‚G.Farben Auschwilz OSR x|| di wu Pr 7 = WW. 3\ i e 4 N Z i UUE| k ÜDEr die Blutschuld der . 1G.Farben zum Auschwitz-Prozeß UB GIESSEN INN INN 27 012 108 .G.Farben I Auschwitz I Massenmord TEE OBERDIEBLUTSCHULD DERIG FARBEN | Heike Duill Vlarianne Groß B reicl teiner Weg 74 Irelc eNSI 6000 Frankfurt/M. 90 Telefon 069/7893368 Herausgegeben von der Arbeitsgruppe der ehema- ligen Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz beim Komitee der Antifaschistischen Wideıstands- kämpfer in der Deutschen Demokratischen Republik DOKUMENTATION ZUM AUSCHWITZ-PROZESS 4 | 14.s u R > u> Diese Dokumentation stützt sich auf Forschungsmaterial des Diplom-Historikers Dr. Janis Schmelzer von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Inhaltsverzeichnis Vorwort Mnlalein'iniote'e Ce ME we a 1. IG-Farben als Initiatoren, Förderer und Nutznießer der Auschwitz-Verbrechen Einheimische von Haus und Hof vertrieben IG-Farben fordert, Himmler befiehlt, Eichmann schickt. IG-Farben-Wünsche wurden zu SS-Befehlen „Segensreiche“ Freundschaft Die einträgliche„Deutschtumspolitik“ der IG-Farben Herren über Leben und Tod der Häftlinge Das IG-eigene KZ Monowitz»» sei ce.» Das IG-eigene Strafsystem.«ins iaisisins Drahtzieher der Selektionen Bilanz des Ausbeutungssystems der IG-Farben: 370 000 Ermordete Selbst an den Toten noch verdient...» Nicht Völkerrecht— IG-Farben- Recht“ Geschäft mit„Zyklon B“ Medizinische Experimente an Menschen veranlaßt. „Offiziell keine Kenntnis“ Hunderte Millionen aus Sklaven herausgepreßt Karriere über Leichenberge . IG-Farben— Wegbereiter von Faschismus und Krieg Himmler, IG-Farben& Co IG-Farben und Staatsapparat verschmolzen.«»»« Bereits 1935 den totalen Krieg vorbereitet-»»...« Der Hitler-Wehrmacht die Kriegsziele vorgeschrieben . IG-Farben-Pläne scheiterten-» vun njuin{aTeiuinlajwininie USA-Monopole retten IG-Farben--»»jnju1ufa]utainıalate]» IG-Farben erneut am Hebel der Macht« ute1sia m sinisieinie „lag X“ und IG-Farben»»«# sau jnt0tnfalatelainlatn)na . Anhang& Liste von IG-Verantwortlichen mit ihrer Iröberen und heutigen Tätigkeit nn Beweisantrag des Prof. Dr. F.K. Kaul an das Schwarserdäilt Frankfurt/Main Auszüge aus dem Gutachten des Prof. Dr. Kuczynski Namensregister»«ee 0 00% ESEL TE ST VORWORT Der Frankfurter Auschwitz-Prozeß wird von der internationalen Öffentlichkeit ebenso wie von der Bevölkerung in beiden deutschen Staaten mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Das Echo des Prozesses in Westdeutschland zeigt, daß die Öffentlich- keit sich von diesem Prozeß ein Stück„Bewältigung der Vergangen- heit“ verspricht. Nachdem in der ersten Phase des Prozesses die angeklagten Mörder zu leugnen versuchten, später ihre Schuld auf den hingerichteten KZ-Kommandanten Höß und die durch höchste Unterstützung ins Ausland entkommenen KZ-Arzte Eisel eund Mengele zu schie- ben suchten, mußte ein Teil der Angeklagten unter der Last der Be- weise Teilgeständnisse ablegen. Wir ehemaligen Auschwitz-Häftlinge fragen: Warum stehen erst heute— nach 19 Jahren— einige der Mörder von Auschwitz, Birkenau und Monowitz vor Gericht? Der SS-Apotheker von Auschwitz, Capesius, der KZ-Lager- Adjutant Mulka u.a. konnten Jahrelang wie unbescholtene Bürger unangefochten in der Bundesrepublik leben. Die großen Rüstungskonzerne, die Milliarden am Massenmord des zweiten Weltkrieges verdienten, beherrschen heute wieder Staat und Wirtschaft in Westdeutschland. Sie stellten sich schützend vor die SS-Mörder. Sie sind auch für Morde in den KZ verantwortlich. Ihr Profit- und Machtstreben beschwört das Gespenst eines atomaren Weltkrieges herauf. Zur Verwirklichung ihrer revanchistischen Pläne brauchen sie die finsteren Kräfte der Vergangenheit. Wenn dennoch ein Teil dieser Verbrecher heute vor Gericht steht, so deshalb, weil die Proteste aus dem In- und Ausland und die Be- mühungen einiger Juristen nicht mehr zu überhören waren. Wir ehemaligen Auschwitz-Häftlinge fragen: Wie ist es möglich, daß fast die Hälfte der Angeklagten trotz ihrer schweren Verbrechen auf freiem Fuß lebt? Die SS-Arzte Lukas, Frank und Schatz können noch heute an den prozeßfreien Tagen als Ärzte in der Bundesrepublik prakti- zieren. Den beiden Lehrern Stark und Dylewski, einstmals SS-Oberscharführer, ist bis heute noch nicht die Befähigung abge- sprochen worden, die Jugend zu„demokratischen Staatsbürgern“ zu erziehen. Des Mordes Angeklagte auf freiem Fuß, Hunderte von Nazi-Juristen und Blutrichtern in Bonner Staatsdiensten, Nazibeamte in führenden Staatsstellen, alte Hitler-Generäle an der Spitze der Bundesarmee— das ist die Wirklichkeit in der Bundesrepublik im Jahre 1964, Wir ehemaligen KZ-Häftlinge fragen: Warum stehen neben dem ehemaligen IG-Farben-Vertreter Cape- sius nicht auch die führenden Männer des ehemaligen IG-Farben- Konzerns vor den Schranken des Gerichts? Die Industriekapitäne des IG-Farben-Konzerns, die nach 1945 in der Bundesrepublik zum Teil die gleiche Macht in ihren Händen konzen- trieren konnten wie während des„Dritten Reiches“— sie sind die wirklich Schuldigen. Sie sind die Hintermänner der 21 Angeklagten des Auschwitz- Prozesses und verhinderten jahrelang die Aufdeckung der vollen Wahrheit über Auschwitz. Deshalb blieb es den Vertretern der DDR, Prof. Dr. F.K.Kaul, der die Nebenkläger aus der DDR vertritt, und Prof. Dr. Jürgen Kuczynski als Gutachter vorbehalten, auf die volle Wahrheit hinzulenken. Sie wiesen im Auschwitz-Prozeß nach, daß ehemalige IG-Direktoren wie Fritz ter Meer, Heinrich Bütefisch Otto Ambros und Walther Dürrfeld für die Verbrechen von Auschwitz mitverantwortlich sind. In der vorliegenden Dokumentation unterbreiten wir weiteres Tat- sachenmaterial über die Rolle der IG-Farben als Inspirator und Nutznießer der größten Todesfabrik aller Zeiten. Wir wollen damit helfen, die Rolle der IG-Farben bei den Kriegs- und Naziverbrechern aufzudecken, um zu verhindern, daß die Kriegs- brandstifter und Kriegsgewinnler von gestern einen neuen Welt- brand— und diesmal mit atomaren Waffen— anstiften. Wir fühlen uns verantwortlich dafür, daß niemals wieder von deut- schem Boden ein neuer Krieg ausgeht. Wir ehemaligen Auschwitz-Häftlinge sind keine Rachegeister. Wir haben bittere Erfahrungen gesammelt. Wir fordern im Namen der Toten, im Namen der Hinterbliebenen, im Namen der Menschlichkeit die Mörder von Auschwitz, ihre Auftrag- geber von der IG-Farben und alle an den Verbrechen Schuldigen vor Gericht zu stellen. Bruno Baum Mitglied des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR und ehemaliger Häftling des KZ Auschwitz Häftlings-Nr. 118 359 ge at- ind BS- g5- It- 1.1.G.FARBEN ALS INITIATOREN, FÖRDERER UND NUTZNIESSER DER AUSCHWITZ-VERBRECHEN L; „Leider ist es so, daß die wirklichen Anstifter zu diesen Morden nicht auf der Anklagebank sitzen und zum Teil heute in der Industrie und in der Wirt- schaft wieder führende Positionen ein- nehmen. Diese wären es, die in erster Linie zur Verantwortung gezogen wer- den müßten.“ (Karl Tauer, Bezirksleiter der Indu- striegewerkschaft Chemie in Bayern, zum Auschwitz-Prozeß,„Deutsche Volkszeitung“, Düsseldorf, vom 6. März 1964.) Im Jahre 1935 litten Tausende Kom- munisten, Sozialdemokraten, protestan- tische und katholische Priester, jüdische Bürger, Pazifisten, Hitler-Gegner| der verschiedensten Weltanschauungen‘in Dachau; viele starben an den Mißhand- lungen oder wurden„auf der Flucht er- EI en ige Auschwitz-Prozeß vor dem Schwurgericht Frankfurt(Main) schossen“. Zur gleichen Zeit ließen sich führende IG-Farben-Vertreter von ho- hen SS-Offizieren durch das Lager füh- ren, (Eidesstattliche Erklärung. von Rudolf Höß vom 17. Mai 1946, IG-Farben-Prozeß NO NI-034— s. Dokument Nr. 33) Damals reifte in der IG-Zentrale bereits der Gedanke, KZ-Gefangene in den Be- trieben einzusetzen. Das Rüstungsgeschäft benutzte der IG- Farben-Vorstand zu einer gewaltigen Ausdehnung des Konzerns. Zu den neu zu errichtenden Fabriken gehörte ein viertes Buna-Werk, das mithelfen sollte, den Bedarf der Hitler-Wehrmacht an synthetischem Kautschuk zu sichern. Seit 1938 wurden Oberschlesien, der Norden des„Sudetenlandes“, nach dem Unter- nehmen„Weserübung“ sogar Norwegen, dann aber im November 1940 das Gebiet um Auschwitz für die Errichtung dieses Werkes in die engere Wahl gezogen. Warum gerade Auschwitz, das kleine Städtchen, in dem es fast keine deutsch- sprachigen Bevölkerungsteile, sondern vor allem Polen und Juden polnischer Staatsbürgerschaft gab? Otto Ambros, bis 1942„Betriebsführer“, des IG-Farbenwerkes Auschwitz, er- klärte später vor dem USA-Militär- gerichtshof, daß die Rohstofflager der Gegend entscheidend gewesen seien (IG-Farben-Prozeß Dokument NO NI 9542); auch auf die vor Luftangriffen ge- schützte Lage wurde mitunter hingewie- sen. Nur den wahren Grund versuchte Einheimische von Haus und Hof Der Baugrund für das neue IG-Werk war Eigentum polnischer Bauern. Die IG-Farben erwirkte mit Hilfe der SS die entschädigungslose Enteignung und De- portation der polnischen Eigentümer. (s. Dokumente Nr. 2 und 3) Nach diesem Rezept wurde auch in der Folge verfahren, wenn das Buna-Werk Raum brauchte, Rigoros wurden alle Hindernisse beseitigt. Auch die Klöster man zu leugnen: Entscheidend für die Wahl von Auschwitz als Standort war das im Bau befindliche Konzentrations- lager.} Das wird durch das Protokoll einer Be- sprechung vom 18. Januar 1941 bestätigt. Die Quintessenz dieser Beratung zwi- schen Ambros, Mach, Santo, Eisfeld von den IG-Farben mit zwei anderen Indu- striellen war: 1. Juden und Polen werden ausgewie- sen; In unmittelbarer Nähe wird für die Juden und Polen ein KZ errichtet; Jeder Deutsche, der in dieses Ge- biet kommt, ist ein Kolonialist. Dokument Nr.1) a = (8. vertrieben der Umgebung mußten geräumt werden. (s. Dokument Nr. 4) Das Buna-Werk bei Auschwitz sollte nicht nur von KZ-Sklaven betrieben, sondern auch von ihnen aufgebaut wer- den. Der Oberbauleiter der IG-Farben, Max Faust, nahm die Erschließungs- arbeiten mit zunächst 700 Häftlingen und zur Zwangsarbeit gepreßten Polen vor. 1.G. Farben fordert, Himmler befiehlt, Eichmann schickt... { Rudolf Höß, der ehemalige KZ-Kom- mandant von Auschwitz, schilderte spä- ter im polnischen Gefängnis die Zeit des Aufbaus des IG-Farben-Werkes Ausch- witz mit folgenden Worten: „Nun stellt es sich heraus, daß zwar die Rüstungsindustrie einen noch un- geheueren ungedeckten Bedarf an Ar- beitskräften hat, daß man aber mit dem Aufbau der Unterbringungsmög- lichkeit nicht vorwärtskommt ı:;: Himmler tobt, setzt Untersuchungs- kommissionen mit besonderen Voll- machten zur Entdeckung der Schuldi- gen ein. In Auschwitz ist alles mit Häftlingen vollgepfropft, die auf den Abtransport in die Rüstungslager warten. Neue Transporte von Eich- mann sind im Anrollen, Auschwitz weiter verstopfend.“ 6 („Kommandant in Auschwitz“, Auto- biographische Aufzeichnungen von Rudolf Höß, eingeleitet und kom- mentiert von Martin Broszat, Stutt- gart 1958, S. 170/71.) Das KZ, in fieberhafter Eile errichtet, war damals ohne gesicherte Trinkwas- serversorgung. Die Baracken waren vollgepfropft, Seuchen grassierten— und trotzdem: „Himmler treibt weiter. Seine Ver- sprechen quälen ihn. In Auschwitz gehen Tausende von Arbeitsfähigen zugrunde, ehe sie je einen Arbeitsplatz in der Rüstung gesehen haben. In den behelfsmäßig errichteten Arbeitslagern werden die Häftlinge zu Wracks, ehe sie etwas ‚Siegentscheidendes‘ geleistet haben.“ (ebenda, S. 171) jar‘ En; n.n-u m ee ur.) OFFLOB OF OHIEF 07 OOWNSEL FOR WAR ORINBS. 3e-| hanäschr. Dir.Dr,Anbros gt. Bandschr, Buna 17 N]-.® in| Sohlesien-Bensin| n| w/s. 56/193"18.Jamar 1941| | Besprechung ap 16.1.1041 in Ta L| 1e=- x 5 v z| die| zen Dana und Sohlesiam-Bensin in Auschwite., et;|;| x i 1e- 1 Ä Teilnekmer von 1.0. Farbenı Direktor Dr, Ambros ı| Dr, Mach Obering. Santo| | Dr. Mesfeld! |® SahlosienrBenzins Direktor Josenhans{ i Drs Kroen Ä OTTLLLLLLLELL LIU LETEN TIEFER PTENGRPRERPBERPRHAETG ET) SPRITELTTT)MPLTT Ar, | hor zu Galizien. Die Einwohner von Auschwitz, vor allem die Kindor P) ||., en.| machen einon sehr-armneligen Eindruck, Abgesehon von den grossen lt| Marktplats macht die Stadt selbst oinen schr kuemmerlichen Rindruck,, e| en,| Das Wasser fusr die Stadt wird euf dem Marktplatz mit Hilfe eines| ei| handbetriobonen Wassorrades heraufgsholt, Relativ reizvoll Ist ein ‚| ;! 95-| in der Naoho dor Stadt gelegenos altes Schloss. Die Finwohner von sen| len Auschwitz sotzon sich zusammen aus 2 000 Doutschon, 4 000 Juden || und 7 000 Polen. De Deutschen sind Bauern, Me Juden und Polen |\ | LLLULILLLLLLLLTLILLELTLILTLELTTLLLLEILITITEITLELTL PILLE ELLETETTTE 3| wuorden, wenn dort Industrio gebaut wird, ausgewiesen werden, sodass 0| dann dio Stadt fuor die Belegschaft dor Fabrik sur Verfuogung stuende, 2 T 110- vn Aus diosem Grundo wird es zu mindostons fuor den Anfang nicht not-- con?; Ä ım- F wondig soiln, viol Wohnungen zu Pauon, da ein Umbauen dor bostohen- i utt- ı don Wohmungen wonigstens im@ewisson Bahmon moeglich soin Auorfte, hi tet, ii| In unmittelbarer Naeho von Auschwitz wird fuor dio Juden nd Polen be I ein Konzentrationslager gobaut. In einor Mntfernung von etwa 50 ko fi r ı u und I| kann man die Boskiden erkennen, In 60 Im Bntferming liogt Krakau, f IM< E er. Waohrond das Goblet um Auschwitz als landschaftlich nicht schlecht 238 il.| ie pitz ı| bozeichnot werden kann, ist os kulturoll und ziwißsatorisch na- en# Nr 1:| turgemaess voellig unorecklosson, Jeder Doutsche„ dor dort hinkomnt, | den ist also Kolonist, ern M} ehe steh DOKUMENT Nr.1 I.G.Farbenindustrie Auschwitz, den 24.2.1942 Aktiengesellschaft Pot/Go. Werk Auschwitz 0/S, Wochenbericht Nr, 39 ex für die Zeit von 15. bis 22.2.1942}| l. Teil vVordberichet,.\ u‘ In der Zeit vom 16.-21.2. war Herr Dr.Schäfer hier; in den ersten Tagen der Woche auch Herr Dr.Dubiel, Zwischen den beiden Herren wurden laufende 'Wirtschafts-und Beschaffungsfragen des Gutes Dwory besprochen,[n einer Besprechung mit Kreislandwirt Wabnitz in Bielitz wurde die Freigabe der ins Werksgelände fallenden bäuerlichen Flächen aus der Bewirtschaftung der Ostland und Übergabe an die I.G. für den 1.4.42 vereinbart. Ein ent- sprechender schriftlicher Antrag an die Ostland ist gestellt. Die baldige Übernahme der Flächen ist dringend erwünscht, einmal um die Bewirtschaf- tung vom Gut aus von vornherein DEORIRERSSET laufen zu lassen, zum ande- ren. um dem weiteren Abverkauf von Vieh und Vorräten durch die poln.Bau- ern vorzubeugen. Als Sofortmaßnahme sind Aufrufe an die Bauern erfolgt, in denen diese unter Strafandrohung aufgefordert werden, weitere Verkäufe zu unterlassen. Zur weiteren Sicherung ist der Werkschutz eingespannt, der laufend Streifen durchführt. Z.Zt,werden bei den Bauern Bestandsauf- nahmen durchgeführt, Im übrigen ist mit Herrn Dr.Dubiel festgelegt worde daß die Bewirtschaftung der Gemarkung Dwory I vom Gut aus, die der Gemar kungen Monowitz und Dwory II unter Aufsicht des früh.Gutsinsp. Czech von den einzelnen Bauern durchgeführt wird. DOKUMENT Nr.2 8 HHEIEIBURAEEEEEIANKKEEAN|| er TA/HK/A2 / Ludwigshafen a/Rhein, den 257.41 Fr y "1GWerk Auschwitz, 8. Baubesprechung am 15.7.41 in Berlin, Länderbank Anwesend die Aerrens . von Lu: Dir. Dr a“ von Leunas .. Tos ee, | Dr. Bisfeld Dir. Dr. Bütefisch | 0.Ing.Dr. Mach{N.v.Staden| IE a Faust Dr.Seuer| " Heidebrogk., en el | Dipl.Ing.v.Lon u... Lötzsch |" Sitzenstuhl He Dr.Henning 1: -3-; on Trinkwassers> Kind‘macht ein Projekt; es sind 12 Bohrungen durchgeführt, der Leistungsversuch ist vorbereitet. Es ist anzunehmen, daß 30000?/h erreicht werden. Landerwerbs Faust weist darauf hin, daß der Bericht Dub iel < zu berichtigen istı Das Gut Poremba ist ein selbständiger Be= 1 ‚sitz. Bütefisch wd Anbros weisen darauf hin, daß das Landerwerb für das Gut so bald ala mörlich vorgenon- men werden soll. Die Enteignung der jetzt auf dem Geblet sıczenden Landwirte soll vom Reich vorgenommen werden und nicht von der 1.G. Diese Maßnahmen sollen unabhängig von der eb | Beschaffung der Kataster-Auszüge um. erfolgen. iin ij KEGEL Ill. ı ) N | fh 4 DOKUMENT Nr.3 18.12.41 Fre 14. Baubesprechung am 16.12.41 in Leuna, { N Kalk. Eisfeld berichtet über den von der Regierung den G.C. übersandten Entwurf des Pachtvertrages für das Kalkgelände bei Kressendorf. Die erundsätzlichen Forderungen der I.G. wurden anerkannt. Die Pachtdauer läuft auf 30 Jahre mit Verlängerung um jeweils 10 Jah-- re. Als Pachtzins ist keine Mindestpacht sondern nur eine Ma- @ terialabgabe von 7,5 Pfennig/t geförderten und verwertbaren Kalk- Ä stein vorgesehen. Der Rückkalk wird zu einem Preise von RM 9,— lose Ware frei Waggon Werk Auchwitz zuzügl. Verpackungskosten und Sackkosten(3,30) übernonnen. Die Regierung des General-Gouvernenent wird sich bemühen, eine Befreiung von Steuern, Zöllen und sonstigen öffentlichen Abgaben für den Kalkstein sowie den Kalkbetrieb zu erwirken, soweit sie nicht bei Vertragsabschluß bereits erhoben werden. Die Unterzeichnung des Vertrages kann erst dann vorgenonnen wem den, wenn das Pachtgelände Eigentum des C.G. ist. Die Verhand- lungen mit dem Kloster, in dessen Besitz das Gelände ist, sind noch nicht befriedigend abgeschlossen. DasKlostersoll urch Zuweisung eines gleichwertigen Walägeländes entschädigt werden.- Um das Gelände einwandfrei zu sichern, wird in Kürze die Be- hlagnahme desselben verfügt werden. DOKUMENT Nr.A4 10 AlllLTLLLLTLTLETPERETTEFITTEILTLELLETELITTELELTLTLERFETTTTETTTTTTTTLTTETT x Der Reichsmarschall des Gross-\ 18. Fetr 14].: deutschen Reiches Beauftragter fuer Aen Vierjahresplan„Parlin VW 8, den Leipziger Str. 3 4 BR BR Fernruf 1263... 12m Stempel 70. Febr. 1941 Gehetne Relohssache! 9 Ausfertigungen orenooner.. Ausfertigung, Stampalı Betr. ı Bewelkerungspolitischo Massnahmen fuer Ans Buna-Werk Ausohwite in Ostoberschlesien. Zur Sicherstellung Sea Arbeit obederta und der Unterbringung der sdeirer fuer den Anfang April beginnenden, in hoechstmoegil ichen Teupo Aurchsufuehrenden Bau des Buna-Werkes Auschwitz in Ostoderschlesien biete Ich, folgende Massnahnen zu treffen: 1. Basche Anssiedlung der Juden in Auschwits und weiterer Umgebung, insdesondere zwecks Freimachung Ihrer Wohnungen fuer die Unter- bringung der Bauarbeiterschaft fuer das Buna-Nerk, 2. Vorlasufige Belassung der ala Bmarbeiter in Betracht kommenden Polen in Auschwits und weiterer Ungebung in ihren bisherigen Vohnstestten die zur Beendigung der Bauarbeiten, 2 Bereitstellung einer moe@lichst ErossenAnzahl von Baufach- und Baubilfeaerdeitern fuer den Bau des Eima-Werkes aus dm denach- darten Ponsentraslonslager, Der GegemtBau- md Montage-ärbeiterdedarf wird auf der Baustelle je nach erreichbaren Bautempo 8 000- 13 000 Mann erreichen, Veder Ihre diostezmeglichen, in Verbindung mit dem GB-Ohenie u Kreffenden Anoränungen bitte ich Sie, mich dalänveglichst zu unten- seolt em EFLELLEBEEBLELLELELLLLDLEDES FEN PEFSTREEITTTTTTENKNERTENTRLLTLETTTTITN| DOKUMENT Nr.5 Bond Bo. SI- 11787 QFEICE_OR CHIEF OP_OOUNSEL_FOR WAR ORNEE Ludwigshafen, den 3.April 1941 5/ 452 ehreiben,_ Stempd:ı Vertraulicon Betr,s_Buna-Anlage_IY. | IrrnmeneeBRRe 111111111||| 1111 Streoke Ausdim itz- Krakau gewählt. Nach einem Sohnell- brief des Goneralbevollmächtigten für Sonderfragn der ohemischen Erzeugung, Herm Professor Dr. C. Krauchy von 5.2.41 gehört diese Anlage zu den vordringlich- sten Bauvorhaben und soll unter Einsatz aller verfüg- baren Mittel nit besonderer Beschleunigung fortigge- stellt werden. Sämtliche staatlichen und SS-Diws®” stellen, die in dem Gebiet um Auschwipz eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen haben,‘haben Anweisung erhalten, das Bauvorhaben in jeder erdenklichen Weise su fürdem. | Dis REN UN lautets 4021-1801. um| kontingmt zur Berfügung gestellt worden. Bauseitig ist das Bauvorhaben in der Dringliohkaitsstufo 0. Es ist ul der Nr. OE Broslau 5 in das Verzeiolmis der nes W-Bauvorhad mn aufgenommen worden. Das neue Werk soll die Bezeichnung erhaltans 2 1.6. Porbenindnatzis Aktiengegellschsft_ Werk DOKUMENT Nr.» 12 DOCUMENT NO. NI- 1108 - ana Sras.= «a AdOd_ NUL AUIIIIIS Yu "ROT 8°Zz03 gexymy uJ 5 “usysem nz yoneuxqan wda =Ep pTeq ISyU9TI2som pım ESTER maysrFsuduerm 2syaTT3eon ut „8323174 9TS yar Sssep‘pusye34rTsa OS purs usdwndanyasa BeS3TT *A6T JuuFIS2q ZITAUOEny AIan map vun SS LIaTuanzsysTay Mep USYIETAZ HUWusdmmpurqleA SIT zop"Irpussgsn2® 3 T 0 A Jaduanzusddnıg-sg 55 sısı eyonJsuaTsy BSP Sogeas LayoTTuaosTed sap JswD Iap 36T l“uoJzsIzeg ZyTaNDeny XIoM Sep oTp*"usdexg>TTe San(*t *uszyangsısgum nz euer ‚un MSUITTFI0m Inu wapof ur IadeTsuoryeayguszuoy mep Bre USUSFUBFEH ETP UIInp ueqgeyLoAneg Sep pım usyaıLy nz SmpurqTlsy UF SOxTemeung Sep Is4ToTneg wep YTm 910708 STTSIS pım 410 ue*usssrmodue IST Seywegdneg-A pm= A BEP Jaun Iep pım A6deTsuorseiqguszuoy Iep Anegxedsug ed(*£ *uUopIsM WISITMO2ENB USTOT HPusmmoX o3eIg uf yaemewng Sep ıInz Joyrsareneg Zepo IeyTeq -Iy STe FOTIsuTaN USFIENP ZyTAayosny uoA pusdeg Lap EnY(*2 +uoaTTsgEn2 -ISYUITS ESNIeMBWNg SEP 4FeuosIagtegreneg Iop upereg ; zegan ErP Ing pın ueyoemmzreiz pure ue) Sunagon sau “uTepaFsnzeng EUHNGSUIFBI PUTS ZY4TAysEnY ar uopnp o7q(+ 39u0p109due denne 103*Bf*Ep denIgeg+92 uwap Jeym SS Jadyanzsuorey Aap 2eq EITSUOETENENITEy ULIeH Fep Juncrag June pum Bexyuy uauram Fny (Smzgo2g204« STeurgrLo sap 1 s4ToS) PI2ISTI"IA. 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Der Vorsitzende des IG-Farben- Aufsichtsrates, Carl Krauch, war bei Göring vorstellig geworden, weil der Aufbau des IG-Werkes nicht schnell genug voranging, obwohl Göring schon früher außerordentliche Maßnahmen für den„in höchstmöglichem Tempo durch- zuführenden Bau des Buna-Werkes Auschwitz in Oberschlesien“ gefordert hatte.(s. Dokumente Nr.5 und 6) Krauch verlangte namens der IG-Farben entschiedenere Maßnahmen, die Göring auch schleunigst ergriff. Über diese Ver- einbarungen wurden Ambros, ter Meer, Bütefisch, Santo, Dürrfeld, Faust und Eisfetd informiert. Himmler bestimmte den Chef seines persönlichen Stabes, SS- Gruppenführer Karl Wolff, als seinen Verbindungsmann zu den IG-Farben in allen das Werk Auschwitz betreffenden Fragen.(s. Dokument Nr. 7) 1.G.Farben-Wünsche wurden zu SS-Befehlen Das Drängen der IG-Farben wurde so stark, daß Himmler am 1. März 1941 selbst nach Auschwitz kam, um an Ort und Stelle Maßnahmen festzulegen, wie die Forderungen der IG-Farben zu er- füllen seien. In seiner Begleitung befan- den sich neben Vertretern der Berliner IG-Farben-Zentrale der Gauleiter, der Regierungspräsident, der„Höhere SS- und Polizeiführer Schlesien“ und der Inspekteur der Konzentrationslager, SS- Obergruppenführer Glücks. („Kommandant in Auschwitz“, a.a.O., S. 174)- Höß erhielt den Befehl, alle IG-Wünsche zu erfüllen. Die Bande zwischen der IG- Farben und der Kommandantur des KZ Auschwitz wurden nun noch enger. Am- bros, ter Meer, Bütefisch und Dürrfeld erhielten aus dem„Stab Göring“ detail- lierte Informationen über die Perspek- tiven des KZ Auschwitz; der Inspekteur der Konzentrationslager und der Leiter des Wirtschafts- und Verwaltungshaupt- amtes— der später von einem amerika- nischen Militärgericht zum Tode verur- teilte SS-Obergruppenführer Oswald „Segensreiche“ Freundschaft Ambros schrieb am 12. April 1941 seinen Kollegen ter Meer und Struss nach Frankfurt/Main, daß sich ihre„neue Freundschaft mit der SS sehr segens- reich“ auswirkte und wies begeistert auf die Möglichkeit hin,„welche die Ein- schaltung des wirklich hervorragenden 14 Pohl— erhielten den Befehl, sich mit dem Bauleiter der Buna-Fabrik in Ver- bindung zu setzen und das Bauprojekt durch verstärkten Einsatz von KZ-Häft- lingen zu unterstützen. („Das Urteil im IG-Farben-Prozeß“, der vollständige Wortlaut mit Dokumenten- anhang, Offenbach/Main, 1948, S. 123) Auschwitz sollte mit Hilfe der IG-Farben zu einem KZ-Kombinat werden. Auf der Grundlage von Vereinbarungen, die Bütefisch am 20. März 1941 in Berlin mit Wolff, Glücks und Lörner, dem Inspek- teur für den gesamten Häftlingseinsatz, getroffen hatte, wurden am 27. März 1941 zwischen den Vertretern der IG-Farben und den Beauftragten der SS-Führung die Einzelheiten über den Einsatz der KZ-Häftlinge festgelegt. Die Gefangenen hatten im Sommer 10 und 11 Stunden, im Winter mindestens 9 Stunden zu ar- beiten. Die IG-Farben zahlte für einen Facharbeiter an die SS täglich 4 Mark, für„Nichtgelernte* 3 Mark(s. Doku- mente Nr.8 und 9). Ausdrücklich wurde vermerkt, daß es sich um einen„Vor- zugspreis“ für den Konzern handele. Betriebs des KZ-Lagers zugunsten der Buna-Werke betreffen.“ (s. Dokument Nr, 10) Einer der IG-Bauleiter— Murr— hatte schon im Wochenbericht der Ausch- witzer IG-Bauleitung bemerkt, daß„mit e Ver- ordert 4 NIIT "arben AUEL HUREN TTHIT] “Mi ININIMMUNUNNNMUNM n zum Kalendarlurh Meer, it und ER immte 116 Reproduklionen von Dokumente es, SS-=- seinen 'ben in Tenden' Nr. 7) ch mit IE R ar n Ver- BÖBRR Biete’ projekt. 7-Häft- j a ae meinn.|——; FE r unserer| 4 2 N Pages na|} B“, der SICHT ie en N t 5 SEE Antsgruppe En En- Oranienburg. A) 1:11: a en in EN„u, F Farben 1. 2.3 j ur 1523.43 n, Auf IKDnı h k te aus Berlin sen, die"E ö yetreifi BEN vansporte mus, ART. Su "in mi AaN 2-; 1äet Judentrans ort aus Berlin‘ ne EEE i ET 3.43 ee erke 964 JUIEn“| Inspek- e]: Zun Arbeitnelnsatz kemen 218 Minner Us 147 einsatz,"Eh}- Frauen. Die, Männer warden nach ‚Buna überstelltd Ä 1941 gesondert wurden. 126 Nanner+ 473 Frauen ur.| m} Kinder untergebracht., vo ‚Farben a ührung. rg gezy Schlarz atz der B| 1 Yeonersturmfuhrer« l ingenen An esZ;! N tunden, vH& ‘| H | 3 1! d 27; | 1 ° H j Ute. ir einen. 1. 4 j& 4 Mark, en Kt er® ‘= k } De‘ Lugesume 4°# rde, Yore 1, ante a Hmid®"IN N») ME. ‚dele. Meldung der Ankunft einer Judentransports AU Berlin MIA sten der nu\ _ hatte Aush“ jaß„mit nam nu | Unter Mitwirkung von leuna Strukturplan der errichtete neve Werke. Leuna-Werke während des 2. Weltkrieges dem KZ-Lager ein schönes, reibungsloses Arbeiten zu erwarten“ sei. (s. Dokument Nr. 11) „Schönes, reibungsloses Arbeiten“: Die IG-Farben finanzierte laufend den Aus- bau des KZ, sicherte den Bau von Häft- lingsbaracken, sorgte dafür, daß die Ge- stapo gut untergebracht wurde und ver- gaß auch nicht Arrestzellen für die Ar- beitssklaven. (s. Dokument Nr. 12) Wie eng die Perspektive der IG-Farben mit der des KZ Auschwitz verbunden war, geht aus einer Baubesprechung vom 5. August 1941 hervor. Dürrfeld erläu- terte bei dieser Gelegenheit, daß der weitere Aufbau des Konzentrations- lagers neben dem Aufbau neuer Werk- anlagen für das Oberkommando des Heeres(OKH) und für das Oberkom- mando der Luftwaffe(OKL) von nun an in den Bauplänen der IG-Farben zu führen sei. (s. Dokumente Nr. 13 und 14) Immer wieder erwies sich die IG als reicher Gönner der Schergen. Wir müs- Am 7. April 1941 fand im damaligen Kattowitz die offizielle Gründungssit- zung des IG-Farben-Werkes statt. Nach 16 sen unseren„neuen Freunden“ von der SS helfen— das ist der Grundtenor vie- ler Schreiben und Sitzungen. Nach einer in Leuna am 16. Dezember 1941 erfolg- ten Besprechung über die Bauvorhaben in Auschwitz hielt der damalige tech- nische Leiter(ab 1942 Betriebsleiter) des IG-Werkes Auschwitz, Dürrfeld, in einer vom 21. Dezember datierten Ak- tennotiz z. B. fest, daß die IG aus ihrem Bauetat zwei Millionen Mark „zugunsten des KZ-Lagers herausschnei- schneidet“; (s. Dokument Nr. 15) Als Gegenleistung wurden sämtliche staatlichen und SS-Dienststellen der Umgebung in den Dienst der IG-Far- ben gestellt. U.a. wurde mit dem da- maligen Oberstaatsanwalt beim Sonder- gericht Bielitz und heutigen Oberstaats- anwalt in Aachen, Nellessen, vereinbart, auf dem Werkgelände der IG Farben eine Nebenstelle des Straflagers einzu- richten. (s. Dokument Nr. 16) Die einträgliche„Deutschtumspolitik“ der 1.G.Farben dem vorliegenden Protokoll stellte Jo- hannes Eckell, einer der leitenden IG- Leute im„Reichsamt für Wirtschaftsaus- \ ar nn a Ann a Aue ee ERARENTRERENEER - N !) HOONERRARANKERRNERARDERRANDOBORONABRGNANENNNDDARENREUNARBBNDANARKANL EEG ' 17 1.G. FARBENINDUSTRIE AKTIENGESELLSCHAFT WERK AUSCHWITZ O,8./ ORTWOR 2 ERFTRNTTE ie 7, An rn a i Peer Pan(kr. Biektz) 0.0. Pirna. Frieärich Erupp, ee Aktiengessellsche Gersadıng sw: 54 Beoonm Wege' On der Bearbeitung L"| eu beachten AUSCHWITZ fie. Bist) O. 6. 1... Br.s5728g 8.9 Voesebig: ee: 0.0 m R HITEHREEHNTERNTERKTERNTEE NEL.| Zu der von Ihnen in Besonieren”angeschnittenen Prage mBahten wir a Ihnen mitteilen, dass wir einen Vertrag mit der 35 nicht abge- jn der& eohlossen haben, nondern ledigliah eine Vereinbarung in Briefform, vie Ba der uns das KL Arbeitakräfte zur Verfügung stellt, für dis Kor iM oe F Ru. 4, je Tag für den Facharbeiter und ul I Bi. 3,— je Tag für den Hilfsarbeiter tech- IF en die SS zu zahlen haben, Für Ale Verpflegung sind Unkosten won des|. unp nicht zu tragen, lediglich für die Bereitstell von Geträm> a in 5 ken(Kaffee oder Tee). Des weiteren sind von uns su son N Ak- Unkosten für die Erfassung der Stunden Je Untermehner aus und deren Weitervorrechmung "Mark u Unsatzstouer in Hs von 2,048 schnei- Transpcrtkosten für die Häftlinge : Unkosten für die Bezahlung der Eapos, die den Unternehmern nicht in Rechnung gestellt«erden körman | Unzosten infolge der Bezahlung der vollen Bäts®e I Jo Arbeitstag, en Samstagen und an en er ntliche| sonie im Palle besonderer Verkonmnisse, wobei n der il| die Häftlinge mur wenig über 4 Stunden arbeiten,' | Ilm onder- mann INIH|| HHNEHEOn. j ‚staats“ wor rn... i vannar IROWTHAano X f würden es begrüssan,.wenn Bie uns baldmd« kier aufsuphen ji. inbart dich c Aamte wir Sie sueh-Aber die grossen Schwierigkeiten, die| Farben eoumögge nilr'ermeten, AchtNeitig informieren können. einzu” ee Heil Hitler 1 E 1.6. Farberindustrie Asde # 1 ie a.. Are il gez. Dr. DÜRRFELD jte I en a m DOKUMENT.Nr.8 ‚fisaus IT 17 30014@pjeR'I0 go‘sa prezer3"10 sones"10 osusg' JO /wrenLg°1d'210 eosqur’31g’I7d Tae11e3.104 $ Eye rip iuepuda ne“uefegmaoız seyn jemıeidnej"usjuepueamor “10901 sep ueyuwinfpr uep us eITeaef yore*aergozdue‘ııng LiIon; Zwmyret .neg A0P OPURMmOYIoA uep apıina e.repuoseqeu]"ueToyiepeja nz Aumgserdseg eyo Mi-tIuuUW euje uedu.L,]| uspuezje1y nensu jaq*zopeıauloa epıInn@73"307 uajnyTedurs etTsyjeneg erp erq*Fuminjuen ınz*teyy7rgu3rodsusı]) yIn® eısJueuegede?