A 56 456/1 fol. 1921( 19a) Frühberg, Hans. Die Textil- Industrie des Kreises Grafschaft Hohenstein. Die Textil Industrie des Kreises Grafschaft Hohenstein. 1 1 1 Inaugural- Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Hessischen Ludwigs- Universität ZU Giessen vorgelegt von Hans Frühberg aus Bleicherode a/ Harz. Giessen 1921. Inhalt s- Angabe t= 11 Einleitung: Lage und geschichtliche Entwicklung des Kreises Grafschaft Hohenstein. I. Historischer Ueberblick über die Entwicklung der Textilindustrie im Kreise Grafschaft Hohenstein. A. Hausweberei. a) Geschichtliche Entwicklung vom Jahre 1442- 1740 b) 11 1740- 1806 c) d) T e) 11 1806-1840 發 1840-1890 1: 1890-1914 B. Mechanische Weberei Geschichtliche Entwicklung vom Jahre 1864- C. Bleichere i II. Technische Hilfsmittel. 1920. a) Der alte und die neuen hier im Betriebe befindkichen Webstühle. b) Verkehrsverhältnisse. III. Die wirtschaftliche Bedeutung der Textilindustrie im Kreise Grafschaft Hohenstein. a) Gegenwärtige Verbreitung. b) Gegenwärtige Produktion und Absatz. IV. Die soziale Lage der Textilarbeiter im Kreise Grafschaft Hohenstein. a) Arbeitsverhältnisse. b) Lohnverhältnisse. 2. c) Ernährungsverhältnisse. d) Wohnungsverhältnisse. e) Soziale Einrichtungen: 1. Sozialer Ausschuss d. Hohenst. Pfarrve reins. 2. Hohensteiner Weberverein. 3. Versuche der Dinführung d. Seidenindustrie und Handschuhnäherei. 4. Einrichtung von Fachschulen. 5. Unterstützung der Weber durch die Fabrikanten. 6. Armenpflege. 7. Spar-, Kranken- und Weberhilfskassen. f) Arbeiterorganisation. g) Verhältnis der Arbeitgeber zu den Arbeitnehmer. Schluss betrachtung. Anhang. 1 1 Einleitung. 3. Lage und geschichtliche Ent wicklung des K K eises Graf- schaft Hohenste in. Der Kreis Grafschaft Hohenstein liegt am Südrande des Harzes und bildet den nordöstlichen Teil des Regierungsbezirks Erfurt. Er umfasst 8.49 geographische Quadratmeilen und besteht aus einem zusammenhängenden, ziemlich abgerundeten Hauptkomplex und einer kleinen Enclave. Der geschlossene Teil wird westlich vom Kreise Worbis, südlich von den ehemaligen Fürstentümern Schwarzburg- Sondershausen und Schwarzburg- Rudolstadt, östlich vom Kreise Sangerhausen und dem hannoverschen Anteil der Grafschaft Hohenstein, endlich nördlich vom ehemaligen Herzogtum Braunschweig und der Provinz Hannover begrenzt. gesetzt: Das Teritorium des Kreises ist zusammen1. Aus den vormaligen Herrschaften Lohra und Clettenberg, 2. Aus dem früheren Amte Benneckenstein. 3. Aus einzelnen von Schwarzburg- Sondershausen und Schwarzburg- Rudolstadt abgetretenen Gebieten. 4. Lohra, ursprünglich zu Thüringen gehörig, kam in 13. Jahrhundert an die Grafen von Beichlingen, im 14. Jahrhundert durch Kauf an die Grafen von Hohenstein, nachdem diese Clettenberg, anfänglich ein magdeburgisches, seit 1257 aber ein halberstädtisches Lehen, schon früher, um 1266, an sich gebracht hatten. Die Hauptlinie der Grafen von Hohenstein starb im Mannesstamme mit dem Grafen Ernst am 8. Juli 1593 aus. Es folgten langwierige Streitigkeiten über die Besitzungen des Grafenhauses zwischen Braunschweig, Schwarzburg und Stolberg, die erst der westfälische Friede im Jahre 1648 endgültig beendete. Die Herrschaften Lohre und Clettenberg fielen als Pertinent des Bistums Halberstadt an brandenburg.iedrich Wilhelm der Grosse Kurfürst belieh mit ihnen im Jahre 1650, bald nach ihrer Besitzergreifung am 19. Juli 1650 seinen Geheimen Rat, den Grafen Johann von Sayn- Wittgenstein.Kurfürst Friedrich III. hob jedoch diese Lehnsverbindung auf und übernahm im Jahre 1699( 12.Dezember) selbst die Regierung beider Herrschaften, welche schon damals gowöhnlich mit dem Gesamtnamen der Grafschaft Hohenstein bezeichnet wurden. Von der Enclave Benneckenstein war ursprünglich nur, ein Drittel gleichzeitig mit der Herrschaft Clettenberg dem Hause Brandenburg einverleibt worden, während die 4. beiden anderen Teile zunächst noch im Besitze des fürstlichen Hauses Schwarzburg blieben. Gegen Ueberlassung der Gemeinde Epschenrode trat dies einen derselben schon 1676 an Brandenburg ab, während der andere. erst im Jahre 1741 durch Kauf unter preussisches Scepter kam. Durch den Tilsiter Frieden ging der grösste Teil der Grafschaft Hohenstein an das Königreich Westfalen über, kehrte aber nach den Bestimmungen der Wiener- CongressAkte unter preussische Herrschaft zurück. Als im Jahre 1815 die Bildung des Regierungsbezirks Erfurt erfolgte, traten ihre einzelnen Bestandteile in engere Verbindung und es wurde aus ihnen der Hohensteinsche Kreis zusammengesetzt, welchem seit dem Jahre 1817 auch die zufolge der Staatsverträge von 15. und 19. Juni 1816 von Schwarzburg-Sondershausen resp. Schwarzburg- Rudolstadt abgetretenen Ortschaften Utterode und Wolkramshau1) sen angehören. 1) Statistische Darstellung des Kreises Nordhausen im Jahre 1863. I. 6. Historischer Ueberblick über die En Entwicklung der Textilindustrie im Kreise Hohenstein. A. Haus we berei. a) Geschichtliche Entwicklung vom Jahre 1442- 1740. Die Leinwand war den früheren Geschlechtern ein unentbehrliches Erzeugnis, ohne das keine wirtschaft bestehen konnte. Was die Hausfrau aus den Flachsfasern spann und wob, fand die mannigfachste Verwendung im Haushalte, denn es mussten nicht nur Hemden, Handtücher, Bettlaken und Ueberzüge, sondern auch Säcke und Plantücher vorhanden sein.Desgleichen wurden Kittel, Hosen, Jacken und allerlei Frauenkleider daraus hergestellt. Leinene Kleidung war die alltägliche unserer Voreltern. Anfänglich befand sich wohl in jedem grösseren Haushalte ein Webstuhl, auf dem eine Magd oder auch die Hausfrau das nötige Leinen wob, wie es in norddeutschen Bauernhäusern noch 77. jetzt hin und wieder geschieht. Da aber die Arbeiten im Hause und im Felde sich mehrten, übertrug man einem Weber von Beruf die Arbeit, der das Gewebe auch gleichmässiger und besser herzustellen verstand. So löste sich die Weberei allmählich von Hause los und wurde ein selbständiges handwerksmässiges Gewerbe. Diese allgemeine Entwicklung hat sich auch in meiner Heimat, der Grafschaft Hohenstein, vollzogen. Bald erkannten auch hier die Weber ihre gemeinsamen Interessen und schlossen sich, wie das im Geiste der damaligen Zeit lag, im Jahre 1442 zu einer Gilde oder Innung zusammen. Ihre Satzungen legten sie in einem Statut fest, das von dem Grafen von Hohenstein genehmigt wurde. Darin forderten sie von jedem Mitgliede nicht nur Ehrlichkeit und Treue im Handwerk, sondern auch einen christlichen und ehrbaren Lebenswandel; ja sogar der Nachweis der ehelichen Geburt musste erbracht werden. Amtliche in der Grafschaft Lohre ansässigen Weber mussten der" unft, die ihren Sitz in Bleicherode hatte, beitreten. Die in der Herrschaft Clettenberg wohnenden Weber hatten ihre Lade in Ellrich. Im Jahre 1605 wurden durch den Herzog Hulius von Braunschweg 8. die Statuten der Bleicheröder Leinenweberzunft einer Revision unterzogen und sind uns in der ihnen damals gegebenen Fassung noch heute 1) erhalten. Wie aus einem Innungsbriefe ersichtlich, wachte die unft nicht nur über die gewerbliche Tätigkeit ihrer Mitglieder sondern auch über ihr Privatleben. Wir erfahren auch, wie der Weg lief, der zur Würde eines Innungsmeisters führte. Wollte ein junger Mensch Weber werden, so meldete er sich. bei den Zunftmeistern, die den Lehrkontrakt ausfertigten. Der Lehrjunge musste zwei, später drei Jahre lernen und ein bestimmtes Lehrgeld zahlen. Liess seine sittliche Aufführung zu wünschen übrig, so wurden ihm darüber Vorstellungen gemacht, andererseits durfte er auch auf den Beistand der Zunftherren rechnen, wenn der Meister seinen Verpflichtungen nicht nachkam. Wollte der Lehrling seine Gesellenprüfung ablegen, so meldete er sich bei der Lade.Dann erschienen die Meister in seiner Wohnung, stärk ten sich erst auf seine Kosten durch Speise und Trank und liessen dann den jungen Mann unter ihrer Aufsicht eine Elle Leinwand weben, nachdem sie vorher einen Siegel auf das vorhandene Gewebe gedruckt hatten. Dann wurde Der Zunftbrief ist im Anhang wörtlich wiedergegeben. 9. hinter jede Sperrute ein solches gesetzt. War die Elle Zeug gewebt, so schnitt man sie ab, was natürlich immer am Anfange oder am Ende eines Schockes geschah und deponierte sie in der Zunftlade. War die Arbeit zur Zufriedenheit ausgefallen, so wurde der Lehrjunge auf der nächsten Quartalssitzung zum Gesellen erklärt und ihm der Gesellenbrief ausgehändigt, der ihm auf seiner dreijährigen Wanderschaft als Pass diente. Dann hatte er eine bestimmte kleine Summe zu erlegen, die gemeinschaftlich vertrunken wurde. Niemand konnte als Geselle arbeiten, der nicht einen Gesellenbrief hatte. Zu jedem Quartal versammelten sich die Zunftgenossen in ihrer Herberge.Solange die Meister unter sich beratschlagten.mussten die Gesellen schweigen; erst wenn der Altgeselle das Wort nahm, konnten die Gesellen ihre Wünsche vorbringen. Zu jeder Sitzung, zu der durch einen Boten eingeladen wurde, musste die Lade aufgeschlossen werden, damit jederAnwesende sich durch den Augenschein überzeugen konnte, dass die Schriften der Zunft und die Gesellenproben noch vorhanden seien. War die Sitzung beendet, so wurde auf Kosten der Gilde getrunken. In Krankheitsund Sterbefällen zahlte die Zunft gewisse Unterstützungen aus, deren Höhe durch Herkommen geregelt war. Bei dem Begräbnis eines Mitgliedes 10. beteiligte sich die Zunft durch die Altmeister. Bei grossen Feierlichkeiten, wie beispielsweise bei der Trauerfeier für Friedrich Wilhelm I. im Jahre 1740 und Friedrich dem Grossen am 17. September 1786 zog die ganze Zunft mit auf. Der Preis eines Gewebes wurde von der Zunft festgesetzt und durfte nicht herabgesetzt werden. Ein Stück Leinwand war in der Regel 5/4 Elle breit und enthielt 22 26 Gänge. Der Preis schwanke zwischen 4 und 5 Taler. Der Hausleinen weben liess, brachte bei der Empfangnahme desselben gewöhnlich ein Brot oder eine Wurst mit, in die sich Meister und Geselle gleichmässig teilten. Mitunter ging der Letztere auch leer dabei aus und nur in selteneren Fällen erhielt er alles. Die Zunft wurde in der westfälischen Zeit aufgehoben und von Preussen nach der Besitzergreifung des Landes nicht wieder erneuert wie im benachbarten hannoverschen Gebiete. Mit ihr verschwand eine ehrwürdige Einrichtung, die ohne Zweifel sehr viel Gutes gewirkt hat sowohl für das Handwerk, wie für das sittliche Verhalten ihrer Mitglieder. Wie sich die Leinweberei im 15. und 16. Jahrhundert entwickelte, ist unbekannt. Im 11. 17. Jahrhundert übte der 30 jährige Krieg seine vernichtende Wirkung auch auf dieses Gewerbe aus, sodass nach Schluss desselben in Ellrich nur noch 6 Weber waren. Aehnlich werden die Verhältnisse in Bleicherode und Umgegend gelegen haben. Erst in den letzten Jahrzehnten des erwähnten Jahrhunderts lebten Handel und Wandel wieder auf. Zu dieser Zeit muss ein nicht unbeträchtlicher Handel in Linnengarmen und Wolle getrieben worden sein, der aber von geriebenen Kaufleuten des Untereichsfeldes nach Bernterode und Neustadt gezogen wurde, wobei ihnen die Mainzer Regierung Vorschub leistete. Diese Männer sorgten dafür, dass die Konkurrenz Bleicherodes gründlich beseitigt wurde. Konnte der Schultheiss Wernicke ums Jahr 1690 noch für 2000 Taler Wolle verkaufen, so gelang es seinem Nachfolger 20 Jahre später kaum noch für 100 Gulden abzusetzen. Wie mit der Wolle, so erging es auch mit dem Linnengarn, sodass die Bleicheröder jetzt Wolle auf dem Eichsfelde und Linnengarn auf 4 Meilen Weges in der Umgegend aufkaufen mussten. Das ganze Ilandel hatte sich in den beiden erwähnten Dörfern Honzentriert. Daselbst wurden nach dem Jahre 1700 alljährlich für 10- 12 000 Tlr. Flachs- und Hedeléinnen umgesetzt, nach dem Geldwerte der Vor Gropbartloff 12. 2 kriegszeit also für 120- 150 000 Mark. 1) Ende des 17. Jahrhunderts scheint auch die Wollfabrikation im Kreise aufgenommen worden zu sein. Die ersten bestimmten Nachrichten darüber sind vom Jahre 1685. In diesem Jahre wurde die erste Wollmanufaktur von dem Schultheiss Johann Andreas Becker in Bleicherode errichtet. Es wurde Chalons und Rasche ( Rasche nach der Stadt Arras benannt), wo es zuerst gefertigt wurde) angefertigt. Die Herstellung art dieses letzteren Stoffes wurde durch einen Bichsfelder Dragoner namens Degenhardt während zweier Winterquartiere in Flandern erlernt, der im Jahre 1692 in Klein- Bartloff auf dem Eichsfelde eigene Radchstühle aufstellte. Von hier fand die Raschweberei ihren Eingang in der a) Grafschaft Hohenstein. In den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts trat plötzlich ein solcher Wollmangel ein, dass die Fabrikanten einen grossen Teil der Weber entlassen mussten. Sie trugen sich sogar mit der Absicht, die Betriebe völlig eingehen zu lassen. Da griff der König Friedrich Wilhelm I.en und erliess ein strenges Wollausfuhrverbot, wodurch allmählich der Mangel beho3) ben wurde. 1) 2 3). Siehe Anhang. Engelmann: Die wirtschaftliche Entwicklung des Kreises Worbis. S.106. Staatsarchiv Magdeburg. Resp.A 19 e. VII. 211. 13. b) Geschichtliche Ent- wicklung on Jahre 1740-1806. Einen kräftigen Aufschwang nahm die Weberei auch in der Grafschaft Hohenstein unter Friedrich d. Gr. Ohne Zweifel hatten seine Regierungsmassnahmen zu der grossen Nachfrage, die nach dem Leinen herrschte, ihren Teil beigetragen. Schon am 27. Juli 1742 erliess er eine sogenannte Leinwand- und Schleierordnung, durch welche" in Ansehung der Spinner, Weber, Bleicher und Garnsammler eine solche Ordnung eingeführt werden soll, dass durchgehende an Länge, Breite und Güte tüchtige Ware verfertigt, angekauft und ausser Landes verfahren, mithin der Credit bei Auswärtigen konserviert, die Kaufmannschaft selbst. aber von Spinnern, Webern und Bleichern auf keine Weise übervorteilth und in Schaden gesetzt werden möge." Für die Garne wurden ferner in den Jahren 1743, 1744, 1747 usw. gleiche Weite, für die Gewebe gleiches Mass bestimmt, Schauämter errichtet, eine Marktordnung vorgeschrieben und die Flachsausfuhr bis auf weiteres gänzlich verboten. Ebenso erliess der König 1749, 1755 und 1756 Verordnungen zur Sicherung der Flachsbauer beim Kauf von Leinsamen. Um die Unterhändler zu beseitigen, sollten nur städtische 14. Kaufleute das Recht haben, Leinsamen en gros, d.h. in ganzen Tonnen, zu beziehen, und nur zum eigenen Gebrauch sollte es gestattet sein, solchen Samen unmittelbar von Frankfurt, dem Stapelplatz des Ostseeleins, kommen zu lassen. Un Verfälschungen des Rigaer und Memeler Leinsamens zu verhindern, wurde durch Zirkular vom 15. Mai 1776 jeder Böttcher, der Gefäs se anfertigte, die den Rigaer oder Memeler Leinsamentonnen ähnlich waren, mit 50 Tlr., und jeder Kaufmann, der mit ausländischem Lein handelte und inländischen ankaufte, mit 100 Talern Strafe bedroht, ebenso wenn er ausländischen verfälschte, was ausserdem noch 1) den Verlust der Konzession nach sich zog. Die bekanntesten Fabrikanten waren zu jener Zeit in Bleicherode Trautvetter und Müller, die alljährlich für 23 ooo Taler Leinewand und für 50- 60 ooo Taler Wollwaren exportierten. Wie die Zahlen ersehen lassen, war die Wollweberei damals bedeutender als die Leinweberei. Ausserden genannten Fabrikanten stellten in Bleicherode noch andere Wollstoffe her. Alle Zeugmacher liessen ihre Wolle auf dem nahen Eichsfelde spinnen. So gab es, wenn man das Dorf Rehungen mit damals 50 Spinnern ausnimmt, in Obergebra nur 1) Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik 1869. Bd. XIII. 15. 3, in Friedrichsrode 7 und zu Kleinberndten 4. Alle Versuche, die Wollspinnerei zu heben, schlugen fehl, da die Bewohner bei dem Flachsspinnen und bei der Feldarbeit mehr verdien1) ten. Auf Beschwerden der Wollspinner zu Obergebra, Friedrichsrode und Rehungen, dass die Bleicheröder Zeugmacher ihre Wolle nur auf dem Eichsfelde spinnen liessen und ihnen so der Verdienst entginge, mussten die Bleicheröder auf Geheiss des Königs hin( im Jahre 1757) von nun an ihre Wolle in oben genannten Orten spinnen lassen. Alle ihre Einwände, dass die Weber der Grafschaft ihrem Beruf nur in Zeiten der Not, resp. im Winter nachgingen, und so gegenüber den eichsfeldischen Spinnern, die das ganze Jahr hindurch sponnen, ein minder gutes Erzeugnis herstellten, blieben erfolglos. Des weiteren wandten sie gegen die königliche Verordnung ein, dass sie auf den Eichsfelde mit dem Albusgelde( eine alte Silbermünze, die zum ersten Male unter Kaiser Karl IV. 1360 geprägt und seither in westlichen Deutschland üblich war) zahlten, das ihnen vom Ratmann Trautvetter als Vorschuss gegeben wurde. Dies Geld werde ihnen auf dem Eichsfelde zu einem höheren Werte wie im Inlande angerechnet. Anderseits aber zahlten auch die ausländischen Kunden mit Albusgeld 1)_ Staatsarchiv Magdeburg Rep.A.19 e VII. 16. und da sie es im Inlande nicht ohne Verlust absetzen könnten, so wären sie schon gezwungen, es auf diese Weise wieder zu veraus1) gaben. Trotz aller dieser Einwände wurde ihnen eröffnet, dass sie bei Entziehung des Gewerbes resp. Hintenanstellung hinter die Ausländer, den Befehlen des Königs nachzukormen hätten. Wie Friedrich einerseits streng darauf sah, dass die Bleicheröder Zeugmacher ihre Wolle nur in der Grafschaft spinnen liessen, so sorgte er auch anderseits dafür, dass z.B. das Beutel- und Sichtetuch, das in der Grafschaft nicht hergestellt wurde, aus dem Preussischen und zwar von Halberstadt, Aschersleben oder Magdeburg eingeführt wurde, obwohl es viel bequemer gewesen wäre, dasselbe vom nahen Eichsfeld zu beziehen. Im Jahre 1767wurden z.B. aus oben genannten Gebieten eingeführt: nach Ellrich 60 Ellen Bleicherode 28 Sachsa 32 Benneckenstein 6" Summa 126 Ellen. Da aber die Einfuhr nach hier ziemlich umständlich war, so ersetzte man das Sichtetuch teilweise durch Siebe aus Pferdehaar 1)_ Staatsarchiv Magdeburg Rep.A 19 e VII.54. 17. oder mann benutzte einfach ein Stück Lein1) wend. Am 2. Dezember 1779 folgte ein strenges Verbot des Königs, ausländische baumwollene Mützen, Strümpfe, Handschuhe, ausländische Nesseltücher in der Breite von 5/4 Berliner Ellen und darunter in preussisches Gebiet diesseits der Weser, ausschliesslich Schlesien, einzuführen. Eine Ausnahme sollten nur ostindische Besseltücher über 5/4 Berliner Ellen machen, weil dieselben in den inländischen Nesseltuchfabriken noch nicht gergestellt wurden. Die Steuerräte wurden angehalten, die aufleute auf dieses Verbot strengstens hinzuweisen und gleichzeitig ihnen die Weisung zu geben, sich im Falle des Bedarfes an gewisse benannte Firmen zu wenden. Den Hohensteinern wurde die Nesseltuchweberei der Gebr. Borchardt in Halberstadt, das ja mit leichter Mühe zu erreichen sei, 2) empfohlen. Infolge des ebenfalls erlassenen Garnausfuhrverbotes, blühte schon damals ein reger Schleichhandel, dem natürlich schwer entgegen zu treten war, da die Crafschaft inmitten nicht preussischen Gebietes lag, und die Zollschranken oft nur wenige Wegstunden Staatsarchiv Magdeburg Rep.A 19 e VII. Rep.A 19 e VII. 31. = 51. 18. entfernt lagen, wodurch den Schmugglern das Handwerk besonders erleichtert wurde. Gleichzeitig wurde durch den König der Plan des Domänenpächters Smalian auf Lohre gebilligt, ausländische Wollweber vom Eichsfelde hereinzuziehen und in einer Kolonie anzusiedein. Nach den Worten des Stiftungsbriefes vom 14.Mai 1779 sollten fremde Wollweber und Spinner herangezogen werden, um die auf den Hohensteinschen Domänen und Gütern erzeugte Wolle zu verwerten und den Webereien in Bleicherode Material zu verschaffen. Es kam zur Gründung des Dorfes Friedrichslohra, in dem 58 eichsfeldische Kolonisten angesiedelt wurden, die nur die Wolle für die Bleicheröder Fabrikanten zu spinnen hatten. Da das in der Grafschaft gewonnene Quantum nur 550- 600 Ctr. betrug, kaufte man den notigen Rest in benachbarten hanno1) verschen Lande auf. Einen wie grossen Aufschwung die Wollund Leinenindustrie genommen hatte, sehen wi daraus, dass im Jahre 1779 in der Grafschaft vorhanden waren. 758 Stühle für Leinwand, 150 Stühle für Wolle. 2)' 1)_F. Krönig u." Heimatland" 1917, Nr.7/ 10. 2)_ Staatsarchiv Magdeburg Rep.A 198 VII. 88. 19. Lein 1) Es wurden hergestellt 8188 Schock Leinwand a 60 Ellen zum Werte von 42 063 Talern. An Wollwaren wurden allein aus Bleicherode, wo 70 Stuble im Betriebe waren, für annähernd 60 coc Talerausgeführt. Von verschiedenen Seiten werden diese Angaben über die Leinwand produktion als zu gering angesehen. F.Krönig schätzt die jährliche Produktion auf mindestens 16-18 000 2) Schock Leinewand. Was die Qualität und Preise der Leinwand betrifft, so wurde das Schock davon rohe a 50 Berliner Ellen zu drei bis vier Rtlr.gekauft, sodann auf den grossen Rasenbleichen in Bleicherode gebleicht und hierauf exportiert. Nur ein geringer Teil wurde in der Grafschaft selbst verbraucht. Innerhalb des preussischen Gebietes waren die Städte Halle, Magedeburg und Berlin die bedeutensten Abnehmer. Auch nach Hanburg, Lübeck, Ostfriedland, Cadix und anderen auswärtigen Handelsplätzen gingen bedeutende Mengen. Da die Steuerbehörde den brandeburgischen Städten vom Schock in 5/2 Tir.Accise erhob, das feinere Gewebe aber einen höheren Wert hatte, so kann man den Wet deş ausgeführten Leinens auf mindestens 80 000 Tlr. veranschlagen. Es sind das für 1) s. Tabelle Nr.1 im Anhang. 2) F.Krönig, Khronig von Niedergebra.1902. 20. jene Zeiten recht respektable Summen, die die Bedeutung der Woll- und Leinenweberei der Grafschaft kennzeichnen. Freilich waren diese Summen nicht reiner Gewinn, denn der grösste Teil des Flachses für die Herstellung des Leinens musste aus dem Hildesheinischen und Halberstädtischen bezogen 1) werden. Bine Steigerung der ohnedies schon in voller Blüte stehenden eigenen Flachserzeugung war nicht möglich. Jedoch wurde der eingeführte Flachs in der Grafschaft gesponnen und verarbeitet, sodass immerhin der grösste Teil der Summe im Lande blieb. 2) Inzwischen war auch im Jahre 1775 vom Zeugmacher Kliebisch in Bleicherode eine neue Wollfabrik angelegt worden, in der hauptsächlich Etamine, welcher heute unter dem Namen Wollmusselin in den Handel kommt, gefertigt 3) wurde. Auch in Ellricht hatte sich die Wollenweberei ausgebreitet. Im Jahre 1790 verarbeiteten dort 24 Meister 168 Ctr. Wolle, doch beschränkte man sich hier auf grössere Stoffe, auf Flanelle und einfache Rücher, die grösstenteils für das Ausland bestimmt waren. Wie vielseitig zu jener Zeit die Webindustrie war, mag folgende Musterkarte zeigen. Es wurden in jenen Jahren in der Grafschaft herge4) stellt. 