeit dem Führer ge- af meldet habe und der Führer sagte, wenn der Mann die a7 Sache wirklich erfunden hat, dann machen wir ihn zum Arier. Herr Imhausen hat sich um das Problem außer- ordentliche Verdienste erworben, und ich kann nur sagen, daß ich während der zwei Jahre, die ich mit Herrn Imhausen arbeite, in jeder Beziehung die aller- besten Erfahrungen mit ihm gemacht habe. Ich er- laube mir, Ihnen anbei die Personalakten des Herrn Imhausen zu übersenden.— Er ist der Sohn eines Feld- webels und hat drei Brüder im Weltkrieg verloren. Hugo Imhausen ist als Kriegsfreiwilliger auf einer Patrouille Februar 1915 gefallen, Gustav Imhausen, Marineober- ingenieur, Inhaber des E.K. 1. und 2. Klasse, ist in der Skagerak-Schlacht mit dem Zerstörer V 29 unterge- gangen, Fritz Imhausen, Leutnant bei der Fliegerabtei- lung A 285, Inhaber des E.K. 1. und 2. Klasse, fiel am 17. Mai 1918. Ich wäre für Prüfung dankbar, ob in diesem beson- deren Fall etwas zugunsten des Herrn Imhausen und seines Sohnes geschehen könnte, da die Familie einer- seits viel für das Vaterland geopfert hat und anderer- seits niemand die großen Verdienste des Herrn Imhausen um die Rohstoffentwicklung bestreiten kann. Heil Hitler! Ihr aufrichtig ergebener Keppler Anlagen. Bereits am 23. Juli 1937 ist Imhausen Vollarier ge- worden. Göring teilt dies mit folgendem Brief dem Leiter der Kanzlei des Führers, Bouhler, dem famosen Pseudobiographen Hitlers und Napoleons, mit: 48 Dokument Herr Artu Firma Märl Hauptanteil zeugung VO Kohle geleis Herr Imh sind im We tend der E und loyaler arbeitet, Auf Grun einer Rück, daß Herr sol), und ic Onlassen, 8 nötigen, so genossen Ki Gleichzeitig Göring: er j Dokument Nr. 20. Briei Görings an Bouhler: jußer- Berlin, den 23. Juli 1937 ı nur h mit Herrn aller-| Reichsleiter Bouhler -h er-| Berlin, Herrn Kanzlei des Führers. Feld-: Hugo|| Herr Artur Imhausen, Witten/Ruhr, Mitinhaber der rouille| Firma Märkische Seifenindustrie, dortselbst, hat den eober- j Hauptanteil an der epochemachenden Erfindung der Er- in der| zeugung von Seife und synthetischem Speisefeti aus ‚terge-| Kohle geleistet. En| Herr Imhausen ist Halbjude.— Drei seiner Brüder || sind im Weltkrieg gefallen. Des weiteren hat er wäh- | rend der Entwicklung des obigen Problems in bester beson- 1 und loyaler Weise mit den maßgebenden Stellen ge 2 ka 14 arbeitet. ve| Auf Grund dieses Sachverhaltes hat der Führer bei hausen 1 einer Rücksprache, die ich mit ihm hatte, entschieden, 14 daß Herr Imhausen als Vollarier anerkannt werden | soll, und ich bitte Sie, hierzu das Erforderliche zu ver- j anlassen. Sollten Sie noch irgendwelche Auskünfte be- IE nötigen, so bitte ich Sie, sich dieserhalb an den Partei- 3 genossen Keppler, Berlin W 8, Behrenstr. 39A, zu wenden. er i | Heil Hitler! | Göring j er 88| i f dem{ i: Imosen Gleichzeitig erhielt Imhausen folgende Nachricht von Göring: 49 Bg. 4(Göring) Dokument Nr. 21. Briei Görings an Imhausen: Berlin, den 23. Juli 1937 Herrn Artur Imhausen Witten/Ruhr, Ruhrstr. 70 Sehr geehrter Herr Imhausen! In Anbetracht der großen Verdienste, die Sie sich um die Entwicklung der synthetischen Seife und des syn- thetischen Speisefettes aus Kohle erworben haben, hat der Führer auf meinen Vorschlag Ihre Anerkennung als Vollarier gutgeheißen, und ich freue mich, Ihnen diese Mitteilung in Würdigung Ihrer verdienstvollen Arbeiten machen zu können.— Ich habe die Kanzlei des Führers um die formale Durchführung dieser Maßnahme gebeten. Heil Hitler! Göring Keppler wurde der Vollzug durch Görings Büro mit folgendem Schreiben mitgeteilt: Dokument Nr. 22. Brief aus Görings Büro an Keppler: 3. August 1937 An den Generalsachverständigen für deutsche Roh- und Werkstoffe Herrn Dr.-Ing. Keppler Berlin W8, Behrenstr. 39A Sehr geehrter Herr Dr. Keppler! Unter Bezug auf Ihr Schreiben vom 19. Juli an Herrn Generaloberst Göring, betr. Imhausen, teile ich mit, daß 50 die von Ihme Generalobers obgesandt V des Führers jormal ein( Arier einrei Anerkennun müßte noch die Person Nachkommi wenn die A weiterbearb über das V Welch ung Briefwechs liegt zwisel mord in A hat das de Zynismus ı praktiziert Positives „Die Part positiven| bestimmte des natio entlarven, Dach der“ Aber ein auch daz Feind des vom 3, M die von Ihnen vorgelegten beiden Entwürfe vom Herrn Generaloberst genehmigt und die Schreiben entsprechend abgesandt worden sind. Nun rief gestern die Kanzlei des Führers an und teilte mit, daß Herr Imhausen noch formal ein Gesuch an den Führer um Anerkennung als Arier einreichen müßte— unabhängig davon, daß die Anerkennung als solche bereits Tatsache sei. Außerdem müßte noch geklärt werden, ob die Arisierung nur auf die Person des Herrn Imhausen oder auch auf seine Nachkommen sich erstrecken soll. Ich wäre dankbar, wenn die Angelegenheit von dort geklärt und eventuell weiterbearbeitet werden würde und bitte um Nachricht über das Veranlaßte. Heil Hitler! Welch ungeheuerlicher Zynismus spricht aus diesem Briefwechsel! Was für ein entsetzlicher Widerspruch liegt zwischen diesem Fall Imhausen und dem Massen- mord in Auschwitz! Und was für eine große Schuld hat das deutsche Volk auf sich geladen, daß es diesen Zynismus nicht begriffen, sondern in weiten Schichten praktiziert hat! Positives Christentum „Die Partei als solche vertritt den Standpunkt eines positiven Christentums, ohne sich konfessionell an ein bestimmtes Bekenntnis zu binden“. Diese Kardinallüge des nationalsozialistischen Parteiprogramms hier zu entlarven, hieße Eulen nach Athen tragen oder Sand nach der Mark Brandenburg. Aber ein Briefwechsel mit Ludendorff enthüllt doch auch dazu interessante Einzelheiten. Der haßerfüllte Feind des Christentums beschwert sich in einem Brief vom 3. Mai 1937 darüber, daß im Heere ein Unterschied 51 gemacht werde zwischen dem Feldherrn und dem Schriftsteller Ludendorff und„sein Geistesgut“ ‚den Offizieren durch Lektüreverbot vorenthalten werde. Dokument Nr. 23. Brief Ludendoriis an Göring: Tutzing, den 3. 5. 1937 Behr geehrter Herr Generaloberst! Da ich nicht weiß, wann SBie bei Ihrem ungemein großen Wirkungsbereich Zeit finden, Ihre Absicht, nach Tutzing zu kommen, auszuführen, und ich vier Wochen mit meiner Frau auf unsere Berghütte bei Kleis bei Mittenwald fahre, so möchte ich Ihnen doch auch das mitteilen, was ich am 15.4. dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall v. Blomberg und den Oberbefehlshabern des Heeres und der Marine als Bitte aussprach, daß sich die Offiziere nicht befehlsmäßig von meinem Geistesgut fernhalten sollen. Es ist nun einmal so, daß auch die Offiziere mich zerteilen in den Feldherrn und Schriftsteller und das ist mir tief schmerzlich. Ich bitte Sie, Herrn Major v. Treuenfeld — Berlin-Dahlem, Königin-Luisen-Str.13— einen von mir aus dem Weltkriege bekannten vortrefflichen Gene- ralstabsoffizier und mir sehr nahestehenden völkischen Kämpfer zu kurzem Vortrage zu empfangen. Er genießt mein volles Vertrauen und kann mit wenigen Worten die nötige Aufklärung geben, die es auch Ihnen, Herr Generaloberst, erleichtern wird, mein Ringen zu ver- stehen. Nun möchte ich mich noch an den alten völkischen Kämpfer vom 9.11.1922 wenden und ihm Ausdruck geben, wie sehr es mich beunruhigt, die Artikel 230 und 231 noch im neuen Entwurf des Strafgesetzbuches zu wissen. Diese Beunruhigung ist nach der unerhörten 52 Enzyklika d den. Der Goi den, ist naı Gottesläster‘ hat es tief t „Wiedergutn paktes durc nicht Rom 9 Absicht ver! leidliche He durch die P. dam kann d erst recht b Ich führe Deutschen c (Ludendorff ler am 30,3 Über diese G Auskunft g dann ist ve Millen Ron Sorge habe Herzlich- Sicht, mich. Bis dahin ind den alt andschrif Sofort zum Entourg gt IR üksimi Is Bitte smäbßig , Gene- kischen genießt Worten , Herr u ver- ischen sdruck 30 und hes ZU hörten Enzyklika des Papstes vom 14.3. noch größer gewor- den. Der Gott, auf den heute die Soldaten vereidigt wer- den, ist nach römischen, d. h. päpstlichen Begriffen Gotteslästerung. Ich glaube nicht an einen Zufall, mich hat es tief betroffen, daß einer dieser Paragraphen den „Wiedergutmachungsparagraphen“ des Versailler Schand- paktes durch die Ziffer 231 entspricht. Der Staat hai nicht Rom gegenüber„wieder gutzumachen“, aber diese Absicht verbindet Rom mit dem Paragraphen. Die un- leidliche Herrschaft machtlüsterner Priesterkasten wird durch die Paragraphen verewigt. Sind sie angenommen, dann kann die Hetze gegen den totalen völkischen Staat erst recht beginnen. Ich führe Vorstehendes auch in Verantwortung der Deutschen aus, die sich zur Deutschen Gotterkenntnis (Ludendorff) bekennen, der der Führer und Reichskanz- ler am 30.3. volle Gleichberechtigung zugesprochen hai. Über diese Gotterkenntnis kann Herr v. Treuenfeld Ihnen Auskunft geben. Gehen die Ketzerparagraphen durch, dann ist von Gleichberechtigung in Praxis nach dem Willen Roms nicht mehr die Rede. In dieser ernsten Sorge habe ich geschrieben. Herzlich würde ich mich freuen, wenn Sie Ihre Ab- sicht, mich doch einmal aufzusuchen, ausführen würden. Bis dahin grüße ich den Kameraden des Weltkrieges und den alten völkischen Kämpfer vom 9.11.22. Ihr sehr ergebener Ludendorff*). (Handschriftliche Notiz Görings): Bofort zum Diktat vorlegen. Gg. Entwurf Strafgesetzbuch mir vorlegen. Gg. *) Faksimile der zweiten Seite des Originals: Beite 54. ,8> ten Gngykitko 080 Gopfon ven 14. 3. mo® ıräder gemorden, Zor Bott, ouf De» Heute, o1e Geldaten nsreidigt werden, If ncO r«mif aa RN PlpElnden Begriffen Gottesläßerung. 89 gloube mist om«inen örfalt, wio her on ıtaf betroffen, daß einer Diefer Baragronhen den"Liwderd mgutsußungsparagrophen" Fa Bertatlller Shondgahtes dur& die Hilfen 284 entforset. Ber btoot hat nit Rom gegemuber cvedet gutgumaden,” ober Nato Aberdr wurhınsei acc wit zem ZaragrcoLen, Sie„nlelditde Leim’ o)9 arrtlüteemen one. chen rd i.ue ve"sro vorken ver- enigt dtmr Ir. ongenrerıe, 7m here Ne ce eclbitsen stoot er! Fair-egranın 06 taure Borkrrerten» tun, rer Gentt en 00h, 7'710 gun Beur’ton Gorter or» Dor!t! Gen onen, dar 7er funrer um? Mescın» Gletatrrectn.ung zugetnroßen dot Aber D+- Lerr ‚u. Ztauentens Glen Eustum‘ı neben Gr en rTa Aa Um lanehen Bur@, een» AR 009@len@der eütigung In Crazy. nöoe ren Bltler im miot weht die Mede. Op olefer ernden sorge Kate«"zehede»,. wrratto wurce IQ mlh Ire.un, oe Ohr» BBfIOt,"ale Boo»tmmaT culunfucrn aubla.ren rien Bin oohıe aruns 10 er Ranarater Beltkriegen und top alten ooläs'cen Map!-: com 9. il Hr, Anfılat verlegt VD had apart Dokument Nr. 23. Brief Ludendorffs an Göring. Faksimile der Seite 2 des Originals. Textabdruck: S. 53 Aus der Ant daß Göring, gebärdete Pompenttal! Berliner Do des Exgenei seinen Adj dorffianer C Die weitere würfe des( ein neues Gottesläste, Religionsge Gott will G das würde machen. A Religionsge auch auf c bliebe dan; tismus un blieben Lu Dokume: Sehr geeh Ich bitt komme, I var aber sonst viel ich Ihrem von Treue Was nu Nächst da st, \ bu arten, "Liaderd Aus der Antwort Görings vom 2. Juni 1937 geht hervor, daß Göring, der sich so gern als protestantischer Christ gebärdete und seine Tochter unter geräuschvoller Pompentfaltung durch den„Reichsbischof“ Müller im Berliner Dom taufen ließ, gegen die Christenfresserei des Exgenerals gar nichts einzuwenden hatte und unter seinen Adjutanten sogar einen glühenden Luden- dorffianer duldete. Die weiteren Beschwerden Ludendorffs betrafen Ent- würfe des damaligen Reichsjustizministers Gürtler für ein neues Strafgesetzbuch.$ 230 setzte Strafen für Gotteslästerung fest;& 231 beabsichigte den Schutz der Religionsgesellschaften gegen Beschimpfung. Gott will Göring in seiner Antwort nicht lästern lassen, das würde nach außen hin einen schlechten Eindruck machen. Aber die Bestrafung der Beschimpfung von Religionsgesellschaften darf sich selbstredend nicht auch auf das jüdische Bekenntnis beziehen; denn wo bliebe dann der Schutz des parteiamtlichen Antisemi- tismus und der Hetzzeitschrift„Der Stürmer“, wo blieben Lublin und Auschwitz? Dokument Nr. 24. Brief Görings an Ludendorii: Berlin, den 2. Juni 1937 Sehr geehrter Herr General! Ich bitte um Verzeihung, wenn ich erst heute dazu komme, Ihren Brief vom 3. Mai zu beantworten. Ich war aber unterdessen zweimal im Ausland und auch sonst viel auf Reisen und Besichtigungen. Jedoch werde ich Ihrem Wunsch gern nachkommen und den Major von Treuenfeld in den nächsten Tagen empfangen. Was nun Ihre Wünsche anbelangt, so möchte ich zu- nächst darauf hinweisen, daß ich innerhalb der Luft- 95 waffe keinem Offizier befohlen habe, sich von dem Get- stesgut Euerer Exzellenz fernzuhalten; im Gegenteil kann ich darauf hinweisen, daß einer meiner jungen Ordon- nanzoffiziere stets Ihre Schriften gelesen hat und ein eifriger Anhänger Ihrer Geistesrichtung ist. Es ist mir niemals eingefallen, davon Abstand zu nehmen. Was nun die Artikel 230/231 des Strafgesetzbuches anbetrifft, so glaube ich, Euere Exzellenz vollkommen beruhigen zu können. Dies sind zunächst nur Vorschläge des Justizministers und werden erst noch im Kabinett durchgearbeitet. Vertraulich kann ich Ihnen mitteilen, daß die bisherigen Paragraphen fast völlig im Kabinett umgekrempelt wurden, was ja auch selbstverständlich ist, wenn man bedenkt, daß erst im Kabinett die na- tionalsozialistische Auffassung von dem Gesetzeswerk zur Geltung und zum Durchbruch kommt. Ich selbst jedenfalls passe bei jedem Paragraphen höllisch auf, daß er keine Fassung bekommt, die unserer Auffassung nicht vollkommen entspricht. Gegen die Fassung des$ 230 vermag ich allerdings nichts einzuwenden. Denn ich glaube mich mit Ihnen einig, daß, wer Gott lästert oder das religiöse Empfinden des Volkes böswillig verletzt, bestraft werden muß. Das bedeutet nun keineswegs, daß das religiöse Empfinden des deutschen Volkes verletzt ist, wenn bestehende Konfessionen oder deren Lehre auf schärfste angegriffen und abgetan werden, sondern das religiöse Empfinden soll sich ausschließlich beziehen auf das Gottesbewußtsein und überhaupt für das Vorhanden- sein einer religiösen Einstellung, gänzlich frei von Kon- fessionen und Kirchen. Wenn man jedoch Gottesempfin- den und Gottesglauben zerstört, so würde dies nach meiner festen Überzeugung zu einer völligen Zerstörung aller moralischen Grundlagen eines Volkes führen. Sehr viel bedenklicher ist der$ 231, der auch meiner Überzeugung nach in dieser Fassung nicht bestehen 56 bleiben kan graph volls weiteren A graphen ni des Judent Ich hoffe, maßen aus wie vor me lenz mersör Mit aufr Die Futte Das„unv verkündet: lamentswiı Parteigesic und Fähig Der Doku die bewei, angeblich den Nazis Und nicht auf, wie Quellen Kosten fü Der berüc \ kirchenm; aufschluß Körner: verletzt, .gs, daß verletzt hre auf ern das hen auf ‚anden- n Kon- ompfin- s nach ‚torumg y meiner ‚stehen bleiben kann. Im Gegenteil, ich glaube, daß dieser Para- graph vollständig zu verschwinden hat. Denn in einer weiteren Auffassung könnte sogar nach diesen Para- graphen nicht einmal die verwerfliche Geistesgrundlage des Judentums angegriffen werden. Ich hoffe, damit die Bedenken Euerer Exzellenz einiger- maßen ausgeräumt zu haben. Im übrigen wird es nach wie vor mein Bestreben sein, baldigst mit Euerer Exzel- lenz persönlich zusammenzutrefjen. Mit aufrichtigen Wünschen und Heil Hitler bin ich Euerer Exzellenz sehr ergebener Göring Die Futterkrippe Das„unveränderliche“ sogenannte Parteiprogramm, verkündete:„Wir bekämpfen die korrumpierende Par- lamentswirtschaft einer Stellenbesetzung nur nach Parteigesichtspunkten ohne Rücksichten auf Charakter und Fähigkeiten“. Der Dokumentenfund enthält eine Reihe von Briefen, die beweisen, in wie umfassender Weise gerade diese angeblich bekämpfte Stellenbesetzung ven den führen- den Nazis selbst betrieben wurde. Und nicht nur das. Ein charakteristisches Beispiel deckt auf, wie sie sich gegenseitig aus dunklen amtlichen Quellen Gelder zuschoben, um die nicht geringen Kosten für ihr Wohlleben bestreiten zu können. Der berüchtigte preußische J ustizminister, dann Reichs- ‚kirchenminister, Kerr], schreibt folgendes kurze, aber aufschlußreiche Billett an Görings„Staatssekretär“ Körner: 57 Dokument Nr. 25. Briei Kerrls an Körner*): Hanns Kerrl Berlin W 8,7. 