Faschismus cT-117.) 1 VERLTTTKIG. Unsagbare Leiden und{ Opfer brachte der deutsche AN Faschismus den Juden im> besetzten Europa. Polen wurde die letzte Etappe des Ausrottungsprogramms, das die faschistischen Füh- rer menschenverächtlich die „Endlösung der Juden- frage“ nannten. Das sogenannte General- gouvernement war ein ein- ziges„Judenreservat“, in dem Juden aus allen be- setzten Ländern Europas mit den zahlreichen pol- nischen Juden in Gettos und Lagern isoliert wurden. Existenzlosigkeit, Hunger, Terror und Zwangsarbeit schwächten die Juden in ihrer Lebenskraft und dezi- mierten sie. Damit nicht genug. Da Massenerschießungen und Massentotschlag bald der SS und ihren Sonderkom- mandos als unzureichend erschienen, wurde der in- dustriell betriebene Mas- senmord vorbereitet und im Mai 1942 begonnen. In Massenvernichtungsla- gern wie Auschwitz, Treb- linka und Majdanek wur- den die Juden transport- weise in Gaskammern er- mordet und ihre Leichen verbrannt. UB GIESSEN TI | 27 011 543 Schutzumschlagentwurf: Bernhard Schneider RRUHSRHERRURREREN IRSRGERRHERETE AR ERIIEDSEAREERURRNRNIEBERNHER Ss TEIUH gan ER BUEEVLREIEGGRBSNNEN BE KR BE HERRN Hi HER HE IE HERDER IB. BAND BEE ne NENNEN ANNE NENNEN NEN ENRRÄR IE HRNCHOIRNENNENENIENEENENIEIEN EEE ETETErUnGEREEEIEeeEeTTTErEeEIEeEEETEEECrT Gern mELIEEEeERErEEEEEEEREIEBEE ER RESET ISTETR Kyukinuirnniitr Sans ne nousundenunsunngringasrng unuparnone ötesttäh RER ö i Ina Etahhes Rec kön it a SRH Di EN NHNRENUPREH BERNER HERRE aa Ba & 1% PRRIZE SIE UB GIESSEN ANIMNIMNN 27. 011 543 KERRREERERLEIRRLNLLEEEREEIREEL LEEREN. RL ERIRIRNENENLNEURGLLAOLNIENERNANRGERLIERINERENEEREABENDEENENGGN BARRIERE TR T ERRIUBURNBERHESHERENUBUTN, BEHTERTRERII RAR MIRTIFRERROEHREEREHRRERFETEERRRRFRERRRFHEHETER BREI LEIE IIND LEERIEIBIRN RZLUNEGGRRULNGNGEEBENEELLe FASCHISMU — GETTO— MASSENMORD s m u une u CrREBEHERTRERELHR rttersiserhg RR TERN SRRRRRRÄRRRHNNNNER j E an 2 io KEEHHRHRR BREI BEER RRERRBHEHNHRSENE ERROR DH EBERCRLENRREREURG er 4 EEE. 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Jude Mitt Gem sitior Jude Pogr Vert Nati 3 tußl. Wen hun« 2. Auflage 1961 Same 1. Auflage 1960- Alle Rechte vorbehalten Such Rütten& Loening, Berlin W 8- Lizenznummer: 220-415/103/61 Bün. Karten-Lizenznummer: MdI der DDR Nr. 5567 Reli, Printed in the German Democratic Republic Abe, Unsi Han Einbandentwurf: Bernhard Schneider Satz, Druck und Einband: Sachsendruck Plauen Be VER UELI EEE RL een VORWORT Der vorliegende Dokumentenband macht den deutschen Leser mit einem der grauenhaftesten Kapitel der an Scheußlichkeiten wahrhaftig nicht armen Praxis des ‚Dritten Reiches‘ bekannt. Er legt die Methoden bloß, deren sich die deutschen Faschisten bedienten, als sie die jüdische Bevölkerung der Teile Europas systematisch vernichteten, die sie zeitweilig unter ihre Herrschaft gebracht hatten. Möge kein Leser den Band aus der Hand legen und sagen, die hier geschilderten schrecklichen Begebenheiten gehören glücklicherweise der Vergangenheit an, seien Geschichte und nur insoweit von Interesse. Die jüngsten antisemitischen Ausschreitungen in Westdeutschland belehren eines anderen. Der industriell betriebene Mord, den die Nazis an 6 Millionen europäischen Juden in den eigens hierfür geschaffenen Vernichtungszentren in Polen und in der Sowjetunion begingen, war eine Etappe, die letzte, in dem„Kampf gegen die jüdisch-bolschewistische Weltpest‘‘. Wenige Deutsche haben sie vorausgesehen, als die Goebbels und Streicher den traditionellen Antisemitismus bestimmter Kreise in Deutschland in den 20er Jahren in eine satanische Hetze gegen jedweden Juden verwandelten. Die Synagogen- schändungen, die Hetzparolen an Zäunen und Häusern, das ‚Deutsche, kauft nicht bei Juden!‘ waren ihnen wichtige Mittel hierbei. Wir Deutschen haben alle Ursache, jede Äußerung des Antisemitismus nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern entschieden dagegen Front zu machen. Der Ruf ‚‚Wehret den Anfängen!“ gilt vielleicht nirgendwo mit größerer Berechtigung als hier. Judenverfolgungen sind in der Geschichte nicht selten. Durch das ganze Mittelalter zieht sich eine Kette von blutigen Pogromen gegen die jüdischen Gemeinden. Bekannt sind die Greueltaten, die von der katholischen Inqui- sition an den Juden in Spanien begangen wurden und die einige hunderttausend Juden aus Spanien vertrieb. In der Neuzeit erregten die barbarischen Pogrome, durch die der Zarismus von der Zurückgebliebenheit der russischen Verhältnisse abzulenken suchte, und die blutigen Exzesse der ukrainischen Nationalisten in den Jahren der imperialistischen Intervention gegen Sowjet- rußland die Weltöffentlichkeit. Weniger bekannt ist, daß in Deutschland z. B. die Zeit vom 11. bis 15. Jahr- hundert eine ununterbrochene Periode blutiger Verfolgungen und gewalt- samer Vertreibung von Juden war. Sucht man die Ursachen für diese Erscheinungen, so erweisen sie sich als ein Bündel ähnlicher, aber auch sehr unterschiedlicher Faktoren. Die christliche Religion(die Juden als ‚„Christusmörder‘‘) und der eng mit ihr verquickte Aberglaube(z.B. der bis auf den heutigen Tag nicht völlig verschwundene Unsinn von den geschlachteten Christenkindern, deren Blut bei den kultischen Handlungen der jüdischen Religion verwendet worden sein soll), wirtschaft- 5 s r Hi 2 f r SENRISTERTAAHERRERAIIERTHRFENEE ugtsßigüggghghgH EEE KEEHRTRERBRRRRRRH RE ROPRLEHRRBRESSBSRER liche Konkurrenz zwischen Juden und Nichtjuden und die von den herr- schenden Klassen sattsam erprobte Methode, die Juden als Blitzableiter für die Mißstände des gesellschaftlichen Systems zu mißbrauchen, stellen solche Ursachen des Antisemitismus dar. Greifen wir ein Beispiel aus der Geschichte des deutschen Mittelalters heraus, um diese„‚Funktion‘ der Juden zu illustrieren. Im Jahre 1348 wütete in Deutschland und Böhmen die Pest. Zehntausende starben. Die Produktion ging daher stark zurück. Die Reichen trieben die Getreidepreise in die Höhe. Das hungernde Volk rebellierte. Um von sich abzulenken, erfanden die Patrizier und Feudalherren die Lüge, die Juden hätten die Not verursacht, indem sie die Brunnen vergifteten und die Nahrungs- mittel verderben ließen. Von der Kirche wurde das Ablenkungsmanöver kräftig unterstützt. So richtete sich der Zorn der verelendenden Massen gegen die Juden. Tausende wurden erschlagen, ihre Wohnungen geplündert, ihre Häuser niedergebrannt. Auch Hitler befolgte diese Methode. In dem Buch„Gespräche mit Hitler“ berichtet Rauschning, daß Hitler ihm auf die Frage, ob die Absicht bestehe, den Juden schlechthin zu vernichten, geantwortet habe:„Man muß einen sichtbaren Feind haben und nicht nur einen unsichtbaren.“ Die Konkurrenz zwischen Juden und Christen ist sehr alt. In Deutschland waren Juden schon zur Zeit der römischen Herrschaft ansässig geworden. Sie beschäftigten sich mit Acker- und Weinbau, trieben Handwerk und Handel. Im Rheinland und in Südwestdeutschland bauten sie den Fern- und Transit- handel aus. Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Pro- duktivkräfte, waren an der Gründung einer Reihe von Städten maßgeblich beteiligt, und die Verleihung von Stadtrechten an vorher sehr bescheidene Dorfsiedlungen ist nachweislich oft auf die Tätigkeit jüdischer Kaufleute direkt zurückzuführen. Vom 11. Jahrhundert an datieren die fortlaufenden Bestrebungen, die Juden aus der Landwirtschaft(vermittels von Verboten, Land zu erwerben) und aus dem Handwerk zu verdrängen. Fast alle Gewerke waren zunftpflichtig; in die Zunft wurden in der Regel nur Christen aufgenommen. Es blieb den Juden nur der Handel als letzter großer Zweig wirtschaftlicher Tätigkeit. Aus ihm rekrutierten die Fürsten ihren„Hotjuden‘‘, den Finanzier ihrer verschwenderischen Hofhaltung und ihres stehenden Heeres, mit dem sie ihre absolute Macht zu steigern und ihr Land zur Großmacht zu ent- wickeln trachteten. Die Gegenleistung des Fürsten an ‚‚seinen Juden“ bestand in der Abtretung des Rechts, bestimmte Steuern und Abgaben zu erheben, in der Übertragung der Verwaltung und in der Bewirtschaftung des fürstlichen Münzmonopols. So mußte der jüdische Finanzmann, der die Steuern erhob und eintrieb und die Münzen in fürstlichem Auftrag(und zugunsten der eigenen Tasche) verschlechterte, dem unter der Steuerlast ächzenden Volk als das Symbol der fortschreitenden Not erscheinen. Steigerte sich die Miß- stimmung zur Erhebung, wurde der Jude geopfert. Dann war nicht nur der = PERERRERERBTRNEENERRAH BEER ANGENEDERRUBEENGBEHRENGIUUGELNNEEASGHEENGUENOERABSENESBDHLELLGERGENAIGHUGIBRN BB W eine Jude, dann waren alle Juden schuld. und es wurde blutig mit ıhnen abeerechnet. Dem Fürsten war das manchmal recht angenehm, denn eı verlor seinen Gläubiger und steckte obendrein noch dessen Vermögen eın. Damit der jüdische Sündenbock nicht zu verkennen war, wurde er ins Getto gesperrt, das nachts wie ein Gefänenis verschlossen gehalten wurde; und alle Juden waren gezwungen, sich an eine erniedrigende Kleiderordnung zu halten, die mit spitzem gelben Judenhut den Träger schon aul hundert Ellen Distanz vom Nichtjuden abhob. Im Feudalismus und Feudalabsolutismus waren die Juden in vielen Staaten Europas unterdrückt. Die bürgerlichen Revolutionen öflneten die Tore der Gettos und stellten die Juden juristisch und sozial den Christen gleich nicht so in Deutschland. Hier verspätete sich die Revolution, und da die Bourgeoisie aus Furcht voı der Arbeiterklasse die Revolution verriet, blieb sie unvollendet. Zahlreiche jüdische Namen finden sich in der Liste der repräsentativen Intelligenz, dıe an der Vorbereitung der Revolution in Wort und Schrift beteiligt war. Die jüdische Emanzipation in Deutschland blieb auf die Gleichstellung der Juden vor dem Gesetz beschränkt. Das weitgehende Fehlen demokratischer Tra- ditionen im Leben des deutschen Volkes behinderte die volle Emanziıpatıon des jüdischen Bevölkerungsteils. Andererseits entstand in gewissen Kreisen deı Intelligenz Deutschlands ein neuer Nährboden für den Antisemitismus. Nachdem nämlich die Betätigungs- verbote für Juden fielen, sahen sich Juristen, Ärzte, Staats- und Verwaltungs- beamte, Schriftsteller, Künstler und andere Intellektuelle jüdischen Kon- kurrenten gegenübergestellt, die sie nicht als natürliche Mitbewerber ansahen, sondern haßten und bekämpften. Das ıst eine der Wurzeln für die bemerkens- werte Anziehungskraft, die der Antisemitismus aul bestimmte Kreise der bür- eerlichen Intelligenz hat. Der Antisemitismus des deutschen Mittelalters unterscheidet sich wesentlich von dem der Neuzeit. Hier tritt die relieiöse Ursache zurück, die dort seın Wesen stark bestimmte. Das Konkurrenzmotiv behält seinen Platz, aber es modifiziert sich, erscheint abgewandelt als Konkurrenz zwischen Völkern und Rassen‘‘. Am stärksten abeı verändert sich die Funktion des Äntisemitismus im Imperialismus. Der junkerlich-bourgeoise deutsche Imperialismus trägt einen besonders reaktionären und aggressiven Charakter. Seine Zielsetzung ist mit einem Wort die Weltherrschaft, und wiewohl die Geschichte zweimal das eesetzmäßige Scheitern, das Nichtgelingenkönnen.dargetan hat,sästiei außerstande auch das ist gesetzmäßig-, seine Zielsetzung der Realität anzupassen. In einem modernen Industrieland mit einer nach Dutzenden Millionen zählenden Arbeiterbevölkerung und einer traditionsreichen Arbeiterbewegung, die trotz ihres starken reformistischen Flügels seit Jahrzehnten marxistisch orientiert ist, muß die Monopolbourgeoisie mit einer wissenschaftlich etikettier- ten Ideologie zur Vorbereitung ihrer Aggression aufwarten. oryejggngnpirsneit RERLÜTTERTENHNTEHRERÄFÄHREHR ssangtiisggRRBEERS ERBEN EREIRREN RREREEHRRBBEDE ERNEST HERESRRREREIBBERR EBEREBREBEHEN| Die Propagandisten des Alldeutschen Verbandes haben vor dem ersten Weltkrieg gepredigt, die Deutschen seien ein„Volk ohne Raum‘, deshalb dageg seien ihm vom Schicksal die schwachbesiedelten Länder Osteuropas zuge- aubei dacht. Die Eroberung dieser Länder und die Unterdrückung der dort wohnen- und den Völker begründeten sie mit der„Lehre von der völkischen Hochzucht des eine deutschen Volkes“, das berufen sei, über die„Völker niederer Rasse‘ zu den’ herrschen. ihre Houston Stewart Chamberlain, der Schwiegersohn Richard Wagners, ein Weis gebürtiger Engländer, entwickelte in seinem Buch„Die Grundlagen des In 19. Jahrhunderts“ eine„‚Geschichtsphilosophie‘“, nach der die Menschheit die fast alle bedeutenden Kulturschöpfungen den„Ariern‘‘“(Indogermanen), mög und unter diesen hauptsächlich den Germanen, verdanke. Arb Das Buch Chamberlains hat alle deutschen Chauvinisten stark beeinflußt, hattı von Wilhelm II. bis zu Hitler und Rosenberg, die ganze Seiten daraus für die ihre eigenen Schreibereien entlehnten. Der„Rassismus“ rechtfertigte nicht saillı nur die imperialistische Aggression und die Unterdrückung fremder Völker. vers Ein anderer„Rassentheoretiker‘‘, Otto Ammon, versuchte statistisch nach- Maı zuweisen, daß der Anteil der germanischen Rasse unter den Angehörigen der„‚höheren Stände‘ besser erhalten sei als in den niederen Schichten. Feir Monopolbourgeoisie und Junker herrschten danach nicht, weil sie die wich- I tigsten Produktionsmittel besaßen und den Staat in ihre Gewalt gebracht Wi hatten, sondern infolge ihrer ‚‚besseren Blutzusammensetzung”. je In Verbindung mit diesen pseudowissenschaftlichen Theorien entfachten die BR deutschen Imperialisten einen wilden Chauvinismus gegen die Nachbarvölker Deutschlands, und es gelang ihnen, im Juli und August 1914 einen beträcht- lichen Teil des deutschen Volkes in Begeisterung für den Krieg zu versetzen. Die sozialdemokratische Parteiführung half ihnen hierbei, indem sie die Arbeitermassen über die Kriegsziele täuschte und ihren Widerstand gegen den imperialistischen Krieg schwächte. Der Ausgang des ersten Weltkrieges hielt die deutschen Imperialisten nicht ab, das verlorene Spiel um die Weltherrschaft erneut zu beginnen. Ihre Situation wurde aber durch den Sieg der Großen Sozialistischen Oktober- revolution wesentlich verändert. Der Vormarsch des Sozialismus in der Sowjetunion, das Entstehen und Erstarken der kommunistischen Parteien in der ganzen Welt und in Deutschland selbst veranlaßten den deutschen Imperialismus, den Kampf gegen den Sozialismus zum Hauptziel zu machen. Seit dem Großen Oktober ist daher die Ideologie des deutschen Imperialismus in ihrem Wesen antikommunistisch. Im Kampf gegen den Sozialismus verbündeten sich die rechten sozialdemo- kratischen Führer mit den militärisch geschlagenen deutschen Imperialisten. Ein Ergebnis dieses Bündnisses war die Weimarer Republik. Folgerichtig sah der alte reaktionäre Staatsapparat in der Verfolgung der Kommunisten seine zu if wichtigste Aufgabe. Gegenüber den radikalen Schreihälsen, die aus mangelnder reızi Einsicht in die wirklichen Zusammenhänge und als bezahlte Klopffechter zu ı IRRE ER RERIRERTEHEIRE BREI RE RRREBTERERRHRERNHIGGERLGENHED NH LEHLULERRUBEGBEDELLLGUREERDLLUSBLLDSRUNLENSBULNDE la „nationale Opposition gegen die Erfüllungspolitik‘“ spielten, verhielt er sich dagegen äußerst duldsam. In dieser„Opposition“ bildeten die Nazis den äußersten rechten Flügel. Ihre Führer wie Hitler, Heß, Göring, Himmleı und Röhm waren durch den Krieg existenzlos gewordene Kleinbürger, die eine antikommunistische Massenbewegung schaffen wollten, um mit ihr bei den Monopolherren Anerkennung und Unterstützung zu finden. Sie begannen ihre Laufbahn als politische Gangster und beendeten sie in der gleichen Weise. In ihrer Massenagitation spekulierten die Hitlerfaschisten erfolgreich auf die Unwissenheit und den Mangel an ausreichendem logischem Denkver- mögen in den Köpfen der kleinbürgerlichen Massen und unentwickelter Arbeiterschichten. Ihre ‚„‚Beweisführung‘ war denkbar einfach: Deutschland hatte trotz seiner tapferen Soldaten den Krieg verloren. Schuld daran waren die..Novemberverbrecher‘‘, ‚„‚bolschewistische Juden“. Das Diktat von Ver- sailles war das Mittel der„jüdisch-bolschewistisch-plutokratischen Welt- verschwörung‘“‘, die tüchtigen, allen überlegenen Deutschen niederzuhalten. Man mußte also„Ordnung machen‘, die.Novemberverbrecher‘‘ davon- jagen oder ihre ‚„‚Köpfe rollen‘* lassen, dann würde man mit dem„äußeren Feind‘ schon fertig werden. In dieser primitiven, alle tieferen Zusammenhänge und die komplizierten Widersprüche des imperialistischen Systems ienorierenden Denkweise war der Haß gegen die Juden nicht zufällig. Die Wurzeln des antijüdischen Ressentiments in einigen Schichten der deutschen Bevölkerung wurden oben dargelegt. Hitler, der Staatenlose, der mit dem Antisemitismus schon in seiner Heimat Österreich bekanntgeworden war, bediente sich dessen, um die Massen irrezuführen. Sie sollten im„Judentum“ ihren Feind sehen, nicht im Imperialismus. Dadurch wollte man von der antinationalen Politik der Mono- pole, die das Volk verelendeten und seine physische Existenz durch die Vor- bereitung eines neuen, noch blutigeren Krieges aufs Spiel setzten, ablenken und die ‚„Fremdvölkischen‘“ für alle Widerwärtigkeiten des persönlichen Lebens verantwortlich machen. Die weitverbreitete ironisierende Rede- wendung ‚Schuld an allem sind die Juden und die Radfahrer” belegt treffend die Instinktsicherheit der Kreise, die sich von dem Geschrei der Nazis nicht täuschen ließen. Die Nazis spielten die Juden gegen das deutsche Volk noch aus einem anderen Grunde aus. Unter den 66 Millionen Deutschen bildeten sie eine schwache Minderheit von etwa 600000 Menschen. Sozial gehörte die Hauptmasse deı deutschen Juden zu den kleinbürgerlichen, intellektuellen und bürgerlichen Schichten. Während die besten Kräfte der deutschen Juden mit und in der Arbeiterbewegung kämpften, war die Mehrheit zersplittert und isoliert. Sie zu bekämpfen und zu verfolgen, war ungefährlich für ihre Feinde. Nichts reizt die grausamen Instinkte so sehr, als ihre Entfesselung an den Schwachen zu erproben. Der demoralisierte Kleinbürger in SA-Uniform wurde syste- matisch auf die ‚Kommune‘ und ‚den Juden‘ abgerichtet wie ein Wolis- 9 WeesgggnsrssnsssnghiSTEEH TERN ssissugegenhagilgsua elle bieh hund. Seine Parteiführer, Leute mit akademischem Grad, redeten ihm ein, er sei ein„Herrenmensch“, nicht an Moral, sondern an den ‚Mythos des Blutes‘ gebunden. Skrupel seien Schwäche, Verstand, Verantwortung, Gewissen— Lasten, deren sich der„Soldat des Führers“ schleunigst entledigen müsse. Mußte dieser Kleinbürger nicht im SS-Unterscharführer, der Kinder lebendige in die Flammen des Krematoriums warf, seine natürliche Voll- endung finden? Die deutsche Monopolbourgeoisie übertrug Hitler und seiner Bande die Staats- macht nicht. weil diese Leute fanatische Antisemiten waren, sondern sie erschienen ihr nach der Abnutzung der SPD und der bürgerlichen Parteien als die geeieneteren Werkzeuge, ihre Klassenmacht zu sichern. Der Faschismus ist die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanz- kapitals. Konsequent begannen daher die Nazis den zweiten Weltkrieg vor- zubereiten, indem sie den ‚inneren Feind‘ grausam zu vernichten suchten. An erster Stelle stand die Verfolgung der Kommunisten; die Aktionen gegen die jüdische Bevölkerung gingen nebenher. Aber es muß daran erinnert werden, daß, lange bevor aus Deutschland und den von den Faschisten besetzten Ländern Millionen Juden in die Gaskammern von Auschwitz, Majdanek und Treblinka getrieben wurden, bereits Tausende von ihnen in die Konzen- trationslager in Deutschland verschleppt worden waren. Die„Arisierung‘“ raubte den deutschen Juden ihre Arbeitsplätze, entriß ihnen Besitz und Wohn- statt. Der Schuß auf den deutschen Botschaftsbeamten vom Rath im November 1938 bot den Nazis willkommenen Anlaß, mit einer großen Aktion gegen die sc jüdische Bevölkerung zu beginnen. In der„‚Kristallnacht gingen sämtliche Synagogen in Flammen auf, jüdische Geschäfte wurden geplündert, Tausende in die Konzentrationslager transportiert. Die in Zivil gesteckten SA-Banden sollten ‚„‚Volkszorn‘“ vortäuschen. Sie durften 24 Stunden lang brennen und plündern. Bis auf seltene Ausnahmen sah die deutsche Bevölkerung tatenlos dem brutalen Treiben zu. Der von der Naziführung bis ins kleinste vorbe- reitete Terror sollte die Grenze des dem Deutschen Zumutbaren erkunden. Die kollektive Kontribution von 1 Milliarde Reichsmark, die den Juden auf- erlegt wurde, vermehrte das Investitionskapital für die auf hohen Touren laufende Aufrüstung. Dann lösten die Faschisten den gründlich vorbereiteten zweiten Weltkrieg aus. In kurzer Zeit machten sie sich zu Herren Polens und großer Teile West- und Nordeuropas. Großdeutschlands Grenzen sollten Mittel-, West- und vor allem Osteuropa einschließen. Die Sicherung ihrer Pläne erblickten sie in einer möglichst schnellen Germanisierung. Sie begannen damit in Polen. Ihre ersten Opfer waren die Juden Polens, etwa 3!/, von 33 Millionen polnischer Bevölkerung. In welchen Etappen die Vernichtung der Juden aus den be- setzten Ländern vor sich einge und welche Ursachen die Varianten im Gesamt- plan bewirkten, belegen diein diesem Band zusammengestellten Dokumente. 10 URN RER LEREENUGERGLERAUNIBBELGEREEREEBELLUHNNNGELEDE LG GRPELLUGELUGENLEONUBGNNRUURGENLUNDLLENSHLN BESEEBREUDEERKHNGENESBUGINGEBUGIG Die Hitlerbarbaren haben 6 Millionen jüdische Menschen ermordet. Sie überlieferten Dutzende Millionen Sowjetbürger, Polen, Franzosen, Tsche« hen, Menschen fast aller europäischen Länder, einem grausamen Tode. Bevor sie daraneineen,„eine Technik der Entvölkerung‘‘(Hitler) zu entwickeln, folterten und mordeten sie Hunderttausende Deutsche. Das ‚‚andere Deutsc h- land“. die Widerstandsbewegung der deutschen Antifaschisten machte die Gefahr dem deutschen Volk begreiflich. ‚‚Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!“ warnten die Kommunisten bereits 1932. Sie warnten nicht nur, sie organi- sierten den Widerstand gegen den Faschismus, und sie bra« hten die meisten Opfer. Viele Deutsche haben die Warnungen nicht wahrhaben wollen, Als die Sowjetarmeen, brüderlich vereint mit den Soldaten der Alliierten und den Kämpfern der Widerstandsbeweeungen, die Menschheit von ihrem barbarischsten Feind befreiten, waren auch Deutschlands Städte und Dörfer in Schutt und Asche zusammengesunken. Hatte die Mehrheit ıhreı Bewohner begriffen, daß man das Verbrechen an den anderen nicht tatenlos dulden, den Verbrechern nicht mit verschränkten Armen zusehen darf? Denkfaulheit, moralische Trägheit, persönliche Verzagtheit und schlechtes Gewissen haben viele Deutsche abgehalten, jenen Schrei des Entsetzens aus- zustoßen. den die vom Faschismus gequälten Völker erwarteten, als 1945 die Größe der Verbrechen bekannt wurde. Allzu viele schwiegen, wollten ‚nichts mehr davon hören!“ In der Deutschen Demokratischen Republik wurde der Imperialismus be- seitiet. Damit wurde dem Faschismus, Rassismus und Antisemitismus der Nährboden entzogen. Die Herrschaft der Arbeiter und Bauern kennt keine geschändeten jüdischen Friedhöfe und Synagogen, keine mit Hakenkreuzen und Drohungen gegen jüdische Mitbürger bemalten Hauswände. Es gibt keine Lehrer, die sich rühmen, Grausamkeiten gegen Juden begangen zu haben. Hier wird die Jugend im Geiste der Völkerfreunds« haft, des Humanis- mus erzogen. Die DDR wahrt die Ehre und Würde der deutschen Nation. Ihre Politik ist darauf gerichtet, friedliche 3eziehungen mit allen Staaten zu pflegen und Kriege zu verhindern. Und in der Bundesrepublik? Die Verderber Deutschlands, die Würger deı Völker waren die deutschen Imperialisten. Sie haben in Westdeutschland wieder die Staatsma« ht an sıch eebracht. Sie rüsten die Bundeswehr mit Atomwaffen aus und hoflen, in einem dritten Waffengang die Entscheidung der Gesc hichte zu wenden. Das 3jonner Regime führt die alte imperialistische und faschistische Politik des deutschen Imperialismus nuı wenig verändert fort. Darum hat es die alten faschistischen Generale, Richter, Diplomaten und Lehrer in seinen Dienst gestellt. In hohen und höchsten Reeierungsstellen sitzen die Faschisten und Judenhasser wie Oberländer, Schröder, Globke, Taubert, die im„Dritten Reich‘ den Mord an Millionen Juden intellektuell vorbereitet hatten und zum Teil an der praktischen Ausführung beteiliet waren. Die Schuljugend erfährt aus ihren Lehrbüchern kaum etwas über die Verbrechen deı Hitler- 11 i Hi ul N NRSEEREDTSSTTEESERÄTTERTUTERH RHERR HR FUFESTHEITERN JUBURSHRRNBBRRN Es HokBERRRVELEERUEERBRSTREHRRN HARHR bande. Ist es verwunderlich, wenn die Jugendlichen, die Schmähungen und Drohungen gegen die Juden an die Synagogen schreiben, ebenso unwissend wie aufgehetzt sind? Müssen sie die Ausrottung der Juden nicht als Heldentat empfinden, wenn der Bundestag beschließt, daß Orden und Ehrenzeichen, die von den Faschisten verliehen wurden, getragen werden dürfen, ohne daß jemand fragt, wofür sie verliehen wurden? Der zum Tode verurteilte, in üblicher Manier längst begnadigte SS-General Meyer brüstete sich auf einem Treffen der Waffen-SS(jawohl, das gibt es: Tausende dieser vierschrötigen Totschläger versammeln sich regelmäßig, und Bonner Minister und Ab- geordnete des Bundestages sind ihre„‚Ehrengäste‘‘), daß die Ziele der Bundes- regierung sich mit den Zielen der Waffen-SS decken. Die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes will keinen Faschismus, lehnt den Antisemitismus ab. Diese Veränderung im Denken ist überaus wert- voll und zukunftweisend. Aber wie die jüngsten antijüdischen Ausschreitungen in der Bundesrepublik erschütternd offenbart haben, reicht das Dagegensein nicht aus, den Neofaschismus zu verhindern. Die Bevölkerung Westdeutsch- lands muß jede Spur faschistischer Tendenzen rücksichtslos bekämpfen, das Erziehungswesen gründlich demokratisieren, die zum Faschismus drängenden Kräfte entmachten. Dann wird der Schwur der Antifaschisten in den Konzen- trationslagern, der glühende Wunsch der jüdischen Kämpfer Gewißheit: Schön wird die Welt und friedvoll sein. Februar 1960 Der Verlag 12 ERGEBEN RBRERUGEIDERRESEERUKARRUURENUGLNVLUGGERULLNLE EIERN KRHRRERTRRSEAER EINLEITUNG Der Völkermord, der vom deutschen Faschismus während des zweiten Welt- krieges an den Juden begangen wurde. soll nie und nimmermehr aus dem Gedächtnis der zivilisierten Völker schwinden. Unsere Pflicht gegenüber den Millionen unschuldiger Opfer des barbarischen Nazismus sowie gegenüber den zukünftigen Generationen ist es, unermüdlich an die grauenhaften Ver- brechen des Faschismus zu erinnern, die überall, wo er hintrat und herrschte, an der jüdischen Bevölkerung begangen wurden. Der deutsche Faschismus bediente sich bei seinem konsequenten Streben nach Hegemonie in Europa und in der ganzen Welt der Methode des Völker- mords. Der deutsche Faschismus übernahm von der junkerlich-preußischen Gene- ralität sowie von den großen Monopolen die eroßdeutschen, aggressiven politischen Pläne und reaktionären nationalistischen Doktrinen. Um die kleinbürgerlichen und arbeitslosen Massen für sich zu gewinnen, bediente sich der Nazismus einer angeblich antikapitalistischen Phraseologie. So trat er z.B.(besonders in der ersten Zeit) gegen Plutokraten, Banken und Finanzpotentaten auf. Dabei gebrauchte der Faschismus in besonders dem- aeogischer Weise formulierte Losungen, die zu jener Zeit sehr aktuell und anziehend für die politisch unreifen Massen des deutschen Volkes waren. Um den antidemokratischen Charakter ihrer Ideologie zu tarnen, bedienten sich die Faschisten sogar der Bezeichnung..Nationalsozialismus‘‘, um auf diese Weise die werktätigen Massen hinters Licht zu führen und sie zur Unter- stützung der antinationalen und antisozialistischen Ziele des Nazismus zu bewegen. Die Expansion des deutschen Imperialismus war vor allem durch ihren Drang nach Osten gekennzeichnet. Deshalb kam es bei der Verwirklichung des Plans zur Weltherrschaft des Dritten Reiches vor allen Dingen zur Unter- jochung und Vernichtung der slawischen Völker. Um die freien Völker zu unterdrücken und die progressiven Kräfte im eigenen und in anderen Ländern zu vernichten, machten die Führer des Dritten Reiches von einer alten Wafle Gebrauch von der politischen Diversion, dem Antisemitismus, dessen sich von jeher die gesellschaftliche Reaktion bediente. Der Antisemitismus war ein integraler Bestandteil der faschistischen Rassen- theorie, deren Aufgabe es war, einen Angriflskrieg vorzubereiten und den Weg zur Unterjo« hung anderer Völker zu bahnen. Der Rassismus war eine Decktheorie, hinter der sich politisc he Ziele verbargen, nämlich das Streben zur Versklavung der einen und zur Ausrottung der anderen Völker. Deswegen spielte der Rassismus und besonders der Antisemitismus eine so wichtige Rolle 13 jpg RRARTMRHFTRIAHNN NREL EN RURLENGERERN in der Ideologie des deutschen Faschismus. Der auf perfide Weise von den < deutschen Faschisten ausgenutzte und zur Würde einer ‚„‚Ideologie‘“ erhobene Antisemitismus war ein sehr wirksames Instrument in dem vom deutschen Faschismus geführten Kampf gegen die fortschrittlichen Kräfte in Deutsch- land und im Ausland, im Kampf um die Welthegemonie. Die antisemitische Propaganda begleitete stets alle politischen Schritte des Dritten Reiches. Hitler war der Ansicht, daß der Antisemitismus zweifellos die wichtigste Waffe im Arsenal der Hitlerpropaganda sei. ‚‚Wenn es keinen Juden gäbe“ behauptete er-,„so müßten wir ihn ausdenken. Man muß einen sichtbaren Feind haben und nicht nur einen unsichtbaren.‘‘ Mittels der antijüdischen Propaganda wollten die Hitlerleute die Aufmerksamkeit in Deutschland und den besetzten Ländern von ihren verbrecherischen und imperialistischen, gegen diese Völker gerichteten Plänen ablenken. In den slawischen Ländern Europas wohnten viele Millionen Juden, welche nach den Hitlerplänen das erste Opfer des Völkermordes sein sollten. Sofort nach der Besetzung des polnischen Gebiets begannen die Nazibehörden, ihre verbrecherischen Pläne zur Vernichtung der jüdischen Bevölkerung zu verwirklichen. Ein blutiger Terror begann. Die Juden wurden jeglichen Rechtsschutzes beraubt, in ihrer Freizügigkeit beschränkt und auch aus dem wirtschaftlichen Leben auf drakonische Weise ausgestoßen. All diese Maß- nahmen führten in ihrer Konsequenz dazu, der jüdischen Bevölkerung die Existenzmöglichkeiten zu nehmen und damit ihre physische Vernichtung einzuleiten, zu erleichtern und zu beschleunigen. Diesem Ziel dienten u.a. die Massenaussiedlungen der polnischen und jüdischen Bevölkerung aus den polnischen Westgebieten ins sogenannte Generalgouvernement. Um eine schnelle deutsche Kolonisation des polnischen, nunmehr aber ins Reich ein- gegliederten Gebietes zu erreichen, mußte es von der einheimischen Be- völkerung geräumt werden. Das Ergebnis dieser unter grausamen Bedingungen durchgeführten Aussiedlungsaktionen war eine bedeutende Schwächung der Lebenskraft der polnischen und jüdischen Bevölkerung. Der Entschluß, die polnische und jüdische Bevölkerung aus den polnischen Westgebieten abzuschieben, wurde von den Hitlerbehörden noch vor dem Angriff auf Polen gefaßt. Die massenhafte Deportation der Bevölkerung begann jedoch erst nach Erlaß der Verordnung vom 30. Oktober 1939. Von der jüdischen Bevölkerung allein sollten etwa eine Million Menschen von der Deportation betroffen werden. Diese Aktion wurde auf vielen Besprechungen und Konferenzen von den SS- und Polizeiführern der betreffenden Provinzen erörtert. Im Resultat dieser Besprechungen wurden rücksichtslose Verord- nungen erlassen, deren Ziel es war, die deportierten Juden zu terrorisieren und zum Gehorsam zu zwingen. Es waren hauptsächlich Verordnungen über Freizügigkeitsbeschränkungen für Juden sowie Anordnungen zur Erschießung derjenigen Juden, die sich der Aussiedlung zu entziehen suchten. Die Aussiedlung von Juden in das Generalgouvernement stand eine gewisse Zeit in engem Zusammenhang mit dem damals erwogenen Plan, östlich der 14 BIRRLERG UBER REARRLUBUNERNLEUBEUAEBENLGEHDBRILEIGEGKEGERRNGLUNGLUGSNNLNDNLEHLGBNERLLEERIN ai ”s; DuRD = = Weichsel ein sogenanntes Judenreservat zu bilden, in dem die Hitlerbehörden einen großen Teil der Juden zu konzentrieren und zu isolieren beabsichtigten. Die Juden sollten in diesem Reservat, für welches das Gebiet von Lublin in Betracht gezogen wurde, u.a. zwangsweise bei verschiedenen Grenzbe- festieungsarbeiten eingesetzt werden. Von November 1939 bis März 1940 wurden in die Gegend von Lublin Judentransporte aus dem sogenannten Warthegau, aus dem Bezirk Zichenau und aus Danzig eebracht. Im Frühjahı 1940 ließen die Nazibehörden diesen Plan fallen. Kurz darauf wurde ein anderer Plan gefaßt: Die vielen Millionen euro- päischer Juden sollten auf der Insel Madagaskar konzentriert we rden. Dieseı Plan wurde von den zentralen deutschen Behörden von Mai bis August 1940 erwogen. Nach der Besetzung Frankreichs und dem Abschluß eines Waflen- stillstands mit diesem Land hoffte die Reichsregierung nämlich, diese Insel samt anderen französischen Kolonien in Besitz zu nehmen. Es wurden vom Reichssicherheitshauptamt und vom Auswärtigen Amt schon konkrete Pläne zur Deportation von Millionen Juden aus den besetzten europäischen Ländern nach Madagaskar ausgearbeitet. Nach den Vorstellungen der Nazis sollte diese Insel ein Mandatsgebiet des Dritten Reiches werden und eın riesiges KZ-Laser bilden, welches von SS-Führern verwaltet und von der übrigen Welt durch eine Kette deutscher See- und Flugbasen abgeschnitten werden sollte. Die dorthin deportierten Juden sollten auf einem möglichst niedrigen Lebensniveau gehalten werden. Unter diesen Bedingungen wäre ihre völlige physische Vernichtung nur noc h eine Frage der Zeit gewesen. Schließlich sah sich die Hitlerregierung aus militärischen und politischen Gründen gezwungen, den Plan zur Massendeportation der Juden nach Mada- caskar aufzugeben. Als der Angriff auf die Sowjetunion vorbereitet wurde, erwosen die Hitlerbehörden bereits andere Möglichkeiten zur Judenver- nichtung. Gleichlaufend mit der Ausarbeitung der Pläne über die Konzentration von Juden in den sogenannten Reservaten sowohl im Generalgouvernement östlich der Weichsel als auch auf der Insel Madagaskar- ergriffen die Nazis Maßnahmen, um die Juden von der polnischen Bevölkerung in jedem einzelnen Ort systematisch zu isolieren. Anfangs wurden Verordnungen erlassen, die die Juden zum Tragen besonderer Kennzeichen zwangen, ihnen das Benutzen von Eisenbahnen und später auch von allen anderen Verkehrsmitteln ver- boten und ihnen Aufenthaltsbeschränkungen auferlegten. Zu dieser Zeit wurden eine ganze Reihe derartige: diskriminierender und grausamer Ver- ordnungen erlassen. Gleichzeitig wurde damit begonnen, die jüdische Be- völkerung in den Städten durch Zusammenfassen in besonderen Wohn- bezirken(Gettos) zu isolieren. In der ersten Zeit richteten die Nazibehörden nur wenige Gettos ein; hauptsächlich in Städten, in denen die Wohnungsnot besonders eroß war oder aus denen die Juden ausgesiedelt bzw. in welche die aus den polnischen Westgebieten deportierte Bevölkerung eingewiesen werden sollte. Diese beiden Ursachen zusammen bewirkten z. B. die Errichtung des 15 Lodscher Gettos. Die Warschauer Juden- etwa 400000- sollten von den Okkupanten schon Ende 1939 in einem Getto isoliert werden. Aus ver- schiedenen politischen Gründen jedoch begannen die Deutschen erst Ende August 1940 damit, ein Getto in Warschau zu bilden. In der zweiten Hälfte des Jahres 1940 und der ersten Hälfte des Jahres 1941 wurden in den verschiedenen Distrikten mehr oder weniger isolierte Gettos geschaffen; die Deutschen stützten sich dabei auf die am 13. September 1940 vom Generalgouverneur erlassene Verordnung und die vom gleichen Tage datierten Durchführungsbestimmungen über das Verwaltungsstrafverfahren, Die Zeit der Entstehung und der Charakter des Gettos war von verschiedenen örtlichen Ursachen, u.a. auch von wirtschaftlichen Belangen abhängig. Manche Gettos wurden erst 1942 gebildet, also kurz vor Deportation der gesamten in der betreffenden Ortschaft ansässigen Juden, andere wiederum erst nach der Vernichtung eines Teiles der Juden aus der gegebenen Ortschaft. Die letzteren Gettos sind eigentlich als Zwangsarbeitslager zu betrachten. Nach den Liquidierungsaktionen wurden viele Gettos völlig aufgelöst, und die kleinen Reste der für die Okkupationsbehörden arbeitenden Juden, die in manchen Gettos noch geblieben waren, wurden in andere Gettos überführt. Auf diese Weise wurde die Zahl der Gettos in den Distrikten und Kreisen erheblich verringert, weil die jüdische Bevölkerung stärker konzentriert wurde. Und schließlich wurde vom Höheren SS- und Polizeiführer im General- gouvernement ab 1. Dezember 1942 für jeden Distrikt eine bestimmte Zahl von Restgettos eingerichtet, deren Aufgabe es war, die über das ganze Gebiet des besetzten Polens zerstreuten Reste der jüdischen Bevölkerung zusammen- zufassen, um so ihre endgültige Vernichtung zu erleichtern. Die Gettos, in denen die Wohnungs-, Verpflegungs- und sanitären Bedingungen katastrophal waren, wurden de facto zu einem Instrument der Vernichtung von Juden. Die Gettobevölkerung, des größten Teils ihres Vermögens und ihrer Erwerbsmöglichkeiten beraubt, in den ärmsten, dichtgedrängten Vierteln der Städte zusammengepfercht, mit dem Lebensnotwendigsten unter der Minimalgrenze versorgt, auf die niedrigste Stufe des Vegetierens hinab- gestoßen, wurde durch Hunger, Krankheiten und Epidemien dezimiert. Davon zeugen die hohen Sterblichkeitsziffern, besonders in den größeren Gettos(Warschau und Lodsch). Bei der Vorbereitung ihrer gegen die benachbarten Staaten und Völker ge- richteten Aggressionspläne vertraten die Naziführer die Ansicht, daß die für Aufrüstung und Krieg notwendigen Kosten von den unterjochten Völkern selbst zu tragen seien. Massenhafte Requisitionen und Kontributionen, Raubwirtschaft und Ausbeutung der Arbeitskräfte in den besetzten Ländern verschafften dem deutschen Imperialismus riesige Gewinne und ermöglichten dem Dritten Reich, den Krieg weiterzuführen. Mit besonderer Brutalität praktizierte der Faschismus diese Raubpolitik gegenüber der jüdischen Be- völkerung. Schon vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges beschlagnahmte man jüdisches Eigentum in Deutschland, im besetzten Österreich und in der 16 ABBRERER VRIERENREN ER BERNE KERN Tsche Juder bewe: Die I ihres auf€ wirkt denn ohne schaft Die/ wurd versch Verk: nahm Wert! alle jı der ji Für händ Auße Eine bedir wıed. Andı tause forde Natu Krie Okkı den| den« Wurc die i Um Okk ganz Eine Lod: Zah) Jud: Einı Arc Tschechoslowakei. In den Kriegsjahren raubten die Hitlerbehörden den Juden in den besetzten Ländern nach und nach das gesamte unbewegliche und bewegliche Eigentum und sogar die persönliche Habe. Die Isolierung der Juden ging Hand in Hand mit dem massenweisen Raub ihres Besitztums. Der Anteil der Juden am wirtschaftlichen Leben wurde bis auf ein Minimum zurückgedrängt und später eänzlich eliminiert. Das be- wirkte eine Deklassierung und Verarmung der ganzen jüdischen Bevölkerung, denn die antijüdischen wirtschaftlichen Maßnahmen waren gegen alle Juden ohne jeglichen Unterschied gerichtet; sie betrafen alle beruflichen und gesell- schaftlichen Schichten. Die Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben und ihre Verarmung wurden noch durch die obenerwähnten rechtlichen Beschränkungen für Juden verschärft. besonders durch den Entzug der Freizügigkeit und das Verbot, Verkehrsmittel zu benutzen. Bereits zu Beginn der Okkupation beschlag- nahmten die deutschen Behörden alle Guthaben, alle Obligationen und Wertpapiere, die Juden gehörten. Außerdem übernahmen die Deutschen alle jüdischen Forderungen und trieben rücksichtslos die Schulden(Steuern der jüdischen Bevölkerung ein. Für die Mehrheit der jüdischen Unternehmen wurden zwangsweise Treu- händer bestimmt, was de facto eine Beschlagnahmung des Besitztums bedeutete. Außerdem wurde das ganze jüdische immobile Vermögen bes« hlagnahmt. Eine der Raubmethoden, deren sich die Okkupationsbehörden allgemein bedienten, war die Belastung der jüdischen Gemeinden mit hohen, oftmals wiederholten Geldkontributionen. Diese Kontributionen w urden unter Androhung von kollektiver Haftung auferlegt. Sie beliefen sich auf Zehn- tausende, oftmals sogar Hunderttausende von Zlotys. Dessenungeac htet forderten die deutschen Behörden von den Juden häufig auch sogenannte Naturalkontributionen. Alle möglichen Einrichtungen—- für Kasernen, Büros, Kriegslazarette, Privatwohnungen von höheren Beamten usw.— ließ sich deı Okkupant unter Androhung von strengen kollektiven Strafmaßnahmen, von den Juden beschaffen. Dabei bedienten sich die Deutschen der Judenräte, denen diesbezügliche Terminanweisungen erteilt wurden. Zum Beispiel wurden Ende Dezember 1941 alle Pelze und Pelzwaren, Skier und Skistiefel, die in jüdischem Besitz waren, beschlagnahmt. Um eine genaue Kontrolle über das jüdische Eigentum zu haben, führte der Okkupant für die Juden des Generaleouvernements die Anmeldepflicht ihres ganzen Vermögens ein(24. Januar 1940). Eine besondere Form nahm der Raub des jüdischen Besitztums im Getto von Lodsch an. Als Geld wurden hier von den Deutschen hergestellte einfache Zahlungsquittungen eingeführt, das sogenannte Gettogeld, gegen das die Juden all ihre Devisen. ihr Geld und ihre Wertsachen umtauschen mußten. Durch die Beschlagnahme fielen den Faschisten nicht nur Geld, Waren und Einrichtungen, sondern auch unschätzbares Kulturgut(Kunstgegenstände, Archivmaterial, Bichersammlungen usw.) in die Hände. > Getto 17 SR ERSERHERERN, EEE EEE > \ f i ‚seisnesscgssgsniggan rg ES Der Raub des Besitztums wurde besonders durch die Deportation der Juden und ihre Einweisung in die Gettos erleichtert. Bei den Aussiedlungen mußten die Juden ihr ganzes bewegliches und unbewegliches Vermögen und sogar teilweise ihre persönliche Habe in den Wohnungen zurücklassen. Infolge- dessen waren die Juden schon lange vor ihrer physischen Vernichtung des erößten Teils ihres Vermögens beraubt. Die Lage der beraubten und aus dem Wirtschaftsleben ausgeschalteten Juden war um so schwerer, als der Okkupant für sie die Zwangsarbeit einführte. Offiziell wurde die Zwangsarbeit erst in der zweiten Oktoberhälfte 1939 ver- fügt, faktisch aber wurde davon schon vom Anfang der Okkupation an all- cemein Gebrauch gemacht. Viele deutsche Militär-, Polizei- und Verwaltungs- behörden beuteten jüdische Arbeitskraft bei verschiedenen Ordnungs-, Transportarbeiten und anderen Hilfsleistungen aus. Die Zwangsarbeiter verschaffte man sich durch Straßenrazzien oder durch die Judenräte, die man tägliche Arbeiterkontingente zusammenzustellen zwang. Der Arbeitszwang, von dem die ganze jüdische Bevölkerung betroffen wurde, hatte auch noch andere Formen. Als erstes müssen hier die geschlossenen Arbeitslager für Juden erwähnt werden— hauptsächlich die im Gebiet von Lublin und im sogenannten Wartheland— und der Einsatz von jüdischen Arbeitskräften in deutschen Rüstungs- und Militärbetrieben. Die Häftlinge der Arbeitslager wurden beim Straßenbau, bei Befestigungs- und Meliorations- arbeiten beschäftigt. In diesen Lagern waren die Wohnungs-, Verpflegungs- und sanitären Bedingungen geradezu schrecklich und das Lagerregime grau- sam. Auf genau die gleiche unmenschliche Weise wie in den Lagern beutete man die jüdischen Arbeiter aus, die in den deutschen Getto-Betrieben ar- beiteten. Besonders schwer waren die Bedingungen im Lodscher Getto, welches faktisch zu einem riesigen Zwangsarbeitslager gemacht wurde. Außerdem wurde ein bedeutender Teil der Arbeiter täglich unter Geleit aus den Gettos in verschiedene Betriebe sowie Militär- und Polizeidienststellen zur Arbeit eeführt. Aus der Zwangsarbeit der Juden, die auf verschiedene Art ausgebeutet wurden, zogen sowohl deutsche Unternehmungen als auch die örtlichen Okkupationsbehörden riesige Gewinne. In der Periode der Massendeportationen von Juden in die Vernichtungslager änderte sich der Charakter der jüdischen Zwangsarbeit vollkommen. Einen Teil der Bevölkerung, den man auf Grund einer vorher durchgeführten Auslese für die deutsche Kriegswirtschaft am Leben gelassen hatte, führte man in die unter unmittelbarer Verwaltung der SS stehenden Arbeitslager über. All- mählich wurden die Insassen dieser Lager in einigen Zentrallagern undeiner Anzahl kleinerer Lager konzentriert, wohin mitsamt den Arbeitern auch Maschinen und Fabrikeinrichtungen aus den Gettos gebracht wurden. Von dem sklavischen Charakter der Arbeit der Juden besonders in dieser Periode zeugen folgende bezeichnende Fakten: Die Arbeiter trugen Nummern, waren kaserniert, durften keinen persönlichen Besitz haben, waren nach Geschlech- tern getrennt, unterlagen strengen Vorschriften, und für die Ausbeutung ihrer 18 EHRT FREIE} HEERES TEHERAN ERS IRERRHIFÄRTE IUERRRER BE Ba HR He i Sa m Arbeitskraft zahlte der deutsche Betriebsleiter den SS-Behörden einen fest- gesetzten Tarif. Diese Häftlinge waren natürlich von vornherein der Ver- nichtung preisgegeben, denn die Nazibehörden beabsichtigten, nur so lange die Arbeitskraft zu gebrauchen, als dies in Anbetracht des Mangels an ‚‚ari- scher‘‘ Arbeitskraft für die deutsche Kriegswirtschaft dringend nötige schien. Im Generalgouvernement verfügte ab Mitte 1942 ein SS-Stab in Lublin über die jüdische Arbeitskraft, der sogenannte„Einsatz Reinhard‘. An dessen Spitze stand Odilo Globocnik. Die Hauptaufgabe dieses Stabs war es, die jüdische Bevölkerung in die Vernichtungslager zu deportieren. Gleichzeitig wurde von ihm das ganze Vermögen beschlagnahmt, das von den ermordeten bzw. in die Arbeitslager deportierten Juden zurückgelassen werden mußte. Der Stab..Einsatz Reinhard‘ beschlagnahmte jüdisches Vermögen schon ab April 1942 und verfügte deshalb über Unmengen an Kleidung, Möbeln, Geld, Fabrikeinrichtungen und Maschinen. Die Nazibehörden zwangen spezielle Gruppen von Juden zum Sammeln und Sortieren der Werte, die in den von den Einwohnern geleerten Gettos zurückgelassen worden waren. Die jüdischen Betriebseinrichtungen und Maschinen überführte der Okkupant teilweise ın die SS-Arbeitslager. Auf der Basis dieser Produktionsmittel und der ver- sklavten jüdischen Arbeitskraft wurden weitere besondere SS-Betriebe ge- gründet, z. B. die ‚„‚Östindustrie‘“. Etwas anders sahen die Dinge in den übrigen Teilen des besetzten Polens aus. Zum Beispiel befaßte sich die deuts« he Verwaltung des Lodscher Gettos mıt dem Raub des Besitztums und mit der Ausbeutung der noch am Leben ge- bliebenen Juden aus Lodsch und anderen Gettos des sogenannten Warthe- gaus. All dies mündete in die physische Vernichtung des größten Teils der jüdischen Bevölkerung in den besetzten polnischen Gebieten. Alle obenerwähnten Rechts- und Wirtschaftsbeschränkungen, d.h. Konzentrierung und Iso- lierung der Juden, Ausschaltung aus dem Wirtschaftsleben und Beraubung jeglicher Erwerbsmöglichkeiten, Raub ihres Vermögens und Zwang zu Sklavenarbeit, verursachten allein schon eine bedeutende Verringerung deı Zahl der jüdischen Bevölkerung. Der Okkupant strebte jedoch nach eıineı vollständigen Vernichtung. Den Entschluß zum Beginn der physischen Massen- vernichtung der Juden faßten die zentralen Nazibehörden, als sie sich zum Angriff auf die Sowjetunion vorbereiteten. In den Plan zum Völkermord waren nicht nur die Juden des polnischen Gebietes, sondern auch diejenigen aller anderen Länder des besetzten Europas einbezogen. Schon vom Frühjahr 1941 an suchte man nach möglichst wirksamen Methoden der Massenver- nichtung. Diese Pläne wurden im Reichssicherheitshauptamt bearbeitet. Im Sommer 1941 wurde der Bau eines KZ-Lagers in Majdanek und der Ausbau des Lagers in Auschwitz begonnen. Diese beiden Zentrallager wurden mit- samt anderen, später errichteten besonderen Vernichtungsstätten zu Todes- lagern für die jüdische Bevölkerung. Gleichzeitig wurden Experimente zur Massenkastration von Männern und Frauen durchgeführt. Den organi- 9 19 ns en een EräreRt KR{ BRNEHBSBERSHRNSRS EUER DERE HE BI REHTHEE RANGE BP satorisch-technischen Vorbereitungen entsprechend wurde eine riesige grenz Propagandawelle und eine„‚wissenschaftliche‘‘ Betriebsamkeit inszeniert, letzte deren Aufgabe es war, die geplante Ausrottung der Juden„theoretisch zu bzw. begründen“. In Schon während der ersten Periode der Kriegsoperationen auf sowjetischem Reic Gebiet veranlaßten SS-Sonderabteilungen in engem Einvernehmen mit dem beoa Kommando der Wehrmacht Massenmorde an der jüdischen Bevölkerung'hre oder führten selbst solche Massenmorde durch. Infolge dieser verbrecherischen tageı Aktionen wurden schon in den ersten Monaten Hunderttausende Männer, sich Frauen und Kinder ermordet. Die Juden wurden zunächst massenweise durch| irn Erschießungen umgebracht, später hauptsächlich durch Vergiftung mit Gas.| Da Giftgase wurden von dieser Zeit an in immer breiterem Maße als Mittel zur Zei Massenvernichtung angewandt, zunächst in speziellen Lastautos, die als n Gaskammern dienten. Um die Gasvergiftung zu industrialisieren, richtete man G in den Lagern entsprechende Gaskammern ein. Am häufigsten wurde das Di Giftgas Zyklon B angewandt, das, bei IG-Farben hergestellt, in.die Stätten der Massenvernichtung geliefert wurde. 6. In den besetzten polnischen Gebieten begann die Vernichtung der Juden Ha schon im Spätherbst 1941. Zunächst waren es Massenerschießungen, später. i wurden die Juden in eigens zu diesem Zweck eingerichteten Lagern ermordet:’ in Chelmno(Kulmhof) am Ner, Belzec, Sobibor, Treblinka und in den oben- A erwähnten KZ-Lagern Auschwitz und Majdanek. Zahlreiche Opfer waren= auch das Ergebnis der blutigen Terroraktionen, die von den Faschisten in= den Gettos selbst durchgeführt wurden. Die überwiegende Mehrheit der Juden in den besetzten polnischen Gebieten| Die wurde auf grausame Art und Weise schon während des Jahres 1942 ermordet. a Die Vernichtungsaktion im Generalgouvernement(GG) wurde von SS-Sonder- Bar kommandos durchgeführt, die dem Stab ‚Einsatz Reinhard‘ unterstanden; im sogenannten Warthegau wurde die Vernichtung vom Sonderkommando Bothmann praktiziert. Anfang 1943 lebte nur noch eine geringe Anzahl Juden in den wenigen Gettos (in Lodsch, Bialystok, Warschau, Lemberg, Sosnowitz, Krakau, Radom,| | Tschenstochau u.a.) und in den Arbeitslagern. Es waren diejenigen, die während der Deportationen‘in die Vernichtungslager zur sklavischen Aus-| Jene beutung am Leben gelassen worden waren. Sie wurden vorläufig verschont, da es damals im Interesse der deutschen Kriegswirtschaft lag, diese jüdische slov Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit zu bewahren und auszubeuten. Besonders Pili nach der Niederlage von Stalingrad waren wirtschaftliche Belange ein schwer- behi wiegender Faktor in der Politik der Hitlerbehörden gegenüber den noch am bi Leben gebliebenen Juden. Wegen der totalen Mobilisation der Wehrmacht des und des im Zusammenhang damit stehenden Mangels an Arbeitskräften nahı waren die Hitlerbehörden geneigt, die in den Gettos und Arbeitslagern be- Toq findlichen jüdischen Arbeiter, die für die deutsche Kriegswirtschaft arbeiten In, konnten, am Leben zu lassen. Es handelte sich natürlich nur um eine be- Sier patı BUBEN EERREEEBEREERBERRREIHNEN HERE SERREIEGRURZURURNBDERAIRERDLN VIREN grenzte, vorübergehende Periode. Bis Mitte 1943 waren jedoch auch die letzten Gettos im GG liquidiert, und die Juden in die Vernichtungslager bzw. in noch bestehende Arbeitslager deportiert. Im Zusammenhang mit weiteren militärischen Niederlagen des Dritten Reiches und der immer mehr nach Westen zurückweichenden Frontlinie begannen die Nazibehörden, die jüdischen Arbeitslager zu liquidieren und ihre Insassen zu ermorden. Die blutigste Aktion wurde in den November- tagen 1943 durchgeführt; es wurden dabei über 40 000 Juden ermordet, die sich in den Arbeitslagern im Gebiet von Lublin befanden. Die danach noch im polnischen Gebiet übriggebliebenen jüdischen Arbe itslager wurden in KZ- Laser verwandelt. Von allen größeren jüdischen Zentren bestand zu jeneı Zeit nur noch das Getto in Lodsch(etwa 70000 Personen). Im August 1944 wurde auf Grund der weiteren Niederlagen an der Ostfront auch das Lodscheı Getto von den Faschisten liquidiert; auch die letzten Arbeitslager folgten. Diese Juden wurden in Vernichtungslager deportiert; eine geringe Anzahl davon wurde in Lager verschleppt, die sich im Reich selbst befanden. Der Grundsatz der Nazipolitik in den letzten Kriegsmonaten waı jedoch, alle Häftlinge, besonders die Juden, gänzlich auszurotten, damit keiner durch die sich nähernden alliierten Armeen befreit werde. Dies ist u.a. aus dem vom 3efehlshaber der Sipo im GG Mitte 1944 erlassenen Befehl ersichtlich. Sogar angesichts ihrer endgültigen und unvermeidlichen Niederlage ver- zichteten die Nazibehörden nicht auf die Verwirklichung ihrer verbreche- rischen Absicht, die Juden gänzlich auszurotten. Die großen deutschen Monopole und Konzerne(AEG, IG-Farben, Krupp, Göring-Werke, Flick, Haniel, Siemens, HASAG usw.), die Banken Dresdener Bank, Deutsche Bank u. a.), die die Hauptverantwortung dafür tragen, daß der Faschismus zur Macht kam und daß der zweite Weltkrieg entfacht wurde, nahmen gemeinsam mit den Okkupationsbehörden an der\ erwirklichung der nazistischen Vernichtungspolitik teil, die gegen die Juden in Polen geführt wurde. Schon in den Jahren 1938/39 zogen die erwähnten deutschen Konzerne und Banken Nutzen aus der Milliardenkontribution, die der jüdischen Be- völkerung in Deutschland auferlegt wurde. Sie bemächtigten sich auch zu jener Zeit vieler jüdischer Geschäfte, Betriebe und Banken sowohl in Deutsch- land als auch kurz danach in dem besetzten Österreich und in der Tschecho- slowakei. Die deutschen Monopole und ihre im besetzten Polen gegründeten Filialen waren mit der verbrecherischen Judenpolitik der Okkupations- behörden völlig einverstanden und erzielten riesige Gewinne durch die Aus- beutung der für sie billigen jüdischen Arbeitskraft und durch den Raub des beweglichen und unbeweglichen Eigentums der Juden. Diese Monopole nahmen auch an den Aktionen zur Massenvernichtung der Juden in den Todes- und Konzentrationslagern teil. In den besetzten Teilen Polens(Generalgouvernement, Warthegau, Schle- sien, in den Bezirken Bialystok und Zichenau) arbeiteten die örtlichen Okku- pationsbehörden(Polizei, Verwaltung und Militär) meistens einträchtig 21 zusammen, um die Richtlinien der Hitlerregierung bezüglich des unterjochten Landes, der polnischen Nation und der örtlichen jüdischen Bevölkerung zu verwirklichen. Wenn auch die Polizeibehörden und die SS die un- mittelbar Ausführenden dieser Verbrechen waren, sind dennoch alle Okku- pationsbehörden für den auf polnischem Gebiet vollbrachten Völkermord verantwortlich. Wenn man die Hitlersche Politik der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung mit dem Verlaufe des zweiten Weltkrieges vergleicht, muß man feststellen, daß die Ausrottung auch eng mit den Kriegsoperationen zusammenhing. Die Verwirklichung der geplanten antijüdischen Maßnahmen nämlich machten die deutschen Behörden von den Kriegsoperationen, besonders an der Ostfront, abhängig bzw. verknüpften beides miteinander. Wirtschaftliche Belange, besonders der Mangel an Arbeitskräften, beeinflußten in gewissem Maße das Tempo der Judenvernichtung. In manchen Perioden des Krieges, hauptsächlich 1943, wurde die Vernichtung langsamer betrieben. Das gesteckte Ziel- die völlige physische Ausrottung der Juden im polnischen Gebiet- wurde jedoch im allgemeinen erreicht. Das waren im großen und ganzen die Hauptelemente und Hauptetappen der Politik Hitlerdeutschlands gegenüber den Juden in den besetzten polnischen Gebieten. Die jüdische Bevölkerung ließ sich nicht willenlos zur Schlachtbank führen. Die polnischen Juden hatten schon in den vergangenen Jahrhunderten an verschiedenen Befreiungskämpfen und Revolutionsbewegungen Polens teil- genommen und besaßen Traditionen im Kampf sowie ein tiefes nationales Bewußtsein. Während der Hitlerokkupation kämpften Juden in Polen an allen Fronten des antifaschistischen Widerstandes. Sie kämpften Schulter an Schulter mit den polnischen Soldaten während der heldenhaften Verteidigung Warschaus. Viele von ihnen gehörten verschiedenen Organisationen und Kampfgruppen des illegalen Polens an, nahmen an den Aktionen und Kämpfen der Gwardia Ludowa(GL), der Volksgarde, einer linken polnischen Militärformation, und der Armia Krajowa(AK), der Heimatarmee, teil. Außerdem gab es auch Partisanengruppen, die ausschließlich aus Juden bestanden. Schon in den ersten Okkupationsmonaten beginnt unter der jüdischen Be- völkerung eine geheime Bewegung, die sich immer mehr verbreitet. Ihre Hauptbasis wird das Warschauer Getto, wo viele illegale Zeitungen heraus- gegeben werden. Die Widerstandsbewegung in Warschau beeinflußt die jüdischen Gruppen in anderen Gebieten Polens. Die erste und dringendste Aufgabe der jüdischen Widerstandsbewegung be- stand darin, sämtliche verstreute Konspirationsgruppen für den bevorstehenden aktiven Kampf zu vereinigen. Im März 1942 wurde im Warschauer Getto ein Antifaschistischer Block geschaffen, dem die kommunistische PPR, die Polnische Arbeiterpartei, und einige links-zionistische Organisationen(Haschomer Hazair, Poale Zion, 22 er REDE N TERN EEBSEERERERGRELEREIHERNALHGR FEBRINSUREU NDR EEBRUSSHRAUBBNEGEN VORHRRIIGTUHRESUUUGRRRRSCHRENN Hechaluz) angehörten. Im Oktober wird diese antifas« histische Front, deren Ziel der Kampf gegen den Okkupanten ist, erweitert; eine jüdische Kampf- organisation(Zydowska Organizacja Bojowa, ZOB) wird geschaffen, der die erwähnten Organisationen des Antifaschistischen Blocks, die sozialistische Partei Bund‘ und einige kleinere Jugendgruppen angehören. Die Haupt- aufgabe der Jüdischen Kampforganisation ist der bewaffnete Kampf gegen den Okkupanten, die Verteidigung der jüdischen Bevölkerung, der Schutz deı Juden vor den Deportationen, die Beseitigung von Verrätern und Helfers- helfern des Feindes sowie gemeinsamer Kampf mit der polnischen Wider- standsbewesune um die Befreiung Polens unter der Losung: ‚„‚Für unsere und eure Freiheit“. Unter der Leitung der Jüdischen Kampforganisation bereitet sich der Rest der Gettobevölkerung zum aktiven Widerstand vor; die Jüdische Kampi- oreanisation sammelt Waffen und verbirgt sie und organisiert eine mili- tärische Ausbildung; die Bevölkerung baut unterirdische Bunker, um sich vor den Razzien zu verstecken, mit denen die Nazis die Juden zur Deportation zusammentreiben. Die Jüdische Kampforganisation organısıert und leitet den ersten bewaffneten Widerstand im Getto(Januar 1943), der die 55 zum Einstellen der begonnenen Aussiedlung zwang. Unter dem Einfluß dieser bewaffneten Aktion beginnen Juden in verschiedenen Orten Polens, sich mit Waffen zu verteidigen(z. B. Bialystok im Februar 1943 Die bedeutendste Widerstandsaktion der polnischen Juden war der Aufstand im Warschauer Getto, welcher am 19. April 1943 ausbrach und unter ver- schiedenen Formen bis Anfang Juli desselben Jahres dauerte.! Der zweite bewaffnete Massenwiderstand der Juden fand im August 1943 im Getto von Bialystok statt und wurde vom dortigen Vereinigten Antifaschistischen Block geleitet. Andere bewaffnete Widerstandsaktionen fanden in den Gettos von Lemberg(Juni 1943), Tschenstochau(Juni 1943), Bedzin(3. August 1943 und einigen anderen sowie in den Vernichtungslagern Treblinka(August 1943 und Sobibor(Oktober 1943) statt. Außer in den Gettos und in den Lagern gab es auch eine jüdische Wider- standsbewegung in den Wäldern. Dort befanden sich nämlich polnische Partisanentrupps. Vorn Zeitpunkt an, da sich in den Gettos ein illegaleı Widerstand entwickelte, zogen die jüdischen Kämpfer die Möslichkeit von zwei Kampffronten in Erwägung: in den Gettos selbst und in den Reihen deı Partisanen. Gleichzeitig mit.der Organisierung des Kampfes in den Gettos wurden auch Juden für die Partisanenbewegung in den Wäldern gewonnen. Schon im Juli 1942 schloß sich die erste Gruppe aus dem Warschauer Getto der Partisanenbewegung an. Vom Herbst 1942 an beginnen die Juden aus den Gettos in den Distrikten Lublin, Radom, Bialystok und aus dem östlichen Teil des Distrikts Warschau massenweise in die Wälder zu flüchten, wo sie 1 SieheB. Mark, Der Aufstand im Warschauer Getto,3. bearb. u. erw. Aufl., Berlin 1959. N ER Beh Bi sich entweder den Partisanengruppen der Volksgarde anschlossen oder be- sondere jüdische Partisanentrupps(z.B. den Emilia-Plater-Trupp, den Berko-Joselowicz-Trupp, den Bar-Kochba-Trupp, den Trupp der Getto- verteidiger, den Trupp ‚‚Vorwärts“ u.a.) bildeten. Es entstanden auch ver- einzelt sogenannte Familienlager, deren Ziel es war, die jüdische Zivil- bevölkerung- Greise, Frauen und Kinder-, die aus Gettos oder Lagern ent- flohen waren, zu retten. Die jüdische Widerstandsbewegung im polnischen Gebiet entstand und ent- wickelte sich unter besonders schwierigen Bedingungen. Es war eine Wider- standsbewegung fast ohne Hinterland, von aller Welt isoliert. Die größte Sorge der Aufständischen bestand darin, Waffen zu beschaffen, Verbindungen mit der polnischen Widerstandsbewegung anzuknüpfen; dies war außer- gewöhnlich erschwert sowohl dadurch, daß das illegale Polen in zwei, eine Zeitlang sogar in drei miteinander in Streit stehende Lager zersplittert war, als auch dadurch, daß unter der polnischen Bevölkerung antisemitische Stim- mungen herrschten, die von den Hitlerleuten noch geschürt wurden. Die Kämpfe der jüdischen Widerstandsbewegung in den besetzten polnischen Gebieten, und besonders der Aufstand im Warschauer Getto, fanden ein breites Echo nicht nur in Polen, sondern auch weit über die Grenzen hinaus. Die jüdische Widerstandsbewegung war bestrebt, die demagogisch-verbreche- rische Politik der Hitlerleute zunichte zu machen, die darin bestand, die Wachsamkeit der Juden zu lähmen und sie ohne größere eigene Verluste, ohne jeglichen Widerstand und ohne großes Aufsehen zu erregen, vollständig zu vernichten. Dies gelang der jüdischen Widerstandsbewegung erst während der letzten Etappe der Vernichtung im Jahre 1943. Die Widerstandsbewegung der polnischen Juden hatte eine hervorragende - sowohl militärische als auch moralische— Bedeutung. Die bewaffneten Kämpfe in den Gettos und in den KZ-Lagern und die Kämpfe der Partisanen- bewegung haben verhältnismäßig große Kräfte des Okkupanten gebunden. Dadurch war der Okkupant gezwungen, größere Gruppen der SS, der Polizei und sogar der Wehrmacht aus anderen Gebieten abzuziehen und sie in be- stimmten Widerstandszentren zu konzentrieren. Bewaffnete Aufstände jüdischer Häftlinge in den Vernichtungslagern(z. B. in Treblinka und in Sobibor) zwangen die Okkupationsbehörden zur sofortigen Auflösung dieser Lager. Sie befürchteten nämlich, die geflohenen Häftlinge könnten der Welt die grausame Wahrheit über den Völkermord sagen, der in diesen riesigen Mordstätten betrieben wurde. Sie befürchteten auch das An- wachsen der Widerstandsbewegung, deren Kern eben die illegalen Organi- sationen in diesen Lagern waren. Denn diese Organisationen standen mit den Partisanengruppen der Umgebung in Verbindung. Den größten Umfang nahm die jüdische Widerstandsbewegung im Jahre 1943 an. 1944 waren nur noch kleine Reste übrig— wenige, ausgeblutete Partisanentrupps und die letzte Gruppe der Jüdischen Kampforganisation des Warschauer Gettos, die sich auf der ‚‚arischen‘‘ Seite Warschaus verbarg. 24 En # RR ET i BENBRRHLBBRULGERBERERRLGLIEL ORIGINALE KERIEHLUNEN REN W Zum letzten Mal trat diese Gruppe zum bewaflneten Kamp! während des Warschauer Aufstandes im August 1944 an. Die moralische Bedeutung der jüdischen Widerstandsbewegung ın Polen, besonders des Höhepunktes, des heldenhaften Aufstandes im Warschaueı Getto. war größer als die Bedeutung der Kampfergebnisse selbst. Die Wider- standsbeweeung in den Gettos und KZ-Lagern war für alle unterjochten Völker ein Beispiel, daß sogar unteı den unmenschlichen Bedingungen, unteı denen die ganze jüdische Bevölkerung während der Hitlerokkupation zu leiden gezwungen waı Isolierung, Hunger, Epidemien, Deportation usw. der Kampf für Menschentum und nationale Würde gegen den verhaßten Feind möglich war. Somit beeinflußte die jüdische Widerstandsbewegung zweifellos den allgemeinen antifaschistischen Widerstandskampf im besetzten Polen und stärkte auch den Kampfgeist deı anderen unterjochten Völker in dem gemeinsamen Ringen. Die Widerstandsbewegung der Juden in den Grettos, ın den KZ-Lagern und ın der Partisanenbewegung war von heißem Kampfesmut getragen, organısıert und entschieden antifaschistisch. Dies kam besonders ım Warschauer(Getto zum Ausdruck, wo der bewaffnete Kampf vom Antifaschistischen Block oreanisiert wurde. Dieser Block umfaßt« alle fortschrittlichen Elemente, die im Kampf gegen den Hitlerfaschismus standen. Die jüdische Widerstandsbewegung setzte die fortschrittlichen Traditionen der für nationale und soziale Befreiung kämpfenden polnischen Juden fort. Neben den Makkabäern galten den Helden des Widerstandes auch die jüdischen Kämpfer um Polens Unabhängiekeit und die jüdischen Proletarier, die zusammen mit den polnischen Brüdern ın der Revolution von 1905 und ın den Jahren nac h dem ersten Weltkrieg kämpften, als\ orbild. Die aus dem illegalen Archiv des Warschauer Gettos erhaltenen Dokumente über die Vorbereitungen zum bewaflneten Kampf gegen den Okkupanten liefern den besten Beweis dafür, daß die Selbstauioplerung und das Helden- tum der jüdischen Kämpfer sich aul den festen Glauben stützten, daß die Kräfte des Faschismus und des Völkermords untereehen werden und daß auf ihren Trümmern eine neue Welt aufblühen wird. eine Welt des Friedens, der Brüderschaft und der sozialen Gerechtigk: it. Eines dieser Denkmäler enthält Seksztajn, die sıe ım die Abschiedsworte der jungen jüdischen Malerin, G« la Warschauer Getto kurz vor ihrer Deportation ins Vernichtungslager Treb- linka geschrieben hatte. Diese Worte lauten:„Ich stehe jetzt auf der Grenz- linie zwischen Leben und Tod. Ich weiß schon gewiß, daß ich sterben muß, und deswegen will ich von meinen Freunden und meinen Arbeiten Abschied nehmen... Seid gesund, Genossen und Freunde. Jüdisches Volk, tue alles, damit sich solch eine Tragödie niemals mehı wiederhole!‘ In der Deutschen Bundesrepublik erheben die Anhänger des Neofaschismus mehr und mehr ihr Haupt. Die alten Hitlergeneräle bauen wieder eine Wehr- macht auf, die nun noch mit der schrecklichen Atomwafle ausgestattet ist. Gleichzeitig sehen wir, wie die gleichen reaktionären Kräfte sich bemühen, die Wahrheit über den vom Dritten Reich begangenen Völkermord zu ver- tuschen, indem sie die Meinung verbreiten, die Vernichtung der 6 Millionen Juden existiere nur in der Propaganda und sei eine Verleumdung. Um so eindrucksvoller scheinen in dieser neuen Situation Gela Seksztajns Worte zu klingen; viel deutlicher empfinden wir jetzt den Sinn der letzten Worte, die ein Ruf von Millionen Opfern sind und den Faschismus und den Krieg verfluchen. Viel tiefer dringen in uns die Aufrufe der Getto- und Par- tisanenkämpfer, die uns zur Wachsamkeit gegen die Gefahr eines neuen Völkermordes anhalten und uns befehlen, unsere Kräfte dem Lager des Friedens und des Fortschritts zur Verfügung zu stellen, damit es nie wieder Kriege, Gettos und Vernichtungslager gebe. Die in diesem Band enthaltenen Dokumente und Materialien betreffen haupt- sächlich politische und wirtschaftliche Angelegenheiten. Sie sind in vier Hauptgruppen eingeteilt: Deportationen der polnischen und jüdischen Be- völkerung sowie Konzentration und Isolierung der Juden in den Gettos, Raub des Vermögens und Zwangsarbeit der Juden, physische Vernichtung der Juden und die jüdische Widerstandsbewegung. Die erwähnten Probleme sınd in überwiesendem Maße auf Grund von deutschen Dokumenten dargestellt worden. Solch eine Einteilung und Reihenfolge der in diesem Band gebrachten Doku- mente und Materialien scheint uns begründet zu sein, denn erst wenn man mit den Hauptproblemen der betrachteten Periode bekannt wird, ist man imstande, die Hitlerpolitik gegenüber der jüdischen Bevölkerung im besetzten polnischen Gebiet sowie das Leiden und den heldenhaften Kampf der Juden wenigstens in allgemeinen Umrissen zu begreifen. Zwar machten die Hitler- behörden vom Beginn der Okkupation an gleichzeitigen Gebrauch von allen Mitteln zur Judenvernichtung, richteten aber in den besonderen Zeitab- schnitten doch ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf eine der Maßnahmen. Alle zusammen waren jedoch, wie gesagt, auf ein Ziel gerichtet: Sie sollten zur völligen Vernichtung der Juden führen und diese vorbereiten. Die im Band enthaltenen Dokumente stammen hauptsächlich aus den Ämtern der deutschen zentralen und örtlichen Behörden. Es sind dies Meldungen, Berichte, Korrespondenzen, Protokolle von Sitzungen, Rundschreiben, Denk- schriften und Verordnungen der Verwaltungspolizei und der Militärbehörden. In verhältnismäßig großem Ausmaße wurden Meldungen und Berichte ört- licher Behörden der Distriktchefs und Kreishauptleute aufgenommen, Die Dokumente sind verschiedenen Archivsammlungen entnommen. Viele dieser Dokumente dienten seinerzeit als Beweismaterial für Prozesse gegen Nazikriegsverbrecher, die vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg oder vor polnischen Gerichten stattfanden. In diesem Band befinden sich auch Dokumente, die aus den Ämtern jüdischer Institutionen(Judenräte, Jüdische Soziale Selbsthilfe) stammen. Außerdem wurden hier Auszüge von Tagebüchern, Memoiren, Aussagen und Denk- FRRRETRURRERTSTHEHREREREIEREREERESEREHEENEEREEESERIRRRERSERSBBRBERTFEREERU INES BURN K Bear aa schriften von ÄAugenzeugen, Nachrichten aus der illegalen Presse, Kampi- meldungen usw. in die Dokumentation einbezogen. Zur Ergänzung dienen Aussagen von Nazikrieesverbrechern vor dem Militär- eerichtshof in Nürnberg bzw. voı polnischen Gerichten. Dieser Band stützt sich hauptsächlich auf Archivmaterial, welches sich im Jüdischen Historischen Institut in Warschau, in der Zentralkommission zu1 Untersuchung der Naziverbrechen in Polen, im West-Institut in Posen, ım Innenministerium in Warschau, im Archiv deı Hauptstadt Warschau und der Warschauer Woiwodschaft und im Institut für Parteigeschichte in War- schau befindet. Natürlich sind sich die Herausgeber dessen bewußt, daß das Quellenmaterial in vollem Originaltext wiedergegeben werden sollte. Aber in Anbetracht deı Fülle an Material und des beschränkten Umfanges dieses Bandes mußte, um weniestens in allgemeinen Umrissen die ganze Politik der Hitlerbehörden gegenüber den Juden und die jüdische Widerstandsbewegung darzustellen, von diesem Grundsatz abgegangen werden. Es werden also nur diejenigen Teile des Dokumentenmaterials wiedergegeben, welche die besprochenen Probleme betreffen. In solchen Fällen wurde deı Inhaltin Fußnoten angegeben, außer in den Monatsberichten der Distriktgouverneure und Kreishauptleute, da diese Berichte stets alle Lebensgebiete in ihrem Bereich(Politik, Wirtschaft, Kultur) in Betracht ziehen. Die ausgelassenen Stellen sind wie üblich mit ‚eekennzeichnet. Außerdem sind auch alle Höflichkeitsformeln, Akten- zeichen und-nummern sowie Anmerkungen(außer.‚Geheim‘‘) u. dgl. weg- gelassen worden. Jedes Dokument ist mit einem Kopf versehen, der in kurzer Form das Datum und den Ort der Entstehung des Dokuments sowie eine kurze Inhaltsangabe enthält. Für die Aussagen von Kriegsverbrechern eilt das Datum der Ablegung vor dem Gericht. Von den Herausgebern festgestellte Daten werden ın eckigen Klammern[] gegeben. Bei Memoiren und Aufzeichnungen von Ausenzeugen, die erst nach dem Krieg verfaßt wurden, sind Daten ım Kopf nicht angegeben. In der Inhaltsangabe des Dokuments sind auch Urheber, Adressat, ihre Titel bzw. Funktionen berücksichtigt worden. Nach dem Dokument folgt die Quellenangabe in verschlüsselter Form. Deı Schlüssel ist aus dem Abkürzunesverzeichnis ersichtlich. In den Fußnoten werden Erläuterungen zum Text sowie zu den Auslassungen gegeben. Eine summarische Zusammenstellung der archivalischen Quellen nach Archiven geordnet, ein Index der benutzten Literatur und eine bescheidene bibliographische Auswahl der wichtigsten Werke zu diesem'Ihema befinden sich im Anhang. Außer dem Textmaterial enthält dieser 3and auch Bildmaterial: Fotografien, Fotokopien von Verordnungen und Korrespondenzen der deutsc hen Behörden. Das Bildmaterial ist als visuelle Dokumentation gedacht und stellt einen weiteren Beweis für die an der jüdischen Bevölkerung im polnischen Gebiet 27 während der Zeit von 1939 bis 1941 begangenen Verbrechen dar. Dieses Material stammt hauptsächlich von Fotoamateuren, von Offizieren und Soldaten der Wehrmacht, Führern der SS und der Polizei und von Beamten der deutschen Verwaltung. Die Bilder wurden von ihnen„zum Andenken“ an ihre verbrecherische Tätigkeit in Polen aufgenommen. Ein Teil der Bilder stellt Anlagen zu Berichten dar, die an die vorgesetzten Behörden gesandt worden waren(z. B. die Berichte von F. Katzmann und J. Stroop). Obwohl derartiges Bildmaterial in großen Mengen während des Rückzuges der deut- schen Armee vernichtet worden war, ist ziemlich viel davon noch erhalten. Ein Teil der Bilder stammt aus dem illegalen Archiv des Warschauer Gettos und ist eine wertvolle Ergänzung des obigen Materials. Das reichhaltige Bildmaterial wurde entsprechend der Gliederung ausgewählt und geordnet. Es wird dem Leser einen Eindruck vermitteln, wie in Wirklich- keit die Deportationen von Juden vonstatten gingen, wie es eigentlich in einem Getto aussah, wie das jüdische Vermögen geraubt wurde und wie man sich die Zwangsarbeit der Juden vorzustellen hat. Die tragischen Geschehnisse dieser Periode-— die Ermordung von Millionen Juden- sind in den dem Her- ausgeber zur Verfügung stehenden Sammlungen nur mit wenigen Bildern vertreten. Natürlich gibt es auch nur sehr spärliches Bildmaterial über den antifaschistischen Widerstand der Juden. Die im Band enthaltenen Bilder gehören hauptsächlich zu den Sammlungen des Jüdischen Historischen Instituts in Warschau und der Zentralkommission zur Untersuchung der Naziverbrechen in Polen. Der Herausgeber 28 VHRHESFTCETERER BERRRRASEHRFIEFER GEHERHERRTEIREN Hit FAHt KrERFHERSRR) HHRHE Deportation der jüdischen Bevölkerung | i g und ihre Isolierung ın den Gettos Men BER EHER SEE EDLERENEERBER co 10. 13. 16. VERZEICHNIS DER DOKUMENTE 21. September 1939, Berlin. Schnellbrief des Chefs des Reichssicherheitshauptamtes R. Hevdrich, an die Chefs der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei, betrefler die aufeinanderfolgenden Etappen und Methoden der ‚„‚Endlösung der Judenfrage‘“ Ende 1939. In einer besetzten Stadt Polens. SS-Männer schnitten den Juden Sterne in dıe Haut. 30. Oktober 1939, Berlin. Anordnung Himmlers über die Deportatı« der polni und jüdischen Bevölkerung aus den polnische: nunmehr aber ins Reich eıngeglıe« Gebiete ins Generalgouvernement. 12. November 1939, Posen(Poznan). Auszüge aus dem Rundschreiben des Hö( SS- und Polizeiführers im Warthegau, Koppe, über den Plan der Deportation der J und Polen aus dem Warthegau ins Generalgouvernement 95, November 1939, Radom.— Auszüge aus der Rede des Geneı ılgeouverneurs Ha Frank, die er auf einer Besprechung der Kreishauptleute und Stadtkommissare de Distrikts Radom hielt und die den Konzentrationsplan für dıe polnische und jüdische Bevölkerung im Generalgouvernement betraf 13. Dezember 1939, Posen(Poznan Bischoff, höherer Beamter der G« po, sende I Landrat in Jarocin Himmlers Befehl, die Juden, die sich der Deportatıi ı entziehe versuchen, standrechtlich zu erschießen. Ende 1939. SS-Männer machen sich über einen orthodoxen Juden lust 29. Dezember 1939, Krakau(Kraköw). Aus einem Schreiben des höheren Beamten deı Abteilung Arbeit im Amt des Generalgouverneurs Ernst Gschliesser an den Gouverneuı des Distrikts Krakau über die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Deportation der jüdischen und der polnischen Bevölkerung aus dem Warthegau in den Distrikt Krakau vor sich ging. 26. Januar 1940, Posen(Poznan). Auszüge aus einem Bericht des Höheren S5- und Polizeiführers Koppe im Warthegau übeı die Deportation von Polen und Juden aus dem Warthegau in das Generalgouvernement Deportation der Juden aus Plonsk(Bezirk Zichenau) ins Generalgouvernement. 30. Januar 1940, Berlin. Äußerungen des Chefs des Reichssicherheitsamtes, Heydrich, und des Höheren SS- und Polizeiführers im Generaleouvernement, Krüger, aul eıneı Konferenz in Berlin, die sich mit der Frage der Deportation deı polnischen und jüdischen Bevölkerung aus dem Warthegau ins Generalgouvernement beschäftigte. 19. Februar 1940, Krakau(Kraköw). Auszüge aus dem Januar-Bericht des Cheis des Krakauer Distrikts, Wächter, über die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Deportation der jüdischen und der polnischen Bevölkerung aus dem Warthegau in den Krakauer Distrikt stattfand. Rawa-Mazowiecka. Ergebnis der„Judenaktion“ vom 15. September 1939. l. April 1940, Berlin. Auszug aus einem Aktenvermerk über eine Besprechung ın Berlin, deren Thema die Deportation deı Juden aus der Stadt Lodsch ins Generalgouvernement war. 6. April 1940, Krakau(Kraköw). Rundschreiben des Referenten für Judenangelegen- heiten in der Abteilung Innere Verwaltung der Regierung des Generalgouvernement 31 SEHE ’ F # x # { > Pe ER SEE oo; Gottong, an die Gouverneure der Distrikte. Das Rundschreiben enthält Richtlinien für 32. D die Behandlung der jüdischen Bevölkerung und fordert von den Gouverneuren Angaben über die Gebiete, die für die Konzentrierung der Juden geeignet wären. 33, 17. Juli 1940, Krakau(Kraköw).— Äußerungen des Generalgouverneurs H. Frank, des Höheren SS- und Polizeiführers F. Krüger und des Statthalters A. Greiser über den Deportationsplan der europäischen Juden nach Madagaskar. 18. 23. November 1940, Krakau(Kraköw).— Rundschreiben der Regierung des General- h 3. souvernements an die Gouverneure der Distrikte, in dem ihnen der Erlaß des Reichs- sicherheitshauptamtes vom 25. 10. 1940 über das Auswanderungsverbot für Juden aus 35, dem Generalgouvernement zur Kenntnis gebracht wird. 19. 15. Januar 1941, Krakau(Kraköw).— Äußerungen des Höheren SS- und Polizeiführers 36. Krüger, des Staatssekretärs Bühler und des Generalgouverneurs Frank auf einer Arbeits- 37 sitzung der Regierung des Generalgouvernements über die Deportation der polnischen und jüdischen Bevölkerung ins Generalgouvernement. 38. 20. 20. Januar 1941, Warschau(Warszawa).— Anordnung von Mohns, stellvertretendem 4 Leiter der Abteilung Umsiedlung im Amte des Gouverneurs des Warschauer Distrikts, an den Vorsitzenden des Warschauer Judenrats über die Deportation der jüdischen Be- N. völkerung aus dem westlichen Teil des Kreises Warschau-Land ins Warschauer Getto. 21. 16. Februar 1941, Lublin.—- Schreiben des Transportleiters der aus Wien in den Distrikt ' Lublin umgesiedelten Juden an M. Alten, Berater des Gouverneurs des Distrikts Lublin al, für Judenangelegenheiten, über die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die 9, Umsiedlung erfolgte. 43 22. 4. März 1941, Skierniewice.- Auszüge aus dem Februar-Bericht des Kreishauptmanns in Skierniewice über die Flucht der jüdischen Bevölkerung vor der zu erwartenden Depor- tation der Juden ins Warschauer Getto. 23. 15. März 1941, Lowitsch(Lowicz).- Auszug aus dem Februar-Bericht des Kreishaupt- 4] manns in Lowitsch über die fast vollständige Deportation der jüdischen Bevölkerung aus 45 diesem Kreis ins Warschauer Getto. 24. 25. März 1941, Krakau(Kraköw).- Äußerungen des Höheren SS- und Polizeiführers Krüger und des Generalgouverneurs Frank über die vorläufige Unterbrechung der% Deportation von Polen und Juden ins Generalgouvernement.? 25. Anfang Juni 1941, Neumarkt(Nowy Targ).—- Auszüge aus dem Bericht des Kreishaupt- manns in Nowy Targ für die Zeit vom 17. September 1939 bis 31. Mai 1941 über die 4 : 7, Entfernung der Juden aus den Kurorten. j 26. 8. September 1939, Krakau(Kraköw).— Anordnung des Chefs der Zivilverwaltung über Kennzeichnung der jüdischen Geschäfte. 4 27. Radom. Mit Davidsternen gekennzeichnete jüdische Geschäfte. 49 28. 23. November 1939, Krakau(Kraköw).— Verordnung des Generalgouverneurs H. Frank über die Kennzeichnung der jüdischen Bevölkerung. 50 29. Bekanntmachung des Stadtkommissars von Tarnow. 30. 11. November 1939, Lodsch(Lödz).— Bekanntmachung des Kommissars der Stadt Lödz über die Kennzeichnung jüdischer Geschäfte. 3l, 31. 14. November 1939, Lodsch(Lödz).— Verordnung des Regierungspräsidenten zu Kalisch, 32, Uebelhoer, über die Kennzeichnung der Juden, 53 32 2 B& | = Bi & = ge & = 3 Bei _ &= = E 32. Die Juden im Warthegau wurden gezwungen, gelbe Davidsterne auf Brust und Rücken zu tragen. 33. 9. März 1940, Krakau(Kraköw). Rundschreiben des Leiters der Abteilung Innere Verwaltung im Amt des Generalgouverneurs, Siebert, an die Distriktchefs und die Kreis- und Stadthauptleute über die Kennzeichnung von deutschen und tschecho- slowakischen Juden im Generalgouvernement. 34. 28. November 1939, Krakau(Kraköw).— Verordnung des Generalgouverneurs H. Frank über die Einsetzung von Judenräten. 35. Die Judenräte mußten alle Anordnungen und Anweisungen der deutschen Okkupations- behörden ausführen. Hier der Aufruf des Judenrates von Radom. 36. Anordnung des Judenrates in Lublin. 37. 1. Dezember 1939, Petrikau(Piotrköw).— Verordnung des Stadtkommissars von Piotrköw, } Drechsel, über Beschränkungen, die den im Getto befindlichen Juden auferlegt wurdeı 38. Bekanntmachung des Stadthauptmanns von Krakau. 39. Bekanntmachung des Stadthauptmanns von Krakau. I 40. 10. Dezember 1939, Lodsch(Löd2). Rundschreiben des Regierungspräsidenten zu Kalisch, Uebelhoer, an die örtlichen Partei- und Polizeibehörden sowie an die wirtschaft- lichen Institutionen über die Errichtung eines Gettos in Lodsch. ‚odsch. Am 1. Mai. 1940 wurde das Getto von der Umwelt abgeriegelt. 42. Lodsch. Vor einem Gettotor. 43. 30. April 1940, Lodsch Lödz). Schreiben des stellvertretenden Oberbürgermeisters von Lodsch, Schiffer, an den Ältesten der Juden in Lodsch, Ch. Rumkowski, in dem deı Befehl enthalten ist, eine Zählung der Juden im Getto und eine Vermögensbeschlagnahme durchzuführen sowie die Verpflegung ım Getto zu organisieren. 44. Bekanntmachung des Ältesten der Juden in Litzmannstadt. 45. 8. April 1940, Warschau(Warszawa).— Auszüge aus dem Bericht des Leiters der Ab- teilung Umsiedlung im Amt beim Chef des Distrikts Warschau, Schön, über die Vor- bereitungen zur Errichtung eines Gettos in Warschau. 46. Juli 1940, Krakau(Kraköw). Auszüge aus einem Bericht der Regierung des General- gouvernements über die Lage der jüdischen Bevölkerung im Generalgouvernement in der Zeit bis Juli 1940. 47. 22. Juli 1940, Armee-I Tauptquartier.—- Auszug aus einem Befehl des Generals von Küchler, Oberkommandierender der XVIII. Armee, der den Offizieren und Soldaten die Kritik an den gegen Polen und Juden durchgeführten Verfolgungsmaßnahmen ve rbietet. 48. Während einer ‚Judenaktion“. 49. 24. Juli 1940, Krakau(Kraköw). Verordnung des Generalgouverneurs H. Frank, worin der Begriff ‚, Jude‘ festgelegt wird. 50. 30. Juli 1940, Lublin.— Schreiben des Leiters der Abteilung Information und Propa ganda im Amt des Distriktchefs in Lublin an die Kreishauptleute über Charakter und Zweck einer für Juden herauszugebenden Zeitung. 51. Titelseite der„Gazeta Zydowska“(Jüdische Zeitung) vom 7. Januar 1942, 52. Bekanntmachung des Stadthauptmanns von Krakau. 53. Besondere Kennkarten für Juden mit dem gelben Davidstern auf der ersten Seite. Hier die Innenseite. 3 Getto 395 54. 55. 58. 59. 60. 61. 62. 63. 66. 67. 68. 69. 79. 71. 72. 73. 74. 34 7. September 1940, Opatow(Opatöw).— Auszug aus einem Bericht des Kreishaupt- manns in Opatow, Ritter, für den Monat August 1940, in dem u. a. die Notwendigkeit, ein Getto einzurichten, berührt wird. 11. Oktober 1940, Minsk Mazowiecki.— Auszug aus dem September-Bericht des Kreis- hauptmanns in Minsk Mazowiecki, in dem die Vorbereitungen zur Einrichtung eines Gettos in dieser Stadt und in anderen Städten des Distrikts Warschau erwähnt sind. Schreiben des Kreishauptmanns von Warschau-Land. Anfang September 1940, Warschau(Warszawa).— Auszug aus einem Bericht der Ab- teilung Preisüberwachung im Amt beim Gouverneur des Distrikts Warschau für den Monat August 1940, in dem die Notwendigkeit, den Juden die Benutzung jeglicher Verkehrsmittel zu verbieten, betont wird. Bekanntmachung der Generaldirektion der Ostbahn. 13. September 1940, Krakau(Kraköw).— Generalgouverneur H. Franks Verordnung über Aufenthaltsbeschränkungen für Juden im Generalgouvernement. 99. Oktober 1940, Neu-Sandez(Nowy Sacz).— Verordnung des Kreishauptmanns in Neu-Sandez über die Entfernung der Juden aus den Kurorten seines Kreises. Bekanntmachung des Gemeindevorstehers von Falenica. 19. September 1940, Lublin.— Schreiben des Kommandeurs der Sicherheitspolizei und des SD in Lublin an die Kreishauptleute in Lublin, Janow und Pulawy über die Ein- ziehung der jüdischen Personenstandregister und Kirchenbücher. 8. Oktober 1940, Krakau(Kraköw).— Auszüge aus dem September-Bericht des Kreis- hauptmanns in Krakau, Höller, über die schwere materielle Lage der jüdischen Bevöl- kerung infolge der ihr auferlegten Aufenthaltsbeschränkungen. 9. Oktober 1940, Warschau(Warszawa).— Anordnung des Gouverneurs des Distrikts Warschau, L. Fischer, über die Einrichtung eines Gettos in Warschau. Warschau, 1940. Solche Tafeln umgaben den jüdischen Stadtteil. Später wurde dort das Getto errichtet. Warschau. Das Getto wurde von allen Seiten durch eine hohe Mauer abgeschlossen.— Bau der Mauer in der Swietokrzyska-Straße. 7.November 1940, Krakau(Kraköw).— Ein vom Vorstand der Jüdischen Sozialen Selbst- hilfe verfaßter Vermerk über die Errichtung des Warschauer Gettos. „Umzug“ ins Getto. 20. Januar 1941, Warschau(Warszawa).— Auszug aus einem Bericht des Leiters der Abteilung Umsiedlung beim Gouverneur des Distrikts Warschau, Schön, über das Warschauer Getto. Warschau.— An der Gettomauer. 19. April 1941, Krakau(Kraköw).— Auszüge aus Äußerungen von Generalgouverneur H. Frank, von Gouverneuren und Abteilungsleitern auf einer Arbeitssitzung über das Warschauer Getto. Im Warschauer Getto. Eine der häufigen Terroraktionen. Im Warschauer Getto, Winter 1941. %0. Februar 1941, Dresden.- Verordnung des Generalgouverneurs H. Frank über die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel durch Juden im Generalgouvernement. -ı oa -ı SZ a = 79, 80. Bl. 84, 86. %n, 9 N, %3, 9, ID 76. 71. 78. 79. 80 81. 82. 83. 84. 86. 87. 88. 89. 9%. 91. 92. 93. 94. 3, März 1941. Krakau(Kraköw).— Verordnung des Gouverneurs des Distrikts Krakau, Wächter, über die Bildung eines Gettos in Krakau. 12. März 1941. Krakau(Kraköw). Vermerk des Vorstandes der Jüdischen Sozialen Selbsthilfe in Krakau über die Deportation von 10000 Juden aus Lublın. Anordnung zur Aussiedlung von Juden aus Krakau 31. März 1941, Lublin. Aktenvermerk über die am 31. März 1941 beim Gouverneur des Distrikts Lublin, Zörner, erfolgte Besprechung zur Frage der Deportation von 15000 Juden aus Lublin. 31. März 1941, Kielce.- Verordnung des Stadthauptmanns in Kielce, Drechsel, über die Errichtung eines Gettos in Kielce. Leslau(Wloclawek). Wache vor dem Getto. 11. Juni 1941, Lublin.— Schreiben des Kreishauptmanns Lublin-Land, Ziegenmayer, an die Abteilung Wirtschaft im Amt des Chefs des Distrikts Lublin über Zuteilung on Materialien für den Gettobau. l. August 1941, Opatöw. Auszüge aus dem Juli-Bericht des Kreishauptmanns in Opatöw, Ritter, über dic Einrichtung von Gettos in Ostrowiec und Opatöw. 18. September 1941, Warschau(Warszawa). Rundschreiben des Kommissars des jüdischen Wohnbezirks in Warschau, H. Auerswald, betre fis Verkleinerung und strengerer Isolierung des Warschauer Gettos. 15. Oktober 1941, Warschau(Warszawa).— Verordnung des Generalgouverneurs Frank, in der den Juden unter Todesstrafe verboten wird, die ihnen zugewiesenen Wohnbezirke zu verlassen. 17.November 1941, Warschau(Warszawa).— Bekanntmachung des Kommissars des jüdischen Wohnbezirks in Warschau, Auerswald, über die Erschießung von Juden wegen Verlassens des Gettos. 9. Januar 1942, Warschau(Warszawa).— Schreiben des Kommissars des jüdischen Wohnbezirks in Warschau, Auerswald, an die Kreishauptleute des Distrikts Warschau über Erschießungen derjenigen Juden, die das Getto verlassen. 17. Januar 1942, Warschau(Warszawa).— Rundschreiben des Leiters der Abteilung Innere Verwaltung im Amt des Gouverneurs des Distrikts Warschau an die Stadt- und Kreishauptleute über die Methoden der Erfassung von Juden, die sich außerhalb des Gettos verbergen. 3ekanntmachung des Kreishauptmanns von Grojec. +. Februar 1942, Siedlce.- Auszüge aus dem Januar-Bericht des Kreishauptmanns ın Siedlce, Seemann, über Erschießungen von Juden, die das Getto verlassen haben. Siedlce. Ein außerhalb des Gettos ergriflener jüdischer Knabe vor der Erschießung. 8. April 1942, Tomaschow(Tomaszöw-Mazowiecki). Auszug aus dem März-Bericht des Kreishauptmanns in Tomaschow Mazowiecki über Erschießungen von Juden, dic das Getto zu verlassen beabsichtigten. Im Warschauer Getto. Sammelpunkt für flüchtige Gettobewohner. 7. Mai 1942, Radom.- Eine Jüdin, Ita Bryt, wird vom Sondergericht in Krakau wegen Verlassens des Gettos zum Tode verurteilt. Die Begnadigung wird nicht befürwortet. 95. 1941, Warschau(Warszawa).-— Im Warschauer Getto von jüdischen Wissenschaftlern erarbeitete Tabelle, die den Kaloriengehalt der den Juden des Warschauer Gettos nach festgesetzten Normen zugeteilten Lebensmittel angibt. 96. 300 Kalorien täglich wurden pro Kopf der Bevölkerung im Warschauer Getto offiziell zuerkannt. Ein Mensch braucht täglich mindestens 2400 Kalorien. 97. Sterbeziffern im jüdischen Wohnbezirk in Warschau in den Jahren 1941 und 1942. 98. Kurve der Sterblichkeit im Warschauer Getto im Jahre 1941. 99, Ende 1941, Warschau(Warszawa).- Im Warschauer Getto von jüdischen Wissenschaft- lern erarbeitete und mit Kommentaren versehene Tabelle über die Sterblichkeit unter der jüdischen Bevölkerung. 100. Kurve der Fleckfieberfälle im Warschauer Getto im Jahre 1941. 101. Im Warschauer Getto. Leiche eines vor Hunger auf der Straße gestorbenen Juden. 102. Das Lodscher Getto. Hungernde Kinder suchen im Müll nach„EBßbarem“. 103. Frierende und hungernde Kinder im Warschauer Getto. 104. Im Warschauer Getto. Leichen zweier am Fleckfieber gestorbener Juden. 105. Ende 1941, Warschau(Warszawa). Auszüge aus einer„Denksc hrift über einige pro- phylaktische-soziale Maßnahmen zur Bekämpfung des Fleckfiebers im Jüdischen Wohn- bezirk in Warschau“ von Prof. Ludwik Hirszfeld. 106. Im Warschauer Getto. Täglich wurden in den Straßen Leichen von Menschen aufge- sammelt, die vor Hunger oder an epidemischen Krankheiten gestorben waren. 107. Im Warschauer Getto. Leichen von Kindern, die den Hungertod starben. 108. Warschau(Warszawa).— Auszüge aus dem Tagebuch von Stanislaw RöZycki über die Lage der Bevölkerung im Warschauer Getto. 109. Im Warschauer Getto. Lebensmittelschmuggel— das einzige Mittel, um dem Hungertode zu entrinnen. 110. Eine Brielmarke aus dem Lodscher Getto. 111. 13. und 18. Mai 1942, Warschau(Warszawa). Auszüge aus einem im Warschauer Getto geschriebenen Tagebuch, dessen Verfasser der Pädagoge Abram Lewin war. 112. Das Lodscher Getto. Die Czarnecki-Straße. 113. Im Warschauer Getto. Ein Repräsentant des„Herrenvolkes“ auf einer jüdischen ‚‚Rik- scha‘“. 114. Im Warschauer Getto. Ein Opfer des blutigen Terrors der Okkupanten. 36 ÜRETRRSSTETHERPRNNERTTRRNSRERRBN BRIEF HBRANRRHBRHBHHIF RER HRS DIESER HHRHPERTHNREINEENRTUKEANARENGRLERRERRUNRRNNERESEEG 1. 21. September 1939, Berlin.— Schnellbrief des Chefs des Rei hssicherheitshaupt- amtes, R. Heydrich, an die Chefs der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei, betreffend die aufeinanderfolgenden Etappen und Methoden den„Endlösung der Judenfrage‘‘. Schnellbrief An Die Chefs aller Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei. Betrifft: Judenfrage im besetzten Gebiet!. Ich nehme Bezug auf die heute in Berlin stattgefundene Besprechung und weise noch einmal darauf hin, daß die geplanten Gesamtmaßnahmen(also das Endziel) streng geheim zu halten sind. Es ist zu unterscheiden zwischen 1) dem Endziel(welches längere Fristen beansprucht) und ?) den Abschnitten der Erfüllung dieses Endzieles, welche kurzfristig durchgeführt werden.) Die geplanten Maßnahmen erfordern eründlichste Vorbereitung sowohl ın technischer, als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Es ist selbstverständlich, daß die heranstehenden Aufgaben von hier in allen Einzelheiten nicht festgelegt werden können. Die nachstehenden Anweisungen und Richtlinien dienen gleichzeitig dem Zwecke, die Chefs der Einsatz- gruppen zu praktischen Überlegungen anzuhalten. I. Als erste Vorausnahme für das Endziel gilt zunächst die Konzentrierung der Juden vom Lande in die größeren Städte. Sie ist mit Beschleunigung durchzuführen. Es ist dabei zu unterscheiden: 1) zwischen den Gebieten DanzigundWestpreußen, Posen,Östoberschlesien®und 2) den übrigen besetzten Gebieten. Nach Möglichkeit soll das unter Ziffer 1) erwähnte Gebiet von Juden frei- gemacht werden, zu mindestens aber dahin gezielt werden, nur wenige Konzentrierungsstädte zu bilden. In den unter Ziffer 2) erwähnten Gebieten sind möelichst wenige Konzen- trierungspunkte festzulegen, sodaß die späteren Maßnahmen erleichtert ! Heydrich und die ihm untergeordneten Dienststellen der Sicherheitspolizei haben auf Grund des Erlasses Görings vom 24. 1. 1939 die ganze Emigrationsbewegung der Juden aus dem Reich, aus dem annektierten Österreich und später aus der besetzten Tschechoslowakei be- aufsichtigt und geleitet. Im September 1939 übte Heydrich schon die Kontrolle über all« Lebensgebiete der jüdischen Bevölkerung aus und bereitete Pläne zu ihrer völligen Ver- nichtung vor. [9 Diese Provinzen wurden formell auf Grund des Erlasses Hitlers vom 8. 10. 1939 ins Reich eingegliedert. SI werden. Dabei ist zu beachten, daß nur solche Städte als Konzentrierungs- punkte bestimmt werden, die entweder Eisenbahnknotenpunkte sind oder zum mindesten an Eisenbahnstrecken liegen. Es eilt grundsätzlich, daß jüdische Gemeinden mit unter 500 Köpfen aufzu- lösen und der nächstliegenden Konzentrierungsstadt zuzuführen sind. Dieser Erlaß gilt nicht für das Gebiet der Einsatzgruppe I, welches etwa, östlich von Krakau liegend, umgrenzt wird von Polanica®, Jarostaw, der neuen Demarkationslinie und der bisherigen slowakisch-polnischen Grenze. Innerhalb dieses Gebietes ist lediglich eine behelfsmäßige Judenzählung durchzuführen. Des weiteren sind die nachstehend behandelten jüdischen Ältestenräte aufzustellen. IR Jüdische Ältestenräte. /) In jeder jüdischen Gemeinde ist ein jüdischer Ältestenrat aufzustellen, der, soweit möglich, aus den zurückgebliebenen maßgebenden Persönlich- keiten und Rabbinern zu bilden ist. Dem Ältestenrat haben bis zu 24 männ- liche Juden(je nach Größe der jüdischen Gemeinde) anzugehören. Er ist im Sinne des Wortes vollverantwortlich zu machen für die exakte und termingemäße Durchführung aller ergangenen oder noch ergehenden Wei- sungen. 2) Im Falle der Sabotage solcher Weisungen sind den Räten die schärfsten Maßnahmen anzukündigen. 3) Die Judenräte haben eine behelfsmäßige Zählung der Juden— möglichst gegliedert nach Geschlecht(Altersklassen), a) bis 16 Jahren, b) von 16 bis 20 Jahren und c) darüber, und nach den hauptsächlichsten Berufsschichten— in ihren örtlichen Bereichen vorzunehmen und das Ergebnis in kürzester Frist zu melden. 4) Den Ältestenräten sind Termine und Fristen des Abzuges, die Abzugs- möglichkeiten und schließlich die Abzugsstraßen bekanntzugeben. Sie sind sodann persönlich verantwortlich zu machen für den Abzug der Juden vom Lande. Als Begründung für die Konzentrierung der Juden in die Städte hat zu gelten, daß sich Juden maßgeblichst an den Franktireurüberfällen und Plünde- rungsaktionen beteiligt haben. 5) Die Ältestenräte in den Konzentrierungsstädten sind verantwortlich zu machen für die geeignete Unterbringung der aus dem Lande zuziehenden Juden. Die Konzentrierung der Juden in Städten wird wahrscheinlich aus all- gemein sicherheitspolizeilichen Gründen Anordnungen in diesen Städten bedingen, daß den Juden bestimmte Stadtviertel überhaupt verboten 3 Es handelt sich hier wahrscheinlich um Polaniec an der Mündung der Wisloka. 38 HihFah H PERDEDTRAN EHEEHIRRE ÄYEHEHEHRRTEHTEFERFHESKE RG HEERES ER EEINEERGEERNERER ERLBUUUBBLIUDRLUERURLLOLLLEARNUGDLEBE EREUBREBBBLEERUSGELLNN HÜRRERRRUBRRLRRNLANLEEBRLRLG werden. daß sie- stets jedoch unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Notwendigkeiten z.B. das Getto nicht verlassen, zu einer bestimmten Abendstunde nicht mehr ausgehen dürfen, usw. 6) Die Ältestenräte sind auch verantwortlich zu ma« hen für die entsprechende Verpflegung der Juden auf dem Transport in die Städte. Es sind keine Bedenken geltend zu machen, wenn die abwandernden Juden ıihı beweeliches Gut, soweit technisch überhaupt möglich, mit- nehmen. 7) Juden, welche dem Befehl, in die Städte umzusiedeln, nicht nachkommen, ist in begründeten Fällen eine kurz bemessene Nachfrist zu gewähren. Es ist ihnen strengste Bestrafung anzukündigen, wenn sie auch dieser Frist nicht nachkommen sollten. ELT- ı-/ Br Alle erforderlichen Maßnahmen sind erundsätzlich stets ım engsten Benehmen u Zusammenwirken mit den deutschen Zivilverwaltungs- und örtlich zuständigen Militär- behörden zu treffen. Bei der Durchführung ist zu berücksichtigen, daß die wirtsc haftliche Sicherung der besetzten Gebiete keinen Sc haden leidet. 1) Es ist vor allem Rücksicht zu nehmen auf die Bedürfnisse des Heeres; z.B. wird es sich kaum vermeiden lassen, zunächst da und dort Handels- juden zurückzulassen, welche zur Verpflegung der Truppen mangels anderweitiver Möglichkeiten unbedingt zurückbleiben müssen. In diesen Fällen ist jedoch im Benehmen mit den örtlichen zuständigen deutschen Verwaltungsbehörden die alsbaldige Arisierung dieser Betriebe anzu- streben und die Auswanderung der Juden nac hzuholen. 9) Bei der Wahrung der deutschen Wirtschaftsinteressen in den besetzten Gebieten ist es selbstverständlich, daß jüdische Lebens-, Kriegs- oder füı den Vierjahresplan wichtige Industriezweige und-betriebe zunächst aufrecht erhalten bleiben müssen. Auch.in diesen Fällen ist die alsbaldige Arisierung anzustreben und die Auswanderung der Juden nachzuholen. Es ist schließlich Rücksicht zu nehmen auf die Ernährungslage in den besetz- ten Gebieten. So sind z. B. Grundstücke jüdischer Siedler nach Mösglichkeit den benac hbarten deutschen oder auch polnischen Bauern zuı Mitbewirt- schaftung kommissarisch in Pflege zu eeben; sodaß die Einbringung der noch außenstehenden Ernte bzw. der Wiederanbau gewährleistet ist. Hinsichtlich dieser wichtigen Frage ist mit dem landwirtschaftlichen Sachreferenten des©. d. Z.* Verbindung aufzunehmen. i Chef der Zivilverwaltung beim Oberbefehlshaber. Diese Behörde bestand in der ersten Zeit der Okkupation. Im Generalgouvernement 2. B. existierte sie bis zum 25. 10. 1939. 4) In allen Fällen, in denen eine Übereinstimmung der Interessen der Sicher- heitspolizei einerseits und der deutschen Zivilverwaltung andererseits erzielt werden kann, ist mir vor Durchführung der in Frage stehenden Einzelmaßnahmen auf dem schnellsten Wege zu berichten und meine Entscheidung abzuwarten. IVz Die Chefs der Einsatzgruppen berichten mir laufend über die folgenden Sachverhalte: 1) Zahlenmäßige Übersicht über die in ihren Bereichen befindlichen Juden (möglichst in der oben angegebenen Gliederung). Es sind hierbei getrennt anzugeben die Zahlen der Juden, welche vom Lande zur Abwanderung gebracht werden, und jener, welche sich bereits in den Städten befinden. 2) Namen der Städte, welche als Konzentrierungspunkte bestimmt worden sind. 3) Die den Juden zur Abwanderung in die Städte gesetzten Termine. 4) Übersicht über alle jüdischen Lebens- und Kriegs- oder für den Vierjahres- plan wichtigen Industriezweige und Betriebe ihres Bereiches. Es sind möglichst folgende Feststellungen zu treffen: a) Art der Betriebe(zugleich Angabe der möglichen Umstellung des Betriebes zu wirklich lebenswichtigen, bzw. kriegswichtigen oder für den Vierjahresplan wichtigen Betrieben), b) welche von diesen Betrieben sind vordringlichst zu arisieren(um jedwede Schädigung auszuschalten)? Wie wird die Arisierung vorgeschlagen? Deutsche oder Polen(diese Entscheidung ist abhängig von der Wichtig- keit des Betriebes); c) wie groß ist die Zahl der in diesen Betrieben beschäftigten Juden (darunter der leitenden Positionen). Kann der Betrieb nach Abschub der Juden ohne weiteres aufrecht erhalten bleiben, oder bedarf diese Aufrechterhaltung der Zuteilung von deutschen bzw. polnischen Arbeitskräften? In welchem Umfange? Soweit polnische Arbeitskräfte herangezogen werden müssen, ist darauf Bedacht zu nehmen, daß diese vor allem aus den früheren deutschen Provinzen hereingeholt werden, sodaß das Polentum dort bereits eine Auflockerung erfährt. Diese Fragen können nur durch Einschaltung und Beteiligung der eingerichteten deutschen Arbeitsämter durch- geführt werden. VW Zur Erreichung der gesteckten Ziele erwarte ich restlosen Einsatz aller Kräfte der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes. Die benachbarten Chefs der Einsatzgruppen haben miteinander sofort Fühlung aufzunehmen, damit die in Betracht kommenden Gebiete restlos erfaßt werden. 40 FERHIRHETE Aisrt ki a BER IEELEREREUGURD IC ENLELLLUIRUNNGBULOUSERLLUDGRRNGEHLUUGURÜLRSULLGELLNERN N]; Das OKH?, der Beauftragte für den Vierjahresplan(z. Hd. des Herrn Staats- sekretärs Neumann), das Reichsministerium des Innern(z. Hd. des Herrn Staatssekretärs Stuckart),(das Reichsministerium) für Ernährung und Wirt- schaft(z. Hd. des Herrn Unterstaatssekretärs Landfried) sowie die Chefs der Zivilverwaltung des besetzten Gebietes haben Abzug dieses Erlasses erhalten.® Heydrich Nürnb. Dok. PS- 3363. 5 Oberkommando des Heeres. 6 Auch General Lahousens Aussage, die er vor dem Internationalen Militärgerichtshof ın Nürnberg machte, bestätigt die enge Zusammenarbeit zwischen der Wehrmacht und deı Sicherheitspolizei bei der Vorbereitung antijüdischer Maßnahmen.(Nazi Conspiracy and Aggression, Washington 1946—1948, 3d VII. S. 589: im Folgenden zitiert: Nazi Con- spiracy. 2. Ende 1939. In einer besetzten Stadt Polens. 3. 5S- Männer schnitten den Juden Sterne in die Haut. 4. 30. Oktober 1939, Berlin. Anordnung Himmlers über die Deportation der pol- nischen und jüdischen Bevölkerung aus den polnischen, nunmehr aber ins Reich eingegliederten Gebieten ins Generalgouvernement. Anordnung I/II: In den Monaten November und Dezember 1939 sowie in den Monaten Januar und Februar 1940 sind folgende Umsiedlungen vorzunehmen: * Himmler hat diese Anordnung auf Grund des geheimen Erlasses Hitlers vom 7. 10. 1939 herausgegeben. Nach diesem Erlaß war Himmler in seiner Eigenschaft als Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums befugt, die„Ausschaltung des schädigenden Ein- 42 Si St |) Aus den ehemals polnischen, jetzt reichsdeutschen Provinzen und Gebieten alle Juden?. >) Aus der Provinz Danzig-Westpreußen alle Kongreßpolen. 0) Aus den Provinzen Posen, Süd- und Ostpreußen und Ostoberschlesien eine noch vorzuschlagende Anzahl besonders feindliche: polnischer Be- völkerung. {) Der Höhere SS- und Polizeiführer Ost gibt die\ufnahmemöslichkeiten des Gouvernements für die Umzusied« Inden bekannt und zwar getrennt nach Kreishauptmannschaften und größeren Städten. >) Die Höheren SS- und Polizeiführer Weichsel, Warthe, Nordost, Südost und Ost(Generaleouvernement) bzw. die Inspekteure und Befehlshaber der Sicherheitspolizei lesen gemeinsam den| msiedlungsplan fest. Für jede Provinz ist ein besonderer Distrikt des Generalgouvernements, füı jede Stadt der deutschen Provinzen eine besondere Stadt bzw. ein besonderer Landkreis der Distrikte als Umsiedlungsraum festzulegen. 6) Verantwortlich für den Abmarsch und für den Transport ıst der Höhere SS- und Polizeiführer innerhalb seines Gebietes; verantwortlich für die Unterbrineung im neuen Wohngebiet die polnische Verwaltung bzw. Selbstverwaltung. Der Reichsführer-SS BP, Bd LXXXVI, S. 10.; Himmler flusses von solchen volksfremden Bevölkerungsteilen, die eine Gefahr für das Reich und die deutsche Volksgemeinschaft bedeuten”, durchzuführen.(Proces Artura Greisera, Steno- gramm, Warschau 1946, S. 377: im Folgenden zitiert: Greisers Prozeß. 2 Wie aus Himmlers Allgemeinen Anordnungen und Richtlinien ersichtlich, sah der ur- sprüngliche Plan die Deportation von ca. 550000 Juden, polnischen führenden Patrioten und Angehörigen der polnischen Intelligenz vor. In der Verordnung lesen wir u. a.:„Die Juden sind hierbei in das Gebiet östlich der Weichsel zwischen Weichsel und Bug einzu- weisen.‘(BP, Bd VIII, S. 1. 5. 12. November 1939, Posen(Poznan). Auszüge aus dem Rundschr: iben des Höheren SS- und Polizeiführers im Warthegau, Koppe, über den Plan der De- portation der Juden und Polen aus dem Woarthegau ins Generalgouvernement. Geheim!} Betrifft: Abschiebung von Juden und Polen aus dem Reichsgau„„Warthe- Band. 1) Der Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei hat in seiner Eigen- schaft als Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums angeordnet, daß aus den ehemals polnischen Gebieten, die nunmehr zum Reich gehören, ı Dieses Rundschreiben ist eine Ausführungsbestimmung zu Himmlers Erlaß vom 12. 11. 1939 über die Deportationen.(Greisers Prozeß, S. 378.) a) alle Juden und b) alle diejenigen Polen abgeschoben werden, die entweder zur Intelligenz gehören oder aber auf Grund ihrer nationalpolnischen Einstellung eine Gefahr für die Durchsetzung und Festigung des Deutschtums darstellen können. Kriminelle Elemente sind diesen gleichzustellen. Ziel der Abschiebung ist: a) die Säuberung und Sicherung der neuen deutschen Gebiete, b) die Schaffung von Wohnungen und Erwerbsmöglichkeiten für die einwandernden Volksdeutschen. Diesen Zielen muß die Evakuierungsaktion unbedingt entsprechen, grund- sätzlich ohne Rücksicht auf alle Belange sonstiger Art. \\” w Y” 7%% ) Auf Grund einer Besprechung beim Generalgouverneur in Krakau? erstreckt sich der Abtransport aus dem ‚„‚Warthe-Gau‘‘ für die Zeit vom 15. 11. 1939 bis 28. 2. 1940 auf zunächst 200000 Polen und 100000 Juden. 3) Als Unterbringungsraum für die von hier aus Abgeschobenen sind die Be- o reiche südlich Warschau und Lublin bestimmt. ) Es sind im Rahmen dieser Erstaktion abzuschieben aus den Landkreisen alle Juden, außerdem aus den kleinsten Kreisen mindestens 2000 Polen, aus den größeren eine entsprechend höhere Zahl. Die nachfolgenden kreis- freien Städte haben zur Abschiebung bereitzustellen: Posen: etwa 35000 Polen und alle Juden Lodz: etwa 30000 Polen und etwa 30000 Juden? Gnesen: etwa 2300 Polen und alle Juden Hohensalza: etwa 2300 Polen und alle Juden Die bei den kreisfreien Städten und Landkreisen für die Abschiebung von Polen und Juden in Aussicht genommenen Kontingente kommen innerhalb des unter Ziffer 2) genannten Zeitpunktes zum Abtransport. Mit den vorbereitenden Maßnahmen ist umgehend zu beginnen. Es muß dabei be- rücksichtigt werden, daß die Zahl der Abgeschobenen vorläufig größer ist als die Zahl der umzusiedelnden Volksdeutschen aus dem Baltikum, Generalgouvernement und Wolhynien. Die Säuberung und Sicherung des Bereiches ist mit allen Konsequenzen erst dann erreicht, wenn die geistig führende Schicht, die gesamte Intelli- genz sowie alle politischen und kriminellen Elemente entfernt sind. Alle ?Es handelt sich hier um eine Beratung zwischen dem Höheren SS- und Polizeiführer im Warthegau(SS-Gruppenführer Koppe) und dem Höheren SS- und Polizeiführer im Gene- ralgouvernement(SS-Obergruppenführer Krüger), die am 7. und 8. 11. 1939 stattfand. (Greisers Prozeß, S. 379.) Schon im November 1939 haben die deutschen Behörden von der Jüdischen Gemeinde in Lodsch einen Plan zur Deportation von 50000 Juden und eine diesbezügliche Personen- aufstellung angefordert. Die Deportation, von der die berufstätige Intelligenz(Ärzte, Rechts- anwälte, Lehrer usw.) betroffen wurde, dauerte vom 11. bis zum 16. Dezember.(AJHI, AJDC Nr 425, Vermerk eines unbekannten Autors.) 44 5 6 7 ) bewußt polnisch fühlenden Personen sind eleichfalls abzuschieben. Bei der Intelligenz braucht der Tatbestand der politischen oder deuts« hfeindlichen Betätigung nicht gegeben zu sein. Darüberhinaus muß deı Gesichtspunkt der Schaffung von Wohn- und Arbeitsplätzen für die einwandernden Reichs- und Volksdeutschen in jeder Hinsicht berücksic htigt werden. Bei der Feststellung der politisch gefährlichen Personen und Personenkreist sind alle in Betracht kommenden Anhaltspunkte mit zu bewerten. So unter anderem die Zugehörigkeit zu nationalen polnischen Verbänden, zu den politischen Parteien aller Richtungen, zu den politischen katholischen Geistlichen- und Laienkreisen usw. Für die berufliche Unterbringung deı Volksdeutschen ist es dringend erforderlich. daß eine ausreichende Zahl von handwerklichen Betrieben und von Geschäften frei gemacht wird. Arbeiter der Faust, kleine Ange- stellte und Beamte, die nicht als bewußte Nationalpolen anzusehen odeı kriminell vorbestraft sind, bleiben von der Evakuierung ausgeschlossen, da sie als Arbeitskräfte dringend benötigt werden. Die Landräte geben mir bis zum 18. 11. 1939 unter Berücksichtigung deı oben aufgeführten Grundsätze die Zahlen der aus ihren Bereichen Ab- zuschiebenden bekannt. Die Oberbürgermeister der kreisfreien Städte überreichen mir bıs zum gleichen Zeitpunkt ihre Stellungnahme zu den in Zifler 4) etwa genannten Zahlen. Die Festsetzung der endgültigen Kontingente der Abzuschiebenden erfolgt nach Eingang deı Meldungen. Gleichzeitig bitte ich um Herreichung einer Übersicht nach folgenden Gesichtspunkten: I. Die Einwohnerzahlen der betreffenden Kreise, untergeteilt nach a) Volksdeutschen b) Juden und c) Polen. Die Erfassung der Polen ist wieder unterzuteilen nach Alteingesessenen und seit 1920 Zugewanderten. II. Die politische Struktur der Kreise. Dabei ist auszugehen von der früheren und derzeitigen politischen Lage und besonders einzugehen auf die Mitgliederzahlen der nationalen politischen Verbände und der poli- tischen Parteien der verschiedenen Richtungen. III. Die wirtschaftliche und soziale Struktur der Kreise. Dabei sind zu berücksichtigen die Berufsgruppen, Besitzverhältnisse und die Zahl der Mittelschüler, Gymnasiasten und Studenten. Als Stichtag für die zahlen- mäßige Erfassung ist der 1.9. 39 zu wählen. Der Abtransport wird nach Mösglichkeit so vor sich gehen, daß kreisweise die vollständige Abschiebung durchgeführt wird. Die Beförderung findet ausschließlich durch Reichsbahn statt. Die bereitgestellten Züge fassen 900 bis 1000 Personen. Der Tag des Abtransportes mit den genauen Ab- 45 h N $ h 27 fahrtszeiten wird rechtzeitig vorher mitgeteilt werden. Für jeden Zug ist eine Begleitmannschaft in Stärke von etwa 6 Polizeibeamten und 30 Selbst- schutzleuten zu stellen. Für die ausreichende Bewaffnung der Selbstschutz- leute haben die örtlichen Polizeiorgane Sorge zu tragen. 8) Angestrebt wird, daß die Abschiebungsaktion in den Kreisen einige Tage vor der Einweisung der Baltendeutschen beginnt. BP, Bd LXXXVI, S. 12-14. 6. 25. November 1939, Radom.— Auszüge aus der Rede des Generalgouverneurs Hans Frank, die er auf einer Besprechung der Kreishauptleute und Stadtkommissare des Distrikts Radom hielt und die den Konzentrationsplan für die polnische und jüdische Bevölkerung im Generalgouvernement betraf." ... Das letzte Ziel würde wohl dann sein, daß die deutsche Grenze die Grenze des Gouvernements einmal sein soll. Ganz gleich, wie es ausgeht, wir behalten dieses Gebiet, der Krieg wird gewonnen, es bleibt daher in deutscher Hand und deutscher Oberhoheit und 2 politische Aufgaben ergeben sich: l) aus dem Land einen großen Konzentrationsraum, Polen und Juden auf- zunehmen, verteilen, unterkommen, muß möglich sein. 21/,-3 Millionen Polen und Juden, sie sind nicht gewohnt sauber und ordentlich zu leben. Lieber die Polen hier der völligen Vernichtung preisgeben, als daß ein Pole in Deutschland bleiben soll... Der Winter wird hier ein harter Winter werden. Wenn es kein Brot gibt für Polen, soll man nicht mit Klagen kommen. Polen anhalten, daß sie Arbeit finden. In den Fabriken wird schon gearbeitet, 2000 Arbeiter, überall Arbeiter neu eingetreten. Die Führung und Verantwortung bei uns, die niedrige Arbeitsleistung bei den Polen. Bei den Juden nicht viel Feder- lesens. Eine Freude, endlich einmal die jüdische Rasse körperlich angehen zu können. Je mehr sterben, umso besser; ihn zu treflen, ist ein Sieg unseres Reiches. Die Juden sollen spüren, daß wir gekommen sind. Wir wollen !/, bis 3/, aller Juden östlich der Weichsel? haben. Diese Juden werden wir überall unterdrücken, wo wir können. Es geht hier ums ganze. Die Juden aus dem Reich, Wien, von überall, Juden im Reich können wir nicht ge- brauchen. Wahrscheinlich Weichsellinie, hinter diese Linie nicht mehr. Wir sind das wichtigste Volk hier... AJHI, Varia I, Nr 33 1 Diese Auszüge wurden dem Protokoll einer Besprechung entnommen, die in Radom unter Vorsitz von Lasch, dem Distriktchef in Radom, stattfand. 2 Frank meint hier den zu jener Zeit aktuellen Plan, ein sogenanntes Judenreservat zwischen der Weichsel und dem Bug zu schaffen, in dem die deutschen Behörden die deportierte jüdische Bevölkerung aus Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und den pol- nischen, jetzt aber ins Reich eingegliederten Gebieten zusammenfassen wollten. Im Früh- jahr 1940 wurde von diesem Plan Abstand genommen. 46 TuS. Dezember 1939, Posen Poznan). Bischoff, höherer Beamter der Gestapo, sendet dem Landrat in Jarocın Himmlers Befehl, die Juden, die sich der Depor- tation zu entziehen versuchen, stan rechtlich zu erschießen. Geheim! Der Reichsführer-SS hat durch Erlaß vom 29. November 1959 Reichs- sicherheitshauptamt IV/IIO 9_988/39&- 1- folgende Anordnung erlassen: Juden und Polen. die aus einem Gebiet des Deutschen Reiches ın d eouvernement umgesiedelt wurden, sich aber entgegen dem Umsıic as General- dlungs- befehl auf dem Gebiet des Deutschen Reic hes. wenn auch in einer anderen Provinz aufhalten, sind sofort standre« htlich zu erschießen. Diese Weisung ist mündlich den Ältesten der Judengem: inden, soweit sie noch bestehen. bekanntzugeben. Beim Antreflen solcher Personen sind diese umgehend der hiesigen Dienst- stelle zuzuführen. SS-Sturmbannführer u. Reg.-Rat Bischofl AWI, Dok. I- 200, S. 35 8. Ende 1939. SS- Männer machen sich über einen orthodoxen Ju len lustig. 9. 29. Dezember 1939, Krakau(Kraköw).— Aus einem Schreiben des höheren Beamten der Abteilung Arbeit im Amt des Generalgouverneurs Ernst Gschliesser! an den Gouverneur des Distrikts Krakau über die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Deportation der jüdischen und der polnischen Bevölkerung aus dem Warthegau in den Distrikt Krakau vor sich ging. ... Ich möchte bereits heute hervorheben, daß die meisten Umsiedler 2 bis 3 Tage hindurch in ungeheizten Viehwagen transportiert wurden, die zumeist während der Fahrt überhaupt nicht geöffnet wurden. Aus dem letzten Trans- port nach Krakau allein, der noch vor Einbruch der strengen Kälte stattfand, mußten über 100 Personen wegen Erfrierungen verschiedenen Grades in ärztliche Behandlung gezogen werden. Die Transporte waren mit wenigen Ausnahmen ohne jede Verpflegung, ja häufig auch ohne Möglichkeit, Trink- wasser zu sich zu nehmen, gelassen worden... Als allgemein wahrgenommene besondere Härte und Erschwerung erwies sich die mangelhafte Ausstattung der Umsiedler mit Decken und Eßgeschirr, da ihnen teilweise keine Möglich- keit gegeben war, diese von zuhause mitzunehmen, teilweise ihnen sogar mit- senommenes Eßgeschirr vor dem Abtransport weggenommen wurde. Die Wegnahme jedes größeren Geldbetrages vor dem Abtransport macht die Um- siedler vom ersten Tage in den neuen Aufenthaltsgemeinden hilfsbedürftig....” BP, Bd VIII, S. 82. 1 E. Gschliesser war bis zum 26. 10. 1939 Oberregierungsrat in der Abteilung Arbeit der Zivilverwaltung beim Oberbefehlshaber in Krakau. Im Januar 1940 arbeitete er im Amt beim Chef des Distrikts Krakau. Seit 15. Juli 1940 war er Leiter der Abteilung Arbeits- einsatz in der Hauptabteilung Arbeit bei der Regierung des Generalgouvernements. ? In den ausgelassenen Teilen wird die Zahl der Deportierten genannt. Danach sind in der Zeit vom 14. bis 20. 12. 1939 20 Transporte mit einer Gesamtzahl von über 25000 Polen und Juden in dem Distrikt Krakau eingetroffen.(BP, Bd IX, S. 8.) 10. 26. Fanuar 1940, Posen(Poznan).— Auszüge aus einem Bericht des Höheren SS- und Polizeiführers Koppe im Warthegau über die Deportation von Polen und Juden aus dem Warthegau in das Generalgouvernement. I. Die Vorbereitungen l. Die Planungsarbeit für die Umsiedlung der Polen und Juden aus dem Warthegau in das Generalgouvernement setzte ein am 10. 11. 39, nachdem am 7.auf8. 11. 39 die entsprechende grundsätzliche Vereinbarung zwischen SS-Obergruppenführer Krüger und SS-Gruppenführer Koppe getroffen worden war. Zugrunde gelegt war eine Zahl von zunächst 300000 Ab- zuschiebenden, die unter Mitwirkung der Oberbürgermeister und Landräte auf die einzelnen Städte und Landkreise strukturgemäß verteilt wurde... 48 U Cet II. Der erste Nahplan I. Die Anordnung, daß in der Zeit vom 1. bis 16. XII. 1939 80000 Polen und Juden in das Generalgouvernement abgeschoben werden müssen, lag am 28. XI. 39 hier vor, a) Die Verteilung der Kontingente erfolgte unterZugrundelegung von Bevölkerungsstrukturfors: hungen und der Planung für die Baltenansiedlung. Grundsätzlich erhielt jedeı Land- kreis mindestens einen Transportzug mit 1000 Personen zugewiesen. Grö- ßere Landkreise und Städte und solche mit einer hohen Zahl jüdischeı Einwohner bekamen entsprechend mehr Transportzüge zugeteilt c) Das Anlaufen des ersten Nahplans. 48 Stunden nach Bekanntwerden des ersten Nahplans standen 8 Kreisen ll Transportzüge zur Verfügung. Nachrichtenverbindung zu den Ober- bürgermeistern und Landräten im Warthegau und dem Höheren SS- und Polizeiführer bzw. dem Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD. den Distriktschefs bzw. SS- und Polizeiführern im Generalgouverne- lesramm ment war wegen der Kürze der Fristen nur durch Telefon, Te und Blitz-Fernschreiben möglich. In dieser Weise wurden ständig sämt- liche aufeeführten Stellen benachrichtigt.(Tägliche Berichte an das Reichssicherheitshauptamt 2. Der erste Nahplan wurde in deı vorgeschriebenen Zeit erfüllt. Am 17. 12. 39 waren 80 Transporte mit insgesamt 87883 Umsiedlern nach den vom Generalgeouvernement aufgegebenen Zielstationen abgegangen III. Die Erfassung und Überprüfung der Abzuschiebenden. l. Der erste Nahplan ging davon aus. daß zunächst diejenigen Elemente des Polentums. die eine unmittelbare Gefahr für das Deutschtum darstellen, abzuschieben sind. Der Inangriffnahme dieser sic herheitspolizeilichen Auf- cabe standen die umfassenden Materialsammlungen der SD- und Staats- polizei-Dienststellen zur Verfügung. a) Es wurden zunächst erfaßt die Angehörigen der führenden chauvinistischen polnischen Parteien und Verbände.(Kurze Charakterisierung s. Anlage 2). Aus diesem Personen- kreis wurden wieder als erste diejenigen ausgewählt, die auf Grund ihrer geistigen und beruflichen Fähigkeiten Lebensstellungen innehatten, dıe unmittelbar durch Deutsche(besonders Balten- und Wolhynien- deutsche) besetzt werden mußten. Während die Erfassung dieser Personen umfangreiche Vorarbeiten er- fordert, war b) die Bestimmung der asozialen(schwer Vorbestrafte) jüdischen und kongreß- polnischen Elemente wesentlich einfacher... AWI, Dok. I-398, S. 1-15. 4 Getto 49 11. Deportation der Juden aus Plonsk( Bezirk Zichenau) ins Generalgouvernement. Vordı und F linie| keine dürleı DES grun Zur: beim zwisc untet wirri sprec sc hle 8000 gebie sollte Vort Oste benö 2000 12. 30. Januar 1940, Berlin.- Äußerungen des Chefs des Reichssicherheitshauptamtes, will. Heydrich, und des Höheren SS- und Polizeiführers im Generalgouvernement, Krüger, den( auf einer Konferenz in Berlin, die sich mit der Frage der Deportation der polnischen Eine und jüdischen Bevölkerung aus dem Warthegau ins Generalgouvernement beschäftigte. Ausl 1) SS-Gruppenführer Heydrich gibt bekannt, daß die heutige Sitzung auf Er Anordnung des Reichsführers SS einberufen wurde, um bei der Durchführung Pr der vom Führer verfügten Umsiedlungsaufgaben eine einheitliche Linie mit N allen beteiligten Stellen herzustellen. Die bisher erfolgten Räumungen um- F faßten rund 87000 Polen und Juden aus dem Warthegau, um für die dort ar anzusiedelnden Baltendeutschen Raum zu schaffen. Daneben erfolgte eine E nicht gesteuerte, sogenannte illegale Auswanderung.( Auf Grund der Ausführungen von Reichsminister SS-Gruppenführer Seyss- 5 Inquart und SS-Obergruppenführer Krüger stellt SS-Gruppenführer Heydrich| fest, daß gegen die Räumungen in der Richtung zum Generalgouvernement Y von den maßgebenden Stellen des Generalgouverneurs keine grundsätzlichen a Einwendungen erhoben werden. Die bisherigen Beschwerden waren ledig-( lich dagegen gerichtet, daß bei den vorherigen Evakuierungen die ursprünglich I festgesetzten Ziffern nicht eingehalten, sondern überschritten worden sind. Mac Mit Errichtung des Referates IV D 4! zwecks zentraler Steuerung der Räu- Um mungsaufgaben fallen die geltend gemachten Bedenken fort. Gou 1 Das Referat IV D 4 im Reichssicherheitshauptamt(RSHA) wurde im Januar 1940 gegrün- u det. Zu seinen Aufgaben gehörte u. a. die Koordinierung der Umsiedlungsaktionen. Rs\ II.( 50 #7 . Vordringlich erscheint es, zur Platzschaffung für Baltendeutsche 40000 Juden und Polen aus dem Warthegau ins Gouvernement abzuschieben. Als Richt- linie für die Auswahl eilt der Befehl des Reichsführers SS, demzufolge u.a. keine Stammdeutschen, ohne Rücksicht auf ihr Vorleben, abgeschoben werden dürfen... 2) SS-Gruppenführer Heydrich gibt folgende vom Reichsführer SS erlassene erundsätzliche Anordnung bekannt:. Zur alleemeinen Polenfrage ist angeordnet worden, daß eine rassische Auslese beim Einsatz der Landarbeiter jetzt nicht zu erfolgen hat. Wenn nämlich zwischen guten und schlechten Polen unter der Masse, die ins Altreıc h kommt, unterschieden werden sollte, könnte bei der deutschen Bevölkerung Ver- wirrung entstehen. Beim Arbeitseinsatz der Polen im Reich ist auf eine ent- sprechende prozentuelle Verteilung des männlichen und weiblichen Ge- schlechtes zu achten. Insgesamt kommen nach den letzten Feststellungen 800000 bis 1000000 Polen zusätzlich zu den Kriegsgefangenen im Reichs- eebiet zum Einsatz. Die Auswahl erfolgt über die Arbeitsämter. Zum Teil sollten diese Polen aus den Ostgauen hereingenommen werden. Anläßlich der Vorbereitungen mußte festgestellt werden, daß die örtlichen Stellen in den Osteauen erklärten, diese Polen seien unabkömmlich, da sie dort selbst benötigt würden. So erklärte beispielsweise der Warthegau, er könne nuı 20000 abgeben, während Westpreußen-Danzig nur 8000 zuı Verfügung stellen will. Aus diesem Grunde ist es erforderlich, ohne Kompromisse alle Polen in den Ostgauen, die als Landarbeiter in Frage kommen, zu erlassen. Eine Ausnahme von dem erwähnten grundsätzlichen Verbot der rassischen Auslese beim Landarbeitereinsatz könnte allenfalls bei den anzusiedelnden polnischen Landarbeiterfamilien in Frage kommen. Rassisch gute Elemente könnten im Reichsgebiet belassen werden. 3) Nach den beiden Massenbewegungen a) von 40000 Polen und Juden im Interesse der Baltendeutschen und b) von etwa 120000 Polen im Interesse der Wolhyniendeutschen, soll als letzte Massenbewegung die Abschiebung von sämtlichen Juden der neuen Ostgaue und 30000 Zigeunern aus dem Reichsgebiet in das General- gouvernement erfolgen. Nachdem festgestellt wurde, daß die Räumung von 120000 Polen etwa im März 1940 zu laufen beginnt, muß die Evakuierung von Juden und Zigeunern bis zur Beendigung der vorgenannten Aktionen aufgeschoben werden. Jedenfalls ist aber der Verteilungsschlüssel vom Generalgouvernement bekanntzugeben, damit die Planung einsetzen kann. SS-Obergruppenführer Arügeı teilt mit, daß im Gouvernement für die Wehr- macht, Luftwaffe und SS Truppenübungsplätze in ziemlich bedeutendem Umfange bereitgestellt werden müssen, die eine Umsiedlung innerhalb des Gouvernements von etwa 100000 bis 120000 Menschen bedingt. Es wäre daher erwünscht, um eine doppelte Umsiedlung zu vermeiden, bei den Räumungen in Richtung auf das Generalgouvernement hin daraul Bedacht zu nehmen. SS-Gruppenführer Heydrich bemerkt hierzu, der Bau des Walles und sonstiger Vorhaben im Osten wird wohl Gelegenheit geben, mehrere 100000 Juden in befar Zwangsarbeitslagern zusammenzufassen, deren Familien dann den übrigen im sich. Gouvernement bereits befindlichen jüdischen Familien zugeteilt werden kreist könnten; womit das angeschnittene Problem gelöst sein dürfte. Stä SS-Obergruppenführer Arüger erwähnt noch, daß aus dem Generalgouverne- So ment Volksdeutsche(hauptsächlich bäuerliche Elemente) ausgesiedelt und ins heizt Reich kommen sollen. Hierzu bemerkt SS-Brigadeführer Greifelt, die Lösung Als dieser Frage ist vom Reichsführer SS auf längere Sicht angesetzt worden. fühı SS-Gruppenführer Heydrich gibt bekannt, daß nach den drei aufgezeigten feste Massenbewegungen eine rassische Auslese in den Ostgauen über die Um- wanderungszentralen erfolgen soll. Ein Teil der Polen wird mitihren Familien auf das Altreich verstreut. 14. Mitte Februar 1940 sollten 1000 Juden aus Stettin, deren Wohnungen aus kriegswirtschaftlichen Gründen dringend benötigt werden, geräumt und gleich- falls ins Generalgouvernement abgeschoben werden. SS-Gruppenführer Seyss-Inguart rekapituliert die Zahlen, die das General- gouvernement in allernächster Zeit aufzunehmen hat und zwar: 40000 Juden und Polen, 120000 Polen sowie die gesamten Juden der neuen Östgaue und 30000 Zigeuner aus dem Altreich und der Ostmark. Er verweist auf die Transportschwierigkeiten, die der Reichsbahn hierdurch N erwachsen können, und schließlich auf die schlechte Ernährungslage im\ Generalgouvernement, die sich vor der nächsten Ernte nicht bessern wird. Dadurch ist es notwendig, daß das Reich weiterhin Zuschüsse gewähren muß.& Reichsminister Seyss-Inquart bittet SS-Gruppenführer Heydrich, ihn in dieser>; Angelegenheit zu unterstützen, falls es erforderlich sein sollte, weitere Nah- rungsmittelzuschüsse für das Generalgouvernement zu beschaffen. SS-Brigade- führer Wächter bittet, dafür zu sorgen, daß die Evakuierten, die aus Gebieten kommen, deren Ernährungslage im wesentlichen besser ist als die des General- gouvernements, mit entsprechenden Lebensmitteln versorgt werden. SS-Gruppenführer Heydrich bemerkt zu den von Reichsminister Seyss-Inquart erwähnten Transportschwierigkeiten, daß darauf insofern Bedacht genommen wurde, als sämtliche Transportbewegungen im Reichsverkehrministerium m zentral bearbeitet werden, sodaß also ein unnützer Einsatz von rollendem Material vermieden wird. Nürnb. Dok. NO-5322. 15, 13. 19. Februar 1940, Krakau(Kraköw).— Auszüge aus dem ‚Januar-Bericht des Chefs des Krakauer Distrikts, Wächter, über die unmenschlichen Bedingungen, unter\ ’- ne.: a Nn« denen die Deportation der jüdischen und der polnischen Bevölkerung aus dem ti] B r 5. ellı Warthegau in den Krakauer Distrikt stattfand. Mını .... je r EN i stell, ... Hingewiesen sei auf die größte Zahl der zum Arbeitseinsatz untauglichen Personen, die sich unter den Evakuierten aus Posen und dem Warthegau"Di BR,} AIEKEHERZEREFRRH{at A Bao RL ER UP LBURURLULDRRIGULULDURARHRRULURG FEHBRNAAHHRNRHUFHES LUNG Ru KERRAHGELGEENE befanden. Weitere Erschwerungen brachte die planlose Lenkung der Züge mit sich. So wurden Transporte mit Juden und städtischer Bevölkerung in Land- kreise gelenkt, während anderseits Transporte mit bäuerlicher Bevölkerung in Städten ankamen.. So wurden Transporte von Frauen und Kindern in überbelegten und unge- heizten Viehwaggons unter Unterlassung der nötigsten Verpflegung abgefertigt. Als Folgeerscheinungen mußten mehrfach Todesfälle während der Transport- führung und ebenso zahlreiche körperliche Schädigungen und Erfrierungen festgestellt werden... BP, BUXXV, S 14. Raw a-Mazou iecka. Ergebnis der„Jude naktior vom] br Jet tember 19 39, ! 15. I. April 1940, Berlin.— Auszug aus einem Aktenvermerk über eine Besprechung in Berlin, deren Thema die Deportation der Juden aus der Stadt Lodsch ins General- gouvernement war. An der Hauptbesprechung nahmen außer den an der Vorbesprechung Be- teilioten auch Vertreter des Beauftragten für den Vierjahresplan, des Finanz- ministeriums, des Ernährungsministeriums und der Leiter der Haupttreuhand- stelle Ost!, Bürgermeister a. D. Winkler teil. ı Die Haupttreuhandstelle Ost(HTO) wurde durch einen Erlaß Görings vom 1. 