1) Staatsarchiv Magdeburg Rep.A 19 8 VII. 88 著 3 體 1! 12 17 A 19 e VII. 65 A 19 VII.195 A 19 e No. 1. sog.blaues 40er Tuch 2. laifarben 40er Tuch 3. sog.blaues 36er Tuch 4. weisses Tuch 5. roter Boy 6. weisser Flanell 7. roter Flanell Von den Tuchmachern. Preis .21. Preis Länge in Breite pr.Elle pr.Stck. Ellen 32 9/4 11 Rtlr. 14.6 32 9/4 10 13.9 32 8/49 12.32 9/48 10.16 插口 60 60 222. 7 11.16 4 lo 5 12.12 Von den Zeugmachern. 1. Camlot 2. schwarzer Struck 3. grünes Tuch, Rasch 1. blauer Chalon 5. grüner Struck 5. Chalon 7. Serge 40 40 5/4 5 5/4 10.5 8.8 17.12 40 5/45 8.8 40 5/4 5 8.8 40 5/4 10.5 17.12 34 9/8 8 31 9/8 6++ Von den Leinewebern. roter u.weisser Drillich 8. do 5. rot u, blaues Linnen Egelb, blau u.weiss. Linnen 20 6/48 6.16 20 7/4 10 8.8 20 6/4 6 5 20 6/4 6 5 6/45 4.4 6/4 3 2.12 20 6/4 2.5 2.2 Gewebe m.blauen Kett- u.gelbenSchlussfäden 20 weiss.Flachsgespinnst m.engenEinstellungen 20 weiss.Flachs gespinst m.etw.breiteren Einstellungen +) wurde in Bleicherode in 25 verschiedenen Mustern hergestellt. +) in allen Farben. Im Laufe der letzten Jahre des 18. Jahrhunderts hatte sich eine allgemeine Unzufriedenheit über die Gilden breitgemacht. Wir hören von einer" Vorstellung sämtlicher Leineweber in den Dörfern der Herrschaft Lohra wegen vieler Unordnung bei der Gilde zu Bleicherode und Separation von selbiger auch Haltung einer eigenen Lade." Die ClettenbergermLandmeister beschwerten sich über die Ellricher Stadtmeister. Sie wollten. 22. den ihnen so lästigen Inmungszwang völlig beseitigt wissen, wodurch der Leinenhandel besser florieren würde. Als Beispiel führten sie das nahe Eichsfeld an, das schon lange sich der Zwangsinnungen entledigt hat to. Falls aber dies nicht genehmigt würde, so baten sie wenigstens das Aufdingen, Lossprechen sowie das Meister- und Quartalgeld auf die Hälfte herabzusetzen, Als nun aber durch ein Dekret vom 17. November 1766 der Gildezwang aufgehoben und somit jedermann das Leinewandweben gestattet war, wurden bald wieder Stimmen laut, während bisher die Beschwerden vom Land gegen die Städte gerichtet waren, wurde jetzt Beschwerde von den Leinewebermeistern in den hohensteinischen Städten wegen Beeinträchtogung ihrer Nahrung durch die Leineweber auf dem platten Lande geführt, die den alten Gilde zwang wieder her1) gestellt sehen wollten. Da brach im Jahre 1806 der für uns so unglücklich verlaufene Krieg aus, der auch dic Grafschaft Hohenstein für etliche Jahre unter französische Knechtschaft brachte. Staatsarchiv Magdeburg Rep.A 19 e 124. 23. c) Geschichtliche Entwicklung vom Jahre 1806- 1840. Mit dem Siege von Jena wurden die Franzosen Herren unserer Heimat. Die Grafschaft Hohenstein wurde der Eichsfeld- Erfurtischen Kriegs- und Domänenkammer zugeschlagen. Am 21. November 1806 erliess Napoleon von Berlin aus ein Dekret, dase jenen Zustand herbeiführte, den man als Kontinentalsperre bezeichnet. Eine böse Zeit war hereingebrochen, besonders auch für unsere Textilindustrie, die völlig damieder lag. Der Wert der in Bleicherode erzeugten Fabrikate war auf 4 der früheren Produktion gesunken. Vor 1806 war der Absatz nach Magdeburg und Berlin, sowie die Ausfuhr nach Frankreich, Spanien, Italien, der Schweiz und Russland bedeutend gewesen. Infolge des schleppenden Geschäftes waren viele Weber brotlos geworden und gezwungen, sich andere Arbeit zu suchen. Trotz dieser bosen Zeit entschloss sich der Fabrikant Müller in Bleicherode im Jahre 18 08 am Wipperfluss eine Walkmühle zu errichten, die aber im Jahre 1822 von dem damaligen Pächter Thomas in eine Farbholzund Mahlmühle ungewandelt wurde. Das Geschäft wurde in den folgenden Jahren immer stiller, während noch im ersten Quartal 1811 für 5660 24. Faler Ware ausgeführt wurde, wurde im I.Quartal 1813 nur für 553 Taler ausser Landes ver1) kauft. Aus den Hauptweberdörfern Sollstedt und Kleinbodungen wurde überhaupt nichts mehr ausgeführt. Mit dem Sturze Napoleons fiel auch das Kontinentalsystem. Die englischen Waren drange hinter den Heeren der Verbündeten in ungeheuren Mengen in Deutschlandncin, 1814 allein 2) ftir über 21 Millionen Taler. Da der Zusammenbruch der Sperre zu plötzlich erfolgte und keine Uebergangsmarsregel die Industrie schützte, hatte die Ueberflutung mit englischen Waren sehr verderbliche Folgen für das einheimische Gewerbe. Ein allgemeiner Preissturz trat ein, denn die Engländer lieferten überaus billig. Die Produktion ging stark zurück, und die Not unter den Webern wurde bedenklich hoch. Es kann nicht zweifelhaft sein, dass die Erklärung der Gewerbefreiheit und die damit verbundene laxere Handhabung oder vollständige Nichtachtung der die Textilindustrie betreffenden Reglements verhängenisvoll für diesen Gewerbezwang geworden ist. Zunächst hatten sich die Verhältnisse nach 1815 anscheinend wieder etwas gebessert. I) Diese Zahlen beziehen sich nur auf Bleicherode. 2) L. Petermann: Bilder aus d. Kulturgeschichte unseres sächsischen Vaterlandes. 25. Der Absatz im Inlande hob sich mit rückkehrendem Frieden und auch der Export nach dem Auslande zeigte eine aufsteigende Tendenz.Das preussische Zollsystem, später der Abschluss des Zollvereins wirkten günstig. Aber in ganzen wurde die Lage nicht besser, sondern immer schlimmer. Die Konkurrenz der Baumwolle und der billigen englischen und irischen Leinenprodukteedrückte schwer und immer schwerer. Das Sinken der Leinwandpreise begann besonders in den 20er Jahren. Im Jahre 1835 wurden mehrere Leinwandhändler des Hreises Grafschaft Hohenstein und des nahen Kreises Worbis bei der Königlichen Regierung zu Erfurt wegen Einführung von Leinwandlegen vorstellig, da sie die Einführung derselben im Interesse der Kaufleute und Weber für sehr dringlich hielten. Im nächsten Jahre wurde seitens der Regierung die Zustimmung gegeben und gleichzeitig die Bitte der Bleicheröder erfüllt, die Schau- und Legeanstalt in Bleicherode in Bleicherode zu er richten, da Bleicherode im Mittelpunkt liegt und zu jener Zeit weile in Leinwand, Garn und Flachs Handeltreibende besass.So kam denn auch zum ersten Male ähnlich den schon im Ravensberger und schlesischen Gebiete bestehenden Legen eine solche in hiesiger Gegend 1) zur Einführung. Die Legeordnung lautete: 1) Städtisches Archiv Bleicherode II.K a.18. 26. 1. Der Flachshandel sowohl in ökonomischer Hinsicht als in Hinsicht des Handels ist frei undnuneingeschränkt. Da in hiesiger Gegend so viel Flachs nicht erzeugt werden kann, als der Bedarf erfordert, so ist sowohl der arme Tagelöhner, als der Wohlhabende genötigt, seinen Flachsbedarf aus den ausländischen und inländischen Märkten zu holen. 2. Das Garnmass muss ganz gleich sein und einerlei Länge von 2/2 Elle. Das Stück muss 12 Zahlen, die Zahl 10 Gebinde und das Gebinde 40 Faden enthalten. 3. Die Haspel muss gestempelt sein. 4. Nur solche Garne dürfen zum öffentlichen Verkauf gebracht werden. 5. Die Webeblätter müssen uneingeschränkt, die Mindestbreite jedoch 9/8 Elle sein. 6. Die Leinwand muss gut gewebt sein und darf keine Fadenbrüche oder schlechte Salbende haben." Eine weitere Einschränkung wurde nicht durchgeführt um den Druck, der auf der armen Bevölkerung lastete, nicht noch mehr zu steigern. Inzwischen war auch der Kattun in Aufnahme gekommen, jedoch auf unseren Webstühlen noch nicht verarbeitet worden, da der Preis der Baumwolle noch zu hoch war. Als aber im 27. 1833 durch Gründung des deutschen Zollvereins der darauf ruhende Zoll bedeutend ermässigt wurde, trat die Kattunweberei allmählich in den Vordergrund und die Verarbeitung des Linnens ging zurück. Um den hohensteinischen Webern den Bezug des Baumwollgarnes zu erleichtern, unterstützte die Regierung den Kommerzienrat Schulze in Nordhausen, der in Breitenworbis eine Garnlieferung einrichtete, von wo die Weber das Garn bezogen. Da aber die ser Bezug mit Weitläufigkeiten verbunden war, holten die meisten Weber unserer Gegend ihr Garn von den Kaufleuten Müller in Grossbodung en un d Sold in Neustadt. Allmählich aber konzentrierte sich die Garnlieferung in Bleicherode, wenn auch einiger Nordhäuser und Mühlhäuser Firmen noch in der Grafschaft 1) weben liessen. d) Geschichtliche Entwicklung vom Jahre 1840- 1890 Den grössten Tiefstand verzeichnete die Hausweberei wohl in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Handel und Gewerbe lagen darnieder. Infolgedessen kam es zu grossen Arbeiterentlass ngen seitens der Fabrikanten, was wiederum grosse Lebensmittelnot zur Folge 17 F.Krönig" Chronik von Niedergebra. 28. 1) hatte, die ausserdem noch durch eine Anzahl äusserst schlechter Emtejahre verschärft wur de. Im Jahre 1844 berichtet z.B.der Bleicheröder Magistrat wörtlich an die Regierung: " Der Wohlstand sinkt bei den nahrungslos en Zeiten immer mehr und wird die Not bei der ärmeren Bevölkerung immer schrecjlicher, da selbige wegen Mangel an Arbeit und Verdienst ausser Stand gesetzt werden, sich die notwendigsten Bedürfnisse zu beschaffen. Handel und Gewerbe sind gänzlich im Stocken. Die Leinenweberei ist ruiniert, was besonders durch die Unmasse und billigen Preise der Baumwollerzeuge herbeigeführt wurde." Während z.B.in Bleicherode noch im Jahre 1840 vorhanden waren 2) 1163 Webstühle in Baum- und Ilalbbaumwolle 40 69 * Wolle Leinwand sämtlich erwerbsweise und 17 für Leinwand als Nebenbeschäftigung, waren es im Jahre 1843 479 Webstühle in Baum- und Halbbaumwolle 173 65 # Wolle " Leinwand sämtlich erwerbsweise und 21 für Leinwand als Nebenbeschäftigung. Die entsprechenden Zahlen für 1846 betrugen 1) Städtisches Archiv Bleicherode III.H. 4 2)_ Städtisches Archiv Bleicherode II.A., 9. 29. sogar nur noch 197 Webstühle in Baum- und Halbbaumwolle 37 21 ?? " Wolle " Leinwand sämtlich erwerbsweise und 11 für Leinwand als Nebenbeschäftigung. Diese Zahlen reden eine deutliche Sprache und bestätigen den eben angeführten Bericht des Bleicheröder Magistrats. Die grosse Lebensmittelnot brachte grosses Elend über die ohnehin schon schwer ringende Weberbevölkerung. Die Zustände wurden immer trauriger. Es fand sich in Bleicherode eine Anzahl wohlhabender Bürger, die schon viele Jahre hindurch die armen Weber durch Geld und Lebensmittel unterstützt hatten, zusammen und gründeten im Jahre 1847 einen Armenunterstützungsverein, der während seines Bestehens eine segens reiche Tätigkeit entfaltet hat. Von Seiten der Bürgerschaft flossen in solch reichlichem Masse Mittel zu, dass er seinen Aufgaben, die er sich gestellt hatte, voll gerecht werden konnte.Es gab seinerzeit 164 arme Weberfamilien in Bleicherode. Dieselben wurden in 3 Klassen eingeteilt.Die erste Klasse erhielt wöchentlich pro Person 1Brot Wert 5 Sgr.) für 3 Sgr. Die 2. Klasse erhielt wöchentlich pro Person ein Brot( Wert 5 Sgr.) für 2 Sgr.Die 3.Klasse erhielt wöchentlich pro Person 1 Brot( Wert 5 Sgr-) gratis dazu wöchentlich noch einmal Suppe. 1) 30. Inzwischen war auch eine Aenderung in der Betriebsweise eingetreten. Hatten die Weber bisher das Garm selbst angekauft und die fertige Ware für eigene Rechnung losgeschlagen, so entnahmen sie nun das Garn einer der sog. Lieferungen in Bleicherode, von denen diejenigen von Reinhold und Fütterer die ansehnlichsten waren. Auf diese Weise sicherten sich die Weber eine dauernde Beschäftigung, gerieten anderseits aber freilich auch in Abhängigkeit von den Garnlieferanten. Um diesen gegenüber aber besser ihre Rechte waren zu können schlossen sich im Juli 1849 in Bleicherode die Web- und Wirtmeister zu einer Innung zusammen, der in kurzer Zeit 121 Web- und 2) Wirtmeister beitraten. Auch gleichem Anlass wurden kurze Zeit später in Ellrich und Clettenberg ebensolche Weberinnungen ins Leben gerufen. Merkwürdigerweise konnte jedoch ein Weber die fertige Ware nicht ohne weiteres an Ort und Stelle abliefern, so formlos durfte die Sache nicht verlaufen. Polizei und Steuerbehörden hielten darauf, dass das Geschäft in gehöriger Ordnung vor sich gehe. Der betreffende Weber musste, wenn er die Ware 1) Städt.Arch. Bleicherode III. H. 4. III. H. 4. 2)_ ER 31. über Land abliefern wollte erst für 3 Pfg.einer Erlaubnisschein von der Ortsbehörde lösen und denselben dem Steuereinnehmer in Bleicherode zur Abstemplung vorlegen worauf er als Legitimation diente, falls ein Gendarm danach fragte Wollte aber z.B. ein Weber in Neustadt oder Gross- Bodungen seine Ware abgebenm, so wurden ihm die Orte genau vorgeschrieben, die er zu passieren hatte. Erst in den 50. Jahren wurde diese lästige Kontrolle wieder aufgehoben. Das Leinengeschäft kam Ende der 40er Jahre infolge der billigen Baumwollpreise und der schwerfälligen Verarbeitung derLinen-Handgespinste sowie der schlechten damals üblichen Kalkbleiche so herunter, dass der grösste Teil der Leinenweber zur Baumwollweberei übergehen musste und nicht 10 000 Stück Leinen, meistens ganz gewöhnliche Ware im Kreise fabriziert wurden. Berlin und Cöln waren der Markt für diese Leinen, gingen aber, da die Fabrikation nicht mit der Zeit fortschritt für unserer Gegend auch noch verloren. 1) Einen Umschwung für das gänzlich darniederliegende Geschäft brachte die Einführung der Maschinengame. Weber und Konsumenten wehrten sich anfangs energisch gegen diesen Fortschritt. Obschon seit 1844 Maschinengarne 1) F.Krönig i/" Heimatland" 1910. Nr.20. 32. geführt wurden, betrug der Konsum im Jahre 1853 nur wenige 10 Pack. Von da an trat jedoch eine mächtige Steigerung in der Verwendung ein, da Weber und Fabrikanten ihre Rechnung dabei fanden und die Käufer der Leinen- Ware zufriedener waren als mit den früheren Fabrikaten. Im Jahre 1855 wurden schon mehrere 100 Pack und 1861, vor Ausbruch des amerikanischen Krieges, wohl ca 30 000 Pack leinenes Maschinengarn im Kreise verarbeitet. Infolge der durch diesen Krieg entstandenen Teuerung der baumwollenen Garne bekam das Leinen- Geschäft einen neuen Aufschwung und es mögen im Jahre 1863 wohl etwa 60 000 Stück 1) Leinen fabriziert worden sein. An Webstühlen waren in diesem Jahre vorhanden: 2 787 für Baum- und Halbbaumwolle 9." Wolle 714" Leinen 436" andere Gewebe mit 2 insgesamt 4 189 Webern, von denen aber nur 313 in den Fabriken selbst beschäftigt wurden. An dem Audschwunge der Leinen- Weberei aber hatte auch die Einführung der Damastweberei in Bleicherode regen Anteil. Die Damstweberei wurde durch einen gewissen 1) Festschr.d.Handelskammer z.Nordhausen 1859 bis 1909. 2)_ Statistische Darstellung des Kreises Nordhausen 1863. S.53. 33 Bender eingeführt. In den 50er Jahren errichtete dessen Sohn mit tatkräftiger Unterstützung der Regierung in Bleicherode eine Musterschule für Damastweberei, die eine grosse Anzahl von Schülern herangebildet hat. Das Unternehmen schien uns onehr einer guten Zukunft entgegenzugehen, als Bender jun., wie auch sein Vater weniger für die Leinenhändler in Bleicherode webte, sondern selbst Aufträge entgegennahm und dieselben durch seine Schüler ausfertigten liess. Seine Kunstfertigkeit hatte ihm auf mehreren grossen Gewerbeausstellungen wie München, Gotha, Mühlgausen und Paris Primien eingetragen und einen guten Ruf verschafft der sein Geschäft zusehends hob. Aber im Frühjahr 1861 verschwand Bender eines Tages, warum, weiss man nicht, und die Musterschule löste sich auf. Damit war auch die Blüte dieser Kunstweberei zu Ende und die Weber mussteń wieder wie vieleihrer Berufsgenossen für den Zwischenandel weben, der sich namentlich in Bleicherode aufgetan hatte. Inzwischen hatte auch die Drellweberei, die noch in den 50er Jahren nur mit wenigen Stühlen betrieben wurde, einen kräftigen Aufschwung genommen, Im Jahre 1868 waren es schon über 200 Stühle, die dafür in Betrieb 1) waren. I) Bericht der Nordhäuser Handelskammer, vom Jahre 1868. 34. Da kam das Jahr 1870 heran. Die Weberei ging flott. Es schies gerade für die Leinen industrie eine bessere Zeit gekommen zu sein. Die bestimmt zu erwartenden göheren Warenpreise stellten, da fast alle Fabrikanten noch billige Garne hatten, reichen Gewinn in Aussicht aber der Krieg vernichtete alle diese schönen Hoffnungen. Das Geschäft lag nun überall gänzlich damieder. Die Preise waren rückgängig und der Absatz ein sehr schwacher. Zu Militärzwecken wurden zwar im allgemeinen grosse Posten Leinen gebraucht, allein da die betreffenden Sorten in hiesiger Gegend wenig hergestellt wurden, wurden aus dem Kreise zu unbedeutende Posten derartige Waren entnommen, als dass die, auch nur einigermassen hätten Ersatz selben für das entgangene regelmässige Geschäftsgewähren können. Die auf den Friedensschluss folgenden Monate brachten nun völligen Ersatz. Der Absatz war ein solch grosser, dass bald ein Mangel an Waren eintrat, insbesondere in denjenigen Artikeln deren Verkauf während des Krieges am schleppendsten gewesen war, nämlich in feinen Leinensorten, Tisch- und Bettzeugen, überhaupt in Ausstattungsartikeln. Betj Nachstehende statistis che Notizen welche 1) Bericht der Nordhäuser Handelskammer vom Jahre 1871. 35. eher zu niedrig als zu hoch gegriffen sind, zeigen deutlich ein Bild von dem Aufschwunge der Textilindustrie hauptsächlich in Bleicherode. Der ehemalige Widerstand gegen die Einführung der Maschinengarne war längst überwunden. Jetzt wurden leinene Maschinengamme in sehr bedeutenden Mengen aus Deutschland, Böhmen, England, Belgien und Frankreich bezogen. Etwa 25 Leinen- Garnspinnereien liessen sich für die Bleicheröder Gegend von hauptsächlich in Bleicherode wohnenden Agenten vertreten. Die Bleicheröder Fabrikanten und Faktoren liessen jährlich mehr als loo ooo Stck. leinene Waren arbeiten, ausserdem lebten fast auf jedem Dorfe im Umkreise von 2 Meilen um Bleicherode Faktoren auswärtiger Fabriken und kleinere Fabrikanten. Diese sowie die Fabrikanten der nächstliegenden Dörfer des Eic feldes stellten zusammen sich ein noch grösser Quantum her als das, was für Bleicherode genannt ist. Wie bedeutend zu jener Zeit die Bleicheröder Leinen indistrie war, erhält man 1) am besten aus folgenden Zahlenangaben: Im Jahre 1872 sind auf Bahnstation Bleicherode 22 031 Zentner leinene und baumBericht der Nordhäuser Handelskammer vom Jahre 1872. 36. wollene( meist leinene) Garne angekommen, 16 603 Ztr. davon gefertigte Waren sind abgegangen, Im Jahre 1871 sind auf Station Bleir Exda Bielefeld ca 21 500 Ztr. leinene und Hanfgarne angekommen. Also sind im Jahre 1872 ca 500 Ztr. Garme mehr in Bleiche rode angekommen, als im Jahre 1871 in Bielefeld, dem für die Leinenindustrie so bedeutenden Platze. Es darf jedoch hierbei nicht übersehen werden, dass Bielefeld ausserdem noch ein sehr bedeutendes Quantum Garne aus den dortigen Spinnereien bezog. Unter den 21 500 Ztr. sind auch anderseits Garne welche zur Bleiche nach Bielefeld gingen und solche, die von den Bielefelder Garnhändlern in andere Distrikte versandt wurden. In den 70er Jahren hat die Textilindustrie des Kreises, soweit es sich wenigstens un selbstverfertigte Fabrikate handelt, keine Vergrösserung erfahren. Allerdings ist ein nicht unwesentlicher Aufstieg im Handel mit auswärtigen Textilfabrikaten festzustellen. Der damalige Umfang der Textilindustrie in der Ungegend von Bleicherode ergibt sich 1) annähernd aus folgenden Zahlen. Im Jahre 1861 kamen auf Bahnstation Bleicherode an 284 oo kg. leinene und baumwollene Waren, 1 102 430 kg Beinene- und Garne, meistens leinene, resp. würde sich das darunter befindliche uantum baumwollene Garne mit dem 1) Bericht d.Nordhäuser Handelskammer v.Jahre 1881. 37. Quantum leinener Garne, welche auf den nächst gelegenen zum Kreise gehörenden Stationen angekommen sind, ungefähr ausgleicht. Mit der Bahn sind 1 152 039 kg leinene und baumwollene ( meistens jedoch leinene) waren versandt wor-. den. Soviel als in dieser Ziffer an baumwollenen Waren und an solchen Waren, die hier nicht fabriziert, sondern fertig bezogen wurden, enthalten sind, so viel beträgt mindestens das Quantum Leinen, welches von den Hausierern als Passagiergut 4. Klasse oder auf anderem Wege als per Bahn befördert worden ist. Auf Grund obiger Zahlen kann die damalige Leinenproduktion im Umkreise von etwa einer Meile um Bleicherode auf 200 000 Stück verschiedener leinerer Waren mit einem Werte von 4-5 000 000 geschätzt werden. Diese Waren stellen etwa 3/4 Mill. an Arbeitslöhnen dar, welche in den kleinen Bezirken ausgegeben sind. Während früher ungebleichte Garne verwebt worden sind, wurden jetzt nur noch gebleichte Garne und zwar fast ausschliesslich deutsche Gespinste verwandt. Eine sächsische Bleiche lieferte im Jahre 1881 allein nach Station Bleicherode 42 240 Pack gebleichte 1) leinene Garne. 1) Bericht der Nördhäuser Handelskammer v. Jahre 1881. 38. e) Entwicklung vom Jahre 1890- 1914. Im Laufe der 90er Jahre hatte die Handweberei des Kreises ihren Höhepunkt erreicht, dann ging es mit ihr mit Riesenschritte bergab, bis sie durch den Krieg den letzten Todesstoss bekam. Die Fabrikanten machten grosse Anstrengungen, um ihre Betriebe auf der alten Höhe zu halten, aber mit dem nun mehr auch im hiesigen Kreise aufgenomanen mechanischen Betrieb( abgesehen von einer einzigen schon im Jahre 1864 in Oberdorf entstandenen mechanischen Weberei) in welchem Leinen und insbesondere Halbleinen hergestellt wurde, konnte die" andweberei glatter leinener Artikel, insbesondere der in unserem Bezirke vorzugsweise hergestellten billigen Sorten, nicht konkurrieren. Dazu kam noch eine weitere Beeinträchtigung durch die unbeschränkte Ausdehnung, die der H a usier handel genommen hatte. In wenigen anderen Industriezweigen bewirkte der durch die Gewerbefreiheit so be 39. günstigte Hausierhandel einen so schädlichen Einfluss, als gerade in der Leinenindustrie, weil speziell die hiesigen Fabrikate, die ohne jede Appretur waren und oft im Zustande, wie sie vom Webstuhl kamen, verkauftwurden, sich zum Absatz durch Hausierer eigneten, die sie als selbstgefertigtes Leinen auszugeben pflegten. Der grösste Teil der Heusierer verkaufte diese Ware nach denselben Gegenden welche bisher schon das Absatzgebiet für unsere Keinenindustrie gebildet hatten. Dadurch nun, dass die Hausierer dieselben Fabrikate von Haus zu Haus trugen, aber nicht mit regelmässigem kaufmännischen Nutzen, sondern oft zu Spottpreisen solche anboten, wurde den Kaufleuten der betreffenden Gegend das Geschäft in diesem Artikel ganz verleidet. Der Absatz an die Hausierer führte aber die Fabrikanten zur Verschlechterung des Fabrikates, weil erstere nur auf die Billigkeit desselben sahen. Dahingegen hatte der regelmässige kaufmännische Verkehr stets Fortschritte in der Fabrikation mit sich gebracht, weil hier auf Realitätdes Fabrikates Wert gelegt wurde und dabei der Konkurrenz anderer Gegenden die Spitze geboten werden musste. In welchem Masse der Haaierhandel in 40. Leinen zugenommen hatte und den Kaufleuten den Absatz in Leinen fast unmöglich gemacht hatte 1) ersieht man aus folgenden Zahlen: Im Jahre 1895 warden ausgegeben a) 57 Gewerbescheine, welche auf alle zulässigen Gegenstände lauteten und deren Inhaber meistens auch Leinen führten. b) 343 Gewerbescheine, auf leinene und baurwolle ne Waren. Rund 499 Gewerbescheine auf Leinenhandel. Eine grosse Anzahl dieser Hausiergewerbescheine lautete ausserdem noch auf 2 Personen. Das Bild von derBenachteiligung des Loinengeschäfts durch den Hausierhanded wird durch die nachstehenden Angaben vervollständigt. Das Gewicht, also das Quantum des von Blei cherode versandten Stückgutes, meistens aus leinenen Waren bestehend, war sich seit Ende der 70er Jahren annähernd gleich geblieben. Während nun in den 70er Jahren an Ztr. Zahl mehr als in den 90er Jahren versandt ist, beträgt die Zahl der einzelnen Versandtpositionen zu Anfang der 90er Jahren ca 43 mehr als Ende der 70er Jahre, also eine unwiderruflicher Beweis dafür, dass das Geschäft aus den Händen grosser 1) Bericht der Nordhäuser Handelskammer vom Jahre 1895. 