Q * 6„ W,. ⸗ *— 8 S— E ₰. —. 1— X e ⸗. 8 3 3 4§ 5 .— „ L. 22—— bER UVERKaETS PIPLIOTHEK GESEN GtSCHENXIVON P Cee kc. 2N ich. Geſangbuch für die Cvangeliſche Kirche im Großherzogtum eſſen. Darmſtadt. G. Jonghaus'ſche Hofbuchhandlung, Verlag. 1891. XI. XIII. Wiedergeburt und Siuns Der Tag des Herrn Am Morgen. Zum Anfang des Gottesdienſtes Zum Schluſſe des Gottesdienſtes. Advent Weihnachten Jahreswechſel Darſtellung und Siſchenung Seu Paſſion Begräbnis Jeſu. Oſtern. Himmelfahrt Pfingſten Trinitatisfeſt Allgemeine Lob⸗ und Danklieder Kirche und Gnadenmittel Kirche. Kirchweihe. Ausbreitung d. Kirche Quionsteden Gnadenmittel Wort Gottes. Sakramente Heilige Taufe s heilige Abendmahl und während der Feier Nach der Feier Buße Glaube und Reruuns Heiligung Nachfolge Swi Liebe. Gebet Allgemeine Fürbitte Friede und Freude Vertrauen. Inhalt. 211—230 231— 242 243— 360 243— 267 268—290 291— 303 304— 305 306— 324 325—360 4— 10 11— 14 Chriſti 73—75 148—176 165— 166 167— 176 177—210 177— 183 184—210 184—187 188—194 195—210 195— 206 207— 210 Nr. 1 15— 30 31— 45 46— 52 53— 57 58— 75 76— 92 93—105 106— 122 123—127 128—147 148—210 211—360 Anhang. XIV. Lieder für beſondere 8 Stände und Verhältniſſe Jahreszeiten Frühling. Sommer. Herbſt. Winter Morgen. Mittag Vor Tiſche Nach Tiſche. Abend Für Kinder Am Schluſſe der Vowhe Ehe und Hausſtand Obrigkeit. Predigtamt.. Allgemeine Not und Frieden Mißwachs und Ernte.. Wetterlieder Reiſe. Krankheit Am Geburtstage. Im Alter XV. Die letzten Tod Sterbelieder Begräbnislieder Beim Tode von Eltern. Beim Tode von Ehegatten Beim Tode von Kindern Gericht und Ewigkeit Liturgiſche Geſänge Gebete zur hãuslich Gottesdienſtordnung des Großherzogs. Regiſter. en Andacht. für den Geburtstag S Nr. 361— 435 361— 364 361 362 363 364 365— 379 380— 385 380— 382 383— 385 386— 401 401 402— 403 404— 407 408— 415 416 417 418— 420 421— 423 424 425— 427 428—429 430 431— 432 433 434— 435 436—500 436— 476 436— 457 458— 466 467— 468 469— 471 472— 476 477— 500 Sr. Königl. Hoheit l. Der Tag des Herrn. Am Morgen. 1. (Mel. Mein Zeſu, dem die Seraphinen.) Be⸗ſchwer⸗tes Herz, leg ab die Sor⸗gen; er⸗he⸗be dich, ge⸗ Es kommt der an„ge⸗neh⸗me Mor⸗gen, da Gott zu ru⸗hen beug⸗tes Haupt!] hat er„laubt, da Gott zu ru⸗hen hat be⸗foh⸗len und — ſelbſt die Ru⸗he ein ge weiht; auf, aufl die ihm geranb te — 2— v Feit in ſei⸗nem Dien⸗ſte ein zu⸗ho⸗ len 2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne, dein irdiſch Werk muß ſtille ſtehn; du ſollſt zu höherem Gewinne in deines Gottes Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Vermehrung ſeines Ruhms die Werke deines Prieſtertums in tiefſter Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott! ich bin vor dir erſchienen und gebe auf dein Winken acht; wie kann ich dir gefällig dienen, wenn mich dein Geiſt nicht tüchtig macht? Wie werde ich in dir erfreuet, wenn er nicht ſtillt der Sünde Schmerz? Wie bet ich, wenn er nicht das Herz durch ſeine Gnade mir erneuert? 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, wenn ſie dein Finger nicht berührt? Kann ich die finſtre Nacht durchdringen, wenn mich dein Licht nicht aufwärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, wenn deine Flamm nicht in mich fährt und mich in deiner Lieb verzehrt und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jeſus hat mein Herz ſo teuer zu ſeinem Tempel eingeweiht: bier iſt dein Herd, hier iſt dein Feuer, die Fülle deiner Herrlichkeit, dein Heiligtum, dein Stuhl der Gnäde; dein Licht und Recht, das Him⸗ melsbrot, des Geiſtes Frucht und dein Gebot erfüllen dieſe Bundeslade. 6. In deinem Haus will ich mir bauen die Hütte, bis ich ſcheid einmal. Indeſſen gieb mir, dich zu ſchauen, o Lebenslicht, den Gnaden⸗ ſtrahl! So feir ich recht den Tag der Sonnen, ſo hab ich meine Ruh in dir; ach, habe du dein Werk in mir! Vollführe, was du haſt begonnen! Evangel. Geſangbuch 1 Der Tag des Herrn 7. Wenn ſich des Lebens Werktag enden, ſo ruh, von allem Frohn— dienſt los, mein Geiſt in Gottes Vaterhänden, mein Leib in ſeiner Fron Schoß, bs beides feiern wird dort oben, wo man in ſicherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben. 2 Chr. Wegleiter, † 1706. * 6(Mel. Gott des wimmels und der Erden.) „ Gro⸗ ßer Gott von al⸗ten Zei⸗ken, deſ ſen Hand die ſdeſ⸗ ſen Treu auf al-len Seiten mich von Ju⸗ gend ter An„ dacht auf. 2. Ach, wie lieb ich dieſe Stunden: denn ſie ſind des Herren Feſt, das mit ſo viel Troſt verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch ſeinen guten Geiſt mir den Weg zum Leben weiſt. 3. Habe Dank für dieſen Morgen, der mir Zeit zum Guten ſchenkt; das ſind unſre beſten Sorgen, wenn der Menſch an Gott gedenkt und von Herzen betet, ſingt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was iſt ſchöner, als Gott loben? Was iſt ſüßer, als ſein Wort? Da das Herz, zu Gott erhoben, offen ſieht des Himmels Pfort! Selig iſt, wer Tag und Nacht alſo nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, ſprich ſelber Amen, denn wir ſind dein Eigen⸗ tum; alles preiſe deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geſchehn, daß wir dich im Himmet ſehn. 3. aſp. Neumann, † 1715. (Mel. Meinen Zeſum laß ich nicht. Nr. 2) n 22 — . Sicht vom Licht, er⸗ leuch⸗te mich bei dem neu⸗ en Gna⸗den ⸗ſon⸗ne, zei⸗ ge dich mei⸗nem mun⸗tern S i —— S— Ta⸗ges⸗lich„te; wohne mir mit Glanze bei, An ⸗ge ſich„ te; daß mein Sab⸗bath fröh⸗lich ſei. 2. Brunnquell aller Seligkeit, laß mir deine Ströme fließen; mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu genießen; ſtreu das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig ſein. Der Tag des Herrn. 3 3. Zünde ſelbſt das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget; ſei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrtum mich betrüget und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, heilig ſingen und mich in die Ewigkeit mit des Geiſtes Flügeln ſchwingen; gieb mir einen Vor⸗ ſchmack ein, wie es mag im Himmel ſein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen, offen⸗ bare dich doch mir, ſende meiner Andacht Kerzen immer neues Feuer zu, o du Liebesflamme du! 6. Dieſer Tag ſei dir geweiht; weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts ſonſt wollen, nichts ſonſt thun, als in deiner Liebe ruhn. B. Schmold, † 1737. 4. ⸗ Komm, hei„li⸗ger Geiſt, er⸗füll die Her⸗zen dei⸗ner Gläu⸗bi⸗gen Alte Kirche 5. S— S S S2— 1. Herr Je⸗ſuChriſt, dich zu uns wend, den heil⸗gen Geiſt du zu uns ſend; — B 5„————— ——— mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den Wegzur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur An⸗ dacht fein; den Glauben mehr, ſtärk den Verſtand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 1* — —— 4 Der Tag des Herrn. Herr! und ſchauen dich von Angeſicht in ewger Freud und ſelgem Licht. 4. Ehr ſei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geiſt in einem Herzog Wilhelm II. von Weimar, † 1662 6. Lieb ⸗ſter Je⸗ wir ſind hier, dic Wort len ⸗ke Sin⸗ und Be„gier auf die ſü⸗ S him⸗ daß die Her⸗zen von der Er⸗den ganz zu dir ge⸗zo⸗ gen wer⸗ den. 2. Unſer Wiſſen und Verſtand iſt mit Finſternis verhüllet, wo nicht und dichten mußt du ſelbſt in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jeſu, wohl lingen Claunitzer, † 1684. 7. 1. es iſt ein S er⸗ er ſchie⸗ nen, in den Him⸗mel weiſt und an Gott ge⸗den⸗ken heißt; dar⸗um komm ich — 3. Bis wir ſingen mit Gottes Heer: heilig, heilig iſt Gott der Thron; der heiligen Dreieinigkeit ſei Lob und Preis in Ewigkeit! 5 S— ——— ——— deines Geiſtes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun mach uns alleſamt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unſer (WMel. Ach, was ſoll ich Sünder —— dir zu die⸗nen; te du mich ſel⸗ ber zu, e— doß nen Wil⸗ len thu. 2. Stille ſelbſt an dieſem Morgen den verwirrten Lauf der Welt, der uns hier gefangen hält; brich die Nacht der eitlen Sorgen, daß ich heut, von allem frei, dir allein ergeben ſei. Der Tag des Herrn. 5 3. Kröne mich mit deinen Gaben, zieh mich an mit deiner Kraft, die den neuen Menſchen ſchafft; ach, was Freude werd ich haben, wenn das Herz in meiner Bruſt ſucht am Herren ſeine Luſt. 4. Laß die Predigt wohlgelingen, ſteh auch deinem Worte bei, daß es in mir kräftig ſei. Unſer Beten, unſer Singen, und was ſonſt noch wird gethan, ſiehe du mit Gnaden an! C. Neumann, † 1715. S. Mel. Gott des Kimmels und der Erden.) f 1.1 Thut mir auf die ſchö⸗ne Pfor⸗te, führt in Got„tes ji ach wie wird an die-ſem Or⸗te mei⸗ ne See⸗ le Haus mich ein; 6 zc fröh⸗lich ſein! Hier iſt Got⸗tes An ge„ſicht; 1— 5 hier iſt lau⸗ ter Troſt und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir; wo du Wohnung haſt genommen, da iſt lauter Himmel hier. Zeuch in meinem Herzen ein, laß es deinen Tempel ſein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geiſt, daß mein Singen und mein Beten dir ein lieblich Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herz zu dir empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Saatkorn auf mich fällt; gieb mir Licht in dem Verſtande, und was mir wird vorgeſtellt präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den ſchwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte ſtets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitſtern dient und zum Troſt im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, ſo will ich hören, und dein Wille wird erfüllt! Nichts laß meine Andacht ſtören, wenn der Brunn des Lebens quillt; ſpeiſe mich mit Himmelsbrot, tröſte mich in aller Not! B. Schmolck, † 1737. Mel. Nr. 6. 9. 1. Herx, vor deinem Angeſicht hat die Andacht uns verſammelt; ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchſter, ſtammelt! Hör auf unſre ſchwachen Lieder und ſieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß dein Wort, das hier erſchallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in unſre Seelen dringen. Laß es unſern Sinn erneuen und das Herz mit Troſt erfreuen! 3. Dein Gebot mach uns bekannt, und hilf ſelbſt es treulich üben dich und den, den du geſandt, Jeſum Chriſtum, herzlich lieben, daß kein Schmerz und keine Freude uns von deiner Liebe ſcheide! Dan. Schiebeler, † 1771. — 1 6 Der Tag des Herrn. 10. (Mel. 0 Durchbrecher aller Bande.) S — 6— E2 S O wie freun wir uns der Stun⸗de, da wir dir, Herr Je⸗ſu, nahn, um aus dei⸗nem heil⸗gen Mun⸗de Le⸗bens⸗wor⸗te zu — 5 — —— 2—— 7 2—— Laß uns heu⸗te nicht ver⸗ge⸗bens Hö⸗rer dei⸗nes Wortes ſein; — . — S S ſchrei⸗be ſelbſt das Wort des Le⸗bens tief in unſ⸗re Her⸗zen ein. 2. Sieh, wir ſitzen dir zu Füßen; großer Meiſter, rede du; ſieh, wir hören deiner ſüßen Rede heilsbegierig zu. Lehr uns, wie wir ſelig werden; lehr uns, wie wir unſre Zeit, dieſe kurze Zeit auf Erden, nützen für die Ewigkeit. 3. Nun ſo lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort; laß es mit lebendgem Triebe in uns wirken fort und fort; hilf uns, daß wir treu bewahren, was wir in das Herz gefaßt, und laß andre auch erfahren, daß du Lebensworte haſt. K. J. Ph. Spitta, † 1859. Mel. Nr. 6. 11. Zum Schluſſe des Gottesdienſtes. Unſern Ausgang ſegne Gott, unſern Eingang gleichermaßen; ſegne unſer täglich Brot, ſegne unſer Thun und Laſſen, ſegne uns mit ſelgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. Hartm. Schenk, † 1681. 6 12. (Mel. Seuch mich, zeuch mich mit den Armen.) S S2 — 1 Va⸗ter, dir ſei Preis ge⸗ſun⸗gen, daß du uns ſo wohl ge⸗lehrt, ſp dein Werk an uns ge⸗lun⸗gen, daß wir jetzt dein Wort ge⸗hört; — laß die Lehr den Glau⸗ben ſtär⸗ken, mach uns reich an guten Wer⸗ken! 2. Jeſu, dein Wort iſt ſehr ſüße, habe Dank für dieſe Lehr! Lenke nur auch unſre Füße, daß wir wandeln dir zur Ehr; laß uns deinen Troſt erquicken, bis wir deinen Thron erblicken! 3. Heilger Geiſt, ſchreib alle Worte nun in unſre Herzen ein, daß man ſtets an allem Orte deren eingedenk mag ſein, daß wir täglich Früchte bringen und im Himmel Amen ſingen! 5 8 Mich. Wiedemann, † 1719. Advent. 7 Mel. Nr. 6. 13. 1. Höchſter Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demſelben heilig leben; gieb dem Glauben ſolche Stärke, daß er thätig ſei im Werke! 2. Uns, o Vater! lehreſt du, was wir thun und glauben ſollen; ſchenk uns deine Kraft dazu, gieb zum Wiſſen auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, ſo wird alles wohl gelingen. 3. Gieb uns, eh wir gehn nach Haus, deinen väterlichen Segen, breite deine Hände aus, leite uns auf deinen Wegen, laß uns hier im Segen gehen, dort geſegnet auferſtehen! Joh. Ad Haßlocher † 1726. 14. (mel. Chriſtus, der iſt mein Teben.) 1. Ach ſei mit dei⸗ner Gna⸗de bei uns Herr Je⸗ſu Chriſt, daß 2. Ach ſei mit deiner Liebe, Gott Vater, um uns her; denn wenn uns die nicht bliebe, fiel uns die Welt zu ſchwer. Ach heilger Geiſt, behalte Gemeinſchaft allezeit mit unſerm Geiſt und walte nun und in Ewigkeit! C. B. Garve, 1 1841. I. Idvent. *1. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Es kommtder Herr der S nig⸗reich, ein 6— t= * Hei land al⸗ ler Welt zu gleich, der Heil und Le ben mit ſich bringt; der⸗hal⸗ben jauchzt, mit Freu⸗den ſingt: ge⸗ lo⸗bet ſei mein Gött, mein Schö⸗pfer, reich von Rat! 8 Advent. 2. Er iſt gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit iſt ſein Gefährt, ſein Königskron iſt Heiligkeit, ſein Scepter iſt Barmherzigkeit; all unſre Not zu End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden ſingt: gelobet ſei mein Gott, mein Heiland, groß von That! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, ſo dieſen König bei ſich hat; wohl allen Herzen insgemein, da dieſer König ziehet ein! Er iſt die rechte Freudenſonn, bringt mit ſich lauter Freud und Wonn. Gelobet ſei mein Gott, mein Tröſter früh und ſpatl,“ 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit, das Herz zum Tempel macht bereit; die Palmen der Gottſeligkeit ſtreut hin mit Andacht, Luſt und Freud; ſo kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet ſei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland, Jeſu Chriſt, des Herzens Thür dir offen iſt; ach, zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erſchein. Dein heilger Geiſt uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit! Dem Namen dein, o Herr, ſei ewig Preis und Ehr G. Weißel, † 1635 16. (Mel. Nun komm, der Feiden Keiland.) I Golt ſei Dank durch al le Welt, der ſein Wort be⸗ſtän⸗dig hält ſen⸗ det hat. 2. Was der alten Väter Schar höchſter Wunſch und Sehnen war, und was ſie einſt prophezeit, iſt erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil und Davids Sohn, Wunderbar, Rat, Kraft und Held hat ſich treulich eingeſtellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil, dir Hoſianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an! 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thuſt, rein von aller Sündenluſt! 6 Und wie du voll Sanftmut kamſt, jedes Armen dich annahmſt, alſo ſei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröſte, tröfte meinen Sinn, weil ich ſchwach und blöde bin, daß im Glauben ich fortan treu dir bleibe zugethan; 8. Daß, wenn du, o Lebensfürſt, prächtig wieder kommen wirſt⸗ ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht beſtehn! H. Held, † um 1660. 17. (mel. von Gott will ich nicht laſſen.) Mit Ernſt, o Men⸗ſchen⸗kin⸗der, das Herz in euch be⸗ ſtellt! Bald wird das Heil der Sün⸗der, der wun der⸗ſtar⸗ke Held, ——————·ů‧ ˙ ů“ Ü˙Ü“˙ ˙“ ·Ü“%Ü“Y Advent. — S2 den Gott aus Gnad al⸗lein der Welt zum Licht und Le⸗ben ver⸗ ſpro⸗chen hat zu ge⸗ ben, bei al⸗len keh⸗ren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gaſt, macht ſeine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht eben jeden Pfad, die Thale rings erhöhet, macht niedrig, was hoch ſtehet, was krumm iſt, macht gerad! 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchſten ſteht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angſt zu grunde geht; ein Herz, das richtig iſt und folget Gottes Leiten, das kann ſich recht bereiten, zu dem kommt Jeſus Chrift. 4. Ach, mache du mich Armen in dieſer Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jeſu, ſelbſt bereit! Zeuch in mein Herz hinein, mach es zu deiner Krippen; ſo werden Herz und Lippen dir ewig dankbar ſein. V. Thilo, † 1662. 18. (Mel. Aus meines Kerzens Grunde.) S 1 Auf, auf, ihr Reichs⸗ge⸗noſ„ ſen, der Kö⸗nig em⸗pfa⸗het un„ ver⸗droſ ⸗„ ſen den gro⸗ßen — kommt her ⸗an; Wun⸗der⸗mann. Ihr Chri⸗ſten, geht her⸗für, laßt uns vor Sh T N E— B V al⸗len Din„gen ihm Hoſi⸗an„ na ſin„ gen mit 4 D———————— S hei ⸗Ri⸗ger Be⸗gier! 2. Auf, ihr betrübten Herzen! Der König iſt nicht fern. Hinweg all Angſt und Schmerzen! Dort kommt der Morgenſtetn. Der Herr will in der Not mit reichem Troſt euch ſpeiſen; er will euch Hilf er⸗ weiſen, ja dämpfen gar den Tod. 3. Friſch auf in Gott, ihr Armen, der König ſorgt für euch; er will durch ſein Erbarmen euch machen groß und reich der alles hat bedacht, der wird auch euch ernähren; was Menſchen nur begehren, das ſteht in ſeiner Macht. Advent. 4. Friſch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht. An uns, die Herzgeliebten, hat er ſchon längſt gedacht. Nun wird kein Angſt, noch Pein, noch Zorn hinfür uns ſchaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt ſeine Kinder ſein. 5. Auf, auf, mit ſchnellen Schritten den König eilt zu ſehn! Er kommt in unſre Mitten ſtark, herrlich, ſanft und ſchön. Nun netet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz verſüßen und uns erlöſen kann. 6. Der König will bedenken die, ſo er herzlich liebt, mit köſtlichen Geſchenken, als der ſich ſelbſt uns giebt durch ſeine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 7. Nun, Herr, du giebſt uns reichlich, wirſt ſelbſt doch arm und ſchwach; du liebeſt unvergleichlich, du eilſt den Sündern nach; drum wolln wir insgemein die Stimmen hoch erſchwingen, dir Hoſianna ſingen und ewig dankbar ſein. J. Riſt, † 1667 Mel. Nr. 18. 19. 1. Nun jauchzet all, ihr Frommen, in dieſer Gnadenzeit, weil unſer Heil iſt kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne ſtolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerſtören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine Krone ſucht er auf dieſer Welt; im hohen Himmelsthrone iſt ihm ſein Reich beſtellt. Er will hier ſeine Macht und Majeſtät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt dieſen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; ſonſt, wo ihr ihn verachtet, und nur nach Hoheit trachtet, des Höchſten uch rührt. S. und Elenden in dieſer böſen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angſt und Leid, ſeid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen, dem König lobzuſingen, der euer höchſtes Gut. 5. Er wird nun bald erſcheinen in ſeiner Herrlichkeit und euer Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud; er iſts, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig und ſeid ſtets ſein gewärtig! Er iſt ſchon auf der Bahn. M. Schirmer, † 1673. (Mel. valet will ich dir geben.) 20. — S— S ſoll ich dich em⸗pfan⸗gen, und wie be⸗gegn ich dir, ſo al⸗ler Welt Ver⸗lan⸗gen, o mei⸗ner See⸗ le Zier? H —— O Je ⸗ſu, Je⸗ſu, ſe-tze mir ſelbſt die Fa⸗ ckel bei, — mit, was dich er-gö te, be⸗wußt und kund mir ſei. ———————— Advent. 11 2. Dein Zion ſtreut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Pſalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze ſoll dir grünen in ſtetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, ſo gut es kann und weiß.— 3. Was haſt Du unterlaſſen zu meinem Troſt und Freud? Als Leib und Seele ſaßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich ge⸗ nommen, da Fried und Freude lacht, biſt du, mein Heil, gekommen und haſt froh gemacht. 4. Ich lag in ſchweren Banden, du kommſt und machſt mich los; ich ſtand in Spott und Schanden, du kommſt und machſt mich groß, und hebſt mich hoch zu Ehren und ſchenkſt mir großes Gut, das ſich nicht läßt verzehren, wie irdſcher Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als dein getreues Lieben, damit du alle Welt in ihren tauſend Plagen und großer 3 Jammer⸗ slaſt, die kein Mund aus kann ſagen, ſo feſt umfangen haſt.— 6. Das ſchreib dir in dein Herze, du e Heer, bei welchem Gram und Schmerze ſich häuft je mehr und mehr; ſeid un⸗ verzagt, ihr habet die Hilfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröſtet, ſteht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, noch ſorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, iſt voller Lieb und Luſt, all Angſt und Not zu ſtillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erſchrecken vor eurer Sündenſchuld; nein, Jeſus will ſie decken mit ſeiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Troſt und wahren Heil, ſchafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird ſie zerſtreuen in einem Augenblic. Er kommt, er kommt, ein König, dem alle Macht und Liſt der Feinde viel zu wenig zum Widerſtande iſt. 10. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und ſüßem Lichte dem, der ihn liebt und ſucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum Licht, zur ewgen Wonne in deinen Freudenſaal! P. Gerhardt, † 1676. 21. (Mel. wie nach einer waſſerquelle.) +— —— S—— 1. willſt du draußen ſte⸗ den, du Ge⸗ſeg⸗ne⸗ter des Herrn?] Laß dir, bei mir einzu⸗ ge⸗hen, wohl⸗ge fal⸗len, du mein Stern, — du mein Jefu, mei⸗ne Freud, Hel⸗fer in der rech⸗ten Zeit! 5—— 3 — 5 S — Hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich ſchmerzen. — Advent. 2. In der Welt iſt alles nichtig, nichts iſt, das nicht kraftlos war. Hab ich Hoheit, die iſt flüchtig, hab ich Reichtum, was iſts mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Luſt, was iſt ſie wert? Was iſts, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gereue? 3. Aller Troſt und alle Freude ruht in dir, Herr Jeſu Chriſt dein Erfreuen iſt die Weide, da man erſt recht fröhlich iſt. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jeſu, komm, laß dich erblicken! Freu dich, Herz, du biſt erhöret, jetzo kommt und zeucht er ein ſein Gang iſt zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen ſein und bereite dich ihm zu, gieb dich ganz in ſeiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle! 5. Alles dient zu deinem Frommen, auch was bös und ſchädlich ſcheint, weil dich Chriſtus angenommen und es treulich mit dir meint Bleibeſt du dem wieder treu, iſts gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdeſt loben. P. Gerhardt † 1676. 22. (Mel. Ach, was ſoll ich Sünder machen.) 1. Kommſt bu, kommſt du, Licht der Hei⸗den? Ja, du kommſt und — ſäu⸗meſt nicht, weil du weißt, was uns ge⸗bricht. O du ſtar⸗ker Troſt im Lei⸗den, Je ſu, mei-nes Her⸗zens Thür — ſteht dir of⸗fen, komm zu mir! 2. du biſt bereits zugegen, du Weltheiland, Gottes Sohn! Meine S ſchon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben ſchafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jeſu, nimm mein Flehen Schaffe, daß mein Geiſt und Sinn ſich in deinem Lieben übe; denn zu lieben dich, mein Licht, ſteht in meiner Kraft ſonſt nicht. 4. Jeſu, rege mein Gemüte, Jeſu, öffne mir den daß dich meines Herzens Grund innig preiſe für die Güte, die du mir, o Seelengaſt, lebenslang erwieſen haſt. 5. Laß durch deines Geiſtes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld⸗ durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir ſein hoch erhaben! Dann ſo will ich für und für Hoſianna ſingen dir. 6. Ch. Homburg † 1681. Advent. 3 23. 2 der herrlich .— kommt das neu⸗e Kir⸗ S r, des freut ſich al⸗le ———— S Chri⸗ſten⸗ſchar. Dein Kö⸗ nig kommt, drum freu⸗e dic, ku —— wer⸗tes F on„on, wig⸗ lich. Hal⸗ jah! 2. Wir hören noch das Gnadenwort, das Wort vom Heiland immerfort, das uns den Weg zum Leben weiſt; Gott, ſei für ſolche Gnad gepreiſt. Hallelujah! 3. Gott! was uns deine Wahrheit lehrt, die unſern Glauben ſtärkt und mehrt, das bringe Frucht, auf daß wir dir lobſingen dankbar für und für. Hallelujah. Dr. Johann Olearius, † 1684. 24. (Mel. Meinen Zeſum laß ich nicht. Nr. 1.) 1. Ho⸗ſi⸗an⸗na! Davids Sohn kommt in Zi⸗on ein⸗ge⸗zo⸗ —— gen; ach, be⸗rei⸗tet ihm den Thron, ſetzt ihm tauſend Ehrenbogen; g ½ D ſtreu⸗et Pal⸗men, ma⸗chet Bahn, daß er Ein⸗zug hal⸗ten kann! 9 2. Hoſianna, ſei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen; unſer erz iſt ſchon gerüſt, will ſich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unſern Thoren ein, du ſollſt uns willkommen ſein! 3. Hoſianna Friedefürſt, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was u ſchaffen wirſt, das iſt unſre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein beſteht. 4. Hoſianna, lieber Gaſt, wir ſind deine Reichsgenoſſen, die du dir erwählet haſt; ach ſo laß uns unverdroſſen deinem Scepter dienſt⸗ bar ſein; herrſche du in uns allein! 5. Hoſianna, komme bald, die Verheißung zu erfüllen! Sollte gleich die Knechtsgeſtalt deine Muajeſtät verhüllen, o, ſo kennet Zion ſchon Gottes und auch Davids Sohn. — 14 Advent. 6. Hoſianna, ſteh uns bei! O Herr, hilf, laß wohlgelingen, da wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hoſianna, nah und fern! Eile bei uns einzugehen. Du Ge⸗ ſegneter des Herrn, warum willſt du draußen ſtehen? Hoſianna, biſt du da? Ja, du kommſt, Hallelujah! B. Schmolck, † 1737. Mel. Nr. 24. 25. 1. Sieh, dein König kommt zu dir! Seele, das ſind frohe Worte. Sprich: mein König, komm zu mir, ſieh, ich öffne dir die Pforte zeuch mit deiner Sanftmut ein! Was du findeſt, das iſt dein. 2. Komm, ich bin dein Eigentum ſchon ſeit deinem Waſſerbade; komm, dein Evangelium werde mir ein Wort der Gnade! Du ſchickſt ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du haſſeſt, was mich reuet: komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache ſelbſt mit deinem Blut alles wieder rein und gut! 4. Komm in deinem Abendmahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir ſchon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jeſu, leb in mir, und mein Leben ſei in dir! 5. Komm und bring den Geiſt auch mit, deinen Geiſt, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: komm, Herr Jeſu, rufen mag. Phl. L. Hiller, † 1779. 6* 26. (Mel. Aus meines Ferzens Grunde 1 Er⸗hebt den Herrn, ihr Fro Der Hei⸗land iſt ge⸗ kom„ men, der Völ ker — — er ver⸗ſpricht.] Gott, der uns nicht ver⸗ſtößt, hat uns zum Troſt und Licht.) Heil und Se ben ſelbſt ſei⸗nen Sohn ge⸗ ge⸗ ben; durch S— S 2— 5 ——— ihn ſind wir er⸗löſt. öſt i s der Herr erzei it welchem 2. Erlöſt! O welche Liebe hat uns der Herr erzeigt, mit welche . Vatertriebe ſein Herz zu uns geneigt Von ſeiner Himmel Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, ſein ein— geborner Sohn. Advent. 15 9 3 Er kommt zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nimmt auf ſich die Beſchwerden von unſrer Pilgerzeit, enthält ſich ſeiner Macht, verleugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden ſein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht: o bringet Gott euren Lobgeſang! Erlöſte Menſchen, ſinget dem Mittler ewig Dank! Wo niemand helfen kann, da hilft er aus Erbarmen, wird Licht und Troſt uns Armen: o nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menſchenkinder, verwirf uns, Jeſu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, iſt unſre Zuverſicht. Gieb unſren Seelen Ruh hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; gieb Mut und Kraft dazu! 6. Dich wollen wir erheben hier und in Ewigkeit, wo uns ein beſſres Leben vor deinem Thron erfreut. Dann ſind wir ewig dein, und nichts wird uns mehr fehlen, dann werden unſre Seelen voll⸗ kommen ſelig ſein. S. Dilerich, 4 1797. 27. (mel. wie ſchön leuchtet der Morgenſtern.) ——— — Der Hei⸗land komr it, lobſin⸗get ihm, dem Herrn, dem 1 Er kommt, der ein„ge⸗bor⸗ne Sohn, und ſteigt von ———— ———————— al⸗ le Sera phim das Hei⸗lig, Hei⸗lig ſin⸗gen!] ſei⸗ nes Him⸗mels Thron, der Welt das Heil zu brin⸗gen.) Preis dir, daß wir von den Sün⸗den Ret⸗tung fin⸗den; 1 E ₰— 7£ hoch⸗ſtes We⸗ſen, durch dich wer⸗den wir ge⸗ ne⸗ ſen. 2. Willkommen, Friedefürſt und Held, Rat, Vater, Kraft und Heil der Welt! willkommen hier auf Erden! Du kleideſt dich in Fleiſch und Blut, wirſt Menſch und willſt der Welt zu gut ſelbſt unſer Bruder werden. Ja du, Jeſu, kommſt uns Armen voll Erbarmen nun entgegen, wandelſt unſern Fluch in Segen. 3 Du bringſt uns Troſt, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Selig⸗ keit; ſei hoch dafür geprieſen O Herr, wie viel zu ſchwach ſind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns bewieſen! Von dir, da wir im Verderben müßten ſterben, kommt das Leben. O was kannſt du rößres geben! — N 16 Advent. 4. Wir bringen dir ein dankbar Her b g i Herz, gebeugt durch Buße, R und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln, und dir und unſrem Nichſten it S Pe denken und zu handeln. Zu dir flehn wir; hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten ringe bezwingen. 5. Laß uns zu unſerm ewgen Heil an dir im wahren Glaub .„„ en Teil b deinen Geiſt erlangen; auch wenn wir leiden, auf dich ſehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. S. Diterich, † 1797. 28. (Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet.) S Sri 2 9——— S— Was wär ich oh-ne dich ge⸗we⸗ſen? Was würd ich Zu Furcht und Ang⸗ſten auser⸗le⸗ſen, ſtänd ich in 2 oh⸗ ne dich nicht ſein? S wei⸗ter Welt al⸗lein. S 5 —— die Zu⸗kunft wär ein dunk⸗ler Schlund, und wennmein Herz ſich Micht⸗ wüßt ich ſi⸗cher, das ich lieb⸗te; —0——— k tief be⸗trüb⸗te, wem thät ich mei-ne Sor⸗ge kund? 2. Einſam verzehrt von Lieb und Sehnen, erſchien mir nächtlich jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungsloſen Gram zu Haus; wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Chriſtus ſich mir kund gegeben, und bin ich ſeiner erſt gewiß, wie ſchnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenloſe Finſternis! Durch ihn erhalt ich tauſend Gaben, durch ihn bin ich ja Gottes Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur verſammelt ſind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein; ſtreckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh ſie zu uns ein! Der Himmel iſt bei uns auf Erden, im Glauben ſchauen wir ihn an. Die eines Glaubens mit uns werden, auch denen iſt er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reichſte Quelle, ein böſes Weſen wohnte drin; und wards in unſerm Geiſte helle; ſo war nur Unruh der Ge⸗ winn. Ein eiſern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen feſt; Furcht vor des Todes Richterſchwerte verſchlang der Hoffnung Ueberreſt. Advent. 17 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menſchenſohn voll Lieb und Macht und hat ein allbelebend Feuer in unſerm Innern an⸗ gefacht. Nun ſahn wir erſt den Himmel offen als unſer wahres Vater⸗ land; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott andt. Noch ſteht in wunderſamem Glanze der heilige Geliebte hier: gerührt von ſeinem Dornenkranze und ſeiner Treue, weinen wir. Ein jeder Menſch iſt uns willkommen, der ſeine Hand mit uns ergreift und, i z mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieſes reift. „ derz i Fr(Fr. v. Hardenberg), † 1801 29. — — 1[S2 wir ſin⸗gen dei⸗ner Eh⸗re, er⸗barm dich un⸗ſer Herr, wir dan⸗ken voll Ent⸗zü⸗cken; wo iſt ein Gott, der — 1 1 2 —— *—— und er⸗hö ⸗re, nimm gnä⸗dig un⸗ſer Lob⸗lied an! ſo be⸗glü⸗cken, ſo lie⸗ben und ſo ſeg⸗nen kann?] * Der Gott, den wir er⸗höhn, er, deſ⸗ſen Heil wir ſehn, ————— —S iſt die Lie⸗ be; ſchon vor der Zeit, in E⸗wig ⸗keit Fſð — F U —— E ——,— 13 * war Gott die Lie⸗be, wird ſie femn. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchſt du in unſre Bruſt das Leben und ſchenkeſt uns der Erde Glück; um zu dir uns zu erheben, entziehſt du unſrer Bruſt das Leben und ſchenkeſt uns des Himmels Glück. Du giebſt das Leben, Gott! Du ſendeſt uns den Tod nur zum Segen, biſt liebevoll; nur unſer Wohl, nicht unſer Elend ſchaffeſt du! 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unſerm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Macht ſind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu ſehn. 4. Preiſet ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde ſtieg ſein Sohn her⸗ nieder, ward Menſch und ſtarb der Sünder Tod. Chriſtus hat den od bezwungen; ein neues Lied werd ihm geſungen! Uns ſegnet und begnadigt Gott. Wir ſind mit ihm verſöhnt: ihr Lobgeſänge, tönt, könt zum Himmel! Erſchallt ſchon hier! Einſt knieen wir an ſeinem Thron und beten an. J. J. Eſchenburg, 1 1829. Evangel. Geſangbuch 2 Advent. 30 a. 1 Deln Kön⸗ig kommtin nie⸗dern Hül⸗len ſanft⸗mü tig Eſ„ lin len; em⸗pfang ihn froh, Je⸗ru⸗ ſa⸗ſem Trag S— „„* ihm ent⸗ge- gen Frie⸗dens⸗pal⸗men, be⸗ſtreu den Pfad mit 2 8„—4 4 — grü⸗nen Hal⸗men; ſo iſts dem Her ⸗ren an— genehm. 30 b. ——— S —2——— — 1. Dein Kö⸗nig kommt in nie⸗dern Hül⸗ fen ſarft⸗ tig —— auf der Eſ⸗lin Ful⸗ len em⸗ mpfang ihn froh, Je⸗ru⸗ſa⸗lem! grü⸗nen Hal⸗men; ſo iſts dem Her⸗ren an genehm. 2. O mächtger Herrſcher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürſt von großer Macht! Es wollen dir der Er Herren den Weg zu deinem Throne ſperren; doch du gewinnſt ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich iſt nicht von dieſer Erden; doch aller Erden werden dem, das du gründeſt, unterthan. Bewaffnet mit des Glau Worten ieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus un macht dir Bahn. 4. Und wo du kommeſt hergezogen, ebnen 8 Meeres Wogen, es ſchweigt der Sturm, von dir bedroht. Du den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu ſtiften, und ſchlägl in Feſſel Sünd und Tod. „ ————— — —.————————— — Weihnachten. 19 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir ſind ſchwer verſtört! Not iſt es, daß du ſelbſt hienieden kommſt, zu erneuern deinen Frieden, dagegen ſich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden ſiegen, die Macht der Finſternis erliegen und löſch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Fr. Rückert, † 1866. IMI. Weihnachten. 1 Es iſt ein Ros ent⸗ſprun⸗gen aus ei⸗ner Wurzel zart, bals uns die Al⸗ten ſun⸗gen von Jeſ⸗ſe kam die Art, und hat ein Blüm⸗lein bracht mit⸗ten im kal⸗ten Win⸗ — ter, wohl zu der hal⸗ ben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jeſaias ſagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ewgem Rat hat ſie ein Kind geboren, wohl zu der halben Nacht. Aus dem 16. Jahrhundert. 32. Ein Kinderlied auf die Weihnachten vom Kindlein Jeſu. 1. Vom Him⸗mel hoch, da komm ich her, ich bring euch gu⸗te — E * neu⸗e Mär; der gu⸗ten Mär bring ich ſo viel, da⸗ 5 S ———— E von ich ſingn und ſa⸗gen will. 2. Euch iſt ein Kindlein heut geborn, von einer Jungfrau aus⸗ erkorn, ein Kindelein, ſo zart und fein, das ſoll eur Freud und Wonne ſein. Weihnachten. 3. Es iſt der Herr Chriſt, unſer Gott, der will euch führn aus aller Not; er will euer Heiland ſelber ſein, von ollen Sünden machen rein. 4 Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott, der Vater, hat bereit, daß ihr in ſeinem Himmelreich mit uns ſollt leben allzugleich. 5. So merket nun das Zeichen recht: die Krippen, Windelein ſo ſchlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 2 6. Des laßt uns alle fröhlich ſein und mit den Hirten gehn zu ſehn, was Gott uns hat beſcheert, mit ſeinem lieben Sohn verehrt. Sei uns willkommen, edler Gaſt, den Sünder nicht verſchmähet haſt, und kommſt ins Elend her zu mir: wie ſoll ich immer danken dir? — 8. Ach, Herr, du Schöpfer aller Ding, wie biſt du worden ſo gering, daß du da liegſt auf dürrem Gras, der in dem Schoß des Vaters ſaß! 9. Und wär die Welt vielmal ſo weit, mit Edelſtein und Gold bereit“, ſo wäre ſie doch viel zu klein, um eine Wiege dir zu ſein. 10. Der Sammet und die Seiden ſein, das müſſen Heu und Windeln ſein, worin du, König, groß und reich, herprangſt, als wärs dein Himmelreich. 11. Das hat alſo gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. — 12. Ach, du herzlieber Jeſu mein, mach dir ein Bette ſanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergeſſe dein. 3. Davon ich allzeit fröhlich ſei, zu ſpringen, ſingen immer frei zu Ehren dir, o Gottesſohn, mit Herzensluſt den ſüßen Ton. 2 4. Lob, Ehr ſei Gott im höchſten Thron, der uns ſchenkt ſeinen eingen Sohn; des freuet ſich der Engel Schar und ſinget uns ſolch neues Jahr. Luther, † 1546. daß du Menſch ge⸗ bo⸗ren biſt von ei⸗ner Jungfrau, das iſt wahr; des — ſreuet ſich der En⸗gel Schar. Hal⸗le⸗lujah! 2 Des ewgen Vaters einig Kind jezt man in der Krippen findt; in unſer armes Fleiſch und Blut verkleidet ſich das ewge Gut. Hallelujah! 8 3. Den aller Weltkreis nie beſchloß, der liegt in Mariens Schoß; Ding erhält allein⸗ er iſt ein Kindlein worden klein, der olle Hallelujah! Weihnachten. 21 4. Das ewge Licht geht da herein, giebt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Hallelujah! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gaſt in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns in ſeinem Saal. Hallelujah! 6. Er iſt auf Erden kommen arm, daß er unſer ſich erbarm und uns im Himmel mache reich und ſeinen lieben Engeln gleich. Hallelujah! 7. Das hat er alles uns gethan, ſein groß Lieb zu zeigen an; des freu ſich alle Chriſtenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Faleieh Luther, † 1546 *. Lobt Gott, ihr Chri⸗ſten all zu⸗ gleich, in ſeienem höch ſten Thron, der heulſchleußt auf ſein imme Sohn und ſchenkt uns ſei⸗ nen Sohn. 2. Er kommt aus ſeines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Der Herr begiebt ſich der Gewalt, wird niedrig und gering, nimmt an ſich eines Knechts Geſtalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er wechſelt mit uns wunderbar, nimmt Fleiſch an, wird uns gleich und beut uns Gottes Klarheit dar in ſeines Vaters Reich. 5. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechſel ſein! Wie könnte doch ſein freundlicher das liebe Chriſtkindlein! 6. Heut ſchleußt er wieder auf die Thür zum ſchönen Paradeis; der Cherub ſteht nicht mehr dafür, Gott ſei Lob, Ehr und Preis! R. Hermann, † 1561. — 35. 6— PE 5 —— S 1. Fröh⸗ lich ſoll mein Her⸗ze ſprin⸗gen die⸗ſer Zeit, E da vor Freud al ⸗le En⸗ gel ſin⸗gen. Hört, hört, wie mit Q 2 —,— 7—— vol len Chö⸗ren al⸗le Luft jauchzt und ruft: Chri⸗ſtus — — S— —— iſt ge⸗ bo⸗ren! —— ——— Weihnachten. 2. Heute geht aus ſeiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Menſch, dir, Menſch, zu gute: Gottes Kind, das verbindt ſich mit unſerm Blute.„ 3. Sollt uns Gott nun können haſſen, der uns giebt, was er liebt über alle Maßen? Gott giebt unſerm Leid zu wehren, ſeinen Sohn aus dem Thron ſeiner Macht und Ehren. 4. Nun, er liegt in ſeiner Krippen, ruft zu ſich mich und dich, ſpricht mit ſüßen Lippen: laſſet fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. 5. Ei, ſo kommet ohn Verweilen, ſtellt euch ein, groß und klein, laßt uns zu ihm eilen! Liebt den, der vor Liebe brennet, ſchaut den Stern, der uns gern Licht und Labſal gönnet. 6. Die ihr ſchwebt in großen Leiden, ſehet hier iſt die Thür zu den wahren Freuden Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren.,“ 7. Wer ſich fühlt beſchwert im Herzen, wer empfindt ſeine Sünd und Gewiſſensſchmerzen, ſei getroſt: hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefſten Wunden. 8. Die ihr arm ſeid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier ſind alle guten Gaben und das Gold, dran ihr ſollt eure Herzen laben. 9. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen! Du biſt meines Lebens Leben, nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 10. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier und mit dir heimfahren; mit dir will ich endlich ſchweben voller Freud, ohne Zeit dort im andern Leben P. Gerhardt, † 1676. 36. (el. Erſchienen iſt der herrlich Tag.) 1. Wir ſin⸗gen dir, Im⸗ma⸗ nu⸗el, du Le⸗bens⸗fürſt ur S2 —— S Gna⸗ den⸗quell, daß du, o — nun⸗mehr ein ⸗ge„ſtel⸗let haſt. Hal⸗le⸗ lu⸗ jah! 2. Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat ſo manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft ſo lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Hallelujah! 3. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unſre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein, ſo würde dein Volk fröhlich ſein. Hallelujah! Weihnachten. 23 4. Nun, du biſt hier, da liegeſt du, hälſt in dem Kripplein deine Ruh, biſt klein und machſt doch alles groß, bekleidſt die Welt und kommſt doch bloß. Hallelujah! 5. Du kehrſt in fremde Hauſung ein, und ſind doch alle Himmel dein; du liegſt an einer Menſchenbruſt und biſt doch aller Engel Luſt. Hallelujah! 6. Du biſt der Urſprung aller Freud und duldeſt ſo viel Herze⸗ leid; du biſt der größte Menſchenfreund, doch ſind dir ſo viel Menſchen feind. Hallelujah! 7. Ich aber, dein geringſter Knecht, ich ſag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht ſo viel, als ich dich gerne lieben will. Hallelujah! 8. Der Will iſt da, die Kraft iſt klein; doch wird dir nicht zu⸗ wider ſein mein armes Herz, und was es kann, wirſt du in Gnaden nehmen an. Hallelujah! 9. Darum hab ich ſo guten Mut, du wirſt auch halten mich für gut; o Jeſu Chriſt, dein frommer Sinn macht, daß ich ſo voll Troſtes bin. Hallelujah! 10. Und bin ich gleich der Sünde voll, hab ich gelebt nicht, wie ich ſoll, ſo kommſt du doch deswegen her, daß ſich der Sünder zu dir kehr. Hallelujah! 11. So faß ich dich nun ohne Scheu; du machſt mich alles Jammers frei; du trägſt die Schuld, erwürgſt den Tod, verkehrſt in Freud all Angſt und Not. Hallelujah! 12. Du biſt mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, ſoviel dein Geiſt mir giebt, ſtets dienen dir, wie dirs beliebt. Hallelujah! 13. Ich will dein Hallelujah hier mit Freuden ſingen für und für, und dort in deinem Ehrenſaal ſolls ſchallen ohne Zeit und Zahl. Hallelujah! P. Gerhardt, † 1676. (Mel. Nun freut euch, lieben Chriſten gmein.) 5 G— — 1 Ich ſteh an dei⸗ner Krippe hier, o Jeſu, du mein Ich ſte⸗ he, bring und ſchen⸗ke dir, was du mir haſt ge⸗ 2 8 —— Le⸗ ben! 9 e ſit iiein Wei S8 ge„ ben. Nimm hin, es iſt mein Geiſt und Sinn, Herz, ————— — Seel und Mut, nimm al⸗les hin, und laß dirs wohl ge⸗fal len! 2. Da ich noch nicht geboren war, da biſt du mir geboren, und haſt mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren; eh ich noch war ans Licht gebracht, da hat dein Herze ſchon bedacht, wie du mein wollteſt werden. 24 Weihnachten. 3. Ich lag in tiefer Todesnacht, du wurdeſt meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie ſchön ſind deine Strahlen! 4. Ich ſehe dich mit Freuden an und kann nicht ſatt mich ſehen, und weil ich nun nicht weiter kann, ſo preis ich was geſchehen, daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte faſſen! 5. Wenn oft mein Herz vor Leide weint und keinen Troſt kann finden, da ruft mirs zu: ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sün⸗ den; was trauerſt du, o Bruder mein? Du ſollſt ja guter Dinge ſein, ich zahle deine Schulden. 6. Du frageſi nicht nach Luſt der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du haſt dich bei uns eingeſtellt, an unſrer Statt zu leiden; ſuchſt meiner Secle Troſt und Freud durch dein ſelbſteignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren, 7. Eins aber, hoff ich, wirſt du mir, mein Heiland, nicht ver⸗ ſagen: daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß mich deine Wohnung ſein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden! 8. Zwar ſollt ich derken, wie gering ich dich bewirten werde; du biſt ein Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde; doch biſt du ein ſo lieber Gaſt, daß du noch nie verſchmähet haſt den, der dich gerne ſiehet. P. Gerhardt, † 1676. 38. (mel. O daß ich tauſend Zungen hätte.) ſ EE ——— — E T E 1 Dies iſt die Nacht, da mir er⸗ſchie⸗nen des gro⸗ßen Got⸗tes Das Kind, dem al⸗ le En⸗gel die⸗nen, bringt Licht in meiene ——— Feandich und die ſes Welt⸗und Him⸗mels⸗licht weicht hun⸗dert⸗tau⸗ſend Son⸗nen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, verſäume nicht den Gnaden⸗ ſchein. Der Glanz in dieſer kleinen Höhle ſtreckt ſich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 8 In dieſem Lichte kannſt du ſehen das Licht der klaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen dereinſt am Ende dieſer Zeit, wird dieſes Licht mit ſeinem Schein dein Himmel und dein Alles ſein. Weihnachten 25 4. Laß nur indeſſen helle ſcheinen dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, ſonſt hilft dir dieſe Sonne nicht; willſt du genießen dieſen Schein, ſo darfſt du nicht mehr dunkel ſein. 5. Drum, Jeſu, ſchöne Weihnachtsſonne, beſtrahle mich mit deiner Gunſt; dein Licht ſei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunſt, wie ich im Lichte wandeln ſoll und ſei des Weih⸗ nachtsglanzes voll. a. 5 Nachtenhöſer † 1685 39. (mel. Lobe den Kerren, den mächtigen König) [Jauch⸗zet, ihr Him⸗mel, froh⸗lo⸗cket, Fr En⸗gel, in Chö⸗ren!] Sin⸗get dem Her⸗ren, dem Heiland der Menſchen, zu Eh⸗ren!) doch da, will ſo ſe und nah = z den Ver⸗lor⸗nen ſich keh⸗ 2. Jauchzet, ihr Himmel, e Enden der Erden! Gott und der Sünder, die ſollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief ſich der Höchſte geneiget! Sehet die Liebe, die ganz ſich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und tilget die Sünd; alles anbetet und ſchweiget. 4. Gott iſt im Fleiſche! wer kann dies Geheimnis verſtehen? Hier iſt die Pforte des Lebens nun offen zu ſehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu ſein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Haſt du denn, Höchſter, auch meiner noch wollen gedenken? Du willſt dich ſelber, dein Herze voll Liebe mir ſchenken; ſollt nicht mein Sinn innigſt ſich freuen darin und ſich in Demut verſenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du ſollſt es ſein, den ich erwähle allein; ewig entſag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir noch geboren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren! Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, in dir zum Leben erkoren! 8. Menſchenfreund, Jeſu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben! gieb mir auch bald, Jeſu, die Kindesgeſtalt, völlig mich dir zu ergeben! G. Terſtegen, † 1769. 26 Weihnachten. Mel. Nr. 32. 40. el vom Finintet hoch, da komm ich her.) 1. Dies iſt der Tag, den Gott gemacht, ſein werd in aller Welt gedacht; ihn preiſe, was durch Jeſum Chriſt im Himmel und auf Erden iſt. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet Si da ſandte Gott von ſeinem Thron das Heil der Welt, dich, ſeinen Sohn.— 3. Wenn ich dies Wunder faſſen will, ſo ſteht mein Geiſt vor Ehrfurcht ſtill, er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich iſt. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigſt du dich, Herr der Welt, nimmſi ſelbſt an unſrer Menſchheit teil. erſcheinſt im Fleiſch zu unſerm Heil. 5 Dein König, Zion, kommt zu dir„Ich komm, im Buche ſteht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern“ Gelobt ſei, der da kommt im Herrn! 6 Herr, der du Menſch geboren wirſt, Immanuel und Friedens⸗ auf den die Väter hoffend ſahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an! 7. Du, unſer Se und höchſtes Gut, vereineſt dich mit Fleiſch und Blut, wirſt unſer Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8 Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler iſts, der ſie erhält. Was zagt der Menſch, wenn der ihn ſchützt, der in des Vaters Schoße ſitzt. 5. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligſten Geburt, und Erde, die ihn heute ſieht, ſing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 10. Dies iſt der Tag, den Gott gemacht, ſein werd in aller Welt gedacht; ihn preiſe, was durch Jeſum Chriſt im Himmel und auf Erden iſt. Chr. F. Gellert, † 1769. 41. (el. Kommt her zu mir, ſpricht Gottes Sohn.) 5— S S—= S— F rch a o3 n ſchð⸗ nes Mor⸗gen⸗licht! Bas iſt der al⸗te ——— Mor⸗gen nicht, der täg⸗lich wie der ⸗keh⸗ 28 S—— S— E iſt m ten aus der S es iſt ein — —— Sin mer, iſt ein Stern, von ich längſt ge⸗ Weihnachten. 27 2. Nun wird ein König aller Welt, von Ewigkeit zum Heil be⸗ ſtellt, ein zartes Kind geboren; der Teufel hat ſein altes Recht am ganzen mſchlen Geſchlecht verſpielt und ſchon verloren. Der Himmel iſt jetzt nimmer weit, es naht die ſelge Gottes⸗ zeit der Freiheit und der Liebe; wohlauf, du frohe Chriſtenheit, daß ieder ſich nach langem Streit in Friedenswerken übe. 4. Ein ewig feſtes Liebesband hält jedes Haus und jedes und alle Welt umfangen; wir alle ſind ein heilger Stamm, der ſpielet mit dem Lamm, das Kind am Neſt der Schlangen. 5. Wer iſt noch, welcher forgt und ſinnt? Hier in der K„ liegt ein Kind mit lächelnder Geberde. Wir preiſen dich, du Sternen⸗ held! Willkommen, Heiland aller Welt! Willkommen auf der Erde! M. v. Schenkendorf, † 1817. Mel. Nr. 39. 42. (Mel. CLobe den Kerren, den mächtigen Rönig.) 1. Ehre ſei Gott in der Höhe! der Herr iſt geboren! Laßt uns ihm ſingen, o Chriſten; auch wir ſind erkoren, ſein uns zu freun und durch ihn ſelig zu ſein; Chriſten, wir ſind nicht verloren. 2. Schatten und Dunkel bedeckten den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Herden, verlaſſen vom Hirten. Jeſus erſchien, Nächte verſchwanden durch ihn, die auch den Weiſen verwirrten. 3. Menſchen, beruſen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten ſich vor den Altären. Jeſus erſchien, und es ward Friede durch ihn; ſinget es laut ihm zu Ehren! 4. Ehre ſei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, den Geliebten, uns allen gegeben. Bis in das Grab ſtieg er vom Himmel herab, einſt uns zum Himmel zu heben. 5. Selige Ausſicht! Wie werd ich im Lichte der Höhe, Retter, dich preiſen, wenn dort ich verherrlicht dich ſehe! Danket ſchon hier, Chriſten, o dankt ihm mit mir: Ehre ſei Gott in der Höhe! A. H⸗ Niemeyer, † 1827. — 43. Kerr Gott, dich loben alle wir.) S——5—— 1. Em⸗por zu Gott, mein Lob⸗ge⸗ ſang! Er, dem das 3———— Lied der En⸗ gel ſ der ho⸗ be den⸗ ag iſt da; hal le⸗ 2. Vom Himmel kam in n nug der uns das Lebenslicht gebracht; nun leuchtet uns ein milder Strahl wie Morgenrot im dunklen Thal. ———— 2— 28 Weihnachten. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, von ſchlichtem Pilgerkleid um⸗ 2. hüllt, und führet uns mit ſanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, hat unter uns, ein Menſch, gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmelreich. 5. Einſt führet er zur Himmelsbahn uns, ſeine Brüder, auch hinan und wandelt unſer Pilgerkleid in Sternenglanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgeſang! Er, dem der Engel Lied erklang, der hohe Freudentag iſt da; ihr Chriſten, ſingt Hallelujah! F. A⸗ Krummacher, † 1845. 44 — (mel. valet will ich dir geben.) 1 Frffüllt ſind Stund und Zeiten, der neue Tag bricht an jdas Licht der E⸗ wig⸗kei⸗ten tritt auf die Sie⸗ges bahn; zur Mit⸗ter⸗nacht ver⸗ſchwiegen hat es ſich ein⸗ge⸗ſtellt; die — En⸗gel Got⸗tes flie⸗gen und ru⸗fens in die Welt. 2. Hier liegts im Mutterſchoße und iſt noch ſchwach und klein, nur zu geringem Loſe ſcheint es beſtimmt zu ſein, als ſollt es ſich verlieren in tiefer Dunkelheit, und doch ſoll es regieren die Welt in Herrlichkeit. 5 3. Es muß vor dieſem Lichte der Erde Glanz vergehn, vor dieſem O. Angeſichte die Sonne finſter ſtehn. Sein ſtill verborgnes Weſen hat eine ſolche Macht, daß Kranke drin geneſen und Totes neu erwacht. 4. Es freuen ſich die Armen, die Müden in dem Schein: es ladet voll Erbarmen die Schwachen zu ſich ein. Die Stolzen nur erquicken ſich nicht an ſeinem Strahl; nur den verkehrten Blicken iſt dieſes Licht zur Qugl. 2 5. O Licht, laß uns hienieden als deine Kinder ſtehn, bis wir dereinſt in Frieden den höhern Aufgang ſehn! O Jeſu, Stern der Gnade, des Vaters Glanz und Zier, o leucht auf unſre Pfade, damit ſie gehn zu dir. Chr. R. Puchta, 1 1858. 45. (Mel. Aus meines Kerzens Grunde.) S Der heil⸗ ge Chriſt iſt kom ⸗ men, der teu⸗„re 1. 3 ſeh al„ le From„ men am höch⸗ſten 29 Jahreswechſel. Auch was auf Er⸗ den iſt, ſoll prei⸗ſen hoch und lo⸗ ben mit al⸗len En„ geln dro„ ben den — lie⸗ ben heil⸗gen Chriſt. 2. Das Licht iſt aufgegangen, die lange Racht iſt hin; die Sünde liegt gefangen, erlöſt iſt Herz und Sinn. Die Sündenangſt iſt weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem ſichern Steg. 3. Nun ſind nicht mehr die Kinder verwaiſt und vaterlos; Gott rufet ſelbſt die Sünder in ſeinen Gnadenſchoß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend ſeinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiſet, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiſet, der heilge Chriſt iſt da; er ruft ſo freundlich drein mit ſüßen Liebesworten: Geöffnet ſind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! E. M. Arndt, † 1860.. W. Jahreswechſel. 46. (mel. Kerr Jeſu Chriſt, dich zu uns wend.) 1. Das al⸗te Jahr ver⸗gan⸗gen iſt wir dan⸗ken dir, Herr Jeſu Chriſt, —— da ß du in Not uns und Ge⸗fahr be⸗ hü⸗teſt haſt lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn des Vaters in dem höchſten Thron: du wollſt dein arme Chriſtenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilſam Wort, der Seelen höchſten Troſt und Hort; von Irrlehr und Abgötterei behüt uns, Herr, und ſteh uns bei! 4. Hilf, daß wir fliehn die Sündenbahn und fromm zu werden ſangen an; der Sünd im alten nicht gedenk, ein gnadenreich neu Jahr uns ſchenk! 5. Hilf chriſtlich leben ſtetiglich, in dir einſt ſterben ſeliglich und darnach fröhlich auferſtehn und mit dir in den Himmel gehn. 6. Zu loben und zu preiſen dich mit allen Engeln ewiglich. O Jeſu, unſern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. Von J. Stcuerlein und J. Tapp, um 1620. *— —— Jahreswechſel. 47. (mel. FKerr, ich habe mißgehandelt.) E 1[Hilf, Herr Je⸗ſu, laß ge⸗ lin⸗gen, hhilf, das ilaß es neu⸗e Kräf⸗te brin⸗gen, daß aufs neu⸗e Jahr geht an;]„8(37i 2 neu ich wan⸗deln kann.] Neu es Glück und neues Le⸗ —— ben wol leſt du aus Gnaden ge⸗ ben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müſſen nur durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort. Reue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das geſcheh in dir allein; wenn ich ſchlafe, wenn ich wache, wolleſt du, Herr, bei mir ſein: geh ich aus, wollſt du mich leiten, kehr ich heim, ſteh mir zur Seiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich ſtets bemühe, dich zu preiſen mehr und mehr. Laß mein Bitten, Flehn und Singen zu dir in den Himmel dringen. 5. Laß dies ſein ein Jahr der Gnade, laß bereun mich meine Sünd; hilf, daß ſie mir nimmer ſchade und ich bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannſt die Sünd allein vergeben. 6. Tröſte mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, ſieh, wie ſehr ich mich betrübe, ja voll Angſt und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 7. Herr, du wolleſt Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig ſei, und ich chriſtlich könne leben, ſonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und ſelig möge werden. 8. Jeſu, richte mein Beginnen, Jeſu, bleibe ſtets bei mir; Jeſu, zähme mir die Sinnen, Jeſu, ſei nur mein Begier; Jeſu, ſei mir in Gedanken, Jeſu, laſſe nie mich wanken. 3 9. Jeſu, laß mich fröhlich enden dieſes angefangne Jahr; trage ſtets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfaſſen, wenn ich ſoll die Welt verlaſſen. Joh. Riſt, † 1667. 48. (mel. Kun laßt uns Gott, dem Kerren.) un laßt uns gehn und tre?ten mit Sin⸗gen und mit Be⸗ten — zum Herrn, der un⸗ſerm Le⸗ben bis hier her Kraft ge⸗ ge ben. Jahreswechſel. 31 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in ſchweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 4. Alſo auch und nicht minder läßt Gott ihm ſeine Kinder, wenn Not und Trübſal blitzen, in ſeinem Schoße ſitzen. 5. Ach, Hüter unſers Lebens, fürwahr, es iſt vergebens mit unſerm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt ſei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob ſei den ſtarken Händen, die alles Herzleid wenden! 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unſerm Kreuz und Leiden ein Brunnen unſrer Freuden. 8. Gieb uns und allen denen, die ſich von Herzen ſehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das ſich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unſern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadenſonne ſcheinen! 10. Sei der Verlaſſnen Vater, der Irrenden Berater, der Unver⸗ ſorgten Gabe, der Armen Gut und Habe! 11. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den hoch— betrübten Seelen, die ſich mit Schwermut quälen! 12. Und endlich, was das meiſte, füll uns mit deinem Geiſte, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe! 13. Das alles wollſt du geben, o unſres Lebens Leben, uns und der Chriſtenſchare zum ſelgen neuen Jahre! P. Gerhardt, † 1676. 49. Oel. wie nach einer Waſſerquelle.) S=—— —————— 1 Aber⸗mals ein Jahr verfloſ⸗ſen nä⸗her zu der E⸗wig⸗keit!] Wie ein Pfeil wird ab⸗ge⸗ſchoſ⸗ſen, ſo ver⸗ge⸗het mei⸗ne Zeit, —— E——— S * o Je ho⸗vah Ze⸗ ba⸗oth! un⸗ver⸗än⸗der⸗ li⸗cher Gott! — 8— Ach, was ſoll, was ſoll ich brin⸗gen, dei⸗ner Langmut Dankzuſin⸗ gen? 2. Ich erſchrecke, mächtig Weſen! Ich verſink in Angſt und Not; denn mein Beten, Singen, Leſen, ach, das iſt ſo träg und tot. Heilig! Heilig! Heiliger! Großer Seraphinen⸗Herr! Wehe mir! ich muß vergehen; denn wer kann vor dir beſtehen? 3. Aber du biſt auch ſanftmütig, o getreues Vaterherz! In dem Bürgen biſt du gütig, der gefühlt des Todes Schmerz. Steh ich nicht in deiner Hand eingezeichnet als ein Pfand, das du ewig willſt be⸗ wahren vor des böſen Feindes Scharen? Jahreswechſel. 4. Auf, mein Herz, gieb dich nun wieder ganz dem Friedens⸗ fürſten dar! Opfre dem des Dankes Lieder, welcher krönet Tag und Jahr. Fang ein neues Leben an, das zum Ziel dich führen kann wo du durch ein ſelig Sterben wirſt die Himmelskron ererben. 5. Soll ich denn in dieſer Hütten mich ein zeitlang plagen noch, ſo wirſt du mich überſchütten mit Geduld, das weiß ich doch. Trag auf deinem Herzen mich, Jeſu Chriſte, dir will ich heut von neuem mich verſchreiben, dir auf ewig treu zu bleiben. 6. An dem Abend und dem Morgen, Gott, mein Rat, beſuche mich; laß der Heiden Nahrungsſorgen nimmer ſcheiden mich und dich; prüf mich jeden Augenblick, gieb, daß ich mein Haus beſchick. daß ich wache, bet und flehe, ehe denn ich ſchnell vergehe. J. Neander, † 1680. 50. Mel. Kerzlich thut mich verlangen.) F S S S—+ — Durch Trau⸗ern und durch Pla⸗ gen, durch Not, durch durch Hoff⸗nung und durch Kla⸗ gen, durch Sor gen 1 P 3— f— Angſt und Pein, groß und kein bin ich, Gott Lob, ge⸗drun⸗gen, dies Jahr iſt nun da⸗ hin: dir, Gott, ſei Lob ge⸗ſun⸗gen! D— — S Be⸗ wegt iſt Herz und Sinn. 2. Der du mich haſt erbauet, in dir beſteht mein Heil; dir iſt mein ohe biſt und bleibſt mein Teil. Du haſt mich wohl erhalten, du biſt mein Troſt und Hort; dich laß ich ferner walten; Herr, führ mich fort und fort. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willſt, will auch ich; gieb, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich; dir iſt mein Will er⸗ geben, ja, er iſt nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünſcht zu ſein.. 4. Nach dir ſoll ich mich ſchicken, und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken? Ich will dabei beruhn.„Soll mich Verfolgung plagen? Ja, Herr, befiehl du mir! Soll ich Verachtung tragen? Ach, ich gehorch auch, hier. Jahreswechſel. 33 5 Soll ich verlaſſen leben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Aengſten ſchweben? Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden? Ich will gehorſam ſein. Soll ich von hinnen ſcheiden? Herr, dein Will iſt auch mein. 6. Heut iſt das Jahr beſchloſſen; Herr deine Gnade ſei heut auf mich neu ergoſſen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, ſo werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verſpricht es mir. G. W. Sacer, † 1699. 51. Mel. Meinen Jeſum laß ich nicht. Hr. 2) — 1[Je⸗ſus ſoll die Lo⸗ſung ſein, da ein neu⸗ es Je⸗ſu Na⸗men ſoll al⸗ lein de⸗nen zum Pa⸗ 4— — S Si ahr er„ſchie ⸗nen; nie ve die nen, die in ſei⸗ nem Bun⸗de ſtehn — ——— — und auf ſei⸗ nen We gen gehn. 2. Jeſu Name, Jeſu Wort ſoll in der Gemeinde ſchallen, und ſo oft wir an den Ort, der nach ihm genannt iſt, wallen, mache ſeines Namens Ruhm unſer Herz zum Heiligtum. Sein Verſühnen und ſein Heil wollen wir im Glauben ehren; alſo wird es uns zu teil, wird ſich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jeſu Name Seligkeit. 4. Unſre Wege wollen wir nun in Jeſu Namen gehen; geht uns dieſer Leitſtern für, ſo wird alles wohl beſtehen, und durch ſeinen Gnadenſchein alles voller Segen ſein. 5. Alle Sorgen, alles Leid ſoll ſein Name uns verſüßen, ſo wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müſſen. Jeſu Nam ſei Sonn und Schild, welcher allen Kummer ſtillt. 6. Jeſus, aller Bürger Heil, unſerm Ort ein Gnadenzeichen, unſres Landes beſtes Teil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jeſus unſer Schutz und Hort, bleib uns Loſung fort und fort. B. Schmold, † 1737. 52. Cel. Es iſt das Feil uns kommen her.) t— * P 1 1 Gott ruft der Sonn und ſchafft den Mond, das er ſchafft es, daß man ſi⸗cher wohnt, und h N FE— N— =— ahr da⸗nach zu tei ⸗ len; 3 hnpr die Zei⸗ ten ei ⸗ len; er ord⸗net Jahere, Fvangel. Geſangbuch. 3 34 Darſtellung und Erſcheinung Jeſu Chriſti. ———————— E—————— S Tog und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, — M S S— Preis und Dank er„tei„ len! 2. Herr, der da iſt und der da war! Von dankerfüllten Zungen ſei dir für das verfloſſne Jahr ein heilig Lied geſungen, für Leben, Wohlfahrt, Troſt und Rat, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen 3. Laß auch dies Jahr geſegnet ſein, das du uns neu gegeben, verleih uns Kraft— die Kraft iſt dein—, in deiner Furcht zu leben! Du ſchützeſt uns, und du vermehrſt der Menſchen Glück, wenn ſie zu⸗ erſt nach deinem Reiche ſtreben. 4. Hilf deinem Volke väterlich in dieſem Jahre wieder, erbarme der Verlaſſnen dich und der bedrängten Glieder; gieb Glück zu jeder in That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rat auf unſern Fürſten nieder. 5. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf ſeinem Stuhle throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unſerm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns ſei: dies, lieber Vater, dies verleih in Chriſto, deinem Sohne! Chr. F Gellert, † 1769. V. Darſtellung und Erſcheinung Zeſu Chriſti. (mel. Unſer Kerrſcher, unſer König.) O S —— 1 Wer ⸗ de Licht, du Stadt der Hei⸗den, und du, Sa lem, ſchau ⸗e, welch ein Glanz mit Freu⸗den ü⸗ ber dei⸗nem — S + t Gott hat de ⸗rer nicht ver„geſ⸗ſen, — H— die im Fin ſtern ſind ge ſeſ ſen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dies Licht kam in die Welt, dem kein andres zu vergleichen, welches alle Ding erhält. Die nach dieſem Glanze ſehen, dürfen nicht im Finſtern gehen. 3 Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte ſich gewendet ſchier vom Himmel jedermann; unſre Augen und Geberden hingen einzig an der Erden. Darſtellung und Erſcheinung Jeſu Chriſti. 35 4. Gottes Rat war uns verborgen, ſeine Gnade ſchien uns nicht Klein und Große mußten ſorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben ſeinen Glanz uns ſollte geben. Aber wie hervorgegangen iſt der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches ſo viel Angſt und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles iſt geblieben. 6. Dieſes Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubens⸗ bahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du haſt ſo wohl gethan und uns dieſen Schatz geſchenket, der zu deinem Reich uns lenket.. Gieb, Herr Jeſu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch der Liebe Glaubenswerke folgen in Gerechtigkeit und her⸗ nach im Freudenleben heller als die Sterne ſchweben. 8. Dein Erſcheinen müß erfüllen mein Gemüt in aller Not; dein Erſcheinen müſſe ſtillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freu⸗ den und im Weinen müſſe mir dein Licht erſcheinen! 9. Jeſu, laß mich endlich gehen freudig aus der böſen Welt, dein ſo helles Licht zu ſehen, das mir dort ſchon iſt beſtellt, wo wir ſollen unter Kronen in der ſchönſten Klarheit wohnen. Zoh. Riſt, † 1637. 54. (Mel. valet will ich dir geben.) SB ₰ ₰ fe*2 B + 1 Serr Jeſu, Licht der Hei⸗den, der Frommen Schatz und Lieb!] Wir kom⸗men jetzt mit Freu⸗den durch dei⸗nes Gei⸗ſtes Trieb 2 S— in die⸗ſem dei⸗nem Tem⸗pel und ſu⸗chen mit Be⸗gier, nach Q* — — ——— Si⸗me⸗ons E⸗xem pel, dich, Got⸗tes Sohn all⸗hier. 2. Du wirſt von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnſt noch heut⸗ zutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis. 3. Sei unſer Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unſre Sonne, im Kreuz ein Gnadenſchein, in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freudenſtrahl, in Banden ein Befreier, ein Stern in Todesqual! 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß einſt, wie Simeon, ein jeder Chriſt kann ſingen den ſchönen Schwanenton: mir werden nun mit Augen zugedrückt, nachdem ich ſchon hienieden den Heiland ab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jeſu, dich geſchaut; kein Feind kann dich mir rauben, dräut er auch noch ſo laut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns ſcheiden keine Schmerzen, kein Angſt, kein Tod dazu. Joh. Frand, † 1677. — ——— 36 Darſtellung und Erſcheinung Jeſu Chriſti. 55. Cobt Gott, ihr Chriſten allzugleich.) P—— I Auf, Seele, auf, und ſäu, me nicht! Es bricht das Licht her⸗ für; der Wun⸗der⸗ſtern giebt dir Be richt, der Held ſei vor der r ————— Thür, der Held ſei vor der Thür. 2. Geh aus von deinem Vaterland, zu ſuchen ſolchen Herrn, laß deine Augen ſein gewandt auf dieſen Morgenſtern! 3. Gieb acht auf dieſen hellen Schein, der aufgegangen iſt; er führet dich zum Kind hinein, das heißet Jeſu Chriſt. 4. Er iſt der Held aus Davids Stamm, der olle Feinde ſchlägt; er iſt das teure Gotteslamm, das unſre Sünde trägt 5. Drum mache dich behende auf, befreit von aller Laſt, und laß nicht ab von deinem Lauf, bis du dies Kindlein haſt. 6. Halt dich im Glauben an das Wort, das feſt iſt und gewiß; das führet dich zum Lichte fort aus aller Finſternis. 7. Drum ſinke nur vor ſeinem Glanz in tiefſte Demut ein, und laß dein Herz erleuchten ganz von ſolchem Freudenſchein! 8. Gieb dich ihm ſelbſt zum Opfer dar mit Geiſt und Leib und Seel und ſinge mit der Engel Schar:„Hier iſt Immanuel!“ 9. Hier iſt das Ziel, hier iſt der Ort, wo man zum Leben geht; hier iſt des Paradieſes Pfort, die wieder offen ſteht. 10. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Luſt wird alle Pein; es wird erfreuet Herz und Sinn, denn Gott iſt wieder deig, 11. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorhek gekannt: den ſtillen Ruh⸗ und Friedensſteg zum ewgen Vaterland. M. Müller, † 1704. 56. (Mel. Meinen Jeſum laß ich nicht. Hr. 1) —— S—— 1. Je⸗ſu, gro⸗ßer Wun⸗der⸗ſtern, der aus Ja⸗kob iſt er⸗ſchie⸗ — nen, mei⸗ne See⸗le will ſo gern dir an dei⸗nem Fe⸗ſte die⸗nen; —— nimm doch, nimm doch gnä⸗dig an, was ich Ar⸗mer ſchen⸗ken kann. Darſtellung und Erſcheinung Jeſu Chriſti. 37 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir ſelber habe und damit beſchenket bin, ſo iſt dirs die liebſte Gabe, laß es auch bewährt und rein in dem Trübſalsfeuer ſein! 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denſelben zu dir dringen; Herz und Lippen ſollen ſtets ihn als Opfer vor dich bringen; wenn ich bete, nimm es auf, und ſprich Ja und Amen drauf! 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach, mich ſchmerzet meine 5 Sünde! Aber du biſt fromm und treu, daß ich Troſt und Gnade finde und nun fröhlich ſprechen kann: Jeſus nimmt mein Opfer an. E. Neumeiſter, † 1756. 57. (mel. Fommet her zu mir, ſpricht Gottes Sohn.) 4—— ₰ 6 2 i — F. 8 7 1. Wohl⸗auf, mein Herz, ver⸗laß die Welt, dem, der für dich ſich p. ½ 3 S dar⸗ge ſtellt, nun dich auch dar zu„ſtel⸗len! en 5 S — F P Er iſt das Licht, drum ſei ge⸗ wiß, er wird auch —0- —G+ T 2 ₰ E ſ NM S—½ 6— dei⸗ne Fin⸗ſter⸗nis durch ſei-nen Glanz er⸗ hel⸗len. 2. Ach, du ſollſt ihm ein Tempel ſein! Er ſelbſt macht dich von Sünden rein und hat Luſt, hier zu wohnen. Doch, finſtres Herz, auf, werde Licht! Denn Jeſus wohnt in Herzen nicht, die noch der Lüſte ſchonen. 3. Wer dich begehret, Gottes Sohn, vom Geiſt erweckt, wie Simeon, zu ſeinem Heil zu haben, Gott fürchtet, ſich der Welt entwöhnt, aus ihr ſich nach dem Himmel ſehnt, der opfert rechte Gaben. 4. Wer auf die Treue Gottes baut, im Glauben ſeinen Heiland ſchaut, der kann im Frieden fahren. Der Heiland hält, was er ver⸗ ſpricht, er wird ſich ihm in ſeinem Licht dort herrlich offenbaren. 5. Herr, mache mich gerecht und rein, Herr, laß mich ſtets voll Glaubens ſein, mich ſtets im Geiſte leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirſt aus dieſer Welt zu deiner Wonn er⸗ heben. Nach Laurenti(1722) von Z. A. Schlegel, † 1793. Paſſion. VI. Baſſton. 58. —64 E „ 5 7— 1. O Lamm Got⸗tes un⸗ſchul-dig, am Stamm des ——— Sn Kreu⸗zes ge⸗ſchlach⸗tet, W wie⸗ wohl du wa reſt verach⸗tet; all Sünd haſt du ſ— —— ge tra⸗ gen, ſonſt müß⸗ten wir ver„za„gen; —N er⸗barm dich un⸗ſer, o Je fü 2. O Lamm Gottes unſchuldig, am Stamm des Kreuzes ge⸗ ſchlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du wareſt verachtet; all S haſt du getragen, ſonſt müßten wir verzagen; erbarm dich unſer, o Jeſu! 3. O Lamm Gottes unſchuldig, am Stamm des Kreuzes ge⸗ ſchlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du wareſt verachtet; all Sünd haſt du getragen, ſonſt müßten wir verzagen; gieb deinen Frieden, o Jeſu! R. v. Hof, † 1541. 59. (Mel. wie nach einer waſſerquelle.) Zeſu, dei⸗ne tie⸗fen Wun den, dei⸗ne Qual und bitt⸗rer Tod ge⸗ben mir zu al⸗len Stun⸗den Troſt in Leibs⸗und See⸗len⸗not; fällt mir et⸗was Ar⸗ges ein, denk ich bald an dei⸗ne Pein, — die ver⸗lei⸗det meienem Her⸗zen, mit der Sün⸗de je zu ſcher-zen. Paſſion. 39 2. Will ſich dann in Lüſten weiden mein verderbtes Fleiſch und Blut, ſo gedenk ich an dein Leiden: bald wird alles wieder gut. Setzet der Verſucher mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnaden⸗ zeichen: bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf die breite Sünden⸗ bahn, wo ſo viele ſich verlieren, alsdann ſchau ich emſig an deiner Marter Zentnerlaſt, die du ausgeſtanden haſt; ſo kann ich in Andacht alle böſe Luſt vertreiben. Jo, für alles, das mich kränket, mir dein Leiden Hilfe ſchafft; 3 mein Herz hinein ſich ſenket, ſchöpf ich neue Lebenskraft. Deines Troſtes Süßigkeit wendet mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du biſt für mich geſtorben. 5. Auf dich ſetz ich all mein Hoffen, du biſt meine Zuverſicht; dein Tod hat den Tod getroffen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, bringet Troſt mir, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferſtehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, ſo empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verletzen mich; wer ver⸗ traut auf deine Wunden, der hat ſelig überwunden. J. Heermann, † 1647. 2 60. * 2 1. lieb⸗ſter Je⸗ fu, du ver⸗bro⸗chen, daß man ein ——— S ſoich zpn f Ur⸗teil dat geſpro⸗ den Was iſt die Schuld? 8— was für Miſ⸗ſe⸗ ten biſt du ge ra ⸗ten? 2. Du wirſt gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angeſicht ſchlagen und verhöhnet, du wirſt mit Eſſig und mit Gall getränk ans Kreuz gehenket. 3. Was iſt doch wohl die Urſach ſolcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geſchlagen; ich, o Herr Jeſu, habe dies verſchuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich iſt doch dieſe Strafe: der gute Hirte leidet 6 zi Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für ſeine nechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf dieſe Marterſtraße; ich lebte mit der Welt in Luſt und Freuden, und du mußt leiden. 6. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnug⸗ fam ſolche Treu ausbreiten? Kein Menſchenherz vermag es auszu⸗ denken, was dir zu ſchenken 40 Paſſion. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebes⸗ thaten im Werk erſtatten? 8. Doch iſt noch etwas, was dir angenehme: wenn ich des Fleiſches Lüſte dämpf und zähme, daß ſie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber es nicht ſteht in eignen Kräften, feſt die Begierden an das Kreuz zu heften, ſo gieb mir deinen Geiſt, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz mehr achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesſchmerzen nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, obs für ſchlecht zwar iſt zu ſchätzen, wirſt du es doch nicht gar beiſeite ſetzen, in Gnaden wirſt du dies von mir an⸗ nehmen, mich nicht beſchämen. 12. Wenn dort, Herr Jeſu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte ſtehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank ſingen. J. Heermann, † 1647. 61. (el. wie nach einer Wwaſſerquelle.) 3* — — 6 S er am Kreuz iſt mei⸗ne Lie e, mei⸗ne Lieb iſt 1. Weg, ihr ar⸗gen Sün⸗den⸗trie⸗ be, Welt und Fleiſch mit — ſ ——— 1 3 4 Eu⸗re Lieb iſt nicht von Gott, eu? re Lieb — S 2 iſt gar der Tod. Der am Kreuz iſt meiene Lie⸗ be, E— — — weil ich mich im Glau⸗ben ü„ be. 2. Der am Kreuz iſt meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, daß ich mich im Glauben übe? Jeſus gab ſich ſelbſt für mich. So ward er mein Friedeſchild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz iſt meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz iſt meine Liebe! Sünde, du beſiegſt mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich ging ins Gerichtl Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Spräch ich ſeinem Blut nicht Hohn? Der am Kreuz iſt meine Viebe, weil ich mich im Glauben übe. Paſſion. 41 4. Der am Kreuz iſt meine Liebe! Keine Not, wie hart und groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jeſus los nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürſtentum. Der am Kreuz iſt meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz iſt meine Liebe! Komm, Tod, komm, mein beſter Freund! Wenn ich wie ein Staub zerſtiebe, wird mein Jeſus mir vereint. Da, da ſchau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz iſt meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe 1668. 62. Nhd —„ T— ¹ 1 mich mein Sün⸗den krän⸗ken, o mein Herr Je⸗ſu She ſo laß mich wohl be⸗den⸗ken, wie du ge ſtor⸗ben biſt —P— * 8 ———— * H S und al⸗le mei ne Sün⸗den⸗laſt am Stamm des heil ⸗gen =6 Kreu⸗zes auf dich ge⸗ nom⸗men haſt. 2. O Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht! Es hat ſich martern laſſen der Herr für ſeinen Knecht; ſelbſt ſeinen eingen Sohn hat Gott für mich verlornen Menſchen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun ſchaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld iſt allzumal bezahlt durch Chriſti teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum ſag ich dir von Herzen, jetzt und mein Leben lang, für deine Pein und Schmerzen, o Jeſu, Lob und Dank, für deine Not und Angſtſchrei, für dein unſchuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernſt zu meiden die ſündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekoſtet, daß ich erlöſet bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, ſollts auch ſein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne dieſe Welt und treu dem Beiſpiel folge, das du mir vorgeſtellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächſten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennutz und Heuchel⸗ ſchein, und, wie du mir erwieſen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich tröſten kräftiglich in meinen letzten Stunden und des verſichern mich: weil ich auf dein Verdienſt nur trau, du werdeſt mich annehmen, daß ich dich ewig ſchau. Juſt. Geſenius, † 1673. Paſſion. 63. Mel. Kerzlich thut mich verlangen.) — e— 1. O Haupt voll Blut und Wun⸗den, voll Schmerz und o Haupt, zum Spott ge⸗ bun„den mit ei ner vol⸗ler Hohn; ſonſ ſch ie tron;] o Haupt, ſonſt ſchön ge⸗ krö⸗ net — S S.—— * mit höch ſter Ehr und Zier, jetzt a⸗ ber höchſt ver⸗höh⸗net, — ge⸗grü⸗ ßet ſeiſt du mir! 2 Du edles Angeſichte, davor das Reich der Welt erſchrickt und wird zu nichte wie biſt du ſo entſtellt, wie biſt du ſo erbleichet! Wer hat dem ſonſt kein Licht mehr gleichet, ſo ſchändlich zugericht? 3. Nun, was du, Herr, erduldet, iſt alles meine Laſt, ich hab es ſelbſt verſchuldet, was du getragen haſt. Schau her, hier ſteh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 4. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, iſt mir viel Guts gethan; dein Wort hat mich gelabet mit ſüßer Gnadenkoſt, dein Geiſt hat mich begabet mit reichem Himmelstroſt. 5. Ich will hier bei dir ſtehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblaſſen im letzten Todesſtoß, alsdann will ich dich faſſen in meinen Arm und Schoß. 6. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden ſoll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geſchähe mir! 7. Ich danke dir von Herzen, o Jeſu, liebſter Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus ſo gut gemeint. Ach, gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und, wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende ſei. 8 Wenn ich einmal ſoll ſcheiden, ſo ſcheide nicht von mir; wenn ich den Tod ſoll leiden, ſo tritt du dann herfür; wenn mir am aller⸗ bängſten wird um das Herze ſein, ſo reiß mich aus den Aengſten kraft deiner Angſt und Pein. Paſſion. 43 9. Erſcheine mir zum Schilde, zum Troſt in meinem Tod, und laß mich ſehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot; da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich feſt an mein Herz drücken Wer ſo ſtirbt, der ſtirbt wohl. P. Gerhardt, † 1676. 64. * 1. O Welt, ſieh hier dein Le⸗ben am Stamm des Kreu⸗zes ſchwe⸗ben, dein Heil ſinkt in den Tod! — SS S— 5 der Eh„ren läßt wil⸗ lig ſich be⸗ſchwe⸗ren b 2— n E— mit Schlä⸗gen, Hohn und gro-ßem Spott. 2. Tritt her und ſchau mit Fleiße, wie er mit Todesſchweiße und Blut iſt überfüllt; aus ſeinem edeln Herzen vor unerſchöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich ſo geſchlagen, mein Heil, und dich mit Plagen ſo übel zugericht? Du biſt ja nicht ein Sünder, wie wir und unſre Kinder, von Uebelthaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die ſich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich ſchläget, und deiner Martern ganzes Heer.— 5. Du ſetzeſt dich zum Bürgen, ja läſſeſt dich erwürgen für mich und meine Schuld; mir läſſeſt du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leideſt alles mit Geduld. 6. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und ſehr; was Leib und Seel vermögen, das ſoll ich billig legen allzeit an deinen Dienſt und Ehr. 7. Nun, ich kann nicht viel geben in dieſem armen Leben, eins aber will ich thun: es ſoll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele ſcheiden, mir ſtets in meinem Herzen ruhn. 8. Ich wills vor Augen ſetzen, mich ſtets daran ergötzen, ich ſei auch, wo ich ſei; es ſoll mir ſein ein Spiegel der Unſchuld und ein Siegel der Lieb und unverfälſchten Treu. 9. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz ſoll ſchmücken mit ſtillem, ſanftem Mut, und wie ich die ſoll lieben, die mich doch ſehr betrüben mit Werken, ſo die Bosheit thut. 10. Ich will mich mit dir ſchlagen ans Kreuz und dem abſagen, was meinem Fleiſch gefällt; was deine Augen haſſen, das will ich fliehn und laſſen, gefiel es auch der ganzen Welt. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tauſend Thränen, die für mich weinteſt du, die ſollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. P. Gerhardt, 4 1676. 44 Paſſion. 65. Omel. An waſſerflüſſen Babylon.) ————— Ein Lämm lein geht und trägt die Schuld der Welt und es geht und trä„ get in Ge⸗duld die Sün⸗den ih 2 es geht da hin, wird matt und krank, E u1 —— 8 t er„giebt ſich auf die Wür⸗ ge⸗ bank, ver zicht auf ——— al ⸗ le Freu⸗den; es nimmt auf ſich Schmach, Hohn E — und Spott, Angſt, Wun⸗den, Strie⸗men, Kreuz und Tod und ——————————„ oder: de und ſpricht: ich wills gern lei Q. D H—Ln ſpricht: ich wills gern lei„den. 2. Das Lämmlein iſt der große Freund und Heiland unſrer Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen: geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die von Anfang an verdienet Straf und Ruten; die Straf iſt ſchwer, der Zorn iſt groß, du kannſt und ſollſt ſie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich wills gern tragen! Mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken iſt dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannſt, was nie ein Menſch gedacht, Gott ſeinen Sohn abdringen; o Liebe, Liebe, du biſt ſtark, du ſtreckeſt den in Grab und Sarg, vor dem die Felſen ſpringen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht laſſen; dich will ich ſtets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen faſſen; du ſollſt ſein meines Herzens Licht, und wenn mir auch mein Herz zer⸗ bricht, ſollſt du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchſter Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum beſtändiglich verſchreiben. Paſſion. 45 Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage ſingen, mich ſelbſt auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens ſoll ſich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen, und was du mir zugut gethan, das will ich ſtets, ſo tief ich kann, in mein Gedächtnis ſchließen. P. Gerhardt, † 1676. 66 * B S. 1 Je⸗ſu, mei⸗nes Le⸗bens Le⸗ben, Je⸗ſu, mei⸗nes der du dich für mich ge⸗ge⸗ben in die tief⸗ſte ſh ½ R— 5— —= PE N 1 J 1 F 1 H N T 1 P J K— T S in das äu⸗ßer⸗ſte Ver der⸗ben, —— „. 5„ † nur daß ich nicht möch⸗te ſter⸗ben; tau ſend, tau⸗ſend⸗ n 5 8 E— K F E 1 mal ſei dir, lieb⸗ſter Je⸗ſu, Dank da⸗ für. 2. Du, ach du, haſt ausgeſtanden Läſterreden, Spott und Hohn, haſt getragen Strick und Banden, du gerechter Gottesſohn, nur mich Armen zu erretten von den ſchweren Sündenketten; tauſend, tauſend⸗ mal ſei dir, liebſter Jeſu, Dank dafür. 3. Willig ließeſt du dich ſchlagen, mich zu löſen von der Pein, ließeſt fälſchlich dich anklagen, daß ich könnte ſicher ſein; daß ich möchte troſtreich prangen, haſt du ſonder Troſt gehangen; tauſend, tauſendmal ſei dir, liebſter Jeſu, Dank dafür. 4. Du haſt dich in Not verſenket, wurdeſt, ach, für meine Schuld mit dem Todeskelch getränket, litteſt alles mit Geduld; daß ich würde freigegeben, gabſt du hin dein teures Leben; tauſend, tauſendmal ſei dir, liebſter Jeſu, Dank dafür. 5. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Uebermut, dein Tod meinen Tod verſüßet; es kommt alles mir zugut; dein Verlaſſen⸗ ſein, dein Schreien muß zu Ehren mir gedeihen; tauſend, tanſendmal ſei dir, liebſter Jeſu, Dank dafür. 6. Nun, ich danke dir von Herzen, Jeſu, für geſamte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für das Zagen, deine tauſendfachen Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar ſein. 6. Chr. Homburg, t 1681. 46 Paſſion. du— be melner Lie⸗ be, du er⸗wünſch⸗te die du dich aus höch⸗ſtem Trie⸗ be in das jam⸗mer⸗ — keit, vol⸗le Leid dei⸗nes dens, mir zu gu„te, —=—5+ S 2 St ———— als ein O⸗pfer ein ⸗geſtellt und t mit dei⸗nem„ Blu⸗te al⸗le Miſ⸗ſe⸗ that der Welt. 2. Liebe, die mit heißen Thränen an dem Se ſich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich feſt geliebt; Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt und, den Fluch der Welt zu ſtillen, treu die Laſt des Kreuzes trägt. 3. Liebe, die mit ſtarkem Herzen Schmach und Läſterung gehört; Liebe, die in Angſt und Schmerzen bis zum Tod blieb unverſehrt Liebe, die ſich liebend zeiget, da der Atem geht zu End; Liebe, die ſich liebend neiget, da ſich Leib und Seele trennt. 4. Liebe die für mich geſtorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden ſanft an deinem Herzen ruh. 5. Liebe, die ſich tot gekränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab geſenket, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du geſtorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil er⸗ worben; nimm mich ewig liebend an! A. Dreſe, † 1701. 68. (el. wer weiß, wie nahe mir mein Ende.) E 6 1 iſt bracht! Er iſt ver„ſchie⸗den, mein Uder Frie⸗de⸗fürſt ent⸗ſchläft im Frie⸗ den, die S e⸗ſus ſchließt die Au⸗gen zu; ne geht zur zh] und ſinkt in ſül⸗ le z O gro⸗ßes Wort: es iſt voll bracht! 2——— Paſſion. 47 2. Es iſt vollbracht! Er hats geſprochen, das ewge Wort muß ſprachlos ſein; das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umſchließt ein Stein, die höchſte Kraft iſt nun verſchmacht. O wahres Wort: es iſt vollbracht! — 3. Es iſt vollbracht! Ihr, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O ſüßes Wort: es iſt vollbracht! 4. Es iſt vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin; dich wünſchen Engel zu umfangen: ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht. O tröſtlich Wort: es iſt vollbracht! 5. Es iſt vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Chriſti Grabesſtein; die Engel ſind allhier zugegen, ich ſchlummre ſanft wie Jakob ein; die Himmelspfort iſt aufgemacht. O Lebenswort: es iſt vollbracht! Sal. Frank, 1725. 69. OOCel. nach einer Prüfung kurzer Tage.) S E 1 3 geheſt in den Gar⸗ten be⸗ ten, mein treuer laß mich an dei⸗ne Sei ⸗te tre⸗ ten, ich wei⸗che S„ 8 Je⸗ ſu, nimm mich mit; dum dir kei⸗ nen Schritt: ich Si dir, mein Leh⸗rer, f H—. — ſehn, wie mein Ge⸗bet ſoll recht ge⸗ſchehn. 2. Du gehſt mit Zittern und mit Zagen und biſt bis in den Tod betrübt; ach, dies ſoll mir ans Herze ſchlagen, daß ich die Sünde ð drum willſt du, daß mein Herz voll Reu mein Anfang zum ebete ſei. 3. Du reißt dich von der Jünger Seiten, du ſuchſt die ſtille Ein⸗ ſamkeit: ſo muß auch ich mich wohl bereiten und fliehen, was mein Herz zerſtreut. Zieh mich von aller Welt allein, daß nur wir zwei beiſammen ſein. 4. Zur Erde beugſt du deine Glieder, fällſt nieder auf dein An⸗ geſicht; ſo ſinkt die ſtille Demut nieder; drum rühm ich Aſch und Staub mich nicht; ich bieg und beuge mich mit dir vor meinem Gott in Demut hier. 5. Du beteſt zu dem lieben Vater und rufeſt:„Abba!“ wie ein Kind; dein Vater iſt auch mein Berater, ſein Vaterherz iſt treu ge ſinnt. Ich halte mich getroſt an dich und rufe:„Abba, höre mich!“ 6. Du greifſt voll Zuverſicht und Liebe dem Vater tief ins treue Herz und rufſt aus ſtärkſtem Herzenstriebe„D Vater, Vater!“ himmelwärts. Ach, Glaub und Lebe ſind mir not, ſonſt iſt doch all mein Beten tot. 48 Paſſion. 7. Geduldig Lamm, wie hältſt du ſtille und im Gebete dreimal an! Dabei iſt auch für mich dein Wille, daß ich ſoll thun, wie du gethan. Gott hilft nicht ſtets aufs erſtemal; drum fleh und ruf ich ohne Zahl. 8. Dein Wille ſenkt ſich in den Willen des allerbeſten Vaters ein; in ihm muß auch mein Herz ſich ſtillen, wofern ich will erhöret n bet ich in Gelaſſenheit:„Was mein Gott will, geſcheh allzeit.“ 9. Du, Herr, erlangeſt auf dein Flehen Troſt, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit; und ſo wirds auch mit mir geſchehen, daß ich zur an⸗ genehmen Zeit auf ernſtlich Beten freudevoll den gleichen Segen ernten ſoll. 10. Drum, Jeſu, hilf mir ſtets ſo beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt; ſo kann ich frei zum Vater treten und werde ſtets von ihm erhört; ſo bet ich mich zum Himmel ein und will dir ewig dank⸗ bar ſein. 3. Mentzer, † 1734. 70. (Mel. Sieh, hier bin ich, Chrenkönig.) — hat ge trie⸗ ben zu dir aus des Vaters Schoß. 2. Wie dich Jeſus liebt von Herzen, kannſt du hier am Kreuze ſehn; ſchau, wie bittre Todesſchmerzen ihm durch Leib und Seele gehn, Fluch und Schrecken ihn bedecken; höre doch ſein Klaggetön! Z. Dies ſind meiner Sünden Früchte, die, mein Heiland, ängſtgen dich; dieſer Leiden ſchwer Gewichte zöge ſonſt zum Abgrund mich; dieſe Nöten, die dich töten, ſollt ich fühlen ewiglich. 2 4. Doch du haſt für mich beſieget Sünde, Tod und Höllenmacht, Gottes ewgem Recht genüget, ſeinen Willen ganz vollbracht, durch dein Sterben mich zum Erben deines Lebens dort gemacht. 5. Ach, ich Sündenkind auf Erden! Jeſu, ſtirbſt du mir zu gut? Soll dein Feind erlöſet werden durch dein eigen Herzensblut? Ich muß ſchweigen und mich beugen für dies unverdiente Gut. 6. Seel und Leben, Leib und Glieder, alles gibſt du für mich hin; ſollt ich dir nicht ſchenken wieder alles, was ich hab und bin? Ich bin deine ganz alleine, dir verſchreib ich Herz und Sinn. Paſſion. 49 7. Zeuch durch deines Todes Kräfte mich in deinen Tod hinein; laß mein Feic und ſein Geſchäfte, Herr, mit dir gekreuzigt ſein, daß mein Wille ſanft und ſtille und die Liebe werde rein. 8. Laß in allen Leidenswegen deine Leiden ſtärken mich, daß mein Leiden mir zum Segen mag gedeihen ſtetiglich, daß mein Herze auch im Schmerze ohne Wanken liebe dich. 9. Wenn mich ſchrecken meine Sünden, wenn mich böſe Luſt an⸗ ficht, ich nicht Kraft noch Gnad kann finden, wollſt du mich verlaſſen nicht! Laß dein Sterben mir erwerben Troſt im Tod und im Gericht! 10. Jeſu, nun will ich ergeben meinen Geiſt in deine Hand; laß mich dir alleine leben, bis ich nach dem Leidensſtand bei dir wohne, in der Krone dich beſchau im Vaterland. G. Terſtegen, † 1769. 71. (Mel. Kerzliebſter Jeſu, was haſt du verbrochen.) — * S — 1. Herr, ſtär⸗ke mich, dein Lei⸗den zu be⸗den⸗ken, mich in das — — Meer der Lie⸗be zu ver⸗ſen⸗ken, die dich be⸗wog, von Fr[2 S—— 5 2 P — al⸗ler Schuld des Bö⸗ſen uns zu er⸗lö„ſen! 2, Du wollteſt, Herr, ein Menſch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorſam werden, an unſrer ſtatt gemartert und zerſchlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Vollbringen! Mein Geiſt kann nicht in ſeine Tiefe dringen. Mein Herz erbebt; ich ſeh und ich em⸗ pfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott iſt gerecht, ein Rächer alles Böſen; Gott iſt die Lieb und läßt die Welt erlöſen; dies kann mein Geiſt mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es ſchlägt den Stolz und mein Verdienſt darnieder; es ſtürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, nng mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an deſſen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. Das größt in Gott iſt: Gnad und Lieb erweiſen. Uns kommt es zu, ſie demutsvoll zu preiſen, zu ſehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade ſteiget. 8. Lo ſei denn ewig auch von mir geprieſen für das Erbarmen, das du mir bewieſen. Du haſt, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 9. Du kiebteſt mich; ich will dich wieder lieben und ſtets mit Freuden deinen Willen üben. O gieb du, Herr, zu dieſem heilgen Werke mir Kraft und Stärke. Chr. F. Gellert, † 1769. Evangel. Geſangbuch. 4 50 Paſſion. Mel. Nr. 74. 72. 1. Am Kreuz erblaßt, der Marter Laſt, der Todesqualen müde, findet mein Erlöſer erſt in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich ſagen? Nur an meine Bruſt kann ich tief gebeuget ſchlagen. 3. Du ſchützeſt mich, und über dich gehn aller Trübſal Wetter; ſterben wollteſt du für mich, einziger Erretter! 4. Du haſts gethan, dich bet ich an, du König der Erlöſten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getröſten. 5. Es iſt vollbracht! riefſt du mit Macht; du zeigſt, daß du dein Leben, mein Verſöhner, göttlich frei habeſt hingegeben. 6. Hochheilge That! Des Höchſten Rat will ich in Demut preiſen; mein Erlöſer wird mir einſt ſeine Tiefen weiſen. 7. Allmächtig rief er, der entſchlief, den Toten; ſie erſtanden. Leicht entſchwingt der Lebensfürſt ſich des Todes Banden. 8. Das finſtre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöſer, iſts mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preiſe dich, erforſche mich und ſiehe, wie ichs meine; ja, du ſiehſt es, wenn ich ſtill meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, ſo werde mein in Ewigkeit vergeſſen. Herr, ich will, ſo lang ich bin, deine Lieb ermeſſen. ſ 8 3 ſ Chr. F. Neander, † 1802. 73. Begrübnis Jeſu. (mel. nun laßt uns den Leib begraben.) — 1. Der du, Herr Je⸗ſu, Ruh und Raſt in dei⸗nem Grab ge⸗ halten haſt, gieb, daß wir in dir ruhen all und S =— un⸗ſer Le⸗ben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angeſicht. 3. Wir danken dir, o Gottes Lamm, getötet an des Kreuzes Stamm: laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben ſein. G. Werner, † 1643. Paſſion. 51 74. † L 1. O Trau rig ⸗keit, o Her ze leid! Iſt 1——— S S das nicht zu be⸗kla⸗gen? Gott des Va⸗ters ein-ger Sohn — — H wird ins Grab ge⸗ tra⸗gen. 2. O große Not, der Herr liegt tot! Am Kreuz iſt er geſtorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menſchenkind, nur deine Sünd hat dieſes angerichtet, da du durch die Miſſethat wareſt ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hie mit Blut be⸗ goſſen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergoſſen. 5. O ſelig iſt zu aller Friſt, der dieſes recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab verſenket. 6. O Jeſu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge ſehnen! J. Riſt, 4 1667. Mel. Nr. 74. 75. 1. So ruheſt du, o meine Ruh, in deiner Grabeshöhle und er⸗ weckſt durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man ſenkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felſengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach, du biſt kalt, mein Hort und Halt! Das macht dein heißes Lieben, das dich in das kalte Grab mir zu gut getrieben. 4. Doch Preis ſei dir! Du konnteſt hier nicht die Verweſung ſehen; bald ließ dich des Vaters Macht aus dem Grab erſtehen. 5. O Lebensfürſt, ich weiß, du wirſt mich wieder auferwecken; ſollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erſchrecken? 6. Sie wird mir ſein ein Kämmerlein, da ich im Frieden liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab beſiege. 7. Nein, nichts verdirbt, der Leib nur ſtirbt; doch wird er auf⸗ erſtehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 8. Indes will ich, mein Jeſu, dich in meine Seele ſenken und an deinen bittern Tod bis zum Tod gedenken. S. Franck, † 1725. 4* Oſtern. VI. Oſtern. F ——— — P F P— I 4 N N— Chriſt iſt er⸗ſtan⸗ den von der Mar⸗ter a ee S 2— S Des ſolln wir alle froh ſein, Chriſt will un⸗ſer Troſt ſein — f —.—=—. Hal ⸗ le⸗ lu ⸗ jah! Wär er nicht er„ſtan„ den, DU —— die Welt, die wär ver⸗gan⸗ gen; ſeit daß er ⸗ ſtan⸗ S iſt, 0 4 2 S — E S ₰ B S ſo lobn wir den Je⸗ſum S pa le⸗ jah! dar⸗ ⸗ Lu 2 — S— Des ſolln wir u froh ſein, Chriſt will un⸗ſer Troſt ſein. — — U Hal⸗le⸗ lu jah! Vor 1300. 1 S in To⸗ des⸗ ban⸗ für unſ⸗re ge⸗ er S wie ⸗der ⸗er ſtan⸗ deu und hat uns bracht da ———— ge⸗ ben; Lepen wir ſol⸗len fröh⸗lich ſein, Gott lo⸗ben und ih ———— Oſtern. 53 H. — 1 E E SE„„.— 1 dank⸗bar ſein und ſin⸗gen: Hal⸗le„ lu„ jah, — —f S G S— Hal⸗le„ lu„jah! 2. Den Tod niemand bezwingen konnt bei allen Menſchenkindern; das machte alles unſre Sünd, kein Unſchuld war zu finden. Davon kam der Tod ſobald und nahm auch über uns Gewalt; ſein Reich hielt uns gefangen. Hallelujah! 3. Jeſus Chriſtus, Gottes Sohn, an unſrer ſtatt iſt kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all ſein Recht und ſein Gewalt: da bleibet nichts denn Tods geſtalt, den Stachl hat er verloren. Hallelujah! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben, das behielt den Sieg, es hat den Tod verſchlungen. Die Schrift uns die Kunde bringt, wie da ſein Tod den Tod bezwingt; ein Spott der Tod iſt worden. Hallelujah! 5. Hier iſt das rechte Oſterlamm, davon wir ſollen leben; das iſt uns an des Kreuzes Stamm aus heißer Lieb gegeben. Des Blut zeichnet unſre Thür, das hält der Glaub dem Tode für; nicht rührn kann uns der Würger. Hallelujah! 6. So feiern wir das hohe Feſt mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr erſcheinen läßt; er ſelber iſt die Sonne, der durch ſeiner Gnaden Glanz erleuchtet unſre Herzen ganz; der Sünd Nacht iſt vergangen. Hallelujah! Luther, † 1546. 78. (Mel. Keut triumphieret Gottes Sohn.) — 2A—. 1. Früh mor⸗gens, da die Sonn auf⸗geht, mein Hei⸗land F E 5—— Chri ⸗ſtus auf„er ſteht. Hal⸗le⸗ lu⸗jah, Hal⸗ — EEx E S le ljah Ver⸗trie⸗ben iſt der Sün⸗den Nacht, Licht, St Heil und Le⸗ ben wie⸗der⸗bracht. Hal⸗le⸗lu ⸗jah, Hal⸗ F— EH 2—— — S 6 le⸗ lu„jah! — 54 Oſtern. 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang hält meinen Heiland Todeszwang. Hallelujah, Hallelujah! Am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren ſeine Siegsfahn ſchwingt. Hallelujah, Hallelujah! 3. Jetzt iſt der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Hallelujah, Hallelujah! Drauf folgt der Sabbat in dem Grab, allda ich Ruh und Frieden hab. Hallelujah, Hallelujah! 4. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Oſtertag iſt ſchon im Lauf. Hallelujah, Hallelujah! Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit ſeinem Grimm. Hallelujah, Hallelujah! 5. O Wunder groß, o ſtarker Held, wo iſt ein Feind, den er nicht fällt? Hallelujah, Hallelnjah! Kein Angſtſtein liegt ſo ſchwer auf mir, er wälzt ihn von den Herzens Thür. Hallelujah, Hallelujah! 6. Lebt Chriſtus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Hallelujah, Hallelujah! Wenn mir gleich alle Welt ſtürb ab, gnug, daß ich Chriſtum bei mir hab. Hallelujah, Hallelujah! 7. Er nährt, er ſchützt, er tröſtet mich; ſterb ich, ſo nimmt er mich zu ſich. Hallelujah, Hallelujah! Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ſeines Leibes Glied ich bin. Hallelujah, Hallelujah! 8. Durch ſeiner Auferſtehung Kraft, komm ich zur Engel⸗Brüder⸗ ſchaft. Hallelujah, Hallelujah! Durch ihn bin ich mit Gott verſöhnt, mit Gnad und ewgem Heil gekrönt. Hallelujah, Hallelujah! 9. Mein Herz darf nicht entſetzen ſich: Gott und die Engel lieben mich. Hallelujah, Hallelujah! Die Freude, die mir iſt bereit, ver⸗ treibet Furcht und Traurigkeit. Hallelujah, Hallelujahl 10. Für dieſen Troſt, o großer Held, Herr Jeſu, dankt dir alle Welt. Hallelujah, Hallelujah! Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah. Hallelujah! Joh. Heermann, † 1647. 79. 1 Laſ⸗ſet uns den Herren prei⸗ſen, o ihr Kom⸗met, laßt uns Dank er⸗ weiſen un„ſerm —— Chri⸗ſten ü⸗ ber„all! Gott mit fro hem Schall! Jauchzet: frei von To, des⸗ ſ— —— ban⸗den iſt der Held aus Ju⸗das Stamm; der zu ſus Chri⸗ſtus, iſt er⸗ uns vom Him⸗mel kam, Oſtern. 55 —— ſe Nun der lan⸗ge Streit; freu⸗e ich, o hri ſe heit! 2. Chriſtus hat nun überwundeu des ergrimmten Todes Macht; der im Tode lag gebunden, hat das Leben neu gebracht und die bezwungen. Die Verweſung ſchaute nicht, der des Todes Ketten bricht; nun zum Himmelsthron gedrungen, giebt er uns ein frei Geleit; freue dich, o Chriſtenheit! 3. War er gleich am Kreuz geſtorben, war er gleich ins Grab gelegt dennoch blieb er unverdorben. Als die Erde ward erregt, hat der Lebensfürſt erhoben ſein verklärtes Angeſicht, ſtirbet nun und nimmer nicht. Cwig werden wir ihn loben; Harf und Pſalter, ſeid bereit! Freue dich, o Chriſtenheit! 4. Grab, wo ſind nun deine Schrecken? Hölle, wo iſt dein Triumph? Tod, du kannſt kein Graun erwecken, deine Pfeile ſind jetzt ſtumpf. Chriſtus iſt dein Gift geweſen, er, der ſtarke Gottesheld, hat dir deinen Trotz gefällt, und wir Menſchen ſind geneſen. Nun, vom ſchweren Joch befreit, freue dich, o Chriſtenheit! 5. Sehnſuchtsvoll laßt uns verlangen nach dem Herrn und ſeinem Heil; auch wir werden dann empfangen unſer teuer erworbnes Teil. Er geht auf in unſern Herzen; laßt uns mit ihm auferſtehn, mit ihm ein zum Himmel gehn, wo er ſtillet alle Schmerzen. Wonne wird dann alles Leid; freue dich, o Chriſtenheit! 6. Meinen Leib wird man begraben, doch er ſchläft auf ewig nicht; neues Leben wird er haben, ſchön verklärt im Glanz und Licht. Das Verwesliche muß ſterben, irdiſch wird es ausgeſät, bis es himm⸗ liſch einſt erſteht, um das Reich des Herrn zu erben, ihn zu ſchauen allezeit. Freue dich, o Chriſtenheit! Nach Joh. Riſt. † 1667. 80. Nun freut euch, lieben S2 gmein.) f— E E 1[gnnnpen die Nacht iſt hin, die Sonn iſt auf ge— Er⸗munt⸗re dei nen Geiſt und Sinn, den Hei⸗land zu em⸗ — 2 [S*— S—„——— —— S gan„ gen!] en. der heu te durch des To⸗des Thor ge — bro⸗chen aus dem Grab her⸗vor, der gan⸗zen Weltzur Won ne 56 Oſtern. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und ſuch ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz ſich heben gen Himmel, da dein Jeſus iſt, und ſuch, was droben, als ein Chriſt, der geiſtlich auferſtanden. 3. Vergiß nur, was dahinten iſt, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Friſt zu Jeſu ſei erhoben. Tritt unter dich die böſe Welt und ſtrebe nach des Himmels Zelt, wo Jeſus iſt zu finden. 