11. 1939 gegründet(Deutscher Reichsanzeiger, 1939, Nr 260). Sie hatte die Aufgabe, Staatsgut, 53 Es wurde zunächst wieder der vorläufige Charakter des Gettos betont. Zur Durchführung der Evakuierung teilte der Vertreter des Beauftragten für den Vierjahresplan mit, Gener"alfeldmarschall Göring habe durch einen an die beteilieten obersten Reichsbehörden und an die Reichsverteidigungskommis- sare gerichteten Erlaß vom 23.3. bis auf weiteres alle Evakuierungen unter- sagt. Reichsstatthalter Greiser vertrat jedoch die Auffassung, diese Anordnung könne sich nicht auf Lodsch beziehen(sondern beziehe sich auf den Stettiner Fall), denn schon in der Chefsbesprechung am 12. Februar 1940 in Karinhall sei der Fall Lodsch? besonders behandelt worden und Generalgouverneur Frank habe die Übernahme der Juden aus Lodsch ausdrücklich zugesagt. Es wurde folgendes vereinbart: 1. Der Vertreter des Beauftragten für den Vierjahresplan und der RF SS werden eine Entscheidung des Herrn Generalfeldmarschall Göring darüber herbeiführen, daß sich seine Anordnung vom 23. 3. 1940 nicht auf Lodsch bezieht. %, Die Vertreter des Hauptamts Sicherheitspolizei werden den RF SS ver- anlassen, sich nochmals mit Generalgouverneur Frank wegen der Über- nahme der Lodscher Juden in Verbindung zu setzen. Außerdem werde der Gesamtplan der Evakuierung so aufgestellt, daß auf jeden Fall die Juden aus Lodsch in erster Linie evakuiert werden. Bürgermeister Winkler, dem das Ergebnis der Vorbesprechung bekanntgegeben wurde, gab die Er- klärung ab, daß er bei der nunmehr dargelegten Sachlage keine Ein- wendung gegen das Getto zu erheben habe. Er erklärte sich außerdem bereit, die Lodscher Warenhandelsgesellschaft mit den erforderlichen Krediten zu versehen. Es bestand Einverständnis darüber, daß die Warenvorräte aus dem Getto, die nach Durchführung der Evakuierung noch übrig bleiben, von der Haupttreuhandstelle Ost zu übernehmen sind... AJHI,GV III/46. gesellschaftliches Eigentum und auch teilweise persönliche Habe in den vom Reich okku- pierten Gebieten zu beschlagnahmen. Auf Grund dieses Erlasses wurde u. a. auch das jüdische Eigentum geraubt. » Während der Konferenz in Karinhall(12. 2. 1940) unterstrich Göring in seiner Rede, daß vorläufig alle Deportationsmaßnahmen anzuhalten seien, um die Zahl der nützlichen Arbeitskräfte nicht zu verringern und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes nicht zu erschweren.(Nazi Conspiracy, Bd VII, S.402 u. a. EC-305.) Eine ähnliche Verord- nung hat auch Himmler an die Polizeidienststellen erlassen(siehe Rundschreiben des Regie- rungspräsidenten in Litzmannstadt vom 8. 5. 1940. Getto Lödzkie, bearb. v. A. Eisenbach, Lödz 1946, S. 168 Auf der a Besprechung in Berlin bemühte sich Reichsstatthalter Greiser, eine Änderung des Erlasses Görings betreffs der Lodscher Juden herbeizuführen. 54 HEAHEHE KERN ARE fäiRRItsHt ei u i BEER ERRDRRGUHRANBRTLUEEBERELAFLURGSERLULRERUER LUD RIBSSULUULEDLBLLULGRLN ELBEULTEOUEEGERRBBRBURIUDPELULUGELLLNUUGGE KH pn 1 J 2//-/ 16. 6. April 1940, Krakau Kraköw). Rundschreiben des Referenten für Juden- j anselegenheiten in der Abteilung Innere Verwaltung deı Resierung des General- gouvernements, Gottong, an die Gowverneure deı Distrikte. Das Rundschreiben ent- 8 8 hält Richtlinien für die Behandlung der jüdischen Bevölkerung u» l fordert von den Gouverneuren Aneaben über die Gebiete, die für die Konzentrierung der Juden 8 J g geeignet u ären.! Damit die Einheitlichkeit der Behandlung aller Judenangelegenheiten gewahrt bleibt. ist es notwendig, sich über die Grundlage zu verständigen, auf leı unsere künftige Arbeit aufgebaut sein soll. Zur Übernahme meines Referates für Judenangelegenheiten im Amt de Generaleouverneurs wende ich mich daher an die Referenten auf diesem Gebiet und möchte kurz die Einstellung aufzeigen, die wir zweckmäßig dem Judentum gegenüber zum Ausdruck bringen müssen. Gleichzeitig sind damit die Ziele gegeben, die wir anzustreben haben(s. Arbeitsgrundlagen 1-9). Diese Arbeitserundlagen sind etwa folgende: l. Räumliche Trennung zwischen Polen und Juden. Bei der Ents« heidung ob Jude oder Nichtjude ist allein ausschlaggebend seine Rassen- und Blut- zugehörigkeit und sein Bekenntnis zum Judentum durch Eheschließung eines Nichtjuden mit einem Juden); nicht allein die Zugehörigkeit zu eıneı Relisionsgemeinschaft. Als\ olljude eilt, in Abänderung der Nürnberger Gesetze, weı>? oder mehr jüdische Großeltern hat odeı mit einem Juden verheiratet ist und diese Verbindung nicht löst? 3. Juden sollen grundsätzlich nur für Juden aufkommen, so sollen z. B. für den Aufbau jüdischer Ansiedlungen lediglich Juden eingesetzt werden. t. Die Juden sollen eine eigene Sozialversicherung aufbauen und ihre Beiträge weder an eine nichtjüdische Versicherung zahlen, noch eine nichtjüdische Einrichtung in Anspruch nehmen. ). Das Vermögen und das Kapital solcher jüdischer Organısationen steht unter dem Schutze der deutschen Verwaltung. Dasselbe gilt für die jüdische Wohlfahrteinrichtung. 6. Als Übereangsbestimmung wäre zu erwägen, ob das polnische Rote Kreuz von Juden in Anspruch genommen werden kann, wenn Juden bisher diese Einrichtung unterstützt und gefördert haben. ı Nachdem der Plan, ein sogenanntes Judenreservat im Distrikt Lublin zu bilden, verworfen wurde. suchten die deutschen Behörden nach neuen Gebieten und neuen Konzentrations- formen für die jüdische Bevölkerung. Gottongs Rundschr« iben ist ein Beweis dafür, 2: Die Nürnberger Gesetze wurden faktisch in den besetzten polnischen Gebieten sofort na« h dem Einmarschieren der deutschen Truppen eingeführt. Im Warthegau wurden sic Mitte Dezember 1939 eingeführt(Litzmannstädter Zeitung vom 22.12. 1939). Im General- eouvernement erließ Frank erst am 24. 7. 1940 eine Verordnung, die den Begriff ‚Jude‘ ım Sinne der Nürnberger Gesetze präzisierte.(VBl GG 1940, S. 231. < re & > ” urzege RER SI Alle Maßnahmen müssen ausgerichtet sein auf das Ziel, später das gesamte Judentum in einem bestimmten Gebiet zusammenzufassen und auf ein jüdisches Siedlungsgebiet zu beschränken, als eine selbständige Lebens- gemeinschaft unter Aufsicht des Reiches. 8. Aufstellung eines Planes für die Ansiedlung der 400000 Juden, die nach dem 1. 5. 40 in das Generalgouvernement kommen. 9, Schaffung eines Archivs über das Judentum in Polen und des Gesamt- judentums(Zeitungsberichte, Verordnungen, Gesetze, Kultur, Rassen, Gesundheitswesen usw.). Ferner bitte ich, entsprechend den Gegebenheiten in Ihrem Distrikt, nach Möslichkeit noch die folgenden Fragen zu beantworten: Ib In welchen Distrikten und in welchen Kreisen wohnen gegenwärtig die meisten Juden und wieviele sind dasaufden Hundertsatz der Bevölkerung in diesen Bezirken(nach Möglichkeit unter Beifügung von Karten)? Welche Gebiete sind wirtschaftlich am wenigsten wertvoll aufgrund der Bodenverhältnisse?- Wie groß sind sie?— Wo liegen sie?(Karte). Welche Gebiete sind am wenigsten besiedelt, wie groß sind sie, wieviele Menschen wohnen zur Zeit dort?- Warum sind sie so wenig besiedelt? Welche Volkstumsgruppen wohnen dort(Zahlen)? Wieweit könnte eine Umsiedlung nichtjüdischer Volkstumsgruppen in Frage kommen?- Ist das Gebiet geeignet, eine rein jüdische Kolonie zu werden? Welches Vermögen ist noch in jüdischem Besitz?- Wo befindet sich das jüdische Vermögen und worin besteht es?— Welche Mittel wären für die Ansiedlung der 400000 Juden noch bereitzustellen, die nach dem 1. 5. 40 hier einwandern? Welche Vorschläge bestehen Ihrerseits zur Unterbringung der Aus- gewiesenen?— Welche Arbeitsmöglichkeiten bestehen für die Aus- gewiesenen in den einzelnen Distrikten(am besten im öffentlichen Dienst)?— Welche vorübergehende Unterbringungsmöglichkeiten— Lager usw.— stehen zur Zeit noch zur Verfügung? Was ist bisher geschehen, um eine Ansteckung oder Krankheitsüber- tragung auf Nichtjuden nach Möglichkeit zu verhindern? Wie liegen die gesundheitlichen und hygienischen Verhältnisse des Judentums im Generalgouvernement und besonders in den gedrängten Wohngebieten, in denen eine engere Berührung von Juden und Nichtjuden nicht zu vermeiden ist? Außerdem bitte ich um einen Bericht über alle Arbeitsvorhaben und um Über- sendung einer Aufstellung aller Maßnahmen, die bisher von Ihrer Dienststelle in allen Judenangelegenheiten getroffen sind. 1. A. Dr. Gottong AJHI,GDL, Nr 1. 56 11, 17. Juli 1940, Krakau(Kraköw).— Äußerungen des Generalgouverneurs H. Frank, des Höheren SS- und Polizeiführers F. Krüger und des Statthalters A. Greiser über den Deportationsplan der europäischen Juden na: h Madagaskar. ... Sehr wichtig ist auch die Entscheidung des Führers, die er aul meinen Antrag gefällt hat, daß keine Judentransporte ins Generalgouvernement mehr stattfinden. Allgemein politisch möchte ich dazu sagen, daß geplant ıst, dic ganze Judensippschaft im Deutschen Reich, im Generalgouvernement und ım Protektorat in denkbar kürzester Zeit nach Friedensschluß in eine afrikanisch« oder amerikanische Kolonie zu transportieren. Man denkt an Madagaskar! das zu diesem Zweck von Frankreich abgetreten werden soll. Hier wırd aul einer Fläche von 500000 qkm reichlich Gelände für ein paaı Millionen Juden sein. Ich habe mich bemüht, auch die Juden des Generalgouvernement diese Vorteils teilhaftig werden zu lassen, sich auf neuem Boden ein neues Leben aufzubauen. Das wurde akzeptiert, sodaß ın absehbarer Zeit auch eine kolo( Entlastung gegeben sein wird. .... SS-Obergruppenführer Arüger berichtet über die Veuregelung der Judenansiedlung aus dem Reich. Danach werden künftig derartige Judenaus- siedlungen aus dem Reich ins Generalgouvernement nicht mehr stattfinden. Auch die bereits vorgesehenen im August beginnen sollenden Ausweisungen von Juden aus dem Ge neraleouvernement werden nicht mehr durchgeführt, da alle Juden einschließlich derjenigen des Generalgouvernements nach den Kolonien Afrikas überführt werden sollen, die die französische Regierung zu diesem Zweck an das Deutsche Reich ausliefern muß. FT, 1940/III, S( .. Er[Greiser] halte zunächst eine Erörterung des Judenproblems für erforderlich. Hier hätten sich ja die Dinge insofern etwas geändert, als man jetzt in der Frage der Judenevakuierung eine andere Stellung eingenommen habe. Er habe auf Grund einer Unterredung mit dem Reichsführer SS feststellen können, daß 1 Schon Ende 1938 entwarfen die faschistischen Führer Pläne über die D« portation der euro- päischen Juden nach Madagaskar siehe Alfred Rosenbergs Rede am 7. 2. 1939 in Berlin; Nürnberger Prozeß, Bd XLI, S. 545-547, Dok. Streicher-8). Nach der Niederwerfung Frankreichs und dem Abschluß des Waflenstillstandes im Juni 1940 kamen die Nazibehörden auf ihre früheren Pläne zurück. Rademacher, Referent füı Juden- angelegenheiten im Auswärtigen Amt des Reiches, und Heydrich bearbeiteten im Juli 1940 konkrete Projekte für die Deportation der jüdischen Bevölkerung aus den besetzten euro- päischen Ländern nach Madagaskar.(Nachfolgeprozeß Nr XI, NG-2586, Projekte von Rademacher und Heydrich.) In der zweiten Hälfte des August 1940 verwarfen die deutschen Behörden im Zusammen- hang mit ihren Aggressionsabsichten auf die UdSSR und ihren Plänen, die Juden an Ort und Stelle zu vernichten, die früheren Projekte über die Massendeportationen der Juden nach Madagaskar. x Sı EEREEERE A 4 h nunmehr die Absicht bestehe, die Juden über See in bestimmte Gebiete ab- zuschieben?. Er habe in dieser Besprechung erklärt, daß er sich einer solchen Entscheidung selbstverständlich fügen müsse und werde, daß aber das Juden- problem, soweit es seinen Gau interessiere, irgendwie noch vor dem Winter eeklärt werden müsse. Das hänge natürlich von der Dauer des Krieges ab. Sollte der Krieg noch länger dauern, dann werde man eine Zwischenlösung finden mussen... -.. Reichsstatthalter Greiser geht dann auf das udenproblem des näheren ein und hebt dabei hervor, daß man in Litzmannstadt und Umgebung eine ge- wisse Massierung von Juden festzustellen habe. In Litzmannstadt selber habe man die Juden in ein Ghetto gebracht. Die Aktion sei an sich abgeschlossen, habe aber lediglich provisorischen Charakter. In diesem Ghetto befänden sich un- eefähr 250000 Juden. Diese 250000 Juden, deren Zahl sich vielleicht auf 960000 erhöhen werde3, müßten einmal den Warthegau verlassen. Es sei vorgesehen gewesen, sie in einer zweckmäßigen Form in das Generalgouverne- ment zu transportieren, und man habe die Form dieser Übernahme heute oleichfalls klären wollen. Inzwischen sei nun die neue Entscheidung gekommen, und er lege größten Wert darauf, daß die Möglichkeit der Übernahme geklärt werde. weil es für den Warthegau sowohl aus ernährungspolitischen wie ins- besondere auch aus seuchenpolizeilichen Gründen ein unmöglicher Zustand wäre, diese im Ghetto zusammengepferchten Juden noch über den Winter hinaus zu behalten. Man müsse deshalb unter allen Umständen eine Zwischen- lösung finden, die die Möglichkeit biete, diese Juden in ein anderes Gebiet abzuschieben. Der Herr Generalgeouverneur bemerkt, ihm habe Reichsführer SS Himmler in Berlin amtlich mitgeteilt, daß er auf Befehl des Führers keinerlei Juden- verschickung vornehmen werde. Was das Generalgouvernement angehe, so habe er zunächst einmal die Evakuierung von 45 bis 50000 Juden aus Krakau verfügt...ı FT, 1940/III, S. 7411. 2 Dieses Überseegebiet sollte die Insel Madagaskar sein, was übrigens General Strecken- bach in seiner Äußerung während derselben Konferenz bestätigte:„Die Juden sollten nach dem bisher bestehenden Plan nach Madagaskar verschickt werden.‘(FT, 1940 INS 277439) Diese Zahl betrifft wahrscheinlich die gesamte jüdische Bevölkerung des Regierungsbezirks Litzmannstadt(Lodsch), und nicht nur ausschließlich die jüdische Bevölkerung des Lod- scher Gettos, denn diese betrug damals, nach offiziellen Angaben, nicht mehr als 170 000 Personen.(AJHI, JLo, Evidenz-Abteilungen.) Diese Erklärungen wurden während einer Konferenz auf dem Königsschloß Wawel zu Krakau abgegeben. An dieser Konferenz nahmen außer H. Frank und A. Greiser auch Staatssekretär J. Bühler, der Höhere SS- und Polizeiführer F. Krüger, der Befehlshaber der Sicherheitspolizei, General Streckenbach, der Gouverneur des Distrikts Radom, Lasch, und andere teil. ARNEEREERG n= Br i s RRNLUUTRB Hr FR og KB 18.- 18. 23. November 1940, Krakau(Krakow).— Rundschreiben der Resierung des Generalgouvernements an die Gouverneure der Distrikte, in dem ihnen der Erlaß des Reichssicherheitshauptamtes vom 25. 10. 1940 über das Auswanderungsverbot für Juden aus dem Generalgouvernement zur Kenntnis gebracht wird. Das Reichssicherheitshauptamt teilt mir mit Erlaß vom 25. X. 1940 folgendes mit: Da im Falle der Auswanderung von Juden aus dem Generalgouvernement die ohnedies immer kleiner werdenden Möglichkeiten der Auswanderung füı Juden aus dem Altreich, deı Ostmark und dem Protektorat Böhmen und Mähren entgesen dem Wunsche des Reichsmars« halls wiederum wesentlich verringert würden, bitte ich, eine Auswanderune nicht in Erwägung zu ziehen. Die Nachwanderung von Ostjuden bedeutet eine dauernde ge istige Regene- ration des Weltjudentums, da in der Hauptsache die Ostjuden, infolge ihreı relieiös-orthodoxen Einstellung, einen großen Teil der Rabbiner, Talmud- lehrer usw. stellen, die besonders von den in USA tätigen Jüdischen Organı- sationen nach eigener Aussage gesucht sind. Darüber hinaus bedeutet dıesen jüdischen Organisationen in USA jeder orthodoxe Ostjude ein wertvolles Glied in ihren steten Bemühungen um die geistige Erneuerung des USA- Judentums und dessen Konzentration. Gerade das USA-Judentum ist bemüht, mit Hilfe der zugewanderten Juden, besonders jener aus dem europäischen Osten. eine neue Plattform zu schaflen, von wo aus es seinen Kampf, besonders gegen Deutschland, forciert vorzutragen gedenkt. Aus diesen Gründen ist anzunehmen, daß nach Erteilung von einigen Äus- wanderungesgenehmigungen, gewissermaßen nach Schaflung von Prezedenz- fällen für Juden aus dem Generalgouvernement, ein großer Teil deı Einreise- oenehmigungen, in der Hauptsache für USA, in Zukunft nuı noch für Ost- juden zur Verfügung gestellt wird.“ Diese Stellungnahme des Reichssicherheitshauptamtes mache ich zu meiner eisenen und bitte Sie, davon abzusehen, Auswanderungsanträge von Juden zur Entscheidung oder Stellungnahme an die hiesige Dienststelle zu über- senden. Diese Anträge müßten von hier selbstverständlich abgelehnt werden. Ich ermächtige Sie, von dort aus Auswanderungsgesuc he von Juden aus dem Generaleouvernement ohne weitere Prüfung abzulehnen. Lediglich soweit es sich um jüdische ausländische Staatsangehörige handelt, wird ersucht, diese Auswanderungsanträge nach hier weiter zu leiten. Da eine Auswanderung von Juden aus dem Generalgouvernement grundsätzlich nicht mehr in Frage kommt. ist es auch nicht erforderlich, daß ein Jude zur Einholung eines Visums bei einem ausländischen Konsulat im Deutschen Reich einen Passierschein nach dem Reich erhält. Es wird ersucht, auch derartige Anträge von Juden aul Ausstellung eines Passierscheins zwecks Einholung eines Visums bei einem aus- ländischen Konsulat im Reich abzulehnen. I. A. Eckhardt AJHL,AGDL, Nr 1. 19. 15. Januar 1941, Krakau(Kraköw).— Äußerungen des Höheren SS- und Polizei- führers Krüger, des Staatssekretärs Bühler und des Generalgouverneurs Frank auf einer Arbeitssitzung der Regierung des Generalgouvernements über die Deportation der polnischen und jüdischen Bevölkerung ins Generalgouvernement. ...„ Obergruppenführer Krüger berichtet über die am 8. Januar 1941 in Berlin stattgefundene Besprechung im Reichssicherheitshauptamt... Der den Vorsitz führende SS-Gruppenführer Heydrich habe ausgeführt, daß für das Reich die Notwendigkeit vorliege, möglichst schnell die Polen und Juden aus den Ostgebieten auszusiedeln, damit nunmehr endgültig die An- siedlung der Volksdeutschen aus Wolhynien, Litauen usw. durchgeführt werden könne. Nach einer Aufstellung, die Gruppenführer Heydrich gegeben habe, komme man auf eine Gesamtziffer der zu Evakuierenden von 831000. Unabhäneig davon ergebe sich die Notwendigkeit, wegen der zu errichtenden Truppenübungsplätze innerhalb des Generalgouvernements etwa 200000 Men- schen umzusiedeln, sodaß man insgesamt auf eine Bewegung von 1 Million Menschen innerhalb eines Jahres komme. Die Lage sei insofern schwierig, als die Wehrmacht überraschenderweise mitteile, daß im Generalgouvernement noch eine Verstärkung der Truppen stattfinde und daß die Termine, die seiner- zeit für die Räumung der Truppenübungsplätze festgesetzt wurden, vom l. Mai auf den 1. April vorverlegt werden. Den Bemühungen, eine Ver- schiebung dieses Termins mit dem Hinweis auf die Witterungsverhältnisse, den schlechten Zustand der Wege, die Schwierigkeit der Transporte usw. zu erreichen, sei leider kein Erfolg beschieden gewesen. Die Wehrmacht habe es abgelehnt, den Termin zu verschieben, da sie ihre Forderungen aus mili- tärischen Gründen stelle... Im einzelnen sei festgelegt worden, daß bis zum 1. Mai dieses Jahres aus- zusiedeln sind: aus Ostpreußen 30000, aus Schlesien 24000, aus Danzig- Westpreußen 40000, aus dem Warthegau 90000, insgesamt also 184000 Men- schen. Im Rahmen der Evakuierung der Truppenplätze für die Wehrmacht seien auszusiedeln aus Ostpreußen 8500, aus Schlesien 10000, aus Danzig- Westpreußen 27000, aus dem Warthegau 19000, insgesamt 64500. Die Wehr- macht beabsichtigte, hiervon 2000 Arbeiter mit ihren Familienangehörigen, zusammen 10000 Menschen, zurückzubehalten für die Arbeitan den Truppen- übungsplätzen. Es müßten also bis zum 1. Mai 194] im Rahmen des sog. 3. Nahplanes evakuiert werden 184000-+ 54500, zusammen 238500 Personen, wozu dann noch 10000 aus Wien auszusiedelnde Juden kämen... Staatssekretär Dr. Bühler erklärt, daß er es für unmöglich halte, 1 Million Men- schen in der beabsichtigten Weise auf das Generalgouvernement aufzuteilen. Die Belastung in sicherheitsmäßiger, seuchenpolizeilicher und ernährungs- politischer Beziehung sei derart groß, daß man auf die Dauer ohne Unruhen nicht auskommen werde. Er schlage vor, große Arbeitsvorhaben anzusetzen und die Evakuierten in Arbeitslagern unterzubringen... 60 0 =} =; Der Herr Generalgouverneur erwidert, daß gegen Unruhen mit den schärfsten Mitteln vorgegangen werde. Bei Ernährungsschwierigkeiten müßte das Reich helfen. Auf die Arbeitsvorhaben werde er noch zu sprechen kommen... In einem Zeitpunkt, in dem das Generalgouvernement unter den un- eewöhnlichsten und schwierigsten wirtschaftlichen, transportmäßigen, all- gemein politischen und wehrmäßigen Bedineungen sein Leben friste, stelle es eine kaum erträeliche Mehrbelastung dar, Hunderttausende eines fremd- völkischen und fremdartisen Bereiches in das Gebiet des Generalgouverne- ments aufzunehmen. Diese Menschen werden in Deutschland enteignet und kommen als Enteignete hierher, in ein Gebiet, in dem sie an sich keinerlei Chance sehen können, ihr Leben irgendwie neu aufzubauen. Man dürfe jedoch bei der Betrachtung der ganzen Frage von keinem anderen Gesichts- punkt ausgehen als von dem reic hspolitischen... Alles Kritisieren an solchen Maßnahmen aus irgendwelchen Rudimenten menschlicher Überleseungen oder Zweckmäßigkeitsbetrachtungen habe voll- kommen auszuscheiden. Die Einsiedlung habe zu erfolgen, das General- eouvernement müsse die Leute aufnehmen, denn es sei dies eine der großen Aufeaben, die der Führer dem Generalgouvernement gestellt habe Sowohl am 4. November als auch bei einer späteren Besprechung im Dezembe:ı habe der Führer dem Generalgouverneur erklärt, daß die Poleneinsiedlung in das Generalgouvernement in seiner Politik liege und daß die zur Durch- führung dieser Einsiedlung notwendigen Maßnahmen noch während des Krieses ergriffen werden müssen, weilsie nach dem Kriege mit internationalen Schwieriekeiten verbunden wären....! FT, Arbeitssitzu 41/I, S. 1 1 In Übereinstimmung mit den Richtlinien und Fristen, die auf der Konferenz im Reichs- sicherheitshauptamt festgesetzt wurden, benachrichtigte Staatssekretäi Bühler von deı Regierung des Generalgouvernements alle Gouverneure der Distrikte, Kreishauptleute und Bürgermeister mittels eines geheimen Rundschreibens vom 17. 1. 1941, daß vom 1. 2. 1941 bis zum 1.5. 1941 im Generalgouvernement täglich zwei Transporte u 1000 Personen der aus den sogenannten eingegliederten Ostgebieten ıns Generalgouvernement umzu- siedelnden Juden und Polen eintreffen werden.(AJHI, GDL, Nr 2. 20. 20. Januar 1941, Warschau(Warszawa). Anordnung von Mohns, stellver- tretendem Leiter der Abteilung Umsiedlung im Amte des Gouverneurs des Warschauer Distrikts, an den Vorsitzenden des Warschauer Judenrats über die Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem westlichen Teil des Kreises Wars: hau-Land ins Warschauer Getto. Die Umsiedlung der Juden aus dem Kreise Warschau-Land westlich deı Weichsel geschieht nach folgendem Umsiedlungsplan.' ı Die Verschleppung der Juden aus dem westlichen Teil des Kreises Warschau-Land ins Warschauer Getto fand im unmittelbaren Zusammenhang mit der für dieses Gebiet ge- 61 l. Die Juden aus Piaseczno, etwa 9500 an der Zahl, siedeln um in den jüdischen Wohnbezirk von Warschau in der Zeit vom 22. bis 27. Januar mit je etwa 500 Personen am Tage. Die marschfähigen Juden werden durch Fuß- marsch in den jüdischen Wohnbezirk überführt. Die Transporte enden bei der jüdischen Quarantäne in der Spokojna am Danziger Bahnhof. Sie werden von dem Sanitätskommando des Amtsarztes Dr. Hagen in Empfang genom- men. Nach erfolgter gesundheitlicher Überprüfung werden die eintreffenden Juden in ein Quarantänelager überführt und zwar vorerst in das Lager Stawki 21. Die Verpflegungskosten für das Quarantänelager übernimmt der Ältestenrat Warschau bzw. die Jüdische Soziale Selbsthilfe. 9, Die Fortsetzung der Umsiedlung der 1400 Juden aus Pruszköw erfolgt zu den gleichen Bedingungen am 29., 31. Januar und 1. Februar 1941. Die Umsiedlung der 700 Juden aus Jeziorna erfolgt am 28. Januar und die Um- siedlung der 320 Juden aus Wlochy am 3, Februar 1941. Die zur Aufsicht und Begleitung der Transporte erforderlichen Polizeikräfte werden gestellt. Der Judenrat hat für die spätere Aufnahme im jüdischen Wohnbezirk nach Entlassung der Juden aus der Quarantäne Sorge zu tragen. Der Leiter der Abteilung AJHI, JUS, Nr 470. I. V. Mohns planten Ansiedelung von 56000 Polen statt, die zu jener Zeit aus den ehemaligen pol- nischen Westgebieten, die ins Reich eingegliedert worden waren, deportiert wurden.(StP, Bd II, S. 209.) 21. 16. Februar 1941, Lublin.— Schreiben des Transportleiters der aus Wien in den Distrikt Lublin umgesiedelten Juden an M. Alten, Berater des Gouverneurs des Distrikts Lublin für Judenangelegenheiten, über die unmenschlichen Bedingungen, unter denen die Umsiedlung erfolgte. In meiner Eigenschaft als Transportbegleiter und Delegierter des am 15. d.M. evakuierten Judentransportes aus Wien!, erlaube ich mir, Ihnen nachstehen- den Bericht, mit der Bitte um Hilfe, zu unterbreiten. Der Transport umfaßt 1034 Personen, hiervon mehr als 60 von Hundert Frauen. Der Großteil des Transportes besteht aus über 60 Jahre alten, siechen Menschen, darunter auch ein gänzlich Erblindeter, sowie Kriegsbeschädigte, die vollkommen hilt- los der Sachlage gegenüberstehen. Die ersten Tage unserer Anwesenheit waren ı Das Problem der Deportation von rund 60000 Wiener Juden wurde von B. von Schirach während der bei Hitler am 2. 10. 1940 stattgefundenen Konferenz berührt. Anfang Dezember 1940 verfügte Hitler die Deportation der Juden aus Wien ins Generalgouvernement. Im Februar und März 1941 kamen im Generalgouvernement tatsächlich rund 7000 Juden aus Österreich an.(Schreiben von Lammers an B. von Schirach vom 3. 12. 1940, Nürnb. Dok. PS_-1950: Schreiben von B. von Schirach an Kaltenbrunner vom 18. 12. 1940, Nürnberger Prozeß, Bd XXIX, S. 176.) 62 2 2R. Teil den \ arDe auseefüllt mit dem Versuche, durch Selbsthilfe einen Ausweg zu finden. Unsere Ernährung war aufgebaut auf dem guten Willen der Opoler Bevöl- kerung, die an nahezu 100 Kochstellen die einmal täglich verabreichte Suppe kochten. Nun können diese für weiterhin, zufolge Mangels an Mitteln, nichts mehr für uns tun, so daß wir selbst eine gemeinsame Küche errichten müssen, um wenigstens einmal des Tages eine warme Suppe verabreichen zu können. Zu diesem Zwecke bitten wir um eheste Beistellung von Kochgeräten, Kon- tineentlebensmitteln, Werkzeugen, damit wir diese absolut nötige Küche raschest in Aneriff nehmen können. Des weiteren bitten wir um Zuteilung von Decken, da ein Großteil des Transportes nicht im Besitze von solchen ist. Da wir schon heute die Kenntnis davon haben, daß morgen am 27. Febeı d. J. ein weiterer Transport von ungef. 1000 Menschen in Opole eintriflt, deı letzte aber noch nicht richtig untergebracht ist, erscheint die Dring meiner Bitte gegeben und hofle ich auf wohlwollende Erledigung meines Ansuchens. AIHI, GDL, N 22.4. März 1941, Skierniewice.-— Auszüge aus dem Februar-Bericht des Kreishaupt- manns in Skierniewice über die Flucht der jüdischen Bevölkerung vor der zu er- wartenden Deportation der Juden ins Warschauer Getto. ...2, Im Monat Februar sind in den Kreis Skierniewice 21 Polen und 12 Juden zugezogen. Mit Rücksicht auf die für Mitte März in Aussicht genommene Abschiebung der Juden des Kreises Skierniewice nach dem jüdischen Wohngebiete in Warschau, sind die meisten Juden aus den jüdis« hen Wohngebieten in Skierniewice, Jezöw und Bahnhof Rogöw freiwillig nach Warschau abgewandert. In Skierniewice befinden sich heute nur noch etwa 180 Juden, in Jezöw etwas über 40 und in Bahnhof Rogöw nur noch 4 10. Infolge der Beitreibungsaktion, die der Finanzinspektor Lowicz mit Hilfe der Polizei bei den Juden durchgeführt hat, sind die Steuereinnahmen im Monat Februar gestiegen. Die Aktion hat etwa 60 000 zi. Einnahme er- e£eDeNn... BP, Bd XXXV, S. 62 23. 15. März 1941, Lowitsch(Zowicz). Auszug aus dem Februar-Bericht des Kreishauptmanns in Lowitsch über die fast vollständige Deportation der jüdischen Bevölkerung aus diesem Kreis ins Warschauer Getto. ... Die Juden haben im Zuge der Umsiedlung nach Warschau zum größten Teil das Kreisgebiet verlassen. Nur noch ‚„Restkommandos‘“ sind jeweils in den einzelnen Gettos zurückgeblieben zur Abwicklung von Aufräumungs- arbeiten und dergleichen... BP, Bd XXXV, S. 55 63 5. März 1941, Krakau(Krakow).— Äußerungen des Höheren SS- und Polizei- führers Krüger und des Generalgouverneurs Frank über die vorläufige Unterbrechung der Deportation von Polen und Juden ins Generalgouvernement. DA -.. Der Höhere SS- und Polizeiführer, SS-Obergruppenführer Arüger, teilt hierzu mit, daß die Umsiedlung von Polen und Juden ins Generalgouvernement zunächst unterbunden sei. Die Umsiedlung innerhalb des Generalgouverne- ments zum Zwecke der Freimachung von Truppenübungsplätzen nehme ihren Fortgang.! Generalgouverneur Reichsminister Dr. Frank gibt bekannt, daß ihm der Führer bei der Besprechung am 17. März mitgeteilt habe, daß künftig die Einsiedlung ins Generalgouvernement von den Möglichkeiten dieses Gebietes abhängig gemacht werde. Weiterhin habe der Führer zugesagt, daß das General- gouvernement in Anerkennung seiner Leistungen als erstes Gebiet judenfrei gemacht werde. Im übrigen sei zu bedenken, daß die starke Inanspruchnahme des Generalgouvernements bei der Umsiedlung nicht etwa auf bösem Willen der beteiligten Stellen beruhe, sondern aus der Notwendigkeit der Rück- führung deutscher Menschen aus dem Osten sich zwangsläufig ergeben haben: FT, Regierungssitzungen 1941, S. 41. ı Wahrscheinlich stand die Unterbrechung der Deportation von Polen und Juden im Zu- sammenhang mit den damaligen Transportschwierigkeiten, die durch die intensiven Vor- bereitungen des Hitlerfaschismus zum Angriff gegen die UdSSR hervorgerufen waren. 25. Anfang Juni 1941, Neumarkt(Nowy Targ).— Auszüge aus dem Bericht des Kreishaupimanns in Nowy Targ für die Zeit vom 17. September 1939, 1095 31. Mai 1941 über die Entfernung der fuden aus den Kurorten. ...2. Einrichtung des Sperrgebietes. Auf Anordnung des Herrn Gouverneurs Dr. Wächter sollte das Gebiet um Zakopane von unsicheren polnischen Elementen und Juden gesäubert sowie der Zuzug unerwünschter polnischer Personen verhindert werden. Auf Antrag wurde das Gebiet bis vor die Tore der Stadt Neumarkt erweitert... 5. Juden wohnen hauptsächlich in Neumarkt(Dunajec!)(rund 2000 Juden). Im übrigen wohnen kleinere Gruppen von 250 bis 300 Juden in Kröscienko, Szczawnica, Rabka, Jordanöw und Maköw. Das obenerwähnte Sperrgebiet südlich Neumarkt(Dunajec) ist judenfrei. Zur Zeit werden die Juden in Neu- markt(Dunajec) in einem Getto zusammengebracht, das später auch die Juden aus den anderen Orten übernehmen soll... BP, Bd XXXV, S. 110ff. 1 Nebenfluß der Weichsel 64 26. 26. 8. September 1939, Krakau(Kraköw). Anordnung des Chefs der Zivilverwaltung über Kennzeichnung der jüdischen Geschäfte. Im Auftrage des Chefs der Zivilverwaltung! wird angeordnet: Alle jüdischen Geschäfte wie auch Restaurants, Kaffees usw. sind bis zum 9. September 1939 17 Uhr als jüdische Geschäfte zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung erfolgt durch die deutlich sichtbare Anbringung eines Davidsterns an der Fensterscheibe, bei offenen Verkaufsständen dur« h Aus- hang eines entsprechenden Plakates. Als jüdische Geschäfte sind alle Geschäfte zu betra« hten, die sich entweder canz oder zu mehr als 50%, in jüdischen Händen befinden oder mit jüdischem Geld betrieben werden. Zuwiderhandlungen werden strengstens bestraft. AJHI, GDL, Nr 1, S.5 ı Bei den Kommandos der einzelnen deutschen Armeen, die Polen im September 1939 be- setzten, waren Zivilverwaltungen tätig, welche die besetzten Gebiete verwalteten. Chef de gesamten Zivilverwaltung war Hans Frank; laut Hitlers Erlaß vom 12. 10. 1939 wurde cı dann zum..Generalgouverneur für die besetzten polnischen Gebiete“ befördert. In dieser Eigenschaft veröffentlichte Frank am 93. 11. 1939 eine allgemeine Verordnung über die Kennzeichnungspflicht für alle jüdischen Geschäfte im Generalgouvernement.(VBl GG 1939, S.61. 27. Radom. Mit Davidsternen gekennzeichnete jüdische Geschäfte. 5 Getto 65 i F R R {Me Mi 28. 23. November 1939, Krakau(Krakow).— Verordnung des Generalgouverneurs H. Frank über die Kennzeichnung der jüdischen Bevölkerung. Auf Grund des$ 5 Abs. I des Erlasses des Führers und Reichskanzlers über die Verwaltung der besetzten polnischen Gebiete vom 12. Oktober 1939 (Reichsgesetzbl. I. S. 2077) verordne ich: Sl Alle Juden und Jüdinnen, die sich im Generalgouvernement aufhalten und das 10. Lebensjahr überschritten haben, sind verpflichtet, vom 1. Dezember 1939 ab am rechten Ärmel der Kleidung und Überkleidung einen mindestens 10 cm breiten weißen Streifen mit dem Zionstern zu tragen. un I] Diese Armbinden haben sich die Juden und Jüdinnen selbst zu beschaffen und mit dem entsprechenden Kennzeichen zu versehen. (1) Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bestraft.! (2) Zuständig für die Aburteilung sind die Sondergerichte. 84 Die erforderlichen Durchführungsbestimmungen erläßt der Leiter der Ab- teilung Innere Verwaltung im Amt des Generalgouverneurs.” Der Generalgouverneur für die besetzten polnischen Gebiete VBl GG 1939, S. 61. Frank 1 Die zweite Verordnung von Generalgouverneur Frank über die Kennzeichnungspflicht für die jüdische Bevölkerung im Generalgouvernement wurde am 19. 2. 1940 veröffentlicht. (VBl GG 1940, S. 79.) Auf Grund der allgemeinen Verordnung des Generalgouverneurs Frank vom 23. 11. 1939 w über die Kennzeichnung der Juden im Generalgouvernement erließen in der nächsten Zeit alle Distriktchefs und alle Stadt- und Kreishauptleute diesbezügliche Durchführungs- vorschriften. 66 9.| 29. Bekanntmachung des Stadtkommissars von Tarnow. Bekanntmachung Auf Anordnung des Generalgzouver- neurs über die Kennzeichnung der Ju- den wird folgendes bekannt gegeben: Von heute ab haben alle Ju- den—-ohne Ausnahme— die vorgeschriebene weise Binde mit dem Zionsstern zu tragen. Die von mir gewährten Aus- nahmebescheinigungen sind ab sofort ungültig. Tarnow, den!8. Dezember 1939 Der Stadtkommissar der kreisireien Stadt Tarne® In Vertretung ENGEL Stadtdire OGLOSZENIE Powotuiac sie na zarzgdzenie Generalnego Gubernatora dotycza« ce znamionowania Zydöw, podaje do wiadomosci co nastapuje: Z dniem dzisiejszym wszyscy Zydzi bez wyjatku winni nasi& bialg przepaskı) z gwiazda syjonistyczna. L x ‚ Udzielone przezemnie zwolnienia od noszenia przepaski sg od dniay- 8 Et dzisiejszego niewaäne. —— Tarnöw, dinia 18 grudnia 1939. y x Der Stadikommissar der kreisirden Stadt Taraam u.‘ In Vertretung 4 2 ENGEL Die women. Atadibröhter. z. - 6/ 30. 11. November 1939, Lodsch(Löd£).— Bekanntmachung des Kommissars der Stadt Lödz über die Kennzeichnung jüdischer Geschäfte. Bekanntmachung Ich ordne hiermit an, daß umgehend sämtliche Geschäfte in der Stadt Lodsch in Augenhöhe an den Schaufenstern ein Schild anzubringen haben, aus dem ersichtlich ist, ob der Inhaber Deutscher, Pole oder Jude ist. Die Form der Schilder wird von der Industrie- und Handelskammer in Lodsch bestimmt. Zuwiderhandlungen werden streng bestraft. Lodzer Zeitung v. 14. 11. 1939. 31. 14. November 1939, Lodsch(Löd2).— Verordnung des Regierungspräsidenten zu Kalisch, Uebelhoer, über die Kennzeichnung der Juden. Erhebliche durch die Juden verursachte Mißstände im öffentlichen Leben des Verwaltungsbereichs des Regierungspräsidenten zu Kalisch veranlassen mich, für den Verwaltunesbereich des Regierungspräsidenten zu Kalisch folgendes zu bestimmen: N Als besonderes Kennzeichen tragen Juden ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht am rechten Oberarm, unmittelbar unter der Achselhöhle, eine 10 cm breite Armbinde in judengelber Farbe. $2 Juden dürfen im Verwaltungsbereich des Regierungspräsidenten zu Kalisch in der Zeit von 17-8 Uhr ihre Wohnung ohne meine besondere Genehmigung nicht verlassen. 83 Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden mit dem Tode bestraft. Bei Vorliegen mildernder Umstände kann auf Geldstrafe in unbeschränkter Höhe oder Gefängnis, allein oder in Verbindung miteinander, erkannt werden. Su Diese Verordnung tritt bis auf die Bestimmung in$| sofort,$ 1 vom 18. No- vember 1939 ab in Kraft. Der Regierungspräsident zu Kalisch Uebelhoer AJHI, Plakate, Nr 166. 68 RÜRANERRGLLE EHRE ER ö i Ru H i NIEREN ALLEN Verordnung vom 14. November 1939 Erhebliche durch die Juden verursachte Mißstände Im öffent- lichen Leben des Verwaltungsbereichs des Regierungspräsi- denten zu Kalisch veranlassen mich, für den Verwaltungs- bereich des Regierungspräsidenten zu Kalisch folgendes zu bestimmen: 51 Als besonderes Kennzeichen tragen Juden ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht am rechten Oberarm unmittelbar unter der Achseihöhle eine 10 cm breite Armbinde in juden- gelber Farbe. $2 Juden dürfen im Verwaltungsbereich des Regierungspräsi- denten zu Kalisch in der Zeit von 17—8 Uhr ihre Wohnung ohne meine besondere Genehmigung nicht verlassen. 53 Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden mit dem Tode bestraft. Bei Vorliegen mildernder Umstände kann auf Geldstrafe in unbeschränkter Höhe oder Gefängnis, allein oder in Verbindung miteinander, erkannt werden. 54 Diese Verordnung tritt bis auf die Bestimmung in$ 1 sofort,$ 1 vom 18. November 1939 ab in Kraft. Lodz, den 14. November 1939. Der Regierungspräsident zu Kalisch Vebelhoer 69 EIER EEE N I x f i { Y k i 32. Die Juden im Warthegau wurden gezwungen, gelbe Davidsterne auf Brust und Rücken zu tragen, 33.9. März 1940, Krakau(Kraköw).— Rundschreiben des Leiters der Abteilung Innere Verwaltung im Amt des Generalgouverneurs, Siebert, an die Distriktchefs und die Kreis- und Stalthauptleute über die Kennzeichnung von deutschen und tschechoslowakischen Juden im Generalgouvernement.! Betr.: Verordnung über die Kennzeichnung von Juden im Generalgouvernement Nach der Verordnung vom 23. November 1939— Verordnungsblatt GGP. S. 61- sind alle Juden und Jüdinnen, die sich im Generalgouvernement auf- halten und die das 10. Lebensjahr überschritten haben, verpflichtet, eine Arm- binde mit Zionstern zu tragen. Dieser Vorschrift unterliegen alle Juden und Jüdinnen, soweit sie nicht ausländische Staatsangehörige sind. Es besteht erneut Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß diese Regelung nicht nur für ehemalige polnische Staatsangehörige gilt, sondern auch für Juden und Jüdinnen deutscher Staatsangehörigkeit und Angehörige des Protektorats Böhmen und Mähren. AJHI, Kr L-L, Nr 9, S. 146. Dr. Siebert In Deutschland wurde eine allgemeine Verordnung betrefls Kennzeichnung der Juden bedeutend später, erst am 1. 11. 1941, veröffentlicht.(RGBI 1941, I, S. 547.) al In jı Dies 100 2] durc Der 34. 28. November 1939, Krakau(Kraköw).— Verordnung des Generalgouverneurs H. Frank über die Einsetzung von Judenräten. Auf Grund des$ 5 Abs. 1 des Erlasses des Führers und Reichskanzlers über die Verwaltung der besetzten polnischen Gebiete vom 12. Oktober 1939 (Reichsgesetzbl. I, S. 2077) verordne ich: N In jeder Gemeinde wird eine Vertretung der Juden gebildet. 82 Diese Vertretung der Juden, Judenrat genannt, besteht in Gemeinden bis zu 10000 Einwohnern aus 12, in Gemeinden über 10 000 Einwohnern aus 24 Juden, die der ortsansässigen Bevölkerung entstammen. Der Judenrat wird durch die Juden der Gemeinde gewählt. Scheidet ein Mitglied des Judenrates aus. so ist sofort ein neues zuzuwählen. ) 89 Der Judenrat wählt aus seiner Mitte einen Obmann und einen Stellvertreter. S4 1) Nach diesen Wahlen, die spätestens am 31. Dezember 1939 erfolgt sein müssen. ist dem zuständigen Kreishauptmann, in den Stadtkreisen dem Stadt- hauptmann, die Besetzung des Judenrates mitzuteilen. 2) Der Kreishauptmann(Stadthauptmann) entscheidet darüber, ob die mit- geteilte Besetzung des Judenrates anzuerkennen ist. Er kann eine andersartige Besetzung verfügen.! Der Judenrat ist verpflichtet, durch seinen Obmann oder durch seinen Stell- vertreter die Befehle deutscher-Dienststellen entgegenzunehmen.? Er haftet für ihre gewissenhafte Durchführung in vollem Umfange. Den Weisungen, die er zum Vollzuge dieser deutschen Anordnungen erläßt, haben sämtliche Juden und Jüdinnen zu gehorchen. Der Generalgouverneur für die besetzten polnischen Gebiete VBl GG 1939, S. 72. Frank ı Faktisch wurden die Judenräte niemals gewählt, sondern von den Stadt- bzw. Kreishaupt- leuten ernannt. 2 Im Anschluß an diese Verordnung wurden zwei Durchführungsvorschriften veröffentlicht: vom 25. 4. 1940 und vom 7. 6. 1940. Die erste bestimmt, daß die deutschen Behörden ihre Befehle an die Judenräte nur durch Vermittelung der zuständigen Kreishauptleute zu richten haben und daß diese Bestimmung nicht diejenigen Maßnahmen und Verordnungen be- trifft, welche mit dem Arbeitszwang der Juden im Generalgouvernement zusammenhängen. Die zweite Ausführungsbestimmung ordnet an, daß die deutschen Behörden ihre Befehle an die Judenräte der kreisfreien Städte nur durch Vermittelung der zuständigen Stadt- hauptleute zu richten haben.(VBl GG 1940, S. 249 u. 387.) 36. U- v Judenräte mußten alle Anordnungen und Anweisungen der deutschen Okk 35. Die pationsbehörden ausführen. Hier der Aufruf des Judenrates von Radom. wewmig jezoj I) oBergswopnpy niyAeid fsıysmopAz DsoupnT wWAZSIEIS ABey[BUISz3eN | gez0ig "zppm Auoss oz elayuns anso Dgos 2x2 eruSbpipod oMmj>juuemmpjseru MeImogip'npznfäm weje> nasferu ı 9ziod[euozapuzo m bie Firmpis ı prupmzem oBaj OP Als TIDMOROEHE omoxunspmzeg Ad'bIz DIuSIPeIs -eszıd op wsiuozapuzezsd'yapymwäzem wmpmäz Opel DOrupnıß I prup"wOopDy . ed "ypamoybipwm/saggunsors ı Aufzpos MOYUOFED I2zofE Po ofurejnz'Azpbruerd ums bumed Mm tuezıınpdonz MoipBejep yskzanu zezid bunjsoz I Diu -Dyzserıı erupsımodpo binwäzo Tuejpejsäm piuszopuzezıd oaslernu mu nınäqäzid og Tmäupmsfoßkzid njes oßer op uppompod DIuszIDuzezsd Ialayus YIAMIIIDLA OP IUDMOSSDIS spruaysäpu DUnjsoz Jugg1pod nfuezspuzerid Slan;s Du niaäı -Azıd og'urzpoß nı0-9 OP p!4291pod pIunMmasf SDZTZ "yaAzzınig APDy Dyuoys obsaupel Y DZIDyo] oBeupel eısımouprım'MHFUSS[ep yOAzsou urnyäsn m 1uDBbıs -od yuriuppnlseds SiS OIzZPsgPo SIUDMOHNOÄdSUDNPO ‚oBerysmoyeng 1 oBeigamacmdg MorBimod ySpimsom -ooslerwm yaduzoı M Tuezäzsermzor Dpag TusTpeisäna WOPDy>198ndo*qz pmupnsd c ı y's ySpomp m Mop&z(DZ Tenw zpbım piuszpbzınz yanys DN tr ER FE, EN ‘pıwoppy'w f sıysmopäz 1980 op juewupig jeso[(-) WOPDN SyHIsIg: sep SunisyjoAag uayasıpal ıop SOEJUDNSOHN-I2UG SIE Opgl 18quxezeg;| Um ucpoyg spuezywioafieg usepieom 17027827° 19115 usepicyuag usp uoA weßunpunysspjmang op'uapı afpig pun ftez uepuwiseg osielsuy ımz 35p ui yaIs pun uojsie] nz o8[0 7 Iöuipequn an yzuy weserp 'mp uspwwuseg Bunjpotsiogn Anz effD esepıof y2J 12m 46109194— PUENISIÄE7UO USSSTLITQUISA -susabowiun pun seporöpwuenwpg, ep[ypzuy ı0p —- Sunzinisıa 9x) zaıto nu usjäyyagumoAeg Lelssun uoA pun uayor usSunuyog spusyseldszus shumwwoyuy eTp uopIom VOHDUSSBO uopmunsedg S19 arız up ut "Uap1ar, JODAOJOAT OXNIAMAung IH9PUSyeTsTel2q ayNDom? wassıp ne Ri USROyastıl) weozwurneer 618 203“ırp u NOyUy Ip usprem UEUOTD unwiusheag 1@Pp spunigs 9-F HENHP NOZIyDy at "SO7DIUSISOJTy SOp ssponäfiig seute sauio IDMZ pun usji£uy>pwrjoaeg 1210r0n Bunz -19jSag ur veßnzıapuog iz;öjoje Sunzomiodsupggy ig -[yapıqeBraım oysng pun Mmomdg enjesy zep USYDyIsHg UAUSpaLyssssAa UI uepIom uepjepomwsßsny sıY "TWOSSDIISA WOPRPY'['P Zeqweozeg'; pun'p'g min WOPn; gpgz wossniw wopıoyeg ı1ep Sumupiouy Jay mern ar wen ar no veruneeei DE A BD DIA DT REERERERRES WOPD2Z!PDIS 19p Bunisyjoaag auasıpni arp un Jüds N nm nung des Judenrates ın Lublin. 2ord Ar 36. grEsı Gar 0% I, se 5 Doaös 3 ur mm uNaNas a ADZDY ei y’Malc erv@) wi|.|? 1 FIZ sGLAL Like Koi 2 aun 2384 z f y| u (z far:; Bi«*& u"3 Spor 7 Gr 32 v z -- rm f 4 fe II 5777 Fa£% NLGL& GEN/ Z> DU OTIDE/ Ei a ciIddlara+ sl.- upon BR si weh un\/ da in di Me u Nr u ie u Ar ö L 27 DIUP® ‚ Kaunzwingpgj>X LÄO u N 56\=|| La 97 GAT| kl 6% kun km% ng" ur PIE rn f AA© Are ic) Aue\ In, Eier 34 Ayır oys 21 pie HrA, sirh mmR?’£ mut rer ib A NLIENL.LLL wı& mit an g u ehe ihn 4 Kubi mel Zirm I€ T um jr LULGAL Adi A AN a chem pm e RK P u We he ah rareT TE “I mer f.\ Ta Te re ru 5 a ku weh dh 37. 1. Dezember 1939, Petrikau(Piotrköw).— Verordnung des Stadtkommissars von Piotrköow, Drechsel, über Beschränkungen, die den im Getto befindlichen Juden auf- erlegt wurden. I. Die jüdische Gemeinde in Petrikau meldet mir bis zum Abend des 9. Dezember, wieviel Einwohner in den einzelnen Grundstücken des Getto! wohnen und zwar jeweils: 1. die Zahl der Bewohner eines Grund- stückes. 2. die Summe der Einwohner aller Grundstücke auf jeder Straßenseite und zwar immer von einer Querstraße bis zur nächsten Querstraße. Die Frist ist unter allen Umständen einzuhalten. II. Vom 2. Dezember an sind täglich 1000 männliche Angehörige der jüdischen Gemeinde für Zwangsarbeiten zur Verfügung zu stellen. Es ist jeweils am Vorabend bei dem kommissarischen Leiter des städtischen Bauamtes, Herrn Architekt Lindner festzustellen, wo sich die einzelnen Zwangsarbeiter einzufinden haben. Herr Lindner gibt diese Meldung jeweils sofort zur Vorbereitung polizeilicher Überwachung an Herrn Polizeileiter Schwafert weiter. III. Die jüdische Gemeinde hat sofort auf dem freien Platze hinter der Synagoge einen großen Barackenbau zu errichten, der zur Notunter- bringung Obdachloser bis zum 10. Dezember 1939 fertiggestellt sein muß. Auch der andere Barackenbau muß bis zum 10. Dezember fertiggestellt sein. Die Zwangsarbeiter werden deshalb in erster Linie für die Baracken- bauten eingesetzt werden. IV. Alle Juden, auch getaufte Juden und solche Personen, von denen ein Elternteil Jude ist, haben sofort zur Kennzeichnung am rechten Unter- arm eine gelbe Armbinde mit dem Aufdruck ‚Jude‘ zu tragen. Wer am 3. Dezember ohne eine solche Armbinde angetroffen wird, wird als Sabo- teur vor ein Standgericht gestellt. V. Allen Juden wird hiermit verboten, ihre Wohnungen zu verlassen. Aus- gangszeit ist innerhalb des Getto von 8 Uhr bis 15 Uhr, außerhalb des Getto von ll Uhr bis 13 Uhr. Wer außerhalb dieser Zeiten auf der Straße angetroffen wird, wird als Saboteur vor ein Standgericht gestellt.? Die Zwangsarbeiter sind geschlossen unter polizeilicher Bedeckung ab- zuholen und zurückzuführen. Einigen Mitgliedern des Ältestenrates werde ich Passierscheine ausstellen. 1 Das Getto in Piotrköw Trybunalski wurde schon im Oktober 1939 gegründet.(AJHI, Ring I, Nr 340, Bekanntmachungen aus Petrikau.) 2 Um die von den deutschen Behörden angekündigten schweren Strafen zu vermeiden, ver- öffentlichte der Ältestenrat der Juden in Petrikau am 12. 1. 1940 eine Verordnung, welche die noch außerhalb des Gettos wohnenden Juden zum sofortigen Umzug in den jüdischen Wohnbezirk aufrief.(AJHI, Ring I, Nr 340.) 74 VE Entschädigungsansprüche stehen niemandem, der von dieser Verfügung betroffen wird, zu. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe und Gefängnisstrafe, oder mit einer dieser Strafen bestraft, wenn nicht als Sabotage die Zuständigkeit des Standgerichtes gegeben ist. Der Stadtkommissar Drechsel Oberbürgermeister AJHI, Ring I, Nr 340. e Eee es. u De A A zn A Mn S De;= 2= Du 2 N, piwuy>sS Oops Tl Fuypimy 67 erup'moyt 1 day 67, WOP BPEYPIY 1 kumoLn)) jeyyan] 3 5 [= ® ®“4 » ::; E 4 A Ei i= & 1 pAz zazıd nyuAy 7 OS3UMOINT I! ıtrerd eıuemÄzn 10 ir E@..> TON Hr O9IAINSIIIN ALSONVLS| 3 AINIZIZSIINMIO X 38. Bekanntmachung des Stadthauptmanns von Krakau. DZ RER BR Ei NT SL AEREEER Zu- mumu>S| op6L. was| vimp\meypeuy von A rakau. uplmanns N zdtna St R"mopAz zazıd nfemweı, eıuemÄzn:Äzokjog osarmslary; Ajsoaeıg - IATX “„n 1 a 1 ı€ wo B.= . 2 N> meeey Er > piugag z pam uadlaz ugdızsı(] Sunup.ouy 1ISAHP uni 4 -JAppang 22p We aıseärge, ap ssep‘oem pum sg- ‚upewad YPıpuuay uajjuysjny>pusga>ıdsjus yunp je usjsediyej wodugn wap uoA uapnf 10p Zunmpuosgy Ag WPIM Jypeıgadue Sjsepaqwney uyDPP4oH> sap>qed -SSEW Deu RUJjeyDg oA sıp'uadunypLLue\ yadamag amp wod -emnisduegay pam-gauj uwap ui pajgeuopnf A>p Zunnpuur pP Iyarpsaä‘puis jnegad Äliojiomz Jypru wdeg ap jiamog ®-ayyauaduis AP ,geuspnf usdeagata] pP[a] way ump u PS) So.‘pus wgadasıag usdensdueg -Uy auy wodengau, up uauap jur au e jay pueayssaq sjtaygy waaayury uauasaımadnz usBemiodueg jne puıs uapnf a1]"wajogaaa sua8 -uy un uauyı SOp Bunzjanus dadınqg modem ! ey pupıoadur Sundu 1331140508 Im IS ınz pam Op] pumpr) nt BAU] SOp Äunzynusg>1p yuy wöemngellt U SIU9yLIIAUgequasseıIg I 17 q N |'6] oA sjayasjyugsig] u410 sap SOssej1F -uapnf y9anp uyequasseng A9p 3unzjnuag:12q suueutjdneyjpeIg S3p INNHIVWLNNVYIG'% ® En 40. 10. Dezember 1939, Lodsch(Löd£).— Rundschreiben des Regierungspräsidenten ın den zu Kalisch, Uebelhoer, an die örtlichen Partei- und Polizeibehörden sowie an die der= wirtschaftlichen Institutionen über die Errichtung eines Gettos in Lodsch. BIER Zahl s wel 1e Geheim Grenz Streng vertraulich den I Ai Bildung eines Gettos in der Stadt Lodsch milde In der Großstadt Lodsch leben m. E. heute ca. 320 000 Juden. Ihre sofortige sind( Evakuierung ist nicht möglich. Eingehende Untersuchungen aller in Frage und$ kommenden Dienststellen haben ergeben, daß eine Zusammenfassung sämt- vor di licher Juden in einem geschlossenen Getto möglich ist. Die Judenfrage in der Part Stadt Lodsch muß vorläufig in folgender Weise gelöst werden: die$ l. Die nördlich der Linie Listopada(Novemberstraße, Freiheitsplatz, Pomor-\ ska) Pommerschestraße wohnenden Juden sind in einem geschlossenen I Getto dergestalt unterzubringen, daß einmal der für die Bildung eines\ deutschen Kraftzentrums um den Freiheitsplatz benötigte Raum von Juden gesäubert wird, und zum anderen, daß der fast ausschließlich von Juden 2. Fe bewohnte nördliche Stadtteil in dieses Getto einbezogen wird. Re 9%. Die im übrigen Teil der Stadt Lodsch wohnenden arbeitsfähigen Juden sind zu Arbeitsabteilungen zusammenzufassen und in Kasernenblocks 4.17 unterzubringen und zu bewachen.. i Die Vorarbeiten und Durchführung dieses Planes soll ein Arbeitsstab aus-| führen, in den folgende Behörden bzw. Dienststellen Vertreter entsenden: NS: DE Asp B 2. Außenstelle Lodsch des Regierungspräsidenten zu Kalisch G 3. Stadtverwaltung der Stadt Lodsch(Wohnungsamt, Bauamt, Gesundheits- amt, Ernährungsamt usw.) 4. Ordnungspolizei| 6.8 5. Sicherheitspolizei 6. Totenkopfverband| Nacl 7. Industrie- und Handelskammer Bey; 8. Finanzamt. üe E Den Vorsitz in diesem Arbeitsstab führe ich selbst, in meiner Abwesenheit vertritt mich der Leiter meiner Außenstelle Lodsch, Herr Oberregierungsrat ; 3 Reit. Dr. Moser. Federführend im Arbeitsstab ist hinsichtlich der Gesamtplanung ä.\. A E ä ü: mıt Herr Kriminalrat Gans. Die obigen Dienststellen melden ihre Vertreter bis Ze; Jüdise z11n081102107211959%( n ö=° Ö r& 5 ö 5 et. Die mir bisher vorliegenden Vorschläge hinsichtlich der Ausdehnung des J X=.. D. ö“,& Ude Gettos halte ich nicht für ausreichend. Nach vorsichtigen Schätzungen wohnen Ä] e Altes 78 in den nördlichen Stadtteilen bereits etwa 220 000 Juden, während südlich der Linie Listopada(Novemberstraße, Freiheitsplatz, Pomorska) Pommersche Straße noch etwa 100000 Juden ihre Wohnungen haben. Aus der letzteren Zahl sollen die nicht arbeitsfähigen Juden ebenfalls im Getto untergebracht werden. Die erste Aufgabe des Arbeitsstabes ist daher die Festlegung deı Grenzen des zu errichtenden Gettos und die Klärung der sich hieraus ergeben- den Fragen, wie Verlegung der Durchgangsstraßen, Straßenbahnlinien usw. Außerdem ist sofort festzustellen, wieviel Deutsche und Polen in dem zu bildenden Getto heute noch wohnen und umgesiedelt werden müssen. Dabei sind die neuen Wohnungen für diesen Personenkreis ebenfalls zu erkunden und sicherzustellen, um eine reibungslose Umsiedlung zu gewährleisten, dic vor der Errichtung des Gettos, soweit Deutsche in Frage kommen, durch dic Partei und die Stadtverwaltung, soweit es sich um Polen handelt, allein durch die Stadtverwaltung vorgenommen werden muß. Weiterhin sind folgende Vorarbeiten zu leisten: 1. Festleeung der Abriegelungseinrichtungen(Anlage von Straßensperrungen, Verbarrikadierungen von Häuserfronten und Ausgängen usw. 2. Festlegung der Bewachungsmaßnahmen der Um renzungslinie des Gettos. 3, Beschaffung der erforderlichen Materialien für die Abriegelung des Gettos durch die Stadtverwaltung Lodsch. 4.. Treffen von Vorkehrungen, daß die gesundheitliche Betreuung der Juden innerhalb des Gettos durch Überweisung von Arzneimitteln und ärztlichen Instrumenten’(aus jüdischen. Beständen), insbesondere von dem Stand- punkte der Seuchenbekämpfung aus gewährleistet ist Gesundheitsamt 1g: ). Vorbereitungen für die spätere Regelung deı Fäkalienabfuhr aus dem Getto und Regelung des Abtransportes von Leichen zum jüdischen Fried- hof, bzw. Errichtung eines Friedhofes innerhalb des Gettos(Stadtver- waltung 6. Sicherstellung der im Getto benötigten Mengen von Heizmaterial(Stadt- verwaltung). Nach Erledigung dieser Vorarbeiten und nach Ber: itstellung der genügenden Bewachungskräfte soll an einem von mir zu bestimmenden Tag schlagartig die Errichtung des Gettos erfolgen, das heißt, zu einer bestimmten Stunde wird die festgelegte Umgrenzungslinie des Gettos durch die hierfür vorge- sehenen Bewachungsmannschaften besetzt und die Straßen durch spanische Reiter und sonstige Absperrungsvorrichtungen geschlossen. Gleichzeitig wird mit der Zumauerung bzw. anderweitigen Sperrung der Häuserfronten durch jüdische Arbeitskräfte, die aus dem Getto zu nehmen sind, begonnen. Im Getto selbst wird sofort eine jüdische Selbstverwaltung eingesetzt, die aus dem Judenältesten und einem stark erweiterten Gemeindevorstand besteht. Dieser Ältestenrat des Gettos hat folgende Aufgaben zu erfüllen: 79 l. Referat Ernährung: Einrichtung und Erhaltung von Gemeinschaftsküchen Verwertung der im Getto vorhandenen und durch die Stadtverwaltung anzuliefernden Lebensmittel Verteilung der durch die Stadtverwaltung anzuliefernden Brennstoffe ). Referat Gesundheitswesen: Einsatz der Ärzte Apothekenbetreuung Einrichtung eines oder mehrerer Krankenhäuser, sowie Seuchenstationen, 3ereitstellung des erforderlichen Pflegepersonals Trinkwasserversorgung Latrinen und Fäkalienabfuhr Bestattungswesen 3. Referat Rechnungswesen: Finanzierung der angelieferten Lebensmittel t. Referat Sicherheit: Bildung eines Ordnungsdienstes Bildung eines Feuerschutzes 5. Referat Unterbringung: Verteilung der vorhandenen Räume Errichtung von Wohnbaracken Beschaffung von Lagerstätten usw. für die Gettoinsassen 6. Referat Meldewesen: Erfassung sämtlicher im Getto vorhandenen Personen und Kontrolle der Zu- und Abgänge. Durch das Ernährungsamt der Stadt Lodsch werden die erforderlichen Lebens- mittel und Brennstoffe an zu bestimmenden Punkten des Gettos angefahren und den Beauftragten der jüdischen Selbstverwaltung zur Verwertung über- geben. Grundsatz muß dabei sein, daß Lebensmittel und Brennstoffe nur durch Tauschware, wie Textilien usw. bezahlt werden dürfen. Es muß auf diese Weise gelingen, daß wir die von Juden gehamsterten und versteckten Sachwerte restlos herausholen. Gleichzeitig bzw. kurz nach Erstellung des Gettos sind die außerhalb des Gettos wohnenden arbeitsunfähigen Juden in das Getto abzuschieben(Sicher- heitspolizei, Ordnungspolizei, Stadtverwaltung). Die durch dieses Abschieben der Juden im übrigen Teil der Stadt freigewordenen Wohnungen sind gegen unbefugte Eingriffe zu sichern. Gegen Juden, die beim Vertreiben aus ihren Wohnungen böswillige Zerstörungen vornehmen, sind die schärfsten Mittel anzuwenden. Die Betreuung der verlassenen Wohnungen ist zunächst den einzelnen dafür verantwortlich zu machenden Hauswächtern bzw. Haus- verwaltern unter Aufsicht der zuständigen Organe der Ordnungspolizei zu 80 überlassen. Sobald als möglich übernimmt die Verwaltung dieser Wohnungen samt den in ihnen vorhandenen Einrichtungsgegenständen das städtische Wohnungs- und Grundstücksamt. Welche Häuser und Wohnungen überhaupt nicht mehr in Benutzung genommen werden, ergibt sich nach der Prüfung ihres Zustandes bzw. nach der Entscheidung hinsichtlich der Neuplanung der Stadt. 3ei der Abkämmung der übrigen Stadtteile nac h arbeitsunfähigen Juden, die eleichzeitig bzw. kurz nach Erstellung des Gettos in das Getto abgeschoben werden. sind auch die dort wohnenden arbeitsfähigen Juden sicherzustellen. Sie sollen zu Arbeitsabteilungen zusammengefaßt und in vorher durch die Stadtverwaltung und die Sicherheitspolizei festgelegten Kasernenblocks unter- gebracht und dort bewacht werden. Diese Juden sind für einen geschlossenen Arbeitseinsatz bestimmt. Dieser soll zunächst darin bestehen, daß abbruch- reife Häuser im Stadtkern durch diese Abteilungen abgetragen werden. Die Stadtverwaltung macht mir Vorschläge hinsichtlich der abzubrechenden Häuser. Die Ernährung dieser Juden erfolgt aus Gemeinschaftsküchen inner- halb der einzelnen Kasernenblocks. Die Sicherstellung der Ernährung ist Aul- oabe des Ernährungsamts der Stadt Lodsch. Dieses bestimmt die auf jeden einzelnen Juden entfallenden Essenrationen und stellt den Bedarf für eine Zeit von 3-4 Tagen sicher. Aus Vorstehendem ergibt sich, daß zum Arbeitseinsatz zunächst die Juden genommen werden, die außerhalb des Gettos ihren Wohnsitz haben. Die ın den Arbeitskasernen arbeitsunfähigen oder krank werdenden Juden sind in das Getto zu überweisen. Die im Getto wohnenden noch arbeitsfähigen Juden sollen die innerhalb des Gettos anfallenden Arbeiten erledigen. Ich werde später bestimmen, ob arbeitsfähige Juden aus dem Getto herausgeholt und in die Arbeitskasernen gebracht werden sollen. Die Erstellung des Gettos ist selbstverständlich nur eine Übergangsmaßnahme. Zu welchen Zeitpunkten und mit welchen Mitteln das Getto und damit die Stadt Lodsch von Juden gesäubert wird, behalte ich mir vor. Endziel muß jedenfalls sein, daß wir diese Pestbeule restlos ausbrennen. AJHI, GV 111/53, S. 215. gez. Uebelhoer! 1 Im Zusammenhang mit Uebelhoers Rundschreiben erließ der Polizeipräsident in Lodsch, Schäfer, am 8. 2. 1940 eine polizeiliche Ausführungsbestimmung über Aufenthaltsbeschrän- kung der Juden, in der er den Gettobereich bestimmte und Mittel wie auch Fristen für die Deportation der Juden ins jüdische Wohnviertel festsetzte.(A. Eisenbach, Getto Lödzkie, S. 3511.) 6 Getto sl 42. 41. Lodsch. Am 1. Mai 1940 wurde das Getto von der Umwelt abgeriegelt. 4, 82 6r VRRURRRARRLLLLER{ TROERHEIEN 42. Lodsch. Vor einem Grettotor 43. 30 lyrıl 1940, Lodsch Löd Schreiben des stellvertretenden Oberbürger meisters von Lodsch. Schiffer, an den Altesten der Juden in Lodsch, Ch, Rumkowskı in dem der Befehl enthalten ıst, eine Ahlung der Juden im Getto und eine Ver //, mögensbeschlaenahme durchzuführen sowie die I erpfli rung ım Gello zu organısıeren A\uferund der Verordnung des Herrn Polizeipräsidenten vom 8. 4, 1940 ist ab 0, April 1940 allen Bewohnern das Verlassen des Gettos vi rboten. Ich mache Sie fiir die strikte Durehlührunss dieses Verbots verantwortlich.' l'erner benultrare ich Sie aufgrund der mir von dem Herrn Regierung präsidenten von Litzmannstadt am 27\pril 1940 erteilten Vollmacht mit deı Durchführune aller Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung eines geordneten Gemeinschaftslebens im Wohngebiet der Juden erlorderlich sind une noch erforderlich werden, Insbesondere haben Sie die Ordnung des Wirtschaft lebens, der Ernährung, des Arbeitseinsatzes, des Gesundheitswesens und dei Fürsorge sicherzustellen, Sie sind dazu berechtigt, alle hierfür erforderlichen ı Am 8,5, 1940 gab Ch, Rumkowski der jüdischen Bevölkerung im Getto Schillers Veıi ordntmnge hinsichtlich clen Ve rbots, das(setto in Lodsch zu ve rlassen, bekannt Maßnahmen und Anordnungen zu treffen und diese mit Hilfe des Ihnen unterstellten Ordnungsdienstes durchzusetzen. Ich ermächtige Sie, sofort Meldestellen einzurichten, in denen sämtliche Be- wohner des Gettos listenmäßig zu erfassen sind. Aus diesen Listen müssen auch die Religions- und Volkszugehörigkeit erkenntlich sein.- Durchschläge dieser Listen sind mir wöchentlich in 5-facher Ausführung— erstmalig am 13. Mai 1940- einzureichen. Der gesamte Geschäftsverkehr mit den deutschen Behörden erfolgt einzig und allein durch Sie bzw. einen mir noch von ihrer Seite zu benennenden Stell- vertreter in der Verwaltungsstelle, die am Baluter Ring zur Einrichtung kommt. Die Zulassung weiterer Beauftragter ist von Fall zu Fallim voraus zu beantragen. Zur Sicherstellung der Ernährung der Bevölkerung sind Sie berechtigt, alle gesammelten Vorräte zu beschlagnahmen und zur Verteilung zu bringen. Da das gesamte jüdische Vermögen nach reichsgesetzlicher Regelung als beschlagnahmt gilt, haben Sie sämtliche Vermögenswerte der Juden soweit sie nicht zur unmittelbaren Lebensnotwendigkeit gehören(z. B. zur Beklei- dung, Ernährung und Wohnung) listenmäßig zu erfassen und sicherzu- stellen. Sie sind ferner berechtigt, alle Juden zur unentgeltlichen Arbeitsleistung zu verpflichten. Alle Maßnahmen grundsätzlicher Art bedürfen vor ihrer Ausführung meiner vorherigen schriftlichen Zustimmung... AJHI, JLo, Zentr. Sekr. Nr 9. 44. 44. Bekanntmachung des Ältesten der Juden in Litzmannstadt. amn.unn® mgphy umjsyarsieız Äuozogszud msmoyuuny‘YO(-) ı El RI ZI Up OPDpejsuuswz s Wwejusjuzemodn>juwazazud jwAuepAm dıs wAobinwAyd2] "wıAMmosIds wWOoyILpdszun Ouel 8 zpoß po 5,8 wAoblezesejßz'q 4 BOMJISEZO Hı NIUP M 2u029 dam 14 0H6L PIMA12z9 5, Bjup op Iajepleu euowywedAm @1U18}AZ0 Ajaywoy zazud JÄgbzenw 37) Szaeınwulo,J »mosıds zıeınwiof 4 Op61 Im19z7 gj wıup blewäzıjo 3mowog Aaywoy aiyısizsm nsıds wiuszpemoudazıd nj29 M z P7 (# Auppıosoy 19)(amoypbziog Azeujg opuawoy a1uzobrim alopiAm 21 BIu2j0Mm29Z nyzs210 qnı AumAzıB waıoßäı pod'stusjomzsz oßaujeloads zaq yexyzsajw wiuezozendo weuesgez nsblAm zaqg wiyjsäizsm wi) niup M IDSONANT SId® 01290) m dis eizpögpo"1 Oy6l P>Mmiaz> 9,@lup’sj01zpelu M 09 AN 3INIZIZS3IMI0 uapnr mp iauuy 480 4smoywny 49(-) Mr 6 er dur OTETRrRRNN joyadge s2>2J1WOyENE]J 4>2p vaa'puls Buyew -joAaq uauoyewıd27 ypınp wm uon 2ıp'uszweag uoA'U@ YD4 JUN 8 UOA Or6ı Iunr'9ı vep BeJuuog we UMp4>m MuejnWlo] umyynyaBsne>Iıg vuassnw urpıam jınjBen® Jeg99| yOINn®ep s2>]]woysneJj; vep uU0A'Op6I wnf Sl usp'pu>geuuog Sig su2js21eds>jp isınwiojsdunyggr -SyjoA OFB5I!unf'gı up Bujsiauuog W® s23yWwoysney4 sıp uajjeyı? BunjyezsgjoA 49P Buniyunjysang anz 9 zyejdyaay'sajsu2jpsdunupig#3p uspusu -woy 43p 1113113 Sundtwyau2da2puog»Bum]? iq ysasaq ysauy ww 22p0 2juj8p[>D A2u> u patm JjPPUeyaopmnz u>p JO -uasseja>a Bunuyoy»1p Bunduy2usßıapuog aypıyjıay>s>uyo puewztu jI9p Be; wasmıp Uy mais ONNTHYZSMTOA au? op>n wi JPpulj Orsı!unf'9} Yep dejuuog my 09 AN ONNHIUWLNNWNIS Hl SRTREBITUINHTRNIRHEH HN014 NL Hu Hill) Hi N N N I SRMIRFREURLSBEHILHÄSEFL PIUS SEES EBRFLIGH LES PIF HE KUH N i Int ah) ULRELNZUNDELUDBELAREBENINGULLLLLRANEOLLBLDTNRSAUUUL 45. 8. April 1940, Warschau(Warszawa).— Auszüge aus dem Bericht des Leiters der Abteilung Umsiedlung im Amt beim Chef des Distrikts Warschau, Schön, über die Vorbereitungen zur Errichtung eines Gettos in Warschau. ... Die Frage der Lokalisierung von Juden(Bildung von 2 Gettos) in War- schau drängt auch zur Lösung, insbesondere deshalb, weil eine bedenkliche Zahl von Fleckfiebererscheinungen gemeldet worden ist} Die Lösung wurde mit Rücksicht darauf zurückgestellt, daß verlautbart wor- den war, es sei daran gedacht, den Lubliner Raum als Sammelbecken für die Juden vorzusehen. Wie jetzt von Krakau mitgeteilt wird, ist aber nicht daran gedacht. Es ist daran gedacht, die Gettos mit 5-meterhohen Mauern zu umziehen.? Die Frage der Beschaffung von Zement bereitet Schwierigkeiten... BP, Bd XXV, S. 108. \ Dies war, wie bekannt, ein oft gebrauchter Vorwand, der den Hitlerfaschisten dazu diente, die Notwendigkeit einer Isolierung der Juden in abgesonderten Wohngebieten(Gettos) zu begründen. 2 Anfang Juni 1940 besaß das Getto in Warschau 49 Mauerabschnitte und 21 Ausgänge. (AJHI, Bulletin der Statistischen Abteilung des Warschauer Judenrats, Nr 3.) 46. Juli 1940, Krakau(Kraköw).— Auszüge aus einem Bericht der Regierung des Generalgouvernements über die Lage der jüdischen Bevölkerung im Generalgouverne- ment in der Zeit bis Juli 1940. - Es wohnen heute im Gebiet des GG 1,6 Mill. Juden. Frühere amtliche Zählungen ergaben etwa 1,3 Mill. An dieser Zahl sind die Distrikte: Krakau mit 200000 Juden, d.h. 5,3%, d. Bevölk. Radom mit 310000 Juden, d.h. 10,4%), d. Bevölk. Warschau mit 540000 Juden, d. h. 17,4%, d. Bevölk. Lublin mit 250000 Juden, d.h. 9,6°/, d. Bevölk. 1 300.000 10,4%, beteiligt. Grundlagen der Judenregelung sind die Verordnungen und Erlasse des Generalgouverneurs sowie des Leiters der Abteilung Innere Verwaltung und die Anordnungen des Höheren SS- und Polizeiführers Ost. Erste Maßnahme war die Einführung des Arbeitszwanges für die jüdische Bevölkerung(Verordnungsblatt GGP I. vom 26. X. 1939). Gleichzeitig wurde das Schächtverbot erlassen und für Zuwiderhandlungen Zuchthausstrafen angedroht. Weiterhin traten Verordnungen in Kraft über die Aufhebung der Steuer- befreiung und Steuerbegünstigung bei jüdischen Korporationen und die Ver- ordnung zur Kennzeichnungspflicht der Geschäfte im GG sowie die Kenn- 86 EETENTRRLTUGR LEN DAUDUULULTG BLEULLUBUUG LLUBULLLLELELRUUBIGRLOLSLLOUBBLLLRUSSHUUULITGURGERESULUUDT zeıchI durel zeichnungspflicht für Juden und Jüdinnen im Älter von mehr als 10 Jahren durch eine weiße Armbinde mit einem blauen Zionsstern.! Es wurde die Einsetzung von Judenräten bestimmt, die die Zusammenarbeit mit der deutschen Verwaltung ermöglichen sollen.” Die Mitglieder sind ver- antwortlich für die Aufgabengebiete: Finanzwesen, Wirtschaft, Wohlfahrt, Gesundheitswesen, Arbeitseinsatz, Auswanderungswesen, usw..... Im übrigen ist eine Selbstverwaltung auf allen Gebieten angestrebt, z. B. werden bereits 3 durch- alle Fürsorgemaßnahmen von der ‚Jüdischen Sozialen Selbsthilfe‘ geführt, die ihren Sitz in Krakau hat. Die erste Durchführungsvorschrift zur Verordnung vom 26. X. 39 über die Einführung des Arbeitszwanges enthält Maßnahmen, die eine behördliche Erfassung der jüdischen Bevölkerung ermöglichen: Meldepflicht bei einem Wohnungswechsel und beim Zuzug in das Generalgouvernement, gewisse Auf- enthaltsbeschränkungen und Beschränkungen in der Benutzung von Straßen und Plätzen zu bestimmten Zeiten.? Die zweite Durchführungsbestimmung ordnet an, daß alle Juden vom 14. bis zum 60. Lebensjahr grundsätzlich dem Arbeitszwang unterliegen. Die Dauer des Arbeitszwanges beträgt in der Regel zwei Jahre und wird nur in Ausnahmefällen und aus erzieherischen Gründen verlängert. Die Einsetzung erfolgt nach Möglichkeit entsprechend den erlernten Berufen bei lagermäßiger Unterbringung. Wer sich der Erfassung entzieht oder die Durchführung der Zwangsarbeit erschwert, kann mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren bestraft werden. Es wurde weiterhin zur Pflicht gemacht, das gesamte jüdische Vermögen anzumelden, wobei der Stand des Vermögens am Tage des Inkrafttretens dieser Verordnung zu Grunde gelegt werden muß. Als Eigentümer jüdischen Vermögens gelten Juden, soweit sie am 1. 1. 39 die polnische Staatsangehörig- keit besessen oder nachher erworben haben, ferner staatenlose Juden, die nicht jüdischen Ehegatten von Juden, Personalgesellschaften, wenn mehr als die Hälfte der Gesellschafter, bei Kommanditgesellschaften, wenn mehr als die Hälfte der persönlich haftenden Gesellschafter Juden sind, Kapitalgesell- schaften, bei denen mehr als 25, Juden beteiligt sind. Nicht angemeldetes Vermögen wird eingezogen.® Die Benutzung der Eisenbahnen wurde den Juden verboten.” 1 Siehe Dokument Nr 28. 2 Siehe Dokument Nr 35. 3 Die JSS(Jüdische Soziale Selbsthilfe) wurde im Mai 1940 gegründet. Diese Institution hatte ihre Zweigstellen(die sogenannten Jüdischen Hilfskomitees) in den Kreisen und in manchen Städten sowie sogenannte Stützpunkte in kleineren Ortschaften. 1942 wurde die JSS in JUS(Jüdische Unterstützungsstelle) umbenannt. ı VBl GG 1939, S. 231. 5 VBl GG 1939, S. 246. 86 VBl GG 1940, S. 31. 7 VBlI GG 1940, S. 45. 87 In einer Anweisung des Verordnungsblattes GGPI. Nr. 4 vom 2. 3.40 wird die Einrichtung eines selbständigen Referates für Judenangelegenheiten im Amt des Generalgouverneurs, Abteilung Verwaltung— Bevölkerungswesen und Fürsorge- und den nachgeordneten Dienststellen festgelegt. Die Aufgaben dieser Judenreferate erstrecken sich auf folgende Punkte: Erfassung der Juden und Entscheidung über die Zugehörigkeit zum Judentum, Bildung jüdischer Ältestenräte, Judenverordnungen und Bearbeitung der allgemein anfallenden Judenangelegenheiten mit Ausnahme der Fürsorge. Mit dieser Einrichtung der Judenreferate in allen Verwaltungsstellen ist die einheitliche und sachgemäße Behandlung aller Judenangelegenheiten möglich geworden. Eine Verordnung vom Mai 1940 verbietet allgemein die Beschäftigung von nichtjüdischen Personen unter 45 Jahren in jüdischen Haushaltungen. Die Benutzung von Kraftwagen durch Juden soll nur in dringenden Ausnahme- fällen gestattet werden. Vom Mai 1940 liest ein Verordnungsentwurf über die Bestimmung des Begriffs„FUDE“ vor. Der Begriff„Jude“ wird danach im Generalgouverne- ment unter entsprechender Anwendung der reichsgesetzlichen Vorschriften bestimmt. Der Generalgouverneur hat die Aussiedlung der Juden aus Krakau[ange- ordnet] mit dem Hinweis, daß eine so große jüdische Bevölkerungszahl für eine Regierungsstadt nicht tragbar ist. Der Judenrat hat die erforderlichen Vorkehrungen hierfür getroffen. Noch vor der formalen Aufforderung sind bereits in den ersten Tagen 1200 Juden ausgesiedelt worden und weitere 1000 haben am 24.6. Passierscheine und Fahrkarten für die Ausreise aus Krakau erhalten... BP, Bd XXXfI, S. 207. 8 Diese Verordnung wurde am 24. 7. 1940 veröffentlicht.(VBl GG 1940, S. 231.) 47. 22. Juli 1940, Armee-Hauptquartier.— Auszug aus einem Befehl des Generals von Küchler, Oberkommandierender der XVIII. Armee, der den Offizieren und Soldaten die Kritik an den gegen Polen und Juden durchgeführten Verfolgungs- maßnahmen verbietet. .2) Ich betone die Notwendigkeit, dafür Sorge zu tragen, daß sich alle Soldaten der Armee, besonders die Offiziere, jeder Kritik an dem im General- souvernement durchgeführten Kampf mit der Bevölkerung, zum Beispiel die Behandlung der polnischen Minderheiten, der Juden und kirchlicher An- gelegenheiten, enthalten. Die völkische Endlösung dieses Volkskampfes, der an der Ostgrenze seit Jahrhunderten tobt, verlangt besonders strenge Maß- nahmen. Gewisse Einheiten von Partei und Staat sind mit der Durchführung dieses völkischen Ringens im Östen betraut. 88 es- REAL RR je BEBHTEBUBLER Bl RARRU Der> deut Der Soldat hat sich diesen Belangen anderer Einheiten fernzuhalten. Das be- deutet, er hat jene Unternehmen auch nicht zu kritisieren. Außerordentlich wichtig erscheint es, unverzüglich dieses Problem betreffende Anweisungen für jene Soldaten herauszugeben, die erst kürzlich aus dem Westen in den Osten verlegt wurden, da diesen anderenfalls Gerüchte und falsche Auskünfte über die Bedeutung und das Ziel solchen Ringens nahe- Sebracht werden könnten. Nachfolgeprozeß Nr XII, Bd XXVIJ, S. 137, NOKW 51 48. Während einer ‚,Judenaktion‘ BE\ ger 49. 24. Juli 1940. Krakau(Krakow). Verordnung des Generalgouverneurs H. Frank, worin der Begrijf„Jude‘‘ festge legt u ird." Auf Grund des$5 Abs. I des Erlasses des Führers und Reichskanzlers über d 1G Verwaltung der besetzten polnischen Gebiete vom 12. Oktober 1939(Reichs- gesetzbl. I. S. 2077) verordne ich: Der Entwurf dieser Verordnung wurde schon im Mai 1940 den Nürnberger Gesetzen ge mäß vorbereitet. Erst im Juli 1940 wurde sie veröffentlicht. Auf Grund einer weiter: ı Verordnung vom 7.2. 1941 wurden die'Bestimmungen der obigen Verordnung auch füı den Distrikt Galizien geltend gemacht. Offiziell wurde der Wirkungsbereich deı Nürnberger Gesetze auf die polnischen, ins Reich ‚‚eingegliederten‘‘ Gebiete erst auf Grund der Verordnung 89 Sl Soweit in Rechts- und Verwaltungsvorschriften des Generalgouverneurs der Begriff ‚„,Jude‘‘ verwendet ist, ist darunter zu verstehen: l. wer nach den reichsrechtlichen Vorschriften Jude ist oder als Jude gilt; 2. wer als ehemaliger polnischer Staatsangehöriger oder Staatenloser nach$ 2 dieser Verordnung Jude ist oder als Jude gilt. 8< (1) Jude ist, wer von mindestens drei der Rasse nach volljüdischen Groß- eltern abstammt. (2) Als Jude gilt, wer von zwei der Rasse nach volljüdischen Großeltern abstammt, a) sofern er am 1. September 1939 der jüdischen Religionsgemeinschaft an- gehört hat oder danach in sie aufgenommen wird, b) sofern er beim Inkrafttreten dieser Verordnung mit einem Juden verheiratet war oder sich danach mit einem solchen verheiratet, c) sofern er aus dem außerehelichen Verkehr mit einem Juden im Sinne von Abs. 1 stammt und nach dem 31. Mai 1941 geboren wird. (3) Als volljüdisch gilt ein Großelternteil ohne weiteres, wenn er der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört hat. 83 (1) Soweit in Rechts- und Verwaltungsvorschriften des Generalgouverne- ments der Begriff„jüdischer Mischling‘ verwendet ist, ist darunter zu ver- stehen, l. wer nach den reichsrechtlichen Vorschriften jüdischer Mischling ist, 2. wer als ehemaliger polnischer Staatsangehöriger oder Staatenloser von einem oder zwei der Rasse nach volljüdischen Großelternteilen abstammt, sofern er nicht nach$ 2 Abs. 2 als Jude gilt. (2) Die Vorschrift des$ 2 Abs. 3 gilt entsprechend. 4 (1) Ein Gewerbebetrieb gilt als jüdisch, wenn der Inhaber Jude im Sinne von un 8 Last. (2) Der Gewerbebetrieb einer Personalgesellschaft gilt als jüdisch, wenn ein oder mehrere persönlich haftende Gesellschafter Juden sind. (3) Der Gewerbebetrieb einer juristischen Person gilt als jüdisch, a).wenn eine oder mehrere von den zur gesetzlichen Vertretung berufenen Personen oder eines oder mehrere von den Mitgliedern des Aufsichtsrates Juden sind, vom 31.5. 1941(RGBl 1941, Nr 60, vom 4. 6. 1941) erweitert, faktisch jedoch wurden sie von Gauleiter Greiser im Gebiet des Warthegaus schon Mitte Dezember 1939 eingeführt. (Litzmannstädter Zeitung, vom 22. 12. 1939.) 90 b) wenn Juden nach Kapital oder Stimmrecht entscheidend beteiligt sind. Entscheidende Beteiligung nach Kapital ist gegeben, wenn mehrals ein Viertel des Kapitals Juden gehört; entscheidende Beteiligung nach Stimmrecht ist gegeben, wenn die Stimmen der Juden die Hälfte der Gesamtstimmenzahl erreichen. (4) Ein Gewerbebetrieb gilt auch dann als jüdisch, wenn er tatsächlich unter dem beherrschenden Einfluß von Juden steht. (5) Die Vorschriften der Abs. 1 bis 4 finden auf Vereine, Stiftungen, Anstalten und sonstige Unternehmen, die nicht Gewerbebetriebe sind, entsprechende Anwendung. 89 Rechts- und Verwaltungsvorschriften, die für Juden erlassen werden, er- strecken sich auf jüdische Mischlinge nur dann, wenn dies besonders bestimmt ist. S 6 Diese Verordnung tritt am 1. August 1940 in Kraft. Der Generalgouverneur für die besetzten polnischen Gebiete Frank VBIl GG 1940, S. 231. 91 SL RRERERRRTE 50. 30. Juli 1940, Lublin.— Schreiben des Leiters der Abteilung Information und Propaganda im Amt des Distriktchefs in Lublin an die Kreishauptleute über Charakter und Zweck einer: für Juden herauszugebenden Zeitung. Betrifft: Jüdische Zeitung(Gazeta Zydowska) Zu Ihrer Unterrichtung teile ich Ihnen mit, daß die erste Ausgabe der Gazeta Zydowska(Jüdische Zeitung) in Krakau herausgekommen ist.! Die zweimal in der Woche erscheinende Zeitung wird im Einverständnis mit der Propa- gandaabteilung von einem unter ihrer Kontrolle stehenden Verlag heraus- gegeben. Zweck der Zeitung ist ausschließlich, die im Generalgouvernement lebenden Juden über jüdische Fragen in einem von uns gewünschten Sinne zu unterrichten. Ich bitte die Kreishauptmänner, den Vertrieb der Gazeta Zydowska un- bedenklich zuzulassen. Andererseits möchte ich jedoch die Kreishauptmänner bitten, etwaigen Versuchen der jüdischen Werber und Mitarbeiter der Gazeta Zydowska, sich über den Rahmen ihrer Tätigkeit hinaus ungesetzliche Vor- teile zu verschaffen, schärfstens entgegenzutreten. Das bezieht sich vorallem auf die Versuche dieser Juden, in der Öffentlichkeit ohne Armbinde aufzu- treten. In solchen Fällen bitte ich die Kreishauptmänner, die Juden sofort ver- haften zu lassen und sie der ordnungsgemäßen Bestrafung zuzuführen. AJHI, Kr L-L, Nr 9, S. 145. ı Die„Gazeta Zydowska“, in polnischer Sprache vom 23. 7. 1940 bis 19. 4. 1942 in Krakau herausgegeben, war das offiziöse Organ der Judenräte im Generalgouvernement. cena 20 qgr 7. Januar 1942. vom eitung N (Jüdische wska“ S T Gazeta Y de 51. Tiielseite Berpapmes auapınor mormzpo ia ANY ppulizidagu Gogouses wup impznmaz 00 RE on opgtangim Kjojuzes yaluznat mod yrun a wen) MA ung m molssisod mizewu O4AP Eid wmpymo;| Melde zpoureyupzp wuomärD rusmwstuop op odbuzus>yu wur au eıqupady pod wyuppo zZ sepuza6je g wup= I1SOIM LVWINAWON wpuzaäjs 9 wyup 2 I3SOo1M LVWINNKHONM > myoupmy po mwnzss Aep ou pazwmNn wiweougd m vpsZidim Ivaugo wu mom wjuwuog op ppysfiriıg a woquog pingipsiod Kayid Arge| efa&zod raus ee Ktıdaa wa agywi® Awaorop preeamiu) p oq seıuzaäjs€ vIup z INOZ3IMWAIN LVSINNWHONM BP“» di anspejäzzdepu Ayepuz uysjom aeg tjemn 06 /1t# \ Geburtstag, Monat, Jehr: 7 fi C \ Deies, miesigc, rok urodgenia | Geburtsort: ce u RE ELTERN Mielsce urodsenia | Rase: | Rasa ‚Jude | Familienstand:£ dig rate. | a; A | Bert„Deltwerderta_ Rraurowa. Zawöd Be ect RADOM Aıreckieg: MW,S Wobaung: Fr Unterschrift des laheb Adres ö Winssoreczay podpis wiasciciela Aussestelit: Wystawiono NY P Radom, des‘ 194-7 a en Der Stadihauptmann £ Siegel Piecsst 54.7. September 1940, Opatow(Opatow). Auszug aus einem Bericht des Kreis- hauptmanns in Opatow, Ritter, für den Monat August 1940, in dem u.a. die Notwendigkeit, ein Getto einzurichten, berührt wird. ... Für die Kreisstadt Opatow hat der Kreishauptmann eine planmäßige Entjudung eingeleitet und vorbereitend veranlaßt, daß der geräumige Markt- platz von den Juden- auch zur Behebung der Wohnungsnot- verlassen werden muß. Es wird in diesem Zusammenhang so gut wie möglich ein Getto gebildet werden!. Ob die gleichzeitig angeordnete Verringerung der Judenzahl um 2500 bis l. Dezember erreicht werden kann, ist freilich fraglich, da eine Abwanderung in andere Kreise nicht durchführbar ist... BP, Bd XXVIIL, S. 141. 1 In seinen Berichten für September und Oktober 1940 meldet Ritter übeı den weiteren Verlauf der Getto-Einrichtung in Opatow und die Entfernung der Juden von dem Markt- platz.(BP, Bd KERSIER Dr 1974 BA 20% 2.8.:992) oO. ) i des Kreises Varschau-Land Warschau, den 2.Juli 1940, I. s 58 An die Herren Bürgermeister und Geneindevorsteher des Kreises\larschau-Land, ‚Ich benbsichtige, in jeder Gemeinde für die Juden ein Chetto Sinzuriähten. Ich ersuche, eventuel nach vorherigem Benehnen mit den Obmann des zustämdi- en Judenrates, mir darüber Vorschläge zu machen. sin Ortsplan mit den eingezeichneten vorgesehenen Grenzen des Ohettos ist mir vorzulegen. Termin 1.8.1940, gez. Rupprecht 96 57. Anfang September 1940, Warschau(Warszawa).— Auszug aus einem Bericht der Abteilung Preisüberwachung im Amt beim Gouverneur des Distrikts Warschau für den Monat August 1940, in dem die Notwendigkeit, den Juden die Benutzung jeglicher Verkehrsmittel zu verbieten, betont u ird..! ... Noch vor Einschließung der Juden im Getto müßte bereits jetzt erwogen werden, die Juden von jeglichen öffentlichen Verkehrsmitteln auszuschließen, um sie in ihrer Bewegungsfreiheit zu hemmen. Es genügt nicht, die Juden vom Verkehr auf der Ostbahn auszuschließen?, auch die Benutzung der Kleinbahn, der Straßenbahn, der Droschken usw. müßte den Juden verboten werden... BP, Bd XX VIII, S. 181. ı Der Bericht umfaßt 5 Seiten; er erwähnt u. a. eine Besprechung der Kreishauptleute des Warschauer Distrikts, auf welcher die Notwendigkeit erörtert wurde, die Juden aus sani- tären, kulturellen und hauptsächlich wirtschaftlichen Gründen ın besonderen Wohnbe- N l11CS zirken einzuschließen. Nach dem Ausschalten der Juden aus dem Wirtschaftsleben seı« nämlich der einzige Weg, den Juden die Möglichkeit zu nehmen, sich mit Sc hleichhandel zu beschäftigen. Das Dokument betont auch die Notwendigkeit, besondere jüdische Markt- plätze in den Gettos zu errichten. Es wird darin auch die Deportation derjenige n Juden in Konzentrationslager erörtert, die wegen illegalen Handels zu hohen Geldstrafen(bis 4000 z1 verurteilt worden sind, diese aber infolge Armut oder Inhaftierung nicht zahlen können. 2 Durch die Verordnung des Generalgouverneurs Frank vom 26. 1. 1940(VBl GG 1940, D.+5 wurde de n Juden verboten, die Eisenbahn zu be nutzen. 58. Bekanntmachung der Generaldirektion der Ostbahn. Bekanntmachung! Durch Verordnung des Generalgouverneurs für die besetzten polnischen Gebiete vom 26. I. 1940 ist die Benutzung der Eisenbahn durch Juden im Generalgouvernement bis auf weiteres verboten. Fahrkarten können daher an Juden nicht mehr aus- gegeben werden. Generalöirektion der Ostbahn 7 Getto 97 ar ‘ 59. 13. September 1940, Krakau(Kraköw).— Generalgouverneur H. Franks Ver- ordnung über Aufenthaltsbeschränkungen für Juden im Generalgouvernement.! Auf Grund des$ 5 Abs. 1 des Erlasses des Führers und Reichskanzlers vom 12. Oktober 1939(Reichsgesetzbl. I, S. 2077) verordne ich: Sl (1) Aufenthaltsbeschränkungen können angeordnet werden: l. durch den Kreishauptmann(Stadthauptmann), wenn die Anordnung sich auf die Kreishauptmannschaft(kreisfreie Stadt) oder Teile derselben beschränkt, %, durch den Chef des Distrikts, wenn die Anordnung über das Gebiet einer Kreishauptmannschaft(kreisfreien Stadt) hinaus oder für den Be- reich des Distrikts Geltung haben soll, 3, durch den Leiter der Abteilung Innere Verwaltung im Amt des General- gouverneurs, wenn die Anordnung über den Bereich eines Distrikts hinaus oder für das ganze Generalgouvernement Geltung haben soll. 82 (1) Aufenthaltsbeschränkungen können allgemein oder für einen begrenzten Personenkreis angeordnet werden. (2) Der Umstand der Aufenthaltsbeschränkung ist örtlich und zeitlich fest- zulegen. 83 Durch erste Anordnung nach$ I kann, wenn dies den Umständen nach er- forderlich ist, für die Betroffenen die Verpflichtung begründet werden, ihren Hausrat und sonstige Gegenstände zurückzulassen, soweit sie sich in dem der Aufenthaltsbeschränkungen unterliegenden Gebiet befinden. 8A Für Schäden, die bei Durchführung von Anordnungen nach$$ 1 bis 3 ent- stehen, wird keine Entschädigung gewährt. 85 (1) Diese Verordnung tritt am 1. Oktober 1940 in Kraft. 1 An demselben Tag wurden zwei Verordnungen veröffentlicht: die obige und eine Verord- nung über das Verwaltungsstrafverfahren im Generalgouvernement(VBl GG 1940, S. 300 bis 302). Diese Verordnungen, obwohl sie nicht deutlich zu erkennen geben, daß sie Juden betreffen, dienten als Grundlage zur Einrichtung von Gettos im Generalgouvernement (siehe Dokumente 59 und 64). 93 60. 29, Auf Gr gouvern Seite 28 l.) Die mel sich Jan 2.) Die Sie 9\ d Soweit vor dem Erlaß dieser Verordnung Aufenthaltsbeschränkungen, die en Voraussetzungen dieser Verordnung genügen, erlassen worden sind, hat es dabei sein Bewenden.? v Der Generalgouverneuı Bl GG 1940, Nr 55, S. 288. Frank Noch bevor diese Verordnung veröffentlicht wurde, ordneten manche Kreishauptleute Aufenthaltsbeschränkungen für die Juden an, indem sie in vielen Städten des General- gouvernements Gettos einrichteten(z. B. im Oktober 1939 in Piotrköw, im Frühjahr 1940 in Radomsko, Pulawy und Lowicz). Im August 1940 ordnet« der Kreishauptmann in Krakau Aufenthaltsbeschränkungen für die Juden an.(AWI, Dok. I-151, Bd V, S. 2: Bericht des Kreishauptmanns in Krakau an die Abteilung Innere Verwaltung bei der Regierung des Generalgouvernements vom 8. 9. 1940.) 60. 29. Oktober 1940, Neu-Sandez(Nowy Sacz).— Verordnung des Kreishauptmanns in Neu-Sandez über die Entfernung der Juden aus den Kurorten seines Kreises. Auf Grund der Verordnung über Aufenthaltsbeschränkungen im General- o s ouvernement vom 13.9. 1940(V. Bl. für das Generalgouvernement Tell. Seite 288) ordne ich an: 1 =” .) Die in den Städten Krynica, Muszyna und Piwniczna sowie in den Sam- melgemeinden Krynica, Tylicz, Muszyna und Piwniczna wohnhaften oder sich aufhaltenden Juden haben das von den genannten Städten und Sammelgemeinden umschlossene Gebiet zu verlassen. .) Die Räumung muß bis zum 30. November 1940 durchgeführt sein. Sie hat in drei Abschnitten zu erfolgen, der 1. Zeitabschnitt umfaßt die Zeit vom 7. Nov. bis 15. Nov. 40 der 2. Zeitabschnitt umfaßt die Zeit vom 16. Nov. bis 23. Nov. 40 der 3. Zeitabschnitt umfaßt die Zeit vom 24. Nov. bis 30. Nov. 40. Für jeden Juden wird bestimmt, in welchem Zeitabschnitt er zu räumen hat. 3.) Im einzelnen wird angeordnet, in welchen Fällen Hausrat und sonstige Gegenstände nach Par. 3 der Verordnung von Aufenthaltsbeschränkungen im Generalgouvernement zurückzulassen sind. 4.) Zuwiderhandlungen werden bestraft. 3ei nicht fristgemäßer Räumung wird die Sicherheitspolizei die Räumung zwangsweise durchführen. AJHI, US, JNr 498. 1 In seinem Bericht für November 1940 gibt der Kreishauptmann in Neu-Sandez an, daß die Sicherheitspolizei eine möglichst schnelle Entfernung der Juden aus diesem Gebiet ge- wünscht habe. Er teilt außerdem mit, die Gemeindeleiter beauftragt zu haben, eine genaue Aufstellung des von jedem Juden zurückgelassenen Guts anzufertigen. Die Gemeindeleiter hatten auch die Aufgabe, das auf dem von Juden geräumten Gebiet zurückgelassene Gut vorläufig kommissarisch zu verwalten.(BP, BAR 15.93:) 99 2 3= nn SE oo— 3- SM= 7 E B= g= ae N Ss> 2 Sea ee Er ern fee) a) en = Ben SBeneelergeaeneese<< r ET T SET rw= TTERLIETEHE SR RISPTR ORTE SCZLETLE RE GLEN ECT u ai VE VETEEZEEUEEOEEATE V EERBZGEC WEEZE, U BTEETEBE EEE zamaııD Nvr C) BIHUSBOAIONIIWIO 230"Eh a 9 vop uam ‚ne usbuniepegg) aaıyı pun AyasN Zep Memmeppapjar 2epo eyasisung Jarıı 1 i 4 pryuuny edosiey yaıp eyasınag se ya vorm a5"ce PEN soujey Vepnpeg Syasnepsyoy pun-yrey uegsoßsne voyuz uepueßunp u you ınu uspuom emsmmeppen yerbuno Sul or6: 19g0PO"IE ep eeav HM u x Ken vejsjsebine am von soung eyarpung s yaısoq 076 sequiejdeg'g) WoA BunupioseA dep z 5 yaau vewuow g Sıg Sjesjyen ww snejsbungtes; -agiyan u Aloız--0005 Az siq uejeaspjen, Hu uepıom veßunpuswiopejmng I-Bıunbun pujs ueygpiseg) u epunjstezjog Jop bunsobugpo, soqn uohunbwyeusg, usjjaje au s S uoA ajjy"uassonyas nz gETZ un puis sorngyooyey pun-esıedg’ueyeyssumjsesn)& n"uap4oMm Juynj9? S yogaıy ınz sddnuj U9U9SSOJyIsaB ur aıp“aaylaqıy aydsıpn! 3 puıs uonaaıy uaWwwouessny"uassejlaA Jydıu Sunuyoq, E aayı ayn 8 SIq 6) WOA az Jop ur uajınp uapnf n : R„ mieroßne;= S an S.sıq ez jne Bunyayy zeßinojos yw pusj.neypmey sorey sep Bunsexjoneg eyss®= 'S eıp in spunjiezyog Ip Palm sinsussanoßjeseuss) une sep Bbunupsouy jny S usgqebeb sıyyuuay uoymıyusyo 8 anz bio) im'f'P A2g0PQ Zi won puej-neupsuey sasıaıy sap :& uuewjdneysıaay uuoy sep Bunupsosay Sıp pm juery s = S 5 ONNHIVWINNVY38 >\ 4, S 2 = FRESIESBEEEEBRE RE C) JAN GIEDWIDZ 62. 19. September 1940, Lublin.— Schreiben des Kommandeurs deı Sicherheitspolizei und des SD in Lublin an die Kreishauptleute in Lublin, Janow und Pulawy über die Einziehung der jüdischen Personenstandregister und Kir henbücher. Betrifft: Einziehung der jüdischen Personenstandregister und Kirchenbücher. Nach einer Verfügung des Generalgouverneurs und des Reichssicherheits- hauptamtes sind die jüdischen Personenstandreeister und sonstigen Bücher, die gegebenenfalls an Stelle von Personenstandreeistern geführt werden, aul Grund einer Anforderung der Reichsstelle für Sippenfors« hung! der ‚‚Zentral- stelle für jüdische Personenstandregister, Berlin N 4, ÖOranienburgerstr. 28° zu übersenden. Ich bitte daher, unter Mithilfe der Judenräte innerhalb des dortigen Kreises alle jüdischen Personenstandregister zu erfassen und unmitt lbar an die ge- nannte Stelle zu übersenden. Die Kosten der Verpackung und des Transportes sind durch die Judenräte zu tragen. Sollte dies nicht möglich sein, so werden die Kosten durch die ‚‚Zentralstelle für jüdische Personenstandregister ın Berlin“ erstattet. In die nach Berlin adressierten Kisten ist ein Schreiben bei- zulesen. aus dem hervorgeht, um welche Bücher es sich handelt und aus welchem Ort und Kreise sie stammen. Eine Abschrift des beigelegten Schre ibens ist der hiesigen Dienststelle zu übersenden. Ich bitte innerhalb von sechs Wochen nach Eingang meines Schreibens um Mitteilung, ob sämtliche Personenstandsregister des dortigen Kreises abgesandt worden sind. AJHI, Kr L-L, Nr 9, S. 246. Schmer. 1 Die Reichsstelle für Sippenforschung wurde durch Erlaß vom 5. März 1935 gegründet (am 12. 11. 1940 in„‚Reichssippenamt‘‘ umbenannt). Es war eine dem Reichsministerium des Innern unterstellte Behörde für Rassenforschung.(Werner Feldsc her: Rassen- und Erb- pflege im deutschen Recht, Berlin 1943, S. 155.) 101 63. 8. Oktober 1940, Krakau(Krakow).— Auszüge aus dem September-Bericht des Kreishauptmanns in Krakau, Höller, über die schwere materielle Lage der jüdischen Bevölkerung infolge der ihr auferlegten Aufenthaltsbeschränkungen. ... Es scheint aber, daß die Maßnahmen gegen das Judentum, insbesondere der Erlaß von Aufenthaltsbeschränkungen, in gegenteiliger Wirkung ein- gewirkt haben. Die Anordnung über die Aufenthaltsbeschränkungen der Juden hat sich überhaupt, soweit sich bisher übersehen läßt, sehr gut bewährt.! Ich habe ihre Wirksamkeitsdauer daher bis 15. 2. 41 verlängert. Gerade in meinem Bereich mußten zahlreiche Ausnahmen wegen der innigen Verflechtung mit der Stadt Krakau bewilligt werden.? Da die Juden, die aus der Stadt Krakau ausgesiedelt wurden, Geschäfte in meinem Verwaltungsbereich nicht eröffnen dürfen und auch sonst kaum eine Möglichkeit haben, sich eine legale Existenz im Geschäftsleben zu schaffen, wird die wirtschaftliche Lage der Juden immer schlechter. Sie werden dadurch zwangsläufig zum Schleichhandel ge- trieben. Es ist daher notwendig, diese Juden sofort durch die Arbeitszwangs- pflicht zu erfassen, um ihnen die Möglichkeit, sich im Schleichhandel zu betätigen, zu nehmen. Um den Juden eine solche Tätigkeit besonders zu erschweren, habe ich eine Anordnung in Aussicht genommen, daß Juden sich wöchentlich bei. dem Schulzen oder Vogt ihrer Wohngemeinde zu melden haben, ihre Tätigkeit für die vergangene Woche darlegen müssen und Angaben über ihre Beschäftigung in der kommenden Woche zu machen haben... BP, Bd XXIX, S. 56-62 1 Die Verordnung des Kreishauptmanns in Krakau, Höller, über die den Juden in diesem Kreis auferlegten Aufenthaltsbeschränkungen wurde am 20. 8. 1940 veröffentlicht.(BP, 3d LXXXVIT S. 19.) 2 Die Umsiedlung der Juden aus Krakau wurde im April 1940 angeordnet. Bis 12. 9. 1940 wurden aus Krakau rund 35000 Juden umgesiedelt.(FT, Abteilungsleitersitzungen 1940, S. 11; BP, Bd XXVIII, S. 53: Schreiben des Stadthauptmanns in Krakau vom 12. 9. 1940 an das Amt des Distriktchefs in Krakau.) 64. 2. Oktober 1940, Warschau(Warszawa).— Anordnung des Gouverneurs des Distrikts Warschau, L. Fischer, über die Einrichtung eines Gettos in Warschau. l. Auf Grund der Verordnung über Aufenthaltsbeschränkungen im General- gouvernement vom 13. September 1940(VBlGG, I, S. 288) wird in der Stadt Warschau ein jüdischer Bezirk gebildet, in dem die in der Stadt Warschau wohnenden oder noch dort zuziehenden Juden Wohnung zu nehmen haben. Der Wohnbezirk wird durch folgende Straßen von dem übrigen Stadtgebiet abgegrenzt: von bis Zielna Königstr.— Zlota Zlota Zielna- Eisenstr. 102 ULBESLAHL ARIHRIRGDE, jet DLLEL RLULULER Eisenstr. Zlota— Wolnosc Wolnose Eisenstr.-— Dammstr. Dammstr. Wolnose— Mireckiego Mireckiego Dammstr.-— Karolkowa Karolkowa Mireckiego- z. jüdischen Friedhof östl. u. nördl. Grenze. d. Evang. Friedhofs Karolkowa— Mlynarska Miynarska Evang. Friedhof- Soltyka nördl. u. westl. Grenze d. jüd. Friedhofs Soltyka- Kolska Kolska jüd. Friedhof— Dammstr. Dammstr. Kolska— Dzika Dzika Dammstr.— Stawkı Stawki Dzika— Pokorna Zoliborska Pokorna— Klosterstr. Klosterstr. Zoliborska-— Konwiktorska Konwiktorska Klosterstr.— Zakroczymska Freta Franciszkanska— Sw. Jerska Sw. Jerska Freta— Nalewki Nalewki(westl. Zweig) Sw. Jerska- Nowolipki Nowolipki Nalewki— Zamenhofa Westl. Grenze Palais Mostowski Nowolipki Nowolipie Przejazd Nowolipie— Diuga Diluga Przejazd— Börsenstr. jörsenstr. Dluga— Tlomackie Tlomackie Börsenstr.— zur Synagoge östl.-südl. westl. Grenze der Synagoge bis zur Ry marska Rymarska vom ehem. Finanzminist.— Elektoralna Przechodnia Elektoralna— Ptasia Ptasıa Przechodnia— Zimna An der Markthalle Ziımna- Biala Eisgrubenstr. Biatla— Walicow Eisgrubenstr. Walicow— Ciepla Mirowskipl. (südl. Grenze) Ciepla- Rynkowa Torpl. Rynkowa— Graniczna Graniczna ä Torpl.— Königstr. Königstr. Graniczna- Zielna 9, Die in dem jüdischen Wohnbezirk wohnenden Polen haben ihre Wohnung bis zum 31. 10. 1940 in das übrige Stadtgebiet zu verlegen. Wohnungen werden durch das Wohnungsamt der polnischen Stadtverwaltung nachgewiesen. Polen. die bis zum genannten Zeitpunkt ihre Wohnung im jüdischen Wohn- bezirk nicht aufgegeben haben, werden zwangsweise ausgesiedelt werden. In 103 Verfolg der zwangsweisen Aussiedlung dürfen nur Flüchtlingsgepäck, Bett- wäsche und Erinnerungsstücke mitgenommen werden. Polen dürfen sich im deutschen Wohnbezirk nicht niederlassen. 3. Die außerhalb des jüdischen Wohnbezirks wohnenden Juden haben ihre Wohnune bis zum 31. 10. 1940 in den jüdischen Wohnbezirk zu verlegen. Sie dürfen- nur Flüchtlingsgepäck und Bettwäsche mitnehmen. Wohnungen werden durch den Judenältesten zugeteilt. 4. Der Kommissarische Bürgermeister der polnischen Stadtverwaltung und der Judenälteste sind für die geordnete Übersiedlung der Juden in den jüdischen Wohnbezirk und die rechtzeitige Aussiedlung der Polen aus dem jüdischen Wohnbezirk nach einem noch festzulegenden, die etappenweise Räumung der einzelnen Polizeikommissariate vorsehenden Plan verant- wortlich. 5, Der Beauftragte des Distriktschefs für die Stadt Warschau erteilt dem Judenältesten die zur Bildung und dauernden Abschließung des jüdischen Wohnbezirks im Biftzelnen erforderlichen Anweisungen. 6. Ausführungsbestimmungen zu dieser Anordnung erläßt der Beauftragte des Distriktschefs für die Stadt Warschau. 7. Wer dieser Anordnung oder den zu ihrer Durchführung erlassenen Be- stimmuneen zuwiderhandelt, wird nach den bestehenden Strafbestimmungen bestraft. Der Chef des Distrikts Warschau Dr. Fischer ABIDW 1940, Nr 10, S. 145 ff. Gouverneur ! Im Warschauer Kreis wurde die Einrichtung von Gettos im November 1940 beendet. Manche Gettos konnten wegen Mangels an Holz, Stacheldraht und Polizeikräften nicht geschlossen werden.(Bericht des Kreishauptmanns Warschau-Land für den Monat No- vember 1940. BP, Bd XXIII, S. 231.) 104 EERHNHRHIDERTEIEURSHEERRLSERGENEGTE ERAHNEN B LU ORRLUSULULD ga ; 65. Warschau, 1940. Solche Tafeln umgaben den jüdischen Stadtteil. Später wurde dort das Getto errichtet. yr 66. Warschau. Das Getto wurde von allen Seiten durch eine hohe Mauer abgeschlossen. Die mel Bau der Mauer in der Swietokrzyska-Straße.- alle Familıeı Tagen a blocks weite Ic bezirk a Der für| als4,5| 410000 1100 Peı lichen B würde 2 der an bezwe ch Wie geı Juden i Wohnu: lung er: Wenn r gepfercl geartete In dem inneren lerntest 67. 7. November 1940, Krakau(Kraköw) deren 7 Selbsthilfe verfaßter Vermerk über die Errichtung des Warschauer Gettos. Ein vom Vorstand der Jüdischen Sozialen Pro Memoria 410000 r yı} Betrifft: Bildung eines Judenwohnbezirkes in der Stadt Warschau. sol, D Schon vor längerer Zeit wurde in Warschau auf behördliche Anordnung ein sog. Seuchensperrgebiet gebildet und zum Teil vom Judenrat umgemauert. Mit mehreren Anordnungen, u.a. vom 7 VI 19SVYTITEREEIIAD: wurden seine Grenzen festgesetzt. Am 17. X. und 18. X. 1940 wurde in der Presse und durch Maueranschläge eine amtliche Bekanntmachung des Be- auftragten des Distriktchefs für die Stadt Warschau vom 16. X. 1940 ver- öffentlicht, in der der jüdische Wohnbezirk bedeutend verkleinert wurde. Am 19. X. 1940 erfolgte durch eine Rundfunkmeldung eine weitere bedeutende Verkleinerung dieses Raumes, welche keine amtliche Bestätigung fand. Am 31. X. 1940 wurden einer Rundfunkmeldung zufolge einige Straßenteile dem Judenbezirk wieder angegliedert, was am 2. und 3. d. M. in der Presse amtlich bekanntgegeben wurde. 106 N H tt HH AALEN WRRNNGERNEHGRNN W N = Die mehrmals geänderten Grenzen des jüdischen Wohnbezirkes hatten eine völlige Desorientierung zur Folge. Schon in den ersten Tagen fand eine massen- hafte Umsiedlung statt. Infolge der Grenzänderungen mußten manche Familien zwei- und dreimal ihre Wohnungen wechseln. Da noch in den letzten Tagen außer den genannten Änderungen auch einzelne Häuser oder Häuser- blocks aus dem Judenwohnbezirk ausgeschlossen wurden und Gerüchte über weitere Änderungen im Umlauf sind, lehnen es die noch im jüdischen Wohn- bezirk ansässivcen Polen ab, ihre Wohnungen zu verlassen. Der für den Judenbezirk bestimmte Raum umfaßt keine 400 ha, d. i. weniger als 4,5[%/,] des Gesamtraumes der Stadt Warschau. In diesem Raume müßten 410000 Juden untergebracht werden. Die Bevölkerungsdichte würde übeı 1100 Personen pro ha. betragen, also mehr als das Zehnfache der durchschnitt- lichen Bevölkerungsdichte der Stadt Warschau. Eine derartige Übervölkerung würde zweifelsohne die Seuchengefahr züchten, statt ihr vorzubeugen, was, der amtlichen Bekanntmachung zufolge, die Bildung des Judenbezirks bezweckte. Wie genaue statistische Erhebungen des Judenrates ergaben, müßten 130 000 Juden in den Judenwohnbezirk umsiedeln, während etwa 60000 Polen ihre Wohnungen zu verlassen hätten. Die am 26. X. 1940 durchgeführte Ermitte- lung ereab. daß bereits 60000 Juden in den Judenbezirk übergesiedelt sind. Wenn man annimmt, daß mit größter Not noch weitere 30000 Juden hinein- gepfercht werden könnten, so ergibt sich, daß für 40000 Juden keine irgendwie geartete Unterkunftmöglichkeit vorhanden ist. In dem gebildeten Judenbezirk sollen nicht bloß die in anderen Teilen der inneren Stadt ansässigen Juden sich ansiedeln, sondern auch in den ent- ferntesten Vororten, wie z. B. Praga, Grochöw, Pelcowizna ansässige Juden, deren Zahl sich auf etwa 40000 Personen beläuft, die zu den Ärmsten gehören. Die Umsiedlung dieser Elemente würde die Seuchengefahr noch bedeutend verstärken. Es soll auch hervorgehoben werden, daß es in einem für 410000 Menschen bestimmten Wohngebiet keine Park- oder Gartenanlagen ibt 4:', AJHT, JUS, Nr 498, S. 88 107 BE TR RCTLNLLRTT m 4 MR HHHUNHRIERSNNTNANNUNHN BULL AAN 68.„Umzug“ ins Gelto. 69. 20. Januar 1941, Warschau(Warszawa).— Auszug aus einem Bericht des Leiters der Abteilung Umsiedlung beim Gouverneur des Distrikts Warschau, Schön, über das Warschauer Getto.' Vorgeschichte. Die Bildung jüdischer Wohnbezirke und die Auferlegung von Aufenthalts- und Wirtschaftsbeschränkungen für Juden sind in der Geschichte des Ostens nicht neu. Ihre Anfänge liegen schon im 13. Jahrhundert und sind bis zur Errichtung der polnischen Republik im geschichtlichen Verlauf immer wieder zu be- obachten gewesen. Neu ist aber die Methode, mit der solche Beschränkungen nach national- sozialistischen Grundsätzen und Erkenntnissen auferlegt werden. Bereits im Februar 1940- kurz nach Errichtung der Abteilung Umsiedlung— wurde der Gedanke der Bildung eines jüdischen Wohnbezirks in Warschau aufgegriffen und die ersten Vorbereitungen in Angriff genommen. Es war ursprünglich vom Gouverneur geplant, den durch die Weichsel östlich ab- gegrenzten Stadtteil Warschaus zum jüdischen Wohnbezirk zu machen. Der Auftrag zur Durchführung wurde dem Leiter der Abteilung Umsiedlung übertragen. Schöns Bericht umfaßt 25 Schreibmaschinenseiten. Die ersten 8 Seiten sind oben wieder- gegeben; die nächsten beziehen sich auf Entfernung nichtjüdischer Betriebe, Kranken- häuser und Fürsorgeanstalten aus dem Getto, auf innere Angelegenheiten des Gettos, auf die Transferstelle, ihre Struktur und Tätigkeit. 108 IRIURLRITRLNDRULUDLEIDEDELUBLINBIBUNDLULBULDLLDGERRLUNGUGUNAINTSSTUEEBOLRUGGU IE VERHLOLLELOLLRELLLG LUST ULSULTDT fs war K komplızıt anmult der Stadt bildung Da sıc h könne N wurde de Wohnbe: Eine Bes Gettobil Unge fäh erwogel flüchtlin Illegal« häulten Skiernie illegalen politisch sich desl Wohnbe der Bil wurden alleı(se Anfang mitgete beabsik Die Ab Bilduns Der H Wohnt Binbru Der nı Sing au Stadt umlass Ntadtr. alle IWi “ Im l elbs Bolir Krei: BP,| Es war klar, daß dieser Gedanke bei den besonders gelagerten und äußerst komplizierten Verhältnissen der Stadt Warschau zunächst als undurchführbaı anmuten mußte. Einwände wurden von verschiedenen Seiten, insbesondere von der Stadtverwaltung geltend gemacht. Man berief sich darauf, daß eine Getto- bildung erhebliche Störungen der Industrie und Wirtschaft hervorrufen würde. Da sich fast 80°, Juden unter der gesamten Handwerkerschaft befanden, könne man diese nicht zernieren, weil sie unentbehrlich seien. Schließlich wurde der Einwand erhoben, es sei eine Ernährung der in eınem gest hlossenen Wohnbezirk zusammengefaßten Juden nicht möglich. Eine Besprechung vom 8, März 1940 brachte das Ergebnis, daß der Plan eıneı Gettobildung zurückzustellen sei. Uneefähr zu gleicher Zeit wurde im Generaleouvernement der Gedanke erwoeen, den Distrikt Lublin zum Sammelbecken aller Juden des General- gouvernements, insbesondere der eintreffenden evakuierten Juden und Juden- flüchtlinge zu erklären. Illegale Judenevakuierungen und unberechtigte Grenzübertritte von Juden häuften sich zu jener Zeit besonders an der Grenze der Kreise Lowicz und Skierniewice. Die Verhältnisse in deı Stadt Lowicz wurden durch diese illegalen Judenzuwanderungen sowohl in hygienischer wie in sicherheits- politischer Hinsicht bedrohlich. Der Kreishauptmann des Kreises Lowicz sah sich deshalb mit Recht dazu veranlaßt, diese Gefahren durch Bildung jüdischer Wohnbezirke in Lowicz und Glowno abzuwenden.? Die Erfahrungen, die mit der Bildung der jüdischen Wohnbezirke in Lowicz und Glowno eemacht wurden. haben gelehrt, daß diese Methoden die einzig richtigen zur Bannung aller Gefahren sind, die von der Judenwelt ausströmen. Anfang April 1940 wurde uns vom Höheren SS- und Polizeiführer in Krakau mitgeteilt, daß eine Zusammenfassung der Juden im Distrikt Lublin nicht beabsichtigt sei. Die Abteilung Umsiedlung hat daraufhin die vorbereitenden Arbeiten für die Bildung jüdischer Wohnbezirke im Distrikt Warschau erneut aufgenommen. Der Herr Gouverneur erteilte den Auftrag, mit der Bildung der jüdischen Wohnbezirke zeitlich so zu beginnen, daß die Umsiedlungsaktionen noch vor Einbruch des Winters beendet seien. Der nunmehr von der Abteilung Umsiedlung in Vorschlag gebrachte Plan ging auf die Bildung zweier Stadtrandgettos hinaus- nämlich im Westen der Stadt die Stadtteile Kolo und Wola, im Osten der Stadt den Stadtteil Grochow umfassend. Dieser Gedanke basierte auf der Erkenntnis, daß durch diese Stadtrandgettos Wirtschaft, Industrie und Verkehr der Stadt Warschau am allerwenigsten gestört und beeinträchtigt werden konnten. Der zeitliche 2 Im Distrikt Warschau, und zwar im Kreis Lowitsch, wurden noch früher als in Warschau selbst Gettos gebildet. Schon im Mai 1940 wurden dort 5 Gettos errichtet(in Lowicz, Glowno, Bolimöw, Kiernozja und Lyszkowice), in denen die jüdische Bevölkerung aus dem ganzen Kreis konzentriert wurde.(Bericht des Kreishauptmanns in Lowitsch vom 20. 7. 1940. BP, Bd XXVI, S. 201.) 109 Beeinn dieser Aktionen war auf den 1. Juli 1940 angesetzt, um dann recht- zeitig vor Wintersanfang mit den wesentlichsten Maßnahmen fertig zu sein. Schon im ersten Stadium der Vorbereitungen wurde von Krakau die Weisung gegeben, alle Gettobildungsarbeiten mit Rücksicht darauf einzustellen, daß nach dem Plane des Führers die Juden Europas nach Kriegsende auf Mada- oaskar angesetzt werden sollten und daher eine Gettobildung praktisch illusorisch sei.? Die vorbereitenden Arbeiten der Abteilung Umsiedlung wurden daraufhin= wieder eingestellt. Denkei eenomn Ende August 1940 wurde dann die Gettobildung erneut von der Abteilung Gesundheitswesen, besonders im Hinblick auf die sich steigernden Truppen- massierungen im Raume des Distrikts Warschau, zum Schutze der deutschen des Jud Armee und Bevölkerung gefördert. Die Abteilung Innere Verwaltung im Amte haupt ve des Generalgouverneurs bestätigte unter dem 20. August 1940 die Notwendig- des Jude keit der Bildung jüdischer Wohnbezirke, jedoch sollten keine streng hermetisch). Ein ı abgeschlossenen Gettos, sondern jüdische Wohnbezirke gebildet werden, die Durchfü den Wirtschaftsverkehr mit der arischen Umwelt gerade zur Lebensfähig- sicherui erhaltung des jüdischen Wohnbezirkes gestatteten. steigeru Die Zeit war nun äußerst vorgeschritten, eine Bildung der Stadtrandgettos hätte mit Rücksicht auf die Umgruppierung von nahezu 600000 Menschen mindestens 4-5 Monate in Anspruch genommen. Die Umsiedlungsaktionen Die Un mußten aber— besonders auch nach den Darlegungen des Distriktsarztes bis als Beer spätestens 15. November- allenfalls Ende November zuende gebracht sein, Aus der da in den Wintermonaten erfahrungsgemäß mit einem stärkeren Auftreten der 700 Vo Seuchen zu rechnen ist, die dann durch Umsiedlungsaktionen eine bedrohliche deutsch Förderung erhalten hätten. Im gar Der Plan der Stadtrandgettos wurde deshalb aufgegeben. Als Raum für den 138000 nun zu bildenden jüdischen Wohnbezirk wurde das bisher errichtete Seuchen- befindli sperrgebiet ausgewählt, das in seinem bisherigen Zustande keinen sicheren tausch Seuchenschutz zu gewähren vermochte. ohne Nach umfangreichen Vorbesprechungen, Vorverhandlungen, Besichtigungs- Jüdisch fahrten und Vorarbeiten konnte dem Gouverneur ein erfolgversprechender etwa] Plan vorgelegt werden. Nach ı Am 2. Oktober 1940 erging eine allgemeine Anweisung der Chefs des Distrikts getausı Warschau an alle Kreishauptleute und den Beauftragten des Distriktschefs für umgez die Stadt Warschau, bis zum 15. November 1940 die zur Bildung jüdischer Der R Wohnbezirke erforderlichen Umsiedlungen in Angriff zu nehmen und durch- 15. N. zuführen.? Es war klar, daß man dieses Problem auf ganzer Linie in Angriffnehmen mußte, wenn man zu einem sicheren Erfolge kommen wollte. Am gleichen Tage erließ der Gouverneur die Anordnung Nr. 50/40 über die Bildung eines jüdischen Wohnbezirkes in der Stadt Warschau und beauftragte 3 Siehe Dokument 17, Anm. 2. 4 Siehe Dokument 64. 110 den Leiter der Abteilune Umsiedlung mit der Durchführung der gesamten Umsiedlungsaktion. Die Gründe, die zur Bildung jüdischer Wohnbezirke im Distrikt Warschau eeführt haben, liegen, abgesehen von den allgemeinen Gesichtspunkten eineı Volkstumsordnung in diesem Raume, in folgendem: 1. Die deutsche Armee und Bevölkerung muß auf jeden Fall vor dem immunen Bazillenträger der Seuchen, dem Juden, geschützt werden. 2. Eine Trennung der Juden von der übrigen Bevölkerung, sowohl von Polen wie von Volksdeutschen, ist ein politisch-moralisches Erfordernis. Jüdis« hes Denken und Handeln hatte bisher die Bevölkerung des Ostraumes in Besitz eenommen. Die segensvollen Auswirkungen der Beseitigung der Einflußnahme des Judentums zeigen sich schon jetzt. Wenn die deutsche Aufbauarbeit über- haupt von Erfolg gekrönt sein will, dann muß sie das freie Schalten und Walten des Judentums in diesem Raume unterbinden. 3, Ein weiterer Grund ergibt sich aus der Notwendigkeit der Sicherung deı Durchführung von Kriegswirtschaftsmaßnahmen und der Ernährungs- sicherung überhaupt durch Unterbindung des Sc hleichhandels und der Preis- steigerung. Verlauf der Umsiedlungsaktionen in Warschau. Die Umsiedlungsaktionen setzten Anfang Oktober 1940 ein. Zunächst wurde als Beendigungstermin der 31. 10. 1941 bestimmt. Aus dem zum jüdischen Wohnbezirk erklärten Stadtgebiet mußten zunächst 700 Volksdeutsche herausgezogen werden, die in den provisorisch gebildeten deutschen Wohnbereich hinübergenommen wurden. Im ganzen gesehen wurde eine Umgruppierung von 113000 Polen und 138000 Juden bewältigt. Da die außerhalb des jüdischen Wohnbezirkes befindlichen Juden zumeist erößere Wohnungen besaßen, ließ sich der Aus- tausch durch Belegung der größeren Wohnungen mit mehreren Polenfamilien ohne große Störungen vollziehen. Es sind 11567 arische Wohnungen im jüdischen Wohnbezirk aufgegeben und außerhalb des jüdischen W ohnbezirkes etwa 13000 jüdische Wohnungen übernommen worden. Nach dem Stande vom 30. Oktober 1940 waren 8600 Wohnungen freiwillig getauscht worden, so daß beiderseitig zusammen ungefähr 165000 Menschen umgezogen waren. Der Rest ist nach einer vom Gouverneur gewährten Fristverlängerung bis 15. November 1940 umgezogen. An arischen Hausverwaltern, Werkschutz- leuten usw. waren an diesem Tage noch etwa 3000 Arier im jüdischen Wohn- bezirk, deren Umsiedlung nach und nach erfolgen konnte und nunmehr auch durchgeführt ist. Es ist erstaunlich, daß die Umsiedlungsaktionen von rund 250000 Menschen in der verhältnismäßig kurzen Zeit von noch nicht ganz 6 Wochen ohne jedes Blutvergießen und nur in der letzten Phase erst mit Hilfe polizeilichen Druc kes durchgeführt wurden. Die Mittel lagen in einer entsprechenden Einspannung 111 GL des polnischen Bürgermeisters auf der einen Seite und des Judenrates auf der anderen Seite. Eine polizeiliche Großaktion wurde am 16. November 1940 unter Leitung des Leiters der Abteilung Umsiedlung angesetzt, die sämtliche Stadtteile des jüdischen Wohnbezirkes nochmals abkämmte und dabei 11130 Juden erfaßte und zwangsweise in den jüdischen Wohnbezirk brachte. Am gleichen Tage wurden 1170 Lebensmittel- und 2600 andere jüdische Geschäfte polizeilich versiegelt und durch die entsprechenden Abteilungen und Organisationen übernommen und geräumt. Die innerhalb des jüdischen Wohnbezirkes gelegenen größeren arischen Betriebe wurden zunächst darin belassen. Über die Wege, die zu ihrer Auf- rechterhaltung eingeschlagen wurden, wird bei der Betrachtung des äußeren Bildes des jüdischen Wohnbezirkes noch einiges zu sagen sein. Damit waren die Umsiedlungsaktionen abgesehen von kleinen Einzelfällen restlos durchgeführt. Das äußere Bild des jüdischen Wohnbezirkes. Der jüdische Wohnbezirk ist etwa 403 ha groß. Auf diesem Gebiet wohnen nach Angaben des Judenrates, der eine Volkszählung vorgenommen haben will, etwa 410000 Juden, nach unseren Beobachtungen und Schätzungen, die von verschiedenen Seiten vorgenommen wurden, etwa 470-590000 Juden. Unter Zugrundelegung der statistischen Angaben des Judenrates und bei In- abzuebringung der Grundflächen und Friedhöfe wohnen 1108 auf einem ha bebauter Fläche, d. h. also 110800 Personen auf dem qkm. Die Bevölkerungs- dichte der Stadt Warschau beträgt 14000 Personen auf dem qkm der Gesamt- grundfläche und 38000 auf dem qkm bebauter und bewohnbarer Fläche. Bemerkt sei, daß die Zahl eine Vermehrung durch eine erneut erforderlich gewordene Umsiedlungsaktion von 72000 Juden aus dem westlichen Teil des Distrikts erfährt. Es muß Platz für 62000 evakuierte Polen geschaffen werden. Im jüdischen Wohnbezirk sind etwa 27000 Wohnungen mit einem Zimmer- durchschnitt von 2!/, Zimmern. Die Belegung errechnet sich demnach auf 15,1 Person pro Wohnung und 6 bis 7 Personen pro Zimmer. Der jüdische Wohnbezirk ist von dem übrigen Stadtgebiet unter Ausnützung von Brand- und Trennmauern und durch Vermauerung von Straßenzügen, Fenster-, Tür- und Baulücken abgetrennt. Die Mauern haben eine Höhe von 3 Metern und werden durch einen Stacheldrahtaufsatz um einen weiteren m. erhöht. Motorisierte und berittene Polizeistreifen sichern außerdem die Über- wachung. In der Ummauerung waren zunächst zur Aufrechterhaltung des noch not- wendigen Passantenverkehrs 22 Durchlässe freigehalten, die inzwischen auf 15 verringert wurden. An den Durchlässen wurden zunächst stärkere deutsche 112 Polizeikt während Die Einf _ beste hı 3 Wachle Die Wacı straße 93 Für deı ausgestel gelbe K bindung I Get Polizeikräfte postiert, die später durch polnische Polizeikräfte ersetzt wurden, während die deutsche Polizei mehr die Beaufsichtigung übernahm. Die Einheiten der deutschen Polizeiwachen für den jüdischen Wohnbezirk bestehend aus 87 Mann unter Führung eines Oberleutnants sind in 3 Wachlokalen außerhalb der Ummauerung untergebracht. Die Wachen liegen: 1) im Osten am Torplatz 1,2) im Westen in der Gerichts- straße 99,3) im Norden in der Klosterstraße 12. Für den unbedingt notwendigen Passantenverkehr werden Passierausweise auseestellt, für Reichs-, Volksdeutsche und Polen gelbe Karten, für Juden eelbe Karten mit blauem Querstrich. Die Passierausweise gelten nur in Ver- bindung mit einem Lichtbildpersonalausweis... StP. Bd IL, S. 209 ff. 70. Warschau.-— An der Gettomauer. 8 Getto 113 71. 19. April 1941, Krakau(Kraköw).— Auszüge aus Äußerungen von General- N gouverneur H. Frank, von Gouverneuren und Abteilungsleitern auf einer Arbeits- sitzung über das Warschauer Getto. -., Bankdirigent Dr. Paersch hält es für geboten, die Sachlage auch grund- sätzlich unter finanzpolitischen Gesichtspunkten zu beurteilen. Die Getto- bildung in Warschau gehe auf das Getto Lodsch zurück. Zum Unterschiede zu dem Warschauer Getto werde das Lodscher Getto von der Stadt betrieben. Die Zahl der Belegschaft des Lodscher Gettos betrage 150000 bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 600000. In Warschau seien die Schwierigkeiten noch dadurch größer geworden, daß ein geschlossenes Getto errichtet worden sei. In Lodsch sei man davon ausgegangen, daß es mit der Eingliederung der Ostgebiete möglich sein würde, die Polen und Juden sofort aus der Stadt zu entfernen. Auch in wirtschafts- und finanzpolitischer Beziehung seien die Verhältnisse des Lodscher Gettos besser zu übersehen, da es zeitlich früher angelegt worden sei. Man habe in Lodsch versucht, die Möglichkeit einer Beschäftigung der Insassen des Gettos zweckentsprechend zu organisieren, und zwar auf den beiden Wegen des Arbeitseinsatzes und der auftragsweisen Beschäftigung. ... Der Herr Generalgouverneur stimmt der Bildung des Gettos in Warschau zu und ist der Auffassung, daß gar nicht anders hätte gehandelt werden können. Zur Wahl stehe der geschlossene Wohnbezirk oder das geschlossene Getto. Wenn ein geschlossener Wohnbezirk mit stufenweiser Anpassung an das Vor- bild in Lodsch geschaffen worden wäre, dann hätte man die Wirtschafts- beziehungen der Juden mit den anderen Bewohnern nicht zerrissen. Jeder einzelne hätte für seinen Lebensunterhalt die Verantwortung gehabt und wäre nicht so der Allgemeinheit zur Last gefallen, wie es jetzt der Fall sei, wenn jeder wirtschaftliche Verkehr mit dem Getto weitgehend unterbunden werde. Man verlagere die Fürsorge, die der Einzelne für seinen Lebensunterhalt habe, in der geschlossenen Gettobildung auf die Gesamtheit. Gouverneur Dr. Fischer weist darauf hin, daß man bemüht gewesen sei, aus den Lodscher Erfahrungen zu lernen. Man habe die dortigen Verhältnisse monatelang studiert, und er habe regelmäßig Sachbearbeiter hingeschickt, die die gesamte Entwicklung des Lodscher Gettos beobachtet hätten. -.. Nach einer Aufstellung des Arbeitsamtes gebe es im Warschauer Getto 115000 männliche und 60000 weibliche arbeitsfähige Juden. Zur Zeit würden ungefähr 12000 Juden laufend in der Stadt Warschau beschäftigt. 25000 Juden seien laufend zu den Meliorationsarbeiten herangezogen, und der Distrikt Lublin habe ebenfalls 25000 Juden angefordert, die auch wohl schon zum größten Teil abtransportiert seien. An und für sich blieben also im Getto nicht viel Männer übrig, die noch in Arbeit gebracht werden müßten. Auch liefen jetzt Werkstätten an mit einem Anfangsbestand von 6000 bis 7000 Ar- beiternnas. FT, 1941/II, S. 3011. 114 !* TUN HUNGER HH EIRCHCEITUETKCHFHFERACEUU EHER LELSIRIREEIRITSER, ÜTRDEORASHHNGUN LLULURN HERSOUH EHER GERLULRRE LORESER g jet 10 woCug 72. Im Warschauer Getto. Eine der häufigen Terroraktionen. g* ERRREFTSTEN SERIE SE 73. Im Warschauer Getto, Winter 1941. 74. 20. Februar 1941, Dresden.‘- Verordnung des Generalgouverneurs H. Frank über die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel durch Juden im Generalgouvernement. Auf Grund des$ 5 Abs. I des Erlasses des Führers und Reichskanzlers vom 12. Oktober 1939(Reichsgesetzbl. I, S. 2077) verordne ich: Juden dürfen im Personenverkehr die nachstehend aufgeführten öffentlichen Verkehrsmittel nur benützen, wenn sie im Besitz eines Genehmigungs- bescheides sind: 1. Eisenbahnen(Haupt- und Nebenbahnen) einschließlich privater Schmal- spur- und Kleinbahnen sowie Seil- und Schwebebahnen; 9, alle anderen dem öffentlichen Personenverkehr dienenden Landfahrzeuge; unter welchen Voraussetzungen Juden im Ortsverkehr Straßenbahnen und 1 Wahrscheinlich hat Generalgouverneur H. Frank diese Verordnung während seines Aufent- halts in dieser Stadt unterzeichnet. 116 Omnibı nehmer durch A 3, Alle Ausnahr I) Die der Kre lichen A 2) Im! für welc migung von Eil besonde 3) Mit stellen geschrie Juden, mittelt Arbeits Werde ode der p zeitie; im Üb Omnibusse sowie Kraft-, Pferdedroschken und Schlitten gewerblicher Unter- nehmer benützen dürfen, wird vom Kreishauptmann(Stadthauptmann) durch Anordnung bestimmt. Q 3, Alle dem öffentlichen Personenverkehr dienenden Wasserfahrzeuge mit Ausnahme von Fähren. Sa) N (1) Die Genehmigung zur Benützung öffentliche: Verkehrsmittel($ 1) erteilt der Kreishauptmann(Stadthauptmann), der für den Wohnsitz oder gewöhn- lichen Aufenthaltsort des Antragstellers zuständig ist. 9%) Im Genehmigungsbescheid ist anzugeben, für welches Verkehrsmittel und für welche Zeit die Genehmigung erteilt wird. Grundsätzlich wird der Geneh- migungsbescheid nur für die jeweils niedrieste Klasse und unter Ausschluß von Eil- und Schnellzügen sowie Triebwagen ausgestellt, soweit nicht eın besonders gelagerter Einzelfall ein weiteres Zugeständnis erfordert. (3) Mit Ausnahme amtlicher Vorladungen der im$ 4 genannten Dienst- stellen sind Genehmigungsbescheide nur gültig, wenn sie auf amtlich vor- geschriebenem Formblatt erteilt sind. 89 Juden, die durch das Arbeitsamt zur Arbeit außerhalb ihres Wohnortes ver- mittelt werden, wird der Genehmigungsbescheid gebührenfrei durch das Arbeitsamt im Auftrag des Kreishauptmanns(Stadthauptmanns) ausgestellt. 4 Werden Juden durch deutsche odeı polnische Justizbehörden oder deutsche oder polnische Dienststellen vorgeladen, so gilt die amtliche Vorladung gleich- zeitig als Genehmigungsbescheid zur Benützung öffentlicher Verkehrsmittel im Überlandverkehr. u) Über das Verfahren und die Erteilung der Genehmigung erläßt die Regierung des Generalgouvernements(Abteilung Innere Verwaltung) allgemeine Richt- linıen. $ 6 Wer verbotswidrig ein öffentliches Verkehrsmittel benützt oder durch falsche Angaben eine Genehmigung erschleicht, wird mit Geldstrafe und Gefängnis oder mit einer dieser Strafen bestraft. 117 al (1) Diese Verordnung tritt am|. April 1941 in Kraft. (2) Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Benützung der Eisenbahn durch Juden im Generalgouvernement vom 26. Januar 1940(Verordnungsblatt GGBT, S. 45) außer Kratt.- VBl GG 1941, Nr 14, S. 69 f. Frank 2 Generalgouverneur H. Franks Verordnung vom 26. 1. 1940 verbot den Juden, die Eisen- bahn im Bereich des Generalgouvernements zu benutzen. 75. 3. März 1941, Krakau(Krakow).— Verordnung des Gouverneurs des Distrikts Krakau, Wächter, über die Bildung eines Gettos in Krakau. Betrifft: Bildung eines jüdischen Wohnbezirkes in der Stadt Krakau. Sanitäre, wirtschaftliche und polizeiliche Erwägungen machen es notwendig, den jüdischen Bevölkerungsteil der Stadt Krakau geschlossen in einem beson- deren Stadtteil als Judenwohnbezirk unterzubringen. Ich ordne daher an: 1. Im Stadtgebiet Krakau wird mit sofortiger Wirkung ein in sich geschlos- sener jüdischer Wohnbezirk gebildet, in dem alle in der Stadt wohnenden Juden Wohnung zu nehmen haben. Außerhalb des jüdischen Wohn- bezirkes ist den Juden das Wohnen ausnahmslos verboten. 2. Der Judenwohnbezirk der Stadt Krakau wird vom übrigen Stadtgebiet durch folgende Straßen abgegrenzt: Ecke ul. Lwowska, Front Rynek Podgörski und ul. Parkowa bis Ecke Rynek Podgörski Front Rynek Podgörski bis Anfang ul. Lwowska Ecke ul. Lwowska, Front Rynek Podgörski und ul. Parkowa bis Ecke ul. Szkolna ul. Szkolna bis Ecke ul. Tatrzanska von ul. Tatrzanska entlang des freien Steinbruchgeländes parallel zur ul. Rekawka bis ul. Lwowska gegenüber von ul. Tarnowskiego parallel zur ul. Tarnowskiego am rückwärtigen Grundstücksrand bis ul. Hetmanska parallel zur ul. Hetmanska am rückwärtigen Grundstücksrand bis Ecke ul. Dabrowskiego! von Ecke Dabrowskiego parallel zum Bahnkörper bis Ecke ul. Traugutta und ul. Kacik ul. Kacik bis Platz Zgody Ecke Platz Zgody und ul. Na Zjezdzie bis Ecke Nadwislanska ul. Nadwislanska bis ul. Krakusa 118 oı amit ınre Güt sind Fre äuß Ein Mic Un Tre jo=) ul. Krakusa bis Ecke ul. Wita Stwosza ul. Wita Stwosza bis Ecke Jözefinska Jözefinska bis Ecke Brodzinskiego. Die innerhalb des Judenwohnbezirkes wohnenden Nichtjuden haben bis zum 20. März 1941 ihre Wohnung außerhalb des Judenwohnbezirkes zu verlegen. Wohnungen werden durch das Städtische Wohnungsamt nach- gewiesen; im Stadtteil Kazimierz können Wohnungen auch im direkten Einvernehmen mit den Hausbesitzern oder Hausverwaltern gemietet werden: in diesem Falle ist die Zuweisung des Städtischen Wohnungs- amtes nachträglich einzuholen. Nichtjuden, die bis zum 20. März 1941 ihre Wohnungen im Judenwohnbezirk nicht verlassen haben, werden zwangsweise ausgesiedelt. Bei der zwangsweisen Aussiedlung darf nur Flüchtlingsgepäck bis zum Höchstgewicht von 25 kg pro Person mitge- nommen werden. Die noch außerhalb des jüdischen Wohnbezirkes wohnenden Juden haben ihre Wohnungen bis längstens 20. März 1941 in den Judenwohnbezirk zu verlegen. Wohnungen im jüdischen Wohnbezirk werden durch das jüdi- sche Quartieramt zugeteilt. Einrichtungsgegenstände und sonstige jüdische Güter, die in der neuen Unterkunft nicht untergebracht werden können, sind der Treuhand-Außenstelle Krakau anzubieten; sie dürfen erst nach Freigabe durch die Treuhand-Außenstelle Krakau im freien Verkehr ver- äußert werden. Bei Zuwiderhandlungen erfolgt Beschlagnahme. Einrichtungsgegenstände in jüdischen Wohnungen, die von deutschen Mietern benutzt werden, sind von den jüdischen Eigentümern beim Umzug zurückzulassen. Ein Verzeichnis dieser Gegenstände ist der Treuhand-Außenstelle Krakau einzusenden. Werkstätten, Geschäftsläden und sonstige Unternehmungen der Juden, die außerhalb des jüdischen Wohnbezirkes liegen, bleiben von der Um- siedlung vorläufig unberührt; sie dürfen als Wohnungen keinesfalls benutzt werden. Nichtjuden ist das Wohnen und der Aufenthalt im jüdischen Wohnbezirk verboten. Nichtjuden ist verboten, Juden— wenn auch nur vorübergehend— Unter- kunft zu bieten. Bei Übertretung dieses Verbotes wird mit Einziehung der Wohnung vorgegangen. Das Betreten des jüdischen Wohnbezirkes ist Nichtjuden nur mit beson- derem Ausweis gestattet. Dieser Ausweis wird über begründeten Antrag vom Stadthauptmann Krakau ausgestellt. Juden, denen das Verlassen ihres Wohnbezirkes gestattet ist, müssen sich durch eine besondere Bescheinigung, in der auch der Nachweis über er- folgte Entlausung geführt ist, ausweisen. Dieser Ausweis wird vom Stadt- hauptmann Krakau ausgegeben. 119 10. Innerhalb des jüdischen Wohnbezirkes liegende nichtjüdische Dienst- Ebenso| stellen, Werke und Betriebe sind in andere Stadtteile zu verlegen. Ist dies langen A NACH B>... anvekon nicht möglich, dann ist dafür zu sorgen, daß die polnischen Arbeitnehmer angeko durch jüdische ersetzt werden. Außerhalb des jüdischen Wohnbezirkes Ortse ba beschäftigte jüdische Arbeitskräfte sind tunlichst durch nichtjüdische zu Familieı ersetzen. Der Für & 3 ö Rd..) Platze,\ 11. Die ordnungsgemäße Bildung des jüdischen Wohnbezirkes, die Aufrecht- Die Sit £ BR 5 Si 8 je Sıtu erhaltung der Ordnung, die Unterhaltung sanitärer und sozialer Einrich- a: =-== PA oder Del tungen hat der Judenrat der Stadt Krakau zu besorgen. Er ist dafür ö : onnte verantwortlich. 5 Y je Mil 12. Mit der Durchführung dieser Anordnung beauftrage ich den Leiter der re Abteilung Arbeit in meinem Amte. Teil 13. Die Nichtbefolgung der Anordnung und der dazu zu erlassenden Durch- telefoni: führungsanweisungen wird streng bestraft. Dr. Wächter AJHI, Plakate, Nr 78. 76. 12. März 1941. Krakau(Kraköw).— Vermerk des Vorstandes der Jüdischen Sozialen Selbsthilfe in Krakau über die Deportation von 10000 Juden aus Lublin. Dr. Siegfried, Vorsitzender des J. H. K.! für den Kreis Lublin-Land, teilt uns heute telefonisch Folgendes mit: Montag den 10. ds. Mts. hat der Leiter des Deutschen Wohnungsamtes in Lublin unserem Berater beim Chef des Distrikts erklärt, daß Juden aus einigen Häusern in Lublin ausgesiedelt werden sollen, und ihn ersucht, sich der Kranken anzunehmen. Dann haben die Behörden unserem Berater beim Chef des Distrikts erklärt, daß die Aussiedlungsaktion am Dienstag dem 11. ds. Mts. beendet sein wird. Dessen ungeachtet dauert die Aussiedlungsaktion der Juden aus Lublin seit Montag dem 10. ds. Mts. ohne Unterlaß, und sie wird am Mittwoch dem 13. ds. Mts. noch intensiver durchgeführt als zuvor. In den ersten zwei Tagen wurden ca. 10000 Juden ausgesiedelt. Die Aktion geht derart vor sich, daß von 6 Uhr früh an Juden aus ihren Wohnungen, aus denen sie nur kleine Bündel mitnehmen dürfen, geholt und auf einen Platz geführt werden. Dort müssen sie einen Teil dieser Bündel, den Rest später am Bahnhof zurücklassen. Weder der Judenrat noch das J. H. K. wurden von der beabsichtigten Aus- siedlungsaktion der Juden verständigt. Es ist bis nun unbekannt, welche Dienststelle die Aussiedlung der Juden aus Lublin angeordnet hat und wieviel Juden von der Aussiedlung betroffen wer- den sollen. Alle Versuche, hierüber etwas zu erfahren, verliefen ergebnislos. 17J.H.K.- Jüdisches Hilfs-Komitee. 120 Ebenso unbekannt ist es, wohin die Ausgesiedelten geleitet werden sollen. Es laneen nur Nachrichten aus einzelnen Ortschaften ein, wo die Aussiedleı angekommen sind. Laut erhaltenen Nachrichten wurden 3000 Juden in eine Ortschaft des Kreises Lublin-Land geleitet, in der bis jetzt kaum 60 jüdische Familien hausten. Der Fürsorgereferent des Amtes des Chefs des Distrikts war zweimal auf dem Platze, wo die ausgesiedelten Juden gesammelt wurden, und am 3ahnhof. Die Situation ist so schwer, daß an eine Organisation ireendwelcher Hilfe oder Betreuungsaktion unter den gegebenen Umständen nicht gedacht werden konnte. Die Mitglieder des J. H. K. weilten den ganzen Tag auf dem Platze, wo die ausgesiedelten Juden gesammelt wurden. Unser Berater beim Chef des Distrikts in Lublin hat die vorstehenden Angaben telefonisch vollinhaltlich bestätigt. AJHI, JUS, Nr 216 121 77. Anordnung zur Aussiedlung von Juden aus Krakau. IHHFHHETRRUHUNHEFERR STICHT EHINGEN ANORDNUNG zur Aussiediung von Juden aus dem Stadtgebiet Krakau Dia von meinem Amte durchgeführte Bearbeitung der Aufenthaltsgesuche der Juden im Stadtgebiet Krakau ist abge- schlossen. Ich ordne nunmehr an:_ 1. Mit Wirkung vom 27. Februar 1941 verlieren die bisherigen, durch den Stadthauptmann von Krakau ausgestellten Ausweise ihre Gültigkeit. Diese Aus- weise sind bei der Aussiedlungsstelle Il, Krakau, Lubicz 4, abzugeben.-; 2. Aufenthaltsberechtigt im Stadtgebiet Krakau sind nur Juden, di@ im Besitze dr von meinem Amte ausgestellten Kennkarten sind; den Kennkartenin- | habern sind bis zum 15. März 1941 solche Juden gleichgestellt, die den Bescheid über die bevor- stehende Ausfolgung einer Kennkarte in Händen haben. 3. Juden, die ohne gültige Kennkarte im Stadtgebiet Krakau aufgegriffen werden, haben strengste Be- strafung zu gewärtigen. Krakau, den 25 Februar. 1941. Dor Chef des Distrikts Krakau Dr. Wächter Gouverneur RHEIN HEUTE EHER ETEHHRNEIHRRHHHEEUHHNHEHEUEHHESSZUG HERE EHTERHHEHHEEHSHURSONNEEHENSEREEG U LONTINSBLEN ISIS 78. 31. Regieru Wohnbe vom 24 90000 J daher st Aktıon n Der Her zur ber Bevölkeı bringen darauf| siedlung werden Der Un 210} an Bevölke weite rer gemeld« rats um Regieru militäri einige( des HR Mehre; des Mi 1 An Verr An 78. 31. März 1941, Lublin.— Aktenvermerk über die am 31. März 1941 beim Gouverneur des Distrikts Lublin, Zörner, erfolgte Besprechung zur Frage der Deportation von 15000 Juden aus Lublin.! Regierungsrat Bausenhart ging davon aus, daß der geschlossene jüdische Wohnbezirk in der Stadt Lublin, der auf Anordnung des Herrn Gouverneurs vom 24.3. 194] spätestens bis zum 15.4. 1941 zu bilden ist, allenfalls 20000 Juden aufnehmen könne. Ziel der jetzigen Judenaussiedlung müsse daher sein, etwa 15000 Juden zum Verlassen der Stadt zu bewegen. Die Aktion müsse bis zum 15. 