— — — — . ſ i e S0. Ze S S . abone. M ayn m . — — s E u E — — he at , B,. — — . a vom guten R 3 1 ar M inis „ 2 9 Vir iae Con 1 M bono 0 B 0 9 7 0 Si1 8 G Vera ima. d e. Wittt N ſt xppess S deliter ety po f Somet arch UAm SN 9 —— —— eng 2 jüs F — — Zoſ 6 die den he ½ ¹ — Reg Pier ꝓr hhy Mit oberhirtlicher Genehmigung. Uebſt Farbendrucktitel und Stahlſtich. Regensburg& New⸗York 1866. Drurk und Berlug bon Friedrich Pustet Typograph des heil. Apostolischen Stuhles. Molu30 Von der V on dem ſiiyen ſie heilge Vi unſer g nent verh Wi mſer! Sakramen Ve zu Ze allerheiig Warum mar Vehes ſin heiigen& Vn der P den Vor Las man: Li Norgenge Wrufung de Prufung de Mhſgebet z Reßgebet entzet Mng d Ee w iſ ʒ en Bichtiege ie Reue Glet um e Emmg: des bittere Sufzt dr Von der Verheißung, der Einſetzung und der— von dem öfteren Empfange, von kungen heiligſten Sakramentes und der! Lareng auf die heilige Kommunion.. Wie unſer gütigſter Herr Jeſus das allerl eiligſte e Sakra⸗ ment verheißen hat.. Wie unſer lichreichſer Herr Jeſus das allerheiligſte Sakrament des Altars eingeſetzt hat Wie zur Zeit der Apoſtel und der erſten Chriſten das allerheiligſte Altarsſakrament ſ wurde Warum man öfters die heil. Kommunion empfangen ſoll Welches ſind aber dieſe wunderbaren Wirkungen der hellgen K Kommunion. Von der Vorbereitung auf die heil. Kommunion nach den Worten und Beiſpielen der Heiligen Was man nach der heiligen Kommunion thun ſoll.. I. Thril. Die heilige Adventzeit. 1. Sonntag im Advent. Morgengebet am Kommuniontage. Anrufung der allerſeligſten Jungfrau Maria.„„ Anrufung des heiligen Schutzengels„ Ablaßgebet zum heiligen Schutzengel.. Meßgebet am Kommuniontage für die heiligt Adventzeit. 7 5* 7 5„ 0 5 7 0 7—— Anrufung des heiligen Geiſes Gewiſſenserforſ chung Beichtſ iege für ſotche die fmals beichten Gebet um eine innige Reue Erweckung einer wahren Liebesreue ur e des bitteren Leidens Jeſn„ Seufzer der Reue vor heiligen Beicht 22 43 WW Inhalts⸗Anzeige. Seite Gebete nach der Beicht. Dankſagung.. 89 Dankſagung und Erneuerung des Vorſatzes vor dem allerheiligſten Sakramente Anrufung der gebenedeiten Gottesmutter Maria 92 Erneuerung der Taufgelübde. Kommnnionandacht. Gebete und Tugendakte vor der heiligen Kommunion 95 Liebesſeufzer zu Jeſus, wann der Prieſter den Taber⸗ nakel öffnet 100 Gebete und Tugend akte nach der hl. Kommunion 103 Gebet im Sinne und Geiſte der heutigen Tagesfeier 109 Bitte zu dem göttlichen um a der Gewohnheitsfehler 112 aiunetet Anrufungen zu Jeſus.. Pange Lingua.. Akte der Anbetung und Sühnung vor dem allerheiligſten Sakramente 418 2. Sonntag im Advent. Vor der heiligen Kommnian Gebet zur allerſeligſten Jungfrau 124 Rch der heitigen Kanien 225 Das Feſt der unbeflechten Cmpfängniß der allerſeligſten Jungfrau Maria. Meßgebete zugleich für alle Frauenfeſte. 128 Gebet vor der heiligen Kommuuion im Sen der heutigen Tagesfeier. 142 Nach der heiligen Kommunion. 144 Gebet zur allerſeligſten Jungfrau 146 Ablaßgebet zur allerſeligſten Jungfrau 147 3. Sonntag im Advent. Vor der heiligen Konnnin Nach der heiligen Kommunion„1150 4. Sonntag im Advent. Pee der heiligen Kommunion Nach der heiligen Kommunion„14154 ————— II. i Ps 7 rigebe Prr der hel Nih der hii gr der heil ſih de hi Vor der heil Ruch der he das ʒtſd Lor der hei Rach der he 1. Lor der he Jach der he 1 5 Lor der hil Rch der he 15 Lyr uu hel Jach der he 1 Lor der he ch d h 5. S Lor der he Nuch der h 6. S ſ der hei Jach der h om 9 da 2Er⸗ 100 gor ahnn 10½ Tag 10 srot er 1 „ 11 1 ug em 1 1 Inhalts-Anztigt.. II. Theil. Die heilige Weihnachtszeit. Das Feſt der mnadenrtichen Geburt Jefn Chriſti. Meßgebete für die heilige 2 Vor der heiligen Kommunion.. Nach der heiligen Kommunion 165 Sonntag nach der Geburt— Bor der heiligen Kommunion„ Nach der heiligen Kommunion 169 Das Feſt der Beſchneidung des Kindes Jeſu. Vor der heiligen Kommunion. Nach der heiligen Kommunion 173 Pas Feſt der hl. drei Bönige oder— des Herrn. Vor der heiligen Kommunion.„ Nach der heiligen Kommunion 1. Sonntag nach der Vor der heiligen Kommunion 179 Nach der heiligen Kommunion 181 L. Sonutag nach der Erſcheinung des Herrn. Vor der heiligen Kommunion 132 Nach der heiligen Kommunion 3. Sonntag nach der Erſcheinung herrn. Vor der heiligen Kommunion„ 1186 Nach der heiligen Kommunion„„ 188 4. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn.. Vor der heiligen Kommunion 1189 Nach der heiligen Kommunion 121191 5. Sonntag nach der Erſcheinung des herrn. Vor der heiligen Kommunion„ 1 Nach der heiligen 6. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn. Vor der heiligen Kommunion„1197 Nach der heiligen Kommunion 199 Inhalts-Anzeige. Seite Das Feſt Mariä Lichtmeß. Vor der heiligen Kommunion 22201 Gebet zur allerſeligſten Jungfrau 2201 Nach der heiligen Kommunion.. Sonntag Seytnngeſimã. Vor der heiligen Kommunion 22035 Nach der heiligen Kommunion 2206 Sonntag Sexageſimä. Vor der heiligen Kommunion 2208 Anmuthung.. Nach der heiligen Kommnnion 210 Sonntag gunnageſmi Vor der heiligen Kommunion 22212 Nach der heiligen Kommunion III. Theil. Die heilige Fuſtenzeit. Meßgebet zu Ehren des Leidens Jeſu 2216 1. Sonntag in der Faſten. ber ie i Nach der heiligen Kommunion. Ablaßgebet zu Ehren des Leidens Chriſti 2. Sonntag in der Faſten. Vor der heiligen Kommunion 2293 Nach der heiligen Kommunion.. 1235 Das Feſt des heiligen u Zoftyh. Vor der heiligen Kommunion.. 237 Gebet zum heiligen Joſepp„ 44 Nach der heiligen Kommunion Ablaßgebet zu Ehren des heiligen Joſeph 3. Sonntag in der Faſten. Vor der heiligen Kommunion 2244 Nach der heiligen Kommunion.. 4. Sonntag in der zůſtu. Vor der heiligen Kommunion Nach der heiligen Kommunion 249 gx der he Ruch der h Lr der he Gebet zu Nch der he Gebet jur Vor der he Betrachtu Mnucht Nuch de h Jor der h Roch derk N Meßgebe Luendi ſhn z der he Joch der h omm Lor der he uch drt Emue Bor der ſuch er hor ir h ſuch ur Seit * 206 enz ₰ eſu 216 ü. 23 3 ph. . n. —— — — Inhalts- Anzeigt. 5. Sonntag in der Faſten. Vor der heiligen Kommunion Nach der heiligen Kommunion„„ Das Feſt der verkündigung Mariä Vor der heiligen K Kommunion„ Gebet zur ſeligſten Jungfrau Maria„„ Nach der heiligen Kommunion„ Gebet zur allerſeligſten Ingfrau Marie 5. Sonntag in der ₰ Vor der heiligen Kommunion Betrachtung Anmmihn Nach der heiligen Kommunion Am Grünen- Vonnerſtag. Vor der heiligen Kommunion Nach der heiligen Kommunion„„ W. Theil. Die heilige Oſterzeit. Meßgebete„ vor der heiligen Kommunion Vor der heiligen Kommunion Nach der heiligen Kommunion Tugendübungen nach der heiligen Kommunion Oſtermontag. Vor der heiligen Kommunion * 7* 0* Nach der heiligen Kommunion Am 1. Sonntag nach Gſtern. Kommunionandacht für den Tag der heiligen Vor der heiligen Kommunion„ Nach der heiligen Kommunion Erneuerung der Taufgelübde. L. Sonntag nach Oſtern. Vor der heiligen Kommunion„ Nach der heiligen Kommunion. 3. Sonntag nach oſern. Vor der heiligen Kommunion Nach der heiligen Kommunion„ *—— 265 202 294 Taufe. Inhalts-Anzeigt. Seite 4. Sonntag nach Oſtern. Per der heiigen Nach der heiligen Kommunion.. 5. Sonntag nach oſern. Vor der heiligen Konidn„3 Nach der heiligen Kommunion„ 5 Das Zeſt der Himmelfahrt Zeſu chrißi. et der heiligen Fmunion Nach der heiligen Kommunion. Sonnlag nach der gimmelfahrt chriſi. Vor der heiligen Kommunion 2322 V. Theil. Die heilige Pfingſtzeit. Meßgebet für die hl. Pfingſtzeit in S Anliegen Vor der heiligen Kommunion.„ ber heilen Kommion pfingſtmontag. Vor der heiligen Kommunion„339 Nach der heiligen Kommunion 1. Sonntag nach pingln. Vor der heiligen Kommunion„343 Nach der heiligen Kommunion.. 3⁴¹5 Feſt des hochheiligen— Zefu cyriſi. Vor der heiligen Kommunion 347 Nach der heiligen Kommunion. 4 35 Freitag nach der tticunnmniur (Das Feſt des heiligſten Herzens Vor der heiligen Kommunion 351 Nach der heiligen Kommunion.. 354 Ablaßgebete zu Ehren des heiligſten Herzen Jeſu 856 Kurze Krone zu Ehren des heiligſten Herzens Jeſu. 357 2. Sonntag nach phle Vor der heiligen Kommunion.. Nach der heiligen Kommunion. 3. Sonntag nach pingſten. Vor der heiligen Kommunion — Amuchu Rh det h Prr der he Nih der) 3 Lor der hei 5 der he 3 der hei Nich der h Dos 3 Vyr der he Nach der h Ablaßgeb Lor der h Rach der! Por der he Gehet zu Nich der Giu u S der he Betnchtu Anmthr ſuch dr he ſürbiten. Lor ber h Nuch der) Vyr der he ſuch der * o„30 0„312 ** 5 0 315 Chr ₰ 8 30 Chr 3 gſt enen n 5 „ 0 0 5 5 0 34 en. „ 6 5 4 6 4 noh F* — ₰ 1 36 der 5 30 n. 6 Anmuthung„ Nach der heiligen Kommnion 4. Sonntag nach pfingſten. der heiligen Kommunion„370 Nach der heiligen Kommunion 372 Feſt des heiligen Johannes des Cüufers. Vor der heiligen Kommunion„374 Nach der heiligen Kommnnion„376 5. Sonntag nach pfing zen. Vor der heiligen Kommunion 378 Nach der heiligen Kommunion„23680 Das Feſt der heiligen Ipoſtel Petrus und Fu. Vor der heiligen Kommunion 383 Nach der heiligen Kommunion„„ Whaßgebet zu Ehren der hl. Apoſtel Petrus und Paulus 6. Sonntag nach Pfingſten. Vor der heiligen Kommunion„390 Nach der heiligen Kommunion. 