1.38 Reichsminister und Preußischer Leipziger Str. 3 Staatsminister Fernruf 11 6651 Mein lieber Pilli! Sei mir nicht böse, wenn ich, Deinen guten Ermah- nungen folgend, Dich bitte, mir mitzuteilen, ob ich nun- mehr— wo es auf den Nägeln brennt— die mir vom Eisernen**) aus dem Bolschewistenfonds zugesagten 30 Mille erhalten kann. In banger Erwartung Dein Hanns Kerrl***) *) Körner notiert handschriftlich am Kopf des Briefes: „Frl. Grundtmann, diese 30 Mille waren Min. K. im Aug. 37 vom Mp. zugesagt. Vielleicht erledigen Sie die Sache schnellstens. Kö. 7.1.“ **)? unleserlich! *+*) Faksimile des Originals: Beite 59. Die Veröffentlichung dieses Dokuments dürfte den ersten Hinweis auf den darin genannten Fonds dar- stellen. Woher stammten die Gelder für diesen Ge- heimfonds? Sie sollten der Bekämpfung des Bolsche- wismus, gleichzeitig aber auch, schon 1938, der An- griffsvorbereitung dienen. Göring selbst verfügte über diese Mittel, die beträchtlich gewesen sein müssen, wenn allein Kerrl sich 30000 RM daraus auszahlen lassen konnte. Am 8. Januar 1938 beschwert sich Kerrl bei Göring, daß man ihm die zugesagten Stellen(den„Siedlungs- auftrag“ und das Statistische Reichsamt) verweigere. Er würde sich ja gern beleidigt auf sein Rittergut 58 mom os nn men a Zn A mrchen am ap han erh) au An nl fen u HR 48 Er, IL Ti ge il Wr ’ 2 RR = F aftradıa HK) rlal vogsuananf gun-unmegsiuy : BE 12229 suuu(z ar Dambeck zurückziehen, aber von der Pension allein könne er da nicht leben. Deswegen sehe er sich ge- zwungen, seine Sorgen dem Führer mitzuteilen, der ihm das Statistische Reichsamt ja bewilligt habe. Göring antwortet seinem„Freunde“ kühl, Funks Ein- verständnis müßte eingeholt werden. Beide Wünsche sehe er im übrigen für realisierbar an. Dieses schlagende Beispiel für die Stellenjägerei der nationalsozialistischen alten Kämpfer wirkt besonders grotesk, wenn man an die sattsam erwiesene Unfähig- keit Kerrls zurückdenkt. Ohne jedes Allgemein- und Fachwissen, in einem schlechten Stil sondergleichen maßt er sich so unterschiedliche Arbeitsgebiete wie die Leitung der Justiz, der kirchlichen Angelegenheiten, des Statistischen Reichsamtes und des Siedlungs- wesens neben der„Reichstelle für Raumordnung“ gleichzeitig an und ist schließlich sogar bereit, auch noch eine Baubank auf die Beine zu stellen. Dokument Nr. 26. Briei Kerrls an Göring: Hanns Kerrl Berlin-Spandau, den 8. Januar 1938 Am Rupenhorn 5 Persönlich! Vertraulich! Behr geehrter Herr Ministerpräsident! Ungern, aber durch eine lebenswichtige Angelegenheit gezwungen, muß ich Sie um Gehör bitten, will mich aber möglichst kurz fassen. Der Siedlungs-Auftrag, den Sie mir vor über sechs Wochen in Gegenwart Dr. Leys zusagten, ist mir noch nicht erteilt. Von dem Statistischen Amt, das ich von Ihnen erbat, solange Sie Wirtschaftsminister sind, sag- ten Sie, daß Funk nicht wolle. 60 Unter denen U sich im! daß Sie beits-Mi lung 8cl Dann diese W zum Ei Dadın Btatistis Reichss: ich mir alias N dazu Ih Mir t Führer a) mein Gene tistis und n..dem für ich ı b) eben mic} antu heit c) mir heit Wenn beck si kur Ve; Tichtum bedarf, Unter Berücksichtigung der dadurch bei mir entstan- denen Unsicherheit werden Sie verstehen, daß mich die sich immer mehr verdichtenden Gerüchte frappieren, daß Sie beabsichtigen, die Siedlungs-Abteilung des Ar- beits-Ministeriums dem Würtschafts-Ministerium Abtei- lung Schmeer anzugliedern. Dann wäre ich allerdings ange-Schmeert, weil auf diese Weise die Arbeitsfront scheinbar befriedigt wäre, zum Einspruch kaum Veranlassung hätte. Dadurch, und weil ich unter solchen Umständen das Statistische Reichsamt auch nicht erhielte, wäre die Reichsstelle für Raumordnung zertrümmert. Wohl kann ich mir vorstellen, daß einen solchen Plon der Ägypter alias Neumann geschmiedet hat, aber nicht, daß Sie dazu Ihr Einverständnis geben. Mir bliebe alsdann nichts Anderes zu tun als zum Führer zu gehen und ihm anzutragen, daß a) meine im Bericht vorgetragenen Hofjnungen, daß Generaloberst Göring mir Siedlungs-Auftrag und 8ta- tistisches Reichsamt geben werde, gescheitert seien, und daß er deshalb die Leitung der RfR. ebenfalls _ dem Wirtschafsministerium übertragen möge, weil für die ihr verbliebenden untergeordneten Arbeiten ich unmöglich Interesse aufbringen könnte, und b) ebensowenig Befriedigung im Kirchenministerium für mich und eine Arbeit entspränge, die mir wohl Ver- antwortung nach außen, aber keine Handlungsfrei- heit im Amte gäbe, und c) mir deshalb gestattet würde, mich in die Verborgen- heit zurückzuziehen. Wenn ich nun aber in dieser Verborgenheit auf Dam- beck säße, daß mir Dr. Herrmann liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt hat, zu dessen Ausbau und Ein- richtung ich aber der vollen Einkünfte des Ministers bedarf, nicht nur der Pension, dann würde meine Ruhe 61 dort immer verbittert sein durch die Gewißheit, daß ich meine Kaltstellung letzten Endes gerade*) dem Manne verdanke, dem neben dem Führer meine leidenschaoftliche Bewunderung und Verehrung gilt.(*) wenn auch wider dessen Willen). Damit dies nicht Wirklichkeit wird, erhebe ich laut schreiend meine Stimme und bitte Sie, sehr verehrter Herr Ministerpräsident, hören Sie mich eingehend, be- vor Sie entscheiden. Meine Frau und Tochter Gisela bitten um Empfeh- lungen und Grüße an Sie und Ihre verehrte Frau Gemahlin. Gisela hat am 6. Januar doch eine Träne zer- drückt, weil Sie selbstverständlich die Bedeutung dieses Tages für Gisela vergessen hatten. Ich bitte um Empfehlungen an Ihre Frau Gemahlin und bleibe mit herzlichen Grüßen und Heil Hitler immer Ihr Hanns Kerrl**) (Handschriftlicher Vermerk Görings: „Wichtig Berlin— sofort vorlegen“). **) Faksimile der ersten Seite des Originals: Beite 68. N, Dokument Nr. 27. Briei Görings an Kerrl: Berlin, den 21. Januar 1938 Lieber Freund! Ihren Brief vom 8. Januar habe ich erhalten. Ich bitte Sie, mir einen Entwurf für den Siedlungsauftrag ein- zusenden, und zwar so wie es damals besprochen war. Was die Gerüchte über die Siedlungsabteilung anbe- trifft, so habe ich dieselben noch nicht gehört. Ich habe damit auch nichts zu tun, da es sich um ein Ressort 62 WANAS Ki BE Res; on» U kur 17] , 1] ei 21 an 1938 Target ld er udn sur Uugleyun fr dieses Ar Eu wu ow ul- ‘ ylustaı A was auf wu mahlin immer Par utet, felnun he Mibpfefene unian pn byi *) I(€,>44 Park wife wolle Uuter Brite gig An Ahiry AN elae Wufipufges we ha aufge by uf 7 Wurst uf vurdifun des Ad Frypuun, Afı li Latin, da Furt)- Chili du Ehit- We wind An Mitt Machen Ua Bamaer ne nr+‘.- dur. wur z erlag wu- Munaart, uud up LA Mit Ai ulutsfeuns Hunden Opel wuis Dokument Nr. 26. Brief Kerrls an Göring. Faksimile der Seite 1 des Originals. Textabdruck:$. 60 des Arbeitsministers handelt. Jedenfalls kommt diese Abteilung nicht in das Wirtschaftsministerium. Die Abgabe des Statistischen Reichsamtes an Sie kann ich ohne Einverständnis von Funk nicht vollziehen. Ich rate Ihnen deshalb, sich mit Funk in Verbindung zu setzen und sein Einverständnis herbeizuführen. Dann werde ich umgehend Ihrem Wunsche entsprechen. Sollte jedoch der Führer Ihnen tatsächlich die Zusage des Statistischen Amtes gegeben haben, so brauchen Sie das ja nur Funk zu sagen, und die Sache geht dann noch einfacher über die Bühne. Sie können Funk sagen, daß ich der Meinung bin, daß das Statistische Reichsamt als Außenstelle, die allen zu dienen hat, eigentlich zur Raumordnung gehört, und daß es vor allem dringend darauf ankommt, daß alle statistischen Dinge in einer Hand vereint werden, um zu vermeiden, daß man voll- kommen verschiedene Statistiken von den einzelnen Ressorts vorgelegt bekommt. Den Siedlungsauftirag hätten Sie vermutlich schon längst, wenn Sie— wie vor langem ausgemacht— einen solchen Entwurf eingereicht haben würden. Sie werden verstehen, daß ich natürlich nicht an alles den- ken kann und solche zwischen Tür und Angel be- sprochenen Dinge nur dann durchführen kann, wenn ich rechtzeitig von der interessierten Stelle daran er- innert werde. Ich glaube, daß somit ein Teil Ihrer Wünsche bereits realisierbar ist, während die anderen ebenfalls durchaus im Bereich des Möglichen liegen. Mit besten Grüßen und Heil Hitler! Ihr Göring Herrn R’min. Kerr Berlin-Spandau 64 Reichsmi ' [ Sehr gee) Auf Ih den ich 1 lungen tı LImc wäh Die jahr soll Fin wer ver] Die v Mung un, Dezem ®enfalls Wegen q gend et &, 3(G diese ı Bie ehen. ‚dung Dann Sollte > des e das noch ‚daß ‚samt h zur gend einer ‚voll- ‚elnen schon ht— 1. Bie ; den- 1 be wenn m er- Ihrer ‚deren m. Dokument Nr. 28. Briei Kerrls an Göring: Hanns Kerr Berlin W 8, 24. Jan. Reichsminister und Preußischer Leipziger Str. 3 Staatsminister Fernruf 116651 Persönlich! Herrn Ministerpräsidenten Generaloberst Göring Hier Sehr geehrter Herr Ministerpräsident! Auf Ihren liebenswürdigen Brief vom 21. ds. Mts., für den ich Ihnen herzlich danke, möchte ich zwei Feststel- lungen treffen: 1. In der Unterredung, die Sie Dr. Ley und mir ge- währten, bestimmten Sie zum Schluß: Die Verordnung über den Wohnungsbau im Vier- jahresplan ist sofort Sts. Körner vorzulegen. Dieser soll alsdann die beteiligten Minister(Wirtschaft— Finanz— Innenminister) laden. In dieser Sitzung werde ich die Herrn hören und die Verordnung verkünden. Die Verordnung ist durch Reichsstelle für Rauwmord- nung und Arbeitsfront entworfen und Körner An fang Dezember überreicht. Ich habe Körner Ihren Befehl ebenfalls mündlich übermittelt und bin immer wieder wegen der Entscheidung vorstellig geworden, ohne ir- gend etwas zu erreichen. 65 Bg. 5(Göring) Dr. Ley hat mich ebenfalls immer wieder bedrängt und mir an Ihrem Geburtstage mitgeteilt, daß das Ar- beitsministerium bereits eine Bank für Süddeutschland errichtet habe und für Norddeutschland in diesen Tagen errichten werde. Damit wäre das Neue, das unsere Ver- ordnung bringen sollte, nämlich eine solche Baubank, dann schon überholt. Daß irgendwelche Schuld wegen des Nichtzustande- kommens der Verordnung an mir liegt, muß ich also bestreiten. Wegen des Statistischen Amtes habe ich dem Führer Anfang Dezember nur einen Vortrag über meine Absicht gehalten und ihm gesagt, daß ich Sie gebeten hätte, mir das Stat. Amt zu geben, solange Sie Wirtschafts- minister wären. Hierzu verhielt sich der Führer zu- stimmend. Ich bin der Auffassung, daß Verhandlungen mit Funk, die ich führe, kaum zu einem Erfolg führen, obwohl das Stat. Amt, wie mir jetzt mitgeteilt wird, selbst der Ansicht ist, daß es nicht zum Wirtschaftsministerium gehört, sondern eine Reichsbehörde für sich sein muß, evtl. aber dem Innenministerium unterstellt werden will. Ich will mir noch einmal überlegen, ob ich mit Funk verhandele. Nach meinen Erfahrungen bin ich aber im allgemeinen der Ansicht, daß ich mich nicht mehr zu Arbeiten drängen will, die mir nicht von selbst über- tragen werden. Allerdings muß ich nach wie vor der Auffassung bleiben, daß die Reichsstelle für Raum- ordnung nicht zu ihrer wirklichen Bedeutung anwach- sen kann, wenn ihr nicht die Schwierigkeiten abge- nommen werden, die ihr immer wieder durch das Ar- beitsministerium gemacht werden, und wenn ihr nicht die Möglichkeit gegeben wird, das Statistische Amt so 66 auszubau aller Min Ich bit und bleit Am 4,] minister, Leiter d als eine geleitete Rosenbei werden, Vor alleı Ehre ber Rußland berg ve Auftrag er in deı er bei s im Hote auftrete Durch d dem Üb: Weise e Noch nil 196 de Punkte ausschli für die Aschau edrängt las Ar- schland ı Tagen re Ver- jubank, stande- ch also Führer Absicht ‚ hätte, ;chafts- rer Zur t Funk, obwohl bst der sterium n muß, en will, + Funk jber im ‚ehr zu t über- yor der Raum- mwach- ‚ abge jas Ar r nicht Amt 80 auszubauen, daß es voll ausgenutzt wird für die Belange aller Ministerien. Ich bitte um Empfehlungen an Ihre Frau Gemahlin und bleibe mit herzlichen Grüßen und Heil Hitler Ihr Kerri Am 4. Februar 1938 wird Ribbentrop Reichsaußen- minister, ein furchtbarer Schlag für Rosenberg, den Leiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP, das als eine Art Aufsichtsbehörde neben das von Neurath geleitete Reichsaußenministerium gestellt worden war. Rosenbergs Hoffnung, selbst Reichsaußenminister zu werden, hatte sich nicht erfüllt. Vor aller Welt fühlt er sich„bloßgestellt und in seiner Ehre berührt“. Die gekränkte Eitelkeit des fanatischen Rußlandfeindes kann Göring sehr gut begreifen. Rosen- berg verlangt, daß ihm nun wenigstens der offizielle Auftrag zur„Abwehr des Bolschewismus“ erteilt und er in den„Geheimen Kabinettsrat“ berufen wird, damit er bei seinen üblichen Vorträgen vor den Diplomaten im Hotel Adlon weiter als für die Außenpolitik führend auftreten kann. Durch die Übertragung des Ostministeriums ist ihm nach dem Überfall auf die Sowjetunion sein Wunsch in einer Weise erfüllt worden, die er sich im Jahre 1938 gewiß noch nicht hat träumen lassen und die ihm im Jahre 1946 den Hals brach. Aber nicht sachliche Gesichts- punkte sind für den Brief kennzeichnend, sondern die ausschließlich egoistische Einstellung des Mannes, der für die„Säuberung der nationalsozialistischen Welt- anschauung“ eingesetzt war. 67 Dokument Nr. 29. Briei Rosenbergs an Hitier: Der Beauftragte des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP. Berlin W 35, den 6. Febr. 1938 Margaretenstr. 