4. Drückt dich ein ſchwerer Sorgenſtein, dein Jeſus wird ihn heben es kann ein Chriſt bei Kreuz und Pein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und ſorge nicht, er iſt nicht fern, weil er iſt auferſtanden⸗ 5. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jeſus über⸗ wunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Macht, daß du aufſtehſt und in ein neues Leben gehſt und ott im Glauben dieneſt. 6. Ach, mein Herr Jeſu, der du biſt vom Tode auferſtanden, bewahr uns vor des Feindes Liſt, rett uns aus Todesbanden, damit wir alle insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns haſt erworben. 7. Sei, Herr, gelobt in dieſer Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch dein Blut! Herr Jeſu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch über⸗ winden! L. Laurenti, † 1722. S1. (mel. valet will ich dir geben.) S S. — S K— F—— FE— 1[* geh zu deienem Gra⸗be, du gro⸗ßer O⸗ſter⸗fürſt,] weil ich die Hoffenung ha⸗be, daß du mir zei⸗gen wirſt, 2 S wie man kann fröh⸗lich ſter-ben und fröh⸗lich auf⸗er⸗ſtehn, auch — mit des Him⸗mels Er ben ins Land des Le⸗bens gehn. 2. Du liegeſt in der Erde und haſt ſie eingeweiht, wenn ich be⸗ graben werde, daß ſich mein Herz nicht ſcheut, auch in den Staub zu legen, was Aſch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du ſchläfeſt in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an dieſem Orte habe; du ſchließt die Augen zu, ſo ſoll mir gar nicht grauen, wenn mein Geſicht vergeht: ich werde den wohl ſchauen, der mir zur Seite ſteht. Oſtern. 57 4. Dein Grab ſchließt Stein und Siegel, und du wirſt dennoch frei; auch meines Grabes Riegel bricht deine Hand entzwei. Du wirſt den Stein ſchon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt., 5. Du fähreſt in die Höhe und zeigeſt mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort iſt es ſicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod, ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not; ich will mein Lager machen in deine liebe Gruft, da werd ich ſchon erwachen, wenn deine Stimme ruft. B. Schmolck, † 1737. 82. 1(Mel. Chriſtus, der iſt mein Leben.) 8— I„ F— E„ S„ KEE 6 P. I P L 7— 1. Will⸗kom⸗men, Held im Strei⸗te, aus dei⸗nes Gra⸗bes — — Kluft! Wir tri⸗um⸗phie⸗ren heu ⸗te um dei⸗ne lee⸗re Gruſt. 2. Der Feind wird ſchaugetragen und heißt nunmehr ein Spott wir aber können ſagen: mit uns iſt unſer Gott. 3. In der Gerechten Hütten ſchallt ſchon das Siegeslied; du trittſt ſelbſt in die Mitten und bringſt den Oſterfried. 4. Ach, teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus! Wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Schwing deine Siegesfahne auch über unſer Herz, und unſern Weg uns bahne vom Grabe himmelwärts! 6. Laß unſer aller Sünden ins Grab verſcharret ſein, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun! Wir ſind mit dir geſtorben, ſo leben wir mit dir. Was uns dein Tod erworben, das ſtell uns täglich für! 8. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinſt nur ſelig mit dir auch auferſtehn. Der Tod kann uns nicht ſchaden, ſein Stachel iſt nun ſtumpf wir ſtehn bei Gott in Gnaden und rufen ſchon Triumph! B. Schmolck, † 1737. (Mel. Zeſu, meines CLebens Ceben.) § 2— 1 der Jün⸗ger gehn mit Sehenen ü⸗ ber Feld nach ih⸗ re Au⸗gen ſind voll Thrä⸗nen, ih⸗re See⸗len — ℳ —5 T* J 5 H 2 5 55—— ———— — M———— Em⸗ma⸗us; 1 voll Ver⸗druß; man hört ih⸗re Kla⸗ge⸗wor⸗te; Oſtern. SP B f * doch es iſt von ih⸗rem Or⸗te un⸗ ſer Je⸗ ſus — fE gar nicht weit und ver⸗treibt die Trau⸗rig⸗keit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem ſtillen Kummer nach, ſie bejammern voller Schmerzen ihre Not und Ungemach. Manches wandert ganz alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jeſus iſt dabei, fragt, was man ſo traurig ſei. 3. Oft ſchon hab ichs auch empfunden, Jeſus läßt mich nie allein; Jeſus ſtellt zur rechten Stunden ſich mit ſeinem Beiſtand ein. Wenn ich mich bei ihm beſchwere, gleich als ob er ferne wäre, o ſo iſt er mehr als nah und mit ſeiner Hilfe da. 4. Treuſter Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir; kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, ſo ſei du auch allhier! Wenn mich Trübſalswetter ſchrecken, wollſt du kräftig mich bedecken; fomm in meinem Geiſt zu ruhn: was du willſt, das will ich thun. 5. Bin ich traurig und betrübet, Herr, ſo ruf mir in den Sinn, daß mich deine Seele liebet und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feſter gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer beſſer kennt! 6. Tröſt auch andre, die voll Jammer einſam durch die Fluren gehn, oder in der ſtillen Kammer tiefbekümmert zu dir flehn. Wenn ſie von der Welt ſich trennen, daß ſie ſatt ſich weinen können, ſo ſprich ihrer Seele zu: liebes Kind, was trauerſt du? 7. Hilf, wenn es will Abend werden und der Lebenstag ſich neigt, wenn dem dunklen Aug auf Erden nirgends ſich ein Helfer zeigt; bleib alsdann in unſrer Mitten, wie dich deine Jünger bitten, bis du ſie getröſtet haſt; bleibe, bleibe, teurer Gaſt! J. Neunherz, † 1737. 84. (mel. Jeſus, meine Zuverſicht.) 1 Jeſus lebt, mitihm auchich; Tod, wo ſind nun dei⸗ne S Er, er lebtund wird auchmich von den To⸗ten auf⸗er⸗we⸗cen. — r ver⸗klärt mich in ſein Licht; dies iſt mei⸗ne Zu⸗ver⸗ſicht. 2. Jeſus lebt, ihm iſt das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrſchen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verſpricht; dies iſt meine Zuverſicht. 3. Jeſus lebt, wer nun verzagt, läſtert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugeſagt, daß der Sünder ſich bekehre. Gott verſtößt in Chriſto nicht; dies iſt meine Zuverſicht. —.— Oſtern. 59 4. Jeſus lebt, ſein Heil iſt mein; ſein ſei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich ſein und den Lüſten widerſtreben. Er vrihi den Schwachen nicht; dies iſt meine Zuverſicht. Jeſus lebt, ich bin gewiß, nichts ſoll mich von Jeſu Sn teine der Finſternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt ſelbſt mir Kraft und Licht; dies iſt meine Zuverſicht. 6. Jeſus lebt, nun iſt der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Troſt in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn ſie gläubig zu ihm ſpricht: Herr, Herr, meine S „F. Gellert, † 1769, 85. O Zeſu Chriſt, meins Lebens Licht.) — S i6 Sri re dich, mein des ho⸗ hen der Herr⸗ Zlich⸗ helt im Ge⸗ nis e 23 Sp S 7 —— Chriſt, der von 3 Tod er⸗ ſtan pen iſt! 2. Entbrenn in Lieb und Dank für ihn, als ob er heute dir erſchien und ſpräche:„Friede ſei mit dir!“— So freue dich, mein Geiſt, in mir! Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrſcht mit Gott vereint und iſt dein König und dein Freund. 4. Mein Heiland iſt für mich erhöht; was iſt der Erde Majeſtät, wenn ſie mein Geiſt mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 5. Vor ſeinem Thron, in ſeinem Reich, unſterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig ſelig ſein: ach, welche Herrlichkeit iſt mein! . Herr, der du in dem Himmel thronſt, ich ſoll da wohnen, wo du wohnſt, und du erfülleſt mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu Ich ſoll, wenn du, o Lebensfürſt, in Wolken wiederkommen wirſt verklärt aus meinem Grabe gehn und froh zu deiner Rechten ſtehn. Mit deiner heilgen Engel Schar ſoll ich dich loben immerdar; mit allen Frommen aller Zeit ſoll ich mich freun in Ewigkeit. 9. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir ſchuldig bin! Gieb Kraft, daß ich in Lieb und Treu mich ſtets zu deinem Bild erneu! 10. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da iſt und der da war! Sein Name ſei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! 11. Sein iſt das Reich, ſein iſt die Kraft; er iſts, der alles in uns ſchafft. Halt im Gedächtnis Jeſum Chriſt, der von dem Tod erſtanden iſt! Chr. F. Gellert, † 1759. Oſtern. 86. (Nel. LTaſſet uns den Kerren preiſen.) S„ S B—— —— — 1 U⸗ber⸗ win⸗der, nimm die Pal⸗men, die dein das mit fro⸗ hen O„ſter pſal⸗men den er⸗ S S —— Volk dir heu ⸗te bringt, 3 kämpf⸗ten Sieg be⸗ſingt. Wo iſt nun der Fein de S— und der Wür ger Mord⸗ge ſchrei, da des F To⸗des Nacht vor⸗bei und ſein Sta⸗chel iſt zer⸗ bro⸗chen? Tod und Höl⸗le lie⸗gen da: Gott ſei Dank, Hal⸗le⸗ lu⸗ jah. 2. Stecke nun dein Siegeszeichen aus der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tauſend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit iſt dein Tag der Herrlichkeit, höchſte Majeſtät, erſchienen; Erd und Himmel jauchzen da: Gott ſei Dank, Hallelujah! 3. Teile, großer Fürſt, die Beute deiner armen Herde mit, die in froher Sehnſucht heute vor den Thron der Gnade tritt! Deinen Frieden gieb uns allen! O ſo jauchzet Herz und Mut, weil das Los uns wundergut und aufs lieblichſte gefallen; denn der Oelzweig grünet da Gott ſei Dank, Hallelujah! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß ſie geiſtlich auferſtehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o ſo fördre du den Lauf, rufe mächtig: Wachet auf! Denn die Schatten ſind vergangen, und der helle Tag iſt da: Gott ſei Dank, Hallelujah! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stunde ſchlägt, weil du denen, die dir trauen, ſchon die Krone beigelegt. Gieb uns in den höchſten Nöten, gieb uns mitten in der Pein deinen Troſt und Glauben ein; o ſo kann der Tod nicht töten, denn die Hoffnung blühet da: Gott ſei Dank, Hallelujah! Oſtern. 61 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft er⸗ ſcheint. Sind wir ſterblich hier geboren, o ſo ſtreift das kühle Grab nur, was ſterblich heißt, uns ab, und der Staub iſt unverloren; unſer Hirte hütet da: Gott ſei Dank, Hallelujah! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunklen Nacht; wenn der Deinen Aſche wieder in verklärtem Glanz erwacht, dann wirſt du die Krone geben, dann wird unſre volle Bruſt, Herr, mit engelgleicher Luſt ewig deinen Sieg erheben, und wir ſprechen auch allda: Gott ſei Dank, Hallelujah! Chr. L. Taddel, † 1775 Mel. Nr. 86. 87. 1. Größter Morgen, der die Erde nach der tiefſten Nacht belebt, der ſie nach dem Wort:„es werde!“ nochmals aus dem Nichts er⸗ hebt! Nach der Nacht voll düſtrer Sorgen, da man angſt⸗ und kum⸗ mervoll ohne Jeſum leben ſoll, bringt der allerſchönſte Morgen Jeſum aus des Todes Thor, Jeſum, unſer Licht, hervor. 2. Lebt nun auf, ihr ſtillen Seelen, die in Thränen ihr zerfloßt, die ihr euch in Kummerhöhlen ohne Licht und Kraft verſchloßt! Lebt nun auf: er iſt erſtanden! Er, an den ihr doch geglaubt, iſt vom Tode nicht geraubt, nein, er lebt, iſt frei von Banden und mit Klar⸗ heit angethan; betet euren König an! 3. Jauchz, o Erde, Himmel, tönet, rühme, neu geſchaffne Welt! Gott und Menſchheit ſind verſöhnet! Seht, wie glänzt der große Held, der des Abgrunds und der Höllen und der Himmel Schlüſſel führt und, mit Ehr und Schmuck geziert, ſeine Kirche ſicher ſtellen und nach tiefem Gottesplan ewig ſelig machen kann! 4. Großer Hirte deiner Schafe, von den Toten ausgeführt, dem, nach ganz erlittener Strafe unſrer Schuld, der Preis gebührt! Nimm ihn von den Millionen derer, die das Grab noch deckt, derer, die dein Ruf ſchon weckt, derer, die im Himmel wohnen, auch von uns hier unten an, wie dich jeder preiſen kann. 5. Hilf uns aus den Feſſeln gehen, womit uns die Welt be⸗ ſtrickt; laß uns geiſtlich auferſtehen, allem Sündendienſt entrückt! Schenk uns Kraft zum neuen Weſen, daß es täglich Oſtern ſei, dann kommt einſt der Tag herbei, da du völlig uns erlöſen und zu dir er⸗ heben wirſt, auferſtandner Siegesfürſt. J. A. Lehmus, † 1788. Mel. Nr. 86. 8SS. 1. Auferſtanden, auferſtanden iſt der Herr, der uns verſöhnt; ſeht, wie hat nach Schmach und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort auf ſeines Vaters Throne, über Schmerz und Tod erhöht, herrſcht er nun in Majeſtät. Fallet nieder vor dem Sohne, der uns einſt zu ſich erhebt! Hallelujah! Jeſus lebt. 2. Singt dem Herrn! Er iſt erſtanden, da er ſtarb auf Golgatha rühmt es laut in allen Landen: was ſein Mund verhieß, geſchah. Wer kann ihm noch widerſtreben? Mächtig ſteigt der Held empor, im Triumph bricht er hervor. Seht des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger ſich erhebt! Hallelujah! Jeſus lebt. 62 Oſtern. 3. Uns vom Tode zu befreien, ſank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben zu erneuen, ſteht er auf durch Gottes Macht. Tod, du biſt in Sieg verſchlungen; deine Schrecken ſind gedämpft, deine Herrſchaft iſt bekämpft, und das Leben iſt errungen; ob man unſern Seib begräbt, Hallelujah! Jeſus lebt. 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann iſt Sterben uns Gewinn. Haltet unter Luſt und Leiden im Gedächtnis Jeſum Chriſt, der vom Tod erſtanden iſt; unvergänglich ſind die Freuden des, der nach dem Himmel ſtrebt. Hallelujah! Jeſus lebt. 5. Freut euch ſeiner, Gottes Kinder! Er ſei euer Lobgeſang! Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Preis und Dank. Rühmt es in Verſuchungsſtunden, wenn euch Sünd und Elend droht, rühmt es in der Todesnot: unſer Herr hat überwunden! Der uns einſt zu ſich erhebt, Hallelujah! Jeſus lebt. Nach J. F. Danneil(† 1772) von Chr. Sturm, † 1786, und C. Lavater, † 1801. 8S9. (mel. Lobt Gott, ihr Chriſten allzugleich.) 1. Ich ſag es je⸗dem, daß er lebt und auf⸗er ſtan⸗den iſt, daß er in unſerer Mit⸗te ſchwebt und e⸗wig bei uns — Sr S— S— iſt und e⸗ wig bei uns iſt. 2. Ich ſag es jedem, jeder ſagt es ſeinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 3. Jetzt ſcheint die Welt dem neuen Sinn erſt wie ein Vater⸗ land; ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus ſeiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer verſank des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in ſeine Zukunft ſchaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf ſeinen Rat, kommt auch ins Vaterhaus. 6. Nun weint auch keiner mehr allhie, wenn eins die Augen ſchließt; vom Wiederſehn, ſpät oder früh, wird dieſer Schmerz verſüßt. 7. Es kann zu jeder guten That ein jeder friſcher glühn; denn herrlich wird ihm dieſe Saat in ſchönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns ſein, wenn alles uns verläßt, und ſo ſoll dieſer Tag uns ſein ein Weltverjüngungsfeſt. Novalis(Fr. v. Hardenberg) † 1801. —————— —.———————— Oſtern. 63 90. Cel. wie ſchön leuchtet der Morgenſtern.) ——— 3 1[F höh⸗ter Sie ⸗ges⸗fürſt und Held! Dir jauchzzet du gehſt aus dei⸗ nes Gra⸗bes Thor als wie ein —— — die er ⸗lö„ſte Welt am Fe„ſte dei⸗ner Won ne; Bräu⸗ti⸗gam her⸗vor, ſchön wie die Mor⸗gen⸗ſon⸗ne. — — S— Mäch⸗tig, präch-tig kommſt du 5 te aus dem Streite, 2 N H— kommſt mit Se⸗ gen uns ner Gruft ent⸗ge⸗ gen. 2. Wie majeſtätiſch baueſt du am dritten Tage Ruh den Leibestempel wieder! Trotz aller Feinde Liſt und Macht haſt du dein großes Wort vollbracht: Ich ſterb und lebe wieder. Gehet, ſehet: alle Riegel, Band und Siegel ſind zerſtöret, Jeſus lebt und iſt verkläret! 3. Erlöſte, kommt zu dieſem Grab und blicket glaubensvoll hinab iſt dies die Gruft der Schrecken? Seit Jeſus hier geſchlummert hat, ſind Gräber eine Ruheſtatt, die Fried und Hoffnung decken. Zagt nicht! Klagt nicht! Dieſe Glieder werden wieder ſich erheben und das Leben Chriſti leben. Dann werd ich ihn im Lichte ſehn gekrönt vor ſeinem Throne ſtehn mit himmliſchem Entzücken. Dann iſt mein Aug von Thränen leer, dann ſchreckt mich Sünd und Tod nicht mehr, nichts kann mich ihm entrücken. Ewig, ſelig, ohne Mängel, wie die Engel werd ich leben und ihm Preis und Ehre geben. 5. Indes zerſtöre, ſtarker Held, was mich noch hier zurücke hält, daß ich zu dir mich ſchwinge. O gieb mir deinen Geiſt, dein Licht, daß ich, wenn Herz und Auge bricht, vom Tod ins Leben dringe! Mach mich mutig in dem Streite und bereite mich bei Zeiten zum Triumph der Ewigkeiten! Chr. G. Götz † 1803. 91. (Mel. wachet auf, ruft uns die e 1 F Sat⸗ 7 joh Sn ihr Chö⸗re, ſingt Je„ſu Chri⸗ſto Er, der Held, iſt von den Ban⸗ den des To⸗ ſieg⸗ reich ——— Preis Ehre! Wie groß und herr⸗ ſich iſt Seg auf⸗er⸗ſtan⸗den, er, der für uns im Gra⸗be lag.) ——— 64 Oſtern. Sein iſt Ge⸗walt und Macht. Preis ihm, er hats voll⸗bracht! — 6 S Hal⸗le⸗ lu jah! Er hats voll⸗bracht, er, der die Macht — — des To⸗des und des Gra⸗bes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Grab und Tod bezwungen, von ihren Schrecken uns befreit. Wir von Gott gewichne Sünder ſind nun mit ihm verſöhnte Kinder und Erben ſeiner Selig⸗ teit. Bald, bald entſchlafen wir, entſchlafen, Chriſto, dir, ruhn in Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unſern Staub mag Staub bedecken, du wirſt ihn herrlich auf⸗ erwecken, der du des Staubes Schöpfer biſt. Du wirſt unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer iſt. Wir werden ewig dein, gerecht und ſelig ſein. Hallelujah! Gericht erſchreckt uns nicht; denn Jeſus, unſer Mitt⸗ ler, lebt. 4. Ja, er lebt, uns zu erfreuen und alles, alles zu zerſtreuen, was uns den Lebensfrieden raubt. Groß iſt ſeines Namens Ehre, und ewig giltig ſeine Lehre, und ewig ſelig, wer ihm glaubt. Wir gehn an ſeiner Hand durch dieſes Thränenland hin zum Himmel, und dort erhebt er, der da lebt, uns hoch zu Ehren ewiglich. 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns ſein, wenn Gottes Sonne durch unſres Grabes Dunkel bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finſternis verſchwinden und uns umſtrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns dieſem Tage zu, uns, die Deinen. Die Todesbahn gingſt du voran; wir folgen dir in deine Ruh. G. Bened. Funk, † 1814. Mel. Nr. 86. 92. 1. Amen! Deines Grabes Friede wird auch unſer Grab durch⸗ wehn, wann wir, von der Wallfahrt müde, ruhn, um froher aufzuſtehn. Amen! Fürſt der Auferſtehung, der des Todes Siegel brach, zeuch durch Tod und Grab uns nach zu der ſeligen Erhöhung, wo dem Lamm, das uns verſöhnt, aller Himmel Loblied tönt. 2. Preis dem Herrn, wir werden leben; weil du auferſtanden biſt, muß das Grab uns wieder geben; Preis und Dank dir, Jeſu Chriſt! Du das Haunt und wir die Glieder; weil du lebſt, ſo leben wir. Alle ziehſt du nach zu dir, großer Erſtling deiner Brüder. Preis und Dank, wir leben hier, leben ewig dort mit dir. 6 B. Garve, † 1841. Himmelfahrt. 65 VII JHimmelfahrt. 4 S E Chriſt fuhr gen Him⸗mel; da ſandt er uns her⸗nie⸗ — e den Trö⸗ſter, den hei⸗ liegen Geiſt, zu Troſt der ar-men Chri⸗ſten⸗ hei. — NH I S— Hal⸗le⸗lu⸗jah! Hal⸗le jah! Hal⸗le lu„jah! ß E S——— 5 S ———— „„. F Hal ⸗le lu⸗ jah! Des ſolln wir al⸗ke froh ſein, QL— — S— P * S— H— — H 5 Chriſt will un⸗ſer Troſt ſein. Halle⸗ lu⸗jah! Aus dem 14. Jahrhnndert. — Auf die⸗ſen Tag be⸗ wir, daß Chri⸗ſtus uf ge⸗ 2 flehn mit herz⸗li⸗cher Be⸗ gier, Gott wol⸗le nun be⸗ uns ar⸗me Sün⸗der hier auf Erd, die S— —— wir, von Not und Tod be⸗ſchwert, ohn ihn kein Hoff⸗nung ha — 5— S ben. Hal⸗le⸗ lu„ jah! Hal⸗le⸗lu ⸗joah! Evangel Geſangbuch. 5 66 Himmelfahrt. 2. Gottlob, nun iſt der Weg gemacht, uns ſte i offen! Chriſtus ſchleußt auf mit großer Pracht, mand hoffen. Wers glaubt, des Herz iſt freudenvoll, dabei er ſich dock rüſten ſoll, dem Herren nachzufolgen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Wer nun nicht ſeinen Willen thut, dem iſts nicht Ernſt zum Herren; der aber wird vor Fleiſch und Blut ſein Himmelreich ver⸗ ſperren. Am Glauben liegts, ſo der iſt echt, wird auch gewiß das Leben recht, zum Hinmel ſein gerichtet. Hallelujah! Hollelujah! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater ſinden und fliehen ſtets die breite Bahn, thun uns zu Gottes Kindern wir ſehn hinauf, Gott ſieht herab, an Treu und Lieb geht uns nichts ab, bis wir zuſammen kommen. Hallelujah! Hallelujah! 5. Dann wird der Tag erſt freudenreich, wenn Gott uns zu ſich nd ſeinem Sohn wird machen gleich, den wir hier treu be⸗ u ennen. a wird ſich finden Freud und Mut in Ewigkeit bei höchſten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Hollelujah! gallelujah! Joh. Zwick, 1542. 95. (mel. Erſchienen iſt der herrlich Tag.) — ſei⸗ nem Reich. Er tri⸗ um⸗phiert; lob⸗ſin get i ſhn! Sob⸗ ſn get ihm mit lau,ter Stimm! Hal le lu johl 2. Sein Werk auf Erden iſt vollbracht; zerſtört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott verſöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. Hallelujah! 3. Weit, über alle Himmel weit, geht ſeine Macht und Herrlich⸗ him; lobſinget ihm mit lauter Stimm! keit; ihm dienen ſelbſt die Serap Hallelujah! 4. Sein ſind die Völker aller Welt; er herrſcht als ſieggewohnter Held; er herrſcht, bis unter ſeinen Fuß der Feinde Heer ſich beugen muß. Hallelujah! 5. Er ſchützet ſeine Chriſtenheit, erhält ſie bis in Ewigkeit; er iſt ihr Haupt; lobſinget ihm! Lobſinget ihm mit lauter Stimm! Hallelujah! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unſre Herzen freuen ſich der Herrlichkeit und Majeſtät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. Hallelujah! 7. Bereitet haſt du ſchon den Ort, wo wir dich ſchauen fort und fort. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf nimmſt du uns in den Himmel auf. Hallelujah! — ,— Himmelfahrt. 67 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit ſtärk uns in unſrer Prüfungs⸗ zeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinſt dein Antlitz ſchaun. Hallelujah! 9. Dann werden wir uns ewig dein, erhöheter Erlöſer, freun. Dann ſingen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligtum. Hallelujah! Nach E. Alberus(† 1553) von S. Diterich, † 1791. 96. (Mel. nun freut euch, lieben Chriſten gmein.) 2 S Auf Chri⸗ſ Him⸗mel-fahrt al⸗lein ich mei⸗ne Nachfahrt 1. ſund al⸗ le Zwei⸗fel, Angſt und Pein hier⸗mit ſtets ü⸗ ber⸗ S R P— i— — ,—5 M E 1 *. Denn weil das Haupt im Him⸗mel iſt, wird g 6. D — EeE E FP T— c [2. 253 E 6 P — ſeine Glie⸗der Je⸗ſus Chriſt zur rech⸗ten Zeit nach⸗ho⸗ len. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, ſonſt nirgends Ruh erlangen. Denn wo mein Schatz gekommen hin, dahin ſteht auch mein Herz und Sinn; nach ihm mich ſehr verlanget. 3. Ach, Herr, laß dieſe Gnade mich von deiner Auffahrt ſpüren, daß mit dem wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren, und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden ſcheiden aus der Welt; Herr, höre dies mein Flehen! Nach Joſua Wegelin(† 1640) von J. Geſenius, † 1673. 97. (mel. wie ſchön leuchtet der Morgenſtern.) G — 3 i 1 F„ wun⸗der⸗gro⸗ ßer Sie⸗ges⸗held, du Sün⸗den⸗ zur Rech ten Got⸗tes in der Kraft, haſt herr⸗lich S+ S25 ti ger al⸗ler Welt, heut biſt du auf⸗ge⸗fah⸗ren dir den Sieg ver⸗ſchafft trotz al ⸗ler Fein⸗de Scha⸗ren; u Ghh S mäch⸗tig, präch⸗tig tri⸗um⸗phierſt du und re⸗gierſt du; —— j Tod und Le ben iſt, Herr Chriſt, dir un⸗ter⸗ge⸗ ben. — — — — —— —— 68 Himmelfahrt. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tauſend hohe Seraphim dich Siegesfürſten loben; du haſt den Segen wieder bracht und dich mit Majeſtät und Macht zur Herrlichkeit erhoben. Singet, bringet Jubel⸗ lieder, fallet nieder, rühmt und ehret den, der auf zum Himmel fähret. Du, Herr, biſt unſer Haupt, und wir ſind deine Glieder; nur von dir kommt auf uns Heil und Leben; Troſt, Friede, Freude, Licht und Kraft, und was dem Herzen Labſal ſchafft, wird uns durch dich gegeben Dringe, zwinge, ewge Güte, mein Gemüte, daß es preiſe, dir Lob, Ehr und Dank erweiſe. 4. Zeuch, Jeſu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten; laß unſern Wandel himm⸗ liſch ſein, daß wir der Erde eiteln Schein und Ueppigkeit verachten; Unart, Hoffart laß uns meiden, chriſtlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade ſei zu finden. 5. Sei, Jeſu, unſer Schirm und Hort und gründ uns auf dein göttlich Wort, darauf wir uns verlaſſen. Laß ſuchen uns, was droben iſt; auf Erden wohnet Trug und Liſt und Feinde, die dich haſſen. Lügen, Trügen, Angſt und Zagen, ach, ſie plagen, ach, ſie quälen ſcündlich arme Chriſtenſeelen. 6. Herr Jeſu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürſt, Held, Davids Sohn, komm, ſtille das Verlangen! Du, du biſt allen uns zu gut, o Jeſu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Da⸗ für ſoll dir von uns allen Preis erſchallen; Herr, am Ende nimm uns auf in deine Hände! G. Chr. Homburg, † 1681. 98. (Mel. Aus meines Kerzens Grunde.) Der Herr fährt auf gen Him ⸗ mel mit fro⸗hem jaus die⸗ſem Welt⸗ge„ tüm ⸗ mel empor zu E an ſi⸗nem Lob ſingt, lob ſin ⸗ get Gott! Lob⸗ſingt, lob — ſingt mit Freu⸗den dem Kö⸗ni⸗ge der Hei ⸗ den, dem — Her⸗ren Ze⸗ ba⸗ oth! 2. Der Herr wird aufgenommen in ſeines Himmels Pracht; u ihn ſtehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jeſu ein die heilgen Cherubinen, den lichten Seraphinen muß er willkon men ſein. — —— Himmelfahrt. 69 8. Wir wiſſen nun vom Siege, der unſer Haupt erhöht, wir wiſſen zur Genüge, wie man zum Himmel geht; der Heiland geht voran, will uns zurück nicht laſſen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns ſichre Bahn. 4. Wir ſollen himmliſch werden, der Herr macht ſelbſt uns Platz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unſer Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jeſus hingegangen, dahin ſei das Verlangen, dahin ſei euer Lauf. 5. Laßt uns gen Himmel dringen mit herzlicher Begier; laßt uns einmütig ſingen: dich, Jeſus, ſuchen wir! Dich, o du Gottes Sohn, dich Weg, dich wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unſers Hauptes Kron! 6. Fahr hin mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt; dein Tand kann nicht ergötzen! Weißt du, was uns gefällt? Der Herr iſt unſer Preis, der Herr iſt unſre Freude und köſtliches Geſchmeide; zu ihm gilt unſre Reiſ'. 7. Wann ſoll es doch geſchehen? Wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden ſehen in ſeiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirſt du ſein, daß wir den Heiland grüßen und fallen ihm zu Füßen? Komm, ſtelle dich doch ein! G. W. Sacer, † 1699. 99. (Mel. wie nach einer waſſerquelle.) O — 1 Herr, auf Er⸗den muß ich lei„den und bin vol ⸗ler war⸗ um willſt du von mir ſchei⸗ den, war⸗um fährſt du ——* — ———— Angſt und Weh,§ E in die Höhs) Nimm mich Ar-men auch mit dir, o⸗der blei⸗ .— be doch in mir, daß ich dich und deine Ga⸗ ben S— eEhp — G ſ— —9 täg⸗lich mö ⸗ge bei mir ha⸗ ben. 2. Laß dein Herze mir zurücke, und nimm meines mit hinauf; wenn ich Seufzer zu dir ſchicke, thue mir den Himmel auf und, ſo ich nicht beten kann, rede du den Vater an; denn du ſitzſt zu ſeiner Rechten; darum hilf uns, deinen Knechten. 3. Zeuch die Sinne von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmliſch werde, ob ich gleich noch ſterblich bin und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis wir auch zu dir gelangen, wie du biſt vorangegangen. Himmelfahrt. 4. Meine Wohnung mache fertig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegenwärtig bei dir gehen ein und aus. Dahin bringe mich zur Ruh, denn der Weg dahin biſt du, und nimm an dem letzten Ende meinen Geiſt in deine Hände. 5. Komme, wenn es Zeit iſt, wieder, wie dein Wort uns hoffen lehrt, und erlöſe meine Glieder, die das dunkle Grab beſchwert; richteſt du dann dieſe Welt, die dein Wort für Lügen hält, dann nach überſtandnem Leide führ uns ein zu deiner Freude. C. Neumann, † 1715. 100. E Zeſu, meines Tebens Ceben. Nr. 1.) 6 S ₰ S 6 S S 1 Gro ßer Mitt⸗ler, der zur Rech⸗ten ſei⸗nes gro⸗ ßen und die Schar von ſei⸗nen Knech⸗ten in dem Reich der + we. T T— I P —. 1 K i den auf dem er ⸗ hab⸗nen Thro⸗ne — 2. 4. S——— in der kö⸗nig ⸗li⸗chen Kro⸗ne al⸗les Heer der „ S —— —„— 4 S E⸗ wig⸗keit mit ver⸗hüll⸗tem Ant⸗lit ſcheut! 2. Dein Erlöſungswerk auf Erden und dein Opfer iſt vollbracht; was vollendet ſollte werden, iſt geſchehn durch deine Macht. Da du biſt für uns geſtorben, iſt uns Gnad und Heil erworben, und dein ſiegreich Auferſtehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun biſt du ja Hort und Hüter in des Vaters Heiligtum, die erworbnen Segensgüter durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes teure Namen trägſt du ſtets auf deiner Bruſt, und die gläubig zu dir kamen, ſind und bleiben deine Luſt. Du ver⸗ trittſt, die an dich glauben, daß ſie nichts dir möge rauben, bitteſt in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil das Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß mein Vater ihrer ſchone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, darauf zielt dein Bitten hin. 6. Die Verdienſte deiner Leiden ſtelleſt du dem Vater dar und vertrittſt vor ihm mit Freuden deine teur erlöſte Schar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundſchaft fliehn. Himmelfahrt. 7. Großer Mittler, ſei geprieſen, daß du in dem Heiligtum ſo viel Treu an uns bewieſen; dir ſei Ehre Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienſt vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; ſprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verſchließt der Tod! J. J. Rambach, † 1735. 101. (Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.) ½ ——— 1 Kö ⸗ nig, dem kein Kö⸗nig glei⸗chet, deſ⸗ſen Ruhm kein dem als Gott das Reich ge⸗büh⸗ret, der als Menſch das C.4 S — M A ſe dem das Recht ge⸗hört zum Thro⸗ne 3 2— 8 5 —— S ——— 2—2 E als des Va ⸗ters ein⸗gem Soh⸗ne, den ſo viel Voll⸗ — g4 5 ₰ — — kom⸗men⸗hei ⸗ten krö⸗ nen, zie-ren und be⸗glei⸗ten! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebſt dem ungezählten Heere der Geſchöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern ſind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Men⸗ ſchen, Geiſter ſcheuen, Menſchenſohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen ſieht man dich am ſchönſten glänzen, wo viel tauſend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes, nach dem Recht des Gnaden⸗ bundes, ſich von dir regieren laſſen und wie du das Unrecht haſſen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man ſtets dich loben hören von dem himmliſchen Geſchlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz ſchauen, die dich unermüdet preiſen und dir Ehr und Dienſt erweiſen. 5. Herr in allen dieſen Reichen! Dir iſt niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schätze, an der Ordnung der Geſetze, an Voll⸗ kommenheit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beſchützeſt deine Freunde, du bezwingeſt deine Feinde. 6. Herrſche auch in meinem Herzen über Zorn, Luſt, Furcht und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, glänbig dich ins Herze ſchließen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorſam üben: hier mitringen, dulden, ſtreiten, dort mitherrſchen dir zu Seiten. J. I Rambach. † 1735. „——— — 62 Himmelfahrt. Mel. Nr. 100. 102. 1. Siegesfürſt und Ehrenkönig, höchſtverklärte Majeſtät! Alle Himmel ſind zu wenig, du biſt drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glau⸗ bensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Weit und breit, du Himmelsſonne, deine Klarheit ſich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmelsgeiſter fließt; prächtig wirſt du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen: ſchau, dein armes Kind auch hier rufet Hoſianna dir. 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Flarheit ſeh? Sollt mein Mut noch wollen ſinken, da ich deine Macht verſteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jeſu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geiſt und Kraft nun überfließen; drum wirk in uns kräftig⸗ lich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde legen ſich. Herr, zu deinem Scepter wende alles bis zum Weltenende; mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5 Du kannſt alles aller Orten nun erfüllen und nahe ſein; meines armen Herzens Pforten ſtehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmeltsthron! 6. Dein zum Himmel Sicherheben bringt mir Gott und Himmel nah; lehr mich nur im Geiſte leben als vor deinen Augen da; fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeſchieden drinnen, in das Himmelreich verſetzt, da mich Jeſus nur ergötzt. 6. Lerſtegen, † 1769. 103. (Mel. Alles iſt an Gottes Segen.) 1. Je⸗ſus Ehrftus herrſcht als Kö⸗nig, ol les wird ihm un⸗ter⸗thä⸗nig, al⸗les legt ihm Gott zu Fuß. Je⸗de Zun⸗ge — ſoll be⸗ken⸗nen, Je ſus ſei der Herr zn nen⸗nen, — dem man Eh⸗re ge⸗ben muß. 2. Fürſtentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrſchaft dort im Himmel, hier im irdiſchen Getümmel, iſt zu ſeinem Dienſt bereit. 3. Gott iſt Herr, der Herr iſt Einer, und demſelben gleichet keiner; nur der Sohn, der iſt ihm gleich; deſſen Stuhl iſt unumſtößlich, deſſen Leben unauflöslich, deſſen Reich ein ewig Reich. Himmelfahrt. 73 4. Nur in ihm— o Wundergaben!— können wir Erlöſung haben, die Erlöſung durch ſein Blut. Hörts! das Leben iſt erſchienen, und ein ewiges Verſühnen kommt in Jeſus uns zu gut. 5. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, ſagt, ihr Armen, ihm die Not. Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben ſchenkt er nach dem Tod. 6. Eil, es iſt nicht Zeit zum Schämen! Willſt du Gnade? du ſollſt nehmen! Willſt du leben? es ſoll ſein! Willſt du erben? du ſehen! Soll der Wunſch aufs höchſte gehen, willſt du Jeſum? er iſt dein. 7. Zwar auch Kreuz drückt Chriſti Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! Es folgen Freuden, nichts kann ſie von Jeſu ſcheiden, und ihr Haupt zieht ſie empor. 8. Ihnen ſteht ein Himmel offen, welcher über alles Hoffen, über alles Wiünſchen iſt. Die gereinigte Gemeine weiß, daß eine Zeit er⸗ ſcheine, wo ſie ihren König grüßt. 9. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Ge⸗ rechte, und du Schar, die Palmen trägt, und ihr Märtrer mit der Krone, und du Chor vor ſeinem Throne, der die Gottesharfen ſchlägt! 10. Ich auch auf der tiefſten Stufen, ich will glauben, reden rufen, ob ich ſchon noch Pilgrim bin: Jeſus Chriſtus herrſcht als König, alles ſei ihm unterthänig, ehret, liebet, lobet ihn! Ph. F. Hiller, † 1769. 104. (Mel. wie ſchön leuchtet der Morgenſtern.) —— S iebelich ſehn hoch ü ber ſeit du vom ew⸗gen Zi⸗on dort aus⸗ſen⸗deſt S 3 —— uns die Him⸗mels⸗höhn, ſeit du im Him⸗mel ſi⸗ beſt. dein le⸗ ben⸗dig Wort und dei⸗ne Her⸗ de ſchü⸗teſt! 8 6 Fröh ⸗lich, ſe ⸗ lig ſchaut der Glau⸗be von dem Stau⸗be 4 4 —— — auf zum Soh⸗ne: mei⸗ne Hei⸗mat iſt am Throne! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; was iſt ihr tauſendfacher Strahl? Was iſt der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, das dir vom holden Angeſicht ausgeht mit ewger Wonne! Spende, ſende deine hellen Lebensquellen reichlich nieder, großes Haupt, auf deine Glieder! ———.—— 74 Himmelfahrt. 3. Verhüllt den Erdkreis düſtre Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge wacht, das einſt um uns geweinet, das einſt für uns im Tode brach; es iſt dein Aug, es bleibet wach, bis neu die Sonne ſcheinet. O wer nunmehr nimmer klagte, nimmer zagte, ſeit du wacheſt und aus Nächten Tage macheſt! 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, ein Himmel neigt ſich drüber her, dein Himmel voller Gnaden. Da ſteigt erhörlich das Gebet, da wallt man ſicher früh und ſpät vor Feindesliſt und Schaden. Keiner deiner Auserwähiten, Geiſtbeſeelten bleibt verlaſſen; treu will ihn dein Arm umfaſſen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn ſich das arme Herz abhärmt in bittrer Reue. Du brichſt nicht das zerſtoßne Rohr, und wenn der Docht ſein Ol verlor, ſo tränkſt du ihn aufs neue. Im Licht ſoll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. O ſelger König Jeſu Chriſt! Wie wundervoll und heilig iſt, was uns in dir geſchenket! In dir, der Gottes Kinder ſchirmt, bleibt unſer Anker, wenn es ſtürmt, auf ewig eingeſenket. Hier, hier ſind wir feſtgebunden; unſre Stunden fliehn in Eile; dann hinauf zum ewgen Heile! A. Knapp, † 1364. 105. (mel. Cobe den Ferren, den mächtigen Fönig.) — ——— 1 Lamm, das ge⸗lit⸗ten, und Lö⸗we, der ſieg⸗reich ge⸗run⸗gen;] blu⸗ten⸗des Opfer und Held, der die Höl⸗le be⸗zwun⸗gen; FS—— — 2 e bre chen ⸗des Herz, das ſich aus ir„ dieſchem Schmerz 9 S — ü⸗ber die Him⸗mel ge⸗ſchwun⸗gen! 2. Du haſt in ſchauriger Tiefe das Höchſte vollendet, Gott in die Menſchheit gehüllt, daß ſein Licht uns nicht blendet. Würdig biſt du,— jauchzt dir die Ewigkeit zu,— Preiſes und Ruhms, der nicht endet. 3. Himmliſche Liebe, die Namen der Erde nicht nennen! Fürſt deiner Welten, den einſt alle Zungen bekennen! Gingeſt du nicht ſelbſt in der Sünder Gericht, Sünder entlaſſen zu können? 4. Ueber des Todes umnachteten, graunvollen Klüften ſchwangſt du die Palme des Sieges in himmliſchen Lüften. Wer an dich glaubt, trägt nun, von Hoffnung umlaubt, ewiges Leben aus Grüften. 5. Menſchenſohn, Heiland, in dem ſich das ewge Erbarmen milde zu eigen gegeben den ſchuldigen Armen! Dir an der Bruſt darf nun in Leben und Luſt jeder Erſtarrte erwarmen. — 6 Pfingſten. 6. Wahl voller Wunder! Der einzige Reine von allen eint ſich mit Seelen, die ſündig im Staube hier wallen, trägt ihre Schuld, hebt in unendlicher Huld das, was am tiefſten gefallen. 7. Mir auch iſt ſüß überwindend dein Rufen ertönet; Herr, auch mein feindliches Herz hat dein Lieben verſöhnet; ja, deine Hand, zu dem Verirrten gewandt, hat mich mit Gnade gekrönet. 8. Lobe den Herrn, meine Seele! Er hat dir vergeben, heilt dein Gebrechen, legt in dich ein ewiges Leben; Frieden im Streit, Wonnen im irdiſchen Leid weiß dir dein Heiland zu geben. 9. Hoffnung und Glaube und Liebe, ſie tragen auf Flügeln dich in das Land der Verheißung zu ewigen Hügeln, wo deine Wahl, dort in der Herrlichkeit Strahl, Lieb und Erbarmen beſiegeln. 10. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen; ſinge, du Welt, die das Werk der Erlöſung geſehen! Jauchze, du Heer dort am kryſtallenen Meer:„Ehre ſei Gott in den Höhen!“ M. Heußer⸗Schweizer, † 1876. H. Pfingſten. 106. (mel. Kerr Gott, dich loben alle wir.) SE— —£„„— 1. Komm heil⸗ger Geiſt, o Schö⸗pfer du, ſprich dei⸗nen g4 S — N— L„ T S —— 6 ar⸗men See⸗len zu; er⸗füll mit Gna⸗den, ſü⸗ßer Gaſt, — 6 —+ ——— * die Bruſt, die du geſchaf⸗fen haſt. 2. Der du ein Tröſter biſt genannt, des allerhöchſten Gottes Pfand⸗ du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzensſalbung, Gnaden⸗ ſonn! 3. Du ſiebenfaches Gnadengut, du Hand des Herrn, die Wunder thut, du löſeſt aller Zungen Band, giebſt frei das Wort in alle Land. 4. Zünd uns ein Licht an im Verſtand, entflamm das Herz in Liebesbrand, ſtärk unſer ſchwaches Fleiſch und Blut durch deiner Gott⸗ heit ſtarken Mut. 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir, durch deine Hand geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man ehren ſoll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirſt geſandt. 7. Ehr ſei dem Vater, unſerm Herrn, und ſeinem Sohn, dem Lebensſtern; dem heilgen Geiſte gleicherweis ſei jetzt und ewig Lob und Preis! Alte Kirche. . — E 7 76 Pfingſten. 107. 1. Komm, hei, li⸗ger Geiſt, Her⸗re Gott, er⸗füll mit dei⸗ner f — d E— Gna⸗den Gut der Gläu⸗bi ⸗gen Herz, Mut und Sinn, dein 6„„ X [*— „ D E— F S— brün ſtig Lieb ent⸗zünd in ihn! O Herr, durch dei⸗nes . — Lich⸗tes Glaſt“ zum Glau⸗ben du ver⸗ſammelt haſt das — S — — Volk aus al⸗ ler Welt Zun⸗gen. Das ſei dir, Herr, zu 6 ——— Q Lob ge⸗ſun ⸗gen! Hal le⸗lu jah! Hal⸗le⸗lu⸗jah! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr Gott uns recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meiſter ſuchen mehr, denn Jeſum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht ver⸗ trauen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Du heilige Glut, ſüßer Troſt, nun hilf uns fröhlich und ge⸗ troſt in deinem Dienſt beſtändig bleibn, die Trübſal uns von dir nicht treibn. Durch deine Kraft uns, Herr, bereit und ſtärk des Fleiſches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! V. 1 vorreformatoriſch; V. 2 u. 3 von Luther, † 1546. 108. w ——— —— 1. Nun bit⸗ten wir den hei„ li⸗gen Geiſt um den rech⸗ ten Glau⸗ben al⸗ler⸗meiſt, daß er uns be⸗hü⸗te an un⸗ſerm Glanz. Pfingſten. 77 — En⸗de, wenn wir heim⸗fahrn aus die⸗ſem Elen⸗de. Er„ barm dich, Herr! 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jeſum Chriſt kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm dich, Herr! 3. Du ſüße Lieb, ſchenk uns deine Gunſt, laß uns empfinden der Liebe Brunſt, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frie⸗ den auf einem Sinn bleiben. Erbarm dich, Herr! 4. Du höchſter Tröſter in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod; daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Erbarm dich, Herr! Luther, † 1546. V. 1 aus dem 13. Jahrhundert. 103 8 S S 1 o komm, du Geiſt des Le⸗bens, wah⸗rer Gott von Dei ne Kraft ſei nicht ver⸗ge⸗bens, ſie er⸗ füll uns je. ſo wird Geiſt und Licht und Schein in dem dunk⸗len Her⸗zen ſein. 2. Gieb in unſer Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verſtand und Zucht, daß wir anders nicht beginnen, als nur, was dein Wille ſucht. Dein Erkenntnis werde groß und mach uns von Irrtum los.— 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu durch deine Gnad, wenn der Fuß geſtrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugnis uns empfinden, daß wir Gottes Kinder ſind, die auf ihn allein ſich gründen, wenn ſich Not und Drangſal findt⸗ denn was Vaterliebe thut, iſt uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; ſeufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns alle Zeit; ſo wird unſre Bitt erhört und die Zuverſicht vermehrt 5 6. Wird uns auch nach Troſte bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? Ei, ſo mach du den 5 ſprich der Seele tröſtlich zu und gieb Mut, Geduld und Ruh. Pfingſten. 7. O du Geiſt der Kraft und Stärke, du gewiſſer, neuer Geiſt, fördre in uns deine Werke, wenn die Welt uns an ſich reißt. Schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unſern Glauben, daß kein Feind, kein Tod, noch Spott uns denſelben möge rauben; du biſt unſer Schutz und Gott. Sagt das Fleiſch gleich immer nein, laß dein Wort ge⸗ wiſſer ſein! 9. Wenn wir endlich ſollen ſterben, ſo verſichr uns mehr und mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die Gott giebt durch Jeſum Chriſt und die unausſprechlich iſt. H. Held, † 1661. 110. (Mel. wie ſchön leuchtet der Morgenſtern.) hh— 3 —— — 1 S heil⸗ger Geiſt, kehr bei uns ein und laß uns Du Him⸗mels ⸗licht, laß dei⸗nen Schein bei uns und S— S— 2—. 5— 7 8 4 S dei ne Woh⸗nung ſein; o komm, du Her⸗zens⸗ſon⸗nel] in uns kräf⸗tig ſein zu ſte ⸗ ter Freud und Wonne! — E— I 12 5 †— ——— F E Son ne, Won ne, himmliſch Leben willſt du ge ben, N— S— F S wenn wir be⸗ten; zu dir kom⸗men wir ge⸗ tre„ten. 2. Du Ouell, draus alle Wahrheit fließt, die ſich in fromme Seelen gießt, laß deinen Troſt uns hören, daß wir in Glaubenseinig⸗ teit auch andre in der Chriſtenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns ſtets bei mit deinem Rat und führ uns ſelbſt den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wiſſen. Gieb uns Beſtändigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, auch wenn wir leiden müſſen. Schaue, baue, was zerriſſen und befliſſen, dich zu ſchauen und auf deinen Troſt zu bauen 4. O laß uns deine Gotteskraft empfinden und zur Ritterſchaft dadurch geſtärket werden; auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Troſt empfinden, alles Unglück überwinden 5 O ſtarker Fels und Lebenshort, laß doch dein mildes Him⸗ melswort in unſern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitsreichen Lehr und reiner Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Chriſtum unſern Hei⸗ land nennen. — Pfingſten. 79 6. Du milder Himmelstau, ſenk dich in unſre Seelen kräftiglich und ſchenk uns deine Liebe, daß unſer Sinn verbunden ſei dem Rächſten ſtets mit Liebestreu und ſich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müß umſchweben und durch⸗ dringen unſer Leben. 7. Gieb, daß in reiner Heiligkeit wir führen unſre Lebenszeit, ſei unſres Geiſtes Stärke, daß uns forthin ſei unbewußt die Eitelkeit, des Luſt und ſeine toten Werke. Rühre, führe unſer Sinnen und eginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. M. Schirmer, † 1673. 111. F— 2 1 Zeuch ein zu deienen Tho⸗ren, ſei mei⸗nes Her⸗zens der du, da ich gebo⸗ren, mich neu ge⸗ bo⸗ren — o hoch⸗ge⸗lieb⸗ter Geiſt des Va⸗ters und des 0 — Soh⸗nes, mit bei⸗den glei⸗chen Thro⸗nes, mit bei⸗den E E — 6¹ gleich ge⸗preiſt. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und ſchmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung ſchafft; entſündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiſte dir Ehr und Dienſte leiſte, die ich dir ſchuldig bin. 3. Du biſt ein Geiſt, der lehret, wie man recht beten ſoll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl, es ſteiget himmelan, 6 ſteiget ſonder Ende, bis der ſich zu uns wende, der allen helfen ann. 4. Du biſt ein Geiſt der Freuden, mit Trauern hältſt dus nicht, erleuchteſt uns im Leiden mit deines Troſtes Licht. Ach ja, wie manchesmal haſt du mit ſüßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudenſaal! 5. Du biſt ein Geiſt der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willſt nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der eindſchaft Feind du biſt, willſt, daß in Liebesflammen ſich wieder thu zuſammen, was voller Zwietracht iſt. 6. Du, Herr, haſt ſelbſt in Händen die ganze weite Welt, kannſt Menſchenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt. So gieb doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was ſich getrennet hat. Pfingſten. 7. Beſchirm die Obrigkeiten, bau unſers Fürſten Thron; gieb Glück zu dieſen Zeiten; ſchmück, als mit einer Kron, die hlnin mit Verſtand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im gänzen Land. 8. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuſer und die Güter mit Segen für und für; vertreib den böſen Geiſt, der dir ſich widerſetzet und, was dein Herz ergötzet, aus unſern Herzen reißt. 9 Richt unſer ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs ſollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, ſo hilf uns fröhlich ſterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. P. Gerhardt, † 1676. 112. (Mel. wie nach einer waſſerquelle.) .——————— 11 O du alz lerſüß te Freu pe, o du al⸗ler ſchön⸗ſtes icht, ſder du uns in Liebund Lei⸗de un⸗ be⸗ſu⸗chet läſ ⸗ſeſt nicht, S Geiſt des Höch⸗ſten, höchſter Fürſt, der du hãliſt und hal⸗ten wirſt ohn Auf⸗hören al⸗le Din⸗ge, hö re, höre, was ich ſin⸗ ge! 2. Du biſt ja die beſte Gabe, die ein Menſch nur nennen kann; wenn ich dich erwünſch und habe, geb ich alles Wünſchen dran. Ach, ergieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, ſelbſt zum Tempel auserkoren. 3. Du wirſt als ein milder Regen ausgegoſſen von dem Thron, bringſt uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gaſt, Gottes Segen, den du haſt und verwaltſt nach deinem Willen, mich an Leib und Seel erfüllen. Du biſt weiſ' und voll Verſtandes, was geheim iſt, iſt dir kund, zählſt den Staub des kleinſten Sandes, gründſt des tiefſten Meeres Grund; nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich ſei; drum gieb Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen 5. Du biſt heilig, läßt dich finden, wo man rein und redlich iſt, fleuchſt hingegen Schand und Sünden, haſſeſt Schlangentrug und Liſt. Mache du, o Gnadenquell, meine Seele rein und hell; laß mich fliehen, was du ſlieheſt, gieb mir, was du gerne ſieheſt. 6. Deine Huld hat keine Schranken, du biſt fromm und ſanften Muts, bleibſt im Leben ohne Wanken, thuſt uns Böſen alles Guts. Ach, verleihe mir doch auch deinen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebſt, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verſtößt; bleib ich von dir ungeſchieden, ſo bin ich genug getröſt. Laß mich ſein dein Eigentum, ich verſprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. Pfingſten. 81 8. Nur allein, daß du mich ſtärkeſt und mir treulich ſteheſt bei hilf, mein Helfer, wo du merkeſt, daß mir Hilfe nötig ſei. Brich des böſen Fleiſches Sinn, nimm den alten Willen hin, daß er ſich in dir erneue und mein Gott ſich meiner freue. 9. Sei mein Retter, führ mich eben; wenn ich ſinke, ſei mein Stab; wenn ich ſterbe, ſei mein Leben; wenn ich liege, ſei mein Grab; wenn ich wieder auferſteh, o ſo hilf mir, daß ich geh hin, wo du in ewgen Freuden wirſt die Auserwählten weiden. P. Gerhardt, † 1676. Mel. Nr. 112. 113. 1. Gott, gieb einen milden Regen, denn mein Herz iſt dürr wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, tränke du dein dürſtend Land! Laß des heilgen Geiſtes Gab auf mich Armen doch herab wie in ſtarken Strömen fließen und ſich in mein Herz ergießen. 2. Jeſu, der du hingegangen zu dem Vater, ſende mir deinen Geiſt, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir Laß den Tröſter ewiglich bei mir ſein und lehren mich, in der Weisheit feſt zu ſtehen und auf dich im Glauben ſehen. 3. Heilger Geiſt, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und ſei tauſendmal willkommen, laß mich deinen Tempel ſein. Reinige du ſelbſt das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann ſcheiden von den ſüßen Himmelsfreuden. 4. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache neu mich, rein und ſchön; laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade ſtehn. Gieb mir einen ſtarken Mut, heilige mein Fleiſch und Blut, lehre mich vor Gott hintreten und im Geiſt und Wahrheit beten. 5. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren ſoll mein Sinn dem, was himmliſch iſt, nachſtreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchſten Himmelsthron ich erheben kann und preiſen mit den ſüßen Engelsweiſen. M. Kramer, † 1702. Mel. Nr. 112. 114. 1. Geiſt vom Vater und vom Sohne, der du unſer Tröſter biſt und von unſres Gottes Throne hilfreich auf uns Schwache ſiehſt: ſtehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben ſei, o ſo wird mein Herz auf Erden ſchon ein Tempel Gottes werden 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir ſein wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlſein hin; lehrſt du mich, was recht iſt, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts ſo wichtig ſei, als in ſeiner Huld zu ſtehn; ſeinen Namen zu erhöhn, ſeinen Willen zu vollbringen, müſſe mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, ſo oft zur Sünde mein Gemüt verſuchet wird, daß ſie mich nicht überwinde; hab ich irgend mich verirrt, o ſo ſtrafe ſelbſt mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott dar⸗ über beuge und mein Herz zur Beſſrung neige. Fvangel. Geſangbuch 6 ———— — 82 Pfingſten. 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nötig iſt, zu dem Gnadenſtuhl zu treten Gieb, daß ich auf Jeſum Chriſt als auf meinen Mittler ſchau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden ſtets mit deinem Troſte bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgſam ſei. Gieb mir ein gelaſſen Herz; laß mich ſelbſt im Todesſchmerz bis zum frohen überwinden dieſes Troſtes Kraft empfinden. Nach Gottf. Hoffmann, † 1712. 115. (Mel. Jeſu, meine Sreude.) — 1 Schmückt das Feſt mit Mai?en, laſ⸗ſet Blu⸗men ſtreu⸗en, i denn der Geiſt der Gna⸗den hat ſich ein-ge⸗ la den; —— f zün⸗det O⸗pfer an, ma⸗chet ihm die Vuhn!] Nehmt ihn ein, ſo wird ſein Schein — Ghh— †— . euch mit Licht und Heil er⸗fül-len und den Kummer ſtil-len.— 2. Tröſter der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geiſt voll Rat und That, ſtarker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unſrem Pfad, gieb uns Kraft zur Pilgrimſchaft, laß uns deine teuren Gaben Herz und Seele laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jeſum nennen, führ den Geiſt empor; gieb uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, ſprich du ſelbſt uns vor. Gieb uns Mut, du höchſtes Gut, tröſt uns kräf⸗ tiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, ſchütte deinen Segen auf das Kirchen⸗ feld; laſſe Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hin⸗ fällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Frucht zu bringen, laß i tets gelingen. 6 Schlag deine Flammen über uns zuſammen, heilge Liebes⸗ glut; laß dein ſanftes Wehen über uns ergehen, dämpfe Fleiſch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch mit der Welt nicht ferner ziehen d das Böſe fliehen. 3 6. Giet Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unſrer Seele, unſer Herz erwähle Dir zum eignen Haus. Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jeſum recht er⸗ en und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns ſüße, und durch Finſterniſſe ſei du unſer Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich ſiegen. Pfingſten. 83 8 Laß uns hier indeſſen nimmermehr vergeſſen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns ſtets dienen, und im Guten grünen, als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Him⸗ melsmaien ewig uns erfreuen. B. Schmolc, † 1737. 116. Mel Crquicke mich, du Feil der Sünder.) —,— — O Gott, o Geiſt, o Licht des Le⸗bens, das uns im du ſcheinſt und lockſt ſo lang ver ge⸗bens, weil Fin⸗ſter⸗ E 2 O Geiſt, dem kei⸗ner kann ent⸗ge⸗ — — S E S—, hen, dich laß ich gern mein Her-ze ſe hen. 2. Entdecke alles und verzehre, was nicht in deinem Lichte rein; wenn mirs gleich noch ſo ſchmerzlich wäre, die Wonne folget nach der Pein; du wirſt mich aus dem finſtern Alten in Jeſu Klarheit um⸗ geſtalten. 3. Ich kann nicht ſelbſt der Sünde ſteuern, das iſt dein Werk, du Quell des Lichts! Du mußt von Grund aus mich erneuern, ſonſt hilft mein eignes Trachten nichts. O Geiſt, ſei meines Geiſtes Leben; ich kann mir ſelbſt nichts Gutes geben. 4. Du Odem aus der ewgen Stille, durchwehe ſanft der Seele Grund; füll mich mit aller Gottesfülle, und da, wo Sünd und Greuel ſtund, laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, in Geiſt und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen ſei kindlich folgſam deinem Trieb; bewahr mein Herz mit allen Sinnen untadelig in Gottes Lieb. Dein in mir Beten, Lehren, Kämpfen laß mich auf keine Weiſe dämpfen. 6. O Geiſt, o Strom, der uns vom Sohne eröffnet, und kry⸗ ſtallenrein aus Gottes und des Lammes Throne nun quillt in ſtille Herzen ein, ich öffne meinen Mund und ſinke hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indeſſen, von allem abgewandt, dir nah; ich will die Welt und mich vergeſſen und innigſt glauben Gott iſt daf O Gott, o Geiſt, o Licht des Lebens, man harret deiner nie vergebens. G. Terſtegen, † 1769. 6* Pfingſien. 117. (mel. Kommt her zu mir, ſpricht Gottes Sohn.) —— 6—5—————. 1.§. ſaß ein from⸗mes Häuf⸗lein dort und woll-te nach des — Her⸗ren Wort ein⸗mü⸗tig Pfing„ ſten hal⸗ ten. 2— Ach, laß auch jetzt im Chri⸗ſten⸗ſtand Herr Je⸗ ſu, —— — S S U„—⁵ dei⸗ner Lie be Band bei from⸗men Glie⸗ dern wal⸗ten. 2. Schnell fiel hernieder auf das Haus ein ſtarker Wind, der mit Gebraus ſich wunderſam erhoben O Gotteshauch, ach, laſſe dich bei uns auch ſpüren kräftiglich und weh uns an von oben! Er füllete die Wohnung ganz, zerteilter Zungen Feuerglanz ließ ſich auf jedem ſpüren. Ach, nimm auch unſre Kirchen ein, laß feurig unſre Lehrer ſein, und deine Sprach uns rühren! Sie wurden all des Geiſtes voll und fingen an zu reden wohl, wie er gab auszuſprechen. Erfüll auch uns mit heilger Glut, daß wir des Herzens blöden Mut mit freier Rede brechen! 5. Das Volk von allen Zungen kann, was Gott zum Heil der Welt gethan, in ſeiner Sprache hören. Ach, heb der Zungen Irrſal auf; laß, Jeſu, deinem Wort den Lauf, daß dich die Völker ehren! 6. Die Welt zwar treibt nur ihren Spott, und wer nicht merkt die Kraft von Gott, ſpricht leider:„Sie ſind trunken!“ Den rechten Freudenwein uns gieb, erquick, o Herr, in deiner Lieb, was noch in Angſt verſunken! 7. Dein Licht treib in des Herzens Haus mit hellen Strahlen gänzlich aus die alten Finſterniſſe, daß Blindheit, Irrtum, falſcher Wahn und, was uns ſonſt verleiten kann, auf ewig weichen müſſe. 8. Dein Feuer töt in unſrer Bruſt, was ſich noch regt von Sündenluſt; erwecke reine Triebe, auf daß wir ſchmecken wahre Freud, anſtatt der ſchnöden Eitelkeit, in Jeſu ſüßer Liebe vier. Annoni, 1 1770. 118. (Mel. Sröhlich ſoll mein Kerze zyeingen ———— er⸗nie⸗der; Geiſt des Herrn, hE I. Höch ſter Trö ſter, komm h Pfingſten. 85 Wort gebro⸗chen, Je⸗ſus hat dei⸗nen Rat ſei⸗nem gh S Volk ver⸗ſpro⸗chen. 2. Schöpfer unſres neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt iſt ohn dich vergebens. Mache unſer Heil uns wichtig; wer iſt wohl, wie er ſoll, treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; eins iſt not für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns ſelbſt den Greul der Sünde, daß das Herz Angſt und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlöſers Wunden, ruf uns zu: ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden! Er hat Gnade euch erworben, Jeſu Blut machet gut, was die Welt verdorben. 5. Weck uns auf vom Sündenſchlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Verderben, laß ſie nicht im Gericht der Verſtockung ſterben. 6. Geiſt der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor Gott treten, ſei uns nah, und ſprich: ja! wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gieb uns Mut, Fleiſch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübſal, Kreuz und Leiden, Angſt und Not, Schmerz und Tod nicht von Jeſu ſcheiden. 8. Hilf uns nach dem Beſten ſtreben, ſchenk uns Kraft, tugend⸗ haft und gerecht zu leben; gieb, daß wir nie ſtille ſtehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unſre Stütze, ſteh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide ſterben heißt, unſern Geiſt in des Himmels Freude. E. Liebich, 1 1780. 119. Cel. wie nach einer Waſſerquelle.) 6———— S — Der du uns als Vater lie⸗beſt, tre⸗uer Gott, und dei⸗nen Geiſt] denen, die dich bit⸗ten, gie⸗beſt, ja, uns um ihn bit⸗ten heißt,) G de⸗muts⸗voll fleh ich zu dir: Va⸗ter ſend ihn auch zu mir, daß er meinen Geiſt er⸗neu„e und mich dir zum Tempelwei⸗ he. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wiſſen Leben, Kraft und Fruchtbar⸗ keit, und mein Herz bleibt dir entriſſen und dem Dienſt der Welt ge⸗ weiht, wenn er nicht durch ſeine Kraft die Geſinnung in mir ſchafft daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. Pfingſten. 3. Ewge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottesgeiſt, der du menſchliche Gemüter heiligſt und mit Troſt erfreuſt! Nach dir, Herr, verlangt auch mich, ich ergebe mich an dich; mache mich zu Gottes Preiſe heilig und zum Himmel weiſe. 4. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchſtes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getroſtem Mut ſeiner Vater⸗ huld mich freu und mit wahrer Kindestreu ſtets vor ſeinen Augen wandle und rechtſchaffen denk und handle. 5. Geiſt des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmut übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beſchwerden kann dem Nächſten nützlich werden. 6. Wenin der Anblick meiner Sünden mein Gewiſſen niederſchlägt, wenn ſich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt, wenn mein Aug in Nöten weint und Gott nicht zu hören ſcheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Troſt und Stärkung fehlen. 7. Was ſich Gutes in mir findet, iſt dein Gnadenwerk in mir; ſelbſt den Trieb haſt du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O ſo ſetze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis ſie durch ein ſelig Ende herrlich ſich an mir vollende. Dav. Bruhn, † 1782. 120. (mel. nun komm, der Keiden Keiland.) 1. Geiſt vom Va⸗ter und vom Sohn, wei⸗he dir mein Herz zum Thron! Schen⸗ke dich mir immer⸗ dar, ſo wie einſt der Jün⸗ger Schar! 2. Geiſt der Wahrheit, leite mich! Eigne Leitung täuſchet ſich, da ſie leicht des Wegs verfehlt und den Schein für Wahrheit wählt. 3. Geiſt des Lichtes, mehr in mir meinen Glauben für und für, der mich Chriſto einverleibt und durch Liebe Früchte treibt. 4. Geiſt der Andacht, ſchenke mir Salbung, Inbrunſt, Feur von dir; laß mein Bitten innig rein und vor Gott erhörlich ſein. 5. Geiſt der Liebe, Kraft und Zucht! Wenn mich Welt und Fleiſch verſucht, o dann unterſtütze mich, daß ich ringe; rette mich! 6. Geiſt der Heiligung, verklär Jeſum in mir mehr und mehr und ergquicke innerlich durch den Frieden Gottes mich. 7. Geiſt der Hoffnung führe du mich dem Himmelserbe zu; laß mein Herz ſich deiner freun und in Hoffnung ſelig ſein! G. J. Tode, † 1797. — Schlußlied der Weihnacht⸗, Oſter⸗ u. Pfingſtzeit. 87 121. 0 S meins Tebens Licht.) — . O Got⸗tes Geiſt und Chri⸗ſti Geiſt. der uns den Weg n Him⸗mel weiſt, der uns die le Er⸗den⸗ S S —=— nacht durch ſei⸗ne Lich S hel„le macht. 2 Du Hauch, der durch das Weltall weht als Gottes ſtille du aller Lichter reinſtes Licht, erleucht uns Herz und An⸗ geſicht 3 Komm, leuchte mit dem Gnadenſchein hell in die weite Welt n komm, mach uns in der Finſternis des lichten Himmelswegs gewi 4. Ach, hier iſt alles Staub und Nacht, die Wahn und Sünde trübe macht; ach, hier iſt alles Not und Tod, geht uns nicht auf dein Morgenrot 5. Das Morgenrot der beſſern Welt, das wie ein Strahl vom Himmel fällt, als Gottes Macht und Gottes Luſt durchblitzt die kranke Menſchenbruſt 6. O Gottes Geiſt und Chriſti Geiſt, der uns wie Kinder beten eibt der uns wie Kinder glauben heißt, o komm, o komm, du heilger Heiſt! 7. Komm, Gottes Frieden, Gottes Mut! Komm, ſtille Kraft, die nimmer ruht, komm, gieße deinen Gnadenſchein in Seele, Sinn und Herz mir ein. Dann wandl ich, wie ein Kind des Lichts, im Glanze deines Angeſichts ſchon meinen kurzen Erdenlauf ſtets himmelein und him— melauf 6. M Arndt. † 1860. 122. Schlußlied der Oſter⸗ und Pfingſtzeit. ——— 1 O du fröh⸗ o du ſe⸗li⸗ge, gna⸗den⸗ —— 8 brin-gen⸗de S5 ver ren. ——— —— Trinitatisfeſt. * Chriſt iſt ge bo en ſreun freu⸗e dich, o — Chri⸗ſten⸗heit. 2. O du fröhliche, o du ſelige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Chriſt iſt erſchienen, uns zu verſühnen; freue, freue dich, o Chriſtenheit! 3. O du fröhliche, o du ſelige, gnadenbringende Weihnachtszeit! König der Ehren, dich wolln wir hören; freue, freue dich, o Chriſtenheit! II. 4. O du fröhliche, o du ſelige, gnadenbringende Oſterzeit! Welt lag in Banden, Chriſt iſt erſtanden; freue, freue dich, 0 Chriſtenheit! 5. O du fröhliche, o du ſelige, gnadenbringende Oſterzeit! Tod iſt bezwungen, Leben errungen: freue, freue dich, o Chriſtenheit! 6. O du fröhliche, o du ſelige, gnadenbringende Oſterzeit! Kraft iſt gegeben, laßt uns ihm leben; freue, freue dich, o Chriſtenheit! III. 7. O du fröhliche, o du ſelige, gnadenbringende Pfingſtenzeit! Chriſt, unſer Meiſter, heiligt die Geiſter; freue, freue dich, o Chriſtenheit! 8. O du fröhliche, o du ſelige, gnadenbringende Piingſtenzeit! Führ, Geiſt der Gnade, uns deine Pfade; freue, freue dich, o Chriſtenheit! 9. O du fröhliche, o du ſelige, gnadenbringende Pfingſtenzeit! Uns, die Erlöſten, Geiſt, willſt du tröſten; freue, freue dich, o Chriſtenheit! I Daniel Falk, † 1826. X. Trinitatisfeſt. 123. S 1 Al⸗lein Gott in der Höh ſei Ehr und Dank für dar um, daß nun und nim⸗mer⸗mehr uns rüh⸗ ren S in in Ein Wohl ge⸗falln Gott an uns hat, nun iſt groß Fried ohn Un⸗ter⸗ laß, all Fehd hat nun ein En Trinitatisfeſt. 89 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen Ehr und danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierſt ohn alles Wanken; ganz ohne Maß iſt deine Macht, ollzeit geſchieht, was du bedacht: wohl uns des ſtarken Herren. 3. O Jeſu Chriſte, Gottes Sohn, für uns ein Menſch geboren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unſrer Not, erbarm dich unſer aller! 4. O heilger Geiſt, du höchſtes Gut, mit deinem Heil uns tröſte! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jeſus Chriſt erlöſte durch Marter groß und bittern Tod, wend unſern Jammer ab und Not; darauf wir uns verlaſſen! N. v. Hof, † 1541. 1 124. (Mel. nun danket alle Gott.) S—— S 6 S S— Ge lo⸗bet ſei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Le⸗ben, mein Schöpfer, der mir Leib und See⸗le hat ge⸗ge⸗ ben — E S — mein Vater, der mich ſchützt von Mut⸗ter⸗lei⸗ be an, — — .— SS 4 der je⸗den Au⸗gen⸗blick viel Guts an mir ge⸗than. 2. Gelobet ſei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebſter Sohn, der ſich für mich gegeben, der mich erlöſet hat mit ſeinem teuren Blut, der mir im Glauben ſchenkt ſich ſelbſt, das höchſte Gut. 3. Gelobet ſei der Herr, mein Gott, mein Troſt, mein Leben, des Vaters werter Geiſt, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Troſt und Hilfe ſchafft. 4. Gelobet ſei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was durch ihn lebt und webet; gelobet ſei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geiſt. 5. Dem wir Hallelujah mit Freuden laſſen klingen und mit der Engelſchar das Heilig! Heilig! ſingen; den herzlich lobt und preiſt die ganze Chriſtenheit; gelobet ſei mein Gott in alle Ewigkeit! J. Olearius, † 1684 Trinitatisfeſt. 125. (mel. wie ſchön leuchtet der Morgenſtern.) — S—— 1 Hal ⸗ le⸗ lu ⸗jah! Lob, Preis und Ehr ſei un⸗ſerm Von E⸗wig keit zu E⸗ wig⸗keit ſei in uns —— Gott je mehr und mehr für al„le ſei⸗ne Wer⸗ke! al⸗len ihm be⸗reit Dank, Weis⸗heit, Kraft und Stär⸗ke! j S e —= S S 2 Klin⸗get, ſin-get: Gott iſt hei⸗lig, hei⸗lig, hei⸗lig! — — Preis und Eh⸗re ſei dem Herrn der Him⸗mels⸗hee⸗re. 2. Hallelujah! Preis, Ehr und Macht ſei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir ſind erwählet, das uns mit ſeinem Blut erkauft, damit beſprenget und getauft und ſich mit uns vermählet. Heilig, ſelig iſt die Freundſchaft und Gemeinſchaft, die wir haben, und darinnen uns erlaben. 3. Hallelujah! Gott heilger Geiſt, ſei ewiglich von uns gepreiſt, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeitstag erkoren. Heil uns, Heil uns! Da iſt Freude, da iſt Weide, da iſt Manna und ein ewig Hoſianna. 4. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr ſei unſerm Gott je mehr und mehr und ſeinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmels⸗ ſchar und ſinget nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen. Klinget, ſinget: Gott iſt heilig, heilig, heilig! Preis und Ehre ſei dem Herrn der Himmelsheere. Vor 1698. Mel. Nr. 125. 126. 1. Was freut mich noch, wenn dus nicht biſt, Herr Gott, der doch mein Alles iſt, mein Troſt und meine Wonne? Biſt du nicht Schild, wer decket mich? Biſt du nicht Licht, wo finde ich im Finſtern eine Sonne? Keine reine, wahre Freude, auch im Leide, auch für Sünden, iſt, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn dus nicht biſt, mein Herr Erlöſer, Jeſus Chriſt, mein Friede und mein Leben? Heilſt du mich nicht, wo find ich Heil? Biſt du nicht mein, wo iſt mein Teil? Giebſt du nicht, wer wird geben? Meine eine wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe hab ich, wenn ich Jeſum habe. Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 3. Was freut mich noch, wenn dus nicht biſt, o Geiſt, der uns gegeben iſt zum Führer der Erlöſten? Biſt du nicht mein, was ſucht mein Sinn? Führſt du mich nicht, wo komm ich hin? Hilfſt du nicht, wer will tröſten? Meine eine wahre Freude, Troſt im Leide, Heil für Schaden iſt in dir, o Geiſt der Gnaden. V. 1 u. 2 von Ph. L. Hiller. † 1769. V. 3 von A. Knapp † 1864. 127. ⸗ Erſchienen der herrlich Tag.) 7. Dant An⸗be⸗tung brin„gen wir, Herr, un⸗ſer Gott und S S— S— Va„ter, dir. 5 es, der die gan„ ze S 3. ——— ——— 8—— ſchaf ſen hat und noch er⸗hält. Hal⸗ ſch 2. Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unſer Gott und Hei⸗ land, dir. Du littſt für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Hallelujah! 3. Gelobet ſeiſt du, Geiſt des Herrn! Wir waren einſt von Chriſto fern; du haſt durch deines Wortes Macht auch uns zum Licht und Heil gebracht. Hallelujah! J. Chriſt. Stockhauſen, † 1784. U. enen ob und ReMer Erſter Chor: 3 Chor oder Gemeinde: ——— Herr Gott, dich lo⸗ben wir, Herr Gott, wir dan⸗ken dir! ———— — * dich, Va⸗ter in E⸗wig ⸗keit, ehrt die Welt weit und breit; — 5 3— 2 all En⸗gel und Him⸗mels⸗heer und was die⸗net dei-ner Ehr, — auch Che⸗ru⸗bim und Se⸗ra⸗phim ſin⸗gen im⸗mer mit ho-her Stimm: —.—— — Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. Erſter Chor: Zweiter Chor oder Gemeinde —=——= Hei⸗lig iſt un⸗ſer Gott! Hei ⸗lig iſt un⸗ſer Gott! Beide Chöre: 3 — S Hei⸗lig iſt un⸗ſer Gott, der Her⸗re Ze⸗ ba„oth! Erſter Chor: Zweiter Chor oder Gemeinde: 1 B — 3½ 2. Dein göttlich Macht u. Herrlichkeit geht über Himmel und Erden weit; der hei⸗liegen zwölf Bo⸗ten Zahl und die lie⸗ben Pro⸗phe⸗ten all, 3 die teu⸗ren Märt⸗rer allzu⸗mal lo⸗ben dich, Herr, mit großem Schall; 6 die gan⸗ze wer⸗te Chri⸗ſten⸗heit rühmt dich auf Er⸗den al⸗le Zeit; 3½ dich, GottVater im höchſten Thron, dei⸗nen rech⸗ten und ein⸗gen Sohn, den heilgen Geiſt und Tröſter wert mit rech⸗tem Dienſt ſie lobt und ehrt. 3 Du Kö⸗nig der Eh⸗ren, Je⸗ſu Chriſt, Gott Vaters ew⸗ger Sohn du biſt; du nahmeſt an, der Welt zu gut, gleich MenſchenkindernFleiſchu.Blut: du haſt dem Todzerſtört ſein Macht und all Chriſten zum Himmel bracht; du ſitzſt zur Rechten Gottes gleich mit al⸗ler Ehr ins Va⸗ters Reich; ein Rich⸗ter du zu⸗künfetig biſt al⸗lem, das tot und le⸗bend iſt. — 4 Runhilf uns, Herr, den Dienern dein, die durch dein teur Blut erlöſet ſein; S 3— ———— laß uns im Him⸗mel ha⸗ben Teil mit den Heil⸗gen am ew⸗gen Heil. S —— S S Hilfdeinem Volk, Herr Jeſu Chriſt, und ſeg⸗ne, was dein Erb⸗teil iſt; —.———— ——— wart und pfleg ſein zu al⸗ler Zeit, und heb es hoch in E⸗wig keit. Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 93 Erſter Chor: Zweiter Chor oder Gemeinde: —— 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und dei⸗nen Na⸗men ſte⸗tig⸗lich ——— — Be⸗hüt uns heut, o treu⸗er Gott vor al⸗ler Sünd und Miſ⸗ſe⸗that; ſei uns gnä⸗dig, o Her⸗re Gott, ſei uns gnä⸗dig in al⸗ler Not; zeig uns dei⸗ne Barm⸗her⸗zig⸗keit, wie unſre Hoffnung zu dir ſteht; 3 15 —— 3 auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr! Leide Chöre: — ——— A ⸗. men. Luther, † 1546. 129. — 4 P 1 I ₰ 2— ————= 1[Nun lob, mein Seel den Her„ ren, was in mir bſein W Wohl⸗ that thut er meh„ ren, ver⸗ giß es S S —— iſt, den Na⸗men ſein: nicht, o Her ⸗ze mein; hat dir dein Sünd ver ⸗ge⸗ g½ K ————— J— E— 2 t 5— SE— heilt dei⸗ne Schwach⸗heit groß, ⸗löſt dein S— S22 —— ar⸗mes ben, nimmi dich in ſei⸗nen Schoß, mit ——— Troſt dich ü ber ſchüt⸗tet, ver jüngt dem Ad ler Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. — S 63 —— S gleich der Herr ſchafft Recht, be⸗hü⸗ tet, die lei⸗den —— für ſein Reich. 2. Er hat uns wiſſen laſſen ſein heilig Recht und ſein Gericht, dazu ſein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht; den Zorn läßt er wohl fahren, ſtraft nicht nach unſrer Schuld; die Gnad thut er nicht ſparen, den Blöden iſt er hold; ſein Güt iſt hoch er⸗ haben ob dem, der fürchtet ihn. So fern der Oſt vom Abend, iſt unſre Sünd dahin. 3. Wie Väter ſich erbarmen ob ihrer jungen Kindelein, ſo thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein; er kennt uns arme Knechte und weiß, wir ſind nur Staub, ein bald verwelkt Geſchlechte, wie Gras und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, ſo iſt es nimmer da; alſo der Menſch vergehet, ſein Ende iſt ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine ſteht feſt und bleibt in Ewigkeit; ſie bleibt bei der Gemeine, die, ſtets in ſeiner Furcht bereit, will ſeinen Bund bewahren. Er herrſcht im Himmelreich ihr ſtarken Engel⸗ ſcharen, lobt ihn mit uns zugleich, und dient dem Herrn der Ehren und breitet aus ſein Wort; mein Seel ſoll auch vermehren ſein Lob an allem Ort. Joh. Grammann, † 1541. 130. — EP 1. Nun prei⸗ſet al⸗ le Got⸗tes Barmeher„zig⸗keit; Vob ihn mit Schal⸗le, dank ihm, o Chri⸗ſten⸗heit! Er läßt dich freund lich zu ſich la⸗den, freu⸗e dich, Isr ⸗ ael⸗ Gna⸗den! Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 95 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was ſich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel tauſend Engel um ihn ſchweben, Pſalter und Harfe ihm Ehre geben.: 3. Wohlauf, ihr Heiden, laſſet das Trauern ſein, zur grünen Weiden ſtellet euch willig ein; da läßt er uns ſein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er giebet Speiſe reichlich und überall, nach Vaters Weiſe ſättigt er allzumal; er ſchaffet Früh⸗ und ſpãten Regen, füllet uns alle mit ſeinem Segen.:: 5. Drum preis und ehre ſeine Barmherzigkeit, ſein Lob ver mehre, dank ihm, o Chriſtenheit; uns ſoll hinfort kein Unfall ſchaden; freue dich, Israel, ſeiner Gnaden!:,. 1. Nun dan⸗ tet al⸗le Gott mit Herzen,. und— der gro⸗ße Din⸗ge an uns und al⸗len En ⸗den, Math. A. v. Löwenſtern, † 1648. 2———,— = der uns von ter leib d Kin des bei nen an k 2—— un⸗zäh⸗ ſ viel zu gut und noch jetz⸗und ge⸗ 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unſerm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in ſeiner Gnad er halten fort und fort, und uns aus aller Not erlöſen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis ſei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich, im höchſten Himmelsthrone, dem ewig höchſten Gott; als es anfänglich war und iſt und bleiben wird jezund und immerdat. M. Rinkart, †. 1649. 132. (Mel. Nun lob, mein Seel, den Kerren.) 1. Wen lobt dich in der Stil„ le, du hoch„er⸗ Des Rüh⸗mens iſt die Fül„ le vor dir, du hab ner 3i ons⸗ Se ſar ler de ba othi Du biſt W auf gr — den, der From⸗men Zu ⸗ver„ſicht— in Trüb ſal ————— Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. —— 4 4 und Be ſchwer⸗den läßt du die Deinen nicht. Drum 6.4 — † S —— 3 A—— 35— * ſfoll dich ſtünd⸗lich eh⸗ ren mein Mund vor je⸗ der⸗ 8— 5 S U— 7 mann und dei⸗nen Ruhm ver⸗meh-ren, ſo lang er L4 D B—— —— lal ⸗ len kann. 2. Es müſſe dein ſich freuen, wer deine Macht und Gnade kennt, und deinem Dienſt ſich weihen, wer dich in Chriſto Vater nennt. Hoch ſeiſt du ſtets geprieſen; du biſts, der Wunder thut, und haſt auch mir erwieſen das, was mir nütz und gut. Nun, das iſt meine Freude, zu halten feſt an dir, daß nichts von dir mich ſcheide, ſo lang ich walle hier. 3. Herr, du haſt deinen Namen ſehr herrlich in der Welt ge⸗ macht wenn Schwache zu dir kamen, haſt du gar bald an ſie gedacht. Du haſt mir Gnad erzeiget; nun, wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, ſo will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preiſen alle Zeit dich, Herr Gott, hier im Leben und dort in Ewigkeit. Joh. Riſt, † 1667. Mel. Nr. 134. 133. 1. Ich ſinge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Luſt! Ich ſing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle ſeiſt, daraus uns allen früh und ſpat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was ſind wir doch, was haben wir auf dieſer ganzen Erd, das uns, o Vater nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das ſchöne Himmelszelt hoch über uns geſetzt? Wer iſt es, der uns unſer Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Froſt? Wer ſchützt uns vor dem Wind? Wer macht es, däß man Hl und Moſt zu ſeinen Zeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit ſeiner Hand den güldnen, edlen, werten Fried in unſerm Vaterland? 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles thun! Du hälſt die Wacht an unſrer Thür und läßt uns ſicher ruhn. 8. Du nähreſt mich von Jahr zu Jahr, bleibſt immer fromm und treu und ſtehſt uns, wenn wir in Gefahr geraten, herzlich bei. 9. Du ſtrafſt uns Sünder mit Geduld und ſchlägſt nicht allzu ſehr, ja endlich nimmſt du unſre Schuld und wirfſt ſie in das Meer. — 2 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 97 10. Wenn unſer Herze ſeufzt und ſchreit, wirſt du gar leicht erweicht und giebſt uns, was uns hoch erfreut und dir zur Ehr gereicht. 11. Du zählſt, wie oft ein Chriſte weint und was ſein Kummer ſei, kein Zähr⸗ und Thränlein iſt ſo klein, du hebſt und legſt es bei. 12. Du füllſt des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig ſteht, und führſt uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohl auf, mein Herze, ſing und ſpring und habe guten Mut! Dein Gott, der Urſprung aller Ding, iſt ſelbſt und bleibt dein Gut. 14. Er iſt dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, ſchafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkſt du dich in deinem Sinn und grämſt dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf ſie hin auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht von Jugend auf verſorget und ernährt? und manchen ſchweren Unglückslauf zum Segen dir gekehrt? 17. Er hat noch niemals was verſehn in ſeinem Regiment; nein, was er thut und läßt geſchehn, das nimmt ein gutes End. 18 Ei nun, ſo laß ihn ferner thun und red ihm nichts darein, ſo wirſt du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich ſein. P. Gerhardt, † 1676. 134. S5 ſ S 322— 1. Nun dan⸗ket all und brin⸗get Ehr, ihr Men⸗ſchen in der Welt, — — dem, deſ⸗ſen Lob der En⸗gel Heer im Him⸗mel ſtets ver⸗meldt. 2. Ermuntert euch und ſingt mit Schall Gott unſerm höchſten Gut, der ſeine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an friſch und geſund erhält und, wo kein Menſch mehr helfen kann, ſich ſelbſt zum Helfer ſtellt. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfriſche Geiſt und Sinn und werf all Angſt, Furcht, Sorg und Schmerz in Meeres Tiefe hin. 6. Er laſſe ſeinen Frieden ruhn auf unſerm Vaterland; er gebe Glück zu unſerm Thun und Heil in allem Stand. Er laſſe ſeine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängſtet und bemüht, gar ferne von uns ſtehn. So lange dieſes Leben währt, ſei er ſtets unſer Heil und bleib auch, wenn wir von der Erd abſcheiden, unſer Teil. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unſre Augen zu und zeig uns drauf ſein Angeſicht dort in der ewgen Ruh. P. Gerhardt, † 1676. C. Evangel. Geſangbuch. Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 135. —„—„ 1 Lo⸗be den Her⸗ren, den mäch⸗ti⸗gen Kö⸗nig der Eh⸗ren; iſtim⸗me, du See le, mit ein zu den himmeli ſchen Chö⸗ren. S —2 2 5 — S 8 Kom⸗met zu Hauf; Pſal ⸗ter und Har⸗fe wacht auf, — — laſ⸗ſet den Lob⸗ge⸗ſang hö„ ren. 2. Lobe den Herren, der alles ſo herrlich regieret, der wie auf Flügeln des Adlers dich ſicher führet, der dich erhält, wie es dir ſelber gefällt; haſt du nicht dieſes verſpüret? 3. Lobe den Herren, der künſtlich und fein dich bereitet, der dir Geſundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand ſichtbar geſegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was in mir iſt, lobe den Namen; alles, was Odem hat, lobe deñ Heiligen Namen! Er iſt dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht: lob ihn in Ewigkeit! Amen. J. Neander, † 1680. 1 Wun der ba⸗rer Kö⸗nig, Herr⸗ſcher von uns al⸗len, dei ne Va⸗ter⸗gü te haſt du laſ⸗ſen flie⸗ ßen, 2 2 S laß dir un ſer Lob ge fal⸗len; ob wir ſchon dich oft ver⸗ lie„ßen; hilf uns noch ſtärk uns doch! Laß die Zunge fin gen, laß die Stimm er⸗klin gen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Werke, mehr als aller Menſchen Werke. Großes Licht der Sonne, lob ihn mit den Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mund und Stern, ſeid bereit, zu ehren einen ſolchen Herrent 3. O du meine Seele, ſinge fröhlich, ſinge, ſinge deine Glaubens⸗ lieder! Was da Odem holet, jauchze, preiſe, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er iſt Gott Zebaoth; er nur iſt zu loben hier und ewig droben. Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 99 4. Hallelujah bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jeſum liebet; Hallelujah ſinge, welcher Chriſtum nennet, ſich vom Herzen ihm ergiebet. O wohl dir! Glaube mir, endlich wirſt du droben ohne Sünd ihn loben. J. Neander, † 1680. 137. (mel. Es iſt das Keil uns kommen her.) ———. 5* 4.+— 4 1 8 2 E 2 2 8 1(5 Lob und Ehr dem höch⸗ſten Gut, dem dem Gott, der al ⸗ le Wun⸗der thut, dem —— Va ⸗ter al⸗ler Gü⸗te, 1 Gott, der mein Ge⸗mü⸗ te) mit ſei⸗nem rei⸗chen S— Troſt er⸗füllt, dem Gott, der al⸗len Jam⸗mer ſtillt: gebt 1 N — EH— T E un⸗ſerm Gott die Eh„ re! 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrſcher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preiſen deine Schöpfermacht, die alles hat ſo wohl bedacht: gebt unſerm Gott die Ehre! 3. Was unſer Gott geſchaffen hat, das will er auch erhalten, dar⸗ über will er früh und ſpat mit ſeiner Gnade walten. In ſeinem ganzen Königreich iſt alles recht, iſt alles gleich, gebt unſerm Gott die Ehre. 4. Ich rief dem Herrn in meiner Not: ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Troſt gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach, danket, danket Gott mit mir; gebt unſerm Gott die Ehre! 5. Der Herr iſt noch und nimmer nicht von ſeinem Volk ge⸗ ſchieden, er bleibet ihre Zuverſicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen ſtetig hin und her; gebt unſerm Gott die Ehre! 6. Wenn Troſt und Hilfe mangeln muß, wie ſie die Welt er⸗ zeiget, ſo kommt und hilft der Ueberfluß, der Schöpfer ſelbſt und neiget die Vateraugen denen zu, die ſonſten nirgends finden Ruh; gebt unſerm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man ſoll, Gott, deinen Lobgeſang an allen Orten hören; mein ganzes Herz ermuntre ſich, mein Geiſt und Leib erfreue dich; gebt unſerm Gott die Ehre! ——— 100 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 8. Ihr, die ihr Chriſti Namen nennt, gebt unſerm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unſerm Gott die Ehre! Die falſchen Götzen macht zu Spott; der Herr iſt Gott! der Herr iſt Gott! Gebt unſerm Gott die Ehre! 9. So kommet vor ſein Angeſicht, mit Jauchzen Dank zu bringen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich ſingen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht: gebt unſerm Gott die Ehre! J. J. Schütz, † 1690. 138. (Mel. Allein Gott in der F6h ſei Ehr.) S 5 S 8 1 Bringt her dem Her⸗ren Lob und Ehr aus freu⸗ di⸗ Ein je⸗der Got⸗tes Ruhm ver⸗mehr und prei ⸗ſe E S Gu 4 Ach, lo⸗ bet, lo⸗bet al ⸗le e Gott, der uns be frei⸗et aus der Not, und dan⸗ket —— ſei⸗ nem Na„ men! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majeſtät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er be⸗ weiſt in aller Welt und dadurch alle Ding erhält: drum danket ſeinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erſchaffen hat, Leib, Seele, Geiſt und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen hat gegeben, der uns durch ſeine Engel ſchützt und täglich giebet, was uns nützt; drum danket ſeinem Namen! 4. Lobt Gott, der uns ſchenkt ſeinen Sohn, der für uns iſt ge⸗ ſtorben und uns des ewgen Lebens Kron durch ſeinen Tod erworben, der Tod und Hölle macht zum Spott und uns verſöhnt mit unſerm Gott; drum danket ſeinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geiſt den Glauben an⸗ gezündet uns alles Gute noch verheißt, uns ſtärket, kräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch ſein Wort, regiert und heiligt fort und fort; drum danket ſeinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch das gute Werk, ſo in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargeſtellt und ſeinen Gläubgen vorbehält; drum danket ſeinem Namen! Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 101 7. Lobt Gott, ihr ſtarken Seraphim, ihr Fürſten und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preiſt ihn früh und ſpat! Ja alles, was nur Odem hat, das danke ſeinem Namen! C. Günther, † 1704. 139. 1 Lo⸗ be den Her⸗ren, o mei ⸗ne See⸗le! Ich will ihn weil ich noch Stunden auf Er⸗den zäh⸗ le, wrill ich lob⸗ * ⸗ is Tod; or Der Leib und Seel ge⸗ge ben E— 5 † E hat, wer⸗de ge Prie ſen früh und ſpat. Hal⸗le ⸗ lu⸗ jah, Hal⸗le⸗ lu jah! 2. Fürſten ſind Menſchen, vom Weib geboren, und ſinken nieder in den Staub; ihre Anſchläge ſind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt ſeinen Raub. Weil dann kein Menſch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Hallelujah, Hallelujah! 3. Selig, ja ſelig iſt der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs iſt, der ſich vom Glauben durch nichts läßt trennen und hofft getroſt auf Jeſum Chriſt. Wer dieſen Herrn zum Beiſtand hat, findet am beſten Rat und That. Hallelujah, Hallelujah! 4. Dieſer hat Himmel und Meer und Erden und, was darinnen iſt, gemacht; alles muß treulich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er iſts, der Herrſcher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah, Hallelujah! 5. Zeigen ſich ſolche, die Unrecht leiden, er iſts, der ihnen Recht verſchafft; Hungrigen will er zur Speis beſcheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei, und ſeiner Gnad iſt mancherlei. Hallelujah, Hallelujah! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tief ge⸗ beuget gehn; wo er kann einige Frommen finden, die läßt er ſeine Liebe ſehn. Sein Aufſehn iſt des Fremden Trutz, Witwen und Waiſen nimmt er in Schutz. Hallelujah, Hallelujah! 7. Aber der Gottesvergeſſnen Tritte kehrt er mit ſtarker Hand F. zurück, daß ſie nur machen verkehrte Schritte und fallen ſelbſt in ihren Strick. Der Herr iſt König ewiglich; Zion, dein Gott ſorgt ſtets für dich. Hallelujah, Hallelujah! 8. Rühmet, ihr Menſchen, den hohen Namen des, der ſo große Wunder thut! Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preiſt Vater und Sohn und heilgen Geiſt Hallelujah, Hallelujah! 3. D. Herrnſchmidt, † 17. 102 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 140. S —— 1 O daß ich tau⸗ſend Zun⸗gen hät⸗te und eienen tauſend⸗ ſſo ſtimmtich da⸗mit um die Wet⸗te vom al⸗ler⸗tief⸗ſten U S fa⸗chen Mund,] Herezens⸗grund) ein Lob⸗lied nach dem an⸗dern an von dem, was Gott an mir ge⸗than. 2. O daß doch meine Stimme ſchallte bis dahin, wo die Sonne ſteht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, ſo lang es noch im Lu geht! Ach, wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein eſang! 3. Was ſchweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und ſtehet munter im Geſchäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, ſchicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr ſchwanken Gräslein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet ſein und ſtimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach, alles, alles, was ein Leben und einen Odem in ſich hat, ſoll ſich mir zum Gehilfen geben; denn mein Vermögen iſt zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich ſtehn. 6. Wer überſtrömet mich mit Segen? Biſt du es nicht, o reicher Gott? Wer ſchützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott h Du trägſt mit meiner Sündenſchuld unſäglich gnädige eduld! 7. Auch hab ich es mein Lebetage ſchon ſo manch liebes Mal geſpürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größeſten Gefahr ward ich dein Troſtlicht ſtets gewahr. 8. Wie ſollt ich nun nicht voller Freuden in deinem ſteten Lobe ſtehn? Wie ſollt ich auch im tiefſten Leiden nicht triumphierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, ſo will ich doch nicht traurig ſein. 9. Ich will von deiner Güte ſingen, ſo lange ſich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, ſo lange ſich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos ſein, ſo ſtimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel ſoll es beſſer werden, wenn ich verklärt und ſelig bin; da ſing ich dir im höhern Chor viel tauſend Hallelujah vor! Joh. Mentzer, † 1734. Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 103 141. (mel. Zeſu, meines Lebens Leben. Nr. †.) 6.4 3 ,6„ S i E— 2 E 1[Wo⸗mit ſoll ich dich wohl lo⸗ben, mäch⸗ti⸗ ger Herr Sen⸗de mir da⸗zu von o⸗ben dei⸗nes Gei⸗ſtes 2 S F S 2 Ni 5 S E 8 ba⸗oth? Srh Eu. denn ich kann mit nichts er⸗rei⸗chen 6 —„ 1 S. Bt — B 5 dei⸗ne Gnad und Lie⸗bes zei⸗chen. Tau⸗ſend, tau⸗ſend⸗ g4„ S —L F— T 7— 5 7—= k„ 1 — mal ſei dir, gro⸗ßer Kö⸗nig, Dank da⸗für! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte ſtets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüſſen Leib und Seele zeugen müſſen. Tauſend, tauſendmal ſei dir, großer König, Dank dafür! Denk ich, wie ich dich verlaſſen und gehäufet Schuld auf Schuld, ſo möcht ich vor Scham erblaſſen vor der Langmut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen haſt getragen voll Erbarmen. Tauſend, tauſendmal ſei dir, großer König, Dank dafür! 4. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamſt du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, ganz ſich zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tauſend, tauſendmal ſei dir, großer König, Dank dafür! 5. Wie ein Vater nimmt und giebet, wie's den Kindern nützlich iſt, ſo haſt du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Friſt, und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs höchſte kommen. Tauſend, tauſendmal ſei dir, großer König, Dank dafür! 6. Mich haſt du auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; wenn ſchien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tauſend, tauſendmal ſei dir, großer König, Dank dafür! 7. Fielen tauſend mir zu Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließeſt du mich doch begleiten durch der Engel ſtarkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, ich bin dennoch ſtets entgangen. Tauſend, tauſendmal ſei dir, großer König, Dank dafür! 8. Vater, du haſt mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du haſt zu mir geneiget, Jeſu, deine Freundlichkeit; und durch dich. o Geiſt der Gnaden, werd ich ſtets noch eingeladen. Tauſend, tauſend⸗ mal ſei dir, großer König, Dank dafür! 104 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 9. Tauſendmal ſei dir geſungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meinen Lebensgang ferner doch durch Jeſu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. L. A. Gotter, † 1735. 142. (mel. wunderbarer König. Mr. 2.) f S ſ— —2 5 1 Un⸗ um⸗ſchränk⸗te Lie⸗ be, gön⸗ne blö⸗den Au⸗gen, idaß ſie in die Strah⸗len dei ner Lang⸗mut bli⸗cken, —— 8 fi —. die ſonſt kaum auf Er⸗den tau⸗ gen, die den Erd⸗kreis wär⸗mend ſchmü⸗cken, und zugleich Gh— freu ⸗den reich Bö⸗ſen und den Dei⸗nen mit der Son⸗ne ſchei⸗nen. 2. Waſſer, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete iſt ein Schau⸗ platz deiner Güte; deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit, über Berg und Hügel ſtreckt ſie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir ſagen können, iſt ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu ſchonen, Tag für Tag zu dulden ſo viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Haſſen: Herr, wer kann das faſſen? 4. Du vergiebeſt Sünde, hörſt der Sünder Flehen, wenn ſie weinend vor dir ſtehen; deine Rechte dräuet und erbarmt ſich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch ſie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, ſtatt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen ſich mit Thränen ſenket, dem wird Straf und Schuld geſchenket. Unſer Schmerz rührt dein Herz. und du willſt der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König ſei geprieſen, daß du ſo verſchoneſt und uns nicht nach Werken lohneſt deiner Hand ſei Ehre, die ſo wohl regieret und mit Ruhm das Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszu üben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach † 1735. Mel. Nr. 137. 143. 1. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, ſo weiß ich, von Be⸗ wundrung voll, nicht, wie ich dich erheben ſoll, mein Gott, mein Herr und Vater. Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 105 2. Mein Auge ſieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke der Himmel, prächtig ausgeſchmückt, preiſt dich, du Gott der Stärke Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet ſie mit Majeſtät? Wer ruft dem Heer der Sterne? Wer mißt dem Winde ſeinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer ſchließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu ſegnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht ſo weit, ſo weit die Wolken reichen. 4 4. Dich predigt Sonnenſchein und Sturm, dich preiſt der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringſte Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in ſeiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unſerm Schöpfer Ehre! 5. Der Menſch, ein Leib, den deine Hand ſo wunderbar bereitet, der Menſch, ein Geiſt, den ſein Verſtand, dich zu erkennen, leitet, der Menſch, der Schöpfung Ruhm und Preis, iſt ſich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geiſt, erhebe ſeinen Namen! Gott, unſer Vater, ſei gepreiſt, und alle Welt ſag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. F Gellert, 1769. 144. (mel Die Tugend wird durchs Kreuz geübet.) L. — S 8— 322 ²— Wie groß iſt des All⸗mächt⸗gen Gü⸗te! Iſt der ein der mit ver⸗här⸗te⸗tem Ge⸗mü⸗te den Dank er⸗ ————— — S f Menſch, den ſie nicht rührt?] 6 ſtickt, der ihm ge⸗bührt?/ Nein, ſei-ne Lie⸗be zu er⸗meſ⸗ſen, ——— 5 ſei e⸗wig mei⸗ne größ⸗te Pflicht. Der Herr hat mein noch — S —— nie ver⸗geſ⸗ſen, ver⸗giß, mein Herz, auch ſei⸗ner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, deſſen Rat ich oft verwarf. Wer ſtärkt den Frieden im Gewiſſen? Wer giebt dem Geiſte neue Kraft? Wer läßt mich ſo viel Glück genießen? Iſts nicht ſein Atm, der alles ſchafft? 3. Schau, o mein Geiſt, in jenes Leben, zu welchem du erſchaffen biſt, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig ſehn wirſt, wie er iſt. Du haſt ein Recht zu dieſen Freuden, durch Gottes Güte ſind ſie dein. Sieh, darum mußte Chriſtus leiden, damit du könnteſt ſelig ſein 106 Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 4. Und dieſen Gott ſollt ich nicht ehren und ſeine Güte nicht verſtehn? Er ſollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will iſt mir ins Herz geſchrieben; ſein Wort beſtärkt ihn ewiglich. Gott ſoll ich über alles lieben und meinen Nächſten gleich als mich. 5 Dies iſt mein Dank, dies iſt ſein Wille: ich ſoll vollkommen ſein, wie er. So lang ich dies Gebot erfülle, ſtell ich ſein Bildnis in mir her. Lebt ſeine Lieb in meiner Seele, ſo treibt ſie mich zu jeder Pflicht, und ob ich ſchon aus Schwachheit fehle, herrſcht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen ſein! Sie ſtärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn Sie tröſte mich zur Zeit der Schmerzen, ſie leite mich zur Zeit des Glücks, und ſie beſieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Chr F Gellert † 176 5 1. Gott iſt mein Lied! Er iſt der Gott der Star⸗ke; 6 2— fS groß iſt ſein Nam, und groß ſind ſei⸗ne Wer ke, und al ⸗le Him⸗mel ſein Ge⸗ blet. 2 Er will und ſprichts, ſo ſind und leben Welten, und er ge⸗ beut, ſo fallen durch ſein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. Licht iſt ſein Kleid, und ſeine Wahl das Beſte; er herrſcht als Gott, und ſeines Thrones Veſte iſt Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer iſt dir gleich? 5 Was iſt und war, im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und ſeiner Werke Heere ſind ewig vor ihm offenbar. 6. Er iſt um mich, ſchafft, daß ich ſicher ruhe; er ſchafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforſchet mich und dich. 7. Er iſt dir nah, du ſitzeſt oder geheſt; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheſt, ſo iſt er allenthalben da. §. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizuſtehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, ſchrieb auf ſein Buch, wie lang ich leben ſollte, da ich noch unbereitet war. 10. NRichts, nichts iſt mein, das Gott nicht angehörei Herr, im⸗ merdar ſoll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde ſein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern faſſen? Ein jeder Staub, den du haſt werden laſſen, verkündigt ſeines Schöpfers Macht. ——— Allgemeine Lob⸗ und Danklieder. 107 12. Der kleinſte Halm iſt deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft un Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr ſeid ſein Loblied und ſein alm 13 Du tränkſt das Land, führſt uns auf grüne Weiden, und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; ſollt ich mein Herz nicht mit dem Troſte ſtillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Iſt Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden: ſo ag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete ſelbſt der Hölle Trutz Chr. F Gellert, † 1769, 146 1. Die Him⸗mel rüh⸗men des E⸗wi⸗gen Eh„re; ihr — prei ſen die Mee⸗re, verenimm, o Menſch ihr gött⸗lich Wort. 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne und läuft den Weg gleich wie ein Held. 3. Vernimms und ſiehe die Wunder der Werke, ſo die Natur dir aufgeſtellt Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannſt du der Weſen unzählbare Heere, den kleinſten Staub fühllos beſchaun? Durch wen iſt alles? O gieb ihm die Ehre! „Mir“, ruft der Herr,„ſollſt du vertraun!“ 5.„Mein iſt die Kraft, mein iſt Himmel und Erde, an meinen Werken kennſt du mich Ich bins, der ich war und der ich ſein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6.„Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins, mich liebe von ganzem Ge⸗ müte und nimm an meiner Gnade teil!“ Schall pflanzt ſei⸗nen Na⸗men fort; ihn rühmt der Erdkreis, ihn — Chr. F. Gellert, † 1769. —— 108 Allgemeine Lob- und Danklieder. 147. (Mel. O daß ich tauſend Zungen hätte.) ——— Geht hin, ihr gläu⸗bi⸗gen Ge⸗dan ken, ins wei⸗te Feld der Uer„hebt euch ü⸗ ber al ⸗leSchranken der al⸗ten und der 5 erwägt, daß Gott die Lie⸗be ſei, die E⸗wig keit; neu en Zeit; e⸗ wig alt und e⸗ wig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, ſo hat Gott ſchon den Trieb geheget, der mir das Beſte zugedacht; da ich noch nicht geſchaffen war, da reicht er mir ſchon Gnade dar 3. Sein Ratſchluß war, ich ſollte leben durch ſeinen eingebornen Sohn den wollt er mir zum Pitler geben, den macht er mir zum Gnadenthron; in deſſen Blute ſollt ich rein, geheiliget und ſelig ſein 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche ſie das Reich be⸗ ſtellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens ſchrieb! 5. Wie wohl iſt mir, wenn mein Gemüte hinauf zu dieſer Quelle ſteigt, von welcher ſich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag ein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen ſeiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hierher gebracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe ſtets erfreut; ich bin, o Vater, ſelbſt nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im ſichern Schatten deiner Flügel find ich die ungeſtörte Ruh. Der feſte Grund hat dieſes Siegel: wer dein iſt. Herr den kenneſt du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet ſtehn. 9. Wenn in dem Kamvfe ſchwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, ſo ſalbeſt du mein Haupt mit Freuden, ſo tröſtet mich dein Angeſicht; da ſpür ich deines Geiſtes Kraft, die in der Schwach heit alles ſchafft. 3 10. Die Hoffnung ſchauet in die Ferne durch alle Schatten dieſer Zeit; der Glaube ſchwingt ſich durch die Sterne und ſieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und ge lobtes Land. Kirche und Gnadenmittel. 109 11. Ach, könnt ich dich nur beſſer ehren, welch edles Loblied ſtimmt ich an! Es ſollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts iſt ſo köſtlich, nichts ſo ſchön, als höchſter Vater, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein, durch dich erlöſter Geiſt im höhern Chor mit frohem Munde dich, ſchönſte Liebe, ſchöner preiſt; drum eilt mein Herz aus dieſer Zeit und ſehnt ſich nach der Ewigkeit. J. G. Hermann, † 1791. UM. Kirche und Gnadenmittel. 1. Ein fe⸗ſte Burg iſt un ſer Gott, ein gu⸗ te Wehr und er hilft uns frei aus al⸗ler Not, die uns jetzt hat be⸗ — 2 ———— af ⸗fen; trof jſen. Der alt bö⸗ſe Feind, mit S— —————————— Ernſters jetzt meint; groß Macht und viel Liſt ſein grau⸗ſam Rü⸗ſtung iſt; auf 2. Mit unſrer Macht iſt nichts gethan, wir ſind gar bald ver loren; es ſtreit für uns der rechte Mann, den Gott hat ſelbſt erkoren Fragſt du, wer der iſt: er heißt Jeſus Chriſt, der Herr Zebaoth, und iſt kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar ver ſchlingen, ſo fürchten wir uns nicht ſo ſehr, es ſoll uns doch gelinger Der Fürſt dieſer Welt, wie ſaur er ſich ſtellt, thut er uns doch nicht das macht, er iſt gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort, ſie ſollen laſſen ſtan und kein Dank dazu habe er iſt bei uns wohl auf dem Plan mit ſeinem Geiſt und Gaben Nehmen ſie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib; laß fahren dahin ſie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben! Luther, † 1546. iee Kirche und Gnadenmittel. 149. 