41. Kunden in die Hände kleiner Kundschaft, und zwar der Hausierer, übergegangen ist und dass es zur Erzielung eines nicht einmal ebenso grossen Absatzes einer grösseren Anzahl Käufor bodurfte, demnach auch mehr Unkosten verursacht wurden und bei der kleinen, zum grossen Teil nouen Kundschaft auch noch eine grössere Risiko getragen werden musste. Am meisten jedoch hat die Kali industrie zu der schnellen Abnahme der" ausindustrie beigetragen. Dieselbe hat von nunmehr 20 Jahren ihren Ertrag in der dem Südharz vorgelegenen Gegend gehalten. Ende der 90er Jahre wurden zum erstenmale bei Bleicherode Bohrungen nach Kali vorgenommen. Dieselben endeten mit einen vollen Erfolge und seitdem sind in südwestlichen Teile des Kmises und dem benachbarten Eichsfeld eine grosse Ahzahl Kaliwerke entstanden, die jetzt eine vielköpfige Belegschaft haben. Neben den staatlichen Werken bei Bleicherode und Kleinbodungen sind es besonders die Deuts chen Kaliwerke und die zum Schmidtmann- Konzern gehörigen Kaliwerke Sollstedt, die hier gelegen sind. Die grossen Hoffnungen, die man auf die Kali industrie gesetzt hatte, haben sich in den ersten Jahren allerdings nur in sbhr beschränktem Umfange erfüllt. Auf den 42. Kalischächten nahm man von den Webern nur sehr wenige an. Man lehnte sie ab, teils weil sie den Ansprüchen nicht genügten, welche an die Gesundheit gestellt werden müsse, teils weil sie über das Alter hinaus waren, zudem eine Bergverwaltung neue Leute einstellte, Fast alle Leute über 25 Jahre wurde abgewiesen. Bin Hauptgrund dafür soll die Rücksichtnahme auf die Knappschaftskasse gewesen sein, welche durch Einstellung älterer Leute zu sehr belastet worden wäre. Ein grosser Teil des Notstandes unter den Webern hätte sofort durch Einstellung solcher mehr als 25 Jahre alte Leute, deren Gesundheit nicht ein offenbares Hindernis bildete, aus dem Wege geschafft werden können. Wenn die Leute auch nicht mehr zur Grubenarbeit getaugt hätten, so hätten sie sicher über Tage in der Fabrik, bei den Maschinen und den Beförderungsarbeiten ihren Mann gestellt. Andererseits aber vermochte die Kaliindustrie infolge ihrer hohen Löhne besonderes die jungen Arbeiter an sich zu ziehen. Die immerhin noch ganz stattliche Zahl der Weberkinder, die sich alljährlich dem elterlichen Berufe zuwandten, 43. schrumpfte mehr und mehr zusammen. Es ist klar, dass eine Industrie, deren junger Nachwuchs an Arbeitern sich einem anderen Industriezweige zuwendet, dem Untergange geweiht ist. So sind denn tatsächlich die Hausweber im hiesigen Kreise im Laufe der Jahres regelrecht ausgestorben. Das Geklapper der Webstühle in den Dörfern und Städten ist verstummt. Mit ihnen ist ein uraltes mit unserer Heimat eng verbundenes Handwerk, das einst in höher Blüte stand, unwiderbringlich dahin. B. 44. Mechanische Weberei. Geschichtliche Entwick- lung vom Jahre 1864- 1919. Die mechanische Weberei, die im übrigen Deutschland teilweise schon sehr früh festen Fuss gefasst hatte, hat im hiesigen Kreise erst verhältnismässig spät Eingang gefunden. Im Jahre 1864 wurde an die in Oberdorf gelegene Ammermühle von den Gebr. Hirschfeld eine mechanische Baumwollweberei angegliedert, die mit ca 20 Stühlen den Betrieb aufnahm. Als Triebkraft wurde der Wipperfluss benutzt. Schon im folgenden Jahre wurde in Salzer ebenfalls eine durch Wasser getriebene mechanische Baumwollweberei mit 16 Stühlen in Betrieb genommen. Es folgten nun im Laufe der 70er und 80er Jahre die Gründung von mechanischen Webereien in Kleinwerther( die in Kleinwerther gegründete mechanische Weberei ist vor ca.20 Jahren wieder eingegangen und Ellrich). Die beiden heute noch in Ellrich bestehenden nicht unbedeutenden Webereien haben seinerzeit den Betrieb mit je50.- 60 Stühlen eröffnet. Auffallend ist, dass in Bleicherode, das von jeher als der Mittelpunkt der Textilindustrie des ganzen Bezirkes galt, erst Ende der 80er Jahre mit der Errichtung von mechanischen 45. ren, H Webereien begonnen wurde.Als erste wurde im Jahre 1888 die mechanische Weberei von Karl Helft errichtet, es folgten nun in kurzen Abständen die übrigen heute noch bestehenden Webereien.Teilweise sind es Neugründungen gewesen, teilweise, und das gilt wohl in der" auptsache für Bleicherode, sind es Betriebe gewesen, deren Inhaber schon seit den 70er Jahren dazu übergegangen wafür ihre Handweber Webesäle zu errichten, um dieselben möglichst an Ort und Stelle gemeinschaftlich zu beschäftigen. Besonders die älteren mit der Handweberei aufgewachsenen Fabrikanten waren für die grundlegende Aenderung, die die Umwandlung ihrer Betriebe in mechanische erforderte, schwer zugänglich, wie ja überhaupt in früheren Zeiten allen Neuerungen mit grossem Misstrauen begegnet wurde.So kommt es, dass noch bis in die jüngsten Jahre hinein mehrere solcher alten Handwebereibetriebe bestanden. Die Fabrikanten mussten aber schliesslich doch, wenn sie ihre Betriebe nicht zur völligen Bedeutungslosigkeit herabsinken lassen wollten, an Stelle des Handden mechanischen Betrieb einführen. Allerdings war es gar nicht so leicht, die eigene Handweberei in mechanische Weberei überzuführen. Denn mit der Aufstellung von mechanischen Webstühlen allein war es nicht geschehen. Es muss auch das nötige Bedienungs personal für die neuen modernen Webstühle vorhanden sein. Die alten 46. Handweber waren meist nicht zu bewegen, in die mecahnischen Webereien überzugehen.Teils lag es daran, dass sie nicht gewillt waren, ihre Hausarbeit mit der Fabrikarbeit zu vertauschen, teils scheiterte es daran, dass es für die oft stundenweit vom Wohnorte des Fabrikanten entfernt wohnenden alten Weber nicht möglich war, täglich den weiten Weg zur Arbeits stätte zurückzulegen, vorallem wohl auch daran, dass die Handweber, die je diesem Beruf grösste teil nur im Winter nachgingen ihren anderen Beruf nicht aufgeben wollten. So waren denn anfangs die Fabrikanten auf meist junge unerfahrene Kräfte angewiesen, die ihnen auch, da ihnen ja eine bessere Verdienstmöglichkeit wie in der Hausweberei geboten war, in reichlichem Masse zuströmten. Durch die Ende der 90er Jahre aufgekommene Kaliindustrie ist dann die mechanische Weberei in eine schwierige Lage versetzt worden. Die Webereien konnten natürlich nicht die hohen Löhne geben, die in der Kaliindustrie gezahlt wurden. Dazu kam die kürzere Arbeitszeit( 8 Stundenschicht gegenüber der 12 und dann 10 stündigen in den Webereien. Sehr viele Weber kehrten der Weberei den Rücken und gingen in die Bergwerke. Heutzutage ist das weibliche Element unter den Webern vorherrschend. Die männlichen Weber 48. sind zum grossen Teil ältere Leute und Kriegsinvaliden, deren Kräfte zu der schweren Arbeit in den Bergwerken und anderen Industrien nicht mehr ausreichen. C. Bleicherei. Eng verflochten mit der Bleicheröder Leinenindustrie sind die Bleichen in und bei Bleicherode, die schon früheangelegt worden sind. Von verschiedenen Seiten wird behauptet, dass der Name Bleicherode davon abgeleitet werden muss. Leider ist darüber nichts genaueres festzustellen. Fest steht jedenfalls, dass solange die Leinenweberei in Bleicherode existiert auch schon die Bleichen erwähnt werden. Die älteste mir bekannt gewordene genauere Angabe darüber stammt aus dem Jahre 1819. In jenen Jahre waren 15 Morgen öffentliche und 28 Morgen Privatbleichen( sämtlich Rasenbleiche vorhanden, auf denen damals jährlich 12-13000 Stück Leinwand gebleicht wurden. Die Leinwand war aber nicht nur hier verfertigte Ware, sondern auch von ausserhalb wurde sie zur Bleiche nach Bleicherode versandt, so z.B. 1) von Mordhausen, Mühlhausen usw. 1) ए Städt.Arch. Bleichero de III. H.4. 48. Auf einer Bleiche befanden sich gewöhnlich 100 bis 200 Stück Leinen, das Stück von 33 40 m Länge und ca 80 cm Breite. Der Bleichprozess war ein ziemlich einfacher. Die Hauptarbeit leisteten Wasser, Sonne und Luft. Chemisch wurde nur wenig nachgeholfen. Die Bleichzeit eines Stückes Leinewand dauerte ungefähr 8-10 Wochen. Mit Einführung der gebleichten Rohgame wurde natürlich den hiesigen Bleichen ein grosser Abbruch getan, da für die aus diesem Garn fabrizierten Stücke nur noch eine Nachbleiche von ungefähr 8 Tagen nötig war. Mit dem allmählichen Verschwinden der Handweberei, der Rein- Leinenweberei und dem Aufkommen der mechanischen Weberei, die inder Hauptsache Halbleinen fabriziert, ist auch die Blütezeit der Bleiche dahin. Während noch in den 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts das ganze Bleichtal sowie die Anhöhen zu beiden Seiten bis dicht an die Mauern der Stadt heran vom Frühjahr bis zum Herbst in weissem Linnen erglänzte, hat die Bleicherei im Laufe der letzten Jahre sehr stark abgenommen. Ein grosser Teil der Bleichenei ist aufgeforstet, ein anderer Teil ist in blühende Gärten und Obstplantagen verwandelt. Nur noch wenige Bleichen sind vorhanden, aber auch die sind nur kurze Zeit im Jahre vollbeschäftigt. 49. II. Technische Hilfsmittel. a) Der alte und die neuen rie be bef in d- hier im Be im Betriebe 1ichen Webstühle. Während noch zu Ende des vorigen Jahrhunderts die Weberci in der Grafschaft Hohenstein mitten in dem Kampfe zwischen kleinem und grossem Betrieb, zwischen Hand- und Maschinenarbeit stand, haben heute die Fabriken mit mechanischer Arbeit endgiltig gesiegt. Die Aenderungen in der Technik des Webens sind mehr Verbesserungen als grundlegende Veränderungen; die wichtigsten und folgereichsten waren auch am Handstuhl anzubringen, ja teilweise waren sie nur von ihm auszunützen. Der Maschinenstuhl hat in der Hauptsache dieselben Konstruktionen wie der Handstuhl, er wird nur von der mechanischen, statt von der menschlichen Kraft bewegt. Lange Zeit arbeitete der Maschinenstuhl sogar teurer als der Handstuhl. Der alte einfache Webstuhl, wie er bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts so ziemlich überall üblich war, ist beinahe Jahrtausende alt. Wir finden ihn in den Gemächern der Penelope, wie in den Frauenhäusern auf den grossen Königshöfen und Domänen Karls d. Gr. Es ist derselbe Web 50. stuhl, an dem später die zahlreichen niederländischen Tuchmacher sitzen, den die Niederländer von da über ganz Norddeutschland verbreiteten. Nur einer etwas verbesserten Einrichtung durch eine Mehrzahl von Tritten und Schäften bedurfte es, um die im 17. Jahrhundert aus den Niederlan den nach Deutschland gebrachte Weberei der 1) künstlerisch gemusterten Gewebe, der Drelle und Damaste zu ermöglichen. Der Handstuhl, wie er früher hier üblich war, und vereinzelt auch jetzt noch im Betriebe ist, besteht aus einer Trittvorrichtung mit zwei Schemeln. Mit demselben wurde glatte und zweischäftige Ware hergestellt. Für Köper waren 3-4 und für Drell und Jaquardt 8 16 Schemel notwendig. Die Ende vorigen Jahrhunderts eingeführte Jaquardmaschine erlaubte dann die gemusterten Gewebe dadurch leichter herzustellen, dass die Hebung der Kettenfäden in beliebiger Weise nach bestimmten Mustern reguliert wurde. Diese Jaquardmaschine wird auch heute auf mechanischen Stühlen verwand. Die Leistung eines einfachen Handstuhles war natürlich je nach der Breite, je nach dem Stoffe, sowie nach der Feinheit des Garnes sehr verschieden. Die Durchschnittsangaben, welche darüber früher oder später gemacht wurden, ziehen zugleich häufig noch in Rechnung, dass ein grosser Teil der Webstühle nur einen Teil des Tages im Gange war. Es hängt davon ab, ob der Weber noch andere Arbeit verrichtet, ob 1 Anm. 51. er die Hilfs operationen selbst vornehmen muss oder nicht. Die Hauptverbesserung des gewöhnlichen Webstuhles ist der fliegende oder Schnellschütze, dee nicht mit der Hand, sondern mechanisch bewegt wird. Der Schnellschütze setzte den Weber in den Stand, in derselben Zeit fast die doppelte Zeugmenge und von jeder beliebigen Breite anzufertigen. Eine zweite wichtige Verbesserung war ein Mechanismus, Kettenwächter genannt, welcher das fertige Zeug von selbst aufwickelt und die Kette von selbst weiter abwickelt. Durch diese Neuerungen wurde es möglich, dass ein Weber gleichzeitig mehrere Webstühle bedienen konnte. Zu den ausgezeichnetsten" rfindungen gehört unstreitig der Maschinenstuhl, welcher durch Wasser, Dampf oder Elektrizität in Bewegung gesetzt wird. Die mechanischen Webereien der Grafschaft Hohenstein sind fast durchweg modern eingerichtet. In der Hauptsache werden Unterschlägerstühle verwandt.Es sind teils englische ( sog. Smith'sche) teils deutsche Stühle. Oberschlägerstühle sind nur ganz vereinzelt anzutreffen.Hauptsächlich werden glatte Leinenund Baumwollwaren gewebt, für die vierschäftige Stühle benutzt werden. Für Handtücher, Inletts und Schürzenzeuge sind sogenannte Trommelstühle 1) gehört auf S. 50. Schmoller: Deutsche Kleingewerbe im 19. Jahrhundert.S. 492. 52. im Betrieb, teils sogar mit einer Wechsellade, um auch farbige Kanten damit herstellen zu können. Für Tischtücher sind auch Schaft- und Jaquardmabeheinen im Betrieb. Die Bleicheröder Jaquardweberei verwendet gröberes und nicht so feines Materials wie z.B. die Niederlausitzer und schlesische Jaquardweberei, deren Maschinen bis zu 2000 und mehr Platinen haben, während die hiesigen feinsten Jaquardmaschinen höchstens bis zu 800 Platinen haben. Es sind und werden noch andauernd technische Verbesserungen eingeführt und wenn es möglich war, dass die hiesige Textilindustrie sich einen weit über die Grenzen der Heimat hinausreichenden gut klingenden Namen verschafft hat, so ist dies zum grossen Teil mit darauf zurückzuführen, dass die Fabrikanten stets darauf bedacht werden, durch Einführung aller technischen Neuerungen mit der immer mehr anwachsenden Grossindustrie gleichen Schritt zu halten. 51. b) Verkehrsverhältnisse. Da die Verkehrsverhältnisse für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes stets von der grössten Bedeutung sind, so möchte ich hier kurz auf die Entstehung des Strassennetzes und der Eisenbahnen eingehen. Schon im früheren Mittelalter führte durch das obere Wippertal eine alte Handelsstrasse, welche von Braunschweig über Osterode, Duderstadt gehend von Worbis an dem Laufe der Wipper bis Obergebra folgte, von da schräg durch die Niedergra sche Flur nach dem alten Bergscglosse Lohra, das derselben offenbar seine Entstehung verdankt, einbocд, hier die Hochebene der Ilainleite erstieg und dann über Kleinberndten ihre Richtung über Erfurt nach Nürnberg nahm.Obwohl von geringer Breite wir sie doch von erheblicher Wichtigkeit, da sie den Verkehr zwischen den norddeutschen Hansastädten und dem Süden vermittelte. 1) Sie verlor aber bald an Bedeutung. Dafür bekam die grosse Rheinstrasse Berlin- CasselCöln grosse Wichtigkeit. Für die Grafschaft war diese alte Heerstrasse von der grössten Bedeutung, da sie dieselbe ihrer ganzen Länge nach durchschnitt. Sie war äusserst wichtig für Handel und Wandel, denn sie gewährte dem Durchgangs 1) Heimatland 1908. Nr. 11. 54. verkehr freie Bahn, und zugleich ermöglichte sie der hohensteinschen Industrie einen Absatz in anderen Gegenden. Der Bezug von Rohprodukten, speziell der Wolle und des Flachses sowie der Versand der fertigen Gewebe waren ohne diee se Verkehrsstrasse nicht gut denkbar.Sicher ist dies mit der Hauptgrund, dass sich gerade im Süden der Grafschaft, durch welchen diese Heerstrasse führte, die zahlreichsten und grössten Ortschaften entwickelt haben, in welchen Hausweberei und Handel blühten. Bleicherode wie die Weberdürfer Sollstadt, Ober- und Niedergebra und Rehungen, sind alle im Süden gelegen. Zum Anfang vorigen Jahrhunderts. wurde diese alte Heerstrasse in eine Kunststrasse ungewandelt. Bis dahin war der Zustand dieser Herrstrasse oft ein trostloser gewesen.Stellten sich dem Warentransporte schon bei trockener Witterung wegen der vielen Unebenheiten allerlei Schwierigkeiten entgegen, so war dieder bei anhaltend nassem Wetter, also vor Allem im Frühjahr und Herbst oft geradezu unmöglich. Ohne Vorspann konnte überhaupt kein Lastwagen eine Fahrt wagen. Im Laufe der Zeit ist dann, nachdem der Wert guter Strassen von der Regierung erkannt und ihr Ausbau gefördert wur de der Verkehr im Kreise durch ein weitverzweigtes gutes Strassennetz gefördert worden. 55. Ungleich grössere Bedeutung für die Entwicklung der Textilindustrie kommt jedoch dem Ausbau des Eisenbahnnetzes zu. Im Jahre 1867 wurde die Bahn Halle- Cassel dem Verkehr übergeben. Laneg Jahre hat es gedauert, bis sich die Regierung zu der jetzigen Linienführung entschlossen hatte. Es waren vier Strecken in Aussicht genommen. Schliesslich entschied man sich für die heute bestehende Linie. Wie Zeugen aus jener Zeit bekunden, hat die Stadt Bleicherode, die ca 3/4 Stunde Weges von der Bahn entfernt liegt, es selbst verschuldet, dass es so abseits liegt. Aber ein Teil der Bürger hat sich mit aller Geealt einer Näherlegung des Bahnhofes wiedersetzt, und so gab die Regierung dem Wunsche anderer weitblicken derer Gemeinden nach. Die Halle- Casseler Bahn durchschneidet den südlichen Teil des Kreises. InZwischen war auch bereits der Bau der Nordhausen Northeimer und Nordhausen- Erfurter Bahn ausgeführt oder in Angriff genommen. Während erstere am nördlichen Rande des Kreises entlang führt und u.a. auch den Städten Ellrich und Sachsa eine Bahnverbindung gab, zweigte die Erfurter Bahn erst in Wolkramshausen, einer Station der Halle- Casseler Bahn, nach Süden ab. Damit war auch die Verbindung mit Hannover und Thüringen hergestellt. Der lang 56, jährige Wunsch des südwestlichen Teiles( Bleicherode und Umgegend), eine direkte Verbindung mit der Northeim- Hannoverschen Strecke zu erhalten, ging im Jahre 1909 in Erfüllung mit Eröffnung der Bahn Bleicherode- Bischoffero de -Herzberg. Damit hat nun endlich auch Bleicherode direkt vor der Stadt einen zweiten Bahnhof erhalten. Die Bahn ist gleichzeitig dem östlich und nördlichen Teile des Kreises Worbis einen alten Wunsch erfüllt. Somit ist der Kreis Grafschaft Hohenstein ziembich aufge-schlossen. Nur die Ortschaften des Helbetales warten noch schmerzlich auf die schon lang geplante Helbetalbahn. In jüngster Zeit ist nun auch in Bleicherode eine grosse Ueberlandzentrale" Südharz" errichtet, die weit über die Grenzen des Krises hinaus für die nötige Energie zum Antrieb der Maschinen sowie für Beleuchtungszwecke sorgt. III. 57. Die wirtschaftliche Bede u- tung der Textilindust im Kreise Grafschaft Hohenstein. -> Z i e a) Gegenwärtige Verbreitun Wie die Tabelle Nr. 2 des Anhangs zeigt, ist die Hausweberei mehr oder weniger über fast den ganzen Kreis verbreitet gewesen. Es gab überhaupt noch in dem 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts und Anfang dieses Jahrhunderts in dem Kreise nur wenige Ortschaften, in denen die Hausweberei nicht vertreten war.Es gab einzelne Gemeinden, in denen der grösste Teil der Bewohner sich mit der Handweberei beschäftigte, so lebten z. B. in Lipprechterode im Jahre 1892 bei einer Bevölkerung von ca 900 Seelen 345 Personen, teils dauernd teils vorübergehend davon. In Niedergebra waren es 430 Personen unter ca 1200 Seelen, in Obergebra im Jahre 1898 sogar 857 Personen unter ca looo Seelen. Heute ist die Hausindustrie so gut wie erledigt. An Handwebstühlen gingen zum Beispiel 58. im Jahre 1892 dauernd 902 Stühle, vorübergehend 1203 1) 1898 1071 11 社 1901 615# 1911 230 1920 56 919+) 729 2) 11 154 3) 63 †) ausser diesen Webstühlen waren in den Ortschaften Craja, Epschenrode, Grossbodungen, Neustadt und Wallrode des Kreises Worbis noch 89 Stühle dauernd und 244 Stühle vorübergehend fast ausschliesslich für Bleicheröder Fabrikanten im Betrieb( siehe Anhang Tag. Br.3). Ich möchte hier erwähnen, dass auch auf dem nahen Eichsfelde die früher so hoch entwickelte Hausweberei dem Untergang zusteuert. Während z.B. im Jahre 1898 in den drei Kreisen Mühlhausen, Heiligenstadt und Worbis 5719 Webstühle vorhanden waren, beträgt deren Zahl 4) jetzt noch insgesamt 856. Im Gegensatz dazu hat die fabrikmässige Erzeugung wie überall eine Zunahme zu verzeichnen. Die mechanische Weberei hat hauptsächlich in Bleicherode und Umgegend ihren Sitz. Ausserdem befinden sich in Ellrich zwei nicht unbedeutende Webereien, sowie eine in Salza. Vor dem Kriege wurden in sechs grösse1)_ Siehe Anhang Tab. Nr.2. 