*"ozae -USXUBIY"121010907"CAJRIJ TOUspueyLoa Zee]@f@LI® TIWIsoR map m3 YUePp -UTTGOXNIERRT ap e41Te39"g'z2 og*uegeuT 2 ueujepeFum eJITH eyorIPou epef YııresuePe? uors*"opına z1[Te3WeFenvLog yacuma IPp usjTes uepreq UOoA woqds *a1qnJo? vawyaureaurg WeusTtTzim ur epme Zumıpuwusez eywesa? ed ıFimssr juemuven@ "Tue UOP.Iem IN0Epe3 GoT3Wer IeFuT SEP Yo.mp UeFJAIY UoA TUwZ e21epı0Je? ep-Tos"ueFeasep eLepuoesasuf*yarfungun Iyuf UEpuUay7nYT m UergepuIm ena 197 uaueFuwje3eFoTIy Uos IumItzz7yuseog EAT3TezZuDTeI? ou1g(*9 “uepioa uoaa9e9("are'n ue47018977 97 80xuj) *“yıodeusı]‘usz "uopısa Z1y82B3 = TwasııH 018 1100 SPUTTIZEH_eIP ma SEN WIITTERTT URTSEINEp wotwäldu eauro 2 GL uw pıTa SaArejeT ora"uapıa» uewmoueFus vepwmjs 6 euszsopurn 470 Iey2ulg DJ*ı19mmos af 623 810 QUWN DUN 410280540 F Aep uouu uoTe aaauors TIBZWITEEM oıq('8 "uors2ı9g epFea 49]9 WIagmR@ejaLn uor:p =Usa300 Lep Iumjjeuogeg arp en"ueuug? uepıom 2I8pıgyeq Ydnınz pun eLTBTenSE z w JJuH OTp gup 09*uopiom 450123 eroTZuusäptad ure 1Toe eoeeL] eqteserp Jeag)"exanıg euta n2ZIeTy ansq TI evq"Uasntuge =e9104 epUgTeACHIen mep UOBU 27 TmuDeny UOa yYaTIpne eLos erp zuan Bam 4b3 -T6JTp UIO DITa PetIe1enng eIp ue OPUTTAJWB don SwnıynjJusIog eIp 307(r “eBu09 8T Pure LEeVoLI%V asaıg"BOpsae»JUN) s}fagosuy yosu Ty ussepue uoa ueL[Os pun Tuonsafen® wIegdesgJeaejng 470.11 uey3 Tngone? yorTuo®}«Frıeuos pan sıertTo7) woddez wesr1gu ep Funyjegoneg e]p pım euesjg wep Fum 5= Teup up‘goyrFgw ensgbmp 307 sasuıd (uez sine? oTp Sag UezJNLIesTegıT TOR Iumtteseeg szerras eury('6 \ “aejzteyzea ns(M9uL710J077 DEM JOJJIE 7) Samysegoneg weiertaunoe zeufo ne ıea9e7 uep‘uemıd ns‘eo uewusuiegn IF -gexoeg pun uepgg erp 5 uesjezeruog uw Tedueg uep UOMp 4wmege? goopef 107 ‘.&i}“5 Jar 10907 aeg"puTe uepLom ue7z5wuone? 0 9 uoa TussaFurts3ng uedrLeunzq zep Pumzymmrey Ine Jade] wep uf e3Jum? -103un ueFyJ5gu eTp Uuea'meuugx ueT[e3® TI ewp piTa TgPz emeyd“ıaıpımıa? 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OTTO AMBROS 1.G FARBENINDUSTRIE AKTIENGESELLSCHAFT LUDWIGSHAFENA RN, 12 April 1941/Si . Fernıprecer 44% An die Herren Direktor Dr. ter Meer Direktor Dr. Strud Die niranıkt uirt Sehr geebrte Herren! In Anlage übersende ich Ihnen die Berichte über unsere Baubesprechungen, die regelmäßig wöchentlich einmal unter meiner Le itung stattfinden Sie entnehmen daraus die organisatorische Regelung und vor allem den Beginn unserer Tätigkeit im Osten Inzwischen fand- such am 7.4. die konstitulerende Gründungssitzung in Kattowitz statt, die im großen und anzen a nd verlief Gewisse Widerstände von leinen Amtsschimmeln konnten schnell beseitigt werden. Dr. Eckell hat sich dabei sehr bewährt und außerdem wirkt sich unsere neue Freundschaft mit der SS aehr segensreich auß. Anläßlich eines Abendessens, das ung die Leitung des Konzentrationslagers gab, haben wir weiterhin alle Maßnahmen festgelegt! welche die Einschaltung des wirklich hervorra nden Betriebs des KZ-Lagers zu- gunsten der Buna- a betreffen Ich verbleibe mit besten Grüßen Ihr (Hu dumm‘ } J 2 1 4 a 3 a 3 2: £ ) 7 g . .R . . Anlage tufaverbrechern ausgesucht und sollen von an DOKUMENT Nr. 10 19 U 1,6. Farbenindustrie k.b, Bauleitung’ qui. küschwitz, den 1, April IM [1,3 für die Zeit von 24.= 27, Märs 1941 1.) Vermsssungsarbeiten. Stand an 27. 3. 41 iv an" ochenberächt Nr. 4 baraoke im Beugelände steht, Mit dem K,Z, lager urde die bindung aufgenomaen und ist ein schönes reibungsloson arbg ten mit denselben su er« sorton. Die ersten A.A.D, Barsoken von Rattwits sind eingetrofies doch kamm mit der Aufstelluig erst am T» April begonnen werde,© INT DOKUMENT Nr 11 20 4.0,AUSCHWITZ editforä Hauptgruppe 2 PT nk SLLLLLLLLITLTITTLTETTSTTEETTENTTLITIENTTTTTTTTEITTITITTTTTTTTTN iuDe Er. erung 4 12/4) "Neuforderung® Titel III fi Büros | Programm 025, Behördenbaracke 111 ‚Bebördenbaracke R# er AL Ei) K)) /Anlage-Nebenkosten Ru 54.000,—, Begründungs| Zur Unterbringung von Post, Arbeitsant, Krankenkasse, Polizei, Gestapo, DAP und Gemeindebüro ist die Erstellung einer Behörden- baracke dringend erforderlich. Größe der Baracke 35 m lang, 12,50 m breit und 3 on hoch. | Das Programm wird der Teko. vorgelegt. 8.4.1941| PFLLELLLLLDEELLERTELTTTIEN INNIEHNTRREIRINIEKHNNAKOIGEnOn000000001000100000002 sn 1.0, AUSCHWITZ Ereditforderana B12/1 “Heuforderung" Hauptgruppe 2 Titel III gi Pabriksohutz ‚Pro, 026, Wachbaracke EI, Wachbaracke BA-.- BE| \ Anlage-Nebenkosten RA 45.000, äj: 5| Begründunge x eine Wachbaracke erforder- ie Bereitschaft, Vach- d 2 Räume für Besuche Zur Unterbringung des Werkschutzes ist x lich mit Aufenthaltsraum, Schlafraum für lokal, Arrestzelle, Abort und Waschraum un einschließlich allen Einrichtungen. Das Programm wird der 2eko vorgelegt. 8.4.1941 EELLLLELLELERELLLN DOKUMENT Nr. 12 21 \s fabrik. 9) Konzentrationslager Auschwits(HöB)-. er Unterlagen mit Lageplan und Verks- Teruin für Einreichung d Energiebedarf wird plan bis 20. 8.41.£&ine Aufstellung über den mm ii N IN AA DOKUMENT Nr. 13 Ill IIIITITLL GG| TA/Eh/As 12.86.41.Fr. 74 1 1.6. Vork AunsoehBwiArs- N ‚ ee= enger ziätg x 9. Baubespr am 5.8.41 in Leuna.® E %| pArrfeld:. Auf Grund der neuen Bestimmungen sind die Bauvorhaban nochmals. einzureichen. Die Neuplanungen aüssen nitaufgenomnen werden. E| | 1) Byna-Anlage, nach dem alten Stand mit demselben Pauvolumen.] 2) Treibstoffe. Methanol und Isoanlag®. j N 3) Schwelerei_*+ Förderanlagen. E a 4) Erweiterung Kraftwerk Oberlazisk, ı 5) Ausbau Fürstengrube und Plast. v 6) Schmieröl+ E-Ööle einschließlich 4.Karbidofen, Vergasung,{ Sinteranlage und Äthylen(Vergrößerung des Bauvolumens der Aus Buna-Anlage)-| HE 7) Phenol_und adipinsäure. : 8) Glykol und Diglykol, 5- Karbidofen, Acetylen, Äthylen, Chlor- 22 be wände hneri a anna a ee eine ie ei een Dr.Dü/ız, Leuna-Werke, den 8. Juli 1941. E. Aktennotig, Besprechung im Reichsant für Wirtschsftsausbau machoinander ait den Herren DI. Obenaus, Dr. Wirth und Dr. Hitze, Betr.ı Die Anforderung des KZ-Lagere Aysohwitz für 5000 Fu Hols, Das Reichsamt, und zwar Herr Dr. Eckel und Herr DI. Obenaus gensinsan, wird an das KZ-Lager für das III. Quartal zunächst 1000 m) HBols zuweisen. Das wird ausreichend sein für eins Unterbringung von otwa 2000 Häftlingen, Mehr kann vom Reichsant im Augenblick an Holz für das KZ-Lager nicht frei- gemacht werden, Ich habe den Berren auseimandergezetst, daß wir im nächsten Frühjahr dis Sommer mit einem Einsats von 4000 Häftlingen auf der Baustelle rechnen, daß außerdem vielleicht 1000 Mann innerhalb des KZ im Werkstätten uew, für uns tätig sein werden und daß zu diesen 5000 Mann natürlich noch eine große Anzahl von Verwaltungs- und Landvirtschafts-Arbeitern innerhalb dep XZ-, Lagers gehören. Meiner Meinung nach sei sine Anforderung von ca, 4000 m’, also für ca. 7000 Mann einschließlich der Berkstätte berechtigt, Man müsse in IV. und I. Quartal entsprechende Zuteilungen an das KZ-Lager voruehmen. Dies wurde in Aussicht gestellt. 1 tr,ı Bisea- orderungen de Lager Berr DI. Obenaus erinnert, daran, daß er für das neue Kriegswirtschafisjahr die Zuteilungen für das KZ=Lager übernonmen habe. Er hat vom KZ-Lager aber bisher noch keine Aufstellung über die von dem KZ-Lager geplanten Buuvom haben erhalten, Das KZ-Lager wird von mir zu der Einreichung aufgefordert werden, sobald die vom Todt angekündigten neuen Formulare zur Anmeldung geusr Bauvorhaben herausgekommen sind. DOKUMENT Nr. 14 e 23 „220 “U- Leune-#erke, den 21. Dezenber 1941. Eas 9(hast viru) DE Akteonnotis.) Betr.: Bauvolumen für Siedlung, Gut und E,2.-Lager in Auschwitz. Besprechung am 16.12.41 in Leuna zwischen den Herren IL. EERELTRRRBITRNIRTI METER III II TI0071177177711111111117111111 „) Wohnungen der Bereitschaftasiedlung. Beabsichtigt war folgendes Progrenmı biaher genehmigt 320 Wohnungen Mio für 3.Eriegswirt- schaftsjahr fre gobenes Bauvolumen vom Cebechen für Auschwitz waren eingereicht 180 3”” Bene Verabredung Ambros/Steffens 500 A,"„ 1000" 12,2”„| ‚ In dieser Disposition müssen Änderungen eintreten aus folgenden Gründen:| Li | a) Herr Keinath hat die 3 Mio RM Bauvolumen für die 180 Mohnungen noch gar nicht frei und kann sie infolgedessen auch noch nicht genehnmieen. b) Es muß das Bauvolumen für Cut Dwory(oa, 180 000 RM) in der Siedlung ait unter gebracht werden. c) Es muß noch ein Betrag für die Bauvorhaben des K.2.-Lagers frei gestellt wer- den(s.unten unter 4. wunuanuanauÄnaHURGdRNREERGNALAOnRRSAHARHNNERARBRSERRERENLRHGLnENAEENRENGE: 4.) Bauvolumen für K.Z.-Lager, Herr Schneider soll am 18.12. prüfen, in welchem Unfang und mit welchen Materialzuteilungen die Bauvorhaben des K.Z.-Lagers notwendig sind und durch des Krauch-Beuvorhsben Auschwitz bedingt sind. Es besteht Einver- ständnis darüber, daß nach den vielen Zusagen, die von Seiten des Autes und der 1.6. dem K.Z.-Lager gagenüber gemacht worden sind, nun dem K.Z.- Lager auch geholfen werden muß, Allerdings wird festgestellt, daß sich die jetzigen Forderungen des K.Z.„lagers in gar keinem Verhältnis befin- den zu dan Objekten, für die vor einem halben Jahr Zusagen gemacht wor- den sind(Aushelfen mit Moniereisen, Bereitstellung von Werkzeugmaschi- nen u.8.#.)» | Es wurde vereinbart, daß,vorbehaltlich der Zustimmung von Harm Dr. Ambros, bei dem bevorstehenden Besuch des Herrn-Keinath in Ludwigshafen die I.C. aus ihrem Wohnungsbauvolumen 1 Mio und Herr Keinath aus seinen eigenen Bauvolumen eine zweite Mio zu, ten des K.Z.-Lagers herausschneidet. Zine- anders Frage ae1 4iy,'weiche Kontingente vom Herrn Obenaus für ihn | ws zur Verfügung gestellt werden könnten. Diese Klärung überniant Herr er Be HÄLNNILHINEINIEHNNERINEKNNERNTERANRKTENDERDERKONROKKHON DOKUMENT Nr. 18 24 ‚Herrn Dr. Schlöttig II TUZVM 4868 i Wochenbericht Nr. 56 für die Zeit vom 15.-21.6.1942.- Verteiler: Lu: Dir.Dr.Anbros /Dr. Eisfeld j|“ Baudirektor Santo ‘Obering.Dr.Mach/ Obering.Hoidebro ok Wochenbericht Nr. 56 für die Zeit vom 15. bis 21.6.1942.& I. Teil Vorbericht be oe 15.6. Mit Herrn Dipl.Ing. Hessann aus Me wurde die Organisation des Isolierbetriebes eingehend besprochen. Es wurde insbesondere . vereinbart, daß Ia Durochschläge seiner Bestellungen auf Isolier- materialien an Me und Az gibt,®s soll hierdurch erreicht werden,' @aß eine sinnvolle Verteilung der Aufträge auf die in Frage kommen») den Pirmen gewährleistet ist. ‚Mit den Herren General-Staatsanwalt Dr. Steimer, Ober- stestsanwalt Hälesen und Staatsauwalt Ziesso wurde über die Kinrichtung der Hebenstelle eines Straflagers auf unseren Werks- lände gesprochen. Vorausset bier für ist, daß die Häftlinge e5 KL nicht mit den Justiz-Strafgefangenen zusammenarbeiten. Die ‚Angelegenheit wird von Herrn Staataanwelt Ziesso weiterverfolgt. Über das Ergebnis werden wir in etwa 3-4 Wöchen unterrichtet. DOKUMENT Nr. 16 | ae bau“(RWA), folgendes fest: „Das Bauvorhaben ist bauseitig in die Dringlichkeitsstufe O, apparateseitig in die Dringlichkeitsstufe SS einge- gliedert, womit der Grad der größten Dringlichkeit genügend gekennzeich- net sei. Er bittet die Vertreter von Staat, Partei und Wehrmacht um eine tatkräftige Unterstützung ı=«“ (s. Dokument Nr. 17) Erich Kranepuhl, ebenfalls IG-Vertreter im gleichen Amt, teilte mit, '„daß der IG-Farbenindustrie zusätz- lich zu der Erzeugung von Buna noch der Auftrag zur Errichtung einer Treibstoffanlage mit einer Leistungs- fähigkeit von 75000 t/Jahr gegeben worden ist, die ebenfalls mit großer Beschleunigung erbaut werden muß.“ (Dokument ebenda) Der Leiter des staatlichen„Reichsamtes für Wirtschaftsausbau“ war niemand anders als der IG-Aufsichtsratsvor- sitzende Carl Krauch! Zugleich war er der staatliche„Generalbevollmächtigte für Sonderfragen der chemischen Erzeu- gung“ und personifizierte also— wie an- dere IG-Gewaltige auch— die Einheit wirtschaftlicher und politischer Macht. So, wie es ihren Interessen entsprach, konnten sie als Wirtschaftskapitäne oder als Beauftragte des Nazistaates auftreten. Sie waren— wie die Grün- dung des IG-Farben-Werkes Auschwitz beweist— Befehlsgeber und Befehls- vollstrecker in einer Person. Heinrich Bütefisch, IG-Vorstandsmit- glied, Betriebsleiter von Leuna, Produk- tionsbeauftragter für Öl im NS-Rü- stungsministerium, als SS-Führer rang- gleich mit Höß, gab bekannt, daß er mit der „Leitung der Fuerstlich-Pless‘schen Bergwerksgesellschaft eine neue Ge- sellschaft gegründet(habe), welche über die Zeche Fuerstengrube die Kohlenbasis fuer das Werk Auschwitz bietet.“ Von den aus Blut und Mord erwarteten Profiten war in den offiziellen Reden auf der Gründungsversammlung nicht die Rede. Ambros umschrieb es im NS- Jargon: „Die IG-Farbenindustrie erfüllt da- mit eine hohe Pflicht, auf ihre Weise mitzuwirken und alle Kräfte einzu- setzen, daß diese Industriegründung zu einem festen Eckpfeiler wird für ein kräftiges, gesundes Deutschtum im Osten.“ (Dokument ebenda) Herren über Leben und Tod der Häftlinge Und die IG-Farben wirkten von An- fang an„auf ihre Weise mit“. Max Faust, in der folgenden Zeit einer der IG-Herren über Leben und Tod Zehn- tausender KZ-Häftlinge und anderer Zwangsarbeiter, stellte sich selbst das Zeugnis eines faschistischen Henkers- knechtes aus. In einem der Wochen- berichte der Werksleitung Auschwitz vom August 1941 teilte er noch mit, daß er die SS-Leitung gebeten habe, wegen der demoralisierenden Wirkung auf die „freien Arbeitskräfte“ die„Züchtigun- gen auf der Baustelle::, in die Mau- ern des KZ zu verlegen“. Im Dezember 1941:berichtete er über den„Mangel an Arbeitsdisziplin seitens der polnischen Arbeitskräfte;::; Alle Druckmittel, selbst die Einweisung in das KZ, bleiben fruchtlos»: s Nach unseren bisherigen Erfahrungen fruchtet bei diesen Men- schen nur Brachialgewalt“; Und im Ok- 26 tober 1943, nachdem Tausende und aber Tausende von Gefangenen auf den IG- Baustellen zugrunde gerichtet waren, beschwerte er sich über die Gestapo, die auf Anzeigen der IG-Farben gegen „Arbeitsbummelanten“ nicht immer „prompt arbeitet“ und„noch nicht er- kannt hat, um was es geht.“ Die IG-Farben-Vertreter riefen immer lauter nach„besonderen Maßnahmen“, und Faust und andere betätigten sich selbst als Schläger. (s. Dokumente Nr. 18—22) Diese Dokumente beweisen: Die IG- Farben benutzten SS und Gestapo als ihre Instrumente, Sie setzten die mäch- tigsten und grausamsten Nazi-Organe nach ihrem Willen. für die Erhöhung ihrer Profite ein. Die Arbeitsbedingungen der Häftlinge, für die Faust und Dürrfeld die volle HENINERUNIARAKBHEINANAUAEBKIIAEUBUBUDAAKHUL I R 6e eim! /J) En Einschreiben 0ranaıund dos Werkes iusonwi u| Nledersohrift über die Gründungssitsung am 7. April 1941 in Kattowits Dr.vor Puttkesmmeo r, Roichsstelle für Raumordnung, Berlin, eröffnet die Sitzung und bittet die Vertreter des Reiohsamts für Wirtschafts» austau(RM) um Bekanntgabe acr Produktionsplanung für dio Nougrändung des Korkes Auschwits. Dr.Eeke 121(Ma) vertritt die Rotuendigkeit des Ausbauss dor deutschen Bune-Erzeugiung. Als eine witere Fabrikationsstätte sei Kr Standort Auschwitz mit einer Jahreserzeugung von 30 000 t Buna vorgesehen. Das Bauvorhaben ist bauseitig in die Dringlichkeitsstufe 0, apparatsseitig in die Dringlichkeitsstufe 93 eingegliedert, womit der Orad der ersßten Dringlichkeit genligand gekennzeichnet soil, Er bittet die Vertrewr von Staat, Partei und Wehrmacht um eine tatkräftige Unterstütsung, damit die äer IsCe Farbenindustrie gesetzten sehr knappen Terinine eingehalten warden kömen. Dipl.-Ing. Kranepul(rm) teilt mit, daß dcr 1.0. Fartem industrie musätslich mu der Erzeugung von Buna noch der Auftreg nur Errichtung einer Treibstoffanlage mit einer Leistungsfähiskeit von 75 000 t/Jahr gegeben worden ist, die ebenfalls mit großer Beschleunigung arbaut werden muß. DOKUMENT Nr 17 27 ih) Ä:\ I.G.Farbenindustrie| Ausohwitz, 9.8.1941 Aktiengesellschaft Fst/Go. Werk Auschwitz 0/5, Wochendericht Nr. 11 für die Zeit von 3,- 9,8. Vorbericht Es fanden verschiedene Besprechungen mit dem Kommandanten und seinsn Witarbeitern statt bezüglich des Häftlingseinsatzes, Bekanntlich ist die Gostellung von 2 weiteren Bewachungskompagnien abgelehnt worden, Infolge Eingreifens des Reichsführers SS w 438 säntlicheK.L. abstellen müssen. urde nunmehr versnlaßt, insgesamt 75 Mann Bewachungsmannschaften nach Az, Hiervon sind in der Berichtswoche bereits 40 kann eingetroffen. Hierduroh ist es dem KL möglich, zu den zur Zeit be- schäftigten 816 Häftlingen weitere 1000 Häftlinge einzusetzen, Die- ser Einsatz konnte selbstverständlich nicht von heu erfolgen. Immerhin war es hierdurch möglich, die Zahl der eingesetzten Häftlinge von 800 a Im Laufe der nächsten Woche soll nach Mögl rer etwa 709-800 Mann erfolgen. te auf morgen ab Freitag, den 8.8.41, uf looo zu steigern. IN Hill! SH Wir haben ferner ai Herren des KL darauf aufmerksam gemacht, daß in :.. den letsten Wochen in zunehmenden Maße die Hä ftlinge seitens der Capoßs d zwar trifft dies immer üchtigt werden, un der Baustelle schwer gez N. e sSchwächsten Häftlingen zu, die tatsachlich Pi E> hi Die außerordentlich unangehmen Szenen, die Fe a a, nr bspielen, beginnen auf die freien Arbeits iKi der Baustelle a . Wir habenif 2 ch auf Reichsdeutsche demoralisierend zu wirken sowohl als au terlassen 1b beten, diese Züchtigungen auf der Baustelle zu unte desha ge, und sie in die Mauern des KL zu verlegen. DOKUMENT Nr. 18 28 | E ichkeit der Linsatz ui dan NN l.G.Fardenindustrie Aasohwite, den 21.12.1941. Aktiengesellschaft Fst/G0. Werk Auschwitz Wochendericht Nr.% für die Zeit vom 15..21.12.4. || NR Die Arbaitseleistime, ins besondere der Polen und Wä lang as . Haft a wie vor sehr viel su wünschen übrig, Bine große ee- 3 et der Krankenstand, X.B.sind bei der Firma Schulz Fan een, nef Belesschsft von 853 freien Arbeitskräf 82 krank 20.12.41). Unerhärt ist auch SA a une nie au der polnischen Arbeitskräfte, Zahlreiche Arbeit ih 3-4 Tage in der Woche. Alle Drucknittel 1 velbar ala Bianeimmer ‚ des KL bleiben Truchtlos, Bedauerlich bleibt AroR rn- daß die Bauleitung selbst über keine Disaiplinsrenmait vermann = Nach ee bisherigen Erfahrungen fruchtet bei diesen He — ge aber ist hier, wie übrigens Auch a NUNMEHR .3. wornenbericht Br. at vorpönt. Auch dealglich dor Behanilung der Waftlinge argumakiert 1 GeEsineTish der Bunnentnt argumentiert Ja bekanntlich der Kennandant imner so, wnne Peügel kelne Arboiteleistung Zu aralelen ist keine Arboiteleis ersäelen ist. ei DOKUMENT Nr. 19 29 A f| b ech NEN PR at EN wer av an N ze DOT NR ne Wochendericht Nr.126/1272 NN SE Are“ \ D) a Br” für die Zeit vom 18.10.43- 31.10,43 in Eine Sorge, die von Woche zu Woche drennender wird, bildet die skän- dig abnehmends Arbeitsmoral auf der Baustelle. Wenn ich auch bei non letzten Besuch in Ludwigshafen feststellen koennte, dass meh& dort die Arbeitsmoral auf der Baustelle zu wünschen übrig Läss#, so ist doeh euf unserer Baustelle wegen der ausserordentlich dunden Zu- sanmensetzung der Belegschaft, wobei die Häftlinge und kri Fan- genen Engländer eine besonders bedenkliche Rolle spielen, die Durch- führung besonderer Massnahmen notwendig. Bedauerlich hierbei ist, dass die Gestapo bei der Behandlung von Frä- gen der Arbeitsbummelei nicht so prompt arbeitet, wie dies von uns eswünscht wird. So werden z.B. Roklamstionen bei der Goste wegen Behandlung von uns gemeläeter Arbeitsbummelanten mit dem® schen Hinweis beantwortet, dass sich Aia Gestapo nicht Aärängeln liesse, Diese Tatsache allein zeigt, dess man dort noch nicht erkannt hat, unf was 0S geht. BosUglioh der Behandlung der Häftlinge habe ich zwar stets dagesen opponiert, dass Häftlinge auf der Baustelle erschossen oder halbtot schlagen werden. Ich stehe Jedoch auf dem Standpunkt, dass eine üohtigung in gemässigten Formen unbedingt notwendig ist, um die nötige Disziplin unter den Häftlingsn zu wahren. Es geht nicht an, @ass ein Häftling einem Meister nachruft"Dich werden wir auch nooh von Deinen Fahrrad heruntsrholen.” Dasselbe gilt aber auch für einen Teil der Polen und Ukraimr. Es war von johber üblich, dass ein energischer und tatkräftiger deutscher Polier auf der Baustelle auch einmal handgreiflich wurde und es hat Zeiten gegeben, in denen es der jugendliche Ceselle dem Meister durchaus nicht übel nahm, wenn er für eine Dummheit, die sr gemaaht ; ittn eine Baokpfeife bekam. Dass FEREITDIEILITHNEITITT TEIL KULLTIETTRET RI T HT Dasselbe gilt auch für die englischen Kriegsgefangenen. Die zur Verfügung stehenden Wachmannschaften sind so sohlapp und teilweise von siner so minderwertigen Moral, dass unter ihren Schütz- lingen einfach keine Arbeitemoral und keins Disziplin herrschen kann Dazu kommt noch, dass die englischen Kriegsgefangenen mit Liebesga- ben übersohüttet werden. Zigaretten und Schokolade verschenken sie an die Polen, Häftlinge und wehrecheinlioh auch an die Wachmannschaf- ten. Sie legen sine et Haltung an den Tag und ihre Leistungen sind, wenigstens da wo sie Massen eingesetzt sind, durchaus un- tardurchschnittlich Der Binsatz von kleinen Gruppen bei der Montage wird degegen gut beurteilt. Zu dem Kapitel Arbeitsmoral könnten noch zahllose Einzelbeispiale genannt werden, alle zusammen sind Jedoch ein Hinweis Aarauf, dass hier schnellstens Wandel geschaffen werden muss. gez. Faust DOKUMENT Nr. 20 30 AARRRARSBEDREREINHSBERAALETEBRAEEFTERAEREETPETKREREEERTTAB CUMENT NO. NI- OFFICE OF CHIEF> COUNSIL FOR WAR CRIMES TER An te e EETEEE. ERKLÄRUNG UNTER EID Ich, Josef JAKUBIK, nachdem ich darauf aufmerksam gemacht worden bin, dass ich mich wegen falscher Aussage strafbar mache, stelle hiermit unter Eid freiwillig und ohne Zwang folgendes Pr FR NOTIEREN| CONT'D (Seite 4 des Originals) 6. Oberingenieur FAUST, der den Arbeitseinsatz em Sonntag unter sich hatte, hat mich persönlich nit der Hand geschlagen als ich an einem Sonntag alt& Kamera- den beim Tiefbau arbeiten musste. Mein Kamerad sagte mir! das FAUST war. An sich waren wir sonntags frei, aber die Hälfte der Häftlinge von Monowitz musste sonntags bei der IG arbeiten, denn die IG hat die Häft- : linge verpflegt und wollte aus ihnen alles herausholen. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an einen IG " Schlossermeister, der Pole war und aus der Slowakei stammte, und der mit uns Häftlingen sehr eut stand. Er ‘erzählte uns, dass ein IG Oberingenieur ihm gesagt habe, dass wir Häftlinge Werkzeuge seien, mit denen gearbeitet werden müsse, bis sie kaputt seien. Wenn sie kaputt seien, gäbe es neue Werkzeuge. AN KRDJERNENBENEÜEDunnnunnonssennenunene np Fe ln ua Eid, dass äch in dieser Erklärung nach meinem besten Wissen und Gewissen die reine Wahrheit gesagt habe. __ gez. Jakubik Jozef ||'(JAKUBIK JOZEF) DR IT LITT TTTTET DOKUMENT Nr. 21 CoPY OF DOCWMENT WO WI- 4829 OFFICE OF CHIEF OF COUNSEL EOR_ WAR CRIMES_____[[____. „ZRELAERUNG_ UNTER EID, Ich,_Arnest T a u b e r Beamter im oechoelovakischen Aussenninisterium, nach“_ dem ich darauf aufmerksam gemacht worden bin, dass ich aich wegen falscher Aussage strafbar mache, stelle hiermit unter Eid freiwillig und ohne Zwang folgendes fest: 1. Ich wurde gweimat verhaftet. Das erstemal im Mai 1939(uer die Ver- teilung illegaler Flugblaetter. Ich war 77 Tage in Haft, Im September 1939 würde ich in Rahmen der Geisselaktionen das eweitemal verhaftet und ueber das Strafgefaengnis Pankratz nach Dachau, von dort nach Buchenwald gebracht, Von Buchenwald aus kam ich in Stammlager Auschwits/Oktober 1942/ und von dort nach einer Woche mit dem ersten Transport nach Honowite. In Monowits war Ich bie zum 4.August 1944, dann wurde ich nach Traibina versetzt, 2. In Monowite schliefen auf einem Block in der Regel vierhundert Haeft- linge. Der Block war fuer 162 Haeftlinge eingerichtet, 1943 schliefen bis 3 Mann in einem Bett. Derzeit wurden auch zwei Zelte fu Fr ungefsahr 800 bis 1.000 Haeftlinge aufgestellt. Jedes dieser Zelte hatte einen grossen Ausgang und eine kleine Luke. Wenn ein Feuer ausgebrochen waere, und Feuergefahr bestand immer, da Stroh in den Zelten war, haetten sich nicht viele Leute retten koennen, Ver- entwortlich fuer die Interbringung war 1.0,Farben, 3. Anfang 1943 uebernabhm die 1.G. Farben die Verpflegung des Lagers Monowitz. Das Essen war nur in den ersten Tagen der Uebernahne etwas besser, Im Allgemeinen war es unganyegend und hatte ueberhaupt keinen Fettgehalt, Es bestand aus l Liter Wassersuppe, gekocht won ungeschaelten Kartoffeln und anderen der Gesundheit nicht sutraeglichen Inhalte, sodass infolge der Verpflegung im Lager Monowits Bauchtyphus auftrat. Morgens gab ee nur Kaffee, abends 375 Gramm Brot und eine Zulage von 8 Gramm Margerine, An nanchen Ta- gen gab es das doppelte Quantum Margarine. Diese Verpflegung war bei der verlangten Arbeit im 1.0, ,Buna-Nerk zum Leben vollkommen unzureichend, Viele Haeftlinge starben an den Folgen von Unterermaehrung und schlechter Bekleidung. Das Gewicht einiger Mithaeftlinge ging in 1.6, Auschwitz auf 35 kg die 44 kg herunter, das durchschnittliche Gewicht lag um 55 kg. Duerfeld, der Betriebsl iter der I,G. Farben Auschwitz war ueber die schlechte Verpflegung vollkommen unterrichtet, Er kostete die Suppe einmal {m Fruehjahr 1943 in meiner Gegenwart. Br lobtedie Suppe and Ich fragte Ihn, eb er das im Ernst meint, worauf er sagte: Bun, sie ist verbesserungsfachig ESIELLLLLLL LTLIFEITTI TU EEE TITTPTIS TEN Sr Ze U8 ln ennund B@ gab im Winzer kaum ein Kommando auf dem nicht tae= frierungen vorkanen, An einen schweren Wintertage waren ge| ypalugihineir atügrsch Die Toten mussten an den Geba eitung vorbeigetragen werden, Es war ausgeschloss . en, dass ses nicht gesehen hat, Duerfeld hat ausserdem auch die eg liert und musste daher von den oft vorkommenden Umbesetzungen wissen Seh . euden der 1,0, Werks- 8.8, Die 1,6, Farben wusste nicht mur ueber d keiten, sondern beteiligte sich selber daran, a SE le Oberingenieur Faust mehrere Haaftlinge mit den Kaueppel goschl ei da bein Strassendau das Fahren nit den beledenen Loren oicht Pr win wie er ea wollte, Ich weise dass es Oberingenieur Faust wer Er a oach seinen Namen erkundigte, Ges. Arnest er ER EEE EARERIERENEEERNAERUNERRENARNRAER ENTER EEE RENT DOKUMENT Nr. 22 32 Faust mit Himmler im Gespräch persönliche Verantwortung trugen, wa- ren unmenschlich. Ein Zeuge im gegen- wärtigen Frankfurter Auschwitz-Prozeß, der jetzt 37 Jahre alte ehemalige Häft- ling Hans Frankenthal, war. mit. seiner 29 Menschen zählenden Familie nach Auschwitz verschleppt worden. Er sagte aus, daß er mit seinem Bruder im IG- Werk Monowitz in 60 bis 70 m Höhe ohne Sicherheitsgurt arbeiten mußte (Sicherheitsgurte wären auf Kosten der IG-Farben gegangen). Er habe erlebt, „daß dabei viele Häftlinge abgestürzt seien. Aber es sei doch nicht so schlimm wie bei anderen Arbeitskom- mandos gewesen, wo man die Häft- linge zu Tode geschunden habe. Denn die SS-Bewacher seien zu feige ge- wesen, ihnen in die schwindelnden Höhen zu folgen; deshalb seien sie wenigstens dort vor weiteren Miß- handlungen sicher gewesen. Franken- thal berichtete auch, wie sein Bruder einmal im Krankenhaus lag und er ihn abends mit Hilfe eines jüdischen Arztes herausholte, weil am nächsten Tage alle Arbeitsunfähigen vergast werden sollten. Er habe dem im Sani- tätsbau befindlichen Angeklagten Neubert vorgeschwindelt, sein Bruder werde dringend als Nieter im Buna- Werk gebraucht und müsse deshalb am nächsten Tag unbedingt auf der Arbeitsstelle erscheinen. ‚Du hast wohl Lunte gerochen‘, habe Neubert ihm damals gesagt und hinzugefügt: ‚Es kann dir doch egal sein, ob dein Bru- der jetzt oder in vier Wochen ver- Teckt‘.® („Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 10. März 1964) 33 Um das Letzte aus den Arbeitssklaven herauszuholen, vereinbarte die IG- Farben mit der SS, daß zum Antreiben der Häftlinge aus allen Konzentrations- Das 1.G.-eigene KZ Monowitz Nach der Gründung ihres Auschwitz- Werkes gingen die IG-Herren daran, den Einsatz ihrer Arbeitssklaven weiter zu„rationalisieren“. Sie drängten auf die Errichtung eines eigenen Werk-KZ, weil durch den 7 km langen täglichen Marsch vom KZ Auschwitz zur Arbeits- stelle und. zurück die Arbeitszeit der Häftlinge für die IG verkürzt wurde und die Häftlinge zuviel„Kräfte“ auf dem Wege verloren. Das Lager Mono- witz wurde errichtet, um„die Leistung zu steigern“. (Aussage Dürrfelds, Dokument NO NI 4184 aus dem IG-Farben-Prozeß) Das 1.G.-eigene Strafsystem Für„widerspenstige“ Gefangene errich- teten die IG-Farben nach der Inbetrieb- nahme des Werkes„E-Lager“, d.h.„Er- ziehungs“-(sprich: Straf-) lager. Aus- ländische Zwangsarbeiter, mit denen IG-Farben unzufrieden war, stellte sie zu einer„zbV-Kolonne“— einer Straf- einheit— zusammen oder steckte sie ein- fach in das IG-Werkschutzgefängnis und erwirkte in einer Reihe von Fällen Einweisung in das KZ. Christian Schnei- der bestätigte dies in einer eidesstatt- lichen Erklärung im Nürnberger IG- Farben-Prozeß: „Die Einrichtung von E-Lagern, d.h. Beschäftigung von E-Häftlingen, be- gann 1942 oder 1943. In IG Auschwitz war ein E-Lager vorhanden. Die Baracken hierfür hat die IG Auschwitz der SS zur Verfü- gung gestellt. Die dafür benötigten Gelder sind von der IG genehmigt worden. Das E-Lager ist von der SS zwar gefordert worden, es bestand je- doch kein direkter Zwang, dieses La- ger einzurichten.