4 1. Er⸗halt uns, Herr, bei deienem Wort und ſteur der Fein⸗de —— 2 —— Trug und Mord, die Je⸗ſum Chri⸗ſtum, dei⸗nen Sohn, wol⸗ — len ſtürezen von deienem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jeſu Chriſt,„der du Herr aller Herren biſt; beſchirm dein arme Chriſtenheit, daß ſie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geiſt, du Tröſter wert, gieb deim Volk einerlei S Sinn auf Erd; ſteh bei uns in der letzten Not, leit uns ins Leben aus dem Tod. Luther, † 1546. S 1 Ach Gott, vom Him⸗mel ſieh dar⸗ein und laß dich des er⸗ wie we⸗nig ſind der Heil⸗gen dein, ver⸗laſ⸗ſen ſind wir Dein Wort man läßt nicht ha⸗ben wahr, der — S 5 7—2 2 5—— 6 Glaub iſt auch ver⸗lo⸗ſchen gar bei al⸗len Menſchenkin⸗dern. 2. Sie lehren eitel falſche Liſt, was eigner Wis erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes iſt, in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der andre das, ſie trennen uns ohn alles Maß und gleißen ſchön von außen. 6 3. Gott woll ausrotten aller Lehr, die falſchen Schein uns lehren, und ſich vermeſſen hoch und ſehr: Trotz dem, ders uns will wehren! Wir haben Recht und Macht allein, was wir ſehen, gilt allgemein: wer iſt, der uns ſoll meiſtern? 4. Darum ſpricht Gott: Ich muß auf ſein, die Armen ſind zer⸗ ſtöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret; mein heilſam Wort ſoll auf den Plan, getroſt und friſch ſie greifen an, und ſein die Kraft der Armen. Kirche. 144 5. Das Silber, durchs Feuer ſiebenmal bewährt, wird lauter funden an Gottes Wort man warten ſoll desgleichen alle Stunden Es will durchs Kreuz bewähret ſein; da wird ſein Kraft erkannt und Schein, und leucht ſtark in die Lande 6. Das wollſt du, Gott, bewahren rein vor dieſem argn Ge⸗ ſchlechte und laß uns dir befohlen ſein, daß ſichs in uns nicht flechte Der gottlos Hauf ſich umher findt, wo dieſe loſen Leute ſind in deinem Volk erhaben. Luther. † 1546. Mel. Nr. 149. 151. 1. Ach, bleib bei uns, Herr Jeſu Chriſt, weil es nun Abend worden iſt; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns aus loſchen nicht. 2. In dieſer ſchwerbetrübten Zeit verleih uns, Herr, Beſtändig⸗ keit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 3. Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es ſchall an allem Ort; gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 4. Den ſtolzen Geiſtern wehre doch, die mit Gewalt ſich heben hoch und bringen ſtets was Neues her, zu fälſchen deine rechte Lehr 5. Die Sach und Ehr, Herr Jeſu Chriſt, nicht unſer, ſondern dein ja iſt; darum, ſo ſteh du denen bei, die ſich auf dich verlaſſen frei. 6. Dein Wort iſt unſers Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts andres ſuchen mehr. 7. Hilf leben uns in deinem Wort und darauf mutig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelsſaal. N. Selnecker, † 1592. 152. (mel. Chriſtus, der iſt mein Ceben.) —+ 4.— T 3 S 1. Ach bleib mit dei⸗ ner Gna⸗de, bei uns, Herr Jeſu — — S Chriſt, daß uns hin⸗fort nicht ſcha⸗de des bö⸗ſen Feindes Liſt. 2. Ach, bleib mit deinem Worte bei uns, Erlbſer wert, auf daß uns hier und dorte ſei Güt und Heil beſchert 3. Ach, bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umſchanze, damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und all Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach, bleib mit deinem Schutze bei uns, du ſtarker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böſe Welt. 6. Ach, bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beſtändigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! Joſua Stegmann, † 1632. — ſi f xxnccbehenee Kirche und Gnadenmittel. 153. Guſtav Adolfs Feldlied. (Mel. Kommt her zu mir, ſpricht Gottes Sohn.) 6—— 5 S—— i S*— 1. Ver ⸗zage nicht, du Häuflein klein, ob⸗ſchon die Fein de — 8 0— — 22 ——— 5 2—— wil⸗lens ſein, dich gänz⸗lich zu zer⸗ſtö⸗ ren, hb—— „ und ſu⸗chen dei⸗ nen Un⸗ter⸗gang, da⸗von dir F 4— ERE S n 8———— wird ganz angſt und bang; es wird nicht lang mehr wä⸗hren. 2. Des tröſt dich nur, daß deine Sach iſt Gottes, dem befiehl die Rach, und laß es ihn nur walten; er wird durch einen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen ſchon, dich und ſein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott iſt und ſein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort, und was dem thut anhangen, endlich werden zu Hohn und Spott; Gott iſt mit uns und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen.„ J. Altenburg, † 1640. 154. (Mel. ion klagt mit Anaſt und Schmerzen.) 3 2 —— S= S 1 Zi⸗on, gieb dich nur zu⸗frie den, Gott iſt noch bei dir darein; ſdu biſt nicht von ihm ge⸗ſchie⸗den, er hat ei⸗nen Va⸗ter⸗ſinn. E p4— —. Wenn er ſtraft, ſo liebt er auch, dies iſt ſein ge⸗lieb⸗ter Brauch, — g½ ——— Zion, ler⸗ne dies be⸗den⸗ken; war⸗um willſt du dich ſo krän⸗ken? 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden, tiefen See, wollen ſie dich gar zerſchellen, mußt du rufen: Ach und Weh ſchweigt dein Heiland ſtill dazu, gleich als ſchlafend in der Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen; dieſe Flut wird bald ſich legen. Kirche. 3. Berg und Felſen mögen weichen, ob ſie noch ſo feſte ſtehn; ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn; dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod: Zion, du kannſt doch nicht wanken aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müſſen ſchon allhier die Thränen deine ſchönſten Perlen ſein, ſtellt ſich Seufzen nur und Stöhnen dir ſtatt ſchöner Lieder ein; iſt der Spott dein täglich Brot und dein Trank die bittre Not: Zion, laß dir doch nicht grauen; du kannſt deinem Gott vertrauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit viel Qual und Herzeleid, dennoch wirſt du nicht zu ſchanden, denk nur an die Ewigkeit; ſei getroſt und wohlgemut, denn der Herr iſts, der es thut; Zion, Gott wird dich ſchon ſtärken, dieſes mußt du eben merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend ſchon herbei; gieb dich nur in Gottes Hände, der macht dich von allem frei. Für die Trübſal, Spott und Hohn giebt er dir die Freudenkron; Zion, Gott, dein Schutz, wird wachen und die Welt zu ſchanden machen. 7. Hallelujah! Deine Wonne bricht anjetzt mit Macht herfür; denn die ſchöne Gnadenſonne, Jeſus Chriſtus, naht zu dir, giebt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß; Zion, wo iſt jetzt dein Klagen? Jetzt kannſt du von Freuden ſagen. 8. Freuet euch, ihr Himmelserben, freuet euch mit Zion hier! Die vor Jammer wollten ſterben, ſollen leben für und für. Dort iſt nicht mehr Angſt und Qual in dem ſchönen Himmelsſaal. Zion, wer will dich nun ſcheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Ivachim Pauli, † nach 1674. 155 (mel valet will ich dir geben) Bs g S S — S E E 22 * 1 Fr halt uns dei⸗ne Leh⸗re, Herr, in der letz⸗ten Zeit; ſer ⸗halt dein Reich und meh⸗re dein ed⸗le Chri⸗ſten⸗heit; 8 er⸗halt ſtand⸗haf⸗ten Glau⸗ben, der Hoffnung hellen Strahl; laß S E T T ——, uns dein Wort nicht rau⸗ben in die⸗ſem Jam⸗mer⸗thal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, was dir widerſpricht; er⸗ leuchte und bekehre, allwiſſend ewges Licht, was dich noch nicht er⸗ kennet; entdecke doch der Welt, der du dein Licht gegönnet, was einzig dir gefällt. 3. Erhalt, was du gebauet und durch dein Blut erkauft, was du dir haſt vertrauet und mit dem Geiſt getauft. Ob grimme Feinde ſtürmen zu deiner Kirche Fall, ſo wollteſt du ſie ſchirmen als Hort und Felſenwall. Evangel Geſangbuch 00 — — ů Kirche und Gnadenmittel. 4. Erhalt uns, Herr, dein Erbe, dein wertes Heiligtum, zerbrich, zernicht, verderbe, was wider deinen Ruhm; laß dein Geſetz uns führen, gönn uns dein Himmelsbrot; laß deinen Schmuck uns zieren, heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das ſelig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in finſtrer Nacht; laß dieſen Born uns tränken im dürren Thal der Welt; laß dieſe Stimm uns lenken hinauf zum ewgen Zelt. Erhalt in Sturm und Wellen der Kirche heilig Schiff und laß es nicht zerſchellen an Sand und Felſenriff; gieb, Herr, daß wir entrinnen der wilden Flut der Zeit, laß uns den Port gewinnen der ſelgen Ewigkeit. Nach Joſ. Stegmann(† 1632) von A. Gryphius, † 1664. wie im erſten Chriſtentum, wie in Lieb ſie glüh ten, wie ſie Feu er ſprüh⸗ten, — — daß ſich vor der Ster⸗bens⸗luſt ſelbſt die Höl⸗le fürch⸗ten muß. 2. In Gefahren unerſchrocken und von ſchnöden Lüſten rein, die zum Eitlen konnten locken, war damals des Herrn Gemein. Ihr Sinn drang zum Himmel; fern aus dem Getümmel war erhoben Herz und Geiſt, ſuchte nicht, was zeitlich heißt. 3. Ganz großmütig ſie verlachten, was die Welt für Vorteil hält; nach dem Reiche Gottes trachten, darauf war ihr Sinn geſtellt. Im Unglück glückſelig waren ſie und fröhlich, fern von Menſchenſklaverei und von ihren Banden frei. 4. O daß ich, wie dieſe waren, mich befänd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren deine ſtarke Helfershand, mein Gott, recht lebendig! Gieb, daß ich beſtändig bis zum Tod durch deine Kraft übe gute Ritterſchaft. 5. Gieb, daß ich mit Geiſteswaffen kämpf in meines Zeſu Stärk, und ja niemals mög erſchlaffen; daß mir dieſes große 2 erk durch dich mög gelingen, und ich tapfer ringen; daß ich in die Luft nicht ſtreich, ſondern bald das Ziel erreich. 6. Es dürft wieder dazu kommen, daß der Feinde tolle Wut zu der Schlachtbank deine Frommen führte und vergöß ihr Blut. Nach gemeiner Sage große Trübſalstage werden kommen uns zu Haus und noch ein ſehr harter Strauß. Kirche. 115 7. Ei wohlan, nur fein ſtandhaftig! O ihr Brüder, tapfer drauf! Laſſet uns doch recht herzhaftig folgen jener Zeugen Lauf. Steht als Jeſu Glieder, wenn der Feind ſich wider euren Chriſtenglauben ſetzt und das Schlachtſchwert auf uns wetzt. 8. Gebt euch in das Leiden wacker! Mit dem Blut der Mär⸗ tyrer wird getränkt der Kirchenacker, und ſo treibt er um ſo mehr; alle Pflanzen ſproſſen, ſo damit begoſſen; o wie trägt er reichlich Frucht, von der Trübſal heimgeſucht! 9. Komm, befrucht, o goldner Regen, uns, dein Erb, die dürre Erd, daß wir dir getreu ſein mögen und nicht achten Feur und Schwert, als in Liebe trunken und in dir verſunken; mach die Kirch an Glauben reich, daß das End dem Anfang gleich. 1712. 157. H. †— § 2 t—— Feh re fort, fah⸗re fort, Zi⸗on, fah⸗re fort im Licht! — S— S S Mache dei⸗nen Leuchter hek⸗le, laß die er⸗ſte Lie⸗be nicht, — ——— ſu⸗che ſtets die Le⸗bens⸗quel⸗le. Zi⸗on, dringe durch die en⸗ge — —P 1— E2——— ——„— Pfort! Fah⸗re fort, fah⸗re fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübſal, Angſt mit Spott und Hohne! Sei bis in den Tod getreu, ſiehe auf die Lebenskrone. Zion, fühleſt du der Schlange Stich, leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, wenn ſie dich ſucht groß zu machen. Achte nichts ihr Gut und Geld, nichts ihr Dräuen, nichts ihr Lachen. Zion, wenn ſie dir viel Luſt verſpricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geiſt, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beides, was da gut und ſchlecht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geiſt und Leben, ſei nicht, wie die andern, tot, ſei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft, ſtatt in den Schein, dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft! Weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir ſchafft, der als ſeine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! —,————— 8* — — nie 116 Kirche und Gnadenmittel. 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu! Laß nicht lau und träg dich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei! Auf, verlaſſe, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß, halte aus, halte aus. J. E. Schmidt, † 1745. 158. o Durchbrecher aller Bande.) S+ E 1 S und Herz ver⸗eint zuſammen, ſucht in Gottes Herzen ſlaſ⸗ſet eu⸗ re Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! 2 4— Er das Haupt, wir ſei⸗ne Glieder, er das Licht und wir der Schein, — 4 P ! L 5 er der Mei⸗ſter, wir die Brüder, er iſt un⸗ſer, wir ſind ſein. 32 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euern Bund! Schwöret unſerm Ueberwinder Lieb und Treu von Herzens⸗ grund! Und wenn eurer Liebeskette Feſtigkeit und Stärke fehlt, o ſo flehet um die Wette, bis ſie Jeſus wieder ſtählt! 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf ſo treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben laſſen kann. So hat uns der Herr geliebet, ſo vergoß er dort ſein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr euch ſelbſt Eintrag thut. 4. Hallelujah! Welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze ſehen, der uns ſo geliebet hat; daß der Vater aller Geiſter, der der Wunder Abgrund iſt, daß du, unſichtbarer Meiſter, uns ſo fühlbar nahe biſt! 5. O du treuſter Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß ſie es ſo herzlich meine, wie's dein letzter Wille war, und daß, wie du eins mit ihnen, alſo ſie auch eines ſein, ſich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 6. Liebe, haſt du es geboten, daß man Liebe üben ſoll, o ſo mache doch die toten, trägen Geiſter liebesvoll! Zünde an die Lebens⸗ flamme, daß ein jeder ſehen kann: wir, als die von einem Stamme, ſtehen auch für einen Mann. 7. Laß uns ſo vereinigt werden, wie du mit dem Vater biſt, bis ſchon hier auf dieſer Erden kein getrenntes Glied mehr iſt, und allein von deinem Brennen nehme unſer Licht den Schein. Alſo wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger ſein. N. L. v. Zinzendorf, † 1760. —— Kirche. 117 159. (oder nach Mel. Ein feſte Burg iſt unſer Gott. Mr. 148.) hetn S—— — 1 Wenn Chri⸗ſtus ſei⸗ne Kir ⸗che ſchützt, ſo mag die Höl⸗le er, der zur Rech⸗ten Got⸗tes ſitzt, hat Macht, ihr zu ge⸗ wü⸗ten; bie„ten. da. Er ſchü⸗tzet ſei⸗nen Ruhm und hält ſein Hei⸗lig tum; mag Er iſt mit Hil⸗fe nah; wenn er gebeut, ſtehts 5 S —— F 1 —— doch die Höl⸗le wü„ ten. 2. Gott ſieht die Fürſten auf dem Thron ſich wider ihn em⸗ pören, denn den Geſalbten, ſeinen Sohn, den wollen ſie nicht ehren. Sie ſchämen ſich des Worts des Heilands, unſers Horts; ſein Kreuz iſt ſelbſt ihr Spott; doch ihrer lachet Gott, ſie mögen ſich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit ſchmähn; uns kann er ſie nicht rauben. Der Unchriſt mag ihr widerſtehn, wir halten feſt am Glauben. Gelobt ſei Jeſus Chriſt! Wer hier ſein Jünger iſt, ſein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. Auf, Chriſten, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn er⸗ ſchrecken! Der Gott, der von dem Himmel ſchaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Zebaoth hält über ſein Gebot, giebt uns Ge⸗ duld in Not und Kraft und Mut im Tod; was will uns denn er⸗ ſchrecken? Chr. F. Gellert, † 1769. 160. (Mel. Mein Jeſu, dem die Seraphinen.) —. 1 Wort, oHerr, bringt uns zu⸗ſam⸗men, daßwir in der Ge⸗ es läßt an uns die heilgen Flammen des Glaubens und der Kirche und Gnadenmittel. zur Gemeinſchaft je⸗ner Schar, die bei dem Herrn iſt im⸗mer⸗ O E— †—— dar, ge⸗lockt und kräf⸗tig ein⸗ge⸗ la⸗den. 2. Nur Menſchen, die von Gott geboren, die unter einem Haupte ſtehn, die hat der Herr ſich auserkoren, die läßt er Wunderliebe ſehn; Gemeinſchaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn im heilgen ei das iſt, was ihre Seelen ſpeiſt; nur das kann ſie vollkommen aben. 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir ſtehen, iſt Chriſtus und ſein teures Blut; das einge Ziel, darauf wir ſehen, iſt Chriſtus, unſer höchſtes Gut; ſein Wort die Regel, die wir kennen, ſein Geiſt das Band, das uns verbindt; die Seelen all, die er gewinnt, find, was wir heilge Kirche nennen. 4. Was iſt das für ein himmliſch Leben, mit Vater, Sohn und heilgem Geiſt in ſeliger Gemeinſchaft ſchweben, genießen das, was Gott verheißt! Wie flammen da die ſelgen Triebe! Gott ſchüttet in ſein geiſtlich Haus die ganze Gnadenfülle aus. Hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und trägt die Kinder und ſchenkt den Geiſt, der Abba ſchreit; des Sohnes Treue ſchmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit; der heilge Geiſt tritt mit dem Ole des Friedens und der Freude zu; die Herzen ſchmecken Gottes Ruh, die Kraft durch⸗ dringet Leib und Seele. 6. Die Kinder, ſo ein Brot gegeſſen, die ſtehen auch für einen Mann; macht ſich der Feind an eins vermeſſen, ſobald greift er ſie alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen und ſiegen in des Herren Kraft; ſie wollen von der Brüderſchaft auch das geringſte Glied nicht miſſen. 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Thränenthal ins Vaterland, verſüßen ſich die bittern Schmerzen; eins reicht dem andern ſeine Hand; ſie wollen ſich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß bis zu dem völligen Genuß des großen Guts:„Ich, ich in ihnen.“ J. B. K Allendorf, † 1773. Mel. Nr. 159. 161. (Oder Mel. Ein feſte Burg iſt unſer Gott. Hr. 148.) 1. Herr, deine Kirche danket dir; noch wohnt dein Wort im Lande; von deiner Gnade haben wir noch deinen Geiſt zum Pfande. Kommt ſie in Gefahr durch der Feinde Schar, dann, o Jeſu Chriſt, beſiege Macht und Liſt und herrſch in jedem Lande. 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder; hilf deiner Kirch und ſchütze ſie, denn wir ſind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, haſt du ſelbſt erbaut; ach, erhalt ſie rein, und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. Kirche. 119 3. Eins, Herr, iſts, was den Frommen kränkt, daß unter deinen Chriſten noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrſcht von ſeinen Lüſten. Vieler Glaub iſt ſchwach, kalt die Lieb, und ach, ſie bedenken nicht, es wartet ein Gericht auf träge, ſichre Chriſten. 4. Und, du, o Jeſu, biſt ſo treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle ſich bekehren. Gieb uns Wiſſenſchaft, Glaube, Lieb und Kraft, gieb Entſchluß und Mut, zu wagen Ehr und Blut zum Preiſe deiner Lehren. 5 Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh und Frieden. Laß uns, geſtärket durch dein Wort, im Guten nie er⸗ müden. Mache leicht, was drückt, gieb uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6 etr deine Kirche ſtreitet noch: Hilf deiner Kirche ſiegen! Wie ſchwer ihr Kampf iſt, müſſe doch kein Kämpfer unterliegen. Hör ihr kindlich Flehn, eil, ihr beizuſtehn, daß ſie ſtandhaft ſei, ſtets deiner Wahrheit treu, hilf deiner Kirche ſiegen Nach Borchward. † 1776, und Cramer, † 1778. 6 162. Mel. Cs iſt das Keil uns kommen her.) ₰——————— — S Die Fein de dei⸗ nes Kreu?zes drohn, dein ſdu a⸗ber Mitt⸗ler, Got⸗tes Sohn, kannſt — S—— Reich, Herr, zu zer„ſtö ⸗ ren; ih rem Trotze weh ren.) 2em Thron beſte het 5 i e⸗wig⸗lich; ver geb⸗lich wird ſich wi⸗der dich die — 8 tꝙ 2——— E S —— Macht der Höl„le ⸗ ſten. 2. Dein Reich iſt nicht von dieſer Welt, kein Werk von Men⸗ ſchenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, deinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird ſelbſt durch der Feinde Schar zu deinem Ruhm ſich mehren. Z. Du wolleſt deine Herrſchaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem ſanften Joch zum Heil die Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich ſchmähn, die frevelnd ſich em⸗ pören, laß deiner Gnade Wunder ſehn, daß ſie ſich noch bekehren. Lehr ſie mit uns gen Himmel ſchaun und unerſchüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 120 Kirche und Gnadenmittel. 5. Uns, deine Gläubgen, wolleſt du feſt in der Wahrheit grün⸗ den, daß wir für unſre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach unſers Glaubens uns gewiß; vor Irrtum und vor Finſternis bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geiſt führ uns auf ebner Bahn und heilge unſern Willen, ſo wird dein Volk dir unterthan, gern dein Geſet erfüllen, bis du erſcheineſt zum Gericht und dann vor deinem Angeſicht die Menſchenkinder ſammelſt. — 7. Voll Zuverſicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages ſich, da du wirſt wieder kommen. Dann werden wir, o Menſchenſohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich ererben. Balth. Münter, 1793. 6 163. (Mel. valet will ich dir geben.) F—. S* ſ— F E E 4 10 T —— 1 Bis hier⸗her und nicht wei⸗ter! Noch lebt der ſtar⸗ke Held,] der ſich, ein rech⸗ter Strei⸗ter, für ſei⸗ene Kir⸗che ſtellt.) — Ihr Fein⸗de mö⸗get wü⸗ten, euch ſchon des Sie⸗ges freun: uns g ———† ₰ N— 11 S wird der Herr be⸗hü⸗ten, euch aus⸗ein⸗an⸗der ſtreun. 2. Wir ſtehn auf feſtem Grunde, wir haben Jeſum Chriſt, der unſerm Glaubensbunde ein Fels und Eckſtein iſt. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er iſt unſre Schanze, wenn unſer Feind aufſteht. 3. Wer will von ihm uns ſcheiden, der blutend uns erwarb, als er nach ſchwerem Leiden den Tod am Kreuze ſtarb? Wir bleiben an ihm hangen, in Not und Traurigkeit gebunden und gefangen, mit Chriſtenfreudigkeit. 4. Ungläubge, ihr mögt ſpotten, erfinden böſen Rat und euch zuſammenrotten zu jeder Frevelthat: Er, Chriſtus ganz alleine, be⸗ ſchützt, die ihm vertraut, die heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel ſinken ein, die Kirche ohne gleichen wird wohl bewahret ſein. Er wohnet bei ihr drinnen und hütet früh und ſpät; hell glänzen ihre Zinnen, darauf ſein Zeichen ſteht. Chr. A. Bähr, † 1846. Kirche. 121 164. er wachet auf, ruft uns die Stimme.) .— S — S 1 Got⸗tes Stadt ſteht feſt ge⸗grün⸗det auf heil⸗gen Ber⸗gen; Den⸗noch ſteht ſie und wird ſte⸗hen; man wird an ihr mit §*—— es ver⸗bün-det ſich wi⸗der ſie die gan⸗ze Welt. Stau⸗nen ſe⸗hen, wer hier die Hut und Wache hält./ 7 — S U 8*—— Der Hü⸗ter Is⸗ra„els iſt ih⸗res Hei⸗les Fels. e S . — E F Hal ⸗le⸗ lu jah! Lob⸗ſingt und ſprecht: wohl dem Ge⸗ſchlecht, — das in ihr hat das Bür⸗ger⸗rec. 2. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohl⸗ gefallen, macht ihre Riegel ſtark und feſt, ſegnet, die darinnen wohnen, weiß überſchwenglich dem zu lohnen, der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß iſt ſeine Huld, wie trägt er mit Geduld all die Seinen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die ſolchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden ſonſt unter keinem Volk man hört. Gottes Wort iſt deine Wahrheit, du haſt den Geiſt und haſt die Klarheit, die alle Finſternis zerſtört. Da hört man fort und fort das teuerwerte Wort ewger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier verſöhnt und dort mit ewgem Leben krönt. Auch die nichts davon vernommen, die fernſten Völker werden kommen und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finſtern ſaßen, wird auch der Herr noch predgen laſſen, was einſt für alle Welt ge⸗ ſchehn. Wo iſt der Gottesſohn? Wo iſt ſein Gnadenthron? wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erſcheint der Herr der Herrlichkeit. 5. Darum ſtellet ein die Klagen! Man wird noch einſt zu Zion ſagen: wie mehrt ſich deiner Bürger Zahl! Voll Erſtaunens wird man ſchauen, wie Gott ſein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! Es iſt die Nacht ſchier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, ſie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 122 Kirche und Gnadenmittel. 6. Gottes Stadt, du wirſt auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie im Reigen, wird einſt von dir zum Himmel ſteigen! Die Lebensbrunnen ſind in dir. In dir das Waſſer quillt, das alles Dürſten ſtillt. Hallelujah! Von Sünd und Tod, von aller Not erlöſt nur Einer, Zions Gott. K. J. Ph. Spitta, † 1859. Kirchweihe. 165. (Mel. Meinen Jeſum laß ich nicht. Nr. 2. 1 Ach, wie hei⸗lig iſt der Hril Ach, wie ſe„lig j Hier, hier iſt des Him⸗mels Pfort; hier er⸗ hö„ ret g— E e— S. hier er⸗ſchallt ſein teu-res Wort; o wie hei⸗ lig iſt der Ort! 2. Heil war in des Zöllners Haus, weil er Chriſtum aufgenom⸗ men, und hier rufet Jeſus aus; ſelig ſind, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, daß ſie ſeine Tempel ſein. 3. O welch Heil iſt bis hierher dieſem Hauſe widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der ſich uns will offenbaren, woher hätten wir den Geiſt, der den Weg zum Himmel weiſt? 4 O wie lieblich, o wie ſchön ſind des Herren Gottesdienſte! Laßt uns froh zu ihnen gehn; hier verlangt man zum Gewinnſte einen Schatz, der ewig währt, den kein Roſt noch Raub verzehrt. 5 Bleibe bei uns, liebſter Gaſt; ſpeis uns gnädig mit dem Worte, das du uns gegeben haſt, Jeſu, ſtets an dieſem Orte! Laß die Kirche feſte ſtehn, bis die Welt wird untergehn! B. Schmold. † 1737. 1. Wie lieb lich iſt die Stät⸗te hier! Die Her⸗zen *(mel. wie ſchön leuchtet der Morgenſtern.) 2—— S Gott Va⸗ter, al„ler Din⸗ge Grund, gieb dei⸗nen —— — Va ter⸗ namen kund an die ſem heilgen Or⸗le. wal⸗len auf zu dir; hier iſt des Himmels Pfor⸗te. Ausbreitung der Kirche(Miſſionslieder). 123 = S Wohne, thro ne hier d. Sündern, als bei Kin⸗ dern, — tE vol⸗ler Klar⸗heit, heil⸗ge uns in dei⸗ner Wahreheit! 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gotteshaus iſt dir geweiht, o laß dirs wohlgefallen! Hier ſchalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in dieſen Friedenshallen. Einheit, Reinheit gieb den Herzen; Angſt und Schmerzen tilg in Gnaden, heil uns ganz vom Sündenſchaden. 3. Gott, heilger Geiſt, du wertes Licht, wend her dein göttlich Angeſicht, daß wir erleuchtet werden Geuß über uns und dieſes Haus dich mit allmächtgen Flammen aus; mach himmliſch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, ſpäter gehts zum Sterben. Hilf uns Jeſu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis ſei dir von allen gleicherweis für dies dein Haus geſungen! Du haſts geſchenkt und auferbaut, dir iſts geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier ſind wir noch in Hütten; Herr, wir bitten: ſtell uns droben in den Tempel, dich zu loben. A. Knapp, † 1864. Ausbreitung der Kirche. (Miſſionslieder.) 167. 1 Es wol⸗le Gott uns gnã⸗ dig ſein und ſei⸗nen Se⸗gen lſein uns mit hel⸗lem Schein er⸗leucht zum ew⸗gen ſ , — S daß wir er⸗ken⸗nen ſei⸗ ne Werk und L ben, Sht— kannt den Hei den wer ⸗ den und ſie zu — R—— H E—— Gott de keh„ren. 2 Diet Heinen Noten gelten für die 3. Strophe. Kirche und Gnadenmittel. 2. So danken dir und loben dich, o Gott, die Völker alle, und allt Welt die freue ſich und ſing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter biſt und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide iſt, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten. Das Land bringt Frucht und beſſert ſich, dein Wort iſt wohl geraten. Uns ſegne Vater und der Sohn, uns ſegne Gott der heilge Geiſt, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm ſich fürchte allermeiſt. Nun ſprecht von Herzen: Amen. Luther, † 1546. 168. Onel. Dir, dir, Jehovah, will ich ſingen.) i— — P——— — S 3„ 1 Wach auf, du Geiſt der er-ſten Zeu⸗gen, der Wäch ter, i die Tag und Näch⸗te nim⸗mer ſchweigen, und die ge⸗ —. — S 6„—— die auf Zi⸗ons Mau⸗ern ſiehn, I troſt dem Feind ent⸗ge gen⸗gehn, de gan⸗ze Welt durch⸗dringt und al⸗ler Völ⸗ker Scharen zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gieb zu der Ernte doch die Hände! Gieb Knechte, die in treuer Arbeit ſtehn! O Herr der Ernte, ſiehe doch darein: die Crnt iſt groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns dieſe Bitte in den Mund gelegt. O ſiehe, wie an ollen Orten ſich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünſtig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und ſprich: es ſoll geſchehn. So gieb dein Wort doch großen Scharen, die in der Kraft Evangeliſten ſein; laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hilf aus Zion käme! O daß dein Geiſt, ſo wie dein Wort verſpricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht ſchnelle laufen! Es ſei kein Ort ohn deſſen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf, und alſo ſegne deines Wortes Lauf! O beſſre Zions wüſte Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falſchen Glaubenswahn, und mach uns bald von jedem Mietling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes ſei. Ausbreitung der Kirche(Miſſionslieder). 125 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkſtatt deines guten Geiſtes ſein, ja, ſitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend ſelber ein, daß treue Lehrer wir und Beter ſehn, die kräftig vor dem Riß der Kirche ſtehn. K. H. v. Bogatzty, † 1774. 169. el. O Durchbrecher aller Bande.) — S= * 1[ez ter, dei nes Geiſtes Wehen durch die ganze Chriſtenheit] ſläßt uns ſchon von fer⸗ne ſe⸗hen deines Reiches Herrlichkeit;) 5„. 3 S„„ denn dein Wort wird aus-ge fpen Vet durch die gan⸗ze wei⸗te Welt, 3— S S mil⸗li⸗o⸗nen⸗weis ver⸗ſen⸗det auf das gro⸗ße Arcker⸗feld. 2. Dieſer Samen wird bald blühen allenthalben hoch und hehr; denn Evangeliſten ziehen“ über Inſeln, Land und Meer, um die Saaten zu begießen; Geiſt der Pfingſten, komm herab; laß uns Lebensſtröme fließen bis zum Grabe tief hinab. 3. Sei gegrüßt, du ewger Morgen! Steige, Sonne, bald empor, weicht nun, all ihr bangen Sorgen, Tagverkünder, tritt hervor! Seht, der Berge Spitzen glühen ſchon im ewgen Morgenlicht, und die Früh⸗ lingsblumen blühen: Brüder alle, ſorget nicht! Joh. J. Jung, gen. Stilling, † 1817. — 170. (Mel. Nun komm, der Keiden Keiland.) S L Walte, wal⸗te nah und fern, all⸗ge⸗wal⸗tig Wortbes Herrn, —— wo nur ſei⸗ner Allmacht Ruf Menſchen für den Him⸗mel ſchuf⸗ 2. Wort vom Vater, der die Welt ſchuf und in den Armen hält und aus ſeinem Schoß herab ſeinen Sohn zum Heil uns gab. 3. Wort von des Erlöſers Huld, der der Erde ſchwere Schuld durch des heilgen Todes That ewig weggenommen hat. 4. Kräftig Wort von Gottes Geiſt, der den Weg zum Himmel weiſt und durch ſeine heilge Kraft Wollen und Vollbringen ſchafft. 5 Wort des Lebens, ſtark und rein, alle Völker harren dein. Walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf, zur Ernt in alle Welt! Weithin wogt das weiße Feld; klein iſt noch der Schnitter Zahl, viel der Garben überall. 7 Herr der Ernte, groß und gut, weck zum Werke Luſt und Mut; laß die Bölker allzumal ſchauen deines Lichtes Strahl. Jonath. F. Bahnmaier, † 1841. idſekte C Fute h——— ———— Kirche und Gnadenmittel. 171. he CLaſſet uns den Kerren preiſen.) 5 S S—— S S 1 Komm, o Herr, komm bald, du Treuer! Gieb, ach und ent zünd dein heil⸗ges Feu⸗er auf dem 1 gieb dich al⸗ len kund,] gan⸗zen Er⸗den⸗rund.) Gro ßes haſt du ſᷣn be⸗ ———— gon⸗nen, Großes willſt du fer⸗ner thun; dei⸗ K— Lie⸗ be kann nicht ruhn, vis die gan⸗ze Welt ge⸗ 5P —— wonnen, bis ein je ⸗des Herz be⸗ſiegt, Herr, zu E— —.—— dei⸗nen Fü⸗ßen liegt. K. A. Döring, † 1844. 172. meinen Jeſum laß ich nicht. Nr. —— 1 Ei⸗ne Her⸗de und ein Hirt! Wie wird dann dir 3 ſein Tag er„ſchei⸗ nen wird! Freu⸗e dich du — —— ein 2 de mach dich auf und wer⸗de Licht; S— Je⸗fus hält, was er ver⸗ſpricht. 2. Hüter, iſt der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd ſich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht: Jeſus hält, was er verſpricht. Ausbreitung der Kirche(Miſſionslieder). 127 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht! Jeſus hält, was er verſpricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüſte kniet dürſtend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht; Jeſus hält, was er verſpricht. 5 Gräber harren aufgethan; rauſcht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des Herrn, erſcheine! Jeſus ruft: es werde Licht! Jeſus hält, was er verſpricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jeſus Chriſtus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf; es werde Licht! Jeſus hält, was er verſpricht. F. A. Krummacher, † 1845. 173. (mel. valet will ich dir geben.) 1 Der du in To⸗des⸗näch⸗ten er⸗kämpft das Heil der Welt] und dich als den Ge⸗rech⸗ten zum Bür⸗gen dar⸗ge ſtellt, der du den Feind bezwungen, den Him⸗mel auf⸗ge⸗than, dir g— 5 — —5——— ſtim⸗men unſere Zun⸗gen ein Hal⸗le⸗lujah an! 2. Im Himmel und auf Erden iſt alle Macht nun dein, bis alle Völker werden zu deinen Füßen ſein, bis die von Süd und Norden, bis die von Oſt und Weſt ſind deine Gäſte worden bei deinem Hochzeitsfeſt. 3. Noch werden ſie geladen, noch gehn die Boten aus, um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es iſt kein Preis zu teuer, es iſt kein Weg zu ſchwer, zu ſtreun dein Lebensfeuer ins weite Völkermeer. 4. So ziehen deine Flammen wie Sonnen um die Welt; Ge⸗ trenntes fließt zuſammen, das Dunkle wird erhellt, und wo dein Name ſchallet, du König Jeſu Chriſt, ein ſelig Häuflein wallet dahin, wo Frieden iſt. 5. O ſammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele ſelig werden und ziehn zum Abendmahl! Schleuß auf die hohen Pforten! Es ſtrömt dein Volk heran. Wo's noch nicht Tag geworden, da zünd ein Feuer an! C. G. Bart, † 1862. — —— =— ee e „ 425 Kirche und Gnadenmittel. 174. (Mel. Gott des Fimmels und der Erden.) *— ——— 1. Licht, das in die Welt ge⸗kom⸗men, Son⸗ne vol„ler Mor⸗gen⸗ſtern, aus Gott entglommen, treib hin⸗weg die 2 S S Glanz und Pracht, ak⸗te Racht. Zeuch in dei⸗nen Wun„der⸗ſchein N— g4 bald die gan ze Fe M nein 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, einen recht geprieſnen Lauf, daß noch manches Knie ſich beuget, ſich noch manches Herz thut auf, eh die Zeit erfüllet iſt, wo du richteſt, Jeſu Chriſt. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jeruſalem und ver⸗ binde unſre Schmerzen; denn ſo iſt dirs angenehm. Herr, thu auf des Wortes Thür, rufe allen: kommt zu mir! 4. Es ſei keine Sprach, noch Rede, da man nicht die Stimme hört, und kein Land ſo fern und öde, wo nicht dein Geſetz ſie lehrt. Laß den hellen Freudenſchall ſiegreich ausgehn überall! 5. Geh, du Bräutgam aus der Kammer, laufe deinen Helden⸗ pfad; ſtrahle Tröſtung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat. O erleuchte, ewges Wort, Oſt und Weſt und Süd und Nord! 6. Komm, erquick auch unſre Seelen; mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen; vor den Stolzen uns bewahr; ja, laß deinen Himmelsſchein unſres Fußes Leuchte ſein. N. Stier, † 1862. 175. (Mel. wachet auf. ruft uns die Stimme.) S 5— S— Fi ner iſts, an dem wir han⸗gen, Unſere Lei⸗ber, unſ⸗re Her⸗zen der für uns in den ge ⸗hö ⸗ren dir, o E —— . 7 Tod ge⸗gan⸗gen und uns er⸗kauft mit ſeienem Blut. Mann der Schmerzen; in dei⸗ner Liebe ruht ſichs gut. Nimm uns zum Ei⸗gen⸗tum, be⸗rei ⸗te dir zum Ruhm Ausbreitung der Kirche(Miſſionslieder). 429 S dei⸗ne Kin⸗der! Ver⸗birg uns nicht das Gna⸗den⸗licht 5 — S von dei⸗nem heil⸗gen An⸗ge⸗ſicht! 2. Nicht wir haben dich erwählet; du ſelbſt haſt unſre Zahl ge⸗ zählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unſre Kraft iſt ſchwach und nichtig, und keiner iſt zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; denn Demut iſt Gewinn für den Himmel. Wer in ſich ſchwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jeſu, Ehrenkönig! Die Ernt iſt groß, der Schnitter wenig, drum ſende treue Zeugen aus; ſend auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäiſte einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes. Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, geſtern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen, die noch im Todesſchatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern! Seit Jahrtauſenden iſt ihnen kein Cvangelium erſchienen, kein gnadenreicher Morgenſtern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es iſt Zeit! Komm, Herr Jeſu, zeug uns voran, und mach uns Bahn; gieb deine Thüren aufgethan! 5. Deine Liebe, deine Wunden, die uns ein ewges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preiſen und auf dein Kreuz ſo lange weiſen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig iſt dein Wort; es richtet und durchbohrt Geiſt und Seele; dein Joch iſt ſüß, dein Geiſt gewiß, und offen ſteht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge beginneſt du ſtill und geringe; was ſind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirſt für uns ſtreiten und uns mit deinen Augen leiten; auf deine Kraft vertrauen wir Dein Senfkorn, arm und klein, wächſt endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Chriſt, ſein Hüter biſt, dem es von Gott ver⸗ trauet iſt. A. Knapp, † 1864. Mel. Nr. 173. 176. 1. Der du zum Heil erſchienen der allerärmſten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich geſellt, den ſie mit frechem Stolze verhöhnt für ſeine Huld, als du am Marterholze verſöhnteſt ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, gingſt du vom Vater aus, nahmſt auf dich unſre Bürden und bauteſt uns ein Haus. Von Weſten und von Süden, von Morgen ohne Zahl ſind Gäſte nun beſchieden zu deinem Abendmahl. 3. Im ſchönen Hochzeitskleide, von allen Flecken rein, führſt du zu deiner Freude die Völkerſcharen ein, und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entſündigt dir Preis und Ehre dar. Fvangel. Geſangbuch 130 Kirche und Gnadenmittel. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe ſiegt, bis dieſer Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgeſöhnte Welt dem, der ſie dir gegeben, vors Angeſicht geſtellt. 5. Und ſiehe, tauſend Fürſten mit Völkern ohne Licht ſtehn in der Nacht und dürſten nach deinem Angeſicht. Auch ſie haſt du ge⸗ graben in deinen Prieſterſchild, am Brunnquell ſie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6. So ſprich dein göttlich„Werde!“ Laß deinen Odem wehn, daß auf der finſtern Erde die Toten auferſtehn, daß, wo man Greueln fröhnet und vor den Götzen kniet, ein willig Volk verſöhnet zu deinem Tempel zieht. 7. Wir rufen, du willſt hören: wir faſſen, was du ſprichſt. Dein Wort muß ſich bewähren, womit du Feſſeln brichſt. Wie viele ſind zerbrochen! Wie viele ſinds noch nicht! O du, ders uns verſprochen, werd aller Heiden Licht! A. Knapp. † 1864. Gnadenmittel. Wort Gottes. 177. Onel. wie nach einer waſſerquelle.) S S — S —— Re⸗de, lieb⸗ſter Je⸗ſu, re⸗de; denn dein Kind giebtacht dar⸗auf. Stär⸗ke mich, denn ich bin blö⸗de, daß ich mei⸗nes Leb⸗ens Lauf P 8 dir zu Eh⸗ren ſe⸗tze fort. Ach, laß ſtets dein hei⸗lig Wort — in mein Herze ſein verſchloſſen, dir zu fol⸗gen un⸗ver⸗droſ⸗ſen. 2. Ach, wer wollte dich nicht hören, dich, du liebſter Menſchen⸗ freund! Sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohlgemeint. Sie vertreiben alles Leid; aller Freuden Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen, nichts iſt ihnen zu vergleichen. 3. Deine Worte ſind mein Stecken, deſſen ich mich tröſten kann, will der Feind zurück mich ſchrecken von der ſchmalen Lebensbahn; ja, ſie führen ohne Qual mich ſelbſt durch des Todes Thal, ſchirmen mich auf allen Wegen, machen auch das Kreuz zum Segen. 4. Jeſu, dein Wort ſoll mich laben, deine troſterfüllte Lehr will ich in mein Herze graben; ach, nimm ſie doch nimmermehr von mir weg in dieſer Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jeſu, ſelbſt zu hören. 5. Unterdes vernimm mein Flehen, liebſter Jeſu, höre mich! Laß bei dir mich feſte ſtehen, ſo will ich dich ewiglich preiſen mit Herz, Sinn und Mund; ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in De⸗ mut bringen und dein hohes Lob beſingen. Anna Sophie Landgräfin von Heſſen Darmſtadt † 1683 Wort Gottes. 131 Mel. Nr. 174. 178. 1. Teures Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorſchmack haben von des Himmels Seligkeit, ſo kannſt du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tiſch bereit, der mir lauter Manna ſchenkt und mit Lebenswaſſer tränkt. 3. Geiſt der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geiſt hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch ſein Wort ihm zugeſandt. 4. Gieb dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht ſchuldig bleibt; mache mir die Augen wacker und, was hier dein Finger ſchreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne ſein. 5. Was ich leſe, laß mich merken; was du ſageſt, laß mich thun; wird dein Wort den Glauben ſtärken, laß es nicht dabei beruhn, ſon⸗ dern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich ſei. 6. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieſer Richtſchnur gehn; was ich hier zum Grunde lege, müſſe wie ein Felſen ſtehn, daß mein Geiſt auch Rat und That in den größten Nöten hat. 7. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jeſu, deines Vorbilds ſein; drück darauf dein Gnadenſiegel, ſchließ den Schatz im Herzen ein, daß ich feſt im Glauben ſteh, bis ich dort zum Schauen geh. B. Schmolck, † 1737. Mel. Nr. 169. 179. 1. Herr, dein Wort, die edle Gabe, dieſen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr ſoll gelten, worauf ſoll der Glaube ruhn? Mir iſts nicht um tauſend Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Hollelujah, Ja und Amen! Herr, du wolleſt auf mich ſehn, daß ich mög in deinem Namen feſt bei deinem Worte ſtehn! Laß mich eifrig ſein befliſſen, dir zu dienen früh und ſpat und zugleich zu deinen Füßen ſitzen, wie Maxia that. N. L. Graf v. Zinzendorf, † 1760 180. (Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.) g½ 5*.— SS—, 2 1 di⸗ger der ſü⸗ßen Leh⸗re, die ich mit Er⸗ igro⸗ ßer Arzt der Men⸗ſchen⸗kin⸗der, du E⸗van ge⸗ g 5 — U W— —— M — ſ pen und Pro⸗phet des neu⸗en Bun⸗des, 9* Kirche und Gnadenmittel. = — . laß die Wor„te dei⸗nes Mundes, dei⸗ ne Stim⸗me an die Her ⸗den mir zu Geiſt und Le⸗ben wer⸗den! ⁰ 2. Herr, dein Wort iſt wie ein Hammer, ſchlägt und zeigt den 3 Seelenjammer; es erquickt mich wie der Regen, leuchtet mir auf allen Wegen, ſtärket meines Geiſtes Kräfte, giebt mir neue Lebensſäfte, iſt ein Stab für matte Glieder und ein Schwert dem Feind zuwider. 3. Dieſem Worte will ich trauen und darauf beſtändig ſchauen; 1 ſonſt iſt doch kein Licht vorhanden, fremde Lehre macht zu ſchanden; aber dein Geſetz und Gnade leiten mich auf rechtem Pfade. Herr, mein Glauben und mein. Lieben hat den Grund: es ſteht geſchrieben. 4. Lehre mich dein Wort betrachten, mit Begierde darauf achten; lehre michs im Geiſt verſtehen, laß es mir zu Herzen gehen; mache, daß ichs fröhlich glaube, und kein Zweifel mir es raube, daß ichs mit Ge⸗ horſam ehre und ſonſt keine Stimme höre. 5. Was die Welt bekennt und lehret, was mein Herz erdenkt und ehret, was der böſe Geiſt erdichtet, wird von Gottes Wort gerichtet. Weg mit euch, ihr falſchen Geiſter! Mir iſt gnug an einem Meiſter. Wißt, daß euch der Fluch verzehret, wenn ihr ſelbſt auch Engel wäret. 6. Selig, ſelig ſind die Seelen, die ſich ſonſt kein Licht erwählen, als allein das Wort des Lebens! Dieſe glauben nicht vergebens, weil 1 ſie Gottes Rat ergründen und ſein Herz im Worte finden. O ein 1 unſchätzbares Wiſſen! Andre Weisheit kann ich miſſen. 7. Licht und Kraft und Mut und Freude, wahrer Troſt im tiefſten Leide, Schutz vor allerlei Gefahren und ein ewiges Bewahren: das ſind dieſes Worte Früchte. Alles andere wird zu nichte; alles andre muß vergehen; Gottes Wort bleibt ewig ſtehen. C. G. Woltersdyrf, † 1761. 181. el. Ach Gott und Ferr.) S I. Gott iſt mein Hort, und auf ſein Wort ſoll mei⸗ne 4 — See le trau en; ich wand⸗le hier, mein Gott, vor 6teter ncin Schenen Dein Wort iſt wahr; laß immerdar mich ſeine Kräfte ſchmecken. 2 keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben ſchrecken. Wort Gottes. 133 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne ſie verſtänd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unſterblichkeit und Leben; zur Ewigkeit iſt dieſe Zeit von dir mir übergeben. 5. Den ewgen Rat, die Miſſethat der Sünder zu verſühnen, den kennt ich nicht, wär dies mein Licht nicht durch dein Wort erſchienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihſt, lehrſt meinen Geiſt ein gläubig Abba ſagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, iſt meines Heils Geſchäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unſer Hort, laß uns dies Wort; denn du haſt es gegeben. Es ſei mein Teil, es ſei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben. Chr. F. Gellert, † 1769. 182. Mel. was Gott thut, das iſt wohlgethan.) O 4„— E ₰ 5 1[Dein Wort, o Herr, iſt mil-der Tau für troſt⸗be⸗dürft⸗ge See⸗ laß kei⸗nem Pflänzchen dei⸗ner Au den Himmelsbalſam feh⸗ Er⸗quickt durch ihn laß je⸗des blühn und ſ — E 5 4 in der Zu⸗kunft Ta⸗ gen dir Frucht und Sa⸗men tra⸗ gen. 2. Dein Wort iſt, Herr, ein Flammenſchwert, ein Blitz, der Felſen ſplittert, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durch⸗ ſchüttert. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zer⸗ ſcheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort iſt uns der Wunderſtern für unſre Pilgerreiſe; es führt die Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weiſe. Dein Himmelslicht verlöſch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich ſuchte Troſt und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labſal, meine Zuverſicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Segensbund; dein Wort iſt Ja und Amen; nie weich es uns aus Herz und Mund, zu preiſen deinen Namen. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns tröſten, warnen, leiten. 6. O ſende bald von Ort zu Ort den Durſt nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geiſt zu hören, und ſend ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durſt zu ſtillen und dir dein Reich zu füllen. C. B. Garve, † 1841. Kirche und Gnadenmittel. 183. (Mel. Kerr Jeſu Chriſt, dich zu uns wend.) — 41. Nun geh uns auf, du Morgenſtern, du ſe⸗ligmachend Wort des Herrn, — irre gehn. Sündern bei! keit erwarb. Die Sakramente. Die heilige Taufe. 184. Onel. Liebſter Jeſu, wir ſind hier. 1[Sieb ſter e⸗ ſu, wir ſind hier, dei nem die⸗ſes Kind⸗lein kommt zu dir, weil dn den du Pfand des Heils, das uns im Sohn der Vater gab von ſeinem Thron. 2. Bereitet iſt für dich die Bahn, die Herzen ſind dir aufgethan; 3 wir ſehnen uns nach deinem Licht und ſeufzen auf: verſäum uns nicht! 3. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell, mach unſre dunklen Augen hell, daß wir die Wege Gottes ſehn, nicht in der Wahrheit . 4. Du Wort der Buße, füll das Herz uns an mit tiefem Reue⸗ ſchmerz, daß unſer Flehn und Seußzen ſei: Gott ſteh uns armen 5. Du Wort der Gnade, tröſtend Wort, o bring uns Botſchaft fort und fort von ihm, der für uns litt und ſtarb und uns Gerechtig⸗ 6. Du Wort des Glaubens, gieb uns Kraft, daß wir, der Eitel⸗ keit entrafft, im gnädig dargebotnen Heil ergreifen unſer ewges Teil. 7. So geh uns auf, du Gottesglanz, durchdring uns und verklär uns ganz, du Wort, das noch in Kraft beſteht, wenn Erd und Himmel untergeht. Julius Sturm, geb. 1816. Wor ⸗te Be⸗ fehl ge ge⸗ ben, denn das Himmelreich iſt ih„re. „ dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. nachzu le⸗ ben;] daß man ſie zu dir hin„füh⸗ re; 2. Jo, es ſchallet allermeiſt dieſes Wort zu unſern Ohren; we durch Waſſer und durch Geiſt nicht zuvor iſt neugeboren, wird von Wort Gottes. 185 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unſern Armen, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß dein Kind es hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürſt, ſei du ſein Friede, Weinſtock, hilf, daß dieſe Rebe auch im Glauben dich umgebe! 5. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen iſt gegangen; führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, ſchreib ins Lebensbuch zum Leben! B. Schmolck, † 1737. Mel. Nr. 184. 185. 1. Nun Gottlob, es iſt vollbracht, und der Bund mit Gott ge⸗ ſchloſſen: was uns rein und ſelig macht, iſt auf dieſes Kind gefloſſen; Jeſus hat es eingeſegnet und mit Himmelstau beregnet. 2. O du dreimal ſelig Kind, vom Dreieinigen geliebet, dem der Vater ſich verbindt, dem der Sohn das Leben giebet, dem der Geiſt iſt eingefloſſen und der Himmel aufgeſchloſſen! 9 3. Nun ſo denk an dieſen Bund, weil du einen Odem hegeſt, daß auf einen feſten Grund du ſtets deinen Glauben legeſt. Wer ſich läßt auf Jeſum taufen, muß in Jeſu Wegen laufen. 4. Werde fromm und wachſe groß, werde deiner Eltern Freude, und dein jetzt erlangtes Los tröſte dich in allem Leide; deine Taufe ſei die Thüre, welche dich zum Himmel führe. B. Schmolck † 1737. 186. (Mel. wer nur den lieben Gott läßt walten.) ——— 7 1 Barm⸗her⸗zi⸗ger, laß dei⸗ner Gna⸗de jetzt die⸗ſes das wir im heil⸗gen Wa⸗ſer⸗ba⸗de nach dei⸗nes — S S 15 ſ —5 E 3. † — 3 2rſfoh e— fül⸗ le, was dein Wort ver⸗ E ſ F —.— heißt, an ihm, Gott Va⸗ter, Sohn und Geiſt. 2. Regiere nun das ganze Leben auch dieſes Kindes, treuer Gott! Dir ſei und bleib es ſtets ergeben; ſei du mit ihm in Glück und Not; ach, führ es ſelbſt auf rechter Bahn, nimm es zuletzt in Ehren an! 3. Laß uns die Wohlthat recht ermeſſen, die uns die Taufe zu⸗ gewandt, und nie, o Herr, den Bund vergeſſen, der uns ſo feſt mit dir verband; uns alle ſtärk zu meiner Treu, daß über uns dein Friede ſei! — * 1 2 Kirche und Gnadenmittel. Mel. Nr. 180. 187. 1. O du reicher Herr der Armen, mit welch herzlichem Erbarmen biſt du uns zuvorgekommen, haſt dich unſer angenommen! Wie kamſt du mit allem Segen uns erbarmungsvoll entgegen ſchon an deines Reiches Pforte durch das Waſſerbad im Worte. 2. Sind wir ſelbſt doch unausſprechlich kraftlos, hilflos und ge⸗ brechlich, ja, als Fleiſch vom Fleiſch geboren, ſündlich, ſterblich und verloren; aber reinigend und heilend, Geiſt und Leben uns erteilend, ſchenkeſt du uns reiche Gnade in der Taufe heilgem Bade. 3. Und wir glauben deinem Worte. Darum bringen wir zur Pforte deines teuren Gnadenreiches dieſes Kind; thu an ihm gleiches! Die Verheißung, die zum Leben deinem Volke du gegeben, geht nach deiner Huld nicht minder über deines Volkes Kinder. 4. Sei auch dieſem Kinde gnädig, mach es aller Sünde ledig; ſchenke ihm die reine Seide der Gerechtigkeit zum Kleide; ſalbe es mit deinem Geiſte und ihm alle Hilfe leiſte, daß der Segen deiner Hände auf ihm bleibe bis ans Ende! K. J. Ph. Spitta, † 1859. Konfirmation. Mel. Nr. 186. 188. 1. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geiſt! Und ſo iſt alles Ja und Amen, was mir dein teures Wort verheißt; ich bin in Chriſtum eingeſenkt, ich bin mit ſeinem Geiſt beſchenkt. 2. Du haſt zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du haſt die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willſt in aller Not und Pein, o guter Geiſt, mein Tröſter ſein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorſam zugeſagt; ich hab, o Herr, aus reinem Triebe dein Eigentum zu ſein ewagt; hingegen ſagt ich bis ins Grab der Sünde ſchnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieſer Bund wohl feſte ſtehn; wenn aber ich ihn überſchreite, ſo laß mich nicht verloren nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue, und nimm Beſitz von meinem Sinn. Es ſei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Laß dieſen Vorſatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geiſt! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille ſterben heißt; ſo leb ich dir, ſo ſterb ich dir, ſo lob ich dich dort für und für. J. J. Rambach, † 1735. Konfirmation. 137 Geſang der Gemeinde vor der Konfirmation.) 189. Den die Kirten lobten ſehre.) Volk des Herrn, dein ſchlech⸗te nach dem al⸗ ten ——— Licht: und Rech⸗ke zum Kö⸗nig al„ler — DL — H —— S 6 * ſprich:„Herr, hie iſt dein“ Ge⸗ſchöpf!“ 2. Dämpfe Fleiſch und Blut in ihnen, laß ſie nicht der Sünde dienen! Ziehe ſie durch dein Verſühnen, eh ſie ſterben, an dein Herz! 8. Kommt, ihr Kinder, die wir haben als viel teure Gottesgaben, nehmt vom Schatz, dran wir uns laben, den euch zugedachten Teil. 4. Einen Teil am Liebesbande mit dem ewgen Vaterlande, aber auch am Kreuzesſtande und am Weltverleugnungsſinn. 5. Wollet ihr euch binden laſſen? Jeſu Kreuz mit Freuden faſſen und die falſche Ruhe haſſen? Willſt du, liebes Kindervolk? 6. Ach die ewig treue Liebe ſchenk euch ihre ſelgen Triebe, daß ein jedes Glauben übe, bis ihr ſeht, was ihr geglaubt! Graf N. L. v. Zinzendorf, † 1760. 190. (Mel. Es iſt das S Kuue her) — [ E 1L1 Die hier vor dei⸗nem litz ſtehn, ſind 1Blick, wenn ver⸗eint wir für ſie flehn, er⸗ Je ſu Chri⸗ ſii Glie der. bar⸗mend auf ſie nie ⸗der.) Gieb ihenen, Vanter, S S S S— Sohn und Geiſt, das Gute, e de den e heißt, im S — Le⸗ben und im Ster ⸗ ben! ——— 138 Kirche und Gnadenmittel. „ 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn und deſſen heilge Lehren. Iſt Freude, Gott, vor deinem Thron, wenn Sünder ſich bekehren, wie groß iſt unſre Freude nun, da dieſe das Gelübde thun, dir treulich anzuhangen. 3. O laß ſie nimmer zum Gericht ſich dem Altare nahen! Laß ſie in Glaubenszuverſicht das Bundesmahl empfahen! Dies ſtärke ſie in aller Not; dies reize ſie, des Heilands Tod zu preiſen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem Chriſtenlauf der Reiz der Welt entgegen, — hilf ihrem ſchwachen Glauben auf, wenn dann ſich Lüſte regen! Laß ſie hinauf auf Jeſum ſehn, die Welt mit ihrer Luſt verſchmähn, beharren bis ans Ende. 5. Den wichtgen Lohn der Ewigkeit, die Herrlichkeit dort oben, zeig ihnen, die auf alle Zeit jetzt Treue dir geloben! Der Blick muß ihnen Kraft verleihn! Herr, ſegne ſie, denn ſie ſind dein; erhalt ſie in der Wahrheit! G. v. Hippel, † 1796. (Geſang der Konfirmanden vor der Einſegnung.) 191. (Mel. Seelenbräutigam.) — 1. Von des Him⸗mels Thron ſen⸗de, Got⸗tes Sohn, — dei⸗nen Geiſt, den Geiſt der Stär⸗ke! Gieb uns Kraft zum heil⸗gen —— Wer⸗ke, dir uns ganz zu weihn, e⸗wig dein zu ſein. 2. Mach uns ſelbſt bereit, gieb uns Freudigkeit, unſern Glauben zu bekennen und dich unſern Herrn zu nennen, deſſen teures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unſern Bund erneuern und gerührt vor dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Weltluſt zu verſchmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wolleſt du auf unſre Bitten uns mit Gnade überſchütten! Licht und Kraft und Ruh ſtröme dann uns zu. 5 Gieb auch, daß dein Geiſt, wie dein Wort verheißt, unauf⸗ löslich uns vereine mit der glänbigen Gemeine, bis wir dort dich ſehn und dein Lob erhöhn. S. Marot, † 1865. Konfirmation. 139 (Geſang der Konfirmanden nach der Einſegnung.) 6 (Mel. O du Liebe meiner Liebe.) 192. — B 1 Bei dir, Je ſu, will ich bletben, ſtets in dei nem nichts ſoll mich von dir ver⸗trei⸗ben, dei⸗ne We„ge ——— mei⸗ner See⸗le Trieb und Kraft, wie der Weinſtock ſeienen Re⸗ben zu⸗ſtrömt Kraft und Le⸗ bens ſaft. 2. Könnt ichs irgend beſſer haben, als bei dir, der allezeit ſo viel tauſend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je ge⸗ troſter werden, als bei dir, Herr Jeſu Chriſt, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben iſt? 3. Wo iſt ſolch ein Herr zu finden, der, was Jeſus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen, teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der ſein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue ſchwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jeſu, bei dir bleib ich, ſo in Freude, wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verſchreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieſer Welt; denn der iſt zum Sterben fertig, der ſich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf dieſer Erden nahe, bis mein Tag ſich neigt! Wenn es einſt will Abend werden und die Nacht herniederſteigt, wenn mein Aug wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geiſt, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reiſt. K. J. Ph. Spitta, † 1859. G 193. (Mel. Mein Glaub iſt meines Lebens Ruh.) ———— S Ich bin in dir und du in mir! Nichts ſoll mich, e⸗ wge 1 1 — Auf Er⸗den, wo nur Sünder ſind, nennſt dumichfreundlich + — 6 i S S— Lie⸗be, dir in die⸗ſer Welt ent„rei ⸗ßen! ſchon dein Kind, o laß michs e⸗ wig hei⸗ ßen 11 4 140 Kirche und Gnadenmittel. treu mit Wan⸗del, Herz und Mund be⸗waheren dei⸗nen g4 S —2— S Frie⸗dens⸗bund! 2. Ich bin in dir und du in mir; dreieiniger Gott, du haſt zu dir mich frühe ſchon berufen. Was mir, dem Kindlein, war bereit, ergreif ich heut voll Innigkeit an des Altares Stufen und ſag: o Liebe, du biſt mein, ich will dein Kind auf ewig ſein! 3. Ich bin in dir und du in mir; noch wohn ich völlig nicht bei dir, weil ich auf Erden walle; drum führ mich, Jeſu, treuer Hirt, daß mich, was locket, ſchreckt und irrt, nicht bringe je zu Falle! O daß, was ich dir heut verſprach, mir gehe tief und ewig nach! 4. Ich bin in dir und du in mir; komm, Herr, mir deine Tugend⸗ zier frühzeitig anzulegen, daß mir des Lebens Glück und Not, ja ſelbſt der letzte Feind, der Tod, nur kommen mög im Segen! Mit dir will ich durchs Leben gehn, dir leiden, ſterben, auferſtehn! A. Knapp, † 1864. (Geſang der Gemeinde nach der Konfirmation.) 194. (Mel. wie nach einer waſſerquelle.) [S 1 — P 1 † p 6 S 1 Gro⸗ßer Kö⸗nig unſerer Er⸗den, Je⸗ſu, dem die gan⸗ze Welt] ie⸗wiglich muß dienſtbar werden, deſſen Hand das Scepter hält, 6 Sn 8 S————— wir, dein Volk und Ei⸗gen⸗tum, wol len dei?nes Namens Ruhm — S fS—— S ——— — mit verdientem Lob er⸗he⸗ ben und dir Preis u. Eh⸗re ge⸗ ben. 2. Herr, wir danken dir einmütig, daß du dir ein Volk erwählt und auch uns Verlorne gütig deiner Kirche zugezählt; wir ſind Chriſten, wir ſind dein, laß uns, was wir heißen, ſein und aufrichtig darnach ſtreben, wie wir dir zu Dienſte leben. 3. Dir ſei Dank für deine Gaben, ſo du in die Kinder legſt, die den Bund beſtätigt haben, die du in den Armen trägſt. Herr, laß ihnen ewig nicht, was ihr Mund allhier verſpricht, was ſie heut ſich vorgenommen, aus dem Sinn und Herzen kommen. 4. Gieb, daß ſie durch deinen Segen, dir, o Heiland, treu geſinnt, beſſre Chriſten werden mögen, als wir leider alle ſind. Durch ſie ſei dein Reich vermehrt, durch ſie werdeſt du geehrt, bis wir all in Zions Höhen einſt dein Jubelfeſt begehen. Das heil. Abendmahl. 141 Das heilige Abendmahl. (Vor und während der Seier.) 195. 1 Chri⸗ſte, du Lamm Got⸗tes, der du trägſt die Sünd der Welt, Chri⸗ſte, du Lamm Got⸗tes, der du trägſt die Sünd der Welt, — † er⸗barm dich un⸗ſer!) Bottes er⸗barm dich un⸗ſer!) 32 i i — —— FE —— der du trägſt die Sünd der Welt, gieb uns dei⸗nen Frie⸗den. 1— B S A„ ⸗„ men. A„ men. Alte Kirche. 196. S5 i E— T Z F Schmü⸗cke dich, o lie⸗be See⸗le, laß die dunk le komm ans hel⸗le Licht ge⸗gan⸗gen, fan⸗ge herr⸗lich Sün⸗den ⸗höh⸗le, an zu pran⸗gen, ———— S S—— will dich jetzt zu Ga⸗ſte la ⸗den; der den Him⸗mel ———— E ——— kann ver⸗wäl⸗ten, will jetzt Her⸗berg in dir hal⸗ten. 2. Dürſtend nach dem Himmelsſegen eile deinem Herrn entgegen, der mit ſüßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten; eile, ſie ihm aufzuſchließen, wirf dich hin zu ſeinen Füßen; ſprich: o Herr, laß dich umfaſſen, von dir will ich nimmer laſſen! 3. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menſchenfreund, nach deiner Güte; ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach deinem Mahl zu ſehnen; ach, wie pfleget mich zu dürſten nach dem Trank des Lebens⸗ fürſten, daß mit dieſem Brot und Weine ſich mein Heiland mir vereine denn der Herr voll Heil und Gna⸗den —— 142 Kirche und Gnadenmittel. 4. Jeſu, meine Lebensſonne, Jeſu, meine Freud und Wonne, Jeſu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen! Laß mich würdiglich genießen dieſer deiner Himmelsſpeiſe, mir zum Heil und dir zum Preiſe. 5. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig haſt dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdroſſen, Herr, dein Blut für uns vergoſſen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 6. Jeſu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht ver⸗ gebens, oder mir wohl gar zum Schaden ſei zu deinem Tiſch geladen; laß mich durch dies Seeleneſſen deine Liebe recht ermeſſen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gaſt im Himmel werden! Joh Franck, † 1677. 197. Mel. cs iſt gewißlich an der Seit.) S — . Herr Je ſu Chriſt, du höch⸗ſtes Gut, du Brunnquell al⸗ler Wir kom⸗men, dei⸗nen Leib und Blut, wie du uns haſt ge zum Prei⸗ſe dei⸗ner Herr⸗lich⸗keit und —— unſ⸗rer See⸗len Se⸗lig⸗keit zu eſ⸗ſen und zu trin⸗ken. 2. O Jeſu, mach uns ſelbſt bereit zu dieſem hohen Werke! Schenk uns dein ſchönes Ehrenkleid durch deines Geiſtes Stärke; hilf, daß wir Gäſte ſein und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmels⸗ we en. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben laß Sünd und Not uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerſchaft dort ewig ſelig werden. Vor 1698. 198. (mel. wie nach einer waſſerquelle.) —— — 1 e du haſt für al⸗le Sün⸗der ei⸗nen rei⸗chen wo das Brod der ar⸗men Kin„der nach des Va⸗ters Tiſch ge⸗deckt, Lie ⸗be ſchmeckt. Heu⸗te nun bin ich dein Gaſt, wie du mir Das heil. Abendmahl. 143 be⸗foh⸗len haſt; a⸗ ber hilf auch, daß mein Her⸗ze — — S — dei⸗ne Wohl⸗that nicht ver„ſcher⸗ze. 2. Räume mir aus dem Gemüte alles Arge völlig aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebſter Jeſu, liebe mich und laß deinen Tiſch auf Erden mir des Himmels Vorſchmack werden. 3. Kann der Herr dem Knechte ſchenken auch ſein eigen Fleiſch und Blut: ach, ſo hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jeſu, für mein Leben zur Erlöſung haſt gegeben. 4. Wirke heilige Gedanken in der Seel, die dir gehört; halte meinen Sinn in Schranken, wenn mich Furcht und Zweifel ſtört. Fühl ich meiner Sünden Not, ſo erfülle mich dies Brot, dieſer Kelch mit neuem Mute; dein Blut floß auch mir zu gute. 5. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft, und weil alles da verloren, wo nicht Jeſus Hilfe ſchafft: ach, ſo laß dein Brot und Wein meines Herzens Labſal ſein, daß die Wirkung dieſer Speiſe künftig in der That ſich weiſe. 6. Laß mich deine Liebe ſchmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, ſo ver⸗ ſchaffe mir dein Blut einen rechten Freudenmut, daß ich meinen Troſt und Glauben mir durch niemand laſſe rauben. 7. Hilf mir recht ins Herze faſſen deinen herben, bittern Tod: laſſe mich auch niemand haſſen, der mit mir genießt dein Brot; nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir ſein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. K. Neumann, † 1715. 199. (Mel. Crquicke mich, du Feil der Sünder.) S 1 Mein d⸗ ⸗ſu, der du vor dem Schei⸗den in dei⸗ner uns haſt die Früch⸗te dei⸗ner Lei⸗den in ei⸗nem S S E— letz⸗ten Trau⸗er⸗nacht Te⸗ſta⸗ment ver⸗macht: C— ter dich, Stif⸗ter die⸗ſer ho⸗hen Güter! es prei⸗ſen gläu⸗bi⸗ge Ge⸗mü⸗ —— Kirche und Gnadenmittel. 2. So oft wir dieſes Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu; man kann aus friſchen Proben ſchließen, wie brünſtig deine Liebe ſei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen erneuern ſich in unſern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewiſſen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unſer Schuldbrief ſei zerriſſen, daß unſre Handſchrift ſei zerſtückt, daß wir Vergebung unſrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Und feſter, als es je geweſen, wird nun das Band, das uns vereint von allem Seelenſchmerz geneſen ſchaun wir in dir den liebſten Freund; wir fühlen uns in ſolchen Stunden mit dir zu einem Geiſt verbunden 5. Dies Brot kann wahre Nahrung geben, und dieſer Kelch er⸗ quickt den Geiſt; es mehrt ſich unſer innres Leben, wenn unſer Glaube dich geneußt; wir fühlen neue Kraft und Stärke in unſerm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein; wir müſſen all in ſolchem Stande ein Herz und eine Seele ſein; der Geiſt muß mehr zuſammenfließen, da wir ein Fleiſch und Blut genießen. 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, daß unſer Fleiſch, jetzt ſchwachheitsvoll, einſt herrlich aus dem Staube grünen und un⸗ verweslich werden ſoll; ja, daß du uns ein ewig Leben nach dieſem kurzen werdeſt geben. 8. O teures Lamm, ſo edle Gaben haſt du in dieſes Mahl ge⸗ legt! Da wir dich ſelbſt zur Speiſe haben, wie wohl iſt unſer Geiſt gepflegt! Dies Mahl iſt unter allen Leiden ein wahrer Vorſchmack jener Freuden. 9. Dir ſei Lob, Ehr und Preis geſungen! Ein ſolcher hoher Liebesſchein verdient, daß aller Engel Zungen zu deſſen Ruhm ge⸗ ſchäftig ſein. Wird unſer Geiſt zu dir erhoben, ſo wird er dich voll⸗ kommen loben. Joh. Jal. Rambach, † 1735. 200. werr, wie du willſt, ſo ſchicks mit mir.) 7 5— E S 1 hei lig iſt die Stätte hier, wo ich voll Andacht ſte⸗he!] Sie iſt des Himmels Pforte mir, die ich nun of⸗fen ſe⸗ he. ½ — S S— 2 —— i 62 OLebensthor, o Tiſch des Herrn Vom Himmel binichnichtmehrfern — — —— i* ——— und füh⸗le Got⸗tes Nä„ he. 2. Wie heilig iſt dies Lebensbrot, dies teure Gnadenzeichen, vor dem des Herzens Angſt und Not und alle Qualen weichen. O Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beſchert, dich will ich jetzt genießen. Das heil. Abendmahl. 145 3. Wie heilig iſt doch dieſer Trank, der mein Verlangen ſtillet, der mein Gemüt mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet! O Lebenstrank, o heilges Blut, das einſt gefloſſen mir zu gut, dich will ich jetzt empfangen! 4. Welch unausſprechlich Glück iſt mein, welch Heil hab ich ge⸗ funden! Mein Jeſus kehret bei mir ein; mit ihm werd ich verbunden. Wie iſt mein Herz ſo freudenvoll, daß ich in Jeſu leben ſoll und er in mir will leben! 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jeſus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jeſu, komm und heile mich, was ſündlich iſt, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel ſei und bleibe. Von dir ſei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Ebenbild beſtändig in mir leuchten! 7. Nun, du haſt himmliſch mich erquickt, du haſt dich mir gegeben, in dir, der mich ſo hoch beglückt, will ich nun ſtündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigkeit mit dir ver⸗ einigt bleiben. V. Löſcher, † 1749. 201. (Mel. Schmüche dich, o liebe Seele.) — S 1 Komm, mein Herz, aus ſu Lei⸗den ſtrömt auch dir ein Stil ⸗le hier dein ſehn⸗lich Dür⸗ſten aus dem Kelch des 0 S— —— ————— Quell der Freu⸗den.]; Le⸗bens⸗für⸗ſten. Daß ich ei⸗nen Hei⸗land ha⸗be L4 2 8 S und in ſei⸗ nem Heil mich la ⸗ be und in ſein Ver⸗ ⸗ T M P — dienſt mich klei ⸗ de, das iſt mei⸗nes Herezens Freu⸗de. 2. Darum will ich mit Verlangen nun ſein Abendmahl empfangen; hier darf ich mich ihm verbinden, und ſo werd ichs tief empfinden, daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie ſein Wort mir ſagt und ſchreibet, mein Erlöſer war und bleibet. Ach, wie werd ich oft ſo müde! Wie entweicht der ſüße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, wenn mir dieſes Licht ent⸗ ſchwunden: daß ich einen Heiland habe, der mit ſeinem Hirtenſtabe, ſanft und mild und voll Vergeben, mir nichts iſt, als Heil und Leben. Cvangel. Geſangbuch 10 146 Kirche und Gnadenmittel. 4. Sei geſegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da „das Mißtraun mich vergiftet, ſolch ein Denkmal ſelbſt geſtiftet: daß ich einen Heiland habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe gern gethan, mich zu erretten von des ewgen Todes Ketten. 5. Heilges Brot, ſei mir geſegnet, weil mir der mit dir begegnet, der mit ſeinen Todeswunden die Erlöſung mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und tot im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich ſchmecken und erwägen. 6. Heilger Kelch, ſei mir geſegnet, weil mir der mit dir begegnet, deſſen Blut mich läſſet finden die Vergebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der die dürre Seele labe, muß nicht dies mein Dürſten ſtillen und mein Herz mit Wonne füllen? 7. Er gebietet mir zu eſſen, meines Jammers zu vergeſſen; er ge⸗ bietet mir zu trinken und in Freude zu verſinken, daß ich einen Hei⸗ land habe, der ſich ſelbſt als Dpfergabe hat für mich dahingegeben, mir zu Speis und Trank und Leben! 8. Will hinfort mich etwas quälen, oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zerrinnen, ſo will ich mich nur beſinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret! E. G. Woltersdorf, † 1761. 202. (Mel. An waſſerflüſſen Babylon.) ——— BS 1 Ich kom⸗me, Herr, und ſu⸗che dich, müh⸗ſe⸗lig Gott, mein Er⸗ bar⸗mer, würd⸗ge mich des Wun⸗ders 3 Ich lie⸗ge hier vor dei⸗nem Thron, Sohn Got-tes und des Men⸗ſchen Sohn, mich dei⸗ner — ———— zu ge⸗trö„ſten; ich füh⸗le mei⸗ ner Sün⸗ —— den Müh ich ſu⸗che Ruh und ſin de ſie im Das heil. Abendmahl. 147 — Glau ben der Er[5„„ſeen. m — 2 Glau⸗ben der Er lö ſten. 2. Dich bet ich zuverſichtlich an, du biſt das Heil der Sünder, du haſt die Handſchrift abgethan, und wir ſind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: es iſt vollbracht! Du haſt mein Heil verdienet; du haſt für mich dich dargeſtellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit uns verſühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden und läßt in ſeinem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufſt und er erhört dich ſchon, ſpricht liebreich: ſei getroſt, mein Sohn, die Schuld iſt dir vergeben; du biſt in meinen Tod getauft, und du wirſt dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein iſt das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich ver⸗ eine mich mit dir, ich bin der Weinſtock, bleib an mir, ſo wirſt du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich ſtärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück iſt dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig ſein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preiſen; laß mich den Ernſt der Heiligung durch eine wahre Beſſerung mir und der Welt beweiſen! Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Nr. 201. 203. 1. Jeſu, Freund der Menſchenkinder, Heiland der verlornen Sün⸗ der, der zur Sühnung unſrer Schulden Kreuzesſchmach hat wollen dulden, wer kann faſſen das Erbarmen, das du trägeſt mit uns Armen! In der Schar erlöſter Brüder fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir ſtrömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen; in dem Elend meiner Sünden ſoll bei dir ich Hilfe finden; meine Schuld willſt du bedecken, mich befrein von Furcht und Schrecken, willſt ein ewig ſelig Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Herr, du kommſt, dich mit den Deinen in dem Nachtmahl zu vereinen; du, der Weinſtock, giebſt den Reben neue Kraft zum neuen Leben. Nun, ſo ſteh bei mir und ſtärke mich zu jedem guten Werke; hilf, daß ich die Luſt der Sünde durch dich kräftig überwinde. 4. Nun ſo ſei der Bund erneuet, unſer Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild wolln wir ſehen und dir nach, mein Heiland, gehen. Schaff ein neues Herz uns Sündern, mache uns zu Gotteskindern, die dir leben, leiden, ſterben, deine Herrlichkeit zu erben. 10* —— See — v A du kommen, daß wir mi ewig ehren? Haollelujah, welche Freuden ſind die Früchte deiner Leiden! Danket, danket, fromme Herzen, ewig ihm für ſeine Schmerzen⸗ Kirche und Gnadenmittel. 5 5. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirſt t der Engel Chören, Herr, dich ſchaun und K. Lavater, † 1801. 204. (Mel. wachet auf, ruft uns die Stimme.) — 1 Herr, du wollſt uns voll⸗be⸗rei⸗ten zu dei⸗nes Mah⸗les Laß uns, Le⸗ ben zu em⸗pfa⸗hen, mit glaubens⸗vol⸗lem S —— Se ⸗lig⸗kei⸗ten, ſei mit⸗ten un⸗ ter uns, o Gott!. Tod. Her⸗zen na⸗hen, und ſprich uns los von Sünd und ————— Wir ſind, o Je⸗ſu, dein; dein laß uns e⸗wig ſein! * Amen, A⸗men! An ⸗be⸗tung dir! Einſt fei⸗ern wir —2%ᷓ́́ᷓYnY — das gro⸗ße A⸗bend⸗mahl bei dir. 2. Nehmt und eßt zum ewgen Leben gegeben; die Gnade Jeſu ſei mit euch! Leben den Kelch des Heils, auch euch gegeben, ererbt, ererbt des Mitt⸗ lers Reich! Wocht, eure Seele ſei bis in den Tod getreu! Amen, Amen! Der Weg iſt ſchmal; klein iſt die Zahl, die dort eingeht zum Abendmahl. F. G. Klopſtod, † 1803. 205. das Brot, das euch der Herr Nehmt und trinkt zum ewgen 6 Wie könnt ich ſein ver⸗ geſ ⸗ſen, der mich noch Kann ich die Lieb er„meſ ſen, da ⸗durch mein — ——————— k S nie ver ⸗gaß? Herz ge 4 Ich lag in bit⸗tern Schmerzen, Das heil. Abendmahl. 149 S e S ſchafftmein Le⸗ben neu, und ſtets quillt aus dem Her„zen —— 8—— 2— S ihm neu⸗e Lieb und Treu! 2. Wie ſollt ich ihn nicht lieben, der mir ſo hold ſich zeigt? Wie jemals ihn betrüben, der ſo zu mir ſich neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, getragen meine Schmach, ruft er mir nicht von oben: komm, folge du mir 3. Ich will ihn ewig lieben, der mir aus Todesnacht, von meinem Schmerz e Un ſterblichkeit gebracht; der noch zur letzten Stunde mir reicht die treue Hand, daß mich kein Feind verwunde im Lauf zum Heimatland. 4. Er giebt zum heilgen Pfande mir ſeinen Leib, ſein Blut, hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Himmelsmut, will ſelber in mir thronen mit ichen Gnadenſchein. Sollt ich bei ihm nicht wohnen? in ihm nicht ſelig ſein? 5. 6 Freuden und bei Schmerzen durchleuchte mich dein Bild wie du, o Herz der Herzen⸗ geblutet haſt ſo mild! Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih ich dir. Laß mir die Heimat offen und dein Herz für und für! Chr. Kern, † 1835. 206. (Mel. Seuch deinen — Kommt her, ihr ſeid ge⸗la⸗den; der Hei⸗land ru⸗ de ie e der der Gna⸗den, an Huld und Lie⸗ S—— der Erd und S lenkt, will Gaſtmahl mit euch en wun⸗ 5e— ge⸗ ſe. was er in — Lie ⸗be ſchenkt. 2. Kommt her, verzagte Sünder, und werft die Angſte weg; kommt her, verſöhnte Kinder, hier iſt der Lebensſteg! Empfangt die Himmelsluſt, die heilge Geiſtesſpeiſe, die auf verborgne Weiſe erquicket jede Bruſt. 3. Kommt her, betrübte Seelen, die Not und Jammer drückt, mit Gott euch zu vermählen, der wunderbar beglückt. Kommt, legt auf ewig ab der Sünde bange Säumnis; empfanget das Geheimnis, das Gott vom Himmel gab. MF ———— Kirche und Gnadenmittel. 4. O Wonne kranker Herzen die mir von oben kam! Verſchwun⸗ den ſind die Schmerzen, getröſtet iſt der Gram; was von dem Himmel fleußt, hat lieblich ſich ergoſſen; mein Herz iſt gar durchfloſſen vom ſüßen Liebesgeiſt. 5. Drum jauchze, meine Seele, hell aus der Sündennacht; ver⸗ künde und erzähle die tiefe Wundermacht, die unermeßlich ſüß, ein Vorn der Liebe, quillet und jeden Jammer ſtillet, der faſt ver⸗ zweifeln ließ. 6. Drum jauchze, meine Seele, drum jauchze deinem Herrn; ver⸗ künde und erzähle die Gnade nah und fern, den Wunderborn im Blut, die ſelge Himmelsſpeiſe, die auf verborgne Weiſe dir giebt das höchſte Gut. C. M. Arndt, † 1860. (Nach der Feier des heiligen Abendmahls. 207. (Mel. Nun laßt uns Gott, dem Kerren.) S S du Freund⸗lich⸗ſter a 2. Wie kann ich gnugſam ſchätzen dies himmliſche Ergötzen und dieſe teuren Gaben, die uns geſtärket haben? 3. Wie ſoll ich dirs verdanken, o Herr, daß du mich Kranken ge⸗ ſpeiſet und getränket, ja ſelbſt dich mir geſchenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen; dir dank ich für dein Leiden, den Urſprung meiner Freuden. 5. Dir dank ich für dein Lieben, das ſtandhaft iſt geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 6. Du wolleſt ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Herzen treiben und kräftig in mir bleiben. 7. Laß mich ſie ernſtlich meiden, laß mich geduldig leiden; laß mich mit Andacht beten, von deinem Weg nie treten. 8. So kann ich nicht verderben, drauf will ich ſelig ſterben und freudig auferſtehen, o Jeſu, dich zu ſehen. Joh. Riſt, † 1667. 208. (mel. Jeſu, meines Cebens Ceben. Nr. 1.) —— 1 Dan⸗ket, dan„ket Gott mit Freu⸗den, dan ket ihm mit Macht die gro⸗ßen Se⸗lig⸗ kei⸗ ten die ⸗ſes heil⸗gen S * Herz und Mund!] Nah⸗les kund, was der Herr für Gna⸗den ſchen⸗ket, Das heil. Abendmahl. 151 —— 2—— S da er ſelbſt uns ſpeiſt und trän⸗ket; dan⸗ket ihm vor T dem A⸗ltar, daß er uns ſo freundlich war. 2. Ja, wir preiſen Gottes Güte, denn ſie währet ewiglich. O wie freut ſich das Gemüte, daß der Herr ſo gnädig ſich gegen uns auch jetzt erwieſen! Immerdar ſei er geprieſen; groß iſt feine Huld und Treu; ſie war dieſesmal auch neu. 3. Heilig, heilig, heilig werde, Gott, dein Nam uns mehr und mehr; alle Himmel ſamt der Erde zeugen laut von deiner Ehr. Dir, Herr, ſingen Seraphinen dreimal heilig, die dir dienen; droben in dem Heiligtum ſchallet deines Namens Ruhm. 4. Gott, der Herr und Vater, ſegne uns in ſeinem lieben Sohn: und des Vaters Sohn begegne uns von ſeinem Gnadenthron; und der Herr, der Geiſt, bereite uns zur Herrlichkeit und leite uns zu ſeinem Frieden! Ja! Amen! ſprecht Hallelujah! N. Kaiſer, † 1800 209. (Mel. O daß ich tauſend Sungen hätte.) P 1 Nimm hin den Dank für dei⸗ne Lie ⸗be, er⸗höh⸗ter Mittler, Gieb, daß ich dich nicht mehr be⸗trü⸗ be, der du für michge⸗ F laß dei⸗nes Leidens Angſt und Pein mir im⸗mer⸗dar vor Au⸗gen ſein. 2. Im Streite hilf mir überwinden und ſtärke mich zu jeder Pflicht; bewahre mich vor neuen Sünden, verlaß mich in Verſuchung nicht, und dein für mich vergoſſnes Blut ſchenk mir im Todeskampfe Mut. 3. Hilf, daß ich deines Leibes Glieder, die heut dein Heil, wie mich, erfreut, von Herzen lieb als meine Brüder, als Erben einer Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott, uns ſpeiſt und tränkt ein Kelch, ein Brot. 4. Wie jetzt, o Herr, in deinem Namen dein Volk vor dir ver⸗ ſammelt war, ſo bring einſt wieder uns zuſammen, daß wir mit deiner Engelſchar, anbetend als dein Eigentum, ſtets preiſen deines Namens Ruhm. G. J. Zollikofer, † 1788, und J. C. Lavater, † 1801. ——— Wiedergeburt und Heiligung. 210. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet.) S 1 Vollbracht iſt nun die heil⸗ge Fei⸗er; ver⸗kün⸗-digt O dein Ge⸗dächt⸗nis ſei uns teu⸗er und un⸗ver⸗ S Laß nie S Vor⸗ge⸗füh⸗le ——— in uns er ⸗kal⸗ten und ver⸗ gehn icß wür⸗digſt einſt am S DB — Kronenzie⸗le, Herr, dei⸗ne 5 lich⸗ uns ſehn Ch. Wagner, 1825. XIMI. Wiedergeburt und Heiligung. Buße. 211 — Schaf fe in mir, Gott, ein reienes Her⸗ze und — mir ei nen neusen, ge⸗wiſ⸗ſen Geiſt. Perwirf mich nicht, on dei⸗ S An ge. von — —— — 9 dei⸗nem An⸗ ⸗ und nimm dei⸗nen hei ⸗li⸗gen Geiſt mir. Pf 51, V. 12, 13. 1 Buße. 153 212. Aus tie ⸗fer Not ſchrei ich zu dir, Herr Gott, er⸗hör mein Dein gnä⸗dig Ohr neig her zu mir und mei ner Bitt es denn ſo du willſt das ſe⸗ hen an, was —.— Sünd und Un⸗recht iſt ge⸗than; wer kann, Herr, vor dir blei⸗ ben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunſt, die Sünde zu ver⸗ geben; es iſt doch unſer Thun umſonſt auch in dem beſten Leben; vor dir niemand ſich rühmen kann; des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienſt nicht bauen; auf ihn allein verlaſſen mich und ſeiner Güte trauen, die mir zuſagt ſein wertes Wort; das iſt mein Troſt und treuer Hort; des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Mor⸗ gen, doch ſoll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch ſorgen. So thu das Volk von rechter Art, das aus dem Geiſt erzeuget ward und ſeines Gottes harre. 5. Ob bei uns iſt der Sünden viel, bei Gott iſt viel mehr Gna⸗ den; ſein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch ſei der Schaden. Er iſt allein der gute Hirt, der rael erlöſen wird, aus ſeinen Sün⸗ den allen. Luther, † 1546. öf n 1 Al⸗lein zu dir, Herr, Je ⸗ ſu Chriſt, mein Hoffnung Ich weiß, daß du mein Trö⸗ ſter biſt, kein Troſt mag — ſteht auf Er ⸗ mir ſonſt wer Wiedergeburt und Heiligung. —— hel⸗fen kann: dich ruf —— Hel„ fers⸗mann. Herzen; derſelber Schmerzen, und was du mir, Herr, verſprochen haſt. —— Dingen lieben dich und meinen Nächſten gleich mitr wend. 4. Ehr ſei Gott in dem höchſten Thron, dem werten heilgen Geiſt, der uns ſein Hi wohlgefällig ſein hier i 214. (mel. Erhalt uns, Kerr, bei deinem Wort.) —9 — F = 1. O from⸗mer und ge⸗ treu⸗er iſt mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott,n 3. Ach, ſtärk durch dein Barmherzigkeit in mir ein recht auf daß ich deine Freundlichkeit mög inniglich anſchauen, als mich; ſend mir dein Hilf am letzten End, damit behend des Todes Graun ſich von Vater aller Güte, üte, und ſeinem lfe allzeit leiſt, daß wir ihm in der Zeit und dort hernach in Ewigkeit. C. Huber, † 1577, oder Joh. Schneeſing, † 1567. und Jeſu Chriſto, ſeinem Sohn, der uns allzeit beh L S2 2. Mein Sünd iſt ſchwer und übergroß und reuet mich von mach mich frei und los durch deinen Tod und nimm dich mein beim Vater an, der du für mich ge⸗ nug gethan, ſo werd ich los der Sünden Laſt; mein Glaub erfaßt, Vertrauen, vor allen Gott, ich hab ge⸗bro⸗chen — dein Ge⸗bot und ſehr ge⸗ſün⸗digt wi der dich! Das icht Luſt haſt an des Sünders Tod, ſo iſt dein herzliches Begehr, daß ich mich wieder zu dir kehr. 3. Auf dies Wort, lieber Bater fromm, ich arme dir komm und bitt durch deines Sohnes Tod: erbarm meiner Not! 4. Verſchon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, r Sünder zu dich mein in ſo werd ſch arm verlornes Kinb ledig und los all meiner Sünd. 5. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich beſſern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieſer Zeit gelangen zu der Seligkeit. B. Ringwald(²), † 1598. Buße. 215. gangene Sün⸗den! Da iſt nie⸗mand, der hel⸗fen kann, in die⸗ſer Welt zu fin⸗den. —.———— — 2. Lief ich gleich weit zu dieſer Zeit, bis an der Erden Enden, und wollt los ſein des Elends mein, würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verſtoß mich nicht, wie ichs wohl hab ver⸗ dienet. Ach geh doch nicht, Gott, ins Gericht; dein Sohn hat mich verſühnet. 4. Solls ja ſo ſein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müſſen, ſo fahr hie fort und ſchone dort, und laß mich hier wohl büßen. Gieb, Herr, Geduld, vergiß die Schuld, ſchaff ein gehorſam daß ich mein Heil, mein beſtes Teil, durch Murren nicht ver⸗ cherze. 6. Handle mit mir, wie's dünket dir, ich will es gerne leiden; nur wollſt du mich nicht ewiglich von deiner Gnade ſcheiden. V. Nutilius, † 1618. Mel. Nr. 212. 216. 1. O Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verſtoß den nicht, der zu dir ſchreit und thut noch endlich Buße! Was ich wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große üte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat, nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit ſchaffe Rat in allem, wo mirs fehlet; gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jeſu Chriſte, der du haſt am Kreuze für mich Armen ge⸗ tragen aller Sünden Laſt, wollſt meiner dich erbarmen! O Gottes und des Menſchen Sohn, erbarm dich mein und mein verſchon, hör auf mein kläglich Rufen! 4. O heilger Geiſt, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenluſt anficht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Reichtum, Luſt und Ehr in meinem Herzen herrſche! 5. Und wenn mein Stündlein kommen iſt, ſo hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trutz und Liſt durch Chriſti Sieg mag dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angſt und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur ſei die Thür zum Leben. Dav. Denicke, † 1680. —— 156 Wiedergeburt und Heiligung. 217. Onel. Füter, wird die Nacht der Sünden) —— S 1. Ach, was bin ich, mein Er⸗ret⸗ter und Ver⸗tre⸗ter mei⸗nem — k3— S— bei dem un„ſicht⸗ba⸗ren Licht? Ich ver⸗zag in p 5————— Mute; denn das Gu⸗te, das ich will, das thu ich nicht. 2. Ach, was bin ich, mein Erbarmer? Sieh, ich Armer bin ein ſchwankes Rohr im Wind; wie ein Weberſchifflein ſchießet, ſo verfließet meines Lebens Lauf geſchwind. 3. Ach, was bin ich, mein Erlöſer? Seele Stand; drum, mein Helfer, nicht verweile, die Gnadenhand! ſt du mich erheben zu dem Leben? Komm, ach 4. Ach, wann wir komm, und hilf mir doch! Demut kann dich bald bewegen, lauter Segen wirſt du laſſen fließen noch. 5 Trotzig iſt, o Gott, mein Herze, mir zum Schmerze, ja, es iſt mir leid dazu! Höre mich, hör an das Quälen; Arzt der Seelen, ſchaffe meinem Herzen Ruh! 6. Gieb, daß mir der Tod nicht ſchade; Herr, gieb Gnade, laß Ein Demütiger und Kleiner, aber Reiner, J. Neander, † 1680. Immer böſer find ich meiner Jeſu, eile, reiche mir mich ſein dein liebes Kind! endlich Ruh und Gnade findt. 218. (mel. Nun ſich der Cag geendet hat.) —— als Ga⸗be und Ge⸗ — Mein Gott, das Herz ich brin⸗ge dir a von mir, des bin ich ein⸗ge⸗denk. ſprichſt du, das iſt mir lieb h im Himmel und auf Erd. mein Herz, veracht es ſchenk; du forderſt die⸗ ſes j 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, und wert; du findeſt anders auch nicht Ru 3. Nun, du, mein Vater, nimm es an, zu mir dein Geſicht! nicht. Ich gebs, ſo gut ichs geben kann; kehr ir de Zwar iſt es voller Sündenluſt und voller Eitelkeit, des Guten aber unbewußt und wahrer Frömmigkeit. 5 5 ſ ſeinen Ubelſtand und 5. Doch aber ſteht es nun in Reu, fühlt Luſt erſt fand. träget jetzt vor allem Scheu, daran es ——,—— Buße. 157 6. Schenk mir, Herr Chriſt, nach deiner Huld, Gerechtigkeit und Heil; nimm von mir meine Sündenſchuld und meiner Strafe Teil. 7. O heilger Geiſt, nimm du auch mich in die Gemeinſchaft ein; ergieß um Jeſu willen dich tief in mein Herz hinein. 8. Dein göttlich Licht ſtröm in mich aus und Glut der reinen Lieb; tilg Finſternis, Haß, Falſchheit aus; ſchenk mir ſtets deinen Trieb. 9. Hilf, daß ich ſei von Herzen treu im Glauben dir, mein Gott, daß mich im Guten nicht mach ſcheu der Welt Liſt, Macht und Spott. 10. Hilf, daß ich ſei von Herzen feſt in Hoffen und Geduld, daß, wenn auch alles mich verläßt, mich tröſte deine Huld. 11. Hilf, daß ich ſei von Herzen rein im Lieben, und erweis, daß mein Thun nicht ſei Heuchelſchein, durch Werke dir zum Preis. 12. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit; ja, laß es deine Wohnung ſein auch in der Ewigkeit. Caſp. Schade, † 1698. 219. (Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende.) S S Ich ar⸗ mer Menſch, ich ar-mer Sün⸗der ſteh Ach Gott, ach Gott, ver⸗fahr ge⸗ lin⸗der und E 1 S hier vor Got tes An⸗ ge„ſicht! geh nicht mit mir ins Ge ⸗richt! Er bar? me — — ſ—n ———= dich, er⸗bar⸗me dich, Gott, mein Er⸗bar-mer, ü⸗ber mich! 2. Wie iſt mir doch ſo angſt und bange, wie kränkt mich meine große Sünd! Hilf daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und ver⸗ lornes Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein ſeufzend Schreien, und neig zu mir dein Vaterherz; wollſt alle Sünden mir verzeihen und lindern meines Her⸗ zens Schmerz! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab verſchuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd; o treuer Vater, ſchone, ſchone, erkenn mich wieder als dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, ſo werd ich leben; ſprich, daß ich armer Sünder hör; geh hin, die Sünd iſt dir vergeben; nur ſündige hinfort nicht mehr! Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer über mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei; weil ſich der Troſt im Herzen mehret, drum will ich enden mein Ge⸗ ſchrei. Ich weiß ja, du erbarmeſt dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Chr. Titius, † 1703. 158 Wiedergeburt und Heiligung. 5 220. (Mel. Zeuch meinen Geiſt, triff meine Sinnen) S — 1. Hier legt mein Sinn ſich vor dir nie⸗der, mein Geiſt ſucht — — ſei⸗ nen Ur⸗ſprung wie⸗der; Herr, dein er⸗freu⸗end An⸗ge⸗ ſicht auf mei⸗ne Ar ⸗mut gnädig richt. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich in Chriſti Tode ſterben; o möchte doch in ſeiner Pein die Eigenheit ertötet ſein! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; jedoch iſt von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf dieſer Erden durch deinen Geiſt ge⸗ heiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß un⸗ beweglich ſtehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht ſelbſt zu raten, hier gelten nichts der Menſchen Thaten; wer macht ſein Herz wohl ſelber rein? Es muß durch dich gewirket ſein. 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben: du biſt noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du ſtehſt mir bei und machſt mich von mir ſelber frei. 7. Indeſſen will ich treulich kämpfen und ſtets die falſche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit erſiehſt und aus der Sünde Netz mich ziehſt. 8. In Hoffnung kann ich fröhlich ſagen: Gott hat der Hölle Macht geſchlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in ſeine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach, drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir ſchon ſelig bin! Chr. Fr. Richter, † 1711. 221. (Mel. An waſſerflüſſen Babylon.) 1 O Kö⸗ nig, deſ⸗ ſen Maje„ſtät weit ü⸗ ber dem Erd und Meer zu Dien ſte ſteht, vor dem die al ⸗les ſtei get,— Welt ſich nei, get, der Him⸗mel iſt dein hel⸗les Kleid, —————————— Buße. 159 ———— 5—— 2——— 2 E—— du biſt voll Macht und Herr⸗lich⸗keit, ſehr groß und wun⸗der⸗thä ⸗ tig. Ich Ar⸗mer, ich ver ⸗ mag nichts mehr, als daß ich ruf zu dei⸗ ner Ehr: Goit, X oder: — —— ir Sün der ſei mir Sün⸗der gnä dig! 2. Hier ſteh ich, wie der Zöllner that, beſchamet und von ferne. ich ſuche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, ſo ſchlag ich nieder mein Geſicht vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, ſei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängſten mein Ge⸗ wiſſen; drum ſchlag ich reuig an die Bruſt und will von Herzen büßen Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch, weil du winkſt, ſo bet ich mit ganz zerknirſchtem, bangem Geiſt, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott, ſei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, ſchaue Jeſum an, den Heiland aller Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen ſind der iſts, bei dem ich Ruhe find, ſein Herz iſt ja gut⸗ thätig. Ich faſſe ihn und laß ihn nicht, bis dir das Herz mitleidig bricht: Gott, ſei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in dieſem ganzen Leben; du biſt mein Gott und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar ſein durch die Liebe thätig. Und geht es nicht ſo, wie ich ſoll, ſo ruf ich, wie mein Herz iſt voll: Gott, ſei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es böſe oder gut, gieb nur, daß es nicht ſchade. Kommt dann das letzte Stündlein an, ſo ſei mir auf der Todesbahn, mein Jeſu, ſelbſt noch gnädig. Und wenn ich nicht mehr ſprechen kann, ſo nimm den letzten Seufzer an: Gott, ſei mir Sünder gnädig! V. Löſcher, † 1749. Wiedergeburt und Heiligung. 222. 1. An dir allein, an dir hab ich ge⸗ſün digt und —t ü⸗bel oft an dir ge⸗than. Du ſiehſt die Schuld, die mir den Fluch ver⸗kün-digt, ſieh, Gott auch mei⸗nen Jam⸗mer an. 2. Dir iſt mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen und meine Thränen ſind vor dir. Ach, Gott, mein Gott, wie lange ſoll ich ſorgen, Wie lang entfernſt du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich ſuche dich; laß mich dein Antlitz fin⸗ den, du Gott der Langmut und Geduld! 4. Früh wollſt du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Sohnes willen; du biſt ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre du dein heilig Recht mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du biſt mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schutz, mir beizuſtehen, und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt ſich meiner Seelen an. Chr F. Gellert, † 1769. 223. (mel. wie nach einer waſſerquelle.) —— 3——,———— — pt vor deſ⸗ſen An⸗ge⸗ſich⸗ de nur ein rei⸗ner Wan⸗del gilt, ſew⸗ges Licht, aus deſ⸗ſen Sicht⸗e nichts als rein⸗ſte Klar⸗heit quillt, laß uns doch zu je der Zeit dei⸗nen Strahl der Hei⸗ligkeit — ſodurch Herzu. Sec le drin gen daß auchwirnachHeilgungrin genl 2. Du biſt rein im Werk und Weſen, und dein unbeflecktes Kleid, das von Ewigkeit geweſen, iſt die reinſte Heiligkeit. Du biſt heilig, aber wir, großer Schöpfer, ſtehn vor dir, wie in einem Kleid voll Flecken, die wir dir umſonſt verſtecken. Buße. 161 3. Was dein Geiſt und Herze ſinnet, was dein weiſer Wille thut, was dein ſtarker Arm beginnet, iſt ſtets heilig, rein und gät. Und ſo bleibſt du ewiglich, während wir auf Erden dich durch das Böſe, das wir üben, ſtets von Jugend auf betrüben. Herr, du willſt, daß deine Kinder, deinem Bilde ähnlich ſein. Es beſteht vor dir kein Sünder, denn du biſt vollkommen rein; du biſt nur der Frommen Freund, Ubelthätern biſt du Feind; wer beharrt in ſeinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 5. Uns von Sünden zu erlöſen, giebſt du deinen Sohn dahin; o ſo reinige vom Böſen durch ihn unſern ganzen Sinn. Gieb uns, wie dein Wort verheißt, gieb uns deinen guten Geiſt, daß er unſern Geiſt regiere und zu allem Guten führe. Hilf, o Vater, unſern Seelen, glaubensvoll auf dich zu ſehn, deinen ewgen Weg zu wählen und ihn ohne Falſch zu gehn, bis wir mit der ſelgen Schar der Erlöſten immerdar Heilig! Heilig! Heilig! ſingen und die reinſten Opfer bringen. J. Chr Zimmermann, † 1783. 224. (Mel. Sieh, hier bin ich, Chrenkönig) Mei⸗ne See⸗le, vol⸗ ler Feh⸗le, ſu⸗chet in dem £ ———— S Dun⸗keln Licht; Je ⸗ ſu nei⸗ ge dich und zei„ge ½ — S S— * mir dein tröſt⸗ lich An„ge ſicht; auf mein Fle⸗hen — S dich ſe⸗ hen, und ver⸗ birg dich län⸗ger nicht. 2. Ich empfinde, meine Sünde ſei an allem Kummer ſchuld; ich geſtehe dirs und flehe um Vergebung und Geduld. Du, mein Leben, kannſt mir geben neue Hilfe, neue Huld. Ach, von Herzen und mit Schmerzen ſuch ich dich, mein Troſt und Heil. Wie ſo lange iſt es bange meiner Seele! Komm in Eil, laß dich nieder, komme wieder, meines Herzens beſtes Teil. 4. Richtig wandeln, weiſe handeln, wollſt du künftig mir ver⸗ leihn; gieb die Triebe reiner Liebe voller in mein Herz hinein. Welch ein Segen iſt zugegen, wenn es heißt: du mein, ich dein! . Lehre, leite, vollbereite, mich, wie du mich haben willt; gieb mir Klarheit, Geiſt und Wahrheit, daß ich gleich ſei deinem Bild; daß man merke, meine Stärke ſei in dir und du mein Schild. 6. Bis im Lichte dein Geſichte mir ſich droben völlig zeigt, wenn die Deinen nicht mehr weinen und die Klageſtimme ſchweigt. Drum ſo zeige mir die Steige, da man auf zum Himmel ſteigt. Magd. Sib. Rieger, † 1786 Evangel. Geſangbuch. 14 162 Wiedergebunt und Heiligung. Mel⸗ Nr. 223. 225. 1. Höchſter, denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o ſo wird mein ganz Gemüte zu der niefſten Scham gebeugt, daß ich dich gering geſchätzt, häufig dein Gebot verletzt und dich, der mich ſo ge⸗ liebet, mit Vergehungen hetrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder ſind ja dein, und ſie ſollten zum Geſchäfte deines Zienſtes fertig ſein; doch ich hab der Eitelkeit unbedachtſam ſie geweiht; ja zum ſchnöden Dienſt der Sunden ließ ich mich oft willig ſinden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen ſchweren Sorgen machteſt du das Herz mir frei! as mir nützte, gabſt du mir; aber ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich ſo vermeſſen deines Wohlthuns Zweck vergeſſen! 4. Bei ſo hellem Licht der Gnaden ſollt ich ja die Sünde fliehn und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem ſanften Locken, ſuchte mich ſelbft zu verſtocken. 5. Ich erhenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir; laß mich bei dir Gnade finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergieb, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade ſchnell zurück durch deine Gnade! 6 Dir ergeb ich mich aufs neue; gieb, daß mein gebeugter Geiſt deiner Vaterhuld ſich freue, die dein tröſtend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder ſtarb, Fried und Freude im Gewiſſen, ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärke ſelbſt in meiner Seele den Entſchluß, mich dir zu weihn: gieb, daß mirs an Kraft nicht fehle, folgſam deinem Wort zu ſein. Stehe mir ſtets mächtig bei, mache du mich ſelbſt getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, ſei mein ernſtlichſtes Beſtreben! Nach Fabricius, † 1703, von S. Diterich, † 1797. 226. 1(Mel. Jeſu, meines Cebens Ceben. Mr. 1.) 1 Ich er he be mein Ge⸗müte ſehn⸗ſuchts⸗voll, mein ich er kenne dei ⸗„ne Gü⸗te, o wie teu„er Gott, zu dir; Gott der Lie be und des Le⸗bens, iſt ſie mir! 65 4— S kei ⸗ner harrt auf dich ver⸗ge⸗bens; nur Ver⸗äch ⸗ter — Buße. 168 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir; daß ich richtig wandeln möge, führe du mich ſelbſt zu dir. Gott, du ſieheſt mein Vertrauen; ſicher kann ich auf dich bauen; deine Vatertreue iſt ewig, wie du ſelber biſt. 3. Ach, gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht; laß mich Gnade vor dir finden, geh nicht mir ins Gericht. Alle Sün⸗ den, die uns reuen, willſt du, Väater, ja verzeihen. O ſo höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willſt des Sünders Leben; dir iſt ſeine Seele wert Gnädig willſt du ihm vergeben, wenn er ſich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machſt du ſein Gewiſſen rege. Wohl dem, der zu ſeiner Pflicht umkehrt, du verwirfſt ihn nicht, 5. Allen, die zu dir ſich wenden, über ihre Schuld betrübt, willft du Troſt und Rettung ſenden, wenn ihr Herz ſich dir ergiebt. Freude ſchenket deine Güte dem geängſteten Gemüte, welchem du die Sünden⸗ laſt liebreich abgenommen haſt. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angeſicht! Keine ſchnöde Luſt der Sünden ſoll mich ferner überwinden Ach, bewahr, ich bitte dich, meinen Geiſt und ſtärke mich! K. Lavater, † 1801 227. Mel Es iſt gewißlich an der Seit.) 2 Wann kommtder Herr der Herr⸗lich⸗keit mit ſei nes Rei⸗ches Wannkommtder Richter, Freud und L Leid, und Bös und Gut zu * Freu⸗den? ſchei⸗ den? da; du kannſt ihn nim⸗mer mei⸗den. 2. In unſerm Herzen ſpricht ſein Spruch; wer mag vor ihm be⸗ ſtehen? Frei aufgeſchlagen iſt ſein Buch mit jeglichem Vergehen. Sein Blick wie Feuerflamme fährt und teilt wie ein zweiſchneidig Schwert, was keine Augen ſehen. 3. Was keines Feindes Mund erzählt, erzählt uns das Gewiſſen; was ſich der Heuchler lang verhehlt, wird er ſich ſagen müſſen, wenn Gottes Zeit kommt und ihn ſchilt, wenn Gottes Zeit kommt und ver⸗ gilt und läßt den Frevler büßen. 4. Wem kam nicht dieſe Gotteszeit ſo oft und oft im Leben? Wer muß nicht die Gerechtigkeit anflehn, ihm zu vergeben? und fühlt in ſeinem Innern noch viel ſtumme Schuld, ob deren doch er einſt wird müſſen beben! — — —. 164 Wiedergeburt und Heiligung. Du Herzensrichter, auf, erfahr und prüfe, wie wirs meinen! Mach uns die Fehler offenbar; was nützt es, gut zu ſcheinen? Dem Ausſpruch des Gewiſſens treu und feind ſein jeder Heuchelei, dies ſtellt uns zu den Deinen. 6. Denn wen ſein eignes Herz beſchämt mit innerſtem Beſchämen, die Schuld, die uns im Innern grämt, wer könnt uns die entnehmen? Herr, gieb, daß wir der Sünde Schritt und deiner Strafe leiſen Tritt, eh ſie uns naht, vernehmen! 7 Und wenn die letzte Stunde ſchlägt, der niemand kann ent⸗ gehen, ſo gieb, Herr, daß wir unbewegt auf unſer Innres ſehen, daß unſer Leben uns dann klar und rein erſchein, und offenbar auch das geringſt Vergehen. 8. Dann ſprich in uns, o Richter:„Komm! Dein Lohn iſt dir beſchieden. Was du gethan haſt, gut und fromm, dem Dürftigen hie⸗ nieden, das haſt du deinem Herrn gethan, dem Menſchenſohne; komm hinan! Genieße Himmelsfrieden!“ 3. G. von Herver, f† 1803. Mel. Nr. 224. 228. 1. Gott der Gnaden! Schwer beladen neigt ſich unſer Haupt vor dir; unſre Herzen ſind voll Schmerzen, Staub und Aſch iſt unſre Zier. Hab Erbarmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen, denn wir tragen auf uns aller Sünden Laſt, aller Qualen volle Schalen, die du ausgegoſſen haſt. Hab Erbarmen mit uns Armen! Angſt und Not hat uns erfaßt. 3. Wir bekennen, Herr, wir nennen laut vor dir die Miſſethat; es iſt keiner hier ein Reiner, jeder erntet böſe Saat. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sieh auf ihn, der für uns bat. 4. Herr, verzeihe; Jeſu, leihe uns dein prieſterlich Gebet! Gott, verſchone, wenn vom Sohne das Erbarmen zu dir fleht! Hab Er⸗ barmen mit uns Armen, wenn der Mittler vor dir ſteht! 5. Jeſu, rette! Brich die Kette unſrer Finſternis entzwei, daß der Glaube tief im Staube unſer Troſt und Zuflucht ſei. Hab Erbarmen mit uns Armen, Jeſu, mach uns wieder frei! 6. Sei uns gnädig, mach uns ledig, führ uns aus dem finſtern Thal! Du kannſt lindern und vermindern alle Not und Herzensqual. Hab Erbarmen mit uns Armen; Jeſu, hilf noch dieſesmal. 7. Du mußt ſiegen, wir erliegen, du biſt frei, wir ſind in Haft; du alleine biſt der Reine, wir ſind ſchwach, dein iſt die Kraft. Hab Erbarmen mit uns Armen; denk an deine Pilgrimſchaft! 8. Wenn du Frieden uns beſchieden, fürchten wir die Strafe nicht; dein Verſöhnen wird uns krönen mit Gerechtigkeit und Licht; dein Erbarmen hilft uns Armen; du biſt unſre Zuverſicht. H. Puchta, † 1858. Buße. 229. ——— § 2 [Keh⸗re wie⸗der, keh-re wie ⸗der, der du dich ver⸗ Sin⸗ke reu⸗ig bit⸗tend nie- der vor dem Herrn mit — S lo⸗ren haſt! dei⸗ner Laſt! Wie du biſt, ſo darfſt du komemen und wirſt gnä⸗dig auf ge⸗nom⸗men. Sieh, der Herrkommt dir ent⸗ge⸗gen, E— S 8 S E und ſein hei⸗lig Wort ver⸗ſpricht dir Ver⸗ge⸗bung, Heil und L S Se⸗gen; keh⸗re wie ⸗der, zau⸗dre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zerſtreuung in die Einſamkeit zurück, wo in geiſtiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo ſich bald die Stürme legen, die das Herz ſo wild bewegen; wo des heilgen Geiſtes Mahnen du mit ſtillem Beben hörſt und von neuem zu den Fahnen Jeſu Chriſti heilig ſchwörſt. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balſam für den Sündenſchmerz; ſieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgeſtreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: kehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem ſein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder, neues Leben trink in ſeiner Liebeshuld bei dem Herrn iſt viel Vergeben, große Langmut und Geduld Faß ein Herz . zu ſeinem Herzen; er hat Troſt für alle Schmerzen er kann alle Wun⸗ den heilen, macht von allen Flecken rein; darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. r 5. Kehre wieder, endlich kehre in der Liebe Heimat ein, in die Fülle aus der Leere, in das Weſen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute: kehre gleich! Ph. Spitta, † 1859. Wiedergeburt und Heiligung. Am Bußtage. 1 Gott, der du unſ⸗re Zu⸗flucht biſt, Herr, un-ſer Mitt⸗ler, i Un⸗end⸗li⸗cher, ver⸗wirf uns nicht! Wir kommen vor dein 3 Je⸗ ſu Chriſt, Geiſt Gottes, Geiſt der Gna⸗ den! Ni Ange ſicht, mit Miſ⸗ſe⸗that be⸗la„„ den./ nn unſre Sündenſchuld, du Gott der Langmut und Geduld! — S Er⸗hö i⸗dig un⸗ſer Flehn, daß wir dein Heil, Er — 3. 1. S S uns nicht ins Ge⸗richt! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unſres Bundes Eid, dein Weg von uns verlaſſen: o ſieh, wir kehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade faſſen! Sie leit uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrtum und Verſuchung nie uns auf die Bahn des Laſters zieh. Herr, unſer Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unſer Land; laß es, beſchirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh genießen! Wend ab von uns der Flammen Wut und die Verwüſtung wilder Flut, des Krieges Blut⸗ vergießen; ſei unſer Retter, wenn uns Not des Mangels und der Seuchen droht. Du, Vater, wolleſt mit uns ſein, daß wir uns deines Schutzes freun. Herr, unſer Gott, verleih uns Mut! In deiner Hut ſind wir, und was du thuſt, iſt gut. 4. Gieb Frieden, wo ſonſt Zwietracht war; vereine, was getrennet war; ſchenk uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geiſt, und was dein teures Wort verheißt, ſei Licht auf unſern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes ſein, und bringe zu der Wahrheit Glück zu dir die Irrenden zurück! Herr, unſer Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort, gieb Geiſt und Kraft zu deinem Wort! ——— Glaube und Rechtfertigung. 167 5. Auch die Regenten lenke du, daß weiſe ſie in ſichrer Ruh der Völker Wohlſtand heben. Dem Fürſten, der uns ſchützt und liebt, gieb, der in ihm ſo viel uns giebt, ein frohes, langes Leben. Noch lange ſei ſein Vaterblick uns, ſeinen Kindern, Schutz und Glück! O ſchütt auf ihn und auf ſein Haus und ſeine Räte Segnung aus! Herr, unſer Gott, in deiner Hand iſt unſer Land, beglück es, ſegne jeden Stand! 6. Vernimm der Leidenden Gebet! Wer in der Not um Rettung fleht, dem hilf aus ſeinen Nöten; gieb Kranken Linderung und Ruh; die Sterbenden erlöſe du, erhör ihr letztes Beten! Sei aller Unter⸗ drückten Heil, der Witwen und der Waiſen Teil, vereitle der Verfolger Rat und lehre ſie den rechten Pfad. Herr, unſer Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! 7. Du thuſt weit mehr, als wir verſtehn, kannſt mehr gewähren, als wir flehen; laß uns Erhörung finden! O neig auf unſer Flehn dein Ohr, heb unſer Herz zu dir empor und mach uns rein von Sün⸗ den! Laß uns dir nun geheiligt ſein, im Leben und im Tode dein! Wir ſind durch Chriſti Blut erlöſt; o du, der Sünder nicht verſtößt, Herr, unſer Gott, erbarme dich, erbarme dich, vergieb uns, leit uns väterlich! J. J. Eſchenburg, † 1820. Glaube und Rechtfertigung. S — †„†+„„ 1 Nun freut euch, lie⸗ben Chri⸗ſten gmein, und laßt uns fröh,⸗lich daß wir getroſt und all in ein mit Luſt und Lie⸗be S ——— was Gott an uns ge⸗wen⸗det hat und S S — 6 S ſei⸗ ne ſü⸗ße Wunderthat; gar teur hat ers er⸗wor„ben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hat mich beſeſſen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht, es war mit ihn verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erſtorben; die Angſt mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich ſinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen; er dacht an ſein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen laſſen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, ließ es ſein Beſtes koſten. — 168 Wiedergeburt und Heiligung. 5. Er ſprach zu ſeinem lieben Sohn: es iſt Zeit, zu erbarmen fahr hin, meins Herzens werte Kron, und ſei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn Gott gern gehorſam ward, er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er follt mein Bruder werden. In meiner armen Knechtsgeſtalt ging er einher, um die Gewalt des Teufels zu zerſtören. 7. Er ſprach zu mir: Halt dich an mich, es ſoll dir ietzt gelingen; ich geb mich ſelber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du biſt mein, und wo ich bleib, da ſollſt du ſein; uns ſoll der Feind nicht ſcheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut, das halt mit feſtem Glauben. Den Tod verſchlingt das Leben mein, mein Unſchuld trägt die Sünde dein, da biſt du ſelig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von dieſem Leben da will ich ſein der Meiſter dein, den Geiſt will ich dir geben, der dich in Trübnis tröſten ſoll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. Was ich gethan hab und gelehrt, das ſollſt du thun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu ſeinem Lob und Ehren; und hüt dich vor der Menſchen Satz, davon verdirbt der edle Schatz das laß ich dir zur Letze.“ Luther, † 1546. 232. (Mel. Vater unſer im 1. So wahr 6 le⸗ be, ſpricht dein Sdit, mir iſt nicht lieb des —h S E ders Tod⸗ viel⸗mehr iſt dies mein Wunſch Rill v er von Sün⸗den hal⸗te ſtill, von ſcie er Bos heit keh⸗re — ſich und n mir e⸗wig⸗ſich. 2. Dies Wort o Menſchenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd! Hier findeſt du Troſt, Heil und Gnad, die Gott dir zugeſaget hat und zwar durch einen teuren Eid. O ſelig, denu die Sünd iſt leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; denk nicht: es iſt noch gute Zeit, ich will erſt fröhlich ſein auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl noch erbarmen ſich. *zum Abſchied. Glaube und Rechtfertigung. 169 4. Wahr iſt es, Gott iſt ſtets bereit dem Sünder mit Barmher⸗ zigkeit; doch wer auf Gnade ſündigt hin, fährt fort in ſeinem böſen und ſeiner Seele ſelbſt nicht ſchont, dem wird mit Ungnad einſt gelohnt. 5. Gnad hat dir zugeſaget Gott durch Jeſu Chriſti Blut und Tod; doch ſagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben ſollt. Daß du mußt ſterben, iſt dir kund: verborgen iſt des Todes Stund. 6. Heut lebſt du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern ſich. Wer heut iſt friſch, geſund und rot, iſt morgen krank, ja gar wohl tot. So du nun ſtirbeſt ohne Buß, dein Leib und Seel verderben muß. 7. Hilf, o Herr Jeſu, hilf du mir, daß ich noch heut mich wend zu dir und Buße thu den Augenblick eh mich der ſchnelle Tod entrück, auf daß ich heut und jeder Zeit zu meiner Heimfahrt ſei bereit. Joh. Heermann, † 1647. 233. Mel. wie nach einer waſſerquelle.) S S ——.„ [Ew⸗ge Lie⸗be, mein Ge⸗mü ſe wa⸗get ei⸗nen küh⸗nen Blick in den Abgrund dei⸗ner Gü⸗te! Send ihm einen Blick zu⸗rück, —— — S——— ————— S3 ei⸗nen Blick voll Hei⸗ter⸗keit, der die Fin ſter⸗nis zer⸗ſtreut, O K.— S S S die mein blödes Au⸗ge drü⸗cket, wenn es nach dem Lichte bli ⸗ cet. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet haſt und aus einem freien Triebe den erwünſchten Schluß gefaßt, der im Fluch ver⸗ ſenkten Welt durch ein teures Löſegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 3. O ein Ratſchluß voll Erbarmen. voller Huld und Freundlich⸗ keit, der ſo einer Welt voll Armen, Gnade, Froſt und Hilfe beut! Liebe, die den Sohn nicht ſchont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den ſchweren Sündenketten. 4. Doch du haſt, o weiſe Liebe, eine Ordnung auch beſtimmt, daß ſich der darinnen übe, der am Segen Anteil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der ſoll nicht ver⸗ loren gehen, ſondern Heil und Leben ſehen. 5. Liebe, dir ſei Lob geſungen für den gnadenvollen Schluß, den die Schar verklärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erſtaunet hört und umſonſt ſich unterwindet, wie ſie deſſen Tief ergründet. Liebe, laß mich dahin ſtreben, meines Heils gewiß zu ſein! richte ſelbſt mein ganzes Leben ſo nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geiſt in mir geſchafft, mir zum Zeugnis dienen möge, ich ſei auf dem Himmelswege. 170 Wiedergeburt und Heiligung. 7. Laß mich meinen Namen ſchauen in dem Buch des Lebens ſtehn dann ſo werd ich ohne Grauen ſelbſt dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, deinen Liebling, ewiglich deiner Hand ent⸗ reißen können, noch von deiner Liebe trennen. J. 3 Rambach, † 1735. 4. Mein Hei land nimmt die Sün⸗der an; die un⸗ter ih⸗rer jkein Menſch, kein En⸗gel trö⸗ſten kann, die nirgend Ruhund * Laſt der Sün⸗den] i i für de⸗ren Angſt und See⸗len⸗ 5— F † S—— pein die wei te Welt iſt ſelbſt zu klein, weil ü⸗ ber 8 — 232— ſie der Stab ge⸗bro⸗chen, der Him⸗mel ih⸗ nen ab⸗ge⸗ f ——— E ſpro⸗chen, die ſehn die Frei⸗ſtatt auf-ge⸗than: mein — 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von ſeinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Not und Schmerz, an ihrer ſtatt ein Fluch zu werden; er ſenkte ſich in ihre Not und litt für ſie den vittern Tod; nun, da er denn ſein eigen Leben für ſie als Löſegeld gegeben und ſeinem Vater gnug gethan, ſo heißts: er nimmt die Sünder an. 3. O ſollteſt du ſein Herze ſehn, wie ſichs nach armen Sündern ſehnet, ſowohl wenn ſie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie ſtreckt es ſich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäi Haus, wie fanft ſtillt er dort Magdalenen den Strom der heißen Reue⸗ thränen und denkt nicht, was ſie ſonſt gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Wie freundlich blickt er Petrum an, ſo tief der Jünger auch gefallen. Nun, dies hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen; nein, er iſt immerdar ſich gleich, an Liebe, Treu und Gnade reich, und wie er unter Schmach und Leiden, ſo iſt er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. Glaube und Rechtfertigung. 171 5. So komme denn, wer Sünder heißt, wen ſeine Sündenſchuld betrübet zu dem, der keinen von ſich weiſt und der zerſchlagne Herzen liebet. Wie, willſt du dir im Lichte ſtehn und ohne Not verloren gehn? Willſt du der Sünde länger dienen, da, dich zu retten, er er⸗ ſchienen? O nein! verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6 Komm nur mühſelig und gebückt, komm nur, ſo gut du weißt zu kommen; wenn gleich die Laſt dich niederdrückt, du wirſt auch ſo noch angenommen. Sieh, wie ſein Herz dir offen ſteht, und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen ſich brünſtig nach dir umgeſehen! So komm denn, armer Menſch, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an 7. Sprich nicht: ich ſündigte zu ſchwer ich bin zu ſehr mit Schuld beladen, für mich iſt keine Rettung mehr, mich nimmt der Herr nicht an zu Gnaden Wofern dus jetzt nur redlich meinſt und deinen Fall mit Ernſt beweinſt, ſo ſoll ihm nichts die Hände binden, und du ſollſt ſeine Gnade finden. Er hilft, wenn ſonſt nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Doch ſprich auch nicht: es iſt noch Zeit. ich muß erſt noch der Welt genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnaden⸗ pforte ſchließen. Nein, weil er ruft, ſo höre du und tritt zum Gnaden⸗ ſtuhl hinzu; wer ſeiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit verſäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan; heut komm, heut nimmt dich Jeſus an. 9. Ja, zeuch uns ſelber recht zu dir holdſelger Heiland aller Sünder, erfüll mit ſehnender Begier auch uns und alle Adams⸗Kinder. Zeig uns bei unſerm Seelenſchmerz dein aufgeſchlofſnes Liebesherz, und wenn wir unſer Elend ſehen, ſo laß uns ja nicht ſtille ſtehen, bis daß ein jeder ſagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jeſus an. L. F. F. Lehr, † 1744. — 235. (Mel. Zeſus, meine Zuverſicht.) 1.[e⸗ſus nimmt die Sünderan! Saget doch dies Troſtwort al⸗ſen,] wel⸗che von der rech⸗ten Bahnauf verkehrten Weg ver⸗fal⸗len.) —— Hier iſt, was ſie ret⸗ten kann: Je⸗ſus nimmt die Sün⸗der an. 2. Keiner Gnade ſind wir wert, doch hat er in ſeinem Worte eidlich ſich dazu erklärt; ſehet nur, die Gnadenpforte iſt hier völlig aufgethan: Jeſus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren iſt, ſuchet es ein treuer Hirte; Jeſus, der uns nie vergißt, ſuchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann; Jeſus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder, Jeſus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder; glaubt es doch und denkt daran: Jeſus nimmt die Sünder an. — — ————— 172 Wiedergeburt und Heiligung. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich tröſten kann: Jeſus nimmt die Sünder an. 6. Nun ſo faß ich frohen Mut, auf dich werf ich meine Sünden⸗ dein am. Kreuz vergoſſnes Blut läſſet mich Vergebung finden, daß ich gläubig ſprechen kann: Jeſus nimmt die Sünder an. 7. Jeſus nimmt die Sünder an! Er hat mich auch angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich ſelig zu ihm kommen und auf den Troſt ſterben kann: Jeſus nimmt die Sünder an. E. Neumeiſter, † 1756. 6 236. (nel. O daß ich tauſend zungen hätte.) —P S 1 Ich ha be nun den Grund ge⸗fun⸗den, der meinen An⸗ker iwo anders, als in Je ſu Wunden? Da lag er vor der e⸗wig hält; 1 ganzem Welt, der Grund, der un⸗be⸗weglich ſteht, wenn — Erd und Him⸗mel un⸗ter⸗ geht. 2. Es iſt das ewige Erbarmen, das alles Denken überſteigt, des, der mit offnen Liebesarmen ſich zu uns armen Sündern neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir ſollen nicht verloren werden, Gott will, uns ſoll geholfen ſein; deswegen kam ſein Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für ſo ſtark an unſers Her⸗ zens Thür J. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Chriſti Tod ver⸗ ſchlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden; hier findet kein Verdammen ſtatt, weil Chriſti Blut beſtändig ſchreit: Barmherzig⸗ keit, Barmherzigkeit!. 2 5. Darein will ich mich gläubig ſenken, dem will ich mich getroſt vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen ſchaun; da findet ſich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entriſſen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troſte wiſſen und ſcheine völlig ausgethan; iſt die Errettung noch ſo weit: mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Muß ich an meinen beſten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, ſo fällt wohl alles Rühmen hin; doch iſt auch hier der Troſt bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe mir nach deſſen Willen, bei dem ſo viel Erbarmen iſt: er wolle ſelbſt mein Herze ſtillen, damit es dies nur nicht vergißt; ſo ſtehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. Glaube und Rechtfertigung. 123 9. Bei dieſem Grunde will ich bleiben, ſo lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, ſo lange noch mein Herze ſchlägt; ſo ſing ich einſt in Ewigkeit: o Abgrund der Barmherzigkeit. J. A. Rothe, † 1758. 8 6 Mel. Nr. 236. 237.. 1. Aus Gnaden ſoll ich ſelig werden! Herz, glaubſt dus oder glaubſt dus nicht? Was willſt du dich ſo blöd geberden? Iſts Wahr⸗ heit, was die Schrift verſpricht, ſo muß auch dieſes Wahrheit ſein: aus Gnaden iſt der Himmel dein! 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleiſch erſchienen, hat dieſe Ehre zum Gewinn, daß uns ſein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden ſelig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort„aus Gnaden“, ſo oft dich deine Sünde plagt, ſo ſchwer du immer biſt beladen, ſo oft dich dein Gewiſſen nagt; was die Vernunft nicht faſſen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam ſein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlaſt; was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich, wo du was zu rühmen haſt! Wars nicht, daß er dein Beſtes wollt und dir aus Gnaden helfen ſollt? 5. Aus Gnaden! Dieſer Grund wird bleiben, ſo lange Gott wahrhaftig heißt; was alle Knechte Jeſu ſchreiben, was Gott in ſeinem Worte preiſt, worauf all unſer Glaube ruht, iſt Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du ſichrer Sünder, denk nicht:„wohlan, ich greif auch zu.“ Wahr iſts, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, der noch auf Gnade ſündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei; nur wenn der Sünder ſich bekehret, dann lernt er erſt, was Gnade ſei; beim Sündgen ſcheint die Gnad gering, dem Glauben iſts ein Wunderding! 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter Angſt und heißen Schmerzen nichts ſieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? Aus Gnaden! Hierauf will ich ſterben; ich glaube, darum iſt mir wohl; ich kenn mein ſündliches Verderben, doch den auch, der mich heilen ſoll. Mein Geiſt iſt froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade ſelig macht. Chr. L. Scheidt, † 1761. Mel. Nr. 236. 238. 1. Mir iſt Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein ſtolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barm⸗ herzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und ſoll bei Gott in Gnaden ſein; er hat mich mit ſich ſelbſt verſühnet, macht durch das Blut des Sohns mich rein. Warum? ich war ja Gottes Feind! Er⸗ barmung hats ſo treu gemeint! 174 Wiedergeburt und Heiligung. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Menſch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, ſo iſt mein ganzes Herz geſagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geſchöpf mir rauben, dies ſoll mein einzig Rühmen ſein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieſes bet ich auf dieſes duld ich in der Not, auf dieſes hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich biſt an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen, durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hoch erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Ph. F. Hiller, † 1769. 239. (Mel. wer nur den lieben Gott läßt walten.) P 52 —— Ich weiß von kei⸗nem an⸗dern Grun⸗de, als den der ich weiß von kei⸗nem an⸗dern Bun⸗de, von kei⸗nem ———— Gfaub in Chri⸗ſto hat;] an⸗dern Weg und Rat, als daß man e⸗ lend, arm und — bloß ſich legt in ſei⸗ nes Vaters Schoß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer beſſer zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er iſt mein Kleinod und mein Teil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Chriſto nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur ſtets verbunden, ſo kann ich immer ſicher ſein; Gott ſieht auch mich in Chriſto an,— wer iſt, der mich ver⸗ dammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch ſchaden kann ſie mir nicht mehr, weil ich in Chriſto mich befinde; wohl aber beuget ſie 1e ſehr. Ich halte nichts gering und klein, ſonſt dringt ein ſichres eſen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Chriſti Kraft; der alte Menſch muß täglich ſterben, der noch nicht tot am Kreuze haft; dies aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jeſu ernſtlich ſchrein. 6. Und da ich ſo in Chriſto bleibe, ſtets vor ihm wandelnd auf ihn ſeh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unabläſſig zu ihm fleh, ſo bleib ich ſtets im Grunde ſtehn, da kann mein Wachstum vor ſich gehn. —,— Glaube und Rechtfertigung. 175 Ich bleib im tiefſten Demutsgrunde und will von Chriſto en gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe ſtehn und hang an Chriſto ganz allein; dies ſoll mein Grund auf ewig ſein! 8. O Jeſu, laß mich in dir bleiben, o Jeſu, bleibe du in mir; laß deinen guten Geiſt mich treiben, daß ich im Glauben folge dir; laß ſtets mich fromm und wachſam ſein, ſo reißet nichts den Grund mir ein. K. H. v. Bogatzky, † 1774. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr.) 44— ————— 1 Ich kom⸗me, Fredi⸗ fürſt, zu d er⸗bar⸗mend rufeſt Der Sün⸗den Laſt iſt mir zu ſchwer t. 0 laß michn icht vom ſ Sp du auch mir, den Frie⸗den zu em⸗pfan ⸗gen Siel Tro⸗ſte leer, laß mich zur Ruh ge⸗lan„„„ gen. —— 5 S S —.— — Sieh Angſtu. Schmerz! Wer trö⸗ſtet mich, als du ein? wer ma⸗ S5 von den—. Herr Je⸗ſu Chriſt, mein Troſt, mein Licht, mein Troſt, mein Licht, ver⸗wirf mein ſehn⸗lich Fle⸗ hen nicht. 2. Du, du biſt meine Zuverſicht! Durch dich entflieh ich dem Gericht, dem ſchweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn und mich mit Gott vereinigt ſehn, durch dich das Leben finden. Dein Tod iſt der Verlornen Heil; ſein Segen werd auch mir zu Teil; er ſei auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jeſu Chriſt, ich hoff auf dich, ich hoff auf dich, in dieſer Hoff⸗ nung ſtärke mich! 176 Wiedergeburt und Heiligung. 3. Mein ganzes Leben preiſe dich! Erlöſt, mein Mittler, haſt du mich, dein Eigentum zu werden. Bin ich nur dein, ſo fehlt mir nichts, nichts einſt am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieſer Erden. Auf dieſer Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand; zu deinem Dienſte ſtärke mich, und laß mich ſiegen einſt durch dich. Herr Jeſu Chriſt, erhöre mich; einſt preis ich dich für deine Gnade ewiglich. Chr. Sturm, † 1786. 241. (mel. Zeſu, meines Lebens Leben. Nr. 1.) Du ſollſt glau⸗ben, o du Aremer, und du zwei⸗felſt, 1. idu ſollſt be ⸗ten zum Er ⸗bar⸗mer, und du kannſt, du —— S 1 I zweif⸗le nicht;] ₰ tmſt es nicht Du ſollſt un⸗be⸗ dingt ver⸗trau⸗en, dort wirſt du den Aus⸗gang ſchau⸗en. Je⸗ſu Aus⸗gang — ward erſt klar, als er auf⸗er⸗ſtan⸗den war. 2. Glaube giebt der Andacht Flügel, Glaube hebt zu Gott em⸗ por, Glaube bricht des Grabes Siegel, ſelbſt der Ewigkeiten Thor; Glaube geht durch Flamm und Fluten, ließ die Zeugen Jeſu bluten und ſie überwinden weit, ſicher ihrer Seligkeit. 3. Glaube hilft in allem ſiegen, macht die ſchwerſte Tugend leicht; alles muß zu Füßen liegen, ſelbſt gewohnte Sünde weicht. Ob du auch im Kampf erlageſt, ſchon an Glaubenskraft verzageſt: kämpfe ſtärker, kämpfe mehr, deine Hilfe iſt der Herr. 4. Haſt du nicht des Wunderbaren Wunderausgang oft geſehn? ſiehſt du nicht den Unſichtbaren groß durch Thaten bei dir ſtehn? mußt du denn ihn immer ſehen? bald des Ewgen Rat verſtehen? bald dich ſeiner Hilfe freun? würde dies dein Beſtes ſein? 5. Glaube dann noch, wenn zu glauben faſt kein Hoffnungsſtrahl mehr bleibt; laß dir nichts ſein Machtwort rauben:„Selig, ſelig iſt, wer glaubt!“ Ach, die erſten dort am Throne glaubten ohne Schaun die Krone, rangen, ſtarben, wankten nie, und— empfingen!— Sei, wie ſie! G. Reiber, † 1809. Nachfolge Chriſti. e Mel. valet will ich dir geben.) S an wen ich ich was feſt be⸗ſteht, wenn al ⸗les hier im Stau⸗be wie Staub und Rauch verweht; — Sh die Wei⸗ſen trei⸗bet und Trug die Klu⸗gen hãlt. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf Grund gemauert, ſteht dieſe Schutzwehr feſt. Es ſind des Hei⸗ lands Worte, die Worte feſt und klar; an dieſem Felſenhorte halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meiſter, der mir die Feſte baut: es iſt der Herr der Geiſter, auf den der Himmel ſchaut, vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Heilgen dienen! Ich weiß und kenne ihn! 4. Das iſt das Licht der Höhe, das iſt mein Jeſus Chriſt, der Fels, auf dem ich ſtehe, der diamanten iſt, der nimmermehr kann wan⸗ ken, mein Heiland und mein Hort,— die Leuchte der Gedanken, die keuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbedecket am Abend einſt begrub; er, der, von Gott erwecket, ſich aus dem Grab erhub; der meine Schuld ver⸗ ſöhnet, der ſeinen Geiſt mir ſchenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein gedenkt. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was feſt beſteht und in dem Erdenſtaube nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt; es ſchmückt auf Himmelsauen mit Kro⸗ nen einſt mein Haupt. E. M. Arndt, † 1869. Heiligung. Nachfolge Chriſti. „ 243. (Mel. wie nach waſſerquelle.) —— F 2 — „ 11 — Sei ge⸗treu bis an das En ⸗ F. daß nicht Mar⸗ter, Udich von dei⸗nem Je⸗ſu wen⸗de; ſei ihm treu bis ſ 1. f S Ach, das Lei⸗den die⸗ſer Zeit iſt nicht wert Evangel. Geſangbuch 12 178 Wiedergeburt und Heiligung. der Herrſch keit, die dein Jeſus dir will ge ben dort in je⸗nem Freu⸗den⸗le„ ben. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Laß dir deſſen feſten Grund ja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen Bund, den dein Gott durchs Waſſerbad feſt mit dir geſchloſſen hat. Ach, du gingeſt ja verloren, wenn du treulos ihm geſchworen! 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächſten übe, wenn er dich auch oft betrübt. Denke, was dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, ſoll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Laſſe dich kein Ungemach, laß dich nichts von Jeſu ſcheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du macheſt deine Schuld größer nur durch Ungeduld; leichter trägt, wer willig träget, was ſein Gott ihm auferleget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Traue feſt auf Gottes Wort; hat dich Kreuz und Not betroffen und hilft Gott nicht alſofort:— hoff auf ihn doch feſtiglich, ſein Herz bricht ihm gegen dich, ſeine Hilf iſt ſchon vorhanden, Hoffnung machet nie zu ſchanden. 6. Nun wohlan, ſo bleib im Leiden, Glauben, Liebe, Hoffnung feſt! Ich will treu ſein bis zum Scheiden, weil mein Gott mich nicht verläßt. Herr, den meine Seele liebt, dem ſie ſich im Kreuz ergiebt, ſieh, ich faſſe deine Hände: hilf mir treu ſein bis zum Ende! Nach Benj. Prätorius, um 1659. 244. Qmel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt.) — Mir nach, ſpricht Chriſtus, un ſer Held, mir nach, ihr Chriſten ver⸗leugnet euch, ver⸗laßt die Welt, folgt meienem Ruf und ——— al ⸗le, 6 Sct Nehmt euer Kreuz und Un„ge mach auf euch, S folgt mei⸗nem Wan⸗del nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugend⸗ leben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finſtern ſchweben; ich bin der Weg, ich weiſe wohl, wie man wahrhaftig wan⸗ deln ſoll. Nachfolge Chriſti. 3. Mein Herz iſt voll Demütigkeit, voll Liebe mein Gemüte, mein Mund voll Huld und Freundlichkeit, voll Sanftmut und voll S mein Geiſt und Wille, Kraft und Sinn iſt Gott ergeben, ſchaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was ſchädlich iſt, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger Liſt zu reingen und zu ſcheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5 Fällts euch zu ſchwer, ich geh voran, ich ſteh euch an der Seite, ich kämpfe ſelbſt, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böſer Knecht, der ſtill mag ſtehn, ſieht er voran den Feldherrn gehn! 6. Wer ſeine Seel zu finden meint, wird ſie ohn mich verlieren; wer ſie hier zu verlieren ſcheint, wird ſie in Gott einführen. Wer nicht ſein Kreuz nimmt und folgt mir, iſt mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nach⸗ gehen und wohlgemut, getroſt und gern in allen Leiden ſtehen. Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler, † 1677. 245. (Mel. Tafſet uns den Kerren preiſen.) EE—— i 1 Laſ⸗ſet uns mit Je⸗ ſu zie ⸗hen, ſei⸗ nem in der Welt der Welt ent⸗flie⸗hen, auf der — b— R — S—— Vor bild fol⸗gen nach, Bahn, die er uns brach, im⸗mer⸗fort zum Him⸗mel 5. S rei⸗ſen, ir⸗diſch noch, ſchon himmliſch ſein, glau⸗ben 2, S S S— S recht und le⸗ben rein, in der Lieb den Glau⸗ben wei⸗ſen! Treu⸗er Je ſu, bleib bei mir; geh vor⸗ — S an, ich fol⸗ge 180 Wiedergeburt und Heiligung. 2. Laſſet uns mit Jeſu leiden, ſeinem Vorbild werden gleich! Nach⸗ dem Leiden folgen Freuden, Armut hier macht droben reich; Thränenſaat die erntet Wonne, Hoffnung tröſtet mit Geduld; denn es ſcheint durch Gottes Huld nach dem Regen bald die Sonne. Jeſu, hier leid ich mit dir; dort teil deine Freud mit mir. 3. Laſſet uns mit Jeſu ſterben! Sein Tod rettet uns vom Tod, rettet von der Seel Verderben, von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unſer Fleiſch, ihm ſterben ab, ſo wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jeſu, ſterb ich, ſterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Laſſet uns mit Jeſu leben! Weil er auferſtanden iſt, muß das Grab uns wiedergeben. Jeſu, unſer Haupt du biſt, wir ſind deines Leibes Glieder; wo du lebſt, da leben wir; ach, erkenn uns für und für, treuer Freund, als deine Brüder! Jeſu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Siegmund v. Birken, † 1681. 246. S— 1 Je⸗ſu, hilf ſie⸗gen, du Für⸗ſte des Le⸗bens! Sieh, wie die wie ſie ihr drohendes Heer nicht ver⸗ge⸗bens mäch tig auf⸗ 0 S Fin⸗ſter⸗nis drin⸗get her⸗ein, 8 füh⸗ret, mir ſchädlich zu ſein!) Schau, wie ſie fin?net auf al⸗ler⸗lei Rän„ke, daß ſie mich ſich⸗te, zer„ſtö⸗re und 2. Jeſu, hilf ſiegen; ach, wer muß nicht klagen! Herr, mein Ge⸗ brechen iſt immer vor mir; hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewiſſen mir täglich hält für! Ach, laß mich ſchmecken dein kräftig Verſühnen und dies zu meiner Demütigung dienen. 3. Jeſu, hilf ſiegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunſt ſich regt, wenn ich die Laſt der Begierden empfinde, und ſich mein tiefes Verderben darlegt. Hilf dann, daß ich vor mir ſelber erröte und durch dein Leiden die Sündenluſt töte. 4. Jeſu, hilf ſiegen und lege gefangen in mir die Lüſte des Flei⸗ ſches und gieb, daß in mir lebe des Geiſtes Verlangen, aufwärts ſich ſchwingend durch heiligen Trieb Laß mich eindringen ins göttliche eſen, ſo wird der Leib und die Seele geneſen. ——— Nachfolge Chriſti. 181 Jeſu, hilf ſiegen, damit auch mein Wille dir, Herr, ſei gänz⸗ ſ eigen geſchenkt, und ich mich ſo in dein Wollen verhül le, daß ſich die Seele zur Ruhe hinlenkt. Laß mich mir ſterben und alle dem Meinen, daß ich mich zihlen darf unter die Deinen. 6. Jeſu, hilf ſiegen und laß mich nicht ſinken! Wenn ſich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit ſich ſchminken, laß doch viel heller dann deine Kraft ſehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meiſter, lehre mich kämpfen und prüfen die Jeſu, hilf ſiegen im Wachen und Beten; Hüter, du ſchläfſt ja 53 ſchl ummerſt nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich ver⸗ treten, der du verſprochen, Fürſprecher zu ſein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollſt du mich, Jeſu, ermuntern und wecken. 8. Jeſu, hilf ſiegen, wenn alles verſchwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur ſeh wenn kein Vermögen zu beten ſich findet, wenn ich muß ſein ein verſchüchtertes Reh, ach, Herr, ſo wollſt du im Grunde der Seelen dich mit dem innerſten Seufzen vermählen. 9. Jeſu, hilf ſiegen, wenns nun kommt zum Sterben; mach du uns würdig und ſtetig bereit, daß ich mich nenne des Himmelteichs Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jeſu, mein Jeſu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir ſiegen, mein Heil, Troſt und Leben! I H. Schröder, † 1699. 247. Wer Eins B not, ach Herr, dies Eine.) — t S 1 Her⸗zog. rer Se⸗lig⸗kei⸗ten, zeuch in dein Uda du uns die Stätt be⸗rei⸗ten und zu dei⸗nes — Hei⸗lig tum, d Namens Ruhm als — ſteg⸗ präch⸗tig wſäſt füh⸗ren! Laß un⸗ſe⸗re Bit⸗te dein —= Her⸗ze jetzt rühren wir wol⸗ len dem zum Opfer da⸗ S ſtehn mit dir Sr Lei“den zur lich-keit gehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen, und du wieder zu ihm hin; Liebe hat uns überwogen, daß an dir hängt Herz und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch abſterben dem ganzen natürlichen Seelenver⸗ derben; in deinen Tod, Herr, laß verpflanzet uns ſein, ſonſt dringen wir nimmer ins Leben hinein. ei⸗ne Er⸗ — e0 v Si. nlee 182 Wiedergeburt und Heiligung. 3. Fürſt des Lebens, komm und eile, führ das Todesurteil aus; brich entzwei des Mörders Pfeile, wirf die Sünde ganz hinaus! Ach, laß ſich dein neues, erſtandenes Leben in unſern erſtorbenen Herzen erheben; erzeig dich verkläret und herrlich noch hier und bringe ein neues Geſchöpfe herfür. 4. Kehre die zerſtreuten Sinnen aus der Vielheit in das Ein, daß ſie wieder Raum gewinnen, nur von dir erfüllt zu ſein! Ach, wirf du die Mächte der Finſternis nieder, erneure die Kräfte des Geiſtes uns wieder, daß er aus der Fülle der Gnade ſich nähr und gegen der Gottheit Verächter ſich wehr. 5. Lebe denn und lieb und labe in der neuen Kreatur, Lebens⸗ fürſt, durch deine Gabe die geneſene Natur! Erwecke dein Paradies wieder im Grunde der Seelen und bringe noch näher die Stunde, da du S in allen den Deinen verklärſt und ihnen das ewige Leben ge⸗ währſt. 6. Gönne uns noch Friſt auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu ſein, deinem Bilde gleich zu werden, in dem Tod zu nehmen ein des Lebens vollkommene Freiheit und Rechte, als eines vollendeten Heilands Ge⸗ ſchlechte! Der Unglaub mag denken: wir bitten zu viel; du hörſt unſre Bitten, thuſt über ihr Ziel. G. Arnold, † 1714. 248. ———— 1 O Durch⸗bre⸗cher al⸗ler Bande, der du immer bei uns biſt, bei dem Schaden, Spottu Schande lau⸗ter Luſt u Himmel iſt, ü⸗ be ſer ner dein Ge⸗rich-te wi⸗der unſern Adamsſinn, — uns dein ſo treu Ge⸗ſich⸗te führet aus dem Ker⸗ker hin. 2. Iſts doch deines Vaters Wille, daß du endeſt dieſes Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verliereſt, was er dir geſchenket hat, und es aus der Unruh führeſt zu der ſelgen Ruheſtatt. 3. Ach, ſo mußt du uns vollenden, willſt und kannſt ja anders nicht; denn wir ſind in deinen Händen, dein Herz iſt auf uns gericht, ob wir wohl von allen Leuten als gefangen ſind geacht, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns der Welt zum Spott gemacht. 4. Schau doch aber unſre Ketten, da wir mit der Kreatur ſeufzen, ringen, ſchreien, beten um Erlöſung der Natur von dem Dienſt der Eitelkeiten, der uns noch ſo hart bedrückt, ob auch ſchon der Geiſt in Zeiten ſich auf etwas Beßres ſchickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, reiße du das Band entzwei, daß wir, durch die Weltgeſchäfte durchgebrochen, ſtehen frei! Weg mit Menſchenfurcht und Zagen, weich, Vernunftbedenklichkeit; fort mit Scheu vor Schmach und Plagen; weg des Fleiſches Zärtlichkeit! Nachfolge Chriſti. 183 6. Herr, zermalme, Herr, zerſtöre dieſe Macht der Finſternis; denn der preiſt nicht deine Ehre, den ſie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, wirf die Luſt der Welt hinaus; laß uns wahre Freiheit finden, Freiheit in des Vaters Haus! 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleiſch in dieſer Zeit; wie dus nötig findeſt, thue noch vor unſrer Abſchiedszeit; aber unſer Geiſt, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlöſung findet, die dein treuer Mund verſpricht. 8. Herrſcher, herrſche, Sieger, ſiege; König, brauch dein Regiment, führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End! Ach, die Loſt treibt uns zu rufen, alle flehen wir dich an: zeig doch nur die erſten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 9. Ach, wie teur ſind wir erworben, nicht der Menſchen Knecht zu ſein! Drum, ſo wahr du biſt geſtorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, in dein heilig Bild verklärt; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll ſich nährt. 10. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt ſein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirſt nicht ſäumen, laß nur uns nicht läſſig ſein; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. G. Arnold, † 1714. 249. (Nel. O Jeſu Chriſt, meins Lebens Cicht.) — S 1. Ein rei⸗nes Herz, Herr, ſchaff in mir, ſchleuß zu der F Sün⸗de Thor und Thür, ver⸗trei-be ſie und laß nicht ———— —— zu, daß ſie in mei⸗nem Her ⸗zen ruh! 2. Dir öffn ich, Jeſu, meine Thür; ach, komm und wohne du bei mir; was unrein iſt, das treib hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Geiſtes Licht und dein hellglänzend Angeſicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerſchöpfter Güt! 4. Und mache denn mein Herz zugleich an Himmelsgut und Se⸗ gen reich; gieb Weisheit, Stärke, Rat, Verſtand aus deiner milden Gnadenhand: r 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigen⸗ tum und dieſes achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. G. H. Neuß, † 1716. —— S —— = — 184 Wiedergeburt und Heiligung. 250. i Straf mich nicht in deinem Zorn) v 5— S Sn 5 —— S—— dich, mein Geiſt, be⸗reit, wa⸗che, fleh und be⸗te, daß dich nicht die bö⸗ſe Zeit un⸗ver⸗hofft be⸗tre⸗te; g4 2 —— S — denn es iſt Sa⸗tans Liſt ü⸗ ber vie⸗ le From⸗men —— zur Ver⸗ſu⸗chung kom⸗men. 2. Aber wache erſt recht auf von dem Sündenſchlafe; denn es folget ſonſt darauf eine lange Strafe, und die Not ſamt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet ſinden 3. Woche auf, ſonſt kannſt du nicht Chriſti Flarheit ſehen; wache, ſonſt wird dir ſein Licht ewig ferne ſtehen; denn Gott will für die Füll ſeiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn ſie ſich verſtellt, wieder an ſich bringe; wach und ſieh, daß dich nie falſche Brüder fällen, die dir Netze ſtellen. 5. Wach, und hab auf dich wohl acht, trau nicht deinem Herzen; leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Gnad verſcherzen; denn es iſt voller Liſt, kann ſich ſelber heucheln und in Hoffart ſchmeicheln. 6. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Her nur kann dich frei von dem allen machen, was dich drückt und be⸗ ſtrickt, daß du ſchläfrig bleibeſt und ſein Werk nicht treibeſt. 5 7. Doch getroſt, es muß uns ſchon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch ſeinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will alle Füll ſeiner Gunſt ausſchütten, wenn wir gläubig bitten. 8. Drum ſo laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angſt, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit iſt nicht r weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burchh. Freyſtein, † 1720. 251. (mel. wachet auf, ruft uns die Stimme.) 1 Fü ſtet euch, ihr Chri⸗ſten⸗leu⸗te! Die Fein⸗de ſu⸗chen Wappenet euch mit Got⸗tes Wor⸗te und kämpfet friſch an 3 — PE———— ——— . 8— euch zur Beu⸗te, ja, So⸗tan ſelbſt hat eur be⸗gehrt. je⸗dem Or⸗te, da⸗mit ihr blei⸗ bet un⸗ver ⸗„ ſehrt! Nachfolge Chriſti. 185 — 2 Iſt euch der Feind zu ſchnell, hier iſt Im⸗ma⸗nu⸗el t 5 Ho„ſi ⸗an ⸗na! Der Star⸗ke fällt durch die⸗ſen Held, — —— S und wir be⸗hal⸗ten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüſten, beſieget ſie, die ihr ſeid Chriſten, und ſtehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jeſu Namen, daß ihr nicht ſtrauchelt wie die Lahmen. Wo iſt des Glaubens Ritter⸗ ſchaft? Wer hier ermüden will, der ſchaue auf das Ziel: da iſt Freude! Wohlan, ſo ſeid zum Kampf bereit, ſo krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wengen Jahre, eh ihr kommt auf die Toten bahre; kurz, kurz iſt unſer Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, und das Gericht die Welt wird ſchrecken, ſo ſtehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir ſind verſöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, Gottes Sohn hat längſtens ſchon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jeſu, ſtärke deine Kinder und mach aus ihnen Uberwinder, di du erkauft mit deinem Blut; ſchaff in uns ein neues Leben, daß wi uns ſtets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut! Giei aus auf uns den Geiſt, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen; ſe halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. W. C. Arends, † 1721. Mel. Nr. 251. 252. P See Jeſu, Heilgungsquelle, mehr als Kryſtall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cheru binen, die Heiligkeit der Seraphinen iſt gegen dich nur Dunkelheit Ein Vorbild biſt du mir; ach, bilde mich nach dir, du mein Alles! Hilf, Jeſu, du auch mir dazu, daß ich mag heilig ſein wie du. 2. Stiller Jeſu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters ſtille und bis zum Tod gehorſam war, alſo mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelaſſen; ach, ſtille meinen Willen gar! Mach mich dir gleichgeſinnt, wie ein gehorſam Kind ſtille, ſtille; hilf, Jeſu du auch mir dazu, daß ich fein ſtille ſei wie du. 3. Wacher Jeſu, ohne Schlummer, in großer Arbeit, Müh und Kummer biſt du geweſen Tag und Nacht; mußteſt täglich viel aus ſtehen, des Nachts lagſt du vor Gott mit Flehen und haſt gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachſamkeit, daß ich wie du allzeit wach und bete! Hilf, Jeſu, du auch mir dazu, daß ich ſtets wachſam ſei wie du. 186 Wiedergeburt und Heiligung. 4. Gütger Jeſu, ach, wie gnädig, wie liebreich biſt du und gut⸗ thätig doch gegen Freund und Feind geſinnt! Deine Sonne ſcheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob ſie dir gleich undankbar ſind. Mein Herr, ach, lehre mich, damit auch hierin ich dir nacharte! Hilf, Jeſu, du auch mir dazu, daß ich ſo gütig ſei wie du. 5. Sanfter Jeſu, ganz unſchuldig ertrugſt du alle Schmach ge⸗ duldig und üpteſt niemals Rache aus. Wer kann deine Sanftmut meſſen, bei der du dennoch nie vergeſſen den Eifer um des Vaters Haus! Mein Heiland, ach, verleih mir Sanftmut und dabei guten Eifer! Hilf, Jeſu, du auch mir dazu, daß ich ſanftmütig ſei wie du. 6. Hoher Jeſu, Ehrenkönig, du ſuchteſt deine Ehre wenig und wurdeſt niedrig und gering; wandelteſt einher auf Erden in Demut und in Knechtsgeberden, erhobſt dich ſelbſt in keinem Ding. Herr, ſolche Demut lehr mich auch je mehr und mehr ſtetig üben! Hilf, Jeſu, du auch mir dazu, daß ich demütig ſei wie du. 7. Liebſter Jeſu, liebſtes Leben, mach mich in allem dir ergeben und deinem heilgen Vorbild gleich; gieb, daß mich dein Geiſt durch⸗ dringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach, zeuch mich ganz zu dir, behalt mich für und ſür, treuer Heiland! Hilf mir dazu, daß ich wie du, und wo du biſt, einſt finde Ruh! Nach dem Holländ. des Jod. v. Lodenſtein, von B. Craſſelius, † 1724. (Mel. wie nach einer waſſerquelle.) 1 Schaffet, ſchaffet, Menſchenkinder, ſchaf⸗fet eu⸗re Selig⸗keit!] Baueet nicht, wie fre⸗che Sünder, nur auf ge⸗gen⸗wärt⸗ge Zeit, ———— — ſon dern ſchau⸗et ü ber euch, rin get nach dem Him⸗mel⸗reich, St und be mü het euch auf Er⸗den, wie ihr mö⸗get ſe⸗lig wer⸗den. 2. Daß nun dieſes mög geſchehen, müßt ihr nicht nach Fleiſch und Blut und nach deſſen Neigung gehen, ſondern was Gott will und thut, das muß ewig und allein eures Lebens Richtſchnur ſein, mag es eure ſchwachen Herzen nun erfreuen oder ſchmerzen. 3. Ihr habt Urſach zu bekenneu, daß in euch noch Sünde iſt, daß ihr Fleiſch von Fleiſch zu nennen, daß ihr fehlt zu jeder Friſt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute ſchafft, daß nichts außer ſeiner Gnade in euch iſt, als Seelenſchade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet! Selig, wer im Kampf be⸗ ſteht und die Sünden in ſich dämpfet! Selig, wer die Welt ver⸗ ſchmäht! Unter Chriſti Kreuzesſchmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Chriſto ſterben. Nachfolge Chriſti. 187 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, ſondern träg und läſſig ſein, eure Reigung zu bezwingen, ſo bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie ein rechter Sieg. Nur den Siegern wird die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Luſt zu jagen, findet nicht bei Chriſten ſtatt; an dem Fleiſch Gefallen tragen, macht des Geiſtes Kräfte matt; unter Chriſti Kreuzesfahn geht es wahrlich gar nicht an, daß man noch mit frechem Herzen wolle ſicher thun und ſcherzen. 7. Furcht muß herrſchen vor dem Richter, deſſen Hand das Szepter trägt, der die ſichern Böſewichter zur Verdammnis niederſchlägt. Er iſts, der, wies ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt; o ſo laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen! 8. Und, zu werden Chriſti Glieder, die ſein reiner Geiſt bewegt, kämpft den alten Menſchen nieder, bis ihm ſeine Macht gelegt. Was euch hindert, werfet ab; was euch ärgert, ſenkt ins Grab; und denkt ſtets an Chriſti Worte„Dringet durch die enge Pforte!“ 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jeſum ſehn, bis ich ſeinen Beiſtand finde, in der Gnade zu beſtehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armem ins Gericht! Gieb mir deines Geiſtes Waffen, meine Seligkeit zu ſchaffen. 10. Amen, es geſchehe, Amen! Gott verſiegle dies in mir, auf daß ich in Jeſu Namen meinen Kampf zu Ende führ. Er verleihe Kraft und Stärk und regiere ſelbſt das Werk, daß ich wache, bete, ringe und alſo zum Himmel dringe. L. A. Gotter, † 1735. 254. mel. Jeſus, meine Zuverſicht.) 1[Him⸗mel⸗an geht unſ⸗re Bahn; wir ſind Gäſte nur auf Er⸗ den, bis wir dort nach Ka⸗na⸗an durch die Wüſte kommen wer⸗den Va ter⸗land. 9 2. Himmelan ſchwing dich, mein Geiſt; denn du biſt ein himm⸗ liſch Weſen und kannſt das, was irdiſch heißt, nicht zu deinem Ziel erleſen; ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in ſeinen Urſprung hin. 3. Himmelan, ruft Gott mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weiſt mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieſes Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das ſchöne Los von ferne, daß mein Herz ſchon aufwärts ſteigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Siht iſt viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren. Jeſus geht mir ſelbſt voran, daß ich freudig folgen kann.. 6. Himmelan! Ach, himmelan! Das ſoll meine Loſung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelsluſt vertreiben. Him⸗ melan ſteht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. B. Schmolck, † 1737. 188 Wiedergeburt und Heiligung. 255. (mel. wer nur den lieben Gott läßt walten.) — S2 ſ † Was hin⸗ket ihr be⸗trog⸗nen See⸗len noch im⸗mer⸗ iFällts euch zu ſchwer, das zu er⸗wäh⸗len, was euch des Eh hin auf je⸗der Seit? Him⸗mels Ruf an beut? O ſehts mit off⸗nen Au⸗gen S —— an und brecht hin⸗durch auf ſchma⸗ler Bahn. 2. Bedenkt, es ſind nicht Kaiſerkronen, nicht Reichtum, Ehr und Luſt der Welt, womit euch Gott will ewig lohnen, wenn euer Kampf den Sieg erhält: Gott ſelbſt iſts und die Ewigkeit, voll Luſt und Ruh, voll Seligkeit. 3. Es gilt hier nur ein ganzes Leben, Gott krönet kein geteiltes Herz; wer Jeſu ſich nicht recht ergeben, der macht ſich ſelber Müh und Schmerz und träget zum verdienten Lohn hier Unruh, dort die Qual davon. 4. Wer aber mit Gebet und Ringen auf ewig allem Abſchied giebt und Gott, den Herrn, von allen Dingen, von Herzen und allein nur liebt, der wird der Krone wert geſchätzt und auf des Königs Stuhl geſetzt. 5. Zerreißt doch die gelegten Schlingen, die euch in dieſem ſchönen Lauf verhindern und zum Säumen bringen, und rafft euch heut von neuem auf! Auf, auf, verlaßt die falſche Ruh! Auf, auf, es geht dem Himmel zu! 6. Die Allmacht ſtehet euch zur Seiten, die Weisheit hält bei euch die Wach; die Gottheit ſelber will euch leiten, folgt nur mit treuen Schritten nach. Wie manchen hat nicht dieſe Hand ſchon durchgeführt ins Vaterland! 7. Nur ſpart es nicht auf andre Zeiten, ihr habt ſchon jetzo viel verſäumt; ihr mehrt euch ſelbſt die Schwierigkeiten, wenn ihr das ſüße Heut verträumt. Eilt, eilet, denn die Gnadenzeit fliegt pfeilgeſchwind zur Ewigkeit. 8. Eilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie iſt unſer Ziel ſo nah! Wie bald wird unſer Kampf ſich enden; da ſteht dann unſer König da: der führt uns ein zur ſtillen Ruh und urteilt uns das Kleinod zu. L. F. F. Lehr, † 1744. Nachfolge Chriſti. 189 256. Qel. Ach, was ſoll ich Sünder machen.) S —= auf und folgt dem — auf⸗ge⸗ſchwun⸗gen! Ringt ihm nach in ſei⸗ner Kraft; 2. Kein Erlöſter müſſe ſagen, ihm gebreche Kraft und Mut zu dem Kampf mit Fleiſch und Blut. Alles ſoll der Jünger wagen, weil der Herr die Wunden heilt und den Schwachen Kraft erteilt. 3. Sind wir ſchwach: bei ihm iſt Stärke; ſind wir arm: der Herr iſt reich; wer iſt unſerm Führer gleich? Unſer Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem die Himmel unterthan? 4. Ja, Gott kann und will uns ſchirmen. Drum, ſo dringet mutig ein; ſchämt euch, träg und feig zu ſein! Mag es drohen, mag es ſtürmen: nur durch Müh, Geduld und Streit führt der Weg zur Seligkeit 5 Nun, ſo wachet, kämpft und ringet, bleibet wacker im Gebet, bis ihr auf der Höhe ſteht, wo der Sieg die Fahne ſchwinget! Iſt der Erde Werk gethan, hebt des Himmels Sabbat an. Nach J. S. Buchka, † 1752. Mel. Nr. 254. 257. 1. Seele, was ermüdſt du dich in den Dingen dieſer Erden, die doch bald verzehren ſich und zu Staub und Aſche werden? Suche Jeſum und ſein Licht; alles andre hilft dir nicht. 2 Sammle den zerſtreuten-Sinn, laß ihn ſich zu Gott auf⸗ ſchwingen, richt ihn ſtets zum immel hin, laß ihn indie Gnad ein⸗ dringen. Suche Jeſum undg icht alles andre hilft dir nicht. 3. Oft verlangſt du Trbſ h, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu, da hu ſie reichlich haben. Suche Jeſum und ſein Licht; alles ande hft dir nicht. 4. Geh in Einfalt ſtets einher; laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jeſum und ſein Licht; alles andre hilft dir nicht. 5. Du biſt ja ein Hauch aus Gott und aus ſeinem Geiſt geboren, biſt erlöſt durch Chriſti Tod und zu ſeinem Reich erkoren. Suche Je⸗ ſum und ſein Licht; alles andre hilft dir nicht. —— —————— 190 Wiedergeburt und Heiligung. 6. Schwinge dich fein oft im Geiſt über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet ſtehen. Suche Jeſum und ſein Licht; alles andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, ſo keuſch und fromm, ſich in reichem Maß er⸗ gießet. Suche Jeſum und ſein Licht; alles andre hilft dir nicht. 8. Laß dir ſeine Majeſtät immerdar vor Augen ſchweben; laß mit brünſtigem Gebet ſich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jeſum und ſein Licht; alles andre hilft dir nicht. 9. Sei im übrigen ganz ſtill, du wirſt ſchon zum Ziel gelangen; glaube, daß ſein Liebeswill ſtillen werde dein Verlangen. Drum ſuch Jeſum und ſein Licht; alles andre hilft dir nicht. J. 6. Wolf, † 154. (Mel. valet will ich dir geben.) 258. In un ſers Kö⸗nigs Na⸗men be⸗tresten wir die Bahn. So vie⸗le von ihm ſtammen, o ſchließt euch freudig an! — Wir ziehn zum Frie⸗dens⸗lande, ein Herz, ein Leib ein Geiſt. Wohl S— dem, der al⸗le Ban⸗de voll Hel⸗den⸗mut zer⸗reißt! 2. Der Weg iſt ſchmal, doch eben, und führt zur Seligkeit; die Straße dort daneben iſt zwar bequem und breit, doch wer ſie eht, muß ſterben, an ihrem Ende droht ein ewiges Verderben, Fluch, 3 und Qual und Tod. 3. Wir folgen deinem Locken, du ewig treuer Freund! Wer könnte ſich verſtocken? Du haſts ſo gut gemeint! Wir wandern abgeſchieden, und eh es geht zur Raſt, trägt jeder ſtill zufrieden ſein Kreuz und ſeine Laſt. 4. Der große Hirt der Herde geht ſeinem Volk voran; ſein All⸗ machtswort„es werde!“ bereitet ſelbſt die Bahn; es lähmt erzürnten Feinden Herz, Zunge, Fuß und Hand, knüpft zwiſchen frommen Freun⸗ den der Liebe Bruderband. 5. So wandeln wir entſchloſſen dem Himmelsführer nach und dulden unverdroſſen und tragen ſeine Schmach und flehn im finſtern Thale: O Jeſu, ſteh uns bei und mach im Hochzeitſaale, bald alles, alles neu! 6. Seht, wie die Krone ſchimmert, die unſer Haupt einſt ſchmückt! Und wird der Leib zertrümmert, der Weltenbau zerſtückt, erlöſchen Sonn und Sterne: kein Pilger werde matt! Dort glänzt uns ſchon von ferne des großen Königs Stadt. 7. Hinan, hinan, ihr Frommen, es koſte Schweiß und Blut! Hinan, hinan geklommen, mit wahrem Heldenmut! Bald hebt uns unſer Sehnen hoch über Tod und Grab; bald trocknet unſre Thränen die Hand der Liebe ab. J. L. Frickert, † 1766. Nachfolge Chriſti. 191 259. — S 2 S 8 8 S S. 3 3. 3 3 S — — 3 8 1 Kommt, Brü⸗der, l n 9 es iſt ge⸗fähr⸗lich ſte⸗hen in die⸗ſer Wüſte⸗ Kommt, ſtär⸗ket eu⸗ren Mut, zur E⸗wig ⸗keit zu ———— wan⸗dern, von ei⸗ner Kraft zur an„dern, En⸗de gut. Es ſoll uns nicht gereuen der ſchmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein jeder ſein Geſichte mit ganzer Wendung richte feſt nach Jeruſalem. 3. Schmückt euer Herz aufs beſte, und mehr als Leib und Haus; wir ſind hier fremde Gäſte und ziehen bald hinaus. Wir gehn ins Ewge ein; mit Gott muß unſer Handel, im Himmel unſer Wandel und Herz und alles ſein. 4. Kommt Brüder, laßt uns gehen; der Vater gehet mit! Er ſelbſt will bei uns ſtehen in jedem ſauren Tritt. Das Aug dahin ge⸗ kehrt, wo ſeine Liebe winket und dem, der folgt und ſinket, den wahren Ausgang lehrt. 5. Kommt, Brüder, laßt uns wandern; wir gehen Hand in Hand; eins freuet ſich am andern in dieſem fremden Land. Kommt, laßt uns kindlich ſein, uns auf dem Weg nicht ſtreiten; die Engel ſelbſt begleiten als Brüder unſre Reihn. 6. Und ſollt ein Schwacher fallen, ſo greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Fried und Ruh. Kommt, ſchließt euch feſter an! Ein jeder ſei der Kleinſte, doch wohl auch gern der Reinſte auf unſrer Pilgerbahn. 7. Kommt, laßt uns munter wandern; der Weg nimmt immer ab; ein Tag, der folgt dem andern; bald fällt das Fleiſch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! 8. Es wird nicht lang mehr währen; harrt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, ſo kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen heim zu dem Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds thun. 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es iſt wohl Wagens wert, und gründlich dem abſagen, was aufhält und beſchwert. Welt, du biſt uns zu klein! Wir gehn durch Jeſu Leiten hin in die Ewigkeiten; es ſoll nur Jeſus ſein. G. Terſtegen, † 1769. 2 4. 192 Wiedergeburt und Heiligung. 260. Kerzlich thut mich verlangen.) —— S 1 1 ch ſoll zum Le⸗ ben drin⸗gen, für wel»ches ſoll nach dem Him⸗mel rin„gen, das, das iſt 8 F 3 S 8 at ſchuf, In ei⸗ ner Welt von Sün⸗den 0 — ſ — 2——— 2—— ſoll ich nur ihm mich weihn, ſie fliehn, ſie ü⸗ ber⸗win⸗den, — EB — E E E und dann erſt ſe ⸗lig ſein. 2. Und wenn der Pilger Gottes der Sünder Luſt verſchmäht, wenn er, trotz ihres Spottes, auf ſeinem Pfade geht; was wird ihm nicht zum Lohne, wenn er die kurze Zeit getreu war! Welche Krone! Welch eine Seligkeit! 3. O Herr, auch mich verlanget, dein treues Kind zu ſein, und meine Seele hanget doch nicht an dir allein; ich weiß, ich werde ſterben, und liebe doch die Welt; o Herr, welch ein Verderben, das mich ge⸗ fangen hält! 4. Entſagt hab ich dem Böſen, und doch wird es vollbracht; ach, wer wird mich erlöſen aus dieſes Todes Nacht! Ich laſſe nach zu ringen, und doch iſts mein Beruf: ich ſoll zum Leben dringen, zu welchem Gott mich ſchuf. 5. Dir ſeufz ich anzuhangen, Erbarmer, dir allein! Du haſt es angefangen, das gute Werk iſt dein! Vollende, Gott, vollende, was mir dein Wort verheißt; in deine Vaterhände befehl ich meinen Geiſt. J. A. Cramer, † 1788. 261. Jeſu, meines CLebens Leben. Mr. 50 P— 1 Un⸗ſer Wan el iſt im Him⸗mel! Köſt⸗lich Wort, wie jmir, umeringt vom Welt⸗ge⸗tüm⸗mel, Mut und ſü⸗ ße — ſtrö⸗meſt du 3 Hoffnung zu! Je⸗der Fuß⸗tritt, den ich thue, 2. S 5 1 Nachfolge Chriſti. 193 — 2 E 6 brin⸗get mich dem Land der Ru⸗he nä⸗ her, im⸗mer 4—,.———————————————————— E= S nä⸗ her zu. Wort, wie hoch er⸗freu-eſt du! 2. Haltets feſt, ihr teuren Brüder, haltets feſt, dies werte Wortt Nichts ſchlag eure Hoffnung nieder, wallet immer mutig fort! Mutig blicket hin zum Ziele; viele ſchon ergriffens, viele! Wir, ſo wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Pilger müſſen, bleibet wacker, ſeid nie laß! Stets des hohen Zwecks befliſſen, wacht und kämpft ohn Unterlaß! Feinde ſtehn an euren Wegen, Stürme toben euch entgegen, Nebel, Klüfte, Felſen drohn; faßt nur Mut, groß iſt der Lohn. as kein Auge je geſehen, was kein Ohr gehöret hat, was kein Herz hier zu erflehen je ſich unterwunden hat: das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und ſtreitet; drum verlaßt nicht eure Bahn, Jeſus ſelbſt ging euch voran. 5. Unſer Wandel iſt im Himmel! Köſtlich Wort, wie ſtrömeſt du mir, umringt vom Weltgetümmel, Mut und ſüße Hoffnung zu! Auf, mein Geiſt, ermüde nimmer, ſchon ſeh ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch: und getragen iſt mein Joch. J. Ch. Fröbing, † 1805. 262. (Mel. 0 Ewigheit, du Donnerwort.) „ 0— —„ [Gott, der du Her⸗zens⸗ken⸗ner biſt, Herr, dem die Falſch⸗ lkein Wortſpricht je ein fal⸗ſcher Mund, das dir All ⸗wiſ⸗ —„ heit Greu⸗el iſt und je⸗de Lüg Ver⸗bre⸗chen;] ſen⸗der nicht kund; du, Hei⸗li⸗ger, wirſts rä⸗chen:) 8 E— Laß je⸗der⸗zeit mein Ja und Nein, — — 4 7 * wie's Chri⸗ſten ziemt, 2. Und wenn ich ſchwörend vor dir ſteh, dir in dein heilig Antlitz ſeh, die Hand zum Himmel hebe, wenn ich'zum Zeugen feierlich an⸗ rufe, Hocherhabner, dich, durch den ich bin und lebe: dann ſei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei Evangel. Geſangbuch 13 194 Wiedergeburt und Heiligung. 3 Wenn Frevler dich auch da noch ſchmähn und frech mit Lügen vor dir⸗ ſtehn, dann laß mein Herz erſchrecken! Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel ſeiner Bosheit macht, ſie vor der Welt zu decken! Herz, ſchau den Gott mit Zittern an, der Seel und Leib verderben kann. 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr biſt, dein Sohn nicht mehr mein Heiland iſt, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dieſer Zeit kein Troſt vom Himmel mehr erfreut, kein Troſt mehr, wenn ich ſterbe; wenn Gott und Jeſus nicht mehr mein:— dann beſſer, nie geboren ſein! 5. Rein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürſtentum und teine Welt ſoll mich ſo weit verführen; um alle Leiden dieſer Zeit will ich doch Gott und Seligkeit mutwillig nicht verlieren! Wie klein mein Glück auch immer ſei: nur Gott und reines Herz dabei. 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid, aus Furcht vor deiner Heilig⸗ keit die Wahrheit treulich ſprechen. Beſchwör ich aber Amt und Pflicht, ſo laß mich auch im kleinſten nicht die teure Zuſag brechen! Auch dir, Gott, ſchwur ich treu zu ſein, erhalt mich ewig, ewig dein. J. K. D. Bickel, † 1809. 263. Ernſt und Lie⸗be, das zu euch der Her⸗zens Trie⸗be bei des Wor⸗tes — Heiland ſpricht, 3 del⸗lem Licht“ Was der Mund des Herrn ge beut, — — lig⸗keit. 2. Nicht aus Sinais Gewittern donnert hier des Herrn Gebot, daß die Herzen bang erzittern, weil es Zorn und Strafe droht; ſelig preiſend thut ſein Mund euch den Sinn des Vaters kund: 3.„Selig ſind die geiſtlich Armen, denn das Himmelreich iſt ihrl Ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ewgen Gnade Thür; da wird ohne Maß gewährt, was ihr ſehnend Herz begehrt. 4.„Selig ſind, die Leid empfinden auf des Lebens ſchmaler Bahn! Ihre Traurigkeit wird ſchwinden, reicher Troſt wird ſie umfahn; denn ſie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gereut.“ 5.„Selig ſind, die ſanften Mutes und in Demut milde ſind⸗ Sie erfreuen ſich des Gutes, das kein Trotz und Streit gewinnt. Durch der Sanftmut ſtlle Macht wird das Schwerſte leicht ebr 6.„Selig ſind, die hier mit Schmachten dürſten nach zerechtig⸗ keit, die nach Gottes Reiche trachten, nicht nach Gütern dieſer Zeit! Wo der Born des Lebens quillt, wird ihr Seelendurſt geſtillt. ——— Nachfolge Chriſti. 195 7.„Selig ſind, die voll Erbarmen auf der Brüder Leiden ſehn und den Schwachen, Kranken, Armen freudig eilen beizuſtehn! Noch vor Gottes Thron erfreut einſt auch ſie Barmherzigkeit.“ 8. Selig ſind die reinen Herzen, die nicht Sünd und Welt um⸗ ſtrickt, die mit ſchnöder Luſt nicht ſcherzen, weil nur Heilges ſie ent zückt! Einſt im reinen Himmelslicht ſchaun ſie Gottes Angeſicht.“ 9.„Selig ſind, die Frieden bringen, Schuld und Kränkung über⸗ ſehn, Feindeshaß mit Huld bezwingen, für Verfolger ſegnend flehn! Trifft ſie auch der Menſchen Spott, ſeine Kinder nennt ſie Gott.“ 10.„Selig ſind, die als Gerechte dulden Kreuz, Verfolgung, Schmach, als des Herrn getreue Knechte his zum Tod ihm folgen nach! Groß iſt dort vor Gottes Thron ſeiner Uberwinder Lohn.“ 11.„Seid ein Salz, ein Licht der Erde, laßt der Wahrheit Früchte ſehn, daß durch euch verherrlicht werde euer Vater in den Höhn. Ob der Erdball untergeht, ſein Gebot, ſein Wort beſteht!“ K. L. Garve, † 1841. „„ (Mel. valet will ich dir geben.) 264. S F ir ⸗„di⸗ſchem Ge⸗tüm⸗mel, wo nichts das Herz er⸗quickt, wer zeigt den Weg zum Him⸗mel, da⸗hin die Hoffnung blickt? e Wer lei⸗tet un-ſer Stre⸗ben, wenn es das Ziel ver⸗gißt? Wer — S—— führt durch Tod zum Le⸗ben? Der Weg heißt Je⸗ſus Chrit. 2. Hier irren wir und fehlen, gehüllt in tiefe Nacht; durch wen wird unſern Seelen ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, die alles uns erhellt; denn Chriſtus iſt die Wahrheit, er iſt das Licht der Welt. 3. Wer giebt uns hier ſchon Freuden, die niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden den Himmel aufgethan? Wenn vor dem Tod wir beben, wer giebt dem Herzen Ruh? Heil! Chriſtus iſt das Leben, führt uns dem Vater zu. K. J. Aſchenfeld, † 1856. Mel. Nr. 264. 265. 1. Es kennt der Herr die Seinen und hat ſie ſtets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land; er läßt ſie nicht verderben, er führt ſie aus und ein; im Leben und im Sterben ſind ſie und bleiben ſein. 2. Er kennet ſeine Scharen am Glauben, der nicht ſchaut und doch dem Unſichtbaren, als ſäh er ihn, vertraut; der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort ſich nährt und vor dem Wort ſich beuget und mit dem Wort ſich wehrt. 13* 196 Wiedergeburt und Heiligung. — 3 Er kennt ſie als die Seinen an ihrer Hoffnung Mut, die fröhlich guf dem Einen, daß er der Herr iſt, ruht, in ſeiner Wahrheit Glanze ſich ſonnet frei und kühn, die wunderbare Pflanze, die immer⸗ dar iſt grün. 4. Er kennt ſie an der Liebe, die ſeiner Liebe Frucht, und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen ſucht; die andern ſo begegnet, wie er das Herz bewegt; die ſegnet, wie er ſegnet, und trägt, wie er ſie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, wie er ſie ſtets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land: am Werk der Gnadentriebe durch ſeines Geiſtes Stärk, an Glauben, Hoffnung, Liebe, als ſeiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben, und halt uns feſt dabei; laß nichts die Hoffnung rauben; die Liebe herzlich ſei! Und wird der Tag erſcheinen, da dich die Welt wird ſehn, ſo laß uns als die Deinen zu deiner Rechten ſtehn! K. J. Ph. Spitta, † 1859. 266. (mel. 6 Durchbrecher aller Bande.) ſ 8 —— L1 Bleibt beidem, der eu„ret⸗wil⸗len auf die Er⸗de nieder kam, 1 j der, um eu⸗ren Schmerzzuſtillen, tauſend Schmerzen auf ſich nahm!) S S F S—— S Bleibt bei dem, der ein⸗zig bleibet, wenn auch al⸗les un⸗ter⸗geht, — — der, wenn al⸗les auch zer⸗ſtäu⸗bet, ſie⸗gend überm Staube ſteht. 2. Alles ſchwindet, Herzen brechen, denen ihr euch hier ergabt, und der Mund hört auf zu ſprechen, der euch oft mit Troſt gelabt, und der Arm, der euch zum Stabe und zum Schilde ward, erſtarrt, und das Ange ſchläft im Grabe, das euch ſorgſam einſt bewahrt. 3. Alles ſtirbt, das Irdſche findet in dem Irdiſchen ſein Grab: alle Luſt der Welt verſchwindet, und das Herz ſtirbt ſelber ab. Ird⸗ ſches Weſen muß verweſen, irdſche Flamme muß verglühn, irdſche Feſſel muß ſich löſen, irdſche Blüte muß verblühn. 4. Doch der Herr ſteht überm Staube alles Irdiſchen und ſpricht: ſtütze dich auf mich und glaube, hoffe, lieb und fürchte nicht! Darum bleibt bei dem, der bleibet, und der geben kann, was bleibt, der, wenn ihr euch ihm verſchreibet, euch ins Buch des Lebens ſchreibt. K. J. Ph. Spitta, † 1850. WMel. Nr. 266. 267. 1. Volk des Herrn! du haſt hienieden einen langen, ſchweren Streit; Kämpfe ſind dir hier beſchieden, Friede in der Ewigkeit. Lege an die rechte Wehre, ſtehe auf dem ewgen Fels, daß dir Sieg und Heil beſchere er, der Heiland Israels! S Liebe. 197 2. Träumeſt du von guten Tagen, oder wachſt du auf zum Streit? Wiegſt du dich in alten Sagen, oder kennſt du deine Zeit? Höreſt du den Ruf der Wächter:„Glaubet ihr, ſo bleibt ihr ſtehn! Aber wehe dem Verächter, denn ſein Troſt wird untergehn!“ 3. Volk des Herrn! du haſt hienieden einen langen, ſchweren Streit nun, ſo ſuche keinen Frieden in der böſen Zeitlichkeit. Führe deines Gottes Kriege; Jeſu Kreuz iſt das Panier, unter dieſem Zeichen ſiege! Seine Schmach ſei deine Zier! S. Preiswerk, † 1871. „ b „ 268. 2—— —————————— 1 Herz⸗lich lieb hab ich dich, o Herr, ich bitt, wollſt ſein von Die gan ⸗ze Welt er⸗freut mich nicht, nach Erd und Him⸗mel —— ————— mir nicht fern mit dei⸗ner Hilf und Ga⸗ ben! ic frag ich nicht, wenn ich nur dich kann ha„„„ ben, 1 — 3—— wennmirgleich mein Herzzerbricht, biſt du dochmei⸗ne Zu⸗ver⸗ſicht, —— F= mein Troſt und mei⸗nes Her⸗zens Teil, durch deſ„ ſen Wun⸗den ——— —— ich werd heil. Herr Je⸗ſu Chriſt, mein Gottu. Herr, mein Gott u. — ———— Herr, in Schanden laß mich nim⸗mer⸗mehr! 2. Es iſt ja dein Geſchenk und Gab mein Leib und Seel und, was ich hab in dieſem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Rutz und Dienſt des Rächſten mein, wollſt deine Gnad mir geben! Behür mich, Herr, vor falſcher Lehr, des Satans Mord u Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag gedüldiglich Herr Jeſu Chriſt, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröſt mir mein Seel in Todesnot! er mir mein Eins un ergeſſen. —z— z————.— 198 Wiedergeburt und Heiligung. Ach, Herr, laß einſt die Engel dein am letzten End die S mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in ſeinem ſanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum jüngſten Tage; als⸗ dann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen ſehen dich in aller Freud, o Gottesſohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jeſu Chriſt, erhöre mich! Ich will dich preiſen ewiglich. 269. 7 0 3—— 5 F ſcön leuchetet der Mor⸗geneſtern, voll Gnad und Du Da vids Sohn, aus Ja⸗kobs Stamm, du Got⸗tes⸗ S 6 Wahr⸗heit von dem Herrn, aus Ju⸗da auf⸗ge⸗gan⸗gen! ſohn und Got⸗tes⸗lamm, er-füllſt mich mit Ver⸗lan⸗gen, 6— S— lieb ⸗lich, freund⸗ſich, ſchön und mächtig, groß und prächtig, — ———— reich an Ga⸗ben, ü⸗ ber al les hoch er⸗ ha⸗ ben. 2. O meine Perl, du werte Kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Du meines Herzens ſchönſte Blum, dein ſüßes Evangelium iſt lauter Milch und Honig. Jeſu, Jeſu, Hoſianna! Himmliſch Manna, das wir eſſen, deiner kann ich nicht 3. Geuß ſehr tief in mein Herz hinein, du helles Licht und Him⸗ melsſchein, die Flamme deiner Liebe, und ſtärk mich, daß ich ewig bleib an deinem auserwählten Leib ein Glied voll Lebenstriebe. In dir laß mir, ohn Aufhören, ſich vermehren Lieb und Freude, daß uns jelbſt der Tod nicht ſcheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenſchein, wenn mich die heil⸗ gen Augen dein ſo mildiglich anblicken. O Jeſu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geiſt, dein Leib und Blut mich innerlich er⸗ guicken! Tröſt mich freundlich, hilf mir Armen aus Erbarmen, hilf 1 in Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. 3 5. Gott Vater, o mein ſtarker Held, du haſt mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm ſelbſt ver⸗ raut, auf ihn mein Herz mit Freuden ſchaut, drum mich auch nichts betrübet. Heil mir, Heil mir! Himmliſch Leben wird er geben mir dort oben; ewig ſoll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unſerm Gott mit Saitenklang, und laßt den ſüßeſten Beſang ganz freudenreich erſchallen; ich will mit meinem Jeſus Chriſt, i d Alles iſt, in ſteter Liebe wallen. Singet, klinget, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren; groß iſt der König der Ehren. Liebe. 102 7. Wie freu ich mich, Herr Jeſu Chriſt, daß du der erſt und letzte biſt, der Anfang und das Ende! Du wirſt mich einſt zu deinem Preis aufnehmen in dein Paradeis; drauf faß ich deine Hände. Amen, Amen, komm, du ſchöne Freudenkrone, bleib nicht lange; deiner wart ich mit Verlangen. Ph. Nikolai, † 1608. 270. die Se is keit zu auf Chriſtum ſich zu —— Werkiſt klar; ſein * heil⸗ger Mund hatKraft und Grund, 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier iſt der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Teil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns iſt geſtorben. 3. Ach, ſucht doch den, laßt alles ſtehn, die ihr das Heil begehret! Er iſt der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzens Grund, ſucht ihn allein; denn wohl wird ſein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Herzenskron, mein Freudenſonn ſollſt du, Herr Jeſu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich ſpeis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich ſtets feſt zu glauben. 5. Wend von mir nicht dein Angeſicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchſte Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach dieſem Leid, hilf, daß ich mag nach dieſer Klag dir ewig dort Lob ſagen. G. Weißel, † 1635. 271. Mei⸗nen Je⸗ſum laß ich nicht! Weil er ſich für mich ge⸗ ge⸗ — =—— ben, ſo erfordert meine Pflicht, unverrückt nur ihm zu le⸗ben; Wiedergeburt und Heiligung. 2. Jeſum laß ich ewig nicht, weil ich ſoll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuverſicht, was ich bin und hab, ergeben alles iſt auf ihn gericht, meinen Jeſum laß ich nicht. 8. Laß vergehen das Geſicht, alle Sinne mir entweichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieſer Welt erreichen: wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jeſum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch laſſen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor ſeinem Angeſicht meiner Väter Glauben pranget; mich erfreut ſein Angeſicht, meinen Jeſum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel in mir ſich ſehnet; Jeſum wünſcht ſie und ſein Licht, der mich hat mit Gott ver⸗ ſöhnet und befreiet vom Gericht; meinen Jeſum laß ich nicht. 6. Jeſum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Chriſtus läßt mich für und für zu den Lebensbächen leiten. Selig, wer mit mir ſo ſpricht: laß ich nicht! Chr. Keymann, † 1662. 272. (Mel. Fomm, o homm, du Geiſt des Lebens.) 5 8 1 ſus, Je⸗ſus, nichts als Je⸗ſus ſoll mein Wunſch ſein Jetz⸗und mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was — S S 5—2——— E H 2 zn denn mein Herz, mit ihm er„füllt, g ru⸗fet nur Herr, wie du willt. 2. Einer iſt es, dem ich lebe, den ich liebe früh und ſpat: Jeſus iſt es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat; ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es ſei mein Glücke, und iſt doch zuwider dir, ach, ſo nimm es bald zurücke, Jeſu, gieb, was nützet mir; gieb dich mir, mein Jeſu mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt. 4. Und vollbringe deinen Willen in und an mir, o mein Gott; deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, ſterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wie und wo du willt. 5. Sei auch, Jeſu, ſtets geprieſen, der du dich und viel dazu haſt geſchenkt und mir erwieſen, daß ich fröhlich ſinge nu: mir geſchehe, Gott, mein Schild, wie du willt, Herr, wie du willt! Ludämilia Eliſabeth, Gräſin zu Schwarzburg⸗Rndolſtadt, † 1672. Liebe. 201 1 Ich will dich lieben, mei⸗ne Stär⸗ke, ich will dich lich will dich lie-ben mit dem Wer⸗ke und im⸗mer⸗ lie⸗ben, meiene Zier:] wäh⸗render Be gier ich will dich lie⸗ben, ſchön⸗ſtes *— — Licht, bis mir das Her ze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbeſten Freund; ich will dich lieben und erheben, ſo lange mir dein Glanz erſcheint; ich will mit reiner Liebesflamm dich lieben, Gotteslamm. 3. Ach, daß ich dich ſo ſpät erkannte, du hochgelobte Liebe du, daß ich nicht eher mein dich nannte, du höchſtes Gut und wahre Ruh! Es iſt mir leid, ich bin betrübt, daß ich ſo ſpät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich ſuchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geſchaffne Licht; nun aber iſts durch dich geſchehn, daß ich dich hab geſehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht: ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machſt geſund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht ſtraucheln oder ſtille ſtehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du ſtarker Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, dich lieben auch bei Schmach und Hohne, auch in der allergrößten Not; ich will dich lieben, ſchönſtes Licht, bis mir das Herze bricht. J. Scheffler, † 1677. Mel. Nr. 272. 274. 1. Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit haſt gemacht; Liebe, die du mich ſo milde nach dem Fall zurück gebracht; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh denn ich geſchaffen war; Liebe, die du Menſch geboren und mir gleich wardſt ganz und gar; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Liebe, die für mich gelitten und geſtorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erſtritten ewge Luſt und Seligkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geiſt und Wort; Liebe, die ſich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. — 202 Wiedergeburt und Heiligung. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele litt; Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird entrücken aus dem Grab der Sterblich⸗ keit; Liebe, die mich einſt wird ſchmücken mit der Kron der Herrlichkeit; Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 275. (mel. Jeſu, meines Febens Feben. Rr. 1.) J. Schefſler, † 1677. 2 2—— f „ 5 5 2 Jesſus ſchwebt mir in Ge⸗dan⸗ken, Jesſus liegt mir von ihm will ich nimemer wan⸗ken, weil ich hier im 4 „ 5 ————— ſtets im Sinn,. Le ben bin. Er iſt mei⸗ner Au⸗gen Weide, —— — mei nes Herezens höch⸗ſte Freu⸗de, mei⸗ ner See⸗ le — 6 ſchön ſte Zier; Jeſum lieb ich für und für. 2. Jeſus funkelt mir im Herzen, wie ein Stern mit goldnem Schein er vertreibt mir Angſt und Schmerzen, er iſt mein und ich bin ſein. Drum ergreiſ ich ihn mit Freuden, wenn ich ſoll von hinnen ſcheiden; er iſt meines Lebens Licht; Jeſum laß ich von mir nicht. 3. Jeſum will ich bei mir haben, wenn ich gehe aus und ein; ſeines Geiſtes Troſt und Gaben ruhn in meines Herzens Schrein. Wenn ich mich zur Ruh begebe, oder mich vom Schlaf erhebe, bleibt doch Jeſus früh und ſpat meiner Seelen Schutz und Rat. 4. Jeſum will ich laſſen raten, der am beſten raten kann; er ge⸗ ſegne meine Thaten, die ich fröhlich fange an, daß in ſeinem teuren Ramen alles glücklich ſei und Amen; ſo wird alles werden gut, wenn nur Jeſus Hilfe thut. 5. Jeſus, meiner Jugend Leiter von des Lebens Anbeginn, wird auch ſein mein Troſtbereiter, wenn ich alt und kraftlos bin; wenn ſich trummen meine Glieder und die Lebensſonn geht nieder, wenn ver⸗ dunkelt mein Geſicht; meinen Jeſum laß ich nicht! 6. Jeſus ſoll in allen Leiden mein getreuer Beiſtand ſein; nichts, nichts ſoll mich von ihm ſcheiden; keine Angſt und Herzenspein, leine Träbſal, keine Schmerzen reißen ihn aus meinem Herzen; ob mir gleich das Herze bricht, laß ich dennoch Jeſum nicht. Liebe. 203 7. Jeſu leben, Jeſu ſterben, Jeſu einzig eigen ſein und mit Jeſu dorten erben: dies iſt mein Gewinn allein. Jeſu will ich ſein und bleiben, nichts, nichts ſoll mich von ihm treiben, laß ich gleich Gut, Blut und Ehr: Jeſum laß ich nimmermehr. Vor 1692. * 4— Mel. Nr. 275. 276. 1. Jeſu, meiner Seele Leben, meines Herzens höchſte Freud, dir will ich mich ganz ergeben, jetzo und in Ewigkeit; meinen Herrn will ich dich nennen, und vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein; ich will keines andern ſein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, eh mich noch die Welt em⸗ pfing; du biſt mir ſchon nachgegangen, als ich noch nach dir nicht ging, und du haſt mich aufgenommen, da ich an das Licht gekommen: ich bin dein und du biſt mein; ich will keines andern ſein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir ſtets deine Güt; deines Geiſtes Trieb und Segen regte mir oft mein Gemüt, wenn ich etwa übertreten, daß ich wiederkäm mit Beten: ich bin dein, und du biſt mein; ich will keines andern ſein. 4. Ach, wie oft hat meine Jugend deine Gnadenhand gefaßt, wenn die Frömmigkeit und Tugend war in meinem Sinn verhaßt. Ach, ich wäre längſt geſtorben ohne dich, und längſt verdorben! Ich bin dein, und du biſt mein; ich will keines andern ſein. 5. Ja, in meinem ganzen Leben hat mich ſtets dein Licht geführt; du haſt, was ich hab, gegeben, du haſt meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret: ich bin dein, und du biſt mein; ich will keines andern ſein. 6. Irr ich, ſucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet ſie mir auf; iſt es, daß ich mich betrübe, ſtärkt ſie mich in meinem Lauf; bin ich arm, ſie giebt mir Güter; ſchlaf ich ein, ſie iſt mein Hüter: ich bin dein, und du biſt mein; ich will keines andern ſein. 7. Dein Geiſt zeiget mir das Erbe, das mir droben beigelegt; ich weiß, wenn ich heute ſterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jeſu, in die Freude, daß mich nichts mehr von dir ſcheide! Ich bin dein, und du biſt mein; ich will keines andern ſein. Drum ich ſterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum; dir allein ich mich ergebe, du biſt meiner Seele Ruhm, meine Zuverſicht und Freude, meines Herzens Troſt im Leide: ich bin dein, und du biſt mein; ich will keines andern ſein. Chr. Scriver, † 1693. —— 277. S2 G— ph—— 1 Eins iſt not, ach, Herr, dies ei⸗ne leh⸗re mich er⸗ Al ⸗les an„dre, wie's auch ſcheine, iſt ja nur ein ECL ken⸗nen doch! — ſchwe⸗res Joch,) dar„„ un ter das 204 Wiedergeburt und Heiligung. Her⸗ze ſich naget und pla⸗get und dennoch kein wahres Ver⸗ gnü gen er„ja⸗get. Er⸗lang ich dies ei⸗ne, das al⸗les er⸗ — ſetzt, ſo werd ich mit ei⸗nem in al⸗lem er⸗götzt. 2. Seele, willſt du dieſes finden, ſuchs bei keiner Kreatur; laß, was irdiſch iſt, dahinten, ſchwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menſchheit in einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erſcheinet, da, da iſt das beſte notwendigſte Teil, mein ein und mein alles, mein ſeligſtes Heil. 3. Darum iſt auch mein Verlangen, liebſter Jeſu, nur bei dir; laß mich treulich an dir hangen, ſchenke dich zu eigen mir. Wie viele dich auch mit der Menge verlaſſen, ſo will ich in Liebe dich dennoch um⸗ faſſen; denn dein Wort, o Jeſu, iſt Leben und Geiſt, der einzig den Weg uns zur Seligkeit weiſt. 4. Aller Weisheit höchſte Fülle in dir ja verborgen liegt; gieb nur, daß ſich auch mein Wille fein in ſolche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himm⸗ liſch iſt, führet. Ach, wenn ich nur Jeſum recht kenne und weiß, ſo hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 5. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höch⸗ ſtes Gut; Jeſu, es muß mir gelingen durch dein heilig teures Blut. Die höchſte Gerechtigkeit iſt mir erworben, da du biſt am Stamme des Kreuzes geſtorben; da hab ich die Kleider des Heiles erlangt, wo⸗ rinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 6. Nun ſo gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du biſt ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, iſt in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Luſt; dein Leben ſei, Jeſu, mir einzig bewußt. 7. Ja, was ſoll ich mehr verlangen? Auf mich ſtrömt die Gnaden⸗ flut; du biſt einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; du haſt mir die ewge Erlöſung erfunden, daß ich nun von Tod und Verdammnis entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt; im kindlichen Geiſte das Abba nun klingt. 8. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergötzt, weil auf eine friſche Weide mein Hirt Jeſus mich geſetzt. Nichts Süßres kann alſo mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jeſu, dich immer ſoll haben; nichts, nichts iſt, das alſo mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jeſu, im Glauben erblickt. 2 9. Drum auch, Jeſu, du alleine ſollſt mein ein und alles ſein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelſchein; ſieh, ob ich auf böſem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchſter, auf ewigem Wege laß Schmach mich nicht achten, nicht Leiden, noch Tod, und Jeſum ge⸗ winnen; dies eine iſt not. J. H. Schröder, † 1728. Liebe. 205 die für mich aus rei⸗nem 4—— S— Trie⸗be ſtarb am Kreu⸗zesſtamm, Jeſu, Got⸗tes Lamm. 2. Deine Liebesglut ſtärket Mut und Blut; wenn du freundlich mich anblickeſt und mit deinem Geiſt erauickeſt, macht mich wohlgemut deiner Liebe Glut. 3. Wahrer Menſch und Gott, Troſt in Not und Tod! Du biſt darum Menſch geboren, zu erſetzen, was verloren durch den Kreuzes⸗ tod, wahrer Menſch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöſchen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlöſche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in mir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht verſehre, ob ſie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! 7. Deinen Frieden gieb aus ſo großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen, und nach dir ſich Chriſten nennen; denen du biſt lieb, deinen Frieden gieb. 8. Wer der Welt abſtirbt, ſich mit Ernſt bewirbt, dir zu leben und zu trauen, der wird bald mit Freude ſchauen, daß niemand ver⸗ dirbt, der der Welt abſtirbt. 9. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmer⸗ mehr dich laſſen, ſondern gläubig dich umfaſſen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 10. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und Vertrauen, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 11. Jeſu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie ſo ritterlich du gekämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum! In mir ſoll nun nichts erſchallen, als was dir nur kann gefallen, werte Him⸗ melsblum, du mein Preis und Ruhm! A. Dreſe, † 1701. 5 — — —— 206 Wiedergeburt und Heiligung. 279. Mel Es iſt das Keil uns kommen her.) EhE 1 Halt im Ge⸗dächt-nis Je⸗ſum Chriſt, den vom Thron des Him⸗mels kom⸗men iſt, dein S— Hei⸗land, der auf den Bru⸗der da zu wer⸗den; —†— dir zu gut hat men F Blut; dank =— ihm für die⸗ſe Lie„ be! 2. Halt im Gedächtnis Jeſum Chriſt, der für dich hat gelitten und dir, da er geſtorben iſt, am Kreuz das Heil erſtritten. Beſieget hat er Sünd und Tod und dich erlöſt aus aller Not; dank ihm für dieſe Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jeſum Chriſt, der auch am dritten Tage ſiegreich vom Tod erſtanden iſt, befreit von Not und Plage; bedenke, daß er Fried gemacht, das Leben wieder hat gebracht; dank ihm für dieſe Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jeſum Chriſt, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren iſt, die Stätt dir zu bereiten, da du ſollſt bleiben allezeit und ſehen ſeine Herrlichkeit; dank ihm für dieſe Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jeſum Chriſt, der einſt wird wiederkommen und ſich, was tot und lebend iſt, zu richten vorgenommen. O ſorge da beſtehſt und mit ihm in ſein Reich eingehſt, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jeſu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben faſſen, und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen laſſen daß deſſen ich in aller Not mich tröſten mag und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriak. Günther, † 1704. 280. el. Nun freut euch, lieben Chriſten gmein.) L£ ver„giß nicht, er S22 O Lie⸗bes⸗glut, wie ſoll ich dich mit In dei⸗ne Tie⸗fen 3 ich mich, o vol⸗le See, ver⸗ 2 * 2 zie ⸗ ren? lie ⸗ ren.) Es met Got⸗tes Herr⸗ ich. keit, es Liebe. 207 „— —— —— — — brennt die gan⸗ze E⸗wig⸗keit: bleibtnochmeinHerzer-kal⸗tet? 2. O Liebe, die Gott ſeinen Sohn aus ſeinem Schoß genommen! Er iſt von dem geſtirnten Thron zu uns herab gekommen; ſein Mangel, Knechtſchaft, Kreuz und Grab ſind uns ein Bild, zu malen ab, wie ſtark Gott lieben könne 3. Hör auf zu grübeln, glaub allein! Kannſt du dies Meer nicht gründen, ſo wirf dich blindlings nur hinein mit allen deinen Sünden; laß dem das Herze ſein Bewährt, der dir Jein Herz hat ausgeleert gieb Herz für Herz zum Opfer. 4. O liebſter Vater, nimm es hin! Gieb Kraft, um dich zu lieben; Herz und Begierden, Mut und Sinn ſei dir hiermit verſchrieben; brenn aus das Feuer böſer Luſt, laß ewig nichts in dieſer Bruſt als deine Liebe glühen. F. A Lampe, † 1729. 28Sl1. (Mel. O fröhliche Stunden.) S — S— 1. O Urſprung des Le⸗ o e⸗wi⸗ges Licht, da niemand ver — 2. ge⸗bens ſucht, was ihm 6 bicht ben⸗di⸗ge Quel⸗le, die — E—. S lauter und hel⸗le ſich aus ſei⸗nem hei⸗li⸗gen Tem pel er⸗ FEt 2 ——— O 3— S 2— gießt und in die be⸗gie ⸗ri⸗gen Seelen ein,fließt. 2. Du ſprichſt: wer begehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme; allhier ſind himmliſche Gaben, die träftiglich laben; trete im Glauben zur Quelle heran; hier iſt, was ihn ewig beſeligen ann., Mein Hirt und mein Hüter, ich komme zu dir, gewähre die des Heiles auch mir; du kannſt dein Verſprechen mir Armem nicht brechen; du ſieheſt, wie elend und dürftig ich bin, drum gieb dei Gaben aus Gnaden nur hin. O Brunnquell, du labeſt Geiſt, Seele und Mut, und wen du be n hat ewiges Gut; wenn man dich genießet, wird alles ver⸗ ſüßet; es jauchzet und ſinget das fröhliche Herz, es weichet zurücke der bittere Schmerz. —— 208 Wiedergeburt und Heiligung. 5. Drum gieb mir zu trinken, wie dein Wort verheißt, laß gänz⸗ lich verſinken den ſehnenden Geiſt im Meer deiner Liebe, laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himmliſchen hin; es werde mein Herze ganz ſelig darin. 6. Wenn du auch vom Leiden was ſchenkeſt mit ein, ſo laß mich mit Freuden gehorſam dir ſein; denn alle die, welche mittrinken vom Kelche, den du haſt getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig ſich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, mein Jeſu, erquickt, da, wo deine Herden kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo lieb⸗ liche Stille, wo Wonne und Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, wo hei⸗ liges Leben wird ewig belohnt. Ch. I Koitſch, † 1785. 282. (Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.) 2 T M F E—— —— 1 Hei⸗ land, dei⸗ne Men⸗ſchen-lie⸗be war die Quel⸗le die dein treu⸗es Herz be⸗wo⸗gen, dich in un„ſer F S— . F„— ——— 6 dei⸗ner Trie⸗be,„= Fleiſch ge zo gen, dich mit Schwachheit ü⸗ ber⸗de⸗cket, — 3— dich vom Kreuz ins Grab ge ſtre⸗ Cet.* er unge⸗ — ₰ 7 3— S S 2 5— ,——— mei⸗nen Trie⸗ be dei⸗ner treuen Men⸗ſchenlie⸗ be! —— 2. Uber ſeine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erſcheinen, ſich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Be⸗ trübten Klagen hören, ſich in andrer Dienſt verzehren, ſterben für die ärgſten Sünder, das iſt Lieb, o Menſchenkinder!. 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie iſt dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angeſprochen! O wie pflegteſt du zu eilen, das Erbetne mitzuteilen- 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen ſich zu bücken, die Unwiſſenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die ſich ſelbſt verſtocken, täglich locken: das war deines Werkes iſe, Herr, und deine liebſte Speiſe Peine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Klagen andrer Schmach und Laſt zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Läſterung zu ſegnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. Liebe. 209 6. O wie hoch ſtieg dein Erbarmen, da du für die ärmſten Armen dein unſchätzbar teures Leben in den ärgſten Tod gegeben; da du in der Sünder Händen, alle Leiden zu vollenden, und den Segen zu er⸗ werben, als ein Fluch haſt wollen ſterben! 7. Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken; du haſt das Geſetz erfüllet, ſeinen Fluch haſt du geſtillet; laß mich wider deſſen Stürmen deiner Liebe Schild beſchirmen; heilge meines Herzens Triebe, ſalbe ſie mit deiner Liebe. J. J. Rambach. † 1735. 283. (Mel. wie wohl iſt mir, o Freund der Seelen.) Lebſt du in mir, o wahres Leben, ſo ſter-benur, was ein Blick von dir kann mehr mir ge⸗ben, als was der Welt das 1 * du nicht biſt; 1 ſeit O Jeſu, du ſollſt mein ver⸗blei⸗ben, p— E——— *4 E nichts wird mich von der Lie-be trei⸗ ben, die du mir — 2 S— zu⸗ge⸗ſa⸗get haſt. O ſü⸗ ße Won⸗ne, die mich trän⸗ g.4 F[6 185 F * ket, wenn ſich die Seel in dich ver⸗ſen ⸗ ket und — dich, o See⸗len⸗freund um⸗faßt! 2. Herz, das in Liebesglut geſtorben, ach, laß mein Herz in Flammen ſtehn; entzünd das Herz, das du erworben, und laß darinnen untergehn, was du nicht biſt, o mein Vergnügen; laß mich in deiner Liebe ſiegen, ja, ſiege du nur ſelbſt in mir: ſo werd ich fröhlich trium⸗ ſo wird dein Todesſieg mich zieren, ſo leb und leid und ſterb ich dir. 3. Zünd auch in mir die Liebesflammen zum Dienſte deiner Glie⸗ der an; bind mich und ihre Not zuſammen, damit ich mich verſichern kann, ich ſei alſo wie du geſinnet, wenn mein Geiſt die Geſtalt ge⸗ winnet, die deinem Sinn recht ähnlich iſt: ſo werd ich Freund und Feinde lieben, ſo wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vor⸗ gegangen biſt. Evangel. Geſangbuch 14 — —— — — — — — —— 210 Wiedergeburt und Heiligung. 4. Gieb mir des Glaubens Licht und Kräfte, damit er wahre Früchte zeigt; mach mich zur Rebe voller Säfte, die ſich nach dir, dem Weinſtock, neigt; du biſt der Fels, auf den ich baue, du biſt mein Heiland, dem ich traue, du biſt des Glaubens feſter Grund. Wenn ſich die Zweifelsſtunden finden, ſo laß die Hilfe nicht verſchwinden, und mach den kranken Geiſt geſund. 5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker iſt; gieb, daß ſie alle Angſt beſieget durch dich, der du mein Alles biſt. Die Welt mag auf das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur ſchauen, o Jeſu, meiner Hoffnung Licht; ich will dich ſtets in Lieb umfaſſen, dich, der du mich nicht wirſt verlaſſen, denn deine Liebe wanket nicht. 6. Willſt du mich noch im Leben wiſſen, ſo leb ich, weil es dir beliebt; werd ich vom Tode hingeriſſen, ſo bin ich gleichfalls nicht be⸗ trübt; dein Leben laß ſtets in mir leben, dein Sterben laß mir Stärke geben, wenn meines Lebens Ziel erſcheint. Ich will dir meinen Willen ſchenken, ich will im Tod und Leben denken, daß du es gut mit mir gemeint. Ph. Balth. Sinold, † 1742. 284. 5(Mel. Nun ſich der Cag geendet hat.) — 1. Der du noch in der letz⸗ten Nacht, eh du für uns er⸗ — blaßt, den Dei⸗nen von der Lie⸗be Macht ſo ſchön ge⸗pre⸗digt haſt. 2. Erinnre deine kleine Schar, die ſich ſo leicht entzweit, daß deine letzte Sorge war: der Glieder Einigkeit. Graf N. L. v. Zinzendorf, † 1760. 285. „ Mel. Alles iſt an Gottes Segen.) 1 Nun ſo will ich denn mein Le⸗ben völ⸗lig mei⸗nem — Gott ergeren; nun wohlan, es iſt geſchehn! Sünd, ich will von dir nicht hören; Welt, ich will mich von dir keh⸗ rèn, — oh⸗ne je zu rück zu ſehn. Liebe. 211 2. Hab ich ſonſt mein Herz geteilet, hab ich hie und da verweilet: endlich ſei der Schluß gemacht, meinen Willen ganz zu geben, meinem Gott allein zu leben, ihm zu dienen Tag und Nacht. 3. Herr, ich opfre dir zur Gabe all mein Liebſtes, das ich habe; ſchau, ich halte nichts zurück; ſchau und prüfe Herz und Nieren; ſollteſt du was Falſches ſpüren, nimm es dieſen Augenblick. 4. Ich ſcheu keine Müh und Schmerzen; gründlich und von gan⸗ zem Herzen will ich folgen deinem Zug. Kann ich ſtetig und in allem deinen Augen nur gefallen, ach, ſo hab ich ewig gnug. 5. Eines will ich nur betrachten, und nicht wiſſen, noch drauf achten, was ſonſt draußen mag geſchehn: fremd der Welt und ihren Sorgen will ich hier, in dir verborgen, als ein wahrer Pilger gehn. 6. Dich allein will ich erwählen; alle Kräfte meiner Seelen nimm nur ganz in deine Macht; ja, ich will mich dir verſchreiben; laß es ewig feſte bleiben, was ich dir hab zugeſagt. G. Terſtegen † 1769 286. (Mel. was Gott thut, das iſt wohlgethan.) 4S — Dich, Je⸗ſum, laß ich e⸗wig nicht; dir bleibt mein Herzer⸗ge⸗ du kennſt das Herz, das redlich ſpricht: nur Ei⸗nem will ich le⸗ ——— Du, du al⸗lein, du ſollſt es ſein; du — E FS— ———— — S S== — ſollſt mein Troſt auf Er⸗den, mein Glück im Him⸗mel wer⸗den 2. Dich Jeſum laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben! Nichts kann mir meine Zuverſicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat feſten Grund; die deiner ſich nicht ſchämen, die kann dir niemand nehmen. 3. Dich Jeſum laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingſt du für Sünder ins Gericht und büßteſt für mich Armen. Aus Dankbar⸗ keit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich Jeſum laß ich ewig nicht; du ſtärkeſt mich von oben. Auf dir ſteht meine Zuverſicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilſt zu mir; wenn mich die Feinde haſſen, wirſt du mich nicht verlaſſen. 5. Dich Jeſum laß ich ewig nicht; nichts ſoll von dir mich ſchei⸗ den. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit ſeinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald iſt es überſtanden, und Ruh iſt dann vorhanden. 6. Dich Jeſum laß ich ewig nicht; nie ſoll mein Glaube wanken; und wenn des Leibes Hütte bricht, ſterb ich mit dem Gedanken: mein Freund iſt mein und ich bin ſein; er iſt mein Schutz und Tröſter, und ich bin ſein Erlöſter. Ehrenfried Liebich, † 1780. 14* 212 Wiedergeburt und Heiligung. — 287. (Mel. Kerr, ich habe mißgehandelt.) 7—+ —— 2. 63 — F** S 1 Seid barmeher-zig, Men⸗ſchen, hö„ret, hört das das uns Je⸗ſus Chri⸗ſtus leh⸗ret: ſeid barm⸗ * hei lig⸗ſte Ge⸗bot, her⸗zig, ſeids wie Gott; gebt, ſo wird auch euch ge ge⸗ 65 B fS S5 S 2. So viel Menſchen, ſo viel Brüder! Ein Gott iſts, der uns erſchuf. Wir ſind alle Chriſti Glieder; allgemein iſt Gottes Ruf. So den Böſen, wie den Seinen, läßt der Herr die Sonne ſcheinen. 3. Gottes Bild in euch zu ſehen, ſeid barmherzig, ſo wie er; eilt den Armen beizuſtehen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Weiß es Gott und dein Gewiſſen, darfs die linke Hand nicht wiſſen. 4. Was ihr habt, mit Armern teilen, ſehn, was jedem frommt und nützt, des Verlaſſnen Wunden heilen, ſchützen den, den niemand ſchützt, ohne Stolz, von Pflicht gedrungen, heißt: nach Ruhm bei Gott gerungen. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, Geber, dem der Dank ge⸗ bührt! Laß, wenn unſre Brüder weinen, unſer Herz nie ungerührt: daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Hilf und Troſt empfahen! Th. G. v. Hippel, † 1796. 288. (mel. wer nur den lieben Gott läßt walten.) S = 1 Du Va⸗ter dei⸗ner Men⸗ſchen⸗kin⸗der, der du die und deſ⸗ſen Herz auch ge⸗ gen Sün⸗der noch gütig Fe⸗be ſel⸗ber biſt, 1 3 uic voil Mit⸗leid iſt) laß mich von gan⸗zem Per? zen 1f H dein, laß michs mit al⸗len Kräf⸗ten ſein! Liebe. 213 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebſt, und ſo geſinnt zu ſein mich übe, wie du mir ſelbſt die Vorſchrift giebſt! Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts ſcheide mich, mein Gott, von dir! 3. Vertilg in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieſer Welt, und gieb, daß ich Verleugnung übe, wenn mir was Eitles noch gefällt. Wie ſollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich ſoll, erfüllen, ſo ſieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit Vater, nicht zur Schuld! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich mit Ernſt vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinſte Sünde ſelbſt zu ſcheun, laß, Vater, mich befliſſen ſein. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiſer Rat beſtimmt; du führſt durch Trübſal den zu Freuden, der ſeine Laſt gern auf ſich nimmt; und wer ſein Leiden weislich nützt, wird mächtig von dir unterſtützt. 7. In deiner Liebe laß mich ſterben, dann wird ſelbſt Sterben mein Gewinn; dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmher⸗ zigkeit. Nach B. Schmolck † 1737, von S. Diterich, † 1797. 289. (Mel. nun ſich der Tag geendet hat.) — S O Chriſt, wenn Ar-me man⸗ches⸗mal vor dei⸗ner Thü⸗re ſtehn, merk auf, ob nicht in iherer Zahl der Herr ſei un⸗ge,ſehn. 2. Und wenn ihr matter Ruf ſo bang erſchallt zu dir herein, horch auf, ob ſeiner Stimme Klang nicht möchte drunter ſein. 3. O nicht ſo feſt und eng verſchließ die Thüren und das Herz; ach, wer den Heiland von ſich ſtieß, was träfe den für Schmerz. 4. Drum reiche mild der Liebe Zoll dem Dürftigen hinaus, und öffne gern und mitleidsvoll dem Flehenden dein Haus. 5. Denn ehe du dich wirſt verſehn, wird dein Herr Jeſus Chriſt hinein zu deiner Thüre gehn, weil ſie ſo gaſtlich iſt. 6. Und ehe du ihn noch erkannt, der arm erſchien vor dir, erhebt er ſeine heilge Hand zum Segen für und für; 7. Zum Segen über deinen Tiſch und über all dein Gut, und über deine Kinder friſch und deinen frohen Mut; 8. Zum Segen über deine Zeit, die du hienieden gehſt, und über deine Ewigkeit, wo du dort oben ſtehſt: Dort oben, wo er dann die Thür dir auf mit Freuden thut, wie ihm und ſeinen Brüdern hier du thatſt mit frommem Mut. W Hey, † 1551. 214 Wiedergeburt und Heiligung. 6½(el. Zeſu meines Lebens Leben. Rr. p.) — Wenn auch wie ein Pſal⸗ter klän⸗ge mei⸗ne Re⸗de ja, wenn mei⸗ne Zun⸗ge ſän-ge En⸗geln gleich in — S—— romm und ſchön; f Sn hätt' ich kei ne Lieb im Her zen, Lg* ———— S— 5 ach, ſo wär ich gleich den Er zen, gleich Der Schel⸗le, g4„ 3 G— 8 5 die er⸗klingt, doch kein Le⸗ben hat, noch bringt. 2. Wenn ich mit Prophetenklarheit ſchon die Zukunft ſäh erfüllt; wenn mir kund wär alle Wahrheit, kein Geheimnis mehr verhüllt; wenn ich jenen Glauben hätte, der verſetzt der Berge Stätte: ach, das alles hilft mir nicht, wenns an Liebe mir gebricht. 3. Wenn ich alle meine Habe teilte den Bedürftgen aus, und den Greis am Bettelſtabe gaſtlich führte in mein Haus; wenn ich, Chriſtum zu bekennen, meinen Leib ſelbſt ließe brennen: ach, das alles hilft mir nicht, wenns an Liebe mir gebricht. 4. Liebe, Liebe iſt die Krone, die den Baum des Glaubens ſchmückt, dran man, Dank dem Gottesſohne, ſeiner Liebe Früchte pflückt. O welch edle Tugendblüte ziert das liebende Gemüte: Langmut, Freund⸗ lichkeit, Geduld, Demut, Sanftmut, Güt und Huld! 5. Und wie herrlich iſt die Liebe! Ewig hört ſie nimmer auf; da ſonſt nichts iſt, das da bliebe, das nicht ſchlöſſe ſeinen Lauf. Sprach und Weisſagung vergehen, Glaub und Hoffnung wird zum Sehen alles währet ſeine Zeit, Liebe bleibt iu Ewigkeit. 6. Herr, mein Gott, du biſt die Liebe, biſt der Liebe Quell gllein! Hauche deines Geiſtes Triebe mir auch tief ins Herz hinein. O daß ich doch in der Liebe bis zum letzten Atem bliebe; Jeſu, ſo bleib ich in dir, und du ewiglich in mir! A. Stöber, geb. 1810. Gebet. 291. S—„ 1. Vater un⸗ſer im Him⸗mel⸗reich, der du uns al„le —— S Brü der ſein und dich ru⸗fen an und 3 hei⸗ßeſt gleich — Gebet. 215 willſt, daß werd Ge⸗bet ge⸗than; gieb, daß nicht bet al⸗lein der —b——— —— —— TPñů Mund, hilf, daß es geh von Her⸗zens Srund. 2. Geheiligt werd der Name dein; dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich; behüt uns, Herr, vor falſcher Lehr, das arm verführte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieſer Zeit und dort hernach in Ewig⸗ keit; der heilge Geiſt uns wohne bei mit ſeinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich; vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will geſcheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Him⸗ melreich; gieb uns Geduld in Leidenszeit, gehorſam ſein in Lieb und Leid, und wehre allem Fleiſch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unſer täglich Brot, und was man braucht zur Leibesnot; behüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden ſtehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unſre Schuld, vergieb uns, Herr, daß ſie uns nicht be⸗ trübe mehr, wie wir auch unſern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Verſuchung nicht, wenn uns der böſe Geiſt anſicht; zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun ſtarken Wider⸗ ſtand, im Glauben feſt und wohl gerüſt, und durch des heilgen Geiſtes Troſt. 8. Von allem übel uns erlös, es ſind die Zeit und Tage bös; erlös uns von dem ewgen Tod, und tröſt uns in der letzten Not; be⸗ ſcher uns auch ein ſelig End, nimm unſre Seel in deine Händ. 9. Amen, das iſt, es werde wahr! Stärk unſern Glauben immer⸗ dar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, es ſei die Bitte wohl gethan; auf dein Wort, in dem Namen dein: ſo ſprechen wir das Amen fein. Luther, † 1546. 292. 3 [Ich ruf zu dir, Herr Je⸗ſu Chriſt, ich bitt, er⸗hör mein Verleih mir Gnad zu die⸗ſer Friſt, laß mich doch nicht ver⸗ 0 S. — za ⸗gen.) Den rech⸗ten Weg, o Herr, al⸗lein, den 216 Wiedergeburt und Heiligung. fE——— wol⸗leſt du mir ge⸗ ben, dir zu le⸗ ben, dem 0— P „„„„„— Näch⸗ſten nütz zu ſein, nach dei⸗nem Reich zu ſtre ⸗ ben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannſt es mir wohl geben: daß ich nicht wieder werd zu Spott; die Hoffnung gieb daneben; voraus, wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf all mein eignes Thun, ſonſt wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieſer Stund, ſchaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg ſein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich möcht von dir kehren. 