17 Mein Führer! Da ich Sie hier nicht sprechen konnte, habe ich ge- beten, am Dienstag empfangen zw werden, und heute, da die vorliegende Frage mich zutiefst berührte, Partei- genossen Göring über folgendes unterrichtet: Sie, mein Führer, hätten mich mit einem Auftrag zur Sicherung der nationalsozialistischen Weltanschauung und Abwehr des Bolschewismus betraut, dessen Formu- lierung seit längerem unter Hinzuziehung von Dr. Lam- mers besprochen würde. Dieser Auftrag sollte verbun- den werden mit der Umbenennung des Außenpolitischen Amtes der NSDAP im Sinne des Auftrags und damit, wie ich glaubte annehmen zu müssen, die eventuelle Ernennung von Pg. v. Ribbentrop vorbereiten. Durch die Verfügung des}. Februar wurde Pg. v. Rib- bentrop zum Reichsaußenminister ernannt, ohne daß zugleich mein Auftrag veröffentlicht wurde. Da- durch stände ich vor der Situation, daß nach einem von früher her amtierenden Außenminister nun- mehr ein Nationalsozialist an seine Stelle ge- treten und ins Geheime Reichskabinett berufen worden sei, ohne daß der Reichsleiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP, das, da der Auftrag nicht unter- zeichnet ist, de facto noch besteht, in irgendeiner Weise in Betracht gezogen wurde. Für den 10. Februar seien die Diplomaten wieder meine Gäste zu den üblichen Vorträgen im Hotel Adion. Ich fühle mich vor aller Welt bloßgestellt und in meiner Ehre berührt. Ich 68 könne der Ein über hi liche Er auch de daß ich Bie, mei mir me hätten. Parte den Dar mir Zus dessen eintrete Ich sı Rats se Abwehr der wi dauer vor, ZU Geheim Parte aber, ii hier u schlage mich üı Ministe an, noc &toatsr Ich| jedoch r ührer &ei mo) itler: ch ge- heute, Partei- ag zur ‚auung Tormu- , Lam- erbun- tischen damit, ntuelle v, Rib- ‚e daß e. Da- einem r nun“ lle 90 worden tischen unter- Weise r seieh blichen r aller rt. Ich könme vor das Ausland nicht hintreten, eine Aosage der Einladung aber verschlimmere die Lage nur. Dar- über hinaus sei meine Tätigkeit für die weltanschau- liche Erziehung ebenso miterschüttert, da sie gleichsam auch desavouiert erscheine. Man könne nur annehmen, daß ich für irgendein Vergehen bestraft würde, wobei Sie, mein Führer, noch vor wenigen Tagen so freundlich mir meine langjährige Treue und Loyalität bestätigt hätten. Parteigenosse Göring erwiderte, nach dieser eingehen- den Darstellung, er könme mich voll begreifen und müsse mir zustimmen. Er werde beim Führer für den Auftrag, dessen beiliegenden Wortlaut er durchlas, wärmstens eintreten. Ich sagte darauf, durch die Errichtung des Geheimen Rats sei eine neue Lage entstanden. Die Führung einer Abwehr des Bolschewismus sowie die richtige Leitung der weltanschaulichen Erziehung seien mur durch dauernde genaue Unterrichtung möglich, ich schlüge vor, zu erwägen, den Auftrag mit einer Berufung in den Geheimen Kabinettsrat zu verbinden. Parteigenosse Göring stimmte auch hier zu, sagte aber, in den Rat kämen nur Reichsminister und auch hier würde er seinerseits Ihnen, meim Führer, vor- schlagen, mich zum Reichsminister zu ernennen und mich in den Geheimen Rat zu berufen(ohne damit ein Ministerium zu errichten). Parteigenosse Göring regte an, noch einmal mit Dr. Lammers Rücksprache über die staatsrechtlich formale Seite des Auftrages?u nehmen. Ich traf Dr. Lammers, der verreist war, nicht an, jedoch einen kurzen Brief, in dem er mitteilte, Sie, mein Führer, hätten noch keine Entscheidung getroffen; es sei möglich, daß er nach Berchtesgaden befohlen werde, 69 er bat mich jedoch, Ende der Woche mit ihm Rück- sprache zu nehmen. Da die anfangs geschilderte Lage wohl nicht in Be- tracht gezogen worden war, bitte ich Sie, mein Führer, auch unter Fürsprache von Parteigenossen Göring, mich so schnell als irgend möglich zu empfangen. Es geht, verzeihen Sie, wenn ich das einmal erwähne, um das Ansehen und die Ehre eines Mannes, der Ihnen 18 Jahre gedient hat und dessen Wirksamkeit durch die geschil- derte Lage unterbunden ist. Heil, mein Führer A. Rosenberg Ein Beispiel für den Opportunismus, der die deutsche Diplomatie während der Zeit des Naziregimes be- herrschte, bietet der Brief Ulrich von Hassells vom 18. April 1938, der vor der Einverleibung Österreichs von seinem Botschafterposten in Rom abberufen wor- den war. Er ist„wortlos zur Disposition“ gestellt wor- den und weiß nun nicht, wie er„disponieren“ soll. Zu gern möchte er andernorts wieder für die Nazis tätig werden und glaubt, daß seine Arbeit bisher ihnen sehr nützlich gewesen sei. Man hat ihn kalt abfallen lassen. Hier sehen wir, aus welchen Erlebnissen Hassell die Konsequenzen zog, als er zu den Gegnern des Nazi- regimes überging. Dieser Mann gehört zu den Teilneh- mern und Opfern des 20. Juli 1944. Aber sein Brief vom 13. April 1938 gibt uns die bittere Erkenntnis, daß ent- täuschter Ehrgeiz, nicht aber Überzeugung diesen Mann dem Nazismus entfremdet hat. Hassell steht damit nicht allein unter den Verschwörern des 20. Juli. 70 Hochv Am Brenn persön denen ist als gen 8: gegem Ihre£ der da sicht| Musso meine Daß d dräng ja die sagten wurf mich| bald e werde naten hört, ünseh Möbel] nun( v. Ri Führe *) Ha nr d, Dokument Nr. 30. Brief Hassells an Göring*): Feldafing, Haus Tirpitz, 18.}. 38 (Oberbayern) Hochverehrter lieber Herr Göring! Am 11. März bin ich, von Rom kommend, über den Brenner durch Österreich gefahren, wäre also beinahe persönlicher Zeuge der großen Breignisse gewesen, an denen Ihr entscheidender Anteil niemand besser bekannt ist als mir! Welche besonderen persönlichen Empfindun- gen Sie in diesen Tagen erfüllt haben, ist mir ebenso gegenwärtig; ich brauche nur an Mauterndorf und an Ihre Schwestern und an den armen Rigele zu denken, der das leider nicht mehr erlebt hat! In politischer Hin- sicht habe ich mit Vergnügen gesehen, welche Haltung Mussolini eingenommen hat, umd ich glaube, daß auch meine Arbeit in der Hinsicht nützlich gewesen ist.— Daß die großen Dinge meine persönliche Sache zurück- drängten, verstand sich von selbst. Nunmehr aber sind ja die neuen Besetzungen im wesentlichen vollzogen. Bie sagten mir am 5. 2., gegen mich wurde keinerlei Vor- wurf erhoben; nach Ihrer Kenntnis wolle der Führer mich an anderer Stelle verwenden; ich würde sicherlich bald etwas erfahren und auch vom Führer empfangen werden. Indessen habe ich in den vergangenen 2%, Mo- naten außer einer wortlosen 2. D.-Stellung nichts ge- hört. Ich kann diese Behandlung nicht als gerechtfertigt amsehen. Wie ich disponieren soll, weiß ich nicht; meine Möbel stehen auf dem Münchener Speicher. Ich will nım am 21. abends in Berlin eintreffen, mich bei H. vw. Ribbentrop melden und um einen Empfang beim Führer bitten. Sehr dankbar wäre ich, wenn Bie mich *»), Handschriftliche Notiz Görings am Kopf des Briefes: RIO, A,“ 7! einen Augenblick empfangen und mir nach dem Hotel Adlon Tag und Stunde angeben lassen wollten! In treuer Gesinnung mit Heil Hitler! stets Ihr Ulrich Hassell Erz für den A-Fall Es bedarf heute, nach den erschöpfenden Dokumenten und Zeugenaussagen in dem Nürnberger Hauptkriegs- verbrecher-Prozeß, keines besonderen Nachweises mehr, daß der zweite Weltkrieg von den Nationalsozialisten und den hinter ihnen stehenden monopolkapitalistischen Wirtschaftskreisen gewollt und systematisch vor- bereitet worden ist. Unser Dokumentenfund bietet dazu ein unmißyer- ständliches Beispiel in dem Brief, den der Kommerzien- rat Dr. rer. pol. h. c. Dr.-Ing. e. h. Röchling, der be- kannte Eisen- und Stahlindustrielle, am 27. März 1937 an Göring gerichtet hat. Aus dem Briefe geht zunächst hervor, daß Göring bereits im November 1935 mit Röchling über die Erz- beschaffung für den Kriegsfall verhandelt hat. Röchling ist kein Freund des„Leisetretens“. Das sieht man auch aus seinen Vorschlägen. Die Erzvorkommen in Süd- deutschland sollen ausgebeutet und: verarbeitet werden, und zwar zum größten Teil von seiner eigenen Firma, natürlich„mit der nötigen Staatshilfe“.„Menschen- reserven“ seien immer noch vorhanden; sie seien aller- dings„durch die lange Arbeitslosigkeit heruntergewirt- schaftet“, man müßte sie und ihre Familien erst„auf- päppeln“. Aber auf diese Weise seien ein paar 100 000 gute Arbeitskräfte zu gewinnen:„Also zuerst an Ort und Stelle aufpäppeln und an Arbeit gewöhnen, die Männer dann verpflanzen und die Familien nach- kommen lassen.“ 72 Dieser talismu mit der trieben d.h. au! die wie die Art sein; V die Rer die He) lierung der so; periali: zynisch mal ur dem S seine( Doku Herma (Hand. Briefe Röch Sehr ı Bei hatten fangs Jesag hättey vie 8 nung. Ausei Schw: ell nenten kriegs- s mehr, alisten tischen - 1ißyer- erzien- ler be- rz 1937 Göring je Erz- öchling ın auch n Süd- verden, Firma, 1schen- n aller- gewirt- t„auf- 100 000 an Ort en, die nach- Dieser wahrhaft pharaonische Ton zeigt den Hochkapi- talismus in allen seinen Eigenschaften: Verflechtung mit der Rüstungswirtschaft, die mit allen Mitteln be- trieben wird; Abwälzung aller Risiken auf den Staat, ı d.h.auf das Volk; die Arbeiter als Produktionsreserve, die wie das Vieh aufgepäppelt werden, um dann für die Arbeit im Bergbau und Hüttenwesen brauchbar zu sein; Verpflanzung„dieser Reserven“ an Orte, die für die Rentabilität des Unternehmens günstiger liegen als/f; die Heimat der Arbeiter; selbstverständliche Einkalku-|) lierung des„Falles A“, d.h. des Krieges als eines Mittels der sogenannten nationalen, in Wirklichkeit aber im-| perialistischen Wirtschaftspolitik und bei allem die zynische Einsicht, daß es in einem solchen Falle dies- mal um den Bestand des deutschen Volkes geht, der dem Saarindustriellen sehr gleichgültig ist, wenn nur seine Geschäfte nicht gestört werden. Dokument Nr. 31. Brief Röchlings an Göring: Hermann Röchling Völklingen, den 27. März 1937 (Handschriftliche Bemerkungen Görings am Kopf des Briefes): 2dA Röchling und Bürkelzum Empfang bestellen. G9. Sehr verehrter Herr Ministerpräsident! Bei der Besprechung, die wir am 18. d. M. bei Ihnen hatten, durfte ich darauf hinweisen, daß ich Ihnen an- fangs November 1935 bei Ihrem Besuche in Saarbrücken gesagt hatte, daß wir genug Eisenerze in Deutschland hätten, wm unseren Bedarf zu decken. Ich habe damals, wie Sie sich vielleicht entsinnen werden, auch die Mei- nung vertreten, daß wir in einer möglichen kriegerischen Auseinandersetzung durchaus nicht auf die Zufuhr von Schwedenerzen rechnen könnten. Sie waren damals ait- 73 derer Meinung. Ich erinnere an diese Sache nicht, um zu beweisen, daß ich Recht behalten hätte, sondern lediglich darum, daß Sie meiner Bitte entsprechen, in der nachstehend behandelten Angelegenheit auf mich zu hören. Die große Aufgabe, Deutschland im Notfalle ganz mit eigenen Erzen zu versorgen, umfaßt m. EB. mindestens die Herstellung von 14 Millionen Tonnen Roheisen im Jahr, so viel als wir in den Jahren 1916 und 1917 etwa zur Verfügung hatten. Unsere Gegner verfügten über eine vier- bis fünfmal so große Erzeugung und konnten aus ihr jede beliebige Eisenmenge für die Kriegsführung zur Verfügung stellen. Unsere Truppen waren nicht reichlich mit der nötigen Munition versorgt, auch nicht reichlich mit den sonstigen Erfordernissen. Dabei mußte die Eisenbahn einen unerhörten Raubbau an ihrem Ma- terial treiben. Der Munitionsbedarf war damals schon groß. Durch die aufkommenden Maschinengeschütze wird er nicht kleiner, sondern eher größer werden. Win sind heute ganz anders mit Munitionsvorräten eingedeckt oder werden es sein, wie wir es damals waren. Wie ungeheuer groß die Gesamtsumme des Kriegsmaterials war, das wir hatten, geht aus den gewaltigen Zahlen dessen hervor, was zerstört wurde. Wenn, wie es zu fürchten ist, der Munitionsbedarf in einem kommenden Kriege noch größer sein wird, so ist auch die Summe des Materials, das in der Fertigung ist (vom Roheisen, das den Hochofen verläßt, bis zur fer- tigen Granate), entsprechend größer; sie wird min- destens einer Viermonatsproduktion entsprechen, wahr- scheinlich wesentlich höher sein. Es ist also eine unüber- sehbare Masse dessen, was für einen A-Fall erforder- lich ist. Umnübersehbar ist auch die Menge dessen, was bereitgestellt werden muß. Unübersehbar auch das, was neu zu fertigen ist. Dazu kommen neue Bedürfnisse ”„ (4 im Kri sie set ein vo Durch: gehen Form nicht, nahme verhin entste) Kriegs Es e - die Ro Eisen einige) werde das al erwide immer zusehe lionen im Ja Tonne ken W werde von j im Kriege. Die Franzosen bauen große Tankhindernisse; sie setzen lange Eisenbahnschienen in die Erde, so daß ein vollkommenes Gitter entsteht, das dem Soldat das Durchschlüpfen ermöglicht, jedoch dem Tank das Vor- gehen unmöglich machen soll. Ob diese oder eine andere Form die Tankabwehr im Kriege sein wird, weiß ich nicht. Aber daß irgendwelche neue Verteidigungsmaß- nahmen kommen, um überraschende Tankangrifje zu verhindern, scheint mir mehr wie wahrscheinlich. Es entstehen also noch zusätzliche Bedürfnisse in einem Kriegsfalle. Für diese gilt es Vorsorge zu trefjen. Es ergibt sich also die Folgerung, daß wir mindestens . die Roheisenmenge des Krieges mit 1}; Millionen Tonnen Eisen im Jahr zur Verfügung haben müssen, wenn wir einigermaßen unsere Bedürfnisse decken wollen. Sie werden vielleicht sagen, daß Sie das auch möchten, daß das aber nicht erreichbar sei. Ich würde Ihnen darauf erwidern:„Da die Erzmengen vorhanden sind, wir auch immer noch Menschenreserven haben, so ist nicht ein- zusehen, warum dieses Ziel nicht erreicht werden kann.