“ (IG-Farben-Prozeß, NO NI 7604, Er- klärung Christian Schneider) lagern Hitler-Deutschlands Berufsver- brecher nach Auschwitz überführt wer- den sollten. (s. Dokument Nr. 9) Ab 1942 war die IG allein für die Ver- sorgung der Häftlinge in Monowitz ver- antwortlich. Die Gefangenen wurden zu den schwersten Arbeiten herangezo- gen. Das Essen bestand täglich aus einem Liter fettloser Wassersuppe, 375 8 schlechtem Brot und 8 g Margarine. Nur alle 6-8 Wochen wurde die minderwer- tige Kleidung gewechselt. Seife für Wäsche gab es nicht. (Aussage Treisters über die Lage der Häftlinge im KZ Monowitz, Dokument NO NI 4827 aus dem IG-Farben-Prozeß, s. auch Dokument Nr. 22.) J Schneider mußte auch bestätigen, daß Häftlinge, die deh physischen Anforde- rungen der IG-Antreiber nicht gewach- sen waren, der SS gemeldet wurden. Die IG-Farben sorgte also dafür, daß die SS-Verbrecher, die in Frankfurt/Main nach fast 20 Jahren ihren Richtern ge- genüberstehen, im KZ Auschwitz„Ar- beit“ erhielten. Boger, der„Teufel von Auschwitz, der„fahrende Tod“, war ihr Büttel, die„Boger-Schaukel“ ihr Folter- instrument. Über die Folgen heißt es in einem der Prozeßberichte: „Dem Häftling wurden die gefesselten Hände über die Knie gezogen, zwi- schen Armen und Kniebeuge wurde eine Stange durchgezogen, an der er wie an einem Reck aufgehängt wurde. Peitschenschläge brachten dann den Häftling zum ‚Schaukeln‘. Wer diese Folter lebend überstand, dem waren die Hände abgescheuert, das Gesäß in Fetzen, das Gesicht voll Blut.“ („Christ und Welt“, Stuttgart, 3. April 1964) Zahlreiche IG-Farben-Direktoren be- sichtigten das KZ Auschwitz. Ambros will es erstmals Ende April oder Anfang Ver- ver- den eZO- aus 158 Nur ver- für der nent zed, Be — nn Mai 1941 betreten haben, um Höß einen Besuch abzustatten. Ambros sagte selbst: „Man zeigte mir im Vorbeigehen das Krematorium, das nicht war.“ (Eidesstattliche Erklärung Ambros, 29. April:1947, IG-Farben-Prozeß, Do- kument NO NI 9542) Zur gleichen Zeit begannen in Auschwitz die ersten Versuche mit„Zyklon B“, das der SS für die„Endlösung“, d.h. für die Massenermordung der Juden, besonders geeignet erschien. Während die Todesmühlen von Ausch- witz arbeiteten, propagierten die Hitler- faschisten die„Endlösung der Juden- frage“. Millionen Deutsche mögen da- mals von der„Endlösung“ keine genaue Vorstellung gehabt haben. Die IG- Farben-Direktoren kannten alle Einzel- heiten aus Auschwitz oder direkt aus der Dienststelle Eichmanns. Sie halfen, den „Rassenkampf“ zu führen— von der „Arisierung“ überdie„Vernichtung durch Arbeit“ bis zur Liquidierung in den Gas- kammern. (s. Dokumente Nr. 23—25) Westberlin, 21.3. 1964 Drahtzieher der Selektionen Der Bedarf der IG-Farben an Arbeits- sklaven war unersättlich. Die Ergebnisse der Vereinbarungen mit Himmler und Göring genügten ihr nicht. Auch die Zu- sicherung der SS, im Jahre 1942 3000 bis 4000 Häftlinge zu stellen(s. Dokument Nr. 26), erschien der IG-Farben zu vage. Dürrfeld verlangte am 7. Oktober 1941: Es müssen mehr Häftlinge zur Ver- fügung gestellt werden; wachung ist zu verbessern; die Arbeitsleistungen der Häftlinge sind zu steigern. Die IG-Farben verwies energisch auf die vielfältige Unterstützung, die sie der SS gewährt habe. Die SS erfüllte das der IG gegebene Versprechen auf ihre Weise. In Auschwitz entstand inzwischen die größte Menschen-Vernichtungsanlage aller Zeiten. So wie Eichmann seine Op- in Funktion_ die Be- % yoch 2 EEE TEE 08% WER Milheie Be MERRIGE gan sure Ba dieser OR EE ERST Bet wurde gesen Im Mraniduner Auscherz 2 m ‚arlaneder“ fer in endlosen Deportationszügen nach Auschwitz schickte, erstickten sie in den Gaskammern, für die die IG-Farben das„Zyklon B“ lieferte. Ununterbrochen arbeiteten die Gaskammern, rauchten die Kamine der Krematorien. Nachdem die KZ-Lager dem„SS-Wirt- schafts-- und Verwaltungshauptamt“ (WVHA) unterstellt worden waren, be- fahl dessen Leiter, SS- Obergruppenfüh- rer Pohl, im’April 1942 die Mobilisierung aller arbeitsfähigen Häftlinge für die Rüstung.(s. Dokument Nr. 27) Jetzt begannen die„Selektionen“. SS- Lagerärzte und SS-Schergen entschie- den mit einer Daumenbewegung, wer sofort zu vergasen und wer in dem Werk-KZ der IG-Farben zu Tode zu schinden sei. Die Richtlinien gab die IG-Farben. Dürrfeld berichtete über eine in Auschwitz am 26. Mai 1942 von 35 I ABLE MIO — ul Der rt il Schrei nach Vergeltung Der jüdifhe Barafit muß zugrunde pchen „@Balde ruhelt auch du!“ An allen Börienlälen iR Rub. Bon dern Rindern Jiraels finden du Anum einen Saud. Da drüben mod einige reier, Aber werte nur, Sbrafam Meyer, Valde rubeft au du. Tenfelsdru Semi: Outer Ekiwer-uiae| Anubenlinder im Cfvn Die Juden sind unser Unglück! _——= a ||| || ge sent BRBR .. We dieses Verbrechen fordern werden, bisibi eb- zuwarten, Dieser Krieg wırd ım Osten entschieden. je | N Sie oder wir! DOKUMENT Nr. 23 36 wi und dıe Vernichtung der bolschewistisch D Gefahr, die‘dem totalen Aufgebot der Krast PER u den 9. Februnr 7 554% du Aklennotis über eine Besprechung beF""„Sagen jet, Berlin IV B mm 9. ZFebmaar 1942 erat Dr. Kun tr als Bemftragter der Gestapo für Me Le näsnfrägs. hat die Betriebsführer aller Ge De ae 00 Juden beschäftigen, zu sich gabeten arr rag: ıe in den Betrieben eingesetsten Juden gemäß vor» nee BeTEL ing: hergeben müssen. Den Einwurf einiser Betriebsführer, daß dann wohl die Arbeitsleistung der Juden wesontlich zurlickgegen würde, entkräftigte Herr Dr. Kunz dadurch, daß ganz scharfe St vet iamungen dies eioherlich wioder ausgleichen werden.Hit der Evakulorung der fa» milienengehöriger. dar werktätigen Juden wird in April= Mai bogonnen, Kerr Dr. Kung bat, die den Betriebsführern gemachten NMitteilungen vor» erst vertraulich mu behandeln. Schließlich bemerkte Herr Dr. Kuns, daß das Judenproblem nicht mar in Groß dsuteobland, sondern für ganz kuro opt, soweit ale Intersesen dor Achseraäohte relohen, in der oben geschilderten Weise Nlırae WOrER, EIAREIHNKRRHRNEERATRRERKENRKANNAEREETETER BRRARASEREBEN| 1.G. FARBENINDUSTRIE AKTIENGESELLSCH FT HH aasmiäm—ooo m. mem emara| Drautar Im. Gajoweski f 1.0. Parbeninäustri® AG.“ 1. Filafabrik Ye| | Halten Eon Bitterfeld 65433 N . N=, Bertin-Lichtenberg 1. a en,"— 0 bior/Ba. 9. Bebrvar 1942 iR Sehr geehrter Herr Doktoi, 1: bei der Gestapo, Abteilung Berlin 11°5, atattgefundene Barprechung,|) chlossene Unter uden betreffend.| uni En “uı DI 78 N Mit den besten Grüßen und: EC ss Heil Hitler!| ji oO aıWV Ihr zu! K= E ud u iuret. MN BERNERERERNHnGeHR ante Ih Ba “ 2; DOKUMENT Nr. 24 37 ı| ws 3% LE. Borlin 8036 ß Arguidtierung Je Yarlhauer JESjheR Sotogeschäffe N i m = N FE U a ‚= En ae Il rei Einschreiben On ing dr DB ins Busriofeig lreean, Ma Mona. else‘" uttlÄHRNAH IHN d) Bricht_ DAärrfelad £ ö Hö ss zeigt sich sehr bereit, Ale Bauleitung nach dasten Kräften zu unterstützen. Für das Jahr 1941 benötigt F aus t ungefähr 1099 Filfserbeiter, nelsbs gan dem Jonez.sessellt verden können. Als oberste Grenze gadb H5 Ss an, dass er In Jche 19L 2500 Mann Stellen kann. Zur Seit 15% ss noch nicht möglich, mehr Häftlinge unterzubringen, im Jahr 1942 kann aber diese Zahl auf 3000 bis 4000 erhöht werdn. H6s s bitter, dass die Bauleitung ihn unterstützt dei der Errichtung von Barscken, Ödusch Zuweisung von Hols-kontingen- ton. Diese Unterstützung soll HB ss erhalten, auch mit Bausisen. GEL EENSENE SEE SIEGLEESOREERED erfolgt zunächst In Grappen, . Jeder Kapo Nas ungefähr 20 Nann >- rn 1 Du ET dh Ua Eu ha LK Arke ng uner BR EA UL wen apa aa. Minh RE HR Kieslieferune durch Gas Kanzenfraliaonstarera Das Konsentrationsläger hat 3 Bagger für Kies in Betriob und Kanr eundchs# pro Tag 999 om liefern. Es wird zweoknägsig sein, Mi# einer Felädbahn Über die Sola den Kies auf die Baustelle zu fahren, Der Ragäs£gu4 Ranpe beszäet 42430 pro otm. Er wird sioh also auf Car A&ı50 pro ctm re Trensperd Stellen, Der Preis ist Iragtape nn Wurebm un Oskar ah a. Id, ER u 0 dm any 2 af M Dannbau, YA Wwischen Veichsel und Sola unterstehen dar 3390 000 Horzen. H 6 s s baut einen Damm zur Sicherung gegen Hochwasser. Jn_dem Eonsentrationslässr siehen auch Werkstätten pur Verfiigung, die zyr Ausführung yon Aufträgen der örtlichen Bauleitung binzu- „ggsosen verer enunnunduuna@äll Rn an ds eu nuheE TREE. DOKUMENT Nr. 26 39 anläßlich der Einglied der Inspektion der Konzentrationslager in das S>-WVHA, 1942 Der Chef 30. April 1942 des 55.Wirtschafts« Verwaltungs« Berlin, hauptamtes Lichterfelde»West Ch. Po/Ha. Unter den Eichen 126-195 2192/42 g. Fernsprecher: Ortsverkehr 765 261 Fernverkehr; 765 103 Betr.. Eingliederung der Inspektion der Konzentrationslager tm das 55.Wirtschafts» Verwaltungshauptamt. An den Reichsführer«SS Berlin SW 11, Prinz-Albrecht:Str. 8 Reichsführer! Ich berichte(Ihnen heute über dıe augenbliliche Lage der Konzentra- tionslager und über Maßnahmen, welche ich getroffen habe, um Ihren vom 3. März 1942 durchzuführen. ES 28. 4. 1942 versammelt und ihnen persönlich die neue Entwicklung daı- gelegt. Die wesentlichen Dinge, deren Durchführung vordringlich ist, damit die Aufnahme rüstungsindustrieller Arbeiten keine Verzögerung erleidet, habe ich ın beiliegende Anordnung zusammengefaßt. Inspektion der Konzentrationslager In das m besten Einvernehmen aller betei» ligten Hauptämter durchge Zusammenarbeit aller Dienststellen ıst reibungsivs, die Beseitigung lagern wird allgemein als Überwin Fesseln begrüßt. rn Heil Hitler! Pohl S5.Obergruppenführer yınd eneral der Waffen»SS.:| DOKUMENT Nr. 27 Befehl t. Der Krieg hat eıne s i ll ui] ichtbare Strukturä rukturände \ 1 gebracht und ıhre Aufgaben hinsichtlich de har se aesiahl ee es Häftlingseinsatzes Die Verwahrun ä i g von Häftlingen i %: T gen nur ats Sicherheits», RE BREUER Gründen allein steht nicht mehr iM rm Ela Nr ee! bi a a Seite hin E Bapi ne ingsarbeitskräfte zunäch ü Er ; unä EU UapgeelEnE] und später für Friedensauf, 5 ge Panik mehr ın den Vordergrund. ei 2. Aus dieser Erkenntni s ergeben sich di i Ba k ie notwendigen M are Dee ee der ERRNEL irdbeerarei E n Form tı i vi i gaben entsprechende Organisation en Sn 3. Ich habe deshalb alle Fü ührer der frühe: f i trationslager, alle l.agerkommand ee B anten und alle Werkleiter a am 23. und 205 40 ihm, Ambros und dem IG-Baudirektor Santo mit Höß geführte Besprechung: „Betrifft: Gestellung von Häftlingen.: In einer eingehenden Unterhaltung über die Qualität der Häftlinge ent- wickelte ich folgende Bedingungen: 1. Kräftige und arbeitsfähige Häft- linge 2. Täglich die gleichen Häftlinge zum gleichen Arbeitsplatz 3. Größere Freizügigkeit im Einsatz der Häftlinge 4. Ansporn der Häftlinge zu größerer Leistung.“ (s. Dokument Nr. 28) Die IG-Farben-Direktoren waren un- erbittlich, und Höß bedauerte u.a., daß sein„Unterführerpersonal“ unzureichend sei und zum Teil schlecht selektiere. Mit der von Monat zu Monat immer dring- licher gewordenen Forderung an die SS, nur Häftlinge guter physischer Qualität „zu liefern“ und die auf den Bau- stellen meist in kurzer Zeit verbrauch- ten. Gefangenen auszuwechseln, be- stimmten die IG-Vertreter den Gastod immer weiterer Tausender Menschen. Der SS-Arzt Münch, der sich in Ausch- witz als„Hygieniker“ betätigte, mußte als Zeuge im Frankfurter Prozeß(„Süd- deutsche Zeitung“ vom 6. März 1964) zu- geben: „Der ‚Normalhäftling‘, der nicht sofort nach der Ankunft vergast, sondern ins Lager eingeliefert wurde, hatte eine Lebenserwartung von einem hal- ben Jahr.“ Aus den entkräfteten Häftlingen wurde das Letzte an Arbeitsleistung herausge- holt. Das„Primitiv- Akkord-System“ der IG-Farben, zynisch„FFF-System“ ge- nannt, sollte immer größere Arbeits- leistungen aus den Häftlingen heraus- pressen.„FFF“ hieß in ihrem'IG-Far- ben-Jargon: „Freiheit“ — Bewegungsmöglichkeit auf den Bau- stellen, bei verschärfter Sicherung der Zäune durch Postenketten und die vorgetäuschte Möglichkeit einer Haftentlassung; „Fressen“ — dürftige Verpflegungszulagen bei hohen Arbeitsleistungen; „Frauen“ — Bordellbesuch als besondere Beloh- nung für die als Antreiber einge- setzten Kriminellen, zugestanden von den„Ehrenmännern“ der IG- Farben(s. Dokument 28). Regelmäßige Selektionen sorgten für die stetige Erneuerung des von den IG- Farben beanspruchten„Menschenmäte- rials“. Im Wochenbericht 90/91 für. die Zeit vom 8. Februar bis 21. Februar 1943 verwies die Auschwitzer Werkleitung u.a. auf das Ergebnis einer Besprechung mit dem— Ende 1947 in Krakow zum Tode verurteilten— SS-Obersturmbann- führer Maurer. Man berichtete,„daß‘alle schwachen Häftlinge abgeschoben wer- den können“, was die Gewähr böte; daß aus den Arbeitskommandos„eine: fast volle Leistung, verglichen mit einem deutschen Hilfsarbeiter, herausgeholt werden kann.“' (s. Dokument Nr. 29) Und dieses Schicksal, das als Damokles- schwert über allen im Buna-Werk ein- gesetzten Häftlingen schwebite, trieb sie zur Ausschöpfung ihrer letzten Kraft, womit ihr Tod besiegelt war, Der Zeuge Ludwig Wörl aus München wies vor dem Frankfurter Schwurgericht „auf die Schuld der IG-Farben-Direk- toren hin. Die Konzernvertreter hät- ten ständig auf Selektionen gedrun- gen;:» Unter ihnen habe sich Dr. Dürrfeld besonders hervorgetan. Die IG-Farben zahlten nicht für die Häftlinge, die in Betten liegen, habe es geheißen. Wie der Zeuge Posener sagte auch Wörl aus, daß, wer im IG-Farben- Lager Monowitz 14 Tage lang krank war, unerbittlich ins Gas geschickt worden sei.“ (zitiert aus„Die Tat“ vom 11. April 1964) Nicht nur, daß IG-Direktoren Selek- tionen forderten: Dürrfeld ließ es sich nicht nehmen, die SS zu kontrollieren und selbst an Aussonderungen., teilzu- nehmen. (s. Dokumente Nr. 30 und 31) Im Nürnberger Prozeß gegen einige IG-Farben-Direktoren kam das USA- Gericht zu folgender Schlußfolgerung: „Die Verwendung von Konzentrations- lagerhäftlingen und ausländischen Zwangsarbeitern in Auschwitz stelit, wenn man berücksichtigt, daß die. lei- tenden Beamten der IG aus eigenem Antrieb Maßnahmen zur Beschaffung 4l - Leuna Werke, den.2. Man 1947 i ‚Am äbend des 14. Mat 1942... „Auschwitz, Regierungspräsident Fi p(+) Sturmbannführer an sp FR amtskomnissar Butz,(zeitw a Direktor Dr. Ambros- un „Direktor Dr. v.3taden= Ne EST PB 22772 7.) Dr ENG)- Yan:: X dr. Dürrfeld Be RS Betr: m InIl des’ Einflußgebiates der IS gegen Ytadt, | HÜNDEITINDIS ng Wu) ALM von Naftlingen« PT Konmandant‘betont seinen Auftrag, den er vom’ Reichsführer SS bekamnen hat, uns unter allen Umständen Haftiinge dis zur.Zahl von 4 500 Mann. zur Verfügung zu.stellene Er wird‘ diesen Auftrag bis. zu: den geforderten Termin, Mitte Juni, auf: Jeden Fall durchführen,'auch-wonn die eigenen Arbaiten zurückstehen müssten, seine. ganzen Dis» positionen. über die veiblichen jüdischen Häftlinge seien darauf EBSSSDAT SEN? Wir möchten die Kräfte aaher. nach Bedarf anfordern.- In einer:"eingehenden Unterhaltung. Über: die Qualität der een entwickelte Mar de Bedingungen: a Keaftige“und. Arbealärahige Raftlinge. Taglich die:gleichen Häftlinge"Zum gleichen Arbeitsplatz. :[of ale" To) 2-1 Fraizugigkeit im"Einsatz: der. Häftlinge: 4.) Ansporn der Raftlinge zu ‚größerer[0:3 014111770 Zu. 1.) versprach! der Kommandant’ für eine PR Auswahl. der. Leute Soras 2 zu ‚tragen. Er müsse diese Klagen auch wirkläch zugetragen bekommens Aber er"müsse ZuBePen: daR sein te ale. Anzereinhend AnR. zum Tosı} ‚schlecht sei.\ zu.2s) versprach er ebenla! s,.soan IRITERBENEITFEIT N beider Einteilung darzuf zu achten, 03P' durch. Krankmeldungen; die oft bei schlechten Wetter außer- ordentlich. zahlraich S seidn ‚nicht‘ allzu große Verschiebungen‘ ir. ger Fintpilung " DR aunBITEUFDNTRLDHBNDDAHEUGDN oh } m konnardanten ein‘PrimitävsAkkoräsysten.(aas schörzhaft genannte, "FFF=SYstem) vorgese! chlagen und. um Unterstützung. in der Durchführung ‚gobeten. Der‘ Kommandant.haelt das pn nm für durchführbar. i ERLADRETNAABIEÄTTAN ARE Es FORTAN mu er stehe auf, dem, m stchlanı© 438 ur jeden einge zogenen uns; a er Bert an henden Orten verschwin- r pole aus. den polnisch spreohenden as SaSabs chen n"Dörtern das Gleichgewicht ter. Kräfte aranIren 1) CRY:29 in den gez. Dürrteid. e an Sie Karren"Dir, Dr.v.stadon-Mos EI a ‚02. Faust= | DOKUMENT Nr. 28 42 H il Woohenberiant 90/91 für dig Zeit vom 8,2,= 21.2.3943, Verteilere Dir.Dr.Anbros Y Dr NUN enb t 95/91 2ür_ die Zeit y9S 8,18, dis 91,32,8®, 2eil I, Sutı Dinl.Ing. Prohoreff von der Firma Sotradd,der bisher zur Firma Beton und Monierbeu AR nns er war, ersucht um Einstellung in Werk. zur Firma Muy& Pitroff var- Da Herr P. Statikar ist, wird mittelt, die Im arsı Minonen 32 Di Konstruktionebüro nlunte 10,2, er dio zahlen- ! Besuch Ges Obersturmbannf INGE Naurer. B8 wurde Ub a gesprochen. Obersturmbann£führer Bissig® Verstärkung ee. ers IV er Häftlinge in Kürze auf 4.000 evtl. | Maurer sagte zu, die 2 | 4.500 Häftlinge zu Ekven. Der Einsatz dieser Mengen kann, mit | Rüoksiuht auf Ale geringe Postenzahl, nur bei Besondftigung | Werkzaun und Umstellung des Geländes erfolgen. Es w schlossen, den gesamten Syntheseteil einzugäunen. Weiter sagte Ober” sturmdannführer Maurer zu, daß a | Ka können, sodaß. die Gewähr£ür sine fast volle Leistung, Ver- | glichen mit einem deutschen NN ININ DOKUMENT N. 9 In 12 te DBRT N NO. NIe CHIEF COUNSEL R Kk REISTER Prahe vIle, V Koun Er, ER nach worden bi s age fer mach 0 } strafbar e, N; 5 d ohne zwang folgend u T CONT!D ch darauf au 6 en falscher Auss id freiwillig un schlagen worden wareNe 9.) Unter anderen wurden Selektionen morgens beim Appell aurchgefuehrte Z4vilangestellte der [« end, Ich erinnere erinnere mich DUERRFELD EL,"ist denn da ueberhaupt n unterernaehrte Haeftlings f die Haeftling® wie Vieh abe G,Farben waren davo vergast wurdene dass, in Haeftling, der els u schle0 der Meister guf dem t wurde. den Haeftling Am Anfang n dis Melster das nicht, doch 3Pa n sie in der dass Ale Haeftlinge ver schwandene 11.) Den Haeftlingen var es verboten, die Luftschutz- dunker ZU betretene jede der 3 Seiten die unter Eid ig durchgelesen und® ungezeichnet, notwendigen genen Hand- vorgenommen und n hataben ge” et, und erkla dass ich n dieser Erklaerung nach meinen da Gewissen die reine Wahrheit gesagt habe» gez. Sreister NOACK NENNT DOKUMENT Nr. 30 44 a ET EEE TUT= 10, Die hygienischen Verhaeltniss® in Monowitz waren schlecht. Die Kanalisation war ungenuegend, die Aufallgruben ueberschwemnt, das Wasser verveucht, sodas® ofäziell vor dem Trinken des Wasser® gewarnt wurde, zwei Wochen krank sein. dass die 1,6,Far- zahlen 1. Bis 1944 durfte man nicht laenger ale Nach 1944 bis 6 Wochen, Begruende den nur 14 Tage, Te£P. 6 Wochen fuer die kranken wuerde, Deshalb wurden ganz regelmaessiß alle 14 dem Lagerarzt durchgefuehrt« mehr els 5% der Belegschaft von 1.6. schritten, fand eine h Birkenau. Es durften ausserdem nicht “uschwitz im Krenkenbau sein, War die Zahl ueber Selektion statt und die gelektierten gingen zur Vergasung Dac ID copy OF m COnD'!T CUMENT NO NI- 4829 Ein Krankenb erich ee en en die Betriebsfu ale Vergasung, serden auf der Pat der 1.0. Ferben, Man z elle mit den Meistern ueber zige Yolge diesen Brieies mar ü | INN INININORSmGG0nunaNENUNIMUN| Ich hate jede der 3 Seiten dieser Erklaerung unter Eid sorefaeltis. durchgelesen und eigenhaendi& gegengezeichnet, hate die notwendigen Korrekturen in meiner eigenen Handschrift vorgenomnen und mit meinen Anfengsbuchstaben gegangezeichnet und erklaere hiermit unter rid Arnest Tauber 4 (Seite 4 des Originals) dass ich in dieser Erklaerung nach meinem besten Wissen und Gewissen dis reine Wahrheit gesagt habe. Arnesy Tauber d before ne this 3 rd day of March 1947 et Prag Sworn t0 and signe known to me to be the person meking the above affi- by Arnest TAUBER, gdavite Benyenuto von Helfen» 22 Benvenuto von Halle v5. Civilian AGO D 432532 Office of Chief of Counsel for War Crines U,S, War Department m DOKUMENT Nr. 31 und Verwendung dieser Arbeitskräfte getroffen haben, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar und gleichzei- tig, sofern es sich um Angehörige fremder Staaten handelt, auch ein Kriegsverbrechen, und insofern greift die Berufung auf einen angeblichen durch das Sklavenarbeitsprogramm des Reiches geschaffenen Notstand nicht durch, Es ist ferner erwiesen, daß die Verwendung der Konzentra- tionslagerhäftlinge in Kenntnis der schlechten, ja unmenschlichen Behand- lung erfolgt ist, die den Häftlingen durch die SS zuteil wurde, und daß die Arbeit auf dem Baugelände in Auschwitz das bedauernswerte Schick- sal dieser unglücklichen Häftlinge noch verschlimmert und zu ihrer ver- zweifelten Lage beigetragen hat.“ („Das Urteil im IG-Farben-Prozeß“, 43.0.5. 130) „Die von dem Konzentrationslager Auschwitz zur Verfügung gestellten Arbeiter lebten und arbeiteten unter dem Schatten der Liquidierung.“ (ebenda S. 127) Bilanz des Ausbeutungssystems der 1.G. Farben 370000 Ermordete An diesem teuflischen System gingen ca. 370 000 Menschen zugrunde. (Angaben nach Schätzungen des ehe- maligen Häftlings Dr. Gustav Herzog aus Wien, der lange Zeit als Leiter der Lagerschreibstube von Monowitz die Todeslisten zusammenzustellen hatte. (s. Dokument Nr. 32) Nine„ EEE BR 2% Brillen ermordeter Auschwitz-Häftlinge 46 Keiner der IG-Farben-Direktoren kann sagen, daß er die Präzision der KZ- Todesmühlen, die sie selbst in Gang hielten, nicht gekannt habe. Durch eine eidesstattliche Erklärung von Höß ist nachgewiesen: Leitende Direktoren, wie Schnitzler, Bütefisch, Ambros, ter Meer, unterhiel- Ei ten mit gen(.D daß— w Färben e standsmi Farben-L mandosa Protokol sprachen Auschwi Selbst Vor all wer unn Der IG- Eisfeld, getriebe gut genı Obergru Mengen zugeteil' sehrieb Vorrat Wünsch die Lie Kinder, und daß lände in te Schick- 9 Häftlinge ihrer ver- hat.“ \-Prozeß“, itionslager gestellten ten unter ung.“ oren kann ı der RZ- ; in Gang Durch eine# n Höß ist Schnitzler, unterhiel- ten mit ihm gesellschaftliche Beziehun- gen(s. Dokument Nr. 33). Hinzu kommt, daß— wie das Verteilersystem der IG- Färben erkennen läßt— sämtliche Vor- standsmitglieder und viele andere IG- Farben-Direktoren über„Geheime Kom- mandosachen“— dazu gehörten z. B. Protokolle über die turnusmäßigen Aus- sprachen mit der KZ-Kommandantur Auschwitz— informiert wurden. Höß bestätigte, daß Ambros wie alle anderen Besucher des Lagers „über die Vernichtung von Menschen- leben in Birkenau Bescheid wußte, da in der Stadt Auschwitz, den Buna- Werken und der restlichen Umgebung des Auschwitzer Lagers von der Aus- rottung ganz allgemein gesprochen wurde.“ Selbst an den Toten noch verdient Vor allem wußte gründlich Bescheid, wer unmittelbar in Auschwitz tätig war. Der IG-Chefchemiker von Auschwitz, Eisfeld, der das von der IG-Farben an- getriebene Fließbandsystem des Todes gut genug kannte, ersuchte z.B. den SS- Obergruppenführer Pohl um größere Mengen Kleidungsstücke für die ihm zugeteilten Arbeitskräfte. Und Pohl schrieb ihm, daß der im KZ verbliebene Vorrat nicht ausreiche, um„Eisfelds Wünsche sofort zu befriedigen, weshalb gie Lieferungen Schub für Schub, also RR Kinderjäckchen ermordeter Auschwitz-Häftlinge im Todesrhythmus der Vergasungsaktio- nen, erfolgen sollten. (s. Dokument Nr. 34) Weitere Dokumente besagen, daß seitens der IG-Farben mit wertvollen Kleidungs- stücken sogar Handel betrieben wurde. (s. Dokument Nr. 50) Fritz ter Meer, der später eine Recht- fertigung der IG vorzunehmen suchte, nannte als Anforderungen an leitende IG-Direktoren „...eine Summe menschlicher Eigen- schaften, sowohl geistiger als auch mo- 47 ut die Se Kk=- DFEICK uF-CHIEF OF eoherı FOR WAR CRIMES EPITLÄRUNG UNTER EID Ich, Dr.Justav HERZOG, Belved sse 23, Wien IV, 12.1.1908 in Wien geboren nachdem ich darauf aufwsrksam gemacht wordon bin, dass iclı mich wegen falscher strafba f unter Eid freiwillig und Bura (Monowitz) etwa 3- 3500 Haeftlinge war, liess Hauptsturn- fuehrer Schwarz, der in Begleitung von Walther DUERRFELD und einiger SS-Leute der Lagerfuehrung war, saemtli che Haeftlinge Reihen antreten und an sich vorbeinarschieren. Haupt- eturafuehrer SCHWARZ hat alle Haeftlinge, die nur irgendwls nicht ganz kraeftig schienen, heraustreten[assen. Sie murden Nunnern wurden notiert. Walther DUERRFELD fragte his Und da nach besonderen Berufen, wie Elektriker oder Schleifer. Damals wurden etwa 1000-2000 Haefzlinge ausgewaehlt und Kamen sofort in die Gaskamuern. I weiss es daher, da die Haeftiingeschreibstube, in der ich zu dieser Zeit arbeitete, 2 oder 3 Tage apaster die Listen er- hielt mit der Bemerkung, diese Kasftlinge von Stand abzuse‘zen Des wurde offiziell 5B(Sonderbehandlung) genannt. Ein weiterer Beweis dafuer, dass diene Kaefslinse- in vorschledenen andere! Faellen ist in gleicher Weise vorgegangen worden- vergast wor- den ist die BuN.zE) Bachar Se HE TranepeREen kurze Zeit danach dneiet noch en selben Taze) die Kleider dieser Kas/tlinge, Brillen, Prothesen und derzleichen nach Monoritz zurusckgeliefert worden sind, 2 Eroshesen erkannten mir beispielaweise de cht wiad var eine stoendlg Wiederkehrend de Seobkchtung, in dem Augenblick, in dem der Arbeitseffekt z.B. beim Wagson- ausladen oder beim Kohlen- und Zementtragen zurueckzing— dic Hacftlinge waren durch Hunger und Baer ausgehozhit- stets dass bei aresur gelesene und be* riesige neue Haeftlingstransporte ankamen, Flatz fuer diese neuen Haeftlinge wurde Andurch geschaffen, dass wioder neus Pin Gastransporte zusatımengestellt wurden, die sich aus nicht voll einsaszfaehigen Haeftlinsen zusannensetzten di, Die Mebhode der IG Farben, nur voll ArbeitsZaehize in Buna zu belassen, hat weitaus mei Tndesopfer gekostet ale dio individuellen Morde in erderen Kz besondere sterk w von Heeftlingen erfroren unfallen und tot bereingebracht werden, bis sich 10 entschloss, dia Arbeit fuer den betreffenden Tag einzustelle Morowitz, das opneser*lazer war, wurden une Tausende von Haeftlingen in die am Schluss meines 28 Nebenkonzentrationsleger gebracht, Die Gesamt. Nebenlager war,&omeit ich mich erinnere, ungefaehr 35 10 000 Hseftlinge. In der Schreibstube von Nonowitz war eino Kartei secmtiicher Haeftlinge, die waehrend der Zeit vom Ok- toter 1842 dis zur Aufloesung Aes Lagers im Jenurr 1948 durc) Monowitz oder seine Netenläger gegüngen sind. Die Kartoi der Toten war urgleich groesser ala die der Lotenden. Ich schAatze ich wioderhole, dans Ach lange Zeit Leiter der Schreibstube war-, daı s Lebenstard von Buna(Nonowisr) mit ca, 10 000 Haeftlingen am Schluss ein Totenatend vor. rd, 120 000 Haoft- lirsen gegenueberstar.d und der Gesamtzir canlager von 0X ein unzsfaehrer hate jede der fuenf 5) selten diesor Erklaerungen unter d sorgfeeltig durchgelesen und eigenhaendig ge3® zezelch- hata die notwendigen Korrekturen in meiner elzenen Kris vorgenonmnen und mit meinen Anfangabuchataben und erklaere hwait unter Eid, dass ich in dieser Erklaerung nach meinem besten Wissen und Gewissen die reina Wahrheit gesagt habe, Dr, Gustav Herzog 1: Heedquarters S+ates Forces in Aussria e Judze Advocate es dranc DOKUMENT Nr. 32 HGzgTO-r"A710°S“Q 2009.°H. PıJTV Tu Ran"Auw199"Iraquianıy ur TE kg Ar iu we 10j0d DausT> us or Uran übt Ten 02 wer"Fangen u ver Tr mgorte Jenerrande STEISTZ "ST DIR TIMING"RR 008 GOFTFEUg COp ıTu atorumıan SrTfung Dura "2ıFagdeny?T OFTTWOg SaTO® ze e33uQ EMET'eunay om aojeusstapnt ar 107 aroduser sony Dım 150 zage run"T3FagOmy a7 orang uras Mason "OONFaagıng Gap TOFINMIISUON 109 ıym 1Sarsynaog ren rm RRTETE 9 Aacalseneen ereeezr en 0 BET eo ou wpma'pTFzssatg(Vay) umon mamseTe "SETygEi gt dro'] Sp Duo ewisapurm uf UIPTIFwU0RRn!hraynaeny S907 2op WDREUEU] 000 9 MOWJoRMm ussund Tr op"een TOOL OySTy Zap UT AEWE" o’T eTp vITWU WEEwUDeTg Dın Tıng weray Iaayı FsTuma ur Vedeımn wm ur po Hayraerosd'unlorregze 78 wur arp'usesweur op Aumpurinag egarTssdmar 03999 aTwwoL ware;’n'T vd FmaTvamı sry Sfwo"Autoren Uoro su isı do!yeyo8oB userusuf Los Bunzuziseg Pyoglisdiaog ueue RSS 9"asog'W@iTWAIALr IeT Dp Iuniuondusss, OIp aa mDasneur Dp ZUnzusweg"WIUDSUTHSge ITEg.Iy pun Iywyjsotun'Mmmauzdı, wort -KIOTFUFU ZOIIWAeTIWg op Fmiamirase, eLp ua so9gTe iraı musemy Dp FmiTamss, erg"onseszns'yauzag ZIUT US Juwgufg we gogs op SIsng meuzan ur AFFuagy uS9 Lie3pT UsLp Uox Yong opıma Dun uonseg Iwan SILMRIIWE’O"T MSoTp aqwu PT"IITIzeuUDEaG mwerseuJ 000 ar WE Ora@f mapsaa aRumugosTg Dun Sm nr Yurwmeue? qdjilag ur “IFTISOUDg UPFYDSng SyDTTzaeuenn Q z0p0 © UOpITn 103304 Waumaz pm weaTun faq'Is0770 eUD'WestugTeuuses eRmSOHHLA UP gaCu pn'zonzaxseg Zap eegacın jap QOgv af suyTayos USATOTTg Ip TU9Z aIp!3P7400U0q Uayaeusy 009 T ucs Amsessog ep Jens oTIy asuf>@f uaa UFFTSOng, yon g uompen» mepam q uotasz Bop*opUoa1?a EPHTEUON UH3W 292I0R POT TauTTaaLL‘uasteg sochr FOR WAR C ERITLÄRUNG UNTER EID 3360 JUFoTA Faro gasty sup'eInewsnetg"Ja0TajTTssnjLy auge!g uorasg UP Hapmamzaa!oyyag I03USLLL0 ayTagseng 03 SpnengedaTmmopue, aun © WOpyosg"EdT ZOTsOs0g'T una og sajagamm m} weßungworzung app. NPITUBOnsEd SJ9FFUOFEFWEG YO}'PPST Jod ums ag Heizen pm Inst S30WMC5#09 Ozu»7 u} Lowuwdad var ara Tsuogs sep sung ap 2m TUMs a..yemieL0g op aaggmanq 919 IOgLzarpug-Usgswg-"0'] Zn Jos gam'uzson ST aTq ZI mo yusgeaq!uOT uwUong TITU SEET easyur sap aurdag ar ap"oda PUMSSE 97g"auzaulTay oTKsenpuguatgog dop pım ersgemuf-mogtug*9 J 10p das Uesapm Joym'USUIOSUONOTLIMPUT Uesscı? nos a0jozuzoy“ sa 490099 YIzosy,a'mmuong asaPoTsjswusrmos aap dayfar wos sTa oa uouop Un'GO6T UF UAIMog-nuogzgadsu asasyoa Oamary Lo7 ıq almmea UISATOHUHSENy Uns UBIHAFFO a3p Apım Mwyasg UF JasaTsuoTzwssuszuoy aug Q,4409 "#0- TA ON LRmuNgod FOdoTeuojiViguosusy up Im pTn UT aegssanpuf Top GT INRqFwUsanTT z0n3 peu ayamsaFans Lopsma uadTsgen omp'uspIna axoTusasd 23710007 gowU auefusj30 aty aTD"sep usTosJog ZoTTw gog 40po O4 140502 -En z1Tage{UPZ Suorg’sgswwens uag0L oco e00 g Zusujefum uoa fuzs 150909 GUTO aua’zFoyzuasy PUD AOdUny Yasty TRAsBEe TosTTTH SaTUu as011e2 sufo sUn4sopuT®!uopana 104Jas0Jen» pim so3yoTiadugg usu =uasqso, yim Smmsmise, gadup 4209 sagdo ooo’ang‘E auszunapuru asup sapAgaser saFTTTazaq qdL ‚Wapunqao,-Jdoxun4og saauweu mdon anp'aepLOqLaagOnA 59"mp PEST zequenog" 1#108 vertan zen GQOt-ORST arom 65- anazun Ken HartFan WEST sTon se zn DaTtZath at Atos AISu sep vontsam vom aTe Maag Sradopapunaınen ara Taf"7 T 1 apuUnPLog 0un DIE soaun HTuzaTg eaeTi®* 8 82 0.8 yarappıog wwaıg zrovig"us »gunssetzig EIDITIIOIB0drE Ausg's’n rver og ASITWHIMTES SDIV JO ACIMDISKEA ZES DE Tasna0a 40 ZIIHI SB 40 ZOO -SIRTED UVA SC TIENNOY 40 EIMO KO ZILXO ve- Lu 0x anpumaa - Flegige neue Hmeftlingstransporte ankamen. 