4. Laß mich nicht Luſt, noch Furcht von dir in dieſer Welt ab⸗ wenden; Getreuſein bis ans End gieb mir, du haſts allein in Händen, und wem dus giebſt, der hats umſonſt; es mag niemand ererben, noch erwerben durch Werke deine Gnad, die uns erlöſt vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerſtreb; hilf, o Herr Chriſt, dem Schwachen! Von deiner Gnad allein ich leb, du kannſt mich ſtärker machen. Kommt nun Anfechtung und Gefahr, wollſt du mich nicht verlaſſen, feſt mich faſſen, behüten immerdar; ich weiß, du wirſts nicht laſſen. P. Speratus, † 1551(²), oder 3. Agricola, † 1566. 293 6 (Mel. In dich hab ich gehoffet, Ferr.) S5 2 1. Auf dich hab ich ge⸗hof⸗fet, Herr, hhilf, daß ich nicht zu N — S E— ſchan⸗den werd, noch e⸗wig⸗lich zu Spot-te. Das bitt ich h M S 30 S dich: er⸗hal⸗te mich dir treu, dir, mei⸗nem Got„te. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, tritt du herfür, eil, bald mich zu erretten. In Anßſt und Weh ich lieg und ſteh; hilf mir in meinen Nöten. 3. Mein Gott und Schirmer, ſteh mir bei, ſei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög ſtreiten, ob mich bedräng der Feinde Meng hier und auf allen Seiten. 4. Du biſt mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, ſagk mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein ſtarker Gott in aller Not: wer mag mir widerſtreben? 8 Gebet. 5, 5. Mir hat die Welt oft zugericht viel Lug und Trug und falſch Gedicht, viel Netz und heimlich Stricke; nimm meiner wahr, Herr, in Gefahr; behüt vor falſcher Tücke. 6. Herr, meinen Geiſt befehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende. 7. Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit ſei Vater, Sohn und Geiſt bereit! Lobt Gottes heilgen Ramen! Die göttlich Kruft mach uns ſieghaft durch Jeſum Chriſtum! Amen. A. Reißner, † um 1575. 1 7 Herr⸗ wie du willſt, ſo ſchick icks mit mir im Le ben und im Sterbenf Allein zu dir ſteht mein laß mich, Herr, vie Er⸗ha ltmich nur in deiner Sud ſonſmie di du willf lſt; gieb: mir Geduld, — S „denn dein Wil Uiſt der be— ſte. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem behüt mich, Herr, vor falſcher Lehr und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieſer Welt abſcheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es geſcheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein ſelig End gieb mir durch Jeſum Chriſtum. Amen. Kaspar Bienemann, † 1591. 6— 295. Mel. Kerzlich thut mich verlangen.) — ———— S— — 2— 1 mich dein ſein und bei ben, du treu„er Von dir laß mich nichts trei⸗ ben, halt mich bei n — Gott und Herr! 2 Lehr. Herr, laß mich nur nicht wan⸗ken, —— S gieb mir Be⸗ſtän⸗dig⸗keit;„da„für will ich dir dan⸗ ken S—— — wig⸗keit! N. Selnecker, † 1592. —.—— — 218 Wiedergeburt und Heiligung. 296. 6„ fꝗE — L/S Gott. du frommer Gott, du Brunnquellguter Ga⸗ben, * ohn den nichts iſt, was iſt, von dem wir al⸗les ha⸗ben, — —— ge⸗ ſun⸗den Leib gieb mir, und daß in ſol⸗chem Leib — E f S S. ein un⸗ver ⸗letz⸗te Seel und rein Ge⸗wiſ⸗ſen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wo⸗ zu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich ſoll, und wenn ichs thu, ſo gieb, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede ſtets, womit ich kann beſtehen, laß kein un⸗ nützes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden ſoll und muß, ſo gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt ſich Gefährlichkeit, ſo laß mich nicht verzagen, gieb einen Heldenmut, das Kreuz hilf ſelber tragen; gieb, daß ich meiſten Feind mit Sanftmut überwind und, wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundſchaft leben, ſo weit es chriſtlich iſt; willſt du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, ſo gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget ſei. 6. Soll ich auf dieſer Welt mein Leben höher bringen, durch manchen ſauren Tritt hindurch ins Alter dringen, ſo gieb Geduld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Chriſti Tod abſcheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räum⸗ lein gönn bei frommer Chriſten Grab, auf daß er ſeine Ruh an ihrer Seite hab. 5 Wenn du die Toten wirſt an jenem Tag erwecken, ſo woll auch deine Hand zu meinem Grab ausſtrecken; laß hören deine Stimm, erwecke mein Gebein und führ mich ſchön verklärt in deinen Him⸗ mel ein. J. Heermann, † 1647. 297. (Mel. Da Chriſtus geboren war.) — 1. Zwei⸗er⸗lei bitt ich von dir, zwei⸗er⸗lei trag ich dir 5 3.. für, dir, der al⸗les reichlich giebt, was uns dient und dir be⸗ Gebet. 2¹9 liebt; gieb mein Bitten, dast hn eh ich ſterb und ſich mein Geiſt aus des Lei⸗bes Banden reißt. 2. Gieb, daß ferne von mir ſei Lügen und Abgötterei; Armut, ſo die Maße bricht, großen Reichtum gieb mir nicht; allzu arm und allzu reich iſt nicht gut, ſtürzt beides gleich unſre Seel ins Sündenreich. 3. Laß mich aber, o mein Heil, nehmen mein beſcheiden Teil und beſchere mir zur Not hier mein täglich Bißlein Brot, ein klein wenig, da der Mut und ein gut Gewiſſen ruht, iſt fürwahr ein großes Gut. Sonſt wohl möcht im Uberfluß ich empfinden Überdruß, dich verleugnen, dir zum Spott fragen; wer iſt Herr und Gott? Denn das Hetz iſt Frechheit voll, weiß oft nicht, wenn ihm iſt wohl, wie es ſich erheben ſoll. 5. Wiederum, wenns ſtehet bloß und die Armut wird zu groß, wirds leicht untreu, ſtiehlt und ſtellt nach des Rächſten Gut und Geld, thut Gewalt, braucht Ränk und Liſt, iſt mit Unrecht ausgerüſt, fragt gar nicht, was chriſtlich iſt. 6. Ach, mein Gott, mein Schatz, mein Licht! Dieſes beides ziemt mir nicht; beides ſchändet deine Sh beides ſtürzt ins Höllenmeer; drum ſo gieb mir Hüll und Füll alſo, wie dein Herze will, nicht zu wenig, nicht zu viel. P. Gerhardt, † 1676. 298. — 1G——— 2 1. Steh h e ich, Eh⸗ kö⸗nig, le⸗ ge mich vor ——— —— ⸗nen Thron; ſchwa⸗che Thrä⸗ nen, kind-lich Seh-nen — 2*———— .—— S 2 eng i dir, du Men⸗ſchen⸗ ſthn dich fin ⸗den, laß dich fin⸗den, bin ich gleich nur Aſch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden; gieb dich mir und nimm mich hin! 220 Wiedergeburt und Heiligung. Herr⸗ erhöre, ich begehre nichts als deine freie Gnad, die du giebeſt, wo du liebeſt, und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden; der hat alles, wer dich hat. 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele ſingt, wie demütig und wehmütig deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, laß dich finden; denn mein Herze zu dir dringt. 5 Dieſer Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wolluſt, Ehr und Freud ſind nur Schmerzen meinem Herzen, welches ſucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit. J. Neander, † 1680. 299. g2 —— [Dir, dir, Je⸗ho⸗vah, will ich ſin ei denn wo iſt 1. Dir will ich mei-ne Lie-der brin⸗gen; ach, gieb mir 6.— X 1 1 — P Sſi J FE E S och ein ſol⸗cher Gott wie du? dei⸗nes Gei⸗ſtes Kraft da„zu, daß ich es thu im — S 5 ſo wie es dir durch ihn ge⸗fäl⸗lig iſt. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geiſt in meinem Herzen wohne und meine Sinnen Verſtand regier, daß ich den Frieden Gottes ſchmeck und fühl und dir darob im Herzen ſing und ſpiel. 3. Verleih mir, Höchſter, ſolche Güte, ſo wird gewiß mein Singen recht gethan, ſo klingt es ſchön in meinem Liede, und ich bet dich im Geiſt und Wahrheit an; ſo hebt dein Geiſt mein Herz zu dir empor, daß ich dir Pſalmen ſing im höhern Chor. 4. Dein Geiſt kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unausſprechlich ſind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geiſt, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jeſu Chriſti ſei, daher ich Abba, lieber Vater, ſchrei. 5. Was mich dein Geiſt ſelbſt bitten lehret, dem neiget ſich dein gnädger Wille zu, das wird gewiß von dir erhöret, weil ichs im Namen deines Sohnes thu, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe; drum bin ich voller Troſt und Freudigkeit und weiß es, alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die giebſt du und thuſt überſchwenglich mehr, als ich verſtehe, bitte und begehr. 7. Wohl mir! Ich bitt in Jeſu Namen, der mich zu deiner Rechten ſelbſt vertritt; in ihm iſt alles Ja und Amen, was ich von dir im Geiſt und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir ſchenkeſt ſolche Seligkeit! Barthol. Craſſelius, † 1724. .——————— Gebet. 2 300. CMel. 0 Gott, du frommer Gott. Mr. 2 Ao, Gott, ver⸗laß mich Reich mir die Gnuden händei ach, füh⸗re mich, dein Kind, daß ich den Lauf voll⸗en⸗de) — h—— 2 S8— S S zu mei⸗ner tet 5 dů mein Le⸗bens⸗licht, mein mein Hort, mein( Sc a, Be ver⸗ mich cht Ach, Gott, ver laß mich nicht! Regiere du mein Wallen; ach, laß zi nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gieb mir den guten Geiſt, gieb Glaubens⸗Zuverſicht, ſei meine Siärk und Kraft; ach, Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzensgrunde: ach, Höchſter, ſtärke mich in jeder böſen Stunde; wenn mich Verſuchung plagt und meine Seel anficht, ſo weiche nicht von mir; ach, Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch bewegen, ach, Vater, kröne doch mit reichem Himmelsſegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach, Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir ergeben, hilf mir, o großer Gott, recht glauben, chriſtlich leben und ſelig ſcheiden ab, zu ſehn dein Angeſicht, hilf mir in Not und Tod; ach, Gott, ver⸗ laß mich nicht! S. Frank, † 1724. 301. (Mel. Wunderbarer König. Nr. 1.) E † T ſ G S ——=——— Gott iſt ge⸗gen⸗wär⸗tig; laſ⸗ſet uns an„beten Gott iſt in der Mit⸗ten! Al⸗les in uns ſchweige — S—— 5——————— und in Ehr⸗furcht vor ihn tre ⸗ten. gor; und ſich in⸗nigſt vor ihm beu⸗ge. Wer im —— wer ihn nennt, ſchlag die Augen nie⸗der; gebt das Herz ihm wie⸗der. 222 Wiedergeburt und Heiligung. 2. Gott iſt gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht in Demut dienen. Heilig, heilig, heilig, ſingen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unſre Stimm, da auch wir Geringen unſre Opfer bringen. Wir entſagen willig allen Eitelkeiten, dieſer Erden Luſt und Freuden; da liegt unſer Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigen⸗ tum ergeben; du allein ſollſt es ſein, unſer Gott und Herre, dir ge⸗ bührt die Ehre. 4. Majeſtätiſch Weſen, möcht ich recht dich preiſen und im Geiſt dir Dienſt erweiſen! Möcht ich, wie die Engel, immer vor dir ſtehen und dich gegenwärtig ſehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebſter Gott, in allen. Geiſt, der alles füllet, drin wir ſind und weben, aller Dinge Grund und Leben! Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wun⸗ der, ich ſenk mich in dich hinunter; ich in dir, du in mir, laß mich ganz verſchwinden, dich nur ſehn und finden. 6. Du durchdringeſt alles; laß mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Geſichte; wie die zarten Blumen willig ſich entfalten und der Sonne ſtille halten, laß mich ſo ſtill und froh deine Strahlen faſſen und dich wirken laſſen. 7. Mache mich einfältig, innig abgeſchieden, ſanft und ſtill in deinem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit ſchauen mag in Geiſt und Wahrheit; laß mein Herz himmelwärts wie ein Adler ſchweben und in dir nur leben. 8. Herr, komm in mir wohnen, laß den Geiſt auf Erden dir ein Heiligtum noch werden; komm, du nahes Weſen, dich in mir verkläre, daß ich dich ſtets lieb und ehre; wo ich geh, ſitz und ſteh, laß mich dein gedenken, mich in dich verſenken. G. Terſtegen, † 1769. 8 302. (Mel. Es iſt das Feil uns Kommen her.) — S , 1 Gott, dei⸗ne Gü te reicht ſo weit, ſo Udu krönſt uns mit Barmeher zig ⸗ keit und weit die Wol⸗ken ge hen eilſt uns bei⸗ zu ſte hen. Herr, mei⸗ne Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merkaufmein Wort; denn — W⸗—— ſ—— 2 2 1 ich will vor dir ten 2. Ich bitte nicht um überfluß und Schätze dieſer Erden; laß mir, ſo viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verſtand, dich Gott, und den, den du geſandt, und mich ſelbſt zu erkennen⸗ Allgemeine Fürbitte. 223 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, ſo ſehr ſie Menſchen rühren; des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren; mein wahrer Ruhm ſei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angeſicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wolleſt du mir geben. In deiner Hand ſteht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Chr. F. Gellert, † 1769 303. Mel. wenn wir in höchſten Höten ſein.) SS 1. Be⸗denk ich dei⸗ne gro⸗ße Treu⸗e, be⸗denk ich 5 S S———— mei⸗ne tie ⸗fe Schuld, dann fühl ich hei⸗ße Scham und Reu⸗e k —————— — * und preis in De⸗mut dei⸗ne Huld. 2. Ich bin nur Staub, aus Staub geboren, bin irdiſch und ver⸗ weslich noch, und bin zur Herrlichkeit erkoren, bin himmliſch auch und ewig doch.„ 3. O Vater, deine große Liebe, wie kann ein Menſch ſie hier ver⸗ ſtehn? Gieb, daß ich mich in Einfalt übe, den Weg, den du mich führſt, zu gehn. 4. Gieb, daß ich dir nicht widerſtrebe, wenn Dornen meinen Pfad umziehn, und daß ich dir im Glauben lebe und nicht von dieſer Erde bin. 5. Gieb, daß der Erde Eitelkeiten mir unbewußt vorübergehn, und daß ich mag zu allen Zeiten auf Jeſu Kreuz und Sterben ſehn. 6. Gieb, daß ich nimmer möge ſchwanken, wenn mir der Erde Reichtum blinkt; laß mich von deinem Weg nicht wanken, wo mir am Ziel die Palme winkt. 7. Gieb, daß ich dulden mag und hoffen, und gieb mir deinen heilgen Geiſt, und zeige mir den Himmel offen, wenn mir der Tod das Herz zerreißt. L. Henſel, † 1876. Allgemeine Fürbitte. 304. (el. 0 welt, ich muß dich laſſen.) — 1. Herr, hö re! Herr, er⸗hö⸗re! Breit dei⸗nes Na⸗mens — an al⸗len Or⸗ten aus! Wiedergeburt und Heiligung. e Stän de durch dei⸗ner All⸗macht Hän⸗de, — be⸗ſchü⸗tze Kir⸗che, Land und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich ſchallen, zu unſrer Seelen Nutz! Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahrheit ſpotten, beut allen deinen Feinden Truß. 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdroſſne Hörer, die beide Thäter ſein; auf Pflanzen und Begießen, laß dein Gedeihen fließen und Früchte reichlich ernten ein. 4. Du wollſt uns hoch beglücken, mit hellen Gnadenblicken auf unſern Fürſten ſehn, ihn ſchützen auf dem Throne, auf ſeinem Haupt die Krone in vollem Glanze laſſen ſtehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, ſchaff jeder⸗ mann ſein Recht, daß Fried und Treu ſich müſſen in unſerm Bunde küſſen; ſegn uns als dein erwählt Geſchlecht. 6. Erhalt in jeder Ehe beim Glücke wie beim Wehe rechtſchaffne Frömmigkeit; in Unſchuld und in Tugend gedeihe unſre Jugend, zu deines Reiches Dienſt bereit. 7. O Vater, wend in Gnaden Krieg, Seuche und den Schaden der Elemente ab! Bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 8. Gedenke voll Erbarmen der Leidenden und Armen; Verirrte bring herein; die Witwen und die Waiſen wollſt du mit Troſte ſpeiſen, wenn ſie zu dir um Hilfe ſchrein. 9. Hilf als ein Arzt den Kranken, und die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn; die Alten heb und trage, damit ſie ihre Plage geduldig mögen überſtehn. 10. Die Reiſenden beſchütze, bleib den Verfolgten Stütze, die Sterbenden geleit mit deinen Engelſcharen, daß ſie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 11. Nun, Herr, du wirſt erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt; wir ſprechen gläubig Amen in unſers Jeſu Namen, ſo iſt gewiß der Wunſch gewährt! B. Schmolc, † 1737. 305. 4(Mel. Alles iſt an Gottes Segen.) Si 1. Je⸗ſu, der du biſt al⸗lei ne Haupt und Kö⸗nig S 7—— 82 ſeg⸗ne mich, dein armes Glied Wollſt mir neuen der Ge⸗mei⸗ne, ——,— Friede und Freude. Fin⸗ fluß ge ben Fer ſe⸗ dir zu le⸗ „ ſtär⸗ ke mich durch deiene Güt. 2. Ach, dein Lebensgeiſt durchdringe, Gnade, Kraft und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo ſie hier zerſtreuet wohnen unter allen Nationen, die du kenneſt überall. 3. O wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich ſuchen, die dich meinen; o wie köſtlich ſind ſie mir! Du weißt, wie michs oſt erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die ſich ganz ergeben dir 4. Ich umfaſſe, die dir dienen, ich vereinge mich mit ihnen, und vor deinem Angeſicht wünſch ich allen tauſend Segen; ſtärke ſie in deinen Wegen, führ ſie ſelbſt zu deiner Pflicht. 5. Die in Kreuz und Leiden leben, ſtärke, daß ſie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß ſie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, ganz ailein in dich gewandt. 6. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden; mache deine Kinder ſchön, abgeſchieden, und ſtille, ſanft, einfältig, wie dein Wille, und wie du ſie gern willſt ſehn. 7. Sonderlich gedenke deren, die es, Herr, n mir begehren, daß ich für ſie beten ſoll. Auf dein Herz will ich ſie legen; gieb du jedem ſolchen Segen, wie es not; du kennſt ſie wohl. 8. Ach, beſuch zu diefer Stunde ihre Herzen, und im Grunde ſie erfreu in dir allein; zeuch mit deinen Liebeszügen ihre Luſt und ganz Vergnügen weſentlich in dich hinein. 9. Ach, du haſt uns teur erworben, da du biſt am Kreuz ge⸗ ſtorben; denke, Jeſu, wir ſind dein! Halt uns feſt, ſo lang wir leben und in dieſer Wüſte ſchweben; laß uns nimmermehr allein. 10. Bis wir einſt mit allen Frommen dort bei dir zuſammen kommen und, von allen Flecken rein, dort vor deinem Throne ſtehen, uns in dir, dich in uns ſehen, ewig eins in dir zu ſein. G. Terſtegen, † 1769. Friede und Freude. 306. Laſſet uns den Kerren —— 11 Sct q mei nem Gott nicht ſin⸗gen, ſollt ich Denn ich ſeh in al len Din⸗gen, wie ſo — 3 in? 6 ſ Iſts doch nichts als lau⸗ter Evangel. Geſangbuch. 15 Wiedergeburt und Heiligung. e Lie ben, das ſein treu⸗es Her ze regt, das ohn En„de hebt und trägt, die in ſei⸗nem Dienſt ſich ü⸗ ben F les Ding währt ſei⸗ ne Zeit, Got tes — 5 Lieb in E⸗ wig⸗keit. 2. Wie ein Adler ſein Gefieder über ſeine Jungen ſtreckt, alſo hat auch immer wieder mich des Höchſten Arm gedeckt, alſobald im Mutterleibe, da er mir mein Weſen gab und das Leben, das ich hab und noch dieſe Stunde treibe. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn iſt ihm nicht zu teuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch ſein teures Blut gewinn; o du Brunnen ohn Ergründen, wie will doch mein ſchwacher Geiſt, ob er ſich gleich hoch befleißt, deines Grundes Tiefe finden? Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geiſt, den edlen Führer, giebt er mir in ſeinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle ſelbſt macht ſtille Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit 5. Meiner Seelen Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not entſtehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht; wenn mein Können, mein Vermögen nichs vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an, ſein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienſt beſtellt: wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büſchen, in der See: überall iſt meine Weide Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7 Wenn ich ſchlafe, wacht ſein Sorgen und ermuntert mein Ge⸗ müt, daß ich alle liebe Morgen ſchaue neue Lieb und Güt. Wäre nicht mein Gott geweſen, hätte nicht ſein Angeſicht mich geleitet, wär ich nicht aus ſo mancher Angſt geneſen. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. An wie mancher ſchweren Plage hat er mich vorbeigeführt, daß ſie mich mein Lebetage niemals noch bisher berührt; und der Engel, den er ſendet, hat das Böſe, das der Feind anzurichten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Friede und Freude. 227 9. Wie ein Vater ſeinem Kinde niemals ganz ſein Herz entzeucht, ob es wohl bisweilen Sünde thut und von der Bahn abweicht, alſo hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafe, ſeine Schläge, ob es mir gleich bitter ſcheint, ſind, wenn ich es recht erwäge, dennoch Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der ſchnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ſich lenke. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und laſſe mirs nicht aus dem Sinne gehn: Chriſtenkreuz hat ſeine Maße und muß endlich ſtille ſtehn; wenn der Winter ausgeſchneiet, tritt der ſchöne Sommer ein: alſo wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt ſeine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel, noch Ende ſich in Gottes Liebe findt, ei, ſo heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte: wollſt mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht, hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieſer Zeit lob und lieb in Ewigkeit. P. Gerhardt, † 1676. — — —— S— 2— 1 Je⸗ſu, mei⸗ne Freu⸗de, mei⸗nes Herzens Wei⸗de, Ach, wie lang, ach, lan⸗ge iſt dem Her⸗zen ban⸗ge — Hab ich dich, wie reich bin ich! Je⸗ſu, meiene Zier!] und verlangt nach dir!] — RR— Außer dir ſoll mir auf Er⸗den nichts ſonſt lie⸗ber wer⸗den. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß von Ungewittern rings die Welt erzittern, mir ſteht Jeſus bei. Wenn die Welt in Trümmer fällt, wenn gleich Sünd und Hölle ſchrecken: Jeſus will mich decken. 3. Trotz des Feindes Lauern, trotz des Todes Schauern, trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, geringe halt ich dich und ſinge in gar ſichrer Ruh; Gottes Macht hält mich in acht; Erd und Abgrund muß ſich ſcheuen, ob ſie noch ſo dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen; du biſt mein Ergötzen, Jeſu, meine Luſt! Weg, ihr eiteln Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir un⸗ bewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod ſoll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jeſu ſcheiden. 15* 3 3 228 Wiedergeburt und Heiligung. 5 Gute Nacht, o Weſen, das die Welt erleſen, mir gefällſt du nicht; gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht; gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir ſei ganz, du Sünden⸗ leben, gute Nacht gegeben! 6 Weicht, ihr Trauergeiſter, denn mein Freudenmeiſter, Jeſus, tritt herein Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude ſein, duld ich ſchon hier Spott und Hohn, dennoch bleibſt du auch im Leide, Jeſu, meine Freude. Joh. Franck, † 1677. 308.* S— 1 Es glän⸗zet der Chri⸗ſten in⸗wen⸗di⸗ ges Le⸗ben, ob⸗ was ih⸗nen der Kö⸗ nig des Him⸗mels ge geben, iſt * gleich ſie von au⸗ßen die Sonne verbrannt; asni. teienem, als ihenen nur ſel, ber be⸗kannt;/ was niemand ver⸗ ſpü⸗ret, was niemand be⸗rüh ⸗ret, hat ih⸗re ereleuch⸗te⸗ten Sinne ge⸗zie⸗ret und ſie zu der gött⸗li⸗chen S * Wür⸗de ge⸗füheret. 2. Denn innerlich ſind ſie von göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch ſein mächtiges Wort; es lodert in ihnen die himmliſche Flamme, entzündet von oben, genähret von dort; die Engel ſind Brü⸗ der, die ihre Loblieder mit ihnen holdſelig und inniglich ſingen; das muß denn ganz herrlich und prächtig erklingen. 3. Sie wandeln auf Erden, und leben im Himmel; ſie bleiben ohnmächtig, und ſchützen die Welt; ſie ſchmecken den Frieden bei allem Getümmel, ſie haben, die Irmſten, was ihnen gefällt. Sie ſtehen in Leiden, und bleiben in Freuden; ſie ſcheinen ertötet den äußeren Sinnen, und führen das Leben des Glaubens nach innen. 4. Wenn Chriſtus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er ſich einſt dar in der Herrlichkeit ſtellt, ſo werden ſie mit ihm als Für⸗ ſten der Erden auch herrlich erſcheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren, mit ihm triumphieren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar offenbar ſpüren. 5. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, dieweil ihr ſolch göttlichen Samen geneußt; denn das iſt des Ewigen göttliches Siegel, zum Zeugnis, daß er euch noch Segen verheißt; ihr ſollt noch mit ihnen aufs prächtigſte grünen, wenn erſt ihr verborgenes Leben er⸗ ſcheinet, wonach ſich eur Seufzen mit ihnen vereinet. Friede und Freude. 229 6. O Jeſu, verborgenes Leben der Seelen, du heimliche Zierde der inneren Welt! Laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, wenn gleich uns die Schmach deines Kreuzes entſtellt. Hier übel genennet und ewig erkennet, hier heimlich mit Chriſto im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geſchwebet. Chr. Fr. Richter, † 1711 309. Wie wohl iſt mir, o Freund der See le, wenn ich in deiner ich ſtei⸗ ge aus der Schwermutshöhle und ei le deinen SS ₰ S ß i S 4 Lie⸗be ruh;] 6 5 Ar⸗men zu; da muß die Nacht des Trau⸗erns ſchei⸗den, wenn mit der Fül⸗le ſel⸗ger Freu⸗den die Lie⸗be =—f—= den; wer ſoll»te nicht be⸗ ſe⸗ligt wer„den, der 2. Die Welt mag meine Feindin heißen es ſei alſo! ich trau ihr nicht, wenn ſie mir gleich will Lieb erweiſen bei einem freundlichen Geſicht. In dir vergnügt ſich meine Seele, du biſt mein Freund, den ich erwähle, du bleibſt mein Freund, wenn Freundſchaft weicht; der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den ſtärkſten Unglücks⸗ wellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Laſt erdrücken, blitzt auf mich des Ge⸗ ſetzes Weh, droht mir die Strafe ſchon im Rücken, ſo ſteig ich gläubig in die Höh und flieh zu deinen heilgen Wunden, da hab ich ſchon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchſtrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zuſammen, du biſt mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt ſich meiner an. 4. Lenkſt du durch Wüſten meine Reiſe, ich folg und lehne mich auf dich; du giebſt aus Wolken mir die Speiſe und labeſt aus den Felſen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, ſie enden ſich in Lieb und Segen: genug, wenn ich dich bei mir hab! Ich weiß, wen du willſt herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führeſt du zuvor hinab. Wiedergeburt und Heiligung. 5. Der Tod mag andern düſter ſcheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verläſſeſt keinen, in dir, mein liebſtes Seben, ruht. Wen macht des Weges End erzittern, wenn aus Gefahr und Ungewittern er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, ſo will ich auch mit Freuden aus dieſer finſtern Wildnis ſcheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie iſt mir dann, o Freund der Seelen, ſo wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt. Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügeſt mich Laß ſolche Ruh in dem Ge⸗ müte nach deiner unumſchränkten Güte des Himmels ſüßen Vorſchmack ſein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jeſus, mich erfreuen. S reicher Troſt: mein Freund iſt mein! Wolfg. Chr. Deßler, † 1722. 310. 1 Frie⸗de, ach Frie⸗de, ach gött⸗ Frie⸗de, vom Vater durch jwel⸗cher der Frommen Herz, Sinn u. Ge⸗mü⸗te in Chriſto zum 3 — Chri⸗ſtum im hei⸗li⸗gen Geiſt, e⸗wi⸗gen Le⸗ben auf„⸗ hierzi Den ſol⸗len die 5 gläu⸗bi⸗gen See⸗len er⸗lan⸗gen, die al⸗les ver⸗leug⸗nen und D—.—————— 2 S—— Chri⸗ſto an⸗han⸗gen. 2. Richte deswegen, friedliebende Seele, dein Herze im Glauben zu Jeſu hinan! Was da iſt droben bei Chriſto, erwähle, verleugne dich ſelbſt und den irdiſchen Wahn; nimm auf dich das ſanfte Joch Chriſti hienieden, ſo findeſt du Ruhe und göttlichen Frieden.. 3. Nahm doch der Mittler des Friedens viel Schmerzen, die Sünder mit Gott zu verſöhnen, auf ſich. Nimm dies, 0 Seele, recht fleißig zu Herzen, und ſiehe, was thut nicht dein Jeſus für dich! Am Kreuze dort bringt er dir Frieden zuwege und hilft dir, daß Jammer und Unruh ſich lege. 4. Run, dafür biſt du ihm ewig verbunden, du ſollſt dafür gänz⸗ lich ſein Eigentum ſein; er hat die ewge Erlöſung erfunden und ſchließt in den Bund ſeines Friedens dich ein; drum ſiehe, daß du dich ihm gänzlich ergiebeſt und immer beſtändig von Herzen ihn liebeſt. 5. Siehe, von all ſeinen Friedensgenoſſen erfordert er herzliche Liebe und Treu; drum ſollſt du treulich und tapfer ausſtoßen, was Jeſus dir zeiget, das wider ihn ſei. Welt, Satan und Sünde, die mußt du beſtreiten, was Jeſu zuwider iſt, fliehen und meiden. Friede und Freude. 231 6. Liebe und übe, was Jeſus dich lehret, und was er dir ſaget, dasſelbige thu; haſſe und laſſe, was ſein Wort verwehret, ſo findeſt du Frieden und ewige Ruh. Ja, ſelig, die alſo ſich Jeſu ergeben und gläubig und heilig nach ſeinem Wort leben. 7. Jeſu, du Herzog der Friedensheerſcharen, o König des Frie⸗ dens, ach, zeuch uns nach dir, daß wir den Friedensbund treulich be⸗ wahren, im Wege des Friedens dir folgen allhier; ach, laß uns doch deinen Geiſt kräftig regieren und dir nach im Frieden zum Vater hin⸗ führen! B. Craſſelius, † 1724 311. (Mei Unſer Kerrſcher, unſer König.) £——* ———— —— *— 14 Weicht, ihr Ber⸗ge, follt, ihr Hü⸗gel, al„ le Fel⸗ſen, Got tes Gna⸗de hat das Sie⸗gel, ſie will un⸗ver⸗ laßt die Welt zu Trüm⸗mern gehn, än„dert ſein; — — Got⸗tes Gna⸗de wird be ſtehn. 2. Gott hat Gnade mir verſprochen, Gott hat einen Bund ge⸗ macht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht; er, die Wahrheit, trüget nicht; es geſchieht, was er verſpricht. 3. Seine Gnade ſoll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, ſondern ihren Zweck erreichen, bis ſie mich zufrieden ſtellt. Iſt die Welt voll Heuchelei, Gott iſt fromm und gut und treu. 3 Will die Welt den Frieden brechen, hat ſie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer ſein Verſprechen; ſo fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er iſt und was er war. 5. Laßt ſein Antlitz ſich verſtellen, iſt ſein Herz doch treu geſinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich ſein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt ſich auch em⸗ vört; ihre Liebe mag erkalten, achtet doch mein Gott mich wert; ob die Sonne wich verhüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, iſt mein Erbarmer, ſo hat er ſich ſelbſt genennt; das iſt Troſt ſo werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt; ſein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun, ſo ſoll mein ganz Vertrauen ankerfeſt auf ihm beruhn; Felſen will ich auf ihn bauen, was er ſaget, will er thun. Erd und Himmel kann vergehn, ſein Bund bleibet feſte ſtehn. B. Schmolc † 1787. Wiedergeburt und Heiligung. 312. (Mel. Meinen Jeſum laß ich nicht. Nr. 2.) 6 S Ha be dei⸗ne Luſt am Herrn, der dir ſchen⸗ket ſo wird dir dein Gna⸗denſtern tau⸗ſend hol⸗ de Luſt und Se ben, Strahlen ge⸗ ben; 6. — denn er beut dir treu⸗lich an, — — was dein Herz nur wünſchen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luſt, die in Weinen ſich verkehret; wer das Herz in ſeiner Bruſt Gott allein zur Luſt gewähret, dieſer trifft in allem an, was das Herz nur wünſchen kann. 3. Luſt an Gott erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet; Luſt am Herrn ſtärkt den zur Pflicht, der in ſeiner Liebe brennet; Luſt am Herrn beut alles an, was das Herz nur wünſchen kann. 4. Wer nur Luſt am Herren hat, hat auch Luſt an ſeinem Willen und bemüht ſich früh und ſpat, ſolchen Willen zu erfüllen; und ſo wird er auch empfahn, was das Herz nur wünſchen kann. 5. Iſt die Luſt nicht ohne Laſt, trag geduldig die Beſchwerden; wenn du wohl gelitten haſt, wirſt du erſt recht fröhlich werden und triffſt dort im Himmel an, was dein Herz nur wünſchen kann. B. Schmolck, † 1737. 313. (Mel. Seelenbräutigam.) ſu, ſü⸗ ße Ruh? Sr KE KE P Für uns al⸗le aus⸗er⸗foren, Le⸗ben de⸗rer, die ver⸗ S* r S —— FS H lo⸗ren, und ihr Licht da⸗zu, Je⸗ſu, ſü⸗ ße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlöſen, hat ge⸗ ſchmecket, meine Schuld hat zugedecket und mich aus der Not hat ge⸗ führt zu Gott!. 3. Glanz der Herrlichkeit! Du biſt vor der Zeit zum Erlöſer uns geſchenket und in unſer Fleiſch verſenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! Friede und Freude. 233 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt haſt du mächtig überwunden und ein ewges Heil erfunden durch das Löſegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchſte Majeſtät, König und Prophet! Deinen Scepter will ich küſſen, wie Maria dir zu Füßen ſitzen früh und ſpät, höchſte Majeſtät! 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigentum, durch des Geiſtes Licht erkennen, ſtets in deiner Liebe brennen, als dein Eigentum, aller⸗ ſchönſter Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz ſich rege; vor dir ſonſt nichts gilt, als dein eigen Bild 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, ſondern bleiben in den Schranken; ſei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortſetze und die Sünd in ihrem Netze mich nicht halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geiſtes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Her⸗ zens Schifflein decken, wollſt du deine Hand ausſtrecken; habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinet⸗ willen laſſe und des Fleiſches Lüſte haſſe, gieb mir, höchſtes Gut, durch dein teures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollſt du bei mir ſtehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einſt mag ſehn mich zur Rechten ſtehn. J. A. Freylinghauſen, † 1739. (Mel. O du Füter Irael.) Sn —— k, aus dem Geiſt des —————— Ey—5— Herrn ge⸗zeu⸗get, ihm ge⸗beu⸗get nd von ſeiner Flam⸗men⸗macht an„ge⸗facht; vor des Bräutgams Au⸗gen ſchwe⸗ben, das iſt ih ⸗rer See⸗len Le⸗ben, und ſein — 3 Blut iſt ih ⸗re Prächt. 234 Wiedergeburt und Heiligung. 2. Königskronen ſind zu bleich für der Gottverlobten Würde; eine Hürde wird zum himmliſchen Palaſt; und die Laſt, drunter ſich die Helden plagen, wird den Kindern leicht zu tragen, die des Kreuzes Kraft gefaßt. 3. Ehe Jeſus unſer wird, ehe wir uns ſelbſt vergeſſen und ge⸗ ſeſſen zu den Füßen unſers Herrn, ſind wir fern von der ewgen von dem ſchmalen Lebenspfade, von dem hellen Mor⸗ genſtern. 4. Pilgrimſchaft zur Ewigkeit bleibet immerdar beſchwerlich, ja gefährlich, bis man ringt und dringt zu dir, einge Thür, einge Urſach der Vergebung, Glut der göttlichen Beiebung, Jeſu, unſer Liebspanier! 5. Zeuch uns hin, erhöhter Freund, zeuch uns an dein Herz der Liebe! Deine Triebe führen mich, du Siegesheld, durch die Welt, daß ich deine Seele bleibe und ſo lange an dich gläube, bis ich lieb im innern Zelt. 6. Da iſt meine Hand und Herz! Du haſt deine Seel gewaget, unverzaget, und das alles bloß allein, daß ich dein und du meine heißen könnteſt; wenn du nicht von Liebe brennteſt, hätte das nicht können ſein. 7. Nun, ihr Kronen, fahret hin, fahre hin, erlaubte Freude! Meine Weide ſei des Herren letztes Mahl vor der Qual, meine Ehre ſeine Schande, meine Freiheit ſeine Bande, meine Zier die Ros im Thal. N. L. Graf v Zinzendorf, 1760. 315 Mel JZeſu, meine Freude.) D. — 1 All⸗ge⸗nug⸗ſam Weſen, das ich hab er ⸗le ſen d vergnügſt al⸗ lei ⸗ne völ lig, in-nig, rei⸗ne, mir zum höch⸗ſten Gut Me 5 ſ See le, Geiſt und Mut Wer dich hat, iſt ſtill und ſatt; — ——— wer dir kann im Geiſt an⸗han⸗gen, darf nichts mehr ver⸗lan⸗ gen. 2. Wem du dich gegeben, kann in Frieden leben er hat, was er will; wer im Herzensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und iſt ſtill. Biſt du da und innig nah, muß das Schönſte bald erbleichen und das Beſte weichen. 3. Höchſtes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Troſt in aller Pein; was Geſchöpfe haben, kann den Geiſt nicht laben, du vergnügſt allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein Seligſein nur hin⸗ dern und den Frieden mindern. Friede und Freude. 235 4. Was genannt kann werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu; einer kann nur geben Freude, Ruh und Leben, eins iſt not: nur du! Hab ich dich nur weſentlich, ſo mag Leib und Seel ver⸗ ſchmachten: will ichs doch nicht achten. — 5. Komm, du ſelges Weſen, das ich mir erleſen, werd mir offen⸗ bar! Meinen Hunger ſtille, und mein Herz erfülle mit dir ſelber gar! Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirſt in jenem Leben dich mir völlig geben. G. Terſtegen, † 1769. 316. —— „ 1 Mein Glaub iſt mei⸗nes Le⸗bens Ruh und führt mich dei nem Ach, gieb mir, Herr, Be⸗ſtän⸗dig⸗keit, daß die⸗ſen Troſt der — him mel zu, 0 du, an den ich Sterb⸗lich⸗keit nichts mei⸗ner See⸗le rau⸗ be! Chriſt zu ſein! 2. Du haſt dem ſterblichen Geſchlecht zur ſelgen Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben; zum Staube kehrt zurück der Staub, der Geiſt wird nicht des Todes Raub; du biſt für mich geſtorben. Mir, der ich dein Erlöſter bin, iſt dieſes Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöſt und bin ein Chriſt! Mein Herz iſt ruhig und vergißt die Schmerzen dieſes Lebens. Ich dulde, was ich dulden ſoll, und bin des hohen Troſtes voll: ich leide nicht vergebens. Gott ſelber mißt mein Teil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 4. Was ſeid ihr, Leiden dieſer Zeit, mir, der ich jener Herrlich⸗ keit mit Ruh entgegen ſchaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verſchwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden ſchmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich ſchwach, ſo trag ich doch nicht mehr der Sünde ſchmählich Joch in meinem Lauf auf Erden; mit Freuden üb ich meine Pflicht; doch fühl ich wohl, ich bin noch nicht, was ich dereinſt ſoll werden. Mein Troſt iſt dies: Gott hat Geduld und ſtraft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangſt, du haſt mich, Mittler, aus der Angſt, in der ich lag, geriſſen! Dir, dir verdank ich meine Ruh; denn meine Wunden heilteſt du und ſtillteſt mein Gewiſſen; und fall ich noch in meinem Lauf, ſo richteſt du mich wieder auf. 6 5 236 Wiedergeburt und Heiligung. 7. Dank ſei dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evan⸗ gelium lehrt glauben, hoffen, lieben. Was mir ſchon jetzt in dieſer Zeit den Vorſchmack giebt der Seligkeit, wie ſoll ich das nicht übene Gott, präg es meinem Herzen ein, welch Glück es ſei, ein Chriſt zu ſein! Balth. Münter, † 1793 ² 317. (Mel. Nun bitten wir den heiligen Geiſt.) — 1. Ach, mein Herr Je⸗ſu, dein Na⸗ he⸗ſein bringt gro⸗ßen 1— Frie⸗den ins Herz hi⸗nein, und dein Gnadenanblick macht uns ſo S — S * ſe⸗lig, daß Leib und See ⸗le dar⸗ü ber fröh⸗ lich — und dank⸗bar wird. 2. Wir ſehn dein freundliches Angeſicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unſre Seele kanns ſchon gewahren, du kannſt ihr fühlbar dich offenbaren, auch ungeſehn. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu ſagen, und ſeine Seele müßt immer fragen: wer iſt wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig ſein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, tröſten, ſtillen erfreun und ſegnen und unſter Seel als Freund begegnen, iſt deine Luſt. 5. Ach, gieb an deinem koſtbaren Heil uns alle Tage vollkommenen Teil, und laß unſre Seelen ſich immer ſchicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, ſo tröſt uns bald mit deiner heiligen Todsgeſtalt; ja, laß ſie uns immer vor Augen ſchweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu ſpüren ſein. 7. Ein herzlich Weſen und Kindlichkeit ſei unſre Zierde zu aller Zeit, und die Tröſtung aus deinen Todeswunden erhalt uns Frieden zu allen Stunden, bei Freud und Leid. 8. So werden wir in Himmel hinein in dir vergnügt wie die Kinder ſein. Muß gleich unſer Aug ſich noch einmal netzen, wenn ſich das Herz nur an dir ergötzen und ſtillen kann. 9. Du reichſt uns deine durchgrabne Hand, die ſo viel Treue an uns gewandt, daß wir, daran denkend, beſchämt daſtehen, und unſer Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Chr. Gregor † 15o1. Friede und Freude. 237 f —— ha„ be, wenn er mein nur iſt, 25 nie ver⸗gißt; weiß ich ic von Lei⸗ de, le als An⸗ dacht, Lieb und Freu⸗de. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderſtabe treu geſinnt nur meinem Herrn, laſſe ſtill die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, ſchlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu ſüßer Labe ſeines Herzens Flut mir ſein, die mit ſanftem Zwingen alles erreichen und durchdringen. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, weil des pinr ſchönſte Gabe meinen Blick nach oben hält; hingeſenkt im Schauen kann mir vor dem Irdiſchen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, iſt mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand. Längſt vermißte Brüder find ich nun in ſeinen Jüngern wieder. Novalis(Fr. v. Hardenberg), † 1801. Mel. Nr. 315. 319. 1. Wie getroſt und heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machſt du meinen Geiſt! Der du, die dir trauen, führſt zu grünen Auen und ſo gern erfreuſt! Niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rat ergeben, freu ich mich zu leben; was du willſt, iſt gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seiigmacher, rüſteſt mich mit Mut. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle ſchrecken, willſt du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir ſchauen; mein Erlöſer lebt; ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich ſein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz er⸗ was brauch ich zu zittern? Auch in mir iſt Sünde doch ich überwinde ſie, mein Hort, punch dich. Sink ich oft noch nieder, du erhebſt mich wieder, du be⸗ ii mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; nie enttziehſt du deinem nechte der Erlöſten Rechte. —————— —— 238 Wiedergeburt und Heiligung. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne und mich ewig ſein, daß ich hier am Grabe Troſt und Hoffnung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geiſt mich unterweiſt und mich führt auf deinem Pfade, das iſt deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben für mich hingegeben, daß in meiner dot ich nicht hilflos bliebe, groß iſt deine Liebe, ſtarker als der Tod! Herr, und ich, ich ſollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen, dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dies ſei mein Beſtreben, meine Luſt und Pflicht! Was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab ich dich, wie gern will ich das, wonach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zu⸗ friedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreuſt des Menſchen Geiſt; Herr, du willſt, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden ſchmeck ich ſchon Renieden, und was hoff ich dort? Unbegrenzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Sie ſind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben! wer kann ſie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüte, Gott, mein Heiland, dir. Dieſer Geiſt der Freuden ſtärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich ſo beherzt und froh einſt durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu ſingen. Chr. Fr. Neander, † 1802 320. (Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.) S —— Vom Geräuſch der Welt ge⸗ſchie⸗den, ſchmeck ich des Er⸗ iund die Freude ſchon auf Er⸗den, Gott, mit dir ver⸗ — lö⸗ſers Frie⸗den Siin. eint zu werden;) ſe ⸗he die ⸗ſe Welt der Siün⸗den — 1 S Si— — je⸗nem Le⸗ ben den ent⸗zück⸗ten Geiſt um⸗ ge⸗ ben. 2. Was iſt aller Reiz von Lüſten über ſie erhabnen Chriſten? Was der Glanz der eiteln Freuden? Was des Lebens kurze Leiden? Wenn ſie deinen Lohn erblicken, der ſie ewig wird beglücken, und des Kranzes Wert empfinden, den dort Engel für ſie winden? Friede und Freude. 239 Nun mag Trübſal auf mich ſtürmen! Gottes Troſt wird mich R Kurz ſind dieſes Lebens Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes ſtillen Zähren will ich Gottes Rat verehren, unter keiner Plage ſinken und den Kelch der Leiden trinken. 4. Du haſt ſelbſt der Menſchen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, mit dem ſchwerſten Tod geſtritten, tauſendfaches Leid er⸗ litten! Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Hände beben! Hilf mir wachen, kämpfen, ſiegen! Friede lohnet nach den Kriegen. 6 F 82 321. J. J. Eſchenburg, † 1820. Mel. Meinen Zeſum laß ich nicht Nr. 2.) ² S S S ß S— 6 1 Frie⸗den geb ich euch! Al⸗ſo hat der Auf, mein Herz, die Sor⸗gen fleuch! Er n wird aus der Herr ver⸗ hei„ßen. Wt rei„ßen. S glau⸗ be, was er zu⸗ ſagt 2. Herr, du hältſt, was 5 verptichſt giebſt noch immer deinen Frieden, wenn du in die Herzen brichſt mit dem Wahrheitsglanz hie⸗ nieden. Kehre eilig bei mir ein, laß in dir mich ſelig ſein! 3. Güter, die die Erde giebt, ſind nur mangelhafte Gaben; ewig, Herr, wird, wer dich liebt, in dir volle Gnüge haben. Schüite auf mein ganzes Haus deine Gnadenfülle aus! 4. Ohne dich vermag ich nichts eignes Ringen iſt vergebens; du allein, o Quell des Lichts, biſt der Grund des neuen Lebens. Rühre mich deiner Kraft, die den neuen Menſchen ſchafft! Führe du mein Glaubensſchiff durch die ſturmbewegten Wellen, daß e nicht am Felſenriff harter Zweifel mög zerſchellen! Wenn ichs nicht mehr lenken kann, ſo ſei du der Steuermann. 6. Rette mich in jenen Port, wo die Erdenſtürme ſchweigen und vor dir, o Gnadenhort, alle Seligen ſich neigen! Dann in deines Vaters Haus werf ich meinen Anker aus. Chr. A Bähr, † 1846. Mel. valet will ich dir 322. ß 8 E—— —— —— 6 ſu, mei⸗ne Son⸗ne, vor der die Nacht ent⸗fleucht, ſu, me mei⸗ne Wan ne. die al⸗ E Bt 2 e S Zen S täg⸗ der ei ne hel⸗ 3 wie haſt du ſo un⸗ſäg⸗lich ge⸗liebt, o Got⸗tes Sohn! 5 — Wiedergeburt und Heiligung. 2. Es faßt mich ſo ein tiefes, ein himmliſches Gefühl; es iſt mir ſtets, als rief es: hier iſt dein einzig Ziel! Ja, wenn mir gar nichts bliebe, ich gäb mit frohem Sinn um Jeſu Chriſti Liebe auch noch das Letzte hin. 3. Um dieſe Perle wäre mir alles andre feil, ſelbſt Hab und Gut und Ehre, mein ganzes Erdenteil. Wie gerne will ich meiden das alles froh und ſtill, wenns von dem Herrn mich ſcheiden und ihn mir rauben will! 4. Ich kenn auch gar kein Leben, von dir, mein Herr, getrennt; du biſt mein einzig Leben und Lebenselement. Ich kenne gar kein Sterben, ſeitdem ich leb in dir; denn was mich konnt verderben, die Sünde, nahmſt du mir. 5. Ich weiß nichts mehr von Leiden, denn alles Kreuz und Leid kann mich von dir nicht ſcheiden, du Born der Seligkeit; ja, wenn ich dich nur habe, dann gilt mir alles gleich, ich bin am Bettelſtabe noch wie ein König reich. 6. Ich bin ſchon hier auf Erden ſo ſelig und ſo leicht, und was wird dort erſt werden, wo alle Schwachheit weicht! Das macht ein ſelig Sterben, daß ich als Gnadenlohn ein Königreich ſoll erben und eine ewge Kron. 7. O lieber Herr, ſo präg es recht meinen Sinnen ein; o lieber Herr, ſo leg es mir tief ins Herz hinein, daß ohne deine Liebe ich ganz verloren wär und ohne Hoffnung triebe auf wüſtem Meer umher; 8. Doch daß du mich allmählich zum Hafen haſt gebracht und mich ſo überſelig aus Gnaden haſt gemacht, daß ich vor nichts er⸗ ſchrecke, was andern ſchrecklich iſt, weil ich es ſeh und ſchmecke, wie du mein Heiland biſt. K. J. Ph. Spitta, † 1859. S 8 S—— Ein Wohl⸗ſtand oh ⸗ ne⸗ glei⸗chen iſt ei⸗ nes 1 wie er bei kei⸗nem Rei ⸗chen von die„ſer = — S S Welt be„„„ kannt. — —* —— —— ein Chriſt iſt durch den Glau ben —S————„—— des reich⸗ſten Va⸗ters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Angeſicht; da wird er angenommen, und niemand widerſpricht. Was alles ihn betroffen, ſeis Freude oder Leid: ihm ſteht der Zugang offen zum Vater allezeit. Friede und Freude. 241 3. Er kann in großen Scharen als Diener um ſich ſehn, die einſt ihm Herren waren und nun zu Dienſten ſtehn. Er iſt umringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End, er weiß, was ihm muß werden nach Chriſti Teſtament: ein Erbteil in dem reichen, geliebten Vaterland. Solch Wohlſtand ohnegleichen iſt eines Chriſten Stand. K. J. Ph. Spitta, † 1859. 324. Oel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade.) — fS 1. Perz, mein Herz, nicht in der Wei⸗te, in der Nä⸗he wohnt das 2* — lei1 Glück! Glau⸗be, Ki hof⸗ fe, — 5——— S——— =— ſelbſt zu⸗rück! 2. Wüchſen über Nacht dir Flügel, ſchneller als der Sonne Strahl, trügſt doch über Berg und Hügel taſti deiner Sehnſucht Qual. 3. Denn die Welt kann dir nicht bieten das, wonach du heiß verlangſt; denn die Welt hat keinen Frieden, hat nur Streit und Not und Angſt. 4. Ewig wechſelnd iſt ihr Streben, ewig wechſelnd iſt ihr Ziel; was ihr heute Raſt gegeben, morgen iſts der Winde Spiel. 5. Drum, mein Herz, nicht in der Weite, in der Nähe ſuch das Glück! Glaube, liebe, hoffe, leide, und kehr in dich ſelbſt zurück! J. Sturm, geb. 1816. Vertrauen. 325. S2 —— S E 1 Ps mein Gott will, ge⸗ſcheh all⸗zeit, ſein n Will iſt en dem er iſt be⸗reit, der an ihn F— —— S= SS 2 5 S— ſtets der be- ſ glau⸗bet fe ⸗„ſte. — er ver⸗ Evangel. Geſangbuch. ———— — Wiedergeburt und Heiligung. 2. Gott iſt mein Troſt, mein Zuverſicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, das mir geſchieht, will ich nicht wider⸗ ſtreben. Sein Wort iſt wahr; denn all mein Haar er ſelber hat ge⸗ zählet. Er ſchützt und wacht, nimmt uns in acht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Nun muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott, wenns ihm gefällt; ich will ihm halten ſtille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du from⸗ mer Gott, Sünd, Höll und Tod haſt du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirſt mirs nicht ver⸗ ſagen: wenn mich der böſe Geiſt anficht, laß mich, Herr, nicht ver⸗ zagen; hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu ehren deinen Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf ſprech ich fröh⸗ lich Amen. Markgraf Albrecht von Brandenburg(²), † 1557. 326. be trübſt du dich, mein Herz, be⸗ 1. War⸗ um S S— 22 ⸗ geſt Schmerz nur um das zeitlich ſchaf⸗fen hat. 2. Er kann und will dich laſſen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd iſt ſein; er iſt mein Vater und mein Gott, der mir beiſteht in aller Not. 3 3. Weil du mein Gott und Vater biſt, dein Kind du nimmer⸗ mehr vergißt, du väterliches Herz. Ich bin nur Erd und weiß ohn dich auf Erden keinen Troſt für mich. 4. Der Reiche trotzt auf zeitlich Gut, ich trau auf dich mit feſtem Mut, ob ich gleich werd veracht; ich weiß und glaube feſtiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Du biſt, o Gott, ſo reich noch heut, als du es warſt von Ewigkeit, zu dir ſteht mein Vertraun; mach reich an meiner Seele mich, ſo gnügt mir hier und ewiglich. 6. Der eitlen Ehr ich gern entbehr; das Ewige mir nur gewähr, das du erworben haſt durch deinen herben, bittern Tod; das bitt ich ich in Herr und Gott. 2 eeh alles, was auf dieſer Welt, es ſei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nichis zur Seligkeit. 243 8. Ich danke dir, Herr Jeſu Chriſt, daß ſolches kund mir worden iſt durch dein göttliches Wort verleih mir auch Beſtändigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis ſei dir gebracht, daß du haſt alles wohl⸗ gemacht ich bitt demütig dich, du wollſt von deinem Angeſicht mich Vertrauen. ewiglich verſtoßen nicht. H. Sachs, † 1576. * 327. Onel. Mag ich Unglück nicht widerſtahn.) c „ 5 1. 1Ic weiß, daß mein Er⸗lö ſer lebt; was wi⸗der⸗ſtrebt Ohn meienen Gott krümmtſie für⸗wahr mir nicht ein Haar, E die Welt denn mei⸗nem Glau⸗ — § Nur daß ichs mög er⸗tra⸗ gen. 2. Ich weiß, daß mein Herr Jeſus Chriſt viel größer iſt, als alle Macht der Erden. O liebe Seel, was zageſt du? Gieb dich zur Ruh! Es kann bald beſſer werden. Aus aller Not hilft dir dein Gott, das iſt gewiß; trau feſt auf dies! Im Glauben muß mans faſſen! 3. Von Herzen, Herr, vertrau ich dir; bleib ſtets bei mir, du König aller Ehren! Mein Hoffen ſteht zu dir allein; laß ferne ſein, was mich von dir möcht kehren, daß ich dein Wort, du treuer Hort, bekenne frei, ohne alle Scheu, auch in den größten Nöten. 4. Ich weiß, daß du mein Heiland biſt, o Jeſu Chriſt, drum laß ich mir nicht grauen. Mein Helfer iſt des Höchſten Sohn auf Gottes Thron; auf den will ich feſt bauen. Lebt er doch noch im Himmel hoch! Er wird mich wohl, wenns werden ſoll, nach meinem Leid er⸗ götzen. K. Bienemann, † 1591. — 2———,———— er mich wohl ver ſor-gen, wo ich auch ſei i 244 Wiedergeburt und Heiligung. 2. Wenn ſich der Menſchen Treue und Wohlthat all verkehrt, wird bald an mir aufs neue die Huld des Herrn bewährt; er hilft aus aller Not, befreit von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner ſchweren Zeit; ſo kann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm ſei es heimgeſtellt: mein Leib, mein Seel, mein Leben ſei Gott, dem Herrn, ergeben, er machs, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich iſt; er meints gut mit uns allen, ſchenkt uns den Herren Chriſt, den einge⸗ bornen Sohn; durch ihn er uns beſcheret, was Leib und Seele nähret; lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns beide ſchenkt; das iſt ein ſelge Stunde, darin man ſein gedenkt; ſonſt iſt all unſre Zeit verloren hier auf Erden; wir ſollen ſelig werden und ſein in Ewigkeit. 6. Darum, ob ich ſchon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ichs auch wohl verſchulde, kommt doch die Ewigkeit, die, aller Freuden voll, die⸗ weil ich Chriſtum kenne und mich von ihm nicht trenne, mein Erbteil werden ſoll. 7. Das iſt des Vaters Wille, der uns geſchaffen hat; ſein Sohn giebt uns die Fülle der Wahrheit und der Gnad; auch Gott, der heilge Geiſt, im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet; drum ſei er hoch gepreiſt! L. Helmbold, † 1598. S2 * 1. Auf mei⸗nen lie- ben Gott trau ich in Angſt und Not; er — 2. Ob mich die Sünd anſicht, will ich verzagen nicht; auf Chri⸗ ſtum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm will ich mich er⸗ geben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, iſt Sterben mein Gewinn, und Chriſtus iſt mein Leben; dem will ich mich ergeben. Ich ſterb heut oder morgen, mein Seel wird er verſorgen. 4. O mein Herr Jeſu Chriſt, der du geduldig biſt für mich am Kreuz geſtorben, haſt mir das Heil erworben, uns allen auch beſchieden den ewgen Himmelsfrieden: 5. Erhöre gnädig mich, mein Troſt, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß ſelig ich abſcheide ur ewgen Himmelsfreude. 6Anten zu Stund ſprech ich aus Herzensgrund. Du wolleſt ſelbſt uns leiten, Herr Chriſt, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ohn Ende preiſen. Amen. F. Beurhaus, † 160. Vertrauen. 6 330. (mel. o welt, ich muß dich laſſen. S ————————— f——— 1. In al⸗len mei⸗nen Tn = r 2 ra⸗ten, der al⸗les kann und hat; er muß zu al⸗ ——S———— ½—— —— len Din⸗gen, ſolls an- ders wohl ge⸗ lin„gen, g. S S — S ſelbſt ge⸗ ben Se⸗gen, Rat und That. 2. Nichts ift es ſpät und frühe um alle meine Mühe, mein Sor⸗ gen iſt umſonſt; er mags mit meinen Sachen nach ſeinem Willen machen, ich ſtells in ſeine Vatergunſt. 3. Es kann mir nichts geſchehen, als was er auserſehen, und was mir ſelig iſt. Ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, das hab ich willig auch erkieſt. 4. Ich traue ſeiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Ubel ſchützt. Leb ich nach ſeinen Sätzen, ſo wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durch⸗ ſtreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht ſtracks das Urteil ſprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich ſpäte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir ſtößt zu handen, ſo tröſtet mich ſein göttlich Wort. 7. Hat er es denn beſchloſſen, ſo will ich unverdroſſen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überſtehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu ſterben und zu leben, ſobald er mir gebeut; es ſei heut oder morgen, dafür laß ich ihn ſorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. So ſei nun, Seele, ſeine, und traue dem alleine, der dich ge⸗ ſchaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen rat. P. Flemming, † 1640. „ 331. 5 3 S S— 1 Gieb dich zu⸗frie⸗den und ſei ſtil⸗ le in dem Got⸗te in ihm ruht al er Freuden Fül⸗le, ohn ihn mühſt du S dei nes Le⸗ bens; dich ver⸗ge⸗ bens; er iſt dein Quell und dei ⸗ne 246 Wiedergeburt und Son⸗ne, S zu ner —S— 2 zu⸗ 2. Er iſt voll Lichtes, Troſt und Gnaden, ungefärbten treuen Herzens; wo er ſteht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens Kreuz, Angſt und Not kann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen; gieb dich zufrieden.) 3. Wie dirs und andern oft ergehe, iſt ihm wdhrlich nicht ver⸗ borgen; er ſieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sor⸗ gen; er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu hauf all unſer Sehnen; gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, deſſen Treue du darfſt trauen, alsdann will er dein Treuſter werden und zu deinem Beſten ſchauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dies zu benehmen; gieb dich zufrieden 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens ſtilles Klagen, und was du keinem darfſt erzählen, magſt du Gott gar kühn⸗ lich ſagen; er iſt nicht fern, ſteht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten; gieb dich zufrieden.; 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen: halt an Gott, ſo wirſt du ſiegen; ob alle Fluten dich umringen, ſollſt du doch nicht unter⸗ liegen; denn wenn du wirſt zu hoch beſchweret, hat Gott, dein Fürſt dich ſchon erhöret; gieb dich zufrieden. 7. Was ſorgſt du für dein armes Leben, wie dus halten wollſt und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt beſcheren. Er hat die Hand voll aller Gaben, davon ſich Land und See muß laben; gieb dich zufrieden. 8. Sprich nicht: ich ſehe keine Mittel; wo ich ſuch, iſt nichts zum beſten; denn das iſt Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr ſpüren, tritt er herzu, uns wohl zu führen; gieb dich zufrieden 9. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird ſie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angſt und bange, glaube mir, es iſt dein Frommen. Was langſam ſchleicht, faßt man gewiſſer, und was verzeucht, iſt deſto ſüßer; gieb dich zufrieden. 10. Es kann und mag nicht anders werden: alle Menſchen müſſen leiden; was lebt und webet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab ſchlägt unſre Lenden bis in das Grab, dann wird ſichs endenz gieb dich zufrieden., 11. Es iſt ein Ruhetag vorhanden, da uns unſer Gott wird löſen; er wird uns reißen aus den Banden dieſes Leibes und vom Böſen; es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns fämtlich bringen; gieb dich zufrieden. 12. Er wird uns bringen zu“ 2 Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Freuden heimgefahren, ſich auch nun in Frie den freuen, da ſie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund ſelbſt hören ſprechen: Gieb dich zufrieden. P. Gerhardt, † 1676. Vertrauen. 332. — 1. War⸗u um m jollt i mich d denn g grä⸗ men Hab doch 2 2— —— Chriſtum nch wer mir den will mir den S——— — Him⸗mel mir Gottes S legt im Glau⸗ben? 2. Arm und bloß kam ich ins Leben, da es mir, Herr, von dir ward zuerſt gegeben. Arm und bloß werd ich hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben iſt nicht mein, Gott allein iſt es, ders gegeben. Will ers wieder zu ſich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angſt und Pein, ſollt ich drum verzagen? Der es ſchickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er ſoll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt; ſollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm iſt Gott und übt mit Maßen ſein Ge⸗ richt, kann mich nicht ganz und gar verlaſſen. 6. Unverzagt und ohne Grauen ſoll ein Chriſt, wo er iſt, ſtets ſich laſſen ſchauen; wollt ihn auch der Tod aufreiben, ſoll der Mut dennoch gut und fein ſtille bleiben. 7. Kann ja doch kein Tod uns töten, ſondern reißt unſern Geiſt aus viel tauſend Nöten, ſchleußt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 8. Allda will in ſüßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen. Hier iſt kein recht Gut zu finden; was die Welt in ſich hält, muß wie Rauch verſchwinden. 9. Was ſind dieſes Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kum⸗ mer der Gemüter. Dort, dort ſind die edlen Gaben, da mein Hirt Chriſtus wird mich ohn Ende laben. 10. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du biſt mein, ich bin dein, niemand kann uns ſcheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 11. Du biſt mein, weil ich dich faſſe und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen laſſe. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. P. Gerhardt, † 1676. ——— Wiedergeburt und Heiligung. 333. (Mel. Kerzlich thut mich verlangen.) — — —— 7. Be⸗fiehl du dei⸗ne We„ge und was dein der al„ ler treu⸗ſten Pfle ⸗ ge des, der den ——— t 2 1 ² U—— F— E EEp—— —— 2— Her ⸗ rä Him⸗ n lenkt; der Wol⸗ken, Luft und Win⸗den giebt We⸗ge, Lauf und Bahn, der wird auch We⸗ge fin„den, 5— — S—— 3——— da dein Fuß ge⸗hen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs ſoll wohlergehn; auf ſein Werk mußt du ſchauen, wenn dein Werk ſoll beſtehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit ſelbſteigner Pein läßt Gott ſich gar nichts nehmen: es muß erbeten ſein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und ſieht, was gut ſei oder ſchade dem ſterblichen Geblüt; und was du dann erleſen, das treibſt du, ſtarker Held, und bringſt zum Stand und Weſen, was deinem Rut gefällt. 4. Weg haſt du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun iſt lauter Segen, dein Gang iſt lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern erſprießlich iſt, willſt thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerſtehn, ſo wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er ſich vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu ſeinem Zweck und Ziel. 5. Hoff, o du arme Seele, hoff und ſei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, ſo wirſt du ſchon erblicken die Sonn der ſchönſten Freud. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; biſt du doch nicht Regente, der alles führen ſoll: Gott ſitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten, er iſt ein weiſer Fürſt und wird ſich ſo verhalten, daß du dich wundern wirſt, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinaus geführet, das dich bekümmert hat. Vertrauen. 249 9. Er wird zwar eine Weile mit ſeinem Troſt verziehn und thun an ſeinem Teile, als hätt in ſeinem Sinn er deiner ſich begeben und ſolltſt du für und für in Angſt und Nöten ſchweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber ſich befinden, daß du ihm treu verbleibſt, ſo wirſt du Hilfe finden, da dus am mindſten gläubſt; er wird dein Herze löſen von der ſo ſchweren Laſt, die du zu keinem Böſen bisher haſt. Wohl dir, du Kind der Treue, du haſt und trägſt davon mit hh und Dankgeſchreie den Sieg und Ehrenkron! Gott giebt dir ſelbſt die Palmen in deine rechte Hand, und du ſingſt Freuden⸗ pſalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. M tach End, o Herr, mach Ende mit aller unſrer Not; ſtärk unſre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen ſein, ſo gehen unſre Wege gewiß zum Himmel ein. P. Gerhardt, 1 1676. 334. el. Da Chriſtus geboren war.) S 1. Auf den Ne⸗bel fo ſ die Sonn, auf das Trauern Freud und —— — Wonn, auf die bitt⸗re Nin ſtellt ſich Troſt und Labſal — ein. Mei⸗ne E die zu⸗vor 4 ſank bis zu des To⸗ des Thor, ſteigt nun bis; zum Him⸗ mels⸗ chor. 2. Gott läßt keinen traurig ſehr noch mit Schimpf zurücke gehn, der ſich ihm zu eigen ſchenkt und ihn in ſein Herze ſenkt; wer auf Gott ſein Hoffnung ſetzt, findet endlich und zuletzt, was ihm Leib und Seel ergötzt. 3. Kommts nicht heute, wie man will, ſei man nur ein wenig ſtill: iſt doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; wenn die kommt, kommt unſre Bitt und die Freude reichlich mit. 4. Als ich furchtſam und verzagt mich mit ſchwerem Gram ge plagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Mut entfiel, tratſt, mein Gott, du ſelbſt ins Spiel, gabſt dem Unfall Maß und Ziel. 5. Nun, ſo lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, ſoll mir dieſer Wunderſchein ſtets vor meinen Augen ſein; ich will all mein Leben lang meinem Gott mit Lobgeſang hierfür bringen Preis und Dank. 11 250 Wiedergeburt und Heiligung. Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir ſchon jetzo zugezählt oder künftig auserwählt, will ich hier in dieſem Lauf meines Lebens ollzuhauf friſch und freudig nehmen auf. 7. Ich will gehn in Angſt und Not, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein, und doch allzeit fröhlich ſein. Wem der Stärkſte bei will ſtehn, wen der Höchſte will erhöhn, kann nicht ganz zu grunde gehn. P. Gerhardt, † 1676. 5— Onel. valet will ich dir geben) 335. S E=— E— 3 1 It Gott für mich, ſo tre⸗te gleich al⸗les wi⸗der mich; i ſo oft ich ruf und bete, weicht al-les hin⸗ter ſich. = Hab ich das Haupt zum Freunde und bin gezliebt bei Gott, was — kann mir thun der Fein⸗de und Wi⸗der⸗ſa⸗cher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feſte, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchſt und Beſte, mein Freund und Vater ſei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten ſteh und dämpfe Sturm und Wellen und, was mir bringet Weh. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, iſt Chriſtus und ſein Blut; das machet, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben iſt nichts auf dieſer Erd: was Chriſtus mir gegeben, das iſt der Liebe wert. 4. Mein Chriſtus iſt mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, könnt ich beſtehen nicht. In ihm kann ſch mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte ſcheuen, wie ſonſt ein Sünder thut. 5. Sein Geiſt wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, ver⸗ treibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir ſchafft, hilft mir das Abba ſchreien aus aller meiner Kraft. 6. Und wenn an meinem Orte ſich Furcht und Schwachheit findt, ſo ſeufzt und ſpricht er Worte, die unausſprechlich ſind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde erſiehet ſeine Luſt. 7. Sein Geiſt ſpricht meinem Geiſte manch ſüßes Troſtwort zu, wie Gott dem Hilfe leiſte, der bei ihm ſuchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze ſchauet, was es ge⸗ glaubet hat. 8. Da iſt mein Teil, mein Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und ſterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jeſus und ſein Leuchten durchſüßet alles Leid. Vertrauen. 251 9. Die Welt, die mag zerbrechen, du ſtehſt mir ewiglich; nicht Feur und Schwert der Frechen ſoll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürſten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürſten ſoll mir ein Hindrung ſein. 10. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angſt, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es ſei klein oder groß, der keines ſoll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 11. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig ſein, iſt voller Freud und Singen, ſieht lauter Sonnenſchein: die Sonne, die mir lachet, iſt mein Herr Jeſu Chriſt; das, was mich ſingen machet, iſt, was im Himmel iſt. P. Gerhardt, † 1676. —— 1.[Schwing dich auf zu dei⸗nem Gott, du be⸗trüb„te War⸗um liegſt du, Gott zum Spott, in der Schwermuts⸗ —=„ ₰.———— — dir er„„ wor⸗ben, däm⸗pfen. 2. Stürme, Feind und Welt und Tod, was könnt ihr mir ſchaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit ſeinen Gnaden, der Gott, der mir ſeinen Sohn ſelbſt geſchenkt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich dort nicht betrübe. 3. Spreche alle Welt, es ſei mir Gott nicht gewogen; weiß ich doch, er bleibt getreu, hat mich nie betrogen. Wär er gnädig nicht geſinnt, würd er ſeine Gaben, die mein eigen worden ſind, wohl be⸗ halten haben. 4. Was iſt unterm Himmelszelt, was im tiefen Meere, was iſt Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Wem erglänzt das Sternenlicht? Wozu iſt gegeben Luft und Waſſer? Dient es nicht mir und meinem Leben? 5. Meine Seele lebt in mir durch die heilgen Lehren, ſo die Chriſten mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und ſpat meinen Geiſt und Sinne, daß ſie ſeines Geiſtes Gnad freudig wer⸗ den inne. —— 5 Wiedergeburt und Heiligung. 6. Nun, auf dieſen heilgen Grund bau ich mein Gemüte, ſehe, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüte; gleichwohl muß er laſſen ſtehn, was Gott aufgerichtet, aber ſchmählich muß vergehn, was er ſelber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott iſt mein; wer iſt, der uns ſcheide? Dringt auch ſchweres Kreuz herein mit dem bittern Leide laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen; ſchnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater ſoll ziehn zu allem Guten, die gedeihen ſelten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will zum Guten ziehen? 9. Es iſt herzlich gut gemeint mit der Chriſten Plagen; wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, ſondern hat vollkommne Luſt dort in Chriſti Garten, dem ſein Leiden iſt bewußt, endlich zu erwarten. 10. Gottes Kinder ſäen zwar traurig und mit Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach ſie ſich ſehnen; denn es kommt die Erntezeit, da ſie Garben binden, da wird all ihr Gram und Leid ewiglich verſchwinden. 11. Ei, ſo faß, o Chriſtenherz, alle deine Schmerzen; wirf ſie fröh⸗ lich hinterwärts, laß des Troſtes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen! Amen. P. Gerhardt, † 1676. 337. Qel. von Gott will ich nicht laſſen.) 1 Ge⸗duld iſt euch von nöten, wenn Sor⸗ge, Gramund Scmerz] und, was euch mehr will tö⸗ten, euch ſchneiden in das Herz. —— E O aus⸗er⸗wähl⸗te Schar! Soll euch mein Tod je tö⸗ten, iſt O 2 ₰ — 2 euch Ge⸗duld von nö⸗ten; das iſt ge⸗wißlich wahr. 2. Geduld iſt Gottes Gabe und ſeines Geiſtes Gut; er ſchenkt ſie uns zum Stabe, ſobald er in uns ruht. Der edle werte Gaſt er⸗ löſt uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die größte Bürd und Laſt. 3. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort; das läßt ſie ſich nicht rauben, das iſt ihr Heil und Hort; dez iſt ihr hoher Wall, da hält ſie ſich verborgen, läßt Gott, den Vater, ſorgen und fürchtet keinen Fall. 4. Geduld iſt wohl zufrieden mit Gottes weiſem Rat, läßt ſich nicht leicht ermüden durch Aufſchub ſeiner Gnad, hält friſch und fröh⸗ lich aus, läßt ſich getroſt beſchweren und denkt: wer wills ihm wehren? Iſt er doch Herr im Haus. Vertrauen. 253 5. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt ſich nimmermehr von ſeiner Liebe kehren; und ſchlüg er noch ſehr, ſo iſt ſie doch bedacht, die heilge Hand zu loben, ſpricht: Gott, der hoch erhoben, hat alles wohlgemacht. 6. Geduld macht große Freude, bringt aus dem Himmelsthron ein ſchönes Halsgeſchmeide, dem Haupt ein edle Kron, iſt wie ein ſchönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hilf erlanget ein fröhlich Angeſicht. 7. Geduld iſt mein Verlangen und meines Herzens Luſt, nach der ich oft gegangen: das iſt mir wohl bewußt. Herr, voller Gnad und Huld! Ach, gieb mir und gewähre mein Bitten: ich begehre nichts anders, als Geduld. 8. Geduld iſt meine Bitte, die ich ſehr oft und viel aus dieſer Leibeshütte zu dir, Herr, ſchicken will. Kommt dann der letzte Zug, ſo gieb durch deine Hände auch ein geduldig Ende, ſo hab ich gnug. P. Gerhardt. † 1676 338. 1. Al⸗ iſt an Got⸗tes Se⸗gen und an ſei⸗ner * Gnad ge⸗ eg gen, ü⸗ al. les Geld u dEur Wer auf Gott ſein 8—+—————+ S———— . ſe⸗tzet, der be⸗hält ganz un ⸗ver le⸗tzet — S S nen frei⸗en Hel⸗den⸗mut. 2. mich hat bisher ernähret und ſo manches Glück beſ iſt und bleibet ewig mein; der mich wunderbar geführet und noch leitet und regieret, wird hinfort mein Helfer ſein. 3. Viele mühen ſich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeſtändig ſind; ich begehr, nach dem zu ringen, was den Frieden pflegt zu bringen, und man jetzt gar ſelten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünſche, wird ſich ſchicken, ſo es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich ſeine Gnad ergeben und ihm alles heimgeſteilt. 5. Er weiß ſchon nach ſeinem Willen mein Vergnügen zu er⸗ ſüllen; es hat alles ſeine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuſchreiben; wie Gott will, ſo muß es bleiben; wann Gott will, ich bin bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerſtreben; ich verlaſſe mich auf ihn. Iſt doch nichts, das lang beſtehet, alles Irdiſche vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Vor 1676. Wiedergeburt und Heiligung. — 1 Wer nur den lie⸗ben Gott läßt wal 2 und hoffet den wird er wun⸗ et. 4 er⸗ in al⸗ler auf ihn al⸗ le⸗ S Not und Trau⸗rig keit Wer Gott, dem. ler⸗höch⸗ſten, L traut, S nen San ge⸗ ban. 2. Was helfen uns die ſchweren Sorgen? Was hilft uns unſer Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beſeufzen unſer Ungemach? Wir machen unſer Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig ſtille und ſei doch in ſich ſelbſt ver⸗ gnügt, wie unſers Gottes Gnadenwille, wie ſein Allwiſſenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch ſehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenſtunden, er weiß wohl, wann es nützlich ſei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, ſo kommt Gott, eh wirs uns verſehn, und läſſet uns viel Guts geſchehn. 5. Denk nicht in deiner Drangſalshitze, daß du von Gott ver⸗ laſſen ſeiſt, und daß ihm der im Schooße ſitze, der ſich mit ſtetem Glücke ſpeiſt; die Folgezeit verändert viel und ſetzet jeglichem ſein Ziel. 6. Es ſind ja Gott ſehr leichte Sachen und iſt dem Höchſten alles gleich, den ielchen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott iſt der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald ſtürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, ſo wird er werden bei dir neu; denn welcher ſeine Zuverſicht auf Gott ſetzt, den verläßt er nicht. G. Neumark, † 1681. F 2 Sollt es c bis⸗wei⸗len nen, als ver⸗lie⸗ BGolt die S nen, o 5 und 1 —— Gott hilft end⸗lich doch ge⸗wiß. —— Norir.— 25 Vertrauen. 255 2. Hilfe, die er aufgeſchoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu ſtder Friſt, hilft er doch, wanns nötig iſt. 3 3. Wie oft Väter nicht gleich geben, wonach ihre Kinder ſtreben, ſo hält Gott auch Maß und Ziel; er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getröſten, wenn die Not am allergrößten; er iſt gegen mich, ſein Kind, mehr als väterlich geſinnt. 5. Will der Feind mir bange machen,— ich kann ſeine Macht verlachen; drückt mich ſchwer des Kreuzes Joch,— Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Mögen mich die Menſchen kränken, mag auf mein Verderben denken, wer mir ohne Urſach feind! Gott im Himmel iſt mein re Laß die Welt nur immer neiden! Will ſie mich nicht länger leiden, ei, ſo frag ich nichts danach; Gott iſt Richter meiner Sach. 8. Will ſie mich gleich von ſich treiben, muß mir doch der Him⸗ mel bleiben; iſt der Himmel mein Gewinn, geb ich alles andre hin. 9. Hert, kann ich nur dich umfaſſen, will ich alles andre laſſen; legt man mich dereinſt ins Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Chr. Titius, † 1703 C (Mel. Zeſu, meine Freude.) 341. 1 Je⸗ſus, iſt mein Le⸗ben, dem ich mich er⸗ge⸗ben er iſt mei⸗ne Son⸗ne, mei⸗ne Freud und Won⸗ne feſt bis in den Tod; in der größ⸗ten Not. 3— ſo werd ich mit re⸗gie⸗ren 36 tri⸗um⸗phie⸗ren. 2. Die mit Jeſu leiden, werden mit ihm weiden in dem Sternen⸗ zelt; die mit Jeſu ſterben, werden mit ihm erben, wo ihr Reich be⸗ ſtellt. Ihr Kron und Siegeslohn ſind, wo Gott die Engel loben, ſicher aufgehoben. 3. Die mit Thränen ſäen, wenn die Winde wehen, die der Feind erweckt, werden dort mit Freuden ernten nach dem Leiden, wo kein mehr ſchreckt. Nach der Müh, die ſie allhie dulden, wird ſie ott mit des Himmels Schätzen. O ihr frommen Seelen, die ihr euch mit Quälen bringet durch die Ve die ihr öfters weinet, wenn kein Troſt erſcheinet, wenn euch Kreuz befällt, denket doch bei dieſ ſem Joch an die Kron in jenem Leben, die euch Gott wird geben. 5. Wenn uns Sünden kränken, laſſet uns bedenken Gottes Gna⸗ denrat! Jeſus hat erduldet, was wir hier verſchuldet; er giebt Gnad um Gnad. Kämpfen wir mit ihm allhier, ſo wird er uns helfen kämpfen und die Sünde dämpfen. Wiedergeburt und Heiligung. 6. Seid getreu, ihr Herzen, bei des Kreuzes Schmerzen, treu bis in den Tod! Jeſus wird euch tröſten, wenn er die Erlöſten führt aus aller Not. Auf das Leid folgt Fried und Freud; Gott wird laſſen nach dem Weinen euch die Sonne ſcheinen. 7. Nun, Herr Jefu, ſtärke uns zum guten Werke, hilf uns durch die Welt! Komm, du Herr der Ehren, unſer Herz zu kehren nach dem Himmelszelt. Sei uns Schutz und ſtarker Trutz, jeßt im Leben, dort im Sterben, daß wir alles erben. Freylinghauſens Geſangbuch 1704. (mel. wie nach einer waſſerquelle.) ——————— ——,— 1 Mei⸗ne Sor⸗gen, Angſt und Pagen lau⸗fen mit der al les Seufezen, al„les Kla⸗gen, das der Herr al⸗ — it. S wird gott⸗lob nicht e⸗wig ſein; nach dem Re⸗ gen wird ein Schein von viel tau⸗ſend Son⸗nen⸗bli⸗ cken — =— 2 mei⸗nen mat⸗ten Geiſt er⸗qui⸗ cken. 2. Meine Saat, die ich geſäet, wird zur Freude wachſen aus; wenn die Dornen abgemähet, ſo trägt man die Frucht nach haus; wenn ein Wetter iſt vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Unſer Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen iſt beſetzt hieremuß man ſich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Menſch hin ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 4 Es ſind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit ſehn, aus viel Trübſal her gekommen; darum ſiehet man ſie ſtehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen ausgezieret, weil ſie glücklich triumphieret. 5. Gottes Ordnung ſtehet feſte und bleibt ewig unverrückt: ſeine Freund und Hochzeitsgäſte werden nach dem Streit beglückt; Israel behält den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, wenn man nicht hat überwunden. 6. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde dich! Gott wird dich gewiß erretten, das Gewitter leget ſich; nach dem Blitz und Donnerſchlag folgt ein angenehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Freylinghauſens Geſangbuch. 1704. —,— Vertrauen. 257 343. [Mel. Su Gott in dem Kimmel droben.) — 1. Soll ich denn mich täg⸗lich krän⸗ken, ängſt⸗lich an das 5— S S— F 8 Künft⸗ge den ⸗ken? Soll ich a⸗bends nie mit Ruh mei⸗ne S 2 2E S—— ——— S Au⸗gen ſchlie⸗ßen zu? Soll es im⸗mer vor mir ſte⸗hen: — = 1 wie wirds einſt noch mir er-ge⸗ hen? Da die Sor⸗ge — 9 2 S 1 5— S— T B E— E Sh=—— mich nur quält, und doch ih⸗res Ziels ver⸗fehlt? 2. Gott, der mich bisher erhalten, höret nimmer auf zu walten; oder ſollt er jetzt allein ſeines Waltens müde ſein? Wohl, ich will das Sorgen laſſen und zu ihm Vertrauen faſſen; wie er mich auch führen will, meine Seele bleibe ſtill. 3. Wies auch in der Welt mir gehet, er iſts, der allein verſtehet, was mir heilſam iſt und gut, oder was mir Schaden thut. Laß ich ihn für mich nur wählen, wird kein wahres Gut mir fehlen; aber eigner Will und Rat wählt oft einen falſchen Pfad. 4. Bleib ich ſtehn auf niedern Stufen, will ich in das Herz mir rufen, daß ich, vieler Sorgen frei, vor dem Sturz geſichert ſei. Doch, wenn Gott mich wollt erheben, will ich ihm nicht widerſtreben; er wird mir die Kraft verleihn, im Beruf getreu zu ſein. 5. Will die Armut meiner Hütten er mit Segen überſchütten, ſo verleih er nur zugleich, daß die Seele werde reich. Doch iſt Armut mir beſchieden, bin ich auch damit zufrieden; denn auf dieſe arme Zeit folgt die reiche Ewigkeit. 6. Wird mir Gott Geſundheit geben, will ich eifrig darnach ſtreben, daß ich fördre mehr und mehr meines Gottes Ruhm und Ehr. Aber auch in Krankheitstagen möge Gottes Geiſt mir ſagen, daß ſolch herbe Arzenei mir zum Heile nötig ſei. 52 7. Soll ich noch viel Jahre zählen, mit des Lebens Not mich guälen, kommt doch auch wohl mancher Tag, daß mein Herz ſich freuen mag. Aber käm ich bald hinüber, wär mir ſolches deſto lieber, weil ich käm aus aller Not hin zu meinem Herrn und Gott. 8. Alles ſei Gott heimgegeben, Freud und Trübſal, Tod und Leben; es geſchehe, was ſein Rat über mich beſchloſſen hat. Ich will mich nicht länger kränken, ſondern dies allein bedenken, daß nach Gottes Gnadenſchluß Chriſten alles frommen muß. Ph. Jak. Spener, † 1705. Evangel. Geſangbuch. 17 ihn nur walten. Wiedergeburt und Heiligung. 344. —6 1 Was Gott thut, das iſt wohl⸗ge⸗than, es bleibt gerecht ſein Wil⸗ wie er fängt mei⸗ne Sa⸗chen an, will ich ihm hal⸗ten ſtil⸗ le. Er iſt mein Gott, der in der Not mich — wohl weiß zu er⸗ hal⸗ten; drum laß ich ihn nur wal⸗ten. 2. Was Gott thut, das iſt wohl gethan; er kann ja nimmer trügen, er führet mich auf rechter Bahn; ſo laß ich mir genügen an an ſeiner Huld und hab Geduld, er wird mein Unglück wenden; es ſteht in ſeinen Händen. 3. Was Gott thut, das iſt wohl gethan; er wird mich wohl be⸗ denken; er, als mein Arzt, der helfen kann, wird mir nicht Gift ein⸗ ſchenken für Arzenei, Gott iſt getreu; drum will ich auf ihn bauen und ſeiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das iſt wohl gethan; er iſt mein Licht und Leben, der mir nichts Böſes gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erſcheinet, wie treulich er es meinet. 5 Was Gott thut, das iſt wohl gethan; muß ich den Kelch gleich ſchmecken, der bitter iſt nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht ſchrecken, weil doch zuleht ich werd ergötzt mit ſüßem Troſt im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das iſt wohl gethan; dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, ſo wird Gott mich ganz väterlich in ſeinen Armen halten; drum laß ich S. Rodigaſt, † 1708. 345. (Mel. Alles iſt an Gottes Segen.) 6 S— S S 2 1. Wun⸗der⸗an⸗fang, herr⸗lichs En⸗de, wo die wun⸗der⸗ —+* S„. wei⸗ſen Hän⸗de Got⸗tes füh⸗ren aus und ein! Wunderweislich —.—— Vertrauen. 259 S S.— S 2. Denke doch: es muß ſo gehen, was Gott weislich heißt ge⸗ ſchehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der Anfang ſeltſam ſcheinet, iſt das Ende gut gemeinet; Friede ſolget nach dem Streit. 3. Gottes Weg iſt wie in Flüſſen und in großen Waſſergüſſen, und du ſpürſt nicht ſeinen Fuß; ſo auch in dem Meer der Sorgen hält Gott ſeinen Pfad verborgen, daß man nach ihm ſuchen muß. 4. Kein Beſinnen mag erſinnen, wo man Hilſe kann gewinnen, die Vernunft iſt hier zu blind; nicht für das Verborgne taugen ihre halbgebrochnen Augen, weil ſie allzu blöde ſind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er läßt, was er angefangen, ſo zum Ende ſtets gelangen, daß es wunderherrlich ſei. 6. Drum laß dir doch nimmer grauen, lerne deinem Gott ver⸗ trauen, ſei getroſt und gutes Muts. Er, fürwahr, er wird es führen, daß du wirſt am Ende ſpüren, wie er dir thut lauter Guts. 7. Deinem Glauben wirds nicht fehlen; du wirſt noch der Welt erzählen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz verſüßen, daß du wirſt bekennen müſſen: Wunderanfang, herrlichs End! H. A. Stodffleth, † 1708. S — 1. Gott le⸗bet noch! Seele, was verzagſt du doch? eoi — S 2 — aus Erbarmen al⸗le Hilf auf Erden thut,] ſtar⸗ken Armen machet al⸗les wohl und gut;/ Gott kann beſ⸗ſer, S — 5 8 als wir denken, alele Not zum berſſen — 5——— den⸗ke doch: lebt doch un⸗ſer Herr⸗Gott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagſt du doch? Sollt der ſchlummern oder ſchlafen, der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erſchaffen, ſollte dieſer hören nicht? Gott iſt Gott, der hört und ſiehet, wo den Frommen weh geſchiehet. Seele, ſo bedenke doch: lebt doch unſer Herr⸗Gott noch. Wiedergeburt und Heiligung. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagſt du doch? Der den Erden⸗ kreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt er⸗ füllet, iſt von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebi, dem will er ſenden Hilf und Troſt an allen Enden. Seele, ſo bedenke doch: lebt doch unſer Herr⸗Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagſt du doch? Biſt du ſchwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott iſt groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, ſeine Treu vergehet nimmer. Seele, ſo bedenke doch: lebt doch unſer Herr⸗Gott noch 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagſt du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen qualt dich ſehr: komm zu Gott, er wird verſenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angſt der Höllen kann er dich zufrieden ſtellen. Seele, ſo bedenke doch lebt doch unſer Herr⸗Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagſt du doch? Will dich alle Welt verlaſſen, weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfaſſen und im Leiden bei dir ſein. Gott iſts, der es herzlich meinet, wo die Not am größten ſcheinet. Seele, ſo bedenke doch: lebt doch unſer Herr⸗Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagſt du doch? Mußt du ſchon geängſtigt wallen auf der harten Dornenbahn: es iſt Gottes Wohlge⸗ fallen, dich zu führen himmelan; Gott will nach dem Jammerleben Fried und Freud und Himmel geben. Drum, o Seel, bedenke doch: lebt doch unſer Herr⸗Gott noch! Joh. Fr. Zihn, † 1719. 347. 1. Ich laß dich nicht, du Hilf in al⸗len Nö⸗ten; Joch auf Joch, ich hof⸗ fe doch, auch wenn es ſcheint, als woll teſt du mich 15 len. Machs, wie du willſt, mit — S mir: ich wei⸗che nicht von dir; ver„ſtel ⸗le dein Ge⸗ —— ſcht: du Hilf in al⸗len Nö⸗ten, ich laß dich — ——— F ——— nich, ich laß dich nci Vertrauen. 261 2. Ich laß dich nicht! Sollt ich den Segen laſſen? Mein Jeſu, nein, du bleibeſt mein, dich halt ich noch, wenn ich nichts mehr kann faſſen. Nach kurzer Nächte Lauf geht mir der Segen auf von dir, dem Segenslicht: ſollt ich den Segen laſſen? Ich laß dich nicht, ich laß dich nicht! 3. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben! Mich reißt das Grab von dir nicht ab, der du dich haſt für mich in Tod gegeben. Du ſtarbſt aus Liebe mir; ich ſag in Liebe dir, auch wenn das Herz zerbricht: mein Gott, mein Herr, mein Leben, ich laß dich nicht, ich laß dich nicht! M. Ch. Deßler, † 1722. 348. Qmel. Meinen ZJeſum laß ich nicht. Nr. 2.) [Mei⸗ne See⸗le ſen⸗ket ſich hin in Got⸗tes und er⸗war⸗tet ru ⸗hig⸗ lich ſei⸗ner We⸗ ge P — Herz und Hän ⸗de] Ziek und En„de,) liegt fein ſtil- le, arm und bloß — — —— — in des lie⸗ ben Va⸗ters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, iſt mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille ſpricht, iſt zum Tode ſchon beſchieden; was die Ungeduld erregt, iſt in Chriſti Grab gelegt. 3. Meine Seele ſorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich ſpitzen Dornen ſticht und den Frieden nur kann kränken; Sorgen kommt dem Schöpfer zu: meine Seele ſucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt ſich nicht, liebt hingegen Gott im Lei⸗ den; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängſtet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht; denn ſie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angeſicht auch alsdann, wenn er will töten. Wo ſich Fleiſch und Blut beklagt, wird der Freudengeiſt verjagt. 6. Meine Seel iſt ſtill zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden; alſo hab ich allen Spott, alle Schmerzen überwunden, bin gleich wie ein ſtilles Meer voll von Gottes Preis und Ehr. J. J. Winller, † 1722. Wiedergeburt und Heiligung. 349. (Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade.) Sott wills ma chen, daß die Sa⸗chen gehen, wie es heil⸗ſam Si— 5 E S c iſt; laß die Wel len ringsum ſchwel⸗len, wenn du nur bei ——— Je⸗ſu biſt! 2. Wer ſich kränket, weil er denket, Jeſus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur ſich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter! Gott, dein Wächter, ſchläfet ja noch ſchlummert nicht; zu den Höhen aufzuſehen, wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er ſtets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter ſcheinen, dein Schmerz iſt ihm auch ein Schmerz. 5 Glaub nur feſte, daß das Beſte über dich beſchloſſen ſei; wenn dein Wille nur iſt ſtille, wirſt du von dem Kummer frei. 6. Willſt du wanken in Gedanken, faß dich in Gelaſſenheit; laß den ſorgen, der auch morgen Herr iſt über Leid und Freud. 7. Gottes Hände ſind ohn Ende, ſein Vermögen hat kein Ziel; iſts beſchwerlich, ſcheints gefährlich, deinem Gott iſt nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden ſich gefunden, bricht die Hilf mit Macht 1 herein, und dein Grämen zu beſchämen, wird es unverſehens ſein. 1 9. Drum wohl denen, die ſich ſehnen nach der ſtillen Willens⸗ 1 ruh! Auf das Wollen fällt dem Sollen bald auch das Vollbringen zu. 10. Nun ſo trage deine Plage fein getroſt und mit Geduld! Wer das Leiden will vermeiden, häufet ſeine Sündenſchuld. Il. Aber denen, die mit Thränen küſſen ihres Jeſu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Heilands werden noch. 18 12. Amen, Amen! In dem Namen meines Jeſu halt ich ſtill; 1 es geſchehe und ergehe, wie und wann und was er will. 5 J. D. Herrnſchmidt, † 1723. —— (Mel. Zeſu, meine Sreude.) 350. See⸗le, ſei zu frie den! Was dir Gott beſchie⸗den, 8 3.— 4 1. ſtreib aus dei⸗nem Her⸗zen Un⸗ge⸗duld u. Schmer⸗zen, F—— S P Si— 2, das iſt al⸗les gut: Iſt die Not dein täg⸗lich Brot faſ⸗ſe fri⸗ſchen Mut. mußt du weinen mehr als la⸗chen: Gott wirds doch wohlma⸗chen. Vertrauen. 263 2. Scheint der Himmel trübe und der tenſchen Liebe ſtirbt dir ganz dahin; kommt das Mißgeſchicke faſt all licke und quält deinen Sinn: nur Geduld! Des Himmels Huld ſieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 3. Ungeduld und Grämen kann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer ſich widerſetzet, wird nur mehr verletzet; drum Geduld⸗ mein Herz! Aus dem Sinn die Sorgen hin! Drücket gleich die Laſt die Schwachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Waſſerwogen folgt ein egenbogen, und die Sonne blickt; ſo muß auf das Weinen lauter Freude ſcheinen, die das Herz erquickt. Laß es ſein, wenn Angſt und Pein mit dir ſchlafen, mit dir wachen: Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen ſollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld be⸗ ſiegt; fröhlich auszuhalten und Gott laſſen walten, das macht recht vergnügt: drum nimm dir, o Seele, für, ſtets zu beten und zu wachen: Gott wirds doch wohl 6. Alſo ſoll es bleiben! Ich mich verſchreiben, Gott getren zu ſein; beides, Tod und Leben, bleibe ihm ergeben, ich bin ſein, er mein; denn mein Ziel iſt: wie Gott will! Drum ſag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. B. Schmolck, † 1737. 351. er. Nach einer kurzer Tage.) — 1 — . 1 Je grö⸗ e je nä⸗her Him⸗mel; wer oh⸗ne denn bei dem eit⸗len Welt⸗ge⸗tüm⸗mel ver⸗gißt man * Kreuz, iſt oh⸗ne Gott,] 8 Höl⸗le Fluch und Tod. 5 ſe⸗lig iſt der Mann ge⸗ —— ſchätzt, den Gott in Kreuz und Trüb⸗ſal feßt. 2. Je größer Kreuz, je beſſre Chriſten; Gott prüft uns mit dem Probeſtein. Wie mancher Garten muß gleich Wüſten, weil ohne Thränenregen, ſein! Das Gold wird auf dem Feuerherd, ein Chriſt in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je ſtärkrer Glaube; die Palm erſtarket durch die Laſt; die Süßigkeit fließt aus der Traube erſt, wenn du ſie ge⸗ keltert haſt; und wie die Perl in Salzesflut, ſo wächſt im Kreuz der Glaubensmut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Sturm facht nur die Flammen auf; ſcheint auch der Himmel och ſo trübe, ſo lacht doch bald die Sonte drauf, und gleich wie Ol das Feuer nährt, wird Liebesglut durch Kreuz vermehrt. 4 * Wiedergeburt und Heiligung. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete, ſie ſtrömen aus dem Herzen fort; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, ſo fragte man nicht nach dem Port. Wo kämen Davids Pſalmen her, wenn Kreuz ihm ferngeblieben wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale ſteiget man bergan; wer durch die Wüſten oft gegangen, der ſehnet ſich nach Ka⸗ naan. Die Seele findet hier nicht Ruh, drum eilt ſie Zions Hütten zu. ößer Kreuz, je lieber Sterben; man freut ſich recht auf ſeinen Tod, denn man entgehet dem Verderben; es ſtirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das unſre Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphiert. 6 8. Je größer Kreuz, je ſchönre Krone, die Gott den Seinen bei⸗ gelegt, und die einmal vor ſeinem Throne der überwinder Scheitel trägt; ach, dieſes teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter! laß mir dein Kreuze je länger deſto lieber ſein; daß mich die Ungeduld nicht reize, ſo pflanz ein ſolches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. B. Schmold, † 1737. 352. (mel. was Gott thut, das iſt wohlgethan) — 1 Gott lebt! Wie kann ich trau⸗rig ſein, als wär kein Gott zu fin⸗ Er weiß ja wohl von mei⸗ner Pein, die ich hier muß empfin⸗ i 6 — er kennt mein Herz und mei⸗nen Schmerz, ſo — —————— — darf ich nicht ver⸗za⸗ gen und ihm nur al⸗les kla⸗gen. 2. Gott hört! Wenn niemand hören will: wie ſoll ich lange ſorgen, mein Seufzen dringe nicht zum Ziel und bleibe Gott verborgen? Schrei ich empor, ſo hört ſein Ohr, ſo ſteigt die Hilfe nieder, ſo ſchallt das Amen wieder. 3. Gott ſieht! Wie klaget denn mein Herz, als ſäh er nicht mein Weinen! Vor ihm muß auch der tiefſte Schmerz ganz offenbar erſcheinen; kein Thränlein fällt, ſo er nicht zählt und ſich vor Augen ſetzet, bis er uns drauf ergötzet. 4. Gott führt! So geh ich ruhig fort auf allen meinen Wegen! und wenn die Welt bald hier, bald dort will ihre Stricke legen, ſo pflegt er mich zwar wunderlich, doch ſelig auch zu führen, daß mich kein Fall kann rühren. Vertrauen. 265 Gott giebt! Und wär ich noch ſo arm, doch ſoll ich nicht was hilft mir denn mein ſteter Harm, als müßt ich Hungers ſterben; er hat ja Brot, und wenn die Not uns nach der Wüſte weiſet, doch werden wir geſpeiſet. 6. Gott lebt, wohlan, ich merke das; Gott hört, ich wills ihm ſagen; Gott ſiehr, er ſetzt den Thränen Maß; Gott führt, ich darf nicht klagen; Gott giebt und liebt, nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. B. Schmolck † 1737. Mel. Nr. 352. 353. 1. Gott iſt mein Gott, er ſorgt für mich, was ſoll ich mich denn grämen? Will er doch alle Laſt auf ſich von meinen Schultern neh⸗ men. Wenn noch ſo ſchwer mein Kreuz auch wär, es ſoll mich nicht erdrücken; er will mich ſtets erquicken. 2. Gott iſt mein Schild, er decket mich bei allen Ungewittern, auch wenn der Hölle Pforten ſich mit aller Macht erbittern; iſt ſein Panier nur über mir, ſo kann ihr blinder Schrecken mir keine Furcht erwecken. 3. Gott iſt mein Licht, er leitet mich auf allen meinen Wegen und führet mich ganz wunderlich bei Sonnenſchein und Regen; ſein Wort geht mir als Leitſtern für und leuchtet meinen Füßen bei allen Finſter⸗ niſſen. 4. Gott iſt mein Fels, er träget mich; laßt alle Berge ſinken, ſo ſteh ich unveränderlich und werde nicht ertrinken; obgleich die Flut mit aller Wut an meinen Anker ſchläget; doch werd ich nicht beweget. 5. Gott iſt mein Teil, er ſättigt mich; mir wird kein Gutes ſehlen; was ſollte denn mein Herze ſich mit vielen Sorgen quälen? Wer Gott nur hat, iſt in der That der reichſte Menſch auf Erden, ihm muß der Himmel werden. 6. Gott iſt mein Heil, er ſegnet mich; ich ſoll in Chriſto leben; mein Heiland hat aus Liebe ſich für mich in Tod gegeben. So fiel mein Los in Gottes Schoß; wer kann bei dieſem Glauben mir Gott und Himmel rauben? 7. Gott iſt mein Hirt, er weidet mich auf reinen, grünen Auen, und ſeiner treuen Hut kann ich mich ohne Furcht vertrauen; zeigt hier und da ſich auch Gefahr, er gehet mir zur Seiten, ſein Auge muß mich leiten. 8. Gott iſt mein Alles hier und dort im Himmel und auf Erden; es ſoll mir auch mein Gott hinfort noch immer lieber werden, bis ich dorthin gelanget bin, wo ich, mit Gott verbunden, das höchſte Gut gefunden. B. Schmold, † 1737. 354. CNel. Alles iſt an Goittes Segen.) S E S Herr, mein Licht, mein Heit mein Le⸗ben, wie kann ich dich S gnug een Was für Lieder ſtimm ich an? Was ſoll ich für —.— Dank er⸗wei⸗ſen? Wie ſoll ich das Gu⸗te prei⸗ſen, S S 4 S. ſo du, Herr, an mir ge⸗than? 2. Zwar du hatteſt mich gebeuget, aber auch dabei gezeiget, wie du ſeiſt mit Hilfe nah. In der Nacht warſt du verborgen, doch kam bald ein froher Morgen, da ich, Herr, dein Antlitz ſah. 3. Alſo haſt du mich geführet, wie ichs tauſendmal verſpüret, ſelbſt von meiner Jugend an, mit Geduld und Liebesarmen, mit viel Gnade und Erbarmen, daß ichs nicht verdanken kann. 4. Dich recht lieben, heißt dich loben, dich recht loben, führt nach oben, wo du ewig wirſt verklärt. O, ſo laß denn alle Sinnen, Reden, Schweigen und Beginnen nach dem Himmel ſein gekehrt. 5. Hier will ich dir feſt vertrauen und auf deine Gnade ſchauen, wenn des Kreuzes Laſt mich drückt; ich will in der Stille hoffen, bis mein Glaub dich angetroffen und dein Antlitz mich erquickt. 6. Willſt du mit der Hilf verziehen, eine Zeit lang von mir fliehen? Herr, ich bin ein ſündger Knecht. Willſt du ſtrafen, willſt du ſchlagen? Willſt du züchtgen, willſt du plagen? Herr, du bleibeſt ſtets gerecht. 7. Nun, ſo ſtärke mir den Glauben; laß mir nichts denſelben rauben, keine Weltluſt, keine Pein. Deine Liebe laß mich ſchmecken, deine Gnade mich erwecken, immer dankbar dir zu ſein. J. G. Wolf, † 1754. Mel. Nr. 352. 355. 1. Auf Gott und ſücht auf meinen Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erſchaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er ſah von aller Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, be⸗ ſtimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Iſt auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu beſiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns ſeine Weisheit litte. Er ſorgt für mich ſtets väterlich; nicht, was ich mir erſehe, ſein Wille, der geſchehe! 4. Iſt nicht ein ungeſtörtes Glück weit ſchwerer oft zu tragen, als ſelbſt das widrige Geſchick, bei deſſen Laſt wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Geſundheit, Ehre, Glück und Pracht ſind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewiſſen die Trübſal auch verſüßen. Vertrauen. 267 6. Was iſt des Lebens Herrlichkeit? Wie bald iſt ſie verſchwun⸗ den! Was iſt das Leiden dieſer Zeit? Wie bald iſts überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilſt ſeinen Knechten. Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Nr. 352. 356. 1. Der Herr iſt meine Zuverſicht, mein beſter Troſt im Leben. Dem fehlt es nie an Heil und Licht, der ſich dem Herrn ergeben. Gott iſt mein Gott; auf ſein Gebot wird meine Seele ſtille; mir gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du biſt des Schwachen Stärke; die Augen, die auf dich nur ſchaun, ſehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und ſtark von That, mit gnadenvollen Händen wirſt du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat ſich, wer dich geliebt, verlaſſen ſehen müſſen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgiebt, doch deinen Troſt genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten wird einſt dein Rat vernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott; der Thoren Troſt ver⸗ ſchwindet, wenn der Gerechte in der Not Hilf und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, iſt er ein Held; er ſteht, wenn Sünder zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Weh denen, die zu Menſchen fliehn; weh dem, der von Gott weichet! Dein Heiland ſtarb; ja, er erwarb auf ſeinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her ſich Wetterwolken ſammeln; Gott hilft, wenn Chriſten freudenleer zu ihm um Gnade ſtammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wägt die Schmerzen und wälzt ſie weg vom Herzen. 7. Herr, du biſt meine Zuverſicht; auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich ſorgend quäle. Wer wollte ſich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlaſſen und ſich im Kummer faſſen? 8. In deine Hand befehl ich mich, mein Wohlſein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben; ſei du mein Gott und einſt im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz ſchaue. Chr. Sturm, † 1786. Mel. Rr. 354. 357. 1. Fortgekämpft und fortgerungen, bis zum Lichte durchgedrungen muß es, bange Seele, ſein. Durch die tiefſten Dunkelheiten kann dich Jeſus hinbegleiten; Mut ſpricht er den Schwachen ein.. 2. Bei der Hand will er dich faſſen; ſcheinſt du gleich von ihm verlaſſen, glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe ſonder Wanken: bald wirſt du voll Freude danken, bald umgiebt dich Kraft und Licht. 3. Bald wird dir ſein Antlitz funkeln: hoffe, harre, glaub im Dunkeln! Nie gereut ihn ſeine Wahl. Er will dich im Glauben üben; Gott, die Liebe, kann nur lieben: Wonne wird bald deine Qual. 268 Wiedergeburt und Heiligung. 4. Weg von aller Welt die Blicke! Schau nicht ſeitwärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit; nur zu deinem Jeſus wende Aug und Herz und Sinn und Hände, bis er himmliſch dich erfreut. 