“ Denn 1. Wir haben in Süddeutschland südlich des Mains sehr große Bodenschätze, die leicht und in kurzer Frist aufgeschlossen werden können. Als Beispiel nenne ich die Eisenerzvorräte zwischen der oberen Donau östlich von Donaueschingen und dem Hochrhein bei Schaff- hausen(Versandstation Zollhaus Blumberg). Diese Erz- lagerstätten enthalten sicher 200 Millionen Tonnen Eisen; es muß bei ihnen möglich sein, innerhalb einer angemessenen Frist von höchstens sechs Jahren 2 Mil- lionen Tonnen Eisen, gleich 8% Millionen Tonnen Erz im Jahr zu fördern. Ich stelle mir vor, daß 1 Million Tonnen Eisen an Ort und Stelle in Hochöfen verschmol- zen wird; diese Menge müßte dort auch weiterverarbeitet werden. Zwei Hochofenanlagen von je vier Hochöfen von je 500 Tonnen Leistung in 24 Stunden wären zu 7 errichten. Je zwei Hochöfen(also vier) könnten bis Ende nächsten Jahres fertiggestellt werden, so daß beieits im Jahre 1939 1% Million Tonnen Roheisen aus dieser Quelle fließen würde; im Jahre 1940 könnte 1 Mil- lion Tonnen erreicht sein, wenn rechtzeitig das Erz zu beschaffen ist. Ich halte auch das nicht für unmöglich. Über Einzelheiten des Vorgehens habe ich bereits mit Herrn Pleiger vom Amt für deutsche Roh- und Werk- stoffe gesprochen. Ich würde eine Anlage mit vier Hoch- öfen mit der nötigen Staatshilfe erstellen, wozu auch der nötige Rückhalt hinsichtlich der Verfügung. über die Erzlagerstätten gehören müßte. Die zweite Anlage müßte von einer anderen Firma erbaut werden. Ein erheblicher Teil des Kokses würde an Ort und Stelle erzeugt werden. Das anfallende Gas könnte zur Ver- sorgung des ganzen Schwarzwaldgebietes, der Städte Stuttgart, Ulm, Konstanz und gegebenenfalls einer An- zahl von schweizer Städten wie Zürich, Baden, Aarau usw. benutzt werden. Um ein derartiges Unternehmen möglich zu machen, wäre die Bereitstellung von 11% Mil- lionen Tonnen Kokskohlen von der Saar im Jahre 19,0, 1939 die Hälfte, erforderlich; ein Teil würde zweck- mäßig an der Saar verkokt werden. Damit das Unter- nehmen zu wirtschaftlich tragbaren Zahlen kommt, nvüßte seitens der Reichsbahn eine Kohlen- und Koks- fracht von der Saar nach Südbaden von 1 Pf. auf den t/km= dem doppelten Betrag der jetzigen Erzfracht von% Pf. von Zollhaus Blumberg nach der Saar be- willigt werden. Auch eine stark verbilligte Roheisen- fracht wäre notwendig, da ein erheblicher Teil des in Südbaden erzeugten Eisens zur Saar gefahren werden müßte(zum mindesten eine Zeitlang), um dort in Stahl- und Fertigfabrikate verwandelt zu werden, welche Er- zeugnisse dann wieder nach Osten an den Doggererz- lagerstätten. vorbei zu unseren süddeutschen Absaiz- gebieten gefahren werden müßten. Das scheinen mir 75 alles k den A Pleiger Ich ı gehört zurich! genom erforde richtig einem lichkei bau; d sich u bei sic eine 8 überho Zahl ı Förde, recht, rung€ die, se sache, des gı langsc kann. sind a große erschl also 7 auf de Diese dich( gehen große 80 da, übrig, alles keine unlösbaren Aufgaben zu sein. Mit eingehen- den Angaben darüber, was möglich ist, wird Herr Pleiger leicht dienen können. Ich glaube, aus der Besprechung die Absicht heraus- gehört zu haben, die Erzlagerstätten nur so weit vor- zurichten, daß im A-Falle die Förderung sofort auf- genommen werden könnte oder daß sie dann auf die erforderliche Höhe gebracht werden sollte. Falls ich richtig verstanden habe, so möchte ich dringend vor . einem solchen Vorgehen warnen. Es gibt nur eine Mög- lichkeit der raschen Steigerung der Förderung im Berg- bau; das ist, wenn es sich um Tagebau handelt. Wo es sich um unterirdischen Bergbau handelt(und das ist bei sicher 99 Prozent unserer Erzgruben der Fall), ist eine Steigerung der Erzeugung von heute auf morgen überhaupt nicht möglich. Es bedarf dazu einer großen Zahl von sehr gut ausgebildeten Bergleuten, um eine Förderung im großen Stile aufrechtzuerhalten. Dies erst recht, wenn eine entsprechende Vermehrung der Förde- rung erzielt werden soll. Daß dies der Fall ist, ersehen Sie, sehr verehrier Herr Ministerpräsident, aus der Tat- sache, daß auch der Steinkohlenbergbau in einer Zeit des großen Kohlenbedarfs wie der jetzigen nur relativ langsam mit seiner Förderung in die Höhe klettern kann. Die Abbaumethoden des Steinkohlenbergbaues sind aber im wesentlichen diejenigen, ouf denen ein ganz großer Teil der neu erschlossenen und noch zw erschließenden Erzlagerstätten beruhen wird. Ich kann also nur den dringenden Rat geben, die Erzförderung auf das Maß zu steigern, das wir im A-Falle benötigen. Diese Erze müssen wir dauernd verbrauchen. Es wird sich dann herausstellen, daß die Wirtschaft die Wege gehen wird, die es ihr gestatten, mit einer nicht zu großen Verteuerung ihrer Selbstkosten durchzukommen, so daß sie nicht über diesen Ausgaben erliegt. Und im übrigen gibt es Maßnahmen genug, von denen auch im 77 die Rede war, durch die der Staat diese Arbeit fördern kann.; 2. Die Frage der Menschen, die für diese Arbeit not- wendig sind, ist sicher nicht unlösbar. Es wird zwar in vielen Gegenden gesagt, es gübe keine Arbeitslosen mehr, zum mindesten keine Leute mehr, die für die Arbeit verwertbar wären. Das ist sicher nicht richtig. Richtig ist aber, daß ein großer Teil der Arbeitslosen durch die lange Arbeitslosigkeit körperlich und geistig so heruntergewirtschaftet ist, daß die Leute nur durch sorgfältigste Aufpäppelung(und zwar mit den Familien!) und durch allmähliche Heranziehung zur Arbeit wieder in Ordnung gebracht werden können. Das wird bei dem einen etwas länger, bei dem anderen etwas kürzer dauern. Aber bestimmt sind in dieser Form noch ein paar hunderttausend gute Arbeitskräfte zu ge- winnen, wenn man es richtig anfängt. Aber anfangen muB man es einmal. Ich glaube auch nicht, daß es geht, daß man die Männer von ihren Familien trennt; denn die Hauptklage der Arbeitsämter geht ja dahin, daß die Leute sich nicht darauf einließen. Also zuerst an Ort und Stelle aufpäppeln und an Arbeit gewöhnen, die Männer dann verpflanzen und die Familien nachkommen lassen. Viel anders wird es nicht gehen. Ich wollte Ihnen an diesen Beispielen nur zeigen, wie unendlich viel mehr noch geleistet werden kann, wenn die Sache richtig an- gepackt wird. Also stellen Sie Ihre Forderungen nicht zu niedrig. Denn wenn wir darauf angewiesen werden sollten, uns selbst zu versorgen, so geht es restlos, wie Sie richtig sagten, um den Bestand des deutschen Volkes. Man kann nicht schwarz genug sehen, wenn wir dann unterliegen sollten. Sie haben vollkommen recht mit dem, was Sie sagten. Und noch eins: Ich warne davor, unsere Kräfte und unsere Arbeit zu verzetteln in fremden, fernliegenden 78 | a “| | M “| a hi] _ Ländern wie Brasilien, wo mehrere hundert Kilometer Eisenbahnen gebaut werden müssen, um ein zwar sehr großes, aber noch günzlich unverritztes Eisenerzvor- kommen nutzbar zu machen. Nehmen Sie mir das harte Wort nicht übel: Das sind Spielereien, die nichts nützen, wenn es um den letzten Einsatz geht, die aber die Ver- antwortlichen in der Industrie von der großen Aufgabe ablenken, die im Innern unseres Landes— und nur da! — gelöst werden muß. Ich bitte mir die Offenheit nicht übel zu nehmen, mit der ich diese Dinge ausspreche. Aber hier kann nichts Gutes mit Leisetreten geschehen! Heil Hitler! Ihr sehr ergebener H. Röchling*). ®) Faksimile der ersten Seite des Originals: Seite 80. Aber Göring hatte eigennützigere Pläne, die er in ziemlich plumper Weise gemeinnützig verbrämte. Er faßte dieErzvorkommen und ihre Verarbeitung an Ort und Stelle in dem Riesenkonzern der„Reichswerke Hermann Göring“ zusammen. Dem Widerspruch der Industrie, die ihre Profitmöglichkeiten geschmälert sah, begegnete er mit Drohungen und Gewalt, wie die Tele- gramme an den Reichsfinanzminister, an neun Groß- industrielle und an Krupp belegen.„Krassester Wirt- schaftsegoismus“ beherrsche die Industrie; die Düssel- dorfer Denkschrift des Stahlvereins sei„Sabotage gegen die Reichsinteressen“. Die neun Großindustriellen gaben nach, nachdem ihr Führer, Krupp von Bohlen-Halbach, der Leiter der Reichsgruppe Industrie, durch Versprechungen Görings gewonnen worden war. Diese Versprechungen waren ausnahmsweise diesmal real fundiert, denn tatsächlich 79 HERMANN DÖCHLING&urmsın> 77, Lärz 19257, f WEN> m werr verekrter err l!inistoryräsident I %ei der Sesprechung, die wir am lö.d.R. ve: „a.ten, durfte lor dsrauf hinus‘sen, das 105[bron ar „oveztar 1955 os1 Ihren Zosuohe 1n Searbriloten;ess ca5 wir genug Sisenerro 1n Deutschland häiten, um ı Tedarf zu decken. Lob have damals, wie Sie ulch vio!isıoht onte ol:.zen wussten, auch die Lieinung rortroten, dad«ir in einor zözlichen krie;erischen Aussinandersetzung durchaus alcht au? die Zufuhr von Bohrodanerzen reohnen künnten. Sie waren dazals ardsrer„einung. loh erinnere an diese Sache nlcht, am zu beweisen, das ich Pecht boralten hätte,-— condern leilg)iab “arun, daß Sie meiner Pitte entspreohen, in der nachntsnend bekandelten Angelo;eahsit euf mich m hören. Die groseo Aufgabe, Deutschland Im kotfalle genz ılı eigenen 3rzen zu versorgen, umfaßt m.B. mindontens die ar» stellung von 14 Millionen to Roheigen im!atr, so viel ale wır in des Jahren 1916 und 1917 etwa zur Verfligung hatten. Unsere «07.07 verfügten ber eine vier bis fünf mal so grosse Erz. ganz und konnten aus ihr Jede belloeui;e Bisenmonge für die riessführung zur Verftigang utellen. Unsore Truzpen waren uicht reiohlich nlt der nötigen s“unition versorgt, auch ciobt re:ok sch eiy den sonstigen Srforterninsssn. Dabei außto dıe Bisenbahn einen anerhörten Yaubban an Ihres Katerial treiben. Der:'unitiorsbelarf war damals sahen groß. Duroh die auf» ‚” den Aschirengeschütze wird er nlobt kloiner, sonterm eher ‚7ö-cer werden.#ir sind reute ‚are aziors ait nunitionsvorräe %2B eirjeleott o!er«erien 05 soln, mio«!r en danale saren. Te unreneuer ToLb|!e Jeuemtsurme dos Zrie_gnaierlals ar, das re atlen, et o.c ion;ewalticen Zahlen desgen tTervor,"u sırztört wir'o. "an, tie 06 za filrc cer ıct, ter unıtionstefart!r 0:ne3 “run jo. 8 ‚eneraloter.t„sein, Dokument Nr. 31. Brief Röchlings an Göring. Faksimile der Seite I des Originals. Textabdruck:$. 73 wurde Eisen- Folge: indust listisc unter zeitig des N Dok: Tele wurde die deutsche Wirtschaft, nicht nur die deutsche Eisen- und Stahlwirtschaft, der Großindustrie in der Folgezeit restlos ausgeliefert. Damit wurde die Groß- industrie nicht nur für die Rüstung zum imperia- listischen Kriege, sondern auch für seine Durchführung unter allen Umständen gewonnen. Dies war gleich- zeitig der Beginn des dann folgenden völligen Ruins des Mittelstands. Dokument Nr. 32. Telegramm Görings an Graf Schwerin-Kıosigk: 1. Telegramsmn. Reichsfinanzminister Graf Schwerin-Krosigk Sehr geehrter Herr Graf! Ich bitte Sie dringend, weder von Poensgen noch anderen Interessenten Vorstellungen gegen die Reichswerke entgegenzunehmen stop die Unterlagen der Herren sind leicht zu entkräften stop es geht hier darum, ob die Reichsinteressen oder krasse- ster Wirtschaftsegoismus vorherrschen soll stop ich bitte Sie, in diesem Sinne auch Ihren Ministerialdirigen- ten Nasse zu unterrichten stop ich weiß, daß dauernd Versuche gemacht werden, Herrn Nasse gegen die Reichswerke zu stellen. Heil Hitler! Ihr Göring. 2. Telephonzentrale mit der Bitte um Absendung obigen Telegramms und Rückgabe der Unterlagen. Berlin, den 24. August 1937. Ba. 6(Göring) Dokument Nr. 33. Telegramme Görings an neun Industrielle und Krupp v. Bohlen: a) STAATS-TELEGRAMM Dringend Ich bitte Sie dringend, sich an der Düsseldorfer Denk- schrift des Stahlvereins nicht zu beteiligen stop die Machenschaften des leizteren gegen die Reichswerke nehmen mehr und mehr die Form von Sabotage an. Heil Hitler! Göring. Vorstehendes Telegramm ist zu senden: Präsident Haecker, Ilseder Hütte, Hannove r*), Gen.-Dir. Zangen, Mannesrohr, Düsseldor) Gen.-Dir. Flick, Berlin W 9, Bellevuestr, 12a, Kommerzienrat Röchling, Saarbrücken h Otto Wolf, Eöln, Generaldirektor der Stummschen Eisenwerke Neun- kirchen(Saar), Professor Goerens, Kruppwerke AG., Essen. *) Ewald Hecker(nicht Haecker), Leiter der Industrieabtei- lung der Wirtschaftskammer Niedersachsen, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Ilseder Hütte, Hannover. ”*) Wilhelm Zangen, Generaldirektor der Mannesmannröhren- Werke, nachmals Leiter der Reichsgruppe Industrie, Vor- sitzender der Ausfuhrgemeinschaft für Kriegsgerät, stellv. Leiter der Wirtschaftsgruppe Eisenschaffende Industrie, Düsseldorf. 82 b) Er Ich vom X Hütte gehen stop| sondei samm Rüstu Führe grüße Ihnen über| Telegramm b) Krupp v. Bohlen-Halback, Essen. Ich bitte Sie, Ihren Herren Anweisung zu geben, die vom Stahlverein angeregte Denkschrift der deutschen Hüttenwerke nicht zu unterschreiben stop das Vor- gehen gegen die Reichswerke grenzt bereits an Sabotage stop gerade für Krupp werden die Werke von be- sonderer Bedeutung sein, da ich vorhabe, mit Ihnen Zu- sammen einen ganz großen Plan für die deutsche Rüstung durchzuführen stop ich habe darüber dem Führer bereits Vortrag gehalten stop ich würde es be- grüßen, wenn ich am dritten September in Berlin mit Ihnen oder mit einem Ihrer verantwortlichen Herren über diesen Plan sprechen könnte. Heil Hitler! Göring. S-TELEGRAMM a) ist noch zu senden an: 1. Direktor Baberg, Hoesch Eisen und Stahlwerke, Dort- mund, Klöckner, Duisburg. den 24. 8. 1937. In diese Zusammenhänge hinein gehören auch die Be- mühungen Görings, den größten österreichischen Kon- zern auf diesem Gebiete, die Alpine-Montan-Gesell- schaft, in seine Pläne einzubeziehen. Der Brief des Rechtsanwalts Dr. Hueber, des Schwagers von Göring, vom 16. November 1937, also geraume Zeit vor der Ein- verleibung Österreichs, gibt einen guten Einblick in diese Machenschaften. Der Vorsitz im Vorstand der Ge- sellschaft soll dem Manne zugeschanzt werden, der den Erzlieferungsvertrag mit dem Deutschen Reich durch- gebracht hat. 83 Dokument Nr. 34. Briei Huebers an Göring: Dr. Franz Hueber Wels, am 16. November 1937 Öffentl. Notar Wels Bäckergasse Nr.7 Pernruf Nr. 160 Herrn Ministerpräsidenten Generaloberst Hermann Göring, Berlin Leipziger Platz 11a Mein lieber Hermann! Über die Verhältnisse bei der Montan-Gesellschaft be- richte ich kurz folgendes: Die Verträge mit dem derzeitigen Vorstand, bestehend aus Ing. Oberegger, Fleischmann und Dr. Meindl müs- sen bis 30. ds. Ms. gekündigt werden, widrigenfalls sie ab 1. April 1938 auf 2 Jahre(Oberegger und Meindl), beziehungsweise 1 Jahr(Fleischmann, der 60 Jahre alt wird und damit ausscheidet) verlängert sind. Dr. Vögler beabsichtigte Ing. Maltzscher in den Vor- stand zu nehmen, der seine Sitze bei den Banken, vor allem beim Präsidenten der Nationalbank, Dr. Kien- böck, hat. Malizscher stellt jedoch die Bedingung, daß er nur als Generaldirektor eintreten wolle. Weder Oberegger noch Meindl wollen jedoch unter Malizscher arbeiten. Oberegger hat dabei seine Stütze an Staatssekretär Zermatto und damit am Bundes- kanzler. Meindl beruft sich jetzt darauf, daß ihm im Januar 1936 ausdrücklich für später der Vorsitz im Vorstand zugesagt wurde, und daß er beim Handelsminister Dr. Taucher den Erzlieferungsvertrag mit dem Reich über 500 000 84 1937 bis 1000 000 t Erz durchgebracht habe. Dagegen scheint Dr. Vögler dem Meindl die seinerzeitige Vorsprache bei Dir noch immer übel zu nehmen und daher nach wie vor eine andere Lösung zu suchen als den Vorsitz Meindls. Da sich aber die geplante gänzliche Ausschal- tung Obereggers als unmöglich erwiesen hat, so halte ich persönlich nach wie vor die Lösung mit dem Vor- sitz Meindl im Vorstand ohne Ernennung eines Generol- direktors für das beste Erreichbare, weil dafür rein rechtlich das obige Versprechen angeführt werden kann. Dieses Versprechen hatte keinen politischen Hinter- grund, sondern den, daß Meindl seine Stellung als Zen- tral-Direktor der Österreichischen Kraftwerke aujgab, als er in die Alpine eintrat. Mit herzlichen Grüßen und Heil Hitler, Dein Franz Waiien für China Neben der Erzbeschaffung ist die Versorgung mit De- visen für die Rohstoffeinfuhr das Hauptproblem der Aggressoren. Auch dafür war Göring als Beauftragter für den Vierjahresplan zuständig. Daß er dabei nicht kleinlich war in der Wahl der Mittel und es ihm sogar auf eine handfeste Erpressung nicht ankam, geht aus seinem Schriftwechsel mit dem japanischen Militär- attach& Oshima hervor. Sein Brief vom 7. Mai 1938 stellt"an Japan das Ansinnen, Deutschland für das deutsche Verbot der Waffenlieferungen an China mit Devisen zu entschädigen. Göring fragt„bescheiden“ um Rat, wie die Sache„geordnet“ werden könnte. Wenn Japan nicht zahle, müsse Deutschland leider noch „möglichst unbedeutende Waffen“ nach China aus- führen. 