392 Auf das Frſt der Heimſuchung Mariä. Vor der heiligen Kommnnion 393 Gebet zur allerſeligſten Jungfrut 395 Nach der heiligen Kommunion„3096 Gebet zur allerſeligſten Jungfrau.„398 7. Sonntag nach pingſten. *. ½ Kommunion. wn hee Kommunion Fürbitten.„**.*„„„ 403 ʒtuning nch pfngen. Vor der ſn Kammnnion Nach der heiligen Kommunion„406 9. Sonntag nach Vor der heiligen Kommunion„ Nach der heiligen Kommunion„124410 Inhalts-Anzeigt. Seite 10. Sonntag nach Vor der heiligen Kommunion.. Nach der heiligen Kommunion. 5 11. Sonntag nach Vor der heiligen Kommunion 47 Nach der heiligen Kommunion 20 12. Lonntag nach wn Vor der heiligen Kommunion Setach Anmuthung.. Nach der heiligen Kommunion Das Zeſt der himmelfahrt der alerſeligſtn Inngfrun. Gebet zur allerſeligſten Jungfrau 14428 Nach der heiligen Kommunion. Ablaßgebet zur allerfeligſten Smnfrun Maria Das Gebet Memorare. Das Feſt des reinſten, unbeſlechten herzen⸗ er alereligſten Zungfrau Maria. er der heiligen onien 4433 ec der heiien Kommnnion„„46 13. Sonntag nach Vor der heiligen Knummunion. Anmuthung.. Nach der heiligen Kommunion 14. Sonntag nach Vor der heiligen Kommunion Nach der heiligen Kommunion.. 15. Lonntag nach pingſen. ber heiligen munon Nach der heiligen Kommunion„1451 16. Sonntag nach pfingſten. et der heiligen Konimnnion Nach der heiligen Kommunion„1455 ————— pus zti Por der heil Cchet zur Rach der hei Gebet zur vor der heil Nuch der heil Vor der hii Nach der heil Dus ʒtſt Vor der heil Gebet zur Noch der hei Wlaßgebet Kurzes Ge vor der heil 3 der hei gor der heili Cehe zu d ₰ 3 6 hi n der hei 3 der hei 8 dr heli Vetruchun muthu ach der hei gr der heil uc de hei Stit 8 4] n. *„ 40 ſen anrn 49 Mar 1.4 4 P Anih iyin tn. 4 40 tn. . 5„ tn. ½ en. Inhalts-Anzeigt. x Das Feſt der Geburt der allerſeligſten Jungfran. Vor der heiligen Kommunion 1456 Gebet zur allerſeligſten Jungfrau 4459 Nach der heiligen Kommunion„460 Gebet zur allerſeligſten Jungfrau 4462 17. Honntag nach Pfingſten. Vor der heiligen Kommunion„462 Nach der heiligen Kommunion... 6 13. Sonntag nach pingſen. Vor der heiligen Kommunion 1468 Nach der heiligen Kommunion 47770 Pas Feſt der ſieben Hchmerzen der allerſel. Jungfran. Vor der heiligen Kommunion„ 472 Gebet zur ſchmerzhaften Mutter Gottes 474 Nach der heiligen Kommunion.. Ablaßgebet zur ſchmerzhaften Mutter.. 6 Kurzes Gebet zur ſchmerzhaften Mutter Gottes 480 19. Sonntag nach pfingſten. Vor der heiligen Kommnnion Nach der heiligen Kommunion... 1483 Das Teſt der heiligen auet Vor der heiligen Kommunion. Gebet zu dem heiligen Schutzengel„4487 Nach der heiligen Kommunion„4489 20. Sonntag nach Pfingſten. Vor der heiligen Kommunion„ 0 Nach der heiligen Kommunion„14493 21. Sonntag nach viraſeh Vor der heiligen Kommunion„495 Betruchtun Anmuthung.. Nach der heiligen Kommunion Das Feſt aller Heiligen. Vor der heizen m Rach der heiligen Kommunion„ 503 XlI Inhalts-Anzeige. Nach der heiligen Kommunion Anhang. Seite Allerſerlen-Sonntag. Vor der heiligen Kommunion 505 Nach der heiligen Kommunion.„. 507 22. Sonntag nach hiunn Vor der heiligen Kommuniou.. 51¹0 510 mtheng 511 Nach der heiligen Kommunion 5¹3 Das Feſt Mariä cim. Vor der heiligen Kommunion.. 514 Nach der heiligen Kommunion 516 Gebet zur allerſeligſten Jungfrau 51 23. Sonntag nach Vor der heiligen Kommunion 518 518 Anmuthung 5¹9 Nach der heiligen Kommunion. 24 Sonntag nach pnnſen Vor der heiligen An 522 Betrachtuug 522 Anmuthung. 524 Nach der heiligen Kommunion Kommunionandacht am anwehſr Vor der heiligen Kommunion. 528 Nach der heiligen Kommunion. 51 Kommunionandacht am utunelt Vor der heiligen Kommunion S Die Krankenkommunion und die g Wegchr⸗ 3 ung für die Sterbenden. Nach der heiligen Kommunion Die hl. Wegzehrung für die Sterbenden 544 Nach der heiligen Kommunion. 547 Seufzer zur gebenedeiten Mutter Gottes 548 ton dr 5 bon dn it htiigten Etde Men Wntwort z unſerer lig klänes hin Bhlhen! nerSeele Wos het Amhm Eiden zul deinerS würdeſt we al ſein Bl antworte j e Giuiß nit „Gine grö ünich ſin g, m — — — — — — kirchw gtrotini nt. d die 6 6 5 —— Sterb 5 6 V zottes. — Bon der Perheissung, der Einsetzung und der Seier, bon dem ökteren Empfange, bon den Wlirkungen des beiligsten Sakramentes und der Vorbereitung ank —„„ die heilige Bommnnion. (Ihriſtliche Seele! Wenn du mich fragen würdeſt: — Was hat denn unſern gütigſten Heiland Jeſus, den Sohn Gottes, bewogen, die Glorie des Him⸗ W mels zu verlaſſen und auf dieſer unwirthbaren Erde Menſch zu werden? ſo weiß ich dir keine andere Antwort zu geben, als: Die Liebe, die Liebe zu un ſerer Seele!— Und wenn du mich fragteſt, warum liegt Er, Den die Himmel nicht faſſen, als kleines Kind auf hartem Stroh im armſeligen Stalle zu Bethlehem? ſo antworte ich dir: Aus Liebe zu dei⸗ ner Seele!— Und wenn du mich abermals fragteſt: Was hat Ihn denn bewogen, drei und dreißig Jahre in Armuth und Noth, verkannt, verhöhnt, verfolgt, auf Erden zu leben? ſo antworte ich dir: Die Liebe zu deiner Seele!— Und wenn du mich ferner fragen würdeſt, warum hat Er unter den ſchrecklichſten Martern all ſein Blut vergoſſen und iſt am Kreuze geſtorben? ſo antworte ich dir: Aus Liebe zu dir, zu deiner Seele!— Kannſt du dir eine größere Liebe denken? Gewiß nicht, denn Chriſtus, der Herr, ſagt ja ſelbſt: „Eine größere Liebe hat Niemand, als dieſe, daß er nämlich ſein Leben für ſeine Freunde hingibt.“(Joh. Jeſus, mein Alles. 4 2 Einleitung. 15, 13.) Und doch hatte Jeſus noch eine größere Liebe! Willſt du den ganzen Reichthum ſeiner unendlichen, an⸗ betungswürdigen Liebe erkennen, ſo betrachte Ihn im heiligſten Sakramente des Altars. O chriſtliche Seele! wenn du dir dieſe Liebe, welche unſer ſüſſeſter Herr im heiligſten Sakramente zeigt, recht vorſtellen könnteſt, wie würde dein Herz zur innigſten Gegenliebe entflammt werden, mit welcher Andacht, mit welcher Ehrfurcht würdeſt du an dieſes hochheilige Sakrament denken, davon ſprechen, leſen, reden hören. Mit welch inniger Andacht, mit welch flammender Liebe würdeſt du es empfangen!— Damit du nun dieſe gränzenloſe Liebe recht kennen lernen möchteſt, ſo vernimm die Geſchichte der Verheißung, der Einſetzung durch unſern Herrn und der Feier des allerheiligſten Sakramentes in den erſten Jahrhun⸗ derten des Chriſtenthumes. Wlie unser gütigster Berr Jesus das mlerheiligste SFakrament berheissen hat. n Norden von Paläſtina, dem heiligen Lande, wo unſer lieber Herr gelebt und gelitten hat, liegt der See Geneſareth oder Tiberias, auch das galiläiſche Meer genannt. Keine Landſchaft Paläſtinas kann mit dem Reize der Natur verglichen werden, welcher an den Ufern und in der Umgebung des Sees herrſcht. Der reinſte, blaue Himmel wölbt ſich ſtets über die Gärten, Wein⸗ berge, Luſthäuſer und Ortſchaften, die an ſeinen Ufern und ſeinen Anhöhen prangen. Da erheben ſchlanke Palmen ihre Wipfel bis zu den Wolken; Myrrhen⸗ gebüſche, Mandel⸗ und Aepfelbäume, Granaten und Piſtazien bedecken den Thalgrund. Dattelbäume, Citro⸗ nen und Pomeranzen gibt es der Hülle und Fülle und ganze Wälder von Oelbäumen ziehenſich die Hügel hinan nd mter d nit ihren Vohrnge Eone geſt den. 65 mlſtiche vmwiſſſche Achingkau Hir lg a wofnte und ſthg; i voi Nohn urter dene himnliſche Wunder, heligen S wyllt. 65 w d lebe un das F ſich ein N Ruden wn uh Jeſ Stten m herunren Huen Jien tet, die Jingeni ii iſtlihe , um ſit m, ——— h ein k pere ch ſo be B hn in geni Znflann twelt Phrjurit ſch in Andach „ — —— * — en erſ hrhun⸗ c * = — 3.