5 Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen ſeiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz iſt ſeine Rechte; wo iſt einer ſeiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 8 6. Schließ dich ein in deine Kammer, geh und ſchütte deinen Jammer aus in Gottes Vaterherz; kannſt du gleich ihn nicht empfinden, orte nicht, nicht Thränen finden, klag ihm ſchweigend deinen Schmerz! 7. Kräftig iſt dein tiefes Schweigen: Gott wird ſich als Vater zeigen; glaube nur, daß er dich hört! Glaub, daß Jeſus dich vertreten, glaube, daß, was er gebeten, Gott, ſein Vater, ihm gewährt. 8. Drum, ſo will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlitz wagen, flehen, ringen fort und fort; ja, ich werde überwinden; wer ihn ſucht, der wird ihn finden, wird ihn haben hier und dort. 3 K. Lavater, † 1801. 358. wie nach einer waſſerquelle. —— — [S—— F— 1 der Herr einſt die Ge⸗fang⸗nen iherer Ban⸗de le⸗dig macht,] o dann ſchwinden die vergang⸗nen Leiden, wie ein Traum der Nacht.) Dann wird un⸗ſer Herz ſich freun, un⸗ſer Mund voll Dan⸗kes ſein; — jauchzend werden wir er⸗ he⸗ben ihn, der Freiheit uns ge⸗ge⸗ ben. 2. Herr, erhebe deine Rechte, gieb uns einen Vaterblick; aus der Fremde ruf die Knechte in die Heimat bald zurück! Ach, der Pfad iſt ſteil und weit! Kürze unſre Prüfungszeit; führ uns, wenn wir treu geſtritten, in des Friedens ſtille Hütten. 3. Ernten werden wir mit Freuden, was wir weinend ausgeſät; jenſeits reift die Frucht der Leiden, und des Sieges Palme weht. Unſer Gott auf ſeinem Thron, er, er ſeibſt iſt unſer Lohn; die ihm lebten, die ihm ſtarben, bringen jauchzend ihre Garben. 8. G. Bürde, † 1831. 359. (mel. O Zeſu Chriſt, meins Cebens Licht.) S I. Der Him⸗mel hängt voll Wol⸗ken ſchwer, ich ſeh das Vertrauen. 269 — —— —— S klar nehm ich ein freund⸗lich Au⸗ge wahr. 2. Es tobt der Sturm mit wilder Macht, ſie wird ſo dunkel oſt, die Racht; doch wenn auch meine Seele bebt, ſie weiß, daß dort mein Heiland lebt. 3. Sie zöge gar zu gern hinaus ins große, weite Voterhaus; doch hält in ſeiner Kraft ſie ſüll, bis er, bis er ſie löſen will. 4. Die Erd iſt mir ein morſches Boot, das unter mir zu ſinken ich ſteh, nach oben hingewandt, mit einem Fuß auf ſeinem Rand. 5. Gebeutſt du, Herr, mit einem Blick, ſo ſchleudr ichs hinter mich zurück und ſchwinge mich an deiner Hand hinauf, hinauf und jauchze: Land! 6. Ich ginge gern, ſo gern zu dir! Doch wenn du mich noch S in Sturm und dunklen Nächten läßt, ſo halt du meine Seele ſeſt: 7. Daß ſie in Sturm und Nächten treu, zu deiner Ehre wacker ſei, bis du mir ruſſt:„Nun iſt mirs recht, nun kannſt du kommen, treuer Knecht!“ H. Möwes, † 1831. Mel. Nr. 358. 360. 1. O mein Herz, gieb dich zufrieden! O verzage nicht ſo bald! Was dein Gott dir hat beſchieden, nimmt dir keiner Welt Gewalt. Keiner hindert, was er will; harre nur, vertraue ſtill; geh des Wegs, den er dich ſendet; er begann und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkelheiten, ſo lobſing ihm aus der Nacht ſieh, er wird dir Licht bereiten, wo dus nimmermehr gedacht. Häuft ſich Not und Sorg umher, wird die Laſt dir allzu ſchwer, faßt er plötz⸗ lich deine Hände und führt ſelber dich ans Ende. 3. Wär auch alle Welt dir feindlich, rottete ſich wider dich: dank ihm! O, der Herr iſt freundlich, ſeine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angſt und Leid ſeines Segens dunkles Kleid: dank ihm! Er ſchickt ſeinen Segen auf geheimnisvollen Wegen. 4. Endlich wird dein Morgen grauen; kennſt du nicht ſein Mor⸗ genrot? Darfſt du zagend rückwärts ſchauen, wenn dich Glut und Sturm bedroht? Denn auch Feuerflamm und Wind Boten ſeines Willens ſind; und kanns nur ein Wunder wenden: auch ein Wunder kann er ſenden. 5. O ſo laß denn alles Bangen! Wirke friſch, halt muti aus! Was mit ihm du angefangen, führet er mit dir hinaus. Und o alles widerſteht: in Vertraun und in Gebet bleib am Werke deiner Hände, ſo führt ers zum ſchönſten Ende. V. v. Strauß, geb. 1809. Lieder für beſondere Zeiten. XIV. Sieder für beſondere Zeiten, Stände und Verhältniſſe. Jahreszeiten. Frühling. 361. Mel. Cobe den Herren, den mächtigen König.) S—— Hör ich euch wie⸗der, ihr Tö⸗ne des Frühlings, er⸗klin⸗gen, ju⸗beln⸗de Stimmen des Preiſes ſich himmelwärts ſchwingen? 6 — EE † 8 †— „. T Tief in der Bruſt regt ſich die ſeh⸗nen⸗de Luſt, 0 — N h S ——— mit euch ein Lob⸗lied zu ſin ⸗ gen. 2. Soll mich die Amſel und ſoll mich die Lerche beſchämen? Sang iſt ihr Leben und freudiges Lob ohne Grämen. Schweigeſt nur du, Seele, berufen dazu, Gnade um Gnade zu nehmen? 3. Iſt nicht dein Frühling, der himmliſche, dir auch erſchienen? Sahſt du die Auen der Hoffnung in ihm nicht ergrünen, der bis ins Grab ſtieg aus dem Himmel herab, all deinen Jammer zu ſühnen? 4. König des Himmels und Freund einer ſündigen Seele, jeder Gedanke und jede Empfindung erzähle, was du mir biſt; aus dir ein Lebensſtrom fließt, daß ich mich nimmermehr quäle. 5. Laß mich dich loben! Ich weinte dir lange nur Klagen, wähnte dich hart, wenn aus Liebe du Wunden geſchlagen, habe die Hand ewiger Güte verkannt, irre von Sorgen und Zagen. 6. Doch wie der Winter von ſtarrenden, ſchneeigen Höhen ſpur⸗ los zerrinnt, wenn ſie Lüfte des Frühlings umwehen, alſo entfliehn, giebſt du dem Herzen dich hin, all ſeine ſtarrenden Wehen. 7. Gieb mir die Harfe und laß mich die himmliſchen Lieder fern⸗ her vernehmen! Sie hallen im Thränenthal wieder. Engelgeſang und der Erlöſeten Dank ſchwebe hinauf und hernieder! 8. Schön iſt die Schöpfung, die, ewiges Wort, du gegründet; wundervoll haſt du die Berge und Thäler geründet; Frühlinges Pracht hat, wie der Tag und die Nacht, längſt deinen Namen verkündet. 9. Jauchze, Natur, in des Frühlings beginnendem Wehen! Singe, du Welt, die das Werk der Erlöſung geſehen! Jauchze, du Heer, dort am kryſtallenen Meer:„Ehre ſei Gott in den Höhen!“ Meta Heußer⸗Schweizer, † 1876. Jahreszeiten. Sommer. 362. 2 .——„2 d — 1. Geh aus, mein Herz, und ſu⸗che Freud in die⸗ſer lie⸗ben 3. —— A R E Z22 — 2 S Sommer-zeit an deines Gottes Ga⸗ben, ſchau an der ſchönen 4 2 Se Gärten Zier und ſie⸗he, wie ſie mir und dir ſich ausgeſchmücket — P ha ⸗ben. 2. Die Bäume ſtehen voller Laub, das Erdreich decket ſeinen Staub mit einem grünen Kleide; die Blümlein auf dem Wieſenplan, die ziehen ſich viel ſchöner an, als Salomonis Seide. 3. Die Lerche ſchwingt ſich in die Luft, das Täubchen fleugt aus ſeiner Kluft und macht ſich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und be⸗ wohnt ſein Haus, das Schwälblein ſpeiſt die Jungen; der ſchnelle Hirſch, das leichte Reh iſt froh und kommt aus ſeiner Höh ins tiefe Gras geſprungen. 5. Die unverdroſſne Bienenſchar fleugt hin und her, ſucht hier und da ſich edle Honigſpeiſe; des ſüßen Weinſtocks ſtarker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in ſeinem ſchwachen Reiſe. 6. Der Weizen wächſet mit Gewalt; darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte des, der ſo überflüſſig labt und mit ſo manchem Gut begabt das menſchliche Gemüte. 7. Ich ſelber kann und mag nicht ruhn; des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich ſinge mit, wenn alles ſingt, und laſſe, was dem Höchſten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 8. Ach, denk ich, biſt du hier ſo ſchön, und läßt dus uns ſo lieblich gehn auf dieſer armen Erden: was will doch wohl nach dieſer Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schloſſe werden! 9. Welch hohe Luſt, welch heller Schein wird wohl in Chriſti Garten ſein! ie muß es da wohl klingen, da ſo viel tauſend Sera⸗ phim aus einem Mund, mit heller Stimm, ihr Hallelujah ſingen!— 10. O wär ich da, o ſtünd ich ſchon, ach, lieber Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! So wollt ich nach der Engel Weis erhohen deines Namens Preis mit tauſend ſchönen Pſalmen. 272 Lieder für beſondere Zeiten. 11. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch hier trage dieſes Leibes Joch, auch nicht gar ſülle ſchweigen; mein Herze ſoll ſich fort und fort an dieſem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 12. Hilf nur und ſegne meinen Geiſt mit Segen, der vom Him⸗ mel fleußi, daß ich dir ſtetig blühe; gieb, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und ſpat viel Glaubensfrücht erziehe. 13. Mach in mir deinem Geiſte Raum, laß mich als einen guten Baum am Lebenswaſſer grünen; ſo will ich dir und deiner Ehr allein, und keinem andern mehr, hier und dort ewig dienen. P. Gerhardt, † 1676. Herbſt. 363. (mel. Kommt her zu mir, ſpricht Gottes Sohn.) 8 Wald er bleicht, =— der Vög⸗lein Lie ⸗„ der ſchwei⸗gen. Ihr Got⸗tes ⸗kin der, ſchweiget nicht und laßt hin⸗ 1— —— 5 — auf zum ew⸗gen Licht des Her⸗zens O„ pfer ſtei⸗gen! 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn; wir greifen zu, wir holen ein, wir ſammeln ſeinen Segen. Herr Jeſu, laß uns gleichen Fleiß an deiner Liebe Ruhm und Preis mit Herzensfreude legen. 3. Was Gottes Hand fur uns gemacht, das iſt n bracht, hat Dach und Raum gefunden. So ſammle dir zur Gnaden⸗ zeit, o Seele, was dein Herz dir beut, für deine Kreuzesſtunden. 4. Denn wie die Felder öde ſtehn, die Nebel kalt darüber wehn und Reif entfärbt die Matten: ſo endet alle Luſt der Welt, des Lebens Glanz und Kraft zerfüllt; ſchnell wachſen ſeine Schatten. 5. Es brauſt der Sturm, der Wald erkracht, der Wandrer eilt, um noch vor Nacht zu flüchten aus den Wettern. O Jeſu, ſei uns Dach und Thurm, wenn oft des Lebens rauher Sturm uns will zu Boden ſchmettern. 6. Es fällt der höchſten Bäume Laub und miſcht ſich wieder mit dem Staub, von dannen es gekommen. Ach, Menſch, ſei noch ſo hoch und wert: du mußt hinunter in die Erd, davon du biſt genommen! 7. Doch wie der Landmann ſeine Saat ausſtreuet, eh der Winter naht, um künftig Frucht zu ſehen: ſo, treuer Vater, deckeſt du auch unſern Leib mit Erde zu, daß er ſoll auferſtehen. —.— Jahreszeiten. 273 8. Indes, wie über Land und Meer der Störche Zug, der Schwal⸗ ben Heer der Sonn entgegen ſtreben: ſo laß zu dir die Seele fliehn, zu deinem Paradieſe ziehn, an deiner Sonne leben! V. v. Strauß, geb. 1809. Winter. 364. (Mel. Gott ſei Dank durch alle Welt.) Fro- ſer Schö pfer, Herr der Welt, deſ⸗ſen Hand die — E S — S2 S SR— k——— Him⸗ el hält! Son⸗ne ſprichſt du: lauf, he S —„———— un⸗ ge⸗he auf! 2. Deine Macht und Herrlichkeit leuchtet auch zur Winterszeit in der wolkenvollen Luft, in den Flocken, in dem Duft. 3. Alles ruht; auf dein Geheiß wird der Waſſerſtrom zu Eis. Du giebſt, was der Landmann bat, deckſt und wärmeſt ſeine Saat. 4. Der des Sperlings nicht vergißt, ſorgt noch mehr für dich, o Chriſt! Gott ſei dir in Hitz und Froſt Freude, Zuverſicht und Troſt. 5. Bleibe du, mein Herz, nur warm! Iſt ein Bruder nackt und arm, brich ihm liebevoll dein Brot, lindre freundlich ſeine Not. 6. Nach des Winters kalter Nacht lebet alles, alles lacht; Bäume, Wieſen, Wälder blühn, und die dürre Welt wird grün. 7. Alſo blüht nach kurzer Zeit aus dem Staub Unſterblichkeit; neu und umgeſchaffen einſt ſind wir, wenn du, Herr, erſcheinſt. 8. Eile, Freudentag, heran, dem kein Winter folgen kann! Sonne, die nie untergeht, ſei gelobet und erhöht! J. K. Lavater, † 1801. Morgen. 365. —— 3— 6 S S 1[Aus mei⸗nes Her ⸗zens Grun„ de ſag ich dir in die ⸗ſer Mor ⸗gen⸗ ⸗„ de und all mein ——— Lob und Dank pr Le⸗ ben lang, Herr Gott, auf dei⸗nem Thron, zu Lob dir, Evangel. Geſangbuch. 18 274 Lieder für beſondere Zeiten. Preis und Eh⸗ ren durch Chriſtum un„ ſern Her„ ren, dein ein⸗ge⸗ bor⸗nen Sohn; 2. Daß du mich haſt aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Not, Gefahr und Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollſt mir mein Sünd vergeben, womit in dieſem Leben ich hab er⸗ zürnet dich. 3. Du wolleſt auch behüten mich gnädig dieſen Tag vor Satans Liſt und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Waſſers⸗ not, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor böſem, ſchnellem Tod. 4. Mein Leib und Seel, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind ſei dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausgeſind, als dein Ge⸗ ſchenk und Gaßb, die Eltern und Verwandten, Geſchwiſter und Be⸗ kannten und alles, was ich hab. 5. Gott will ich laſſen raten, der alle Ding vermag; er ſegne meine Thaten auch an dem heutgen Tag Ihm hab ich heimgeſtellt Leib, Seele, Gut und Leben, und was er ſonſt gegeben; er machs, wies ihm gefällt. 6. Darauf ſo ſprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott nimmt in Jeſu Namen mein Flehen gnädig an. Nun ſtreck ich aus die Hand, greif an mein Werk mit Freuden, das Gott mir will beſcheiden in 1 meinem Amt und Stand. Joh. Mattheſius(2). † 1535. 3 366. 1 1.( des Him⸗mels und der Er⸗den, Va⸗ter, Sohn und der es Tag und Nacht läßt wer⸗den, Sonn und Mond uns beil ger Geſſ, deſ⸗ſen ſtar⸗ke Hand die Welt ſchei⸗ nen heißt, — und, was drin-nen iſt, er⸗hält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieſer Nacht vor Gefahr, Angſt, Not und Schmerzen haſt behütet und bewacht und bei aller meiner Schuld 5 noch trägſt mit Vaterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieſer Nacht ver⸗ gehn; o Herr Jeſu, laß dich finden und dein Herz mir offen ſtehn, da alleine Hilf und Rat iſt für meine Miſſethat. ——— 275 . PFili duß ich mit dieſem Morgen geiſtlich auferftehen mag und für meine Seele ſorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erſcheint und dein Gericht, ich davor erſchrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; ſei und bleibe du auch heute mein Beſchützer und mein Hort! Nir⸗ gends, als von dir allein, kann ich recht bewahret ſein. 6. Meinen Leib und meine Seele ſamt den Sinnen und Verſtand, großer Gott, ich dir befehle unter deine ſtarke Hand; Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir ſende, der des böſen Feindes Macht, Lift und Anſchlag von mir wende und mich halt in guter Acht; der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu! H. Alberti, † 1651. 367. (mel. Kerr Jeſu Chriſt, dich zu uns wend.) Morgen. E— 1. Die Nacht nunmehr ver⸗gan⸗gen iſt; wir danken dir, Herr Jeſu Chriſt, — 3————— daß du uns frei von al⸗ler Plag ge⸗ſund läßt ſe⸗hen je⸗den Tag. 2. Wir bitten dich, du Gnadenſtrahl, leucht uns in dieſem Erden⸗ thal; beſchirm uns täglich und auch heut, bewahr uns ferner allezeit. 3. Daneben gieb uns Fried und Ruh und, was uns nötig iſt, dazu; durch deine ſtarke Gnadenhand beſchütze uns und unſer Land. 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewiſſen ſtets verleih; gieb, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, ſo gieb ein ſelig Ende hier, daß wir dort ewig ſind bei dir. 60 Jeſu Chriſt, erbarme dich, hör unſre Bitten gnädiglich; durch dein Verdienſt, durch deinen Tod erlöſe uns aus aller Not. Vor 1664. 368. 6 3—— ——— Grenzen mit ih⸗rem Glänzen ein herzer⸗qui⸗cken⸗des, — S—— 8 k——— S— lieb⸗li⸗ches Licht. Mein Haupt und Glie⸗der, die la⸗gen dar⸗ 1 Lieder für beſondere Zeiten. nie⸗der, a⸗ber nun ſteh ich, bin mun⸗ter und fröhlich, ſchaue den — Him⸗mel mit mei⸗nem Ge ſicht. 2. Mein Auge ſchauet, was Gott gebauet zu ſeinen Ehren, und uns zu lehren, wie ſein Vermögen ſei mächtig und groß, und wo die Frommen dann ſollen hinkommen, wenn ſie mit Frieden von hinnen geſchieden aus dieſer Erden vergänglichem Schoß. 3. Laſſet uns ſingen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles das ſei Gott zum Opfer geſetzt. Die beſten Güter ſind unſre Gemüter; vor ihn zu treten mit Singen und Beten, das iſt ein Opfer, dran er ſich ergötzt. 4. Abend und Morgen ſind ſeine Sorgen; ſegnen und mehren, Unglück verwehren, ſind ſeine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, ſo iſt er zugegen; wenn wir aufſtehen, ſo läßt er aufgehen über uns ſeiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben mein ganzes Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anſtoß und glücklich ergehn. Laſter und Schande, der Finſternis Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf deinen Geboten beſtehn. 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden, ſehen den Segen, den du wirſt legen in meines Nächſten und Mitbruders Haus. Gei⸗ ziges Brennen, unchriſtliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geſchwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menſchliches Weſen, was iſts geweſen? In einer Stunde geht es zu grunde, ſobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden, die müſſen das werden, was ſie geweſen vor ihrem Beſtehn. 8. Alles vergehet, Gott aber ſtehet ohn alles Wanken; ſeine Ge⸗ danken, ſein Wort und Willen hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tötlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig geſund. 9. Gott, meine Krone, vergieb und ſchone! Laß meine Schulden in Gnad und Hulden von deinen Augen ſein ferne gewandt! Sonſten regiere, mich lenke und führe, wie dirs gefället: ich habe geſtellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willſt du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, ſo laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott iſt das Größte, das Schönſte, das Beſte, Gott iſt das Süßte und Aller⸗ gewißte, aus allen Schätzen der edelſte Hort. 11. Willſt du mich kränken, mit Galle tränken, und ſoll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, ſo mach es, wie dir es beliebt! Was gut und tüchtig, was ſchädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, haſt niemals einen zu ſehr noch betrübt. Morgen. 277 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeresbrauſen und Windesſauſen leuchtet der Sonne erwünſchtes Geſicht. Freude die Fülle und ſelige Stille darf ich erwarten im himmliſchen Garten; dahin ſind meine Gedanken gericht. P. Gerhardt, † 1676. 369. „(el. Nun laßt uns Gott, dem Kerren.) P SS — 1. Woch auf, mein Herz, und ſin⸗ge dem Schöpfer al⸗ler Din⸗ge, — —— S 6 dem Ge ⸗ber al⸗ler Gü⸗ter, dem treu⸗en Menſchen⸗hü⸗ter. 2. Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umfangen hatten, bedeckteſt du mich Armen, o Vater, mit Erbarmen. 3. Du ſprachſt: mein Kind, nun liege, kein Schrecken dich beſiege ſchlaf wohl, laß dir nicht grauen, du ſollſt die Sonne ſchauen. 4. Dein Wort, das iſt geſchehen, ich kann das Licht noch ſehen; von Not blieb ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willſt ein Opfer haben: hier bring ich meine Gaben und opfere dir wieder mein Herz und meine Lieder. 6. Die wirſt du nicht verſchmähen; du kannſt ins Herze ſehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Beſſres habe. 7. So wollſt du nun vollenden dein Werk an mir und ſenden, der mich an dieſem Tage auf ſeinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf ſelbſt das Beſte raten, den Anfang, Mitt und Ende, ach, Herr, zum beſten wende. 9. Mit Segen mich beſchütte, mein Herz ſei deine Hütte, dein Wort ſei meine Speiſe, bis ich gen Himmel reiſe. P. Gerhardt, † 1676. 370. (Rel. O Kerr, dein' Ohren zu mir kehre.) — 1. 5 al⸗ler⸗höch⸗ſter Menſchen⸗hü⸗ter, du un ⸗be⸗greif⸗lich 8——— gro⸗ßes Gut, ich will dir o⸗pfern Herz und Mut: ſtimmt an mit — — mir, ge⸗denkt der Gü⸗ter, all ihr Ge müster! 2. Herr, deiner Kraft ichs nur zuſchreibe, daß ich noch Odem ſchöpfen kann; ach, nimm dich meiner gnädig an, du Vaterherz, mich nicht vertreibe, heut bei mir bleibe 3. Israels Gott, da iſt mein Wille, der ſich dir willig untergiebt, dich über alles gerne liebt; das iſt mein Wunſch in früher Stille, o Gnadenfülle! 278 Lieder für beſondere Zeiten. 4. Dein Angeſicht mich heilig leite, dein Auge kräftig auf mich ſeb; ich reiſe, ſitz, geh oder ſteh, mich zu der Ewigkeit begleite; Herr, mich bereite! 5. Laß Seel und Leib, ſo du gegeben, ſtets ſein in deiner Furcht bereit, als Glieder der Gerechtigkeit bis in den Tod dir ſein ergeben, o Seelenleben! 6. Geſegne mich auf meinen Wegen, mein Thun und Laſſen lenke du; in Unruh bleibe meine Ruh, bis ich zuletzt mich werde legen in Fried und Segen. J. Neander, † 1680. 371. ſ⸗re Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unſer matt Gewiſſen; laß die dürre Lebensau lauter ſüßen Troſt genießen, und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unſre kalten Werke töte, und er⸗ weck uns Herz und Mut bei erſtandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufſtehn. 4. Ach, du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am jüngſten Tage unſer Leib verklärt erſteh und, entfernt von aller Plage, ſich auf jener Freudenbahn frenen kann. 5. Leucht uns ſelbſt in jene Welt, du verklärte Gnadenſonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der ſüßen Wonne, wo die Luſt, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr v. Roſenroth, † 1689. 8 6 372. Mel. Küter, wird die Hacht der Sünden.) 8 1. See⸗le, du mußt mun ter wer-den, denn der Er⸗den ——— E —2 G —5 2+ 2 B Strah⸗len zu be⸗zah⸗len, was dein ſchwacher Trieb vermag. 2. Deine Pflicht, die kannſt du lernen von den Sternen, deren Gold der Sonne weicht; ſo laß auch vor Gott zerrinnen, was den Sinnen hier im Finſtern ſchöne däucht. ———————— „— Morgen. 279 3. Schau, wie das, was Odem ziehet, ſich bemühet um der Sonne holdes Licht, wie ſich, was nur Wachstum ſpüret, freudig rühret, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 4. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weihrauch, weil die Nacht, da dich Gott vor Unglücksſtürmen wollen ſchirmen, iſt ſo glücklich hingebracht. 5. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielſt, aber daß er dich mag ſtören und bekehren, wenn du böſe Regung fühlſt. 6. Kränkt dich etwas dieſen Morgen, laß ihn ſorgen, der es wie die Sonne macht, welche freundlich pflegt die Höhen anzuſehen, und auch in die Thäler lacht. 7. Denk, daß er auf deinen Wegen iſt zugegen und erkennet, was du thuſt; doß er auch verborgne Flecken kann entdecken, und die tiefſte Sündenluſt. 8. Wir ſind an den Lauf der Stunden feſtgebunden, der entführt, was eitel heißt, und der dein Gefäß, o Seele, nach der Höhle eines Sterbgewölbes reißt. 9. Drum, ſo ſeufz ich, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, ſon⸗ dern ſanftes Schlafen ſei, und daß ich mit Luſt und Wonne ſeh die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. F. R. L. v. Canitz. † 1609. Mel. Nr. 372. 373. 1. Hüter, wird die Nacht der Sünden nicht verſchwinden? Hüter, iſt die Nacht ſchier hin? Wird die Finſternis der Sinnen bald zer⸗ rinnen, darein ich verhüllet bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte werden Seelen⸗ fonne, gehe auf! Ich bin finſter, kalt und trübe; Jeſu, Liebe, komm, beeile deinen Lauf! 3. Wir ſind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erſcheinung kommen iſt; und ich muß mich ſtets im Schatten ſo ermatten, weil du mir ſo ferne biſt. 4. Wir ſind ja der Nacht entnommen, weil du kommen; aber ich bin lauter Nacht; darum wollſt du mir, dem Deinen, auch erſcheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ahne Stärke in der Finſternis vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demut lieben und der Nacht Geſchäfte fliehn? 6. Ach, daß länger meine Seele ſich nicht quäle, zünd dein Feuer in mir an! Laß mich finſtres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jeſus und ſein heller Schein, Jeſus muß das Herz anblicken und erquicken, Jeſus muß die Sonne ſein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, ſeine Klar⸗ heit kann nicht ein; wenn ſein helles Licht den Seinen ſoll erſcheinen, muß das Auge reine ſein. 9. Jeſu, gieb geſunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das iſt die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht ſehen kann. Ch. F. Richter, † 1711. 280 Lieder für beſondere Zeiten. 374. (Mel. wer nur den lieben Gott läßt walten.) Mein Gott, nun iſt es wie⸗der Mor⸗gen, die Nacht voll⸗ nun wa⸗chen al⸗le mei⸗ne Sor⸗gen auf ein⸗mal h S en⸗det ih⸗ren Lauf;] Sclaf pae wie der mit mir auf.) Die Ruh iſt aus, der Schlaf da⸗ — — 8 hin; ich ſe⸗ he wie⸗der, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag ſein Elend hat, wo ich nur immer älter werde und niemals rein von Miſſethat. O Gott, der täglich mich ernährt, wär ich doch deiner Gnad auch wert! 3. Du ſiehſt am Morgen mich aufſtehen, regier mich auch in dieſer Welt; ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, mach alles ſo, wie dirs gefällt; ſchließ mich in deine Vorſicht ein; dein will ich tot und lebend ſein. 4. Vergieb mir, Vater, meine Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet und wenn ich nur bei dir wohl ſteh, ſo acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen raten, denn ich bin ſelber mir nicht klug; behüte mich vor Miſſethaten, vor böſer Menſchen Liſt und Trug; laß mich den Tag wohl legen an und Gutes ſchaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirſt es thun, ich zweifle nicht. C. Neumann, † 1715. 375. (Mel. wie nach einer waſſerquelle.) 1 e⸗wig blei⸗bet, das ohn al⸗len Wech⸗ſel iſt, das die Fin⸗ſter⸗nis ver⸗trei⸗bet, der du bleibeſt, wie du biſt, Ich ver⸗laſ⸗ſe mei⸗ne Ruh; ru⸗fe: wer⸗de Licht! mir zu, — — daß ich, der ich Nacht und Er⸗de, durch dein Lichtverkläret wer⸗de. torgen. 281 2. Wecke, da der Leib geſchlaſen, auch die Seele geiſtlich auf, gieb ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich ſein des Sichtes Kind, hilf mir, da ich geiſtlich blind, Jeſu, daß ich wieder ſehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele ſtillt; ach, erneure und verkläre ſtets in mir dein Ebenbild, Sende mir den Geiſt der Kraſt, der ein neues Leben ſchafſt, daß ich himmliſch auf der Erde und ein Geiſt mit Chriſto werde. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in meiner Plicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre ſein; hilf, daß ich ſiets wahre Liebe gegen meinen Nächſten übe. 5. Führ mich einſt zu jenem Lichte deiner höchſten Majeſtät, wo vor deinem Angeſichte die verklärte Seele ſteht, heller als der Sonnen⸗ ſchein, ſchön, unſterblich, engelrein laß ſie ſein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erſcheinet. Sal. Franck, 1725. 376. Mel. Den die Firten lobten ſehre.) S S 2i — S S 1 E S ⸗— * 1. Früh am Mor⸗gen Je„ ſus ge het —— 7 3 —— F—5 ſi S ——— Thü⸗ren ſte⸗het, klo⸗pfet an, wo man ge⸗fle⸗ het: k S —— 0——— komm, Herr Je⸗ ſu, un ſer Gaſt! 2. Nun, ſo laſſet ihn nicht dorten, thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit ſüßen Worten: eile, Jeſu, kehre ein! 3. Wolleſt täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens ſchreiben und der gute Hirte ſein; 4. Weiden uns auf grünen Auen, daß wir deine Fülle ſchauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja, es ſoll geſchehen! Jeſus wird heut mit uns gehen, und wir werden fröhlich ſehen, daß er uns nicht läßt allein. 377. (Mel. O Gott, du frommer Gott. Mr. 2.) S— ———————— 2 fe 5 5 2— S S — 1 —,— SE D Je⸗ſu, ſü⸗ßes Licht, nun iſt die Nacht ver⸗gan⸗gen; nun hat dein Gnadenglanz aufs neu⸗e mich um⸗fan⸗gen; nun iſt, was an mir iſt, vom Schla⸗fe auf⸗ge⸗ weckt und hat ſich, Herr, nach dir ver⸗lan⸗gend ausge⸗ſtredt. 282 Lieder für beſondere Zeiten. 2. Was ſoll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer ſchenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnade ſenken mit Leib, mit Seel, mit Geiſt, heut dieſen ganzen Tag; das ſoll mein Opfer ſein, weil ich ſonſt nichts vermag. 3. Mein Jeſu, ſchmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuſchheit und Geduld durch deines Geiſtes Triebe; auch mit der Demut mich vor allem kleide an, ſo bin ich wohl geſchmückt und koſtlich angethan. 4. Gieb, daß mir dieſen Tag ſtets vor den Augen ſchwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund! 5. Ach, ſegne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geiſtes Kraft es alſo führ und lenke, daß alles nur geſcheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. J. Lange, † 1744. — 378. (Mel. Ich dank dir ſchon durch deinen Sohn.) — E£— 1. Mein erſt Ge⸗fühl ſei Preis und Dank; er⸗heb ihn, — mei⸗ne See⸗le! Der Herr hört dei⸗nen Lob⸗ge⸗ſang; —6 ——— 2 S lob⸗ſing ihm, mei⸗ ne Seele! 2. Mich ſelbſt zu ſchützen ohne Macht, lag ich und ſchlief in Frieden. Wer ſchafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Du biſt es, Bott und Herr der Welt, und dein iſt unſer Leben; du biſt es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet ſeiſt du, Gott der Macht, gelobt ſei deine Treue, daß ich nach einer ſanften Nacht mich dieſes Tags erfreue. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich ſelber thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; ſei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gieb mir ein Herz voll Zuverſicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weiſes Herz, das ſeine Pflicht erkenn und willig thue; 8. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche ſtrebe, gottſelig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 9. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutſt, beſchließe. Chr. F. Gellert, † 1769. Mittag. 283 Mel. Nr. 375. 379. 1. Wenn ich einſt von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, auf⸗ erſteh und, erlöſt von allem Kummer, jenen ſchönren Morgen ſeh: o dann wach ich anders auf. Schon am Ziel iſt dann mein Lauf; Träume ſind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unſterblichkeit, einſt mich im Gericht verklage, daß ich frevelnd ihn entweiht. Auch noch heute wacht ich auf; Daonk ſei dir! Zu dir hinauf führ mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage: 3. Daß ich froh gen Himmel ſehe, wenn mein letzter Tag erſcheint. Wenn zum dunklen Thal ich gehe, von den Meinigen beweint, lindre dann des Todes Pein, laß mich ſtark und freudig ſein, daß ich ſie zum Himmel weiſe und dich, Herr des Todes, preiſe. F. G. Klopſtoc, † 1803. Mittag. Vor Tiſche. 380. nq. o Jeſu Chriſt, meins Lebens Licht.) S unſ⸗re Nah⸗rung ſein; hilf, daß da⸗durch er⸗qui⸗cket — werd der dürft⸗ge Feib auf die⸗ſer Erd! 2. Doch dieſes zeitlich Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben ſein; dein göttlich Wort die Seele ſpeiſt, hilft uns zum Leben allermeiſt. 3. Drum gieb uns beides, Herr und Gott, hilf endlich auch aus aller Not: ſo preiſen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewigkeit. 381. ¶Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.) Vor 1562. ———— 2. —— *„——„ 7 Speis, o Gott, uns, dei⸗ne Kin⸗der, trö⸗ſie die be⸗ ſprich den Se⸗ gen zu den Ga⸗ben, die wir je„ tzo d i s zu die⸗ſem Le⸗be vor uns ha⸗pen⸗ daß ſie uns 3 e⸗ſem Le⸗ben — Stär⸗ke, Kraft und Nahrung ge⸗ ben, bis wir endelich R— mit den From⸗men zu dem Him⸗mels⸗mah⸗le kom⸗men. J. Heermann, † 1647. 382. (Mel. Zeſu, als du erſtlich kameſt.) S —„ 6 1— Herr, wir komemen zu dem Eſ⸗ſen; laß uns dei⸗ner S f nicht ver⸗geſeſen, denn du biſt das Himmelsbrot, ſpeis die e 4— F S — S 7—27— ſtärk die Seelen, die wir dir jetzt an⸗be⸗ ſteh uns bei in S S al⸗ler Not; hilf uns, daß wir den dei⸗ne Gäſt im Him⸗ ſel wer⸗ Fn Nach Tiſche. 383. Run lobt und dankt Gott allzuſammen.) 6. Wir danken Gott für ſeiene Ga⸗ ben, dir wir von ihm em⸗ —— pfangen ha ben, wir bitten unſern lie⸗ben Herrn, erwoll auch Morgen. 285 ————— fer⸗ner ſie beſchern und ſpeiſen uns mit— Wort. daßwir ſatt — werden hierund dort; ach, lieber Gott, du wollſt uns ge⸗ben nach die⸗ſer Welt das ew⸗ge Le⸗ben. Vor 1588. 384. Da Chriſtus geboren war.) ———— — S— 2 fe Un⸗ſer Va⸗ter,. uns liebt, der uns, was uns gut iſt, —— giebt, gab auchjetzt uns Speis u. Trank; lobt ihn, ſagt ihm fro⸗hen S— S Dank. Al⸗ JerSegenkommvon Herrn: danktihmund gehorchtihm S— liebt Ihn, et euch des Herrn! 385. Mel. Gott ſei Danh durch alle welt.) ——,———— — Gu⸗ter Ge⸗ber, Dank ſei du wir; — S S——— — du giebſt Spei⸗ſe uns und Trank, dir ſei e⸗wig Lob und Dank! J. K. Lavater, † 1801. Lieder für beſondere Zeiten. Abend. 386. (Mel. uns, Kerr, bei deinem Wort.) 2. un⸗ iſt der S Son⸗nen Sein⸗ fin⸗ ſtre Nac ecrch — rt her⸗ein; uns, o„8 du wah res Licht laß —— uns im Finſtern ſtraucheln nicht. 2. Dank ſ dir, daß du uns den Tag vor Schaden, Angſt und rt Plag durch deine Engel haſt behüt aus Gnad und väter⸗ licher 6 3. Womit wir heut erzürnet dich, das Herr, verzeih uns gnädiglich und rechn es unſrer Seel nicht zu; laß ſchlafen in Fried und Ruh. 4. Die Engel dein zur Wach beſtell, daß uns der böſe Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angſt und Feuersnot behüt uns dieſe Nacht, o Gott! N. Hermann, † 1551. 387. Cne In dich hab ich gehoffet, Herr.) —— ————— 1 Mein ſchö⸗ne Zier und Kleinod biſt auf Er⸗den du, Herr 4 „ſu Chriſt; tich will ich laſ⸗ſen wal⸗ ten und le⸗ —————— zeit, in Lieb und Leid, in mei⸗nem Herz be⸗hal⸗ ten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, kein Ding auf Erd ſo feſt beſteht das muß ich frei bekennen; drum ſoll nicht Tod, nicht Angſt, nicht Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort iſt wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verſpricht, im Tod und auch im Leben. Du biſt nun mein, und ich bin dein; hab ich mich ergeben. Der Tag nimmt ab; ach, ſchönſte Zier, Herr Jeſu Chriſt, bleib du bei mir; es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöſchen nicht bei uns allhier auf Erden. Aus dem 16. Jahrhundert. ——,—— —— Abend. 388. 1 Wer⸗de mumter, mein Ge⸗müte, und ihr daß ihr prei⸗ſet Got⸗tes Gü⸗te, die er Sin⸗ne geht her⸗für, 1. hat ge⸗than an mir, da er mich den gan⸗zen Lag vor ſo mancher ſchweren Plag durch ſein gnoden rei⸗ches Wal ten hat be⸗ſchir⸗met und er⸗hal⸗ten. 2. Lob und Dank ſei dir geſungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir iſt mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art ſo getreulich haſt bewahrt, auch die Feinde weg⸗ getrieben, daß ich unverſehrt geblieben. 3. Herr, ich bin von dir gewichen, doch ich ſtell mich wieder ein, denn dein Sohn hat ausgeglichen meine Schuld durch ſeine Pein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld iſt viel größer, als die Sünde, die ich täglich in mir finde. 4. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen dieſe Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel hier; daß kein Unſall mich betrübe, tröſte mich mit deiner Liebe. 5. Laß mich dieſe Nacht empfinden eine ſanſfte, ſüße Ruh; alles Uebel laß verſchwinden, decke mich mit Segen zu: Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Haus⸗ genoſſen ſein in deinen Schutz geſchloſſen. 6. Ach, bewahre mich vor Schrecken, ſchütze mich vor Ueberfall: laß mich Krankheit nicht aufwecken, halte fern des Krieges Schall; wend ab Feur und Waſſersnot, Peſtilenz und ſchnellen Tod; laß mich nicht in Sünden ſterben, noch an Leib und Seel verderben. 7. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Jeſu, den ich ſtets verehre, bleibe du mein Schutz und Rat; und mein Hort, du werter Beiſt, der du Freund und Tröſter heißt, höre doch mein ſehnlich Flehen! Amen, ja, es ſoll geſchehen. J. Riſt, † 1667. 1 ——————„ —. ——————— 288 Lieder für beſondere Zeiten. 389. (Mel. O welt, ich muß dich laſſen.) —8 S 1. Nun ru⸗hen al-le Wäl⸗der, Vieh, Menſchen, Städt und ——— Fel⸗der, es ſchläft die gan-ze Welt; ihr a⸗ber, mei⸗ ne Sin nen, auf, auf, ihr ſollt be⸗gin ⸗nen, — E S E S S 8 — - was eu⸗rem Schö⸗pfer wohl⸗ge⸗fällt. 2. Wo biſt du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jeſus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen ſcheint. 3. Der Tag iſt nun vergangen; die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelsſaal; alſo werd ich auch ſtehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus dieſem Jammerthal. 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus; dagegen wird Chriſtus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß, die Hände, ſind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen ſei; Herz, freu dich, du ſollſt werden vom Elend dieſer Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. — 7. Mein Augen ſtehn verdroſſen, im Nu ſind ſie geſchloſſen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm ſie zu deinen Gnaden, ſei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, o Jeſu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will mich der Feind verſchlingen, ſo laß die Englein ſingen: dies Kind ſoll unverletzet ſein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, ſoll heute nicht betrüben ein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch ruhig ſchlafen, ſtell euch die güldnen Waffen ums Bett und ſeiner Helden Schar. P. Gerhardt, † 1676. ELE — Abend. 390. — — 3 1. Der Tag mit ſeinem Lich⸗te fleucht hin und wird zu⸗nich⸗te, die 3 Nacht kommt an⸗ge⸗gan⸗gen, mit Ru⸗he zu um⸗fan⸗gen den ——5 X—— mat⸗ten Er⸗den ⸗kreis. Der Tag, der iſt ge⸗en⸗det; mein C.4 — 2 4 t k — Herz zu dir ſich wen det, der Tag und Nacht ge⸗ſchaf⸗fen zum S—— ———— 7 Wachen und zum Schlafen, will ſin-gen dei⸗nen Preis. 2. Wohlauf, wohlauf, mein Pſalter! Erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr, als ich kann zählen, hat heute Guts gethan. All Augenblick und Stunden hat ſich gar viel gefunden, womit er fein Gemüte und unerſchöpfte Güte mir klar gezeiget an. 3. Gleich wie des Hirten Freude, ein Schäflein auf der Weide, ſich unter ſeiner Treue ohn alle Furcht und Scheue ergötzet in dem Feld und ſich mit Blumen füllet, den Durſt mit Quellen ſtillet, ſo hat mich heut geführet, mit manchem Gut gezieret der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht verlaſſen, ich aber hab ohn Maßen mich nicht geſcheut, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Vater⸗ herz. Ach, Vater, laß nicht brennen den Eifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und Ueberſchreiten erweckt mir Reu und Schmerz. 5. Erhöre, Herr, mein Beten und laß mein Übertreten zur Rechten und zur Linken ins Meeres Tiefe ſinken und ewig untergehn. Laß aber, laß hingegen ſich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entſchlafen, mit dir auch auferſtehn. 6. Darauf ſo laß ich nieder mein Haupt und Augenlider, will ruhen ohne Sorgen, bis daß der güldne Morgen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, ſo wird mich nicht erſchrecken der Feind mit tauſend Liſten, der mich und alle Chriſten verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg hier oder ſtehe, ich ſitz auch oder gehe, ſo bleib ich dir ergeben, und du biſt auch mein Leben, das iſt ein wahres Wort. Was ich beginn und mache, ich ſchlaf ein oder wache, wohn ich, als wie im Schloſſe, in deinem Arm und Schoße, bin ſelig hier und dort. P. Gerhardt, † 1676. Evangel Geſangbuch⸗ 290 Lieder für beſondere Zeiten. Mel. Nr. 394. 391. 1. Unſre müden Augenlider ſchließen ſich jetzt ſchläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen ſchon die Abendruh; denn die dunkle, finſtre Nacht hat des hellen Tages Pracht nun verſenkt im tiefen Meere und entflammt der Sterne Heere. 2. Ach, bedenk, eh du gehſt ſchlafen, du, o meines Leibes Gaſt, ob du den, der dich erſchaffen, heute nicht erzürnet haſt; thu, ach thu beizeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir iſt unverhohlen, daß ich dieſen Tag verbracht anders, als du mir befohlen; ja, ich habe nicht bedacht des Berufes ſchmalen Steg, deinen vorgeſchriebnen Weg, ſondern dich, mein Gott, verlaſſen, bin gefolgt der Weltluſt Straßen. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gieb mir nicht verdienten Lohn, laß mich deine Huld umfangen, ſieh an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Voter, nimm den Bürgen an! Dieſer hat für mich erduldet, was ich Sünder hab verſchuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken; in dir ſchlaf ich ſanft und wohl; gieb mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, ſo laß doch den Geiſt in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenröt angehet und die Sonn am Himmel ſtehet. 6. Vater droben in der Höhe, deſſen Nam uns teuer wert, dein Reich komm, dein Will geſchehe, unſer Brot werd uns beſchert, und vergieb uns unſre Schuld, ſchenk uns deine Gnad und Huld; laß uns nicht Verſuchung töten, hilf uns, Herr, aus allen Nöten. Joh Franck, † 1677. 392. (mel. O höchſter Gott, o unſer lieber Kerre.) 1. Fer Tag iſt hin, mein Je⸗ſu, bei mir blei⸗bel! O See⸗len⸗ licht, der Sünden Nacht ver⸗trei⸗be; geh auf in mir, Glanz der Ge⸗ rech⸗tig⸗keit, er⸗leuch⸗te mich, o Herr, denn es iſt Zeit! 2. Lob, Preis und Dank ſei dir, mein Gott, geſungen dir ſei die Ehr, wenn alles wohl gelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht verſteh; du biſt gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines iſt, das mich empfindlich quälet: Beſtändigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, o Herzenskündiger, i ſtrauchle noch wie ein Unmündiger. Vergieb mir, Herr! Es ſagt mir mein Gewiſſen: der Sünde Luſt hat mich von dir geriſſen; es iſt mir leid, ich ſtell mich wieder ein; hier iſt mein Herz, ich dein, Herr, und du mein! ſh de N Abend. 291 5. Mein Herr und Gott, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Troſt dein ſieghaft Schwert umgürte; bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du ſchlummerſt nicht, wenn matte Glieder ſchlafen; ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes ſchaffen; o Lebensſonn, erquicke meinen Sinn; dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag iſt hin! J. Neander, † 1680. 393. . Run ſich der Tag ge⸗en⸗det hat und kei⸗ne Sonn mehr 6½— S ſcheint, ſchläft al⸗les, was von Arbeit matt, und was zuvor ge⸗weint. 2. Nur du, mein Gott, haſt keine Raſt, du ſchläfſt noch ſchlummerſt nicht; die Finſternis dich nicht umfaßt, weil du biſt ſelbſt das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieſer finſtern Nacht, und ſchirme du mich gnädiglich mit deiner Engel Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch deines lieben Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Drauf thu ich meine Augen zu und ſchlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig ſein? 6. Weicht, nichtige Gedanken, hin, hemmt nicht der Andacht Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 7. Soll dieſe Nacht die letzte ſein in dieſem Jammerthal, ſo führ mich, Herr, zum Himmel ein zur auserwählten Zahl. 8. Und alſo leb und ſterb ich dir, du Herr Gott Zebaoth; im Tod und Leben hilfſt du mir aus aller Angſt und Not. J. F. Hertzog, † 1699. C 394. (nel. werde munter, mein Gemüte.) — V 1 Herr, es iſt von mei⸗nem Le⸗ben wie⸗der⸗ leh⸗re mich nun Ach⸗tung ge⸗ben, ob ich H ſ um ein Tag da hin;] fromm ge⸗ we⸗ſen bin; Q. E.— E ſo ſch was nicht recht gethan, und hilf jetzt in al⸗len Sa⸗chen ——. 3 ſ ES zei⸗ge mir auch ſel⸗ber an, 292 Lieder für beſondere Zeiten. 2. Freilich wirſt du manches finden, das dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesſtund pfleget Herz und Hand und Mund ſo geſchwind und oft zu fehlen, daß ichs ſelber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich ſchwer beladen, doch vergieb mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde dieſen Abend neu; ſo will künftig deinen Willen ich noch mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht ſündlich ſei; decke mich mit deiner Güte und dein Engel ſteh mir bei. Löſche Licht und Feuer aus, und bewahre ſelbſt das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück müſſe weinen. 5. Steure den gottloſen Leuten, die im Finſtern Böſes thun; ſollte man gleich was bereiten, uns zu ſchaden, wenn wir ruhn, ſo zerſtöre du den Rat und verhindere die That; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibeſt ewig munter und biſt wie ein guter Hirt, der auch in der finſtern Nacht über ſeine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle ſicher ſchlafen. 7. Laß mich dann geſund erwachen, wenn es rechte Zeit wird ſein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder haſt du, lieber Gott, heut beſtimmet meinen Tod, ſo befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Casp. Neumann, † 1715. 395. (mel. Ach, was ſoll ich Sünder machen.) S 2 1. Ach, mein Je⸗ſu, ſieh, ich tre te, da der Tag nun⸗ U ſ — 42 jn. F X ** 2 S— S mehr ſich neigt und die Finſter-nis ſich zeigt, hin zu dei⸗nem ——— —— Thron und be⸗te: nei⸗ge du zu dei⸗nem Sinn ——— auch mein Herz und Sin⸗nen hin. 2. Meine Tage gehn geſchwinde wie ein Pfeil zur Ewigkeit; auch die allerlängſte Zeit rauſcht vorüber wie die Winde, fließt dahin als wie ein Fluß mit dem ſchnellſten Waſſerguß. 3. Aber, Jeſu, ſieh, ich Armer nehme mich doch nicht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich ſuchte, mein Erbarmer; o wie mancher Tag geht hin, daß ich kalt und träge bin. Abend. 293 4. Ach, ich muß mich herzlich ſchämen; du erhältſt und ſchützeſt mich Tag und Nacht ſo gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar ſei. 5. Nun, ich komme mit Verlangen, o mein Herzensfreund, zu dir: neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen, ſei du ſelbſt mein Sonnenlicht, das durch alles Finſtre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen willt; von dir ſei mein Herz erfüllt, ſo wird mich nichts können quälen; denn wo du biſt Tag und Licht, ſchaden uns die Nächte nicht. Lev. Joh. Schlicht, † 1723. (Mel. Zeſu, meine Freude.) 396. ſE— 1 Hir⸗te dei⸗ner Scha⸗fe, der von kei⸗nem Schla⸗fe dei⸗ne Treu und Mil⸗de dien„te mir zum Schil⸗de — et⸗was wiſ⸗ſen mag,) 8 den ver⸗gang⸗nen Tog: ſei die Nacht auch auf der Wacht — und laß mich von deinen Scharen um und um be⸗wah⸗ren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein verſöhnt Gewiſſen ſei mein Ruhekiſſen, drum vergieb die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeſchlagnen Wunden gnädiglich entbunden, 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben; ſie ſind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen wohlgeborgen ein. Du bei mir und ich bei dir; alſo ſind wir ungeſchieden und ich ſchlaf in Frieden. 4. Komm, verſchließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns ſein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein; deck uns zu mit Schutz und Ruh, ſo wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns ſchrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch, haſt du beſchloſſen, daß mein Ziel verfloſſen, kommt die Todesnot, ſo will ich nichts wider dich. Gerne, weil ich dich gefunden, ſterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan! ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, treuer Hüter du! Gute Nacht, nimm mich in acht! und erleb ich ja den Morgen, wirſt du weiter ſorgen. B. Schmolck, † 1737. 294 Lieder für beſondere Zeiten. C 397. Mel. Kerzlich thut mich verlangen.) — i——— es ge⸗ſcheh dein Fu le! Der F eiltz zur Ruc, es fal⸗len in der Stil⸗le die mü⸗den zu. —— S ———— —— Ver⸗gieb der Schwachheit Sünden, verſchon mit Zorn u. Straf; — Sꝑ — S— ————— mich be ⸗rei⸗tet fin⸗den zum To⸗de wie zum Schlaf. 2. Dein Heil hab ich geſehen; in Frieden fahr ich hin, weil ich beim Auferſtehen in deinem Reiche bin. Wohl dem, der bis ans Ende ſich als ein Chriſt erweiſt! Mein Gott, in deine Hände befehl ich meinen Geiſt. C. F. v. Cronegk, † 1758. 398. (Mel. C welt, ich muß dich laſſen.) — — 1. Nun ſich der Tag ge⸗en⸗det, mein Herz zu dir ſich — * wen⸗det und dan⸗ket in⸗nig⸗lich; dein hol⸗des An⸗ 6 S 2 —— „ſich⸗ zum ⸗gen auf mich rich„te, ——— — E— ———— e. leuch⸗te und ent⸗zün⸗de mich. 2. Ich ſchließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein; die fleiſchlichen Geſchäfte und alle finſtren Kräfte ver⸗ treibe durch dein Naheſein. 3. Daß du mich ſtets umgiebeſt, daß du mich herzlich liebeſt und rufſt zu dir empor, daß du allein den Frieden mir geben kannſt hie⸗ nieden, das ſtelle früh und ſpät mir vor. 4. Ein Tag der ſagts dem andern, mein Leben ſei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, du ſchöne, mein Herz an dich ge⸗ wöhne! Mein Heim iſt nicht in dieſer Zeit. G. Terſtegen, † 1769. Abend. 295 Mel. Nr. 398. 399. 1. Herr, der du mir das Leben bis dieſen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich ſinge, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du giebſt mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und ſchaffſt ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geiſt den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens ſehn! Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel iſt mein Teil. „ 5 Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen; dein Name ſei gepreiſt! Mein Leben und mein Ende iſt dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geiſt. Chr. F. Gellert, † 1769. Mel. Nr. 398. 400. 1. Der Mond iſt aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald ſteht ſchwarz und ſchweiget, und aus den Wieſen ſteiget der weiße Nebel wunderbar. 2 Wie iſt die Welt ſo ſtille und in der Dämmrung Hülle ſo traulich und ſo hold, als eine ſtille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verſchlafen und vergeſſen ſollt. 3. Seht ihr den Mond dort ſtehen? Er iſt nur halb zu ſehen und iſt doch rund und ſchön. So ſind wohl manche Sachen, die wir getroſt belachen, weil unſre Augen ſie nicht ſehn. 4 Wir ſtolzen Menſchenkinder ſind eitel arme Sünder und wiſſen gar nicht viel; wir ſpinnen Luftgeſpinſte und ſuchen viele Künſte und kommen weiter von dem Ziel. 5 Gott, laß dein Heil uns ſchauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun; laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich ſein! 6. Wollſt endlich ſonder Grämen aus dieſer Welt uns nehmen durch einen ſanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unſer Herr und unſer Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt iſt der Abendhauch. Verſchon uns⸗ Gott, mit Strafen und laß uns ruhig ſchlafen und unſern kranken Nachbar auch. M. Claudius, † 1815. 296 Lieder für beſondere Zeiten. F ü 6 n d 401. 6 — 5—7— 5—2 1. Mü⸗de bin ich, geh zur Ruh, ſchlie⸗ße bei⸗de Auglein zu. — S —* Va⸗ter, laß die Au⸗gen dein ü⸗ber meinem Bet⸗te ſein. 2. Hab ich Unrecht heut gethan, ſieh es, lieber Gott, nicht an! Deine Gnad und Jeſu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir ſind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; alle Menſchen, groß und klein, ſollen dir befohlen ſein. 4. Kranken Herzen ſende Ruh, naſſe Augen ſchließe zu; laß den Mond am Himmel ſtehn und die ſtille Welt beſehn. Luiſe Henſel, † 1876. Am Schluſſe der Woche. 402. (Mel. Du Cebensbrot, Kerr Jeſu Chriſt.) S S Gott Lob, ein Schritt zur E⸗wig ⸗keit iſt a ber⸗ zu dir im Fort⸗gang die⸗ſer Zeit mein Herz ſich e o Quell, dar⸗aus mein Le⸗ben — fſeßt und al-le Gna⸗de ſich er⸗gießt zu mei⸗ner 5—— S See⸗le Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr und wird mir faſt zu lange, bis es erſcheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was ſterblich iſt an mir, verſchlungen werde ganz in dir und ich unſterblich werde. 3. Doch ſei dir ganz anheim geſtellt die rechte Zeit und Stunde, wie wohl ich weiß, daß dirs gefällt, wenn ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebensfürſt, dich ganz mit mir vereinen wirſt und mir dein Erbe ſchenken. Am Schluſſe der Woche. 2 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß ſich die Woch ge⸗ endet, und alſo auch von dieſer Zeit ein neuer Schritt vollendet⸗ und freudig ſchreit ich weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jeruſalems dort oben. 6. Wenn meine Hände läſſig ſind und meine Kniee beben, ſo biet mir deine Hand geſchwind, mich wieder zu erheben; erfüll mit deiner Kraft mein Herz, damit ich freudig himmelwärts ohn Unterlaß außſteige. 7. Geh, Seele, friſch im Glauben dran und ſei nur unerſchrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Luſt der Welt ablocken; ſo dir der Lauf zu langſam deucht, ſo eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln ſüßer Liebe. 8. O Jeſu, meine Seele iſt zu dir ſchon aufgeflogen; du haſt, weil du voll Liebe biſt, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeiti Ich bin ſchon in der Ewigkeit, weil ich in Jeſu lebe. A. H. Francke, † 1727. (el. valet will ich dir geben.) 403. S f 2—— 11 Fe Wo⸗che geht zu En⸗de, nicht a⸗ber Got⸗tes Treu;] jdenn wo ich mich hin⸗wen⸗de, da iſt ſie im⸗mer neu. E —— F G+„—5— — E= Die Zeit kann wohl verſchwinden, nur Gottes Gü⸗ te nicht, ſie Sp F —— läßt ſich täg-lich fin-den und giebt mir Troſt und Sicht. 2. Du gnädigſter Erhalter von allem, was ich bin, hör meines Mundes Pſalter und nimm mein Opfer hin. Unzählbar ſind die Gaben, die du geſchenket mir, und was ich nur kann haben, iſt alles ja von dir. 3. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget, getreu zu jeder Zeit. Auf meines Lebens Pfade rühmt jeder Augenblick die Wunder deiner Gnade im Unglück, wie im Glück. 4. Allein mein Herze bebet, wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet und dich, mein Gott, gekränkt; drum ruf ich: Herr, erbarme, erbarm dich über mich! Ich fall dir in die Arme: ach, ſchone gnädiglich. 5. Mein Glaube heißt mich hoffen, es ſei durch Chriſti Blut ein neuer Bund getroffen und alles wieder gut; drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu ſein; dein guter Geiſt von oben wird mir die Kraft verleihn. 6. Ich bin dein Kind aufs neue; drum gieb, daß dieſe Nacht mich auch dein Schutz erfreue, der alles ſicher macht. Ich werde gleichſam ſterben; der Schlaf iſt wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben: du lebſt in mir, mein Gott. 7. Soli das in dieſem Leben die letzte Woche ſein, will ich nicht widerſtreben, nein, mich im Geiſte freun auf jenen Feierabend, den Chriſti Tod gemacht, und dieſe Hoffnung habend ſprech ich nun: gute Nacht! B. Schmolc, † 1737. Lieder für beſondere Stände. Beruf. 404. (mel. o welt, ich muß dich laſſen.) — 1. Du ſollſt in al⸗len Sa⸗chen mit Gott den An⸗fang ₰ 8 ma⸗chen aus treu⸗er Schuld und Pflicht. Wem haſt du Dank 2 S — S zu ge»ben, als ihm für Heil und Le⸗ben? O 5— — ——— Wn dir, o Menſch, ent⸗ſpringt es nicht. 2. Was will dein kaltes Sinnen, du Staub der Zeit, beginnen, legt er nicht Hilfe bei? Der Menſch mit ſeinem Dichten weiß wenig auszurichten, das wahrhaft gut zu heißen ſei. 3. Drum ſei nicht zu verwegen auf des Berufes Stegen und bilde dir nicht ein, als könnteſt du Vertrauen auf deine Kräfte bauen; denn ſie ſind Gottes und nicht dein. 4. Wo Gottes Hand ſich reget, den Grund zur Arbeit leget, da 1 zieht der Segen ein; verkehrt er ſein Geſichte, ſo wird ein Werk zunichte, wie trefflich auch die Meiſter ſein. 5. Schlag an die Himmelspforten mit ſtarken Glaubensworten, da bitte Beiſtand aus. Daher wird Segen fließen und reichlich ſich ergießen auf dich und auf dein ganzes Haus. A. Tſcherning, † 1659. (Mel. 0 Durchbrecher aller Bande.). — S—— 1 Je⸗ſu, komm, ſei ein⸗ge⸗be⸗ten. Mei⸗ne Hän⸗de leg ich an; wolleſt mir zur Sei⸗te tre⸗ten, daß mein Thun ſeiwohlgethan. O— — .— Sn ſ S 5 Auf dein Wort, zu dei⸗ner Eh⸗re, will mein Netz ich ſenken ein; 2† Sn laß es vol⸗ler Se⸗gen ſein. ei⸗nen gu⸗ten Zug be⸗ſche⸗re, Beruf. 299 2. Ohne dich macht nichts mein Machen, nichts kann alle meine Kunſt; ohne dich in allen Sachen alle Müh iſt ganz umſonſt. Ach, du mußt mit Hand anlegen, meine Hand iſt viel zu ſchwach. Nun ſo komm mit Hilf und Segen, meine Ohnmacht mächtig mach! 3. Gerne will ich thun das Meine, will es thun auf dein Geheiß; thu auch du dabei das Deine und beglücke meinen Fleiß. Laß mich und mein Haus erfreuen einen reichen guten Zug; doch ſollt es nicht gleich gedeihen, hab ich dich, hab ich genug. 4. Zwar, wie ſollt es mir nicht glücken, da du ſelbſt Mithelfer biſt? Ach, du kannſt und willſt erquicken, wenn man fromm und gläubig iſt. Iſt nur Gott, ſo iſt daneben alles andre auch im Haus; du wirſt ſegnen, du wirſt geben, der du allen teileſt aus. 5. Ich verſeh mich deiner Gnaden, ob ich keines Segens wert; wirſt du mir mein Netz beladen, ſollſt du ſein mit Dank verehrt; giebſt du, will ich wieder geben; ja, ein Teil davon ſoll dein, dein, o Gott, und auch daneben meines armen Nächſten ſein. S von Birken, † 1681. 406. (el. Es iſt das Keil uns kommen her.) S 1 In Got⸗tes Na⸗men fang ich an, was mit Gott wird al ⸗les wohl⸗ge⸗ than und N EE H E —— S nier ſe. büh Was man in Got ⸗tes X — S E— Na⸗men thut, iſt al⸗lent⸗hal⸗ben recht und gut und ——— muß uns auch ge⸗dei ⸗ hen. 2. Gott iſt's, der das Vermögen ſchafft, das Gute zu vollbringen, er giebt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entſteht und Gottes Gab in Fülle geht, daß wir zur gnüge haben. 5 3. Goit iſt der Frommen Schild und Lohn, er krönet ſie mit Gnaden; der böſen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht ſchaden. Gott decket ſie mit ſeiner Hand, er ſegnet ihren Weg und Stand und füllet ſie mit Freuden.— 4. Drum komm, Herr Jeſu, ſtärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gieb dein eihen ſelbſt dazu, daß ich in allem, was ich thu, erfahre deinen egen. 300 Lieder für beſondere Stände. 5. Regiere mich durch deinen Geiſt, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich ſchaffen heißt, geſcheh mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorſam ſei und meinem Nächſten diene. 6. Nun, Jeſu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände befehl ich, liebſter Heiland, dir; hilf, daß ich ſie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gieb, daß ich zur Abendzeit erwünſchten Lohn empfange! S. Liscow, † 1698. 407. (Mel. Erſchienen iſt der herrlich Tag.) 1. Das wal⸗te Gott, der hel ⸗ fen kann! Mit Gott fang ich die — — Ar ⸗ beit an, mit Gott nur geht es glück⸗ lich fort; drum — — iſt auch dies mein er⸗ſtes Wort: das wal ⸗te Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz ſucht Gottes Angeſicht; drum auch mein Mund mit Freuden ſpricht: das walte Gott! 3. Wenn Gott nicht hilft, ſo kann ich nichts; wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Guts; drum ſprech ich nun auch gutes Muts: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, ſo will ich dankbar ſein dafür; auf ſein Wort werf ich aus mein Netz und ſag in meiner Arbeit ſtets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte ſamt dem End ſtell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich iſt; drum ſprech ich auch zu jeder Friſt: das walte Gott! 6. Legt Gott mir ſeinen Segen bei nach ſeiner großen Güt und Treu, ſo gnügets mir zu jeder Stund: drum ſprech ich auch aus Herzensgrund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! Iſt doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig ſtehen bei; drum dies auch meine Loſung ſei: das walte Gott! 8. Er kann mich ſegnen früh und ſpat, bis all mein Thun ein Ende hat; er giebt und nimmt, machts, wie er will; drum ſprech ich auch fein in der Still: das walte Gott! 9. Gott ſteht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot; nach ſeinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts; drum ſprech ich auch: das walte Gott! 10. Nichts glücket ohne Gottes Gunſt, nichts hilft Verſtand, Witz oder Kunſt; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann ſagen glaubensvoll: das walte Gott! Ehe und Hausſtand. 301 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, ſo acht ich keiner Feinde Neid; laß haſſen, wers nicht laſſen kann, ich ſtimme doch mit Freuden an: das walte Gott. 12. Thu ich dann was mit Gottes Rat, der mir beiſtehet früh und ſpat, dann alles wohl geraten muß; drum ſprech ich nochmals zum Beſchluß: das walte Gott! J. Betichius, † 1722. Ehe und Hausſtand. 408. (mel. nicht ſo traurig, nicht ſo ſehr.) — 6— Wunder, voller Kunſt, voll von hoher Weisheit e vol⸗ler Hul⸗de, Gnad u. Gunſt, Labſal bei des Lebens Schweiß, S S voller Wun der ſag ich noch, iſt der keu⸗ſchen Lie⸗be Joch. 2. Die ſich nach dem Angeſicht niemals je zuvor gekannt, auch ſonſt im geringſten nicht mit Gedanken zugewandt, derer Herzen, derer Hand knüpft Gott in ein Liebesband. 3. Dieſer Vater zieht ſein Kind, jener ſeins dagegen auf, beide treibt ihr ſondrer Wind, ihre ſondre Bahn und Lauf; aber wenn die Zeit nun dar, wirds ein wohlgeratnes Paar. 4. Hier wächſt ein geſchickter Sohn, dort ein edle Tochter zu; eines iſt des andern Kron, eines iſt des andern Ruh, eines iſt des andern Licht, wiſſens aber beide nicht. 5. Bis ſolang es dem beliebt, der die Welt im Schoße hält und zur rechten Stunde giebt jedem, was ihm wohlgefällt, da erſcheint im Werk und That der ſo tief verborgne Rat. 6. Jeder findet, jeder nimmt, was der Höchſt ihm auserſehn; was im Himmel iſt beſtimmt, pflegt auf Erden zu geſchehn, und was dann nun ſo geſchicht, das iſt ſehr wohl ausgericht. 7. Hfters denkt man: das und dies hätte können beſſer ſein; aber wie die Finſternis nicht erreicht den Sonnenſchein, alſo geht auch Menſchenſinn hinter Gottes Weisheit hin. 8. Laß zuſammen, was Gott fügt; der weiß, wies am beſten ſei; unſer Denken fehlt und trügt, ſein Gedank iſt mangelfrei; Gottes Werk hat feſten Fuß, wenn ſonſt alles fallen muß. 9. Siehe frommen Kindern zu, die im heilgen Stande ſtehn, wie ſo wohl Gott ihnen thu, wie ſo ſchön er laſſe gehn alle Thaten ihrer Händ auf ein gutes ſelges End. 10. Ihrer Tugend werter Ruhm ſteht in ſteter voller Blüt; wenn ſonſt aller Liebe Blum als ein Schatten ſich verzieht, und wenn auf⸗ hört alle Treu, iſt doch ihre Treue neu. 11. Ihre Lieb iſt immer friſch und verjüngt ſich fort und fort; Liebe zieret ihren Tiſch und verſüßet alle Wort; Vebe giebt dem Herzen Raſt in der Müh und Sorgenlaſt. ——— 3. —— 302 Lieder für beſondere Stände. 12. Gehts nicht allzeit wie es ſoll, iſt doch dieſe Liebe ſtill, hält ſich in dem Kreuze wohl, denkt, es ſei des Herren Will, und verſichert ſich mit Freud einer künftig beſſern Zeit. 13. Unterdeſſen geht und fleußt Gottes reicher Segensbach, ſpeiſt die Leiber, tränkt den Geiſt, ſtärkt des Hauſes Grund und Dach, und was klein, gering und bloß, macht er mächtig, viel und groß. 14 Endlich, wenn nun ganz vollbracht, was Gott hier in dieſer Welt frommen Kindern zugedacht, nimmt er ſie ins Himmelszelt und drückt ſie mit großer Luſt ſelbſt an ſeinen Mund und Bruſt. 15. Nun ſo bleibt ja voller Gunſt, voll von hoher Weisheit Preis, voller Wunder, voller Kunſt, Labſal bei des Lebens Schweiß, voller Wunder, ſag ich noch, bleibt der keuſchen Liebe Joch. P. Gerhardt, † 1676. 409. (Mel. wie ſchön leuchtet der Morgenſtern.) ———. t——— S 1 Wie ſchön iſts doch, Herr Je ju Chriſt, Wie ſteigt und neigt ſich dei⸗ne Gab im Stan de, und al⸗les S— P 6 da dein Se⸗gen iſt, im Stan⸗de heil⸗ger E⸗he!] Gut ſo mild her⸗ab aus dei⸗ner heil⸗gen Hö⸗he, — 6 wenn ſich an dich flei⸗ßig hal⸗ten Jung und Al⸗ten, — n —— die im Or⸗den ei⸗nes Le⸗bens ei⸗nig wor⸗den 2. Wenn Mann und Weib ſich wohl verſtehn und Hand in Hand durchs Leben gehn im Bunde reiner Treue, da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, da ſieht man, wie der Engel Schar im Himmel ſelbſt ſich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerſchlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm ſich liebet.„ 3. Der Mann wird einem Baume gleich, an Aſten ſchön, an Zweigen reich, das Weib gleich einem Reben, der ſeine Träublein trägt und nährt und ſich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Manneswonne, Hauſesſonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein auf ſeinem Throne. 4. Sei gutes Muts! Nicht Menſchenhand hat aufgerichtet ſolchen Stand: es iſt ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unſre Sorg uns trübt, der beſte Freund und Rater. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. Ehe und Hausſtand. 303 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen läſſet fließen; doch wer ſich ſtill und in Geduld ergiebt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden ſchließen. Zage, trage nur ein wenig! Unſer König wird behende machen, daß die Angſt ſich wende. 6. Wohl denn, mein König, nah herzu! Gieb Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, in Angſten Troſt und Freude! Des ſollſt du haben Ruhm und Preis; wir wollen ſingen beſter Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! P. Gerhardt, † 1676. 410. (mel. werde munter, mein Gemüte.) —— 1 Sor?ge doch für mei⸗ne Kin⸗der, Vater, ob ſie gleich vor dir ſind Sün⸗der, ſind ſie nimm dich ih⸗rer an: und du haſt ſie in der Tauf dir doch zu⸗ge than, S —— vä ter⸗lich ge⸗nom⸗men auf, daß ſie, wenn ſie ſoll⸗ten ſter⸗ben, — 1 F— — wä ren dei⸗nes Rei⸗ches Er⸗ben. 1. Du haſt ſie bisher ernähret und ſo manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der ſie hier und überall hätt in Angſt und Not geſtürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 3. Sollt ich nicht für ſolche Güte immer dir verpflichtet ſein und mit dankbarem Gemüte ſolchen Glücks⸗ und Segensſchein rühmen und vor jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach, ſo müßt ich ganz ver⸗ meſſen Gottes, meines Heils, vergeſſen. 4. Sammeln andre große Schätze, ſuchen in der Welt ihr Heil, daß ſie Geld und Gut ergötze, ſo biſt du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, laſſe ſie in keiner Not und in keinem Kreuz ver⸗ derben, bis ſie endlich ſelig ſterben. 5. Der du ſie bisher erhalten, wolleſt ſtets ihr Schützer ſein, wollſt in Gnaden ihrer walten, bricht Gefahr für fie herein. Regt in ihret eignen Bruſt ſich mit Macht die böſe Luſt: gieb dann, daß ſie mutig kämpfen und den Reiz der Sünde dämpfen. 6. Schütze ſie vor böſen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß ſie ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du ſie, wie mich, zur Ruh wirſt ins kühle Grab ver⸗ ſenken und die Seligkeit uns ſchenken. Lieder für beſondere Stände. 7. Können ſie in dieſem Leben hier und, wo es dir gefällt, was zu deiner Ehre geben, ſo laß in der ganzen Welt ihnen, wo ſie immer gehn, deine Furcht vor Augen ſtehn, daß ſie dich im Thun und Laſſen ſtets in ihre Herzen faſſen Gönne mir die große Freude, daß einſt an dem jüngſten Tag, nach ſo vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen ſagen mag: liebſter Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir haſt in jener Welt beſcheret; ewig ſei dein Nam geehreti L. H. Schloſſer, † 1723. (Mel. Seelenbräutigam.) 411. — ₰ 8* 5 1 Je⸗ſu, geh vor ⸗an auf der Le⸗bens⸗bahn, p— 8. 4 5 K F ſin ni n X P 2 * und wir wol len nicht ver⸗wei⸗len, dir ge⸗treu⸗lich nach⸗zu⸗ * ei⸗len; führ uns an der Hand bis ins Vater-land. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feſte ſtehn und auch in den ſchwerſten Tagen niemals über Laſten klagen; denn durch Trübſal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unſer Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o ſo gieb Geduld zu beiden; richte unſern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unſern Gang, Jeſu, lebenslang; führſt du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nötge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Graf N. L. v. Zinzendorf, † 1760. 412. Lch O Zeſu Chriſt, meins Lebens Licht.) — S Zi) S 1. Wohl ei⸗nem Haus, da Jeſus Chriſt al⸗lein das — S— ——— —— All in al lem Fl Ja, wenn er nicht dar⸗in⸗nen — — wär, ſo ſtünd es öd und wüſt und leer. 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig ſind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach ſeinem Willen und Gebot. Ehe und Hausſtand. 305 3. Wohl, wenn ein ſolches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen ſtellt, daß ohne Gottesdienſt im Geiſt das äußre Werk nichts iſt, noch heißt. 4. Wohl, wenn der Herzen fromm Gebet beſtändig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach ſeiner Art im Glauben ſeine Pflicht bewahrt. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig ſind, und wenn ſie Kind und Kindeskind verſäumen nicht am ewgen Glück, ſo bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl ſolchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern ſieht mans an, wie Gott die Seinen ſegnen kann. 8. So mach ich denn zu dieſer Stund ſamt meinem Hauſe dieſen Bund: WVenn alles Volk vom Herren wich, ſo dienen wir ihm ewiglich. Ch. E. L. v. Pſeil, † 1784 Mel. Nr. 409. 413. 1. Ich und mein Haus, wir ſind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du ſollſt der Herr im Hauſe ſein; gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen. Dir nur ſoll ſie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geiſt ſtets fort und fort an unſer aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hauſe möge fehlen. Reiche gleiche Seelenſpeiſe auch zur Reiſe durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen ſein bereit, demütig, ſanft und linde. Liebe übe jede Seele; feinem fehle, dran man kennet den, der ſich den Deinen nennet. 4. Laß unſer Haus gegründet ſein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe ſchaun mit kindlichem Gemüte; ſelig, fröhlich, ſelbſt mit in dem Herzen dir uns laſſen und dann in Geduld uns aſſen. 5. Giebſt du uns irdiſch Glück ins Haus, ſo ſchließ den Stolz, die Weltluſt aus, des Reichtums böſe Gäſte; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltluſt wär, ſo fehlte uns das Beſte: jene ſchöne, tiefe, ſtille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu erſetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeiſt, daß in dem Haus kein andrer Geiſt, als nur dein Geiſt regiere; daß er, der alles wohl beſtellt und gute Zucht und Ordnung hält, uns alles lieblich ziere. Sende, ſpende ihn uns ollen, bis wir wallen heim und droben dich in deinem Hauſe loben. K. J. Ph. Spitta, † 1859. Evangel. Geſangbuch 20 306 Lieder für beſondere Stände. 414. ——— O ſe⸗lig Haus, wo man dich auf⸗ge⸗nom⸗men, wo un⸗ter al⸗ len Gäſten, die da kom⸗men, — Her zen dir ent⸗ge⸗gen ſchla⸗gen und al⸗ler Au⸗gen i freu⸗dig auf dich ſehn; wo al⸗ler Lip⸗pen dein Ge⸗bot er⸗ 2 * fra⸗gen und al⸗le dei⸗nes Winks ge wärtig ſtehn. 2. O ſelig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geiſtes ſind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glau⸗ bensgrunde anders iſt geſinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben ſtets verlangen, an jedem guten, wie am böſen Tag! 3. O ſelig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der ſie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo ſie zu deinen Füßen gern ſich ſammeln und horchen deiner ſüßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden ſtammeln, ſich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O ſelig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wiſſen, weſſen Augen auf ſie ſehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geſchehn; als deine Diener, deine Hausgenoſſen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre ſchaffen, froh und unverdroſſen, in kleinen Dingen zeigen große Treu! 5. O ſelig Haus, wo du die Freude teileſt, wo man bei keiner Freude dein vergißt! O ſelig Haus, wo du die Wunden heileſt und aller Arzt und aller Tröſter biſt; bis jeder einſt ſein Tagewerk voll⸗ endet, und bis ſie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich geſendet, ins große, freie, ſchöne Vaterhaus. K. J. Ph. Spitta, † 1859. Obrigkeit. 307 Mel. Nr. 409. 415. Vor der Trauung. Von dir, du Gott der Einigkeit, ward einſt der Ehebund ge⸗ weiht; von dir kommt auch der Segen. O ſegn auch jetzt von deinen Höhn, die hier vor deinem Antlitz ſtehn, um Hand in Hand zu legen. Laß ſie, Vater, dir ergeben einig leben, treu ſich lieben und in deinem Wort ſich üben. Nach der Trauung. Nimm ſie in deine Vaterhut, halt ihren Sinn bei frohem Mut, ihr Herz dem Himmel offen, und lehre ſie, ſich deiner freun, ein Herz und eine Seele ſein im Glauben, Lieben, Hoffen! Laß ſie, Vater, dir ergeben, glücklich leben, freudig ſterben und vereint den Himmel erben! G. E. Waldau, † 1817. Obrigkeit. 416. (el. Aus meines Ferzens Grunde.) 1.[de ⸗ ho⸗va, Herr un p5 ⸗ nig der Kö„ni⸗ dir ſind wir un„ter ⸗thä⸗ nig, du herr⸗ſcheſt ge und Herrn, du Herr im Him⸗mels⸗zelt, laß un„ter nah und fern; ei⸗nem Lei⸗ten be⸗ſtehn die Ob„rig ei„ ten, zu — 2 E.[ — B herr⸗ſchen in der Welt. 2. Es zeugen deine Knechte, daß keine Obrigkeit, als nur durch deine Rechte und deine Macht gebeut. Du haſt ſie hoch geſchätzt; wer ihr zuwider lebet, der trotzt und widerſtrebet dem, was du haſt geſetzt. 3. Du Goit der Ordnung, lehre mich ſelbſt durch deinen Geiſt, daß ich die Obern ehre, wie uns dein Wort es heißt. Sie tragen ja dein Bild; gieb, daß ich Demut übe und ſie mit Ehrfurcht liebe, ſo wird dein Wort erfüllt. 4. Verleihe deine Güte und ſende Recht und Licht; gieb ihnen ins Gemüte viel Weisheit zum Gericht. Du herrſcheſt ſelbſt im Land; das Herz der Obrigkeiten kannſt du wie Bäche leiten; es ſteht in deiner Hand. 5 Gieb, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Laß ſie die Pfleger ſein der gläubigen Gemeinde und als getreue Freunde ihr heilge Sorgfalt weihn. 20* 308 Lieder für beſondere Stände. 6. Die uns allhier regieren, Herr, die regiere du; laß deinen Geiſt ſie führen, dein Rat ſprech ihnen zu. Herr Gott, du ſegneſt gern; o, walte du hienieden, gieb deinem Volke Frieden durch Jeſum, unſern Herrn. Nach Ph. Ird. Hiller, † 1769. Predigtamt. Mel. Nr. 409. 417. 1. O Jeſu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Chriſtenheit, du Hirte deiner Herde, du ſiehſt auf die erlöſte Welt, regierſt ſie, wie es dir gefällt, ſorgſt, daß ſie ſelig werde. Von dir ſind wir auch er⸗ wählet, zugezählet den Erlöſten, die du ſegnen willſt und tröſten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebſt, nach deinem Sinn ihm Hirten giebſt, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geiſt und Kraft, voll Glauben, Liebe, Wiſſenſchaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen, daß die Herden mit den Hirten ſelig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns geſandt; Herr, ſegne ſein Geſchäfte! Die Seelen, die ſich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gieb Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiten, dulden, ſtreiten, beten, wachen, ſelig ſich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geiſt laß auf ihm ruhn; laß ihn ſein Amt mit Freuden thun; nichts ſei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahr⸗ lehrt, gieb uns ein Herz, das folgſam hört, ein Herz voll treuer iebe. Lehrer, Hörer, laß in Freundſchaft und Gemeinſchaft feſte ſtehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einſt dein großer Tag erſcheint, laß unſern Lehrer, un⸗ ſern Freund uns dir entgegen führen. Du giebſt ihm unter ſeine Hand die Seelen als ein teures Pfand; laß keine ihn verlieren. Jeſu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns geſegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich will⸗ kommen gern in Jeſu Chriſti Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Goit mit dir! Amen! Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieſer Zeiten zu dem Leben, das⸗ uns unſer Gott will geben. J. D. K. Bickel, † 1809. Allgemeine Not. 418. 5 Wenn wir in höch⸗ſten Nö„ ten ſein und wiſ⸗ — nicht, wo aus noch ein, und fin den we⸗der Hilf noch Rat, 1 Allgemeine Not. 309 2. So iſt dies unſer Troſt allein, daß wir zuſammen insgemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angſt und Not. 3. Und heben unſer Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und bitten um Begnadigung und aller Strafen Linderung. 4. Die du verheißeſt gnädiglich all denen, die drum bitten dich im Ramen des Herrn Jeſu Chriſt, der unſer Heil und Mittler iſt. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unſre Not, weil wir jetzt ſtehn verlaſſen gar in großer Trübſal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unſre Sünden groß, ſprich uns davon in Gnaden los, ſteh uns in unſerm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei: 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorſam ſein nach deinem Wort, dich allzeit preiſen hier und dort. P. Eber, † 1569 419. Onel. Da Chriſtus geboren war.) —— 1. Treu⸗er Wächter Is⸗rael, des ſich freu⸗et Leib und Seel, der du ken⸗neſt al⸗les Leid dei⸗ner ar⸗men Chriſten⸗ heit; o du Wächter, der du nicht ſchläfſt noch ſchlummerſt, zu uns — — S richt jetzt dein hilf⸗reich An⸗ge⸗ ſicht! 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt überall! Täglich wird der Trübſal mehr; hilf, ach hilf, ſchütz deine Ehr! Ach, wir Armen, wir vergehn, Troſt wir nicht vor Augen ſehn, wo du nicht bei uns wirſt ſtehn. 3. Kläglich ſchreien wir zu dir, klopfen an die Gnadenthür, wir, die du mit höchſtem Ruhm haſt erkauft zum Eigentum. Dein Er⸗ barmen hat kein End, deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 4. Jeſu, der du Jeſus heißt, als ein Jeſus Hilfe leiſt! Hilf mit deiner ſiarken Hand, Menſchenhilf hat ſich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, er mit Zittern ſie anſchau. 5. Höchſter Hort, Immanuel, du Beſchützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Rot, Gott um uns und in uns Gott. Gott für uns zu aller Zeit! Trotz dem, der uns thut ein Leid; Gottes Straf iſt ihm bereit. 310 Lieder für beſondere Verhältniſſe. 6. Du, des Vaters ſtarker Arm, komm und unſer dich erbarm; laß jetzt ſehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Rotten trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herrn dich nenn. 7. Du biſt ja der Held und Mann, der den Kriegen ſteuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt, der der Menſchen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 8. O du wahrer Friedensfürſt, der der Schlange Kopf zerknirſcht und durch ſeinen Kreuzestod Frieden wiederbracht bei Gott, gieb uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen ſich und dich preiſen riglich. J. Heermann, † 1647. 420. (Mel. Kerzlich thut mich verlangen.) SS —— 1. In tie⸗fen Ing⸗ſten wir dich, Erbarmer, an, dich, der al⸗lein be⸗frei⸗en, al-lein er⸗hö⸗ren kann) — Haſt du denn ganz ver-bor-gen dein Va⸗ter⸗an⸗ge ſicht? — ——— S—— Kommt uns in fin⸗ſtern Sor⸗gen nicht mehr ein Strahl von Licht? 2. Die Not von ſo viel Seiten beraubt uns aller Ruh; wir ſehn dem Sturm der Zeiten mit bangem Herzen zu. Die Hilfe im Ge⸗ dränge, wonach das Auge thränt, verzieht ſich in die Länge und iſt noch nicht erſehnt. 3. Wir fallen, müd im Herzen, nachts auf die Lagerſtatt und träumen, was mit Schmerzen uns tags gefoltert hat; erwachen wir, ſo beben wir vor der neuen Laſt. Wie qualvoll iſt dies Leben! Herr, wir erliegen faſt! 4. Willſt du noch länger ſchweigen zu unſerm Kummerſtand⸗ nicht uns Verlaßnen zeigen die Allmacht deiner Hand? Laß endlich dich bewegen! Errett uns dir zum Ruhm! Kehr doch den Fluch in Segen, das Leid in Freuden um! 5. Verdienten wir als Sünder die Rut, ach, ſo vergieb; hab uns und unſre Finder in Chriſto dennoch lieb! Gieb uns, daß wir dich ehren, den Sinn, der dir gefällt! Komm, komm uns zu erhören, Er⸗ barmer aller Welt! J. G. Schöſer, † 1818. Kri eg und Frieden. 311 Krieg und Frieden. 421. — — S——5„ Ver⸗leih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unſern Zeiten; es iſt ja doch kein an⸗drer nicht, der für uns könnte ſtrei⸗ten, denn du, unſer Gott, al⸗lei⸗ne. Luther, † 1546. — 422. (mel. Nun lob, mein Seel, den Kerren.) 1 Gott⸗lob, nun ſdaß nun⸗mehr ru⸗ hen ſol„ len die Spieß und ricd⸗ Dden⸗ ter und ihr Mord!] der iſt er⸗ len Wohlauf! nimm nun wie⸗ dein Sai⸗ten⸗ her ⸗vor, oDeutſch⸗ land, und ſing Lie„der im ho en vol⸗ len Chor; er⸗ ß 8— =—2 be dein Ge⸗ mü ⸗ te dei nem Golt ½ t S— —=— 7—— S Herr, dei⸗ne Gnad und Gü⸗te bleibt den⸗noch 312 Lieder für beſondere Verhältniſſe. 2. Sei tauſendmal willkommen, du teure werte Friedensgab! Jetzt ſehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in ſich hab. In dich hat Gott verſenket all unſer Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt ſich ſelbſt den Pfeil des Herzleids in das Herze und aus Unverſtand die güldne Freudenkerze mit ſeiner eignen Hand. Ach, laß dich doch erwecken! Wach auf, wach auf, du he Wels eh, als das letzte Schrecken dich ſchnell und plötzlich überfällt. Wer aber Chriſtum liebet, ſei unerſchrocknen Muts: der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: das Ende naht herzu, da ſollt ihr bei Gott leben in Fried und ewger Ruh. P. Gerhardt, † 1676. 423. (Mel. Nun danket alle Gott.) 1 Herr Gott, dich lo⸗ben wir, wir preiſen deine S wir rüh⸗men dei-ne Macht mit herzlichem Ge⸗müte; —— es ſtei⸗get un⸗ſer Lied bis an des Himmels Thür — und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich lo⸗ben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslaſt entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Wafün ſchweres Joch und frechen Grimm erfahren; jetzt rühmet unſer Mund mit herzlicher Begier: Gottlob, wir ſind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir! 4. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar geſtrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar haſt weggeraffet. Es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jetzt wieder aufgethan; Herr Gott, wir danken dir! 5. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollſt geben, daß wir auch künftig ſtets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle für und für, o Vater, unſern Wunſch; Herr Gott, wir danken dir! Joh. Franck † 1677. Mißwachs und Teurung. 313 Mißwachs und Teurung. 424. (mel. Jeſu, hilf ſiegen, du Fürſte des CLebens.) 1 69 [Vhriſten er⸗war⸗ten iñ al⸗ler⸗lei Fäl⸗ler Je⸗ſum mit ſmit⸗ten in Stürmen und to⸗ben⸗den Wel⸗len ſind ſie ge⸗ ——— S ſei ner all⸗mäch⸗ti⸗gen Hand;] bau⸗et auf fel ſi⸗ ges Land./ Wenn ſie die Näch⸗te der — S2 E F=— S2 V Trüb⸗ſal be⸗de⸗cken, tcin doch ihr — * ſchre⸗cken. 2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken, drohet und hauet ihr blinkendes Schwert, laſſen doch Chriſten die Häupter nicht ſinken, denen ſich Jeſus im Herzen verklärt. Wüten die Feinde mit Schnanben und Toben, ſchaun doch die Chriſten voll Troſtes nach oben. 3. Geben die Felder den Samen nicht wieder, bringen die Gärten und Auen nichts ein, ſchlagen die Schloßen die Früchte darnieder, brennen die Berge von hitzigem Schein: kann doch ihr Herze den Frieden erhalten, weil es den Schöpfer in allem läßt walten. 4 Viele verzehren in ängſtlichen Sorgen Kräfte, Geſundheit und Kürze der Zeit, da doch im ate des Höchſten verborgen, wann und wo jedem fein Ende bereit. Sind es nicht alles unnötige Schmerzen, die ihr euch machet, ihr thörichten Herzen? 5. Zweifel und Schmerzen verderben die Frommen; Glauben und Hoffen bringt Ehre bei Gott; Seele, verlangſt du zur Ruhe zu kommen, hoffe geduldig in Jammer und Not! Ob auch die göttliche Hilfe ver⸗ borgen, traue dem Höchſten und meide die Sorgen! 6. Gutes und alle erbetenen Gaben folgen dir, bis man dich leget ins Grab, ja, du wirſt ſelber den Himmel noch haben; ei, warum ſagſt du den Sorgen nicht ab? Werde doch in dir recht ruhig und ſtillet Das iſt des Vaters, des ewigen, Wille. 7. Völlige Wonne, verklärete Freude, himmliſche Güter, undenk⸗ liches Heil werden dir dort auf der ewigen Weide unter den Menſchen und Engeln zu teil, wenn einſt in Herrlichkeit Chriſtus wird kommen und zu ſich ſammeln die Herde der Frommen. 8. Seine allmächtige Stärke beweiſet in den Ohnmächtigen mächtige Kraft; dann wird alleine ſein Rame gepreiſet, wenn er den Zagenden Freudigkeit ſchafft. Darum, o Jeſu, gieb, daß ich dir traue, wenn ich die Hilfe nicht ſichtbarlich ſchaue. Ch. L. Edeling, † 1742. 314 Lieder für beſondere Verhältniſſe. Ernte. 425. O daß ich tauſend Su— ———— 1 von dem wir al les e ben, die Welt iſt ein ſehr 5„ber tei⸗leſt dei⸗ne Ga⸗ ben S wie ein Va⸗ter ro⸗ßes Haus zrbeßes Häus; Dein e drin⸗nen aus.) uns al⸗le g S lie ber Gott, wer iſt dir gleich? 2. Wer kann die Menſchen alle zählen, die heut bei dir zu Tiſche gehn? Doch darf die Notdurft keinem fehlen; denn du weißt allen vorzuſtehn und ſchaffeſt, daß ein jedes Land ſein Brot empfängt aus deiner Hand. 3. Du machſt, daß man auf Hoffnung ſäet und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, ſo das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl ſind deine Diener allzumal. Und alſo wächſt des Menſchen Speiſe, der Acker ſelbſt wird ihm zu Brot, es mehret ſich vielfältger Weiſe, was anfangs ſchien, als wär es tot, bis in der Ernte Jung und Alt erlanget ſeinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kanns genug bedenken? Der Wunder ſind hier gar zu viel. So viel, als du, kann niemand ſchenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beſchert, als wir S alle wert. 6. Wir wollen es auch nie vergeſſen, was uns dein Segen träget ein; 3. jeder Biſſen, den wir eſſen, ſoll deines Namens Denkmal ſein, und S und Mund ſoll lebenslang für unſre Nahrung ſagen Dank. C. Neumann, † 1715. 426. (Mel. Seuch mich, zeuch mich mit den Armen.) S S 8 5 Welt 1. Herr im Himmel, Gott auf Erben, Herrſcher dieſer ganzen Welt! 2 Loß den Rundvoll Lobes werden, da man dir zu Fü⸗ßen f für den rei⸗ hen Dank und O⸗pfer di Ernte. 315 2. Vater, du haſt aus Erbarmen uns Unwürdige genährt, du haſt Reichen, du haſt Armen milder Gaben viel gewährt. Sei gelobt und hochgeprieſen, daß du ſo viel Guts erwieſen. 3 Du haſt Sonnenſchein und Regen uns zu rechter Zeit geſchickt, und ſo hat man allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Thäler, Tieſen, Höhen ſahen wir im Segen ſtehen. 4. Ach, wer iſt, der ſolche Güte dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares Gemüte für die große Wohlthat an! Alle Felder ſollen ſchallen: du machſt ſatt mit Wohlgefallen. 5. Lehr uns auch wohl anzuwenden, was uns deine Huld ge⸗ währt; nie zur Sünd es zu verſchwenden, daß es nicht der Fluch ver⸗ zehrt Bleiben wir in alten Sünden, kann der Segen leicht verſchwinden. 6. Schenk uns auch zufriedne Herzen, Stolz und Geiz laß ferne ſein; laß den Undank nichts verſcherzen, ſtreu das Samkorn wieder ein, daß wir jetzt und künftig haben, auch die Dürftigen zu laben. 7. Laß dein Wort auch Früchte bringen, daß man reichlich ernten kann, ſo wird man hier jährlich ſingen, wie du uns ſo wohl gethan. Gieb auch nach dem Thränenſamen Freudenernt im Himmel. Amen. B. Schmolck † 1737. 427. Onel. was Gott thut, das iſt wohlgethan) — 1 Was Gott thut, das iſt wohl⸗ge⸗than! So den⸗ken Gottes Kin⸗ Wenn man nicht reichlich ern⸗ten kann, liebter uns doch nicht min⸗ 6, Er zieht das Herz nur him⸗melwärts, wenn L — er uns läßt auf Er⸗den ein Ziel der Plagen wer⸗den. 2. Was Gott thut, das iſt wohlgethan! Im Nehmen und im Geben ſind wir bei ihm ſtets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und ſeine Hände müſſen wir ſtets in Demut küſſen. 3. Was Gott thut, das iſt wohlgethan! Er zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, muß ſich die Hoffnung legen; weil er allein der Schatz will ſein, ſo nimmt er andre Güter zum Heile der Gemüter. 4. Was Gott thut, das iſt wohlgethan! Es geh nach ſeinem Willen, und läßt ſichs auch zum Mangel an, ſo weiß er ihn zu ſtillen. Obgleich das Feld nicht viel enthält, man kann bei wenig Gaben ſatt werden und ſich laben. ——— ———— ——— 316 Lieder für beſondere Verhältniſſe. 5. Was Gott thut, das iſt wohlgethan! Das Feld mag traurig ſtehen; wir gehn getroſt auf ſeiner Bahn und wollen ihn erhöhen Sein Wort verſchafft uns Lebenskraft, es nennt uns Gottes Erben; wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das iſt wohlgethan! So wollen wir ſtets ſchließen; iſt gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen: er, unſer Gott, weiß, was uns not, und wird es gern uns geben; kommt, laßt uns ihn erheben! B. Schmold, 1 1737. Wetterlieder. 428. (¶Mel. wo Gott, der Kerr, nicht bei uns hält O Gott, der du das Fir⸗ma⸗ment mit Wol⸗ken heißt ſich der du in⸗gleichen kannſt be⸗hend das Son⸗nen⸗licht er⸗ ——— — 3 halt doch mit vie⸗lem Re⸗gen ein, und gieb uns wie⸗der Sonnenſchein, daß un⸗ſer Land ſich freuze. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil ſie von vieler Feuchtigkeit und Näſſe ſind beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, ſich zur Erde neigt und will faſt gar verſchwinden. 3. Das machet unſre Miſſethat und ganz verkehrtes Leben, ſo deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöten ſchweben. Wir müſſen zeigen unſre Schuld; weil wir die Buße nicht gewollt, ſo muß der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns haſt verſprochen, und wohne uns in Gnaden bei, die wir dich kindlich ſuchen. Wie hält ſo hart ſich dieſe Zeit dein Herz und ſanfte Freundlichkeit? Du biſt ja unſer Vater. 5. Gieb uns von deinem Himmelsſaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen ſei im Himmel und auf Erden. M. Schirmer, † 1673. Wetterlieder. Reiſe. 317 429. Onel. Auf meinen lieben Gott.) 1 Ein Wetter ſtei⸗get auf: mein Herz, zu Gott hin⸗auf! Fall — —— kind⸗lich ihm zu Fu⸗ ße durch wah⸗re Reu und Bu„ße, da⸗ — mit gleich dei ne Sün⸗den durch Chri⸗ſti Tod ent⸗ſchwin⸗den. 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm, ich bitt um dein Erbarmen, ſieh Chriſtum in mir Armen; um deſſenwillen ſchone, mir nicht nach Sünden lohne. Durch Chriſti teures Blut mach mir ein Herz und Mut, das ſich nicht knechtiſch ſcheue, vielmehr auf deine Treue in allem kindlich traue und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz gelaſſen ſein: dein Flügel wird uns decken, verjagen allen Schrecken, und laſſen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht ſchaden. 5. Wohlan! Verlaß uns nicht; bleib unſre Zuverſicht, und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns. ſich üben, ſo wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Aemilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg⸗Rudolſtadt, † 17(6. Riſ. 430. (mel. 0 welt, ich muß dich laſſen.) — —— S 1. Ich zieh in fer⸗ne Lan⸗de, zu nü⸗ten ei⸗nem Stan⸗de, zu dem mich Gott be⸗ſtellt; —— — —— was gut und recht iſt, faſ⸗ſen, zu die⸗nen treu⸗lich ſei⸗ner Welt. 2. Gott wird zu dieſen Reiſen gewünſchten Fortgang weiſen, wohl helfen hin und her; Geſundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben, und was in Demut ich begehr. Lieder für beſondere Verhältniſſe. 3. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde ſcheue, tritt zwiſchen mich und ſie; durch ſeinen 1 nen Schutz, den frommen, bin ich ſo weit gekommen, und weiß doch ſelber faſt nicht wie. 4. Leg ich mich ſpäte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir ſtößt zu handen, ſo tröſtet mich ſein göttlich Wort. 5. Hat er es denn beſchloſſen, ſo will ich unverdroſſen an mein Verhängnis gehn; kein Un fall unter allen wird je zu hart mir fallen; ich will mit Gott ihn überſtehn. 6. Ihm hab ich mich ergeben, mir gebeut; es ſei heut oder weiß allein die rechte Zeit. 7. Gefällt es ſeiner Güte, und ſagt mir mein Gemüte nicht was Vergeblichs zu: ſo werd ich Gott noch preiſen mit manchen ſchönen Weiſen daheim in meiner ſtillen Ruh. 8. Indes wird er den Meinen mit Schutz wie meiner ſein; wird beiderſeits ge und Zähren ihn bitten mögen insgemein. zu ſterben und zu leben, ſobald er morgen, dafür laß ich ihn ſorgen, er Segen auch erſcheinen, ihr währen, was unſer Wunſch 9. So ſei nun, Seele, ſeine und traue dem a ſchaffen hat! Es gehe, wie zu allen Sachen Rat. lleine der dich er⸗ es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß P. Flemming, † 1640. Krankheit. Mel. Nr. 430. 431. 1. Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl; ſo will ich denn gelaſſen mich auch in Leiden faſſen: welch Leben hat nicht ſeine Qual. 2. Fa, Herr, ich bin ein Sünder, u es der Menſch verdient. Sollt ich, beſcht nd ſtets ſtrafſt du gelinder, als Weh erdulden, vert mit Schulden, kein zeitlich das doch zu meinem Beſten dient? 5 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn; dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menſchen bauen; du hilfſt und du erretteſt gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geiſt noch Kräfte; ſein Heil laß mein Geſchäfte, dein Wort mir Troſt und Leben ſein. 5. Wenn ich in Chriſto ſterbe, bin ich des Himmels Erbe; was ſchreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, biſt bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken, der Herr wird alles lenken, und was mir gut iſt, wird geſchehn. Chr. F. Gellert 1 1769. Krankheit. Am Geburtstage. 319 432. (mel. Schwing dich auf zu deinem Gott.) ie —— 1[Herr! Ein gan⸗ zer Lei⸗ dens tag iſt nun ü ber⸗ i Ach, wie viel der Menſch ver-mag, das hab ich em⸗ * 3 1 r„ 28—„ te Wie ge⸗brech-lich iſt die Kraft, wie ver⸗ zagt der Glau⸗be! Wenn der Herr nicht Hil⸗fe ſchafft, 3 lie⸗ gen 2. Ach, wie könnt ich dieſe Nacht ohne dich beſtehen? Ohne deine Huld und Macht müßt ich ganz vergehen. Trübe fällt der Abend ein, ſtille wirds auf Erden; doch in dieſem Kämmerlein wirds ſo ſtill nicht werden. 3. Jedes Auge thut ſich zu, alles ſucht den Schlummer; doch hier iſt noch keine Ruh, denn es wacht der Kummer. O ſo komm und bleibe hier bei dem armen Kranken; liebſter Jeſu, ſchenke mir tröſtliche Gedanken! 4. Zeuch empor das matte Herz aus der finſtern Höhle; ſalbe dieſen Leib voll Schmerz mit dem Lebensöle! Herr, du kannſt die Furcht und Pein in der Seele ſtillen. Luß mich ganz ergeben ſein in des Vaters Willen.» 5. Wenn ich dieſe ganze Nacht wachen muß und weinen: Herr, du biſts, der bei mir wacht, du wirſt mir erſcheinen. Du wirſt in der Dunkelheit freundlich mit mir ſprechen, ſollte gleich vor Traurigkeit mir das Wort gebrechen. 6. Wo ich auch gebettet bin, lieg ich dir in Händen; wo mein Auge ſiehet hin, wirds zu dir ſich wenden. Mein Gebet beſtärke du, laß es nicht ermatten; laß mich finden ſanfte Ruh unter deinem Schatten. H. Puchta, † 1858. Am Geburtstage. Mel. Nr. 430. 433. 1. Dir dank ich für mein Leben, Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür. Du haſt, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen, durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, haſt mich bereitet, mich väterlich geleitet bis dieſen Augenblick. Du gabſt mir frohe Tage und wandteſt auch die Plage zu meiner Seelen wahrem Glick. 320 Lieder für beſondere Verhältniſſe. 3. Ich bin nicht wert der Treue, der ich mich täglich freue, der Huld, die mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glück⸗ lich werde, haſt du ſchon ewig mein gedacht. 4. Du kannteſt ſchon mein Sehnen und zählteſt meine Thränen, eh ich bereitet war; noch konnt ich dich nicht denken, zu dir das Herz nicht lenken, da wogſt du ſchon mein Theil mir dar. 5. Jür alle meine Sünden, Herr, ließeſt du mich finden in Chriſto Gnad und Huld. O Höchſter, welch Erbarmen! Du nahmeſt an mich Armen und tilgteſt alle meine Schuld. 6. Daß du mich liebreich führeſt, mit deinem Geiſt regiereſt, dies, Vater, dank ich dir. Daß du mein Leben friſteſt, mit deiner Kraft mich rüſteſt, dies alles, Vater, dank ich dir. 7. Was noch in dieſem Leben mir frommt, wirſt du mir geben. Du giebſts, ich hoff auf dich. Ja, Vater, ich befehle dir kindlich Leib und Seele; Herr, ſegne und behüte mich! Nach Chr. 3. Gellert, † 1769. Im Alter. 434. (Mel. Zeſu, meines Lebens Ceben. Nr. 1.) Söch ſter Hel ſet ſei nicht fer-ne! Mein Be ſchir⸗mer, j bilf mir, daß ich thu und ler⸗ne, was dein heil⸗ger Lei⸗te mich nach dei⸗ner Gü⸗te laß mir dei ⸗ne und er⸗leuch⸗te mein Ge⸗müte; Va ter treu al⸗le Mor⸗gen wer⸗den neu. 2. Halte mich, o mein Erhalter! O mein Führer, weiche nicht; führe mich in meinem Alter, wenn mir Lebenskraft gebricht. Gieb, daß ich recht chriſtlich lebe und ſtets nach dem Himmel ſtrebe; hilf mir durch, wenn Qual und Schmerz bricht mein halbzerbrochnes Herz. 3. Stoß mich nicht von deiner Seiten, wenn ſich Angſt und Ohn⸗ macht häuft, wenn die ſchwachen Tritte gleiten und man nach dem Stabe greift; faſſe du mich bei dem Arme, o mein Heiland, und um⸗ arme mich auch in der letzten Not bis erfolgt ein ſelger Tod. 4. Herrſcher über Tod und Leben, höchſter Tröſier, tritt herbei! Wenn ich ſoll den Geiſt aufgeben, ſo vernimm mein Angſtgeſchrei; wenn mein Auge wird erblinden und die Lebensgeiſter ſchwinden, o ſo ſei du ſelbſt mein Licht, daß ich ſeh dein Angeſicht. Im Alter. Tod. 321 5 Meine Seele ſoll erheben dich, o Herr der Herrlichkeit, dort in jenem Freudenleben, wenn ich nach vollbrachtem Streit dir mein Dank⸗ lied werde bringen und vor deinem Throne ſingen, daß du mich ſo wohl bedacht und zum Himmel haſt gebracht. Zach. Henſel, † vor 1736. Mel. Nr. 430. 435. 1. Gott hat in meinen Tagen mich väterlich getragen von meiner Jugend auf; ich ſah auf meinen Wegen des Höchſten Huld und Segen: er lenkte meines Lebens Lauf. 2. Sein Weg war oft verborgen; doch wie der helle Morgen aus dunkeln Nächten bricht, ſo hab ich ſtets geſpüret der Weg, den Gott mich führet, bringt mich durchs finſtre Thal zum Licht 3. War Menſchenhilf vergebens, ſo kam der Herr des Lebens und half und machte Bahn, wußt ich mir nicht zu raten, ſo that Gott große Thaten und nahm ſich meiner mächtig an. 4.„Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter ſein“; dies hat mir Gott verſprochen, der nie ſein Wort ge⸗ brochen; ich werde ſein mich ewig freun. 5 Er wird mir ſchwachem Alten, was er verheißen, halten; denn er iſt fromm und treu Bin ich gleich matt und müde, er giebt mir Troſt und Friede und ſteht mit Mut und Kraft mir bei. 6 Noch wenig bange Stunden, dann hab ich überwunden: ich bin vom Ziel nicht weit. O welche große Freuden ſind nach dem letzten Leiden vor Gottes Thron für mich bereit! 7 Ich harre froh und ſtille, bis meines Gottes Wille mich nach dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende ſink ich in Jeſu Hände, der mich dem Vater hat verſöhnt! J. F. Fedderſen, † 1788. V. Die letzten Dinge. T Sterbelieder. 436. 2 —— — 1. Wenn mein Stündlein vor⸗han⸗den iſt, und ich ſoll fahrnmein — Straße, geleit du mich, Herr Jeſu Chriſt, mit Hilf mi laſ⸗ſe! Mein Seel an meienem letz⸗ten End be⸗fehl ich dir in Evangel. Geſangbuch 21 322 Die letzten Dinge. 2. Mein Sünde wird mich kränken ſehr und mein Gewiſſen nagen; denn ihr iſt viel, wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen; will denken in der letzten Not, Herr Jeſu Chriſt, an deinen Tod, der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröſt ich mich von Herzen! Von dir ich ungeſchieden bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich ſterb, ſo ſterb ich dir: ein ewig Leben haſt du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erſtanden biſt, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchſter Troſt dein Auffahrt iſt, kann Todesfurcht ver⸗ treiben; denn wo du biſt, da komm ich hin, daß ich ſtets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. N Hermann, † 1561. 437. (mel. vater unſer im Himmelreich.) S 5——— 1. Herr Chrieſte, wahrer Menſch und Gott, der du littſt Marter, Angſt und Spott, für mich am Kreuz auch end⸗lich ſtarbſt und — S mir des Vaters Huld erwarbſt: ich bitt durchs bitt⸗re Lei⸗den dein, du wollſt mir Sün der gnä⸗dig ſein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Geſicht und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nicht mehr ſpricht und mir vor Angſt mein Herz zerbricht; 3. Wenn mein Verſtand ſich nichts beſinnt und mir all menſch⸗ lich Hilf zerrinnt; ſo komm, Herr Chriſte, mir behend zu Hilf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual! 4. Die böſen Geiſter von mir treib, mit deinem Geiſt ſtets bei mir bleib, bis ſich die Seel vom Leibe trennt; dann nimm ſie, Herr, in deine Händ! Der Leib hab in der Erde Ruh, bis naht der jüngſte Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferſtehn verleih, in dem Gericht mein Fürſprech ſei, und meiner Sünd nicht mehr gedenk; aus Gnaden mir das Leben ſchenk, wie du haſt zugeſaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: Sterbelieder. 323 6. Fürwahr, fürwahr, euch ſage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht, den Tod auch ewig ſchmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich ſtirbt, mit nichten er drum gar verdirbt. 7. Vielmehr will ich mit ſtarker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich; da ſoll er denn mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach, Herr, vergieb all unſre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unſer Stündlein kommt herbei; auch unſer Glaub ſtets wacker ſei, aufs Wort zu trauen feſtiglich, bis wir entſchlafen ſeliglich. P. Eber, † 1569. 438. SE—— 1. Ich hab mein Sach Gott heim⸗ge⸗ſtellt; er machs mit mir, be⸗reit zu al⸗lem, was mein Herr ge⸗beut. 2. Mein Zeit und Stund iſt, wann Gott will; ich ſchreib ihm vor nicht Maß und Ziel; es ſind gezählt all Härlein mein, groß oder klein, fällt keines ohn den Willen ſein. 3. Es iſt allhier ein Jammerthal, Angſt, Not und Trübſal überall; des Bleibens iſt nur kurze Zeit, voll Müh und Leid, und wers bedenkt, iſt ſtets im Streit. 4. Heut ſind wir friſch, geſund und ſtark, ſchon morgen liegen wir im Sarg; heut blühn wir wie die Roſen rot, bald krank und tot; iſt allenthalben Müh und Not. 5. Man trägt eins nach dem andern hin; wohl aus den Augen, aus dem Sinn! Die Welt vergiſſet unſer bald, jung oder alt, auch unſrer Ehren mannigfalt. 6. Das macht die Sünd, du treuer Gott, dadurch kam uns der bittre Tod, der reißt dahin all Menſchenkind, wie er ſie findt, fragt nicht, von welchem Stand ſie ſind. 7. Doch ob mich ſchon mein Sünd anficht, dennoch will ich ver⸗ zagen nicht; ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod den eingen Sohn gegeben hat. 8. Dem leb und ſterb ich allezeit, von ihm der Tod mich nimmer ſcheidt; leb oder ſterb ich, bin ich ſein; er iſt allein der einge Troſt und Helfer mein. 9. Das iſt mein Troſt zu aller Zeit, in aller Not und Traurig⸗ keit; ich weiß, daß ich am jüngſten Tag ohn alle Klag werd auferſtehn aus meinem Grab. 21* Die letzten Dinge. 