Zum Abwehrkampf der deutschen evangelischen Pfarrerschaft gegen Verfolgung und Bedrükung DOKUMENTE 1933-1945 VERLAG JACOB MENDELSOHN Published under authority 6870 Distriet Information Services Control Command license number US-E-134, — 959 063 w; EM Rt 16. Jar 07 155 RE RRE 20. SEP. 1974 IIRBI 18. JAN. 1975 22R01 16. Jan, 1980 07Roi RU 15, März 1089 Ba DOKUMENTE zum Abmehrkampf der Deutfchen evangelifchen Pfarrerichaft gegen Verfolgung und Bedrückung A 1933— 1945 DOKUMENTE zum Abmwehrkampf der deutfchen evangelifchen Pfarrerfchaft gegen Verfolgung und Bedrückung 1933— 1945 Für den Verband der deutichen evang. Pfarrervereine eV, verantwortlich herausgegeben von felnem Vorfitzenden Kirchenrat Fritz Klingler Nürnberg Verlag Jacob Mendelfohn, Nürnberg Was wir Kampfes, der tend für die| schlechthin,| Auch die werden müss Kampfes des Am Tage vo daß die„nat sionen die W sähe, und no man müsse, Unser Vı auf dem Bü ser Stunde ir zu geben zu ı ses und Ach „Organisator! „[rommen“ R Wenn& ; wären die K Gemeinden; | gleichzeitig s nie Zuvor, Was ha ‚Plarrerschaf . Oeffentlichk, Wie und wo Pr Zur Einführung. Was wir hier der Oeffentlichkeit vorlegen, sind Dokumente des Kampfes, den die evangelische Pfarrerschaft, weithin stellvertre- tend für die evangelische Kirche, ja für das deutsche Christentum “schlechthin, in den letzten 12 Jahren zu bestehen hatte. Auch die Geschichte dieser 12 Jahre wird einmal geschrieben werden müssen, besonders Art und Weise des weltanschaulichen Kampfes des Nationalsozialismus gegen die christlichen Kirchen. Am Tage von Potsdam hatte Hitler in feierlicher Form bekundet, daß die„nationale Regierung“ in den beiden christlichen Konfes- sionen die wichtigsten Faktoren zur Erhaltung unseres Volkstums sähe, und noch war unbeachtet geblieben das Wort von Rosenberg, man müsse„die Kirchen organisatorisch verkümmern“ lassen. Unser Volk hörte nur Potsdam. Es hörte auch nur Reden wie auf dem Bückeberg 1933:„An unseren Herrgott richten wir in die- ser Stunde in Demut die Bitte, uns auch in Zukunft seinen Segen zu geben zu unserem Werk und das tägliche Brot,“— es hörte Die- ses und Aehnliches und ahnte nichts von dem Kampfe um die „organisatorische Verkümmerung der Kirchen“, der sich hinter der „frommen“ Fassade abspielte und von dem diese Dokumente zeugen. Wenn es nur bei diesem Kampfe geblieben wäre! Schließlich wären die Kräfte des Evangeliums und die unserer evangelischen Gemeinden stark genug gewesen, diesen Kampf zu bestehen. Aber gleichzeitig stand die evangelische Pfarrerschaft in einer Flut der Diffamierung, Ehrlosmachung, Verdächtigung und Kränkung wie nie zuvor. Was haben wir dagegen getan? Die deutsche evangelische Pfarrerschaft legt in diesen Blättern eine Art Weißbuch vor. Die Oeffentlichkeit, auch unsere Gemeinden, sollen und müssen wissen, wie und wo wir standen und durch welche tiefe Not der evan- gelische Pfarrerstand hindurchgehen mußte. Das polizeiliche Sy- stem des Nationalsozialismus hatte es ja vermocht, daß solche Stel- lungnahmen über den Kreis der Tragenden kaum hinauskamen und hinauskommen konnten. Pfarrer sein und aus einem evangelischen Pfarrhaus stammen, das war so gut wie Volksgenosse zweiten Grades sein. Selbst im Kriege, ja selbst vor den Toten des Krieges machte diese Diffamie- rung nicht Halt. Bei akademischen Gedächtnisfeiern der Univer- sitäten wurden die Namen gefallener evangelischer Theologen nicht genannt, und Hermann Göring fragte geringschätzig, wo denn über- haupt die evangelische Pfarrerschaft gewesen sei in den Zeiten der vaterländischen Not des ersten Weltkrieges. Wir konnten ihm in einer umfassenden Denkschrift den Blutzoll nachweisen, den die evangelische Pfarrerschaft getragen hat. Noch 1943, als der Unter- zeichnete für einen verhafteten Amtsbruder bei einem stellvertre- tenden Gauleiter eintrat, wurde ihm gesagt:„Ich sage Ihnen wohl kein Geheimnis mehr, nach dem Krieg wird es in Deutschland keine Pfarrer mehr geben.“ Doch über Einzelnes möge man diese Blätter nachlesen! Sie zeugen nur von einem Teil des Kampfes, den wir zu bestehen hat- ten. Der Kampf war hart, und bei der verborgenen Art, in der er geführt wurde, oft nervenzerreißend. Das größte Opfer aber wurde von einer ganz anderen Seite gebracht. Diese zwölf Jahre waren die hohe Bewährungszeit der evan- gelischen Pfarrfrau. Oft hätte eine kleine Handlung, ein unschein- bares Wort genügt, um Leid und Not von dem Pfarrhaus abzuwen- den. Unsere Pfarrfrauen haben durch ihre tapfere Haltung den Pfarrherrn das Stehen und Bestehen leichter gemacht. Ohne zu klagen sahen sie ihre Männer in politische Haft, in die Konzentra- tionslager, ja in den Tod gehen. Dafür danken wir ihnen. Sie haben die Probe bestanden. Auch dadurch daß sie, wo es nur ging, die Pflichten des Amtes in Hausbesuchen, Unterricht und Lesegot- tesdiensten erfüllten. Wir vergessen vor allem nicht die Frau un- seres rheinischen Amtsbruders Paul Schneider aus Dickenschied, der im Konzentrationslager Buchenwald um seines Bekenntnisses zu Christus willen buchstäblich zu Tode geprügelt wurde, Daß wir in allem diesem von einem„Wir“ sprechen konnten und sprechen können, ist der große Gewinn dieses Kampfes der zwölf Jahre. In einer kaum bei einem anderen Stand so zu finden- den Geschlossenheit stand die evangelische Pfarrerschaft zusam- men, geeint in dem Reichsbund der deutschen evangelischen Pfar- rervereine, bis auf ein kleines Häuflein, das kirchliches Geschehen politischer Gewalt unterstellen wollte. Es ist der tiefste Gewinn die- ser zwölf Jahre, daß über alle Grenzlinien und Gräben recht ver- schiedener Einstellung zum kirchlichen Geschehen ein Bruderbund erwachsen konnte, in dem sich immer wieder bewahrheitete:„Lei- det ein Glied, so leiden alle Glieder“. Dieses in Notzeiten bewährte brüderliche Ferment ist von nicht geringer Bedeutung für das Neu- werden der evangelischen Kirchen Deutschlands und, bei deren Bedeutung für das Volksganze, auch für unser Volk. So hatte auch diese Not ihren Se sie uns bestehen ließ und uns in alle Zusammenstehens schenkte, gen. Gott sei gedankt, daß er r Not den Segen brüderlichen Klingler. „Jelir das Himı Selig schmähe: sie daran Seid lohnt we euch geı len Zeiten der nnten ihm in sen, den die ls der Unter- m stellvertre- € Ihnen wohl Deutschland achlesen! Sie bestehen hat- Art, in der er r aber wurde seit der evan- ein unschein- us abzuwen- Haltung den Ohne zu ie Konzentra- ir ihnen. Sie 0 es nur ging, und Lesegol- die Frau un- kenschied, der :enntnisses ZU je. schen konnten Kampfes der | so zu finden- schaft zusam- lischen Pfar- 1e5 Geschehen » Gewinn die- hen recht Ve“ n Bruderbund rheitele: Sbel- ;jten bewährte ‚ für das Neu- nd, hei deren cht. ‚dankl, dab B brüderlichen Klin gler Vorwort. „Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn das Himmelreich ist ihr. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Uebles wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl be- lohnt werden. Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.“’ Matth. cap. 5 v. 10—12. Inhalt „Der evangelische Pfarrer in seinem Verhältnis zu Volk und Staat.“ Niedergeschrieben im Gefängnis von Kreispfarrer Wepler. . Kampf gegen die kirchenfeindliche Weltanschauung und anti- christliche Einstellung der NSDAP. . Planmäßige Entrechtung und bewußte Ausschaltung des deut- schen evangelischen Pfarrerstandes auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. i . Verfolgung, Verdächtigung und Verleumdung des evangelischen Pfarrhauses und des evangelischen Pfarrerstandes. - Kampf gegen Gesetzlosigkeit und Rechtsunsicherheit im Raum der evangelischen Kirche, gegen Reichsbischof Ludwig Müller und gegen den von ihm geforderten Diensteid. . Eintreten des Reichsbundes der deutschen evangelischen Pfarrer- vereine für bekenntnistreue Pfarrer, die um ihrer kirchlichen Haltung willen Redeverbot bekamen oder ausgewiesen bzw. ver- haftet wurden, in Sonderheit für Pfarrer Martin Niemöller. in feir im ı Volk und Wepler. und anti- a 1. ‚Der evangelifche Pfarrer bieten des in feinem Verhältnis zu Volk und Staat”. ESS, Niedergefchrieben angelis i im Polizeigefängnis zu Kaffel von Kreispfarrer Wepler=Efchmwege. it im Raum ige Müller ‚en Pfarrer- kirchlichen n bzw. vel- ‚möller. Vereinsfül Evang. Pi von Kurhe Wepler, An die Geh. Staa in Kass Der ey Folge mit dem I terschaft erheben r Sammenh. blickliche terschaft Ich y Schen Pfa führer, K berechtig ie Lage Kreispiarrer Wepler- Eschwege, der Kassier des Reichsbundes der deutschen evang. Piarrervereine, hatte sich unvorsichtig und ungünstig über den Ausgang des Krieges und die Partei geäußert. Er wurde aniangs April 1943 inhaftiert und erst am 29. 3. 1945 aus der Hait entlassen. Am 1. 5. 1943 hat er im Gefängnis eine Erklärung abgegeben, die in Abschrift folgt. Abschrift Vereinsführer des Kassel, den 1. Mai 1943. Evang. Pfarrervereins e. V. von Kurhessen- Waldeck. Wepler, Kreispfarrer. An die Geh. Staatspolizei in Kassel. Der evangelische Pfarrer inseinem Verhältnis zu Volk und Staat. Folgender Bericht ist veranlaßt durch ein Gespräch, das ich mit dem Kriminalkommissar Warnecke über die Haltung der Pfar- rerschaft im heutigen Staat hatte. Der Bericht will weder Anklage erheben noch entschuldigen. Er will an Vorgänge erinnern, Zu- sammenhänge aufklären und Verständnis wecken für die augen- blickliche Lage eines Standes, die um des Staates und der Pfar- rerschaft willen einer dringenden Abhilfe bedarf. Ich weiß, daß ich nicht das Recht habe, im Namen der deut- schen Pfarrerschaft zu sprechen. Das steht nur dem Reichsbundes- führer, Kirchenrat Klingler in Nürnberg zu. Ich weiß mich aber berechtigt, für die Pfarrerschaft in Kurhessen-Waldeck zu sprechen. Die Lage der Pfarrerschaft ist aber im Großdeutschen Reich über- all die gleiche. Ich bedauere, daß mir in meiner Zelle kein Beweismaterial zur Verfügung steht. Wo es aber im Laufe des Berichts nötig erscheint, werde ich darauf hinweisen. Mein letzter und tiefster Wunsch wäre, daß ich durch meinen Bericht ein wenig dazu bei- tragen könnte, daß das Vertrauensverhältnis zwischen Staatsführung und Pfarrerschaft wie- 11 derhergestelltwürdeunddaßalle Sonderbestim- mungen für Pfarrer aufgehoben würden, die sie als Volksgenossen 2. Ordnung erscheinen lassen. Die Wurzeln meines Lebens liegen im deutschen Pfarrhaus. Seit 36 Jahren bin ich Pfarrer im Amt, seit 12 Jahren Führer der Pfarrerschaft von Kurhessen-Waldeck und darüber hinaus Mit- glied des Vorstandes des Reichsbundes der deutschen evangelischen Pfarrervereine. Auf Grund meiner Erfahrung darf ich mir wohl ein Urteil über die Lage und Haltung des Pfarrerstandes zutrauen. Das will ich im Sinne meiner Vorbemerkungen mit voller Offen- heit aussprechen. kannten Sturmführer in Eschwege zu mir sagen:„Sie können sich darauf verlassen, die Partei bringt den letzten Mann wieder zur z 5 d der Kirchenkampf een id ruch in dem bisheri- t, bleibt sie Kirche, sonst Kulturanhängsel an den Staat, rkümmert. wird sie Verein oder ein religiöses das jede Bedeutung verliert und ve | j | ' auf y | halb aushar Nun wı Neuwahlen wurden von Zuge der Gl mitgliedern waren, abeı innere Vor: fremder Gl: christlicher Ausgangspı Hund ses Kam kirchlie tensiea nisalion kai Pfarrer kor Hohen Rat schen.“ Di durfte nich lebendig,$ Es ist eine dieser Kam und bedaue Gegensatz; (es hervorr des Staates der Parteid Wurf, polit; Kapitel de: fürchte ich deutscher* Auf br Schaft. Wi Präsidenter WO Waren Anz Wwör leseg Wo: Slärksten ı Wußten ZW darum kor Öllige 3 Slatigt | | # Fl erbestim- n, d i e8: 1 e en lassen. n Pfarrhaus, ı Führer der hinaus Mit- vangelischen ch mir wohl les zutrauen. voller Offen- ‚ war ihr der ı den Reihen ’on war, daß irchlich ein- ı und beson- inen mir be- können sich ı wieder zur jepaaren, die nachträglich aben damals onkt. irchenkampf dem bisheri- ann ich hier te nach dem ‚ebiet durch- janke konnte Christus vel- ‘ Man kann meradschaft n Staat und n dem Staat. gestiftet und ünden.$0- Xirche, sonst n den Staat, Wesen der n beliebigen ört eine be- & Nun wurden 1933 die kirchlichen Körperschaften aufgelöst und Neuwahlen angeordnet. Die Mitglieder für den Kirchenvorstand wurden von der Partei bestimmt und vorgeschlagen. Das lag im Zuge der Gleichschaltung. Unter diesen vorgeschlagenen Gemeinde- mitgliedern waren solche, die im kirchlichen Sinne wahlfähig waren, aber auch viele andere, die für ein kirchliches Amt keine innere Voraussetzung mitbrachten. Gegen dieses Werk kirchen- fremder Gleichschaltung setzte von Seiten der Pfarrer und bewußt christlicher Gemeindeglieder der Kampf ein. Das war zugleich der Ausgangspunkt für den nun folgenden Kirchenkampf. Hunderte von Pfarrern wurden im Laufe die- ses Kampfes verhaftet. Weil sie der Parter ıu kirchlichen Dingen nicht gehorsam waren, gal- ten sie als politisch diffamiert. Eine weltliche Orga- nisation kann keinen Gehorsam in geistlichen Dingen fordern. Die Pfarrer konnten sich deshalb auf das Wort des Petrus vor dem Hohen Rat berufen:„Man muß Gott mehr gehorchen als den Men- schen.“ Die Gewissensfreiheit, das kostbare Erbe der Reformation, durfte nicht verloren gehen. Jetzt werden auch die Gemeinden lebendig. Sie besinnen sich wieder auf das Wesenhafte der Kirche. Es ist eine Zeit kirchlicher Besinnung und Erneuerung, wenn in dieser Kampfzeit die Kirchen auch nach außen hin durch Unruhen und bedauerliche Vorgänge eine sehr schmerzliche Empfindung im Gegensatz zur politischen Einigung und Gleichschaltung des Staa- tes hervorrufen mußten. Der Pfarrer wollte dem Staate geben, was des Staates ist, und der Kirche, was der Kirche ist. Weil er sich der Parteidisziplin in diesem Stück nicht fügte, mußte er den Vor- wurf, politisch verdächtig zu sein, auf sich nehmen. Wenn dieses Kapitel des Kirchenkampfes später einmal geschrieben wird, so fürchte ich, daß es eines der unerfreulichsten in der Darstellung deutscher Volksgemeinschaft sein wird. Auf breiter Front beginnt jetzt der Kampf gegen die Pfarrer- schaft. Wie ein Signal wirkte damals das Wort des Reichstags- präsidenten Göring in der Oeffentlichkeit, als er ausrief:„Ich frage, wo waren die Pfarrer damals, als wir im Weltkrieg standen...!“ (Ganz wörtlich kann ich den Ausspruch jetzt nicht wiedergeben.) Dieses Wort an die Oeffentlichkeit mußte die Pfarrerschaft als den stärksten Angriff auf ihre deutsche Mannesehre empfinden. Wir wußten zwar, daß ein deutscher Offizier mit der Ehre nicht spielt, darum konnte es keine Kränkung sein, die auf Absicht, sondern auf völliger Unkenntnis beruhte. Die Pfarrerschaft bereitete des- halb alsbald die Antwort vor. Mit großer Eile und Sorgfalt wurde das statistische Material des Weltkrieges für das evangelische 13 Pfarrhaus zusammengestellt und ausgewertet. Das Ergebnis war geradezu überraschend; viel ehrenvoller für die Pfarrerschaft, als wir erwarten konnten. Die Ergebnisse, die ich jetzt aus dem Ge- dächtnis nicht zahlenmäßig wiederzugeben vermag, liegen beim Reichsbundesführer und können dort angefordert werden. Ich will mich hier beispielsweise mit einer Angabe begnügen. Von den in den Kampf gezogenen Theologen sind 36,2%% gefallen. Dieser hohe Verlust wird nur noch von Infanterieoffizieren mit 37%% übertrof- fen. Weit hinter den Theologen reihen sich die anderen akademi- schen Berufe an. Das Ergebnis unserer Aufstellung wurde dem Reichstagspräsi- denten Göring und darüber hinaus allen Ministerien und staat- lichen Behörden zugesandt. Da wir aber nicht vor die Oeffentlich- keit treten konnten, sickerte die Verdächtigung des Pfarrerstandes noch eine Zeit lang nach unten weiter durch. Die beste Rechtfertigung und eine Wiederherstellung seiner Mannesehre erfährt der Pfarrerstand in diesem Krieg. Die schwe- ren Opfer, die das Pfarrhaus bringt, die hohen und höchsten Aus- zeichnungen, die Pfarrern und ihren Söhnen zuteil geworden sind, werden dem Ehrenbuch der Pfarrerschaft ein neues Ruhmesblatt hinzufügen. Der evangelische Pfarrer bleibt seiner alten Tradition treu: Als deutsche Männer tun wir unsere Pflicht und lassen uns von keinem Berufsstand in der Treue und Liebe zum Vaterland übertreffen. Neben diesem Angriff auf die Ehre des Pfarrerstandes läuft bald ein neuer Vorwurf:„Die Pfarrerschaft ist verjudet.“ Wer die- sen Witz erfunden hat, muß eine schlechte Stunde in seinem phan- tasiereichen Leben gehabt haben. Was haben wir unter diesem Vorwurf alles über uns und unsere Kirche ergehen lassen müssen! Ob der Vorwurf damit zusammenhängt, daß der Pfarrer an der uns überlieferten Gestalt der Bibel festhält? Der Verdacht der Verjudung konnte sehr leicht widerlegt wer- den. Nach amtlicher Feststellung betrug, wenn mich mein Ge- dächtnis nicht täuscht, der Prozentsatz der evangelischen Pfarrer im Deutschen Reich, die nicht rein arisch waren, 0,17%. In unserer Landeskirche in Kurhessen-Waldeck war unter 500 Pfarrern ein Halbjude gewesen. Mit diesem Ergebnis konnte sich die Pfarrer- Schaft dem Prüfungsamt für arischen Nachweis stellen. Trotzdem geht auch in dieser Sache die Hetze gegen die Pfar- ter weiter. Aussprüche, wie:„Die Juden samt den Pfaffen müssen aus dem Land hinaus“ oder„gleich nach den Juden kommen die Pfaffen“ zeigen deutlich, wie gewisse Elemente ungestraft gegen 14 die Pfarrer he Fıeude, dad nicht beeinflu ‚Pfarren stehe Der Pfarı | pundesführer die bekannt g den verschied herausgedrän! Staaspolizei: in den letzter der Wehrmaec die Pfarrer ve eine sehr sch Ehrenämtern als Volksgen« einige Beispie serkameradse ziersrang bek radschaftsfüh - mußte abschl derstellung d Kein Stu Au Eintritt gesta für das ganz _ Jungen T} lichzum des Pfarr -wahleins Aus den. ‚ Sen die Pfarr äben, Selbst ‚ Und jahrelan Ordnung nich Diese Ay h“ Sonder larrer der( i Aut Uns jn ) Menlihen {© Bürger # Ergebnis war Terschaft, als aus dem Ge- liegen beim den. Ich will - Von den in Dieser hohe |% übertrof- ren akademi- ‚chstagspräsi- n und staal- e Oeffentlich- farrerstandes 'ellung seiner ;, Die schwe- ‚öchsten Aus- eworden sind, Ruhmesblatt 'ten Tradition re Pflicht ndin der -effen. ‚standes läuft et.” Wer die- seinem phan- unter diesem ssen müssen! ‘arrer an der iderlegt wel“ h mein be ‚chen Pfarre! In unsere! Pf tern ein lie Pfartel- ‚ffen die kommen ie ‚oqraft geger "für das ganze Reich gegeben. Es reich, sondern gilt für das die Pfarrer hetzen dürfen. Trotzdem erleben wir immer wieder die Freude, daß unsere Gemeinden sich von solchen Schmähungen nicht beeinflussen lassen, sondern in großem Vertrauen zu ihren Piarrern stehen. Der Pfarrer ist Volksgenosse 2. Grades geworden. Der Reichs- bundesführer Kirchenrat Klingler hat urkundliche Unterlagen für die bekannt gewordenen Fälle gesammelt, wonach die Pfarrer aus den verschiedensten Organisationen nach und nach systematisch herausgedrängt werden. Diese Unterlagen stehen der Geheimen Staatspolizei zur Verfügung. Dieser Ausscheidungsprozeß hat sich in den letzten Jahren so folgerichtig vollzogen, daß heute außer der Wehrmacht kaum noch eine Organisation zu finden ist, in der die Pfarrer vollberechtigt vertreten wären. Das ist für den Pfarrer eine sehr schmerzliche Tatsache, nicht als ob er Verlangen nach Ehrenämtern und zusätzlicher Arbeit trüge, sondern weil er damit als Volksgenosse 2. Ordnung abgestempelt wird. Ich nenne nur einige Beispiele. Der Pfarrer ist von allen Ehrenämtern in den Krie- gerkameradschaften ausgeschlossen. Im Felde kann er jeden Offi- ziersrang bekleiden, aber in der Heimat darf er nicht mehr Kame- radschaftsführer sein. Der Protest an den Reichskriegerführer mußte abschlägig beschieden werden, da eine Aufhebung der Son- derstellung des Pfarrers nicht in seiner Macht lag. Kein Student der Theologie kann in einer studentischen Kame- radschaft Aufnahme finden. Jedem anderen Studierenden ist der Eintritt gestattet. Diese Bestimmung ist vom Reichsstudentenführer gibt alsoschon für den jungen Theologen ein Ausnahmerecht, das deut- lichzum Ausdruck bringt, daß die Boykottierung des Pfarrerstandes bereits mit seiner Berufs- wahleinsetzt. Aus den Arbeitsgruppen für das Deutschtum im Ausland müs- sen die Pfarrer ausscheiden, nachdem sie ihre Aemter niedergelegt haben. Selbst wenn sie die Begründer dieser Gruppen gewesen sind - und jahrelang die Arbeit geleistet haben, bleiben sie von dieser An- - ordnung nicht verschont. Diese Ausnahmestellung des Pfarrers besteht nicht nur im Alt- Großdeutsche Reich. Die evangelischen Pfarrer der Ostmark waren vor ihrer Eingliederung ins Altreich in freudiger Erwartung. Sie sind heute bitter enttäuscht, weil sie sich mit uns in gleicher Lage befinden. Sehr bald wurden sie von aller öffentlichen Mitarbeit ausgeschlossen und fühlen sich heute mit uns als Bürger 2. Ordnung. Das gleiche gilt für die evangelischen Pfar- 15 rer im Warthegau, die als Träger des Deutschtums Schweres zul dulden hatten und z. T. Märtyrer für ihre deutsche Haltung gewor- den sind. Ich spreche ganz.freimütig die Ueberzeugung aus, daß der Staat sich selbst durch solche Maßnahmen, die er duldet, schädigt. Wieviel Geisteskräfte sind im Laufe der 400jährigen Geschichte im evangelischen Pfarrhaus geweckt und der Volksgemeinschaft dienst-| bar geworden. Ein Biologe der Gegenwart spricht das mit den] Worten aus:„So stellt das evangelische Pfarrhaus tatsächlich ein erstaunliches Massiv geistiger Erbmasse dar, das andere Stände überragt.“ Ein Historiker stellt in seiner Kulturgeschichte 1600 Männer aus allen Gebieten des geistigen Lebens heraus, die er zu den Großen des deutschen Volkes zählt, weil sie etwas Besonderes geleistet haben. Er fragt dann nach ihrer Herkunft und muß dabei i feststellen, daß 900 von diesen Wissenschaftlern, Forschern und Künstlern, also mehr als 50%%, aus dem evangelischen Pfarrhaus stammen. Die Pfarrerschaft ist stolz auf diese Bedeutung des evangeli- schen Pfarrers für Volk und Staat, weil sie von unbefangener Seite| ausgesprochen wurde. Ich verweise auf die Schrift:„Was für Män- ner hat das evangelische Pfarrhaus dem deutschen Volk geschenkt?“ | (von Angermann, erschienen im Verlag des Deutschen Pfarrer- blattes.) In dieser Schrift sind auch die obigen Urteile mit Quellen- angaben zu finden. Es kann deshalb auf die Dauer weder für den Staat noch für die Pfarrerschaft erträglich sein, wenn nicht das rechte Vertrau- ensverhältnis zwischen beiden wieder herge- stellt wird. Eine Volksgemeinschaft kann es sich weder lei- sten, noch moralisch verantworten, alle wertvollen geistigen Kräfte, die ihr aus dem Kinderreichtum des Pfarrhauses zuwachsen, für den Dienst am Ganzen in Anspruch zu nehmen und zugleich das Pfarrhaus selbst zu verneinen oder unter ein ungeschriebenes Aus- nahmerecht zu stellen. Vom bevölkerungspolitischen Standpunkt gesehen stellt das evangelische Pfarrhaus auch heute noch eine wertvolle Zelle für Wenn ic] schütterliche heben darf, st daß von jehe ziersberuf ge\ ren bei ihrer Wenn man s nicht selten q hört.