4. 1941 abgeschlossen sein. Der Herr Gouverneur war der Ansicht, daß die Zahl von 15000 freiwillig wegziehenden Juden nur erreicht werden könne, wenn auf die Juden ein ge- wisser Druck ausgeübt würde. Er ordnete deshalb an, daß der vom Judenrat zur Genehmigung eingereichte Entwurf für einen Aufruf an die jüdische Bevölkerung durch Plakatierung zur allgemeinen Kenntnis der Juden zu bringen und in diesem Aufruf, wie im Entwurf des Judenrats auch geschehen, darauf hinzuweisen sei, daß sich möglichst viele Juden zur freiwilligen Aus- siedlung melden sollten, da andernfalls eine Zwangsaussiedlung durchgeführt werden würde. Der Unterzeichnete? teilte mit, daß bis zum 31.3. 1941 die Anträge von 910 Familien. die zusammen 652 Personen umfaßten, von der Unter-ÄAbteilung Bevölkerungswesen und Fürsorge genehmigt worden wären. Änträge von weiteren 440 Familien lägen beim Judenrat vor. Zur freiwilligen Aussiedlung gemeldet hätten sich damit bis jetzt 650 Familien. Nach Angaben des Juden- rats umfaßten diese 650 Familien etwa 2300-2600 Personen. Reeierungsrat Bausenhart erklärte, er wolle sich noch einmal an die zuständige militärische Stelle wenden und zu erreichen suchen, daß das Militär noch einiee Orte, die es bisher für einen Zuzug gesperrt habe, freigebe. Vom Ergebnis seiner Anfrage wolle er die Unter-Abteilung Bevölkerungswesen u. Fürsorge sofort in Kenntnis setzen. Reeierungsrat Bausenhart gab dann weiter bekannt, daß das Hotel ‚‚Europa‘ von einem Kommandostab belegt werden wird. Um einen dringend notwen- diven Ersatz für Hotelräume zu schaffen, ordnete der Herr Gouverneur an, daß dem Hotel-Pensionat in der Soldatenheim-Straße für Ausbau und Ver- schönerung ein einmaliger Betrag von 30000 zl. zur Verfügung zu stellen sei. Regierungsrat Bausenhart führte noch an, daß das Militär die Freimachung des Hauses Narutowicza 47 verlangt habe. Da in diesem Gebäude jedoch mehrere Deutsche wohnen, verfügte der Herr Gouverneur, daß der Antrag des Militärs vorerst abzulehnen sei. Regierungsrat Bausenhart erwähnte zum ı An der Besprechung nahmen außer Zörner teil: Bausenhart, Schmidt(Sekretär des Gou- verneurs) und Ziegenhirt. 2 Ziegenhirt. 123 UNHRENHUHUNN ÖRHERRHTE IHR HI SIUUHNEEEHIUNG PNLNREN Schluß der Besprechung, die zuständige Militärstelle habe ihm gesagt, er würde, was die Zahl der noch eintreffenden Truppen angehe, noch sein blaues Wunder erleben. AJHI, GDL, Nr 2, S. 378 f. 79. 31. März 1941, Kielce.- Verordnung des Stadthauptmanns in Kielce, Drechsel, r TRAUN über div Errichtung eines Gettos in Kielce. Verordnung über die Bildung eines jüdischen Wohnviertels in der Stadt Kielce Das jüdische Wohnviertel der Stadt Kielce umfaßt die in der Anlage dieser Verordnung aufgeführten Wohngrundstücke. In diesem jüdischen Wohnviertel haben sämtliche in der Stadt Kielce ansässige Juden zu wohnen. Außerhalb dieses Wohnviertels ist Juden der Aufenthalt verboten. Die innerhalb des jüdischen Wohnviertels wohnenden Polen haben ihre Wohnungen bis zum Donnerstag dem 3. April mittags 12 Uhr nach außer- halb dieses Wohnviertels zu verlegen. Wohnungen werden durch das städtische Wohnungsamt nachgewiesen. Nichtjuden, die bis zu diesem Termin ihre Wohnungen im jüdischen Wohnbezirk nicht verlassen haben, werden zwangsweise ausgesiedelt und dürfen bei dieser zwangsweisen Aussiedlung Einrichtungsgegenstände, Warenvorräte usw. nicht mit in ihre neue Wohnung überführen. Die noch außerhalb des jüdischen Wohnviertels wohnenden Juden haben ihre Wohnuneen bis zum Sonnabend dem 5. April mittags 12 Uhr iin den jüdischen Wohnbezirk zu verlegen. Wohnungen im jüdischen Wohn- viertel werden durch das Quartieramt des Ältestenrates zugeteilt. Ein- richtungsgegenstände und die zum persönlichen Gebrauch bestimmten Sachen sowie Geschäftseinrichtungen und ordnungsgemäß erworbene Warenvorräte können dabei mitgenommen werden. Juden, die ihre Wohnungen innerhalb der gesetzten Frist nicht in den jüdischen Wohnbezirk verlegt haben, werden zwangsweise aus der Stadt Kielce ausgesiedelt. Es dürfen bei dieser zwangsweisen Aussiedlung Ein- richtungsgegenstände, Warenvorräte usw. nicht mitgenommen werden. Ladengeschäfte, Werkstätten und andere Unternehmungen von Juden, die außerhalb des jüdischen Wohnviertels liegen, müssen mit in das jüdische Wohnviertel umgesiedelt werden, es sei denn, daß sie unter Treuhandverwaltung stehen. Treuhandverwaltete Betriebe bleiben von der Umsiedlung verschont. Innerhalb des jüdischen Wohnviertels liegende nichtjüdische Betriebe sind aus dem jüdischen Wohnviertel auszusiedeln. = B & & = z & B E E OSSIGLLDULRÜRHARTT juuuasuntume GHgagummser TOLTLRS 10 Nichtjuden ist es untersagt, Juden Unterkunft zu gewähren. Bei Verstößen werden die Wohnungen der Nichtjuden zwangsweise eingezogen. Dem jüdischen Ältestenrat sind von den Juden, dem polnischen Woh- nungsamt von den Nichtjuden alle im Verlauf dieser Umsiedlungsaktion eeräumten Wohnungen umgehend zu melden. Das durch diese Verordnung gebildete jüdische Wohnviertel ist insoweit als offenes jüdisches Wohnviertel zu betrachten, als der Zutritt zu ihm Nichtjuden nicht grundsätzlich verboten ist. Den Juden ist das Verlassen dieses Wohnviertels zu geschäftlichen oder sonsticen Zwecken nur gestattet, wenn sie sich im Besitze eines mit Licht- bild versehenen Passierausweises meiner Dienststelle befinden. Diese Aus- weise sind unter ausführlicher Begründung und Beifügung von 2 Licht- bildern über den Ältestenrat bei meiner Dienststelle zu beantragen. In nichtjüdischen Betrieben außerhalb des jüdischen Wohnviertels be- schäftigte Juden erhalten Ausweise zum geschlossenen An- und Ausmarsch aus ihrem Wohnviertel an ihre Arbeitsstätten. Betreten und Aufenthalt auf der Radomer- Petrikauer- und Bodzentyner- straße ist Juden verboten. Die ordnungsmäßige Bildung des jüdischen Wohnviertels, die Aufrecht- erhaltung der Ordnung, die Unterhaltung der notwendigen, insbesondere der sanitären und sozialen Einrichtungen hat der Ältestenrat deı Juden der Stadt Kielce zu besorgen... Er haftet mir für die reibungslose Durch- führung aller notwendigen Maßnahmen. Die Nichtbefolgung dieser und im Zuge dieser Anordnung noch weite: ereehender Anordnunseen und Durchführungsbestimmungen werden rück- sichtslos und schärfstens verfolgt und bestraft, wobei Vermögenswerte eingezogen werden. Der Stadthauptmann Drechsel Für bal da der| mub 82. 1. ‚Im eingeric in diese stets wie BP, Bd XN 83, 18 des Im Ok um die Gefahr lahrun: Weise kompl 81. 11. Juni 1941, Lublin.— Schreiben des Kreishauptmanns Lublin-Land, Ziegen- sein vi mayer, an die Abteilung Wirtschaft im Amt des Chefs des Distrikts Lublin über verfüot Zuteilung von Materialien für den Gettobau. kehr aı Im Au Betrifft: Material zum Gettobau. tragten Unter Bezugnahme auf die kürzliche mündliche Besprechung— Herr Lack— Nächste bei der dortigen Dienststelle bitte ich hiermit um Ausstellung eines Bezugs- Zweck scheines für folgendes Material:| Außen, 2500 m Stacheldraht ec .| ot 350 St. Winkeleisen(a 0,80 m lang) ke au 1000 St. Nägel(3 Zoll) Rech: i 16 St. Scharniere 1,50 m lang(zum Einhängen, Befestigung 4 Tore) en arsı 4 St. Riegel zum Schließen der Türe 19,4 4 St. Vorhängeschlösser. vom nehm 126 RUN ARSLOO ET RANLORGOCD, ERSLCLURTUL FOUUDE SOLO 00 NLOLESCLTLLRULR AUARITOGTLLOTSTVOGTDLUENLLT OR STBEEGU er Für baldıge Zuteilung vorstehender Materialien wäre ich besonders dankbar, da der Gettobau aus Gründen der öflentlichen Sicherheit beschleunigt werden \ muß... AJHI, Kr L-L, Nr 8, S. 136, 82. /. August 1941, Opatow.— Auszüge aus dem Juli-Bericht des Kreishauptmanns in Opatow, Ritter, über die Einrichtung von Gettos in Ostrowiec und Opatow. .... Im April d. J. wurden in Ostrowiec und in Opatöw jüdische Wohnbezirke eingerichtet und gewisse Verhaltungsmaßnahmen der jüdischen Bevölkerung in diesem Zusammenhang erteilt. Die Sperrstunde wurde im Kriegsgebiet in stets widerruflicher Weise auf 21 Uhr bis 30. September 1941 festgesetzt Dr. Ritteı 83. 18. September 1941, Warschau(Warszawa). Rundschreiben des Kommissars des jüdischen Wohnbezirks in Warschau, H. Auerswald", betreffs Verkleinerung und strengerer Isolierung des Warschauer Gettos. Im Oktober 1940 ist der jüdische Wohnbezirk in Warschau errichtet worden, um die Juden von der arischen Umwelt zu isolieren und um vor allem die Gefahr der Seuchenübertragung auszuschließen. Die seither gemachten Er- fahrungen haben gelehrt, daß dieses Ziel bisher nicht in der wünschenswerten Weise erreicht worden ist. Der Verlauf der Grenzen durch die Gebäude- komplexe hindurch, die Aussparung zahlreicher Gebäude und das Vorhanden- sein von Durchgangstraßen machen es unmöglich, selbst bei Einsatz aller verfügbaren polizeilichen Mittel, den unerlaubten Personen- und Warenver- kehr aus und in den jüdischen Wohnbezirk vollkommen zu verhindern. Im Auftrage des Herrn Gouverneurs und im Einvernehmen mit dem Beaul- tragten des Distriktschefs für die Stadt Warschau werden deshalb in der nächsten Zeit eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt werden, die den Zweck haben, den jüdischen Wohnbezirk wirksamer als bisher gegen die Außenwelt abzuschließen. Im wesentlichen bestehen diese Maßnahmen darin, die Grenzen auf den Straßen verlaufen zu lassen und das Gebiet des jüdischen Wohnbezirks so zu verändern, daß möglichst übersichtliche Grenzen entstehen und die Straßen mit Durchgangsverkehr frei werden. 1 Rechtsanwalt Heinz Auerswald wurde als Kommissar für den jüdischen Wohnbezirk in Warschau vom Gouverneur des Distrikts Warschau, Ludwig Fischer, laut Verordnung vom 19. 4. 1941(VBIl GG, 1941, S. 211) eingesetzt. Siehe auch L. Fischers Verwaltungsanordnung vom 14. 5. 1941, in der bestimmt wird, daß Auerswald sein Amt am 15. 5. 1941 zu über- nehmen hat.(AJHI, Kr L-L, Nr 8, S. 19.) 127 uisizgere SUN GOHUGUTEGELNE u # a H zen EHRELLCHHER SuNEEFgG Es ist selbstverständlich, daß diese erneute Grenzveränderung Härten für die betroffene Bevölkerung, eine gewisse Beunruhigung der Wirtschaft und eine Reihe sonstiger Schwierigkeiten mit sich bringt. Im Hinblick auf die Mängel des derzeitigen Zustandes, insbesondere in Anbetracht der bei Aufrechterhal- tung des jetzigen Zustandes drohenden Seuchengefahr, müssen indessen diese Schwierigkeiten als das kleinere Übel in Kauf genommen werden. Es ist dafür zu hoffen, daß, wenn jetzt eine durchgreifende Grenzbereinigung erfolgt, in absehbarer Zeit weitere Veränderungen nicht mehr vorgenommen zu werden brauchen. Vorbehaltlich endeültiger Festlegung ist geplant, die Grenzen des jüdischen Wohnbezirks durch folgende Straßen zu legen: Dammstraße— Eisgruben- straße— Elektoralna- Bankplatz— Rymarska- Gerichtsstraße— Przejazd- Nowolipki— Krasinski Garten— Krasinskiplatz— Klosterstraße— Zoliborska— Stawki-— Wildstraße bis zur Dammstraße. Ich bitte um Kenntnisnahme und Unterstützung aller mit der bevorstehenden Aktion zusammenhängenden Maßnahmen innerhalb Ihres Dienstbereichs. Es besteht die Absicht, etwa auftretende Schwierigkeiten durch Gewährung angemessener Räumungsfristen, durch Erteilung von Passierscheinen und derel. nach Möglichkeit zu verringern. Andererseits kann aber von der Er- richtung einer übersichtlichen und leicht zu bewachenden Sperrlinie keines- falls abgegangen werden. AJHI, KJWW, K-1700. Auerswald 84. 15. Oktober 1941, Warschau(Warszawa).— Verordnung des Generalgouverneurs Frank, in der den Juden unter Todesstrafe verboten wird, die ihnen zugewiesenen Wohnbezirke zu verlassen. Abs. 1 des Erlasses des Führers vom 12. Oktober 1939 Auf Grund des$ 5 7 S20772), verordne ich: (Reichsgesetzbl. Artikel 1. In der Verordnung über Aufenthaltsbeschränkungen im Generalgouvernement vom 13. September 1940(VBl GG. I. S.288) mit den Änderungen der zweiten Verordnung über Aufenthaltsbeschränkungen im Generalgouverne- ment vom 29. April 1941(VBl GG. I. S. 274) wird nach$ 4a folgender$ 4b eingefügt: $4b (1) Juden, die den ihnen zugewiesenen Wohnbezirk unbefugt verlassen, werden mit dem Tode bestraft. Die gleiche Strafe trifft Personen, die solchen Juden wissentlich Unterschlupf gewähren. 128 HESGUUCDE HUHETEEH ENTER jez ygos HERUBULKEFEG HER: LURTEREEE SEOOOLTUNLRLNNÄRTN uusar 2) Anstifter und Gehilfen werden wie der Täter, die versuchte Tat wird wie die vollendete bestraft. In leichteren Fällen kann auf Zuchthaus oder Gefängnis erkannt werden. ) )) Die Aburteilung erfolgt durch die Sondergerichte. Artikel 2 Diese Verordnung tritt am Tage der Verkündung in Kraft. Der Generalgouverneuı VBl GG 1941, Nr 99, S. 595. Frank 85. 17. November 1941, Warschau Warszau A). Bekanntma: hung des Kommissars des jüdischen Wohnbezirks in Warschau, Auerswald, über die Erschie Jung von ae Jr Juden wegen Verlassens des Gettos. Bekanntmachung Wegen unbefugten Verlassens des jüdischen Wohnbezirks in Warschau wurden die Juden: Rywka Kligerman Sala Pasztejn Josek Pajkus Luba Gac Motek Fiszbaum Fajga Margules Dwojra Rozenberg Chana Zajdenwach laut Urteil des Sondergerichts in Warschau vom 12. November 1941 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 17. November 1941 vollstreckt. AJHI, R I, Nr 1100(Übersetzung aus dem Polnischeı Auerswald 1 Die obige Bekanntmachung wurde in deutscher und polnischer Spra« he herausgegeben. Nuı der Plakatteil mit dem polnischen Text ist« rhalten geblieben. 86. 9. Januar 1942, Warschau(Warszawa).— Si hreiben des Kommissars des jüdi- schen Wohnbezirks in Warschau, Auerswald, an die Kreishauptleute des Distrikts Warschau über Erschießungen derjenigen Juden, die das Getto verlassen. Nachstehend teile ich Übersetzung des Schreibens der JSS-Delegatur in Sobienie-Jeziory an den Juden Dr. Wielikowski, Berater für Angelegenheiten der jüdischen Wohlfahrt, vom 22. 12. 41 mit: 129 9 Getto IR. SR 25 M FA Balsassesogganguigte umUmeene „Jüdische Soziale Selbsthilfe Delegatur in Sobienie-Jeziory Den29, x 112 1941 Nr 25-4] An Herrn Dr. Wielikowski in Warschau Mit Rücksicht darauf, daß die Erschießungen von Juden, die den jüdischen Wohnbezirk in Sobienie-Jeziory verlassen, sich von Tag zu Tag mehren, erlauben wir uns Sie höflich anzufragen, ob ähnliche Exekutionen auch wo anders stattfinden. Wie uns bekannt ist, trifft dies nur auf den Kreis Garwolin zu. Ist eine Intervention möglich, daß die Erschießung nicht am Feststellungsort stattfinden soll und daß in jedem Einzelfalle der Judenrat verständigt wird, da wir bisher nichts über die eigentliche Zahl der Erschossenen und den Ort ihrer Bestattung wissen. In Erwartung Ihrer umgehenden Antwort zeichnen hochachtungsvoll Jüdische Soziale Selbsthilfe Delegatur in Sobienie-Jeziory Unterschrift A. Frydzon Sobienie-Jeziory.““ Der Herr Gouverneur, dem ich dieses Schreiben zur Kenntnis gebracht habe, hat den Wunsch, daß möglichst in allen Kreisen des Distrikts, in denen sich Juden befinden, der gleiche Rechtzustand hergestellt werden möge. Die den Polizeidienststellen erteilten Befehle über Waffengebrauch gegenüber Juden, die den jüdischen Wohnbezirk unbefugt verlassen, er möglichen in allen Fällen ein wirksames Durchgreifen. AJHI, KJWW, K-1500. Auerswald. 87. 17. Januar 1942, Warschau(Warszawa).— Rundschreiben des Leiters der Abteilung Innere Verwaltung im Amt des Gouverneurs des Distrikts Warschau an die Stadt- und Kreishauptleute über die Methoden der Erfassung von Juden, die sich außerhalb des Gettos verbergen. Ich lasse den Stadt- und Kreishauptleuten zur empfehlenswerten Nachahmung eine Bekanntmachung des Kreishauptmanns in Grojec zugehen. „Nach Feststellung des Kreisarztes in Grojec kommen trotz der verschärften a eeneen immer noch Juden aus dem Kreise Garwolin und dem Distrikt Radom in den Kreis Grojec, um dort angeblich in der Bekleidung als Bauern(Bartschnitt, Weglassen der Armbinde, bäuerliche Bekleidung) Handel zu betreiben. Von dem Kreishauptmann in Grojec ist daher nachfolgende Bekanntmachung erlassen worden 130 EEE AREN SETEIRLN DLR ALERT SGCOLOHSOLOTVLRERTANTER SORUCR: SCOTTTHNELUET Sa nn In deı heute I Kreises Beseitig mich hueh Zu dies I Derı Bekanntmachung In der letzten Zeit ist festgestellt worden, daß sich im Kreise Grojec auch heute noch fremde Juden herumtreiben. Dadurch wird die Bevölkerung des Kreises der Gefahr einer stärkeren Fleckfieber-Verbreitung ausgesetzt. An der Beseitigung dieser Gefahr muß die gesamte Bevölkerung mitarbeiten. Ich habe mich entschlossen, denjenigen Kreisbewohnern, die sich besonders an dieseı Abwehr-Aktion beteiligen, eine Belohnung auszusetzen. Zu diesem Zweck gebe ıch folgendes bekannt: I, AJHI, KIJWW, K Derjenige, welcher den zuständigen Polizeiorganen einen unerlaubt im Kreise umherziehenden Juden so namhaft macht, daß er auf Grund der Anzeige bestraft werden kann, erhält von dem Kreishauptmann kostenlos 1 m. Brotgetreide. Die gleiche Belohnung wird zugesagt, wenn statt des Juden derjenige nam- haft gemacht wird, der einem Juden Unterkunft oder Verpflegung gewährt. Der Kreishauptmann.“ Der Abteilungsleiter. 131 pc 9,5 918 88. Bekanntmachung des Kreishauptmanns von Grojel. ESF HRÄCHTRCENRTSNF TREE EERIVTERRSLRHERTOPITISLRLP ULEUNdREySIO.M EZ 5 Du -Ardfn gewmuysäzuu>Aq Bow Aq'gosods nye; m wpäz eusjomzez Zaq ..n oBsobfemigezud wpod wäufäsyod wozpepn Aug‘W@mopszin a1us0 od vzogz zw| M9D FE z nwapzuy>podeu m Jemoseuoez dis wspmop4sapz yepeizpmmszıd azped in Agqy ob nenyd} DIUDZJSTSZOl| DiUSZSOUSZJd OrysuezI@dzeg, u ejpp lamusı 09 zazıd oBaıypelos6 nypmod var; Du bzpoypezid moßano yakuuı z ızpiz öbın azızsal a7 Ms WEIDIZPSWMOL ANgZzaSsaMal jpeı 2aqgwaz2g gi up wem uuwy4 Upism vaWwWwousd 759] 10j05 Josaip ssep ypew yeyweu OS vopnf USpuUss>Mmue I9Ty JENZLDUNn U9Ul USUDBIQ-122104 usp 43p'usgomzsne dunpyezag Wa5>d apıaı 0 zw| Duyomu:7 wapal‘usssojyssjus ydın Tapı aqey usppunzusdsdju> ıyejon Jassıp wn ag voyajseg snydkppay sap Bunpssgsoa aan pun Eunbouusan 10P DH Sp YP4ıpop pun uspupegn>elos) siary usp ui uasısiy Lassp -UD END UOPNf zowum you SSDp'usayops Sgoy 42 “ « De, ralb we a, 30| Wollten | ( 0] 13 auuzzaaı ALU UNO ii 1 ji = zo US 89.#. Februar 1942, Siedlce.- Auszüge aus dem Januar-Bericht des Kreishauptmanns ın Stedlce, Seemann, über Erschießungen von Juden, die das Getto verlassen haben. - 10 Juden wurden abgefaßt, als sie unberechtigt den jüdischen Wohn- bezirk verlassen hatten und auf dem Markt zu handeln versuchten. Sie wur- den auf der Flucht erschossen. Ein Jude sollte in Losice verhaftet werden, weil er seinen Pelz nicht abgegeben hatte. Auch er flüchtete und wurde Br) ce... erschossen BP, Bd XXXV, S.4 ':; 7 7 1. or 90. Siedlce. Ein außerhalb des Gettos ergriffener jüdischer Knabe vor der Erschießune. 91. 8. April 1942, Tomasshow( Tomaszow-Mazowiecki).— Auszug aus dem März- Bericht des Kreishauptmanns in Tomaschow über Erschießungen von Juden, die das Getto zu verlassen beabsichtigten. ... Der Drang der Juden, dem Hungertode im Getto zu entgehen und außer- halb weiterzuleben, ist nach wie vor festzustellen. Im verflossenen Monat sind ca. 30 Juden, die ohne Genehmigung das Getto verlassen hatten und flüchten y> rschossen worden... wollten, erschossen ER BA ERKIX S.18 go 94, Die 92. Im Warschauer Getto. Sammelpunkt für flüchtige Gettobewohner. 93. 7. Mai 1942, Radom.— Eine füdin, Ita Bryt, wird vom Sondergericht in Radom wegen Verlassens des Gettos zum Tode verurteilt. Im Namen des Deutschen Volkes! Strafsache gegen die Jüdin Ita Bryt aus Wachock, Kolejowastraße 20, geb. am 15. 11. 1910 in Wachock, ledig, Tochter des Moszek u. d. Laja geb. Wierzbicka, wegen unbefugten Verlassens des Wohnbezirks. Das Sondergericht Radom im Generalgouvernement hat in der Sitzung vom 7. Mai 1942, an welcher teilgenommen haben: beauftr. Richter Langenmayr als Vorsitzender, beauftr. Richter von der Warth, beauftr. Richter Heyne als beisitzender Richter, beauftr. Staatsanwalt Ballat als Beamter der Staatsanwaltschaft, Justizangestellter Cilwik als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle, für Recht erkannt: Die Angeklagte wird wegen unbefugten Verlassens des jüdischen Wohnbezirks wi 4 zum Tode verurteilt. Die Angeklagte hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. AJHI, Varia III, Nr 36, Sondergericht Radom, ICRTANLEUGDOG DONAU ARE OOGOWGTETNHEFSSUUGUR ONTRSGGGOLUNTHFGURER 94. Die Begnadigung wird nicht befürwortet. Äußerung 73 re en des Sondergerichts Radon in der Strafsache gegen die Jüdin Bryt Ita aus Fachock 20, Kreis Starachowice wegen unbefugten Varlassens des zugewiesenen Yohnbezirks. Az. Ads, 2 2 3 Sg. 141/42 - Eine Begnadigung wird nicht befürwortet. | Radon, den 7.Mai 1942 Der Vorsitzenio des Sondergerichts: I.V. ges. Langenmayr. beauftr.Kichter,| Die vorstehende Abschrift wird beglaubigt. Radom, Ti 1942. CL: Justizinspektor als Urkundsbeauter der Geschäftsstelle,{ -..-. ..- Beh, RENT R a Pa" ECO RRRRUCHUTE GEHT EHELNN. 4 96. 95. 1941, Warschau(Warszawa).— Im Warschauer Getto von jüdischen Wissen- schaftlern erarbeitete Tabelle, die den Kaloriengehalt der den Juden des Warschauer Gettos nach festgesetzten Normen zugeteilten Lebensmittel angibt. da Tabelle Nähr- und Kalorienwert der im jüdischen Wohnbezirk auf] Lebensmittelkarte da täglich verabfolgten Produkte. ER A KU AK Marmola Januar-August 1941. | Bestandteile| Bedarf| I| II III| I\ V| VI| VII| VIII 3 f> | Kalorienwert 23801 219 169 197 197 192 218| 205 Iaf/: (Ta a e|| 29 || pr“ | Eiweiß in g| 53| 4| 3| 3| 3 3| 4| 3| 3} |||| | Kohlehydrate in g 430| 5| 39| 46|+6| 44| 50| 48| 41 Pr TyS TIEFE RESET ERTEILT I Ta er MITSTETETEEE Tr E T | Fetteing| AO| 0| 0 0|)| 0| ae A h| AJHI, Ring I, Nr 81, S.29(Übersetzung aus dem Polnischen.) ı Der Kalorienwert erreichte in keinem Monat 10°/, des im Jahre 1938 berechneten Be- darfs: Die Eiweißquantität lag zwischen 5,6 und 7,5°/, des Bedarfs; auch die Quantität der Kohlenhydrate erreichte höchstens 12°/,. Fette bekam die jüdische Bevölkerung auf ihre Lebensmittelkarten überhaupt nicht. ZINN PP xx MIX M CHTEROUESS LOGGEN Mr guyyuKKKEITU N- zu REGEL SLÄLNLIOTLRFERTEL GUT Au RO SEOOGOCO OT T SHE FOTUUUTFSSFTOOVOTTRETTGCOGTLLLSOLTO GL HUENT TTV HLUNSTTTUEN N ROSCHESSE EEE ne 96. 300 Kalorien täglich wurden pro Kopf der Bevölkerung im Warschauer Getto Mensch braucht täglich mindestens 2400 Kalorien. Ein ofhziell zuerkannt. IP zpzeg| Ip'zpzug 0%| 17 OSsdIW osdIwy I 4 RR Ip zpzeg| In'zpzeg SET osäIWw SIE 13 zeig| Ip zpzeg ve| se auzoy aızoy Bi 9 In 2pze,| ih zpztd ce 9E auzoy auzoy EN EE Er Rprrd 19 CE auzoy| auzoy er jope N KR 2pz”d LE o| In zpzeg| In’zpred IP zpzeg Ip zpzrd IP zpzed Ser.£S 15 L1 9 auzoy ouzoy auz( ri Ja! 1n7 491 bi KUN KU KUN EI KIN DIR z ox:{e Ip zpzeg IF'zpzeg Ip zpzed Ip zpzeg Ip'zpzeq 95 vs°5 BI, 7.8 uzoy auzoy uzoy 491 175 4 a ie} RN ZN 2 Ip zpzeg IN AI AN Il | | BE IN| IN|I Suzoy BR ES RN© MOLNIMNSNON 1511 AU3MNN— NM3WWMNNLSITNAONNN = jea@p6q au Auspdm jmyidnp ewueranbez aamı Ip zpze, Iriesı3 weg jenem og wuerdkjspo wmnıd zog— segdrsuusan IUdIN 6£ ons auzoy rm SEN #; 950m00s[@rL SIı014 00- auzoy [Rn ER In zpzeg| 19 zpzVg @ pPrjomimeyy , rprjowsey N $ RR v&% Ip'zpzeg Ib zpzed 482 0£ ep” our W Pprjomiew Ip zZ ir A Ip auzoy DIN Ip 2P78g ch 3u20, SETS EE: LER N KA IH6I Ninsajzpged abjsaım au euzcy— IH61 Jagojyg Jena map anı Bring VMOIDSONMAZ VLUV JLUVNTILLINSNIETT trt6880 MM %= ir zpzeg| In'zpzeg| ww'zpzeq| In'zpzeg= el 020..8 I a 7 gay) 92199 Ip zpzeg| Ip zpzeg ‚,'zpzued 72 zpzeg |> 9 C ad| g>1y9 92199 ORDNEN Ip zpzug| Ip zpzeg| IP zpzud| Ir'zpzeg Ben££ g243 g>1y)| u Po) PmD KR RP RREI 8 KIRN 0 KR KR a KA Ip'zpzeg Ip'zpzeg ir zpzed j ZI sr 08 v a u}| q>1y) g>749 ER DON eN In'zpzed| 2prrg Ip'zpred Ip zpzed 05 Sr pr 132 auzoy 2uzoy auzoy uzoy zit DONDONDOND zpzed Ip'zpFed IP zpzug Ip'zpzeg LZ S eybw eyew Rn IR RR Ih zpzud ib zpzed ib zpzedg 142 zpzed 8% Lb%| v2 auzoy auzoy eybw eybw er DIRE N Xalex w x m© BETTER HA aD EHLERHUPCLFRFESESAEAFUHREFERUNSTEIVHETBRRTDRO ERFRINDSRARRRLEAFERRTAFLETPSIHUNSDETHTIT ER AN SFRNT KRTRHNHRNN an INH HRS 1941 1942 Januar 898 5.123 | Februar 1.023 1.618 | März 1.608 4.951 |\pril 2.061 4.432 | Mai 3.821 3.636 Juni 1.290 3.350: Juli 550 |\ugust).560 September 1.545| | Oktober 1.716| November 801| Dezember 13.239 AJHI, JUS, Nr'406, ! Über den Monat Juli und die folgenden sind keine Zahlenangaben mehr vorhanden, denn am 22. Juli 1942 begann die Deportation von 300000 Juden aus dem Warschauer Getto in das Vernichtungslager Treblinka. 138 AN hmm NULL NLLLUNDERNDTTUNERU TUN TOTNNNNLTTTT ONE EN" ETLNNTTTTLRTTENE CO ITINLRINSNIBLRONITTEIOIORTUTRTSTIRNTNSOUUTTOSETOLTOGNNTOGUTTTTTDOTUULTTTSUGUTTUTENTOUTTTTNT TUE TUNTTENANNN 98. Kurve der Sterblichkeit im Warschauer Getto im Jahre 1941. r|.%. C j STHBL HRG w DZIELNICY ZYD.wWARSZAWIE 1941 vu vo assırı. San 139 99. Ende 1941, Warschau(Warszawa).— Im Warschauer Getto von jüdischen Wissenschaftlern erarbeitete und mit Kommentaren versehene Tabelle über die Sterblichkeit unter der jüdischen Bevölkerung. Tabelle Sterblichkeit unter den Warschauer Juden mit Berücksichtigung der Sterb- lichkeit unter den Kindern. | Gesamtzahl der Monat Balle Tadere| Kinder(bis 15 Jahre) Absolute Zahlen Indexe Januar 1941 100,0 94 100,0 Februar 1941 113,8 58 61,7 März 1941 179,0 129 19722 April 1941 229,5 146 1553 | Mai 1941 424,3 174 185,1 Juni 1941 477,6 355 377,6 Juli 1941 618,9 640 680,5 August 1941 619,3| 719 764,8 | September 1941 506,1 442| 470,2 Ein charakteristisches und vielsagendes Zeichen der Lage der jüdischen Bevölkerungsmasse in Warschau ist das Anwachsen der Kindersterblichkeit. In den ersten Monaten wächst die Sterblichkeit unter den Kindern viel lang- samer als unter der gesamten Bevölkerung- ein Beweis dafür, daß die Eltern alles Mögliche tun, um ihre Kinder vor dem Hungertod zu bewahren. Auch die Wohlfahrt tut ihr bestes in dieser Hinsicht. Jedoch gegenüber der wachsenden Hungersnot im jüdischen Wohnbezirk ist die Hilfe der Eltern und der Wohlfahrt machtlos. Die Kindersterblichkeit wächst in den Monaten Juli und August 1941 schneller als die der gesamten Bevölkerung; im September verbleibt sie auf verhältnis- mäßig gleicher Höhe. AJHI, Ring I, Nr 81, S. 7.(Übersetzung aus dem Polnischen.) ® 140 ER RN 100. A ni 100. Aurve der Fleckfieberfälle im Warschauer Getto. REGISTRIERTE FLECHFIEBERERHRANHUNGEN unter JUDEN in WARSCHAU e STROWANE ZACHOROWANIA na DUR PLA- MISTY wirdd ZYDOW„WARSZAWIE 1941 Ingesumt wrazem 7 19 201.11 367 Bar 17421005 u MW 2156 190 I pitalfzysiew Sopitaı(zypte‘ 43 4 175 172 270 686 141M 15 20 1P12 1071 1022 „Berson-BaumanSpiid Sopltal,BersonvwTßun ”» 18 25 69 97 ASS 241 264 453 920 573 18 Private Bıhurnd MO ChUrSy nA ı 1, R So 12 469 vn vun ıı 2 n Xu Ris2mÄa0v 141 101. Im Warschauer Getto. Leiche eines vor Hunger auf der Straße gestorbenen Juden. 102. Das Lodscher Getto. Hungernde Kinder suchen im Müll nach ‚‚Eßbarem‘‘ 143 103. Frierende und hungernde Kinder im Warschauer Getto. MISOTTOURDERN z SOLHTLUGEN EEE ETTEE ER EALEELGERTIEEOITE 145 10 Getto Tr— er, aul und und Des Ausmaß: verseuch Hab Unc bezirks} linge Yin Falle Ve Sterben\ Besitzen Schwerst sollen,] die Ver 104. Im Warschauer Getto. Leichen zweier an Fleckfieber gestorbener Juden. 105. Ende 1941, Warschau(Warszawa). Auszüge aus einer ‚‚Denkschrift über einige prophylaktische-soziale Maßnahmen zur Bekämpfung des Fleckfiebers im jüdischen Wohnbezirk in Warschau‘‘ von Prof. Ludwik Hirszfeld. Die Ursachen der Epidemie Das Fleckfieber trat in Warschau in Friedenszeiten nur in vereinzelten Fällen auf und wurde durch gewöhnliche prophylaktische Maßnahmen(Isolierung und Desinfektion) stets im Keime erstickt. Die jetzige Epidemie steht in ihrem Ausmaße einzig da. Tausende von Flüchtlingen, und zwar aus endemisch verseuchten Gebieten wurden zusammengedrängt, wobei sie meistens um ihr Hab und Gut gebracht wurden. Die meisten Einwohner des jüdischen Wohn- bezirks besitzen kein Nachthemd, viele besitzen überhaupt nichts. Die Flücht- linge wurden in besonderen Unterkunftsstätten gesammelt, wo sie im besten Falle von der Gemeinde eine Suppe pro Tag bekamen. Ganze Familien sterben vor Hunger. Man kann von Hungernden, Arbeitslosen, keine Wäsche Besitzenden, die ihre Angehörigen sterben sehen, nicht verlangen, daß sie den schwersten Kampf, den Kampf gegen die Verlausung, selbst durchführen sollen. Die Flüchtlinge gehen heute betteln und verbreiten auf diese Weise die Verlausung. Der jüdische Wohnbezirk ist so übervölkert wie wohl keine g Al 10* 147 SEE TEE RER F f i 4 i # N A f andere Stadt der Welt. Ti storbene aufgefunden; die Kranken, die Ambulanzen und Krankenhäuser auf- elich werden auf der Straße vor Hunger Ver- suchen. weisen meistens Hungerödeme auf. Die Todesfälle in Warschau mit dem Index 1000 berechnet betragen: April 1941 Christen— 18,8 Juden— 99 Maı 1941 Christen 18,8 Juden- 104 Jan Christen 18,8 Juden— 118,3 all ya Christen Juden- 153,8 Man kann ohne Übertreibung behaupten: eine Stadt von einer halben Million Menschen ist dem Hungeer und dem Fleckfieber ausgeliefert. Wie soll unter den gegebenen Umständen der Kampf gegen die Seuche geführt werden? Kritische Besprechung der bisherigen Maßnahmen. Wenn in einem nicht verseuchten Gebiete Einzelfälle von Infektionskrank- heiten vorkommen, so sucht man sie zu isolieren. Im gegebenen Falle, das heißt. bei Fleckfieber, wo der Träger bekannt ist, vernichtet man die Infek- tiosität der Herde durch die Entlausung der verlausten Personen. Eine Ent- lausune nicht verlauster Personen ist selbstverständlich eegenstandslos. Da die Wohnunesgemeinschaft und nicht die Hausgemeinschaft eine epidemiologische Einheit bildet, ist die Schließung ganzer Häuser unnötig und unausführbar. Trotzdem wurden derartige Maßnahmen, diskutierbar nur für beginnende Herde, bei Bekämpfung des Fleckfiebers in Warschau angewandt. Ganze Häuser waren für Tage oder gar Wochen geschlossen, die Familienmitglieder der Erkrankten wurden vierzehn Tage in Quarantäne gehalten. Da der Ent- lauste praktisch nicht ansteckend ist, so ist die Quarantäne für die meisten Fälle unnötig, es genügt, die Familienmitglieder im Hause unter Überwachung zu halten. Eine einfache Berechnung zeigt die Undurchführbarkeit der an- geordneten Maßnahmen: die Anzahl der Fleckfieberfälle beträgt ca. 1500 pro Monat, in Wirklichkeit sicher mehr. Die Anzahl der Wohnungsgenossen, die in Quarantäne gehalten werden müßten, dürfte demnach 6-8000 Personen pro Monat betragen. Die Gemeinde ist nicht imstande, sie zu verpflegen. Der Kranke bekommt im Krankenhaus nicht genügend Nahrung und muß von der Familie unterhalten werden. Wenn die Familienmitglieder selbst aber in der Quarantäne hungern und dem Kranken keine Nahrungsmittel zubringen können, sind sowohl der Kranke wie auch seine Verwandten dem Hunger aus- geliefert. Die Quarantäne der Familienmitglieder bewirkt meistens eine endgültige Verarmung, ja manchmal Vernichtung der Familie. Als unzweckmäßie haben sich leider auch die angeordneten Maßnahmen erwiesen, Man hat die Desinfektion sämtlicher, sogar nicht verlauster Ein- wohner eines Hauses, wo Fleckfieberfälle vorkamen, angeordnet. Da pro Tag 50 bis 100 Fälle gemeldet werden, so mußte man viele Tausende baden und 148 TERN SE UOOUUDONSHRFTSUUUTNTSSOCUUOTTNOTTTOGCOLTTOTTOUTTUNTRTUGTTTT KIELELRUSTETE ESTG ARLSCTTN NEE desınlızl 00 Per Badeanst In dıeser Epide sterben wechsel f der Läus desinfizieren. Man kann aber im jüdischen Wohnbezirk nicht mehr als 2000 Personen täglich durchschleusen. Statt daher das Augenmerk auf die Entlausung der wirklich Verlausten zu konzentrieren, schickt man häufig zwangsweise saubere Leute, die nie im Leben eine Laus gesehen hatten, in die Badeanstalten... In dieser Denkschrift möchten wir einige Maßregeln unterbreiten, die teilweise auf sozialem Gebiete liegen. Wir stellen uns hierbei auf den Standpunkt der modernen Epidemiologie, wie er durch einige hervorragende deutsche Gelehrte formuliert wurde. Heufeld, der Nachfolger von Koch, hat die Maßnahmen der deutschen Behörden während des Weltkrieges in einer denkwürdigen Sitzung der Berliner Ärztlichen Gesellschaft im Jahre 1925 kritisch besprochen. Man verwendet kostspielige Mittel und Instrumente, um die letzte Laus zu vernichten. Eine noch so radikale Entlausung einzelner Personen ist abeı epidemiologisch wirkungslos, wenn die meisten Verlausten nicht erfaßt werden, Nach Heufeld aber ist dies unmöglich, wenn der Lebensstandard der Be- völkerung zu tief ist. Auf dem gleichen Standpunkt steht der Hamburger Epidemiologe Martini in seinem Buch ‚Wege der Seuchen‘, Martini hat eine einfache und glückliche Formel gefunden, welche dies Problem eigentlich löst: die Verlausung als soziales Phänomen verschwindet, wenn mehr Läuse sterben als geboren werden. Nach Martini bedeutet der bloße Hemd- wechsel für die Nacht und Wäschewechsel einmal pro Woche eine Mortalität der Läuse von 6/7, der ihre Natalität nicht gewachsen ist. Wenn wir daher der 3evölkerung einen Wäschewechsel und eine Wäschereinigung ermöglichen, würden wir vermutlich mehr erreichen als durch einige wenige, wenn auch radikal arbeitende Desinfektionsanstalten. Selbstverständlich sind die letzteren nützlich, und es liegt in unserem Programm, die Anzahl der Badeanstalten und Desinfektionsanstalten zu vermehren sowie die privaten Badeanstalten auszunutzen. Wir möchten aber außerdem vorschlagen, in sehr vielen Häusern Brausen und Wäschereien sowie kleine Desinfektionskammern einzurichten... AJHI, Ring I, Nr) 149 EATIRER EEE 106. Im Warschauer Getto. Täglich wurden in den Straßen Leichen von Menschen auf- gesammelt, die vor Hunger oder an epidemischen Krankheiten gestorben waren. B = EEE RARAN RO OLTOLORLUNN ScgugTas G 107. Im| BERFERFARHREN: EEE EN 107. Im Warschauer Getto. Leichen von Kindern, die den Hungertod starben. Rare Ft k i x I A 151 SR jegrigeggen UULLLLUDEESEROOTTUTTTNENNENFR 108. Warschau(Warszawa).— Auszüge aus dem Tagebuch von Stanistaw Rozycki über die Lage der Bevölkerung im Warschauer Getto. ... Ich gehe weiter in die Straße hinein. Zuerst betrachte ich alles und alle mit den Augen eines Ankömmlings aus fernen Ländern, welcher exotische und für ihn exzentrische Stadtviertel besichtigt. Was ist denn nur mit mir geschehen? Ich kenne doch hier jede Straße, fast jedes Haus, jeden zweiten Menschen, und trotzdem kann ich weder Straßen noch Menschen wieder- kennen. Ich weiß nicht, auf welcher Straße ich mich befinde, ich kann den Wee nach Hause nicht finden. Es sind nur 5 Minuten von hier bis zu meinem Haus, und doch irre ich herum und kann mein Heim nicht erreichen. Es sind diese Mauern, diese Symbole der Schande und menschlichen Erniedrigung, die mir so den Weg erschweren. Ich bin nicht imstande, mich von der un- heimlichen Unruhe und Angst zu befreien, die mich plötzlich ergreift. Ich habe noch nichts erlebt, und doch fühle ich mich, wie alle, wie ein gehetztes Tier, das tief unters Lebensniveau der Menschheit hinabgestoßen worden ist. Die Mehrheit besteht aus Schreckbildern, Gespenstern früherer Menschen, elenden Lumpen, jämmerlichen Überresten früheren Menschentums. Am peinlichsten wird man durch die charakteristische Änderung berührt, die auf dem Gesicht zu sehen ist: das Gesicht ist nämlich vor Elend, schlechter Er- nährung, infolge Mangel an Vitaminen, Luft und Bewegung, von den viel zu vielen Sorgen, Unruhen, vorausgesehenen Unglücksfällen, Leiden und Krank- heiten dem eines Gerippes ähnlich geworden. Die hervorstehenden Knochen der Augenhöhle, die gelbe Gesichtsfarbe, die schlaffe, herunterhängende Haut, die erschreckende Magerkeit und Kränklichkeit. Und noch dazu dieser trübe, erschrockene, unruhige, apathische und resignierende Blick, wie bei einem gehetzten Tier. Ich gehe an meinen teuersten Freunden vorbei, ohne sie zu erkennen und ihr Schicksal zu erraten. Viele von ihnen erkennen mich, treten an mich heran und fragen neueierig, wie es„‚dort‘‘, hinter den Mauern, ist— dort, wo es genug Brot, Luft, Bewegung, und vor allen Dingen Freiheit lo 4 0. Ich gehe weiter. Erst einige Augenblicke bin ich hier, und schon ist in meinem Innern etwas zusammengebrochen. Es ist mein Glaube, der hier an der Schwelle der Vorhölle, beim Überschreiten der bestialisch verfertigten Mauern, eingestürzt ist. ... Ich suche Parks, Gärten, Rasen. So etwas gibt es hier nicht. Vergebens sucht man nach Spuren von Grünanlagen- alldas ist auf eine raffinierte Weise ausgeschaltet, abgeschnitten worden. ... Wie kann man überhaupt von Sauberkeit reden, wenn von vornherein solche Bedingungen eingeführt werden, die ein Todesurteil bedeuten und angesichts derer die pedantischste Sauberkeit nutzlos ist. ... Ich schaue mich um. Ein unheimlicher Verkehr, ein Sausen, Gedränge, Stöhnen, Weinen, Gezänk... Durch schmale Engpässe, die früher einmal 152 Ireı M Straß Je gehe l Schülli wende Auf eir Straßen waren, durch Hohlwege, welche die beiden großen Gettoteile ver- binden, eilen Tausende von Menschen vorbei, ergießt sich ein Strom von Passanten. Die Bürgersteige genügen nicht, man muß den Fahrdamm be- nutzen, wo der Verkehr auch sehr rege ist; ein deutsches Auto zeigt sich zwaı nur von Zeit zu Zeit, aber dafür kann man sowohl einige Pferdewagen, eine „Jüdische‘‘ Straßenbahn und die sog.„‚Rikschas“, das heißt Dreiräder für Personen oder Waren, zu sehen bekommen als auch modernisierte— nein, cheı archaisierende— anachronistische Antiquitäten, und zwar Postwagen. Es ist schmutzig, dunkel, schwül, kalt und fremd. Den Ankömmline befremdet eine andere Erscheinung, düster und erschreckend: an den Mauern fast jedes Hauses sind Todesanzeigen angeschlagen. Überall Begräbnisse und der für die desinfizierten Gebäude charakteristische, über- wältigende Karbolgeruch. Jämmerlicher Ersatz der Rettungsbereitschalts- wagen, die in einem fort durch die Straße rasseln, Gespräche, die andauernd und hartnäckig das einzige, ersehnte Thema wieder aufnehmen- jenes I’hema, das so leicht zu erraten ist. Eine Seuche herrscht in der Stadt— eine T'yphus- epidemie wütet und dezimiert buchstäblich die ausgemergelte, vor Hungeı geschwollene und unterernährte Bevölkerung. \uf den Straßen kreischen vergebens Kinder, die vor Hunger sterben. Sic heulen, flehen, singen, jammern, zittern vor Kälte ohne Wäsche, ohne Klei- dung, ohne Schuhe, in Lumpen, Säcken, Lappen, die mit Strippen um die mageren Skelette gebunden sind; vor Hunger geschwollene Kinder, ver- unstaltet, halb besinnungslös, im fünften Lebensjahr schon völlig erwachsen, düster und lebensüberdrüssig. Wie Greise sind sie und wissen nur eins:„Miı ist kalt‘,„Ich habe Hunger‘; so schnell haben sie den Kernpunkt des Lebens kennengelernt. Die Tausende und aber Tausende dieser kleinen Bettler richten durch ihr unverschuldetes Opfer und ihre beängstigende Hilflosigkeit die Hauptanklage gegen die stolze gegenwärtige Zivilisation. 10%, der neuen Generation sind schon zugrunde gegangen; jeden Tag und jede Nacht ver- enden buchstäblich auf der Straße Hunderte von Kindern, und es ist nicht zu hoffen, daß jemand damit Schluß macht. Es sind nicht nur Kinder. Junge und alte Leute, Männer und Frauen, Bour- geois und Proleten, Intelligenz und Kaufleute werden deklassiert und de- oradiert... Sie werden also von der Straße verschlungen, auf die man sie brutal und rücksichtslos hinauswirft; sie betteln einen Monat, zwei Monate, drei Monate- aber alle gehen sie ihrem Ende entgegen und sterben auf deı Straße oder in Krankenhäusern vor Kälte oder Hunger, vor Krankheiten odeı Depression. Ehemalige Menschen, die keiner braucht, fallen ab; ehemalige jürger, ehemalige ‚‚nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft‘‘. Ich sehe die Menschen nicht mehr an; wenn ich Stöhnen und Schluchzen höre, gehe ich auf den anderen Bürgersteig hinüber; wenn ich ein in Lumpen gehülltes Etwas, vor Kälte zitternd, auf der Erde ausgestreckt liegen sche, wende ich mich ab und willnicht sehen.... Ich kann es nicht. Es ist mir zuviel auf einmal. Es ist doch erst eine Stunde verflossen iruarsisie Bas seeeqgung OOEOLTTBOTESONTERTN Die Hygiene steht aus verschiedenen Gründen auf einer erschreckend niedrigen Stufe. Vor allen Dingen die furchtbare Bevölkerungsdichte in den Straßen, die nirgends in Europa ihresgleichen findet. Die fatale Übervölkerung macht sich besonders auf der Straße bemerkbar; hier reiben sich die Leute geradezu aneinander, es ist unmöglich, unbehindert die Straße zu passieren. Und dann der Maneel an Licht, Gas und Heizmaterial. Auch der Wasserverbrauch ist stark eingeschränkt: die Leute waschen sich viel seltener und haben weder Bad noch warmes Wasser. Es gibt keine Grünanlagen, Gärten, Parks; keine Baumgruppen und kein Rasen sind hier zu sehen. Seit einem Jahr hat niemand ein Dorf. einen Wald, ein Feld, einen Fluß oder einen Berg gesehen; niemand hat auch nur einige Tage lang in diesem Jahr etwas bessere Luft eingeatmet. Die Bett- und Leibwäsche wechselt man sehr selten, denn es fehlt. an Seife, Kohle, warmem Wasser usw. Von Ernährungshygiene zu reden wäre eine Provokation und müßte als Hohn betrachtet werden. Man ißt, was vorhanden ist. wieviel vorhanden ist und wann es vorhanden ist. Andere Ernährungs- prinzipien sind hier nicht bekannt. Nachdem dies alles einmal gesagt ist, kann man schon leicht die weiteren Schlüsse daraus ziehen: Bauchtyphus und Fleckfieber. Ruhr, Tuberkulose, Lungenentzündung, Grippe, Stoffwechsel- störungen, die häufigsten Krankheiten des Verdauungssystems, Avitaminose und alle anderen Krankheiten, die mit dem Mangel an Brot, Luft, Kleidung und Heizmaterial verbunden sind. Das Fleckfieber vernichtet die Bevölkerung systematisch und fortwährend. Es gibt Opfer in jeder Familie; durchschnittlich sterben bis tausend Menschen im Monat. Am frühen Morgen liegen auf jeder Straße Leichen von Bettlern, Kindern, Greisen, Jugendlichen und Frauen- Opfer des Hungers und der Kälte. Die Krankenhäuser sind so entsetzlich überfüllt, daß in einem Bett zumindest 2-3 Patienten liegen. Wer keinen Platz in einem Bett findet, liegt auf dem Fußboden in Zimmern und Gängen. Der Mangel an nötigen Heilmitteln in hinreichenden Mengen macht es unmöglich, die Kranken wirksam zu behandeln. Außerdem fehlt es an Lebensmitteln für die Kranken. Es gibt bloß Suppe und Tee... Das am Anfang des Monats geplante Budget sieht am Monatsende ganz anders aus: dies ist aus der beigefügten Aufstellung, die keineswegs erdacht, sondern allzu reell und wahrheitsgetreu ist, zu ersehen: Geplante Einnahmen Reelle Einnahmen Gehalt des Vaters DSSRZIE Gehalt des Vaters 2,39, 724% Gehalt des Sohnes POrZE Gehalt des Sohnes 120 Zu Unterstützung OWZAR Unterstützung— Nebeneinnahmen 200 Zt. Nebeneinnahmen 80 Zı. Zusammen 600 Z4. Zusammen 435 ZU. Die Einnahmen weisen ein Defizit von 165 Z1. auf. Wie soll diese Lücke ausge- füllt werden? Womit? Wohl mit dem Ertrag von verkauften Sachen? Aber vergleichen wir vorerst die geplanten Ausgaben mit den wirklichen: 154 Geplan! Miete Brot Kartofl Speck Zuteilui Sachari Verse Elekt In der nah Wor hine di und ma nächste Verfüg: Budget hoch, a davon, budget schon ı Spater planen weiß ic elwas, Geld z verkau Danni Gettoe hängt eine Pi Jeder\ Währe Wohnf üıcht; 2uwen Nichts noch} Geplante Ausgaben Faktische Ausgaben Miete 20,22 Miete 710.22: Brot 300. 2% Brot 328 21. Kartoffeln 109, Zr. Kartoffeln 115 ZI: Speck 94.21. Speck 56, 21. Zuteilungen, Talone, Sacharin, Kaffee Ay ZI. Zuteilungen 80 Z1. Verschiedene Gebühren 6, ZE Verschiedene Gebühren Ir ZL Elektrizität, Kerzen 20, ZI Elektrizität, Kerzen 28.21. Heizmaterial 09721. ÄArzneien 19 21, Seife 921. Varia 92271. Zusammen 600 24. Zusammen 810 Zt. In den Ausgaben ist das Budget um 210 Z1. überschritten worden; die Ein- nahmen sind um 165 Zt. kleiner; zusammen beträgt das Defizit 375 ZI. Womit wird es ausgeglichen? Der Schrank wurde für 400 Zl. verkauft, man hing die Kleidung auf Kleiderbügel(es war ja sowieso nicht viel davon da und man begann den neuen Monat mit einem Überschuß von 25 Zl. Aber im nächsten Monat stehen einem schon weder Schrank noch andere Möbel zuı Verfügung. Und dabei handelt es sich doch hier um ein durchschnittliches Budget eines leidlich situierten Bürgers. Das Einkommen ist zwar nicht sehr hoch, aber doch feststehend- viele, viele Gettoeinwohner träumen vergebens davon, ein solches Einkommen zu haben. Und trotzdem ist es ein Hunger- budget, weil es bloß für Brot und Kartoffeln ausreicht— für die Miete bleibt schon nichts mehr übrig. Und wenn eine Krankheit kommt— was früher oder später unvermeidlich einen jeden erwartet—, kann man überhaupt nicht planen. Wie die nicht auf stetigem Einkommen basierenden Budgets aussehen, weiß ich nicht. Ich glaube, sie gibt es überhaupt nicht. Man verkauft irgend etwas, dafür kauft man Brot und Kartoffeln und bezahlt die Miete. Wenn das Geld zu Ende ist, zieht man wieder etwas von den Resten hervor, um es zu verkaufen. Am schlimmsten ist es, wenn schon nichts mehr übriggeblieben ist. Dann ist man am Ende. Und solch ein Schicksal erwartet doch die Mehrheit der Gettoeinwohner, da alle Vorräte schließlich erschöpft werden. Ihre Dauer hängt nur von der Zeit und Vorsorglichkeit ab. Letzten Endes gibt es doch nur eine Pforte: wann sie sich vor einem öffnet, ist nur eine Frage der Reihenfolge. Jeder von uns steht Schlange... Während dieses grausamen Kampfes um ein Stückchen Brot, um einige Meter Wohnfläche, um das Erhalten von Gesundheit, Kräften und Leben ist man nicht imstande, viel Energie und Kräfte den geistigen Angelegenheiten zu- zuwenden. Andererseits gibt es deutsche Beschränkungen und Verbote. Es darf nichts gedruckt, gelehrt, gelernt werden, man darf sich weder organisieren noch Kulturgut austauschen. Wir sind von der Welt und den Büchern ab- 155 geschnitten; man darf keine Bibliotheken eröffnen und Bücher von anderen 110.! Drucksachen aussortieren. Man darf nichts drucken, weder Bücher noch Zeitungen; Schulen, wissenschaftliche Anstalten usw. dürfen nicht eröffnet werden. Es gibt keine Kinos, keinen Rundfunk, keine Kontakte mit der Welt- kultur, Nichts dringt zu uns hinein, keine Produkte des menschlichen Geistes erreichen uns. Man muß nicht nur Lebensmittel und Fabrikwaren, sondern auch Produkte des Geistes hineinschmuggeln. Deswegen ist all das, was wir davon erreichen, ungeachtet dessen, wieviel und welcher Art es ist, der An- erkennung wert. AJHI, Ring I, Nr 428, S. 5-59.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 109. In Warschauer Getto. Lebensmittelschmuggel das einzige Mittel, um dem Hungertode zu entrinnen. 11127 Mittw Ci seligen Wort. Werde Leute, nach] Die D Bärtı Bin Dwe ZWe]< aus aı Wurde 156 Hain... SOHLE TRUE DIPLRIOTLEIND OR DNTNNTODODULLENET OT OONUONSTISTSOUDUNN E E 110. Eine Briefmarke aus dem Lodscher Getto, JUDENPOST ar LITZMANNSTADT-GETT 111. 13. und 18. Mai 1942, Warschau(Warszawa). luszüge aus einem im War- schauer Getto geschriebenen Tagebuch, dessen Verfasser der Pädagoge Abram Lewin war, Mittwoch, den 13. Mai 1942. Gestern geschah in Warschau etwas, was man eigentlich mit unserer arm- selieen menschlichen Sprache nicht ausdrücken kann. Ich kenne kein solches Wort. welches dies richtig bezeichnen, schätzen und qualifizieren könnte, Ich werde also nur den bloßen Fakt wiedergeben, so, wie er mir von versc hiedenen Leuten und jemand, der darüber von einem unmittelbaren'T‘ ilnehmer gleich nach Beendigung dieses Teufelsspiels gehört hat, erzählt worden ist. Die Deutschen haben gestern- mit Hilfe der jüdischen Polizei— eine Anzahl junger jüdischer Mädchen, junger und alter Frauen und Männer mit und ohne Bärte gefangen; sie wurden teils von der Straße genommen, teils waren« Einwohner des Hauses in der Dzielna Straße Nr 38. Vor diesem Haus hielten zwei eroße Autos mit Deutschen- es waren Flieger, SS-Leute und Soldaten aus anderen Einheiten; auch ein Auto mit Offizieren kam angelahren. Zuerst wurden die jungen Mädchen fotograliert; es muß betont werden, daß nuı TERISINEERTNERAINTENNG, ESETEETEEERLITEIE besonders anständig und gut angezogene junge Mädchen und Frauen gefangen worden sind. Danach wurden alle Juden- Frauen und Männer- in eine Badeanstalt getrieben, die sich im Hofe des erwähnten Hauses befand. Dann zwang man alle anwesenden Juden— Frauen und Männer-, sich nach dem Vorbild von Adam und Eva nackt auszuziehen. Die deutschen Offiziere stellten Paare aus den jüdischen Vertretern beider Geschlechter zusammen, wobei sie besonders darauf bedacht waren, einem jungen Mädchen einen alten Juden und- umgekehrt- einem Jüngling eine alte Frau beizugeben. Nachher wurden sie gezwungen, miteinander geschlechtlich zu verkehren. Diese Szene, d.h., der geschlechtliche Akt(es ist anzunehmen, daß er nur vorgetäuscht war), wurde mit besonderen Apparaten, die eigens zu diesem Zweck hergebracht und montiert worden waren, gefilmt. Es waren ungefähr 200 Hitlerleute dabei anwesend. Diese unerhörte und unheimliche Barbarei fand im Warschauer Getto am Dienstag zwischen 3 und 6 Uhr nachmittags statt... Montag, den 18. Mai 1942, abends. Dieses Jahr haben wir einen verspäteten Frühling. Es war stets kalt und regne- risch. Erst heute war der erste schöne Tag- ein richtiger Frühlingstag. Ich sitze am offenen Fenster und fühle keine Kälte. Es ist einem aber unmöglich, sich über die Natur, die wunderbare, göttliche Welt zu freuen. Wir verderben in einem Gefängnis, das die Menschheit noch nie gesehen hatte. Denn das Getto, welches die Deutschen für uns in Warschau errichtet haben, weist in der menschlichen Geschichte nicht seinesgleichen auf. Ich entsinne mich eines Frühlingstags- es war auch der 18. Mai- einige Jahre vor dem Krieg, der in meinem Gedächtnis haftengeblieben ist. Ich hatte etwas im Schulkuratorium in der Bagatelastraße 12 zu erledigen. Um 9 Uhr morgens machte ich mich auf den Weg. Um 10 Uhr war meine Angelegenheit schon erledigt. Ich fuhr mit der Elektrischen die Ujazdowski-Allee entlang zu meiner Schule in der Diugastraße zurück. Mich blendete das Meer von Grün, die herrlichen Alleen, und die wundervolle Helle und Ruhe bezauberten mich. Deswegen prägte sich eben dieser Morgen so tief in mein Gedächtnis. Woher nimmt man nur heute etwas Grün, irgendein Bäumchen, ein Feld, etwas frische Luft... Ach, wenn man ohne Furcht auf Gottes Welt ein wenig spazierengehen könnte! Wann wird für uns die Stunde der Befreiung schlagen? Wann wird die Sonne auch für uns, die Gequälten und Bespieenen, scheinen?... AJHI, Ring II, Nr 174.(Übersetzung aus dem Jiddischen.) uycgumeuegeaus EFF 112. Das Lodscher Getto. Die Czarnecki-Straße. TEEN Sn a di A 113. Im Warschauer Getto. Ein Repräsentant des ‚‚Herrenvolkes‘“ auf einer Jüdischen „Rikscha‘‘ 159 ji i 8 SERHERERS BEER Huueeoe 114. Im Warschauer Getto. Ein Opfer des blutigen Terrors 1 Ar 160 der Okkupanten. Il Ausschaltung der jüdischen Bevölkerung aus dem Wirtschaftsleben und der Raub ihres Vermögens bis zum Beginn der Vernichtungsaktion Wan Biyuaaauı MENNENENEFEFNE WUETEN EINEELANURN n 120, VERZEICHNIS DER DOKUMENTE 115. 6. September 1939, Krakau(Kraköw).- Verordnung des Chefs der Zivilverwaltung, die eine Verlagerung und Übertragung des jüdischen beweglichen und unbeweglichen Ver- mögens in den besetzten Gebieten verbietet. 116. 15. September 1939, Tschenstochau(Czestochowa).— Befehl Nr 7 des Chefs der Zivil- verwaltung beim Wehrkreisbefehlshaber in Tschenstochau an die Landräte und Bürger- meister über die Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben. 117. 21. Oktober 1939, Jedrzejöw.-— Auszug aus dem wöchentlichen Lagebericht des Land- rats Glehn in Jedrzejöw an den Chef der Zivilverwaltung, Außenstelle Radom, über die Einsetzung von Treuhändern für jüdische Betriebe. 118. Auszug aus den Memoiren von Ida Gliksztejn, worin die Vertreibung der Juden aus ihren Wohnungen in Lublin und der Raub ihres Vermögens geschildert wird. 119. 20. November 1939, Krakau(Kraköw). Anordnung des Leiters der Abteilung Devisen im Amte des Generalgouverneurs, Tetzner, die das Recht der Juden, frei über ihre Geld- mittel zu verfügen, einschränkt. 120. 30. November 1939, Leslau(Wloctawek).— Schreiben des Stadtkommissars in Wloclawek an den Vorstand der jüdischen Gemeinde über die der jüdischen Bevölkerung auferlegten Kontributionen. 121. Jeder jüdische Bürger der Stadt Zawiercie mußte eine Kontribution zahlen 122. Den Juden eines Ortes wurden Kollektivkontributionen auferlegt. 123. 10. Januar 1940 Lodsch(Lödz). Schreiben des Beauftragten beim Regierungspräsi- denten in Kalisch an den Lodscher Polizeipräsidenten über die Be schlagnahme des Ver- mögens der jüdischen Bevölkerung. 124. 22. Januar 1940, Kalisch(Kalisz). Rundschreiben des stellvertretenden Regierungs- präsidenten in Kalisch, Dörksen, an die Landräte und den Polizeipräsidenten über die Beschlagnahme von Kunstgegenständen und Kulturgut. 125. Lodsch. Angehörige der deutschen Polizei sammeln das geraubte jüdische Vermögen. 126. Lodsch. Angehörige der deutschen Polizei betrachten die ge raubten Wertsachen. 127.4. März 1940, Kalisch(Kalisz).- Rundschreiben des stellvertretenden Regierungs- präsidenten in Kalisch, Weihe, an die Landräte, Bürgermeister und den Polizeipräsidenten, in welchem die für die Durchführung der Beschlagnahmen zuständigen Dienststellen angegeben werden. 128. Auf der Suche nach jüdischen Wertsachen. 129. Aus Furcht vor dem Raub versteckte die jüdische Bevölkerung ihre Ersparnisse, 130. 8. Juli 1940, Lodsch(LödZ).— Schreiben des Sachverständigen der Haupttreuhandstelle Ost, A. Kraut, an den Verbindungsmann des RF SS in der Haupttreuhandstelle Ost, Galke, über die Beschlagnahme von Kunstgegenständen(Bildern, Teppichen und Möbeln) in Kattowitz. 131. Lodsch. Lager von Teppichen, die den Juden geraubt wurden. 132. 12. Juli 1940 Lodsch(Lödz).— Ein vom stellvertretenden Oberbürgermeister in Lodsch an die Ernährungs- und Wirtschaftsstelle ‚„‚Getto‘‘ gesandter Vermerk über eine Be- 11* 163 C000t RCOOUGENOOT: sprechung zwischen ihm und Dr. Wagner betreffend die Emission von Gettogeld, um das im Getto befindliche Gold herauszupressen. 133. Lodsch. Eine Form des Raubes war der zwangsweise Eintausch von Geld gegen Mark- quittungen. 134. Gettogeld aus Lodsch. 135. Lodsch. Der Chef der Gettoverwaltung, Hans Biebow(erster von rechts) kontrolliert das geraubte Geld. 136. Juli 1940, Krakau(Kraköw).— Auszüge aus einem Bericht des Amts beim General- gouverneur an Hitler über die Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben. 137. 2. Oktober 1940, Lublin.- Anordnung des Gouverneurs des Distrikts Lublin, Zörner, über die Einziehung der für die Juden herausgegebenen Lizenzen und Ausweise, um so die jüdische Bevölkerung aus dem Wirtschaftsleben völlig auszuschalten. 138. 7. Oktober 1940, Krakau(Kraköw).—- Rundschreiben des Leiters der Abteilung Innere Verwaltung im Amtdes Generalgouverneurs, Kundt, an die Chefs der Distrikte, Kreis- und Stadthauptleute über die Nichtauszahlung von Renten an die aus dem Reich deportierten Juden. 139. 30. Oktober 1940, Reichshof(Rzesz6w).— Auszug aus einem Bericht des Stadthaupt- manns in Reichshof für den Monat Oktober 1940 über die Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben. 140. 31. Oktober 1940, Lodsch(Lödz).- Auszug aus einem Bericht des stellvertretenden Chefs der deutschen Gettoverwaltung in Lodsch, Ribbe, über den Raub jüdischen Ver- mogens. 141. Eine Aufstellung von Lebensmitteln, die im Lodscher Getto beschlagnahmt wurden. 142. Leibesvisitation bei einem Juden. 143. 20. Mai 1941, Lodsch(Lödz).- Schreiben des Sachverständigen der Haupttreuhandstelle Ost in Lodsch, Kraut, an das Reichssicherheitshauptamt über einige in Lodsch beschlag- nahmte jüdische Büchersammlungen von großem bibliophilen und musealen Wert. 144. 5. November 1941, Lodsch(LödZ).— Schreiben des stellvertretenden Regierungspräsi- denten in Lodsch, Moser, an den örtlichen Kommandanten der Kriminalpolizei über die zwischen dem Leiter der deutschen Gettoverwaltung in Lodsch und der örtlichen Treu- handstelle getroffene Vereinbarung, wonach das außerhalb des Gettos beschlagnahmte Vermögen der jüdischen Bevölkerung an die örtliche Treuhandstelle übergeben w erden soll. 145. 24. Dezember 1941, Krakau(Kraköw).— Fernschreiben des Befehlshabers der Sicher- heitspolizei und des SD im Generalgouvernement, Schoengarth, an die SS- und Polizei- führer in den fünf Distrikten mit dem Befehl, alle Pelzwaren bei der jüdischen Bevölkerung sofort zu beschlagnahmen. 146. 5. Januar 1942, Warschau(Warszawa).— Aufstellung der bei der jüdischen Bevölkerung in Warschau beschlagnahmten Pelze und Pelzsachen. 164 EESSCUN EU naO Os nano opera aa a a nn NO nn 135.6; Septe mber 1939, Krakau( Krakow P Verordnung des( hefs der Zivilveru altuneg, die eine Verlagerung und Übertragung des jüdischen beweglichen und unbeweglichen J ermogens ın de n besetzten Gebieten verbietet.! Verordnung betreffend das Verbot der Verlagerung und Übertragung jüdischen beweg- lichen und unbeweglichen Vermögens in den von deutschen Truppen be- setzten Gebieten. \uf Grund deı mir übertragenen vollzieh« nde n Gewalt ordnet ti h lur meınen Zuständigkeitsbereich an: ur Die Verlagerung, der Verkauf, die Verpachtung und Schenkung, sowie jegliche Belastung beweglichen und unbeweglichen Vermögens, das sich ganz odeı teilweise in jüdischem Eigentum befindet, wird verboten. 70 Dies gilt auch für Verpflichtungsgeschäfte, die sich auf die im$ 1 genannten Rechtsgeschäfte bi ziehen. N 0% Die nach dem 1. September 1939 geschlossenen Rechtsgeschäfte im Sinne deı $S] und 2 sind unwirksam. 4. In besründeten Fällen kann von den Bestimmungen der$$ 1-3 eine Ausnahme- eenehmisung erteilt werden. Zuständig hierfür sind der Chef der Zivil- verwaltung bzw. die von ihm beauftragten deutschen Dienststellen. 82. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung bzw. Umgehungen werden strengstens bestraft. 16) wor Diese Verordnung tritt mit rückwirkender Kraft vom 1. September 1939 in Kraft. Sie gilt solange, als sie nicht durch eine spätere Verordnung aufgehoben wird. Für den Oberbefehlshaber: VBI ZV in Krakau, Nr I Der Chef der Zivilverwaltung. 1 Schon in den ersten Kriegstagen stellten die deutschen Behörden das jüdische Eigentum in den besetzten Gebieten ‚‚sicher‘‘, um es später ganz rauben zu können 165 au unsrrtisit LLRIUNG BDDUTEREREHBOBUDSDANGUBGLDERUTEREHDON DOSLRUNUNDUOUULITERSUOO DOOR DNARFSTIULUNTIFFEOOGO TUNER 116. 15. September 1939, Tschenstochau(Czestochowa).— Befehl Nr 7 des Chefs der Zivilverwaltung beim Wehrkreisbefehlshaber in Tschenstochau an die Landräte und Bürgermeister über die Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben. IV.BWirtschant: Behandlung der Juden. Ziel der Behandlung der Juden im Wirtschaftsleben muß sein, sie für die Zukunft restlos auszuschalten und ihre Betriebe in arische Hand zu über- führen.! a) Für jüdische Unternehmungen der Industrie und des Großhandels werden Treuhänder eingesetzt, gleichviel ob die Besitzer geflüchtet sind oder nicht. Die Verordnung vom 9. 9. 1939 über die Beschlagnahme von Wirtschaftsgütern gibt hierzu die Grundlage. Ausgenommen von der Treuhändereinsetzung bleiben bis auf weiteres Unternehmungen, deren Inhaber Angehörige eines mit Deutschland nicht im Kriege befindlichen Landes sind. b) Die Einsetzung von Treuhändern unterbleibt grundsätzlich für jüdische Handwerks- und Einzelhandelsbetriebe; soweit die Inhaber solcher Betriebe geflüchtet sind, bleibt der Betrieb geschlossen, es sei denn, daß dadurch die Versorgung der Bevölkerung unmöglich oder gefährdet wird. Wenn hiernach der Betrieb geschlossen bleibt, sind Waren und sonstige Vorräte sicherzustellen und zur Linderung bestehender Notstände der minderbemittelten Bevölkerung zueänelich zu machen. Wird der Betrieb mit Rücksicht auf die Versorgung der 3evölkerung wieder eröffnet, so ist er einem geeigneten Arier zu übergeben, der die vorhandenen Waren und Vorräte nach Menge und Wert feststellt und den Betrieb auf eigene Rechnung weiterführt. BP, Bd XXIV, S. 13 1. Rüdiger 1 Durch seinen Befehl Nr 18 vom 3. 10. 1939 berief Rüdiger außerdem eine Sitzung der Land- räte, Kommissare und Bürgermeister ein, die am 6. 10. 1939 in Radom stattfand und sich mit der Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben befaßte. Ziel der Sitzung war u. a.: „Die Besprechung soll auch einer eingehenden Erörterung der Frage dienen, wie unter 3erücksichtigung wirtschaftlicher Notwendigkeiten die Ausschaltung der Juden aus dem Handels- und Geschäftsleben weiter vorwärts getrieben werden kann(vgl. Ziffer IV des Tagesbefehls Nr 7). Ausschluß der Juden vom Hausierhandel, Verminderung der sonstigen jüdischen Händler, insbesondere Viehhändler, Überführung der im Verteilerapparat nicht entbehrlichen in Judenhand befindlichen Geschäfte und Unternehmungen in arische Hand usw.“(BP, BI XXIV, S. 69.) 166 NO OULUTOOTTOUHDURTSEDUUTHTETSORUUUTTNTSSOUUGTETGERSU un= 117. 21 118, 117. 21. Oktober 1939, Jedrzejow.— Auszug aus dem wöchentlichen Lagebericht des Landrats Glehn in Jedrzejow an den Chef der Zivilverwaltung, Außenstelle Radom, über die Einsetzung von Treuhändern für jüdische Betriebe. =. 19. Wirtschaft, Ich habe im Zuge der Arisierung der jüdischen Betriebe für 14 weitere im hiesigen Landkreise liegende jüdische Betriebe einen Treuhänder eingesetzt. Mit der Wahrnehmung der Treuhändergeschäfte auch für diese jüdischen Unternehmen habe ich den von mir bereits für mehrere andere jüdische Betriebe für das genannte Amt bestimmten Volksdeutschen Bonk aus Jedrzejöw eingesetzt. Er ist aber nicht in der Lage, in eine genaue Prüfung des Geschäfts- gebarens einzutreten— weilihm wegen der Fülle der zu erledigenden Aufgaben die Zeit fehlt. Ich habe daher bereits vor einigen Tagen durch besonderen Bericht um die Entsendung von Wirtschaftsprüfern gebeten... 118. Ausz ug aus den Memoiren von Ida Gliksztejn, worin die Vertreibung der Juden aus ihren Wohnungen in Lublin und der Raub ihres Vermögens geschildert wird. ... Der 9. November 1939 hat sich für immer ins Gedächtnis der am Leben gebliebenen Einwohner von Lublin eingeprägt. An jenem Tag fand nämlich die erste größere Exmissionsaktion statt Um 8 Uhr morgens wimmelte es schon vor Kenigsbergs Haus von Gestapo- uniformen. Sie standen gruppenweise herum, unterhielten sich fröhlich und lachten: man konnte den Eindruck gewinnen, daß sie sich zu einem Ausflug anschickten. Es war wahrlich ein angenehmer Ausflug für Juden!... Die SS-Leute zerstreuten sich über die ganze Krakowskie-Przedmiescie-Straße, die Hauptstraße von Lublin, und über ihre Nebenstraßen, sie gingen von Haus zu Haus und warfen die Juden aus den Wohnungen heraus. Es hing von dem Charakter oder der Stimmung des Verfolgers ab, ob der Eigentümer der Wohnung 10 oder 30 Minuten Zeit zum Einpacken seiner beweglichen Habe bekam. Was von den teureren Sachen den Deutschen gefiel, ließen sie für sich zurück. In der Stadt brach eine Panik aus. Es war noch ziemlich früh, viele Leute lagen noch im Bett, als sie den Befehl erhielten, in einigen Minuten ihre Woh- nung zu räumen. Rund 500 Familien wurden an diesem Tag obdachlos, verloren ihre Wohnungs- einrichtung- ihr Bettzeug, ihre Wäsche und Lebensmittelvorräte.... AJHI, Memoiren, Nr 91, 5.9 1. 167 GEHN. HUNUNTNHRUUG HSRBUARTERN Mussen 119. 20. November 1939, Krakau(Krakow).— Anordnung des Leiters der Abteilung Devisen im Amte des Generalgowverneurs, Tetzner, die das Recht der Juden, frei über ihre Geldmittel zu verfügen, einschränkt. Betrifft: Allgemeine Maßnahmen zur Sicherstellung jüdischen Vermögens. Auf Grund des$ 20 der Devisenverordnung für das Generalgouvernement ordne ich an: (1) Guthaben(Konten), Depots und Schließfächer bei Geld- und Kredit- instituten, die anonym, d.h. auf fingierte Namen, Kennziffern, Kennworte u. del. geführt werden, sind gesperrt. (2) Guthaben, Depots und Schließfächer bei Geld- und Kreditinstituten, die auf den Namen von Juden geführt werden oder über welche Juden die Ver- fügungsbefugnis zusteht, sind gesperrt. (3) Juden sind verpflichtet, ihre verfügbaren Bankguthaben, Safes und Depots unverzüglich, spätestens bis zum 31. 12. 1939, bei einer Bank zusammen- zulegen. Ausnahmen sind nur mit Genehmigung der Devisenstelle zulässig. (4) Zu Lasten der gemäß Ziffer 2 gesperrten Guthaben dürfen die Geld- und Kreditinstitute bis zu 250 Zloty wöchentlich an die Verfügungsberechtigten oder zu deren Gunsten an Dritte ohne Genehmigung auszahlen. Für Zwecke des laufenden Bedarfs gewerblicher Unternehmungen können zu Lasten der gesperrten Guthaben die erforderlichen Beträge in Höhe des der kontoführenden Bank oder Kasse nachgewiesenen Bedarfs ohne Genehmigung ausgezahlt werden. (5) An Juden dürfen Zahlungen, die 500 Zloty übersteigen, nur zu deren Gunsten auf ein Konto bei einem Geld- oder Kreditinstitut geleistet werden. Bei der Errechnung des vorgenannten Betrags sind Zahlungen, die innerhalb eines Kalendermonats aus dem gleichen Schuldverhältnis geleistet werden, zusammenzurechnen. (6) Juden sind verpflichtet, in ihrem Besitz befindliche ihnen gehörige Bar- beträge, soweit diese den Betrag von 2000 Zloty übersteigen, unverzüglich nach Inkrafttreten dieser Anordnung bzw. nach Erwerb dieser Beträge auf ein Konto bei einem Geld- oder Kreditinstitut einzuzahlen. Ziffer 4 Abs. 2 dieser Anordnung bleibt unberührt. Die gleiche Verpflichtung trifft den Juden, der derartige Beträge als ihm gehörig besitzt oder durch einen Treuhänder oder in sonstiger Weise die Verfügungsmacht über solche Beträge ausübt, sie trifft ferner den, der als Treuhänder, Vermögensverwalter oder in sonstiger Weise einem Juden gehörige Barbeträge besitzt. (7) Für Freigabeanträge, die sich auf die durch die vorgenannten Bestim- mungen betroffenen Werte beziehen, sind die Devisenschutzkommandos zuständig.! VBl GG 1939, S. 57 Keitizmien ! Im Bericht des Generalgouverneurs Frank vom 1. Juli 1940 heißt es in dem diese Verordnung betreffenden Abschnitt:„Die auf Grund der Anordnung Nr 4 des Leiters der Abteilung 168 EESIEUNASRROLUTUEAEO VOR ALEFTSUUUN SOUL ERATTFLIENSOOLLITSAH HAFT GI URESTNFUNTTN NETTE ERSTE ng nn 120. 30. November 1939, Leslau( Wo: lawek 3 Schreiben des Stadtkommissars ın Wloclawek an den Vorstand der jüdischen Gemeinde über die der jüdischen Be- völkerung auferlegten Kontributionen. Um allen Zweifeln u. Mißverständnissen hinsichtlich des Charakters der deı jüdischen Gemeinde auferlegten Kontributionen zu begegnen, mache ich aus- drücklich darauf aufmerksam, daß die Kontributionen! die jüdische Gemeinde als Gemeinschaft treffen. Es ist Sache der jüdischen Gemeinde selbst, die Verteilung der Gesamtkontribution auf die einzelnen Mitglieder der jüdischen Gemeinde vorzunehmen. Als Mitglieder der jüdischen Gemeinde gelten die nach deutschem Reich? der jüdischen Rasse(nicht nur mosaischen Kon- fession) Zugehörigen. ATHL,\ IN: 1 Zu dieser Zeit erlegten die deutschen Behörden den jüdischen Gemeinden in allen Städten und Städtchen des besetzten Polens Kontributionen auf. Oft wurden der jüdischen B völkerunge in manchen Städten wiederholt Kontributionen auferlegt ? Vermutlich: nach deutschem Recht. Devisen vom 20. November 1939 erfolgte allgemeine Sicherstellung des jüdischen Veı mörens machte den Erlaß von Einzelsic herungsanordnungen gegen die Juden überflüssig.‘ BP, Bd XXXIIIJ, S. 82.) 169 sr! uereih tal! ERRELITTIN TILL TEILE LEITET LLILU ER DRITLLELTE MEN EHAIGHTANG 121. Jeder jüdische Bürger der Stadt Zawiercie mußte eine Kontribution zahlen. / [ Bekanntmachung Gemäss der Verordnung müssen alle jüdischen Einwohner der Stadt Zawiercie m RM 10.-() pro Kopf entrichten. Nur. 5 Die Fomilienvorstände haben innerhalb 3 Tagen vom Erscheinen dieser Bekanntinachung. in die Kassa des AELTESTENRATS DER JÜD. GEMEINDE IN ZAWIERCIE, MARSCHALKOWSKASTR. 10, die von allen Familienmit- gliedern Gesamtsumme einzahlen. Jede einzelne Person wird nach Einzahlen der Gebühr eine namentliche Bescheinigung, welche als Beweis für die Behörden dienen wird, erhalten. Zuwiderhandlungen dagegen werden strengst bestraft werden.- TE DER AELTESTENRAT N an A(05 der jüd. Kullusgemeinde Zawiercie, den Januar 1940./ I Kultungemoinde% In Zawiercio —— a Ge.> nn EEE )( BR NND m HUT ODE TU NL N 122. Den Juden eines Ortes wurden Kollektivkontributionen auferlegt. Bekanntmachung. An die jüdischen Einwohner der Ge- meinde Falenica, so wie auch an die jüdischen Besitzer der Grund- stücke und Geschäfte in der Gemeinde die ausserhalb des Gebietes der Ge- meinde wohnhaft sind. Auf Grund der Anordnung des Herrn Kreishauptmann des Kreises Warschau-Land von 7. Dezember 1950, hat die jüdische Bevölke ung der Gemeinde Falenica eine einmalige Abgabe in der Höhe von 1. B0.00L (ACHTZIG TAUSEND ZL.) bis 20 Dezember 19%. bei der Gemeindekasse einzuzahlen. Um die richtige Verteilung und Abführung des obenge- nannten Betrages zu vollbringen, ist von mir am 10 d.M, ein besonderes Komitee einberufen werden, welches aus bekann- ten und sich über die Zahlungsmöglichkeit der gesamter jüdischen Bevölkerung der Gemeinde gut orientlerenden Pcrsorien zusammengesetzt ist. Das Komitee hat zugleich dafür zu sorgen, dass die Ein- zahlung zum festgesetzten Termine wie auch lout den Ein- zahlungsaufiorderungen erloigt. Für die Durchführung ser Sammlung Ist das Kommiten berechtigt dia Mdlschen Bürger der Kamaında zur Mitulite beranıaılenen. Die-Derulenen haben kan Macht, sich Mer Mirlke za entziehen, wlärksauialls wurden Sin zur sirengston Veraniwortumg herangezogen. Ich warne, dans die Personen, walche sich der sofortigen Einzahlung das von Komitee bestimmien Betrages sniziehen, wegen passiven Widerstand(Sabotage) strengstene b = Bilder jüdischer Autoren oder solche, die von uns als entartete Kunst an- gesehen werden, werden zunächst aufbew ahrt, damit man sie später— falls dagegen keine anderweitigen Bedenken bestehen ım Ausland gegen Devisen verkaufen kann. 5) Alle übrigen Bilder werden von der Haupttreghandstelle Ost Treuhand- stelle Kattowitz an’ Ort und Stelle verkauft, sofern es der Zustand oder Inhalt der Bilder nicht nötig macht, sie zu vernichten und allenfalls nur den Rahmen zu verwerten. Hicppiche: Bei der Beurteilung von Teppichen ist es gleichfalls schwer, eine Grenze zu ziehen. Ich möchte daher den Vorschlag machen, daß außer den ausge- sprochenen Kunstteppichen(Perser, kaukasische usw.) auch besonders schöne Gebrauchsteppiche inländischer Erzeugung nach Berlin gebracht und erst nach Schätzung durch Sachverständige verwertet werden. Ich glaube, daß sich hier für solche Stücke wesentlich höhere Preise erzielen lassen als in den Östgebieten. 12* 179 Möbel: Infolge ihres Umfanges verursachen Möbel gewisse Transportschwierigkeiten; deshalb bin ich dafür, daß nur ausgesprochene Kunstmöbel, wie echte Stil- möbel, erfaßt werden, während alle übrigen, also auch nachgeahmte Stil- möbel, die bisweilen kaum ein Kenner von echten zu unterscheiden vermag, der Treuhandstelle Ost in Kattowitz zur Verwertung übergeben werden, wie es übrigens bereits geschieht. Ich bitte um Ihre Stellungnahme zu meinen heutigen Vorschlägen. ZKUNV, Dok. 963/16 x. Kraut 131. Lodsch. Lager von Teppichen, die den Juden geraubt wurden. Vermerk: Gold au von Gett« kann. W aus dem( gleichblei stabil bleı gibt als G Warenme Es kann u dadurch I Diese de 1940 dem Ob« ® Dieser A Ernährur nährung: j 132. 12. Juli 1940 Lodsch(Lödz).— Ein vom stellvertretenden Oberbürgermeister in Lodsch an die Ernährungs- und Wirtschaftsstelle ‚‚Getto‘‘\ gesandter Vermerk über eine Besprechung zwischen ihm und Dr. Wagner betreffend die Emission von Getto- geld, um das im Getto befindliche Gold herauszupressag.? Vermerk: Mit Herrn Dr. Wagener habe ich die Frage der Herausnahme von Gold aus dem Getto besprochen. Es tritt die Frage auf, ob durch Hereingabe von Gettogeld eine beschleunigte Einholung des Goldes durchgesetzt werden kann. Wenn wir Gettogeld nur in gleichem Umfange hereinnehmen wie das aus dem Getto herauskommende Reichsgeld, so muß unter der Voraussetzung eleichbleibender Umlaufsgeschwindiekeit des Geldes das Preisniveau im Getto stabil bleiben. Nimmt man aber Ware heraus(wozu auch Gold gehört) und gibt als Gegenwert Gettogeld, so verändert sich das Verhältnis von Geld und Warenmenge erundlesend und führt zu einer Veränderung des Geldwertes. Es kann uns gleichgültig sein, wie sich der Geldwert im Getto entwickelt, wenn dadurch der Erfolg erzielt wird, das Gold schnell herauszuholen. AJHI, GV, Nr IV/57. 1 Diese deutsche Dienststelle, die sich mit Gettoangelegenheiten befaßte, wurde im Oktober 1940 von der Stadtverwaltung abgesondert, ‚„Gettoverwaltung‘‘ genannt und unmittelbaı dem Oberbürgermeister unterstellt. 2 Dieser Aktenvermerk wurde auch an Öberverwaltungsrat Dr. Moldenhauer, Leiter des Ernährungs- und Wirtschaftsamts in Litzmannstadt(Lodsch) und Biebow, Leiter der Er- nährungs- und Wirtschaftsstelle„‚Getto‘“ gesandt. 181 intausch von Geld gegen jan > S Q S Er) Sn S 8 Q S aS = S Ss KS ES S I a be) N AS N o iS 4 133. Lodsch. H Markquittungen. rt) mann 12 Kup ISmoyueg IE IN fargsieudiegy N Azad uyuog mom m 2saoyıow ANMAM vu manggupz-oupefzman dl 085 ned “rau zuwıanızgalyun pn sjerad ummärm sısaıı uuoa s maauım Suaym im Of asasojug winken aan kyr mn pr ame Drum Ag wrirignie Hyanızası Daput Age amoyipıu AJlany alouı m IJSwyrur[> CFarLE 13 oma weinen on O1 ereu »-sdlorz v]39 JHaupaı fqu kWurmajuoM Kramss uussrer uf mwualu DNBU- N AMOMYVWALIMM aıum»2921d ourmoyime aıuKkpaf Aprmowffzid epsg AaVlzaaN sm saw fußapud armıs.Lanm zajumge ne] obaueuuowoy nzsuAz> Aeıdo ejp Asey zeıo amozjepod Asey sjejıdzc BNOJEINgUNy waıdv Nie, ezamAzods Adayyg .!Dezmordy jeizpAm 4 OF6I OMRED ST eiup nujeid PO zz Ms0Woprım 2P ä kj oßesbachjop'02 2 pruezrbFsodzos oßswm nıuouoyion m, FL HN YHINAZIZSUIMNHO _ a.Sarvıdan az 96 nejogiapuexsıy Sjermnaug op ui 31m6s 12 nswjay yung Jaurm ur NAZNIIW-ALO7Z 1 F1IMOS NIZSNIWMUVNSHIIAH ISAU>SIa]J uepejjajiwsuageT Bunjeigesuoyesinonddy euom srop'Brujuuoy> Anz priasmıy yar ogeb- sogen seo gjeydeuu jeipwefnyer eg 02 10 Bunyorwjuneyogo seurem Bunsyafeny> up LE«N ONIHOVWLNNVMHS 134. Gettogeld aus Lodsch. um. uno Pi msn: iriem „Al w ua. wuamowanı in ae A ee Bad Be « ö Kohl }| gm hu a 16} IE ge( A L a hr en. ar| nn Br De erg 272272777 EEE 135. Lodsch. Der Chef der Gettoverwaltung, Hans Biebow(erster von rechts) kontrol- liert das geraubte Geld. 136. Juli 1940, Krakau(Krakow).- Auszüge aus einem Bericht des Amts beim General- gouverneur an Hitler über die Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben. ... Die zweite Frage, die zu beantworten wäre, ist die, in welchem Umfange eine Betätigung der Juden in der Wirtschaft zuzulassen sein wird. Fraglos ist, daß die Juden von der Industrie, vom Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel, vom Grundbesitz, vom Bankengewerbe, vom Versicherungsgewerbe, vom Trans- portgewerbe, von der Lagerhaltung dauernd fernzuhalten sind. Ob die Juden heute schon durchweg vom Mittelhandel auszuschließen sind, wäre mit positiver Zielrichtung noch zu prüfen. Im Klein- und Einzelhandel, besonders im Rohstofferfassungshandel, scheint gegenwärtig eine völlige Ausschließung noch nicht möglich zu sein... Wie im Einzelhandel, verhält es sich beim Handwerk. Jedenfalls müssen die verbleibenden jüdischen Einzelhändler und Handwerker in scharf überwachte Zwangsinnungen zusammengeschlossen werden. Die Belassung der Juden zur Befriedigung der Gettobedürfnisse spielt eine be- sondere Rolle... BP, Bd XXXII, S. 225. 184 Betr. , Zu Jude II. me o] der\ daß Aufk tiger Ank: sche; Ich diese geor schn Ann auss Wer gun gehe fälle heit gun; ausge dies Poli alle Es; brin der blei . Un! Nac Auc Sch; Sie für mit Für 137. 2. Oktober 1940, Lublin.— Anordnung des Gouverneurs des Distrikts Lublin, Zörner, über die Einziehung der für die Juden herausgegebenen Lizenzen und Aus- weise, um so die jüdische Bevölkerung aus dem Wirtschaftsleben völlig aus- zuschalten. Betr. Bescheinigungen und Ausweise für Juden. IT. T1T; Zur Erzielung eines geordneten Wirtschaftslebens ist es notwendig, die Juden aus der Wirtschaft völlig auszuschalten. Zum Teil ist dies schon jetzt möglich, wie etwa in der Landwirtschaft. Auch auf den anderen Gebieten der Wirtschaft muß es allmählich erreicht werden. Damit ist unvereinbar, daß Juden noch im Besitz von Bescheinigungen sind, die zum Handel, Aufkauf oder Sammeln von Waren oder sonstigen Erzeugnissen berech- tigen. Darunter fallen auch Bescheinigungen und Berechtigungen zum Ankauf und Sammeln von Altstoffen, die z.B. in Form von Passier- scheinen ausgegeben sind. Ich ordne daher an, daß alle an Juden ausgestellten Bescheinigungen dieser Art ab 1. November 1940 ihre Gültigkeit verlieren. Alle nach- geordneten Dienststellen sind verpflichtet, diese Bescheinigungen auf schnellstem Wege einzuziehen. Die SS- und Polizeidienststellen haben Anweisung, Bescheinigungen dieser Art den Juden abzunehmen und der ausstellenden Dienststelle einzureichen. Wenn aus besonderen Gründen die Ausstellung einer solchen Bescheini- gung noch notwendig sein sollte, ist mir auf dem Dienstwege mit ein- gehender Begründung zu berichten. Ich behalte mir vor, in Ausnahme- fällen nach eingehender Prüfung der Sachlage und Anhörung der Sicher- heitspolizei derartige Bescheinigungen auszustellen. Diese Bescheini- gungen werden auf einheitlichem Formblatt nach anliegendem Muster ausgestellt. Alle Dienststellen sind verpflichtet, Bescheinigungen, die diesem Formblatt nicht entsprechen, einzuziehen und den Inhaber der Polizei zu übergeben. Die SS- und Polizeidienststellen sind angewiesen, alle abweichenden Bescheinigungen einzuziehen. Es ist jedoch nach wie vor Pflicht, die Arbeitskraft der Juden nutz- bringend zu verwerten. Die zur Erfassung der Juden und zur Bestätigung der Registrierung von den Arbeitsämtern ausgegebenen Bescheinigungen bleiben gültig. Unberührt hiervon bleibt die Ausstellung der etwa für Juden nötigen Nachtausweise und der sonstigen polizeilichen Ausweise. Auch die Bescheinigungen, daß Juden bei deutschen Dienststellen be- schäftigt sind oder für sie arbeiten, bleiben gültig. Sie müssen jedoch neu bestätigt werden. Die Bestätigung behalte ich mir für den Bereich der Distriktsverwaltung vor. Die Bescheinigungen sind mit entsprechendem Antrag der Abt. Innere Verwaltung vorzulegen. Für den Bereich der Kreishauptmannschaften muß dies durch den Kreis- 185 hauptmann geschehen. Für den Bereich des SS- und Polizeiführers bleibt es diesem überlassen, die Ausstellung dieser Bescheinigungen einheitlich neu zu ordnen. Alle sonstigen Dienststellen sind ab 1. 11. 1940 nicht mehr berechtigt, solche Beschäftigungsbescheinigungen für Juden auszustellen. SeZa AO ATEIL, Berl, NI9N 522128, Gouverneur 138. 7. Oktober 1940, Krakau(Krakow).— Rundschreiben des Leiters der Abteilung Innere Verwaltung im Amt des Generalgowerneurs, Kundt, an die Chefs der Distrikte, Kreis- und Stadthauptleute über die Nichtauszahlung von Renten an die aus dem Reich deportierten Juden. 3etr. Rentenzahlungen an die aus dem Reich evakuierten Juden. Aus gegebenem Anlaß gebe ich folgendes bekannt: Reichsdeutsche Sozialversicherungsträger nehmen nach einer Anordnung des Herrn Reichsarbeitsministers die Rentenzahlung an die aus dem Reich nach dem Generalgouvernement evakuierten Juden dann wieder auf, wenn ihnen das Amt des Generalgouverneurs oder eine von ihm beauftragte Dienststelle mitteilt, daß dagegen ‚‚aus politischen Gründen“ keine Bedenken bestehen. Dies gilt auch für Juden, die im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit sind. Solche Unbedenklichkeitsbescheinigungen werden weder durch das Amt des Generalgouverneurs, noch durch eine andere Dienststelle des Generalgouver- nements ausgestellt, so daß damit an Juden keinerlei Rentenzahlungen seitens der Sozialversicherungsträger des Reiches erfolgen. AJHI, GDL, Nr 1. Kundt 139. 30. Oktober 1940, Reichshof(Rzeszöw).— Auszug aus einem Bericht des Stadt- hauptmanns in Reichshof für den Monat Oktober 1940 über die Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben. ... 1V. Gewerbliche Wirtschaft. Im Berichtsmonat wurde die begonnene Arisierung mit Erfolg weiter durch- geführt. Ich habe bereits darauf hingewiesen, daß ich durch mehrmonatige Erfahrung den Beweis dafür angetreten habe, daß sich auch in einer so ver- jJudeten Stadt wie Reichshof die Arisierung ohne Lahmlegung des Geschäfts- und Wirtschaftslebens durchführen ließ... Die Arisierung ist inzwischen soweit durchgeführt, daß fast alle Hauptstraßen frei von Judengeschäften sind. Die Hauptstraßen meiner Kreishauptstadt werden in kurzer Zeit völlig judenfrei sein. 186 Das völlig straßen ha werden ko aber eınrı die Gesch sind... N begonnen städte meıi geschäft vi geschäfte Branche lı 140. 31.( den( Vern l. Beschla Die Besch im verflo werden m last einjäl mußten z ausgeholt Die Bewe auch in y der Erlös absichtiet Steppdecl des Getto Auf diese auch der Wertung dungsste] Verwaltu ie: Die ausge und Ede Das völlige Herausziehen der jüdischen Geschäfte aus den Hauptverkehrs- straßen hat weiter zur Folge, daß allmählich reine Judenstraßen geschaflen werden konnten. Die Errichtung eines Gettos war nicht möglich. Es ließ sich aber einrichten, arische und jüdische Straßen zu schaffen, in denen sowohl die Geschäfte wie die Wohnungen nur in arischen bzw. jüdischen Händen sind.... Mit der Arisierung auf dem flachen Lande habe ich bereits ebenfalls beeonnen. Vorläufig ist Vorsorge dafür getroffen, daß in jeder der 6 Klein- städte meiner Kreishauptmannschaft ein sauberes arisches Textilwar: nhandels- geschäft vorhanden ist. In zwei Städten konnten schon größere arische Eisen- geschäfte gegründet werden, nachdem die jüdischen Geschäfte der gleichen Branche liquidiert wurden. BP. Bd XXX, S 140. 31. Oktober 1940, Lodsch(Lödz).— Auszug aus einem Bericht des stellvertreten- den Chefs der deutschen Gettoverwaltung in Lodsch, Ribbe, über den Raub jüdischen Vermögens. l. Beschlagnahmte Spinnstoffwaren und Fundsachen. Die Beschlagnahmung von Waren aller Art durch die Kripo und Gestapo hat im verflossenen Monat einige gute Ergebnisse gezeitigt, wenn auch gesagt werden muß, daß die Güte des aufgefundenen Judenbesitzes durch die lange, fast einjährige Lagerung zum Teil stark beeinträchtigt worden ist. Die Waren mußten zum größten Teil ausgegraben und aus vermauerten Verste« ken her- ausgeholt werden, wo sie der Einwirkung von Feuchtigkeit ausgesetzt waren. Die Bewertung der angelieferten Sachen erfolgt unter diesem Gesichtspunkt auch in vorsichtigster Weise, wobei aber schon jetzt gesagt werden kann, daß der Erlös ein wesentlich höherer sein wird, wenn die Verwertung dem be- absichtigten Zweck entsprechend durchgeführt wird. Anzug-, Kleider-, Futter-, Steppdecken-, Bezugsstoffe und Matratzendrell werden in den Werkstätten des Gettos zu Gebrauchsgegenständen verarbeitet und als Fertigware veı kauft. Auf diese Weise kommt nicht nur der eigentliche Wert der Stofle, sondern auch der Arbeitslohn dem Ernährungskonto zugute. Über diese Art der Ver- wertung schweben noch Verhandlungen mit der zuständigen Textilverbin- dungsstelle, die aber voraussichtlich in diesen Tagen zu dem von der Getto- verwaltung erstrebten Ergebnis führen werden...! AJHI, GV, V1/45 1 Die ausgelassene Stelle betrifft die Möglichkeiten der Verwertung besc hlagnahmter Metalle und Edelsteine. 141. Eine Aufstellung Beichlagnahme_ Nr. 2 Fer DAHAE angeliefert am:° 194) von Lebensmitteln, die im Lodscher Getto beschlagnahmt wurden. kl" Sack m, Mehl Päckchen Pudding A Knorrs. Suppen! Büchsen kraftnahrung Päckchen kochfertige\“i! Schachteln>Streichhölzer Beutel Lierteig Päekchen rleischbrüne Paket Gustin " Knorr liafermehl Aufgenommen von Geihägt burd) Behtätigt:- GHefumtwert enthaltend: Beschiagna 1.betto/ Salate i Menge Warenbezeihbnung Zuftand! gefh. Wert| Bemerkungen 4 3 1.Päckchen“norr:afertlacker 5 z' ö n 5 ET. 39 Fäckche ıdaing 10 ja 5 Stck. Päckcne K 1 PEc en Knorr n 1 %% ıdami ® ‚" 1|Büchse Io tck, Lichte 10 5 itronen 10 4 gr.Beutel m. E|8 u m.örätze 2A RL:N m.> 1 jgr. Beutel m.Gries Die seine Litzmanı Ständigen a) einT, b) einT c Zwei] d Zwei, e Zwei. j eine] und} Büch. 8) 50 se] 142. Leibesvisitation bei einem Juden. 143. 20. Mai 1941. Lodsch(Löd£).— Schreiben des Sachverständigen der Haupttreu- handstelle Ost in Lodsch, Kraut, an das Reichssicherheitshauptamt über einige in Lodsch beschlagnahmte jüdische Büchersammlungen von eroßem bibliophilen und musealen Wert. Die seinerzeit gemeldeten jüdischen Bücher, die vom Generaltreuhänder in Litzmannstadt beschlagnahmt wurden, sind inzwischen von einem Sachver- ständigen geprüft worden. Es befinden sich darunter folgende Werke: a) ein Talmudkomplett, 90 Bände(Ledereinband) sog. Wilnaer ‚‚Schass“ b) ein Talmudkomplett(?) 19 Bände sog. Warschauer ‚‚Schass‘ c) zwei Rambam-( Maimonides) Komplette je 4 Bände d) zwei„Turim“-Komplette je 7 Bände e) zwei„Schulchan-Aruc h‘“‘-Komplette je 7 Bände f) eine Kollektion von 101 Bänden der talmudisch-rabbinischen(Hallacha- und Pilpul) Literatur, die für Talmudkenner und talmudisch-rabbinische Büchersammlungen einen großen Wert haben g) 50 seltene und alte Bücher, unter denen auch viele museumswürdig sind. 189 Bi ji 1 A a al ni Dem Alter nach sind: a) von 80-100 Jahren= 5 Bücher b) von 100-150 Jahren= 26 Bücher c) von 150-200 Jahren= 8 Bücher d) von 200-250 Jahren= 3 Bücher Bemerkung: Bei einigen fehlen die Daten. Auch ein Komplett 10 Bände Bibel, 4 Bibelübersetzungen, 12 Bände Chassi- dische Literatur, 8 Kabbala, 3 Mussar(Morallehre), 9 Kommentare. Leicht zum Komplettieren: a) Mischnajoth Berlin-Stetin 5 Bände b) Mischnajoth Warschau 5 Bände c) Ejn Jakow 5 Bände 122% Kraut ZKUNV, De. 994/16x. SS-Obersturmführer 144. 5. November 1941, Lodsch(Löd2).— Schreiben des stellvertretenden Regierungs- präsidenten in Lodsch, Moser, an den örtlichen Kommandanten der Kriminalpolizei über die zwischen dem Leiter der deutschen Gettoverwaltung in Lodsch und der örtlichen Treuhandstelle getroffene Vereinbarung, wonach das außerhalb des Gettos beschlagnahmte Vermögen der jüdischen Bevölkerung an die örtliche Treuhandstelle übergeben werden soll. In Gegenwart des Herrn Regierungspräsidenten Uebelhoer ist zwischen dem unterzeichneten Regierungsvizepräsidenten Dr. Moser in seiner Eigenschaft als Leiter der Treuhandnebenstelle Litzmannstadt und Herrn Biebow als Leiter der Gettoverwaltung festgestellt, daß sämtliche außerhalb des Gettos gefundenen und bisher noch nicht erfaßten Judenvermögensstücke an die HTO Litzmannstadt abzuliefern sind. Es bleibt dann einer besonderen Ver- einbarung zwischen HTO und Gettoverwaltung vorbehalten, ob etwa die gefundenen Gegenstände der Gettoverwaltung nach Abschätzung durch die HTO käuflich überlassen werden. Dieser rechtliche Tatbestand gilt insbesondere auch für die aus Judenvermögen stammenden Gegenstände, die durch Angaben von Juden, die im Getto ein- sitzen, aufgefunden werden. Ich ersuche entsprechend zu verfahren. Abschrift dieses Schreibens habe ich der HTO Litzmannstadt, der Staats- polizeistelle Litzmannstadt und der Gettoverwaltung zur eventuellen weiteren Veranlassung übersandt. In Vertretung AJHI, GV, Nr VI/45. Dr. Moser 190 145. 24. D schlagnal in den Ge mäntel, Pı mir laufen Reichsfühı zuführen ı darauf hıı durchgef li in den Di: arbeiten,' unverzügl nicht entı mit den K Aktion zu nigt durc] wegen der räten den dem festzu daß sowot noch im werden, Der Befe h U In Ausfüh im Distril $Tamm W Erfüllur g Sitzung d 145. 24. Dezember 1941, Krakau(Krakow). Fernschreiben des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD im Generalgouvernement, Schoengarth, an die SS- und Polizeiführer in den fünf Distrikten mit dem Befehl, alle Pelzwaren bei der jüdischen Bevölkerung sofort zu beschlagnahmen. Der Reichsführer-SS hat befohlen, daß die bei Juden gefundenen und be- schlagnahmten und die bei den noch vorhandenen Juden, vor allen Dingen in den Gettos des Generalgouvernements sofort zu beschlagnahmenden Pelz- mäntel, Pelze und Felle, gleich welcher Art, zu sammeln sind.! Die Zahl ist mir laufend durch FS zu melden, erstmalig am 29. 12. 1941 bis 18 Uhr. Deı Reichsführer hat befohlen, daß sein Befehl beschleunigt(unterstrichen) durch- zuführen ist. Die Pelzmäntel und Felle sind einmalig zu entlausen. Ich weise darauf hin, daß die Entlausung von Fellen nur nach dem Thermodenverfahren durchgeführt werden kann. Ich bitte, sich sofort zu vergewissern, ob und wo in den Distrikten Entlausungsanstalten, die nach dem T'hermodenverfahren arbeiten, vorhanden sind. Sind solche Anstalten nicht vorhanden, ist mıı unverzüglich zu berichten. In anderen Entlausungsanstalten dürfen Pelzc nicht entwest werden, weil sie bei diesem Verfahren verderben. Ich bitte, mit den Kommandeuren der Ordnungspolizei und der Sicherheitspolizei di« Aktion zur Erfassung aller noch bei Juden vorhandenen Pelzmäntel beschleu- nigt durchzuführen. Um eine Gefährdung der einsetzenden Polizeikräfte wegen der Fleckfiebergefahr zu vermeiden, ist es ratsam, jeweils den Juden- räten den Befehl zu geben, zu der von dort zu bestimmenden Zeit und an dem festzulegenden Ort die Pelze zu sammeln. Den Judenräten ist anzudrohen, daß sowohl sie als auch die Juden, die nach Ablauf einer zu setzenden Frist noch im Besitze eines Pelzes oder Felles angetroffen werden, erschossen werden. Der Befehlshaber der Ordnungspolizei ist verständigt. AJHI, KJWW, K-2600. 1 In Ausführung der Verordnung von Schoengarth befahl O. Globocnik, SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin, dem Judenrat in Lublin, zusammen mit den Pelzen einige tausend Kilo- gramm Wolle und Stoff zu liefern. Fünf Mitglieder des Judenrats wurden als Ge isel bis zuı Erfüllung des Befehls im Gefängnis gehalten. AJHI, JLu, Nr 1, Protokoll der Plenar- sitzung des Judenrats vom 31. 12. 1941. 191 REN: 146. 5. Januar 1942, Warschau(Warszawa).— Aufstellung der bei der Jüdischen Bevölkerung in Warschau beschlagnahmten Pelze und Pelzsachen.' Betrifft: Ablieferung von Pelzsachen durch Juden. Ergebnis in Warschau-Stadt. Mäntel Futter Sonstigelbelze Ausgest. Tag— Schafs-- Silber Blau Rot Muffen Kragen Felle Quit- Herren Damen Herren Damen Dee Füchse tungen 288 10: 690 2541 4441 4020 2201 222 258. 872 518, 3955062°77205725569 I), 119% 2) 1827735877287 281 14 72. 144 59: 4972 485 2834 300123 46 280 946 675 433 19 1047278 1943271132167 5216552 75077 3) 11225 67 3097 DPI 19L8 820 14 20 204 1230 14712 2020 10144 ER 2 14 4 11 4—{oo 3 25 240 24 183 Posi 17 5 26 19 1- 8 2A 463 44 327 IE WR 59 72. 56 46 88 5 1 22 87 1272 305 951 von der Polizei zugestellte Pelzsachen 15 12 4 4 2 1 3 l 15 110 45 47560 Summe 8718 335 5683 3850 277 299 1534 8304 74446 12048 AJHI, KJWW, K- 2600. 1 Die Aufstellung ist im Amt des Kommissars des jüdischen Wohnbezirks auf Grund der Berichte des Obmanns des Warschauer Judenrates und einer von der Polizei zugestellten Liste der Pelzsachen angefertigt worden. III Methoden und Formen jüdischer Zwangsarbeit bis zum Beginn der Vernichtungsaktion Huuce des GG 154. Getto 155. Greis 147. 148. 149. 150. 151, 152. 153. 154. 155. 156. 157% 158. 159. 160. 161. 162. VERZEICHNIS DER DORUMENTE 13. Oktober 1939, Lodsch(Löd2). Schreiben des stellvertretenden Chefs der Zivil- verwaltung beim Wehrkreisbefehlshaber in Lodsch, Graushaar, an das jüdische Rabbinat in Lodsch mit dem Befehl, täglich eine bestimmte Anzahl jüdischer Arbeiter den deutschen Behörden zur Verfügung zu stellen. Lodsch. Die Juden werden von den Okkupanten zum Eine bnen von Luftschutzgräben gezwungen. Warschau(Warszawa).- Auszug aus einem vom Judenrat an die deutschen Behörden \. gesandten Bericht für die Zeit vom 7. 10. 1939 bis 31. 12. 1940 über die Zwangsarbeit der Juden. Zwangsarbeit auf einem jüdischen Friedhof. Auszug aus den Memoiren von Natan Selechower, worin über eine von der Wehrmacht in Warschau organisierte Razzia berichtet wird, deren Ziel es war, Juden für Zwangs- arbeiten einzufangen. 96. Oktober 1939, Warschau(Warszawa). Verordnung des Generalgouverneurs Hans Frank über die Einführung des Arbeitszwangs für die jüdische Bevölkerung im General- gouvernement. 8. Dezember 1939, Krakau(Kraköw).—- Äußerung des Höheren SS- und Polizeiführers im Generalgouvernement, Krüger, auf einer Sitzung von\bteilungsleitern der Regierung des GG über die Zwangsarbeit der Juden. Gettoinsassen beim Ziegeltragen. Greise bei schwerer körperlicher Arbeit. 1%. Dezember 1939, Krakau(Kraköw).- Zweite Durchführungsvorschrilt zuı Verordnung vom 26. Oktober 1939 über die Einführung des Arbeitszwanges lür die jüdische Be- völkerung des Generalgouvernements.(Erfassungsvorsc hrift Bekanntmachung über Zwangsarbeit. 7. Juni 1940, Krakau(Kraköw).- Auszüge aus einem Bericht über den Verlauf einer Wirtschaftsbesprechung zwischen den Abteilungsleitern der Regierung des General- gouvernements, auf der u. a. Probleme erörtert wurden, die sich aus dem Arbeitszwang der Juden ergaben. 29. Juni 1940, Neu-Sandez(Nowy Sacz). Auszug aus dem Bericht des Kreishaupt- manns in Neu-Sandez für Juni 1940 über Zwangsarbeit der jüdischen Bevölkerung. 5. Juli 1940, Krakau(Kraköw).- Auszug aus einem an alle Abteilungen und Arbeits- ämter in den Distrikten gesandten Rundschreiben der Abteilung Arbeit beim Amt des Generalgouverneurs über die Zwangsarbeit der jüdischen Bevölkerung. Globocnik fordert 30 000 jüdische Arbeiter und 1000 jüdische Handwerker zu Zwangs- arbeiten. 8. Juli 1940, Krakau(Kraköw). Auszug aus dem Juni-Bericht des Kreishauptmanns Krakau-Land, Höller, über die Zwangsarbeit deı Juden. 195 RSOOL. 163. 9. August 1940, Krakau(Kraköw).- Auszug aus dem Protokoll einer Sitzung am 6. August 1940 in der Abteilung Arbeit der Regierung des Generalgouvernements, in der die Zwangsarbeit der Juden erörtert wurde. 164. 7. September 1940, Lublin.- Auszug aus dem August-Bericht der Abteilung Innere Verwaltung im Amt des Gouverneurs im Distrikt Lublin über die Ausnutzung von jüdi- schen Arbeitskräften und die durch die eigenmächtigen Maßnahmen des SS- und Poli- zeiführers Globocnik verursachten Schwierigkeiten beim planmäßigen Einsatz jüdischer Facharbeiter. 165. Anfang September 1940, Warschau(Warszawa).- Auszug aus dem August-Bericht des Gouverneurs im Distrikt Warschau, Ludwig Fischer, über die Lage der in die Arbeitslager im Distrikt Lublin entsandten Juden. 166. 4. Oktober 1940, Miechöw.— Auszug aus dem September-Bericht des Kreishauptmanns in Miechöw über die Zwangsarbeit der jüdischen Bevölkerung. 167. 6. November 1940, Lublin. Auszug aus dem Oktober-Bericht des Gouverneurs im Distrikt Lublin, Zörner, über die Zwangsarbeit der Juden. 168. 28. November 1940, Lublin.-— Aktenvermerk des Chefs des Distrikts Lublin über die Zusammenarbeit der Polizei mit den Verwaltungsbehörden bei der Erfassung von Juden zu Zwangsarbeiten. 169. Ende 1940, Warschau(Warszawa).—- Auszug aus einem Bericht des Referats Arbeitslager beim jüdischen Arbeitsbataillon in Warschau über die unmenschlichen Lebensbedingungen in den Judenarbeitslagern im Distrikt Lublin. 170. Aufforderung zur Bewerbung für den Lagerschutz. 171. 14. Februar 1941, Sosnowitz(Sosnowiec).- Rundschreiben von Albrecht Schmelt, dem Sonderbeauftragten des RF SS für fremdvölkischen Arbeitseinsatz in Oberschlesien, an die Firma Henig wegen Erteilung einer Genehmigung zur Weiterbeschäftigung jüdischer Arbeitskräfte ab 1. März 1941. 172. Bendsburg(Bedzin). Juden werden zur Zwangsarbeit geführt. 173. 1946, Krakau(Kraköw).- Aus der Aussage von Rudolf Höss, Kommandanten des KZ- Lagersin Auschwitz, über die Ausbeutung der jüdischen Arbeitskraft in Schlesien durch die Organisation Schmelt. 174. 1941, Warschau(Warszawa).- Auszüge aus den Monatsberichten des Chefs des Distrikts Warschau, Herbert Hummel, für März und Mai 1941 über die Bildung von Zwangs- arbeitslagern für Juden und den physischen Zustand der darin befindlichen Häftlinge. 175. Bekanntmachung über den Arbeitszwang für Juden. 176. Auszüge aus den Memoiren von Irena Szajewicz über die schrecklichen Arbeits- und Lebensbedingungen der jüdischen Häftlinge im Janöw-Lager in Lemberg(Lwow). 177. Bekanntmachung über die Zwangsarbeit für Juden. 178. 15. Januar 1942, Sosnowitz(Sosnowiec).— Schreiben von Schmelt, dem Sonderbe- auftragten desRF SS für fremdvölkischen Arbeitseinsatz in Oberschlesien, an den Präses des Judenrats in Sosnowitz, M. Merin, in dem dieser angewiesen wird, 200 Jüdinnen zu Zwangsarbeiten unter Androhung hoher Strafen zu stellen. 179. Lodsch. Zwangsarbeit der Frauen; hier beim Federzupfen. 180. 18. März 1942, Lublin.— Rundschreiben des Arbeitsamtes in Lublin betr. Beschäftigung der Juden in der Landwirtschaft. 181. 20. Mäi f F f H % h n fi a n a k 181. 20. März 1942, Warschau(Warszawa).— Auszüge beim Kommissar des Warschauer Gettos, Auerswald, über Zwangsarbeit der Warschauer » aus dem Bericht über eine Besprechung Juden außerhalb des Gettos. 182. Auszüge aus den Memoiren von Jan Mawult, die sich auf die Arbeitsbedingungen ın den Werkstätten im Warschauer Getto beziehen. 197 ungemt = n BEE PRESSE ER RE RE FrErT 53= 147. 13.0 Rab Arbe - Ab 15. Ok erst DW ı 150 Manı zeit ıst Verzeichr l. SUN alsl ), Poludı AJHI,] al ge K 14 l I 148. Lod ’ FR } ERRUECH IE FrTn en no Orrzaena cn ugcas aan aneze TRIERER v® a“ SS RER= 24.05 u= 147. 13. Oktober 1939, Lodsch(Zödz). Schreiben des stellvertretenden Chefs der Zivilverwaltung beim Wehrkreisbefehlshaber in Lodsch, Graushaar, an das jüdische Rabbinat in Lodsch mit dem Befehl, täglich eine bestimmte Anzahl jüdischer Arbeiter den deutschen Behörden zur Verfügung zu stellen. Ab 15. Oktober 1939 haben Sie zum Arbeitseinsatz täglich um 73° Uhr vor- erst 600 männliche Arbeitskräfte! zur Verfügung zu stellen, und zwar je 150 Mann an den nachstehend bezeichneten 4 Sammelstellen. Die Arbeits- zeit ist wie folet festgesetzt: von 73° Uhr bis 12°° Uhr und von 14°° Uhr bis 1722 nn Verzeichnis der Sammelstellen: l. Suwalskastraße Nr 6 3. Lipowastraße Nr 31 2. Poludniowastr. Nr 10 4. Zegierskastr. Nr 17 v. Graushaaı AJHI, JLo, Nr 9 Ne 1 In der zweiten Hälfte November 1939 wuchs das täglich vom Ältesten der Juden in Lodsch gestellte Kontingent an Arbeitern auf 1000 bis 1300 Personen an. Diese Zwangsarbeit waı natürlich unentgeltlich.(AJHI, JLo, Schreiben von Ch. Rumkowski an die Gestapo ın Lodsch vom 24. 11. 1939. 148. Lodsch. Die Juden werden von den Okkupanten zum Einebnen von Luftschutz- gräben gezwungen. 5 . i N n N N k N ee nn 149. Warschau(Warszawa).— Auszug aus einem vom Judenrat an die deutschen Behörden gesandten Bericht für die Zeit vom 7. 10. 1939 bis 31. 12. 1940 über die Zwangsarbeit der Juden. ... Bereits während dieser Arbeit fiel dem Judenrat eine zweite Aufgabe zu, die auch nicht aufgeschoben werden durfte. Es war die Belieferung der deut- schen und städtischen Dienststellen mit jüdischen Arbeitern, was bereits am 91. Oktober 1939 begann.! 48 Stunden vorher fand die Besprechung dieser Angelegenheit in der Dienststelle der Sicherheitspolizei statt, und bereits am 2]. Oktober wurden 360 Arbeiter zugestellt. So erstand das sogenannte Arbeiterbataillon, das bereits am 15. Dezember 1939 2395 Mann zur Arbeit stellte und mit der Zeit immer mehr, ja bis zu 10000 Mann pro Tag zustellte. Für diese Arbeiter mußten Geräte beschaffen werden, die des öfteren an Ort und Stelle nicht erhältlich waren. Da die Geräte sehr schnell verdorben wurden, mußten in den Lokalitäten der Hand- werkschule der Jüdischen Gemeinde Reparaturwerkstätten eröffnet werden, in denen Absolventen dieser Schule für die Instandhaltung der Geräte zu sorgen hatten... AJHI, JW, Nr. 16, S. 2. 1 In allen besetzten polnischen Gebieten wurde die jüdische Bevölkerung von den deutschen Behörden zur Verrichtung verschiedener Arbeiten gezwungen; dies geschah noch vor der Veröffentlichung einer allgemeinen Verordnung über Zwangsarbeit(siehe Dokument 152). 150. Zwangsarbeit auf einem jüdischen Friedhof. BES EBEES ee ERRT 201 En 22 ESARFER == 151. Auszug aus den Memoiren von Natan Selechower, worin über eine von der Wehr- macht in Warschau organisierte Razzia berichtet wird, deren Ziel es war, Juden für Zwangsarbeiten einzufangen. -., Einmal hielt mich ein deutscher Soldat an. Er fischte mich aus einer belebten Straße heraus und führte mich in eine Seitenstraße, wo um einen Lastkraftwagen herum schon ungefähr vierzig Personen standen. Man schob uns unter die Wagenplane, und wir fuhren ab. Nur wenige von den Tausenden Passanten hatten die Razzia bemerkt. Man brachte uns in die Wiejska-Straße. Dort, irgendwo in der Umgegend des Landtagsgebäudes, befahl man uns, einen Graben mit einer Fläche von ungefähr neun Quadratmetern, ungefähr anderthalb Meter tief, zu schaufeln. Die Arbeit im harten, festgestampfiten Kies war ziemlich schwierig, da die Arbeitenden wenig Übung besaßen. Aber die Kolbenhiebe gaben sehr schnell unseren Bewegungen mehr Gewandtheit, so daß wir binnen erstaunlich kurzer Zeit fertig waren. Dann trieb man uns ins Auto zurück. Unter der Plane sitzend, warteten wir auf unsere Rückkehr ins Getto, zufrieden, daß wir die Arbeit so schnell hinter uns hatten. Das Auto aber stand weiter, und die Stimmen unserer Wachleute zeugten nicht davon, daß wir bald abfahren würden. Plötzlich krachte in der Nähe eine Gewehrsalve, fast neben dem Auto; uns erstarrte das Blut in den Adern. Jemand riß von außen die Plane hoch und brüllte: ‚„‚Rrraus! Schnell!‘“ Wir sprangen wie toll hinaus und rannten in der angewiesenen Richtung. Plötzlich taumelte ich— das Entsetzen blendete meine Augen einen Moment lang.— „Schaufeln!‘“ Das unmenschliche Gebrüll des Deutschen und ein Schlag mit dem Kolben in meinen Rücken gab mir das Bewußtsein wieder. Ich ergriff den Spaten, ohne die Augen von der von uns ausgegrabenen Grube abwenden zu können. Sie war voller Menschenkörper in Offizieruniformen, blut- bespritzter, aber lebendiger Körper, die sich in Todeskrämpfen wanden, stöhnten, heulten und um Hilfe schrien. Wieder fühlte ich im Rücken einen Schlag mit dem Gewehrkolben. Ich warf ein bißchen Erde hin, sacht, um keinen noch Lebenden zuzuschütten. Ein Fußtritt gab mir vollends die Be- sinnung zurück. Ich sah, wie die Erde die Liegenden bedeckte und zu einem Berg anwuchs. Alle schaufelten angestrengt. Ich mit ihnen, um so schnell wie möslich den mich befallenden Wahnsinn zu betäuben, der beim Anblick der Grube zu mir aufstieg, mir die Bewegungen lähmte und mir eine bisher un- bekannte Wahrheit gegen den Kopf schleuderte. Viele Tage und Nächte lang verfolgte mich die Erinnerung an dieses lebendige Grab in der Wiejska-Straße, mir Schlaf und Appetit raubend. Ich war nicht imstande, davon zu sprechen, denn ich sah nur lebende Hände, die sich ver- gebens vor der herabfallenden Erde wehrten, offene Lippen, die verzerrte Laute hervorbrachten- und Augen!, lebendig zugeschüttete Augen, die mich auch heute noch verfolgen... AJHI, Memoiren, Nr 139, S. 4 f.(Übersetzung aus dem Polnischen.) Har im 6 Auf Grui die Vers (Reichsg: Für die ı kung deı Zwangsa Die zuı der Höh bestimm “Die in befrie mäßige Hierbei denn ge betriehe Sesetzt, Müßten Wo drin Distrikt 152. 26. Oktober 1939, Warschau(Warszawa).— Verordnung des Generalgouverneurs Hans Frank über die Einführung des Arbeitszwangs für die jüdische Bevölkerung im Generalgouvernement. Auf Grund des$ 5 Abs. 1. des Erlasses des Führers und Reichskanzlers übeı die Verwaltung der besetzten polnischen Gebiete vom 12. Oktober 1939 (Reichsgesetzbl. I S. 2077) verordne ıch: N Für die im Generalgouvernement ansässigen Juden wird mit solortiger Wii kung der Arbeitszwang eingeführt. Die Juden werden zu diesem Zwecke in Zwangsarbeitertrupps zusammengefaßt. ) Die zur Durchführung dieser Verordnung erforderlichen Vorschriften erläßt der Höhere SS- und Polizeiführer. Er kann ostwärts deı Weichsel Gebiete bestimmen. in denen die Durchführung dieser Verordnung unterbleibt.' Deı Generalgouverneur für die besetzten polnischen Gebiete VBl GG 1939, S. 5 Dr. Frank hen Plänen in Zu ı Diese Einschränkung teht wahrscheinlich mit den damaligen deutsc sammenhang, in diesen Gebieten eın sogenannte Jude nreservat zu bilden 153. 8. Dezember 1939, Krakau Kraköow). Außerung des Höheren$SS- und Polizei führers im Generalgouvernement, Krüger, auf einer Sitzung von Abteilungsleitern der Reeierung des GG über die Zu angsarbeit der Juden. .., Die Frage der Zwangsarbeit der Juden könne nicht von heute auf morgen in befriedigender Weise gelöst werden. Voraussetzung hierfür wäre eine kartei mäßige Erfassung deı männlichen Juden im Alter von 14 bis 50 Jahren. Hierbei müßte geprüft werden, welchen Beruf diese Juden bisher ausübten, denn gerade in diesen Gebieten hätten die Juden vers« hiedene Handwerke betrieben, und es wäre schade, wenn diese Arbeitskräfte nicht nützlich ein- gesetzt würden. Dazu gehöre aber eine durchgreifende Planung. Vorläufig müßten die Juden in Kolonnen zusammengest« It und dort eingesetzt werden, wo dringender Bedarf vorliege. Diesen Bedarf festzustellen, sei Aufgabe des Distriktschefs.... FT, Abteilungsleitersitzungen 1939/40,$. 24 203 a A" “ir l 8(7 tloınsassen beim BP, Bd XXVII, S. 27. 163. 9. August 1940, Krakau(Kraköw).— Auszug aus dem Protokoll einer Sitzung am 6. August 1940 in der Abteilung Arbeit der Regierung des Generalgouverne- ments, in der die Zwangsarbeit der Juden erörtert wurde.“ Nach Eröffnung der Sitzung durch Dr. Frauendorfer(Leiter der Abteilung Arbeit) gibt Oberregierungsrat Dr. Gschliesser(Abt. Arbeit) einen Überblick über die Notwendigkeit der Verlagerung des Judeneinsatzes von verschiedenen Hilfsleistungen bei Behörden und sonstigen Dienststellen zum Masseneinsatz bei staatspolitisch bedeutsamen Bauvorhaben. Er verweist insbesondere auf die Wichtigkeit der Durchführung von Ausgleichsmaßnahmen, unter beson- derer Berücksichtigung der Evakuierung von Krakau und der Deckung des Großbedarfs für die Grenzsicherungsarbeiten im Distrikt Lublin....? Oberregierungsrat Dr. Gschliesser(Abt. Arbeit) gibt in Zusammenfassung dieser Darlegungen folgende Anordnungen für den Judeneinsatz und-aus- gleich: 1.) Aus den sofort in Lublin zu erfassenden Juden ist in erster Linie der Bedarf der Wasserwirtschaft in diesem Distrikt mit 2700 Arbeitskräiten abzudecken. Darüber hinaus sind alle verfügbaren Juden des Distrikts den Grenzbefestigungsarbeiten zuzuführen. 1 Die Sitzung fand unter dem Vorsitz von Frauendorfer statt. Daran nahmen teil: Vertreter der Generaldirektion der Ostbahn, des Höheren SS- und Polizeiführers Ost, des Befehls- habers der Sicherheitspolizei und des SD, der folgenden Abteilungen im Amte des General- gouverneurs: Ernährung und Landwirtschaft, Wirtschaft, Bauwesen, Forsten, Arbeit, der Gruppen: Straßenbau, Wasserstraßen, Wasserwirtschaft, wie auch die Vertreter der Ab- teilungen Arbeit in den Ämtern bei den Gouverneuren der Distrikte Krakau, Warschau, Lublin und Radom und des Arbeitsamtes(Judeneinsatz) in Krakau. 2 Am 1. April 1940 verfügten die deutschen Behörden die Deportation eines Teils der Juden aus Krakau in verschiedene Orte der Distrikte Krakau und Lublin. In dem letzteren sollten die Juden bei Befestigungsarbeiten beschäftigt werden. 214 Die D > ledige veranl Grenz Auf d beson. 3) Der L den B Naı h Kräft: 4,) Da dı vor d 800,& Arbeitskı solle ein ın Anwey \ Das Do! ISt ausor 9.) Die Distrikte Warschau und Radom stellen sofort Transporte, zunächst lediger Juden, für die Grenzsicherungsarbeiten in Lublin zusammen und veranlassen ihre Führung im Einvernehmen mit der Bauleitung der Grenzsicherungsarbeiten und der Abteilung Arbeit im Distrikt Lublin. Auf die notwendige Beschleunigung dieser Transportführung wird ganz besonders hingewiesen. 3.) Der Distrikt Krakau deckt in erster Linie aus den dort verfügbaren Juden den Bedarf der Talsperre Roznow, sowie der Straßenbauverwaltung ab. Nach Möglichkeit werden im Zuge der Evakuierung von Krakau auch Kräfte nach Lublin zu den Grenzsicherungsarbeiten abgegeben. 4.) Da die Lager in Lublin nicht in lausfreiem Zustand gehalten sind, erfolgt vor dem Abtransport keine Entlausung. Die ausgezeichneten Entwesungs- anstalten in Lublin und Chelm lassen eine Entwesung vor Einweisung ın die Lager dort möglich erscheinen. Auf jeden Fall sind alle im Auseleichs- wege vermittelten Juden durch jüdische Ärzte zu untersuchen. Die von den jüdischen Ärzten als untauglich Erklärten sind einer Nachunter- suchung durch deutsche Ärzte(SS-Ärzte oder Vertragsärzte der Arbeits- einsatzverwaltung) zu unterziehen. Die Führung der Sammellager und Verpflegung einsc hließlich Gewährung einer Wegzehrung sind in gleicher Weise zu gestalten, wie bei den Landarbeitertransporten. Die Meldungen über Judentransporte sind ebenso wie bei der Landarbeiteraktion zu erstatten. 5,) Die Kosten, die auf die Transportführung für die Grenzsicherungsarbeiten in Lublin entfallen, sind gesondert auszuweisen und der Abteilung Arbeit des Generalgouvernements aufzugeben, die die Refundierung an die Einsatzverwaltung veranlassen wird. Frage der tariflichen Entlohnung. Von verschiedenen Seiten wird Klage geführt, daß die Entlohnung für Juden zu hoch angesetzt sei. Dr. Frauendorfer(Leiter der Abt. Arbeit) betont, daß am Grundsatz der 80%/,igen Entlohnung festgehalten werden müsse, da sonst die Erhaltung der Arbeitskraft der eingesetzten Juden nicht gewährleistet sei. Nach Möslichkeit solle ein Akkordsystem und bei Zeitlohn Leistungssteigerung durch Prämien 3 in Anwendung gebracht werden... AJHI, GDL, Nr la. 3 Das Dokument umfaßt 7 Schreibmaschinenseiten. Der Text über den Verlauf der Diskussion ist ausgelassen worden. 1x0) on uggritf 164. 7. September 1940, Lublin.— Auszug aus dem August-Bericht der Abteilung Innere Verwaltung im Amt des Gouverneurs im Distrikt Lublin über die Ausnutzung von jüdischen Arbeitskräften und die durch die eigenmächtigen Maßnahmen des SS- und Polizeiführers Globocnik verursachten Schwierigkeiten beim planmäßigen Einsatz jüdischer Facharbeiter. -.. Die im Distrikt Lublin einsatzfähigen Juden reichten nicht aus, um die Anforderungen an jüdischen Arbeitskräften zu befriedigen. Der SS- und Polizeiführer forderte für den Bau eines Grenzgrabens allein 30 000 Juden an. die Wasserwirtschaftsstelle rd. 4000, die Straßenbaudienststellen 2000. Der angeforderte Bedarf wurde teilweise durch Zuweisung jüdischer Zwangs- arbeiter aus den Distrikten Krakau und Warschau befriedigt. D = Grenzgraben wurden rd. 7000 der Wasserwirtschaftsstelle 2038 der Straßenbaudienststelle Zamosce 2120 jüdische Zwangsarbeiter zugewiesen. Zur Zeit liegen weitere Anträge auf Gestellung von insgesamt 10800 jüdischen Zwangsarbeitern vor. Den Maßnahmen des planmäßigen Arbeitseinsatzes der Juden standen die eigenmächtigen Eingriffe des SS- und Polizeiführers für den Distrikt Lublin! gegenüber. Durch wilde Razzien sind wirtschaftlich wichtigen Betrieben im Distrikt jüdische Facharbeiter entzogen worden, ohne die der Betrieb nicht ordnungsmäßig weitergeführt werden kann. Bei dieser Sachlage ist ein planmäßiger Arbeitseinsatz nicht durchzuführen... BP, Bd XXVIII, S. 111. 1 Es handelt sich um Odilo Globocnik. 165. Anfang September 1940, Warschau(Warszawa).— Auszug aus dem August- Bericht des Gowverneurs im Distrikt Warschau, Ludwig Fischer, über die Lage der in die Arbeitslager im Distrikt Lublin entsandten Juden. ... Besondere Bedeutung kam dem jüdischen Arbeitseinsatz zu. Für staats- politisch wichtige Arbeiten in den Grenzgebieten werden wöchentlich 2 Transporte mit je 700 jüdischen Arbeitskräften zusammengestellt. Im August konnten 4 Transporte mit insgesamt 2800 Juden in den Distrikt Lublin geschickt werden. Leider läßt die Unterbringung, Verpflegung und Behand- lung dieser Judenkolonnen viel zu wünschen übrig, was sich in einem ver- stärkten Widerstand gegen die Verschickung auswirkt, die zunächst auf freiwilliger Basis erfolgen konnte... BP, Bd XX VIII, S. 153. 166. 4. Ok = VII: Nachdem gegangen Juden iesi Städtchen Städtchen hierfür nic geringe M Andererse wäre es ni 150 bis 2( Es wäre ı Wolbrom könnten.} Ich schlag möglich is heranzuzi 167.6. N. Distr ...mB daß Jude Judenlas« Straßenb; Zustand konnt Krie: ssgel en, Arbeitsur 166.#. Oktober 1940, Miechöw.— Auszug aus dem September-Bericht des Kreis- hauptmanns in Miechöw über die Zwangsarbeit der jüdischen Bevölkerung. rSVIlL. Juden. Nachdem der Einsatz der jüdischen Arbeitskräfte auf die Arbeitsämter über- gegangen ist, mußte ich eine wesentliche Zunahme der herumlungernden Juden feststellen. Ich mußte ferner feststellen, daß die Sauberkeit in den Städtchen wieder wesentlich nachgelassen hat. Früher war es so, daß die Städtchen mit Hilfe der Juden sauber gehalten worden sind. Die Juden wurden hierfür nicht bezahlt. Die Gemeinden haben für diese Zwecke auch nur so geringe Mittel, daß sie Juden gegen Bezahlung nicht beschäftigen können. Andererseits verfügen die Judenräte durchaus noch über Geldmittel, sonst | wäre es nicht möglich, daß der Judenrat in Wolbrom z. B. die Speisung von 150 bis 200 armen Juden durch eine Gemeinschaftsküche übernehmen will. Es wäre m. E. kein Schaden, wenn die unentgeltlich verpflegten Juden in Wolbrom zu Säuberunesarbeiten in der Stadt Wolbrom angestellt werden könnten. Nach den derzeit bestehenden Erlassen ist dies jedoch nicht möglich. Ich schlage deshalb vor, die Erlasse über die Judenarbeit so zu ändern, daß es möglich ist, die unentgeltlich verpflegten Juden zu unentgeltlichen Arbeiten heranzuziehen... BP, Bd XXIX, S. 68 167. 6. November 1940, Lublin.- Auszug aus dem Oktober-Bericht des Gouverneurs ım Distrikt Lublin, Zörner, über die Zwangsarbeit der Juden. ",,.Im Berichtsmonat wurden soviel Juden zu Zwanesarbeiten angefordert, daß Juden aus anderen Distrikten herausgeholt werden mußten. Aus dem Judenlager Belzec wurden 4331 jüdische Zwangsarbeiter entlassen, die füı Straßenbauten und Bauten des.‚Otto‘‘-Programms! eingesetzt waren. Ihı Zustand war so, daß sie nicht als voll arbeitseinsatzfähig angesehen werden konnten. Durch das OKW Berlin wurden 800 ehemalige jüdische polnische Kriegsgefangene? für Arbeiten des Flugplatzes Biala zugewiesen. Wegen Arbeitsunfähigkeit konnten 250 nicht eingesetzt werden... BP, Bd XXX, S. 34. 1 Das„Otto“-Programm war ein Plan, der den Bau strategisch wichtiger Straßen umfaßte. 2 Juden, die währe nd des Überfalls auf Polen im Sept« mber 1939 in deutsche Gefangenschaft gerieten. wurden Ende 1939 und Anfang 1940 zum Teil in die Lubliner Gegend ge- sandt. wo sie teils ermordet, teils freigelassen und teils für Zwangsarbeiten auf dem Flug- h ) ll QA\ ER platz Biala Podlaska bestimmt wurden. Ende 1940 und Anfang 1941 kamen noch einige tausend Kriegsgefangene aus deutschen Lagern an; sie wurden ins Lager Lipowastraße 7 in Lublin eingewiesen. N SI ggmitit 168. 28. November 1940, Lublin.— Aktenvermerk des Chefs des Distrikts Lublin über die Zusammenarbeit der Polizei mit den Verwaltungsbehörden bei der Erfassung von Juden zu Zwangsarbeiten. N S Wesen der Zusammenarbeit der Polizei mit der Abteilung Arbeit beim Distriktschef und den Arbeitsämtern über Fragen des Judeneinsatzes wurde folgendes in der heutigen Sitzung vereinbart: Il, Alle Polizeistellen werden, wenn sie jüdische Arbeitskräfte brauchen, sich an die Abteilung Arbeit wegen der Zuweisung der erforderlichen Zahl von Arbeitskräften wenden. Die Abteilung Arbeit ihrerseits sorgt für die weitere Zuweisung im Wege der Verhandlung mit den Arbeitsämtern. Kann die Abteilung Arbeit bzw. das zuständige Arbeitsamt in der erforderlichen Zeit die notwendige Zahl an Arbeitskräften nicht stellen, kann die Polizei im Wege der Razzia von sich aus die Juden erfassen. In welcher Zahl und in welchen Orten zwangsweise Judenerfassung durch die Polizei erfolgt, wird gemeinsam mit der Abteilung Arbeit bzw. dem zuständigen Arbeitsamt festgelegt. In besonders dringenden Fällen kann die Polizei von sich aus sofort Juden- razzien veranstalten. In diesem Falle ist aber sofortige rechtzeitige Information des Arbeitsamtes über die Abteilung Arbeit notwendig. Auch dürfen diese Kräfte nur vorübergehend eingesetzt werden, gegebenenfalls müssen sie durch ordnungsmäßig vom Arbeitsamt erfaßte jüdische Arbeitskräfte ersetzt werden. Die Arbeitsämter sind gehalten, den zuständigen Kreis bzw. Stadthauptmann über die beabsichtigte Maßnahme rechtzeitig zu informieren. Bei den Judenrazzien wird die Polizei keine Juden erfassen, die den neu ein- geführten jüdischen Arbeitsausweis(braune Karte mit Zionstern) führen. AJHI, GDL, Nr 12. 169. Ende 1940, Warschau(Warszawa).— Auszug aus einem Bericht des Referats Arbeitslager beim jüdischen Arbeitsbataillon in Warschau über die unmenschlichen Lebensbedingungen in den Judenarbeitslagern im Distrikt Lublin.! I. In den ersten Augusttagen 1940 teilte das Arbeitsamt in Warschau dem Arbeitsbataillon bei dem Warschauer Judenrat mit, daß Warschau ein Arbeiterkontingent für Arbeiten im Distrikt Lublin zu liefern habe. Der ! Der Bericht umfaßt 88 Schreibmaschinenseiten, darunter 71 Seiten Beilagen. Die Beilagen enthalten: eine alphabetische Aufstellung der Lager, Zahl der Lagerhäftlinge, Berichte über Visitationen(von Ärzten oder Inspekteuren der jüdischen Polizei durchgeführt), Meldungen über die Lage der Juden in den einzelnen Lagern, Korrespondenz über Lebens- bedingungen in den Lagern, Abschriften von Memorialen, die den deutschen Behörden bezüglich der Lager im Distrikt Lublin vorgelegt wurden, usw. 218 Lohr reich führ! IV. < Lohn sollte 1.50 bis 2.5 Zloty täglich betragen, für Unterkunft und hin- reichende Verpflegung sollten die Firmen sorgen, welche die Arbeiten führten“+“ Die Lager, in denen sich Warschauer Juden befanden, kann man je nach den darin geleisteten Arbeiten und je nach ihrer Verwaltung folgender- maßen einteilen: A. Lager, in denen Wassermeliorationsarbeiten geleistet wurden, und die sich unter Aufsicht der Wasserwirtschaftsinspektion befanden, und zwar: l. Jözeföw a. d. W. 6. Ruda B-Opalin 10. Terespol 2. Tyszowce 7. Siedliszcze ll. Ortel Ksiazecy 3. Sawin 8. Dorohusk 12. Zamosc 4. Luta 9. Biala Podl. 13. Bialobrzegi 5. Ossowa B. Lager, in denen Straßenbauarbeiten geleistet und die von Privat- firmen geleitet wurden: l. Wereszyn F-ma Jerzy Marynowski 2. Witköw 3. Oszczöw F-ma Baumer und Loesch 4. Dolhobyczöw 5. Konskowola 6. Milejöw F-ma Kischhofer Laser des SS-Grenzsicherungs-Baukommandos: l. Belzec Lokomotivschuppen, Hof und Mühle 2. Cieszanow 3. Plazöw 4. Lipsko-Narol 5. Alt- und Neu-Dziköw D. Städtische Lager: 1. Zamo$d&(teilweise)— hauptsächlich Arbeit bei den Dienststellen der Luftwaffe. 9. Lublin- Arbeit hauptsächlich bei den Dienststellen der SS. Art der Arbeit. Die Arbeit in den Lagern gehörte meistens zu den schwersten physischen Arbeiten. In der bedeutenden Mehrheit von Lagern wurden Melio- rationsarbeiten ausgeführt: Regulierung der großen und kleinen Flüsse (der Weichsel, der Ucherka, des Wieprz, der Tarasienka, der Mogilanka u. a.), Befestigung der Ufer mit Weidenruten, Bepflanzung der Ufer, Graben von Kanälen und Errichtung von Wäillen. Die bei diesen Arbeiten beschäftigten Arbeiter erhielten weder geeignete Kleidung noch spezielle Stiefel für Wasserarbeit; bei dieser Art Arbeit mußten sie 8 bis 10 Stunden täglich bis zu den Knien im Wasser stehen; 219 sie hatten keine Möglichkeit, ihre nasse Kleidung zu trocknen, also blieben sie darin, weil der Mangel an Anzügen und Wäsche das Wechseln unmöglich machte. Beim Arbeiten im Wasser ohne Schuhe und Bein- kleider waren Blutegel eine besondere Plage; diese bissen den Leuten schreckliche Wunden in die Beine. In anderen Lagern wurden Straßenbauarbeiten ausgeführt: Anfuhr und Abladung von Material(Steinen, Zement, Schotter), Zerhauen von Steinen, Legen der Straßendecken. Auch hier wurde mit sehr primitiven Werkzeugen oder mit bloßen Händen geärbeitet, wo doch durch Zuteilung einer hinreichenden Menge von geeigneten Werkzeugen die Leistungen um vieles gesteigert werden könnten. Am leichtesten war die Arbeit in den Lagern, in welchen andere Erd- arbeiten ausgeführt wurden(das Schaffen von Gräben und Wälle). Alle Arbeiten erforderten große Anstrengung seitens der Arbeiter; sie waren täglich 8-10 Stunden und sogar länger beschäftigt. Die Arbeits- bedingungen waren sehr ungünstig: man mußte im Wasser oder auf sump- figen Wiesen stehen, und weite Strecken zu Fuß zu den Arbeitsstellen laufen, deren Entfernung vom Lager 4-6, manchmal sogar bis 12 km betrug(Dziköw).... Aus Beilage Nr#0 Auszug aus dem Brief einer Krankenschwester vom Lager in Oszczöw, datiert 262 11940: ... Mittelpunkt der Lager war das Dort Oszczöw, wo wir uns jetzt gemäß Weisung des Kreisarztes und in Vereinbarung mit der Gemeinde in Hrubie- szöw befinden. Die Arbeiter in Oszczöw wohnen zu 50 bis 100 Personen in Scheunen, arbeiten 10 Stunden pro Tag. Es fehlt uns vor allem an Hemden, Unterhosen, Schuhen und Seife. Die Arbeiter müßten vor allen Dingen Zu- sätze von Brot, Fett und Grütze bekommen. Diese Lebensmittel sind in Hrubieszöw oder in den umliegenden Dörfern zu bekommen. Bezüglich der Medikamente werde ich jedes einzeln und genau angeben... Die Warschauer Jungens leiden schreckliche Not. Viele von ihnen gehen bar- fuß trotz der Kälte, denn sie haben keine Schuhe. Wir haben jeden Tag ungefähr 40 Wunden an Händen und Füßen zu ver- binden, die durch zufällige Verletzungen mit Spaten, Keilhacken usw. oder durch Geschwüre, deren Ursache Schmutz ist, verursacht sind. Die Verband- mittel werden außergewöhnlich schnell aufgebraucht, obwohl wir damit äußerst sparsam umgehen... Angesichts der großen Schwierigkeiten, die sich der Bekämpfung von Läusen in den Weg stellen(Mangel an Wäsche und Seife, enge Räume), ist die Er- richtung eines Desinfektionsofens absolut unentbehrlich; dies müßte ungefähr 3000 Zloty kosten. Unter den Kranken gibt es viele Fälle von Ruhr, und es besteht die Gefahr einer Ansteckung des Lagers mit Fleckfieber. 220 Die Junge und es 9 zerlumpt. nehmen seit 6 Wo in welc h schmutzig nr hr mehr ähı Sie stehe Ihre Ver aus einen zurückke Kartoffel Und das Ihre ganz sitzt- ur Dieses D Dienstpe etwa 10 bekomı Produkte doch imı Aus Beilo Auszug 3 Lagern( “+. Unte Im allge Ungeeien Die Ver] und Her überall Beispiel boden, Ausziehr Schwer, Gesunde also müs s ist al Altrete, bekomn Die Jungens schlafen in Schuppen und löcherigen Scheunen; es ist kalt,schwül, und es gibt Läuse, Läuse und nochmals Läuse. Sie sind so schmutzig und zerlumpt, daß der elendste Arme in Warschau sich neben ihnen vornehm aus- nehmen würde. Nur wenige haben Wäsche zum Wechseln; es gibt viele, die seit 6 Wochen weder Hemd noch Unterhosen gewechselt haben. Das Häcksel, in welches sich das ehemalige Stroh verwandelt hat, ist auch schrecklich schmutzig. Die Lumpen sind so entsetzlich, daß sie schon keiner Kleidung mehr ähnlich sind... Sie stehen um 4 Uhr auf, um 6 gehen sie zur Arbeit, bis 4 arbeiten sie. Ihre Verpflegung besteht aus schwarzem Kaffee ohne Zucker und angeblich aus einem halben Kilo Brot(in Wirklichkeit weniger); wenn sie von der Arbeit zurückkehren, bekommen sie einen halben Liter Suppe, in der außer Grütze, Kartoffeln und Erbsen noch 5 dkg Fleisch(mit Knochen) pro Kopf sein sollte. Und das- d.h. diese beiden Mahlzeiten, die ich eben beschrieben habe- ist ihre ganze Nahrung. Fett gibt es überhaupt nicht— nur das, was am Fleisch sitzt- und das ist herzlich wenig... Dieses Dorf ist für eine solche Menschenmenge nicht vorbereitet(mit dem Dienstpersonal, den Aufsehern, Ingenieuren und Technikern zusammen etwa 1000 Personen). Die Verpflegung ist schrecklich-— man kann nichts bekommen- die Ruthenen verkaufen ungern etwas, denn sie müssen von allen Produkten Kontingente abgeben. Viele Jungens sind ohne Schuhe, und es wird doch immer kälter... Aus Beilage Nr 5 Auszug aus einem Bericht über das Ergebnis einer ärztlichen Visitation in den Lagern der Belzec-Gruppe(Mitte September 1940). ... Unterkunftsbedingungen. Im allgemeinen fatal, am schlimmsten in Nord. Die Räume sind vollkommen ungeeignet, so viele Menschen aufzunehmen. Sie sind dunkel und schmutzig. Die Verlausung ist sehr groß. Etwa 30%, der Arbeiter hat keine Schuhe, Hosen und Hemden. Alle schlafen auf dem Fußboden, ohne Stroh. Die Dächer sind überall beschädigt, die Fenster ohne Scheiben, es ist furchtbar eng. Zum Beispiel in einem Zimmer von 5 X 6m schlafen 75 Personen auf dem Fuß- boden, aufeinander liegend. Unter diesen Umständen kann natürlich von Ausziehen keine Rede sein. Zu alledem fehlt es noch an Seife, und es ist sogar schwer, Wasser zu bekommen. Die Kranken liegen und schlafen mit den Gesunden zusammen. In der Nacht darf man die Baracken nicht verlassen, also müssen alle natürlichen Bedürfnisse an Ort und Stelle verrichtet werden. Es ist also kein Wunder, daß unter diesen Umständen viele Krankheitsfälle auftreten. Es ist sehr schwer, eine Arbeitsbefreiung auch nur für einen Tag zu bekommen. Also müssen auch die Kranken zur Arbeit gehen... Aus Beilage Nr 7 Auszug aus einer Meldung über das Lager Belzec(Mitte November). ... Die Not im Lager ist schrecklich. Ich bin nicht imstande, sie zu beschreiben. Nackt, barfuß, hungrig und obendrein krank— das sind schon keine Menschen mehr, sondern herumwankende Fetzen. So etwas muß gesehen werden. Dies Lager ist nicht mehr, wie es vor einigen Wochen war. Jeder lehnt die Verant- wortung ab, keiner kann ihnen helfen, weil kein Geld da ist... AJHI, Ring II, Nr 128, S. 1, 4, 7, 8, 24, 26, 71f.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 170. Auffor des Dis Zur sirlkas\ u] Ukraine bewerb« Die (Gendar slammu heren\ Die Betrag Site Ges Schuhw cher Be Lag In die ı Nah Warsch RE 170. Aufforderung zur Bewerbung für den Lagerschutz. Der Chef des Distrikts Warschau BEKANNTMACHUNG über die Anwerbung für den Lagerschutz Zur Bewachung der jüdischen Barnckenlager, die demnächst in deu Kreisen sirikts Warschau errichtät werden, wird ela Ingersehutz(1.58 Äh rt Militärisch ausgebildete Angehörige aller wichtdeuisehen eikegrsrgea(Price, Ukrainer, er usw.) können sieh um die Kennen ne en. bewerben. Bewerber mit deutschen Sprachkenntalssen werden bevorzugt Die Bewerbungen sind in der Zelt vom I, bis 16, März 1841 bei den Bre'hauptemien (Gendarmerie) einzureichen. Der Bewerbung sind die Urkunde» über die arkıch> Al» stammung(Tauf- und Geburtsurkaunden des Bewerbers und seiner Eltern) and tra heren Wilitärpaplere beizufügen.? nur i Die Lagerschutzmänner erhalten freie AMleldung und 150 mienntlich, Betrag von 30 ZI für Verpflegung und Unterbringung abgezogen wird. Für Pagani Dee Gestellung eigener Bekleidung(frühere Ubhlformstücke und zweeken: Schuhwerk) wird bis zur Einführung einer einheitlichen Unlformierang monzi cher Betrag von 25 Zi zusätzlich gewährt. yo]. Lagerschutzmänner, die sich im Lagerdiensi besonders bewähren, haben nunteht, in die polnische Pollzel übernemmen zu werden.” Nähere Einzelbelten sind bei den Kreishauptleuien(Gendarmerie) zu erlahren.! \ Warschau, am r). Februar ini” . s... Dr. Fischer Crew Pa- v 77 u RK, 4= Szef Okregu Warszawskiego OBWIESZCZENIE .>. o zaciagu do obozowej Celem strzezenia zydowskich'barako ktöre zosiana nliebawem ziworzone w po- wiatach Okregu Warszawskiegö,(worzy* siraz obozewag(1.S.). Osoby, przynalezne de ktöreikolwiek Znieniemieckich grup narodowyeh(Polaey, kowo, moga ubiegatc sie 0 prayjecie w aklad Ukrainey, Bialorusini ltd.), wyszkolone w N iej sirazy obozowej. Kandydari ze; ig jezyka niemieckliego maja plerwszen- “wo..»«[} pewiatowych(trandarmeria) Podania o przyjecie nnlezy skindat ua rrce siaromtow w ezasie od leio 10 mare# 1941 r. Do pedarla- winny bye deigezone dewagsiy aryjskosel poehodzenia(dekumenty ehrztu I urodze wnleskodawey I jego rodzieow) I dawnle} sze dokumenty wolskowe. j Crlionkowie sirary obozewe] oirzyma h I engen 1 eh ren ezego bedzie fi Be] ymania i umlenzezenis. Zu(ym- e ed= ee Fr ei en ticleesehn mundurow| edpenied- niegs eobuwia) beidzie az de wprowadzenlj jetwolltegs umundurowania wyplecuna de- , detkowe iweia 25 zi miesipexunie..,, sirazy ebszewej, kisruy 7 alaibie obozowel wykaza swe meneselne nzdeinienie. majq widekl przujeele Ich de 4 peickiei. i Be Bitzuzych szezegelow mezmn azyılınt 9 Mnrastew ponlatsayeh(nndarmeria).> x N Waren in une nat r-\. 2| | A(JBrBeber| 171. 14. Februar 1941, Sosnowitz(Sosnowiec).— Rundschreiben von Albrecht Schmelt, dem Sonderbeauftragten des RF SS für fremdvölkischen Arbeitseinsatz in Ober- schlesien!, an die Firma Henig wegen Erteilung einer Genehmigung zur Weiter- beschäftigung jüdischer Arbeitskräfte ab 1. März 1941. Die Beschäftigung der in Ihrem Betrieb tätigen jüdischen Arbeitsnehmer war Ihnen bis zum 28. Februar 1941 genehmigt worden. Eine Beschäftigung dieser jüdischen Arbeitnehmer über den 28. Februar 1941 wird von mir nur genehmigt, wenn Sie für diese jüdischen Arbeitnehmer ent- sprechenden Ersatz an volksdeutschen oder notfalls polnischen Arbeitskräften durch die Arbeitsämter nicht zugewiesen erhalten und wenn Sie den Ihnen bezüglich der Entlohnung dieser jüdischen Arbeitskräfte vorgeschriebenen Auflagen bis zum 1. März 1941 pünktlich nachgekommen sind. 3etrieben, die diesen Bedingungen nicht entsprechen, werden die bisher in ihrem Betrieb beschäftigten jüdischen Arbeitsnehmer Anfang März entzogen. Einsprüche gegen die Entziehung sowie Gesuche um erneute Zuteilung jüdischer Arbeitsnehmer im Verlauf des Monats März haben keinerlei Aus- sicht auf Erfolg. Betriebe, die bis zum 8. März 1941 nicht im Besitz der Genehmigung zur Weiterbeschäftigung jüdischer Arbeitsnehmer sind, können nicht damit rechnen, diese Genehmigung zu erhalten. AJHI, Varia I, Nr 100. Schmelt 1 Die Berufung Schmelts auf diesen Posten wurde im geheimen Rundschreiben der Gestapo in Kattowitz vom 31. 