35 Dokument Nr. 35. Briei Görings an Oshima: ı Geheim! Ministerpräsident Beriin, den 7. Mai 1938 Generalfeldmarschall Göring An den Japanischen Militärattache Herrn Generalmajor Hiroshi Oshima, Berlin W 30, Nollendorfplatz 2 Sehr verehrter Herr General! In Verfolg unserer neulichen Besprechung möchte ich Sie noch einmal darauf hinweisen, in welch schwieriger Lage ich mich als Beauftragter für die Durchführung des Vierjahresplanes befinde in bezug auf unsere De- visenlage. Ich habe nun das Verbot der Waffenlieferun- gen an China verhängt und die schärfste Durchführung gefordert. Das bedeutet, daß dem Deutschen Reich un- gefähr in diesem Jahre fast 100 Millionen Bardevisen verloren gehen; Bardevisen, die deshalb so wertvoll wären, weil die Zahlungsbedingungen hierbei besonders günstige sein sollten, denn die Ware würde 100’/)ig bar in Devisen oder Dollar bezahlt worden sein an dem Tage, da sie den deutschen Hafen verläßt. Sie kennen, sehr verehrter Herr General, unsere Devisenlage ünd wissen selbst, was der Ausfall von 100 Millionen so leicht zu verdienender Devisen für Deutschland bedeutet. Da- mit gehen Deutschland die Möglichkeiten verloren, jene Rohstoffe zu beziehen, die für die Aufrüstung von so außerordentlicher Bedeutung wären. Andererseits wünscht Deutschland aber nicht, daß eine Nation, mit welcher uns eine so aufrichtige Freundschaft verbindet, durch deutsche Woafjenlieferungen geschädigt wird. 86 Wenn uns nun auf der einen Seite etwa 100 Millionen Bardevisen verloren gehen, dann muß ich allerdings alles tun, um diesen Ausfall wenigstens einigermaßen wettzumachen, und deshalb komme ich. noch einmal auf die etwa 40 Millionen in Japan eingefrorener Devisen zu sprechen. Sie müssen verstehen, wie schwer es für mich ist, unserer devisenhungrigen Wirtschaft klarzu- machen, daß wir auf die chinesischen Devisen zugunsten Japans verzichten müssen und andererseits von dem- “ selben Japan unsere Devisen nicht bezahlt bekommen.' Das ist eine kaum zu überbrückende Divergenz. Hinzu kommt noch ein sehr schwieriges Moment. China hat bereits bei einigen chinesischen Firmen Bardevisenein- zahlungen gemacht in Höhe von etwa 30 000 engl. Pfun- den. Wenn für diese keine Lieferungen erfolgen, muß Deutschland selbstverständlich diese Pfunde zurück- zahlen. Nun hat das Wirtschaftisministerium bereits über diese Devisen verfügt und sie sind tatsächlich schon ausgegeben. Ich möchte Sie nun hier selbst um Ihren Rat fragen, wie wir diese Dinge ordnen können; denn ich weiß nicht, wie ich bei unserem enormen Devisenmangel auch noch die Rückzahlung dieser De- wisen schaffen und verantworten soll. Entweder müßte Deutschland noch möglichst unbedeutende Waffen in Höhe dieser Devisen an China abführen oder Japan müßte uns helfen, diese Devisen zurückzuzahlen. Im Falle, daß Japan die Zurückzahlung dieser Devisen übernehmen kann, würde ich Ihnen noch genaue An- gaben und Unterlagen einreichen. Der Genauigkeit wegen möchte ich noch mitteilen, daß selbstverständlich augenblicklich noch Lieferungen an China, wenn auch in sehr geringem Maße, entweder bereits angekommen oder noch unterwegs sind, die ich nach Abgabe des Verbotes nicht mehr zurückrufen konnte. Darüber hinaus möchte ich noch auf eine Sache auf- merksam machen und Ihre evtl. Unterstützung in An- 67 spruch nehmen. Es kaufen in Deutschland sehr viele Länder Waffen. Wenn wir auch unsererseits alles tun, um den genauen Verbleib festzustellen und uns zu ver- sichern, daß die Waffen nicht an Dritte weiterverkauft werden können, so haben wir es doch nicht vollständig in der Hand. So ist z. B. neulich eine Sendung, die wir für ein kleines Land abgehen ließen, laut Agentmeldung schließlich tatsächlich nach Rotspanien weitergegangen, d. h. deutsche Waffen wurden gegen unsere eigenen Rreiwilligen dort eingesetzt, ohne daß wir das verhin- dern konnten. Dies hat selbstverständlich zum schärf- sten Aufpassen angeregt, aber ein Umgehen ist natür- lich zunächst immer noch im Bereich der Möglichkeiten. Ich erwähne dies nur, weil mir daran liegt, daß von nun ab in aller Korrektheit das Waffenausfuhrverbot für China durchgeführt wird. Was Ihre neuliche Mitteilung anbelangt, so habe ich’ mittlerweile festgestellt, daß tatsächlich die Firma in Shanghai einen solchen großen Auftrag bekommen hat, daß jedoch dieser Auftrag sich nicht ausschließlich auf Deutschland bezog, sondern der Importfirma freistand, das notwendige Gerät auch aus anderen Ländern nach China einzuführen. Soweit die Firma sich an Deutsch- land wenden wird, wird sie dies vergebens tun. Bis jetzt liegen Unterlagen noch nicht vor, daß die Firma beab- sichtigt, den Auftrag nach Deutschland zu legen. Aber immerhin ist es noch möglich, daß sie damit kommt. Ich würde Sie dann rechtzeitig orientieren, auch für den Fall, daß ich erfahre, wohin tatsächlich der Auftrag gegeben worden ist. Für eine baldige Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar, Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung Ihr Göring Oshimas Antwort vom 18. Mai 1938 stellt fest, daß das Verhalten Görings unverständlich sei. Bereits im Vor- jahre habe Göring wiederholt Zusicherungen für die Unterdrückung des Waffenhandels nach China gege- ben, und nun werde eine„Waffenausfuhr nach China in gewaltigem Ausmaße erneut in Erwägung gezogen“. Das könne nicht Görings eigene Ansicht sein. Im übri- gen dürften die Devisenfragen nicht mit der Frage der Waffenlieferungen verknüpft werden. Dokument Nr. 36. Brief Oshimas an Göring: Militärattache bei der den 18. Mai 1958 Kaiserlichen Japanischen Botschaft in Berlin (Handschriftl. Vermerk Görings): Diktat Z. d. A. dunn mein letzter Brief Oshima bestellen. Gg9. Seiner Exzellenz Herrn Generalfeldmarschall H. Göring Berlin W8 Euere Exzellenz! Hierdurch habe ich die Ihre, den Empfang des ge- fälligen Schreibens vom"7. Mai d. J., welches Ewuere Exzellenz als Beauftragter der Durchführung des Vier- jahresplans an mich gerichtet haben, mit dem Ausdruck verbindlichsten Dankes zu bestätigen. Ich war und bin stets dankbar für den von der Deutschen Regierung gefaßten Entschluß und die von ihr gegebene, ver- trauensvoll anzuerkennende Zusicherung, seit dem Be- ginn der Affäre in China, in bezug auf die Unter- drückung von Waffenlieferungen aus Deutschland nach jenem Lande. 69 Nun lese ich in dem gefälligen Schreiben, obwohl dasselbe in der Hauptsache die Frage der deuischen Devisenschwierigkeiten behandelt, daß eine Waffenaus- fuhr nach China in gewaltigem Ausmaße in diesem Jahre in Erwägung gezogen würde. Diese Bemerkung war mir unverständlich, um so mehr als Euere Exzel- lenz im vorigen Jahre wiederholt Zusicherungen für die Unterdrückung des Waffenhandels nach China gegeben haben. Ich glaube indessen, daß jene Bemerkung nicht Ihre eigene Meinung wiedergibt; ich möchte vielmehr nach wie vor volles Vertrauen in Ihre Zusicherungen setzen, und hoffe zuversichtlich, daß die Deutsche Re- gierung das Verbot der Wafjenausfuhr nach China auf das schärfste durchführen wird, was ich mit wieder- holtem herzlichen Dank anerkennen werde. Was die in dem gefälligen Schreiben erwähnten wirt- schaftlichen Fragen betrifft, welche von der Frage der Waffenlieferungen unabhängig sind, so darf ich bemer- ken, daß sie außerhalb meines Arbeitsbereichs liegen. Soweit ich aber erfahren habe, sind zwischen der Bot- schaft einerseits und den zuständigen deutschen Be- hörden andererseits Verhandlungen zur Aufstellung eines umfassenden Plans mit bester Aussicht auf Erfolg im Gange. Dieser neue Plan wird, wie ich höre, nicht nur in Richtung der Devisenfrage, sondern überhaupt in jeder Richtung für die japanische, aber auch für die deutsche Wirtschaft sehr nutzbringend sein; außerdem wird er die Wirkung haben, die in dem gefälligen Schreiben erwähnten verschiedenen Hindernisse der Wirtschaft auf beiden Seiten radikal zu beseitigen. Mit der Versicherung meiner ausgezeichneten Hoch- achtung verbleibe ich Euerer Exzellenz ergebener Generalleutnant Oshima*). *) Faksimile des Originals: Seite 91 und Seite 92, 20 MILITÄRATTACHE eo U RRISERUCm JAPANISCHEN BOTSCHArt den 18.Mai 195 rense/ 7 af Mr mas ler Seiner Exzellenz Ih Berrn Generalfeldnarschall ei ring < Ber, N DANS, Berlin 8 Euere Exzellenz! äierdurch habe Ich die Ehre, den Empfang des gefälligen Schreibens vom 7.Mai d.J., welches Euere Exzellenz als Beaufträg- ter der Durchführung des Vierjahresplans an mich gerichtet haben, mit aem Ausdruck verbindlichsten Dankes zu bestätigen, Ich war und bin stets dankbar fir den von der Deutschen Regierung gefassten Entschluss und die von ihr gegebene, vertrauensvoll anzuerkennende Zusicherung, seit dem Beginn der Affäre in China, in Bezug auf die Unterdrückung von Waffenlieferungen aus Neutschland nach jenem Lande. Run lese ich in dem gofälligen Schreiben, obwohl das- selbe in aer Haupteache dio Fraso der deutschen Devisenschwierig- keiten behandelt, dass eino Kaffenausfuhr nach China in gewaltigen Ausmasse in diesom Jahre in Erwägung gezogen würde. Diese Bemerkung war mir unverständlich, umscmehr als Euere äszolienz im vorigen Jahre wiederholt Zusicherungen für dia Unterdrückung des Waffen- handels nach China gegeten haben. Ich glaube indoszen, dass jene Bemerkung nicht Ihra eigene Hoinung wiedsrgibt; ich möchte viol- mehr nach wie vor volles Ver a in Ihre Zusicherungen setzen, und hoffe zuversichtlich, dass dio Deutsche Fegierung das Verbot Dokument Nr. 35. Brief Oshimas an Göring. Faksimile der Seite I des Originals. Textabdruck: S. 89 affenausfuhr nach China auf das schärfste durchführen wird, was ich mit wiederholtcm herzlichen Dank anerkennen werde, Was die in dem gefälligen Schreiben erwähnten wirt- schaftlichen Fragen betrifft, welche von der Frage der Naffen- lieferungen unabhängig sind, so darf ich bemerken, dass sie ausser- halb meines Arbeitsbereichs liegen. Soweit ich aber erfahren habe, sind zwischen der Botschaft‘einerseits und den zuständigen deutschen Behörden andererseits Verhandlungen zur Aufstellung eines umfassenden Plans wit bester Aussicht auf Erfolg im Gange, Dieser neue Plan wird, wie ich höre, nicht nur in Richtung der evisedfrege, sondern überhaupt in jeder Richtung für die japani- sche, aber auch für die deutsche Wirtschaf% sehr nutzbringend sein; ausserdem wird er die Wirkung haben, die in dem gefälligen Schrei- ben erwähnten verschiedenen Hindernisse der Firtcchaft auf beiden Seiten raJlikal zu beseitigen, Kit der Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung verbleibe ich llenz ergebencr Lu Generalleutnant Oshina. Dokument Nr. 3. Brief Oshimas an Göring. Faksimile der Seite 2 des Originals. Textcbdruc:$. 20 Der Briefwechsel beleuchtet nicht nur die gewissenloser Methoden der nationalsozialistischen Kriegsvorberei- tung. Er zeigt auch, wie die Faschisten sich untereinan- der erpressen in dem Bestreben, nur ja ihren Krieg nicht zu gefährden. Die Argumente Görings sind tatsächlich nur£ingiert. Er kann im Ernst nicht daran denken, die antifaschisti- schen Fronten durch Waffenlieferungen zu stärken. Doch er versu@ät, den Japaner zu düpieren. Aber sie kennen ihre eigenen Methoden beide zu gut, um sich nicht zu durchschauen. Unabhängig oder nicht: Schicksal Osterreichs Die Zeit, der die.meisten hier vorgelegten Dokumente entstammen, sind die Monate, in denen die Einver- leibung Österreichs vorbereitet und vollzogen wurde. Das Spiel der Nationalsozialisten mit den Austro- Faschisten um Schuschnigg und seinen Außenminister Guido Schmidt wird durch eine ganze Reihe von Brie- fen geklärt. Hierbei spielt Franz von Papen, der „Außerordentliche und bevollmächtigte Botschafter des Deutschen Reiches in besonderer Mission“ seine ge- wichtige unheilvolle Rolle. Am 1. September 1937 be- richtet er an den Reichsaußenminister von Neurath über eine Unterhaltung mit Schuschnigg und Schmidt. Bereits hier stellt er fest, daß die Linie des 11. Juli 1956 (des Tages, an dem auch das Freundschaftsabkommen mit Österreich abgeschlossen wurde) mit Schuschnigg nicht innegehalten werden könne, denn für Schuschnigg sei die Erhaltung der vollkommenen Unabhängigkeit Österreichs ein Glaubenssatz. Er prophezeit für die nächste Zukunft die Unhaltbarkeit der Lage und deutet eine Lösung mit anderen, nämlich gewaltsamen Mitteln an. Freilich müßte man Mussolini dafür gewinnen. Dokument Nr. 37. Brief Papens an Neurath: Wien, den 1. September 1937 Vertraulich. Lieber Neurath! Ich möchte Sie von einer mehrstündigen Unterhal- tung über die deutsch-österreichische politische Lage in Kenntnis setzen, die ich gestern mit dem Bundeskanz- ler in Gegenwart des Staatssekretärs*) hatte. Die. Aus- sprache entsprang meiner Imitiative, weil ich der An- sicht bin, daß wir bei Fortdauer der gegenwärtigen unbefriedigenden Lage nur allzu leicht wieder in eine Spannung hineinschlittern, die ungewollte Konsequen- zen haben kann.