10. Den lieben Gott von Angeſicht werd ich dann ſchaun, dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit; ihm ſei Lob, Preis in Ewigkeit! 11. Amen, mein lieber, frommer Gott, beſcher uns einen ſelgen Tod; hilf, daß wir deinen Engeln gleich in deinem Reich mit dir dann leben allzugleich. Nach J. Leon, † um 1597. 1. Chri⸗ſtus, der iſt mein Lesben und Sterben mein Ge⸗ — — f— ——— * winn; dem hab ich mich er⸗ge⸗ben, mit Fried fahr ich da⸗hin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Chriſt, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm ſein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angſt und Not durch ſeine heilgen Wunden bin ich verſöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, ich kaum mehr atmen kann und kann kein Wort mehr ſprechen, nimm, Herr, mein Seufzen an. 5. Wenn Sinne und Gedanken zergehn als wie ein Licht, das hin und her muß wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein ſanft und ſtille laß mich, Herr, ſchlafen ein, wie es dein Rat und Wille, wenn kommt mein Stündelein. 7. Laß mich gleich einem Reben anhangen dir allzeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Vor 1608. 440. (Mel. wie nach einer waſſerquelle. Freu dich ſehr, o meiene See le, und ver⸗giß all Not und La jweil dich Chriſtus nun dein Hersre, ruft aus dieſem Jam⸗mer⸗thai. S Aus der Trüb⸗ſal Angſt und Leid ſollſt du fah⸗ren in die Freud, — —— die kein Ohr hat je ge⸗hö⸗ret, die in E⸗wig⸗keit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich ſtets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie ſich ſehnt ein Wandersmann nach dem Ende ſeiner Bahn, ſo hab ich gewünſcht, mein Leben hin in Gottes Händ zu geben. Sterbelieder. 325 3. Denn gleich wie die Roſen ſtehen unter einer Dornenſchar, alſo auch die Chriſten gehen ſtets in Angſten und Gefahr. Wie die Meereswellen ſind und der ungeſtüme Wind, alſo iſt allhier auf Erden unſer Lauf voll von Beſchwerden. 4. Wenn die Morgenröt aufgehet und der Schlaf ſich von uns wendt, Sorg und Kummer uns umſtehet, Müh ſich findt an allem End; unſre Thränen ſind das Brot, ſo wir eſſen früh und ſpat; wenn die Sonn aufhört zu ſcheinen, hört doch nicht auf Klag und Weinen. 5 Drum, Herr Chriſt, du Morgenſterne, der du ewiglich auf⸗ gehſt, ſei du jetzt von mir nicht ferne, weil dein Blut mich hat erlöſt. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög hinfahren aus der Zeit; ach, ſei du mir Licht und Straße, mich mit Beiſtand nicht verlaſſe! 6. Ob mir ſchon die Augen brechen, ob mir das Gehör ver⸗ ſchwindt, meine Zung nicht mehr kann ſprechen, mein Verſtand ſich nichts beſinnt, biſt du doch mein Licht, mein Hort, Leben, Weg und du wirſt ſelig mich regieren und die Bahn zum Himmel ühren. 7. Freu dich ſehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich Chriſtus nun, dein Herre, ruft aus dieſem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit ſollſt du ſehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig triumphieren. K. v. Warnberg, † vor 1620. 1 Herzlich thut mich ver lan⸗gen nach eienem ſel⸗gen End, weil ich hier bin um⸗fan⸗gen mit Trübſal und E„„ lend. *e S ₰ 2 t—— S Ich hab Luſt ab⸗ zu⸗ſchei⸗ den von die⸗ſer ar⸗gen Welt, S—— ſehn mich nach ew⸗gen Freuden; o Je ſu, komm nur bald! 2. Du haſt mich ja erlöſet von Sünde, Tod und Höll; es hat dein Blut gekoſtet, drauf ich mein Hoffnung ſtell; warum ſollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich kann bauen, bin ich ein ſelig Kind. 3. Wenn gleich ſüß iſt das Leben, der Tod ſehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu ſterben willig dir. Ich weiß ein beſſer Leben, da meine Seel fährt hin des freu ich mich gar eben; Sterben iſt mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden zum Staube wieder kehrt, doch auferweckt wird werden durch Chriſtum, ſchön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in ewger Freud und Wonne; was ſchadet mir der Tod? 326 Die letzten Dinge. 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu leben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Gut und all ihr Zier: doch ich das gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit; nach Himmliſchem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun ſcheide von meinen Freunden gut, für mich und ſie zum Leide: doch tröſtet meinen Mut, daß wir in größern Freuden zuſammen kommen ſchon, wo nichts uns mehr wird ſcheiden, dort an des Himmels Thron. 7. Muß ich auch hinterlaſſen betrübte Waiſelein, dern Not mich über Maßen jammert im Herzen mein, will ich doch gerne ſterben und trauen meinem Gott; er läßt ſie nicht verderben, er hilft aus aller Not. 8. Geſegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu ſehre über den Abſchied mein! Beſtändig bleibt im Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit einander wieder ſchauen dort in der Ewigkeit. 9. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Chriſt, allein; gieb mir ein ſelig Ende, ſend mir die Engel dein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben haſt, als du dich hingegeben für meine Sündenlaſt. 10. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jeſu Chriſt; den ſchwachen Glauben ſtärke in mir zu aller Friſt! Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich ſingen: Gottlob, es iſt vollbracht! Chr. Knoll, † 1621. 442. Sr —— *— 1 Va let will ich dir ge⸗ben, du ar⸗ge fal⸗ſche Welt;] dein fünd⸗lich bö⸗ſes Le⸗ben durchaus mir nicht ge⸗fällt. S f f S Im Him⸗mel iſt gut woh⸗nen, hin⸗auf ſteht mein Be⸗gier, da — wird Gott herr⸗lich loh⸗nen dem, der ihm dient all— hier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jeſu, Gottes Sohn! Sollt ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Chriſt, davon; verkürz mir alles Leiden, ſtärk meinen blöden Mut, laß ſelig mich abſcheiden, ſchenk mir dein ewig Gut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde; drauf kann ich fröhlich ſein. Erſchein mir in dem Bilde, zum Troſt in meiner Not, wie du dich, Herr, ſo milde geblutet haſt zu Tod. 4. Herr, meinen Namen ſchreibe ins Buch des Lebens ein; laß mich an deinem Leibe ein Glied mit jenen ſein, die in dem Himmel grünen und vor dir leben frei: ſo will ich ewig rühmen daß tren dein Herze ſei. V. Herberger, † 1627. Sterbelieder. 327 443. § Machs mit mir. Gott, nach dei⸗ner Güt, hilf mir in mei⸗nem Ver ⸗ſag mir nicht was ich dich bitt: wenn mei⸗ne Seel will Vei⸗den! ſchei⸗den, 2 Gern will ich folgen, liebſter Herr, du läßt mich nicht ver⸗ derben, ach, du biſt doch von mir nicht fern, ob ich gleich hie muß ſterben und laſſen meine lieben Freund, dies mit mir herzlich gut gemeint 3. Ruht doch der Leib ſanft in der Erd, die Seel ſich zu dir ſchwinget, in deiner Hand ſie unverſehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier iſt doch nur ein Thränenthal, Angſt, Not und Mühe überall. 4 Der Tod, die Hölle, Welt und Sünd mir können nichts mehr ſchaden; an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröſt mich deiner Gnaden; dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was ſollt ich denn nun traurig ſein, weil ich kann wohl be⸗ ſtehen, geſchmückt mit Chriſti Unſchuld rein zu meinem Gotte gehen? Gehab dich wohl, du ſchnöde Welt! Bei Gott zu leben mir gefällt. J. H. Schein. † 1630. Mel. NRr. 441. 444. 1. Ich hab mich Gott ergeben, dem liebſten Vater mein: hier iſt kein Immerleben, es muß geſchieden ſein Der Tod kann mir nicht ſchaden, er iſt nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel iſt mir lieber, da muß ich gehen ein und mich nicht mehr beladen, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, ſelge Freud und Wonne hält mir der Herr bereit, da Chriſtus iſt die Sonne der ewgen Seligkeit. Was kann mir doch nun ſchaden, weil ich bei Chriſto bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4 Geſegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebſten allzumal! Um mich ſollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. as Chriſtus euch beſchieden, laßt nicht aus eurem Sinn; in Gottes Gnad und Frieden fahrt dann auch ihr dahin. J. Siegfried, † 1636. Die letzten Dinge. 445. (mel. 0 welt, ich muß dich laſſen.) 1. Die Herrelich⸗keit der Er⸗den muß Rauch und Aſche werden, kein Fels, kein Erz be⸗ſtehn. Was uns hier mag er⸗göten, — — was wir für e⸗wig ſchätzen, wird als ein leichter Traum vergehn 2 Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unſterblich achten, iſt nur ein falſcher Wahn ſobald der Geiſt gewichen und dieſer Mund erblichen, fragt keiner, was man hier gethan. 3. Es hilft nicht Kunſt noch Wiſſen, wir werden hingeriſſen, der morgen, dieſer heut. Was nützt der Güter Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und ſaurer Schweiß erwirbt; was Menſchen hier beſitzen, kann vor dem Tod nicht ſchützen: dies alles ſtirbt uns, wenn man ſtirbt. 5. Iſt eie Luſt, ein Scherzen, die nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangſt vergällt? Was iſts, womit wir prangen? Wo wirſt du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unvergänglich ſein? Es mag vom Totenreihen kein Scepter dich befreien, kein Purpur, Gold noch Edelſtein. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indeſſen wird die Bahre uns 3 vor die Thür gebracht; drauf müſſen wir von hinnen und, eh wir uns beſinnen, der Erde ſagen gute Nacht. 8. Wach auf, Herz, und bedenke, daß dieſer Zeit Geſchenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genoſſen, iſt als ein Strom ver— floſſen; was künftig,— weſſen wird es ſein? 9. Trau nicht auf Menſchenlehre, auf Weltgunſt, Macht und Ehre, und fleh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 10. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht feſt gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort beſtehen und nimmer⸗ mehr vergehen, weil ihn die Stärke ſelbſt erhält. A. Gryphius, † 1664. Sterbelieder. 329 446. (mel. Herzlich thut mich verlangen.) 1 In Chri⸗ſto will ich ſter⸗ben, wenns meinem Gott gefällt: ſhier iſt nichts zu er⸗wer⸗ben in die⸗ſer ar⸗gen e —— —— —— —— 3— * dort wird ein beſſ⸗res ge⸗ben Gott in der E⸗ wig⸗keit. 2. Mit Chriſto will ich ſcheiden von dieſer Erdenqual, der wird mich ſelber leiten durchs finſtre Todesthal; drum laß ich mir nicht grauen vor dieſem Augenblick: bald werd ich ewig ſchauen mein einzig wahres Glück. 3. Zu Chriſto will ich fahren in das gelobte Land, der wird mich wohl bewahren in ſeiner ſtarken Hand. Trotz ſei dem Feind geboten, daß er mich reiß heraus: dort will ich ſeiner ſpotten im ſchönen Friedenshaus. 4. Bei Chriſto will ich bleiben in alle Ewigkeit und ohn Auf⸗ hören treiben ſein Lob mit höchſter Freud: mit Jauchzen und mit Singen will ich ihm dankbar ſein nun laß mirs, Herr, gelingen zu deinem Preis allein. P. Frank, † 1675. Mel. Nr. 446. 447. 1. Ich bin ein Gaſt auf Erden und hab hier keinen Stand; der Himmel ſoll mir werden, da iſt mein Vaterland Hier muß ich Unruh haben, hier reis ich ab und zu, dort wird mein Gott mich laben in ſeiner ewgen Ruh. 2. Was iſt mein ganzes Weſen von meiner Jugend an, als Müh und Not geweſen? So lang ich denken kann, hab ich ſo manchen Morgen, ſo manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rat. Sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod ſie nieder legt in des Grabes Schoß. 4. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich beſſer leben in dieſer Zeitlichteit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten ſein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freude ein. 5. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in dieſem fremden Zelt; ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater tröſten wird. Die letzten Dinge. 6. Mein Heimat iſt dort oben, da aller Engel Schar den großen Herrſcher loben, der alles ganz und gar in ſeinen Händen träget und für erhält, auch alles hebt und leget, nach dems ihm wohl⸗ gefällt. 7. Zu dem ſteht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs faſt müde bin; je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geiſt gefalle; das meiſt iſt Eitelkeit. 8. Die Herberg iſt zu böſe, der Trübſal iſt zu viel; ach, komm, mein Gott, und löſe mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein ſelig Ende mit meiner Wanderſchaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 9. Wo ich bisher geſeſſen, iſt nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemeſſen, ſo tret ich dann hinaus, und was ich hier ge⸗ brauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, ſo legt man mich ins Grab. 10. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchſt mich, wenn ich ſcheide, hin vor dein Angeſicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich ſtets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächſt andern leuchten ſoll. 11. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gaſt, bei denen, die mit Kronen du ausgeſchmücket haſt; da will ich herrlich ſingen von deinem großen Thun und, frei von ſchnöden Dingen, in meinem Erbteil ruhn. P. Gerhardt, † 1676. 1[Wer weiß, wie na ⸗he mir mein En ⸗de! Hin ach, wie geſchwin⸗de und be⸗ hen⸗de kann — geht die Zeit, her kommt der Tod; jn 6 kom⸗men mei⸗ne To ⸗des ⸗not! Mein Gott, ich 5 5 bitt durch Chri⸗ſti Blut: machs nur mit mei⸗nem En⸗de gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; dieweil ich leb auf dieſer Erden, leb ich in ſteter Tods⸗ gefahr. Mein Gott, ich bitt durch Chriſti Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich ſtets mein End bedenken und, wenn ich einmal ſterben muß, die Seel in Jeſu Tod verſenken und ja nicht ſparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Chriſti Blut: machs nur mit meinem Ende gut! Sterbelieder. 33 4. Laß mich bei Zeit mein Haus beſtellen, daß ich bereit ſei für und für und ſage friſch in allen Fällen; Herr, wie du willſt, ſo ſchicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Chriſti Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 5. Ach, Herr, mach ſüße mir den Himmel und bitter mir die Luſt der Welt; gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit ſei vor⸗ geſtellt. Mein Gott, ich bitt durch Chriſti Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienſte Jeſu zu, darauf ich mich feſtgläubig gründe, das giebt mir die erſehnte Mein Gott, ich bitt durch Chriſti Blut: machs nur mit meinem nde gut! 7. Nichts iſt, das mich von Jeſu ſcheide, nichts, es ſei Leben oder Tod; ich leg die Hand in ſeine Seite und ſage: o, mein Herr und Gott! Mein Gott, ich bitt durch Chriſti Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jeſum angezogen ſchon längſt in meiner heilgen Tauf; du biſt mir daher auch gewogen, haſt mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Chriſti Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jeſu Leib gegeſſen, ich hab ſein Blut getrunken hier; nun kannſt du meiner nicht vergeſſen; ich bleib in ihm uud er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Chriſti Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 10. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jeſu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jeſu Gnaden ſchön geſchmückt. Mein Gott, ich bitt durch Chriſti Blut: machs nur mit meinem Ende gut! 11. Ich leb indes in dir vergnüget und ſterb ohn alle Kümmernis; mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz ge⸗ wiß: durch deine Gnas und Chriſti Blut machſt dus mit meinem Ende gut! Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolſtadt, † 1706. 449. S 1. Ach, was iſt doch unſere Zeit? Flüch⸗tig⸗keit, Nebel, Rauch und — — E S S 3 ———— Wind und Schatten; Menſchen können nicht beſtehn; ſie vergehn S wie die Blumen auf den Matten. Unſer Leben fleucht be⸗hen⸗de: Q— ————— „— 332 Die letzten Dinge. 2. Menſchen ſind zerbrechlich Glas, nichtig Gras, Blumen, die nicht lange ſtehen; ach, wie bald wird chre Kraft hingerafft, wenn die hu wehen. Unſer Leben fleucht behende: Menſch, bedenke doch das Ende! 3. Jugend, die den Roſen gleicht, die verbleicht; ihre Schönheit muß verſchwinden; es vergeht durch Todesmacht alle Pracht, die wir an den Menſchen finden. Unſer Leben fleucht behende: Menſch, be⸗ denke doch das Ende! 4. Menſchen ſind der Zeiten Spiel und ein Ziel, drauf die Todes⸗ pfeile fliegen; die wie ſchlanke Cedern ſtehn, groß und ſchön, müſſen durch den Tod erliegen. Unſer Leben fleucht behende: Menſch, bedenke doch. Ende! Ach, der Tod iſt dir gewiß; drum vergiß alles Eitle dieſer lenke dich zur Ewigkeit jederzeit, willſt du dort unſterblich werden. Unſer Leben fleucht behende Menſch, bedenke doch das Ende! 6. Schwinge dein Gemüt und Herz himmelwärts, wo nicht Tod, nicht Not, nicht Leiden; denk an das, was ewig iſt, lieber Chriſt, ſoll dich einſt der Himmel weiden. Unſer Leben fleucht behende: Menſch, bedenke doch das Ende! Sal. Frand, † 1725. 450. (Mel. O Gott, der du ein Feerfürſt biſt.) — — Mein 6—— 8 2— — land, e ü d o⸗ wo — S S —————— 2 eiene ew⸗ge Ru⸗ e ſtatt Gott ſel⸗ber mir ge⸗grün⸗det — 1 S Le⸗ben iſt ein Vigrim⸗ ſtand; ich rei⸗ſe nach dem T hat; da werd ich ohne End ihn lo„ ben. Le⸗ben iſt ein Pilgrimſtand; 5 rei⸗ſe nach dem Va⸗ter⸗ 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, ſo flieht mein Leben ſchnell dahin, und was vorbei iſt, kommt nicht wieder; ich eile zu der Ewigkeit; Herr Jeſu, mach mich nur bereit und öffne meine Augen⸗ daß ich, was zeitlich iſt, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. Sterbelieder. 333 3. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die ihr Gnaden⸗ licht in unverfälſchte Herzen ſtrahlet. Wind, Regen ſtürmen auf mich zu, mein matter Geiſt findt nirgends Ruh; doch alle Müh iſt ſchon bezahlet, wenn ich die güldne Himmelsthür mir ſtell im feſten Glauben ſür. 4. Du treuer Hüter, Jeſu Chriſt, der du ein Pilgrim worden biſt, da du mein Fleiſch haſt angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil ſtets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach, eile du, und fleuch mit Gnad und Hilf herzu. 5. Durch deinen Geiſt mich heilig leit, gieb in Geduld Beſtändig⸗ keit; vor Straucheln meinen Fuß beſchütze Ich falle ſtündlich, hilf mir' auf und richte zu dir meinen Lauf; ſei mir ein Schirm in Trüb⸗ ſalshitze; laß deinen milden Gnadenſchein in Finſternis nie ferne ſein. 6. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durſt nach dir ver⸗ ſchmachten will, ſo laß mich dich zum Labſal finden; und ſchließ ich meine Augen zu, ſo bring mich zu der Siegesruh wo Streit und alle Müh verſchwinden, und wo ich kann, von Sünden rein, dein Freund und Hausgenoſſe ſein. 7. Bin ich denn hier, im fremden Land, der blinden Welt gleich unbekannt: dort ſind die Freunde, die mich kennen: dort werd ich mit der Himmelsſchar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinſten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, ach, bleib nicht lang! Hier in der Fremde wird mir bang. F. A. Lampe, † 1729. Mel. Nr. 448. 451. 1. Ich ſterbe täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach, wer nur immer fertig wär! 2. Es ſchickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft un⸗ angemeldt und fordert uns ins Reich der Toten; wohl dem, der Haus und Herz beſtellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 3. Herr aller Herren, Tod und Leben haſt du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Friſt willſt geben, das iſt und bleibt mir un⸗ bekannt hilf, daß ich jeden Glockenſchlag an meinen Abſchied denken mag. 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Toten⸗ bahr; ein kleiner Schritt iſt nur dahin, wo ich der Würmer Speiſe bin. 5. Ein einzger Schlag kann alles enden und Fall und Tod bei⸗ ſammen ſein; doch ſchlage nur mit Vaterhänden und ſchließ in Chriſti Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jeſu Kreuz, ſich hält. * Kann ich die Meinen nicht mehr ſegnen, ſo ſegne du ſie mehr als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, 0 Tröſter, ſo erbarme dich und laſſe der Verlaßnen Schrein durch deinen Troſt erhörlich ſein. 7. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, ſo ſchließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; ſo wird mein Abſchied keine Pein, zwar eilig, dennoch ſelig ſein. B. Schmolck, † 1737. 334 Die letzten Dinge. 452. (Mel. wer nur den lieben Gott läßt walten.) S —— S—— 1 Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich ſter be, ich bin ein und fin⸗de hier kein ſol⸗ches Er⸗ be, das un ver⸗ Menſch, der bald ver⸗geht, in der lich be ſteht drum zei-ge mir in Gna⸗den *—— an, wie ich recht ſe ⸗lig ſter⸗ben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich ſterbe, kein Augenblick geht ſicher hin; wie bald zerbricht doch eine Scherbe! Wie kann die Blume ſchnell verblühn! Drum mache mich nur ſtets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich ſterbe, dieweil der Tod viel Wege hält: dem einen wird das Scheiden herbe, ein andrer ſanft in Schlummer fällt. Doch wie du willſt; gieb nur dabei, daß mir mein Ende ſelig ſei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich ſterbe, und welche Erde mich einſt deckt; doch wenn ich nur den Troſt erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, ſo nehm ich jede Stelle ein; die Erd iſt allent⸗ halben dein. 5. Nun, liebſter Gott, wenn ich einſt ſterbe, ſo nimm du meinen Geiſt zu dir, auf daß ich dort mit Chriſto erbe; hab ich nur den im Glauben hier, ſo gilt mirs gleich und geht mir wohl, wann, wo und wie ich ſterben ſoll. B. Schmolck, † 1737. „1— (Mel. O du Liebe meiner Liebe.) 4353. Un„ner lebt ihm ſel⸗ber, kei⸗ner ſtirbt ihm was wir le⸗ ben, was wir ſter⸗ben, kommt o Herr, al⸗ Du mußt hel⸗fen, tra⸗gen, he ⸗ben, ——= du biſt un ſer de ſtes Teil, bleibſt im To⸗de, bleibſt im Le⸗ben un„ſer Troſt und un„ſer Heil. Sterbelieder. 335 2. Glauben, ſchauen,— leben, ſterben, gilt mit dir uns alles gleich; wenn wir nur mit Chriſto erben, macht der Tod uns ewig reich. Dann erſt fängt des Chriſten Leben und das rechte Wohlſein an, wenn er ſich zu dir erheben und dein Antlitz ſchauen kann. 3. Nun, es ſcheiden oder bleiben unſre Lieben oder wir: Jeſu, dir uns einverleiben, das ſei unſre Sorge hier! Selig, wer entſchläft in Frieden, ſelig wir, die noch nicht tot! Sind die Leiber auch ge⸗ ſchieden, ſind die Geiſter doch in Gott. 4. Heil und Wahrheit, Kraft und Stärke giebt Jehovah mehr und mehr. Alle ſeine Weg und Werke ſind voll Herrlichkeit und Ehr. Singet ihm, ihr Gotteskinder, der uns liebt am Kreuzesſtamm! Bringet Ruhm, ihr Uberwinder, Gott, dem Vater, und dem Lamm! Py. H. Weiſſenſee, † 1767. —S ———— 1 Meine Lebenszeit verſtreicht, ſtündlich eil ich zu dem Srh und wie wenig iſts vielleicht, daß ich noch zu le⸗ben ha⸗ be ſ ₰— S Denk o Menſch, an dei⸗nen Tod, ſäu⸗me nicht denn eins iſt not. 2. Lebe, wie du, wenn du ſtirbſt, wünſchen wirſt, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbſt, Würden, die dir Menſchen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; dieſe Güter ſind nicht dein. 3. Rur ein Herz, das Jeſum liebt, nur ein ruhiges Gewiſſen, das vor Gott dir Zeugnis giebt, wird dir deinen Tod verfüßen; dieſes Herz. von Gott erneut, giebt im Tode Freudigkeit. 4. Daß du dieſes Herz erwirbſt, fürchte Gott und bet und wache; ſorge nicht, wie früh du ſtirbſt; deine Zeit iſt Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht ſcheun, lern auch ſeiner dich erfreun. 5. überwind ihn durch Vertraun, ſprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn ſchaun; denn er weckt mich aus dem Staube; er, der rief: es iſt vollbracht! nahm dem Tode ſeine Macht. 6. Tritt im Geiſt zum Grab oft hin, ſiehe dein Gebein verſenken; ſprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich ſtets bedenken; lehre du mich jeden Tag, daß ich weiſer werden mag. Chr. F Gellett, 1 1769. — 455. (mel. Erhalt uns, Ferr, bei deinem Wort.)— —„ ,, 1. Wie ſi⸗cher lebt der Menſch, der Staub! Sein Le⸗ben iſt ein ————— — S fal⸗lend Laub, und dennoch ſchmeichelt er ſich gern, der S2— 5—— Tag des To⸗des ſei nöch fern. 5 1 Die letzten Dinge. 2. Der Jüngling hofft des Greiſes Ziel, der Mann noch ſeiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrtum wohr. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Not im Herzen oft an meinen Tod; der, den der Tod nicht weiſer macht hat nie mit Ernſt an ihn gedacht.. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr ge⸗ beut, und unſres Lebens kleinſter Teil iſt eine Friſt zu unſerm Heil⸗ 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt Gott alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rat des Herzens, offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, ſo ſei doch wacker und bereit, prüf deinen Glauben als ein Chriſt, ob er durch Liebe thätig iſt 7. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und ſich vom Böſen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt, dies iſt es, was vor Gott nur gilt. 8. Gieb, Herr, daß ich mit jedem Tag vor dir mein Herz er⸗ ob Liebe, Demut, Fried und Treu die Frucht des Geiſtes . in mir ſei: 9. Daß ich zu dir um Gnade fleh, ſtets meiner Schwachheit widerſteh und einſtens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: es iſt vollbracht. Cyr. F Gellert, † 1769. 456. 3 (mtel. Kerzlich thut mich verlangen.) ſ S f——— Die auf der Er⸗de wol-len, die Sterblichen, ſind Staub 5 j ſie blü⸗hen auf und fal⸗len, des To⸗des ſich⸗rer aub. S— 4 11 Ver⸗bor⸗gen iſt die Stun⸗de, da Got⸗tes Stim⸗me ruft; 11 . 1 doch je⸗de, je⸗de Stun⸗de bringt nä, her uns der Gruft. 1 2. Getroſt gehn Gottes Kinder die öde dunkle Bahn, zu der ver⸗ ſtockte Sünder verzweiflungsvoll ſich nahn, wo ſelbſt der freche Spötter nicht mehr zu ſpotten wagt, vor dir, Gott, ſeinem Retter, erzittert und verzagt. 3 Wenn dieſe Bahn zu gehen, dein Will einſt mir gebeut, wenn nahe vor mir ſtehen Gericht und Ewigkeit, wenn meine Kräfte beben und ſchon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieſer Angſt, der du zum Heil der Sünder ſelbſt mit dem Tode rangſt: und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du er⸗ löſet haſt. Begräbnislieder. 337 5. Des Himmels Wonn und Freuden ermißt kein ſterblich Herz; o Troſt für kurze Leiden, für kurzen Todesſchmerz! Dem Todes⸗ überwinder ſei ewig Preis und Dank; Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 6 Heil denen, die auf Erden ſich ſchon dem Himmel weihn, die aufgelöſt zu werden mit heilger Furcht ſich freun! Bereit, es Gott zu geben, wenn er, ihr Herr, gebeut, gehn ſie getroſt durchs Leben, hin zur Unſterblichkeit. G. Bened. Funck, † 1814. 457. (Mel. Chriſtus, der iſt mein Teben.) —, P 5 L 1. Ich weiß, an wen ich glau⸗ be und daß mein Hei⸗land — — ———— lebt, der aus dem To⸗des⸗ſtau⸗be den Geiſt zu ſich er⸗hebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn alles wankt und weicht, der, wenn dem Herzen bange, die Retterhand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, und, wenn mein Auge bricht, daß ich ihn ewig ſchaue, ihn ſelbſt von Angeſicht. 4. Er trocknet alle Thränen ſo tröſtend und ſo mild, und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn geſtillt. 5. Ich weiß, beim Auferſtehen, wenn ich verkläret bin, werd ich mit Jeſu gehen durch Ewigkeiten hin. Vers 1—4 von A. H. Niemeyer, † 1828. Vers 5 von A. Knapp,f 1864. Begräbnislieder. 458. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott.) 2—— 4 SE a —— i⸗nen gu ten Kampf hab ich auf der Welt ge⸗ denn Gott hat mir gnä ⸗dig⸗lich all mein Leid ge⸗ E— 5=— S käm pfet: dämpfet: daß ich mei⸗nes Le⸗bens Lauf ſe⸗lig⸗ ——— ————,—— lich voll-en⸗ det und die See„le him⸗mel⸗auf ———— Chri„ſto zu⸗ge⸗ſen⸗det. Fvange!. Geſangbuch 22 ———— ——— 6 338 Die letzten Dinge. 2. Forthin iſt mir beigelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt vor des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet; meines Gottes Angeſicht meine Seele ſchauet. 3. Dieſe gar verderbte Welt iſt, was meinem Leben nunmehr gänzlich nicht gefällt; drum ich mich ergeben meinem Jeſu, da ich bin jetzt in lauter Freuden; denn ſein Tod iſt mein Gewinn, mein Ver⸗ dienſt ſein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben dieſen Schritt, den ich nun thu in die Erde nieder; ſchaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch morgen wieder. H. Alberti, † 1651. 459. — 1. Ru⸗het wohl, ihr To⸗ten⸗ bei⸗ne, in der ſtil⸗len — —— EE Ein⸗ſam⸗keit! Ruhet, bis das End er⸗ſchei⸗ne, da der Herr euch 4 C —— — r. 2 zu der Freud rufen wird aus eu ⸗ren Grüf⸗ten zu den frei⸗en — ——— i Him⸗mels⸗lüf⸗ten. 2. Nur getroſt, ihr werdet leben, weil das Leben, euer Hort, die Verheißung hat gegeben durch ſein teuer wertes Wort: die in ſeinem Namen ſterben, ſollen nicht im Tod verderben. 3. Und wie ſollt im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war, den der Herr ließ einverleiben ſeiner auserwählten Schar, die er ſelbſt mit ſeinem Sterben hat gemacht zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder ſind. Muß der Leib im Grab erkalten, da man nichts als Aſche findt: wenn des Herren Hauch drein bläſet, grünet neu, was hier verweſet. 5. Jeſus wird, wie er erſtanden, auch die Seinen einſt mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ewgen Himmelsfrieden, den er ſeinem Volk beſchieden. 6. Ruhet wohl, ihr Totenbeine, in des Grabes Dunkelheit! Ruhet, bis der Herr erſcheine an dem Ende dieſer Zeit! Da ſollt ihr mit neuem Leben herrlich ihm entgegen ſchweben. F. C. Hiller, † 1726. Begräbnislieder. 339 (mel. Zeſus, meine Suverſicht.)— 1[Heu⸗ E mir morgen dir! Se mi ingen, wenn wir die Verſtorbnen hier auf den To⸗des⸗a⸗ cker Biheh S S—— Aus te Grä⸗bern rufts* für: heu⸗te mir und morgen dir! 2. Heute rot und morgen tot! Unſer Leben eilt auf Flügeln, und wir habens täglich not, daß wir uns an andern ſpiegeln; wie bald ruft 12 Herrn Gebot: heute rot und morgen tot! Menſch, es iſt der alte Bund, und der Tod zählt keine Jahre; biſt 5 heute noch geſund, denk an deine Totenbahre; jedem kommt die letzte Stund: Menſch, das iſt der alte Bund. 4. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will ſterben, eh ich ſterbe; ſo wird mir die letzte Not, wenn ſie kommt, doch nicht ſo herbe. Rüſte mich dazu, mein Gott! Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 5. Selig, wer in Chriſto ſtirbt! denn ihm wird der Tod zum Leben; wer das Leben hier erwirbt, dem nur wird es dort gegeben. Wer nicht lebet, der verdirbt; ſelig, wer in Chriſto B. Schmolck, † 1737. 461. e Der lieben Sonne Sn und Pracht.) 1 1 Die ſten von O Drt. zu Drt durch man⸗nig⸗ und kom-men in den Frie⸗dens⸗port und ruhn in — S S2 gen Jam⸗mer ih⸗ rer Kam⸗mer. Gott nimmt ſie nach dem Lauf in ſei⸗ nen Ar⸗men auf; das Wei⸗zen⸗korn wird in ſein Beet — S — auf Hoffnung rei⸗cher Frucht ge⸗ ſal Wie ſeid ihr doch ſo wohl gereiſt! Gelobt ſein eure Schritte, du cite befreiter Geiſt, du jetzt verlaßne Hütte! Du, Seele, biſt beim Herrn, dir glänzt der Morgenſtern; euch Glieder deckt mit ſanfter Ruh der Liebe ſtiller Schatten zu. 22* — 340 Die letzten Dinge. 3. Wir freun uns in Gelaſſenheit der großen Offenbarung; in⸗ deſſen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie iſt das Glück ſo groß: in Jeſu Arm und Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn, ſo tief hinab, ſo hoch hinan. N. L. Graf v. Zinzendorf, † 1760. 462. (Mel. Zeſu, komm doch ſelbſt zu mir.) 1. Al⸗ler Gläub⸗gen Sam⸗mel⸗platz iſt da, wo ihr S— Herz und Schatz, wo ihr Hei⸗land Je⸗ſus Chriſt und ihr 2 EE. F S— Le⸗ben hier ſchon ñᷓ 2. Eins geht da, das andre dort in die ewge Heimat fort, un⸗ gefragt, ob die und der uns nicht hier noch nützlich wär. 3. Doch der Herr kann nichts verſehn; und wenn es nun doch geſchehn, hat man nichts dabei zu thun, als zu ſchweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich innig nah; doch, o Liebe, wir ſind dein, und du willſt uns alles ſein. Nach N. L. Graf v. Zinzendorf, † 1760, und Chr. Gregor, † 1801. 463. (mel. nun laßt uns den Feib begraben.) 5 S S—— —— ———2 1. Run brin⸗gen wir den Leib zur Ruh und de⸗cken ihn mit * 2 3 S ——— Er⸗de zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu 9 2 E S D E„ * Staub und Er⸗de wer⸗den muß. 2. Er bleibt nicht immer Aſch und Staub, nicht immer der Ver⸗ weſung Raub; er wird, wenn Chriſtus einſt erſcheint, mit ſeiner Seele neu vereint. 3. Hier, Menſch, hier lerne, was du biſt, lern hier, was unſer Leben iſt. Nach Sorge, Furcht und mancher Not kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell ſchwindet unſre Lebenszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, ſo folgt der Lohn aus Gottes Hand. —.—— Begräbnislieder. 341 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück, wie wir ſelbſt, einen Augenblick; ſo währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unſer Leben, kurze Zeit. 6. O ſichrer Menſch, beſinne dich! Tod, Grab und Richter nahen ſich. In allem, was du denkſt und thuſt, bedenke, daß du ſterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern ſtehn, ſoll jeder zu dem Vater flehn: ich bitt, o Gott, durch Chriſti Blut, machs einſt mit meinem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unſerm Gott uns kindlich ſcheun. Wir ſind hier immer in Gefahr; nehm jeder ſeine Seele wahr! 9. Wenn unſer Lauf vollendet iſt, ſo ſei uns nah, Herr Jeſu Mach uns das Sterben zum Gewinn; zieh unſre Seelen zu ir hin! 10. Und wenn du einſt, du Lebensfürſt, die Gräber mächtig öffnen wirſt, dann laß uns fröhlich auferſtehn und dort dein Antlitz ewig ſehn! Ehrenf. Liebich, † 1780. — S— 1. Aufeer⸗ſtehn, ja, auf⸗er⸗ſtehn wirſt du, mein Staub, nach kurzer 1 — S Ruh! Un⸗ſterb⸗lichs Le⸗ben wird, der dich ſchuf, dir ge⸗ben, Hal⸗ le⸗lu⸗jah! 2. Wieder aufzublühn, werd ich geſät! Der Herr der Ernte geht und ſammelt Garben uns ein, uns ein, die ſtarben! Hallelujah! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geſchlummert habe, erweckſt du mich“ 4. Wie den Träumenden wirds dann uns ſein; mit Jeſu gehn wir ein zu ſeinen Freuden! Der müden Pilger Leiden ſind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligſte führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligtume zu deines Namens Ruhme. Hallelujah! F. G. Klopſtoc, † 1803 Mel. Nr. 460. 465. 1. Geht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wan⸗ derns müde; von der Erde ſcheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die ſüße Ruh von den Engeln droben zu. 2 Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderſtab hin, wo alles Irdſche endet; lege ſelbſt mich nun hinein in das Bette ſonder Pein. 342 Die letzten Dinge. 3. Was ſoll ich hienieden noch in dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, ſtolz und hoch wir auch ſtellen unſre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden fcheiden! Deine Hoffnung, ach, iſt hohl, deine Freuden ſelber Leiden, deine Schönheit Unbeſtand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht! Denn ich reiſ in weite Ferne, reiſe hin zu jenem Glanz, worin ihr verſchwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde; was von oben niederweht, tröſtet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eiteln Schein, droben nur kann ewig ſein. 7. Weinet nicht, daß ich nun will von der Welt den Abſchied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus dem Schatten, aus dem Sen aus dem Eiteln, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen ichts. 8. Weinet nicht! Mein ſüßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzenswunden, woraus einſt ſein heilges Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht, mein Erlöſer lebt! Hoch vom finſtern Erden⸗ ſtaube hell empor die Hoffnung ſchwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe ſpricht: Kind des Vaters, zittre nicht! E, M. Arndt † 1860. 466. (mel. Ich hab mein Sach Gott heimgeſtellt.) —— die Ruh iſt lang. Gott füh⸗ret ein, Gott führet aus: wohlan, 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid! Schleuß nur getroſt die Pforte zu! Was trauerſt du? Dein Geiſt geht hin zur ewgen Ruh. 3 Tragt ihn fein ſanft ins Schlafgemach, ihr Lieben, folgt ihm ſegnend nach! Hab gute Nacht! Der Tag war ſchwül im Erdgewühl: hab gute Nacht, die Nacht iſt kühl. 4. Ein Feſtſchmuck iſt des Sarges Tuch, ein Siegeszug der Leichen⸗ zug. Triumph, der Herr macht gute Bahn: ſein Kreuz voran,— das winkt und deutet himmelan. Begräbnislieder. 343 5. Ihr Glocken, tönt hochfeſtlich drein und läutet hell den Sabbat ein, der nach des Werktags kurzer Friſt durch Jeſum Chriſt für Gottes Volk vorhanden iſt. b. 6. O ſelig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Chriſto ſtirbt! O ſelig, wer, vom Laufe matt, die Gottesſtadt, die droben iſt, gefunden hat! 7. Was ſuchſt du, Menſch, bis in den Tod? Du ſuchſt ſo viel, und eins iſt not! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil, und wähl in Gott das beſte Teil. 8. Was ſorgſt du bis zum letzten Tritt? Nichts brachteſt du, nichts nimmſt du mit. Die Welt vergeht mit Luſt und Schmerz; ſchau himmelwärts! Da, wo dein Schatz iſt, ſei dein Herz. 9. Mit Gott beſtell dein Haus bei Zeit, eh dich der Tod an Tote reiht; ſie rufen: geſtern wars an mir, heut iſts an dir! Hier iſt kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderſtab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab! Wann, wie und wo, iſt Gott bewußt. Schlag an die Bruſt! Du mußt von dannen, Menſch, du mußt! 11. Da iſt kein Sitz zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu ſchön kein Wangenrot; im Finſtern droht der Tod und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo iſt dein Licht, dein Lebensſtrahl? Du biſt es, Jeſu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Troſtwort klingt ſo hoch und hehr:„Wer an mich glaubt, ſtirbt nimmermehr!“ Dein Kreuz, dein Grab, dein Auf⸗ erſtehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen ſehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, ſchon hier die ewgen Hütten baut! Er ſieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft ſeines Herrn. C 15. Nun, Thor des Friedens, öffne dich! Hinein!— hier ſchließt die Wallfahrt ſich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, gönnt all⸗ zugleich auch ihm(ihr) ein Räumlein neben euch. 16. Viel Gräber ſind an dieſem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet iſt die Stätte ſchon am Gnadenthron, bereitet ihm(ihr) durch Gottes Sohn. 17. Sein iſt das Reich mit Allgewalt; er zeugt und ſpricht: Ich omme bald! Jja, komm, Herr Jeſu, führ uns ein! Wir harren dein; Amen, dein laß uns ewig ſein! Chr. Fr. H. Sachſe, † 1860. Die letzten Dinge. Beim Tode von Eltern. f 467. ich i S— 1 6 Va. ter, hier im Er⸗ 6 bald wird auch mit grünem Moo⸗* ſich dein lan⸗ge nun fort⸗hin;] ſtil⸗les Grab n 2 — Stürme wer⸗den flie⸗ E gen, Schnee auf S nem Vet- te lie⸗gen. 2. Doch in unſern treuen Herzen wird dein Geiſt, dein Bild, dein Wort unter tiefen Liebesſchmerzen unvergänglich leben fort, wie du liebend uns umfangen und in Frieden hingegangen. 3. O wie heilig iſt dies Bette, wo der Herr dich hingelegt! O wie teuer dieſe Stätte, die nun dein Gebeine hegt, das im ewgen Oſterwehen himmliſch klar ſoll auferſtehen. 4. Schlafe wohl, o Vater, ſchlafe deiner Wallfahrt Leiden aus, bis der Hirte ſeine Schafe ſammelt in des Vaters Haus! Sanft ſei dir der letzte Schlummer, dein Erwachen ohne Kummer! 5. Jeſus Chriſtus, Herr der Toten! der du nichts von dem ver⸗ 3 lierſt, was dein Vater dir geboten, daß dus zur Vollendung führſt: dieſes Vaters Geiſt und Ende legen wir in deine Hände! 6. Komm, in unſer Herz zu geben deiner Wahrheit hellen Schein, daß, wenn ſich die Toten heben, unſer Vater ohne Pein ſpreche bei des Herrn Erſcheinen:„Sieh, hier ich und die Meinen!“ 31 A. Knapp, † 1864. 3 468. (Mel. wie nach einer waſetaeue 31 ſ 4 S wei ßem 1 ½ 1. zum S mer, blaß, ſchwarzem) oh ne Schmer zen, oh⸗ne Kum⸗mer, ſeh 6 dich mit ——— PP= — SS Ster⸗be⸗kleid,] ſtil⸗lem Leid,) viel⸗ge⸗treu⸗e Mut⸗ter, du! Je⸗tzo trägt Beim Tode von Eltern und Ehegatten. 345 man dich zur Ruh: ſchlummre ſüß im küh⸗len Grun⸗de — f bis zur Auf⸗er⸗ſtehungs⸗ſtun⸗de! 2. Auge, das mit Lieb und Sehnen oft die Seinen angeblickt, ſegnend, mit viel tauſend Thränen haben wir dich zugedeckt. Nie auf dieſer Erde mehr blickſt du zärtlich auf uns her; doch zu Wiederſehens Grüßen wirſt du heller dich erſchließen. 3. Hand, die treulich uns geleitet, die uns nichts als Liebe gab, Freud und Troſt um uns verbreitet, ruhe nun im ſtillen Grab! Un⸗ ermüdet war dein Fleiß, und dein Tagewerk war heiß. Wenn die Toten auferſtehen, wird in dir die Palme wehen. 4. Edler Mund, zum Reinen. Großen und zu Lieb und mildem Wort freundlich, lieblich aufgeſchloſſen, nimmer töneſt du hinfort; aber was die Lippe ſprach, tönt in unſerm Herzen nach, bis du, wenn die Gräber ſpringen, Goit wirſt Hallelujah ſingen. 5. Herz das ohne Falſch geſchlagen, das in Liebe nie geruht, das uns ſterbend noch getragen, ruhe ſanft in Gottes Hut! Weinend, dankend rufen wir; ewger Segen folge dir! Wenn die Grüfte ſich bewegen, ſchlage wieder uns entgegen! 6. Dann wird froh die Thräne fließen, wie ſie jetßt in Trauer fließt; froh wird dich dein Kind begrüßen, das dich heut in Thränen grüßt; dann, dann wird der ſchwere Stein weg von deinem Grabe ſein. Chriſtus war im Tod dein Leben; ewig darfſt du vor ihm ſchweben. A Knapp, † 1664. Beim Tode von Ehegatten. 469. (mel nach einer Prüfung kurser Tage.) —— S S 8— Her⸗ze, ſei zu„frie⸗den, ob dich ſchon der Him⸗mel bleibt dir doch be⸗ſchie⸗den, den dir dein ſchwe⸗rer Kum⸗mer plagt; Je ⸗ſus zu ⸗ geſagt; 346 Die letzten Dinge. 2. Zwar ſchwimmeſt du in heißen Thränen, das iſt der Witwen täglich Brot; du quäleſt dich mit bangem Sehnen, denn dein Goliebter iſt ja tot. Iſts möglich, wenn das Herz entzwei, daß noch der Menſch lebendig ſei? 3. Die Krone ſiel von deinem Haupte, der Baum ſtarb, ſo dir Schatten gab; die Sonne, die kein Nebel raubte, geht unter und ſinkt in ihr Grab. O welch ein Schmerz, welch eine Nacht, in welche dich der Tod gebracht! 4. Die armen Waiſen ſtehn verlaſſen, wie Schäflein, wenn der Hirte fehlt; ihr Herze weiß ſich nicht zu faſſen, indem es ſieht, was deines quält; ihr fragend Wort, ihr Schmerzensblick ruft dir, was du iori zurück So weine nur, betrübtes Herze, und klage Gott dein ſchweres Leid; iſt auch in dem größten Schmerze mit ſeiner Hilf und Troſt bereit: er iſts, der, was dich jetzt erfüllt, er iſts, der deinen Jammer ſtillt. 6. Drum halte ein mit deinen Thränen, verſinke nicht in ihrem Meer; es bringt kein Klagen und kein Sehnen dir, was du wünſcheſt, wieder her; doch wirſt du, glaub, es wird geſchehn, einſt, den du liebeſt, wiederſehn. 7. Da wird kein Tod die Herzen ſcheiden, kein Kummer um das Lager ſtehn; da werdet ihr in tauſend Freuden auf Salems ſchönen Höhen gehn und, heller als der Sterne Schein, Mann, Weib und Fie ewig ſein. 8. Indeſſen ſtille dein Gemüte, dein Jeſus ſorget ſelbſt für dich; er hört der frommen Witwen Bitte, ſein treues Herz erbarmet ſich; er iſt und bleibet allezeit auch dir mit Hilf und Troſt bereit. G. B. Scharf, † 1744. 470. (Mel. wenn mein vorhanden iſt.) S 8 ſüche, die⸗weil der Tod von meiner Seit ſo eilends hat ge⸗ 3.——— riſ⸗ſen mein treues Herz, der Tugend Swen des ich jetzt be⸗ rau⸗bet ſen. Wer kann mein ⸗ lend wen⸗ den? 2. Wenn ich an ihre Freundlichkeit gedenk in meinem Herzen, die ſie mir hat zu jeder Zeit, in Freud und auch in Schmerzen, erwieſen ganz beſtändiglich, mein Kreuz und Weinen mehret ſich, vor Angſt möcht ich vergehen. Beim Tode von Ehegatten. 347 3. Bei wem ſoll ich auf dieſer Welt rechtſchaffne Liebe finden? Der meiſte Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar verſchwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: die beſt iſt doch getraute Treu; der muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr, mir geht ein ſcharfes Schwert jetzund durch meine Seele, die abzuſcheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, o Herr Jeſu Ehriſt, in ſolchem Kreuz mein Tröſter biſt, muß ich vor Leid verzagen. 5. O treugeliebtes ſelig Herz, zu dir will ich mich wenden in dieſem meinem großen Schmerz, ob ſich mein Angſt wollt wenden; ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz gewandt in höchſte Freud und Wonne. 6. Kein Angſt, kein Trübſal, Weh und Not kann dich jetzund verletzen; im Himmel will der fromme Gott mit Liebe dich ergötzen. Die Seele ſchaut mit Luſt und Freud den Herrn in ſeiner Herrlichkeit mit allen Auserwählten. 7. Du kommſt nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir; da werd ich mit dir ſchweben in höchſter Freude, Wonn und Luſt, die deine Seele täglich koſt, drauf ich mich herzlich freue. 8. O wie mit großer Freudigkeit wolln wir einander kennen; da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach, welche Freude wird dann ſein, wenn ich dich, die ich jetzt bewein, mit Freuden werd umfangen. 9. Dies will ich ſtets in meinem Leid mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Chriſten will gebühren. Gott alles Troſtes ſteh bei mir und mich durch ſeinen Geiſt regier zu ſeines Namens Ehren. Joh. Heermann, † 1647. — 471. (Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig.) — „ 1. Geh zum Schlummer oh⸗ne Kum⸗mer teu⸗res gott⸗ver⸗ — S S — ſchläft hier aus den letz⸗ten Schmerz, und die Lie ⸗be, ½ 4— S— S S—— wenn auch trü⸗be, ſchaut durch Thrä ten him⸗mel·wärts. 2. Geh zur Ruhe, thu, o thue friedevoll die Augen zu! Viel⸗ geliebte, Vielgeübte, deines Gatten Wonne du! All die Deinen, die hier weinen, gönnen doch dir deine Ruh! 348 Die letzten Dinge. 3. Schlafe, ſchlafe! Seine Schafe kennt auch hier der treue Hirt. O hier ſchwindet, was da bindet, was die Seelen quält und irrt! Dies Verweſen ſchafft Geneſen, das dich ewig freuen wird. 4. Jauchzend ſtehen, wiederſehen wird dich unſre Liebe dann, deren Zähre Gott zur Ehre bitter, doch im Glauben rann. Dann beim Krönen wird ertönen, was die ewge Liebe kann. Herr, umfaſſe uns und laſſe leuchten hell dein Angeſicht; ſtets behüte deine Güte dieſes Grab mit Freudenlicht! Laß dich loben hier und droben; denn die Liebe ſtirbet nicht! A. Knapp, † 1864. Beim Tode von Kindern. 472. (Mel. Ermuntre mein 1 Du biſt zwar mein und blei⸗beſt mein; wer F mirs iDoch biſt du nicht nur mein al ⸗lein; der Herr von ——— — an⸗ders ſa ⸗ gen?) ew gen Ta gen, der hat das mei⸗ſte Recht an dir, der for⸗dert und von mir— dich. o mein — *= Kind, mein Wil mein Herz nd Wunſches F 5 e 2. Ach, gält es wünſchen, wollt ich dich, du Sternlein Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wünſchen und erwählen; ich wollte ſogen:„Bleib bei mir; du ſollſt ſein meines Hauſes Zier; dir will 38 mein Lieben bis in mein Sterben üben.“ 3. So ſagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch beſſer; groß iſt die Lieb in meinem Mut; in Gott iſt ſie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr,— Gott iſt der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, daraus die Jungen und Alten ſind entſprungen. 4. Ich ſehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an ſeinem Thron im Himmel ſolle leben. Ich ſprech: Ach weh, mein Licht verſchwindt! Gott ſpricht: Willkommen liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O ſüßer Rat, o ſchönes Wort und heilger, als wir denken! Bei Gott iſt ja kein böſer Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angſt, kein Mangel, kein Verſehn; bei Gott kann keinem Leid geſchehn; wen Gott verſorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. Beim Tode von Kindern. 6. Ach, dürft ich doch von ferne ſtehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne ſich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig iſt, durch den du auch geheiligt biſt; ich weiß, ich würde müſſen vor Freuden Thränen gießen. 7. Nun denn, es ſei und bleib alſo! Ich will nicht um dich weinen; du lebſt und biſt von Herzen froh, ſiehſt lauter Sonnen ſcheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh: da leb und bleib nur immer zu; wills Gott, will ich mit andern auch bald hinüber wandern. P. Gerhardt, † 1676. 473. el. vater unſer im Kimmelreich.) —— 1. So geh nun hin, dem Grabe zu, du lie⸗bes Kind ſo —— hold und ſein! Geh hin und ſchlaf in ſtil⸗ler Ruh in — deinem engen Kämmerlein! Schlaf, bis der To⸗ten Schar er⸗ wacht, ſchlaf ſanft! Viel tau⸗ſend gu⸗te Racht! 2. Wohl dir, du ſchloſſeſt früh den Lauf in dieſem armen die Seele eilte himmelauf, zu ruhen in des Herren and. Schlaf, bis der Toten Schar erwacht, ſchlaf ſanft! Viel tauſend gute Nacht! 5. Dich hat noch nie die Welt betrübt mit ihrer falſchen Sün⸗ denluſt; nun haſt du, was die Wonne giebt, du ruhſt an deines Jeſu Bruſt und ſchläfſt, bis alle Welt erwacht. Schlaf ſanft! Viel tauſend gute Nacht! 4. Dich hat des Vaters Herz verſorgt, du lebſt in ſeinem Him⸗ melshaus; hier hat er deinen Leib geborgt der Erd, daß ſie ihn geb heraus, wenn wieder alle Welt erwacht. Schlaf ſanft! Viel tauſend gute Nacht! 5. Ihr Engel, ſtehet um die Gruft, bewahret freundlich dies Ge⸗ bein, bis dermaleinſt die Stimme ruft:„Komm her, mein Kind, ach, tomm herein!“— Nun ſchlaf, bis alle Welt erwacht. Schlaf ſanft! Viel tauſend gute Nacht! 6. Geh hin! Ich folge dieſer Bahn, die Seligkeit mit dir zu ſehn; da werd ich, neu dir zugethan, erfreut vor meinem Heiland ſtehn. Wohl mir, wenn ich, dir gleich gemacht, der Welt darf geben gute Nacht! S. Vornmeiſter, 1 1688. 350 Die letzten Dinge. 474. Berzlich thut mich verlangen.) 1 So hab ich ob⸗ge⸗ſie⸗get, mein Lauf iſt nun vollbracht; ich bin gar wohl ver⸗gnü⸗get und ſag euch gu⸗te Nacht! ———— S S 2 Ihr a⸗ber, mei⸗ne Lie⸗ben, klagt nicht ſo äng⸗ſtig⸗lich. — † S Was wollt ihr euch be⸗trü⸗ben? Stehts doch ſehr gut um mich. 2. Fahrt hin, o Angſt und Schmerzen, fahrt immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöſet bin. Ich leb in tanſend Freuden in meines Schöpfers Hand; mich trifft und rührt kein Leiden, ſo dieſer Welt bekannt. 3. Die noch auf Erden wallen in irrtumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigkeit. Viel beſſer wohl geſtorben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit iſt verdorben, worinnen ich geſchwebt. 4. Zum Schmucke bringt mir Kränze, damit mein Sarg noch prangt; aus jenem Himmelslenze hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werte Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich ſo bedacht. 5. Noch netzet ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir; euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch ſchier. Des Vaters treue Liebe ſieht ſehnlich in mein Grab, die Mutter ſtehet trübe und kehrt die Augen ab. 6 Ich war euch nur geliehen auf eine lurze Zeit; Gott will mich zu ſich ziehen, drum werfet hin das Leid und ſprecht: Gott hats ge⸗ geben, Gott hats zu nehmen Macht; er nimmts zum ewgen Leben, er hat es wohl gemacht. G. W. Sacer, † 1699. Onel. Es iſt genug, ſo nimm, Kerr.) 0. —½——— iEE E Zeuchhin, mein Kind! Gott ſel⸗ber for⸗dert dich aus die ſer ch lei⸗de zwar, dein Tod be⸗trü⸗bet mich; doch weil es O — —— ar⸗gen Welt.. Gott be füllt, ſo un⸗ter⸗laß ich al⸗les ———— und will mit ſtil⸗lem Gei ſte ſagen: Zeuchhin, mein Kind! ——— —————— Beim Tode von Kindern. 351 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn; die Zeit iſt aus, darum befiehlt er dir, nun wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es ſo verſehen, was dieſer will, das muß geſchehen; zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findeſt du, was dir die Welt verſagt; denn nur bei Gott iſt wahrer Troſt und Ruh, kein Schmerz, der Seelen plagt. Hier müſſen wir in Angſten ſchweben, dort kannſt du ewig fröhlich leben; zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind; Wir folgen alle nach, ſobald es Gott gefällt du eileſt fort, eh dir das Ungemach verbittert dieſe Welt. Wer lange lebt, ſteht lang im Leide, wer frühe ſtirbt, kommt bald zur Freude; zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten ſchon auf deinen frommen Geiſt; nun ſieheſt du, wie Gottes lieber Sohn dir ſelbſt die Krone weiſt. Run wohl, die Seele iſt entbunden, du haſt durch Jeſum überwunden; zeuch hin, mein Kindl G. Hoffmann, † 1712. (mel. o welt, ich muß dich laſſen.) 5— S—— 1. Wenn klei⸗ne Him⸗mels⸗er⸗ben 2— S—— T S— —.———————0———— ſter⸗ben, ſo büßt man ſie nicht ein, ſie wer⸗den nur — S dort o„ ben vom Va„ter auf ⸗ge ho⸗ben, —— 5 — S— 4 da⸗mit ſie un⸗ver⸗lo⸗xen ſein 2 Sie ſind ja in der Taufe zu ihrem Chriſtenlaufe für Jeſum eingeweiht; ſie ſind bei Gott in Gnaden was ſolt es ihnen ſchaden, wenn er nun über ſie gebeut? 3. O wohl auch dieſem Kinde; es ſtirbt nicht zu geſchwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du geheſt ja nur ſchlafen und bleibeſt dei den Schafen, die ewig unſers Jeſu ſind. A. Rothe, † 1753. 352 Die letzten Dinge. Gericht und Ewigkeit. 477. I.(Strophe 1, 2, 7, 8, 18, 14.) F — 1. An dem Zorn⸗tag, an dem ho⸗hen, ſtürzt die Welt in Feu⸗ —— E— S ——————— lo⸗hen, Pro⸗ phe⸗ten⸗ſchwü⸗re dro⸗hen. S ein Graun wird ſein zur Stunde, wenn der Richter vnn und Kunde nimmt von allem bis zum Grunde! Ach, wie werd ich Armer ſtehen wen zum Anwalt mir er⸗ wenn Gerechte ſchier vergehen? 8. König voll erhabner Schrecken! Gnade nur deckt unſre Flecken, — Gnade, Gnade laß mich decken! 13. Du, der ſchuldfrei ſprach Marien und dem Schächer noch verziehen, haſt auch Hoffnung mir verliehen. 14. Mein Gebet gilt nicht ſo teuer aber laß mich, o du Treuer, nicht vergehn im ewgen Feuer! II.(Strophe 3, 4, 9, 10,. 15, 16.) 1 Zo⸗ne, ſam⸗melt al⸗le vor dem Thro⸗ne. 4. Erd und Tod wird ſchaun mit Beben alle Kreatur ſich heben, Antwort vor Gericht zu geben. 9. Jeſu, milder Heiland, ſiehe, wie ich Ziel war deiner Mühe, daß ich jenem Zorn entfliehe! 10. Haſt dich matt um mich geſchritten, haſt am Kreuze mich er⸗ das ſei nicht umſonſt gelitten. Zu den Schafen mich geleite, von den Böcken in die Weite ſtelle zur rechten Seite. 16. Wenn Verworfne ſich entfärben, die du hinſprichſt ins Ver⸗ derben, rufe mich mit deinen Erben. Gericht und Ewigkeit. 353 III.(Strophe 5, 6, 11, 12, 17.) ge⸗ tra⸗gen, des die Welt iſt an⸗zu„kla⸗gen. 6. Wenn der Richter alſo ſitzet, wird, was dunkel war, durch⸗ blitzet, vor der Rache nichts beſchützet. 11. Richter mit der heilgen Wage, tilge wider mich die Klage vor dem großen Rachetage. 12. Sieh, ich ſeufze ſchuldbeladen, ſchamrot über ſchweren Schaden! Hör mein Flehen, Gott, in Gnaden! 17. Tief im Staub ring ich die Hände; zum zerknirſchten Geiſt dich wende; Herr, verwalte du mein Ende! IV.(Strophe 18.) —— — S 18. Tag voll Thrä⸗nen und voll Grau⸗en, Gott die Kre⸗a⸗tur — ½—— 5——— —— S E— — wird ſchau⸗en aus dem Gra⸗be ſih er⸗he⸗ben. Schenk uns, — S S Herr, das ew⸗ge Le⸗ben! . Nach dem Lateiniſchen(dies irae) des Thomas von Celano G um 1255) von A. Knapp, † 1864. Evangel. Geſangbuch. 23 Die letzten Dinge. 478. — 243 [Mit⸗ten wir im Le⸗ben ſind mit dem Tod um⸗ Wer iſt, der uns Hil⸗fe thu, daß wir Gnad er⸗ 1. —.— S S—1 fan„ gen. Pas piſ lan ⸗gen? Das biſt du, Herr, al⸗lei⸗ne. Uns i Her⸗re Gott, hei⸗li⸗ger, ſtar⸗ker Gott, — S — hei⸗li⸗ger, barm⸗her ⸗zi⸗ger Hei„ land, wi⸗ger Gott, laß uns nicht ver⸗ſin„ ken in des bit⸗tern —= — To⸗des Not! Er⸗barm dich un„ſer! 2. Mitten in dem Tod anſicht uns der Höllen Rachen. Wer will uns aus ſolcher Not frei und ledig machen? Das thuſt du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unſre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, ſtarker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut! Erbarm dich unſer! 3. Mitten in der Höllen Angſt unſre Sünd uns treiben. Wo ſolln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Chriſt, alleine! Vergoſſen iſt dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, ſtarker Gott, heiliger, barm⸗ herziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Troſt! Erbarm dich unſer! Luther, † 1546. Gericht und Ewigkeit. 479. ———— 7— * Wachet auf! ruft uns die Stimme der Wächter ſehr hoch * Mit⸗ter⸗nacht heißt die⸗ſe Stun⸗de; ſie ru⸗ fen uns mit — auf der Zinne, wach auf, du Stadt Je ru⸗ ſa⸗lem! hel⸗lem Mun⸗de:„Wo ſeid ihr klu⸗gen Jung⸗frau„ en? ihr müſ⸗ſet ihm ent⸗ge⸗gen gehn.“ 2. Zion hört die Wächter ſingen, das Herz will ihr vor Freude ſpringen, ſie wachet und ſteht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden ſtark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jeſu, Gottes Sohn! Hoſianna! Wir folgen all zum Freudenſaal und halten mit das Abendmahl. 3. Ehr und Preis ſei dir geſungen mit Menſchen⸗ und mit Engel⸗ ʒüngen, mit Harfen und mit Cymbeln ſchön. Von zwölf Perlen ſind die Thore an deiner Stadt; wir ſtehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je geſehn, kein Ohr hat je gehört ſolche Freude; drum jauchzen wir und ſingen dir das Hallelujah für und für. Ph. Nicolai, † 1608. 480. — S S S— 1—— 7— 2——— S 1[Je ru⸗ſa⸗ lem, du hoch⸗ge⸗bau⸗te Stadt, wollt Mein ſehn⸗lich Herz ſo groß Ver⸗lan⸗gen hat und 2————— iſt nicht mehr bei Weit ü⸗ber Berg und Thale, weit 23* Die letzten Dinge. S — ü⸗ber bla⸗ches Feld ſchwingt es ſich ü⸗ber al 4——— — H S— eilt aus die⸗ſer Welt. 2. O ſchöner Tag und noch viel ſchönre Stund, wann biſt du endlich hier, da ich mit Luſt und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß ſie mit Heil anlände in jenem Vaterland? 3. O Ehrenburg, ſei nun gegrüßet mir, thu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem böſen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir hat Gott gegeben das Erb der Ewigkeit! 4. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommt dort ge⸗ zogen ſchon? Was in der Welt von Auserwählten war, ſeh ich, die beſte Kron, die Jeſus mir, der Herre, entgegen hat geſandt, da ich noch war von ferne in meinem Thränenland. 5. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Chriſten insgemein, die weiland trugen dort des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, ſchau ich in Ehren ſchweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell um⸗ geben, mit ſonnenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im ſchönen Paradeis, von höchſter Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis; das Hallelujah reine man ſingt in Heiligkeit, das Hoſianna feine ohn End in Ewigkeit: 7. Mit Jubelklang, mit Inſtrumenten ſchön, in Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön ſich regt der Freudenſaal, mit hunderttauſend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, als von Anfang geſungen das ſelge Himmelsheer. J. M. Meyfart, † 1642. 481. kei⸗ner Luſt in der Welt ge⸗wußt! 2. Sei mir hoch gegrüßt; dich ſuch ich vor allen, weil ich öd und wüſt in der Welt muß wallen und von Kreuz und Pein nie befreit kann ſein. — Gericht und Ewigkeit. 3. Deinetwegen bloß trag ich dies mein Leiden, dieſen Herzens ſtoß willig und mit Freuden; du verſüßeſt mir alles Bittre hier. 4. Trüg mein armes Herz nicht nach dir Verlangen, o in meinem Schmerz wär ich längſt vergangen, du biſt, einzig du, nichts ſonſt meine Ruh. 5. Gott, du kennſt vorhin alles, was mich kränket, und woran mein Sinn Tag und Nacht gedenket; niemand weiß um mich, als nur du und ich. 6. O wie werd ich mich dort an dir erquicken! Du wirſt mich, und ich werde dich erblicken, ewig, herrlich, reich und den Engeln gleich. 7. Schöner Himmelsſaal, Vaterland der Frommen, Ende meiner Qual, heiß mich zu dir kommen! Denn ich wünſch allein bald bei dir zu ſein. S. Dach, † 7659. 6 ſe⸗lig ſeid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den 1. O wie zu Gott ge⸗ kom⸗men! — al⸗ler Not, die uns noch hält ge⸗ fan⸗ gen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken ſchweben; was wir hier kennen, iſt nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr dagegen ruht in eurer Kammer, ſicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden iſt euch hinderlich in euren Freuden. 4. Chriſtus wiſchet ab euch alle Thränen; ihr habt das ſchon, wonach wir uns ſehnen; euch wird geſungen, was in keines Ohr all⸗ hier gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne ſterben und den Himmel für die Welt erwerben? Wer wollt hier bleiben, ſich vom Jammer länger laſſen treiben? 6. Komm, o Herr, uns aus dem Joch zu ſpannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, iſt der frommen Seelen Freud und Wonne. G „Dach, † 1659 — 358 Die letzten Dinge. 483. —————„ was die l 2. Jeſus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben ſchauen, ſein, wo mein Erlöſter ſchwebt, warum ſollte mir denn grauen? Läſſet auch ein Haupt ſein Glied, welches es nicht nach ſich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm ver⸗ bunden; meine ſtarke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleiſch und muß daher auch einmal zu Aſche werden. Dieſes weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn ſein mög allezeit. 5. Dann wird meiner Augen Licht dieſen meinen Heiland kennen, und ich ſelbſt, ich zweifle nicht, werd in ſeiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir ſein abgethan. 6. Seid getroſt und hoch erfreut, Jeſus trägt euch, meine Glieder; gebt nicht ſtatt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Chriſtus ruft euch wieder, wenn einſt die Poſaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 7. Nur, daß ihr den Geiſt erhebt von den Lüſten dieſer Erden und euch dem ſchon jetzt ergebt, dem ihr dort vereint ſollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünſcht zu ſein. Luiſe Henriette, Kurfürſtin von Brandenburg. † 1667. 184. 2——— 8 2 S Evwigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch O E⸗wig⸗keit, Zeit oh⸗ne Zeit, ich weiß vor gro⸗ — — die See⸗le bohrt, ßer Trau⸗rig⸗keit — mein ganz erſchrocknes Herz er⸗bebt, wenn mir dies Wort —— ————.——— ——— im Sin⸗ne ſchwebt. Gericht und Ewigkeit. 359 2. Kein Unglück iſt in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt, nicht endlich muß vergehen; nur die unſelge Ewigkeit iſt ohne Maße, Ziel und Zeit, bleibt unverändert ſtehen; ja, wie mein Heiland ſelber ſpricht: ihr Wurm und Feuer ſtirbet nicht. 3. O Ewigkeit, du machſt mir bang! O ewig, ewig iſt zu lang! Hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich dieſe lange Nacht zufamt der großen Pein betracht, erſchreck ich recht von Herzen. Nichts iſt zu finden weit und breit ſo ſchrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach, Gott, wie biſt du ſo gerecht, wie ſtrafeſt du den böſen Knecht ſo hart mit ewgen Schmerzen! Auf kurze Sünden dieſer Welt haſt du ſo lange Pein beſtellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen, bedenk es oft, o Menſchenkind: kurz iſt die Zeit, der Tod geſchwind! 5. Wach auf, o Menſch, vom Sündenſchlaf, ermuntre dich, ver⸗ lornes Schaf, und beßre bald dein Leben! Wach auf, es iſt ſehr hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Viel⸗ leicht iſt heut der letzte Tag; wer weiß doch, wie er ſterben mag! 6. O Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang ſonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jeſu, in dein Freudenzelt! Joh. Riſt, † 1667. Mel. Nr. 484. 485. 1. O Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang ſonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit nichts mehr vom Weltelende, das uns in dieſem Leben quält, weil ich die Ewigkeit erwählt. 2. Kein Herrlichkeit iſt in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß vergehen; ällein die ſelge Ewigkeit bleibt ohne Jahre. Ziel und Zeit, bleibt unverändert ſtehen; ja, wie das Wort des Herren ſpricht: ſie welket und vergehet nicht. 3. O Ewigkeit, du währeſt lang! Wenn mir auf Erden gleich iſt bang, weiß ich, daß dies aufhöret; drum, wenn ich dieſe lange Zeit erwäge ſamt der Seligkeit, die ewig nichts zerſtöret, ſo acht ich alles Leiden kaum als einen ängſtlich böſen Traum. 4. Im Himmel lebt der Chriſten Schar bei Gott viel tauſend, tauſend Jahr und werden des nicht müde: ſie haben mehr als Sonnen⸗ licht, ſie ſehen Gottes Angeſicht, ſie haben goldnen Frieden, wo Chriſtus giebt, wie er verheißt, das Manna, ſo die Engel ſpeiſt. 5. Ach, wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Be⸗ gier, du überſelig Leben! Ach, bringe mich, mein Gott, dahin, wonach jeßt Seele, Mut und Sinn mit allen Kräften ſtreben. Der ſchnöden Welt vergeß ich ganz und ſehn mich nach des Himmels Glanz. 6. O Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang ſonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jeſu, gieb mir ſolchen Sinn, bis ich dort ewig bei dir bin. Nach C. Heuniſch, † 1600. 360 Die letzten Dinge. 486. (Mel. Jeſu, meines CLebens CLeben. Nr. 1.) 1 Al⸗ le Men⸗ſchen müſ⸗ſen ſter-ben, al⸗les Fleiſch ver⸗ was da le bet, muß ver⸗der⸗ben, ſoll es an⸗ders geht wie Heu; wer⸗den neu. wenn er an⸗ ders ſoll K n zu gro„ßen Herr⸗lich⸗keit, die den Frommen iſt be⸗reit. 2. Drum ſo will ich dieſes Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jeſu Wunden hab ich ſchon Erlöſung funden, und mein Troſt in Todesnot iſt des Herren Jeſu Tod. 3. Chriſtus iſt für mich geſtorben, und ſein Tod iſt mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus dieſem Weltgetümmel in den ſchönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit ſchauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird ſein das Freudenleben, da viel tauſend Seelen ſchon ſind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor ſeinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geiſt! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen ſitzet der Apoſtel Zahl; wo in ſo viei tauſend Jahren alle Frommen hingefahren, wo dem Herrn, der uns verſöhnt, ewig Hallelujah tönt. 6. O Jeruſalem, du ſchöne, ach, wie helle glänzeſt du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in ſanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne! Jetzo gehet auf die Sonne, jetzo gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe ſchon erblicket alle dieſe Herrlichkeit; jetzo werd ich ſchön geſchmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der güldnen Ehrenkrone, ſtehe da vor Gottes Throne, ſchaue ſolche Freude an, die kein Ende nehmen kann. J. G. Albinus, † 1679. Gericht und Ewigkeit. 361 487. (¶Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgeſtellt.) — wie ei⸗let man S ——,—— zur Ewig⸗keit! Wie we⸗nig den⸗ ten an die Stund von Her⸗ S grund, 2. Das Leben iſt gieich wie ein Traum, ein nichtger ſe Waſſer⸗ ſchaum, ein Augenblick, der ſchnell verge ht und nicht beſteht, wie ihr dies täglich vor euch ſeht. 3. Nur du, eeet bleibeſt mir das, was du biſt; ich traue dir. Laß Verg und Hügel fallen hin, mir iſts Gewinn, wenn ich allein bei Jeſu bin. 4. So ich in der Hütte wohn, ſo lehre mich, o S Sohn! Gieb, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich ſterb, ich ſterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Luſt, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Menſch, du läufſt dem Schatten zu! Das merke du; kommiſt ſonſt nicht zu wahrer Ruh. Weg, Eitelkeit, der Thoren Luſt! Mir iſt das höchſte Gut tewnt das ſuch ich nur, das bleibet mir, ſo dort, wie hier: Herr Jeſu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das ſein, wenn ich dich ſeh und bald vor deinem Throne ſteh? Du unterdeſſen lehre mich, daß ſtetig ich mit klugem Herzen ſuche dich. J. Neander, † 1680 488. (Mel. Herzlich thut mich verlangen. —* ————,———— 1 Beden⸗ke, Menſch, das En⸗de, be⸗den⸗ke dei⸗nen Tod! Der Tod kommtoft be⸗hen⸗de; der heu⸗te friſch und rot, E fe E kann mor⸗gen und ge⸗ſchwin⸗der hin⸗weg⸗ge⸗ſtor⸗ben ſein; S— drum bil⸗de dir, o Sün⸗der, ein tägzlich Ster⸗ben ein. 62 Di ie letzten Dinge. 2. Bedenke, Menſch, das Ende, bedenke das Gericht! Es müſſen alle Stände vor Jeſu Angeſicht; kein Menſch iſt ausgenommen, dort ein jeder nahn und wird den Lohn bekommen, nachdem er hier gethan. 3. Bedenke, Menſch, das Ende, der Hölle Angſt und Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit. Hier iſt ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich, ſchmerzlich Schreien; ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Menſch, das Ende, bedenke doch die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt; dort iſt die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß, ſich nach dir zu lenken, mein Herze ſei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterthron, laß mich auch nicht verachten der Hölle Sündenlohn! 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täglich ſterben mag. Im Tod und vor Gerichte ſteh mir, o Jeſu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig ſei. Sam. Liscov(²), † 1689. 489. (Mel. Erquicke mich, du Keil der Sünder.) 1 Ich ru⸗he nun in Got⸗tes Ar⸗men, mein Leib ſchläft die Lie⸗be läſ⸗ſet mich er⸗war⸗men bei e⸗ wig S Dor i nig Ru⸗he⸗ſtun⸗ gna⸗den ⸗reichem Schein.) Dort hatt ich we-nig Ru⸗he⸗ſtun den, hier hab ich ſie in Gott ge⸗ fun⸗den. 2. Hier hab ich alles zu genießen, worauf mein Glaube ſich ge⸗ freut; der Lebensquell läßt auf mich fließen die Ströme ſeiner Seligkeit. Mein Freudenmeer iſt Gottes Fülle; bei dem iſt meine Seele ſtille. 3. Mein matter Leib ſchläft in der Erden, er ſchläft, bis ihn mein Freund erweckt. Die Aſche wird zur Sonne werden, ob ſie gleich finſtre Nacht jetzt deckt; er wird mit Freuden auferſtehen, mit mir ver⸗ int e Hochzeit gehen. 4. Da wird das Lamm mich ewig weiden auf Auen ſelger Sicher⸗ heit; da iſt das Himmelsbrot der Freuden in Ewigkeit für mich bereit; das hab ich ſchon von Gott empfangen mit denen, die vorangegangen. 5. Ihr, die ihr jetzo Thränen ſpeiſet, denkt an des Himmels Freudenmahl; ob ihr noch durch die Wüſte reiſet, Gott bringt euch in den Ehrenſaal: da werdet ihr mit Freuden ſehen, wie wohl mir durch den Tod geſchehen. Vor 1694. Gericht und Cwigkeit. 363 490. mel. valet will ich dir geben.) 1 r⸗ muntert euch, ihr Frommen! Zeigt eu⸗rer Lampen Schein;] der A⸗bend iſt ge⸗kom⸗men, die finſtre Nachtbrichtein; es hat ſich auf⸗ge⸗ma⸗chet der Bräu⸗ti⸗gammit Pracht. Auf, 4— be⸗tet, kämpft und wa⸗chet! Bald iſt es Mit⸗ter⸗nacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet ſie mit Ol und ſeid des Herrn gewärtig; bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions ſchreien: der Bräutigam iſt nah. Begegnet ihm in Reihen und ſingt Hallelujah! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Thür iſt auf⸗ geſchloſſen, die Hochzeit iſt bereit; auf, auf, ihr Reichsgenoſſen! Der Bräutigam iſt nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen; drum ſchlafet nicht mehr ein! Man ſieht die Bäume blühen, der ſchönſte Frühlingsſchein verheißt Erquickungszeiten; die Abendröte zeigt den ſchönen Tag von weitem, davor das Dunkel weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Geberden und ſeid nicht mehr betrübt! Es ſind die Freudenſtunden gekommen, und der Braut wird, weil ſie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit geſtorben ſeid, ſollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden ſonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 7. Hier ſind die Siegespalmen, hier iſt das weiße Kleid; hier ſtehn die Weizenhalmen in Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erſchlagen; hier quillt der Freudenwein. 8. Hier iſt die Stadt der Freuden, Jeruſalem, der Ort, wo die Erlöſten weiden; hier iſt die ſichre Pfort, hier ſind die güldnen Gaſſen; hier iſt der Freudenſaal, da wir uns niederlaſſen zum ewgen Hoch⸗ zeitsmahl. 9. O Jeſu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf! Geh auf, erſehnte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jeſu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlöſungszeit. L. Laurenti, † 1722. Die letzten Dinge. 491. (Mel. Gott des Fimmels und der Erden.) ———— [Wer ſind die vor t tes was iſt das für le⸗der trä⸗ get ei⸗ne Kro-ne, glän⸗zet gleich den ei ⸗ne Schar?] Ster⸗nen klar; ho⸗ Gott 2. Wer ſind die, ſo Palmen tragen, wie ein Sieger in der Hand, wenn er ſeinen Feind erſchlagen, hingeſtrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat erzeuget dieſen Sieg? 3. Wer ſind die in reiner Seide göttlicher Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das beſtäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo ſind dieſe kommen her? 4. Es ſind die, ſo wohl gekämpfet für des großen Gottes Ehr, haben Fleiſch und Blut tedene folgend nicht dem Sünderheer; die erlanget auf den Krieg durch des Herren Arm Nid Sieg. 5. Es ſind die, ſo durchgedrungen durch viel Trübſal, Angſt und Not, im Gebet auch oft gerungen mit dem hochgelobten Gott; nun hat dieſer Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es ſind die, ſo ſtets erſchienen hier als Prieſter vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nun⸗ mehr ſtehn ſie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 7. Dahin ſtreck auch ich die Hände, o Herr Jeſu, zu dir aus; wein Gebet zu dir ich wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden ſteh im Streit: treibe, Herr, die Feinde weit! 8. Hilf mir in dem Kampfe ſiegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt; führe mich aus aller Rot, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 9. Daß mein Teil ſei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähn⸗ lich ſind, und aus großer Trübſal kommen; hilf, daß ich auch über⸗ wind alle Trübſal, Not und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. 10. O, wie groß wird ſein die Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar! Lob ſei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Th. Schenck, † 1727 „ Gericht und Ewigkeit. 492. ) wer⸗den wir im unſ⸗re Freu⸗den⸗ Him⸗mel ſein!) Ge⸗hen wir hier hin und wei⸗nen, — — P— E S————— 2 kei⸗ne Nacht, dort, wo man nach Thränen lacht. 2. Ach, wer wollte ſich nicht ſehnen, dort in Zion bald zu ſtehn und aus dieſem Thal der Thränen an den Freudenort zu gehn, wo ſich unſer Kreuz in Palmen, unſer Klagelied in Pſalmen, unſre Laſt in Luſt verkehrt und das Jauchzen ewig währt. 3. O wie werden wir ſo ſchöne bei der Klarheit Gottes ſein! Wie wird uns das Lobgetöne ſeiner Engelſchar erfreun! Wie wird unſre Krone glänzen bei ſo vielen Siegeskränzen! Wie wird unſer Kleid ſo rein, heller als die Sonne ſein! 4. Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlitz ſchau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den ſchönen Himmels⸗ bau, deſſen Grund den Perlen gleichet, deſſen Glanz die Sonne weichet, deſſen wundervolle Pracht alles Gold beſchämet macht? 5. Nun, ſo ſtille mein Verlangen, o du großer Lebensfürſt! Laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht tröſten wirſt. Unterdeſſen laß auf Erden ſchon mein Herz recht himmliſch werden, bis mein Los — jener Welt auf das Allerhöchſte fällt. B. Schmold, † 1737. zer Ta ⸗ ge er⸗war⸗tet E 13 Nach ei⸗ner Prü⸗fung kur erw Dort, dort ver-wan⸗delt ſich die Kla⸗ ge in gött⸗ li⸗ uns che die E wig⸗keit] gier i Hier Tu⸗ h⸗ren Zu ⸗frie⸗den„heit. Hier übt die Tu gend ih⸗r 366 Die letzten Dinge. 2. Wahr iſts, der Fromme ſchmeckt auf Erden ſchon manchen ſelgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, ſind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Menſch, und ſeine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald ſtören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräuſche dieſer Welt, bald kämpft in ſeinem eignen Herzen ein Feind, der öfter ſiegt, als fällt; bald ſinkt er durch des Nächſten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend oftmals leidet, das Laſter oftmals glück⸗ lich iſt, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten ver gißt, hier kann der Menſch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit ſein. 5. Hier ſuch ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Wert empfinden, den unausſprechlich großen Wert; den Gott der Liebe werd ich ſehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt ſein und lieblich Weſen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn ſtets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel ſah, das wunderbar und heilig nennen, was unerforſchlich hier ge ſchah; da denkt mein Geiſt mit Preis und Dank die Schickung im Zuſammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, ſich offenbart, ein Heilig, Heilig, Heilig! ſingen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig ſehn, das nie geſtörte Glück erfahren, ſtets fromm mit Frommen umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionen Malen noch ſegnen, daß er ihn mir wies; da find ich in des Höchſten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben, vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil ſei dir; denn du haſt mein Leben, die Seele mir ge⸗ rettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele ſein! 12. Was ſeid ihr, Leiden dieſer Erden, doch gegen dieſe Herrlich⸗ keit, die offenbar an uns ſoll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen ſie iſt doch ein Angenblick voll Müh! Chr. F. Gellert, † 1769. Gericht und Ewigkeit. 494. (Nel. Su dir erhebt ſich mein Gemüthe.) 5[Die See ⸗le ruht in Je ſu Ar⸗men, der Leibſchläft nun kann ſich Herz an Herz er⸗war⸗men; die Ruh iſt — ſanft im Er⸗den⸗ſchoß;] die ſie nach we⸗nig Kampfes⸗ unaus⸗ſprechlich groß,) 1 Gott hat die Thränen ab„ge⸗ — E 8 3 ſtun⸗ den bei ih⸗rem hol⸗den Freund ge fun⸗den wi ſchet, ihr Geiſt wird durch und durch er⸗ fri„ſchet, ſie ſchwimmt im ſtil- len Frie⸗dens⸗meer. des Her ⸗ren Glanz iſt um ſie her. 2. Sie iſt nun aller Not entnommen, ihr Schmerz und Seufzen iſt dahin; ſie iſt zur Freudenkrone kommen, ſie ſteht als Braut und Königin im Golde ewger Herrlichkeiten dem großen König an der Seiten; ſie ſieht ſein klares Angeſicht. Sein freudenvolles lieblich Weſen macht ſie nun durch und durch geneſen; ſie iſt ein Licht im großen Licht. 3. Sie jauchzt dem Sterblichen entgegen: Ja, ja, nun iſt mir ewig wohl! Ich bin durch meines Mittlers Segen des Lebens, Lichts und Freuden voll! Mein ſchönes Erbteil iſt mir worden; viel tauſend aus der Selgen Orden bewundern jauchzend meine Pracht. Man kann in allen Himmelschören gleichwie mit Donnerſtimmen hören: der Herr hat alles wohlgemacht. 4. Ja wohl gemacht durchs ganze Leben, recht wohl in meiner Todespein! Sein mütterliches Tragen, Heben bracht mich heraus, hindurch, hinein: heraus aus dieſer Erden Lüſten, hindurch durch die Verſuchungswüſten, hinein ins ſchönſte Kanaan. Da darf ich auf den grünen Auen den Helden, der mich führte, ſchauen, der große Ding an mir gethan. 5 Nun kann das Kind den Vater ſehen, es fühlt den ſanften Liebestrieb; nun kann es Jeſu Wort verſtehen: er ſelbſt, der Vater, hat mich lieb! Ein unergründlich Meer des Guten, ein Abgrund ewger Segensfluten entdeckt ſich dem verklärten Geiſt; er ſchauet Gott von Angeſichte und weiß, was Gottes Erb im Lichte und ein Miterbe Chriſti heißt. oRoO 368 Die letzten Dinge. 6. Der matte Leib ruht in der Erden, er ſchläft, bis Chriſtus ihn erweckt; dann wird der Staub zur Sonne werden, den jetzt die finſtre Gruft bedeckt; dann werden wir mit allen Frommen, wer weiß, wie bald, zuſammenkommen und bei dem Herrn ſein allezeit; dann werden wir ihn ewig ſehen. Wie wohl, wie wohl wird uns geſchehen! Herr Jeſu, komm, mach uns bereit! J. B. E. Allendorf, † 1773. Mel. Nr. 494. 495. 1. Es iſt noch eine Ruh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde Licht! Du ſeufzeſt hier in deinen Banden und deine Sonne ſcheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor ſeinem Stuhle weiden; wirf hin die Laſt und eil herzu! Bald iſt der heiße Kampf geendet, bald, bald der ſaure Lauf vollendet; ſo gehſt du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Menſch geboren, die Liebe ſie uns ſchon beſtimmt. Der gute Hirte wollte ſterben, uns dieſe Ruhe zu erwerben; er ruft, er locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, verſäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Laſt und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr müde und gebückt. Ihr habt des Tages Laſt getragen, dafür läßt euch der Heiland ſagen: Ich ſelbſt will eure Ruhſtatt ſein! Ihr ſeid ſein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Hölle toben, ſeid nur getroſt und gehet ein! 4. Da wird man Freudengarben bringen, denn unſre Thränen⸗ ſaat iſt aus. O, welch ein Jubel wird erklingen und ſüßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid wird ferne weichen, es wird kein Tod uns mehr erreichen, wir werden den Erlöſer ſehn; die Thräne wird vom Aug er wiſchen, ſein Lebensſtrom wird uns erfriſchen. Wer weiß, was ſonſt noch ſoll geſchehn! 5. Kein Durſt, noch Hunger wird uns ſchwächen, denn die Er⸗ quickungszeit iſt da; die Sonne wird uns nicht mehr ſtechen; der Herr iſt ſeinem Volke nah. Er ſelbſt will über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Troſt, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen, der große Sabbat iſt erſchienen, da man von keiner Arbeit weiß. 6. Da ruhen wir und ſind in Frieden und leben ewig ſorgenlos. Ach, faſſet dieſes Wort, ihr Müden! Legt euch dem Heiland in den Schoß! Ach, Flügel her! Wir müſſen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet ſchon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geiſt, zum Jubilieren, auf, gürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! J. S. Kunth, † 1779. Gericht und Ewigkeit. 496. mel. wie ſchön leuchtet der Morgenſtern.) T ————— S E— S S o Gott, wird ganz ent⸗zückt, wenn er hin⸗ ſwo dei ⸗ne mil- de Va⸗ter⸗hand aus neu⸗en auf gen Him⸗mel blickt, da⸗ hin dein Rat uns lei⸗tet; Wundern wird er⸗kannt, die du da⸗ſelbſt ver⸗brei⸗tet.) —— 4 Mäch tig fühl ich mich er⸗hosben, dich zu lo⸗ben, — 2. Was ſind die Freuden dieſer Zeit, Herr, gegen jene Herrlich⸗ keit, die dort bei dir zu finden? Du ſtellſt uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, zum fröhlichen Empfinden; doch hier ſind wir bei den Freuden noch mit Leiden ſtets umgeben; dort nur iſt vollkommnes Leben. 3. Kein Tod iſt da mehr und kein Grab; dort wiſcheſt du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da iſt kein Leid mehr, kein Geſchrei; denn du, o Herr, machſt alles neu, das Alte iſt vergangen; hinfort ſind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen.. 4. In unſres Gottes Heiligtum ſchallt ſeines Namens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier ſtrahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier ſchaut man ſie nicht mehr von fern, hier wird ſie neu beſungen. Völlig giebt ſich, ſie zu tröſten, den Erlöſten zu erkennen der, den ſie ſchon Vater nennen. 5. Vor ſeinem Antlitz wandeln ſie, auf ewig frei von aller Müh, und ſchmecken ſeine Güte. Hier ſtört den Frieden ihrer Bruſt und ihre tauſendfache Luſt kein feindliches Gemüte; kein Neid, kein Streit bemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfüro nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar iſt dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich ewig wieder. Dort ſammelt deine Vater⸗ hand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, ſelbſt mit Engeln Freundſchaft pflegen; o ein Umgang voller Segen! 2 Wo iſt mein Freund, des Höchſten Sohn, der mich geliebt? Wo glänzt ſein Thron? In jenen Himmelshöhen, da werd ich dich, Herr Jeſu Chriſt, ſo menſchenfreundlich als du biſt, auch mit Ent⸗ zücken ſehen; da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich ſcheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. Evangel. Geſangbuch. 24 370 Die letzten Dinge. 8. Wie herrlich iſt die neue Welt, die Gott den Frommen vor⸗ behält! Kein Menſch kann ſie erwerben. O Jeſu, Herr der Herrlich⸗ keit, du haſt die Stätt auch mir bereit; hilf ſie mir auch ererben! Loß mich eifrig darnach ſtreben und ſo leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. J. S. Diterich, † 1797(nach Ahasverus Fritſch, † 1701). 497. (Mel. Es iſt gewißlich an der Zeit.) S S Schon iſt der Tag von Gott be⸗ſtimmt, da, wer 5 Er⸗den ſein Los aus Got⸗tes Hän⸗den nimmt, nach⸗ dem er hier ge⸗ wn Er kommt, er kommt, des er — E S —tommt und Wol⸗ken ſind ſein der Er⸗de Kreis zu rich⸗ten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, verſammeln ſich die Scharen, die ſeit dem erſten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwiſſenden bekannt, unzählbar, wie des Meeres Sand; hier ſtehn ſie vor dem Richter. 3. Hier muß der falſche Wahn der Welt der Wahrheit unter⸗ liegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sünde ſiegen. Hier iſt zur Buße nicht mehr Friſt, hier gilt nicht mehr Betrug und Liſt, hier gilt kein falſcher Zeuge. 4. Der Richter ſpricht; der Himmel ſchweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So ſpricht er zu frommen Schar; zu der, die ihm nicht folgſam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: Stürzt über uns zu⸗ ſammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns ſelbſt ver⸗ dammen! Die Frommen aber ſtehn im Licht des Friedens, und ihr Angeſicht ſtrahlt ſeliges Entzücken. 6. Frohlockend ziehn ſie in das Reich, das Gott für ſie bereitet, wo er ſie, ſeinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stück⸗ werk wird Vollkommenheit; kein Kummer, keine Traurigkeit ſtört ihre ſelgen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernſt be⸗ denken! Es ſtärke mich mit Zuverſicht, ſo oft mich Leiden kränken! Es reize mich, gewiſſenhaft und, eingedenk der Rechenſchaft, nach deinem Wort zu wandeln. S. Diterich, † 1797. Gericht und Ewigkeit. 498. Onel. wachet auf, ruft uns die Stimme.) 1 Se⸗lig ſind des Himmels Er⸗ben, die To⸗ten, die im Nach den letz⸗ten Au⸗gen bli⸗cken des Totenſchlummers Her⸗ren ſter-ben, zur Auf⸗er⸗ſte⸗hung ein⸗ ge⸗weiht! folgt Ent⸗zü⸗cken, folgt Won⸗ne und Un⸗ſterb⸗lich„ keit!) —— — —— Im Frie⸗den ru⸗hen ſie, frei von der Er⸗de Müh, 2—,—5———— S E Ho⸗ſi⸗an⸗ na! Vor Got⸗tes Thron zu ſei⸗nem Sohn — ——— be ⸗glei⸗ten ih⸗re Wer ⸗ke ſie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre ſei dir, Verſöhner Jeſu Chriſt! Ihr, der überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert iſt! Er ſank wie wir ins Grab, wiſcht unſre Thränen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht! Nicht Tag, nicht Racht wird an des Lammes Throne ſein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne ſcheint uns alsdann; er iſt uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun biſt du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr; das Alte iſt nicht mehr. Hallelujah! Er ſank hinab, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. F. G. Klopſtock, † 1803. 499. I— E— hab von ferne, Herr, dei⸗nen Thron er⸗blickt, * und hät⸗te ger⸗ne mein Herz vor⸗aus⸗ge⸗ſchickt und hät⸗te 24* Die letzten Dinge. 2— 8 ge⸗ 2. Das war ſo prächtig, was ich im Geiſt geſehn! Du biſt allmächtig; drum iſt dein Licht ſo ſchön! Könnt ich an dieſen hellen Thronen doch ſchon von heute an ewig wohnen!:,: 3. Nur bin ich ſündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geiſt gezeigt; ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:,: 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erſchreckt; ich bin ſchon ſelig, ſeitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünſtig lieben..: 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt geſehn, und ohn Er müden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gaſſen lebens⸗ lang nicht aus den Augen laſſen.:,: J. Timoth. Hermes, † 1821. Wir werden bei dem Herrn ſein zeit! Du Tief⸗dun⸗kel iſt die ern ⸗ ſte E⸗wig⸗keit,— doch —— Hei⸗mat⸗land in frem⸗den Pil⸗ger⸗tha⸗len!] wie durch Nachtgewölk des Mondes Strahlen, —— — glänzt der Ver⸗ hei⸗ßung Licht durch To⸗des ⸗leid: wir wer⸗den bei dem Herrn ſein al⸗ le 2. Bei ihm daheim! In ſeiner Liebe ruht die Seele aus von ihrer Irrfahrt Schmerzen. Der langen Sehnſucht Ziel, das höchſte Gut, der Herzen Heimat iſt in ſeinem Herzen; er ging voran, die Stätte ſteht bereit; wir werden bei dem Herrn ſein allezeit! 2 Anhang. 378 3. Bei ihm verſammelt! Seinem Salem geht die Wallfahrt zu. Wie oft in guten Stunden, wenn ſeiner Nähe Odem uns umweht, hat es ſein Volk vor ihm vereint empfunden; das iſt die Fülle aller Seligkeit: wir werden bei dem Herrn ſein allezeit! 4. Hier trennt die Welt; was heut ſich liebend fand, ſehnt morgen ſich nach Blick und Wort vergebens; es drängt ſich zwiſchen Seelen Meer und Land, und ſtarrer noch das Machtgebot des Lebens. Der Himmel ſammelt, was die Welt zerſtreut; wir werden bei dem Herrn ſein allezeit! 5. Und waren wir hier jemals ganz vereint? Ach, nur das Reine eint ſich mit dem Reinen! Die Schuld, die täglich noch das Herz beweint, ſie ſcheidet es von den geliebten Seinen. Der Fürſt des Friedens tilgt, was uns entzweit; wir werden bei dem Herrn ſein allezeit! 6. Wir irren alle, ſind erlöſt noch nicht von alter Sinnverwir⸗ rung ſchweren Banden; die Sprache, die ein Kind des Hauſes ſpricht, wird von dem andern Kinde nicht verſtanden. Das Wort des Voters löſt der Rede Streit: wir werden bei dem Herrn ſein allezeit! 7. Du Gotteswort, dem froh der Glaube traut, wohl magſt du allen Erdenjammer ſtillen, das finſtre Thal, vor dem der Seele graut, mit Morgenrot und heilgem Frieden füllen! O Heimatlicht aus dunkler Ewigkeit: wir werden bei dem Herrn ſein allezeit! Meta Heußer⸗Schweizer, † 1876. Anhang. 2 — a al⸗ler Not, o gro⸗ßer ſwann Sa⸗tans Wut, die Höl⸗len⸗rott den Ra⸗chen S Gott, Herr al⸗ler Her⸗ren, i ge„gen mich auf⸗ſper⸗ren, 6— 82 und in die höch⸗ſte Not zu brin⸗gen, ſo bitt ich dich herzin⸗niglich, mein Va ter, ſo hab acht auf mich. Anhang. 2. Hab acht auf mich; wann mich die Sünd will von dem höchſten Gut abwenden, ſo halte mich, Herr, als dein Kind mit deinen treuen Vatershänden; bleib du mir ſtets in dem Gedanken, laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen ſich, mein Vater, ſo hab acht auf mich. 3. Hab acht auf mich, wanns gehet wohl; wann mir die Glückes⸗ ſonn will ſcheinen, die meine Seel macht freudenvoll, daß ſie nichts wiſſen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, viel⸗ mehr auf deine Güte ſchaue, weil oft das Glücksrad wendet ſich: mein Vater, ſo hab acht auf mich. 4. Hab acht auf mich und ſteh mir bei, wann mir das Unglück brauſt entgegen, daß ich nicht zu verzaget ſei und weichen mög von deinen Wegen, die mir zu wandeln ſind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterlich, mein Vater, ſo hab acht auf mich. 1 5. Hab acht auf mich, wann ich geſund, wann ich empfinde keine Schmerzen, wann keine Klag in meinem Mund noch Trauern iſt in meinem Herzen; damit ich bei geſundem Leibe dir dankbar und ge⸗ horſam bleibe; auf daß ich nie vergeſſe dich, mein Vater, ſo hab acht auf mich. 6. Hab acht auf mich, auch wann ich krank, wann die Geſundheit will verſchwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehme die Arznei der Sünden; laß mich nicht ungeduldig werden und denke, daß ich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren ſich, mein Vater, ſo hab acht auf mich. 7. Hab endlich dann auch acht auf mich, wann ich der Welt Valet ſoll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, da mir das frohe Glaubensende erteilen werden deine Hände; daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, ſo hab acht auf mich. 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngſter Tag erſcheinet, der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, ſo man hier nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten ſtehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jeſu, dann hab acht auf mich, ſo will ich ewig preiſen dich. H. L. Schloſſer, † 1723. Titurgiſche Geſcnge. I. Wechſelgeſänge der Gemeinde für den Haupt⸗ gottesdienſt an Sonn⸗ und Feiertagen. Zum Beginn:((Nach: Im Namen Gottes des Vaters u. ſ. w.) A⸗ men. Zum Eingangsſpruch: 8— S—— —— — gen Gei⸗ſte, wie es war von jetzt und im⸗mer⸗dar .——— und von E⸗wig⸗keit zu E⸗wig⸗ teit. Aen men. ——— wie es war von An,fang, jetzt und im⸗ und von E⸗ wig⸗keit zu E⸗ wig⸗keit. A⸗men. 376 Liturgiſche Geſänge. 3. Bitte um Vergebung.(Zum Sündenbekenntnis.) a. —— Her⸗re Gott, er⸗bar⸗me i9 Chri⸗ſte, er⸗bar⸗me dich! ——— Her⸗re Gott, er⸗bar⸗me dich! k——=— Herr, erbarme dich! Chriſte, dich! über uns. 4. Dank für die Erlöſung.(Nach der Gnaden⸗ verſicherung, ſchließend mit: Lobſinget ihm, erhebet ſeinen Namen.) —— SS— Eh re ſei Gott in der Hö⸗ e/un auf Er⸗ den Fried S Oder: Allein Gott ———— in der Höh ſei Ehr! und den Menſchen ein Wohl⸗ ge⸗ fal⸗ len! 5. ee des Geiſtlichen und der Ge⸗ meinde.(Geiſtlicher: Der Herr ſei— euch!) ——— und mit dei⸗nem Gei⸗ſte. Zum Gebet.— 7 men. 7 Zur Schriftleſung.(Nach der Epiſtel, ſchließend mit: Lob, Ehr und Preis ſei Gott von Fwigleit zu Ewigkeit.) ———— K— 4 3 Hal ⸗le⸗ lu⸗jah, Hal-le⸗ ln jah! In der Paſſionszeit. An Sonn⸗ und Feiertagen. 377 F 9 s. Zur Schriftleſung.(Nach dem Evangelium, ſchließend mit: Lob ſei dir, o Jeſu!) 9. D „ Wir glau⸗ben all an ei⸗ nen Gott, Schöpfer Himmels uns zum Va⸗ter hat ge⸗ ge⸗ben. Er will uns allzeit er-näh⸗ren, zur Se⸗lig⸗keit wohl be⸗wäh⸗ren durch den heil⸗gen Geiſt im Glau⸗ ben; kein Leid ſoll uns wi⸗der⸗fah⸗ren. — S S Und ob auch Tod und Höl„le dräut, wir ſind des Herrn in E„ wigkeit! Oder vom Geiſtlichen geſprochen und von der Ge⸗ meinde bekräftigt durch: Liturgiſche Geſänge. 10. Nach dem Vaterunſer. — S A⸗ men. 11. Nach dem Segen. —— S — 8 A⸗men, A⸗men, A⸗ men. men A„„ men. IHI. Wechſelgeſänge zur Abendmahlsfeier. ——— — 7.* ein rei⸗nes Her⸗ze und A— —— S——— gieb mir ei⸗nen neu⸗en ge⸗wiſ⸗ſen Geiſt. Ver⸗wirf mich nicht, — — und mit dei⸗nem Geiſte. Nach den Worten: Die Herzen in die Höhe! .— . Zur Abendmahlsfeier. Schlußgeſang. 379 4. Nach den Worten: Laſſet dankſagen unſerm Gott! Das iſt wür⸗dig 5. Nach dem Kollektengebet. —— S5 8 Hei⸗lig, tei ſ ſ. hei lig iſt Gott der Herr Ze⸗ba⸗oth! 6—— Al⸗le Lan⸗ de ſei⸗ner re voll. Ho⸗ſi⸗an-na Na⸗men des Herrn, Ho⸗ſi⸗ an⸗na in der Hö⸗he! III. bei Feſtgottesdienſten. — —— Die wir uns all⸗hier bei⸗ſam⸗men fin- den, ſchla⸗gen uns auf dei⸗ne Mar⸗ter zu ver⸗ bin» den, dir auf ——— — unſ⸗re Hän⸗de ein, 2 2 z. vaß die Wob⸗ge⸗ e wig treu zu ſein. Und zum Zei⸗chen, daß die Lob⸗ge ———————— — „ne dei⸗nem Her⸗zen an⸗ge⸗ nehm und ſchöene, ſa⸗ 6 K men! und zu⸗ de, e de, mit euch! — 0—— Gebete zur häuslichen Andacht I. Allgemeine Gebete. 1. Bſalm 67. Gott ſei uns gnädig und ſegne uns; er laſſe uns ſein Antlitz leuchten, daß wir auf Erden erkennen ſeinen Weg, unter allen Heiden ſein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. Die Völker freuen ſich und jauchzen, daß du die Leute recht richteſt und regiereſt die Leute auf Erden. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Das Land giebt ſein Gewächs; es ſegne uns Gott, unſer Gott. Es ſegne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! Amen. 2. Bitte um die Gabe des Gebets. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, vernimm mein F2 mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten. liebreicher Vater! Du haſt mir befohlen zu beten, und dein lieber Sohn hat es mich gelehrt; dein heiliger Geiſt erinnert mich oft in meinem Herzen des Gebets. Ich weiß auch, daß alle voll⸗ kommenen Gaben von dir, Vater des Lichtes, kommen müſſen, und daß kein wahres beſtändiges Gut, keine Hilfe und kein rechter Troſt ohne Gebet erlangt werden können. Dennoch bin ich ſo läſſig und träge zum Gebet und rechne mehr auf meine Arbeit und Klugheit, als auf deine Hilfe und Gnade. Ach, vergieb mir dieſe Sicherheit und Thorheit! Wende von mir die Strafe, womit du den Verächtern deiner Gnade droheſt, und gieb mir den Geiſt der Gnade und des Gebets. Laß mich deine tröſtliche Verheißung bedenken: daß ſelig werden ſoll, wer deinen Namen anruft; daß du antworten willſt, wenn wir zu dir reden; daß du nahe biſt denen, die dich anrufen. Entzünde mein Herz mit inniger Andacht, damit mein Gebet dir angenehm ſei. Erfreue mein Gemüt mit dem Lichte deiner Gnade und reinige meine Lippen durch das Feuer deines Geiſtes. Erhöre mein Gebet und laß es dir wohlgefallen, wenn ich meine Hände zu dir aufhebe. Erwecke in mir einen heiligen Durſt nach deiner Gnade und laß mich deine Herrlichkeit im Glauben ſehen, wenn mein eignes Elend mich niederbeugt und meine Augen mit Thränen füllt. Ach, Herr, der du die Herzen kennſt, du weißt, wie unbeſtändig menſchliche Gemüter ſind, viel beweglicher als die Welle vom Winde. Allgemeine Gebete. 381 Befeſtige ſelbſt meine Seele und nimm von mir den zerſtreuten Sinn, daß ich nicht durch mancherlei Gedanken hin⸗ und herbewegt werde. Regiere du das Schifflein meines Herzens mit dem Hauche deines Geiſtes und bezwinge den Sturm, daß es ruhig in mir werde, um dich ohne Hinderniſſe anzuſchauen und in himmliſcher Stille mit dir vereinigt zu bleiben. Führe mich in die Einſamkeit, wo ich die Welt vergeſſe und du dich mir offenbarſt. Erneure mir Herz und Sinn und entferne alles, was die Liebe zu dir hindert, jegliche Neigung des ſündigen Willens und des Unglaubens. Laß mein Gemüt eine Woh⸗ nung deines heiligen Geiſtes ſein, daß ich dich anrufe, dich lobe und dir danke und damit ein Zeugnis meiner Kindſchaft bei dir empfange. Erfülle mich mit Liebe, Troſt und Stärke; gieb mir den Frieden, der von dir kommt, die Andacht, die dich überall ſucht und findet, und die Freude, die nie von mir kann genommen werden. Laß mich mit dir, mein Vater, und mit deinem Sohne, als meinem Herrn und Haupte, durch die Wirkung deines Geiſtes immer mehr vereinigt werden, und mache mich zu einem lebendigen Gliede der Gemeinde auf Erden und im Himmel, die deinen Willen thut und dich mit gläubiger Zuverſicht der Erhörung im Namen Jeſu Chriſti anruft. Lied Nr. 301: Gott iſt gegenwärtig. 3. Allgemeine Fürbitte. Du erhöreſt Gebet, darum kommt alles Fleiſch zu dir. Pſ. 65, 3. Herr Gott, dreieiniger Gott, du haſt in deinem heiligen Worte uns geboten, daß wir für einander beten ſollen. Darum unterwinden wir uns, mit dir zu reden und dir unſeres Herzens Anliegen vorzu⸗ tragen. Du wolleſt unſer Flehen nicht verwerfen, ſondern gnädiglich annehmen und erhören. Wir bitten dich, du getreuer Gott und Heiland, für deine Kirche; erhalte, ſchütze, regiere und führe ſie; ſchenke ihr allezeit treue Hirten und Lehrer und ſalbe dieſelben mit deinem Geiſte und ſegne die Arbeit; wehre allen Feinden, dömpfe alle Irrlehren, bewahre deine Gemeinde vor Argernis und Spaltung und laß die Ehre deines hei⸗ ligen Namens in der Welt immer mehr ausgebreitet werden. Er⸗ leuchte die Irrenden, bekehre die Gottloſen, habe Langmut mit uns armen Sündern, vergieb den Bußfertigen und züchtige die loſen Ver⸗ ächter zu ihrem Heil. Erbarme dich aller Heiden und ſegne die Boten des Friedens, welche du zu ihnen ſendeſt, daß ſie dir ein großes Volk gewinnen und dein Name an allen Enden der Erde geheiligt werde. Segne die chriſtlichen Schulen, alle Lehrer und die liebe Jugend, damit dieſelbe aufwachſe in wahrhaftiger Gottesfurcht und recht⸗ ſchaffenem Glauben. Nimm in deine gnädige Obhut alle Anſtalten, die zur Förderung deines Reiches und zur Ausbreitung deines Evan⸗ geliums dienen, und erfülle mit deinem Geiſte alle, die daran arbeiten. Beſchütze auch, du ſtarker, allmächtiger Gott, unſer Regiment und gemeines Weſen und gieb allen Fürſten und Obrigkeiten rechte Weis⸗ heit und Gottſeligkeit. Hilf, daß ſie deiner Kirche, des ganzen Vater⸗ Allgemeine Gebete. landes und aller Unterthanen ſich treulich annehmen, und ſegne ihr Thun reichlich. Insbeſondere befehlen wir in deine Gnadenhand den deutſchen Kaiſer und unſern Großherzog ſamt dem ganzen Großher⸗ zoglichen Hauſe. Pflanze in die Herzen aller Gewaltigen Gedanken des Friedens; gieb allen Räten heilſame Ratſchläge; verleihe allen Richtern Gerechtigkeit, allen Beamten Barmherzigkeit, auf daß bei uns und überall das Böſe beſtraft, das Gute belohnt, dem Ubel ge⸗ ſteuert und, was löblich iſt, erhalten und gefördert werde. Sei mit allem Volke, daß es die Obrigkeit liebe, ihre Herrſchaft ehre und den Geſetzen folge. Segne einen jeden in ſeinem Stande und Berufe; walte gnädig über unſerer Gemeinde und unſerem ganzen Vaterlande. Segne auch den Hausſtand und verleihe allen Haus⸗ vätern und Hausmüttern Frieden in ihrer Ehe, Glück in ihrer Nahrung und ihrem Gewerbe und Freude an ihren Kindern. Den Kindern gieb willigen Gehorſam, kindliche Furcht, rechtſchaffene Demut und Ehrerbietung und laß allen Segen ihrer Eltern reichlich an ihnen erfüllt werden. Beſchere allen Hausherren und Hausfrauen gute Dienſtboten; allem Geſinde aber verleihe herzliche Liebe und Gehorſam, Treue und Redlichkeit. Laß dir, o Herr, alle Menſchen befohlen ſein und gieb einem jeden, was er bedarf. Insbeſondere erbarme dich aller Armen und Elenden; tröſte alle Traurigen und Betrübten; nimm dich der Kranken an; bekehre alle Verbrecher und erlöſe alle unſchuldig Gefangenen. Verſorge die Witwen und Waiſen, trage die Alten, ſtärke und tröſte die Sterbenden. Sei gnädig allen, die uns feind ſind, und mache ſie uns freundlich geſinnt. Halte in deiner Gnade alle, die ſich unſerem Gebet befohlen haben und die du gar wohl kennſt.