— 4 — —— —— 4— — — — — cher — — Datte ue, Etw⸗ und unter dem Schatten der Feigenbäume und Weinreben mit ihren großen, ſaftigen Beeren liegen die reinlichen paradieſiſche Gegend hatte ſich der liebe Heiland zu ſeinem wohnte und in deſſem Hauſe Jeſus ſeine Wohnung auf⸗ ſchlug; hier war es, wo Menſchen aus allen Stämmen unter denen der göttliche Heiland auftrat, um ihnen ſeine Es war ungefähr ein Jahr vor ſeinen Leiden, als und das Feſt der Inden nahe. Um dieſe Zeit ſchaarten ſich eine Menge Menſchen aus Syrien und dem ganzen Norden von Paläſtina hier zuſammen, um auf das Feſt her waren dießmal Schaaren von Menſchen gekommen, denn ſie hatten von ſeinen Wundern gehört, die er an den Kranken that und wollten ihn ſehen und hören, ihn nach Jeruſalem begleiten und vor den Nachſtellungen beſchü⸗ tzen, die ihm drohten. Jeſus aber hatte ſich mit ſeinen Jüngern in einem Schifflein nach einem öden Orte auf die öſtliche Seite des Sees begeben und ging auf einen Berg, um dort allein zu ſein. Indeſſen ließ das Volk nicht nach, ihm nachzugehen und ſeinen Aufenthalt aus⸗ — 4 Einleitung. zukundſchaften, und ſie ſuchten ihn drei Tage lang. Als er endlich aus ſeiner Einſamkeit hervor kam, und die große Volksmenge ſah, die ihn geſucht hatte, empfand er ein herzliches Mitleid mit ihnen, denn ſie waren faſt verſchmach⸗ tet und zerſtreut wie Schafe, die keinen Hirten haben, und über die Menge blickend, ſprach er:„Schon drei Tage harren ſie bei mir aus und haben nichts zu eſſen.“ Darauf wandte er ſich zu Philippus, einen ſeiner Apoſtel, der aus dieſer Gegend war, und ſprach:„Woher werden wir Brod kaufen, daß dieſe eſſen?“ Das ſagte er aber nur, um ihn zu prüfen, ob er auch glaube, daß er helfen könne; denn er wußte wohl, was er zu thun im Sinne hatte. Philippus antwortete:„Brod für zweihundert Zehner iſt nicht hinreichend für ſie, daß jeder nur etwas Weniges bekomme.“ Da ſprach einer von ſeinen Jür⸗ gern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus:„Es iſt ein Knabe hier, der fünf Gerſtenbrode und zwei(ge⸗ räucherte) Fiſche hat: allein was iſt das für ſo viele?“ Jeſus aber ſprach:„Bringet die fünf Brode und die zwei Fiſche und laſſet die Leute reihenweiſe ſich lagern; denn es war viel Gras an dieſem Ort. Die Jünger thaten, wie der Herr geheißen, und alle ſetzten ſich, gegen fünf tauſend Mann. Jeſus aber nahm die Brode, hob ſeine Augen gen Himmel, dankte, ſegnete, brach ſie und gab ſie ſeinen Jüngern, doß ſie ihnen ſelbe vorlegten. Nachdem ſie aber gegeſſen hatten, und ſatt geworden waren, ſagte er zu ſeinen Jüngern:„Sammelt nun die übrig geblie⸗ benen Stücklein,“ und man hob noch ſo viele auf, daß ſie davon zwölf Körbe füllten. Siehe da, chriſtliche Seele, in dieſer wunderbaren Brodvermehrung und Speiſung von Tauſenden das Vorbild der immerwährenden, ſakramentalen Speiſung der Gläubigen in der heiligen Kirche Chriſti!— Aöm gnirkt hat greße Pro ſurden uf Jiſus erk ne men wi er hn Jin andere bfer wede mdz betn. Und di Jinge uh fchrn finſer gev wurde von füd ſih hatn ſch den Plle Schf on lines fürt wefn Du de Vnd ſuhn un is de bigr, w us Sij in Augen un) verw feen vor lſtder E or kat)die ge te, tnd erin varen erſihn einen 1Sen haben N er: ½ ſchon du ben N 6 zu e eſſen“ einen r Apaſtl .„ n r— n Ein rod ſi weinder daß j henr emn net v vinen i⸗ Simon us: — tod n ſwe 6 iſt da 37 ſo vib ünf B z⸗ Sini ele u i — . — uſe* ſun— Sp —— irche— Cinleit tung. 5 Als nun die Leute ſchen was für ein Wunder Zejus gewirkt hatte, ſprachen ſie:„Dieſer iſt wahrhaftig der große Prophet„ der in die Welt kommen ſoll, und ſie ſtanden auf, und wollten ihn zum König machen. Als Jeſus erkannte, daß ſie kommen und ihn mit Gewalt nehmen würden, um ihn zum Könige zu machen, befahl er den Jüngern zu Schiff zu ſteigen und vor ihm an das andere Ufer hinüberzufahren, indeß er das Volk entlaſſen werde und zog ſich allein auf den Berg zurück, um da zu beten. Und da es Abend ward, war er noch alieinbaſeliſt. Die Jünger gingen zum See hinab, beſtiegen das Schiff und fuhren nach Kapharnaum hinüber. Bereits war es finſter—— ein Sturm erhob ſich und das Schiff wurde von den Wellen umhergetrieben, Jeſus aber be⸗ fand ſich noch auf dem Berg und ſah ihre Noth. Sie hatten ſchon eine Stunde gerudert, als ſie Jeſum auf den Wellen des Sees einherwandeln, und nahe an das Schiff kommen ſahen. In der Meinung, es ſei ein Ge⸗ ſpenſt, fürchteten ſie ſich ſehr, er aber rief ihnen zu:„Ich bin es, für chtet euch nicht.“ Da rief Simon Petrus:„Herr, wenn Du es biſt, ſo heiße mich auf das Wuſſer zu dir kommen.“ „So komm,“ ſprach Jeſus. Da ſtieg Petrus aus dem Schiffe und wandelte auf den Wellen. Da er aber den Wind ſo heftig ſah, und ſich fürchtete, fing er an zu ſinken und ſchrie:„Herr, rette mich.“ Sogleich ſtreckte Jeſus die Hand aus, hielt ihn, und ſprach:„Kleingläu⸗ biger, warum haſt du gezweifelt?“ Und da ſie ihn in das Schiff aufnehmen wollten, legte ſich der Wind und im Augenblicke waren ſie am Lande. Darüber erſtaunten und verwunderten ſich alle, die im Schiffe waren und ſie fielen vor ihm nieder und ſprachen:„Wahrhaftig, du biſt der Sohn Gottes,“ und als ſie an das Ufer kamen, 6 Einleitung. waren ſie in der Landſchaft Geneſareth und ſie landeten hier. Indeß wartete das Volk, das noch jenſeits des Mee⸗ res ſtand, bis zum anderen Tag. Denn ſie hatten wahr⸗ genommen, daß nur ein einziges Schiff da geweſen, und daß Jeſus in dieſem Schiffe nicht mit ſeinen Jüngern abgefahren ſei. Inzwiſchen waren noch andere Schiffe von der Stadt Tiberias angekommen nahe an der Stelle, wo ſie das Brod gegeſſen, das der Herr geſegnet hatte. Da nun das Volk ſah, daß weder Jeſus noch ſeine Jün⸗ ger mehr da waren, beſtiegen auch ſie die Schiffe und kamen nach Kapharnaum, um ihn zu ſuchen. Sie fanden ihn auch dortſelbſt, wie er eben in der Synagoge lehrte und mehrere von ihnen fragten ihn:„ Meiſter, wann biſt du hiehergekommen?“ Jeſus aber, indem er ſeine wichtige Lehre über das allerheiligſte Altarsſakrament begann, antwortete ihnen:„Wahrlich, wahrlich! Ihr ſuchet mich nicht, weil ihr Wunder geſehen(indem ich die Brode ver⸗ mehrte), ſondern weil ihr von dieſem Brode gegeſſen ha⸗ bet und ſatt geworden ſeid. Bemühet euch dach nicht um vergängliche Speiſe, ſondern um die Speiſe, welche bis in das ewige Leben dauert, und welche der Menſchenſohn euch geben wird, denn dieſen hat Gott, der Vater, beglau⸗ biget.“ Er ſagte ihnen auch, daß ſie Gottes Werke thun ſollten und da ſie fragten, welche Werke Gottes ſie thun ſollten, um dieſe Speiſe zu erlangen, erwiederte er:„An den glauben, den der Vater geſandt hat,“ und hierauf fuhr er fort über den Glauben zu lehren. Sie fragten aber:„Was wirkeſt du für ein Zeichen, daß wir's ſehen und dir glauben? Unſere Väter haben das Manna in der Wüſte gegeſſen, wie geſchrieben ſteht: Brod vom Himmel hat er ihnen zu eſſen gegeben. Da ſprach Jeſus⸗ „Wahrlich, wahrlich, ich ſage euch: nicht Moſes gab euch Brid vom walte Br Gottes, we Welt das i můfü ihren„ pynt, wi virh nicht Da m Ich bin da it, urd ſag Jſehh, de dieer dem Jeus aut Brod des! Piſe geg bendige V banit, wet iſt der wi helen die het Ve Doh Ade Nit de ie Mli ſwchn, e durc di häte thn ſodern er heifung n et lethene vürden, —.— (ſarethu ſie lnhe noch ts des M DenWhuun Sch ſe wiſe ſnn cht m— uen Jinn ren n ddere Eij men 7 ae zu Stſn in deſSnagoge it hn: r, wam er, indrm ſeine wih Altarsru nent be vahrlit yr ſuchen (indent ie Brer dieſem rue geglſu mühett duch uin m die xe, welh welch Menſchei tGott batet, b ß ſie 2 Peht che S—— ſit angen, ert e eſudt— und n n zu. Si ju in Zeiß ß nitii ter hamnas Mun hriebet„1 geg öſ aſpri — Moſe 3 . à . Brod vom Himmel, ſondern mein Vater gibt euch das wahre Brod vom Himmel. Denn das iſt das Brod Gottes, welches nom Himmel herabgekommen iſt, und der Welt das Leben gibt.“ Da ſprachen ſie zu ihm:„Herr, gib uns für immer dieſes Brod!“ ſu aber ſprach zu ihnen:„Ich bin das Brod des Lebens, wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nicht dürſten.“ Da murrten die Juden über ihn, daß er geſagt hatte: Ich bin das Brod, welches vom Himmel herabgekommen iſt, und ſagten:„Iſt dieſes nicht Jeſus, der Sohn des Joſeph, deſſen Vater und Mutter wir kennen? Wie ſagte dieſer denn: Ich bin vom Himmel herabgekommen? Jeſus antwortete und ſprach zu ihnen:„Ich bin das Brod des Lebens: Euere Väter haben das Manna in der Wüſte gegeſſen, und ſind geſtorben. Dieſes iſt das le⸗ bendige Brod, welches vom Himmel herab gekommen iſt, damit, wer davon ißt, nicht ſterbe. Wer von dieſem Brode ißt, der wird leben in Ewigkeit: das Brod aber, welches ich geben werde, iſt mein Fleiſch für das Leben der Welt.“ Viele von dem Volke, welche dieſe Worte hörten, hielten die Erfüllung derſelben für unmöglich und ſpra⸗ chen: Wie kann uns dieſer ſein Fleiſch zu eſſen geben? Doch Andere hatten ein größeres Vertrauen zu der Macht des göttlichen Heilandes: und nun entſtand über die Möglichkeit der Erfüllung deſſen, was der Herr ver⸗ ſprochen, ein Streit unter dem Volke. Jeſus aber wie⸗ derrief dieſes Streites wegen ſeine Worte nicht, was er hätte thun müſſen, wollte er ſie anders verſtanden haben, ſondern er bekräftigte vielmehr die Wahrheit ſeiner Ver⸗ heißung auf das beſtimmteſte und nachdrücklichſte, indem er betheuerte, daß diejenigen das geiſtliche Leben verlieren würden, welche ſein Fleiſch und Blut nicht genießen. 