——,———— M—— k 8 3 ——————————— —— Geſcictſicher Wegweiſer durch das Grſunghuch un Chorulbuch evangeliſchen Kirche im Broßherzogtum heſſen. Bearbeitet im evangeliſchen Brediger-Seminar zu Jriedberg. Herausgegeben zu Gunſten des evangeliſchen Stadtirchenbau- Vereins zu Friedberg. Darmſtadt. Verlag von Johs. Waitz. 1889. 2( E 8 V Geſcimtlicier Wegweiſer Grſungbuch m Chorulbuch evangeliſchen Kirche im Großherzogtum Beſſen. Bearbeitet im evangeliſchen Prediger-Seminar zu Friedberg. Heransgegeben zu Gunſten des evangeliſchen Stadtkirchenbau- Vereins zu Friedberg. Darmſtadt. Verlag von Johs. Waitz. 1889. nece vrrbeclen. Vorwort. Zur vollen Wiederherſtellung des herrlichen Gotteshauſes, in welchem die Candidaten der heſſiſchen Landeskirche das Wort Gottes zum erſten Male vor der Gemeinde verkündigen dürfen, einen kleinen Bauſtein zu liefern, das war die Abſicht, welche uns zur Ausarbeitung und Herausgabe des vorliegenden Leit⸗ fadens ermutigte, der keinen höheren Anſpruch erhebt, als den, die Entſtehung der Lieder unſres Geſangbuchs und der Weiſen unſres Choralbuchs in geſchichtlicher Folge den Freunden des Kirchengeſanges vorzuführen, und auch dies nur in knappem Umriß, um die Anſchaffung dieſes geſchichtlichen Anhangs zu Geſang- und Choralbuch jedem Gemeindegliede zu ermöglichen. Wir möchten ganz beſonders den hochwürdigen Geiſtlichen und Lehrern mit dieſem Nachſchlagebüchlein eine willkommene Gabe darbieten, wohl wiſſend, daß die Ausfüllung und Verlebendigung der hier gegebenen Notizen der nachzeichnenden Hand derjenigen überlaſſen bleibt, welche berufen ſind, ihre Schüler in den reichen Schatz unſrer Kirchenlieder einzuführen. Möchten ſie mit hilfreicher Nachſicht die Mängel ergänzen, die etwa hier und dort hervortreten, und die bei einer ſo großen Zahl von Notizen bei der beſten Sorgfalt nicht zu vermeiden ſind. Von der Beifügung eines alphabetiſchen Verzeichniſſes der Lieder⸗ anfänge glaubten wir abſehen zu dürfen, da das Geſangbuch wie das Choralbuch ein ſolches enthält, die Namen der Dichter beziehungsweiſe der Componiſten den einzelnen Liedern und IV Melodien jedesmal beigefügt ſind, dieſe alſo leicht aufgefunden werden können mit Hilfe unſres Namen⸗Regiſters. Wenn dieſes Büchlein neben der Erreichung des praktiſchen Zwecks, den es verfolgt, auch noch dazu beitragen würde, in weiteren Kreiſen das Intereſſe am Kirchengeſang, dieſen mächtigen Hebel des kirchlichen Lebens, zu fördern, und 6 ihm ſo gegeben würde, in beſcheidenſtem Maße an dem Bal des geiſtlichen Tempels Jeſu Chriſti mit bauen zu helfen, ſo wäre uns das der reichſte Lohn für unſre beſcheidene Arbeit Friedberg, Oſtern 1889. Die Candidaten des Brediger-Seminars 1888/89. I. Vorreformatoriſchen Arſprungs ſfind A. folgende Lieder des Geſangbuchs: 128„Herr Gott, dich loben wir“, urſpr. lateiniſch:«Te deum laudamus? von Ambroſius, geb. 340 n. Chr. zu Trier als Sohn eines römiſchen Präfekten, zuerſt Statthalter einer Provinz, ſeit 374 Biſchof von Mailand, in welcher Stellung er mit unermüdlichem Eifer und großem Erfolge für die Hebung des Kirchengeſangs gewirkt hat; f3. oder 4. April 397.(Jeſ. 63.)(Vgl. S. 3, Nr. 21. 34, 106„Komm, heiliger Geiſt, o Schöpfer du“, urſpr. lateiniſch:„Veni creator spiritus?, von der Sage Karl dem Großen, auch deſſen gelehrtem Ratgeber Alcuin zuge⸗ ſchrieben, jedoch vor dieſen beiden vorhanden, dem Kirchen⸗ geſang eingefügt von Gregor dem Großen, geb. zu Rom 540, Biſchof von Rom, † 604, der das Werk des Ambroſius fortgeſetzt hat und, wie er der Organiſator der römiſchen Kirche zur Weltkirche geweſen iſt, ſo der Vater des römiſch⸗katholiſchen Kirchengeſanges zu heißen verdient, ſofern er die bis dahin vorhandenen Geſänge ſammelte, ſichtete, für den kirchlichen Gebrauch zurichtete und die Melodien in der ſog. Neumenſchrift firierte. 1 Pſ. 8412. Lieblingslied Karls des Großen.) 478„Mitten wir im Leben ſind“— volkstümliche Um⸗ dichtung der lateiniſchen Sequenz(Antiphona) Mecia vita des Mönches Notker Balbulus(Stammler) zu St. Gallen, der dieſelbe gedichtet hat, angeregt durch den Anblick zweier Arbeiter, die in ſchwindelnder Höhe auf einem Wesweiſer durch Geſang⸗ und Choralbuch. 1 63 477 123 421 Lieder des Geſangbuchs. loſe gelegten Baumſtamm als Brücke von einer der das Thal bildenden Felswände zur andern herüberſchritten, geb. zu Heiligau(Helicgove) im Kanton Zürich 830, † zu St. Gallen am 6. April 912.(Joh. 317. 36.) „O Haupt voll Blut und Wunden“, urſprüngl. lateiniſch:«Salve caput cruentatum, Gebet an die hl. Gliedmaßen des am Kreuz hängenden Heilands, von Bernhard, Abt von Clairvaux, geb. 1091 zu Fontaines, nahe bei Dijon, † 20. Aug. 1153, bekannt durch ſeine Kreuzpredigt, wie durch das Lied Jesus dulcis memoria? („Jeſus, dein Gedächtniß machet“ in Johann Arndt's, deſſen Büchern vom wahren Chriſtentum angehängtem „Paradiesgärtlein“).(Jeſ. 506. Röm. 58—11) „An dem Zorntag, an dem hohen“, urſpr. lateiniſch von Thomas von Celano, geb. zu Celano, berühmtem Franziskanermönch(† 1250),„Dies irae, dies illa?; in lateiniſcher Sprache bildet dieſer Geſang(Sequenz) ein Stück der katholiſchen Totenmeſſe(Requiem).(Zeph. „Allein Gott in der Höh ſei Ehr“; deſſen Grund⸗ ſtock, die ſog. große Doxologie, aus Luk. 214 entſtanden, von Hilarius von Poitiers(† 368) aus dem Morgenland ins Abendland verpflanzt und von Nic. Decius(ſ. S. 12) aus dem Lateiniſchen(Gloria in excelsis Deo) in ein deutſches Lied umgedichtet wurde.(Luk. 214.) „Komm, heiliger Geiſt“; eine alte überſetzung der Pfingſtantiphone Veni sancte spiritus? aus dem 11. Jahr⸗ hundert.(Deutſch in dem Erfurter Enchiridion von 1524.) „O Lamm Gottes unſchuldig“ und „Chriſte, du Lamm Gottes“; erſteres Umdichtung, letzteres überſetzung des altlateiniſchen Meßgeſanges Agnus Dei, qui tollis peccata mundi?.(Joh. 129. 1. Petr. 118. 19.) iederdeutſch in der Braunſchweigiſchen Kirchenordnung von 1528, hochdeutſch in der Kirchen⸗ agende Herzog Heinrichs von Sachſen, Leipzig 1540.) „Verleih uns Frieden gnädiglich“; eine Be⸗ arbeitung der alten antiphona pro pace: Da pacem, Pomine?.(Zuerſt in dem Wittenberger Geſangbuch von ———— — 33 93 107 108 31 170 21 34 Lieder des Geſangbuchs. 8 1531, aber wahrſcheinlich ſchon in das Joſeph Klug'ſche Geſangbuch aufgenommen.) Vgl. S. 11. „Gelobet ſeiſt du, Jeſu Chriſt“, deſſen erſter Vers nach der Schweriner Kirchenordnung von 1519 vor⸗ reformatoriſchen Urſprunges iſt(älteſte Urkunde 1370). (2. Kor. 89.) Vgl. S. 10. „Chriſt iſt erſtanden“; eine ſchon im 12. Jahrhundert populäre und in die Liturgie eingegliederte Oſterweiſe, das älteſte deutſche Kirchenlied.(Erfurter Geſangbuch von 1531.) „Chriſt fuhr gen Himmel“; eine Himmelfahrtsſtrophe aus dem 14. oder 15. Jahrhundert.(Unter den„alten Liedern“ mitgeteilt in dem Valentin Babſt'ſchen Geſang⸗ buch von 1545.) „Komm, heiliger Geiſt, Herre Gott“; eine freie Bearbeitung und Erweiterung(V. 2 u. 3) der alten Anti⸗ phone„Veni sancte spiritus, reple tuorum corda fide- lium etc.»; zuerſt in dem Erfurter Enchiridion von 1524 und von dem Wittenberger Geſangbuch von 1531 als „durch Dr. M. Luther gebeſſert“ bezeichnet. Niederdeutſch zuerſt in dem Speratusbuch von 1526.(Joh. 1613. 14.) Vgl. S. 10. „Nun bitten wir den heiligen Geiſt“; mittelalter⸗ liches Pfingſtlied, zur Zeit Bertholds von Regensburg ( 1272) ſchon vorhanden und von Luther durch die 2.— 4. Strophe erweitert.(Joh. 14%. 1. Cor. 12.)(Nieder⸗ deutſch zuerſt in dem Speratusbuch von 1526.) Vgl. S. 10. „Es iſt ein Ros entſprungen“; Weihnachtslied aus dem 15.(16.) Jahrhundert nach Jeſ. 111—. B. folgende Weiſen des Choralbuchs, von welchen 1. dem lateiniſchen Kirctengeſang entnommen ſind: „Herr Gott, dich loben wir“ bei Klug 1529. „Nun komm der Heiden Heiland“((Veni redemtor gentium*) mit den beiden Nachbildungen(1524): „Verleih uns Frieden gnädiglich“(Da pacem) (Nürnberg 1531) und 1 4 Weiſen des Choralbuchs. 8„Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort“ als Einzel⸗ druck 1542(Wittenberg 1543), ſ. S. 1 Ambroſius. 164„Chriſte, du Lamm Gottes“(deutſch geformt in der Braunſchweiger Chriſtl. Ordnung. 1528). 1„Komm, heiliger Geiſt, erfüll die Herzen“ Erfurter Kirchenamt. 1527). Ferner dem Grundſtock und den Hauptmotiven nach: 81„Allein Gott in der Höh' ſei Ehr'“(nach dem„Et in terra pax ꝛc. des Gloria paschalis). In deutſcher Lied⸗ form Leipzig 1539. 94„O Lamm Gottes unſchuldig“; Tert im Roſtocker Ge⸗ ſangbuch 1531, mit Melodie in der Braunſchweiger Kirchen⸗ Ordnung. 1542. 139„Es woll' uns Gott genädig ſein“— Straßburger Kirchenamt. 1525. Liturg. Geſänge 10 a. S. 131.„Wir glauben all an einen Gott“— Melodie eine Interpolation oder Trope zu dem lateiniſchen Texte des Credo, zuerſt auf einer dem Nicolaus von Koſel zugeſchriebenen, den erſten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts c. 1420 angehörenden Handſchrift der Univerſ.⸗Bibl. zu Breslau; deutſch bei Walther 1524. 2. dem geiſtlicen lakeiniſcien Polſsgeſang entſtammen: 168„Mitten wir im Leben ſind“— deutſche Liedform für Notkers Antiphon(ſ. S. 1), zuerſt in Johann Walthers Geſ.⸗B. 1524. 91„Da Chriſtus geboren war“(eIn natali Dominiꝰ) nach Erk Vierſt. Choralb. Berlin 1863), handſchriftlich im 15. Jahrh.(Berliner Bibliothek. mscr. germ. 8. Nr. 190.) 24„Den die Hirten lobten ſehre“((Quem pastores laudavere?).(Val. Trillers Singbuch 1555. 1559.) 3. dem deutſchen geiſtlichen Polksgeſang entſtammen: 166„Chriſt iſt erſtanden“(12. Jahrhundert), dem evange⸗ liſchen Kirchengeſang einverleibt ſeit 1531.(Wittenberger Geſangbuch 1535.) 165„Chriſt lag in Todesbanden“(Walther 1524). 8 Weiſen des Choralbuchs. Cr 167„Chriſt fuhr gen Himmel“(Spangenberg. 1545). 38„Nun bitten wir den heiligen Geiſt“(12. Jahr⸗ hundert); Berthold von Regensburg i. 13. Jahrh.:„Es iſt ein ſehr nützlicher Sang; ihr ſollt ihn je länger je mehr ſingen und ſollt ihn alle mit ganzer Andacht und mit innigem Herzen zu Gott empor ſingen und rufen“. Bei Walther 1524. 35„Gelobet ſeiſt du, Jeſu Chriſt“(14. Jahrhundert) (1370). Im evangeliſchen Kirchengeſang durch Walther's G.⸗B. 1524. 142„Komm, heiliger Geiſt, Herre Gott“(15. Jahrh.). Evangeliſch Erfurt. Enchir. 1524. 29„(Chriſtus iſt erſtanden) In dich hab'ich gehoffet, Herr“; aus dem 15. Jahrhundert zu dem vorſtehenden Oſtertext; mit dem zweiten Text zuerſt im Straßburger Gros Kirchen Geſangbuch 1560. 46„Vater unſer im Himmelreich“(wahrſcheinlich ſüd⸗ deutſche Volksweiſe), zuerſt in Wolff Köpphels G. B. Straßburg 1537.(Leipziger Geſangbuch 1539.) 80„Ach Gott, vom Himmel ſieh darein“(Erfurter Enchiridion. 1524). 82„Aus tiefer Not ſchrei ich zu dir“(Erfurter Enchiri⸗ dion. 1524.)(Im Achtliederbuch 1524 hat der Text die Mel.„Es iſt das Heil“.) 88„Wenn mein Stündlein vorhanden iſt“(Kirchen⸗ geſäng, Joh. Wolff, Frankfurt a. M. 1569). 89„Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“(lug'ſches G.⸗B. 1535). 140„Auf dieſen Tag bedenken wir“(Wolff Köpphels G. B. Straßburg 1537). 169„An dem Zorntag, an dem hohen“(ſ. S. 2)(bei Lude⸗ kus 1589). Mit Recht alſo bezeugt Melanchthon:„Denn, wiewohl an etlichen Orten mehr an etlichen weniger deutſche Ge⸗ ſänge geſungen werden, ſo hat doch in allen Kirchen je etwas das Volk deutſch geſungen“. 30 44 40 41 84 Weiſen des Choralbuchs. 4. em weltlichen deutſcen Volſsgeſang eniſtammen: „Ich hab' mein Sach' Gott heimgeſtellt“(urſpr. „Ich weiß ein Blümlein hübſch und fein“ und„Es iſt auf Erden kein ſchwerer Leiden“). Mit dem geiſtlichen Text in M. Luthers d. Geſangbuch m. vier Stimmen comp. von Joh. Rauwen, Pfarrherr zu Wetter. Frankfurt 1589. „Kommt her zu mir, ſpricht Gottes Sohn“, iſt die Melodie zu einem auf die Hinrichtung des Hans Linden⸗ ſchmid 1490 gedichteten Liedes, auf welche zahlloſe geiſt⸗ liche und weltliche Texte geſungen wurden. Der urſpr. Text:„Was wöll'n wir ſingen und heben an“; zu dem geiſtlichen Text zuerſt 1530 auf einem Zweiliederdruck K. Bibl. Berlin. E. 916). „Auf meinen lieben Gott“(iſt Umbildung der von Reynart 1574 zu dem Texte„Venus, du und dein Kind“ komponierten Mel.; geiſtlich bei Geſius 1605; Schein 1627). „O Welt, ich muß dich laſſen“(urſpr.„Innſpruck ich muß dich laſſen“ bei Forſter,[Ein Auszug guter alter on newer Teutſcher Liedlein. Nürnberg 1539]) mit Ton⸗ ſatz von H. Iſaak, geb. 1440, Geſchäftsträger Kaiſer Maxi⸗ milians zu Florenz 1475— 1480; mit geiſtl. Text in Wolder's Katech.⸗Geſ. 1598. Eislebener Geſ.⸗B. 1598). „Es iſt das Heil uns kommen her“(Melodie eines alten Oſterliedes„Frewt euch, ihr Frauen und ihr Mann“; zuerſt im Wittenberger Enchiridion. 1524). („Es iſt gewißlich an der Zeit“. Klug 1535)(„Ins Wildpad hin ſteht mir mein Sinn“). „Nun freuteuch, lieben Chriſten g'mein“(Achtlieder⸗ buch, Wittbrg. 1524). „Aus meines Herzens Grunde“(im 16. Jahrhundert entſtanden; zuerſt in Wolder's Katech.⸗Geſ.⸗B. 1598). „Von Gottwill ich nicht laſſen“(urſpr. zu dem Text „Ich gieng einmal ſpatzieren“*). Jvachim. Magdeburg 5 „Herzlich thut mich verlangen“(von H. Leo Haßler, geb. 1564 zu Nürnberg, Organiſt in Augsburg 1585, 1602 in Prag, † 1612 in Frankfurt a. M., urſpr. zu dem Text„Mein G'müt iſt mir verwirret“). 160 126 111 14 10 32 116 117 133 148 86 106 Weiſen des Choralbuchs. 2. „Wenn mich mein' Sünden kränken“, Erf. Enchir. 1524(urſpr. Volkslied:„Ich hört' ein Freulein klagen“). aus dem Mleiſtergeſang: „Mag ich Unglück nicht widerſtahn“(Forſter, Ein Auszug guter alter vn newer Teutſcher Liedlein, Nürn⸗ berg 1539, I, Nr. 102, ebenſo H. Newſiedler, Lautenbuch Nürnberg, 1536; Wittenb. Geſ.⸗B. 1535). 5. aus dem franzöſiſchen Pſalter(Volksgeſang*): „Wie nach einer Waſſerquelle“(Pſ. 42). 1551. „O Gott, der du ein Heerfürſt biſt“ Pſ. 84). 1562. „Herr Gott, dich loben alle wir“(Pſ. 134). 1561. (1551.) „Wenn wir in höchſten Nöten ſein“ GPſ. umgeb. bei Eler Cantica sacra, Hamburg, 1588). „O höchſter Gott, o unſer lieber Herre“(Pſ. 8). 1542. „O Herr, dein' Ohren zu mir kehre“(Pſ. 5). Genf 1542. „Nun lobt und dankt Gott allzuſammen“(urſpr. rhythm. 1562 bei Claude Goudimel). „O ſelig Haus wo man dich aufgenommen“ Um⸗ bildung der Melodie zu Pſ. 32 bei Bourgoys. 1547. „Zu Gott in dem Himmel droben“ GPſ. 77. 86) 1562. hnlichen Urſprungs, vielleicht weltlichen: „An Waſſerflüſſen Babylon“(Straßb. K. A. 1525). „Herr, wie du willſt ſo ſchicks mit mir“(Straßb. 1524 mit Text„Aus tiefer Not“). 6. aus dem franzöſiſchen weltlichen Geſang ſtammt: „Was mein Gott will, geſcheh allzeit“, urſpr. zu dem Liebeslied«Il me souffit de tout mes maulk» in Atteignants Liederſammlung. Paris 1529. Geiſtlich zuerſt bei Rhaw. 1544.(1530*). 7. aus dem böſimiſchen Cantional(1595): „Ich dank dir ſchon durch deinen Sohn“. 8 Die Entwickelung des evangeliſchen Kirchenlieds Erſter Abſchnitt. Die Entwickelung des evangeliſchen Firchenlieds von Cuther bis zum Ende des 17. Zahrhunderts. Dies iſt die Zeit des gemeindemäßigen Kirchenliedes, in welchem die zum Gottesdienſt verſammelte Gemeinde dankend, lobend, bekennend, bittend vor Gott tritt. Das Lied iſt Ge⸗ ſangsgebet der Gemeinde, zwar von Einzelnen erfunden, aber aus dem Bewußtſein und aus der Stimmung, aus dem Glauben und aus dem Gedankenkreiſe der Chriſtengemeinde heraus em⸗ pfunden und geſungen. Vorbild iſt dem Inhalt nach der Pſalter, denn„Wo findet man feinere Worte von Freuden, denn die Lobpſalmen und Dankpſalmen haben? Da ſiehſt du allen Heiligen ins Herze wie in ſchöne, luſtige Gärten, ja wie in den Himmel, wie feine, herzliche, luſtige Blumen darin aufgehen von allerlei ſchönen, fröhlichen Gedanken gegen Gott und ſeine Wohlthat. Wiederum, wo findeſt du tiefere, kläglichere, jämmerlichere Worte von Traurigkeit, denn die Klagepſalmen haben? Da ſiehſt du abermals allen Heiligen ins Herz wie in den Tod, ja wie in die Hölle. Wie finſter und dunkel iſt's da von allerlei Anblick des Zorns Gottes. Alſo auch, wo ſie von Furcht und Hoffnung reden, brauchen ſie ſolche Worte, daß dir kein Maler alſo könnte die Furcht oder Hoffnung abmalen, und kein Cicero oder Redekundiger alſo vorbilden. Und wie geſagt, iſt das das allerbeſte, daß ſie ſolche Worte gegen Gott und mit Gott reden, welches macht, daß zwiefältiger Ernſt und Leben in den Worten ſind“(Luther). Vorbild der Form nach iſt das deutſche Volkslied— denn deutſch nach Sprachform und Melodie ſollte das Lied der Gemeinde ſein, ein„deutſcher Pſalm“ nach Wort und Weiſe. Die litterariſchen Markſteine der Entwickelung bilden das „Enchiridion“ von 1524(„Fünfundzwanzig⸗Liederbuch“), und das Darmſtädter Cantional von 1687, das ſchon in die neue Zeit hineinragt. . von Luther bis zu Ende des 17. Jahrhunderts. 