2)_ Aufstellung der staatl. Webschule in Mühl3) 4). hausen. Eigene Enquête, Aufstellung der staatl.Webschule in Mühlhausen i/ Th. 59. ren mechanis chen Webereien von Bleicherode und Umgegend an ca 600 mechanischen Stühlen ca 400 Arbeiter in Ellricht an ca 300 mechanischen Stühlen ca 200 Arbeiter in Salza an ca loo mechanischen Stühlen ca loo Arbeiter beschäftigt. Daneben bestehen in Bleicherode eine Anzahl kleinere Betriebe mit insgesamt ca loo mechanischen Stühlen. In den letzten Jahren hat sich auch die Wäsche Rohfektion im Kreise sehr ausgebreitet. Neben Bleicherode und Ellrich ist sie besonders in Benneckenstein für einen Teil der Bewohner geradezu eine Lebensfrage geworden. Es mögen jetzt ca looo Nähmaschinen im Betriebe sein. b) Gegenwärtige Produktion und Absatz. Im Jahre 1909 wurden in bleicherode und Umgegend in sechs mechanischen Webereien auf ca 6000 mechanischen Stühlen insgesamt loo 000 Stück( das Stück zu 50 Meter gerechnet) hergestellt und zwar 30 000 baumwollene, 55 000 Stück halbleinene und 15 ooo Stück leinene Waren. Der Carverbrauch stellte sich auf 500 000 Kilo Leinen und 300 000 Kilo Baumwollgarne. Die von der Handweberei aufca 400 Stüh 60. len, die nur eine beschränkte Zeit( November bis einschl.Februar) im Betriebe waren, hergestellte Menge an Leinen und Halbleinen betrug ca 7 500 Stück( 5 500 Stück Leinen, 2 000 Stück Halbleinen, das Stück zu 33 3 Meter gerechnet) wozu ungefähr 60 000 Kilo Leinen und 15 o00 Kilo Baumwollgarn verwendet wurden. In Ellrich wurden fabriziert ca 40 000 Stück Baumwoll- und 1 500 Stück Leinenwaren, der Gamverbrauch betrug 312 500 Kilo Baumwolle und 125 000 Kilo Leinengarne. In Salza wurden hergestellt ca 12 000 Stück Baumwollwaren bei einem Gamverbrauch von ca 69 000 Kilo Baumwoll- und 31 ooo Kilo Leinengarnen. Alles in allem umfasste damals die Produktion( einschliesslich der Handweberei) 161 000 Stück, don denen 82 000 Stück Baumwollware, 22 000 Stück Leinen und 57 o00 Stück Halbleinen waren. Der Garnverbrauch belief sich auf 716 000 Kilo Leinengarn und 695 500 Kilo 1) Baumwollgarn. Mit Ausbruch des Krieges brach für die Textilindustrie eine überaus traurige Zeit an. Das Geschäft leg vollständig darnieder. Die Behörden kauften bei Ausbruch des Krieges, trotzdem bei einzelnen Firmen die Verpflichtung 1) Bericht der Nordhäuser Handelskammer 1895-1909. 61. vorlag, im Falle eines Krieges zu liefern, nicht nur von hiesigen Fimmen nichts, sondern auch nicht von anderen Firmen. Als die Rohstoffe immer weniger wurden und die Kriegsausschüsse in Tätigkeit traten, wurden auch drei hiesige Firmen durch Beschluss der Reichsbehörde zum Stillegen ihrer Betriebe gezwungen, den anderen Betrieben wurden Aufträge und Garne durch den Leinen- Kriegsausschuss zu festgesetzten Preisen übermittelt, und wenn auch der Einzelverdienst nicht entsprechend hoch war, so war es doch zu begrüssen, dass die Fabriken dadurch wenigstens in der Lage waren, ihre Arbeiter weiter zu beschäftigen. Baumwolle konnte von kurz nach Kriegsbeginn an bis August 1919 überhaupt nicht mehr verarbeitet werden. Leinengarn war ebenfalls sehr knapp, da der Friedensbedarf an Flachs zu 9/10 in Russland gedeckt wurde. Man ist im Kriege zwar dazu übergegangen, den Flachsanbau in Deutschland zu heben und hat dabei ganz schöne Erfolge erzielt. Im Jahre 1919 sollen unge1) führ loo ooo Ctr. Flachs geerntet worden sein. Die Anbaufläche hat sich gegenüber 1914 um das 10 fache vermehrt, Auch im hiesigen Kreise hat der Flachsbau bedeutend zugenommen, da den Flachsanbauern die Preise für Strohflachs bedeutend erhöht worden sind und sie ausserdem 1) Bericht der deutschen Flachsbaugesellschaft über Ernte von 1919. 62. auch einen Bezugsschein für fertige Leinenwaren bekommen, die sie zu aussergewöhnlich billigen Preisen, welche von der Reichswirtschaftsstelle für Flachs festgesetzt werden, geliefert erhalten. Der wenige Beuteflachs und die geringe Menge des zu Anfang des Krigges in Deutschland angebauten Flachses mussten daher ratinert werden. Die bald nach Kriegsbeginn einsetzende Zwangswirtschaft hat den freien Verkauf bis Kriegsende unterbunden. Die Uebergangswirtschaft, die für Deutschland unter der Voraussetzung eines günstigen Friedens in Aussicht genommen war, musste infolge des traurigen Waffenstillstandsvertrages und der innerpolitischen Umwälzungen von Grund aus geändert werden. Nach dem Waffenstillstande wurde mit der allmählichen Wiederinbetriebsetzung der während des Krieges stillgelegten Betriebe begonnen. Dies wurde erreicht einmal dadurch, dass auf Verfügung des Demobilisierungskommissars hies auch die hiesigen Webereien zu dem Einstuhlsystem übergehen mussten, dann durch die Verteilung der von der Heeresverwaltung bisher noch zurückgehaltenen Bestämde an Rohstoffen. Die erste Baumwolle kam im Juli 1919 wieder herein, und man fing allmählich wieder an, Halbleinen herzustellen. Die Knappheit an Leinengarmen zwingt auch hier die Webereien 63. in grösserem Masse als zu Friedenspreisen Baumwollgame zu verarbeiten. Des hohen Preises und der anfänglichen Knaphheit des baumwollenen Schussgarnes wegen, hat man sogar sehr viel Leinen und Baumwollabfallgame( ein Gespinst, welches im Frieden nur zur Fabrikation von Scheuertüchern verwandt wurde) genommen. Infolge Mangels an Rohstoffen und Zahlungsmitteln wird die Wiederaufnahme der Betriebe in der Textilindustrie nur ganz allmählich vor sich gehen können. Noch viele Jahre werden vorübergehen, bis sie wieder voll beschäftigt sand. Heute sind sämtliche Webereien wieder im Betrieb, allerdings mit nur 25% ihrer früheren Webstuhlzahl. Dies kommt daher, dass infolge Verteuerung der Rohmaterialien die Webereien nicht in der Lage sind, ihre sämtlichen Stühle in Betrieb zu setzen, dass der Umsatz ganz bedeutend verringert ist und endlich daher, dass die Leinengarne noch immer beschlagnahmt sind. Die in Bleicherode hergestellten Artikel sind in der Hauptsache Hemdenleinen, Bettuchleinen und Halbleinen, Handtücher, Tischzeuge, Decken, Wischtücher, Segeltuche. Auf die Musterung der Tischzeuge entsprechend der je 64. weiligen Geschmacksrichtung ist immer besonderer Wart gelegt worden. Trotz grösster Schwierigkeiten, wie sie vorübergehend der Wettbewerb der Baumwolle und dauernd die Er-ziehung und Erhaltung tüchtiger Webereiarbeiter bereiten, ist es der Leinenindustrie gelungen, sich unter den Industrien des hiesigenwirtschaftsgebietes einen der ersten Plätze zu sichern. In der Wäschekonfektion werden besonders Hemden, Schürzen und Bettwäsche hergestellt. In Ellrich und Salza werden fast nur Baumwollwaren gefertigt und zwar Schürzenzeuge, Hemdenflanelle, Bettzeuge und Inlets. Der Absatz der in früheren Jahren weit über die Landesgrenzen nach Dänemark, Holland, der Schweiz und Südamerika ging, hat in den letzten Jahren, inder der Hauptsache wohl durch den Krieg veranlasst, innerhalb Deutschlands stattgefunden. Die Verkäufe sind fast ausschliesslich mit inländischen Kunden getätigt worden. Auch auf den Messen, die regelmässig von den Webereien beschickt werden, ist an das Ausland bisher keine Ware verkauft worden. 65. IV. Die soziale Lage der Textil- arbeiter im Kreise Grafschaft Hohenst n. a) Arbeitsverhältnisse. Von einer allgemein gültigen Arbeitszeit war in früherer Zeit natürlich nicht die Rede. Wie die Weberei während des Sommers grösstenteils ruhte, wird sie im Winter je nach den Begleitumständen eine kürzere oder längere Arbeitszeit beansprucht haben. Die allgemeine Erhebung über die Hausindustrie des Regierungsbezirks Erfurt im Jahre 1882 stellte für die Webergebiote des Südharzes, also für Hohenstein und das angrenzende Eichsfeld eine durchschnittliche Arbeitszeit von 12 Stunden pro 1) Tag fest. Das ist aber wohl meist noch zu niedrig gegriffen, selbst wenn in Betracht gezogen wird, dass Frau und Kinder die Vorarbeitn besorgten. Dazu kommt, dass der Weber gewöhnlich nicht am Orte des Fabrikanten wohnte, also das Rohgarn oft stundenweit herholen musste. So ist denn eine 14 oder 15 stündige tägliche Arbeitszeit gar keine Seltenheit gewesen. Auch noch kurz vor dem Kriege kam es vor, dass eine so lange Arbeitszeit vonden Heimwebern innegehalten wurde, denn wollte der Weber bei dem kärglichen Stücklohne sein und seiner Familie 1)_ veröffentlicht in den Schriften des Vereins für Sozialpolitik. Bd. 40. 66. Leben fristen, so blieb ihm eben nichts anderes übrig, als von früh bis spät am Webstuhl zu stehen. Anders war es freilich bei den Handwebern, die gemeinschaftlich in einem Betriebe arbeiteten genau wie in den mechanischen Webereien. Hier war auch vor dem Kriege schon lange die zehnstündige Arbeitszeit durchgeführt. Nach der Revolution ist die Arbeitszeit auf 48 Stunden pro Woche herabgesetzt. Während vor dem Kriege Urlaub an die Arbeiter überhaupt nicht gewährt wurde, ist derselbe jetzt durch Reichsgesetz eingeführt und zwar erhalten die Arbeiter nach einjähriger Beschäftigungsdauer in dem gleichen Betriebe 3 Tage Urlaub nach zwei Jahren 4 nach drei Jahren 5 nach sechs Jahren 6 Bei dem kaufmännischen und technischen Personal dehnt sich der Urlaub bis auf 12 Tage aus. 67. b) Lohn verhältnisse Wie heutzutage so war auch schon früher die Hauptsorge des Arbeiters die Höhe seines Lohnes. Bis in die jüngste Vorkeiegszeit hinein waren die Weber hiesiger Gegend, da es ihnen an einer Organisation fehlte, vollständig machtlos, eine Lohnaufbesserung durczusetzen. Das frühere Weberland war eine Folge der ganze geringen Löhne, die hier schon seit langer Zeit gezahlt wurden. Leider fehlen über die älteren Zeiten genauere Lohnangaben. Nur soviel steht fest, dass gerade damals die Löhne äusserst gering waren. Diejenigen Leineweber, die für die Fabrikanten für einen bestimmten Lohnnarbeiteten, waren gegenüber denen, die für eigene Rechnung arbeiteten, natürlich im Nachteil. Auch standen sich zum Beispiel unter den Baumwollwebern die Kattunweber weit schlechter als die Ganzgarn und Buntzeugweber. Sieht man von einzelnen Ausnahmefällen, in denen einerseits besondere Geschicklichkeit oder persönliche Rücksichten der Arbeitgeber gegen die Arbeitnehmer, andererseits beschränkte Leistungsfähigkeit oder mangelnde Gelegenheit zu unausgesetzter Beschäftigung die Gewährung entweder ungewöhnlich hoher oder sehr geringer Entschädigung bedingten, so verschwindet zwar noch keineswegs alle und jede Abweichung in den Lohnsätzen, allein es Leinweber 68. lassen sich dann doch ohne weitere Schwierigkeit bestimmte Granzlinien finden, innerhalb welcher sich die Lohnsätze bewegten. Der Lohn wird heutzutage in Bar verabreicht. Früher jedoch kam es vor, dass unter entsprechender Kürzung der eldentschädigung freie Beköstigung, indess such nur für die Person des Webers, nicht aber auch für dessen Familienmitglieder gewährt wurde. Im Jahre 1819 erhielten: 1) pro Tag 5 Srg. ohne Kost, 2 Sgr.mit Kost Wollweber 6 3 Wollkämmer 7 4 Wollspinner 5 3 Tuchmacher If 8 5 $ 2 Färber 18 8 Tuchscherer 12 8 Tagelöhner 5 3 ?? Wir sehen, der Tagelohn der Spinner und Weber ist gegen den der Tuchmacher, Färber und Scherer sehr gering, während der Lohn der Tuchmacher dem ungefähren Durchschnitt des üblichen Tagelohnes entspricht, liegt der Tagelohn der Spinner und Weber unter, der der Färber und Scherer über dem Durchschnitt. In den 40er Jahren betrug der wöchentStädt. Archiv. Bleicherode II., K., a. IX. liche Arbeitsverdienst: 1) 69. für Kartun, roh 24 Sgr. 41 gebleicht 28" Bettzeuge und Ganzgarn 1 Taler, 5 Sgr. Barchent 1 10 班 Hosenzeuge 1 17 20 Leinewand 34iger 1 38" 1 # 1 77 40" 1 lo ?? 42" 1 15 計 2 15" Sackweberei Von diesen geringen Verdiensten waren noch abzuziehen die Kosten für Schäfte, Spulen und Asche. Infolge der geringen Löhne kam es nicht selten vor, dass die Kartunweber einen Teil der ihnen zur Anfertigung von Waren anvertrauten Garne unterschlugen und verkauften. Sie lieferten dann zu leichte oder an der Ellenzahl verkürzte Ware. Die Lohnweber wurden hierzu insbesondere durch Aufkäufer verleitet, welche dem Weber das unterschlagene Garn für einen geringen Preis abkauften und entweder für andere for eigne Rechnung arbeitende Aeber wieder verkauften, oder selbst 2) verwebten. 1) Dr.Engelmann: Die Eichsfeldische Hausweberei. 2) Städt.Arch., Bleicherode 88, K. 25. 70. Kurz nach Beendigung des deutschfranzösischen Krieges 1870/71 erlebte die Textilindustrie einen grossen Aufschwung. Dieser bewirkte auch sofort eine Verbesserung der Lohnverhältnisse der Weber. Der Handelskammerbericht der Nordhäuser Handelskammer vom Jahre 1872 bezeichnet sie sogar als gunstig. In der Bundweberei hatte sich ein solcher Mangel an Webern fühlbar gemacht, dass hierfür die Löhne um mehr als 25% höher gingen. Dazu kam, dass viele einheitliche Arbeiter im westfälischen und rheinischen Industriegebiet lohnenderer Beschäftigung gefunden hatten. Die Gerüchte, dass der Bahnbau Berlin- Wetzlar viele Arbeitskräfte der Weberei entziehen würde, veranlassten die Fabrikanten zu einem förmlichen Wettrennen nach Webern, während in früheren Jahren die Weber froh waren, im Winter zu niedrigen Lohn-sätzen Beschäftigung zu finden. Dieser Umschwung in den Arbeitsverhältnissen hatte, wie schon gesagt, nicht nur eine bedeutende Lohnerhöhung zur Folge, sondern steigerte auch die Ansprüche der Weber in jeder Weise. Sie wurden täglich anspruchsvoller und unbescheidener und verstanden es, die ihnen günstigen Umstände si auszunutzen, dass eine Reaktion unvermeidlich war. Ganz haltbare Garnsorten, welche von den Webern früher gern verarbeitet wurden, genügten ihnen jetzt nicht mehr. Sie wollten 71. nur die teuersten Garne verweben, aber nicht nach Vorschrift, sie wollten auch die Garne nicht mehr schlichten und arbeiteten schmälere und leichtere Ware als vorgeschrieben. Sie verlangten Abnahme der Ware auf den Dörfern und lieferten schliesslich trotz hoher Löhne und bester Garne ein Gewebe, welches bedeutend schlechter als in früheren Jahren war und unserer Industrie keine Ehre machte. Es ist deshalb gar nicht zu verwundern, dass die Fabrikanten über mangelnden Absatz klagten; die Läger wuchsen an, früher kaum zu bewältigende Lieferungsaufträge blieben aus. Die natürlichen Folgen der unwirtschaftlichen Fabrikationsweise machten sich also schon bald für die Weber fühlbar, indem nämlich ein Teil entlassen wurde, ein anderer Teil bei strengeren Massregeln seitens der Fabrikanten zu billigeren Lohnsätzen arbeiten mussten. In den 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts haben die Löhne entsprechend den Konjunkturschwankungen auf dem Markte stets Schwankungen durchgemacht. Sie waren bald höher, bald niedriger, haben aber, und da ist das wichtigste dabei, mit den Löhnen in anderen Industrien nicht mehr gleichen 72. Schritt gehalten. Anfangs der 80er Jahre betrug in Bleicherode der Wochenlohn der Weber, sofern Frau und Kinder mitarbeiteten: für Leinwand 6- 8 M in Drell und Jacquard 8- 10 in Barchent und Bettzeugen 6- 7 M in Schürzenzeuge 8- 9 A 1) Im Jahre 1901 betrug der durchschnittliche Wochenlohn: 2) eines Webers ca 12.- A 12 eines Scheermeisters Im Jahre 1910 eines Webers15.90 A eines Scheermeisters 16.20 A Im Jahre 192: eines Webers 16.20# eines Scheermeisters 18.-# Die bisher angeführten Löhne beziehen sich sämtlich auf die Handweberei. Auch in der mechanischen Weberei waren die Löhne, obwohl sie natürlich im allgemeinen etwas höher waren, als die in der Handweberei, sehr gering. So wurden z.B. im Jahre 1884 bei der Birma Gebr. Hirschfeld 3) in Oberdorf folgende Wochenlöhne gezahlt: a) für erwachsene männl. Arbeiter 11.95 A b) 群 " c) weibl. 群 6.- M 6.95 M " jugendl.männl.u.weibl." 1) Städt. Arch. Bleicherode III. H. IV. 2) Eigene Berechnung nach Angaben von hiesigen Fabrikanten. 3) Eigene Berechnung. Im Jahre 1892: a) für männl.Arb. über 16 Jahren b weibl." 11 männl." unter" 12 d männl. 19 料 11 73. 10.08 A 6.6.-" 4.80" " Im Jahre 1904: a) für erwachsend männl.Arb.über 25 J.13.50 M # 16# 10.20 M 17 ** mänhl." weibl." männl." 1? weibl." 16" unter16" # 16" 6. M 4.80 4.80 M Im Jahre 1907 wurden bei der Firma Philipp Schlesinger, Niedergebra gezahlt: 1) a) für erwachsene männl.Arb. über 16 J. 12.- M b 11 c 97 M 11 weibl.## 16" 7.50" männl." unter 16" 6.-" weibl.## 16" 4.80" Die Lohnverhältnisse des hiesigen Kreises waren früher wie im ganzen übrigen Deutschland nicht einheitlich geregelt. Ein Vergleich mit den in anderen Gegenden unseres Vaterlandes gezahlten Löhnen zeigt, wie noch vor dem Kriege die Löhne hiesiger Gegend weit hinter jenen zurückstanden. Es betrug der durchschnittliche Jahresarbeitsverdient im Jahre 1907: b der hiesigen Textilarbeiter " süddeutschen 群 H 11 sächsischen elsasslothr. 600.-- A 700.45 M 720.37 M 745.93 M Erst nach dem Kriege wurden auch hier Tarifverträge abgeschlossen, wodurch die Löhne eine allgemeine Verbesserung erfahren haben. Eigene Berechnung. Textilarbeiterzeitung v. 30.I. 1909. 74. Zur Zeit betragen die Spitzenlöhne: der männl. Arb. über 20 J. pro Std. 3- 3.20 M der weibl. # 20 J. 料 2- 2.20# Hierzu tritt ein Akkord zuschlag von 15% für Weber, Weberinnen, Kettscherer, Andreher und Mangler. 20% für Zweistuhlweher und 25% für Dreistuhlweber. Für jugendliche Arbeiter betragen die Lohnsätze: für männl.Arb. pro Stud. 0.95 bis 2.15# weibl." #! 0.85" 1.60# Die Machinisten erhalten auf die Lohnsätze der Arbeiter einen Aufschlag vin 25%. Die Untermeister kit Fachschulbildung einen Aufschlag von 20%, und die Obermeister einen solchen von ca 40- 50%. Für Heimarbeiter gelten die im Betriebe errechneten Akkordlöhne. Wenn über die auf 48 Arbeitsstunden festgesetzte wöchentliche Arbeit hinaus gearbeitet werden muss, so werden für Ueberstunden 25% und für Sónntags- und Nachtarbeit 50% Zuschlag gewährt. Als Nachtarbeit gilt die Zeit, welche die normale Arbeitszeit um mehr als 2 Stunden überschreitet. C. Ernährungsverhältnisse. Was die Lebensverhältnisse der Arbeiter im hiesigen Kreise anbelangt, so betreibt ein grosser Teil derselben nebenher selbst Landwirtschaft. Die Leute haben teils eigenes Land, teils sich Land geprachtet, sodass die den grössten Teil ihrer Lebensbedürfnisse selbst decken können. Das Existenzminimum ist hier infolgedessen auch ein kleineres als das der Arbeiter in den Grosstädten oder Industriezentren. Infolge der dauernden Preusschwankungen sind die Indexziffern natürlich für die einzelnen Monate sehr verschieden. Das Ernährungswie auch das Existenzminimum einer Arbeiterfamilic für einen Durchschnittsort als solcher ist Bleicherode, obwohl eine Kleinstadt unbedingt zu rechnen, doch ist im Juli dieses Jahres, sowohl was die Ernährungskosten, als auch die Gesamtlebenshaltungskosten anbelangt, gegenüber den 2 Vormonaten gestiegen, wie sich aus 1) folgender Zusammenstellung ergibt: Ernährungsminimum Mann, Ehepaar Eheparr mit 2 Kindern Mai 70.- 113.167.- M Juni Juli 50.- A .81.121.- A 55.92.138.Existenzminimum Mai Juni Juli 170.- M 268.- A 370.- M 146.215.295.159.- M 237.- A 328.1) Kuczsynski:" Finanzpolit. Korrespondenz" in Mitteilungen der Vereinigung der deutsch en Arbeitgeberverbände vom Aug. 1920. 76. Wenn auch im Juli die Indexziffern ein wenig höher sind, so haben sie doch gegen die Vormonate abgenommen, was darauf zurückzuführen ist, dass die Preise der Bekleidungsstücke in den letzten Monaten einen bedeutenden Rückgang erfahren haben. Der monatliche Verdienst einer Weberfamilie mit 2 Kindern( es sei angenommen, dass nur das Familienhaupt für die Erhaltung seiner Familie zu sorgen hat) beträgt nach dem heutigen Tarif für den Mann bei 26 Arbeitstagen: Im Monat pro Trage 24.-= dazu 15% Akkordzuschlag 624.- A 03.60 Sa. 717.60 M Das Existenzminimum beträgt jedoch nur 328.( diese Angaben werden von vielen Seiten als zu gering angesehen). Wenn nun gar vielleicht noch Frau und die Kinder mitverdienen können, so ist es der Familie im Gegensatz zu früher, wo der Verdienst eines grossen Teiles der Arbeiter und ihrer Familien unter dem jährlichen Durchsdmitts- Existenzminimum blieb, sehr wohl möglich zu leben. So wurde z. B. das Existenzminimum einer 4 käpfigen Weberfamilie 1) für die 80er Jahre mit 37.05 angegeben, während der durchschnittliche Arbeitsverdienst eines 1) Statistische Darstellung des Kreises Nordhausen. Webers sofern Frau und Kinder mit arbeiten, nir 31.- betrug. Die Lebensverhältnisse der Weberfamilien können heutzutage den Zeiten entsprechend als gut bezeichnet w werden, und sie werden es erst bleiben, wenn der seit einigen Monaten anhaltende Rückgang der Indexziffern weiter fortdauernd sollte. Dies ist ums omehr anzunehmen, da der Rückgang sich nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern eine internationale Erscheinung ist. So zeigt z.B. England nach dem" Oeconomist" nach einer leichten Aufwärtsbewegung im Juli für den August einen nicht unbeträchtlichen Rückgang der englischen Grosshandelspreise. Mit 352% ist seit Ende des letzten Jahres der geringste Stand erreicht. Die Entwicklung der Preise für den Zeitraum eines Jahres zeigt folgende Darstellung( in 1) %). 1. Januar 1920 334. 7 1. März ?? 370.9 1. April 379.8 1. Juni 372.7 1. Juli 356.7 1. August 358.1. September" 352.Hier ist die Verminderung ebenfalls auf den Preisrückgang in Textilien zurückzuführen, vor allem auf den der Baumwolle. 1) Freie Presse v. 11.9.20( der Frankf.Zeit. entnommen). D. Wohnungsverhält- nisse. 78. Die Wohnungsfrage bildet eine eigenes Kapitel der sozialen Frage. In den letzten Jahrzehnten hat man ihr besonders grosse Aufmerksamkeit zugewandt, da die Wohnungen der Arbeiterbevölkerung zum Teil völlig unzureichend und unhygienisch waren. Die Wohnungsverhältnisse sind aber bei weitem nicht überall dieselben, nicht einmal da, wo die Weber, Hausbesitzer und Landwirte sind. Im allgemeinen kann ja wohl gesagt werden, dass die Weberbevölkerung auf dem Lande gegenüber der der Städte einen Vorzug genoss. Natürlich waren und sind wir auch in den Städten des Kreises weit von den Fürchterlichen Zuständen entfernt, die sich in den Städten nit ausgesprochener Fabrikbevölkerung ausgebildet haben, dazu sind sie viel zu klein. Betrachten wir uns die Hütte eines Webers um die Mitte des vorigen Jahrhunderts. Sie ist klein und verfallen. Die kleinen trüben Fenster sind mit Papier verklebt, die Tür hat keinschloss. Ausser Elend und Kindern ist ja hier nichts zu holen. Der Fussboden ist gestampfter Lehm. Nahe am Fenster steht der Webstuhl, daneben das Spulrad.Sonst ist nichts in der Stube als ein breites ärmliches Bett, ein Tisch, ein paar Holzschemel, eine Bank und ein Häufchen Kinder. Die ganze grosse Familie wohnt, schläft und arbeitet in diesem Raume, nur ein elender Verschlag auf dem Boden beherbergt nachts die grösseren Knaben 1) und Mädchen. 1) 8 Ich habe mir selber sowohl auf dem Lande wie in der Stadt Weberwohnungen angesehen. Heutzutage ist nirgends mehr solches Elend anzutreffen. Soweit die Weber eigene Häuschen besitzen, sind in diesem gewöhnlich die Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräume getrennt. Schon von aussen machen sie einen netten, sauberen Eindruck. Gewöhnlich istves ein einstöckiges Fachwerkhäuschen; das Gebälk ist meist braun oder schwarz gestrichen, dazwischen weiss getünchter Lehmverputz. Natürlich sind die Weber nicht alle in der glücklichen Lage, sich Hausbesitzer nennen zu können. Aber auch die Mietwohnungen der Weberbevölkerung machen einen sauberen Eindruck. Gewöhnlich sind sie räumlich beschränkter, jedenfalls aber stehen sie keinesfalls hinter den Arbeiterwohnungen anderer Berufe zurück. Auf alle Fälle kann gesagt werden, dass sich die Wohnungsverhältnisse seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts ganz ausserordentlich gebessert haben. 