“ Ist die valerländisch: Pfarrhäusern Mit diese evangelische Mit mein ticht bitte ic} heime Staats} die Erhaltung der Geburtenzahl dar. Das hat seine Begründung|, in einer Eheführung, die ihre sittliche Verantwortung aus dem| christlichen Glauben empfängt. Die Ehe des Pfarrers ist z. B. die| einzige Ehe eines akademischen Beamtenstandes, die noch nicht| ünterfrüchtig ist, d. h. also durchschnittlich mehr als 3,1 Kinder| hat. Lange Zeit war der Kinderreichtum der evangelischen Pfarr- häuser in unserem Volk sprichwörtlich. 16 i$ Schweres z Taltung gewor. ‚ aus, daß der uldet, schädigt. ı Geschichte im: inschaft dienst" t das mit den tatsächlich ein andere Stände zeschichte 1600) raus, die er zu was Besonderes und muß dabei Forschern und chen Pfarrhaus a des evangeli- efangener Seile ‚Was für Män- olk geschenkt? schen Pfarrer- ile mit Quellen- die Dauer ırrerschaft e Vertrau- d er h er g e: ich weder lei- \ jstigen Rräfte, zuwachsen, für ‚d zugleich das hriebenes Aus“ Wenn ich in diesem Zusammenhang noch einmal die uner- schütterliche Treue. des Pfarrers zu Volk und Vaterland hervor- heben darf, so möchte ich es nicht unterlassen darauf hinzuweisen, daß von jeher ein hoher Prozentsatz der Pfarrerssöhne den Offi- ziersberuf gewählt hat. Die Söhne schwankten in den letzten Jah- ren bei ihrer Berufswahl vielfach zwischen Offizier und Theologe. Wenn man sie nach der Ursache dieser Wahl fragte, gaben sie nicht selten die Antwort:„Wir wollen das werden, wozu Mut ge- hört.“ Ist diese Erscheinung nicht ein Beweis für einen gesunden vaterländischen und opferbereiten Geist, wie er in den deutschen Pfarrhäusern gepflegt wird? Mit diesem Bericht habe ich darzustellen versucht, wie die evangelische Pfarrerschaft zu Volk und Staat steht. Mit meinem Hinweis auf die Vorbemerkungen zu diesem Be- richt bitte ich die Staatspolizei in Kassel, den Bericht an die Ge- heime Staatspolizei in Berlin weiterzugeben. gez. Hermann Wepler. u 17 2. Kampf gegen die kirchenfeindliche Weltanfchauung und antichriftliche Einftellung der NSDAP der deutsch« An den Reichskirche Berlin Be Marchstr. 2 Durch\ 2.2.1988, i Schriften du hat seit ül Arbeit ohne kirchlichen] lich geworde Die deut Rirchenvolk der Reforma 5meinsame 56prochen\ Der Rei F"wartet dah x Bibelverbreitung und Vertrieb religiöser Schriften verboten. Reichsbund der deutschen evang. Pfarrervereine e. V. Tübingen, den 9. Juni 1936. Reichsbundestagung. An den Reichskirchenausschuß Berlin Marchstr. 2 Durch Verfügung der Preuß. Geh. Staatspolizei, datiert Berlin 20. 2. 1936, ist die Verbreitung der Bibel und der Vertrieb religiöser Schriften durch Kolportage verboten worden. Die Bibelkolportage hat seit über 100 Jahren in Deutschland ihre segensreiche Arbeit ohne irgendeine Beanstandung durchgeführt. Sie ist für den kirchlichen Dienst, namentlich in den Landgemeinden, unentbehr- lich geworden. Die deutsche evangelische Pfarrerschaft und das evangelische : Kirchenvolk empfinden es als tiefsten Schmerz, daß im Mutterland der Reformation, das einst durch Luthers Bibelübersetzung seine ' gemeinsame Sprache geschenkt bekam, ein solches Verbot aus- ' gesprochen werden konnte. Der Reichsbund der deutschen evangelischen Pfarrervereine erwartet daher die baldigste Aufhebung dieses Verbotes. gez. Klingler, Reichsbundesführer. Durchschlag geht gleichzeitig an: Preuß. Landeskirchenausschuß, Kanzlei des Führers, Kirchenministerium, Reichskultusministerium, Werberat der deutschen Wirtschaft, alle deutschen Pfarrervereine, alle deutschen Bibelgesellschaften. 21 Behinderung der freien Religionsausübung. Reichsbund der deutschen evang. Pfarrervereine EN: Tübingen, den 9. Juni 1936. Reichsbundestagung. An den Reichskirchenausschuß Berlin Marchstr. 2 In bestimmten Teilen Deutschlands sind alle Versammlungen' religiöser Vereinigungen einschließlich aller konfessionellen Ver-| eine außerhalb der Kirche verboten worden. Damit ist die Abhaltung von Bibelstunden, Jugendabenden, Kirchenchorproben etc. weithin praktisch unmöglich gemacht. Dieses Verbot nimmt der Kirche das ihr wiederholt feierlich zugesagte Recht der freien Religionsausübung. Es steht außerdem im schärfsten Widerspruch zu der Verordnung des Reichskirchen- ministeriums vom 6. 1. 1936 Ia Nr. 2492/35, wonach Verbote von rein kirchlichen Versammlungen in kircheneigenen Räumen nicht mehr erfolgen dürfen. Wir bitten im Namen der deutschen evangelischen Pfarrer- schaft und unserer Gemeinden dahin wirken zu wollen, daß diese Behinderung der freien Religionsausübung schnellstens beseitigt wird. gez. Klingler, Reichsbundesführer. Abschrift geht gleichzeitig an: den Preuß. Prov.-Kirchenausschuß, das Reichskirchenministerium, die Kanzlei des Führers, alle deutschen Pfarrervereine. Fragebog 1. Wann wa 2, Lebt für Herzen 3. Sind Sie 4. Wie steh 3. Ist Gott 6. Wem sol 1. Wer ist} 9. Benötige, 9. Wie den an die L nen, 8. gern, 9. Juni 1936, lestagung. /ersammlungen ssionellen Ver- Jugendabenden, h gemacht. jerholt feierlich steht außerdem’ Reichskirchen- h Verbote von , Räumen nicht ischen Pfarrer“ ‚Ilen, daß diese sten heseitigl Klinglel Hndesführel- Fragebogen der BDM.-Führerinnenschule IN A/ Oberhessen. Abschrift Fragebogen der BDM.-Führerinnenschule in A../Oberhessen. _ Wann waren Sie zuletzt in der Kirche? Lebt für Sie Gott im Himmel mit seinem Sohn oder in Ihrem Herzen? . Sind Sie ein Gotteskind? Wie stehen Sie der Kirche gegenüber? Ist Gott oder Hitler größer, mächtiger. und stärker? Wem soll man danken, Gott oder Hitler? Wer ist Ihr Führer und Ihr Glaube? Benötigen Sie Gebote? Wie denken Sie über Weihnachten und glauben Sie auch an die Legende des Weihnachtsfestes N UA ‚ den 16. Januar 1938. Unterschrift. Ausschaltung evangelischer Gottesdienste und Morgenieiern im Rundfunk. Nürnberg, 30. Juni 1939. Herrn Generalintendant Dre. HG... Berlin- Charlottenburg Rundfunkhaus 9. Betreff: Evangelische Morgenfeier. Im Namen des Reichsbundes der deutschen evangelischen Pfarrervereine, dem neun Zehntel aller evangelischen Pfarrer an- gehören,— am 1. April 1939 waren es 16018 Mitglieder— möchte ich folgende Bitte Ihnen vortragen: Von unzähligen ‚ sehr geehrter Herr Generalintendant, Mitgliedern unserer Gemeinden werden wir aufgefordert, bei allen Sendeleitungen vorstellig zu werden wegen der fast völligen Ausschaltung aller evangelischen Gottesdienste und Morgenfeiern, zugleich mit der Bitte, baldmöglichst in den . Rundfunkprogrammen wieder evangelische Gottesdienste und Morgenfeiern vorsehen zu wollen, da dieselben schmerzlich ver- mißt werden. Wir wären Ihnen intendant, wenn Sie u stehen. gez. Klingler, Reichsbundesführer. Der Reichsbun Herrn Ministeriald; Berlin Reichspropa Herr M; Mit me} itche wurc der Eigense fervereine ti Iin gerufen . Dort wı Sich die Ge n evangelischen schen Pfarrer an- telieder— möcht! Generalintendanl nden werden wi zu werden wege" hen Gottesdiensie möglichst in den ‚ottesdienste und schmerzlich ver Jede Verbindung der Heimatgeistlichen mit den Soldaten im Feld soll unterbunden werden. Zusammenschluß aller 34 Deutschen Evang. Pfarrer- vereine mit insgesamt 16000 Mitgliedern: Anhalt, Baden, Bayern, Berlin, Brandenburg, Braunschweig, Bremen, Danzig, Eutin, Frankfurt a/M., Grenzmark, Hamburg, Hannover-luth., Hannover-ref., Hessen, Kurhessen-Waldeck, Lippe, Mecklenburg, Nassau, Oldenburg, Ostpreußen, Ostmark, Pfalz, Pommern, Posen, Rheinprovinz, Sachsen-Freistaat, Sachsen- Provinz, Schaumburg-Lippe, Schlesien, Schleswig- Holstein, Thüringen, Westfalen, Württemberg. Der Reichsbundesführer Nürnberg-O, den 20. Sept. 1940 Wöhrder Schulgasse 2 Telefon 51333 Abs Chart Herrn Ministerialdirektor Berlin "Reichspropagandaministerium Herr Ministerialdirektor! Mit mehreren Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche wurde ich am Donnerstag, den 12. September d. J., in mei- ner Eigenschaft als Reichsbundesführer der Deutschen Evang. Pfar- tervereine telegrafisch ins Reichspropagandaministerium nach Ber- in gerufen. Dort wurde uns an einer Reihe von Beispielen vorgehalten, wie ‘ich die Geistlichen der Feindstaaten positiv zum Geschehen des Krieges einstellen. Aus einer Anzahl von Sendungen von Traktaten ınd Schriften, die deutsche Geistliche den Soldaten geschickt hat- ien, wurde sodann dargetan, in welch geringem Maß die evan- selische und katholische Kirche in Deutschland bereit ist, die gro- Ben geschichtlichen Ziele unseres Volkes anzuerkennen. Ja, man mußte den Eindruck gewinnen, daß die Geistlichen bisher durch ihre Verbindung mit den Soldaten der Wehrkraft des deutschen Volkes eher geschadet als genützt haben, daß sie Schädlinge des leutschen Volkes sind und daß schon aus diesem Grund jede wei- iere Verbindung der Heimatgeistlichen mit den Angehörigen ihrer Gemeinde, die im Felde stehen, unterbunden werden müsse. 25 Zum Schlusse wurde ausdrücklich gesagt, es sei nicht meh viel Zeit, daß die Kirchen mit dem Staat ins Reine kommen. Es sei nölig, daß die Kirchen beizeiten die richtige Stellung zum Staal N finden. Herr Ministerialdirektor! Sie werden verstehen, daß wir dazu nicht schweigen können. Die Ehre unserer evangelischen Kirche und das Ansehen des deut- schen evangelischen Pfarrerstandes, der in allen Zeiten treu zu Volk und Vaterland gestanden hat, gebieten es, zu reden. Im Na. men aller Deutschen Evangelischen Pfarrervereine mit über 16 000 evangelischen Geistlichen bitte ich Sie, im Folgenden zu obigen An- klagen und Vorwürfen, soweit sie evangelische Geistliche betreffen, Stellung nehmen zu dürfen. 1. Jeder rechte evangelische Pfarrer ist sich‘ bewußt, im christ- N H T lichen Glauben eine innere Kraftquelle zu besitzen; es ist des-f halb eine Selbstverständlichkeit für ihn, daß er bestrebt ist, im! Kriege seinen im Feld stehenden Gemeindegliedern, vor allem! müssen, diese Kraft zuzuführen. Dies ist der wahre Grund, wes-| Gemeindeglieder schickten,| zumal im Heeresverordnungsblatt vom 27. 2. 1940 ausdrücklich m Kriegsdienst eingezogenen j ften und Wehrmachtsbeamte| nicht zur Wehrmachtsgemeinde gehören. Sie bleiben Mitglieder| nlerliegen nach wie vor der Zuständigkeit ihrer Gemeindepfarrer(ef. bay. Kirchl. Amtsblatt| (1940) Nr. 20 S. 79 ff.). Gewiß mag i sei ‚ daß sich Soldaten über Zusendung von Schriften beschwert haben. Von den ca. 1 denen ich zu Weihnachten und z ten zusandte, habe ich beispielsv bare Gegenbriefe erhalten. Ja in rade darauf hingewiesen, wie dankbar diese Schriften aufgenom- men wurden und wie die Verbundenheit von Front und Hei- mat, wie sie von uns Geistlichen gepflegt wurde, außerordentlich dankbar begrüßt wird. Ich lege zum Beweis dafür ein Dutzend allein in meiner Gemeinde in einem kurzen Monaten erhalten habe. Und solche erfreuende Soldaten aus allen Dienstgraden und er in großer Anzahl er- Zeugnisse des Dankes von “ormationen haben wohl alle Amtsbrüd halten. zusamm und wir schaft ı Kirche| 3, Der eva bindung auch sel Versam „Wir ve in der H großen, manin Reichste Wehrpfl evangeli von maı krieg gi Märtyre seinen‘ 4152 ver ömal je aller or im Heeı nierten Jungen Herr\ Hat di die Tat bei Vaterland Es ist dieses Kri unserem P „Rirch iaates, p) dankbar u S sei nicht meh L - KOmmen, Es se lung zum Staa hweigen können nsehen des deut- ı Zeiten treu zu u reden. Im Na- e mit über 1600 en zu obigen An- istliche betreffen, wußt, im christ- Izen; es ist des- r bestrebt ist, im lern, vor allem sesicht schauen ıhre Grund, wes- slieder schickten, )40 ausdrücklich nst eingezogenen hrmachtsbeamlt eiben Mitglieder ‚ch wie vor der Kirch]. Amtsblal! sekommen seil, vurden, die wir@ $ dulden kann.! ıch gewiß nur s yon Schriften ner Gemeinde, hop und Schril- 9 nnende, dank- fen wurde ger ften aufgenoM“ ront und Hel- j i srordentlich ur di Dutzend i nem kurzen|" \s erfreuende nstgraden un u Anzahl el” _ halten. Unsere Soldaten sollten etwas davon spüren, daß wir zusammengehören, die draußen an der Front und wir daheim; und wir glaubten, mit diesem Bewußtsein brüderlicher Gemein- schaft unserem deutschen Volk und unserer evangelischen Kirche in rechter Weise zu dienen. 3. Der evangelische Pfarrerstand sucht aber nicht nur die Ver- bindung mit den Frontsoldaten herzustellen, er steht vielfach auch selber als Kämpfer an der Front. Wohl wurde uns in der Versammlung in Berlin von Herrn Ministerialdirektor erklärt: „Wir verlangen gar nicht, daß die Geistlichen mit der Waffe in der Hand draußen kämpfen. Aber wir verlangen, daß sie die großen, geschichtlichen Ziele unseres Volkes anerkennen.“ Als ınan in den S0er Jahren des vorigen Jahrhunderts im Deutschen Reichstag den Antrag auf Befreiung der Theologen von der Wehrpflicht einbrachte und auch durchsetzte, haben damals die evangelischen Theologen erklärt, daß sie keinen Gebrauch da- von machen würden. 2300 evangelische Theologen sind im Welt- krieg gefallen; dazu kommen noch 30 baltische Pfarrer, die Märtyrer ihres Glaubens und Deutschtums geworden sind. Von seinen Söhnen hat das evangelische Pfarrhaus im Weltkrieg 4152 verloren und zwar 565mal je 2 Brüder, 84mal je 3 Brüder, 5mal je 4 Brüder. Auch in diesem Krieg ist z. Z. der vierte Teil aller ordinierten Pfarrer als Offizier, Soldat und Kriegspfarrer im Heeresdienst. Schon am 1. April 1940 waren von 16644 ordi- nierten Geistlichen 4029 eingezogen. Nicht eingerechnet sind die jungen Geistlichen, die noch nicht ordiniert sind. Herr Ministerialdirektor! Hat die deutsche evangelische Pfarrerschaft damit nicht durch die Tat bewiesen, daß sie zu jedem Einsatz und Opfer für Volk und Vaterland bereit ist? ü Es ist jetzt 2 Jahre her, da schrieb einer der großen Generäle dieses Krieges, dessen Name wiederholt ehrend genannt wurde, unserem Pfarrhausarchiv in Wittenberg eigenhändig: „Kirche und Wehrstand waren stets die festesten Stützen des Staates. Diese Aufgabe fortzuführen ist heilige Pflicht. Ich bin dankbar und stolz, einem deutschen Pfarrhaus zu entstammen. Aus ihm schöpfte ich die Kraft, die mich meinen Platz im Leben erfüllen ließ.“ Der Geist, der aus diesen Worten spricht, ist heute in der deutschen evangelischen Pfarrerschaft als geschlossene Kraft lebendig und es ist uns das dringendste Anliegen unseres Lebens, daß uns von Seiten des Staates das Recht und die Möglichkeit ge- geben wird, in diesem Geist an unserem Platz unserem deutschen Volk dienen zu dürfen. gez. Klingler. 2% In der Schule ist das Gebet zu unterlassen, kirch- licher Bildschmuck und Kruzifixe sind zu entfernen. Abschrift von Abschrift(Auszug) Entschl. d. bayer. Staatsministeriums für Unterricht und Kultus Nr. 8/20801 vom 23. 4. 1941 Adolf Wagner. are Gauobmann Ihr an d ich Ihnen h August auf| Der Kir listen eine$ gesamte Men hat, verlangt h. allein, Ab über die Me Nationalsozia schen führen mählich mit Trotzden kein Mensch ich als Ihr z Iräger dazu nahe legen u mit dem Ged - sen, um dann 8 nolwendig Der Füh teilt, aus der senossen gel] , Milie aus der Hieraus ug) ıt und Kultus elle eines Ge- uch aus dem ı wird. Bildschmuck, wie Kruzifixe irge dafür zu nt oder durch senheit ergibl Klaßzimmern derungen.“ Wagner. a m ne TESTEN TER IRB win nn Kirchenaustritt. Be. en en Sehr geehrter Pg. N. Innanden P2....:. gerichtetes Schreiben vom 14. d. M. will ich Ihnen heute selbst beantworten, da Pg...... bis Anfang August auf Urlaub ist. Der Kirchenaustritt ist für einen überzeugten Nationalsozia- listen eine Selbstverständlichkeit, denn die NSDAP., welche die gesamte Menschenführung im Großdeutschen Reich übernommen hat, verlangt diesen Führungsanspruch selbstverständlich total, d. h. allein. Aber auch die Kirche verlangt diesen Führungsanspruch über die Menschen, und daher ist schon einmal notwendig, daß Nationalsozialisten, die in führenden Stellungen stehen, also Men- schen führen, wie auch Sie, als Kameradschaftsführer, sich all- mählich mit dem Kirchenaustritt vertraut machen. Trotzdem ist aber der Kirchenaustritt niemals ein Zwang und kein Mensch wird Sie zwingen, aus der Kirche auszutreten, weder ich als Ihr zuständiger Gauamisleiter, noch darf Sie Ihr Hoheits- träger dazu zwingen. Wohl kann Ihr Hoheitsträger Ihnen dieses nahe legen und den Wunsch äußern, daß auch Sie als. sich mit dem Gedanken, aus der Kirche auszulreten, allmählich befas- sen, um dann auch eines Tages zu dem Entschluß zu kommen, daß es notwendig ist. Der Führer hat der NSDAP bis heute noch keinen Befehl er- teilt, aus der Kirche auszutreten, trotzdem alle führenden Partei- genossen selbstverständlich gefühlsmäßig mit ihrer gesamten Fa- milie aus der Kirche bereits ausgetreten sind. Hieraus ersehen Sie meine klare Stellungnahme, und es bleibt nun Ihnen persönlich überlassen, wie weit Sie sich noch zu der Kirche verpflichtet fühlen. Wenn Ihr Bestreben dahin geht, wie Sie schreiben, noch in der Kirche zu bleiben, dann ist das selbstverständlich Ihr gutes Recht. Wie weit Sie jedoch als führender Pg., dem die Partei ein groß Teil von Menschen zur Führung anvertraut hat, hier eines Tages in Gewissenskonflikte kommen, muß die Zukunft lehren. Ich bitte Sie daher, dieses mein Originalschreiben und meine Entscheidung Ihrem Ortsgruppenleiter vorzulegen und sich unter allen Umständen im gütlichen Wege mit ihm über diese rein per- sönliche und innere Angelegenheit zu verständigen. Ich habe auch eine Abschrift dieses meines Briefes an Sie an Ihren Ortsgruppenleiter heute abgeschickt. Erteilung des Rel.-Unterrichtes darf Lehrkräften, deren Weltanschauung zur Lehre der Kirche im Gegensatz steht, nicht entzogen werden. Abschrift von Abschrift. Nr. IV 30.049 München, den 7. Juli 1938 Bayer. Staatsministerium für Unterricht und Kultus. An den Evang.-Luth. Landeskirchenrat inMünchen. Betreff: Verhalten der Oberlehrerin..... im Religionsunterricht. Zum Schreiben vom 14. März 38 Nr. 2702/2269. Der Evang.-Luth. Landeskirchenrat hat der Oberlehrerin..... die Bevollmächligung zur Erteilung des evangelischen Religions- unterrichtes entzogen. Nach dem Ergebnis meiner Erhebungen ist die Oberlehrerin... stets bestrebt, es zu vermeiden, daß im Religionsunterricht ihre gegensälzliche Weltanschauung zur Lehre der evangelischen Kirche zulage tritt. Ich ersuche, die Angelegenheit unter diesen Gesichtspunkten nochmals zu überprüfen und mir Ihre Stellungnahme bald mitzu- teilen. Sollte vom Evang.-Luth. Landeskirchenrat die Bevollmäch- tigung zur Erteilung des Religionsunterrichtes an Gemeinschafts- schulen Lehrkräften entzogen werden, die außerhalb des Religions- unterrichtes nicht die Lehre der evang.-luth. Kirche vertreten, ins- besondere hinsichtlich der Blut-, Rassen- und Judenfrage, so werdeich die entsprechenden Fol- SerungenfürdieZulassungvonevang.-luth.Geist- lichen zur Erteilung deslehrmäßigen Religions- unlerrichts an dem öffentlichen Volksschulen ziehen. 1. V.: gez. Unterschrift. 8 Grun Nr. 11 21587 Bayer. Staatsı für Unterrich München 1, B An den Herrn Reichs inder Westm sowie die Herren Regie Betreff: 6 Beilagen: Die Zuw gen aller Ar grundsätzlich kirchlicher$; Slücken oder rückzustel] liche Grundsi > Slücksyerkeh; len, und bei< VB gegebe *twerb der] Slücksyerkeh, nehmisun; kichlice gn Anstalten, Re M Gesetz Yom 22,9, 19: Zu tleilen: (S Staat;. verhin N N% Ls, | u n 7. Juli 1938 sjonsunterrichl. 70272269. rlehrerin.....-# hen Religions-} )berlehrerin...:# ınterricht ihre® ‚lischen Kirche ‚sichtspunkten" ‚ bald mitzu- Beyollmäch- meinschafls- 1,6 Religions“ treten, ins” Grunderwerb für kirchliche Zwecke wird verboten. Abdruck/Abschrift. | Nr. II 21 587 München, 30. April 1941 Bayer. Staatsministerium für Unterricht und Kultus München 1, Brieffach. An den Herrn Reichsstatthalter in der Westmark in Saarbrücken, sowie die Herren Regierungspräsidenten. Vertraulich! Betreff: Grunderwerb für kirchliche Zwecke. Beilagen: Nebenabdruck für die Oberbürgermeister und die Landräte. Die Zuwendung von Grund und Boden an kirchliche Stiftun- gen aller Art(Neuerrichtung von Stiftungen, Zustiftungen) ist grundsätzlich nicht mehr zu genehmigen. Anträge bestehender kirchlicher Stiftungen auf Genehmigung des Erwerbs von Grund- stücken oder grundstücksgleichen Rechten sind bis auf weiteres zurückzustellen, soweit es sich nicht um land- und forstwirtschaft- liche Grundstücke handelt, die in den Geltungsbereich der Grund- stücksverkehrsbekanntmachung vom 26. 1.1937(RGBl. I S. 35) fal- len, und bei denen der allgemeine Ablehnungsgrund des$ 5 Abs. 1 - GrVB gegeben ist. Auf die Ausführungen über den Grundstücks- erwerb der Kirche bei Riecke-Manteuffel, der ländliche Grund- stücksverkehr, 2. Aufl. S. 143, 144 wird verwiesen. Im übrigen sind Genehmigungen für Grundstücksveräußerungen an Kirchen und kirchliche Organisationen oder Vereinigungen aller Art(Stiftungen, Anstalten, Religionsvereinigungen usw.), insbesondere auch nach dem Gesetz über die Aufschließung von Wohnsiedlungsgebieten vom 22.9. 1933(RGBl. S. 659), 27. 9. 1938(RGBl. S. 1246) nicht mehr zu erteilen; etwaige Verschleierungsgeschäfte— vergl. Entschl. des Staatsminist. d. Innern v. 14. 1. 1941, Nr. 3650 a 64— sind zu verhindern. I. Ar gez Str Nr. 476 u. 46. An die Landräte und die Oberbürgermeister der Stadtkreise. L.S. Ansbach, 21. Mai 1941. 31 Schulgebäude werden für kirchliche Zwecke wie Konfirmandenunterricht, Bibelstunden nicht mehr zur Verfügung gesteilt. 17. Januar 1942. Im Jahre 1929 wurde in Mecklenburg zwischen Staat und Kirche ein Vertrag geschlossen über die Trennung organisch ver- bundener Kirchen- und Schulämter und die Auseinandersetzung des verbundenen Vermögens. In diesem Vertrage wurden die Schulhäuser den politischen Gemeinden überwiesen; jedoch wurde in$ 11 dieses Vertrages folgende Bestimmung aufgenommen:„Bei bisher organisch verbundenen Kircher- und Schu’ämtern ist auch nach der Trennung der Aemter das Schulzimmer auf Verlangen der Kirche zur Erteilung des Konfirmandenunterrichts, zum kirch- lichen Religionsunterricht, zu Bibelstunden, zu Gemeindeabenden, zu kirchlichen Wahlen und zu Sitzungen des Kirchengemeinderats während der schulfreien Zeit unenigeltlich bereitzustellen.“ Nun teilt uns der Oberkirchenrat in diesen Tagen folgendes Schreiben mit: „Der Reichsstatthalter hat als Beauftragter des Reichsverteidi- gungskommissars angeordnet, daß staatliche Schulgebäude für kirchliche Zwecke wie Konfirmandenunterricht, Bibelstunden u. a. nicht mehr zur Verfügung zu stellen sind. Der Herr Reichsstatthalter hat darauf hin- gewiesen, daß die bezeichneten bisherigen Lei- sStungenandieKirchefürdas Gaugebiet Mecklen- burg eine wesentliche Belastung bedeuten, die für die Wirtschaftskraft des Volkes eingespart werden muß, damit der Krieg gewonnen wird“ 32 q 3. Plz s fchaltı I ıar 1942. Staat und inisch ver- lersetzung ‚urden die och wurde ımen:„Bei n Ist auch Verlangen rum. kirch- jeabenden, meinderats len. ‚ folgendes hsyerleidi- bäude für ınden U. 4. ‚uf hin- sen Lei- jecklen- ‚ten, die gespart wird a KR * 3. Planmäßige Entrechtung und bemußte Aus= fehaltung des deurfchen evangelifchen Pfarrer= ftandes auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Abschrift Reichsstudent Amt Politisch Betreff: Aı Nach den Studenten, die Waren, von d In den w üingte Einstel Wie die gesa Rameradscha, einheitlichen I, Mit Wirku ehr in di den, 2 Der NSDg üchung d SIEB BR FENG WEILER RR SEIEN ARE Studenten der Theologie werden nicht mehr in die Kameradschaiten des NSDSTB. aufgenommen! Mnschrift zuK.K. IV 239/38 Abschrift. Reichsstudentenführung. München, den 30. 