9 Die Entwickelung läßt drei Perioden erkennen, deren Grenzen fließend ſind. In den Liedern der erſten Zeit der evangeliſchen Kirche, der Frühlingszeit des neuerwachten Glaubenslebens iſt es„die ganze Chriſtenheit auf Erden“, die im Liede zum Wort kommt; es iſt das Kirchenlied der friſche, kräftige Ausdruck der die Volksſeele bewegenden Ergriffenheit, Volkslied im tiefſten Sinne des Wortes: große Gedanken in ſchlichter Form, wahr und kräftig, oft rauh faſt ausgedrückt— Chorſtil. Die Melodien entſtammen zum größten Teil— ſoweit es ſich nicht um liturgiſche Geſänge handelt— dem geiſtlichen oder weltlichen Volksgeſang und ſind demſelben nachgebildet, der Gemeindege⸗ ſang iſt einſtimmig, ohne Orgelbegleitung. In der zweiten Periode, der Zeit des inneren Ausbaus der jungen Kirche, wird im Kampfe wider die Feinde von rechts und links beſondrer Nachdruck auf„die reine Lehre“ gelegt und dieſe auch im Liede betont(„behüt mich, Herr, vor falſcher Lehr'“). Das Lied will und ſoll Ausſprache der auf dem feſten Grunde des Bekenntniſſes geeinten Gemeinde ſein. Gemeindemäßigkeit wird auch für die Melodie und den Vortrag angeſtrebt, deshalb(ſo z. B. von Lukas Oſiander 1586) bei dem mehrſtimmigen Chorgeſang, welcher die Kirchenweiſe im kunſtvollen Gewande vorführt, die Melodie in die Oberſtimme gelegt, damit die Gemeinde ſie deutlich heraushöre; zur Unter⸗ ſtützung des Gemeindegeſangs wird die HOrgelbegleitung ein⸗ geführt(Geſius in Frankfurt a. M. 1600; Samuel Scheidt's Orgel⸗Tabulaturbuch, das erſte Choralbuch für die Orgel, 1650). Die dritte Periode iſt die Zeit der ſchönſten Blüte des evangeliſchen Kirchenliedes, aber auch, zumal gegen den Schluß hin, des beginnenden Verfalles. Der große Inhalt erſcheint in ebenbürtiger Form: die Sprache wird geglättet Opitz), die Form des Volkslieds künſtleriſch geadelt, und es werden ihr neue, der griechiſch⸗römiſchen Dichtung nachgebildete Formen an die Seite geſtellt(z. B. in„Herzliebſter Jeſu, was haſt du verbrochen“—„O Gott, du frommer Gott“). Die furchtbare Not des dreißigjährigen Krieges hatte die Menſchen nach innen und nach oben gewieſen, in die Tiefe geführt, auf die Ewig⸗ keit blicken gelehrt(„Jeruſalem, du hochgebaute Stadt“); ſie hatten den Pſalter tauſendfach ſelber erlebt. So iſt es das 10 Lieder des Geſangbuchs. Selbſterlebte, Selbſterfahrene, was die Sänger ſingen und ſagen. Der Einzelne iſt es, der im Liede redet und zeugt, das„Ich“, nicht mehr das„Wir“— aber was er erfahren hat, das iſt die Erfahrung Aller, darum iſt ſein Lied Allen nach Herz und Mund geſungen, immer noch Lied der Gemeinde(Gerhardt), nicht mehr Volkslied wie„Ein' feſte Burg“, aber volkstümliches Kirchenlied(„Warum ſollt' ich mich denn grämen“). Es ſind nicht die„Theologen“, die ſingen(wie in der zweiten Periode), ſondern die Chriſten aller Stände. Am Schluſſe aber zeigt ſich der Keim des Verfalls darin, daß der Einzelne ſich zu ſehr vordrängt, daß mit der ſchönen Form geſpielt und Kultus getrieben wird, daß man nicht mehr ſingt, um zu zeugen, ſon⸗ dern dichtet, um zu dichten. Der Pſalter tritt zurück hinter dem„Hohelied Salomonis“, dieſes wird das Vorbild der Dichter und die„Arie“(weltliches Kunſtlied) das Vorbild der Muſiker. Das kirchliche Volkslied der Reformationszrit. 1524— 1555. 1. Die Dichter. Luther, Dr. Martin, geboren zu Eisleben den 10. November 1483, ſeit 1508 Profeſſor der Theologie und Prediger in Witten⸗ berg, geſtorben am 18. Februar 1546. 32 Vom Himmel hoch, da komm ich her(Klugs G.⸗B. 1535). Ein Kinderlied vom Kindlein Jeſu. 33 Gelobet ſeiſt du, Jeſu Chriſt(oh. Walthers G.⸗B. 1524; V. 1 Volkslied).(2. Kor. 89.) 77 Chriſt lag in Todesbanden(1524). Röm. 512. 1. Kor. 57. 3. 1555— 57. 107 Komm' heiliger Geiſt, Herre Gott, Vers 2 u. 3 (V. 1 aus dem 15. Jahrh.). 108 Nun bitten wir den heiligen Geiſt(1524)(V. 1 altes Volkslied). Lieder des Geſangbuchs. 11 128 Herr Gott, dich loben wir.[Ambroſius; Te deum laudamus.](1529.) 148 Ein' feſte Burg iſt unſer Gott(1529), zu Grunde liegt Pſ. 46. Erwiderung auf die Beſchlüſſe des Reichs⸗ tags zu Speyer 1529. 149 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort(1541). Pſ. 2. Jer. 1516. 150 Ach Gott vom Himmel ſieh darein(1524). Pf. 12. 167 Es wolle Gott uns gnädig ſein(1524). Pſ. 67. 212 Aus tiefer Not ſchrei ich zu dir(1524). Pſ. 130. 231 Nun freut euch, lieben Chriſten g'mein(1523). Frühſtes Gemeindelied des deutſchen evangel. Kirchen⸗ geſanges. 291 Vater unſer im Himmelreich(1539). Eine treff⸗ liche Auslegung des Vaterunſers in Liedform. 421 Verleih uns Frieden gnädiglich llat.](1529). 478 Mitten wir im Leben ſind Media vita ſ. S. 1). (524.) Cber, Dr. Paul, geboren zu Kitzingen in Franken am 8. November 1511, Freund Luthers und Melanchthons; geſt. als General⸗Superintendent, Profeſſor der Theologie und Paſtor an der Stiftskirche in Wittenberg am 10. Dezember 1569. 437 Herr Chriſte, wahrer Menſch und Gott. 418 Wenn wir in höchſten Nöten ſein(Gebet Joſa⸗ phats 2. Chron. 20. Vor 1567, gedichtet wahrſcheinlich nach der Schlacht bei Mühlberg 1547). Grammann[Graumann], Dr. Johann, genannt Poly⸗ ander, geboren zu Neuſtadt in Bayern am 5. Juli 1487, Freund Luthers, Rektor der Thomasſchule in Leipzig; geſtorben als Paſtor an der Altſtädter Kirche zu Königsberg in Preußen am 29. April 1541. 129 Nun lob mein' Seel' den Herren(Pſ. 103, Herzog Albrechts Lieblingspſalm, auf deſſen Wunſch von G. gedichtet; erſchienen in Kugelmanns„Concentus noviv 1540 zu Augsburg). 12 Lieder des Geſangbuchs. Speratus, Paul(urſpr. Hoffer), aus dem ſchwäbiſchen Geſchlecht derer von Spretten, geboren zu Rötlen bei Ellwangen in Schwaben den 13. Dezember 1484, ſeit 1524 auf Luthers Empfehlung Hofprediger des Herzogs Albrecht von Preußen zu Königsberg, ſeit 1529 Biſchof von Pomeſanien. Bei Ein⸗ führung der Reformation in Preußen beſonders thätig. Ge⸗ ſtorben am 12. Auguſt 1551 zu Marienwerder. 292 Ich ruf zu dir, Herr Jeſu Chriſt.? [Das ſog.„Speratus⸗Liedlein“: Es iſt das Heil uns kommen her. Nach Wackernagel iſt der Dichter des Liedes J. Agricola, der es 1530 zu Eisleben dichtete.] Decius, Kicolaus[Kicolaus v. Pof], gebürtig aus der Stadt Hof im Voigtland, Propſt im Kloſter Steterburg im Braunſchweigiſchen, ſeit 1523 evangeliſcher Prediger in Stettin, geſtorben daſelbſt am 21. März 1541. 58 O Lamm Gottes unſchuldig(ſ. S. 2). 123 Allein Gott in der Höh' ſei Ehr'. Schneeſing, Johann[Chiomuſus), geboren zu Frank⸗ furt am Main, ſeit 1534 Pfarrer zu Friemar bei Gotha, ge⸗ ſtorben daſelbſt 1567. 213 Allein zu dir, Herr Jeſu Chriſt. Im Gros Kirchen Geſangbuch, Straßburg 1560 wird als Verfaſſer dieſes Lieds C. Humbert⸗Huber(† 1577), der Bucers Ammanuenſis war, Bucer zu lieb an⸗ gegeben, während in den früheren Ausgaben des Straßb. Geſ.⸗B. Schneeſing als Verfaſſer notiert iſt. Reusner, Adam[Reißner), geboren zu Mündelheim 1496, Schüler Reuchlins, Geheimſekretär des Feldhauptmanns Georg von Frundsberg, geſtorben um 1575 in ſeiner Vater⸗ ſtadt. 293 Auf lin! dich hab' ich gehoffet, Herr; nach F 3 Beſſen. Alberus, Crasmus, geboren 1500 zu Engelrod, wurde Pfarrer zu Sprendlingen, Schüler und Freund Luthers, ge⸗ ſtorben als General⸗Superintendent zu Neubrandenburg in Mecklenburg am 5. Mai 1553. Lieder des Geſangbuchs. 13 95 Auf, Jeſu Jünger, freuet euch.(Nicht ſicher von Alberus.) [Waldis, Burkhard, geboren in Heſſen um 1495, Fabeldichter und Pſalmenbearbeiter, war 1537 in Riga, ſeit 1544 Pfarrer zu Abterode in Heſſen; ge⸗ ſtorben um 1577.] Pranken. Sachs, Pans, geboren zu Nürnberg am 5. November 1494, Schuſter und Meiſterſinger daſelbſt; geſtorben am 19. Januar 1576. 326 Warum betrübſt du dich, mein Herz? (Anonym erſchienen, nicht ſicher von H. Sachs.) Albrecht, der jüngere, Markgraf von Brandenburg⸗Bay⸗ reuth, geboren am 18. März 1522 zu Ansbach, geſtorben zu Pforzheim am 8. Januar 1557. 325 Was mein Gott will, geſcheh allzeit(. (Anonym auf einem fliegenden Blatt, Nürnberg 1530, von der Sage[Kopenhag. G.⸗B. 1571, Heupolds Manual 1620]) dem Markgrafen zugeſchrieben.) Es ſoll nach der Schlacht bei Sivershauſen 1553 von ihm gedichtet worden ſein. Böhmen[Jvachimsthal). Mattheſius, Johann, geboren zu Rochlitz in Sachſen am 24. Juni 1504, ſeit 1529 in Wittenberg Luthers Haus⸗ und Tiſchgenoſſe, wirkte zu Joachimsthal zuerſt als Rektor, dann als Paſtor. Geſtorben daſelbſt am 8. Oktober 1565. 365 Aus meines Herzens Grunde. Das tägliche Morgenlied Guſtav Adolfs,„des Schwedenkönigs Leibſtück“. Auch geſungen am 7. Dez. 1631, als er bei Stockſtadt über den Rhein ſetzte, um Oppenheim anzugreifen. Dermann, Kicolaus, geb. um 1480, Kantor zu Jvachims⸗ thal in Böhmen, Freund ſeines Pfarrers Mattheſius, geſtorben den 3. Mai 1561. 34 Lobt Gott, ihr Chriſten allzugleich. Phil. 25—1. 14 Weiſen des Choralbuchs. 386 Hinunter iſt der Sonnen Schein. 436 Wenn mein Stündlein vorhanden iſt. 1. Joh. 21. 2. Anonym: 380„Geſegn' uns Herr, die Gaben dein“(vor 1562). 383„Wir danken Gott für ſeine Gaben“(vor 1588). 387„Mein ſchönſte Zier und Kleinod biſt“(16. Jahrh.) Aus der reformierten Kirche: Zwick, Johann, geb. 1496 in Conſtanz, 1522 Pfarrer in Riedlingen, 1524 in Conſtanz, wo er die Reformation mit durchführte, 1542 in Biſchofszell(Thurgau), † daſelbſt 23. Okt. 1542. 94 Auf dieſen Tag bedenken wir. 2. Die Erſinder der Melodien. Luther, Dr. Martin(ſ. S. 10). 144„Ein' feſte Burg iſt unſer Gott“. 1529. 13„Vom Himmel hoch da komm' ich her“(Schu⸗ mann'ſches Geſ.⸗B. Leipzig 1539). Dieſe, allem Anſchein nach von Luther ſtammende Melodie hat die frühere(„Aus fremden Landen komm ich her“), mit welcher das Lied zuerſt erſchien(Klugs G.⸗B. 1535), verdrängt. Rugelmann, Pans, geboren zu Augsburg, zog 1539 auf Wunſch des Herzogs Albrecht von Preußen nach Königsberg, daß er„ihm helfe einen ſchönen, evangeliſchen Gottesdienſt anrichten durch die edle Muſika“. Sein Hauptinſtrument war die Trompete, darauf er Virtuos war; wie feſtlicher Trompeten⸗ klang tönt's auch durch die von ihm ſtammende Weiſe: 161„Nun lob mein Seel' den Herren“(in„Concentus novi trium vocum vder News Geſang mit dreyen Stimmen, den Kirchen und Schulen zu Nutz“ 2c. Augsb. 1540). Dermann, Kicolaus(ſ. S. 13). 4„Lobt Gott, ihr Chriſten allzugleich“. 1554 („darum ich auch dieſe und andere meiner Geſänge nur für Kinder⸗ und Hauslieder ausgebe und gehalten haben will“). Weiſen des Choralbuchs. 15 31„Erſchienen iſt der herrlich Tag“ G560). Decius, Kicolaus(ſ. S. 12). 81„Allein Gott in der Höh'] Doch nur die Umgießung ſei Ehr'“(Leipzig 1539). der gregorianiſchen 94„O Lamm Gottes unſchul⸗[ Motive in die deutſche dig“(Braunſchw. K.⸗O. 1542).] Liedform. ſ. S. 2. Anonym: 11„Nun laßt uns den Leib begraben“(in 5ſtimm. Tonſatz von Joh. Stahl in„Neue deutſche Geſänge“. Wittb. 1544). 141„Allein zu dir, Herr Jeſu Chriſt“(angeblich von Joh. Schneeſing[Chiomuſus]; Einzeldruck 1541). 146„Ich ruf' zu dir, Herr Jeſu Chriſt“(Witten⸗ berg 1535). 28„Warum betrübſt du dich, mein Herz“(in einer Handſchrift des Monvetius. 1565). 163„Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr“(Bernhard Schmid, Tabulaturbuch, Straßburg 1577). 171„Es iſt ein' Ros entſprungen“(ölniſches Geſ.⸗B. 1599). 2 itel Dus Gemeindelied der lutheriſchen Bekenntniskirchr. 1. Die Dichter. Ringwaldt, Bartholomäus, geb. 1530*) zu Frankfurt a. d. Oder; nachdem er ſeit 1556 an zwei anderen Orten das Predigt⸗ amt verwaltet, 1567 Pfarrer zu Langfeld bei Sonnenburg in der Neumark, wo er um 1598 ſtarb. 214 O frommer und getreuer Gott(²) lnach Heſek. 3311). Rutilius, Martin, Diakonus zu Weimar, geb. 1550, † 1618. 215 Ach Gott und Herr, wie groß und ſchwer. Ein Beicht⸗ und Gebetlied. Selnecker, Kicolaus, geb. 1532(oder 1530) zu Hers⸗ bruck bei Nürnberg, † 1592 zu Leipzig als Profeſſor der Theol., *) Nach Gödeke 28. Nov. 1532. 16 Lieder des Geſangbuchs. Superintendent u. Paſtor zu St. Thomae. 1570 Hoſprediger und Generalſuperintendent in Wolfenbüttel, 1577 Rückkehr in die Leipziger Stellung, die er, 1589 in Folge der kryptocal⸗ viniſtiſchen Streitigkeiten wieder verloren, 1591 zum dritten⸗ mal erhielt. Früher Hofprediger in Dresden, auch Prof. der Theol. zu Jena. Nächſt Andreae hat er den Hauptanteil an der Aufſtellung der Konkordienformel; in Leipzig beſonders ver⸗ dient durch die Errichtung des noch beſtehenden Thomanerchors. 151 Ach bleib bei uns, Herr Jeſu Chriſt. 295 Laß mich dein ſein und bleiben(«die 17. Februarij pridie Concordiae et Constantiae 1576* niederge⸗ ſchrieben zu Lichtenberg). Pelmbold, Ludwig, geb. 1532 zu Mühlhauſen in Thü⸗ ringen, † 1598 als Diakonus und Superintendent ebendaſelbſt. Als Gymnaſiallehrer und Prediger dichtete er 1573 zu Erfurt während der Peſt 328 Von Gott will ich nicht laſſen lnach Pſ. 7323). Bienemann, Kaspar(Meliſſander), geb. 1540 zu Nürn⸗ berg, † 1591 als Generalſuperintendent zu Altenburg(ſeit 1578). 294 Herr, wie du willſt, ſo ſchick's mit mir. 327 Ich weiß, daß mein Erlöſer lebt. Rnoll, Chriſtopb, geb. 1563 zu Bunzlau in Schleſien, † 1621 als Diakonus zu Sprottau(ſeit 1591). Während einer Peſt ſoll 1599 gedichtet ſein 441 Herzlich thut mich verlangen. Pappus, Johann, geb. 1549 zu Lindau am Bodenſee, 1571 Profeſſor der hebr. Sprache, 1578 Prof. der Theol. u. Pfarrer am Münſter zu Straßburg, wo er 1610 ſtarb. 438 Ich hab' mein' Sach' Gott heimgeſtellt (zuerſt 1579 oder 1580 in Straßburg anonym erſchienen; nach Einzelnen von Johann Leon, Feldprediger, dann Pfarrer in Königsſee, Groß⸗Mühlhauſen, Wölfis, †1597). Schalling, Martin, geb. 1532 zu Straßburg, Schüler Melanchthons, ſeit 1576 Hofprediger und Superintendent in Amberg, ſeit 1585 Prediger an St. Marien in Nürnberg, wo er 1608 ſtarb. Lieder des Geſangbuchs. 17 268 Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr. Nach Pſ. 18 und 73. Berberger, Valerius, geb. 21. Apr. 1562 zu Frauſtadt in Poſen, † 1627 ebendaſelbſt als Pfarrer am Kripplein Chriſti. 442 Valet will ich dir geben. Gedichtet unter der Peſt⸗ not des Jahres 1613, gedruckt zu Leipzig 1614. Kicolai, Philipp, geb. 1556 zu Mengeringhauſen in Waldeck, 1596— 1601 Pfarrer zu Unna in Weſtfalen, † 26. Oktb. 1608 zu Hamburg als Hauptpaſtor und Senior an St. Katharinen. 269 Wie ſchön leuchtet der Morgenſtern. Zu Grunde liegt Pſ. 45. Zuerſt im„Freudenſpiegel des ewigen Lebens“. Frankfurt a. M. 1599. 479 Wachet auf, ruft uns die Stimme. Matth. 256. Unter den Schrecken der Peſt 1597 zu Unna in Weſtfalen gedichtet. Beurhaus, Friedrich, ſeit 1567 Prorektor am Gymnaſium zu Dortmund, † 1609. 329 Auf meinen lieben Gott, meiſt jedoch dem Weingärtner, Sigismund, zugeſchrieben, Pfarrer in Heils⸗ bronn bei Ansbach(zuerſt Melchior Vulpius' G.⸗B. Weimar 1609). Anonym: 439 Chriſtus, der iſt mein Leben. Vor 1609. Nach Philipp. 11. Die Tradition ſchreibt es der Gräfin Anna von Stolberg zu. 440 Freu' dich ſehr, o meine Seele. Vor 1620. Von manchen Kaspar von Warnberg zugeſchrieben. 2. Die Urheber neuer Melodien. Selnecker(ſ. S. 15). 3 Nun laßt uns Gott dem Herren(Run laßt uns gehn und treten). 1587. Kicolai(ſ. v.). 158 Wie ſchön 1599(„das Königspaar unter den Kirchen⸗ leuchtet liedern“). 162 von F. Mendelsſohn in 162 Wachet auf ſeinem„Paulus“ verwandt. Wegweiſer durch Geſang⸗ und Choralbuch. 2 18 Lieder des Geſangbuchs. Vulpius, Melchior, geb. um 1560 zu Waſungen, † 1616 als Kantor in Weimar. 2 Chriſtus, der iſt mein Leben.(Ein ſchön geiſtl. Geſ.⸗B. Jena 1609). Franck, Melchior, geb. um 1580 zu Zittau, † 1639 als Hofkapellmeiſter in Coburg. 115 Jeruſalem, du hochgebaute Stadt Erfurt. Chriſt⸗ lich neu vermehrt und verbeſſertes G.⸗B. 1663). (Dieſes Lied war das Abſchiedslied, das die heſſiſchen Gaſſenkehrer 1870 am Schluſſe des letzten Gottesdienſtes, den ſie in dem Kirchlein zu La Villette in Paris halten durften, anſtimmten, ehe ſie zum Wanderſtab griffen, um in die dunkle Zukunft hineinzuziehen.) Teſchner, Melchior, um 1613 Kantor an der Kirche zum Kripplein Chriſti bei Val. Herberger in Frauſtadt, ſpäter Pfarrer in Oberpritſchen. 103 Valet will ich dir geben. 1615. Dasler(Paßler), Dans Leo,(ſ. S. 6). 102 Herzlich thut mich verlangen.(Luſtgarten neuer Teutſcher Geſänge. Nürnberg 1601). 5 Das klaſſiſche Kirchenlied. 1. Die Dichter. A. Die Sünger der Votzeit. Albert(Alberti), Deinrich, geboren 28. Juni 1604 zu Lobenſtein im Voigtlande, Neffe des berühmten Tonſetzers Heinrich Schütz, hielt ſich ſpäter in Dresden auf, ſeit 1626 zu Königsberg in Preußen. Er wurde 1631 Organiſt an der Domkirche daſelbſt und ſtarb 6. Oktober 1651. 366 Gott des Himmels und der Erden. 458 Einen guten Kampf hab' ich. Nach 2. Tim. 47. Altenburg, Johann Michael, geb. 14. Jan. 1584 zu Alach in Thüringen, Pfarrer in Groß⸗Sömmerode bei Erfurt und dann Pfarrer zu St. Andreä in Erfurt, wo er 12. Februar 1640 ſtarb. Lieder des Geſangbuchs. 