- Ich habe dem Bundeskanzler klarzumachen ver. sucht, daß die Politik der Aufrechterhaltung eines freund- schaftlichen Verhältnisses zum Reiche von ihm stärker unterbaut werden müsse wie bisher. Gegenwärtig sei es ein dünner Firnis, der die Außenwelt über die"stän- dig zunehmende Radikalisierung der nationalen Oppo- sition in Österreich täusche. Anstatt die Zusammen- treffen von Wels und Breslau als ein Ventil für die nationalgesinnte Bevölkerung zu benutzen, habe er durch die Tatsache, daß er die österreichischen Teilnehmer der nationalen Würdelosigkeit gexiehen habe, genau das Gegenteil erreicht. Die Methoden der vaterländischen Front, insbesondere des neuformierten Schutzkorps, ver- schärfien dauernd die Spannung. Unter Bezugnahme auf die Andeutung, die sie Staatssekretär Schmidt be- @üglich einer Verengung der wirtschaftlichen Zusammen- arbeit(Zollunion) gemacht hatten, versuchte ich, dem Bundeskanzler klarzumachen, daß bei aller Aufrecht- *) Dr. Guido Schmid 94 vun men eng — en ee erhaltung der österreichischen Abneigung gegen das Prinzip nationalsozialistischer Totalität er doch seinen guten Willen auf anderen Gebieten, wie dem der Wirt- schaft und der militärischen Beziehungen, Ausdruck geben könne. Ich sei der Ansicht, daß, wenn auf diesen beiden Gebieten etwas Greifbares geschehe, er damit nicht nur sein Versprechen gesamtdeutscher Einstel- lung dokumentieren, sondern auch die Spannungen im eigenen österreichischen Lager ganz erheblich mildern werde. Der Bundeskanzler begann die sehr eingehende Erwiderung auf meine Argumente mit der Feststellung, daß die Erhaltung der vollkommenen österreichischen Unabhängigkeit für ihn ein Glaubenssatz sei, obwohl er dieses Prinzip nicht als das Ende der geschichtlichen Entwicklung betrachte. Gegenwärtig sei er aus Hun- derten von Nachrichten überzeugt, daß— wenn nicht die Reichsführung— so doch sehr starke und einfluß- reiche Teile der Partei ein Aufgehen Österreichs im Deutschen Reiche als die nächstliegende politische Auf- gabe betrachten. Die Kenntnis dieser Tatsachs verbiete ihm, auf manchen Gebieten so vorzugehen, wie er es unter anderen Umständen vielleicht tun würde. Es folgten dann sehr lange Darlegungen über die be- kannte Klage, daß das Reich niemals aufgehört habe, seinen Einfiuß auf die österreichischen Nazis in jeder Form auszuüben. Im übrigen habe und werde Öster- reich niemals außenpolitisch etwas unternehmen, was dem Reiche schaden könne, auch sei es unzutreffend, wenn ich behauptet hätte, daß die österreichische Armee mit der Front gegen Deutschland aufgerüstet werde. Das Hauptthema seiner Einwendungen war die, wie er sagte, zunehmende Verschärfung der kulturellen Lage im Reiche. Alles in allem waren seine Erwiderungen völlig negativ, so daß an eine Änderung seiner poli- tischen Linie nicht zu denken ist. Es entsteht nun die 85 daß die Linie des 11. Juli mit Schuschnigg nicht auf- gebaut werden kann, wir nicht unter Zusammenwirken der äußeren und inneren Faktoren die Herbeiführung eines Kanzlerwechsels ins Auge fassen sollen. Es steht fest, daß der Bundespräsident die Politik Schuschniggs seit langem mit starker Kritik verfolgt. Bei ihm wäre ein Ansatzpunkt zu gewinnen. Es steht weiter fest, daß Leute aus dem klerikalen Heimwehrlager, wie Gleisner und Schmitz, auf den Sturz des Kanzlers hinarbeiten. Möglicherweise würde die Nachfolge zuerst in die Hand eines dieser Leute gelegt werden. Das würde eine Ver- schärfung des Kurses der Vaterländischen Front auf allen Punkten bedeuten und damit die Entwicklung mit der Aussicht auf einen Wechsel erneut in Fluß bringen. Es könnte aber auch sein, daß wir den Bundespräsi- denten dafür gewinnen, einen weniger belasteten, objek- tiveren und auf die Heranziehung der Arbeitermassen gerichteten Mann an die Spitze der Regierung zu brin- gen, einen Mann vor allen Dingen, der es unternehmen würde, die etappenweise Annäherung der beiden Staaten auf dem Wege bindender Vertragsabschlüsse energisch vorwärts zu treiben. In dieser Hinsicht wird als eine brauchbare Persönlichkeit von vielen Kreisen(auch der österreichischen NSDAP) der frühere Bundeskanzler Einder in Vorschlag gebracht. Er war der Kanzler der Zollunion, und ich glaube, daß er sich jedenfalls in die „österreichische Ideologie“ micht so Janatisch verbissen hat wie der jetzige Kaneler. Ich werfe die Frage dieses Kabinettwechsels auf, weil ich überzeugt bin, daß bei Fortführung der Schusch- niggschen Methoden wir sehr bald in eine unhalt- bare Lage hineingeraten. Man könnte vielleicht den Standpunkt einnehmen, daß eine Zuspitzung der Span- nungen uns die Gelegenheit bieten würde, die Lösung 95 Frage, ob, wenn wir zu der Überzeugung gelangt sind, der österreichischen Frage mit anderen Mitteln zu ver- suchen. Aber ganz abgesehen davon, daß es mir histo- risch betrachtet immer als ein Fehler erscheinen würde, eine gewaltsame Lösung ansiatt eine von der öster- reichischen inneren Entwicklung angebotene Lösung anzustreben, möchte ich glauben, daß es für die euro- päische Gesamtlage sicherlich vorzuziehen ist, den von mir gedachten Weg zu gehen. Man wird aber, um nicht Überraschungen ausgesetzt zu sein, sich dann jetzt über den Kurs für die nächste Zukunft klar werden müssen— um so mehr, als, wie ich unnehme, die Unter- haltungen mit dem Duce doch auch die deutsch-öster- reichische Frage behandeln werden. Was diese letztere anbetrifft, so müßte m. E. der aus der Politik der„Achse“ für uns sich ergebende Vorteil doch irgendwie realisiert werden. Man könnte den Duce doch wahrscheinlich für die weitere Behandlung der österreichischen Frage auf gewisse Grundlinien festlegen. Darüber würde ich mich mit Ihnen gern in Nürnberg unterhalten. An welchem Tage werden Sie dort sein? Zur Ergänzung der Situation füge ich noch hinzu, daß der Staatssekretär, mit dem ich den Fragenkom- plex schon vorher eingehend besprochen hatte und von dem ich eigentlich eine Unterstützung beim Kanzler erwarte, zu dessen negativen Ausführungen in keiner Weise eine irgendwie differierende Stellung einge- nommen hat. Für heute besten Gruß und Heil Hitler! Ihr von Papen Am 16. November 1937 informiert Papen Göring über das Ergebnis einer weiteren Besprechung mit Guido Schmidt und empfiehlt einen Besuch Görings zum Ab- schluß eines Wirtschaftsvertrages und zur Teilnahme 97 Bg. 7(Göring) an einer militärischen Revue. Guido Schmidt scheint inzwischen für die deutschen Umtriebe gewonnen zu sein, denn er wird von Papen als„Fahnenträger der Verständigung mit dem Reiche“ bezeichnet. Dem entspricht das überschwenglicheLob, das Schmidt in seinem Schreiben an Göring vom 25. Januar 1938 der Biographie widmet, die Gritzbach über Göring ge- schrieben hat. Er gebärdet sich in diesem Briefe als Optimist bei der Betrachtung des Verhältnisses der beiden Staaten. Dokument Nr. 38. Briei Papens an Göring: Der Außerordentliche und Wien, den 16. Nov. 195 Bevollmächtigte Botschafter des Deutschen Reiches in besonderer Mission Lieber Göring! Im Anschluß an meinen heute früh geschriebenen Brief über Ihren geplanten Besuch möchte ich Ihnen. über eine soeben gehabte eingehende Unterhaltung mit Staatssekretär Schmidt berichten: Der Staatssekretär legt den allergrößten Wert darauf, daß Ihr Besuch zustande kommt— und zwar aus sach- lichen wie persönlichen Gründen. Er ist überzeugt, daß der Besuch mit einem materiellen Ergebnis auf der wirt- schaftlichen Ebene, so wie ich es in meinem Briefe von heute früh skizziert habe, abschließen kann. Die dazu nötigen Besprechungen wird er in diesen Tagen mit Herrn Kienböck führen. Auch bezüglich der militäri- schen Seite glaubt er, daß gerade die Vorführung eines Teiles der österreichischen Wehrmacht vor dem Ober- befehlshaber der deutschen Luftstreitkräfte einen we- 98 Einfl nenti Elem natw besst Män nom Ic) möc) liche wär! stüt mil dem deut D Pro: nocl in 0 posi Ic mili auß An Heı Ge) $) Bri jenen hnen. ı mil rauf, sach- ‚ daß wirt- von dazu , mit itäri- eines Iber- ‚wer sentlichen Fortschritt in den Beziehungen zwischen unsern beiden Armeen bedeuten werde. Wenn der Besuch nach jetzt erfolgter Ankündigung nicht zustande küme, glaube der Statssekretär daraus eine außerordentliche Zurückwerfung seines persönlichen Einflusses befürchten zu müssen. Er gilt hier als Fah- nenträger der Verständigung mit dem Reiche und alle Elemente, die diesen Kurs nicht wünschen, würden sich naturgemäß nur freuen, wenn der Versuch einer Ver- besserung der persönlichen Beziehungen der leitenden Männer unterbliebe und die von Herrn Schmidt unter- nommenen Bemühungen ins Wasser fielen. Ich stimme diesem Gedankengange durchaus zu und möchte auch von mir aus— sofern der materielle sach- liche Erfolg des Besuches gesichert erscheint— aufs wärmste das Zustandekommen des Besuches unter- stützen. Besonders wertvoll scheint mir dabei, daß die militärische Übung Sie in die Lage setzt, sich auch mit dem Herrn Bundeskanzler über die vitalen Fragen des deutsch-österreichischen Verhältnisses zu unterhalten. Der Staatssekretär sagt mir, daß der Kanzler mit dem Programm einverstanden sei, und daß es lediglich nur noch der Datumsfestseizung Ihrerseits bedarf. Er bittet in dieser Hinsicht um alsbaldige Mitteilung Ihrer Dis- positionen. Ich darf noch hinzufügen, daß die Vorführung einer militärischen Gebirgsübung Ihrem Besuche auch nach außen hin einen durchaus würdigen Rahmen geben wird. - Im Eile mit besten Grüßen Ihr Franz v. Papen*). An den Herrn Preußischen Ministerpräsidenten Generaloberst Göring, Berl in. *) Faksimile der ersten Seite des Originals: Seite 100 und des Briefendes: Seite 101. 99 Borsc« mt„md BEWOLLMACHTGTE "em DES OtU!SCHEm REICHES DE@ ausstazanent. m BESOMDEMER wıSSI0m an cen BUrEn„tualt.r erzicherst° PU) ER RE Ka|© Im Ane.tisss an seiner. «en 3rıef„der[krer ce;-er „ber eire soeber geha!te eirgererie Tet-rtLeirtung it iTupnseekrerur Sc=.N a Deri itens Der Sinatssegret,r.ew. ten„.ler, r:sster rt daras?, Au, Ihr Jesicb e.:rarde cos an)«ar su3 «das-ı zen vie ‚„ars:enlimen»rigder. ir ısı.Lerie.g:, Ea8 ler seruck Eit elnez a3teria..en.r„edrin su? Ger wırta<:._ftliczen Sdere, so«ie ‚ch er ID:acillesser -.3. rertum.en«a17*+7 ıD'iußen en©: Ferien Va ie 1a n-rEn- an ter IA me Ye: e g-324°° 7. 184.erpie eine»\.es iverfe.. sLer!ear--.: 6“er dez »eter.s! oder zer ieunorler.aflistre.ter ‚Ste eiren wesertlisten Porteschritt 16 Jen„«Zielum,“2 Zu: sc.er unsern beiden arzeon bo.e. ır«erce es„Inter, e_sicenten ı RE. ’ Ber u Tann Dokument Nr. 38. Brief Papens an Göring. Faksimile der Seite I des Originals, Textabdruck: S. 98 unsinnig entene. Ihrer Disposttionen. Ich darf noch binzufligen,*a5 die Vor füh- ranz einer militärischen Gebirzsüdung Ihrem Besuche euch nach aussen hin olnen durchaus wurdigen Rabzen geben wird. In Eile mit bosten Grüssen Iııx - Dokument Nr. 38. Brief Papens an Göring. Faksimile der Schlußseite des Originäls. Textabdruck: 5:9 Dokument Nr. 39. Brief Guido Schmidts an Göring: Der Staatssekretär für die Auswärtigen Angelegenheiten Wien, am 25. Jänner 1938 Hochverehrter Herr Ministerpräsident! Sie waren so liebenswürdig, mir durch Herrn Bot- schafter von Papen das schöne Buch über das„Werk umd den Menschen Hermann Göring“ mit Ihrem Gruß zu senden. Für diese Ihre Aufmerksamkeit möchte ich nichtinur herzlich danken, sondern auch zum Ausdruck bringen, daß ich das Buch in den ersten freien Stunden, die ich 101 mir verschaffen konnte, in Erinnerung an die freund- liche Aufnahme, die ich bei Ihnen stets gefunden habe, mit Spannung in einem Zuge zu Ende gelesen habe. Ich lese die letzten Zeilen, die Verse Walther’s von der Vogelweide, und beeile mich, Sie zu der so voll ge- lungenen Darstellung Ihrer„Taten und Tage“ zu beglückwünschen. Ohne mich zu einem berufenen Beurteiler erklären zu wollen, möchte ich Ihnen, hoch- werehrter Herr Generaloberst, meinen persönlichen Ein- druck mitteilen und der ist, daß Erich Gritzbach mit "dem Buch kein historisch oder landläufig biographisches Werk geschaffen hat, sondern etwas erstaunlich anderes und viel mehr. Sie selbst, Herr Generaloberst, sind es, der herz- und leibhaft dem Sinn, den Anschauungen, dem Temperament und dem Worte nach unmittelbar im. Buche vor uns steht. Es ist ein eigenartiges, für mich einzigartiges Werk: Hermann Göring im Spiegel eines zweiten Ich, des guten Kameraden, der nicht mehr er selbst, sondern ein Stück von Ihnen geworden scheint. Ich glaube ganz, daß dies das Bild ist, wie es das deutsche Volk von Ihnen erwartet hat. Nochmals meinen Dank und meinen Glückwunsch! Als Politiker habe ich gepackt und in Bewunderung auch das Kapitel über den Kämpfer und Staatsmann ge- lesen, als Mensch habe ich mit besonderem Anteil dort verweilt, wo eigener Eindruck und eigenes Erinnern mitsprechen kann: Bei Ihrem Verhältnis zur Natur, zum Wald und Wild, in der Schorfheide, bei Ihrer wunder- vollen Gastfreundschaft. Zu diesem Kapitel wüßte ich Wesentliches beizutragen, vergesse ich doch niemals die bezaubernde Aufmerksamkeit des ersten Frühstücks in Ihrem Hause und Ihrer aus so warmem Empfinden strömenden Begrüßungsworte, worin Sie Ihre besondere Anteilnahme an der Fortentwicklung des guten Ver- hältnisses zwischen den beiden deutschen Staaten mani- festierten. 102 Über das Buch freue ich mich namentlich um seiner Lebensbejahung und seines Optimismus willen;„Optimist zu sein, war schon immer ein Vorrecht der Flieger“ lautet einer Ihrer Aussprüche. So wollen wir auch als Optimisten das Verhältnis unserer beiden Staaten gleicher Nation betrachten. Ihrer Versicherung ver- trauend, baue ich bei diesem Bemühen auf Sie, Herr Ministerpräsident, auf Ihren Rat und Ihr Wort. Ich hoffe darum fest, daß die in Aussicht genommene Begegnung in österreich bald erfolgen kann und werde alles dazu beitragen, was in meiner Macht steht. Eine Neuauflage des Buches, mit dem Sie mir so große Freude gemacht haben, wird— davon bin ich überzeugt — auch ein freundliches Wörtlein über Ihre Österreich- reise bringen können. Empfangen Sie, Herr Generaloberst, die Versicherung meiner besonderen Wertschätzung und Verehrung, mit der ich verharre als Ihr ergebener Guido Schmidi*). Notizen Görings am Kopf des Briefes: „Z.d. A. Diktat@g.“ *) Faksimile der ersten Seite des Originals: Beite 104 und des Briefendes: Seite 105. Görings Brief vom 8. März 1938, also nach der Berch- tesgadener Zusammenkunft zwischen Schuschnigg und Hitler und kurz vor dem Einmarsch in Österreich ge- schrieben, ist gewissermaßen der letzte Appell an Schmidt, Österreich zu verraten. Hier stehen schon die deutlichen Worte:„Unabhängig oder nicht, das Schick- sal Österreichs ist unlöslich mit dem Schicksal des Deutschen Reiches verbunden.“ 103 AM, Bleohschedss EN|; Las die Ausenächggen Are lapordocdes dien, ax 25.Jarrer 1935| i nr | N Hochv rehrter Aerr Mlnisterpräsident!} Sıe waren so liebenswürdig, wir durch Lerrn j } Botschafter von P ap» n das sohöne Yuob über das fi “Vers un] den Mensches Hermaro G 5 ri n g” miı Ikren Grusse iu senden. Fir diese Ihre Aufmerksamkeit möchte ich aicokı nur berzlic. damsen, sondern auca zur Ausdruss ; bringen, dass ich das Buch In den ersten Irziea Stuu- un F de-, die ich nir verscnäffen konnte, 1: Zrinaserung an j Dol 4b die Frou:dliohe Aufzahme, die lo> bei Ibnen Steis cge- 3 ak funiea ade, mıt Spazaurg In einen Zuge zu Ende pele- sen ha-e.[ch lese die letztes.ellea, Ale Tercse 4 Br a.r_ar'e vo: der Iczolweilte,„nd beeile zion, i:e zu .‚eae- Jerstellung I_rer "Taten und he Dokument Nr. 39° Brief Guido Schmidts an Göring. Faksimile der Seite I des Originals. Textabdruck:$. 