11. 38. Amt Politische Erziehung. Anordnung PE. 27/38. Betreff: Aufnahme von Theologen in die Kameradschaften. Nach den bisherigen Erfahrungen haben diejenigen Theologie- studenten, die zur Aufnahme in die Kameradschallen zugelassen waren, von dieser Möglichkeit kaum Gebrauch gemacht. In den wenigen anderen Fällen hat ihre durch den Beruf be- dingte Einstellung für theologische Fragen, an denen der NSDSTB. wie die gesamte Partei nicht interessiert ist, die Arbeit in den Kameradschaften nicht gefördert. Es wird daher im Interesse einer einheitlichen Entwicklung folgendes angeordnet: 1. Mit Wirkung vom 1.11. 38 können Studenten der Theologie nicht mehr in die Kameradschaften des NSDSTB. aufgenommen wer- den. 2. Der NSDSTB. hat von der Bewegung den Auftrag, an der Er- ziehung des geistigen Nachwuchses für die politischen Berufe mit nalionalsozialistischer Führungsaktion mitzuwirken. Sein Auftrag erstreckt sich nicht auf die Träger religiöser und geist- licher Berufe. Deshalb gilt Ziffer 1 auch für diejenigen Studen- ten der Theologie, die Parteigenossen sind oder einer anderen Gliederung der NSDAP angehören. 2. Studenten der Theologie, die bereits vor dem 1. 11. 38 förmlich in eine Kameradschaft aufgenommen sind, bleiben Mitglieder des NSDSTB. Sie müssen sich in den zwei Semestern bis zur endgültigen Aufnahme weltanschaulich und charakterlich be- währen. 4. Volksdeutsche Studenten der Theologie können Gäste in den Kameradschaften sein. ' 5. In allen Sonderfällen entscheidet auf Antrag das Amt PE. ED. R. gez. Reich gez. M....: Leiter des Amtes Politische Erziehung. 35 Verbot der Versendung von Druckschriiten durch Geistliche an Wehrmachtsangehörige. Abschrift von Abschrift. Nr. RVK. 2188 ge 217 München, den 18. 10. 1939. Reichsverteidigungskommissar Wehrkreis VI u. XIII } Betrifft: Sammlung von Feldpostanschriften sowie Versendung von Druckschriften an Wehrmachtsangehörige. Aus Gründen der Reichsverteidigung— Spionageabwehr, Ueberbeanspruchung der Feldpost, Verhütung von Mißbräuchen— verbiete ich die karteimäßige Erfassung von Feldpostanschriften. i i | I | | j Im Minis Seite 691 wir Begleitung. vi einem öffent] hungsber: Lehrer, d: Der Stan diente Zu diese Zurück: Nürnberg, 8, Antwort: Der Chef der und sowie Anschriften von Flüchtlingen durch Geistliche, die organi-| sierte Versorgung mit Druckschriften aller Art durch Geistliche beider Konfessionen und andere Personen. Bei den in Frage ste- henden Geistlichen und kirchlichen Stellen sind strenge Kontrollen durchzuführen und sämtliche bisher angefallenen Unterlagen vor- bezeichneter Art zu beschlagnahmen. gez. Ad. Wagner. 36 Geistliche nicht„erziehungsberechtigt“ ——— ırch Abschrift An das Preußische Innenministerium Berlin Im Ministerialblatt für Preußen, Innere Verwaltung 1940 Nr. 13, Seite 591 wird ausgeführt, daß Jugendliche unter 16 Jahren nur in Begleitung von Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten in einem Öffentlichen Lokal sich aufhalten dürfen. Als erzie- Eeemeshberechtisgst in diesem Sinne gelten„zB. 18.10.1998 Lehrer, dagegen nicht Geistliche.“ i Der Stand der Geistlichen sieht darin eine neue, unver- diente Zurücksetzung. Wir bitten um Aufklärung, wie BE TRETTTTELTTEERE A diese Zurücksetzung vor der Oeffentlichkeit begründet werden will. i Nürnberg, 8. April 1940 gez. Klingler. : Versendung{ Antwort: 0R® 7 Der Chef der Sicherheitspolizei Berlin SW, den 8. 5. 1940 5 und des SD. Prinz Albrechtstr. 8 ynageabwehr,© An den m Zuchen— a Reichsbund der Deutschen-evang. tanschrifte* Pfarrervereine , die organi- Nürnberg-O N Geistliche" 2 i Wöhrder Schulgasse 2 gest, Betr. Schreiben vom 8. April 1940 an . orale- das Preußische Innenministerium Berlin. "orlagen vor)” Als Erziehungsberechtigte im Sinne der Polizeiverordnung vom re 9.3. 1940(RGBl. I S. 499) konnten nur die Erziehungspersönlich- keiten in Betracht kommen, deren Aufgabe es ist, die Jugendlichen Wagnel' zur Einordnung und einwandfreien Haltung in der Volksgemein- schaft zu erziehen, nicht aber die Geistlichen, deren Erziehungsziel auf die Vorbereitung für das Jenseits gerichtet ist. | Zudem erschien es bei der Vielgestaltigkeit der politischen ' Auffassungen in den Kreisen der Geistlichen und im Hinblick auf ‚ihre verschiedene Einstellung zum Staat und zu den staatlichen '" Erziehungsgrundsätzen richtiger, als„Erziehungsberechtigte” ' neben den Eltern nur solche Persönlichkeiten und Stellen zuzulas- sen, deren Haltung vom Staat unmittelbar beeinflußt werden kann. 1: Vs Name gez. unleserlich. 37 Piarrer dürfen in der N. S. V. kein Amt mehr haben. Abschrift BOT. 28.Mai 1940 Bez. Köln An den Reichsbundesführer der Deutschen Pfarrervereine Herrn Kirchenrat Klingler Nürnberg- Wöhrd Hierdurch möchte ich Ihnen folgendes zur Kenntnis bringen: Ich bin seit 1933 Pg. und seit 1934 Mitglied der NSV. Im Jahre 1935 wurde ich von der örtlichen Leitung der NSV. ge- beten, das Amt eines Zellenwalters der NSV. für einen etwa 325 Haushaltungen umfassenden Bezirk zu übernehmen. Ich habe die- sem Ansinnen damals gerne entsprochen und in sehr gutem Ein- vernehmen mit den örtlichen Stellen der Partei die mir obliegenden Arbeiten erledigen können. Damals zählte diese Zelle 12 Mitglie- der der NSV., heute 230! Bei der letzten Sammlung für das„Rote Kreuz“ wurden in dieser Zelle gesammelt 825 RM., also je Familie etwa 2,50 RM., wobei zu bemerken.ist, daß es sich durchweg um kleine Landwirte und Arbeiter handelt. Obwohl alles in bester Ordnung war, wurde mir, nachdem ieh 5Jahrean dem Aufbau der Zelle gearbeitet hatte, am 23. Mai von der Kreisamtsleitung der-NSV, ım die vor kurzem ein neuer Herr von auswärts ge- kommen war, eröffnet, daßich das Amt eines Zel- lenleiters der NSV. abgeben müsse, da Pfarrer ein Amt in der NSV. nicht haben dürften(wie überhaupt.nichtin der Partei). Die örtliche Leitung hat auf Grund dieser Anordnung der Kreis- leitung in einem Schreiben an mich ihre Stellungnahme dahin ausgesprochen: „Sie können versichert sein, daß ich es persönlich sehr bedauere, daß Sie auf Anordnung des Kreisleiters Ihr Amt niederlegen mußten. Ich weiß, daß Siein den Jahren 38 Ihre sind. groß lenw meine Man hg macht, es s solle ich dir Ich hal nung, daß dürfe, w eine Bel Ich bit Ausdruck z % & i & 23.Mai 1940 ervereine is bringen: r NSV. Im r NSV. ge- , eiwa 3% h habe die- gutem Ein- bliegenden 12 Mitglie- r das„Role ‚ ie Familie . hweg um ll es in dem ich tet hall® värls ger 0a ZB Pfarre! ten(wit jer Breis- "me dahiN < ‚nlich seht ors Ihr Anl „Jahre? Ihrer Tätigkeit der Ortsgruppe vielgewesen Sande Kür lihre geleistete Arbeit und für Ihre große Mühewaltung in der Tätigkeitals Zel- lenwalter möchte ich Ihnen im Namen der Ortsgruppe meinen herzlichsten Dank aussprechen.“ Man hat mir von Seiten der Kreisleitung den Vorschlag ge- macht, es solle ein anderer mit dem Amt betraut werden, doch solle ich die Arbeit wie bisher weitertun. Ich habe dieses Ansinnen abgelehnt, da ich in der Anord- nung, daßein Pfarrerin der NSV. kein Amt haben dürfe, wie jeder andere ehrliche Volksgenosse, eine Beleidigung des Pfarrerstandes sehen muß. Ich bitte, dieses bei Gelegenheit an maßgebender Stelle zum Ausdruck zu bringen. Mit deutschem Gruß! gez. Qu’... bir Vertrauensmann des Pfarrervereins. Deutschen Kvangelischen Kirche | ‚: Vertellen von religlösen Schriften auch In Kranken- | Nliusern, Gelängnissen und selbst In der Kirche | wird dem Plarrer vorboten, Abschrift Berlin-Gharlottenburg den 25. 4, 1941. Schrifttumsstelle der Schr. 1010/41 u Il, Bezüglich des Vertriebs von Bibeln müssen wir mil- teilen, daß die Reichsschrilttumskammer eine Freigabe des Vertriebs von Bibeln durch die Pfarrämter auf dem Lande dureh schriftlichen Bescheid endgültig abgelehnt hat, Die ursprünglich in Erwägung gezogene generelle Genehmigung zur Verteilung von seelsorgerlichen Schritten dureh Plarrer in Krankenhäusern, Krüppelheimen, Alters» heimen, Blindenanstalten, Gelängnissen und in der Seemanns- inission ist nunmehr ebenfalls dureh schriftlichen Bescheid ab- gelehnt worden. Wir geben Ihnen schließlich noch ein Schreiben der Reichs- schrilttumskammer vom 10, 4. 41 im Wortlaut zur Kenntnis, das grundsätzlich zur Frage des Verteilens von Schrilten durch Plarrer Stellung nimmt: „Aus gegebenem Anlaß wird Ihnen mitgeteilt, dad jedes Verteilen von Schriften dureh Plarrer und in Kirchen einen Verstoß gegen die Amtliche Bekanntmachung Nr, 145 des Präsidenten der Reichsschrilttumskammer bedeutet, denn nach$ 4 der Ersten Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes vom 1. 11. 1933 dar! nur der- jenige an der Verbreitung bzw. Vermittlung(und dazu ge- hört auch das Verteilen von Schriften) mitwirken, der Mil- glied der Reichsschrilttumskammer oder aber von dieser Mitgliedschaft befreit ist, Da weder die Kirche noch die Pfarrer Mitglieder der Reichsschrilttumskammer sind oder sein können und auch keinen Belreiungsschein erhalten können, ist auch das wo | | Vertei Zuwic von| Reich zieher Hieı Il erlo) dagege viermä Ihre@Ge los gew ottenburg 191. wir mit- oabe des m Lande :»hmigung hriften . Alters- ‚eemannS- ;cheid ab- ‚r Reichs- Kenntnis ns von jaß jedes hen einen ir. 145 des j dazu ge- der Mil- Jjeser fl von| ‚jieder def und auch auch i: " iM ; ‘® Be i & b3 Verteilen von Schriften in jedem Falle nicht gestattet. Jede Zuwiderhandlung würde eine Ordnungsstrafe auf Grund von$ 28 der Ersten Durchführungsverordnung zum Reichskulturkammergesetz vom 1. 11. 1933 nach sich ziehen.“ Hiernachistunsereim Rundschreiben 290 41 erfolgte Mitteilung, daß die Kammer nichts dagegen einwenden würde wenn drei- bis viermal im Jahre Schriften durch Pfarrer an ihreGemeinden verteiltwürden, gegenstands- los geworden. Schrifttumsstelle der Deutschen Evangelischen Kirche. Dr B: Für Studenten der Theologie kein Hörgelderlaß noch Hörgeldermäßigung. * Nr. 4051/41 Adj. München, 19. März 1941 Bayer. Staatsministerium für Unterricht u. Kultus An die Herren Rektoren der Universitäten München, Würzburg und Erlangen Betreff: Hörgeldpflicht der Studierenden der Theologie. Studierenden der Theologie ist künftig weder Hörgelderlaß noch Hörgeldermäßigung zu gewähren. x gez.(Unterschrift) Gegen diesen Erlaß erhob der Dekan der Erlanger Theologi- schen Fakultät D. E.... durch, persönliche Vorstellung im Bayer. Staatsministerium für Unterricht und Kultus in München am 22. 4. 41 Einspruch. Die Begründung für seinen Protest wurde vom da- maligen Referenten des Ministeriums anerkannt, der jedoch eine schriftliche Wiederholung des Protestes unter Stellungnahme des Rektors der Universität verlangte. Auf die demgemäß an das Mini- sterium gerichtete schriftliche Eingabe um Zurücknahme des Er- lasses, die vom Rektor der Universität unterstützt wurde, erging die nachfolgende Antwort. 42 Nr, VI 28021 Bayer. Staat für Unterricl An den Herrn F Erlan Betreff: I Zum Berich! Der renden d sind. De 2.44 Durch( nahmerecht üiffamiert, durch Verm berkomm; Reichsminis Slülzung be angerufen, Nr. VI 23027 München, 13. Juni 1941 Bayer. Staatsministerium für Unterricht u. Kultus An den Herrn Rektor der Universität 19, März 1941° Erlangen Betreff: Hörgeldpflicht der Studierenden der Theologie. Zum Bericht vom 28. 4. 1941 Nr. 954, 1308 Der Herr Staatsminister hat entschieden, daß die Studie- renden der Theologie von allen Vergünstigungen auszuschließen sind. Dem Antrag des Dekans der theologischen Fakultät vom 95. 4. 41 kann daher nicht entsprochen werden. LA, gez.(Unterschrift) Hörgelderlal Durch diesen Erlaß, der die Theologiestudierenden unter Aus- ' nahmerecht stellte, wurden auch die im Wehrdienst stehenden u diffamiert. Der Dekan der Theologischen Fakultät versuchte daher NE durch Vermittelung anderer staatlicher Stellen ein Einschreiten des Oberkommandos der Wehrmacht zu erwirken. Ferner wurde das Reichsministerium für die kirchlichen Angelegenheiten um Unter- _ Theologi stützung bei dem Reichswissenschaftsministerium in dieser Sache w= Ed angerufen. Alle diese Versuche blieben jedoch ohne Erfolg. n am 2. 4 rde vom da- e m) loch eine ngnahme des ın das Mint ‚hme des Er ie erging die Bei Gedächtnisieiern von gefallenen Studenten werden Theologiestudierende nicht genannt. Der Dekan Erlangen, 23. Juni 1941 der Theologischen Fakultät Herrn Landgerichtsrat H... im Reichsministerium f. d. kirchlichen Angelegenheiten Berlin W 8, Leipziger Straße 3 Sehr geehrter Herr Landgerichtsrat! Herr Prof. Dr. A. leitete mir Ihre an ihn gerichtete Anfrage vom 16. ds..Mts. zu, die ich auf seinen Wunsch als Dekan der Theologischen Fakultät und als Ohrenzeuge der fraglichen Ver- anstaltung beantworte. Das Gerücht bezieht sich mutmaßlich auf die Feier des 15jäh- rigen Bestehens des NSDStudentenbundes, die hier im Januar dieses Jahres unter Anwesenheit des Rektors, der Dekane, des Lehrkörpers, von Vertretern der Partei, der Wehrmacht und der Staatsbehörden sowie von Studenten stattfand. Der hiesige Stu- dentenführer forderte in seiner Ansprache auf, der Toten zu ge- denken, die Versammlung erhob sich, und er verlas darauf die Namen 1. der Studenten, die für die Bewegung vor 1933 starben, 2.„des“ Kameraden, der im gegenwärtigen Krieg gefallen sei, eines Leutnants, dessen Namen ich nicht behalten habe, Mitglieds einer der hiesigen Studentenbundskameradschaften. Bis zum damaligen Zeitpunkt waren hier die Namen von 22 Männern bekannt, die seit 1933 an der hiesigen Universität The o- logie studierten und die im jetzigen Kriege gefallen sind(die Zahl hat sich inzwischen auf 3 erhöht). Von diesen für Führer und Volk Gefallenen wurde bei der Feier keiner genannt. Der Studentenführer würde dies möglicherweise damit begründen, daß er nur Mitglieder des Studentenbundes habe nennen wollen, von dem Theologen heute ausgeschlossen sind. Da aber noch jahre- lang nach der Machtergreifung auch Theologen Mitglieder des NSDSTB. waren, wäre m. E. zu prüfen gewesen, ob sich nicht 44 auch unter di den. Fest st deutscher vol glied des B NSDSTB. an Der Stud dentenbunde: vollimmatrik liche Theolog sind demnac! meinen Begr von der Pflic überlebender sehr wohl di der gefallene wenn sie vor Mit best Juni 1941 ete Anfrage Dekan der IK hen Ver- - des 15jäh- n Janual© Dekane, des FE ht und der 55 iesige Stu- ten zu ge- darauf die} 033 starben, 'y se], eines ‚oljeds einef| EEERP TE LTT TFT TEE Pen See auch unter den gefallenen Theologen Mitglieder des Bundes befin- den. Fest steht jedenfalls, daß einer von ihnen, der als Volks- deutscher von den Polen ermordet wurde, hier in Erlangen Mit- glied des Bundes auslandsdeutscher Studenten war, der dem NSDSTB. angegliedert ist. Der Studentenführer ist jedoch nicht nur der Führer des Stu- dentenbundes, sondern auch der Studentenschaft, zu der alle vollimmatrikulierten Studenten deutschen Blutes, also auch sämt- liche Theologen nach wie vor gehören. Die gefallenen Theologen sind demnach auch sämtlich Mitglieder seiner Gefolgschaft. Nach meinen Begriffen von Kameradschaft und Ehre, insbesondere auch von der Pflicht gegenüber toten Männern, die sich zu Gunsten des überlebenden Teiles des deutschen Volkes geopfert haben, hätte sehr wohl die Möglichkeit bestanden, daß der Studentenführer auch der gefallenen Theologen als seiner Gefolgsleute gedacht hätte, auch wenn sie vom NSDSTB. gegen ihren Willen ausgeschlossen waren. Mit besten Empfehlungen gez Bern, Professor und Dekan. Geistliche dürfen nicht mehr Führer und Unter- führer des NS.-Reichskriegerbundes sein oder ein Ehrenamt bekleiden. Eingabe-Abschrift. Nürnberg-O, den 26. Juni 1941. Wöhrder Schulgasse 2 Der Reıci. v»undesführer An den Reichskriegerführer Herrn General d. I., SS-Grüppenführer R....... Berlin W 30 Geisbergstraße 2. Herr General! In der Reichskriegerzeitung, Parolebuch Nr. 8 vom 23. Februar 1941 steht unter Anordnungen des Reichskriegerführers betreff Kirchenangelegenheiten in Ziffer 2: „Geistliche dürfen nicht Führer und Unter- führer des NS.-Reichskriegerbundes sein oder ein Ehrenamt desselben bekleiden. Dasselbe gilt für führende Persönlichkeiten irgend- welcher religiöser Gruppen und Gemeinschaf- ben.; Ungezählte Geistliche, die als Soldaten, Unteroffiziere, Offiziere und Stabsoffiziere zur Zeit im Felde stehen bzw. an dem Weltkrieg teilgenommen haben, sehen darin eine unberechti gte Dis- qualifikation des gesamten evangelischen Pfar- rerstandes und haben mich dringend gebeten, im Namen des Reichsbundes der Deutschen Evangelischen Pfarrervereine, der über 16000 Geistliche zu seinen Mitgliedern zählt, schärfste Ver- wahrung dagegen zu erleben. 46 "Ich darf hi Als man hunderts im der Theologen selzle, haben keinen Gebra gelische 7 fallen; daz die Märtyı geworden s gelische P und zwar mal je4B gefallen. In dem gei Plarrhaus berı Igen. Being Selischen Kriegspfar Herr Gen. felische Pfarr Dannurun: ıni 1941, 5. Februar ors betrel , Offiziere weltkries ‚Dis‘ ‘Ich darf hiezu folgendes ausführen: Als man in den achtziger Jahren des vorigen Jahr- hunderts im Deutschen Reichstag den Antrag auf Befreiung der Theologen vom Wehrdienst einbrachte und auch durch- setzte, haben die evangelischen Theologen erklärt, daß sie keinen Gebrauch davon machen würden. 2300 evan- Berne Theologen sind-im Weltkrieg. ge- Ballen; dazu kommen noch 30 baltische Pfarrer, die Märtyrer ihres Glaubens und Deutschtums geworden sind. Von seinen Söhnen hat dasevan- Belische Pfarrhaus im Weltkrieg 4152 verloren, Bd zwar 565mal je 2 Brüder, 84mal je 3 Brüder, 5mal je4 Brüder. 40 sind in Nachkriegskämpfen gefallen. In dem gegenwärtigen Kriegsgeschehen zählt das evangelische Pfarrhaus bereits 341 Namen von Gefallenen, darunter 157 Theo- logen. Beinahe ein Drittelallerordiniertenevan- gelischen Pfarrer steht als Offizier, Soldat oder Bee espfarrerin der Wehrmacht. Herr General! Sie werden verstehen, daß die gesamte evan- gelische Pfarrerschaft Deutschlands es nicht verstehen kann daß . Klasse der Deutschen damit versetzen will. Kein anderer Stand im © DeutischenReichistuntereinesolche Ausnahme- - bestimmung gestellt, nur der Pfarrerstand. So schreibt ein Leutnant der Reserve und Adjutant u. a.: „l. Bislang waren im NS.-Reichskriegerbund gleich- berechtigt alle die, die den Schutzwall ihrer Leiber im Welt- krieg um Deutschland legten, die wußten, was deutsche Treue ist und die Ehre unserer Nation. Es galt nicht Kon- fession, nicht Rock oder Beruf, sondern das, was unter dem Rock steht, der innere Gehalt des Mannes, mag er— wie ich — Offizier und Pfarrer sein bzw. gewesen sein oder nicht. 2. Solange die Mannesehre im nationalsozialistischen Staat als besonders wertvolles Gut geachtet wird, darf ich als Staatsbürger, Offizier, Kriegsteilnehmer und Parteigenosse erwarten, daß der NS.-Reichskriegerbund, seiner Tradition getreu, in keiner Weise meinen Stand angreift. 3. Die in Frage stehende Verfügung aber kann nur empfun- den werden als das, was sie ist, als eine öffentliche Herabsetzung eines Standes, dem der Reichs- kriegerbundin seiner 150jährigen Geschichte 47 zutausend- undabertausendfachem Dank ver- pflichtet ist. Und das geschieht zu einer Zeit, in der un- zählige Pfarrer erneut als Offiziere der deutschen Wehrmacht im Felde stehen und leuchtendes Vorbild ihrer Leute sind.“ Ein anderer Geistlicher, der den Feldzug in Frankreich 1940| als Leutnant mitgemacht hat und Mitglied des NS.-Reichskrieger- bundes ist, schreibt: „Ich hätte gern Antwort auf die Frage: Welche Erwägun- gen der höheren Leitung oder welche Gründe der praktischen Führung oder welche unsoldatischen Eigenschaften der Geist- lichen(Feigheit, Untreue, Mangel an Kameradschaft, Selbst- sucht usw.) haben dazu geführt, daß mit dieser Anordnung hunderte und tausende von evangelischen Geistlichen, die als Soldaten und Offiziere nicht nur im Weltkrieg, sondern auch besonders 1939/1941 an der Front gekämpft und geführt haben und dafür ausgezeichnet worden sind, von der Heimatso- zusagen degradiertundihrer Ehre beraubt und zu Kameraden zweiter Klasse erklärt werden?” Herr General! Die deutsche evangelische Pfarrerschaft hat schon bisher bewiesen, daß sie zu jedem Einsatz und Opfer für Volk und Vaterland bereit ist und heute wissen wir evangelischen Pfarrer uns im tiefsten verbunden mit der Schicksalsgemeinschaft unseres Volkes und bis zum letzten verpflichtet den Aufgaben, die uns dadurch gestellt sind. Dieser Geist ist heute in der deutschen evangelischen Pfarrer- schaft als geschlossene Kraft lebendig und es ist uns das drin- gendste Anliegen unseres Lebens, daß uns Recht und Möglichkeit gegeben wird, in diesem Geist an unserem Platz unserem deutschen Volk dienen zu dürfen. Wir bitten Sie, Herr General, die genannte Anordnung aufzuheben oder sie wenigstens einer gefälligen Nach- prüfung zu unterziehen. Dankbar wäre ich, wenn einer Abordnung des Reichsbundes der Deutschen Evangelischen Pfarrervereine Gelegenheit gegeben werden wollte, mit Herrn Reichskriegerführer Rücksprache nehmen zu dürfen. gez. Klingler, Kirchenrat. — nn———————————— Evang,-luth. Nr. 7459, An das Bayer. Staat: für Unterric in München m Betreff: Uns wir Theologie en vorgelegt, in ‚AufGr Studier Sligung Gewähr dernic, Wie ur Unter dem 7 Von einem o )ank ver- ‚in der un- Wehrmach! ate sind“° R nkreich 191° eichskrieger- ; he Erwägun- * praktischen” :n der Geisl- haft, Selbst” r Anordnung hen, die al“ ondern auch ‚eführt habe Jeimats0-© raubt und® ı werden rerschaft ha nd Opfer für e yangelischd oemeinschäll Aufgaben, dit? em deutsche lie genannl‘ alligen Nach” er Abordnun; ß pfarrerverel führe skriegel inglel; ri henral. Theologiestudierende sind von allen Vergünstigungen auszuschließen. Abschrift von Abdruck Evang.-luth. Landeskirchenrat München 2, den 16. Juli 1941 Nr. 7453. Arcisstraße 13, Tel. 52 002 Abdruckan den Deutschen Pfarrerverein zur gef. Kenntnis. An das Siegel. Bayer. Staatsministerium für Unterricht und Kultus in München Betreff: Hörgeldpflicht der Studierenden der Theologie. Uns wird ein unter dem 2. Juli 1941 an eine Studeptin der Theologie ergangener Bescheid des Rektors der Universität Erlangen vorgelegt, in dem es heißt: „AufGrundderME. v. 13.6. 41 Nr. V 25022810 dare Studierenden der Theologie von allen Vergün- stigungen auszuschließen. Ihrem Gesuche um Gewährung von Hörgelderlaß kann sonach lei- der nicht entsprochen werden.“ Wie uns die Deutsche Evang. Kirche, Kirchenkanzlei, erst unter dem 7. Juli 1941 mitteilt, ist der Berliner Universitätsquästur von einem grundsätzlichen Fortfall von Hörgelderlaß und Hörgeld- ermäßigung für Theologen nichts bekannt. Es muß sich darnach bei der vom Rektor der Erlanger Fakultät angezogenen ME. um eine nur in Bayern verfügte Ausnahmebestimmung handeln. Wir bitten, uns die Gründe für eine derartige Ausnah mebehandlung der evangelischen Studierenden der Theologie, dienuralseineDegradierung empfunden werden kann, mitzuteilen. Wir setzen dabei voraus, daß dem Bayer. Staatsministerium für Unterricht und Kultus bekannt ist, wie viele evang. Theologen zur Zeit im Heeresdienst stehen und daß nicht wenige von ihnen in dem Kampf um Deutsch- lands Zukunft ihr Leben hingegeben haben. gez. D. Meiser. 