10. 1940 bekanntgegeben(AJHI, Varia I, Nr 100). Vorher bekleidete Schmelt eine leitende Stellung im Amt des Höheren SS- und Polizeiführers im General- gouvernement(Leiter der Abteilung Arbeit) und nahm in dieser Eigenschaft an einer Be- sprechung teil, die in Krakau am 9, 8. 1940 stattfand(siehe Dokument 163). 172. Bendsburg.(Bedzin). Juden werden zur Zwangsarbeit geführt. 15 Getto 173. 1946, Krakau(Kraköw).— Aus der Aussage von Rudolf Höss, Kommandanten des KZ-Lagers in Auschwitz, über die Ausbeutung der jüdischen Arbeitskraft in Schlesien durch die Organisation Schmelt. Organisation Schmelt SS-Brigadeführer Schmelt, später Regierungspräsident in Oppeln, war vom RF-SS nach der Einverleibung Ost-Oberschlesiens ins Reichsgebiet beauftragt, {remdvölkische Arbeitskräfte, insbesondere Juden, die keine Arbeit hatten, zur Arbeit heranzuziehen durch Schaffung von Arbeitsplätzen für die Rüstung bzw. Instandsetzungen für das Heer. Schmelt errichtete nun im gesamten schlesischen Raum kleine Arbeitslager oder in den Städten Oberschlesiens Werkstätten in stilliegenden Fabriken. Die in diesen Werkstätten arbeitenden Arbeitskräfte gingen nach Beendigung ihrer täglichen Arbeit in ihre Woh- nungen bzw. ins Getto. Diese Arbeitsplätze und die Rüstungswerkstätten arbeiteten unter der Regie Schmelts, der auch Aufsichtskräfte stellte. Polizei und SA-Angehörige waren dies in der Regel. Die Arbeitskräfte erhielten, wenn sie nicht in einem Lager untergebracht waren, geringe Entlohnung. Der Gewinn aus dieser Arbeit floß einem Sonderfonds zur Verfügung des Gau- leiters von Oberschlesien zu. Was damit finanziert wurde, ist mir nicht bekannt. Schmelt beschäftigte, soweit mir noch erinnerlich, über 50 000 Juden. Wie viel Polen und Tschechen, ist mir nicht bekannt. Durch den Vernichtungsbefehl des RF-SS vom Sommer 1941 war die Organisation Schmelt gezwungen, die Arbeitslager und Werkstätten, wo Juden beschäftigt waren, aufzulösen und die Juden nach Auschwitz zu transportieren. Durch dauernde gewichtige Ein- sprüche der Wehrmacht und der Rüstungskommandos beim RSHA bzw. beim RF-SS selbst wurde die Auflösung aber stets hinausgezögert. Erst 1943 erfolgte der eindeutige RF-SS Befehl, daß die Werkstätten zu schließen, die Juden mit der Fabrikation in das Konzentrationslager Auschwitz zu überführen und die wichtigsten Arbeitslager bei siegentscheidenden Rüstungsbetrieben unter der Verwaltung des Konzentrationslagers Auschwitz bzw. des Konzentrations- lagers Groß-Rosen weiterzuführen seien. Nicht der obigen Kategorie ange- hörende Arbeitslager waren aufzulösen und die Insassen nach Auschwitz zu überführen. Diese Aktion wurde im Frühjahr 1943 restlos durchgeführt. HP, Bd XXI, S. 181-185. 174. 1941, Warschau(Warszawa).— Auszüge aus den Monatsberichten des Chefs des Distrikts Warschau, Herbert Hummel, für März und Mai 1941 über die Bildung von Zwangsarbeitslagern für Juden und den physischen Zustand der darin befind- lichen Häftlinge. ..5. Auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft wurden alle Vorbereitungen für die neue Bausaison getroffen. Die Beschaffung der Holzmengen und Eisenteile für den Bau der jüdischen Arbeitslager stieß auf große Schwierigkeiten, die 226 aber nunM dem jüdısı überführt Der erste Judenlaget Lagerschu! 6. Jude nel In der Ze Wasserwil durchweg werden mı aber nunmehr überwunden sind. Es können daher in Kürze 4000 Juden aus dem jüdischen Wohnbezirk in Warschau in die fertiggestellten Arbeitslager überführt werden. Der erste Kursus von 130 Lagerschutzmännern fand in einem zukünftigen Judenlager in der Nähe von Warschau statt. Die Erfahrungen mit diesem Lagerschutzkursus sind durchaus günstig gewesen... 6. Judeneinsatz In der Zeit bis 27. V. 1941 sind aus Warschau in verschiedene Lager der Wasserwirtschaft insgesamt 8716 Juden eingewiesen worden. Diese Juden sind durchweg unterernährt, so daß 2552 Juden nach Warschau zurückgeschickt werden mußten. Gestorben sind bisher 195 Juden... AWWW, Bericht III, S. 14, Bericht V, S, 19 awere: 225 175. Bekanntmachung über den Arbeitszwang für Juden. BEKANNTMACHUNG BETRIFFT: Arbeitszwang für die jüdische Bevölkerung im Distrikt Galizien Durch die Erste Verordnung über die Einlührung arbeitsrechtlicher Vorschriften im Distrikt Galizien vom 7. 8. 1941(VBJGG I 5. 461) sind die Verordnung über die Einführung des Arbeils- zwanges für die jüdische Bevölkerung des Generalgourernements vom 26.10. 1939(VBJGG I 5. 6) und die hierzu ergangenen Durchführungsvorschriften im hiesigen Distriktsbereich mit sofortiger Wirkung eingeführt worden. 8 “ in diesen Verordnungen bezw. Durchlührungworschriften wird u. a. bestimmt, dass alle im Generolgouvernement ansässigen Juden vom vollendeten 14. bis zum vollendet 60. Lebensjah dem Arbeitszwang unterliegen. Die loufende Erlassung der Juden erfolgt durch die für den Wohnsitz dar Juden zuständigen Arbeitsämter. die hierzu weitere Weisungen erlassen werden. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Erfassung sind die Bürgermeister und Judenräte verantwortlich. Zieht ein Jude mit Genehmi- gung des Stadt- bezw. Kreishouptmannes in den Bezirk eines anderen Arbeitsamtes um. so hat er sich bei dem Arbeitsomi, bei welchem er erlasst ist, persönlich obzumelden und bei dem Zugangsarkeitsamt persönlich wieder anzumelden. Der Einsatz der Juden kann sich in zwei Formen voll- ziehen: a) durch Einberufung zur Ableistung eines Arbeilszwanges auf Grund der Verordnung vom 26. 10. 1939, b) durch Einsatz im freien Arbeitsverhältnis. Die Aufforderung bezw, Zuweisung zur Arbeit geschieht in beiden Fällen durch das zuständige Arbeitsamt. Mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren wird v. a. bestraft: a) wer bei Aufruf zwecks Eintragung in die Arbeitszwangserlassungs- kartei sich nicht zum angeordneten Zeitpunkt bei der im Aufruf vorgeschriebenen Stelle persönlich meldet, b) wer unwahre oder unvollständige Angaben über seine Porson . macht, c) wer Arbeitsunfähigkeit oder geringe Arbeitstähigkeit vortäuscht, d) wer nach seiner Einberufung zum Arbeitszwangsdienst nicht an der angegebenen Stelle erscheint oder sonst sich dem Arbeitszwang* zu entziehen sucht. Die gleiche Strafe triffi Angehörige des Judenrates und auch sonstige Personen, dia die ihnen bei Durchführung des Arbeitszwanges nr Aufgaben nicht ordnungsmässig ausführen oder die Durchlührung der Zwangsarbeit vorsätzlich erschweren. Der Leiter der Abteilung Arbeit beim Öesvernem des Disirikte Dr. NITSCHE Oberegungeres Lemberg. den 20. IX. 1941 De 176. Auszug Lebe In Lember Ausrüstung ein Berlin Eigentüme Teil der A auch weıte der jüdiscl schützend« Bs arbeitet oder sich( mit Stache beitern, d vebra« ht Y Am 1, Oki naC h kurz wesenden und über( war der B: Von jener urteilten, hatten un sollten, Je abgeschni Am Vierte draht zu zwei SS-\ de m Lag: Auseinand Pakete nu Nommen, Selunden oder s0ga Sieren, die herzip ge Im Lage, Wer da e der herm Schmuggr "Dieser} un Nternel 176. Auszüge aus den Memoiren von Irena Szajewicz über die schrecklichen Arbeits- und Lebensbedingungen der jüdischen Häftlinge im Janowska-Lager in Lemberg(Lwow In Lemberg, in der Janowska-Straße 122, befand sich der Betrieb„Deutsche Ausrüstungswerke‘“!, Betriebsleiter war SS-Obersturmführer Fritz Gebauer, ein Berliner... Die Werke umfaßten einen ehemals jüdischen Betrieb, dessen Eigentümer ein gewisser Sztajnhauz war. Die Mehrheit der Arbeiter und ein Teil der Angestellten, die dort vor dem Krieg gearbeitet hatten, waren dort auch weiterhin beschäftigt. Ihre Zahl wurde mit Juden ergänzt, die teils von der jüdischen Gemeinde gestellt wurden, teils sich freiwillig meldeten, um eine schützende Arbeitsbescheinigung zu erhalten, und teils aus Razzien stammten. Es arbeiteten dort insgesamt 350 Juden... Bei der Arbeit durfte keiner fehlen oder sich drücken. Ende September 1941 wurden neue jaracken gebaut und mit Stacheldraht umringt. Gebauer und die SS-Männer erklärten den Ar- beitern, daß dort Juden aus Deutschland und der Tschechoslowakei unter- gebracht werden sollten. Am 1. Oktober 1941 rief Gebauer alle Leute zum Appell zusammen und sagte nach kurzer Einleitung: ‚‚Ab heute bleibt ihr hier‘— Worte, die von den ÄAn- wesenden eher mit Verwunderung als mit Schrecken aufgenommen wurden und über deren Sinn sie erst einige Tage später Aufschluß erhalten sollten. Das war der Beginn des Lemberger Lagers in der Janowska-Straße. Von jenem Tag an begann ein schreckliches Galeerenleben für die 350 Ver- urteilten. Sie wurden in zwei Baracken untergebracht, die sie selbst gebaut hatten und die angeblich für Ankömmlinge aus fernen Gegenden bestimmt sein sollten. Jegliche Verbindung mit der Außenwelt wurde für viele, viele Monate abgeschnitten... Am vierten Tag begann man, das ganze Lagergelände der DAW mit Stachel- draht zu umgeben. Ein Beobachtungshäuschen wurde errichtet, in dem ständig zwei SS-Männer mit einem Maschinengewehr saßen. Es war verboten, sich dem Lager zu nähern. Die sich dort sammelnden Frauen wurden mit Peitschen auseinandergejagt. Es durften keine Pakete gebracht werden. Später wurden Pakete nur am Montag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr mittags ange- nommen. Es war aber verkündet worden, daß, falls in einem Paket ein Brief gefunden würde, der Abliefernde und der Empfangende Schläge bekommen oder sogar erschossen werden sollte. Im Lager begann man Appelle zu organi- sieren, die viele Stunden dauerten, währenddessen die Lagerinsassen unbarm- herzig geschlagen und gequält wurden... Im Lager begann furchtbarer Hunger zu herrschen. Es gab keine Pakete mehr. Wer da draußen jemanden hatte, der genügend Scharfsinn besaß, um trotz der hermetischen Isolierung von Zeit zu Zeit ein Paket ins Lager hindurch- schmuggeln zu können, der konnte irgendwie vegetieren. Aber solche Glücks- 1 Dieser Betrieb war eine der Filialen der„Deutschen Ausrüstungswerke‘“(DAW), eines SS- Unternehmens, dessen Leiter im GG Odilo Globocnik war. SEITE Fi R vögel konnte man an den Fingern abzählen. Die Mehrheit schwoll vor Hunger. Es gab nichts zu essen. Die Brotzuteilung kam im Lager überhaupt nicht an; wahrscheinlich verkaufte Gebauer sie ‚auf dem Halme“. Die Suppe war aus erfrorenen, ungeschälten und ungespülten Kartoffeln gekocht, die draußen lagen— dort, wo die SS-Männer ihr natürliches Bedürfnis verrichteten. Kein Wunder also, daß sogar die am meisten Ausgehungerten kaum imstande waren, die schmutzige, nach Urin riechende Flüssigkeit hinunterzuwürgen. Die für die Lagerinsassen bestimmten Lebensmittelzuteilungen stahlen die SS-Männer und der Koch Hoesner, welcher noch obendrein die Leute miß- handelte. Die Exekutionen fanden in der Drechslerei statt. In dieser großen, kalten Halle zoe man den Verurteilten nackt aus und band ihn an eine Drehbank oder legte ihn darauf. Vier Lagerinsassen mußten den Delinquenten halten. Die ersten Hiebe versetzte meistens Gebauer selbst; wenn er müde war, gab er die Peitsche weiter— an Schlippe, Roerich oder einen anderen Gewillten, der mit Ver- gnügen diesem Schauspiel beiwohnte— es gab ihrer immer genügend. Die Mehrheit der Opfer starb nach einigen Tagen unter schrecklichen Qualen... AJHI, Memoiren, Nr 56, S. 1-3, 5, 8, 9.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 177. Beh I55S02.00 0. srgssciiisgsnnnn 177. Bekanntmachung über die Zwangsarbeit von Juden. ARBEITSAMT LUBLIN Bekanntmachung an die jüdische Bevölkerung. In den letzten Wochen ist die Zahl der Juden, welche sich zur Erfüllung ihrer täglichen Arbeitspflicht zu melden haben, bedeu- tend gesunken. Trotz der Versicherung, welche den Einberufenen gegeben wurde, dass sie sich nach Erfüllung ihrer Arbeitspflicht frei bewe- gen können, versäumen viele dieser Pflicht nachzukommen, wobei sie mit Straflosigkeit rechnen. Da dieser Zustand nicht länger geduldet werden kann, warnt das Arbeitsamt die Arbeitspflichtigen letzi- malig und fordert sie auf, sich unbe- | dingt zweimal wöchentlich an den | nd ihnen vorgeschriebenen Tagen zur | Arbeit zu melden. SAMMELPLATZ FÜR DIEEINBERUFENEN IST DER PLATZ NARUTOWICZA 2. Wer ab Montag, den 23. September 1940 diese Pflicht nicht erfüllt, wird sofort in das Arbeitslager Belzec verschickt. Sollte der Einberufene in diesem Falle selbst nicht au erreichen sein, wird ein Mitglied seiner Familie fest- | genommen und bestraft werden. ARBEITSAMT LUBLIN. Lublin, den 20 September 1940. 178. 15. Januar 1942, Sosnowitz(Sosnowiec).— Schreiben von Schmelt, dem Sonder- beauftragten des RF SS für fremdvölkischen Arbeitseinsatz in Oberschlesien, an den Präses des Judenrats in Sosnowitz, M. Merin, in dem dieser angewiesen wird, 200 Jüdinnen zu Zwangsarbeiten unter Androhung hoher Strafen zu stellen. Gegen Behändigungsschein Die Leitung der Ältestenräte der jüdischen Kultusgemeinden wird hiermit angewiesen, die in anliegender Liste angegebenen 200 Jüdinnen zum Arbeits- einsatz am 20. I. 1942 vormittags 10 Uhr in das Durchgangslager Sosnowitz, Gleiwitzerstr. 2, zu stellen. Die Jüdinnen sind mit einem hinreichenden für auswärtigen Einsatz geeigneten Wäsche- und Bekleidungsvorrat auszustatten und sind mit Mundvorrat für 24 Stunden zu versehen. Im Falle des Nichterscheinens der in anliegender Liste aufgeführten Jüdinnen ordne ich folgende Strafmaßnahmen an: 1. Die Leitung der Ältestenräte der jüdischen Kultusgemeinden hat, nachdem festgestellt ist, daß eine oder mehrere der angeführten Jüdinnen zum Ge- stellungstermin nicht erschienen sind, unverzüglich sämtliche Lebensmittel- karten für alle Familienangehörigen der nichterschienenen Jüdin, mit denen dieselbe in gemeinsamem Haushalt lebte, einzuziehen und innerhalb von 24 Stunden bei der Dienststelle des Sonderbeauftragten— Abteilung J— ab- zugeben. Sämtliche Karten bleiben bis zur nachträglichen Gestellung der nichterschienenen Jüdin einbehalten. Die Abgabe der Karten hat an Hand einer von dem Leiter der Ältestenräte der jüdischen Kultusgemeinden auf- zustellenden und mit den Karten abzugebenden Liste zu geschehen, die neben den näheren Angaben über die zur Gestellung nicht erschienenen Jüdinnen sämtliche Familienangehörigen dieser Jüdinnen, die mit ihnen im gemein- samen Haushalt lebten, zu enthalten hat. 2. Jüdinnen, die zum Gestellungstermin trotz rechtzeitiger Ladung nicht erscheinen, werden, sobald sie polizeilich festgestellt und festgenommen sind, unverzüglich einem Straflager zugeführt werden. Die Leitung der Ältestenräte der jüdischen Kultusgemeinden ist dafür verant- wortlich, daß alle in anliegender Liste angeführten Jüdinnen rechtzeitig schriftlich zur Gestellung aufgefordert werden. Zur Überprüfung der sich am Gestellungstage stellenden Jüdinnen hat die Leitung der Ältestenräte am Gestellungstage im Durchgangslager entsprechende Bürokräfte bereitzustellen AJHI, Varia I, Nr 100. Schmelt 179. Lodscl 180. 18.4 / Weil Pole erlorderli. Genehmis I. r Die Ju Lublin La ndw . Nach( lolgen« Das\ or der| gesetz ' Der St erteilt Ü Dem arbeit, \ Die P Erhalt gas 179. Lodsch. Zwangsarbeit der Frauen; hier beim Federzupfen. 180. 18. März 1942, Lublin.- Rundschreiben des Arbeitsamtes in Lublin betr. Beschäf- tigung der Juden in der Landwirtschaft. Weil Polen zum Arbeitseinsatz im Reich herausgezogen worden sind, ist es erforderlich, Juden in der Landwirtschaft zu beschäftigen und dazu die Genehmigung zum Verlassen des Wohnortes zu erteilen. ® (8)} Die Judeneinsatzstellen des Kreises Lublin melden an die Judeneinsatzstelle Lublin unter Hinreichung der Arbeitsausweise die Juden, welche in die Landwirtschaft vermittelt worden sind. Nach Überprüfung erhalten die vermittelten Juden in ihrem Arbeitsausweis folgenden Stempelvermerk in deutsch-polnischer Sprache: Das Verlassen des Wohnortes ist aus arbeitseinsatzmäßigen Gründen er- forderlich. Der Kreishauptmann Lublin-Land ist hiervon in Kenntnis gesetzt. Der Stempel wird nur durch die Judeneinsatzstelle beim Arbeitsamt Lublin erteilt. Dem Herrn Kreishauptmann Lublin-Land wird eine genaue Liste der arbeitenden Juden vorgelegt. Die Polizeiposten in Piaski, Niedrzwica-Duza, Lentschna und Glusk erhalten eine Abschrift dieser Vereinbarung. ATEL Varat N200: nn HÖUARRAANRHRRGTRRBBULLUNDPRHRÄRRHEN 181. 20. März 1942, Warschau(Warszawa).— Auszüge aus dem Bericht über eine an Arbeit Besprechung beim Kommissar des Warschauer Gettos, Auerswald, über Zwangs- haben,.. arbeit der Warschauer Juden außerhalb des Gettos. plötzlich& Gütern,€ Es standen zur Sprache die Fragen über den Arbeitseinsatz von Juden außer- Betrieben halb des Gettos.(Siehe Schreiben vom 14. März 1942.)! Herr St.°, Herr A.? gab zunächst eine einleitende Übersicht und teilte dabei die Stellung- weder R nahme des nicht anwesenden und auch nicht vertretenen SS- und Polizei- zurückgri führers mit. Danach hat man für die Bewachung der Juden selbst Sorge zu Warschau tragen, da weder die deutsche noch die polnische Polizei Kräfte hierfür ab- und in ıhı stellen kann. Eventuell seien die Wachmannschaften aus fremden Volksteilen, seien. Es etwa Litauer, Esten, Ukrainer usw. zu stellen. kleinen ji Herr Dir. H.3 In der Aussprache wies Herr Dir. H. zunächst darauf hin, daß seien, Ers ein katastrophaler Mangel an Arbeitskräften bestehe. Deshalb müssen alle soll auch Bedenken zurückstehen, Gesundheitsfragen, fremde Unterwanderung des oemein eı deutschen Volkes. So sind z. B. die russischen Gefangenen, die zunächst nicht halte und im Reich eingesetzt werden sollten, nunmehr auch für den Einsatz im Reich beschrän] bestimmt, obwohl auch bei diesen die Gefahr von Seuchenübertragung sehr Herr St. groß sei. In den besetzten Gebieten sind die Russen aus dem zivilen Sektor die mit Jı vollständig und von Heeresdienststellen zu 50%, herauszuziehen und ins Reich Siedl zu schaffen. Bei dieser Lage sei es unbedingt notwendig, einen Ersatz für die Warschar ausfallenden Arbeitskräfte zu schaffen, da auch die Polen zu Hunderttausenden Jablonna ins Reich abgeschoben würden. Nach seiner Ansicht sei es notwendig, die noch Iedes La im Warschauer Getto vorhandenen Reserven an Arbeitskraft für die unmittel- de S baren kriegswichtigen Aufgaben zu erfassen. Die Abschließung des Gettos sei Der Nar *Es sind zwar auch z. Zeit nicht vollständig, denn es gehen jeden Tag Arbeitstrupps, allerdings in kleineren Zahlen, in Betriebe und deutsche Dienststellen außer- halb des Gettos.? Er sei zwar bereit und einverstanden, wenn gesundheits- polizeilichen Gründen weitgehend Gehör geschenkt würde, die Maßnahmen seien dann im Einzelfall zu überlegen. Grundsätzlich käme es ihm jedoch darauf an, den sogenannten Ring um das Getto zu sprengen. Er denke dabei weniger ! An der Sitzung nahmen teil: der Kommissar für den jüdischen Wohnbezirk in Warschau, Heinz Auerswald, mit seinen Mitarbeitern Rodeck und Probst, der Leiter der Transferstelle, Max Bischof, mit seinen 3 Mitarbeitern, ferner Vertreter der Abteilungen Arbeit, Innere Verwaltung, Gesundheitswesen, Ernährung und Landwirtschaft(Unterabteilungen Liegen- schaften und Wasserwirtschaft) und Vertreter der Abteilung Wirtschaft. Es waren ferner!tuchten Vertreter des Kreishauptmanns Warschau-Land und der Hauptgruppe gewerbliche Wirt- Sebeuete schaft zugegen. Die Namen der Teilnehmer sind auf den Schreibmaschinenseiten handschritt- Matratz lich hinzugefügt; manche von ihnen sind unleserlich. länger ® Auerswald. und Bü, K a der Han Die Zahl der außerhalb des Gettos beschäftigten Juden wuchs mit jedem Monat: im März Hl= waren es 700 Juden, im April 1700, im Mai 2500 bis 3000. Ende Mai 1942 wurden 900 jüdische Sa Alstyr n Arbeiter in die Gegend von Smolensk zum Bau von Befestigungen entsandt. g 3 Hoffmann. rg ELLELTER TEEN | | | Dos snannassanunne: Bade BnDE Rn ao En an Arbeitseinsatz der Juden in Lagern und bei großen langwierigen Bauvor- haben, als vielmehr an den Einsatz der Juden in und um Warschau bei plötzlich auftretenden Arbeitsanfällen. Also etwa Entladungen, Umschlag von Gütern, eventuell auch Einsatz von jüdischen Spezialarbeitern in industriellen Betrieben. Herr St.5, Wasserwirtschaft, erklärte, daß die Abteilung für ihre Planungen weder Russen noch Polen bekommen könne und deshalb auf die Juden zurückereifen müsse. Es bestehe aber die Absicht, nach Möglichkeit nicht Warschauer Juden zu verwenden, da diese durch das Gettoleben geschwächt und in ihrer Arbeitskraft, wie das vergangene Jahr gezeigt habe, minderwertig seien. Es sollen Juden vom Lande genommen werden aus den verschiednen kleinen jüdischen Wohnbezirken, von denen er hoffe, daß sie noch kräftig seien. Erst wenn der Einsatz hierdurch nicht genügend gedeckt werden könne, soll auch auf Warschauer Juden zurückgegriffen werden. Es wurde all- gemein entgegengehalten, daß man eine Mischung der Juden nicht für ratsam halte und daß man es eher befürworten würde, wenn etwa in einem Lager in beschränkter Zahl nur mit Warschauer Juden begonnen würde....® Herr St.(Wasserwirtschaft) gab an, daß die Abteilung noch 17 Lager besitze, die mit Juden wieder aufgefüllt w erden könnten. Die Lager sind in den Kreisen Siedlce. Garwolin, Warschau, Grojec, Lowitsch verteilt. Juden aus dem Warschauer Getto könnten in folgenden Lagern untergebracht werden: Jablonna, Wilanöw, Kepa-Zawadowska, Falenica, Drewnica, Karczew, Grojec. Jedes Lager könne 400 Mann aufnehmen. In den übrigen Lagern sollen nur Juden aus den Landkreisen eingesetzt werden... AJHI, KIJWW, K-2200. 5 Der Name konnte nicht entziffert werden. 6 Es sind Teile der Diskussion ausgelassen worden, in denen die Frage des Judeneinsatzes im westlichen Teil des Distrikts Warschau, aus dem schon in den ersten Monaten 1941 die ganze jüdische Bevölkerung umgesiedelt worden war, erörtert wurde. 182. Auszüge aus den Memoiren von Jan Mawult, die sich auf die Arbeitsbedingungen in den Werkstätten im Warschauer Getto beziehen. -.., Unter den furchtbarsten Bedingungen sitzen in dunklen Räumen und feuchten Löchern auf Hockern und Bänken über Tische und Maschinen gebeugte Menschen. Sie nähen Kleidung und Wäsche, Blusen und Mützen, Matratzen und Steppdecken, sie stellen Spielzeug, Puppen, Tressen, Fliegen- Sicherheitsnadeln, Druckknöpfe, Strohmatten, Sackleinen ‚. In den Bürstenwerkstätten schneidet man die Borsten mit fänger, Kämme, und Bürsten her. der Hand und spannt den stechenden Draht auf. Frauen und Kinder haben blutige, zerstochene, immer entzündete Finger, ihre Augen sind von Über- anstrengung dunkel umrändert, ihre Rücken sind gebeugt... AJHI, Memoiren, Nr 38, S. 23 f.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 235 RTETBRHHNIENENT TERNHNNHRE BETRETEN BRRER a RERREN, Ba N H RLLEUN ann. sans sen nansnunngesno isses agss anni a, r BE 3 IV Die physische Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung aunra® 195,| Inwej Lodsct 196, 197, Ken: 19, 16., ill GISUEND VERZEICHNIS DER DOKUMENTE 183, 15. Mai 1941, Lublin.— Schreiben des SS- und Polizeiführers im Distrikt Lublin, O. Glo- bocnik, an den Chef des Amtes beim Gouverneur in diesem Distrikt übeı Zuständigkeit der Sicherheitspolizei in grundsätzlichen Judenangelegenheiten. 184. Odilo Globocnik, SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin, späterer Chef des„Einsatzes Reinhard‘. 185. 31. Juli 1941, Berlin. Befehl Görings an Heydrich, Chef des RSHA, einen Gesamtplan für die Lösung der Judenfrage in Europa zu entwerlen. 186. Adolf Eichmann, SS-Obersturmbannführer, Leiter der Abteilung für Judenangelegen- heiten im RSHA. 187. Auszug aus der Aussage von Rudolf Höss, dem Kommandanten des KZ-Lagers in Ausch- witz, über den Ausbau dieses Lagers im Frühjahr 1941. 188. Aktenvermerk über den Einsatz von jüdischen Häftlingen beim Bau der Buna-Werke ım KZ-Lager Auschwitz. 189. Gesamtansicht des KZ-Lagers Auschwitz-Birkenau. 190. 7. September 1941, Wars« hau(Warszawa).— Meldung eines jüdischen Ordnungsmanns über die Erschießung der im Arbeitslager Ossowa befindliche n Juden. 191. 22. August 1941, Parıs.- Aufzeichnung des SS-Sturmbannführers Carltheo Zeitschel, ı Paris, für Botschafter Abetz, mit dem Vor- Legationsrat bei der deutsc hen Botschaft ı schlag, die Juden aus allen okkupierten Ländern Europas in die besetzten Sowjetgebiete zu deportieren. 192. 13. Oktober 1941, Berlin. Äußerung auf einer Besprechung des Gen: ralgouverneurs H. Frank mit Reichsminister Alfred Rosenberg über die Deportation der jüdischen Be- völkerung aus dem GG in die besetzten G« biete der UdSSR. 193. Nach Grodno deportierte Juden. 194. 13. November 1941, Lodsch(LödZ2). Auszüge aus einem Bericht des Inspekteurs deı deutschen Polizei über die Einweisung von rund 20 000 Juden aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei ins Lodscher Getto. 195. Einweisung der aus Deutschland und deı Tschechoslowakei deportierten Juden ins Lodscher Getto. 196. Einweisung der Juden aus Österreich ins Lodscher Getto. 197. Kennkarten von Juden aus Deutse hland, die nach Lodsch deportiert wurden. 198. 18. Dezember 1941, Berlin.— Verfügung des Beauftragten des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete, Bräutigam, an den Reichskommissar Ostland, Lohse, wonach wirt- schaftliche Belange bei der\ ernichtung der jüdischen Bevölkerung nicht berücksichtigt werden dürfen. 199. 16. Dezember 1941, Krakau(Kraköw). Auszüge aus einer Rede des Generalgouver- neurs H. Frank auf einer Regıc rungssitzung über den Plan der Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung. 200. 20. Januar 1942, Berlin. Auszüge aus dem Protokoll einer im RSHA stattgefundenen Besprechung, auf der Pläne, die europäischen Juden zu vernichten, erörtert wurden. 239 ARSIRRRR Hr 201. 26. Januar 1942, Berlin.- Himmlers Schnellbrief an Gluecks, den Chef der Amtsgruppe D (Konzentrationslager) im SS-WVHA, über die zu erwartende Deportation von 150 000 deutschen Juden in die Konzentrationslager. 202. 17. März 1942, Lublin.— Vermerk Reuters, eines Beamten im Amt des Gouverneurs des Distrikts Lublin, über eine Unterredung mit dem späteren Stabschef der ‚Aktion Rein- hard“, Höfle, wegen der im Distrikt Lublin begonnenen Aktion der Judenvernichtung. 203. Judendeportation ins Vernichtungslager Belzec. 204. 7. April 1942, Lublin.— Auszüge aus einem Bericht von Türk, Leiter der Abteilung für Bevölkerungswesen und Fürsorge im Amt des Gouverneurs des Distrikts Lublin, für den Monat März 1942 über die Deportation und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im Distrikt Lublin. 205. Judendeportation aus dem Distrikt Lublin ins Vernichtungslager Belzec. 206. Aussage des Bauern Karol Mulak über die Ermordung jüdischer Waisen aus Lublin im Dorf Tatary bei Lublin. 207. Kinder vor der Exekution. 208. Kinder werden zur Erschießung geführt. 209. 12. April 1942, Lublin.- Meldung des Vorsitzenden des Judenrats in Lublin an den Vor- stand der JSS in Krakau(Kraköw) über das Eintreffen von deportierten Juden aus dem Reich und der Tschechoslowakei in die Städte des Distrikts Lublin. 210. 9. Mai 1942, Lubartöw.— Schreiben des Landkommissars in Lubartöw an den Kreis- hauptmann Lublin-Land über das Eintreffen aus der Slowakei deportierter Juden in Lubartöw. 211. Die Deportation der Juden aus verschiedenen Orten des Distrikts Lublin wird angekündigt. 212. 1. Mai 1942, Posen(Poznan).—- Schreiben des Reichsstatthalters im Warthegau, Greiser, an Himmler über die baldige Beendigung der Judenvernichtungsaktion und mit dem Vorschlag, anschließend die Tbc-kranken Polen zu vernichten. 213. Mit Chlorkalk wurden die Waggons ausgestreut, in denen die Juden ins Todeslager Kulmhof transportiert wurden. 214. Forderung der Reichsbahn zur Bezahlung des Fahrgeldes für 12 Sonderzüge. 215. Lieferung eines Dieselmotors an das SS-Sonderkommando Bothmann zur Vergasung von Juden im Todeslager Kulmhof. 216. Deportation von deutschen und tschechoslowakischen Juden aus dem Lodscher Getto ins Todeslager Kulmhot. 217. 1942, Lodsch(LödZ).— Tabelle der Sterblichkeit der Juden im Lodscher Getto und ihrer Massendeportation ins Vernichtungslager Kulmhof am Ner(Chelmno n.N.). 218. 9. Juni 1942, Lodsch(LödZ).— Auszug aus einem Lagebericht der Gestapo in Lodsch über die Massendeportation der Juden aus dem Regierungsbezirk Lodsch ins Vernichtungs- lager Kulmhof(Chelmno). 219. Öffentliches Hängen von Juden in Lodsch. 220.„Gefahrenzulage‘‘ für SS-Männer, die bei der Deportation und Vernichtung von Juden aus dem Regierungsbezirk Lodsch beschäftigt waren. 221. 2. Juli 1942, Lodsch(LödzZ).— Auszug aus einem Lagebericht der Gestapo in Lodsch über die Situation der Juden in diesem Regierungsbezirk und die Methoden ihrer Ver- nichtung. 230, Für bezir 31.2.) 222. Deportation von Juden aus dem Regierungsbezirk Lodsch in das Todeslager Kulmhof zur Vernichtung. 223. 23. Juni 1942, Berlin. Schreiben Viktor Bracks, Oberdienstleiter in Hitlers Partei- kanzlei, an Himmler, worin vorgeschlagen wird, im Interesse der deutschen Industrie von den 10 Millionen europäischer Juden, die vernichtet werden sollten, einige Millionen arbeitsfähiger Juden zurückzubehalten. Die zurückzulassenden Juden sollten vorerst sterilisiert werden. 224. 26. Juli 1942, Reval.— Schreiben Himmlers an Berger, den Chef des SS-Hauptamtes, über Rassenprobleme; in dem Schreiben wird die völlige Vernichtung der Juden in den Östgebieten erwähnt. 225. 18. Juni 1942, Krakau(Kraköw).— Auszüge aus dem Protokoll einer Arbeitssitzung der Vertreter von Polizei und Verwaltungsbehörden im GG, auf der Probleme zur Vor- bereitung und Durchführung der Judenvernichtungsaktionen erörtert wurden. 226. Deportation von Juden aus dem Generalgouvernement in die Vernichtungslager. 227. 13. Juli 1942, Krakau(Kraköw). Vorschläge des Leiters der Abt. Wirtschaft bei der Regierung des GG Emmerich und des Generalgouverneurs Frank auf einer Regierungs- sitzung, gegen die Polen ähnliche Maßnahmen zu ergreifen wie gegen die Juden. 228. 18. Juli 1942, Lublin.— Schriftliche Ve rpflichtung zur Gehe imhaltung für alle SS-Männer, die an der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung teilnehmen. 229. 19. Juli 1942, Lublin.— Befehl Himmlers an den Höheren SS- und Polizeiführer im GG, Krüger, einen endgültigen Termin festzulegen, bis zu dem die Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem GG beendet sein sollte. 230. Für das Vernichtungslager Treblinka werden vom Kommissar des jüdischen Wohn- bezirks in Warschau Geräte geliefert. 231. 22. Juli 1942, Warschau(Warszawa). Befehl und Richtlinien, die der Bevollmächtigte für die„Aktion Reinhard‘, Höfle, dem Judenrat in Warschau betrefis()rganisierung der Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Warsc hau diktierte. 232. Aufruf des jüdischen Ordnungsdienstes im Warschauer Getto. 233. Den ausgehungerten Juden wird Brot und Marmelade für freiw illiges Melden zum Trans- port versprochen. 234. Nur ein Teil der Juden ließ sich von diesem perfiden Aufruf locken. 235. 31. August 1942, Welungen(Wielun).— Auszug aus einem Lagebericht des Grenzpolizei- kommissariats Welungen an den Chef der Gestapo in Lodsc h über die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im Kreis. 236. Deportation von Juden aus verschiedenen Ortschaften des Warthegaues ins Ver- nichtungslager Kulmhof. 237. 31. August 1942, Schieratz(Sieradz).— Auszug aus einem Lagebericht der Gestapo in Schieratz über die Deportation der Juden aus dem Kreis. 238. Ende 1942, Warschau(Warszawa).— Aussage des Schriftstellers Jehoszua Perle über die Deportation von 200 Kindern aus dem Janusz-Korczak-Waisenhaus im Warschauer Getto. 239. Janusz Korczak(Dr. Goldschmidt), ein bedeutender Pädagoge und Schriftsteller, ging zusammen mit jüdischen Kindern aus dem Warschauer Getto ins Todeslager Treblinka. 240. Deportation von jüdischen Kindern aus Lodsch ins Vernichtungslageı Kulmhof. 16 Getto 241 241. 29. August 1942, Warschau(Warszawa).— Auszug aus dem Tagebuch von A. Lewin über die Massendeportation der jüdischen Bevölkerung aus dem Warschauer Getto ins Ver- nichtungslager Treblinka. 242. Ein Judentransport aus Warschau ins Todeslager Treblinka. 243. 5. September 1942, Warschau(Warszawa).— Bekanntmachung des SS- und Polizei- führers im Distrikt Warschau, in welcher die polnische Bevölkerung unter Androhung der Todesstrafe gewarnt wird, den sich außerhalb des Gettos verbergenden Juden Hilfe zu leisten. 244. Beherbergung von geflüchteten Juden wird mit der Todesstrafe geahndet. 245. Die Erschießung eines Juden, der sich der Deportation entzogen hatte. 246. Die deutsche Polizei zündet ein Bauernhaus an, in dem sich Juden verborgen hielten. 247. 18. August 1942, Berlin.— Abschrift eines Schreibens des Staatssekretärs im Reichs- verkehrsministerium Ganzenmüller über Judentransporte nach Treblinka und Belzec. Abschriften dieses Schreibens wurden durch die Personalabteilung des RF SS an Brandt, Krüger und Globocnik gesandt. 248. Fahrplan für Judentransporte aus dem Distrikt Radom ins Vernichtungslager Treblinka. 249. Judendeportation aus Lublin ins Vernichtungslager Belzec. 250. 15. Oktober 1942, Warschau(Warszawa).— Auszüge aus dem Bericht des Gouverneurs des Distrikts Warschau für die Monate August und September 1942 an die Regierung der GG über die Lage im Warschauer Getto nach der großen Deportation. 251. Deportation der restlichen Juden aus dem Warschauer Getto ins Todeslager Treblinka. 252. Der grauenhafte Terror, der von den SS-Männern während der Deportation von Juden aus dem Warschauer Getto geübt wurde. 253. Die Opfer von Terroraktionen im Warschauer Getto. 254. Judendeportation aus Zychlin. 255. 15. November 1942, Warschau(Warszawa).— Auszüge aus einem Bericht der Vereinigten Antifaschistischen Organisationen im Warschauer Getto an die polnische Emigrations- regierung in London über die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Polen. 256. Jüdinnen aus Bochnia werden vor ihrer Erschießung gefilmt. 257. Frauen mit Kindern unmittelbar vor der Exekution. 258. Nach der Deportation... 259. Leichen erschossener Juden im Wald nahe von Bochnia. 260. 5. Oktober 1942, Lublin.- Schreiben des Kreishauptmanns in Lublin an den Gouverneur des Distrikts Lublin über die Aufnahme der Juden in den Kreis Lublin, die aus Deutsch- land und der Slowakei deportiert wurden. 261. Deportation von jüdischen Kindern und Erwachsenen aus Lodsch ins Todeslager Kulm- hof: In Erwartung des Transports. 262. 3. Oktober 1942. Litzmannstadt(Lodsch/Lödz)).— Auszug aus einem Lagebericht der Gestapo in Litzmannstadt über den weiteren Verlauf der Judenvernichtung in diesem Regierungsbezirk. 263. Beschränkungen und Terror im Lodscher Getto— Begleiterscheinungen der Juden- deportation nach Kulmhof. 264. Im Lodscher Getto nach der Deportation. 242 265. In WI 266. 28. Ok führer: Distrik 967. 10. No 99- U Orter 268. 20.) für di 269. Die B 270.23. M Euroy 271. 16.1 265. In Wloclawek nach Abschluß der Deportation. 266. 28. Oktober 1942, Krakau(Kraköw).— Polizeiverordnung des Höheren SS- und Polizei- führers Krüger über die Errichtung von Judenwohnbezirken in manchen Orten der Distrikte Warschau und Lublin. 267. 10. November 1942, Krakau(Kraköw).—- Auszug aus einer Polizeiverordnung des Höheren SS- und Polizeiführers Krüger über die Errichtung jüdischer Wohnbezirke in einigen Orten der Distrikte Radom, Krakau und Galizien. 268. 20. Januar 1943, Berlin.- Schreiben Himmlers an den Staatssekretär im Reichsverkehrs- ministerium, Ganzenmüller, über die Notwendigkeit einer raschen Lieferung von Zügen für die Judentransporte. 269. Die Bezeichnung Partisanen ist unerwünscht. 270. 23. März 1943, Berlin. Auszug aus dem Referat„Die Endlösung der Judenfrage in Europa“, dessen Verfasser Dr. Richard Korherr, Inspekteur für Statistik beim RF SS, war. 271. 16. Februar 1943, Feldkommando.- Befehl Himmlers an den Chef des SS-WVHA, Pohl, betreffs Errichtung eines KZ-Lagers im Warschauer Getto und Abschiebung der Juden nach dem Distrikt Lublin. 272. 16. Februar 1943, Feldkommando.— Befehl Himmlers an den Höheren SS- und Polizei- führer im GG, Krüger, zur völligen Vernichtung des Warschauer Gettos nach Ver- wertung aller dort befindlichen Materialien. 273. Die letzten Juden in Warschau werden zusammengetrieben. 274.... und in die Todeslager verschleppt. 275. 13. März 1943, Warschau(Warszawa).- Rundschreiben des SS- und Polizeiführers im Distrikt Warschau, von Sammern, an die Kreishauptleute im Distrikt über die Festnahme und Liquidierung der sich verborgen haltenden Juden. 276. Deportation'von Juden aus Bulgarien und Griechenland ins Vernichtungslager Treblinka. 277. 29. März 1943, Feldlkommando.— Schreiben von Brandt(Persönlicher Stab der RF SS) an Kaltenbrunner über die Notwendigkeit, die Besatzungsmitglieder des Vernichtungs- lagers in Kulmhof(Chelmno) zum Schweigen über ihre Tätigkeit zu verpflichten. 278. 10. Mai 1943, Berlin.- Auszüge aus einer Aktennotiz Himmlers über die Vergrößerung der Zahl der Polizei im GG und über die Beschleunigung der Vernichtung der noch im GG verbliebenen 300000 Juden. 279. Deportation aus Miedrzyrzec ins Todeslager Treblinka und ins KZ-Lager Majdanek. 280. Ein im Bunker versteckter Jude wird aufgespürt. 281. 12. Mai 1943.- Auszug aus einer Aktennotiz von Greifeldt, Himmlers Beauftragtem für die Festigung deutschen Volkstums, über die Beschleunigung der Liquidation der noch im GG verbliebenen Juden. 282. Olkusz. Während der Liquidierungsaktion ermordete Juden. 283. 19. Mai 1943, Feldlkommando.— Schreiben Himmlers an Kaltenbrunner, Chef des RSHA, betreffs Organisierung einer neuen antijüdischen Propagandaaktion unter Verwendung von Ritualmordprozessen. 284. 30. Juni 1943, Lemberg(Lwöw). Auszüge aus einem Bericht des SS- und Polizeiführers im Distrikt Galizien, Katzmann, an den Höheren SS- und Polizeiführer im GG, Krüger, über die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im Distrikt Galizien. 16* 243 285. 2. August 1943, Krakau(Kraköw).— Äußerung des Generalgouverneurs H. Frank über die Liquidation von 3,5 Millionen Juden. 286. Verbrennungsöfen im KZ-Lager Auschwitz-Birkenau. 287. Im KZ-Lager Auschwitz waren im Herbst 1943 nur noch 25000 jüdische Häftlinge am Leben geblieben. 288. November/Dezember 1943.— Auszug aus einem Bericht an die Warschauer Delegatur (die im besetzten Polen befindliche Vertretung der polnischen Emigrationsregierung in London) über die Lage der jüdischen Bevölkerung im Generalgouvernement. 289. 9. Februar 1944, Berlin.—- Schreiben des Chefs des SS-WVHA, Pohl, an Himmler wegen Übernahme des Lodscher Gettos durch die SS. 290. 14. Februar 1944, Posen(Poznan).— Schreiben von Greiser, Reichsstatthalter im Warthe- gau, an den Chef des SS-WVHA, Pohl, in dem dieser über die betreffs des Lodscher Gettos gefaßten Entschlüsse benachrichtigt wird. 291. 9. Juni 1944, Posen(Poznan).— Fernschreiben des Gauleiters Greiser an Himmler über die bei der Liquidation des Lodscher Gettos entstandenen Schwierigkeiten. 292.21. Juli 1944, Radom.— Anordnung Koes, des Kommandeurs der Sicherheitspolizei und des SD in Radom, worin die Liquidierung von Häftlingen(vor allem Juden) angeordnet wird, die sich eventuellin den von Deutschen zu räumenden Gebieten befinden sollten. Diese Anordnung wurde an die untergeordnete Dienststelle in Tomaszöw Masowiecki ge- sandt. 293. Beim Rückzug brachte die SS die Häftlinge in den Lagern um. 294. 25. Mai 1944, Auschwitz(O$wiecim).— Verpflichtung für die SS-Männer im KZ Ausch- witz, die an der Judenvernichtung teilnahmen, das Geheimnis zu wahren und sich an Judeneigentum nicht zu vergreifen. 295. 15. August 1944, Oranienburg.- Geheimes Schreiben von Glücks, dem Chef der Amts- gruppe D(KZ-Lager) im SS-WVHA, an Loerner, Chef der Amtsgruppe B, über die damalige Zahl der Häftlinge und ihr zu erwartendes Anwachsen in den KZ- Lagern. 296. November 1946, Krakau(Kraköw).— Auszüge aus der Aussage von Rudolf Höss, dem Kommandanten des KZ-Lagers in Auschwitz, vor dem Polnischen Tribunal über die Methoden der Menschenvernichtung in Auschwitz und die Zahl der ermordeten, aus einzelnen europäischen Ländern deportierten Juden. 297. Die Überreste von menschlichen Gebeinen im KZ-Lager Majdanek unmittelbar nach der Befreiung des Lagers durch die Sowjetarmee. 298. Die„Vereinigten Industriegaswerke‘“ belieferten das KZ-Lager Auschwitz mit Azetylen- gas zur Vernichtung von Menschen. 299. Das Innere einer Barackeim KZ-Lager Auschwitz-Birkenau unmittelbar nach der Befreiung. 300. 5. April 1946, Nürnberg.— Auszug aus der Aussage von R. Höss vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg über die Technik der Vernichtung der jüdischen Be- völkerung in dem ihm unterstehenden Lager. 301. 26. November 1945, Nürnberg.— Aussage von Wilhelm Hoettl vor dem Internationalen m Militärgerichtshof in Nürnberg über die Gesamtzahl der zur Zeit der Okkupation er- PIE mordeten Juden. BERZIRT ET ERS az gruppeni } wei Ich ı 184, 0 183. 15. Mai 1941, Lublin.— Schreiben des SS- und Polizeiführers im Distrikt Lublin, O.Globocnik, an den Chef des Amtes beim Gouverneur in diesem Distrikt über Zuständigkeit der Sicherheitspolizei in grundsätzlichen Judenangelegenheiten. Betr.: Zuständigkeit in Judenangelegenheiten. Bezug: Ihr Schreiben vom 13. 5. 1941. Sie teilen mir im Schreiben vom 13. 5. 41 mit, daß die Zuständigkeit in Juden- angelegenheiten geklärt wurde. Der Höhere SS- und Polizeiführer, SS-Ober- gruppenführer Krüger, hat mir hierüber noch keine Mitteilung gemacht, und weiß ich daher auch nicht, wie weit seine Befugnisse damit beendet sind. Ich werde daher seine Stellungnahme abwarten. Sollten Sie jedoch irgendwelche Fragen grundsätzlicher und politischer Bedeutung trotzdem zu erörtern haben, so bitte ich Sie, zur Kenntnis zu nehmen, daß auf Wunsch des Chefs der Deutschen Sicherheitspolizei, Gruppenführer Heydrich, das Referat Juden- angelegenheiten für die Sicherheitspolizei und den SD und meine Dienststelle gemeinsam von Hauptsturmführer Lerch in meinem Stabe bearbeitet wird. AJHI, GDL, Nr 3 SS-Brigadeführer ! Judenangelegenheiten(Bildung von Gettos, Zwangsarbeit und andere) gingen von Frühjahr 1940 allmählich in den Zuständigkeitsbereich der einzelnen Abteilungen bei der Regierung des GG über. Für politische Angelegenheiten war weiterhin die Sicherheitspolizei zuständig, was im obigen Dokument bestätigt wird. 184. Odilo Globocnik, SS- und Polizei- führer im Distrikt Lublin, späterer Chef des ‚‚Einsatzes Reinhard‘‘. 185. 31. Juli 1941, Berlin.— Befehl Görings an Heydrich, Chef des RSHA, einen Gesamtplan für die Lösung der Judenfrage in Europa zu entwerfen. In Ergänzung der Ihnen bereits mit Erlaß vom 24. I. 391 übertragenen Auf- gabe, die Judenfrage in Form der Auswanderung oder Evakuierung einer den Zeitverhältnissen entsprechend möglichst günstigen Lösung zuzuführen, be- auftrage ich Sie hiermit, alle erforderlichen Vorbereitungen in organisatorischer, sachlicher und materieller Hinsicht zu treffen für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflußgebiet in Europa. Sofern hierbei die Zuständigkeiten anderer Zentralinstanzen berührt werden, sind diese zu beteiligen. Ich beauftrage Sie weiter, mir in Bälde einen Gesamtentwurf über die organisatorischen, sachlichen und materiellen Vorausmaßnahmen zur Durch- führung der angestrebten Endlösung der Judenfrage vorzulegen. 5 5 5 ä k 5 H. Göring Nürnb. Dok. PS-710. ı Görings Bezugnahme auf seinen Erlaß vom 24. 1. 1939 beweist, daß dieser die Massen- emigration der Juden aus Deutschland und dem besetzten Österreich betreffende Erlaß mit den schon damals in Angriff genommenen Plänen, die jüdische Bevölkerung zukünftig massenweise zu vernichten, in engem Zusammenhang stand(vgl. Dokument l, Anm.]). 186. Adolf Eichmann, SS-Obersturmbannführer, Leiter der Abteilung für ‚Judenangelegen- heiten im RSHA Am eingehen« Auf Grun solchen| und ertei richten.| Konz Dwory be untergebi gebracht Sasjypnyii IN INESNNTER ERLITT NEED TEE ENT TIET NUN pn song BT TRARNEIEITETTNERITN 187. Auszug aus der Aussage von Rudolf Höss, dem Kommandanten des KZ-Lagers in nv Auschwitz, über den Ausbau dieses Lagers im Frühjahr 1941.1 ... Am 1. März 1941 kam Himmler zum erstenmal ins Lager. Er führte eine eingehende Inspektion des Lagers durch und besichtigte das ganze Gelände. Auf Grund dessen verfügte er den Ausbau des Auschwitzer Lagers in einem solchen Umfang, daß darin 30000 Häftlinge aufgenommen werden konnten, und erteilte den Befehl, ein neues Lager für 100000 Kriegsgelangene zu er- richten. Himmler erteilte damals auch den Auftrag, dem IG Farbenindustrie- Konzern 10000 Häftlinge für den Bau von Betrieben für diesen Konzern in Dworv bei Auschwitz zuzuweisen. Diese Häftlinge sollten im Lager Auschwitz untergebracht werden; von dort sollten sie täglich mit der Bahn nach Dwory gebracht werden... HP, Bd XXI, S. 32(Übersetzung aus dem Polnischen 1 Diese Aussage machte Höss während seines Prozesses in Warschau ım März 1947. Den Akten dieses Prozesses wurde nur die polnische Übersetzung der Aussage beigefügt. N u| 188. Aktenvermerk über den Einsatz von jüdischen Häftlingen beim Bau der Buna- Werke im KZ-Lager Auschwitz. Komsentrationslaer Auschwitz rAusabm tz, dem 7. August 1941 ‚udendionststelle 1/5 aAktenYy ” 4 BeTrE. otreff: leistunz der Miftlinge bei 1.3.-Farben, Bmn-terk A- witz. Beau ı saprechung mE 6.98.41 zwischen Herm Ing. Zurr und den - Sberstumnsführern Solhsars und seldlor. 637/891./ sche„08. mia f, kolne - m- 07 nun nn nun um- in einer Sosprechw.; an 6.2.41 zwischen den oben Genannten, lies err Inz. urr duroliblisken, das or nit den Leistwuen dor Hält“ linze aımıtrlolan sel, werden bat er zit alle: Nachdruck Anrun, daß unbedingt mehr Fo- sten md eonit auch sehr Mäflilinge zun Einsatz gebracht worden üssen, Mabel schlug Nerr Ing. kurr vor, das man vielleiskt doch won olnie Yonmandos dos lagere(Abbruch, Landwirtachaft) cin- stellen Kaute, an ladurch'csten und Mftlinge für Ima frei zu ENT Me ai 8 der Arbeiter. in Oelinde der Auig-verke wurde durch errm lg. kur versichert,- da hier dio Tostenfrage von /nfang ın eine sehr heiklo Trac war,- das(is zauze Saustelle in aller urse nit 2inss ZKewer, Alnliah wie dor Im Laser Ausaiwitz, vors0- = wide, oturakı de jostanzpetellung eine erhobllahe Erlaelah- ‚org ur.aurın. wire. ach Öfterms Fran warte von Vorrn Ing, Wurr versichert, das die woer Wercits in 1uftrms gegeben sal nd dig Betomplatien- und Aulan hicrsu bereitia zenmlertit sirion. s verieom"ogien uni vom igu einer\auer war ulahtı zu sen. singe Taree te_ite wis lerr Ing, urr»it, das von iau einer Nan- r absesanan wird, Aofir aber sofort tor au eines 5 km langen tani.alirıntsewws is urif! gsunen zürlo, sitdon sini 2 mehr"oalıe: verstrioben, ahne das aualı nur otwas vom dem Warme su sehen Ist. m die iärscitislcist or lüftlimse, Ale won vornherein an und Fir stah»In ut beneloinst arte, mi erhalten, wurde versprochen, zn heiien imyen kalie und ungekunrt beide detr nn und aulerden atzverrllorung in Form von Karto-foln use, zu„oben, aa, hlarin ist bis AMahin uoah nichts oschahen. m Asa anebliceh schl chian„oistwumn der iAftlinge ms folzen- d« Wunzt Wer’ nt s ist nicht ui, dal bei romerisahen voiter, nlao bei voll» ren auf. aweerlahten jolan, Ade"imon einfach abieknen, ioun za: Sarren der cmasıon su stol.m. ie belsianen arren sAuken Serarti; in cu Mufjewclchten Adkez- boden.„in, ia, cin Fortkos au vollkommen winügliah iut, eiter mı: ormähns werian, al eine jelsiu.g von 5 ein pro Häft.- linc, pro Zag, richt orzhlt wor'en onn, vena Irupps von 30 bis 40 Maftiinen deo Uftoren u eg nus ion bach? waggeholt und zum’utleion der instsllgo vorwendor worden. Fast auf eimtlichen sawtellen sind sochachtungen und Flankorum- 2a vVorjenorxen worden, welohe man opäter wioder winfUllte, Sum» “2 wad wozar auf sefillt(ame) ann DIN BERLIN SEETL DERLBIDELSEEEIUNEYLESNNSN{I RL EUROS ISIS GALNEFLERLENSUTITIEIEITINUBLILGZTS TU UELILOOD U TUEERTATSELESTRRETTNLS TS LENENTER TITEL URTIRNESTRRKEFTTAIREIRSERETNTNOTTIENTTTTN 11 Auch dtose Arbeiten mlissen als positive Leistung der Miftlinge anorkanıt vorlon, emı Füllo vorkommen, wio sio solch in letster Zeit an der Trens- forwtorenstation orgaben, dal iiiftlinge kurs arbeiten und dann “abor imor wiodor auf atorial wariaon, moribor saldeir dor Vom arbeiter(Zıvilist) dem Kopf sallitioltes 40 kann dies von unseres olte nur des örtlichen Mauloitung gerel- wob- dot, doioalı zoino Abhilfe geschafien worden, 8 ren vagytı esahäftizt sind 750 imftlinge mal 5 ergibt 777% ob Irdnas- = son pro Tag. dorbei zu) borieisiahtizt werdon, das 152 Huftlinge wie folzt vorwondr findor.ı odanbelasturn 10 hftl. orksoumasasin 2 ıftl. 2ahnhof m* anltliter I itradanbau(rrostol)i6” Kallaktor 1 0. Travostation> Beni ahroibhäilfe(Nosler) 1” ft steinablader B; traßenreiuiser I. Zaanbau(uschmitz)- Installationsgagasin 2” We lektroma,nsin 3 fensotserh\lfoarb, - Nftig0.-Schreibstubu 2" chlosser ie vo aler> aluled 1 > ftlingswiterkunft h Tisolılor FA zu" BER N IL mern TR REF AEANN Tasamman ı 132 mftlinge, 1000 Iäftliinse missen vom produktiven r@aushub abgervalueot worden. - obersturafihrer ‚ohwars und oldlor b« finden solch Täglloh ein, mituw:ter mehrere Male ıf ri Wastollen und haban ölaher die mrin;en Wingel, welaohe von'olten Vor= sohtmneistwer Tyosan., der Yorarbeiter geriet wurden, jJolaors: it shnellotens abrestelit, J 2 1 7 Häftlingseincsatsführer 1/9 ’/ rn ne so ‚la BO ( ji- Obersturmführer.= oberstumfühzer, 249 189. Gesamtansicht des RZ-Lagers Auschwitz-Birkenau. 190. 7. September 1941, Warschau(Warszawa).— Meldung eines jüdischen Ordnungs- manns über die Erschießung der im Arbeitslager Ossowa befindlichen Juden. Am 30. August ds. Jhs. kam nach dem Arbeitslager in Ossowa! eine Gruppe Militärangehöriger und befahl, daß sich alle im Lager Befindlichen gänzlich entkleiden und gemeinsam ein Grab graben. Auf Grund einer Intervention des Inspektors Holtzheimer wurden die Ordnungsmänner aus dieser Gruppe eliminiert. Mittels Maschinengewehr wurden erschossen: 5l Personen und 2 Lagerleiter: Moszkowicz und Libert. Der Arzt, die Sanitäter, die Ordnungsmänner, der Koch und der Lagerist blieben am Leben, können aber das Lager nicht verlassen. Es droht ihnen Gefahr und sie bitten, ihnen die Rückkehr nach Warschau zu ermöglichen. AJHI, KJWW, K-2200. Ordnungsmann Sıwka, Nr 747. * Ortschaft in der Woiwodschaft Lublin. 191. 22. August 1941, Paris.— Aufzeichnung des SS-Sturmbannführers Carltheo Zeitschel, Legationsrat bei der deutschen Botschaft in Paris, für Botschafter Abetz, mit dem Vorschlag, die Juden aus allen okkupierten Ländern Europas in die besetzten Sowjetgebiete zu deportieren. Aufzeichnung für Herrn Botschafter Abetz Die fortschreitende Eroberung und Besetzung der weiten Ostgebiete können z. Zt. das Judenproblem in ganz Europa in kürzester Zeit zu einer endgültigen befriedigenden Lösung bringen. 2 50 Wie aus die ame Wochen ansässig. man so, und vor: Es dürft übrigen u. Zt. ı pferchte Soweit Luxem! durch Territo) Beispie] Könnter Die seii Monate AU tran Dach d die dur Wichtig Spazier: Io Mi lang di x 64 —— Wie aus einem Hilfeschrei der gesamten Juden Palästinas in deren Presse an die amerikanischen Juden hervorgeht, sind in den von uns in den letzten Wochen besetzten Gebieten, besonders Bessarabien, über 6 Millionen Juden ansässig, das bedeutet!/s des Weltjudentums. Diese 6 Millionen Juden müßte man sowieso bei der Neuordnung des Ostraums irgendwie zusammenfassen und voraussichtlich doch ein besonderes Territorium für sie abgegrenzt werden. Es dürfte bei dieser Gelegenheit kein allzu großes Problem sein, wenn aus allen übrigen europäischen Staaten die Juden noch hinzukommen und auch die z.Zt. in Warschau, Litzmannstadt, Lublin usw. in Gettos zusammenge- pferchten Juden auch dorthin abgeschoben werden. Soweit es sich um die: besetzten Gebiete handelt, wie Holland, Belgien, Luxemburg, Norwegen, Jugoslawien, Griechenland, könnten doch einfach durch militärische Befehle die Juden in Massentransporten in das neue Territorium abtransportiert und den übrigen Staaten nahegelegt werden, dem Beispiel zu folgen und ihre Juden in dieses Territorium abzustoßen. Wir könnten dann Europa in kürzester Zeit judenfrei haben. Die seit Jahren spukende und auch z. Zt. von Admiral Darlan vor einigen Monaten neuerdings ventilierte Idee, alle Juden Europas nach Madagaskar zu transportieren, ist zwar an sich nicht schlecht, dürfte aber unmittelbar nach dem Kriege an unüberwindlichen Transportschwierigkeiten stoßen, da die durch den Krieg stark dezimierte Welttonnage sicher zu anderen Dingen wichtiger gebraucht wird, als große Mengen von Juden auf den Weltmeeren spazieren zu fahren. Ganz abgesehen davon, daß ein Transport von nahezu 10 Millionen, selbst wenn zahlreiche Schiffe zur Verfügung stünden, jahre- lang dauern würde. 251 onzeitt BESEE 1 fi Ä 1 f f: f} y f} ‘ f fi fi A Fi Ä >> Ich schlage daher vor, bei der nächsten Gelegenheit diese Frage dem Reichs- außenminister vorzutragen und zu bitten, in dem Sinne einer solchen Regelung sich mit dem bereits ernannten, zukünftigen Minister für die Ostgebiete, Reichsleiter Rosenberg, und dem Reichsführer-SS zusammenzusetzen und die Angelegenheit in dem von mir vorgeschlagenen Sinne zu prüfen. Das Trans- portproblem der Juden in die Ostgebiete würde selbst während des Krieges durchzuführen sein und nach dem Kriege nicht auf unüberwindliche Schwie- riekeiten stoßen, zumal die gesamten Juden im Generalgouvernement die Strecke in das neue abgegrenzte Territorium ja mit ihren Fahrzeugen auf den Landstraßen zurücklegen könnten. Bei dieser Gelegenheit könnte man auch besonders betonen, daß beispiels- weise in Frankreich, wo mit aller Intensität an einer baldigen Regelung der Judenfrage gearbeitet wird, die Durchführung im stärksten Maße darunter leidet, daß nicht genügend Lager zur Internierung der Juden zur Verfügung stehen und man sich infolgedessen mit allen möglichen Gesetzen und sonstigen Vorschriften durchhelfen muß, die doch im Ganzen gesehen, nur vorüber- gehende und nicht durchgreifende Maßnahmen sind. Weiterhin würde ich vorschlagen, bei der nächsten Gelegenheit auch dem Reichsmarschall, der z. Zt. gerade für das Judenproblem sehr empfänglich ist, diese Idee nahezubringen, der seinerseits sicher in seiner augenblicklichen Einstellung und nach seinen Erfahrungen des Ostfeldzuges eine außerordent- lich starke Stütze in der Durchführung der oben entwickelten Idee sein könnte. Zeitschel L. Poliakov und J. Wulf: Das Dritte Reich und seine Diener, Berlin 1956, S. 119 f. 192. 13. Oktober 1941, Berlin.- Äußerung auf einer Besprechung des Generalgouver- neurs H. Frank mit Reichsminister Alfred Rosenberg über die Deportation der Jüdischen Bevölkerung aus dem GG in die besetzten Gebiete der UdSSR. ... Der Generalgouverneur kam dann auf die Möglichkeit der Abschiebung der jüdischen Bevölkerung des Generalgouvernements in die besetzten Ost- gebiete zu sprechen. Reichsminister Rosenberg bemerkte, daß ähnliche Wünsche bereits seitens der Militärverwaltung in Paris an ihn herangetragen worden seien.! Im Augenblick sehe er jedoch für die Durchführung derartiger Umsiedlungspläne noch keine Möglichkeit. Für die Zukunft erklärte er sich jedoch bereit, die Judenemigration nach dem Osten zu fördern, zumal die Absicht bestehe, überhaupt die asozialen Elemente innerhalb des Reichs- gebiets in die dünn besiedelten Ostgebiete zu verschicken.? FT, 1941/IV, S. 930 1. ! Vgl. Dokument 191. 2 Zu jener Zeit war die Deportation von Juden aus Deutschland, der Tschechoslowakei und anderen Ländern in die in den besetzten polnischen und sowjetischen Gebiete schon im Gange. Betrifft: Utzmann Bezug: N I Jude n In der 7; hof Rade Jas Getto {talen in der Rei,' Ro kam, \ Transp r Tran Ira 193. Nach Grodno deportierte Juden. 194. 13. November 1941, Lodsch(L3d2).— Auszüge aus einem Bericht des Inspekteurs der deutschen Polizei über die Einweisung von rund 20000 Juden aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei ins Lodscher Getto. Erfahrungsbericht Betrifft: Einweisung von 20000 Juden und 5000 Zigeunern in das Getto Litzmannstadt. 3ezug: Sonderbefehle- S 1a(J).-— vom 14. 10. 41 und 5. 11, 41 I Tuden: In der Zeit vom 16. 10. 41 bis einschließlich 4. 11.41 wurden auf dem Bahn- hof Radegast 19827 Juden aus dem Altreich in Empfang genommen und in das Getto eingewiesen. Die Juden(in der Mehrzahl ältere Frauen und Männer) trafen in 20 Transporten mit durchschnittlich 1000 Personen mit Sonderzügen der Reichsbahn(Personenwagen) in der vorgenannten Zeit täglich hier ein. Es kamen an: BelTansporte aus Wien.........ceeecsueeseneeeonrnn: mit 5000 Judeı BErzmeporte aus Prag.-........2r 2 0cnnneeenmueen: mit 5000 Juden Beransporte aus Berlin..........-n..n:senereenerens mit 4187 Juden Bansporte aus Köln..........., zen usenerennsurnn: mit 2007 Juden aa ee Bel mepont aus Luxemburg...... 222. renuunenenue: mit 512 Juden 253 urititll X 222 BE a : 1 Transport aus Frankfurt a.M.......... une cemeee: mit 1113 Juden 1 Transport aus Hamburg...............222eeeceeeccn mit 1034 Juden 1 Transport aus Düsseldorf...........- 2-2 scaeeeeeere mit 984 Juden 20 Transporte insgesamt 19837 Juden. Die Juden waren fast ausnahmslos gut gekleidet; sie führten durchschnittlich pro Person etwa 50 kg Gepäck mit sich.! Über die berufliche Zusammen- setzung der eingewiesenen Juden ist dem Abschnittskommando nichts bekannt. Die Einweisungspapiere, das mitgeführte Geld(pro Person 100.- RM) wurden durch den Transportführer den Beamten der Geheimen Staatspolizei Litz- mannstadt übergeben(Kommissar Fuchs). 3. Der Herr Regierungspräsident Übelhoer und der Herr Polizeipräsident, SS-Brigadeführer Dr. Albert, besichtigten die Auffanglager der Juden im Getto. Beim Ausladen der Juden und Zigeuner waren einige Male zugegen: ) Herr Regierungsvizepräsident Dr. Moser, ) Herr Polizeipräsident, SS-Brigadeführer Dr. Albert, ) Herr Oberst und Kommandeur der Schutzpolizei Keuck, ) Herr Oberstleutnant und stellv. Kommandeur der Schutzpolizei Roese, ) ferner Herren der Gestapo, Kripo und der Gettoverwaltung. TSV. Hauptmann der Schutzpolizei AJHI, GV, Nr 124. und stellv. Abschnittskommandeur 1 Das gesamte von den deportierten Juden in ihren Heimatsorten zurückgelassene bewegliche und unbewegliche Vermögen wurde beschlagnahmt. Dieser Raub wurde auf Grund eines geheimen Rundschreibens des Reichsministers des Inneren vom 3. 12. 1941 verübt; dieses Rundschreiben erklärte die deutschen, ins GG und in die besetzten sowjetischen Gebiete deportierten Juden für staatenlos, weswegen ihr Vermögen beschlagnahmt werden konnte. Dasselbe galt für die Juden aus dem GG, die auch für staatenlos erklärt worden waren. (RGBI 1941, I, S. 722, BP, Bd LXXXVI, S. 201: Rdschr. der Abteilung Innere Verwaltung bei der Regierung des GG vom 7. 1. 1942 betreffs Staatsangehörigkeit der deutschen Juden und Rdschr. des Reichsfinanzministers vom 9. 12. 1941.) 195. Einwe ins Lo iosgssnncmsn ylansane us isn ijsgsg 2 BRETT ass air an 195. Einweisung der aus Deutschland und der Tschechoslowakei deportierten Juden ins Lodscher Getto. D EEE, # € 5 B 51 I 4. En N E. a d« Bi“ 4 AN F I\© E r®” 5; € c e&— ©= V He.: el® N 5"- u 4 en).. nn en om m\: Be A+ mn+. 2 x i K}*| rn£ A". £ e Ar 2©.. \ R©—i. ki o A R \ een dr 1 \ a ee;- £ d °’ £“ N ne En 8 809 00€ r <].|-> x£ 8 3 a& a&*.® r Per RE r£ u & ri-'--i nl P 2 k4- a-. ?. o© E>- j en“ 4 &» An EX) A N\» 2-&€ Ä 4 €\ vn"” ß 3\- u;=- 2\» E“ B} m mn E R©© Ban’ a-. as mium«+ 1.) -. [m} ;{ & B S F> & u 196. Einweisung der Juden aus Österreich ins Lodscher Getto. EReges Be 20 Be REED DRUNTER LTET ONE juesss A BIRRREIERENEENE N N u)„ hi; IIB, Litzası.nstads, den 2.Aowenber ıMm1. wir il. Pe ben: 4_ u 477077, Be 7: u An den Ins;ekteur der Sipo u.des SD D in en 1 L vorle| Betrifft: Evakuierung von Juden in das Ghetto Litzaannstadt,- ‚Dinan, s Bekannt.- Der am 3. 11. 41 uus Wi© n hier eintreffende neunsehnte Jidertransport wird sich wie foly#% zusanzensetzeni i. Anzanl der Fusilien: 219 2. Anzahl der ledıgen Juden: 77 3. Ansanl der ledigen Jüdinnen: 424 4. Altersgliederungt von 1 bis 18 Jahren: 82 Personen von 19 bis 30 Jahrens 38“ won 31 vis 45 Jahren: 122 von 46 bis 6) Jahren: 380" über 6. Jauren: 372 E 5. Zanl der arb»itsfanigen Juden: etwa 650 Personen 6. Barufliche Zusarmensetzung: ksufsannischiı b2 Permuen Beazte: 45 Personen Ir-ie Berufe: 19 Personen Hilfsarb-iter:19 Personen Handweırer u.ärbeiter: 482 Etepo Litzarannstadt II 4-9371/841 ‚wm. Fuchs ,„, Krim.-Kons. 2 o s| FG 23 259 arte urden. Wwepısgiceziog ie N Zar 2- 2;(ua) unjyuoagl (anetgesusguang von gurjaen) > BE S, a ef ee ER N N a£ >"I.% Tr ee 29) ir zxrefr 2 (roy) anjyuoıs S ES „Do N Ss Q S I IQ o ES S I > IQ o S AD, SI N! S — ES < S u Tan un S S NS Sı In Sn S I S S SQ S «Dd m {=>} ii LEERE pissen asesonsnau geist » > „ 2| RT 61 9 198. 18. Dezember 1941, Berlin.— Verfügung des Beauftragten des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete, Bräutigam, an den Reichskommissar Ostland!, Lohse, wonach wirtschaftliche Belange bei der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung nicht|| berücksichtigt werden dürfen.*| Geheime Reichssache|| In der Judenfrage dürfte inzwischen durch mündliche Besprechungen KRlar- heit geschaffen sein. Wirtschaftliche Belange sollen bei der Regelung des Problems grundsätzlich unberücksichtigt bleiben. Im übrigen wird gebeten, auftauchende Fragen unmittelbar mit dem Höheren SS- und Polizeiführer zu| regeln. Nürnb. Dok. PS- 3666. Bräutigam| ı Dem Reichskommissariat Ostland unterstanden die besetzten Territorien von Belorußland, Litauen, Lettland und Estland. 2 Bräutigams Verfügung war die Antwort auf ein Schreiben Lohses vom 15. 11. 1941, in dem| dieser angesichts des Mangels an Arbeitskräften im Rüstungsbetrieb forderte, von der ge- samten. zur totalen Vernichtung verurteilten jüdischen Bevölkerung eine Anzahl jüdischer Arbeiter abzusondern und zurückzulassen. 199. 16. Dezember 1941, Krakau(Krakow).— Auszüge aus einer Rede des General- gouverneurs H. Frank auf einer Regierungssitzung über den Plan der Massen-| vernichtung der jüdischen Bevölkerung. ... Mit den Juden— das will ich Ihnen ganz offen sagen— ınuß so oder so Schluß gemacht werden. Der Führer sprach einmal das Wort aus: wenn es der vereinigten Judenschaft wieder gelingen wird, einen Weltkrieg zu ent- fesseln, dann werden die Blutopfer nicht nur von den in den Krieg gehetzten| Völkern gebracht werden, sondern dann wird der Jude in Europa sein Ende gefunden haben. Ich weiß, es wird an vielen Maßnahmen, die jetzt im Reich gegenüber den Juden getroffen werden, Kritik geübt. Bewußt wird— das geht aus den Stimmungsberichten hervor— immer wieder versucht, von Grausam- keit, von Härte usw. zu sprechen. Ich möchte Sie bitten, einigen Sie sich mit| mir zunächst, bevor ich jetzt weiter spreche, auf die Formel: Mitleid wollen wir grundsätzlich nur mit dem deutschen Volk haben, sonst mit niemandem auf der Welt. Die anderen haben auch kein Mitleid mit uns gehabt. Ich muß auch als alter Nationalsozialist sagen: wenn die Judensippschaft in Europa den Krieg überleben würde, wir aber unser bestes Blut für die Erhaltung Europas geopfert hätten, dann würde dieser Krieg doch nur einen Teilerfolg darstellen. Ich werde daher den Juden gegenüber grundsätzlich nur von der Erwartung ausgehen, daß sie verschwinden. Sie müssen weg. Ich habe Ver- handlungen zu dem Zweck angeknüpft, sie nach dem Osten abzuschieben. Im Januar findet über diese Frage eine große Besprechung in Berlin statt, zu 262 20, 2 2 rs ENTRIES DEE a der ich Herrn Staatssekretär Dr. Bühler entsenden werde. Diese Besprechung soll im Reichssicherheitshauptamt bei SS-Obergruppenführer Heydrich ge- halten werden. Jedenfalls wird eine große jüdische Wanderung einsetzen... Aber was soll mit den Juden geschehen? Glauben Sie, man wird sie im Öst- land ın Siedlungsdörfern unterbringen? Man hat uns in Berlin gesagt: weshalb macht man diese Scherereien; wir können im Östland! oder im Reichs- kommissariat? auch nichts mit ihnen anfangen, liquidiert sie selber. Meine Herren, ich muß Sie bitten, sich gegen alle Mitleidserwägungen zu wappnen. Wir müssen die Juden vernichten, wo immer wir sie treflen und wo es irgend möslich ist, um das Gesamtgefüge des Reiches hier aufrecht zu erhalten. Das wird selbstverständlich mit Methoden geschehen, die anders sind als diejenigen, von denen Amtschef Dr. Hummel gesprochen hat. Auch die Richter der Sondergerichte können nicht dafür verantwortlich gemacht werden, denn das liest eben nicht im Rahmen des Rechtsverfahrens. Man kann bisherige An- schauunsen nicht auf solche gigantischen einmaligen Ereignisse übertragen. Jedenfalls müssen wir aber einen Weg finden, der zum Ziele führt, und ich mache mir darüber meine Gedanken. Die Juden sind auch für uns außergewöhnlich schädliche Fresser. Wir haben im Generalgouvernement schätzungsweise 2,5, vielleicht mit den jüdisch Ver- sippten und dem, was alles daran hängt, jetzt 3,5 Millionen Juden. Diese 3,5 Millionen Juden können wir nicht erschießen, wir können sie nicht ver- eiften. werden aber doch Eingriffe vornehmen können, die irgendwie zu einem Vernichtungserfolg führen, und zwar im Zusammenhang mit den vom Reich her zu besprechenden eroßen Maßnahmen. Das Generalgouvernement muß genauso judenfrei werden, wie es das Reich ist. Wo und wie das geschieht, ist eine Sache der Instanzen, die wir hier einsetzen und schaffen müssen und deren Wirksamkeit ich Ihnen rechtzeitig bekanntgeben werde. FT, Regierungssitzungen 1941, S. 761. 1 Vgl. Dokument 198, Anm. 1. 2 Gemeint ist die besetzte Ukraine. 200. 20. Januar 1942, Berlin. Auszüge aus dem Protokoll einer im RSHA statt- gefundenen Besprechung, auf der Pläne, die europäischen Juden zu vernichten, erörtert wurden." Geheime Reichssache 3esprechungsprotokoll 1, An der am 20. 1. 1942 in Berlin, Am Großen Wannsee Nr 56-58, statt- gefundenen Besprechung über die Endlösung der Judenfrage nahmen teil: Gauleiter Dr. Meyer und Reichsministerium für die Reichsamtsleiter Dr. Leibbrandt besetzten Ostgebiete ! Diese Besprechung sollte planmäßig am 9. 2. 1941 stattfinden, wurde aber infolge der damaligen politischen Ereignisse bis zum 20. 1. 1942 aufgeschoben(vgl. Heydrichs Schreiben vom 23, 1. 1941 und vom 8. 1. 1942, Nürnb. Dok. PS-709). 263 Staatssekretär Dr. Stuckart Reichsministerium des Innern Staatssekretär Neumann Beauftragter für den Vierjahresplan Staatssekretär Dr. Freisler Reichsjustizministerium Staatssekretär Dr. Bühler Amt des General- gouverneurs Unterstaatssekretär Luther Auswärtiges Amt SS-Oberführer Klopfer Partei-Kanzlei Ministerialdirektor Kritzinger Reichskanzlei SS-Gruppenführer Hoffmann Rasse- und Siedlungs- hauptamt SS-Gruppenführer Müller Reichssicherheitshauptamt SS-Obersturmbannführer Eichmann SS-Oberführer Dr. Schoengarth, Sicherheitspolizei und SD Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD im Generalgouvernement SS-Sturmbannführer Dr. Lange, Sicherheitspolizei und SD Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD für den Generalbezirk Lettland, als Ver- treter des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD für das Reichskommissariat Ost- land. II. Chef der Sicherheitspolizei und des SD, SS-Obergruppenführer Heydrich, teilte eingangs seine Bestellung zum Beauftragten für die Vorbereitung der Endlösung der europäischen Judenfrage durch den Reichsmarschall mit? und wies darauf hin, daß zu dieser Besprechung geladen wurde, um Klarheit in grundsätzlichen Fragen zu schaffen. Der Wunsch des Reichsmarschalls, ihm einen Entwurf über die organisatorischen, sachlichen und materiellen Belange im Hinblick auf die Endlösung der europäischen Judenfrage zu übersenden, erfordert die vorherige gemeinsame Behandlung aller an diesen Fragen un- mittelbar beteiligten Zentralinstanzen im Hinblick auf die Parallelisierung der Linienführung. Die Federführung bei der Bearbeitung der Endlösung der Judenfrage liege ohne Rücksicht auf geographische Grenzen zentral beim Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei(Chef der Sicherheitspolizei und des SD). Der Chef der Sicherheitspolizei und des SD gab sodann einen kurzen Rück- blick über den bisher geführten Kampf gegen diesen Gegner. Die wesent- lichsten Momente bilden 2 Heydrich bezieht sich hier auf Görings Befehl vom 31. 7. 1941(vgl. Dokument 185). 264 sr ERTL£ er n ENTER HIRTRAEHNDETERTE a) die Zurückdrängung der Juden aus den einzelnen Lebensgebieten des deutschen Volkes, b) die Zurückdrängung der Juden aus dem Lebensraum des deutschen Volkes. Im Vollzug dieser Bestrebungen wurde als einzige vorläufige Lösungsmösglich- keit die Beschleunigung der Auswanderung der Juden aus dem Reichsgebiet verstärkt und planmäßig in Angriff genommen. Auf Anordnung des Reichsmarschalls wurde im Januar 1939 eine Reichs- zentrale für jüdische Auswanderung errichtet, mit deren Leitung der Chef der Sicherheitspolizei und des SD betraut wurde. Sie hatte insbesondere die Aufgabe: a) alle Maßnahmen zur Vorbereitung einer verstärkten Auswanderung der Juden zu treffen, b) den Auswanderungsstrom zu lenken, ce) die Durchführung der Auswanderung im Einzelfall zu beschleunigen. Das Aufgabenziel war, auf legale Weise den deutschen Lebensraum von Juden zu säubern. Über die Nachteile, die eine solche Auswanderungsforcierung mit sich brachte, waren sich alle Stellen im klaren. Sie mußten jedoch angesichts des Fehlens anderer Lösungsmöglichkeiten vorerst in Kauf genommen werden....® III. Anstelle der Auswanderung ist nunmehr als weitere Lösungsmöglichkeit nach entsprechendeı vorheriger Genehmigung durch den Führer die Eva- kuierung der Juden nach dem Osten getreten. Diese Aktionen sind jedoch lediglich als Ausweichmösglichkeiten anzusprechen, doch werden hier bereits jene praktischen Erfahrungen gesammelt, die im Hinblick auf die kommende Endlösung der Judenfrage von wichtiger Bedeu- tung sind. Im Zuge dieser Endlösung der europäischen Judenfrage kommen rund ll Millionen Juden in Betracht, die sich wie folgt auf die einzelnen Länder verteilen: Land Zahl A. Altreich 131800 Östmark 43 700 Östgebiete 420000 Generalgouvernement 2284000 Bialystok 400.000 Protektorat Böhmen und Mähren 74200 Estland judenfrei 3 Der ausgelassene Text betrifft die Judenemigration aus Deutschland, Österreich und der z P i Tschechoslowakei. 265 unsgnuc: IREITOLTLLLELLPELLELTZRE een Land Zahl Lettland 3500 Litauen 34000 Belgien 43000 Dänemark 5600 Frankreich, Besetztes Gebiet 165 000 Unbesetztes Gebiet 700000 Griechenland 69600 Niederlande 160800 Norwegen 1300 B. Bulgarien 48000 England 330000 Finnland 2300 Irland 4000 Italien einschl. Sardinien 58000 Albanien 200 Kroatien 40000 Portugal 3000 Rumänien einschl. Bessarabien 342000 Schweden 8000 Serbien 10000 Schweiz 18000 Slowakei 88000 Spanien 6000 Türkei(europ. Teil) 55500 Ungarn 742.800 UdSSR 5000000 Ukraine 2994 684 Weißrußland ausschl. Bialystok 44 6484 Zusammen: über 110060000 1 Unter entsprechender Leitung sollen im Zuge der Endlösung die Juden in natürliche Verminderung ausfallen wird. geeigneter Weise im Osten zum Arbeitseinsatz kommen. In großen Arbeits- kolonnen, unter Trennung der Geschlechter, werden die arbeitsfähigen Juden straßenbauend in diese Gebiete geführt, wobei zweifellos ein Großteil durch Der allfällig endlich verbleibende Restbestand wird, da es sich bei diesem zweifellos um den widerstandsfähigsten Teil handelt, entsprechend behandelt ! Die ausgelassenen Absätze betreffen die berufliche Struktur der jüdischen Bevölkerung in 266 der UdSSR. Erfahrul Im Zug Westen ıt B tor Irage werde Die€ gangsge 1 Wir Es ıs Nel Os ten zweck Der B r$ Gebi hass Siche IV. Wirtse Betr zur\ II-() ta BRIAN nee werden müssen, da dieser, eine natürliche Auslese darstellend, bei Freilassung als Keimzelle eines neuen jüdischen Aufbaus anzusprechen ist.(Siehe die Erfahrung der Geschichte.) Im Zuge der praktischen Durchführung der Endlösung wird Europa vom Westen nach Osten durchgekämmt. Das Reichsgebiet einschließlich Protek- torat Böhmen und Mähren wird, allein schon aus Gründen der Wohnungs- frage und sonstigen sozial-politischen Notwendigkeiten, vorweggenommen werden müssen. Die evakuierten Juden werden zunächst Zug um Zug in sogenannte Durch- gangsgettos verbracht, um von dort aus weiter nach dem Östen transportiert zu werden. Wichtige Voraussetzung, so führte SS-Obergruppenführer Heydrich weiter aus. für die Durchführung der Evakuierung überhaupt ist die genaue Fest- lesung des in Betracht kommenden Personenkreises. Es ist beabsichtigt, Juden im Alter von über 65 Jahren nicht zu evakuieren, sondern sie einem AÄltersgetto vorgesehen ist Theresienstadt? zu über- stellen. Neben diesen Alterklassen- von den am 31. 10. 1941 sich im Altreich und der Ostmark befindlichen etwa 280000 Juden sind etwa 30°, über 65 Jahre alt- finden in den jüdischen Altergettos weiterhin die schwerkriegsbeschädig- ten Juden und Juden mit Krieesauszeichnungen(EK I) Aufnahme. Mit dieser zweckmäßigen Lösung werden mit einem Schlag die vielen Interventionen ausgeschaltet. Der Beginn der einzelnen größeren Evakuierungsaktionen wird weitgehend von der militärischen Entwicklung abhängig sein. Bezüglich der Behandlung der Endlösung in den von uns besetzten und beeinflußten europäischen Gebieten wurde vorgeschlagen, daß die in Betracht kommenden Sachbear- beiter des Auswärtigen Amtes sich mit dem zuständigen Referenten der Sicherheitspolizei und des SD besprechen„e IV.... Bezüglich der Frage der Auswirkung der Judenevakuierung auf das Wirtschaftsleben erklärte Staatssekretär Neumann, daß die in kriegswichtigen Betrieben im Arbeitseinsatz stehenden Juden derzeit, solange noch kein Ersatz zur Verfügung steht, nicht evakuiert werden könnten. SS-Obergruppenführer Heydrich wies darauf hin, daß diese Juden nach den von ihm genehmigten Richtlinien zur Durchführung der derzeit laufenden Evakuierungsaktionen ohnedies nicht evakuiert würden. Staatssekretär Dr. Bühler? stellte fest, daß das Generalgouvernement es be- erüßen würde, wenn mit der Endlösung dieser Frage im Generalgouvernement 5 Theresienstadt(Teresin) war ein Lager in der Tschechoslowakei, dessen Insassen Juden, hauptsächlich Greise, Frauen und Kinder, waren. betrifft die mit den Plänen der Judendeportation aus Italien, der ° Der ausgelassene Text Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und anderen Ländern verbundenen politischen Schwierigkeiten, wie auch Fragen über jüdische Mischlinge. ? Vgl. Dokument 199. 267 begonnen würde, weil einmal hier das Transportproblem keine übergeordnete Rolle spielt und arbeitseinsatzmäßige Gründe den Lauf dieser Aktion nicht behindern würden. Juden müßten so schnell wie möglich aus dem Gebiet des Generalgouvernements entfernt werden, weil gerade hier der Jude als Seuchen- träger eine eminente Gefahr bedeutet und er zum anderen durch fortgesetzten Schleichhandel die wirtschaftliche Struktur des Landes dauernd in Unordnung bringt. Von den in Frage kommenden etwa 2!/, Millionen Juden sei überdies die Mehrzahl der Fälle arbeitsunfähig. Staatssekretär Dr. Bühler stellt weiterhin fest, daß die Lösung der Judenfrage im Generalgouvernement federführend beim Chef der Sicherheitspolizei und des SD liegt und seine Arbeiten durch die Behörden des Generalgouvernements unterstützt würden. Er hätte nur eine Bitte, die Judenfrage in diesem Gebiet so schnell wie möglich zu lösen. Abschließend wurden die verschiedenen Arten der Lösungsmöglichkeiten besprochen, wobei sowohl seitens des Gauleiters Dr. Meyer als auch seitens des Staatssekretärs Dr. Bühler der Standpunkt vertreten wurde, gewisse vor- bereitende Arbeiten im Zuge der Endlösung gleich in den betreffenden Gebieten selbst durchzuführen, wobei jedoch eine Beunruhigung der Bevöl- kerung vermieden werden müsse. Mit der Bitte des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD an die Besprechungs- teilnehmer, ihm bei der Durchführung der Lösungsarbeiten entsprechende Unterstützung zu gewähren, wurde die Besprechung geschlossen. Nürnb. Dok. NG-2586. 201. 26. Januar 1942, Berlin.-— Himmlers Schnellbrief an Gluecks, den Chef der Amts- gruppe D(Konzentrationslager) im SS-WVHA, über die zu erwartende Depor- tation von 150000 deutschen Juden in die Konzentrationslager. Nachdem russische Kriegsgefangene in der nächsten Zeit nicht zu erwarten sind, werde ich von Juden und Jüdinnen, die aus Deutschland ausgewandert werden, eine große Anzahl in die Lager schicken. Richten Sie sich darauf ein, in den nächsten 4 Wochen 100000 männliche Juden und bis 50000 Jüdin- nen in die Konzentrationslager aufzunehmen. Große wirtschaftliche Aufträge und Aufgaben werden in den nächsten Wochen an die Konzentrationslager herantreten. SS-Gruppenführer Pohl wird Sie im einzelnen unterrichten. KP, Bd II, Dok. 34. Himmler ss aananı RAR Aare ehe RESET RER = E, 2 i i 202. 17. März 1942, Lublin.— Vermerk Reuters, eines Beamten im Amt des Gouverneurs des Distrikts Lublin, über eine Unterredung mit dem späteren Stabschef der„‚Aktion Reinhard‘‘, Höfle, wegen der im Distrikt Lublin begonnenen Aktion der Juden- vernichtung. Vermerk Ich erhielt am 4. 3. 42 ein Fernschreiben der Regierung Krakau, unterzeichnet vom Herrn Abteilungspräsidenten Dr. Siebert, in welchem deı Schlußsatz wie folgt lautet:„Ich bitte, dem SS- und Polizeiführer in Lublin bei seinen Maßnahmen behilflich zu sein.‘ Am 7. III. kam ein Anruf von der Regierung, Herrn Major Ragger, der im Zusammenhang mit der Judenaussiedlung aus Mielec in den Distrikt Lublin stand und in welchem ausdrücklich verlangt wurde, das Einvernehmen mit dem SS- und Polizeiführer herzustellen und zu pflegen und daß auf dieses Einvernehmen größter Wert gelegt wird. Ich versuchte nun sofort, mit Stabs- führer Nemez in Verbindung zu treten. Dreitägige, kurzfristig aufeinander foleende Anrufe blieben ohne Erfolg. Erst nachdem ich mich mit dem Personalamt der SS in Verbindung gesetzt hatte, wurde mir der Bescheid, daß Stabsführer Nemez in Urlaub ist. Am 12. 3.42 wurde ich an Ober- sturmführer Pohl verwiesen, der aber auch nicht der zuständige Sachbearbei- ter für Judenaussiedlungen war. Er verwies mich an Hauptsturmführer Höfle, Behreckkaserne. Telefon 1570-25(nach Dienstschluß unter 200% zu er- reichen Mit Hstuf. Höfle vereinbarte ich für Montag, den 16. 3, 42 eine Unterredung, und zwar um 17.30. Im Laufe der Unterredung wurde folgendes von Hstuf. Höfle erklärt: 1. Es wäre zweckmäßig, die in den Distrikt Lublin kommenden Judentrans- porte schon auf deı Absanesstation in arbeitseinsatzfähige und nicht arbeits- einsatzfähige Juden zu teilen. Wenn diese Auseinanderhaltung auf der Ab- gangsstation nicht möglich ist, müßte man evtl. dazu übergehen, den Trans- port in Lublin nach den obengenannten Gesichtspunkten zu trennen. 2. Nichteinsatzfähige Juden kommen sämtlich nach Belzec, der äußersten Grenzstation im Kreise Zamosz. 3, Hstuf. Höfle ist daran, ein großes Lager zu bauen, in welchem die einsatz- fähigen Juden nach ihren>erufen karteimäßig erfaßt und von dort angefor- dert werden können. 4. Piaski wird von polnischen Juden freigemacht und wird Sammelpunkt für die aus dem Reich kommenden Juden. 5. Trawniki wird vorläufig nicht mit Juden belegt. 1 Es handelt sich hier um die Deportation der Juden in ein schon damals im GG tätiges Ver- nichtungslager in 3elzec, in welches Judentransporte aus den Distrikten Galizien und Lublin geleitet wurden. 269 6. H. fragt, wo auf der Strecke Deblin-Trawniki 60000 Juden ausgeladen werden könnten. Über die jetzt von uns aus laufenden Judentransporte orientiert, erklärte H., daß von den 500 in Susiec angekommenen Juden die nicht arbeitsfähigen aussortiert und nach Belzec geschickt werden könnten. Laut Fernschreiben der Regierung vom 4. 3. 42 rollt ein Judentransport aus dem Protektorat mit der Bestimmungsstation Trawniki. Diese Juden sind nicht in Trawniki ausgeladen, sondern nach Izbica gebracht worden. Eine Anfrage des Kreishauptmannes Zamosc, von dort 200 Juden zur Arbeit her- anziehen zu können, wurde von H. bejaht. Abschließend erklärte er, er könne täglich 4-5 Transporte zu 1000 Juden mit der Zielstation Belzec aufnehmen. Diese Juden kämen über die Grenze und würden nie mehr ins Generalgouvernement zurückkommen. AJHI, GDL, Nr 3. Reuter 203. Judendeportation ins Vernichtungslager Belzec. Außer de sorge WITC Mit dem die Unter Bisenbah: Ausweich Aufgrund ım gleich Juden au Der Stan hergesied Lublin h Im einze und Reic 2200 und nica, Kre Am 13,3 und 800 Am 14, erhielt d in Belz U und nur Am I6, Unterge} Am 2) Tar Nogr dent 204. 7. April 1942, Lublin.— Auszüge aus einem Bericht von Türk, Leiter der Abteilung für Bevölkerungswesen und Fürsorge im Amt des Gouverneurs des Distrikts Lublin, für den Monat März 1942 über die Deportation und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im Distrikt Lublin. Außer den laufenden Vorgängen der Referate Bevölkerungswesen und Für- sorge wird folgendes besonders erwähnt: Judenumsiedlungsaktion des SS- und Polizeiführers Mit dem Beauftragten des SS- und Polizeiführers wurden und werden laufend die Unterbringungsmöglichkeiten besprochen und zwar begrenzt entlang der Eisenbahnlinie Deblin-Rejowiec-Belzec.! Ausweichmösglichkeiten wurden festgelegt. Aufgrund meines Vorschlages besteht grundsätzliche Klarheit, daß möglichst im gleichen Ausmaß, wie Juden vom Westen her eingesiedelt werden’, hiesige Juden auszusiedeln sind. Der Stand der Siedlungsbewegung ist zur Zeit der, daß ca. 6000 vom Reich hergesiedelt wurden, ca. 7500 aus dem Distrikt und 18000 aus der Stadt Lublin herausgesiedelt worden sind. Im einzelnen sind herausgesiedelt worden aus Piaski, Landkreis Lublin 3400 und Reichsjuden hereingekommen bisher 2000; aus Izbica, Kreis Krasnystaw 2200 und bisher Reichsjuden hereingekommen 4000; aus Opole und Wawol- nica, Kreis Pulawy 1950 ausgesiedelt Be Judenumsiedlung aus Mielec, Distrikt Krakau. Am 13. 3. 42 erhielt der Kreis Cholm ca. 1000 Juden, wovon 200 in Sosnowice und 800 in Wlodawa untergebracht wurden. Am 14. 3.42 erhielt Miedzyrzec, Kreis Radzyn ca. 750 Juden. Am 16. 3. 42 erhielt der Kreis Hrubieszow 1343 Juden, wovon 843 in Dubienka und 500 in Belz untergebracht worden sind. Die Mehrzahl waren Frauen und Kinder und nur eine Minderzahl arbeitsfähiger Männer. Am 16. 3.42 erhielt der Kreis Zamosc ca. 500 Juden, die alle in Cieszanow untergebracht worden sind. Judenumsiedlung Bilgoraj. a 22.3.42 sind 5/ Judenfamilien mit 221 Personen von Bilgoraj nach Tarnogrod übersiedelt worden. ! Judentransporte aus dem Lubliner Gebiet wurden zu jener Zeit fast ausschließlich in das Vernichtungslager Belzec gesandt. 2 Von März 1942 an kamen in das Lubliner Gebiet zahlreiche Transporte von Juden, die aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei deportiert worden waren.(AJHI, GDL, Nr 3; vgl. auch Dokument 209.) ® Der ausgelassene Text betrifft Kennzeichnung der Juden. Deutschstämmigkeits- Ausweise. Verschiedene Kreishauptleute berichten weiter über starke Nachfrage nach Deutschstämmiegkeits-Ausweisen. Der Grund ist darin zu sehen, daß in Zukunft jeder Nichtdeutsche im Besitz einer Kennkarte sein muß, und verschiedene, sich als deutschstämmig fühlende, glauben, daß sie dann keine polnische Kennkarte zu beantragen brauchen. ! AJHI, GDL, Nr 3 I Im ausgelassenen Absatz werden allgemeine Probleme erörtert, z. B. Fürsorge, Arbeits- lager u. a. 205. Judendeportation aus dem Distrikt Lublin ins Vernichtungslager Belzec. 206. Aussage des Bauern Karol Mulak über die Ermordung jüdischer Waisen aus Lublin im Dorf Tatary bei Lublin. Es war Frühjahr 1942. Ich erinnere mich, daß die Erde noch festgefroren war, als eines Sonnabends(das Datum kann ich nicht genau angeben, jeden- falls war es im März oder im April) Häftlinge zum Schaufeln von Gruben gebracht wurden. Es geschah auf dem Feld eines gewissen Morawski, unge- fähr 50 bis 100 m von mir entfernt. Den ganzen Sonnabend und den halben Sonntag arbeiteten die Häftlinge ununterbrochen, mit der harten Erde rin- 272 send. T1 achtete i Die Grul marschie eine ahn gelaufen stoppt W leute in Neugieri Kranken zuziehen die in de für die E auf der verhüllt. hinein,: an die( kleine K Kindern die Kin einem N Graben, EINgewic dem anı Die Mä Boten ai gewehr um das Stöhnen die Erdı Die sch lährt ah Nac h u der, Sie am Rar daß: isn ginn EI RNODTTRTLIIONENEUD ENESAINLULET BI IR ER ISRRITLGSETIDERTNEIEITET CNN gend. Trotz strenger Verbote und der Anwesenheit einer SD-Wache beob- achtete ich von meiner Scheune aus diese merkwürdigen Vorbereitungen. Die Grube war ungefähr 5 m lang und 1,80-2 m tief. Nach beendeter Arbeit marschierten die Häftlinge ab. Eine Totenstille herrschte über den Feldern, eine ahnunssvolle Stille... Gegen 2 Uhr nachmittags kam meine Tochter gelaufen und erzählte erschrocken, daß der Verkehr auf der Chaussee ge- stoppt worden sei, sowohl für Fußgänger als auch für Militärautos. Gestapo- leute in hohen Mützen gehen herum; sie fluchen und schießen, um den Neusgierigen einen Schreck einzujagen, und haben sogar den im nahen Krankenhaus befindlichen Soldaten der Wehrmacht befohlen, sich zurück- zuziehen. Einer hat sich auf einen Hügel gesetzt mit der Absicht,.von dort die in der Hütte beschäftigten Leute zu beschießen, falls sie zuviel Interesse für die Ereignisse, die sich abspielen würden, zeigen sollten. Plötzlich erscheint auf der Chaussee ein riesiger Lastwagen, mit einer schwarzen Plane dicht verhüllt. Er fährt in das ungefähr 100 m von der Chaussee entfernte Feld hinein, auf welchem sich die Grube befindet. Das Auto fährt rücklings dicht an die Grube heran: nachdem die Plane heruntergenommen ist, kommen kleine Kinder zum Vorschein, meistenteils in Windeln eingewickelt. Mit den Kindern sind auch zwei erwachsene Männer gekommen. Die Ukrainer legen die Kinder auf den Sandhaufen, und ein Gestapomann schießt auf sie mit einem Maschinengewehr; nachher wirft einer der Männer die Kinder in den Graben, und der andere steht darin und legt die immer noch in Windeln eingewickelten, noch halb lebendigen, zuckenden Kinder, quer eins neben dem anderen. damit sie möglichst wenig Platz einnehmen sollen Die Männer haben blutige Hände, sie wandeln auf dem Feld umher wie Boten aus dem Jenseits; der zweite Gestapomann beschießt mit Maschinen- gewehr die agonisierenden Körperchen da unten, um sie vollends zu töten, um das furchtbare Stöhnen, das von unten heraufdringt, zu übertönen, Das Stöhnen wird stiller, hört aber nicht auf; es hört sich unheimlich an, als ob die Erde zuckte und von Seufzern bewegt würde. Die schreckliche Arbeit ist beendet; die Grube bleibt offen, und das Auto fährt ab, um einen neuen Transport zu holen. Nach ungefähr einer Stunde kehrt es zurück. Diesmal bringt es größere Kin- der. Sie gehen in den Tod zu vieren, sich an den Händen haltend. Sie bleiben am Rand der Grube stehen, der Deutsche sc hießt auf sie mit einem Revolver, so daß sie gleich in die Grube fallen AJHI, Aussage Nr 636.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 18 Getto 213 ungtiti 207. Kinder vor der Exekution. über eu teilt mi die sich ET uns denen au Ih lzb; Qlzh 208. Ainder werden zur Erschießung geführt. 209. 12. April 1942, Lublin.— Meldung des Vorsitzenden des Judenrats in Lublin an den Vorstand der SS in Krakau(Kraköw) über das Eintreffen von deportierten Juden aus dem Reich und der Tschechoslowakei in die Städte des Distrikts Lublin. Notiz über ein Ferngespräch mit Herrn Dr. Alten am 12. April 1942. Herr Dr. Alten teilt mit, daß er keinen Plan bezüglich Einteilung des für die Umgesiedelten, die sich im Distrikt Lublin befinden, bestimmten Hilfsfonds entwerfen kann, er uns aber genaue Zahlen der in die einzelnen Orte Umgesiedelten, nach denen wir uns beim Einteilen der Subventionen richten können, angibt: Belz 460 Personen Cieszandöw 465 Personen Dubienka 787 Personen 210 Personen 740 Personen Sosnowica Micdzyrze« Wlodawa 770 Personen, alle aus Mielec. In Izbica trafen aus dem Protektorat zwei Transporte zu 1000 Personen ein. In Izbica trafen aus dem Rheinland 1871 Personen ein. ERTIRNL. Lu In Piaski Lub. trafen aus dem Protektorat 1008 Personen ein. Außerdem kamen in den letzten Tagen weitere Transporte an, deren Zahl zwischen 2500 und 3000 Personen schwankt. Die letzten Ziffern sind noch nicht offiziell bestätigt worden. Gestern hat er eine inoffizielle- übrigens bis jetzt noch nicht bestätigte— Nachricht erhalten, daß Lublin ein Personenzug von 19 Waggons passieren sollte, der angeblich nach Izbica fuhr und Um- siedler aus Wien enthielt. Offiziell konnte noch nichts festgestellt werden. Bezüglich Lublin selbst ist in dieser Stadt bis jetzt eine unbedeutende Anzahl Juden geblieben, die laut nicht offiziellen Angaben aus der Stadt in ihre Umgebung umgesiedelt werden sollen. Die in Lublin den Hilfsbedürftigen erteilte Hilfe besteht in Brotzuteilungen und einem Suppengericht täglich, das in einer Küche verteilt wird. Angesichts aber der in Lublin selbst zu erwartenden Umsiedlung wird eine größere Summe benötigt. Vorläufig ist die Aktion eingestellt worden. 3ezüglich seines Eintreffens teilt Herr Dr. Alten mit, daß er sich darum be- müht: er weiß aber nicht, ob es ihm gelingen wird. Er bittet womöglich um Aufschub der Sitzung bis Monatsende, da er hofft, bis zu dieser Zeit bestimmt kommen zu können. AJHI, JUS, Nr 218.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 210. 9. Mai 1942, Lubartow.— Schreiben des Landkommissars in Lubartöow an den Kreishauptmann Lublin-Land über das Eintreffen aus der Slowakei deportierter Juden in Lubartöw. Betr.: Umsiedlung von Juden aus der Slowakei. Wie ich bereits fernmündlich berichtet habe, wurde mir am vergangenen Mittwoch vom Gouverneur des Distrikts, Bevölk. u. Fürsorge, mitgeteilt, daß am Donnerstag 1000 Juden aus der Slowakei eintreffen würden; sie würden in etwa 14 Tagen weiter transportiert. Am Donnerstag den 7. Mai spät abends kam der Transport hier an; es waren 841 Personen, altere Männer und Frauen mit Kindern, 199 Männer wurden in Lublin zurückbehalten. Dieser Trans- port war mit Gepäck und Lebensmitteln besser ausgestattet als die früheren. Die Leitung der Umsiedlung ab Lublin hatte der SS-Obstf. Pohl, der auch anläßlich der Aussiedlung der hiesigen Juden am 9. April hier anwesend war. Die Juden sind vorerst im früheren Gymnasium untergebracht. Ob und wann der Weitertransport erfolgt, ist noch nicht geklärt. AJHI, Kr L-L, Nr 6, S. 28. Landkommissar. 11. Die nd angı MR Bon} anna ann DRRDENGRLLDRAEND sans ERLLIDADEN 6000: 211. Die Deportation der Juden aus verschiedenen Orten des Distrikts Lublin wird angekündigt. £ubim. den 19.Mai 1942. F/ho An den GSeheim! Herrn Gouverneur des Distrikts Lublin, 2] Der Rreishauptmann ın Lublin-Land Difenft Cubln @eneralgouvernement Unternbteilung Bev und Fürsorge, erungsweser Amt für Innere Verwaltung Betr.: Aus- und Umsiedlung von Juden Auf die Rundfrage von 12.d.iM. hin empfehle ich, bei sich biete Gelegenheit folgende Juden abzuschieben, deren Aussiedelung zu- erst nötig ists Lubartow: 2737 Ostrow-Stadt: 5062 Piaski.; 6166 Belzyce: 3639 Bychawa:ı 27553 Chodel: 1598. PR EIEIETER 212. I. Mai 1942, Posen(Poznan).— Schreiben des Reichsstatthalters im Warthegau, Greiser, an Himmler über die baldige Beendigung der Judenvernichtungsaktion und mit dem Vorschlag, anschließend die Tbc-kranken Polen zu vernichten. Reichsführer! Die von Ihnen im Einvernehmen mit dem Chef des Reichssicherheits-Haupt- amtes SS-Obergruppenführer Heydrich genehmigte Aktion der Sonder- behandlung von rund 100000 Juden in meinem Gaugebiet wird in den nächsten 2-3 Monaten abgeschlossen werden können.! Ich bitte Sie um die Genehmigung, mit dem vorhandenen und eingearbeiteten Sonderkommando im Anschluß an die Judenaktion den Gau von einer Gefahr befreien zu dürfen, die mit jeder Woche katastrophalere Formen annimmt. Es befinden sich im Gau ca. 230000 bisher erkannte Tbc-Kranke polnischer Volkszugehörigkeit. Von diesen wird die Zahl der mit offener Tuberkulose behafteten Polen auf ca. 35000 geschätzt. Diese Tatsache hat in immer er- schreckenderem Maße dazu geführt, daß Deutsche, welche vollkommen ge- sund in den Warthegau gekommen sind, sich angesteckt haben. Insbesondere wird die Ansteckungsgefahr bei deutschen Kindern mit immer größerer Wir- kung gemeldet. Eine ganze Reihe namhafter führender Männer, insbesondere auch aus der Polizei, sind in der letzten Zeit angesteckt worden und fallen durch die notwendig gewordene Behandlung für den Kriegseinsatz aus. Die effektiv immer erößer werdenden Gefahrenmomente sind auch von dem Stellvertreter des Reichsgesundheitsführers, Pg.? Prof. Dr. Blome, sowie von dem Führer Ihres Röntgen-Sturmbanns, SS-Standartenführer Prof. Dr. Hohl- felder, erkannt und gewürdigt worden. Wenngleich auch im Altreich mit entsprechend drakonischen Maßnahmen gegenüber dieser Volkspest nicht durchgegriffen werden kann, glaube ich es doch verantworten zu können, Ihnen vorzuschlagen, hier im Warthegau die Fälle der offenen Tbc. innerhalb des poln. Volkstums ausmerzen zu lassen. Selbstverständlich dürfte nur derjenige Pole einer solchen Aktion überstellt werden, bei dem amtsärztlich nicht nur die offene Tbc., sondern auch deren Unheilbarkeit festgestellt und bescheinigt worden ist. Bei der Dringlichkeit dieses Vorhabens bitte ich möglichst schnell um Ihre grundsätzliche Genehmigung, damit jetzt während der ablaufenden Aktion gegen die Juden bereits die Vorbereitungen zum anschließenden Anlaufen der Aktion gegenüber den offen mit Tbc. behafteten Polen mit allen Vor- sichtsmaßnahmen getroffen werden können. Eraser Alexander Mitscherlich und Fred Mielke: Das Diktat der Menschenvernichtung, Heidelberg 1947, 8.142 f., Dok. 246 aus dem Prozeß gegen 23 SS-Ärzte und deutsche Wissenschaftler. ı Die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im Warthegau begann faktisch schon im Oktober 1941. Das Vernichtungslager in Kulmhof am Ner(Chelmno nad Nerem) war schon am 8.12. 1941 tätig. Bis 1. 5. 1942 wurden aus Lodsch allein 50000 Juden dorthin zwecks Ver- nichtung deportiert.(AJHI, JLo, Tageschronik 1942.) 2 Pg.— Parteigenosse. 278 Kür den| aan ERREEEDAN TEEN HESDN SHE 213. Mit Chlorkalk wurden die Waggons ausgestreut, in denen die Juden ins Todes- lager Kulmhof transportiert wurden. Kopernikus-Apothehe Ra Pe Bi Dyarmaylerat Aeinrih Weiß Dofen, Berlinerftraße 18 Telefon 23-58.j Jj A Bankkonto ne mmus. Rechnung Atud-Strape 3 Für den Beauftragten des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums Abt. I/G. Inspekteur des Gesundheitswendns SS-Sturmbannführer Dr. Kri st Laut Ihrer Bestellung vom 12.3.42, wurden; bahnlagernd Warthbrücken geliefert: 1641 kg. Chlorkalk( 5 Fässer) 599, 45 ® 15% Abschlag 89, 92 Bern“ 509, 54 Zustellung lt. Rechnungsabschrift vr Kr DAN ee, VAnsı{ i PS rt. x GetioVerwaltung Litzmannsts dt 2 Pe KOPERNIKUS-APOTHEKE 17 2 Inh) Apoiheka r einrich Weiss n 1 en Posen, nerstrasse|8 | Abtat\eng|| ech. - el wunh Pu vur8r3 ©, 2. R Sleilher, Dafen. 2/1001 214. Forderung der Reichsbahn zur Bezahlung des Fahrgeldes für zwölf Sonderzüge. B MM & B % % Y 4 gr: Ed Deuiphe Reih;ebabe Litzmannstadt„„ 19. Mai 19 42 Dorftand S r des Reichebahn- Verkehrs= amts Se BA 3 An die Geheime Staatspolizei Litzmannstadädt. Betr.: Fahrgeldzahlung für Sonderzüge nach Warthbrücken. Für die in der Zeit vom 4.5.- 15.5.1942 abgefertigten zwölf Sonderzüge von Widzew nach larthbrücken sind 33 731,35 R& Fahrt- kosten entstanden. Ich bitte, den Betrag bei der Fahrkartenausgabe Litzmannstadt Hbf sinzuzahlen. nn f jE r_ 7 jerlnem L itzmannstadt,den 27.Mai 1942. l ltung|| zur Bezahlung EREIBERERERNERS Sea TE ER j 2 RESTE ge ee Nachweise der in der Zeit vom 4.5.- 15.5.42 abgefertigten Juden- Sdz. Hinfahrt Rückfahrt m Fr Bef. Pers. Fahrtkosten Begleiter Fahrtkosten Juden Begl. RE Hp? EA Hp2 SEHE UpF 4. 1008 12 2973 60 33 60 12 67 20 5.0914 13 2696 30 36 40 13 72 80 6. 1000 13 2950:00 36 40 13 72 80 er 852. 13 2808 40 36 40 13 72 80 958 12 2814 30 56 40 13 72 80 9 952: 13 2808 40 36 40 13 72 80 7105.33 2964 75 36 40 13 72 80 11,349: 13 2799 55 36 40 15 72 80 12, 947.13 2793 65 36 40 13 172 80 13. 1000 13 2950 00 36 40 13 172 80 BT 12 2082 70 36 40 13 72 Bo 15,606..13 1787_7o__36,_40 13 72 80 10993 155 32429 35 454 00 4199 868 00 Hinfahrt: Widzew- Radegast- Przybylow= 147 Kn., Halber Fahrpreis 2,95 R4. Rückfahrt: Warthbrücken- Widzew= 140 Km. Fahrpreis 5,60 RA» 281 gasung von Juden im Todeslager Kulmhof. 215. Lieferung eines Dieselmotors an das SS-Sonderkommando Bothmann zur Ver- FERNSPRECHER 23521 An Ass bear six ur Erduerkerta surinmes SS-Sonderkonnando X Re& z.H.Herrn SS-Hauptsturnführer Krin.-Kon. Bothmanıu K L h Post Richstäd arthaland LEIPZIG N Bau ı Stck. Bebrguchter.bebinbanzcherer Dieselmotor stehend, Zweitakt, 550 Umir/lin., ng Hatz, Type HA, Schwungred Bd 900 x 120 breit, n.Rienenscheibe 8 3502300 br., Durchfiußküklung, Luftanlaßeinrichtung, Bronnstoifgefäß, Auspufftopf, vorh.Vem- 1 2.Novenber 43 binäungsleitungen, ab Leipzig....... seco „uw wem 0 Der Motor ist bruch-, riß- und schweißfrei. in 17.2.1947 9) d PA en ASE A| H“eo, user> Eh DER DLR 4 vr, Fe a u 2% , AK r ZAHLIUNMGS- UNDER-DLLUNG SORT LEIAzIS er NettO Kassel RA % nenn 1400,— ” h 55-Sta lult, Lit Zungen MRuansnnn R 2 RER use: ar Br Z see n” na BR AR BRIAN ER ANEOREDD DIEB SMERTED DETROIT SS-Standartenführer Blobel Z.2t. Staatspolizeistelle Litzmannstadt, den 3.2.1943 za ma nnstadt An die Getto-Verwal$ung Li,tzmannstadt Z.Büs vw, Herrn B jieb 0 9 » 42 ” oh Betr.: Lieferung der Firma Motoren-Heyne, Leipzig Cl, Für Zwecke des Sonderkommandos Kulmhof Vorg.: Besprechung am 3.2.1943 Obige Firma lieferte für das Sonderkommando Kulmhof den in beiliegender Kechnung augeführten Dieselmotor. Es wird gebeten den Betrag von EM 1400,00 lt. beiliegender kechnung an obige Firma zu überweisen. - ZA SS-Standartenführer f L 283 216. Deportation von deutschen und tschechoslowakischen Juden aus dem Lodscher Getto ins Todeslager Kulmhof. 917. 1942, ı und ihr N. N.. Januar Februar März April "Die Juden vom 16. b 3, Etappe 218. 9, Fun Lodsch ins Ve Judentu m Im Hinbli AnWeisun: (et, Nach. kulert und Zusammen Juden im Sesetzt un Werden, T gesetzt Notwend ie Zwecke W 217. 1942, Lodsch (Lodz BRLDUEN! ERDOTERRSEORTSDEH Tabelle der Sterblichkeit der Juden im Lodscher Getto ennassinsinnnn; und ihrer Massendeportation ins Vernichtungslager Kulmhof am Ner(Chelmno 1. N.) Bevölkerungsbewegung im Getto Lodz (laut Anmeldungsdatum im Meldebüro) —_ Eee I EEE RE ers—. u a” | Zugang| Abgang ie ne, we BEER EB | Stand am| Erre| Ausgesiedelt| 1942| Monats- Er=: 7 ef Gebo- Er Zu-|Gestor-|| Zn | ren| Sue sammen, ben| nach zur sammen ||| Reich u.|| Kulmhof| Arbeit | Wrtl.|||| ZVHIEHBEREN[3215 1. ES BE x TERNERE BR B 2 Be ER BEL LIEN| je a |[Er| te| Januar| 162.681| 37 119°| 156 1.1787 10.003| 46| 11.836 | Februar 151.001| 17| 28| 13| 1873| 71.020, 99| 3.997 | I Basler|| 2 Pa e> März 142.079| 57| 80| 2244| 24.695 118| 27.057 | | Pan 1 April 1 15.1022|. 68,| 10| 78| 1888| 2.353 133| 4.374 u Mai 110:806.| 71|) 7.051.| 71225 1778| 10.914| 766 13.458 ”-|||| : En| e.+ Se] x Juni 104.470| 67| 48| 615| 1714|| 825| 2.539 |)| Juli| 102.546|||||| AJHI, JLo, Evidenz-Abteilungen, Bd 24. 1 Die Judendeportation aus Lodsch nach Kulmhof wurde in 3 Etappen vollzogen: 1. Etappe vom 16. bis 29. 1. 1942 14 Transporte; 2. Etappe(vom 22: 2::b15,24.4. 40 Transporte; 3. Etappe(4. bis 15.5. 12 Transporte. f 44 Auszug aus einem Lagebericht der Gestapo in 2iB. 9. Fun, 1942, Lodsch(Zödz). Lodsch über die Massendeportation der Juden aus dem Regierungsbezirk Lodsch ins Vernichtungslager Kulmhof(Chelmno Judentum. Im Hinblick auf das Judentum war die staatspolizeiliche Arbeit auf das nach Anweisung des Gauleiters zu schaffende Gaughetto in Litzmannstadt gerich- tet. Nach Anweisung des Gauleiters sollen alle nichtarbeitsfähigen Juden eva- kuiert und die arbeitsfähigen des gesamten Von hier aus sollen dann größere Mengen von. Gaues im Ghetto Litzmannstadt zusammengefaßt werden. Juden im Gaugebiet zu verschiedenen Arbeiten(Bahn- und Straßenbau) an- gesetzt und nach Beendigung der Arbeit wieder in das Ghetto zurückgeführt werden, Die im Ghetto verbleibenden Juden werden dort restlos zur Arbeit eingesetzt. Im Zuge der Bildung des Gaughettos erwies es sich zunächst als notwendige, Raum für die einzusiedelnden Juden zu schaffen. Zu diesem 5,<« Zwecke wurde eine größere Anzahl nichtarbeitsfähiger Juden aus dem Ghetto 285 evakuiert und dem Sonderkommando! zugeführt. Von den polnischen Juden wurden seit dem 16. 1.42 insgesamt 44152 ausgesiedelt. Von den aus dem Altreich, der Ostmark und dem Protektorat Böhmen und Mähren im Okto- ber 1941 in das hiesige Ghetto eingewiesenen 19848 Juden wurden 10993 evakuiert, so daß nunmehr für zirka 55000 Juden Platz im Ghetto geschaffen worden ist. Im Anschluß daran wurde nun dazu übergegangen, die Land- kreise zu bereinigen. Es wurden zunächst aus dem Kreise Lentschütz rund 9000 Juden evakuiert. Es verblieben nur 1000 in Ozorkow, die dort dringend zur Durchführung von Wehrmachtsaufträgen benötigt werden. Der Kreis Lentschütz ist somit grundsätzlich als judenfrei anzusehen. Im weiteren Ver- lauf der Bereinigung der Landkreise wurde nunmehr der Landkreis Litz- mannstadt in Angriff genommen. In diesem Kreise befanden sich Juden nur noch in Löwenstadt und Strickau. Aus Zweckmäßigkeitsgründen wurden zu- nächst sämtliche Juden aus Strickau nach Löwenstadt umgesiedelt. Von den nun im Ghetto Löwenstadt befindlichen Juden, etwa 6000, wurden rund 3000 als nichtarbeitsfähige evakuiert, während der Rest, der aus Facharbeitern besteht, ins hiesige Ghetto überführt und bereits zur Arbeit angesetzt wurde. Als vorläufiger Abschluß der Bereinigung der Landkreise wurde die Stadt Pabianice von Juden gesäubert. Es wurden hier rund 3200 Juden evakuiert, der Rest von 4000 Juden in das hiesige Ghetto überführt. Da den Juden des Bezirks natürlicherweise die Aussiedlung bekannt geworden war, versuchten sie, durch Verschiebungen von Vermögenswerten, Flucht in das Generalgouvernement und überhaupt weitestgehende Nichtbefolgung der behördlichen Anordnungen die Aussiedlung zu stören. Aus diesem Grunde wurden von hier aus beim RSHA schärfste Maßnahmen gegen die Juden beantragt und vom RF SS mehrfach Exekutionen an Juden angeordnet. So wurden bisher insgesamt 95 Juden öffentlich gehängt. Diese Maßnahmen hatten zur Folge, daß der Jude das hiesige scharfe Durchgreifen erkannte und sich nunmehr im Großen und Ganzen allen Anordnungen ruhig fügte. AIM, Gestapo Lodsch, Nr 234, S. 101. 1 Es stand unter dem Befehl des SS-Hauptsturmführers Bothmann. 919, Offent EVEN RR NS RRAEELSLRHR A DTRRATLETER ERTEILT TTS Insagüie n 220.„„Gefahrenzulage‘‘ für SS-Männer, die bei der Deportation und Vernichtung von Juden aus dem Regierungsbezirk Lodsch beschäftigt waren. — 157 An die Geheime Stantspolizei z. Hd. Herrn Roegierungerat Veyaand Litzmennsataät ! 0271/B/R 23. 2. 1942. Betras Gefahzrenzulage für die in Getto tätigen Stapo»Deanten, Bezus: Telefonat vom 19. 2. 1942 zuiechen Herım Regie= rungerst Weygand und dem Leiter der Gettover=m waltın;, Herrn Biebow, Die im Getto tätigen Beanten der Kriminalzollzei beziehen seit November 1340 Gefahrenzulage, und zwar pro Kopf und Tag Ak 2,= Ki 60.— im Monat, Die gleiohe Sonderverzütung wird auch’an die Angestellten der Geitoverwaltung gezahlt, dis unnittelbar mit Juden in Berührung: kommen, Die Vers gütung etützt sich in wesentlichen auf die höheren Ausgam ben für Wasohsittel, zesteigerten Verbrauoh an Textilien, eüoch besonders ist die Gefahr von Inlektionskrankheiten ingeschlössen, Zun Zuge kommt demuaoh eine Nachzellung eb .e 11. 1940 Zür Linf Beamte der Stapo, und zwars Berrn Zoncisser Puohz, ” Richter, % Stromberg, “ YeryeBon, # Karell, Dies ergibtieine Cesautsumne von Ri 4 900.=-, also nuro Per= zon KM 960.-. ä J L 1 wie ich höre, scheidst Herr Kareli ab 1. 3. 1942 sus Ger Abteilung von Herrn Konnisear Fuchs aus, an seine Stelle tritt Herr Schmidt, 2 FR% 4 TRARANN) BUHNRRNN Ih hl vo EB RRERN ER ANODDEDNFEBENSDEDETERGERLDHDISILBEANNG span Die Gesamtsumme von RM 300.- im Monat ändert sich ab 1. 3. 1942 auf RM 360.—-, da Herr Walden sicherlich durch die Großevakuierung aus dem Getto in beträchtlichen Maße für den Außendienst einzeepa: werden dürfte, Die Gelder wer= den aufgebraaht aus beso agnalımten Judenwerten und aueh enteprechend in meiner enatstelle verbucht, 289 19 Getto HRRIORRIUNRUHE wettoverwaltung Litzmannstaät, den 26.11.1942= Personalstelle= o2T/4a/02/W/Ste Folgende Beträge sind für die Angestellten und Arbeiter für die 5 Aa zeit vom l. September bis zum 30. November verauslagt worden:-- Zusat ahrenzulage. N sensseranem- Septamber 1942. ür die Zeit vom 1.7.bis zum 31.8.1942 a 4, RN 248, Schindke, Hugo fir die Zeit vom ı1.-25.[) und 31.8.1942 a RN 4,-—- RM 84,--\ + Arbeitreberanteil Fl RM 1,86 RM 65,86: 2 Seidel, Rebert für die Zeit von 1.bis 4 zum 31.8.1942 a RN 2,—— RN 62,-- >+ Arbeitgeberantcil Fl 2 RM 3,58 +" c.2 RM 569 RM 66,27 Oktober 1942 e Geselle,“Oswald für die Zeit vom 11.bis zum 31.8.1942 a RM 4,—- RM 84,-- RM 84,-- S 2; ®' Förster, Nax für die Zeit vom Il.bis zum 14.8.1942 u.f.d.24.,|% 25. und 31.8.1942 a Rli 4,-- Ri 28,-- + Arbeitzeberanteil F 1 RM_76,-- RM 28,76| Hoffschild, Rich. für die Zeit‘vom 1.7.bis N zum 25.8.1942 a RM A,-- 1 224 5| + Arbeitgeberanteil F 1 RM 2,59 RM 226,59 Henschel, mil für die Zeit vom 1.7.bis zum 17.8.1942 a RM 4,—- RM 192,— + Arbeitgeberanteil?v. RN 7,80 RN 199,80 Kerber, Reinhold für die Zeit vom 27.8.bis zum 31.8.1942 a RN 4,-- RN-- + Arbeitgebereanteil Fl RN—-,55 RM 20,55 pertrag: RM 939,83 Eine 2 uno H RR Blatt 4 mertrag: Gehälter u.Löhne Tal senp? Gebauer, Alfred RM 517,02 Seifert, nz Ru 910,-- ander, Otto RM 594,48 Zippel, Otto Wu 567,9‘ RM 572,03 RM 910,-- Rl\ 49,85 ovember 1942 «== ‘Gebauer, Alfred RM 650,83 Seifert, Franz a RM 939,55 Zander, Otto RM 653,72 zippel, Otto RM 562,25 (zuvi verrechn. Ruhelohn v.Bielenkow in Abrechnung v.8.9.42) Die Bezählung. fällt zu Lasten des Kontos 12300 Rechnerisch und sachlich richtig: Mu\; Ar Ah isnngansHyggnnmmaninnannnassunngnnmans las a 6 1.926,91 RM 2.806,3° RM 10.146,40” r ER ern RM 10.144,40 291 221. 2. Juli 1942, Lodsch(Löd2).- Auszug aus einem Lagebericht der Gestapo in Lodsch über die Situation der Juden in diesem Regierungsbezirk und die Methoden ihrer Vernichtung. Juden. Im Berichtsmonat haben die Ghettobewohner keine Veranlassung zu staats- polizeilichem Einschreiten gegeben, obwohl mit der durchgeführten Evaku- ierung eine gewisse Unruhe in die jüdische Bevölkerung hineingetragen worden ist. Die seit Monaten zu Gunsten der Evakuierung verfügte Postsperre wird nach wie vor mit der größten Aufmerksamkeit durchgeführt, so daß der einzelne Jude keine Möglichkeit hat, mit der Außenwelt in Verbindung zu treten. Alle noch anfallenden Briefe werden sichergestellt und unverzüglich vernichtet. Durch die starke Verwandtschaft der Juden, die in allen Erdteilen vertreten ist, fallen außer den Briefen noch laufend Liebesgabenpäckchen an, die vorwiegend mit Genuß- und Lebensmitteln gefüllt sind. Auch diese Päck- chen werden sichergestellt und der Ghettoverwaltung zur weiteren Verwertung zugeführt, die sie an die Lazarette weiterleitet. Im Zuge der Erfassung des noch versteckt gehaltenen bzw. vergrabenen Juden- gutes wurden im Monat Juni neben größeren Mengen Textilien, Wertgegen- ständen aller Art sowie Haushaltungsgeräten auch 410 Golddollar sicher- gestellt. Durch das starke Nachlassen der Widerstandsfähigkeit der Juden ist auch die Arbeitsleistung zum Absinken gekommen. In diesem Zusammenhange hat nunmehr der Älteste der Juden alle über 10 Jahre alten Kinder zum Arbeits- einsatz gebracht, um die Lieferungstermine der Heeresaufträge genauestens einzuhalten. Trotz der schlechten Ernährungslage sind die Juden immerhin noch bestrebt, eine einwandfreie Arbeit zur größten Zufriedenheit auszuführen. Für die laufenden Heeresaufträge werden im hiesigen Ghetto etwa 70000 Ju- den beschäftigt, die bis Ende dieses Jahres in 3 Arbeitsschichten voll aus- genutzt werden können. In Anbetracht des Vorjahres hat sich der Gesundheitszustand der Juden um das 3-fache verschlechtert, obwohl der Älteste der Juden alle erdenklichen Vorkehrungen trifft, seine Rassengenossen arbeitsfähig zu erhalten. Schon seit Monaten ist die durchschnittliche Sterbezahl der Juden auf 1800 ange- stiegen, die auch nach dem Eintritt der wärmeren Jahreszeit nicht zum Absinken gekommen ist. Im Monat Juni sind 1725 Juden gestorben. Von den Todesfällen entfallen 397 auf Lungentuberkulose, 368 auf Herzschwäche, 425 auf Unterernährung, 14 auf Fleckfieber, 24 auf Ruhr, und 497 Sterbefälle verteilen sich auf all- gemeine Erkrankungen. Der Sterbeziffer stehen 49 Geburten gegenüber, davon 5 Totgeburten. Ein anderes Bild ergibt sich unter den Juden in den Landkreisen, die nur mit den schärfsten Strafen in den Schranken gehalten werden können, weil die 292 immer wie iber die na In einem| schreiten( der Fluch‘ behandlun Wartha w. streichend die Juden scharfes D AIM, Gestap ! Deckbezei “ se A ERROR BERN AREBDEDNERSENERUR DEI TERURNEN immer wieder versuchen, ihre Wohngebiete widerrechtlich zu verlassen, um über die naheliegende grüne Grenze des Generalgouvernements zu entkommen. In einem Falle konnten aus dem Landkreis Welungen 6 Juden beim Über- schreiten der Gouvernementsgrenze festgenommen werden, wovon einer auf der Flucht erschossen wurde. Die Juden werden demnächst der Sonder- behandlung! zugeführt. Aus der im Landkreis Schieratz gelegenen Stadt Wartha waren in der Berichtszeit 9 Juden abgängig gemeldet, die sich land- streichend im Bezirk umhertrieben. Als Abschreckungsmaßnahme ist gegen die Juden beim RSHA Sonderbehandlung beantragt, um ihnen ein weiteres scharfes Durchgreifen begreiflich zu machen. SS-Sturmschf. u. AIM, Gestapo Lodsch, Nr 234, S. 112. Krim. Sekretär. 1 Deckbezeichnung für Vernichtung. 293 13.23. 222. Deportation von Juden aus dem Regierungsbezirk Lodsch in das Todeslager Kulm- Heike | Indust hof zur Vernichtung. Sehr geeht Ich habe Bouhler fü einen Teil Bitte von Angelegen Judenakti: nicht eine keiten ein haben mir aus Grünc lassungen, eigenen E diesem Zu Bei ca. 10 2-3 Milli stehe in Arbeiterfr Fall herar gleichzeit; bereits be diesen 7 Nochmals Erbkrank U Zeitraı Nur relati durchfüh, Worden is den Ausu ıp DEeTE Its\ı Stenlisier: Sandte Bı [ragt Bra solle“(,, Derartig, ZRUN\ AN c ler( 223. 23. uni 1942, Berlin.— Schreiben Viktor Bracks, Oberdienstleiter in Hitlers Parteikanzlei, an Himmler, worin vorgeschlagen wird, im Interesse der deutschen Industrie von den 10 Millionen europäischer Juden, die vernichtet werden sollten, einige Millionen arbeitsfähiger Juden zurückzubehalten. Die zurückzulassenden Juden sollten vorerst sterilisiert werden. Geheime Reichssache Sehr geehrter Reichsführer! Ich habe dem Brieadeführer Globocnik auf Anweisung von Reichsleiter Bouhler für die Durchführung seiner Sonderaufgabe schon vor längerer Zeit! einen Teil meiner Männer zur Verfügung gestellt. Aufgrund einer erneuten Bitte von ihm habe ich nunmehr weiteres Personal abgestellt. Bei dieser Angelegenheit vertrat Brigadeführer Globocnik die Auffassung, die ganze Judenaktion so schnell wie nur irgend möglich durchzuführen, damit man nicht eines Tages mitten drin steckenbliebe, wenn irgendwelche Schwierig- keiten ein Abstoppen der Aktion notwendig machen. Sie selbst, Reichsführer, haben mir gegenüber seinerzeit schon die Meinung eeäußert, daß man schon aus Gründen der Tarnung so schnell wie möglich arbeiten müsse. Beide Auf- fassungen, die ja im Prinzip das gleiche Ergebnis zeitigen, sind nach meinen eigenen Erfahrungen mehr als berechtigt; trotzdem möchte ich Sie bitten, in diesem Zusammenhang folgende Überlegung von mir vortragen zu dürfen: 3ei ca. 10 Millionen europäischer Juden sind nach meinem Gefühl mindestens 9-3 Millionen sehr gut arbeitsfähiger Männer und Frauen enthalten. Ich stehe in Anbetracht der außerordentlichen Schwierigkeiten, die uns die Arbeiterfrage bereitet, auf dem Standpunkt, diese 2-3 Millionen auf jeden Fall heranzuziehen und zu erhalten. Allerdings geht das nur, wenn man sie gleichzeitig fortpflanzungsunfähig macht. Ich habe Ihnen vor ca. 1 Jahr bereits berichtet. daß Beauftragte von mir die notwendigen Versuche für diesen Zweck abschließend bearbeitet haben. Ich möchte diese Tatsachen nochmals in Erinnerung bringen. Eine Sterilisation, wie sie normalweise bei Erbkranken durchgeführt wird, kommt in diesem Fall nicht in Frage, da sie zu zeitraubend und kostspielig ist. Eine Röntgenkastration jedoch ist nicht nur relativ billige, sondern läßt sich bei vielen Tausenden in kürzester Zeit durchführen. Ich glaube, daß es auch im Augenblick schon unerheblich ge- worden ist, ob die Betroffenen dann nach einigen Wochen bzw. Monaten an den Auswirkungen merken, daß sie kastriert sind. ! Bereits Anfang 1941 wurden Experimente durchgeführt, Menschen mit Röntgenstrahlen zu sterilisieren. Einen ausführlichen Beric ht über die bei diesen Versuchen erzielten Resultate sandte Brack an Himmler schon am 28. 3. 1941. In dem dem Bericht beigefügten Leitbrief fragt Brack, ‚,... was weiterhin in der Angelegenheit theoretisch oder praktisch geschehen solle‘‘(vgl. Nürnb. Dok. NO-203:„Bericht über die Versuche betr. Röntgenkastration‘“). Derartige Versuche machte man auch mit den Häftlingen des KZ-Lagers Auschwitz(vgl. ZKUNV. De. 28/2ax, Dok. Nr 28: Notiz über eine Besprechung bei Himmler am 7. 7. 1942, an der die Professoren Gebhardt, Clauberg, Hohlfelder u. a. teilnahmen). Sollten Sie, Reichsführer, sich im Interesse der Erhaltung von Arbeiter- material dazu entschließen, diesen Weg zu wählen, so ist Reichsleiter Bouhler bereit, die für die Durchführung dieser Arbeit notwendigen Ärzte und son- stiges Personal Ihnen zur Verfügung zu stellen. Ebenso hat er mich beauf- tragt, Ihnen zu sagen, daß ich dann auf schnellstem Wege diese so notwendi- gen Apparaturen in Auftrag geben soll. Viktor Brack SS-Oberführer Nürnb. Dok. NO-205. 224. 26. Juli 1942, Reval.— Schreiben Himmlers an Berger, den Chef des SS-Haupt- amtes, über Rassenprobleme; in dem Schreiben wird die völlige Vernichtung der Juden in den Ostgebieten erwähnt. Geheime Reichssache 1. Ich lasse dringend bitten, daß keine Verordnung über den Begriff judes herauskommt. Mit all diesen törichten Festlegungen binden wir uns ja selbst nur die Hände. Die besetzten Ostgebiete werden judenfrei. Die Durchführung dieses sehr schweren Befehls hat der Führer auf meine Schultern gelegt. Die Verantwor- tung kann mir ohnedies niemand abnehmen. Also verbiete ich mir alles Mitreden. Aktennotiz Lammers erhalten Sie demnächst. %. Was soll eigentlich das Ehegesetz? Ich wünsche Vorlage bei mir. Kann heute schon sagen, daß ich der Ansicht bin, daß die Verbindungen von Deutschen mit Landeseinwohnerinnen zunächst garnicht gesetzlich regelt! werden können. Insgesamt müssten sie verboten sein. Ausnahmen für Estland und Lettland müßten dort an zentralen Stellen anlaufen und einzeln nach rassischen Gesichtspunkten entschieden werden. Nach einem Jahr kann man dann die durch das Leben und die Praxis gesammelten Erfahrungen in die Form eines Gesetzes gießen. So wird regiert und nicht anders. Nürnb. Dok. NO-626. Himmler 1 So lautet der Text. 295, 18, Ju sıtzung zur Vo ‚.„„Oberre Die Judent viertel eval besonderen SS. und Pı Iage im Di Juden habı in Lembeı gegliedert Amtschef I Im Gegen: lich so zu wesen sele Betrieben. zweiterößt anlertige, zwischen dazu trete Von diese hoffe, dal Judenlast Auf die Fı lere Vern Krüger, d Werde, D; jetzigen\ senkunge; Möglichst Und diese Durchfüh Transpor Zug "Aus e Lublin: 0000] 225. 18. Juni 1942, Krakau(Kraköw).— Auszüge aus dem Protokoll einer Arbeits- sitzung der Vertreter von Polizei und Verwaltungsbehörden im GG, auf der Probleme zur Vorbereitung und Durchführung der Judenvernichtungsaktionen erörtert wurden. ... Oberregierungsrat Engler: Die Judenfrage sei in der Stadt Lublin geklärt. Man habe das bisherige Juden- viertel evakuiert! und die arbeitsfähigen Juden außerhalb der Stadt in einem besonderen Bezirk untergebracht... SS- und Polizeiführer Katzmann macht Ausführungen über die Sicherheits- lage im Distrikt Galizien. Juden habe man bereits in ziemlich eroßer Anzahl evakuiert. Zur Zeit lebten in Lemberg noch 85000 Juden, von denen 45000 in den Arbeitsprozeß ein- gegliedert seien. In den nächsten Wochen würden weitere Juden ausge- siedelt..... Amtschef Dr. Hummel referiert über die Verhältnisse im Distrikt Warschau. Im Gegensatz zu früheren Gutachten sei es gelungen, das Ghetto wirtschaft- lich so zu aktivieren, daß staatliche Zuschüsse bisher nicht notwendig ge- wesen seien. Im Ghetto arbeiteten ungefähr 25000 Juden in kriegswichtigen Betrieben. während im externen Einsatz 3000 Juden beschäftigt würden. Die zweitgrößte Pelzfirma, die den überwiegenden Wehrmachtsbedarf an Pelzen anfertige, habe ihre Betriebsräume im Ghetto. Der monatliche Umsatz zwischen Ghetto und arischem Wohnbezirk betrage zur Zeit 6 Millionen; dazu trete ein nicht erfaßter Umsatz von vielleicht noch 2 bis 3 Millionen. Von diesem Umsatz lebten die Insassen des Ghettos recht und schlecht. Er hoffe. daß die Stadt Warschau in absehbarer Zeit von der arbeitsunfähigen Judenlast befreit werde... Auf die Frage von Staatssekretär Dr. Bühler, ob eine Aussicht auf eine schnel- lere Verminderung der Ghettobevölkerung bestehe, erwidert Staatssekretär Krüger, daß man darüber wohl im Laufe des August einen Überblick haben werde. Das Problem der Judenaussiedlung dränge zu einer Entscheidung. Die jetzigen Maßnahmen hätten gezeigt, daß die Ausschaltung von Juden Preis- senkungen der Schleichhandelspreise im Gefolge habe. Der Erfolg einer möglichst günstigen Ernteerfassung habe die Beseitigung des Schleichhandels und diese wiederum die Ausschaltung der Juden zur Voraussetzung. Für die Durchführung einer solchen Aktion sei die Gestellung von ausreichenden Transportzügen notwendig. Trotzdem für die nächsten 14 Tage eine restlose Zugsperre verordnet sei, habe er in Verhandlungen mit Präsident Gerteis erreicht, daß für den Abtransport von Juden ab und zu Züge bereitgestellt 1 Aus einer Rede des Gouverneurs des Distrikts Lublin, Zörner, die er auf einer Sitzung in Lublin am 31. 5. 1942 hielt, geht hervor, daß bis zu diesem Zeitpunkt aus Lublin schon 40000 Juden deportiert worden sind.(FT, 1942/II, S. 447.) würden. Nach Ablauf der Sperrfrist müsse die Judenaktion verstärkt durch- 226. Deporl geführt werden... Stellvertretender Amtschef Oswald äußert sich über die derzeitige Lage im Distrikt Radom. ... In der Judenumsiedlung sei der Distrikt Radom etwas ins Hintertreffen geraten. Im Distrikt habe man im Laufe des letzten Jahres jüdische Wohn- bezirke gebildet, in die man nun die 15000 Juden aus Radom umsiedeln wollte. Der Verteilungsplan sei bereits aufgestellt gewesen, als die Umsiedlung nach dem Distrikt Lublin akut geworden sei. Diese Aussiedlung der Juden PN ö.. en u 35 hänge jetzt nur noch von dem Transportproblem ab und hier sei erklärt!„ worden. daß der Distrikt noch 6 bis 8 Wochen warten müsse.” Dieser Zeit-#5 «N[ punkt liege aber zu spät für die Ernteerfassungsaktion. Staatssekretär Krüger weist darauf hin, daß von seiten der Polizei die Juden- aktion bis in alle Einzelheiten vorbereitet sei und daß ihre Durchführung nur eine Frage des Transportes sei. In Radom und Tschenstochau müßten jüdische Arbeiter für die Rüstungsindustrieen zurückgehalten werden. Natürlich müsse man die unmittelbaren Familienangehörigen dieser Arbeiter zurücklassen, alles andere aber würde ausgesiedelt.... SS- und Polizeiführer Scherner gibt einen kurzen Bericht über die Sicher- heitslage im Distrikt Krakau. Sie sei im allgemeinen gewährleistet, und zu besonderen Gewalttaten sei es abgesehen von einem Angriff auf eine Brücke im Kreise Nisko nicht gekommen... In Krakau befänden sich 11000 Juden, die als Arbeiter bei der Wehrmacht, der Rüstungsinspektion, verschiedenen Dienststellen und Firmen beschäftigt seien. Im Zuge der Verkleinerung des Ghettos sei ein Teil bisher von Juden bewohnter Wohnungen den Polen zur Verfüeung gestellt worden. Auch könne jetzt endlich an die Schaffung eines deutschen Viertels herangegangen werden.— Von den bisher in Tarnow 13.7 lebenden 32000 Juden ständen 8000 jetzt in Arbeit. Leider müsse man diese Arbeit jetzt abstoppen, da die Ostbahn keine Transportmittel mehr stellen hegie könnte. Von größter Wichtigkeit sei die endgültige Liquidierung des jüdischen e) Landbesitzes. In Krakau-Land gebe es 300 jüdische Landbesitze, im Kreise Przemysl 900. Auf diesen jüdischen Landbesitzen säßen die Judenfamilien mit 15 bis 20 Menschen, und sie seien in der Lage, bei den benachbarten Nötigen A Bauern Eier und Butter zu erfassen... re FT, Arbeitssitzungen 1942, S. 127-154. ı SR wen dı 2 Oswald meint hier den zu jener Zeit aktuellen Plan, die jüdische Bevölkerung aus dem daß A| Distrikt Radom in die im Lubliner Gebiet befindlichen Vernichtungslager zu deportieren. Infolge Aufschubs der für die Aussiedlung der Juden aus dem Distrikt Radom gesetzten Frist wurden sie nachher in das bereits damals tätige Vernichtungslager in Treblinka de- ink: portiert. 226. Deportation von Juden aus dem Generalgouvernement in die Vernichtungslager. 227. 13. Juli 1942, Krakau(Krakow). Vorschläge des Leiters der Abt. Wirtschaft bei der Regierung des GG, Emmerich, und des Generalgouverneurs Frank auf einer Regierungssitzung, gegen die Polen ähnliche Maßnahmen zu ergreifen wie gegen die Juden. n 2 Emmerich:[Der] Präsident fügt noch hinzu, daß die Beschaffung der nötigen Arbeitskräfte große Schwierigkeiten bereiten werde. Er rege daher eine ähnliche Aktion. wie man sie in diesen Tagen gegen die Juden durchführe, auch gegen die Polen an. Es habe sich nämlich gezeigt, daß die Judenaktion einen eroßen Andrang der Juden zur Arbeit mit sich gebracht habe Frank: Er unterstreiche die Feststellung, daß die Erfassungsaktion gegen die Juden gute Ergebnisse gezeigt habe und daß man eine ähnliche Maßnahme gegen die Polen in Erwägung ziehen könne... FT, Arbeitssitzungen 1942, S. 35f. 299 228. 18. Juli 1942, Lublin.— Schriftliche Verpflichtung zur Geheimhaltung für alle SS-Männer, die an der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung teilnehmen. Verhandlung üben die Menpilichtuneene. des als besonders beauftragte Person bei der Durchführung von Arbeiten bei der Judenumsied- lung im Rahmen des ‚Einsatzes Reinhard‘‘ beim SS- und Polizeiführer im Distrikt Eublin Den........ 2, ea erklärt: Durch SS Hauptsturmführer Höfle als Leiter der Hauptabteilung ‚Einsatz Reinhard‘ beim SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin bin ich eingehend unterrichtet und belehrt worden: l. darüber, daß ich unter keinen Umständen an Personen, die außerhalb des Kreises der Mitarbeiter im ‚„‚Einsatz Reinhard‘ stehen, irgendwelche Mit- teilungen über den Verlauf, die Abwicklung oder die Vorkommnisse bei der Judenumsiedlung mündlich oder schriftlich zukommen lassen darf; 2. darüber, daß die Vorgänge bei der Judenumsiedlung Gegenstand einer „Geheimen Reichssache‘ im Sinne der Verschl. V. sind; 3. über die entsprechenden Sonderbestimmungen der Geschäftsordnung des SS- und Polizeiführers im Distrikt Lublin unter ausdrücklichem Hinweis darauf, daß diese Vorschriften ‚‚Befehle in Dienstsachen‘‘ bzw. ‚‚Gebote und Verbote‘ im Sinne des$ 92b R. St. G. B. sind; 4. über ein ausdrückliches Photografier-Verbot in den Lagern des ‚Einsatzes Reinhard‘‘; über$$ 88 bis 93 R. St. G. B. in der Fassung vom 24. April 1934 und über die Verordnung gegen Bestechung und Geheimnisverrat nichtbeamteter Personen vom 3. Mai 1917, 12. Februar 1920; 6. über die$$ des R. St. G. B. 139(Anzeigpflicht) und 353c(Verletzung des Amtsgeheimnisses). oı Ich kenne die angeführten Bestimmungen und Gesetze und bin mir der Pflichten bewußt, die mir aus der übertragenen Aufgabe erwachsen. Ich ver- spreche, sie nach bestem Wissen und Gewissen wahrzunehmen. Mir ist be- kannt, daß die Pflicht der Geheimhaltung auch nach meinem Ausscheiden aus dem Dienst weiterbesteht. AJHI, Varia I, Nr 9l. ı Odilo Globocnik, SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin, war ab Anfang April 1942 gleichzeitig Chef des„Einsatzes Reinhard“ im GG. In dieser Eigenschaft leitete er sowohl die Aktion der Judenvernichtung als auch alle Maßnahmen zum Raub ihres Vermögens und zur Ausnutzung der jüdischen Arbeitskräfte in Arbeitslagern. Ein Jahr später, am 13. April 1943, beantragte Globocnik ‚für die besten Männer und Führer, die an dieser Aktion beteiligt‘“ waren, eine Reihe von Beförderungen. Dieser auf- schlußreiche Brief mit der Beförderungsliste soll hier ganz wiedergegeben werden(das vorliegende Original ist z. T. schlecht lesbar; die in[] gesetzten Worte wurden vom Herausgeber rekonstruiert, während die mit-- gekennzeichnete Stelle völlig unlesbar ist): 300 Anlagen:> An das Ber Lieber Gt SS-Obers term l. Der Re „Reir Ee ib} ah er Hanne NRHHLIGLERFH Lublin, den 13. April 1943 Betrifft: Beförderungen Anlagen: 3 An das SS-Hauptamt Chef des Personalhauptamtes SS-Gruppenführer v. Herff a Berlin II A 21/6 Lieber Gruppenführer v. Herff! SS-Obersturmbannführer Dr. Brandt teilte mir mit, daß ich Ihnen nochmals die Beförderungs- unterlagen übersenden soll. Ich hatte die leise Hoffnung, daß Ihr angekündigter Besuch er- folgen würde. Da dies aber nicht der Fall ist und der 20. April als nächster Beförderungs- termin in bedrohliche Nähe gerückt ist, übersende ich Ihnen die Vorschläge durch Kurier und bitte dieselben noch berücksichtigen zu wollen. l. Der Reichsführer-SS hat anläßlich seines Besuches im März Einrichtungen der Aktion „Reinhard“ besucht und, wie ich Ihnen bereits mündlich mitteilte, eine Beförderung füı die besten Männer und Führer, die an dieser Aktion beteiligt sind, bewilligt. Ich habe ihm bereits beiliegende Beförderungsliste zugesandt, die ich Ihnen in Abschrift nochmals beilege. Der Major SS-Hauptsturmführer Christian Wirth wurde zum SS- Sturmbannführer befördert, worüber noch die entsprechende Beurkundung aussteht. Die beiden anderen Lagerleiter, Polizei-Hauptmann Reichleitner soll gleichzeitig SS-Haupt- sturmführer werden, während der beste Lagerleiter, der den größten Anteil an der ganzen Aktion hatte[> der unter] 13 in der Liste genannte Polizeioberleutnant[Franz Stangl, zum] SS-Hauptsturmführeı befördert werden[soll.]-- Dabei darf ich auf den unter 3 genannten SS-Oberscharführer Schnur besonders hinweisen, welcher nicht nur den gesamten Kranken- revierbetrieb hier seit Jahren leitet, sondern wesentlichen Anteil an dieser Aktion für die Gesunderhaltung unserer Männer hatte. Ich habe ihn deshalb hier, wie mit Ihnen be- reits besprochen als SS-Untersturmführer in der Beförderunsgsliste eingereicht. Übersende ich die Unterlagen für den bereits mit Ihnen besprochenen SS-Sturmmann Dr. Franz Stanglica und bitte, wie Ihnen aus unserer Besprechung erinnerlich sein wird, ihm infolge seiner hervorragenden wissenschaftlichen Arbeit nunmehr den Führer- dienstgrad zu verleihen. Stanglica, der nun fast 3 Jahre hier in selbstlosester Weise seinen Dienst versieht und immer wieder unberücksichtigt blieb, würde diese Beförderung nun- mehr wirklich verdienen. Mit der Bitte, mir die überreichten Vorschläge zum 20. 4. zu bewilligen, bin ich mit besten Grüßen und mit der Hoffnung, daß Ihr angekündigter Besuch bald erfolgen wird Ihr Globocnik SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei N.S.+ Die in der Beförderungsliste für Angehörige der SS-Sonderkommandos ‚Einsatz Reinhard“ zur Beförderung vorgeschlagenen 1.) SS-Strm. Erwin Fichtner(Allg.-SS) und 2.) SS- Oscharf. Fritz Jirmann sind in letzter Zeit beim Einsatz gegen bewaffnete Banditen gefallen. 301 BEA E4 HERMAN asus Beförderungsliste für Angehörige der SS-Sonderkommandos„Einsatz Reinhard“ auf Befehl des Reichsführers-SS. Ich ordne: Es werden vorgeschlagen: Generalgou Mit dem Allgemeine-SS; kunit mehr l. SS-Hptstrm. den Samm Pol. Major Christian Wirth SS-Nr. 345464 zum SS-Stubaf. halten. All 2. SS-Ostuf. Gottlieb Hering 3—=„ SS-Hptstuf. ven, haber 3. SS-Oscharf. Mauritius Schnur» 269394 35 SS-Ustuf. möglich ı +. SS-Strm. Erwin Fichtner 7 NOT= 2SS-UÜscha: Diese Ma 5. SS-Oscharf. Willi Häusler 9. ee‘„ SS-Hptscharf. dien ethr 6. SS-Uschart. Franz Hödl 2302183» 8S-Scharf. Sicherheit 7. Pol. Hauptm. Franz Reichleitner 5—„$8S-Hptstuf. Morderici 8. SS-Mann Wenzel Eehwald 321»-Uscharf. die Ruhe u 9. SS-Scharf. Gustaw Wagner 276962 5 SS-Oscharf. punkt für 10. SS-Rottt. Gustav Münzberger 23218758„ SS-Uscharf. Seuchenhe 11. SS-Sturmmann Karl Schiffner 23211225 2SS=Uschart: Rn allaie 12. SS-Rottf. Richard Schuh 8 98020= sS-Uschark Ba: 13. Pol. Oblt. Franz Stangl» 99569„» SS-Hpistuk. Be Melden, so Dienststell, SS-Oscharf. u.