5 Einkeitung. „Wahrlich, wahrlich, ſage ich euch, rief er aus, wenn ihr das Fleiſch des Menſchenſohnes nicht eſſen, und ſein Blut nicht trinken werdet, ſo werdet ihr das Leben nicht in euch haben.“ Mit dieſer Drohung, daß diejenigen das geiſt⸗ liche Leben verlieren würden, welche dieſe Speiſe nicht empfangen wollen, verband Jeſus die Verheißung, daß im Gegentheile diejenigen das geiſtliche Leben in ſich be— wahren und zu einer glorreichen Auferſtehung gelangen würden, welche ſich mit dieſer Speiſe nährten, indem er ſagte:„Wer mein Fleiſch ißt und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am jüngſten Tage.“ Die Urſache aber, warum dieſe Speiſe ſo nothwendig und heilſam iſt, erklärte er durch die Ver⸗ ſicherung, daß ſein Fleiſch und Blut nicht bloß figürlicher oder bildlicher Weiſe, ſondern wirkliches, wahrhaftes Seelenbrod ſei. Dies verſicherte er mit den Worten: „Denn mein Fleiſch iſt wahrhaftig eine Speiſe und mein Blut iſt wahrhaftig ein Trank.“ Wie aber dieſes Seelen⸗ brod ſo heilſam ſein werde, das gab er dadurch zu er⸗ tennen, daß er erklärte, zwiſchen ihm und dem, der dieſe Speiſe empfange, werde eine ganz innige und bleibende Vereinigung ſtattfinden, indem er ſagte:„Wer mein Fleiſch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.“ Wie innig aber dieſe Vereinigung zwiſchen ihm und der Seele, die ſein Fleiſch und Blut empfange, ſein und welch wunderbare Wirkung ſie hervorbringen werde, das erklärte der Heiland durch das Beiſpiel ſeiner Ver⸗ einigung mit ſeinem Vater, indem er ſprach:„Gleich⸗ wie mich der lebendige Vater geſandt hat, und ich um des Vaters willen lebe: ſo wird auch der, welcher mich ißt, um meinetwillen leben.“ Hierauf ſchloß er ſeine Lehre mit den Worten:„Dieß iſt(alſo) das Brod, welches vou Himmel gekommen iſt, nicht wie das Manna, — zus eete V iſe Bro Wwm vernuthlich itttet, nrickicheBe pmtn, dß weiſe Bud zu minen, iunn ſi hör vßet ſin ben wen, ſn odtes ſen. Der„ diſes? We Hinmehen hr an n eb, der lel Potte, die Lbe.“ L Duin hehl Fleih und huſchtich ſidihrine boteh, enſſ ſichts nitz u zwr hob Wiſe Eiige un aber anm Fliſches 1 menes Po ſ Ri — ich, ritt— u6, went nicht eru ud ſinht r das niht in daß d—en dee zi welche Speiſe ſus die ißun, i eiſtlich n in ſh nAuflt ang gin peiſe 1En, irn — — — ud me=ut tint erdei ferwein aber, 1— dieſe S erklärtimurch di Blut nr loß ſigiri wirh e wah rte er den Wo ftig eit eiſe udn s gab—ndurch z nihm en, dei er ſſ„Ven „der hn nitm Verein u ziſhn und Prumyfun ſie heringen w das Pfl ſeinn em e — dauch— weliht Hier Fjhloß ieß iſt=) dos 5 iſt, ni e das Nn — S das euere Väter gegeſſen haben und geſtorben ſind. Wer dieſes Brod ißt, wird ewig leben.“ oh. 6.) Als nun Viele von den Jüngern des Heilands, welche vermuthlich anfangs dachten, daß er hier, wie er ſonſt oft that, blos in Gleichniſſen reden wollte, dieſe nach⸗ drückliche Bekräftigung hörten und nun nicht mehr denken konnten, daß er ſein Fleiſch und Blut nur vergleichungs⸗ weiſe Brod nenne, fingen auch ſie an über ſeine Rede zu murren, und ſprachen:„Dieſe Rede iſt hart, wer kann ſie hören!“ Sie hielten es nämlich für unmöglich, doß er ſein Fleiſch und Blut würde allen zur Speiſe ge⸗ ben können, und machten ſich die Vorſtellung, ſie müßten ſein todtes Fleiſch auf eine grobe, ſinnliche Weiſe genieſ⸗ ſen. Der Heiland aber entgegnete ihnen:„Aergert euch dieſes? Wenn ihr nun den Menſchenſohn dahin(n den Himmeh auffahren ſehen werdet, wo er zuvor war, werdet ihr dann noch zweifeln an meinen Worten? Der Geiſt iſt es, der lebendig macht, das Fleiſch nützet nichts, die Worte, die ich zu euch geredet habe, ſind Geiſt und Leben.“ Der Herr wollte mit dieſen Worten ſagen: Darin habt ihr mich richtig verſtanden, daß ich mein Fleiſch und Blut euch zur Speiſe geben werde, aber hinſichtlich der Art und Weiſe, wie ich das thun werde, ſeid ihr in einem großen Irrthume. Ihr ſollet nicht mein todtes, entſeeltes Fleiſch genießen, dieſes würde euch freilich nichts nützen, ſondern meinen verklärten, lebendigen Leib und zwar auf eine geheimnißvolle aber dennoch wahr⸗ hafte Weiſe, dazu aber gehört der Glaube. Es ſind aber Einige unter euch, welche nicht glauben; den Glauben aber an meine Lehre von dem wirklichen Genuße meines Fleiſches und Blutes verleiht nur eine beſondere Gnade meines Vaters im Himmel; darum habe ich euch ge⸗ ſagt:„Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht 10 Einleitung. von meinem Vater gegeben iſt.“ Aber auch dieſe deut⸗ liche Erklärung des Heilandes half nichts. Vergeblich berief er ſich auf ſeine himmliſche Sendung, auf ſeine Gottheit, ſeine Wunder(Tags vorher hatte er das Brod vor ihren Augen vermehrt), nichts war im Stande, ſie von ihrer Meinung abzubringen, ſie verließen ihn und wandelten hinfüro nicht mehr mit ihm, und Jeſus läßt ſie gehen und wirft ihnen nicht vor, daß ſie den Sinn ſeiner Rede nicht verſtanden, ſondern daß ſie an ihn nicht glaubten. Nun wendet ſich Jeſus zuletzt noch zu ſeinen zwölf ſtaunenden und ſchweigenden Apoſteln mit der erſchütternden Frage:„Wollet auch ihr weggehen?“ Simon Petrus aber antwortet im Namen Aller:„Herr, zu wem ſollen wir gehen? Du haſt Worte des ewigen Lebens.“ Wir begreifen zwar auch nicht, wollte er ſagen, wie du uns dein Fleiſch und Blut zur Speiſe geben kannſt, aber da du es nun ſo klar und widerholt verſicherſt, ja betheuerſt, ſo muß es wohl auch geſchehen können, und du mußt wohl auch die Mittel dazu beſitzen, die wir nicht kennen.„Wir haben geglaubt und glauben, daß du biſt Chriſtus, der Sohn Gottes“(Joh. 6, 69. 70.), du vermagſt alſo, was du willſt. Du ſieheſt alſo, chriſtliche Seele, daß i lieber Herr und Heiland ganz gewiß verheißen hat, uns ſein allerheiligſtes Fleiſch und Blut wahrhaft und weſentlich auf eine wunderbare geheimnißvolle Art zur Speiſe zu geben, und dieſe gnadenreiche Verheißung hat er auch erfüllt. Wie unser liebreichster Berr Jesus dus ullerheiligste Sakrament des Altars eingesetzt hat. An ein Jahr nach der gnadenreichen Ver⸗ heißung des allerheiligſten Altarsſakramentes war pider Oſt er cber ach di Jſus urſe Vihrerd d ing, hatte von ier düfnil, mel mitet de mu, welceſ welhe zun ſe mit all welchewonz An Dome Jeſu den Bethnien a nit den Wl euch ein M dieſen ſolg Her des Speiſtal, Und igten Syei cbet jngen hate, und b duſih uje güi innſilhen ben. Er ſ gerihteen wo un 3 Arh des ſchnnentes nüch k man I ſit 1— cher 3 e i 5 wz Stnd, ſe aßeni ihn hn u Jeſisl „e den Ei o ſie ani zulett n igen poſteln n uch eggehen ame Prer: Hn tLdes en icht te er ſihn z peiſe geh wi verſiche eſch ninnen, u b, die nd hn, daß d h 69. 70 „enſer leht ßer, uns ſi ha m weſenit V Syißn ng 1n uu s Inptiin g h go ceiche Ir ta ken nenti m Einleitung. 11 wieder Oſtern gekommen und das Feſt der Inden nahe, aber auch die Zeit und die Stunde war gekommen, wo Jeſus, unſer Herr, ſeine Verheißung erfüllen wollte.— Während der drei Jahre, da er mit ſeinen Jüngern um⸗ ging, hatte er das Oſterlamm mit ihnen gegeſſen, allein von einer ſolchen geheimnißvollen Vorbereitung, wie dießmal, melden die Evangeliſten nichts. Um dieſe Zeit mußten die Hauseigenthümer von Jeruſalem alle Zim⸗ mer, welche ſie entbehren konnten, für die fremden Juden, welche zum Oſ efeſt kamen, in Bereitſchaft halten und ſie mit allen nothwendigen Geräthſchaften verſehen, welche man zur Verzehrung des Oſterlammes benöthigte. Am Donnerstag, ungefähr 3 Uhr Nachmittags, ſandte Jeſus den Petrus und Johannes, ſeine Jünger, von Bethanien aus, wo er ſich befand, nach Jeruſalem ab mit den Worten:„Gehet hin in die Stadt, und es wird euch ein Mann begegnen, der einen Waſſerkrug trägt, dieſem folget. Und wo er hineingeht, da ſaget zu dem Herrn des Hauſes: Der Meiſter ſagt: Wo iſt der Speiſeſaal, daß ich das Oſterlamm eſſe mit meinen Jün⸗ gern? Und er wird euch einen großen, mit Polſtern be⸗ legten Speiſeſaal zeigen; daſelbſt richtet für uns zu. Sie aber gingen hin, und fanden es ſo, wie er ihnen geſagt hatte, und bereiteten das Oſterlamm.