1) F.Polack der" Kreis Worbis" in in den 100 Jahren preuss.Herrschaft 1802-1908. e. Soziale Einrichtungen. 1. Sozialer Ausschuss des Hohensteinschen Pfarrvereins. 80. Ein grosses Verdienst erwarb sich der soziale Ausschuss des Hohenstein'schen Pfarrvereins, welcher die Ueberführung der Weberbevölkerung aus der hoffnungslosen Handweberei in andere Berufe bezwecken wollte. Es wurde zunächst für die erwachsene Weberbevölkerung eine Arbeitsvermittlungsstelle geschaffen. Weiter war es das Ziel dieses Pfarrvereins die heranwachsende Jugend der Weberei frern zu halten und gleich nach der Konfirmation in andere Berufe zu überführen. Im Jahre 1892 wurde der sog. Weberhilfsfond geschaffen und aus diesem den Eltern der in andere Berufe übergeführten Jugend für den ihnen dadurch entgegenden Arbeitsverdienst Prämie gewährt. Dieses System hatte sich unter anderem auch schon in Schlesien gut bewährt. Gleichzeitig kan man aber überein, die als Prämien von Staat, Kreis und Gemeinden einkommenden Gelder auch dazu zu verwenden, den alten Webern, deren Ueberführung in andere Berufszweige nicht mehr möglich war, durch Beihilfe zur Verbesserung ihrer Webstühle einen höheren Verdienst zu ermöglichen. Es kamen hierfür besonders die Weber der Dörfer 81. Ober- und Mitteldorf in Betracht, wo sich die Jacquard und Damastweberei eingebürgert hatte. Die Pränien, zu denen wie gesagt auch der Staat zusteuerte, wurden in Jahresraten von 30, 25 und 20# gezahlt und zwar nicht in bar, sondern in Form eines Sparkassenbuches auf den Namen des Vaters eines Webersohnes, dor in einen anderen Beruf übergetreten war. Für die Bewilligung der Prämien wurden folgende allgemeine gültige Grundsätze aufge1) stellt. 1. Die Prämien können erst dann gewährt werden, wenn die betreffenden Webersöhne bereits in einen anderen Beruf eingetreten sind. 2. Ausgeschlossen sind: a) diejenigen Weber, deren Söhne eine mechanische Weberei besuchen, die ja der Todfeind der Handweberei ist. b) Diejenigen Weber, deren Söhne nur im Sommer einen anderen Beruf betreiben, im Winter aber weben. 3. Ausgeschlossen sind ferner alle diejenigen Fälle von Ueberführung von Webersöhnen und anderen Berufsarten, welche vor dem Februar 1892( der Einführung der Prämie) stattgefunden haben, ebenso diejenigen, wo die 1) Akten des Landratsamtes. Nordhausen VIII. 3. 82. Söhne, für die die Prämien gewährt werden sollen bereits das 17. Lebensjahr überschritten haben. Der Webervater musste einen Revers unterschreiben, worin er sich verpflichtete, seinen Sohn dauernd in dem anderen Berufe zu belassen, andernfalls aber die Prämie zurückzuzahlen. In den Jahren 1890-92 wurden 716 Weberkinder konfirmiert. Davon haben 271 die Handweberei als Beruf ergriffen, 445 andere Berufe einschliesslich der mechanischen Weberei. Unter den neu ergriffenen Berufsarten war der landwirtschaftliche Beruf der bevorzugte, im übrigen aber waren wohl fast alle sonst in Betracht kommenden Berufe gleichmässig vertreten. Bei den Webber brach sich nun immermehr die Erkenntnis Bahn, dass sie ihre Söhne anderen Berufen zuführen müssten. In nicht wenigen Weberdärfern, wie Oberdorf, Kehmstedt, Mitteldorf, Pustleben, Elende, Klein- und Grosswenden, Lipprechterode und Kleinbodungen ist im Jahre 1920 kein Konfirmand mehr Weber geworden. Am ungünstigsten lagen die Verhältnisse in Nieder- und Obergebra, Sohlstedt, Rehungen und Buhla. Im Jahre 1904 ging die Verwaltung des Weberhilfsfonds vom sozialen Ausschuss des Hohensteins chen Pfarrvereins auf den Kreis über. 83. Infolge der Prämiengewährung ist es gelungen, einen guten Teil des männlichen Nachwuchses der Handweberbevölkerung anderen, lohnenderen und gesünderen Berufen zuzuführen. Während der Zeit der Verwaltung des Weberhilfsfonds durch den sozialen Ausschuss des Hohensteinschen Pfarrvereins sind dem Fonds zugeflossen: 1 943.55% von Privaten infolge eines im Jahre 1892 vom Pfarrverein erlassenen Aufrufes. 5 600.- vom Staate 1 500.- von der Provinz 200,- aus einem ungenannten Fonds 3 000.---# vom Kreise 527.59 M für Zinsen bis Ende 1902. 12 771.14 A Verausgabt sind: 462.-- für Unterstützungen an notleidende Weber, 199.72 für Verwaltungskosten 10 295.5.- en Prämien für Ueberführung von Webersöhnen in andere Berufszweige. 10 956.72 Der Fonds hatte somit einendamaligen Bestand von 1 814.42#, welcher zinstragend bei der Kreissparkasse hinterlegt war. Bis zu jenem Zeitpunkte waren 150 erste, 139 zweite und 1) 116 dritte Prämien ausbezahlt. 1) Akten d. Landratsamtes zu Nordhausen VIII.3 84. 2) Hohensteiner Weberverein. Der erfolgreichste Versuch zur Besserung des Loses der armen Leinweber war die im Jahre 1898 erfolgte Gründung des Hohensteiner Webervereins. Anknüpfend an die Bestrebungen des sozialen Ausschusses des Hohensteinschen Pfarrvereins zur Hebung des Weberverdienstes, gingen wohlmeinende Männer daran, die Weber zu einer Genossenschaft zu vereinigen. Allerdings scheiterte dies und zwar vor allem daran, dass sich die Weber in allzugrosser Abhängigkeit von den Fabrikanten befanden, denn es musste damit gerechnet werden, dass diese, die Weber sofort entlassen würden, sobald sie von diesen Bestrebungen erführen, wodurch den Webern jede Verdienstmöglichkeit genommen wäre. So ging man denn zunächst daran, einHomitee zu bilden, dem der Landrat, eine grosse Anzahl Geistlicher und mehrere Webermeister angehörten. Auf Grund des preussischen Genossenschaftsgesetzes wurde mun im Anschluss an den Raiffeisen'schen Darlehnskassenverband eine Genossenschaft m.b.H. gegründet. Das Ziel dieser Genossenschaft war die Erhaltung der Handweberei in unserer Gegend, durch Vermehrung der Arbeitsgelegenheit und durch Zahlung auskömmlicher Löhne. Durch Anschluss an die Neuwieder Organisation der Raiffeisenschen Darlehsnkassen, welcher damals ca 3000 Vereine angehörten, erhoffte man 85. Verwahrung der Arbeitsgelegenheit. Einen auskömmlichen Lohn glaubte mann dadurch erreichen zu können, dass die Verwaltung der Genossenschaft ganz unentgeltlich geführt werden sollte. Die Haftsumme betrug 500#ain Geschäftsanteil 5#.Von letzteren wurden 70 ensgegeben, die von 33 Personen gezeichnet wurden. Die ersten Mittel wurden nun von der Kreissparkasse des Kreises Grafschaft Hohenstein, von der Thüringer Genossenschaftsbank, sowie von dem durch den Herrn Pastor Rüter, der auch die Seele des Hohensteinchen Webervereins war, nougegründeten Mitteldörfer Spar- und Darlehnskassenverein vorgeschossen. Auch die Regierung interessierte sich 1) sehr für die Gründung und unterstützte den Hohensteinschen Weberverein; 1) durch Vermittlung der Gewährung eines Darlehns der Staatsregierung zu 3% auf ein Jahr an 10 000 2) durch Gewährung von 300 an den Verein im Winter 1903/04, um die Zahlung angemessener Löhne auch für die Handweberei zu ermöglichen, 3) durch seine immer wiederholte Empfehlung an die Armeeverwaltung und grössere Anstal ten in der Provinz, die auch zu Lieferungsaufträgen führten. 1)_ Akten des Landratsamtes zu Nordhausen VIII. 3 2. 86. Der Hohensteiner Weberverein, der wohlgemerkt keine Erwerbsgenossenschaft, sondern eine von Weberfreunden gegründete Wohlfahrts einrichtung darstellen sollte, wies im ersten Geschäftsjahre infolge der Einrichtungskosten und auch weil die Geschäftstätigkeit erst im Oktober begonnen hatte, ein Defizit auf, vom Jahre 1899 an aber erzielte er auch Gewinne: Der Umsatz betrug: Im Jahre 1898 1900 29 682.67 Defizit# 1066.01 128 634.38 Gewinn# 10208.82 " 1912/13 96 000.--% 17 5200.00 1919/20 120 000.--% " A 30000.00 Während zur Zeit der Gründung durchschnittlich 100 Handweber beschäftigt wurden, sank die Zahl bis kurz vor dem Kriege auf etwa 50. Die Löhne stellten sich im Darchschnitt gegenüber den von den Bleicheröder Fabrikanten gezahlten um 25 höher. Der Umsatz setzte sich aus Militäraufträgen, Aufträgen der Reisenden und aus direkten Bestellungen zusammen. Gleich zu Anfang wurde eine Unterstützungskasse für die in Not geratenen Weber eingerichtet. Aus derselben wurden Beihilfen von 10, 15 und 20 gewährt. 3) Versuche der Einführung der Seid en industrie und Handschuh näherei. Neben diesen sozialen Bestrebungen verdient auch noch der Ende der 80er Jahre gemachte Versuch der Einführung der Seidenindustrie hervorgehoben zu werden. Mit staatlicher exigung Unterstützung wurden durch den Kaufmann Tuch zu Nordhausen im Kreise verschiedene Zuchtstationen des chinesischen Seidenspinners geschaffen. Doch gingen sie sämtlich infolge der Interessenlosigkeit der Bevölkerung wieder ein. im 1) Auch ein/ Jahr 1894 gemachter Versuch, die Hundschuhnäherei einzuführen, schlug fehl, da die Armstädter Fabrikanten, die man darum angegangen hatte, keine Neigung zeigten und die Halberstädter Handelskammer, an die man erwiesen war, inzwischen eine Schule 2) in Burg ins Leben gerufen hatte. 4) Einrichtung von Fachschulen. Die im Jahre 1885 in Hainrode gegründete Lehrwerkstätte musste, obwohl sie viele Jahre hindurch 300-350.-& staatliche Unterstützung erhielt, im Jahre 1897 wieder ihre Pforten 2 Akten des Landratsamtes i.Nordhausen VIII. 2.2. Desgleichen. 88. schliessen, weil sie sich oft ohne Schüler sah, da die Kosten für den Lebensunterhalt den Eltern der Schüler zu hoch waren. Dasselbe Schicksal steht der in den 90er Jahren gegründeten Webschule zu Mühlhausen i/ Thür. bevor. Auch sie wird binnen kurzer Zeit eingehen und damit wird, da der Staat schon längst der Handweberei keine geldlichen Unterstützungen mehr gewährt, da er sie für nutzlos hält, auch die letzte Hilfsaktion seitens des Staates zu Gunsten der Handweberei im Kreise Grafschaft Hohenstein und dem angrenzenden Eichsfelde beendet sein. 5) Unterstützung der Web er durch die Fabrikanten. Wie die Bestrebungen des sozialen Ausschusses des Hohenstein'schen Pfarrvereins sowie die des Hohensteiner Webervereins darauf hinausgingen, die Notlage der armen Heimweber zu bessern, teils durch Ueberführung in andere Berufe, teils durch Vermehrung der Arbeitsgelegenheit und Aufbesserung der Löhne, wie die Einrichtung von Webeschulen und Lehrwerkstätten durch den Staat dazu dienten die Hausweber durch eine bessere Ausbildung in ihrem schweren Kampfe ums tägliche Brot zu unterstützen, so haben auch die Besitzer mechanischer Webereien 89. im Kreise freiwillig die wirtschaftliche Lage ihrer Arbeiter zu bessern versucht. Schon lange vor dem Kriege hat man die soziale Lage der Arbeiter dadurch zu mildern versucht, dass man für sie Unterstützungekassen einrichtete, aus welchen männliche Arbeiter nach zehnjähriger Tätigkeit Geldbeträge von 100& und weibliche Arbeiter nach fünfjähriger Tätigkeit Geldbeträge von 50 ausgezahlt bekamen. Man hat den weiblichen Arbeiter diese Vergütung schon nach 5 Jahren gewährt, weil sich dieselben doch zum grössten Teil verheiraten und daher selten 10 Jahre in der Fabrik tätig waren. Wenn die weiblichen Arbeiter zweimal 5 Jahre titig sind, erhalten sie dieselbe Vergütung wie die männlichen Arbeiter, Man konnte schon darin eine völlige Gleichstellung der männ-lichen und weiblichen Arbeiter erblicken. Damit die Arbeiter in den Besitz von billigen Lebensmittel kamen, haben die Arbeitgeber schon vor dem Kriege, während desselben und auch jetzt noch Lebensmittel in grösseren Mengen, ohne jeglichen Nutzen für die Arbeiter besorgt. Hier und da sogar wird seitens der Fabrikanten noch ein Zuschuss geleistet, um die gerade heute so teueren Lebensmittel den Arbeitern zu annehmbaren Preisen zugängig zu machen. Es ist dies ein Beweis, dass man hier 90. schon längst ein Verständnis für die wirtschaftliche Lage der Arbeiter hatte, und dass die Arbeitgeber die Lebensverhältnisse derselben nach Kräften zu bessern bestrebt waren. 6) Armenpflege. Die öffentliche Armenpflege des Kreises in den Städten und in den Landgemeinden wird durch besondere Armenkommissionen ausgeübt. Die bewilligten Unterstützungen werden aus den Ortsarmenkassen verarbeitet. Daneben findet auch vielfach Unterstützung durch Gewährung von Naturalien statt. Zum Zwecke der Armenkrankenpflege sind besondere Armenärzte angestellt. Neben einer Anzahl Armenhäuser in den Städten des Kreises befindet sich noch ein Armenhospital für arme Weber in Elende und eine Anstalt für Weberwaisen in Obergebra. Das erstere ist für 32 Insassen eingerichtet. Es leigtet einer alten Ueberlieferung nach seinen Ursprung aus der Zeit 1) des Bonifatius im 8. Jahrhundert ab. Ursprünglich als Herberge für fremde Wanderer bestimmt, hat es im Laufe der Jahrhunderte diese Bestimmung ganz verloren und ist nun auch schon wieder seit langer Zeit ganz allgemein als Hospital für arme über 60 Jahre 1) nisi.Heimatland 15.12.1911. 91. alte Personen beiderlei Geschlechtes bestimmt. In der Hauptsache setzen sich allerdings auch jetzt noch die Hospitalinsassen aus Webern der umliegenden Dörfern zusammen, die hier ihren Lebensabend verbringen. Das Charlottenstift in Obergebra wurde zu dem Zwecke geschaffen, arme Waisen von Hauswebern für den landwirtschaftlichen Beruf vorzubilden. Der Vorstand des Stiftes setzt sich daher satzungsgemäss aus landwirtschaftlichen und obstbaukunfigen Sachverständigen zusammen. Seit mehreren Jahren steht es, da dio Hausweberei und somit die ursprüngliche Bestimmung der Anstalt erloschen ist, allen armen Waisen offen. 7. Spar-, Kranken- und Weber hilfs kassen. Im hiesigen Kreise Grafschaft Hohenstein befinden sich ausserdem noch mehrere Anstalten und Vereine, die der Arbeiterbevölkerung Gelegenheit bieten: 1. Zur Beschaffung und Erhaltung von Geldmitteln oder 2. zu Versicherungen für Krankheits- und Sterbefällen. In die Klasse 1 fallen: 92. a) Die Kreis- und mit ihr verbundene Darlehenskasse in Nordhausen; b) die städtischen Sparkassen zu Bleicherode, Ellrich, Sachsen und Benneckenstein. stein. c) Eine Pfandleihanstalt zu Ellrich. a) Der Vorschussverein zu BenneckenDer II. Klasse dagegen sind zugezählt: a) Die Fabrik resp. Betriebskrankenund Sterbekassen. b) Die Weberhilfskassen zu Bleichero de und Niedergebra. Diese Sparkassen, von denen die ältesten die im Jahre 1840 ins Leben gerufene Kreissparkasse ist, verfolgen den Zweck, zur Ordnung und Sparsamkeit aufzumuntern, Gelegenheit zur sicheren und zinsbaren Anlegung kleiner Geldbeträge zu geben und dadurch zur Sammlung von Ersparnissen behilflich zu sein. Zum Besten der unbemittelten Einwohner das Kreises errichtet, haben diese Institute bisher einen erfreulichen und wohltätigen Einfluss auf die minder- oder unbemittelten Volksklassen ausgeübt. Die Ellricher Pfandleihanstalt wurde zu dem Zwecke geschaffen, Familien Gelegenheit zu geben, ihre Habseligkeiten zu ver 93. pfänden, um augenblicklichen Geldverlegenheiten zu entgehen, ohne dabei übervorteilt zu werden. Die Vereins- Vorschuss- Bank zu Benneckenstein erstrebt durch gemeinschaftlichen Kredit die zu ihrem Gewerbebetriebe erforderlichen Geldmittel zuxverschaffen. Die Fabrik- oder Betriebskrankenkassen sind infolge des Gesetzes vom geschaffen, Zwei derselben, die der Firma Bergener& Geist in Salza und der Firma Sachsa Werke, G.m.b.H.,( vorm. mech.Weberei Ferd. Teichmüller) Ellrich, bestehen noch heute fort, während die übrigen infolge des Gesetzes vom in den allgemeinen Ortskrankenkassen aufgegangen 1) aind. In Bleicherode waren die Arbeiter der mechanischen Webereien von vornerhein der Ortskrankenkasse zugeteilt, sodass hier also keine Betriebskrankenkassen bestanden haben. Diese Betriebskrankenkassen waren nicht einheitlich geregelt. So wurden bei einigen der Kassen Eintrittsgelder von 0.45 bis 1.20# erhoben, andere wieder-un erhoben gar kein Eintrittsgeld. Die Beiträge schwankten zwischen 2 und 3% des Tage1) Siehe Anhang. Tab. 4. 94. lohnes. An Krankengeld wurde resp. wird gewährt bis zur Höhe des halben Tagelohnes auf 26 Wochen bei freier ärztlicher Behandlung, an Sterbegeld bis zum zwangigfachen Betrage des Tagelohnes, an Wöchnerinnen eine Unterstützung auf 6 Wochen. Von den zwei in Ellrich vorhanden en Ster bekassen, ist die eine nur für Schuhmacher, die zweite für Personen verschiedener Berufe vorwiegend jedoch für Weber bestimmt. Die Kasse hat den Zweck, ihren Mitgliedern eine anständige Beerdigung zu sichern und den Hinterbliebenen zur Fortsetzung ihres Berufes die nötigen Geldmittel zu gewähren. Nicht unerwähnt möchte ich hierbei die Weberhilfskasse Bleicherode sowie die Weberhilfskasse Niedergebra lassen. Beide Kassen sind von Heimwebern gegründet worden. Ueber Mitgliederbewegung siehe Anhang. Im Jahre 1888 wurde in Bleicherode die Weberkrankenkasse gegründet und zwar aus folgenden Ursachen: Die Bleicheröder Fabrikanten zahlten das eine Drittel der Beiträge zur Ortskrankenkasse, zu dessen Zahlungen sie laut Gesetz verpflichtet waren, nicht an die ausserhalb der Webereien beschäftigten Arbeiter. Natürlich zahlten diejenigen überhaupt keinen Zuschuss, welche nur Weber ausser dem Hause beschäftigten. Vielfache Versuche der 95. Ortskrankenkasse, die Fabrikanten zur Leistung des beitragspflichtigen Drittels heranzuziehen, blieben erfolglos, und von Zwangsregeln wurde von seiten der Weber Nachteile befürchtet. Durch kostenfreie Selbstverwaltung der Weberkrankenkasse wurden die vielen Unkosten erspart, welche der Ortskrankenkasse erwuchsen. Dadurch wurde die erstere in die Lage gesetzt, bei einem Eintrittsgeld von 1 und einem Wochenbeitrag von 10 Pfennig gewähren zu können: An Krankengeld pro Tag 0.50 An Sterbegeld 20.dazu freier Arzt und freie Medizin. Krankengeld wie freier Arzt und freie Medizin wurden gegebenenfalls bis auf die Dauer eines Jahres gewährt. Die Kasse ist im Jahre 1912 aufgelöst und die wenigen für noch angehörenden Mitglieder übernommen worden. 1) Aehnlich war es mit der Weberhilfskasse zuNiedergebara die im Jahre 1887 gegründet wurde und beißründung der Betriebskrankenkasse der Fa. Philipp Schlesinger daselbst in derselben aufging, da die der Weberhilfskasse angehörenden Weber auch sämtlich von der Fa. Philipp Schlesinger beschäftigt wurden und sich diese Firma dazu bereit erklärt hatte, auch die ausserhalb ihres Betriebes beschäf1) Städt. Arch. Bleicherode I.H. 15. 96. tigten Heimarbeiter in die Betriebskrankenkasse aufzunehmen. f. Arbeitera erorganisation. Die ersten Anfänge des organisatorischen Zusammenschlusses des Textilarbeiter des Kreises sind ganz jungen Datums. Den Auftakt bildete eine am 4. März 1900 von der damaligen freisinnigen Volkspartei des Wahlkreises Nordhausen- Kreis Grafschaft Hohenstein in Nordhausen veranstaltete Vertrauensmännerversammlung, die von 120 Vertrauensminnern aus Stadt und Land gut besucht war. Unter Teilnahme der Abgeordneten Dr. Wiemer und Goldschmidt wurde eingehend die Lage der Hand- und Hausweber im Kreise besprochen. Nachdem Abgeordneter Dr. Wiemer und der Chefredakteur der Nordhauser Zeitung, Nebelung, die Lage der Weber im Kreise besprochen und auf die Botwendigkeit gewerkvereinlichen Zusammenschlusses hingewiesen hatten, legte Abgeordneter Goldschmidt, Berlin, ein an der Spitze der deutschen Gewerkvereine stehender Herr, in ungemein klaren und gründlichen Ausführungen die Ziele der Hirsch- Dunker'schen Gewerkvereine dar. Einstimmig wurde die Erklärung angenommen, die Gründung Hirsch- Dunker' 97. scher Gewerkvereine zu unterstützen unter besonderer Berücksichtigung des Zieles, den Webern bei Arbeitslosigkeit und Krankheit ausreichende Unterstützung zu bieten. Am 17. April desselben Jahres fand die erste äusserst zahlreiche besuchte Versammlung in Buhla statt. Abgeordneter Golschmidt setzte den anwesenden Webern auseinander, dass die Not im Handweberstande durch Selbsthilfe auf dem Wege des Zusammenschlusses zu einer Organisation bedeutend eingeschränkt werden könne.Er riet zur Begründung eines Ortsvereins, und zum Anschluss desselben an den Gewerkverein der Stahlarbeiter, dessen Hauptvorstand seinen Sitz in Spremberg habe. Nach einigen ergänzenden Ausführungen verschiedener anderer Herren wurde ein Ortsverein mit 35 Mitgliedern gegründet. Anfolgenden Tage wurde nach vorhergegangener von Webern aus Nieder- und Obergebra, Friedrichslohra, Grosswenden und Elende gut besuchten Versammlung in Niedergebra die Gründung eines Gewerkvereins der Stuhl- und Textilarbeiter für Niedergebra und Umgegend beschlossen, dem sofort eine grosse Anzahl der Anwesenden beitraten. Auch in Clettenberg wurde einige Tage später ein Ortsverein gegründet. 98. Der gewöhnliche Beitrag in diesen Vereinen betrug 10 Pfennig. Nach Ablauf der Karenzzeit erhielt dann das Mitglied in Fällen der Arbeitslosigkeit eine wöxhentliche Unterstützung von 4.50 A. Bei einem wöchentlichen Beitrag von 0.15# erhielt das Mitglied eine Unterstützung von 7.50 M. Ausserdem erhielten die Mitglieder entsprechende Reiseunterstützungen, Unterstützungen bei der Uebersiedlung nach einem anderen Orte, bei ausserordentlichen Notfällen billige Unterkunft in Gewerkvereinsherbergen, Ebenso wurde auf Kosten des Gesamt- Gewerkvereins dem einzelnen Mitgliede in Fragen, die im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis standen, Rechtsschutz zuteil. Endlich genoes das Einzelmitglied nach Ablauf von 2 Jahren in Notfällen bedeutende wirtschaftliche Vorteile. 1) Diese Gründungen von Hirsch- Dunker schen Gewerkvereinen im Kreise machten aber weiter keine Fortschritte, sondern verliefen allmählich wieder im Sande, Worauf dies zurückzuführen ist, kann leider nicht mit Genauigkeit festgestellt werden. Grösstenteils wohl darauf, dassdie Weber solchen, ihnen doch nur zum Vorteil gereichenden Bestrebungen, die sogar von einer Anzahl Fabrikanten unterstützt wurden, ziemlich gleichgültig gegenüber1) Berichte der Nordhäuser Zeitung v.5., 3., 18. und 19. IV. 1900. 