49 Geistliche sollen vom Roten Kreuz ausgeschlossen werden. Abschrift. Deutsches Rotes Kreuz München 22, den 7. 8. 1941 Landesstelle VII Schließfach 12. Nr. 12 130 Az.: V/Sche/Hi. An sämtliche Kreisstellen im Bereich der DRK.-Landesstelle VII nachrichtlich an den Inspekteur VII 3. Aufnahme von Pfarrern und Angehörigen konfessionell gebun- dener Orden. Ein Sonderfall gibt dem Landesführer Veranlassung, folgendes anzuordnen: 1. Die Aufnahme von Pfarrern oder Angehörigen kon- fessionell gebundener Orden und Verbände in das DRK.(d. h. auch in die Ortsgemeinschaften oder Kreisgemeinschaft) ist grundsätzlich verboten. . Soweit die obengenannten Personen bereits Mitglieder des DRK. sind, sind sie grundsätzlich zu Veranstal- tungen des DRK. nicht heranzuziehen bzw. einzuladen. .Es wird den DRK.-Kreisführern zur Pflicht gemacht, auf taktvolle Art und Weise unter Hinweis auf die überkonfes- sionelle Stellung des DRK. und seiner kriegswichtigen Auf- gaben, den Austritt der Betreffenden aus dem DRK. zu veranlassen. Der DRK.-Landesführer ersucht um Vollzugsmeldung bis 30. September 1941. DRK.-Landesführer VII: I: Ve gez. Dr.v. RK... DRK.-Generalführer. | j ll" a ten Einlad 1 Selistet hat |) Haben, daß 5 SGAM[Cx227 SE oh Der Reichsbunde: Von allen die beifolgene Rotes Kreuz a desstelle VII Stgeben word Unter den des Deutscher E Vorhabe, die Ach einer hr Kilig um Au , Yesung Vera {Wort gebl; ‚Inzwische arın bei Geistliche sollen vom Roten Kreuz ausgeschlossen werden. > Eingabe-Abschrift£ Nürnberg, den 11. Oktober 1941. Wöhrder Schulgasse 2. An das Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes Der Reichsbundesführer Potsdam Von allen Seiten geht mir Mitteilung zu, daß unter dem 7. 8. 41 die beifolgende Anweisung von der Landesstelle VII Deutsches Rotes Kreuz an sämtliche Kreisstellen im Bereich der DRK.-Lan- desstelle VII und nachrichtlich an den Inspekteur VII hinaus- gegeben worden ist. Unter dem 4. Oktober 1941 habe ich an die Landesstelle VII des Deutschen Roten Kreuzes, München 22, geschrieben, daß ich vorhabe, die Angelegenheit allerhöchsten Stellen vorzulegen und auch einer breiteren Oeffentlichkeit mitzuteilen. Ich habe gleich- - zeitig um Auskunft gebeten, welch ein Sonderfall zu dieser An- - weisung Veranlassung gegeben hat. Bis heute bin ich ohne jede - Antwort geblieben. Inzwischen habe ich von anderer Seite erfahren, daß der„Vor- fall“ darin besteht, daß ein katholischer Pfarrer der an ihn ergan- genen Einladung zur Vereidigung von DRK.-Helferinnen Folge geleistet hat, woran verschiedene Anwesende Anstoß genommen haben, daß ein Geistlicher überhaupt zugegen war. Ich bitte nun um Auskunft, wie das Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes sich zu der Angelegenheit stellt, bevorichderganzen deut- "schen Pfarrerschaft davon Kenntnis gebe. Schon heute möchte ich darauf hinweisen, daß, wenn ich rich- tig berichtet bin, der Gründer des Deutschen Roten Kreuzes, der Genfer Bankier Henry Dunant, ein führender Mann im christ- lichen Verein junger Männer in Genf war und als solcher 1844 bereits an der Gründung des Weltbundes in Paris beteiligt war. Es ist kein Zweifel, daß er bei der Gründung des Roten Kreuzes als bewußter Christ gehandelt hat. 51 Zu dem kommt, daß viele Amtsbrüder und deren| Frauen an der Gründung von Ortsgruppen her-. vorragend beteiligt waren und viele ihr Leben langals Mitglied des Roten Kreuzes Beiträge ge- zahlt und gesammelt haben. Wenn ausdrücklich hin- gewiesen wird auf„die überkonfessionelle Stellung des Roten Kreuzes und auf seine kriegswichtigen Aufgaben“, so wird hier tat- sächlich überkonfessionell und konfessionsfeindlich miteinander verwechselt. Bisher verstand man unter„überkonfessionell“ eine Haltung, die ohne Ansehung der Konfession alle arbeitswilligen Kräfte zusammenfaßt. Das allein erscheint heute eine kriegswich- tige Aufgabe zu sein. Oder sollten etwa die Geistlichen diesen Auf- gaben im Wege stehen? Bis heute haben schon 700 Pfarrhäuser in diesem Kriege größte Blutopfer gebracht. Unter den gefallenen Pfarrerssöhnen sind allein 117 aktive Berufsoffiziere. Wir sehen in der Anordnung eine schmerzliche Ehren- kränkungundBeleidigungdes deutschen evange- lischen Pfarrhauses, von deren Söhnen eine Anzahl be- reits das Ritterkreuz des E. K. erhalten haben. Wäre nicht die Konsequenz, die Geistlichen samt und son- ders unter Hinweis auf die überkonfessionelle Stellung aus der deutschen Volksgemeinschaft und aus der Wehrmacht auszuschließen? Hinweisen möchte ich noch auf eine Verordnung des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern vom 3. Januar 1938 Nr. ITS B 6400/1585, betreff Glaubensfreiheit:„Die Freiheit des reli- giösen Bekenntnisses, soweit es nicht gegen das deutsche Sittlich-| keitsgefühl verstößt, ist ein Programmpunkt der NSDAP...... Ausder Wahldes Bekenntnisses darf, soweit die-| h sessichim Rahmen der durch Artikel 24 des Par- teiprogramms gezogenen Grenzen hält, dem Be- I: amten keinerlei Nachteil erwachsen.“ Die Anordnung der Kreisstelle im Bereich der DRK.-Landes-|| stelle VII steht in schroffem Widerspruch zu der Anordnung des Herrn Reichs- und Preußischen Ministers des Innern. Dazu kommt, daß bei der Volkszählung vom 17. Mai 1939 in Bayern nachweislich 98% sich zu den chrisiz lichen Konfessionen bekannt haben. Wir for-| dern daher die Aufhebung jener Anordnung vom 1 7. August 1941, die mitten im Kriege die Volks- fl gemeinschaft zerreißt, anstatt sie zu festigen. gez. Klingler. | Auf das Evangelischen sidium des De folgende Antw An den Reichsbund de Deulsch-evang Nürnberg- Wöhrder Schulgas Auf 0..| DRK-Präsidiu liferd, der D . Aurückgezogen ndderen Auf das Protestschreiben des Reichsbundes der Deutschen pen her- Evangelischen Pfarrervereine, vom 11. Oktober 1941, an das Prä- hr Leben des Deutschen Roten Kreuzes, kam unter dem 17. Oktober träge gge- folgende Antwort: icklich hin-° ‚ des Roten Eden vird hier tat-; miteinander der sionell“ eine Deutsch-evang. Pfarrervereine e. V. beitswilligen Nürnberg-O kriegswich- Schulgasse 2 ‚ diesen Auf-% 'arrhäuser in n gefalleneı Auf o.a. Schreiben wird mitgeteilt, daß lt. Anordnung des DRK.-Präsidiums die im Rundschreiben Nr. 61, Hauptabteilung I,| no Ehrei- Ziffer 3, der DRK.-Landesstelle VII, München, erlassene Verfügung H „yange- Zurückgezogen ist.| Anzahl be Heil Hitler! 'äre nich! 5 Der Chef des Führungsamtes und sol‘ i, V.: gez De: Br ‚ssionelli einschall s des Reichs‘ jar 1988 N neit des rel er. Sittlich" Versagung von Kinderbeihilfen an Geistliche. n Meppen, den 14. 8. 1941. An den Herrn Vereinsführer des Hannoverischen Pfarrervereins Großburgwedel Im Kreis Melle hat die Kreisleitung grundsätzlich,also nicht beieinemeinzelnen Geistlichen, Einspruch in Bezug auf Pastorenkinder erhoben. gez.. W. FE. Evang.Luth. Landeskirche Hannover. Hannover W, den 8. 8. 41. Das Landeskirchenamt Nr. 7620 VI 7 An den Vorsitzenden des Hannoverschen Pfarrervereins Herrn Superintendent Sp...... in Groß-Burgwedel über Hannover Im Anschluß an die Besprechung mit unserem Sachbearbeiter am 8. Juli 1941 teilen wir Ihnen mit, daß die Finanzabteilung bei 3 der Deutschen Evangelischen Kirchenkanzlei mit Schreiben vom 29. Juli 1941 bei dem Herrn Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten wegen der Versagung von Kinderbei- hilfen an Geistliche vorstellig geworden ist und ge- beten hat, auf Abhilfe hinzuwirken. Auch ist die Sache von dem| Sachbearbeiter der Finanzabteilung bei der Deutschen Evangeli- schen Kirchenkanzlei im Reichskirchenministerium mündlich vor- getragen worden. Der Ertolg dieses- Schrittes wird nun zunächst abgewartet werden müssen.— Ob Sie unabhängig von diesem Schritt sich auf dem Weg über den Vereinsführer des Pfarrer- vereins einschalten wollen, müssen wir Ihrer Entscheidung über- lassen. gez. unleserlich. a I PERFET Der Leiter d Der Beauftr: Reichsstuden An den Vereinsführe Pfarrerverei Berlin N\ nn Betrefi: Auf Bezug: Ihr 2, vom vor£ der Gli mit sorg gabı sch] Stuc Sein Einspruch hbearbeilt I Sen en er POREPTSRREN RER RWREIERNARER 6. ZUORDNEN AB Eat= N. 20 Su: Studenten der Theologie werden nicht mehr in die Gliederungen der Partei aufgenommen. Abschrift. Der Leiter der Dienststelle Berlin Der Beauftragte Berlin des Reichsstudentenführers Berlin W 35, den 4. Sept. 1941 Friedrich Wilhelmstraße 22 Fernruf: 259576 Vereinsführer des Berliner Evang. Pfarrervereins e. V. Berlin NW 37 Betreff: Aufnahme von Theologiestudenten in die NSDAP Bezug: Ihr Schreiben an die Gaustudentenführung Berlin vom 22. August 1941. Der Gaustudentenführer Berlin hat mir Ihr Schreiben vom 22. August mit der Bitte um Beantwortung durch die vorgeseizie Dienststelle übergeben. Auf Weisung übergeordneter Stellen werden Stu- denten der Theologie nicht mehr in die Gliederungender Partei aufgenommen, da- mit in Zukunft eine klare und reinliche Scheidung der seel- sorgerischen Aufgaben der Kirche und der politischen Auf- gaben der Partei durchgeführt werden kann. Die Deutsche Studentenschaft ist trotzdem für YOL* schläge dankbar, die sich auf die Betreuung von Theologie- studenten im Rahmen der Hochschule beziehen. Ihr Schreiben vom 22. August dürfte damit erledigt sein. Heil Hitler! Dienstsiegel. gez. Gmelin, Beauftragter Berlin des Reichsstudentenführers. Pfarrer aus dem Bund„Deutsche Familie“ aus- geschlossen. Ehrenbuch verweigert. Abschrift. An 20. Januar 1942. den Landesleiter des Bundes Deutsche Familie Dresden-A 1— Neumarkt 15 Beiwete- Pfarrer Sch‘.:.... in B., Bez. Dresden. Pfarrer Sch....... in B., Bezirk Dresden, seit 1929(seit Gründung seiner Ortsgruppe in Radeburg), Mitglied des Bundes Deutsche Familie, hat mir mitgeteilt, daß er das„Ehrenbuch“, das er vor 4 Jahren beantragt habe, bisher nicht erhalten habe, ihm vielmehr unterm 29. 12. 41 vom stellvertr. Landesleiter mitgeteilt worden sei: „Sehr geehrter Herr Pfarrer! Ich habe Ihnen folgendes.mit- zuteilen: Die Mitgliedschaft im Reichsbund Deutsche Familie setzt voraus, daß die Eltern, die dem Bund angehören wollen, unbe- dingt positiv zum Nationalsozialismus und seinem Führer Adolf Hitler stehen. Nach Mitteilungen, die der Landesleitung zuge- gangen sind, scheint das bei Ihnen nicht zuzutreffen. Ich habe daher den Kreisabschnitt Radeburg angewiesen, Ihnen künftig- hin keine Beiträge mehr abzufordern und nehme an, daß Sie für diese Maßnahme Verständnis zeigen werden. Heil Hitler! Landesleiter i. V. zB Pfarrer Sch........ hat unterm 14. 1. 1942 um Rücknahme der mitgeteilten Maßnahme und um Angabe des Inhalts der der Landesleitung zugegangenen Mitteilungen und ihrer Gewährsmän- ner ersucht, damit er alle möglichen Schritte zur Zurückweisung dieser abträglichen Angaben, in denen er Verdächtigungen sieht, tun kann. 56 Der Pfarre gehört, empfin schmerzlic schen Pfar demischer dergangs( ausgezeich Gesundhei Ist Pfarre . Ostiront— bereits ve; Widerspru genannte währsmän [ desKriege Fr eihm13J pa Der Pfarrı FE tssch.... - das schon vor war 1942, it 1929(seit les Bundes nbuch“, das ı habe, ihm 7 mitgeteilt gendes mil- "amilie setz! ollen, unbe- "ührer Adoll situng zuge n. Jch habe nen künflig- an, daß Sie i Der Pfarrerverein für Sachsen, dem Pfarrer Sch....... an- gehört, empfindet diese Behandlung seines Mitglieds als eine schmerzliche Kränkung des ganzen evangeli- schen Pfarrerstandes, der wie kein anderer aka- demischer Stand sichauchindenJahren des Nie- dergangs durch hochwertigen Kinderreichtum ausgezeichnet hat und immer für die Ehre und Gesundheit der deutschen Familie eingetreten Bprarter Sch....... hat dreiiSöhne an der Ostfront— derältesteist Offizier, dieandernsind bereits verwundet. Kann man solchen Mann im Widerspruch zu den Satzungen des RDF. auf un- genannte Beschuldigungen ungenanntler Ge- währsmänner unterderHand, dazunoch während des Krieges aus dem RDF. ausschließen, nachdem erihm 13 Jahre angehört hat? Der Pfarrerverein für Sachsen bittet, den Ausschluß des Pfar- on Sy ch VRR aus dem RDF. rückgängig zu machen und ihm das schon vor vier Jahren beantragte Ehrenbuch zu verleihen. gez. Dr. Meyer, Vereinsführer des Pfarrervereins für Sachsen. Geistliche sind nicht mehr berechtigt, Privat- unterricht und Nachhiliestunden zu erteilen. Abdruck. E. II e 88.(b) Betreff: Privatunterricht durch Geistliche u. Ordensangehörige. Es wird mir mitgeteilt, daß Geistliche und Ordensangehörige (insbesondere frühere Ordenslehrkräfte), sich in zunehmendem Maße bemühen, durch die Erteilung: von Privatunterricht aller Art und Nachhilfestunden den Einfluß auf die Jugend zurückzugewin- nen, den sie,durch die Aufhebung der Privatschulen verloren haben. Ich ersuche, diesen Bestrebungen nachdrücklichst ent- gegenzutreten. Soweit nach dem geltenden Recht die Erteilung von Privat- unterricht der Erlaubnis bedarf oder der Schulaufsichtsbehörde angezeigt werden muß, istin diesem Falle die Erlaub- nis zu versagen oder auf Grund der Anzeige der Unterricht zu verbieten. Aber auch wo eine Erlaubnis oder Anzeigepflicht nicht besteht und der Schulaufsichtsbehörde bekannt wird, daß Geistliche oder Ordensangehörige Privatunter- richt erteilen, ist auf Grund der allgemeinen Staatsaufsichtsbefug- nis(Art. 144 RV.) erforderlichenfalls unter Inanspruchnahme der Polizeibehörde hiegegen einzuschreiten. Sofern Geistliche oder Ordensangehörige Privatunterricht in gewerblichen oder kaufmän- nischen Fächern erteilen wollen, ist regelmäßig anzunehmen, daß der Unterricht gewerbsmäßig an Personen erteilt werden soll, die ihre Kenntnisse als gewerbliche oder kaufmännische Angestellte erweitern wollen. ($ 1 Abs. 2 der Bekanntmachung des Bundesrats vom 2. 8. 1917 RGBl. S. 683.) Allgemein weise ich darauf hin, daß Schüler und Schülerinnen zur Entgegennahme von Privatunterricht oder Nachhilfestunden der Genehmigung des Schulleiters bedürfen. Ich ersuche, die Schul- leiter in geeigneter Weise darauf hinuzweisen, daß Schülern 4 undSchülerinnen, diePrivatunterrichtbeiGeist- lichen oder Ordensangehörigen nehmen wollen, die Genehmigung dazu zu versagen ist. Den Eltern sind in diesen Fällen andere geeignete Kräfte zu empfehlen. Von einer Veröffentlichung dieses Erlasses ist abzusehen. Reichsmin. f. Erzieh. Wissensch. 1,0% T hi N BEN RB und Volksbildung(E II e 885) gez. Unterschrift. 58 Kreispfarrer Eschweg N Die Leite hat meiner I Itont sagen] Ihrlings aus Die Partei h; Gegen d Nenn der F Haus von A Ich jeder Vı Geist, der di Geist Werde Wird, nsangehörige, :nsangehörigt 1ehmenden icht aller Art! rückzugewin- ulen verloren klichst ent- s von Prival- sichtsbehörde f ;e Erlaub-® nzeige dei ine Erlaubnis fsjı hisbehörd: Privatunlel- ıfsichtsbeiug- ‚chnahme de istliche oder ler kaufmän- a nehmen, da) srden soll, dt » Angestelll$ vom 2. 8. I) ‚ Shülerinne) SE hi festunde# . die Schi ı Schi jlere& Dem Piarrhaus wird ein Haushaltlehrling aus weltanschaulichen Gründen versagt. Busispfarrer W..... Eschwege, den 9. März 1942. Eschwege Herrn Kreisleiter W.-Eschwege. Sehr geehrter Herr Kreisleiter! Die Leiterin der örtlichen Frauenschaft, Fräulein Sch hat meiner Frau durch Frau A von der Deutschen Arbeits- front sagen lassen, daß der Antrag auf Zuweisung eines Haushalts- lehrlings aus weltanschaulichen Gründen abgelehnt werden müsse. Die Partei hat sich anscheinend auf denselben Standpunkt gestellt. Gegen diese Entscheidung erhebe ich bei Ihnen Einspruch. Wenn der Haushalt eines Pfarrers oder ein bewußt christliches Haus von Ansprüchen ausgeschlossen werden soll, die grundsätz- lich jeder Volksgenosse erheben darf, so erblicke ich darin einen Geist, der die Volksgemeinschaft zerstört und aufhebt. Gegen diesen Geist werde ich kämpfen, solange mir die Kraft dazu geschenkt wird. Ich habe noch niemals gehört, daß aus weltanschaulichen Gründen der Einsatz des evangelischen Pfarrhauses für das Vater- land abgelehnt worden ist. Nach einer mir vorliegenden Statistik standen bis Ende Januar 1942 7433 Theologen im Felde. Davon sind bereits 562 Pfarrer und außerdem 725 Pfarrerssöhne gefallen. Es ist mir auch völlig unbekannt, daß aus weltanschaulichen Gründen ein Pfarrer oder ein Glied des Pfarrhauses nicht die ehrenvolle Anerkennung im Kriege erhalten hätte. Bis Ende Ja- nuar trugen 1700 Pfarrer das EK II und zum Teil das EK I, zwei Pfarrer das Ritterkreuz, fünf Pfarrerssöhne das Deutsche Kreuz in Gold, 43 Pfarrerssöhne das Ritterkreuz und höhere Auszeichnungen. Soll der fortwährende Kampf gewisser Kreise gegen das Pfarr- haus der Dank des Volkes für das Opfer sein? Dann werde ich dafür sorgen, daß jetzt die Oeffentlichkeit darüber aufgeklärt wird. 59 Ich bitte Sie, meinen Einspruch nicht so anzusehen, als ob ich N| damit jetzt die Zuweisung eines Haushaltlehrlings erzwingen Kal wollte. Wir würden jetzt nach dieser Ablehnung zu stolz sein, um k von einer Gnade zu leben. Ich bitte Sie aber im Interesse der Par- tei, die Entscheidung alsbald aufzuheben und die Leiterin der | Frauenschaft darauf hinzuweisen, daß nur sachliche Gründe zu / entscheiden haben. 4 Sollte keine Revision der Entscheidung eintreten, behalte ich mir weitere Schritte gegen diesen undeutschen und die Volks- gemeinschaft zerstörenden Geist vor. € 60 | | | Der Be Nr. 285 lau „Verbot Unter d gehens der stand am D von Sch., im Mai dies bach, der i: erklärt hatı gemeinde b auch bei de genannt wu kannt, da: War, wen} geläligten| ın Seiner\ Anklage ei Weise frei Sehens Ifchen, als ob ich erzwingen iz sein, um e der Par-° iterin der© Gründe zu© Jehalte ich 8 die Volks- Bekanntgabe eines Kirchenaustrittes auf der Kanzel, auch ohne Namensangabe, mit Gefängnis bestraft. Abschrift. Der Bericht des Neustädter Anzeigenblattes vom 5. 12. 42 Nr. 285 lautet: „Verbotswidrige Bekanntgabe eines Kirchenaustritts. Unter der Anklage der versuchten Nötigung und eines Ver- gehens der verbotswidrigen Bekanntgabe des Kirchenaustritts stand am Donnerstag, den 3. Dezember, der Pfarrer Georg H.... von Sch..... vor dem Neustädter Amtsgericht.— H..... hatte im Mai dieses Jahres der Mutter eines Soldaten aus Unterschwein- bach, der im April seinen Austritt aus der evangelischen Kirche erklärt hatte, mitgeteilt, daß er diesen Schritt vor der Kirchen- gemeinde bekannt geben müsse. Dies geschah denn auch, wenn auch bei der Verlesung des Austritts von der Kanzel kein Name genannt wurde; indes war der Kirchenaustritt zuvor schon so be- kannt, daß auch ohne Namensnennung von der Kanzel zu erkennen Born wen H..... meinte. Auf Grund der in der Verhandlung geläligten Feststellungen sprach das Gericht den Angeklagten, der in seiner Verteidigung jede sträfliche Absicht bestritt, von der Anklage einer versuchten Nötigung mangels ausreichender Be- weise frei, verurteilte ihn aber wegen eines Ver- gehens der verbotswidrigen Bekanntgabe des Kirchenaustritts zu 3 Monaten Gefängnis.“ Geistliche nicht mehr geeignet zur Leitung einer VDA.-Gruppe. Abschrift. Volksbund für das Deutschtum im Ausland, Nürnberg- A, Königstraße 5%1I Gauverband Franken. Stadt der Reichsparteitage, den 22. 12. 42. Herrn Biatrer Sp... Emskirchen, Krs. Neustadt/Aisch Sehr geehrter Herr Pfarrer! Nach Schaffung des neuen Gauamtes für Volkstumsfragen bei der Gauleitung der NSDAP. wurde die VDA.-Tätigkeit in die- ses neue Gauamt übergeleitet und der Gauverbandsleiter gleich- zeitig als Mitarbeiter in das neue Gauamt übernommen. Im Zuge dieser organisatorischen Aenderung ist es leider nicht mehr möglich, daß VDA.-Gruppen unter der Leitung eines Geistlichen beider Konfessionen stehen. Wir sind daher gezwun- gen, vom neuen Jahr ab die Leitung Ihrer Gruppe in die Hände eines vom zusländigen Kreisamtsleiter aufgestellten Ortsbeauf- tragten zu übertragen. Ich bitte Sie, für diese Maßnahmen Verständnis zu haben und benütze gleichzeitig die Gelegenheit, Ihnen für Ihr bisheriges er- sprießliches Wirken im VDA. unseren allerbesten Dank zum Aus- druck zu bringen. Hei Hiller! IS: Gauverbandsleiter. Anden Emskirchen, den 28. Dezember 1942. Volksbund für das Deutschtum im Ausland Gauverband Franken in Nürnberg. Z. Schr. vom 22. 12. 42. Zeichen: R/Bü— . Es hat mich sehr befremdet, als ich am Weihnachtsabend die Mitteilung erhielt, daß ich als Leiter der Gruppe Emskirchen des 62 \DA. nunmeh der Leitung€ 7 Maßnahme nu blicken. Wir - Volksgenossen Es dürfte wärligen Krie nit in vorder Für die( mich seit Jah nich getroffe, glied des VD Austritt, Der - Tagen einsen« liegenden Akt ‚tumsfragen ‚keit in die- iter gleich- BE t es leider ‚ijtung eines ‚er gezwüN- ‚ die Hände | Ortsbeauf- ı haben und ar ı oc eI- F sheriges©" 55 k zum Aus 55 VDA. nunmehr abgesetzt sei, weil keine VDA.-Gruppe mehr unter der Leitung eines Geistlichen stehen dürfte. Ich kann in dieser Maßnahme nur eine Beleidigung des ganzen Pfarrerstandes er- blicken. Wir sind damit zu einer minderwertigen Klasse von Volksgenossen herabgewürdigt. Dagegen muß ich protestieren. Es dürfte bekannt sein, daß der Pfarrerstand gerade im gegen- wärtigen Krieg mit seinen persönlichen Opfern und Leistungen mit in vorderster Linie steht. Für die großen und wichtigen Belange des VDA. habe ich mich seit Jahrzehnten immer gerne eingesetzt. Nach der gegen mich getroffenen Maßnahme ist es mir nicht mehr möglich, Mit- glied des VDA. zu bleiben. Ich erkläre deshalb hiermit meinen Austritt. Den Jahresbericht für 1942 werde ich in den nächsten Tagen einsenden. Ich bitte um Mitteilung, an wen ich die bei mir liegenden Akten des VDA. abliefern soll. ‚ Pfarrer. PA 4 Verfo deg Eisen 4. Verfolgung, Verdächtigung und Verleumdung des evangelifchen Pfarrhaufes und des evangelifchen. Pfarrerftandes. „Kirche und Pastorenschaft als Ganzes haben an dem Aufbruch der Nation keinen Anteil, darum werden sie, wenn sie heute ein Wort der Kritik sagen, von den nationalsozialistischen Kämpfern als Fremdlinge und Saboteure empfunden.“ Konrad Korth„Christen vor Deutschland“ 1938 S. 6. Kin: Der Reichsbund 2 \ \ Betreft: g Anbei ji ON.../ Reichshundes ih, unserem U, Ah... "im Recht y Salspolize; ührt Worden Ueberfälle auf evangelische Pfarrhäuser in Hessen-Nassau. Nürnberg, den 21. November 1938. Der Reichsbundesführer An das Reichsministerium f. kirchliche Angelegenheiten Berlin Leipziger Straße 3 Betreff: Schutz des Pfarrerstandes. Anbei übersende ich zwei Niederschriften über Vorgänge a N..../Taunus und inR..../Nassau. Im Namen des Reichsbundes der deutschen evangelischen Pfarrervereine bitte ich, unserem Amtsbruder Georg B..., wohnhaft N..../Tau- Dus, Bh.... und dem dr Hermann I. ER zum Recht verhelfen und die Schuldigen der gebührenden Strafe zuführen zu wollen. Wie ich höre, sind die beiden Amtsbrüder von der Geheimen Staatspolizei in Frankfurt nach Frankfurt in Schutzhaft über- führt worden. Reichsbund der deutschen evang. Pfarrervereine Klingler, Reichsbundesführer. 