19 153 Verzage nicht, du Häuflein klein. Luc. 12 ½2. [Guſtav Adolfs Feldlied, von Altenburg gedichtet nach der Schlacht bei Leipzig 1631, für welche die Schlachtloſung lautete„Gott mit uns“.] Dach, Simon, geboren 29. Juli 1605 zu Memel, wurde 1633 Kollaborator, 1636 Konrektor an der Domſchule zu Königsberg in Preußen, 1639 Profeſſor der Dichtkunſt. Er ſtarb 15. April 1659. 481 Schöner Himmelsſaal. 482 O wie ſelig ſeid ihr doch, ihr Frommen. Denicke, David, geboren 31. Januar 1603 zu Zittau, geſtorben 1. April 1680 zu Hannover als Konſiſtorial- und Kloſterrat. 216 O Vater der Barmherzigkeit. Fleming, Paul, geboren den 5. Oktober 1609 zu Hartenſtein im Voigtlande, ſeit 1633 in Holſtein. 1635 bis 1639 geht er mit einer Geſandtſchaft des Herzogs Friedrich III. von Holſtein⸗Gottorp nach Moskau und Perſien. Zurückgekehrt von dieſer an Abenteuern und Unfällen reichen Reiſe geht er nach Leyden, wird zum Doktor promoviert und ſtirbt 2. April 1640 zu Hamburg als praktiſcher Arzt. 330 In allen meinen Thaten. Gedichtet, als er 1633 mit der Geſandtſchaft nach Perſien ging. 430 Ich zieh' in ferne Lande. Nur Fortſetzung von Nr. 330, im G.⸗B. getrennt. Geſenius, Juſtus, geboren 6. Juli 1601 zu Eßbeck im Hannöverſchen, geſtorben 18. September 1673 zu Hannover als Oberhofprediger, Kirchenrat und Generalſuperintendent. 62 Wenn mich mein' Sünden kränken. Matth. 92. Gryphius[Greiff], Andreas, geboren den 2. Oktober 1616 zu Groß⸗Glogau in Schleſien, ſeit 1636 Hauslehrer bei einem Grafen von Schönborn, der ihn 1637 zum Dichter krönte und in den Adelſtand erhob. 1638 geht er auf Reiſen, be⸗ ſucht Holland, Frankreich, Italien, läßt ſich nach ſeiner Rück⸗ kehr nach Deutſchland 1647 zu Frauſtadt nieder. 1650 wird er Landſyndikus des Fürſtentums Glogau und ſtirbt in einer Ständeſitzung zu Glogau vom Schlage getroffen 16. Juli 1664. 2* 20 Lieder des Geſangbuchs. 155 Erhalt uns deine Lehre. 445 Die Herrlichkeit der Erden. Deermann, Johannes, geboren den 11. Oktober 1585 zu Rauden in Niederſchleſien, 1608 in Brieg zum Dichter gekrönt, 1612 Prediger in Köben. 1634 legt er Kränklichkeit halber ſein Amt nieder und zieht ſich 1638 vor den Kriegsunruhen nach Liſſa in Polen zurück, wo er 27. Februar 1647 ſtarb. 59 Jeſu, deine tiefen Wunden. Gal. 13.4. Röm. 66. Marc. 834. 60 Herzliebſter Jeſu, was haſt du verbrochen. Nach Luc. 2392. 78 Früh morgens, da die Sonn' aufgeht. Luc. 24. Wa 232 So wahr ich lebe, ſpricht dein Gott. Nach Heſek. 3311. 296 O Gott, du frommer Gott. Jac. 117. Hebr. 131. Matth 16 heſ Pe Matth. 12 36 Pſ. 719. 381 Speis, o Gott, uns, deine Kinder. 419 Treuer Wächter Israel. Nach Pſ. 1214. 470 Ach Gott, ich muß in Traurigkeit. Deld, Deinrich, Rechtsgelehrter in Gurau, † 1660. 16 Gott ſei Dank durch alle Welt. Pſ. 334. 7326. 109 Komm, o komm du Geiſt des Lebens. Jeſ. 112. Röm. 86, 816. Hebr. 4 4. Deuniſch, Caspar, geboren 16. Juli 1620 zu Schwein⸗ furt, geſtorben daſelbſt 1690 als Superintendent. 485 O Ewigkeit, du Freudenwort. Löwenſtern, Matthäus Apelles von, geb. den 20. April 1594 zu Polniſch⸗Neuſtadt, geſt. 11. April 1648 in Breslau als Kaiſerl. Rat und wirkl. Staatsrat des Herzogs von Oels und Münſterberg. 130 Nun preiſet alle. Meyfart, Johann Matthäus, geboren 9. November 1590 zu Walwinkel im Gothaiſchen, Profeſſor, dann Direktor am h Lieder des Geſangbuchs. 21 Gymnaſium zu Koburg, Doktor und Profeſſor der Theologie, ſo⸗ wie Paſtor und Senior in Erfurt, wo er 26. Februar 1642 ſtarb. 480 Jeruſalem, du hochgebaute Stadt. Offb. Joh. 21 S 18) Prätorius, Benjamin, geboren den 15. Februar 1571 zu Weißenfels, geſtorben als Paſtor zu Großliſſa in Sachſen nach 1668. 243 Sei getreu bis an das Ende. Nach Offb. 210. Rinckart, Martin, geboren 23. April 1586 zu Eilen⸗ burg, ſtudierte in Leipzig, ward 1617 Archidiakonus in ſeiner Vaterſtadt, wo er in Zeiten von Krieg, Peſt und Hungersnot ſegensreich wirkte und am 8. December 1649 geſtorben iſt. 131 Nun danket alle Gott[(Danklied nach Sirach 50 ½—26 zum Abſchluß des Weſtfäliſchen Friedens 1648; Siege bei Leuthen 1757 und bei Wörth 1870]). Riſt, Johann, geboren 8. März 1607 zu Ottenſen bei Hamburg, wirkte ſeit 1635 zu Wedel im Holſteiniſchen als Pfarrer und ſtarb daſelbſt 31. Auguſt 1667; 1644 von Fer⸗ dinand III. zum Dichter gekrönt und zum kaiſerlichen Pfalz⸗ grafen ernannt, 1653 in den Adelſtand erhoben; Stifter und Vorſteher des Elbſchwanordens. 18 Auf, auf, ihr Reichsgenoſſen. Adventslied über Matth. 211. 47 Hilf, Herr Jeſu, laß gelingen. Text von Bachs Neujahrscantate. 53 Werde Licht, du Stadt der Heiden. Epiphanien⸗ lied über Jeſ. 60. 74 O Traurigkeit, o Herzeleid! 79 Laſſet uns den Herren preiſen. Ein Danklied auf Oſtern. Hoſ. 1314. 132 Man lobt dich in der Stille[4.— 6. Strophe des Liedes: Ich will den Herren loben]. Nach Pſ. 34. 207 O Jeſu, meine Wonne. Dankſagung nach dem Abendmahl. 388 Werde munter, mein Gemüte(2). 484 O Ewigkeit, du Donnerwort. Marc. 9 49. Ein Lied von ſo wuchtigem Ernſt, wie nur wenige Lieder. 22 Lieder des Geſangbuchs. Schein, Johann Hermann, einer der berühmteſten Ton⸗ ſetzer ſeiner Zeit, geboren 20. Januar 1586 zu Grünhayn im Meißenſchen, als 13jähriger Knabe Diskantiſt an der Hof⸗ kapelle zu Dresden, Alumnus in Schulpforta, ſtudierte Theo⸗ logie und Philologie in Leipzig, ward ſpäter Kapellmeiſter in Weimar und ſtarb 1630 als Kantor und Muſikdirektor der Thomasſchule zu Leipzig. 443 Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt'. Siegfried, Joh., Superintendent zu Schleiz, † 1637. 444 Ich hab' mich Gott ergeben. Stegmann, Joſua, geb. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, ſeit 1617 Paſtor zu Stadthagen, 1621 erſter Profeſſor der Theologie an der neu errichteten Univerſität Rinteln und Super⸗ intendent der Grafſchaft Schaumburg, † zu Rinteln am 3. Aug. 1632. 152 Ach bleib mit deiner Gnade. Lieblingslied Friedrich Wilhelms IV. von Preußen. Steuerlein, Johann, geb. 5. Juli 1546 zu Schmalkalden, ſtarb als gekrönter Poet und Stadtſchultheiß zu Meiningen. 46 Das alte Jahr vergangen iſt. Thilo, Valentin, geb. 19. April 1607 zu Königsberg in Preußen, † 27. Juli 1662 daſelbſt als Profeſſor der Beredſam⸗ keit und königlich polniſcher Geheimſekretär. 17 Mit Ernſt, o Menſchenkinder. Auch als Beichtlied zum Advent zu gebrauchen. Tſcherning, Andreas, geb. 18. Nov. 1611 zu Bunzlau in Schleſien, ſeit 1644 Profeſſor der Dichtkunſt in Roſtock, wo er 27. September 1659 geſtorben iſt. 404 Du ſollſt in allen Sachen. wegelin, Joſua, geb. 11. Januar 1604, ſeit 1627 Dia⸗ konus an der Barfüßerkirche zu Augsburg und 1633 Pfarrer im Spital zum heiligen Geiſte, 1635 evangeliſcher Pfarrer und Senior zu Preßburg in Ungarn, wo er 14. Sept. 1640 ſtarb. 96 Auf Chriſti Himmelfahrt allein. Joh. 12 ½. 1744. Matth. 6,1. Pſ. 1819. Lieder des Geſangbuchs. 23 weißel, Georg, geb. 1590 zu Domnau in Preußen, Rek⸗ tr der Schule zu Preußiſch⸗Friedland, 1623 erſter Pfarrer an der neu erbauten Roßgartiſchen Kirche zu Königsberg, ge⸗ ſtorben daſelbſt 1. Auguſt 1635. 15 Macht hoch die Thür. Nach Pſ. 247. 270 Such' wer da will. Matth. 114. Urſprünglich Ad⸗ ventslied. Werner, Georg, geb. 22. März 1589 zu Preußiſch⸗Holland, geſtorben als Diakonus an der Löbenichtkirche zu Königsberg 1643. 73 Der du, Herr Jeſu, Ruh' und Raſt. wilhelm II., Perzog zu Fachſen⸗Weimar, geb. auf dem Schloſſe zu Altenburg 11. April 1598, geſtorben 17. Mai 1662 zu Weimar. 5 Herr Jeſu Chriſt, dich zu uns wend. B. Die Sänger der Blütezeit. An der Spitze ſteht als das geiſtige Haupt der Lieder⸗ dichter ſeiner Zeit und als der erſte Liederdichter der evangeliſchen Kirche überhaupt Gerhardt, Paulus, geb. den 12. März 1607 zu Gräfen⸗ hainichen als Sohn des dortigen Bürgermeiſters Chr. Gerhardt, beſuchte die Fürſtenſchule zu Grimma 1622—27, dann die Univerſität Wittenberg(2. Jan. 1628). Nach vollendetem Studium der Theologie weilte er als Hauslehrer in der Familie des Kammergerichtsadvokaten Berthold in Berlin, der ſpäter ſein Schwiegervater wurde. Schon 1648 brachte Joh. Crügers Praxis pietatis? achtzehn Lieder von ihm mit Melodien von Crüger geſchmückt. 1651 wurde er zum Propſt in Mittenwalde ernannt, wo er ſich mit Anna Maria Berthold verheiratete 1. Febr. 1655). 1657 erging an ihn die Berufung auf das erledigte Diakonat an der St. Nikolaikirche zu Berlin, derſelben, an welcher Johann Crüger, ſein verſtändnisinniger muſikaliſcher Freund, als Organiſt und Kantor wirkte. Das bekannte Edikt des Kurfürſten Friedrich Wilhelm, welches den Geiſtlichen alle Ausfälle auf der Kanzel gegen die Andersgläubigen unterſagte und beſtimmt war, der übertriebenen Streitſucht zu ſteuern, vermochte Paulus Gerhardt, obwohl ſelbſt allezeit ein Mann des Friedens und für ſeine Perſon allem theologiſchen 24 Lieder des Geſangbuchs. Zank abhold, aus Gewiſſensbedenken nicht zu unterſchreiben, weshalb er nach längeren Verhandlungen ſeiner Stelle entſagen mußte. In dieſe Zeit, da er ſtellenlos von Berlin habe weg⸗ ziehen müſſen, verlegt eine ſinnige Sage die Entſtehung des Liedes: „Befiehl du deine Wege“— doch iſt das Lied lange vorher ſchon bekannt geweſen. 1669 erhielt er die Stelle eines Archi⸗ diakonus in Lübben, wo er ſich in keiner Weiſe verſtanden, vielmehr tief vereinſamt fühlte, zumal ihm die Gattin ſchon 1668 entriſſen worden und von 5 Kindern nur 1 Söhnlein Paul Friedrich) geblieben war. Der Liederquell verſtummte; müde und ſtille ging der Dichter heim am 7. Juni 1676. Aus ſeinen Liedern ſpricht der fröhliche Glaube eines echten Gotteskindes, der in allen Stücken es wagt auf ſeines Gottes Gnade und Treue. 20„Wie ſoll ich dich empfangen“. Nach Matth. 211—. 21„Warum willſt du draußen ſtehen“. 1. Moſ. 24 ½1. 35„Fröhlich ſoll mein Herze ſpringen“. Luc. 210. Phil. 4 4. 36„Wir ſingen dir, Immanuel“. 37„Ich ſteh' an deiner Krippe hier“. 48„Nun laßt uns gehn und treten“. Man merkt ihm die ſchweren Ungewitter des 30 jährigen Krieges an. 63„O Haupt, voll Blut und Wunden“. Jeſ. 50. Pſ. 45. Matth. 279. Hebr. 1,. Joh. 110, 14. 1014. 192. Dem salve caput cruentatum des Bernhard von Clairvaux nachgebildet(pgl. S. 2). 6 Wet ſieh hier dein ebe Hiob 17. 65„Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“. S 111„Zeuch ein zu deinen Thoren“. Pſf. 247. 112„O du allerſüßte Freude“. Pſ. 1913. 336. 10499. Eph. 117—19. 1. Cor. 316. Col. 310. Jeſ. 453. 1. Cor. 210. Pſ7 133„Ich ſinge dir mit Herz und Mund“. 134„Nundanketall'undbringet Ehr'“. Sirach 502—26. 297 306 331 332 333 334 335 336 337 362 368 369 389 390 408 409 422 447 472 Lieder des Geſangbuchs. 25 „Zweierlei bitt ich von dir“. Nach Sprüche 307—9. (4. Bitte des Herrngebetes.) „Sollt ich meinem Gott nicht ſingen“. „Gieb dich zufrieden und ſei ſtille“. Pſ. 377. „Warum ſolltich michdenn grämen?“ Pſ. 7323—26. „Befiehl du deine Wege“. Ein Akroſtich auf Pſ. 373. Schon 1656 bekannt. „Auf den Nebel folgt die Sonn'“. 1656 entſtanden. „Iſt Gott für mich, ſo trete“. Nach Röm. 81, 1653 gedichtet, als er noch in Mittenwalde war. „Schwing dich auf zu deinem Gott“. Ein Troſt⸗ lied in ſchwerer Anfechtung. „Geduld iſt euch vonnöten“. Nach Hebr. 10 33—37. „Geh aus, mein Herz, und ſuche Freud“. „Die güldne Sonne“. Gerhardts Kandidatenzeit ſtammend. „Nun ruhen alle Wälder“. Friedrich der Große nennt's in einem Kabinetsbefehl von 1781„dummes Zeug“. „Der Tag mit ſeinem Lichte“. „Voller Wunder, voller Kunſt“. „Wie ſchön iſt's doch, Herr Jeſu Chriſt“. Knüpft an Pſ. 128 an. „Gottlob nun iſt erſchollen“. 1648 gedichtet. Das einzige Lied unſeres G.⸗B., in dem das Wort„Deutſch⸗ land“ vorkommt. Gſ Hebr 1113 „Du biſt zwar mein und bleibeſt mein“. 1650 entſtanden. domburg, Ernſt Chriſtoph, geb. 1605 zu Mihla bei Eiſenach, war Gerichtsaktuar und Rechtskonſulent zu Naum⸗ burg. Mit der geiſtlichen Liederdichtung beſchäftigte er ſich 26 Lieder des Geſangbuchs. erſt in ſpäteren Jahren, wie er ſelbſt ſagt, auf Veranlaſſung ſchweren häuslichen Unglücks. Er ſtarb zu Naumburg am 2. Juni 1681. Er hat 148 geiſtliche Lieder gedichtet, wovon ſich in unſerem Geſangbuch befinden: 22„Kommſt du, kommſt du, Licht der Heiden?“ 66„Jeſu, meines Lebens Leben“. Joh. 146. Matth. 270. 97„Ach wundergroßer Siegesheld“. 1. Petr. 322. Col. 118. 31—4. Eph. 523. Joh. 129. Hebr. 112 Schirmer, M. Michael, geb. Juli 1606 zu Leipzig, war zu⸗ erſt Rektor in Freiberg, dann Paſtor zu Striegnitz an der Mulde, wurde 1636 Subrektor am grauen Kloſter in Berlin, 1643 Konrektor und ſtarb, nachdem er mehrere Jahre gemütskrank geweſen war, am 4. Mai 1673. Er nannte ſich ſeiner vielen Leiden wegen den„deutſchen Hiob“. Von ihm ſind: 19„Nun jauchzet all', ihr Frommen“. 110„Oheil'ger Geiſt, kehr bei unsein“. Nach Jeſ. 112. 428„O Gott, der du das Firmament“. Glearius, Johann, geb. den 17. September 1611 zu Halle, wo ſein Vater Superintendent war, beſuchte die Gym⸗ naſien zu Halle und Merſeburg, bezog hierauf die Univerſität Wittenberg, wo er bereits 1632 als Magiſter Vorleſungen hielt. 1637 kam er als Paſtor und Superintendent nach Querfurt, von wo ihn 1643 der Herzog Auguſt von Sachſen⸗Weißenfels als Oberhofprediger nach Halle berief; in demſelben Jahre er⸗ hielt er die theologiſche Doktorwürde von der Univerſität Witten⸗ berg, 1664 wurde er zum Generalſuperintendenten ernannt, als ſolcher ſtarb er am 14. April 1684 zu Weißenfels. Er dichete 240 Lieder. Er iſt zu unterſcheiden von ſeinem gleich⸗ namigen Brudersſohn, Johann Gottfried Olearius(1635 bis 1711), der auch mehrere Kirchenlieder verfaßt hat, von denen aber keines in unſer Geſangbuch aufgenommen wurde. 23„Nun kommt das neue Kirchenjahr“. 124„Gelobet ſei der Herr, mein Gott“. Clausnitzer, Tobias, geb. 1618 zu Thum bei Annaberg, ſtudierte 1642 in Leipzig, wurde 1644 Feldprediger bei einem ſchwediſchen Regiment und erhielt 1649 die Stelle eines kur⸗ pfälziſchen Kirchenrates, Stadtpfarrers und Inſpektors zu Weiden Lieder des Geſangbuchs. 27 in der Oberpfalz, wo er am 7. Mai 1684 ſtarb. Es ſind 3 Lieder von ihm bekannt, darunter: 6„Liebſter Jeſu, wir ſind hier“. „Ein Seufzer zu Gott vor der Predigt.“ Franck, Johannes, geb. zu Guben in der Niederlauſitz am 1. Juni 1618, wurde in ſeiner Vaterſtadt 1648 Rats⸗ herr, 1661 Bürgermeiſter, 1670 auch Landesälteſter der Markgrafſchaft Niederlauſitz und ſtarb am 18. Juni 1677. Seine Lieder gehören zu den beſten des 17. Jahrhunderts. Er gab ſie 110 an der Zahl heraus in ſeinem„Geiſtlichen Sion“. 54„Herr Jeſu, Licht der Heiden“. Luc. 225—5. 196„Schmücke dich, o liebe Seele“. Matth. 257. 307„Jeſu meine Freude“.(Peter der Große ließ dies Lied 1724 ins Ruſſiſche übertragen.) 391„Unſre müden Augenlider“. 423„Herr Gott, dich loben wir“. Ein deutſches Te Deum auf den weſtfäliſchen Frieden. Keumark, Georg, geb. zu Langenſalza am 16. März 1621, kam 1630 auf das Gymnaſium zu Gotha und begab ſich 1640 nach zurückgelegtem Gymnaſium nach Leipzig, um von dort einen Oſtſeehafen zu erreichen, wurde aber unterwegs ſeiner Habe beraubt, und konnte erſt nach den verſchiedenſten Wechſelfällen 1643 die Univerſität Königsberg beziehen, an der er die Rechte ſtudierte; er blieb hier 5 Jahre, in denen er mancherlei Leiden, z. B. den gänzlichen Verluſt ſeiner Habe durch eine Feuersbrunſt, zu ertragen hatte, aber auch durch ſein pvetiſches und muſikaliſches Talent viele Gönner fand. Er lebte hierauf längere Zeit in Danzig und Thorn und kehrte 1650 nach Deutſchland zurück; nachdem er ſich einige Zeit in Hamburg aufgehalten, ging er 1651 nach Weimar, wo er am Hofe des kunſtliebenden Herzogs Wilhelm IV. eine freundliche Aufnahme fand und noch in dem⸗ ſelben Jahre als Kanzleiregiſtrator und Bibliothekſekretär an⸗ geſtellt wurde. 1653 trat er in die„fruchtbringende Geſellſchaft“ ein, auch erhielt er 1679 die Aufnahme in den Pegnitzorden. Er war zuletzt herzoglicher Archivſekretär, auch kaiſerl. Pfalzgraf und ſtarb am 18. Juli 1681. 28 Lieder des Geſangbuchs. Das von ihm in unſerem G.⸗B. ſtehende Lied ſoll er in Hamburg gedichtet haben, als er durch unerwartete Anſtellung aus einer ſehr bedrängten Lage geriſſen und dadurch in den Stand geſetzt wurde, ſeine aus Not verſetzte Viola di Gamba wieder einzulöſen. 339„Wer nur den lieben Gott läßt walten“. Pſ. 5523. Kachtenhöfer, M. Raspar Friedrich, geb. am 5. März 1624 zu Halle, wo ſein Vater Rechtspraktikant war, ſtudierte in Leipzig, wurde Magiſter daſelbſt, kam 1651 als Erzieher in das Haus des Kanzlers Carpzow zu Koburg, wurde noch in demſelben Jahre Diakonus zu Meder im Koburgiſchen, 1655 Paſtor daſelbſt, 1671 Diakonus an der Hauptkirche zu St. Moritz in Koburg, nachher auch Veſperprediger und Subſenior daſelbſt und ſtarb am 23. Nov. 1685. 