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Pa- tentiert wurde es für die IG-Beteili- gungsgesellschaft DEGESCH, Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung mbH, Frankfurt/Main, und ausgeliefert von den IG-abhängigen Werken Tesch & ‚Stabenow, Hamburg, den Dessauer Werken für Zucker und Chemische In- dustrie AG und den: Kaliwerken Kalin AG. Im Verwaltungsrat der DEGESCH saßen Carl Wurster, damals wie heute Gene- raldirektor der Badischen Anilin- und Soda-Fabrik, Ludwigshafen, ferner die Vorstandsmitglieder der IG-Farben Heinrich..Hörlein, Max Brüggemann, Weber-Andreae und. Wilhelm Mann, letzterer als Verwaltungsratsvorsitzen- der. Dr. Jan Sehn, der als polnischer Ge- neralstaatsanwalt zwei Auschwitz-Pro- zesse führte, schrieb: „Eine Zusammenstellung des Umsat- zes der Firma DEGESCH und Testa (Handelsgesellschaft der Firma DE- GESCH— d. Hrsg.) beweist, daß diese im Jahre 1942 7 478,6 kg und im Jahre 1943 12174,09 kg Zyklon B.an das La- ger in Oswiecim geliefert haben. Der‘ Reingewinn beider Firmen, den sie aus dem Handel mit menschentöten- dem Gift erhielten, wuchs von 45 375,78 RM im Jahre 1941 auf 127 985,79 RM im Jahre 1943.“ (Jan Sehn:„Konzentrationslager Oswiecim-Brzezinka“, Auschwitz-Bir- kenau, auf Grund von Dokumenten und Beweisquellen, Warszawa, 1957, S. 154/155) Der Generaldirektor dieser Firma, Ger- hard Peters, stand nach 1945 achtmal vor westdeutschen Gerichten. Seine Vertei- digung gipfelte in der Argumentation, daß das„Zyklon B“ den ohnehin dem 54 | in der Fabrik riechen und wurden‘ über die Ursache von den Polen unter: richtet.“ (Eidesstattliche Erklärung Green- ham vom 25. Juli 1947, IG-Farben- Prozeß, Dokument NO NI 11 705) 2 Tode geweihten Menschen zu einem‘ leichten Sterben verholfen habe. Zuletzt wurde er 1955 in Frankfurt/Main, dem Schauplatz des jetzigen Auschwitz-Pro- zesses, freigesprochen. Begründung des empörenden Freispruchs:„Zyklon B“ sei zwar nach Auschwitz geliefert worden, aber es sei nicht mehr einwandfrei nach- weisbar, daß die Massenvernichtung‘ durch„Zyklon B“ geschehen sei!; (ebenda S. 155/156) ä Daß die Vernichtung von Millionen Men- schen durch das kristallisierte IG-Far-) ben-Gas„Zyklon B“ erfolgte(s. Doku- ment Nr. 38), ist so vielfältig bewiesen,| daß es von niemandem mehr glaubhaft bestritten werden kann. Ein Vorgang im gegenwärtigen Frank- furter Auschwitz-Prozeß verdient eine besondere Beachtung. Der bereits ge- nannte Zeuge Ludwig Wörl aus Mün- chen, der während der Nazizeit elf Jahre in Konzentrationslagern verbringen mußte, darunter. drei Jahre in Ausch-"#B witz, sagte u.a. aus, der angeklagte SS-° Apotheker Viktor Capesius habe| „das von Firma Tesch& Stabenow gelieferte‘ Giftgas Zyklon B verwaltet und aus- gegeben.“| (Aussage, zitiert aus„Die Tat“, Frank- furt/Main, vom 11. April 1964) Zugleich berichtete der Zeuge dem Ge- richt: „Ein Mann namens Hermann Eisler kam nach Kriegsende zu mir und bat mich, auszusagen, daß der: ehemalige‘ SS-Apotheker von Auschwitz, Dr. Ca- pesius, nichts mit der Lagerung des Giftgases ‚Zyklon B‘ zu tun gehabt hätte. Eisler habe ihm 50000 Mark‘ hierfür angeboten. ‚Ich konnte natür- Si: lich eine solche Aussage nicht machen, 1 denn ich wußte, daß Dr. Capesius für, die Verwaltung des Giftgases verant- wortlich war.‘“ („Der Tagesspiegel“ vom 7. April 1964) den IG-Farben über.die/f\ nd wurdend N EL dr Re, A N N °olen unter- | Green- IG-Farben- 11705) zu einem abe. Zuletzt /Main, dem ‚chwitz-Pro-" ündung. des} vklon B“ sei] ert worden,! ndfrei nach- vernichtung sei! | lionen Men- rte IG-Far-! te(8. Doku-| g bewiesen,| r glaubhaft i igen Frank-' srdient eine bereits ge! ] aus Mün- eit elf Jahre verbringen Eingang zum Konzentrationslager Auschwitz = oı Blick a und Wi Für di Versuc eine A Nutzer „18, ange stau Ca/ der sche als. Ich der Blick auf die Anklagebank des Auschwitz-Prozesses mit Viktor Capesius(Mitte links mit Bri und Wilhelm Boger(Mitte rechts mit Brille) Für die Klärung der Hintergründe dieses Versuchs der Zeugenbestechung dürfte eine Aussage aus dem Jahre 1947 von Nutzen sein: „18. Kurz nachdem ich in Auschwitz angekommen war, war ich sehr er- staunt, einen gewissen Mann namens Capesius. als ‚Hauptsturmführer‘ der SS und Chef der Pharmazeuti- schen Abteilung sowohl in Auschwitz als auch in der Buna-Fabrik zu finden. Ich erinnerte mich an ihn als einen der Verkaufsvertreter von Bayer, die oft in unser Sanatorium in Cluj ge- kommen waren und von denen wir keine medizinischen Artikel mehr kau- fen wollten, da sie deutschen Ur- sprungs waren. Gefangene, die länger als ich in Auschwitz waren, erzählten mir, daß er, Capesius,in regel- mäßigen Abständen in Zivilkleidung vom Lager wegginge und für längere Zeitabstände wegbliebe. Während dieser Zeit bereiste er sein Gebiet als Verkaufsvertreter für Bayer und erledigte seine Geschäfte. Ich kannte ihn seit 1938, als er zum ersten Mal in unser Sanatorium in . Ile} Cluj kam und versuchte, meinen Mann und mich Zu. veranlassen, von ihm etwas zu kaufen..; Als wir nach der Invasion in Polen— irgendwann:1940— uns wieder wei- gerten, von ihm zu kaufen, sagte er uns, das würde uns noch leid tun, denn er würde seinem Büro zu Hause über uns berichten. Als die Deutschen 1944 nach Cluj kamen, stand der Name meines Mannes obenauf auf der Liste der Gestapo für die zu verhörenden und zu verhaftenden Personen. Anschei- nend hatte Capesius berichtet, daß wir mit dem Feind in Verbindung waren, denn, wie ich schon erwähnt habe, be- fragte ihn die Gestapo, Warum er sich geweigert hätte, Produkte von Bayer zu kaufen. Stellen Sie sich meine Über- raschung vor, als ich Capesius, den Bayer-Mann, als einen Führer in Auschwitz wiederfand— und zwar mit allen Vorkehrungen, um genügend freie Zeit zu haben, den ‚Farben‘ auch in geschäftlicher Hinsicht weiter zu dienen.“ (IG-Farben-Prozeß Dokument NO NI 10932) o ER An das Wachkommando dos engl. a agetangänen-lägere tz:/Sp» in letzter&eit haoufen eich! Faelle, dass Kriegsgefangen®, aie auf unserer Anlage unter Tage eingssetzt eind, oft äle £rbeit verweleerm, bazw. vorzeitig hinlegen eder euch die An- weisungen des Technischen kufslchtspersonals nicht befolgen. Da vorgenannte Faelle nit den Bestimmungen ueber Pflichten eines Kriegsgefangenen nicht zu vereinbaren eind, bitte Ich, von dort eus die Kriegsgefangenen usber ihr Verhalten und die Arbeitspflicht als Gefangene genauestens ZU unterrichten, und dieselben zur strikten Befolgung der ihnen unter Tags erteil- ten Anweisungen eufzufordern. Die unten aufgefuehrten Kriegsgefangenen haben dis Arbeit en 557, dB» verweigert bez®. tmiehzeitig vor Schichtschluss beendet! Nr. 2522, 21675, 5566, 4522, 7743, 817 und 24624,( Die bel- den letzten haben fruehzeitig die Schicht beendet.) Der Kriegsgefangene Nr. 4522 hat die Arbeit verweigert nit den nicht arbei H er h erste SEN Icb bitte, un etrengete Bestrafung der Kriegsgefangenen, um fuer die Zukunft Wiederholungsfaelle aus- zuschalten, Bergverwaltung 4. Johannagrube - Kroeger- Betriebsleiter MEERE 771111111 11111111|1111111|| 1111| DOKUMENT Nr. 37 38 DOCUMENT NO. II> 12 110 OFFICB_OF CHIEF OF_SOUNSEL_FOR WAR CRIMES Ffn., den 21, Juni 1944 Dr./R Handschr.s Umlauf Notiz fuer Herrn Amend Betr.: Zyklon ohne Warnstoff Wie eus dem erst heute an das Labor uebermittelten Schreiben an Heli und Tosta.wm 30.5. zu erechen ist, wird nunmehr Zyklon ohns Ä 6 Warnstoff hergestellt. Die erate Reaktion auf diese Massnahme liegt EBEN bereits in dem Schreiben der T i ts. vor. wo bins Ill ei f Te kühlen Dr, Beinrich ees, Bel "A CERTIFIED TRUE COPT" - 18» (END) 4) F DOKUMENT Nr. 38 EEE FERTERIETE Re be DOCUMENT Nr. NI= Yes NI- 11 417 (Page 159 of original.) Dr. W/T, Herrn SS-Obersturmfuehrer Dr. Ve Konzentrationslager en Aus ci worgtez Oberse an) SS-Revier/ ges den 27.Jänuar 1943. Selır geehrter Herr Dr. Vetterf Bei siner Besprechung der frage Anwsssnhe! gs9nau Sch tal.‘ te); TE HaEHETEr h s die „Nie au. geht... Ah’ Bei dem grossen Interesses, da Heeresverwaltung im ll: j| 1945 Prä Hinblick auf die verhaeltnismasssig zahlreichen Fleck- fisbererkrankungsn im Felde: dem Praeparat entgegenbringt, wasren wir fuer eine moeglichst baldige Inangriffnahme der Varsuche besonders dankbar. Dia Hssresverwaltung ver- langt vor Aufnahme BrOeSSETST Versuchsreihen von uns nochmals eine genaue Stsllungnahns zur Trage der Ver- traeglichkeit, die wir aus den oben dargslagten Grusnden bei unseren Versuchspersonen schlscht erbringen koennen. nn nn een ns en VIELE NEESERFER Der Mitteilung Ihrer Erfahrungen sehen wir mit Interesses. entgegen und bleiben mit Heil Eitlert I.G. FARBENINDUSTRIE AKTIENGESELLSCHAFT [t£ez.: Dr. Weber(Unterschrift) _—)/s/ Dr. Koenig. EEE ET NE En ı weortifisd truo copy» EL: Thi| DOKUMENT Nr. 3 60 |Merizinische Experimente an Menschen veranlaßt Das unmittelbare Geschäft der IG-Far- ben mit dem Tode hatte noch eine an- dere Seite:„medizinische“ Experimente an Häftlingen. Um langwierige pharma- kologische Untersuchungen zu vermei- den, wurden in Entwicklung befindliche Medikamente.an Häftlingen ausprobiert. Zu diesem Zwecke wurden‘ den„Ver- suchspersonen“ Bakterien von Typhus und Ruhr eingeimpft. Ohne genaue Kenntnis der Wirkung wurden die Prä- parate injiziert und„verfüttert“. Diese Experimente führte z.B. der Haupt- sturmführer Dr.med. Vetter aus, der selbst Angestellter der» IG-Farben (Bayer) war. Neben ihm waren auch an- dere ‚ Nazi-Ärzte beteiligt, wie Brandt, Rascher, Grawitz, Ding, Gebhardt, Hand- loser,‚Clauberg, Fußgänger, Kremer. Den "Tod im Medikamentenkoffer, reiste Vet-' ter von 1941 bis 1945 zwischen den ver- schiedensten KZ hin und her, tauchte in "Sachsenhausen, Dachau, Auschwitz und Mauthausen auf il\“.. \„Wie aus dem Beweismaterial hervor- | geht..., schickte die IG. von 1941. bis | 1945 Präparate an Vetter in die Kon- Ter Meer(links) und Bütefisch(rechts) zum 25. Jahrestag der Gründung der Leuna-Werke zentrationslager, in denen er gerade “stationiert war. Vetter war in ständi- ger Verbindung mit der IG in Lever- kusen und erstattete häufig mündliche und schriftliche Berichte über seine Beobachtungen...“ (Aus den Dokumenten des Internatio- nalen Militärgerichtshofes Nürnberg, in„SS im Einsatz“, Berlin 1957, S. 325) Vor dem Internationalen Militärgerichts- hof erklärte der ehemalige Häftlingsarzt Dr. Wladyslaw Feykiel, der vom 8. Okto- ber 1940 bis 18. Januar 1945 in Ausch- witz inhaftiert war: „Wie schon erwähnt, war Vetter an den Resultaten sehr interessiert, man konnte sehen, daß er das größte Inter- esse an den Resultaten zeigte. Er selbst, sagte mir, daß er der wissenschaftliche Repräsentant der Firma IG-Farben- industrie war. Alle die erwähnten Präparate waren von dieser Firma produziert, und wir erhielten sie vom SS-Krankenrevier in der Originalpackung mit der Fir- menaufschrift der Firma Bayer, Lever- 61 DOCUMENT NO. NI- 12184 OFFICE OF CHIEF OF COUNSEL EOR WAR CRIMES__. Ich, Arthur DIETZSCH, Festung Lanäsberg, nachdem ich darauf aufmerksam gemacht werden bin, daB ich mich wegen falscher Aussage strafbar mache, stelle hiermit unter Eid freiwillig und ohne Zwang folgendes fest: Einer der IG-Herren(Dr.WEBER)is% Mitte 1943 auf etwa 1/2 Stunde auf Block 46 gewesen. Ich bin während dieser Zeit neben ihm gestanden und habe ihm die grossen Kurvenblätter mit den einzelnen Krankengeschichten, die über jeden fleck- fieberkranken Häftling geführt wurden, vorg@legt. Auf diesen Kurvenblättern war als Erstes vermerkt“Tag der Infektion". Als nächste Eintragung stand dort s»Inkubationszeit", d.h. die Zeit, die vom Tage der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit, d.h. ın diesem Fall des Fleckfiebers, verstrichen| ist, Dr. WEBER war über die Versuchsergebnisse nit der I»' Präparaten sehr deprimiert und zuckte dauernd die Achseln. Er hat im Laufe der Unterhaltung Ding- Sohuler gegenüber auch zum Ausdruck gebracht"Die IG will orfisieil von den TEL Versuchen an Menschen resp. von einer Künstlichen ih tion an Menschen keine Kenntnis haben". I(11 ÜMN nenne len nabe Jude der seche(6) Seiten dicger Erklärung unter i N Eid sorgfältig durchgelesen und eigenhändig gegengezeichnet, habe die notwendigen Korrektaren in meiner eigenen Hand- schrift vorgenommen und nit meiner Anfangsbuchstaben gegen- gezeichnet und erkläre hiernit unter Lid, dass ich in dieser Erklärung nach meinem besten Wissen und Genissen die reine Wahrheit gesagt habe. 3 thur Dietzsch MarHUR DIETZSOH Sworn to and signed before ne this 2nd Gay of October 1947 at Landeberg a Arthur DIETZSCH, N known t0 me to be the perosn makıng the above statement. Signatureı Benvenuto von Ehnal BENVENUT N 460 No, D432532 Office of Chief of Counsel for far Crimes "A GERRERERN TRUE COPY" US War Departuent Aue END| I}| SÜRDRRERUTEDURERRRARUNEURARRDARBAARLARANARURARUAARUARUNAERNERRRARRGNERRNGG DOKUMENT Nr. 40 62 | und nach seinen Angaben in Ausch- pi een , ben, .} kusen. Nach Dr. Vetters N von Auschwitz nach Mauthausen wur-| den die Präparate auf seinen Befehl witz weiter benutzt. Vetter kam'von Mauthausen herüber, um die Resul- tate, welche in Auschwitz erreicht wurden, zu prüfen.“ („SS im Einsatz“, Berlin 1957, S. 310) Im Zusammenhang mit diesen Versuchen liest ein umfassender Briefwechsel zwi- schen den beteiligten Ärzten und den IG-Farben vor, worin Vetter angehalten wurde, seine Experimente zu beschleuni- gen. (s. Dokument Nr. 39) Sturmbannführer Ding, Massenmörder im Ärztekittel, tauschte seine Erfahrun- gen unmittelbar mit Carl Lautenschläger aus, dem Vorstandsmitglied der IG-Far- „Betriebsführer* der Farbwerke Höchst. Später gab Lautenschläger vor „Offiziell keine Kenntnis" Während die Versuche liefen, bemühte sich IG-Farben, diese Verbrechen zu tarnen. In einem vom 20. Juni 1944 da- tierten Schreiben wurde ihr Angestellter Vetter ersucht, bei der beabsichtigten Publikation seiner Versuche jede For- mulierung zu vermeiden, die für die IG- Farben kompromittierend sei. -In diesem von den IG-Farben-Direk- toren Max Bockmühl und Julius Weber unterzeichneten Dokument heißt es: „Es ist nichts dagegen einzuwenden, daß Dr. Vetter mitteilt, daß er auf dem Umwege über seine Fleckfieberarbei- ten zu seinem Thema gekommen ist, doch sollte die Schilderung von Uner- träglichkeitserscheinungen, mit denen Herr Dr.Vetter bei der Bearbeitung seines Themas ja gar keine Schwierig- keiten gehabt hat, nicht zu stark in den Vordergrund gestellt werden und vor allem brauche nicht betont zu ‘werden, daß Dr. Vetter seine Patien- ten eigentlich nur zum Zwecke der Er- mittlung der Verträglichkeit einer Be- handlung unterworfen hat. Im übrigen nahmen wir davon Kennt- nis, daß über die Injektion, in der Herr Dr. Vetter die Präparate untersucht dem Nürnberger Gericht diese ihn und seinen Konzern brandmarkende Verbin- dung zu. Allerdings, so behauptete er, habe er nach Kenntnisnahme von den Menschenversuchen keine weiteren Prä- parate geliefert,„zumal ich vom immu- nologischen Standpunkt aus solche Ver- suche als wertlos und unzweckmäßig er- achtete(Versuche am untauglichen. Ob- jekt).“ (IG-Farben-Prozeß, Dokument NO NI 9811, Erklärung Carl Ludwig Lauten- schläger) Befragt, ob er die Versuche an Menschen für gerechtfertigt gehalten habe, sagte später ter Meer: n..diesen KZ-Häftlingen wäre da- durch kein besonderes Leid zugefügt worden. da man sie ohnehin getötet hätte.“ (Richard Sasuly, IG-Farben, Berlın 1952, S. 148) hat, nach außen hin keine Angaben gemacht werden und die Angelegen- heit vertraulich behandelt werden soll.“ Mehr noch: Die IG-Farben hat durch ihren Julius Weber vorbeugend erklären lassen, daß sie„offiziell von den Ver- suchen an Menschen resp. von einer künstlichen Infektion an Menschen keine Kenntnis haben“ dürfte. (s. Dokument Nr. 40) Auch der ehemalige SS-Lager-,Arzt“ von Buchenwald, der am 20. August 1947 vom amerikanischen Militärgerichtshof in Nürnberg zum Tode verurteilte Wal- demar Hoven, sagte aus, daß die IG-Far- ben ihre todbringenden Medikamenten- sendungen zu verschleiern suchte. „Es dürfte allgemein und insbesondere in deutschen wissenschaftlichen Krei- sen bekannt gewesen sein, daß die SS über nennenswerte Wissenschaftler nicht verfügte... Es ist offensichtlich, daß es sich bei den in den Konzentrationslagern mit IG- Präparaten durchgeführten Versuchen nur um das Interesse der IG handelte, die mit allen Mitteln bestrebt war, die Wirksamkeit ihrer Präparate festzu- stellen bzw. die— ich möchte sagen— 6: Schn lage . Die! ‚sach! nunt nähe i i vers HENRY ORMOND Frankfurt a.N., 18; Marz 1952! trakı Rechtaaawalt Schillorhof, Sehillorstr. 30"oo zu2 Tolefon: 9 24 63{ ICh Postseheckkontos Ffn. 1446 65 Bankkonto: Hessische Bank, Ffu. such (IG- An das£; 1218 Lendgericht Ä 3. Zivilkemmer Til Ale ı Frankfurt a.H, 1\| Festste USA-E Nürnb - 2/) 0.ho6/51_- In Saecbon ormin: 19.3.52_ Wollhcim(RA Ormond) gogen -I.a. Ferben(RA Dr.Flesch) KHNNHINE Mm| .9- in Auschwitz nicht für den I.G. Farben-Konzern geschaffen worden, sondern erstelit worden sei, um der SS einen Gefallen zu erweisen und den Baufir- men Arbeitsmöglichkeiten zu geben. Demgegenüber muss man sich vergegenwär- tigen, welch ungeheuren Wert dieses Werk für die Beklagte darstellte. Es_ standen zu Buch: l.) Unfertige Neuanlagen per 31.12.41 mit RM 4.408.577,-- per 31.12.12 0 59.201..BBihe4 per 31.12.43.: 215.553 3b er per 31.12.14 156.021.153,-- per 5. 7.45 202.687.049,-- 2.) Betriebsbereite Anlagen nach Abzug der Abschrei- 2 bungen per 31.12.41 2.117.136,-- per 31.12.42 4.526.792 ,-- per 31.12.43 54.675.550,-- per 31.12.44 126.082.345,-- per 5. 7.45 126.082.345,-- Beweis: Dokument Nr. NI- 11 146, Geschäfts-Hauptbuch Nr. 52 Auschwitz. Wenn man sich vorstellt, dass hier unter Verwendung billigster Arbeitskräf- te(die Häftlinge bildeten einen erheblichen Prozentsatz) Werte von rd. RM 330 Millionen in wenigen Jahren geschaffen wurden, dann kann man hieraus die wirklichen Werte und die grosse Bedeutung dieses 4, Buna-#erks für das Gesaatunternehmen der Beklagten e klagte erklärt, git- ini] I| ijjjl|jjj| {I 2 en ta ee ee een in DOKUMENT Nr. 41 64 Schmutzarbeit in den Konzentrations- lagern durch die SS machen zu lassen: Die IG war darauf bedacht, diese Tat- sache nach außen hin nicht in Erschei- nung treten zu lassen, sondern die näheren Umstände ihrer Versuche zu verschleiern, um aber dann den Ex- trakt, d.h. den Gewinn, daraus für sich zu ziehen. Nicht die SS, sondern die IG hatte die Initiative bei diesen Ver- suchen in RZ.“ (IG-Farben-Prozeß, Dokument NO NI- 12182, Aussage Hoven) Alle diese Fakten unterstreichen die Feststellung der Anklagebehörde im USA-Prozeß gegen die IG-Farben in Nürnberg: „(1) unstreitig sind verbrecherische Ex- perimente von SS-Ärzten an Kon- zentrationslager-Häftlingen vorge- nommen worden, Hunderte Millionen aus Sklaven Paul Dencker, Direktor des IG-Farben- Konzerns, führte das IG-Geschäfts- Hauptbuch Nr. 52. Es gibt Auskunft über das sprunghafte Anwachsen der Profite der IG-Farben während des Krieges. Das ‚Hauptbuch, das im Nürnberger Prozeß als Beweismittel vorlag, wies folgende Profite aus, in denen die Gewinne sol- er groben Gesellschaften wie z.B. der Leuna-Werke oder der Buna-Werke Schkopau nicht enthalten waren: 1932 48 000 000,— Mark 1937 231 000 000,— Mark 1939 363 000 000,— Mark 1943. 822 000 000,— Mark Dencker hatte mit ter Meer zu Beginn des Aufbaus des Buna-Werkes in Ausch- witz durchgesetzt, daß das Reichswirt- schaftsministerium 60 Millionen steuer- liche Vorausabschreibungen genehmigte: „Die Oststeuerhilfe erlaubte, daß bei Maschinen sofort 80 Prozent und bei den Fabrikanlagen 20 Prozent abge- schrieben werden konnten. Die IG war auf diese Weise in der Lage, die großen Fabriken‘ in Auschwitz und Heide- breck zu ungefähr der Hälfte der Ent- stehungskosten zu amortisieren.“ (Dokument aus dem IG-Farben-Pro- zeß, Aussage von Schnitzler) (2) diese Experimente sind zu dem aus- drücklichen Zweck erfolgt, die Er- zeugnisse der IG zu erproben, (3) manche dieser Experimente sind von den Ärzten durchgeführt wor- den, die die IG mit der Aufgabe betraut hatte, die Wirksamkeit ihrer Medikamente zu erproben, (4) aus den von diesen Ärzten erstat- teten Berichten konnte entnommen werden, daß rechtswidrige Experi- menie vorgenommen worden Wwa- EL AROIE |(5) Medikamente sind von der IG un- mittelbar an Konzentrationslager. in solchen Mengen versandt wor- den, daß schon hieraus die Verwen- dung dieser Medikamente zu unzu- lässigen Zwecken"hätte gejolgert werden müssen.“ („Das Urteil im IG-Farben-Prozeß“, 0:0, O4S. 122) Ih herausgepreßt e Die in dreieinhalb Jahren in Auschwitz 178 ‚errichteten Anlagen wurden von der IG mit 330 Millionen ausgewiesen.(Ent- nommen aus Stellungnahme des Rechts- anwalts Ormond an die 3. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt/Main zu dem Termin am 19. März 1952 im Wollheim- Prozeß.) (s. Dokument Nr. 41) Aus zahlreichen IG-Betrieben waren Ex- perten nach Auschwitz entsandt worden. In der ersten Jahreshälfte 1944 waren es z.B.„84 Leute, die als Führungspersonal Aufstiegsmöglichkeiten erhalten“ sollten. (s. Dokumente Nr. 42 und 43) Zunächst rümpften die leitenden IG- Leute, die als Vorauskommando nach Auschwitz kamen, die Nase, als sie Auschwitz in Augenschein nahmen und fürchteten, auf ihren gewohnten Kom- fort verzichten zu müssen.„Auschwitz ist ein Drecknest“, hatte Faust zuerst telefonisch durchgegeben.(Eidesstatt- liche Erklärung Santo vom 3. Januar 1948, IG-Farben-Prozeß, Dokument OA 310, S. 23/25). Bald stellten sie aber fest, daß Auschwitz im Schatten des millio- nenfachen Mordes nicht nur dem Kon- zern hohe Profite versprach, sondern 65 \ Prseum m PrHnA- \ N NA | I| 1.0. Farbenindustrie Aktiengesellsohaft ?eohnisoho Kommission tochnisohe abteilungen der Haupt grupD® 111 Filmfabrik, Wolfen Ar. Bitterfel den 15. Märs 1944 RB/Ke. Niedorsohrift ommiseion 5 der Tooh h 2.1944 tz in Erankfurt/ Main. Anwosendi Direktor Jähne, Höchst(Voreite) Direktor Dr. Jauer, Leunawerke Direktor Dr. Einsler, Leverkusen Direktor Prof. Dr. Henoky, Bitterfeld Direktor Dr. Eysann, Iudeigshafe Direktor Biedenkopf, Sohkopau wolfen-Pilm Direktor Rieß, Direktor von der Bitterfeld. abweoendı Zuakt_). Handwerk, @rkerfragen. enerk CH chuie- wird die Toko a em TEA fol aus Be werden 84 ER genden Vorschlag Sala anderen].g,..y erhalten dei®, die als Führun erbreiten: erken en, 8®Ppersonal Aufst Stiegamy @lichkei ten ne su bleiben, ® Beschieht ohne n och{in Auschwitz bleiben. Ersatz, DOKUMENT Nr. 22 66 Boy, [ fPPTGESOZEERSRESURREENERSRERRREORAENTEFN RT TIFIF| 11.G. FARBENINDUSTRIE AKTIENGESELLSCHAFT IS WERK AUSCHWITZ O8. MDreIngsWältnor Dürrfeld, Nerrn Direktor Dr, E ynann Ic, Farbenindaustrie AC LufwigshaPen am Rhein, Bee wm ln ae AUSCHWITZ(tr. ku) OS PTR ERSEE Sehr verehrter Herr Dr. Eymam t ich danke Ihnen sehr für Ihre freundlichen Zeilen und freue mich selbs$ wohl am meisten darüber, die hohe Teko einnal in Auschwitz zu Besuch zu haden. Ich hoffe, dass mein Prosrarnentwurf Anklang gefunden hat. Badauern muss ich aber nacht Sabef. sein kann, in Auschwitz d Berlin zurück,> ü i 5 anlage wichtige sind. Wenn auch die Dispositionen von Nerrn Direktor Riessunabänderlich sind, so wird Nerr Direktor Riessvon Nerrn Obering. Faust bezw. von Herrn Otering. Heidedrock geführt werden, Ioh hoffe, dass Sie.und Kerr Direktor Riessmit dieser Läsung voll einverstanden sind, Inzwischen begrüsse ich Sie herzlichst. Heil Hitler: Ahr sehr ergebsner gez. Dr. DÜRRFELD Buykeren vVDsrang. Faus Dw/Herzn Obering. Heidebrock, Antwort= dreiiaeher Austertigung osor mn kopiert! vom Dyrenschisg erasien uni u Auraeıı Woisegarunses Cusltz 0. 6. Ruaptumgsaie Aossotz Circzzsın d10 a w, Aeeisbens Bir Mersaderg ir 108 01 uutocte Linterkamt- kirt üea Berka wu ı Perinsuset Gere BRRABNEIDLETRERRRNGEERTERRARDRRSERBERRRRDESNOGAGEHRRGHGRSEA0000202000000 Du/Hesen Direktor Riess Holfen,/| DOKUMENT Nr. 43 Auschwitz, den 12.1.1942 .G„Farbenindustri® Fst/G0» itiengssellachaft Werk Auschwitz Wochenbericht Nr. 31 und 32 ir die Zeit von ER 12.41-41.42» 22.-28.12.41 und 29 ...o erreicht, daß wir nun schon seit 2 Wochen die täglich einlaufenden Wag- gons ohne größere Schwierigkeiten entladen können. Im übrigen standen die Tage vor Weihnachten im Zeichen der Weihnachts- feiern. Im Saale des hiesigen Seraphitenklosters in der Krakauerstraße, er vom Bürgermeister für diesen Zweck gut instand gesetzt wurde, fand m 16.12. eine Feier für unsere etwa 300 Gefolgschaftsmitglieder und am 8.12. eine solche für die etwa 400 Gefolgschaftsmitglieder deutscher Firmen statt. Am 20.12. nahnen Vertreter der 1.G. an dem sehr feierlich und schließlich une verlaufenen Julfest der Waffen-SS und am 22.12. an der We Achtsfeier(mit Gänseessen)der städtischen Gefolg schaft teil. Selbstverständlich hatten ertreter von KL und Stadt zu unserer Gefolgschaftsfeier eingeladen. Den Heiligen Abend und Sylvester verlebten die hier gebliebenen Gefolg- schaftsmitglieder in kleineren Gruppen, die sich zusamnengefunden hatten > em DOKUMENT Nr. 44 68 auch eir möglich! Schon i Auschwi lich une laufener nachden „selbstvi tung zu mals„ei eingelad So beri der Kon Karrie Persona in persc den, Dü er nach Trotz.de auch ein eigenes angenehmes Leben er- möglichte. Schon im Dezember 1941 nahmen__die AuschwitzerTG-Vertreter am„sehr feier- lich und schließlich feuchtfröhlich ver- laufenen Julfest der Waffen-SS“ teil, nachdem sie ein paar Tage vorher „selbstverständlichk“ auch die KZ-Lei- tung zu einer Weihnachtsfeier ihrer da- mals„etwa 300 Gefolgschaftsmitglieder“ eingeladen hatten(s. Dokument Nr. 44). So berichteten sie am 12. Januar 1942 der Konzernzentrale und fügten im glei- Karriere über Leichenberge Personalakten zeigen, daß Erfolge auch in persönlicher Hinsicht verbucht wur- den. Dürrfelds Jahresgehalt betrug, als er nach Auschwitz kam, 20 500,— Mark. Trotz des Lohn- und Gehaltsstopps wurde chen Bericht hinzu, daß sie„hinter dem Judenfriedhof“ mit dem Bau eines Ba- rackenlagers begonnen hätten. Auch als in Leuna der 25. Jahrestag der Gründung der Leuna-Werke mit einer Aufsichtsratsitzung am 26. Mai 1941 ün- ter dem„Führerbild“ festlich begangen wurde, feierten sie Auschwitz als eine Quelle nie versiegenden Profits. Ambros, ter Meer, Schneider und. Bütefisch re- nommierten in einer Festzeitschrift, sie und ihr Auschwitzer Werk seien„nicht- rostend“; durchgesetzt, daß er neben den verschie- denen Sonderzuwendungen 3500,— Mark Zulage erhielt. Auch später, im Mai 1944, wurde sein Gehalt um weitere 3000,— und im Dezember auf 33 000,— Mark er- Ambros, ter Meer, Schneider(ehem. Hauptabwehr beauftragter von IG-Farben) und Bütefisch als Symbole der IG-Auschwitz 69 Ich bitte Sie um Ihr Finverständnis zu voretehender Regelung. a durchzy , Jedenfa Aeil Aitler! Kl: Sofort 1: Ich Wär, «92. Schneider. ‚dankbar | A BEIIIAEEREHURUIRARERLLLEISBRRBREKEEERSANSRRELDDT ILS ERRDHEINDN| no ı ij jur adbsohrifeı y N} N} a Dr. Christian Sohneider keuna Warke, 4. 15.8.1947 x Vorstandsmitglied Herrn 1er I.G.Ffarbenindustrie Aktiengesellschaft| pirektöi It Annonial An den' i i | I Leun Beichstreuhänder der Arbeit TRrs, 7 für das Wirtschaftsgebiet Mittelelbe Ä| s.Hs.des Herrn ABrigadeführer Glatzsel: x i Magdepaurg 1 Otto-won-Qusricke-Str. 27 li sl;| Lieber| Eh' h In Anla, | EN“ u Herr Dr Sehr geehrter Herr Beichstrwnnänder!! iR i hatten, Gl 7 IM Wenn de Eh N e9 gieh Bei Aen Einkommensregulierungsanträgen, die ich am d. Mai d.J. an fa| hp Sie abgesandt habe,{st leider der Prokurist Dr. YalterDürrcrtaLd E I zusätzı. vergessen worden, der inswischen ala leiter cu unserem in Ost- I: u" oberschlesien ia Bau vefindlichen Werk Auschwits Übergetretan List,’|; deasen Bezüge aber noch von Ianna aus zu regaln«ind. AR 1 Berr Dr. Dürrfela hat A1e augerordentliah sahwere Aufgabe, dien aufbeu”-[KÄN Kt dieses Yerkes in aie#ege cu leiten, und ist für uns sine ntbehr- HuH Sbezal liche Kraft. Er bezog bisher ein Qesanteinkommen von M ZI.SWYU- di;#enn Si, Iah beabsichtige, dieses Einkommen wegen ier besonderen[nanspruchnahae ER annehne, und in Anbetracht seiner neuen Stellung auf IM LUIFT- su arhöhen. DRM stinaun BERN DOKUMENT Nr. 45 70 DR. OTTO AMBROS MITGLIED DES VORSTANDES LUDWwIGSHArEN a. mu. den 25. Mai 1944 b Il ‚| am. RIE AKT LSCHart Verrapresiar 6400 .8.19428 | ll Herrn Direktör Dr. Christian Schneider Hl Ammoniakwerk Merseburg GmbH. Persönlich! Leuna-Werke rn (Krs. Merseburg) BI a Ken 6 AR n) ji M os In Anlagen übersende ich Ihnen 2 Aktennotizen über eine Besprechung, die Herr Dr. Dürrfeld und ich nit Herrn Präsidenten Dr. Ordemann in Kattowitz hatten. Wenn der Erlaß vom 9. Mai 1944 so ausgelegt werden muß, wie Herr, Dr. Ordemann es sieht, dann sehe ich als einzige Möglichkeit, daß wir gelegentlich mit Herrn Oberreg.Rat Dr. Knolle darüber sprechen, ob,wie im Falle Schkopau ‚eine zusätzliche Summe von RM 7 000.-- genehmigt wird, un unseren Herren Lieber Herr Dr. Schneider! Dr. Dürrfeld RM 3 000.-- Dr. Braus u 3 000.-- davon genehmigt RM 1 000.-- und Dr. Eisfeld s 3 000.--"“"1 000.-- ausbezahlen zu können, Nenn Sie aus der Kenntnis Ihrer persönlichen Verhandlungen mit Herrn Dr. Knolle annehmen, daß dieser Antrag keinen Erfolg hat, dann enpfehle ich in Überein- stimmung mit den Herren von Auschwitz den Vorschlag gemäß Anlage 2 Ende 1944 durchzuführen. Jedenfalls sollte man für Braus und Eisfeld wenigstens die genehmigten RM 1 000. sofort zur Auszahlung bringen und zwar mit dem gemäß Anlage 3 gewählten Passus. Ich wäre Ihnen für telefonische Rücksprache oder gelegentlich in Berlin sehr ‚dankbar. Ihr Anlagen: DOKUMENT Nr. 4 PEEBBENBESREERAIAEESREHGRERFRNRRUIEBREGERHANAGEUNERRENRRREIA ) 14. Dezemoar i 19443 _Abeehrift. Ludwigshafen s.#n., nite bro sllec Fr Verstandes aer 1.C.Farbenindustrie Aktiengesellscneit den Herrn Beicehstreuhänder der arbeit für Oberschlesien s.läd.v.Derrn Prasidenten Dr.