® lich vorzul Lagerleiter Waffen-SS 1. SS-Schütze Hans Girtzig zum SS-Rottf. at 2. SS-Oscharf. Kurt Franz ss;sSs-Ustur Volk 3. SS-Uscharf. Willy Mätzig».'SS-Scharf: 4. SS-Hptscharf. Johann Niemann=. 2SSSUstuR 5. SS-Hptscharf. Josef Oberhauser»--SS-Usiur 6. SS-Hptscharf. Gottfried Schwarz 2 SS-Ustuf. 7. SS-Oscharf. Lorenz Hackenholdt„. SS-Hptscharf. 8. SS-Oscharf. Fritz Jirmann 7„-Hptscharf. 9. SS-Uscharf. Alois Rzepa“ SS-Oscharf. Polizei 1. Wm.d.Sch.d.R. Arthur Dachsel D. Nr. 12/003" zum. d.Schrd.Rs 9. Wm.d.Sch.d.R. Hans Zänker 5 52..Owmad- SchrdaRs N 3. Rottwm. ‚, Erich Dietze Er 12010». OywmrdaSchrdeRe hi 4. Rottwm. ,, Kurt Vey» 12012 2. OwmadasschedaRE B HRottwmee s, Willi Grossmann 5 12 004 E5 Owm.d.Sch.d.R. f 6. Rottwm.„ Kurt Seidel s 12011 Oo wmadsSchrdwE“ EZ ZKUNV, dm RÜRÜNLCUCEN ER RRR EHER ANDDRDNERRSSDBEREN RAINER AAN 229. 19. Juli 1942, Lublin.— Befehl Himmlers an den Höheren SS- und Polizeiführer im GG, Krüger!, einen endgültigen Termin festzulegen, bis zu dem die Deportation der jüdischen Bevölkerung aus dem GG beendet sein sollte. Ich ordne an, daß die Umsiedlung der gesamten jüdischen Bevölkerung des Generalgouvernements bis 31. Dezember 1942 durchgeführt und beendet ist. Mit dem 31. Dezember 1942 dürfen sich keinerlei Personen jüdischer Her- kunft mehr im Generalgouvernement aufhalten. Es sei denn, daß sie sich in den Sammellagern Warschau, Krakau, Tschenstochau, Radom, Lublin auf- halten. Alle anderen Arbeitsvorkommen, die jüdische Arbeitskräfte beschäfti- gen, haben bis dorthin beendet zu sein, oder, falls ihre Beendigung nicht möslich ist, in eines der Sammellager verlegt zu sein. Diese Maßnahmen sind zu der im Sinne der Neuordnung Europas notwen- digen ethnischen Scheidung von Rassen und Völkern sowie im Interesse deı Sicherheit und Sauberkeit des deutschen Reiches und seiner Interessengebiete erforderlich. Jede Durchbrechung dieser Regelung bedeutet eine Gefahr für die Ruhe und Ordnung des deutschen Gesamtinteresengebietes, einen Änsatz- punkt für die Widerstandsbewegung und einen moralischen und physischen Seuchenherd. Aus all diesen Gründen ist die totale Bereinigung notwendig und daher durch- zuführen. Voraussichtliche Terminüberschreitungen sind mir rechtzeitig zu melden, sodaß ich früh genug für Abhilfe sorgen kann. Alle Gesuche anderer Dienststellen um Abänderung sowie Ausnahmegenehmigung sind mir persön- lich vorzulegen. Nürnb. Dok. NO-5574. H. Himmler 1 Abschriften des obigen Befehls sandte Brandt(vom Persönlic hen StabdesRF SS) am 23.7.1942 an das RSHA und an Greifeldt(Himmlers Bevollmächtigter für die Festigung des deutschen Volkstums). 303 230. Für das Vernichtungslager Treblinka werden vom Kommissar des jüdischen Wohn- bezirks in Warschau Geräte geliefert(vergl. S. 229, Anm. De SS-Untersturmführer Dr.Eberl Warschau S3- und Polizeiführer/Palais Brühl Warschau, den 26.6.42. An den für Der Kom; ssiar für den jüdischep Wohnbezirk de: m Jüdischen Wohnbezirk In Warschau Warschau Fra ms Palais Brühl ul:_—__ N JÜDISCHEN WNPRREF alals Tob.—— zer b Sechgeb. REES Eee DT Betrifft: Arbeitslager!reblinka, Für den Ausbau des Arbeitslagers"reblinka werden noch fol- gende Gegenstände dringend benötigt: 120 Rollen Tapeten(vorher soll Muster gezeigt werden) 41000 Stück Schienennägel für Feläbahngleis 200 Stück Maschinenschrauben für Feldbahn(3/8 Zoll stark, 40 mm lang) Paar Langbänder mit Stützhacken(Türscharkiere) 40 cm lang Starterknopf Zündkurzschalter m Zündkabel m Anlasserkabel Batterie 12= 12 Volt/100-120 Ampere Feile(Dreikant) zum Schärfen von Sägen Zollstöcke 2m Schränkeisen 5 Zimmermannsbleistifte aunz22unu-F Für schnellste Lieferung wäre ich dankbar, da die obengenannten Gegenstände dringenst benötigt werden. er 3 Roeiı Bi Eröffnung Dem Jud |, Alle nanntes 231. 22. Juli 1942, Warschau(Warszawa).— Befehl und Richtlinien, die der Bevoll- mächtigte für die„Aktion Reinhard‘‘, Höfle, dem Judenrat in Warschau betreffs Organisierung der Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Warschau diktierte. Eröffnungen und Auflagen für den Judenrat Dem Judenrat wird folgendes eröffnet: l. Alle jüdischen Personen, gleichgültig welchen Alters und Geschlechts, Ss welche in Warschau wohnen, werden nach dem Osten umgesiedelt. 2. Ausgenommen von der Umsiedlung sind: a) alle jüdischen Personen, die bei der deutschen Behörde oder Betriebs- stellen beschäftigt sind und den Nachweis hierüber erbringen können; b) alle jüdischen Personen, die dem Judenrat angehören und Angestellte des Judenrates sind(Stichtag ist der Tag der Veröffentlichung der Anordnung); c) alle jüdischen Personen, die bei reichsdeutschen Firmen beschäftigt sind und den Nachweis hierüber erbringen können; d) alle arbeitsfähigen Juden, die bisher nicht in den Arbeitsprozeß ein- gereiht sind, diese sind im jüdischen Wohnbezirk zu kasernieren; e) alle jüdischen Personen, die zum Personal der jüdischen Krankenhäuser eehören. Ebenso die Angehörigen des jüdischen Desinfektionstrupps; f) alle jüdischen Personen, die dem Jüdischen Ordnungsdienst angehören; &) alle jüdischen Personen, die engste Familienangehörige der unter a) bis f) aufgeführten Personen sind. Familienangehörige sind ausschließ- lich Ehefrauen und Kinder; h) alle jüdischen Personen, die am ersten Tag der Umsiedlung in einem der jüdischen Krankenhäuser liegen und nicht entlassungsfähig sind. Die Entlassungsfähigkeit wird von einem von dem Judenrat zu bestim- menden Arzt festgestellt. 3. Jeder jüdische Umsiedler darf von seinem Eigentum 15 kg als Reisegepäck mitnehmen. Es können sämtliche Wertsachen: Gold, Schmuck, Geld usw. mitgenommen werden. Verpflegung ist für 3 Tage mitzunehmen. 4. Beeinn der Umsiedlung am 22.7. 1942 um 11 Uhr. I. Im Zuse der Umsiedlung werden dem Judenrat folgende Auflagen, für deren genaue Einhaltung die Angehörigen des Judenrates mit ihrem Leben haften, auferlegt: Der Judenrat nimmt ausschließlich von dem Beauftragten für die Umsiedlung oder dessen Vertreter Befehle, die mit der Umsiedlung zusammenhängen, entgegen. Für die Zeit der Umsiedlung kann der Judenrat einen besonderen T. N 7 sitze ar ar Iräcec aQ a.r 1G Umsiedlungsausschuß wählen, dessen Vorsitzender der Präses des Judenrates und dessen Vertreter, der Kommandant des jüdischen Ordnungsdienstes sein muß. 20 Getto 305 II. Der Judenrat ist für die Stellung der täglich zur Verladung kommenden Juden verantwortlich. Zur Durchführung dieser Aufgabe bedient sich der Judenrat des Jüdischen Ordnungsdienstes(100 Mann). Der Judenrat sorgt dafür, daß täglich ab 22. 7. 42 bis spätestens 16 Uhr 6000 Juden zum Sammel- platz gestellt werden. Sammelpunkt ist für die gesamte Zeit der Evakuierung das jüdische Krankenhaus in der Stawkistraße. Am 22.7. werden die 6000 Juden direkt auf den Verladeplatz bei der Transferstelle gestellt. Zunächst kann der Judenrat die täglich zu stellenden Kontingente an Juden aus der gesamten Bevölkerung nehmen, später erhält der Judenrat eine bestimmte Anweisung, wonach bestimmte Straßenzüge bzw. Häuserblocks zu räumen sind. III. Am 22. 7. 1942 hat der Judenrat das jüdische Krankenhaus Stawkistraße zu leeren und die Insassen und das Inventar in ein anderes geeignetes Gebäude innerhalb des Ghettos zu verlegen, so daß am Abend des 23. 7. 42 das Kranken- haus für die Aufnahme der täglich zur Umsiedlung gelangenden Juden frei Isla IV. Der Judenrat hat ferner dafür Sorge zu tragen, daß die von den aus- gesiedelten Juden zurückgelassenen Gegenstände und Werte, soweit sie nicht verseucht sind, an noch zu bestimmenden Sammelpunkten zusammengetragen und registriert werden. Hierzu zieht sich der Judenrat den jüdischen Ordnungs- dienst und genügend jüdische Arbeitskräfte heran. Diese Tätigkeit wird von der Sicherheitspolizei, die hierfür dem Judenrat noch besondere Anweisung erteilt, überwacht. Widerrechtliche Aneignungen von Gegenständen und Werten bei dieser Tätigkeit werden mit dem Tode bestraft. V. Der Judenrat sorgt ferner dafür, daß auch während der Zeit der Umsied- lung die in deutschen Betrieben oder in deutschem Interesse arbeitenden :s Befehls eine Juden ihrer Arbeit nachgehen. Er gibt zur Innehaltung die: entsprechende Bekanntmachung an die jüdische Bevölkerung unter schärfster Strafandrohung heraus. Ebenso hat der Judenrat dafür Sorge zu tragen, daß soviel jüdische Ernährungsbetriebe ungestört arbeiten, daß die Ernährung der am Sammelpunkt befindlichen und der zurückbleibenden Juden sichergestellt ist. VI. Der Judenrat ist weiterhin dafür verantwortlich, daß die während der Zeit der Umsiedlung verstorbenen Juden am gleichen Tage beerdigt werden. VII. Der Judenrat gibt durch Plakate sofort folgende Bekanntmachung an die jüdische Bevölkerung heraus: „Auf Befehl der deutschen Behörde werden alle jüdischen Personen gleich- DUDIE SS Sr(usw. vom Punkt I bis 4). MEneStmatent: a) jede jüdische Person, die mit Beginn der Umsiedlung das Ghetto verläßt, ohne dem unter Ziffer 2a und c aufgeführten Personenkreis anzugehören und soweit sie dazu bisher nicht berechtigt war, wird erschossen; 306 b) jede Ju« Umsıet C jede Ju schosst d) alle Ju werden werde n Dem Jude nicht 100 inzwischer Diktiert vı b) jede jüdische Person, die eine Handlung unternimmt, die geeignet ist, die Umsiedlunesmaßnahmen zu umgehen oder zu stören, wird erschossen; c) jede jüdische Person, die Mithilfe bei einer Handlung ausübt, die geeignet ist, die Umsiedlungsmaßnahmen zu umgehen oder zu stören, wird er- schossen; d) alle Juden, die nach Abschluß der Umsiedlung in Warschau angetroffen werden, ohne dem unter 2a bis h aufgeführten Personenkreis anzugehören, werden erschossen. Dem Judenrat wird eröffnet, daß, falls die ihm erteilten Befehle und Auflagen nicht 100%, durchgeführt werden, jeweils eine entsprechende Anzahl der inzwischen festgenommenen Geisel erschossen wird. Diktiert vom Beauftragten für die Umsiedlung.! ATHI, Ring II, Nr 192. 1 In Ausführung von Höfles Befehl veröffentlichte der Judenrat an demselben Tag(22.7. eine Bekanntmachung, die Einzelheiten über die Aussiedlung der jüdischen Bevölkerung aus dem Warschauer Getto enthielt. Am 29.7.1942 gab Lejkin, Leiter der jüdischen Polizei. einen Aufruf an die Gettobevölkerung heraus, den wir angesichts seines charakte- ristischen Inhalts nachstehend anführen(vgl. auch Dokument 233 „Ich gebe hiermit bekannt, daß alle Personen, die gemäß der Anordnung der Behörden zur Aussiedlunge kommen, sich am 29, 30 und 31 Juli ds. Jhrs. freiwillig zur Abreise melden werden, erhalten pro Person 3 Kg Brot und 1 Kg Marmelade. Sammelpunkt und Produktenverteilung— Staw kiplatz Ecke Wildstraße. Der Leiter des Jüdischen Ordnungsdienstes‘“ 20* 307 232. Aufruf des jüdischen Ordnungsdienstes im Warschauer Getto. Warschau, den I), Aufruf an die Einwohner des Hauses In der uwo Lip Strasse, Nr. a 8 Im Zusammenhang mit der begonnenen Umsiedlungsaktion teile ich mit, dass alle Personen, die in diesem Hause wohnen za, und der Umsiedlung unterliegen, sich am SM. auf der Sammelstelle im Spital Stawki 6/8 zu stellen haben. Das Nichterscheinen von Personen, die der Umsiedlung a terliegen und im besagten Hause am 20. Juli 1942 gemeldet wa- ren, hat schärfste Strafen zur Folge. Familien, die sich geschlossen stellen, werden nicht ge- trennt. Das Gepäck darf pro Person nicht mehr als 15 kg be- tragen. u Der Leiter des Ordnungsdienstes [7% EIER & nn AD DRPAN! RR AN} n ann n. IE NEIENNER 233. Den ausgehungerten Juden wird Brot und Marmelade für freiwilliges Melden zum Transport versprochen. Aufruf | An die Einwohner des jüdischen Wohnbezirks. Gemäss Anordnung der Behörden vom 22. Juli 1942 werden fl alle Personen, welche nicht in Änstalten und Unternehmen tätig Fr sind, unbedingt umgesiedelt. Die Zwangsaussiedlung wird ununterbrochen weitergeführt. Ich fordere erneut die der Äusäiedlung unterliegende Bevölkerung auf, sich freiwillig auf dem Umschlagplatz zu melden und ver- längere anf weitere 3 Tage, d.h. den 2. 3. und 4. August 1942 die Ausgabe von 3 kg. Brot und 1 kg. Marme- lade an jede sich freiwillig meldende Person. Freiwillig zur Abreise erscheinende Familien werden nicht getrennt. Sammelpunkt für Freiwillige: Dzika 3— Stawki 27. ‚Der Leiter des Ordnungsdienstes Warschau, den l. August 1942 309 195. 31. 4 Grenz Vern II. Juden Anfang A wohnende schlagarti wenigen, entziehen judenfrei 236. Deo nıcht 235. 31. August 1942, Welungen(Wielun).— Auszug aus einem Lagebericht des Grenzpolizeikommissariats Welungen an den Chef der Gestapo in Lodsch über die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im Kreis. II. Judentum Anfang August setzte schlagartig eine Aktion gegen die im Kreise Welungen wohnenden Juden, mit dem Ziele der Gesamtaussiedlung, ein. Durch den schlagartigen Einsatz gelang es die Juden fast restlos zu erfassen, und nur wenigen Juden war es möglich, sich durch die Flucht der Aussiedlung zu entziehen. Am 22. 8. 42 war mit der Beendigung der Aktion der Kreis Welungen judenfrei... AIM, Gestapo Lodsch, Nr 241, S. 175. 236. Deportation von Juden aus verschiedenen Ortschaften des Warthegaues ins Ver- nichtungslager Kulmhof. 3ll 137. 31. Au in Sch | 7, Juden | ‚Die Juc worden. Di riekeiten. I 238. Ende| uber d Wars Ich muß h gibt, mit c stischen K aufhörlich. aul das letz Diese 200 von ihnen Schwalber Korczak, ı Er stand; ausgemerg In der eine ‚Marsch!‘ Wehe den Janusz K hohen Sti, Ihm folet 2 frisch Die Kind Polizisten Im Juden Sich ging. Aber Wer | Janusz K | RK dankte Und schri Die Sei, | Mörder t 237. 31. August 1942, Schieratz(Sieradz).— Auszug aus einem Lagebericht der Gestapo in Schieratz über die Deportation der Juden aus dem Kreis. 7. Juden ... Die Juden aus dem Kreis Schieratz sind im Monat August 1942 evakuiert worden. Die Evakuierung vollzog sich planmäßig und ohne besondere S« hwie- riekeiten. Der Kreis Schieratz ist jetzt judenfrei.... AIM, Gestapo Lodsch, Nr 241, S. 188. 238. Ende 1942, Warschau(Warszawa).— Aussage des Schriftstellers Jehoszua Perle über die Deportation von 200 Kindern aus dem Janusz-Korczak- Waisenhaus im Warschauer Getto. Ich muß hier noch einmal die banalen Worte wiederholen, daß es keine Feder gibt, mit der dieses furchtbare Bild besc hrieben werden könnte. Die faschi- stischen Kindermörder waren von einer wilden Wut erfaßt, sie schossen un- aufhörlich. 200 Kinder standen zu Tode erschrocken da. Gleich w ürden sie bis auf das letzte erschossen werden. Und dann geschah etwas Außer eewöhnliches: Diese 200 Kinder schrieen nicht, 200 unschuldige Wesen weinten nicht, keines von ihnen lief davon, keines verbarg sich. Sie schmiegten sich nur wie kranke Schwalben an ihren Lehrer und Erzieher, ihren Vater und Bruder, an Janusz Korczak, damit er sie behüte und beschütze. Er stand in der ersten Reihe. Er deckte die Kinder mit seinem schwachen, ausgemergelten Körper. Die Hitlerbestien nahmen keine Rücksicht. Die Pistole in der einen, die Peitsche in der anderen Hand, bellten sie: ‚Marsch!!‘ Wehe den Augen, die dieses furchtbare 3ild mit ansehen mußten. Janusz Korczak, barhäuptig, mit einem Lederriemen um den Mantel, mit hohen Stiefeln, gebeugt, hielt das jüngste Kind an der Hand und ging voraus. Ihm folgten einige Schwestern in weißen Schürzen, und dann kamen die 200 frisch gekämmten Kinder. Die Kinder waren von allen Seiten von deutschen, ukrainischen und jüdischen Polizisten umgeben. Im Judenrat hatte man inzwischen erfahren, was auf der Siıennastraße 16 vor sich ging. Man begann zu telefonieren, hin und her zu laufen, wollte retten. Aber wen wollte der Judenrat retten? Nicht die 200 Kinder, er wollte nur Janusz Korczak retten. Er dankte den Herren vom Judenrat, die alle Juden Warschaus geopfert hatten, und schritt an der Spitze seiner Kinder zum Verladeplatz. Die Steine weinten, als sie diese Prozession sahen, doch die faschistischen Kinder mit Peitschen weiter und schossen immer wieder. Mörder trieben die 313 Bis zum heutigen Tag fehlt jede Spur, wo Janusz Korczak mit den 200 Kindern eeblieben ist. Allen Anzeichen nach ist von ihnen nichts übriggeblieben. Mögen diese wenigen Worte die Einleitung zu jener bluterfüllten Chronik sein, die den Namen ‚Janusz Korczak und seine 200 Kinder‘ trägt. Das ist die Würdigung eines einfachen Gettojuden, die Würdigung der Tat Korczaks. AJHI, Ring II, Nr 199: J. Perle, Churban Warsze(Die Zerstörung Warschaus).(Übersetzung aus dem Jiddischen.) 239. Janusz Korczak(Dr. Goldschmidt), ein bedeutender Pädagoge und Schriftsteller, ging zusammen mit jüdischen Kindern aus dem Warschauer Getto ins Todeslager Treblinka. 740, Deporl 240. Deportation von jüdischen Kindern aus Lodsch ins Vernichtungslager Kulmhof. 241. 29. August 1942, Warschau(Warszawa).— Auszug aus dem Tagebuch von A.Lewin über die Massendeportation der jüdischen Beı ölkerung aus dem Warschauer Getto ins Vernichtungslager Treblinka. Freitag, den 28. August.(1942) -.. Die schrecklichen Ereignisse nehmen ihren Fortgang. Man erzählt, daß gestern abend eine Gruppe Arbeiter von dem Oschmann-,,Shop‘‘ zurück- kehrte. Die SS-Männer teilten diese Gruppe in zwei Teile: den einen erlaubten sie, ihren Weg fortzusetzen, die anderen trieben sie schnurstracks auf den Umschlagplatz. Die Kinder, die sie gestern gefangengenommen hatten, konnten nicht gerettet werden. Sie kamen um. Heute hatten wir noch ein Gespräch mit David Nowodworski!, der aus Treblinka zurückgekehrt war. Er erzählte uns ausführlich von all seinen Leiden vom Augenblick an, da er erfaßt wurde, bis zu seiner Flucht aus dem Vernichtungsort und seiner Rück- kehr nach Warschau. Seine Worte bestätigten noch einmal, was wir schon vorher wußten, und stellten unbezweifelbar fest, daß die Leute aus allen 1 D, Nowodworski war später Leiter einer Gruppe der Jüdischen Kampforganisation während des Gettoaufstands; er kämpfte in den„Shops“. Er wurde in der Umgebung Warschaus (Lomianki) ermordet. 315 Transporten vernichtet worden waren und kein Mensch sie retten konnte. Also sowohl die Erfaßten als auch die Freiwilligen. Dies ist die nackte Wahrheit. Entsetzlich. Wenn man bedenkt, daß man in den letzten Wochen mindestens 300000 Juden aus Warschau, Radom, Siedlce und vielen, vielen anderen Städten vernichtet hat! Auf Grund seiner Erzählung haben wir einen Bericht verfaßt, so schrecklich und erschütternd, daß dies mit menschlicher Sprache einfach nicht auszudrücken ist. Es ist zweifellos das größte Verbrechen von allen, die je in der menschlichen Geschichte vollbracht wurden. Gestern hat man aus Warschau 4000 Männer, Frauen und Kinder zum Tod deportiert. Heute geht die„Aktion“ weiter. Man umringt und belagert die ‚Shops‘, aber wie verlautet, sind keine Waggons vorhanden. Man wird die Leute also bis Abend oder bis Morgen halten und sie dann abtransportieren. Es ist wieder eine große Menge. Es ist der 38. Tag des Verbrechens gegen die Menschheit. Den Giftbecher haben schon- außer Warschau- auch Siedlce, Rembertow, Radom und viele andere Städte geleert. Gestern habe ich gehört, daß die mächtigen Eigentümer der ‚Shops‘, Schultz und Többens, mit den Führern der Henker- banden verhandeln. Sie wollen diese mit Millionen bestechen, damit sie den Rest der Juden?in Warschau, den sie auf 100000 schätzen, zurücklassen mögen. Es verlautet wieder, daß die„‚Aktion‘ nur noch Sonnabend und Sonntag hin- durch dauern wird. Dann sollen sie angeblich Warschau verlassen, und in der Stadt wird es wieder ruhig werden. Kann man dem Glauben schenken? Soviel- mal haben wir uns vergebens der Hoffnung hingegeben, daß die„Aktion“ enden wird; gewiß werden wir auch diesmal betrogen und werden weiter bluten. Gott im Himmel, sollen wir wirklich ohne Ausnahme, bis auf den letzten Mann, vertilgt werden? Es besteht bereits kein Zweifel mehr, daß alle, die abtransportiert wurden, ermordet worden sind. Sonnabend, den 29. August. Es ist der 39. Tag der blutigen Vernichtung, die weiterhin mit größter Bestiali- tät vor sich geht. Gestern in den Abendstunden kehrten Arbeiter von ver- schiedenen Arbeitsstellen zurück. Sie wurden von SS-Männern überfallen. Die haben geschossen. Viele von den Arbeitern wurden erfaßt und auf den Um- schlagplatz gebracht. Wer ist gefangen worden? Darüber herrschen verschiedene Meinungen. Die einen sagen, daß alle ohne Altersunterschied erfaßt wurden. Auf dem Umschlagplatz herrschte schreckliche Panik. Es wurde dicht ge- schossen. Zwei Ärzte von der Pawiastraße, die auf einer Arbeitsstelle außerhalb des Gettos beschäftigt waren, kehrten zur Nacht nicht nach Hause zurück. Es ist zu vermuten, daß sie gefangen wurden. Es bestehen Meinungsunterschiede zwischen verschiedenen Leuten bezüglich der Zahl der bis heute während der „Aktion“ getöteten Menschen. Manche sind der Ansicht(z. B. Dr. R.°), daß 2 Den deutschen Fabrikanten lag es zu jener Zeit sehr an jüdischer Arbeitskraft. In derfolgenden Zeit indessen nahmen Többens und Schultz selbst an der Deportation der Juden teil. 3 Dr. Emanuel Ringelblum. 316 15000 Men: 7] sich die Zal schiedene f Manche sag diese Zahl: Zahl der ı fängnis befa Einige konı 15000 Menschen getötet worden sind; andere meinen(Polizeichef Brn®), daß sich die Zahl der Getöteten ‚‚nur‘‘ auf 6000 beläuft. Es herrschen auch ver- schiedene Ansichten betrefls der Zahl der Deportierten(lies: Ermordeten). Manche sagen, daß ihre Zahl sich auf mehr als 230 000 beläuft, andere schätzen diese Zahl auf 190000. So geht es aus deutschen Berechnungen hervor. Die Zahl der in Warschau verbliebenen Juden schätzen sie auf 100000. Im Ge- fänenis befanden sich bis 24. d. M. 53 Geisel. Man behandelte sie sehr schlecht. Einire konnten, nachdem sie das Gefängnis verlassen hatten, ihre Familien nicht wiederfinden. Z. B. Akerman fand von seiner zahlreichen Familie nur einen Sohn am Leben. Ein Gendarm sagte, daß die„Aktion“ bis I. September dauern soll; nachher soll die ganze Henkerbande nach Frankreich fahren. AJHI, Ring II, Nr 202.(Übersetzung aus dem Hebräischer i Vermutlich Brandt. 242. Ein Judentransport aus Warschau ins Todeslager Treblinka. T wi: 3 ” In Pr 0 > m .\ [3\ Se: rR v ; E} ” 312 243. 5. September 1942. Warschau(Warszawa).— Bekanntmachung des SS- und Polizeiführers im Distrikt Warschau, in welcher die polnische Bevölkerung unter Androhung der Todesstrafe gewarnt wird, den sich außerhalb des Gettos ver- bergenden Juden Hilfe zu leisten.! Bekanntmachung Betr.: Todesstrafe für Unterstützung von Juden, die die jüdischen Wohn- bezirke unbefugt verlassen haben. In der letzten Zeit haben sich zahlreiche Juden aus den ihnen zugewiesenen jüdischen Wohnbezirken unbefugt entfernt. Sie halten sich z. Zt. noch im Distrikt Warschau auf. Ich weise darauf hin, daß durch die Dritte Verordnung des Generalgouverneurs über Aufenthaltsbeschränkung im Generalgouvernement vom 152 102.191 (VBL GG, S. 595) nicht nur die Juden, die in dieser Weise unbefugt den ihnen zugewiesenen Wohnbezirk verlassen haben, mit dem Tode bestraft werden, sondern daß die gleiche Strafe jeden trifft, der solchen Juden wissentlich Unter- schlupf gewährt. Dazu gehört nicht nur die Gewährung von Nachtlager und Verpflegung, sondern auch jede anderweitige Unterstützung, z. B. durch Mit- nahme in Fahrzeugen aller Art, durch Ankauf jüdischer Sachwerte usw. Ich richte hiermit an die Bevölkerung des Distrikts Warschau die Aufforderung, jeden Juden, der sich unbefugt außerhalb eines jüdischen Wohnbezirks aufhält, sofort dem nächsten Polizeirevier oder Gendarmerieposten zu melden. Wer einem Juden Unterstützung hat zuteil werden lassen oder z. Zt. noch zuteil werden läßt, hiervon aber bis zum 9. 9. 42, 16 Uhr der nächsten polizei- lichen Dienststelle Mitteilung macht, wird strafrechtlich nicht verfolgt werden. In der gleichen Weise wird gegen denjenigen von einer Strafverfolgung Ab- stand genommen, der die von einem Juden erworbenen Sachwerte bis zum 9, 9.42, 16 Uhr, in Warschau, Niskastr. 20 abliefert oder bei dem nächsten Polizeirevier bzw. Gendarmerieposten Meldung erstattet. Der SS- und Polizeiführer ZKUNV, Plakate Nr 75/24. im Distrikt Warschau 1 Auf Grund des Schreibens Böttchers vom 21.9.1942 an den Gouverneur Kundt veröffentlich- ten auch die Stadt- u. Kreishauptleute im Distrikt Radom Bekanntmachungen, die die polnische Bevölkerung unter Androhung der Todesstrafe warnten, den Juden Hilfe zuteil werden zu lassen(vgl. AJHI, Plakate, Nr 70: Bekanntmachung von Franke, Stadthauptmann in Tschenstochau[©zestochowa], vom 24.9. 1942). 944, Beherbe UOGLOSZENIE / BEKANNTMACHUNG| 244. Beherbergung von geflüchteten Juden wird mit der Todesstrafe geahndet. :' exuesa’3 ueeunrdneg}Ipers dag Tb 6'yz Up'emoyaomdz) "UIAMOTSOUMAZ AOFYAlIe m woIuemepazuds('g ‘eıuszpal WI WOIUBZIIRISOP(7 'nypmıAZId WOPAZ waruejalzpn(] Ip22J1d LysmopAzaıu Jsoupn] 0OZIMOUBJS 315 8392150 urp sjjeyusgs"usjney JyuN I9PO USPjojqessA BUnAnsoy>g'usı >s10JuN, YDpuassım uspnf u>y>jos alp'uau -19A[opıuıs? -yemaf ıdr ossog usBarfı>yun yraydsıoA uayprejf sap sswwan ajeajss3po] Jap‘uassej1aA I8nJ -aqun yarzaquyoa, UaydsIpnf uap ap'uspnf uagaıuarun(665'S')9 TA OA) IP6l OL"SI UOn 1uUSWIUISANOFTEI3UIN wı uafunyuesy)sag -syeyjusjny Jsqn YunupiolsA‘© Jap sseulsn) :staaugg mapUusgjo, nz ssefuy jyajsaq ST nen uoA sunFlogiayag ypog INNHOVWLNNUNZE uapnf usje1y9nIJa? ENT 319 2]: eize an Br Auszug au stellvertre zenmüller „Seit den Malkınia 5000 Judı Gedob! S | Dieser ist | nach Sob Strecke d Die Züge gouverne | gadeführ: 246. Die deutsche Polizei zündet ein Bauernhaus an, in dem sich Juden verborgen hielten. 247. 18. August 1942, Berlin.— Abschrift eines Schreibens des Staatssekretärs im Reichs- verkehrsministerium Ganzenmüller über Judentransporte nach Treblinka und Belzec. Abschriften dieses Schreibens wurden durch die Personalabteilung des RF SS an Brandt, Krüger und Globocnik gesandt. Auszug aus einem Schreiben des Staatssekretärs im Reichsverkehrsministerium, stellvertretenden Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr. Ing. Gan- zenmüller, v. 28. 7.42 an SS-Obergruppenführer Wolft. „Seit dem 22.7. fährt täglich ein Zug mit 5000 Juden von Warschau über Malkinia nach Treblinka, außerdem zweimal wöchentlich ein Zug mit 5000 Juden von Przemysl nach Belzec. Gedob! steht in ständiger Fühlung mit dem Sicherheitsdienst in Krakau. Dieser ist damit einverstanden, daß die Transporte von Warschau über Lublin nach Sobibor(bei Lublin) solange ruhen, wie die Umbauarbeiten auf dieser Strecke diese Transporte unmöglich machen(ungefähr Oktober 1942).“° Die Züge werden mit dem Befehlshaber der Sicherheitspolizei im General- gouvernement vereinbart. SS und Polizeiführer des Distrikts Lublin, SS-Bri- gadeführer Globotschnigg, ist verständigt. ZKUNV, Dc-142. 1 Generaldirektion der Ostbahn. 21 Getto 321 KONNEN SUSÄRERENKENFLGRERBSANESRSLENNSSHPEHROHLURFESRSRSCHSOERSH NN BERONDLDEHEDEILBAFREAPRGOBLIHSIN KEN SUHRIH IB BASBRH LH PSPEERTET OA PBRL IH ESP IURSHRINEEN 248. Fahrplan für Judentransporte aus dem Distrikt Radom' ins Vernichtungslager Treblinka. oeneraldirektion der Ostbahn= En den er bepfin 19 u BR BENNAEN BERN u) Beıı ahof Seka'nw p en \ Fahrplananordnung Nr 587 Te IX 1902% Nur für den Dienstgebrauch! Le RERETEeY ‚son ‚m>00| Afe Daui der Strecken Sedziszow- Kilelce- Sxarzysko Kam.- Radon- Sta= Tukow- SIedlcooe- Malkinia; Kielce- Techenstoohau; Bf Treb- linkaı Bf Kozienice;| Sedziezow, Kielce, Tachenstochau,„karzysko Kam., Radom, Deblim,| ukow, Siedlcoe, Malkinis;| a Siedlce; ZU Radom; VED, Ozl, Bzp kl Radon; RT 2 Bü(Lok, Ten B£fp 3, 14, 15, 16, 17, 22, 44; L 2, 3, 71, * 11, VEIT(3), Wg Bot m; 9, 21, 2iH, 30,„1, 32, 33,’y 34H, 36, 373| e verkehren folgende(Sonderzüge für Umsiedlen aus dem irk aomı| m 1.) Leer Lp Er 9220 nach Fahrplananordnung Nr 582 ist oc Ireblinke - ns nio nao sohenstochau, sondern nach Sedziazow zu un Kilelde an 6.41 am 20.9, ab 6.51 Im Plan Sg 91266 ke. SedzInzow an 9.20 u&N In Sedziszow ist der Wagenzug bis 21.9. abzustellen, 22). Kr 9228(30,9) Sedziezow- er am 21./22, Sept.| Sedziszow.18 im Plan Dg 91253 B| eloe 18. 56/19: 55.070,70 D8:9125553|| arzysko Kam. 21.41/22.45°= De 91255 B 30, 1 0.03/ 0.28*® De 91557 B ] n_Gb 2.30/ 3.30.% 8'p8 91257 3 Gou ow 5.17/ 6.8°" Dg 95402 B Tedloe 6.58/ 8.34"© De 91565 B A reblinka 11.24/(15.59) Dei Wagenzug: 2 C+ 50 G. 2.) Rückleitung des Leorzugest 42£r 9229(30.11) von Treblinka nach Saydiowieo am 22./23.Sept,+, Die Troblinke(11,24)/15.59 im Man De 91368 B Septem| STedIce 17.50/118.42° D8 9144% B Lukow 19.36/390.377°_*"= Dg 91266 B Nchsch DebIIn pr 22.34/23.36°® De 91266 B fast aus po 1.34/ 1.50"" Dg 91266 B Be Seydlowice 3.08/21.30) Run 3.)& Kr 9230(30.9) von Szydlöwieo nach Treblinke am 23,/24. Sept, RN Seydlowiec(3.08)/21.30 im Plan Dg 91249 D scha Ne nee 22.29/ 0.13*"De 91555 B Cesar Neblin shr 2.007 310"= 28 91257 B Lukow 5.17/ 6.08.*®* DE 95402 B der SIodlce 6.587. 8.34. 0 20 De ISCH B in WW Tretlinka 11.24/(15.59) Ä III LEONE 249. Judendeportation aus Lublin ins Vernichtungslager Belzec. |- AT r, 4 sata 250. 15. Oktober 1942, Warschau(Warszawa).— Auszüge aus dem Bericht des Gouverneurs des Distrikts Warschau für die Monate August und September 1942 an die Regierung des GG über die Lage im Warschauer Getto nach der großen Deportation. Geheim ... Die Umsiedlung im jüdischen Wohnbezirk der Stadt Warschau ist Ende zu September vorläufig abgeschlossen worden. Es sind etwa 35000 Juden im jüdischen Wohnbezirk in Warschau zurückgeblieben.! Hierbei handelt essich fast ausschließlich um Arbeiter der noch zugelassenen Rüstungsbetriebe. 1 Ende Oktober 1942 wurden gemäß der Verfügung der deutschen Behörden die im War- schauer Getto zurückgebliebenen Juden registriert. Es wurde dann festgestellt, daß die ” Gesamtbevölkerung im Getto sich auf 35639 Personen, d. h. 10°/, der Bevölkerungszahl vor der Deportation belief.(Vgl. AJHI, Ring II, Nr 285:„Die demographische Struktur der in Warschau verbliebenen jüdischen Bevölkerung‘, poln.) In Wirklichkeit aber war die Zahl der Juden zu jener Zeit viel größer, weil ein Teil der Juden(diejenigen, welche sich verborgen hielten) nicht in die Registrierung mit einbezogen wurden. Dies wird u. a. von Stroop bestätigt, der in einem seiner Tagesberichte schreibt: ur rc» ‚rbrochenen und unermüdlichen Einsatz sämtlicher Kräfte ist „7... INUT( urch den ununterb es gelungen, insgesamt 56065 Juden zu erfassen bzw. nachweislich zu vernichten. Dieser Zahl hinzuzusetzen sind noch die Juden, die durch Sprengung, Brände usw. ums Leben gekommen sind, aber zahlenmäßig nicht erfaßt werden konnten...‘“(Nürnb. Dok. PS-1061.) 2” Insgesamt sind etwa 400000 Juden aus Warschau evakuiert worden. Da früher zeitweise über 540000 Juden in der Stadt Warschau gewesen sind, hat sich somit die Bevölkerung der Stadt Warschau um etwa eine ‚halbe Million verringert... Die Ernährungs- und Wirtschaftslage im jüdischen Wohnbezirk in Warschau beruht nun auf völlig neuen Grundlagen. Der SS- und Polizeiführer, der die gesamte Judenaktion verantwortlich durchgeführt hat, hat die Betriebe mit Wirkung vom 1.9. 1942 verpflichtet, für jede noch verbliebene jüdische Arbeitskraft täglich ZI. 5.- zu zahlen. Davon sind ZI. 3.- an den SS- und Polizeiführer abzuführen, während für die restlichen ZI. 2.- der jüdische Arbeiter zu beköstigen ist... Von einem eigenen Wirtschaftsleben des jüdischen Wohnbezirks kann nach der nunmehr durchgeführten Neugestaltung keine Rede mehr sein. Während im Juli noch Ausfuhrleistungen von über 15 Millionen Zloty erfolgten, ist dieser Betrag im August auf 1,9 Millionen und im September auf 1,1 Millionen gefallen, wobei es sich durchweg noch um alte Abschlüsse des Waren- und Dienstleistungsverkehrs handelt... Die Zahl der Begräbnisse betrug im August 4516, im September 4244. Die Zahl der Selbstmorde betrug im August 155, im September 69... Die Warschauer Textilindustrie ist durch die Judenaussiedlung stark be- troffen worden. Dieser Industriezweig war bis Ende 1939 mit wenigen Aus- nahmen in jüdischen Händen, wobei auch die Mehrheit der Gefolgschaft jüdisch war. Die Juden bildeten keine Arier aus, so daß es auch fast keine arischen Facharbeiter gab. Von 3500 Arbeitern in der Wirkwarenindustrie waren früher mindestens 3000 Juden. Durch die Umsiedlung der Juden ist daher ein merklicher Rückgang in der Produktion eingetreten. Im August ging die Produktion von 4,4 Millionen Zloty auf 3,3 Millionen Zloty zurück, d.h. um 250/,. Tatsächlich ist die Produktion aber um 50%, gefallen, da die Firmen mehr Ware angeboten haben, als sie auf Lager hatten. Eine normale Produktion kann erst wieder eintreten, wenn hinreichend arische Fachkräfte herange- bildet sind... AWI, Dok. I-10, S. 7, Il 951. Dep 251. Deportation der restlichen Juden aus dem Warschauer Getto ins Todeslager Treblinka. | r cr».. 252. Der grauenhafte Terror, der von den SS- Männern während der Deportation von Juden aus dem Warschauer Getto geübt wurde. 253. Die Opfer von Terroraktionen im Warschauer Getto. 2 254. Judendeportation aus Zychlin. I er gr re Ar rn Me eo 255. 15. November 1942, Warschau(Warszawa).— Auszüge aus einem Bericht der Vereinigten Antifaschistischen Organisationen im Warschauer Getto an die pol-| nische Emigrationsregierung in London über die Vernichtung der jüdischen Be- völkerung in Polen. Im Glanz des unvergleichlichen goldenen polnischen Herbstes glitzert eine Schicht Schnee. Dieser Schnee ist nichts anderes als Federn und Daunen aus jüdischem Bettzeug, das mitsamt dem ganzen Gut- von Schränken und| Koffern, die mit Wäsche und Kleidung angefüllt sind, bis zu Schüsseln,| Töpfen, Tellern und anderen Haushaltsgegenständen- von den 500000 nach Osten evakuierten Juden zurückgelassen worden ist. Sachen, die niemandem gehören— Tischtücher, Mäntel, Federbetten, Sweater, Bücher, Wiegen, Dokumente, Photographien-, liegen in einem bunten Durcheinander in Wohnungen, Höfen und Plätzen herum, in Haufen zusammengerafft und mit diesem Schnee aus zerrissenen Eingeweiden des jüdischen Bettzeugs bedeckt, der für die Periode der vervielfältigten deutschen, den Juden gegenüber voll- Nas Gerä brachten Mordtat charakteristisch war. Bekuban Die unheimliche Stille unterbrechen Revolverschüsse, das Knattern von Treblinka Maschinenpistolen, das Rasseln von Autos und deutschen motorisierten Pa- en St trouillen, das Krachen von Türen und Möbeln, die zerhauen werden, heiseres Völker, b Geschrei„alle Juden raus‘, der grauenhafte Zug der zum Tode verurteilten gebrachte jüdischen Opfer und der rhythmische Schritt der internationalen Nazi-Bande, gehalten v die aus Litauern, Letten, Ukrainern und Getto-Polizisten besteht, unter Der nach: Führung von SS-Offizieren. Ausgestorbene oder agonisierende Häuser, mit Berüc Straßen voller Verhaue aus Stacheldraht, Holzzäune, welche die einzelnen geistigen; Häuser voneinander trennen, und vor allem kein einziger Mensch zu sehen; Srategiscl moderner und es gab ihrer doch noch vor zwei Monaten so viele; sie füllten die Haupt- straßen des Gettos aus, eilten zu ihren alltäglichen Beschäftigungen, kauften 0 Prozer und verkauften, arbeiteten; eine Entvölkerung, dergleichen sogar die frühen Die zur I Jahrhunderte mit ihren Pestepidemien nicht aufwiesen— dies war das Bild des vammelp jüdischen Wohnbezirks in Warschau im September 1942. Ein die Wände Welches€ entlang dahinschleichender Menschenfetzen, mit Blut bespritzte Pflastersteine,| Punkt, de . der von den glimmenden und allmählich erlöschenden Straßenbränden empor-| in die W steigende Rauch, der scharfe Brandgeruch- verleihen dieser Stadt des Todes, Schlagpla in der vor dem schrecklichen 22. Juli, von 10 km langen Mauern umringt, fast 370000 Juden vegetierten, ein passendes Kolorit. Es gibt kein jüdisches Warschau mehr. Die zeitgenössischen Hunnen haben binnen weniger als zwei Monaten ein Verbrechen begangen, dessen Grauenhaftigkeit mit nichts zu vergleichen ist.> und In den Augen der ganzen Welt wurden während des Sommers 1942 300000 Ars Warschauer Juden und mindestens 1000000 Juden von der Provinz des sog. an NW 328 GG nach Treblinka! deportiert, wo alle, alle von Säuglingen bis zu Greisen, durch Ersticken in Gaskammern umgebracht wurden. Es ist schwer, die ganze Grauenhaftigkeit dieser Untat zu begreifen. Es scheint ein Alpdruck zu seın und ist doch Wirklichkeit. Diesem so gewissenhaft und präzise begangenen Verbrechen lag eine ideale Zusammenarbeit der leitenden, exekutiven und technischen Faktoren zugrunde. Millionen Juden aus Polen und dem Ausland füllten brüderlich die gemein- samen Gräber in Treblinka. Die monströse Schlachtgrube in Treblinka, dieser zeitgenössische Moloch, verschlang die Geheimnisse von Millionen dieser betrogenen, belogenen Menschen, denen man das Leben versprochen und statt dessen einen schändlichen Tod gegeben hatte. Man brac hte die Ahnungs- losen in Vieh- oder Personenwagen. Das gleiche Schicksal erwartete alle— die Väter, Mütter, Kinder, die Jungen und Alten, die Handwerker, Fabrikleiter, Büroangestellten, die Gelehrten und Künstler, die Ärzte, Rechtsanwälte, Professoren, Musiker und Pädagogen. Das Geräusch der Dampfmaschine, welche den überhitzten Dampf in die Exekutionskammern pumpte, hörte niemals auf. Die Schlachtgrube in Treblinka funktioniert weiter. Der Sturm bedroht den Rest der europäischen Juden. Seine Zerstörungskraft werden aber auch die anderen unterjochten Völker. besonders die Polen, zu fühlen bekommen. Diese einmal in Gang gebrachte Höllenmaschine der Vernichtung kann in ihrem Lauf nicht aul- gehalten werden, es sei denn, daß der Nazismus erwürgt wird. Der nachstehende Bericht beschreibt den Verlauf der sog. Aussiedlungsaktion mit Berücksichtigung der Haltung und Reaktion der jüdischen Masse- ihres geistigen Zustandes, ihrer Hoffnungen und Enttäuschungen— sowie den ganzen strategischen Plan der Deutschen, welcher mittels meisterhafter Lüge und moderner Technik auf die möglichst schnelle physische Vernichtung von 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung abzielte... Die zur Deportation bestimmten Juden brachte mafi auf den Umschlagplatz. Sammelpunkt war das jüdische Krankenhaus ‚„Czyste‘‘ in der Stawkistraße, welches eigens zu diesem Zweck in die Lesznostraße 2 evakuiert wurde. Dieser Punkt, dessen Bestimmung es war, die ‚„‚Auszusiedelnden‘ vor ihrer Verladung in die Waggons aufzunehmen, befand sich in unmittelbarer Nähe des Um- schlagplatzes neben der Transferstelle. Auf dem Umschlagplatz befindet sich 1 Es handelt sich hier um Treblinka II, das im Kreis Sokolöw gelegene Vernichtungslager für Juden. Dieses Lager darl nicht mit Treblinka I verwechselt werden, welches ein Mitte November 1941 errichtetes Arbeitslager sowohl für Polen als auch für Juden war.(An- ordnung Nr 50-41 des Gouverneurs des Distrikts Warschau vom 15. 11. 1941.) Im Juni und Anfang Juli 1942 wurden in Treblinka II eilige Installationsarbeiten zwecks Fertigstellung des Lagers durchgeführt. Am 7.7. 1942 wandte sich Eberl vom Amt des SS- und Polizeiführers an den Kommissar für den jüdischen Wohnbezirk in Warschau, Auerswald, mit der Bitte um schnelle Lieferung verschiedener Einrichtungen und Mate- h rialien, da das Lager Treblinka schon am 11.7. 1942 in Gang gesetzt sein sollte.(AJHI, KJWW, K-1500: Korrespondenz betreffs des Lagers in Treblinka.) Vgl. Dokument 230. 329 eine Zweigbahn. Während der Aktion gingen von dieser Zweigbahn Vieh- waggons ab, mit jüdischen Opfern vollgeladen. Jeden Tag ging ein Transport von zirka 5000 bis 6000„Ausgesiedelten‘ ab. In den Nachmittagsstunden, um 16-17 Uhr, fand die Verladung in die Wassons statt. Alle Leute wurden aus dem Gebäude des Krankenhauses hinausgetrieben, wobei man sie brutal mit Gewehrkolben und Knüppeln schlug. Auf dem ersten Platz(der Umschlagplatz besteht nämlich aus zwei Plätzen: der erste ist von einer Seite mit dem Büro des Umschlagplatzes, von der anderen durch ein Tor mit dem anderen Platz, der unmittelbar an die Zweigbahn grenzte, verbunden) fand die sog. Auslese der Leute statt. Der Menschenstrom— Mütter mit Säuglingen auf dem Arm, Leute mit schweren Bündeln auf dem Rücken, aus verschiedenen Gesellschaftsschichten- kam an zwei oder mehr SS-Männern vorbei, die zu seinen beiden Seiten standen. Einen Teil der zur physischen Arbeit fähigen Männer brachte man ins Dulag (Durchgangslager), von wo man sie in verschiedene Arbeitslager schickte. Die Besitzer von gültigen Ausweisen ließ man frei, meistens nach energischem Eingreifen seitens der Shopdirektoren; die übrigen(mindestens 90°%,) trieb man in die auf der Zweigbahn stehenden Viehwaggons. Während der ersten Taxe der Aktion sonderten die Deutschen alle sog. Arbeitsunfähigen ab und erschlugen sie auf dem jüdischen Friedhof. Dies sollte dazu dienen, die Juden zu überzeugen, daß alle zur physischen Arbeit Unfähigen als unnützer Ballast getötet, alle anderen dagegen wirklich umgesiedelt werden. Durchschnittlich lud man in die Waggons je hundert Personen. Die voll- gestopften Waggons schloß man von außen ab. Die Richtung der Transporte war immer dieselbe- ihr Ziel war die Mordstätte in Treblinka. Die zweite Phase der Aktion begann Mittwoch, den 29. Juli, mit der ersten kombinierten Häusersperre in den Straßen Nalewki und Gesia, die unter Leitung von SS-Männern durchgeführt wurde. Diese Abriegelung war von den für die ganze spätere Periode so charakteristischen Schüssen und Menschen- opfern begleitet. An jenem Tag wurden im Zuge der Aktion eine Reihe Werk- stätten und kleine Fabriken vernichtet, und alle Arbeiter mitsamt den Werk- meistern einer von der Getto-Polizei eskortierten Gruppe angeschlossen. Man fängt an, Unterschiede zwischen den Berechtigungen von Werktätigen ver- schiedener Arbeitsstellen zu machen. Die Ausweise des Städtischen Fürsorge- Komitees, mancher Abteilungen des Judenrates(Schulabteilung) und mancher Betriebe gelten faktisch als ungültig. Als Prinzip gilt, daß alle Handwerkstätten unnütz und entbehrlich für die deutsche Produktion sind. Es beginnt also eine Jagd nach ‚sicheren‘ Firmen, wie z.B. Toebbens,, Schultz, AHAGE usw. Am 29. Juli erschienen an Hausmauer und Toren Aufrufe folgenden In- kallts: ea 2 Diesen Aufruf, hier ausgelassen, geben wir in Dok. Nr 231, Anm. 1. 330 Wie bereits die ihrer A also, dab di pro Person schlagplatz Briefe von hinzuzulüg mitglieder von der W vollkomme Qualen ihı namlıch zZ aus Trebli Stätte gerei ständiger| Ind moral den Wars der De poı Widerstan Standes al Wahrheit Betriebe ad M.S ssandt y ‘erschied, Kleinen( Arbe fer. der Chh Wohnun. ehntaus Aoty.\ Wie bereits erklärt, war die ökonomische Lage von Zehntausenden von Juden, die ihrer Arbeitsstätten beraubt worden waren, katastrophal; kein Wunder also, daß die Aussicht, drei Kilogramm Brot und ein Kilogramm Marmelade pro Person zu erhalten, viele Menschen bewog, sich freiwillig auf den Um- schlagplatz zu begeben. Es ist dazu noch die Wirkung der„authentischen“ Briefe von den.‚Umgesiedelten‘‘ und der beruhigenden Aufrufe vom 24. Juli hinzuzufügen. Wenn man noch dazu bedenkt, daß ein Teil der Familien- mitglieder doch schon ‚‚ausgesiedelt‘‘ war, und die übrigen, die keine Ahnung von der Wirklichkeit hatten, sich mit ihnen wieder vereinigen wollten, ist es vollkommen verständlich, daß sich anfangs Hunderte und später Tausende von Menschen auf den Sammelpunkt einzeln oder gruppenweise auf kleinen Wagen oder Lastfahrrädern begaben, ihre Umsiedlungsbündel in der Hand oder auf dem Rücken. Ein alltägliches Bild stellten acht-, zehn- oder zwöll- jährige Kinder dar, die sich auf den Umschlagplatz begaben, um zu ihren Bitern zu fahren... Allmählich werden sich die übrigen Juden dessen bewußt, daß die Deutschen alle ‚„‚Ausgesiedelten‘‘ nach Treblinka abschieben, wo diese in schrecklichen Qualen ihr Leben beenden. An die noch im Getto verbliebenen Juden dringen nämlich zuerst ängstlich geflüsterte und dann immer öffentlichere Nachrichten aus Treblinka. Die wenigen Personen, die sich aus dieser gigantischen Mord- stätte gerettet haben, erzählen ihre tragischen Erlebnisse. In dieser Atmosphäre ständiger Ungewißheit, ständigen Wechselns des Aufenthaltsortes, physischen und moralischen Terrors liegt es den Deutschen schon nicht mehr daran, vor den Warschauer Juden den Schein zu wahren. Während der zweiten Phase der Deportation, da die jüdischen Massen schon völlig zerschlagen und keines Widerstandes fähig sind(von einzelnen Fällen aktiven oder passiven Wider- standes abgesehen), liegt es den deutschen Behörden nur noch daran, die Wahrheit vor dem Ausland zu verbergen. Und das eelingtihnen vollkommen. Der Umschlagplatz wird Synonym des Todes. Keiner mehr meldet sich frei- willig zur„‚Aussiedlung‘‘. Die Bevölkerung versteckt sich, wo es irgend geht ın Kellern, Schlupfwinkeln, verlassenen Häusern und Trümmern... Die zweite Periode der ‚‚Aussiedlung‘“ besteht aus drei Phasen. Für die erste Phase ist Absperrung von Häusern und Straßen durch die Deutschen, sogen.„Junacy‘‘ und Juden bezeichnend, wie auch die Auflösung einiger Betriebe(Waldemar Schmidt, Karl Heinz Müller, Astrawerke, T. Tepicyn und M. Szaniawska), wobei die 3etriebsbesatzungen auf den Umschlagplatz gesandt wurden. Während der zweiten Phase(August) finden im Getto selbst verschiedene Umsiedlungen statt. Die größte davon ist die Liquidation des kleinen Gettos. Binnen 24 Stunden mußten alle Juden— ausgenommen die Arbeiter der Firmen W. C. Többens und Wilhelm Döring— die in dem südlich der Chlodnastraße gelegenen Teil des jüdischen Wohnbezirks wohnten, ihre Wohnungen verlassen. Mit einem Federstrich fiel den Deutschen das Gut von Zehntausenden von Umgesiedelten an ein Gesamtwert von vielen Millionen Zloty. Mit dem jüdischen Gut befaßte sich eine besondere Dienststelle, KHK SS-Werterfassung, die ohne Unterlaß bis zum heutigen Tage(Mitte November 1942) tätig ist: Außerdem werden die zugeteilten Häuser? abgesperrt und alle darin befindlichen Leuten nach Treblinka abgeschoben. Die dritte Phase um- faßt außer den vorher beschriebenen Aktionen noch die Blockade von Shops... Während der ganzen zweiten Periode der Aktion gönnten die Deutschen nie- mandem auch nur einen Augenblick Rast, einen Moment zum Überlegen. Massenweise fielen die Juden, einer nach dem anderen. Schließlich wurde die Furcht der Juden vor den Deutschen größer als vor dem Tod. Die Arbeit auf dem Umschlagplatz ändert sich völlig. Jeglicher Schein einer Auslese verschwand. Mit wenigen Ausnahmen werden alle in die Waggons verladen. Ende August scheint die Aktion abzuflauen. Das jüdische Krankenhaus erhält den Befehl, in die Stawkistraße zurückzukehren. Nicht nur die unmenschliche Behandlung der schwerkranken Menschen ist dabei zu betonen, sondern auch die Tatsache, daß dadurch die Juden wiederum betrogen worden sind. Denn man erklärte, daß die Rückkehr des Krankenhauses in die Stawkistraße als Beendigung der Aktion anzusehen sei. Aber die Zeit der„‚Registrierung‘‘ vom 6. bis 10. September, während der mitsamt Tausenden von Opfern auch alle Kranken ohne Ausnahme, die sich im Krankenhaus befanden, und das ganze ärztliche und technische Personal(zusammen etwa tausend Personen), in die Waggons verladen wurden, bewies, wie trügerisch die jüdischen Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Deportation waren... Der letzte Akkord des Massenmords und der Vernichtung der Warschauer Juden verstummte am 21. September, am Versöhnungsfest. An diesem Tag führten die Deutschen eine Sperre der dem Jüdischen Ordnungsdienst zu- gewiesenen Häuser in der Ostrowska- und Wolynskastraße durch. Es wurden diese OD-Männer angehalten, die nach dem durchgeführten Abbau nicht von neuem bei der OD angestellt worden waren.(Die Zahl der Getto-Polizisten wurde auf 380 Personen vermindert.) Mit Hilfe der OD-Männer und unter Leitung der OD-Offiziere Jakub Lejkin und Szmerling, von einigen Deutschen vom Vernichtungskommando begleitet, wurden an diesem Tag zweihundert junge Burschen mit ihren Frauen zur Vernichtung nach Treblinka gesandt. So sieht die deutsche Treue zu den Verrätern des eigenen Volkes aus... Die Provinz Die Tragödie des Warschauer Judentums hat auch nicht für einen Augenblick die Hunderte von Tragödien aller anderen jüdischen Siedlungen im Bereich des sog. GG in den Schatten gestellt. Die Deutschen haben kein einziges Städtchen, Dorf und keine einzige Siedlung in den Distrikten Warschau, Lublin, Radom, Krakau und Galizien unbehelligt gelassen. Die Dauer der 3 Die Häuser, in denen die in den Shops beschäftigten Arbeiter kaserniert waren. ‚Aussiedlu! sogenannte lager ın Be betrug von Die Techn! glaubten. Volkes- w Die ın unse verbli Kolbiel, „Medem‘ Radom, Skaröysko Ntoczek,\ dies alles ung“ her Dasnoch ler Polni: I Sofort enden,- Sedenen] 4 Sofort; de Schul ), So \ (as Gebi. fort; „Aussiedlungen‘, die meistens nach Treblinka, der zentralen Mordstätte im sogenannten Generalgouvernement, manchmal auch nach dem Vernichtungs- lager in Belzec gingen, hing von der Zahl der jüdischen Einwohner ab und betrug von einem Tag bis einige Wochen. Die Technik war überall dieselbe. Überall bedienten sich die Deutschen der Lüse und des Betrugs. Außerdem nützten sie noch diesen Umstand aus, daß die Juden im allgemeinen nicht an die Möglichkeit ihrer völligen Vernichtung glaubten. Die polnische Provinz— dieses Regenerationsgebiet des jüdischen Volkes-— wurde gänzlich bzw. zu 99°/, vernichtet. Die in unserem Besitz befindlichen Nachrichten sind unvollständig und frag- mentarisch, dessen ungeachtet aber bringen wir sie in diesem Bericht. Diese Nachrichten stammen von zufälligen Zeugen, die von nah und fern nach Warschau gekommen sind. Sie alle, Juden und Polen, haben in aller Über- einstimmung bestätigt, daß die ‚„‚Aussiedlung‘* mit unverminderter Kraft im Bereich der ganzen Provinz wütete. Die Aktion wurde überall vom Einsatz Reinhard— dem schrecklichen Vernichtungskommando- durchgeführt. Aus den von der Aktion betroffenen Provinzstädten ist es vielen Juden ge- lunsen zu flüchten und sich in Wäldern oder in Dörfern bei freundlich ge- sinnten Polen zu verbergen. Wenn aber der kalte Herbst kommt, wird den Flüchtlingen der Erfrierungstod drohen. Untenstehend bringen wir eine Aufstellung der Städte und Städtchen des soe. GG, von denen wir mündliche bzw. telephonische Nachrichten über völlive oder fast vollständige Deportationen erhalten haben: Baczki. Tschenstochau(von 40000 sind nur 4000 verblieben), Hrubieszow (völlige Vernichtung), Izbica Lub., Kielce, Krakau(von 60000 Juden sind nach wiederholten ‚‚Aussiedlungen“ kaum 6000 verblieben), Kaluszyn 31 verbliebene Juden), Kosöw Lacki, Lublin(Majdan Tatarski), Lochöw, Kolbiel, Opatow, Ostrowiec Kiel., Opoczno, Otwock, Miedzeszyn(das .Medem‘-Sanatorium), Legionowo, Miedzyrzec Podlaski, Pinczow, Pilica, Radom. Staszöw, Petrikau(von 15000 sind nur 600 Juden verblieben, Skarzvsko-Kamienna, Sandomierz, Sadowne, Suchedniöw, Tarnöw, Lemberg, Stoczek, Wolomin, Sobolew, Wolbrom, Siedlce, Zarki, Zamos£(Vernichtung)- dies alles ist nur ein Abschnitt der vollständigen Liste der von der ‚‚Aussied- lung‘ betroffenen Städte. Das noch am Leben gebliebene polnische Judentum fordert von der Regierung der Polnischen Republik und den Regierungen der Alliierten Länder: l. Sofort nach Treblinka eine Internationale Zentral-Kommission zu ent- senden, zwecks Untersuchung und Feststellung, daß die im Bericht ange- eebenen Fakten wahrheitsgetreu sind. 2. Sofortige Vergeltungsmaßnahmen gegen diejenigen zu ergreifen, welche die Schuld für die Tragödie der polnischen Juden tragen. 3 ıhmen gegen die Deutschen zu ergreifen, welche 3. Sofortige Vergeltungsmaßn: das Gebiet der Alliierten Länder bewohnen. AJHI, Ring II, Nr 192.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 333 LEGE er se REES 98, Na hi 259, Leich 258. Nach der Deportation... 260. 5. Oktober 1942, Lublin.— Schreiben des Kreishauptmanns in Lublin an den A1.D Gouverneur des Distrikts Lublin über die Aufnahme derjenigen Juden in den Kreis a Lublin, die aus Deutschland und der Slowakei deportiert wurden. Betrifft: Aufwendungen für evakuierte Juden. Bezug: Verfügungen vom 15.8. 42 und 28, Or 4- Unter Bezugnahme auf obige Verfügungen berichte ich, daß seit dem ersten Januar 1942 8009 Juden aus dem Reich in mein Kreisgebiet umgesiedelt worden sind. Davon sind bereits 3692 Juden wieder ausgesiedelt worden.|| Aufwendungen bzw. Barauslagen sind durch diese Umsiedlungen nicht ent- standen, lediglich die Gemeinde Piaski stellte ohne Kosten 400 Fuhrwerke für| den Transport der Kranken, Kinder und des Gepäcks zur Verfügung. Zur Kenntnisnahme füge ich in der Anlage ein Verzeichnis der einzelnen Orte, die Zuwachs an Juden erhielten, bei. AJHI, Kr LLL, Nr 6, S.2. Kreishauptmann!| ı Dem Schreiben des Kreishauptmanns ist eine Aufstellung beigefügt, aus der hervorgeht, daß| die Gesamtzahl der angekommenen Juden sich auf 8000 belief. Sie wurden in folgende Orte abgeschoben: Belzyce 1200 Juden aus Deutschland Piaski 5466 es is= Luszawa 54 Kamionka 652 5% Firlej 125, der Slowakei Oströw Lub. 51 » Pi 261. Deportation von jüdischen Kindern und Erwachsenen aus Lodsch ins Todeslager Kulmhof: In Erwartung des Transports. 22 Getto 337 SER 2 Se Ben 5 ii Y 262. 3. Oktober 1942, Litzmannstadt(Lodsch| Löd2).— Auszug aus einem Lage- bericht der Gestapo in Litzmannstadt über den weiteren Verlauf der Judenver- nichtung in diesem Regierungsbezirk. 2.) Judentum. Nachdem im Monat August die Landkreise durch Evakuierung judenfrei geworden sind, erfolgte im Monat September abermals eine Aussiedlung von rund 15700 kranken und arbeitsunfähigen Juden aus dem Ghetto Litzmann- stadt. Ein besonderer Bericht hierüber und über die nunmehr als vorläufig abgeschlossen anzusehende Evakuierung ist am 26. 9. 42 bereits vorgelegt worden. Durch diese letzte Aussiedlung ist der Bevölkerungsstand im Ghetto t auf rund 89500 Juden herabgesunken. Bei diesen Juden handelt arbeitsfähige Juden, die fast sämtlich in den Arbeits- prozeß einbezogen worden sind. Der weit größere Teil dieser arbeitenden Juden ist nach wie vor für die Ausfertigung von Wehrmachtsaufträgen ein- gesetzt, während ein kleinerer Teil mit der Ausfertigung von Privataufträgen beschäftigt wird. Bei den Privatauftraggebern handelt es sich um größere Textil- und Schuhfirmen aus dem Altreichsgebiet. Die Sterbeziffer ist auf Grund der Aussiedlung der kranken und arbeits- unfähigen Juden im Berichtsmonat erheblich zurückgegangen, sodaß nur 648 Todesfälle gegenüber 1736 im Vormonat zu verzeichnen sind. Den Todes- fällen stehen 29 Geburten gegenüber, darunter 2 Totgeburten. Im einzelnen entfallen von den 648 Todesfällen 13 auf Typhus, 52 auf Lungentuberkulose, | auf Ruhr, 221 auf Herzschwäche und 132 auf Unterernährung. Die restlichen Sterbefälle sind auf allgemeine Erkrankungen zurückzuführen. Im Berichtsmonat sind auf Grund beantragter Sonderbehandlung insgesamt 35 Juden durch Erhängen exekutiert worden. Ein Teil dieser Juden hat sich der Evakuierung durch Flucht entzogen und ist später aufgegriffen worden, während ein weiterer Teil wegen Arbeitssabotage und wegen illegalen Ver- lassens des Ghettos sowie des Arbeitsplatzes sonderbehandelt wordenist... AIM, Gestapo Lodsch, Nr 235, S. 3. Litzmannstad es sich durchweg um 12>3 150 de 263. Beschränkungen und Terror im Lodscher Getto— Begleiterscheinungen der Juden- deportation nach Kulmhof. Bekannimachung Nr 391. Y, VE Betr. N w& Allgemeine Gehsperre im Getto.‘, 2.2, 00.2 DR Ab Sonnabend,; ke den 5, September 1942 um 17 Uhr, h ist im Geto bis auf Widerruf eine a ei RE = Ausgenommen hiervon sind: W Feuerwehrleute, die Transportabieilung, Fäkalien- und Müllarbeiter, « Worenonnahme arm Boluter Ring und Radegast, Aerzte und Apothskerpersonel Hamburgerstrasse 1- beantragt werden Alle Hauswäüchter e sind verpflichtet darauf zu achten, dass Keine fremden Personen in die für sie zustän- 7 digen Häuser gelangen, sondern sich nur die Ein-» wohner des Hauses dortselbst aufhalten| Diejenigen, die ohne Passierscheine auf der Strasse angetroffen werden, werden evakuiert.| Die Hausverwalter isser hre Häuserbtock mit den Hausbüchern zur Verfü- gung e U-useninwahnor Bat cainz euer As seinwonner hat Seine A udn% wÄ pr Pr or bh ne Arbeitskarte bei sich zu halten. ch. RUAKOWIKI 10 D 00 Bekanntmachung_ Nr. 427. Betr.: Verkleinerung des Geftos. Mit sofortiger Wirkung d. h. am heutigen Tage, den 17. August 1944, sind nachstehend bezeichnete Gebiete restlos zu räumen. Die in diesen Gebieten wohnenden Personen haben ihre Wohnun- gen zu verlassen und dürfen die geräumten Gebiete nicht mehr betreten. Wer dieser Aullorderung nicht Folge leistet und am Freitag, den 18. August 1944 in diesen Gebieten sovie in dem bereits geräumten Westieil noch angetroffen wird, wird mit dem Tode bestraft. Es handelt sich 1.) um das Gebiet begrenzt: im Süden längs des Baluter Rings von Numer 4 bis 11 also von derEcke Hanseatenstrasse—Baluter Ring bis Baluter Ring Ecke Hohensteinerstrasse. begrenzt: im Westen von den Hohensteinerstrasse 31/33 bis Hohensteinerstrasse 63 also von der Ecke Baluter Ring—Hohensteinerstrasse bis Ecke Hohensteinerstrasse—Buch- bindergasse. begrenzt: im Norden längs der Buchbindergasse von Nr. 1 bis 13 also von der Ecke Hohenstelnerstrasse— Büchbintergasse,"Dis Ecke Buchbind K begrenzt im Westen: längs des Kranichwegs von Nr. 7 bis Ende also von der Buchbindergasse—Kranichweg bis Ecke Kranichweg-Wirkerstrasse. begrenzt im Norden; längs der Wirkerstrasse von der Ecke Kranichweg-Wirker- strasse bis Ecke Wirkerstrasse—Hanseatenstrasse, begrenzt im Osten: Längs der Hanseatenstrasse linke Seite von Nr. 20a—78 d. h, von der Ecke Baluter Ring— Hanseatenstrasse bis Ecke Hansen kerstrasse._ 2.) um das Gebiet begrenzti im Westen durch die Ecke Sulzfelderst Hohensteinerstr (bei der Kirche) und unterhalb der Kirche bis Ecke Neustadtstr. ‚Tizianst begrenzt: im Süden längs der Tizianstrasse von Nr. 2-16 also von der Ecke Hohensteinerstrasse-Tizianstrasse längs der Tizianstrasse. s ferner längs der bestehenden Geltogrenze, ‚a des Lodka-Baches” zur Ecke Nordstrasse-Franzstrasse. begrenzt: im Osten von der Ecke Nordske Tenzefrasse ‚bis zur Ecke Franz- strasse-Sulzfelderstrasse also von der Franzstrasse Nr. 2/4 bis Franzstrasse 30a einschl, begrenzt: im Norden: von der Ecke Sulzf.-Franzstr. also Sulzf. 25/27 bis zur Ecke Kirchplatz-Hohensteinerstr. Zur Beachtung: Die in diesen Gebieten In geschlossenen Betrieben kasernierten Arbeiter können an ihrem Arbeitsplatz verbleiben und dürfen in Ausübung ihrer Dienstpflichten die Gebiete betreten. Dasselbe gilt für das Krankenhaus, Geheime Staatspolizei Litzmannstedt, den 17. August 1944. EEE TEE ELLE unten 264. Im Lodscher Getto nach der Deportation. 341 265. In Wloclawek nach Abschluß der Deportation. 266. 28. Oktober 1942, Krakau(Kraköw).— Polizeiverordnung des Höheren SS- und Polizeiführers Krüger über die Errichtung von Judenwohnbezirken‘ in manchen Orten der Distrikte Warschau und Lublin. Auf Grund$ 3 der Verordnung über Sicherheit und Ordnung im General- gouvernement vom 26. Oktober 1939(VBIGG. S. 5) ordne ich an: Sa! (1) In den Distrikten Warschau und Lublin werden in folgenden Städten und Gemeinden Judenwohnbezirke errichtet: a) im Distrikt Warschau in Warschau-Stadt(Ghetto) Kaluszyn(Kreishauptmannschaft Minsk) Sobolew(Kreishauptmannschaft Garwolin) 1 Diese Verordnung von Krüger sollte gar nicht die Errichtung neuer Gettos bezwecken, wurde sie doch schon in der Periode der Liquidierung der Gettos veröffentlicht. Sie war nur ein hinterlistiger Winkelzug, der den Eindruck erwecken sollte, als stabilisiere sich die Lage der jüdischen Bevölkerung. Man wollte dadurch die Wachsamkeit der sich verbergenden Juden irreführen und sie zur Rückkehr in die Gettos bewegen, um sie nachher zur Vernich- tung zu deportieren. 342 Kossö Remb Siedle im Di Lukös Wlod: Konsk Piaskı Zaklık Izbica gOUVErnEe I) Alle „Jude“ Distrikte der in$ bezirke Kossöw(Kreishauptmannschaft Sokolow) Rembertöw(Kreishauptmannschaft Warschau-Land) Siedlec(Kreishauptmannschaft Siedlce) b) im Distrikt Lublin in Luköw, Parczew und Miedzyrzec(Kreishauptmannschaft Radzyn) Wlodawa(Kreishauptmannschaft Cholm) Konskowola(Kreishauptmannschaft Pulawy) Piaski(Kreishauptmannschaft Lublin-Land) Zakliköw(Kreishauptmannschaft Krasnik) Izbica(Kreishauptmannschaft Krasnystaw) (2) Diese Orte sind die den Juden zugewiesenen Wohnbezirke im Sinne des $4b der dritten Verordnung über Aufenthaltsbeschränkungen im General- gouvernement vom 15. Oktober 1941(VBIGG. S-595). ) 82 (1) Alle Juden im Sinne der Verordnung über die Bestimmung des Begriffs „Jude“ im Generalgouvernement vom 24. Juli 1940(VBIGG IS. 231) in den Distrikten Warschau und Lublin haben bis zum 30. November 1942 in einem der in$ 1 für die Distrikte Warschau und Lublin bezeichneten Judenwohn- bezirke Aufenthalt zu nehmen. Alle übrigen Personen haben bis zu diesem Zeitpunkt die Judenwohnbezirke zu verlassen, sofern ihnen nicht eine polizei- liche Aufenthaltserlaubnis gegeben wird. Das Nähere regelt der zuständige Gouverneur des Distrikts(SS- und Polizeiführer) durch Anordnung. (2) Vom 1. Dezember 1942 ab darf sich kein Jude in den Distrikten Warschau und Lublin ohne polizeiliche Erlaubnis außerhalb eines Judenwohnbezirks auf- halten oder diesen verlassen. Andere Personen dürfen sich vom 1. Dezember 1942 ab in einem Judenwohnbezirk nur mit polizeilicher Erlaubnis aufhalten oder ihn betreten. Die Erlaubnis erteilt der für den Judenwohnbezirk zu- ständige Kreishauptmann(Stadthauptmann). Von der Pflicht, einen Judenwohnbezirk aufzusuchen, sind diejenigen Juden ausgenommen, die in Wehrwirtschafts- und Rüstungsbetrieben be- schäftigt und in geschlossenen Lagern untergebracht sind.‘ 6) (l) Juden, die den Vorschriften des$ 2 zuwiderhandeln, werden nach den bestehenden Bestimmungen mit dem Tode bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer einem solchen Juden wissentlich Unterschlupf gewährt, d. h. wer insbesondere den Juden außerhalb des Wohnbezirkes unter- bringt, beköstigt oder verbirgt. (3) Gegen denjenigen, welcher davon Kenntnis erhält, daß ein Jude sich unbefugt außerhalb eines Judenwohnbezirks aufhält, und der Polizei nicht Meldung erstattet, werden sicherheitspolizeiliche Maßnahmen ergriffen. —. 2 Eee EETRZEELSEE (4) Nichtjüdische Personen, die den Vorschriften des$ 2 zuwider den Juden- wohnbezirk nicht rechtzeitig verlassen oder ihn ohne polizeiliche Erlaubnis betreten, werden im Verwaltungsstrafverfahren mit Geldstrafe bis zu 1000 Zloty, ersatzweise mit Haft bis zu 3 Monaten, bestraft. Den Strafbescheid erläßt der Kreishauptmann(Stadthauptmann). S4 (1) Die Judenwohnbezirke werden gesondert verwaltet. (2) Die Leitung eines Judenwohnbezirks hat ein Judenrat. Die Bestimmungen der Verordnung über die Einsetzung von Judenräten vom 28. November 1939 (VBIGG. S. 72) finden Anwendung. Für die Unterbringung der Juden in den Judenwohnbezirken sowie für die gerechte und sachgemäße Verteilung der von den Kreisbehörden zuzuteilenden Lebensmittel ist der Judenrat verant- wortlich. (3) Das Nähere regelt der zuständige Gouverneur des Distrikts(SS- und Polizeiführer). 85 Die Durchführungs-Anordnungen zu dieser Polizeiverordnung erläßt der Befehlshaber der Sicherheitspolizei im Generalgouvernement. 86 Diese Polizeiverordnung tritt am 1. November 1942 in Kraft. Der Staatssekretär für das Sicherheitswesen VBl GG 1942, Nr 94 vom 1. 11. 1942. Krüger 267. 10. November 1942, Krakau(Krakow).— Auszug aus einer Polizeiverordnung des Höheren SS- und Polizeiführers Krüger über die Errichtung jüdischer Wohnbezirke in einigen Orten der Distrikte Radom, Krakau und Galizien.! ..(1) aIn den Distrikten Radom, Krakau und Galizien werden in folgenden Städten und Gemeinden Judenwohnbezirke errichtet: a) im Distrikt Radom in Sandomierz, Kreishauptmannschaft Opatow, Szydlowice?, Kreishauptmannschaft Radom, Radomsko, Kreishauptmannschaft Radomsko, Ujazd, Kreishauptmannschaft Tomaszow, 1 Wir geben nur Pkt. 1$ 1 wieder. Alle anderen Paragraphen(den$ 6 ausgenommen, der das Datum des Inkrafttretens der Verordnung betrifft) entsprechen der Verordnung vom 28. 10. 1942(siehe Dokument 266). 2 Richtig: Szydlowiec. 344 | D im Disti Przemy Reichsh Tarnow Bochniz Krakau im Dist Lembei Böbrka Jaryez‘ Grödek Rudkı, A)CZ( Przem Brody, Rawa Lubac Busk, Sokal, Brzeza Bukac Podha Rohat Tarno Skala Trem Zbor« Zb Ira ( zort Bucza Borsz )pY Tlust Stani Stoyj Droh Bar Sam! b) im Distrikt Krakau in Przemysl, Kreishauptmannschaft Przemysl, Reichshof, Kreishauptmannschaft Reichshof, Tarnow, Kreishauptmannschaft Tarnow, Bochnia, Kreishauptmannschaft Krakau-Land, Krakau-Stadt(Ghetto), im Distrikt Galizien in oO — Lemberg-Stadt(Ghetto), Böbrka, Kreishauptmannschaft Lemberg-Land, Jaryczöw Nowy, Kreishauptmannschaft Lemberg-Land, Grödek, Kreishauptmannschaft Lemberg-Land, Rudki, Kreishauptmannschaft Lemberg-Land, Jaworöw, Kreishauptmannschaft Lemberg-Land, Zioczöw(Ghetto), Kreishauptmannschaft Zloczöw, Przemyslany, Kreishauptmannschaft Zloczöw, Brody, Kreishauptmannschaft Zloczöw, Rawa Ruska(Ghetto), Kreishauptmannschaft Rawa Ruska, Lubaczöw, Kreishauptmannschaft Rawa Ruska, Busk, Kreishauptmannschaft Kamionka-Strumilowa, Sokal, Kreishauptmannschaft Kamionka-Strumilowa, Brzezany(Ghetto), Kreishauptmannschaft Brzezany, Bukaczowce, Kreishauptmannschaft Brzezany, Podhajce, Kreishauptmannschaft Brzezany, Rohatyn, Kreishauptmannschaft Brzezany, Tarnopol(Ghetto), Kreishauptmannschaft Tarnopol, Skalat, Kreishauptmannschaft Tarnopol, Trembowla, Kreishauptmannschaft Tarnopol, Zboröw, Kreishauptmannschaft Tarnopol, Zbaraz, Kreishauptmannschaft Tarnopol, Czortköw(Ghetto), Kreishauptmannschaft Czortköw, Buczacz, Kreishauptmannschaft Czortköw, Borszczöw, Kreishauptmannschaft Czortköw, Kopyczynce, Kreishauptmannschaft Czortköw, Tiuste-Stadt, Kreishauptmannschaft Stanislau, Stanislau-Stadt(Ghetto), Kreishauptmannschaft Stanislau, Stryj-Stadt(Ghetto), Kreishauptmannschaft Stryj, Drohobycz(Ghetto), Kreishauptmannschaft Drohobycz, Borystaw(Ghetto), Kreishauptmannschaft Drohobycz, Sambor(Ghetto), Kreishauptmannschaft Sambor. VBl GG 1942, Nr 98 vom 14. 11. 1942. 345 268. 20. Januar 1943, Berlin.— Schreiben Himmlers an den Staatssekretär im Reichs- verkehrsministerium, Ganzenmüller, über die Notwendigkeit einer raschen Lieferung von Zügen für die Judentransporte.! Geheim Nun komme ich noch mit einer wichtigen Frage: Eine Voraussetzung für die 3efriedigung des General-Gouvernements von Bialystok und von russischen Gebieten ist der Abtransport der ganzen Bandenhelfer und Bandenverdäch- tigen.” Dazu gehört auch in erster Linie der Abtransport der Juden. Ebenso gehört der Abtransport der Juden aus dem Westen dazu, da wir sonst in diesen Gebieten ebenfalls mit einer Erhöhung der Anschläge zu rechnen haben. Hier brauche ich Ihre Hilfe und Ihre Unterstützung. Ich muß, wenn ich die Dinge rasch erledigen will, mehr Transportzüge bekommen.? Ich weiß sehr wohl, wie angespannt die Lage für die Bahn ist und welche Forderungen an Sie immer gestellt werden. Trotzdem muß ich an Sie die Bitte richten: Helfen Sie mir und verschaffen Sie mir mehr Züge. ZKUNV, Dc 330/PS 26a. Himmler 1 Durchschläge des obigen Schreibens wurden an Müller(Chef der Sipo und des SD im RSHA), Pohl und Wolff gesandt. 2 Himmlers Befehl gemäß durfte man ab Mitte 1942 in offiziellen deutschen Dokumenten die Bezeichnungen ‚‚Partisan“ und ‚„‚Widerstandsbewegung‘““ nicht gebrauchen, sondern statt dessen die Wörter ‚‚Banditen“, ‚„Räuberbande“ usw.(vgl. Dokumenty obwinjajut, Moskau 1945, S. 8: Befehl des Höheren SS- und Polizeiführers Rußland-Nord in Riga vom 30. 7. 1942 an die ihm untergeordneten Polizeidienststellen; siehe auch Dokument 269). 3 Zu jener Zeit fanden Massendeportationen der jüdischen Bevölkerung aus dem Bezirk Bialystok in die Vernichtungslager Treblinka und Auschwitz statt. Müller, Chef der Sipo, erteilte am 17. 12. 1942 einen besonderen Befehl, im Zeitabschnitt vom 11. bis31. Januar 1943 nach Auschwitz 45000 Juden, darunter 30000 aus dem Bialystoker Gebiet, zu deportieren. (Nazi Conspiracy, Bd VIII, S. 60, Dok. R.-91: Müllers Befehl vom 17. 12. 1942.) 269. Die Bezeichnung Partisanen ist unerwünscht. %»r Böhere H-und Poliaeiführer Russland Nord Riga, dan 30.Jult 1982 As. Ia Gun 5 up, P Zu Reichsführer-} wünscht, dans Jie Bessichmung"Partisanen” nicht h mehr göbraucht wird. In Befehlen, Berichten usw.ist kimftig die Dezeichnung"Riuhsrbande" anzuwenden, Ia Auftrager Vor da, Yu Sturmbannführer, Vertoilor:" Pol. Angt.Nord N Kanpfrruppe Jeckelu 78= 5 Kee.Pol.Bati. 2 7 Be"112 .p-"132 Tol,Batl. 305 er P2 Pr 24) Euyay-1- far Zum Hıutarıf Gcı = kg.= 14: fr } yuX, a7' Mur I| mis r PH HR: VESLH" IR. MAN. a hie 347 270. 23. März 1943, Berlin.- Auszug aus dem Referat„Die Endlösung der Juden- frage in Europa“, dessen Verfasser Dr. Richard Korherr, Inspekteur für Statistik beim RF SS, war.! VI. Die Juden in den Ghettos. Es sind hier zu nennen: l. Das Altersghetto Theresienstadt, dem insgesamt zugeführt wurden: 87193 Juden, davon aus dem Reichsgebiet 47471(Ostmark 14222) davon aus dem Protektorat 39722 Es zählt zu Beginn des Jahres 1943 insgesamt an jüdischen Insassen: 49392 davon mit deutscher Staatsangehörigkeit 24313 Protektoratsangehörigkeit 25079 Die Verminderung trat vor allem durch Sterbefälle ein. Außer Theresienstadt gibt es im Reichsgebiet eine Anzahl von jüdischen Alters- und Siechenheimen mit kleinerem Fassungsvermögen, die aber weder als Ghettos noch als Eva- kuierungsorte angesehen werden. 2. Das Ghetto Litzmannstadt zählt Anfang 1943 87180 Juden, davon 83133 mit ehem. polnischer Staatsangehörigkeit. 3. Die überwiegend in Rest-Ghettos untergebrachten Juden des General- gouvernements werden für 31.12. 1942 folgendermaßen angegeben bzw. geschätzt: im Distrikt Zahl der Juden Krakau 37000 Radom 29400 Lublin 20000(geschätzt) Warschau 50000 Lemberg 161514 Generalgouv. zusammen 297914 StP, Bd I, S. 150. ! Der obige Auszug ist einem umfangreichen, auf statistischem Material beruhenden Referat entnommen, das von Korherr gemäß Himmlers Auftrag vom 18. 1. 1943 bearbeitet worden war. Es ist in zehn Kapitel eingeteilt. Der von uns veröffentlichte Teil ist Kapitel VI des Referats. Himmlers neuem Auftrag vom 1. 4. 1943 zufolge hat Korherr noch ein kurzgefaßtes, 6 Seiten umfassendes Referat bearbeitet und es am 19.4. 1943 durch seinen Stab an Himmler ge- sandt.(Nürnb. Dok. NO-5192-4.) 348 Aus Sich Hera usve Wie y ErW Werten sı Die Niec Iagers ist Werden ı Tottet we Rür die |eden F; Vorhand fäche yı licher H Nah, Dat Ein Du Schoen, 271. 16. Februar 1943, Feldkommando.— Befehl Himmlers an den Chef des SS-WVHA, Pohl, betreffs Errichtung eines KZ-Lagers im Warschauer Getto und Abschiebung der Juden nach dem Distrikt Lublin.! 1) Ich ordne die Errichtung eines Konzentrationslagers im Ghetto Warschau an. 2) In dieses Konzentrationslager werden alle in Warschau lebenden Juden überführt; ein Arbeiten in Privatbetrieben ist für Juden verboten. 3) Die bisherigen Privatbetriebe im Ghetto Warschau werden ins Konzen- trationslager(Reichsbetrieb) überführt. 4) Das gesamte Konzentrationslager Warschau mit seinen Betrieben und seinen Insassen ist so rasch wie möglich nach Lublin und Umgebung um- zusetzen, jedoch so, daß darunter die Produktion nicht leidet. Nürnb. Dok. NO-2514. Himmler 1 Schon am 9.1.1943 verfügte Himmler im Schreiben an Krüger, Staatssekretär für das Sicherheitswesen, Mitte Januar 8000 Juden aus dem Warschauer Getto in die im Lubliner Gebiet befindlichen Lager abzuschieben. Gleichzeitig ordnete er an, weitere 15000 Juden aus dem Getto bis 15. 2. 1943 abzutransportieren. Die im Land anwachsende Widerstands- bewegung und der bewaffnete Widerstand der Juden im Warschauer Getto im Januar 1943 haben Himmler wahrscheinlich bewogen, die völlige Liquidation des Warschauer Gettos anzuordnen.(Nürnb. Dok. NO-1882: Himmlers Schreiben vom 9. 1. 1943.) 272. 16. Februar 1943, Feldkommando.— Befehl Himmlers an den Höheren SS- und Polizeiführer im GG, Krüger, zur völligen Vernichtung des Warschauer Gettos nach Verwertung aller dort befindlichen Materialien.! Geheim Aus Sicherheitsgründen ordne ich an, daß das Ghetto Warschau nach der Herausverlagerung des Konzentrationslagers abzureißen ist, wobei alle irgend- wie verwertbaren Teile der Häuser und Materialien aller Art vorher zu ver- werten sind. Die Niederlegung des Ghettos und die Unterbringung des Konzentrations- lagers ist notwendig, da wir Warschau sonst wohl niemals zur Ruhe bringen werden und das Verbrecherwesen bei Verbleiben des Ghettos nicht ausge- rottet werden kann. Für die Niederlegung des Ghettos ist mir ein Gesamtplan vorzulegen. Auf jeden Fall muß erreicht werden, daß der für 500000 Untermenschen bisher vorhandene Wohnraum, der für Deutsche niemals geeignet ist, von der Bild- fläche verschwindet und die Millionenstadt Warschau, die immer ein gefähr- licher Herd der Zersetzung und des Aufstandes ist, verkleinert wird. ; Himmler Nürnb. Dok. NO-2494. 1 Ein Durchschlag dieses Befehls wurde an den Befehlshaber der Sipo und des SD im GG, Schoengarth, gesandt. 349 273. Die letzten Juden in Warschau werden zusammengetrieben... 274.... und in die Todeslager verschleppt. ing} : 53 ir IIILTERIRLEN ELTERN TmREIRITIELTITINUNTLIETLIURRANCHARINAIHILLEREISUGAR min BEER LIE IUIUIRIEINITTENTEINOETTSONITTTENUNTN] 275. 13. März 1943, Warschau(Warszawa).— Rundschreiben des SS- und Polizei- ‚führers im Distrikt Warschau, von Sammern, an die Kreishauptleute im Distrikt über die Festnahme und Liquidierung der sich verborgen haltenden Juden. Geheim Unter Bezugnahme auf meine am I1.d.M. gemachten Ausführungen ordne ich an, daß sofort mit größter Energie alle noch in den einzelnen Städten bzw. auf dem Land befindlichen Juden, besonders die ohne Armbinde sich frei bewegenden, die also durch die bisherigen Aussiedlungsaktionen nicht erfaßt werden konnten, festzustellen und der Gendarmerie zur Liquidierung zuzu-| n führen sind, Für diese Aufgabe sind in erster Linie Sonderdienste, polnische Polizei und etwa vorhandene V-Männer einzuspannen. Auch die polnische Bevölkerung| an selbst kann in weitestem Maße für diese Feststellungen herangezogen werden.| Ä [w}[ee} fen}| Bei der Festnahme solcher Juden sind deren Vermögenswerte dem zuständigen| Frl Gendarmerie-Zugführer zuzuführen und diese Werte ohne Unterschied, ob| N Mobilien, Bargeld oder sonstige Wertgegenstände, meiner Werterfassung!, die| Fi ich im Auftrage des Reichsführers-SS als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums für den gesamten Distrikt Warschau durchzuführen| habe, zu übergeben. Die Gendarmerie-Zuglührer haben diese Werte in einem Verzeichnis aufzunehmen und bis zu meiner weiteren Verfügung in einem| Abs geeigneten Lager sicherzustellen und entsprechend zu bewachen.' Die Personen, die für die Verhaftung und Liquidierung dieser Juden ent- 1 sprechende Angaben gemacht haben, erhalten in jedem einzelnen Falle bis zu einem Drittel des zustande gebrachten Vermögens des von ihnen namhalft gemachten Juden. Diese Prämienansprüche sind beim Gendarmerie-Zugführer anzumelden und von diesem nach meiner Genehmigung zur Verteilung zu bringen.| Ich bitte, diese Aktion nach Rücksprache mit den zuständigen Gendarmerie-| Zugführern nach Ihrem eigenen Ermessen zu organisieren. von Sammern|| SS-Oberführer|} AJHI, Kr Öströw-Mazowiecki. Pu ı Werterlassung— eine SS-Dienststelle in Warschau, die dem SS- und Polizeiführer im Distrikt RR Warschau untergeordnet war. Zu jener Zeit war ihr Leiter SS-()bersturmführer Franz V, { Konrad. Diese Dienststelle befaßte sich mit Übernehmen, Ordnen, Verwertung(teilweise)| \ 1‘Q‘ x n Ö= Ä! erf und Überweisung an SS-Arbeitslager der Sachen, Rohstoffe, Maschinen und Einrichtungen,| die nach der Deportation der Juden aus dem Warschauer Getto zurückgeblieben waren.| Liebe,( Anlieoe I 1\ | Rei Diss hat, Die Ve, Ihrem | Nllige, | Gette An. IRWHHRN I HNN. ui han ID RI BIN HRRRREIHHANSURHÄRSTHHRTERRRARRÄBIARRERNÄNHRINAANNNDS : u:; 276. Deportation von Juden aus Bulgarien und Griechenland ins Vernichtungslager Treblinka. Deutsche Reichsbaln Abgegeben un Telegraphennelle jueoamı Te Zen| res f z| + N von\Unprungmoile,/ R a Al v eV M Yin Add Unprungr N ri \ } wer trır Vr 7 ER. 4 LA,\ VA{ m vo Fre fin N nat Hi LA ar KaaAr m m le ähl, 4 l, 4 aut| Ban en mar send Kar ih] ‚ RR N N MUS 4 Fa 4- char ar Krcktis ka Alan, erirlen lu NR: RR Mein 4 vl l zın Du diven rt m 8 Kam i Yu Im ww(4 510 Ada 4 9 Parsisuen akuten men d2 or Alm ung Dre Au» Sm Leto an Vr Kim\ ae oMKası 2 malen _ edel Krakau 9 "Mm Tess 277. 29. März 1943, Feldkommando.— Schreiben von Brandt(Persönlicher Stab des REF SS) an Kaltenbrunner über die Notwendigkeit, die Besatzungsmitglieder des Vernichtungslagers in Kulmhof(Chelmno) zum Schweigen über ihre. Tätigkeit zu verpflichten. Geheim Lieber Gruppenführer! Anliegend übersende ich Ihnen Abschrift eines Briefes, den Gauleiter und Reichsstatthalter Greiser am 19. 3. 1943 hat. Die Verwendung der 85 Männer unter SS-I lauptsturmführer Bothmann Reichsführer-SS geschlossen bei der SS-Frei- an den Reichsführer-SS geschrieben 1 nach ihrem Urlaub wünscht deı willigen-Division ‚‚Pı inz-Eugen‘. 23 Getto ..... N äl Der Reichsführer-SS bittet Sie, die Männer vor ihrem Einsatz noch einmal Auer" zusammenzunehmen und sie eindringlich zu verpflichten, unter die Zeit ihres die ae Sonderkommandos einen Strich zu setzen und auch nicht andeutungsweise Aktionet davon zu reden. werden( Der Chef des SS-Führungshauptamtes, SS-Gruppenführer Jüttner, hat von&) Dr mir lediglich die Mitteilung erhalten, daß im Laufe des April 85 Männer mit nement ihrem Kommandeur geschlossen der SS-Freiwilligen-Division ‚„Prinz-Eugen“ Sosehr( zugeführt werden können. erzeugt, AJHI, Varia II, Nr 31. SS Obersturmbannführer des Geb! ı SS-Hauptsturmführer Bothmann hatte die Führung des SS-Sonderkommandos im Ver-| ZKUNV, D nichtungslager Kulmhof(Chelmno n/Nerem); dieses Kommando führte die Vernichtung der j jüdischen Bevölkerung im Warthegau ab Ende 1941 bis März 1943 durch. Im Frühjahr 1944| i kehrte das Kommando aus Kroatien wieder in den Warthegau zurück, wo es binnen kurzer 14 Zeit die Vernichtung der Juden weiterführte.(ZKUNV, Dec 354/PS 29 und 355/PS 29: 279. Dep Greisers Schreiben an Himmler vom 19. 3. 1943 und Himmlers Antwort vom 27. 3. 1943.) dan 278. 10. Mai 1943, Berlin.— Auszüge aus einer Aktennotiz Himmlers über die Ver- größerung der Zahl der Polizei im GG und über die Beschleunigung der Ver- nichtung der noch im GG verbliebenen 300000 Juden. . IV. Lage im Generalgouvernement. a) Ich bitte um sofortige Freigabe des Polizeiregiments Griese aus Marseille. b) Ich werde von mir aus 3 weitere Polizeibataillone, die neu in der Auf- stellung begriffen sind, bis zur Bereinigung der Situation in das General-| gouvernement verlegen. c) Von den Polizeibataillonen, die ich bei den Sicherungsdivisionen des Heeres habe, werde ich, sobald ich sie bekomme, unverzüglich 3 Bataillone in das Generalgouvernement abgeben, die ich nach Abgabe sofort auffülle. Die anderen Polizeibataillone, die zum Teil nur noch aus Kadres bestehen, kann ich erst einige Wochen später verfügen. d) Die Sicherheitspolizei im Generalgouvernement werde ich ebenfalls um 250 Mann verstärken. Die Polizeikräfte würden dann um folgende Zahlen anwachsen: l) Regiment Griese 2000 Mann 2) 3 Heimatbataillone 1800 Mann 3) 3 Bataillone aus Sicherungsdivisionen 1800 Mann 4) Sicherheitspolizei 250 Mann 5850 Mann Damit würden die deutschen Kräfte der Polizei auf rund 19500 Mann an- wachsen. 354 Zu erwähnen ist noch, daß ich im Generalgouvernement an SS-Verbänden, die allerdings Ersatzeinheiten sind, 17000 Mann stehen habe. Bei kürzeren Aktionen, wie z.B. Straßenkämpfen im Warschauer Ghetto, wurden und werden diese Verbände auch eingesetzt. e) Die Evakuierungen der restlichen rund 300000 Juden im Generalgouver- nement werde ich nicht abstoppen, sondern sie in größter Eile durchführen. Sosehr die Juden-Evakuierung im Augenblick ihrer Durchführung Unruhe erzeugt, so sehr wird sie nach ihrem Abschluß zur grundsätzlichen Befriedung des Gebietes die Hauptvoraussetzung sein. ZKUNV, Dc. 849/1x. H. Himmler 279. Deportation aus Miedrzyrzec ins Todeslager Treblinka und ins KZ-Lager Maj- danek. 280. Ein im Bunker versteckter Jude wird aufgespürt. 281. 12. Mai 1943,— Auszug aus einer Aktennotiz von Greifeldt, Himmlers Beauf- tragtem für die Festigung deutschen Volkstums, über die Beschleunigung der Liqui- dation der noch im GG verbliebenen Juden. .... Der Reichsführer-SS hat angeordnet, daß die Ansiedlungsmaßnahmen im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten fortgeführt werden, wobei die ander- weitige Unterbringung der abgesiedelten Polen gefördert werden müsse. Eine vordringliche Aufgabe im Generalgouvernement sei es, die dort noch vor- handenen 3-400000 Juden zu entfernen... ZKUNV, De. 115/PS 26. 392, Olku 382. Olkusz. Während der Liquidierungsaktion ermordete Juden. 283. 19. Mai 1943, Feldkommando. Schreiben Himmlers an Kaltenbrunner, Chef des RSHA, betreffs Organisierung einer neuen antijüdischen Propagandaaktıon unter Verwendung von Ritualmordprozessen. Geheim. Lieber Kaltenbrunner! Von dem Buch ‚‚Die jüdischen Ritualmorde“ habe ich eine größere Anzahl bestellt und lasse es bis zum Standartenführer versenden. Ich übersende Ihnen mehrere 100 Stück, damit Sie diese an Ihre Finsatz-Kommandos, vor allem aber an die Männer, die mit der Judenfrage zu tun haben, verteilen können. Ich gebe im Zusammenhang mit diesem Buch folgende Aufträge: l. Es sind sofort überall Untersuchungen anzustellen über Ritualmorde deı Juden, soweit sie noch nicht evakuiert sind. Derartige Fälle sind herauszu- ziehen und mir vorzulegen. Wir müssen in dieser Richtung dann mehrere > Bm Prozesse machen. ı Himmlers Befehl betrefls Organisierung von Prozessen unteı dem Vorwand, daß Ritual- morde abzuurteilen seien, gab den ersten Anstoß zu einer neuen antijüdischen Propaganda- i»g Aktion, die den Nazibehörden die Durc hführung von Massendeportationen der Juden aus den besetzten Ländern Ost- und Südosteuropas erleichtern sollte. 357 EEE GEL ES Erz 2. Die ganze Ritualmord-Frage ist von Sachverständigen in den Ländern juden Rumänien, Ungarn und Bulgarien aufzugreifen. in allı Ich denke daran, daß wir diese Ritualmorde-Fälle dann in unserer Presse Nach bringen, um damit die Herausnahme der Juden aus den Ländern zu er- Diese leichtern. ringe1 Diese Dinge können selbstverständlich dann nur im Einvernehmen mit dem Trup] Auswärtigen Amt vor sich gehen. den J 3. Überlegen Sie einmal, ob wir nicht in Zusammenarbeit mit dem Aus- von 3 wärtigen Amt einen rein antisemitischen illegalen Sender für England und bekan Amerika machen können. Er müßte gespeist werden mit Material, das— so beher wie es der„Stürmer“ in der Kampfzeit gemacht hat— den Engländern und Der E Amerikanern serviert wird. Ich halte hier eine sensationelle Aufmachung reichs geradezu für wichtig. Ich bitte, sich mit SS-Gruppenführer Dr. Martin einmal Raum in Verbindung zu setzen, um den einen oder anderen Mitarbeiter des ‚„‚Stür- Alle} mer‘ zu gewinnen. ständl Außerdem sind sofort Leute einzusetzen, die in England die Gerichtsnach- dieide richten u. die Polizei-Ausschreibungen, daß ein Kind vermißt wird, verfolgen an und kontrollieren, sodaß wir dann in unseren Sendern entsprechende Kurz- meet nachrichten geben können, daß in dem Ort XY ein Kind vermißt würde und ös x: es sich wahrscheinlich um einen jüdischen Ritualmord handele. ee Insgesamt glaube ich, könnten wir mit einer großen antisemitischen Propa- Gener ganda in englischer, vielleicht auch sogar russischer Sprache auf einer sehr Regist starken Ritualmord-Propaganda den Antisemitismus in der Welt ungeheuer der In aktivieren. erst di Ich bitte Sie, diese Dinge einmal mit Ihren Mitarbeitern zu besprechen und Juden schon gewisse Vorbereitungen zu treffen, um mir dann einen Vorschlag zu kräftig machen.- werde; Ihr Die br Nürnb. Dok. NO-2527. H. Himmler den$£ an deı wendi: 284. 30. Juni 1943, Lemberg(Lwow).— Auszüge aus einem Bericht des SS- und Si on Polizeiführers im Distrikt Galizien, Ratzmann, an den Höheren SS- und Polizei- Sch SChwie führer im GG, Krüger, über die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im Distrikt nee Lager Galizien. Höher Geheime Reichssache Sind in Lösung der Judenfrage aller e im Distrikt Galizien. Den ne 5 Galizien war durch den Begriff ‚‚galizischer Jude‘‘ wohl das Fleckchen Erde Zu gle auf der Welt, das in Verbindung mit dem Judentum am besten bekannt und AMterr in aller Munde war. Hier lebten sie in großen kompakten Mengen, eine Welt für sich bildend, aus der immer wieder der Nachwuchs des übrigen Welt-"Abtei "Krügı 358 Judentums gespeist wurde. Zu Hunderttausenden begegnete man den Juden in allen Teilen Galiziens. Nach einer alten Statistik des Jahres 1931 wurden rd. 502000 Juden gezählt. Diese Zahl dürfte sich seit 1931 bis zum Sommer 1941 bestimmt nicht ver- ringert haben. Genaue Angaben über die beim Einmarsch der deutschen Truppen in Galizien vorhandenen Juden können nicht gemacht werden. Von den Judenräten Galiziens wurde lediglich am Ende des Jahres 1941 die Zahl von 350000 angegeben. Daß diese Zahl nicht stimmt, ist aus der am Schluß bekanntgegebenen Aussiedlungsziffer zu ersehen. Allein die Stadt Lemberg beherbergte im Juli-August 1941 rd. 160000 Juden. Der Einfluß dieses galizischen Judentums, der unter den Regierungen Öster- reichs und Polens schon ein bedeutender war, stieg mit der Besetzung dieses Raumes durch die Sowjetrussen im Jahre 1939 ins fast Unglaubliche. Alle Machtstellungen im Lande waren in ihrer Hand. So war es auch ver- ständlich, daß man im Juli 1941, nach der Besetzung dieses Raumes durch die deutschen Truppen, überall wo man hingriff, auf Juden stieß. Es mußte daher auch unsere vordringlichste Aufgabe sein, dieses Problem so schnell als möglich zur Lösung zu bringen. Als erste Maßnahme erfolgte die Kenntlichmachung aller Juden durch eine weiße Armbinde mit dem blauen Davidstern. Nach einer Verordnung des Generalgouverneurs lag die Verantwortung über die Kenntlichmachung, Registrierung der Juden, sowie über die Bildung der Judenräte in der Hand der Inneren Verwaltung.! Unsere Aufgabe als Polizei gesehen bestand vor- erst darin, den ungeheuren Schleichhandel im ganzen Lande, der von den Juden betrieben wurde, wirksamst zu bekämpfen. Insbesondere mußte tat- kräftigst gegen alle herumlungernden Faulenzer und Nichtstuer eingeschritten werden. Die beste Handhabe hierzu bot die Bildung von Zwangsarbeitslagern durch den SS- und Polizeiführer. Arbeitsmöglichkeiten boten sich vor allen Dingen an dem äußerst wichtigen, für den gesamten Südabschnitt der Front not- wendigen Ausbau der Dg. 4, die sich in einem katastrophalen Zustand befand. Am 15. Oktober 1941 wurde mit dem Ausbau der Lager an der Rollbahn begonnen und schon nach wenigen Wochen entstanden trotz erheblicher Schwierigkeiten 7 Lager, die mit 4000 Juden belegt wurden. Diesen ersten Lagern folgten bald weitere, sodaß in kürzester Frist 15 derartige Lager dem Höheren SS- und Polizeiführer? gemeldet werden konnten. Durch diese Lager sind im Laufe der Zeit rd. 20000 jüdische Arbeitskräfte durchgelaufen. Trotz aller erdenklichen Schwierigkeiten, die bei diesem Problem auftauchten, kön- nen heute rd. 160 km Straße als fertiggestellt gemeldet werden. Zu gleicher Zeit wurden alle anderen arbeitsfähigen Juden von den Arbeits- ämtern registriert und einer nutzbringenden Arbeit zugeführt. Sowohl bei der 1 Abteilung Innere Verwaltung im Amt beim Gouverneur des Distrikts Galizien. ® Krüger. 359 Kenntlichmachung der Juden mit dem Davidstern, als auch bei der Regi- strierung durch die Arbeitsämter machten sich schon die ersten Anzeichen bemerkbar, daß die Juden sich den behördlichen Anordnungen zu entziehen versuchten. Die darauf durchgeführten Kontrollmaßnahmen führten zu Tausenden von Festnahmen. Es zeigte sich immer mehr, daß die Zivilver- waltung nicht in der Lage war, das Judenproblem auch nur einer annähernd befriedigenden Lösung zuzuführen. Da wiederholte Versuche der Stadtver- waltung Lemberg, z. B. die Juden in einem geschlossenen jüd. Wohnbezirk unterzubringen, scheiterten, wurde kurzerhand auch diese Frage vom SS- und Polizeiführer mit seinen Organen gelöst. Diese Maßnahme wurde umso vor- dringlicher, da allenthalben im Stadtgebiet in den Wintermonaten 1941 eroße Fleckfieberherde auftraten, wodurch nicht nur die einheimische Bevöl- kerung gefährdet war, sondern im erhöhten Maße die stationierte als auch die durchziehende Truppe. Bei dieser Umsiedlung der Juden in ein bestimmtes Stadtviertel wurden mehrere Schleusen errichtet, an denen von vornherein bei der Durchschleu- sung das gesamte arbeitsscheue und asoziale jüdische Gesindel erfaßt und sonderbehandelt wurde. Durch die Eigenart, daß das Handwerkertum in Galizien fast zu 90%, aus jüdischen Arbeitskräften bestand, konnte die zu lösende Aufgabe nur Zug um Zug durchgeführt werden, da eine sofortige Entfernung nicht im Interesse der Kriegswirtschaft gelegen hätte. Trotzdem war bei den Juden, die im Arbeits- prozeß standen, eine besondere Arbeitsleistung nicht festzustellen. Die Ar- beitsstelle war ihnen vielfach nur Mittel zum Zweck, um sich erstens den verschärften Judenmaßnahmen zu entziehen und zweitens ungestört ihren Schiebergeschäften nachgehen zu können. Nur durch fortgesetzte polizeiliche Eineriffe konnte ein Überhandnehmen unterbunden werden. Nachdem in immer mehr Fällen festgestellt wurde, daß die Juden es verstanden hatten, sich bei ihren Arbeitgebern durch Beschaffung von Mangelwaren usw. un- entbehrlich zu machen, mußten ganz drakonische Maßnahmen unsererseits eingeleitet werden. Es mußte leider die überaus traurige Feststellung gemacht werden, daß die hier eingesetzten Deutschen, insbesondere sogenannte Ein- satzfirmen oder die„berüchtigten Treuhänder‘ die tollsten Schiebergeschäfte mit den Juden betrieben. Es wurden Fälle bekannt, bei denen Juden zwecks Erlangung irgendeines Arbeitsausweises nicht allein keinen Lohn verlangten, sondern sogar noch laufend Geld zuzahlten. Darüberhinaus nahm das ‚„‚Orga- nisieren“ der Juden für ihre ‚Arbeitgeber‘ einen derartig katastrophalen Umfang an, daß im Interesse des Ansehens des Deutschtums energischst ein- geschritten werden mußte. Da die Verwaltung nicht in der Lage war und sich zu schwach zeigte, diesem Chaos Herr zu werden, wurde kurzerhand der gesamte Arbeitseinsatz der Juden vom SS- und Polizeiführer übernommen.? Die bestehenden jüd. Ar- 3 Dies geschah Ende Juni 1942(vgl. Dokument 349). 360 heitsämte sämtliche erklärt ul Abstempt Im Zuge sich im B beitsämter, die mit Hunderten von Juden besetzt waren, wurden aufgelöst, sämtliche Arbeitsbescheinigungen von Firmen und Dienststellen für ungültig erklärt und die von den Arbeitsämtern den Juden gegebenen Karten durch Abstempelung der Polizeidienststellen neu gültig gemacht. Im Zuge dieser Aktion wurden wiederum Tausende von Juden erfaßt, die sich im Besitz von gefälschten Ausweisen befanden oder aber sich unteı allen möglichen Vorwänden Arbeitsausweise erschlichen hatten. Auch diese Juden wurden einer Sonderbehandlung zugeführt. Sg 1 Trotz aller dieser Maßnahmen zur Regelung des Arbeitseinsatzes der Juden wurde seit dem April 1942 mit der Aussiedlung aus dem Distrikt Galizien beeonnend und diese laufend durchgeführt. Als der Höhere SS- und Polizeiführer mit seiner Polizeiverordnung über die Bildung von Judenwohnbezirken vom 10. 11. 1942% noch einmal generell ın die Judenfrage« ingerifl, waren bereits 254989 Juden aus- bzw. umgesiedelt. Mit der weiteren Anweisung des Höheren SS- und Polizeiführers, nunmehı die beschleunigte Gesamtaussiedlung deı Juden durchzuführen, waren noc h mals umfangreiche Arbeiten notwendig, um die Juden zu erlassen, die nun- mehr noch vorerst in den Rüstungsbetrieben zurückegelassen werden durliten. Die so verbleibenden Juden wurden zu Arbeitshäftlingen des Höheren S>- und Polizeiführers erklärt und entweder in den Betrieben oder in eigens dazu errichteten Lagern kaserniert. Für Lemberg selbst wurde am Stadtrand ein Großlager? errichtet, in dem z. Zt. 8000 jüdische Arbeitshäftlinge eıinsitzen. Das mit der Wehrmacht getroflene Abkommen über den Einsatz und die Behandlung dieser Arbeitshäftlinge wurde schriftlich niedergelegt.® Der Er- laß. aus dem die nunmehr getroflenen Anordnungen zu ersehen sind, ist nachfolgend beigeheltet. 9 In der Zwischenzeit wurde die weitere\ussiedlung energisch betrieben, so daß mit Wirkung vom 23. 6. 43 sämtliche Judenwohnbezirke aufgelöst werden konnten. Der Distrikt Galizien ist damit, bis auf die Juden, die sich in den unter Kontrolle des SS- und Polizeiführers stehenden Lagern befinden, judenfrei. ı Die auspelassene Stelle betrifft Bescheinigungen, Dokumente und del., die sich Juden veı f schafften, um der Deportation zu entgt hen. > In Wirklichkeit begann die Ve rnichtung der jüdischen Bevölkerung im März 1942. ® Vgl. Dokument 267. ? Es handelt sich hier um das sogenannte Janowska-I ager, das 1941 in deı ehemaligen Mühl > maschinen-Fabrik in Lemberg ın deı Janowska-Straß« 132/134 errichtet wurde. ® Vel. Dokument 359, Anm.|. " l’eil enthält Katzmanns Verordnung vom 23. 10. 1942 über den Einsatz Der ausgelassen« jüdischer Arbeitskräfte. 361 orrziriäitit Die noch vereinzelt aufgegriffenen Juden werden von den jeweiligen Ord- nungspolizei- und Gendarmerieposten sonderbehandelt. Bis zum 27. 6. 43 waren insgesamt 434329 Juden ausgesiedelt.!? Judenlager befinden sich noch in: Lemberg, Kosaki, Drohobycz, Weinbergen, Zboröw, Boryslaw, OÖstrow, Jezierna, Stryj, Kurowice, Tarnopol, Skole, Jaktoröw, Hluboczek, Bolechow, Lackie, Borki-Wielkie, Broschniow, Pluhow, Kamionki, Njebielow mit einer Gesamtbelegstärke von: 21156 Juden. Diese werden noch lfd. reduziert. Gleichzeitig mit den Aussiedlungsaktionen wurde die Erfassung der jüdischen Vermögenswerte durchgeführt. Außerordentliche Werte konnten sicher- gestellt und dem Sonderstab„Reinhard“ zur Verfügung gestellt werden. Außer den erfaßten Möbeln und großen Mengen an Textilien usw. wurden im einzelnen erfaßt und dem Sonderstab ‚‚Reinhard‘‘ zugeführt:.... Bei den Aktionen ergaben sich auch noch sonstige ungeheure Schwierigkeiten, da sich die Juden unter allen Umständen der Aussiedlung zu entziehen trachteten. Sie versuchten nicht nur zu flüchten, sondern versteckten sich in allen nur undenkbarsten Winkeln, in Abflußkanälen, in Kaminen, selbst in Jauchegruben usw. Sie verbarikadierten sich in Katakombengängen, in als Bunker ausgebauten Kellern, in Erdlöchern, in raffinierten Verstecken auf Böden und Schuppen, in Möbeln usw. Je geringer die Zahl der noch verbleibenden Juden wurde, umso größer wurde der Widerstand. Waffen aller Art, darunter insbesondere solche ita- lienischer Herkunft, wurden zur Verteidigung benutzt. Diese italienischen Waffen kauften die Juden von den im Distrikt stationierten italienischen Soldaten gegen hohe Zlotybeträge auf....1? Da immer mehr alarmierende Nachrichten eintrafen, über die sich mehrende Bewaffnung der Juden, wurde in den letzten 14 Tagen des Monats Juni 1943 in allen Teilen des Distrikts Galizien gleichzeitig mit den schärfsten Mitteln gegen die Vernichtung des jüd. Banditentums eingeschritten. Besondere Maß- 10 Sie wurden in das Vernichtungslager Belzec deportiert und dort umgebracht. In dieser Zahl sind die an Ort und Stelle während der Aussiedlungsaktion Ermordeten nicht mit einbe- griffen. 11 Der ausgelassene Teil des Berichts enthält eine Aufstellung des geraubten jüdischen Ver- mögens. 12 Der ausgelassene Absatz betrifft jüdischen Widerstand, beschlagnahmte Waffen, entdeckte Bunker und dgl. 362 nahmen' Lemberg: mußte, U werden,\ mußten. meldeten Mindeste iv Bei NSDAP überlebe Ihnen si - sagen nahmen waren notwendig bei der Auflösung des jüdischen Wohnbezirks in Lemberg, wo die bereits demonstrierten Bunker!® eingerichtet waren. Hier mußte, um eigene Verluste zu vermeiden, von vornherein brutal eingeschritten werden, wobei mehrere Häuser gesprengt bzw. durch Feuer vernichtet werden mußten. Hierbei ergab sich die erstaunliche Tatsache, daß anstatt der ge- meldeten 12000 Juden insgesamt 20000 Juden erfaßt werden konnten. Mindestens 3000 jüdische Leichen, die durch Einnehmen von Gift Selbstmord begingen, mußten bei den Aufräumungsarbeiten aus allen möglichen Ver- stecken geborgen werden... Nimnb Der 1. 18 Dem Bericht sind Aufnahmen der Bunker beigefügt. 285. 2. August 1943, Krakau(Kraköw).— Äußerung des Generalgouverneurs H. Frank über die Liquidation von 3,5 Millionen Juden. ... Bei uns stehen die Dinge ganz klar. Einem, der sagt, was mag mit der NSDAP werden, können wir erwidern: die. NSDAP wird den Juden bestimmt überleben. Hier haben wir mit dreieinhalb Millionen Juden begonnen, von ihnen sind nur noch wenige Arbeitskompanien vorhanden, alles andere ist - sagen wir einmal— ausgewandert... FT, 1943/IV, S. 789. 363 286. Verbrennungsöfen im KZ-Lager Auschwitz-Birkenau. 1 eo”. Pa 222 er vAntsgru Heramrche ı Dikuueichen 287. Im KZ-Lager Auschwitz waren im Herbst 1943 nur noch 25000 jüdische Häft- linge am Leben geblieben. x 4 Wirtschafts-Verwaltungshauptam Oranienburg b. Berlin. den 4.9.1943 ,+47r sAntsgruppe D- Konzentrationslazer N EEUNENEINLEKESEENEENEERGEERE Paruspiocher: Sammel-Nr. 31 Kern nennen_—. Diktstzeichen I ı/ı 21/3 ig> BSEr ME a ,( Im Anıwerischreiben unbe N# j ag 7, u wg Ne m er f t n-Hüftlingeg N 2! Zug#8 04 43®\ ne nn nen. Ko j h- 5 t r Höß [ Im KL Auschwit j r it rund 25,000 jüc e tlin v 5.8.45 4-Hauptsturmführer Schwarz x die l r voll arbeilts- und einsatzf da ich beabsichtige, Juden von KL Auschwitz en im Reich einzusetzen. ch einmal mitgeteilt. Nach dem lortigen von den einsitzenden 25.000 Juden nur tunssVvor- können nicht abgegeben werden. Was machen die restlichen 21.500 Juden? Irgenä etwas kann hier nicht stimmen! ) Ich bitte den Vorgang erneut zu überprüfen und mir zu berichten. WR gen komenten Pıfkkwii Schugnofliugeer| Der Chef des Amtes D II| Eingeng em- ind dr N. u [Konzentrotionslag hi ren Konzentrotionslag:r Auschwitz Abtellung!!! A. inführer 4=-Obersturmb frab.nı. 4372 fig, Seot. 194; 136 A Mae zu. 1000 11.\ 36 5 288. November|Dezember 1943.— Auszug aus einem Bericht an die Warschauer Dele- gatur(die im besetzten Polen befindliche Vertretung der polnischen Emigrations- regierung in London) über die Lage der jüdischen Bevölkerung im Generalgouver- nement.! III. Juden Generalgouvernement. Bericht für November. In Lemberg wurde das Arbeitslager mit den noch darin verbliebenen einigen Tausenden Juden aufgelöst.? Es wurden auch 2 andere kleine Gruppen liqui- diert. Diese Tatsache konnte dadurch schon nicht mehr geändert werden, daß eine jüdische Gruppe das Lager und die Exekutionsstelle in Sobibor vernichteten- so wie es einstin Treblinka geschah. Nachher wurden auf dem polnischen Gebiet verschiedene Judengruppen, die hierher aus anderen Län- dern gebracht wurden, ermordet. Eine größere Anzahl solcher Gruppen sollte sich auch in den Trümmern des Warschauer Gettos befunden haben, be- sonders eine ziemlich zahlreiche Gruppe griechischer Juden, die, an dieses Klima nicht gewöhnt und natürlich mangelhaft gekleidet und unterernährt, vor Hunger und Erschöpfung zusammenschmolz. Öffentlich sind nur noch wenige Arbeitslager verblieben, die nur aus arbeitsfähigen Menschen be- standen: Bericht für Dezember. Das Umbringen der Überbleibsel der jüdischen Bevölkerung nahm seinen Fortgang. Außer der schon oben erwähnten Ermordung eines Teils der Juden, die in Lemberg am Fuße des Sandbergs verblieben waren, der binnen kurzer Zeit die Vernichtung des ganzen Restes folgte(ausgenommen eine größere Gruppe zur Vernichtung bestimmter Juden, die zusammen mit den„Ral- mücken‘“ flüchteten, welche diese Exekution ausführen sollten), war die größte derartige Aktion die Anfang November durchgeführte Vernichtung von etwa 40000 Juden in den Arbeitslagern des Lubliner Gebiets.? Schon seit einiger 1 Wir veröffentlichen hier Teile des 3. Kapitels unter dem Titel„Juden“. Der Bericht wurde Anfang 1944 verfaßt. 2 Das sogenannte jüdische Janowska-Lager in Lemberg wurde am 20. 11. 1943 liquidiert. 3 Am 2.8.1943 brach im Vernichtungslager Treblinka ein Aufruhr aus.(Fischers Prozeß, Bd 18, S. 15: Bericht von S. Rajzman; AJHI, Akten des Rates für Judenhilfe[»Zegota“]; Pressebericht Nr 1 vom 5. 9. 1943.) Im Vernichtungslager Sobibör brach am 14. 10. 1943 auch ein Aufruhr der Häftlinge aus. Biuletyn Zydowskiego Instytutu Historycznego, Warschau 1952, Nr 1[3]: A. Peczorski, Der Aufstand in Sobibör, S. 345.) 4 Die Auflösung der jüdischen Arbeitslager im Lubliner Gebiet und die Vernichtung ihrer Insassen begann am 3. November 1943 und dauerte einige Tage. Während dieser verbreche- rischen Aktion, die die Deutschen ‚‚Erntefest‘‘ nannten und deren Leitung Hoefle(Stabschef der„Aktion Reinhard“) und Sporrenberg(SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin) hatten, 366 Zeit konnt 3, Novemb Personen 7 trieb die N Luftschutz gewehr ers Exekution tungsmusil feld“ im I Arbeitslag dort etwa vember be bwohl d: brachten: hier auf ei ständen w &inigen hi gesteckt; I waren Ihr: Möglichke Jort gela nit den hi in Poniatı gekommer other voı n" Nach den eıbt es nır Lodschs Üt verhäl 1 einigen \ Ansammlı nd des ö im Lublir Zeit konnte man die nahende Aktion ahnen. Ihre Realisierung begann am 3. November mit der Auflösung des Lagers in Trawniki, welches etwa 10000 Personen zählte; sie wurden während eines einzigen Tages ermordet; man trieb die Menschenmenge an vorher geschaufelte Gräben(es sollten angeblich Luftschutzgräben sein), und dann wurde die ganze Masse mit Maschinen- gewehr erschossen. Ein Detail dabei verdient betont zu werden: während der Exekution der Frauen wurde ein Lautsprecher eingeschaltet, der Unterhal- tungsmusik brachte. Zwei Tage später wurde ein Gemetzel auf dem ‚‚Juden- feld‘ im Lager Majdanek durchgeführt; vorher trieb man auch die in den Arbeitslagern in Lublin selbst befindlichen Juden dorthin; zusammen wurden dort etwa 15000 Personen umgebracht. In der Nacht vom 7. auf den 8. No- vember begann eine Aktion in Poniatöwo, die eine ganze Woche lang dauerte, obwohl dazu eine ganze Armee SS-Männer verwandt wurde(,unterwegs“ brachten sie den Rest der Juden in Naleczöw um). Die Deutschen stießen hier auf einen bewaffneten Widerstandsversuch; unter den bestehenden Um- ständen wurde er ohne größere Schwierigkeiten liquidiert. Die Baracke mit einigen hundert Personen, in der dieser Versuch stattfand, wurde in Brand gesteckt; hernach machte man sich an die Ermordung der übrigen Opfer. Es waren ihrer in Poniatöwo an die 15000. Obwohl dem Tode nahe und der Möglichkeit eines aktiven Widerstands beraubt, haben die Juden jedoch alle dort gelagerten Materialien, Einrichtungen usw. vernichtet. Es verlautet, daß mit den hiesigen, hauptsächlich Warschauer Juden, während dieses Gemetzels in Poniatöwa auch eine größere Gruppe aus Italien deportierter Juden um- gekommen sei. Auch hier waren Gräben für die Bestattung der Opfer schon vorher vorbereitet gewesen; zur Abwechslung wurden sie mit„„‚Kanalisations- arbeiten‘‘ im Lager begründet. Nach den blutigen Abrechnungen in den Arbeitslagern des Lubliner Gebiets gibt es nirgends im Generalgouvernement(richtiger: nirgends in Polen außer Lodsch5) irgendwelche größere jüdische Siedlungen mehr. Es sind nur noch die verhältnismäßig größten, einige tausend Personen zählende, Arbeitslager in einigen Industriezentren des Distrikts Radom geblieben.® Außer diesen Ansammlungen sind kleine Reste von Juden, die sich in Wäldern verbergen und des öfteren sich nur durch Raub am Leben erhalten können(besonders im Lubliner Gebiet), bzw. einzelne, über Städte zerstreute Juden, die von wurden laut offiziellen Angaben 42 000 Juden umgebracht: in Trawniki- 10000, in Ponia- towa— 15000, in Majdanck- 15000, die restlichen 2000 in verschiedenen kleineren Lagern. (StP, Bd IV, S. 853: Aussage des SS-Obersturmbannführers Johann Oflfermann vor dem polnischen Vertreter beim Nürnberger Gerichtshof.) 5 Ende 1943 lebten im Lodscher Getto noch über 80000 Juden, von denen über 60000 in verschiedenen deutschen Betrieben arbeiteten.(Nürnb. Dok. NO-519: Bericht von Horn, und Eichmann vom 22. 1. 1944, an Pohl.) Leiter der Ostindustrie, 3 ns re jüdische Arbeitslager in Tschenstochau, ° Im Distrikt Radom gab es zu jener Zeit größer: Radom, Starachowice, Skarzysko, Pionki und Blizyn. 867 = nr r Ar Zeit zu Zeit entdeckt und ermordet werden, in Polen verblieben. Auf dem Gebiet des Warschauer Gettos wird die Vernichtungsaktion fortgesetzt; es geht dabei schon eigentlich nicht mehr um das Aufspüren der noch irgendwo in vermauerten Kellern verbliebenen Juden, sondern um das Erfassen aller brauchbaren Materialien und die Verwertung von Baumaterial aus den ab- gerissenen Häusern. Die durch die Sprengungen verursachten Detonationen stellen noch einen bezeichnenden Zug des Warschauer Lebens dar.” Nach den Blutbädern und der völligen Liquidierung der jüdischen Lager in Trawniki und Lemberg sind für November und Dezember neue Umsiedlungen von Juden in den noch bestehenden Siedlungen bezeichnend. Dies bedeutet, daß neue Liquidierungsaktionen vorbereitet werden. In dem kleinen Getto in Radom(etwa 2000 Juden) konnte nach seiner Abschiebung in die Szkolna-Straße eine ständige Verschärfung der Lager- maßnahmen beobachtet werden, die mit der wachsenden Isolierung dieser Siedlung zusammenhing. Im Lager in Budzyn(bei Kra$nik) werden die Lebensbedingungen immer schlimmer, und die Isolierung ist so vollständig, daß es letztens fast unmöglich war, diese Siedlung zu erreichen. Die Lager in Plaszöw und Skarzysko sind jüdische Zentren geworden. Das letztere ist jetzt eines der Zentrallager. In Skarzysko kamen aus dem ganzen Land immer neue Transporte von Juden an. Ihre Zahl betrug etwa 9000. Es wurden dort immer neue Auslesen durch- eeführt; die Ausgesonderten wurden in Vernichtungslager geschickt. Das Lager Skarzysko war hermetisch isoliert. Von Lodsch kamen Nachrichten, daß aus dem dortigen Getto täglich bis zu 500 Personen deportiert wurden. Auf das Gebiet des ehemaligen Warschauer Gettos wurden Ende November, Anfang Dezember einige Transporte italienischer Juden gebracht, die hier von einem litauischen Kommando ermordet wurden. Im Lager in Kra$nik wurden seitens der Deutschen Versuche angestellt, unter den Juden Haßgefühle den Polen gegenüber zu erwecken. Vom Lager in Bergen(bei Hannover) kamen Nachrichten, daß es völlig vernichtet worden sei. Die Juden aus diesem Lager wurden nach Auschwitz überführt. In den Wäldern, besonders in manchen Kreisen des Lubliner Gebiets, gab es einige Gruppen von Juden, die sich dort versteckten und gezwungen waren, Lebensmittel zu rauben, oder die sich den Partisanengruppen PPK® an- schlossen. Laut erhaltenen Nachrichten befanden sich bis Ende Dezember auf dem polnischen Gebiet, in legalen Ansammlungen— etwa 150000 Juden, darunter die Hälfte ausländischer Juden. AIPG, III/L/I/2/4, S. 107; Materialien der Regierungsdelegatur.(Übersetzung aus dem Polnischen.) ? Vgl. Dokument 338. 8 Vermutlich PPR(Polnische Arbeiterpartei). 289.9. Februar 1944, Berlin.— Schreiben des Chefs des SS-WVHA, Pohl, an Himmler wegen Übernahme des Lodscher Gettos durch die SS.! Am 3. XII. 1943 gaben Sie mir im Beisein von SS-Obergruppenführer Kaltenbrunner den Auftrag, das Ghetto Litzmannstadt in ein K-Lager um- zuwandeln und nicht eine Verlegung der Betriebe nach Lublin vorzunehmen. Der Reichsstatthalter Greiser ist jedoch nicht von Ihrer Entscheidung in Kenntnis gesetzt worden. Ihm liegen nur ihr Brief vom Juni 1943 vor, in welchem Sie die Umwandlung des Ghettos Litzmannstadt in ein KL verfügt haben, und ein späteres Schreiben aus dem September v. Js., in dem Sie sich mit der Verlegung der Ghettobetriebe nach Lublin einverstanden erklären. Damit ich noch in diesem Monat das Ghetto in ein KL umwandeln kann, zumal aus technischen und auch aus politischen Gründen eine Verlegung nach Lublin überhaupt nicht mehr in Frage kommen kann, bitte ich Sie, Ihre Entscheidung Gauleiter Greiser mitteilen zu lassen. Nürnb. Dok. NO-519. Pohl. 1 Dieses Schreiben Pohls an Himmler hängt mit den schon eine gewisse Zeit dauernden Ver- handlungen über das weitere Geschick des Lodscher Gettos zusammen. Himmlers Befehl vom 3. 12. 1943 gemäß kam am 14. 12. 1943 eine Kommission nach Lodsch(an der Eich- mann und Horn, der damalige Leiter der ,„‚Osti‘‘, teilnahmen), die am 22. 1. 1944 einen ausführlichen Bericht über die Lage im Lodscher Getto und in seinen Betrieben an Pohl sandte. Am 5.2. 1944 fand in derselben Sache eine Besprechung in Posen statt, an der ein Vertreter Greisers wie auch Baier und Volk(Leiter der Abt. Wirtschaftsbetriebe im SS- WVHA) teilnahmen. Greiser war jedoch mit der Übernahme des Lodscher Gettos durch die„‚Osti“ nicht einverstanden. Im Zusammenhang damit sandte Pohl das obige Schreiben an Himmler. 290. 14. Februar 1944, Posen(Poznan).— Schreiben von Greiser, Reichsstatthalter im Warthegau, an den Chef des SS-WVHA, Pohl, in dem dieser über die betreffs des Lodscher Gettos gefaßten Entschlüsse benachrichtigt wird. Anläßlich des vorgestrigen und gestrigen Besuches des RF SS in Posen! hatte ich Gelegenheit, folgende zwei Fragen, die Ihr Arbeitsgebiet betreffen, zu besprechen und zu klären. Die erste Frage ist folgende: Das Ghetto in Litzmannstadt soll nicht in ein Konzentrationslager umgewan- delt werden. wie es die von Ihrer Dienststelle in meinen Gau entsendeten SS-Oberführer Baier und SS-Hauptsturmführer Dr. Volk in ihrer bei meiner Behörde, der Reichsstatthalterei in Posen, gehabten Besprechung am Sslfe- \aben. Der Erlaß des RF SS vom 11. Juni 1943 wird insofern Ich habe mit dem RF folgendes vereinbart: bruar betont| nicht zur Ausführung kommen. {and in Posen vom 12. bis 13.2. 1944 eine Be- ! Im Zusammenhang mit Himmilers Besuch ratung statt. 24 Getto 369 a) das Ghetto wird personell auf ein Mindestmaß verringert und behält nur so viel Juden, wie sie unbedingt im Interesse der Rüstungswirtschaft erhalten werden müssen; b) das Ghetto bleibt damit ein Gau-Ghetto des Reichsgaues Wartheland; ©) Sonderkommando des SS-Hauptsturmführers Bothmann? durchgeführt werden. Der RF wird Befehl erteilen, den SS-Hauptsturmführer Bothmann mit seinem die Verringerung wird durch das im Gau schon früher tätig gewesene Sonderkommando aus seinem Einsatz in Kroatien herauszuziehen und dem Gau Wartheland wieder zur Verfügung zu stellen; d) die Verfügung und Verwertung der Inventarien des Ghettos bleibt eine Aneeleeenheit des Reichsgaues Wartheland; e) nach Entfernung aller Juden aus dem Ghetto und nach Auflösung desselben soll der gesamte Grundbesitz des Ghettos der Stadt Litzmannstadt zufallen. Der RF wird die Haupt-Treuhandstelle Ost alsdann mit entsprechender Weisung versehen. Ich darf Sie bitten, mir hierzu Ihre Vorschläge zu übermitteln.? Nürnb. Dok. NO-519. Greiser 2 Vel. Dokument 277, Anm. 1. 3 Am 16.2. 1944 sandte Pohl ein Antwortschreiben an Greiser, und am 17. 2. 1944 benach- richtigte er Brandt(vom Persönlichen Stab des RF SS) über die betrefls des Lodscher Gettos gefaßten Entschlüsse.(Nürnb. Dok. NO-519.) 291. 9. Juni 1944, Posen(Poznan).- Fernschreiben des Gauleiters Greiser an Himmler über die bei der Liquidation des Lodscher Gettos entstandenen Schwierigkeiten. Geheim Reichsführer: Geeenüber der von Ihnen befohlenen Räumung des Ghettos in Litzmann- stadt! werden seitens der Rüstungsinspektion erhebliche Gegenvorstöße unter- nommen. Reichsminister Speer hat am 5. 6. nachts durch den Offizier vom Dienst der Rüstungsinspektion die Zahl der im Ghetto in den einzelnen Ferti- gungen beschäftigten Personen, ihre wöchentliche Arbeitszeit sowie die wöchent- liche Fertigung in den einzelnen Produktionszweigen angefordert, um an- geblich diese Ziffern beim Führer vorzutragen.” 1 Da die Ostfrontlinie immer näher an die Grenzen des Regierungsbezirks Litzmannstadt rückte, befahl Himmler Anfang 1944, das Lodscher Getto, welches damals etwa 70.000 Ein- wohner umfaßte, endgültig aufzulösen. 2 Das Lodscher Getto— ein riesiges, für verschiedene deutsche monopolistische Firmen ar- beitendes Kombinat- befand sich unter Aufsicht der Rüstungsinspektion des Wehrkreises XXI (Warthegau) und unter Schutz des von Speer geleiteten Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion. Im September 1942 bekam das Lodscher Getto sogar eine spezielle Firmen-Nummer wie alle von Speers Ministerium kontrollierten Rüstungshetriebe.(AJHI, GV IV/65, S. 8. 370 Da ich mit den Vorbereitungen für die Räumung des Ghettos fertig bin und die ersten Evakuierungen desselben vorgenommen habe, mache ich pflichtgemäß auf diesen Vorstoß zur Durchkreuzung Ihrer Anordnungen aufmerksam. ZKUNV, Dc 334/PS 29. Greiser ® In Beantwortung dieses Fernschreibens bat Himmler Greiser, die Räumung des Gettos fortzuführen.(ZKUNV, De 335/PS 29: Himmlers Fernschreiben vom 10. 6. 1944.) In der Tat wurde am 23.6. der erste Judentransport abgeschoben, und bis Ende August 1944 wurden aus dem Lodscher Getto nach Auschwitz über 60000 Menschen deportiert. Die Maschinen und Betriebseinrichtungen wurden an verschiedene deutsche Firmen abgetreten. (AJHI, JLo Tageschronik 1944; AJHI, GV IV/60 S. 51; Nürnb. Dok. PS-1166 292. 21. Juli 1944, Radom.— Anordnung Koes, des Kommandeurs der Sicherheits- polizei und des SD in Radom, worin die Liquidierung von Häftlingen(vor allem Juden) angeordnet wird, die sich eventuell in den von Deutschen zu räumenden Gebieten befinden sollten. Diese Verordnung wurde an die untergeordnete Dienststelle in Tomaszöw Mazowiecki gesandt. Geheime Reichssache ... Der Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes im Generaleouvernement hat mit Fernschreiben Nr 14002 vom 20.7.1944, IV 6 Nr 82/44 geRs! folgendes angeordnet: „Ich weise zum wiederholten Male darauf hin, daß die Insassenzahl der Gefängnisse der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes nach Möglic h- keit niedrie gehalten werden muß. Bei der zurzeit gegebenen Lage können insbesondere von der Ordnungspolizei zugeführte Verdächtige, soweit keine ernstlichen Verdachtsgründe gegen sie vorliegen, nur noch abgekürzt formular- mäßige vorgenommen werden. Sie sind alsdann auf dem schnellsten Wege einem Konzentrationslager zuzuführen, falls nicht ein Standgerichtsverfahren erforderlich wird oder eine Entlassung infrage kommt. Mit Entlassungen bitte ich sehr zurückhaltend zu sein. Soweit es die Frontlage erforderlich macht, sind rechtzeitig Vorkehrungen für eine Totalräumung der Gefängnisse zu treffen. Bei überraschender Entwicklung der Lage, die einen Abtransport der Häftlinge unmöglich macht, sind die Gefängnisinsassen zu liquidieren, wobei die Erschossenen nach Möglichkeit beseitigt werden müssen.(Verbrennen, Sprengung der Gebäude u. Ä.) Gleichermaßen ist eintretendenfalls mit den noch in der Rüstungsindustrie oder an anderen Stellen beschäftigten Juden zu verfahren. Unter allen Umständen muß vermieden werden, daß Gefängnisinsassen oder Juden vom Gegner, sei es WB? oder Rote Armee, befreit werden bzw. ihnen lebend in die Hände fallen.‘ Ich ersuche um Kenntnisnahme und strikte Beachtung. Nürnberger Prozeß, Bd XXXVII, S. 486; Nürnb. Dok. L-053. Koe ! Geheime Reichssache. ? Widerstandsbewegung. 293. Beim Rückzug brachte die SS die Häftlinge in den Lagern um. |, Mir is Tode bes: ), Über habe ich Kamerac 3, Ich ve die schn« ZKUNV, Pe Betreff Bezug:" Be zugne Itstärke Bekleidı | Die| Hinzu k | ausd aus] Pole, Straf Chen aus x. 294. 25. Mai 1944, Auschwitz(Oswiecim).— Verpflichtung für die SS- Männer im RX Auschwitz, die an der Judenvernichtung teilnahmen, das Geheimnis zu wahren und sich an Judeneigentum nicht zu vergreifen. l. Mir ist bekannt, und ich bin heute darüber belehrt worden, daß ich mit dem Tode bestraft werde, wenn ich mich an Judeneigentum jeglicher Art vergreife. 2. Über alle während der Judenevakuierung durchzuführenden Maßnahmen habe ich unbedingte Verschwiegenheit zu bewahren, auch gegenüber meinen Kameraden. 3. Ich verpflichte mich, mich mit meiner ganzen Person und Arbeitskraft für die schnelle und reibungslose Durchführung dieser Maßnahmen einzusetzen. Appel, Gerhard ZKUNYV, Personalakten der SS-Lagerbesatzung. SS-Unterscharführer 295. 15. August 1944, Oranienburg.— Geheimes Schreiben von Gluecks, dem Chef der Amtsgruppe D(KZ-Lager) im SS-WVHA, an Loerner, Chef der Amtsgruppe B, über die damalige Zahl der Häftlinge und ihr zu erwartendes Anwachsen in den RZ-Lagern. Betreff: Häftlinesstärkemeldung und Übersicht über Häftlingsbekleidung ‚,‚G“ und ‚„Z‘“ und Verfügungsbestände„G“. Bezug: Tel. Anruf an SS-Sturmbannführer Warschau vom 15. 8. 44. Bezugnehmend auf den o.a. tel. Anruf melde ich nachstehend die Häftlings- Iststärke per 1. 8. 1944 und die bereits angekündigten Neuzugänge sowie den Bekleidungsstand per 15. 8. 44. 1) Die Iststärke am 1. 8. 44 betrug: a) männliche Häftlinge 379167 b) weibliche Häftlinge 145119 524286 Hinzu kommen noch folgende Neuzugänge: l) aus dem Ungarnprogramm Judenaktion) 90000 2) aus Litzmannstadt(Polizeigefängnis und Getto) 60000 3) Polen aus dem GG 15000 4) Strafgefangene aus dem Ostland 10000 17000 5) ehemalige polnische Offiziere +00 000 15000 bis 20000 habe 12 000 Ein Großteil der Häftlinge befindet sich bereits ım Anrollen und gelangt in den 6) aus Warschau(Polen) 7) lid. Zugänge aus Frankreich ca. Finlieferung in die Konzentrationslager. nächsten Tagen zur 2 Nürnb. Dok. PS-1166. 873 296. November 1946, Krakau(Kraköw).— Auszüge aus der Aussage von Rudolf Höss, aem Kommandanten des KZ-Lagers in Auschwitz, vor dem Polnischen Tribunal über die Methoden der Menschenvernichtung in Auschwitz und die Zahl der er- mordeten, aus einzelnen europäischen Ländern deportierten Juden. Die Endlösung der Judenfrage im K.L. Auschwitz Im Sommer 1941- den genauen Zeitpunkt vermag ich z. Zt. nicht anzugeben- wurde ich plötzlich zum Reichsführer SS nach Berlin befohlen und zwar direkt durch seine Adjutantur. Entgegen seiner sonstigen Gepflogenheit eröffnete er mir ohne Beisein eines Adjutanten dem Sinne nach folgendes: ‚Der Führer hat die Endlösung der Judenfrage befohlen, wir— die SS- haben diesen Befehl durchzuführen. Die bestehenden Vernichtungsstellen im Osten sind nicht in der Lage, die beabsichtigten großen Aktionen durchzuführen. Ich habe daher Auschwitz dafür bestimmt, einmal wegen der günstigen verkehrstechnischen Lage, und zweitens läßt sich das dafür dort zu bestimmende Gebiet leicht absperren und tarnen. Ich hatte erst einen höheren SS-Führer für diese Auf- gabe ausgesucht; um aber Kompetenzschwierigkeiten von vornherein zu be- geenen, unterbleibt das, und Sie haben nun diese Aufgabe durchzuführen. Es ist eine harte und schwere Arbeit, die den Einsatz der ganzen Person erfordert, ohne Rücksicht auf etwa entstehende Schwierigkeiten. Nähere Einzelheiten erfahren Sie durch Sturmbannführer Eichmann vom RSHA, der in nächster Zeit zu Ihnen kommt. Die beteiligten Dienststellen werden von mir zu ge- gebener Zeit benachrichtigt. Sie haben über diesen Befehl strengstes Stillschweigen, selbst Ihrem Vor- gesetzten gegenüber, zu bewahren. Nach der Unterredung mit Eichmann schicken Sie mir sofort die Pläne der beabsichtigten Anlage zu. Die Juden sind die ewigen Feinde des deutschen Volkes und müssen ausgerottet werden. Alle für uns erreichbaren Juden sind jetzt während des Krieges ohne Ausnahme zu vernichten. Gelingt es uns jetzt nicht, die biologischen Grundlagen des Juden- tums zu zerstören, so werden einst die Juden das deutsche Volk vernichten.“ Nach Erhalt dieses schwerwiegenden Befehles fuhr ich sofort nach Auschwitz zurück, ohne mich bei meiner vorgesetzten Dienststelle in Oranienburg ge- meldet zu haben. Kurze Zeit danach kam Eichmann zu mir nach Auschwitz. Er weihte mich in die Pläne der Aktionen in den einzelnen Ländern ein. Die Reihenfolge vermag ich nicht mehr genau anzugeben. Zuerst sollte für Auschwitz Ostoberschlesien und die daran angrenzenden Teile des Generalgouvernements in Frage kom- men. Gleichzeitig und dann je nach Lage fortgesetzt die Juden aus Deutschland und der Tschecho-Slowakei. Anschließend der Westen, Frankreich, Belgien, Holland. Er nannte mir auch ungefähre Zahlen der zu erwartenden Trans- porte, die ich aber nicht mehr nennen kann. Wir besprachen weiter die Durch- führung der Vernichtung. Es käme nur Gas in Frage, denn durch Erschießen die zu erwartenden Massen zu beseitigen wäre schlechterdings unmöglich und 3 74 auch zu große Belastung für die SS-Männer, die dies durchführen müßten, im Hinblick auf die Frauen und Kinder. Eichmann machte mich bekannt mit der Tötung durch die Motoren-Abgase in Lastwagen, wie sie bisher im Osten durchgeführt wurde. Dies käme aber für die zu erwartenden Massen-Transporte in Auschwitz nicht in Frage. Die Tötung durch Kohlenoxyd-Gas durch Brausen in einem Baderaum, wie die Vernichtung der Geisteskranken an einigen Stellen im Reich durchgeführt wurde, erfordere zu viel Baulichkeiten; auch wäre die Beschaffung des Gases für die großen Massen sehr problematisch. Wir kamen in dieser Frage zu keinem Entscheid. Eichmann wollte sich nach einem Gas, das leicht zu be- schaffen wäre und keine besonderen Anlagen erfordere, erkundigen und mir dann berichten. Wir fuhren ins Gelände, um den geeigneten Platz festzulegen. Wir hielten das Bauerngehöft an der Nord-West-Ecke des späteren Bau- Abschnittes III Birkenau für geeignet. Es war abgelegen, gegen Einsicht durch umliegende Waldstücke und Hecken geschützt und nicht zu weit von der Bahn entfernt. Die Leichen sollten auf dem angrenzenden Wiesenplan in tiefen langen Gruben untergebracht werden. An ein Verbrennen dachten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wir berechneten, daß man in den dort vor- handenen Räumlichkeiten ungefähr 800 Menschen gleichzeitig nach Gasdicht- machune durch ein geeignetes Gas töten könnte. Dies entsprach auch der späteren Kapazität. Den Zeitpunkt des Beginnes der Aktionen konnte mir Eichmann noch nicht sagen, da alles noch in Vorbereitung wäre und der RF-SS noch nicht den Anfang befohlen hatte. Eichmann fuhr nach Berlin zurück, um dem RF-SS über unsere Besprechung zu berichten. Einige Tage später schickte ich durch Kurier einen genauen Lageplan und eine genaue Beschreibung der Anlage an den RF-SS. Eine Antwort bzw. einen Bescheid hierüber habe ich nie bekommen. Späterhin sagte mir Eichmann einmal, daß der RF-SS damit einverstanden sei. Ende November war in Berlin bei der Dienststelle Eichmann eine Dienst- besprechung des gesamten Judenreferates, zu der auch ich hinzugezogen wurde. Die Beauftragten Eichmanns in den einzelnen Ländern berichteten über den Stand der Aktionen und über die Schwierigkeiten, die der Durchführung der Aktionen entgegenstanden, wie Unterbringung der Verhalfteten, Bereitstellung der Transport-Züge, Fahrplankonferenz u.ä. Den Beginn der Aktionen konnte ich noch nicht erfahren. Auch hatte Eichmann noch kein geeignetes Gas aul- getrieben. Im Herbst 1941 wurden durch einen gcheimen Sonderbefehl in den Kriegs- Gefangenenlagern die russischen Politruks, Kommissare und besondere poli- jestapo ausgesondert und dem nächstgelegenen tische Funktionäre durch die( Konzentrationslager zur Liquidierung zugeführt. In Auschwitz trafen laufend kleinere Transporte dieser Art ein, die durch Erschießen in der Kiesgrube bei den Monopol-Gebäuden oder im Hof des Blocks 11 getötet wurden. Gelegent- : PER ce hatte“in Vertreter, der Hauptsturmführer Fritsch, aus lich einer Dienstreise hatte meın eirener Initiative Gas zur Vernichtung dieser russischen Kriegsgelangenen g’ as z I S\ tun Hahn verwendet und zwar derart, daß er die einzelnen im Keller gelegenen Zellen mit den Russen vollstopfte und unter Verwendung von Gasmasken Cyclon B in die Zellen warf, das den sofortigen Tod herbeiführte. Das Gas Cyclon B wurde in Auschwitz durch die Firma Tesch u. Stabenow laufend zur Un- gezieferbekämpfung verwendet, und es lagerte daher immer ein Vorrat dieser Gasbüchsen bei der Verwaltung. In der ersten Zeit wurde dieses Giftgas, ein Blausäurepräparat, uns! durch Angestellte der Firma Tesch u. Stabenow unter größten Vorsichtsmaßnahmen angewandt, später wurden einige SDGS-Sani- tätsdienstgrade— als Desinfektoren bei der Firma ausgebildet, und es haben dann diese die Gasverwendung bei der Entseuchung und Ungezieferbekämp- fung durchgeführt. Beim nächsten Besuch Eichmanns berichtete ich ihm über diese Verwendung von Cyclon B, und wir entschlossen uns, bei der zu- künftigen Massenvernichtung dieses Gas zur Anwendung zu bringen. ... 1941 kamen die ersten Judeneinlieferungen aus der Slowakei und dem oberschlesischen Gebiet. Die nichtarbeitsfähigen wurden im Vorraum des Krematoriums vergast auf einen Befehl Himmlers, den er mir persönlich gab. Ich wurde nach Berlin im Juni 1941 zu Himmler befohlen, wo er dem Sinne nach ungefähr folgendes sagte: Der Führer hat die Lösung der Judenfrage in Europa befohlen. Es bestehen im Generalgouvernement schon einige soge- nannte Vernichtungslager(Belzec bei Rawa Ruska, Ost-Polen; Treblinka bei Malkinia am Flusse Bug und Wolzek bei Lublin).?” Diese Lager unter- standen den Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei unter der Führung höherer Sipo-Offiziere und Wachmannschaften. Diese Lager sind aber wenig leistungsfähig und können auch nicht weiter ausgebaut werden. Ich habe selbst das Lager Treblinka 1942 im Frühjahr besucht, um mich über die Verhältnisse zu informieren. Die Vernichtungen wurden auf folgender Methode ausgeführt: Es waren kleine Kammern in Stubengröße, die durch Zuleitungs- rohre mit Gas von Automotoren beschickt wurden... Zu welcher Zeit nun die Judenvernichtung begann, vermag ich nicht mehr anzugeben. Wahrscheinlich noch im Dezember 1941, vielleicht aber erst im Januar 1942. Es handelte sich zuerst um Juden aus Ostoberschlesien. Diese Juden wurden durch die Stapoleitstelle® Kattowitz verhaftet und in Trans- porten mit der Bahnstrecke Auschwitz-Dziedzice gebracht und dort ausge- laden. Soviel ich mich noch erinnere, waren diese Transporte nie stärker als 1000 Menschen... Es sind mir lediglich noch die Zahlen der größeren Aktionen in Erinnerung, die mir wiederholt von Eichmann oder dessen Beauftragten genannt worden waren. 1 So lautet der Text. 2 Diese Angabe bezieht sich wahrscheinlich auf einen späteren Zeitabschnitt, denn das Ver- nichtungslager in Belzec wurde erst im März 1942 in Gang gesetzt, und das in Treblinka Mitte Juli 1942.— Mit„Wolzek‘‘ konnte Höss entweder Sobibör bei Wilodawa(das zweite Vernichtungslager im Distrikt Lublin) oder Majdanek bei Lublin gemeint haben. 3 Staatspolizeileitstelle. 376 Aus Oberschlesien und G. G. 250000 s; Deutschland u. Theresienstadt 100 000 „ Holland 95000 „ Belgien 20000 » Frankreich 110000 „ Griechenland 65000 — Unvarn 400 000 ‚„ 90000 Die Zahlen der kleineren Aktionen sind mir nicht mehr in Erinnerung, sie waren aber im Vereleich zu obigen unbedeutend. Ich halte die Zahl 21/, Mil- lionen für viel zu hoch. Die Möglichkeiten der Vernichtung hatten auch ın Auschwitz ihre Grenzen... Die Zahl der in Auschwitz zur Vernichtung eingelieferten Juden gab ich in früheren Vernehmungen mit 2, Millionen an. Diese Zahl stammt von Eichmann, der sie kurz vor der Einschließung Berlins, als er zum Rapport zum RF-SS befohlen war, meinem Vorgesetzten Gruppenführer Glücks gab. Eichmann bzw. sein ständiger Vertreter Günther waren die Einzigen, die überhaupt Unterlagen für die Gesamtzahl der Vernichteten besaßen. Nach jeder größeren Aktion mußten in Auschwitz alle Unterlagen, die Aufschluß über die Zahl der Vernichteten geben konnten, It. RF-SS Befehl verbrannt werden... Ursprünglich waren laut RF-SS-Befehl alle durch die Dienststelle Eichmann nach Auschwitz transportierten Juden ausnahmslos zu vernichten. Dies geschah auch bei den Juden aus dem Gebiet Oberschlesien, aber schon bei den ersten Transporten deutscher Juden kam der Befehl, alle arbeitsfähigen Juden- Männer und Frauen- auszusuchen und im Lager für Rüstungszwecke einzusetzen... Die Juden sollten aber nur im Lager Auschwitz eingesetzt werden. Auschwitz- Birkenau sollte ein reines Judenlager werden, alle anderen Nationalitäten sollten nach anderen Lagern abtransportiert werden. Restlos ist dieser Befehl nie durchgeführt worden, auch wurden späterhin die Juden in den Rüstungsbetrieben außerhalb des Lagers eingesetzt, aus Mangel an anderen Arbeitskräften. Die Aussuchung der aı beitsfähigen Juden hatte durch SS-Ärzte zu erfolgen... HP, Bd XXI, S. 3f., 160-181. LAUGEIZRLILELGALAMIEIEOLHTHLHHANTITE TELGTE TU EEHITET hr As HN TINOGIHAEOOONBENNG! 297. Die Überreste von menschlichen Gebeinen im KZ-Lager Majdanek unmittelbar nach der Befreiung des Lagers durch die Sowjetarmee. et?