38„Dies iſt die Nacht, da mir erſchienen“. Tit. 34. Albinus, Johann Georg, geb. zu Unter⸗Neſſa bei Weißen⸗ fels am 6. März 1624, wurde 1653 Rektor der Donmſchule zu Naumburg und 1657 Paſtor zu Othmar daſelbſt; er ſtarb am 25. Mai 1679. 486„Alle Menſchen müſſen ſterben“(1652 gedichtet). (Das Lied erſchien zuerſt bei der Leichenrede auf Paul von Henßberg. Leipzig 1652. Roſenmüller, der das Lied in Muſik ſetzte, legt ſich auch die Autorſchaft des Ge⸗ dichts bei.[Vgl. Blätter f. Hymnologie 1884 S. 55ff.). Sirach 413. Joh. 1724. Scriver, M. Chriſtian, geb. am 2. Jan. 1629 zu Rends⸗ burg. Noch nicht ein Jahr alt, verlor er ſeinen Vater an der Peſt. Auch ſeinen frommen Stiefvater verlor er nach wenigen Jahren wieder, doch gelang es ſeiner Mutter, ihn durch den Beſuch guter Schulen zu Rendsburg und Lübeck zum Studium vorbereiten zu laſſen. 1647 bezog er die Univerſität Roſtock, wo er 1649 Magiſter wurde. 1653 wurde er Diakonus zu Sten⸗ dal. 1667 wurde ihm das Paſtorat an der Jakobikirche in Magdeburg übertragen. 1685 wurde er daſelbſt zum geiſtlichen Inſpektor ernannt. Nach 23jähriger ſegensreicher Amtsführung folgte er 1690 einem Rufe als Kirchenrat und Oberhofprediger der Abtiſſin von OQuedlinburg, obwohl ſeine Gemeinde alles aufbot ihn zu halten. Er ſtarb daſelbſt 5. April 1693 und Lieder des Geſangbuchs. 29 wurde ſeinem Wunſche gemäß in der Jakobikirche zu Magde⸗ burg begraben. Als Prediger und Seelſorger ſteht er für alle Zeiten als ehrwürdiges Vorbild da, und ſeine Erbauungsſchriften(„Seelen⸗ ſchatz“,„Zufällige Andachten“) ſind noch heute im Gebrauch. 276„Jeſu, meiner Seele Leben“. Hohes Lied 216. Schenk, M. Partmann, geboren den 7. April 1634 zu Ruhla bei Eiſenach, beſuchte die Gymnaſien zu Eiſenach und Koburg und bezog 1656 die Univerſität Helmſtädt, von wo ihn im folgenden Jahre die Peſt nach Jena trieb. 1662 wurde er Pfarrer zu Bibra im Hennebergiſchen, 1669 Diakonus zu Oſtheim vor der Rhön, wo er am 2. Mai 1681 ſtarb. 11„Unſern Ausgang ſegne Gott“. Pſ. 1216. Sacer, Georg Wilhelm, geb. am 11. Juli 1635 zu Naumburg, wo ſein Vater Bürgermeiſter war, beſuchte das dortige Gymnaſium und die Anſtalt von Schulpforta. Von 1653 an ſtudierte er in Jena die Rechte, wurde nacheinander Privatſekretär, Reiſebegleiter, Regimentsſekretär, Fähndrich; ſchließlich kehrte er aber wieder zu den Wiſſenſchaften zurück. 1670 ließ er ſich als Rechtskonſulent in Braunſchweig nieder. Als Hofgerichtsadvokat wurde er 1683 in Wolfenbüttel an⸗ geſtellt. Daſelbſt ſtarb er 1699 am 8. September als Kammerkonſulent. Seine Lieder hat er meiſt ſchon als Student gedichtet. 50„Durch Trauern und durch Plagen“. 98„Der Herr fährt auf gen Himmel“. Pſ. 47. 474„So hab ich obgeſieget“. Pauli, Joachim, geb. 1636 zu Wilsnack i. M., geſtorben nach 1674. 154„Zion, gieb dich nur zufrieden“. Liscow, Salomo, geb. am 25. Oktober 1640 zu Niemitzſch in der Niederlauſitz, wo ſein Vater Prediger war; er ſtudierte in Wittenberg, wo er Magiſter und gekrönter Dichter wurde, kam 1664 als Pfarrer nach Otterwiſch unweit Leipzig und 1685 als Diakonus nach Wurzen, wo er am 5. Dez. 1689 ſtarb. 488„Bedenke, Menſch, das Ende“. 406„In Gottes Namen fang ich an“. 30 Lieder des Geſangbuchs. Derzog, Dr. Johann Friedrich, geb. 6. Juni 1647 in Dresden, geſt. 21. März 1699 als Advokat in Dresden. 393„Nun ſich der Tag geendet hat'“. Rodigaſt, Samuel, geb. den 19. Oktober 1649 zu Greben bei Jena, beſuchte die Schule zu Weimar, ſtudierte von 1668 an in Jena, wurde daſelbſt 1671 Magiſter. 1680 ging er als Konrektor an das graue Kloſter nach Berlin und wurde 1698 Rektor dieſes Gymnaſiums; er ſtarb am 29. März 1708. 344„Was Gottthut, das iſt wohlgethan, es bleibt ge⸗ recht“. Nach 5. Moſ. 324. Lieblingslied Friedrich Wil⸗ helms III. Schamelius:„Gottes Wohlthaten im Kreuz“. Franck, Peter, geb. am 27. September 1616 zu Schleu⸗ ſingen, war erſt Paſtor zu Thüngen in Franken, dann zu Roß⸗ feld, hierauf Diakonus zu Rodach bei Koburg und zuletzt Paſtor zu Gleußen zwiſchen Koburg und Bamberg, wo er 1675 ſtarb. 446„In Chriſto will ich ſterben“. Reymann, Chriſtian(auch Keimann geſchrieben), geb. zu Pancraz in Böhmen am 27. Febr. 1607, ſtudierte zu Witten⸗ berg, wurde daſelbſt 1634 Magiſter, in demſelben Jahre Kon⸗ rektor am Gymnaſium zu Zittau und 1638 Rektor daſelbſt, ſtarb am 13. Januar 1662. Sein Lied:„Meinen Jeſu laß ich nicht“ wurde veran⸗ laßt durch die Worte, welche Johann Georg I., Kurfürſt von Sachſen, auf dem Sterbebette 1656 auf die Frage ſeines Beicht⸗ vaters Dr. Weller:„Ob kurfürſtliche Gnaden Jeſum im Herzen hätten“ erwiderte. Die Anfangsworte der 5 erſten Strophen bilden den Spruch„Meinen Jeſum laß ich nicht“; und wenn man in der letzten Strophe die Anfangsbuchſtaben der 5 erſten Zeilen, das Schlußwort der 5. Zeile und die ganze 6. Zeile zuſammenlieſt, ſo ergiebt ſich folgendes: Johann Georg, Chur⸗ fürſt zu Sachſen, ſpricht:„Meinen Jeſum laß ich nicht“. 271„Meinen Jeſum laß ich nicht“. Röm. 838. 39. Pſ. 73 23. Luiſe Venriette, älteſte Tochter des Erbſtatthalters von Holland, des Prinzen Heinrich Friedrich von Oranien, geb. im Haag am 27. November 1627, vermählt mit dem Kurfürſten Friedrich Wilhelm von Brandenburg am 7. Dezbr. 1646, geſt. zu Berlin am 18. Juni 1667. Lieder des Geſangbuchs. 31 Es wird ihr zugeſchrieben: 483„Jeſus meine Zuverſicht“. 1. Cor. 15. Hiob 1925—27. 1. Theſſ. 413—8. Der ev. Kirche liebſtes Begräbnislied. Anonym ſind folgende vier Lieder aus unſerer Periode: 125„Hallelujah! Lob, Preis und Ehr'“. Von manchem wird dieſes Lied dem Bartholomäus Craſſelius(ſ. S. 42) zugeſchrieben(1667— 1724), doch ohne ſicheren Anhaltspunkt. Jedenfalls iſt es vor 1698 verfaßt. 197„Herr Jeſu Chriſt, du höchſtes Gut“. 61„Der am Kreuz iſt meine Liebe“. Dieſes Lied hat wahrſcheinlich Johann Menzer (ſ. S. 53) zum Verfaſſer. Es wird auch Johannes Greding (1676— 1748) zugeſchrieben. Joh. 141. Röm. 83s. 39. 275„Jeſus ſchwebt mir in Gedanken“(Luppius, An⸗ dächtig ſingender Chriſtenmund 1692). 367„Die Nacht nunmehr vergangen iſt“. 489„Ich ruhe nun in Gottes Armen“. 338„Alles iſt an Gottes Segen“. (Nürnberger Geſangbuch von 1676). Jer. 177. Pſ. 39. C. Die Sünger der übergangszeit. a. Die Dichter des Nürnberger Blumenordens. Girtenlied, weil Chriſtus vorwiegend im Bilde des„Hirten“ gefeiert wird; die Dichter nehmen jetzt das Hohelied zum Vorbild, weniger den Pſalter.) von Birken, Sigmund(Betulius), geb. 5. Mai 1626 zu Wildenſtein bei Eger, mit ſeinen Eltern des Glaubens wegen aus Böhmen flüchtig, ſtudierte in Jena, Privatgelehrter und Prinzen⸗ erzieher an verſchiedenen Höfen, von Kaiſer Ferdinand III. geadelt und zum kaiſerlichen Pfalzgrafen ernannt, ſtarb 12. Juni 1681 in Nürnberg. 245„Laſſet uns mit Jeſu ziehen“. Joh. 11 6. Röm. 68. 11. 817. 405„Jeſu, komm', ſei eingebeten“. Luc. 5 3—1. 32 Lieder des Geſangbuchs. Bornmeiſter, Simon, geb. 31. Mai 1632 zu Nürnberg, ſtarb als Rektor der Sebaldſchule daſelbſt 8. Dez. 1688. 473„So geh' nun hin, dem Grabe zu“. Auf den Tod ſeines Söhnchens gedichtet. Titius, Chriſtoph(Tietze), geb. 24. Mai 1641 zu Wilkau bei Breslau, ſtudierte in Altdorf und Jena, Pfarrer in Franken und im Nürnbergiſchen, zuletzt zu Hersbruck bei Nürnberg, wo⸗ ſelbſt er 21. Febr. 1703 ſtarb. 219„Ich armer Menſch, ich armer Sünder“. 340„Sollt' es gleich bisweilen ſcheinen“. Pſ. 2516. Stockjleth, Peinrich Arnold, geb. 17. April 1643 zu Alfeld bei Hildesheim, ſtarb 8. Aug. 1708 als brandenburg⸗ bayreuthiſcher Kirchenrat, Oberhofprediger und Generalſuperin⸗ tendent zu Mönchsberg. 345„Wunderanfang, herrlich's Ende“. Jeſ. 2829. Wegleiter, Chriſtoph, geb. 22. April 1659 zu Nürnberg, ſtarb 16. Aug. 1706 als Profeſſor der Theologie und Diakonus an der Stadtkirche zu Altdorf. 1„Beſchwertes Herz, leg' ab die Sorgen“. 1. Moſ. 223, 3. Moſ. 262. Deßler, Wolfgang Chriſtoph, geb. 11. Febr. 1660 zu Nürnberg, ſtudierte in Altdorf. Da er ſeiner Schwächlichkeit wegen nicht predigen konnte, war er litterariſch thätig, wurde 1705 Konrektor der Schule zum heiligen Geiſt in Nürnberg, als welcher er 11. März 1722 ſtarb. 309„Wie wohl iſt mir, o Freund der Seelen“. Hohes Lied 85. Matth. 713.14. Joh. 101.21. 347„Ich laß dich nicht, du Hülf in allen Nöten“. 1. Moſ. 32 6.„Die kämpfende Liebe“ oder„Be⸗ ſtändiges Anhangen und Treue gegen Jeſum“. p. Die von der katholiſchen Myſtik angewehten Dichter. Schefiler, Johann, geb. 1624 zu Breslau, 1649 Leibarst des Herzogs Sylvius Nimrod von Württemberg zu Oels, trat unter dem Namen Angelus Sileſius 1652 zur katholiſchen Kirche über, empfing 1661 die Prieſterweihe, wurde geiſtlicher Rat des Fürſt⸗ biſchofs, ſtarb 9. Juli 1677 im Kloſter zu Sankt Matthias. 273„Ich will dich lieben, meine Stärke“. Joh. 14 4. Lieder des Geſangbuchs. 33 244„Mir nach, ſpricht Chriſtus, unſer Held“. Matth.. 1. Petr. 2 ½1— 23. Joh. 812.46.30. Matth. 1129. Matth. 1626. 274„Liebe, die du mich zum Bilde“. 1. Joh. 46. 19. Rnorr von Roſenroth, Ehriſtian, geb. 15. Juli 1636 zu Alt⸗Rauden im Fürſtentum Wohlau, ſtudierte in Leipzig und Wittenberg, machte Reiſen durch Frankreich, England und Holland, ſtarb 4. Mai 1689 als Geheimrath und Kanzleidirektor des Pfalzgrafen Chriſtian Auguſt zu Sulzbach. 371„Morgenglanz der Ewigkeit“. Joh. 812. c. Die Vorläufer des Pietismus. Aemilia Juliane, Gräſin von Schwarzburg⸗Rudolſtadt, geb. 19. Aug. 1637, Tochter des Grafen Albert Friedrich von Barby, Gemahlin des Grafen Albert Anton von Schwarzburg⸗ Rudolſtadt, ſtarb 3. Dez. 1706 zu Rudolſtadt. 429„Ein Wetter ſteiget auf“. 448„Wer weiß, wie nahe mir mein Ende“. Pſ. 393. Sir. 1892. 26. Joh. 11 ½5 2c. Ludämilia Cliſabeth, Gräſin von Schwarzburg⸗Rudol⸗ ſtadt, geb. 7. April 1640 zu Rudolſtadt, Tochter des Grafen Ludwig Günther von Schwarzburg⸗Rudolſtadt, ſtarb 12. März 1672 als Braut ihres Vetters, des Grafen Chriſtian Wilhelm von Schwarzburg⸗Sondershauſen. 272„Jeſus, Jeſus, nichts als Jeſus“. „Ergebung in des Herrn Willen“. Anna Soſia, Landgräfin von Deſien⸗Darmſtadt, geb. 17. Dez. 1638 zu Marburg als Tochter des Landgrafen Georg II., wurde 1680 Abtiſſin des Stiftes Quedlinburg, als welche ſie 13. Dez. 1683 ſtarb. „Ein chriſtliebendes Gemüt ermuntert ſich zu fleißiger Aufmerkung und verſpricht des Heilandes Wort jeder⸗ zeit für den höchſten Troſt zu halten“. 2. Die Urheber neuer Weiſen. Schein, Johann Bermann, ſ. S. 22. 42„Mach's mit mir Gott“(1628). Wegweiſer durch Geſang⸗ und Choralbuch. 3 34 Weiſen des Choralbuchs. Crüger, Johannes, geb. 9. April 1598 zu Großbreeſen, Sohn des Krugbeſitzers Georg Crüger daſelbſt, neben Gerhardt, deſſen Lieder er mit ſeinen Melodien ſchmückte, der einflußreichſte unter den Sängern der Zeit. Nachdem er als fahrender Schüler durch die Lande gezogen, ſtudierte er 1620 zu Leipzig die Theologie, folgte aber 1622 dem an ihn ergangenen Ruf als Kantor und Muſikdirektor zu St. Nikolai in Berlin, wo er 40 Jahre treu gewirkt hat. Er ſtarb am 23. Febr. 1662. Hauptwerk: Praxis pietatis melica. 5„Nun danket all und bringet Ehr“ E656). 18„Herzliebſter Jeſu, was haſt du verbrochen“ (1640). 25„O wie ſelig ſeid ihr doch, ihr Frommen“(1648). 61„Jeſus meine Zuverſicht“(1656). 70„Herr, ich habe mißgehandelt“(649). 96„Nun danket alle Gott“(648). 101„Zeuch ein zu deinen Thoren“(653). 108„O Ewigkeit, du Donnerwort“(1653). 120„Schwing dich auf zu deinem Gott“(1653). 122„Fröhlich ſoll mein Herze ſpringen“(1656). 127„Zion klagt mit Angſt und Schmerzen“(1640). 135„Schmücke dich, o liebe Seele“(1649). 143„Jeſu, meine Freude“(1656). Wiener, G. 78„Schaffe in mir, Gott“(1648). Päniſch in Königsberg 1602. 12„O Jeſu Chriſt, mein's Lebens Licht“(mscr. 1602; gedr. in Clauders Psalmodia nova, Centuria I. 2. A. S. 462. Leipzig 1630). Geſius, Barth.(Geſe, Göß), geb. 1560 zu Müncheberg bei Frankfurt a. O., ſtudierte zuerſt Theologie, wandte ſich aber dann der Muſik zu und wirkte zuerſt in Wittenberg, 1590 in Frankfurt a. H., wo er an einer Epidemie mutmaßlich 1613 oder 1614 geſtorben iſt. 40„Auf meinen lieben Gott“ 1605. S0 SO Weiſen des Choralbuchs. 45„Heut triumphieret Gottes Sohn“ 1601. Albert, Deinrich, ſ. S. 18. 67„Gott des Himmels und der Erden“(1642). Schop, Johann, Ratsmuſikus in Hamburg(vergl. Joh. Riſt,„Himmliſche Lieder“ 1641/42). 107„Ermuntre dich, mein ſchwacher Geiſt“(1641). 125„Werde munter, mein Gemüte“(1642). 154„Laſſet uns den Herren preiſen“(1641). Löwenſtern, Apelles von, ſ. S. 20. 77„Nun preiſet alle“(1644). Cbeling, Joh. Georg, geb. 1620 in Lüneburg, 1662—68 Muſikdirektor und Schulkollege zu St. Nikolai in Berlin, Crügers Nachfolger, 1668 Profeſſor und Kantor in Stettin, geſt. 1676 in Stettin. 123„Warum ſollt ich mich denn grämen?“(1666). 136„Die güldne Sonne“(1666). 147„Der Tag mit ſeinem Lichte“(1666). Keumark, Georg, ſ. S. 27. 50„Wer nur den lieben Gott läßt walten“(1657). Rrieger, Adam, geb. 1634 in der Feſtung Drieſen in der Neumark; 1657 od. 58 wird er kurfürſtlicher Hoforganiſt in Dresden, geſt. 1666 daſelbſt. 6„Nun ſich der Tag geendet hat“(Herausgegeben 1667). Sobren, Peter, Schul⸗ und Rechenmeiſter in Elbing, ſeit 1683 Kantor und Organiſt daſelbſt, geſt. 1692(16937). 62 Nr. 1.„Meinen Jeſum laß ich nicht“(1668). 83„Du Lebensbrod, Herr Jeſu Chriſt“(1668). Dintze, Jakob, geb. den 4. Sept. 1622 in Bernau, „musicus instrumentalis(Stadtzinkeniſt) bey der Churfürſtl. Brandenb. Reſidenz und Veſte Berlin“, nach Crügers Tod Herausgeber von deſſen Praxis pietatis melica in den ſpäteren Auflagen, geſt. 5. Mai 1702 in Berlin. 92„Gieb dich zufrieden und ſei ſtille“(1666). 130„Alle Menſchen müſſen ſterben“(1678). 6 36 Weiſen des Choralbuchs. Ahle, Joh. Rudolf, geb. 24. Dec. 1625 zu Mühlhauſen in Thüringen, 1646 Kantor in Erfurt, 1654 Organiſt in ſeiner Vaterſtadt, dann Bürgermeiſter daſelbſt, geſt. 8. Juli 1673. 64„Liebſter Jeſu, wir ſind hier“ E664). 138„Es iſt genug“(1662). Weßnitzer, Wolfgang.() 131 a„Jeſu, meines Lebens Leben“(1661). Von unbeßannten Urfiebern: 10„Herr Jeſu Chriſt, dich zu uns wend“(1651). 23„Sollt es gleich bisweilen ſcheinen“(1657). 33„O Traurigkeit“(1628). 37„Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“(Stralſ. G.⸗B. 1665). 39„Ach Gott und Herr“(1655). 66„Ach was ſoll ich Sünder machen“(1657)(urſpr. zu einem weltlichen Text„Sylvius ging durch die Matten“ 1653; dann mit katholiſchem geiſtl. Text von Joh. Scheffler(Angelus Sileſius) in deſſen„heiliger Seelen⸗ Luſt“. Breslau 1657; mit unſrem evangeliſchen Text 1661[Greifswald]). 95„Lobe den Herren, o meine Seele“(Seelenharpff, Onoltzbach 1664). 97„O Gott, du frommer Gott“(1693). 104„Was Gott thut, das iſt wohlgethan“(1690). 