Ürdeszann (Ja) Kat te wı t 2/ Ovderschlesien. Sehr geehrtar Herr rr4sicent' ureh das Entgegenkommen Ihrer Herren Über-Beg.HatDr Trotschke und Reg-Rat Iehwarser hatte 1eh die Gelegenheit, am 9.Dereuber 1944 die Pragso der Geheltsregelung für die leitenden dorren des Werkes Ausch- wits zu behandeln. Diose Ausspraehe lag ie Sınne Ihres Yorschlages vom 19.Mei 1944, wonaeh gegen Ende dee Jahrse der ven Ihnen gedachte Zah- lungsmodus per 1.1.1945 nechmala geprüft und dann festgelegt werden sollte, Bach Darleguang des besonderen Verhältnisse ron Ausenwitz erklarien sich Ihre herren vorbehaltlioh ‚Ihrer endgültigen Zustimmung mit folgender Begelung einverstanden: l.) Bei Dır.Dr.Dürrfeıd soll in Antetracht seiner besonderen Verdiıensie beim aufbau des Werkes Ausehmits, seiner führenden Stellung und ‚aud seiner erfolgreichen Tätigkeit im Kalımen der oberschiesıschen Indu- etrie die von Ihnen damals gedsonte 3teigeruug von RM 6000,- zur Ausführung kommen, Das Goaeateinkomaen würde sich demmsen von AN 27 000,- auf BM 33 000,- erhöhen. Bei den Berren Dir.Dr.Eisfelö una Dir.Dr.Breus als den fuhrenden Chenikern und damit fiir das eigentliche Gescheben dm» Werkes Ver- antwertlichen soll eine Bteigerung von Je RM 4 000,- erfolgen oo dad das Binkommen Dr.Bisfeld von Rh 21 800,-+ Ba 4000,- auf RM 25 800,- und V r.Braus von" 22 000,-»* 4000,- auf aM 26 900.- steigt. Ich bitte 3ie, mir Ihre freundliche Zusage zu diesen at. den Hes- ‚ren besproehonen Abmashungen geben ca wollen und schlage Ihnen vor daß Sie zur Vereinfachung Herrn Dir.Dr:Düurrfeld veauftragıen, mir 4p Ihrem Naner eine Beetätigung dureh Perpschreiper geben Lu lasser Es tut mir leid, daß ieh Sie infolge Ihrer ürkrenkung inTX UBP Bn8 Le STp"ywy Y.yanzed usıniea SU237TPUSEISnE IeqPn ETFayseN YFanNA ausserasdnz ayJıTH Inz «Tu 19 B68p’yorwm ArsuuTıe yOJ*’a@a JyszueßBure pI2) you HET2MITOI WIEPTEDI Uep uf SBep'yuoepısA Lap yone sun Tag PuBgedq 93’yTopuey uSyosusR UsJSTdLSA UoA KLEpTeDI ım yaTs 99 B8dp"uBseTa eITIeoyaduy HI Lepaf ay35Inu yosu JyoTsuy’.teuram ( eTsuTSTto sep 9 e2TaS.) *D,3uo0 ZIBS-IN’oN INMNDOR “3 wWByUSHedug SEpTsTg Osarp yore'rum DzUs9 sug00 werte uf Sop"TTLMEENT ZOUSTEA Osep'uomsuue eggoaom yor *207yenzI03uTLegun erp 1939108 -04 Fmzor3Jossny esorg*szopura pım 010133 TU 1au1sz Ira zuwazregum are ysopof Iunpusass, esejToR uazmp'pufe UopIoa g10Tazaseı eyudegneg sonz pım 310puosaFqe ory'TO3TOHImTeg LeITasUTrIuse NOT ze"q’® aayunsup'aan? ryTTogeduge usTIodägwg opuedToz us Wwpma SOpJoTy etz "uerun zung -30, 20yss jpuesteng ze’ry suoo pım Joyosjssgzuusz'seXseTITzg"Garn WSsoTyuOseduTsz Fu erTszuwoge uoTIay SsarTp UT OTP“eumyag*g’2 eswp'zuueg Bin wuresp Ur“garuzaıa9 uvwpsje wopma I0P Enstz eng ‚amausdtaaz zenud uye Zetewis van LemtaRTene N ago gmıoosma epsna zapzorz zasorp AmaddoT Anz aa Trae EEE Fnz ın Inz wIungseT uf pr om 9"092299 ı0prP1K 000 02 Unze ums ug ur pure zZ „gapsan warez 1agen WOTIV 200079 ana 107 arm 303 TH Bo-onzmagzea*2'3 pım eyıros -JOA*j°2 Y7WUOSITOJe, arqT wa ers ep'uommay na wegoauen uousg203869 SX a7 OA SOpTOTX sajandemy Sy woa® zaTagamur DI Op wuedag zwar"ET (ea20g erur2tzo ep 9 eaıeE) P3u00 2796-. IN"ON EMDMOOL DOKUMENT Nr.50 75 höht. Eisfeld und Brausberögen zu dieser Zeit 25 800,— und 26 000,- Mark. (siehe Dokumente Nr. 45—47) Von Dürrfeld liegt ein Brief vom 30. Juni 1943 vor, in dem er den„Gauleiter des Gaues Oberschlesien der NSDAP, PG Fritz Bracht“, bat,„den leitenden Herren des Werkes, also außer mir insbesondere Herrn Dr. Bisfeld“, ein oder zwei Jagdreviere zuzuteilen, um die nicht sehr reizvolle Hasenjagd„auf dem z. Zt. noch verbliebenen jagdbaren Teil unse- res werksgeländes“ duıch eine„Wasser- = jagd und eine entsprechende Rehwild- jagd”“ zu eıgänzen. (s. Dokument Nr. 48) Die„Gefälligkeiteh“, die sich leitende IG-Kräfte von der SS des KZ Auschwitz erweisen ließen, trugen in einigen Fäl- len den Stempel gemeinster Leichen- fledderei. Sie ließen sich z.B. von der Lagerleitung 100 Pelzmäntel liefern, die jüdischen Menschen vom Leibe gezogen worden waren, ehe sie in das IG-Farben- Gas gestoßen wurden. (s. Dokumente Nr. 49 und 50) "Von Anl 1° herrscha; Stützen( ihn, half | bereiten mit der - Bereits i I die IG-F 1 ziell unt 1 v. Schni 1 kosten“ 400 000,- (Richard 3.87) Die IG t in diese, Sichtsrat und He Wirtsch: Verfügu „Notver 1 Mus der I Direktic L IG-Fark Iigner.- sen V Schmitz Im Febı Vermitt M zur („Das 0,% ehwild- leitende Ischwitz en Fäl- ‚eichen- von der ern, die gezopen Farben- u a ie Ars 2.1.G.FARBEN- WEGBEREITER VON FASCHISMUS UND KRIEG Von Anbeginn der nazistischen Gewalt- herrschaft zählte die IG-Farben zu den Stützen des Nazi-Staates. Sie finanzierte ihn, half aktiv, Hitlers Raubkrieg vorzu- bereiten und verschmolz in den Spitzen mit der faschistischen Gewaltherrschaft. Bereits in der Weimarer Republik hatte die IG-Farben alle Rechtsparteien finan- ziell unterstützt. Das Vorstandsmitglied v. Schnitzler schätzte später die„Un- kosten“ für jede Reichstagswahl auf 400 000,— RM. (Richard Sasuly, IG-Farben, Berlin 1952, S. 87) Die IG beeinflußte die Regierungspolitik in dieser Zeit maßgeblich über ihre Auf- sichtsratsmitglieder Paul Moldenhauer und Hermann Warmbold, die sie als Wirtschafts- und Finanzminister zuf Verfügung stellte. Die berüchtigten „Notverordnungen“, die dem Faschis- mus den Weg bereiteten, entstanden im Direktionsbüro von Hermann Schmitz. IG-Farben nahm relativ früh durch Max Iigner— einem Verwandten des damali- gen Vorstandsvorsitzenden Hermann Schmitz— Fühlung mit der NSDAP auf. Im Februar 1933 stellte sie Hitler durch Vermittlung von Schnitzlers 400 000,— RM zur Verfügung. („Das Urteil im 1IG-Farben-Prozeß“ a.a. O., S. 45) Von nun an flossen die Gelder konti- nuierlich. Sie stiegen an, wenn die IG- Farben mit der Politik des Hitler-Staa- tes ganz besonders zufrieden war— etwa nach der Annexion des„Sudetengebie- tes“— als Schmitz an Hitler telegrafierte: Himmler- 1.G.Farben& Co Außerdem unterstützte die IG-Farben unmittelbar die SS über den„Freundes- kreis des Reichsführers SS“. Damit er- „30. September 1938 An den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler Berlin Unter dem Eindruck der von Ihnen, mein Führer, erreichten Heimkehr Sudetendeutschlands ins Reich stellt Ihnen die IG-Farbenindustrie Aktien- gesellschaft zur Verwendung für das sudetendeutsche Gebiet einen Betrag von einer halben Million Reichsmark zur Verfügung. Hermann Schmitz.“ (IG-Farben-Prozeß, Dokument NO NI- 2795) Insgesamt waren es nachweisbar 84 200 353,— RM, die unmittelbar die Konzernzentrale Hitlers Terrorapparat zufließen ließ, eine Summe, die sich wie folgt verteilte: 1933 3 584 070,— RM 1934 4 020 205,— RM 1935 4 515 039,— DM 1936 4 960 636,— RM 1937 5 467 626,— RM 1938 8 156 315,— RM 1939 7539 857,— RM 1940 7471 620,— RM 1941 8 057 982,— RM —— 1942 13436 201,— RM 1943 8588 650,— RM 1944 8402 152,— RM (Dokument Maurer-Prozeß, Teil I, Band II, Bl. 69/71) Dies waren lediglich die„Spenden“ der Dachgesellschaft. Sie enthielten nicht die von den Tochtergesellschaften zur Verfügung gestellten Beträge. reichte sie andererseits eine enge Zu- sammenarbeit bei der Realisierung ihrer Projekte. Der Zweck dieses„Freundes- 77 kreises“. bestand darin,„Spenden“ zur Diese exklusive Vereinigung bestand persönlichen Verwendung Himmlers aus etwa 30 führenden Vertretern der einzutreiben. Dieser erklärte in einem Monopole, unter ihnen Friedrich Flick, Schreiben vom 30. Dezember 1937, daß der heutige Bundesbankpräsident Karl diese Mittel verwandt würden, um„dem Blessing und der Bankier Kurt v. Schrö- uns in der SS gesteckten Ziele zu einem der sowie einige hohe SS-Führer wie wesentlichen Teil näherzukommen.“ Karl Wolff, Otto Ohlendorf und Oswald Pohl. Ne Dakamenı: um sn Pohl sagte vor dem Nürnberger Tribur nal aus: Die IG-Farben war durch ihr Vorstands- mitglied Heinrich Bütefisch im„Freun- deskreis“ vertreten. Bütefisch traf mit Himmler nicht nur auf den Veranstal- tungen des„Freundeskreises“ zusam- men, sondern besuchte ihn auch in sei- nem Hauptquartier. (IG-Farben-Prozeß, Dokument Büte- fisch, Bl. 8916, 10. März 1948) Himmler erhielt in den Jahren 1941 bis 1943 jährlich 100 000,— RM, die durch Bütefisch und Schmitz übermittelt wur- den. „Daß jemals eine Einladung zur Mit- gliedschaft abgelehnt worden wäre, ist unwahrscheinlich, und ich habe auch von keiner erfahren, da 7 | | strielle sich eher zur Aufnahme in den Freundeskreis drängten in An- betracht der Vorteile, die sie sich im- merhin davon versprachen, daß sie in| persönliche Beziehungen zu Himmler und anderen maßgeblichen Leuten der I Partei sowie der Wirtschaft treten würden.“ (Aussage Pohl, IG-Farben-Prozeß, Dokument NO NI 399) 1.G.Farben und Staatsapparat verschmolzen Auf Initiative Ilgners wurde 1933 ein sogenannter„F-Kreis“ geschaffen, um auch Hitlers Propaganda-Apparat im Sinne der IG-Farben zu lenken. In ihm arbeiteten Industrielle— seitens der IG- Farben Max Ilgner, Ernst Fischer und Heinrich Gattineau— mit Goebbels und dessen Staatssekretär Werner Naumann zusammen. Gattineau sagte unter Eid aus: „Durch Dr. Ilgners Initiative wurde zu Beginn 1933 der Wirtschaftsführer- kreis, der eng mit dem Propaganda- ministerium zusammenarbeitete(so- genannter F-Kreis), geschaffen. Dieser Kreis bestand aus Vertretern der In- dustrie, unter anderem Herrn von Winterfeld(Siemens), Dr.Hahn (Mitteleuropäischer Wirtschaftstag und westliche Schwerindustrie), O. C. Fischer, Dr. Ilgner und wir für IG-Farben. Diese Organisationen setz- ten es sich zur Aufgabe, im Zusam- menhang mit dem Propagandamini- sterium die Ereignisse in Deutschland, die für den deutschen Ruf im Ausland ungünstig waren, abzuschwächen und dafür zu sorgen, daß die Verhältnisse des ‚Neuen Deutschland‘ im Ausland 78 in besseres Licht gesetzt würden. Es war auch die Aufgabe des Wirtschafts- führerkreises, ungeschickte Aktionen des Propagandaministeriums zu ver- hindern und durch geeignetere zu er- setzen. Der Wirtschaftsführerkreis war dazu in der Lage, da seine Mitglieder die ausländischen Verhältnisse gut kannten, gute Verbindungen im Aus- land hatten und auf die Mentalität der betreffenden Länder eingestellt wa- ren. Die Exportpolitik war durch den Lauf der Ereignisse in Deutschland sehr gestört worden, und die Vertre- ter der Industrie wollten nun daran- gehen, dieser ungünstigen Entwick- lung durch entsprechende Propaganda entgegenzuarbeiten. Man versuchte, die Aufmerksamkeit von den politi- schen Fragen auf kulturelle abzulen- ken. Im Propagandaministerium war diese Entwicklung sehr erwünscht, da dadurch die Verbindungen, welche die Industrie im Auslande hatte, für seine Zwecke benützt werden, konnten. Außerdem war es günstig, Leute zu benutzen, die nicht als bezahlte Pro- pagandisten abgestempelt waren. Diese Bi| Propagandatätigkeit wurde nicht vom| al 4 g bestand| tetern der I rich Flick, I ident Karl t v. Schrö- ührer wie nd Oswald U ger Tribu-|„iederschrift 22-222_.2222229_783_ Saul männischen Ausschusses =S_-=._2eptenber_1937,_vorn.9.30_Uhr, g zur Mit- den wäre, ich habe ‚ da Indu- nahme in Ü Anwesend die Herren: en in Au-Ü ie sich im- daß sie in , Himmler Leuten der aft treten s o [=] u o Vorsitzender, 1-Prozeß, BRrUEcpHrp- stebseEnem eoPHrBnBS»nDO .».NH0-900- 5© r-Andreae, „ sookexHmm ” [.] >) k-Feahle, Protokollführer, ausserdem zeitweise: Herr Geh.Ratt Schmitz und vürden. ES Yirtschafts- D. A. G., Wien. Aktionen D N ns zu ver li IM! Ai | I) orkreis war Mitglieder DT nes ar unchasulsien sie[IT Herr Gen.Dir. Phi 1lı PP. t der Wirtschafts olitischen Anteil® e Frage der Zusamm 1 im A| 14) Zusammenarbeit mi a mar zahlreicher werdenden ntalität der E Mit Rücksicht au ahresplanes, der Aufrüstung, ostellt We FI e auf dem Gebiet des Mia int es unerlässlich, dass u Hi 1 Bahn der Devisenlag®e RPERN Sa oraahinken oder Ver- nd des Exp’ bei allen Jgutschlan 1en der I.G- ischen Instanzen :, Vertre- amtliche Stelle änden und politis die Vertre Mi säm örden, Verbän bteilung num dan| handlungen mit Br no: Wirtschaftspolitischer 5 zu allen ich- WI dung e der I.Gb. u| engste RER einheitliche Sa ed backe wird es >rop| halten, UM len. Dr. von versue| diesen Fragen giBreE zu berichten. In diesem Zusammen den PC übernehmen, Ilenlävar 0, 57, enarbeit zwischen der n| BE wird auch di lung und der Vermittlungsstelle erben u r naftspolitischen Abte ein de viruscha i| welche* U Wipnörtart 4b: ah ir se|} e, konnte|| ! Leute zu| /ahlte ‚ren DM DOKUMENT Nr. 51 HAB Krk SH: ” 8% N “El;$ h i A RL.|; je 3 Kl 3% \ Geheim! u. 20. Kai 1941 vah/be ! | je) are TEY Sifzungsbericht des h in Frankfurt/M. am 2, A ı betr. Zusammenarbeit zwischen Abw.I Wi und sure I. Einführung Dr, Schneider II. Referat Major Dr.Bloch III. Referat Dr.von der Heyde IV. Aussprache, Nach Eröffnung der Tagung durch Dr. Schneider dankte Major Dr.Bloch im Namen der Herren Admiral Canaris und Oberst Piekenbrock für die von der I,G, bisher ge= ‘leistete wertvolle Mitarbeit und Unterstützung im Auslands» nachrichtendienst auf wehrwirtschaftliohem und wirtschaft. lichem Gebiet. Major Dr.Bloch wios ausserdem auf die heute und in der nächsten Zeit aktuellen Problome auf diesem Gebiet hin und bat in dieser Richtung weiterhin um die Unterstützung der 1.0. Er erwähnte als vordringlioh die Bearbeitung folgen- der Länder: Brit.Enpire, U3A., VASaR. Dr.von der Heyde führte in Seinen Referat im einzelnen aus, in welolier Weise die Nitarbsit der I.G, bisher stattgofunden hat und wio auf Grund der dabei gewonnenen Erfahrungen die zukünftige Arbeit Systematisob und zweck- mässig gestsltet worden sollte, Er betonte, dass der Haupt» aweck der Tagung darin bestehe, sich über eine möglichst rationelle und swecknässige Durchführung einer SyStematischen Zusammenarbeit auf lange Sioh$ klar zu werden, Er seigte auf, wesholb es gerade jetst in Kriogo notwendig sei, eine solche Zukunftsaufgabe zu intensivieren, und unterstrioh, dass die Mtarbeit der 1,0,- wie überhaupt der deutschen Wirtschaft- Bil keinesfalls mit Kriegeschluss beendet sein darf, sondern dass N '| NUN| N r HIILUIRUNERRERUNERDNERORRUNBEOLEROGEnORennann0nn nun| Geheim) kxeapi» ah Ef Neralttlungsstelle/ Allgenein. Berlin, 23.06.35 hi anlusslich einer Besprechung über die von Herrn Oberst Chomss eingerichtete Stelle zur erüfung von Patent- und Vertrags- £ragen wurde auch über die weitere fntwioklung auf wehrwirtschaft- lichen Gebiet gesprochen. 3) Es werden 1» A-fFall 2 grosse Spitzen der Organisation bestehen. e@) wirtschaftlicher Generalstab(Chef Oberst Thomas), Er wird binnen kurzen diesen Titel erhalten. 6 Acichswirtschaftsministeriums(Chef Herr 'd) Führungsstab de inisterial- Wohltat) ait der angepchlousenen Abteilung des M rats Godlewoki usw. Es int beabsichtigt, die Fuhrung in den grossen bereits ein« heitliob susanmengc[austen Industriegruppen dor Industrie zu e belassen. Im Falle dor L.G. denkt sich Herr Oberst Thomas die“ Lösung so,dase derr Dr. krauch diejenige Spitze ist, an der der wirtsohaftliche Generalsteb im A-Falle seine Forderungen JE| ustundig für die Verhandlungen bezüglich der Produk- tionsregelung ähnlicher Fragen wird meist das RWiM(Abt Godlewski) sein. Massgebend für dic Höhe der Re una fi die Anforderungen ist dagegen stetu das REN (Abt. Thomas). Es wird also für alle Fragen der Produkti stets zu einer genelnsauen Verhandlung 1.G. RKM# kommen. ie ‚# Norrn Dir. Dr.krauch. NUNG DOKUMENT Nr. 53 Propagandaministerium, sondern von den Firmen der betrefjenden Referen- ten finanziert.“ (IG-Farben-Prozeß, Dokument NO NI 4833) Mit den Millionen, die die IG-Farben in den Hitler-Staat investierte, erkaufte sie sich Zugang zu den entscheidenden staatlichen Institutionen. Ihre Berliner Zentrale, schlicht„Büro Berlin NW Zn genannt, war bereits 1927 geschaffen worden mit der Bestimmung, die Wünsche des Konzerns bei den amt- lichen Stellen durchzusetzen. Dieses Büro entwickelte sich zur best- organisierten Spionagezentrale Europas. Sie wurde von Max Ilgner geleitet und war eng verbunden mit der„Volkswirt- schaftlichen Abteilung“(s. Dokument Nr. 51), der zeitweise Heinrich Gattineau vorstand, und mit der„Statistischen Ab- teilung“, deren Leiter Anton Reithinger war. In alle Länder, in denen der Konzern Zweigunternehmen besaß, schickte das „Büro NW 7“ seine Leute. In zahlreichen Ländern wurden durch Strohmänner getarnte Spionagefirmen gegründet. „NW 7“ war eng mit dem faschistischen Spionageapparat und dessen„5. Kolonne“ verbunden. (s. Dokument Nr. 52) Um sich einen Löwenanteil an den Rü- stungsprofiten zu sichern, wurde An- fang 1935 eine eigene IG-„Vermittlungs- stelle„W(ehrmacht)“ gegründet, Sie hatte die Aufgabe, mit dem„Wehrwirt- schaftsstab beim OKW“(genannt„WWi“) die wirtschaftlichen Kriegsvorbereitun- gen zu treffen, Mobilmachungspläne vor- zubereiten und dabei die Entscheidungs- freiheit der IG-Farben zu sichern. In einem Brief der„Vermittlungsstelle W“ vom 7, Januar 1935 heißt es: „Die organisatorischen Arbeiten in der IG wurden erörtert, wobei vom WWi aus mehrfach darauf hingewie- sen wurde, daß die großen Konzerne in ihren Beschlüssen selbständig blei- ben sollen, d. h. sich unsere Vorarbei- ten völlig konform mit den Gedanken- gängen von WWi bewegen. Im Mob- Falle wird das Wehrwirtschaftsamt in Berlin bleiben, und es ist daher. zweckmäßig, wenn die entsprechende IG-Stelle bzw. die Zentralstellen der IG in Berlin oder in der Nähe von Berlin greifbar sind.. 82 Die Mob-Planungsarbeiten wurden besprochen und.noch ‚einmal festge- stellt, daß sich unsere ‚Mob-Plan-Vor- arbeiten‘ durchaus im Sinne von WWi bewegen.“' Das mit den IG-Farben und andere Rüstunsgkonzernen verflochtene„Wehr- wirtschaftsamt“ des OKW entwickelte sich zu einem regelrechten„General- stab“.(s. Dokument Nr. 53) Carl Krauch, Vorsitzender des Aufsichts- rates des IG-Konzerns, ließ sich, um Konzernentscheidungen in unmittelbare staatliche Direktiven umzumünzen, in hohe Staatsstellen einbauen. Darüber besagen die Unterlagen des Nürnberger IG-Farben-Prozesses: „Im April 1936 wurde ihm die Leitung der Forschungs- und Entwicklungsab- teilung für Rohstoffe und Devisen in Görings Stab übertragen; im Oktober 1936 übernahm er die Leitung der Forschungs- und Entwicklungsabtei- lung beim Amt für Deutsche Roh- und Werkstoffe im Vierjahresplan; vom Juli 1938 bis 1945 Generalbevollmäch- tigter für Sonderfragen der chemi- schen Erzeugung; seit Dezember 1939 Leiter des Reichsamtes für Wirtschafts- ausbau im Vierjahresplan; von 1938 bis 1945 Wehrwirtschaftsführer; Mit- glied des Direktoriums des Reichs- forschungsrates“. i („Das Urteil im IG-Farben-Prozeß“, 0.0, 0, 8.415) Die Schlüsselstellung der IG-Farben im„Reichsamt für Wirtschaftsausbau“ (RWA) wurde benutzt, um zahlreiche IG-Vertreter in staatliche Stellen„ab- zukommandieren“, In den Geschäfts- unterlagen des Konzerns wurde das „Reichsamt“ als Abteilung der IG-Far- ben geführt. Ambros,„Betriebsführer“ von Ausch- witz, wurde z. B. Sonderberater für For- schung und Entwicklung beim„Beauf- tragten für den Vierjahresplan“, Göring, Leiter des Sonderausschusses für che- mische Kampfmittel und des Hauptaus- schusses Pulver und Sprengstoffe beim Rüstungsamt. („Das Urteil im IG-Farben-Prozeß“, a. a. O., S. 10) SS-Obersturmbannführer Bütefisch und Wurster fungierten als„Mitarbeiter“ des Generalbevollmächtigten für chemische Erzeugung, Carl Krauch, im Stabe Gö- rings zeß, a, Bckell v lelteten rings. Die pers Farben apparat anschau den Sta halt hat für die Wirtsch: für den folgend ziert: „Herr pelste des R IG.- Bereit Zahlreic IG-Fart Rrlegsb tion vor (82, B.| Im geh niak-W. heißt e: „Die Krieg lange Men, ı (Zent 1381. Die IG über q Schen FR formier Vember „Priede „Die Br red geset; ried Sicht Schen Stun Inn Win) (Zitie ie irden stge- -Vor- WWwi deren Nehr- ckelte neral- ichts- , um bare n, in ‚rüber jyerger situng ıgsab- sen in ktober g der ‚obtei- - und vom- mäch- -hemi- r 1939 hafts- , 1938 + Mit- rings(„Das Urteil im IG-Farben-Pro- zeß" 3,4:0,8,1l und 19). Eckell und Ritter, zwei IG-Prokuristen, leiteten Unterabteilungen im Stabe Gö- rings. Die personelle Verflechtung zwischen IG- Farben und dem faschistischen Staats- apparat wird durch ein Dokument ver- anschaulicht, das Feststellungen über den Status der Doppelstellung zum In- halt hat. Darin wurde beispielsweise der für die IG-Farben im Reichsamt für Wirtschaftsausbau tätige Sachbearbeiter für den Arbeitseinsatz, Alfred Ling, mit folgender Klausel in dieses Amt lan- ziert: „Herr Ling habe also dann eine Dop- pelstellung— einmal sei er Vertreter des Reichsamtes und zum anderen der IG.— Er werde deshalb als Angestell- Bereits 1935 den totalen Krieg Zahlreiche Dokumente beweisen, daß die IG-Farben-Betriebe schon lange vor Kriegsbeginn auf die Rüstungsproduk- tien vorbereitet worden waren. (s, z. B. Dokument Nr, 54) Im geheimen Jahresbericht des Amo- niak-Werkes Merseburg, Leuna, von 1939 heißt es im gleichen Zusammenhang: „Die Umstellung auf die vorgesehene Kriegsproduktion ging, dank der von langer Hand vorbereiteten Maßnah- men, glatt und reibungslos vonstatten.“ (Zentrales Werksarchiv Leuna, 1381— 3a/1) Die IG-Farben war selbstverständlich über die Hintergründe der demagogi- schen Friedensbeteuerungen Hitlers in- formiert. Hitler bestätigte am 10, No- vember 1938 selbst den Charakter der „Friedensliebe“ des Faschismus: „Die Umstände haben mich gezwun- gen, jahrzehntelang fast nur vom Frieden zu reden. Nur unter der fort- gesetzten Betonung des deutschen Friedenswillens und der Friedensab- sichten war es mir möglich, dem deut- schen Volk Stück für Stück die Rü- stung zu geben, die immer wieder für den nächsten Schritt als Voraussetzung notwendig war.“ (Zitiert in Gisela Kahl„Zu den Kriegsvorbereitungen und der Kriegs- ter des Leuna-Werkes künftig ge- führt,“ (Dokument Aktenvermerk 1. Novem- ber 1940 Rechts- und Sozialabteilung, Bl. 277, Betriebsarchiv Buna) Das sind nur einige Beispiele. Die IG- Farben entsandte in verschiedene Nazi- Dienststellen Dutzende ihrer Vertreter, die Angestellte des Konzerns blieben. So saßen u.a. im Goebbels-Ministerium ihre Vertrauensleute. Mit mehreren Hitler-Generalen schloß sie Verträge. Diese Tatsachen zeigen, daß der„staat- liche Zwang“ auf dem Sektor der chemi- schen Rüstungsindustrie vom IG-Farben- Konzern ausging. Die Konzernbeschlüsse erhielten im Hitler-Staat Gesetzeskraft und wurden mit den drakonischen Mit- teln der faschistischen Diktatur ver- wirklicht, vorbereitet durchführung desIG-Farben-Konzerns in zwei Weltkriegen“, S. 1/2) Die Führungsgremien der IG-Farben kannten nicht nur wichtige Termine der Kriegsvorbereitung und der späteren Überfälle auf andere Länder, sondern bestimmten sie mit, Eine Fülle von Do- kumenten, von denen nur ein kleiner Teil wiedergegeben werden kann, über- führt die IG-Farben: Schon am 12. März 1935 informierte die„Vermittlungsstelle W(ehrmacht)“ der IG die Direktoren darüber, daß die„Vorbereitung der In- dustrie für den Krieg... eine erheb- liche Verstärkung erfahren“ würde. Da- zu wurden Vorstellungen der Direkto- ren angefordert. (s, Dokument Nr, 55) Die Direktoren der einzelnen IG-Betriebe reichten daraufhin ihre Vorschläge ein. Die IG-Direktoren in Bitterfeld z.B. verlangten außer staatlichen Maßnah- men zur Aufrechterhaltung der Produk- tion feste Absatz- und Preisgarantien und eine totale Kriegsführung, „die den letzten Mann und die letzte Frau in die Kriegsmaschine einspannt.“ In dem Dokument„Antworten auf die Fragen an den Rüstungsbeirat“ vom März 1935 heißt es aus der IG-Farben- Zentrale: | | | DOKUMENT Nr.54 \ Wolfen, den 20.Desember 1939 ,, 7 7 Dr.Mey/Sn. Geheim c Wirtschaftlieher Lageberieht ür die Pilmfabrik Wolfen der 1.0.Parbeninüustrie A.0. - Fa- 68160 J An Allgemeine Geschäftslage und Absatz Die antlicherseits an die Filnfobrik Wolfen gestellten Anforderan- gen und die allgemeine Geschäftelage gewährleisteten seit Beginn des Krieges bis zum heutigen Tage unter Aufreohterhaltung des vollen Praduktionsumfengee den laufenden Absats der Erzeugung» Der in den letsten Jahren voıgenomnen® Ausbau der Fabrikations- anlagen für Herstellung von Zellwolle und Zellstoff auf Basis deutschen Buohenholses diente bereits im Rahnen des Vierjahres- planes der Sioherstellung der Autarkie der deutschen Wirtschaft. Auf den Gebiete der Photoherstellung hat sich, bedingt duroh die eingetretenen£reignisse, eine Umlagerung in der Weise vollsogen, dass die unaittelber und mittelbar xkriegswiohtigen Erseugniss® einen starken Anstieg zu verzeiohnen haten, bier ist insbesondere die Herstellung von Fliegerfilm, Böntgenfile, Klarsoheiben für Gasmasken usw. zu erwähnen, gleichzeitig let aber such auf Ver» anlassung des Reichepropegandeninisteriuns die Berstellung von Kine» und Schmalfilm gans bedeutend gesteigert worden. Der Expor“ der Photoerzeugnisse spielt nach wie vor eine wesentliche Rolle: an die Stelle der in Fortfall gekommenen Ausfuhr in das feindli- one Ausland trat ein z.T. erheblich verstärkter Export en die neutralen Staaten. Durchführung des Mob-Programns®! Die Vorbereitungen für die Umstellung der Friedensfertigung auf das Mob-Programm waren bereits in Zusammenarbeit nit den zustäm- digen Reichsetellen seit mehreren Jahren betrieben worden, 50 dass die weisungsgemäss vom 4.September 1939 ab erfolgte Durohführung der Mob-Febrikation ohne besondere Schwierigkeiten vollsoxen werden konnte. Soweit sich febrikatorison Ergänzungen im Mob- Programm notwendig machten sind diese suständigen Orts beantragt oder auch beroits genehmigt. ” f H I/} i ‘ ' i E i E Be 1 | " N Es 4 Kriegserf. ER ahrungen für eine& A-Fall die zentr 11 inen künftigen a e tra sierto o: der die dezentralisierte Bewirtschaftun| zw- aässiger. Vorschläge erbeten. en DOKUMENT KNe.55 fr Petr KH-Anllr h Berlin, 12./15. März 1935. Rehrwirtschaft. pe De® A des R.W.M. unter Anschluss des R.L.B. zur Vorbereitung der Industrie für den Krieg wird mit dem 1 April eine erhebliche Verstärkung erfahren Es wird für! erforderlich gehalten, diese Organisation durch Militari-: sierung der führenden Organe 4n den Betrieben selbst(Wirt- i schafte-Reserve-Offiziere) fest zu verankern. Stellungnahme EN| INN] 4 rd seitens der Wirtschaft die Tat waoh: igkeit der Über- ungsetellen bezügl | üglich der Organi a taupt sation der Bewirtschaf- B eilt, Erscheint auf Grund der b i i isherigen und der i "ueqej.14eg TSuTezure® uep uf ue3zeus@Pet®g Ip Iuntjezurg ep sauFrcusreg € "zqoryog-"qom Iep Aumzungurg|"2 ‘ueTlo® uepsea 1USPIqEFIeIUm EOXIeg sep i- suwg ep ur ep'zoperth[wsjjuyoeFereg"1 JegoeJe[eg erp Um oTyezeg-"gom ep«audenv(Q ınJ AunejeausierzLrund+z100SWW II ae saaLııeg efP us ofuezeg-"aom ıep eauisur(* pun-uy m3(enqfumg) eanz uepueziaueg N\ a 08 ı0p equdug’IZunrezurssusryog SAL az- aof7xmpo 1daueperzg ep Ammlersun Juz otgejegq ip eaudıne ı(uedrımeen ns ıeq@dstuszeg uep ww 307 asısı7301[ sep Zuwzdug op) eTTeruepiqueg ue3Tpugsenz sep ETUszJeg uepuegoerdszue saure zTwUg youu zepo ZUMysVETFgom USUTeTedTLI® Iep Junuseajuuuzeg gowu nd pang, 216 UROUITZE SAUIIHTURAPANG, a ER ame\ Us agssı[eseJuo 77 erszonpugueqssg’p’I mt 23qu2103-"gouz Anıauag M21191128 um wrzbnejtuns v4 Inuyeammırg 1202 Sunsgsasgien „wigpitpfarg”-ıe Fuause sojagHlog 124"woeıwjise ımm var DIIL 2 2002 202 1auı2 m elamugbensıD nn wr2gn DOKUMENT Nr. 56 Saxenpl. ; ‚ab w ai j2 K: 1.6. INTERN. Berlin, 17.12.35 Betr. Weitere Entwicklung der wehrwirtschaftlichen Organisation ER, in den I.G.Werken. i 'Betriebstaktische Planspiele. Zusammenarbeit nit den Werk- ; luftschutz. Nutzbarmachung der Arbeiten für den Katastrophen- schutz in normaler Zeit. In den I.G.Werken ist der Kreis der nit den wehrwirtschaftlichen| . Dingen befassten Persönlichkeiten Zestgelegt- Betriebsführer und Stellvertreter sowie ein geeignet zusammengesetzter Stab sind die Führer der gesanten wehrwirtschaftlichen Arbeiten im Werk. om jetst im einzelnen das Erzeugungsprograma für den A-Fall für die Werke festgeleet wird(vorerst meist nur in gronsen Zügen möglich)»| ist es an der Zeit, dass dieser Führerkreis in den Werken sich i gedanklich auf die im Kriegsfall eintretenden Aufgaben vorbereitet. Hierzu wird e8 zweokmässig sein,"betriebstaktische planspiele" durchzuführen, d. bh. die an sich in normaler Zeit üblichen Über- legungen vezüglich Produktionssicherung» Verschiebung und Umstel- lung innerhalb des Werkes auf die besonderen Verhältnisse des i Kriegsfalles gedanklich auszudehnen» Vorarbeiten in dieser Richtung bedeuten die Arbeiten des Werkluft- schutzes, der gie nein technischen SahutzaanenahR für den Fall eines iuftungriffes führt und auch bei den Luftsohutzplanspielen bereite mit den verschiedensten störungsuöglichkeiten in den ein- selnen Betriebsteilen reohnet. pie Organisation des Werkluft- schutzes ist in entsprechender Weise auszunutzen und es wird zweck- müssig sein, den Werkluftsohutzleiter zu den betriebstaktischen Planspielen heranzuziehen vdezw. dies® von ihm mit vorbereiten zu lassen.» Ein yeizgenstektäsghen Blenszieh- würde folgendermassen vor sich gehen: Es wird eine bestinnte groduktionshöhe der verschiedenen Produkte angenommen(suf Grund der vorher durchgeführten Planungen) Es wird die Wichtigkeit der produktion fontgesetst, d- h. die Teile BT 1111111| DOKUMENT Nr. 57 z. 32078 3yorT3de 3004 aıp Koanp goyıSnzueam z2po u1aJ37108 yortugased PesnTuog 9Tp Aoysp wann epuanreusseny Lac*uareg IWazIe1? 193911 -184 uep ıNJ USECHD WOFRTIeJUN FDueıyenagnzne usdsTIuTesuos uep uJ"uusx uepuj) Jy99XTı2 UOT® ı939.2I04 Iep er7@WıasıraqıY op uos usqTaTquieg ueyartzınıd T°qa asup*"usıyBaeanzynn 239UBIo =-33 09 FrTpurze bure uszeLIaTumsIT2qa1y°TI® STMoe TsI2Tusı1T0q4 -ıy uspueuage IJumänzus|, mz wıapaı1t24 Fus2ı7WU08FT0o79H uap@TIY Fzanıdestsgıy Jop Fımu,° or "uaP192nZzI0oA UIeUIIQIe uep Fwmı2pio)jnY auyo pım udayny nz yoıe Taq Eı2j° s1emeng -U9mIT5 Usıy)"ıs2uorıJdlea pui® ıapartFrrus27BuU0eF10F3H@TIYV "usTTs1enunz -STIe2geTBuosıa, Jap YoTTnzJanum(JaLIE usuagaT.ıyosa?ura qaımp "Taa9)"UesSBLIsR Sum>[p'USTIE UA puTE aeTamenBuautTd ara m ne SsTorensuauatg*€ -usFTojıs(9?110yeFuy yomp"T3A9) Fumıiasıjr eıR UDsTuozaTsı Senn 08 yartFow ıyam ıyoıu gEIı® -S212qIV 42p uw wayondujz wep IOn uspusJJ21j3gq sap uaufauos -i3 Sup 36]"UaLTeINnzıTE($goG:"Ta] sowuteu uLıan)?unt r23a® -g0R jep pm 4oyTaTeFwmT,a2ay mautTes 310708 Half 38y'77RuU18 Bunisıolssustg YalıaTz m2 10po euaay umz Zumpnıaqurg sur> tom Fımznısaurz, ısq zunptswgay'2 -uspIam I3ITpP21.J® uspueqta1axon.