(Marc. 14.) Du ſiehſt, chriſtliche Seele, daß in dieſem Auftrage unſers gütigſten Herrn etwas Geheimnißvolles liegt; einen ſolchen Auftrag hatte er bei keiner Oſterfeier gege⸗ ben. Er hielt dießmal Oſtern in dem großen, wohlein⸗ gerichteten Saale eines Gebäudes auf dem Berge Sion, wo unter David und Salomo vierzig Jahre lang die Arche des Bundes, das Vorbild des allerheiligſten Altars⸗ ſakramentes aufbewahrt ſtand. Wie kommt es nun, möchte man hier fragen, daß der Herr dießmal Oſtern 1 —— —— 12 Einleitung. in einem prächtigen Saale hält? Mußte nicht die vor⸗ zunehmende Feier in ſeinen Augen diesmal eine beſondere Wichtigkeit haben? War er doch zufrieden, in einem Stalle geboren zu werden, hatte er doch ſelber kein Haus, um da zu wohnen, und ſein Sterbebett war das ſchmach⸗ volle Kreuz; warum will er jetzt das Oſtermahl in dem Hauſe eines vornehmen und reichen Mannes, in einem prachtvollen Saale mit ſeinen zwölf armen Jüngern halten? Wenn man dieſen geheimnißvollen Auftrag des Herrn zur Feier des Oſtermahles erwägt, kann man dam noch glauben, er habe deßwegen in einem ſo prächtigen Saale Oſtern halten wollen, um Brod und Wein mit ſeinen Jüngern zu genießen? O gewiß nicht! Die Er⸗ habenheit des Speiſeſaales ſollte vielmehr der Erhabenheit und Würde des Mahles entſprechen, welches der Herr mit ſeinen Jüngern halten wollte. Jeſus wollte mit dieſer Anordnung zu erkennen geben, wie ſehr er wünſche, daß das Geheimniß ſeiner Liebe in einem ſeiner Erhaben⸗ heit und Würde angemeſſenen Orte gefeiert und aufbe⸗ wahrt werde. Daher die Zierde und die Pracht in un⸗ ſern Tempeln, in welchen das größte Geheimniß der Liebe unſers Herrn gefeiert, daher die Tabernakel von Silber und Gold, in welchen es aufbewahrt und angebetet wird! Oder ſollen unſere Kirchen, unſere Altäre und Tabernakel ſchlechter ſein als jener große, ſchöne Speiſe⸗ ſaal in Jeruſalem, den Jeſus beſtimmte, um darin zun Erſtenmale das heiligſte Geheimniß ſeiner Liebe zu feiern? Der gütigſte Herr wollte aber durch die Beſtimmung jenes herrlichen Speiſeſaales, in welchem er das heiligſte Geheimniß feiern wollte, ſeinen innigen Wunſch äußern, daß unſere Seele auch an Schönheit und Erhabenheit jenem Saale gleichen möge, wenn ſie würdig ſein ſoll — nitihn ds Blut zu en ie Geiſtle go nßoh oben in hin Der Sul! fun ier beb whnet ſll. Dies dentet ſhnüct ſin ind deſe Tu Demih und Du ſie bere tung Sakrmente mung enes liſt, dß e Wein Oſet wollt, wie Veninmn Nihen do Uno Zejus, als hen n den Eſſen des L ſce, ud gehabt, diſe lide. Me. igſte: her — Weil d hochhlgen des Lſterl But ſn( . t daß— rmhl in chen nes, ii men — zwi imni=nAuftn erwmn n g m V und Vin vielnt— er Echle chen u hes du Ate.— us wolb in eiſt—riner Gchi un Pracht n grieheheimi ufbel— ndn eimn inet 6ö er du e Biim welſt—r ds ſ hönh d Erhir en * mit ihm das heilige Mahl zu halten und ſ ein Fleiſch und Blut zu empfangen. Der Saal war ho ch. Das, ſagen die Geiſteslehrer, bedeutet die Erhabenheit der Geſinnun⸗ gen, in Folge deren die Seele nur nach dem trachtet, was oben im Himmel iſt, nicht nach dem, was auf Erden iſt. Der Saal war geräumig. Das deutet auf den Um⸗ fang der Liebe, mit welcher die Seele den Herrn auf⸗ nehmen ſoll. Der Saal war vollſtändig zugerichtet. Dies deutet auf die Tugenden, womit die Seele ge⸗ ſchmückt ſein ſoll, wenn der Herr das Mahl mit ihr hält, und dieſe Tugenden ſind: Glaube, Hoffnung, Liebe, Du ſiehſt alſo, chriſtliche Seele, daß ſchon die Vor⸗ bereitung, die Jeſus zur Einſetzung des heiligſten Sakramentes treffen ließ, beſonders aber die Beſtim⸗ mung eines großen und herrlichen Speiſeſaales, ſchließen läßt, daß er mit etwas Anderm als nur mit Brod und Wein Oſtern halten und zugleich uns einen Wink geben wollte, wie wir dieſes heilige Geheimniß feiern ſollen. Vernimm nun weiter! Nachdem die beiden Jünger Petrus und Johannes das Lamm ohne Fehl und Makel zubereitet hatten, trat Jeſus, als es Abend geworden, mit den übrigen Jün⸗ gern in den Speiſeſaal, ſetzte ſich, als die Stunde zum Eſſen des Oſterlammes gekommen war, mit ihnen zu Tiſche, und ſprach:„Ich habe ein großes Verlangen gehabt, dieſes Oſterlamm mit euch zu eſſen, ehedenn ich leide.“ Luc. 22, 15. Warum verlangt denn unſer gü⸗ tigſter Herr ſo ſehr nach dem Eſſen des Oſterlammes? — Weil das Eſſen des Oſterlammes ein Vorbild des hochheiligen Abendmahles war, und weil jetzt Jeſus ſtatt des Oſterlammes ſich ſelbſt, ſein heiligſtes Fleiſch und Blut zum Genuße geben und alſo ſeine Verheißung er⸗ . 14 Einleitung. füllen wollte. Nachdem nun das Oſterlamm gegeſſen, und die ewig unvergeßliche Stunde da war, in welcher der gütigſte Herr den ganzen Reichthum ſeiner Libe durch Mittheilung ſeines heiligſten Fleiſches und Blutes zu offenbaren beſchloſſen hatte, bereitete er ſeine Apoſtel durch die Fußwaſchung darauf vor. Dieſe Fußwaſchung ſollte dazu dienen, ſie von den geringen, ihnen noch an⸗ klebenden Sünden und von den ſündlichen Neigungen, welche durch den Staub an den Füßen angedeutet werden, zu reinigen, und beſonders zwei Tugenden, nämlich die Demuth und die heilige Liebe Gottes und des Nächſten in ihnen zu vermehren. Dadurch gab uns der gütigſte Herr zugleich zu erkennen, mit welch großer Reinhei des Herzens und mit welchen Tugenden geſchmückt wir ſein heiligſtes Fleiſch und Blut empfangen ſollen. Nachdem der liebe göttliche Heiland auf ſolche Weiſe ſeine Jünger auf die kommende, hochheilige Handlung genugſam vorbereitet hatte, ſetzte er ſich mit ihnen abet⸗ mals zu Tiſche, um das größte Wunder der Liebe, das allerheiligſte Sakrament des Altares einzuſetzen. Die heilige Schrift erzählt dieſe Einſetzung alſo: „Da ſie aßen, nahm Jeſus das Brod, dankte, brach „es und gab es den Jüngern und ſprach: Nehmet hin „und eſſet, das iſt mein Leib. Er nahm auch den Kelch „und dankte, gab ihnen denſelben und ſprach: Trinket „Alle daraus, denn das iſt mein Blut, des Neuen Te⸗ „ſtamentes, das für Viele vergoſſen werden wird zur „Vergebung der Sünden.“(Math. 26,26. Luc. 22,190) Ohne zu fragen oder ſonſt ein Wort zu ſagen em⸗ pfingen die Apoſtel das geſegnete Brod und den geſeg⸗ neten Kelch. Ihr Fragen wäre auch unnöthig geweſen, denn ſie hörten ja deutlich, daß Jeſus ihnen das jetzt gab, was er ihnen verheißen und was ſie ſchon ſeit einem — ihre erwart und Elt.— Du wirſt ern, dß de Port ſyrache nun it ſr Liche bes He hiren undſih ſih ſelſt ih nit ihen zuv d Herrn mr hren Ghube fanten den! wahrhoftigen nz leſimn das i mein daß ein Br gluben ſef ähnices, ab gndereichere ung ds Pa ninlich he V ſin iſnes he Wnd bare Geheinn die Größe der Hem As Viſt äns on weißen 5 ifen je r us ſwil he hren niml tegen hſſen, i er ei— ſein e hi r. Fniſt in w huen nit ſitin Nen üße deutetw Tumn, nini zottt b Ni h g 6 3 6 „ oßet ſit Fnas ſch üt CU 6 3 e er Si ihns Snie ltar ſezn das, dan Er ſwMx mi ul ben praht 1 in B e Vul d u.* Reſmn w Sinn ſü Jahre erwartet hatten, nämlich ſein allerheiligſtes und Blut.— Du wirſt dich auch, chriſtliche Seele, nicht verwun⸗ daß die Jünger des Herrn nicht fragten und kein Wort ſprachen, denn wenn man ſehr gerührt iſt, ſo kann man nicht ſprechen und ſie waren gewiß durch zie große Liebe des Heilandes unausſprechlich gerührt, als ſie hörten und ſahen, daß Jeſus ihnen Alles, was er hatte, ja ſich ſelbſt ihnen geben wollte, um auf's Innigſte ſich mit ihnen zu vereinigen. Sie ſahen zwar in den Händen des Herrn nur Brod und Wein, das machte ſie in ihrem Glauben nicht im Geringſten irre, denn ſie er⸗ kannten den Heiland— den Sohn Gottes, den ewig wahrhaftigen und allmächtigen, und weil derſelbe ihnen ganz beſtimmt und deutlich agte:„Das iſt mein Fleiſch 9 5 das iſt mein Blut,“ ſo waren ſie ganz gewiß überzengt, daß kein Brod und kein Wein mehr da ſei, vielmehr glaubten ſie feſt, daß Jeſus in ſeiner Allmacht hier ein ähnliches, aber noch und ohne allen Vergleich gnadenreicheres W Wunder gewirkt habe, als die Verwand⸗ lung des Waſſers in Wein bei der Hochzeit zu Kana, nämlich die Verwandlung des Brodes und Weines in ſein eigenes heiligſtes Fleiſch und Blut. Wenn du, chriſtliche Seele, dieſes überaus wunder⸗ bare Geheimniß betrachteſt, mußt du nicht ſtaunen über die Größe der Macht, Güte und Liebe unſers theuerſten Herrn! Als die Juden während ihres Zuges in der Wüſte eines Tages beim Aufgang der Sonne die Erde von weißen Körnchen wie mit Schnee bedeckt ſahen, da riefen ſie vor Staunen aus:„Manna“ oder„Manhu“, was ſoviel bedeutet als:„Was iſt das?“ Gott hatte ihnen nämlich dieſe weißen Brodkörnchen vom Himmel regnen laſſen, um ſie damit zu ſpeiſen. Dieſer Ausruf 16 Vinleitung. der Juden beim Anblick des wunderbaren Himmelbrobes „Manna, wasiſt das?“ iſt höchſt merkwürdig und dient ſehr dazu, die Größe des Geheimniſſes des aller— heiligſten Sakramentes, von dem dieſes Himmelbrod „Manna“, ein Vorbild war, zu erklären. Denn ſo er⸗ haben und göttlich iſt das hochheilige Sakrament des Altars, daß, wer dasſelbe aufmerkſam betrachtet, vor Erſtaunen beinahe vergehen und ausrufen muß:„Wos iſt das?