119„Straf mich nicht in deinem Zorn“(1694). Das Kirchenlied vom Ende des 17. Jahrhunderts an. 37 Zweiter Abſchnitt. Die Entwickelung des evangeliſchen Kirchenliedes vom Ende des ſiebzehnten Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Das Kirchenlied iſt im Großen und Ganzen— glänzende Ausnahmen im Einzelnen abgerechnet— nicht mehr kirchliches Volkslied, nicht mehr aus dem Bewußtſein und aus der Stimmung der Geſamtheit heraus empfunden und geſungen, ſondern Er⸗ guß des Einzelnen, der darin ſeine perſönliche Heilserfahrung und Heilsſtellung ausſpricht; und dieſe iſt nicht immer, wie in der Zeit eines Paulus Gerhardt, die allen lebendigen Gliedern der Gemeinde gemeinſame, ſondern vielfach die dem Einzelnen eigentümliche, erwachſen nicht im Schoß der Gemeinſchaft, ſondern ſozuſagen in der Sonderſtellung des vom Geiſt be⸗ ſonders Bewegten innerhalb oder gar außerhalb der Gemein⸗ ſchaft der Kirche. Das Kirchenlied trägt weniger das Gepräge der Kirchlichkeit, der Volkstümlichkeit, des Chorlieds als das⸗ jenige des Perſönlichen, Beſonderen, es nähert ſich dem religiöſen Gedicht; ſeinen Inhalt bilden nicht mehr wie in der erſten großen Zeit die Heilsthaten Gottes in ihrer Größe und Herrlich⸗ keit, ſondern Gedanken und Betrachtungen des Dichters über dieſelben und ihre Wirkungen. Der„Hymnus“ weicht der „Ode“, das Lied der feiernden Anbetung, das Chorgebet der Gemeinde dem Liede„ſingend⸗leſender Betrachtung“, der von der Orgel begleiteten Ableſung erbaulicher Verſe aus dem Ge⸗ ſangbuch. Die Zahl der Lieder wächſt ins Ungemeſſene. Die Entwickelung verläuft in drei Perioden. Die erſte Periode iſt die Periode des Pietismus, etwa von 1698 bis 1750 reichend. Das religiöſe Empfinden und Denken der Dichter wurzelt zwar nicht mehr, wie in der früheren Zeit, im Boden des kirchlichen Gemeindelebens, aber noch feſt und tief im Boden der bibliſchen Offenbarung, des geſchichtlichen Chriſtentums. Es ſind Schriftgedanken, Troſt und Mahnung des Evangeliums, welche ſie zum Ausdruck bringen und in ihren 38 Das Kirchenlied vom Ende des 17. Jahrhunderts an. Liedern der ſingenden Betrachtung darbieten. Die Mehrzahl der Lieder trägt daher das Gepräge ſchlichter Würde, bibliſcher Einfachheit, zuweilen freilich auch proſaiſcher Trockenheit. Gegen die oft in zügelloſer Willkür und zuchtloſer Geſchmackloſigkeit einhergehende Dichtung der von der Kirche ſich loslöſenden und wider alle kirchliche Ordnung anſtürmenden ſektiereriſchen Kreiſe hat ſich das Geſangbuch ablehnend verhalten. Die das Gemein⸗ ſame in allen Bekenntniſſen betonende, die Stellung zum Hei⸗ land zum Ausdruck bringende und vor allem auf die brüder⸗ liche Liebe dringende Brüdergemeinde iſt mit mehreren Liedern vertreten. Die zweite Periode iſt die des ſogenannten Rationalismus, der verſtandesmäßigen Aufklärung. Den Dichtern dieſer Periode iſt es mehr darum zu thun, das allgemein Menſchliche als das eigentlich Chriſtliche zum Ausdruck zu bringen. Sie be⸗ handeln deshalb vorwiegend die Gedanken des erſten Glaubens⸗ artikels, ſelten die des zweiten; ſie feiern die Natur, preiſen Gottes Güte und Allmacht, wie ſie in der Schöpfung und Er⸗ haltung ſich offenbart, im Rauſchen des Waldes, im Brauſen des Meeres, im Donner des Gewitters uns entgegentritt, und ermahnen meiſt ſehr trocken zur Fflichterfüllung. Von der Sünde und von der Gnade in Jeſu Chriſto wiſſen ſie nicht viel zu ſagen. Das Geſangbuch hat von den Liedern dieſer Periode naturgemäß nur die beſten aufgenommen, von denen man ſagen kann, daß ſie nur die ſprachliche Form der Zeit an ſich tragen, mit dem Gedankengehalt aber im poſitiven Chriſtentum wurzeln. Die heftigen Stürme, die am Ausgang des 18. und am Eingang des 19. Jahrhunderts über Deutſchland hinbrauſten, wieſen die Deutſchen auf das Erbe der Väter zurück; die große Gottesthat der Befreiungskriege, 1813, hatte es in die Herzen leuchten laſſen: Gott lebt! Das deutſche Volk und das Evan⸗ gelium gehören zuſammen! Das Reformationsjubiläum von 1817 hatte den Evangeliſchen zugeruſen:„Halte, was du haſt!“ Neue, kernhafte evangeliſche Lieder entſtanden; die verwäſſerten Geſangbücher mußten verbeſſerten weichen; ſeit Ernſt Moritz Arndt den Ton angegeben:„Ich weiß, an wen ich glaube!“ ſchallt's in allen Zweigen, und auch die Gemeinden ſingen friſcher und fröhlicher von dem Heile, das uns geſchenkt iſt. Lieder des Geſangbuchs. 39 Was die Melodien betrifft, ſo nehmen dieſelben zunächſt den Charakter der Arie an; ſie ſollen„herzſchwelgend“, ſüß und einſchmeichelnd klingen. Das Zeitalter der Aufklärung ſtreift dem Kirchenliede vollends allen Rhythmus ab, ſo daß der Choral der„langſamſte(und oft langweiligſte) Geſang wird, der nur gedacht werden kann“(Knecht). Die neuere Zeit hat mit dem neuen Glaubensleben friſchen Zug in den Kirchenge⸗ ſang gebracht und die alten kraftvollen Melodien uns wieder wert und teuer gemacht. I. Die Dichter. 1. Kapitel. Die Dichter im Zeitalter des Bietismus A. der kirchlich geprägten Richtung a. im Pietismus a. der lutheriſchen Kirche. Spener, Philipp Jakob, geb. den 13. Januar 1635 zu Rappoltsweiler im Ober⸗Elſaß, 1666 Senior in Frankfurt a. M., 1686 Oberhofprediger in Dresden, geſt. den 5. Februar 1705 zu Berlin als Konſiſtorialrat und Propſt zu St. Nikolai. 343„Soll ich denn mich täglich kränken“. Gedichtet zu Dresden, als er beim Kurfürſten in Ungnade gefallen war. Schütz, Johann Jakob, geb. den 7. September 1640 zu Frankfurt a. M., war daſelbſt Advokat und Reichsrat, ein ver⸗ trauter Freund von Ph. J. Spener; ſtarb den 22. Mai 1690. 137„Sei Lob und Ehr' dem höchſten Gut“. 5. Moſ. 32%. Pſ. 10313. Kol. 16. 1. Kön. 18%. Pſ. 9114—6. Freyſtein, Johann Burchard, geb. 18. April 1671 zu Weißenfels, geſt. als Hof⸗ und Juſtizrat zu Dresden am 1. April 1718.(Bl. f. Hymnol. 1884. S 22.) 250„Mache dich, mein Geiſt, bereit“. Matth. 264. Eph. 513. 16. Joh. 94. 40 Lieder des Geſangbuchs. Dreſe, Adam, geb. im Dezbr. 1620 in Thüringen, war Kapellmeiſter des Herzogs Bernhard von Sachſen⸗Weimar und nach deſſen Tod in gleicher Stellung bei dem Fürſten Günther von Schwarzburg zu Arnſtadt, wo er den 15. Febr. 1701 ſtarb. 67„O du Liebe meiner Liebe“. Jeſ. 639. Gph. 52. 278„Seelenbräutigam“. Güntber, Cyriacus, geb. den 15. Januar 1650 zu Gold⸗ bach bei Gotha; ſtarb als Lehrer am Gymnaſium zu Gotha im Oktober 1704. 279„Halt im Gedächtnis Jeſum Chriſt“. 2. Tim. 2. 138„Bringt her dem Herren Lob und Ehr“. Freiherr von Canitz, Friedrich Rudolpb Ludwig, geb. den 27. Nov. 1654 zu Berlin, geſt. ebendaſelbſt als kurbranden⸗ burg. wirkl. Geheimrat am 11. Auguſt 1699. 372„Seele, du mußt munter werden“. Schade, Jobann Raspar, geb. den 13. Januar 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, ſtudierte zu Leipzig, wo er A. H. Franckes Stubengenoſſe wurde und ſich an denſelben in ſeiner theologiſchen Bildung aufs engſte anſchloß, ſeit 1691 Diakonus an der Nikolaikirche zu Berlin, wo er den 25. Juli 1698 ſtarb; Verfaſſer von 45 Liedern. 218„Mein Gott, das Herz bring ich dir dar“. Sprüche 236. Daßlocher, Johann Adam, geb. zu Speyer den 24. Sept. 1645, ſpäter Pfarrer daſelbſt, nach Zerſtörung der Stadt durch die Franzoſen Konſiſtorialrat und Hoſprediger zu Weilburg in Naſſau bis zu ſeinem Tode am 9. Juli 1726. 13„Höchſter Gott, wir danken dir“. Schon ſeit Anfang des 18. Jahrhunderts in der heſſiſchen Kirche üblich. Laurentii, Laurentius, geb. den 8. Juni 1660 zu Huſum in Schleswig, Kantor und Muſikdirektor am Dom zu Bremen, ſtarb daſelbſt den 29. Mai 1722, nachdem er kurz zuvor wegen Kränklichkeit ſeine Stelle niedergelegt hatte. Man kennt von ihm 150 Lieder. ———— — —— 5 —— Lieder des Geſangbuchs. 41 80„Wach auf, mein Herz, die Nacht iſt hin“. A.⸗G. 530. 31⸗ Röm. 6 490„Ermuntert euch, ihr Frommen“ zum 27. Sonnt. p. Trin. gedichtet. (57„Wohlauf, mein Herz, verlaß die Welt“; von J. A. Schlegel überarbeitet). Luk. 2 2. Röm. 1311.12. Francke, Auguſt Dermann, geb. den 22. März 1663 zu Lübeck, geſt. den 8. Juni 1727 zu Glaucha bei Halle als Profeſſor der Theologie und Direktor des von ihm gegründeten Waiſen⸗ hauſes; auch war er Paſtor zu St. Ulrich in Halle. Als er auf die ungerechteſte Art von ſeinem Amt als Diakonus an der Auguſtinerkirche zu Erfurt vertrieben wurde und innerhalb 48 Stunden die Stadt verlaſſen mußte, dichtete er auf dem Weg nach Gotha: 402„Gott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit“. Jer. 31. e Freylinghauſen, Johann Anaſtaſius, geb. den 2. Dez. (alten Stils) 1670 zu Gandersheim im Braunſchweigiſchen. A. H. Franckes Schwiegerſohn, Freund und Gehilfe, auch deſſen Amtsnachfolger, Oberpfarrer zu St. Ulrich und Direktor des Waiſenhauſes in Halle. Herausgeber eines Geſangbuchs und einer der bedeutendſten Liederdichter der aus dem Pietismus hervorgegangenen Schule. Verfaſſer von 44 Liedern. Geſt. den 12. Febr. 1739 in Halle. 313„Wer iſt wohl wie du“. 2341„Jeſus iſt mein Leben“. 2342„Meine Sorgen, Angſt und Plagen“. Derrnſchmidt, Johann Daniel, geb. den 11. April 1675 zu Bopfingen in Schwaben, geſt. den 5. Februar 1723 als Profeſſor der Theologie und Mitdirektor des Waiſenhauſes und Pädagogiums in Halle. Man kennt von ihm 17 Lieder. 139„Lobe den Herren, o meine Seele“. Dem 146. Pſ. nachgedichtet. 349„Gott will's machen, daß die Sachen“. Im An⸗ ſchluß an das Ev. des 4. Sonnt. p. Epiph. Richter, Ehriſtian Friedrich, geb. den 5. Oktober 1676 zu Sorau in der Niederlauſitz, ſtudierte in Halle Medizin, 42 Lieder des Geſangbuchs. hernach auch Theologie, A. H. Franckes Mitarbeiter als In⸗ ſpektor des Pädagogiums und praktiſcher Arzt am Waiſenhaus zu Holle, als welcher er die Anfertigung der bekannten Waiſen⸗ hausarzneien leitete, geſt. den 5. Oktober 1711. Verfaſſer von 33 Liedern. 220„Hier legt mein Sinn ſich vor dir nieder“. 308„Es glänzet der Chriſten“. Kol. 33.4. Pſ. 45. Joh. 113. Luk. 20 36. 157. 1622. 2. Kor. 47 68 0 Hebr. 1222. 373„Hüter, wird die Nacht der Sünden“. Jeſ. 211. V. 2, 7 und 9 geben beſonders zu bedenken. Lange, Joachim, geb. den 26. Oktober 1670 zu Garde⸗ legen in der Altmark, Freund Franckes, geſt. als Profeſſor der Theologie in Halle den 7. Mai 1744. 377„O Jeſu, ſüßes Licht“. Von Rambach 1733 in das Darmſtädter G.⸗B. auf⸗ genommen. Wolf, Johann Gabriel, geb. 1684(83) in Greifswald, geſt. als Hofrat und Profeſſor der Rechte in Halle den 6. Aug. ſSl. 257„Seele, was ermüd'ſt du dich“. Matth. 6 3. 16 6. Phil. 38—14. 354„Herr, mein Licht, mein Heil, mein Leben“. Roitſch, Chriſtian Jakob, geb. 1671 zu Meißen, 1700 bis 1705 Inſpektor des Pädagogiums zu Halle, ſtarb 1735 als Rektor des Gymnaſiums zu Elbing. 281„O Urſprung des Lebens“. Joh. 7 7. 79„Laſſet uns den Herren preiſen“. Schlicht, Levin Johann, geb. den 25. Oktober 1681 zu Calbe in der Altmark, 1700— 1708 Lehrer am Pädagogium in Halle, geſt. als Prediger an St. Georgen in Berlin am 10. Januar 1723. 395„Ach, mein Jeſu, ſieh, ich trete“. Craſſelius, Bartholomãus, geb. zu Wernsdorf bei Glaucha in Sachſen als Sohn des dortigen Schafmeiſters den 21. Febr. — Lieder des Geſangbuchs. 43 1667, Schüler Franckes, 1701 Pfarrer zu Nidda in der Wetter⸗ au, ſtarb als evang. Prediger zu Düſſeldorf den 10. Nov. 1724. 299„Dir, dir, Jehova, will ich ſingen“ zum Ev. Rogate gedichtet. Joh. 1623. 252„Heilger Jeſu, Heilgungsquelle“. überſetzung aus dem Holländiſchen des Jodocus v. Lodenſtein 1677. 310„Friede, ach Friede“. Schröder, Johann Peinrich, geb. 1666 zu Hallerſpringe im Calenbergiſchen, geſt. zu Möſeberg bei Wollmirſtädt im Magde⸗ burgiſchen, wo er ſeit 1696 Paſtor war, den 30. Juni 1699. Man kennt von ihm 4(5) Lieder. 246„Jeſu, hilf ſiegen“. Strophe 9 ſtammt von Ernſt Ludwig, Landgraf von Heſſen⸗Darmſtadt. Keuß, Beinrich Georg, geb. den 11. März 1654 zu Elbingerode am Harz, geſt. den 30. September 1716 als Super⸗ intendent und Konſiſtorialrat zu Wernigerode. Man hat von ihm 130 geiſtliche Lieder. 249„Ein reines Herz, Herr, ſchaff in mir“. Pſ. 51 2. Winckler, Johann Joſepb, geb. den 23. Dezember 1670 zu Luckau in Sachſen⸗Altenburg, geſt. den 11. Auguſt 1722 als Ober⸗Domprediger und Konſiſtorialrat zu Magdeburg. i ſenet ſich Arends, Wilhelm Crasmus, ſtarb 1721 als Paſtor zu St. Petri und Pauli in Halberſtadt. 251„Rüſtet euch, ihr Chriſtenleute“. Für den 21. p. Trin., an Eph. 610—17 mahnend. Gotter, Ludwig Andreas, geb. den 26. Mai 1661 zu Gotha, geſt. als Hof⸗ und Aſſiſtenzrat daſelbſt am 19. Sept. 1735. 141„Womit ſoll ich dich wohl loben“. Hier klingen Stellen aus dem 91. Pf. durch. 253„Schaffet, ſchaffet Menſchenkinder“. Akroſtich:„Schaffet, daß ihr ſelig werdet, mit Furcht und Zittern Phil. 212. Schmidt, Johann Cuſebius, geb. 1669 zu Hohenfelden bei Erfurt, geſt. 1745 als Paſtor zu Siebleben bei Gotha, 44 Lieder des Geſangbuchs. Schüler und Freund A. H. Franckes. Man kennt 42 Lieder von ihm, darunter 17 ſogenannte Feſtpſalmen in ungebundener Rede. 157„Fahre fort“. Schließt ſich in ſeinen 7 Strophen an die 7 Sendſchreiben der Offenbarung Joh. an. Müller, Richael, geb. 1673 zu Blankenburg am Harz, ſtarb als Kandidat der Theologie und Hauslehrer bei einem Freiherrn von Gaisberg in Schaubeck bei Klein⸗Bottwar in Württemberg den 13. März 1704. 55„Auf Seele, auf und ſäume nicht“. Ein Epi⸗ phanienlied. Diller, Friedrich Ronrad, geb. 1662 zu Unter⸗Owis⸗ heim bei Bruchſal, geſt. in Stuttgart als württembergiſcher Kanzleiadvokat den 23. Januar 1726. Dichter von 172 Liedern. 459„Ruhet wohl, ihr Totenbeine“. Weißenſee, Pbilipp Beinrich, geb. den 6. Febr. 1673 zu Vichberg in Württemberg, geſt. als württemberg. Konſiſtorial⸗ rat und Prälat zu Denkendorf den 6. Januar 1767. Vater der ebenfalls als Dichterin bekannten Frau Magdalene Sibylle Rieger. 453„Unſer keiner lebt ihm ſelber“ nach Röm. 147—8. Rieger, Magdalene Sibylle, geb. in Maulbronn den 29. Dez. 1707, Tochter des Prälaten Phil. Heinr. Weißenſee in Denkendorf, verheiratet mit dem als Stadtoberamtmann in Stuttgart verſtorbenen Immanuel Rieger, ſtarb als Witwe den 31. Dez. 1786 zu Stuttgart. 224„Meine Seele, voller Fehle“. Allendorf, Johann Ronrad Ludwig, geb. den 9. Febr. 1693 zu Johbach bei Marburg, ſeit 1724 luther. Hoſprediger in Köthen, Herausgeber der„Köthniſchen Lieder“ Seit 1755 Konſiſtorialrat und Paſtor in Wernigerode. Von 1760 an Paſtor zu Halle a. S., wo er am 3. Juni 1773 ſtarb. 160„Dein Wort, o Herr, bringt uns zuſammen“. 494„Die Seele ruht in Jeſu Armen“. Offb. Joh. 224. Lieder des Geſangbuchs. 45 Runth, Johann Siegmund, geb. den 3. Okt. 1700 zu Liegnitz, geſt. den 7. September 1779 zu Baruth in der Ober⸗ lauſitz als Paſtor und Superintendent. 495„Es iſt noch eine Ruh' vorhanden“. Hebr. 49. von Bogatzky, Rarl BPeinrich, geb. den 7. Sept. 1690 zu Jankowa in Niederſchleſien. Er ſtudierte zuerſt in Jena und Halle die Rechtswiſſenſchaft, ſpäter die Theologie, konnte aber wegen ſeiner ſchwachen Geſundheit kein Predigtamt annehmen. Seit 1746 lebte er in Halle und ſtarb daſelbſt den 15. Juni 1774. Bekannt durch ſeine erbaulichen Schriften(Schatzkäſtlein, Hausbuch u. a.) und Verfaſſer von 411 Liedern, die er unter dem Titel„übungen der Gottſeligkeit, in allerlei geiſtlichen Liedern“ 1749 herausgab. 168„Wach auf, du Geiſt der erſten Zeugen“. Matth. Luc. 1249. Pſ. 147. Matth. 209. Pſ. 14713. Joh. 1012. 239„Ich weiß von keinem andern Grunde“. Woltersdorf, Ernſt Gottlieb, geb. den 31. Mai 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, war ſeit 1748 zweiter Prediger in Bunzlau, wo er das dortige Waiſenhaus mitſtiftete, und deſſen erſter Direktor wurde. Er ſtarb den 17. Dezbr. 1761. Seine Lieder— 212 an der Zahl— gab er unter dem Titel „Evangeliſche Pſalmen“ 1750 und 1752 heraus. 180„Prediger der ſüßen Lehre“. Luk. 118. 201„Komm, mein Herz, aus Jeſu Leiden“. Rambach, Johann Jakob, geb. den 24. Febr. 1693 zu Halle a. S., geſt. den(18.) 19. April 1735 zu Gießen als Profeſſor der Theologie, Superintendent und Konſfiſtorialafſeſſor. Um den Kirchengeſang hat er ſich ſowohl durch ſeine 183 Lieder als auch durch die von ihm beſorgten Sammlungen, ſein„geiſtreiches Hausgeſangbuch“ 1735 und das„neu ein⸗ gerichtete Heſſen⸗Darmſtädt. Kirchengeſangbuch“ 1733, große Verdienſte erworben. 100„Großer Mittler, der zur Rechten“. 101„König, dem kein König gleichet“. 142„Unumſchränkte Liebe“. 188„Ich bin getauft auf deinen Namen“. 46 Lieder des Geſangbuchs. 199„Mein Jeſu, der du vor dem Scheiden“. Das beſte Gründonnerstagslied. 233„Ewge Liebe, mein Gemüte“. 282„Heiland, deine Menſchenliebe“. Lebr, Leopold Franz Friedrich, geb. den 3. Sept. 1709 in Cronberg bei Frankfurt a. M., Diakonus an der luther. Kirche zu Köthen, als welcher er auf einer Reiſe zu Magde⸗ burg den 26. Januar 1744 ſtarb. 28 Lieder find von ihm bekannt. 234„Mein Heiland nimmt die Sünder an“. Luk. 15. 255„Was hinket ihr betrognen Seelen“. 1. Kön. 181. Schenk, BPeinrich Theobald, geb. den 10. April 1656 zu Heidelbach bei Alsfeld, ſtarb als Pfarrer zu Gießen den 11. Upril 1727 491„Wer ſind die vor Gottes Throne“ über Offb. Joh. 713—7. Scheidt, Chriſtian Ludwig, geb. den 26. Sept. 1709 zu Waldenburg im Württembergiſchen, war Hofrat und Biblio⸗ thekar zu Hannover und ſtarb 1761. 237„Aus Gnaden ſoll ich ſelig werden“. Eph. 26—. Röm. 4 ½. Diller, Pbilipp Friedrich, geb. den 6. Januar 1699 zu Mühlhauſen an der Enz in Württemberg. Mußte zu Stein⸗ heim bei Heidenheim im Württembergiſchen, wo er ſeit 1748 Pfarrer geweſen war, ſchon nach 3 Jahren wegen gänzlich ver⸗ lorener Stimme dem Amte entſagen. Starb daſelbſt den 24. April 1769. Ein ſehr fruchtbarer Dichter, der 1000 Lieder hinterlaſſen hat. Verfaſſer vielverbreiteter Erbauungs⸗ ſchriften. 25„Sieh, dein König kommt zu dir“. Matth. 21. Sach. 99. 103„Jeſus Chriſtus herrſcht als König“. Pſ. 1101. 126„Was freut mich noch, wenn du's nicht biſt“. 238„Mir iſt Erbarmung widerfahren“. 1. Tim. 113. 416„Jehova, Herr und König“. Lieder des Geſangbuchs. 47 von Pfeil, Chriſtoph Rarl Ludwig, geb. den 20. Jan. 1712 zu Grünſtadt in der Graſſchaft Leiningen. Württem⸗ bergiſcher geheimer Legationsrat, geſt. als preußiſcher Geheime⸗ rat und Miniſter auf ſeinem Gute Deufſtetten bei Dinkelsbühl im Ansbachiſchen am 14. Febr. 1784. 412„Wohl einem Haus, da Jeſus Chriſt“. Annoni, Pieronymus, auch d'Annone, geb. den 12. Sept. 1697 zu Baſel, ſtarb als Pfarrer in Muttenz bei Baſel den 10. Oktober 1770. Er gab unter dem Titel„erbaulicher Chriſtenſchatz“ ein Geſangbuch heraus, in deſſen ſiebenter Aus⸗ gabe 80 Lieder von ihm ſtehen. 117„Es ſaß ein frommes Häuflein dort“. über Apgſch. 