1 ’ Abschrift. R...., den 12. November 1938. Bericht des Pfarrverwalters Herm. I..... über die Vorgänge in der Nacht vom 11. zum 12. November 1988. Wir, meine Frau, ich und unser‘/ıjähr. Söhnchen, waren gegen 11 Uhr in unserem Schlafzimmer im 1. Stock zur Ruhe ge- gangen und schon eingeschlafen. Da schlug etwa um 124 Uhr unser Hund, der vor dem Schlafzimmer auf dem Gang lag, an. Gleich darauf ertönte von der Straße vor dem Pfarrhause der Ruf: Hallo! Ich schaltete das Licht ein und ging zum Fenster, um nachzusehen. Als ich das Fenster öffnete, ertönte die Aufforde- rung: Sofort aufmachen. Auf meine Frage, wer unten sei, gab man mir zur Antwort: Polizei. Ich ging dann nach unten, um die Haustüre zu öffnen. Da der Hund heftig bellte, ertönte von draußen der Ruf: Tun Sie den Hund weg. Zugleich kam erneut die Aufforderung: Sofort öffnen, verbunden mit heftigem Gepolter und Schlägen gegen die Haustüre. Aus diesem undisziplinierten Verhalten schloß ich, daß es sich nicht um Polizei handeln könne. Deshalb weigerte ich das Oeffnen der Türe und ging in den ersten Stock zum Schlafzimmer zurück. Ich verschloß die Schlafzimmer- türe von innen. Gleich darauf kamen erneute Rufe, Schläge gegen die Türe und ein Schuß, den ich aber in dem allgemeinen Lärm nicht als solchen erkannte. Erst später stellte ich den Einschuß in der Haustüre fest. Der Schuß war durch die Haustüre über den Gang in die Treppe gegangen. Ich hatte vorher die Beleuchtung über der Haustüre außen angeschaltet und auch auf die Aufforde- rung, sie auszuschalten, brennen lassen. So konnte ich von oben die Umgebung des Pfarrhauses etwas erkennen. Ich sah eine Reihe, etwa 6-10 Männer, in„Räuberzivil“ vor dem Haus ver- teilt. Ein Teil wurde nach hinten geschickt, um die Hinterseite des Hauses zu bewachen. Erkennen konnte ich niemand. Als alles Lärmen keinen Erfolg hatte, wurde unten eine Scheibe eingeschlagen; ich hörte, wie jemand die Haustüre von innen öffnete, dann kamen die Männer die Treppe herauf. Sie kamen langsam, da der Hund ihnen im Wege war. Dann er- tönte der Ruf: Tun Sie den Hund weg, oder es wird geschossen. Daraufhin öffnete ich die Schlafzimmertüre. Wieder bedrohte man mich: Tun_Sie den Hund weg, oder ich schieße. Ich sperrte den Hund in ein Zimmer ein. Daraufhin kamen die Männer auf mich zu. Sie hatten geschwärzte Gesichter und Knüppel— wel- cher Art, kann ich mich nicht entsinnen— in Händen. Sie frag- ten: Wo ist der B....?(gemeint war der Pfarrverwalter B...- 68 BN....) sagte. Ich aufhält, Da schlug mich über den Ko schlug man die Treppe ich auf den auch, wenn an den Fül mich fort, iı Riemen den gab man ba dessen fieler wiedergeben {en. Später Immer mit ı auf der Tra Schläge. Da nächst lang eine Ecke zı In meine Nä — der Wort Staate nicht ab zur Ant Jetzt nicht Staat Mir y 3ab man mi Nicht einlası Ih hätte y Mir emeut f Verde mich Nur feste auch, stell ıber 1938. Vorgänge N) hen, waren ır Ruhe ge- n 124 Uhr Fenster, um e Aufforde-# ten sei, gab ı unten, um ertönte von kam erneul# ‚em Gepoller sziplinierien 5 ‚deln könnt: n den ersiel hlafzimmer-? chläge gege einen Lärm = on Einschu) e über del Haus ver , Hinterseil mand. ‚ unie Jaustuf n j p ein e vol heraul-. Dann® yänner gu. z we. Bu U} = alter B- 4 ‚schossel /- hedrobl* A ]’ h spertt 1 Sie Inh inN....). Man drohte mir für den Fall, daß ich es nicht sagte. Ich versicherte, daß ich es nicht wüßte, woB.... sich aufhält. Dasselbe sagte meine Frau. Man glaubte uns aber nicht, schlug mich vielmehr mit Knüppeln(oder einem Knüppel), auch über den Kopf bzw. die Arme, die ich zum Schutze vorhielt. Dann schlug man mir ein großes weißes Tuch um den Kopf, zerrte mich die Treppe hinab, aus dem Hause heraus. Vor dem Hause kam ich auf den Boden zu liegen, man schlug mich erneut, trat mich auch, wenn ich mich recht erinnere. Dann schleppte man mich an den Füßen ein Stück weit, packte mich dann auf und trug mich fort, indem man mich an den Füßen packte und mit einem Riemen den Oberkörper stützte. Einen Versuch, mich zu fesseln, gab man bald auf, da ich keinen Widerstand leistete. Während dessen fielen Ausdrücke, die ich dem Wortlaut nach nicht mehr wiedergeben kann, die mich aber irgendwie als Juden bezeichne- ten. Später wurde es still. Man trug mich durch das Dorf— immer mit verhülltem Gesicht— und legte mich nach einiger Zeit auf der Tragfläche eines Lastwagens nieder. Wieder erhielt ich Schläge. Dann setzte sich der Wagen in Bewegung. Ich lag zu- nächst lang ausgestreckt. Dann wurde ich aufgefordert, mich in eine Ecke zu setzen. Während der Fahrt kam einer der Männer in meine Nähe und fragte mich, warum ich mit B.... verkehre — der Wortlaut war etwas anders— und warum ich mich dem Staate nicht füge. Dann würde ich in Ruhe gelassen werden. Ich gab zur Antwort, das sei eine Gewissenssache, darüber könne ich jetzt nicht reden, ich würde mich im übrigen gern fügen, wenn der Staat mir mein Gewissen nicht bedränge. Das müsse der Staat, gab man mir zur Antwort, oder auch: darauf könne sich der Staat nicht einlassen— den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr.— Ich hätte wohl ein Gewissen, wie ein Hund. Dann drohte man mir erneut für den Fall, daß ich nicht sage, woB....sei. Man werde mich erschießen oder in den Rhein werfen. Ich konnte nur feststellen, daß ich nicht wüßte, wo B.... sei. Man fragte auch, ob ich Kinder habe, was ich bejahte und beteuerte mir, man habe mich nur aus Mitleid mit meiner Frau nicht schon er- schossen. Schließlich entfernte sich der Sprecher, um nach kurzer Zeit wieder von der Vorderseite des Wagens zurückzukehren und zu erklären, er habe sich mit seinen Kollegen besprochen, sie woll- ten mich bald absetzen. Ich müsse ihnen aber mein Ehrenwort geben, daß ich nicht wüßte, wo Br. sei. Auf die Frage, ob ich es gäbe, antwortete ich mit: Ja. Ein Versprechen, nicht mehr mit Br. zu verkehren, schlug ich ab. Darauf sagle man mir, wenn man mich noch einmal mit Br. zusammen träfe, schlüge man mich tot. Mitt- lerweile hatte der Wagen einmal seine Fahrtrichtung geändert, 69 ohne daß ich hätte sagen können, inwiefern und wo wir waren. Später erfuhr ich, daß wir gedreht hatten. Kurz darauf hielt der Wagen an. Man nahm mir das Tuch von meinem Kopf, forderte mich auf, vom Wagen zu springen, was ich tat, und teilte mir mit, als ich mich in der Gegend nicht auskannte, wir befänden uns zwischen Bogel und St. Goarshausen. Man zeigte mir die Richtung nach Bogel und forderte mich auf, über Bogel nach Hause zu gehen. Man gab mir das Tuch, mit dem man mir den Kopf verhüllt hatte, mit der Bemerkung, es sei mein. Ich solle es mir um die Füße wickeln. Ich hatte mich nämlich, als ich so plötzlich geweckt worden war, nur notdürftig bekleidet, u. a. nur Pantoffel ohne Strümpfe angezogen. Auf dem Weg zum Auto hatte ich unglücklicherweise die Pantoffel verloren, so daß ich den Weg barfuß zurücklegen mußte. Nach einigen Schritten auf der Straße fand ich mich zurecht. Ich stellte fest, daß ich un- gelfähr 300 Meter oberhalb der Abbiegung nach Reichenberg ab- gesetzt worden war. Der Lastwagen überholte mich bald. Er fuhr in Richtung nach Bogel. Es war ein Wagen mittlerer Größe. Die Farbe schien mir dunkelgrün zu sein. Die Seitenteile waren etwa 50 Zentimeter hoch, oben mit einem eisernen Band beschla- gen, bestiınmt seitlich, wohl auch oben. Das Band war etwa 4 bis 5 Zentimeter breit. Oben war es offen. Das Kennzeichen war un- kenntlich gemacht. Er hatte beim Fahren, besonders viel bei der Auffahrt nach Bogel ständig Fehlzündungen. Als er mich ver- ließ, blieb er einmal halten, um nur mit Mühe wieder anzufahren. Personen erkannte ich nicht. In nähere Beziehung trat ich nur zu einem Mann. Er hatte mittlere Größe, sprach ein schwerfälli- ges Hochdeutsch mit nassauischem Akzent. Seine Gesichtszüge konnte ich mir nicht einprägen. Er mag etwa 24 bis 30 Jahre alt gewesen sein. Etwa um"a vor 2 langte ich zu Hause an. Ich hatte schwere, blutunterlaufene-Schlagmale am ganzen Körper, hesonders an den Oberarmen, im Rücken, auf den Schen- keln und am linken Fuß. Auf dem Gesäß waren Schleifmale zu sehen. An jedem Fuß befand sich eine große Blase. Zu Hause stellte ich noch fest, daß der Fernsprechapparalt abgerissen war und auf dem Boden lag. Der Hörer war abge- schnitten. Meine Frau hatte schon während der Anwesenheit der Leute durchs Fenster um Hilfe geschrieen, wurde aber daran gehindert, indem man ihr mit Erschießen drohte. Nachdem sich alle eniferut hatten, rief sie von der öffentlichen Fernsprechstelle den Landjägerposten Bogel an, bekam aber zur Antwort, der Landjäger habe Urlaub und könnte darum nicht kommen. Der Vertreter in Miehlen meldete sich erst durch Vermittlung des 70 Landjägers Vorfälle zuı um den Ta stellen elc. ‚habe durch genannlen von meinen Die Vorgän: Frau L Br... wol „In deı Kundgebun, die Absicht walters Br, Diese Absic licht. Im L Seiten aus wollten, dal geführt we, keinen Glaı gerade über dem Dräng war zu die Augenscheir Io r hnung\ Nahen eine ir waren, { hielt der f, forderte teilte mir e mir die ;ogel nach n mir den ch solle es als ich so ‚u. a. nur zum Auto so daß ich hritten auf aß ich un- enberg ab- ‚ bald. Ei erer Größe. jeile waren 1d beschla- etwa 4 bis en war UD- vie] bei der' mich ver- anzufahren. rat ich nUf ‚chwerfäll- SE ‚esichtszügt| 0) Jahre all i an. am ganzen Je den Schen“"FE { Landjägers in St. Goarshausen. Er nahm die Schilderung deı Vorfälle zur Kenntnis und erschien dann am nächsten Morgen um den Talbestand aufzunehmen, auch Fingerabdrücke festzu- stellen etc. Er vernahm auch einige Zeugen aus dem Dorf. Ich habe durch ihn Strafantrag gegen Unbekannte wegen der oben- ‘genannten Delikte gestellt. Der Arzt Dr. C.-Nastätten hat sich von meinem Körperzustand überzeugt. (gez.) Hermann I Die Vorgänge in N... in der Nacht vom 11. zum 12. November 1933 Frau Liselotte Br., geb. D., Ehefrau des Pfarrverwalters Georg Br...., wohnhaft N...., Ts., gibt folgendes zu Protokoll: „In der Nacht vom 10. zum 11. ds. Mts. kam es in N. zu Kundgebungen gegen die Juden. Es wurde schon in dieser Nacht die Absicht laut, einen Ueberfall auf die Wohnung des Pfarrver- walters Br...., die sich in einem Privathaus befindet, zu verüben. Diese Absicht wurde aber in der fraglichen Nacht nicht verwirk- licht. Im Laufe des 11. ds. Mts. wurden uns von verschiedensten Seiten aus der Gemeinde Warnungen zu teil, die davon wissen wollten, daß der geplante Ueberfall in der folgenden Nacht durch- geführt werden sollte. Wir schenkten diesen Gerüchten zunächst keinen Glauben, weil wir uns nicht denken konnten, warum wir gerade überfallen werden sollten. Schließlich aber gab mein Mann dem Drängen der Gemeinde nach und verließ gegen Abend N. Bis war zu dieser Zeit noch im großen Ganzen alles in der Stadt ruhig, nur wurde beobachtet, daß verschiedene Stellen der Stadt augenscheinlich überwacht wurden. Auch in der Nähe unserer Wohnung wurden in der Dunkelheit Leute beobachtet, die beim Nahen eines Autos in dem Vorgarten des Ortspropagandaleiters Sartorius jedesmal verschwanden.; Ich glaubte jedoch immer noch nicht an die Möglichkeit eines Ueberfalls und legte mich gegen‘ 10 Uhr, nachdem ich mein sechs Monate altes Kind versorgt hatte, zu Bett. Das Haus und die Wohnung wurde ordnungsgemäß verschlossen. Gegen 23 30 Uhr wurde ich durch Rütteln und Klopfen an der Haustür, die zum Hofe führt, danach auch an der Tür zur Straße hin, geweckt. Da zu befürchten war, daß die Haustüre demoliert würde, schloß die Hauseigentümerin, Frau Wwe. B ‚ die Haustüre auf. Es drängten sich 10 bis 12 vermummte Männer in den Hausflur der verdunkelt bleiben mußte. Nun wurde auch an unserer Woh- nungstür gerüttelt und gerufen:„Aufmachen!“ Um eine Demo- lierung dieser Tür zu verhindern, leistete ich der Aufforderung 71 ee 2 Ze Fi Folge. Es standen Männer vor mir, die ihre Gesichter schwarz bemalt hatten, in Zivilkleidung, die Mützen tief ins Gesicht ge- zogen. Sie waren alle mit Knütteln bewaffnet, die sie zum Teil in der Hand hielten, zum Teil in den Ledergamaschen stecken hatten. Sie fragten nach meinem Mann, ohne mich zunächst zu belästigen. Ich sagte ihnen, daß mein Mann nicht zu Hause wäre. Nun durchsuchten sie die Wohnung, ohne etwas zu entwenden oder zu beschädigen. Als einer der Eindringlinge das Bett meines Mannes aufdeckte, warf er ein Kissen auf unser schlafendes Kind. Ein anderer rief ihm zu:„Kaiser, da ist doch ein Kind!“ Dann wurde die Wohnung des alten Fräuleins Br... durchsucht, darauf sämtliche Räume der Wohnung der Hauseigentümerin, auch das Schlafzimmer der unverheirateten Tochter. Keller und Speicher wurden ebenfalls durchsucht. Nun wollten sie von mir wissen, wo mein Mann wäre, was ich nicht sagen konnte, da ich es selbst nicht wußte. Sie fragten, ob er in N. wäre, wobei einige Familien aufgezählt wurden, dann ob er nach R. wäre oder in Richtung Ret- tert. Auf einen Pfiff hin stürzten alle eiligst auf die Straße. Hier beobachtete Frau B ‚ wie einer, der, soweit sie in der Dun- kelheit erkennen konnte, SA.-Uniform trug, auf die Eindringlinge einsprach, sie Feiglinge nannte und aufforderte, mich doch an den Haaren zu ziehen und zu schlagen, um von mir den Aufenthaltsort meines Mannes zu erfahren. Daraufhin kamen die Eindringlinge wieder ins Haus zurück, fragten mich wieder, wo mein Mann steckte, und so oft ich erwiderte:„Das kann ich Ihnen nicht sagen“, wurde ich von dem vordersten auf Anstiften der hinter ihm ste- henden ins Gesicht geschlagen und wider den Türpfosten gedrückt. Schließlich zogen sie erfolglos ab mit der Drohung, sie würden meinen Mann doch bekommen, und wenn wir binnen drei Tagen nicht das Haus verlassen hätten, wollten sie das Haus in die Luft sprengen. Frau B war während der Auseinandersetzung in den Hof gestoßen worden, wobei die alte Frau zu Fall kam. Nun blieb es in der Nacht ruhig. Von der Polizei war während des Vor- falls nichts zu bemerken. Einer der maskierten Eindringlinge fiel mir durch seine außergewöhnliche Körpergröße auf. Noch lange war auf der sonst um diese Zeit sehr ruhigen Straße ein lebhafter Auto- und Motorradverkehr. Am Morgen des folgenden Tages er- fuhr ich, daß in der Nacht auch ein Ueberfall auf das Pfarrhaus in der Nachbargemeinde R. verübt wurde. Schon am vorhergehen- den Tag soll in N. des öfteren die Drohung ausgesprochen worden sein:„Nun haben wir die Juden draus, jetztkommt die Bekennende Kirche dran!“ Auch Drohungen gegen einige Mitglieder des aufgelösten Kirchenvorstandes wurden aus- gestoßen. 72 Am Mor Herrn Stadt: Protokoll. Wie mit bis 40 verkle algemein un Der überwie auswärts. IC übergeben. R. über. er Schwarz sesicht ge- ° zum Teil 1 stecken nächst zu lause wäre, entwenden 1 es selbst fenthaltsorl mein Mann ht sagen; er ihm sie- on gedrückt e würden jrei Tage) . in die Lull rsetzung I kam. Nun j les Vor- ;glinge St Noch langt n Tages er ; Parrhal® „rhergebed" n worde! kom m! ‚1.) / segell N AD sel den 205° beit meines| ndringlinge E » Familien SE Am Morgen des 12. November gab ich auf dem Rathaus zu N. Herrn Stadtsekretär W. meine Beobachtungen und Erlebnisse zu Protokoll. Wie mir von Gemeindegliedern mitgeteilt wurde, müssen 30 bis 40 verkleidete Männer an diesem Ueberfall, der in der Stadt N. allgemein ungeheure Erregung hervorrief, beteiligt gewesen sein. Der überwiegende Teil stammte nach unseren Beobachtungen von auswärts. Ich werde diese Angelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben. R. über N.(Taunus), den 12. November 1938. vo. U. (gez) Liselotte Br... sen Dr 2 Superinte je Ueberfälle auf evangelische Piarrhäuser I 2. Novembeı 2 im Rheinland und in Bayern.| Auf Ihr gegen mich wurde ich el I OL Nürnberg, den 6. Dezember 1938. Tochler Lott &: unten im Haı | An das den Kampf ı Reichsministerium für kirchliche Angelegenheiten 4 wie ei: Jahn einen Steinw in der Nach Leipziger Straße 3 ‚1 verband. Alk Browning, dı [euerte einer Worauf inne; Anbei übersende ich zwei weitere Niederschriften über Ueber- den Zaun vo fälle auf Pfarrhäuser. Im Namen des Reichsbundes der Deutschen Störungen i evang. Pfarrervereine bitte ich, dem Superintendenten G..... in Ucherfalls di S./Hunsrück, dem Dekan J..... und dem Pfarrer J..... in W. kaufen Sing j S- K }& et I Bett, nur mit 2:& x| finde bereits / 2, Ai:| Ba je Gl Ü" ö R| tür selbst hat a, Tag und das gan; Kan Der Reichsbundesführer jedoch war d ı) gegenüberlie: | | Berlin Betreff: Schutz des Pfarrerstandes. zum Recht zu verhelfen und die Schuldigen der gebührenden Strafe| dur man a | zuführen zu wollen. I hatte, I Obwohl in beiden Fällen Anzeige erstattet worden ist, ist bis-| Augenblick her gegen die Schuldigen nach Mitteilung der Beteiligten nichts i I Was diese n geschehen. I bei der Obe Reichsbund Überfall hie der Deutschen evang. Pfarrervereine gez..K linearer, Reichsbundesführer. ber 1938. ber Ueber- Deutschen a a RER Superintendent G....... in$S.(Hunsrück) schreibt unter dem 24. November 1938: „Auf Ihre Anfrage will ich kurz den Tatbestand des Ueberfalls gegen mich mitteilen. In der Nacht vom 12. auf 13. November wurde ich eiwa um 1 Uhr 45 nachts durch meine 15 Jahre alte Tochter Lotte mit den Worten geweckt: Vater, hör einmal, was ist unten im Haus los, die schlagen alles kaputt! Ich sprang aus dem Beti, nur mit dem Nachthemd bekleidet, in den unteren Stock und finde bereits von einer Horde die obere Haustür, die im wesent- lichen aus Glas bestand, eingehauen bzw. eingeworfen. Die Haus- tür selbst hatte aber standgehalten. Ich beleuchtete sofort den Flur und das ganze Haus, eilte zum Telefon, um die Polizei zu rufen, jedoch war das Telefon abgeschnitten und die meinem Haus schräg gegenüberliegende Gaslaterne ebenfalls zerstört worden. Ich nahm den Kampf mit der Horde auf und wollte wenigstens mich nicht wie eir: lahmer Hund totschlagen lassen. Dabei wurde ich durch einen Steinwurf über dem linken Auge verwundet und mußte noch in der Nacht den Chirurgen holen, der das Blut stillte und mich verband. Als das Bombardement nicht aufhörte, holte ich meinen Browning, den ich seit dem Kriege nicht mehr benutzt hatte, und feuerte einen scharfen Schuß über die angreifenden Tumultanten, worauf innerhalb einer Minute die Straße frei war. Man hat mir den Zaun vor dem Haus umgerissen und eben die erwähnten Zer- störungen in. heldenhafter Gesinnung vollbracht. Grund dieses Ueberfalls dürfte sein der Umstand, daß meine Frau, als sie ein- kaufen ging, von einer mir gerade gegenüberwohnenden Judenfrau, der man 2 Nächte vorher im Haus wüste Zerstörungen angerichlet hatte, kurz angesprochen wurde und Antwort gab. In diesem Augenblick ging ein Jüngling vorbei, kurranzte meine Frau an, was diese sich sehr energisch verbat. Ich habe natürlich Anzeige bei der Oberstaatsanwaltschaft erstattet. Ich habe durch diesen Ueberfall hierzulande nichts verloren, aber das Volk ist sehr erregt. Am 13. November ging eine Wallfahrt an meinem Haus vorbei— ich schätze 1500 Menschen. Ich vermute auch wohl nicht zu Un- recht, daß hiermit die Kirche getroffen werden sollte; denn soviel der Volksmund Namen der Täter nennt, sind es fast alles Leute, die aus der Kirche ausgetreten sind.— Am schlimmsten war die Attacke für meine Kinder. Mein zweites Töchterchen hat einen Nervenschock erlitten und mußte einige Tage im Belt liegen. ‚Jetzt geht es wieder besser. Am besten habe ich es mit meinen bäuer- lichen Nerven überstanden. Ich habe an dem Sonnlag mit meiner Verwundung doch meinen Dienst gemacht. Das ist der Sachver- halt.“ 75 Dekan J. und Pfarrer J. in W. in Oberfranken In der Nacht vom 9. auf 10. November 1938 haben sich in W. folgende Vorfälle abgespielt: Gegen 22 Uhr 30 Min. näherte sich eine aus ca. 120 Personen bestehende Menschenmenge der Kirche und den danebenstehenden Pfarrhäusern. Vor den Pfarrhäusern erhob die Menge ein lautes Gebrüll, aus dem insbesondere der Ruf zu hören war:„Raus, Volks- verräter, raus!“ Als die Menge vor dem Zweifamiliengebäude, das aus dem Dekanatsgebäude und dem dritten Pfarrhaus besteht, ankam, wurde das Gebäude zunächst von mehreren Personen, die an der Aktion teilnahmen, umstellt. Gleichzeitig warf die Menge Steine gegen die Fenster des Erdgeschosses des Dekanatsgebäudes, die dadurch sämtlich zertrümmert wurden. Herr Dekan J ‚ des in seinem Wohnzimmer saß, trat, aufgeschreckt durch das Schreien der Menge und durch die in sein Zimmer fliegenden Steine, in den Hausflur des Dekanatsgebäudes. Dorthin waren aber bereits durch die noch nicht versperrte Haustüre einige Männer eingedrungen, diese stürzten sich sofort auf Herrn Dekan J ‚ packten ihn und zerrten ihn auf die Straße hinaus. Dann schleppten sie ihn, so wie er war, ohne Kragen, ohne Jacke und in Strümpfen unter stän- dıgen Schmähungen und unter unaufhörlichem Schlagen auf die Polizeiwache, die sich im Rathaus befindet. Herr Dekan J wurde mit Fäusten und wahrscheinlich auch mit einem Gummi- knüttel auf den Nacken, auf den Kopf und ins Gesicht geschlagen. Die Brille, die er in der Hand gehalten hatte, wurde ihm aus der Hand gerissen, die Brillengläser wurden zertrümmert, das goldene Brillengestell ist seitdem verschwunden. Unter den Männern, die Herrn Dekan J.... anpackten und schlugen, wurde der Stadtratsangestellte B.... erkannt. Ein Teil der Menge hatte sich gleichzeitig dem dritten Pfarr- haus zugewandt, in dem Herr Pfarrer J wohnt. Auch hier wurden Schmährufe ausgestoßen wie„Volksverräter“,„Juden- hund“,„Judenknecht“,„Lump“ u a. Die Haustüre zum dritten Pfarrhaus war bereits verschlossen. Deshalb warf sich eine ge- schlossene Gruppe mit ihrem Körpergewicht mehrmals unter dem Ruf„Ho ruck!“ gegen die Türe, bis sie aufgesprengt war. Auch während des Versuches, die Türe aufzusprengen, ertönten Rufe wie „das Schwein muß raus!“,„der Lump geht uns durch.“ Als sich die Menge gegen das dritte Pfarrhaus wandte, hatte sich Herr Pfarrer J. mit seiner Frau in den 1. Stock in das Zimmer des Herrn Vikar M geflüchtet. Herr Vikar M war ebenfalls durch 76 den Lärm au Als er dort si Fenster. Auc haus wurden dritten Pfarı nalürlich fel Durch d dritte Pfarr! geschosses u Personen zuı dieser zunäcl Dann wurde | Treppe hinu wurde zum] gen und gedı inan dich!“ 2. Lehrlin Schlosser 3. der An, 4. der Ele Indenh immert: Schlagen, Für die er Bezirks Die Von kannt, Da die Gendarn Ischen Pfar SAGE ahs ie ' © Besetzlich Sich in W. 2) Personen enstehenden e ein lautes Raus, Volks- ıs aus dem ht, ankam, . die an der [enge Steine »bäudes, die De der las Schreien ‚eine, in den reits durch ngedrungen,# ten ihn und ‚ ihn, so wie unter stän- ‚sen auf die seschlageN. hm aus der 55 das goldent jackten und ıL ritien Piart- Auch hie| „Juden:" zum dritten H = ge- NER u See Si ea © Re EUHE: den Lärm aufgewacht und aufgestanden und trat an das Fenster. Als er dort sichtbar wurde, flogen auch schon die Steine durch das Fenster. Auch die übrigen Fenster des 1. Stockes im dritten Pfarr- haus wurden durch Steinwürfe zertrümmert. In den Zimmern des dritten Pfarrhauses wurden 15 Steine aufgefunden; viele waren natürlich fehl gegangen und vom Haus zurückgeprallt. Durch die gesprengte Haustüre drang dann die Menge in das dritte Pfarrhaus ein, durchsuchte zuerst die Zimmer des Erd- geschosses und dann die Zimmer im 1. Stockwerk. Als mehrere Personen zum Zimmer des Herrn Vikar M.... kamen, trat ihnen dieser zunächst entgegen, wurde aber sofort auf die Seite gestoßen. Dann wurde Herr Pfarrer J...... aus dem Zimmer gezerrt, die Treppe hinuntergestoßen und auf die Straße geschleppt. Auch er wurde zum Rathaus gebracht und auf dem Wege dorthin geschla- gen und gedrosselt. Außerdem rief man ihm zu:„Aufhängen sollte man dich!