“— Was iſt das, daß jene unendliche Ma⸗ jeſtät, welche nicht blos die Erde, ſondern ſogar die Himmel der Himmel nicht erfaſſen, ſich ganz von einer geringen Geſtalt des Brodes erfaſſen läßt? Was iſt das, daß Derjenige, welcher im Himmel wohnet und unter den Chören der Engel waltet, nun auf Erden unter den Kindern der Menſchen wohnen will? Was iſt das, daß der Herr der Majeſtät abermals in dieſe Welt kommen und von den Händen der Sünder ſich berühren laſſen will? Was iſt das, daß Derjenige, welcher gleicher Majeſtät mit dem Vater und dem heiligen Geiſte iſt, Eins mit dem Menſchen wird?— Was iſt das für eine Speiſe, die die Herzen alſo kräftiget? den Verſtand alſo erleuchtet? die Schwäche alſo entflammt? die Seele alſo reiniget? Wasiſt das für eine Speiſe, die den Eſſenden unſterblich macht? Was iſt das für eine Güte? Was iſt das für eine Liebe und Barn⸗ herzigkeit? Würdig für wahr iſt dieſe Gabe eines ſolchen Gebers; und ein Werk ſeiner Güte, ein Zeichen ſeinet Liebe, ein Zeugniß ſeiner Barmherzigkeit! O Brod der Engel, o Speiſe des Lebens, o Kraft meiner Schwäche, Troſt unſrer Pilgrimſchaft, Freude unſrer Verbannung, Theilnahme an den Verdienſten Chriſti, ſüſſeſte Ver⸗ einigung unſers Geiſtes mit Gott. ¹) ¹) Ludwig von Granada. ——— wir u S d ullehe Iun cbꝛ des n Flih md ju inen: 22, 19. O ibettug er ſ Bſchfen ud Reuen zu th hut, und ve ſanez hoche davn nähre nacht ober bei dr Feie Prietet uf Vemandlm egewirt Guteit un Geſuten de Priſtt, de heig Peih Vn der heiige Oj rgehnit Sal inw in welchem geonmen herrtn. T enht, w zber, da di ſmndn Jeſz, ne ng. — e x2 Hinnh ſih Grininn Ge Ex ſſes w den k4 ßu u er Danß chhei=bchnn fmer— traht. d auſt mß daß— mendl ie Erdeſ Fen in ſſen— gußz mi r im t= ul whn wal mn ut hen cnil! Majeſ Serm i Hän Sin iſt d aß Le em Vi erd hnſt ſchen t—. Herze r kifig Schw Cljo enfn siſt e ucht 2Ets iſt für e be mb ſt di) e eni Gütt j 3e int ſ ruh— 99 K ine E endi= Lat w huu — =. . — Einleitung. 17 Wlie zur Zeit Spostel u n ersten Christen dus wMerbeiligste Altarssahrament gekeiert burdr. 3. achdem Jeſus, der einzige wahre, ewige Hoheprieſter c des neuen Bundes, den— ſein heiligſtes Fleiſch und Blut zur Speiſe dargereicht hatte, ſprach er zu ihnen:„Thuet dies zu meinem Andenken.“ Luc. 22, 19. O Worte unausſprechlich er Liebe! denn damit übertrug er ſeinen Apoſteln und ihren Nachfolgern, den Biſchöfen und Prieſtern, die Vollmacht, das immer von Neuem zu thun, was Er ſelbſt, der Gottmenſch, gethan hat, und vermachte uns für ewige Zeiten die Erbſch aft ſeines hochheiligen Fleiſches und Blutes, damit wir uns davon nähren zum ewigen Leben. Dieſe göttliche Voll⸗ macht aber üben die Prieſter des Herrn jedesmal aus bei der Feier des heiligen Meßopfers. Sobald Uſo ein Prieſter auf dem Altare conſeerirt, das heißt, die Verwandlungsworte geſprochen hat, iſt Chriſtus auch gegenwärtig auf dem Altare mit Fleiſch und Blut, mit Gottheit und Menſchheit, mit Leib und Seele, unter den Geſtalten des Brodes und Weines.— Die erſten Prieſter, denen unſer theuerſter Herr Jeſus ſelbſt die heilige Weihe ertheilt hatte, waren die heiligen Apoſtel. Von dem heiligen Pfingſtfeſte an begannen ſie das heilige Opfer z zu feiern. Zuerſt wurde das heilige Opfer dargebracht i im Cönakulum, an dem Orte und in dem Saale, in welchem unſer theuerſter Herr es eingeſetzt und in welch em auch der heilige Geiſt über die Apoſtel herab⸗ gekommen war, als ſie alle einmüthig im Gebet be⸗ harrten. Der Erſte, welcher das erhabene Opfer dar⸗ brachte, war ſicher der heilige Apoſtel Petrus. Bald aber, da die Zahl der Gläubigen ſich vermehrte, ver⸗ ſammelten ſie ſich in den Häuſern, welche in ihrem In⸗ Jeſus, mein Alles. 2 13 Einleitung. nern geräumige Zimmer oder Säle hatten, wo ſie das Brod brachen, das heißt das heilige Opfer feierten, und die hochheilige Kommunion empfingen und austheilten. Der Altar war ein einfacher Tiſch von Holz. Noch iſt der Tiſch in der Kirche des heiligen Johannes von Lateran in Rom vorhanden, auf welchem der heilige Petrus Brod und Wein conſecrirte.— Als die grauſame Chriſten⸗ verfolgung begann, kamen die Prieſter und Gläubigen an jeglichem Ort zuſammen, wo ſie ſich vor ihren Ver⸗ folgern ſicher glaubten, auf dem Felde, in Einöden, in Ställen, auf Schiffen, ſelbſt der Kerker diente ihnen ſtatt der Kirche. In Rom flüchteten ſich deßhalb die Chriſte zu den Gräbern der heiligen Blutzeugen in die Kata⸗ komben oder Kirchhöfe. Der Grabſtein, unter dem det Leib eines heiligen Martyrers ruhte, diente zum Altr. Hier, unter der Erde, in den in Tufſtein gehauenen Grabkapellen, verſammelten ſich in dunkler Nacht de Gläubigen, wohnten dem heiligſten Opfer mit innigſte Andacht bei und empfingen das heiligſte Sakramen, um ſich zum Kampfe für den Glauben an Jeſus und ſein heiliges Wort zu ſtärken; denn ſie waren ja keinen Augenblick ſicher, vor die Richterſtühle der Heiden ge⸗ ſchleppt, gemartert und getödtet zu werden. Von den Zeiten der Apoſtel an empfingen die Chriſten täglich die heilige Kommunion, denn„ſie erglühten alſo in wahrer und aufrichtiger Liebe, daß ſie, ohne Aufhören dem Gebete und anderen Werken der Gottſeligkeit ſich ergebend, für würdig befunden wurden, täglich die heiligen Geheimniſſe des Leibes des Herrn zu em⸗ pfangen.“ ¹) Die Ordnung, die man bei der heiligen Kommunion, die jedesmal unter der heiligen Meſſe noq — ¹) So der römiſche Katechismus. e Pun Zueſſt bu Biſfe, dan die P lle nch ih hnen di wen, die ge inden mn bern erdet⸗ hnnnin nion enyfn wirden 1 Konmun nit ʒrßte es rief de nit der voruf det gelcbt ſ Herfur. eiſchiternd den Heili ticht hel hiun der Piſch Der Leil pfug, un ſine Glo erſet He gebruchte Pore:, —.— ) Pelch v 2 o— imn n Fe ₰ Enin Ker nreihn ſich K 2b i Blutj t in dek tabſt— mier in uhte— zul nin rin gen ich itt— der Mh gſten nit in as e Sn Glalt em Rut denn— nren jh hterſt Der he et zu en. In en riſen t 18. Einleitung. 19 der Wandlung ſtattfand, beobachtete, war folgende: Zuerſt kommunizirte ſich der Prieſter ſelbſt, dann die Biſchöfe, wenn ſolche der heiligen Meſſe beiwohnten„ dann die Prieſter, welche als Aſſiſtenten gedient hatten, alle nach ihrem Alter; ferner die Diakonen, die Sub⸗ diakonen, die Geif ſtlichen, ¹) die Mönche, die Diakoniſſi⸗ nen, die geweihten Jungfrauen und endlich das Volk, indem man bei den Männern anfing und bei den Wei bern endete.— Sobald der Augenblick der heiligen Kommunion nahte, und der Prieſter die heilige Kommu⸗ nion empfangen hatte, wandte ſich derſelbe zu dem an⸗ weſenden Volke und lud die Gläubigen zum heiligen Tiſche mit den Worten ein:„Kommet Brüder zur Kommunion!“ Dann empfingen die Vorbereiteten mit größter Ehrfurcht die hochheiligen Geheimniſſe, oder es rief der Diakon ihnen zu:„Kommet herbei mit der Furcht Gottes und mit Glauben,“ worauf der Chor antwortete: Amen, Amen, Amen, gelobt ſei, welcher kommt im Namen des Herrnꝛc. ꝛc.; oder der Diakon ſprach auch laut die erſchütternden Worte:„Sancta sanctis! das Heilige den Heiligen!“ als wollte er ſagen, diejenigen, welche nicht heilig ſind, mögen ſich wohl hüten, den furchtbaren Geheimniſſen zu nahen. Und wenn dann der Prieſter oder Biſchof den Leib des Herrn reichte, ſprach er: Der Leib Jeſu Chriſti! und der, welcher ihn em⸗ pfing, antwortete:„Amen!“ ein Wort, wodurch er ſeinen Glauben an die wirkliche Gegenwart“ unſers theu⸗ erſten Herrn in dieſem Sakramente bezeichnete. Später gebrauchte der Prieſter die auch jetzt noch gebräuchlichen en„Der Leib unſers Herrn Jeſu Chriſti „ Welche bloß die niederſten Weihen hatten. 20 Einleitung. — bewahre deine Seele zum ewigen Leben.