2. Arnold, Gottfried, geb. den 5. Sept. 1666 zu Annaberg, Verfaſſer der„Unparteiiſchen Kirchen⸗ und Ketzerhiſtorie“, 1697 Profeſſor in Gießen, 1698 nach Niederlegung der Profeſſur in Quedlinburg, 1705 Paſtor und Inſpektor in Werben, geſt. 30. Mai 1714 zu Perleberg. 247„Herzog unſrer Seligkeiten“. 248„O Durchbrecher aller Bande“. Aus ſepariertem Rreiſe: 156„Löwen, laßt euch wiederfinden“(1712 in dem „Anmütigen Blumenkranz aus dem Garten der Ge⸗ meinde Gottes“, Straßb.). ß. der reformierten Kirche. Keander, Joachim, geb. 1650(2) zu Bremen, ſeit 1674 Rektor der ref. lateiniſchen Schule zu Düſſeldorf, ſeit 1679 Hilfsprediger an der St. Martinikirche zu Bremen, wo er be⸗ reits den 31. Mai 1680 ſtarb. Wegen ſeines Lobpreiſes der Herrlichkeit Gottes„der Pſalmiſt des neuen Bundes“ genannt. 49„Abermals ein Jahr verfloſſen“.„Des Chriſten Einkehr bei ſich ſelbſt am Jahresſchluß.“ 135„Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“. Ein Kleinod beider ev. Kirchen. 48 Lieder des Geſangbuchs. 136„Wunderbarer König“. Das Lied ſteht ſchon im Darmſt. G.⸗B. von 1698. 217„Ach, was bin ich, mein Erretter“. 298„Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig“. 370„O allerhöchſter Menſchenhüter“. Pſ. 5917. 30 D 487„Wie fleucht dahin der Menſchen Zeit“. Pſ. 396—6. Lerſteegen, Gerhardt, geb. den 25. November 1697 zu Mörs in Weſtfalen, beſuchte in ſeiner Jugend die lateiniſche Schule ſeiner Vaterſtadt, kam im 15. Jahr zu ſeinem Schwager, dem Kaufmann Matthias Brink zu Mühlheim an der Ruhr, um die Handelsſchaft zu lernen, wurde dann Leinweber und nachher Bandmacher, ſtarb als Bandmacher zu Mühlheim am 3. April 1769. Ein echter Myſtiker mit reichem inneren Leben, durch Wort und Schrift vielen ein Seelſorger und geiſtlicher Führer, eifriger Pfleger der gemeinſamen Erbauung in Privat⸗ gemeinſchaften. Nächſt Neander der bedeutendſte geiſtliche Lieder⸗ dichter der reformirten Kirche. 39„Jauchzet ihr Himmel, frohlocket“. 70„Ruhe hier, mein Geiſt, ein wenig“. 102„Siegesfürſt und Ehrenkönig“. Pſf. 247—9. Eph. 4o.. 116„O Gott, o Geiſt, o Licht des Lebens“. 259„Kommt, Brüder, laßt uns gehen“. Ein tief, original chriſtlich Lied. 285„Nun ſo will ich denn mein Leben“. 301„Gott iſt gegenwärtig“. 305„Jeſu, der du biſt alleine“. 315„Allgenugſam Weſen“. Ein Lied von der Liebe zu Gott. 398„Nun ſich der Tag geendet“. Lampe, Friedrich Adolf, geb. den 18.(19.) Febr. 1683 zu Detmold, geſt. den 8. Dezember 1729 als Prediger zu St. Ansgarii in Bremen und Profeſſor der Theologie. ————— —,—— — Lieder des Geſangbuchs. 49 280„O Liebesglut, wie ſoll ich dich“. 450„Mein Leben iſt ein Pilgrimſtand“. Ebrard:„Größeres und Herrlicheres iſt nie geſungen worden“. b. in der Grtkiodorie. Betichius, Joh., geb. 18. Okt. 1650 zu Steckby in An⸗ halt, geſt. 13. Juni 1722 in Zerbſt. 407„Das walte Gott, der helfen kann“. Hat 12 Strophen, deren Anfangsbuchſtaben im Ori⸗ ginal(Zerbſter Geſangbuch 1721) den Loſungsſpruch „Das walte Gott“ bilden. Franck, Salomo, geb. den 6. März 1659 zu Weimar, geſt. daſelbſt als Oberkonſiſtorialſekretär den 11. 68„Es iſt vollbracht! Er(urſpr.„Gott“) iſt ver⸗ ſchieden“. Karfreitagslied. 75„So ruheſt du, o meine Ruh'“. 300„Ach Gott, verlaß mich nicht“. Pſ. 38 ½. 449„Ach, was iſt doch unſre Zeit“. Berrmann, Joh. Gottfr., geb. den 12. Okt. 1707 zu Alt⸗Jeßnitz bei Bitterfeld, ſtarb zu Dresden den 30. Juli 1791 als Oberhoſprediger, Kirchen⸗ und Konſiſtorialrat. 147„Geht hin, ihr gläubigen Gedanken“. Poffmann, Gottfr., geb. den 5. Dez. 1658 zu Plagwitz bei Löwenberg in Schleſien, 1695 Rektor in Lauban, 1708 in Zittau, geſt. daſelbſt den 1. Okt. 1712. 114„Geiſt vom Vater und vom Sohne“. 475„Zeuch hin, mein Kind“. Hiob 11. Rramer, Moritz, geb. zu Ammerswort in Holſtein den 27. Febr. 1646, geſt. als Paſtor zu Marne in Süderdith⸗ marſchen am 22. Juni 1702. 113„Gott, gieb einen milden Regen“. Lebmus, Ad., geb. den 2. Jan. 1702 zu Rothenburg a. d. T., geſt. als Superintendent daſelbſt den 13. Febr. 1788. 87„Größter Morgen, der die Erde“. Wegweiſer durch Geſang⸗ und Choralbuch. 4 50 Lieder des Geſangbuchs. Löſcher, Val. Ernſt, geb. zu Sondershauſen den 8. Jan. 1673, ſeit 1709 Oberkonſiſtorialrat und Superintendent zu Dresden, wo er am 12. Febr. 1749 ſtarb. Der tüchtigſte und würdigſte Verteidiger der Orthodoxie in den pietiſtiſchen Streitigkeiten. 200„Wie heilig iſt die Stätte hier“. 1. Moſ. 2816—17. 221„O König, deſſen Majeſtät“. Luc. 181. Keumann, Raspar, geb. den 14. Sept. 1648 zu Bres⸗ lau, wo er auch als Kircheninſpektor, Pfarrer und Gymnaſial⸗ profeſſor am 27. Jan. 1715 ſtarb. 2„Großer Gott von alten Zeiten“. 1. Moſ. 2817. Dan. 79. Her es iſt ein 99„Herr, auf Erden muß ich leiden“. Luc. 249. 1. Moſ. 193. Ein Gebetslied auf Himmelfahrt. 198„Herr, du haſt für alle Sünder“. Ein Abend⸗ mahlslied. 374„Mein Gott, nun iſt es wieder Morgen“. 394„Herr, es iſt von meinem Leben“. 425„O Gott, von dem wir alles haben“. Keumeiſter, Erdmann, geb. als Sohn eines Lehrers zu üchteritz bei Weißenfels den 12. Mai 1671, geſt. den 18. Aug. 1756 als Paſtor an der Jakobikirche zu Hamburg. 56„Jeſu, großer Wunderſtern“. Erbauliche Anwen⸗ dung von Matth. 211. 235„Jeſus nimmt die Sünder an“. geunherz, Joh., geb. zu Waltersdorf bei Kupferberg in Schleſien den 16. Aug. 1653 als Sohn eines Webers, geſt. den 26. Nov. 1737 als Oberpfarrer zu Hirſchberg. 83„Zwei der Jünger geh'n mit Sehnen“ über das Ev. des 2. Oſtertages Luc. 2413—35. Scharfi, M. Gottfr. Balth., geb. den 19. März 1676 zu Liegnitz, ſeit 1737 Benj. Schmolcks Nachfolger als erſter Pfarrer und Inſpektor zu Schweidnitz, wo er den 9. Aug. 1744 ſtarb. 469„Betrübtes Herze, ſei zufrieden“. ——— Lieder des Geſangbuchs. 51 Schloſſer, Ludwig Peinrich, geb. den 7. Sept. 1663 als Sohn eines Konſiſtorialrats zu Darmſtadt, ſtudierte in Gießen Theologie. Zuerſt Lehrer am Darmſtädter Pädagogium, ſeit 1697 Lehrer am Gymnaſium und Pfarrer in Frankfurt a. M., wo er den 18. Aug. 1723 ſtarb. 410„Sorge doch für meine Kinder“. (501)„Hab acht auf mich“[May'ſche Stiftung!] Jer. 1819. Schmolck, Beni., der bedeutendſte und fruchtbarſte Dichter dieſer Richtung(faſt 1200 Lieder!), war als Sohn eines Pfarrers zu Brauchitſchdorf in Schleſien den 21. Dez. 1672 geboren, ſchloß ſich als Student in Leipzig an Carpzow H. Francke vertrieben hatte, und wurde ſo ein Verfechter des Luthertums. Er ſtarb als erſter Pfarrer und Schulinſpektor zu Schweidnitz den 12. Febr. 1737.(Im Geſangbuch nach Gerhardt am zahlreichſten vertreten, 27 Lieder.) 3„Licht vom Licht, erleuchte mich“. 8„Thut mir auf die ſchöne Pforte“. 24„Hoſianna! Davids Sohn“. e in L 81„Ich geh' zu deinem Grabe“. Marc. 16. 82„Willkommen, Held im Streite“. Triumphlied auf Oſtern. 115„Schmückt das Feſt mit Maien“. Pſ. 118. 165„Ach, wie heilig iſt der Ort“ nach 1. Moſ. 2817. 178„Teures Wort aus Gottes Munde“. 184„Liebſter Jeſu, wir ſind hier, deinem Worte nachzuleben“. 185„Nun Gottlob, es iſt vollbracht“. 254„Himmelan geht unſre Bahn“. 304„Herr, höre, Herr, erhöre“. eicht, ihr Berge farlt, ihr Hügel„Der feſte Grund.“ Jeſ. 54 312„Habe deine Luſt am Herrn“. Pſ. 374. 350„Seele, ſei zufrieden“. 52 Lieder des Geſangbuchs. 351„Je größer Kreuz, je näher Himmel“. 352„Gott lebt! Wie kann ich traurig ſein“. 353„Gott iſt mein Gott, er ſorgt für mich“. 396„Hirte deiner Schafe“. 403„Die Woche geht zu Ende“. 426„Herr im Himmel, Gott auf Erden“. 427„Was Gott thut, das iſt wohlgethan! So denken Gottes Kinder“. 451„Ich ſterbe täglich“. 452„Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich ſterbe“. 460„Heute mir und morgen dir“. Volkstümliches, derbes, aufrüttelndes Begräbnislied. 492„O wie fröhlich, o wie ſelig“. Sinold, gen. v. Schütz, Phil. Balth., aus einem heſſiſchen Adelsgeſchlechte den 5. Mai 1657 zu Königsberg bei Gießen geboren, geſt. den 6. März 1742 zu Laubach als gräfl. Solms'ſcher Geheimerat(dichtete unter dem Pſeudonym: Amadeus Creutz⸗ berg). 283„Lebſt du in mir, o wahres Leben“. Taddel, Chriſtian Ludw., geb. den 11. April 1706 zu Roſtock(oder Schwerin), geſt. den 12. Juni 1775 zu Roſtock als Hofrat und Direktor der Juſtizkanzlei. 86„überwinder, nimm die Palmen“. Ein Huldigungs⸗ und Gebetslied. Widemann(Wiedemann), Michael, geb. den 13. April 1659 zu Görsdorf bei Lauban, ſeit 1694 Prediger in Schweid⸗ nitz. Karfreitag 1702 wurde er auf Betrieb der Jeſuiten von Altar weg in Arreſt gebracht und abgeſetzt, fand aber Hilfe bei dem Grafen von Stolberg, der ihn als Superintendenten und Hofprediger nach Stolberg berief, wo er den 1. September 1719 ſtarb. 12„Vater, dir ſei Preis geſungen“. Zihn, Joh. Friedr., geb. zu Suhl den 7. Sept. 1650, geſt. am 16. Jan. 1719 als Archidiakonus in ſeiner Vaterſtadt. 346„Gott lebet noch! Seele, was verzagſt du doch?“ S — Lieder des Geſangbuchs. 53 Zimmermann, Joh. Chriſtian, geb. 12. Aug. 1702 zu Langenwieſen bei Ilmenau, geſt. 28. Mai 1783 als Propſt zu Ulzen in Hannover. 223„Gott, vor deſſen Angeſichte“. Buchka, Jobann Simon, geb. 27. April 1705 zu Arz⸗ berg bei Baireuth, Lehrer im Kloſter Bergen, Konrektor, Syn⸗ diakonus und Freitagsprediger zu Hof, geſt. 25. März 1752. 256„Auf, ihr Streiter, durchgedrungen“. Frickert, Jobann, Ludwig(Lebensverhältniſſe unbekannt). 258„In unſers Königs Namen“. B. Die Dichter der herrnhutiſchen Brüdergemeindr. Rothe, M. Joh. And., geb. 12. Mai 1688 zu Liſſa bei Görlitz, 1722 von Zinzendorf als Paſtor nach Berthelsdorf berufen, 1737 nach Hermsdorf bei Görlitz, 1742 nach Thommen⸗ dorf in der Ober⸗Lauſitz, geſt. 6. Juli 1758. 236„Ich habe nun den Grund gefunden“. Hebr. 6 476„Wenn kleine Himmelserben“. Menzer, Job., geb. 27. Juli 1658 zu Jahmen in der Ober⸗Lauſitz, geſt. als Pfarrer zu Kemnitz bei Bernſtadt in der Ober⸗Lauſitz am 24. Febr. 1734.(Vgl. S. 31. Nr. 61.) 140„O daß ich tauſend Zungen hätte“. 69„Du geheſt in den Garten beten“. Sinzendorf, Kic. Lud. Graf von, geb. 26. Mai 1700 zu Dresden, von ſeiner Großmutter Henr. Kath. v. Gersdorf erzogen, kam nachher unter Franckes Leitung in das Pädagogium des Waiſenhauſes in Halle, ſtudierte ſeit 1716 zu Wittenberg Jura und Theologie, wurde 1721 Hofrat bei der Regierung in Dresden, legte 1727 die Stelle nieder und gründete zu Berthelsdorf die Brüdergemeinde; 1734 trat er in den geiſtl. Stand und ließ ſich 1737 von Jablonsky zu Berlin zum Biſchof weihen. Nach vielen in Angelegenheiten und für die Ausbreitung ſeiner Gemeinde unternommenen Reiſen lebte er zuletzt in Herrn⸗ hut, wo er am 19. Mai 1760 ſtarb. 158„Herz und Herz vereint zuſammen“. Joh. 170. 21. 179„Herr, dein Wort, die edle Gabe“. Joh. 1717. 20* 54 Lieder des Geſangbuchs. 189„Volk des Herrn, bring dein Geſchlechte“. Kon⸗ firmationsgeſang. 284„Der du noch in der letzten Nacht“. Joh. 1721. 314„Chriſten ſind ein göttlich Volk“. 411„Jeſu, geh' voran“. Hier aus 2 Liedern zuſammen⸗ geſtellt. 461„Die Chriſten geh'n von Ort zu Ort“. 462„Aller Gläub'gen Sammelplatz“. Cdeling, Ehriſt. Lud., geb. 1678 zu Lobejün im Saalkreiſe, Informator des Grafen von Zinzendorf, dann Inſpektor und Oberpfarrer zu Schwanebeck bei Halberſtadt, geſt. 18. Sept. 1742. 424„Chriſten erwarten in allerlei Fällen“. Gregor, Chriſtian, geb. 1. Jan. 1723 zu Diersdorf in Schleſien, ſeit 1742 Mitglied der Brüdergemeinde, langjähriger Organiſt und Muſikdirektor in Herrnhut, zuletzt Biſchof und Mitglied der Unitätsdirektion, geſt. 6. Nov. 1801.„Der Aſſaph Herrnhuts.“ 1778 gab er das neue Geſang⸗, 1784 das neue Choralbuch der Brüdergemeinde heraus. 317„Ach, mein Herr Jeſu, dein Naheſein“. 2. Kapitel. Die Tiederdichter aus dem Zeitalter der Aufßlärung. a. Praktiſch erbaulice Richtung. Gellert, Chriſtian Fürchtegott, geb. den 4. Juli 1715 zu Hainichen im ſächſiſchen Erzgebirge, Privatdozent, dann außer⸗ ordentlicher Profeſſor der Philoſophie zu Leipzig, geſt. daſelbſt am 13. Dezember 1769. 40„Dies iſt der Tag, den Gott gemacht“. Pſ. 1184. 52„Gott ruft der Sonn' und ſchafft den Mond“. 71„Herr, ſtärke mich, dein Leiden zu bedenken“. 84„Jeſus lebt, mit ihm auchich“. Joh. 1419. Phil. 31. 2. Tim. 212. Röm. 811. Röm. 838. 39. 85„Erinnre dich, mein Geiſt, erfreut“. — 143 144 145 146 159 181 202 222 302 355 378 399 431 433 454 455 493 Lieder des Geſangbuchs. 55 „Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht“. „Wie groß iſt des Allmächt'gen Güte“. Pſ. 366—. „Gott iſt mein Lied!“ Hier klingt der 139 Pf. durch. „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“. Pf. 19. „Wenn Chriſtus ſeine Kirche ſchützt“. Matth. 1618. „Gott iſt mein Hort“. „Ich komme, Herr, und ſuche dich“. „An dir allein, an dir hab' ich geſündigt“. Pſ. 516. „Gott, deine Güte reicht ſo weit“. Pſf. 366. „Auf Gott und nicht auf meinen Rat“. Pſ. 7324. Lieblingslied des Generals Ziethen. „Mein erſt Gefühl Geſchäft) ſei Preis und Dank“. „Herr, der du mir das Leben“. „Ich hab' in guten Stunden“. Hiob 20. „Dir dank' ich für mein Leben“. Von Dieterich 1765 umgedichtet. „Meine Lebenszeit verſtreicht“. „Wie ſicher lebt der Menſch“. „Nach einer Prüfung kurzer Tage“. Cronegk, Johann Friedrich Freiherr von, geboren den 2. Sept. 1731 zu Ansbach, ſtudierte zu Halle und Leipzig, wurde nach einer größeren Reiſe durch Italien und Frankreich Ansbachiſcher Regierungs⸗ und Juſtizrat und ſtarb den 31. Dez. 1758 zu Nürnberg, wo er zum Beſuche ſeines Vaters ſich auf⸗ hielt, an den Blattern. 397 „Herr, es geſcheh' dein Wille“. Eſchenburg, Johann Joachim, geb. den 1. Dez. 1743 zu Hamburg, ſtudierte Theologie und Philologie zu Leipzig und Göttingen, ſtarb am 29. Febr. 1820 als Geh. Juſtizrat, Profeſſor am Carolinum und Kanonikus des Cyriacusſtifts in Braunſchweig. 29 230 320 „Herr, wir ſingen deiner Ehre“. „Gott, der du unſre Zuflucht biſt“. „Vom Geräuſch der Welt geſchieden“. 56 Lieder des Geſangbuchs. Keander, Cbriſtoph Friedrich, geb. den 26. Dezember 1724 zu Eckau in Kurland, geſt. am 25. Juli 1802 zu Gränzhof in Kurland als Propſt der Doblen'ſchen Diözeſe. 72„Am Kreuz erblaßt“. 319„Wie getroſt und heiter“. Schlegel, Johann Adolf, geb. den 18. Sept. 1721 zu Meißen, ſtudierte zu Leipzig, ſtarb den 16. Sept. 1793 zu Hannover als Hauptpaſtor an der Neuſtädter Hof⸗ und Stadt⸗ kirche, Konſiſtorialrat und Generalſuperintendent des Fürſten⸗ tums Calenberg. 57„Wohlauf, mein Herz, verlaß die Welt“(vergl. Laurentii S. 40). Dieterich, Johann Samuel, geb. den 15. Dez. 1721 zu Berlin, geſt. ebendaſelbſt den 14. Jan. 1797 als Prediger an der Marienkirche und Oberkonſiſtorialrat. 26„Erhebt den Herrn, ihr Frommen“. 27„Der Heiland kommt, lobſinget ihm“. (225„Höchſter, denk' ich an die Güte“. Nach Fabricius.) 288„Du Vater deiner Menſchenkinder“. 496„Mein Geiſt, o Gott, wird ganz entzückt“. Rach Ahasv. Fritſch, geſt. 1701.) 497„Schon iſt der Tag von Gott beſtimmt“. b. Patketiſchk-rhetoriſche Richtung. Rlopſtoch Friedrich Gottlieb, geb. den 2. Juli 1724 zu Quedlinburg, geſt. den 14. März 1803 zu Hamburg im Privatſtande mit dem Titel eines kgl. däniſchen Legationsrats und markgräflich badiſchen Hofrats; begraben zu Ottenſen. 204„Herr, du wollſt uns vollbereiten“. 379„Wenn ich einſt von jenem Schlummer“. 464„Auferſtehn, ja auferſtehn wirſt du“. Durch Graun als Arie umgeſetzt. 498„Selig ſind des Himmels Erben“. Offenb. 141. Pſ Cramer, Johann Andreas, geb. den 27. Jan. 1723 zu Jöhſtadt im ſächſiſchen Erzgebirge, Hofprediger zu Kopenhagen, —— — Lieder des Geſangbuchs. 57 dann Profeſſor der Theologie und Prokanzler der Univerſität Kiel, wo er am 12. Juni 1788 ſtarb. 161„Herr, deine Kirche danket dir“. 260„Ich ſoll zum Leben dringen“. Funk, Gottlieb Benedikt, geb. den 29. November 1734 zu Hartenſtein in der Grafſchaft Schönburg, war Hauslehrer in Eramers Familie zu Kopenhagen, zuletzt Rektor der Dom⸗ ſchule und Konſiſtorialrat zu Magdeburg, wo er am 18. Juni 1814 ſtarb. 91„Halleluja! jauchzt, ihr Chöre“. 456„Die auf der Erde wallen“. Münter, Balthaſar, geb. den 24. März 1735 zu Lübeck, ſtarb als erſter Prediger der deutſchen Petrigemeinde zu Kopen⸗ hagen den 5. Oktober 1793. 162„Die Feinde deines Kreuzes drohn“. 316„Mein Glaub' iſt meines Lebens Ruh'“(Gzur Bekehrung des zum Tod verurteilten freigeiſtigen Mi⸗ niſters Struenſee gedichtet). Schiebeler, Daniel, geb. am 25. März 1741 zu Hamburg, geſt. daſelbſt als Kanonikus am Domkapitel am 19. Aug. 1771. 9„Herr, vor deinem Angeſicht“. Sturm, Chriſtoph Chriſtian, geb. den 25. Jan. 1740 zu Augsburg, geſt. als Hauptpaſtor zu St. Petri zu Hamburg den 26. Aug. 1786. 240„Ich komme, Friedensfürſt, zu dir“. 356„Der Herr iſt meine Zuverſicht“. Fedderſen, Jakob Friedrich, geb. den 31. Juli 1736 zu Schleswig, geſt. den 31. Dezember 1788 zu Altona als Hauptpaſtor und Propſt; Volks⸗ und Jugendſchriftſteller. 435„Gott hat in meinen Tagen“. Jeſ. 464. 