“ Bei der Aktion gegen das dritte Pfarrhaus und Herrn Pfarrer IR wurden erkannt 1. Lehrer W., der insbesondere die Schmährufe und die Belei- digungen gegen Herrn Pfarrer J...... gebrauchte, 2. Lehrling D., der die Aufforderung zum Erbrechen der ver- schlossenen Haustüre gab, 3. der Angestellte des Elektrizitätswerkes R. und 4. der Elektromonteur P. * In den beiden Pfarrhäusern wurden im ganzen 46 Fenster zer- trümmert; im Dekanatsgebäude auch ein Fensterrahmen einge- schlagen. Für die Verletzungen, die Herr Dekan J.... erlitten hat, wird Herr Bezirksarzt Karl K. in W. als sachverständiger Zeuge benannt. Die Vorfälle sind auch der Polizei und Gendarmerie in W. be- kannt. Da aber bisher nichts weiter geschehen ist, als daß durch die Gendarmerie der Sachschaden festgestellt wurde, der im katho- lischen Pfarrhaus angerichtet worden war, wo sich dieselben Vor- gänge abspieltefl, ist es notwendig, Anzeige zu erstatten und soweit es gesetzlich erforderlich ist, Strafanträge zu stellen. „Wir fragen die Diener am Worte, die ein Volk glaubenslos werden ließen: Wo wart ihr denn in iener schweren Zeit? Wo waren denn die Diener am Worte, als der Drache des Marxismus Deutsch- land verschlingen wollte?“ Hermann Göring. Nürnberg, den 10. Juli 199 Wöhrder Schulgasse a Herrn Ministerpräsidenten Göring Berlin Reichskanzlei Sehr geehrter Herr Ministerpräsident! Sehr geehrter Herr General! Nach dem Bericht der„Münchner Neuesten Nachrichten“ hal Herr Ministerpräsident und Reichsminister Göring auf dem Hessc- berg in Franken vor vielen Tausenden eine Ansprache gehalten, ın welcher vom„Geschwätz von zänkischen Pfaffen“ die Rede war und in welcher gesagt wurde:„Wir fragen die Diener am Wort, die ein Volk glaubenslos werden ließen: wo wart ihr denn in jen@! schweren Zeil? Wo waren denn die Diener am Worte, als dat ‘Drache des Marxismus Deutschland verschlingen wollte? ul waren sie, als Deutschland im Unglauben zu ersticken drohte Diese öffentliche Anfrage darf die deutsche Pfarrerschaft nicht ul beantwortet lassen, da sonst der Anschein entstehen könnte, als ob der Pfarrerstand in der großen vaterländischen Not unseres Volks}) wirklich vollkommen versagt hätte. Der Reichsbund der Deutschen evangelischen Pfarrervereit e. V. wird demnächst eine ausführliche Darstellung bringen, di erkennen läßt, in welcher Weise das deutsche evangelische Plan haus in seiner treudeutschen Haltung im Krieg und bei der Er" hebung nach dem Kriege mitgewirkt hat. Da aber die Worte des Herrn Ministerpräsidenten, die den sr zen deutschen evangelischen Pfarrerstand aufs tiefste verletzen u! kränken mußten, in Bayern gesprochen wurden, sO sei die Antwort nur für die bayerische evangelische Pfarrersc gegeben. 78 fürs ersik die ba m Zeil des Kriege: ers Volkes nach Julschland verschli Das ist unsere An Usher 150 evan; Sulenlen haben alle alısen; sie sind au Von den heute i als Drittel, über 40 kn 200 Frontsolda hl sind 150 gel ‘tl hoch über dem Anrischen Berufso ütsen zweifellos di Iasım Bayerische $sill die Lie hen, mit den angelische| fchtendes Yo Dasselbe Bild ze i Parrerssöhnen a che ö Töchte el\ hi SUNG gestellt; Fi Hi h T an darı fm JeıS N ne Sen ei Sen, - Wo waren die bayerischen evangelischen Pfarrer in der schwe- ” en Zeit des Krieges und wo waren sie während der Erhebung Volkes nach dem Krieg,„als der Drache des Marxismus Deutschland verschlingen wollte?” Das ist unsere Antwort: Ueber 150 evangelische Pfarrer, Kandidaten und Theologie- Studenten haben allein aus Bayern r.d. Rh. im Weltkrieg ihr Leben selassen; sie sind auf dem Felde der Ehre geblieben. Von den heute in Bayern im Amte stehenden Pfarrern ist ein sutes Drittel, über 400, im Felde gestanden; darunter befanden sich - allein 250 Frontsoldaten mit mehr als 80 Offizieren. Von 400 Front- soldaten sind 150 gefallen; das ist mehr als ein Drittel! Diese Zahl steht hoch über dem Reichsdurchschnitt. Die Zahl der gefallenen - bayerischen Berufsoffiziere, die doch vor allen anderen Berufs- - kreisen zweifellos die größten Blutopfer aufzuweisen haben, wur- - en vom Bayerischen Kriegsarchiv mit'/« angegeben. Hier, wo es gilt, die Liebe zum Vaterland mit Blut und leben, mit dem Tode zu besiegeln, steht unsere ei: ‚twangelische Pfarrerschaft an der Spitze, ein R 1 | u yore - - Dasselbe Bild zeigt sich uns, wenn wir die Frontkämpfer aus en Pfarrerssöhnen überblicken. Bis heute kennen wir die Namen L ie Vorbild dem ganzen Volk. 7 wm 516 bayerischen Pfarrerssöhnen, die im Felde standen, dazu 105 Töchter als Schwestern und Pflegerinnen. Aus einer Familie standen 6 Söhne, aus 3 Familien je 5 Söhne, aus 13 Fami- lien je 4 Söhne an der Front. 183 von diesen 516 bayerischen sind Kriegsfreiwillige gewesen. 203 haben den Hel- ientod gefunden: ein gutes Drittel der Frontsoldaten unter den bayerischen Pfarrerssöhnen hat sich freiwillig dem Vaterland zur Verfügung gestellt, über ein Drittel ist draußen an den Fronten ins (rab gesunken. Hier zeigt sich der Geist der Opferbereitschaft fürs - Vaterland bis zum letzten Einsatz von Blut und Leben. Es ist der Geist von Langemarck in reinster edelster Ausprägung, tief inner- ieh verwurzelt im evangelischen Glaubensleben und untrennbar - mit deutscher Vaterlandsliebe. Ist es nicht ein beredles -— Teugnis für den echt deutschen Geist, der unsere evangelischen ?fırrhäuser durchweht, daß auffallend viele Berufsoffiziere gerade m dem evangelischen Pfarrhaus hervorgegarigen sind, ein Gene- _ al von Stein, ein Admiral Scheer, ein U-Boot-Kapilän König u. a. Allein in Bayern können über 100 Namen von Berufsoffizieren ge- anni werden, darunter eine Reihe von Majoren und Obersten, uch 3 bayerische Generäle des Weltkrieges sind bayerische Pfar- " tıssöhne gewesen. 78 79 1 Und wo waren die Diener am Wort, als nach dem unseligen Kriegsende die deutschgesinnte Jugend noch einmal für Deutsch- lands Freiheit und Ehre zur Waffe greifen mußte, um das Schlimmste vom Reich abzuwenden? Wieder sind viele Geistliche aus Bayern eingetreten. Der Ael- teste war damals fast 50 Jahre alt; viele freilich konnten gar nicht kommen; sie waren noch in Gefangenschaft(etwa 30), lagen noch in Lazaretten oder waren zu Krüppeln geworden. Im Frühjahr 1919 haben die Spartakisten den Pfarrer Hans Meiser von St. Matthäusin München, unseren jetzigen verehrten Lan- desbischof von Bayern, in einer Münchener Schule als Geisel ein- gesperrt; sie wollten damit einen aufrechten, deutschen Mann be- seiligen, der als evangelischer Pfarrer nichts mit marxistischer und internationaler Reaktion zu tun haben wollte. Die jüngsten Jahr- gänge stellten sich nun zum größten Teil beim Freikorps. 127 Geist- liche, die heute noch im Amte sind, ungefähr die Hälfte der über- lebenden Frontkämpfer, traten noch einmal in die Reihen der Frei- korps ein, davon allein 87 beim Freikorps Epp. Diese Zahl dürfte einzis dastehen und st em schlagender Beweis für die unerschütterliche Vaterlandstreue, welche die evangelische Pfar- rerschaft unserer bayerischen Kirche beseelE Sehr geehrter Herr Reichsminister! Nun werden Sie verstehen, welch tiefer Schmerz durch unsere Reihen geht, wenn wir merken müssen, wie von höchster Stelle der deutsche evangelische Pfarrer immer und immer wieder verächtlich gemacht wird vor allem Volk. Bald wird er zu den Hilfstruppen des Judentums gezählt, bald wird er als Drückeberger hingestellt, der in der schweren Notzeit sei- nes Volkes versagt hat. Und wenn wir uns heute gegen das Neuheidentum zur Wehr setzen, wie wir 14 Jahre lang in öffentlichen Versammlungen, in Predigt, Unterricht und Presse gegen den Unglauben und das Frei- denkertum des Marxismus gekämpft haben, dann bezeichnet man diesen unseren notwendigen und berechtigten Kampf als„Pfafien- geschwätz und Pastorengezänk“. Im Namen des Reichsbundes der Deutschen evangelischen Pfarrervereine, in dem die 34 Deutschen evangelischen Pfarrervereine m mehr als 16000 evangelischen deutschen Pfar- rernzusammengeschlossensind,legeichbeialler Ehrerbietung, die wir unserer Obrigkeit eu gegenbringen, Verwahrung ein gegen die Ver- ächtlichmachungundHerabwürdigung der evan- 80 ‚gelischen endlich d fentliche merundi! zu ziehen anzuzwei Wir wo Gott befohle: wollen das| verkündigen, daß allein d auch aus un Wir wol nen Führer daß ihnen d Und wer Opfer bereit tyangelische: | unseligen rt Deutsch- um das . Der Ael- 1 gar nicht lagen noch Frühjahr Mann be- ischer und ‚sien Jahr- 127 Geist- » der über- n der Frei- list ein terliche lc 5 fa 1: eseell. verstehen, wir merken he Piarrel ‚lem Volk. ı hald wird Nolzeil sel- ‚ zur Wehr „lungen, M ‚gelischen deutschen Pfarrerschaft. Wir bitten. endlich davon Abstand nehmen zu wollen, in öf- fentlichen Versammlungen undin der Presse im- merundimmerwiederunsereEhreindenSchmutz zu ziehen und unsere vaterländische Gesinnung anzuzweifeln. Wir wollen uns. durch keinerlei Bitterkeit an dem uns von Gott befohlenen Gehorsam gegen die Obrigkeit irremachen lassen, wollen das Evangelium von Jesus Christus weiter unserem Volk verkündigen, weil wir unser Volk lieben und weil wir gewiß sind, daß allein die Kraft Gottes in Christo alle Kräfte der Finsternis auch aus unserem Volke zu bannen vermag. Wir wollen nicht müde werden, für unser Vaterland und sei- nen Führer vor unsern Gott und Herrn zu treten und zu bitten, daß ihnen die höchste Kraft, die Kraft von oben geschenkt werde. Und wenn das Vaterland uns ruft, werden wir ebenso zu jedem Opfer bereit sein wie unsere gefallenen Brüder aus dem deutschen evangelischen Pfarrhaus und Pfarrerstand. gez. Klingler, Kirchenrat, stellv. Reichsbundesführer, zugleich Vereinsführer des bayerischen Pfarrervereins. ee rung umge BE „Du bist also Pfarrerssohn, wie ich gehört habe. Du glaubst wohl auch noch an den Messias? Solche Leute können wir hier nicht gebrauchen!“ Reichsbund der Deutschen Evang. Tübingen, den 9. Juni 1936 Pfarrervereine(e. V.) Reichsbundestagung. Nürnberg-OÖ Wöhrder Schulgasse 2 An den Reichskirchenausschuß Berlin Marchstraße 2 Aus Berlin wird uns folgendes mitgeteilt: Der Pfarrerssohn Wolfgang M.... aus Berlin, 16 Jahre alt, gehört seit langem dem Jungvolk und dann der HJ. an. Gegen- wärtig steht er in Fliegergefolgschaft Bann 21, Heim Frankfurter Allee 257. Am Donnerstag, den 28. 5. 36 wurde dieser Junge von dem Führer der Gefolgschaft, einem Herrn Nadolski, stud. phil., ehemals Katholik, in unflätigster Weise folgendermaßen be- schimpft: „Du bist also Pfarrerssohn, wie ich gehört habe. Du glaubst wohl auch noch an den dreckigen J., den Messias. Solche Leute können wir hier nicht gebrauchen. Christentum und National- sozialismus gehören ebensowenig zusammen wie Nationalsozia- lismus und Kommunismus. Mein Kamerad wollte Dich eigent- lich herausschmeißen, aber ich will mal sehen, ob ich Dich nicht noch bekehren kann.“ Als Standesvertretung der Deutschen Evang. Pfarrerschaft bit- ten wir den Reichskirchenausschuß umgehend dahin wirken zu wollen, daß künftighin Kinder des deutsch-evangelischen Pfarr- hauses in der Staatsjugend gegen solche Beschimpfungen des Pfar- rerstandes und solche Schmähungen des christlichen Glaubens ge- schützt werden. 82 Für ba insbesondei schaft gezo Genugtuun; Abschrift geh das Reichskire die Kanzlei d den Reichsjug, den Preuß. L; den Prov.Kir alle deutschen Auf di {en wir un! Nationalsoz Reichsjugeı An den Re 'ürnber Betrifgt. „Der J Seiner Dien “allg wure E AB hl# Für baldige Mitteilung des Veranlaßten wären wir dankbar, insbesondere darüber, in welcher Form Herr Nadolski zur Rechen- schaft gezogen wurde und wie dem Pfarrerssohn Wolfgang M... Genugtuung verschafft wurde. gez. Klingler, Reichsbundesführer. Abschrift geht gleichzeitig an: das Reichskirchenministerium, die Kanzlei des Führers, den Reichsjugendführer Baldur von Schirach, den Preuß. Landeskirchenausschuß, den Prov. Kirchenausschuß Brandenburg, alle deutschen Pfarrervereine. Auf die Beschwerde betr. Nadolski-Pfarrerssohn M... erhiel- ten wir unter dem 3. August 1936 folgende Mitteilung: Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei— Reichsjugendführung— Amt f. Jugendverbände Berlin NW, 3. 8. 1936 Kronprinzenufer Lo. An den Reichsbund der Deutschen Evang. Pfarrervereine Nürnberg-O, Wöhrder Schulgasse 2 Betrifft: Beschwerde ü. Nadolski, Vorgang: Ihr Schreiben v. 13. 6. 1936 „Der Jg. Nadolski ist wegen Verstoß gegen die HJ.-Disziplin seiner Dienststellung enthoben und strafbeurlaubt worden. Gleich- zeitig wurde gegen ihn ein Ausschlußverfahren eingeleitet.“ Heil Hitler! (Lüer), Gebietsführer. Oefientliche Verhöhnung der evang.-luth. Kirche, ihrer Einrichtungen und ihrer Geistlichen. Abschrift. Nürnberg, den 22. 2. 1937. Zur Staatsanwaltschaft beim Landgericht Bamberg. Als Vorsitzender des Pfarrervereins in der evang.-lutherischen Kirche in Bayern r. d. Rh.(e. V.), dessen satzungsmäßiger Zweck die Vertretung aller Standesangelegenheiten, insbesondere auch die Pflege und den Schutz der Standesehre umfaßt, sehe ich mich ver- anlaßt, den nachstehend beschriebenen Vorfall zur Kenntnis der Staatsanwaltschaft zu bringen mit dem Ersuchen um strafgericht- liche Verfolgung:; „In der Marktgemeinde Heiligenstadt(Ofr.) wurde an Fast- nacht dieses Jahres ein Umzug veranstaltet, der darauf angelegt war, die evangelisch-lutherische Kirche und ihre Pfarrer lächer- lich zu machen und die Einrichtungen und Gebräuche der evange- lischen Kirche zu beschimpfen. Der Haupthandelnde war der dem römisch-katholischen Bekenntnis zugehörige Chauffeur des Grafen St. auf Greifenstein Namens Leonhard F Dieser erschien in der karrikierten Tracht eines amtierenden evangelisch-luthe- rischen Geistlichen; er hatte als Talar einen umgewendeten Da- menmantel und als Barett einen umgestülpten Damenhut sowie am Hals weiße Bäffchen angezogen und trug in der Hand ein Koch- buch, das eine Bibel darstellen sollte. Er ging an der Spitze des Zuges und ahmte mit allerlei Sprüngen und Witzen und unter höhnischen Reden Amtshandlungen der Kirche, wie Predigt, Taufe, Trauung, Beerdigung nach. In der Gastwirtschaft Aichinger insze- nierte er eine Trauung und sprach dabei von„dem Evangelium, das auf diese Tage treffe“. Während des Umzuges verlas er„Epi- steln“ mit der Einteilung in Kapitel. Eine dargestellte Beerdigung begann er mit den Worten:„Gott, dem Allmächtigen, hat es gefal- len, unseren lieben Fasching von uns zu nehmen.“ Der größte Teil der evangelischen Kirchengemeinde und auch andere Volksgenossen nahmen Anstoß an der Verhöhnung der Kirche und Geistlichen und regten sich über das Gebaren F und der anderen Leute, die sich daran beteiligten, auf. Als Ze Frau Adam Bürge) Pfarre Vikar Die H Namen di verstößt gı Abschr Aktenz. 1 therischen ser Zweck e auch die mich ver- nntnis der rafgerich!- an Fasl- f angelegl er Jächer- er evange- ır der dem jes Grafen or erschien ssch-Juthe- ‚deten Da- jhul sowie | ein Koch“ Spitze des ‚ Gastwirtin in Heiligenstadt,° Adam D... in Heiligenstadt und dessen Frau, Bürgermeister H in Reckendorf, Pfarrer Ed. A in Heiligenstadt und Vikar H. L... dortselbst. Die Handlungsweise F s und der Mitbeteiligten, deren Namen die staatsanwaltschaftlichen Erhebungen ergeben werden, verstößt gegen$ 166 RStG. gez, Klinelen Vereinsführer. Abschrift. Aktenz. 1 Js. 33/37 An den Pfarrverein der Evang.-Luth. Kirche in Bayern rechts des Rheins Nürnberg-O(, Wöhrder Schulgasse 2. Der Oberstaatsanwalt bei dem Landgerichte Bamberg. Bamberg, den 10. März 1937. Betrefi: F Leonhard, led. Kraftwagenführer in Greifen- stein, wegen groben Unfugs. Das Verfahren gegen den Kraftwagenführer Leonhard F aus Greifenstein wegen Vergehens gemäß$ 166 RStGB. habe ich eingestellt. Eine Beschimpfung kirchlicher Einrichtungen und Gebräuche im Sinne dieser Vorschrift liegt nicht vor. Nach dem Ergebnis der Erhebungen hat der Beschuldigte in der Maske eines Geistlichen, die aus einem Damenhut, einem Damenmantel und einer weißen Schleife zurechtgemacht war, an dem Faschingszug teilgenommen und bei der anschließenden Faschingsveranstaltung im Gasthof Fürst eine Trauung und dann eine Beerdigung des Faschings vor- 85 genommen. Daß er hiebei Episteln verlesen oder den Namen Got- tes gebraucht hat, konnte nicht festgestellt werden. In den Hand- lungen des F können in eine rohe Form gekleidete Kund- gebungen der Mißachtung, wie sie der Tatbestand des$ 166 RSTGB. nach der Rechtssprechung des Reichsgerichts erfordert, nicht er- blickt werden. Insbesondere fehlt es auch an dem erforderlichen inneren Tatbestand, da der Beschuldigte lediglich einen Faschings- scherz beabsichtigte und sich offenbar eines beschimpfenden Cha- rakters seiner Handlungen, wenn ein solcher objektiv angenommen würde, nicht bewußt war. Die Beerdigung des Faschings ist übri- gens in vielen Orten üblich. Auch grober Unfug liegt nicht vor. Die Erhebungen haben er- geben, daß der Großteil der Bevölkerung das Verhalten des F als Faschingsscherz aufgefaßt hat und nur einige wenige Personen Aergernis genommen haben. gez.: Unterschrift— unleserlich. Betreff; Er! Im Na Großdeutse Bitte unter Bei Er Generalfelc läufig wen; wäre, Wer einzige Gle für unsere drückend, Wir w Unsere Bit Antwor Reichssten] Auptahte, Betreff: Eı Ihr vom 9, N 5 geben,] Nrdnun, “ngehend, men Gol- en Hand- te Kund- 6 RSTGB. nicht er- rderlichen 'aschings- ıden Cha- jenommen ; ist übri- haben er- Personen jeserlich. Bitte, bei Ablieferung der Glocken jeder Ge- meinde eine einzige kleine Glocke zu belassen, wird als„vaterlandslose Gesinnung“ bezeichnet. Nürnberg, den 9. April 1940. An den Beauftragten für den Vierjahresplan Herrn Generalfeldmarschall Göring Betreff: Erfassung von Glocken aus Bronce. Herr Generalfeldmarschall! Im Namen vieler Amtsbrüder und ihrer Gemeinden aus dem Großdeutschen Reich bitte ich Herrn Generalfeldmarschall folgende Bitte unterbreiten zu dürfen: Bei Erfassung von Glocken aus Bronce möchten Sie sich, Herr Generalfeldmarschall, dafür einsetzen, daß jeder Gemeinde vor- läufig wenigstens eine Glocke bleibe und wenn es auch die kleinste wäre. Wenn plötzlich alle Glocken abgenommen würden und keine einzige Glocke mehr zum Gottesdienst rufen könnte, so wäre das für unsere Gemeinden außerordentlich schmerzlich und nieder- drückend. ‘ Wir wären Ihnen zu ganz besonderem Dank verbunden, wenn unsere Bitte erfüllt werden könnte. gez. Klingler. Antwort: Berlin, den 7. Mai 1940. Reichsstelle für Metalle Hauptabteilung M Betreff: Erfassung von Glocken aus Bronce. Ihr an den Herrn Reichswirtschaftsminister gerichteter Antrag vom 9. 4. wurde zuständigkeitshalber der Reichsstelle für Metalle gegeben. Die Begründung Ihres Antrags ist bereits vor Erlaß der Anordnung zur Erfassung aller Glocken aus Bronce Gegenstand eingehender Beratung gewesen. Aus grundsätzlichen Erwägungen mußte jedoch entschieden 4 werden, daß dieses Mal sämtliche Glocken ihre vaterländische Pflicht zu erfüllen haben ohne Ausnahme je einer Läuteglocke für jeden Turm. Die Ablieferung der Glocken wird dadurch leichter gemacht werden, weil es der ausdrückliche Wunsch des Herrn Generalfeldmarschall ist, daß nach glücklich beendetem Krieg alle abgelieferten Bronceglocken sofort wieder ersetzt werden. Für Glocken von außergewöhnlichem geschichtlichen oder künstlerischen Wert kann Befreiung von der Ablieferungspflicht beantragt werden. Befreiungsanträge sind mit ausführlicher Be- schreibung und Begründung, sowie unter Beifügung beweiskräf- tiger Unterlagen über die vorgesetzte Kirchenbehörde an die Reichsstelle für Metalle zu richten. Reichsstelle für Metalle. Im Auftrage: Name, gez. unleserlich. Abschrift. Landesbischof Lic. Dr. Weidemann Bremen, 10. Juni 1940. Bremischer Staatsrat. An den Vorsitzenden des Ministerrats für die Reichsverteidigung Herrn Generalfeldmarschall Göring über die Reichsstelle für Metalle, Hauptabteilung M, Berlin. Herr Generalfeldmarschall! Mit tiefer Empörung erhalte ich heute Kenntnis von der Ein- gabe des Reichsbundes der Deutschen evangelischen Pfarrerver- eine e. V. vom 9. April 1940. Nachdem die Ablieferung der Glocken zwischen der Reichs- stellefür Metalle und den kirchlichen Behörden reibungslos erledigt war, mischt sich hier in unverantwortlicher Weise der Reichsbund der Deutschen evangelischen Pfarrervereine e. V., der nur einen Bruchteil der evangelischen Pastoren umfaßt, in diese Angelegen- heit ein. Ich bitte, diese Eingabe gröbster Disziplinlosig- keit und vaterlandsloser Gesinnung mit der Auf- lösung dieses Reichsbundes zu beantworten, der ohnedies im Drit- ten Reich als Standesvertretung keinerlei Berechtigung mehr hat. Heil Hitler! gez. Lic. Dr. Weidemann. KR. E Klage gest gen Vorwi hat wegen das Urteil We in Hanı wohnha ist schu wird hie Ge ersalzwe Der A Am II Werks mil wie mögli entschieden erländische teglocke für tch leichter des Herm 1 Krieg alle len. ichen oder ungspilicht irlicher Be- beweiskräf- de an die ır Metalle. age: ıleserlich. ). Juni 19. ‚OD der Eio- Pfarrervel jer Reich“ 4 KR. Klingler, Nürnberg, hat das obige Schreiben unter Klage gestellt; außerdem zwei weitere Schreiben, in denen die obi- gen Vorwürfe z. T. wiederholt werden. Das Amtsgericht München hat wegen einer fortgesetzten Handlung das Verfahren eröffnet, das Urteil wurde am 22. August 1941 gesprochen wie folgt: Weidemann Lic. Dr. Heinrich Franz, geb. 1. März 1895 in Hannover, verh. Landesbischof und Bremischer Staatsrat, wohnhaft in Bremen, Domsheide 1, ist schuldig eines Vergehens der fortgesetzten Beleidigung und wird hierwegen zur Geldstrafe von eintausend Reichsmark ersatzweise zehn Tagen Haft und zur Kostentragung verurteilt. Der Angeklagte hat dagegen Berufung eingelegt. Am 10. April 1942 wurde folgendes Urteil erlassen: . Das Urteil des Amtsgerichts München vom 22. 8. 1941 wird im Strafausmaß dahin abgeändert, daß der Angeklagte Dr. Heinz Weidemann wegen eines fortgesetzten Vergehens der Beleidigung zur Geldstrafe von zweitausend Reichsmark, ersatzweise zur Haftstrafe von zwanzig Tagen verurteilt wird. . Im übrigen wird die Berufung des Angeklagten gegen das be- zeichnete Urteil verworfen. . Die Kosten des zweiten Rechtszuges hat der Angeklagte zu tragen. Unter dem 15. 5. 