“— Die erſten Chriſten, unſere Väter im Glauben, em⸗ pfingen die heilige Kommunion ſtehend. Dies geſchah zur Nachahmung der Kinder Iſraels, welche die Lenden umgürtet, den Wanderſtab in der Hand, das Oſterlamm, das Vorbild des heiligſten Sakramentes, ſtehend aſſen. Jedoch neigten ſie das Haupt und hielten die Augen ge⸗ ſenkt, um die Gefühle der demüthigen Anbetung zu be⸗ zeugen, alsdann legten ſie die Hände, welche ſie zuvor ſorgfältig gewaſchen hatten, kreuzweiſe übereinander, empfingen darauf die hochheilige Hoſtie und kommun⸗ zirten ſich ſelbſt; die Frauen aber bekamen den Leib des Herrn in die rechte, mit einem weißen Leintuche bedecke Hand. Hierauf wurde das heilige Blut im Kelche dar⸗ geboten, aus welchem alle ehrfurchtsvoll tranken. Späte wurde der Gebrauch eingeführt, das koſtbare Blut mit einem Halme zu nehmen, damit es nicht verſchüttt würde. Bis zum zwölften Jahrhundert wurde die heilge Kommunion während der heiligen Meſſe unter beiden Geſtalten geſpendet. Es durften aber auch Jene, welht den Wein nicht vertragen konnten, früher des Kelches ſich enthalten. Alle aber, welche außer der heiligen Meſſe kommunizirten, empfingen die hl. Kommunion mu unter der Geſtalt des Brodes. Da in den erſten Jahr⸗ hunderten, beſonders zur Zeit der Verfolgung, di Gläubigen auch das heiligſte Sakrament mit nach Hauſe nehmen durften, um ſich damit zu ſpeiſen, ſo geſcheh dies immer unter der Geſtalt des Brodes; auch die Kranken empfingen die heilige Wegzehrung nur unter der Geſtalt des Brodes, wie z. B. der heilige Biſchof Ambroſius. Ja die, unſerer Nachahmung ſo würdigen erſten Chriſten hatten unſern gütigſten Herrn Jeſum ſo lieb, daß ſie ſich auch nicht einen Augenblick von ihm — trenen voll ſrnut auf und Gchirn zu hben. Prder S Satrmett, diſes Lu prn ud tihretdes 3 Chriſtn zn Perlagenn fihr in lag un des Tuge der E in Kerkert Alm jehlt herbgebra „Alrtſſch nicht ninel Heiliſer Te ESeitet um ihn in hre pglichem helig Oyf Gehemiſe nit ihn die 6o ch hehfe S Ungen ihte men ihre Stize. hngin ſi mené Tha ewſte aLeben“ ter lube, Hah sOſum men ſthen d his jie un ithig! bemmn änd heſe reuzu ſFI überim ge H m hmn er b den weißi& uie hů chts nten ei „da ure But mit 1t weit hund nee — n abt R, ten, Ft de 5 ndie Da neſn it de hm, akran nit mi k it zu—n, ſ i des e; N— n e We nz V heilg guigt m N einen m nbic w Einleitung. A ——————— trennen wollten, und trugen daher das hochheilige Sa⸗ trament auf ihren Reiſen mit ſich, um dadurch Schutz und Schirm in allen Gefahren des Leibes und der Seele zu haben. Der heilige Ambroſins erzählt, daß ſein Bruder Satyrus bei einem Schiffbruche das göttliche Sakrament, das er bei ſich trug, in ein Tuch wickelte, dieſes Tuch um ſeinen Hals band, und ſo in das Meer ſprang und der Erſte war, der gerettet wurde. Noch ein rührendes Zeugniß von der flammenden Liebe der erſten Chriſten zum heiligſten Sakramente und ihrem innigen Verlangen nach dem Empfange desſelben wird uns ange⸗ führt im Leben des heiligen Martyrers Lucian. Derſelbe lag um des Glaubens an Jeſus willen im Kerker. Am Tage der Erſcheinung des Herrn baten ihn ſeine Schüler, im Kerker das heilige Opfer darzubringen. Da aber der Altar fehlte, und aus Furcht vor den Verfolgern nicht herbeigebracht werden konnte, ſprach der heilige Blutzeuge: „Altartiſch ſoll euch dieſe meine Bruſt ſein; ſie mag Gott nicht minder gefallen, denn ein Altar aus lebloſem Stoffe. Heiliger Tempel aber ſeid ihr mir, die ihr mich von ollen Seiten umgebet.“ Da nun die heilige Verſammlung ihn im Kreiſe umſtand, ihn, den ſchon Sterbenden, und ſo gleichſam die Kirche um ihn bildete, brachte er das heilige Opfer auf ſeiner Bruſt dar und ließ Alle an den Geheimniſſen Theil nehmen, das heißt: Alle empfingen mit ihm die heilige Kommunion.— So alſo feierten unſere Väter im Glauben das heiligſte Sakrament. Inmitten der grauſamen Verfolg⸗ ungen ihrer grimmigen Feinde war das heiligſte Sakra⸗ ment ihre einzige Freude, ihr Troſt, ihre Stärke und Stütze. Mit dem heiligſten Sakramente auf der Bruſt gingen ſie in die Kerker. Ein junger Geiſtlicher, Na⸗ mens Tharciſius, trug das glorwürdige Sakrament bei 22 Cinleitung. ——— ſich, als er von den Heiden ergriffen und erſchlagen wurde. Mit dem heiligſten Sakramente ſtärkten ſie ſich zum letzten Kampfe, und mit dem heiligſten Sakramente im Herzen gingen ſie muthig und frendig auf die Richt⸗ ſtätte und beugten ruhig ihr Haupt unter das Beil des Henkers, denn für ſie war ja das heiligſte Sakrament die Saat der Unſterblichkeit, die Bürgſchaft des ewigen Lebens!— Frage dich nun, meine chriſtliche Seele! habe ich auch einen ſolch lebendigen Glauben an meinen im heiligſten Sakramente gegenwärtigen Herrn und Heiland, wie die erſten Chriſten; liebe ich ihn auch ſo glühend, wie ſie und trage ich auch ein ſolch inniges Verlangen nach ſeinem heiligſten Fleiſch und Blut wie ſie?— Du libſt un⸗ ſern theuerſten Herrn, und du ſehnſt dich nach inniger Vereinigung mit ihm.— Vernimm nun Marum mun öfters die heilige Fommunion empfungen soll? V theuerſter Herr hat das heiligſte Sakrament als ein Mahl eingeſetzt und gibt uns in dieſem Mahle unter der Geſtalt des wahrhaften Waizen⸗ brodes, das der Menſch täglich genießt, ſein heiligſtes Fleiſch und Blut. Daraus erhellt klar, daß er verlangt, uns recht oft dieſem Mahle zu nahen und uns mit dem wunderbaren Himmelbrod zu ſpeiſen. Es iſt, als wenn er aus dem Tabernakel die rührenden Worte an uns richtete:„Kommet doch, und ſetzet euch an meinen Tiſch und eſſet von dem Brode, das ich euch bereitet habe, denn mein Fleiſch iſt wahrhaft eine Speiſe und mein Blut wahrhaft ein Trank.“„Kommet, ihr Müh⸗ ſeligen und Beladenen, ich will euch erquicken.“ Und — u mer lue Sellen wedeu, ſ Hoißima zugehen un beinen z nehnn; ſ ben Saka Votrmſe „Gib un ſglicen verſchen, ſcoen er Konmmi Gotes ech ſtütiget der unſer tä lunt ao jcden Tag it, das B demnach di vir auch, Dmit ſin den erſig ſet ihr e le Toge, Jius Uhnſl laſen de un) Ster tiß ) W.( 0 , 5 m n hin Vh 5 gl wiſt erlq w Cinteitung. 93 — werden, ſo hat er in dem lehrreichen Gleichniſſe vom nehmen; ſo ſehr verlangt er unſere Seele zu nöhren mit „Gib uns heut unſer tägliches Brod.“ Unter dieſem verſtehen, ſondern auch jenes, welches über alles Er⸗ ſchaffene erhaben iſt, dus Brod des Lebens, die hochheilige Kommunion, damit es unſere Serlen in der Gnade ſtätiget der heilige Hilarins, welcher ſagt:„ Gib uns unſer tägliches Brod, ſagt der Herr; was ver⸗ langt alſo Gott eindringlicher, als daß Jeſus Chriſtus iſt, das Brod, das vom Himmel herabgeſtiegen? Da wir auch, daß es uns jeden Tag gegeben werde.“ Damit ſtimmt auch der heilige Ambroſius überein, in⸗ dem er ſagt:„Wenn es das tägliche S rod iſt, warum eſſet ihr es alle Jahre nur einmal? Empfanget es alle Tage, damit es euch Heile ſei!“ — S6 Altarsſakrament als ein Denkmal ſeiner Liebe hinter⸗ laſſen, die er uns ganz beſonders in ſeinem bitteren Leiden und Sterben gezeigt hat. Es ſoll uns immer ein Ge⸗ dächtniß ſeines Kreuzestodes ſein.„Thuet dieß, ſprach ¹) IV. Concil. v. Toledo. 24 Eiuleitung. Er, zu meinem Andenken.“„Und ſo oft ihr,“ ſpricht der heilige Paulus,„dieſes Brod eſſen und von dieſem Kelche trinken werdet, ſollet ihr den Tod des Herrn ver⸗ künden, bis er kommt.“(I. Kor. 11, 24, 26.) Jeſus will alſo, daß wir uns durch den Genuß ſeines heiligen Fleiſches und Blutes für das unſchätzbare Werk unſerer Erlöſung dankbar erweiſen.— Sollte uns alſo nicht die dankbare Liebe zu unſerm gütigſten Herrn antreiben, das Andenken an ſein Leiden und Sterben recht oſt in uns zu erneuern! Unſer Herr Jeſus ſagte:„Wer mein Fleiſch nicht ißt und mein Blut nicht trinkt, der hat das Leben nicht in ſich.“„Ohne Leben, ohne Kraft und Muth iſt aber die Seele,“ ſagt der heilige Cyprian, „welche das heilige Abendmahl nicht belebt, ſtärkt und unterſtützt. ¹) Dein Leib, o Chriſt, braucht täglich der Nahrung, ſoll deine Seele ieine bedürfen? Wie wirſt du wohl den beſchwerlichen und gefahrvollen Weg zum Himmel ſicher wandeln, wenn du deine Seele nicht im⸗ mer mit dieſer Himmelsſpeiſe nähreſt?“ Daher haben denn die erſten Gläubigen die heilige Kommunion täglich empfangen.„Sie beharrten in der Gemeinſchaft des Brodbrechens.“„Täglich verharrten ſie einmüthig im Tempel und in den Häuſern; nach dem Brodbrechen(nach der heiligen Kommunion) nahmen ſie Speiſe mit Freuden in der Einfalt des Herzens.“ (Apoſtg. 2, 42). Die tägliche Kommunion war in den erſten Jahrhunderten in lebhafter Uebung, das bezeugen die heiligen Väter Juſtin, Cyprian, Hieronymus.— Dieſes Verlangen der erſten Chriſten nach der täglichen, heiligen Kommunion wünſcht die heilige Kirchenver⸗ ſammlung von Trient wieder in den Herzen aller gläu⸗ ¹) Fpist. 54. iſo clärt uß ule Gl whnn nih auch un wi ſch behilg helger Oyi Prrlongt ſinen hülg und Vut e dabei zetb eigenen Ser wahrkaft kel die heiige K das olherbe Seele zuh Goit zu gel Stele, ven t benſelber ſt un erf welhe pie v havorlrng. Welches i 6. hut zwi des debe ben gewi deß Gute hres heho —— t 8 v S — 3 4 Uebi& 5 bexn des Lebens, deſſen S bigen Kinder der Kirche angefacht zu ſehen, indem ſie rklärte:„Es wünſcht die— daß lle Gläubige, ſo oft ſie der heiligen Meſſe bei⸗ wohnen, ni icht nur ge eiſtlich er Weiſe tommuniziren, ſondern auch am wirklichen Empfang d des heiligen Abendmahles ſich betheiligen auf d daß i ihnen die Früchte des heiligen Opfers reichlicher zu Gute unen.