> PIE, HAHREAFERE, Bere FERRARRARARARN 298. Die ‚‚Vereinigten Industriegaswerke“‘ wWı'ihe TUNG IN Ei Betr Unse e Beste Lieferschein EICHENAU O.-8, Katt wtınstraßde den n. 14 vo„“ . 15967 J„as h ww#4 ICHENAU BEI rn belieferten das RZ-Lager Auschwitz mit Azetylengas zur Vernichtung von Menschen. He A£ VEREINIGTE"INDUSTRIEGASWERKE- KATTOWITZ a, rn, stschechkentos Dres V » Mr. 4 Dr pen—— . EA En BEE er ze ‚ter der 5 Ständor+ wrwol+rung reolm.‘bt. u e A+ u nannun en mm mn em n.n Wir sandten' für Ihre Rechnung und Gefahr ab Werk Lager Eiyhenawp er | Mohge Area ae Gesamtbetrag ä ”+= nf an> ij ü 4 A je 9 It aLeey€ erun,; v j FA ei 3 a: |! &} ; EERAELEDDES 1% 7 1482 11,33& von er 3=- r% !| Seftgeftditt a Sad iv.|| |) )- f g>r| Operscharführe || } Derwengu 1aszrci &. 1 II NSY 7 72 De Auc, IN HM wnbr I v- x, IR ge|| || I u Simastrgasm auf BR S rien% A‘\ ‚mdsfonft elffar} ' h|;| . 4» r pr\) „Zunlupgsteiminiebfiu me bi..0 hr. Er num= Ä„ Y BA I? l f “a 379 LaLEEEL2 AHA BMaRTTTEFTU263 aAystarızanag u Halisisiit aaerrstige nat 299. Das Innere einer Baracke im KZ-Lager Auschwitz-Birkenau unmittelbar nach der Befreiung. rottung< in Auscl weıtere Wolzek. heitsp« li hauptsa zu tun, Method errichte in die bis 15\ der Toc Ihr Kre wir die lortgebı zogen d “ Siehe] * Entwe: Berich Dokur 301,% rn.( 2 R" 300. 5. April 1946, Nürnberg.— Auszug aus der Aussage von R. Höss vor dem Inter- nationalen Militärgerichtshof in Nürnberg über die Technik der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in dem ihm unterstehenden Lager. ...6. Die ‚„„Endlösung‘‘ der jüdischen Frage bedeutete die vollständige Aus- rottung aller Juden in Europa. Ich hatte den Befehl, Ausrottuneserleichterungen in Auschwitz im Juni 1942 zu schaffen. Zu jener Zeit bestanden schon drei weitere Vernichtungslaeer im Generalgouvernement: Belzec, Treblinka und Wolzek.! Diese Lager befanden sich unter dem Einsatzkommando der Sicher- heitspolizei und des SD. Ich besuchte Treblinka, um festzustellen, wie die Vernichtungen"ausgeführt wurden. Der Lagerkommandant von Treblinka sagte mir, daß er 80000 im Laufe eines halben Jahres liquidiert hätte.? Er hatte hauptsächlich mit der Liquidierung aller Juden aus dem Warschauer Ghetto zu tun. Er wandte Monoxid-Gas an, und nach seiner Ansicht waren seine Methoden nicht sehr wirksam. Als ich das Vernichtungsgebäude in Auschwitz errichtete, gebrauchte ich also Zyclon B, eine kristallisierte Blausäure, die wir in die Todeskammer durch eine kleine Öffnung einwarfen. Es dauerte 3 bis 15 Minuten, je nach den klimatischen Verhältnissen, um die Menschen in der Todeskammer zu töten. Wir wußten, wann die Menschen tot waren, weil ihr Kreischen aufhörte. Wir warteten gewöhnlich eine halbe Stunde, bevor wir die Türen öffneten und die Leichen entfernten. Nachdem die Leichen fortgebracht waren, nahmen unsere Sonderkommandos die Ringe ab und zogen das Gold aus den Zähnen der Köonper.> Nürnb. Dok. PS-3868, 1 Siehe Dokument 296, Anm. 2. 2 Entweder verringert Höss die Zahl der Juden, die im ersten Halbjahr des Funktionierens des Vernichtungslagers Treblinka umgebracht wurden, oder aber diese Angabe bezieht sich auf irgendeinen späteren Zeitabschnitt. Denn während der ersten drei Monate des Be- stehens des Vernichtungslagers in Treblinka(Juli September 1942) wurden hier über 300 000 allein aus dem Warschauer Getto deportierte Juden ermordet(vgl. Nürnb. Dok. PS-1061: Bericht von Hummel, Chef im Amt des Gouverneurs im Distrikt Warschau; vgl. auch Dokument 250). 301. 26. November 1945, Nürnberg.— Aussage von Wilhelm Hoettil vor dem Inter- nationalen Militärgerichtshof in Nürnberg über die Gesamtzahl der zur Zeit der Okkupation ermordeten Juden. Ich, Wilhelm Hoettl, sage hiermit unter Eid aus: Mein Name ist Dr. Wilhelm Hoettl, SS-Sturmbannführer(Major der SS). Meine Beschäftigung bis zum deutschen Zusammenbruch war die eines Referenten und stellvertretenden Gruppenleiters im Amt VI des Reichs- sicherheitshauptamtes. Das Amt VI des. RSHA war das sogenannte Auslandsamt des SD und be- schäftigte sich mit dem Nachrichtendienst in allen Ländern der Erde. Es 381 entspricht etwa dem englischen Intelligence Service. Die Gruppe, der ich angehörte, beschäftigte sich mit dem Nachrichtendienst im Südosten Europas (Balkan). Ende August 1944 unterhielt ich mich mit dem mir seit 1938 bekannten SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann. Die Unterhaltung fand in meiner Wohnung in Budapest statt. Eichmann war zu diesem Zeitpunkte nach meinem Wissen Abteilungsleiter im Amte IV(Gestapo) des Reichssicherheitshauptamtes und darüber hinaus von Himmler beauftragt, in allen europäischen Ländern die Juden zu erfassen und nach Deutschland zu transportieren. Eichmann stand damals stark unter dem Eindruck des in diesen Tagen erfolgten Kriegsaustrittes Rumäniens. Deswegen war er auch zu mir gekommen, um sich über die militärische Lage zu in- formieren, die ich täglich vom Ungarischen Honved(Kriegs)-Ministerium und dem Befehlshaber der Waffen-SS in Ungarn bekam. Er gab seiner Über- zeugung Ausdruck, daß der Krieg nunmehr für Deutschland verloren sei und er damit für seine Person keine weitere Chance mehr habe. Er wisse, daß er von den Vereinigten Nationen als einer der Hauptkriegsverbrecher betrachtet würde, weil er Millionen von Judenleben auf dem Gewissen habe. Ich fragte ihn, wie viele das seien, worauf er antwortete, die Zahl sei zwar ein großes Reichsgeheimnis, doch würde er sie mir sagen, da ich auch als Historiker dafür Interesse haben müßte und er von seinem Kommando nach Rumänien wahr- scheinlich doch nicht mehr zurückkommen würde. Er habe kurze Zeit vorher einen Bericht für Himmler gemacht, da dieser die genaue Zahl der getöteten Juden wissen wollte. Er sei auf Grund seiner Informationen dabei zu folgendem Ergebnis gekommen: In den verschiedenen Vernichtungslagern seien etwa vier Millionen Juden getötet worden, während weitere zwei Millionen auf andere Weise den Tod fanden, wobei der Großteil davon durch die Einsatzkommandos der Sicher- heitspolizei während des Feldzuges gegen Rußland durch Erschießen getötet wurde. Himmler sei mit dem Bericht nicht zufrieden gewesen, da nach seiner Meinung die Zahl der getöteten Juden größer als 6 Millionen sein müsse. Himmler hat erklärt, daß er einen Mann von seinem statistischen Amt zu Eichmann schicken werde, damit dieser auf Grund des Materials von Eichmann einen neuen Bericht verfasse, wo die genaue Zahl ausgearbeitet werden sollte. Ich muß annehmen, daß diese Information Eichmanns mir gegenüber richtig war, da er von allen in Betracht kommenden Personen bestimmt die beste Übersicht über die Zahl der ermordeten Juden hatte. Erstens ‚‚lieferte‘‘ er sozusagen durch seine Sonderkommandos die Juden zu den Vernichtungs- anstalten und kannte daher diese Zahl genau, und zweitens wußte er als Abteilungsleiter im Amte IV des RSHA, der auch für die Judenangelegenheiten zuständig war, bestimmt am besten die Zahl der auf andere Weise umge- kommenen Juden. 352 5 ENRNLTDRNTBRINNN) Ri RN] KR TRRLITBSSBONTTLRINIEHRSSSSTERRARLTERSGTRRSESTLHNBTRITTRRSSTENTERNRRG Dazu kam, dal3 Eichmann zu diesem Ausenblick durch die Ereienisse be- stimmt ın einer solchen seelischen Verfassung war, daß er gar nicht die Absicht hatte, mir etwas Unwahres zu saven. Ich selbst weiß die Einzelheiten dieses Gespräches deswegen so genau, weil es mich erklärlicherweise sehr beweet hatte und ich auch bereits vor dem deutschen Zusammenbruch nähere Angaben darüber an eine amerikanische Stelle im neutralen Ausland machte, mit der ich zu diesem Zeitpunkt in Verbindunse stand. Ich schwöre, daß ich die obigen Angaben freiwillie und ohne Zwane gemacht habe und daß3 die obigen Angaben nach meinem besten Wissen und Gewissen der Wahrheit entsprechen. Nürnb. Dok. PS-2738, Wilhelm Hoettl RRNRRLNN. KNHRRITHRFNNNI ERIRHHNSNHNARNHHAISHOHRNEN io \ lischen Vermögens Ss JÜc Raub de Ion an "htungsakt ernic ler V Inn( vom Be 302. 303. 304. 305. 306. 307. 308. 309. 310. ul. 312.. 313. 314. 315. 316. 317. VERZEICHNIS DER DOKUMENTE ll. April 1942, Piaski.— Schreiben der Transferstelle der Sicherheitspolizei in Piaski an Worthoff, einen Beamten des Kommandeurs der Sipo und des SD im Distrikt Lublin, über die nach der Vernichtung der Juden zurückgebliebenen Sachen. Zychlin. Habseligkeiten von Juden, die nach der Deportation zurückblieben. 20. April 1942, Lodsch(LödZ).— Rundschreiben des Leiters der deutschen Gettover- waltung in Lodsch, H. Biebow, an die Kreis- und Stadtbehörden, worin bekanntgegeben wird, daß nur die Gettoverwaltung über das nach der Deportation der Juden zurückge- bliebene Vermögen verfügt. Leslau(Wloclawek). Hausrat von deportierten Juden. Forderung der Ostbahn auf Bezahlung der Transportgebühren. 27. Mai 1942, Lodsch(LödZ).— Fernschreiben des stellvertretenden Leiters der deutschen Gettoverwaltung in Lodsch, Luchterhandt, an das Wirtschaftsamt in Posen über den Abtransport von 370 Waggons Kleidung. Eine ‚„‚Beschlagnahmeurkunde“. Das beschlagnahmte jüdische Vermögen wurde erfaßt und eingehend geprüft. Das geraubte jüdische Inventar wird verkauft. 14. Juli 1942, Lodsch(Löd2).- Schreiben des stellvertretenden Leiters der deutschen Gettoverwaltung in Lodsch, Ribbe, an den Kommissar in Piontek(Kreis Lentschütz) betreffs Überweisung des Betrages, der durch die Verwertung des nach der Aussiedlung der Juden zurückgebliebenen Besitztums erlangt wurde. Juli 1942, Lublin.— Vermerk des Chefs des„Einsatzes Reinhard‘, des SS- und Polizei- führers im Distrikt Lublin,©. Globocnik, für seine Mitarbeiter Hoefle und Wippern über die Einführung einer Zentralkartei des von den Nazis angeeigneten Besitztums der deportierten und vernic hteten Juden. 6. August 1942, Oranienburg.- Schreiben von Gluecks, Chef der Gruppe D im SS-Wirt- schafts-Verwaltungshauptamt, an die Kommandanten der KZ-Lager über die Ver- wertung der Haare von Häftlingen zu Industriezwecken. Säcke mit Haaren von Häftlingen zum Abtransport aus dem KZ-Lager Auschwitz- Birkenau. 14. August 1942 Feldkommandostelle.— Schreiben aus dem Persönlichen Stab des RF SS an den Reichsarzt der SS Dr. Grawitz, in dem erwähnt wird, daß alle bei der jüdischen Bevölkerung geraubten Edelmetalle dem Chef des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamts, Oswald Pohl, zur Verfügung zu stellen sind. 26. September 1942, Berlin.- Befehl des stellvertretenden Chefs des SS-WVHA, August Frank. an die Kommandanten der Konzentrationslager in Lublin und Auschwitz zur Verwertung des nach der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung zurückgebliebenen Besitztums. KZ-Lager Auschw itz-Birkenau. Kleidung von ermordeten Kindern. 387 um ang 318. 28. September 1942, Lodsch(Lödz).- Rundschreiben der deutschen Gettoverwaltung in Lodsch an alle deutschen Dienststellen im Warthegau betrefls Beschleunigung der endgültigen Abrechnung über das verwertete Besitztum der ausgesiedelten Juden. 319. 1. Dezember 1942, Feldlkommandostelle.- Fernschreiben des RF SS Himmler an den Chef des SS-WVHA O. Pohl über die Notwendigkeit, die Maschinen und Materialien im Werte von vielen hunderten Millionen Mark aus den Gettos herauszubekommen. 320. 4. Dezember 1942, Berlin.- Fernschreiben des Chefs des SS-WVHA, Pohl, an RF SS Himmler mit der Bitte um Genehmigung der Überweisung von Maschinen und Roh- stoffen aus dem Warschauer Getto an SS-Betriebe. 321. 5. Dezember, Feldkommandostelle.- Fernschreiben des RF SS Himmler an den Chef des SS-WVHA, Pohl, über die Notwendigkeit, eine Genehmigung des Reichswirtschafts- ministers zur Überführung der Maschinen in die SS-Betriebe zu erlangen. 322. Von Sammerns Schreiben zur Überweisung jüdischen Eigentums an die SS- und Polizeibehörden. 323. 15. Dezember 1942, Feldkommandostelle.- Anordnung von RF SS Himmler als Reichs- kommissar für die Festigung deutschen Volkstums über die Verwertung des unbeweg- lichen Vermögens, welches nach der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung zurückge- blieben ist. 324. 15. Januar 1943, Feldkommandostelle.- Himmlers Schreiben an den Höheren SS- und Polizeiführer im Generalgouvernement, Krüger, und an den Leiter des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes, Pohl, über die Notwendigkeit einer Vereinbarung mit dem Reichswirtschaftsminister Funk betreffs des jüdischen Besitztums, das im Warschauer Getto nach der Aussiedlung der jüdischen Bevölkerung zurückgeblieben ist. 325.6. Februar 1943, Berlin.— Pohls Bericht an Himmler über die Verwertung der nach der Vernichtung der Juden zurückgebliebenen Kleidung(825 Waggons). 326. KZ-Lager Auschwitz-Birkenau. Bettwäsche der vergasten Opfer. 327. Die Gettoverwaltung braucht eine Kugelmühle! 328. 16. April 1943, Warschau(Warszawa).— Ein vom SS- und Polizeiführer im Distrikt Warschau, von Sammern, an die Kreishauptleute dieses Distrikts gerichtetes Schreiben, in dem ihnen mitgeteilt wird, daß alle das jüdische Vermögen betreffende Angelegen- heiten mit ihm zu vereinbaren seien. 329. Das geraubte jüdische Vermögen wird der Ostindustrie(SS-Unternehmen) zugeführt. 330. 30. Juli 1943, Radom.— Eine von Verwaltungsführer Kroschel ausgestellte Bescheinigung über eingezahlte Geldbeträge, welche aus verkauftem jüdischem Besitztum erzielt wurden. 331. Die aus dem Verkauf von jüdischem Vermögen erzielten Beträge wurden den SS- und Polizeiführern gutgeschrieben. 332. 23. November 1943, Skarzysko-Kamienna.— Schreiben des Werkschutzleiters in dem Betrieb„Hugo Schneider A. G.‘‘(HASAG) an den SS- und Polizeiführer in Radom betreffs Überweisung von Geld und einer Uhr, die den Juden, Insassen des dort befindlichen Arbeitslagers, geraubt worden waren. 333. Das letzte Geld, der letzte Schmuck wurde den jüdischen Zwangsarbeitern geraubt. 334. Das Lager HASAG in Tschenstochau(Czestochowa). Aktion Reinhard“, 954 335. 5. Januar 1944, Triest.- Auszüge aus einem Bericht des Chefs der ©. Globocnik, über die Menge und den Wert des geraubten Vermögens der vernichteten jüdischen Bevölkerung. 341, N 3, 336. Eine Aufstellung von Brillanten, die den Juden geraubt wurden. 337. 9. Februar 1944, Berlin.— Schreiben von O. Pohl, dem Chef des SS-WVHA, an Gluecks, den Chef der Amtsgruppe D(KZ-Lager) in Oranienburg, über Wertsachen, die ehemals Juden gehörten. 338. 19. April 1944, Berlin.- Aus dem Bericht von Kammer, SS-Gruppenführer und Chef der Gruppe C im SS-WVHA, an Himmler über die geleistete Arbeit beim Abbau des che- malisgsen Warschauer Gettos und die Menge der von dort herausgefahrenen Materialien. 339. 4. Juli 1944, Berlin.- Rundschreiben von Pohl, Chef des SS-WVHA, an SS- und Polizei- dienststellen über die Verwaltung jüdischer Vermögenswerte. 340. 16. November 1944, Berlin.— Schreiben von Patzer(Reichsfinanzministerium) an Cossel über die Verwertung des nach der Vernichtung der Juden zurückgebliebenen Vermögens. 341. November 1946, Krakau(Kraköw).— Aus der Aussage des Kommandanten des Konzen- trationslagers in Auschwitz, R. Höss, über den Raub und die Verwertung des Ver- mögens der jüdischen Bevölkerung, die in Auschwitz ermordet wurde. 342. 1946, Nürnberg.\ussage von E. Puhl, dem Vizepräsidenten der Reichsbank, vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg, die die Übernahme des den ermordeten Juden geraubten Geldes, der Schmucksachen und anderer Wertgegenstände durch die Reichsbank betraf. 389 302. /1. April 1942, Piaski.— Schreiben der Transferstelle der Sicherheitspolizei in Piaski an Worthoff, einen Beamten des Kommandeurs der Sıpo und des SD im Distrikt Lublin, über die nach der Vernichtung der Juden zurückgebliebenen Sachen. Betrifft: Judenaktion in Piaski.! Vorgang: Ohne Anlasen: 2 Aufstellungen. Als Anlage überreiche ich 2 Aufstellungen über Waren, die aus dem Getto in Piaski sichergestellt worden sind. Während die von den hessischen? Juden zurückgekommenen Sachen z. T. neuwertig sind, handelt es sich bei den übrigen Spinnstoflwaren um ältere und schmutzige Ware für die Zerreiß- maschine. Die Wäschestücke der hessischen Juden sind in Koflern verpackt. Ferner wurden bis heute ein Betrag von Zl. 8300. 54(z. T. in Reichsmark) Goldrubel 85.—- sowie 5 Eheringe sichergestellt. Da die Lagerplätze anderweitig dringend benötigt werden, bitte ich um baldige Abholung. ZKUNV, 970/z/36. l Ende März 1942 wurden aus Piaski über 3000 Juden in das Vernichtungslager Belzec deportiert.(AJHI, Aussage von Josef Honig, Nr 1397.) ® Anfang April 1942 kamen in Piaski rund 4000 aus dem Reich(darunter aus Hessen) und aus dem Protektorat deportierte Juden an.(AJHI, JUS, Nr 281.) 391 304. 20. April 1942, Lodsch(Lödz).— Rundschreiben des Leiters der deutschen Getto- verwaltung in Lodsch, H. Biebow, an die Kreis- und Stadtbehörden, worin bekannt- gegeben wird, daß nur die Gettoverwaltung über das nach der Deportation der Juden zurückgebliebene Vermögen verfügt. Betr.: Umsiedlung von Juden. Nach dem Erlaß vom 23. 3. 1942 des Herrn Reichsstatthalters fallen sämtliche Vermögenswerte wie Geld, Devisen, Hausrat, Waren, die Eigentum umge- siedelter Juden sind, an die Gettoverwaltung in Litzmannstadt. g die Mit- Ss hilfe der ortsansässigen Behörden bei der Verwertung jüdischen Gutes nicht Die Gettoverwaltune in Litzmannstadt kann rein verwaltungsmäßi entbehren. zumal es auch zweckmäßig erscheint, den anfallenden Hausrat an Ort und Stelle einer neuen Verwendung zuzuführen. Was nach der Umsied- lung der Juden unverzüglich und in vollem Umfange zur alleinigen Ver- fürung der Gettoverwaltung sichergestellt werden muß, ist folgendes: 1. Maschinen aller Art(Nähmaschinen, Schuhmachermaschinen, Kürschner- maschinen, Drehbänke, Tischlerwerkzeug, Bohrmaschinen, Strickmaschinen und sonstige) 9. Deutsche Reichsmark 3, Devisen bzw. ausländische Zahlungsmittel 4, Geprägte Gold-, Silber- und sonstige Münzen aller Art 5. Edelsteine 6. Textilien, Leder und sonstige Rohmaterialien aller Art. Dagegen überläßt die Gettoverwaltung die Verwertung des Hausrats den zu- ständigen Amtskommissaren. Unter Hausrat wird folgendes in großen Um- rissen verstanden: l. Gebrauchtes Mobiliar 2. Betten 3. Geschirr und sonstige Einı ichtungsgegenstände ehem. jüdischer Wohnungen 4. Lebensmittel. Der Hausrat ist zweckmäßig in Form von Versteigerungen oder freien Ver- käufen zu verwerten und der Erlös unter Abzug reiner Verkaufsunkosten an die Gettoverwaltung abzuführen. Es wird hiermit ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es keinesfalls statthaft ist, von Juden vor der Umsiedlung noch irgendwelche Bargeldbeträge oder Forderungen einzutreiben. Die Sicherstellung von Barbeträgen ıst ausschließ- lich und allein Aufgabe des Sonderkommandos Lange, während Forderungen den Juden gegenübeı der Gettoverwaltung, Litzmannstadt, zu melden sind, ke BD... dienach Prüfung der Berec htigung über die Begleichung entscheidet. : g jiebow AJHI, GV, IV/65. 393 305. Leslau(Wloclawek). Hausrat von deportierten fuden. 306. Forderung der Ostbahn auf Bezahlung der Transportgebühren. | 2 na Pabianice, on 26,lai 4 / j E.7 N\ is eiftellsCitmanuftet,| yg,iie Roiagph en een Du Vnpzweisung vo Piz; a FEN SZ B BeNtD-Verwaltung Erde nnrtadt K Eing ı-A i Eng of anime n\) m se} ne tWatspolizel”" vaat bo Line i ste ldusch Weiter FE an die in Lit sta unter Bestätigung der sachlichen Richtigkeit zur Bezahlung des Be= | trages an die Gikerkasse Pabianlices . Im Aufträge; y\| #617 WADRA A. kf” 395 307. 27. Mai 1942, Lodsch(LödZ).— Fernschreiben des stellvertretenden Leiters der deutschen Gettoverwaltung in Lodsch, Luchterhandt, an das Wirtschaftsamt in Posen über den Abtransport von 370 Waggons Kleidung. Unter Bezugnahme auf die Fernschrift des Herrn Höheren SS- und Polizei- führers Warthe, Dr. Schmidt, vom 26. ds. Mts., teile ich mit, daß zur Räumung des Kleiderlagers beim Kommando Lange zur Abfahrt der in den entjudeten Landbezirken zugefallenen Maschinen, Textilien und Wertgegenstände 2 Stück 3 To Diesel-Lastkraftwagen GE> 35 2 0%; 55“ 1 OR;; 59 09 3= 3 ,, Vergaser Bi 2er den, es 55 m 92. PBreibeas.“ lan 2592, 58 JE eingesetzt sind. Über die Dauer’der Räumungsaktion können verbindliche Angaben noch nicht gemacht werden. Beim Sonderkommando Lange lagern schätzungsweise 370 Waggons Klei- dungsstücke, zu deren Abfahrt etwa 900 Lastkraftwagen mit Anhänger er- forderlich sind. Welche Fahrzeuge zur Abfahrt dieses Lagers im einzelnen eingesetzt werden, kann im voraus nicht gesagt werden. Da jedoch der größte Teil der mir zur Verfügung stehenden Fahrzeuge Diesel-Kraftstoffantrieb haben, ist der Bedarf in diesem Treibstoff am größten. Die Entfernung vom Sonderkommando zur Verarbeitungsstelle, einschl. An- fahrt, beträgt rund 200 Km., an Diesel-Kraftstoff werden pro 100 Km. 40 Ke., also je Fahrt 80 Kg. gebraucht und an Benzin je 100 Km. 35 Ltr., also je Fahrt 70 Ltr. Die Räumung des Lagers wird etwa 2 Monate dauern....! AJHI, GV, IV/60, S. 130. ! Der ausgelassene Teil betrifft die nötigen Mengen an Treibstoff für die Lastkraftwagen, welche die nach der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung zurückgebliebene Kleidung abfahren sollten. 308, Eine GEN . 308. Eine ‚‚Beschlagnahmeurkunde‘“. voM GENERALGOUVERNEMENT ı ER: Palais Brühl j AMT DES CHE DES DISTRIKTS WARSCHAU ABTEILUNG UMSIEDLUNO Beschlagnahmeurkunde Auf Grund der Verordnung des Herrn Generalgouverneurs vom 24.1.40 >-\ und gemäss Verfügung Nr.— vom Da Aktenzeichen werden die Einrichtunpsgeeenstande der Wohnung des Wohnungsinhahers Va> IF; Pa y al: 7% E hiermit beschlagnahmt im Hause Zuwiderhandlungen gegen diese Verlügung, besonders das widerrechtliche Entfernen der beschlagnahmten Einrichtunesgegenstande werden bestraft 7 PL, Der Leiter der Abteilung u WILL TU x JL/ y x 4 A+ sau 274 U. bed«: gap 1 AYr 7? 7— 3sW/ıo N Arendt 2 /, Zu 4% 7 ud 4 RE Dokument konfiskaty Na podstawie rorporzadzenia Pana Gubernatora Generalnego z dnia 24 1 1940 r konfiskuje sie niniejszym przedmioty urzadzenia domowego, nalezgce do wumienionego domu röwniez wyZe) wumenlonym uw niemieckim tekscie wiasciciela mieszkania u Przeciwdzialanie powyzszemu rozporzgdzeniu, w szezegöluosci bezprawne"usuwanie skonfiskowanych przedmiotöw urzadzenia domowego, podlega karze Siaatsdruckerei Warschau— Nr. 1313-10 397 M AunpsrungigsreTeE{ ACHLERBBAEN 309. Das beschlagnahmte jüdische Vermögen wurde erfaßt und eingehend geprüft. ERHTTTZOITTEIPETTIITTTTTTTTTTTTTT IT us I Kıei 3b) An die Gehoime Staatspolizei Herrn Komm, Puchs Litzmannstast Gardestr. 27.2.1942 o27/1/1u/2o betr., Celdbetrüge dic von den aus Derlin eingesiedelten eliefert worden eind,* unschzemäß bestätige ich Ihnen, daß die Gettoverwaltung won den im Oktober und November 1941 eingesiedelten Juden aus Beriin(4 Trineporte) insgesamt BE 413.547.80 über aommen hat. In dicser Summe sind ku 5.977,80 enthalten, die von den Juden aus imden, die mit dem 2. Berliner Transport hierher kamen, mitgebracht worden sind, Die über den Erpfang dleser Summe im einzelnen seinerzeit gegebenen Quittungen verlieren hierse.cn ihre Gültigkeit, / 3 310. Das geraubte jüdische Inventar wird verkauft. Der Amtskommiflar 16.Juni 1942. den Ofienciny, des Amtsbegiehs Ofienciny Beraruf: Ofencingn Rr. 14 Biretonie: 902 Kieisipartafe Permannsbad in Alerandrom is Dermannebad(MWartheland) Pehiarttenme: Burlin Rı. 186471 Tgb.-Rr. nn den Litzmannstadt rrn Oberbürgermeis - Getto=Verwaltun- - 44,9 „Ari 4 b ıier„hvakulerung I stände. “ale Die Wohnungen der Juden = siegelt, dann wurde ein rung ms b e unter. use as > 036. AA Verkauf der alten, st /= 0A usser rhalten Sie noch von der a 4. war 194 ırchseführten ction(vergl.mein Sc iben vom 14. ru L 4 I 16>+ ir t LY l naärt ep} Barzeld x 5..>. P..... 119.18 RN 7 on nr t zı er s:..“..... 71.87 RM, I zu e.. Ieaar Betr r ind hsten 1ıgen 1 onto a VD bei LeB3cI1 L ı„4 ler ıdts nstaädt rwiesen. Jn Vertretun 9, Mrumbbaar, Bieomie, ein 399 aan. VRSTSTOIGGELSLSiSSLOLOTPLeIMHeIKOTITETe1aH KASTETPEEL#HHrAYLETHTETEHE 90 BENÜHHAOHUNKERARTRUEYURRRESHLUHNNERUUGHREG r ERERITTTTTTTTTTITÄTETITTTETTETTITT Der Amtskommissar des Amtsbezirks Landsdett, den Landstett Kreis Welungen (Wartheland) 7 N Fernruf: Landstett 7 Konto: Kreissparkasse Welungen 317 Abiig.: x Jer Amtskommissar des Amtsbezirkes Landstett übernimmt aänt- liche Nö s ii, 8.,.\ a.; e Möbel und sonstigen Hausrat der Juden,die im Amtsbezirk Landstett wohnhaft waren.Zu diesem Hausrat rechnen auch loo Unterkünfte(Betten us Als Kaufpreis wurden {n Worten: Fünftausend vereinbart. T Year 1 y 3 Y T Der Kaufpreis wurde d.rch einen Verreckr:sscheck an die Ghetoverwal- tung Litzmannstadt als echtsnachfolrerin heute gezahlt. 6"bergeben Erhalten Vorate ar Soheck wurde eängereicht zur Berechnung an die Deutsche Reichsbahn 1t. B örderungsschein Nr. 0016.£ j! Lagerveryir MY flag Gettovefwe g Baluter Rino as u: 1,7 311. /#. Juli 1942, Lodsch(Zöd£).— Schreiben des stellvertretenden Leiters der deutschen Gettoverwaltung in Lodsch, Ribbe, an den Kommissar in Piontek(Kreis Lentschütz) betreffs Überweisung des Betrages, der durch die Verwertung des nach der Aus- siedlung der Juden zurückgebliebenen Besitztums erlangt wurde. Bezug: Ihr Schreiben vom 9. 7. 1942. Ich habe davon Kenntnis genommen, daß die Verwertung der im Getto Piontek vorgefundenen Gegenstände einen Betrag von RM 5.442,63 ergeben hat und daß dagegen Ausgaben von Ihnen in Höhe von RM 889,40 auf- gerechnet werden, so daß mir demnach noch RM 4.553,23 zustehen. Falls die Überweisung noch nicht vorgenommen sein sollte, bitte ich, davon Kenntnis zu nehmen, daß dieselbe auf das Konto 12300 der Gettoverwaltung Litzmannstadt bei der Stadtsparkasse Litzmannstadt zu erfolgen hat und nicht- wie von Ihnen angegeben- auf das Konto 700. Im Auftrage: AJHI, GV, XXVIII/48. F. W. Ribbe 312. Juli 1942, Lublin.— Vermerk des Chefs des„Einsatzes Reinhard‘‘, des SS- und Polizeiführers im Distrikt Lublin, O. Globocnik, für seine Mitarbeiter Hoefle und Wippern über die Einführung einer Zentralkartei des von den Nazis angeeigneten Besitztums der deportierten und vernichteten Juden. Wie bereits mündlich besprochen, ist l) eine Zentralkartei zu erstellen, wonach die gesamten anfallenden Werte aus der Judenumsiedlung aufgenommen und geführt werden: a) für alle Edelwerte, Devisen usw. bei SS-Stubaf, Wippern, b) für alle Kleidungsstücke, Schuhe usw. bei Hstuf. Höfle. 2) Diese Kartei hat nach den einzelnen Sorten geordnet je ein Karteiblatt zu beinhalten, auf dem der gezählte Eingang wöchentlich aufscheinen muß wie auch der Ausgang. 3) Auf Grund dieser Kartei hat jeweils am 1. eines Monats mir eine Bestand- meldung vorgelegt zu werden. Globocnik SS-Brigadeführer und Generalmajor d. Polizei ZKUNV, 970z/Nr 38. 401 26 Getto RÄRIEHHURHNNNREREEGRENHRHRER Hr 313. 6. August 1942, Oranienburg.— Schreiben von Gluecks, Chef der Gruppe D im SS- Wirtschafts-Verwaltungshauptamt, an die Kommandanten der KZ-Lager über die Verwertung der Haare von Häftlingen zu Industriezwecken. Betrifft: Verwertung der abgeschnittenen Haare An die Kommandanten der K.L. Arb. Au, Bu. Da. lo, Gr.-Ror lau, Maur)&ur Nas Nies Neur Rav., Sachs., Stutth., Mor., SS SL Hinzert.! Der Chef des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes, SS-Obergruppenführer Pohl, hat auf Vortrag angeordnet, daß das in allen KL anfallende Menschen- schnitthaar der Verwertung zugeführt wird. Menschenhaare werden zu Industriefilzen verarbeitet und zu Garn versponnen. Aus ausgekämmten und abgeschnittenen Frauenhaaren werden Haargarnfüßlinge für U-Bootsbesat- zungen und Haarfilzstrümpfe für die Reichsbahn angefertigt. Es wird daher angeordnet, daß das anfallende Haar weiblicher Häftlinge nach Desinfektion aufzubewahren ist. Schnitthaare von männlichen Häftlingen kann nur von einer Länge von 20 mm an Verwertung finden. SS-Obergruppenführer Pohl ist deshalb einverstanden, daß zunächst versuchs- weise das Haar der männlichen Häftlinge erst dann abgeschnitten wird, wenn dieses nach dem Schnitt eine Länge von 20 mm besitzt. Um durch das Länger- wachsen der Haare die Fluchterleichterung zu verhindern, muß dort, woder Kommandant es für erforderlich hält, eine Kennzeichnung der Häftlinge in der Weise erfolgen, daß mit einer schmalen Haarschneidemaschine mitten über den Kopf eine Haarbahn herausgeschnitten wird. Es wird angestrebt, die Verwertung der in allen Lagern anfallenden Haare durch Errichtung eines Verwertungsbetriebes in einem KL durchzuführen. Nähere Anweisung über die Ablieferung der gesammelten Haare erfolgt noch. Die Mengen der monatlich gesammelten Haare, getrennt nach Frauen- und Männerhaaren sind jeweils zum 5. eines jeden Monats, erstmalig zum 3. Sep- tember 1942, nach hier zu melden. Glücks SS-Brigadenführer und Nürnb. Dok. USSR-511. Generalmajor der Waffen-SS ı Dieses Schreiben wurde an die Kommandanten folgender KZ-Lager gesandt: Arbeitsdorf, Auschwitz, Buna(in Monowice: es war eine Filiale des KZ Auschwitz-Birkenau), Dachau, Flossenburg, Gross-Rosen, Lublin, Mauthausen/Gusen, Natzweiler, Niederhagen, Neuen- gamme, Ravensbrück, Sachsenhausen, Stutthof, Moorhausen(bei Hannover), SS Straf- lager Hinzert. ER EEE RER RARHNIEARIIAHITE ANNE -Lager Auschwiit; 2 NS S B\ o Ss S > Ss Qu “ SQ S S S Oo Be S S N S In) & ‚S — S S = oO S S RS a8 SS So S o 8 = Be SE mn) . + vi m 315. 14. August 1942, Feldkommandostelle.- Schreiben aus dem Persönlichen Stab des RF SS an den Reichsarzt der SS Dr. Grawitz, in dem erwähnt wird, daß alle bei der jüdischen Bevölkerung geraubten Edelmetalle dem Chef des SS-Wirtschafts- Verwaltungshauptamts, Oswald Pohl, zur Verfügung zu stellen sind. Betr: Altgold jüdischer Herkunft. Am 16. 5.42 haben Sie die Anweisung des Reichsführers-SS erbeten, daß das Altgold jüdischer Herkunft dem zahnärztlichen Dienst beim Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei zur Verfügung gestellt werde. Der Reichsführer SS hat nunmehr angeordnet, daß jede Menge Altgold, Silber und sonstiges Edelmetall ohne jede Ausnahme bei SS-Obergruppen- führer Pohl abzuliefern ist, von dessen Hauptamt die Weiterleitung an die zuständigen Dienststellen vorgenommen wird. SS-Obergruppenführer Pohl habe ich am 12. 8. 42 gebeten, die Anträge, die von Seiten des Reichsarztes-SS wegen Gold für Zahnärzte gestellt werden, so zu bearbeiten, daß die be- antragten Mengen auch wirklich freigegeben werden.! ZKUNV, De 273/PS 15. 1 In dieser Angelegenheit hat sich ein umfangreicher Briefwechsel entwickelt. Dies ergab sich daraus, daß Dr. Grawitz sich am 25. 4. 1942 an den SS- und Polizeiführer im Distrikt Warschau, Arpad Wiegand, gewandt hatte, mit der Bitte, ihm beim Erlangen von ‚‚jü- dischem Gold“ für zahnärztliche Zwecke behilflich zu sein. Mit Schreiben vom 8. 9.219822 antwortet Wiegand, daß er allein nicht über das in seinem Besitz befindliche„jüdische Gold“ verfügen könne. Daraufhin wandte sich Dr. Grawitz am 16. 5. 1942 unmittelbar an Himmler mit der Bitte, ihm das Gold zukommen zu lassen. Alsdann benachrichtigt Brandt, der Chef von Himmlers Persönlichem Stab, Wiegand von dem Schreiben Grawitz’ an Himmler und bittet um Mitteilung, was für eine Menge Gold in Betracht käme. Aus einem Schreiben des damaligen SS- und Polizeiführers im Distrikt Warschau, von Sammern, an den Chef des Persönlichen Stabs des RF SS(am 9.7. 1942) ergibt sich, daß es sich um 629 Gramm„Altgold jüdischer Herkunft“ handelte und daß an den SS- und Polizeiführer in Lublin bisher schon 2000 Gramm solchen Goldes abgeliefert worden waren.(ZKUNV, Dc 314/PS 15, 276/PS 15, 315/PS 15, 274/PS 37.) 316. 26. September 1942, Berlin.— Befehl des stellvertretenden Chefs des SS- WVHA, August Frank, an die Kommandanten der Konzentrationslager in Lublin und Auschwitz zur Verwertung des nach der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung zurückgebliebenen Besitztums. Geheime Kommandosache Unbeschadet der im Laufe des Monats Oktober zu erwartenden Gesamt- anordnung hinsichtlich Verwertung des beweglichen und unbeweglichen Besitzes der umgesiedelten Juden wird hinsichtlich des eingebrachten Gutes, das künftig in allen Anordnungen als Diebes-, Hehler- und Hamstergut zu bezeichnen ist, schon jetzt folgendes bestimmt: 404 Brieftas Spezial ö KUH HEINBIF TEL EHARLESRRRRLHEIRNALSSESTARHRRRRNHESNN l. a) Alle Barbeträge in deutschen Reichsbanknoten sind auf das Konto W.-V.-Hauptamt 158/1488 bei der Reichsbank Berlin-Schöneberg einzu- zahlen. b) Devisen(semünzt oder ungemünzt), Edelmetalle, Schmuckstücke, Ganz- oder Halbedelsteine, Perlen, Zahngold und Bruchgold sind an das SS-Wirt- schafts-Verwaltungshauptamt abzuliefern. Dieses ist für sofortige Weiter- leitung an die deutsche Reichsbank verantwortlich. c) Uhren jeder Art, Wecker, Füllfederhalter, Drehbleistifte, Rasierapparate für Hand- und elektr. Betrieb, Taschenmesser, Scheren, Taschenlampen, Brieftaschen und Geldbörsen werden durch das SS-W./V.-Hauptamt in Spezialwerkstätten instandgesetzt, gereinigt und geschätzt, um dann rasche- stens der Fronttruppe zugeführt zu werden. Die Abgabe an die Truppe erfolgt gegen Bezahlung durch die Marketende- reien. Es sind 3-4 Preisklassen festzulegen und sicherzustellen, daß jeder Führer oder Mann höchstens eine Uhr kaufen kann. Ausgenommen vom Verkauf bleiben die goldenen Uhren, deren Verwertung ich mir vorbehalte. Die Gesamterlöse werden dem Reiche zugeführt. d) Männerwäsche, Männerkleidung einschl. Schuhzeug ist zu sortieren und abzuschätzen. Nach Deckung des eigenen Bedarfs für K. L.-Insassen und aus- nahmsweise für die Truppe ist die Abgabe an die Volksdeutsche Mittelstelle vorzunehmen. In jedem Falle ist der Erlös dem Reich zuzuführen. e) Frauenkleidung, Frauenwäsche einschl. Fußbekleidung, Kinderkleidung und Kinderwäsche einschl. Schuhzeug ist an die Volksdeutsche Mittelstelle gegen Bezahlung abzugeben. Reinseidene Wäschestücke sind nach Anordnung des SS-W.-V.-Hauptamtes an das Reichswirtschaftsministerium abzugeben. Das gleiche gilt auch für die Wäsche zu d). f) Federbetten, Steppdecken, Wolldecken, Anzugstoflfe, Schals, Schirme, Stöcke, Thermosflaschen, Ohrenschützer, Kinderwagen, Kämme, Hand- taschen, Ledergürtel, Einkaufstaschen, Tabakpfeifen, Sonnenbrillen, Spiegel, 3estecke, Rucksäcke, Kofler aus Leder und Kunststoffen sind an die Volks- deutsche Mittelstelle abzugeben. Die Frage der Entschädigung wird no:h igenbedarf an Steppdecken, Wolldecken, Thermosflaschen, Ohren- geregelt.] ınd Rucksäcken kann von Lublin und Ausch- schützern, Kämmen, Bestecken ı witz gegen Vergütung aus Haushaltsmitteln entnommen werden. g) Wäsche, wie Bettlaken, Bettbezüge, Kopfkissen, Handtücher, Wischtücher, Tischdecken, sind an die Volksdeutsche Mittelstelle gegen Bezahlung ab- zugeben. Bettlacken, Bettbezüge, Handtücher, für den Bedarf der Truppe, gegen Vergütung aus Haushaltsmitteln, heraus- Wischtücher und Tischdecken können gezogen werden. j| j r F R si€ as Y| ä 3£ zZ je'e di] h) Brillen und Augengläser ın jeder Form sind an das Sanitätsamt zur Veı wertung abzugeben.(Brillen mit Goldgestellen müssen ohne Gläser mit den o abz 3 405 ERIERE E EIIEETRFZ Edelmetallen abgeliefert werden). Eine Abrechnung über die Brillen und Augengläser kann des geringen Wertes und der beschränkten Verwendungs- fähigkeit wegen unterbleiben. i) Edelpelze aller Art, verarbeitet und unverarbeitet, sind an das SS-W-V.- Hauptamt abzuliefern. Pelzwaren aller Art(Schafpelze, Hasen-, Kaninchenpelze usw.) sind unter Benachrichtieung des SS-W.-V.-Hauptamtes, Amt B II, an das Bekleidungs- werk der Waffen-SS, Ravensbrück b. Fürstenberg(Mecklbg.) abzuliefern. k) Alle unter Buchstabe d, e, f, aufgeführten Gegenstände, welche nur!/3 oder 2/, Tragewert besitzen oder überhaupt unbrauchbar sind, werden durch das SS-W.-V.-Hauptamt dem Reichswirtschaftsministerium zur Verwertung zu- geführt. Soweit Artikel anfallen, die unter b-i nicht enthalten sind, ist über deren Verwertung die Entscheidung des Chefs des SS-W.-V.-Hauptamtes ein- zuholen. 2. Alle Preise setzt das SS-W.-V.-Hauptamt fest, unter Beachtung gesetzlicher Richtpreise. Diese Festsetzung kann auch nachträglich stattfinden. Zeit- und personalraubende, kleinliche Wertfeststellungen können hierbei unterbleiben. Im allgemeinen sind Durchschnittsstückpreise festzusetzen, z.B. für eine gebrauchte Männerhose 3.- Mark, für eine Wolldecke 6.- Mark usw. Für die Ablieferung der unbrauchbaren Gegenstände an das Reichswirtschafts- ministerium sind im allgemeinen Kilopreise zugrundezulegen. Es ist streng darauf zu achten, daß bei allen zur Abgabe kommenden Kleidern und Überkleidern der Judenstern entfernt wird. Es sind ferner mit größt- möglichster Sorgfalt alle zur Abgabe kommenden Gegenstände auf versteckte und eingenähte Werte zu untersuchen. IN. Frank SS-Brigadeführer Nürnb. Dok. NO-724. und Generalmajor der Waffen-SS 317. AZ-Lager Auschwitz-Birkenau. Kleidung von ermordeten Kindern. 318. 28. September 1942, Lodsch(LödZ).- Rundschreiben der deutschen Getto- verwaltung in Lodsch an alle deutschen Dienststellen im Warthegau_ betreffs Beschleunigung der endgültigen Abrechnung über das verwertete Besitztum der aus- gesiedelten Juden. Nachdem nunmehr seit der Umsiedlung der Juden aus dem Warthegau eine geraume Zeit verstrichen ist, darf ich erwarten, daß mit mir eine Endabrech- nung über die aus Judenvermögen bei Ihnen noch vorhandenen Bestände herbeigeführt wird. Gemäß dem Erlaß des Herrn Reichsstatthalters fallen an die Gettoverwaltung sämtliche Wert- und Vermögensgegenstände aus ehemals jüdischem Besitz. Dazu gehören auch Forderungen, die die Juden gegen Dritte haben, hinsichtlich Löhne, Ware und dergleichen, Bargeld, was nach dem Abzug der Juden noch gefunden wurde, Gold, Silber, Brillanten und Roh- stoffe. Ich bitte, mir schriftlich bis spätestens zum 20. 10.42 mitzuteilen, was sich aus jüdischem Besitz noch in k Reichsstatthalters, die Überführung nach hier veranlassen Ihren Händen befindet, damit ich, gemäß dem Erlaß des Herrn kann. Fehlanzeige ist erforderlich. AJHI, GV, XXXVIII/9. 407 er 319. 1. Dezember 1942, Feldkommanaostelle.— Fernschreiben des RF SS Himmler an den Chef des SS-WVHA O. Pohl über die Notwendigkeit, die Maschinen und Materialien im Werte von vielen hunderten Millionen Mark aus den Gettos heraus- zubekommen. Ich spreche gerade mit SS-Obergruppenführer Krüger über die Maschinen und Materialien in den Judenghettos. Es handelt sich hier um Werte von vielen hundert Millionen. Lassen Sie sich doch bitte von SS-Oberst-Gruppen- führer Daluege aus der Polizei-Reserve, wenn Sie selbst nicht genügend Leute haben, Polizeireservisten als Hilfe abstellen. Dieser einmalige hohe Wert darf für das deutsche Reich nicht verloren gehen. Über die Verwertung müssen Sie mit mir noch einmal sprechen, dann vom Reichswirtschaftsminister sich die notwendigen Genehmigungen geben lassen. Insgesamt müssen wir dafür sorgen, daß diese Maschinen so rasch wie möglich wieder in die Produktion eingereiht werden. Vermieden muß auf jeden Fall werden, daß sie Wochen und Monate lang in den Ghettos herumstehen. ZKUNV, 970z/Nr 39. H. Himmler 320.#. Dezember 1942, Berlin.-— Fernschreiben des Chefs des SS-WVHA, Pohl, an RF SS Himmler mit der Bitte um Genehmigung der Überweisung von Maschinen und Rohstoffen aus dem Warschauer Getto an SS-Betriebe. Ich habe heute mit SS-Gruppenführer Krüger wegen Maschinen und Mate- rialien in den Judenghettos folgende Regelung vereinbart: morgen oder über- morgen treflen bei SS-Oberführer von Sammern in Warschau drei Maschinen- kundige Führer des SS-Wirtschafts-Verwaltungs-Hauptamtes ein. SS-Ober- führer von Sammern wird mit jüdischen Hilfskräften das gesamte Ghetto durchkämmen und sämtliche vorhandenen Maschinen an verschiedenen Plätzen sammeln. Dort werden sie von meinen Fachleuten gesichtet, ob für SS-Betriebe geeignet oder nicht. Die für uns geeigneten Maschinen werden alsdann entweder sofort in unsere vorhandenen Betriebe gebracht oder für den zukünftigen Aufbau neuer Betriebe gelagert. Die nicht geeigneten Maschinen werden entweder der Rüstungsinspektion angeboten oder zur Verschrottung verkauft. Diese Aktion rollt spätestens ab 7. Dezember 1942. Ich bitte um Einver- ständnis. Pohl SS-Obergruppenführer und General ZKUNV, 970z/Nr 39. der Waffen-SS 408 Bin mit de ehettos sel sich die off der Masch ZKUNV, 9 BERNEBBILNREN A j En! 321. 5. Dezember, Feldkommandostelle.-— Fernschreiben des RF SS Himmler an den Chef des SS-WVHA, Pohl, über die Notwendigkeit, eine Genehmigung des Reichs- wirtschaftsministers zur Überführung der Maschinen in die SS-Betriebe zu erlangen. Geheim Bin mit der Regelung wegen der Maschinen und Materialien in den Juden- ehettos sehr einverstanden. Glaube lediglich, daß es notwendig ist, daß Sie sich die offizielle Genehmigung des Reichswirtschaftsministers zur Überführung der Maschinen in unsere Betriebe schriftlich einholen. ZKUNV, 970z/Nr 39. H. Himmler 409 Sarmergermang ee N NIBODAREREBOCHTAHRESHOGNETTTNGHERRER tt 17 322. Von Sammerns Schreiben zur Überweisung jüdischen Eigentums an die SS- und Polizeibehörden. , 7 DER#-UND POLIZEI-FÜHRER WARSCHAU.den+ZNovender 1942 IM DISTRIKT WARSCHAU Palais Brühl iR”# Aus: TA 32.12.03 zu. SIID /R2 Betr.: Judenumsiedlung- Ausfolgung von Möbelstücken aus den jüd. Wohnbezirk [u nn Bezug 22 Ber Krei:.npimann Anl.: 1 Vorgang® des Kran:- 14 AuV 1942 i An den Bei| Kreishauptmann des Kreises Warschau- Brn% Warschau 6. August-Straße 34 Anbei übermittle ich Ihnen einen mir auf nicht mehr feststellbarem CR) iege zugegaı Vorgang betr. Ausfolgung von Möbelstücken aus dem jJüd. Wohnbezirk. - Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß die gesamte Erfassung und Ver- wertung des jüdischen Veruögens mir vom Reichsführer-j} als dem Be- auftragten zur Festigung deutschen Volkstuns übertragen wurde. Ich bitte Sie daher, zu veranlassen, daß Anforderungen von Möbel- stücken nur auf dem Dienstwege, von Ihnen als Kreishauptuann abge- zeichnet, meiner Dienststelle zugeleitet werden. In übrigen mache ich darauf aufmerksam, daß die Verwertung zunächst nur zugunsten von Dienststellen und Volksdeutscahen durchgeführt wird. Ein persönlicher 6e Erwerb ist auf alle Fälle ausgeschlossen. h e, di zur Kenntnis zu men. Ich bitte, jes zur Kenntnis zu neamen Der i1- und Polizeiführer im Distrug/Marschau BH, iu 323. 15. Dezember 1942, Feldkommandostelle.-— Anordnung von RF SS Himmler als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums über die Verwertung des unbeweglichen Vermögens, welches nach der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung zurückgeblieben ist. Geheim Allgemeine Anordnung Nr. 18/C des Reichsführers-SS und Chefs der Deutschen Polizei, Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums über die Behandlung jüdischen Vermögens im Generalgouvernement. Auf Grund des Erlasses des Führers und Reichskanzlers über die Festigung deutschen Volkstums vom 7. 10. 1939 und auf Grund der Befugnisse, die mir als Chef der Deutschen Polizei zustehen, ordne ıch an: l. Das gesamte unbewegliche Vermögen der Juden im Generalgouvernement ist mit soforticer Wirkung zur Verwertung für Zwecke der Festigung deutschen Volkstums(insbesondere zum Ansatz von Umsiedlern und anderen bevorrechtieten Bewerbern) zur Verfügung zu stellen.! Die Verwertung erfolgt ausschließlich durch den Höheren SS- und Polizei- führer im Generalgouvernement, Staatssekretär für das Sicherheitswesen als meinen Vertreter in meiner Eigenschaft als Reichskommissar für die Festieung deutschen Volkstums und zwar für Rechnung und zu Gunsten des Generalgouvernements. 9. Die bisher zur Verwaltung berufenen Stellen und Personen haben die Ver- waltung unter der Aufsicht und nach den Weisungen meines Vertreters weiterzuführen, soweit dieser nicht im Einzelfall etwas anderes bestimmt. (@) Das unbewegliche Vermögen im Sinne der Ziffer| umfaßt städtischen und ländlichen Haus- und Grundbesitz jeder Art sowie stehende Gewerbe- betriebe mit allen dazugehörigen Einrichtungen, Vorräten, Zubehör, Beteiligungen, Rechten und Interessen aller Art. 4, Mein Vertreter im Generalgouvernement ist berechtigt, alle zur Durch- führung dieser Aufgabe nötigen Maßnahmen und Anordnungen zu treffen, Nürnb. Dok. NO-1943. H. Himmler ! Ursprünglich be absichtigten die administrativen Behörden des Generalgouvernements, sich des gesamten unbeweglichen Vermögens, das nach der Vernichtung der Juden im Gene- raleouvernement zurückgeblieben war, zu bemächtigen. Auf diesem Vermögen basierend, beabsichtigten die Behörden, eine Grundstücksgesellschaft zur Verwaltung und Übernahme jüdischer Immobilien mit Filialen in allen Distrikten zu bilden.(AWI, Dok. I-10, S. 9: Bericht von Hummel, Chef des Amtes des Gouverneurs im Distrikt Warschau, März 1942.) Hayttsitsttn joy Reran IHEEHLOUHRS EHE... IILHITTTHTRTITE 324. 15. Januar 1943, Feldkommandostelle.- Himmlers Schreiben an den Höheren SS- und Polizeiführer im Generalgouvernement, Krüger, und an den Leiter des SS- Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes, Pohl, über die Notwendigkeit einer Vereinbarung mit dem Reichswirtschaftsminister Funk betreffs des jüdischen Besitz- tums, das im Warschauer Getto nach der Aussiedlung der jüdischen Bevölkerung zurückgeblieben ıst. Geheim Ich habe mir bei meinem Besuch in Warschau auch die Lagerhäuser mit dem von den Juden bzw. bei der Judenauswanderung übernommenen Material und den Gütern angesehen. SS-Obergruppenführer Pohl bitte ich erneut für alle einzelnen Kategorien schriftliche Abmachung mit dem Wirtschaftsminister zu pflegen, sei es, ob es sich um Uhrgläser handelt, die dort zu Hunderttausenden liegen— vielleicht sogar zu Millionen, die praktischerweise wohl den deutschen Uhrengeschäften zugewiesen werden könnten, oder ob es sich um Drehbänke handelt, die wir für unsere Werkstätten brauchen, die wir uns entweder legal vom Wirtschafts- minister geben lassen oder von ihm kaufen können. Oder ob es sich um Nähmaschinen handelt, für die dasselbe gilt, oder um Gebrauchspelze oder vornehme Damenpelze. Ich glaube insgesamt, wir können nicht genau genug sein. Es fiel mir außerdem auf, daß keine richtigen Verwaltungsführer abgestellt waren. SS-Obergruppenführer Pohl hat die höheren SS- und Polizeiführer zu seinen Beauftragten gemacht und unter ihnen die SS- und Polizeiführer. Ich persönlich glaube nicht, daß der einzelne höhere SS- und Polizeiführer und SS-Polizeiführer allein mit diesen Dingen fertig werden kann. Ich wünsche, daß bei allen Meldungen und bei allen Abgaben an die Volks- deutsche Mittelstelle sowohl der beauftragte Kommandeur als auch ein be- auftragter Verwaltungsführer unterzeichnen. In Warschau half ein sehr netter und einen ausgezeichneten Eindruck machen- der Verwaltungsführer von der Kav.-Brigade bei der Ordnung der Dinge.! Er war aber in keiner Weise rechtmäßig eingesetzt, sondern SS-Oberführer von Sammern hatte ihn sehr vernünftig zur Hilfe mit herangeholt. Ich bitte SS-Obergruppenführer Pohl diese Dinge bis ins Letzte zu klären und zu ordnen, denn die größte Genauigkeit jetzt erspart uns viel Ärger später. Himmler SS-Obergruppenführer Wolff? zur Kenntnis. Nürnb. Dok. NO-1254. ı Dieser Verwaltungsführer, der einen so guten Eindruck auf Himmler gemacht hatte, war wahrscheinlich Franz Konrad, Leiter der Werterfassung im Warschauer Getto. 2 Chef des Persönlichen Stabes des Reichsführers-SS. 412 Bericht über die aussiedlui Aus der a Lublin a sehen. Ei Lumpen bare Altl der geste vollen U Ganz bes die daue weılig zu Besonder portsperı Volksdei samtliefe Volksdei großen] die Vom Die Ges engster eriolgen, verkehrs Wageon zu besch ZKU NVD "Dem B diese Sa Ämter ı An das Wäsche Altmat Wäsch. Landd; An die Wesen Betrie} * Volksd 325. 6. Februar 1943, Berlin.- Pohls Bericht! an Himmler über die Verwertung der nach der Vernichtung der Juden zurückgebliebenen Kleidung(825 Waggons). Bericht Geheim über die bisherige Verwertung von Textil-Altmaterial aus der Juden- aussiedlung. Aus der anliegenden Aufstellung ist die bisher aus den Lagern Auschwitz und Lublin abgefahrene Menge an Altmaterial aus der Judenumsiedlung zu er- sehen. Es muß hierbei besonders berücksichtigt werden, daß der Anfall an Lumpen ein sehr hoher ist. Hierdurch vermindert sich natürlich die verwert- bare Altbekleidung, insbesondere an Männer-Garnituren. Eine Befriedigung der gestellten Anforderungen an Männer-Garnituren konnte daher nicht im vollen Umfange erfolgen. Ganz besondere Schwierigkeiten machte der Abtransport mit der Bahn. Durch die dauernd einsetzenden Transportsperren stockte die Abfuhr, sodaß es zeit- weilig zu Anhäufungen in den einzelnen Lagern kam. Besonders bemerkbar machte sich die seit Dezember 1942 bestehende Trans- portsperre nach der Ukraine, welche verhinderte, daß die für die dortigen Volksdeutschen bestimmte Altbekleidung geliefert werden konnte. Die Ge- samtlieferung für die Volksdeutschen in der Ukraine wurde daher von der Volksdeutschen Mittelstelle nach Litzmannstadt geleitet und dort in einem großen Lager untergebracht. Sofort bei Lockerung der Transportlage wird die Vomi? die Verteilung durchführen. Die Gestellung der in großer Anzahl benötigten Waggons konnte bisher in engster Zusammenarbeit mit dem Reichswirtschaftsministerium durch dieses erfolgen. Auch in Zukunft wird das RWM bemüht bleiben, beim Reichs- verkehrsministerium unter Hinweis auf die schlechte textile Rohstofflage Waggons für die Abfuhr von Altmaterial aus dem Generalgouvernement zu beschaffen. Pohl SS-Obergruppenführer ZKUNV, Dec. 410/PS und General der Waflen-SS 1 Dem Bericht ist eine Aufstellung der in den 825 Waggons enthaltenen Sachen beigefügt; diese Sachen wurden durch die KZ-Lager Auschwitz und Lublin(Majdanek) an die folgenden Ämter und Betriebe abgeliefert: An das Reichswirtschaftsministerium Wäsche, 400 Waggons Lumpen, 130 Waggons Bettfedern, 3000 kg Frauenhaare, 5 Waggons Altmaterial), an die Volksdeutsche Mittelstelle(211 Waggons Kleidung, Schuhe und Wäsche für Männer, Frauen und Kinder), an die Kommandantur der Reichsjugendführung Landdienst, an das Unternehmen Todt in Riga, an den Generalinspektor des Führers für das Kraftfahr- (34 Waggons Männer- und Frauenkleidung sowie „Heinrich“, an die I. G. Farbenindustrie in Auschwitz, an die Organisation R wesen und an verschiedene KZ-Lager. An die letzteren 6 Organisationen, Ämter und .. Ir Betriebe wurden insgesamt 44 Wagg 2 Volksdeutsche Mittelstelle. ons Sachen abgeliefert. 413 ERTERLERLIT PLZ EREIZERER 326. KZ-Lager Auschwitz-Birkenau. Bettwäsche der vergasten Opfer. 414 397. Die G 327. Die Gettoverwaltung braucht eine Kugelmühle! m a h. lan ANNOVEB, oın 4, Februar 1943 ADOLF-HITLE u"ae DRESDNER BANK FILIALE hrs ei ELEGRAMM-AORf urkseaan S IN 4 ® FERNSPREC ENT MEITEN hoch fie SEKRETARIAT\ 2.Han.v.Herrn Reg.Kkat Ar 8-08/$-Sturmbannführer Dr. Bragfisch Aniape Fa oder Vertreter im änt r A n% e)-t 7 Br Li zgannstadt/Wafthegau Abd 4 un hm Y£ Betrifft: Zession Schriever&€o., snnover, über RI 7,560,—. iben vom 7, Dezember v.Js,, mit dem Sie uns mitteilten, das Imühle der Kommandantur des Eonzentrationslagers in Auschwitz übersandt wurde, Wis wir nunmehr von dem Kommandeur äer Sicherheitepolizei und des SD für den Distrikt Lublin, Lublin, hören, ist die bliaschine wieder an Sie zurück- gegeben. Wir richten daher die Bitte un Sie, uns möglichst umgehend Wir kommen zurück auf die Ordnungsmässigkeit obiger Zession bestätigen und uns gleich- zeitig mitzuteilen, wann wir mit dem kir ın uns nen von der fir Schriever “ Betrages reolınen können, Da wir die Abtret ®& Co, als Kreditsicherheit hereingenommsen haben, wären wir Ihnen für eine möglichst postwendende Erledigung Verbunden, RE. 7.550.-- bez. am 13.2.43 DRSSDNRK\ 7 L L fl v BE , Used e nm Ar daher Ars Mu: c» Le+! AF mit Überw. Nr. 246659 415 tixztere FORTE so Den rel EHEELETESTETEREN BE EREAREFEREITE 328. 16. April 1943, Warschau(Warszawa).— Ein vom SS- und Polizeiführer im Distrikt Warschau, von Sammern, an die Kreishauptleute dieses Distrikts gerichtetes Schreiben, in dem ihnen mitgeteilt wird, daß alle das jüdische Vermögen betreffende Angelegenheiten mit ihm zu vereinbaren seien. Geheim. In der Anlage wird Ihnen Durchschlag einer Niederschrift über die für den Distrikt Warschau bindende Vereinbarung betr. Verwaltung und Verwertung jüdischen Vermögens zugestellt. Diese Vereinbarung bezieht sich sowohl auf unbewegliche wie auch auf bewegliche Sachwerte. Sie entnehmen daraus, daß auf Grund der zwischen dem Staatssekretär für das Sicherheitswesen, SS- Obergruppenführer und General der Polizei Krüger, und dem Staatssekretär der Regierung, Herrn Dr. Bühler, getroffenen Stopverordnung jedwede be- absichtigte Verwertung jüdischer Immobilien mir als dem Beauftragten des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums anzuzeigen ist und nur in meinem Benehmen eine Verwertung durchgeführt werden kann. Hin- sichtlich jüdischer Mobilien aller Art, also auch solcher, die außerhalb der ehemaligen jüdischen Wohnbezirke festgestellt werden, bin ich allein zuständig und sind mir auch in dieser Hinsicht alle geplanten Verwertungen zur Genehmigung vorzulegen. Ich verweise diesbezüglich ganz besonders auf mein Rundschreiben vom 13.3. 43 lebe Nee347j23sech,— von Sammern AJHI, Kr W-L. SS-Oberführer 416 329. Das geraubte jüdische Vermögen wird der Ostindustrie(SS-Unternehmen) zugeführt. OSTINDUSTRIE re ie G.meNn.< anNRUr: 1940-4ie®. j HAUPTVERWALTUNG LUBLIN= er u us de/Schu. Firna 16.8,: JuljanKudasiewicz, Arakanu —__ “. Emausstr.4l .eng 17 h\ Judisches Vermögen. Die ii-und Folizeiführer Lublin und'arschau haben die Ustindustrie GmbH, mit der Verwertung des beweglichen ehemals"jüdischen Vermögens beauftragt, ur“urchiührung‘dieses Auftrages erbitten wir von ihnen bis zum 15. 9. 1943 sige Angaben, Iche folgende Frare beantwortens 3 ehemal ntum stammenden Vermö 3 ewanren und zwars a.) us i A I.) e un rute, x c.) Sonstise®i entungsgegenstände, auch Wohnungs- einricht en, 5 d.) Fahrzeuge, Fuhrwerke, LKWs, PKWs, Fa ırräder, e.)+ferde und sonstiges lebendes Inventar, f.) Koh-,!lilfs- und Betriebsstoffe, .) Bareelı 6»ertpapiere, «) Forderungen von vuden an+hre Firma oder dritte \ Pe nen, lie>2ie einrezo oder verrechnet haben, .) bon roR & nc i er te, an ce 2 cigen W7- und Pol I P ihrenie Ge ın Für ie de. 1äfltig\[ 1 1> ra Past it, + I liche Juden, Ä BL, rv liche“uden. d Pr m 417 27 Getto ODUNEBEHUNHN NOGGKRRRN ILILFIIEHESKO NETTE Rittae. A AHTLATOHEOITT PER ERHREER SERIE 1 STETTTITTTITETT IT ITTTTTTTETTTTTTTT IN- 92. In der von Ihnen bis zum 15. 9. 1943 einzureichenden listenmässigen Aufstellung sind sämtliche von Ihnen übernommenen und noch micht bezahlten, aus jüdischen Besitz stammenden, Verközensteile getrennt nach den Punkten a- k aufzuführen.#usserdem bitien wir, in dieser listenmässigen-ufstellung bereits von sich aus Wertal als ürundlage für die 5ewertung des von Janen übernomrenen jüdischen Vesmögens ZU. Lachen. Dabei sind als#erte die im Zeitpunkt der ‚Übernahme der einzelnen Vermögensgegsasbände aus jüdischem Besitz massgebenden-„erte einzusetzen. -Die“ichtigkeit der von Ian n hierher einzu- gen Aufstellung reichenden listenmäs ist nach bestem Wissen und Gewissen von dem oder den gesetzlichen Ver- tretern Ihrer Firna zu versichern. je Ustincustriei Gmbil, behält sich vor, diese nseben durch einen altsprüfer oder einen beauftrasten Früfeır mit eine nm Wehr- #irtschaftsprüfer oder des Finanzinspekteurs 4 überneü-, überprülen. eil Hitler Uskindustrie Ümt Generalle Polizei) Der(end SS- und P in Worte: Erlös aus Obigen Be ATHL,\ 31. Die 330. 30. Juli 1943, Radom. Eine von Verwaltungsführer Kroschel ausgestellte Bescheinigung über eingezahlte Geldbeträge, welche aus verkauftem jüdischem Besitztum erzielt wurden. Bescheinigung Der Gendarmeriezug Busko hat am heutigen Tage bei der Dienststelle des SS- und Polizeiführers den Betrag von 27.618,20 Zloty in Worten siebenundzwanzigtausend sechshundertachtzehn ZI. 20/100 als Erlös aus verkauften jüdischen Eigentum eingezahlt. Obisen Betrag entgegengenommen. AJHI, Varia III, SS- und Polizeiführer Radom. I. A. Kroschel 331. Die aus dem Verkauf von jüdischem Vermögen erzielten Beträge wurden den SS- und Polizeiführern gutgeschrieben. Der 44-und Polizeiführer Radom, dan ‚20 Augmat I943e im Disirikt Redom S Von dem Gendarnorioposten MMalobrsegi wurdo houto der Erlös aus den Verkauf jläischer Nachlaßeachen in Binlobrzegl an die Dienststolle des J3-und Polizeiführers in Mestrikt Radon, Konto Denchaffung abgeliefert. Der Betrug von ! zlotys 20.335.- MUSEEN SERTETFTITENEE (Zuanzigtausendäreiumdertfünfundäroiseig) wird unter Vorbehalt der Richtigkeit angenommen. Vberbringert 4 AU 37 419 332. 23. November 1943, Skarzysko-Kamienna.— Schreiben des Werkschutzleiters in dem Betrieb„Hugo Schneider A. G.‘‘(HASAG)! an den SS- und Polizeiführer in Radom betreffs Überweisung von Geld und einer Uhr, die den Juden, Insassen des dort befindlichen Arbeitslagers, geraubt worden waren. Betr.: Beschlagnahme von Juden-Geldern u. 1 Damenuhr. Bei Visitationen durch den Werkschutz wurden 470.-—- Zloty und eine Damen- uhr sichergestellt. Das Geld wird auf Ihr Konto ‚Beschaffung‘ der Emissionsbank in Radom überwiesen, während die Uhr dem Kommandeur der SIPO u. des SD Radom gelegentlich übergeben wird. AJHI, Varia III, SS- und Polizeiführer Radom. 1 Der deutsche Konzern„Hugo Schneider A. G.‘(aus Leipzig) hat die in Polen bis zum Aus- bruch des zweiten Weltkriegs in Skarzysko-Kamienna tätigen Rüstungswerke übernommen und daraus seine Filialen gemacht, wobei ihm auch jüdische Zwangsarbeiter als Arbeits- kraft dienten. 333. Das letzte Geld, der letzte Schmuck wurde den jüdischen Zwangsarbeitern geraubt. WERKSCHUTZ| Skarzysko-Kamienna, dan 30. Hovenber 1943 HUGO HNEIDER WERNER N Ban AKTIE SCHAFT’ An den£ POLIZEIFUMRER| Skarzy emienna 53- und Follzeiführer Distrikt Riem| Elsen- und Matrdwerin 038 u, j . in Radom y: 1} VE. ER GG.-BNr. 01448/0001 0,002 At ı|! ?0,'Se.?gb.1r.2540/43: ana| Au 1... Betx.; Judengelder., i Y r Bei einer Kontrolle der Juden warden 805. Zloty, sowie#7 Fingerring und ein Anhängsel abgenommen. Der Geläbetrag wurde heute auf Ihr Konto"Beschallung" da pint x Mir 23.9 Berkschutslsiter, 334, Das I 35.5. 70 Rein} der U Vorläufie 15. Deze Dem( TO In der Z, und Sach Barbestä, an Reich an Reic h an SS-W; Darlehen Einnahm 334. Das Lager HASAG in Tsschenstochau(Czestochowa). . uw 190 2- x 335. 5. Januar 1944, Triest.- Auszüge aus einem Bericht des Chefs der„Aktion | Reinhard“‘, O. Globocnik, über die Menge und den Wert des geraubten Vermögens i der vernichteten jüdischen Bevölkerung. ’ Vorläufiger Abschlußbericht der Kasse Aktion„Reinhard“ Lublin per \ 15. Dezember 1943. rau ı IV A Dem Großdeutschen Reich wurden im Zuge der Aktion ‚‚Reinhard‘“ Lublin \ in der Zeit 1942 bis einschließlich 15. Dezember 1943 nachstehende Geld- .- und Sachwerte zugeführt: Y Bargeld: Einnahmen j Barbestände RM 17.470. 796,66 an Reichsbank Berlin RM-Noten u. Hartgeld a8 3.979. 523,50 | an Reichsbank Berlin Zloty-Noten u. Hartgeld n 5.000.461,00 an SS-Wirtschafter, Krakau 50a Darlehen für SS-Wirtschaftsbetriebe a 8.218.878,35 656. 062,40 85.741.903,28 Einnahmen aus Titel 21/E> 42] Ausgaben Persönliche Gebührnisse, Titel 21/7a RM 96.207,28 Sachausgabe(davon ca. 40), für J-Transporte Titel 21/7b) w. 11.7106529972602 Falschgeld(Zlotynoten) se 28.062,64 Zusammenstellung: Einnahmen RM 85. 741.903,28 119859582 2P5% Ausgaben RM 11.889.822,54 Reineinnahme 13.392080 RM 85. 741.903,28 RM 85.714.903,28 Edelmetalle: 936 Stück Goldbarren— 2.909,68 kg a RM.2.800,—— RM 8.147.104,— 2143 Stück Silberbarren= 18.733,69kga RM 40,—, 749.347,60 Platin 15,44 kg a RM 5.000,—, 77.200,— Son RM 8.973.651,60 Spinnstoffe: 1901 Waggons mit Bekleidung, Wäsche, Bettfedern und Lumpen im Durchschnittswert von RM 26.000. 000,— Lagerbestände im Durchschnittswert von 20920002000 RM 46.000. 000,-— Gesamtzusammenstellung: Abgelieferte Geldmittel ZL- und RM-Noten RM 73.852.080,74 Edelmetalle RITTER Devisen in Noten„. 4.521222,6 Devisen in gemüntztem Gold 5 1. 736. 554,12 Juwelen und sonstige Werte%3.602KAS 0, Spinnstoffe„ 46.000. 000,-— RM 178. 745.960,59 Rzepa Wippern SS-Oberscharführer SS-Sturmbannführer und Kassenleiter und Leiter der Verwaltung Globocnik lassen worden. 422 Nürnb. Dok. NO-057 1 Die Aufstellung der nach der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im GG an Ort und Stelle gebliebenen und von den Nazis angeeigneten Devisen und Kostbarkeiten ist ausge- 336. Eine Aufstellung von Brillanten, die den Juden geraubt wurden. Gettoverwaltung Beiricbd-Nr. 81 Arbeits-Reilort.. N a ee Rieferfchein Nr.ıco Reparsturwerkstätten Warenverwertung an das Amt-Moltkestı“137 Firma Cißmannftadt, den 6. Februar gt für Yuftraageber Gemäß Jhren Auftrag ir! von Oriainafanftras u empiangen Sie anbei Etüd Artitel Größe Nummer yarbe bertrag Kar. 58,32 Brillantetein" 0,16 käpig,rissigk 6216 9 x 0,20 gelb,riesi& 6277 0,05 Neck r 6277 KHrrpBPAUFnNNAPHOKUUH = = oO Pr N » = a [o) 2. ERS "“ ‚83” 4) e'" ‚37| spe '" ‚12 b n, 8 " w 0,0° is2, yi 6 " 1,0:'} s* 190 e 3“' 1.7 2 ; ‚25"' A 2”” 1,68 R ar 1),00 rl 3, n ‚ a 54 s 1,7C y18: i 1; en ‚ac 1' h} Y ı 4 4 7 r. ri i 4.“ Br} r ei‘ t s 6 S ] N 107 «‘ r£ 4 L£ J< Y)26 ein n% y, N in Pi 1X" i Ä%| 63> 2’ x = ‚ 0,72 n i 54147 z a 0,16£ ann 3 - E 0,6: v 421- 1 n 0,53 weis: 64 200 N 6.090*] Pr 64307 ’’| n = 0% 4 ] 0,36 L L 7„03 n, 1’ a’ ; Ar hr r r. ck, >"® it 1„sc z“rn = 0.7 L 1 e 37" ohle 2} . 7 Pr% k,ri Pr 7 ‚56 a, e a' Pe 4 423 RE BEER, = engesprensnesur were za u N EHER EEE AZLEEZIERELHEGIGLEHIEE 337. 9. Februar 1944, Berlin.- Schreiben von O. Pohl, dem Chef des SS-WVHA, an Gluecks, den Chef der Amtsgruppe D(KZ-Lager) in Oranienburg, über Wertsachen, die ehemals Juden gehörten. Geheim Betr.: Ablieferung von Werten aus der Aktion Reinh. durch SS-Bekleidungswerk-Betrieb— Oranienburg. Die bei Zertrennarbeiten bei der Altsachenverwertung des Bekleidungswerkes der Waffen-SS in Oranienburg aufgefundenen Werte an deutschen Zahlungs- mitteln, Devisen und Schmuckstücken aus Edelmetallen sind wie folgt zur Ablieferung zu bringen: Die Werte sind unter Beifügung einer Zusammen- stellung in sechsfacher Ausfertigung in plombierten Behältern vom Betrieb Oranienburg an das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt, Amtsgruppe D- Chef der Verwaltung, abzuliefern. Die 5. und 6. Exemplare der Aufstellung werden als Empfangsbescheinigungen der beteiligten Dienststellen verwendet. Die Exemplare 1-4 müssen vollkommen neutral sein, da sie zur Weitergabe an die Reichshauptbank Verwendung finden. Aus der Sendung darf die Herkunft nicht ersichtlich sein. Die Werte müssen sich in einem Zustand befinden, die die Ablieferung an die Reichshauptbank gestatten. Die Amtsgruppe D führt nach Bedarf monatlich 1-2 mal Ablieferung an das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt, Berlin Lichterfelde-West, Unter den Eichen 129, Zimmer 32, durch. Aufgefundene, wertlose Gegenstände sind zu vernichten, bzw. der Altmaterial- verwertungsstelle zuzuführen. Beabsichtigte Ablieferungen an das SS-Wirt- schafts-Verwaltungshauptamt sind telefonisch unter 765261 Apparat 07, einen Tag vorher anzumelden. ZKUNV, 238/z, Pohl 338. 19. April 1944, Berlin.— Aus dem Bericht von Kammler, SS-Gruppenführer und Chef der Gruppe C im SS-WVHA, an Himmler über die geleistete Arbeit beim Abbau des ehemaligen Warschauer Gettos und die Menge der von dort heraus- gefahrenen Materialien. . 1.) Geleistete Arbeiten: Insgesamt sind 12 Mill. cbm Umbautenraum abzubrechen. Davon sind bisher 6730000 cbm abgebrochen und gesprengt. Aus diesem Abbruch wurden bisher an Material abgeliefert: 22,5 Mill. Mauersteine 3,006 to Eisenschrott, teils gelagert, teils sofort der Verhüttung zugeführt. 645 to Nutzeisen gelagert. 76to Kupfer, Messing u. Bleischrott. 2.) Eingesetzte Arbeitskräfte: 65 Reichsdeutsche 2430 Polen 2180 Häftlinge 4675 3.) Bisher durch die eingesetzten Firmen angeliefertes Gerät: 3.) 6.) 13 Bagger, eingesetzt 7, Rest in Montage. 22 Loks 420 Kipploren 28,7 km Gleise davon verlegt 16,5 km, noch zu verlegen 12,2 km. Durch die schlechte Waggongestellung fehlen den einzelnen Firmen noch immer Teile ihres Großgerätes, so daß dieses immer noch nicht voll eingesetzt werden kann. Abfuhr des gesprengten Materials: 52000 cbm Schutt auf Halde und 8000 cbm Schutt durch Straßenbahn und Ostbahn abgefahren. Da z. Zt. durch Sperre des Lagers Häftlinge zum Beladen der Straßen- bahnen nicht gestellt werden können, mußte die Schuttabfuhr durch die Straßenbahnen vorübergehend eingestellt werden. Ebenso wurde die Abfuhr der Schuttmassen durch die Ostbahn eingestellt, da augen- blicklich umfangreiche Umbau- bzw. Erweiterungsarbeiten an den Anschlußgleisen vorgenommen werden. Der Abtransport der Schutt- massen nach der Kippe mit 3 Bahnen ist weiter ausgebaut worden. Die Tagesleistung beträgt z. Zt. 1100 cbm Schuttmassen. Bau des KL’s. Bauabschnitt I. ist zu 98%), fertiggestellt. Bauabschnitt II. ist zu 75° fertiggestellt. Auf Durchführung des Bauabschnittes III wurde bereits, wie im letzten Bericht schon dargelegt, verzichtet. Termin: Der Termin zum d.h. das Sprengen der Häuser, eingehalten werden können. Der 1.8.44 wird im Bezug auf den Gesamtabbruch, Abtransport der Schuttmassen wird, wie im letzten Bericht schon nicht restlos möglich sein. Ein Teil der anfallenden Massen dargelegt, Ort und Stelle einplaniert u. soweit als möglich mit wird daher an Asche und Fäkalien überworfen und angesät. Durch die noch be- 495 ELLE 2; u # EEE LELE EEE u Berne stehende Quarantäne im Lager können nicht genügend Häftlinge als Arbeitskräfte eingesetzt werden. Dieser Mangel wird z. Zt. durch erhöhten Einsatz von polnischen Arbeitskräften überbrückt. Kammler SS-Gruppenführer und Generalleutnant ZKUNV, 970/z/30. der Waflen-SS 339. 4. Juli 1944, Berlin.— Rundschreiben von Pohl, Chef des SS-WVHA, an SS- und Polizeidienststellen über die Verwaltung jüdischer Vermögenswerte. Geheim Betr.: Verwaltung jüdischer Vermögenswerte. il. (&,) Zur Beseitigung von Zweifeln gebe ich nachstehend die Dienststellen be- kannt, die für die Verwaltung beweglichen und unbeweglichen jüdischen Vermögens allein zuständig sind: 1) Im Reichsgebiet: Die Oberfinanzpräsidenten. 2) In den besetzten Gebieten: Die Dienststellen des Reichskommissars bzw. Wehrmachtsbefehlshaber. 3) Im General-Gouvernement: Die Regierung des Generalgouvernements. 4) In Böhmen-Mähren: Der Deutsche Staatsminister für Böhmen-Mähren. Soweit SS-Dienststellen in den Besitz jüdischen Vermögens gekommen sind, haben sie es an die eben angeführten Dienststellen abzuliefern. Für Werte, die in Konzentrationslagern anfallen, gilt Abs. 4 dieser Verfügung. In Sonderfällen ist dem Chef des SS-W.V.H.A. zu berichten. Grundsätzlich ist daran festzuhalten, daß das gesamte jüdische Vermögen in das Eigen- tum des Reiches zu überführen ist. Werte, die in Sammellagern des SD von Verstorbenen anfallen und die aus Geheimhaltungssründen nicht an die oben bezeichneten Stellen ab- geliefert werden können, sind an das Reichssicherheitshauptamt abzu- liefern. Dieses liefert nach Sichtung und Prüfung durch das kriminaltechnische Institut, chemische Abteilung, an die Reichshauptkasse-Beutestelle ab. Das in Absatz 4 der Verfügung vom 9. 12.43 angeordnete Verfahren gilt nur noch für Werte, die in Dienststellen der Waflen-SS(Konzentrations- lager) anfallen. Die aus der Verwertung dieser Gegenstände anfallenden Einnahmen sind von den zuständigen Kassen der Waffen-SS bei Kap. 21 E in Einnahme zu buchen, soweit nicht die direkte Ablieferung an die Reichshauptkasse erfolgt. 426 All Wertgeo« Wertung Geldsorte Abt. Edel Stände a Abteilun: In einer, Vierjahre ardeitun: WENN AEMRORHIEHOERH N GURHRL ARIRREUSBUNNAHDRIANAÄDSNIHHGS Q 6. Aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung entfällt die im Absatz 3 der Verfügung vom 9. 12. 43 angeordnete Weiterleitung von Geldbeträgen an umlauffähigem Geld. Diese Einnahmen sind den Einnahmen des Reichs bei Kap. 21 E unter Angabe der Herkunft und Beifügung der Unterlagen zuzuführen. Soweit beizufügende Unterlagen geheim sind, ist in der Finnahmeanwei- sung auf das Geh. Teb. hinzuweisen. ZKUNV, Dc. 111/PS 6 Pohl 340. 16. November 1944, Berlin.— Schreiben von Patzer(Reichsfinanzministerium) an Cossel über die Verwertung des nach der Vernichtung der Juden zurückgebliebenen Vermögens. Ich habe bei der Reichshauptkasse neuerdings festgestellt, daß bei ihr Wert- gevenstände mit der Herkunftsbezeichnung ‚Warschau‘ nicht eingeliefert geg worden sind. Es ist nach einem mir inzwischen bekannt gewordenen Schreiben des Chefs des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes vom 24. Juli 1944 (A 11-3 Reinh./Ma/Ro. Geh. Tgb-Nr 66) auch mit dem Eingang solcher Wertgegenstände bei der Reichshauptkasse nicht zu rechnen, weil deren Ver- wertune in der folgenden Weise vor sich geht: Geldsorten aller Art sowie Wertpapiere werden durch die Reichshauptbank, Abt. Edelmetalle- Bankrat Thoms bearbeitet. Schmuck- und Gebrauchsgegen- stände aus Edelmetallen werden durch die Städtische Pfandleihanstalt, Abteilung 3, Zentralstelle, Berlin N 4,- Amtsrat Wieser— verwertet. In einer am 24, 7. 44 durchgeführten Besprechung beim Beauftragten für den Vierjahresplan wurde| bereinstimmung über die weitere beschleunigte Be- arbeitung der angefallenen Werte erzielt. Die Erlöse werden an die Reichshauptkasse zugunsten Reichsfinanzministe- rium, Sonderkonto ‚Max Heiliger‘ überwiesen. Die auf dem Verwahrkonto ‚‚Max Heiliger“ bei der Reichshauptkasse stehen- den Gelder werden von Zeit durch das Referat Mädel deı Abteilung VIII (früher Abt. VI) haushaltmäßig abgewickelt. Die Beträge werden nach dem Einzelplan XVII Kap. 7 Tit. 3 Abschnitt umgebucht. Patzer AJHI, Varia II, Nr 16 SNHHDRINTHNEHINN) ANAULLIDE HET EHE HELESLONAAMESTRLALERBAAALLLHTETE FIETTERITITAG I IP HLATHTHTAIMIESTITLTAJAESSRILAILTENLLITETITOTELLISLLIRSEIIERSLATSIEIILIAARENUALLILIR EITILITIIIN TEIL TTETITELEN 341. November 1946, Krakau(Kraköw).— Aus der Aussage! des Kommandanten des Konzentrationslagers in Auschwitz, R. Höss, über den Raub und die Verwertung des Vermögens der jüdischen Bevölkerung, die in Auschwitz ermordet wurde. Aktion Reinhard war die Deckbezeichnung für die Erfassung, Sortierung und Verwertung aller Dinge, die durch die Judentransporte und deren Ver- nichtung anfielen... Nach Sortierung nach Abschluß größerer Aktionen wurden die Wertsachen und das Geld in Koflern gepackt mit Lastwagen nach Berlin zum WVHA gebracht, von da zur Reichsbank. Eine besondere Abteilung der Reichsbank befaßte sich nur mit diesen Sachen aus den Juden-Aktionen. Wie ich einmal von Eichmann hörte, wurden die Pretiosen und Devisen in der Schweiz verhandelt, ja, man beherrschte damit den gesamten Schweizer Pretiosenmarkt.... Während der ersten Transporte schon brachte Eichmann einen Befehl des RF-SS, wonach den Leichen die Goldzähne auszuziehen und bei den Frauen die Haare abzuschneiden seien. Diese Arbeit wurde ebenfalls von dem Sonder- kommando durchgeführt. Die Aufsicht bei der Vernichtung hatte zu der Zeit jeweils der Schutzhaftlagerführer, bzw. der Rapportführer. Kranke Personen, die man nicht in die Gasräume bringen konnte, wurden durch Genickschuß mit dem Kleinkalibergewehr getötet. Ein SS-Arzt mußte ebenfalls zugegen sein. Das Einwerfen des Gases erfolgte durch die ausgebildeten Desinfektoren - SDG-:?. Während es sich im Frühjahr 1942 noch um kleinere Aktionen handelte, verdichteten sich die Transporte während des Sommers, und wir waren ge- zwungen, noch eine weitere Vernichtungsanlage zu schaften... HP, Bd XXI, S. 160-181. ! Diese Aussage legte R. Höss im November 1946 im Krakauer Gefängnis ab. 2 Sanitätsdienstgarde. 342. 1946, Nürnberg.— Aussage von E. Puhl, dem Vizepräsidenten der Reichsbank, vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg, die die Übernahme des den ermordeten Juden geraubten Geldes, der Schmucksachen und anderer Wert- gegenstände durch die Reichsbank betraf. Ich, Emil Puhl, erkläre hiermit unter Eid: l. Ich heiße Emil Puhl. Ich wurde am 28. August 1889 zu Berlin, Deutsch- land, geboren und wurde im Jahre 1935 zum Mitglied des Direktoriums der Reichsbank und im Jahre 1939 zum Vizepräsidenten der Reichsbank ernannt. Diese Positionen hatte ich laufend bis zu Deutschlands Kapitulation inne. 2. Im Sommer des Jahres 1942 hatten der Reichsbankpräsident und Reichs- wirtschaftsminister Walther Funk eine Unterredung mit mir und später mit Herrn Friedrich Wilhelm, einem Mitglied des Reichsbankdirektoriums. Funk sagte mir, daß er eine Vereinbarung mit dem Reichsführer Himmler getroffen habe, Gold und Schmuck für die SS in Verwahrung zu nehmen. Funk gab die 228 Anweisung, daß ich die notwendigen Vereinbarungen mit Pohl treffen solle, der der Leiter der Wirtschaftsabteilung der SS war und dem die Verwaltung der ökonomischen Seite der Konzentrationslager unterstand. N 3, Ich fragte Funk nach der Herkunft des Goldes, des Schmuckes, des Geldes und der anderen Gegenstände, die von der SS eingeliefert werden sollten. Funk erwiderte, daß es sich um beschlagnahmten Besitz aus den besetzten Ostgebieten handle und daß ich keine weiteren Fragen stellen solle. Ich protestierte dagegen, daß die Reichsbank diese Werte übernehme. Funk sagte, wir sollten die notwendigen Vereinbarungen für die Übernahme der Werte treffen und die Sache absolut geheimhalten. 4. Daraufhin traf ich die nötigen Vereinbarungen für die Entgegennahme der Werte mit zuständigen Beamten, die die Kasse und die Safes unter sich hatten. und bei der nächsten Konferenz berichtete ich dem Direktorium der Reichsbank über die getroffenen Maßnahmen. Am selben Tage rief mich Pohl von der Wirtschaftsabteilung der SS telefonisch an und fragte mich, ob ich über die Angelegenheit unterrichtet sei. Ich weigerte mich, die Angelegenheit am Telephon zu bespre« hen. Daraufhin kam er zu mir und sagte, daß die SS einisen Schmuck bereit hätte, den sie der Reichsbank zur Aufbewahrung überführen wolle. Ich traf mit ihm die notwendigen Vereinbarungen für die Übergabe, und von diesem Zeitpunkt an w urden von Zeit zu Zeit Lieferungen eemacht, von August 1942 durch die folgenden Jahre. 5. Unter den Gegenständen, die von der SS deponiert wurden, befanden sich Schmuck. Uhren. Brillenrahmen, Goldfüllungen und andere Gegenstände in großer Menge, die von der SS den Juden, Konzentrationslageropfern und anderen Personen abgenommen worden waren. Dies gelangte dadurch zu Erserer Kenntnis, daß die SS-Leute versuchten, dieses Material in Bargeld umzusetzen, und hierzu mit Funks Billieung und Wissen die Hilfe des Reichs- bankpersonals in Anspruch nahmen. Außer Gold, Schmuck und anderen derartigen Gegenständen lieferte die SS auch Papiergeld, Devisen und Wert- papiere in die Reichsbank ein, die in der für solche Gegenstände üblichen legalen Weise gehandhabt wurden. Was den Schmuck und das Gold anlangte, sagte mir Funk, daß Himmler und der Reichsfinanzminister von Krosigk eine Vereinbarung getroffen hätten, nach der Gold und ähnliche Gegenstände auf Staatskonto deponiert waren, und Beträge, die durch Verkauf dieser Gegen- stände erzielt würden, deı Staatskasse gutgeschrieben würden. 6. In der Ausübung meiner Pflicht besuchte ich von Zeit zu Zeit die Safes der Reichsbank und sah, was dort aufbewahrt wurde. Auch Funk besuchte\ ers von Zeit zu Zeit in Ausübung seiner Pflichten. 7. Unter Funks Anweisung errichtete die Golddiskontbank auch einen lau- fenden Fond, der schließlich 10 bis 12 Millionen Reichsmark betrug und der der Wirtschaftsabteilung der SS zur Verfügung stand für die Finanzierung der Herstellung von Materialien in SS-geleiteten Fabriken durch Arbeitskräfte aus Konzentrationslagern. Nürnb. Dok. PS-3944 429 ESEIBERZEFSZERTRRFEESTTETTET SEHR 23 BEE BR H & i n Het VI Die Zwangsarbeit als eine Form der sklavischen Ausbeutung und der physischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung A oo LEE ENEANTEL DEEETEROOHUNRERERN gitit© 7- u f 7—— Eh un = 7 we sr PR S= er cn we PR Pe Ss Sn$== 22 Q zZ I 3= 25= S S Be 3 S FE Fe E=; 3= E= EIEETEICLLEERTECE HERE 343. 344. 345. 346. 347. 348. 349. fi RRHRRU m N HERRIHHNGE H Hi HEREIN INH HRS HHRBSSSRRRRRETHSHSHRÖR VERZEICHNIS DER DOKUMENTE 20. April 1942, Lublin.— Schreiben des Kreishauptmanns Lublin-Land, Ziegenmeyer, an das der Liegenschaftsverwaltung Lublin angehörige Gut Jakubowice Murowane übeı die zwangsmäßige Kasernierung und Bewachung der in dem Gut beschäftigten Juden. 27. April 1942, Lodsch(LödZ).\ktenvermerk des Leiters der Gettoverwaltung in Lodsch, Hans Biebow, über Zurücknahme von jüdischen Arbeitern aus einem deutschen Betrieb gemäß Himmlers Befehl, die Juden zu deportieren. Zychlin. Zwangsarbeit von Kindern. Lodsch. Dieses Kind war nach der Arbeitskarte 8 Jahre alt. 13. Maı 1942, Pulawy. Aus dem Schreiben des Kreishauptmanns in Pulawy an den Gouverneur des Distrikts Lublin über die Zahl der nach der Massendeportation deı Juden aus seinem Kreis zurückgelassenen jüdischen Arbeitskräfte. 22. Juni 1942, Krakau(Kraköw Äußerung des Leiters der Abteilung Arbeit bei der Regierung des Generalgouvernements, Frauendorfer, übeı die Notwendigkeit eineı weiteren Ausnutzung der jüdischen Arbeitskraft im Interesse der deutschen Wirtsc halt. 25. Juni 1942, Krakau(Kraköw).— Rundschreiben des Leiters der Abteilung Arbeit bei der Regierung des GG, Frauendorfer, an die Abteilungen Arbeit und die Arbeitsämter in den Distrikten mit der Verfügung, alle zu treffenden Maßnahmen bezüglich Zwangs- arbeit von Juden mit den örtlichen Polizeiführern zu vereinbaren. 350. Nach der Deportation von Greisen und Kindern ins Todeslager Kulmhof im Septembeı 1942 wurden die Arbeitswerkstätten wieder in Gang gesetzt. 351. Eine Schusterwerkstatt 352. Lodsch. Dieses Kind war laut Arbeitskarte 10 Jahre alt. 353. Lodsch. Zwangsarbeit 354. 18. September 1942, Hauptquartier. Denkschrift des Wehrkreisbefehlshabers im GG an das Oberkommando der Wehrmacht über die Notwendigkeit, vorläufig die jüdischen Arbeiter in den Rüstungsbetrieben zu belassen. 355. 9. Oktober 1942, Feldlkommando. Himmlers Befehl zur Einlieferung aller noch übrig- gebliebenen, in der Rüstungsindustrie besc häftigten Juden in Konzentrationslager in den Distrikten Warschau und Lublin, und zu ihrer allmählichen Ausschaltung aus dem \rbeitsprozeß. 356. 14. November 1942, Krakau Kraköw). Auszug aus einem Aktenvermerk vom Belfehls- haber der Orpo ım GG, General Becker, übeı die Entfernung von jüdischen Arbeits- kräften aus den ihm unterstellten Betrieben. 357. 14. Dezember 1942, Krakau(Kraköw). Rundschreiben des SS- und Polizeiführers im Distrikt Krakau, Scherner, an die Betriebsleiter über die Deportation der bei ihnen be- schäftigten jüdischen Arbeiter ın das Lager Plaszöw 358. 21. Januar 1943, Bialystok(Bialystok). Auszug aus einem Schreiben des Stadt- kommissars von Bialystok, Schwendovius, an den Oberpräsidenten von Ostpreußen, Erich Koch, betrefls Belassung der jüdischen Arbeiter in den Industriewerken von Bialystok 8 Getto 433 Dogg uud TESAUCRTSTSCHTTNRNENONDGSHTAOHHURNENANN DINHRENUNNHHNNOAUN 359. 19. Februar 1943, Bialystok(Bialystok).- Aus einer Notiz über eine beim Befehlshaber der Sicherheitspolizei stattgefundene Besprechung, die die weiteren Pläne bezüglich des Gettos in Bialystok betraf. 360. 2. Februar 1943, Warschau(Warszawa).- Schreiben des SS- und Polizeiführers im Di- strikt Warschau, von Sammern, an Himmler über die Verlagerung der Betriebe und Arbeiter aus dem Warschauer Getto in das Konzentrationslager im Distrikt Lublin. 361. 30. April 1943, Krakau(Kraköw).— Rundschreiben des SS- und Polizeiführers im Di- strikt Krakau, Scherner, an deutsche Dienststellen und Betriebe über ein neues Ver- pflegungssystem für die jüdischen Arbeiter im Lager Plaszow. 362. 31. Mai 1943, Krakau(Kraköw).— Äußerung des Höheren SS- und Polizeiführers im GG, Krüger, auf einer Regierungssitzung über die Notwendigkeit, die Juden vorläufig in deutschen Rüstungsbetrieben zu belassen. 363. Pohl an Himmler über die Errichtung eines KZ in Warschau. 364. 30. August 1943, Krakau(Kraköw).-— Rundschreiben des SS- und Polizeiführers im Distrikt Krakau, Scherner, an die Dienststellen und Betriebe, die Juden beschäftigten, über das Verbot, zukünftig jüdische Insassen des Lagers Plaszow außerhalb dieses Lagers zu beschäftigen. 365. Aus den Memoiren von Henia Woller über die Arbeitsverhältnisse im Lager Plaszow. 366. 31. August 1943, Posen(Poznan).— Schreiben der Bauabteilung bei der Stadtverwaltung in Posen an die deutsche Gettoverwaltung in Lodsch mit der Abrechnung für die Juden- arbeit nach Auflösung von Judenarbeitslagern und der Vernichtung ihrer Insassen. 367. 4. September 1943, Oranienburg.- Schreiben des Leiters der Gruppe D II im SS-WVI IA, Maurer, an Höss, Kommandant des KZ-Lagers in Auschwitz, über die dort beschäftigten jüdischen Häftlinge. 368. Eingangstor zum KZ Auschwitz. 369. Auszüge aus Natan Selechowers Memoiren über die Sklavenarbeit der Juden im RZ- Lager Majdanek und in der Zweigstelle des KZ-Lagers Auschwitz in Jawiszowice. 370. 7. September 1943, Berlin.- Aktennotiz Oswald Pohls, des Cheis des WVHA, über die Übernahme der den SS- und Polizeiführern unterstehenden jüdischen Arbeitslager im GG durch das SS-WVHA. 371. 18. März 1944, Lodsch(LödzZ).— Schreiben von Biebow an Häusler, einen höheren Beamten im Amt des Reichsstatthalters im Warthegau, über die Deportation von 1500 Juden aus dem Lodscher Getto. 372. Judenlager HASAG in Tschenstochau. 373. Arbeitskarte eines Juden aus dem Lodscher Getto mit dem Vermerk, daß er mit dem Transport Nr 67 deportiert wurde(d. h. ins Arbeitslager HASAG in Tschenstochau). 374. Auszüge aus Röza Baumingers Memoiren über die Sklavenarbeit der Juden in einem 3etrieb des Hugo Schneider A. G.-Konzerns(HASAG) in Skarzysko-Kamienna. 375. Auszüge aus Notizen von Aldo Coradello, dem ehemaligen italienischen Vizekonsul in Danzig(Gdansk), unter dem Titel„Das Konzentrationslager in Stutthof‘“, über jüdische Zwangsarbeitertrupps, die außerhalb des Lagers beschäftigt waren. Betrifft: J Unter Be: sprache n ie bei Il auf Ihren Ich mact ıBerhal Die Firn Sprach: Udischer Ich habı Herrn R lurch de Au h de ma B > re: a a 343. 20. April 1942, Lublin.— Schreiben des Kreishauptmanns Lublin-Land, Ziegen- =, es a n meyer, an das der Liegenschaftsverwaltung Lublin angehörige Gut Fakubowice Murowane über die zwangsmäßige Kasernierung und Bewachung der in dem Gut beschäftigten Juden. Betrifft: J-Ausweise für Juden. Unter Bezugnahme auf Ihr Schreiben vom 9. 4. 42 teile ich Ihnen nach Rück- sprache mit dem Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD mit, daß für die bei Ihnen beschäftigten Juden keine weiteren Ausweise nötig sind, da diese auf Ihrem Hauptgut kaserniert sind und bewacht werden. Ich mache die Liegenschaftsverwaltung dafür verantwortlich, daß Juden, die außerhalb des Wohnbezirkes bezw. ihres Arbeitsplatzes angetroffen werden, mit der Todesstrafe zu rechnen haben. AJHI, Kr L-L, Nr 6, S. 39 Kreishauptmann 344. 27. April 1942, Lodsch(Löd2).— Aktenvermerk des Leiters der Gettoverwaltung in Lodsch, Hans Biebow, über Zurücknahme von jüdischen Arbeitern aus einem deutschen Betrieb gemäß Himmlers Befehl, die Juden zu deportieren. Die Firma Vorsteher& Bunger, die in Löwenstadt 1000 Juden beschäftigte, sprach am 24. April 1942 in der Getto-Verwaltung vor und hoflte, den jüdischen Betrieb behalten zu können, solange Wehrmachtsaufträge vorliegen. Ich habe H. Bunger erklärt, daß ein Widerspruch gegen die Anordnung des Herrn Regierungspräsidenten zwecklos sei, da die Umsiedlung der Juden durch den RF SS angeordnet wäre und unumstößlich feststehe. Auch der Maschinenpark, der ehemals jüdischer Besitz war, und von der Firma Bunger zur Arbeit eingesetzt worden ist, muß, wie ich Herrn Bunger ausdrücklich sagte, der Getto-Verwaltung zugeleitet werden. AJHI, GV, 111/32, S. 427. ORANGE Moos IBORHARRTOOHNNAAT iur Q DS BS; RS = Ss > 5 S S S an S Zychlin. Z 345. Arbeitskarte 8 Jahre alt. Dieses Kind war nach der 346. Lodsch. ‚Bunänfeyzug pP emauy p BoL Ber =—ZugflaUsg u— = Kerr; be U =: u ER u A cn BUY Ydsuedn se Be 2 GEßt fur uoeng RE suyp ya EVER 2J4Dy7-suoypwda] 01139- IWVSLI3UUV PT sesppurg 7 Ifurpers) ni nun up‘opjsny-jpopiuou zu] ES = EL EELEGELÄ LEE See ERERIEREEEE RE 347. 13. Mai 1942, Pulawy.- Aus dem Schreiben des Kreishauptmanns in Pulawy an den Gouverneur des Distrikts Lublin über die Zahl der nach der Massendepor- tation der Juden aus seinem Kreis zurückgelassenen jüdischen Arbeitskräfte. ... In der Zeit vom 6. Mai bis 12. Mai einschließlich sind auf Weisung des SS- und Polizeiführers 16822 Juden aus dem Kreis Pulawy über den Bug ausgewiesen worden.! Es befinden sich im Kreise Pulawy noch in folgenden Städten bzw. Ortschal- ten Juden: l. Fliegerhorst Deblin-Irena. Sämtliche beschäftigt bei der Bauleitung der Luftwaffe, etwa 1200. 2. Konskowola etwa 500-600 Juden, die durch das Arbeitsamt an die Land- wirtschaftliche Forschungsanstalt, die Firma Weiss u. Bock und sonstige deutsche Einsatzfirmen vermittelt sind. & Etwa 30 Juden, die der Firma Schallinger, Ryki, zugeteilt sind. 4. Es bestehen zwei jüdische Arbeitslager in Pulawy und Kazimierz. Die Juden sind hier kaserniert. Die Stärke beider Arbeitslager beträgt rund 140 Mann. U In Opole besteht das Ghetto der Juden aus der Slovakei, die vor kurzem hier eingewiesen worden sind. Alle arbeitsfähigen slowakischen Juden sind bereits größtenteils zu den obengenannten Vorhaben vermittelt. Es befindet sich demnach im Ghetto Opole lediglich ein Rest von alten und kranken Juden, die nicht einsatzfähig sind. Ihr Rundschreiben läßt sich demnach nicht in der verlangten Form be- antworten, da sämtliche Juden eingeteilt und facharbeitermäßig eingesetzt sind. AJHI, GDL, Nr 3. ! In Wirklichkeit wurden die Juden in das Vernichtungslager Sobibör deportiert und dort getotet. 348. 22. Juni 1942, Krakau(Krakow).— Äußerung des Leiters der Abteilung Arbeit bei der Regierung des Generalgouvernements, Frauendorfer, über die Notwendigkeit einer weiteren Ausnutzung der jüdischen Arbeitskraft im Interesse der deutschen Wirtschaft. Nach Meinung des Präsidenten Dr. Frauendorfer würde eine Umsiedlung der Juden, die ein erhebliches Kontingent der Gesamtbevölkerung ausmachen, auf allen Sektoren des öffentlichen Lebens tiefgreifende Auswirkungen haben. Das Land sei arbeitsmäßig erheblich abgeschöpft. Rund 100000 Facharbeiter stehen in der Rüstungsindustrie, 800000 Arbeiter befinden sich im Reich, weitere 100000 Arbeiter beschäftigt der Militärbefehlshaber im General- Gouvernement in seinen Dienststellen. Er, Präsident Dr. Frauendorfer, sei daher zur Zeit auf den jüdischen Arbeitseinsatz absolut angewiesen, eine Aul- fassung, der sich auch der Rüstungsinspekteur im General-Gouvernement, Generalleutnant Schindler, angeschlossen habe. Diese seien mangels polnischer Facharbeiter nicht zu ersetzen. Die Juden sollen den von der SS durch- oeführten Aktionen zwar nicht entzogen, aber für die Dauer des Krieges arbeitsmäßig erhalten bleiben.! Er habe kein Interesse daran, jüdische Arbeiter der Wirtschaft oder der In- dustrie zu entziehen. In den mit Schindler getroffenen Vereinbarungen bezüg- lich Hergabe von Juden für die Rüstungsindustrie sei dies sehr eindeutig klar- eestellt worden, und er könne dessen Wünsche auch vollauf befriedigen. Tausende von jüdischen Arbeitern und Arbeiterinnen, diein den in der Nähe der Rüstungsbetriebe errichteten Lagern untergebracht werden, würden für diesen Zweck zur Verfügung gestellt, von der SS betreut, verpflegt, und wenn notwendig, eingekleidet. Der Reichsführer SS sowie Reichsminister Speer und der Beauftraete für den Arbeitseinsatz, Gauleiter Sauckel, legten sogar gesteigerten Wert auf den Einsatz der arbeitsfähigen Juden. FT, Abteilungsleitersitzungen 1942, S. 10. ı Wie aus einem Aktenvermerk der Jüdischen Sozialen Selbsthilfe und aus einer Erklärung Gouverneur Fischers ersichtlich, arbeiteten zu jener Zeit in den Rüstungsbetrieben des Warschauer Gettos 22000 Juden.(AJHI, JUS, Nr 175, Vermerk vom 10. 6. 1942; FT, Regierungssitzungen 1942, S. 521. 349. 25. Juni 1942, Krakau(Kraköw).— Rundschreiben des Leiters der Abteilung Arbeit bei der Regierung des GG, Frauendorfer, an die Abteilungen Arbeit und die Arbeitsämter in den Distrikten mit der Verfügung, alle zu treffenden Maßnahmen bezüglich Zwangsarbeit von Juden mit den örtlichen Polizeiführern zu vereinbaren. Beim Arbeitseinsatz von Juden werden Belange der Polizei auf das engste berührt. Ich bestimme daher mit sofortiger Wirkung, daß Arbeitseinsatz von Juden nur noch nach vorherigem Einvernehmen mit dem örtlichen zuständigen Polizeiführer vorgenommen werden darf.' Maßnahmen des überbezirklichen Ausgleichs von Juden sind von den Arbeitsämtern bis auf weiteres nicht durch- zuführen. ı Gemäß Erlaß Hitlers vom 7.5. 1942 wurde bei der Regierung des GG ein Sekretariat für das Sicherheitswesen gebildet, dessen Leitung der Höhere SS- und Polizeiführer übernahm. Auf Grund dieses Erlasses gab Frank am Judenangelegenheiten an den Sekretär für jener Zeit fanden unter Aufsicht und Leitung der deutschen Polizei Deportationen von Juden in die Vernichtungslager statt. Desweg Juden zu entscheiden(siehe RGBI 1942, I. S. 193: Hitlers Erlaß vom 3,6. 1942 eine Anordnung heraus, nach der alle Sicherheitswesen überwiesen werden sollten. Zu en besaß nur die Polizei das Recht, über den Arbeitseinsatz der 7.5. 1942; VBl GG 1942, S. 321 Es ist zu erwarten, daß die Polizei in Zukunft die Auswertung der jüdischen Arbeitskraft in gewissem Umfange, insbesondere für die Rüstungsindustrie, selbst vornimmt. In diesen Fällen entfällt insoweit die Vermittlungstätigkeit der Arbeitsämter. Etwaigen Bitten der Polizei um Unterstützung durch die Arbeitsämter ist selbstverständlich nach Möglichkeit zu entsprechen. AJHI, GDL, Nr 3. Frauendorfer De) RRRÄHRR UN. 350. Nach der Deportation von Greisen und Kindern ins Todeslager Kulmhof im J 3 7049,..:--: 3 September 1942 wurden die Arbeitswerkstätten wieder in Gang gesetzt. A -_WIEDERERÖFFNUNG i aller Fabriken und Werkstätten ab Montag, d. 14.1X. 1942. Nachdem die Aussiedlung mit dem gestrigen Tage beendet ist, werden ab Montag, den 14.IX. 1942 sämtliche Arbeitsstätten des Gettos wieder voll in Betrieb: genommen. Jeder Leiter, Arbeiter und Angestellte ist verpflichtet, pünktlich seinen Arbeitsplatz einzunehmen, wenn ihm daran gelegen ist, sich vor denkbar grössten Unannehmlichkeiten zu schützen. ‚Es wird won den nunmehr anerkannten Arbeitskräften verlangt,‘dass sie‘ mit grösstem Fleiss ihre Aufgaben erfüllen und sich befleissigen, die durch die Ruhepause hervorgerufenen Rückstände schnellstens \ aufzuholen. Ich werde strenge Kontrolle durchführen lassen, ob diese meine Anordnung restlos befolgt ist. Getto-Verwaltung gez. BIEBOW Litzmannstadt, d. 12. Septernber 1942. 141 Kuga MRREEUBCHKAAHSEHBOBORIHNNOUNKERNN Kae SS I S SD “o RS RZ S = DI 5 Ss ES „So 2) o = 351.7 UBENDROSKENGOANGR: IDRIHLSBENNMÄRNN RR iuung 143 - =, u‘oy2)-pofsuupwzjr7 TNIERANEIN HIEDLOKURDEBDORTEREMEDBGANN emyapppupg P ıjmysaı) rm Ir Furtago]" amgoyunanıny P ıfuyaupun 5 4487 pu8dquoy EEE GE ie re Teaspfeugg g nme um FA5 mer; Im ‚Bmänfupug pP emauy p Bo nf Best-T-zt ZOTaSTUot, N I 8 u TERT un] saagiy 3 a4Dy-suonjpwj13a7 ie} Ol139-1IWVSL139AV N nn 352. Lodsch. Dieses Kind war laut Arbeitskarte 10 Jahre alt >} . >} ö| BEEZBETEEITLESTLLELERETT FE 353. Lodsch. Zwangsarbeit. 354. 18. September 1942, Hauptquartier.— Denkschrift des Wehrkreisbefehlshabers im GG an das Oberkommando der Wehrmacht über die Notwendigkeit, vorläufig die jüdischen Arbeiter in den Rüstungsbetrieben zu belassen. Geheim I. Bis jetzt war für das General-Gouvernement angeordnet: 1) Polnische und ukrainische Arbeiter werden zwecks Freimachung für das Reich durch jüdische Arbeiter ersetzt; hierzu werden auch Judenlager zum Einsatz bei den Betrieben aufgestellt. 2) Zur Ausnutzung der jüdischen Arbeitskraft für den Krieg werden rein jüdische Betriebe oder Teilbetriebe gebildet. Die ohne Benachrichtigung der meisten Wehrmachtsdienststellen einsetzende Aussiedlung der Juden brachte starke Erschwerungen im Nachschub und Verzögerungen in der kriegswirtschaftlichen Sofortproduktion. Arbeiten der SS-Stufe, der Dringlichkeitsstufe ‚‚Winter‘‘ können nicht fristgemäß erledigt werden. II. Ungelernte Arbeiter können zum Teil ersetzt werden, wenn der General- bevollmächtiste für den Arbeitseinsatz! auf die bis Ende dieses Jahres durch- 1 Gauleiter Fritz Sauckel wurde auf Grund eines Hitler-Erlasses vom 21. 3. 1942 zum General- bevollmächtigten für den Arbeitseinsatz ernannt(RGBl 1942, I, S. 179). Auf Grund der ihm zuführen‘ Erfassung bezweifelt Als angel werden,( Far harbe ichen de his zu ein Handwer Ob die L Leistungs erster Lii schleunig III. Nac lie Gesaı iber 300 In den ı Zahl der ei den Betriebe: -) Bei zuführende Abgabe von 140000 Polen an das Reich verzichtet und wenn die Erfassung der Polizei gelingt. Dies wird nach den bisherigen Erfahrungen bezweifelt. Als angelernte Arbeiter können zu einem geringen Teil Schüler genommen werden, die zur Zeitın den Fachschulen der Regierung ausgebildet werden. Facharbeiter müssen erst herangebildet werden. Die Schulung der im wesent- lichen der Landwirtschaft zu entnehmenden Arbeitskräfte bedarf Monate bis zu einem Jahr und bei einigen besonders hoch qualifizierten Arbeitern und Handwerkern noch darüber. Ob die Lösung dieser besonders schwierigen Frage, von der die Erhaltung der Leistungsfähiekeit des General-Gouvernements für die Kriegswirtschaft in erster Linie abhängt, durch Abgaben von Facharbeitern aus dem Reich be- schleunigt werden kann, entzieht sich meiner Beurteilung. III. Nach den Unterlagen der Regierung— Hauptabteilung Arbeit— beträgt die Gesamtzahl der gewerblichen Arbeiter etwas mehr als eine Million, hiervon über 300000 Juden. Unter diesen sind etwa 100000 Facharbeiter. In den einzelnen, für die Wehrmacht arbeitenden Betrieben schwankt die Zahl der Juden unter den Facharbeitern zwischen 25-1000; sie beträgt 100°, bei den für die Winterbekleidung arbeitenden Textilbetrieben. In anderen Betrieben, zum Beispielin der wichtigen Fahrzeugfabrikation Typ„Fuhrmann“ und..Pleskau‘‘. sind die Schlüsselkräfte, die Stellmacher, hauptsächlich Juden. Sattler sind mit geringen Ausnahmen Juden. Für die Uniform-Instandsetzung sind bei Privatfirmen zur Zeit insgesamt 99700 Arbeiter tätie, davon sind 22000(97 v.H.) Juden, darunter rund 16000 Fachkräfte(Textil- und Lederwerke). Ein rein jüdischer Betrieb mit 168 Arbeitern fertigt Geschirrbeschläge. Hier- von ist abhängig die gesamte Feı tieung von Geschirren im General-Gouverne- ment. in der Ukraine und zum Teil im Reich. IV. Sofortige Entfernung der Juden hätte zur Folge, daß das Kriegspotential des Reiches erheblich gedrückt und die Versorgung der Front sowie der Truppen des General-Gouvernements mindestens augenblicklich stocken würde. l) In der Rüstungsindustrie würden ernste Fertigungsausfälle, zwischen 25 bis 100°/,, eintreten. 2) Bei den Kraftfahrzeugen-Instandsetzungs-Werkstätten würde ein durch- schnittlicher Leistungsabfall von etwa 25°), eintreten, d. h., es würden im Monat durchschnittlich 2500 Kraftfahrzeuge weniger instandgesetzt werden. 3) Zur Durchführung der Versorgung müßten Nachschubeinheiten eingesetzt ;{ g{ werden. Sauckel am 20. 4. 1942 eine Anordnung, in der er die Richt- erteilten Vollmachten erließ: linien zur Mobilisierung von Arbeitskräften für die Kriegswirtschaft festlegte. 445 V. Wenn die kriegswichtigen Arbeiten nicht leiden sollen, können die Juden gan! gouvern nach Ausbildung des Ersatzes, also Zug um Zug, freigegeben werden. Diese Aufgabe kann nur örtlich durchgeführt, muß aber von einer Stelle in Zu- sammenarbeit mit dem Höh. SS- und Pol.-Führer zentral gesteuert werden. Es wird gebeten, den Bezugserlaß in dieser Art durchführen zu dürfen. Dabei soll Richtlinie sein, die Juden so rasch als möglich auszuschalten, ohne die kriegswichtigen Arbeiten zu beeinträchtigen. D) | | | } | VI. Wie nunmehr festgestellt, laufen im General-Gouvernement ohne Kennt-| nis der Rüstungsinspektion und des W.i. G? von den verschiedensten Wehr- machtdienststellen des Reiches kriegswichtige Aufträge der höchsten Dringlich-| keitsstufe, vor allem für den Winterbedarf. Die rechtzeitige Fertigstellung| dieser Arbeiten ist durch die Aussiedlung der Juden unmöglich gemacht. Eine systematische Erfassung aller derartigen Betriebe benötigt einige Zeit. Es wird gebeten, die Aussiedlung der in den gewerblichen Betrieben tätigen 356, 14 Juden bis dahin auszusetzen. Be ZKUNV, 970/Z/B/37, Dok 606/236. Der Wehrkreisbefehlshaber| 2 Wehrkreisbefehlshaber im Generalgouvernement. 355. 9. Oktober 1942, Feldkommando.— Himmlers Befehl zur Einlieferung aller noch 29 übriggebliebenen, in der Rüstungsindustrie beschäftigten Juden in Ronzentrations- lager in den Distrikten Warschau und Lublin, und zu ihrer allmählichen Aus- schaltung aus dem Arbeitsprozeß. Juden Macher Die La: Zu dem Schreiben des Wehrkreisbefehlshabers im Generalgouvernement an das Oberkommando der Wehrmacht, betreffend den Ersatz der jüdischen Arbeitskräfte durch Polen, habe ich folgendes zu sagen: gesetzt. l. Ich habe angeordnet, die ganzen sogenannten Rüstungsarbeiter, die lediglich Reichsf in Schneider-, Pelz- und Schusterwerkstätten arbeiten, durch SS-Obergruppen- laß de, führer Krüger und SS-Obergruppenführer Pohl an Ort und Stelle, d. h. also dert un in Warschau, Lublin in KL zusammenzufassen. Die Wehrmacht soll ihre ind ge: 3estellungen an uns geben, und wir garantieren ihr den Fortgang der Liefe- Wunsch rungen für die von ihr gewünschten Bekleidungsstücke. Gegen alle diejenigen lür ein jedoch, die glauben, hier mit angeblichen Rüstungsinteressen entgegentreten Lager zu müssen, die in Wirklichkeit lediglich die Juden und ihre Geschäfte unter- aber|} stützen wollen, habe ich Anweisung gegeben, unnachsichtig vorzugehen. M 2. Die Juden, die sich in wirklichen Rüstungsbetrieben, also Waflenwerk- stätten, Autowerkstätten usw. befinden, sind Zug um Zug herauszulösen. Als erste Stufe sind die in den Betrieben in einzelnen Hallen zusammenzufassen. Als zweite Stufe dieser Entwicklung ist die Belegschaft dieser einzelnen Hallen im Austausch tunlichst in geschlossenen Betrieben zusammenzutun, so daß wir 2 ER 227777 446 dann lediglich einige geschlossene Konzentrationslager-Betriebe im General- gouvernement haben.! 3. Es wird dann unser Bestreben sein, diese jüdischen Arbeitskräfte durch Polen zu ersetzen und die größere Anzahl dieser jüdischen KL-Betriebe in ein paar wenige jüdische KL-Großbetriebe tunlichst im Osten des General- gouvernements zusammenzufassen. Jedoch auch dort sollen eines Tages, dem Wunsche des Führers entsprechend, die Juden verschwinden. ZKUNV, Dec 07(im Ordner 970/37 Himmler ! Im Oktober 1942 wurde eine Vereinbarung zwischen dem Staatssekretär für Sicherheits- wesen im GG, Krüger, dem Wehrkreisbefehlshaber im GG, Hänecke und dem Vertreter der Rüstungsinspektion bezüglich Arbeitseinsatz der Juden getroffen.(AJHI, Varia III, Nr 25: Rundschreiben des SS- und Polizeiführers im Distrikt Galizien, Katzmann, vom 6. 11. 1942. 356. /4. November 1942, Krakau(Krakow).— Auszug aus einem Aktenvermerk vom Befehlshaber der Orpo im GG, General Becker, über die Entfernung von jüdischen Arbeitskräften aus den ihm unterstellten Betrieben. Geheim 9.) Mitte Oktober an einem Sonnabendnachmittag(ich glaube, daß es der 17. 10. war) hatte der Höhere SS- und Polizeiführer den Befehlshaber der Sicher- heitspolizei und mich zu einer Rücksprache bestellt. Bei dieser Gelegenheit trug der Befehlshaber der Sicherheitspolizei vor, daß er, wenn es befohlen würde, seine Juden sofort zu entlassen, das natürlich tun würde, daß er aber dann sogleich melden müsse. daß sein Betrieb, insbesondere der Kraftfahrbetrieb, damit stillgelegtwerde. Auch ich äußerte dabei, daß die sofortige Entlassung sämtlicher Juden aus den Betrieben der Ordnungspolizei erhebliche Schwierigkeiten machen würde. Der Obergruppenführer äußerte sich darauf etwa wie folgt: Die Lage sei ihm bekannt, er sei selbstim Zweifel, ob die vom Reichsführer an- gesetzten Fristen würden eingehalten werden können. Er beabsichtigte, dies dem Reichsführer SS nochmals vorzutragen. Im übrigen lagen die Dinge ja aber so, daß der Reichsführer vor allen Dingen wolle, daß Juden nicht mehr unkontrol- liert und frei herumlaufen. Wenn sie in bewachten Lagern zusammengehalten und geschlossen zur Arbeit geführt w ürden, so wäre damit schon einem Haupt- wunsch des Reichsführers SS entsprochen. Er hätte also nichts dagegen, wenn für eine gewisse Übergangszeit auch in den 3etrieben der Polizei noch in Lagern zusammengehaltene Juden zur Arbeit verwendet würden. Im übrigen aber betonte der Obergruppenführer zum Schluß, daß er sich mit derartigen Maßnahmen natürlich nur einverstanden erklären könne, wenn als Grundsatz gelte, daß namentlich SS und Polizei allen anderen mit gutem Beispiel voran- gingen und so schnell wie möglich alle Juden der Aussiedlung zuführe. 1 AJHI, Varia III, Nr 25a. 1 In den ausgelassenen Stellen wird das zwischen dem Autor des Vermerks, Becker, und Krüger e Br: ER: x BET a pr: 049 e r ne im Zusammenhang mit der Polizeiverordnung über die Gettos vom 28. 10. 1942 entstandenc Mißverständnis erörtert. ai zart SELL, BOB! ee ge R v © 357. 14. Dezember 1942, Krakau(Krakow).— Rundschreiben des SS- und Polizei- ‚führers im Distrikt Krakau, Scherner, an die Betriebsleiter über die Deportation der bei ihnen beschäftigten jüdischen Arbeiter in das Lager Plaszow. In Auswirkung meiner o. a. Verfügung werden die jüdischen Arbeitskräfte, die für die Rü.-Inspektion, WiG-Betriebe, Heeresdienststellen der OFK und anerkannten Privatfirmen mit wehrwirtschaftlichen Aufträgen, in das ge- schlossene Judenarbeitslager Plaszöw! untergebracht. Bis zur Fertigstellung dieses Lagers verbleiben diese Juden in einem besonders umzäunten und gesicherten Teil des bisherigen Krakauer Ghettos(Arbeitsghetto). Von hier sind die Arbeiter wie bisher von den Arbeitgebern zur Arbeit abzuholen, zur und von der Arbeitsstätte zu begleiten und wieder abzuliefern. Vom Kom- mandeur der Sicherheitspolizei haben die Arbeitgeber blaue Judenausweise erhalten, die sie auf Seite 2 mit Personalangaben der Juden und auf Seite 3 mit der Arbeitsverwendung(Beruf) zu versehen haben. Außerdem hat der Kommandeur der Sicherheitspolizei Abzeichen(R, W, Z)? ausgegeben, die mit einem Kennbuchstaben und einer Zahl gezeichnet sind, die mit Kenn- buchstaben und Zahl des blauen Ausweises übereinstimmen. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß die Juden das Abzeichen unverzüglich auf dem obersten Kleidungsstück auf der linken Brustseite annähen. AJHI, Varia III, Nr 33 3 ! In dem nachträglich von Scherner herausgegebenen Rundschreiben, datiert vom 9. 2. 1943, sind ausführliche Richtlinien für Arbeitgeber enthalten, die jüdische Arbeiter beschäftigten. Sie betreffen Arbeitsbefreiungen, Arbeitsbescheinigungen und Abzeichen, Disziplinar- strafen, Aufsicht über die Arbeiter, Abrechnungen mit den Polizeibehörden usw. ®2 Rüstung), W(ehrmacht), Z(ivil). 3 Der ausgelassene Teil des Rundschreibens betrifft die für alle Arbeitgeber, welche Juden beschäftigen, zu erledigenden Formalitäten, und die Höhe der Gebühren, die sie für die jüdischen Arbeitskräfte an den Befehlshaber der Sipo im Distrikt Krakau zu zahlen haben. 358. 21. Januar 1943, Bialystok(Bialystok).— Auszug aus einem Schreiben des Stadt- kommissars von Bialystok, Schwendovius, an den Oberpräsidenten von Ostpreußen- Erich Koch, betreffs Belassung der jüdischen Arbeiter in den Industriewerken von Bialystok. -.. Ich habe aus diesen Gründen wegen der Liquidierung der Ghettobetriebe mit dem Leiter der Treuhand-Stelle, Landrat v. Einsiedel, verhandelt, der im Sinne meiner Auffassung versuchen will, eine Überleitung der Ghettobetriebe auf deutsche Betriebsführer und nichtjüdische Arbeiter vorzubereiten. Ebenso ist der Kommandeur der Sicherheitspolizei, Regierungsrat Dr. Alten- loh, nach Besichtigung der Ghettobetriebe und einer Besprechung mit mir ebenfalls der Auffassung, daß eine gewaltsame und plötzliche Lösung der Jüdischen Arbeitskräfte aus dem Wirtschaftsprozeß der Stadt erheblichen 448 Jl Br ! R u haden, will ın “ Die Eirebe Mob.pj ‚men Schaden, insbesondere für die wehrwichtige Produktion, herbeiführen würde. Er will in diesem Sinne bei einer Berliner Zentralstelle vorstellig werden... AJHI, JB, A-142, S. 51. 359. 19. Februar 1943, Bialystok(Bialystok). Aus einer Notiz über eine beim Befehlshaber der Sicherheitspolizei stattgefundene Besprechung, die die weiteren Pläne bezüglich des Gettos in Bialystok betraf. ... Der Vertreter des Kommandeurs der Sicherheitspolizei erklärte bei dieser Besprechung, daß mit einer weiteren Aussiedlung von Juden zunächst nicht zu rechnen sei. Es würde voraussichtlich bei dem Verbleib von 30000 Juden im Ghetto bis Kriegsende bleiben.! Mit dieser Tatsache muß von jetzt ab wirtschaftlich gerechnet werden, da eine Zustimmung des RSHA zu dieser Auffassung der hiesigen Sicherheitspolizei zu erwarten ist. Damit ergibt sich für den Arbeitseinsatz und die Erhaltung der wirtschaftlichen Leistungskraft ein neues Bild. I) Das Ghetto bleibt mit neuen Grenzen, aber im wesentlichen in gleicher Größe bestehen, )) Fabriken. die im Ghetto liegen, werden weiter betrieben, aber mit jüdischer Belegschaft, 3) unabhängig von den zukünftigen Friedensaufgaben der Stadt, muß aber als politisches und sicherheitspolizeiliches Ziel erreicht werden, daß in absch- barer Zeit die 4000 Juden außerhalb des Ghettos verschwinden und nur noch im Ghetto arbeiten... Von der örtlichen Sicherheitspolizei ist beabsichtigt, das Ghetto vorläufig in gewissem Umfange bestehen zu lassen: beim RSHA in Berlin soll aber die Frage endgültig im Laufe dieses Monats entschieden werden. AJHI, JB A-142, S. 51. 1 Das Getto in Bialystok existierte nur bis Mitte August 1943. Während der Liquidierung des Gettos bot die jüdische Bevölkerung bewaffneten Widerstand. Ein. Teil der Betriebs- einrichtungen und der Bevölkerung wurde in SS-Lager abtransportiert(siehe auch Dokument 175).(StP, Bd L, Aussage von Franz Konrad; AJHI, Aussage von Friedel.) 360. 2. Februar 1943, Warschau| Warszawa).— Schreiben des SS- und Polizeiführers im Distrikt Warschau, von Sammern, an Himmler über die Verlagerung der Betriebe und Arbeiter aus dem Warschauer Getto ın das Konzentrationslager im Distrikt Lublin. Geheim ... Die Vorbereitungen für die Verlagerung sämtlicher textilverarbeitender 3etriebe, soweit sie Juden beschäftigen, sind in vollem Gange und ist der Mob-Plan mit den Betriebsführern fertiggestellt. Es werden nicht nur die Firmen Többens und Schultz& Co. sondern auch alle übrigen, es sind dies 449 9) Getto A RORRÜNUNES insgesamt 8 Betriebe mit etwa 20000 jüdischen Arbeitskräften, in das Konzen- trationslager nach Lublin verbracht.! Der Abtransport erfolgt abteilungsweise mit 3. d. M. SS-Gruppenführer Globocnik hat sich wegen Übernahme dieser Betriebe bereits eingeschaltet. Ich bitte Sie, Reichsführer, diesen Bericht zur Kenntnis zu nehmen. v. Sammern ZKUNV, De 911/PS 37. SS-Oberführer ! Die Verlagerung von Betrieben und Arbeitern aus dem Warschauer Getto ins Lageı Ponia- towa sollte auf Grund einer Vereinbarung stattfinden, die am 31. 1. 1943 zwischen Glo- bocnik und Többens getroffen wurde.(AJHI, Varia III, Nr 56a.) 361. 30. April 1943, Krakau(Kraköw).— Rundschreiben‘ des SS- und Polizeiführers im Distrikt Krakau, Scherner, an deutsche Dienststellen und Betriebe über ein neues Verpflegungssystem für die jüdischen Arbeiter im Lager Plaszow. Mit Wirkung vom 18. Mai 1943 werden die bei Ihnen beschäftigten Juden, die im Zwangsarbeitslager Plaszow kaserniert sind, auch durch dieses verpflegt. Die jüdischen Arbeitskräfte erhalten von diesem Zeitpunkte ab die warme Verpflegung nach dem Einrücken ins Lager. Die kalte Verpflegung wird in Wochenrationen ausgegeben, so daß die jüdischen Arbeitskräfte während der Mittagspause in dem Betrieb eine kalte Mahlzeit einnehmen können, Abzüge für Verpflegung sind nach dem 18. Mai 1943 nicht mehr zulässig. Die Abrechnung erfolgt für die männlichen Arbeitskräfte mit 5 Zl. und für die weiblichen Arbeitskräfte mit 4 Zl. täglich zuzüglich 5%, Regiekosten. AJHI, Varia II, Nr 31 Scherner ! Dieses Rundschreiben wurde an 21 Dienststellen und Betriebe in Krakau, die Juden be- schäftigten, verteilt, und zwar:„Auto-Union‘“, Hans Bechtinger, Deutsche Post Osten, Feldzeugdienststelle, Otto Glück, Autoreilen-Runderneuerung, Heereskraftfahrpark Heeresstandortverwaltung, Instandsetzungswerkstatt, E. Künpost(Deutsches Kistenwerk), Julius Madritsch, Mühle Podgörze, Nachrichtengerätelager der Luftwaffe, ‚Progreß“, Saurerwerke, Spectrum, SS-Wirtschafter(Bauwesen), SS-Division„Wikking‘“(Verb.-Rdo.), SS-Standortverwaltung, Truppenwirtschaftslager der Waflen-SS, Zentrale für Handwerks- lieferungen, Zentral-Ersatzteillager 12 362. 3/1. Mai 1943, Krakau(Kraköw).— Äußerung des Höheren SS- und Polizeiführers im GG, Krüger, auf einer Regierungssitzung über die Notwendigkeit, die Juden vorläufig in deutschen Rüstungsbetrieben zu belassen. Er habe neulich erst wieder den Befehl erhalten, in ganz kurzer Zeit die Ent- judung durchzuführen. Man sei gezwungen gewesen, die Juden auch aus der Rüstungsindustrie und den wehrwirtschaftlichen Betrieben herauszuziehen, falls sie nicht ausschließlich im kriegswichtigsten Interesse eingesetzt seien. 450 Die Judeı von dort Der Reıc aulhöres respro( he Endeflek krälten lese| d k i EEE KENHDEEIDBERBERRERREIEIRENNHDN \ u un Kiel uuuüiet — Die Juden seien dann in großen Lagern zusammengefaßt worden und würden von dort für Tagesarbeit in diesen Rüstungsbetrieben abgegeben. Der Reichsführer SS wünsche aber, daß auch die Beschäftigung dieser Juden aulhöre. Er habe mit Generalleutnant Schindler! eingehend über diese Frage gesprochen und glaube, daß dieser Wunsch des Reichsführers SS wohl im Endeffekt nicht erfüllt werden könne. Es gebe unter den jüdischen Arbeits- kräften Spezialarbeiter, Feinmechaniker und sonstige qualifizierte Hand- werker, die man heute nicht ohne weiteres durch Polen ersetzen könne. Er bitte deshalb SS-Obergruppenführer Dr. Kaltenbrunner?, dem Reichsführer SS diese Lage zu schildern und ihn zu ersuchen, von der Wegnahme dieser jüdischen Arbeitskräfte Abstand zu nehmen. ET Arbeitsitzungen 194918, 151. ! Inspekteur der Rüstungsinspektion im GG. ® Kaltenbrunner, der damalige Chef des RSHA, war auf dieser Sitzung in Krakau zugegen. LEE NEDHNERUNBCNTBHHNEHOHONTTGOHUNERNAN UIIEEIEHIUDTTF HET a N a Ma A an Fe 8 & x N En N & 363. Pohl an Himmler über die Errichtung eines KZ in Warschau. der Keichsführer 4 und Chef der Deutschen Polizei) 7J #4-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt we“> remunice: 6150 £$ be, Betrifft: Errichtung eines EL is ehemaligen Ghetto ia War Beuug__; Befehl vom An des Beichsführer-# 2erılia 3 Prinz-Albrecht-Str.8 Reichsführer! leg: wurde, Als Kommandant babe ich Obersturmbannführer Goecke, der sich während der letzten Monate beim KL Mauthausen eingear- beitet hat, eingesetzt. Die Häftlinge werden, wie befohlen, sur Bergung und Sammlung der anfallenden Materialien eingesetzt. Die Erhöhung der Hiftlingszahl erfolgt zur rascohesten Durchführung laufend im Barmen der Errichtung weiterer Unterkünfte, Die Durchführung der Arbeiten im ehemaligen Ghetto wird im engsten Einvernehmen mit dem%- und Polizeiführer im Distrikt Warschau, Y-Brigsdefihrer Stroop, vorgenommen. 3.Jali 1943 7, Ich melde, daß das Konsentrationslager im Ghetto Werschen errichtet und am 19.7.4 zit den ersten 300 Häftlingen be- enführer und er Waffen-4 364. 30. leportic Ai h. Lä nicht licht zı Trotz, y wollte n ındıeB gegen u mals un ) sah Grenze, “Ich “eine L le Lei, Steine ı selbst. Qichtge Neren Mr uns Wenn d IS ste] Ir ANNE ON) N r f HIRHhR KINHBUHNN! RTRINTFDINNBUHENTHIHTSSABERRDIN SHHNRUTSHIEHINNNIN \ KENIA ERDIIN) 364. 30. August 1943, Krakau(Kraköw).— Rundschreiben des SS- und Polizeiführers im Distrikt Krakau, Scherner, an die Dienststellen und Betriebe, die Juden be- 143 schäftigten, über das Verbot, zukünftig jüdische Insassen des Lagers Plaszow außer- halb dieses Lagers zu beschäftigen. Geheim An die Bedarfsträger jüdischer Arbeitskräfte! j In Durchführung einer Anordnung des Reichsführers SS dürfen künltg jüdische Arbeitskräfte nur innerhalb der ZAL! des SS- und Polizeilührers Verwendung finden. In Ausführung dieser Anordnung können ab 2.9. die jüdischen Arbeitskräfte | in Arbeitsstätten außerhalb der ZAL nicht zur Verfügung gestellt werden. 3 Diese Maßnahme ist unwiderruflich und erfolgt im Einvernehmen mit deı Gi Rüstungsinspektion. j AJHI, Varia III, Nr 31 Scherneı 1 Zentral-Arbeitslaeer: hier handelt es sich um das Arbeitslager Plaszow u ' . 365. Aus den Memoiren von Henia Woller über die Arbeitsverhältnisse ım Lager ” Er| 5 Plaszow. ) e- Am 13.3.1943 wurde ich aus dem Krakauer Ghetto ins Lager Plaszöw . deportiert... Gleich am Anfang begann man, uns mit langwierigen Appellen, = d.h. Zählen der Lagerinsassen, zu quälen. Ob man nun gesund war odeı „iv nicht-— wer nur lebendig war. stand stramm, um dem Blockältesten das Zählen nicht zu erschweren. Schlimm, schlimm und nochmals schlimm. Wie zum Ser Trotz, wird es immer kälter; eine Märznac ht ist keine Julinacht, der Appell w 1 wollte nicht stimmen. Schließlich stimmt die Zahl. Wir stürzen Hals über Kop! R in die Baracke. Aber es ist noch gar nic ht Schluß. Alle bösen Geister sind wohl gegen uns im Komplott, denn immer noc h ist etwas nicht in Ordnung. Noch- le mals und nochmals zählt man: ich fühle, daß meine Nerven mich verlassen. Mar So sah der erste Abend, eigentlich die erste Nacht aus... Ein Elend ohne Grenzen begann Tech eine auf die Lagerchaussee Steine klopfen. Bis dahin hatte ich noch keine Bar, he oesehen. Gut genug, tröstete ich mich, um so mehr, daß nicht ich die Leiche war. Wir saßen(vorwiegend junge Mädchen) vor einem Haulen Steine und flehten zu Gott, das Klopfen der Hammer möge bis zum Lagerchel selbst dringen, damit cı zufrieden sei, daß seine Leute arbeiten, damit er nuı a nic Sek illaverlasse, um uns bei deı Arbeitzuzuschauen. Falls erestäte, wehe . unserem Leben. Wir ‚„sechsen(d.h. geben uns einander ein Zeichen, wenn wir unsere Aufseher bemerken); hoffentlich machen wir es rechtzeitig, denn wenn der riesire Chef dann plötzlich wie aus der Erde hervorgezaubert voı uns steht, ist es zu spät, um sich zu sammeln und die müde Hand zu zwingen, 5 sic sis 5;pDät, 5 153 nenn Irauutitan ZLALUULLEEE AH TDATITN. ii TONNDIICETEINIALGLEITHENEK VIKLLATRPATGISLLLDPTETPLNZ POPRTETITEFSTRDEIHNLEITSTTTEHIETHEHIP IT IT THI IP ID OP EN Ta rar EFT MEHR RHHG.. den Hammer zu ergreifen, und mit rhythmischen Schlägen die Steine zu zerhauen. Nichtimmer kann man ssich vor dem Unglück bewahren. Ein Unglück folgt dem anderen. Neben mir saß eine Mutter mit ihrer Tochter. Goeth ging an die Mutter heran, nahm ihr den Hammer aus der Hand und zeigte ihr, wie richtiges Steinestoßen aussehen soll. Er war ein Kenner auf jedem Gebiet. Als die Frau wieder den Hammer mit vor Aufregung zitternder Hand erfaßte, wurde sie vom Chef erschossen. Die Frau starb still, und wir klopften und klopften weiter, als ob unter dem Hammer statt eines Steins unser verwünschtes Schicksal läge. Und die Tochter klopfte Steine neben der Leiche ihrer Mutter. Erst nachher, als der Blutrausch vorüber war und der Chef sich wieder zur Ruhe begab, ließ sich hie und da ein aus Angst vor dem bösen Geist unter- drücktes Schluchzen hören, und die Klage: ‚Wozu lebe ich eigentlich?““, und dann das Aufzählen von Familienangehörigen, die nicht mehr lebten. Das war erst der Anfang unseres Aufenthaltsim Lager. Monate gingen auf die gleiche Weise vorüber. Wenn der Chef guter Laune war, tötete er die Menschen in aller Ruhe und sang sogar sein Lieblingslied dazu:„Schenk mir dein Herz, o Maria...‘. Schlimmer war’s, wenn er nervös wurde. Dann gab er uns Arbeiten auf, die unausführbar waren. Es gab kein ‚‚aber‘‘; das ganze Lager machte sich dann an die Arbeit, die darin bestand, Grabplatten von Fried- höfen, Sand oder Wasser zu tragen, Steine zu zerplittern und eine Chaussee zu bauen- an die Arbeit, die der Chef für diesen Tag bestimmt hatte... AJHI, Memoiren, Nr 74, S. 1-4.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 366. 31. August 1943, Posen(Poznan).— Schreiben der Bauabteilung bei der Stadt- verwaltung in Posen an die deutsche Gettoverwaltung in Lodsch mit der Abrechnung für die Judenarbeit nach Auflösung von Judenarbeitslagern und der Vernichtung ihrer Insassen. Laut Verfügung der Geheimen Staatspolizei, Leitstelle Posen, wurden alle städtischen Judenlager in Posen am 21. bezw. 26. 8. 43 aufgelöst und die Juden abtransportiert.! Ich habe für die mir zur Arbeit zugewiesenen Juden lt. Anordnung des Reichs- statthalters vom 25. 6. 1942 für die Zeit vom 16. 8.-21. 8. bezw. 26. 8.43 zu zahlen: 16. 8.-21. 8.- 792 Juden zu 0,70 RM x 6 Tage 3326,40 RM 16. 8.-26. 8.— 100 Juden zu 0,70 RM x 11 Tage 770, RM zusammen 4096,40 RM Meine Stadtkasse hat Anordnung erhalten, den Betrag auf das Konto Nr 12300 der Stadtsparkasse Litzmannstadt, Gettoverwaltung, zu überweisen. AJHI, GV IV/14. ! Die jüdischen Arbeitslager im Warthegau wurden aufgelöst und ihre Insassen auf Grund der Anordnung Himmlers vom 9. 8. 1943 durch die Gestapo vernichtet.(AWI, Dok. 1-200, S. 16: Schreiben der Gestapo in Posen an den Landrat in Jarocin vom 9. 10. 1943.) 367.#. September 1943, Oranienburg.— Schreiben des Leiters der Gruppe D II! im SS-WVHA, Maurer, an Höss, Kommandant des KZ-Lagers in Auschwitz, über die dort beschäftigten jüdischen Häftlinge(vgl. Dokument 287). Im KL Auschwitz sitzen zur Zeit rund 25000 jüdische Häftlinge ein. Ich habe am 25. 8.43 SS-Hauptsturmführer Schwarz? gesagt, daß ich die Zahl der voll arbeits- und einsatzfähigen Juden wissen muß, da ich beab- sichtige, Juden vom KL Auschwitz abzuziehen, um sie bei Rüstungsfertigungen im Reich einzusetzen. Am 26. 8. 43 habe ich dies durch FS? noch einmal mit- geteilt. Nach dem dortigen FS vom 29.8.43 sind von den einsitzenden 25000 Juden nur 3581 arbeitsfähig. Diese sind aber restlos bei Rüstungs- vorhaben eingesetzt und können nicht abgegeben werden. Was machen die restlichen 21500 Juden? Irgend etwas kann hier nicht stimmen! Ich bitte den Vorgang erneut zu überprüfen und mir zu berichten. Maurer AJHI, Varia III, Nr 128. SS-Obersturmbannführer ı Die Gruppe D II im SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt leitete den Arbeitseinsatz von Häftlingen aus den KZs. 2 Albert Schwarz, Kommandant des Lagers Auschwitz III(Außenlager). 3 Fernschreiben. 1 Das waren Juden aus Deutschland, Frankreich, der Tschechoslowakei, Holland, Belgien, Norwegen und Griechenland; sie waren in den Betrieben in Monowice(,‚Buna“), Jaworzno, Jawiszowice, Goleszöw, in der..‚Eintrachthütte‘ und den Krupp-Betrieben beschäftigt. NEOHHBEEHATIDONUHRREGOHNK EROAHUKRRRAN su u EEEGERE EERLER % N N IR \ 368. Eingangstor zum RZ Auschwitz. 369. Auszüge aus Natan Selechowers Memoiren über die Sklavenarbeit der Juden im Kx-Lager Majdanek und in der Zweigstelle des KZ-Lagers Auschwitz in Jawiszowice. Am nächsten Tag, nach dem Morgenappell, wurde ich dem ‚‚Kartoffel- kommando“ zugeteilt. Über diese Zuweisung freute ich mich sehr, denn ich stellte mir schon vor, wie ich, auf einem mit Kartoffeln beladenen Wagen sitzend, vor der Küche vorfuhr, wo man doch gewiß mit den Köchen und dem Hilfspersonal in Verbindung treten konnte. Wir marschierten auf einen hinter den Blocks und vor dem Gemüsegarten gelegenen Platz. Dort erblickten wir einen etwa dreißig Meter langen, zwei Meter breiten und drei Meter tiefen Graben. An seinem Rande lagen Haufen von Sand, der eben aus dem Graben herausgeschaufelt worden war. Wir erhielten den Befehl, den Graben wieder zuzuschütten. Na, das war noch nicht so schlimm. Nichts einfacheres als das. Wir bitten um Spaten- anstatt der Antwort aber fällt ein Hagel von Peitschen- hieben auf unsere Rücken, und ein Geschrei ertönt:„Ihr jüdischen Rebellen, seid ihr denn ohne Hände? Los! Mit den Händen schaufeln!‘“ Wir hatten noch nicht recht verstanden, worum es sich handelte, aber die nächsten Hiebe beugten uns die Rücken- und die ganze Gruppe begann, mit den Händen den Sand zusammenzuraffen und den Graben zuzuschütten. Es 456 hörte abe sich des aul uns| werden€ Der an( unbarmh ins Gesicl man darl laß, die Schmerz scharren die Arbe mählich In die B: mit Janı Baracke Plugsanı Mit ung sandige Nachmii Mensche Pressen heiseren aischen: lurch d werden Neuem. ersuch! eın kräf nd Sar Uzus \urden Momen Äugenb Nun die Unsere Exekut Nac hei U km Das La Stuben Sebäu. Ituck, desond hörte aber nicht auf; die Schläge fielen weiter. Als Antwort auf jeden Versuch, sich des schmerzenden Rückens wegen aufzurichten, sauste ein neuer Hieb auf uns herab: ‚„‚Schneller! Noch schneller! Verfluchte Aufständische! Wir werden euch zeigen, wie gearbeitet wird!‘“ Der an das Sichbücken und an Schlägen nicht gewöhnte Rücken schmerzt unbarmherzig, das Kreuz bricht einem vor Anstrengung, der Wind jagt Sand ins Gesicht, in den Mund und unters Hemd. Man darf den Kopf nicht wenden, man darf kein Wort mit seinem Nachbar reden. Die Hiebe hageln ohne Unter- laß, die„Erziehung zur Arbeit‘‘ wird beschleunigt. Ich werde wohl den Schmerz im Kreuz und die Schläge nicht aushalten können. Die Hände scharren unaufhörlich Sand zusammen, sie bluten schon an den Fingernägeln, die Arbeit geht nur mühselig vorwärts. Diese schreckliche Situation wird all- mählich zur Qual. Die Mittagspause rettet uns vor dem Zusammenbrechen. In die Baracke darf man nicht hinein, denn das Beschmutzen des Fußbodens mit Sand wird streng bestraft; wir nahmen also unser Mittagessen vor der Baracke ein. Es ist windig, und der ganze Platz vor der Baracke ist voller Flugsand. Die Suppe in unseren Gefäßen ist im Nu mit Sandstaub bedeckt. Mit ungewaschenen Händen ergreifen wir unsere Teller und trinken die sandige Mittagssuppe aus. Nachmittags dieselbe Arbeit; sie ist nur noch qualvoller. Die erschöpften Menschen versuchen, sich trotz der Schläge aufzurichten: aber die Hiebe pressen sie wieder an den Boden und dann brüllen die SS-Männer mit heiseren Stimmen: ‚‚Auf, auf!‘- und die Peitschen treffen die Liegenden und zischen:.„‚Nieder! Nieder!‘ Dieses Auf- und Niederhetzen dauert an, bis durch die zerfetzte Kleidung auf dem Rücken das Blut hervordringt. Dann werden die Häftlinge auf den Rücken gelegt, und die Prozedur beginnt von neuem. Der Häftling will sich durch Flucht vor dem Märtyrertod retten und versucht mühevoll, sich aufzuraffen; da erschallt der Ruf: ‚‚Vorwärts!‘“ und ein kräftiger Stoß wirft ihn in den Sand zurück. Der Häftling, ganz mit Blut und Sand beklebt, hört gänzlich auf, einem Menschen ähnlich zu sein, hört auf zu schreien und sogar zu stöhnen. Jetzt eignet er sich schon ganz und gar für den Kamelblock. Wehe dem Arbeitenden, dessen Blick auch nur für einen Moment dem Blick eines SS-Mannes begegnet oder der auch nur einen Augenblick lang der Exekution Aufmerksamkeit schenkt. Auf ihn richtet sich Wut des Schlagenden, und das Spiel beginnt von neuem. nun die ganze ıs so eifrig, so wütend, als ob von dem Erfolg der Unsere Peiniger schlagen ur Zukunft des deutschen Reiches abhängig wäre... Ouarantäne wurden wir mit Lastautos zu der Exekution die Nach einigen Ruhetagen ın der 10 km von Auschwitz entfernten Kohlengrube in Jawiszowice gebracht. Das Lager, in welchem wir ankamen, befand sich zwischen zwei Kohlen- n’E Te” ice. 11/, km vom Lager entfernt. Die gruben: Brzeszcze, 3,9 km, und Jawiszowice, la 5 Gebäude, an denen wir vorbeifuhren, machten auf uns einen düsteren Ein- c 6 druck. Schwarz von Kohlenstaub unc ıemlichkeiten erwarten. Man brachte uns in einen Block ohne | traurig von Aussehen, ließen sie keine besonderen Beqı = Eu Fa Pritschen, und der Lagerälteste hielt uns gleich am Anfang eine Rede voller Drohungen, daß jedes Vergehen streng bestraft werde. Er forderte absoluten Gehorsam, gab uns das Essen für den ganzen Tag, hieß uns Geld und Kost- barkeiten abgeben und informierte uns, daß wir jetzt eine dreiwöchige Quarantäne durchzumachen hätten, bevor wir eine richtige Arbeit zugeteilt bekämen. Vorläufig werden wir nur gelegentlich, auf jeweiligen Auftrag, arbeiten. Mit Spannung hörten wir seinen Anweisungen und Ratschlägen zu und bemühten uns, seinem Gesichtsausdruck abzulesen, ob die Disziplin im Lager streng sei. Bald erfuhr ich jedoch, daß es hier einen Ort gab, wo sich die Häftlinge trafen- und zwar im Klosett, das durch Scheidewände in kleinere Räume eingeteilt war, sich also fast wie ein wirkliches ausnahm. Nachdem ich einige Male im Laufe eines Tages dort gewesen war, war ich schon ausführlich über das Gesamtbild des Lagers unterrichtet. Es bestand aus einem Viereck von Holzbaracken, die zwei große Appellplätze umfaßten; diese waren voneinander durch zwei lange Baracken getrennt, in denen sich der Eßraum befand. Im Lager saßen über 1600 Häftlinge, die in zwei Gruppen eingeteilt waren. Die erste— das„Kommando“— bestand aus verschiedenen kleineren Gruppen; die größte und wichtigste davon war mit dem Bau eines neuen Elektrizitätswerkes beschäftigt. Hier, im Informations- klub, bezeichnete man diesen Bauplatz als eine richtige Mördergrube. Zur zweiten Gruppe gehörten die Arbeiter der beiden benachbarten Kohlen- gruben: Brzeszcze und Jawiszowice. Viele der ausgemergelten Häftlinge waren dieser Arbeit erlegen. 80 Prozent der hier arbeitenden Leute waren Juden aus allen unterjochten Ländern Europas. Der Rest bestand aus Polen, Russen, Ukrainern und Zigeunern. Das ganze Lager zitterte vor zwei Blockführern, die sich in Grausamkeiten einander überboten und Methoden ausfindig machten, die bisher noch nirgends angewandt worden waren. Ihre Waffe war die Peitsche: ohne sie ließen sie sich niemals im Lager sehen. Der eine, Bill genannt, war wegen irgendeines schweren Verbrechens zu langjährigem Gefängnis verurteilt worden. Man ließ ihn später nach Auschwitz kommen, wo er zum Kapo befördert und nach Jawiszowice geschickt wurde. Er war Sadist von Natur und sah wie ein Verbrecher aus. Seine Pflichten erfüllte er so gut, daß er die Schulung der Lagerpeiniger leiten konnte. Fritz— der andere Peiniger— wies zwar mehr Finesse auf, war aber unnachsichtiger und rücksichtsloser.... Die Aufzählung aller Arten von Arbeiten, die auf der Baustelle ausgeführt wurden, und die Beschreibung ihres Verlaufs würden eine von Blut, Schweiß und Tränen triefende Erzählung ergeben. Die Fundamente des dort aufge- bauten großen Elektrizitätswerks sind mit jüdischem Blut, die Mauern mit jüdischem Schweiß benetzt und vom Gebet für Sterbende umweht, das die noch lebenden Häftlinge in die toten Ziegel über den verendeten Arbeits- kameraden flüsterten. Außer den Kapos gab es noch zusätzliche Schergen, und zwar die Meister der deutschen Baufirmen, die den Bau führten. Diese Firmen zahlten für die Arbeit der Häftlinge und nutzten sie bis zum äußersten aus. Auf der Baustelle kamen 458 <) Mit Amtser U\bs lebene Ing Halting Dir Auf andauernd neue Arbeiter an, die ihre erschöpften und völlig entkräfteten Vorgänger ersetzten. Die von dort zurückkommenden Leute waren so er- schöpft, daß kein Befehl von ihnen ausgeführt werden konnte. Sie schleppten ihre schlaflen Körper, wie Gliederpuppen, die von einem schwachen, schlecht funktionierenden Mechanismus bewegt werden. Nach einigen zehn Tagen Arbeit fühlte ich mein nahendes Ende. Meine Knie versagten bei jedem Schritt; der gebeugte Rücken wollte nicht wieder gerade werden, und der Kopf fiel mir schlaff auf die Brust, sogar in den Momenten, in denen höchste Achtsamkeit nötig war. Ich wurde zum Bau von Luftschutz- räumen auf dem Gelände der Kohlengrube zugeteilt. Wir schaufelten dort sehr tiefe Gruben, aus denen drei Arbeiter den Lehm an die Oberfläche schaufeln mußten AJHI, Memoiren, Nr 139, S. 781., 106f., 1171.(Übersetzung aus dem Polnischen 370. 7. September 1943, Berlin.— Aktennotiz Oswald Pohls, des Chefs des WVHA, über die Übernahme der den SS- und Polizeiführern unterstehenden jüdischen Arbeitslager im GG durch das SS-WVHA. Im Anschluß an die Besprechung vom 3. d.M. mit SS-Obergruppenführer Krüger, fand am 7. d. M. im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt eine Besprechung statt, an der teilgenommen haben: SS-Obergruppenführer Pohl, SS-Gruppenführer Globocnik, SS-Brigadeführer Glücks, SS-Brigadeführer Lörner, SS-Obersturmbannführer Schellin, SS-()bersturmbannführer Maurer, SS-Sturmbannführer Florstädt, SS-Obersturmführer Dre Horn: Es wurde folgendes festgelegt: l) Die vorhandenen etwa 10 Arbeitslager des SS- und Polizeiführers im Distrikt Lublin werden als Zweiglager des Konzentrationslagers Lublin vom SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt übernommen. Sie unterliegen mit der Übernahme der Verantwortlichkeit und Dienstaufsicht des SS-Wirtschafts- Verwaltungshauptamtes und unterstehen unmittelbar SS-Sturmbannführer Florstädt, der für Sicherheit und ordnungsgemäße Führung sorgt. 