ımz ap zussUfg uagNIBIEISA UOomP uepurjeun UsTI® saaun ussenn ı2peT1Nı tus FeuocPToJsg uspuassel.en sum Zunyoum 2 ale Dee Me er *Us1U9DE0 n9 FUAICQUa118 PUIS ETTBILAIEN us? -I1ra0n dep e210JUT PP"uayTaqıay aıp"usınzıe nz ın? pım(OeHL wequFzmy usITTe1E03 wyl eTp uaumueg usısıaseny ımz srq uore eenm peT19ı Tue2J8uU0s210599 separ-zaetdeytagıy uw 919puogaqaur a173 sorp usyteu nz urtdrzerg‘Zrpuamyou 53 ı87 af uusp IyeN Et ıue3[ey UTIETZEIA ueywmersauy*c -12J3Unpege?ums TBıulousF Yumıusasazny 3;7P IOqN USIJ1AUOSIOK SIc "IBU I32TI3NIGEG UOJBINLIO: USPL#UDS.:dBJUur uap Jn® 7J13U08101 -un Yang SUTs2ulr Jepel PUuBusjTuluuey us1sı“ıyoılJdeZWmsteu -Wleyer O2. YUBJ2, FUnupuosaalıllIeg Jap U) 91} ww uueuujus Ilm sFunıTeuureusn*6 USwWJUURXoE Jeuje NZ x— Fınasuz DOKUMENT Nr.58 88 1 ] 1 ; : 3 2 > 7 ] 1 . « 5 # e © £ D © “ ® £ ö © © 2 4 P & 3 sein. persönlich adliefern oder unverzüglich duren treter greifber @ 8 € ‘ H £ . » a o [4 . “ 6 Blick in das Betriebsarchiv der volkseigenen Leuna-Werke „Wenn man darauf ausgeht, die ge- samten produktiven Kräfte auf weite Sicht vorbereitend einem einheitlichen Zwecke unterzuordnen, so heißt dies — naturgemäß unter Benutzung der im Kriege gesammelten Erfahrungen — eine wehrwirtschaftliche Neuorgani- sation zu schaffen, die den letzten Mann und die letzte Frau, die letzte Produktionseinrichtung und Maschine sowie den letzten Rohstoff der Erzeu- gung von kriegswichtigen. Produkten zuführt und alle Arbeitskräfte, Pro- duktionseinrichtungen und Rohstoffe in einem straf} militärisch geführten wirtschaftlichen Organismus einglie- dert.“ Die„Vermittlungsstelle W(ehrmacht)“* entwickelte sich zu einem eigenen IG- Generalstab, der die Mobilmachung des Konzerns in Übereinstimmung mit den Terminplänen des Generalstabes der Hitler-Wehrmacht vorbereitete. Allen IG-Direktoren wurde schon 1935 von der „Vermittlungsstelle W“ mitgeteilt, daß diese Instanz folgende Aufgaben habe: se:+. die zentrale Bearbeitung der Mobilmachungspläne, die Fragen der Umstellung der Produktion und der Verlegung der Produktion, die Sicher- 84 Dr.Georg von Schnitzler| =% a.M. 20., den 24.Juni 1940.. "An die Herren Mitglieder des Kaufmännischen Ausschusses. Herrn Direktor Dr. ter Meer Frankfurt a.M.20 Herrn Direktor D?.von Knierlen, Ludwigshafen a.Rh. Herrn Ministerialrat a.D. Dr.Buhl, Frankfurt a.M.20 Wiesbaden-Biebrich Herrn Direktor Dr.Anderhub, Knapsack b/Köln. Herrn Direktor Bachmann, Sehr geehrte Herren 1} Vom Biro des Kaufmännischen Ausschusses erging an 21.4.4. Einladung zur nächsten Sitzung des Kaufmännischen Ausschusses für den 28./29.Juni 4.J. in Frankfurt a.M. Abschrift der Binladung lege ich für diejenigen Herren bel, die, obgleich Nichtaitglieder des Kaufmännischen Ausschusseß®, hiermit freundlichst gebeten werde am 28.Juni d.J. gleichfalls anwesend zu sein. Den Hauptgegenstand unserer Besprechung, der in der Tagesoränunz unter NS 1 als „nWirtschaftspolitischer bericht» bezeichnet ist, bildet die Er- örterung des wirtschaftspolitischen FragenkonmplezeS, der durch dis rasche Entwicklung der kriegerischen Ereignisse im Westen aktuell] geworden ist, Es liegt eine konkrete Anfrage der Reichsregierung vor in kürzester Prist ein Programm auszuarbeiten, wie sich unsere Firma eine, im künftigen Friedensvertrag zu verankernde Ordnung der gesanten europäischen Belange auf dem Chenie Sektor vorstellt. Hierbei ist nicht nur an das Verhältnis zu den heute noch mit Deutschland im Kriege befindlichen, sondern auch an diejenigen Länder gedacht, die mit Deutschland verbündet, oder die bis jetzt neutral sind. Die Fragestellung erstreckt sich also keineswegs allein auf die künftige Behandlung von England und Frankreioh, son- dern in gleichen Masse such auf den Sldostraum und Italien. Die in diesem Schreiben aäressierten Herren ter Meer, von wie Knieriem und Bunl haben bereits ihr Erscheinen zu der Sitzung zu gesagt. Die Herren Dr.Anderhub und Bachnann darf ich hiermit,gleich zeitig in Namen des Herrn Geheinret Schmitz um ihr Erscheinen bit Ferner bitte ich die Herren Leiter der übrigen Verkaufsge meinschaften, ausser Ferben und Chemikalien, ihre technischen Kollegen von dem Termin zu verständigen mit dem Anheimgeben ob nicht auch sie ihre Teilnahme deren in Aussicht nehmen Wollen. H'e,2 u DOKUMENT Nr.59 REN Eu 4 | INTERANNENEHRNENNHKIU || Ä Sehr Dr Galemsk!]) 00105 ia || RM ke 60JR: E Aktennotis über die Besprech oben en Vertretern ei der deutschen und der fransösischen Parbetoffindustrie in| el. WE Wiesbaden am 22.11.1940.|} | Anwesend: für die 1.6.Parbenindustrie aktiengesellschaft Anl | Dr.v.Sohnitzler Bi IE Dr.ter Meer D1 | K.-R.Waibel 1 | Dr.Kugler ltd: | Dr.Torbaar iu B tür die französische Farbetoffindustrie| Duchenin(Präsident der Ets.Kuhlmann) MEIN | G.Thesmer(Präsident von St.Denis) /IRuBE | Castds| 3 4, Am 21.11.1940 fend in Wiesbaden in Anwesenheit der R deutschen und französischen Regierungsvertreter unter dem Vor= Ak sitz des Gesandten Hemnen, deB Leiters der Waffenstillstands- delegation für Wirtschaft, eine erste Pühlungnahme der deut-{ schen und französischen Industrievertreter statt. Auf Grund der Aussprache erhielten die deutschen und französischen In- | dustrievertreter die Vollmacht zu einer privatwirtschaftlichen| h Aussprache ait dem ‚Auftrag, über das Ergebnis den beiderseiti- Eh gen Regierungsvertretern zu berichten. Die Vollmacht für die y Vertreter der deutschen Industrie wurde von Herm Gesunden Rennen in dem Sinne erteilt, dass sich die Aussprache auf der Grundla- ge des Memorandums ZU bewegen hätte, das in der Sitzung vom j h 21.11.1940 von deutscher Seite verlesen und den französischen Vertretern’ schriftlich übergeben wurde.(Siehe anlage) Bereits in der offisiellen Sitzung von 21.11.40 hatten|: die ransüsischen Vertreter sunächst den Standpunkt eingenommen, dass das deutsch-fransösisch® Parbetoffkertell von 1927, das in| _ dem Dreiervertraß(Deutschland-Prankreioh-Schwei#) von 1929 und ua DOKUMENT Nr. 60 RENTE 1 Hi] 1.G. FARBENINDUSTRIE AKTIENGESELLSCHAFTI|| Streng vertraulich se i||| K IRTSCHAFTSPOLITISCHE ABTEILUNG Berlin EW 7, den 9. Oktober 19400 MI Ay] mm Unter den LÄnden 78 u 1 1 rm Im Ei Seßr. Dr. Gapeski I 11. 0KT. 09 Ante. f H| ae Ve Betr.ı Belgien/ I.G.-Munschnmeterial% Sehr geehrte Herren! % an die Herren Mitgliede des Vorstandes Im Auftrage des Kaufmännischen Ausschusses übermitteln wir Ihnen in der Arilage den Entwurf’der Belgien-ausarbeitung. Bach den vom R.ä. gegebenen Richt- "linien für die Vorbereitung der 1.6.-Fünsche im Rahmen der Priedensplanung soll die beiliegende Ausarbeitung den grundsätzlichen Teil der für Belgien zusammenzu- stellenden Vorschläge der I.G. darstellen. De die für Belgien bestimmten Vorschläge der einzelnen Verkaufsgemeinschaften schon sehr dald den au- ständigen amtlichen Stellen übermittelt werden sollen, dürfen wir Sie bitten, Ihre Stellungnanme zu der veilie- Ih genden Ausarbeitung bis zum 16. Oktober der Wirtscnafts-| politischen Abteilung bekanntzugeben. BeYT Euch I IE Mate 1.0.PARBENINDUSTRIB AKTIENGESELLSCHAFT a IS(uber er IN| Pie UNÄKLLUNELILLMBKLADLNLLUDIDKLUKLBUDKEKRKLERAN DOKUMENT Nr. 61 92 HIER 8 1.6. FARBENINDUSTRIE AKTIENGESELLSCHAFT JIRTSCHAFTSFOLITISCHE ABTEILUNG Berlin BW 7, den 15. Juls 1940 Unter den vinden 82 ee ee une 2 Einschreiben Berrr. Direktor 0 t 10 21 1.5.Farbenirdustri? Aktiengesellsadyaft f & E. Dies Beritin 5056% 2 Das rn Stastsgcheimnis ar ang aber&..-’ [kr Mitisa:, er EP me’ Ana 3 eu Amemg Betr. Sicherstellung von Nater Ally te N Sehr geehrter Herr Direktor Orto! Wır beziehen uns auf den Punkt 2) der Niederschrift Kaufmännischen Ausschusses am 28./29.6.40. i3 auf die Übersendung von Adressen söchten ung über Sinn und Ziel dieser uns gestell- ten Anf{rage no folgendes angeben! Es nangeit Sıcr darum, vornennlich aaresgen solcher ennen, die gegen Verschleppung und Ver- nichtung von inte i n Fall gesicher! werden Müssen, ses bedarf. So liegt es z.B n ohne weiteren Hinweis automatısc emass meisı unverzüglich gesicher dann aber oftmals Kartell- und Konventıo -büros, Konstruktıonsbüros wissenschäftlic zwischengtaatliche Organısarionen und Verbindung sche Anwälte in Prozessen von allgeneınwirtschaf Eros von{naustri.ellen-Verhänden una ähnlichen Organisationen, und deral.aehr. dir bitten alle in Frage kommenden Stellen, genauestens ze pruien, welche Angaben irgendwie ir dieser Pichtung von Wert geın könnten und wären für baldıge Übersendung der entsprechegdei Witteilungen dankbar. Bess Bay sn! WIRTSCHAFTSPOLITISCHE ABTEILUNG Referat Wehrwirtschaft Antwort\ 1 8 Fartentndustie Arten? £ Wirtschalispolniscne Ahleil* 3 u. Men. Herm Dr. son do! Aoy6s I0 100 0 Vereris 8ortn nw 7 " Untar dem[> "DOKUMENI Nr. 62 1.©. Berlin NW 7 Unter den Linden 78 ARgerrm N “onmerzialrat Otto erl 6 65/67 Fi ie BERLINMWT Wi ae Mir a u Ku wc re Pigemın DI 5,2775 a u Te| |;--.- an,.. Kkrzsteiaiiiste kralung Fi./Jk. 521 28.2.41 ws Wichtige Unternehmen der chemischen Industrie in Grossbritannien und Nord-Irland(Vowi 4191) Im Anschluss an unser obiges Schreiben erlauben wir uns, Ihnen an- _ liegend das Schaubild Standorte wichtiger Unternehmen der chemischen Industrie in Grossbritannien und Nord-Irland ! zur gefl. Kenntnisnahme zu übermitteln. 1.G.FARBENINDUSTRIE AKTIENGESELLSCHAFT ya ae 5 au DOKUMENT Nr. 63 94 IEIEHIINDENDFT TITTEN sur C Ele|% B7> a 1516 Dr. D 1]eı“% bi"ER: J Sp N b f 5 E a PR: RN Ba ! Ve = B a 1 f"prası Annalvon, Rmaneın 7 wi > sa < MORTSOntaY C.; \v < .r0r01« Kae‘B uurrore EBEN TTT TI 3. A Caudısan f y’\ un! RR R a mn Y A went) ls a 3 ea| onetanaca N RE ER 3 ST uansurute)\ ‚rSartrvııe “une UNTERNEHMEN DER CHEMISCHEN j\_anss Ne Zus aozsunen ET Bunen N 5 0ggeastun> 7 STANDORTE WICHTIGER INDUSTRIE IN GROSSBRITANNIEN UND NORD-IRLAND Sum aramcn BR / wORruumdGaLann 7_ stellung von Rohstoffen, die Fragen der Lagerhaltung, Transportfragen, Sicherstellung bzw. Verschiebung von Arbeitskräften.“ (Dokument vom 28. August 1935 aus dem Betriebsarchiv EKB) Von nun an erschienen in den Leitungs- gremien der IG-Betriebe jährlich„Mo- bilmachungskalender“, in denen bis zu technischen Einzelheiten alle Maßnah- men für den Tag X vorgesehen waren (s. Dokument Nr. 56). Mitten im Frieden wurde z.B. die„Ausbildung von Frauen als Hilfsarbeitskräfte“ für den Kriegs- Der Hitler-Wehrmacht die Kriegsziele vorgeschrieben Die IG-Direktoren bestimmten maßgeb- lich die Ziele des hitlerfaschistischen Raub- und Vernichtungskrieges. Noch ehe z.B. Hitlerdeutschland mit der fran- zösischen Vichy-Regierung den für Frankreich schmachvollen Waffenstill- ständsvertrag vom Compiegne schloß, hatte die IG-Farben begonnen, Pläne für die Einverleibung der chemischen Indu- strie des ganzen europäischen Kontinents zu schmieden. Am 21. Juni 1940 lud v. Schnitzler, der Vorsitzende des Kauf- männischen Ausschusses, einen aus- erwählten Kreis zu einer Tagung nach Frankfurt/Main ein. Und bevor die fa- schistische Kriegsmaschine ganz Europa okkupiert hatte, wurde hier über die „im' künftigen Friedensvertrag zu ver- ankernde Ordnung der gesamten euro- päischen Belange auf dem Chemie-Sek- tor“ beraten und über die chemischen Industrien der mit Hitlerdeutschland im Kriege befindlichen, aber auch der neu- tralen und verbündeten Länder ent- schieden. (s. Dokumente Nr. 59-61) Die Forderung der IG-Farben war ein- deutig: Europäischer Großraum unter Führung Hitlerdeutschlands, auf dem Gebiet der chemischen Produktion unter Führung der IG-Farben. Auch für den Überfall auf Großbritan- nien lieferte IG-Farben dem Faschismus die entsprechenden Kriegsziele. Bereits vor der Ausarbeitung der„Operation 96 fall(Dokument vom 4. Dezember 1935 aus dem Betriebsarchiv Filmfabrik Wol- fen, Gajewski 533) und die UK-Stellung. von Arbeitskräften vorbereitet, wobei sich der Konzern die eigene jeweilige Entscheidung vorbehielt.: Um den Konzernapparat auf den Krieg einzuspielen, ordnete die IG-,„Vermitt- lungsstelle W“ in der gleichen Zeit regel- mäßige„betriebstaktische Planspiele“ an, deren Aufgabe darin gesehen wurde, den„Führerkreis in den Werken.. Be gedanklich auf die im Kriegsfall ein- tretenden Aufgaben“ vorzubereiten.; (s. Dokumente Nr. 57 und 58) Seelöwe“ legte man fest, welche Indu- striebetriebe Englands von den IG-Far- ben nach Abschluß der militärischen Operationen okkupiert werden sollten. Von der Heyde, der Hauptabwehrbeauf- tragte des Büros„Berlin NW 7“, forderte die Direktoren auf, auch Patentämter, Konstruktionsbüros, Rechtsanwälte usw. zu nennen, die„im gegebenen Falle“ zu sichern, d.h. zu beschlagnahmen bzw festzunehmen wären. B (s. Dokumente Nr. 62—64) Re: Zur gleichen Zeit zählte auch die Sowjet- union zu den„vordringlich zu bearbei tenden Ländern“. F (Dokument Nr. 52); v. Schnitzler sah sich am 8. August 1945 zu dem Eingeständnis gezwungen: s „Durch diese Handlungsweise über- nahm die IG eine große Verantwor- tung und stellte eine wesentliche ‚und auf dem chemischen Gebiet entschei- dende Hilfe für Hitlers Außenpolitik die zum Krieg und zu Deutschlan Ruin führte. So muß ich den Schluß ziehen, daß die IG weithin für Hitlers Politik verantwortlich ist.“ E: (IG-Farben-Prozeß, Dokument NO: Ni 5196) Die IG-Farben-Direktoren waren nicht nur Mitwisser dieser Verbrech sie planten und praktizierten sie IG-Farben und Hitler-Staat waren gemeinsame Verschwörung gegen. Frieden, | f 3, 1.G Das Kı die He Unersä die Chi ter ih Erdteil zu kör Direkte (s.2. B. Die Fü ‘ tigten, den( Kampf die mi Japanis diesen Monop nicht a deutet IG-Far berg h den Sk dete di nber 1935 brik Wol- -Stellung et, wobei jeweilige den Krieg -„Vermitt- Zeit regel- lanspiele“ jen wurde, erken. jsfall ein- reiten. Iche Indi- en sollten, vehrbeauf- * forderte j 3. 1.G.FARBEN-PLANE SCHEITERTEN Das Kriegsende sah anders aus, als es die Herren der IG-Farben erträumten. Unersättliche Profitgier, die Hoffnung, die Chemie-Industrie ganz Europas un- ter ihr Diktat zwingen und diesen Erdteil als Sklavenreservoir benutzen . zu können, trübte den Blick der IG- Direktoren für historische Realitäten. (s. z. B. Dokumente Nr. 62-65) Die Führer des IG-Konzerns beabsich- tigten, gestützt auf die einzuverleiben- den Chemie-Konzerne Europas, den Kampf gegen die USA-Konzerne und die mit Hitlerdeutschland verbündeten japanischen Konzerne aufzunehmen. Auf diesen„gigantischen Endkampf“ der Monopole, der für die Menschheit eine nicht abreißende Kette von Kriegen be- deutet hätte, wurden alle Planungen der IG-Farben ausgerichtet. Der in Nürn- berg hingerichtete Verantwortliche für den Sklaveneinsatz, Fritz Sauckel, klei- dete die Wünsche der IG-Gewaltigen in Worte, als er am 4. Dezember 1943 auf einer internen Tagung den anwesenden Konzernherren versicherte, daß der „harte Wagemut“ der Konzerne sich „einmal in klingende Münze“ verwan- deln und daß ihnen„für das kommende Jahrhundert das absolute Übergewicht über alle Völker der Welt nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich und arbeitsmäßig gegeben werde. (Reden, Aufsätze und Aufrufe desReichs- statthalters Fritz Sauckel, Band IV b S. 405, LHA Weimar 179 b) Es liegen Verträge aus der Zeit des Krie- ges vor, unterzeichnet von IG-Direkto- ren, die eine Laufzeit bis 1947, 1963 und länger hatten. Mit dem KZ Auschwitz wurde für sehr lange Zeit gerechnet. Bis 1971 z.B. sollte der mit dem„Gene- ralgouverneur“ Frank abgeschlossene Vertrag zur Ausbeutung des Kalkwer- kes Kressendorf laufen, um dem Ausch- witzer IG-Werk Kalk zu liefern. USA-Monopole retten 1.G.Farben Im Jahre 1947 standen einige IG-Direk- toren vor einem USA-Gerichtshof in Nürnberg. Dieser Prozeß sollte dazu bei- "tragen, ihre Verbrechen entsprechend dem Völkerrecht zu sühnen und die Vor- bereitung neuer Verbrechen ein für alle- mal zu verhindern. Doch es verwandten sich für sie einige einflußreiche ameri- kanische Industrielle, die wegen ihrer Zusammenarbeit mit der IG-Farben eine Kompromittierung befürchteten. Die Angeklagten wurden zum Teil frei- gesprochen, andere zu geringfügigen Stra- fen verurteilt und wenig später amne- stiert. Um erneut ins Geschäft zu kom- men, boten sich die IG-Direktoren als „aktiver, ideenreicher, risikofreudiger und vor allem geistig schöpferischer Kompagnon in jener euro-amerikani- schen Kompagnie“ an. (W.O. Reichelt,„Das Erbe der IG-Far- ben“, Düsseldorf 1956, S. 217) Ein Europa unter der Führung Hitler- Deutschlands und der IG-Farben war gescheitert. Als Partner der aggressiv- sten Kreise der USA aber kamen sie wieder zu Macht und Größe. So konnte es geschehen, daß sie in den 20 Jahren nach dem von ihnen mitange- zettelten Weltkrieg zum größten Chemie- konzern des kapitalistischen Teils der Welt expandierten. 97 he goahrter Kerr e iedalionsrat DB: erlaubten Tuner kure}ien DuroHeeh Ex H DR Scnlotterer, Kehnelieekkatie- errn Minister eibens-vom, minierertum, serie ) a’der 1:0. ‚„Eins von:\unaersm ‚Narr schrift. betreffend Iepnrenüngen Lür des BENEBAERENE 3owig Sapie. Stellung des,“Weuikachen 8 Bekakten Ben deutscher Reie von Fragen usnteder ren"Frankreich-? Punkt@ unseres’ Frankreich- Sonderstellung der ung auf Seite'2l, G. PARBENINDUSTRIE en DOKUMENT Nr.6$ 98 iden erlauben wir. uns, zur"geranrseon‘Kenntnicnaline- a. De: ‚v.Kaler) Eve den Fi ‚igdensvertra® aut ‚Rechtuuenutzes" r zitt. ‚sines’ an, 3.8« 1940- 2u übor- zu den Fragen -ünd..die‘ auf". 1.65 ‚.darlbeten.. Innen Ben zu MBRrSR N" dem gebiet“ hspatenis Anleinen Führun, tenenaen der Sequeasrierung, tussungen! udn. Pharan- Materials‘ zur Ehotographika-Murerials fırma Koduk-Fatne, Schlussabsatz- He 1.1. rei r ee " hiaufı 1.6. Fa Die Grut bildeten Kriegspt des Eig‘ strie an Eigenka ten des‘ verdeutl zern 19: Millione Eigenka schaften Jahre 1 licher V Am 3l, Risenka nehmen Das Rü: Trusts ij nopolisic chemisel tor der Kautsch IG-Farb 2.B, das für die] ihre Do: tor der zein ein aktionä: Kontroll Rheinis ammu zer prod; !bernal Onzent Auch di Schen R gorent Kz--Häf dukte, konnter Mehr ei jr R U IG KE des e sie licher i lenten| Naften als alle keinen. Zeugen ver Au: 1.G.Farben erneut am Hebel der Macht Die Grundlage zu dieser Machtentfaltung - bildeten in erster Linie die enormen Kriegsprofite, die in einem Vergleich des Eigenkapitals der IG-Farbenindu- strie am 31. Dezember 1939 mit: dem Eigenkapital der drei Stammgesellschaf- ten des Konzerns am 31. Dezember 1952 verdeutlicht werden. Während der Kon- zern 1939 ein Eigenkapital von 1038,9 Millionen Mark auswies, betrug das Eisenkapital seiner drei Hauptgesell- schaften Bayer, Hoechst und BASF im Jahre 1952 nach Abschreibung sämt- licher Verluste 1660,3 Millionen Mark. Am 31. Dezember 1963 erreichte das der drei genannten Unter- nehmen die 6-Milliarden-Grenze. Das Rüstungspotential des IG-Farben- Trusts ist heute größer denn je. Er mo- nopolisiert innerhalb der westdeutschen chemischen Industrie den gesamten Sek- {or der Grundstoffchemie; synthetischer Kautschuk wird ausschließlich von den IG-Farben produziert, desgleichen ist z.B. das Gebiet der Roh- und Hilfsstoffe für die Herstellung synthetischer Fasern ihre Domäne. Auf dem chemischen Sek- tor der Atomwirtschaft besitzt der Kon- zern eine führende Stellung. Die Haupt- aktionäre der IG-Stammgesellschaften kontrollieren auch das Aktienkapital der Rheinischen Stahlwerke; damit ist der Mammuttrust u.a. führend an der Pan- zerproduktion beteiligt, die durch die Übernahme der Henschelwerke weiter konzentriert worden ist. Auch die Weiterentwicklung der chemi- schen Kampfmittel wird von IG-Farben forciert. Ihre während des Krieges an KZ-Häftlingen erprobten Bayer-Pro- dukte, wie Tabun, Soman und Sarin, konnten von der Hitler-Wehrmacht nicht mehr eingesetzt werden. Heute arbeiten eine Reihe früherer Giftgas-Fachleute der IG-Farben in einer Spezialisten- gruppe des„Südafrikanischen Verteidi- gungsrates“ bzw. mit dieser zusammen, die sich mit der Weiterentwicklung töd- licher Giftgase beschäftigt. Diese viru- lenten Gase sind nach dem Urteil nam- hafter Wissenschaftler zehnmal giftiger als alle bisher bekannten Gifte, hätten ‘keinen Geruch und könnten von Flug- zeugen oder Raketen wie Insektenpul- ver aus der Luft gesprüht werden. In diesem Falle hätten sie eine ähnliche Wirkung wie eine Atombombe von 20 Megatonnen, seien jedoch erheblich billiger. (‚„Reuter“, 7. November 1963,„New York Herald Tribune“, 8. November 1963) Die IG-Farben stellte der Spezialisten- gruppe ihre Produktionserfahrungen und Lizenzen auf diesem Gebiet zur Ver- fügung. Mit dieser Aufgabe wurde das heutige Aufsichtsratsmitglied der‘ IG-Farben- Industrie A.G. i.L. Felix Prentzel be- traut, der wie zahlreiche andere Vertre- ter der IG-Farben damals wie heute staatliche und Unternehmerfunktionen in einer Person vereint. Prentzel gehörte in der Nazizeit sowohl als führender Mitarbeiter zur IG-Farben-Zentrale Ber- lin NW7 als auch zum„Ostministerium“ und war zeitweilig als Oberkriegsver- waltungsrat bei der faschistischen Mili- tärregierung in Prag tätig. Trotz seiner anrüchigen Vergangenheit wurde Prentzel später nach Kriegsende Ministerialdirigent im Erhardschen Bun- deswirtschaftsministerium. Über seine, Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der IG- Farbenindustrie AG i.L. hinaus ist er Generaldirektor der Degussa und Mit- glied des Verwaltungsrates der Otavi Minen- und Eisenbahn-Gesellschaft, der größten westdeutschen Kolonialgesell- schaft. Die Atomkommission der Bun- desregierung wird von den IG-Farben maßgeblich beeinflußt. Mitglieder sind u.a. der Generaldirektor der Farbwerke Hoechst, Karl Winnacker, und das Vor- standsmitglied der Farbwerke Hoechst W.A.Menne. Letzterer brachte 1957 im Hause des Bundestages durch Beeinflus- sung einer Reihe von Abgeordneten einen Gesetzentwurf der SPD zu Fall, der die Verwendung der Kernenergie„nur für friedliche Zwecke“ vorsah. Zu diesem Kreis gehört auch Siegfried Balke als Repräsentant der IG-Farben, langjähriger Bundesminister für Atom- kernenergie, jetzt Präsident der Bundes- vereinigung der Arbeitgeber-Verbände und u.a. Mitglied des„Kuratoriums un- teilbares Deutschland“. Wilhelm Biedenkopf, einstmals Direktor des Buna-Werkes Schkopau, ist heute Vorstandsmitglied der zum Konzern des 99 A U ! DOKUMENT Nr. 6 100 il-lrE;; #4 Schkopau, 2.3.38: 14 ‚ba,#4 AR a Dr£/Sü Notiz über sprechung an 17.4.44- a 0 \ tend ae r.fritschi und ‚Krüger, betref Dee S i i on SIT wit ANDI N 5) Kark_Auschwitz cbreiben der Herre®" D || Il| Direktor Biedenkopf berichtet, dass das Werk Auschwitz mit ENTER Brfolg die schlachten bzw. beegeren Leistungen der aus- Ka aiachen Arbeitekräfte mit einer schlechteren oder beaseren Verpflegung beantwörtet. Auschwitz hat dergemäss drei Yerpfle- gungsgruppen gebildet. Je nach dem Stenc der Arbeitsleistungen kann von Pag zu Tag die Versetzung in eine Andere Grup-e er- Tolgen. Ann.: Mir kürzen sbenfälls bei schlechteren Leistungen die Fe- senerstionen, indes wir z.B. die Sehwerstarbeiter auf vannprarbad köxzulane, die Schwerarbeiter auf Langertei- terzulage und die Langarbeiter auf die Norsmalration sat- zen, Digese Methode wird such bei Kgf. und i.M. angewendet. (Vgl. Wittoilungen Ar. 144/4% und 6/44). Da iiees Zulagen einen wesentlichen Tail der Gesantver- pflezung auemachen, jet die Kürzung derselben eine eup- findiiche Strafe und ein starker Anreiz, sich durch bea- sere Laietungen wieder dis Zulagen zu erringen. Auschwitz Becht much bei schleohten Anbau ipleleiupeen weitge-, hend von dem Mittel der Entziehung der Rauchwaren ebrauch. den 19.April 1944 D.1 ei j| Al; n MANN] Konrad A Kriegsy renden Nobel), schen$} kopf ist lionenf: Sondern Tlngen änderer Konrad Adenauer mit Ulrich Haberland Ed Tone VETRTETE Kriegsverbrechers Friedrich Flick gehö- renden Dynamit-AG(ehemals Dynamit- Nobel), dem bedeutendsten westdeut- schen Sprengstoff-Unternehmen. Bieden- kopf ist nicht nur Mitwisser des mil- lionenfachen Verbrechens in Auschwitz, sondern er versuchte auch, einige Erfah- rungen aus dem Auschwitz-Werk auf die anderen IG-Betriebe zu übertragen. (s. Dokument Nr. 66) Darüber hinaus beeinflußte er die Pläne, für das Buna-Werk Schkopau ein eigenes KZ„Mitteldeutschland“ zu schaffen. In der Person des Verkehrsministers Seebohm verkörpert sich eine jahrzehnte- lange Verbindung zu IG-Farben. Sein Vater war während der Okkupation u.a. an der„Arisierung“ des tschechoslowa- kischen Petschek-Konzerns beteiligt, aus der auch Bundesminister Seebohm als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Bri- tannia-Kohlenwerke AG, Königswerth, und als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Egerländer Berg- bau-Aktiengesellschaft, in der alle auf diese Weise angeeigneten Betriebe in der Telferhonbwaßei vereinigt waren, sei- nen’Nutzen zog. Die Familie Seebohm: leitete auch die Einverleibung der chemischen Industrie der CSR in den IG-Farben-Konzern. In der am 17. Mai 1938 im IG-Farben-Büro NW 7 stattgefundenen„Tschechoslowa- kei-Besprechung“ spielte Seebohms Va- ter die maßgebliche Rolle. Da der Absatz der Produkte nach der Einverleibung Österreichs an Nazi-Deutschland eine ‚fühlbare Verschlechterung“. erfahren habe, seien„in allen Teilen der Bevölke- rung(der sogen. sudetendeutschen Ge- biete— d. Hg.) die politischen und wirt- schaftlichen Organisationen nach deut- schem Muster und nach den Grundsät- zen des Nationalsozialismus aufgezogen“ worden, betonte er. Seebohm sen. über- nahm die Diversions-Aufträge der IG- Farben und bildete den Nachwuchs für die Übernahme der Chemie-Industrie der ÖSR aus.(S. Dokument Nr. 67) 101 Sr Ra Er SEES TA VER ATI ae a oO Da 7|© 3}-© SascEs 5823232958, 333833 = Bamsogasngusae na ee SI... See DS ou Bazihs 3285 saSesNisnlmH "yaqa9 nz a9mıg SITSUorIad apualatensseruf 17072 ınz sun esarp ıean UaUOTIJWmIOJUI@pueusardaaue surasea 129 -TaRnY SaP KTUJUUEN UBUSTTupsıad autos pwmı® -In®'uajege? ıETPny-ıqg pıTm lausag “ueuurme? nz suTo1Is, z0Iresny eep Bunıtaı UAHOFKFUULDJnRX pun uaNoRTUUS®: 1@p@SSTUITRUASATWUORIRF N ©IP UT@eyoTTqufg@laygu on“uemyau Runtimg ussa1p ı1m Funttarqr AusTTajatsszutnsxTon AIp PiTw"uaqau vopunJa® Bunttars sRa;p Atomoruf‘pure 1973 JBUDReqa puntunrinan woq yazıal BE I ee> oO En er ZS1ıS8S0E 82.232808 a EN N ecları ae Se S spez E SSSSSSHE Pa is 5 So> FE I EI ET .® 5 = 235275303 yadurıq nz YunzunJı7 ui “usuonsien r2 Uajeqa9 Pitm alogaas iWeTupTzoA “yrsatrsrieraie 'usyuexy nz(atmeid) -npuf pun FunsePetseaersienpur Jaqn SUBLI OLT® 1sUntT -Ion Tamnasejuf Rp‘D’T Zap musıtaw ıyasnaq ag ungeırtretayenput uadutag nz Betuasıo, ur uaıten -UOT TUOSIS4 BraUgTead"uaıeqa? pıta muoasag wty>sIog -UaTrsıIenum Tay@morsounaune] Jap ar Junpuesiaa »ıs3Bi6 aufs ın! SaWuonmuoen«an JunptfaueiaH op os@alaı -u[©;'9°] 13P teq Junptraeny Anz@unsinepusıapng 1dtu -neryarag 77320 WoNoW"ÄTSKREWYIOMZ 1uUraydsıe ag Funnauseg aaumje# eynnpoid us9TAptuseurs iaImaun.:,.. ü Fi -qy sep FunıszudeTussimn aeauatım) inure nz unaeu yar® um ur teq pun -RENG UAPTAUDERNE ur9I1a, i@fTesny wap ıaq ums 117 An? 9156 uamırg uayoTa® -UBf ua22321 vop UT ualIen auoTa»"uarfarsna “10975 uUBJ2qa59 piTm pun aReT 32D UT ART nucanes FSIOA uepnr trej 1eRP0ı19 ure waTlınmıea aneurn Jenniep pun UEUD@UOsITRUoTLZEH puofaım -43an unter ValosTuyssı PUn dayorTuUuwmIner Iap uf yore LEPUTFSA ATUBUSEER JaueTp PFTOJU] USTIOM JaRSETIue UALuos -104 eITUoM ne STa US?unTTesS UapusytaT waaur ene mare -Ineg AaTp eTuruupy ADlesun Ucett futE Aunıst9ey u[07177 »OTS0yoR1 98) 1EP Yanıd InV UePIom AIMmJe* YaussaneT uoa waIyusr ua9rusm LoA 574 UTeIeA JeITemy A>p ımy uemuan 1BrUN COUSBLUSTOLIMINN BBÄTTWEALIS EI? BZUS19 1ap ONGYy UASOBANAPUAISPNE TY USIIRTRRUOTIANPOIG UBIWIFINDTE SUTO® 1WU!ıRT APTITFAIEA USTLge?aeee Srun; aymusıson P -aAfZ iep 17m aomasenz pun Isatsirjzun g OT Wo iT=’(as -en3g*‘-09 7 keatos wop uU®'uraisı sedreany zog Tuisas; 1a Tıren Aremny'usrıynppigd aUSMTFAnTIT=I0z pun ayastrand any Uraaay Be epuw wap Tom atzyanpurtiizez zen mersodın"ep weßunss038 unuaısJ2eFute wenıgneuy aep neu erd ö uspısa uesfor punın usp yowa pun -oFzne anasırTerzontWuotyeg sap UO A0Jg Seuseznep USu aeuorzueTumdsn uauoTlsjminesitm pum asuserııTod eTp Funıextorsg Iep ustfe, usLI® UT weep pun seq z100sn13ı0a pu@T pP USITe; ueUoeanEepuUsJapnE ump or Punuueds ap UOTE UOTey Wep UT MUoTe4iLaıeı Junıepaıı® -uUf7 Jap Yosu esBp‘ane puaiTeTufe a2unz wuogeeg Banauanaıon( URBinH ug zırmıoa aruwg-wurmig ıq Tpusrasur "zo uspurT usp ıeyun senen aT GC'G'LT 0® Wımsordesg-TennaoTBouseundg Top TjTIuserepeTn ara L au SITNTE -urtieg sceor tem’c2 uop SAN HOSTTISIONALENY TIAISNASINITUVE 9 DOKUMENT Nr.# 102 \or,eniagr a ER 3 PR in Erfenrung zu bringen Neben Seebohm können sich weitere Re- vanchistenführer der alten Komplizen- schaft mit der IG-Farben rühmen, wie der Hauptkriegsverbrecher Franz Kar- _ masin und der ehemalige Sonderbevoll- mächtigte der Gestapo in Prag, Staffen. Franz Karmasin erhielt für seine„Ver- dienste“ bei der sogen.