(Insbeſondere bitten wir dich für u. ſ. w. Hier ſind etwaige beſondere Fürbitten einzuſchalten.) Zuletzt aber laß dir, lieber Gott, noch beſonders be⸗ fohlen ſein alle unſere Angehörigen in der Nähe und in der Ferne: behüte ſie vor allem Uibel, gieb ihnen alles Gute und regiere ſie mit deinem heiligen Geiſte. Sei mit ihnen und uns allen heute und alle Tage, und hilf uns endlich, wenn unſer Stündlein kommt, aus zum ewigen Leben. Amen. Lied Nr. 304: Herr, höre! Herr, erhöre! 4. Tuthers Morgenſegen. Wenn ich mich zu Bette lege, ſo denke ich an dich; wenn ich erwache, ſo rede ich von dir. Pſ. 63, 7. Das walte Gott Vater, Sohn und heilger Geiſt! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmliſcher Vater, durch Jeſum Chriſtum, deinen lieben Sohn, daß du mich dieſe Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet haſt, und bitte dich, du wolleſt mich dieſen Tag auch behüten vor Sünden und allem Ubel, auf daß dir all mein Thun und Leben gefalle. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel ſei mit mir, daß der böſe Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 291: Vater unſer im Himmelreich. ———— Morgen⸗ und Abendgebete. 5. Tuthers Abendſegen. Herr, ich gedenke des Nochts an deinen Namen. Pſ. 119, 55. Das walte Gott Vater, Sohn und heilger Geiſt! Amen. Ich danke dir, mein lieber himmliſcher Vater, durch Jeſum Chriſtum, deinen lieben Sohn, daß du mich dieſen Tag ſo gnädiglich behütet haſt, und bitte dich, du wolleſt mir vergeben alle meine Sün⸗ den, wo ich Unrecht gethan und dich beleidigt habe, und mich dieſe Nacht auch ſo gnädiglich behüten. Ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel ſei mit mir, daß der böſe Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 386: Hinunter iſt der Sonnenſchein. II. Morgen⸗ und Abendgebete auf die Tage der Woche. 6. Morgengebet am SFonntage. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich im Hauſe des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu ſchauen die ſchönen Gottesdienſte des Herrn und ſeinen Tempel zu beſuchen. Pſ. 27, 4. Vater des Lichts, der du das natürliche Licht dieſer Welt uns ſcheinen läſſeſt, ſende doch auch heute und alle Zeit das wahrhaftige Licht, Jeſum Chriſtum, in unſere Herzen und laſſe ihn darin leuchten und alle Finſternis vertreiben, damit wir dich, ewiger Gott, in deinem lieben Sohne erkennen und liebgewinnen mögen. Siehe, wir ſind durch die Sünde in der Finſternis der Eitelkeit dieſer Welt gefangen; darum lehre uns ſelber durch deinen heiligen Geiſt aus deinem Worte, wie wir uns zu dir bekehren und dir im Glauben gehorſam werden können. Lieber himmliſcher Vater, wir danken dir im Namen Jeſu Chriſt, daß du uns in der vergangenen Nacht vor jedem Unfall ſo väterlich bewahrt und geſund zu dieſem Tag haſt kommen laſſen. O getreue Liebe, laß doch mit der vergangenen Nacht auch das Gedächtnis unſerer Sünden vor deinem Angeſicht vergangen ſein. Und weil heute der Tag der deines Sohnes iſt, ſo er⸗ wecke uns vom Schlaf der Thorheit und Trägheit unſerer Herzen zu einem neuen Leben in dir. Vater des Lichts und Geber aller guten und vollkommnen Gaben, gönne uns heute dein heiliges Wort und laß es unſeres Herzens höchſte Freude und Wonne ſein. Lehre uns durch dasſelbige den alten Menſchen aus⸗ und den neuen anziehen der nach dir geſchaffen iſt in rechtſchaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Gieb uns zu dieſem Ende reichlich die Gabe deines heiligen Geiſtes, daß wir ſchnell und aufmerkſam ſeien am heutigen Tage, dein köſtliches Wort zu hören, langſam aber zu reden allerlei eitle Dinge und faule Geſchwätze, die nicht zur Beſſerung dienen und nicht holdſelig ſind zu hören. Stärke uns, alles zu meiden, was deinen heiligen Tag ent⸗ heiligt, und ſchenke uns ſehende Augen, hörende Ohren, verſtändige Herzen, zu merken, wo es uns fehlt. Pflanze dein Wort ſelbſt in uns, daß es unſere Seelen ſelig mache. Gieb auch allen denen, die hier und an anderen Orten der ganzen Chriſtenheit heute dein Wort 3 384 Morgen⸗ und Abendgebete. verkündigen, die Gabe des heiligen Geiſtes, daß ſie deine und nicht ihre Worte predigen, und daß ſie ſolches thun mit fröhlichem Auf⸗ thun ihres Mundes zum Heile derer, die ſie hören. Ich komme ſelbſt mit deinem heiligen Geiſte zu uns und halte deinen Sabbath und Feiertag in unſern Seelen. Laß unſer Herz deinen Tempel ſein, in welchem dein Geiſt durch wahren Glauben das Verdienſt deines Sohnes uns zueigne, uns in rechter Liebe gegen dich entzünde, zu dankbarem Gehorſam führe, und wir alſo einen dir gefälligen Gottesdienſt alle Tage verrichten. Führe uns aus Glauben in Glauben, aus Liebe in Liebe, aus Kraft in Kraft, aus Leben in Leben, aus Licht in Licht, bis an das Ende unſerer Wallfahrt; bis wir würdig werden, jene Welt zu erlangen und den ewigen Sabbath mit dem Volke Gottes in den ſicheren Wohnungen des Friedens zu feiern; dann wollen wir dich für alle deine Liebe und deine Wohl⸗ thaten herzlich lieben, loben und preiſen ewiglich, durch Jeſum Chriſtum, unſern Herrn. Amen. Lied Nr. 3: Licht vom Licht, erleuchte mich. 7. Abendgebet am Fonntage. Das iſt ein köſtlich Ding, dem Herrn danken und lobſingen deinen Namen, du Höchſter, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Pſ. 92, 3 Herr, allmächtiger Gott und himmliſcher Vater, wir danken dir von Grund unſerer Herzen für deine Güte und Wohlthat, die du uns an dieſem heiligen Tag ſo väterlich erzeigt haſt. Insbeſondere ſagen wir dir Lob und Dank für dein göttliches Wort, welches du uns auch heute haſt verkündigen laſſen, und bitten dich, du wolleſt uns ſolches allezeit rein und lauter erhalten, auch dasſelbe immer weiter ausbreiten und deine Kirche mehren und gnädiglich ſchützen und be⸗ wahren. Wir bitten dich auch, du treuer Gott, als deine lieben Kinder, du wolleſt uns bei deinem allein ſeligmachenden Wort bis an unſer letztes Seufzen erhalten und unſre Herzen mit deinem heiligen Geiſt erleuchten, daß wir mögen erkennen, was gut und böſe iſt. Du wolleſt auch alle Sünden, die wir heute wiſſentlich oder unwiſſentlich gethan haben, auch die verborgenen Fehler, durch deine Barmherzig⸗ keit uns vergeben, und in der kommenden Nacht uns eine chriſtliche Ruhe verleihen, daß wir friſch und geſund zu deinem Lobe morgen wieder aufſtehen. Hilf endlich, lieber Vater, daß wir durch deine Gnade ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfangen zu unſerer Seelen Seligkeit, in Chriſto Jeſu, deinem lieben Sohn, unſerem einigen Helfer. Amen. Lied Nr. 151: Ach bleib bei uns, Herr Jeſu Chriſt. s. Worgengebet am Montag. Der Herr, unſer Gott, ſei uns freundlich und fördere das Werk unſerer Hände bei uns; ja das Werk unſerer Hände wolle er fördern. Pſ. 90, 17. O Herr! Durch deine Güte fangen wir mit dieſem Morgen unſere Wochenarbeit von neuem an. Laß deshalb deine ewige Liebe und Treue, die uns mit deinem Segen bisher überſchüttet hat, auch heute Morgen⸗ und Abendgebete. 385 uns abermals aufgehen. Wer ſind wir, o Gott, daß du uns bis hierher gebracht haſt? Wir ſind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben ſollten. Ach, ſo gedenke denn auch heute unſer nach deiner großen Barmherzigkeit und nach deiner Ver⸗ heißung, daß alle, die an deinen Sohn glauben und nach dieſem Glauben leben, nicht ſollen verloren werden, ſondern das ewige Leben haben. Verlaß uns nicht und ziehe deine Hand nicht von uns ab, Gott unſer Heil! Lehre uns heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geiſt führe uns auf ebner Bahn. Wir wiſſen nicht, was uns in dieſer angefangenen Woche begegnen kann. Ach, behüte uns vor allem Ubel, behüte unſere Seele und unſeren Leib, unſeren Eingang und Ausgang. Wehre allem Böſen, welches uns das Ziel unſeres Chriſtenlaufs verrücken könnte. Laß uns aufſehen auf Jeſum, den Anfänger und Vollender unſeres Glaubens, damit alles, was wir thun, in dir gethan ſei! Gieb zu unſerer Arbeit dem Leibe Kraft und Geſundheit, dem Gemüte Ruhe und Zufriedenheit und erhalte uns den Segen, den du ſeither uns haſt zufließen laſſen. Ernähre, verſorge, beſchütze uns. Gieb uns Weisheit, unſere Zeit wohl anzuwenden. Legeſt du uns eine Laſt auf, ſo hilf ſie uns auch tragen, und laß uns allezeit erfahren, daß du ein Gott ſeieſt, der uns von allem Ubel erlöſen will. Sei mit uns und zeige uns dein Heil. Und wie alles auf dich wartet, ſo ſegne auch heute und in dieſer Woche alle dir wohlgefällige Arbeit und gieb, daß ein jeder ſich redlich nähre und mit gutem Gewiſſen vor dir wandle. Ja, denke an uns und ſegne uns! Segne, die dich lieben, beide, Große und Kleine! Segne uns je mehr und mehr um deines lieben Sohnes Jeſu Chriſti willen. Amen. Lied Nr. 365: Aus meines Herzens Grunde. 9. Abendgebet am Montag. Ich liege und ſchlafe ganz in Frieden; denn du allein, Herr, hilfſt mir, daß ich ſicher wohne. Pſ. 4, 9. Ich lobe und preiſe deinen heiligen Namen, ewiger Gott, daß du mich erhört und mein Gebet nicht verſchmäht haſt, das ich heute in der Morgenſtunde vor dein heiliges Angeſicht gebracht habe. Ich preiſe dich mit Herz und Mund nach dem Maße deiner Gnade, die du mir dazu darreicheſt, beides für die erkannten und unerkannten Wohlthaten, die ich heute wieder von dir empfangen habe. Ich preiſe dich auch für das Kreuz, welches du mir, als einem Jünger Jeſu, täglich auflegſt, um meine Seele von den Lüſten dieſer Welt zu ent⸗ wöhnen und zu dir zu ziehen. So nimm mich denn jetzt zur Ruh, lieber Vater! Ich lege mich in deine Arme, in gläubigem Vertrauen auf deine Gnade. Schließe du mir mit deiner ſegnenden Vaterhand die Augen zu und bleibe indeſſen vereinigt mit meinem Geiſte. Be⸗ hüte gnädiglich meinen Leib und meine Seele und alles, was du mir gegeben haſt. Behüte insbeſondere auch alle meine Lieben und laß ſie niemand aus deiner Hand reißen. Erbarme dich aller Menſchen in der Welt, vornehmlich meiner Mitbrüder und Mitſchweſtern in Chriſto Jeſu, und laß ſie auch einer Frucht aus meinem armen Gebet teil⸗ haftig werden.— An dem morgenden Tag aber öffne wieder meine Evangel. Geſangbuch 25 386 Morgen⸗ und Abendgebete. Augen und erfülle meinen Mund aufs neue mit deinem Lobe, damit ich ſo lange dich preiſe und dir zur Ehre lebe, bis mein Abend dieſes zeitlichen Lebens herankommt, du meinen Leib ins Grab zur Ruhe legſt und mich aufweckſt zum großen Freudentag deiner Kinder, da meine Sonne ewiglich nicht untergehen wird, ſondern ich immerdar in Wahr⸗ heit und Klarheit vor dir leben werde! Amen. Lied Nr. 300: Ach, Gott, verlaß mich nicht. 10. Morgengebet am Dienstag. Bei dir iſt die lebendige Quelle und in deinem Licht ſehen wir das Cicht. Breite deine Güte aus über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen. Pſ. 36, 10, 11. O du allmächtiger Gott und Vater des Lichts, der du wohneſt in einem Lichte, da niemand zukommen kann, der du aus der Finſternis den Morgen machſt und die Sonne dem Tage zum Lichte giebſt, dir bringe ich das frühe Dankopfer meines Mundes dar, weil du mich das Sonnenlicht nach der Finſternis wieder haſt erblicken und den Tag geſund antreten laſſen. Ach, Herr, laß mit dem Tageslicht mir und den Meinen, allen Chriſten und allen Menſchen, meinen Freunden und denen, die mir feind ſind, auch deine Gnade neu aufgehen. Gieb allenthalben neues Licht, neue Freudigkeit, neues Leben und neue Seligkeit! Laß mein Glück und meine Wohlfahrt hervorbrechen, wie die ſchöne Morgenröte, und wenn ich in Finſternis und Schatten des Todes wandle, ſo ſei du mein Licht. O Herr Jeſu Chriſte, du Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf mit deiner Gnade in meinem Herzen. Erleuchte, erwärme und erfreue dasſelbe. Lehre mich denken an dein Gericht, bewahre mich vor den Werken der ſierie laß mich in deinem Lichte wandeln, dir folgen, immer froher werden und dereinſt Fangen zu deiner himmliſchen Klarheit um deines Verdienſtes willen. men. Lied Nr. 373: Hüter, wird die Nacht der Sünden. 11. Abendgebet am Dienstag. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir iſt kein Lebendiger gerecht. Pſ. 143, 2. Herr, du Hüter Israels, der du weder ſchläfſt noch ſchlummerſt, gedenke unſer und wache über uns mit deinem Vaterauge auch in dieſer Nacht. Deine Hand decke alles, was da lebet! Erhöre in dieſer Abendzeit, o barmherziger Vater, aller frommen Chriſten Abbaruf. Schone nach deiner großen Güte derer, die heute wider dich geſündigt haben. Laß niemand unter uns deiner Gerichte vergeſſen und daß wir offenbar werden müſſen vor dem Richterſtuhl Chriſti, auf daß ein jeglicher empfange, nach dem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es ſei gut oder böſe. Laß uns bedenken, daß wir ſterben müſſen, auf daß wir klug werden; denn es iſt uns geſetzt einmal zu ſterben und dann das Gericht!— Gieb, daß alle, die heute uneins mit ein⸗ ander geworden ſind, die Sonne nicht über ihrem Zorn untergehen laſſen. Ach, erbarme dich auch derer, die ohne Andacht und Gebet ſich niederlegen. Erquicke mit ſanfter Ruhe alle Menſchen, welche dieſen Tag über müde geworden ſind. Stärke die, welche aus Not ſit es ſt ne Morgen⸗ und Abendgebete. 387 auch in dieſer Nacht arbeiten müſſen. Hilf den Reiſenden zurecht, die jetzt noch auf der Straße wallen. Schaffe denen ihr Unterkommen, welche heute keine Herberge fanden. Labe, die ſich hungrig niederlegen müſſen. Wache ſelbſt über den Kranken, pflege der Kinder und Säug⸗ linge, kürze die Zeit denen, die nicht ſchlaren können, und ſtehe mit deinem Troſt allen Notleidenden bei, die heute eine elende Nocht haben werden.— Behüte unſere ganze Gemeinde in dieſer Nacht vor Lärm und Aufruhr, vor Not und Gewalt, vor Feuers⸗ und Waſſers⸗ gefahr, vor Mord und Totſchlag, vor allem Schaden und Unglück. Hilf, daß alle, die für uns wachen, treulich auf ihrer Hut ſtehen, und erhalte einem jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus der Finſternis dieſer Welt kommen zu deinem ewigen Licht! Amen. Lied Nr. 296: O Gott, du frommer Gott. 12. Morgengebet am Mittwoch. Herr, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du biſt mein Gott; dein guter Geiſt führe mich auf ebner Bahn. Pſ. 143, 10. Lieber himmliſcher Vater, durch deine Gnade bin ich wieder in die Mitte einer Woche eingetreten und preiſe dafür deinen heiligen Namen. Deine Güte iſts, daß wir nicht gar aus ſind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, ſondern ſie iſt alle Morgen über uns neu, und deine Treue iſt groß. So laß auch an dieſem neuen Morgen und immerdar das rechte göttliche, geiſtliche und himmliſche Leben, das aus dir iſt, durch den Geiſt der Gnade in mir neu werden, damit ich nicht lebe, ſondern Chriſtus in mir. Dir ergebe ich mich aufs neue, o Vater; mache mit mir, was dir wohlgefällt. Reinige, läutere und bewähre mich, daß ich ein rechtſchaffener Chriſt ſei; denn ich begehre keine Ehre, als deine Kindſchaft, keinen Reichtum, als die Gerechtigkeit keine Freude, als die gnadenreiche Einwohnung deines heiligen Beiſtes. Für meine leibliche Notdurft wirſt du wohl ſorgen; denn du haſt geſagt: ich will dich nicht verlaſſen noch verſäumen. Doch bewahre mich vor Müßiggang und laß mich arbeiten, nicht aus Geiz, ſondern weil es dein Wille iſt, und aus herzlicher Liebe gegen meinen Nächſten. Laß deine Barmherzigkeit ſich ausbreiten über alle Menſchen und deine Güte über alle deine Geſchöpfe. Gedenke deiner Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geiſtes verbunden ſind, als lebendige Glieder an ihrem hochgelobten Haupte, Jeſu Chriſto. Laß unſer aller Gebet Ein Gebet ſein vor dir durch Chriſtum, in welchem du uns dir ſelbſt angenehm gemacht haſt. Sei du eine ewige Ver⸗ geltung denen, die mir Liebe beweiſen. Meine Beleidiger ſiehe mit erbarmendem Auge an und vergieb ihnen, gleichwie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle meine Anverwandten lege ich in deine Liebesarme. Kirchen und Schulen, Obrigkeiten und Unterthanen be⸗ fehle ich dir, mein Gott. Ach, ſiehe an das Sündenelend in allen Ständen; mache dich auf und hilf uns, daß deine Ehre gerettet und des gottloſen Weſens ein Ende werde. Hilf den Armen und Elenden, 25 388 Morgen⸗ und Abendgebete. die zu dir ſchreien. Herr, mein Gott, verſchmähe mein Gebet nicht, ſondern erhöre mich um Jeſu Chriſti willen! Amen. Lied Nr. 111: Zeuch ein zu deinen Thoren. 13. AIbendgebet am Mittwoch. Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen; merke auf mich und erhöre mich. Pſ. 55, 1, 2. Barmherziger Gott, lieber himmliſcher Vater! Ich ſage dir Lob und Dank für alles Gute, das du mir in meinem bisherigen Leben erwieſen haſt, für allen Segen, mit welchem du mich im Leiblichen, wie im Geiſtlichen gekrönt, für alle Hilfe und allen Beiſtand, den du mich immer wieder erfahren, und alle Rettungen, welche du mir ohne mein Verdienſt und Würdigkeit haſt zu teil werden laſſen. Insbeſondere danke ich dir von ganzem Herzen für deine Gnade und Wohlthat, die du mir, o Gott, an dem vergangenen Tage erzeigt, für die Freude, die du mir geſchenkt, für den Schutz gegen alle übel des Leibes und der Seele, den du mir gewährt, und für die Langmut und Geduld, womit du meine Fehler getragen haſt. Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan haſt, und bitte dich mit herzlicher Reue um Vergebung alles Böſen, das ich begangen und womit ich bis heute und auch dieſen Tag deine Gnade mißbraucht habe. Herr, gehe nicht ins Gericht mit mir, ſondern erbarme dich mein, und laß deine Güte und Treue mich auch dieſe Nacht und ferner behüten. In deine Hand befehle ich meinen Leib und meine Seele, mein Gut und Vermögen, mein Wachen und Schlafen, mein Leben und Sterben. Decke mich mit deinem Schilde und bewahre mich vor allem Ubel und vor aller Gefahr. Laß mich morgen wieder fröhlich erwachen, damit ich aufs neue dir die Opfer meines Dankes bringe und meinen Chriſtenlauf zu deinem Preiſe fortſetze. Und wenn einſt die Nacht auch für mich kommt, da niemand mehr wirken kann, dann reiche mir deine allmäch⸗ tige Hand und nimm mich auf zu dir in dein himmliſches Reich. Amen. Lied Nr. 298: Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. 14. Morgengebet am Donnerstag. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott, denn ich will vor dir beten! Herr, frühe wolleſt du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir ſchicken. Pſ. 5, 2—4.. O allmächtiger, ſtarker und gewaltiger Gott, lieber himmliſcher Vater, der du uns bis auf dieſe Stunde lebendig erhalten haſt, wir kommen vor dein heiliges Angeſicht an dieſem Morgen und preiſen dich um alle deine Barmherzigkeit, die du wiederum in dieſer Nacht an uns erwieſen haſt. Du haſt uns ſicher ruhen laſſen, unſeren Leib und alle unſere Kräfte neu erquickt und uns fröhlich gemacht im An⸗ ſchauen deines freundlichen Lichtes. Du, unſer Gott und Herr, er⸗ forſcheſt und kenneſt uns; du ſieheſt auf unſere geheimſten Gedanken; wir aber müſſen mit herzlichem Leid bekennen, daß wir nicht alſo vor Morgen⸗ und Abendgebete. 389 dir wandeln, wie ſichs gebührt, und des Ruhmes mangeln, den wir vor dir haben ſollten. Wir ſündigen oft und werden übereilt von unſerm eignen Fleiſch und Blut. Es iſt uns leid, ja es iſt uns leid, daß wir dich ſo oft verſuchen. Ach, Vater, vergieb uns doch um deines Namens willen unſere Ubertretungen! Gedenke der Fürbitte deines Sohnes, unſeres gekreuzigten Heilands, und nimm uns wieder zu Gnaden an. Du biſt ja unſer Pater; von Ewigkeit her iſt das dein Name. Dein heiliger Geiſt regiere uns zu allem Guten. Siehe, o Herr, unſeren Leib und unſere Seele und alles, was uns deine Gnadenhand gegeben hat, befehlen wir in deine treuen Vaterhände. Sei du unſer und aller Menſchen, die dich erkennen und fürchten, Eicht und Heil. Sei mit uns in all unſerem Thun; gieb, daß wir mit aller Treue warten des Berufes, in den du uns geſetzt haſt. Laß alles wohlgelingen; laß uns auch heute unſer täglich Brot nach deiner Zuſage von deiner Hand mit Dankſagung empfangen. Ach, Herr, bewahre unſere Zunge und alle unſere Glieder vor dem Böſen. Jaß uns dieſen Tag in deiner Furcht zubringen, dir zur Ehre und uns zur Seligkeit, um Jeſu Chriſti, unſeres Heilands willen. Amen. Lied Nr. 369: Wach auf, mein Herz, und ſinge. 15. Abendgebet am Donnerstag. Behüte mich wie ein Augapfel im Auge; beſchirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Pſ. 17, 8. Lieber barmherziger Gott und Vater! Wir kommen vor dein Angeſicht, um dir zu danken, daß du uns auch dieſen Tag wieder durch deinen Schutz vor Schaden und Gefahr gnädiglich behütet haſt. Wir ſind nicht wert aller der Güte und Treue, die du auch heute wieder an uns gethan haſt. So du, Herr, wollteſt Sünde zurechnen, wer wird beſtehen? Aber du biſt langmütig und freundlich und läſſeſt dich gnädig finden denen, die dich ſuchen. Darum bitten wir dich, du wolleſt uns alle Sünden vergeben, welche wir in Gedanken, Worten und Werken begangen haben, und uns auch jetzt in dieſer Nacht und alle Zeit unſeres Lebens vor aller Gefahr und allem Schaden des Leibes und der Seele gnädiglich beſchirmen. Zu dir ſteht unſre Hoffnung; denn du biſt unſer Gott, der Hort, auf den wir bauen. Darum laß deine Augen offen ſtehen über uns und decke uns mit deinem Schilde. Laß uns heute in Frieden entſchlafen und morgen fröhlich zu deinem Preiſe wieder erwachen. Führe uns durch Nacht zum Licht, bis endlich der letzte Tag unſeres Lebens kommt und ein Tag anbricht, der kein Ende nimmt; dann führe uns gnädig in die ewigen Hütten. Amen. Lied Nr. 396 Hirte deiner Schafe. 16. Morgengebet am Freitag. Gott, ſei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Woſche mich wohl von meiner Miſſethat und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Miſſethat, und meine Sünde iſt immer vor mir. Pſ. 51, 3—5. Gnädiger und liebreicher Gott! Ich erhebe in dieſer Morgen⸗ ſtunde mein Herz und meine Hände auf zu dem Thron deiner gött — . 5 k 3 41 390 Morgen⸗ und Abendgebete. lichen Majeſtät, von welchem mir Zeit meines Lebens und auch wieder in der vergangenen Nacht ſo viele Wohlthaten zugefloſſen ſind. Du biſt in derſelben meine Stärke und meine Burg, mein Schutz und Schirm geweſen. Mitten in der Finſternis haſt du an mich gedacht und, da mich die dunkeln Schatten umgaben, mir Leib und Seele vor Gefahr und Schaden bewahrt. Darum danke ich dir und preiſe deinen heiligen Namen; du haſt Großes an mir gethan, des bin ich fröhlich. Sei, o liebreicher Gott, auch heute mein Beiſtand, leite mich nach deinem Rat und nimm mich endlich mit Ehren an. Gieb mir heute und allezeit ein, was ich reden ſoll, daß ich nichts Ubels rede; lehre mich, was ich thun ſoll, daß ich nichts Böſes thue. Laß deines Geiſtes Zucht an mein Herz klopfen, wenn meine Gedanken ſich von dir ver⸗ irren wollen. Und da der heutige Tag ein Gedenktag des Leidens und Sterbens meines Herrn und Heilands iſt, ſo ſtelle ſein Kreuz vor meine Augen, damit ich ſchaue, was er für mich gelitten hat, und alle Luſt meines Herzens zur Sünde erlöſche. Laß mir dieſen Freitag einen rechten Freiheitstag von allem Böſen werden und einen Weg⸗ weiſer zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Gedenke auch im Leiblichen an mich und ſegne mich; laß mich aber auch alles Irdiſche als ein vergängliches Gut anſehen, daß ich meine Seele nicht daran hänge, ſondern nach dem Ewigen trachte. Wenn ich arbeite, ſo ſtärke mich; wenn ich bete, ſo erhöre mich; wenn ich ausgehe, ſo begleite mich; wenn ich heimkehre, ſo weiche nicht von mir. Umgieb mich und die Meinen mit deinem Schutze, daß wir den Abend fröhlich erleben. S traurige Botſchaft fern und laß uns hören Freude und Wonne. Amen. Lied Nr. 62: Wenn mich mein Sünden kränken. 17. Ibendgebet am Freitag. Herr, auf dich traue ich; laß mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit. Pſ. 31, 2. Wir danken dir, Herr, unſer Gott, für die wunderbare Liebe, mit welcher du uns Unwürdige durch deinen geliebten Sohn errettet haſt. Alſo haſt du die Welt geliebt, daß du deinen Eingebornen dahin gabſt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, ſondern das ewige Leben haben. O unermeßliche Liebe, du gabſt den Sohn dahin, um den Knecht zu erlöſen und jeder Gewalt des Böſen zu entreißen. Wie ſollen wir dich loben und dir Dank ſagen für dieſe deine Barmherzigkeit? Laß dir wohlgefallen das Stammeln unſeres Mundes und den kindlichen Dank unſeres Herzens. Vernimm in deiner Herrlichkeit die ſchwachen Seufzer unſerer Seelen, die wir dir darbringen für alle Erbarmungen, womit du uns in deinem Sohne, unſerem Heiland, zu Hilfe kamſt. Er ſtarb für unſere Sünden und ſtand auf zu unſerer Gerechtigkeit und herrſchet nun in Ewigkeit zu deiner Rechten und bittet für uns. Du haſt ihm alle Macht gegeben, daß in ſeinem Namen ſich unſere Kniee beugen und alle Zungen bekennen ſollen, daß er der Herr ſei zu deiner Ehre. Gott, allmächtiger Vater, gelobet ſei dein heiliger Name in Ewigkeit! O mache uns würdig, himmliſcher Vater, der großen Verheißung deines Sohnes, daß wir in ihm Leben und Seligkeit haben ſollen. Morgen⸗ und Abendgebete. 391 Vollende, was du begonnen haſt, und laß uns immer reichlicher zum Genuſſe deiner Gnade gelangen. Würdige uns tieferer Blicke in das Geheimnis deiner Erbarmungen und zerſtreue alle Finſterniſſe unſeres Herzens durch die Strahlen deines ewigen Lichtes. Stärke, kräftige, gründe uns durch die helle Erkenntnis unſeres Erlöſers. Siehe, wir keben ihn, hilf uns ſtärker ihn lieben. Siehe, wir glauben, hilf unſerem Unglauben. Amen. Lied Nr. 387: Mein ſchönſte Zier und Kleinod biſt. 18. Morgengebet am Zamstag. Herr Gott, du biſt unſere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geſchaffen worden, biſt du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Pſ. 90, 2. Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; denn er hat nicht ver⸗ achtet noch verſchmäht das Elend der Armen und ſein Antlitz vor ihnen nicht verborgen! Ja, du erhörſt das Gebet, du getreuer Gott; darum kommt alles Fleiſch zu dir. Du machſt fröhlich, was da lebt, beides des Morgens und des Abends. Auch in dieſer Nacht haſt du uns wieder geholfen und läſſeſt uns heute unter deinem Schutze den Schluß einer Woche erleben. O Herr, deine Güte reicht, ſo weit der Himmel iſt, und deine Wahrheit, ſo weit die Wolken gehen. Darum danken wir dir für alle deine Gnade und lobſingen deinem Namen, du Höchſter. Ach, gieb doch, daß wir ohne Unterlaß deiner Treue gedenken und des Morgens deine Gnade, des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Und hilf uns. daß auch all unſer Wandel dich preiſe und unſer Thun und Laſſen dich ehre. Heilige du uns zu Opfern, die dir angehören und die da lebendig, heilig, unſträflich und dir wohl⸗ gefällig ſind. Dazu erwecke uns alle Morgen; wirke beſtändig in unſeren Herzen durch deinen heiligen Geiſt und mache uns zu neuen Menſchen, auf daß wir in dir bleiben und einen Fels des Heils haben mögen, wenn auch eine Woche um die andere dahinflieht. Es iſt alles eitel; alles Fleiſch iſt wie Gras und alle Herrlichkeit des Menſchen wie des Graſes Blume. Das Gras verdorrt, die Blume fällt ab, du allein bleibſt, wie du biſt, und deine Jahre nehmen kein Ende. Darum nehmen wir unſere Zuflucht zu dir und bitten dich: ſei unſer allmächtiger Schutz und leite uns an deiner Hand, daß wir nicht von deinen Wegen abweichen. Hilf uns zu einem geſegneten Schluſſe dieſer Woche; ſegne uns zu ernſtlicher Selbſtprüfung, damit wir unſere Ge⸗ danken und Werke dieſer Woche überſchauen und merken, wo wir ge⸗ fehlt haben, und uns demütigen vor dir. O Herr, wirke du ſelbſt in uns eine wahre Buße an Herz und Sinn. Bereite uns zu, daß du unter uns wohnen könneſt; mache uns den heutigen Tag zu einem ſtillen Vorſabbat unſerer Seelen, damit wir morgen deinen heiligen Sabbattag im rechten Segen feiern mögen. O treuer Vater, ſchenke uns heute deine Hilfe unter allen Umſtänden und laß nichts Böſes über uns herrſchen. Sei uns gnädig und erfülle an uns deine Ver⸗ heißung: es ſollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade ſoll nicht von euch weichen und der Bund meines Friedens ſoll nicht hinfallen. Ja, offenbare an uns deine Treue, Vater, Sohn und heiliger Geiſt. Hilf, o Herr, und laß alles wohlgelingen. Erhebe 392 Morgen⸗ und Abendgebete. dein Angeſicht über uns und gieb uns deinen zeitlichen und ewigen Frieden! Amen.. Lied Nr. 375: Gott, du Licht. 19. AIbendgebet am Famstag. Herr, lehre mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage ſind einer Hand breit bei dir, und mein Leben iſt wie nichts vor dir. Wie gar nichts ſind alle Menſchen, die doch ſo ſicher leben! Sie gehen daher wie ein Schatten und machen ſich viel vergebliche Unruhe; ſie ſammeln und wiſſen nicht, wer es kriegen wird. Nun, Herr, wes ſoll ich mich tröſten? Ich hoffe auf dich. Pſ. 39, 5—8. Danket dem Herrn, denn er iſt freundlich und ſeine Güte währet ewiglich! Ich lobe dich täglich und preiſe auch jetzt, am letzten Abend dieſer Woche, deinen heiligen Namen. Denn wer bin ich, Herr, und was iſt mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht haſt? Du haſt in dieſer Woche nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Miſſethat, haſt mir Leben und Wohl⸗ that erzeigt und durch dein Aufſehen meinen Odem bewahrt; des Tages bin ich unter deinem Schatten geſeſſen und des Nachts durfte ich unter deinem Schirm ruhen. Du warſt und biſt meine Zuverſicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue. Darum danke ich dir von Grund meines Herzens, und wenn du auch mich und die Meinen mit allerlei Leiden Welt heimſuchſt, ſo lobe ich doch deine Güte, die durch Trübſal uns in dein Reich führen will. Ach, vergieb mir um J 25 Chriſti willen meine Sünden, welche ich wider dich, meinen Nächſten und mich ſelbſt in dieſer Woche be⸗ gangen habe. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz durch das Blut deines Sohnes und einen neuen Geiſt durch deinen heiligen Geiſt. Und wie du aus Gnaden mir meine Sünden erläſſeſt, ſo neige auch mein Herz, daß ich denen vergebe, die ſich wider mich verſündigt haben. Ich weiß ja nicht, ob du nicht mit dem Ende dieſer Woche und in dieſer Nacht mich aus dem zeitlichen Leben abrufſt. Darum laß mich weder in der Sünde des Zornes und der Unverſöhnl ichkeit, noch ſonſt in einem Laſter ſterben oder verderben, ſondern in Jeſu Chriſto, meinem Heiland, erfunden werden. Herr, du biſt unſre Zu⸗ flucht für und für! Sei mit mir, mit den Meinen, mit allen Menſchen, ſchütze und ſchirme ſie und laß ſie immerdar deine Wege gehen. Durch deine Kraft bereite alle, die nach dir fragen und dein Heil lieb haben, daß ein jeder das Werk, das du ihm befohlen haſt, von Tag zu Tag treulich ausrichte und am Ende ſeines Lebens mit Freuden voll⸗ endet habe, damit das Ende, es komme heut oder morgen, eine Be⸗ freiung von dem Dienſt des vergänglichen Weſens und ein Anfang der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes in jener Welt ſei. Bereite uns zum ewigen Sabbat, da nicht Leid noch Geſchrei noch Schmerz mehr iſt, ſondern Freude in Fülle und liebliches Weſen zu deiner Rechten. Das thue, lieber Vater, um Jeſu Chriſti, deines Sohnes, willen. Amen. Lied Nr. 402: Gott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit. Feſtgebete. 39 65 III. Feſtgebete. 20. Auf Beihnachten. Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Geſpräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Hort und mein Erlöſer. Pſ. 19, 15. Ewiger und allmächtiger Gott, du haſt alſo die Welt geliebt, daß du deinen eingebornen Sohn ſandteſt, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, ſondern das ewige Leben haben. Wir danken dir dafür von Grund unſerer Herzen und loben deine große Barm⸗ herzigkeit, daß uns beſucht hat der Aufgang aus der Höhe, dein Sohn Jeſus Chriſtus, und unſer Fleiſch und Blut angenommen, da⸗ mit er durch ſein Leben unſer Leben heilige und durch ſeinen Tod dem Tode die Macht nähme und Leben und unvergängliches Weſen an das Sicht bringe durch das Evangelium.— Wir bitten dich herzlich, ver⸗ leihe uns die Gnade, daß wir dir unſer Leben lang danken und von Tag zu Tag mehr erkennen, wie uns dein Sohn gemacht iſt zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und Erlöſung, daß wir alles für Schaden achten gegen die überſchwengliche Erkenntnis Jeſu Chriſti. Gieb, daß wir an ihn, unſern Heiland, aufrichtig glauben, uns ihm gänzlich ergeben, ihm willig dienen in Heiligkeit und Ge⸗ rechtigkeit, und durch ihn deine Kinder und Miterben ſein mögen deiner ewigen Herrlichkeit. Ehre ſei dir in der Höhe, Friede auf Erden und den Menſchen ein Wohlgefallen! Amen. Lied Nr. 38: Ich ſteh an deiner Krippe hier. 21. Zum Jahreswechſel. Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage. Deine Jahre währen für und für. Du haſt vorhin die Erde gegründet, und die Himmel ſind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, aber du bleibeſt. Sie werden alle veralten, wie ein Gewand; ſie werden verwandelt, wie ein Kleid, wenn du ſie verwandeln wirſt. Du aber bleibeſt, wie du biſt, und deine Jahre nehmen kein Ende. Pſ. 102, 25— 28. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unſerer Pilgerſchaft auf Erden zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach, Herr und Gott. wie groß iſt deine Gnade, die du uns ſeither erzeigt haſt, da wir doch durch unſere Sünden ſo viel Strafen verdient hätten. Wir rühmen und preiſen deine große Barmherzigkeit und danken dir für alle deine Güte und Treue.— Wir bitten dich aber auch durch deinen Sohn, unſern Heiland, gehe nicht mit uns ins Gericht und vergilt uns nicht nach unſerer Miſſethat, ſondern vergieb uns unſere Sünden und führe uns auf deinen Wegen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit in das neue Jahr bringen, ſondern den alten Menſchen aus⸗ und den neuen anziehen, der nach dir geſchaffen iſt. Fange an, o Vater, uns aufs neue zu ſegnen. Gieb uns rechten Mut, rechten Glauben und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid, und weil wir im künftigen Jahre, wie in unſerer ganzen Lebenszeit, vor allem deines Schutzes bedürftig ſind, ſo halte deine Gnadenhand väterlich Feſtgebete. über uns.— Getreuer Gott, erhöre unſer Gebet und erbarme dich aller Menſchen; erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger; erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falſcher Lehre. Stärke alle Regenten, fördere jeden guten Rat und jede gute That. Segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Geſinde. Be⸗ wahre uns vor Krieg und Blutvergießen, vor Feuers⸗ und Waſſers⸗ not, vor Teurung und Krankheiten. Kröne das Jahr mit deinem Gut; gieb Frieden im Lande, unſeren Herzen Frieden, unſerem Leibe Geſundheit. Segne unſere Nahrung und fördere das Werk unſerer Hände. Bekehre die Sünder, ſtärke die Frommen, bringe zurecht die Irrenden, erleuchte unſere Feinde, wehre allen Verfolgern, ſchütze Witwen und Waiſen, verſorge die Armen, tröſte die Elenden, errette die Bedrängten, pflege die Kranken, ſei bei den Sterbenden, durch Jeſum Chriſtum, deinen lieben Sohn, unſeren Heiland und Erlöſer. Amen. Lied Nr. 48: Nun laßt uns gehn und treten. 22. Auf Charfreitag. Der Gerechte muß viel leiden, aber der Herr hilft ihm aus dem allen. Pſ. 34, 20. Herr Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein Gefallen haſt an unſerem Tode, ſondern willſt, daß wir uns bekehren und leben: in tiefer Demut preiſen wir deine Gnade, daß du deines eingeborenen Sohnes nicht verſchont, ſondern ihn für uns alle dahin⸗ gegeben haſt zum Opfer und Löſegeld für unſere Sünden.— Herr Jeſus Chriſtus, du Mittler des neuen Bundes, demütige uns heute durch den Anblick deines Leidens und Sterbens. Wir, wir haben dir Mühe und Arbeit gemacht mit unſeren Sünden, und um unſerer Miſſe⸗ that willen biſt du verwundet. O laß es uns nie vergeſſen, wie ſchwer die Strafe auf dir lag, damit wir Friede hätten für unſere Seelen. Treuer Heiland und Verſöhner! Du haſt das große Werk unſerer Erlöſung vollbracht. O laß dein Sterben unſer Leben, deine Gerech⸗ tigkeit unſer Heil, deinen Todeskampf unſern Sieg und ewigen Frieden werden. Ergreife uns mit der Hand deines heiligen Geiſtes und verſetze uns in die Gemeinſchaft deines Lebens, daß von heute an unſer alter Menſch ſamt dir gekreuzigt und begraben werde in den Tod, und wir zu einem neuen Leben mit dir auferſtehen. Entzünde unſere Herzen durch die Liebe, damit du uns geliebt haſt bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunſt des Geiſtes und dir dein Kreuz nachtragen im Glauben und in Geduld. Herr Jeſu, wie du ſelbſt deinen Geiſt befohlen haſt in die Hände deines himmliſchen Vaters, ſo befehlen auch wir in feſtem Vertrauen auf die Kraft deiner Erlöſung unſern Geiſt ganz ſamt Seel und Leib in deine allmächtige Hand.— Laß, Herr, das Wort vom Kreuz eine Gotteskraft und Friedensbotſchaft werden bei allen Menſchen und unter allen Völkern, damit auch die, welche noch ferne ſtehen, erlöſt werden von ihren Sünden und ſamt uns deine Gnade und Herrlich⸗ keit rühmen. Denn du, Herr, haſt uns erkauft mit deinem Blute; du biſt würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 63: O Haupt voll Blut und Wunden. Feſtgebete. 395 23. Juſ Oſtern. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Pſ. 150, 6. Wir loben und preiſen dich, allbarmherziger Gott, und danken dir von Herzen, daß du deinen Sohn, Jeſum Chriſtum, den großen Hirten der Schafe, ausgeführt haſt von dey Toten und ihm die Herr⸗ lichkeit gegeben, welche er hatte, ehe denn die Welt war. Und dir, du großer Siegesfürſt, ſei ewig Ehre und Preis gebracht für deine unausſprechliche Liebe und den Segen deiner Auferſtehung. Stärke und mehre nun unſeren ſchwachen Glauben, daß wir gewiß werden, du ſeieſt um unſerer Sünden willen geſtorben und um unſerer Ge⸗ rechtigkeit willen auferweckt. Wirke in uns durch deine Gnade, daß wir die Frucht und Kraft deiner herrlichen Auferſtehung recht an unſeren Seelen fühlen und den beſtändigen Troſt empfinden, daß weder Tod noch Hölle uns ſchrecken können. Erwecke uns durch deinen Geiſt zu einem neuen Leben in dir und ſtärke uns, die Lüſte des Fleiſches zu beſiegen und die Werke des Geiſtes zu vollbringen. Erhalte uns und unſeren Nachkommen die Predigt von deiner Auf⸗ erſtehung. Sei mit allen, die für dein Reich arbeiten, damit das Reich dieſer Welt ſeine Macht verliere auf Erden. Kehre ein mit dem Segen deiner Auferſtehung in alle Häuſer und gieb, daß in unſerem Fande Ehre wohne, Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede ſich küſſen. Komme zu Hilfe deiner bedrängten Kirche und erwecke auch ſie zu neuem Leben und neuer Kraft; gieb ihr Sieg gegen ihre Feinde. Tröſte mit deiner Oſterbotſchaft alle betrübten Herzen und errette alle, die in Not und Gefahr ſind. Beſchere uns durch die Kraft deiner Auferſtehung einen ſeligen Heimgang zu deinem und unſerem Vater und gieb, daß wir an jenem Tage fröhlich von den Toten auferſtehen und mit dir in himmliſcher Freude und Herr⸗ lichkeit ewig leben mögen. Amen. Lied Nr. 86: Uberwinder, nimm die Palmen. 24. Auf Himmelfahrt. Du biſt in die Höhe gefahren und haſt das Gefängnis gefangen; du haſt Gaben empfangen für die Menſchen, auch die Abtrünnigen. Gelobet ſei der Herr täglich! Gott legt uns eine Laſt auf, aber er hilft uns auch. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Pſ. 68, 19— 21. Allmächtiger Gott, Vater unſeres Herrn Jeſu Chriſti, ich ſage dir von Herzen Dank für deine große Gnade, die du uns armen Sündern erzeigt haſt durch deinen Sohn, unſeren Herrn, welcher auferſtanden iſt von den Toten, aufgefahren gen Himmel, ſitzet zu deiner Rechten und vertritt uns. Ich bitte dich, du wolleſt auch mich erwecken aus dem Grabe aller Sünden und zu dir hinauf ziehen, daß ich allein Luſt, Liebe und Verlangen habe nach den himmliſchen Gütern. Laß meinen Leib auf Erden leben und ſeines Berufs warten, mein Herz aber, Gedanken und Sinne laß bei dir im Himmel ſein. Behüte und bewahre mich vor Sünden und allem übel, erhalte mich in deiner wahren Erkenntnis, ſo lange ich noch hier auf Erden zu leben habe, bis ich einſt ganz zu dir komme, dich von Angeſicht zu Angeſicht ſehe und ewig bei dir bleibe in deiner Herrlichkeit. Amen. Lied Nr. 96: Auf Chriſti Himmelfahrt allein. Feſtgebete. 25. Auf Bfingſten. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewiſſen Geiſt. Verwirf mich nicht von deinem Angeſicht und nimm deinen heiligen Geiſt nicht von mir. Tröſte mich wieder mit deiner Hilfe, und der freudige Geiſt enthalte mich. Pſ. 51, 12— 14. O Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen ſo gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geiſt am heiligen Pfingſtfeſt beſucht und begabt haſt: ach, gieße dieſen deinen Geiſt auch über unſere dürren, verſchmachtenden Herzen aus; erquicke doch dein Erbteil und labe die Elenden. Komm, o heiliger Geiſt, und ziere uns mit deinen ſo viel⸗ fältigen Gaben, daß wir die großen Thaten Gottes, welche durch Jeſum Chriſtum geſchehen, wahrhaftig erkennen und preiſen und mit neuen Zungen dein Wort reden, rühmen und ausbreiten. Komme in deiner Fülle in die Kirche, welche durch dich gegründet iſt, und laß ſie immerdar deine Wohnung ſein. Entzünde uns mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe, brenne aus alle innerliche Bosheit, ſamt allen andern fleiſchlichen Lüſten und Begierden. Zünde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir inbrünſtig mit rechtem Ernſt und Eifer unſerm Gotte dienen. O du Geiſt des Friedens, verbinde unſere Herzen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanftmut und Demut, in Friede und Einigkeit bei einander bleiben und leben. O du Geiſt der Geduld, gieb uns Geduld in Leidenszeit und bis ans Ende Beſtändig⸗ keit. O du Geiſt des Gebets, erwecke unſere Herzen, damit wir ſie ſamt heiligen Händen zu Gott erheben und ihn in allen Nöten an⸗ rufen. Und da wir nicht wiſſen, was wir bitten ſollen, noch wie es ſich gebührt, ſo vertritt du uns mit unausſprechlichem Seufzen. Sei unſer Schutz in der Not, unſere Hilfe in Trübſal, unſer Troſt in aller Widerwärtigkeit. Komm, du ſtarker Gott, und ſtärke die Schwachen, lehre die Elenden deinen Weg, hilf den Gefallenen auf, bringe die Irrenden zurecht und erhalte ſie bei deiner treuen Hand. Komm, o du ewiges Licht, ſei unſer Licht im Finſtern, unſer Heil im Leben, unſer Troſt im Sterben und führ uns auf ebner Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich, heiliger Geiſt, ſamt dem Vater und dem Sohne mit allen Engeln und Auserwählten dort in deinem Reiche am rechten Pfingſttag rihmen und preiſen immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. 110: O heilger Geiſt, kehr bei uns ein. 26. Im Bußtage. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So du willſt, Herr, Sünde zurechnen: Herr, wer wird beſtehen? Denn bei dir iſt Vergebung, daß man dich fürchte. Pſ. 130, 1—3. Herr der Welten, Richter der Seelen, Vater in Chriſto! Heute bekennen wir dir unſere Sünden, und ein Volk von vielen Tauſenden bekennt ſie dir mit uns. Wir ſind ja allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben ſollten, und wenn unſere Lippen hiervon ſchwiegen, ſo würden unſere Thaten reden. Bei dir, Herr, aber iſt Gnade und Erbarmung, darum ſinken wir vor dir nieder und bitten dich: Herr, gehe nicht mit uns ins Gericht und vergilt uns — Gebete in beſonderen Lebenslagen. 397 nicht nach unſerer Miſſethat. Barmherzig und gnädig biſt du, geduldig und von großer Güte, und kein Wechſel des Lichts und der Finſternis iſt in dir. O lege das Gefühl davon recht tief in unſere kranken, verwundeten Herzen; laß uns nicht erliegen unter der Laſt unſerer Schuld. Siehe an unſere Trauer und unſer Heimweh nach deinem Himmel. Siehe auch an unſer Vertrauen auf die Gnade, die du uns angeboten haſt in Chriſto. Um Jeſu Chriſti willen vergieb uns unſere Sünden. Verſtoße uns nicht von deinem Angeſicht und laß es nicht mit uns gar aus ſein, ſondern wie ſich ein Vater über ſeine Kinder erbarmt, alſo erbarme dich auch über uns. Siehe an, Herr, unſeren Entſchluß, der Sünde abzuſterben und der Gerechtigkeit zu leben; gründe ihn, ſtärke ihn, vollbereite ihn, damit der Zuſtand unſerer Seelen und unſerer Werke zu deinem Preiſe und zu unſerer Seligkeit erneuert werde. O erleuchte unſere Herzen, daß wir rechtſchaffene, wahre Buße thun, alle wiſſentlichen, vorſätzlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort ſtets vor Augen haben und durch deine Gnade dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Erbarme dich deines Chriſtenvolkes und aller Völker, daß ſie ſuchen und finden dein Heil. Weihe uns zu deinen Tempeln. Sei bei uns in all unſerer Not und höre auf unſer Flehen in unſerer Trübſal. Das alles wolleſt du thun, o treuer und barmherziger Gott, um des teuern Verdienſtes und der kräftigen Für⸗ bitte deines geliebten Sohnes, Jeſu Chriſti, unſeres Herrn und Hei⸗ lands, willen. Amen. Lied Nr. 230: Gott, der du unſre Zuflucht biſt. IV. Gebete in beſonderen Lebenslagen und Verhältniſſen. 27. Am Beichttage(Vorbereitung zum heil. Abendmahl.) a. Anleitung zur Selbſtprüfung. Erforſche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich es meine, und ſiehe, ob ich auf böſem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Pſ⸗ 139, 23— 24. Erforſche und frage dich, ob du nicht immer noch: ſo fleiſchlich und weltlich geſinnt biſt,— ſo wenig frei von Leidenſchaften,— ſo voll von Regungen der böſen Luſt,— ſo unbewacht in Rückſicht auf das, was den Sinnen ſchmeichelt,— ſo ergeben vielen eitlen Träume— reien,— ſo ſehr geneigt zum Außeren, ſo nachläſſig in Rückſicht auf das Innere, ſo ſchnell aufgelegt zur Freude und Zerſtreuung,— ſo ſchwer zu bewegen zur Reue und Zerknirſchung,— ſo bereit zur Ge⸗ mächlichkeit und Unthätigkeit,— ſo träge zur Verleugnung deiner ſelbſt und zur Tugendübung,— ſo begierig, Neues zu hören und Schönes zu ſehen,— ſo wenig bereit, das Geringe und Verachtete dir gefallen zu laſſen,— ſo begierig zu haben, ſo karg im Geben, ſo hartnäckig im Behalten,— ſo unvorſichtig im Reden, ſo unenthaltſam im Schweigen,— ſo unordentlich im Betragen, ſo heftig im Handeln,— ſo unmäßig in Speiſe und Trank,— ſo taub gegen Gottes Wort,— 398 Gebete in beſonderen Lebenslagen. ſo ſchnell zur Ruhe, ſo langſam zur Arbeit,— ſo munter zu unnützem Geſchwätz, ſo ſchläfrig zu frommen Betrachtungen,— ſo nachläſſig im Gebet, ſo lau im Gottesdienſt, ſo kalt beim Abendmahl— ſo ſchnell zerſtreut, ſo ſelten ganz geſammelt,— ſo plötzlich zum Zorn bewegt, ſo leicht bereit, andern wehe zu thun, ſo ſtreng im Tadel, ſo vor⸗ ſchnell zum Verdammen, ſo wenig treu den Freunden, ſo unverſöhnlich gegen die Feinde,— ſo fröhlich im Glück, ſo verzagt im Unglück,— ſo voll frommer Entſchlüſſe und ſo arm an guten Werken.(Die Selbſtprüfung kann auch nach den 10 Geboten geſchehen.) Der Menſch prüfe ſich ſelbſt und alſo eſſe er von dieſem Brot und trinke von dieſem Kelch. Denn welcher unwürdig iſſet und trinket, der iſſet und trinket ſich ſelber das Gericht. 1. Cor. 11, 28. 29. b. Sündenbekenntnis. Ich bekenne dir meine Sünde und verhehle dir meine Miſſethat nicht. Ich ſprach: ich will dem Herrn meine Ubertretung bekennen; da vergabſt du mir die Miſſethat meiner Sünde. Pſ. 32, 5. O allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender Sünder bekenne vor deinem Angeſicht alle meine Miſſethat und Sünde, womit ich dich erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl ver⸗ dient habe. Sie ſind mir aber alle herzlich leid und reuen mich ſehr. Darum bitte ich um deiner unergründlichen Barmherzigkeit und des unſchuldigen, bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes, Jeſu Chriſti, meines Heilands, willen, du wolleſt mir meine Sünden verzeihen und deinen heiligen Geiſt geben, daß ich durch ſein Eingeben mein Leben beſſere und von Herzen fromm werde. Ach, Gott, ſei mir Sünder gnädig! Amen. c. Gebet um Vergebung der Sünden. Die Angſt meines Herzens iſt groß, führe mich aus meinen Nöten. Siehe an meinen Jammer und Elend und vergieb mir alle meine Sünden. Pſ. 25, 17. 18. Mein Gott und Herr! Meine Seele iſt betrübt, mein Herz voll Angſt und mein Gewiſſen voll Traurigkeit um meiner Sünden willen. Sie gehen über mein Haupt und ſind mir wie eine ſchwere Laſt. Du aber biſt voll Gnade. Darum komme ich zu dir und flehe: gedenke nicht meiner Sünden, gedenke aber an deine Barmherzigkeit, die von der Welt her geweſen iſt. Vergieb mir um deines Sohnes willen, der gekommen iſt, das Verlorene zu ſuchen und die Sünder ſelig zu machen. Hier bin ich als verlorenes Kind; nimm mich in Gnaden an und ſchenke mir deine Barmherzigkeit. Hilf mir meine Sünden herzlich bereuen und deine Verzeihung mit gläubigem Herzen ergreifen. Stärke mich durch deinen heiligen Geiſt, daß ich hinfort ein chriſtliches und gottſeliges Leben führe und dir allezeit diene in Heiligkeit und Ge⸗ rechtigkeit, wie es dir wohlgefällig iſt. Laß mir den Genuß des heiligen Mahles deines lieben Sohnes gereichen zur Kräftigung meines ſchwachen Glaubens, zur Beſſerung meines ſündlichen Lebens und zum Pfand meiner ewigen Seligkeit. Und ſollte ich wieder ſtraucheln und fallen, dann, Herr, richte mich auf um deines heiligen Namens willen. Hilf, daß mein Leben eine ſtete Buße ſei, daß ich mich allezeit S N * Gebete in beſonderen Lebenslagen. 82 nach deinem Wort und Willen richte, bis ich endlich in dein Reich komme, wo alle Schwachheit aufhört und keine Sünde mehr begangen wird, wo man dich anſchaut und dir dient in vollkommener Liebe und Freude von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 224: Meine Seele, voller Fehle. 28. Im Rbendmahlstag. a. Vor dem Abendmahl. Der Herr iſt mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum friſchen Waſſer Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um ſeines Namens willen. Pſ. 23, 1—3. Herr Jeſus Chriſtus, mein getreuer Hirte und Biſchof meiner Seele, du haſt geſagt: ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürſten. Siehe, ich komme zu dir und bitte dich, du ſelbſt wolleſt mich recht bereiten und zum würdigen Gaſt deines himm⸗ liſchen Mahles machen. Bewahre mich vor dem einen, daß ich un⸗ würdig von dem heiligen Brote eſſe und von dem heiligen Kelche trinke und damit mir ſelbſt eſſe und trinke das Gericht. Gieb rechte Reue über meine Sünden in mein Herz und feſten Glauben an dein heiliges Verdienſt zum Troſt in meine Seele. Gieb mir auch einen demütigen und verſöhnlichen Sinn, daß ich meinen Feinden vergebe, und tilge in mir die Wurzel aller Bitterkeit und Feindſeligkeit. Pflanze in mein Gemüt herzliche Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Bruder und Nächſten, ja alle Menſchen, wie mich ſelber in dir lieb habe. Ach, Herr, ich komme zu dir mit Sünden beladen, nimm die Laſt von mir; ich komme als Unreiner, reinige mich; als Blinder, er⸗ leuchte mich; als Armer, mache meine Seele reich; als Verirrter, ſuche mich; als Verlorener, mache mich ſelig. Mein himmliſcher Arzt, ich bringe zu dir eine kranke Seele, heile ſie; ein Herz, das Mangel hat an wahrer Gottſeligkeit, Heiligkeit und Gerechtigkeit, erfülle es mit deiner Gnade, mit deinem Geiſte, deiner Liebe, deiner Demut und Sanftmut, deiner Geduld und deinem Frieden. Du wahrhaftiges Brot des Lebens, ſpeiſe mich zum ewigen Leben. Nur in dir habe ich volles Genüge, darum bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, wie du geſagt haſt: wer mein Fleiſch iſſet und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngſten Tage. Amen. Lied Nr. 202: Ich komme, Herr, und ſuche dich. b. Vor dem Hintritt zum Tiſche des Herrn. O Gott, ſei mir armem Sünder gnädig; gieb deinen heiligen Geiſt in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich em pfangen, meinen ſchwachen Glauben ſtärken, mein blödes Gewiſſen tröſten, mein Leben beſſern und ewig ſelig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jeſu Chriſti willen. Amen. Gebete in beſonderen Lebenslagen. c. Nach dem Abendmahl. Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. Pſ. 86, 12. Barmherziger Gott und Vater, ich lobe und preiſe deinen heiligen Namen und danke dir für deine unausſprechliche Güte, daß du mich armen, unwürdigen Sünder mit dem Leibe und Blute deines Sohnes Jeſu Chriſti geſpeiſt und getränkt haſt. Ach, Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir thuſt. So hilf mir denn, getreuer Gott, daß an mir dieſes Mahl gedeihen möge zur Stärkung meines Glaubens und zur Liebe gegen die Brüder, zum Wachstum in der Gottſeligkeit, zur Geduld im Leiden und dereinſt zu einem freudigen ſeligen Sterben. Mache mich brünſtig im Geiſt, fröh⸗ lich in Hoffnung, geduldig in Trübſal, laß mich anhalten am Gebet, auf daß ich die guten Vorſätze, welche ich durch deine Gnade gefaßt habe, durch deine Kraft nun auch ins Werk ſetzen und alle Anfech⸗ tungen der Welt und des Fleiſches überwinden möge. Erhalte deine Kirche im rechten Glauben und in wahrer Einigkeit des Geiſtes und hilf uns alleſamt aus zu deinem himmliſchen Reiche, das du aufge⸗ richtet haſt durch Jeſum Chriſtum, welchem ſei ſamt dir und dem heiligen Geiſte Dank, Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 207: O Jeſu, meine Wonne. d. Gebet eines Kranken vor dem Abendmahl. Ich will zu Gott rufen, und der Herr wird mir helfen. Pſ. 55, 17. Mein Herr und Heiland, der du das Seufzen der Elenden hörſt und ein geängſtetes und zerſchlagenes Herz nicht verachteſt, blicke auf mich in meiner Trübſal und Anfechtung in Gnaden herab und er⸗ duicke meine Seele, die nach deiner Erbarmung dürſtet, mit himmliſchem Troſte. Nahe dich zu mir in deinem heiligen Mahle und ſtärke mich durch den Genuß deines Leibes und Blutes. Gieb mir Kraft, daß auch Krankheit und Schmerz mein Vorhaben nicht hindern, mich mit dir zu vereinigen. Lehre du ſelbſt mich deinen Tod auf rechte Art verkündigen und an dein Leiden und Sterben, deine Marter und Pein und alles gedenken, was du für mich gethan und gelitten haſt. Ich weiß, daß ich in deinem Mahle dich ſelbſt empfange zur Verſöhnung mit Gott, und bin gewiß, daß ich nicht ſoll verloren gehen, ſondern das ewige Leben haben. Erhalte mich bei dieſem beſeligenden Glauben und ſtärke ihn durch deine Kraft. Mein Herr und mein Gott, tröſte mich in meinem Leide und ſei bei mir in meiner Trübſal, und haſt du beſtimmt, daß ich abſcheiden ſoll von dieſer Erde, ſo ſcheide nicht von mir. Stehe mir bei im letzten Kampfe und laß deinen Tod mein Leben ſein. Iſts aber dein gnädiger Ratſchluß, daß ich noch länger ein Pilgrim ſein ſoll in dieſer argen Welt, dann reinige mir Herz und Sinn, daß ich nach deinem Wohlgefallen meine Wege gehe. Herr, wie du willſt, ſo ſchicks mit mir im Leben und im Sterben. Amen. Lied Nr. 294: Herr, wie du willſt, ſo ſchicks mit mir. Gebete in beſonderen Lebenslagen. 401 e Gebet eines Kranken nach dem Abendmahl. Ich danke dir, Gott, denn du kannſt es wohl machen, und will harren auf deinen Namen. Pſ. 52, 11. O du gnädiger und getreuer Gott und Vater, ich ſage dir Lob und Dank, daß du mich durch dieſes heilige Mahl erquickt und geſtärkt haſt. Ich bitte dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wolleſt durch dieſe himmliſche Speiſe und durch dieſen Trank des Lebens meine Seele heiligen, damit ich meinen Lauf im Glauben vollende, deinem väterlichen Willen mich demütig unterwerfe und auch unter Kreuz und Trübſal deinen Namen preiſe. Gieb, daß ich ewig dein Eigentum bleibe, und daß weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Leben noch Tod mich ſcheiden möge von deiner Liebe in Chriſto. Amen. Lied Nr. 295: Laß mich dein ſein und bleiben. 29. Gebete in Krankheit. a. Herr, ſei mir gnädig, heile meine Seele, denn ich habe an dir geſündigt. Pſ. 41, 5. Es hat dir gefallen, mein Schöpfer und Vater, mich mit Krank⸗ heit heimzuſuchen. Meine Kraft hat mich verlaſſen, mein Odem iſt ſchwach, meine Heiterkeit dahin; Mattigkeit und Schmerzen haben meine Glieder befallen, und mein natürliches Leben iſt dem Grabe nahe. Allmächtiger, der du geſagt haſt:„Ich bin der Herr, dein Gott“, zu dir nehme ich meine Zuflucht, auf dich ſetze ich auch in dieſer Prüfung mein Vertrauen. Vor allen Dingen bitte ich dich, daß du dich gnädig meiner Seele annehmen, mir um Chriſti willen meine Sünden ver⸗ geben und mir Hoffnung und Glaubensfreudigkeit im Tode ſchenken wolleſt. Laß die Krankheit meines Leibes zur Geſundheit meiner Seele gereichen, daß das Gefühl meiner Schwachheit den Glauben an dich ſtärke und meine Buße aufrichtiger und ernſthaft mache. Sei mir freundlich, mein Gott, in dieſem Leiden, und laß die Gebeine, die du zerſchlagen haſt, wieder Freude und Wonne fühlen; denn ich habe niemand im Himmel und auf Erden, der mir helfen, mich ſtärken und beruhigen könnte, als dich, den treuen Helfer in aller Not. O mein Vater, du haſt mir eine Laſt aufgelegt, hilf ſie mir auch tragen; lindere meine Schmerzen; erquicke meine matte Seele mit deinem himmliſchen Troſte; ſchenke mir chriſtliche Geduld und Gelaſſenheit; läutere meinen Glauben in der Hitze der Trübſal und ſegne den Ge⸗ brauch der Arzneimittel zur Wiederherſtellung meiner verlorenen Ge⸗ ſundheit. Herr, du Allmächtiger, bei dir iſt kein Ding unmöglich; wenn du willſt, kannſt du mich wieder geſund machen. Bin ich noch nicht bereit zum Sterben, noch nicht reif für die Ewigkeit, o ſo ver⸗ längere noch meine Gnadenzeit. Reiß mich nicht weg aus dem Lande der Lebendigen, ſondern ſtärke mich noch ferner durch deinen Geiſt, daß ich künftig als ein fruchtbarer Baum dir wohlgefällige Früchte bringen möge. Ja, Herr, ich gelobe es, daß ich mit Leib und Seele mich dir heiligen will, wenn du mich wieder aufkommen läſſeſt. Sollte aber in deinem heiligen Rat mein Ende beſchloſſen ſein, ſo bitte ich dich flehentlich um die Gnade, ſelig ſterben zu dürfen. Ach, nur ſelig, Cvangel. Geſangbuch. 26 402 Gebete in beſonderen Lebenslagen. welchen Ausgang auch die Krankheit nehmen wird; ſie mag zum Leben oder zum Tode ſein, laß ſie nur zu deiner Ehre und zu meinem wahren Beſten dienen. Vater, nicht mein, ſondern dein Wille geſchehe. Herr, dir lebe ich; Herr, dir ſterbe ich; Herr, dein bin ich tot und lebendig. Amen. Lied Nr. 293: Auf dich hab ich gehoffet. b. meines Herzens iſt groß; führe mich aus meinen Nöten. 5 17 25, Du frommer und getreuer Gott und Vater unſeres Herrn Jeſu Cyriſti, ich bitte dich von Herzen, du wolleſt mich in meiner Not nicht verlaſſen, ſondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntnis erleuchten, daß ich in demſelben aus der Finſternis dieſer Welt und meinet ſchweren Krankheit zu dir, dem ewigen Lichte, möge wandeln. O Herr, ſei du bei mir, wenn ich ſterben ſoll; ſtehe du mir zur rechten Hand, wenn ich meinen Geiſt aufgeben muß; errette mich aus der Hand des Feindes unſerer Seelen, tröſte und ſtärke mich, erhalte mich in deiner Erkenntnis und im feſten, ſtarken Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach, Herr, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein letztes Wort ſein, daß ich mit gläubiger Zuverſicht im Herzen ſagen darf: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geiſt; denn du haſt mich erlöſet, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit ſolches nicht mehr könnte mit dem Munde reden, ſo laß doch mein Herz alſo in der Stille zu dir rufen und ſeufzen. Amen. Lied Nr. 439: Chriſtus, der iſt mein Leben. c. Morgengebet eines Kranken. e Ich komme früh und ſchreie; auf dein Wort hoffe ich. Pſ. 119, 17. Herr, du Vater des Lebens, deſſen Güte alle Morgen neu iſt, ſei gelobt und geprieſen, daß du mich armen Kranken in dieſer Nacht ſo gnädig bewahrt und erhalten haſt. Noch kann ich das Licht ſchauen im Lande der Lebendigen und deine über mich erneuerte Güte preiſen. Sollte aber dieſer Tag mein letzter auf Erden ſein, ach, ſo bewahre doch in meinem Herzen das Licht des Glaubens und laß Jeſum Chriſtum, das ewige Licht, mit ſeiner Gnade mir leuchten bis ans Ende, daß ich ſelig einſchlafen möge in ſeiner ſelig machenden Er⸗ kenntnis. Nun, Herr, dein Wille geſchehe! Nimm dich meiner Seele treulich an, daß ſie nicht verderbe. Mein Gott und Vater, erbarme dich über mich! Mein treuer Heiland, Herr Jeſu, erbarme dich meiner! O heiliger Geiſt, du Tröſter in aller Not, erbarme dich über mich und gieb mir deinen Frieden! Amen. Lied Nr. 371: Morgenglanz der Ewigkeit. d. Abendgebet eines Kranken. Der Herr iſt mein Licht und mein Heil; vor wem ſollte ich mich fürchten? Pſ. 27, 1. Deinem Namen, mein treuer Gott und Heiland, ſage ich von Herzen Dank und Lob, daß du mir dieſen Tag haſt überwinden helfen, Gebete in beſonderen Lebenslagen. 403 und daß deine Kraft in mir Schwachem mächtig war. Aber ſiehe, hier liege ich noch unter deiner Heimſuchung und ſeufze zu dir: ach, Herr, mein Gott, wie lange verziehſt du mit deiner Hilfe! Siehe doch an meinen Jammer und mein Elend, vergieb mir alle meine Sünden und errette mich! Dir befehle ich meinen hinfälligen Leib und meine ſo teuer erkaufte Seele. Laß meinen Leib ruhen, die Seele aber ſtets zu dir wachen, damit ich deine herrliche Ankunft mit Verlangen er⸗ warte. Stärke mich im Glauben und in der Geduld alſo, daß ich vor dir beſtehen und das himmliſche Erbe durch deine Gnade erlangen möge. Dazu hilf mir, mein Heiland und Erlöſer, um deines bitteren Leidens und Sterbens willen. Amen. Lied Nr. 397: Herr, es geſcheh dein Wille. e Gebet der Eltern bei Erkrankungen eines Kindes. Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröſteſt in der Angſt; ſei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Pſ. 4, 2. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, du ſiehſt, welcher Jam⸗ mer unſer Herz erfüllt. Die Freude an unſerem lieben Kinde iſt in ſchwere Sorge und großes Herzeleid verwandelt. Da liegt es vor unſeren Augen, und jeder Zug ſeines Antlitzes bricht unſer Herz. Wir möchten gern helfen und können doch nicht. Darum erbarme du dich, allmächtiger Helfer, denn bei dir iſt kein Ding unmöglich. Ge⸗ biete du, dann wird die Krankheit weichen; laß es dein Wohlgefallen ſein, ſo werden wir die heißerſehnte Freude haben, unſer Kind geneſen zu ſehen. Doch es iſt dein Kind, du biſt ſein rechter Vater, denn du haſt es geſchaffen und in der heiligen Taufe als dein Kind aufge⸗ nommen. So haſt du ein größeres Anrecht an es, als wir. Des⸗ halb, dein Wille geſchehe. Wir wollen nicht murren, wenn du es uns nimmſt aus unſeren Armen in deine treuen Vaterarme. Vor dir liegt ja alle Zukunft, wie ein aufgeſchlagnes Buch, und du weißt am beſten, was unſerem teuren Kinde heilſam iſt, Leben oder Sterben. Gedenkſt du es zu verſetzen als Pflanze in dein Paradies, dann wollen wir uns tröſten, daß du es auch bewahrſt vor den Sünden dieſer Welt und es frühe führeſt zu deinem ewigen Heile. Willſt du unſer liebes Kind uns aber noch laſſen, dann, o Herr, wollen wir es von neuem freudig aus deiner Vaterhand nehmen als lebendigen Zeugen deiner Macht und deiner Gnade. Dann aber ſchenke uns auch Kraft und Weisheit, es für dich und dein himmliſches Reich zu erziehen. Endlich, getreuer Gott, laß uns wieder vereinigt werden in dem Him⸗ melreich unſeres Herrn und Heilandes Jeſu Chriſti, da, wo kein Leid, kein Schmerz, kein Tod mehr unſere Freude ſtört und wo wir in voll— kommener Seligkeit dich ewig loben und preiſen werden. Amen. Lied Nr. 333: Befiehl du deine Wege. t. Fürbitte der Angehörigen für einen Kranken. Hilf uns, Gott, unſer Helfer, um deines Namen Ehre willen! Pſ 79, g. Vater, wir flehen zu dir für den Kranken, der uns ſo wert und teuer iſt. Kann es nach deiner Weisheit, die höher iſt als alle 26 404 Gebete in beſonderen Lebenslagen. Weisheit dieſer Welt, geſchehen, ſo laß ihn geneſen und erhalte uns ihn, den wir ſo innig lieben. Doch wir unterwerfen uns mit Demut deinem heiligen Willen, wenn auch mit banger 2 i i Thränen. Ach, verwandle unſere Angſt und Traurigkeit durch Er⸗ hörung unſeres heißen Gebetes in Freude und Wonne. Hilf, Helfer, hilf, denn wenn du willſt, ſo kannſt du uns wohl helfen. In deinem heiligen Worte haſt du uns ja geſagt: rufe mich an in der Not, ſo will ich dich erretten, ſo ſollſt du mich preiſen. Vater, wir rufen dich an: iſt es möglich, ſo laß uns den bittern Kelch der Trennung nicht trinken, gieb vielmehr, daß wir für Rettung und Erhaltung dich preiſen und dir danken können. Mildere, o Gott, die Schmerzen unſeres lieben Kranken und tröſte, beruhige, ſtärke ihn durch deinen Geiſt. Und ſoll, o Herr über Leben und Tod, nach deinem väterlichen Ratſchluß ſeine Todesſtunde herannahen, ach, ſo mache ſie ihm ſanft und ſelig. Stärke dann mit Kraft aus der Höhe den Scheidenden und uns, die Zurückbleibenden. Laß ihn und uns im Geiſte hinüberblicken in die ewigen Wohnungen, wohin diejenigen, die vor uns ſterben, vorangehen und wohin wir ihnen folgen werden. Laß ihn und uns alle feſtſtehen im Glauben an unſeren Erlöſer und Heiland, der dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Weſen ans Licht gebracht hat. In ſolchem Glauben laß uns leben, leiden und ſterben. Amen. Lied Nr. 344: Was Gott thut, das iſt wohlgethan. g. Fürbitte der Angehörigen für einen Sterbenden. Wo iſt jemand, der da lebet und den Tod nicht ſehe? Pſ. 89, 40. Heiliger, barmherziger Vater, ſiehe in Gnaden an unſeren Mit⸗ erlöſten, der mit dem Tode ringt. Erbarme dich ſeiner in ſeiner letzten Angſt. Erbarme dich ſeiner im Gerichte. Wir empfehlen dir ſeine Seele, die du zum ewigen Leben erſchaffen haſt; erlöſe ſie von allem Ubel und nimm ſie auf in deine Hände. Göttlicher Erlöſer, Jeſus Chriſtus, auch für dieſen Sterbenden haſt du dein Blut vergoſſen, auch für ihn die heißen Todeskämpfe ge⸗ kämpft. Stehe ihm bei in ſeiner letzten Not. Du haſt ſeine unſterb⸗ liche Seele erlöſt zum ewigen Leben. Rufe den ſcheidenden Geiſt in die Heimat zu dir, auf daß er deine Herrlichkeit ſchaue. Heiliger Geiſt, göttlicher Tröſter, ſei Licht, Troſt und Kraft dieſem Sterbenden, deſſen Auge jetzt bricht. Stärke. ihn in ſeinem letzten Kampfe; hilf ihm durchdringen durch die enge Pforte zum ewigen Leben. Bringe ſeine Seele zum ewigen Frieden. Amen. Lied Nr. 453: Unſer keiner lebt ihm ſelber. h. Kurze Sprüche, Sterbenden vorzuſprechen. O Vater, ich befehle meinen Geiſt in deine Hände! Du haſt mich erlöſet und wirſt mich auch jetzt erlöſen, o Herr, du getreuer Gott. Amen. Ach Herr, erlöſe mich von allem Ubel und hilf mir zu deinem himmliſchen Reiche. Amen. err Zeſu, dein bitteres Leiden und Sterben komme mir zu Hilfe in meiner Todesnot und vor deinem Gerichte. Amen. Gebete in beſonderen Lebenslagen. 405 Herr, ich warte auf dein Heil! Führe mich nach deinem Worte ins rechte Vaterland. Herr Jeſu, dir leb ich, Herr Jeſu, dir ſterb ich; dein bin ich tot und lebendig. Amen. Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mich ſcheiden kann von der Liebe Gottes, die in Chriſto Jeſu iſt, un⸗ ſerem Herrn. Amen. Erlöſe mich, o mein Gott, von meinen Leiden; doch nicht wie ich will, ſondern wie du willſt; Herr, dein Wille geſchehe. Amen. 30. Gebet nach dem Verſcheiden eines Kranßken. Nun, Herr, wes ſoll ich mich tröſten? Ich hoffe auf dich. Pſ⸗ 39, 8. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleihe unſerem Dahinge⸗ ſchiedenen um deines lieben Sohnes willen die ewige Freude und Ruhe; laß ihm leuchten dein ewiges Licht und gieb ihm das ewige Leben! Uns aber, die wir hienieden bleiben und dem Entſchlafenen nach⸗ ſchauen, tröſte aus der Fülle deiner Barmherzigkeit! Sei unſer aller Pfleger, Helfer und Beiſtand und laß uns deine Güte und Gnade reichlich erfahren, bis auch unſer Stündlein kommt und wir ſelig da⸗ hinfahren. O getreuer Herr und Heiland, geleite die Seele unſeres Ent⸗ ſchlafenen, die du ſelber durch dein Blut erkauft haſt, in die Herrlich⸗ keit Gottes um deiner Liebe willen. Amen. Lied Nr. 242: Ich weiß, an wen ich glaube. 31. Dankgebet nach erkangter Geneſung. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir iſt, ſeinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Butes gethan hat; der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöſt; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Pſ. 103, 1—4. Ich preiſe dich, Herr, denn du haſt mich erhöret; da ich ſchrie zu dir, machteſt du mich geſund. Du haſt mein Herzeleid in Herzensfreude verwandelt. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Siehe, um Troſt war mir ſehr bange, aber du, Herr, haſt dich meiner Seele angenommen, daß ſie nicht verdürbe. Stricke des Todes umfingen mich und ich dachte: nun bin ich gar dahin. Aber du haſt mein Flehen erhört und meine Seele vom Tode errettet. Herr, mein Gott, wie groß ſind deine Wunder, die du an mir bewieſen haſt! Ich will ſie verkündigen, ſo lange ich lebe. Gelobt ſeiſt du, Herr, täglich, und gerühmt ſei dein herrlicher Name immer und ewiglich. Getreuer Vater, wende nun deine Barmherzigkeit nicht von mir, ſondern voliführe das gute Werk, das du in mir ange⸗ fangen haſt, und ſtärke mich von Tag zu Tag mehr und mehr; leite mich durch deinen guten Geiſt, daß ich hinfort nicht mehr ſündige, damit mir nichts Argeres widerfahre, ſondern daß ich dir mein Leben⸗ 406 Bebete in beſonderen Lebenslagen. lang diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig iſt. Laß deine Güte und Treue allewege mich behüten und befiehl deinen hei⸗ ligen Engeln, deinen ſtarken Helden, über mir, daß ſie mich auf meiner Lebensreiſe begleiten und auf den Händen tragen, damit ich meinen Fuß nicht an einen Stein ſtoße. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott; ſei nicht fern von mir; eile, mir immerdar beizuſtehen, Herr, meine Hilfe, auf daß ich allezeit deinen heiligen Namen lobe und deine Erbarmung und Gnade preiſe. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 137: Sei Lob und Ehr dem höchſten Gut. 32. Gebet in innerer Anfechtung. Siehe mein Elend und errette mich; hilf mir aus, denn ich ver⸗ geſſe deines Geſetzes nicht. Führe meine Sache und erlöſe mich er⸗ quicke mich durch dein Wort. Pſ. 119, 153. 154. Lieber himmliſcher Vater, ich danke dir, daß du mich in der hei⸗ ligen Taufe zu deinem Kinde aufgenommen und durch dein Wort geheiligt und bisher in demſelben erhalten haſt. eil ich aber mit großer Traurigkeit meines Herzens beladen bin und täglich geängſtigt werde, ſo daß ich meine Betrübnis nicht ausſagen noch beſchreiben kann, ſo bitte ich dich, treuer Gott, verlaß mich doch nicht, und halte mich feſt bei deiner Hand, daß ich nimmer⸗ mehr ſinke, noch von dir geſchieden werde. Mit traurigem Herzen ſtehe ich des Morgens auf, mit betrübtem Geiſte eſſe ich meine Speiſe, mit Angſt lege ich mich nieder und habe keine Ruhe in mir. Ach Gott, ſiehe an meinen Kummer! Ich wollte dir gerne mit fröhlichem Herzen dienen, aber ich vermag es nicht; wie ſtark ich mich wehre und wider das Elend meines Herzens ſtreite, ich bin zu ſchwach zu dieſem großen Kampfe. Darum hilf mir Schwachem, o du ſtarker Gott, und gieb mir deinen heiligen Geiſt, daß er mich tröſte und erfreue in aller meiner Traurigkeit. Ich bin ja dein im Tode und im Leben, und weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Trübſal noch Angſt kann mich ſcheiden von dir und deiner Liebe, obgleich ich jetzt in Angſt und Kummer ſchwebe. Herr, ich hoffe auf deine Gnade, du wirſt mich nicht unerhört laſſen, ſondern alle Angſt aus meinem Herzen nehmen. Darum will ich dich für deine Güte rühmen, loben, preiſen, dir danken und dienen hier und in Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 334: Auf den Nebel folgt die Sonn. 33. Gebet in äußerer Armut. Ich bin arm und elend; der Herr aber ſorget für mich; du biſt mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht. Pf. 40, 18. Allmächtiger, allbarmherziger Gott und Vater, der du die Schick⸗ ſale der Menſchen in deiner Hand trägſt und jedem das ſeine zuteilſt nach deinem Wohlgefallen, von dir kommt Armut und Reichtum, Mangel und Uberfluß. Ich preiſe deine Güte für alle deine Gaben und danke dir für alle deine Geſchenke, ſelbſt für die in den Augen der Menſchen kleinſten und geringſten. Ich danke dir auch für die Armut, die du mir beſchieden haſt, denn du weißt am beſten, was Gebete in beſonderen Lebenslagen. 407 deinen Menſchenkindern zum Frieden dient, das große Gut des Reichen oder die Arbeit, Sorge und Bangigkeit des Armen. Du haſt ja Ge⸗ danken des Friedens mit mir mitten in meiner Armut und Not; nur mein ſchwaches Herz will nicht tragen, was du mir auferlegteſt. Darum bitte ich dich, ſtärke und tröſte mich und laß an mir wahr werden das Wort deiner Verheißung: rufe mich an in der Not, ſo will ich dich erretten, ſo ſollſt du mich preiſen. Erhalte und mehre in mir den tröſtlichen Glauben an deine väterliche Güte und Erbarmung und an die Gewißheit, daß denen, die dich lieben, alle Dinge müſſen zum beſten dienen. Es iſt ein köſtlich Ding, daß das Herz feſt werde; ſo mache denn mein Herz feſt, m Aufſehen auf dich treulich auszuharren in meinem Elend, aber auch treu und fleißig zu wirken und zu ar⸗ beiten, daß ich mein beſcheiden Teil Speiſe dahinnehme. Bewahre mich durch deine Kraft vor aller Trägheit, vor aller Untreue, vor allem Verzagen und allem Murren. Lehre mich in Geduld leiden, was ich nach deinem Ratſchluß leiden ſoll, immerdar aber auch auf dich hoffen und dir vertrauen. Und da du die Herzen der Menſchen lenkeſt, wie Waſſerbäche, ſo erwecke mir liebreiche Freunde, die ſich meiner Not annehmen und als deine Boten an mir Barmherzigkeit thun, wie du ſie an ihnen gethan haſt.— Gieb mir ein dankbares Herz, daß jede Gabe der Menſchen mich bereit mache zum Lobe gegen ſie und gegen dich, den Geber aller guten und vollkommenen Gaben. — Vor allem aber ſtehe mir bei durch deinen heiligen Geiſt, daß ich mich nicht gegen dich verſündige in meiner Armut, und daß meine Not mich nicht errege, deine und der Menſchen Geſetze zu übertreten. Laß mir vielmehr mein Elend zur Beſſerung dienen und lehre mich erkennen, daß, gleich wie Gold durchs Feuer, alſo werden die, ſo dir gefallen, durchs Feuer der Trübſal bewährt. Lehre mich, daß Trüb⸗ fal bringt Geduld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, und Hoffnung läßt nicht zu ſchanden werden.— Ja, Herr, laß mich nicht zu ſchanden werden; ſende den Armen wieder beſſere Zeit und gieb meiner Seele die rechte Kraft, auch das Argſte zu über⸗ winden und das Feld zu behalten. In deine treue Vaterhand befehle ich mein Leben; du biſt der Armen Schutz und Zuverſicht. Amen. Lied Nr. 328: Von Gott will ich nicht laſſen. 34. Gebete in allgemeiner Rot. Gott iſt unſere Zuverſicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben; darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer ſänken. Pſ. 46, 2. 3. O du Richter alles Fleiſches, der du nicht nach dem richteſt, was vor Augen iſt, ſondern das Herz anſiehſt, erwecke unſere Herzen, daß wir uns freiwillig richten, damit wir nicht von dir gerichtet werden. Wir wiſſen und fühlen es, daß wir die große Not, welche du uns ge⸗ ſandt haſt, wohl verdient haben durch unſere mannigfaltigen und großen Sünden. Aber dennoch bringen wir unſere Klagen vor dich, weil die dringende Gefahr uns antreibt, vor dir niederzufallen mit Bitten und Flehen. Ach, räche nicht die Untreue und Falſchheit des menſchlichen Herzens, ſondern erwecke uns aus dem Schlafe der Sicher⸗ 408 Gebete in beſonderen Lebenslagen. heit, damit wir uns nicht mehr verſündigen, und erlöſe uns von Schuld und Strafe um deines Sohnes Willen! Beweiſe alſo an deinen Geſchöpfen anſtatt des gedrohten Untergangs deine große Geduld und Erbarmung, auf daß wir Vertrauen zu dir ſchöpfen, uns in der Not an dich halten und nach ihr beſtändig an dir hangen. Hilf uns aus unſeren Trübſalen! Ergreife die Deinigen durch deine ſtarke Rechte, reiße ſie aus der Gefahr und laß ſie deine Kraft und Gnade erfahren. Den Blöden und Schwachen ſende Rettung, daß ſie im Elend nicht verzagen, und den Troſtloſen komme zur Hilfe, daß ſie ihre Trübſal überwinden. Segne uns die jetzige Gefahr zur rechten Buße, und leite die Feinde deines Wortes zur Umkehr, daß ihr Ge⸗ wiſſen aufwache und ſie die Zeit der Gnade recht anwenden. Mache allen fleiſchlichen Troſt zu nichte, hinter welchen ſich ſo viele ver⸗ ſtecken möchten, und füge es alſo, daß wir nur auf dich trauen und bauen, denn deiner Hand können wir nicht entfliehen. Verlaß an den heimgeſuchten Orten die Deinen nicht und erbarme dich auch derer, die wider dich ſind. Und weil ſo manche dir bisher nur wenig ge⸗ dient haben und gehorſam waren, ſo lehre ſie auf dein Wort merken, deine Stimme in ihrem Gewiſſen wahrnehme ind ſo ihr ewiges Heit ſuchen.— Ach Herr, laß alle Gnade finden, die im Namen Jeſu Chriſti vor dich kommen. Sei barmherzig gegen dein armes Volk und ſchone deiner Geſchöpfe, die du gemacht haſt. Gieb allen Seelen Buße und Vergebung der Sünden, erhöre diejenigen, welche mit dem Tode ringen, und erzeige dich ihnen gnädig und freundlich. Wir trauen auf dich, denn wir haben einen Gott, der da hilft, einen Herrn, Herrn, der vom Tode errettet. Amen. Lied Nr. 418: Wenn wir in höchſten Nöten ſein. 35. Dankgebet für Errettung aus der Rot. Pſ. 103. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir iſt, ſeinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöſet; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit; der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirſt, wie ein Adler. Der Herr ſchafft Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden. Er hat ſeine Wege Moſen wiſſen laſſen, die Kinder Israels ſein Thun. Barmherzig und gnädig iſt der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unſern Sünden und vergilt uns nicht nach unſerer Miſſethat. Denn ſo hoch der Himmel über der Erde iſt, läßt er ſeine Gnade walten über die, ſo ihn fürchten. So fern der Morgen iſt vom Abend, läßt er unſere Ubertretungen von uns ſein. Wie ſich ein Vater über Kinder erbarmet, ſo erbarmet ſich der Herr über die, ſo ihn fürchten. Denn er kennet, was für ein Gemächte wir ſind; er gedenkt daran, daß wir Staub ſind. Der Menſch iſt in ſeinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde. Wenn der Wind darüber geht, ſo iſt ſie nimmer da und ihre Stätte kennt ſie nicht mehr. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, ſo Gebete in beſonderen Lebenslagen. 409 ihn fürchten, und ſeine Gerechtigkeit auf Kindeskind, bei denen, die ſeinen Bund halten und denken an ſeine Gebote, daß ſie darnach thun. Der Herr hat ſeinen Stuhl im Himmel bereitet, und ſein Reich herrſchet über alles. Lobet den Herrn, ihr, ſeine Engel, ihr ſtarken Helden, die ihr ſeinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme ſeines Wortes. Lobet den Herrn, alle ſeine Heerſcharen, ſeine Diener, die ihr ſeinen Willen thut. Lobet den Herrn, alle ſeine Werke an allen Orten ſeiner Herrſchaft. Lobe den Herrn meine Seele! Amen. Gottesdienſtoronung für den Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Heſſen. Cied der Gemeinde. „Komm, heiliger Geiſt,“ oder ein anderes paſſendes Eingangslied. Der Geiſtliche: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geiſtes. Unſere Hilfe ſteht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Laſſet uns zu dem allheiligen Gott alſo beten: Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! In tiefer Demut er⸗ kennen und bekennen wir vor dir, daß wir durch Gedanken, Worte und Werke deine heiligen Gebote vielfach übertreten haben. Wir haben dich nicht geliebt von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte, auch nicht unſern Nächſten wie uns ſelbſt, und ſind abgewichen von deinen Wegen. Aber unſere Sünden ſind uns von Herzen leid, und mit reuigem Gemüte ſuchen wir deine Gnade. — Siehe erbarmend auf uns herab, vergieb uns um deines lieben Sohnes, unſeres Herrn und Heilandes, willen und ſende uns deinen heiligen Geiſt, damit wir allem Böſen von ganzem Herzen entſagen und dir dienen mögen in der Gerechtigkeit, welche dir wohlgefällt. Chor: Amen. Amen. Amen. Der Geiſtliche: Der allmächtige Gott erbarmt ſich über uns und vergiebt uns alle unſere Sünden, ſo wir Buße thun und glauben an den Namen ſeines eingebornen Sohnes, der um unſerer Sün⸗ den willen geſtorben und um unſerer Gerechtigkeit willen auf⸗ erwecket iſt. Darum ſei gelobet der Herr, der Gott aller Gnade, denn er hat beſuchet und erlöſet ſein Volk, hat uns aufgerichtet einen Fels des Heils und unſere Füße geſetzt auf den Weg des Frie⸗ dens. Amen. Chor: Ehre ſei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiſte, wie es war von Anfang, jetzt und immerdar, von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit.— Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. Der Geiſtliche: Ehre ſei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menſchen ein Wohlgefallen. Der Geiſtliche: Der Herr ſei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiſte. Gottesdienſtordnung. 411 Der Geiſtliche: Allmächtiger Gott, der du durch deinen heiligen Geiſt die ganze Chriſtenheit heiligſt und regiereſt, erhöre unſer Gebet und gieb gnädiglich, daß wir dein Wort mit Andacht ver⸗ nehmen, und alle, die den Namen deines eingebornen Sohnes bekennen, in reinem Glauben durch deine Gnade dir dienen, durch Jeſum Chriſtum, unſeren Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn, und mein Geiſt freue ſich Gottes, meines Heilands! Der G eiſt liche: Vernehmet mit Andacht, was geſchrieben ſteht Pſalm 21, 2— 8: Herr, der König freuet ſich in deiner Kraft, und wie ſehr fröh⸗ lich iſt er über deine Hilfe! Du giebſt ihm ſeines Herzens Wunſch und weigerſt nicht, was ſein Mund bittet. Denn du überſchütteſt ihn mit gutem Segen, du ſetzeſt eine goldene Krone auf ſein Haupt. Er bittet dich um das Leben, ſo giebſt du ihm langes Leben immer und ewiglich. Er hat große Ehre an deiner Hilfe, du legeſt Lob und Schmuck auf ihn. Denn du ſetzeſt ihn zum Segen ewiglich, du erfreueſt ihn mit Freuden deines Antlitzes. Denn der König hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchſten feſt bleiben. Chor: Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah. Oder: 1. Petr. 2, 13— 17: Seid unterthan aller menſchlichen Ordnung um des Herrn willen, es ſei dem Könige, als dem Oberſten, oder den Hauptleuten, als den Geſandten von ihm, zur Rache über die Ubel⸗ thäter und zu Lobe der Frommen. Denn das iſt der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verſtopfet die Unwiſſenheit der thörichten Men⸗ ſchen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, ſondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott, ehret den König. Hauptlied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh ſei Ehr und Dank für ſeine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann ein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun iſt groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich, wir bringen Ehr und danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierſt ohn alles Wanken; ganz ohne Maß iſt deine Macht, allzeit geſchieht, was du bedacht; wohl uns des ſtarken Herren. 3. D Jeſu Chriſte, Gottes Sohn, für uns ein Menſch geboren, der uns vertritt vor Gottes Thron und rettet, was verloren; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unſrer Not, erbarm dich unſer aller! Predigt. V. U. Fr. G. 4. O heilger Geiſt, du höchſtes Gut, mit deinem Heil uns tröſte! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jeſus Chriſt erlöſte durch Marter groß und bittern Tod, wend unſern Jammer ab und Not; darauf wir uns verlaſſen. 412 Gottesdienſtordnung. Gebet an dem Iltar. Allmächtiger Gott, himmliſcher Vater! Wir ſtehen vor deinem Angeſicht, um deine Gnade zu preiſen, die du verherrlicht haſt an unſerem Großherzoge und ſeinem ganzen Hauſe. Nimm heute, wo wir des Tages gedenken, an dem du unſeren Landesfürſten das Licht der Welt haſt erblicken laſſen, die Opfer unſeres Dankes für all den Segen, womit du ihn krönteſt, gnädig an. Unzählige Wohlthaten haſt du ihm vom Anfange ſeines Lebens bis auf dieſe Stunde erwieſen. Du haſt deine allmächtige Hand über ſein teures Leben gehalten und biſt ihm in allen Gefahren nahe geweſen mit deinem himmliſchen Schutze. Du haſt auf ſein Haupt die Krone geſetzt und ihn auf den Thron ſeiner Väter erhöht. Schütze ihn auch ferner, du treuer Gott. Erleuchte ihn mit deinem Geiſte, daß er ſich halte in deinen Wegen und ſeinen Wandel führe in deiner Furcht. Rüſte ihn aus mit Weisheit, Mut und Kraft, daß er ſein Volk zu deinem Preiſe regiere. Laß ihn ein rechter Schutz und Schirm deiner Kirche ſein, damit auch durch ihn ihr heiliges Werk gefördert werde. Verbreite die Erweiſungen deiner Güte(über die Großherzogin, ſeine Gemahlin,) über den Erb⸗ großherzog, über das ganze Großherzogliche Haus und alle, die ihm anverwandt ſind. Gieb unſerem Fürſten allezeit treue Diener, die mit Weisheit, Gerechtigkeit und Liebe ihres Amtes warten, und laß ihre Dienſte geſegnet ſein. Gieße deinen Geiſt aus in alie Kirchen und Schulen, in alle Herzen, Familien und Gemeinden, damit ein lebendiger Glaube und eine thatkräftige Liebe wachſe und ſich mehre in unſerem ganzen Volke. Vereinige Fürſt und Volk durch das Band der Liebe und des Friedens. Beſchütze unſer ganzes deutſches Vater⸗ land und wende gnädig alles ab, was ſeine Ruhe und ſeinen Wohl⸗ ſtand ſtört. Segne den Kaiſer und laß wohlgelingen, was er zu Deutſchlands Ehre und Wohlfahrt unternimmt. Hilf einem jeden in ſeiner Not und ſei ein Heiland aller Menſchen, vorzüglich deiner Gläubigen. Herr unſer Gott, dir befehlen wir unſern Großherzog und ſein Haus, unſer Volk und alle Menſchen. Herr, wir bauen auf dich; gelobt ſei dein hochheiliger Name. Amen. Cied der Gemeinde. 1. Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unſerm Leben ein immer fröhlich Herz und edeln Frieden geben, und uns in ſeiner Gnad er⸗ halten fort und fort, und uns aus aller Not erlöſen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis ſei Gott dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich, im höchſten Himmelsthrone, dem ewig höchſten Gott, als es anfänglich war und iſt und bleiben wird jetzund und immerdar! Segen. 413 . Regiſter. Nr. Abermals ein Jahr verfl. 40 Barmherziger, laß deiner 186 Ach bleib bei uns, Herr 151 Bedenke, Menſch, das Ende 488 Ach bleib mit deiner Gnade 152 Bedenk ich deine große Treue 303 Ach Gott, ich muß in Tr.. 470 Befiehl du deine Wege 333 Ach Gott und Herr, wie 215 Bei dir, Jeſu, will ich bleiben 192 Ach Gott, verlaß mich nicht 300 Beſchwertes Herz, leg ab die 1 Ach Gott⸗ vom Himmel ſieh 150 Betrübtes Herze, ſei zufrieden 469 Ach, mein Herr Jeſun 317 Bis hierher und nicht weiter 163 Ach, mein Jeſu, ſieh, ich. 395 Bleibt bei dem, der euretw. 266 Ach ſei mit deiner Gnade. 14 Brich an, du ſchönes Morg. 41 Ach, was bin ich, mein.. 217 Bringt her dem Herren. 138 Ach, was iſt doch unſre Zeit 449 Ach, wie heilig iſt der Ort 165 gCpriſ. g. Ach wundergroßer Siegesheld 97 Chriſte, du Lamm Gottes 195 5 Chriſten erwarten in allerlei 424 9 3. 8 S Chriſten ſind ein göttl. Volk 314 Alle Menſchen müſſen ſterben 486 Chriſt fuhr gen Himmel 23 460 Chriſt iſt erſtanden von der 76 Aller Gläubgen Sammelplatz 462 2 Alles iſt an Gottes Schen 338 Chriſt lag in Todesbanden 77 Allgenugſam Weſen. 315 Chriſtus, der iſt mein Leben 439 Amen, deines Grabes. 292 Am Kreuz erblaßt. 72 Danket, danket Gott mit 208 An dem Zorntag, an.. 477 PDank und Anbetung bringen 127 An dir. an dir 222 Das alte Jahr vergangen iſt 46 Auf, auf, ihr Reichsgenoſſen 18 Das walte Gott, der helfen 407 Auf Chriſti Himmelfahrt. 96 Dein König kommt in. 230 Auf den Rebel folgt die S. 334 Dein Wort, o Herr, bringt 160 Auf dich hab ich gehoffet. 293 Dein Wort, o Herr, iſt. 182 Auf dieſen Tag bedenken wir 94 Der am Kreuz eiſt meine 61 Auferſtanden, auferſtanden. 88 Der du, Herr Jeſu, Ruh 73 Auferſtehn, ja auferſtehn 464 Der du in Zoencen 173 Auf Gott und nicht auf 355 Der du noch in der letzten 284 Auf, ihr Streiter, durchgedr. 256 Der du uns als Vater 119 Auf, Jeſu Jünger, freuet 95 S du zum Heil erſchienen 176 Auf“ meinen lieben Gott. 329 Der Heiland kommt 27 Auf, Seele, auf, und 355 Der heilge Chriſt iſt kommen 45 Aus Gnaden ſoll ich. 237 Der Herr fährt auf gen H. 98 Aus irdiſchem Getümmel 264 Der Herr iſt meine Zuverſicht 356 Aus meines Herzens Grunde 365 Der Himmel hängt voll 359 Aus tiefer Not ſchrei ich zu 212 Der Mond iſt aufgegangen 400 — — ————— ————— 414 Der Tag iſt hin, mein Jeſu Der Tag mit ſeinem Lichte Des Jahres ſchöner Schmuck Dich, Jeſum, laß ich ewig nicht Die auf der Erde wallen Die Chriſten gehn von Ort Die Feinde deines Kreuzes Die güldne Sonne voll Freud Die Herrlichkeit der Erden. Die hier vor deinem Angeſicht Die Himmel rühmen des Die Nacht nunmehr verg.. Die Seele ruht in Jeſu Dies iſt der Tag, den Gott Dies iſt die Nacht, da mir Die Woche geht zu Ende. Dir dank ich für mein Leben Dir, dir, Jehovah, will ich Du biſt zwar mein und ich Du geheſt in den Garten. Durch Trauern und durch. Du ſollſt glauben, o du Du ſollſt in allen Sachen. Du Vater deiner Menſchenk. Ehre ſei Gott in der Höhe Eine Herde und ein Hirt Einen guten Kampf hab ich Einer iſts, an dem wir. Ein feſte Burg iſt unſer Gott Eingeſargt zum letzten Schl. Ein Lämmlein geht und trägt Ein reines Herz, Herr Eins iſt not, ach Herr. Ein Wetter ſteiget auf.. Ein Wohlſtand ohnegleichen Empor zu Gott, mein Lobgeſ. Erfüllt ſind Stund u. Zeiten Erhalt uns deine Lehre. Erhalt uns, Herr, bei deinem Erhebt den Herrn, ihr From. Erhöhter Siegesfürſt u. Held Erinnre dich, mein Geiſt Ermuntert euch, ihr From. Es glänzet der Chriſten Es iſt ein Ros entſprungen Es iſt noch eine Ruh.. Es iſt vollbracht! Er iſt. Es kennt der Herr die Seinen Es ſaß ein frommes Häuflein Regiſter. 392 Es wolle Gott uns gnädig 62 Ewge Liebe, mein Gemüte 286 Fahre fort, fahre fort. 45⁵ Fortgekämpftu. fortgerungen 461 Freu dich ſehr, o meine Seele 162 Friede, ach Friede, ach. 368 Fröhlich ſoll mein Herze ſpr. 445 Früh am Morgen Jeſus Früh morgens, da die Sonn 367 Geduld iſt euch von nöten 494 Geh aus, mein Herz u. ſuche 40 Geht hin, ihr gläub. Ged. 38 Geht nun hin und grabt 403 Geht zum Schlummer 433 Geiſt vom Vater u. v. Sohne 290 Geiſt vom Vater u. v. Sohn 472 Gelobet ſei der Herr.. 69 Gelobet ſeiſt du, Jeſu Chriſt 50 Geſegn uns, Herr, die Gaben 241 Gieb dich zufrieden u. ſei ſtille 404 Gott, deine Güte reicht ſo weit 288 Gott, der du Herzenskenner Gott, der du unſre Zuflucht 42 Gott der Gnaden, ſchwer. 172 Gott des Himmels u. d. Erden 458 Gott, du Licht, das ewig. 175 Gottes Stadt ſteht feſtgegr. 148 Gott, gieb einen milden Reg. 468 Gott hat in meinen Tagen 65 Gott iſt gegenwärtig.. 249 Gott iſt mein Gott, er ſorgt 277 Gott iſt mein Hort 429 Gott iſt mein Lied.. 323 Gott lebet noch! Seele. 43 Gott lebt, wie kann ich. 44 Gott Lob, ein Schritt 155 Gott Lob, nun iſt erſchtsten 140 Gott ruft der Sonnu ſchafft 26 Gott ſei Dank durch d. S. 90 Gott Vater, aller Dinge. 85 Gott, vor deſſen Angeſicht 490 Gott wills machen, daß 308 Größter Morgen, der die. 31 Großer Gott von alten Zeiten 4095 Großer König unſrer Erden 68 Großer Mittler, derz. Rechten 265 Großer Schöpfer, Herr.. 117 Guter Geber, Dank ſei dir Nr. 167 22 33 157 357 440 310 3* 376 166 349 87 194 100 364 Hab acht auf mich[Anh.] Hab deine Luſt am Herrn. Hallelujah! jauchzt, ihr. Hallelujah! Lob, Preis u. Ehr Hallelujah! wie lieblich ſtehn Halt im Gedächtnis Jeſum Heiland, deine Menſchenliebe Heilger Jeſu, Heilgungsquelle Herr, auf Erden muß ich Herr Chriſte, wahrer Menſch Herr, deine Kirche danket dir Herr, dein Wort, die edle. Herr, der du mir das Leben Herr, du haſt für alle Sünder Herr, du wollſt uns vollber. Herr, ein ganzer Leidenstag Herr, es geſcheh dein Wille Herr, es iſt ein Tag erſch. Herr, es iſt von meinem Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken Herr Gott, dich loben wir. Herr, höre, Herr, erhöre Herr im Himmel, Gott. Herr Jeſu Chriſt, dich zu Herr Jeſu Chriſt, du höchſtes Herr Jeſu, Licht der Heiden Herr, mein Licht, mein. Herr, ſtärke mich, dein Herr, vor deinem Angeſicht Herr, wie du willſt, ſo. Herr, wir kommen zu Herr, wir ſingen deiner Herzlich lieb hab ich dich Herzlich thut mich verlangen Herzliebſter Jeſu, was Herz, mein Herz, nicht Herzog unſrer Seligkeit. Herz und Herz vereint. Heute mir und morgen dir Hier legt mein Sinn ſich Hilf, Herr Jeſu, laß gelingen Himmelan geht unſre Bahn Hinunter iſtd. Sonnen Schein Hirte deiner Schafe, der Höchſter, denk ich an die Güte Höchſter Gott, wir danken. Höchſter Helfer, ſei nicht ferne Höchſter Tröſter, komm. Regiſter. r. (50¹1) 12 91 125 104 279 282 99 437 161 179 399 198 204 432 397 N 394 128 423 158 460 22⁰ 254 386 396 225 13 434 Hör ich euch wieder... Hört das Wort voll Ernſt. Hoſianna! Davids Sohn Hüter, wird die Nacht Jauchzet, ihr Himmel Ich armer Menſch, ich. Ich bin ein Gaſt auf Erden Ich bin getauft auf deinen Ich bin in dir und du in mir Ich erhebe mein Gemüte Ich geh zu deinem Grabe. Ich habe nun den Grund. Ich hab in guten Stunden Ich hab mein Sach Gott Ich hab mich Gott ergeben Ich hab von ferne, Herr Ich komme Friedensfürſt Ich komme, Herr, und ſuche Ich laß dich nicht, du Hilf Ich ruf zu dir, Herr Jeſu. Ich ruhe nun in Gottes Ich ſag es jedem, daß er Ich ſinge dir mit Herz. Ich ſoll zum Leben dringen Ich ſteh an deiner Krippe. Ich ſterbe täglich und mein Ich und mein Haus, Ich weiß, an wen ich glaube Ich weiß, an wen ich glauben. Ich weiß, daß mein Erlöſer Ich weiß von keinem andern Ich will dich lieben, mit Ich zieh in ferne Lande 118 Je größer Kreuz, je näher. Jehovah, Herr und König. Feruſalem, du hochgeb.. 4 Feſu, deine tiefen Wunden Jeſu, der du biſt allein Jeſu, Freund der Menſchen Jeſu, geh voran Jeſu, großer Wunderſtern. Jeſu, hilf ſiegen, du Fürſte Jeſu, komm, ſei eingebeten Jeſu, meine Freude. Jeſu, meiner Seele Leben. Jeſu, meines Lebens Leben eſus Chriſtus herrſcht. Jeſus, Jeſus, nichts als Jeſus Jeſus iſt mein Leben 416 Jeſus lebt, mit ihm auch ich Jeſus, meine Zuverſicht. Jeſus nimmt die Sünder an Jeſus ſchwebt mir in Ged. Jeſus ſoll die Loſung ſein. In allen meinen Thaten In Chriſto will ich ſterben In Gottes Namen fang ich an In tiefen Angſten ſchreien. In unſers Königs Namen. Iſt Gott für mich, ſo Kehre wieder, kehre wieder König, dem kein König gl. Komm, heiliger Geiſt, erfülle Komm, heiliger Geiſt, Herre Komm, heilger Geiſt, o Sch. Komm, mein Herz, aus Zeſu Komm, o Herr, komm bald Komm, o komm, du Geiſt. Kommſt du, kommſt du, Licht Kommt, Brüder, laßt uns Kommt her, ihr ſeid geladen Lamm, das gelitten, und. Laſſet uns den Herren pr. Laſſet uns mit Jeſu ziehen Laß mich dein ſein u. bleiben Lebſt du in mir, o wahres Licht, das in die Welt gek. Licht vom Licht, erleuchte. Liebe, die du mich zum. Liebſter Jeſu, wir ſind hier, deinem Worte„ Liebſter Jeſu, wir ſind hier Lobe den Herren, den mächt. Lobe den Herrn, o meine. Lobt Gott, ihr Chriſten. Löwen, laßt euch wieder Mache dich, mein Geiſt. Machs mit mir, Gott, nach Macht hoch die Thür.. Man lobt dich in der Stille Mein erſt Gefühl ſei Preis Meine Lebenszeit verſtreicht Meinen Frieden geb ich euch Meinen Jeſum laß ich nicht Meine Seele ſenket ſich. Meine Seele, voller Freude Regiſter. Nr. 84 Meine Sorgen, Angſtu. Plag. 483 WMein Geiſt, o Gott, wird. 235 Mein Glaub iſt meines Leb. 275 Mein Gott, das He 51 WMein Gott, ich weiß wohl 330 Mein Gott, nun iſt es. 446 Mein Heiland nimmt die. 406 WMein Jeſu, der du vor. 420 Mein Leben iſt ein Pilgrimſt. 258 Mein ſchönſte Zier und 335 Mir iſt Erbarmung widerf. Mir nach, ſpricht Chriſtus 229 Mit Ernſt, o Menſchenkind. 101 Mitten wir im Leben 4 Morgenglanz der Ewigkeit. 107 Müde bin ich, geh zur Ruh 106 201 Mach einer Prüfung kurzer 171 Nimm hin den Dank 100 Nun bitten wir den h. Geiſt 22 MNun bringen wir den Leib 259 Nun danket alle Gott. 206 Nun danket all u. bringet Ehr Nun freut euch, lieb. Chriſten 105 Nun geh uns auf, du Morg. 79 Nun Gott Lob! Es iſt. 245 Nun jauchzet, all ihr From. 295 Nun kommt das neue 283 Nun laßt uns gehn u. treten 174 Nun lob, mein Seel den H. 3 Nun preiſet alle Gottes B. 274 Nun ruhen alle Wälder. Nun ſich der Tag geendet. 184 Nun ſich der Tag geendet, m. 6 Nun ſo will ich denn 135 13 O Allerhöchſter Menſchenh. 34 O Chriſt, wenn Arme 156 O daß ich tauſend Zungen O du allerſüßte Freude 250 O du fröhliche, o du ſelige 443 O du Liebe meiner Liebe. 15 O Durchbrecher aller Band. 132 O du reicher Herr der. 378 O Ewigkeit, du Donnerwort 454 O Ewigkeit, du Freudenwort 321 O frommer u. gétreuer Gott 271 O Gott, der du das Firmam. 348 O Gott, du frommier Gott 224 O Gottes Geiſt und Chriſti Nr. 342 496 316 218 452 374 234 199 450 387 244 478 371 401 493 209 108 463 131 134 231 183 185 3 48 129 130 389 398 285 370 289 140 112 122 67 248 187 484 485 214 428 296 121 —— O Gott, o Geiſt, o Licht D Gott, von dem wir alles OHauptvoll Blutu. Wunden O heilger Geiſt, kehr bei O Zeſu, Herr der Herrlichk. O Jeſu, meine Sonne. Jeſu, meine Wonne. Jeſu, ſüßes Licht. König, deſſen Majeſtät. Lamm Gottes, unſchuldig Liebesglut, wie ſoll. mein Herz, gieb dich. ſelig Haus, wo man. Traurigkeit, o Herzeleid Urſprung des Lebens Vater der Barmherzigkeit Welt, ſieh hier dein Leben wie freun wir uns wie fröhlich, o wie ſelig O wie ſelig ſeid ihr doch 2. S 8 SSSSHS Prediger der ſüßen Lehre. Rede, liebſter Jeſu, rede Rüſtet euch, ihr Chriſten Ruhe hier, mein Geiſt.. Ruhet wohl, ihr Totenbeine Schaffe in mir, Gott.. Schaffet, ſchaffet, Menſchenk. Schmücke dich, o liebe Seele Schmückt das Feſt mit. Schöner Himmelsſaal.. Schon iſt der Tag von Gott Schwing dich auf zu deinem Seele, du mußt munter w. Seelenbräutigam, Jeſu. Seele, ſei zufrieden Seele, was ermüdſt du. Seid barmherzig, Menſchen Sei getreu bis an das Ende Sei Lob und Ehr dem Selig ſind des Himmels Siegesfürſt und Ehrenkönig Sieh, dein König kommt Sieh, hier bin ich. So geh nun hin, dem Grabe So hab ich obgeſieget Soll ich denn mich täglich Sollt es gleich bisweilen Evangel. Geſangbuch Regiſter. 6 425 63 110 417 322 207 377 221 58 280 360 414 281 216 180 177 251 70 459 Sollt ich meinem Gott nicht Sorge doch für meine Kind. So ruheſt du, o meine Ruh So wahr ich lebe, ſpricht. Speis, o Gott, uns, deine Such, wer da will, ein. Teures Wort aus Gottes. Thut mir auf die ſchöne Treuer Wächter Israel. Ueberwinder, nimm die. Unſer keiner lebt ihm ſelber Unſern Ausgang ſegne Gott Unſer Vater, der uns liebt Unſer Wandel iſt im Himmel Unſre müden Augenlider Unumſchränkte Liebe. Valet will ich dir geben Vater, deines Geiſtes Wehen Vater, dir ſei Preis geſungen Vater, hier im Erdenſchoße Vater unſer im Himmelreich Verleih uns Frieden gnädigl. Verzage nicht, du Häuflein Volk des Herrn, bring dein Volk des Herrn, du haſt 211 253 196 15 481 497 336 372 278 350 257 287 243 137 498 102 25 298 473 474 343 340 Vollbracht iſt nun die heilge Voller Wunder, voller. Vom Geräuſch der Welt om Himmel hoch, da Von des Himmels Thron. Von dir, du Gott der Ewigk. Von Gott will ich nicht Wach auf, du Geiſt der Wach auf, mein Herz, die ach auf, mein Herz, und Wachet auf, ruft uns die Walte, walte nah und fern Wann kommt der Herr. Warum betrübſt du dich. Warum ſollt ich mich denn Warum willſt du draußen Was freut mich noch, wenn Was Gott thut, das iſt wohletan Was Gott thut, das iſt wohlgethan, ſo denken 27 418 Was hinket ihr betrogenen Was mein Gott will, geſcheh Was wär ich ohne dich Weicht ihr Berge, fallt. Wenn auch wie ein Pſalter Wenn Chriſtus ſeine Kirche Wenn der Herr einſt die Wenn ich einſt von jenem. Wenn ich ihn nur habe Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn kleine Himmelserben Wenn mich mein Sünden. Wenn mein Stündlein Wenn wir in höchſten Nöten Werde Licht, du Stadt der Werde munter, mein Gemüte Wer iſt wohl wie du. Wer nur den lieben Gott. Wer ſind die vor Gottes. Wer weiß, wie nahe mir Wie fleucht dahin der Wie getroſt und heiter.. Wie groß iſt des Allmächt. Nr. 255 325 28 311 290 159 358 379 318 143 476 62 436 418 53 388 313 339 491 448 487 3¹9 144 Regiſter. Wie heilig iſt die Stätte Wie könnt ich ſein vergeſſen Wie ſchön iſts doch, Herr. Wie ſchön leuchtet der Morg. Wie ſicher lebt der Menſch Wie ſoll ich dich empfangen Wie wohl iſt mir, o Freund Willkommen, Held im Streite Wir danken Gott für ſeine Wir ſingen dir, Immanuel Wir werden bei dem Herrn Wohlauf, mein Herz, verlaß Wohlauf, wohlan zum letzten Wohl einem Haus, da Jeſus Womit ſoll ich dich wohl. Wunderanfgang, herrlichs. Wunderbarkr König. ein zu deinen Thoren Zeuch hin, mein Kind Zion, gieb dich nur zufrieden Zwei der Jünger gehn. Zweierlei bitt ich von dir. I. C. wittich ſche Nofbuchdrucherei, Darmſtadt. 7S SLi SEMde