9) Mit der Übernahme durch das SS-Wirtse hafts- und Verwaltungshauptamt Amtsgruppe D) werden die Insassen dieser Arbeitslager Konzentrationslager- Häftlinge. e Die Abstellung dieser Häftlinge an die in diesen Lagern von der Östi! be- triebenen oder noch zu erric htenden Werkstätten erfolgt gegen Zahlung eines Häftlingsentgeltes, wel« hes in die Reichskasse fließt. Die Aufwendungen für die Häftlinge werden vom Reich getragen. 2 3) Unabhängig von diesen etwa 10 Arbeitslagern im Distrikt I ublin soll ım . y ran i allen im Generalgouvernement be- Interesse einer Generalbereinigung bei allen 2 1 auf geraubtem jüdischem Vermögen basierende SS-Gesellschaft, „Östindustrie‘‘ war eine die jüdische Arb« itskraft ausbeutete. 459 stehenden Arbeitslagern die Übernahme durch das SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt erfolgen.” SS-Sturmbannführer Florstädt wird ver- antwortlich für die Übernahme dieser Lager in den Dienstbereich der Amts- gruppe D des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes eingesetzt. Einzelheiten bespricht er mit SS-Obersturmführer Dr. Horn. Er wird zunächst Zahl, Örtlichkeit, Stärke der Insassen sowie die Bewachungsmannschaften und Art der Fertigung schnellstens feststellen und sich dann mit den genannten Führern in Verbindung setzen. Es ist anzustreben, Lager mit geringer Belegungsstärke und solche mit nicht kriegswichtiger oder siegesentscheidender Fertigung aufzulösen. }) Die Beteiligten sind sich darüber im klaren, daß die Übernahme aller dieser Arbeitslager durch das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt(Amtsgruppe D) nur möglich ist, wenn die jetzt bei diesen Lagern eingesetzten Wachmann- schaften(Polizeikräfte und Askaris?) dort verbleiben, dem SS-Wirtschalfts- Verwaltungshauptamt für die Dauer des Bestehens dieser Lager unterstellt und soweit es sich um SS-Angehörige oder solche, die in die SS aufgenommen werden können, handelt, abgegeben werden. SS-Gruppenführer Globocnik erklärte hierzu, daß dies selbstverständlich wäre, und SS-Obergruppenführer Krüger ohne weiteres damit einverstanden sein wird. Pohl SS-Obergruppenführer Nürnb. Dok. NO-599. und General der Waffen-SS : Am 22. 10. 1943 ordnete Pohl an, daß die Gruppe D des SS-WVHA folgende Arbeitslager übernehmen solle: das Arbeitslager auf dem alten Flugplatz in Lublin, die Lager in Trawniki, Radom, Budzyn, Plaszow, DAW in Lublin und Lemberg(das Janowska-Lager).(Nürnb. Dok. NO-60.) 3„Askaris‘‘ nannten die Nazis Polizeieinheiten, die aus ukrainischen, litauischen oder let- tischen Faschisten zusammengesetzt waren. Die Askaris gehörten meistenteils zur Be- satzung von KZ- und Vernichtungslagern. Mn, 371. 18. März 1944, Lodsch(Löd? Schreiben von Biebow an Häusler, einen höheren Beamten im Amt des Reichsstatthalters im Warthegau, über die Deportation von 1500 Juden aus dem Lodscher Getto. Betr.: Überführung von 1500 Juden in das Generalgouvernement. Bezug: Ihr Schreiben vom 11.2. 1944, A. Z.: I-13: 022-150. Der Abtransport der 1500 Juden auf Grund der Anordnung von SS-Ober- gruppenführer Koppe! in Krakau ist reibungslos und in vollem Umfange in Gemeinschaft mit der Geheimen Staatspolizei durchgeführt worden.” Im Auftrage: Biebow AJHI, GV IV/60, S. 200 Amitsleiteı ! Koppe, bisher Höherer SS- und Polizeiführer im Warthegau, übernahm, nach Krüger, dessen Posten im Generalgouvernement, ? In:der ersten Hälfte des Monats März 1944 wurden rund 1600 Juden aus dem Lodscher Getto in die Rüstungsbetriebe in SkarZysko-Kamienna und Tschenstochau gebracht.(AJHI, JLo, Tageschronik 1944. 372. Judenlager HASAG in Tschenstochau. 461 TORI NEM ACHT YLGTRLEEHEATEIREIRTPTOTHRGHINIEEITEILTADLIPASRTERNTEIM TB SPEILTAPSIERUTIT EP IPTITID IP LTH INGE 373. Arbeitskarte eines Juden aus dem Lodscher Getto mit dem Vermerk, daß er mit dem 4 31, Aus Transport Nr 67 deportiert wurde(d. h. ins Arbeitslager HASAG in Tschen- Betr stochau).| Esıst da: 2 Die Furt OÖ 4 Lagertor dam: E| gekleidet km Ss 5* h I ist gelb [ee Im JS& 4|, Q So&) & N E F|| If; spenste no=; rauen$ 1 AN 2 R\ i n S t nd sog? he) Bi 2 4- ln! .— Ks ON©*; Ä u UN ee N@. N hineinge 8 ni>) B>$; SBERBENMS ham Be 1 I; Mu peratur iv io} ir Dampt{ Ra 8% i almet eı genau sc Es wird Die Kes Trotyls, weil er auch, w gegen d Vor de ngjähı sehunge mußte< Verricht Laufe f selbst, F Um mit Lippen lie aus hatten Nenn( “Setzen Lerst ID Ind tö | Deschäf | Die | R Ri, er} thöhı 374. Auszüge aus Röza Baumingers Memoiren über die Sklavenarbeit der Juden in einem Betrieb des Hugo Schneider A.G-Konzerns(HASAG) in Skarzysko-Kamienna. Werk C. Es ist das berüchtigste von allen Werken, tief im Wald verborgen. Die Furcht bemächtigt sich eines jeden neuen Ankömmlings, wenn er nur das Lagertor durchschreitet. Der erste Eindruck: Gelbe Menschen in Papier gekleidet, das mit Strippen und Drähten zusammengehalten ist. Alles im Wald ist gelb: Gelbe Baracken, Bäume und Blätter; so wirken die giftigen Sub- stanzen, die aus den Werkhallen strömen. Ein vergifteter Wald. Menschen, gespensterhafte gelbe Erscheinungen, wandeln zwischen den Bäumen. Die Frauen sind rothaarig(Einwirkung des Pikrins aufs Haar), haben rote Nägel, und sogar ihre Augen im gelben Gesicht scheinen gelb zu sein ...In der Halle befinden sich zwei riesige Kessel, in welche der Trotyl hineingeschüttet wird. Die Luft ist voller Trotylstaub, der Tränen aus den Augen preßt, den Atem beraubt und Husten hervorruft. In sehr hoher Tem- peratur sieden in glühenden Kesseln Salpeter und Trotyl, denen ein dichter Dampf entströmt. Indem der Kesselbedienende den Inhalt des Kessels mischt, atmet er den aufsteigenden Dampf des Trotyls ein, der auf den Organismus genau so tödlich wirkt wie Pikrin. Es wird ohne Schutzkleidung, Masken, Brillen und Handschuhe gearbeitet. Die Kessel sind ohne Deckel, es entströmen ihnen also die Gase des siedenden Trotyls. Die Arbeit des Kesselbedienenden ist besonders gefährlich, nicht nur, weil er ununterbrochen die giftigen Gase aus dem Kessel einatmet, sondern auch, weil die kleinste Unvorsichtigkeit, z. B. ein Stoß mit dem Rührstock gegen die Kesselwand, eine Explosion bewirken kann. Vor dem Krieg mußte der Kesselbedienende ein erstklassiger Fachmann mit langjähriger Praxis sein. Im Lager übten diese Tätigkeit übermüdete, aus- gehungerte Häftlinge aus, die von dieser Arbeit keine Ahnung hatten. Jetzt mußte der Kesselbedienende die Tätigkeit eines Elektrotechnikers und Monteurs verrichten. Bei dieser tödlichen Arbeit starben 17 von 26 Kesselbedienenden im Laufe einiger Monate. Darunter gab es einige Unglücksfälle in der Halle selbst. Es geschah, daß der Kesselbedienende, sich über den Kessel beugend, um mit letzten Kräften den Trotyl zu mischen, plötzlich mit Schaum auf den Lippen und starren Augen neben« von der Arbeit mit dem Trotyl lebend davonkamen, lem Kessel zusammenbrach. Die wenigen, die aus dem Lager und hatten Tuberkulose. Aber es gab ihrer nur sehr wenige... Wenn die Männer ausstarben, mußten Frauen sie bei den schwersten Arbeiten ersetzen. Besonders gefährlich war die Arbeit bei der Stampfe, d.h. dem Zerstoßen von Trotyl, da der An und tödlich aufs Herz und auf andere Organe wirkte. Bei dieser Arbeit beschäftigte Frauen lebteı Die Fürchterlichkeit all dessen wurde noch durch unmenschliche Behandlung warfen Handgranaten auf die Häftlinge. Ein Deut- aufsteigende Trotylstaub in die Lungen drang ı durchschnittlich nicht länger als zwei Monate. erhöht. Die Werkmeister 463 283 ern area _ scher namens Hecht, 80[?] Jahre alt, schlug auf deutsche Art mit der Faust auf den Kopf, mit dem Gummiknüppel ins Gesicht und auf den Rücken... Nach eintägigem Aufenthalt in der Halle konnte man die Arbeiter nicht wiedererkennen. Ihre Haare wurden grünlich-gelb, das Gesicht mit gelben Flecken gesprenkelt, die Handflächen waren verbrannt, rot, in Wunden. Die Haut wurde trocken und runzlig. Die Werkzeuge waren mit Öl beschmiert, das in Verbindung mit dem Pikrin die Haut verbrannte, so daß Wunden an den Händen entstanden. Die Vergiftung mit Pikrin rief Erbrechen und Kniekrämpfe hervor. Ein Warschauer Jude, der anfangs so kräftig war, daß er allein die Kessel aus der Küche brachte und zum Wegbringen von Leichen gebraucht wurde, zog sich ein Beinleiden zu und magerte so sehr ab, daß er in kurzer Zeit zum„Musel- man‘‘ wurde. In einigen Wochen war er tot. Sehr schwer war die Arbeit bei der Preßmaschine. Die kleinste Unvorsichtigkeit konnte zur Explosion führen. Ein Junge fing einmal Feuer, brannte wie eine Kerze und konnte kaum gerettet werden; obwohl stark verbrannt, war er glücklich, daß man ihm nachher eine andere Arbeit zuwies. Der Werkmeister kam selbst nie in-die Halle hinein. Er stand an der Schwelle, hielt sich den Mund zu und erteilte seine Anweisungen nicht in der Halle selbst, sondern von der Tür aus. Von den ‚‚Pikrinern‘“ wandte sich jedermann ab, wie von Aussätzigen. In ihrer Nähe wurde nämlich alles bitter. Sie durften sich nicht am Ofen wärmen, denn die Wärme trug die bitteren Dämpfe durch die Luft und das Essen wurde bitter. Man machte sogar Späße über sie und rief ihnen „„Kanarienvögel‘ nach. Vor dem Krieg betrug das Leistungssoll 3 Kisten, d. h. 450 Stück. Im Lager aber wurde 11 Stunden gearbeitet, und das Leistungssoll betrug anfangs 7 Kisten, Nach Erfüllung des Solls versprach man Feierabend. Es herrschte also eine große Hast, einer spornte den anderen an, um möglichst schnell fertige zu werden und in die Baracke zurückzugelangen, denn es nahm viel Zeit in Anspruch, sich von dem Pikrin zu waschen und zu säubern. Die Deutschen nutzten die Häftlinge bis zum äußersten aus, sie setzten ein Tages- soll von 8, 9 und 11 Kisten, d.h. 1650 Würfel Pikrin fest. Die Häftlinge wurden von den Meistern so geschlagen, daß buchstäblich jedes Stückchen Halle mit Blut begossen war. Sie schlugen mit dem Hammer auf den Kopf... Röza Bauminger, Bei Pikrin und Trotyl, hg. v. d. Zentralen Jüdischen Kommission, Lödz 1946, S. 21-24) 281. (Übersetzung aus dem Polnischen.) Mensch Haft] Inge INmo Auge sel Devölker a HAASE KHRRRNDBUKNRRTENRRAEHREURTNNKNN 375. Auszüge aus Notizen von Aldo Coradello, dem ehemaligen italienischen Vizekonsul in Danzig(Gdansk), unter dem Titel„Das Konzentrationslager in Stutthof‘““, über jüdische Zwangsarbeitertrupps, die außerhalb des Lagers beschäftigt waren. Ein Teil noch gesunder und kräftiger Juden wurde truppweise zur Arbeit nach Königsberg, Danzig usw. gesandt. Jeder wollte natürlich einem solchen [rupp angehören, denn jeder dachte, daß es ihm im Arbeitseinsatz außerhalb des Lagers besser gehen würde, da man dort mit der Zivilbevölkerung zu- sammenkommen konnte, von der man Hilfe und vor allen Dingen Lebens- mittel zu bekommen hoffte. Aber diese Hoffnung sollte meistenteils unerfüllt bleiben. Es hört sich vielleicht unglaublich an, aber es kann von am Leben gebliebenen Juden bestätigt werden, daß die neue Arbeitsstelle eine noch schlimmere Hölle als das Lager war. Jedenfalls wurde jedermann bis auls äußerste ausgenutzt-— man arbeitete 16 Stunden täglich. Nachher mußte man noch ins Lager zurückmarschieren, so daß diese Häftlinge nur 5 Stunden Schlaf pro Tag hatten, wenn der Appell nicht auch noch ein paar Stunden davon weenahm. Die Hoffnung, mit deutscher Bevölkerung in Verbindung zu treten. die nicht der SS angehörte, und sie dazu zu bewegen, den Häft- lineen aus Mitleid auch nur etwas Nahrung zu geben, mußte unerfüllt bleiben. Die Zivilbevölkerung hatte selbst schr wenig zu essen, und obendrein be- trachteten viele Deutsche die Juden und KZ-Häftlinge als eine Art ‚‚Unter- menschen‘‘. Und wenn auch einige von ihnen trotzdem den Unglücklichen helfen wollten, so hatten sie Angst, von der Gestapo ertappt zu werden. Es eab nur sehr wenige, die trotz alledem Mut genug besaßen, um diesen bemit- leidenswerten Menschen zu helfen. Tatsache bleibt jedenfalls, daß nicht nur die SS, sondern auch viele andere Deutsche, diejenigen z. B., welche in den Rüstungswerken und auf der Reichs- bahn arbeiteten, keine Spur von Mitleid für fremde Qual und Not zeigten. Nach einem Monat Arbeit in einem außerhalb des Lagers beschäftigten Trupp kam in-Stutthof der erste Transport solcher Juden an. Es waren 50 Männer. Sie kamen aus Königsberg. Ihr Äußeres hatte nicht nur mit dem Begrifl „Mensch“, sondern sogar mit dem Begriff ‚Tier nichts Gemeinsames. Diese Häftlinge konnte man bestenfalls für zufällig bewegliche Skelette halten. Es ist unmöglich, diese ausgemergelten Menschen mit gläsernen, nichts sehenden \ugen und über der Erde schleifenden Füßen je zu vergessen. Hat denn die Bevölkerung von Königsberg diese schon fast nicht mehr lebendigen Wesen nicht gesehen, als sie zum Bahnhof oder zur täglichen Arbeit gingen? Hat denn die Bevölkerung von Königsberg nur mit den Achseln gezuckt und deı öfter wiederholten Meinung Ausdruck gegeben, daß es schließlich nur aus- ländische Häftlinge und nuı Juden seien daß sie also von der Pflicht, an u denken und sich mit ihrem Schicksal zu beschäftigen, befreit seien? In der Firma AEG in Torun arbeiteten etwa 5000 Jüdinnen. Im Herbst 1944 wurden sie aus Stutthol dorthin zur schwersten Arbeit abkommandliert. 465 0 Getto Mn Y ur EDTZEELLKLKDFGEHLEHEVERKRIEHTAGKGERLPTKTRSRLEIE DETAIL HHTH HT EIN IEETEATH BIER ETTIPRERUTETTTHTE I AETUHTEIN PU A UK HIHIL) KARDON Andere derartige Arbeitstrupps(zusammen etwa 6000 Jüdinnen) waren beim Bau einer Brücke in Elbing beschäftigt. Einige Hundert arbeiteten auf Flug- plätzen in Ostpreußen oder auf Truppenübungsplätzen in Bruss bei Konitz. Diese Frauen mußten bei jedem Wetter, mangelhaft gekleidet, schlecht er- nährt und in einem unzureichenden Raum untergebracht, die schwersten Erdarbeiten leisten. Bine junge belgische Jüdin, die erst vor einem Monat nach Torun gesandt wurde, kehrte vollständig erschöpft ins Lager zurück. Sie befand sich dort zusammen mit anderen 40 Frauen, die auch gänzlich erschöpft waren. Wenn die vor Kälte zitternden Frauen, die dort bei Frost arbeiteten, sich die Hände am Lagerfeuer wärmen wollten, fingen die Volkssturmmänner, die in der Nähe Wache hielten, an, auf sie— ohne jegliche Warnung- zu schießen. Eine der Frauen wurde dabei erschossen, einige wurden verwundet. Diejenige, die das alles erzählte, hatte vier Schußwunden; obwohl sie durch den Blutverlust im Sterben lag, schickte man sie in den Block zurück. Die Zahl der so ge- quälten und zugrunde gerichteten Frauen war sehr groß, besonders in Ost- preußen. Die Frauen starben vor gänzlicher Erschöpfung, vor Kräfteverlust. In Torun z.B. starben täglich etwa 60 Frauen. Als der Arbeitstrupp aul- eelöst wurde, kehrten nach Stutthof nur lauter Skelette zurück, vollkommen erschöpft vor Hunger und Überlastung durch Arbeit. Binnen kurzer Zeit starben sie. Dasselbe geschah auch an anderen Arbeitsstellen nur eine winziee Zahl der Widerstandsfähigsten konnte diese Qualen aushalten. A\JHI, Memoiren, Nr 34, S, 18 und 25.(Übersetzung aus dem Polnischen. Du a un RARGDLTNBBESANARBLHAUURETNA DER ESEÖHREIRSBNBERRSBERH SEHEN RRRERERBUHRENTEH RD HD REEEREERARRNAHREERENENDNTINERNERSITNEIAERSAH 1 v1 Die Juden im Kampf gegen die deutschen Okkupanten und deren Helfer | | | LEREERLAGRÄCKELETTEREHEPRTERTFNGKOTTHFEHRPSRERTETEHHEASRIEETHERLGSRTSETAHHESEHPTERTEHTHHIEAUHTERNEHHTEHIHTMINBETENTAIREBFTIFIFINTENHTRTETETOIRSERENBIHTIISTTH BEN IH EIIBIPNTETFOTZENT 318, Sza a ae HRHEN# Ana a HARAHR PORT VERZEICHNIS DER DOKUMENTE 376. 15. Mai 1942, Warschau(Warszawa).— Der erste Aufruf des Antifaschistischen Blocks an die jüdische Bevölkerung, in dem diese zur Bildung einer gemeinsamen Front gegen den Okkupanten aufgefordert wird. 377. Jözef Lewartowski, Vertreter des ZK der Polnischen Arbeiterpartei und einer der Gründer des Antifaschistischen Blocks im Warschauer Getto, im August 1942 von der Gestapo ermordet. 378. Szachno Sagan, Führer der Partei Linke Poale Zion, einer der Organisatoren des Änti- faschistischen Blocks im Warschauer Getto, im August 1942 im Todeslager Treblinka umgebracht. 379. Tosia Altman, aktive Kämpferin der Haschomer Hazair und des Antifaschistischen Blocks im Warschauer Getto, im Mai 1943 getötet. 380. Pinkus(Piotr) Kartin(„Andrzej Szmidt‘‘), Hauptmann einer Internationalen Brigade in Spanien, Organisator der ersten Militärgruppen des Antifaschistischen Blocks im Warschauer Getto, im Mai 1942 von der Gestapo erschossen. 381. Ing. Jerzy Neuding, aktiver Kämpfer des linken Flügels der Polnischen Sozialistischen Partei im Warschauer Getto, im April 1942 von der Gestapo erschossen. 382. Dr. Leon Fajner, Führer der Partei ‚Bund‘ im Warschauer Getto, Autor der„SOS“ Berichte für das Ausland, 1945 gestorben. 383. Zofia Zatorska. erster Verbindungsmann zwischen den illegalen Kämpfern im Getto und der polnischen Widerstandsbewegung, 1940 von der Gestapo ermordet. 384. Samuel Zimmerman(‚Adam Meretik“), Sekretär der Polnischen Arbeiterpartei im Warschauer Getto, von der Gestapo im Mai 1942 ersc hossen. 385. Dr. Emanuel Ringelblum, Mitglied der Leitung des Antifaschistischen Blocks im War- schauer Getto. Gründer des illegalen Gettoarchivs, von der Gestapo im März 1944 er- schossen. 386. Milchkannen, in denen Ringelblum den zweiten Teil des illegalen Archivs versteckt hatte (im März 1943). 387. 30. Juli 1942, Warschau(Warszawa).- Aufruf der Polnischen Arbeiterpartei an die Juden um aktiven Widerstand und an die polnische Bevölkerung, den Juden während der großen Deportation Hilfe zu erweisen. 388. Mordechai Anielewicz, Führer der Haschomer Hazair und Kommandeur der Jüdischen Kampforganisation(Zydowska()rganizacja Bojowa) im Warschauer Getto, im Aufstand am 8. Mai 1943 gefallen. 389. 20. September 1942, W arschau(Warszawa).— Aufforderung zum aktiven Widerstand, Getto veröffentlicht. j von Antifaschisten im Warschauer 390. Jochanan Morgensztern Führer einer Organisation der linken Zionisten, Schatzmeister . anan]|) der Jüdischen Kampforganisation, im Mai 1943 im Gettoaufstand gefallen. 391. 30. Oktober 1942, Warschau(Warszawa). Bekanntmachung der Jüdischen Kampf- organisation über die Bestrafung von Verrätern des Volkes. 469 EEE 2322 EEE EEE EL ERTERTEE 392. 4. Dezember 1942, Warschau(Warszawa).— Aufruf der Jüdischen Kampforganisation an die Gettobevölkerung zur Wachsamkeit, zur Entlarvung der von den feindlichen Helfershelfern verbreiteten Lügen und zum Widerstand. 393. Arie Wilner(,Jurek‘“), Mitglied der Haschomer Hazair, Verbindungsmann zwischen der Jüdischen Kampforganisation und der polnischen Widerstandsbewegung auf der „arischen Seite‘‘, im Gettoaufstand am 8. Mai 1943 gefallen. 394. 5. Dezember 1942, Warschau(Warszawa).— Auszug aus einem Artikel im Organ der Jüdischen Kampforganisation,„Wiadomosci‘, über den Umschwung in der Haltung der polnischen Juden und über die Anfänge des aktiven Widerstands. 395. Niuta Tejtelbaum, Mitglied der Polnischen Arbeiterpartei, Organisatorin von Partisanen- gruppen unter der Gettojugend, von der Gestapo im September 1943 ermordet. 396. Gola Mire, langjährige kommunistische Funktionärin, Führerin der Widerstands- bewegung im Krakauer Getto, 1943 von der Gestapo umgebracht. 397. 7. Dezember 1942, Krakau(Kraköw).— Aus der mündlichen Meldung des Gouverneurs im Distrikt Lublin, Zörner, über die Flucht von Juden aus den Gettos in die Wälder und ihren Anschluß an die Partisanenbewegung. 398. Beniamin Halbrajch, Führer in der jüdischen Widerstandsbewegung in Krakau. Mitorganisator der Kampfaktionen im Dezember 1942, von der Gestapo 1943 ermordet. 399. Gestapoleute haben eine Jüdin, Mitglied der Partisanenbewegung, gefangengenommen. 400. 17. Dezember 1942, Warschau(Warszawa).— Nachricht in einer polnischen illegalen Zeitung über den Widerstand der Juden in kleinen Städten. 401. Anfang Januar 1943, Warschau(Warszawa).— Aufruf der Jüdischen Kampforganisation an die Juden, ihr Leben zu verteidigen. 402. Anfang Januar 1943, Warschau(Warszawa).— Aufruf der Jüdischen Kampforganisation an die Gettobevölkerung, an einer bewaffneten Aktion teilzunehmen. 403.[19.] Januar 1943, Warschau(Warszawa).— Flugblatt der Jüdischen Kampforganisation, in dem die Juden zum aktiven Widerstand aufgefordert werden. 404. 19. Januar 1943, Warschau(Warszawa).— Nachricht in einer polnischen illegalen Zeitung über den bewaffneten Widerstand der Juden. 405. 27. Januar 1943, Warschau(Warszawa).— Aufruf der Jüdischen Kampforganisation an die Gettobevölkerung, sich zu bewaffnen und Häuser und Bunker zu befestigen. 406. 9. Februar 1943, Bialystok.- Ein im Getto veröffentlichter Aufruf des Vereinigten Anti- faschistischen Blocks, der die Juden zum Widerstand auffordert. 407. Antoni Jakubowski, Pole, langjähriger Kommunist, Organisator der Widerstands- bewegung in Bialystok, von der Gestapo im November 1942 umgebracht. 408. 6. März 1943, Warschau(Warszawa).— Nachricht in einer polnischen illegalen Zeitung, über den bewaffneten Widerstand der Juden in Bialystok. 409. Josef Lichtensztejn, langjähriger kommunistischer Funktionär, Organisator der ersten antifaschistischen Gruppen im Getto von Bialystok, im August 1943 während der be- waflneten Kämpfe gefallen. 410. Information über den gemeinsamen Kampf polnischer, jüdischer, belorussischer, russischer und deutscher Antifaschisten in Bialystok im März 1943. 411. Eliahu Boraks, Mitglied der Leitung der Haschomer Hazair, ehemaliger Unteroffizier 470 der polnischen Armee, einer der Kommandeure der ersten Kämpfe im Bialystoker Getto vom Februar 1943, während dieser Kampfaktionen gefallen. 412. 21. Februar 1943, Warschau(Warszawa).— Bericht einer jüdischen Kampfgruppe über die Beseitigung von Gestapospitzeln im Warschauer Getto. 413. 29. Februar 1943, Warschau(Warszawa).— Nachricht in einer polnischen illegalen Zeitung über den bewaffneten Widerstand der Juden in polnischen Provinzstädten und -städtchen sowie über die Widerstandsbewegung im Warschauer Getto. 414. 16. März 1943, Warschau(Warszawa).- Nachricht einer polnischen illegalen Zeitung über einen großen jüdischen Partisanentrupp. 415. Ende März 1943, Warschau(Warszawa).— Brief der Jüdischen Kampforganisation an die Waffenbrüder jenseits der Mauern über die Solidarität des gemeinsamen Kampfes gegen den Naziokkupanten. 416. 19. April 1943, Warschau(Warszawa).- Nachricht über den Aufruf der Jüdischen Kampf- organisation an die jüdische Bevölkerung zum Kampf gegen die Okkupanten. 417. Mit diesen Waffen boten die jüdischen Aufständischen den technisch gut ausgerüsteten Faschisten Widerstand. 418. 19. April 1943, Warschau(Warszawa). Meldung der Jüdischen Kampforganisation über den Beginn der Kämpfe im Getto. 419. Titelseite des Berichts über den Verlauf des Aufstandes im Warschauer Getto, der von General Stroop an den Höheren SS- und Polizeiführer in Krakau, General Krüger, und an Himmler gesandt wurde. 420. Stroops Tagesmeldung vom 20. April 1943. 421. 20. April 1943, Warschau(Warszawa).- Geheime Tagesmeldung des SS- und Polizei- führers im Distrikt Warschau, Stroop, an den Höheren SS- und Polizeiführer Ost, Krüger, über den Verlauf der Kämpfe im Getto am 19. und 20. April 1943. 422.20. April 1943, Krakau(Kraköw).— Schreiben des Generalgouverneurs Frank an den Chef der Reichskanzlei, Minister Lammers, über den Ausbruch des Aufstandes im War- schauer Getto. 423. Eine Abteilung der faschistischen Sicherheitspolizei vor dem Betreten des Gettos. 424. Ein Artillerietrupp bereitet den Beschuß einer Stellung der jüdischen Aufständischen vor. 425. April 1943, Warschau Warszawa).- Meldung des Kommandos der Jüdischen Kampl- organisation über den\ erlauf des ersten Gefechts im Getto, das am 19. April morgens stattfand. 426. Jüdische Frauen, Mitglieder der bewegung, vor der Erschießung. Jüdischen Kampforganisation und der Chaluzzen- Brief von Mordechai Anielewiez, dem Komman- 427. 23. April 1943, Wars« hau(Warszawa). danten des Aufstandes, an seinen Stellvertreter auf der„arischen Seite“, Icchak Cukier- man. 428. Ing. Michal Klepfisz, Mitglied organisation, am 20. April 1943 im Kampf jerska-Straße) g« fallen. 429. Ing. Edward Fondaminski, Sekretär der des Aufstandes, am 8. Mai 1943 im Kampf um den Bunker der Organisation„Bund“ und der Jüdischen Kampi- auf dem Gelände der Bürstenfabrik(Swieto- Polnischen Arbeiterpartei im Warschauer Getto und einer der Kommandeure des Hauptkommandos der Jüdischen Kampforganisation(Mila-Straße 18) gefallen. ummane EEREFELLRLLHETLDIE TEE £ 430. 431. 432. 433. 434. 435. 436. 437. 438. 439. 440. 441. 442. 443. 444. 445. 446. 447. 448. Luba Fondaminska, Frau des Edward, Mitglied der Polnischen Arbeiterpartei und der Jüdischen Kampforganisation, am 2. Mai 1943 im Kampf in der Stawki-Straße gefallen. Ing. Abram Blum, Mitglied der Partei„Bund“, der Jüdischen Kampforganisation und Teilnehmer des Aufstandes, von der Gestapo auf der ‚‚arischen Seite‘“ ermordet. 23. April 1943, Warschau(Warszawa).— Deklaration der Jüdischen Kampforganisation, an die polnische Bevölkerung gerichtet. Franciszek Leczycki, langjähriger polnischer kommunistischer Funktionär, Organisator der Hilfsaktion für das kämpfende Getto seitens der Polnischen Arbeiterpartei. Ing. Stanislaw Skrypij, Kommandeur der Volksgarde in Warschau zur Zeit des Auf- standes im Getto, von der Gestapo im Juli 1943 erschossen. Franciszek Bartoszek, Leiter der bewaffneten, von der Volksgarde organisierten Solidari- tätsaktion an der Gettomauer(20. und 23. April 1943), am 15. Mai 1943 im Kampf mit den Faschisten gefallen. Zygmunt Bobowski, Kunstmaler, Teilnehmer der von der Volksgarde am 20. April 1943 durchgeführten Kampfaktion an der Gettomauer, ebenfalls am 15. Mai gefallen. Edward Bonislawski, Quartiermeister der Volksgarde, der den jüdischen Aufständischen Waffen lieferte; er wurde am 21. April 1943 an der Gettomauer erschossen. Wladyslaw Gaik, Organisator einiger von der Volksgarde durchgeführten Aktionen (30. April und 10. Mai 1943), deren Ziel es war, die letzten Gruppen der Jüdischen Kampforganisation aus den Gettotrümmern zu den Partisanen zu geleiten. Er wurde von der Gestapo im Oktober 1943 erschossen. Jözef Podkanski, polnischer Schaffner, Mitglied der Volksgarde; brachte während des Aufstandes Kampfmeldungen aus dem Getto. Er wurde von der Gestapo Ende April 1943 erschossen. Jözef Pszenny, Hauptmann der Heimatarmee(AK), Leiter einer bewaffneten Soli- daritätsaktion an der Gettomauer(am 19. April 1943). Jözef Wilk, junger polnischer Arbeiter, Teilnehmer der Kampfaktion der AK an der Gettomauer am 19. April 1943; während dieser Aktion gefallen. Eugeniusz ‚„Miodek‘, junger polnischer Arbeiter, Teilnehmer der Kampfaktion der Heimatarmee an der Gettomauer am 19. April 1943; bei diesen Kämpfen gefallen. Prof. Jerzy Lewandowski, Major der Heimatarmee(AK), Leiter der Solidaritätsaktion vom 23. April 1943 an der Gettomauer. 23.-27. April 1943, Warschau(Warszawa).— Tagesmeldungen von Stroop an den Höheren SS- und Polizeiführer Krüger über den Verlauf der weiteren Kämpfe im War- schauer Getto. Tagesmeldungen von Stroop. 20. April 1943, Warschau(Warszawa).— Nachricht einer polnischen illegalen Zeitung über Solidaritätsaktionen der polnischen Kämpfer. Das Getto steht in Flammen. Deutsche Spähtrupps auf der Jagd nach den aus den brennen- den Häusern zum Vorschein kommenden Juden. Eine alte Jüdin, die vom Balkon eines brennenden Hauses abspringen wollte, blieb am Gitter hängen. 449. Eine kleine Gruppe älterer Leute, die auf dem Gelände der Firma Brauer(Nalewski- 183, 44, Straße) ergriffen wurden, werden vor dem Abtransport ins Todeslager nach Waffen durchsucht. 450. General Stroop verhört eine Gruppe gefangener orthodoxer Juden. 451. 23.-29. April 1943, Warschau(Warszawa).— Nachrichten in polnischen illegalen Z tungen über die weiteren Kämpfe der Juden im Warschauer Getto. 452. Zygmunt Frydrych, Verbindungsmann zwischen der Jüdischen Kampforganisation und der polnischen Widerstandsbewegung während des Aufstandes, von der Gestapo nach dem Aufstand ermordet. 453. Hersz Lent, Mitglied der Partei Linke Poale Zion und der Jüdischen Kampforganisation, am 2. Mai 1943 im Kampf in der Franciszkanska-Straße gefallen. 454. Szanan Lent, Sohn des Hersz, der jüngste Aufständische(14 Jahre), Mitglied der Kom- munistischen Kampforganisation der Jugend(Zwigzek Walki Miodych), im Aufstand gefallen. 455. Dawid Nowodworski. Mitglied der Haschomer Hazair, einer der Führer der Jüdischen Kampforganisation und des Aufstandes, nach dem Aufstand in der Umgebung Warschaus von der SA ermordet. 456. Lewi(Lejb) Gruzalc, Mitglied der Partei ‚Bund‘, einer der Führer der Jüdischen Kampf- organisation und des Aufstandes, am 8. Mai 1943 im Kampf in der Mila-Straße gefallen. 457. Dorka Goldkorn, Mitglied der Polnischen Arbeiterpartei, Verbindungsmann zwischen der Jüdischen Kampforganisation und der polnischen Widerstandsbewegung während des Aufstandes 458. Zachariasz Artsztejn, Mitglied der linken zionistisch-sozialistischen Jugendorganisation Dror, einer der Führer der Jüdischen Kampforganisation, der bis zu den letzten Tagen des Aufstandes kämpfte und dann vermutlich fiel. 459. 26. April 1943, Warschau(Warszawa).- Letzter Brief des Kommandanten Anielewicz aus dem kämpfenden Getto. 460. Hitlersoldaten führen zwei gefangene Aufständische zur Erschießung. 461. Eine Gruppe erschossener Aufständischer. 462. April 1943, Warsc hau(Warszawa).— Bericht der Vertretung der Jüdischen Kampf- ..arischen Seite‘ über die Partisanentaktik der Aufständischen. organisation auf deı 463. Feier des 1. Mai 1943 in einem Bunker deı Aufständischen im Warschauer Getto, von einem Gettokämpfer berichtet. 464. Auszug aus dem Tagebuch eineı Unbekannten über die Beseitigung von Gestapospitzeln während des Aufstandes im Getto. 465. Mai/Juni 1943, Warschau Warszawa). Nachrichten der polnischen illegalen Presse über weitere Kämpfe im Ge ttogebiet. 466. Stroops Werk Trümmer, nichts als Trümmer. 467. 30. Juni 1943, Lemberg Lwow Auszüge aus einem Geheimbericht des SS- und Polizei- führers im Distrikt Galizien, Fritz Katzmann, an den Höheren SS- und Polizeiführer Ost in Krakau, Krüger, über die 468. Waflen der jüdischen Wide rstandsgruppen im Lemberger Juni 1943 entdeckt. 469. 10. August 1943, Warschau(Warszawa). über den Aufruhr der Juden ım Todeslager Liquidierung der jüdischen Bevölkerung. Getto, von den Deutschen im Bericht einer polnischen illegalen Zeitung Treblinka. 473 HERZEN ui Mile; an 470. 471. 472. 473. 474. 475. 476. 477. 478. 479. 480. 481. 482. 483. 484. 485. 486. 487. 488. 489. 16. August 1943, Bialystok.— Aufruf der Vereinigten Antifaschistischen Organisation zum bewaffneten Widerstand. Daniel Moszkowicz, Kommunist, Kommandant des bewaffneten Widerstandes im Getto Bialystok, am 20. August 1943 im Kampf gefallen. Mordechai Tenenbaum(,‚Tamarof‘“), Mitglied der linken zionistisch-sozialistischen Jugendorganisation Dror, Kommandant des bewaffneten Widerstandes im Bialy- stoker Getto, am 20. August 1943 im Kampf gefallen. Wolf Wolkowyski, Kommunist, Mitorganisator des Widerstandes im Bialystoker Getto, Ende August 1943 im Kampf gefallen. Psachja Mahler, Kommunist, Kommandeur einer der letzten Kampfgruppen im Bialystoker Getto, im Kampf gefallen. Aussage von Aufständischen über den Ausbruch und den Verlauf der Kämpfe im Bialy- stoker Getto am 16. August 1943. Unter diesem Brunnen, in der Chmielna-Straße 7 im Bialystoker Getto, befand sich der Bunker der jüdischen Widerstandsbewegung, der von den Nazis entdeckt wurde; in dem ungleichen Kampf mit SS-Einheiten fielen die 70 Verteidiger des Bunkers. 27. September 1943, Warschau(Warszawa).— Bericht des Delegierten der polnischen Emigrationsregierung in London,„Sobol“, an diese Regierung über die Lage in Polen, unter anderem über den Aufstand im Getto von Bialystok. 15. Oktober 1943, Lublin.- Meldung des Kommandos der Ordnungspolizei im Distrikt Lublin über den Aufruhr der Juden im Vernichtungslager Sobibor. 27. August 1943, Krakau(Kraköw).— Aufruf des Hauptkommandos der Kampforgani- sation der Jüdischen Chaluzzenjugend an alle Juden im Generalgouvernement, aktiven Widerstand zu leisten. September 1943, Warschau(Warszawa).— Nachricht einer polnischen illegalen Zeitung über den aktiven Widerstand der Juden im Getto von Tarnöw. Juli-September 1943, Lublin.- Meldungen des Kommandos der Ordnungspolizei im Distrikt Lublin über die Tätigkeit jüdischer Partisanen. Tagesmeldungen des Kommandeurs der Ordnungspolizei im Distrikt Lublin an den Befehlshaber der Orpo in Krakau über den Anteil der Juden an der Partisanenbewegung und über die Kämpfe mit ihnen. Makowski, aus dem Warschauer Getto geflohen, Partisan der Volksgarde im Distrikt Warschau, im September 1943 im Kampf gefallen. Chil Grynszpan, Hauptmann der Volksgarde, Kommandeur eines jüdischen Partisanen- trupps im Distrikt Lublin. Ein jüdischer Partisanentrupp aus dem Kreis Wlodawa im Distrikt Lublin(Aufnahme nach der Befreiung). Jüdischer Partisan aus den Wäldern des Bezirks Bialystok. Juni-Oktober 1943, Lublin-Warschau(Warszawa).— Meldungen des Stabs der Volks- garde über die Tätigkeit jüdischer Partisanentrupps. Dr. Jechiel Atlas, einer der Organisatoren der jüdischen Partisanenbewegung im west- lichen Weißrußland, 1943 im Kampf gefallen. Tobiasz Bielski, Organisator und Kommandeur eines jüdischen Partisanentrupps im Westen Weißrußlands. 490. Estera Brand, eine jüdische Partisanin aus dem westlichen Weißrußland. 491. Hersz Glik, Mitglied der Vereinigten Partisanenaktion im Wilnaer Getto, Autor der jüdischen Partisanenhymne ‚Sog nischt keinmol as du geist dem leztn Weg‘, 1944 in einem KZ in Estland umgekommen 492. Eine jüdische Partisanengruppe in der Umgebung von Wilna. 493. Ing. Mosze Gildeman(,Diadia Mischa‘), jüdischer Partisanenkommandeur in Wol- hynien. 494. Ing. Mosze Gildeman als Hauptmann der Sowjetarmee nach der Befreiung(1944 495. Jüdische Partisanengruppe aus Polesien(Aufnahme nach der Befreiung 496. 18. April 1944, Parczew.— Meldung der Gendarmerie über eine bewaflnete Aktion von Partisanen(Russen, Polen und Juden) auf das Gemeindeamt in Parczew(Distrikt Lub- lın il l ee ee HrictatumeT GH a LMENHTITIN? INISRRHRNERURDAIRHAGUGNKRNANNN Dir NINEHER ENT ERRSEEET . ee B: Er 376. 15. Mai 1942, Warschau(Warszawa).— Der erste Aufruf des Antifaschistischen Blocks! an die jüdische Bevölkerung, in dem diese zur Bildung einer gemeinsamen Front gegen den Okkupanten aufgefordert wird. An die jüdischen Volksmassen! Wir stehen vor großen Ereignissen und vor endgültigen entscheidenden Kämpfen. Während des ganzen Winters hat die Rote Armee einen heftigen Aneriff geführt, den Nazifeind zum Rückzug aus einer ganzen Reihe von Gebieten gezwungen, ihn hart geschlagen, seine Pläne zerstört und ihn dazu eebracht, alle seine Kräfte an die Front zu werfen, die— laut Hitlers Befehl zum Frühjahrsangriff eingesetzt werden sollten. Riesige, gut ausgestattete und vorbereitete Armeen und mächtige Reserven Sowjetrußlands stehen zum weiteren Angriff bereit. Die sowjetische Industrie arbeitet ohne Unterbrechung, alle Kräfte sind zum Kampf vereint worden und bereiten den Sieg vor. Im Rücken der deutschen Truppen ist eine Partisanen-, Diversions- und Sabotagebewegung entstanden, die immer stär- ker wird und sich immer mehr ausbreitet. Hitler sah sich gezwungen zuzugeben, daß nur dank den höchsten physischen und moralischen Anstrengungen ein Zusammenbruch der deutschen Truppen vermieden worden sei. Der deutsche Soldat blutet an der Front nur noc h unter dem Druck des schrecklichen SS-Terrors. Und in derselben Zeit werden die Lebensmittelrationen für die von Fliegerangriffen gequälte deutsche Be- völkerung weiterhin einges« hränkt. Anstatt mit Brot, wird sie mit dem Versprechen eines raschen Sieges gespeist, der sich aber mit jedem Tag immer weiter entfernt. Da sie sich infolee der an der Front erlittenen Niederlagen in den besetzten Gebieten nicht sicher fühlen, haben die Nazibestien die Schlinge um den Hals der unterjochten Völker noch fester gezogen. Es ist eine schauderhafte Aktion im Gange, deren Ziel es ist, die aktiven Antifaschisten und Patrioten in Norwegen, Frankreich, Belgien, Holland und Jugoslawien physisch zu vernichten. Mit tierischer Brutalität versuchen die Okkupanten, die Freiheitsbewegung « n Ice ‚QIe ar> N> N a in Polen auszumerzen. Die massenweise Aussiedlung der Polen aus den 1 Der Antifaschistische Block im Warschaueı Getto wurde im März 1942 geschaflen. Es ge- .ime g2 atione:s Warschauer Gettos an: die Polnische hörten ihm folgende geheim« Organisationen des Wa J€ Arbeiterpartei(PPR und die linken zionistischen Organisationen Haschomer Hazair, Hechaluz und Poale Zion. Die wichtigsten i Mitglied des ZK deı Kommunistischen Partei Polens Josef Lewartowski, der langjährige linken Poale Zion, Szachno Sagan, der Leiter der Haschomer Hazair, Josef Hechaluz, Icchak Gukierman. Der Antifaschistische Mitelieder des Blocks waren: das langjährige Leiter der Kaplan, und der Funktionär der| . j j ischer Sprache,„Der Ruf‘, heraus und organısierte Block gab eine illegal« Zeitschrift ın jiddisc F g die ersten Kampfgruppen im Getto. Führer der Kampigruppen waren: der ehemalige > rStEer<.. x. Kapitän der Internation ‚len Brigaden in Spanien, der Kommunist Andrzej Szmidt, und €) an de 2<<=) i:chaj ielewicz. der Funktionär der Haschomeı Hazair, Mordechaj Anielew Pommerellen und aus dem Posener Gebiet, die an polnischen Bauern ver- übten Massenmorde, die schauderhafte systematische Menschenjagd in den Städten, die Massenexekutionen in Warschau und die Deportation Tausender von Opfern in das Vernichtungslager Auschwitz— dies alles sind nur einzelne Fakten in der unendlichen Kette von Gewalttaten der Okkupanten in Polen. Mit jedem Tag wird auch die gegen die jüdische Bevölkerung geführte bestialische Ausrottung der deutschen Okkupanten stärker. Hitler betrachtet die endgültige Vernichtung der europäischen Juden als seine historische Mission, und er führt seine blutigen Pläne in einem beschleunigten Tempo durch. Das Blut der gemarterten jüdischen Massen fließt in Strömen. Wilno, Slonim, Baranowicze, Kulmhof, Lemberg, Lublin und viele andere Städte und Städtchen zeichnen den blutigen Weg der nazistischen Mörder. Unbarm- herziges Hinmorden von Zehntausenden einfacher Juden, die Vernichtung ganzer von Juden bewohnter Orte, die Vergiftung der Greise und Kinder mit Gas, die Erschießung von Frauen, in Krankenhäusern befindlichen Kranken und Kindern aus Waisenhäusern— das sind die Heldentaten der nazistischen Henker. Sie beeilen sich, die blutigen Befehle ihres Führers aus- zuführen, damit sie es ja nur schaffen. Der Hungertod von Zehntausenden von Juden, die hinter Gettomauern eingeschlossen sind, die blutige Ernte des Fleckfiebers und der Tuberkulose— das ist den Henkern zu wenig; es gilt also, das Tempo zu beschleunigen, Zehntausende von Juden zu erschießen und zu ermorden, von der Erdoberfläche ganze, von Juden bewohnte Orte zu tileen; das soll sie dem Ziel näherbringen. Die jüdischen Massen dürfen sich aber dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung nicht ergeben und passiv darauf warten, was das Schicksal ihnen bringt. Sie müssen allihre Kräfte anstrengen und zum antifaschistischen Kampf der anderen unterjochten Völker antreten. Sie müssen genauso wie diese den blutigen Kampf mit dem Feind aufnehmen, besonders hinter seinem Rücken, hinter der Front— einen Kampf mit Vernichtung und Sabotage. In diesem antifaschistischen Ringen der unterjochten Völker muß der aktive Kampf der jüdischen Massen einen würdigen Platz einnehmen! Dieser Kampf fordert Einigkeit und Zusammenhalten. Das Bewußtsein, daß dieser einheitliche Kampf notwendig ist, hat schon in den breiten‘Schichten jüdischer Volksmassen tiefe Wurzeln geschlagen. Es gibt aber auch Menschen, die abwarten und ein Wunder erhoffen.? Sie sind sich dessen nicht bewußt, daß nur der Kampf zu Freiheit und Erlösung führt, und verstehen immer noch nicht, daß der jetzige Augenblick die Vereinigung aller Kräfte zum Kampf gegen den blutigen Okkupanten erfordert, daß es das Gebot der Stunde ist, eine nationale Freiheitsfront durch Vereinigung und Festigung aller aktiven kräfte des Volkes zu schaffen, um es mit dem Feind aufzunehmen! ® Die Autoren dieses Aufrufes meinen hier die rechtsorientierten und klerikalen Elemente im Getto, die aus Furcht vor den Okkupationsbehörden die Notwendigkeit des Kampfes nicht anerkennen wollten und dem Antifaschistischen Block nicht beitraten. 478 1° Jüdische Volksmassen! Jüdische Arbeiter! Jüdische Intelligenz! Jüdische Jugend! Sammelt eure Kräfte und vereinigt sie zum Kampf! Stellt euch Schulter an Schulter, in einheitlicher Front geschlossen, zum Kampf gegen den Nazismus. Nur die Vernichtung der mächtigen Nazi-Kriegsmaschine durch die anti- faschistischen Truppen und die mit ihnen verbundenen Massen der unter- jochten Völker wird endlich unserer Versklavung ein Ende bereiten und Möglichkeiten für eine volle soziale und nationale Befreiung der jüdischen Massen schaffen! Alle gesunden Kräfte des jüdischen Volkes müssen jetzt für das einzige Ziel vereinigt werden—- für den Kampf um Freiheit und Erlösung, für den Kampf gegen den Feind bis zum endgültigen Sieg! AJHI, R I, Nr 1001: Der Ruf, Nr 1, vom 15. 5. 1942.(Übersetzung aus dem Jiddischen 479 377. Jözef Lewartowski, Vertreter des ZK der Polnischen Arbeiterpartei und einer der Gründer des Antifa- schistischen Blocks im Warschauer Getto, im August 1942 von der Gestapo ermordet. 378. Szachno Sagan, Führer der Partei Linke Poale Zion, einer der Orga- nisatoren des Antifaschistischen Blocks im Warschauer Getto, im August 1942 im Todeslager Treb- linka umgebracht. der fası Get 379. Tosia Altman, aktive Kämpferin der Haschomer Hazair und des Anti- faschistischen Blocksim Warschauer Getto, im Mai 1943 getötet. 380. Pinkus(Piotr) Kartin(,,Andrze) Szmidt‘‘), Hauptmann einer Inter- nationalen Brigade in Spanien, Or- ganisator der ersten Militärgruppen des Antifaschistischen Blocks ım Warschauer Getto, im Mai 1942 von der Gestapo erschossen. I Getto TRUTH ANEEHEHEIEUENTTETDHHRESRUHTIEDBERETGTEEHHIREINTEHTPONBHNNTEISHUNNHETHFTUB NN EHRNNETTEHENTNN 381. Ing. Jerzy Neuding, aktiver Rämp- fer des linken Flügels der Polnischen Sozialistischen Partei im War- schauer Getto, im April 1942 von der Gestapo erschossen. 382. Dr. Leon Fajner, Führer der Partei „Bund‘‘ im Warschauer Getto, Autor der ,„SOS‘“- Berichte für das Ausland, 1945 gestorben. GFGERTE VER EERLTW THE 5 | | 383. Zofia Zatorska, erster Verbindungs- | mann zwischen den illegalen Kämp- fern im Getto und der polnischen Widerstandsbewegung, 1940 von der Gestapo ermordet. 384. Samuel Zimmerman(‚Adam Mere- tik‘‘), Sekretär der Polnischen Ar- > beiterpartei im Warschauer Getto, von der Gestapo im Mai 1942 erschossen. 385. Dr. Emanuel Ringelblum, Mitglied der Leitung des Anlifaschistischen Blocks im Warschauer Getto, Grün- der des illegalen Gettoarchivs, von der Gestapo im März 1944"er- schossen. Seit eini Bevölke: und Ur Revolve der Jüdi port zu |# Beschäfi | auch d | erwartet 100000 Deporte keinen. das ver Widerst Gewalt talıon, ı 386. Milchkannen, in denen Ringelblum den zweiten Teil des illegalen Archivs ver- ; las steckt hatte(im März 1943).| eh | Der W einzeln: kerung | dem N; " Währe rief de zusam rechte aktive die au der si konntı “Die j] Nische 387. 30. Juli 1942, Warschau( Warszawa).— Aufruf der Polnischen Arbeiterpartei an die Juden zum aktiven Widerstand und an die polnische Bevölkerung, den Juden während der großen Deportation Hilfe zu erweisen. Seit einigen Tagen findet im Warschauer Getto eine Massendeportation deı Bevölkerung statt. Der Okkupant führt diese mit der ihm eigenen Brutalität und Unnachsichtigkeit durch. Die Bewohner werden mit Peitschen und Revolvern terrorisiert. Um sich die Arbeit zu erleichtern, haben die Deutschen der Jüdischen Gemeinde befohlen, ihnen täglich 6000 Personen zum Abtrans- port zu liefern. Die Gemeinde hat sich zu dieser schändlichen Rolle ver- pflichtet. Die Deportation betrifft nicht die in Betrieben und in der Gemeinde Beschäftigten und die dem Okkupanten verkauften jüdischen Polizisten. Abeı auch diese werden demselben Schicksal nicht entgehen. Alle Deportierten erwartet die sichere Vernichtung. Die Deutschen haben in Polen schon über 700000 Juden ermordet. Überall bedienten sie sich derselben Methode, die Deportation in den Tod als ‚„„Umsiedlung‘ zu bezeichnen. Passivität hat noch keinen gerettet. Sie wird auch diesmal niemanden retten. Die Juden haben das verstanden. Aus dem Getto kommen Nachrichten über Fälle aktiven Widerstands gegen Deportation und Plünderung. Die einzige Rettung ist, mit Gewalt aus dem Getto auszubrechen. Aktiver Widerstand gegen die Depor- tation, die Organisierung von Kampfgruppen und individueller Widerstand das ist die einzige richtige Haltung in diesem so dramatischen Augenblick. Der Widerstand muß Massencharakter annehmen. Im Kampf werden einzelne fallen. Tausende aber werden gerettet sein.! Der polnischen Bevöl- kerung ist die Pflicht auferlegt, den sich vor unserem gemeinsamen Feind, dem Naziokkupanten, rettenden Juden Hilfe zu leisten. AIPG, III, Biuletyn Radiowy?’, Nr 54 vom 30. 7.1942.(Übersetzung aus dem Polnischen.) ı Während der ersten Vernichtungsaktion im Warschauer Getto(Juli-September 1942) rief der Antifaschistische Block alle Getto-Organisationen zu einer geheimen Versammlung zusammen und schlug ihnen eine Sc bstverteidigungsaktion vor. Infolge Einspruchs seitens der rechten Elemente konnte ein aktiveı Widerstand nicht organisiert werden. Einzelne Fälle aktiven Widerstands fanden statt nac h dem von Izrael Kanal, Mitglied der Gruppe ‚, Akıba‘, die auch dem Block angehörte, verübten Attentat auf den Chef der Getto-Polizei, Szeryniski, der sich an der Liquidierung des Gettos beteiligte. Bedeutendere Widerstandsaktionen konnten jedoch mangels Waflen nicht durchgeführt werden, -“ Jar„.% tee.> Die illegale Zeitschrift„‚Biuletyn Radiowy‘‘ wurde vom Warschauer Komite« der Pol- » nischen Arbeiterpartei he rausgegeben. KR meets ia 388. Mordechai Anielewicz, Führer der Haschomer Hazair und Komman- deur der Jüdischen RKampforgani- sation(Zydowska Organizacja Bo- jowa) im Warschauer Getto, im Aufstand am 8. Mai 1943 gefallen. 389. 20. September 1942, Warschau(Warszawa).— Aufforderung zum aktiven Wider- stand, von Antifaschisten im Warschauer Getto veröffentlicht. Heute muß jeder Jude wissen, welches Schicksal die Deportierten erwartet. Den Rest der Juden, die in Warschau blieben, erwartet das gleiche Schick- sal. Es gibt nur einen Ausweg: Sich zu verbergen! Sich aus den Händen der Henker loszureißen! Sich allen betrügerischen Manövern, den Registrierun- gen, Selektionen, Kontrollen und Numerierungen zu widersetzen. Juden! Helft euch gegenseitig! Sorgt für die Kinder! Helft den Illegaien!! Wir erklären den schändlichen Verrätern und Helfern des Feindes den Kampf auf Leben und Tod! Boykottiert die Polizei! Glaubt ihnen nicht! Hütet euch vor Verrat! Leistet Widerstand! Wir sind alle Soldaten an einer furchtbaren Front.’ Wir müssen ausharren, um jenen die gerechte Strafe erteilen zu können, die unsere Brüder und Schwestern, Kinder und Eltern zu Tode gequält haben. Wir werden alle die rächen, die durch Mörderhand auf dem Schlachtfeld für Freiheit und Men- schenwürde gefallen sind! AIPG, III, Ojf der Wach(illegale Zeitung im Getto), vom 20. 9. 1942.(Übersetzung aus dem Jiddischen.) ! Es handelt sich hier um die Juden, welche nicht als Betriebsarbeiter oder Büroangestellte registriert und infolgedessen unentrinnbar zur Deportation ins Todeslager bestimmt waren. 4586 390. 39], 390. Jochanan Morgensztern, Führen einer Organisation der linken Zio- nisten, Schatzmeister der Jüdischen Kampforganisation, im Mai 1943 im Gettoaufstand gefallen. 391. 30. Oktober 1942, Warschau(Warszawa).- Bekanntmachung der Jüdischen Kampforganisation! über die Bestrafung von Verrätern des Volkes. Erklärung Hiermit geben wir öffentlich bekannt, daß in Ausführung des Beschlusses, die Leitung, Offiziere und Funktionäre des jüdischen Ordnungsdienstes in Warschau in den Anklagezustand zu versetzen- worüber die Bevölkerung durch die Bekanntmachung vom 17. August in Kenntnis gesetzt wurde— das Urteil übeı Jakub Lejkin, den stellvertretenden Chef des Sicherheitsdienstes, am 29. Oktober um 18 Uhr 10 vollstreckt wurde. Weitere Vergeltungsmaßnahmen werden unnachsichtig durchgeführt werden. Gleichzeitig wird auch öffentlich bekanntgegeben, daß über folgende Personen der Anklaeezustand verhängt wurde: ! Die Jüdische Kampforganisation Zydowska Organizacja Bojowa, ZOB) wurde Anfang November 1942 gegründet. Es gehörten ihr, außer den am Antifaschistischen Block be- g teiligten Gruppen, auch Gruppen deı jüdischen Sozialistischen Partei„Bund“ und von zionistischen Jugendvereinen, wie Gordonia und Hanoar Hazioni, an. Die Führung deı Jüdischen Kampforganisation hatte ein Stab, an dessen Spitze Mordechai Anielewiecz Haschomer Hazair) stand. Mitglieder Tcchak Cukierman(Hechaluz) und Marek Edelman(Bund.) des Stabs waren: Michal Rozenfeld(Kommunist), Hersz Berlinski(linke Paole Zion Die letzten beiden sind am Leben geblieben. 487 le 1 Ba l. Über das Präsidium des Judenrats und den Judenrat in Warschau wegen Zusammenarbeit mit dem Okkupanten und der Unterschreibung der Aus- siedlungslisten. < 2. Über die Leiter der ‚Shops‘ und die Verwaltung der„‚Shops‘, die die Arbeiter ausbeuten und unterdrücken. 3. Über die Gruppenführer und Funktionäre des Werkschutzes wegen der bestialischen Behandlung der Arbeiter und der illegal lebenden jüdischen Bevölkerung. Die Vergeltungsmaßnahmen werden mit aller Härte und Rücksichtslosigkeit durchgeführt werden. Warschau, den 30. Oktober 1942. AJHI, Ring II, Nr 333.(Übersetzung aus dem Polnischen.) * Nach Veröffentlichung dieser Warnung verübte die Jüdische Kampforganisation eine Reihe von Attentaten auf Verräter, Kollaborateure und Spitzel. 392.#. Dezember 1942, Warschau(Warszawa).— Aufruf der Jüdischen Kampf- organisation an die Gettobevölkerung zur Wachsamkeit, zur Entlarvung der von den feindlichen Helfershelfern verbreiteten Lügen und zum Widerstand. Die Unsicherheit des morgigen Tages vergiftet den Sklaven im jüdischen Viertel Warschaus jeden Augenblick ihres bitteren Daseins. Jeder Tag bringt neue Nachrichten und Gerüchte vom Schicksal des Warschauer Gettos. Sie „geben‘‘ uns zwei, drei Wochen, drei, vier Monate Leben. Die gereizten Nerven schwanken zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Haben wir denn nichts aus den furchtbaren Erfahrungen gelernt? Lassen wir uns noch immer durch ein schönes Wort dieses oder jenes faschistischen Mörders, das durch jüdische Gestapospitzel, bestochene und käufliche Sub- jekte und Verräter sowie durch leichtgläubige Menschen verbreitet wird, in den Schlaf wiegen? Es unterliegt keinem Zweifel, daß sich der deutsche Faschismus die Aus- rottung aller Juden zum Ziel gesetzt hat. Seine Taktik beruht auf Betrug und Heuchelei. Er jagt das Messer in die Kehle des Opfers und wirft gleichzeitig dem nächsten Opfer einen Trumpf zu, bevor er es zur Schlachtbank führt. Sehen wir der Wahrheit offen und mutig in die Augen! Glauben wir an keine Stabilisierungsaktion! Wir haben alle die Lügen, angefangen von der Aussiedlung nach dem Osten bis zu den Nummern, Kennkarten, Selektionen und Registrierungen, nicht vergessen. Wir kennen die volle Wahrheit über den ungeheuren Massenmord in Treb- linka, wo auf unmenschliche, raffinierteste, viehische Art Hunderttausende Väter und Mütter, Brüder und Schwestern, Söhne und Töchter vernichtet wurden. 488 Alle sin Nieman Kamer: zuliefer: Wir wo Gewürr Verräte Verden Laßt eı Bereite Denkt Kampf Der Fe mit Mı Deshalb glauben wir keinen Augenblick lang an die Verfügung über die Schaffung neuer jüdischer Gettos. Das ist eine Falle. In jedem Augenblick können sich ihre Türen an der Schwelle von Leben und Tod schließen. Juden! Bewohner des Warschauer Gettos, seid wachsam. Glaubt keinem Wort, keinem Schachzug der SS-Banditen. Es lauert immer noch tödliche Gefahr! Täuschen wir uns nicht! Die Lubliner Aktion am 10. und 11. November hat uns viel gelehrt.! Die Deutschen fanden unter der jüdischen Bevölkerung wieder diensteifrige Helfershelfer. Glaubt nicht den jüdischen Verrätern, den Leitern der ‚‚Shops‘‘, den Meistern. Sie sind eure Feinde. Laßt euch nicht von ihnen betrügen. Redet euch selbst nicht ein, und laßt euch auch nicht einreden, daß bessere Fachleute, ältere Arbeiter, die Nummern besitzen, sicher sind und daß man deshalb die schwächeren, wehrlosen, ausliefern muß. Alle sind bedroht! Niemand soll es wagen, aktiv oder passiv dabei behilflich zu sein, den Bruder, Kameraden. Nachbarn oder Mitarbeiter in die Hände des Henkers aus- zuliefern. Wir wollen angesichts der Vernichtung nicht ein Dreckhaufen, nicht elendes Gewürm sein. Helft euch gegenseitig! Verräter. die dem Feind helfen, müssen aus unserer Gemeinschaft ausgestoßen werden. Laßt euch nicht ausrotten! Bereitet euch zur Verteidigung des eigenen Lebens vor. Denkt daran. daß auch wir, die jüdische Zivilbevölkerung, an der Front des Kampfes um Freiheit und Menschenwürde stehen. Der Feind hat schwere Wunden davongetragen. Verteidigen wir unsere Ehre mit Mut und Würde. Es lebe die Freiheit! AJHI, Ring II, Nr 333/1.(Übersetzung aus dem Jiddischen. 1 Wahrscheinlich handelt es sich hier um die Vernichtung der letzten 4000 Juden aus dem Lubliner Getto, die nach Majdanek deportiert wurden. 489 393. Arie Wilner(,,Jurek‘‘), Mitglied der Haschomer Hazair, Verbin- dungsmann zwischen der Jüdischen Kampforganisation und der polni- schen Widerstandsbewegung auf der „arischen Seite‘, im Gettoaufstand am 8. Mai 1943 gefallen. 394. 5. Dezember 1942, Warschau( Warszawa).-— Auszug aus einem Artikel im Organ der füdischen Kampforganisation, ‚„‚Wiadomosci‘‘, über den Umschwung in der Haltung der polnischen Juden und über die Anfänge des aktiven Widerstands. Die Juden bildeten unter anderem das Versuchsobjekt für die neue Bevöl- kerungspolitik der Nazis in Polen und wahrscheinlich auch in anderen be- setzten Ländern. An den Juden wurde das System der Betäubung und geistigen Paralysierung der Massen erprobt. Die Juden sind jedoch die ersten, die ein relatives Gleichgewicht und die Fähigkeit zur Tat wiedererlangen. Die Ereignisse in Bialystok, Krynki und Jadow sind nach diesem unerhörten, nie dagewesenen Aderlaß eine Illustration dieses Prozesses der Wieder- erlangung der Widerstandskraft durch die Juden. In Bialystok beantworteten die Juden die Zwangsaussiedlungsaktion in erster Linie mit der Flucht in die Wälder. Die Jungen und die Alten flohen... Niemand rettet Hab und Gut oder das Vieh, niemand kümmert sich um den Winter, den Schnee, die Kälte. Jeder rechnet aber mit jeder geringen Chance, sei es auch nicht, den Krieg zu überleben, so doch auf jeden Fall gegen den wahnsinnig gewordenen Eroberer kämpfen zu können. Die Mütter segneten ihre Söhne und Töchter, in manchen Fällen zogen ganze Familien in die Wälder, um im Namen der Freiheit zu kämpfen und zu sterben. Der Rest... sprang aus den Waggons, ohne auf die Schüsse der sie eskortierenden Ukrainer! zu achten. ! Gemeint sind ukrainische Nationalisten, die in Hilfseinheiten der SS dienten. 490 | f Die Juden aus Krynki beantworteten(nach dem Bericht eines polnischen Polizisten) die deutsche Aktion im Gegensatz zu der bisherigen Reaktion der Massen mit Gewehr- und Revolversalven der jüdischen Selbstverteidigung. Die Deutschen wurden bis auf den letzten Mann getötet. Nach drei Tagen traf eine SS-Abteilung in Krynki ein, fand aber keinen einzigen Juden mehı vor. Alle, vom Säugling bis zum Greis, waren in die umliegenden Wälder geflüchtet. In der Umgegend von Jadow ist eine jüdische Partisanengruppe unter deı Führung des 25jährigen Mosze Zieleniec tätig. Die Gruppe besteht aus Juden, ehemaligen Soldaten der polnischen Armee, denen es gelang, den Händen der Hitlerhenker zu entkommen. 2 Die obigen Ereignisse berichten wir mit besonderer Genugtuung, da aus ihnen die Wandlung ersichtlich wird, die sich vor unseren Augen vollzieht: Aus deı eingeschüchterten jüdischen Bevölkerung w urde eine kämpfende Gruppe, die alle ihre Kräfte vereint hat. Wir elauben, daß die polnische Bevölkerung all der Gebiete, die von der „Aussiedlunesaktion‘‘ betroffen werden, aus den tragischen Erfahrungen der Juden ihre Lehre zieht und die Fackel des Aufstandes und Kampfes entzünden wird. AJHI, Ring II, Nr 338.(Übersetzung aus dem Polnische 395. Niuta Tejtelbaum, Mitglied der Polni- schen Arbeiterpartei, Organisatorin von Partisanengruppen unter der Getlojugend, von der Gestapo im Septembeı 1943 er- mordet. 396. Gola Mire, langjährige kommuni- stische Funktionärin, Führerin der Widerstandsbewegung im Krakauer Getto, 1943 von der Gestapo um- gebracht. 397. 7. Dezember 1942, Krakau(Krakow).— Aus der mündlichen Meldung des Gou- verneurs im Distrikt Lublin, Zörner, über die Flucht von Juden aus den Geltos in die Wälder und ihren Anschluß an die Partisanenbewegung. Die Judenaktion, die zunächst im Allgemeinen gut vonstatten gegangen sei, sei leider in den letzten Wochen überstürzt worden, mit dem Erfolge, daß ein großer Teil der Juden aus den Ghettos in die Wälder geflüchtet und sich an Banden! angeschlossen hatte... FT, 1942/IV, S. 1277. Man bezeichnete die Partisanengruppen im Nazijargon als„Banden“. er jüdischen Widerstandsbewegung in Krakau, ] d ın Führer Rampfaktionen im 1 398. Beniamin Halbrajch Gestapo 1943 der von 9 ember 194 De Y / de ısalor Mitorgar / ermordel. Q > 49% 401, Anfı ga 399. Gestapoleute haben eine Jüdin, Mitglied der Partisanenbewegung, gefangen- genommen. Bereitet( Wir steh‘ Wir hab Wir woll Erwache Verliere Wisse, d in den I Sie liegt Wer um auf die licher Tı Erwache Rafle di söhnen, Das ist I Auch ur Man mı wenn si Wenn sie Erwac h 400. 17. Dezember 1942, Warschau(Warszawa).— Nachricht in einer polnischen Jede Mı illegalen Zeitung über den Widerstand der Juden in kleinen Städten. Kein V. ersten A Verschiedenes. Ds: rt mı In Polesien! wird die Vernichtung der Juden durchgeführt. Dieselben Metho- geist! den wie in anderen Gebieten werden angewandt. Es ist der Betonung wert, Der} ö> o a 5 5 5 T Feı daß in Bereza Kartuska, in Kobryn? und anderen Orten die Juden aktiven\ Widerstand leisteten, wodurch die Deutschen Menschenverluste erlitten. ‚Se je ||... . wa IR AIPG, III, Biuletyn Informacyjny(Organ des Warschauer Kreises der Heimatarmee— AK), Nr 49(153), vom| ch h Dezember 1942.(Übersetzung aus dem Polnischen.)| Im K Ar ® 2{ ß 2 5 Be Wer ur H! Dieser Bezirk gehörte vor dem Krieg zu Polen und ab 17. 9. 1939 zum sowjetischen Belo- en % rußland.| Wi erh s 2 Städtchen im westlichen Belorußland. 11 Air Ret \ 1 Kämpfe. Ö tun, 8 Leben DR< i Ze) > o DS 401. Anfang Januar 1943, Warschau(Warszawa).— Aufruf der Jüdischen Kampf- organisation an die Juden, ihr Leben zu verteidigen. Bereitet euch zur Tat vor! Seid wachsam! Wir stehen auf zum Kampf! Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, das Volk wachzurütteln. Wir wollen unserem Volk die Losung zurufen: Erwache und kämpfe! Verliere nicht die Hoffnung auf die Möglichkeit einer Rettung! Wisse, daß die Rettung nicht darin liegt, willenlos, wie eine Herde Schafe, in den Tod zu gehen. Sie liegt im Kampf! Wer um sein Leben kämpft, hat Chancen, sich zu retten! Wer von vornherein auf die Verteidigung verzichtet, ist verloren! Den erwartet nur ein schmäh- licher Tod in der Todesmaschine Treblinka. Erwache, Volk, und kämpfe! Raffe dich zu kühnen Taten auf! Fort mit dem uns entehrenden Sich-Aus- söhnen. mit dem Gerede: Wir sind alle zum Tode verurteilt! Das ist nicht wahr! Auch uns gehört das Leben! Auch wir haben das Recht darauf! Man muß nur verstehen, darum zu kämpfen! Es ist keine Kunst zu leben, wenn sie dir das Leben enädigst schenken! Es ist dann eine Kunst zu leben, wenn sie dir das Leben entreißen wollen! Erwache, Volk, und kämpfe um dein Leben! Jede Mutter werde zu einer Löwin, die ihre Jungen verteidigt! Kein Vater sehe mehr ruhig auf den Tod seiner Kinder! Die Schande des ersten Aktes unserer Vernichtung soll sich nicht mehr wiederholen! Fort mit der Resignation und dem Unglauben! Fort mit unserem Sklaven- geist! Der Feind soll für das Leben eines Juden mit seinem Blut bezahlen! Möge jedes Haus zu einer Festung werden! Erwache, Volk, und kämpfe!!! Im Kampf liegt deine Rettung! Wer um sein Leben kämpft, hat die Möglichkeit, sich zu retten. Wir erheben uns im Namen des Kampfes um das Leben der Hilflosen, denen a rn 2 N Ice /ır a wir Rettung bringen wollen, die wır zur Tat wachrütteln müssen! Wir wollen [w} fe] kämpfen nicht nur um unser eigenes Le| Rettung denken, wenn wir unsere Pflicht erfüllt haben! Solange noch das Gefahr ist, müssen wir wachen und kämpfen! ben. Wir dürfen erst dann an unsere Leben auch nur eines Juden ın 495 Unsere Losung ist: Nicht ein Jude kommt mehr in Treblinka um! Fort mit den Volksverrätern! Unerbittlicher Kampf dem Okkupanten bis zum letzten Blutstropfen! Seid bereit zur Tat! Seid wachsam! AJHI, Ring II, Nr 333/3.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 402. Anfang Januar 1943, Warschau(Warszawa).— Aufruf der Jüdischen Kampf- an einer bewaffneten Aktion teilzunehmen. 5) organisation an die Gettobevölkerung Am 22.Januar sind sechs Monate seit dem Beginn der Aussiedlung aus Warschau vergangen.!' Wir alle gedenken jener furchtbaren Tage, an denen 300000 unserer Brüder und Schwestern deportiert und auf bestialische Weise im Todeslager Treblinka ermordet wurden. Sechs Monate eines Lebens in ständiger Furcht sind verflossen, nie wußte man, was einem der nächste Tag bringen würde. Von allen Seiten erreichten euch Nachrichten über die Er- mordung der Juden im Generalgouvernement, in Deutschland und in den übrigen besetzten Ländern. Wir vernahmen diese Trauerbotschaften und erwarteten selbst jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick das Ende unseres Lebens. Heute müssen wir begreifen, daß uns die Henkersknechte Hitlers nur deshalb am Leben ließen, weil sie unsere Arbeitskraft bis zum letzten Tropfen Schweiß und Blut, bis zum letzten Atemzug ausnutzen wollen. Wir sind Sklaven; bringen Sklaven keinen Nutzen mehr, dann werden sie getötet. Das muß ein jeder von uns begreifen und immer daran denken. Im Verlauf der letzten Wochen verbreiteten Menschen aus bestimmten Kreisen Nachrichten über Briefe, die angeblich von Juden stammen, die aus Warschau ausgesiedelt wurden und sich jetzt in Arbeitslagern bei Pinsk oder 3obruisk befinden sollen. Jüdische Volksmassen, glaubt nicht an diese Mär- chen! Sie werden von Menschen verbreitet, die im Dienst der Gestapo stehen. Die blutbesudelten Mörder wollen die jüdische Bevölkerung auf diese Weise beruhigen, um die sukzessive Aussiedlung ohne Schwierigkeiten, mit gering- sten Anstrengungen und ohne Opfer von deutscher Seite durchführen zu können. Sie wollen, daß die Juden keine Bunker bauen und keinen Wider- stand leisten. Juden, gebt diese Lügen nicht weiter! Helft nicht den Agenten! Die Ver- brecher der Gestapo werden dafür bezahlen müssen. ‚Jüdische Volksmassen! Die Stunde ist gekommen, ihr müßt bereit sein zum Widerstand. Kein einziger Jude soll in den Waggon gehen! Alle jene, die keine Möglichkeit haben, sich aktiv zu widersetzen, sollen passiven Wider- ! Mit der Aussiedlung aus dem Warschauer Getto wurde am 22. Juli 1942 begonnen. 496 403, H Im K K 404, 19 ie Di ( Re stand leisten, sollen sich verbergen. Wir erhielten vor kurzem die Nachricht aus Lwow, daß die Ordnungspolizei allein dort die Zwangsaussiedlung von 6000 Juden durchführte. In Warschau wird das nicht so sein! Das Attentat auf Lejkin beweist dies am besten. Unsere Losung lautet: „seid alle bereit, als Menschen zu sterben!“ AJHI, Ring II, Nr 333/2.(Übersetzung aus dem Jiddischen.) 403.[19.] Januar 1943, Warschau(Warszawa).— Flugblatt der Jüdischen Kampf- organisation, in dem die Juden zum aktiven Widerstand aufgefordert werden. Juden! Der Okkupant begann mit dem zweiten Akt der Vernichtung. Geht nicht wehrlos in den Tod! Wehrt euch! Nehmt ein Beil, eine Brechstange, ein Messer zur Hand, versperrt eure Häuser! Sollen sie euch so bezwingen! Im Kampf habt ihr die Möglichkeit einer Rettung. Kämpft! AJHI, Ring II, Nr 333/4.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 404. 19. Januar 1943, Warschau(Warszawa).— Nachricht in einer polnischen ille- galen Zeitung über den bewaffneten Widerstand der Juden.* Die Deutschen führten seit einigen Tagen die ‚‚Aussiedlung‘‘ von Gruppen jüdischer Arbeiter von ihren Aı beitsstellen durch. Ab Montag wollten sie mit dem großen Getto beginnen. Die jüdische Bevölkerung antwortete mit be- waffnetem Widerstand. Die Deutschen warfen 200 Gendarmen sowie 800 Let- ten und Litauer?, die durch die polnische Quislingpolizei unterstützt wurden, in das Getto. Die jüdische Bevölkerung empfängt sie mit Handgranaten und Revolverkugeln, Steinen und ätzenden Säuren... Unaufhörlich hört man Maschinengewehrfeuer und Detonationen. Immer wieder werden verwundete Deutsche abtransportiert. Heute früh um 7 Uhr zogen die Deutschen sieben Lastkraftwagen mit Gendarmerie und eine Abteilung Letten zur Verstärkung heran. Die Bestialität der Deutschen kennt keine Grenzen! Tod den faschi- stischen Mördern! AIPG, III, Glos Warszawy Nr 5(14), vom 19. 1. 1943.(Übersetzung aus dem Polnischen.) ‘»> ie Nazitr 2'arschauer Getto, um es end- 1 Montag, den 18. Januar 1943, betraten die Nazitrupps das Warsc; gültig zu liquidieren. Die Jüdische Kampforganisation leistete aktiven Widerstand. Deshalb unterbrachen die Nazis die Aktion am 22. Januar und verließen das Getto. Dieses erste . IYi 1 IN«. bewaffnete Auftreten der Jüdischen Kampforganisation ist unter der Bezeichnung ‚,Januar- Selbstverteidigung‘‘ bekannt. 2 Lettische und litauische Fasc histen, die in Hilfseinheiten der SS dienten. 497 32 Getto 405. 27. Januar 1943, Warschau(Warszawa).— Aufruf der Jüdischen Kampforgani- sation an die Gettobevölkerung, sich zu bewaffnen und Häuser und Bunker zu befestigen. Im Zusammenhang mit den letzten Ereignissen im Getto fordern wir zum weiteren Ausharren auf. Der einfachste Weg ist der des ständigen Wider- standes. sei es mit Hilfe von Schußwaffen oder auch mit anderen, erreichbaren Mitteln wie Äxte, Messer, Salz- oder Schwefelsäure. Die Stunde der Befreiung vom Joch unseres größten Feindes ist nahe. Der Feind erleidet eine Niederlage nach der anderen. Da er nichts mehr zu verlieren hat, versucht er, uns auf die grausamste Weise, die die Welt bisher gekannt hat, zu vernichten. Brüder, gehen wir nicht mehr wie die Hammel zur Schlachtbank. Wer einmal den Waeson betritt, ist für immer verloren. Die Hoffnung auf Flucht ist gering, deshalb wollen wir hier handeln und kämpfen. Jedes Haus muß eine Festung sein. AJHI, Ring II, Nr 333/5.(Übersetzung aus dem Jiddischen.) 406. 9. Februar 1943, Bialystok.— Ein im Getto veröffentlichter Aufruf des Vereinigten Antifaschistischen Blocks, der die Juden zum Widerstand auffordert.“ Aussiedlung bedeutet Tod! Gehe nicht freiwillig in den Tod! Verteidiee dein Kind, räche deine Mutter! Zertrümmere Betriebe! Wenn du deine Wohnung verläßt, setze dein Eigentum in Brand! Hinterlasse den Mördern nichts! Gehe nicht nach Treblinka! Jüdischer Polizist! Helfe den Schindern nicht! AJHI, Illegales Archiv des Gettos in Bialystok, Notizen von Tenenbaum-Tamaroff?.(Übersetzung aus dem Jüdischen.) 1 Am 5. Februar 1943 begannen die Nazis mit der ersten Deportation aus dem Bialystoker Getto. In diesem Getto war ein Vereinigter Antifaschistischer Block(bestehend aus Kom- munisten, aus Mitgliedern der Organisationen Haschomer Hazair, Hechaluz,„Bund“ und aus Parteilosen) tätig. Unter dem Einfluß der Nachrichten von dem Widerstand des War- schauer Gettos organisierte der Bialystoker Block einen aktiven Widerstand. Die Kämpfe dauerten eine Woche. vw Tenenbaum-Tamaroff war Mitglied der Leitung des Vereinigten Antifaschistischen Blocks im Getto von Bialystok. 408, 6,] \ Bialystol ZWISC hen 407. Antoni Jakubowski, Pole, langjäh- rıger Rommunist, Organisator der von der Gestapo im November 1942 umgebracht. Widerstandsbewegung in Bialystok 408. 6. März 1943, Warschau(Warszawa).— Nachricht in einer polnischen illegalen y j 8 Zeitung, über den bewaffneten Widerstand der Juden in Bialystok. Bialystok. Ungefähr am 10. Januar! kam es in Bialystok zu heißen Kämpfen zwischen den Deutschen und dem zur Vernichtung bestimmten jüdischen Getto. Außer Maschinengewehren sollen die Juden Atzstoffle angewendet haben, wonach die Deutschen in Schutzanzüge gekleidete Truppen einsetzten. Die Deutschen sollen große Verluste erlitten haben. AIPG, III, Glos Prawdy, vom 6. 3. 1943.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 1 Die erste bewaffnete Widerstandsaktion im Getto von Bialystok begann am 5. Februar und dauerte eine Woche. 499 409. Josef Lichtenzstejn, langjähriger kommunistischer Funktionär, Orga- nisator der ersten antifaschistischen Gruppen im Getto von Bialystok, im August 1943 während der bewaff- neten Kämpfe gefallen. 140. Information über den gemeinsamen Kampf polnischer, jüdischer, belorussischer, russischer und deutscher Antifaschisten in Bialystok im März 1943. Das Getto besaß nur einen Verbündeten und Freund: die antilaschistische Fraktion der Konspirationsbewegung und ihre polnischen, russischen, weiß- russischen und deutschen Gruppen. Nach dem Märtyrertod von Antoni Jakubowski! standen an der Spitze der polnischen, antifaschistischen, patriotischen Widerstandsbewegung in Bialy- stok: der Arbeiter Budzynski(etwa 60 Jahre alt), der vierzig Jahre seines Lebens der Arbeiterbewegung gewidmet hatte; Wladyslaw Niesmialek(ein Arbeiter aus Lodsch); Franciszek Kujawa(ein politischer Flüchtling aus Zgierz) und Feliks Lorek- alles ehemalige politische Häftlinge des Vorkriegs- polens. Der hochbejahrte Budzynski war immer bereit, jedes Opfer für die leidenden Juden zu vollbringen. Seine jüdischen Genossen nannten ihn »kapasr Die Antifaschistische Organisation beauftragte eine Gruppe von Widerstands- kämpfern, den mit der Beschaffung von Waffen und deren Hereinschmuggeln ins Getto Beauftragten der Jüdischen Selbstverteidigung behilflich zu sein. In der Przejazd-Straße, in der Nähe einer in den Wald führenden Chaussee, stand die Hütte einer Belorussin namens Bronia Zimnoch. In dieser Hütte ! Gründer der antifaschistischen Widerstandsbewegung in Bialystok, von der Gestapo er- mordet. 500 verbargt Selbstve: Einige K dieses D Kola Ba! brachter del. Eine rus Jüdische teils sow Feind a Namen Staatsan burin Juden w der Part Frank, d Spiel sei lügung, illegale| Dank all Jüdische; Stische I gewinne Wer waı Buse wa er den N Stiche( arischeı besc häft Bohle W; Abrer hn und To, Schade ı ernannt, Sich zU\ lieferte f Verbarg Verbind Andere Wo hen begann un wel h verbargen die Verbindungsleute und Waffenschmugglerinnen der Jüdischen Selbstverteidigung ihre gefährlichen Ladungen, bevor sie sieins Getto brachten. Einige Kilometer entfernt von hier lag das Dorf Bakunowicz. Zwei Einwohner dieses Dorfes, der polnische Bauer Antoni Kuryla-Sawicki und der Belorusse Kola Bakunin, halfen den Verbindungsmännern des Gettos: sie holten Fuhren, brachten Teile von Rundfunkempfängern, übermittelten Nachrichten u. del. Eine russische Gruppe, die in der Bialystoker Konspiration tätig war, kam der Jüdischen Selbstverteidigung aktiv zur Hilfe. Dieser Gruppe gehörten meisten- teils sowjetische Staatsangehörige und Offiziere der Roten Armee an, die vom Feind abgeschnitten worden waren und sich in Bialystok unter falschem Namen verbargen. An der Spitze dieser Gruppe standen die sowjetischen Staatsangehörigen: Sachar(Pseudonym, ‚General Sacharow‘‘), Michail Bar- burin(‚Mischa‘), Iwan Orlow(,‚Wanja‘‘) und Wolkow. Sie brachten den Juden wichtige Nachrichten und Waffen; sie halfen dem Getto, Fühlung mit der Partisanenbewegung aufzunehmen. Michail Barburin war Chauffeur von Frank, dem Ortsgruppenleiter der NSDAP, und stellte stets, sein Leben aufs Spiel setzend, das Auto seines Chefs der Getto-Selbstverteidigung zur Ver- fügung. Jüdische und belorussische Mädchen transportierten in Franks Auto illegale Schriften und Waffen. Dank all diesen Verbindungen und einer eigenen Werbungsaktion der tapferen Jüdischen Mädchen auf dem ‚‚arischen‘‘ Gebiet, gelang es, für die antifaschi- stische Judenhilfsaktion auch eine gewisse Gruppe deutscher Antifaschisten zu gewinnen, die dem Getto und seiner Selbstverteidigung große Hilfe leisteten. Wer waren diese deutschen Antifaschisten? Buse war ein deutscher Zivilist, Kunstmaler von Beruf. Als Antifaschist haßte er den Nazismus und wurde zu seinem verbissenen Feind. In die Antifaschi- stische Organisation zog Buse Chasia Bielicka hinein, die sich gefälschter arischer Dokumente bediente und in seinem Atelier in der Lipowa-Straße beschäftigt war. Buse half der Antifaschistischen Organisation sehr wirksam. Bohle war Angestellter in einem Betrieb. Er hatte mit den Nazis seine eigenen Abrechnungen: sie hatten ihm seine Frau, die Jüdin war(geb. Aronsohn), und Tochter ermordet. Schade war ein alter Soldat; er wurde zum Direktor des Textilkombinats Nr 4 ernannt. Er war ein linker Sozialdemokrat, dem es seinerzeit gelungen war, sich zu verbergen und auf diese Weise dem KZ-Lager zu entgehen. Schade lieferte der Jüdischen Selbstverteidigung regelmäßig Waffen, und außerdem verbare er bei sich während der gefährlichsten Zeit zwölf Juden. Er war in artisanen und brachte ihnen in den Wald Kompasse und Verbindung mit den P: Om]| andere unentbehrliche Dinge. Auch lieferte er den Juden Waffen. Zwei F Wochen vor der Befreiung, als die Nazis alle Betriebe in Brand zu stecken » sie geschic inters Lic übergab die Fabrik begannen, führte Schade sie ges« hickt hinters Licht und übergab<; in welcher er arbeitete, unangetastet. 501 Der vierte von dieser Gruppe war Beneschek, ehemaliger Transportarbeiter, Kommunist, der sich vor der Gestapo verbarg und falsche Dokumente benutzte. Er arbeitete im Textilkombinat Nr 1. Er war Verbindungsmann der Kon- spirationsbewegung und half den Partisanen, indem er ihnen Transport- mittel. Geld und Arbeitskarten zur Verfügung stellte. Beneschek machte die jüdischen Kämpfer mit einem anderen Deutschen namens Kudlatschek bekannt, der über ein Personenauto verfügte. Mit seinem Auto wurden Waffen für die Getto-Selbstverteidigung transportiert. Die bedeutendste Hilfe erwies den Juden und Partisanen ein gewisser Walter, Kommunist aus Wien, der sich vor den Nazibehörden verbarg; er wohnte in Bialystok und arbeitete als Leiter des„„Beutelagers“ in der Kolejowa-Straße. In diesem Lager waren Juden beschäftigt, unter ihnen das Mitglied der Selbst- wehr Buba Rubinsztejn, die als erste Fühlung mit Walter aufnahm. Walter sammelte Dokumentar- und Informationsmaterial über Treblinka und das Getto: er übersetzte es ins Deutsche und sandte es nach Österreich. Er be- lieferte die Getto-Selbstverteidigung mit Waffen. Die Nazibehörden mußten wohl Wind davon bekommen haben, denn Walter wurde an die Front ge- schickt. Walters Mitarbeiter war ein deutscher Unteroffizier; er war Kommu- nist. seinen Namen haben wir bis jetzt noch nicht ermittelt. Diese deutsche Gruppe war von besonderer Bedeutung für die Getto-Selbst- verteidigung, denn dank ihrer Unterstützung konnte man sehr wertvolle Angaben und konkrete Hilfe in schwierigen Situationen erhalten. Unter Einwirkung dieser aktiven deutschen Antifaschisten gelang es, einige weitere Deutsche zur Hilfe für die Juden zu gewinnen. So z.B. rettete der Deutsche Stefan Blume zwanzig Juden aus dem Bialystoker Gefängnis. All diese Gruppen verschiedener Nationalität von der Bialystoker Konspiration bildeten eine Antifaschistische Organisation, die aus verschiedenen National- abteilungen bestand. Sie wurde von einem Antifaschistischen Komitee geleitet, in dem die Kommunisten die Führung hatten. Diesem Komitee gehörte auch der Antifaschistische Gettoausschuß an. AJHI, Aussage Nr 5591, von Liza Czapnik u. a.(Übersetzung aus dem Jiddischen.) 411. Eliahu Boraks, Mitgliedder Leitung] der Haschomer Hazair, ehemuliger Unteroffizier der polnischen Armee, einer der Kommandeure der ersten Kämpfe im Bialysiokrr Ge!lo vom Februar 1943, während dieser Kampfaktionen gefallen. 412. 21. Februar 1943, Warschau(Warszawa). Bericht einer jüdischen Kampf- 9) gruppe über die Beseitigung von Gestapospitzeln im Warschauer Getto. Am 21. Februar dieses Jahres wurde um 16 Uhr 45 die Aktion gegen die Spitzel der Gestapo durchgeführt. a) Die Aktion war besonders gegen die nachstehend angeführten politischen Spitzel gerichtet: l. Leon Skosowski 2. Pawel Wlodawski 3. Arek Wajntraub 4. H. Mansgiel 5. Lidia Radziejewska' b) An der Aktion nahmen teil: vier Mann zur inneren Besetzung; acht zur äußeren Abrieeelung und drei als Aufklärer. Die Aktion fand in der Heeresunterkunftsverwaltung Swictojerskastraße 38 statt. Eirene Verluste keine. Erbeutet wurden eine Pistole, Marke FN 7,65 und 7 Patronen, Eigentum des Skosowski. Die genauen Resultate der Aktion werden durch die morgige Aufklärung festgestellt und sofort im nächsten Bericht angegeben. AJHI, Mappe Kampfmeldungen, Nr I.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 1 Vier von den aufgezählten Spitzeln wurden getötet. Skosowski wurde verwundet, aber er er wurde später in seiner Wohnung auf der ‚‚arischen Seite‘ entging seinem Schicksal nic ht: von jüdischen Kämpfern umgebracht. Beim toten Spitzel Wajntraub fanden die Getto- “a(lestz»sti raren und genaue Angaben über jüdische kämpfer Berichte, die für die Gestapo bestimmt wa g g J Bunker enthielten. 503 fi f g } ‚ 4 f Fr Ri x n nr u Ir SEREREER: BEE 413. 29. Februar 1943, Warschau(Warszawa).— Nachricht in einer ‚polnischen illegalen Zeitung über den bewaflneten Widerstand der Juden in polnischen Provinzstädten und-städtchen sowie über die Widerstandsbewegung im Warschauer Getto. Die Juden leisten Widerstand Die Schüsse und Explosionen, die Mitte Januar im Warschauer Getto krach- ten, fanden in ganz Polen Widerhall. Die polnische Bevölkerung begegnete diesem Beweis von Tatkraft und männlichem Widerstandswillen mit Aner- kennung. Die Deutschen sind sehr verwundert und wollen all dem noch keinen Glauben schenken. Unterdessen kommt aus anderen Gegenden Polens, zu- sammen mit den traurigen Nachrichten von den Greueltaten der Okkupanten, die sie an den zur Vernichtung bestimmten Juden vollbringen, auch die Kunde von häufigen Widerstandsfällen. In der ersten Januarhälfte wurde die Liquidation des Gettos in Lemberg fort- gesetzt. Es wurden etwa 8000 Juden deportiert. Die Deutschen beantworteten den dabei geleisteten Widerstand und die erlittenen Verluste mit der Ein- sperrung von Frauen und Kindern in einigen Gebäuden, die daraufhin an- gezündet wurden. Auch während der Liquidation des Gettos in Sandomierz! und Minsk Mazo- wiecki? wurde aktiver Widerstand geleistet. In Krynki bei Bialystok wurden unter ähnlichen Umständen 12 Gendarmen getötet. Einem ganzen Juden- transport aus dem Bialystoker Getto gelang es, zu flüchten, nur Greise und Kinder kamen am Bestimmungsort an. In den letzten Tagen wurde die Vernichtung der Juden im Dabrowskie- Kohlenbecken fortgesetzt. In die Aktion sollten Sosnowitz, Chrzanow und andere Orte mit einbegriffen werden. Nähere Angaben fehlen bisher. Im Getto der Hauptstadt wurde die Auflösung der sog. Shops, d.h. der Arbeitswerkstätten, begonnen; die Arbeiter werden dabei überredet, sich frei- willie zur Arbeit ins Gebiet von Lublin zu melden. Diese Aktion hat aber keinen Erfolg, es fehlt an Freiwilligen, und deswegen wurde die Zwangs- deportation begonnen. Eine würdige Antwort der jüdischen Arbeiter hierauf war die erste bedeutendere Sabotage, die im Getto vollbracht wurde. In der Nacht vom 18. zum 19. d. M. ging das Lager, in dem sich im Getto hergestellte und zum Abtransport ins Reich bereitgestellte Möbel befanden, vollständig in Flammen auf. Diese Möbel hatten einen Wert von einigen Millionen Zloty. Alle oben angegebenen Fälle beweisen, daß in der jüdischen Bevölkerung ein Umbruch erfolgt ist, daß der mannhafte Widerstandswille sich freie Bahn geschaffen hat. AIPG, III, Biuletyn Informacyjny, Nr 17(172), vom 29. 4. 1943.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 1 Stadt im südöstlichen Polen. 2 Ort in der Umgebung von Warschau. 504 414, 16. A Kelul Jüd sche Pı In den sı jüdischer Spitze be polnischer deutschen 415. Ende Kam Auch wır, Länger al euch getı Kampf gı Vor zwei und die] laschistisc bekomme wir mehr daß auf i) eines Kär der Waftı In den sc) inden$ı Wir an de allein sin Explodier eich die Armee, d höher sch Freunde! Wir halte Wir gem Aufbrec he Städten "Geh Ime Tganısar 414. 16. März 1943, Warschau(Warszawa).— Nachricht einer polnischen illegalen Zeitung über einen großen jüdischen Partisanentrupp. Jüdische Partisanenbewegung. In den südlich Parczew(Kreis Radzyn) gelegenen Wäldern hält sich ein jüdischer Trupp auf; er zählt mehr als 1000 gut bewaffnete Männer. An seiner Spitze befindet sich der ehemalige Rabbiner von Parczew, ein ehemaliger polnischer Soldat. Dieser Trupp hat schon einige erfolgreiche Kämpfe mit der deutschen Polizei hinter sich. AIPG, III, Przeglad Prasowy, Nr 18, vom 16. 3. 1943.(Übersetzung aus dem Polnischen. 415. Ende März 1943, Warschau( Warszawa).— Brief der Jüdischen Rampforgani- sation an die Waffenbrüder jenseits der Mauern über die Solidarität des gemeinsamen Kampfes gegen den Naziokkupanten. Auch wir, die Kämpferim Warschauer Getto, erhalten den ‚„Walka Mlodych‘'. Länger als zwei Jahre durch eine von den Okkupanten errichtete Mauer von euch getrennt, begrüßen wir freudig jeden brüderlichen Gedanken über den Kampf gegen die Deutschen. Vor zwei Monaten ersetzte uns die erste erbeutete Maschinenpistole das Beil und die Flasche mit Säure. Jetzt sind wir besser bewaffnet. Das haben die faschistischen Mörder und ihre jüdischen Knechte am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Wir stehen ununterbrochen im Kampf. Mit jedem Tag erwerben wir mehr wertvolle Erfahrungen. Jeder Deutsche, der das Getto betritt, weiß, daß auf ihn hinter jeder Hausecke, aus jeder verlassenen Wohnung die Kugel eines Kämpfers lauert. Wir trennen uns nie von der Waffe. Die Trennung von der Waffe müßten wir mit dem Leben bezahlen. In den schweren Januartagen, als die Henker der SS und des ‚‚Sonderdienstes‘ in den Straßen des Gettos Hunderte wehrloser Menschen mordeten, haben wir an den Abenden neue Kraft aus dem Bewußtsein geschöpft, daß wir nicht allein sind. Die Nachrichten, daß Bomben im Warschauer„Cafe Club“ explodieren, daß jugoslawis« he Partisanen erfolgreich kämpfen und in Frank- reich die Diversionsaktionen wachsen; die Berichte über die Siege der Roten Armee, die um die Freiheit aller Unterdrückten kämpft, lassen unsere Herzen höher schlagen. Freunde! Wir sind mit Euch! Wir halten die Pistole fest in der Hand und warten auf den Augenblick, an dem -..-= a N„ N X> a( N wir gemeinsam die Mauer sprengen und zum Endkampf um ein freies Polen aufbrechen werden. Allen Kämpfern Städten unseren brüderlichen Händedruck. AIPG, III, Walka Mlodych, Nr 4, vom 5. 5. 1943.(1 bersetzung aus dem Polnischen. in den Wäldern, Dörfern und kleinen 1 Geheimes Organ des„Zwiazek Walki Mlodych“(Kampfbund der Jugend), der Jugend- organisation der Polnischen Arbeiterpartei. 505 san ns! fi ERU! Inu 416. 19. April 1943, Warschau(Warszawa).— Nachricht über den Aufruf der Jüdi- schen Kampforganisation an die jüdische Bevölkerung zum Kampf gegen die Okkupanten. Den 19. April. An die Gettomauern wurden neben die über die Naziagenten eefällten Todesurteile Aufrufe folgenden Inhalts geklebt:„Brüder! Die Stunde des Kampfes und der Rache an den Okkupanten hat geschlagen. Wehrfähige— schließt euch alle den Kämpfern an! Greise und Frauen sollen Hilfsdienst leisten. Ergreift die Waffen!“ AJHI, Varia II, Nr 119.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 417. Mit a 417. Mit diesen Waffen boten die jüdischen Aufständischen den technisch gut ausge- rüsteten Faschisten Widerstand. ee ' i a Mir A er In ker Hi KR Fr a ir 5 0 7 EEE? mes merr N h} 418. 19. April 1943, Warschau(Warszawa).— Meldung der Jüdischen Kampf- organisation! über den Beginn der Kämpfe im Getto. Heute, vor einigen Stunden, haben bewaffnete Abteilungen der SS unter dem Schutz von Tanks und Artillerie angefangen, die Reste des Warschauer Gettos ganz zu vernichten. Das Getto leistet erbitterten heldenhaften Widerstand.? Die Verteidigung führt die Jüdische Kampforganisation, welche zum Mittel- punkt fast aller Gruppen geworden ist. Vom Getto her ertönen ständige Kanonaden und starke Detonationen. Das Wohngebiet ist mit einem Feuer- schein überzogen. Über dem Blutfeld kreisen Flugzeuge. Der Ausgang des Kampfes ist natürlich von vornherein entschieden. In der ganzen Stadt herrscht Aufregung. Heute abend wurde eine Fahne mit der Losung gehißt: „Wir kämpfen bis zum letzten!‘ Die Bevölkerung von Warschau beobachtet diesen ungleichen Kampf mit Bewunderung und echtem Mitgefühl für das kämpfende Getto... AIM, Materialien der Delegatur der polnischen Emigrationsregierung, Bd 495(Juden).(Übersetzung aus dem Polnischen.) 1 Vom ersten Tag des Aufstandes(dem 19. April 1943) an gaben die Vertreter der Jüdischen < Kampforganisation auf der„arischen Seite‘ Warschaus geheime Meldungen über den Verlauf der Kämpfe im Getto heraus. 2 Die ersten Kämpfe am 19. April 1943(um 6 Uhr morgens) fanden in beiden Hauptstraßen des Gettos, Nalewki- und Zamenhof-Straße, statt. 508 Kö a 419. Titelseite des Berichts über den Verlauf des Aufstandes im Warschauer Getto, der von General Stroop an den Höheren SS- und Polizeiführer in Krakau, General RA rüger, und an Himmler gesandt wurde. S -in mehr! INTER ATIDSET MAL ITARY TRNERMRE NUR 00 ‚GERMAN 20: "SA x R 75""| \ Een ERNIDI, Senne E nee FNOT[ ® \ f uni 1 ”\ Ar, a UN Acc. ni 420. Stroops Tagesmeldung vom 20. April 1943. Abschrift 2ernachreiben Absender: Der;}- und Polizeiführer im Distrikt Yarschau Warschau, den Az. I ab-St/Cr. 16 07- Teb.Nr. 516/ 43 geh. e An den Höheren ı$- und Polizeiführe Ost ra Ss a U Verlauf der Aktion im Ghetto am 19.4.43: fen in brannte 2 x. Bei diesem Feuerüberfall des Gegners wurde zunächst ein Ausweichen der eingesetzten erbände bewirkt. Verluste beim ersten Einsatz 12 YWänner( 6 j4-Nänner, 6 Trawnickimänner). Etwa 8.00 Uhr zweiter Einsatz der“Verbände unter Kommando des„nterze neten. Trotz wiederholung eines geringeren\euerüberfalleg hatte ınlexe plunnässig dure er Segener nion den Dächern und höher gelegenen eingerichteten Stützpunkten in Keller bezw. Bunker und Kanäle zurückzog. Bei-der Durchkämmung wu! nur etwa 200 Juden erfasst. Anschliessend wurden Stoßtrupps auf kannte Bunker angesetzt mit dem Auftrag, die Insassen hervorsuhole« dieser Einsatz den Ürfolg, dass die Gebä kSmmt werden konnten. Is wurde erreicht, 20.40.43 iessung ies Chettos ab 3.00 Ihr. Um 6.00 Uhr Ansetzen der Stärke von 16/850 zur Durchkämmung des Restghettos. fort nach Antreten der Einheiten starker planmässiger Feuerüber- 11 der Juden und Banditen. Der eingesetzte Panzer und die beiden SPW wurden mit Molotow-Cocktaeils(Brandflaschen) beworfen. Panzer die Bunker zu zerstören. Judenerfassung hierdurch etwa J80 5 wurde der Aufenhalt der Juden in der kanalisation festgestellt. Die vollkommene Unterwassersetzung wurde durchgeführt, Gegen 17.30 wurde auf sehr atarken euer, gestossen. kine besondere r nieder, drang in die Näuser ein, chne en. Die Juden und Verbrecher set ich. auch NG.- gruppe gedner selbst zu Stützpunkt zu Stützpunkt zur\ehr, wichen im letzten Flucht über hböden od°r unterirdische Gänge aus. wurde äussere Äbsperrung verstärkt.»äl Ghetto wurden h rausgezogen und in ihre uatiere entia: Männer der\affen-h. stärkung der Absperrung durch 250 Fortsetzung der Aktion am 20.4.43. Zur Verfügung stehende\räfte: W-Pz.CGren.Ers.Batl, 6/400 mKav.Ersatz-Abt. 19/458 Orpo /165 >D 2/48 Trewnickimänner 1/150 damit ten rich Yonment Segen 20.30 tliche linheiten aus des sen. ar» idersta duret en ba I 50 di re Deu o z mm Hm Spa a 0 1 Wehrmacht 1 lo cm Haubitze 1/7 1 Flammenwerfer 5. Pioniere 2/16 San.Staifel 1/1 3 Flak 2,28 cn 2/24 3; franz.Panzer d.Y— 2.5Pw d.h| zus. 31/1262 Die?ührung der heutigen Aktion habe ich Herrn Major d.Sch- Ste rnhag el übertragen, der von Fall zu Fall von mir weitere Weisungen erhält,| 7.00 Uhr wurden 9 Stoßtruppes in Stärke von je 1/36 aus ge- mischten Verbänden eingesetzt, um eine intensive Durchkäsmung und Durchsuchung des Restghettos durchzufiihren. Diese Durchsucr, deren erstes Ziel um ll.oo Uhr erreicht werden soll, ist h|| Gange. Inzwischen ist festgestellt, dass in dem undönohnten, ar){ noch nicht freigegebenen Ghetto, in dem sich einige Rüstungsbe- triebe und dergl. befinden, sich mehrere WiderstaAdsnester befinden, die sogar verhinderten, dass der in der Nähe abgestellte Panzer anlaufen konnte. Stoßtrupps kämpften diese Widerstandsnester nieder und bahnten den Weg für de Besatzung des Panzere. Bei diese Unternehmen sind bereits 2 Verletzte Waffen-4) zu verzeichnen. Gegner Nält sich gegenüber gestern stark zurück, da ihm selbst- verständlich die Zuteilung schwerer Waffen bekannt geworden ist. Ich beabsichtige, urchkämmung des Restghettos restlos durohtu- führen, un anschl ‚end das sog. unbewohnte aber noch nicht frei- gegebene Ghetto zleicher Weise zu säubern. Es ist inzwischen festgestellt, sich in diesem Teil des Ghettos mindestens 10- 12 Bunker ıden, sogar in Rüstungsbe trieben. Erscohwert W.md die ganze Aktion du jie sich noch im Ghetto befindenden Betrieb, die weren der sich in diese befindenden Maschinen und Werkze hin sichtlich Beschuß und Brandgefahr geschützt werden müssen. zen Weitere Meldung erfolgt hei te abend. we er 44- Und Polizeiführer im Distrikt Warschau gez. Stroop ‚‘"“Brigadeführer und Generalmajor der Polizei. P.d.R,d.=; WW a bannführer. 511 Bere EEE IRRE Pen." 421. 20. April 1943, Warschau(Warszawa).— Geheime Tagesmeldung des SS- und Polizeiführers im Distrikt Warschau, Stroop, an den Höheren SS- und Polizeiführer Ost, Krüger, über den Verlauf der Kämpfe im Getto am 19. und 20. April 1943. 3etr.: Ghettoaktion Im Anschlusse an das ES vom 20.4.43- Az. I ab St/Gr 106,.0%.beir. Ghetto. aktion, melde ich wie folgt: Die in dem unbewohnten noch nicht freigegebenen Ghetto festgestellten Widerstandsnester wurden durch eine Kampfgruppe der Wehrmacht — Pionierzug und Flammenwerfer— niedergekämpft. Die Wehrmacht hatte bei diesem Einsatz einen Verletzten durch Lungenschuß. Neun Stoßtrupps drangen bis zu der nördlichen Grenze des Ghettos vor. 9 Bunker! wurden festgestellt, die sich zur Wehr setzenden Insassen nieder- gekämpft, Bunker gesprengt. Die hierbei eingetretenen Verluste des Gegners sind nur unbestimmt zu ermitteln. Insgesamt wurden durch die Tätigkeit der 9 Stoßtrupps heute 505 Juden erfaßt, die, soweit arbeitsfähig, für die Ver- lagerung nach Poniatowa sichergestellt wurden. Etwa gegen 130 Uhrzsetzte ich durch, daß der von der Heeresunterkunftsverwaltung belegte Block?, angeblich mit 4000 Juden belegt, sofort geräumt wurde. Der deutsche Ver- walter wurde aufgefordert, die jüdischen Arbeiter zum freiwilligen Verlassen aufzufordern. Diesem Ersuchen folgten nur 28 Juden. Darauf entschloß ich mich, mit Gewalt den Häuserblock zu räumen bezw. zu sprengen. Die hierbei eingesetzte Flak- 3 Geschütze(2 cm)- hatte 2 Tote.? Die angesetzte 10-cm- Haubitze hat die Banden aus ihren starken Befestigungen verdrängt und, soweit festgestellt werden konnte, diesen auch Verluste beigebracht. Wegen Eintritt der Dunkelheit mußte diese Aktion abgebrochen werden. Am 91.4.43 wird dieses Widerstandsnest, das, soweit möglich, die Nacht über abgeriegelt bleibt, erneut angegriffen. Bei der heutigen Aktion wurden außer den gemeldeten Juden erhebliche Bestände an Brandflaschen, Handgranaten, Munition, Militärwaffenröcken und Ausrüstungsstücken erbeutet. Verluste: 2 Tote(Wehrmacht). 7 Verwundete(6 Waffen-SS, 1 Trawnikimann?). 1 Vom Herbst 1942 an begannen die Juden, unterirdische Bunker zu bauen, um sich gegen die Nazis zu verteidigen. Die Jüdische Kampforganisation besaß ihre eigenen Bunker, die oft sehr gut ausgerüstet waren. 2 Es handelt sich um das Gelände der Bürstenfabrik, wo besonders hartnäckige Kämpfe statt- fanden. 3 Infolge eines Angriffs von außen, von der„arischen Seite‘, der am 20. April von einer Gruppe der Volksgarde durchgeführt wurde. 4 In Trawniki(Distrikt Lublin) befand sich während der Okkupation eine SS-Schule, in der ukrainische, litauische, lettische u. a. Faschisten geschult wurden. Diese Leute, Trawniki- männer genannt, wurden dann als Wach- und Begleitmannschaften im KZ und bei Deportationen, aber auch zur Unterdrückung der Widerstandsbewegung eingesetzt. ih H Hanf iN HORB hhır IHN RRUKRN KHRHRRILSEILFIEOESZRFAHRRHDN ut In einem Falle hatten die Banditen Tretminen gelegt.® Ich habe durchgesetzt, daß die Betriebe W.©. Toebbens, Schultz u. Co. und Hoffmann am 21.4. 43 mit der gesamten Belegschaft ab 6% Uhr abmarsch- bereit zu stehen haben, um endlich eine klare Linie für die Bereinigung im Ghetto zu bekommen. Der Treuhänder von Toebbens hat sich verpflichtet, die Juden, etwa 4-5000, freiwillig auf den bestimmten Sammelplatz zum Abtransport zu führen. Gelingt wie im Falle Heeresunterkunftsverwaltung die freiwillige Herausführung nicht, werde ich mit Gewalt auch diesen Teil des Ghettos bereinigen. Ich bestätige den mir vom Obergruppenführer heute fernmündlich gegebenen Auftrag mit allen Vollmachten. Nächste Meldung am 21. 4. 43, mittags. Stroop Nürnb. Dok. PS-1061 SS-Brigadeführer u. Generalmajor d. Polizei 5 Auf dem freien Gelände vor dem Tor, das zur Bürstenfabrik führte. 33 Getto g1 80 TAN HRSERROKR NH ki KUHN u an EEE GELEITET LEE SIR 422. 20. April 1943, Krakau(Krakow).— Schreiben des Generalgouverneurs Frank an den Chef der Reichskanzlei, Minister Lammers, über den Ausbruch des Aufstandes im Warschauer Getto. Sehr verehrter Herr Reichsminister Dr. Lammers! In der heutigen aus Anlaß des Führergeburtstages abgehaltenen Sitzung der Regierung des Generalgouvernements beherrschte die Entwicklung der Sicherheitslage das Bild. In der Tat entwickelt sich diese unter dem Einfluß verschiedenster Umstände in geradezu gefährlichster Weise. Seit gestern haben wir in Warschau einen bereits mit Einsatz von Geschützen zu bekämpfenden wohl organisierten Aufstand im Ghetto. Die Morde an den Deutschen nehmen in furchtbarer Weise zu; Züge werden überfallen, Transportwege völlig un- sicher gemacht. Die Bandenbildung entwickelt sich in grassierender Weise. Ich sehe zur Zeit die Verantwortung für das Leben der Deutschen im General- gouvernement Gott allein anvertraut. ZKUNV, Dc. 362/1x 423. Eine Abteilung der faschistischen Sicherheitspolizei vor dem Betreten des Gettos. 514 = 424. Ein Artillerietrupp bereitet den Beschuß einer Stellung der jüdischen Aufständischen vor. 13 i | \# Ei | | i | j j * j # | | (6, F h f I} IR aa „7 u H reed > 235 ==2 EEE IRRE EISEN upon 425. April 1943, Warschau(Warszawa).— Meldung! des Kommandos der Jüdischen Kampforganisation über den Verlauf des ersten Gefechts im Getto, das am 19. April morgens stattfand. ... Einige Tage später stießen die von uns gesandten Patrouillen auf Späh- trupps anderer Gruppen von uns, Wir haben miteinander Fühlung aufge- nommen. Das Kommando der Kampforganisation kam zu einer Plenar- sitzung zusammen, und man beriet über die Lage. Die Verbindung mit der Außenwelt war nur telefonisch. Von... konnte man sprechen. Am Karfreitag waren die Fernsprechapparate schon weggenommen. Und als wir versuchten, unseren eigenen Apparat an die im Hof befindliche Telefondose anzuschließen, stellte es sich heraus, daß der elektrische Strom abgeschnitten war. Laut Berichten der Gruppenkommandanten verlief die Kampfaktion auf dem Gettogebiet wie folgt: 5 Uhr 35. Als die erste geschlossene SS-Kolonne auf der Nalewki-Straße ins Getto einmarschierte, wurde ihre Spitze neben dem Haus Nr 35 mit Bomben, Granaten und Brandflaschen angegriffen. Einige Schüsse aus Karabinern fielen. Die Deutschen sammelten nur ihre Verwundeten und Toten und zogen sich aus dem Getto zurück. Von diesem Hause schoß ein Karabiner wiederholt auf die Wache in der Nalewki-Straße... und es konnten zwei Treffer be- obachtet werden. Diese Kolonne hatte vermutlich die Aufgabe, die Mila- Straße zu besetzen, welche die Deutschen seit längerer Zeit als Widerstands- festung betrachteten. Gegen 7 Uhr wurde wieder aut demselben Abschnitt eine weitere SS-Kolonne (mit Tank) auf dieselbe Weise zerschlagen. Um uns den Rückzug zu sichern... haben wir mit einigen Flaschen das Haus Nr 2/4(gegenüber) in der Gesia- Straße Ecke Nalewki 31 angezündet, in welchem Feuerwaflen vorbereitet waren. Die Gruppen zogen sich nach Ausnützung aller Bomben, Granaten und Brand- flaschen zurück. Die Revolver aber blieben im Kampf unbenutzt. AJHI, Mappe Kampfmeldungen, Nr 2.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 1 Diese Meldung ist mit Bleistift geschrieben; das Papier ist stark beschädigt. Es fehlen die ersten Sätze; manche Stellen sind völlig unleserlich. Die Meldung wurde erst 1956 in einem Keller aufgefunden. beweg i 426. Jüdische Frauen, Mitglieder der Jüdischen Kampforganisation und der Chaluzzen- bewegung, vor der Erschießung. HERR mas] IHN HELFERN j Ye een 427. 23. April 1943, Warschau(Warszawa).— Brief von Mordechai Anielewicz, dem Kommandanten des Aufstandes, an seinen Stellvertreter auf der ‚‚arischen Seite‘‘, Icchak Cukierman. Schalom, Icchak. Ich weiß nicht, was ich Dir schreiben soll. Erlaube mir diesmal einige persön- liche Einzelheiten. Ich möchte meinen Gefühlen und denjenigen meiner Genossen Ausdruck geben. Das, was wir erlebt haben, übertrifft unsere ver- wegensten Träume. Zweimal sind die Deutschen aus dem Getto geflohen. Einer unserer Trupps hielt 40 Minuten, ein anderer mehr als 6 Stunden in der Stellung aus. Die auf dem Gelände der Bürstenfabrik gelegte Tretmine ist explodiert. Unsererseits haben wir bis heute nur einen Verlust— Jechiel, der als Held und Kämpfer am Maschinengewehr fiel. Die von uns noch gestern erhaltenen Nachrichten, daß die Genossen von der PPR die Deutschen angegriffen hatten! und daß der Sender ‚‚Swit‘ eine schöne Information von unserer Verteidigung gebracht hatte?, riefen in uns ein Gefühl der Genugtuung hervor. Obwohl vor uns noch ein gutes Stück Arbeit liegt, ist das, was getan wurde, ausgezeichnet getan worden. Allgemeine Lage: Alle Werkstätten im Getto und außerhalb des Gettos sind geschlossen worden, ausgenommen die ‚‚Werterfassung‘‘, ‚„Transavia‘“‘ und„Düring“. Über die Lage bei„Schultz‘‘ und ‚‚Toebbens‘“? habe ich keine Nachrichten. Die Ver- bindung ist unterbrochen. Die Bürstenfabrik brennt schon den dritten Tag, ich habe keine Verbindung mit den Trupps. Im Getto unzählige Brände. Gestern brannte das Krankenhaus. Ganze Blocks stehen in Flammen. Die Polizei? ist aufgelöst, ausgenommen das in der ‚„‚Werterfassung‘‘ befindliche Kommando. Szmerling? ist wieder aufgetaucht. Lichtenbaum®: ist vom Umschlagplatz entlassen worden. Aus dem Getto wurde keine große Zahl Menschen heraus- geführt. Die Lage in den Werkstätten ist verschieden, aber es fehlt mir an Einzelheiten. Während des Tages verbergen sie sich in Bunkern. Ab heute nacht gehen wir zur Partisanentaktik über. Diese Nacht gehen drei Gruppen hinaus, um zwei Aufgaben zu erfüllen: eine Rekognoszierung vorzunehmen und Waffen zu erbeuten. ! Am 20.4. 1943 griff eine Gruppe der Volksgarde eine deutsche Batterie an, die das Getto beschoß(siehe auch Dok. Nr 421). An demselben Tag versuchte eine Gruppe der Heimat- armee(AK), die Gettomauer von der Sapiezynska-Straße aus zu sprengen, um den Juden die Flucht zu ermöglichen. ®„Swit‘“— ein illegaler polnischer Sender. Es handelt sich hier um eine Sendung über den heldenhaften Kampf der jüdischen Aufständischen. ® Deutsche Betriebe im Getto. Die jüdische Polizei. ° Ein Offizier der jüdischen Polizei im Getto, dessen Servilismus gegenüber den Okkupanten bekannt war. 6 Vorsitzender des Judenrats. 518 Damit D gebrauch Ich bin: jetzt lebe später vei in denen zuzünder Ich weiß viel zu fr Sei vesun daß meıı im Warst Damit Du es weißt: Der Revolver ist nichts wert, wir haben ihn fast nicht gebraucht. Wir benötigen Granaten, Maschinengewehre und Sprengstoff. Ich bin außerstande, Dir die Verhältnisse zu schildern, in denen die Juden jetzt leben. Nur wenige werden aushalten, die übrigen werden früher oder später vernichtet. Ihr Schicksal steht schon fest. Fastin keinem von den Bunkern in denen sich unsere Genossen befinden, ist es möglich, nachts eine Kerze an- zuzünden, weil es keine Luft gibt. Ich weiß nicht, wovon ich noch schreiben soll. Ich kann mir denken, daß Du viel zu fragen hast. Aber heute werde ich es dabei bleiben lassen. Sei gesund, mein Teurer, vielleicht sehen wir unsnoch wieder. Die Hauptsache, daß mein Traum verwirklicht ist. Ich habe es erlebt, eine Widerstandsaktion im Warschauer Getto zu sehen. In ihrer ganzen Pracht und Größe. Smol, Tel-Aviv, vom 16. 4. 1953.(Übersetzung aus dem Hebräischen.) ” Mordechai(Anielewicz L 519 428. Ing. Michal Klepfisz, Mitglied der ae Organisation ,„Bund‘“ und der nr ‚Jüdischen Kampforganisation, am en 20. April 1943 im Kampf auf dem en Gelände der Bürstenfabrik(Swieto- Br Jerska-Straße) gefallen.| Pe | 5 429. Ing. Edward Fondaminski, Sekretär 431. Ing I der Polnischen Arbeiterpartei im Par & Warschauer Getto und einer der Kaı Rommandeure des Aufstandes, am des 8. Mai 1943 im Kampf um den der Bunker des Hauptkommandos der Jüdischen Kampforganisation(Mi- la-Straße 18) gefallen. EEEEELLTELEBE ww | 430. Luba Fondaminska, Frau des Edward, Mitglied der Polnischen Arbeiterpartei und der Jüdischen | | Kampforganisation, am 2. Mai | 1943 im Kampf in der Stawki- | Straße gefallen. | 431. Ing. Abram Blum, Mitglied der Partei ,‚Bund‘“‘, der Jüdischen Kampforganisation und 1 eilnehmer des Aufstandes, von der Gestapo auf der„‚arischen Seite‘“ ermordet. | 432. 23. April 1943, Warschau(Warszawa).— Deklaration der Jüdischen Rampf- organisation, an die polnische Bevölkerung gerichtet. Polen! Bürger! Soldaten der Freiheit! Unter dem Donner der Geschütze, mit denen die deutsche Armee auf unsere Häuser und Wohnungen, unsere Mütter, Kinder und Frauen schießt, unter dem Geknatter der Maschinengewehre, die wir im Kampf gegen Gendarmen und SS-Männer erbeuteten, inmitten des Rauches der Feuersbrünste, aus einem Meer von Blut des War- schauer Gettos senden wir Gefangenen des Gettos Euch brüderliche Kampfes- grüße. Wir wissen, daß Ihr mit tiefem Schmerz und Tränen des Mitgefühls, daß Ihr mit Bewunderung und Sorge den Ausgang dieses Kampfes verfolgt, den wir seit vielen Tagen gegen den grausamen Okkupanten führen. Doch Ihr sollt wissen, daß jedes Haus des Gettos wie bisher, so auch weiterhin eine Festung sein wird, daß wir alle in diesem Kampf umkommen können, uns aber nicht ergeben werden, daß wir wie Ihr nach Vergeltung und Bestrafung unseres gemeinsamen Feindes für alle seine Verbrechen lechzen. Der Kampf geht um unsere und Eure Freiheit, um unsere und Eure mensch- liche, soziale, nationale Ehre und Würde. Wir rächen die Verbrechen von Auschwitz, Treblinka, Betlzec und Majdanek. Es lebe die Waffen- und Blutsbrüderschaft des kämpfenden Polens! Tod den Henkern und Henkersknechten! Es lebe der Kampf auf Leben und Tod gegen den Okkupanten! Die Jüdische Kampforganisation „Na oczach$wiata‘‘(Vor den Augen der Welt), Warschau 1943, hg. in der polnischen Konspiration.(Übersetzung aus dem Polnischen. 134. Ing 433. Franciszek Leczycki, langjähriger polnischer kommunistischer Funktio- när, Organisator der Hilfsaktion für das kämpfende Getto seitens der Polnischen Arbeiterpartei. 434. Ing. Stanislaw Skrypij, RKomman- deur der Volksgarde in Warschau zur Zeit des Aufstandes im Gelto, von der Gestapo im Juli 1943 er- schossen. EZBELER Sa; ERHIELT SEHHRRSERESEERZETT 435. Franciszek Bartoszek, Leiter der bewaffneten, von der Volksgarde organisierten Solidaritätsaktion an der Getiomauer(20. und 23. April 1943),am 15. Mai 1943 im Kampf mit den Faschisten gefallen. 436. Xygmunt Bobowski, Kunstmaler, Teilnehmer der von der Volksgarde am 20. April 1943 durchgeführten Kampfaktion an der Gettomauer, ebenfalls am 15. Mai gefallen. 437. Edu meis! zjü dis l iefe l an d 437. Edward Bonislawski, Quartier- meister der Volksgarde, der den j Jüdischen Aufständischen Waffen lieferte; er wurde am 21. April 1943 an der Gettomauer erschossen. 438. Wladyslaw Gaik, Organisator eini- ger von der Volksgarde durchgeführ- ten Aktionen( 30. April und 10. Mai 1943) deren Ziel es war, die letzten Gruppen der Jüdischen Kampforga- nisation aus den Gettolrümmern zu den Partisanen zu geleiten. Er wurde von der Gestapo im Oktober 1943 erschossen. 439. Jözef Podkanski, polnischer Schaff- ner, Mitglied der Volksgarde; brachte während des Aufstandes Kampfmeldungen aus dem Getto. Er wurde von der Gestapo Ende April 1943 erschossen. 440. Jozef Pszenny, Hauptmann der 449, Euo Heimatarmee(AK), Leiter einer an bewaffnetenSolidaritätsaktion an der Kr Gettomauer(am 19. April 1943). dert bei En Fr 441. Jozef Wilk, junger polnischer Arbei- ter, Teilnehmer der Kampfaktion der AK an der Gettomauer am 19. April 1943; während dieser Aktion gefallen. 442. Eugeniusz ‚‚Mlodek‘‘, junger pol- nischer Arbeiter, Teilnehmer der Kampfaktion der Heimatarmee an der Gettomauer am 19. April 1943; bei diesen Kämpfen gefallen. und Ban der Einh Eine An Absturz| 443. Prof. Jerzy Lewandowski, Major der Heimatarmee(AK), Leiter der Solidaritätsaktion vom 23. April 1943 an der Gettomauer. Am heut gestellt u Terrorist stattgelui Nach M sation in Hause© trupp dı noch fest flasche u durch V Die ganz Juden u: denen d Juden al Ghettos auch die 99Q 97. oO r, r r N Bei Abbı 444. 23.-27. April 1943, Warschau(Warszawa).— Tagesmeldungen von Stroop an iin 2 Ya RR 2: ara 9 dal) wıec den Höheren SS- und Polizeiführer Krüger über den Verlauf der weiteren Kämpfe im 4 ke x um dort Warschauer Getto. macht la Häuse| -> A© ar R=£ rla Verlauf der Ghettoaktion am 23. 4. 43. Beginn: 7% Uhr. i 5 5:: Zur Verl Das gesamte ehemalige Ghetto war zur heutigen Durchkämmung in 24 Bezirke wurden| ; i; 5; Wurden eingeteilt. In jeden Bezirk wurde| verstärkter Durchsuchungsstoßtrupp mit Von di 5 N dies besonderem Auftrag entsandt. Für die den Durchsuchungsstoßtrupps ge- Köhrt ; 5 we,|>“Art am gebenen Aufträge hatten diese Zeit bis 16% Uhr. Kräfte w Erfolg dieses Unternehmens: 600 Juden und Banditen aufgestöbert und erfaßt KdO, 7 und etwa 200 Juden und Banditen erschossen. 48 Bunker, teilweise raffinierte- iger| ster Art, wurden gesprengt. Erbeutet wurden— außer Wertgegenständen, N Geld— auch einige Gasmasken. h N Es war den Einheiten bekanntgegeben, daß die Aktion mit dem heutigen Tage Be R beendet werden sollte. Diese Mitteilung war bereits vormittags bei den Juden ink N bekannt. Aus diesem Grunde wurden nach etwa 1-1!/ystündiger Pause Durch-“sen u suchungstrupps erneut angesetzt mit dem Erfolg, daß, wie stets der Fall ist, Verlauf, \ die Anwesenheit von Juden und Banditen in verschiedenen Blocks festgestellt Zum n $ wurde. Aus einem Gebäudekomplex wurden die Absperrmannschaften sogar 4 Durc} beschossen. Eine besondere Kampfgruppe wurde hiergegen angesetzt und zur D, I Ausräucherung der Banditen sämtliche Gebäude in Brand gesetzt. Die Juden und Banditen hielten sich bis zum letzten Augenblick, um dann die Männer der Einheiten mit Feuer zu belegen. Sogar mit Karabinern wurde geschossen. Eine Anzahl von Balkonen schießende Banditen wurde durch Schüsse zum Absturz gebracht. Am heutigen Tag ist auch die angebliche Zentrale der..PPR‘“ unbesetzt fest- gestellt und vernichtet worden. An diesem 5. Tage wurden sichtbar die größten Terroristen und Aktivisten gestellt, die es verstanden haben, sich jeder bisher stattgefundenen Überholung bzw. Verlagerung zu entziehen. Nach Meldung eines Volksdeutschen sind wiederum Juden durch die Kanali- sation in den arischen Stadtteil geflohen. Es wurde verraten, daß sich in einem Hause einige Juden aufhielten. Ein besonders motorisiert angesetzter Stoß- trupp drang in das Gebäude ein und konnte 3 Juden, darunter 2 Jüdinnen, noch festnehmen. Während dieser Aktion wurde der Lkw. mit einer Brand- flasche und einem Sprengkörper beworfen, wodurch 2 Männer der Orpo durch Verwundung ausfielen.! Die ganze Aktion wird erschwert durch die mit allen Raffinessen vorgehenden Juden und Banditen, z. B. wurde festgestellt, daß in den Leichenwagen, mit denen die herumliegenden Toten gesammelt werden, gleichzeitig lebende Juden auf den jüdischen Friedhof gefahren werden und damit außerhalb des Ghettos entkommen. Durch ständige Kontrolle der Leichenwagen wird auch dieser Weg zur Flucht unterbunden. Bei Abbruch der heutigen Unternehmung gegen 22.00 Uhr wurde festgestellt, daß wiederum etwa 30 Banditen in einen sogen. Rüstungsbetrieb wechselten, um dort Unterschlupf zu finden. Da in diesem Betrieb große Werte der Wehr- macht lagern, ist dieser aufgefordert, bis 24. 4. mittags zu räumen, um dieses Häuserlabyrinth ebenfalls morgen in Angriff zu nehmen. Zur Verlagerung aus den Betrieben wurden heute 3500 Juden erfaßt. Insgesamt wurden bis heute zur Verlagerung erfaßt bzw. abtransportiert: 19450 Juden. Von diesen Juden sind z. Zt. noch etwa 2500 zu verladen. Der nächste Zug fährt am 24. 4. 43 ab. Kräfte wie am 22. 4. 43- ohne 150 Trawnikimänner-. Diese sind bereits dem KdO. zur Verstärkung für eine andere Aufgabe zugeteilt. Eigene Verluste: 2 Pol. Wm(SB) verwundet l Trawnikimann verwundet. Fortsetzung der Aktion am 24.4.43, 10.00 Uhr. Dieser Zeitpunkt wurde gewählt, um die sich etwa noch im Ghetto befindenden Juden in dem Glauben zu lassen, daß die Aktion heute tatsächlich beendet wurde. Verlauf der Aktion am 24. 4. 43. Beginn: 10.00 Uhr. Zum Unterschied von den Vortagen wurden die heute wiederum gebildeten 24 Durchsuchungstrupps nicht von einer Seite, sondern gleichzeitig von allen Der Angriff auf eine Gruppe Gendarmerie und Polizei -.) Unaß ! Dies geschah in der Freta-Straße. r K z on„Gustaw‘‘(Stenhel) ausgeführt. wurde von der Volksgarde unter Kommando vor 5 529 4 Getto er ger ee er EEE ET TER ui a BEHPZIIRTIIITER Enden des Ghettos zur Durchkämmung angesetzt. Scheinbar sind die noch vorhandenen Juden dadurch, daß das Unternehmen erst um 10.00 Uhr be- gann, in dem Glauben gewesen, die Angelegenheit wäre am Vortage beendet gewesen. Der Erfolg der Durchsuchungsaktion war deswegen am heutigen Tage besonders erfolgreich. Der Erfolg beruht aber auch auf der Tatsache, daß die Unterführer und Männer sich inzwischen an den hinterhältigen Kampf und an die Schliche der Juden und Banditen gewöhnt haben, vor allem große Geschicklichkeit in der Aufspürung von den unzähligen vorhandenen Bunkern bekommen haben. Nach Rückkehr der Stoßtrupps wurde heute gegen Abend ein besonderer Häuserblock im nordöstlichen Teil des ehemaligen Ghettos angepackt. In diesem Häuserlabyrinth befand sich eine sogenannte Rüstungs- firma, die angeblich Millionenwerte in Wehrmachtsgut zum Verarbeiten und Lagern haben sollte. Ich hatte der Wehrmacht am 23.4. 43 gegen 21.00 Uhr Kenntnis von meiner Absicht gegeben mit dem Ersuchen, das Wehrmachtsgut bis 12.00 Uhr abzufahren. Da die Wehrmacht erst gegen 10.00 mit der Abfahrt begann, mußte ich eine Verlängerung bis 18.00 Uhr einräumen. Um 18.15 Uhr trat die Durchsuchungskampfgruppe nach Abriegelung in die Gebäude ein und stellte die Anwesenheit einer großen Anzahl von Juden fest. Da diese Juden zum Teil Widerstand leisteten, gab ich den Befehl zum Aus- brennen. Erst nachdem der Straßenzug und zu beiden Seiten sämtliche Höfe in hellen Flammen standen, kamen die Juden zum Teil brennend aus den Häuserblocks hervor bzw. versuchten, sich durch einen Sprung aus den Fenstern und Balkonen auf die Straße, auf die sie vorher Betten, Decken und sonstige Teile geworfen hatten, zu retten. Immer wieder konnte man be- obachten, daß trotz der großen Feuersnot Juden und Banditen es vorzogen, lieber wieder ins Feuer zurückzugehen, als in unsere Hände zu fallen. Immer wieder schossen die Juden bis fast zur Beendigung der Aktion, so daß noch fast am Ende dieses Tages die Pioniergruppe unter IMG-Schutz in ein besonders starkes Betonhaus eindringen mußte. Ende der heutigen Aktion: Am 25. 4.43 um 1.45 Uhr. Es wurden zur Verlagerung 1660 Juden eingebracht. Aus Bunkern wurden hervorgezogen 1814, erschossen ca. 330. Ungezählte Juden verbrannten oder kamen in den gesprengten Bunkern um. Es wurden 26 Bunker gesprengt und eine nicht gezählte Menge an Geldscheinen, hierunter besonders Dollars, eingebracht. Eigene Kräfte: Wie am Vortage, weniger 50 Mann Wafflen-SS. Eigene Verluste: 2 SS-Männer und ein Trawniki-Mann verwundet. Insgesamt wurden bisher 25500 Juden, die im ehem. jüd. Wohnbezirk ge- wohnt haben, durch die laufende Aktion erfaßt. Da über den Bestand an Juden nur unklare Schätzungen vorliegen, nehme ich an, daß sich im Ghetto nur noch ganz geringe Teile der Juden und Banditen aufhalten. Fortsetzung der Aktion am 25. 4. 43 um 13.00 Uhr. 530 Ich bestä zu übers‘ andauert An den/ bekanntg zu könne Verlauf( Für das wie an el kleiner: kämmun bei Wide Einige 5 Bunker 9 Um 16.01 und Mäı sogen, N Nach de: er vollko liche Zal unter deı Sie feuer: Herausw Stockwer kein Aus Insgesam 347 ersch Juden be der bei d beträgt h Auf Gru aber auß Einem H: ein beso: ANgesetzt Sark bey ur Weh ” Band; der Rest Sofort um Ich bestätige den Empfang der FS. Nr. 1222 und 1223 vom 24. 4. 43. Soweit zu übersehen, wird die laufende große Aktion bis einschließlich 2. Östertag andauern.° An den Außenmauern des Ghettos sind bereits heute Plakate angebracht, die bekanntgeben, daß jeder, der das ehem. Ghetto betritt, ohne sich legitimieren zu können, erschossen wird. Verlauf der Aktion am 27. 4. 43. Beginn 9.00 Uhr. Für das heute angesetzte Unternehmen wurden 24 Stoßtrupps gebildet, die wie an einigen Tagen der vergangenen Woche das ehem. jüdische Ghetto als kleinere Durchsuc hungsstoßtrupps zu durchsuchen hatten. Diese Durch- kämmungsstoßtrupps holten 780 Juden aus Bunkern hervor und erschossen bei Widerstand 115 Juden. Beendigung dieses Unternehmens etwa 15.00 Uhr. Einige Stoßtrupps mußten weiterhin in Tätigkeit bleiben, da sie auf neue Bunker gestoßen waren. Um 16.00 Uhr wurde eine besondere Kampfgruppe in Stärke von 320 Führern und Männern für die Bereinigung eines großen Häuserblocks beiderseitig der sogen. Niskastraße im Nordosten des ehem. jüdischen Wohnbezirks angesetzt. Nach der Durchsuchung wurde der gesamte Block in Brand gesetzt, nachdem er vollkommen abgeriegelt war. Bei diesem Unternehmen wurde eine erheb- liche Zahl von Juden erfaßt. Wie immer hielten sich diese bis zuletzt in den sich unter der Erde befindenden oder auf den Dachböden angebrachten Bunkern. Sie feuerten bis zum letzten Augenblick und sprangen dann nach vorherigem Herauswerfen von Betten, Matratzen usw. mitunter sogar aus dem vierten Stockwerk auf die Straße— aber erst dann, wenn ihnen durch das Feuer gar kein Ausweg mehr übrig blieb. Insgesamt wurden heute im ehem. jüd. Wohnbezirk 2560 Juden erfaßt, davon 547 erschossen. Außerdem kamen wie immer zahlenmäßig nicht festgestellte Juden bei der Sprengung von Bunkern bzw. durch Feuer um. Die Gesamtzahl der bei der laufenden Aktion im ehem. jüdischen Wohnbezirk erfaßten Juden beträgt bis heute 31746. Auf Grund eines anonymen Schreibens wurde bekannt, daß anschließend, aber außerhalb am nordostwärtigen Teil des jüdischen Wohnbezirks, sich in einem Häuserblock Juden in größerer Zahl befinden. Auf diese Gebäude wurde ein besonderer Stoßtrupp unter Führung von Oberleutnant d. Sch. Diehl angesetzt. Der Stoßtrupp stellte eine Bande in einer Stärke von etwa 120 Mann, Pistolen, Gewehren, IMG, Handgranaten, fest, die sich stark bewaffnet mit 94 Banditen im Feuerkampf zu erledigen. zur Wehr setzten. Es gelang, 52 Banditen wurden festgenommen. 2! erfaßt bzw. vernichtet werden. Die Gebäudeteile sind aber Wegen Eintritt der Dunkelheit konnte der Rest nicht i Ä An sofort umstellt worden, so daß ein Entweichen ohne weiteres nicht möglich ist. *® Stroops Vermutungen waren falsch. Der Aufstand dauerte unter verschiedenen Formen bis Stroo g? Mitte Juli 1943. & (>) 34* ER AZEEEEAEEM EEE 5 E R } " Fortsetzung der Bereinigung am morgigen Tage. Außerdem wurden 17 Polen, darunter 2 poln. Polizisten, festgenommen, die von dem Vorhandensein der Bande hätten wissen müssen. Bei diesem Unternehmen wurden u. a. erbeutet: 3 Gewehre, 12 Pistolen, teilweise größeren Kalibers, 100 polnische Eierhand- granaten, 27 deutsche Stahlhelme, eine ganze Anzahl deutscher Uniformstücke und-mäntel, die sogar mit dem Band der Ostmedaille versehen waren, weiter gefüllte IMG-Magazine, 300 Schuß Munition usw. Der Führer des Stoßtrupps hatte es wegen der Verkleidung der Banditen in deutscher Uniform außer- ordentlich schwer. Er hat sich aber trotzdem mit großem Schneid durch- gesetzt. Unter den erfaßten, bzw. getöteten Banditen sind mit Bestimmtheit polnische Terroristen ermittelt. Heute gelang es u. a. auch, einen der Gründer und Führer der jüdisch-polnischen Wehrformation zu erfassen und zu liqui- dieren.? Das äußere Erscheinungsbild der jetzt zur Erfassung kommenden Juden zeigt, daß nun die Juden an die Reihe kommen, die die Führung des ganzen Wider- standes in den Händen hatten. Mit Beschimpfungen auf Deutschland und auf den Führer auf den Lippen und mit Flüchen auf die deutschen Soldaten stürzten sie sich aus den brennenden Fenstern und von den Balkonen. Durch in die Kanalisation hinabgestiegenen SS-Männer wurde festgestellt, daß die Leichen verendeter Juden in großer Anzahl vom Wasser fortgeschwemmt werden. Eigene Kräfte: Von 7-19.00 Uhr 288 deutsche Polizei 200 Trawnikimänner 140 poln. Polizei Absperr- Von 19-7.00 Uhr 288 deutsche Polizei dienst 250 Waffen-SS 140 poln. Polizei Stärke der Einsatzkräfte: 3/115 deutsche Polizei 4/400 Waffen-SS 1/6 TN 2/30 Sipo 2/21 Pioniere. Eigene Verluste: 3 Verwundete, davon 2 Waften-SS 1 Trawnikimann. Ende des Unternehmens: 23.00 Uhr. Fortsetzung am 28. 4. 43 um 10.00 Uhr. Nürnb. Dok. PS-1061 3 Außer der Volksgarde organisierten auch Diversionsgruppen der Heimatarmee(AK) und der Sozialistischen Kampforganisation einige bewaffnete Solidaritätsaktionen außerhalb der Mauern. Diese Aktionen hatten eine große moralische Bedeutung, brachten aber vom strategischen Gesichtspunkt her den Juden nur geringe Hilfe. Die rechtsradikalen polnischen Untergrundparteien waren dagegen, den kämpfenden und sterbenden Juden jede Hilfe zu leisten. Manche von diesen Organisationen konspirierten sogar zu jener Zeit gegen die Juden. ; Aber ch AEHRORBRT non! DER HT RERTENHGRTENHPUHBEN B\£ HEIHERRH Ale HEHE Ki Hi FOREN 445. Tagesmeldungen von Stroop. be chnut,;,>97 Pernschreiben \ Absender: > und Folizeiführer im#istrikt Warschau Warschau, den>2, 4, 1943 Az.ı- I ab-St/Gr.- 16 07-Teb.Nr. 532 453 geh. @ir.3 Ghettoaktion, d General d.Folizei Kı ger- Verlauf der oaKtio 2.4.45. Meldung über die Aktion 20 12.00 Uhr ik ereits durch FS vor eute erstattet, Auschliedend wird f ende€ ldet3 Die schon erwähnte Duı suchw der restlichen Gebäudekomplexo durch anzc tzte Stoßtrupzrs, ie teilweise Widerstand entrafen, hatte f enden Erfolgs 11oo Juden z Verlagerung erfaßt, 203 Banditen und Juden erschos ‚> Sunker gesprengt. Es wurden erbeutets&o dflaschen und" andere Beute. v. 20.4.4353 Teb.Nr, s eneldet, Tot) feindl. Schuß ir ihm getragene Hand- n; y\ } schuß). S“ elne€ ed i Trümnern begraben. j ır Ausräucherung i I fi ' er 81 | G ‚08, I A or | eute: no die Bandi t I" zusammenbrachen. j rtgesetzt. Der Y- und ez. Stroop im3risadeführer u, Generalmajor der Folizei. Fernschreiben Absenders Der SSund Polizeiführer im Distrikt Uurschmu Warschau, den 3.Mzi 1945 Az. I ab- Str/6r.- 16 07- Teb. Nr. 597/43 geh. Beatr.: Ghatto-Großaktion. An den Höheren 55-und Polizeiführer Ost 5S-Obergruprenführer und General d,Pclizei Krüger 0.V.i.h, ErRARK u Großertion am 3.5.43, Beginn 9,00 Ihre unz des ehem.jüdischen Shettos am hautizen Page, bei der Burker ermittelt wurden, hatte folgendes Ergehnist Aus Bunkern erfaßt 1.392 Juier erschossen 34.” nus ehem.Rüs tungsbetrieben umgelnzert 117* Dadur-h erhöht sich die Gesamtzahl der hisher erfatten Juden auf. In.den meisten Füllen leisteten die Juden mit der#a’fe in der Hand lea Burkers Widerstnnd. Dadurch sind 2 Ausfälle dureh ehnen. Die Juden und Banditen feuerten teilneine vor Verl Vermindung zu verz mit beiden Händen aus Pistolen, De heute in mehreren Fällen fıstgeste!]t wurde, de? Jüdinnen Pistolen in ihren Schlüpfern verborgen hatter, wurden zb heute 8 mt!iche Inden und’ BanditenS- Brigsieführer u u. Generalmajor der Polizei . 1.Ri tigkeits A " d Zi mt wi n “ mr ö 77 Nolh Yo Fo} ua SEES GRRRRRUNEGERRLHRUNIRUTANERRARARNE a u Der}- und Folizeifünrer im Distrikt Warschau oe I Briei || Bi Absender? dess Ein+ | Katyı Warschau, den 6.5.1943 Bige: | Eins: Az.ı I ab St/Gr. 16 07- Isb.är. 614/43 geh. Betr.: Ghetto-Groilaktion ‘ An den-” Höheren';=- und Polizeifünrer Ost Deu 4=Obergruppenführer und General d. Polizei Krüger af 0.Y,.1.h,%: Tra Krakaın pol - Eige Verlauf der Großfaktion am 6.5.43, Beginn 9,30 Uhrs Heute wurden insbesondere die Häuserblocks durchkämmt, die am 4,5. durch Feuer vernichtet wurden. Obwohl kaum zu erwarten war, daß hier noch Menschen lebend angetroffen würden, wurden eine e ganz$e Anzahl von Bunzern, in denen sich eine glühende Hitze eit- wickelt hatte, festgestel#Pt. Aus diesen Bunkern und aus in ande» 2 ren Teilen des Ghettos festgestellten wurden insgesunt 1 553 Juden K.d, erfaßt, Beim Widerstand und bei einem zieh entwickelnden leuerge- feent wurden 356 Juden erschossen. Bei diesem Feuergefecht schös- sen die Juden aus Pistolen 08 und anderen Kalibern und warfen mit poln. Eierhandgranaten. Hierbei wurde 1 I"Unterscharfünrer ver-/ wundet, Insgesamt wurden 4/ Bunker zerstört, ei S 4-8: 2 känner der äußeren Absperrung fielen durch Verwundunz aus, An«= scheinend kommen die aus dem Ghetto ausgebrochenen Juden jetzt mit dem Vorsatz zurück, die Ghettojuden nit Gewalt zu entlasten bzw, zu befreien. 1 Jude, der aus lublin entwichen war, wurde kurz vor der Ghettomauewerfaßt. Er#.r wie Lolst bewaffnets 1 Pistole 08, Reservemunition in größerer änzahl, 2 poln. Eier bandgranaten. Es ist bisher nicht einwandfrei festgestellt, daB die sogen."Parteileitung" der Juden("PPR.") erfaßt oder ver- t nichtet wurde. Die Spur der Banditen ist bekannt, Hoffeutlich wird es bei dem zorgigen Unternehmen gelingen, diese sog. Farteileitung auszuheben. Um die sien an das Ghetto herandrängenden Juden und Banditen mit größerer Sicherheit abfangen zu können, sind Siche- rungen der äußeren Absperrung weiter in den arischen Teil vorge- schoben. Das ehen. Zwerzghetto Prosta wurde heute durch Durch- kämmunssstoßtrupps durchsucht. Es gelang die Erfassung von zurück- gebliebenen Juden. Der Firma Töboens wurde aufgegeben, dieses Zwergghetto bis um 10.5.4, mittags, zu räumen. Zur vorläufigen Lagerung der Rohstoffe usw. wurde die sog. Bibliothek außerhalb des Ghettos zur Verfusuns gestellt. Die Gesantzanl der. bisher erfafiten Juden erhöht sich auf 47 068, Die poln. Polizei bemüht sich, anges t durch die ausge- ” zahlten Geldbelohnungen, jeden sich f Stadtbild zeigenden j Juden bei der Befehlsstelle abzuliefern. Es gehen anonyao Briefe an den Unterzreichneten ein, in denen auf das Yarhan- - densein von Juden In arischen Teil aufmerksam geuacht wird, | Ein anonymer Brief befaßt sich mit. cinem Vergleich zwischen Katyn und der Großaktion im Ghetto. Eigene Kräfte: Einsatzkräfte Deutsche Polizei#/101 | TN 1/6 Sipo 2/14 Pioniere(WH) 3/72 waffen-4 10/500 i i Absperrsräfte: bei Tag bei Nacht Deutsche Polizei 2/87 ı/11ı Waffen-hH 2 1/300 Trawniki 200- poln.‘ Polizei 1/180 1/180 Eigene Verluste: l Orpo tot\ l Orpo schwer verwundet 1] 4-Unterscharführer leichter verwundet. war, Ende der Aktion: 21.00 Uur, Fortsetzung am 7.5.43, um 9.30 Uhr, # ‚® nu + F.d.R.s Der= und Folizeifuhrer > vun i/ im Distrikt Warschau jerge- Stroop eböb- IR” gez. 1/ y=Brisgadeführer Hturmbannführer. u.Generalmajor der Poliz rA, Absenders Der Y%- und Folizeiführer im Distrikt Warschau u nn Werschau, den 3. Nai 1943 Az. I ab St/Gr- 16 07- b.Ar. 624/43 geh, Setr.t hetto-Gl ixtion AIRES M 1 an de = und Polizeiführer Ust j-Übergruppenführer und General der Folizei Krüger Verlauf der Aktion au 8.5.43, 10.00 Uhrs Das gesamte Gebiet des ehem. jüdischen Ghettos wurde heute von urehkammunssstoßtrupps nach vorhandenen Bunkern und Juden durch- sucht. Wie schon vor einigen Tage: gemeldet, halten sich 2.2t. och das Untermeusche die Banditen und Terroristen in Bun- kern auf, in denen du die Brände die Hitze unerträglich gewor- den ist, Diese Kreaturen wissen nun genau, daß es nur eines gibt, entweder sich verborgen zu halten, solar es geht oder an die irdoberfläche zu komuen, dabei aber deu such zu machen, mög- jiichst die sie bedrängenden Nänner der Waffen-i, der Folizei und der Wehrmacht zu verwunden bzw, unzulegen. Die im gestrigen IS gemeldeten Auffindung der Lager des Bunkers der sog. enxeren"Parteileitung" wurde am heutigen Tage wieter verfolgt. Es ist gelungen, den Bunker der Parteileitung zu öffnen und etwa 60 Banditen, die schwer bewaffnet waren, zu packen. E lang, den stellv. Leiter der jüdischen militärischen Orgunisa- ion"ZWZ" undseinen sog. Stabschef zu fangen und zu liquidieren. diesem Bunker waren etwa 200 Juden untergebracht, 60 davon wurden erfaßt, 140 durch große Kimwirkung von\ebelkerzen und durch Anlegung großer Sprenrladungen an verschiedenen Stellen vernichtet. Du die\ebelkerzen waren bereits ungezählte Tote von den hervorgebrachten Juden gemeldet. Wenn der Kanpf. gegen | 1 in den ersten 6 Tagen schwer war, so muß ( sunnehr die Juden und Jüdinnen erfaßt werden, die ser des Kaupfes dieser Tage waren. Es wird ein Bunker fnet, ohne daß von den darin sich befinden- jen Juden mit den ihnen zur Verfügung stehenden Waffen, INMG., Pistolen dä Handgranaten kiderstund geleistet wird, Heute wur- den wiederum eine ganze Anzahl Jüdinnen erfaßt, die in ilıren schlüpfern entsicherte und geladene Pistolen trugen. festgestellt ICH Nach geuachten Aussaxen sollen sich noch etwa 5— 4000 Juden in den unterirdischen Löchern, Kanälen und Eunkern aufhalten. Der Unterzeichnete ist entschlossen, die Grofaktion nicht eber zu be- anna HN ELENA enden, bis auch der letzte Jude vernichtet ist. Insgesamt wurcen heute aus Bunkern 1 091 Juden erfäßt, im Peuer- kanpf wurden etswa 280 Juden erschossen, ungezählte Juden in den 43 gesprengten Bunkera vernichtet, Die Gesamtzahl der erfaßten Juden erhöht sich auf 49 712, Die noch nicht durch Feuer ve» nichteten Gebaude wurden heute angezündet und dabei festgaatellt, laß sich immer noch vereinzelte Juden irgendwie im Mauerwerk oder in den Treppenhäusern versteckt halten, irene Kräften R f\ Einsatzkräftes Deutsche Polizei 4/10] TN 1/6 Sipo 2/14 Pioniere(WH) 3/69 Waffen-H 13/527 Absperrkräftes bei Tag bei Nacht Deutsche Polizei 1/87 1/36 waffen-- 1/300 PT Trawniki 160- poln, Polizei 1/160 1/160 Waffen-H tot waffen- verwundet Pionier verwundet Eigene Verluste: Pnm Ein am 7.5.43 verwundeter Angehöriger der Orpo ist heute seinen Verletzungen erlegen. Tbeutet wurden etwa 15- Pistolen versch. Kalibers, größere Bestände an Pistolen und wenurmunition, außerdem eine Anzahl von in den ehem. Rüstungsbetrieben selbstgefertigten Handgranaten, Ende der Aktion: 21.30 Uhr, Fortsetzung am 9.5.43, um 10,00 Uhr,; R Der}- und Folizeiführer 2 Ra im:Distrikt Warschau Th z. Stroop a Ya) gez. ı=Brigadeführer Sturutannführer u. Generalmajor der Folizei, 1-2 a I ET, \ Ä. ) AN A) \« 539 N 0 RREUU ulrlest) au AN Kid) IRTIPEEEH I TTENT 446. 20. April 1943, Warschau(Warszawa).— Nachricht einer polnischen illegalen Zeitung über Solidaritätsaktionen der polnischen Kämpfer. Montag gegen 6 Uhr abends kam unerwartete Hilfe von dem polnischen Stadt- teil. Eine Kampfgruppe durchbrach die Absperrung von der Seite des Krasinski-Platzes.! AIPG, III, Nowy Dzien, Nr 546, vom 20. April 1943.(Übersetzung aus dem Polnischen.) ı Am 20. April versuchte eine Gruppe der Heimatarmee(AK), die Gettomauer an einer Stelle zu sprengen, um den Juden die Flucht zu ermöglichen. Diese Aktion blieb ohne Erfolg. 447. Das Getto steht in Flammen. Deutsche Spähtrupps auf der Jagd nach den aus den brennenden Häusern zum Vorschein kommenden Juden. 448. Eine alte Jüdin, die vom Balkon eines brennenden Hauses abspringen wollte, blieb am Gitter hängen. nn - 449. Eine kleine Gruppe älterer Leute, die auf dem Gelände der Firma Brauer(Na- 450. 6% lewski-Straße) ergriffen wurden, werden vor dem Abtransport ins Todeslager nach Waffen durchsucht. | | | | | "4 41. 