97. standen. Erst der Krieg hat auch hier eine Aenderung hervorgerufen. Jetzt, wo die Tarifverträge doch fast nur von Organisation zu Organisation getätigt werden, sind die Textilarbeiter gezwungen, sich einer Organisation anzuschliessen. Die freie Gewerkschaft war sofort auf dem Platze und heute sind die Textilarbeiter und Arbeiterinnen wohl ausnahmslos im deutschen Textilarbeiterverbande vereinigt. Die Hirsch- Dinker' sche und die christliche Gewerkschaften( die auch bisher noch niemals hier vertreten war) bestehen hier heute nicht. Die nunmehr im deutschen Textilarbeiterverbande vereinigten Textilarbeiter des Kreises, gehören dem Gaubezirk Cassel des deutschen Textilarbeiter Verbandes an. Auch die Machinisten, Werkmeister und kaufmännischen Angestellten sind heute organisiert, die Machinisten im Zentralverband der Machinisten und Heizer, Bezirksleitung Erfurt, die Werkmeister im deutschen Werkmeister Verband, Sitz Düsseldorf; die kaufmännischen Angestellten im Gewerkschaftsbund der Angestellten,( G.d.A.) Landesverband Thüringen, Geschäftsstelle Erfurt. 100. g. Verhältnis der Arbeit- geber zu den Arbeitnehmern Das Verhältnis von Arbeitgeber zu Arbeitnehmer kann als von jeher gut bezeichnet worden. Die Fabrikanten haben anerkannter Weise grosse Wohltätigkeit geübt, weshalb auch fast ausnahmslos die gesamte Arbeiterschaft am erfreulichen und treurigen Ereignis in den Familien der Fabrikanten teilnahm. Früher vermittelte in den Fabriken zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein Arbeiterausschuss, der sich aus ungefähr 4-5 sowohl männlichen als auch weiblichen Arbeiter zusammensetzte. schon damals wurde verlangt, dass bei Betrieben, die mehr als 20 Arbeiter beschäftigten, Arbeiterordnungen festgelegt werden mussten. Infolge des Betriebsrätegesetzes hat nun der soziale Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft von Arbeitgebern und Arbeitnehmern eine neue einheitliche Arbeiterordnung geschaffen. Der alte Arbeiterausschuss ist aufgelöst worden und an seine Stelle der Betriebsrat getreten, dem wieder ein fünfgliedriger Arbeiterrat und ein Angestelltenrat unterstehen. Die meisten der hiesigen Betriebsräte setzten sich infolge der gegebenen Arbeiterzahlen aus 5 Mitgliedern und zwar aus 4 Arbeitern und einem Angestellten zusammen, da das Betriebsrät egesetz vorschreibt, dass Angestellten unter allen Umständen lol. im Betriebsrat vertreten sein müssen. Die Arbeitgeber haben sich natürlich auch zusammengeschlossen und im hiesigen Kreise die allgemeinen Arbeitgeberverbände für Bleicherode und Umgegend sowie Südharz gebildet. Der Ort Selza hat sich dem Arbeitgeberverband Nordhausen angeschlossen. Die lokalen Arbeitgeberverbände sind dem allgemeinen deutschen Arbeitgeberverband in Berlin angeschlossen, der wohl fast sämtliche Arbeitgeber vertritt. Dass sich schädliche Begleiterscheinungen im Kreise innerhalb der Textilindustrie der Revolution/ noch nicht geltend gemacht haben, ist am besten daraus zu ersehen, dass es bisher immer noch gelungen ist, die teilweise gerechten Forderungen der Arbeiter auf firedlichem Wege zu erfüllen und zwar ohne Streik, ohne Aussperrung und ohne Anrufung des Schiedsgerichtes. Möge auch in Zukunft dies gute Einbernehmen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern bestehen bleiben. Schluss betrachtung. Wir dürfen die Schwierigkeiten gerade im Kreise Hohenstein, mit denen die Textilindustrie zu kämpfen hat, keinesfalls unterschätzen. Sie charakterisieren die allgemeine Wirtschaftslage der Textilindustrie überhaupt und gestatten nicht, mit Gefühlen froher Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Durch den verlorenen Krieg und die dadurch hervorgerufenen riesigen Lasten 102. sind wir für den Bezug der Rohstoffe ausschliesslich auf unsere bisherigen Feinde angewiesen. In Friedenszeiten wurden etwa 3/3 der Rohbaumwolle von Amerika geliefert. Die amerikanische Emte ist im Vergleich zum Friedensstande angefähr auf 3/4 zurückgegangen. Der Weltmarktpreis für Baumwolle ist auf das 4 bis 5fache des Friedenspreises gestiegen. Bedenkt man, dass unsere Mark nur noch mit etwa 10 Pfennig bewertet wird, so ergibt sich das eine Erhöhung der Rohstoffpreise um das vierzigfache gegenüber den Vorkriegspreisen. 1) Unter diesen Umständen ist es natürlich ausgeschlossen, diejenigen Rohstoffmengen einzuführen, die nötig wären, um den vollen Betrieb wieder aufzunehmen, Es sind nun Vorschläge gemacht worden, die Einfuhr mit Fertigfabrikaten zu bezahlen. Im gewissen Sinne würden wir dadurch eigentlich nur der Lohnarbeiterodes Auslandes. Wir brauchen aber nun einmal Kredit und auf andere Weise wird das Ausland wahrscheinlich nicht gewillt sein, uns Rohstoffe zu liefern. Dazu kommt die Sorge um die Kohlenlieferung. Schon manche Feierschicht musste eingelegt werden, weil die Kohlenzufuhr versagte. Rohstoff- und Kohlenversorgung sind die Fragen, von denen 1) Schnorr: Textilberichte über wissenschaftl Industrie und Handel vom 1.VII. 1920. 103. 1) unsere nächste Zukunft abhängt. Auch die Hilfsmaterialien sind ebenfalls sehr verteuert. Ferner weisen im Vergleich zu Friedenszeiten die Löhne eine Steigerung um über 60% auf. Infolge dieser allgemeinen Vert euerung sind auch die Preise für die Fabrikate ungeheuer gestiegen. Auf ein starkes Sinken ist unter diesen Umständen vorläufig nicht zu rechnen. Höchstens könnte durch Besserung unserer Valuta ein weiteres Anziehen der Preise verhindert werden. Dazu kommt noch, dass die Entwicklung der Textilindustrie in den Ländern, auf deren Textilrohstoffe wir angewiesen sind, während des Krieges ganz bedeutende Fortschritte gemacht hat und auch noch immer ein rasches Fortschreiten zeigt. Unsere vor dem Kriege so gewaltige Ausfuhr wird dadurch empfindlich leiden. Aber verkehrt wäre es, angesichts dieser Tatsachen zu verzagen. Es gilt in harter, mühevoller Arbeit, die Textilindustrie wieder zu Ehren zu bringen. Die Grosse volkswirtschaftliche Bedeutung der deutschen Textilindustrie ist unbestritten und ebenso steht es fest, dass sie eine Lebensfrage für die nationale Volkswirtschaft bedeutet, hat doch vor dem Kriege die Textilindustrie Deutschlands den höchsten Anteil 1) Schnorr: Textilindustrie über Wissenschaft Industrie und Handel vom 16.VII.1920. 104. an der Gesamtein- und Ausfuhr gehabt. Ein Bild von der Bedeutung der Textilindustrie für die deutsche Volkswirtschaft hinsichtlich der Beschäftigung der Arbeiter gewinnt man, wenn man sich vergegenwärtigt, dass nach der Betriebszahlung vom Jahre 1912 13% der 7221725 Industriearbeiter Deutschlands Textilarbeiter waren. Die Textil- einschliesslich Bekleidungsindustrie stand damit an erster Stelle sämtli1) cher Industriezweige Deutschlands. Ihre Bedeutung zeigt sich weiter darin, dass diese Arbeiter in über 800 000 Betrieben beschäftigt waren. Man kann damit rechnen, dass über 5 Millionen Menschen, wenn man die Familien der in ihr Arbeitenden berücksichtigt, von dem Blühen und Gedeihen der Textilindustrie abhängig waren, das sind rund 10% der Bevöl2) kerung Deutschlands vor dem Kriege. Es muss daher Aufgabe von Staat und Gesellschaft sein, die durch den Krieg so stark in Mitleidenschaft gezogene deutsche Textilindustrie mit allen Mitteln zu unterstützen, damit sie wieder das werden kann, was sie vor dem Kriege gewesen ist, zum Segen jedes einzelnen und zum Segen der Gesamtheit, zum Nutzen unserer gesamten Volkswirtschaft. 1) Kertesz: Textilindustrie. 2) Hagemann: Vortr.Rat im Reichswirtschaftsministerium i.Wiederaufbau der Textilindustrie. S.14. 11 Anhang. 11 105. Statuten der Bleicheröder Leine weberzunft. Hochwurdiger, durchlauchtiger, hochgeborener Furst und herr, e f g sind unsere stets willige bereite pflichte und diaste in unterthänigkeit bevorm. Guediger fursts und herr, e, f, g. geben wier erheischender notturft nach supplicative ganz unterthäniglichen zu erkennen, obwohl die wolgehorenen edlen herrn, herr Ernst und herr Henrich, weiland Graven von Hostein, christmilder löblicher hochseligen gedächtnuss unsere liebe vorfaren das handwerg der leinweber im jar chri.1442 unter ihrem grafflichen angeborenen insiegel sub dato santags post conversionis Pauli mit einem sonderlichen gilde- und innungsbriefe begnadet, so befinden wier doch, dass derselbe ex intervallo temporis in desuetudinem kommen und dass also die einvorleibten handwergs articul durch verenderung der Zeit fast alle entweder in abnemen oder in enderung gerathen, alsomdass auch etli-che articul dorinnen, dieweil dieselben ab das 106. Capstumb und die heilige messe gerichtet bei diesem hellem lichte des evangelii aller ding verloschen. Wan wir aber befinden und leider im werke erfahren, dass nicht alleine zwischen den gewerken allerlei unrichtigkeit entstanden, sondern dass auch andere, so nicht in unser gilde und innung, in unser handwerg zue greifen und demselben mechtig einhalt zue thuen sich ohne scheu offentlichen unterstehen, auch nochmals unsern alten privilegien zuewieler uns in unser gewerb und handtierung allerlei hinderung zuezuefügen nicht ablassen, als sind wier dadurch zuem hochstem verursacht worden, die alte handwergsordenung zue revidieren und ufs neue zue ubersehen und nach gelegenheit dieser Zeit und itzigen laufs zue corrigiren oder zue emendiren, wie wier dann hiebevor ein exemplar obgedachter neuen Ordenung, wie dieselbe zue papier bracht, e.f.g. verordneten herrn cantzler und rathen offerieren und ubergeben lassen, auch derselben bedenken und censor oder vorrection mit geburender demuth und unterthenigkeit unterwerfen, mit angehengter bitte, dieselbe geruhen von e.f.g. wegen obgedachte emendirte und auf neu addirte articuel de novo confirmiren und bestettigen. Wan aber solches bis hero aus bewegenden ursachen vorblieben und wier auch zuem theil darumb der gebuer nicht angehalten, als haben wier nochmals 107. zuem ueberfluss oblenente unsere neu gestellte handwergarticuel mit mehrem ubersehen und percurrirt und wie beigelegt in bessere form bringen lassen und Ihnen e.f.g. selbsten dieselben in aller demutz und unterthenigkeit offeriren, doch ander gestalt nicht, den dass wier derselben e.f.g. und derselben verordneten herrn rathen ihres gefallens dieselben zue mehren, zue mindern hiemit genzlichen heimgestellt haben wollen. Gelangt demnach an e.f.g. unser unterthenigex hochfleissiges bitten, dieselbe geruhen uns armen gewerken unsere gilde und innung, welche wier nuemehr in die 162 jar ehrlich vertediget aufs neu bestettigen und darneben unsere handwergsordenung und articuel so nuemehr uf dieser zeitlauf gerichtet und gestellt, aus furstlicher hoheit und macht wiedermal uf neu, wie dieselbe durch correction der herrn rathr erneuert werden mag, aus gnaden vonfirmiren; zweifeln nicht, weil solches unser suchen etlicher massen zue beforderung guther policey, vielmehr aber zue fortpflantzung und erhaltung ehrsamer zunften und hand wörger dienlich und nothwendig, e.f.g. uns in gnaden bedenken werden. Solches mal dieselbe mit leib und gutt schuldiger " flicht noch unterthenigst zue verdienen, erkennen wier und bereitwillig. Datum Bleicherode den 12.Februarii ao 1605 e.f.g. unterthenige gehorsame obermeister und das ganze handwerg der leineweber daselbsten. 108. An den Herzog Heinrich Julius zu Braunschwei Lüneburg, postulirten Bischof zu Halberstadt ( praes.23.Febr.1605) A.debito exorio. 1. Erstlichen soll ein jeder, so allhier sich dieser Zunft und innung gebrauchen will, von seinen eltern echt und recht geboren, auch fuer sich selbsten ehrliches, aufrichtiges lebens, handels und verhaltens sein. 2. Fremde meister und andere, so allhier nicht gezogen und geboren oder gewohnet, und in diese gilde werben oder allhier meist meister werden wollen, sollen nicht alleine ihrer ehrlichen geburt, sondern auch ihres wolerhaltens halben genugsam verfahren und glaubwurdigen schein deswegen von den handwergsmeistern des orts, da sie gewonet, ehe sie angenommen werden in dees handwergsversammlung allhier zeigen und furlegen. 3. Gleicher gestald sollen auch frembde gesellen, so im handwerg einwerben und meister werden sollen, zwei ja und nicht darunter bei einem redlichen meister gelernt haben, auch dessen richtige und glaubwurdige kundschaft bringen und vorlegen. 1091 4. Es sol aber keiner alhier zuem meister ehe auf- und angenommen werden, er sei den zuvorn dem schultheissen und rath furgestellt und zuem burger aufgenommen und beeidigt worden. 5. Wan da sselbige geschen, sol er ins schultheissenamdt einen gulden und dem handwerge sex Meissnische gulden beneben einem ledern eimern, desgleichen ein pfd.wachs in die kirchen innerhalb vier Wochen, nachdem er meister worden sowohl als ein einheimischer oder nachtbarskind entrichten. 6. Alle meister und zunftgenossen sollen gegen einander sich friedlich und dem handwerg gemess verhalten, keiner den andern verkleinern oder ihme die arbeit abspannen oder vortheilischer weise abbringen, viel weniger einer den andern schmehen und schelten, alles bei vermeidung eines erbarn handwergs ernster straffe. 7. In offentlichen zusammenkunften sol sich in der umbfrage ein jeder bescheiden mit worten und werken halten, einer dem andern nicht ins wort fallen; wer daruber schreitet, sol gleicher gestalt darumb nach verbrechung gestrafft werden. llo. 8. Der jungste meister oder in seinem abweseb der jungste vor ihme sol schuldig sein, so oft er von nothen das ganze handwerk zusammen zue fordern. 9. In der versammlung sol es mit dem proponiren oder furtragen desgleichen mit dem umbfragen gehalten werden wie vor alters: wer aber sich unbescheiden halten wirdt, sol jedes mahl dem handwerg mit zweyen groschen zuer straffbuse vorfallen sein. 10. Was damals der regierende obermeister gebeuth und verbeuth, sol bei obgedachter straffe gehalten werden. 11. Welcher meister nicht zuer angesatzten Stunde gehorsam erscheinet, sol gleichfals mit zweyen groschen zuer steraffe verfallen sein. 12. Ein jeder lehrjung oder lehrknecht, so einheimisch, sol im handwerg seiner ehrlichen geburt halben wie vor alters mit zweyen oder dreien untadelhaftigen gesessenen bekanten gezeugen vorfaren, wen er aber fremde ist, gutten beglaubigten schein seiner geburt furlegen und also bald einen gulden in die laden und in die pfarkirchen ein pfd. wachs geben und entrichten. 111. 13. Ein jeder lehrjung sol zwei har lang lernen und wan bhme die lehre bekant, sol er ehe nicht meister werden, er habe den drei jar lange von derselben Zeit an gewandert. 14. Do einer muthwillig und ohne schuld aus der lehre leuft, so sol gleichwol desselben jungen lehrmeister die lehrjar stille sitzen und ehe dieselben verfliessen, keinen andern lehrjungen aufzunehmen oder zue setzen und zue lernen macht haben. 15. Welches meisters son in die gilde wirbet und meister werden will, sol mit der helfte des collation geldes, auch mit dem ledern eimer priviligieret und verschonet sein und nichts mehr als drei gulden niederlegen, der pfarkirchen aber und ins schultheissen ampt sol er gleichwol die vollige gebuer, wie oben genent, entrichten. 16. So lang eines meisters wittwe im wittwenstande bleibet und das handwerg zue treiben lust, sol ihr dasselbige gegonnet und gestattet werden, doch das sie die geburmuss wie andere meister dem handwerg entrichten. 17. Kein frembder sol das garn den meistern zue machtheil in der stadt aufzuekaufen macht 112. haben; desgleichen sol auch craft des alten gnaden briefes keinem burger, so nicht unser innung oder gilde, mit garn, leinwand oder beidergewand offentlichen zue handeln oder auf wiederkauf auf zukaufen vergonnet sein, domit das handwerg vertedigt und schutzt, auch an seinem gewerb nicht gehindert werden moge. 18. Ein jeder meister sol allem tuche, so er zue lone oder zue kaufe machet, seine rechte breite geben und niemand bevortheilen; ersol auch seine rechte volle zeuge furen; derowegen sollen altem gebrauch nach jeder zeit die verordnete handwergsmeister umngeben und die gezeuge besehen. 19. Derowegen war unrecht befunden, der sol nach verbrechen als von einem jeden rohr, es sei zue schmal oder zue breit drei gulden, und von einem jeden gang einen halben gulden geben, und sol nach gelegenheit der Arbeit auch der gewonliche lon davon gegeben werden. 20. Welcher meister mit dem garn, so ihme ver trauet, untreulich umbgehen und ess uberkommen wirdt, der sol nach verbrechung nicht alleine in des handwergs straff verfallen sein, sondern auch den leuten des garn wieder erstatten oder nach billichem werth bezalen. 113. 21. Es sol auch ein jeder meister uber zwene knechte zue setzen nicht befugt sein. 22. Die leinweber of den darfen im ampt Lhora, so hinforder meister werden wollten, solten sich bei den handwergsmeistern allhier zue Bleicherode angeben und gegen erlegung eines thalers ins ampt Lhora und eines thalers in die lade, in ihre zunftregister sich einschreiben lassen und sich dadurch der gilde theilhaftig machen. 23. Derowegen, do hinforter ein alter oder junger meister ufgemelten dorfen einen lehrjungen oder lehrknecht anzunehmen bedacht, sol er denselben im handwerg furstellen und aller ding der geburt halben und sonsten wie obstehet verfahren, auch die gebuer ins handwerg und in die kirche verrichten. 24. Derowegen sol derselbe lehrknecht seine zwei lehrjar gleicher gestalt ausstehen, domit derselbe wie andere lehrknecht, so in der stadt gelernet, ihme selber zuem besten in den stetten und unf der wanderschaft desto mehr forderung haben moge. 25. Gleicher gestalt sol demselben sowol als einem andern, der in der stadt gelernet, 114. nach verfliessung der lehrjar, wens begert wird seines lernens oder seiner lehr halben schein und kundschaft jegen erlegung der gebuer von dem handwerg in der stadt mitgeteilet und gegeben werden. 26. Item es sol ein jeder meister uf den dorfen alle quartall zue Bleicheroda in das handwergs laden sex pf( ennige) oder jerlichen zwischen Michaelis und Martini zwene groschen uf einmal einbringen. 27. Niemand sol sich des handwergs gebrauchen oder einigen gezeug setzen, es sei gleich zue barshent, zue leinwand oder zue beidergewandt, er sei den mit uns beeiniget bei ernster straff des h( errn) schultheissen und eines erb. raths und verlust des gezeuges so dem handwerg verfallen sein sol, so oft sich einer betreten lest. 28. Mit der handwergs- collation, so jerlichen of Simonis( et) Judae zuer ergetzlichkeit gehalten wirdt, sol es gehalten werden, wie solches von alters hergebracht, doch das dobei aller ueberfluss desgleichen alle gotteslasterung, unlust und uneinigkeit bei ernster straffe vermieden bleibe. 115. 29. Es sol auch ein jeder meister uf solche zeit sich einstellen und dobei finden lassen bei straffe 6 gr., es were dann das er unumgengliche ehehaften bescheiden konnte. 30. Ein meister, welcher seine besserung in einer andern herschaft zue suchen vermeint und sich von hinen begibt, deme sol jeder zeit frei stehen, wofern er sein burgerrecht nicht aufgiht und sich wiederrum zue uns wendet, sich das handwergks zue gebrauchen. Wen er aber sein burgerrecht aufgegeben und sich hinweggewendet, desgleichen do einer willkorlichen dem handwerg abgedankt, so sol derselbe nicht wieder aufgenommen werden, er habe den von neuen das handwerg genommen und allenthalben, wie obstehdt die gebuernis entrichtet. 31. Der halbe thaler schutzgeld sol nach jerlichen uf Simonis( et) Judae ins schultheissenampt vom handwerg entrichtet werden. Und bevehlen darauf unserm schultheissen und rath in unserer stadt Bleicheroda, desgleichen unserm hauptmann of Lhora kraft dieses, das so oft sie von obberurten handwerge ihrer notturftnnach ersucht werden, ihnen inhalt vorbeschriebener articuel die hand reichen, darbei schutzen und aufachtung haben 116. solen, das auch die gewerken und handwergsgenossen selbsten denselben allenthalben ihrer pflicht und treulich nachkommen und gegen niemand dessen ungeburenden vortheil suchen mogen. Jedoch behalten wir uns und unssern nachkommen bevor nach gelegenheit und umgstenden der Zeit diese ordenung zuekunftig zue mehren, zue mindern oder genzlichen aufzugeben. Am 22. April 1605 schrieb die Gilde an den Fürstl. Braunschweigischen Sekretär N.Bodemeyer in dieser Angelegenheit folgendes: Ehrenfester, achtbar und wolgelarter; e.l. und a.h. seindt unsere ganz willige und gevliessene dienste ider zeit bevor; grossgonstiger her secretarie, e.l. und a.h. werden sich zue erinnern haben, mit war umhe und arbeit wier vor diesem einem nothwendigem bericht wegen der vielheit der sachen unsere ei. gegebene notturft verlegt worden, als sind wier verursacht, dieselben wieder zue papier zue bringen zue lassen, haben auch solche den 25. February laut des secepisse widderum furstlicher canzelei uebergeben. Bitten derchalben unterdienstlich, e.l. und a.h. wollen wie albreit hiebevorn geschehn, unserer sachen grossgonstiger patron sein, dieselben urgieren und umgliches vleises helfen befordern, damit 117. wier arme meister nicht in weitere ungelegenheidt und uncosten mogen geraten. Solches sind wier sembtlichen gegen e.1. und a.h. mit unserem vermogen widderumb zu verschulden erbettigk. Signatum Bleicheroda den 22. Aprilis ao.1605. e.1. und a. h. willige ein ganz erbar handwerg der leinweber deselbsten. 118. Folgendes" Memorial" aus dem Jahre 1720 klagt über den wirtschaftlichen Niedergang Bleicherodes und stellte der Eichsfelder Weberein ein rühmendes Zeugnis aus. Es lautet: 1.Hat sich die Wollenhandlung fast gantz von hier weggewendet, denn vor diesem Hr. Schultheiss Wernicke seal. bey 2000 Thlr. einnehmen können, bey meiner Anherokunft noch looo Fl., auch wohl etwas Mehrés eingenommen habe, anitzo aber nicht mehr zu loo Fl. gelangen kann. 1) 2. Desgleichen der Linnengarnhandel auch von hier und nach dem Einsfelde gezogen worden, dass wir, wer nunmehr will allhier geriss Linnen fabricieren, der muss uf vier Meile wegs das innengarn in Thüringen lassen langen. 3. Und alsó auch den Einkauf des grissen Flachsen- und Hden- Linnen sich gäntzlich von hier nach Benderoda( Bernterode) und Neustadt als angräntzende Eichsfeldsche Dörfer sich wendet, denn in beyden Orthen jährlichen 10- 12 000 Rthlr. Linnen gekauft wird, wozu ihnen die Obrigkeit allen Vorschub thut, dass auch ich selbst genötigt worden bin, von ihnen in kurzen Jahren auf etzliche looo Thlr. Linnen zu kaufen. 1) Kolbe, W. Heimatland v.15.4.08. 119. Aus dem königl. Preuss. revidirten und/ renovirten Tuch- und Zeug- Reglemnt für das Fürstentum Halberstadt und demselben incorporirte Graf und Herrschaften. Die im Jahre 1723 erlassene Schauordnung zur Beförderung und Aufnahme der Wollfabriken wurde im Laufe der folgenden Jahre revidiert und ist dann im Jahre 1791 als eine neue und bis ins kleinste ausgearbeitete Schauordnung neu erlassen. Sie umfasst 9 grosse Kapitel, jedes derselben wieder eine Unmasse von Artikeln und kann gesagt werden, dass die im Vorwort der Schauordnung getanene Aeusserung" nach reiflicher Ueberlegung aller dabei vorkommenden Umstände und was nur irgends zur Verbesserung der hiesigen Wollfabriquen dienen kann" tatsächlich im Reglement voll und ganzberfüllt ist. Das erste Kapitel handelt von der Wolle allgemein, vom Kauf und Verkauf, vom Sortiment, vom Schlagen und Spinnen derselben. Das zweite Kapitel, das von den Tüchern und Zeugen insgemein handelt, beabsichtigt, durch zuverlässige Güte und richtiges Mass den Tüchern und Zeugen einen Absatz in und ausser Landes zu verschaffen. 