„Slowaken- Aktion“, dem Beginn des berüchtigten hitlerfaschistischen Sklavenarbeitspro- , zahlreiche finanzielle Zuwen- dungen von der IG-Farben. Staffen, heute Bundesreferent für„Auf- klärung“ im Bundesvorstand der„Su- detendeutschen Landsmannschaft“, nahm in seiner damaligen Funktion als engster Mitarbeiter Henleins gemeinsam mit dem IG-Farben-Direktor und Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Zentrale, Gattineau, im Mai 1939 an einer Industriellen-Beratung teil, auf der die wirtschaftliche Beherrschung der Slowakei durch deutsche Monopole be- handelt wurde. Bei dem Raub der Chemie-Industrie der Tschechoslowakei‘ spielte auch der da- 'W„Tag X" und 1.6. Farben Offiziell war durch Beschluß des Allier- ten Kontrollrates vom 30. November 1945 der IG-Farben-Konzern zu„entflechten“. Den Plan zu dieser„Entflechtung“ hatten die Herren des Konzerns längst selbst entworfen! „Mit der schon im Jahre 1940. unmit- telbar nach dem Überfall auf Frank- reich beschlossenen, im letzten Jahr der Nazidiktatur weitgehend vorberei- teten und vor einigen Jahren abge- schlossenen Konzern-Reorganisation erntet der ungebrochen gebliebene und mit Nachwuchskräften ergänzte ‚Rat der Götter‘ die Früchte, die er mit der neuen Struktur zu pflücken gedachte. Die einheitlich straff geleiteten und untereinander feinmaschig koordinier- ten drei Konzernmitglieder— im in- ternen Gebrauch ‚als Arbeitsgemein- schaft Niederrhein, Mainkur(früher Mittelrhein) und Ludwigshafen(frü- her Oberrhein) bezeichnet— sind nach dem Vorbild amerikanischer Konzern- riesen formalrechtlich ‚selbständig‘: malige IG-Farben-Direktor und Abwehr- und Verbindungsmann zum OKW der IG, Guenther Frank-Fahle, eine maßgeb- liche Rolle. Heute vertritt er die Inter- essen der IG-Farben als geschäftsfüh- render Gesellschafter der Commerz GmbH, Frankfurt/Main. Frank-Fahle ist seit 1953 Berater der amerikanischen Lockheed-Flugzeugwerke. Der Einfluß der IG-Farben auf die Poli- tik der Bundesregierung wird auch sicht- bar durch die Tatsache, daß prominente Mitglieder der Bundesregierung Wert auf enge gesellschaftliche Beziehungen zu den Kriegsverbrechern der IG-Far- ben legen. Als z.B. der inzwischen ver- storbene Generaldirektor von Bayer, Ulrich Haberland, seinen 60. Geburtstag feierte, gehörten zu der Festgesellschaft nicht nur Ambros, Fritz ter Meer, Wurster und andere schwer belastete IG-Direktoren, sondern demonstrativ auch Ludwig Erhard, Außenminister Schröder, der damalige Kriegsminister Strauß und der bisherige Atomminister Balke; Es EL Farbenfabriken Bayer AG Leverkusen Farbwerke Hoechst AG, vormals Mei- ster Lucius& Brüning, Frankfurt/Main-Hoechst Badiche Anilin-& Soda-Fabrik AG, Ludwigshafen Jede dieser drei bekannten Haupt- gesellschaften verfügt über zahlreiche Tochter- und Beteiligungsbetriebe, und alle drei wiederum ‚teilen‘ sich meist mit jeweils gleichen Kapitalquoten, den gemeinsamen Besitz einer von Jahr zu Jahr wachsenden Zahl von Gesellschaften. Die sorgfältige Ab- stimmung von Produktion und For- schung, die straffe Koordinierung aller Investitionen, der gemeinsame Bezug "von Roh- und Hilfsstoffen und das ge- meinsame Operieren auf den Außen- märkten im Verein mit der juristischen ‚Selbständigkeit‘ der drei Konzern- säulen, machen die IG-Farben gegen- über den ausländischen Konkurrenten mit ‚klassischer‘ Konzernstruktur über- leven. Die Gemeinsamkeit ist selbst- 103 verständlich; aber überall wo dies zweckmäßig erscheint, können die drei ‚Arbeitsgemeinschaften‘ juristisch ge- trennt marschieren“. (Deutsches Wirtschaftsinstitut, Berlin, Bericht 12 vom Juni 1958, 8.6) Und wie steht es mit der alten Dach- gesellschaft des Konzerns, der„IG-Far- benindustrie Aktiengesellschaft“, die schon seit fast zwei Jahrzehnten gelöscht sein sollte? „Noch ist die Dauer der Liquidation der IG-Farbenindustrie AG nicht ab- zusehen. Dennoch wird die Löschung des Namens im Handelsregister nicht erfölgen können, weil die Firma als solche mit Rücksicht auf ihren in der sowjetischen und polnischen Zone lie- genden Vermögensbesitz erhalten blei- ben muß. Die Verfügung über diesen gewaltigen Vermögensbesitz ist jedoch erst nach dem Tage X der Wiederver- einigung einigermaßen übersehbar. (W.O.Reichelt,„Das Erbe der IG- Farben“, a.a.O.,S.12) Der„Vermögensbesitz“ in der Deutschen Demokratischen Republik, die volkseige- nen Leuna-Werke, das Buna-Werk, das Elektrochemische Kombinat in Bitter- feld, die Farbenwerke Wolfen, die Film- fabrik Wolfen usw. sollen also nach dem Wunschtraum der IG-Farben am„Tag X“ wieder Konzernbesitz werden. Auch die in der Volksrepublik Polen enteig- neten IG-Betriebe stehen auf der Liste. „In jedem Falle wird den Liquidations- anteilschein-Inhabern alles zugute kom- men, was einmal an Ostvermögen zu- rückfällt“— so steht es im„Bericht über die Entflechtung und Liquidation“ der IG-Farbenindustrie i. L. vom Jahre 1955. Diese Politik bedeutet also nichts an- deres als die Fortsetzung der Großraum- politik des„Dritten Reiches“ es ein 1945 nie gegeben. Im Jahre 1959 hielt der in dieser Doku- mentation vielgenannte ehemalige Di- rektor der Ammoniak-Werke Merseburg, Christian Schneider, anläßlich eines „Leuna-Treffens“ in"Bobäch bei Mainz eine Rede, in der er die Hoffnung aus- sprach, daß „das nächste Leuna-Treffen im Kame- radschaftshaus in Leuna“ stattfinden werde. Im Jahre 1960 ging diese Hoffnung nicht in Erfüllung; 1961 ebenfalls nicht. An- gesichts der hektischen Versuche, den „TagX“ herbeizuführen und die Deutsche# Demokratische Republik„aufzurollen“, entschloß sich die a, der DDR k am 13. August 1961, den antifaschisti- schen Schutzwall gegen die revanchisti- schen Gelüste zu errichten. Damit wur- den die aggressiven Mächtbestrebungen auch der IG-Farben ein für allemal in die Schranken verwiesen.+ Es wird höchste Zeit, endlich auch in P| Westdeutschland allen notorischen Kriegsverschwörern das Handwerk zu — als habe. ie legen— eingedenk der 55 Millionen To-| ten des zweiten Weltkrieges, unter ihnen allein über 3 Millionen, die in Auschwitz Ti umgebracht wurden. Die Völker der Welt, darunter äueh lin- ser deutsches Volk, wollen endlich in einem gesieherten Frieden leben. Liste v mit ihr Ambros, früher:] Farber und ih Verant Buna-: Betrie] AG, W Stellv. GmbH Leiter mische Wehri Ausge zum K heute: A Westb Verein AG(V Bergu Herne Verws Gesel] fürt/M Stellv. Kalks Aufsic Gelser Biedenj früher. AG,! heute: dorf/p DECH Und F A ANHANG shabe 9 Liste von 1. G.-Verantwortlichen a mit ihrer früheren und heutigen Tätigkeit ge D- sebürg,- Ambros, Otto eines: Mainz ff früher: Mitglied des Vorstandes der IG- 18 aus Farbenindustrie AG Frankfurt/M. und ihres Technischen Ausschusses Kame- Verantwortlich für den gesamten Buna-Sektor der IG Betriebsführer IG-Farbenindustrie AG, Werk Auschwitz(bis 1942) Bütefisch, Heinrich früher: Mitglied des Vorstandes der!G- Farbenindustrie AG, Frankfurt/M. und ihres Technischen Ausschusses Geschäftsführer Ammoniakwerk Mer- seburg GmbH, Leuna-Werke Verantwortlich für den Leunateil der ıg nicht|} Stellv. Geschäftsführer Buna-Werke IG-Farbenindustrie AG, Werk Ausch- ht. Are| GmbH, Schkopau witz ie, den H Leiter des Sonderausschusses C(Che- Vorstand der Braunkohle-Benzin AG, eutsche 4 mische Kriegsführung) Berlin und weiterer in- und ausländi- A 4 Wehrwirtschaftsführer scher Unternehmen r DDR schisti- nchist- Ausgezeichnet mit dem Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz Mitglied des Freundeskreises des „Reichsführers SS“ jt wur-| heute: Aufsichtsrat: Telefunken AG, Ausgezeichnet mit dem Kriegsver- bungen FH Em\ dienstkreuz I. und II. Klässe mal in FI Vereinigte Industrie-Unternehmungen uch IN jrischen ‚eik a| nen To I rihnen FE ischwitz EI ch un AG(VIAG), Bonn/Westberlin Bergwerksgesellschaft Hibernia AG, Herne Verwaltungsrat: Berliner Handels- Gesellschaft(BHG), Westberlin/Frank- furt/M.- Stellv. Aufsichtsratsvors.: Süddeutsche Kalkstickstoff-Werke AG, Trostberg Aufsichtsrat: Scholven-Chemie AG, Gelsenkirchen-Buer Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz heute: Vorsitzender des Aufsichtsrates Kohle-Öl-Chemie GmbH, Gelsenkirchen Aufsichtsrat: Ruhrchemie AG, Ober- hausen-Holten Leiter des Technischen Expertenkomi- tees der Internätionalen Konvention der Stickstoffindustrie nich in | Biedenkopf, Wilhelm Dürsfeld, Walther früher: Direktor der IG-Färbenindustrie früher: Oberingenieur der IG-Farben- AG, Werk Schkopau werke Leuna ei. Dynamit AG, Trois- ab 1943„Betriebsführer“ der IG-Far- a Nonne.\ benindustrie AG, Werk Auschwitz DECHEMA, Frankfurt/M. Bezirksobmann für Oberschlesien bei und Funktionen in vier weiteren Un- der Wirtschaftsgruppe Chemische In- ternehmen dustrie Mitglied: Vorstand des Arbeitsringes„eute: Vorstähdsmitglied der Scholven- Chsmie AG, Gelsenkirchen-Buer Aufsichtsrat: Phenolchemie GmbH, Gladbeck i.W. Frieseke& Hoepfner GmbH, Erlangen der Arbeitgeberverbände der west- deutschen Chemischen Industrie e. V., Wiesbaden Hauptausschuß des Verbandes der Chemischen Industrie, Frankfurt/M. 105 Eisfeld, Kurt früher: Verantwortlicher Chemiker der IG-Farbenindustrie AG, Werk Ausch- witz heute: Vorstand: Dynamit AG, Troisdorf Aufsichtsrat: Chemische Werke Witten GmbH, Witten/Ruhr Faust, Max früher: Stellv. Betriebsführer und Bau- leiter von IG-Farbenindustrie AG, Werk Auschwitz heute: Keram-Chemie, Siershahn, Westerwald Frank-Fahle, Guenther früher: Direktor der IG-Farbenindustrie AG und Leitung der Vermittlungs- stelle W(Wehrmacht), Berlin NW 7 Verbindungsmann der IG-Farben zu amerikanischen Chemiekonzernen heute: Geschäftsführender Gesellschafter Deutsche Commerz GmbH, Frankfurt/M. Geschäftsführer Continentale Com- merz GmbH, Frankfurt/M. Vorsitzender des Aufsichtsrates De- kage Handels-GmbH— früher Deutsche Kamerun-Gesellschaft, Hamburg Beirat: Deutsche Bank AG Gajewski, Fritz früher: Mitglied des Vorstandes der IG- Farbenindustrie AG, Frankfurt/M. und ihres Technischen Ausschusses Leiter der Sparte III der IG-Farben (Photographica, Kunststoffe, Kunst- u) Stellv. Aufsichtsratsvorsitzender: Kalle & Co AG, Wiesbaden-Biebrich Aufsichtsrat: Dynamit AG vorm. Alfred Nobel& Co, Troisdorf, Beirat der Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie Berlin Wehrwirtschaftsführer heute: Aufsichtsrat: Chemie-Verwal- tungs AG, Frankfurt/M., Chemische Werke Hüls AG, Marl, Recklinghausen Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates IG-Farbenindustrie AG i.L. Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates Dynamit AG, Troisdorf 105 Ausgezeichnet mit dem Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland Gattineau, Heinrich früher: Direktor der IG-Farbenindustrie AG Frankfurt/M. und Leiter ihrer volkswirtschaftlichen Abteilung in Berlin NW 7 Mitglied des Südost-Europa- Ausschusses der IG-Farben Mitglied oder Leiter von Aufsichts- organen mehrerer IG-Unternehmen oder Tochter-Gesellschaften in Westdeutschland heute: Vorsitzender des Vorstandes der Wasag-Chemie AG, Essen Vorsitzender des Vorstandes der Guano-Werke AG, Hamburg Beirat: Dresdner Bank AG, Düsseldorf Aufsichtsrat: Nitrochemie GmbH, Aschau, Mitteldeutsche Sprengstoff- werke GmbH, Langelsheim u.a. Unternehmen Jähne, Friedrich früher: Mitglied des Vorstandes der IG- Re; Farbenindustrie AG, Frankfürt/M. und Mitglied ihres Technischen- und Finanzausschusses Vorsitzender der Technischen Kom- mission der IG Mitglied von Aufsichtsräten mehrerer ER IG-Unternehmen Mitglied des Großen Beirates hei der Reichsgruppe Industrie Wehrwirtschaftsführer heute: Vorsitzender des: Aufsichtsrates der Farbwerke Hoechst AG, Frank- furt/M.-Hoechst Aufsichtsrat: Gesellschaft für Linder Eismaschinen AG, Höllriegelskreuth b. München Ausgezeichnet mit dem Gralien Ver- dienstkreuz mit Stern desVO der BRD von Knieriem, August früher: Mitglied des Vorstandes der IG- Farbenindustrie AG, Frankfurt/M. Leiter ihres Rechtsausschusses(Chef- syndikus) und Mitglied des Zentral- und Arbeitsausschusses - früher: - Mitglie GmbH IG-Fai heute:\ der-IG Frank: Kugler,| früher: schaft Frank: Mitgli Ausscdt Mitgli Aussdt Angeh stofte Komm steriun Werke heute:' Farbw Vorsta b.Han Mitgli bande Frank ter Mee benini Miteli Vorsit Schuss Leiter kalien Gesch GmbH und le ger Ve der] Schaft, Ausla; Reich« Krieg, Wehr, | heute R Tätes fabrik Aufsic Düsge Wagg, PERS EEE N NE ee 5 Mitglied des Aufsichtsrates Anorgana GmbH, Frankfurt/M.(Giftgaswerk der '-Farben) heute: Vorsitzender des Aufsichtsrates der IG-Farbenindustrie AG i.L,, Frankfurt/M. Kugler, Hans früher: Direktor der Verkaufsgemein- schaft der IG-Farbenindustrie AG, Frankfurt/M. Mitglied des Südost-Europa- Ausschusses der IG Mitglied des Kaufmännischen Ausschusses von Fräneolor, Paris Angehöriger der Fachgruppe Farb- stoffe im Reichswirtschaftsministerium Kommissar des Reichswirtschaftsmini- steriums für die Aussig-Falkenau- Werke in der CSR heute:: Vorständsmitglied‘ der Casella- Farbwerk& Mainkur AG, Frankfurt/M. Vorstand: Riedel de Haen AG, Seelze b. Hannover Mitglied des Hauptausschusses des Ver- bandes der Chemischen Industrie e. V.; Frankfurt/M. ter Meer, Fritz früher: Vorstandsmitglied der IG-Far- benindustrie AG, Frankfurt/M. und Mitglied ihres Zentralausschusses Vorsitzender des Technischen Aus- schusses der IG Leiter der Sparte I(Färben, Chemi- kalien, Pharmazeutika) Geschäftsführer der Buna-Werke GmbH, Schkopau und leitendes Mitglied oder Angehöri- ger von zahlreichen Aufsichtsorganen der IG-Unternehmen, Tochtergesell- schaften und Affiliationen im In- und Ausland, Beauftragter für Italien des Reichsministers für Rüstungs- und Kriegsproduktion Wehrwirtschaftsführer heute: Ehrenvorsitzender des Aufsichts- rates und Vorstandes von Farben- fabriken Bayer AG, Leverkusen Aufsichtsrat: Commerzbank AG, Düsseldorf Waggonfabrik Uerdingen AG, Krefeld v. Maltzan, Vollrath früher: Verbindungsmann der IG-Far- ben zum Auswärtigen Amt Leitender Mitarbeiter der Vermitt- lungsstelle W, Berlin NW 7, der IG- Farbenindustrie AG; Frankfurt/M. heute: Aufsichtsrat: Kalle AG, Wies- baden-Biebrich Mitglied: Deutsche Weltwirtschaftliche Gesellschaft, Westberlin Deutsch-Französischer Kreis, Düsseldorf Akademie für Welthandel, Frankfurt/M. und weiterer Auslandsgesellschaften Ausgezeichnet mit dem Großen Ver- dienstkreuz mit Stern des VO der BRD und dem Großkreuz der Ehrenlegion M. gilt heute als Experte der IG-Far- bennachfolger für Perspektivfragen der Auslandswirtschaft Prentzel, Felix-Alexander früher: Prokurist der IG-Farbenindustrie AG, Frankfurt/M. Mitarbeiter der wirtschaftspolitischen Abteilung der IG Mitarbeiter im Reichsamt für Wirt- schaftsausbau heute: Vorsitzender des Vorstandes Deutsche Gold- und Silber-Scheide- anstalt, vorm. Roessler(Degussa), Frankfurt/M. Aufsichtsrat: Metallgesellschaft Frank- furt/M., Farbwerke Hoechst, Frank- furt/M. und weiterer fünf wirtschaft- licher Unternehmen Mitglied der Direktionskommission für die Verwendung von Atomenergie bei der OECD Mitglied des Verwaltungsrates beim Institut für Entwicklungsländer Schneider, Christian früher: Mitglied des Vorstandes der IG- Farbenindustrie AG, Frankfurt/M., ihres Zentral- und Technischen Aus- schusses Leiter der Sparte I(Stickstoff, Öl, Gruben) Hauptbetriebsführer der IG(Leiter der zentralen Personalabteilung) 107 . Hauptabwehrbeauftragter der IG Geschäfts- und Betriebsführer des Am- moniakwerks Merseburg GmbH, Leuna-Werke, Krs. Merseburg Aufsichtsrat: Deutsche Gasolin AG, Berlin Mitglied: Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie, Berlin Wehrwirtschaftsführer heute: Aufsichtsrat: Süddeutsche Kalk- stickstoff-Werke AG, Trostberg Rheinauer Holzhydrolyse GmbH, Mannheim Rheinau Winnacker, Karl früher: Direktor der IG-Farbenindustrie AG Farbwerke Hoechst heute: Vorsitzender des Vorstandes Farbwerke Hoechst AG Vorsitzender des Aufsichtsrates: Knapsack-Griesheim AG, Knapsack b. Köln Kalle AG, Wiesbaden-Biebrich Wacker-Chemie GmbH, München Ruhrchemie AG, Oberhausen-Holten Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates: Duisburger Kupferhütte, Duisburg Behringwerke AG, Marburg/Lahn Kernreaktor Bau- und Betriebs-GmbH, Karlsruhe Aufsichtsrat: Dresdner Bank AG, Frankfurt/M. Bunawerke Hüls GmbH, Marl, Kr. Recklinghausen Deutsche Gold- und Silber-Scheide- anstalt, vorm. Roessler(DEGUSSA), Frankfurt/M. Chemische Werke Albert AG, Wiesbaden-Biebrich Präsident: Deutsches Atomforum e. V., Bonn ‘ Wurster, Carl früher: Mitglied des Vorstandes der IG- Farbenindustrie AG, Frankfurt/M., Mitglied seines Technischen- und Chemiekalienausschusses Leiter der Betriebsgemeinschaft Oberrhein Mitglied des Verwaltungsrates der. DEGESCH mbH Betriebsführer der Oppau-Werke, Ludwigshafen Aufsichtsrat: Duisburger Kupferhütte, Duisburg Beirat der Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie, Berlin Wehrwirtschaftsführer Ausgezeichnet mit dem Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz heute: Vorsitzender des Vorstandes der BASF\ Vorsitzender des Aufsichtsrates:' Duisburger Kupferhütte, Duisburg Gewerkschaft Auguste-Victoria, Marl, Kr. Recklinghausen Aufsichtsrat: Deutsche Gold- und Silber-Scheide- anstalt, vorm. Roessler DEE Frankfurt/M. Deutsche Bank AG, Frankfurt/M. Hoesch AG, Dortmund Buna-Werke Hüls GmbH, Marl, Kr. Recklinghausen Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG, Wuppertal-Elberfeld Brown, Bovery& Cie AG, Mannheim Mitglied: Kuratorium der Stiftung Volkswagenwerk Aufsichtsrat: Robert Bosch GmbH, Stuttgart Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie e. V., Ausgezeichnet mit dem Großen Bun- desverdienstkreuz mit Stern des VO der BRD In der wird: und| seinen 1. De hütte, heide- SSA), Bun Auszüge aus dem Beskikunise von Prof.Dr.F.K.Kaul an das Schwurgericht Frankfurt/Main, eingereicht von Rechtsanwalt Strodt am 8. Mai 1964 An das Schwurgericht beim Landgericht Frankfurt/Main In der Strafsache gegen Mulka u. A.— Ks 2/63— wird zum Beweis für die Abhängigkeit des Lagerbetriebes von wirtschaftlichen Interessen und für die Lebensbedingungen der Häftlinge im ‚Konzentrationslager Auschwitz und seinen Nebenlagern die Verlesung folgender Schriftstücke beantragt: 1. Das sogenannte IG-Farben-Urteil des Militärgerichts VI der Vereinigten Staaten, ver- kündet am 29. und 30. Juli 1948 in Nürnberg, Abschnitt: Auschwitz und Fürstengrube. In: Das Urteil im IG-Farben-Prozeß, Bollwerk-V erlag Karl Drott, Offenbach am Main 1948, S. 121—130. Die angegebenen Auszüge enthalten die tatsächlichen Feststellungen des Amerikani- schen Militärgerichts über die Errichtung und den Betrieb des Buna-Werkes der IG in Auschwitz und über das der IG gehörende Kohlenbergwerk Fürstengrube. Sie bezeugen, daß es die Aufgabe der Kommandantur des Konzentrationslagers Auschwitz war, die IG- AG mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen. Dies galt insbesondere in bezug auf die Forderungen der IG nach einer immer größeren Anzahl kräftiger und volleistungsfähiger Konzentrationslagerhäftlinge als billige Arbeitssklaven. Ferner bezeugen die Urteilsfestsiellungen, daß das Konzentrationslager Monowitz als das größte Arbeitslager des KZ Auschwitz sowie das KZ-Nebenlager Fürstengrube auf Ver- anlassung der IG-Farbenindustrie entstanden sind und daß die Verhältnisse besonders in diesen Lagern entscheidend von den 1G-Farben und ihren Interessenvertretern beeinflußt wurden. Beide Lager sind der Tatort verschiedener durch den Eröffnungsbeschluß erfaßter Verbrechen. Schließlich geben die Urteilsfeststellungen Aujschluß über die unmenschlichen und verbrecherischen Arbeits- und Lebensbedimgungen der Häftlinge, die in den IG- Betrieben eingesetzt wurden. Diese Häftlinge„lebten und arbeiteten unter dem Schatten der Liquidierung“, heißt es im Urteil, und es wird ausdrücklich festgestellt, daß die 1G- Farben beziehungsweise deren Repräsentanten in Auschwitz hierfür mitverantwortlich sind. 2. Die unter Eid abgegebenen Erklärungen a) des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der ehemaligen IG-Farbenindustrie AG und Generalbevollmächtigten für Sonderfragen der chemischen Erzeugung im Rahmen des Vierjahresplanes, Carl Krauc h, vom 13. Februar 1947; b) des Mitgliedes des Vorstandes der ehemaligen 1G-Farbenindustrie AG, Heinrich Bütefisch, vom 19. Februar 1947, Abschnitte 2—7;... 109 e) des Direktors des Werkes Auschwitz der ehemaligen IG-Farbenindustrie AG, Walter Dürrfeld, vom 18. Februar 1947, Abschnitte 3, 8&—13,16 und 16a;.. Diese Erklärungen bestätigen und konkretisieren die im IG-Farben-Urteil getroffenen Feststellungen. Sie vermitteln konkrete Tatsachen, die das Amerikanische Militärgericht in Nürnberg uls erwiesen angesehen hat und auf die es sich in seinem Urteil stützte. So ergibt sich, daß die IG-Farben bei der Befolgung der Anregung des nazistischen Reichswirtschaftsministeriums zum Bau eines vierten Buna-Werkes die Tatsache berück- sichtigte, daß ihr beim Bau dieses Werkes in Auschwitz mit den damals im dortigen KZ befindlichen 8000 Juden und 3000 Polen billige Arbeitssklaven zur Verfügung stehen. Um den im Interesse der IG liegenden Bau verwirklichen zu können, erklärten sich ihr Technischer Ausschuß und der Vorstand für den Einsatz von KZ-Häftlingen. Außerdem war den IG-Farben bekannt, daß der Werkaufbau in Auschwitz nur nach einer zwäangs- weisen, gewaltsamen Evakuierung und Enteignung Tausender ortsansässiger Polen und Juden erfolgen konnte. Auch gegen diese rechtswidrigen Aktionen wurde keinerlei Ein- spruch erhoben, sie wurden sogar durch neue Gebietsforderungen der IG noch ausgeweitet. Hauptsächlich vermitteln aber diese Erklärungen viele Einzelheiten über den Aufbau des KZ Monowitz, über die dort herrschenden unmenschlichen Zustände für die Häftlinge, über die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen der für die IG arbeitenden Häftlinge und über die maßgebliche Verantwortung der IG-Farben hierfür. Schließlich geben sie nähere Auskunft über das Bestehen und über Mödalitäten der en- gen und freundschaftlichen Zusammenarbeit ziwschen der IG-Farben und der 55, wobei die ungegebenen Tatsachen zu dem Schluß führen müssen, daß sich die Kommandantur des Konzentrationslagers Auschwitz verpflichtet fühlte, die Forderungen der IG zu erfüllen. 3. Niederschrift über die Gründungssitzung des Werkes Auschwitz der IG:Farbenindustrie AG am 7. April 1941 in Katiowitz, Seite 5, Absatz I und Seite 6, Wiedergabe der Aus: führungen von Dr. Ambros. Diese Urkunde bezeugt das tatsächliche Bestehen einer Verpflichtung der Komman- dantur des KZ Auschwitz zur vollen Unterstützung und Erfüllung der Arbeitskräfteanfor- derungen der IG-Farben. Es gab nämlich— wie in der Niederschrift hervorgehoben wird— einen diesbezüglichen Befehl des Reichsführers SS..»« \ 6. Übersicht über die Unterhaltskosten für Häftlinge in den Konzentrationslagern. Eine Fotokopie befindet sich in den Gerichisakten, Anlageband la, Blatt 94. Hieraus geht hervor, daß die SS für Bekleidung, Unterkunft und Verpflegung täglich nicht mehr als 1,22 RM pro weiblichen KZ-Häftling beziehungsweise 1,34 RM pro männ- lichen KZ-Häfltling veranschlagt hat..s» 7. Besuchsbericht über die Besprechung mit dem Lagerkommandanten des Konzentrations- lagers bei Auschwitz am 27.3.1941, nachm. 15 Uhr, vom 30. März 1941. Der Bericht bestätigt zunächst ausdrücklich das herzliche Einvernehmen der Komman- dantur des KZ Auschwitz mit den Vertretern der IG-Farben und die volle gegenseitige Unterstützung. Es wird der„sehr herzliche Ton“ der Besprechung und die„volle Bereit- schaft“ des KZ,„nach Kräften beim Bau des Werkes... Hilfestellung zu leisten“, her- vorgehoben. Darüber hinaus bezeugt dieser Bericht, daß seitens der SS der Adjutani des Lager- kommandanten für die Verwirklichung aller Vereinbarungen zwischen der IG und der SS funktionell zuständig war. Diese Tatsache ist speziell hinsichtlich der Angeklagten Mulka und Höcker von Bedeutung. 110 von ih Hoß. I Angek stände gestell Anwei großen sporn; werdeı schließ mit de power: bezeicl 9. Ei Es Kriegs Vertre trauen sowie witz s unmer Siroph 10,$e gri In Befrie Tendeı auf di darum Er erl 11, Schnit; alter enen richt chen rück- , KZ hen. ı Ihr rdem ings- und Ein- eiteti ıfbau Inge, linge or en« die r des G zu trie Aus: ıman« anfor- rd öglich mann“ „tions“ man entige Bereit‘ ‘ her ’ Lager" ler 5 Hulko 8. Aktennotiz vom 26. Mai 1942 über eine Besprechung vom Abend des 14. Mai 1942, Abschnitt: Gestellung von Häftlingen.\ .. Es handelt sich um den von IG-Farben-Direktor Dürrfeld gefertigten Bericht über eine von ihm und anderen Vertretern der IG geführte Besprechung mit dem KZ-Kommandanien ' Hößb. Hier wird der Adjutant des Lagerkommandanten— und das war zu dieser Zeit der Angeklagte Mulka— dafür verantwortlich gemacht, daß der IG-Farben„unter allen Um- ständen“ 4500 Häftlinge unter den von der IG gestellten Bedingungen zur Verfügung gestellt werden... Zur Sicherstellung der Kontinuität erhielt der Angeklagte Mulka die Anweisung, daß bei der Einteilung der Kommandos darauf zu achten sei, daß keine allzu großen Verschiebungen durch Krankmeldungen eintreten. Der von der IG geforderte An- sporn zu größerer Leistung sollte durch ein sogenanntes„Primitiv- Akkord-System‘ gegeben werden, das in einer kargen Zusatzverpflegung, in der Errichtung eines Bordells und schließlich in dem lügnerischen Versprechen der Entlassung aus dem KZ bestand. Diese mit dem Angeklagten in ihren Einzelheiten festzulegende Methode zur intensiveren Aus- powerung der Häftlinge wurde sarkastisch als FFF-System(Fressen, Frauen, Freiheit) bezeichnet. 9. Eidesstattliche Erklärung des Charles Joseph Coward vom 24. Juli 1947. Es handelt sich um die Aussage eines ehemaligen britischen Kriegsgefangenen aus dem Kriegsgefangenenlager Monowitz, die im Rahmen des Verfahrens gegen die IG-Farben- Vertreter durch das Amerikanische Militärgericht gemacht wurde. Coward hatte als Ver- trauensmann seiner Kameraden unter anderem Verbindungen zur IG-Leitung in Auschwitz. sowie zu den bei der IG arbeitenden KZ-Häftlingen. Er hatte sich auch in das KZ Mono- witz selbst einschleichen können. Seine Aussage enthält. detaillierte Angaben über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen der KZ-Häftlinge im Buna-Werk sowie über die kata- sirophalen Verhältnisse im KZ Monowitz. 10. Schreiben des Direktors des Werkes Auschwitz der IG-Farbenindustrie AG an SS-Ober- gruppenführer Pohl vom SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamt vom 28. Oktober 1943. In diesem Schreiben bedankt sich. IG-Farben-Direktor Dürrfeld bei Pohl für die volle Befriedigung aller seiner Wünsche bezüglich des Häftlingseinsatzes in den der IG gehö- renden Bergwerken Fürstengrube und Janinagrube. Unter ausdrücklicher Bezugnahme auf die— wie er schreibt— bisherige„ausgezeichnete“ Zusammenarbeit ersucht Dürrfeld darum, auch für die Arbeit in dem Kohlenbergwerk Güntergrube KZ-Häftlinge zu erhalten. Er erklärt sich sogar bereit, das erforderliche KZ-Nebenlager auf IG-Kosten zu errichten. 11. Wochenbericht 90/91 für die Zeit vom 8. Februar bis 21. Februar 1943, Teil I, Ab- schnitt 10.2. Es handelt sich hierbei um einen der regelmäbig von der Direktion des Werkes Ausch- _ witz an die Leitung der IG-Farbenindustrie AG gegebenen Berichte. Der angegebene Ab- schnitt bezeugt, daß SS-Obersturmbannführer Maurer vom WVHA die Forderung der IG akzeptiert hat, von sich aus alle schwachen Häftlinge abzuschieben. Diese Tatsache ist von großer Bedeutung für die Feststellung der Verantwortlichkeit für die Selektionen von als arbeitsunfähig bezeichneten Häftlingen aus dem KZ Monowitz, Sie beweist die mahgeb- liche Mitschuld der IG für die Ermordung Tausender Häftlinge, die als ‚nicht arbeits- jähig“ in die Gaskammern geschickt wurden. 12. Dokument 1472— PS aus den Akten des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses. In: Internationaler Militärgerichtshof, Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher, Band XXVIl(Beweisurkunden 1104-PS-1739-PS), Nürnberg 1948, S. 251f. Es ist dies ein Dringend Geheimes Fernschreiben des Gestapo-Che/s Müller an Himmler mit der Mitteilung. daß im Zuge einer befohlenen Aktion zur Vergrößerung der Zahl 111 arbeitsfähiger KZ-Häjtlinge 45 000 Juden in das KZ Auschwitz eingeliefert werden. Unter diesen 45 000 Personen sollen sich— wie es wörtlich heiht—„bei Anlegung eines zweck- mäßigen Maßstabes... bei der Ausmusterüng der ankommenden Juden in Auschwitz mindestens 10 000 bis 15 000 Arbeitskräfte‘ befinden. 13. Fernschreiben des Chefs des Amtes D II des WVHA an den Kommandanten des KL Auschwitz vom 26. 1. 1943, 20.50 Uhr, Betref}: Häftlingstransport aus Theresienstadt jür den Arbeitseinsatz bei der Bauleitung und im Buna-Werk. 14. Fernschreiben des SS-Obersturmbannführers Maurer vom WVHA an den Komman- danten des KL Auschwitz vom 2.3.1943. Betreff: Abtransport jüdischer Rüstungs- arbeiter aus Berlin. Fernschreiben des SS-Obersturmführers Schwarz vom Konzentrationslager Auschwitz an das Amt D II des WVHA vom 5.3.1943. Beireff: Abtransport jüdischer Mn arbeiter. ‚ Fernschreiben des SS-Obersturmführers Schwarz vom KZ Auschwitz an das WV- Hauptamt, Amtsgruppe D, Oranienburg. Betrefj: Judentransporte aus Berlin, vom 15. 3.1943. Fotokopien dieser Fernschreiben. befinden sich in den Gerichtsakten, Anlageband 1b, 1. Blatt sowie Blatt 5,6, 7. Diese Dokumente zeugen von der Praxis bei der Durchführung der oben erwähnten Aktion. Sie beweisen, daß die arbeitsfähigen Häftlinge in erster Linie für die IG-Farben benötigt wurden. In dem Fernschreiben Maurers wird der Kommandant des KZ Auschwitz ausdrücklich angewiesen:„Zunächst muß das Buna-Lager auf volle Höhe gebracht werden“. Die Fernschreiben vom 5.3. und 15.3, geben Aufschluß über den Maßstab, der bei den Selektionen angelegt wurde. So wurden aus dem am 5.3. gemeldeten Transport von 1118 Frauen und Kindern lediglich 200 Frauen und aus dem am 15. 3. gemeldeten Transport von 964 Juden nur 365 als arbeitsfähig angesehen. Alle nicht als arbeitsfähig angesehenen Juden wurden— wie es in den Fernschreiben heibt— der„SB“(,Sonderbehandlung“ — d. Hg.) zugeführt, also vergast. 17. Vermerk des Lagerarztes des KL Au: Il betr. Überstellung von 102 Häftlingen am 31.1. 