101 —_—— 80 gronso Frauäe geuacht haben, wird- davon bin ich Obearasugt- au®sn Bin freunäliches Würtlein über Ihre Oestsrreichroise bringen künnen. Empfangen Sie, Barr Gensrelobarst, Ale Versicherung nsinar besondcren Wsrtschätzung und Verehrung, zit der ich vorbarrso ala — Dokument Nr. 39. Brief Guido Schmidts an Göring. Faksimile der Schlußseite des Originals. Textabdruck: S. 103 Dokument Nr. 40. Brief Görings an Guido Schmidt: Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring Berlin, den 8. März 1938 Sehr verehrter Herr Bundesminister! Spät kommen meine Glückwünsche, aber nicht minder herzlich. Ich habe mich sehr über Ihre Ernennung zum 105 Bundesminister gefreut und besonders darüber, daß Sie nunmehr mit großer Selbstverständlichkeit und erhöhter eigener Verantwortung die auswärtige Politik Deutsch- Österreichs zu führen haben. Entschuldigen Sie, wenn ‘ich erst heute mit meinen Glückwünschen komme, doch. wollte ich immer einen ruhigen Augenblick hierzu ab- warten. Ich hoffe bestimmt, daß es Ihnen möglich sein wird, wie verabredet, Ihre Politik im engsten Ein- vernehmen mit dem Deutschen Reich als Gesamtpolitik des Deutschtums zu führen. Ich habe große Hofjnungen an die Obersalzberger Begegnung geknüpft und bin zur Zeit etwas deprimiert über die Nachrichten aus Wien. Man scheint doch immer noch von Deutschland feind- lichen Mächten Hilfe und Unterstützung gegen das Deutsche Reich zu erwarten. Ich bitte Sie inständigst, handeln Sie als deutscher Minister, denken Sie stets daran, daß einstmals die Weltgeschichte nicht über ein mehr oder weniger umabhängiges Österreich urteilen wird, sondern ausschließlich darüber, wie die Männer zu bewerten sind, die über das Schicksal des gesamten Deutschtums und der deutschen Rasse zu entscheiden hatten. Bitte, lieber Freund, seien Sie stets darüber im klaren, ob unabhängig oder nicht, das Schicksal Öster- reichs ist unlöslich mit dem Schicksal des Deutschen Reiches verbunden. Wenn Sie heute Deutschland als Großmacht sich wegdenken, was glauben Sie, wird dann aus Österreich werden bzw. was glauben Sie, werden dann die 6 Millionen Deutschen in Österreich noch zu bedeuten haben. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich wieder einmal die Gelegenheit haben würde, mit Ihnen als Freund über die Zukunft des Deutschtums zu sprechen, und es darf sich doch nur um die Zukunft des gesamten Deutsch- tums handeln und um nichts anderes. Ich habe jeden- falls das Vertrauen, daß Sie als deutscher Mann handeln 106 genen Sig ter sch- enn loch. werden. Dann endlich wird die deutsche Einigung kommen, dann endlich wird die Geschichte nicht mehr davon berichten brauchen, daß ewiger deutscher Bruder- zwist das Deutschtum verhindert hat, die erste Macht der Welt zu werden. Wenn heute das Deutschtum diese Macht noch nicht besitzt, dann einzig und allein darum, weil immer Deutsche gegen Deutsche gestanden haben, und darauf hofft die Welt auch heute. Lassen Bie uns gemeinsam dieser Welt die verdiente Enttäuschung bereiten. Mit deutschem Gruß Ihr An Göring. Herrn Bundesminister Schmidt in Wien. Der Brief bezeugt, daß der Entschluß Hitlers, die öster- reichische Frage mit Gewalt zu lösen, nicht erst am 9. März 1938(an dem Tage, an dem Schuschnigg die Volksabstimmung über die Unabhängiskeit Österreichs festsetzte) gefaßt wurde, sondern von vornherein mit einberechnet war. Am Tage vor der Überschreitung der österreichischen Grenze durch die deutschen Truppen, am 11. März, richtete Hitler an Mussolini das zum großen Teil bereits bekannt gewordene Schreiben, in dem er seine Gründe für die Vergewaltigung Österreichs in seiner unerträg- lichen Art auseinandersetzt. Der Entwurf dieses Briefes fand sich auch unter unseren Dokumenten, und zwar in einer Fassung, die Teile enthält, die in der end- gültigen Formulierung ausgelassen sind. In dem Brief, der tatsächlich abgesandt wurde, sind sämtliche Absätze des Entwurfes gestrichen, die Ausfälle gegen die Tschechoslowakei enthalten und unzweideutig enthüll- ten, daß das nächste Opfer Hitlers der tschecho- 107 slowakische Staat sein wird. In diesem Brief ist an Verdrehung und Verlogenheit wirklich das Menschen- mögliche geleistet worden. Dokument Nr. 41. Entwuri des Brieies Hitlers an Mussolini: 11. März 1938. Euer Exzellenz! In einer schicksalschweren Stunde wende ich mich an Bie, Exzellen2, um Ihnen Kenntnis zu geben von einem Entschluß, der durch die Umstände geboten erscheint und nunmehr ein unabänderlicher ist. [Ich habe in den letzten Monaten mit steigernder Be- sorgnis gesehen, wie sich zwischen Österreich und der Tschechoslowakei allmählich ein Verhältnis herauszu- bilden begann, das schon im Frieden für uns schwer erträglich, das aber in jedem Deutschland aufge- zwungenen Kriege zu einer Quelle ernstester Bedrohung für die Sicherheit des Reiches werden mußte. Im Zuge dieser Vereinbarungen begann der öster- reichische Staat, sich allmählich an allen Grenzen mit Sperren und Befestigungen zu versehen. Der Zweck konnte kein anderer sein als der: 1. in einem gegebenen Augenblick die Restauration zu verwirklichen und 2. das Gewicht einer Masse von immerhin 20 Millionen Menschen, wenn notwendig, auch gegen Deutsch- u land zum Einsatz zu bringen. Gerade die enge Verbindung Deutschlands mit Italien hat unser Reich im übrigen, wie nicht anders zu erwarten, unausbleiblichen Angriffen ausgesetzt. Ich Die eingeklammerten Stellen[...] sind im Entwurf durch- gestrichen. 103 urn. fühle mich verantwortlich dafür, nicht eine mittel- europäische Lage entstehen zu lassen, die vielleicht gerade aus Gründen unserer Freundschaft mit Italien eines Tages zu einer schweren Belastung führen könnte. Diese Neuorientierung der österreichischen Staats- führung entspricht aber in Keiner Weise dem wahren Wunsch und Willen des österreichischen Volkes.] Seit Jahren werden die deutschen Österreicher von einem Regime, das keinerlei gesetzliche Grundlage besitzt, vergewaltigt und mißhandelt. Das Leid unzäh- liger gequälier Menschen ist ein grenzenloses. Allein Deutschland besitzt zur Zeit über 40-000 Flücht- linge, die ihre Heimat verlassen mußten, obwohl die überwältigende Mehrheit der Bewohner Österreichs voll- kommen auf ihrem weltanschaulichen und politischen Boden steht. Ich kabe mich, um die allmählich unerträglich wer- dende Spannung zu beseitigen, entschlossen, in einem letzten Versuch mit Herrn Schuschnigg eine Abmachung zu treffen im Sinne der endlichen Herstellung der voll- kommenen Gleichheit vor dem Gesetz. Ich habe Herrn Schuschnigg auf das Ernsteste darauf aufmerksam gemacht anläßlich unserer Unterredung in Berchtesgaden, daß Deutschland nicht gewillt sei, sich [1. an seiner Grenze eine feindliche militärische Macht entwickeln zu lassen, um so mehr, als diese Absichten im großen Widerspruch stehen zum wahren Willen des österreichischen Volkes] [2.] Ich habe Herrn Schuschnigg aufmerksam ge- macht darauf, daß ‚Deutschland auch nicht mehr auf die Dauer zusehen kann, wie in Österreich von Die eingeklammerten Stellen[...] sind im Entwurf durch- gestrichen. 109 einer verschwindenden Minderheit die nationale Mehrheit mißhandelt wird. Ich bin selbst ein Sohn dieses Landes. Österreich ist meine Heimat, und ich weiß es aus den Kreisen meiner eigenen Verwandten, welche Drangsal und welches Leid der nationaldenkende überwältigende Teil dieses Volkes zu erdulden hat! Ich habe ihn darauf aufmerksam gemacht, daß es für eine Großmacht unmöglich ist, ich darf wohl sagen, als einzigen Staat in der ganzen Welt, zu dulden, daß Angehörige des gleichen Blutes, der gleichen Herkunft und einer ewigen gemeinsamen geschichtlichen Vergangenheit ein- fach dessentwegen verfolgt, mißhandelt und ent- rechtet werden. Ich habe weiterhin Herrn Schusch- nigg davon unterrichtet, daß wir, falls nicht für alle Deutschen in Österreich die gleichen Rechte vor dem Gesetze hergestellt werden, eines Tages gezwungen sein würden, den Schutz dieser von allen verlassenen Volksgenossen zu übernehmen. Die Forderungen, die ich stellte, waren mehr als maßB- wolle. Denn nach allen Grundsätzen der Vernunft, des Rechtes, der Billigkeit, ja, sogar nach den Grundsätzen einer demokratischen Formalistik hätte Herr Schusch- nigg mit seinem Kabinett zurücktreten müssen, um einer Regierung Platz zu machen, die wirklich vom Ver- trauen eines Volkes getragen ist. Ich habe dies nicht werlangt. Ich begnügte mich mit einer Reihe von Zu- sicherungen, daß in Zukunft auf dem Boden der nun einmal, wenn auch zu Unrecht zustande gekommenen, aber augenblicklich bestehenden österreichischen Ge- setze, alle Einwohner dieses Landes gleich behandelt, gleich bevorzugt oder gleich benachteiligt sein sollen, 110 und Bich öste Tscl H lich Abı E niel uicht Zu- nun neh, Ge ‚delt, len, und daß endlich in militärischer Hinsicht eine gewisse Sicherheit eingebaut wird,[daß nicht eines Tages der österreichische Staat eine Zweigniederlassung der Tschechoslowakei wird]. Herr Schuschnigg hat mir num in dieser Richtung feier- liche Zusicherung gegeben und eine dementsprechende Abmachung getroffen. Er hat vom ersten Augenblick an diese Abmachung nicht gehalten. Er hat aber nunmehr zu einem neuen Schlag gegen den Sinn dieser Abmachungen ansgeholt, indem er eine sogenannte Volksbefragung ansetet, die einen wahren Hohn auf jedes Plebiszit darstellt. Die Folgen dieser beabsichtigten neuerlichen Ver- gewaltigung einer Volksmehrheit sind die befürchteten. Das österreichische Volk bäumt sich gegen die fort- gesetzten Unterdrückungen nun endlich auf, und daraus ergibt sich zwangsläufig die N otwendigkeit für weitere Gewalttaten. Die Vertreter dieses unterdrückten Volkes in der Bundesregierung sowohl als in den anderen Kor- porationen sind daraufhin zurückgetreten. Seit vorgestern nähert sich dieses Land wieder steigend der Anarchie. Als verantwortlicher Führer und Kanzler des Deut- schen Reiches, aber auch als Sohn dieses Landes kann ich dieser Entwicklung gegenüber nicht länger untätig zusehen. Ich bin entschlossen, in meiner Heimat nunmehr Ruhe und Ordnung barzustelien und dem Volkswillen die Mög- Die eingeklammerten Stellen[...] sind im Entwurf durch- gestrichen. 311 lichkeit zu geben, sich eindeutig, offen und klar sein Schicksal nach eigenem Ermessen zu bestimmen. Möge das österreichische Volk sich dann selbst seine Zukunft gestalten! Wie immer dieses Votum dann aber ausfallen wird, eines möchte ich an dieser Stelle Ihnen, Exzellenz, als dem Führer des faschistischen Italien, feierlich versichern: 1. Fassen Sie diesen Akt als nichts anderes auf denn als einen Akt der nationalen Notwehr, und damit als eine Handlung, die jeder Mann von Charakter an meiner Stelle genau so unternehmen würde. Auch Sie,. Exzellenz, könnten nicht anders handeln, wenn hier das Schicksal von Italienern auf dem Spiel stünde. Und ich als Führer des deutschen Volkes und als Nationalsozialist kann es auch nicht. 2. Ich habe in einer für Italien kritischen Zeit Ihnen die Sicherheit meiner inneren Einstellung be- wiesen. Zweifeln Sie nicht daran, daß sich auch in Zukunft hieran nichts ändern wird. 3. Was immer auch die Folge der nun kommenden Ereignisse sein möge: Ich habe gegen Frankreich eine klare deutsche Grenze gezogen, und ich ziehe sie genau so gegenüber Italien. Es ist der Brenner. An dieser Entscheidung wird niemals gedeutelt oder gerüttelt werden. Ich habe diesen Entschluß nicht im Jahre 1938 gefaßt, sondern sofort nach ‚Ausgang des großen Krieges. Und ich habe nie daraus ein Hehl gemacht. ne | ‚| Verzeihen Sie mir bitte, Exzellenz, erstens die Eile dieses Briefes und die Form dieser Benachrichtigung. Die Ereignisse kamen für uns alle unerwartet. Niemand hatte eine Ahnung von dem meuesten Schritt des Herrn Schuschnigg, micht einmal seine eigenen Minister- kollegen, und ich hatte bis heute noch immer gehofft, daß es vielleicht doch in letzter Minute gelingen würde, eine andere Lösung Zu finden. Ich bedauere es tief, Sie in diesen Minuten nicht per- sönlich sprechen zu können, um Ihnen alles das zu sagen, was mich bewegt.. In immer gleicher Freundschaft Ihr s Die eingeklammerten Stellen I...] sind im Entwurf durch- gestrichen. Faksimile der Seiten 1,9 6 und 8(mit den durch- strichenen Stellen) des Originals: Seite 11, bis Seite 118. Am 12. März marschierten die deutschen Truppen in Österreich ein. Es ist eine historische Tatsache, daß die Straßen von jubelnden Menschen umlagert waren und daß die Begeisterung in Linz und Wien bei den An- sprachen Hitlers fanatische Formen annahm. Eine Widerspiegelung dieses Jubels weiter österreichischer Volkskreise bietet der Brief, den Görings Schwester am 15. März 1938 an ihren Bruder geschrieben hat. Daß das nicht nur die vereinzelte Stimmung einer nahen Verwandten gewesen ist, wird jeder bestätigen müssen, der damals die Ereignisse aus unmittelbarer Nähe mit- erlebte.; 113 Bg. 8(Göring) 1. Ners 1938. HH], Euer&szolleaz! ir einer ecdicku.lechreren Stunle vwenie ich nich an Cie, Eszellenz, ur Ihnen Kemetnis zu geben von einem Entschluss, der durch die Unstünde geboten erscheint une nımnehr eiu nnatınderlächer&st. Ich habe in den le‘zten Nonaten«mit stelaernier Isterreich Tagorsnis gesehen,„12 sich zwischen ur: dar Tschechoslorakei„allmstlica ein Yerhiltnis: zorauszußflsen bezann, das sebon in Trielen fir aus schrer e reglich, das aber in jedes Dirtsch- 1-2? wijlezvrngenen Kriege zu eizer uelle ern- aiıster°eirohmng I dle Sicherheit iss Beiebes verden kussto,. le.2.0 ileser Vercinbarungkp begam der ster- resculscoe(tnxt,sich ellzınliih ar allen Srenzen DR dr Iser-az und Meiestisum,un zu versehen. Der | | Dokument Nr. 41. Entwurf des Briefes Hitlers an Mussolini. Faksimile der Seite 1 des Originals. Textabdruck: S. 108 { r IN konste kein«rierer sela als der, N IN ir einer je,ebener Auzen!lick:ie EN versieilichen und i fü ‚icıt einer Kasse von ionerbin 26 Mi.lie- chen, ver totwen!i;,/ auch Selek 3 Lan Zins.tz au Arien. Mi ser.de die ange Verbirtum uischlanig mit Italien - N ut auser sich:3:c£, wie nicht sriers so am werten, unsusblei! Snule aich versutserleliin daftr, nicht 0im0 stt- seleurs-„ecke 1,8 eristeinn SU Lassen, Ale 7 vielleicht jerate ens Crinten wen Freun!scuaft gıt L:allen adhes Tages za einez\gehverer 3€- sta: zpkr könnte. Dese Kewsridztierurg’er sserveich..cuu. 512 1sf.urun, enta rioht eler in kainpr ers ice ruıruz Brpuch ar! Pillec.es m serien.‘ ze6t Ihrer verien die agutschm"sterrölchss v0 elle in Kounan-ei_esatziichs Srur:lage NE a a aa 32 Zn a Dokument Nr. 41. Entwurf des Briefes Hitlers an Mussolini. Foksimile der Seile 2 des Originals. Textabdruck: 5. 108 115 uls itesc Ars ten is grossen Plisra-ruch “oben> rea Tillen.es Csterreichischus Ict Znbe Sermm Schuschnigs sufnerkem genncht derauf, dıss Deutschland aunh nicht uchr auf dia Dauer zusehen kur, sie ın"sterreich ver eiusr verschvinlencer Kinierkeit die nıtlorale kehrbeit atschisleit ir:. Icl bin seidst ein sehn dieses Lisıes. sterreich ist zcine Heimat, wi ich weiss 05 au, ten Kreisen meiner eigenen Verrassten, selele Sruw'sal ur} welches Leid «or Dıtlon_lAiancar.c dtere_ Ugune Teils cie- se: Vila. zu uriölien bat| Nu EL. 322.2.0uf nulnersaıc„occht, lass 88 Ir ss2u üresss ct unzöglich Ist, Ich&rf N olzzicap Start ia er gazser 0%,=„alien,: 53 An;chirize 2es gleichen Flat.s, ‚er Zleicker Terturft ur? eicar erigen Dokument Nr. 41. Entwurf des Briefes Hitlers an Mussolini. Faksimiie der Seite 4 das Originals. Textabdruck: 5. 