120. Das dritte Kapitel enthält die Zeuge, welche noch von den Tuchmachern verfertigt werden. Das vierte Kapitel behandelt in ausführlicher Weise das Walken der Tücher, die Walkmühlen und die Walkmüller. Besonders eingehend beschäftigt sich das Kapitel mit der Anlegung von Walkmühlen. Auch die Preise des Walkens werden bestimmt. So seien hier nur einige Daten angeführt: Es wurden an Waschgeld festgesetzt: pro Stück Chalonge 3 gl. Searge Flanell 6" 5" zu rauhen und zu trocknen 3" Die zweite Sorte Walkerlohn zu rauhen und zu trocknen 3" 2" 6 Pfg. Für die Walkmüller ist eine besondere Instruktion erlassen. Zunächst dürfen sie keine vorher noch nicht von den Schaumeistern geprüfte Tücher und wollene Zeuge annehmen. Um Zank und Streit zu verhüten, muss er die Ware so wie sie ihm der Reihe nach übergeben wird, auch bearbeiten. Hiervon durfte er nur dann abgehen, wenn sich die betreffenden unter einander anders geeignigt hatten. Um keine Stockung eintreten zu lassen, sollten die 121. Walkmühlen unter Umständen Tag und Nacht im Betriebe sein. Die Walkmüller selber aber durften ohne Wissen des Fabrikinspektors die Mühle nicht einmal nachts verlassen. Besonders zu Enthaltsamkeit waren sie angehalten, anderenfalls sie mit hohen Strafen belegt wurden. Weiter han elt das Reglement vom Siegeln und Zeichnen der Tücher, von den Tuchmachern, Tuchs cheerern und Bereitern. Von den Tuchmachern wird das seinerzeit übliche Examen durch den Fabrikinspektor und die Altmeister des Ge-werbes verlangt, um als" eister fungieren zu können- Da an der guten Zurichtung der Tücher natürlich sehr viel gelegen ist, so ist für die Tuchscheerer und Bereiter neben einem Eide noch eine besondere Instruktion geschaffen. Es wird in derselben a.a. bestimmt, dass ein Korn- und superfeines Tuch mindestens in 3-4 Wassern zugerichtet, bei jedem Wasser aufs fleissigste und ohne Kerben geschoren werden soll. Der Stapel desselben muss kurz und dicht sein, falls es eine dunkle Farbe bekommt, wird es säuberlich geschoren, damit es keine spitzen Haare am Stapelmbehält. Es folgt eine genaue Vorschrift über die Zubereitung von Tüchern mittlerer und ordinärer Sorten. Interessant ist noch die Vorschrift, dass kein Tuch, ob weiss oder gefärbt, mit Brunnenwasser angewässert werden soll, sondern dass sich die Tuchscheerer und Tuchbereiter des gesammelten Fluss- oder Regenwassers bedinen müssen. Endlich es es ihnen bei Strafe verboten, auf 122. ihre Zeuge anstatt ihrer eigenen Siegel etwa Schau- oder Stadtsiegel zu drücken. Auch des Hausierhandels ist gedacht. Er ist sowohl in den Städten als auch auf dem Lande den Tuchmachern, Tuchhändlern bei Confiscierung der Ware aufs schärfste verboten. Magistrate, Accise und Zollbediente in den Städten und die Gerichte auf dem Lande waren aufs strengste angehalten den Hausierhandel selbst mit den schärfsten Mitteln zu unterbinden. 1) Bid der Walke Müller. Ich N. schwöre zu Gott einen leiblichen Eyd, dass nachdem mir die Walkmühle in der Stadt N. oder Dorf N. anvertraut worden, ich keine Tücher und ganz wollene Zeuge, welche nicht von denen geschworen Schaumeistern nach der Schau Ordnung gehörig gezeichnet sind, annehmen, oder durch die Meinigen annehmen lassen will, wofern ich dieselbe vorher nach Vorschrift des revidirten und renovirten TuchReglement gehörig gezeichnet sind, so dann will ich nach meinem besten Wissen und Ansicht, solche weder mit allzuheissem Wasser noch mit andern. als mir vorgeschriebenen Mitteln, sondern vorzüglich mit Füllerde und Seife walken, dabey auch, dass durch Abschlagung der Wolle oder unvorsichtiges Einbrühen der Tücher, dem Tuchmacher kein Schaden zugefügt werde, I) Geheimes Staatsarchiv Berlin. GeneralDirektorium. Fabrikendepartement. 123. achtnaben, im Uebrigen auch alles, was zu einem tüchtigen Walker erforderlich und in der mir ertheilten Instruktion verordnet worden, sowohl für mich selbst, als durch mein Gesinde treu und fleissig beobachten, und also die Tuch und Zeugmacher sich auf keinerley Weise zu beschweren Ursache haben. So wahr mir Gott helfe. N. N. Eid der Tuch bereiter Tuchs cheerer. und 1) Ich N.schwöre zu Gott dem Allmächtigen einen leiblichen Eyd, dass ich nach Massgebung des königl. revidirten und renovirten Tuch- und Zeug- Reglements keine Tücher und Zeuge, welche nicht von vereideten Schaumeistern beschauet und gesiegelt, zuzurichten, noch zu pressen, weder selbst noch durch meine Leute annehmen lassen, solche bey ihren Würden erhalten, und insonderheit nicht über den Ansatz des Reglements weder in der länge noch breite, wenn es auch gleich von den Fabrikanten und Kaufleuten verlanget werden mögte, aus dehnen und aus reden, sondern ohne Ansehen der Person dabey dergestalt und überall Reglementsmässig verfahren will, wie es einem redlichen Tuchs cherer und Tuchbereiter zustehet, eignet und gebühret. So wahr mir Gott helfe N. N. 1) Geheimes Staatsarchiv Berlin, General- Direktorium Fabrikendepartements. nexed tal arazo tre Ids tat czATAC nodell -nosled as ofte tattoo -ealed a -18xe s I basw 086 tetied I mobet -ealed rob desnA -afford. Todew Teb nemal b Todo -Ted- fosed-tol small nel телв 100008 2008 Tabelle Nr. 1. TOS OOD BAS as OS do ix II Tabell e ар 88 -edo te La von dem abor Bees AIT BATE in den Städten der Grafschaft Hohenstein im Jahre 1779sados gewonnenen Flachs, daraus gesponnenen Garns und davon 8SII aleja gefertigten und debitierten Linnen Waaren. asde I Staatsarchiv Magdeburg Rep.A.19 e VIII. 88. HLeraus 1st Deren Namen der Anzahl der Lei ne- Haben Daraus 1st Städte weber u. DreLlma- Ztühle ein Leinen- verfertgt wert cher garn verar- an Leine- Rthlr Met- 6ese1- Lehr- dettet àso0 wand à ster 1en Faden 1 Schock 60 Schock. ELLen. Scho ck Schock RL1rt ch 20 3 26 248 400 207 1656 Blei che- 38 8 46 961 493 714 4998 roda Sachsa 14 2 20 186 435 202 1743 Bennecken- 7 6 13 216 400 15 ½ 1128 steln Sunna 79 19 105 1612728 1273 ½ 9325 Davon ist debitiret An Leim Im Lande Ausser Lande ist beAn BaLeinwand Deren Wert Leindwand Deren Wert stellt sten à 60 ElRthlr. len. à 60 Ellen Rthlr. gewesen Morgen Schock Daraus ist gewonnen an reinem Flachs Stein Schock Schock 103 824 104 832 103 207 410 428 3000 286 1998 236 177 590 127 층 1108,12 741/10 634,12 7 3/8 12 41 층 150 1128 809 6060,12 464 3464,12 346 3/8 396 1041 TIJE- ealed as-Taxes I baaw 00 á totied 00 albero ฟา dod-Iodo0- M egal of zeta ag IS Tabelle Nr. la. -edo izbe ITT TAB IS e Sidegredo esar 89 8.A TI Brdogrebo 效 Tabelle 888 STRA as EI Trobrodo von dem Trobiott M ora 2801 831 ars rar 88 SEA II 088 avr OSAS ES IT auf dem platten Lande der Grafschaft Hohenstein im Jahre 1779 gewonnenen Flachs, daraus gesponnenen Garns und davon azdol 8. aobao.IX ardo Inedoa gefertigter und debitirten Linnen Waaren. 1939 . stol eboxebatx doadTSOM III IS Tes I made leze 888 SES 83 sea 8 IS. I gebied. I 4848 88 Staatsarchiv Magdeburg Rep.A.19 e VII.88. eas ia 88 8 IEI арав M Yobozezni.IOW eees as ef 4 sa Osa I TOAS TOOT 88 S BI 81 206 DOIS 4888 ar ebor TOOL eer - IBS AS SI eboxenyeH ASE e a 888 aser Af a made Ix Ixbf 208 88 188 81 ΟΙ esi ΟΙ ebozeba ees 88 208 8 netrewnios? 028 8T $ 801 sbornede li 89849 aosa 884 es 889 VI Namen der Dörfer Anzahl der Leineweber u. Drellmacher Mei- Gesel- Lehrster len linge Haben Stühle Daraus ist Hieraus ist ein Leinen- verfertigt garn verar- an Leinebeitet à 60 wand à 6 1 Faden ein Schock. Schock. Schock 60 Ellen Schock Deren Wert Rthlr. Friedrichs- 3 3. I 308 21 95 rode Obergebra 9 21 3 33 2261 154 847 Niedergebra 17 26 5 48 4428 322 1529 Oberdorf 13 9 4 26 4972 335 1771 mob mov Mitteldorf 6 8 14 1540 99 510 Pustleben 311 ez tal lose 15eb2895mettel 213 #tal 213 to 1065 Greenden u. 181 040 доло4 547032 VI QI 168 Lohra Kl. Wenden u. 5.2 email 70116623ban od 41 eleg 170116623b41eteg 215 Münchenlohra Elende 4 5 2 11 432 38 161 Nohra u. 2 8 1 11 2420 176 880 Kinderode Moerbach 1 1 71 5 23 Wellersleben 1 7 8 297 21 111 Kleinfurra 1 6 7 578 42 199 Gr.Berndten 2 5 1 8 692 58 232 Kl. Berndten 1 1 59 5 21 Kl. Bodungen 80 315deb1 vid24 vid24sat8578 752 3164 Rehungen 8 6 14 755 61 259 Wülfingerode 7 7 14 3545 276 131 Soldtstedt 4 19 2 25 2999 253 1012 Ascherode 1 3 1 5 620 52 234 Buhla 13 18 2 33 7007 546 2457 Lipprechte- 14 16 30 6654 465 2100 rode Heynerode 12 9 3 24 2819 199 1007 Wernrode 6 2 1 9 923 72 324 Rüxleben 6 8 14 7986 632 3092 Clettenberg 8 10 18 834 65 309 Banderode 10 5 2 17 1715 129 613 Sachwerfen 3 1 4 809 63 299 Liebenrode 6 1 77 1082 78 390 Summa 174 233 29 436 68372 5205 24398 Davon ist debitiret Ausser Lande Im Lande dall An Lein ist be Leinwand Deren Wert Leinwand Deren Wert stellt à 60 El- Rthlr. à 60 Ellen Schock len Schock Rthlr. gewesen Morgen Daraus ist gewonnen an Basten an reinem Schock Flachs Stein 80 es 86 13 45 59 295 121 $ 105 60 135 do 405 H 130 617 452 247 76 171 o 545 170 850 57 I 285 53 119 bore 386 I 35 278 IVI 56 126 409 T 63 315 8:83 415 52 117 3700 SSI 14 832 above 88 12 as 63 5 11 of 19 85 28 63 fo 3310 1989 . 61 305 1836 $ 180 40 90 292.1 17 $ 38 abo123 06 a 33 21 47 141 8 16 76 16 76 30 67 호 до 21804 5 a 10 bo 28 I 3 299 1280 236 AT 944 43 Od 17 T 97.316 shore bust 86 31 a 134 21 847 med 141 59 265 63 305 35 79 493237 21 84 166 664 43 897 ne 315 20 90 888 e8 8134 4 @ 9 27588 70 315 129 a 581 47 106 med nede 318 207 996 484 2178 74 167 bo 543 l 119 633 27 @ 135 31 870 be 21000 19 85 25 112 5 .12 093612 461 2680 32 A144 24 54 174518 29 138 12 8157 26 58 obore189 39 186 12 027 10190.10 18 86 14 31 Ted101 X 46 230 20 45 1966 9922 1490 6659 863 147H 147 H 2066b6133 BO 83898 888 18. Bes Namen der Dörfer Anzahl der Leineweber u. Drellmacher Mei- Gesel- Lehrster len linge Haben Daraus ist Hieraus ist Stühle ein Leinen- verfertigt garn verar- an Leinebeitet à 60 wand à 6 1 Faden ein Schock. Schock. Schock 60 Ellen Schock Deren Wert Rthlr. Transport 174 233 29 436 68372 5205 24398 Hohlbach 8812 301 2 371 € 27 135 Mackenrode I 10 84 TAS 14 3314 244 1044 Limlingerode 9 85 88s 14 2431 160 939 Trebra 895 2 7 1171 8983 436 Gratzungen V1 1 BIP 2 748 51 281 Etzelsrode S8 3 1 4 +371 27 122 Gr. Weebsungen 18 u. Flariebsmühle Kl. Weebsungen 7 88 25 1698 130 618 88. er Bliedungen 00 1 1 081 2 137 12 54 Hesserode 882 1 3 264 - 18 94 Schiedungen 3 2 5 371 26 139 Pützlingen 1 a 1 148 11 51 Immengrode 015 2 7 243 - 19 85 Tettenborn 12 6 18 756 71 284 Kehmsedt u. 12 2 AA 14 2068 161 764 Frauderode Woffle ben TA 5 1 . A 6 518 36 188 Hörningen ev4 2 1 2037 519 842 189 Herreden Te5 4885 398 31 148 Salza @ 9 4 A 13 695 50 237 Gudersleben 802 × 3 1188 6 627 849 221 YOS Mauderode P BYIS. 18 Hochstedt 076 3 881 9 452 834 153 Steinsee SI. SII. as 88. Stöckey 10 49 . AA14 2777 162 729 Wernigerode 811 78 18 1760 160 640 Gr.Werther 20 12 1207 882 451 Kl. Werther 182 11 3 132 9 49 Haferungen 842 2 103 77 38 Güntherode 48839 108 2071 619 Summa 327 295 31 653 91858 6915 32538 Davon ist debitiret Ausser Lande An Lein ist be Leinwand Deren Wert Leinwand Deren Wert stellt Im Lande à 60 Ellen Schock Rthlr. à 60 Ellen Schock Rthlr. gewesen Morgen Daraus ist gewonnen an Basten an reinem Schock Flachs Stein 1966 9922 1490 6659 863 2066 6133 6 30 9 20 60 53 253 29 138 47 106 345 49 245 39 195 41 92 299 28 149 11 58 42 95 306 17 39 127 15 34 111 39 185 29 66 215 10 23 75 4 9 29 11 25 81 13 65 6 14 46 21 47 133 6 26 13 30 9.7 20 80 37 148 28 65 195 92 437 25 118 46 104 338 11 53 7 31 15 34 102 7 31 16 72 9 20 55 18 40-1/ 112 23 109 12 17 88 12 54 19 43 129 4 9 29 11 50 6 14 42 3 호 10 47 212 72 324. 42 96 312 19 76 98 392 28 63 189 25 57 호 193 6 15 52 15 34 112 4 9 29 2356 11765 1870 8348 1405/ 3390 10044 Mackenroda den 6. Nov. 1780 v. Jengen. dote bold let easy seb HotIdiow edo tani доловтеч nov red- all nov red - of zeb al- Mar dal, dat de st -2018 meadow-balted edelsted et editede medolf few : zawa bao mt brodog boxe alw- mo Gab 10 TO 0.83 S ΟΙ 8 as 81 8 a Tabelle Nr. 2. 8 er 88 од 8081 Nachweisung über die Weberverhältnisse im Kreise 8 $ 10 abor oser Grafschaft Hohenste in. eflowmus S in den Jahren 1892- 1920. 8981 do ITIIS foer IGI oser resented af. ellowus S981 8081 -tball.o Teno I Before ffer AI Feststellungen aus den Jahren 1892-1901; Landratsamt Nordaf hausen, Kap. VIII. Tit. III. Nr. 1 te] 81 ar Seaf Feststellungen aus den Jahren 1911: Akten der Staatlichen Webeschule in Mühlhausen i.Thür.81 OS Feststellungen aus dem Jahre 1920: Eigene Enquête. eboredo A oser bam brawnie.I SI bu Jaedo radite 8081 rrer oser Ort 1 1 sich Jahr Anzahl der im Art der ge- Mit Weberei beschäftigten Betriebe befind- webten Stoflichen Webstühle fe und zwar: vorübergehend im das ganze Jahr hindrach männliche weibliche Personen über von Kin- über von Kin 16 14-16 der 16 14-16 der Jahr Jahr Jahr Jahr dauernd das Som-, Winganze mer ter Jahr 2 12 3 4 5 6. 7 8 9 10 11 12 1892 88 2 19 Leinen, Decken, 76 8 4 1898 60 Bettzeug, Tü19 cher, Barchent 58 2 BleicheDrell, Schür1901 28 . 4 zenzeug 27 1 6 25 roda 03. 1911 14 1920 2 3 18 7 10 1892 2 4 Baumwolle, Leinenzeug, 2 1 1898. er- sesI. Beiderwand. Ellrich 1901 1 1911 1920 1 1 1892 9 Sachsa 1901 15 Leinenzeug, Baumwolle, 1898 1 2 10 Bettzeuge u. Handtücher 9 8 1 2 1911 -broll tm1920 al.; foe sea nexdat, nob I. 1892 16 redbil 1898 18 педа .III.IT.IIIV.ge - 13 Leinen ad 16. 3 14 ist geb 08 .15 eir simdosedow e 17. 4 15 Ascherode 1901 1901 190gt.: 014 dal cebes 18ea6 20 1911 5 3 1920 1 5.. 3 1 1 1892 1898 Bliedungen 1901 12 Leinwand und Bettbarchent 6 4 1911 2 1920 2 2 Desgleichen vorübergehend männliche weibliche Personen Druchschnittl. Name u.Ort Wochenverdienst der Firma, pro Stuhl welche die über von Kinder über von Kin- bei Dauer- bei vor- Weber be16 14-16 der weberei übergeh. schäftigt 16 14-16 Jahr. Jahr. Jahr. Jahr. Weberei Mk. Mk. Landwirtschaft treibende Weber 13 14 15 16 17 18 19 19 1 1 Iow d.u 15 1 3 3 כא 33 4 1 2 20 21 22 5,40 4,78 Gelke& Klein, Rothenberg, Helft, Schlesin- 33 ger, Schein, 7 5 nemann und Buchmann, ReiKnauf, Bleicheroda 24 4 3 5 3 Für Ellrich 15 10 89 4 9 6 1 2 2 2 12 2 14 15 1 6 15 bas 14 1 4 14 2 2 12 16 4 4 4,5 IIQI ser Ballin, Schütze 6 in Ellrich, 0,5-6 König, Sachsa 13 u. Private 4 3 6 6 LIGI OSRE Fischer, Gewalt, 2 Leidel. Haynrode, 2 3 6 6 Schlesinger, 4 Schein, Bleiche7 6 of rode, Drusemann 6 Rehungen, Wallach, Mühlhausen. ebaef. 4,5 Schlesinger, 12 Helft, Knauf, Hesse, 5 Bleicherode, Eis- 16 ner, Nordhausen, 6 Bornträger, Gross-. bodungen, Ballin, Teichmüller, Ell- 13 rich. IIQI Ort Jahr Anzahl der im Art der ge- Mit Weberei beschäftigten Betriebe befind- webten Stoflichen Webstühle fe und zwar: dauernd das vorüberSom-, Wingehend im ganze mer ter sich das ganze Jahr hindrach männliche weibliche Personen über von Kin- über von Kin 16 14-16 der 16 14-16 de Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr 1 1 1 1 12 1 3 4 5 6. 7 8 9 10 11 12 ate 1892 redient off 6 . 02 88-alasid 1898 4 Halbwollene u. baumwol1 lene Stoffe Aledo, Teg тез Branderode 19012 1911 2 1920 1 6 4 2 3 1 S 1 1 ar dolf 1892 76 2 32 Wollwaren u. 58 14 23 10 6 1898 67 Drell, Leinen 22( glatte Ware) 51 2:10 53 1 Buhla 1901 33 30 33 2 9 28 2 1911 14 13 14 2 12 1 1920 5 3 5 4 ar a estido alla 81 sados 18920x a- 3.0. 8 Leinewand u. Barchent 1898 4 Clettenberg 1901 2 1911 1920 4 level coroel 19301892 14 -edole18, niodoa 8. . 12 Leinwand, 14 1 Drell u. Lama a 1898 10 8 10 Elende 1901 19016 4- 5 3 6 1911 1 1 1 1920 1 1 1 SI al-all, ebo 1892 SI tessell, 108, foll . 16. Barchent, ar -880x0, x1898 affe, negrubod Etzelsrode 1901 1901 T .doi 1911 1920 10Leinen u. Baumwolle 12. 5 4 Desgleichen vorübergehend männliche weibliche Personen Druchschnittl. Wochenverdienst pro Stuhl Name u.Ort Landder Firma, welche die über von Kinder über von Kin- bei Dauer- bei vor- Weber be16 14-16 der weberei übergeh. schäftigt 16 14-16 Jahr. Jahr. Jahr. Jahr. wirtschaft treibende Weber Weberei Mk. Mk. 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 2 1 4 2,5 Warburg, Nord-. hausen, Bal6,5 5,5 lin, Teichmül- 2 ler, Ellrich 6 5,5 21 3 4 24 4. 6 3 Schlesinger, 73 Merx, Beyth, 22 2 2 1 10 3 6,5 e 6 er Bleicherode, 70 Keilholz, 22 1 5 13 2 6 6 Haynrode 50 19 8 Ifer 3 3 8 2 4 2 2 #sedoze 6 Ballin, Schütze 5 & Siese, Ell4,8 rich, für Pri- 1 vate 4,8 пер 12 22 1 1 6 5 Schlesinger, 6 Helft, Hesse, 7 1 4,5 4 1 2 2 1 6 3,5 Bleicherode, 6 Weberverein, Ballin, Siese, Ellrich. 4 Hohensteiner 4. 5 Ballin, Siese, 4 Ellrich 16 2 2 13 13 10 4 8 1 2 5 6 12 2 3 10 6 5 כא 3 3 8981 3 5 Ort sich Jahr Anzahl der im Art der ge- Mit Weberei beschäftigten Betriebe befind- webten Stoflichen Webstühle fe und zwar: das ganze Jahr hindrach männliche weibliche Personen über von Kin- über von Kin 16 14-16 der 16 14-16 de Jahr Jahr Jahr Jahr dauvorüberernd gehend im das Som-, Winganze mer ter Jahr 1 2 3 4 5 6. 7 8 9 10 11 12 rode 1892 22 3 12.1898 15 8 8 Friedrichs- 1901 23€ 1911 6 1920 3 Wolle, Leinen 17 u.Baumwolle 5 15 8 1 17 1 2 4 4 3 2 1981892 OT 25 obo ef 1898 18 18 19 . 7 Wolle, Leinen 23 u. Baumwolle 82 IS 14 4 Friedrichs 1901 al lohre 9 99 3 S 77 2 2 1911 1920 a estido 1892 18921 A 25 Leinen und Barchent 1 I- 11 18982 14 2 edav Gratzungen 1901 2 2 2 2 1911 1920 T93 1892 18 ebo 1898 el 2 Grossberndten 1901 de 19112 1920 Hausleinen, 1 wollene Stoffe 2 . 2 2 1 1 eae 1892 12 10 Barchent 1898 3 3 a 6 14 6 . 10 2 Gross1901 4 3 4 4 wechsungen 1911 1920 Desgleichen vorübergehend männliche weibliche Personen Druchschnittl. Wochenverdienst pro Stuhl Name u.Ort der Firma, welche die über von Kinder über von Kin- bei Dauer- bei vor- Weber be16 14-16 der weberei übergeh. schäftigt 16 14-16 Jahr. Jahr. Jahr. Jahr. Landwirtschaft treibende Weber Weberei Mk. Mk. 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 2 16 7 18 4 1 8 1 6 6-10 77 1 6 3 2 8 22 3 14 2 6 Busch& Binkebank, Mühlhausen 4 i.Th., Drusemann, Rehungen, Gelke, 15 4 & Klein, Bleiche- 17. rode. rrer Oser 5 Schein& Comp., Merx, Schlesinger, 5 Bleicherode, Busch u.Binkebank, Gebr. 6 Busch Mühlhausen frer 5 5 Für Bleicheröder 11 Firmen 5 5 8281 2 5,5 5,5 AOROUTO2 2 E ΠΕΡΙ 6 Iow 5 Für eigene Rechnung, Busch Mühlhausen. IIGI OSQI obos 22 5 Gebr.Kohn, Ahlfeld, Nordhausen 2 6-10 6-10 8981 3 3 3 3-4 4-5 95-2 frer Ort 1 sich Jahr Anzahl der im Art der ge- Mit Weberei beschäftigten Betriebe befind- webten Stoflichen Webstühle fe 12 und zwar: das ganze Jahr hindrach männliche weibliche Personen über von Kin- über von Kin 16 14-16 der 16 14-16 der Jahr Jahr Jahr Jahr dauvorüberernd gehend im das Som-, Winganze mer ter Jahr 3 4 5 6. 7 8 9 10 11 12 1 1892 18 24 Leinen und Lama Lama 18! ABC 1898 18 16 18 4 18. 4 Grosswenden 1901 7 14 7 9. 1911 4 1920 3. 1892 1 1898 Günzerode 1901 1911 1920 Barchent 1 1892 4 4 Barchent, Leinen, Nessel 1898 6 Haferungen 1901 1911 1920 1892 11 8 1898 9 9 Hainrode 1901 1 4 4. 1911 1920 Leinen und Baum- 11 Wollwaren 1892 12. 102 Leinen 1898 Hereden 1901 1911 1920 1 1 1. Desgleichen vorübergehend männliche weibliche Personen Druchschnittl. Wochenverdienst pro Stuhl Name u.Ort Landder Firma, welche die wirtschaft treibenüber von Kinder über von Kin- bei Dauer- bei vor- Weber be16 14-16 der weberei übergeh. schäftigt 16 14-16 Jahr. Jahr. Jahr. Jahr. Weberei Mk. Mk. de Weber 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 22 2 17 6 Gelbe& 14 Klein, Blei16 5 16 4 8 6 cherode, 6 Busch, Mühl14 5 5 12 6 hausen. 3 4 2 frer 3 2 8 6 5 6 Schlesinger & Hermann, Nordhausen. 5 Eisner, Nord- 8 hausen, Siese, 3 Ellrich 5 III 6 Gerlach, Hunger, 2 Buchmann, Blei4 cherode, Eis- 1 ner, Nordhausen 8 9 4 4 5 3 4,5 Für Private 2 Ort Jahr Anzahl der im Art der ge- Mit Weberei beschäftigten Betriebe befind- webten Stoflichen Webstühle fe und zwar: dauernd das vorübergehend im Som-, Winganze mer ter Jahr sich das ganze Jahr hindruch männliche weibliche Personen über von Kin- über von Kin 16 14-16 der 16 14-16 der Jahr Jahr Jahr Jahr 1 2 3 4 5 6. 7 8 9 10 11 12 AI 1892 1 1898 o 1 Hesserode 1901 ad 1 SE 1911 1920 Baumwollene 1 Bettzeuge 1 1 1892 2 Leinwand 1 1898 TOM Hochstedt 1901 1911 1920 bro 1892 3 Leinen und Baumwolle 2 1898 Hörningen 1901 1 1911 1920 1892 Ire02 2 4 4 Wolle und Baum- 2 wolle 1898 redo 1 1 Holbach 190108 1911 1920 1892 1 12 Barchent, Nes1 1 1898 3 10 sel, Drell u. Jaquard 2 1 1 Immenrode 1901 6 1. 5 10 1 2 1911 1 5 1 1 1920 1 20 1 1 1 10 2 6 3 Desgleichen vorübergehend männliche weibliche Personen Druchschnittl. Wochenverdienst pro Stuhl Name u.Ort Landder Firma, welche die wirtschaft treibenüber von Kinder über von Kin- bei Dauer- bei vor- Weber be16 14-16 der weberei übergeh. schäftigt 16 14-16 Jahr. Jahr. Jahr. Jahr. de Weber Weberei Mk. Mk. 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 2 1. 1 8. 5+ 6 3 4 Eisner, Nordhausen I 9 I 9 Für Private 6 Schütze& Jedoxed Siese, Ellrich, a Für Private 981 SI rrer Oser baented 4 3 Schütze& Siese, Ellrich, 2 Eisner, Nordhausen. fder rrer J. 6 6. I 11 6 I 3 8 6 5 2 2 2 5 Schlesinger, Schein& Co., 4 6 Kohlmann, Kühne-. mund, Merx, BleiScherode, Schütze. & Siese, Ellrich, Warburg- Nordhausen Oser 1 dex Ort Jahr Anzahl der im Art der ge- Mit Weberei beschäftigten Betriebe befind- webten Stoflichen Webstühle fe und zwar: sich das ganze Jahr hindrach männliche weibliche Personen über von Kin- über von Kin 16 14-16 der 16 14-16 der Jahr Jahr Jahr Jahr dauvorüberernd gehend im das Som-, Winganze mer Jahr 2 3 4 5 6. 7 8 9 10 11 12 ter - 1892 3. reaged 23 Barchent, Leinwand, 3 3 3 3 1898 2 26 baumwollene 2 Stoffe 6 2 4 10 Kehmstedt 1901 4 22 8 2 8 2 1911 3 3 1 1920 1892 11 I Leinwand u. 9 Lame 2 1898 7. 12 7 7 Kleinbernd 1901 ten 6 3 6 6 1911 1920 1892 50. 27 Leinwand, Damast, Barchent 53 1898 15 15 5 55 14 270 10 10 13 8 Kleinbodun- 1901 15 15. 25 15 9 14 19 gen 1911 12 1.1 10 1920 2 2 2 1892 2.8 2. 2 Leinwand 1898 E. S Kleinfurra 1901 1911 1920 1892 do 2 a 19 Barchent, Lein- 2 wand, Lama 1898 12 a 4 12 1 12 Kleinwenden 1901 do 2 2. 