719. Denſel, Zacharias, war Paſtor und Inſpektor zu Frank⸗ furt a. d. Oder, geſt. ca. 1736. 434„Höchſter Helfer, ſei nicht ferne“. Kiemeyer, Auguſt Dermann, geb. den 1. Sept. 1754 zu Halle a. S., geſt. daſelbſt als Profeſſor der Theologie, Direktor der Francke'ſchen Stiftungen und Kanzler der Univerſi⸗ tät am 7. Juli 1828. Lieder des Geſangbuchs. 42„Ehre ſei Gott in der Höhe“. 457„Ich weiß, an wen ich glaube, und daß mein Heiland lebt“. Die 5. Strophe iſt von A. Knapp. Pippel, Theodor Gottlieb von, geb. am 31. Jan. 1741 zu Gerdauen in Oſtpreußen, geſt. als Geh. Kriegsrat und 1. Bürgermeiſter in Königsberg am 23. April 1796. 190„Die hier vor deinem Antlitz ſtehn“. 287„Seid barmherzig“. 65ʒ, Chriſtian Gottlieb, geb. den 29. Auguſt 1746 zu Hengen(bei Urach in Württemberg), geſt. 10. Dez. 1803 zu Plieningen als Pfarrer. Er hatte in ſeiner Studienzeit ein 1 ſcharfes Gedicht auf den aus Schillers Jugendjahren bekannten Herzog Karl verfaßt, und dasſelbe dem gefürchteten Herrſcher, dem es durch Verrat in die Hände geſpielt worden, ſelbſt vortragen müſſen, aber eben durch ſeinen Mut und ſeine Auf⸗ richtigkeit das Vertrauen des(katholiſchen) Herzogs ſo ſehr ge⸗ wonnen, daß er an deſſen Sterbebett berufen wurde, wo ihm der ſterbende Fürſt das denkwürdige Wort zurief:„Pfarrer, Sterben iſt kein Kinderſpiel!“ 90„Erhöhter Siegesfürſt und Held“. Reiber, Reichart Gottlob, geb. zu Bernſtatt in Schleſien am 24. Dez. 1744, 1775 herzogl. württemb. Kabinetsprediger zu Oels, 1778 Pfarrer in Mühlwitz, 1788 in Dierdorf, geſt. Mai 1809. . 241„Du ſollſt glauben, o du Armer“. Gegen den j Thomaszweifel. Joh. 20 4—31. Perder, Johann Gottfried von, geb. den 25. Aug. 1744 zu Mohrungen in Oſtpreußen, wollte urſprünglich Chirurg werden, wandte ſich aber bald in Königsberg der Theologie zu, war Kollaborator und Prediger zu Riga, Konſiſtorialrat in Bücke⸗ burg und ſtarb als Hoſprediger, Generalſuperintendent und Oberkonſiſtorialrat zu Weimar am 18. Dez. 1803. 227„Wann kommt der Herr der Herrlichkeit“. Liebich, Chrenfried, geb. den 13. Juni 1713 zu Probſt⸗ hayn im Fürſtentum Liegnitz, ſollte zuerſt Müller werden, ſtudierte aber ſpäter Theologie und ſtarb als Pfarrer zu Lom⸗ nitz und Erdmannsdorf bei Hirſchberg am 23. Dez. 1780. Lieder des Geſangbuchs. 59 118„Höchſter Tröſter, komm hernieder“. 286„Dich Jeſum laß ich ewig nicht'“. 463„Nun bringen wir den Leib zur Ruh“. Bürde, Samuel Gottlieb, geb. am 7. Dezember 1753 zu Breslau, geſt. daſelbſt als kgl. preuß. Hofrat und Regierungs⸗ Kanzleidirektor am 28. April 1831. 358„Wenn der Herr einſt die Gefangnen“. Das Juwel dieſer Periode. Nach Pſ. 126. dermes, Jobann Timotheus, geb. den 31. Mai 1738 zu Petznick in Hinterpommern, geſt. als Oberkonſiſtorialrat, Superintendent und Paſtor prim. an St. Eliſabeth in Breslau am 24. Juli 1821. 499„Ich hab' von ferne“. c. Ubergangsgruppe(bibliſch geprägte Richtung). Claudius, Matthias(der Wandsbecker Bote), geb. am 15. Aug. 1740 zu Reinfeld im Herzogtum Holſtein, gründete, von K. von Moſer nach Darmſtadt berufen, 1777 die Darmſtädter Zeitung, ſtarb den 21. Jan. 1815 in Wandsbeck als Reviſor der Bank zu Altona. 400„Der Mond iſt aufgegangen“. Gedichtet auf der Heimkehr von Traiſa auf dem Schnampelweg bei Darm⸗ ſtadt. Lavater, Johann Caspar, geb. den 15. November 1741 zu Zürich, geſt. daſ. am 2. Jan. 1801 nach langem Leiden an den Folgen einer von einem franzöſiſchen Soldaten bei Ein⸗ nahme der Stadt erhaltenen Wunde. 88„Auferſtanden, auferſtanden“. 203„Jeſu, Freund der Menſchenkinder“. 209„Nimm hin den Dank für deine Liebe“. 226„Ich erhebe mein Gemüte“. Beſonders als Beicht⸗ lied vor der Konfirmation zu gebrauchen. 357„Fortgekämpft und fortgerungen“. 364„Großer Schöpfer, Herr der Welt“. 385„Guter Geber, Dank ſei dir“. Jung, Johann Beinrich, genannt Stilling, geb. den 12. Sept. 1740 im Grund, Amt Hilgenbach im Naſſau⸗ 60 Lieder des Geſangbuchs. Siegen'ſchen, Arzt in Elberfeld, ſpäter Profeſſor an der Cameral⸗ ſchule zu Lautern, dann Profeſſor der Okonomie und Cameral⸗ wiſſenſchaften zu Marburg und Heidelberg, brachte ſeine letzten Lebensjahre in Karlsruhe zu, wo er den 2. April 1817 ſtarb. 169„Vater, deines Geiſtes Wehen“. Rayſer, Kikolaus, geb. 1734 zu Redwitz, geſt. im Jahre 1800 als Prediger zu Hof. 208„Danket, danket Gott mit Freuden“. Schöner, Jobann Gottfried, geb. den 15. April 1749 zu Rügheim bei Schweinfurt, geſt. als Stadtpfarrer zu St. Lorenz in Nürnberg am 28. Juni 1818. Gründete 1805 die erſte deutſche Bibelgeſellſchaft. 420„In tiefen Ingſten ſchreien wir“. Code, Peinrich Julius, geb. den 31. Mai 1733 zu Zollenſpieker bei Hamburg, geſt. als Konſiſtorialrat und Dom⸗ propſt in Schwerin am 30. Dez. 1797. 120„Geiſt vom Vater und vom Sohne“. Stockbauſen, J. Chr.(), geſt. 1784. 127„Dank und Anbetung bringen wir“. Brubn, David, geb. den 30. Sept. 1727 zu Memel, geſt. als Prediger an der St. Marienkirche zu Berlin den S7. April 1782. 119„Der du uns als Vater liebeſt“. Bickel, Johann Daniel Rarl, geb. den 24. Juni 1737 zu Altenweilnau bei Homburg, ſtarb als Naſſau⸗Ufingen'ſcher Konſi⸗ ſtorialrat und Superintendent zu Uſingen den 28. Juni 1809. 262„Gott, der du Herzenskenner biſt“. 417„O Jeſu, Herr der Herrlichkeit“. Falk, Johannes Dan., geb. 28. Okt. 1768 zu Danzig, ſtudierte ſeit 1788 zu Halle Theologie, gab aber bald dieſes Studium auf, beſchäftigte ſich mit der Dichtkunſt, lebte ſeit 1797 zu Weimar als Privatmann, erhielt 1813 den Titel Legations⸗ rat, gründete in demſelben Jahre nach dem Tode ſeiner vier Kinder die erſte Anſtalt für verwahrloſte Kinder in Deutſchland und ſtarb am 14. Febr. 1826 zu Weimar. 122„O du fröhliche, o du ſelige“. Lieder des Geſangbuchs. 61 Troebing, Johann Chriſtoph, geb. den 5. März 1746 zu Ohrdruff in Gotha, Diakonus in Mark⸗Oldendorf im Hildes⸗ heimiſchen, geſt. 25. Jan. 1805. 261„Unſer Wandel iſt im Himmel“. 3. Kapitel. Die Tiederdichter des neuerwachten Glaubenslebens. govalis(von Pardenberg), Georg Friedrich Philipp, als Dichter Novalis genannt, geb. den 2. Mai 1772 zu Ober⸗Wieder⸗ ſtädt in der Grafſchaft Mansfeld, geſt. den 25. März 1801 zu Weißenfels als kurfürſtl. ſächſiſcher Salineninſpektor und deſig⸗ nierter Amtshauptmann, durch den Uberzeugungston und die religiöſe Innigkeit ſeiner„geiſtlichen Lieder“ der Frühlings⸗ bote der neuen Zeit. 28„Was wär' ich ohne dich geweſen“. Eph. 25—. Hebr. 214. 13. 89„Ich ſag' es jedem, daß er lebt“. 2. Kor. 515. 318„Wenn ichihn nur habe“(1801 gedichtet). Pſ. 7325 26. Schenkendorf, Ferdinand Gottfried Max von, geb. den 11. Dez. 1783 zu Tilſit. Nach den Freiheitskriegen, welche er, obgleich eben erſt verheiratet und durch eine Lähmung des rechten Armes verhindert, Waffen zu tragen, mitmachte, wurde er Rat bei der Regierung in Koblenz, endete aber ſchon im Jahre 1817 an ſeinem Geburtstage ſein jugendliches Leben. Er liegt begraben in einer Feſtungsſchanze zu Koblenz. 41„Brich an, du ſchönes Morgenlicht“(1814 zu Aachen gedichtet). Arndt, Ernſt Moritz, geb. den 26. Dez. 1769 zu Schoritz auf der Inſel Rügen, ſeit 1818 Profeſſor der Geſchichte in Bonn, geſt. den 29. Jan. 1860; hat durch ſeine Schrift„Von dem Worte und dem Kirchenliede, Bonn 1819“ und ſeine eigenen Lieder ſich große Verdienſte um Erneuerung des Kirchenlieds erworben. 45„Der heil'ge Chriſt iſt kommen“. Pſ. 8611. Joh. 146. 121„O Gottes Geiſt und Chriſti Geiſt“. 206„Kommt her, ihr ſeid geladen“. 242„Ich weiß, an wen ich glaube“. 465„Geht nun hin und grabt mein Grab“.(Arndts Sterbelied, wurde bei ſeiner Beerdigung geſungen.) Lieder des Geſangbuchs. Wöwes, Peinrich, geb. den 25. Febr. 1793 zu Magde⸗ burg, zuletzt Paſtor in Altenhauſen und Jpvenrode, welchem Amte er jedoch 1830 krankheitshalber entſagte, geſt. 14. Okt. 1834. Er erwarb ſich in den Befreiungskriegen als freiwil⸗ liger Jäger das eiſerne Kreuz. 359„Der Himmel hängt voll Wolken ſchwer“(ge⸗ dichtet am 9. Oktober 1831). Sachſe, Dr. Chriſtian Friedrich Peinrich, geb den 2. Juli 1785 zu Eiſenberg, geſt. den 9. Oktober 1860 als herzogl. ſächſiſcher Hofprediger und Konſiſtorialrat zu Altenburg. 466„Wohlauf, wohlan, zum letzten Gang“(ſtammt aus dem Jahr 1822, bei Sachſes Beerdigung geſungen). Zu Grunde liegt das Lied:„Ich hab' mein' Sach' Gott heimgeſtellt“. Aſchenfeldt, Karl Julius, geb. den 5. März 1792 zu Kiel, ſeit 1824 zweiter Pfarrer zu St. Nikolai und Hoſpital⸗ prediger, 1850 Propſt zu Flensburg, ſtarb 1. Septb. 1856. 264„Aus irdiſchem Getümmel“. Joh. 146. Barth, Dr. Chriſtian Gottlob, geb. den 31. Juli 1799 zu Stuttgart, wurde 1824 Pfarrer zu Möttlingen und ſtarb den 12. Nov. 1862 als Privatmann zu Calw. 173„Der du in Todesnächten“. Stier, Dr. Cwald Rudolf, geb. den 17. März 1800 zu Frauſtadt im Großherzogtum Poſen, zuerſt Inſpektor am Schullehrerſeminar zu Karalene in Litthauen, dann Lehrer an der Miſſionsanſtalt zu Baſel, 1829 Pfarrer in Frankleben bei Merſeburg. 1840 Pfarrer zu Wichlinghauſen in Barmen, ſeit 1850 Superintendent und Oberpfarrer zu Schkeuditz in der Nähe von Halle, ſeit 1859 in gleicher Eigenſchaft zu Eis⸗ leben, wo er den 16. Dezember 1862 ſtarb. Um die Hymno⸗ logie hat derſelbe durch die Herausgabe eines„evangeliſchen Geſangbuchs, Halle 1835“ und durch ſeine Schrift über die Geſangbuchsnot, Leipzig 1838, ſich verdient gemacht. 174„Licht, das in die Welt gekommen“. Bahnmaier, Dr. Jonathan Zriedrich, geb. den 12. Juli 1774 zu Oberſtenfeld im Königreich Württemberg, Profeſſor der Theologie in Tübingen 1815— 1819, geſt. den 18. Aug. 1841 als Dekan und Stadtpfarrer zu Kirchheim unter Teck auf einer Viſitationsreiſe zu Owen. 170„Walte, walte nah und fern“. Lieder des Geſangbuchs. 63 puchta, Chriſtian Rudolf Peinrich, geb. den 19. Aug. 1808 zu Kadolzburg in Mittelfranken, geſt. den 12. Sept. 1858 als Pfarrer zu St. Jakob in Augsburg. 44„Erfüllt ſind Stund und Zeiten“. 228„Gott der Gnaden! Schwer beladen“. 432„Herr! Ein ganzer Leidenstag“. Bähr, Chriſtian Auguſt, geb. den 25. Jan. 1795 zu Alter⸗ waſch bei Guben, 1834 Pfarrer zu Weigsdorf bei Zittau, ſtarb daſelbſt 23. April 1846. 163„Bis hierher und nicht weiter“. Reformationslied. 321„Meinen Frieden geb'ich euch“. Joh. 1427. dey, Wilhelm, geb. zu Leina unweit Gotha den 27. März 1789, geſt. als Superintendent zu Ichtershauſen bei Gotha den 19. Mai 1854. 289„O Chriſt, wenn Arme manchesmal“. Off. 320. Stöber, Adolf, geb. zu Straßburg den 7. Juli 1810, von 1832 bis 1840 erſt Haus⸗ und dann Gymnaſiallehrer, ſeit 1840 Pfarrer zu Mühlhauſen i. E. 290„Wenn auch wie ein Pſalter klänge“. 1. Kor. 13. Strauß von Tornay, Piktor Friedrich, geb. den 18. Sept. 1809 zu Bückeburg, ſtudierte anfänglich Theologie, dann Rechts⸗ wiſſenſchaft, wurde 1840 Archivrat, 1850 fürſtlich Bücke⸗ burgiſcher Geheimer Kabinetsrat und Bundestagsgeſandter, lebt ſeit 1866 als Privatmann in Dresden. 360„O mein Herz, gieb dich zufrieden“. 363„Des Jahres ſchöner Schmuckentweicht“. Sturm, Julius Rarl Reinhold, geb. den 21. Juli 1816 zu Köſtritz im Fürſtentum Reuß, ſeit 1851 Pfarrer in Göſchwitz bei Schleiz und ſeit Ende 1857 in ſeiner Vaterſtadt. Er iſt der Dichter der„Frommen Lieder“ und Herausgeber der„Stillen Andachtsſtunden“. 183„Nun geh' uns auf, du Morgenſtern“. 324„Herz, mein Herz, nicht in der Weite“. Preiswerk, Samuel, geb. 19. Sept. 1799 zu Rümlingen, 1824 Lehrer am Miſſionshaus, 1830 Pfarrer in Muttenz, geſt. zu Baſel als Antiſtes und Profeſſor der hebr. Sprache 1871. 267„Volk des Herrn, du haſt hienieden“. Lieder des Geſangbuchs. 1 Peußer⸗Schweizer, Meta, Pfarrerstochter, geboren den * 6. April 1797 zu Hirzel bei Zürich, lebte ſeit 1859 als Witwe des Arztes Heußer in ihrem Geburtsort, geſt. 2. Jan. 1876. 4 ½ 105„Lamm, das gelitten“. . 361„Hör' ich euch wieder“. Für ein Geſangbuch zu modern. 5 500„Wir werden bei dem Herrn ſein allezeit“, 1 nach 1. Theſſ. 417. Benſel, Luiſe, geb. den 30. März(1790 2) 1798 zu Linum in der Mark Brandenburg, Tochter des Erziehers des Frei⸗ herrn von Lützow, des Anführers der„Schwarzen Jäger“, Schweſter 112 des im Gebiet der chriſtlichen Kunſt ausgezeichneten Hiſtorien⸗ malers Wilhelm Henſel; ſie lebte in Berlin, geſt. 20. Dez. 1876. 303„Bedenk' ich deine große Treue“. 401„Müde bin ich, geh' zur Ruh'“. Marot, Samuel, geb. zu Magdeburg den 11. Dezember 1770, Mitarbeiter an dem Berliner Geſangbuch von 1829, geſt. als Konſiſtorialrat und Prediger an der neuen Kirche in Berlin 1865. 191„Von des Himmels Thron“. . Rern, Gottlob Chriſtian, geb. in Söhnſtetten 13. Jan. 1792, Profeſſor am niederen Seminar in Schönthal, geſt. als Pfarrer in Dürrmenz⸗Mühlacker 1835. 205„Wie könnt' ich ſein vergeſſen“. . Rrummacher, Dr. Friedrich Adolf, geb. den 13. Juli 1768 zu Teckkenburg in Weſtfalen, geſt. den 4. April 1845 6 als Prediger zu St. Ansgarii in Bremen. Beſonders bekannt 6 als Parabeldichter. 6 43„Empor zu Gott, mein Lobgeſang“. 1 172„Eine Herde und ein Hirt“. Joh. 10146. Vor „ 1827 entſtanden. 3 Döring, Karl Auguſt, geb. 22. Jan. 1783 zu Markt Alvens⸗ leben im Magdeburgiſchen, lutheriſcher Pfarrer in Elberfeld, eifriger Förderer der inneren Miſſion, geſt. 17. Jan. 1844. 171„Komm', o Herr, komm' bald, du Treuer“. 1 Rnapp, M. Albert, geb. den 25. Juli 1798 zu Tübingen, geſt. den 18. Juni 1864 als Stadtpfarrer zu St. Leonhard Lieder des Geſangbuchs. 65 in Stuttgart, Mitherausgeber des neuen Württemberg. Geſang⸗ buchs und beſonders bekannt durch ſeinen großen„Evangeliſchen Liederſchatz“, in welchem ſich die beſten ſeiner Lieder finden. 104„Halleluja! Wie lieblich ſtehn“. 126„Was freut mich noch, wenn du's nicht biſt“. Vers 1 u. 2 ſind von Hiller(ſ. S. 46). 166„Gott Vater, aller Dinge Grund“. 175„Einer iſt's, an dem wir hangen“. 176„Der du zum Heil erſchienen“. Lieblingslied der Baſeler Miſſionsanſtalt. in bi und d i mir 467„Vater, hier im Erdenſchoße“.(Am Grab ſeines Vaters geſungen.) 468„Eingeſargt zum letzten Schlummer“ (Am Grab ſeiner Mutter geſungen. 30. Juni 1827.) 471„Geh' zum Schlummer ohne Kummer“.(Grab⸗ lied für ſeine Gattin 1827.) Spitta, Karl Johann Philipp, geb. den 1. Aug. 1801 zu Hannover, zuerſt Pfarrkollaborator zu Sudwalde in der Graf⸗ ſchaft Hoya, 1830 Garniſonsprediger zu Hameln, 1837 Paſtor zu Wechold bei Hoya, ſeit 1847 Superintendent und Paſtor zu Wittingen, dann in gleicher Eigenſchaft zu Peine, zuletzt in Burgdorf, wo er am 28. September 1859 ſtarb. 10„O wie freu'n wir uns der Stunde“. Joh. 66. 164„Gottes Stadt ſteht feſt gegründet“. Pſ. 87. 187„O du reicher Herr der Armen“. 192„Bei dir, Jeſu, will ich bleiben“. Fſ. 781 229„Kehre wieder, kehre wieder“. Jer. 312—3. 265„Es kennt der Herr die Seinen“. 266„Bleibt bei dem, der euretwillen“. 322„O Jeſu, meine Sonne“. 323„Ein Wohlſtand ohne Gleichen“. 2 Eim 413„Ich und mein Haus, wir ſind bereit“. Joſ. 241. 414„O ſelig Haus, wo man dich aufgenommen“. Wegweiſer durch Geſang⸗ und Choralbuch. 5 66 Lieder des Geſangbuchs. Wagner, Johann Chriſtian, geb. 23. Juni 1747 zu Pößneck bei Saalfeld, Amtmann in Heldburg, ſpäter herzogl. ſächſ. Konſiſtorial⸗ und Regierungsrat, geſt. als Geheimrat in Hildburghauſen am 14. Juli 1825. 210„Vollbracht iſt nun die heil'ge Feier“. waldau, Georg Ernſt, geb. 25. März 1745 zu Nürn⸗ berg, 1772 Hoſpitalprediger daſelbſt, 1789 zugleich Profeſſor am Gymnaſium, 1791 Antiſtes zu St. Agidien, geſt. 27. April 1817 als Antiſtes zu St. Lorenz in Nürnberg. 415„Von dir, du Gott der Einigkeit“. Rückert, Zriedrich, geb. am 16. Mai 1788 zu Schwein⸗ furt, 1811 Privatdozent in Jena und ſpäter in Würzburg, 1826 außerordentlicher Profeſſor der orient. Sprachen zu Er⸗ langen, 1840 von Friedrich Wilhelm IV. nach Berlin berufen, gab aber bereits 1848 ſeine Profeſſur auf und lebte bis zu ſeinem am 31. Januar 1866 erfolgten Tode auf ſeinem Land⸗ ſitz Neuſeß bei Koburg. 30„Dein König kommt in niedern Hüllen“. Ein Juwel aus dem neueren Liederſchatz. Garve, Rarl Bernhard, geb. am 24. Januar 1763 zu Jeinſen bei Hannover, wirkte zuerſt als Lehrer in verſchiedenen Anſtalten der Brüdergemeinde, in der er von 1799 an als Prediger in Amſterdam, Ebersdorf, Norden u. ſ. w. angeſtellt war, geſt. zu Herrnhut am 21. Juni 1841. 14„Ach ſei mit deiner Gnade“. 2. Kor. 131. 92„Amen! Deines Grabes Friede“. Erinnert an die Oſterfeier der Herrnhuter auf dem Friedhofe. 182„Dein Wort, o Herr, iſt milder S 263„Hört das Wort voll Ernſt und Liebe“. Matth. 51—6. Lieder unbekannter Perkunft. 186„Barmherziger, laß deiner Gnade“. 194„Großer König unſrer Erden“. 376„Früh am Morgen Jeſus gehet“. 382„Herr, wir kommen zu dem Eſſen“. 384„Unſer Vater, der uns liebt“. Weiſen des Choralbuchs. 67 II. Die Tonſetzer. 1. Im Darmſtüdter Runtional, herausgegeben von Wolf⸗ gang C. Briegel durch den Buchdrucker Henning Müller 1687: 132 Nr. 1„Jeſu, meines Lebens Leben“.