1940 hat der Reichsstand des deutschen Hand- werks mitgeteilt, daß eine kleine Läuteglocke den Kirchen solange wie möglich belassen werden soll. Die Z Beschimpiung des evangelischen Piarrerstandes Rriegsd vor Führern und Führerinnen der HJ. und des BDM. EI, n der an G Der Bannführer Hornung von der Gebietsführung hat am 7. De- nen mili zember abends 20 Uhr in Schwenningen im Gasthof zum Adler unbedin vor den versammelten Führern und Führerinnen der HJ. und ihre nat des BDM. von Schwenningen nach Ausfällen gegen den dortigen 1. evangelischen Stadtpfarrer auch beleidigende Ausführungen gegen die evangelische Kirche und den evangelischen Pfarrerstand gemacht. Der jugendliche Redner hat dabei u. a. ausgeführt: Es sei keine deutsche Haltung, noch in dıe Kırche zu gehen. Man solle dieKircheundihre Vertreter zwar nicht gehässig behandeln, aber sie einfach übersehen, da sie für den Nationalsozialisten nicht da sei. Des weiteren warf Bannführer Hor- nung dann die Frage auf, wodie Pfarrer im Kress seien;ander Front,aufden U-Booten usw. seikei- ner von ihnen zu sehen; sie bewegten sich viel- mehr daheim herum, um in den Häusern Frauen zu„trösten“.- Kirche und Pfarrer benutzien 0 Inanspruchnahme der Partei für den Kries, um ihre konfessionellen Geschäfte zu machen. = eg ir eh 52 Er Ruhr= 2. np erearung = Vale Feldzeitung„Von der Maas bis an die Memel“ Nr. 223 vom 7. September 1941. Feldgeistliche über Kreta abgesprungen. Berlin, den 7. September 1941. Wie jetzt bekannt wird, sind auf Kreta auch zwei Feldgeist- liche gefallen, die mit drei weiteren Geistlichen mit Fallschirm abgesprungen waren, um den ebenfalls mit Fallschirm abgesprun- genen Aerzten bei der Verwundetenpflege zu helfen. Die An- gehörigen der katholischen und evangelischen Feldgeistlichkeit haben sich bei den Feldzügen in Jugoslawien und Griechenland ebenso be- währt wie jetzt im Osten. 27 katholische Feldgeistliche haben während dieser Kämpfe das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhalten, vier von ihnen wurden außerdem mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet. Damit dürften jetzt ungefähr 350 katholische Geistliche und Laienbrüder Kriegsauszeichnungen erhalten haben. 90 am 7. De- ım Adler HJ. und dortigen ührungen rrerstand führt: Es Kirche rireter infach alisten BE Hor- n Krieg sel kei- h viel- Frauen ten die eg, UM Die Zahl der evangelischen Geistlichen, die Kriegsdienst tun, wird auf mehrere Tausende ge- schätzt. 1700 vonihnensindbereitsmitdemEiser- nen Kreuz ausgezeichnet worden. DiesehoheZahl der an Geistliche beider Konfessionen verliehe- nen militärischen Auszeichnungen beweist ihre Eobedinste Entschlossenheit, in diesem Kriege ibsre nationale Pflicht zu erfüllen. Kriegsverluste des deutschen evangelischen Pfarrhauses September 1939 bis Dezember 1943. ıQ, = 3 Miss.- Kriegs- pfarrer Pfarrer arbeiter Anhalt Baden Bayern Brandenburg Braunschweig Bremen Elsaß-Lothringen Hamburg Hannover Hannover ref. Hessen-Nassau Ich s Kurhessen Deutschen Lippe Tick ä‘ den Kauf übe r Mecklenburg| Y ollteding Oldenburg| ER Oesterreich | Herrn Ob: Schneic — II=I- Ostpreußen Der B Per Hotel Berı Barmer wesenden olen Posen| das schwe Rheinland len sie(g Rheinland A# den Hinw. Provinz Sachsen| 16 Pt Schaumburg-Lippe arreı Schlesien 4 Polen abg Schleswig-Holstein# macht es Thüringen den.“ Westfalen 6} Württemberg Sonstige 229 Unter den 1767 Pfarrerssöhnen sind 418 Theologen, welche bei der Gesamtzahl der Theologen auch mitgezählt wurden. Vermißte wurden nicht mitgezählt, dagegen sind 21 durch Fliegerangriffe Getötete in den Zahlen enthalten. Unter den Gefallenen sind 163 Brüderpaare(2 mal Zwillinge), 20 mal 3 Brüder. Hohe Auszeichnungen: Ritterkreuz: 2 Theologen(davon ı tot), 74 Pfarrerssöhne(12 gef.) Deutsches Kreuz in Gold: 26 Theologen(6 gef.), 50 Pfarrerssöhne(14 gef.) 92 3 32 72 6 = 5 oo» a-QS © Qu „Was macht es schon aus, wenn ein paar Piaiien abgeschlachtet werden?“ Nürnberg, den 20. 11. 1942. Herrn Oberstaatsanwalt Schneidemühl Ich stelle hierdurch als Vorsitzender des Reichsbundes der Deutschen evangelischen Pfarrervereine e. V. Strafantrag gegen den Kaufmann Gerhard W...., wohnhaft in Leipzig-Moekau, Volltedingstraße 21, bei Heinrich. Dem Strafantrag liegt folgender Sachverhalt zu Grunde: ‚Der Beschuldigte hat am Dienstag, den 29. September 1942, im Hotel Bernau in Schneidemühl am Sternplatz so laut, daß alle An- wesenden es gehört haben, folgende den gesamten Pfarrerstand auf das schwerste beleidigende Aeußerungen getan:„Na, ja, jetzt wol- len sie(gemeint waren die Pfarrer) national gesinnt sein.“ Auf den Hinweis der Zeugin, mit der diese Unterredung stattfand, daß 16 Pfarrer während des Polenterrors im September 1939 von den - Polen abgeschlachtet worden sind, erklärte der Beschuldigte:„Was macht es schon aus, wenn ein paar Pfaffen abgeschlachtet wer- den.“ Daß diese Aeußerungen eine schwere Beleidigung des Pfarrer- standes darstellen, bedarf keiner näheren Ausführung. Darüber hinaus hat der Beschuldigte über den Nationalhelden Mölders, als die Zeugin auf dessen religiöse Einstellung hinwies, erklärt:„Der wäre noch zu grün gewesen, um sich über diese Dinge ein Urteil zu bilden.“ Als Zeugen werden benannt: 1. Frl. Anna R.... in Flatow, 9, Frau Klara G in Schneidemühl, Evg. Gemeindehaus, Milchstraße 93 Es wird ganz besonders betont, daß diese Aeußerungen sämt- lich in einem öffentlichen Lokal mit erregter lauter Stimme ge- macht wurden, so daß ein Teil der Gesamtheit der im Speisezim- mer befindlichen Gäste sie gehört haben. Fritz Klingler, Reichsbundesführer. Nach mehrfacher Vertagung des Prozesses wurde der Ange- u klagte zu 900 RM.(Geldstrafe) verurteilt. Vorla Verw Haus Besch Rede Aufer Poliz Staats fahre Staats fahre Unter Straf Gelds Gefär Relig n sämt- ame ge- elsezim- gler, führer, r Änge- 1933—1945. In Bayern r. d. Rh. gegen evangelische Geistliche wegen ihrer seelsorgerlichen oder staatsbürger- lichen Tätigkeit durchgeführte Maßnahmen von I. Durch Staatsbehörden: Vorladung— Verhör Verwarnung.. Haussuchung. Beschlagnahme. Redeverbot. ech Polizeihaft. Pe chaktliches End aohiles or fahren eingeleitet. staatsanwaltschaftliches und eslanitone Ver- fahren eingestellt. Untersuchungshaft Strafbefehl. Geldstrafe Gefängnisstrafe.. Religionsunterricht ananadn . Durch Parteidienststellen: Vorladung vor Kreisleiter Beanstandung durch Dienststellen don Bari, Parteigericht. . Durch Reichspressekammer: Beanstandung Ausschluß .Sonstige Maßnahmen: Verbot kirchlicher Versammlungen, Bibelstun- den, Gemeindeabende usw.. Angriffe durch Presse. Bedrohung, Beschimpfung 448 Geistliche 303 Geistliche 144 Geistliche 163 Geistliche 38 Geistliche 9 Geistliche 55 Geistliche 245 Geistliche 179 Geistliche 7 Geistliche 27 Geistliche 66 Geistliche 14 Geistliche 98 Geistliche 124 Geistliche 189 Geistliche 29 Geistliche 30 Geistliche 31 Geistliche 43 Geistliche 21 Geistliche 33 Geistliche 95 5. Kampf gegen Gelfetzlofigkeit und Rechts= unficherheit im Raum der evangelifchen Kirche, gegen Reichsbifchof Ludwig Müller und den von ihm geforderten Dienfteid. der deutse Die A vom Verl unterbreit dung wil reten, Jäf wie auf d die Deuts: vermissen Die G Amt anfü Herr Reic Schofstage vergißt er und Bise} lere Anza vom Herr der Rück neue Unr Bleiben in bände, de Der Reichsbund protestiert gegen die verfassungs- und rechtswidrigen Gesetze des Reichsbischofis Ludwig Müller und fordert seinen Rücktritt. Reichsbund der deutschen evang. Pfarrervereine EV. Nürnberg, den 4. Dezember 1934. Herrn Reichsbischof Ludwig Müller Berlin-Charlottenburg Jebensstraße Die Antwort des Herrn Reichsbischofs auf die am 6. November vom Verband der Deutschen evangelischen Pfarrervereine ihm unterbreitete Bitte, um der Kirche und ihrer sofortigen Befrie- dung willen von seinem verantwortungsvollen Amt zurückzu- treten, läßt jedes Eingehen auf den Ernst der kirchlichen Lage, wie auf den Ernst der vorgetragenen aus der Verantwortung für die Deutsche evangelische Kirche geborenen Bitte des Verbandes vermissen. Die Gründe, die der Herr Reichsbischof für sein Verbleiben im Amt anführt, werden durch die Tatsachen widerlegt. Wenn der Herr Reichsbischof sich auf das Vertrauensvotum der zum Bi- schofstage versammelten Landesbischöfe und Bischöfe beruft, so vergißt er zu sagen, daß eine Reihe prominenter Landesbischöfe und Bischöfe auf dieser Bischofskonferenz fehlten, daß eine wei- tere Anzahl von Landesbischöfen und Bischöfen sich inzwischen vom Herrn Reichsbischof losgesagt haben. Weiter ist zu sagen, daß der Rücktritt des Herrn Reichsbischofs nicht, wie er behauptet, neue Unruhe hervorrufen würde, sondern daß im Gegenteil sein Bleiben im Amt gegen den Willen aller großen evangelischen Ver- bände, der ungeheuren Mehrheit der Pfarrerschaft und des Kir- chenvolkes immer von neuem die Unruhe anfacht und die Befrie- dung der Kirche verhindert. Mit aller Entschiedenheit müssen wir den Vorwurf des Herrn Reichsbischofs zurückweisen, daß„unter der gegenwärtigen kirch- lichen Opposition starke Kräfte unter Verkennung des eigentlichen Kirchenwesens sektenhafte Auffassungen zeigen“. Der evangelische Pfarrerstand ist jedenfalls frei von derartigen falschen Auffassun- gen des evangelischen Kirchenwesens. Wir verstehen es aber, wenn 99 in besten kirchentreuesten Kreisen unseres Kirchenvolkes der Ge- danke immer mehr Raum gewinnt, daß diese vom Herrn Reichs- bischof geführte Kirche nicht die Kirche Jesu Christi sein kann. Die große Zahl der der Kirche entfremdeten Volksgenossen wird nicht durch eine Kirche gewonnen, in welcher Gewalt vor Recht, Willkür und Zwang vor Liebe, Ungesetzlichkeit vor Ord- nung, Lüge vor Wahrheit gehen. Unser Volk hat noch immer ein feines Gefühl dafür, daß„Gerechtigkeit ein Volk, auch eine Kirche, erhöht, daß die Sünde aber der Leute, auch einer Kirche Verder- ben ist“. Und das Kirchenvolk wie jeder Volksgenosse hat kein Ver- ständnis dafür, daß der Herr Reichsbischof, nachdem er durch die Verordnung zur Sicherung der Verfassung der Deutschen evan- gelischen Kirche vom 20. November 1934 die rechtswidrigen Ge- setze seit dem 26. Januar 1934 aufgehoben hat, doch noch sein Amt weiterzuführen sich berechtigt glaubt. Hat doch der vor Gott und Menschen verantwortliche Führer der Deutschen evangelischen Kirche durch diese Ge- setze eine Gesetzlosigkeit und Reehtsunsicher- heitherbeigeführt, wie siein der Evangelischen Kirche Deutschlandsbisher unerhört war. Durch diese Gesetze wurde nicht Kirche gebaut, wohl aber weithin Kirche zerstört, wurde der Friede inder Kirchenichtangebahnt, wohl aberviel Un- frieden in die Gemeinden, ja in ganze Landes- kirchen getragen. Ein Jahr lang haben aufrechte deutsche Pfarrer diese Gesetze der Reichskirchenregierung als verfassungs- und rechtswidrig um ihres Gewissens willen bekämpfen müssen; Hunderte von Pfarrern und Kirchenvorstehern sind deswegen gemaßregelt worden, oft mit Hilfe des Staates, da sie als reaktionär und staatsfeindlich gebrand- markt wurden. Viel Jammer und viel innere und äußere Not wurde damit in das evangelische Pfarrhaus gebracht, das je und je treu zu Volk und Staat gehalten hat. Und nun setzt derselbe Herr Reichsbischof, derdiese Gesetzeerlassen undein Jahr lang unter Bruch von Recht und Verfassung gewaltsam aufrecht erhalten hat, seinen Namen untereine Verordnung, dieebendiese Gesetze auf- heben und zugeben muß, daßsie verfassungswid- rıg waren. Darf es da wundermehmen, wenn das Mißtrauen gegen die Reichskirchenregierung „weite Kreise wie eine Krankheit ergriffen hat, 100 unser Volk verwirrt und das Ansehen der Kirche untergräbt“. Dazu kommt: Durch seine einseitige Festlegung auf die Gruppe der Deutschen Christen, mit denen allein der Herr Reichsbischof Kirche bauen will, hat er allen Andersdenkenden den Glauben ge- nommen, daß es ihm mit seiner Versicherung ernst sei, alles daran- zusetzen, um alle aufbauwilligen Kräfte zu sammeln, damit in un- serem Volke eine geeinte Deutsche evangelische Kirche werde. Durch sein bisheriges Verhalten hat der Herr Reichsbischof bewiesen, daß er nicht sammelt, sondern zerstreut. Aber die Sammlung aller, die es mit der Kirche gut meinen, ist das Gebot der Stunde, gefordert durch den ernsten schweren Kampf der ihr gegen die Feinde der Kirche Jesu Christi bevorsteht. Wenn es in den Kampf geht, muß die Mannschaft Vertrauen zum Führer haben. Trotz der gegenteiligen Versicherung des Herrn Reichsbischofs ist die Vertrauensfrage die Kernfrage des Führer-Problems, wie im Staat, so in der Kirche; sie hat mit par- lamentarischen Methoden und Ansichten nichts gemein. Aber sowohldie Pfarrerschaft Deutschlands, als auch die übergroße Mehrheitdeskirchentreuen Volkes hat dieses VertrauenzudemHerrnReichsbischof schon längst nicht mehr. Deshalb fordert der Reichsbund der Deut- schenevangelischen Pfarrervereinenunmehrden Rücktritt des Herrn Reichsbischofs. und seiner bisherigen Helfer und Mitarbeiterund damit die Aufgabe desganzen Systemsalsdieeinzige Mög- lichkeit, zur Befriedung der Kirche zu kommen und eine geschlossene Front gegen den gemein- samen Feind herzustellen. Er appelliert dabei an das nationalsozialistische Gewissen des Herrn Reichsbischofs, wonach „Gemeinnutz vor Eigennutz geht“. Für den Reichsbund der Deutschen evangelischen Pfarrervereine(E. V.): gez. Klingler, Pfarrer. - Obiges Antwortschreiben wurde heute dem Herrn Reichs- bischof Müller zugesandt. Nürnberg, den 5. Dezember 1934 Wöhrder Schulgasse 2. Klinglen Dis 101 Evang.-luth. Kirche in Bayern und Bayer. Pfarrer- verein haben den Anschluß an das Dritte Reich nicht gefunden. Piarrer R.... ‚ den 19. Mai 1938. Evangelisch-lutherischen Landeskirchenrat München. Betreff: Diensteid der Geistlichen. Die Leitung der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern und die Führung des Bayerischen Pfarrervereins haben den An- schluß an das Dritte Reich heute noch nicht gefunden. Es bestehen folgende Tatsachen: IL Das Dritte Reich, identisch mit dem Nationalsozialismus, wurde von der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern mit ganz und gar nicht freudigen Gefühlen begrüßt; es wurde große Zu- rückhaltung, es wurde Distanz vom Nationalsozialismus emp- fohlen und auch gehalten. Wie lange hat es z. B. gedauert, bis die neue Führung des Staates in das Kirchengebet eingeschlos- sen wurde! Welche Aeußerungen fielen! Wieviel Widerstände wurden gemacht. . Der vom Führer bestätigte Reichsbischof Ludwig Müller und seine Anordnungen wurden mit allen Mitteln bekämpft. Für die kirchliche Anarchie in Deutschland trägt die Evangelisch-luthe- rische Kirche in Bayern ein großes Teil der Schuld. . Der vom Reichsbischof Ludwig Müller empfohlene Eid auf den Führer wurde von der bayerischen Landeskirche nach allen Richtungen hin als unmöglich abgelehnt. Eine eigene Nummer des Amtsblattes Nr. 25 vom 22. August 1934 beschäftigt sich mit dieser Angelegenheit. . Der Vorsitzende des Bayerischen Pfarrervereins bezeichnete in der großen Versammlung der fränkischen Pfarrer, welche im Spätsommer 1934 in der Moritzkapelle zu Nürnberg stattfand, den Eid auf den Führer als einen Strick um den Hals der Pfar- TET. 102 ij 1988. 5. An Stelle des abgelehnten Führereides nahm man den Pfarrern eine eidesstattliche schriftliche Verpflichtung ab, die auf die Person des Landesbischofs Meiser verpflichtete und heute noch in Kraft steht. Zu dieser eidesstattlichen Verpflichtung traten in der Folge noch weitere schriftliche Verpflichtungen gleichen Sinnes. Diese Bindung widerstreitet dem Eid auf den Führer, ja, sie hebt ihn von vornherein auf und macht ihn null und nichtig. boBlarter Br...... war als Amtswalter auf den Führer ver- eidigt. Getreu diesem Eid hat er staatsfeindliche Aeußerungen, die auf der Pfarrerkonferenz fielen, der Partei gemeldet. Wegen dieser Treue zum Führereid wurde unser Kamerad Br......- dann von der Kirche verfolgt, was zu dem bekannten traurigen Ausgang führte. Angesichts dieser Tatsache halte ich es für undenkbar und unmöglich, daß die bestehende Führung jemals den Eid auf den Führer leistet bzw. ihn von den Pfarrern fordert. Am allerwenig- sten vermag ich mir vorzustellen, daß ein voller, ganzer, vorbehalt- loser Eid geleistet werden könnte. Aber nur ein solcher Eid hat Sinn und erfüllt seinen Zweck. Ich will aber die Schande, daß der Pfarrerstand als einziger Beamtenstand den Führereid heute noch nicht geleistet hat, für meine Person nicht länger tragen. Darum habe ich aus freiem Entschluß und mit freiem Willen am Sonntag, den 15. Mai 1938 in die Hand des Oberkirchenrats St......inE... den Eid auf den Führer geleistet. gez Rh... ,‚ Pfarrer. 103 6. Eintreten des Reichsbundes der deutlichen evangelifchen Pfarrervereine für bekenntnis= treue Pfarrer, die um ihrer kirchlichen Haltung willen Redeverbot bekamen oder ausgemielen bez. verhaftet wurden, infonderheit für Pfarrer Martin Niemöller. „Di von E knech worde anwes enlgep verbre Pfarre für di befaßt zung“ Ausei durch Intere Slandı Slands Allen Kirch) 0 Stelle, N fränk, SCha ken, Slan de rl Weg, Stes Wer, | I Der„Stürmer“ und\der Piarrerverein. Auszug aus dem„Stürmer“. „Der„Stürmer“ berichtete vor kurzem von dem Pfarrer Mi von Egenhausen. Pfarrer M....... war im„Stürmer“ als„Juden- befaßte sich entsprechend mit Pfarrer M...... ,‚ Egenhausen. Dies hatte merkwürdige Folgen. Der Pfarrerverein wurde mobili- siert. Er trat zusammen, beriet und am nächsten Tage stand in der„Allgemeinen Rundschau“ diese Entschließung: Entschließung PHlene BfanterM.....-Egenhausen hat in der heutigen Sit- zung“ der Vorstandschaft des Pfarrervereins eingehend über seine Auseinandersetzung mit Herrn Lehrer M......: berichtet, welche durch den„Stürmer“ in die Oeffentlichkeit gebracht wurde. Im Interesse der Kirche im allgemeinen und der Ehre des Pfarrer- standes, insbesondere des betroffenen Kollegen, hält es die Vor- standschaft des Pfarrervereins für dringend erforderlich, daß mit allen Mitteln eine restlose Klarstellung der Tatsachen durch die kirchlichen und staatlichen Stellen erfolgt. Ohne dem Ergebnis der Untersuchung vorgreifen zu wollen, stellen wir fest, daß über den öffentlichen Angrifi auf Pfarrer Mar in der Pfarrerschaft wie auch in weiten Kreisen des fränkischen Volkes starke Entrüstung herrscht. Die Pfarrer- schaft istentschlossen, alle Angriffe auf das Be- kenntnisderKirche und auf dieEhredesPfarrer- standes nachdrücklichst abzuwehren und brü- derlich für alle Kollegen einzutreten, welche wegen gewissenhafter Ausrichtung. ihres Dien- stesanderihnenanvertrauten Gemeinde verfolgt werden. Nürnberg, den 24. Oktober 1933. . Pfarrerverein der Evang.-luther. Kirche in Bayern r. d. Rh. gez. Klingler. 107 Wir wissen, warum der Pfarrerverein eine solche Sprache spricht. Wir kennen seine heimlichen Freunde. Wir kennen die, die selbst den Juden im Leibe haben und die heute glauben, aus Feigheit und Charakterlosigkeit dem Antisemitismus den Dolch- stoß geben zu können. Der Pfarrerverein möge sich aber keiner Täuschung hingeben. Der„Stürmer” ist nicht bestechlich und nicht charakterlos. Der„Stürmer” kämpft und marschiert weiter. Und er wird sein Ziel erreichen. Siegen wird die Wahrheit über die Lüge. Siegen wird das Licht über die Finsternis. Siegen wird der Herrgott über den Teu- fel. Der„Stürmer“, Ihr Herren vom Pfarrerverein— der„Stür- mer“ wird siegen. Karl Holz.“ Eine größere Anzahl sächsischer Geistlicher wird ohne gerichtliches Urteil im Konzentrationslager ‚festgehalten und muß Zwangsarbeit verrichten. Abschrift. Evangelischer Pfarrerverein Mölbis, den 20. Mai 1935. für den Freistaat Sachsen. Bezirk Leipzig Herrn Reichsminister Dr. Frick Reichsinnenministerium Berlin. Hochzuverehrender Herr Reichsminister! Der Vorstand des Sächsischen Pfarrervereins, die Standesver- tretung von mehr als 1500 sächsischen evangelischen Geistlichen, unterbreitet hiermit Herrn Reichsminister Dr. Frick ehrerbietigst die Bitte, dafür Sorge tragen zu wollen, daß die seit März ds. Js. verhafteten sächsischen Pfarrer und kirchlichen Mitarbeiter un- gesäumt ihren Gemeinden und ihrem Amt zurückgegeben werden, sofern noch kein rechlisgültiges Urteil über sie gefällt wurde. Zur Begründung unserer Bitte führen wir folgendes an: Der evangelische Pfarrer ist wie jeder andere Volksgenosse den Gesetzerı des Staates unterworfen, er soll erst recht im Gehorsam sich als Vorbild erweisen, und wenn er sich vergangen hat, dann soll er wie jeder andere vor ein ordentliches Gericht gestellt werden. Es ist unser tiefer Schmerz, daß eine ganze Anzahl sächsischer Geistlicher seit Wochen, ja seit Monaten im Konzentrationslager festgehalterı werden und Zwangsarbeit verrichten müssen, ohne daß nach unserer Kenntnis bisher ein gericht- liches Urteil gegen sie ergangen oder auch nur ein ordentliches Gerichtsverfahren eingeleitet wordenist. Selbstdiebeantragte Zuziehungeines Rechtsbeistandes istabgelehnt worden. Wir evangelischen Pfarrer, deren alte Ehre es ist, daß sie sich an rechler Treue zu Volk und Staat von niemandem übertreffen lassen, wir können und dürfen um unserer Brüder und Gemeinden willen nun nicht mehr länger schweigen. Herr Reichsminister! Aus zahlreichen Eingaben und Abord- nungen ist Ihnen zur Genüge bekannt, daß eine Befriedung in 109 3 ee a EEE ine Fe Le Z Kirche und Staat durch solche Maßnahmen nicht erreicht werden kann. Wir bitten daher in voller Ehrerbietung ganz dringend, so schnell als möglich einem Zustand ein Ende bereiten zu wollen, welcher der Ehre und dem Wohl des deutschen Volkes und Staa- tes ebensowenig dient als dem unseres Amtes und unserer Kirche. gez. Schulze, Pfarrer, 1. Vorsitzender des Sächsischen Pfarrervereins. Der obigen Erklärung des„Pfarrervereins für Sachsen“ schließt sich der„Reichsbund der Deutschen evangelischen Pfarrervereine“, dem alle deutschen Pfarrervereine mit rund 16 000 Geistlichen an- geschlossen sind, vollinhaltlich an. Er möchte die gleiche Bitte für die im bayerischen Konzentra- tionslager Dachau inhaftierten Amtsbrüder Herrn Staatsminister Dr. Frick unterbreiten. Die Tatsache, daß bis jetzt trotz aller dahingehenden Bemühun- gen noch immer kein geordnetes Rechtsverfahren gegen die ver- hafteten Geistlichen eingeleitet wurde, ist geeignet, das Rechts- empfinden weitester Volkskreise aufs tiefste zu erschüttern, noch dazu, wo es sich durchweg um Männer handelt, die an hervor- ragender Stelle im Volksleben stehen und die allgemein Vertrauen und Ansehen genießen. Reichsbund der Deutschen evangelischen Pfarrervereine: Fr. Klingler, Kirchenrat, stellyertretender Reichsbundesführer. Die Eingabe und persönliche Rücksprachen hatten zur Folge, daß ca. 20 Geistliche aus der Haft entlassen wurden. "ag) Auf Pfarr erv land ers Schließu ine: ge Reichsbund der deutschen evang. PfarrervereincE.V. an Reichskirchenminister Kerrl betr.: Freilassung verhafteter Amtsbrüder und Auf- hebung der Ausweisungen und Redeverbote. Nürnberg, den 16. Oktober 1937. Herrn Reichskirchenminister Kerrl Berlin Leipziger Straße 3. Herr Reichsminister! Auf der Reichsbundestagung der Deutschen evangelischen Pfarrervereine in Bautzen, zu welcher Vertreter aus ganz Deutsch- land erschienen waren, wurde am 21. September d. J. folgende Ent- schließung angenommen: „Wir gedenken in treuer Fürbitte der um ihrer kirchlichen Haltung willen ausgewiesenen oder verhafteten Pfarrer und Ge- meindeglieder. Wir bitten und erwarten, auch um der Gemeinden willen, daß ihnen in einem geordneten Gerichtsverfahren sofort Gelegen- heit gegeben werde, sich zu verantworten. Wir beauftragen den Vorstand, in einer persönlichen Vor- stellung bei den zuständigen staatlichen Stellen auf die soforlige Freilassung der Verhafteten und auf die Aufhebung der Aus- weisungen und der Redeverbote hinzuwirken. Zur Begründung der obigen Entschließung darf auf folgendes hingewiesen werden: Nach einer mir vorliegend Berlin 4, in Brandenburg 25, in en Liste befinden sich zur Zeit in der Grenzmark 2; in Ostpreußen 5, in Pommern 2, im Rheinland 8, in der Provinz Sachsen 22, in West- falen 1, in Schlesien 1 Geistlicher im Gefängnis.