6 1 1 1911 1920 Desgleichen vorübergehend männliche weibliche Personen Druchschnittl. Wochenverdienst pro Stuhl Name u.Ort Name u.Ort Landder Firma, welche die wirtschaft treibenüber von Kinder über von Kin- bei Dauer- bei vor- Weber be16 14-16 der weberei übergeh. schäftigt Jahr. Jahr. 16 14-16 Jahr. Jahr. Weberei Mk. Mk. de Weber 13 14 15 16 17 18 19 20 23 4 5 9 17 6 b6wi5-6 -xebled 28 10 9 36 1014 9 22 9 22 12 10. 21 22 3-6 Für Bleicherö- 1 der Firmen, 7,5 Oberdorf, Mit- 12 teldorf, Nord8 hausen, Mühl- 19 hausen u. Rehungen er 9 281 bowatel 6 6 Für Bleicherö- 2 der Firmen, 12 12 86 4,5 Mühlhausen 12 3. 3 4,5 3 1001 sbore 2 IIQI Oser 29 61. I 61 54 884 SE 10 2 23 a IS. 8 14 27 10 med 0 6 bay offow . 12 12 fall 2 6 Für sämtl. Blei- 14 cheröder Fabrikanten 37 7 6 81 abox 2 19. 5. 08Q . Für Private. Iger M rrer 5 Für Bleicherö- 1 der Firmen, Ho5 hensteiner 5 2. 2 5 7-9 6-7 Weberverein Ort Jahr dauvorüberernd gehend im das Som-, Winganze mer ter Anzahl der im Art der ge- Mit Weberei beschäftigten Betriebe befind- webten Stoflichen Webstühle fe und zwar: sich das ganze Jahr hindrach männliche weibliche Personen über von Kin- über von Kin 16 14-16 der 16 14-16 der Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr 1 2 3 4 5 6. 7 8 9 10 11 12 I od 1892 SI 5 Leinwand, VI Lama, Beider1 1 1 wand, Nässe 1 1 1 1 Liebenrodee 1901 1898 1901 8.0 1911 1920 SS 1892 13 33 Leinwand, Barchent, 13% SI 1898 5 31 Nässe. 581 Limlingerode 1901 4 23 48 4 1911 2 13 2. 1 1920 2 11 2. 2 १७ A- 11.1892 1898 149 Leinwand, 85 64 13. 64 Jacquart, 189845 S 44 Damast, Baum- 42 wolle und . of 12 12 33 12 9 Lipprecht 1901 19 15 Halbwoll- 17 v. 6 21. .6 rode waren 1911 14 8 1920 3 1 12. 3 . 10 2 1892 14 16 Barchent 4. 1898 3 1 3. 3 Mackenrode 1901 2 2 2 1 1 1911 2 1 2. 2 1920 22 1 2 2 - 1892 1898 Mauderode 1901 1911 1920 1 Barchent 1 Desgleichen vorübergehend männliche weibliche Personen Druchschnittl. Wochenverdienst pro Stuhl Name u.Ort Landder Firma, welche die wirtschaft treibenKinder über von Kin- bei Dauer- bei vor- Weber be16 14-16 der weberei übergeh. schäftigt über von 16 14-16 Jahr. Jahr. Jahr. Jahr. de Weber Weberei Mk. Mk. 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 4 1 4,5 Schütze& Siese, Teichmüller, 1 1 4,5 4 4 Frohnhausen, Ellrich. fier oser 32 1 5,5 5,5 Ballin, Schütze 37 31 4 3,5 & Siese, Ellrich 8981 30 23 4 4 17 4 4 100 dos 2710 15 12 9 6 Für Bleichenrö- 101 der Fabrikanten 6 Schütze& Siese, 32 Ellrich, für eigene Rech- de11bei nung 37 34 14 14 34 3 4 39 7 ог 419 7 6 15 80g 7 11 6 6 6 7 7 1 1 OSI 16 7,5 6,5 Schütze& Siese, Ellrich 1 1 6,5 6 2 1 1 6 4 1 1 1 3,5 3 1091 dolf IIQD oser # 1 : 2 82. 3,53 Eisner, Nordhausen 1 Ort Jahr Anzahl der im Art der ge- Mit Weberei beschäftigten Betriebe befind- webten Stoflichen Webstühle fe und zwar: dau- vorüberernd gehend im das Som- Winganze mer ter Jahr sich das ganze Jahr hindrach männliche weibliche Personen über von Kin- über von Kin16 14-16 der 16 14-16 der Jahr Jahr Jahr Jahr 1 2 3 4 5 6. 8 9 10 11 12 1898 on 50 Mitteldorf 1901 30 6. 1911 9 1920 1 98018 1892 72 6 Leinewand 48 2 22 9. Jacquard, Drell, 60 7 20 5 10 2 10 15 30 8 10 10 10 9 9 1 1 TE ext1892 a. 2 Barchent 03 1898 Hol&. 1 Möhrbach od 1901 1911 1920 1 1 SI 01 1892 120. 20 88 extrde Tob 1898 120 40 Lama, Halbwolle 100 20 Leinwand 30 100 10 Niedergebra 1901 1901 60 40 50 30 150 30 30 30 60 10 25 30 50 10 20 1911 25 9 20 20 1920 8 2. 8 6 68018924 41 . Barchent 4. 4 1898 2 2 Nohra de 1901 1 0 1911 1920 re mea 1892 46 46. 12 Leinwand, Drell. 42 5 2 Jacquard 1898 154 8. 53 2 8 52 Oberdorf 1901 25 2 24 . 1 26 1911 11 11 10 1920 7 77 6 Desgleichen vorübergehend männliche weibliche Personen Druchschnittl. Wochenverdienst pro Stuhl Name u.Ort der Firma, welche die über von Kinder über von Kin- bei Dauer- bei vor- Weber be16 14-16 der weberei übergeh. schäftigt 16 14-16 Jahr. Jahr. Jahr. Jahr. Landwirtschaft treibende Weber Weberei Mk. Mk. 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 9 705 6 2 3 4 . 1 7081 5 Für Bleichenröder Fabri6 kanten, Hohensteiner Weber6 4 5 10081 9 verein -Fret ог OSPI 2 .ba 1 1 5 5 Eisner, Nordhausen IIPI 5 2 2 do 20 10 20 20 20 20 niel 7,5 6,5 Schlesinger, Gelbke& Klein, 30 30 15 20 25 7 86,5 Schein, Ro20 thenberg, 40 10 10 30 10 10 7-8 76-7 Bleicherode-, 90 Busch, Neider6 2 6 hausen L 2 1 1.. 5 ffowned effow 2 65 5 8 1 ra 3 Hunger, Bleicherode, Eisner, E. Nordhausen 5 rrer OSPI 13 Low, H 10 1 4 1 7,5 . 6 2 1 1 7. 6,5 I 4 Für Bleichenrö- 7 der Fabrikanten, Hohensteiner Weberverein, 6 Busch Mühlhau - 5 sen rrer Ort Jahr Anzahl der im Art der ge- Mit Weberei beschäftigten Betriebe befind- webten Stoflichen Webstühle fe und zwar: dau- vorüberernd gehend im das Som- Winganze mer ter Jahr 1 2 3 4 5 6. sich das ganze Jahr hindrach männliche weibliche Personen über von Kin- über von Kin16 14-16 der 16 14-16 der Jahr Jahr Jahr Jahr 8 9 10 11 12 1892 115 49 Leinwand, Lama 90 18 34 98 14 27 1898 180 100 180 162 40 65 172 39 56 Obergebra 1901 160 103 160 153 41 58 168 45 45 1911 40 12 10 35 30 1 1920 10 4 4 6 6 12 1892 29 Baumwolle, Leinwand. 1898 12 12 Pützlingen 1901 1 10 11 1911 2 7 1920 9 1 1 1 08 1892 13 3 17 Leinwand 13 OS 1898 10 a 3 5 10 a1. Pustleben 1901 l 1 8 1911 3 3 1920 3 1 3 1892 26 8 51 69 Plüsch, Halb- 26 3 11 wolle, Baumwolle 1 1898 136 14 24 90 6 39 1 Rehungen 1901 90 @ 41 54 59 5 30 39 4 21 1911 40 20 38 20 2 1920 4 4 4 4 1892 1898 Rüxleben D 1901 1911 1920 1 1 2 Leinen, Wolle, 1 Halbwolle Desgleichen vorübergehend männliche weibliche Personen Druchschnittl. Wochenverdienst pro Stuhl Name u.Ort Landder Firma, welche die wirtschaft treibenüber von Kinder über von Kin- bei Dauer- bei vor- Weber be16 14-16 der weberei übergeh. schäftigt 16 14-16 Jahr. Jahr. Jahr. Jahr. de Weber Weberei Mk. Mk. 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 38. 10 15 30 15165,6 6,5 Für Bleiden34 63 30 60 82 38 50 6 . 138. 31 53 150 41 40 8 röder Fabri6 kanten, Druse-- 33 mann, Rehungen, 7,5 Busch, Mühlhausen 33 18. 20 2 3 1 7. 3. 0026 2 2 21 347. 7,5 Warburg, Nord- 6 12. 48 . 8 6 hausen, Ballin, Ellrich. 12 11 $ 5 11 s 6 6,5 6,5 5 77 8 2 9 8 18 2..If. r 8. 8 6 Für Bleichenrö- 5 der Fabrikan6,5 ten, Hohenstei- 6 ner Werberver1. 1. 8 7-8 ein 4 3. 1 84 1 18. 6 24 7 7 6,5 4 55 8 18 39 15 3 21 6-10 10 1 5 Busch, Bonn, Mühl- 119 hausen, Dürfeld, Chemnitz, Drusemann, Rehungen, 5-8 Für Private. 24 45 4 3. I 2 6 Für Private 2 oser Ort 1 dauvorüberernd gehend im das Som-, Winganze mer ter sich Jahr Anzahl der im Art der ge- Mit Weberei beschäftigten Betriebe befind- webten Stoflichen Webstühle fe und zwar: das ganze Jahr hindrach männliche weibliche Personen über von Kin- über von Kin 16 14-16 der 16 14-16 der Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr 1 1 12 3 4 5 6. 7 8 9 10 11 12 1892 2 1 17 17 Barchent, Leinwand 2 1898 2 8 08 2 1911 1920 3 1. Schiedungen 1901 1892 66 2 16. Leinwand, 2919 3 17 28 6 as 19 Wolle, Plüsch, 1898 57 12 39 2.- 13 3 31. Sollstedt 1901 27 6 25 52 31 16 1911 9 98 10 1 1920 2 2 2 1892 3 12 Baumwolle, 3. Bettzeug, 1898 3 29 Barchent 3 2 3 1 Stöckey 1901 1 4 12 1 2 1911 1 8 1 1 1920 1 6 1 1. 1892 6 6 6 Barchent 6 I. 1898 Tettenborn 1901 IST 1911 1920 1892 2 24 Leinen, Bar- 1 chent, Nessel 2 1 1898 25 Trebra 1901 1 3 18 1 1911 1 6 1. 1 1920 Desgleichen vorübergehend männliche weibliche Personen Druchschnittl. Wochenverdienst pro Stuhl Name u.Ort Landder Firma, welche die wirtschaft treibenüber von Kinder über von Kin- bei Dauer- bei vor- Weber be16 14-16 der weberei übergeh. schäftigt 16 14-16 Jahr. Jahr. Jahr. Jahr. de Weber Weberei Mk. Mk. 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 16 1 9. 1 4 מא 3. 1 2 1 1 OI 4 Für Fabrikanten 12 in Bleichearoda, 5 A 6 6 8 Mühlhausen, Hannover, Ellrich 1 7 2 4. 3 17 10 1 1 6 S 2 1 3 6,5 6 6 Für Bleichenröder 7 Fabrikanten, 6 Busch, Mühlhausen, Drusemann, Rehungen, Hohensteiner Weberverein rrer 12 808 086 Helft, Bleicherode 10 Schütze& Siese 29 4 10 20 . 8 8,5 77 Ellrich 17 16. 018 8 16 681 6 AL 14 8 7 ΟΙ Irel 6 3 OSPI 6 6 6 4 Meyer, Ellrich 1 4 Für Bleichröder 7 Fabrikanten, 5 Trebra, Rothschild 9 Merkshausen 25 2 2 19 1 7 7 23 2 17 2 2 12 1 4 3,5 4 6 2 14 Ort Jahr 1 12 1 Anzahl der im Art der ge- Mit Weberei beschäftigten Betriebe befind- webten Stoflichen Webstühle fe und zwar: dauernd das vorüberSom-, Wingehend im ganze mer ter sich das ganze Jahr hindrach männliche weibliche Personen über von Kin- über von Kin16 14-16 der 16 14-16 der Jahr Jahr Jahr Jahr Jahr 3 4 5 6. SI 1892 det 13 A 10 79 Leinwand 13 01898 Ide6 14 47 6 Wernigerode 1901 1 8 28 1 1911 1 17 1 1920 Tobo 1892 4 Leinwand 1898 2 Woffleben 1901 8 9 10 11 12 1911 1920 ΟΙ Of ebore 1892 1892 14 20 60 Leinen, Wolle 14 TE 1898 39 28 34 Wülfingerode 1901 14 12 ar 14 • 10 of.. 5 4 1911 10 6 10 3 1920 2 2. 2 2 as ES aderell SI Desgleichen vorübergehend männliche weibliche Personen Druchschnittl. Wochenverdienst pro Stuhl Name u.Ort Landder Firma, welche die wirtschaft treibenüber von Kinder über von Kin- bei Dauer- bei vor- Weber be16 14-16 der weberei übergeh. schäftigt 16 14-16 Jahr. Jahr. Jahr. Jahr. de Weber Weberei Mk. Mk. 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 67 57 28 17 2 8 2 4 6 3 Für Trebra 21 6 3 u. Bleicherode 11 4 4 3 6 4 1 1 4 5 Schütze u. I Siesse, Ellrich 2 2 4 6 Für Bleicheroda, 1 Wüstemann Wülfingrode, Lauten- 1 bach, Sollstedt 88 68 6 6 6 25 3 7 7 12 12 6 6 6 1 2 2 2 Ort Tabelle Nr. 3 Im Kreise Worbis waren im Jahre 1898 im Betrieb: dauernd vorüber- te Arbeiter Art der ge- Name oder Ort webten Stof- der Firma, welStühle Beschäftiggehend dauvorfe Som- Winernd übermer ter gehend sche die Weber beschäftigt Craja 31 14 76 51 Leinen, Tisch-, Namen-, Gläserund Wischtücher Epschen- 4 rode 7 11 16 Leinwand und Bettbarchent Leinwand, Grossbo- 28. 114 dungen 68 239 Jaquard, Drell, Wisch- und Handtücher. Rothenberg, Helft, Hesse, Kühnemund, Kohlmann, sämtlich in Bleicheroda, Ehrenpfort in Haynrode. Helft, Bleicherode, Siese, Ellrich, Bornträger, GrossBodungen. Buchmann, Beyth, Schlesinger, Bleicherode, Bornträger, Watterod in Grossbodungen, Leidel, Haynrode Glattes Lei- Buchmann, Neustadt 14 54 40 124 nen Beyth, SchleWallrode 3 6 9 13 33 Leinen singer, Bleicherode. Helft, Schlesinger, Rothenberg Bleichfrode Wattrodt, Gross- Bodungen, Leydel, Keilholz, Ehrenpfort Haynrode. Aktem der Staatlichen Webschule in Mühlhausen. Tabelle Nr. 4. Uebersicht über die Mitglieder, die Krankheits- und Todesfälle der Fabrikkranken- und Weberhilfskassen. Zusammengestellt aus den Akten des Landratsamtes Nordhausen. Jahr Weberkrankenkasse Bleicherode. Zahl der Mitglieder Erkrankungsfälle männliche der Krankheitstage und Todesfälle der weibliche männlimännli- weiblichen chen männweiblichen lichen Mitglieder Mitglieder. 1898) 57,8 11 1890 51,4 ?? 1891 47,4 " 27 22 22 1892 43,5 1893 40,7 19 1894 45,8 1895 41,2 21 1896 42,7 11 222 2248364 6 1897 47,2 P 4 1898 41,7 ff 6 1899 41,4 !! 6 1900 32,5 6 1901 34,2 ?? 8 1902 32,8 11 3 1903 30,6 3 FF 1904 27,9 11 4 1905 26,6 " 1906 24,5 1. 1907 23,3 # 1908 21,3 1909 20 19 1910 19,1 群 1911 18 ?? 1912 16428 3 1 112 156 156 32 182(+) 19 31 118(+) 21 151(+) 119 99(+) 126 121 23 82(+) 148 9 92 39 18 101 28(+) Wegen finanzieller Schwierigkeiten im Jahre 1911 aufgelöst und die Mitglieder in die Ortskrankenkasse übernommen. (+) bedeutet 1 Todesfall. Weberhilfskasse von Niedergebra. Zahl der Mitglieder Jahr männl. weibl. männl. weibl. Erkrankungsfälle der Mitglieder Krankheitstage und Todesfälle der männl. weibl. Mitglieder 1888 123 1889 104,7 13 124 1890 68,3 16 197 1891 58,1 12 153 1892 42,8 7.9 12 181(+) 22(+) 1893 39,5 14,1 13 6 101 84 1894 27,4 17 4 3 29 53 1895 28,9 18,5 9 6 239 96 1896 35,2 25,8 12 9 42 187 1897 19,8 27 2 8 42,5 1898 Aufgelöst und in die Fabrikkrankenkasse fer Firma Phil. Schlesinger daselbst aufgegangen. Fabrikkrankenkasse_der_mechanischen Weberei Phil. Schlesinger, Niedergebra. 44,8 10 2831L 1512212251O 3 261 13 69(+) 12 13 113 10 3 216 55 33 75 6 78 4 6 45 6 135 154 8 20 94 5 14 79 1 11 2 3 18 25 15 15 170(+) 6 59 142 10 155 86 11 15 321 7 176 122 71 1897 21,3 1898 20,8 31,1 29,6 1899 19,5 32,2 1900 19 35,5 1901 18. 25,8 1902 17,3 30,8 1903 14,3 34,3 1904 13,3 34,4 1905 16,7 33,9 1906 16,8 36,8 1907 17,1 37 1908 21,4 40,8 1909 2,7 214 42,3 1910 186 2,7 51,2 1911 17, 18,6 50,3 1912 26,8 17,5 46,6 1913 26,8 (+) bedeutet 1 Todesfall. Fabrikkrankenkasse der Firma Gebr. Hirschfeld Oberdorf. Zahl der Mitglieder Jahr männl. weibl. männl. weibl. Erkrankungsfälle der Mitglieder Krankheitstage und Todesfälle der männl. weibl. Mitglieder 1885 31 61 23 43 102 291 1886 24 67 7 33 56 490 1887 23 72 1888 23 70,4 1889 22,8 70,5 1890 28,8 65,6 26 1891 25,7 67,1 12 54502 20 44 14 112 3 15 30 17 201 25 123 1892 26,4 67,2 7 23 15 1893 26,5 68 1 11 7 166 1894 26,3 66,4 5 18 131 196,5 223 231(+) 294 호 227 211(+) 254,5 1895 26,7 66,3 6 17 156 251,5 1896 29,4 66,9 5 20 69 165 1897 29,1 52,6 3 8 28 137 1898 29,5 49,5 5 9 157 60 1899 32,5 45,7 13 18 167 143 1900 29,8 49,7 40 10 46 40(++) 1901 27,8 53,9 8 22 51(+) 135 1902 26 56,2 2 16 13 201 1903 26,3 57,7 5. 13 148 174 1904 24,9 58,3 8 23 53 193 1905 26,3 56,3 5 29 12 255 1906 27,1 70,8 15 28 213 251 1907 25,9 54,9 1 18 4 128 1908 25,7 49 4 24 23 192 1909 28,8 46,6 4 24 9 168 1910 32,3 45,4 15 17 106(+) 115 1911 27,4 40,3 1 20 1 377 1912 25,5 38,3 10 16 66 225 1913 26,6 39,4 45 7 109 195 (+) bedeutet 1 Todesfall. Betriebskrankenkasse der Firma Bergener& Geist Salza. Zahl der Mitglieder Erkrankungsfälle der Jahr männl. weibl. männl. weibl. Mitglieder Krankheitstage u. Todesfälle der männl. weibl. Mitglieder 1885 40 31 6 12 1886 45 29 8 12 1887 49 30 8 1888 47,7 31,8 3 1889 47,8 32,1 3 1890 50,2 30,8 11 1891 60,8 37,8 17 1892 56,8 35,2 17 15. 1893 65,8 35,1 14 10 220562850 97 293 107 193 9 207 199 69 144 69 133 9 229(++) 233 549 201 464(+) 197 184 206(+) 1894 76,2 37,6 11 9 265(++) 77 1895 95,7 45,9 14 11 243 216 1896 97,3 45,3 26 1897 90,3 43,7 17 1898 90,1 45,3 18 1899 84,9 49,8 27 # 222 14 394 107 21 155 194 250 231 24 430 537 1900 93,2 53,1 27 11 507 400 1901 95,8 48,6 40 7 600(++) 285(+). 1902 97,1 54,1 15 7 188 190(+) 1903 93,4 56,1 23 10 266 182 1904 93,2 61,8 20 11 329(+) 207 1905 92,6 57,1 21 15 382 296(+) 1906 88,9 56,4 25 17 746 329 1907 96,7 64,5 25 15 642 338 1908 65,3 43,4 12 11 253 273 1909 49,6 42,3 1910 52,5 44 1911 52,7 34,6 1912 54,1 44,3 1913 46,6 44,4 22256 9 10 360(+) 184 10 16 306(+) 423 20 16 429(+) 141 17 13 23 53 324(+) 369(+) 223 340 (+) bedeutet 1 Todesfall. II IIPI Tabelle Nr. 5. Ides aboredole18 Uebersicht der Handwe- berfamilien im Kreise Grafschaft Hohenstein, welche gegen Lohn oder auf eigene Rechnung weben, nach dem Stande im Dezember 1905 und 1911. II SI Aus den Akten des Landratsamtes Nordhausen zusammengestellt. SI netb ( r obernommI I Ort Zahl der Handweberfamilien 1905 1911 1) A. III Von den Familien gegen Lohn 1.regelmässig d.h.dauernd oder wenigstens den grössten Teil d. Jahres 2. vorübergehend diejenigen, die nur den Winter weben Bleicherode 11 6 9 Ascherode ewball reb 10 5 8 rer bag Bliedungen 2 2 Branderode 2 2 2 Buhla 40 24 25 Elende Etzelsrode 2 2 andedew 2 11 3 1 4 4 4 7 2 Friedrichslohra 11 Friedrichsrode 12 Gratzungen 2 Grossberndten 2 2 Grosswenden 14 4 6 Immenrode ry 4.1 eg 5 A deb A 2 GV 1 6 22 6 Kehmstedt 9 3 3 Kleinberndten 4 1 Kleinbodungen 18 12 10 8 1) Für das Jahr 1911 liess sich nur die Zahl der Weberfamilien feststellen. in Spalte II weben B für eigene Rechnung 1.regelmässig d.h.dauernd oder wenigstens den grössten Teil 2. vorübergehend diejenigen, die nur den Winter weben. IV Namen und Wohnort der Arbeitgeber der zu III A bezeichneten regelmässig gegen Lohn arbeitenden Familien. des Jahres 201 2 101 201 1 1 Schein& Co., Schönheim's Wwe., Gelbke, Klein& Co., Helft, Karl Gerlach, August sämtl.in Bleicherode. Schlesinger, Bleicherode, Leidel, Haynrode, Kolle, Breitenworbis, Wallach, Mühlhausen. Für Bleicheröder Fabrikanten. Warburg, Nordhausen. Schönheim's Ww., Karl Helft, Beyth, Bender, Schlesinger, Reinemann, sämtl.in Bleicherode, Leidel, Haynrode, Wallach, Mühlhausen, Wallich, Buhla, Müller, Kirchworbis Hohensteiner Weberverein. Für eigene Rechnung Wilh.Otto, Gelbke, Klein& Co., Benzler, & Schirmer, Bleichfrode, Schröder, Fr. sen., Mitteldorf, Busch, Mühlhausen. Busch, Mühlhausen, Binkebank& Hammer, Mühlhausen, Druselmann, Rehungen. 1 2 Für Bleicheröder Fabrikanten. Für eigene Rechnung. Gelbke, Klein& Co., Karl Helft, Reinemann u. Knauf, sämtl. Bleicherode, Gebr. Busch, Mühlhausen. Schlesinger, Schein& Co., Kühnemund, Merks, sämtl. Bleicherode, Warburg, Nordhausen. Hohensteiner Weberverein. 3 Gebr. Busch, Mühlhausen. Schlesinger, Schönheim's Ww., Karl Helft, Buchmann, sämtl. Bleicherode. I II Zahl der HandweberOrt 1905 familien 1911 1) A. III Von den Familien gegen Lohn 1.regelmässig d.h.dauernd oder wenigstens den grössten Teil d. Jahres 2. vorübergehend diejenigen, die nur den Winter weben Kleinwenden 4 3 1 Limlingerode 20 15 3 16 Lipprechterode 30 21 19 9 Mitteldorf 18. 9 10 S 3 Niedergebra 45 28 35 Oberdorf 21 10 11 12 3. Obergebra 69 Tobodo te I 27 49 20. Pustleben 5 adfit, doau.30 3 2 7 Pützlingen 11 9 4 Rehungen 88 H 66 20 d Schiedungen 2 3 1 1911 as sich nur die Zahl der 1 in Spalte II weben B für eigene Rechnung 1.regelmässig d.h.dauernd oder wenigstens den grössten Teil des Jahres 2. vorübergehend diejenigen, die nur den Winter weben. IV Namen und Wohnort der Arbeitgeber der zu III A bezeichneten regelmässig gegen Lohn arbeitenden Familien. 1 2 2 3 3 Benzeler& Schirmer, Schlesinger, Gerlach, sämtl. Bleicherode. Schlesinger, Bleicherode, Ballin, Siese, Ellrich. Schein& Co., Karl Helft, Kühnemund, Gelbke, Klein& Co., Gerlach, Buchmann, Schlesinger, Schönheim's Wwe., sämtl. Bleicherode, Hohensteiner Weberverein Oberndorf. Hohensteiner Weberverein Oberndorf, Schlesinger, Buchmann, Gelbke Klein & Co., sämtl. Bleicherode. Schein& Co., Gelbke Klein& Co., Schlesinger, Michaelis, Hesse, sämtl. in Bleicherode, Wwe. Kröning, Niedergebra, Hohensteiner Weberverein, Oberdorf, Gebr. Busch, Mühlhausen. כא 2 Hohensteiner Weberverein Oberdorf, Kaltwasser, Oberdorf, Schein& Co., Bleicherode. Karl Helft, Schlesinger, Schein& Co.. Knauf, Lewitz, Hartung, sämtl. in Bleichreode, Gebr. Busch, Mühlhausen Druselmann, Rehungen, Hohensteiner Weberverein, Oberndorf. Hohensteiner Weberverein, Oberdorf. Ballin, Ellrich, Warburg, Nordhausen, Druselmann, Rehungen, Gebr. Busch, Wallach, Mühlhausen, Wüstemann, Wülfingerode, Ballin, Ellrich. I Ort II Zahl der Handweberfamilien 1905 1911 1) A. III Von den Familien gegen Lohn 1.regelmässig d.h.dauernd oder wenigstens den grössten Teil d. Jahres 2. vorübergehend diejenigen, die nur den Winter weben Sollstedt 16 o . IJ 89 13 Stöckey 9. 9 2 Trebra 11 5 1 Werningerode 14 4 6 Wülfingerode 15 00011 Teatajanadollardeg M, doen. doo, obredo Мон дев I do eboregnitIOW 3 80 5 10 9 12 103 12 8 in Spalte II weben B für eigene Rechnung 1.regelmässig d.h.dauernd oder wenigstens den grössten Teil 2. vorübergehend diejenigen, die nur den Winter weben. IV Namen und Wohnort der Arbeitgeber der zu III A bezeichneten regelmässig gegen Lohn arbeitenden Familien. des Jahres 92 Hohensteiner Weberverein, Oberdorf, Gebr. Drusemann, Rehungen, Gebr. Busch, Mühlhausen, Schein& Co., Bleicherode, Ballin, Ellrich, Siese, Ellrich, Schlesinger, Bleichreode. Schein& Co., Bleicherode. 1 Schönheim's Wwe., Bleiche rode, Schein& Co., Bleicherode, Benseler, Oberdorf. Schein& Co., Helft, Bender, Gelbke, Klein& Co., sämtlich in Bleicherode, Wüstemann, Wülfenrode, Hohensteiner, Weberverein, Oberdorf, Gebr. Busch Mühlhausen. Quellenangabe. Akten des Geheimen Staatsarchivs zu Berlin. Preuss. " Magdeburg. " Hannover. "" Städt.Archivs " Bleicherode. Gewerbeaufsichtsantes " Nordhausen. " Mühlhausen i/ Th. Kreisausschuss des Kreises Grafschaft Hohenstein. Landratsamtes 11 Angaben verschiedener Fabrikanten, alter Heimarbeiter und jetziger TextilarbeiterBericht der deutschen Flachsbaugesellschaft über Ernte 1919. "" Staatl. Webschule, Mühlhausen v. Jahr 1911. Engelmann: Die wirtschaftliche Entwicklung des Eichsfeldes. Halle. 1904. Freie Presse: Erfurt( Bericht aus Frankfurter Zeitung) vom 11. Sept. 1920. Hagemann:( Vortragender Rat im Reichswirtschaftsministerium) Wiederaufbau der Textilindustrie. 1920. Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik. Bd.13, 1869. Jahresberichte der Handelskammer zu Nordhausen. 1850-1913. Kertesz: Textilindustrie. Braunschweig 1917. Kolbe, W. Heimatland. 1908, 1910, 1917. Krönig, F.: Chronik von Niedergebra. 1902. Koczynski: Mitteilungen der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Sept. 1920. Nordhäuser Zeitung vom 5. 3., 18. u. 19. 4. 1900. Petermann, L.: Bilder aus der Kulturgeschichte unseres sächsischen Vaterlandes. 1913. Polack, F.: Der Kreis Worbis in den 100 Jahren preussischer Herrschaft. 1802- 1902. Schmoller, G.: Deutsche Kleingewerbe im 19. Jahrhundert. Halle 1870. Schnorr: Textilberichte über Wissenschaft, Industrie und Handel. Schriften des Vereins für Sozialpolitik. Bd. 40. Statistische Darstellung des Kreises Nordhausen, 1863. ( zusammengestellt im landrätlichen Büro). Stiebeler, G.:( Fabrikdirektor) Wiederaufbau der Textilindustrie. 1920. Textilarbeiterzeitung 30. 1. 1902. Eigene Deststellungen. Lebenslauf. Am 6. Juni 1893 zu Bleicherode am Harz als Sohn des Kaufmanns Selmar Frühberg und seiner Ehefrau Toni, geb. Helft, mos. Konfession, geboren, besuchte ich vom Jahre 1899 am die dortige Volksschule und vom Jahre 1903 an die neugegründete Mittelschule. Ostern 1907 trat ich in die Obertertiea des Königl.Realgymnasiums zu Nordhausen ein, verliess Weihnachten 1913 die Anstalt mit der Reife für Oberprima und trat in ein Bankgeschäft zu Kassel als Lehrling ein. Am 23. September 1914 legte ich dann nachträglich die Reifeprüfung am Königl.Realgymnasium zu Nordhausen ab und bezog die Universität Frankfurt a/ M. Im Dezember 1914 trat ich in das Heer ein, rückte im Januar 1915 aus und machte den Feldzug bis zum Waffenstillstande mit. Ich schied infolge Demobilmachung am 28.Dezember 1918 als Vizewachtmeister aus dem 1. Lothringischen Feld. Art. Regt. Br. 33 aus. Im Zwischensemester 1919 nahm in das Studium wieder auf, studierte dann im Frankfurt, Marburg und seit dem Zw.S. 1920 in Giessen. Meine akademischen Lehrer in Giessen waren: Professor Bruck, Gmelin, Günther, Lenz, Skalweit und Zycha. A 56 456/1 fol. 1921( 19a) Frühberg, Hans. Die Textil- Industrie des Kreises Grafschaft Hohenstein. Inches 2 3 5 6 7 8 1 12 3 4 15 16 7 18 19 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Centimetres Blue Cyan Farbkarte# 13 Green B.I.G. Yellow Red Magenta White 3/ Color Black