(Alle Menſchen müſſen ſterben.) 2. Im Darmſtädter Geſungbuch von 1698, nach dem Verfaſſer der vom 3. März 1698 datierten Vorrede auch das „von Zühlen'ſche Geſangbuch“ genannt: 69„Sieh', hier bin ich, Ehrenkönig“. 72„Zeuch mich, zeuch mich mit den Armen“. 74„Jeſu, hilf ſiegen, du Fürſte des Lebens“. 128 a„O du Liebe meiner Liebe“.(Knorr von Roſen⸗ roth ²) 3. Im Frrylinghauſen'ſchen Geſungbuch[Freylinghauſen (ſ. S. 41) hat ein Geſangbuch in 2 Teilen herausgegeben. Der erſte erſchien bis 1746 in 18 Auflagen(1704. 1705. 1706. Der 2. Teil erſchien zuerſt 1714, dann 1719. 1726. 1733; beide Teile zuſammen erſchienen als ein Geſangbuch 1741 und 1771; die Zahl der Melodien beträgt 609. Vgl. Blätter f. Hymnol. 1883 S. 44 ff.]. In der Ausgabe von 1704: 54„Dir, dir, Jehovah, will ich ſingen“.(Wahr⸗ ſcheinlich ſchon 1600, jedenfalls 1690 vorhanden.) 60„Morgenglanz der Ewigkeit“.(Pielleicht aus einer geiſtlichen Arie von J. R. Ahle, geſt. 1673 zu Mühlhauſen i. Th., entſtanden und zu unſerem Liede umgeſtaltet durch Chriſtian Knorr von Roſenroth.) „Hüter, wird die Nacht der Sünden“. „Friede, ach Friede“. „Fahre fort“. 93„Es glänzet der Chriſten inwendiges Leben“. 110„Macht hoch die Thür, die Thor' macht weit“. 113„Mein Jeſu, dem die Seraphinen“. 114„Die Tugend wird durchs Kreuz geübet“ Meh⸗ ring[2), Inſpektor im Waiſenhauſe zu Halle, dann Pfarrer bei Halle). — Sd S G 5* 68 Weiſen des Choralbuchs. 137„Eins iſt not, ach Herr, dies Eine“. Die Melodie iſt aus 2 Quellen zuſammengearbeitet. Der zweite Teil findet ſich als Schluß einer im übrigen ganz anderen Melodie bei Joh. Flitner, Suscitabulum musicum 1661, und könnte von dieſem erfunden ſein. Für den erſten Teil ſind Jvachim Neanders Bundeslieder 1680 die Quelle, wo die Melodie zu dem Liede:„Großer Prophet, mein Herze begehret“ verwendet iſt. Mach Kümmerle„Encyklopädie der evang. Kirchenmuſik“ 1888.) 150„Wie wohl iſt mir, o Freund der Seelen“. In der Ausgabe von 1714: 19„Gott ſei Dank durch alle Welt“. Mach Faißt: Württ. Ch.⸗B. 1876 iſt dieſelbe einer weltlichen Weiſe von 1666 nachgebildet.) 52„Erquicke mich, du Heil der Sünder“(Melodie nicht in dieſer Ausgabe. Tert erſt in den Ausgaben von Francke zur Melodie: Wer nur den lieben Gott läßt walten). 76„O fröhliche Stunden“. 121„O du Hüter Israel“ G wahrſcheinlich erſt in den Ausgaben von Francke). 134„Jeſu, als du erſtlich kameſt“. 4. In dem Choralbuch von Pretzel, herausgegeben 1731[Dretzel, Cornelius Heinrich, geboren um 1705 zu Rürnberg, geſt: als Organiſt daſelbſt 1773]: 49„O daß ich tauſend Zungen hätte,“ jedoch mit dem Terte:„Ach, ſagt mir nichts von Gold und Schätzen“; mit dem Terte des Liedes„O daß ich tauſend Zungen hätte“ erſt im folgenden Choralbuch. 118„Ach, was iſt doch unſre Zeit“. 157„Gott lebet noch“(Freylinghauſen 1714*). 5. In dem Choralbuch von Zoh. Bulth. König, Kapell⸗ meiſter zu Frankfurt a. M., betitelt:„Harmoniſcher Lieder⸗ ſchatz“, herausgegeben zu Frankfurt a. M. 1738: 22„Ringe recht, wenn Gottes Gnade“. 47„Ich will dich lieben, meine Stärke“. Weiſen des Choralbuchs. 69 49„O daß ich tauſend Zungen hätte“. Text und Melodie; vgl. S. 68 unter 4. 51„Wer weiß, wie nahe mir mein Ende“. 57„Schöner Himmelsſaal“. 73„Alles iſt an Gottes Segen“. 6. Choralbuch der Brüdergemeinde, herausgegeben im Jahre 1784 durch Chriſtian Gregor(ſ. S. 54): 20„Jeſu, komm' doch ſelbſt zu mir“(urſprünglich zu„Höchſter Prieſter, der du dich“ bei Thommen, Chriſtenſchatz 1745). 129„O Durchbrecher aller Bande“(handſchriftlich um 1740, nach Ebeling[2) 1666). Seite 136 IV„Die wir uns allhier beiſammen⸗ finden“. Qrſprünglich weltlich, handſchriftlich 1735.) 7. In der von Joh. Georg Stötzel beſorgten 3. Aufl. von Joh. Georg Chriſtian Störls„Schlag⸗, Geſang⸗ und Notenbuch“ 1744: 149„Mein Heiland nimmt die Sünder an“. 8. Einzelne: Bach, Johann Chriſtoph, geb. 1643 zu Arnſtadt, geſt. als Organiſt zu Eiſenach 1703. 68„Komm, o komm, du Geiſt des Lebens“(1693). Ulich, Johann, lebte gegen Ende des 17. Jahrhunderts als Kantor und Komponiſt zu Wittenberg. 62„Meinen Jeſum laß ich nicht“ Mel. 1 des Choralb.) von Peter Sohren, Rechen⸗ und Schulmeiſter, ſpäter Kantor und Organiſt zu Elbing in Preußen, aus einer Hammer⸗ ſchmidt'ſchen Melodie herausgebildet und veröffentlicht in der praxis pietatis melica zu Frankfurt 1668. 63„Meinen Jeſum laß ich nicht“(Mel. 2 des Choralb.) von Johann Ulich in Michael Schernacks:„Sieben⸗ Fache Welt⸗ und Himmels⸗Capell zc.“ 1674. Dreſe, A., geb. 1620 wahrſcheinlich zu Weimar, wirkte als Kapellmeiſter zu Weimar, Jena, Arnſtadt, geſt. 1701. 56„Seelenbräutigam, Jeſu, Gottes Lamm“. Weiſen des Choralbuchs. 159„Ich laß dich nicht, du Hülf in allen Nöten“(in der Leipziger„Herzensmuſik“ 1727). 1 Rnorr von Roſenvoth, Chriſtian(1636— 1689), ſ. S. 33. 13 215„Zeuch meinen Geiſt, triff meine Sinnen“. 6 128 a.„O du Liebe meiner Liebe“(1684 bei Knorr v. Roſenroth), ſ. S. 67. Darmſt. G.⸗B. 1698. — Keander, Joachim, ſ. S. 47. 71„Unſer Herrſcher, unſer König“. 152„Wunderbarer König“(680). Störl, Joh. Georg Chriſtian, geb. 1675 zu Kirchberg an 34 der Jart(im jetzigen Württemberg), 1704 herzogl. Hofkapell⸗ meiſter in Stuttgart und Stiftsorganiſt, geſt. zu Stuttgart 1730. 174„Ruhet wohl, ihr Totenbeine“(1711. Telemann, geb. 1681 zu Magdeburg, geſt. 1767 als 3 Muſikdirektor in Hamburg. 3 105„Der lieben Sonne Licht und Pracht“(die Melodie befindet ſich in ſeinem Choralbuch. Ob ſie von ihm ſelbſt ſtammt, iſt nicht ganz ſicher). Doles, Johann Friedrich, geboren 1715 zu Steinbach, . Schüler von J. S. Bach, 1744 Kantor in Freiberg, 1756 . Kantor an der Thomasſchule zu Leipzig, geſt. 8. Febr. 1797. 4 151„Zu dir erhebt ſich mein Gemüte“(1785). Bach, Philipp Cmanuel, Sohn des großen Joh. Sebaſtian Bach, geb. 14. März 1714 zu Weimar, 1740 Kammermuſikus in 1 14. Sept. 1788. * 27„Gott iſt mein Lied“ E787). quanʒ, Johann Joachim, geb. 30. Jan. 1697 zu Ober⸗ ſcheden in Hannover, königl. preuß. Kammermuſiker in Berlin und einer der erſten Meiſter des Flötenſpiels, geſt. 12 Juli 1773. 26„Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“. 112„Hab' Acht auf mich in aller Not“. Anonym: ißi 59„Nicht ſo traurig, nicht ſo ſehr“(1762). 9. Meueſte Melodien. 1 Ritter, Peter, geb. 1760, Schüler von Abbeé Vogler, 1801 1 in Mannheim Konzertmeiſter und Muſikdirektor. 175„Großer Gott, wir loben dich“. Berlin, 1767 Kantor und Muſikdirektor in Hamburg, geſtorben Weiſen des Choralbuchs. 71 Schmidlin, J., geb. 1722 zu Zürich, Pfarrer zu Wezikon bei Zürich, geſt. 1772. 43„Geh' aus, mein Herz, und ſuche Freud'“(urſpr. zu dem Lied:„Auf, freies Volk, verſammle dich“). (Er bildete dieſe Melodie offenbar in Erinnerung teils an eine Weiſe von Johann Ludwig Steiner, Stadt⸗ trompeter und Muſiklehrer in Zürich, geſt. 1761, in deſſen Geſangbuch 1723, teils hauptſächlich an eine von Johann Caſpar Bachofen, geb. 1692 zu Zürich, Kantor in Zürich, geſt. 1755, in deſſen„Muſikaliſchem Halleluja“ 2. Aufl. Zürich 1733; Faißt: Württ. Ch.⸗B. 1876.) Rittel, Johann Chriſtian, geb. 18. Febr. 1732 zu Erfurt, Organiſt an der Rats⸗ und Predigerkirche zu Erfurt, geſt. 18. Mai 1809. 36„Auferſtehn, ja auferſtehn wirſt du“. (Nach Kümmerle„Encyklopädie der evang. Kirchen⸗ muſik“ iſt dieſe Melodie von Johann Georg Beutler, geb. 1782 zu Mühlhauſen i. Th., geſt. 18 14 als Konrektor am Gymnaſium und Organiſt an der Hauptkirche Beatae Mariae Virg. ſeiner Vaterſtadt. Kittel habe ſie zuerſt in das Choralbuch aufgenommen.) Weitzel, Ludw. Friedrich, geb. 14. Juli 1747 zu Büdingen, Sohn des dortigen, 1770 verſtorbenen Kantors Michael Weitzel, ſtarb am 15. März 1841, nahezu 94 Jahre alt, nachdem er be⸗ reits 1829 als Konrektor penſioniert worden war. Außer dem im heſſ. Choralbuch aufgenommenen Choral find im Büdingiſchen lange Zeit mehrere von ihm komponierte Choräle gebräuchlich geweſen. 155„Laſſet uns den Herren preiſen“(1810). Schicht, Joh. Gottfr., geb. 29. Sept. 1753 zu Reichenau bei Zittau, geſt. 16. Febr. 1823 als Muſikdirektor in Leipzig. 48„Nach einer Prüfung kurzer Tage“. Rnecht, Juſtin Peinrich, geb. 30. Sept. 1752 zu Biberach in Ober⸗Schwaben, geſt. als Muſikdirektor und Kollege an der Lateinſchule daſelbſt 11. Dez. 1817. 16„An dir allein, an dir hab'ich geſündigt“(bei Chriſtmann u. Knecht: Choralmelodien für das neue württemb. Geſangbuch 1799). 109„Mein Glaub' iſt meines Lebens Ruh'“. 72 Weiſen des Choralbuchs. Frech, Johann Georg, geb. 1790 zu Kaltenthal bei Stuttgart, Seminarmuſiklehrer, Organiſt und Muſikdirektor zu Eßlingen, geſt. 1864. 156„Kehre wieder“ Gzuerſt erſchienen in: Vierſtimmige Geſänge der evang. Kirche, Stuttgart 1823 u. 1825). Rlein, Bernhard, geb. 6. März 1793 in Köln, ſtudierte in Paris unter Cherubini, war dann Muſikdirektor in Köln, von 1819 an in Berlin am kgl. Inſtitut für Kirchenmuſik und Univerſitäts⸗Muſikdirektor, geſt. 9. Sept. 1823. 124„Löwen, laßt euch wiederfinden“. Breidenſtein, Dr. Peinrich Rarl, geb. 28. Febr. 1796 zu Steinau in Heſſen, geſt. 13. Juli 1876 als außerordentlicher Profeſſor und Muſikdirektor in Bonn. 58„Wenn ich ihn nur habe“. Ihme, F. R., geb. 4. Okt. 1834 zu Straßburg i. Elſaß, wirkte zuerſt als Lehrer bei verſchiedenen höheren Schulen, ſeit 1852 Mitglied des Vorſtands des Vereins für geiſtlichen Geſang (chant sacré), 1853 Dirigent des Kirchenchores der„Neuen Kirche“ zu Straßburg, ſeit 1868 Pfarrer zu Bärenthal in Lothringen.(„Halleluja“, Choralbuch 1873. 1888.) 145„Wenn Chriſtus ſeine Kirche ſchützt“ Guerſt ge⸗ druckt in„Hoſianna! 17 geiſtreiche Lieder mit neuen Weiſen für Klavier, Orgel oder gemiſchten Chor ver⸗ ſehen von F. A. Ihme“. Erlangen 1866). Mendelsſohn, Arnold Ludwig, geb. zu Ratibor am 26. Dez. 1855, Lehrer am Konſervatorium zu Köln a. Rh. ſeit 1886. 53„Dein König kommt in niedern Hüllen“(1887). Anonym: 55„Wir werden bei dem Herrn ſein allezeit“. Aus dem modernen Volksgeſang: 172„O du fröhliche, o du ſelige“— Sicil. Voltzweiſe 60 Sanctissima). 173„Müde bin ich, geh' zur Ruh'“. Schleſiſche Volks⸗ weiſe. 73 Regiſter. Seite. Acht⸗Liederbuch, Wittenberg 5. 6 Aemilia Juliane von Schwarz⸗ burg⸗Rudolſtadt 33 36. 67 Albert(Alberti). 18. 35 12 28 Albrecht d. jüngere v. Branden⸗ Bahrenh 13 ſ „hi 44 18 ſ 1 Anna Sophia vonHeſſen⸗Darm⸗ ſtadt Anna von Stolberg 17 47 43 S 61 47 feſ 62 7 Babſt'ſches Geſangbuch 1545. 3 Chriſt 69 7 S 62 63 62 Bernhard von Clairvaux. 2 49 7 60 16 8 Seite. Blumenkranz aus dem Garten Gottes, Straßburg 1712 47 dn 45 Böhmiſches Kantional 1595. 7 ſ 32 7 Braunſchweigiſche n 4 Braunſchweigiſche autun⸗ 72 Brüdergemeinde, Choralbuch 69 60 i 53 59 40 Eſbi 59 Si 26 S 56 ſſ 30. 42 W 55 S 34 19 Darmſtädter Geſangbuch 1698 67 Darmſtädter Kantional 1687 67 215 19 S 32 56 70 64 40. 69 68 Ehi 35. 69 S 11 74 Regiſter. Seite. Seite. S 54 Heh 20 Eler eanticn era 16 Erfurter Enchiridion 1524 3. 5. 7 Henſel, Luiſe..... 64 Erfurter Enchiridion 1527. 2 Henſel, Zacharias.... 57 Erfurter Geſangbuch 1531. 3 Herberger....... 17 Erfurter Kirchenamt 1527 4 von Herder 58 Erks Vierſtimm. Choralbuch. 4 Hermann, Nicolaus 13. 14 Eſhennr 55 Hermes P 59 , 60 Herrmnn, J. G 49 Feſen i 41 Pi 10 Seb 30 68 nſch 20 6.7 Heußer Schweizer 64 Fil W Seh 63 18 Hilarius von Poitiers 2 S 30 Hiller, Friedr Knr Franck, Salomo 49 Hiller, Phil. Friedr... 46 Hint 35 n Hippel 58 Freylinghauſen..... 57 Sfmann 49 30 S 25 S 53 m 72 55 Fſaat 6 66 Jung⸗Stilling 59 5 art der Große 1 S 5 Fahſer 60 Geſänge, neue deutſche, Witten⸗ Fern 64 e 5 ain 30 Sſ 19 Kirchen⸗Geſäng, Frankfurt bei Sſi 6. 34 Wö 56 5 S ite 71 ei 72 S 56 Si 11 Klugſches Geſangbuch 3 (S 0 na 64 Gregor der Große..... nec 71 Gregor, Chriſt. 354. 69 Knolt 16 Greifswalder Geſangbuch von Knorr von Roſenroth. 33. 67. 70 6 Fnüſch 42 Si 19 Kölniſches Geſangbuch 1599. 15 (S 5 Föni 68 34 Köpphels Geſangbuch, Straß⸗ von Hardenberg... 61 burg 5 5 6 rame 49 Hace 0 Friecer 35 Heermann, Johs. 30 Krummacher 64 Heinrichs Herzog v. Sachſen Kugelmann... 14 Kirchenordnung.... Kunth 4⁵ — — ——— Regiſter. 75 Seite. Seite. Lampe.. Pap 16 29 Laurentii 40 von Pfeil 47 59 Prätorius 21 Lehmus. 49 Preiswerk 63 46 Pſalter, d. franzöſiſche 7 Leipziger Gefangbuch 1539 Pucht 63 (Schumann) 70 Leipziger Geſangbuch 1545 Rambach. 45 (Val. a Jöh Senatuch1 1589 6 Liebich. 58 Reiber 58 Reune 12 Löſcher Srſc auten von Löwenſtern... 0 5 4 7 Ludämilia Eliſabethv. Siwar ichier 41 burg⸗Rudolſtadt... 44 5 Rinckart. 21 Luiſe Henriette von Branden⸗ Ringwaldt 15 Brg iſt 21 Luppius, btritennuid 70 e Rodigſt 30 Magdeburg... 6 ſoſe Senuch 1531 64 Röthe 53 13 Fückert 66 Mendelsſohn ii 15 29 Meyfart.. e 13 Monoetius. 15 Sachſe 62 20 Rüller 44 Schalling 16 57 Scharff 0 Nachtenhöfer eefee 32. 36 Neander, Chr. Fr.. 6 Scheidt Neander, Joachim.47. 68. 70 S 6 2 Nehring 6 Schen, Hartmann. 29 Neumann 46 e Schenen 61 69 50 Schich 1 hiee 57 43 Schirmer. 26 W 56 Nicolaus von Koſel i 42 Niemeyer Schöſer 51 Notker. Schmid, Tabulaturbuch 15 W i F Nürnberger Srantuc 43 Olearius.. 26 Schmolck.. 51 ——————— cce S S 12. 15 60 S 35 S 43 Schütz, Joh. 39 von Schütz, Ph. 52 Schweriner i 3 S 28 Seelenharpff, Onoltzbach 36 S 5. 17 Siegfried 22 Sd 52 S 35. 69 Spangenberg, Lobgeſenge 1545 5 S 39 Speratüs 3 12 Si 65 S 15 22 Se 22 S 62 S 63 32 Sith 60 S 69. 70 S 69 Stralſunder Geſangbuch 1665 36 Straßburger Groß Kirchenge⸗ ſangbuch 1560 5 Straßburger Kirchenamt 1525 4. 7 Strauß von Tornay. 63 Sturm, Chr. Chr...... 5 Sturm, Julius... 63 ab 52 e 70 Terſteegen 48 ſ 18 i Site, Thomas von Celano 2 Shommen 6) Sitius 30 Sod 60 Triller, Val., Singbuch 14 Fröping 61 Tſcherning 2½ nlich 69 Vulpius 18 Wagner ½ 65 Waldau 65 Waldis 13 Walthers Geſangbuch 1524 4.. Warnberg Wegelin 3 Wegleiter 32 Weingärtner.... N Weißel 28 Weißenſee 4 Weißel 7 Weier 23 Weßnitzer 3 Widemann 32 Wiener 4 Wilhelm II. von Sachſen Weimar 3 Winkler ¹3 C. F. Winter'ſche Buchdruckerei in Darmſtadt. Wittenberger Enchiridion 152 Wittenb. Enchiridion 1535 4..15 Wittenb. Geſangbuch 15312 3 Wolders Katechismusgeſang 1598 6 Wolf 42 Wolff, Kirchen⸗Geſäng 156) 5 Woltersdorf 45 Fihn 52 Zimmermann..... 53 Zinzendorf 53 Zwit 14 co 69 60 — — 99 9 Sd ord t ca c t- cœ— 2 — ——— 2 82 e e 0 6— 5—„ —— — e c c rd — Verlag von Sohs. Waitz in Darmſtadt. Köhler, Dr. th. u. ph.., Kirchenrecht für die ev. Kirche des Großherzogthums Heſſen. 1884. geh. M. 12—, geb. M. 14.— —— Die Simultankirchen im Großherzogthum Heſſen, ihre Geſchichte und ihre Rechtsverhältniſſe.(Unter der Preſſe.) Emhardt, Chr., Gr. Oberkonſiſtorialſekretär, Die Verfuſſung und Verwaltung der evangeliſchen Landeskirche des Groß⸗ herzogthums Heſſen. 1889. M. 1.50. Sell, Dr. F., Aus der Geſchichte des Chriſtenthums. Sechs Vorleſungen. 1888. geh. M. 2.— geb. M. 2.80. Pender, Dr. th. F., Oberhofprediger, Eliſabeth, Prinzeſſin Carl von Heſſen und bei Rhein, geb. Prinzeſſin von Preußen. 1886. geh. M. 5.—, geb. M. 6.—. Göhrs, J., Pfarrer in Geinsheim. Grundſütze über Erbunung, Wiederherſtellung und künſtleriſche Ausſchmückung evange⸗ liſcher Kirchengebünde. 1887. 80 Pf. Bibliſche Geſchichte für die evangeliſchen Schulen des Groß⸗ herzogthums Heſſen. geb. M. 1.— Katechismus für die evangeliſch⸗proteſtantiſche Kirche.(Bisheriger neuer badiſcher Katechismus vom Jahre 1856.) Nach der Verordnung vom 6. Juli 1877. 2. Aufl. 1886. geb. 50 Pf. Chorulbuch für die evangeliſche Kirche im Großherzogthum Heſſen. 1888. M. 5.—, geb. M. 6.50. Einſtimmiges Melodieenbuch für die evangeliſchen Schulen des Großherzogthums Heſſen. 1888. 25 Pf. Zweiſtimmige Choralmelodieen und geiſtliche Volkslieder für Schule und Haus. 1888. 25 Pf. Sechzig Chorile aus dem evangeliſchen Choralbuche für das Großherzogthum Heſſen. Dreiſtimmig geſetzt von Chr. Völſing, Stadtkantör in Darmſtadt. 1888. 40 Pf. Vierſtimmiges Chorgeſangbuch des evangeliſchen Kirchengeſang⸗ vereins für Heſſen, ausgearbeitet von Johs. Zahn. 1888. geh. M. 1.—, geb. M. 1.50. Schotz, Prof. Dr. Bernh., Liturgie auf das Totenfeſt(Abend⸗ gottesdienſt) für gemiſchten Chor und Gemeindegeſang. 1889. Partitur M. 3.—. Jede Einzelſtimme 30 Pf. Frätzinger, Pfr. Dr. G., Verſteheſt du auch, was du ſingeſt? Geſchichte und Erklärung der Lieder des neuen heſſiſchen Geſangbuchs. 1885. geh. M. 3.— geb. M. 3.80. Stromberger, Pfr. Dr Chr. 2b., Die geiſtliche Dichtung in Heſſen. 1886. geh. M. 2.50, geb. M. 3.30. Handbuch für die evangeliſche Kirche des Großherzogthums Heſſen. Bearbeitet von B. B. Jabicht, Prälat. Zweite Auflage. S5 Winlet ſche Vuchdruckerel in Darmſtadt. * ————— PaUL. RICRHTER scRsiuoRe SLESSER . 5- * .„ . .** 3 SILA Sendae —.—.—.—L.—.—..—.ͤ—.—.—.—.—.—..—.—.——.—.—.—.—.———.—.———.————