„Aus kirchlicher Verantwortung heraus glaubten sie, nicht schweigen zu dürfen zur Einschränkung der kirchlichen Kollekten, die das kirchliche Leben und den Fortbestand von Werken der Inneren und Aeuße- ren Mission gefährden; sie wollten es sich nicht nehmen lassen, die Namen der aus der Kirchengemeinschaft Ausgetretenen ihrer 111 Gemeinde mitzuteilen; sie wollten es sich nicht gefallen lassen, Ueberzeı wegen ihrer Treue zum Bekenntnis und wegen ihres Eintretens kirchlich für ein bekenntnismäßiges Handeln und für die Freiheit der Wort- zeugun verkündigung als Staatsfeinde bezeichnet zu werden. Daß einzel- würde d nen Amtsbrüdern Fingerabdrücke genommen und sie fürs Ver- sicht de brecheralbum photographiert wurden, ist uns besonders schmerz- eher we lich.“ hl Hi olt 187 Nun ist in letzter Zeit auf die Beschwerde der Beschuldigten zieht, da ' verschiedentlich der die Untersuchungshaft anordnende Beschluß auf die‘ 150 des Amtsgerichts aufgehoben worden, so am 26. August 1937 in der hi I Strafsache gegen den Pfarrer’-Hermann W...., am 9. September Wed nd v 1937 in der Strafsache gegen den Pastor Wilhelm W....... aus Sr Bi M., am 13. September 1937 in der Strafsache gegen den Pfarrer Die, Ri Hans R....aus Pr., am 15. September 1937 in der Strafsache Somehr,: m gegen den Pfarrer Heinrich V.... aus D. In allen 4 Fällen han- führung ge delt es sich um Abkündigung einer Kollekte. Sinne wı ud Im Falle Pfarrer W..... wurde die Aufhebung der Haft aus- Strafkam Wr drücklich damit begründet, daß weder Fluchtverdacht noch Ver- 2 Rich a dunkelungsgefahr bestehe.— Im Falle Pastor W......- wurde Onderye ai. in der Begründung für die Aufhebung der Haft ausdrücklich ge- En gen Bi sagt:„Es erscheint fraglich, ob der Beschuldigte in subjektiver Hin- ng F sicht straffällig geworden ist, da er die von ihm anerkannten kirch-“ gebo ‚8 lichen Organe möglicherweise als die ordentlichen vorgeordneten aD die B Kirchenbehörden im Sinne der Bestimmungen angesehen hat und einer Pe im Hinblick auf die derzeitige Ungeklärtheit der kirchlichen Lage„alver und kirchlichen Anschauungen auch ansehen durfte..... Die 4 ste Fey Aufhebung des Hafibeschlusses rechtfertigt sich um so mehr, als Bi Plege ge die Akten nicht ergeben, daß mit einer baldigen Durchführung des Bi Olge hal Verfahrens zu rechnen ist.“— In der Strafsache gegen Pfarrer| sen Grun Hans R..... aus Pr. wird von der Strafkammer 1b des Land-| Mm Intera gerichts Potsdam u. a ausgeführt:„Es ist zu berücksichtigen, daß Bi Rechishr, die Untersuchungshaft einen besonders schweren Eingriff in die 7 Acht bei: Freiheit und auch in die Vermögensverhältnisse einer Person dar- ä| Ten a; stellt. Es ist deshalb eine jedesmalige gewissenhafte Prüfung nol- h brechen, wendig, ob die Anordnung bzw. die Fortdauer der Haft nach der#| Ägte kein Bedeutung und den besonderen Umständen des Einzelfalles geboten I Im Amt erscheint. Eine weitere Inhaftierung des Beschuldigten wird daher ai Ügte hat nur dann verantwortet werden können, wenn sie im Interesse eines i Fand Ali ELLE ungen’ l werden. Man kann weder von einer besonders schweren Tat-noch Berufen von einer gewissenlosen Gesinnung oder verbrecherischen Neigung ung de n des Täters sprechen. Der Beschuldigte hat aus seiner religiösen RER Ich] 112 Ueberzeugung heraus gehandelt. Durch die Ungeklärtheit der kirchlichen Lage und kirchlichen Anschauungen mag diese Ueber- zeugung in ihm hervorgerufen sein. Unter diesen Umständen würde die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft nach der An- sicht des Gerichts von der Allgemeinheit kaum verstanden und eher mißverstanden werden, zumal wenn man die bisherige Un- bescholtenheit des Beschuldigten und die Tatsache in Betracht zieht, daß seine Ehefrau und drei kleine Kinder seit einem Monat auf die Wiederkehr des Familienvaters warten. Andere Haftgründe liegen nicht vor, es besteht insbesondere weder Fluchtverdacht noch Verdunkelungsgefahr. Die Aufhebung des Haftbeschlusses rechtfertigt sich auch um- somehr, als die Akten nicht ergeben, daß mit einer baldigen Durch- führung des Verfahrens zu rechnen ist.“— In ganz ähnlichem Sinne wurde in der Strafsache gegen Pfarrer V...., D., von der Strafkammer 1b des Landgerichts Potsdam u. a. ausgeführt:„Nach den Richtlinien des Reichsministers der Justiz vom 13. 4. 35(Amtl. Sonderveröffentl. d. Dt. Justiz Nr. 7) unter Nr. 71 bedarf es stets einer gewissenhaften Prüfung, ob die Inhaftnahme nach der Be- deutung und den besonderen Umständen des Falles auch tatsäch- lich geboten erscheint. Dabei darf nicht unberücksichtigt bleiben, daß die Untersuchungshaft einen schweren Eingriff in die F reiheit einer Person darstellt, deren Schuld oder Nichtschuld erst noch im Strafverfahren festgestellt werden soll, und daß nicht gerechtfer- tigte Festnahmen und Verhaftungen das Ansehen der Strafrechts- pflege gefährden sowie eine bedenkliche Rechtsunsicherheit zur Folge haben können. Die Fortdauer der Haft wird daher nach die- sen Grundsätzen nur dann verantwortet werden können, wenn sie im Interesse eines wirksamen Schutzes der Allgemeinheit vor dem Rechtsbrecher notwendig ist. Eine solche Notwendigkeit kann hier nicht bejaht werden. Man kann weder von einer besonders schwe- ren Tat, noch von einer gewissenlosen Gesinnung oder einer ver- brecherischen Neigung des Täters sprechen. Daß der Angeschul- digte kein Rechtsbrecher im üblichen Sinne ist, ergibt sich aus sei- nem Amt und seiner bisherigen Unbescholtenheit. Der Angeschul- digte hat vielmehr aus seiner kirchlichen Ueberzeugung heraus gehandelt. Diese Ueberzeugung mag in ihm durch die kirchliche Entwicklung der letzten Jahre, die zu lebhaften Auseinanderseiz zungen innerhalb der Evangelischen Kirche geführt haben, hervor- gerufen sein. Unter diesen Umständen würde die Aufrechterhal- - tung der Haft von der Allgemeinheit kaum verstanden, eher miß- - verstanden werden. Die Aufhebung des Haftbefehls rechtfertigt | sich umsomehr, als die Akten ergeben, daß eine schnelle Durch- 8 113 führung des Verfahrens nicht zu erwarten ist und mithin bei Fort- dauer der Haft der Angeschuldigte seinen Gemeinden und seiner Familie— er hat vier kleine Kinder— auf unabsehbare Zeit ent- zogen sein würde. Dies kann in einem solchen Falle nicht der Zweck eines richterlichen Haftbefehls sein. Soweit die Oeffentlich- keit an der Inhaftierung des Angeschuldigten ein Interesse hatte, ist diesem dadurch genügt, daß der Angeschuldigte bereits 2 Wo- chen in Haft zugebracht hat.“ Was hier von einzelnen Fällen gesagt wird, das dürfte von allen anderen Fällen auch gelten, daß nämlich: 1. weder Fluchtverdacht noch Verdunkelungsgefahr besteht, 9, daß die Untersuchungshaft einen schweren Eingriff in die Frei- heit einer Person darstellt, deren Schuld oder Nichtschuld erst noch im Strafverfahren festgestellt werden soll, 3. daß nicht gerechtfertigte Festnahmen und Verhaftungen das Ansehen der Strafrechtspflege gefährden, sowie eine bedenkliche Rechtsunsicherheit zur Folge haben können, 4. daß man in keinem Fall von einer besonders schweren Tat noch von einer gewissenlosen Gesinnung oder einer verbrecherischen Neigung des Täters sprechen kann, a 5. daß alle aus ihrer kirchlichen Ueberzeugung heraus gehandelt haben und nicht aus unedlen Motiven, 6. daß bei einer Fortdauer der Haft die Angeschuldigten ihren Ge- meinden und ihren Familien auf unabsehbare Zeit entzogen sein dürften, 7. daß unter all diesen Umständen die Aufrechterhaltung der Haft von der Allgemeinheit kaum verstanden, eher mißverstanden werden muß, zumal wenn man die bisherige Unbescholtenheit der Beschuldigten in Betracht zieht. Der Unterzeichnete bittet ergebenst, mit einer Deputation bei dem Herrn Minister demnächst vorstellig werden zu dürfen, um in einer mündlichen Besprechung die obige Bitte weiterbegründen zu können. gez. Klingler. > 7% — iner nl- der alte, No- Reichsbund der deutschen evang.PiarrervereineE.V. an Reichsjustizminister Dr. Gürtner betr.: Aufhebung der Hait und Eröffnung eines ge- ordneten Gerichtsverfahrens. 1. November 1937. Herrn Reichsjustizminister Dr. Gürtner Berlin. Herr Reichsminister! In Ergänzung der Eingabe vom 16. Oktober 1937 bitte ich auf den Beschluß des Amtsgerichts Königswusterhausen vom 15. Ok- eur d Js. PfarerB......... in Z.(4 Ds. 81. 37) und den Beschluß der Großen Strafkammer des Landgerichts in Frankfurt a. d. Odezr vom 28. September d. J.i. S. Pfarrer R..... in St. (4. Qs. 110/37) hinweisen zu dürfen. Im 1. Fall kommt das Gericht zu der Feststellung: DieKlageistunbegründet. Im2. Fall urteilt das Gericht: Es erscheint nicht angängig, die Untersuchungshaft unverändert fortdauern zu essen wenn die Durchführung des Strafverfah- rensausirgendwelchen Gründen,gleichviel wel- eBcs Art iu Erage gestellt ist-„Der. Haftbefehl! wird aufgehoben.“ Ganz besonders wichtig aber erscheint die Entscheidung des Strafsenats des Oberlandesgerichts von Naumburg vom 4. Oktober 1937 in der Strafsache gegen 1. den Pfarrer Georg G...., 2. den Pfarrer Bruno Gl....:.... beide in Eisleben(3 Ws. 337/37; 2 Js. 240/37). Hier wird festgestellt:„Einenach den Bestim mungen der kirchenrechtlichen Verordnung unzulässige Kollekte wird noch nicht strafbar nach dem Sammlungsgesetz.“ Der Senat kommt nach reif- kochen: Prüsung zu der Auffassung, pflichtgemäß die Haftbefehle aufzuheben.“ 115 Wenn nun auch eingewendet werden kann, daß andere Ge- richte anders entschieden haben, so das Kammergericht in seinem Beschluß vom 6. 9. 37(w. Ws. 304/37), so steht jedenfalls soviel heute schon fest, daß die ordentlichen Gerichte selber zu einer ganz entgegengesetzten Beurteilung darüber kommen, ob das Ver- anstalten der beanstandeten Sammlungen kriminell strafbar ist oder nicht. Muß man aber dann nicht auch den be- treffenden Geistlichen zubilligen, daß sie zumal bei der noch immer bestehenden Ungeklärtheit der kirchlichen Verhältnisse zu der Ueberzeu- gung gelangt seien, nach kirchlichen Grundsät- zenimRechtzusein. Gesteht man dies aber zu, so ist schon allein aus diesem einen Grunde eine Fortdauer der Haft mit dem Rechtsempfinden der Allgemeinheit unvereinbar und nicht mehr länger zu verantworten. Aus diesem Grunde bitten wir nochmals, auch um der Gemein-, den willen, dafür einzutreten, daß die Haft der betreffenden Amts- brüder umgehend aufgehoben und daß ihnen in einem geordneten Gerichtsverfahren alsbald Gelegenheit gegeben wird, sich zu ver- antworten. Klingler, Reichsbundesführer. Reichsbund der deutschen evang. PfarrervereineE.V. an Reichsminister Kerrl betr.: Freilassung verhaftoter Amtsbrüder noch vor Weihnachten. Nürnberg, den 17. 12. 1937. Reichsminister Kerr] Berlin Leipziger Straße 3. Herr Reichsminister! Eine große Anzahl evangelischer Geistlicher befindet sich im- mer noch in Haft, einzelne nun schon seit Monaten, ohne daß ein geordnetes Gerichtsverfahren gegen sie durchgeführt wird. Nun steht Weihnachten, das Fest der Liebe und des Friedens, vor der Tür. Es liegt als besondere Not und Sorge auf uns und unseren Gemeinden, daß die betreffenden Amtsbrüder mit einzelnen Ge- meindemitgliedern gerade während der Weihnachtstage von ihren Gemeinden und besonders von ihren Familien getrennt sind. Da wohl in keinem Fall Fluchtverdacht oder Verdunklungsgefahr vor- liegt, bitten wir, auch zur Beruhigung der betroffenen Gemeinden, sich dafür einzusetzen, daß die inhaftierten Amtsbrüder und Ge- meindeglieder noch vor Weihnachten entlassen werden und daß ihnen baldmöglichst in einem geordneten Gerichtsverfahren Gelegenheit gegeben werde, sich zu verantworten. Im Namen von 16.000 evangelischen Geistlichen Deutschlands: Fritz Klingler, Reichsbundesführer. LEE ER ETELITZT 2 es Te- in ER Bitte um unparteiische Durchführung des Gnaden- erlasses für verfolgte Geistliche. Abschrift. Nürnberg-O, 27. September 1939 Wöhrder Schulgasse 2. Herrn B Landesbischof D. Marahrens Hannover Eilbrief Hochverehrter Herr Landesbischof! Mit großer Befriedigung haben wir von einer bevorstehenden „Verordnung über die Gewährung von Straffreiheit für evangelische Geistliche erfahren. Nach Rücksprache mit den Vereinsführern der Deutschen evangelischen Pfarrervereine bitte ich, die folgenden Er- gänzungswünsche vortragen zu dürfen, um deren gütige Berück- sichtigung hiermit gebeten wird. 1. Eine große Anzahl von Amtsbrüdern, die voraussichtlich von der Verordnung über die Gewährung von Straffreiheit betroffen werden, befinden sich im Feld. Einige sind schon gefallen. Es wird dringend gebeten, für alle zum Heeresdienst einberufenen Amtsbrüder die Verordnung über die Gewährung von Straffrei- heit mindestens von dem Tag an rückwirkend gelten zu lassen, an dem die Betreffenden zum Heeresdienst einberufen worden sind. 2. Eine große Anzahl von Amtsbrüdern leidet unter staatlichen Maßnahmen wie: Amtsbehinderung, Aufenthaltsverboten, Aus- weisungen aus den Gemeinden, Redeverboten, Verbannungen etc. Wenn auch diese Maßnahmen vom Staate her meist von der Geheimen Staatspolizei verfügt worden sind, so dürfte doch in nicht wenigen Fällen die kirchliche Aufsichtsbehörde diese Maßnahmen im Verfolg des Kirchenkampfes veranlaßt haben. Es wird dringend gebeten, daß hiervon von der kirchlichen Be- hörde her alles getan wird, daß vom Staate die Amtsbehinde- rungen, Ausreiseverbote, Aufenthaltsverbote, die Ausweisun- gen aus den Gemeinden, die Redeverbote, die Verbannungen, die Maßnahmen wegen des Gebetsgottesdienstes der VKL. und die Verhaftungen aufgehoben werden. 118 ne Due 3. Ausgeschlossen von einem Gnadenerlaß sind die Dienstver- gehen, die eine Verletzung der Treuepflicht gegen Führer und Volk und Reich enthalten. Wer wird die Entscheidung darüber treffen? In der hinter uns liegenden Zeit’ haben oft genug Fi- nanzabteilungen einer großen Anzahl von Pfarrern die staat- lichen Besoldungszuschüsse gesperrt und angegeben, daß der be- treffende Pfarrer„sich der Fürsorge des Staates nicht würdig erwiesen habe“. Irgend ein Verhör oder ein Verfahren ist die- ser Gehaltssperre in keinem Fall vorangegangen. Erst vor kur- zem hat ein Superintendent in Sachsen von einem Pfarrer, der einen gut besuchten Gottesdienst auf dem Friedhof am 3. Sep- tember gehalten hat, erklärt, daß der Betrefiende ein Staats- feind sei und zu denen gehöre, die nach dem Willen des Füh- rers vernichtet werden müssen. Es ist dringend zu fordern daß eine unparteiische Stelle darüber entscheidet, ob ein Pfarrer die Treuepflicht gegen Führer, Volk und Reich verletzt hat oder nicht. Wir möchten hierfür den Vertrauensausschuß der DEK. in Vorschlag bringen. Einer wohlwollenden Berücksichtigung der vorgetragenen Bitte sieht entgegen Klingler, Reichsbundesführer. Eintreten des Reichsbundes der deutschen evang. Piarrervereine E.V. für Martin Niemöller bei Ueberführung ins Konzentrationslager. Nürnberg, den 25. Mai 1938. An alle Vereinsführer der Deutschen evangelischen Pfarrervereine! Immer wieder werde ich gefragt, was tut die Standesvertretung der deutschen Pfarrerschaft für den Bruder Martin Niemöller. Ich möchte darauf folgendes sagen: Als bekannt wurde, daß Bruder Niemöller ins Konzentra- tionslager überführt wurde, war ich eben in Berlin, anläßlich einer Tagung der„Amtsbrüderlichen Nothilfe“. Ich ging sofort zum Lulherrat, um mich zu vergewissern, ob Bruder Niemöller wirklich ins Konzentrationslager gekommen ist. Mit Herrn Ass. Dr. Gauger besuchte ich den Rechtsanwalt von Bruder Niemöller, Herrn Dr. Holstein, von dort sind wir zunächst zum Justizministerium und haben mit dem persönlichen Adjutanten des Herrn Justizministers lange verhandelt und gebeten, es möchte doch alles geschehen, daß Bruder Niemöller aus dem Konzentrationslager entlassen wird. Wir sind dann zur Gestapo und am selben Tag noch zum Innen- ministerium, überall haben wir die gleiche Bitte vorgebracht. Am darauffolgenden Tag bin ich persönlich zum Kirchenministerium. Herr Kirchenminister Kerrl war verreist. Ich habe lange mit Herrn Ministerialrat Dr. Stahn verhandelt. i Als ich am 2. Mai in Berlin bei Herrn Präs. Dr. Werner mit Bruder Riehl vorstellig wurde, um Auskunft in der Eidesfrage zu bekommen, haben wir gebeten, es möchte doch alles geschehen, daß im Zusammenhang mit der Amnestie auch Niemöller frei werde. 120 Nien brud Herr rium Reicl | verst Wir] Am Mittwoch, den 4. Mai, war ich in der Familie von Bruder Niemöller, um mich zu erkundigen, was wir für unseren Amts- bruder tun können. In den letzten Tagen gingen Eingaben an Herrn Generaladmiral Raeder, an das Reichspropagandaministe- rium, Reichsinnenministerium, sowie Reichsjustizministerium, Reichskirchenministerium und an die Reichskanzlei ab. Ich bitte, die Amtsbrüder des dortigen Vereins doch davon zu verständigen, damit nicht immer wieder die Vorwürfe kommen, wir hätten für Bruder Niemöller nichts getan. Mit brüderlichem Gruß! gez. Klingler, Entschließung des Reichsbundes der deutschen evang. Piarrorvereine E.V. für Piarrer Martin Niemöller. Berlin, den 3. Februar 1938. Entschließung Einstimmig angenommen in der Reichsführerratssitzung der Deutschen evangelischen Pfarrervereine zu Berlin am 3. 2. 1988 Der Reichsbund der Deutschen evangelischen Pfarrervereine gedenkt fürbittend der um ihres kirchlichen Zeugnisses willen ge- fangenen, ausgewiesenen und mit Redeverbot belegten Brüder. Insbesondere gedenkt er des Bruders Martin Niemöller, der nach 7monatiger Untersuchungshaft endlich am 7. Februar d. J. Gelegenheit erhalten soll, in einem ordentlichen Gerichtsverfah- ren zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen. Wir wissen, daß es in diesem Prozeß um die Sache der DEK. geht und bitten Gott, daß in den Verhandlungstagen ein gutes Zeugnis für den HERRN der Kirche abgelegt werden möge. Wir erwarten erneut, daß allen gefangenen Brüdern bald in einem ordentlichen Gerichtsverfahren Gerechtigkeit widerfährt. Wir erwarten insbesondere die Aufhebung der Ausweisungen und Redeverbote, in denen wir eine unerträgliche Behinderung der gesetzlich garantierten Freiheit der kirchlichen Verkündigung er- blicken. gez. Klingler, Reichsbundesführer. Reichsbund der deutschen evang.PiarrervereineE.V. an Generaladmiral Raeder betr.: Enthaftung von Piarrer Martin Niemöler. Nürnberg, den 21. Mai 1938. Herrn Generaladmiral Dr. h. c. Raeder Berlin Reichswehrministerium. Herr Generaladmiral! Wie uns berichtet wird, findet Anfang Juni die Einweihung des U-Boot-Ehrenmals an der Kieler Förde statt, zu der alle noch lebenden ehemaligen U-Boot-Offiziere und Mannschaften erwartet werden. Es ist uns bekannt, daß weite Kreise der Kieler Bevöl- kerung damit rechnen, daß Pfarrer Martin Niemöller bis dahin wieder auf freien Fuß gesetzt wird, damit auch er als ehemaliger U-Boot-Kommandant an dieser Feier teilnehmen kann. Darüber hinaus bewegt und bedrückt die ganze deutsche Pfarrerschaft, die sich eben anschickt, den Treueid auf Führer und Reich zu leisten, das Schicksal ihres Bruders Niemöller, der nun schon seit Monaten ohne jeden ersichtlichen Grund im Konzentrationslager Sachsen- hausen festgehalten wird, nachdem er die über ihn gerichtlich ver- hängte Freiheitsstrafe durch die Untersuchungshaft abgebüßt hat. Aus allen Gauen des Reiches wird der Unterzeichnete sowohl von Geistlichen, als auch von Gemeinden ununterbrochen bestürmt, doch alles zu tun, um Martin Niemöller freizubekommen. Generaladmiral zu Aus diesem Grund erlaube ich mir, Herrn Amtsbruders ein- bitten, sich für die baldige Freilassung unseres setzen zu wollen. Ein besonderes Entgegenkom herige Aussprache gewährt werden wollte. Das Ehrenblatt der deutschen Pfarrerschaft dengedenktag bitte ich beilegen zu dürfen. men wäre es, wenn uns eine VOr- vom letzten Hel- 123 Eine Abschrift dieses Briefes geht gleich- zeitigandasReichsjustiz-, Reichsinnen-,Reichs- kirchen- und Reichspropagandaministerium. Im Namen von 16000 evangelischen Geistlichen gez. Klingler, N Ä Reichsbundesführer. "m Der Oberbefehlshaber ö 4 der Kriegsmarine.: 4 Berlin, den 28. Mai 1938. 4 14 W 35, Tirpitzufer 72—76. ai Sehr geehrter Herr Bundesführer! Den Empfang Ihres freundlichen Briefes vom 21. Mai bestätige ich Ihnen hiermit. Zu meinem Bedauern bin ich aus grundsätzlichen Erwägungen nicht in der Lage, mich mit der Angelegenheit des Pfarrers Nie- möller zu befassen, zumal ich sein Verhalten, das die Evangelische Kirche schwer geschädigt hat, nur mißbilligen kann. Heil Hitler! gez. Raeder, Generaladmiral. I Er Reichsbund der deutschen evang.PiarrervereineE.V. an Generalfieldmarschall Göring betr.: Enthaftung von Piarrer Martin Niemöller. ot 2770 Nürnberg-O, den 6. Dezember 1938 a“ E Wöhrder Schulgasse 2. Herrn Generalfeldmarschall Hermann Göring Berlin W383 Leipziger Straße 7 BA Herr Generalfeldmarschall! Unser Amtsbruder Martin Niemöller befindet sich seit bei- nahe 1'/ Jahren im Konzentrationslager Sachsenhausen. Herr Generalfeldmarschall! Wir wissen, was Ihr Wort ver- mag; darum bitten wir evangelischen Pfarrer Deutschlands Sie ehrerbietigst, sich bei den maßgebenden Stellen dafür einsetzen zu wollen, daß unserem Amtsbruder die Freiheit geschenkt werde. Sollte es unter gar keinen Umständen möglich sein, unserem An- liegen zu entsprechen, so bitten wir, doch wenigstens sich dafür verwenden zu wollen, daß es Martin Niemöller ermöglicht werde, das Weihnachtsfest dieses Jahr im Kreis seiner Frau und seiner sieben Kinder feiern zu können. Unser Anliegenistunseine ernste Not, dieuns schwer auf der Seele lastet; ich bin mit hunder- meiner Amtsbrüder jederzeit bereit, für Marz Br Niemöller im Fall einer vorübergehenden Enthaftung Bürge zu stehen. Für alles, was Sie, Herr Generalfeldmarschall, in dieser Not an Hilfe leisten und an Freude bereiten können, dürften Sie un- serer unauslöschlichen Dankbarkeit versichert sein. Im Namen aller deutschen evangelischen Pfarrervereine (16.000 Geistliche) gez. Klingler, Reichsbundesführer. Schlußwort. „Ihr Lieben, laßt euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden, als widerführe euch etwas Seltsames, sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet über dem Namen Christi.“ 1. Petr. cap 4 v. 12—14. mg Zr— a a a ee HE et ne © Colour& Grey Control Chart#86 ;' Blue Cyan Green Yellow Red Magenta White Grey 1 Grey2 iGreyısar Grey 4 Black NZ ZI DOKUMENTE 1933-1945 | VERLAG JACOB MENDELSOHN 6 8 /E 9 S v