109 älesen YIanlan gleich behandelt, gleich bevor- gupt oder gleich benachteiligt sein sollen, urd dAnos endlich in milftärischer Binsicht eine geri-ve Sicherboit eingebaut eirdgf einoß Zrgen/?er"pie ich, Bengfätef ”A Th zZ Mr: rlasgarg/der fechgihos Horr Scnuschuigg ht wir oun ID desor Bichtung eoisrliche Zusicherung gegeben end eine den- sutaprechen:e Abwachurg getroffen. Er hat'vom ersten Augenblick an diese Almacburg nicht gehalten. Er hat aber nunmehr zu einen Deuen Schlag gegen den Sinn dieser Ahmachungen auggsholt, Indem or eıne sogenannte Volksbefragung angetzt, die einen wahren Hohn aut jedes Plebiszit darstelle Die Foigen dieser beabsıchtigten neuerlichen Ver- gewaltigung einer Volksmehrheit sind die befürct. teten Dokument Nr. 41. Entwurf des Briefes Hitlers an Mussolini. Faksimile der Seite 6 des Originals. Textabdruck: S. 110 Möge das österreichische Volk sich denn selbst seine Zukunft gestalten! wie inner dieses Votuz dann aber ausfallen wırd,- eines nöchle ich an dieser Sielle Ihnen, Exzellenz, als dew Fübrer 4 asia:); der faschistischen ae lelerlich versichern: Fassen Sie diesen Akt als nichts anderes auf denn als einen Akt der nationalen Notwehr und dapit als eine Handlung, die jeder Wann von Charakter an meiner Stelle genau so unternchnen würde. Auch Sie, Ixzellenz, könnten vicht an- ders handeln, wenn hier des Schicksal von Itslieners auf dem Spiele stünde. Und ich als Yührer des deutschen Volkes und als National- sozialist kann es auch nicht. Ich habe in einer für Italien kritischen Zeit Ibnen die Sicherheit weiner inneren Rinstellung bevicsen. Zeeifeln Sie nicht daran, dass sich ‚euch in Zukunft tıleran nichts Rudern wird. Dokument Nr. 41. Entwurf des Briefes Hitlers an Mussolini. Faksimile der Seite 8 des Originals. Textabdruck: S. 112 Dokument Nr. 42. Brief der Schwester Görings an ihren Bruder: Wels am 15. März 1938. Auf der sonnigen Terrasse! Mein über alles geliebter Bruder! Schon 3 Tage gehe ich jetzt wie im Traum einher nd kann dieses ungeheuere gigantische wunderbare Ge- schehen nicht fassen! Zu tiefst ergriffen bin ich, ZU keinem Tun fähig, sitze nur stundenlang am Radio u. immer wieder rollen mir die Tränen herunter u. wollen nicht versiegen! Am liebsten hätte ich Dir noch am Freitag auf Samstag Nacht geschrieben, war aber nicht fähig die Feder zu halten! Im heißen Dankesgefühl rief ich dann Samstag Abends an, wurde aber ständig wegen Blitzgesprächen zurückgestellt, dann kam Sonntag um 11 Uhr Nachts Euer Ib. Anruf, über den ich so glücklich war u. Emmy 1000%X danken lasse, nur war ich andrer- seits traurig, daß ich Deine geliebte Stimme nicht hören konnte u. Dir nicht alles sagen konnte, was mein über- volles Herz bewegte! Nun muß ich Dir halt schriftlich in Gedanken um den Hals fallen u. heißen innigen Dank sagen dem herrlichen Führer u. Dir mein geliebtester Bruder für die wunderbare Errettung in letzter Stunde. Liebster Hm! Wir alle können es immer noch nicht be- greifen, daß wir nun endlich zu Euch gehören, keine Grenze uns mehr trennt etc. etc. In funtastischer Schnelle geht alles voran, man kann kaum all diesem Herrlichen folgen. Wie schade, daß Du des Führers Siegeszug nicht mitmachen kannst, weil Du ihn eben jetzt vertreten mußt; aber dann wenn Du kommst, geht ein erneuter Festesjubel los! Ich muß Dich auch noch beglückwünschen zu Deiner wundervollen, ergreifenden Rede am Sonntag bei der Heldengedenkfeier. Da hab ich 119 auch viel geweint, Darf ich Dir noch eines sagen, daß ich noch nie den Verlust von Fried so schmerzlich spürte wie gerade jetzt. Immer u. immer muß ich den- ken, ach hätte er dies Herrliche doch noch alles erlebt, warum mußte er noch fort, ehe sein Vaterland, sein geliebtes num frei geworden ist, für das er sich so mit allen Fasern seines Herzens einsetzte! Bei aller Freude jelzt ist mir dies immer wieder ein sehr bitteres Leid; um wieviel weher und schmerzlicher muß es nun für Olga und ihre geliebten Buben sein! Wenn ich nur nicht immer daran denken müßte!— Roswitha ist hellbegei- stert und ist sich dieses ganzen großen Erlebnisses voll bewußt. Sie sagte:„Mutti, dies ist mein glücklichster Tag u. voller Ergriffenheit rinnen ihr die Tränlein hin- unter. Laß Dich zusammen mit Emmy innig umarmen von Deiner tr, Schwester Pauli mit Roswitha"). *) Faksimile des Originals: Seile 121 und Beite 122. Auftakt in Danzig Die politische Bedeutung des Dokumentenfundes wird schließlich noch durch ein Originalprotokoll unter- strichen, das über die Mitgliederversammlung der NSDAP. in Danzig am 20. Oktober 1936 berichtet. Aus ihm geht hervor, daß bereits in so früher Zeit die nationalsozialistische Außenpolitik ihre Ziele vor einer ziemlich breiten Öffentlichkeit unverhohlen zu verkün- den wagte. Die Welt hat den Fehler begangen, die naive Unverfrorenheit und die brutale Offenheit, mit der diese Ziele enthüllt wurden, nicht ernst zu nehmen, wie am Anfang seiner Herrschaft der Nationalsozialis- mus leider nicht nur in Deutschland, sondern in manchem anderen Staat auch gewaltig unterschätzt wurde. Heute empfinden wir die ganze Furchtbarkeit der Drohungen, 120 Up u 7% May(938: du u ertrerin NE < Une erler else jcleclhr Bunkr Ta 2 f st Ko ce ee erde ce harıı ss a a 4“ec I wars hr rhace pre en, Br den Jeight A Lage BEIN.= vhersieen Merz. FE. 9 trser EBEN en, . Make°.„rer we lie Loll PART 2 en Kercess br£ kollen.ızıchi u Gral Wehe PEILR ef Ar ers] m Gef,“7 vd es er lrrchen.. wer ch vacken je)% Gel aa BR 2 RE 9 "ir(u 127 Pr AR Fern Sn Uhsı)> ci, Ks abs de) SE Dez prpmerle A mir Be Ders AMces- Asareıc se SUE Uiaebr fe 4 Bug, uch Tai m je GH VL. fe Lam Versen Asse ser: u’ x;.. a uf came Pr d 44. 5 EB ad Prıı 2 HR EA& u Auızası b) PR ik yerlen. errke Dir a [7 a Jıım VL EN Cie EMI un I a N ai Re Pe nn er Dokument Nr. 42. Brief der Schwester Görings an ihren Bruder. Faksimile der Seite 1 des Originals. Textabdruck: S. 119 121 En. zen on msn mer mann nen herbei za def der BIN, RN)(Ge ae LA RAiirreisn 10 PEN RIP Er N GA[as er ren ze,“sm uccch Jieceed eu cu: nn on Zarıker EN> yei alle mare een PD: hızzım«cf Dır>rı-(re ltofer. errn Pi Hlel., If m PD. 7 Terkeer AS RI a: ine. derzeAd Ir Pi LEN ze she. ern aa: Deserı er DM Dezar.y Mai Aretichu Be 2 Erter da. 3, Aal as uni Vf laisk uasencben gi= Deeec ent. OR uprhfremten Eh Lieder ERAEN R Erle jchesn jecee. A Ce A BEN ne ad S Kari A Kr unf ELesss syn df El une Mu Setzt De ne lu te ji opreia Br eo BER BE are ut Ruten BP WIE Dass ddeeseeil, 71 er Are Hd metecen Be er En ed en hdehanı), em ya ren yer er.+, gen Pe eo Del,#3 en lee Ge u, Series aeg eimefc”"4. wien EL ge ‚ri ad dis» veese Je 1 u x Dr EL Due veere Sr"ndeurerszlundg FE EEE, 1 On: F der pleite fluhe t De Ale ae u eis Durnen Yon, f . ‘a 5 ulm Herne mder ui! Ser wt 6 Al til a ERIIE ns jey= ap[Hader vedt Be er 3 Ihusla: BESTER salzen jert lad 72"pr a eek) Dokument Nr. 42. Brief der Schwester Görings an ihren Bruder. 102) Faksimile der Seite 2 des Originals. Textabdruck: 5, 119 Pr de Ne ER, RE IS < die damals der Kreisleiter Kaminski und der Gauleiter Forster den chauvinistischen Zuhörern zugeschrieen haben: Der Hauptfaktor Polen muß endgültig erledigt werden... Jetzt kommt der Schlußakkord... Mit Gewalt alles niederdrücken... Es wird noch allerhand in der Welt vor sich gehen... Wenn ein Krieg kommt, dann ist alles da... Keinen Laut, alles in Ruhe... Dann wird unser Führer mit großem Jubel in Danzig einziehen... Dokument Nr. 43. Protokoll der Mitgliederversammlung der NSDAP. in Danzig am 20. Oktober 1936: Große Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Innenstadt der NSDAP. am 20. 10. 1936 im Saale des Schützenhauses um 8 Uhr. Auszugausder Rededes Kreisleiters Kaminski. Nun beginnt der größte Kampf. Nicht voreilig handeln ist die Parole, nur das tun, was die Führer befehlen. Jeder unüberlegte Schritt führt zum Abgrund. Das wer- den Sie doch alle klar schen, daß nicht nur die Parteien ausgetilgt, sondern daß nun auch der Hauptfaktor Polen endgültig erledigt werden mitssen. Wir müssen ganze Arbeit schaffen, nur so kommen wir zum Ziel, um end- lich als deutsches Mutterland in das Deutsche Reich zu kommen, unser so heiß ersehntes Ziel. Im Anschluß teilte der Ortsgruppenleiter den An- wesenden mit, daß zu seiner größten Freude der Gau- leiter Parteigenosse Forster im Saale anwesend wäre, 123 um ein paar Worte zu dieser außerordentlich großen Ortsgruppe noch zu sprechen. Unter großem Jubel trat Forster auf die Bühne. Auszugausder Rede des Gauleiters Forster. Er begann: Es sind heute sechs Jahre her, daß ich nach Danzig kam, von unserem Führer gesandt, um hier die Organisation und Gründung des Gau NSDAP. zu übernehmen. Die Arbeit war schwer, doch wer mit so viel Liebe, Überzeugung und junger Kraft an dieses erhabene Werk geht, dem muß es gelingen, und so war es mir gelungen. Wenn ich heute nach sechs Jahren zurückblicke, dann sage ich mir, es ist mir gelungen, aber die ganze Arbeit ist noch nicht getan. Jetzt kommt der Schlußakkord, und der ist das Schwerste, aber auch er wird und muß gelingen. Ich kam damals hier auf dem Bahnhof an, unwissend, ich kannte und wußte von Danzig nichts, und das war gut so, am Bahnhof standen zwei junge Männer, es war unser Senatspräsident, da- mals noch so ein Anfänger wie ich, nur daß er Danzig kannte. Ich war im Grunde froh, daß ich mir nun meine Meinung ohne Voreingenommenheit selbst bilden und meine Aufgabe mir in diesem Sinne ausarbeiten konnte. Vieles habe ich hier erlebt, vieles mußte bezwungen werden, bis wir-endlich zur Macht gelangten. Da hieß es mit Gewalt alles niederzudrücken, was sich uns feind- lich entgegenstellte. Seldöst in der eigenen Partei gab es eine Säuberung vorzunehmen, da war der Verräter Rauschning, der uns feindlich entgegenarbeitete als Senatspräsident, er mußte gestürzt werden, dann kamen die Volkstage mit den unsinnigen Parteien, auch das haben wir überwunden, dann die Völkerbundsitzung. Das eine kann ich heut sagen, daß der Völkerbund hier in 124 Danzig untergehen wird. Er muß untergehen. Was sitzt überhaupt im Völkerbund: ein anständiger Staat gehört nicht zu ihm. Nur jüdisches, feiges, freches Gesindel sind Mitglieder. Italien, England, Japan, Portugal, wollen von und mit dieser Banditengesellschaft nichts zu tun haben. Sie möchten jetzt aus Danzig ein zweites Spanien machen, aber wir haben ihnen gezeigt, daß die größte Ruhe und Sicherheit Deutschland heißt. Es wird noch allerhand in der Welt vor sich gehen, ich sage Ihnen mit Bestimmtheit, daß Frankreich in kurzer Zeit dasselbe wird durchmachen, wie Spanien, und dann folgt Eng- land. Und in all diesen Unruhen steht Deutschland als das ruhigste Land in Europa. Wir sind nun auf uns selbst angewiesen. Deutschland fordert Kolonien und darum haben wir vorgesorgt, wenn ein Krieg kommt, damn ist alles da. Lebensmittel für eine Zeit, die den Krieg überdauern. Wir werden so arbeiten und schaffen, daß wir alles, was nötig ist an Rohstoffen, nur im eigenen Lande selbst erzeugen, daß wir keinen anderen brauchen. Deutschland wird groß und mächtig. Zuerst kommt Danzig dran(lebhafter Beifall), und dann alle die an- deren. Die Sozialdemokraten sind hier restlos erledigt. Die kommen nicht wieder. Ihre Führer sind verschwun- den(Gelächter). Die Deutschnationale Partei ist auch erledigt. Ich war bei Weise, habe drei Stunden mit ihm 'geplaudert, es ist mir gelungen, daß die Partei in den leizten Tagen aufgelöst werden wird, nun kommt noch das Zentrum, aber auch die werden beseitigt. Der Völkerbund hat hier in Danzig nichts mehr zu sagen. Der muß mit seiner Wurzel verschwinden, und er wird vollständig verschwinden. Und mit ihm alle die anderen, ich will Ihnen offen sagen: Polen. Jetzt liegt es an Buch, ganze Arbeit zu machen. Eine feste geschlossene Volksgemeinschaft zu bilden, die groß 125 und ganz allem gegenübersteht. Es gidt viel Arbeit. Die Partei ist offen, wer mit uns gehen will, wird auf- genommen. Die sechs Monate muß so ernsthaft ge- arbeitet werden, ein jeder muß schaffen mit all seinen Kräften. Jetzt müßt Ihr, liebe Parteigenossen, darauf achten, daß hier keine Brandfackel entsteht. Alles in Liebe und Güte vornehmen. Als ich vor acht Tagen mit unserem Führer A. Hitler sprach, legte er mir ans Herz die Worte, still und ruhig zu handeln, keine Brandfackel durch Unbesonnenheit entfachen, sonst ist all die Mühe und Arbeit umsonst gewesen, dann ist Danzig verloren und das deutsche Reich gefährdet. Dann sage ich Ihnen, werden fremde Elemente in unserem deutschen Danzig einziehen, darum noch einmal bitte ich Euch auf alles zu achten, was um Euch vorgeht, keinen Laut, alles in Ruhe. Nur die paar Monate, dann versichere ich Euch, kommen auch nach dem Verschwinden der Parteien die anderen hinaus, wir sind hier nur eine Institution und das ist die deutsche. Dann wird unser Führer mit großem Jubel in Danzig einziehen(jubelnder Beifall). Ja, so kam es, genau, wie es Forster prophezeit hatte, Deutschland wurde„groß und mächtig“.„Zuerst kam Danzig dran“, und der„Hauptfaktor Polen‘: wurde „erledigt“. Mit allen nur erdenklichen Mitteln, mit un- erhörten Methoden wurde die Ausrottung des polni- schen Volkes betrieben. Daran sich immer wieder zu erinnern, ist notwendig, wenn jetzt die Wiederaufrich- tung des polnischen Volkes naturgemäß und berechtig- terweise die größten Sühneopfer von uns fordert. Wir müssen auslöffeln, was wir uns selber eingebrockt haben. Denn wir haben nicht verhindert, daß derartige Führer zur Herrschaft kamen, deren Nichtswürdigkeit ja früh genug, schon lange vor 1933, aus allen ihren 126 . Proklamationen ersichtlich war und deren Schreckens- herrschaft nur in einem Volke möglich gewesen ist, das das politische Bewußtsein verloren hatte und in seiner Mehrheit das verderbliche Regime bis zuletzt stützte. Unendlich mühsam arbeiten wir Überlebenden uns aus den Trümmern heraus und sollten doch nun endlich auch innerlich uns. zu dem Grundsatz bekennen:„Noch einmal Trümmer? Niemals mehr!“ Wo ist das Bekenntnis des deutschen Volkes? Europa, die Welt warten darauf. Es wird das Fundament des neuen deutschen Hauses sein. INDER BIERRELITT NEE REIHE ERSCHEINT DEMNACHST: DIE RECHNUNG Deutschlands Reparationsverpflichtungen von Julius Ernst ALS DOPPELBAND: DAS WAR VICHY ol Die Hintergründe der deutsch-französischen al Kollaboration von P.C.Ritter | WEITERE BÄNDE $IND IN VORBEREITUNG Stores(I Ka binett BUCHVERLAG "IM ALLGEMEINEN DEUTSCHEN VERLAG BERLINW8-JAGERSTRASSE 70 N ER BD Ve PS=. a= a 3 se re>" ;olt en Bieten| Colour& Grey Control Chart ERTSE Green Yellow Red Magenta Grey 2 Grey 3 Grey 4 Black Ei ın Dokumen ten fund