2 Ei “ A “ Ä iR vu Bi N Ei Am$ Ki, Y4 Warsc v“ 5 Kinde f h Segen I auf de 8 Ei Diesm # Völke l 1 frisch zur V der ü und e & Bevöll hi u 5 Die L \ Das( B 2 h Schon Kö BAI 4>42 " I REEL STETTEN TER ETEE 450. General Stroop verhört eine Gruppe gefangener orthodoxer Juden. 451. 23.-29. April 1943, Warschau(Warszawa).- Nachrichten in polnischen illegalen Zeitungen über die weiteren Kämpfe der Juden im Warschauer Getto. Der Heldenkampf der jüdischen Bevölkerung Am Sonntage, um 2 Uhr nachts, überfielen Nazibanden heimtückisch das Warschauer Getto. Das Blutbad begann. Die SS-Häscher zogen Frauen und Kinder aus den Wohnungen heraus. Sie schlugen die Köpfchen der Kinder gegen das Pflaster. Die Bevölkerung trieben sie auf Plätzen zusammen, um sie auf dem bewährten Weg tten sich die Nazimörder doch verrechnet; die jüdische Be- in die Gaskammern von Treblinka abzuschieben. Diesmal aber ha völkerung hatte die Das Warschauer Getto bereitete sich seit vielen Monaten frisch im Gedächtnis. zur Verteidigung vor. Die Bemühungen der Nazis, die Juden vollkommen von lern. blieben erfolglos. Die Losung ‚Für unsere tragischen September- und Januargeschehnisse noch der übrigen Welt abzuson« und eure Freiheit‘ fand ihre Verwirklichung in der Hilfe, die die polnische Bevölkerung bei der Vorbereitung der Selbstverteidigung im Getto leistete. Die Überrumpelun | sollte kurze Zeit dauern. Es verwandelte sich in einen zähen, & gelang den Deutschen auch nicht. Das Gemetze schon 5 Tage dauernden Kampf. Die jüdische Bevölkerung leistete sofort : j ag J| 543 “ ET? Re EEE heldenhaften Widerstand. Sie griff die Nazibanditen mit Granaten, Revolver- und MG-Feuer an. Nach vielen Verlusten mußten die Deutschen zurück- weichen. Das war der erste Sieg. Der Widerstand der jüdischen Bevölkerung nahm schnell die Form eines bewaffneten Kampfes an. Auf dem engen Gebiet des Warschauer Gettos mußten reguläre Truppen, Artillerie und Tanks ein- gesetzt werden. Auch Flugzeuge halfen mit. Man begann eine regelrechte Belagerung. Es wird erbittert um jedes Haus, um jede Wohnung gekämpft. Die Gettomauern, die das blutige Hinmetzeln der jüdischen Bevölkerung leichter durchführbar machen sollten, wurden zur Festung, um die sich die Nazibestie schon fünf Tage vergebens schlägt. Das Getto ist mit Leichen von Gendarmen und SS-Männern besät. Die Ambulanzwagen des Roten Kreuzes bringen massenweise Verwundete hinaus. Es ist nicht nur eine Niederlage im militärischen Sinn. Es ist eine ausgesprochene politische Niederlage. Der Kampf geht weiter. Es ist kaum möglich, ohne tiefe Hochachtung und Ehrenbezeigung von dem heldenhaften Ringen der jüdischen Bevölkerung zu sprechen. Von der Welt abgeschnitten, von der Peitsche des Terrors blutig geschlagen, in tiefste Not hinabgestoßen, raffte sie sich doch zum Kampf gegen die überwältigende Macht des bewaffneten Feindes auf. Hoch hat sie die Fahne des Freiheitskampfes erhoben. Diese weiß-rote Flagge, die im Getto auf dem Kirchturm gehißt wurde, wird zum Symbol. Der heldenhafte Kampf der Jüdischen Bevölkerung hat ganz Warschau bewegt. Dieser Kampf bricht die Mauer des Nationalhasses, die seit vier Jahren von unserem gemeinsamen Feind errichtet wurde. Infolge des unerwarteten Angriffs sind Polen im Getto geblieben; jetzt kämpfen sie in den Gettostraßen Seite an Seite mit den Juden gegen die Deutschen. Immer fester wird das Gefühl der Solidarität mit den kämpfenden Juden. Die Bevölkerung Warschaus zieht praktische Schlüsse aus diesem Kampf. Der Okkupant erweist sich als schwach, wenn er einem vereinten, bewaffneten Kampf gegenübersteht. Das, was sich im Getto abspielt, beweist eindeutig, daß der bewaffnete Kampf gegen den Naziterror erfolgreich sein kann. Die aktive Selbstverteidigung versetzt dem Feind schwere Hiebe. Jedes Haus kann eine Festung werden. Das Beispiel des Gettokampfes beweist noch einmal, daß die schändlichen, blutigen Absichten der Nazis nur durch Kampf zunichte ge- macht werden können. AIPG, III, Glos Warszawy, Nr 20(29), vom 23. 4. 1943.(Übersetzung aus dem Polnischen.) Die Verteidigung des Warschauer Gettos Am Montage, dem 19. d. M., wurde das Warschauer Getto dicht von deutscher Polizei, mit Maschinenpistolen bewaffnet, umringt. Gegen Morgen kamen mit Autos einige hundert SS-Männer von beiden Seiten, d.h. von der Nalewki- und der Stawki-Straße, angefahren; sie hatten den Auftrag, das große Getto, welches offiziell 40000, die Nichtregistrierten mit einbeziehend- etwa 80000 Juden zählte, völlig zu vernichten. 544 Als auf| die SS-) krachter organisa Verteidi nehmen, Intensit: als zehn Auf beı Pistolen Folge h Bonifrat Polizei v Am Die Deutsch Panzer, klärung: losen Gı schen b Widerst Die Jud in Branı angesan Feuersc] brechun In der} die Wol deutsch. Wurden Zahl de Wurde j Einige\ Am Son gebroch Gettos; Schlagp Am 95, Feuer, teidiey, Als auf der Zweigbahn in der Stawki-Straße schon der Zug bereitstand und die SS-Männer begannen, den ersten Transport Juden zusammenzustellen, krachten Schüsse und Explosionen von Granaten. Die Jüdische Kampf- organisation begann mit der Verteidigung des Gettos. Die anfangs individuelle Verteidigung fing an, einen kollektiven und organisierten Charakter anzu- nehmen. Es entwickelte sich ein regelmäßiger Straßenkampf, dessen größte Intensität in die Nacht von Montag auf Dienstag fiel. Im Kampf wurden mehr als zehn Deutsche erschlagen, meistenteils SS-Männer, und viele verwundet. Auf beiden Seiten wurden Maschinengewehre, Karabiner, Granaten und Pistolen verwendet. Die Juden führten einige Angriffsaktionen aus, die zur Folge hatten, daß es Tote außerhalb der Gettomauern gab. Zum Beispiel Ecke Bonifraterska- und Konwiktorska-Straße wurde ein Spähtrupp der deutschen Polizei vernichtet, der aus 5 Polizisten bestand. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag dauerten die Kämpfe an. Die Deutschen waren jetzt vorsichtiger und setzten zum Kampf eine kleine Anzahl Panzer, Feld- und Panzerabwehrgeschütze ein; sie verwendeten sogar Auf- klärungsflugzeuge. Die deutsche Polizei hatte den Auftrag, die Verteidiger in losen Gruppen und einzelnen Widerstandspunkten zu zerschlagen. Die Deut- schen bedienten sich allgemein der Inbrandsetzung von Häusern, um den Widerstand zu brechen. Das Wasser wurde für die Getto-Straßen abgestellt. Die Juden begannen, Rohstoff- und Warenlager, Fabriken und Gerbereien in Brand zu setzen und ließen die im Getto befindlichen, von den Deutschen angesammelten ungeheuren Werte in Flammen aufgehen. Das Getto ist in Feuerschein und Rauchschwaden gehüllt. Die Brände dauern olıne Unter- brechung bis zum heutigen Tage an. In der Nacht vom 22. auf den 23. d. M. versuchte eine Gruppe Juden, durch die Wolnos<-Straße zu entkommen. Die Flucht wurde durch Feuer aus einer deutschen Maschinenpistole vereitelt. Während der Kämpfe am 23. d. M. wurden nach unbestätieten Angaben einige deutsche Panzer vernichtet. Die Zahl der Toten und Verwundeten ist mehrfach größer geworden. Am Abend wurde in der Freta-Straße eine Bombe unter ein deutsches Auto geworfen. Einige SS-Männer und zwei Zivilisten wurden getötet. Am Sonnabend, dem 24.:d. M., wurde der kollektive, organisierte Widerstand gebrochen. Es setzen sich noch einzelne Widerstandsnester im Innern des Gettos zur Wehr. Die Deutschen haben begonnen, die Juden auf dem Um- schlagplatz zum Abtransport zu sammeln. Am 25.. 26. und 27. d.M. wird das Kampfgeräusch immer schwächer. Das Feuer wütet mit wachsender Stärke. Die immer schwächer werdende Ver- teidieung des Gettos nimmt ihren Fortgang. Biuletyn Informacyjny, Nr 17(172), vom 29. 4, 1943.(Übersetzung aus dem Polnischen.) jiuletyn Inlo ıCy’ 2 AIPG, III, 545 35 Getto 452. Zygmunt Frydrych, Verbindungs- mann zwischen der Jüdischen Kampforganisation und der polni- schen Widerstandsbewegung wäh- rend des Aufstandes, von der Gestapo nach dem Aufstand ermordet. 453. Hersz Lent, Mitglied der Partei 2027 hei BELFTETTETZERTT EEE Linke Poale Zion und der füdischen Kampforganisation, am 2.. Mai 1943 im Kampf in der Francisz- kanska-Straße gefallen. — 454. Szanan Lent, Sohn des Hersz. der Jüngste Aufständische(14 Jahre Mitglied der Kommunistischen Kampforganisation der Jugend Zwiazek Walki Milodych), im Aufstand gefallen. | 455. Dawid Nowodworski, Mitglied der Haschomer Hazair, einer der Führer der füdischen Kampforga- nisation und des Aufstandes, nach dem Aufstand in der Umgebung Warschaus von der SA ermordet. 456. Lewi(Lejb) Gruzalc, Mitglied der Partei„„Bund‘‘, einer der Führer der Jüdischen Kampforganisation und des Aufstandes, am 8. Mai 1943 im Kampf in der Mila-Straße gefallen. 457. Dorka Goldkorn, Mitglied der Pol- nischen Arbeiterpartei, Verbindungs- mann zwischen der Jüdischen Kampforganisation und der polni- schen Widerstandsbewegung wäh- rend des Aufstandes. 459, 2 Dies ist eines d deutsch traten, zwei Tanks, das Ge ZU setz, den Fl; lich, U, Wer den Das de: haben keinen In dies betroge Wird kt Häı der | | j 458. Zachariasz Artsztejn, Mitglied der| m; linken- sozialistischen Jugendorganisation Dror, einer der Führer der Jüdischen Kampforgani- sation, der bis zu den letzten Tagen des Aufstandes kämpfte und dann vermutlich fiel. 459. 26. April 1943, Warschau(Warszawa). Letzter Brief des Kommandanten Anielewicz aus dem kämpfenden Getto. Dies ist der achte Tag des Kampfes um unser Leben. Das Warschauer Getto eines der letzten wurde plötzlich am 19. April nachts von regulären deutschen Truppen umringt, die zur Vernichtung des Restes der Juden an- traten. Die Deutschen hatten große Verluste und wurden während der ersten zwei Tage zum Rückzug gezwungen. Nachher führten sie Verstärkungen, Tanks, Panzerwagen, Geschütze und sogar Flugzeuge heran und begannen das Getto regelrecht zu belagern und die Wohnhäuser systematisch in Brand zu setzen. Die Zahl unserer Opfer— der in Exekutionen erschossenen und in den Flammen umgekommenen Männer, Frauen und Kinder- ist ungeheuer- lich. Unsere letzten Tage nahen. Aber solange wir noch Kugeln haben, solange werden wir weiterkämpfen und uns verteidigen. Das deutsche Ultimatum, in dem wir zur Kapitulation aufgefordert wurden, haben wir abgelehnt, denn der Feind kennt kein Mitleid, und wir haben keinen Ausweg. In diesen unseren letzten Tagen fordern wir von Euch: Gedenkt, wie wir T betrogen worden sind. Der Tag der Rache für unser heiliges, vergossenes Blut wird kommen. Sendet Hilfe für diejenigen, die im letzten Augenblick aus den Händen des Feindes entrinnen werden, um weiterzukämpfen. Smol, Tel-Aviv, vom 16. 4. 1953.(Übersetzung aus dem Hebräi schen. 549 Hi aa EETEER ETHCHEEELLLELTTN 460. Hitlersoldaten führen zwei gefangene Aufständische zur Erschießung. 461. Ei Im Ve schließ tik des vonK deutse Zusar haupts so hör Gen el währt, AIM, m 3 461. Eine Gruppe erschossener Aufständischer. 462. 27. April 1943, Warschau( Warszawa).— Bericht der Vertretung der Jüdischen Kampforganisation auf der ‚‚arischen Seite‘‘ über die Partisanentaktik der Auf- ständischen. Im Verlauf der letzten Tage, das heißt von Freitag, dem 23. April, bis ein- schließlich Montag, dem 26. April, wandten die jüdischen Kämpfer die Tak- tik des nächtlichen Partisanenkampfes an. In der Nacht verläßt eine Reihe von Kampfgruppen die Deckungen. Sie erhielten drei Aufgaben: Vernichtung Erbeutung von Waflen und Aufklärung der Lage. Im deutscher Truppen, ‚euen Taktik der Kampfgruppen fanden die Kämple Zusammenhang mit der ı in der Nacht statt. Herrschte tagsüber verhältnismäßige Ruhe, hauptsächlich Nacht im weiten Umkreis heftiges Geschütz- und so hörte man dafür in der Gewehrfeuer. Die Kämpfe waren schwer und währten lange. Die Schießerei währte die ganze Nacht fast ohne Unterbrechung. Emierationsregierung, Bd 495(Juden).(Übersetzung aus dem polnischen Polnischen.) AIM, Materialien der Delegatur der 5 51 VIER LAULBERDIUNHNA AN t KERBHNHNMNHHH NN) HHNUTHHNHNINNNE er — ee? ED EEE EIEEETE PPPPEEPTT hs ‚ 463. Feier des 1.Mai 1943 in einem Bunker der Aufständischen im Warschauer Getto, von einem Getiokämpfer berichtet. 1. Mai im Bunker der füdischen Kampforganisation Der 1. Mai ist gekommen. Wir stellen den Rundfunkempfänger auf den Sender Moskau ein. Wir hören den 1.-Mai-Befehl Stalins, des Befreiers der Völker, auf den die Augen nicht nur des Restes der jüdischen Gettokämpfer, sondern der ganzen fortschrittlichen Menschheit gerichtet sind. Wir hören von der ungeheuren, zerschmetternden Niederlage der deutschen Armee bei Stalingrad, von den über 300000 Gefangenen, von Hunderten von Städten und Tausenden von Dörfern, die von der Hitlerokkupation befreit worden sind. Es ist klar, daß Stalingrad als Anfang vom Ende der Hitlerherrschaft anzusehen ist. Für 10 Uhr haben wir unsere 1.-Mai-Versammlung festgesetzt. Alle tragen rote Abzeichen an den Jackenklappen. Es waren unser noch 17: 12 Männer und 5 Frauen. „Kampfgenossen!““— beginnt seine Rede Genosse Szachne, bei tödlicher Stille und tiefstem Ernst aller im Bunker Versammelten. In seinen großen, tiefen Augen ist abgründiger Schmerz, jedoch weder Niedergeschlagenheit noch Resignation zu lesen. Mit außergewöhnlicher Ruhe erklärt er die Bedeutung des 1. Mai, beurteilt unsere Lage und sagt:„Unser Kampf wird unzweifel- haft von einer großen historischen Bedeutung nicht nur für das jüdische Volk, sondern auch für die ganze europäische Widerstandsbewegung sein, die gegen den Nazismus kämpft.‘“ Infolge der in diesem unterirdischen Raum herr- schenden Hitze schmolz die Kerze hin, und die Paraffintropfen liefen an ihr herunter wie Tränen eines weinenden Kindes. Es hatte den Anschein, als ob sich alles gegen uns verschworen hätte und sogar die Kerze sich beeilte, uns ihres Lichtes zu berauben. Aber in unseren Herzen leuchtete ein anderes Licht. Die Rede flößte allen Mut ein und verstärkte unsere Überzeugung, daß früher oder später der Nazismus vernichtet wird. Es ist doch leichter, zu kämpfen und im Kampf zu fallen, wenn man sich des unvermeidlichen Zusammenbruchs des Feindes, gegen den man kämpft, bewußt ist. Die bewaffneten Kämpfer stimmen still, aber entschlossen die ‚‚Internationale“ an. Für alle außer mir und Genossen Mietek, die wir am Leben geblieben sind, war es, wie im Lied, wirklich ihr letzter Kampf. Indem wir die Internationale sangen, fühlten wir alle, daß unser letzter Kampf nahte. AJHI, Aussage Nr 5052, von B. Berg.(Übersetzung aus dem Jiddischen.) 464. Aus: schlende: Plötzlich einige blusen.> Aus:den Többens sie konn Plötzlich stoben A Bluse u bemerkt über ihn tingten Jüdisch Urteil aı Ihn hier ernicht die Lae« alle zu ı gelunder geben. u Dieser X strömte Ich die( talls als ich kam angehör dur hs\ Währen in der$ Nand u Die$ Südlich, ( Sation "Der ur Get N F | 464. Auszug aus dem Tagebuch einer Unbekannten über die Beseitigung von Gestapo- spitzeln während des Aufstandes im Getto. ... Es war am 6. Mai, im Feuer des Aufstandes. In der Wolynska-Straße 6 schlenderte der Gestapomann Fred Orlean umher. Plötzlich erschien eine bewaffnete Gruppe von Wolynska-Straße 2. Es waren einige junge Burschen und vier Mädel. Alle waren in Hosen und Arbeits- blusen. Sie sprachen gar nicht mit uns, sie waren nur mit sich selbst beschäf- tist. Die Mädel frischten Zwiebacke auf dem Küchenherd auf und buken Plätzchen aus Mehl. N| Aus:dem Gespräch dieser Gruppe folgerte ich, daß sie sich aufs Gelände von Többens! hindurchschlagen wollten. Ich wollte mich ihnen anschließen, aber sie konnten mich nicht annehmen; sie sagten, daß sie mich nicht kannten. Plötzlich ertönte der Ruf:„Hände hoch!‘ Schüsse knallten. Die Menschen stoben auseinander. Die Schüsse verhallten so plötzlich, wie sie ertönt waren. Ein Zivilist trat ein. Es war ein junger Mann, Jude, mit Kaskett, dunkle: Bluse und Schaftstiefeln. Er einge auf mich zu und fragte nach Fred. Erst jetzt bemerkte ich den auf der Erde liegenden Fred. Der Unbekannte beugte sich über ihn. Fred war tot. Alle, die geflüchtet waren, kamen zurück und um- rineten den Ankömmling. Es stellte sich heraus, daß es ein Junge von der Jüdischen Kampforganisation war, dem der Befehl erteilt worden war, das Urteil an Fred zu vollstrecken. Sie hatten wohl eine gute Auskunft, wenn sie ihn hier gefunden hatten. Wir fingen an, den Unbekannten auszufragen, ob er nicht wisse. was draußen los war. Ersagte, daß die Juden kämpften, daß aber die Lage aussichtslos sei. Diesmal hätten die Deutschen beschlossen, endgültig alle zu vernichten. Eine Weile später nahm er dem Getöteten die bei ihm gefundenen Papiere weg, erteilte die Anweisung, die Uhr seiner Frau abzu- geben, und ging. Dieser Kämpfer machte gar nicht den Eindruck eines gehetzten Tieres. Er strömte Bestimmtheit und Entschiedenheit aus. Als er weg war, beobachtete ich die Gruppe von Wolynska-Straße 9%. die sich sowohl während dieses Vor- falls als auch sonst so sehr durch ihr Verhalten von den anderen unterschied; Schluß, daß auch diese jungen Leute der Organisation ich kam zu dem angehören mußten. Später hörte ich übrigens ım Bunker, daß der Durchbruch durchs Niemandsland? mißglückt war und daß sie dort umgekommen waren. Während meiner weiteren Wanderungen ım Getto sah ich vor einem Bunker in der Szc zesliwa-Straßk einen Juden Hand Wache hielt... AJHI, Memoiren, Nr 180.(Übersetzung aus dem Polnischen.) stehen, der mit einem Revolver in der i 1 Die Schneiderbetriebe des deutschen Unternehmers Walter Caspar Többens lagen im südlichen Teil des Gettos. Dort befanden sich starke Gruppen der Jüdischen Kampforgani- sation. 1 er 2 Der unbewohnte, menschenleere Teil zwischen dem nördlichen und südlichen Gebiet des er unpDe)’ Gettos. j j j "X wer are 465. Mai/Juni 1943, Warschau(Warszawa).- Nachrichten der polnischen illegalen Presse über weitere Kämpfe im Gettogebiet. Warschau. Der Widerstand der Juden im Warschauer Getto ist noch nicht völlig erloschen. In der Berichtswoche haben die Deutschen die nördliche Seite der Leszno-Straße ausgebrannt, wobei die St.-Marien-Kirche schwer beschädigt wurde. Jede Nacht wird Schießerei gehört. Laut glaubwürdigem Bericht wendeten die Deutschen am 9. d. M. Giftgas an, um jüdische Kämpfer zu vernichten, die sich im befestigten Kellergeschoß eines Hauses verborgen hatten. Die Vorstandsmitglieder des Judenrats, die sich seit einem gewissen Tag der Gettoliquidation in der Zelazna-Straße 103 in Haft befanden, wurden erschossen. “ In dem Augenblick, da wir diese Worte schreiben, währt der Widerstand im Getto schon 24 Tage... AIPG, III, Biuletyn Informacyjny, Nr 19(174), vom 13. 5. 1943,(Übersetzung aus dem Polnischen.) Der heldenhafte Widerstand im Warschauer Getto dauert bereits einen Monat. Es ist dies der größte und am längsten dauernde bewaffnete Widerstand in den besetzten Gebieten. Der ununterbrochene bewaffnete Kampf des pol- nischen Volkes fand breiten Widerhall im Getto. Die Jüdische Bevölkerung, die noch vor einem Jahr vollkommen passiv war und sich ausrotten ließ, ruft heute mit ihrem Widerstand in aller Welt Bewunderung hervor. Die jüdischen Kämpfer haben auf einem der sich verteidigenden Häuser eine weiß-rote Flagge gehißt. Sie ist das Symbol unseres gemeinsamen Kampfes. Die helden- haften Kämpfer des Warschauer Gettos werden in die Geschichte der Frei- heitskämpfe als Beispiel unerschrockenen Mutes und unerschütterlicher Tapferkeit eingehen. Auf dem Gelände von Többens und Schultz(Nowolipie- und Leszno-Straße) dauerten die Kämpfe einige Tage. Die durchmarschierenden Trupps wurden mit Granaten und Feuerwaflen angegriffen. Am 21. April wurden die Kämpfe stärker. Die Verluste einer Kampfgruppe unter dem Kommando von David, die sich durch tapfere Haltung auszeichnete, betrugen 3 Tote(darunter ein Mädchen) und 2 Schwerverwundete. Außer diesen hatten die Verteidiger keine Verluste mehr. Auf dem Gelände der Bürstenfabrik(Swietojerska- und Franciszkanska- Straße) waren die Kämpfe besonders erbittert. Eine Kampfgruppe hielt eine Schlüsselstellung den ganzen Tag und ließ die feindlichen Trupps nicht durch. Während der ersten 6 Tage hatten die Deutschen 1000 Verwundete. Die Verluste der Kämpfer betrugen 4 Tote und 2 Schwerverwundete. AIPG, III, Gwardzista, Nr 18, vom 20. 5. 1943,(Übersetzung aus dem Polnischen.) 1 Trotz di! wurden, von(a8 In einige der Kan und Ma Bs hat s SS und( Behörde: Warscha dessen,( werden, der Naz Diese Fo Katyn-/ Obwohl Gbetto be Jle unte Gettos} einer Ve 466, 5 Der Kampf im Getto geht weiter Trotz des sechswöchigen Angriffs, bei dem alle Arten Waflen eingesetzt wurden, trotz Niederbrennung des ganzen Wohnviertels, trotz Verwendung von Gas gelang es nicht, den Widerstand des Häufleins Verteidiger zu brechen. In einigen Punkten, u. a. in der Umgebung der Nowolipki-Straße, entbrannte der Kampf von neuem. Während der letzten Tage waren Artilleriebeschuß und Maschinengewehrfeuer zu hören. Es hat sich ein noch nicht bestätigtes Gerücht verbreitet, daß der Chef der SS und Gestapo, v. Sammern, zum Tode verurteilt worden ist. Die deutschen Behörden sollen ihn dafür verurteilt haben, daß er die Vernichtung des Warschauer Gettos in aller Welt hat bekannt werden lassen. Ungeachtet dessen, ob dies Gerücht der Wahrheit entspricht oder nicht, muß bestätigt werden, daß sowohl das Heldentum der Verteidiger als auch die Grausamkeit der Nazis, von der die Welt erfuhr, den Deutschen nicht angenehm waren. Diese Faktoren hauptsächlich hinderten sie daran, die sorgfältig vorbereitete Katyn-Affäre auszunützen. AIPG, III, Glos Warszawy, Nr 28(37), vom 28. 5. 194 3.(Übersetzung aus dem Polnischen Das Getto kämpft Obwohl eine Reihe von Blättern bereits die Beendigung der Kämpfe im Getto bekanntgab, setzt sich ein Häuflein Verteidiger immer noch zur Wehr. Sie unternahmen in den letzten Tagen einige Vorstöße über die Mauern des Gettos hinaus, erschossen einige Gendarmen und zwangen den Gegner zu einer Verstärkung der Besatzung. AIPG, III, Glos Warszawy, Nr 31(40), vom 8. 6. 1943.(Übersetzung aus dem Polnischen.) 466. Stroops Werk Trümmer, nichts als Trümmer. j i Y N f N N N Kain AH Hl. 467. 30. Juni 1943, Lemberg(Lwow). Auszüge aus einem Geheimbericht des 5S- und Polizeiführers im Distrikt Galizien, Fritz Katzmann, an den Höheren$S- und Polizeiführer Ost in Krakau, Krüger, über die Liquidierung der jüdischen Bevöl- kerung. Bei den Aktionen ergaben sich auch noch sonstige ungeheure Schwierigkeiten, da sich die Juden unter allen Umständen der Aussiedlung zu entziehen trachteten. Sie versuchten nicht nur zu flüchten, sondern versteckten sichin allen nur denkbaren Winkeln, in Abflußkanälen, in Kaminen, selbst in Jauchegruben usw. Sie verbarrikadierten sich in Katakombengängen, in als Bunker ausgebauten Kellern, in Erdlöchern, in raffinierten Verstecken auf Böden und Schuppen, in Möbeln usw. Da immer mehr alarmierende Nachrichten eintrafen, über die sich mehrende Bewallnung der Juden, wurde in den letzten 14 Tagen des Monats ‚Juni 1943 in allen Teilen des Distrikts Galizien gleichzeitig mit den schärfsten Mitteln gegen die Vernichtung des jüd. Banditentums eingeschritten.! Be- sondere Maßnahmen waren notwendig bei der Auflösung des jüdischen Wohn- bezirks in Lemberg, wo die bereits demonstrierten Bunker eingerichtet waren. Hier mußte, um eigene Verluste zu vermeiden, von vornherein brutal ein- geschrittien werden, wobei mehrere Häuser gesprengt bzw. durch Feuer ver- nichtet werden mußten. Hierbei ergab sich die erstaunliche Tatsache, daß anstatt der gemeldeten 12000 Juden insgesamt 20000 Juden erfaßt werden konnten. Mindestens 3000 jüd. Leichen, die durch Einnehmen von Gift Selbstmord begingen, mußten bei den Aufräumungsarbeiten aus allen mög- lichen Verstecken geborgen werden. Katzmann SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Nürnb. Dok. L-18 Polizei ' So lautet die Fassung des Originals; gemeint ist:„mit den schärfsten Mitteln gegen das jüd. Banditentum eingeschritten‘“, 468. Wi \% Dn IIchten nichtun aus ver [reblin der(ze Gaskan Opfer Ermord Verzwi besetzt, Baulich 2800 SR nal 468. Waffen der jüdischen Widerstandsgruppen im Lemberger Getto, von den Deutschen im Juni 1943 entdeckt. 469. 10. August 1943, Warschau(Warszawa).— Bericht einer polnischen illegalen Zeitung über den Aufruhr der Juden im Todeslager Treblinka.! Nachrichten aus Treblinka. Im Verlauf der vergangenen Woche gelangten Nach- richten über wichtige Ereignisse in der berüchtigten Todesfabrik, dem Ver- nichtungslager Treblinka, in die Hauptstadt. Nach fragmentarischen Berichten aus verschiedenen Quellen war der Verlauf dieser Ereignisse folgender: In Treblinka befanden sich noch ungefähr 3000 Juden, die, von den Pistolen der Gestapo ständig bedroht, die Leichname Tausender Opfer begraben, die Gaskammern bedienen und ähnliches mehr tun mußten. Diese unglücklichen Opfer, die auch nach einer gewissen Zeit, wenn sie ‚verbraucht‘ waren, ermordet und durch neue ersetzt wurden, haben endlich rebelliert. Die von Verzweiflung getriebenen Juden besetzten das dortige Waffenlager, Baulichkeiten in Brand und flohen 9800, meist bewaflneten Menschen den Kampf auf und fügten den gegen sie aus- erschlugen einige Dutzend Gestapoleute, bewaffneten sich, steckten einen Teil der in die umliegenden Wälder. Ungefähr gelang es, in die Wälder zu entkommen. Sie nahmen als Partisanen gesandten Truppen eineı Strafexpedition schwere Verluste zu. AIPG, II, Glos Warszawy, Nr 49 58), vom 10. 8. 1943.(Übersetzung aus dem Polnischen. 1 Der Aufruhr in Treblinka brach am 2. August 1943 aus. Er wurde von der dort tätigen vorbereitet, als die Nachricht über den Aufstand im jüdischen I ntergrundorganısation Warschauer Getto ins Lageı kam. EEE EEERBE Z 2 22 a TEE 470. 16. August 1943, Bialystok.— Aufruf der Vereinigten Antifaschistischen Ogani- sation zum bewaffneten Widerstand.‘ Jüdische Brüder! Schreckliche Tage sind für uns gekommen. Nicht nur Getto, gelbe Latten, Haß, Verachtung, Demütigung und Erniedrigung sind uns zuteil geworden; Jetzt droht uns der Tod! Vor unseren Augen werden unsere Frauen und Kinder, Väter und Mütter, Brüder und Schwestern zur Vernichtung depor- tiert. Tausende sind schon abtransportiert worden; Zehntausende erwartet dasselbe Schicksal. In diesen schauderhaften Augenblicken, die über unser „Sein oder Nichtsein‘ entscheiden, wenden wir uns an Euch mit folgenden Worten: Gedenkt, daß Hitler und seine Schinder schon fünf Millionen Juden in Europa ermordet haben; in Polen sind augenblicklich kaum noch 10 Prozent der Vorkriegszahl der Juden verblieben. In Kulmhof und Belzec, Auschwitz und Treblinka, in Sobibör und anderen Todeslagern wurden auf die grau- samste Weise über drei Millionen Juden zu Tode gemartert. Gedenkt, daß alle Deportierten in den Tod gehen. Schenkt der provokatorischen Nazipropaganda, die über Briefe berichtet, die angeblich von vorher deportierten Juden angekommen sind, keinen Glauben. Es sind zynische Lügen. Der Weg aller Deportierten führt ohne Umwegelin die Verbrennungsöfen und Massengräber, die in dem Dickicht der polnischen Wälder verborgen sind. Jeder von uns ist zum Tode verurteilt. Wir haben nichts mehr zu verlieren! Glaubt nicht, daß die Arbeit Euch das Leben retten wird. Nach der ersten Aktion folgt eine zweite und dritte, bis zum letzten Juden! Die Deutschen haben die Gettoeinwohner in verschiedene Kategorien ein- geteilt; es ist dies ein raffinierter Winkelzug der Gestapo, der dazu dienen soll, uns irrezuführen und, mittels Verbreitung falscher Illusionen unter uns, ihnen ihre blutige Arbeit zu erleichtern. Juden! Man führt Euch nach Treblinka! Sie werden uns mit Gas wie tollgewordene Hunde vereiften und uns dann in Ofen verbrennen. Wir wollen nicht wie Schafe zum Abschlachten gehen! Wenn wir auch zu schwach sind, unser Leben zu verteidigen, so sind wir doch kräftig genug, um für unsere jüdische Ehre und menschliche Würde zu kämpfen und der Welt zu zeigen, daß wir, obwohl gefesselt, uns doch nicht ergeben haben! * Den Widerstand im Bialystoker Getto leitete der Vereinigte Antifaschistische Block. Kom- mandanten des Aufstands waren: Mordechai Tenenbaum-Tamaroff(von der Hechaluz) und Daniel Moszkowicz(Kommunist); beide fielen im Kampf. Die Kämpfe dauerten länger als eine Woche. 558 Geht nıc Atemzug Messer, mit Tod Wollt It und$« h Laßt ur Laßt un Helden Außer u Möse d jüdisc he Beim Vi trümme bleiben. Jüdische Möge D Kämpfe fern als Hitler x Iresserei gesäube Mensch Partisar Flüchte Natıona W affen Sei star ART, Ille EEE— j I | Geht nicht freiwillig in den Tod! Kämpft um Euer Leben bis zum letzten Atemzug! Begrüßt unsere Henker mit Zähnen und Klauen, mit Axt und Messer, mit Salzsäure und Eisenstangen. Möge der Feind mit Blut für Blut, mit Tod für Tod bezahlen! Wollt Ihr Euch in Mauselöcher verkriechen, wenn Eure Nächsten in Tod und Schande geschleppt werden? Laßt uns beizeiten den Feind überfallen, ihn erschlagen und entwaffnen. Laßt uns den Verbrechern Widerstand leisten, und wenn es sein muß, wie Helden fallen. Wenn wir so sterben, sind wir nicht verloren! Außer unserer Ehre haben wir nichts mehr zu verlieren! Möge der Feind teuer für Euer Leben bezahlen! Rächt die vernichteten jüdischen Gemeinden und das erloschene jüdische Leben! Beim Verlassen Eurer Heime setzt sie vorher in Brand. Zündet an und zer- trümmert die Betriebe; möge den Schindern von Euch kein Nachlaß hinter- bleiben. Jüdische Jugend! Möge Dir das Beispiel und die Tradition vieler Generationen von jüdischen Kämpfern und Märtyrern, Denkern und Baumeistern, Pionieren und Schöp- fern als Vorbild dienen. Geh auf die Straße hinaus und kämpfe! Hitler wird den Krieg verlieren; die Achse der Sklaverei und Menschen- fresserei wird von der Erdoberfläche weggewischt werden. Die Welt wird gesäubert und verbessert werden. Angesichts der sonnigen Zukunft der Menschheit darfst du nicht wie ein Hund sterben! In den Wald, zu den Partisanen! Flüchte nicht aus dem Getto- ohne Waffen wirst du getötet; wenn du deine nationale Pflicht erfüllt hast- geh in den Wald! Waffen kannst du von jedem Deutschen im Getto erbeuten. Sei stark! AJHI, Illegales Archiv des Gettos in Bialystok, Notizen von Tenenbaum-Tamaroff.(Übersetzung aus dem Jid- dischen. 559 471. Daniel Moszkowicz, Kommunist, 2 I Kommandant des bewaffneten Wi-| derstandes im Getto Bialystok, am 20. August 1943im Kampf gefallen. 472. Mordechai Tenenbaum(,, Tama- 474, P rof‘), Mitglied der linken zioni- stisch-sozialistischen Jugendorgani- sation Dror, Kommandant des} bewaffneten Widerstandes im Bia- Lystoker Getto, am 20. August 1943 im Kampf gefallen. 473. Wolf Wolkowyski, Kommunist, Mitorganisator des Widerstandes im Bialystoker Getto, Ende August 1943 im Kampf gefallen. 474. Psachja Mahler, Kommunist, Kom- mandeur einer der letzten Kampf- gruppen ım Bialystoker Getto, ım N Kampf gefallen. 561 16(setto 475. Aussage von Aufständischen über den Ausbruch und den Verlauf der Kämpfe im Bialystoker Getio am 16. August 1943. Der erste Kampf fand in der Smolna-Straße statt. Hier brach der Aufstand aus. Die Hauptkräfte der Selbstverteidigung wurden, gemäß dem Plan des Stabs, in der Smolna-Straße konzentriert. Die Mitglieder der einzelnen Kampf- gruppen kamen hierher zu dreien. Um dem wachsamen Blick der Gendarmen und Spitzel zu entgehen, vermengten sich die Kämpfer mit der Masse der Gettoeinwohner, um in die Smolna-Straße zu gelangen. Nur ein sehr er- fahrenes und scharfes Auge hätte im Gedränge der zur Deportation geführten Menschen eine bedeutende Anzahl von ungewöhnlichen Krüppeln bemerken können. Hier geht ein Jüngling, und zwei Gefährten stützen ihn von beiden Seiten, wie einen bettlägerigen Kranken. Von Polizisten streng zur Rede gestellt, antworten sie mit gespielter Resignation:„Wir gehen zum Sammel- punkt, zur ÄAussiedlung; wir helfen unserem kranken Vetter....““ Als sich die Polizisten abgewendet haben, wechseln alle drei die Richtung und begeben sich zum verabredeten Treffpunkt der Kämpfer. Ein anderer Kämpfer hält in seinen Hosen ein Gewehr oder ein anderes Waffenstück versteckt und stellt sich lahm. Auf diese Weise gelangten die Mitglieder der Selbstverteidigung mit ihren Waffen in die Smolna-Straße, von wo die Deutschen angegriffen werden sollten. Jedoch viele Kämpfer werden von den Nazis unterwegs angehalten und nach Durchsuchung an Ort und Stelle erschossen. Smolna ist eine Grenzstraße von Bialystok, in einer seiner Vorstädte gelegen. Sie mündet in eine Chaussee, die zum Dorf Bialostoczka und weiteren Dörfern führt. Die Smolna-Straße ist keineswegs einer städtischen Straße ähnlich; sie hat keine Bürgersteige und zu ihren beiden Seiten stehen Holzhäuschen. Links biegt von der Smolna ein Weg ab, der zum Güterbahnhof führt; am 16. August war dieser dicht von Militär- und Polizeitrupps besetzt, die von Kopf bis Fuß bewaffnet waren. Auf dem Bahnhof glänzten in der Sonne die gegen das Getto gerichteten Öffnungen der schweren Maschinengewehre; daneben lagen die Schinder, auf den Befehl wartend. Der kampfbereite Trupp auf dem Bahnhof war von den Kampfgruppen der Selbstverteidigung nur durch einen Zaun getrennt. Hier endete das jüdische Wohnviertel. Gegen 9 Uhr 30 morgens begann die jüdische Kampfgruppe in der Smolna- Straße die Kampfaktion. Die Losung ertönte:„Müssen wir sterben, so ehren- voll“. Und dann der Befehl: ‚Vorwärts auf den Zaun!“ Der Befehl wurde von Hunderten von Mündern aufgefangen. Ein lauter Ruf: „Hurra!“ erscholl durch die Straße. Die erste Maschinenpistole der Selbst- verteidigung ließ sich hören. Sofort fing das einzige MG der Aufständischen, das gerade hier aufgestellt war, an, ihn zu begleiten. Das konzentrierte Feuer der Mädchenkampfgruppe(unter Führung von Mika Datner) auf einen 562 Abschı aus de werder Aber d mehr, vorläu verzich pierch Polize; verdec Feuer broche geweh ( iepla Anfanı verwün diese R beganı In der Deganı Das H soglı IC Brand seruch Die Au Wurde Selbstı ZU Bei Abschnitt des Zaunes durchlöcherte ihn; kurz danach brach der Zaun an dieser Stelle zusammen. Die Hurra-Rufe wurden lauter. Die Kampfgruppe der Männer zersplitterte auf ähnliche Weise den Zaun an einer anderen Stelle. Es war jedoch unmöglich, durch den zertrümmerten Zaun hinüber- zugelangen. Der Feind fing an, genau auf den Zaun, besonders auf seine zersplitterten Abschnitte, zu schießen. Der Gegenangriff der Deutschen waı aber noch nicht allzu gefährlich. Vielleicht hatte der unerwartete Überfall die Deutschen überrascht und ihr Stab in deı Kupiecka-Straße hat es viel- fassen. Unteı leicht noch nicht geschafft, einen endgültigen Entschluß zu dessen erleben die jüdischen Kämpfer berauschende Momente. Mit eigenen \ugen sehen sie die im Kampf fallenden Nazisoldaten. Die Menschenverluste der Selbstverteidigung sind gering. Die Juden halten ihre Stellungen fast zwei Stunden und glauben, daß die in der Nachbarstraße, der breiten Jurowiecka- Straße, zusammengepferchte Masse von zwanzigtausend Menschen sich bald rühren wird. Unter der Menge sind schon Sonderbeauftragte des Stabs tätige. Die Anführer der Selbstverteidigung rechnen darauf, daß diese große Men schenmenge durch die Smolna-Straße den zerbrochenen Zaun stürmen und aus dem Getto ausbrechen wird. Tausende werden fallen, aber Hunderte werden durchkommen und den Wald, die Partisanen, erreichen. Aber die meisten Gettoeinwohner bleiben passiv, verzweifelt und mutlos, um so mehr, als der Feind schnell seine momentane Verblüffung abschüttelt und, vorläufig auf das bewaffnete Brechen des Widerstands in der Smolna-Straße verzichtend, den Terror gegen die in den Nachbarstraßen zusammenge- pferchte Menge verstärkte. Auf den Straßen erschienen gut bewaffnete, dichte Polizeistreifen. Deutsche Trupps, die sich in Stärke von 1000 Mann in gut verdeckten Stellungen auf dem Bahnhof befanden, eröflneten ein mörderisches Feuer auf die jüdischen Stellungen in der Smolna-Straße und auf den zer- brochenen Zaun. Gleichzeitig begannen die deutschen schweren Maschinen- gewehre zu feuern, die auf dem Balkon eines Hauses Ecke Jurowiecka- und Ciepla-Straße aufgestellt waren. Unteı der Menge brach eine Panik aus. Anfanes wurde gemurrt, und dann wurden die Aufständischen schon laut verwünscht. Die mehr Nervösen und Erschrockenen schrien:„Wozu schießen diese Banditen? Sie bringen uns Unglück!‘ Die Panik wuchs, als die Deutschen beeannen, blindlings auf die Menge zu feuern, Viele Leute wurden getötet. In der Smolna-Straße zeigten sich plötzlich Feuerscheine die Deutschen begannen, aus Geschützen und schweren Maschinengewehren zu schießen. Das Haus Smolna-Straße 3 wurde mit Handgranaten beworlen. Es stand sorleich in hellen Flammen. Sofort fingen auch andere Holzhütten Feuer. Dei Brand wütete schon längs der ganzen Gasse, die Luft mit erstickendem Brand- geruch füllend. Die Aufständischen verschossen schon ihre letzten Ladungen. Die Verteidigung wurde immer schwieriger. Trotzdem wurde der Kampigeist der Mitglieder deı Selbstverteidigung nicht schwächer. Ein athletisch gebauter Jüngling sprang aul Als die Munition zu Ende war, grifl man zu Beilen und eisernen Stangen. ‚63 uuuumn IRUNÄURINIENIEG KUH NIE AH IRTRTNRINIUNRNRURI GUN NIENRINNLERUNLRI TH BRIUNGRUNE una BEE den Feind, ein Messer in der Hand. Er erreichte ihn nicht. Feindliche Kugeln nagelten ihn ans Pflaster. Den Heldentod starben hier die Kämpferinnen Hela Mendelson und Lilka Malerewicz. Ein junger Knabe rief seinem Vater zu:„Vater, halte dich, schlage dich!“ Während des Sturms auf den Getto- zaun fielen viele Kämpfer der Selbstverteidigung. Zwei zurückweichenden Kämpferinnen gelang es noch, auf den Feind Handgranaten zu werfen. Die Kämpfer waren schon erschöpft. Die Zahl der Toten und Verwundeten wuchs. Die Munition war zu Ende. Von der Jurowiecka-Straße her ertönten Salven. Der Kampf um den Zaun war verloren. AJHI, Aussage Nr 5591, von Liza Czapnik u. a.(Übersetzung aus dem Jiddischen.) 476. Unter diesem Brunnen, in der Chmielna-Straße 7 im Bialystoker Getto, befand sich der Bunker der jüdischen Widerstandsbewegung, der von den Nazis entdeckt wurde; in dem ungleichen Kampf mit SS-Einheiten fielen die 70 Verteidiger des Bunkers. dierung etwa 10 herbeigt wie in' Häuserı einige\ Handeı gegen d in der I nach Tı Vernich sich die blieben eingeset AIM, M; ! Am 16 ° Diese heit. n Wlasso 478, 15, Di Am 14, 4 kmn Besitz( Lagerbı vermißt Entwic} Lager, nahmer Südwest "An der scher] Don Wi teil, Di Seworf: N blieh TER P\,; 477. 27. September 1943, Warschau(Warszawa). Bericht des Delegierten der polnischen Emigrationsregierung in London, ‚‚Sobol‘‘, an diese Regierung über die >>> f 9\ Y Lage in Polen, unter anderem über den Aufstand im Getto von Bialystok. V. Weitere Ausrottung der Juden In Bialystok. In der zweiten Augusthälfte! begannen die Deutschen die Liqui- dierung des Gettos in Bialystok. Um diese Aktion durchzuführen, wurden etwa 1000 Gendarmen und eine Anzahl ehemaliger sowjetischer Gefangener herbeigeschafft.” Die Liquidierung wurde nach demselben System durchgeführt wie in Warschau: Morden an Ort und Stelle, Deportation, Anzünden von Häusern u. dgl. In einigen Punkten der Stadt wehrten sich die Juden zäh einige Wochen lang; sie kämpften mit Hand- und Maschinenwaflen und mit Handgranaten. Die Deutschen setzten einige Male Artillerie und Flugzeuge gegen die Juden ein. Der Massenmord an einem Teil der Juden wurde in dem in der Umgegend der Stadt gelegenen Wald vollbracht; die Mehrheit wurde nach Treblinka gebracht; einige hundert wurden ins Lager Trawniki und ins Vernichtungslager Sobibor abgeschoben. Beim Beginn der Liquidierung belief sich die Zahl der Juden im Bialystoker Getto auf 42000; nach der Liquidierung blieben in Bialystok 2000 bis 3000 Juden, die von den Deutschen zur Arbeit eingesetzt wurden. AIM, Materialien der Delegatur der polnischen Emigrationsregierung, Pd 495(Juden Übersetzung aus dem Polnischen ! Am 16. August 1943. ? Diese Angabe ist von keiner Quelle bestätigt worden. Dagegen nahmen an der Aktion Ein- heiten der sogenannten Armee für Rußlands Befreiung Söldner des Verräters General Wlassow teil. 478. 15. Oktober 1943, Lublin. Meldung des Kommandos der Ordnungspolizei im Distrikt Lublin über den Aufruhr der Juden im Vernichtungslage Sobibor.! Am 14.10.43 gegen 17 Uhr, Aufstand der Juden im SS-Lager Sobibor, 40 km nördlich Cholm. Sie überwältigten die Wachmannschäft, setzten sich in Waffenkammer und flohen nach Feuerkampf mit der übrigen 1e. 9 SS-Männer ermordet,| SS-Mann Besitz deı Lagerbesatzung in unbekannter Richtuı vermißt, 1 SS-Mann verwundet, 2{fremdvölkische Wachmänner erschossen. Entwichen sind etwa 300 Juden, der Rest ist erschossen bzw. befindet sich im Lageı Truppenpolizei und Wehrmacht wurden solort verständigt und über- nahmen gegen| Uhı die Sicherung des Lagers. Das Gelände südlich und sobi|’olizei le ac chkämmt. südwestl. Sobibor wird von Polizei und Wehrmacht durcl AIM, Meldungen der Gendarmerie des Distrikts Lublin, Bd XXXIV. Aufruhrs der jüdischen Häftlinge im Te deslager Sobiboı stand ein russi- ! An der Spitze des Alexander Pieczcıski, jetzt in Rostow am scher Jude, Leutnant der sowjetischen Ärmee, Am Aufruhr nahmen polnische, russische, deutsche und holländische Juden Am i Don wohnhalft. Flucht durch die von deutschen Flugzeugen ab- teil. Die meisten von ihnen wurden auf der als Mitglieder von Partisanentrupps am Leben 'eni sind geworfenen Bomben getötet. Wenige sıı geblieben. >65 rar BEE i ı 2 N DIESER 479. 27. August 1943, Krakau(Kraköw).— Aufruf des Hauptkommandos der Kampf- organisation der Jüdischen Chaluzzenjugend! an alle Juden im Generalgouvernement, aktiven Widerstand zu leisten. Kampfbefehl an alle jüdischen Siedlungen im Generalgouvernement Die endgültige Vernichtung naht. Der Feind mobilisiert seine Kräfte gegen den Rest des polnischen Judentums. Warten wir nicht untätig auf den Tod. Rechnen wir nicht auf ein unerwartetes Kriegsende und eine baldige Be- freiung. Wir müssen selbst zum Kampf um unser Leben antreten. Ihr Jungen- nur mit der Wafle in der Hand kann man diesen Sturm durch- halten. Tretet in die Reihen der kämpfenden Jugend ein, schließt euch der allgemeinen Kampfaktion an. Jeder soll auf dem ihm zugewiesenen Posten zum aktiven Kämpfer werden. Laßt euch nicht von den Ereignissen, die der Tag mit sich bringt, überraschen. Ihr Juden— wer nicht genug Kraft zum aktiven Kampf hat, wer schon nicht imstande ist, zur Wafle zu greifen, soll sein eigenes Leben retten. Jedes Ent- rinnen aus den Händen der Schinder ist heute eine Kampftat. Man muß ihm die Vernichtungsarbeit erschweren. Legt nicht von selbst den Kopf unters Messer. Es darf nicht gezögert werden. Die falschen Gesichtspunkte der Bequemlichkeit und der Furcht vor den Folgen dürfen nicht die wirkliche Gefahr in den Schat- ten stellen. Flüchtet durch jede Spalte- durch Mauern, Zäune, Stacheldraht. Mischt euch unter die namenlose städtische Menschenmenge, um den Feind zu täuschen. Bevölkert die Wälder und Berge, nutzt jeden Weg der Flucht aus. Zerreißt endgültig die Fesseln, mit denen euch der Feind und die eigene Untertänigkeit gebunden haben. Erhebt euch, um im entscheidenden Augenblick bereit zu sein. Das Hauptkommando der Kampforganisation der Jüdischen Chaluzzenjugend AJHI, Varia II, Nr 120. Hechaluz Halochem(illegales Organ), Nr 31, vom 27. 8. 1943.(Übersetzung aus dem Polnischen.) i Diese Organisation war im Gebiet des Distrikts Krakau tätig und stand mit der polnischen Volksgarde in Verbindung. Während der letzten Monate 1942 und der ersten Monate 1943 führte sie im Einvernehmen mit der Volksgarde mehrere Handstreiche in Krakau und Um- gebung durch. \m Liqui sche Judeı Bahn! Wag 481. 7 h) An westl, gestell Munii 7 Trupy dA Na Im\ darme Juden dächti \m| teme dort Juden vor der Festnahme 480. September 1943, Warschau(Warszawa).- Nachricht einer polnischen illegalen Zeitung über den aktiven Widerstand der Juden im Getto von Tarnow. Selbstverteidigung der Juden Am 1. und 2. September wurde in Tarnöw das Getto liquidiert. Während der Liquidierung begannen die Juden, sich mit Äxten zu verteidigen. Die Deut- schen wandten Granaten an und brachen den Widerstand der kämpfenden Juden. Die erfaßten Juden hatte man an einem Ort gesammelt und auf den ;£ i& I; IR 2 Bahnhof geleitet, wo sie zu 150 Menschen in Güterwagen, die mit Karbid und ungelöschtem Kalk bestreut waren, verladen wurden. Nachher wurden die Waggons plombiert, mit Wasser begossen und die Juden zur Vernichtung deportiert. Während dieser Aktion marterte man sie auf barbarische Weise. Insgesamt wurden 6000 Personen deportiert. Die Aktion führte die Gestapo und die SS mit Hilfe der polnischen Polizei durch. AIPG, III, Przeglad Tygodnia, Nr 40, vom 14. 10. 1943.(Übersetzung aus dem Polnischer 481. Juli— September 1943, Lublin.— Meldungen des Kommandos der Ördnungspolizei im Distrikt Lublin über die Tätigkeit jüdischer Partisanen. h) Am 6.7.43 wurde im Raume zwischen Kawolin und Krasnik, 5 km süd- westl. Krasnik, durch Kräfte der Pol. Reiterschwadron Lublin 1 Judenbande gestellt. Im Feuerkampf wurden 10 Juden vernichtet. Erbeutet einige Schuß Munition. Kom. ORPO Lublin 172. Ju11923 15. 7.43. Wald Krasöwka Gem. Wyryki, 52 km nördl. Cholm, durch Js Truppenpol. 30 Juden vor der Festnahme erschossen. d) Nachtrag zur Lagemeldung vom 18. 7. 43 4(IIIb) Verlaufe der Aufklärungsaktion wurden durch Truppenpol. und Gen- unter Absperrung durch Wehrmacht, 2 Banditen, 2 Helfer und 120 auf der Flucht erschossen. Weiter wurden 80 Ver- Im darmerie dächtigte festgenommen und nach Lublin abtransportiert. 118% Jul 1925 Wehrmachtsstreife bei der Durchführung der Am 17.7.43 wurde eine in Miedzyrzec, 25 km nördl. Radzyn von Fremdenkontrolle in einer Kneipe|| ‚den Banditen mit Pistolen beschossen. Hierbei wurde dort als Gäste anweseı Be ffz. Simon und der Gren. Weidlich sowie der Gren. Schmidt getötet und der U 567 > en AL: EREREL RE ee der Schutzpolizist Lacina schwer verwundet. Von den Banditen wurde| Pole und 1 Jude erschossen. Die Festnahme aller männlichen Bewohner und Juden der näheren Umgebung des Tatortes wurde angeordnet. 26. 8.43 Gend. Hauptmannschaft Zamos£c: Die seitdem 21. 8.43 durch Truppenpolizei verfolgte größere Bande(500 Mann) ist am 25. 8. 43, 7.00 Uhr, bei Obrocz auf den Feldern Bilgoraj, Gem. Zwier- zyniec, 26 km ostwärts Bilgoraj, von dem Heger Giezonka aus Obrocz ge- sichtet worden. Die Bande war in 3 Gruppen geteilt, worunter sich Juden und 10 Frauen befanden. Kom. ORPO Lublin 10. 9.1943 Gend. Hauptmannschaft Radzyn Beim Eingreifen gegen eine im Hause in Miedzyrzec, 25 km nw Radzyn ver- steckte Judenbande durch poln. Polizei und Gendarmerie am 9. 9. 43 wurde der poln. Pol. Hptm. Johann Remischak durch 1 Pistolenschuß an der linken Schulter verletzt. 3 Juden und 2 Jüdinnen wurden vor der Festnahme er- schossen. Kom. ORPO Lublin III. Gend. Hauptmannschaft Radzyn: 2) Am 8.9.43 gegen 22 Uhr wurden auf dem Liegenschaftsgut Uhnin I, Gemeinde Debowa-Kloda, 35 km SO Radzyn, 6 Getreideschober von einer etwa 100-150 Mann starken Judenbande, die auf etwa 20 Fuhrwagen auf- kommen, in Brand gesteckt. Es verbrannten 140 Fuhren Roggen, 20 Fuhren Weizen, 15 Fuhren Gerste und 10 Fuhren Heu. Der Schaden beträgt ca. 10000 zt. Gend. Hauptmannschaft Radzyn: 10. 9. in Radzyn durch Gend. Radzyn 1 Jude und 2 Jüdinnen vor der Fest- nahme erschossen. Kom. ORPO Lublin AIM, Meldungen der Gendarmerie des Distrikts Lublin, Bd XXXIV. 482. Tagesmeldungen des Rommandeurs der Ordnungspolizei im Distrikt Lublin an den Befehlshaber der Orpo in Krakau über den Anteil der Juden an der Partisanen- bewegung und über die Kämpfe mit ihnen. „Der Komnendeur der Oränunzspolizei Lublin,den 5.Juli 1943. ä im Distrikt Lublin 3 rar ar. -Lbt,Io- Peraschr-iden Bes j An den B.d.0.- Offizier von Dienst Trskau, 7 I, Allgemeiner Teil. RS 1.)Großbr;nde una Brandstiftunzer.; Pehlanzeige. 2.)Sons“ize Vorkommnisse. Gen@.-Zug Radzyns h) Am 6.7.43 wurde in Raune zw schen Kawolin und Krasnik, 5 kn sld- westl.Z/rasnik,durch er Fol.Reitersce.wadron Lublin 1 Judenbande gestellt.? wurden 10 Juden vernioht»t, 5 Erbeutets Einige Sch Ir?.-ıMunition. IT,Gend ‚-Houuptmannschaft Zamose: a) Fachtraz zur Logemeldung vom 4.7.43,2iff.3.) Der Überfrli auf den Horznia,Gemeinde Prampol, 24 kn nörälich Zilgore 1xt. Verluste traten nicht ein, Wi; db) Am 97 rurdon bei tz&ur 11./1-201.25 im Rawe von ehe vr k sd d£ sanaiten und 2 Helfer fest- nommen und der Sicherheitszolize?! übergehen. 3 Juden vor der Peut- en suf Fr> Plucht erschossen. Erbeutet:l Panzerbüchse mit dazu- gehöriger Munition, grössere Mensen Geriehr-u.Pistolenmunition,Sig- r Imıtrousn,: Prllachirera"sten,2 Plcbertbüchse und desonder: wert- vollos Meter... der 73%\ s 569 483. Makowski, aus dem nn ne mein EEE Warschauer Getto geflohen, Partisan der Volks- garde im Distrikt Warschau, im September 1943 im Kampf gefallen. 484. Chil Grynszpan, Hauptmann der TELLER ZELIERIT Volksgarde, Kommandeur eines jü- dischen Partisanentrupps im Distrikt Lublıin. UELI urnnnn ANTENNEN Y fr 485. Ein jüdischer Partisanentrupp aus dem Kreis Wlodawa im Distrikt Lublin(Auf- nahme nach der Befreiung 486. Jüdischer Partisan aus den Wäldern des Bezirks Bialystok. 487. Juni— Oktober 1943, Lublin-Warschau(Warszawa).— Meldungen des Stabs der Volksgarde über die Tätigkeit jüdischer Partisanentrupps. Volksgarde Bezirk II.- Lublin. Meldung Nr 17. Juni 1943. Operationskreise Lubartöw, Wlodawa, Radzymin und Chelm: Es befinden sich hier die Trupps von Fiedia- 30 Personen, Czapajew— 45 Per- sonen, Osetyniec— 30 Personen, Joselewicz!- Zahl vorläufig unbekannt. Viele Waffen. Es wurden 10 Molkereien liquidiert, 4 Gemeinden zerstört, 4 Schulzen wesen Verrats ausgepeitscht; es gab drei Zusammenstöße mit der Gendarmerie, dabei fielen 8 Deutsche und 4 polnische Polizisten. Anton.* Volksgarde Bezirk II.— Lublin. Meldung Nr 28. Oktober 1943. Operationskreis P.?: Hier ist der„‚Emilia-Plater‘“-Trupp(Juden) tätig. Stärke: 315 Mann. Bewaffnung: 1 MG, 2 Maschinenpistolen. Ab zweite Hälfte des Monats hat der jüdische Trupp 9 Militärzüge auf der Linie Parczew-Milanöw gesprengt. In einem Falle, in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober, dauerte die Eisenbahnsperre 8 Stunden. Bezirkskommandant der Volksgarde M.* Rechte Vororte.? .... Aktionen durchgeführt vom Partisanentrupp ‚„Anielewicz‘®: Am 5.6. im Zusammenhang mit Broteinkäufen in einem Dorf(arme Schenk- wirtin) haben wir von uns verfaßte Flugblätter verteilt. Am 16. 6. führten wir eine Aktion zur Versorgung mit Proviantin einer Mühle Krupiniskie) durch. Bei jeder Aktion, sogar bei denen, die der Verprovian- tierung dienen, denken wir daran, daß sie auch eine propagandistische Be- deutung haben müssen. Es wurde ein Meeting für die Arbeiter der Mühle und die Bauern veranstaltet. ! Jüdischer Trupp,„Berek-Joselewicz“-Trupp genannt(Berek Joselewicz war Teilnehmer des polnischen Kosciuszko-Aufstands 1794). ® Pseudonym des Befehlshabers der Volksgarde. 3 Parczew. * Moczar, Befehlshaber der Volksgarde. ® Die rechte Seite des Distrikts Warschau. ° Dieser Trupp bestand aus ehemaligen Aufständischen des Warschauer Gettos, die von der Volksgarde aus dem brennenden Getto durch Kanäle hinausgeführt wurden. 488./ Am 19.6. wurde eine Vergeltungsaktion gegen den Schulzen des Dorfes Szynkarzyzna, der sich dem Okkupanten gegenüber als diensteifrig erwiesen hatte, durchgeführt. Der Anklageakt wurde in Gegenwart von Bauern vor- eelesen. Da der Schulze abwesend war, wurde nur sein Vermögen beschlag- nahmt. Einige Flugblätter wurden geklebt. Am 24.6. wurde die Kontingentmolkerei in Zarzetka vernichtet: es wurden 200 1 Milch, 501 Sahne und 2000 kg Quark vernichtet und 1500 Eier beschlae- nahmt. Die technische Einrichtung wurde vernichtet und alle Dokumente verbrannt. Flueblätter wurden geklebt. Am 24.6. wurde ein Deutscher im Dorf Ociete enteignet. Am 26. 6. wurde eine mit Verteilung von Lebensmitteln verbundene Propa- eandaaktion im Dorf Czaple durchgeführt. Am 28. 6. fand eine ähnliche Aktion im Dorf Krupienskie statt. AIPG. III, Meldungen der Volksgarde.(Übersetzung aus dem Polnischen. 488. Dr. Jechiel Atlas, einer der Organı- satoren der jüdischen Partısanen- bewegung im westlichen Weißrup- land. 1943 im Kampf gefallen. IX 9 V/D ERERFIPITFFOPTEALFT?T ar BR 489. Tobiasz Bielski, Organisator und Kommandeur eines jüdischen Par- tisanentrupps im Westen Weißruß- lands. 490. Estera Brand, eine jüdische Parti- sanin aus dem westlichen Weißruß- land. 492. Ei | 491. Hersz Glik, Mitglied der Vereinig- | ten Partisanenaktion im Wilnaer Getto, Autor der jüdischen Parti- sanenhymne ‚,Sog nischt keinmol as du geist dem leztn Weg‘‘, 1944 in einem RZ in Estland umgekommen. | | 492. Eine jüdische Partisanengruppe in der Umgebung von Wilna. 493. Ing. Mosze Gildeman(,,Diadia Mischa“ Wolhynien. Tea TI RFRRRNFRROIF MEERE one nn 494. Ing. Mosze Gildeman als Haupt- mann der Sow) Freiung(1944 x/) ırmee nach de! Be- j 495. Jüdische Partisanengruppe aus Polesien(Aufnahme nach der Befreiung 36a Getto H MH Arne(RRANHINNANN EHRREHARRITNOTRTERRHHANE IHUNIENEHHGN N {Hi BRETTEN NEETERUIHN KIRADARBBIURNURBÄRRRRTRRANRRRRLRBBERARKRERRRÄEN ULLA UNERABHRULANG LU HOARNURUEN {hr VALRKU 496. 18. April 1944, Parczew.— Meldung der Gendarmerie über eine bewaffnete Aktion von Partisanen(Russen, Polen und Juden) auf das Gemeindeamt in Parczew Distrikt Lublin). Unterkunft des Gend. Zuges(mot) 71 in Parczew. Am 16. 4. 1944 gegen 22 Uhr wurde das Gemeindeamt in Parczew von einer bewaflneten Bande umstellt. Durch Klopfen an die Tür und Rufe: ‚Auf- machen, Gendarmerie‘‘, wurde die Wache veranlaßt, die Tür zu öffnen. So drangen 8 Banditen ein, öffneten gewaltsam die Schränke und warfen die Papiere und Akten auf einen Haufen. Diesen übergossen sie mit Wodka und zündeten ihn an. Die Einrichtung und die Holzteile des Gebäudes verbrannten vollständig. Vom Gemeindeamt blieben nur die äußeren Wände stehen. Die Banditen nahmen die im Gemeindeamt lagernden Lebensmittel und Kenn- karten mit. Die Wache des Gemeindeamtes wurde von den Banditen festgehalten, so daß sie nicht alarmieren konnte. Der Gemeindediener wurde von den Banditen verschleppt. Die Stärke der Bande steht nicht einwandfrei fest. Nach Aussagen verschiedener Zeugen waren es etwa 50 Mann. Die Bande setzte sich zusammen aus Russen, Polen und Juden. Bewaflnet war die Bande mit MG, MGI, Hand- granaten, Gewehren und Pistolen. Nach Zerstörung des Gemeindeamtes zog die Bande nach der Unterkunft der mot. Gend. und beschoß sie von drei Seltener AIM, Meldungen der Gendarmerie des Distrikts Lublin, Bd NXXIV, 578 n nanem ist Aeinnangn IS ErREEN titatakith UBHRENHMNHNTTNN ROHR on 33 QUELLEN UND LITERATUR A. Archivalische Quellen I. Archiv des Jüdischen Historischen Instituts in Warschau (Zydowski Instytut Historyczny) \ l. Geheimes Archiv im Warschauer Getto(sogenanntes Ringelblum-Archiv j 2. Akten der Jüdischen Unterstützungsstelle(der Jüdischen Sozialen Selbsthilfe) 3. Akten der Gettoverwaltung in Lodsch 4. Akten des Judenrates(des Ältesten der Juden) im Getto Lodsch 5. Akten des Judenrates im Getto Bialystok | 6. Akten des Judenrates im Getto Lublin 7. Akten des Judenrates im Getto Warschau 8. Akten des Kommissars für den jüdischen Wohnbezirk in Warschau 9. Akten des Kreishauptmanns Lublin-Land | 10. Akten des Kreishauptmanns Warsc hau-Land ll. Akten des Gouverneurs des Distrikts Lublin 12. Memoiren 13. Augenzeugenberichte 14. Plakate 15. Akten der Organisation für Judenhilfe(Rada Pomocy Zydom„Zegota‘“‘) 16. Geheimes Archiv des Gettos Bialystok 17. Akten des Stadthauptmanns in Tschenstochau II. Archiv der Zentralkommissıon zur Untersuchung der Naziverbrechen in Polen 1 74 u 7 7 771 j}> 7 (Glöwna Komisja Badania Zbrodni Hitlerowskich w Polsce) Tagebuch Hans Frank ), Bühlers Prozeß Fischers Prozeß Höss’ Prozeß 5. Konrads Prozeß 6. Krupps Prozeß 7. Pohls Prozeß 8. Stroops Prozeß 9. Fotokopien von Akten verschiedener zentraler und örtlicher Nazibehörden . Fotoko< | 581 37 Getto RHRBARHRDNSKUHNAH IHRER ÜLRNRREOREEHNRBURHUGKKRIRRUN REN RRRRRENRERRARLERDRBEEBAUNBE III. Archiv des Innenministeriums in Warschau ( Ministerstwo Spraw Wewnetrznych) l. Akten der Gestapo Lodsch 2. Materialien der Delegatur der polnischen Emigrationsregierung 3. Akten der Gendarmerie des Distrikts Lublin IV. Archiv des West-Instituts in Posen(Instytut Zachodni) Berichte des Amtschefs des Distrikts Warschau 1942 V. Archiv der Hauptstadt Warschau und der Wojewodschaft Warschau (Archiwum m. st. Warszawy i Wojewödztwa Warszawskiego) Berichte des Amtschefs des Distrikts Warschau 1941 VI. Archiv des Instituts für Parteigeschichte beim Z’K der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (Zaklad Historü Partii przy KC PZPR) Verschiedene illegale Zeitungen und Dokumente B. Gedruckte Quellen l. Reichsgesetzblatt, Jg. 1939-1943 2. Verordnungsblatt für das Generalgouvernement, Jg. 1939-1942 3. Amtsblatt des Gouverneurs des Distrikts Warschau, Jg. 1939-1941 4. Gazeta Zydowska, Jg. 1940-1942 9. Lodscher(Litzmannstädter) Zeitung, Jg. 1939 6. Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof, Nürnberg 14. November 1945- 1. Oktober 1946, Bd I-XLII, Nürnberg 1947/48 7. Nazi Conspiracy and Aggression, Bd I-VIII, Washington 1946-1948 C. Ausgewählte Literatur l. Mark, Bernard, Der Aufstand im Warschauer Getto, 3. bearb. und erw. Aufl., Berlin 1959 2. Mark, Bernard, Ruch oporu w getcie bialostockim, Warszawa 1952 3. Neustadt, Mejlech, Hurban wemered schel jehudej Warscha, Tel-Aviv 1947 4. Dokumenty i materialy do dziejöw okupacji niemieckiej w Polsce(Dokumente und Ma- terialien zur Geschichte der deutschen Okkupation in Polen): 3d I: Obozy, bearb. v. N. Blumental, Lödz 1946 Bd II: Akcje i wysiedenia, bearb. v. J. Kermisz, Lödz 1946 Bd III: Getto lödzkie, bearb. v. A. Eisenbach, Lödz 1946 3. Reitlinger, G., Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939 bis 1945, Berlin 1956 582 HR ih eSATA FRE RN HERRN 6. Eisenbach, A., Hitlerowska polityka eksterminacji Zydöw w latach 1939-1945 jako jeden z przejawöw imperializmu niemieckiego, Warszawa 1953 7. Poliakov, L., Wulf, J., Das Dritte Reich und die Juden, Berlin 1955 j Dieselben, Das Dritte Reich und seine Diener, Berlin 1956 i i | 8. Berenstein, T., Eisenbach, A., Rutkowski, A., Eksterminacja Zydöw na ziemiach polskich i w okresie okupacji hitlerowskiej, Warszawa 1957 ! 9. La Persecution des Juifs dans les pays de|’ Est presentde A Nuremberg, Paris 1949 10. Pospieszalski, M., Hitlerowskic prawo okupacyjnc 3d I: Ziemie wcielone, Poznan 1952 Bd Il: Generalna Gubernia, Poznan 1958 ag BEELEESEL ee PERSONENREGISTER Abetz, Otto(1903-1958), 1940-1944 deut- scher Botschafter in Paris; am 22. Juli 1949 als Kriegsverbrecher vom Militärgerichts- hof in Paris zu 20 Jahren Gefängnis ver- urteilt; 1954 entlassen 250 Akerman 317 Albert, Dr.(geb. 1898), SS-Brigadeführer, Polizeipräsident in Lodsch; später im RSHA tätıg 254 Alten, Dr. Marek(1883-1942), stellvertreten- der Obmann des Judenrates in Lublin, von April 1942 Obmann des Judenrates in Lublin, Berater des Gouverneurs des Distrikts Lublin für Judenangelegenheiten; im November 1942 im KZ Majdanek um- gekommen 62 275 276 Altenloh, Dr. Wilhelm, Fabrikant aus Hagen/ Westf., Regierungsrat, SS-Sturmbann- führer, Kommandeur der Sicherheitspolizei im Bezirk Bialystok 448 Altman, Tosia, aktive Kämpferin der Hascho- mer. Hazair und des Antifaschistischen Blocks im Warschauer Getto; im Juni 1943 gefallen 481 Ammon, Otto(1842-1916), Antisemit und Rassentheoretiker 8 Anielewiez, Mordechai(,‚Malachi‘)(1919 bis 1943), Funktionär der Haschomer Hazair, Leiter der ZOB und Führer des Aufstandes im Warschauer Getto; am 8. 5. 1943 gefallen 477 486 487 518 519 549 572 Anton 572 Appel, Gerhard, SS-Unterscharführer, Be- satzungsmitglied im KZ Auschwitz-Birke- nau 373 Aronson, Mitglied der geheimen antifaschisti- schen Organisation in Bialystok(1942 bis 1944 501 Artsztejn, Zachariasz, einer der Führer der ZOB; vermutlich in den letzten Tagen des Warschauer Aufstandes gefallen 549 Atlas, Dr. Jechiel, einer der Organisatoren der jüdischen Partisanenbewegung im westlichen Weißrußland; 1943 gefallen 973 Auerswald, Heinz(geb. 1908), Rechtsanwalt, vom 15.2.1940 Leiter der Kennkarten- stelle beim Stadthauptmann in Warschau, vom 1.6. 1940 im Amt des Chefs des Distrikts Warschau beschäftigt(als Refe- & rent für die„Deutsche Volksgruppe‘‘ und Leiter der Unterabteilung Bevölkerungs- wesen in der Abteilung Innere Verwal- tung), vom 15.5. 1941 bis 1. 1. 1943 Kom- missar für den Jüdischen Wohnbezirk im Amt des Gouverneurs des Distrikts War- schau, im Januar 1943 Kreishauptmann in Oströw; am 13.1. 1943 zum Militär ein- bezuten? 127221297.1297780284329 Baier, Johannes(geb. 1893), SS-Oberführer, Vertreter des Reichsstatthalters in Posen, von August 1943 Chef des Stabes W im SS-WVHA 369 Bakunin, Nikolai(,Kola‘‘), weißrussischer Bauer aus der Gegend von Bialystok; arbeitete mit den Partisanen zusammen und half Juden 501 Ballat, Staatsanwalt des Sondergerichtes in Radom 134 Barburin, Michail(,,Mischa‘), Offizier der Sowjetarmee, Mitglied der geheimen anti- faschistischen Organisation in Bialystok (1942-1944) 501 Bartoszek, Franciszek, Kämpfer der GL; am 15. Mai 1943 gefallen 524 Baumer, Miteigentümer der deutschen Firma „Baumer und Loesch‘“(Straßenbau) im GG 219 Bauminger, Röza, Häftling des Lagers HASAG in Skarzysko-Kamienna 463 Bausenhard, Walter, Regierungsrat, Leiter des Quartieramtes beim Stadthauptmann in Lublin 123 Bechtinger, Hans, Besitzer einer deutschen Firma in Krakau 450 Becker, General, Befehlshaber der Orpo im GG 447 Beneschek, deutscher Kommunist, Mitglied der geheimen antifaschistischen Organisa- tion in Bialystok(1942-1944); arbeitete mit den Gettokämpfern zusammen 502 Berger, Gottlob(geb. 1896), SS-Obergruppen- führer und General der Waflen-SS, Chef 1949 zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt; 1951 entlassen 296 Berlinski, Hersz(,,Jelen‘‘)(1908-1944), Funk- tionär der Linken Poale Zion, Mitglied der Leitung der ZOB; im Juli 1944 im War- schauer Aufstand gefallen 487 Biebow, Hans(1902-1947), 1940-1945 Leiter der Gettoverwaltung in 30.4.1947 als Kreisgericht in Lodsch zum Tode ver- urteilt 181 184 190 290 393 398 415 435 441 461 Bielicka, Chasia, Mitglied der Haschomeı des SS-Hauptamtes; Lodsch; am Kriegsverbrecher vom Hazair; 1941-1943 Verbindungsmann der geheimen Gettoorganisationen mit den polnischen Antifaschisten in Bialystok 501 Bielski, Tobiasz, Kommandeur eines jüdischen Partisanentrupps 574 Bischof, Max, Beauftragter der Bankaufsichts- stelle für die Aufsicht über die öffentlichen und privaten Banken 15.5. 1941 auch Leiter der Transferstelle in Warschau 234 Bischof], SS-Sturmbannführer, höherer Beam- im GG, vom ter der Gestapo in Posen 47 Blobel, SS-Standartenführer; bei der Staats- polizeistelle Litzmannstadt tätig 283 Blome. Prof. Dr. Kurt, Stellvertreter des Reichsgesundheitsführers der SS 278 Blum, Abram, Ingenieur, Mitglied der ZOB, Teilnehmer am Aufstand im Warschaueı Getto; von der Gestapo( rmordet 521 Blume, Stefan, Deutscher; 1943-1944 ver- steckte er 20 Juden ın seıneı Wohnung in Bialystok 502 Bobowski, Zygmunt, Kunstmaler, Teilnehmer Gettomauer ın 524 Firma der Kampfaktion an der Warschau; am 15. Mai 1943 gefallen Bock, Miteigentümer deı deutschen 1‘“ 2 „Weiss und Bock 138 nen EEE ORTREAREHEUNRHRER KOERROS NEE Knaarennnnos IHR Böttcher, Dr. Herbert(1907-1950), SS- Brigadeführer, 1942-1944 SS- und Polizei- führer im Distrikt Radom; am 18. 6. 1948 als Kriegsverbrecher vom Kriegsgericht in Radom zum Tode verurteilt; am 12.6. 1950 hingerichtet 318 Bohle, Deutscher, Mitglied der geheimen anti- faschistischen Organisation in Bialystok (1942-1944) 501 Bonislawski, Edward, Quartiermeister der GL; am 21. April 1943 erschossen 525 Bonk, Volksdeutscher aus Jedrzejöw(Distrikt Radom) 167 Boroks, Eliahu, Mitglied der Leitung der Haschomer Hazair, führender Kämpfer im Getto Bialystok; im Februar 1943 gefallen 503 Bothmann, Hans, SS-Hauptsturmführer, Chef des Sonderkommandcs im Vernichtungs- lager Kulmhof(Chelmno), von April 1943 in der Division ‚‚Prinz Eugen‘ im besetzten Jugoslawien 282 286 353 354 370 Bouhler, Philipp(1899-1945), SS-Reichsleiter, seit 1934 Chef der Führerkanzlei der NSDAP; beging im Mai 1945 Selbstmord 295 296 Brack, Viktor(1904-1948), SS-Oberführer, Reichsleiter, Stabsleiter in der Führer- kanzlei der NSDAP; 1947 in Landsberg als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt; am 2.6. 1948 hingerichtet 295 296 Bradfisch, Dr., Regierungsrat, SS-Sturmbann- führer 415 Brand, Estera, jüdische Partisanin 574 Brandt, Anton(geb. 1907), Leiter des Juden- referats beim Kommandeur der Sicher- heitspolizei und des SD im Distrikt War- schau 317 321 Brandt, Dr. Rudolf(1908-1948), SS-Standar- tenführer; im Persönlichen Stab des RF SS beschäftigt; 1947 als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt; am 2. 6. 1948 hingerichtet 301 303 353 370 404 Brauer, Firma im Warschauer Getto 542 Bräutigam, Dr. Otto(geb. 1896), Beauftragter des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete, Verbindungsmann dieses Mini- steriums mit dem OKW; in Westdeutsch- 585_ HNEHIITENTTIAHRINTRINHENN il land 1959 mit dem Großen Verdienstkreuz ausgezeichnet; heute Generalkonsul der Bonner Regierung in Hongkong 262 Bryt, Ita 134° 135 Budzynski, Antoni(geb. 1883), polnischer Arbeiter, Kommunist; 1941-1944 half er den Juden in Bialystok 500 Bühler, Dr. Josef(1904-1948), 1940-1945 Staatssekretär bei der Regierung des GG; am 20.7.1948 vom Höchsten Volks- gerichtshof in Polen zum Tode ver- urteilt 58:60 61 263 264 267 268 297 416 Bührmann, Generalmajor, Ende 1939 Beauf- tragter für die Rohstoflerfassung in den besetzten Gebieten, von Januar bis Juni 1940 Leiter der Dienststelle für den Vier- jahresplan im GG 172 176 Bunger, Miteigentümer der deutschen Firma „Vorsteher und Bunger‘‘ 435 Buse, deutscher Kunstmaler, Mitglied der geheimen antifaschistischen Organisation in Bialystok(1942-1944) 501 Cilwik, Justizangestellter im Sondergericht in Radom 134 Chamberlain, Houston Stewart(1855-1927), reaktionärer Geschichtsphilosoph 8 Clauberg, Prof. Dr. med. Carl(1898-1957), SS-Brigadeführer; machte Sterilisations- experimente an Häftlingen(Frauen) in Konzentrationslagern; am 9.8. 1957 im Gelängnis in Kiel gestorben 295 Coradello, Aldo, ehemaliger italienischer Vize- konsul in Danzig 465 Cossel 427 “Gukierman, Icchak(,,Antek‘“‘)(geb. 1914), Funktionär der„Hechaluz“, Mitglied der Leitung der ZOB, Führer einer Jüdischen Kampfgruppe im Warschauer Aufstand 1944 477 487 518 Dachsel, Artur, Wachtmeister der Schupo d. R., Angehöriger eines SS-Sonderkom- mandos beim„Einsatz Reinhard‘ 302 Daluege, Kurt(1897-1946), SS-()bergruppen- führer, seit 1942 SS-Oberstgruppenführer, 586 Chef der Ordnungspolizei; als Kriegsver- brecher zum Tode verurteilt; am 20. 10. 1946 hingerichtet 408 Darlan, Frangois(1881-1942), französischer Admiral, 1940-1942 Mitglied der Vichy- Regierung in Frankreich 251 Datner, Mika(1927-1943), Mitglied der ge- heimen Vereinigten Antifaschistischen Or- ganisation im dGetto Bialystok, Teil- nehmerin am bewaffneten Widerstand im Getto Bialystok(1943) 562 Dehmke, SS-Untersturmführer, bei der Ver- nichtung des Warschauer Gettos umge- kommen 533 Diament, Josef, Vorsitzender des Ober- Ältestenrates der jüdischen Bevölkerung im Distrikt Radom 72 Diehl, Oberleutnant, an der Vernichtung des Warschauer Gettos beteiligt 531 Dietze, Erich, Rottwachtmeister der Schupo d. R., Angehöriger eines SS-Sonderkom- mandos beim„Einsatz Reinhard‘‘ 302 Döring, Wilhelm, Besitzer einer deutschen Firma in Warschau 331 Dörksen, Stellvertreter des Regierungspräsi- denten in Kalisch(Lodsch) 172 173 Drechsel, Hans(geb. 1904), bis September 1939 Oberbürgermeister in Meißen/Sa., 1939-1941 Stadtkommissar in Petrikau, von Juni 1941 Stadthauptmann in Kielce, später auch Kreishauptmann des Kreises Kielce‘ 74 75 124 125 Eberl, Dr., SS-Untersturmführer:; tätig im Amt des SS- und Polizeiführers im Distrikt Warschau 304 329 Eckhardt, Otto(geb. 1885), Oberregierungs- rat, Baurat, Vertreter des Gruppenleiters in der Hauptabteilung Bauwesen in der Regierung des GG 59 Edelman, Marek(geb. 1926), Mitglied der „Cukunft“, Mitglied der Leitung der ZOB und einer der Führer beim Aufstand im Warschauer Getto(1943), Teilnehmer am Warschauer Aufstand(1944) 487 Eehwald, Wenzel, SS-Mann, Angehöriger eines SS-Sonderkommandos beim„Einsatz Reinhard‘ 302 Eichmann, Karl-Adolf(geb. 1906 1940-1945 \bteilung(des Referats) I\ . SS-Ober- sturmbannführer, Leiter der B 4(Juden- RSHA; 1945 aus Internierungslageı angt legenheiten ım einem amerikanischen eeflohen und ıı Westdeutschland auf Weise 1950 unter dem Namen Ricardo Clement „rätselhafte‘“ untergetaucht:; seit in Argentinien gelebt; vor seiner Verhal- Behörden im Maı Vertrauensmann tung durch israelische 1960 als westdeutscher Industriekonzerne tätig gewesen 246 264 369 374 375-377 382 383 428 Einsied stelle in Bialystok 448 Emmerich, Dr. Walter 1940-1945 abteilung Wirtschaft in der Regierung des GG, Leiter deı ‚von, Landrat, Leiter der Treuhand- eeb. 1895), Senats- syndikus, Leiter der Haupt- Dienststelle für den Vier- jahresplan im GG 299 Engel, Tarnow 68 gler, Dr. Wilhelm(geb 1940 bis kommissarischer Stadtdirektor von 1880), Oberregie- rungsrat, vom 16.| 19. 8. 1941 der Abteilung im Amt des Krakau, Vertreter des Gouverneurs des Lublin 297 Innere Verwaltung Leiter Distrikts 1943 Distrikts Gouverneurs des danach bis zum 30. 6. „Bund“ 1945 gestorben+82 Fajngeold, Szachno 1943), der PPR im Warschauer Getto, Teilneh- mer am Gettoaufstand(1943 52 Fichtner, Erwin, SS-Unterscharlührer, Änge- Fajner, Dr. Leon, Führer der Partecı im Warschauer Getto; 1898 Funktionäı höriger eines SS Sonderkommandos beim „Einsatz Reinhard‘; 1943 von Partisanen getötet 301 302 „Fiedia‘‘, Führer einer Partı are ngruppe der GL 1m Albrecht, Theodor Deutscher, Distrikt Lublin 72 Fischer, Dr. Ludwig(1905 Warschau, n Polen(Aktennummeı 1947), Gouverneur des Distrikts vom Höchsten Volksgeric htshof 3/46) als Kriegsv« rbrecher zum Tode ver- urteilt 102 104 114 216 223 439 Fiszbaum, Motek 129 Flick, Friedrich(geb. 1883), Leiter des Flick- Konzerns; 1945 als Kriegsverbrecher ver- urteilt; von den westlichen Besatzungs- mächten bald wieder entlassen 21 Florstädt, SS-Sturmbannführer; WVHA 459 460 Fondaminska, Luba, Frau des Edward, Mit- elied der PPR und der ZOB; am 2. Mai 1943 gefallen 521 Fondaminski, Edward, Ingenieur, Sekretär der tätige im SS- PPR im Warschauer Getto und einer deı Kommandeure des Aufstands; am 8. Mai 1943 im Kampf gefallen 520 Förster, Max, SS-Mann bei der Gettoverwal- tung in Lodsch 288 Frank, 1942-1944 Ortsgruppenleiter deı NSDAP in Bialystok 501 Frank, August(geb. 1898), SS-Obergruppen- führer und General der Waflen-SS, stell- Chef des SS-WVHA und Leiter der Amtsgruppe A 404 406 Frank, Dr. Hans(1900-1946), Reichsleiter, 1939-1945 Generalgouverneur für die be- vertretender setzten polnischen Gebiete; am 16. 10. 1946 Militär gerichtshofes in Nürnberg als Kriegsver- laut Urteil des Internationalen brecher hingerichtet 16 46 54 55 57 58... 60) ı6d: 60.60, 1771 8822897791296 974.098 114 116. 11871287712975108 203, 210, 213 7252.202.229957369, 24.39 514 Franke, Dr. anwalt; seit dem 20. 11. 1939 im GG tätıg; vom 1.4. 1941 bis 15. 2. 1942 stellvertre- tender Leiter der Hauptabteilung Innere 1908), Rechts- Eberhard(geb. Verwaltung im Amt des Generalgouver- 15. 2.1942 7 bis= 1911945 Stadthauptmann in Te henstochau 319 Franz, Kurt, SS-Obersc harführer der Waflen- neurs, vom SS, Angehöriger ceınes SS-Sonderkomman- dos beim ‚‚Einsatz Reinhard‘ 302 Frauendorfer, Dr. Max(geb. 1909), Reichs- treuhänder der Arbeit, vom 1. 10. 1939 ım GG, 18. 11. 1939 bis Januar 1945 Leiter der Hauptabteilung Arbeit in der vom Regierung des GG, Leiter der„Werke des A. GT 210214 Generalgouvernements, 215 438-440 TERROR ERRRRRRNGRRUFER NR ÄRRRARRLNDRBRARRINRRI UBER Freisler, Dr. Roland(1893-1944), Staats- sekretär im Reichsjustizministerium, von 1942-1944 Präsident des faschistischen Volksgerichtshofes 264 Fritsch, Karl(geb. 1908), SS-Hauptsturm- führer, 1940-1941 Schutzhaftlagerführer im KZ Auschwitz, später im KZ Flossen- burg, Arbeitslagerführer in einer Filiale des KZ-Mittelbau, 1944 in der„‚Musel- manen-Division‘‘ 375 Frydrych, Zygmunt, Verbindungsmann zwi- schen der ZOB und der polnischen Wider- standsbewegung; von der Gestapo nach dem Aufstand ermordet 546 Frydzon, A., Vorsitzender der Jüdischen Sozialen Selbsthilfe in Sobienie-Jezior v (Distrikt Lublin) 129 Fuchs, Kriminaikommissar der Gestapo Litz- mannstadt 254 257 259 290 398 Funk, Walter(geb. 1890), Reichsminister der Wirtschaft; als Kriegsverbrecher vom Internationalen Militärgerichtshofin Nürn- berg zu lebenslänglichem Gefängnis ver- urteilt; 1957 aus der Haftanstalt Spandau entlassen 412 428 429 Gac, Luba 129 Gaik, Wladyslaw, Organisator von Aktionen zur Rettung der Kämpfer im Warschauer Getto; im Oktober 1943 von der Gestapo erschossen 525 Galke, Bruno(geb. 1905), SS-Standarten- führer, von November 1939 Verbindungs- mann des RF SS in der Haupttreuhand- stelle Ost, Leiter der Abteilung„Wirt- schaftliche Hilfe‘‘“ im Persönlichen Stab des RFSS 179 Gans, Kriminalrat in Lodsch 78 Ganzenmüller, Theodor, Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium 321 346 Gebauer, Alfred, SS-Mann bei der Gettover- waltung Lodsch 289 Gebauer, Fritz, SS-Obersturmführer, Betriebs- leiter der Deutschen Ausrüstungswerke (DAW) im Janöw-Lager in Lemberg 229 230 Gebhardt, Prof. Dr. Karl(1897-1948), SS- Gruppenführer und Brigadeführer der 588 Waffen-SS, Reichsarzt der SS und Polizei: am 2,6. 1948 auf Grund seiner verbreche- rischen ärztlichen Versuche hingerichtet 295 Gerteis, Adolf(geb. 1886), Vertreter und von April 1940 Leiter der Hauptabteilung Ost- bahn in der Regierung des GG 297 Geselle, Otto, SS-Mann bei der Gettoverwal- tung in Lodsch 288 Giedwidz, Jan, Gemeindevorsteher in Falenica 99a Giezonka, Forstangestellter aus Obrocz 568 Gildeman, Mosze(,Diadia Mischa“), Inge- nieur, Kommandeur einer jüdischen Parti- sanengruppe 576, 577 Girtzig, Hans, Schütze der Waffen-SS, Angehöriger eines SS-Sonderkommandos beim„Einsatz Reinhard‘“ 302 Glehn, Landrat in Jedrzeiow(Kreis Radom) 167 Glik, Hersz, Mitglied der Vereinigten Parti- sanenaktion im Wilnaer Getto; 1944 in einem KZ in Estland ermordet 575 Gliksztejn, Ida 167 Globke, Dr. Hans(geb. 1898), in der Nazizeit Ministerialrat im Reichsinnenministerium: an der Abfassung der Nürnberger Rassege- setze und ihrer Kommentierung maßgeb- lich beteiligt; heute Staatssekretär im Bun- deskanzleramt in Bonn 11 Globocnik, Odilo(geb. 1904), SS-Gruppen- führer und Generalleutnant der Polizei, SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin, Chef des„Einsatzes Reinhard“(Deck- bezeichnung für das Programm zur Aus- rottung der Juden in Polen), von August 1943 Höherer SS- und Polizeiführer in Triest; 1945 verschollen 19 191 213 216 229 245 295 300 301 321 401 418 421 422 450 459 460 Glück, Otto, Besitzer einer deutschen Firma in Krakau 450 Gluecks, Richard(geb. 1889), SS-Gruppen- führer und Generalleutnant der Waffen-SS, Chef der Amtsgruppe D(Konzentrations- lager) im SS-WVHA;, 1945 verschollen 208 373 377 402 424 459 PPR, ZOB Goebbels, Dr. Josef 1897-1945), propaganda-Minister 5 SS-Obersturmbannführer im KZ Mauthausen 452 Reichs- Goecke, Hermann Wilhelm(1893-1946), Reichsmarschall, Ministerpräsident, Bevoll- Göring, mächtigter für den Vierjahresplan; als Kriegsverbrecher vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg zum Tode verurteilt; beging am 1. 10. 1946 Selbst- mord im Gefängnis 9 21 37 53 54 172 246 Goeth, Leopold 1908-1946), SS- Hauptsturmführer, Leiter der Vernich- Amon tungsaktionen in den Gettos in Krakau und Täarnöw, 1943-1944 Kommandant des Judenlagers Plaszöw; am 5. 9. 1946 in Krakau als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt 454 Goldkorn, Dorka(gest. 1947 Mitglied der PPR, im Aufstand Verbindungsmann der ZOB und der polnischen Widerstands- bewegung 548 Goldsztejn, Mietek 552 Gottone, Dr. Heinrich(geb. 1912), vom 14. 3. 1940 im GG, zuerst Referent in der Hauptabteilung Innere Verwaltung im Amt des Generalgouverneurs, vom 1.10. 1940 Referent im Institut für Ostarbeit 33::56 Graushaar, stellvertretender Chef der Zivil- verwaltung beim Wehrkreisbefehlshaber in Lodsch 199 Grawitz, Prof. Dr. Ernst Robert(1899-1945), SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS, Reichsarzt, Chef des SS- Gesundheitsdienstes, Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes; April 1945 Selbstmord 404 G eifeldt, Ulrich(geb. 1896), SS-Obergrup- ler Polizei, Chef beging'ım penführer und General« des Hauptamtes beim Reichskommissar für die Festigung des deutsc hen Volkstums = 303.356 Greiser, Arthur(1897-1946 Reichsstatthalter im Warthegau, vom 28.11. 1939- SS-Obergrup- penführer, Gauleiter, präsident in Danzıg und stellvertretender Gauleiter der NSDAP in Danzig; am 9.7.1946 als Kriegsverbrecher vom Höch- sten Volksgerichtshof in Polen zum Tode verurteilt; am 14.7.in Posen vollstreckt 4354 57 5893907 2789335372369 3370 371 Grossmann, Willi, Rottwachtmeister d. Sch. d. R., Angehöriger eines SS-Sonderkom- mandos beim ‚Einsatz Reinhard‘‘ 302 Gruzalc, Lewi(Lejb), Mitglied der Partei „Bund“, Funktionär der ZOB; am 8. Mai 1943 gefallen 548 Grynszpan, Chil, Hauptmann der Volksgarde, Kommandeur eines jüdischen Partisanen- trupps im Distrikt Lublin 570 Gschliesser, Dr. Ernst, Ministerialrat, Leiter der Abteilung Arbeitseinsatz in der Haupt- abteilung Arbeit bei der Regierung des GG 48 214 Günther, Hans(geb. 1910), SS-Sturmbann- führer, 1939 Vertreter des Leiters, seit 1941 Leiter der Zentralstelle für jüdische Aus- wanderung beim Befehlshaber der Sicher- heitspolizei und des SD in Prag; am 1.2. 1944 zum RSHA, Referat IV B4(Juden- angelegenheiten), versetzt(als ständiger Vertreter Eichmanns) 377 Guhr, Stadtrat, Stellvertreter des Treuhänders für Kunstgegenstände in Kattowitz 179 Hackenholdt, Lorenz, SS-Oberscharführer, An- cehöriger eines SS-Sonderkommandos beim „Einsatz Reinhard“ 302 Hänecke, General, Wehrkreisbefehlshaber im GG 447 Haertel, Prof. Dr., Maler, Treuhänder für Kunstgegenstände in Kattowitz 179 Häusler, höherer Beamter im Amt des Reichs- statthalters im Warthegau 46] Häusler, Willi, SS-Oberscharführer, Angehöri- ger eines SS-Sonderkommandos beim „Einsatz Reinhard‘ 302 Hagen, Dr. N., Medizinalrat, Leiter des Gesundheitsamtes in der Stadt Warschau 62 Halbrajch, Benjamin, Führer in der jüdischen Widerstandsbewegung in Krakau, Mit- 589 Ah SNK RRLUNRRRARHRRFSRONRNEHARG BERKER RRRRRBNRRRURRRE ERREGER organisator der Kampfaktion im Dezember 1942; von der Gestapo ermordet 493 Haniel, deutscher Kohlekonzern 21 Hecht, Werkmeister in einem Betrieb deı HASAG 464 Heisie, Wilhelm, Inhaber der ‚‚Vereinigten Industriegaswerke“ in Eichenau bei Katto- witz 379 Henig, Firma in Oberschlesien, die Juden in Zwangsarbeit beschäftigte 224 Henschel, Emil, SS-Mann bei der Gettover- waltung in Lodsch 288 Herf, Maximilian von(geb. 1893), SS- Gruppenführer und General der Wallen- SS, Chef des SS-Personalhauptamtes 301 Hering, Gottlieb, SS-Obersturmführer, Krimi- nalinspektor, Angehöriger eines SS-Sonder kommandos beim ‚Einsatz Reinhard“ 302 Hess, Rudolf(geb. 1894), in Nürnberg als Hauptkriegsverbrecher zu lebenslänglichem Gelängnis verurteilt 9 Heufeld, Biologe 149 Heydrich, Reinhard(1904-1942), SS-Ober- gruppenführer, Chef des RSHA, Stellver- treter des Reichsprotektors in Böhmen und Mähren; im Juni 1942 von tschechischen Patrioten getötet 37 41 50-52 57 60 245 246 263 264 267 278 Heyne, Richter des Sondergerichts in Radom 134 Heyne, Karl, Inhaber der Firma Motoren- Heyne in Leipzig 282 283 Himmler, Heinrich(1900-1945), Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei, Reichs- minister des Innern, Generalbevollmächtig- ter für die Reichsverwaltung; am 23. 5. 1945 Selbstmord begangen 9 42 43 47 54 8, 297 208, Zt 295 296 303 346 u 348 349 354-358 369-371 376 382 \ 104 408 409 411-413 424 428 429 435 446 447 449 452 454 509 Hirsch, vertretender Polizeidirektor der Stadi Krakau 101 Hirszfeld, Prof. Dı Ludwik(1884-1954), bedeutender polnischer Serologe, Mitglied der Polnischen Akademie der Wissen- schaften 147 Hitler, Adolf(1889-1945) 6 8 9 10 11 14 37 42 62 65 184 439 444 477 478 496 558 559 Hoödl, Franz, SS-Unterscharführer, Angehöri- ger eines SS-Sonderkommandos beim „Kinsatz Reinhard‘ 302 Höfle, Hans, SS-I Tauptsturmführer, Stabschef des„Einsatzes Reinhard‘; 1947 vor seiner Auslieferung an Polen aus einem Inter- nierungslager in Österreich verschwunden 269 270 300 305 307 367 401 Höller, Dr. Egon(geb. 1907), 1939 Gruppen- leiter im Amte des Chefs des Distrikts Krakau, 1939-1942 Kreishauptmann von Krakau-Land, vom 5.2. 1942 Kreishaupt- mann in Lemberg, später Stadthauptmann in Lemberg 102 214 Hoesner, SS-Mann, Koch im Janöw-Lager in Lemberg 230 Höss, Rudolf(1900-1947), SS-Obersturm- führer, 1940-1943 Kommandant des KZ Auschwitz, vom 1. 12. 1943 bis Mai 1945 Chef der Gruppe D II(Konzentrations- lager) im SS-WVHA; am 29. 3. 1947 vom Höchsten Volksgerichtshof in Polen als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt und in Auschwitz hingerichtet 226 247 365 374 381 428 455 Hoöttl, Wilhelm(Walter Hagen)(geb. 1915), SS-Obersturmführer, stellvertretender Gruppenleiter im Amt VI des RSHA 381 383 Hofmann, Firma im Warschauer Getto 513 Hofjmann, Kurt, Regierungsdirektor, Leiter der Nebenstelle des Arbeitsamtes für den Jüdischen Wohnbezirk in Warschau 234 Hoffmann, Otto(geb. 1896), SS-Obergruppen- führer und General der Waflen-SS, Leiter des Rasse- und Siedlungshauptamtes (RUSHA) 264 Hoffschild, Richard, SS-Mann bei der Getto- verwaltung in Lodsch 288 Hohlfelder, Prof. Dr. med. Albert,(geb. 1903), 5S-Standartenführer, Leiter des Röntgen- Sturmbanns des RF SS; experimentierte an Menschen 278 295 DR Ss Horn, Dr., SS-Obersturmführer, Leiter der „Östindustrie‘‘(Osti), Mitarbeiter des SS- WVHA 369 418 459 460 Hummel, Dr. Herbert(1907-1944), Stellver- treter des Gouverneurs des Distrikts War- schau; im August 1944 erschlagen 226 263 297 Jakubowski, Antoni(1906-1942), polnischer Kommunist; Ende 1941 organisierte er die antifaschistische Widerstandsbewegung in Bialystok; arbeitete mit den Antifaschisten des Gettos zusammen; von der Gestapo ermordet 499 500 Jechiel(Familienname unbekannt), Mitglied der Haschomer Hazair und der ZOB, Kämpfer im Aufstand des Warschauer Gettos; am 19. 4. 1943 gefallen 518 Jirman, Fritz, SS-Hauptscharführer, Angehö- riger eines Sonderkommandos beim„Ein- satz Reinhard“; 1943 von Partısanen erschlagen 301 302 Joselewicz, Berek 1764-1809), Oberst; Orga- nisator und Kommandeur des jüdischen Kavallerie-Regiments, das um Polens Freiheit kämpfte; nach ihm benannten die jüdischen Partisanen im besetzten Polen eine ihrer Gruppen 24 572 Jüttner, Hans(geb. 1894), SS-Obergruppen- führer und General der Waffen-SS, Chef des SS-Führungshauptamtes, Adjutant des RFSS 354 Kaltenbrunner, Dr. Ernst(1903-1946), SS- Obergruppenführer, Heydrichs Nachfolger als Chef des RSHA; am 16. 10. 1946 als Kriegsverbrecher im Nürnberger Gefängnis hingerichtet 353 357 369 451 Kammler, Dr. Ing. Heinz(geb. 1901), SS- Gruppenführer und General der Waflen- SS, von 1941 Chef der Amtsgruppe C ım SS-WVHA, Konstrukteur der Abschuß- rampen für V-Raketen und der Super- Gaskammern ın Auschwitz 424 126 Kanal, Izrael(1921-1943), Mitglied deı „Akiba‘“ und deı 7OB im Warschaueı Getto: im August 1942 führte er eın Atten- li tat gegen den Kommandanten des jüc schen Ordnungsdienstes im Warschauer Getto, J. Szerynski, aus; Teilnehmer am \ufstand im Warschauer Getto; im KZ Bergen-Belsen ermordet 485 Kaplan, Joset(1913-1943), Funktionär der Haschomer Hazair, Mitglied der Leitung des Antifaschistischen Blocks im War- schauer Getto; im August 1943 von der Gestapo ermordet 477 Karell, Gestapobeamter im Getto Lodsch 290 Katzmann, Friedrich-Fritz(geb. 1906), SS- Gruppenführer und Höherer SS- und Polizeiführer, SS- und Polizeiführer im Distrikt Radom, von August 1941 SS- und Polizeiführer im Distrikt Galizien 28 297 358-361 556 Kerber, Reinhold, SS-Mann bei der Getto verwaltung in Lodsch 288 Keuck, Walter Rudolf, Oberst, Kommandeur der Schutzpolizei in Lodsch 254 Kischhofer, deutsche Firma(Straßenbau) im Distrikt Lublin 219 Klepfisz, Michal, Ingenieur, Mitglied der Partei„Bund und der ZOB; am 20. April 1943 gefallen 520 Kligerman, Rywka 129 Klopfer, Dr. Gerhard(geb. 1905), SS-Grup- penführer; in der Parteikanzlei der NSDAP tätig, später im RSHA 264 Koch, Erich(geb. 1896), Gauleiter und Ober- präsident von Östpreußen, Generalkom- missar der Ukraine; 1959 als Kriegsver- brecher vom Wojewodschalftsgericht in Warschau zum Tode verurteilt 448 Koch, Robert(1843-1910), deutscher Arzt und Bakteriologe, Entdecker der Bakterien des Milzbrandes, der Tuberkulose und deı Cholera 149 Koe, Kommandeur der Sic herheitspolizei und des SD in Radom 371 Konrad, Franz(1906-1951), SS-Obersturm führer, Leiter der Werterlassung im Warschauer Getto; im Juli 1951 als Kriegs verbrecher vom Wojewodschaftsgericht ın Warschau zum Tode verurteilt und hin- gerichtet 352 412 591 TRIER GAREN RNRFANN RAN AIRES une rn wege BER koppe, Wilhelm(geb. 1896), SS-Obergrup- penführer und General der Waflen-SS und der Polizei, Höherer SS- und Polizeiführer im Warthegau, von November 1943 im GG 43 44 48 461 korczak, Dr. Janusz(Goldszmit, Henryk) (1878-1942), Schriftsteller, Pädagoge, Arzt; im August 1942 im Vernichtungslager l'reblinka ermordet 313 314 korherr, Dr. Richard(geb. 1903), Inspekteur für Statistik beim RF SS 348 Kraut, A., SS-Obersturmführer, Sachver- ständiger der Haupttreuhandstelle Ost in Lodsch 179 180 189 190 Arist, Dr., SS-Sturmbannführer, Inspekteur des Gesundheitswesens 279 Aritzinger, Ministerialdirektor in der Reichs- kanzlei 264 Kroschel, Verwaltungsführer des SS- und Polizeiführers im Distrikt Radom 419 Krosigk-Schwerin, Lutz von(geb. 1887), Reichsfinanzminister; im April 1949 in Nürnberg als Kriegsverbrecher zu 10 Jah- ren Gefängnis verurteilt; 1951 freigelassen 429 Krüger, Friedrich-Wilhelm(1894-1945), SS- Obergruppenführer, General der Waffen- SS und der Polizei, vom 3. 11. 1939 bis November 1943 Höherer SS- und Polizei- führer im GG(Krakau), von 1942 Staats- sekretär für das Sicherheitswesen im GG AaAO SE 52 57 588 60.164.908 208 245 297 298 303 321 342 344 349 358 359 408 412 416 446 447 450 459-461 509 512 528 534 536 538 556 Krupp von Bohlen und Halbach, Alfried(geb. 1907), am 11.4. 1945 zu 12 Jahren Gefäng- nis verurteilt; am 4. 2. 1951 freigelassen 21 455 Kryszon, Gestapobeamter im Getto Lodsch 920 Kudasiewicz, Juljan, Besitzer einer Firma in Krakau 417 Kudlatschek, Deutscher, Mitglied der geheimen antifaschistischen Organisation in Bialystok 502 Küchler, Georg von(geb. 1881), General- feldmarschall, Oberkommandierender der XVIII. Armee; 1948 im OKW-Prozeß als Kriegsverbrecher zu 20 Jahren Haft ver- urteilt; 1953 entlassen 88 künpost, E., Besitzer einer deutschen Firma (Kistenwerk) in Krakau 450 kujawa, Franciszek, polnischer Kommunist, Mitglied der geheimen antifaschistischen Organisation in Bialystok(1942-1944) 500 Ku dt, Ernst(geb. 1897), zuerst Kreishaupt- mann in Tarnow, später Unterstaats- sekretär und Leiter der Hauptabteilung Inere Verwaltung im Amt des General- gouverneurs, von August 1941 Gouverneur des Distrikts Radom 186 318 Ruryla-Sawicki, Antoni, polnischer Bauer aus der Umgegend von Bialystok; 1942-1944 half er Juden und Partisanen 501 Lack, tätig in der Abteilung Wirtschaft im Amt des Chefs des Distrikts Lublin 126 Lahousen, Erwin von(geb. 1897), General, Leiter der Abteilung Il in der Abwehr 41 Lammers, Hans(geb. 1879), SS-Obergruppen- führer, Chef der Reichskanzlei; im April 1949 als Kriegsverbrecher zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt; 1951 freigelassen 296 514 Landfried, Unterstaatssekretär im Reichs- ministerium für Ernährung und Wirtschaft 41 Lange, vom 8. 12. 1941 bis März 1942 Kom- mandant des Vernichtungslagers Chelmno (Kulmhof), später eine Zeit lang stellver- tretender Leiter 393 396 Lange, Dr., SS-Sturmbannführer; Komman- deur der Sicherheitspolizei und des SD für den Generalbezirk Lettland, Vertreter des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD für das Reichskommissariat Ost- land; soll im Juli 1949 der deutschen Gerichtsbarkeit in der britischen Zone zur Aburteilung übergeben worden sein, ist aber später aus der Haft geflohen 264 Langenmayer, Richter des Sondergerichts in Radom 134 135 Lasch, Dr. Karl(geb. 1904 Distrikts Radom, von August 1941 Gouver- Distrikts Galizien; Juni 1942 Selbstmord 46 58 Leibbrandt, Dr. Georg, Reichsamtsleiter deı ‚ Gouverneur des neur des beging ım politischen Äbteilungim Reichsministerium für die besetzten OÖstgebiete: im Mai 1949 aus der alliierten Internierung entlassen 263 Lejkin, Jakub, stellvertretender Kommandant des jüdischen Ordnungsdienstes im War- schauer Getto 307 332 487 497 Lent, Hersz, Mitglied der Partei Linke Poale Zion und der ZOB; am 2. Mai 1943 ge- fallen 546 Lent, Szanan, Sohn des Hersz, Mitglied der kommunistischen Kampforganisation deı Jugend; beim Aufstand im Warschauer Getto gefallen 547 Lerch, SS-Hauptsturmführer; tätig im Stab des SS- und Polizeiführers im Distrikt Lublin 245 Lewandowski, Prof. Jerzy, Major der Heimat- armee(AK 528 Lewartowski, Jözef(1896-1942), Mitglied des ZK der KPP, Bevollmächtigter des ZK der PPR Anti- faschistischen Blocks im Warschauer Getto; und Organisator des im September 1942 von der Gestapo er- mordet 477 480 Lewin, Abram(1893 eines Tagebuches aus dem Warschauer Treblinka 1942), Pädagoge, Autor Vernichtungslager 157 315 Getto; im umgekommen Libert, jüdischer Lagerleiter ım Arbeitslageı Ossowa(Distrikt Lublin) 250 Lichtenbaum, Marek, Ingenieur, stellvertreten- der Obmann des Judenrates im Warschaueı August 1942 im April 1943 von den Nazis Getto, von Obmann dieses Judenrates; 18 Joset, Funktionär, istischen Gruppen im Getto von Bialystok; im August 1943 während der bewaffneten Kämpfe gefallen 500 Lindner, Architekt ın Petrikau 74 ermordet Lichtenzstejn, langjähriger kommu- nistischer Organisator der ersten antifasch Lörner, Georg(geb. 1899), SS-Gruppenführer Waffen-SS, Chef deı Amtsgruppe B im SS-WVHA 373 459 Loesch, Miteigentümer der Firma ‚‚Baumer und Loesch‘‘ 219 Lohse, Heinrich(geb. 1898), Gauleiter, Reichs- kommissar des und General der „Ostlandes“; im Januar 1948 in Bielefeld als Kriegsverbrecher zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt; 1951 frei- gelassen; heute Pensionsempfänger in deı 262 Bundesrepublik m ‚orek, Feliks, polnischer Kommunist, 1942 bis 1944 Führer von polnischen Gruppen deı geheimen antifaschistischen Organisation in Bialystok und Organisator von Hilis- aktionen für das Getto 500 Luchterhandt, Otto, stellvertretender Leiter der Gettoverwaltung in Lodsch 396 Luther, Martin(1896-1945), Unterstaats- 264 Leczycki, Franciszek, polnischer kommunisti- sekretär im Auswärtigen Amt scher Funktionär, Organisator der Hilfs- aktion für das kämpfende Getto seitens der BER? 523 Madritsch, Julius, Besitzer einer deutschen Firma in Krakau 450 Mätzige, Willy, SS-Unterscharführer, Ange- höriger eines SS-Sonderkommandos beim 302 Mahler, Psachja, Kommunist, Kommandeur „Einsatz Reinhard“ einer Kampfgruppe im Bialystoker Getto; gefallen 561 Makowski, Partisan der GL; im September 1943 gefallen: 570 Malarewiez, Lila(1910 Mitglied der Vereinigten Antifaschistischen im Getto Bialystok, Teil- 1943), Kommunistin, Organisation nehmer am bewaffneten Widerstand im Getto(August 1943) 564 Mangiel, H., Gestapoagent im Warschauer Getto: im Februar 1943 als Verräter laut Befehl der ZOB erschossen 503 Margules, Fajga 129 Martin, Dr. Benno(geb. 1893), SS-Ober- gruppenführer und General der Waffen-SS, einer der Redakteure des ‚Stürmer‘ 358 Martıinı, Epidemiologe 149 593 RR IRRE KAIRO BBIHRIASEN RI VE EESEECHERES et Marynowski, Jerzy, Besitzer einer Straßenbau- Firma im Distrikt Lublin 219 Maurer, Gerhard(geb, 1907), SS-Obersturm- bannführer, Leiter der Gruppe D II im SS-WVHA 455 Mawult, Jan 235 Mendelson, Hela(1908-1943), Kommunistin, Mitglied der Leitung der Vereinigten Anti- faschistischen Organisation im Getto Bialy- stok, Teilnehmerin am bewaffneten Wider- stand im Getto(August 1943) 564 Merin, Moses, Leiter der AÄltestenräte der jüdischen Kultusgemeinden in Ost-Ober- schlesien 232 Meyer, Dr. Alfred(geb. 1891), Gauleiter, Staatssekretär im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete 263 268 Meyer, Kurt(geb. 1910), Generalmajor der Waffen-SS, Kommandeur der ‚„SS-Panzer- division Hitlerjugend“; 1945 zum Tode verurteilt; 1954 entlassen; heute in West- deutschland führend in den SS-Traditions- verbänden tätig 12 Michlewiez, Chaja(geb. 1938) 443 Mietek siehe Goldztejn, Mietek Milman, Chaja Sura, jüdische Schneiderin aus Radom 92 Mire, Gola, langjährige kommunistische Funktionärin, Führerin der Widerstands- bewegung im Krakauer Getto; 1943 von der Gestapo umgebracht 492 „„Milodek‘‘, Eugeniusz, Angehöriger der AK; im April 1943 gefallen 527 Moczar, Mieczyslaw(‚Anton‘), polnischer Kommunist, Leiter des Lubliner Wehr- kreises der GL 572 Mohns, Otto(geb. 1895), 1940 stellvertreten- der Leiter der Abteilung Umsiedlung im Amt des Gouverneurs des Distrikts War- schau, vom 1. 10. 1941 Landkommissar in Radzymin(Distrikt Warschau) 61 62 Moldenhauer, Dr., Leiter des Ernährungs- und Wirtschaftsamts in Lodsch 181 Morawski 272 Morgensztern, Jochanan, Führer einer Organi- sation der linken Zionisten, Schatzmeister der ZOB; im Mai 1943 im Gettoaufstand gefallen 487 594 Moser, Dr., Oberregierungsrat, Regierungs- vizepräsident in Lodsch 78 190 254 Moszkowiez, jüdischer Lagerleiter im Arbeits- lager Ossowa(Distrikt Lublin) 250 Moszkowicz, Daniel(1905-1943), Kommu- nist, Organisator der Vereinigten Anti- faschistischen Organisation im Getto Bialy- stok, Kommandant des bewaffneten Wider- standes im Getto(August 1943) 558 560 Müller, Heinrich(geb. 1900), SS-Gruppen- führer und Generalleutnant der Polizei, Chef des Amtes IV im RSHA; am 29.4. 1945 in Berlin verschwunden 264 346 Müller, Karl Heinz, Besitzer einer deutschen Firma 331 Münzberger, Gustav, SS-Rottenführer, Ange- höriger eines SS-Sonderkommandos beim „Einsatz Reinhard‘ 302 Mulak, Karol 272 Murr, Ingenieur der Buna-Werke in Ausch- witz 248 Nemez, Stabsführer im Amt des SS- und Polizeiführers im Distrikt Lublin 269 Neuding, Jerzy, Ingenieur, aktiver Kämpfer deslinken Flügels der PPS im Warschauer Getto; im April 1942 von der Gestapo erschossen 482 Neumann, Ernst, Staatssekretär; tätig im Amt des Bevollmächtigten für den Vierjahres- plan 41 264 267 Neumann, Helene(1876-1941), Jüdin, aus Frankfurt/M. nach Lodsch deportiert 260 Niemann, Johann, SS-Hauptscharführer, An- gehöriger eines SS-Sonderkommandos beim „Einsatz Reinhard‘ 302 Niesmialek, Wladyslaw, polnischer Kommu- nist, Mitglied der geheimen antifaschisti- schen Organisation in Bialystok; 1942 bis 1943 unterhielt er Verbindungen mit dem Getto 500 Nitsche, Dr., Oberregierungsrat, Leiter der Abteilung Arbeit beim Gouverneur des Distrikts Galizien 228 Nowodworski, Dawid(1916-1943), Funktionär der Haschomer Hazair, Leiter einer Kampf- gruppe der ZOB im Aufstand des War- schauer Gettos 315 547 Oberhauser, Josel, SS Hauptscharführer,\ngı höriger eines SS-Sonderkommandos beim „Einsatz Reinhard‘ 302 Oberländer, Dr. Theodor(geb. 1905 Mitglied der NSDAP und führer der SA, führender Oste xperte, seit 1933 Hauptsturm 1939 deutscher Osten“ Reichsführer des ‚Bunde in Krakau; im Juni 1941 beim Einmarsch der deutschen[rupp« n ın Lwow an Jude n pogromen beteiligt heute Vertriebenen minister in der Bundesrepublik so). urlaubt) und Mitglied der CDL Il Orlean, Fred, Ge tapoagent ım Warschaueı Getto; von den Aufständischen am 6. Maı 1943 erschossen 53 Orlow, Iwan(,„Wania‘ Mitglied des ow]jetischer Olhzier, Äntifaschistischen Komitees in Bialystok(1942-1944 O1 Oschmann, deutsche Firma im Warschaueı Getto 315 owjetischer Ollizier Osetyniec(Pseudonym 1943-1944 Führer einer Partisanenabtei lung im Distrikt Lublın)/2 Oswald, Alfon Regierungsrat von 1939 vom 1.11 \bteilung Kreishauptmann in Debica 1944 kommı Verwaltung im Amt des Radom 298 arischer L,eiter deı Innere Gouveı neurs des Distrikt Paersch. Dr. Fritz(geb. 1893), Reichsbanl direktor a.D., Leiter deı Bankaufsicht telle im GG, lumissıon Bankdirigent deı bank in Krakau; heute Vizepräsident deı Landeszentralbank von Hessen ın ran! furt/M 114 Pajkus, Josel 129 Paszitejn, Sala 123 Patzer, höherer Beamter ım Reichstinanz ministerium#2/ Perle, Jehoszua(1888 1943 jüdischer Schrift steller; im KZ Auschwits ermordet 313 Pieczorski, Aleksander(geb. 1920 russischer Jude, Offizier der Sowjelarmee, später Kriegsgelangener, Organısator und Führer de Aufruhrs im Vernic htung lage I Sobibör (Oktober 1943 ‚65 Pinkus, Kartin(Piotr iche Szmidt, Andrzej Plater, Emilia 24 572 STNEINONRTAAMRREERNNANRANNROTNN 'odkanski Podl; lEunde Jözel, Schallneı \pril Sc hos sen 26 Pohl, SS-Obersturmlührer, März ‚ Mitglied der GI 1943 von der Gestapo cı \pril 1942 Leiter der Judendeportation im Distrikt Lublin 269 276 Pohl, Oswald(1892-1951), SS-Obergruppen Wallen-SS, 1942 SS-WVHA; 1947 als Kriegsverbrecher verurteilt und erst 1951 führer und General deı bis 1945 Chef des ın Landsberg hingerichtet 68 346 349 369 370 402 404 08 409 412 413 124 426 427 429 446 452 459 460 Probst, Hermann \mt des Wohnbezirk in Warschau 234 Pszenny, Jösel, Hauptmann der AK, Leiteı (geb. 1909), Beamter im Kommissars[ür den jüdischen einer bewallneten Solidaritätsaktion beim \ulstand im Warschauer Getto 26 Puhl, Emil(geb. 1889), in der Nazizeit Vize präsident der Reichsbank; heute im Vor stand deı Hamburger Kreditbank AG und mehrlaches Aufsichtsratsmitglied 428 Rademacher, Yranz, Relerent für Juden angelegenheiten im Auswärtigen Amt 5/ Radomski, Mojsze(geb. 1922 162 Radziejewska, Lidia, Gestapoagentin im War 1943 als Veı ZOB erschossen chauer Getto; im Februar räterin laut Befehl deı 03 1888 Major 2,3), Ragger, Referent in der Johann(geb Hauptabteilung Innere Verwaltung im Amt des Generalgouveı neurs(Judendeportationen) 269 Mosch« des‘‘)(1135-1204), Rationalist, der bedeu Rambam ben Majmun(„Majmonı tendste jüdische Philosoph im Mittelalter 189 Rath, Ernst vom(erm 1938 deutscher Botschaltsattache in Paris 10 Rauschning, Hermann(geb. 1887), 1933/83 Senatspräsident des Freistaats Danzig wandelte sich vom Anhlinger zum Gegneı Hitlers 6 Reichel, S5S-Sturmführer Polizeiolfizier ın l,odsch 172 Te RINÄRKINRRRBRRINUNNIRRUAINEIAATENN ARRANGIERT UN Reichleitner, Franz, SS-Sturmscharführer, Polizeihauptmann, Kriminalsekretär, La- gerleiter, Angehöriger eines SS-Sonder- kommandos beim„Einsatz Reinhard‘ 301 302 Remischak, Johann, Polizeihauptmann aus Radzyn 568 Reuter, Fritz(geb. 1896), 1941 Referent im Amt des Gouverneurs des Distrikts Lublin, Abteilung Bevölkerungswesen und Für- sorge; 1942 bei Judendeportationen im Distrikt Lublin mitgewirkt 269 270 Ribbe, FriedrichWilhelm(1902-1949), 1940 bis 1943 Stellvertreter des Chefs der Getto- verwaltung in Lodsch 187 401 Richter, Gestapobeamter im Getto Lodsch 290 Ringelblum, Dr. Emanuel(1900-1944), Histo- riker, Funktionär der Linken Poale Zion, Mitglied der Leitung des Antifaschistischen Blocks im Warschauer Getto, Gründer und Leiter des illegalen Gettoarchivs, Autor eines Tagebuches aus der Okkupationszeit; im März 1944 von der Gestapo ermordet 316 484 Ritter, Dr. Heinz(geb. 1905), Oberregierungs- rat, 1939-1943 Kreishauptmann von Opatöw-Land 94 127 Rodeck, Albert(geb. 1903), 1941-1943 Refe- rent im Amt des Kommissars für den Jüdischen Wohnbezirk in Warschau, vom 1.4. 1943 Leiter des Präsidialbüros des Distrikts Warschau 234 Röhm, Ernst(1887-1934), Stabschef der SA 9 Roerich, SS-Mann im Janöw-Lager in Lem- berg 230 Roese, Oberstleutnant und Stellvertretender Kommandeur der Schutzpolizei im Di- strikt Lodsch 254 Rosenberg, Alfred(1893-1946), 1933-1945 Reichsleiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP, 1941-1945 Reichsminister für die besetzten Ostgebiete; am 16. 10. 1946 als Kriegsverbrecher hingerichtet 8 252 Rozenberg, Dwojra 129 Rozenfeld, Michat(1916-1943), Funktionär der PPR im Warschauer Getto, Mitglied 596 der Leitung der ZOB, einer der Führer im Aufstand des Warschauer Gettos; in Parti- sanenkämpfen in der Gegend von War- schau gefallen 487 Rözycki, Stanislaw 152 Rubinsztejn, Buba, Verbindungsmann der Vereinigten Antifaschistischen Organisa- tion im Getto Bialystok mit der ‚arischen Seite‘; 1944 von den Nazis ermordet 502 Rüdiger, Chef der Zivilverwaltung beim Wehr- kreisbefehlshaber in Tschenstochau 166 Rumkowski, Chaim Mordechaj(1877-1944), 1940-1944 der Älteste der Juden im Getto Lodsch 83 85 339 Rupprecht, Kreishauptmann von Warschau- Land II 95 Rzepa, Alois, SS-Oberscharführer, Kassen- leiter im Stab„Einsatz Reinhard“ in Lublin 422 Sachar, sowjetischer Offizier, Mitglied der geheimen antifaschistischen Organisation in Bialystok(1942-1944) 501 Sagan, Szachno(1892-1942), Führer der Linken Poale Zion, Mitglied der Leitung des Antifaschistischen Blocks im War- schauer Getto; im August 1942 im Ver- nichtungslager Treblinka ermordet 477 480 Sammern-Frankenegg, Ferdinand von(1897 bis 1944), Rechtsanwalt, SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei, 1942--April 1943 SS- und Polizeiführer im Distrikt Warschau; am 23.4.1943 zum Polizei- Gebietsführer in Essege(Jugoslawien) er- nannt; am 20.9. 1944 von Partisanen er- schlagen 352 404 408 410 412 416 449 450 555 Sauckel, Fritz(1894-1946), Gauleiter, Gene- ralbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz; im Stab des RF SS tätig; am 16. 10. 1946 als Kriegsverbrecher in Nürnberg hinge- richtet 439 444 445 Schaar, Kreishauptmann von Sanok 209 Schade, Deutscher, Mitglied des Antifaschisti- schen Komitees in Bialystok(1942-1944); arbeitete mit der Widerstandsbewegung im Getto und den russischen Partisanen zu- sammen 501 Schäfer, Johannes(geb. 1903), SS-Brigade- führer, Polizeipräsident in Lodsch 81 82 Schallinger, deutsche Firma in Krakau 438 Schellin, 1892), SS-Obersturm- bannführer; im SS-WVHA tätig; Verwal- tungsleiter im Amt des Höheren SS- und 459 SS-Oberführer, bis August 1941 Standortkommandant in später SS- und Polizeiführer im Krakau; 1944 im SS-Personal- 298 448 450 453 Schiffer, Oberbürgermeister von Lodsch 83 Schiffner, Karl, SS-Sturmmann, Angehöriger Erich(geb. Polizeiführers in Krakau Scherner, Julian(geb. 1895), Prag, Distrikt hauptamt tätig eines SS-Sonderkommandos beim ‚‚Einsatz Reinhard‘ 302 Schindke, Hugo, SS-Mann bei der Gettover- waltung Lodsch 288 Schindler, Generalleutnant, Rüstungsinspek- teurim GG 439 451 Schirach, Baldur von(geb. 1907), 1930-1940 Reichsjugendführer der NSDAP, 1940 bis 1945 Gauleiter und Reichsstatthalter von Wien; am 1. 10. 1946 als Kriegsverbrecher zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt 62 Schlippe, SS-Mann im Janöw-Lager in Lem- berg 230 Schmelt, Albrecht(geb. 1899), SS-Brigade- führer, bis Herbst 1940 Sonderbeauftragter des RF SS für fremdvölkischen Arbeits- einsatz in Krakau und später in Ober- schlesien; später im RSHA tätig 224 226 232 Schmer, Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Lublin 100 Schmidt, Gestapobeamter im Getto Lodsch 290 Schmidt, Sekretär des Gouverneurs des Di- strikts Lublin 123 Schmidt, Dr., tätig im Amt des Höheren SS- und Polizeiführers im Warthegau 396 Schmidt(Schmid), Stadthauptmann von Kra- ka 276.77: 213 Schmidt, Waldemar, Besitzer einer deutschen Firma in Warschau 331 38 Getto Schneider, Hugo, Eigentümer des Konzerns Hugo Schneider A. G.- HASAG(Zentrale in Leipzig, Filialen in Skarzysko-Kamienna 420 463 Schnur, Mauritius, SS-Oberscharführer, Ange- und Tschenstochau) höriger eines SS-Sonderkommandos beim „Einsatz Reinhard‘ 301 302 Schön, 1904), 1940-1941 Leiter der Abteilung Umsiedlung, später Waldemar(geb. Leiter der Abteilung Innere Verwaltung Gouverneurs des Distrikts Warschau 86 95 108 Schöngarth, Dr. Eberhard Karl Georg(geb. 1903), SS-Brigadeführer, 1941-1943 Be- fehlshaber der Sicherheitspolizei und des SDim GG 192 264 349 Schröder, Gerhard(geb. 1910), in der Nazizeit SA-Mann und Mitglied der NSDAP, heute Bundesinnenminister in Bonn 11 im Amt des Schuh, Richard, SS-Rottenführer, Angehöriger eines SS-Sonderkommandos beim ‚‚Einsatz Reinhard‘ 302 Schultz, Fritz, Miteigentümer der deutschen Firma ‚‚Schultz und Többens“ in Warschau 316 330 449 513 518 554 Schwafert, Polizeileiter in Petrikau 74 Schwarz, Albert, SS-Hauptsturmführer, Kom- mandant des Lagers Auschwitz III(Außen- lager) 248 249 365 455 Schwarz, Gottfried, SS-Hauptscharführer, An- gehöriger eines SS-Sonderkommandos beim „Einsatz Reinhard‘‘ 302 Schwendovius, Stadtkommissar in Bialystok 448 Schwind, Heinrich, SS-Mann bei der Getto- verwaltung Lodsch 288 400 Seemann, Dr. Friedrich(geb. 1906), Rechts- anwalt, Leiter des Präsidialbüros im Amt des Gouverneurs des Distrikts Warschau, vom 1.4. 1942 Kreishauptmann Siedlce- Land. 183 Seidel, Kurt, Rottwachtmeister der Schupo d. R., Angehöriger eines SS-Sonderkom- mandos beim„Einsatz Reinhard‘‘ 302 Seidel, Robert, SS-Mann bei der Gettover- waltung Lodsch 288 ‚Seidler, SS-Obersturmführer im KZ Auschwitz 248 249 597 TREE BBRARHERRERREDERTRERARBN RER BIRASARAR NHERBRRIRBUTDIRRSC IBAN DEREN ST ZELLE DEE EAST BEITER FEPIZ EERHETTZT TE zueBs Seifert, Franz, SS-Mann bei der Gettoverwal- tung Lodsch 289 Seksztajn, Gela, jüdische Malerin; in Treb- linka ermordet 25 Selechower, Natan, Häftling in Majdanek, Auschwitz, Jawiszowice(Filiale des KZ Auschwitz) 202 456 Seyß-Inquart. Dr. Artur(1892-1946), SS- Obergruppenführer, 1938-1939 Reichs- statthalter der„Ostmark‘“, 1939 stellver- tretender Generalgouverneur, 1940-1945 Reichskommissar für die besetzten nieder- ländischen Gebiete; am 16. 10. 1946 als Kriegsverbrecher laut Urteil im Nürn- berger Prozeß hingerichtet 50 52 Siebert, Dr. Friedrich Walter Wilhelm(geb. 1903), SS-Oberführer, Ministerialrat, von November 1939 bis August 1940 und von Februar 1942 bis Oktober 1942 Leiter der Abteilung Innere Verwaltung im Amt des Generalgouverneurs 70 269 Siegfried, Dr. Josef(geb. 1898), Mitglied des Judenrates in Lublin, Vorsitzender des jüdischen Hilfskomitees(Jüdische Soziale Selbsthilfe) für den Kreis Lublin-Land 120 Siwka, jüdischer Ordnungsdienstmann im Warschauer Getto 250 Skosowski, Leon, Gestapoagentim Warschauer Getto; Ende 1943 als Verräter laut Befehl der ZOB getötet 503 Skrypij, Stanislaw, Ingenieur, Kommandeur der GL in Warschau während des Getto- aufstandes; im Juli 1943 von der Gestapo erschossen 523 Speer, Albert(geb. 1905), 1942-1945 Reichs- minister für Bewaffnung und Kriegs- produktion; am 1.10.1946 als Kriegs- verbrecher zu 20 Jahren Gefängnis ver- urteilt 370 439 Sporrenberg, Jakob(1902-1950), SS-Gruppen- führer, 1943-1944 SS- und Polizeiführer im. Distrikt Lublin; am 22.9.1950 als Kriegsverbrecher hingerichtet 367 Stabenow, Mitinhaber der deutschen Firma „lesch und Stabenow“ in Hamburg 376 Stalin, J. W.(1879-1953) 552 Stangl, Franz, SS-Oberscharführer, Lager- 598 leiter, Oberleutnant der Polizei, Ange- höriger eines SS-Sonderkommandos im „Einsatz Reinhard‘ 301 302 Stanglica, Dr. Franz, SS-Sturmmann, Ange- höriger eines SS-Sonderkommandos beim „Einsatz Reinhard‘ 301 Stenhel, Henryk(,‚Gustaw‘“), polnischer Arzt, Kommunist, 1936 Kämpfer der Inter- nationalen Brigaden in Spanien; Führer einer Kampfgruppe der GL, die am 23.4.1943 dem kämpfenden Getto zur Hilfe kam; 1943 in Partisanenkämpfen gefallen 529 Sternhagel, Major, bei der Vernichtung des Warschauer Gettos mitgewirkt 511 Streckenbach, Bruno(geb. 1902), SS-Gruppen- führer und General der Polizei und der Waffen-SS, Befehlshaber der Sicherheits- polizei und des SD im GG, Chef der Ab- teilung Iim RSHA 58 Streicher, Julius(1885-1946), Gründer und Herausgeber des antisemitischen Wochen- blattes„Der Stürmer‘‘(1923-1945), Gau- leiter von Franken; am 16. 10. 1946 als Kriegsverbrecher hingerichtet 5 Stromberg, Gestapobeamter im Getto Lodsch 290 Stroop, Jürgen(1895-1951), SS-Gruppen- führer und Generalleutnant der Waffen-SS und der Polizei, 1943 SS-und Polizeiführer im Distrikt Warschau, später Führer des Oberabschnitts Rhein-Westmark und Hö- herer SS-und Polizeiführer; am 23. 7. 1951 als Kriegsverbrecher laut Urteil des Woje- wodschaftsgerichts in Warschau hinge- richtet 28 323 453 509-513 528 531 53325354 937053905438 955 Stuckart, Dr. Wilhelm(1902-1953), 1932 Leiter der Lügenabwehrstelle der NSDAP im Gau Pommern, 1935-1945 Staats- sekretär im Reichs- und preußischen Innen- ministerium, Staatsrat; 1944 im RSHA tätig; 1949 in Nürnberg verurteilt, bald darauf nach Westdeutschland entlassen; später Mitglied im Landesvorstand des BHE, zuletzt Geschäftsführer des ‚‚Instituts zur Förderung der niedersächsischen Wirt- schaft‘ 41 564 Szachno siehe Fajngold, Szachno Szajewicz, Irena, Häftling des Janöw-Lagers in Lemberg 229 Szaniawska, M., Firma im Warschauer Getto 331 Szerynski, Jözef, Kommandant des jüdischen Ordnungsdienstes im Warschauer Getto; als Verräter von der ZOB zum Tode ver- urteilt; im Januar 1943 Selbstmord be- gangen 485 Szmerling, Offizier des jüdischen Ordnungs- dienstes im Warschauer Getto; als Verräter von der ZOB zum Tode verurteilt und getötet 332 518 Szmidt, Andrzej(Kartin Pinkus)(1912-1942), Funktionär der PPR, 1936 Hauptmann der Internationalen Brigaden in Spanien, Organisator einer Kampfgruppe der GL im Warschauer Getto; im Mai 1942 von der Gestapo ermordet 477 481 ® Sztajnhauz, ehemaliger Inhaber eines Betriebes in Lemberg(Janowska-Straße), auf dessen Gelände von den Nazis ein jüdisches Ar- beitslager(das sog. Janöw-Lager) geschaf- fen wurde 229 Szwendziniewicz, A., Besitzer einer jüdischen Spinnstoffwarenfabrik in Lodsch 172 Taubert, Dr. Eberhard, in der Nazizeit im Reichspropagandaministerium tätig ge- wesen; heute Leiter des politischen Referats im Amt für die psychologische Kriegs- führung in der Bundesrepublik 11 Tejtelbaum, Niuta, Mitglied der PPR; orga- nisierte den Widerstand unter der Getto- jugend; im September 1943 von der Gestapo ermordet 491 Tenenbaum, Mordechaj(‚„,Tamaroff“)(1916bis 1943), Funktionär der„Hechaluz“ ‚„Dror“, Mitglied der Leitung des Anti- faschistischen Blocks im Warschauer Getto; Oreranisator der Widerstandsbewegung, Leiter der Vereinigten Antifaschistischen und Organisation und Führer der Widerstands- aktionen(August 1943 im Getto Bialystok; im Kampf gefallen Tepicyn, 1%, in Warschau 331 4198 558 560 Besitzer einer deutschen Firma 38* Teschh Mitinhaber der deutschen Firma „lesch und Stabenow“ in Hamburg (Diese Firma belieferte verschiedene Kon- zentrationslager, besonders Auschwitz, mit dem Giftgas Zyklon B.) 376 Tetzner, Leiter der Abteilung Devisen im Amt des Generalgouverneurs 168 Thoms, Bankrat; tätig in der Abteilung Edel- metalle der Reichshauptbank 427 Többens, Walter Caspar, Miteigentümer der deutschen Firma ‚Schultz und Többens“ in Warschau 316 330 331 449 450 513 518#553) 554 Türk, Richard, SS-Hauptsturmführer, Refe- rent für Judenangelegenheiten, später Leiter der Abteilung Bevölkerungswesen und Fürsorge im Amt des Gouverneurs des Distrikts Lublin 271 Uebelhoer, Friedrich(geb. 1893), Regierungs- präsident des Regierungsbezirks Kalisch (Lodsch) 67 69 78 81 190 254 Vey, Kurt, Rottwachtmeister der Schupo d.R., Angehöriger eines SS-Sonderkom- mandos beim„Einsatz Reinhard“ 302 Volk, Dr., SS-Hauptsturmführer, stellvertre- tender Chef des Stabes W im SS-WVHA 369 Vorsteher, Miteigentümer der Firma ‚,Vor- steher und DBunger‘““ 435 Wächter, Dr. Karl Otto Gustav(geb. 1901), SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei, Gouverneur des Distrikts Kra- kau, vom 22.1.1942 Gouverneur des Distrikts Galizien 52 64 118 120 122 Wagner, Gustav, SS-Scharführer, Angehöriger eines SS-Sonderkommandos beim ‚Einsatz Reinhard‘ 302 Wagner, Richard(1813-1883), deutscher Komponist 8 Wagner, Dr. Richard(geb. 1902), tätig im RSHA 181 Wajntraub, Aron(,‚Arek‘), Gestapoagent im Warschauer Getto; im Februar 1943 als Verräter laut Befehl der ZOB erschossen 503 599 EL RRTRANER NEUERER IRTERARRENRANOBERRRREUSRRSUIRELLLSARON NÜRLRRNOERBERINREITORIRERSGHIGERERUNRRRNUT II SEREHRRFTE BERSETEE f; t i i fi f i g F EEIEP PET TTPR TFT er REN Walden, Gestapobeamter im Getto Lodsch 291 Walter, deutscher Kommunist, Wehrmachts- angehöriger; 1942-1943 erteilte er Juden in Biatystok Hilfe 502 Warth, Heribert von der(geb. 1904), Rechts- anwalt in Hagen/Westf., vom 16. 6. 1941 Richter des Sondergerichts in Radom, heute wieder Rechtsanwalt und Notar in Hagen/Westf. 134 Weihe, Stellvertreter des Regierungspräsiden- ten in Kalisch(Lodsch) 176 Weiss, Mitinhaber der deutschen Firma „Weiss und Bock‘‘ 438 Weiß, Heinrich, Pharmazierat in Posen 279 Weygand, Regierungsrat in Lodsch 290 Wiegand, Arpad, bis 1942 SS- und Polizei- führer im Distrikt Warschau 404 Wielikowski, Dr. Gamsej, Berater für Angele- genheiten der jüdischen Wohlfahrt beim Gouverneur des Distrikts Warschau, Mit- glied des Judenrates in Warschau, Vor- standsmitglied der Jüdischen Unterstüt- zungsstelle im GG 130 Wieser, Amtsrat in der Städtischen Pfandleih- Anstalt Berlin 427 Wilhelm II.(1859-1941) 8 Wilhelm, Friedrich, Mitglied des Reichsbank- direktoriums 428 Wilk, Jözef, Teilnehmer der Kampfaktion an der Gettomauer in Warschau; während dieser Aktion am 19. April 1943 gefallen SA Wilner, Arie(,‚Jurek‘‘), Mitglied der Hascho- mer Hazair; beim Aufstand im Warschauer Getto am 8. Mai 1943 gefallen 490 Winkler, Max, Leiter der Haupttreuhand- stelle Ost, Bürgermeister a. D. 53 54 Wippern, SS-Sturmbannführer, Mitarbeiter des SS- und Polizeiführers im Distrikt Lu- blin, Beamter des Stabs ‚‚Einsatz Reinhard“ in Lublin 401 422 Wirth, Christian(geb. 1885), Major, SS- Sturmbannführer, Kriminalrat, Angehöri- ger eines SS-Sonderkommandos beim ‚‚Ein- satz Reinhard‘; am 26. 5. 1944 während einer Dienstreise von Triest nach Fiume von Partisanen erschossen 301 302 600 Wlassow, Andrej(1901-1946), ehemaliger sowjetischer General; 1942 ging er zu den Deutschen über und organisierte eine Armee von Kollaborateuren, die u. a. zum Liquidieren von Gettos, zur Vernichtung von Juden, Polen und russischen Partisanen eingesetzt wurde; laut Urteil des sowjeti- schen Gerichts hingerichtet 565 Wiodawski, Pawel, Gestapoagent im War- schauer Getto; im Februar 1943 als Ver- räter laut Befehl der ZOB getötet 503 Wolf, Karl(geb. 1900), SS-Obergruppen- führer und General der Waffen-SS, Chef des Persönlichen Stabs des RF SS, 1933 bis 1943 Himmlers Adjutant und Verbindungs- mann zu Hitler, 1944 Höchster SS- und Polizeiführer in Italien 321 346 412 Wolkow, sowjetischer Offizier, Mitglied der geheimen antifaschistischen Organisation in Biatystok(1942-1944) 501 Woller, Henia, Häftling des KZ Plaszöw 453° Wolkowyski, Wolt, Kommunist, Mitorganisa- tor des Widerstandes im Getto Bialystok; im August 1943 gefallen 561 Worthoff, SS-Obersturmführer, Mitarbeiter des Kommandeurs der Sicherheitspolizei und des SD im Distrikt Lublin 391 Zajdenwach, Chana 129 Zänker, Hans, Wachtmeister der Schupo.d.R., Angehöriger eines SS-Sonderkommandos beim ‚Einsatz Reinhard‘ 302 Zander, Otto, SS-Mann bei der Gettoverwal- tung Lodsch 289 Zatorska, Zofia, Verbindungsmann zwischen den Gettokämpfern und der polnischen Widerstandsbewegung; 1940 von der Ge- Gestapo ermordet 483 Zeitschel, Dr. Carltheo, SS-Sturmbannführer, Legationsrat in Brüssel, später in der deutschen Botschaft in Paris 250 252 Ziegenhirt, Beamter im Amt des Gouverneurs des Distrikts Lublin 123 Ziegenmayer, Friedrich Emil(geb. 1906), Regierungsrat, vom 3. 10. 1939 bis 1944 Kreishauptmann von Lublin-Land 126 277 435 Mosze Führer Zieleniec,(1922 1943), und einer jüdischen Partisanen- gruppe ım Distrikt Warschau; im Kampf gelallen 491 Zimmermann, Samuel(„Adam Meretik‘“), Sekretär der PPR im Warschauer Getto; von der Gestapo im Mai 1942 ermordet +83 Weißrussin, antıifaschistischen Bronia, Mitglied der Organisation Zimnoch, geheimen Organisator am IN DENNRIBRUMARRRRRNRA RUN HERNNHNHN in Bialystok(1942-1944); organisierte Judenhilfe 500 zZippel, Otto, SS-Mann bei der Gettoverwal- tung Lodsch 289 xörner, Ernst(geb. 1895), Oberbürgermeister in Dresden, vom 23.9. 1939 Stadthaupt- mann in Krakau, 1940-1943 Gouverneur des Distrikts Lublin 123 185 86: 217 297 492 601 TERRAIN Dumm mm m II TUT VTERR RER EEE EEE LITE STCRLLHÄELBBERNE ORTSREGISTER 399 siche Dziköw Stary Alexandrowo Alt-Dziköw Auschwitz-Birkenau siehe zınka Baczki, Kreis Sokolöw Podlaski 333 Bakunowicz, Bezirk Bialystok 501 Baranowicze(Belorußland) 478 Belz, Kreis Hrubieszzöw 271 275 Belzec, Kreis ZamoSE 20 217 219 2227 231222697. 27.0220223217 323 3022.3762:381 391 25227558 Belzyce, Kreis Lublin 277 336 Bereza Kartuska, Kreis Radzyn 494 Bergen(-Belsen) 368 Berlin, 37. 427.507:53.. 5425877246 2537 2501 2.62172632 2.687 2977301 346. 348 354 369 375-377 398 405 408 413 424 426 427 428 459 Bedzin(Bendsburg, Oberschlesien) 23 Biala, Kreis Radzyn 217 Biala Podlaska 217 219 Bialobrzegi, Kreis ZamosE 219 419 Bialostoczka, Bezirk Bialystok 562 Bialystok(Bialystok) 20 21 23 265 448 449 490 498-504 558 560- 564 565 571 Bilgoraa 271 568 569 Birkenau siehe O$wiecim-Brzezinka Blizyn, Kreis Kielce 367 Bobrka, Kreis Lwow 345 Bobruisk(Belorußland) 496 Bochnia, Kreis Kraköw 334 335 345 Bolechöw, Kreis Stryj 562 Bolimsw, Kreis Lowicz 109 Borki Wielkie, Kreis Tarnopol 362 Borszczöw, Kreis Czortköw 345 Boryslaw, Kreis Drohobycz 345 362 Brody, Kreis Zioczöw 345 Brosznicw(Broschniow), Kreis Stryj 362 Brusy(Bruss) bei Chojnice 466 Brzeszcze, Kreis Biala-Bielsko 457 458 602 Oswiecim-Brze- 221 333 252 321 404 449 225 346 562 Brzeziny(Löwenstadt), Kreis Lödz 286 435 Brzezany 345 Buczacz, Kreis Czortköw 345 Budapest 382 Budzyn, Kreis Krasnik 368 460 Bukaczowce, Kreis Brzezany 345 Busk, Kreis Kamionka-Strumilowa 345 Busko 72 Bychawa 277 Chelm(Cholm) 215 271 343 565 567 572 Chelmno nad Nerem(Kulmhof am Ner), Kreis Kolo 20 278 279 282-285 294 311731553372, 339 535373542 4412978 558 Chodel 277 Chojnice(Konitz) 466 Cholm siehe Chelm Chrzanöw(Oberschlesien) 504 Ciechansw(Zichenau) 15 21 50 Cieszandw, Kreis ZamosE 219 271 275 Czaple, Kreis Sokolöw Podlaski 573 Czestochowa(Tschenstochau) 20 23 166 298773037 31973227 333367 221 7461 462 Czortköw 345 Dachau 402 Danzig siehe Gdansk Deblin, Kreis Pulawy 270 271 322 Deblin-Irena, Kreis Pulawy 438 Debowa Kloda, Kreis Radzyn 568 Dolhobycz6ow, Kreis Hrubieszöw 219 Dorohusk, Kreis Chelm 219 Dresden 116 Drewnica, Kreis Warszawa 235 Drohobycz 345 362 Dubienka, Kreis Hrubieszöw 271 275 Düsseldorf 254 Dwory, Kreis Biata-Bielsko 247 Dziedzice, Kreis Biala-Bielsko 376 Bun Ru BRRRBSINIRAREERRRRSNEERRNG! En ii Karat nen Dziköw Nowy(Neu-Dziköw Kreis Bilgoraj Jarocin, Kreis Krasnik 47 219 Jarostaw 38 Dz u»\lt-Dzikön Kreis Bilgoraj Jaryczöw Nowy, Kreis Lwow 345 219 220 Jawiszowice, Kreis Biala-Bielsko 455 457 458 Eichenau 379 Jaworöw, Kreis Lwow 345 Eichstädt 282 Jaworzno, Kreis Biala-Bielsko 455 Elbing siehe Elblag ‚Jezierna, Kreis Tarnopol 362 Elblag(Elbing+66 ‚Jeziorna, Kreis Warszawa 62 En 398 Jezöw, Kreis Skierniewice 63 Jedrzejow 167 Fal: 1, Kreis Warszawa 171 235 Jordandow, Kreis Nowy Targ 64 Fir Kreis Lublin 336 I6zeföw, Kreis Pulawy 219 Flossenbure 402 Framf 69 Kalisch siehe KRalisz Frar rta. M 254 560 Kalisz(Kalisch 67.109: 2883172 176 Fürstenbere 406 Kaluszyn, Kreis Minsk Mazowiecki 333 342 Kamionka, Kreis Lublin 336 Garwolin 130 235 342 Kamionka-Strumilowa 345 Gd, Danzig 15 37 43 60 465 Kainionki, Kreis Tarnopol 362 Glou Kreis Lowicz 109 Karczew, Kreis Warszawa 235 slusk, Kreis Lublin 233 Karinhall 54 Gnest iehe Gniezno Katowice(Kattowitz 179 180 224 376 Gn Gnesen 4 379 Goleszöw, Kreis Debica 455 Kattowitz siehe Katowice Grödek, Kreis Lwow 345 Katyn 539 555 Grodno 253 Kawolin, Kreis Pulawy 567 569 Gri Kreis Opatöw 130-132 235 Kazimierz, Kreis Pulawy 438 Groß-Rosen siehe Rogoznica Kepa Zawadowska, Kreis Warszawa 235 Gusen 402 Kielce 124 125 322 333 Kiernozja, Kreis Lowicz 109 Hambure 254 Kobryi(Belorußland) 494 Hannover 368 402 415 köln 253 Hermannsbad 399 Königsberg 465 Hinzert 402 Kolbiel, Kreis Minsk Mazowiecki 333 Hiluboczek, Kreis Tarnopol 362 Konitz siehe Chojnice Hohensalza siehe Inowroclaw Konskowola, Kreis Pulawy 219 343 438 Hrubieszdu 220 271 333 Kopyezyrice, Kreis Czortköw 345 Kosaki siehe Kozaki Inowro: lar Hohensalza+4 Kosöow Lacki Kossöw), Kreis Sokolöw Pod- Izbica. Kreis Krasnystaw 7] DI 3216 laski 333 343 333 943 Kossow siehe Kosöw Lacki Kozaki(Kosaki), Kreis Zloczöw 362 ‚Jablonna, Kreis Warszawa 235 Kozienice 322 Jadsw, Kreis Warszawa 190 491 Krakau siehe Kraköw 7a} torcw. Kreis Zlocz6w 362 Kraköw(Krakau) 20 38 44 48 VS) Falk ıbowice Murowane, Kreis Lublin 435 57-60 64-66 70 71 76 77 86-89 92 e i DR Pr Fandw Lubelski 100 9038 97 101 102 106 114 118-120 122 603 oe ERKKHANERN REES RARIDRIRTARNAOIERTERRROIRRSIAIRNRTIMERAKONE IRRE RIRIKORRERARBSRRBRNRBIAL 165 168 184 186 191 203» 205 214-216 224 226 262 269 271 297229972303 73217222733292333 344 345 348 363 374 417 428 438 447 448 450 451 453 461 492 493 5310 514 533 534 536 538 556 566 Krasnystaw 271 343 Krasöwka, Kreis Chelm 567 Krasnik 343 368 567 569 Kroscienko, Kreis Nowy Targ 64 Krupinskie, Kreis Sokolöw Podlaski 573 Krynica, Kreis Nowy Sacz 98 Krynki, Bezirk Biatystok 490 491 504 Kulmhof am Ner Kurowice, Kreis Zloczöw 362 Lackie, Kreis Zioczöw 362 Landstett 400 Legionowo, Kreis Warszawa 333 Leipzig 282 283 420 Lemberg siehe Lwow Lentschna siehe Leczna Lentschütz siehe Leczyca Leslau siehe Wloclawek Leczna(Lentschna), Kreis Lublin 233 Zeczyca(Lentschütz) 286 401 Lipsko-Narol, Kreis Zamosdc 219 Litzmannstadt siehe Lödz Lodsch siehe Lödz London 328 366 565 Löwenstadt siehe Brzeziny Lowitsch siehe Lowicz Lubaczow, Kreis Rawa Ruska 345 Lubartötw 276 277 572 Tublm, 157185219721 237552.62.732186 1007109 T1& 1207121 123 126 167 213 214 216-219 231 233 245 2.089, 2 227520 2972298 301 303 321 323 332 333 336 342 348 349 367-369 376 391 401 405 413 415 417 421 435 438 446 450 459 460 478 489 492 504 512 565 567-572 578 Luszawa, Kreis Lublin 336 Luta, Kreis Chelm 219 Luxemburg 253 604 210 275 342 439 509 569 siehe Chelmno nad Nerem 92 185 251 300 343 404 449 536 Naleczöow, Kreis Pulawy Natzweiler Neu-Dziköw Neu-Sandez Neuengamme Neumarkt Lwow(Lemberg) 348 358-363 366 368 460 478 504 556 Zochöw, Kreis Sokolöw Podlaski 333 Zodz(Litzmannstadt, Lodsch, Getto) 16-21 44 53 54 58 67 69 78-83 85 114 143 157 159 172 175 179-184 187-190 199 233 251 253-255 257-260 278-280 283-288 bis 292 294 311 315 337-341 348 bis 371 373 393 395 396 398402 413 415 423 435 437 441 443 444 461 462 500 Lomianki, Kreis Warszawa 315 Losice, Kreis Siedlce 133 Zowicz(Lowitsch) 63 98 109 235 Luköw, Kreis Radzyn 322 343 Zyszkowice, Kreis Lowicz 109 Majdan Tatarski, Kreis Lublin 264 Majdanek, Kreis Lublin 10 19 20 367 376 378 381 413 456 489 Maköw, Kreis Nowy Targ 64 Malkinia, Kreis Oströw Mazowiecka 82253718 Marseille 354 Mauthausen 402 451 Miechöw 217 Miedzeszyn, Kreis Warszawa 333 Mielec, Kreis Debica 269 271 275 Miedzyrzec(Podlaski), Kreis Radzyn 21903337 3437 35945679568 Milanow, Kreis Radzyn 572 Milejöw, Kreis Lublin 219 Minsk Mazowiecki 95 342. 504 Monowice, Kreis Biala-Bielsko 402 455 Moorhausen(bei Hannover) 402 552 Muszyna, Kreis Nowy Sacz 98 Moskau 367 402 siehe Dziköw Nowy siehe Nowy Sacz 402 siehe Nowy Targ 2072372287 22973337345 Lodscher ET DORRIERRRNERTURRIRESHRRRREERRRRIREHRENERNR HUREN m Niebylöw(Njebielow), Kreis Stanislawöw 362 Niederhagen 402 Niedrzwica Duia, Kreis Lublin 233 Nisko, Kreis Jaroslaw 298 Nowy Sacz(Neu-Sandez) 98 210 Nowy Targ(Neumarkt) 64 Nürnberg 26.27 55: 89: 381: 428 Obrocz, Kreis Bilgoraj 568 Ociete, Kreis Sokolöw Podlaski 573 Olkusz 357 Opatöw 72 94 127 333 344 Opoczne, Kreis Tomaszöw Mazowiecki 333 Opole(Oppeln, Niederschlesien 226 Opole, Kreis Pulawy 63 271 438 Oppeln siehe Opole(Niederschlesien Oranienburg 365 373 374 402 455 Ortel K'siazecy, Kreis Biala Podlaska 219 Ostenciny 399 Ossöwa, Kreis Chelm 219 250 Oströw, Kreis Zloczöw 362 Oströw Lubelski, Kreis Lublin 277 336 Ostrowiec Kielecki, Kreis Opatöw 127 333 Oszczöw, Kreis Hrubieszöw 219 220 Oswiecim-Brzezinka(Auschwitz- jirkenau 10 19 20 226 247 248250 295: 346 364 365 368 371 373-377 379 380 402 bis 105 407 413-415 428 455-558 478 B22 55B Otwock, Kreis Warszawa 333 Ozorköw, Kreis Leczyca 286 Pabianice, Kreis Lask 286 395 Parczew, Kreis Radzyn 343 505 172::578 Paris 250 Petrikau siehe Piotrköw Trybunalski Piaseczno, Kreis Warszawa 62 Piaski, Kreis Lublin 233 269 271 276 277 336 343 381 Piatek(Piontek), Kreis Leczyca t01 Pilica, Kreis Miechöw 333 Pin. ow, Kre iS Busko 33 3 Pinsk(Belorußland 496 Pionki, Kreis Radom 367 Piontek siehe Piatek Piotrköw Trybunalski(P« trikau) Piwniczna, Kreis Nowy 54c27 Plaszöw(beiKrakau) 368 448 450 453 460 Plazöw, Kreis Zamo$& 219 Plonsk(Bezirk Zichenau) 50 Pluhöw, Kreis Zloczöw 362 Podgörze(Stadtteil in Krakau) 451 Podhajce, Kreis Brzezany 345 Polanica siehe Polaniec Polaniec(Polanica), Kreis Opatöw 38 Poniatowa, Kreis Pulawy 367 450 512 Posen siehe Poznan Poznan(Posen) 27 37 43 44 47 48 52 257 259 278 279 369 370 396 454 Prag 258 Pruszköw, Kreis Warszawa 62 Przemysl 298 321 345 Przemyslany, Kreis Zloczöw 345 Przybylow 281 395 Pulawy 98 100 271 343 438 569 Rabka, Kreis Nowy Targ 64 Radegast siehe Radogoszcz Radogoszcz(Radegast, bei Lodsch) 253 282 Radom 20 23 46 65:%7294.2130°134 135. 160: 1067202157 2982 3037316773116 322 332 333 344 348 367 368 371 419 420 460 Radomsko 98 344 Radzymin 572 Radzyh 271 343 505 567-569 Ravensbrück 402 406 Rawa Mazowiecka, Kreis Tomaszöw Mazo- wiecki 53 Rawa Ruska 345 376 Reichshof siehe Rzeszöw Rejowiec, Kreis Chelm 271 Rembertöow 316 343 Reval 296 Riga 346 347 413 Rogöw Stacja(Bahnhof Rogöw), Kreis Skier- niewice 63 Rogoznica(Groß-Rosen) 226 402 Rohatyn, Kreis Brzezany 345 Rostow(Ukraine) 565 Roznöw, Kreis Nowy Sacz 210 215 Ruda-Opalin, Kre is Chelm 219 Rudki, Kreis Lwow 345 Ryki, Kreis Pulawy 438 Rzeszöw(Reichshof) 186 345 605 EDER RANNONTRNRERKMARSIRERIRIRERRRSRBNRNONRRON ARUEONIUENN KIRNRARRBSBRRENRIR Sachsenhausen 402 Sadowne, Kreis Sokolöw Podlaski 333 Sambor 345 Sandomierz, Kreis Opatöw 333 344 504 Sanok 209 Kreis Chelm 219 Schieratz Sawin, siehe Sieradz Sedziszow 322 Sekelow 322 Siedlce(Siedlec 133.:5316.2922„333 343 Siedlec siehe Siedlce Stiedliszcze, Kreis Chelm 219 Schieratz 2937313 Skalat, Kreis Tarnopol 345 Sıeradz Skariysko-Ramienna, Kreis Kielce 322 333 367 368 420 463 Skierniewice 63 109 Skole, Kreis Stryj 362 Slonım 478 Smolensk 234 Sobibör, Kreis Chelm 20 23 24 321 366 376 438 558 565 Sobienie-Jeziory, Kreis Garwolin 130 Sobolew, Kreis Garwolin 333 342 Sokal, Kreis Kamionka Strumilowa 345 Sokolöw Podlaski 329 343 Sosnowica(Sosnowice), Kreis Chelm 271 278 Sosnowiec(Sosnowitz, Oberschlesien) 20 224 232 504 Sosnowilz siehe Sosnowiec Stalingrad 552 Stanislau siehe Stanislawöw Stanislawöw(Stanıslau) 345 Starachowice 1357 367 Staszöw, Kreis Opatöw 333 Stettin siehe Szczecin Stoczek, Kreis Garwolin 333 Strickau siehe Stryköw Stry} 345 362 Stryköw(Strickau), Kreis Lodsch 286 Siutthof sıche Sztutowo Suchedniöw, Kreis Kielce 333 Susiec, Kreis Zamose 270 Szczawnica, Kreis Nowy Targ 64 Szczecin(Stettin 52254 Sztutowo(Stutthof) 402 465 siehe Szydlowiec Szydlowice Szydlowiece(Szydlowice), Kreis Radom 322 344 Szynkarzyzna, Kreis Sokolöw Podlaski 573 Tarnogröd, Kreis Bilgoraj 271 n Tarnopol 345 362 Zarnöw 68 298 333 345 567 h Tatary, Kreis Drohobycz Terespol, Kreis Biala Podlaska 219 W 267 348 Tluste, Kreis Stanislawöw 345 Theresienstadt Tomaschow siehe Tomaszöw Mazowiecki Tomaszöw Mazowiecki 344 371 Torun 465 (Tomaschow) 133 Trawniki, Kreis Lublin 269 270 367 368 460 512 565 Treblinka, Kreis Sokolöw Podlaski 10 20 m 23 24 138 298 304 314 315. 317 321 iM 322 325 329-333 346 353 355 366 376 381 480 488 495 496 498 502 522754377557 22558:1565 Trembowla, Kreis Tarnopol 345 Triest 421 Tschenstochau siehe Czestochowa Tyliez, Kreis Nowy Sacz 98 Zyszowce, Kreis Zamose 219 Uhnin, Kreis Radzyn 568 Ujazd, Kreis Tomaszöw Mazowiecki 344 n"ai hock Warschau siehe Wachock siehe Warszawa Warszawa(Warschau, Warschauer Getto) 16 20 22-25 27 28 61 63 86: 93 95 96 99 102 104-106 108-111 113-116 130 134 136 138-142 144 147 150-152 156-160 171 192 200 203, 215: 216 2187219 70232326 234° 235247. 1250: 25122972 80828 307-309 313-318 321-326 328 332 333 342 343 348-350 352 367 373 381 397 404 408 410 7 416 417 424 427 439 446 449 452 464 477 480-490 494-499 503-506 508-510 512 516 518 520 522 523 528. 533-540 5437 544 547 ANNIE nm Ann ng RAR NNINAARINARRNRINN RER Sl 99 34 59 05 56 70 Wloclawek(Leslau) 126 169 342 394 Wlodawa, KreisChelm 271 275 343 376 571 Wartha), Kreis Sierad 93 72 siche Warta Wolbrom, Kreis Miechöw A 333 80 282 Wolomin, Kreis Warszawa 333 Wachock), Kreis Starachowice 134 Wyryki, Kreis Chelm 6 Kreis Pulawy 71 ‚09 aklık jw, Kreis Krasnik 13 iche Winnikı ‚akopane, Kreis Nowy lTarg 64 iche Wielun amos 219 269-271 333 508 509 Kreis Hrubieszöw 19 awıerctt 170 80 282 Larzelka, Kreis Sokolöw Podlaski 73 Welungen 93 Ill 362 400 bara ‚Kreis l’arnopol 345 in 05 233 2099 2/0“boröw, Kreis T’arnopol 145 3062 v0, Kreis Warszawa je) gie 1010) 75