1944 vom Lager Au II nach Au III(Buna). Eine Foötokopie dieses Vermerks befindet sich in den Gerichtsakten, Anlageband Ib, Blatt 159. Dieser Vermerk bezeugt. daß selbst ärztlicherseits als arbeitsunfähig bezeichnete Häjt- linge von der SS nach Monowitz überstelli wurden, weil die IG auf neue Arbeiüskräfte drängte. Alle genannten Schriftstücke geben somit Aufschluß über Tatsachen, welche die all- gemeinen Verhältnisse im Gesamibereich des Konzentrationslagers Auschwitz maßgeblich mitbestimmien. Diese Tatsachen erhellen die Atmosphäre, in der die Angeklagten die ihnen angelasteien Verbrechen begangen haben. Darüber hinaus geben sie Aufschluß über bestimmte allgemeine funktionelle Zuständigkeiten einzelner Angeklagter. Deshalb sind diese Tatsachen von entscheidender Bedeutung für die vollständige und umfassende Aufklärung der durch den Eröffnungsbeschluß erfaßten Verbrechen sowie für deren richtige tatsächliche und rechtliche Beurteilung. In Untervollmacht für Rechtsanwalt Prof. Dr. F. K. Kaul: gez. Bernhard Strodt Rechtsanwalt Hoher Meine Di die sic trieb( Bi eingeh so dal nolweı Ho tungen Prozes Zosisch Die Verflechtung von sicherheitspolizeilichen und wirtschaftlichen Interessen bei der Einrichtung und im Betrieb des KZ Auschwitz und seiner Nebenlager Auszüge aus dem Gutachten von Prof. Dr. Jürgen Kuczynski, Ordentlicher Professor der Wirtschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin Ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschäften zu Berlin, vorgelegt im Auschwitz-Prozeß in Frankfurt/Mäin äm 19. März 1964 Hoher Gerichtshof! Meine Damen und Herren! Die Aufgabe, die mir gesiellt ist, ist, ganz spezifisch zu überprüfen, ob und inwieweit die sicherheitspolizeilichen und wirtschaftlichen Interessen bei der Einrichtung und im Be: trieb des Konzentrationslagers Auschwitz miteinander verflochten wären. Einleitend jedoch... möchte ich gern auf einige allgemeine Verflechiungserscheinungen eingehen, aus denen sich dann logisch die spezifischen als ganz selbstverständlich ergeben, so daß für die spezifische Untersuchung dann nur noch die Angabe von Beweistatsächen notwendig ist... Hören wir dazu, noch im Rahmen der Grundlegung für die bald folgenden Ausfüh- rungen zum spezifischen Thema, zum Beispiel die eidesstattlichen Erklärungen des Vor- standsmitgliedes der IG-Farbenindustrie Georg von Schnitzler. Ich zitiere zunächst aus dem Dokument NO NI-5193 des Nürnberger IG-Farben- Prozesses... Es handelt sich bei dem Verhör um den Komplex der Aneignung der fran- zösischen Chemieindustrie durch die IG-Farben:... „Frage: Dann war die Beschlagnahme der französischen Industrie, einschließlich der Färbenindustrie seitens der NS-Regierung— wie im Falle Polens— der eigene Plan der IG? Äntwort: Ja, wie Polen.\ Frage: Und war es die Absicht der NS-Regierung, die französische Industrie in der gleichen Weise zu behandeln?| Antwort: Das kann ich nicht sagen. Das war vor der sogenannten Zeit der Kollabora- tion. Daß wir die 50 Prozent erwerben wollten, war ganz im Anfang, bevor etwas in bezug auf Francolor erfolgt war. ı Frage: Wann? Antwort: Das muß im August/September 1940 gewesen sein. Frage: War es der ursprüngliche Plan der IG, daß die NS-Regierung die gesamte anzosische Industrie, einschließlich der Farbstoffindustrie, beschlagnahmen sollte?; Antwort: Wir wollten 50 Prozent der französischen Farbstöflindustrie erwerben— von der Regierung, da keine Verhandlungsmöglichkeiten bestanden. Die Möglichkeiten ergaben Sich erst, als die Ära der Kollaboration begann. i Fass: Wie war die Lage im August 1940, und was wären damals die Pläne der NS- Regierung?_ Yn E ‚Antwort: Das kann ich Ihnen nicht sagen.* Frage: Ich wiederhole, bestand im August 1940 ein Plan der IG und der NS-Regie- rung, die gesamte französische Industrie, einschließlich der Farbstoflindustrie, zu beschlag- 113 Antwort: Ja.“ Das heißt, IG-Vertreter und Regierungsvertreter berieten gemeinsam die Politik des Raubes ganzer Industrien. und die Pläne gingen von der IG aus. So war es in Polen, und so war es in Frankreich. Es wäre jedoch falsch zu glauben, daß diese Verbindung nur etwa an der Spitze und in großen Fragen der Politik, wie der Beschlagnahme der Industrien eroberter Länder, bestand. So eng war vielmehr auch die Verzahnung zwischen den Büros der einzelnen Konzerne und der einzelnen Ministerien, daß man nicht mehr wußte, wer zu wem gehörte. Hören wir dazu einen anderen Herrn von IG-Farben, den Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung von 1933 bis Anfang 1938, Dr. Heinrich Gattineau, der in einer Erklärung unter Eid mitteilte(Document NO NI-4833 Office of Chief of Counsel for War Crimes): „Durch Dr. Ilgners Initiative wurde zu Beginn 1933 der Wirtschaftsführerkreis, der eng mit dem Propagandaministerium zusammenarbeitete(sogenannter F-Kreis), geschaf- fen. Dieser Kreis bestand aus Vertretern der Industrie, unter anderem Herrn v. Winterfeld (Siemens), Dr. Hahn(Mitteleuropäischer Wirtschaftstag und westliche Schwerindustrie), D.C. Fischer, Dr. Ilgner und wir für IG-Farben. Diese Organisationen setzten es sich zur Aufgabe, im Zusammenhang mit dem Propagandaministerium die Ereignisse in Deutsch- land. die für den deutschen Ruf im Ausland ungünstig waren, abzuschwächen und dafür zu sorgen, daß die Verhältnisse des ‚Neuen Deutschland‘ im Ausland in besseres Licht gesetzt würden. Es war auch die Aufgabe des Wirtschaftsführerkreises, ungeschickte Ak- tionen des-Propagandaministeriums zu verhindern und durch geeignetere zu ersetzen‘ So eng ist die Verflechtung zwischen: der Bürokratie der Konzerne und der Ministerien, daß Gattineau ausdrücklich mitteilen muß, wer wen bezahlte. Und: nun, zum Abschluß dieser allgemeinen, den Hintergrund abe hend Ausfüh- rungen eine einzige kurze Aussage über die Beziehungen von IG-Farben und NS-Partei, ebenfalls von Gattineau aus dem gleichen Dokument:. „Mit der Machtübernahme Hitlers versuchten die verschiedenen leitenden Mitglieder der IG, Anschluß an Nazikreise zu finden. Geheimrat Schmitz z.B. wurde Mitglied des Kuratoriums für das“Haus der deutschen Kunst‘, Mitglied des Reichstages, Prof. Selck war bei der SS, hatte seine Verbindungen daher, Georg v. Schnitzler hielt einen Salon in Berlin, um so mit:den führenden Leuten engen Kontakt zu halten. Die meisten Vorstandsmitglieder und wiele’leitende Persönlichkeiten der IG-Farben wurden zu Wehrwirtschaftsführern er- nannt... Diese Titel wurden durch das Wirtschaftsministerium für Verdienste um die W Alan und Rüstungsproduktion verliehen. Die Aufgabe der wirtschaftspolitischen Abteilung war es, Verbindung mit den immer zahlreicher werdenden Regierungs- und halb- offiziellen Stellen zu halten. Unter anderem war es Aufgabe der WIPO, Verbindungen mit der Auslandsorganisation der NSDAP aufrecht zu erhalten. Wir verschafften die politischen Unbedenklichkeitserklärungen der AO, die für die Ausreise der Angestellten der IG Far- ben erforderlich waren. Eine der Bedingungen für die Erteilung dieser Bewilligung war, daß die ausreisenden Herren sich im Ausland bei der AO melden und im nationalsozia- listischen Sinne betätigen mußten. Diese Unbedenklichkeitserklärung wurde nur Leuten mit einer bejahenden Stellung zum Nationalsozialismus erteilt, d. h., daß politische Gegner oder Nichtarier diese Bewilligung nicht erhalten konnten. Soweit die Reisenden Funktionäre in einer Parteiformation waren, mußten sie sich auch nach Rückkehr bei der AO zwecks Berichterstattung über die wirtschaftlichen und politischen Bedingungen der betreffenden Länder melden. Vielfach kam es auch vor, daß leitende Angestellte der IG-Farben im Aus- land, darunter auch viele Verbindungsmänner, gleichzeitig Funktionen in der AO beklei- deten. Alle deutschen Vertreter der IG unterstanden natürlich der politischen und sonstigen Kontrolle der AO. Die AO wollte und IG-Farben willigte ein und bestand nach 1937 dar- auf, daß die IG-Vertreter, soweit sie Deutsche waren, im Ausland sich an sämtlichen Aktivi täten und Veranstaltungen der AO beteiligten.“ 114 zung. Un. Partei obach sie vo) Selten ment A eine\ polit daß d Ic und ı lager: Zuı wirtse repuh lation des$ und\ stand » und i D Grüne Wirtse für K imme; Bl mählic Form RR Lager Persöı Vordr; erleid 4. Verw: | seführ &inand Schritt Vo Ittere, Au ki Aktenı Su. u rien, sfüh- ırtel, jeder | des wat srlin, ieder n el‘ , die schen halb- j mit schen Far- walı, soria“ p mit oder re ec! nder Aus ‚klei iger dar kin / Wiederum, wie beim Staatsapparat, beobachten wir auch hier eine völlige Verschmel- zung von Apparat der IG-Farben und einer Gliederung der NSDAP. 3 Und noch einmal sei vermerkt, daß eine Verschmelzung von Wirtschaft und Staat und Partei keine Besonderheit in der Geschichte ist, daß sie heute überall in der Welt zu be- obachten ist, daß die Notwendigkeit eines solchen Nachweises sich nur daraus ergibt, daß sie von den Beteiligten in der Zeit des Faschismus aus Feigheit und Schuld geleugnet wird. Selten sind Erklärungen der Art wie sie von Schnitzler am 8. August 1945 abgab(Doku- ment NO NI-5196): „Durch diese Handlungsweise übernahm die IG eine große Verantwortung und stellie eine wesentliche, und auf dem chemischen Gebiet entscheidende Hilfe für Hitlers Außen- politik dar, die zum Krieg und zu Deutschlands Ruin führte. So muß ich den Schluß ziehen, daß die IG weithin für Hitlers Politik verantwortlich ist.‘ * Ich komme jetzt zu der spezifischen Frage der Verflechtung von sicherheitspolizeilichen und wirtschaftlichen Interessen bei der Einrichtung und im Betrieb des Konzentrations- lagers Auschwitz und seiner Nebenlager. Zunächst muß ganz ausdrücklich.bestritten werden, daß sich sicherheitspolizeiliche und wirtschaftliche Interessen überhaupt fein säuberlich trennen lassen. In dem in der Bundes- republik erschienenen Buch von Raimund Schnabel„Macht ohne Moral“, eine Dokumen- tation über die SS, Röderbergverlag, Frankfurt am Main, 1957, S. 204 fl,, ist ein Schreiben des SS-Obergruppenführers und Generals der Waffen-SS und Chefs des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes(WVHA), Oswald Pohl, dem alle Konzentrationslager unter- standen, abgedruckt, in dem es unter dem Datum des 30. April 1942 heißt:; „1. Der Krieg hat eine sichtbare Strukturänderung der Konzentrationslager gebracht und ihre Aufgaben hinsichtlich des Häftlingseinsatzes grundlegend geändert. Die Verwahrung von Häftlingen nur aus Sicherheits-, erzieherischen oder vorbeugenden Gründen allein steht nicht mehr im Vordergrund. Das Schwergewicht hat sich nach der wirtschaftlichen Seite hin verlagert. Die Mobilisierung aller Häftlingsarbeitskräfte zunächst für Kriegsaufgaben(Rüstungssteigerung) und später für Friedensaufgaben schiebt sich immer mehr in den Vordergrund.| 2. Aus dieser Erkenntnis ergeben sich die notwendigen Maßnahmen, welche eine all- mähliche Überführung der Konzentrationslager aus ihrer früheren einseitigen politischen Form in eine den wirtschaftlichen Aufgaben entsprechende Organisation erfordern. 3, Ich habe deshalb alle Führer der früheren Inspektion der Konzentrationslager, alle Lagerkommandanten und alle Werkleiter am 23. und 24. April 1942 versammelt und ihnen persönlich die neue Entwicklung dargelegt. Die wesentlichen Dinge, deren Durchführung vordringlich ist, damit die Aufnahme rüstungsindustrieller Arbeiten keine Verzögerung erleidet, habe ich in beiliegender Anordnung zusammengefaßt. 4. Die Überführung der Inspektion der Konzentrationslager in das Wirtschafts und. Verwaltungshauptamt ist im besten Einvernehmen aller beteiligten Hauptämter durch- geführt. Die Zusammenarbeit aller Dienststellen ist reibungslos, die Beseitigung des Neben- einanders in den Konzentrationslagern wird allgemein als Überwindung der den Fort- schritt hemmenden Fesseln begrüßt.“ Von der sicherheitspolizeilichen Seite hat man sich also ganz auch auf wirtschaftliche Interessen eingestellt. Auf der anderen Seite war die wirtschaftliche Seite eifrig damit beschäftigt, der sicher- _ heitspolizeilichen Seite zu. helfen. Im Deutschen Zentralarchiv Potsdam findet sich eine Aktennotiz der Leuna-Werke vom 21. Dezember 1941„Betr. Bauvolumen für Siedlung, Gut und KZ-Lager in Auschwitz‘ mit u. a. Direktor Dr. Bütefisch und Direktor Dr. Ambros 115 auf dem Verteiler und gezeichnet von Dr. Dürrfeld, dem sogenannten Betriebsführer der IG Auschwitz, in der es heißt: „Herr Schneider soll am 18. Dezember prüfen, in welchem Umfang und mit welchen Materialzuteilungen die Bauvorhaben des KZ-Lagers notwendig sind und durch das Krauch-Bauvorhaben Auschwitz bedingt sind. Es besteht Einverständnis darüber, daß nach den vielen Zusagen, die von seiten des Amtes und der IG dem KZ-Lager gegenüber g gemacht worden sind, nun dem KZ-Lager auch geholfen werden muß. Alk wird festgestellt, daß sich die jetzigen Forderungen des KZ-Lagers in gar keinem Verhältnis befinden zu den Objekten, für die vor einem halben Jahr Zusagen gemacht worden sind(Aushelfen | mit Moniereisen, Bereitstellung von Werkzeugmaschinen usw.). IN Es wurde vereinbart, daß, vorbehaltlich der Zustimmung von Herrn Dr. Ambros, hei I") dem bevorstehenden Besuch des Herrn Keinath in Ludwigshafen die IG aus ihrem Woh- nungsbauvolumen 1 Mio und Herr Keinath aus seinem eigenen Bauvolumen eine zweite Mio zugunsten des KZ-Lagers herausschneidet. Eine andere Frage sei die, welche Kontin- gente vom Herrn Obenaus für ihn usw. zur Verfügung gestellt werden könnten. Diese Klä- rung übernimmt Herr Keinath.“ Von der wirtschaftlichen Seite tut man also alles, um die sicherheitspolitischen Inter- essen zu fördern, beteiligt sich an ihrer Ausgestaltung. Kein Wunder, daß wir bei einer solchen Verflechtung der sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Interessen von einer Besprechung mit dem Konzentrationslagerkomman- danten am 27. März 1941 hören, bei der anwesend waren: h „Sturmbannführer Hoess, Lagerkommandant, Sturmbannführer Kraus, Leiter der Verwaltung der Konzentrationslager, Oranienburg, | Hauptsturmführer Burboeck, Dezernent für den Häftlingseinsatz, Berlin-Lichterfelde, und einige Obersturmführer und Sturmführer als Dezernenten für die besprochenen Son- derfragen, Obering. Faust, Ludwigshafen/Dyhernfurth, Dipl.-Ing. Floeter, Ludwigshafen/Dyhernfurth, [ Ing. Murr, Ludwigshafen, | Dr. Duerrfeld, Leuna...... i Die gesamte Verhandlung wurde in herzlichem Einvernehmen geführt, wobei von Inf beiden Seiten der Wunsch herausgestellt wurde, sich gegenseitig jede mögliche Hilfe an- gedeihen zu lassen. So z. B. stellte der Lagerkommandant für den Notfall alle im Lager } vorhandenen Kräfte, Lagerarzt, Krankenauto, gegebenenfalls auch Transportmittel, zur H) Verfügung, bis die Baustelle eingelaufen ist. Es wurde verabredet, bei neuauftretenden I Fragen eine ähnliche Besprechung zu wiederholen. Insbesondere wurde dem Vorkommande der Bauleitung, Herrn Murr, empfohlen, sich jeweils an den Adjutanten des Lagerkomman- danten, Hauptsturmführer Frommhagen, zu wenden.“ Das Dokument trägt wieder die Unterschrift von Walter Dürrfeld, und auf dem Ver- teilerschlüssel finden wir die Mitglieder des Vorstandes | Dr. Ambros Dr. Bütefisch„ die Mitglieder der Technischen Kommission Direktor Dr. Sauer Direktor Dr. Eymann A Da Dr. Ambros auch Mitglied des Technischen Ausschusses war, können wir sicher sein, | daß alle wichtigen Gremien der IG über das herzliche Einvernehmen zwischen der$S bzw. Een en Ber u sicherheitspolizeilichen und der IG bzw. wirtschaftlichen Interessen unterrichtet waren. Br: i Herzliches Einvernehmen zwischen SS-Konzentrationslager-Führung und IG-Führung u tıompetete Walther Dürrfeld, für den Ambros noch im Dezember 1944 in einem Schreiben i an den Reichstreuhänder der Arbeit für Oberschlesien„in Anbetracht seiner besonderen Verdienste beim Aufbau des Werkes Auschwitz“ eine Gehaltserhöhung von 27 000 auf 33 000 Mark beantragte. Trompetete Walther Dürrfeld, heute, Februar 1964, im Vorstand 116 & Bi x x der 5 Aufsie stieksti Da keines herein Aufl wi itgli ul ayei V verka und yı geeign 1940. der IC dortigt Aussa; linge( tere P nen zu Au führte „A und 0 h lin, N diese, SS an KZ-H; 3} Ber der Schalven-Chemie AG, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Borkenberge-Gesellschaft, im | Aufsichtsrat der PhenoIchemie und von Frieseke& Hoepfner, sowie im Beirat der Rühr- Ihn: Me stickstnf AG... u Das Konzentrationslager von Auschwitz war in den Augen der IG-Führung im übrigen a‘ B keineswegs ein verspäteter und zulälliger Fund. Seine Insassen waren vielmehr von vorn- a herein als Arbeitskraftreservoir einkalkuliert und damit auch seine ständige und wachsende Auffüllung durch die SS.... Wir besitzen eine Erklärung unter Eid von Heinrich Bütefisch, bekanntlich Vorstands- mitglied der IG, in der es heißt: „1940 trat das Planungsamt unter Carl Krauch an Fritz ter Meer und Otto Ambros, =; zwei Vorstandsmitglieder der IG-Farbenindustrie, mit der Auflage heran, ein drittes Buna- Yh D werk zu bauen. Der Vorschlag wurde von Olto Ambros dem TEA und Vorstand vorgelegt und yon beiden angenommen. Otto Ambros erhielt vom Amt Krauch den Auftrag, eine geeignete Stelle für die Errichtung der dritten IG-Bunafabrik zu erkunden. Im Winter 1940'41 schlug Otto Ambros im Zusanımenhang mit dem Amt Krauch und dem Vorstand der IG-Farbenindustrie als günstiges Gelände Auschwitz vor mit der Begründung, daß die dortigen Bodenverhältnisse, das Vorhandensein von‘Kohle, Wasser und Kalk, sowie nach Aussage des Arbeitsamtes das Vorhandensein von Arbeitskräften— z. B. Polen und Häft- linge des Konzentrationslagers Auschwitz— die Errichtung der Bunafabrik bzw. die spä- tere Produktion begünstigen. 1941 wurden in einer Vorstandssitzung die Gelder für die neu zu errichtende IG Auschwitz bewilligt.“... Auch Dürrfeld, der mit Bütefisch zusammen die ersten Verhandlungen mit der SS führte, gab über diese eine Erklärung unter Eid(Document NO NI-4184) ab: stellt, en ZU 1elfen zweite ontin- > Klä- Inter- n und mman- 1'„Auf Veranlagung von Heinrich Bütefisch nahm ich im März oder April 1941 mit ihm er u und Oberingenieur Faust an einer Besprechung mit SS-Obergruppenführer Wolff in Ber- a h- lin, Albrechtstraße, wegen des Einsatzes von KZ-Käftlingen bei IG Auschwitz teil. Bei dieser Besprechung wurde vereinbart, daß die Beaufsichtigung der KZ-Häftlinge durch die SS an Ort und Stelle durchgeführt werden müsse und daß eine Verbindung zwischen den KZ-Häftlingen und anderen Arbeitern nicht stattfinden dürfe. Es wurde der Preis von 3.— RM pro ungelernten und von 4.— RM pro gelernten KZ-Häftlingsarbeiter täglich fest- gelest. Der Preis wurde von uns angenommen. Die Summe wurde monatlich an die SS in ei yon Berlin gezahlt.“... Ife an Der Einsatz von Konzentrationslager-Häftlingen wurde also bereits gewissermaßen für j|. den ersten. Spatenstich verabredet.: el, Zur, Die Akten des IG-Prozesses enthalten dazu auch eine Erklärung unter Eid(Document tenden h NO NI-7604! von Christian Schneider, der zunächst über seine Funktionen und Ämter male berichtet:... mmal:|„Ich war mir bei der Einstellung von KZ-Häftlingen bewußt, daß diese Menschen, die aus allen sozialen Schichten stammten, aus politischen und rassischen Gründen im KZ mer waren. Diese Tatsache war dem Vorstand der IG bekannt.“... Und nun eine Feststellung von besonderer Bedeutung für die so enge Verbindung zwi- schen sicherheitspolizeilichen und wirtschaftlichen Interessen: ‚Von dem Bestand des KZ Monowitz, einem sog. Ableger des KZ Auschwitz, erfuhr ich von Walther Dürrfeld, der mir in Leuna erzählt hat, daß die IG— abgesehen von dem bereits vorhandenen KZ Auschwitz— ein eigenes Konzentrationslager errichtet hätte sowie ‘daß die IG für Verpflegung und Unterkunft der Häftlinge verantwortlich sei. Die Gelder er se| II| für die Errichtung des KZ Monowitz(Baracken) sind auf dem üblichen Kreditwege über sb El| mich gegangen. Aus den Kreditgesuchen ging hervor, daß die Baracken vermerkt als ‚für se KZ-Arbeiter‘ für Häftlinge bestimmt waren.“... üühruP? El- Schneider’ erklärt: preb: 77:“ ‚on der IG Auschwit N„Die Verbrennungsschlote von KZ Auschwitz konnte man von der I Auschwiiz aus ondel ME sehen. Ich habe gehört, daß IG-Leute, die in Auschwitz waren. den Verbrennungsgeruch 100 iM PEN uns; u| 117 selbst gespürt haben, und zwar Walther Dürrfeld und andere Auschwitz besuchende In genienre. Die genannten Herren erzählten mir, daß es ein furchtbarer Geruch war.‘ * IG Auschwitz war ein Betrieb von höchster Kriegswichtigkeit. Im IG-Farbenprozeß wurde ein Schnellbrief des Beauftragten für den Vierjahresplan, Generalbevollmächtigten für Sonderfragen der chemischen Erzeugung, vorgelegt, datiert vom 25. F ebruar 1941, in dem es heißt(NO NI-11938): „Ihr Bauvorhaben gehört zur wichtigsten Versorgungsgrundlage der Kriegswirtschaft. in der neuen von Herrn Generalfeldmarsall Keitel befohlenen Regelung der Dringlichkeits- stufen steht Ihr Bauvorhaben in der höchsten Stufe. Einzelheiten und Ausführungsbestim- 2: mungen gehen Ihnen noch yon seiten meiner Dienststellen zu. Auf meine Bitte hin hat der Herr Reichsmarschall vor wenigen Tagen durch besondere Erlasse an die beteiligten Obersten Reichsbehörden die Dringlichkeit noch einmal ganz besonders betont und er richtet dauernd sein, besonderes Augenmerk auf den Fortschritt der Ihnen übertragenen Aufgaben der wehrwirtschaftlichen Produktion. Der Herr Reichsmarschall hat in diesen Frlassen den beteiligten Dienststellen die umgehende Deckung Ihres Facharbeiter- und Arbeiterbedarfs selbst auf Kosten anderer kriegswirtschaftlich wichtiger Bauvorhaben oder Betriebe zur Pflicht gemacht.“ Unter diesen Umständen hatte das IG-Farbenwerk Auschwitz natürlich eine besonders starke Position gegenüber der Auschwitzer SS. Das wird deutlich aus einer Aktennotitz vom 26. Mai 1942(Betriebsarchiv Buna) über eine Besprechung, an der unter anderen teilnahmen der Regierungspräsident Springorum, der Lagerkommandant Hoess, die IG- Direktoren Ambros und Dürrfeld. Die Aktennotiz wurde von Dürrfeld angefertigt. Dort heißt es zu dem Punkt„Gestellung von Häftlingen“: „Der Kommandant betont seinen Auftrag, den er vom Reichsführer SS. bekommen. hat, uns unter allen Umständen Häftlinge bis zur Zahl von 4500 Man» zur Verfügung zu stellen. Er wird diesen Auftrag bis zu dem geforderten Termin, Mitte Juni, auf jeden Fall durch- führen, auch wenn die eigenen Arbeiten zurückstehen müßten, seine ganzen Dispositionen über die weiblichen jüdischen Häftlinge seien darauf zugeschnitten. Wir möchten die Kräfte daher nach Bedarf anfordern. In einer eingehenden Unterhaltung über die Qualität der Häftlinge entwickelte ich fol- gende Bedingungen: 1. Kräftige und arbeitsfähige Häftlinge. 2. Täglich die gleichen Häftlinge zum gleichen Arbeitsplatz. 3. Größere Freizügigkeit im Einsatz der Häftlinge. 4. Ansporn der Häftlinge zu größerer Leistung... Es wurde verabredet, in der Woche nach Pfingsten über alle diese offenen Fragen ein- gehend mit dem Adjutanten und dem Arbeitseinsatzführer zu sprechen. Die Durchführung solle sofort in die Wege geleitet werden.“ Das Konzentrationslager muß also mit allen Mitteln vergrößert und angefüllt werden im Interesse des Wirtschaftsbetriebes der IG. War doch überhaupt die Gestellung einer t N möglichst großen Zahl von möglichst arbeitsfähigen Konzentrationslagerhäftlingen eines u der Hauptanliegen der IG in ihren Beziehungen zur SS. War doch die IG der größte Be- schäftiger von KZ-Häftlingen und hatte auf Befehl Himmlers Vorrang vor allen Industrien! Die Gier nach mehr und mehr Häftlingen, die die SS stellen soll, wird recht deutlich aus dem Wochenbericht 94/95 vom 8. bis 21. März 1943(IG-Prozeß) der IG Auschwitz. in dem es unter dem Datum des 19. März heißt: „Der derzeitige Einsatz beträgt 3517 Mann. Beabsichtigt war der Einsatz von 4500 Mann Es wurde daher verabredet, daß mit Rücksicht auf die Tatsache, daß immer ein ver- hältnismäßig großer Ausfall durch Quarantäne und Revierkranke besteht, das Lager bis} frühestens 1. Juni d. J. auf die Unterbringung von 5000 Häftlingen abgestellt wird. Dar- über hinaus soll das Lager für die Unterbringung von 6000 Häftlingen erweitert werden. 118 Gegebenenfalls sollen die Unterkünfte für die Wachmannschaften außerhalb der Umzäu- nung an der Westseite des Lagers 4 neu erstellt werden. Die Einzelheiten werden zwischen Herrn Dömming und Obersturmführer Schöttel umgehend festgelegt.“ Zu der Gier nach mehr Häftlingen kommt der Wunsch, möglichst arbeitsfähige Häftlinge zu haben— und dafür selbst sorgen zu dürfen. Das heißt, die IG verlangt für sich das _ Recht der Beteiligung an der sogenannten Selektion. Dabei handelt es sich faktisch um das Recht der IG, auch von sich aus Verbrennungstodesurteile fällen zu dürfen. Denn wer als nicht mehr arbeitsfähig bezeichnet wird, ist nach damaligem Brauch auch nicht mehr lebens- haft, berechtigt. eits- Darüber berichtet der kurz vorangehende Wochenbericht 90/91 für die Zeit vom 8. Fe- stim bruar 1943 unter dem Datum des 10. Februar: | der ‚„Besuch des Oberstugmbannführers Maurer. Es wurde über die zahlenmäßige Verstär- igten kung des Lagers IV gesprochen. Obersturmbannführer Maurer sagte zu, die Zahl der Häft- denn ei in Kürze auf 4000 eytl. 4500 Häftlinge zu erhöhen. Der Einsatz dieser Mengen kann, enen mit Rücksicht auf die geringe Postenzahl, nur bei Beschäftigung hinter Werkzaun und Um- jesen lung des Geländes erfolgen. Es wurde daher beschlossen, den gesamten Syntheseteil und E einzuzäunen. Weiter sagte Obersturmbannführer Maurer zu, daß alle schwachen Häftlinge oder abgeschoben werden können, so daß die Gewähr für eine fast volle Leistung, verglichen mit einem deutschen Hilfsarbeiter, herausgeholt werden kann.“ dere Alle schwachen Häftlinge dürfen von der IG abgeschoben werden! Wieder sehen wir, tin wie die Funktionen der SS und der IG miteinander verflochten sind!. Jeren E - Wir sind am Schluß unserer Ausführungen. Worauf es ankam, war den für jeden in br;- der Geschichte Bewanderten überflüssigen Beweis zu führen, daß Wirtschaftsführer, Staat ‚und Partei, und spezifisch IG-Konzern, SS-Konzentrationslagerleitung und staatliche Stel- ‚hat len, daß sicherheitspolizeiliche und wirtschaftliche Interessen auf das engste auch in den len. Jahren 1941 bis 1945 bei der Einrichtung und im Betrieb des KZ Auschwitz und seines urdh- Nebenlagers Monowitz(Monowice) miteinander verflochten waren. oo ‚Als Beweismaterial haben wir ausschließlich Aussagen verantwortlicher IG-Leute sowie rfle le ‚Aktenmaterial benutzt. Dokumente der anderen Seite, der Seite der gemeinsam von SS und IG-Gepeinigten, wurden nicht verwandt. Die Täter haben zur Zeit ihrer Herrschaft selbst die Geschichte ihrer Verbrechen geschrieben bzw. sie nachträglich ‚eingestanden... Adenauer, Konrad 101 Ambros, Otto 4, 6, 7, 9, 13, 14, 18, 19, 20, 24, 25, 26, 34, 39, 41, 42 43, 46, 47, 51, 63, 71, 72, 82, 103, 105, 110, 115, 116, 117, 118 Anderhub 90 Baar v. Baarenfels, Eduard 75 Balke, Siegfried 99, 103 Bachmann, Max 90 v.d. Bey, Wilhelm 66 Biedenkopf, Wilhelm 66, 99, 100, 105 Blessing, Karl 78 Bloch, Major 80 Boger, Wilhelm 34, 57 Bracht, Fritz 73 Brandt, Karl 61 Braus 9, 71, 72, 76 Buhl 90 Bütefisch, Heinrich 4, 9, 13, 14, 18, 26, 46, 51, 69, 73, 82, 105, 109, 115, 116, 117 f Burböck 18, 116 Butz 42 Capesius, Viktor 3, 4, 54, 57 Castes 91 f| Ciauberg, Carl 61 Coward, Charles Joseph 111 Czech 8 Dencker, Paul 65 Dietzsch, Arthur 62 Ding, Erwin alias Schuler 61, 63 Dubiel 8 Duchemin 91 Dürrfeld, Walther 4, 9, 13, 14, 16, 17, 18, 20, 23, 24, 26, 32, 34, 35, 39, 41, 42, 44, 51, 67, 69, 70,#1, 72, 73 74, 25, 105, 110, 113, 116, 117, 118 Dylewski 3 —— ww”, Eckell, Johannes 16, 19, 23, 27,&3 Eichmann, Adolf 6, 35 Einsler, Otto 66 Eisele 3 Eisfeld, Kurt 6, 7, 9, 10, 13, 14, 18, 20, 25 39, 43, 49, 50, 51, 71, 712, 73, 76, 106 Eisler, Hermann 54 Erhard, Ludwig 99, 103 Eymann, Karl 18, 39, 66, 67, 116 Faust, Max 6, 9, 13, 14, 18, 20, 26, 30, 31, 33, 39, 42, 51, 65, 67, 106, 116 Feykiel, Wladyslaw 61 Fischer, O. 78, 114 Flick, Friedrich 78, 101 Flöter 18, 116 Frank, Hans 97 Frank-Fahle, Guenther 79, 9, 94, 102, 103, 106 Frankenthal, Hans 33 Fußgänger 6i Gajewski, Fritz 37, 38, 96, 106 120 Namensregister: Gattineau, Heinrich 78, 82, 103, 106, 114 Gebhardt, Karl, 61 Glücks, Richard 14, 18 Goebbels, Josef 78 Göring, Hermann 11, 14, 35, 32, 118 Grawitz, Ernst Robert 61 Greenham, Arthur 51, 54 Haberland, Ulrich 103 Haefliger, Paul 79 Hahn, Max 78, 114 Handloser 61 Heidebroek 9, 18, 25, 39, 67 Hencky, Karl 66 Henning 9 Herdani 102 Herzog, Gustav 46, 48 v,d. Heyde, Erich 80, 93, 96 Himmler, Heinrich 6, 33, 35, 0, 78, 111, 118 Hitler, Adolf 77, 83 Hörlein, Heinrich 51 Höß, Rudolf 3, 3, 6, 18, 22, 26, 35, 39, 41, 42, 46, 49, 51, 111, 116, 118 Hoven, Waldemar 63 Ilgner, Max 77, 78, 79, 82, 114 Jähne, Friedrich 66, 106 Jakubik, Josef 31 Josenhans, Edgar? Keinath 24, 116 Kaiser 20 Kaul, F.-K. 4, 109, 112 v. Knieriem, Johann August 90, 106 Kranepuhl, Erich 26, 27 Krauch, Carl 12, 24, 26, 81, 82, 98, 109, 117 Kraus 18, Kremer 61 Krönig 7 Krüger 79 Krupp, Friedrich 17 Kuczynski, Jürgen 4, 113 Kugler, Hans 91, 102, 107 116 Lautenschläger, Carl Ludwig 63° Ling, Alfred 83 Lörner, Georg 14, 18 v. Lom, Dipl.-Ing. 9 v. Lötzsch, Obering. 9 Lucas, Franz 3 Mach, Erich 6, 7, 9, 18, 25, 39 v. Maltzan, Vollrath 98, 107 Mann, Wilhelm Rudolf 54, 79 Maurer 41, 43, 111, 112, 119 ter Meer, Fritz 4, 13, 14, 19, 46, 47, 51, 63, 65, 69, 90, 91, 103, 107, 117 Mengele 3 Menne, W. Alexander 99 Mühlen 79 Mulka, Robert 3, 109, 110, ı1l Müller, Heinrich 111 Münch, Hans 41 Murr 14, 18, 20, 116 Naumann, Werner 78 Nellessen 16, 25 Neubert 33 Ormond, Henry 64, 65 Oster, Heinrich 79 Ohlendorf, Otto 78 Otto, Wilhelm 79, 93 Peters, Gerhard 54 Philipp 79 Pohl, Oswald 14, 35, 40, 47, 50, 74, 78, 111, 115. Prentzel, Felix 99, 107 Rascher, Sigmund 61 Reichelt, W. O. 97, 104 Riess, Kurt 66, 67 Ritter 83 Santo, Camill 6, 7, 13, 14, 18, 20, 25, 39, 41, 42, 65 Sauckel Fritz 97 Sauer, Hans 9, 66, 116 Schäfer 8 Schatz 3 Schmitz, Hermann 77, 78, 79, 114 Schnabel, Raimund 115 Schneider, Christian 24, 70, 71, 104, 107, 117 Schneider, Helmut 80, 116 v. Schnitzler, Georg 77, 79, 90, 9, 96, 113, 114, 115 Schöttl, Vinzenz 44,'119/ Schröder, Gerhard 103 Schwarz 15, 112 Seebohm, Hans-Christoph 101 Selck 114’ Sehn, Jan 54 Sitzenstuhl 9 Springorum 42, 118 v. Staden, Hans-Adolf 9, 42 Stark 3 Strauss, Franz-Joseph 103 Strodt 109, 112 f Struss, Ernst August 14, 19 34, 69, Tauber, Arnest, 32, 45 Terhaar, Jost 91 Thesmar, G. 91 Thomas 81 Treister 34, 44 „Vetter, Helmuth 60,,61, 65 Waibel, Hermann 91 Weber 60, 62, 63 Weber-Andreae, Eduard 54, 79 Winnacker, Karl 99, 108 v. Winterfeld 78, 114 Woerl, Ludwig 41, 54 Wolff, Kar) 13, 14, 18,#8 Wurster, Carl 54, 82, 103, 108 I | - ; 0,50, E| 1 3, 14, 18, 2, h ‚3, 0, 14 115 4, 6%, ), 116 7, 3,98 119! 03 stoph 101 19, 92 ;n 108 N 1, 2 ER Ben , IG Farben Colour& Grey Control‘ Chart$ no. Blue Cyan Green Yellow Red Magenta White Grey 1 Grey 2__Grey3“ Grey 4 Black| | N 7 rc Barmen= 6 8 2 9 S v& [Graben DRITTE NeltıklWzum Auschwitz-Prozeß