“ Verlangt alſo Zeſus ſ ſelbſt, unß du dich recht oft ſeinem heiligen Tiſch e naheſt und ſein heiligſtes Fleiſch und ſeines bittern Krenztodes und Blut empfangeſt, dabei gedenkeſt, verlan gt dies auch das Bedürfniß deiner eigenen Seele, welche ohne dieſe Himmelsſpeiſe nicht rhaft leben kann und verlangt dies auch unſer Puter die heilige Kirche, welche die hochheilige Kommunion für u allerbeſte Wi ttel hält und S ehlt, um unſere Seele zu heiligen und zur glückſeligen 2 Vereinigung mit Gott zu gelang en, ſo halte dich ja nicht ferne, o chriſtliche Seele, von dieſem Mahle der Liebe, nahe dich oft, recht oft demſelben, und koſte, wie ſüß unſer theuerſter Herr iſt, und erfahre ſelbſt an dir die wunderbaren Wirkungen, welche die würdige heilige Kommunion in deiner Seele hervorbringt. Welches sind aber diest bonnderbaren Wirkungen der heiligen Sommunion? Jott hatte für die erſten Menſchen in das F S zwei wunderbure Bäume gepflanzt, den B Früchte ihnen ein unſterbliches gewähren, und den Baum der Erkenntniß S.————— zur Frfun 26 Einleitung. wider das Verbot Gottes davon eſſen würden, ihnn den Tod bringen ſollte. Die erſten Menſchen gehorchten nicht, aſſen von der verbotenen Frucht des Baumes dr Erkenntniß und verfielen dadurch dem geiſtlichen und leiblichen Tode: dem geiſtlichen Tode, der Ungnade Gottes und dem leiblichen Tode: ſie mußten ſterben. Um ihnen aber zu verwehren vom Baume des Lebens zu eſſen,„damit ſie nicht leben ewiglich.“(I. Myſ. 3, 22), vertrieb ſie Gott aus dem Paradieſe.— Dieſer Baum des Lebens war und iſt ein Vorbild Jeß, unſeres theuerſten Herrn, am Kreuze. Als die Frucht des Lebens hängt Jeſus am Kreuzbaume, und in der heiligen Kommunion eſſen wir von dieſer Frucht, genie⸗ ſen wir ſein Fleiſch und Blut, und er gibt uns dadurc das Leben, und zwar das Seinige.— Dieß iſ nun die erſte Wirkung der heiligen Kommunion.— Jeſus gibt dir das Leben, wie er ſelbſt ſagt:„Ich bin das Brod des Lebens„ wer von dieſen Brode ißt, der wird leben in Ewigkeit, und gleich wie mich der lebendige Vater geſandt hat, und ich um des Vaters willen lebe, ſe wird auch der, welchermich ißt, um meinet⸗ willen leben.“(Joh. 6, 48. 51. 58). Wenn du gewöhnliches Brod genießeſt, ſo verwandelſt du es in dich; wenn du aber das Brod des Lebens, die heilig Kommunion empfangeſt, ſo verwandelt dich Jeſus in ſic Er nimmt dir das von der erſten Sünde her verdorben Leben, das Leben der Eigenliebe, der Anhänglichkeit an die erſchaffenen Dinge, der Selbſtſucht, der böſen Be⸗ gierlichkeit, kurz das Leben der böſen Neigungen und Leidenſchaften, die im Herzen des Menſchen hauſen, und theilt dir mit ſein Leben, ein Leben der Sanftmuth, De⸗ muth, Geduld, der Selbſtüberwindung, der heiligen Liebe, — in Aben all hlgen it Paulus us innir.— und Blues Aben; dah ſhen ſehſt! inet wirbig Die zwe ſt, doß ſi thenerſter ſeliſt:„V trinkt, bl „Wir werd ſagt,) den Unjer Fleiſ Fleiſce und gſchnozene hinugict, henſo vid Hern qnyfi ihm mher tilus*) U „Durch dos den Abe d werden C heiige id hen gttic —.— ) ce ez e. 13. ſtnzhri — — — igt= mnn ni Diglät 1 Dn 5 — 3 hu — — ein Leben aller Tugenden und guten Werke.— An den Heiligen iſt dieſe Wirkung ſichtbar. So rief der heilige Paulus aus:„Nicht mehr ich lebe, ſondern Chriſtus in mir.“— Mit dem Empfange ſeines heiligen Fleiſches und Blutes ſenkt er in die Seele ſein heiliges, göttliches Leben; daher der heilige Cyrillus mit Recht ſagt: „Wahrlich, Leben und Heiligung iſt uns die Gemeinſchaft mit Chriſtus, denn er hat ſein Fleiſch belebend, ja zum Leben ſelbſt gemacht.“ Dies iſt alſo die erſte Wirkung einer würdigen Kommunion. Die zweite Wirkung einer würdigen Kommunion iſt, daß ſie uns aufs Innigſte mit unſerm theuerſten Herrn vereiniget. Dieß ſagt Jeſus ſelbſt:„Wer mein Fleiſ Blut ſch ißt und mein L trinkt, bleibt in mir undich in ihm.“ Goh. 6.) „Wir werden alſo, wie der heilige Iſidor von Peluſium ſagt,¹) dem geheimnißvollen Leibe Chriſti einverleibt.“ Unſer Fleiſch und unſer Leib verbindet ſich mit dem Fleiſche und Leibe Chriſti.„ Gleichwie wenn Jemand geſchmolzenes Wachs zu anderem geſchmolzenen Wachſe hinzugießt, beide ganz miteinander vermiſcht werden; ebenſo wird derjenige, welcher das Fleiſch und Blut des Herrn empfängt, ſo mit ihm verbunden, daß Chriſtus in ihm und er in Chriſto weilt,“ ſchreibt der heilige Cy⸗ „Durch das heiligſte Sakrament geläutert, ſind wir mit dem Leibe des Herrn und ſeinem Geiſte vereint und werden Chriſti Leib.“3)„Deßhalb“, ſchreibt der heilige Iſidor von Peluſium,„ wird die Theilnahme an den göttlichen Sakramenten„Kommunion“ genannt, ¹) de cast. connub. cap. 18. 6) Lib. K. in Joann. c. 13. 3) de orth. fid. lib. IV. 23 Einleitung. weil ſie uns die Vereinigung mit Gott verſchafft und uns zu Mitgenoſſen und Theilnehmern ſeine Reiches macht.“ ¹) Noch ſchöner drückt ſich der heilige Auguſin aus,²) indem er unſern gütigſten Herrn alſo redend an⸗ führt:„Ich bin die Speiſe der Großen, nh e und du wirſt mich genießen, und mich nicht in dich verwandeln, wie die Speiſe deines Leibes, ſondern du wirſt in mi verwandelt werden.“ Dieſe Vereinigung kann kein menſchliche Zunge erklären. Sobald du die heihge Kommunion würdig empfangen haſt, wird ZJeſus die Seele deiner Seele, das Leben deines Lebens; Chriſtus denkt, ſpricht, liebt, leidet, handelt in dir; du kannſt ſagen: Chriſtus iſt mein und ich bin ſein, Chriſtus lebt in mir! Die dritte Wirkung der heiligen Kommunion iſ, daß ſie die Seele von läßlichen Sünden rei⸗ niget und von Todſünden bewahrt. Wie dies geſchieht, lehrt der heilige Thomas von Aquin alſo:“) „Die heilige Kommunion iſt die Nahrung der Seele, und hat als ſolche die Beſtimmung, die verlornen Lebens⸗ kräfte zu erſetzen, folglich auch die läßlichen Sünden zu tilgen, welche den Eifer der Liebe, die die eigentliche L⸗ benskraft iſt, ſchwächen.“ Gott der Vater ſelbſt ſprach zur heiligen Katharina von Siena:⁴)„Das Blut Chriſt iſt gleichſam ein heilſames Bad zur Abwaſchung u und Anderer Vergehen.“ Der heilige Ambroſius ſagte „Ich muß täglich das Blut des Herrn empfangen, 3 mit ich täglich die Vergebung meiner Sünden erlange; weil ich täglich ſündige, muß ich täglich das Heilmitte . I. Ep 28. part. qu. 79. art 4. Sacr. lib IV. cap. 6. *) Confess. lib. VII.) I. ) Dialog. cap. 126.) De geen e ſct: Die wun Hele d Mitel und Tigun det Kca ein Geginhht ſit und v cber vr der 1) Em 6 un Söhutz Pger der heige die Seeke tr ihr Ade und deß ſi in C 2) Dn nit geiſiger ſt der helie 6 ſo dänpft e terdrückt di Vunden“ ) br Fend, r in ſu Todfünd Chrſoſum Tuuftl uch herrn weg —.— ) Sern. 45 in] po. R —— i rpnijtu ber in — eilig mmn dit enn . ieir gen Ein —= —= — — — — — — — — — — * ic ſc v h 2 Einleitung. 29 gegen die Sünde haben,“ und der heilige Cyrillus) ſagt:„Dieſes überſinnliche Brod nützt dem Leben und dem Heile des ganzen Menſchen, und iſt zugleich ein Tilgung der Sünden.“ Daher lehrt auch der heilige Kirchenrath von Trient:²)„Die heilige Kommunion iſt ein Gegengift, das uns von den täglichen Sünden rei⸗ niget und vor Todſünden beſchützt.“ Sie bewahrt uns aber vor der Todſünde auf folgende Weiſe: ¹) Erwirbt ſie uns das beſondere Wohlwollen Gottes, und damit zugleich innere Hilfe und äußeren Schutz gegen die Sünde.„Das Blut Cyriſti,⸗ ſchreibt der heilige Johannes Chryſoſtomus, ³)„ſobald es in die Seele träufelt, erfüllt ſie mit großer Kraft; verleiht ihr Adel und Schönheit, nährt ſie und hindert ſie dadurch, daß ſie in Ermattung fällt.“ 2) Durch die heilige Kommunion wird die Seele mit geiſtiger Wonne erfüllt, ſo daß ſie unempfindlicher iſt gegen Verſuchungen.„Wenn Jeſus Chriſtus,“ ſagt der heilige Cyrillus, ²)„Beſitz von uns genommen hat, ſo dämpft er das harte Geſetz in unſern Gliedern, un⸗ terdrückt die Glut der Leidenſchaften und heilt unſere Wunden.“ 3) Vertreibt dieſes heiligſte Sakrament den böſen Feind, der in uns die ſinnliche Luſt zu erregen ſucht, die zur Todſünde führt. Darum ſagt der heilige Johannes Chryſoſtomus:*)„Wie feuerſprühende Löwen, dem Teufel furchtbar geworden, laſſet uns vom Tiſche des Herrn weggehen... Dieſes Blut verbannt den ) Serm. de coen Dom. 2) Sess XIII. c. 2. ²) Hom. 45 in Joann.*) Lib. W. in Joann.*) Hom. 6, ad pop. Hom. 65. 30 Einleitung. Teufel, der, wenn er das Blut des Herrn in uns er⸗ blickt, die Flucht ergreift.“ 4) Wer dieſes heiligſte Sakrament empfüngt, erhält ein beſonderes inneres Lcht von Gott, mit deſſen Hiffe die ſündhaften Regungen und Neigungen erſtickt werden Daher ſagt der heilige Vincentius, ¹) dieſe Speiſe heil den Willen gegen böſe Begierden, den Verſtand gegen falſche Meinungen und Irrthümer, das Gedächtnß gegen Vergeſſenheit der göttlichen Wohlthaten, und den Mund gegen Unwahrheit und Lüge.“ 5) Die heilige Kommunion ſchwächt in uns die fleiſchliche Begierlichkeit, erzeugt Abneigung gegen dis Irdiſche, und erweckt in uns gute Gedanken und Be⸗ gierden, durch welche wir von der Sünde zurückgehalten werden.„Dieſes Blut,“ ſchreibt der heilige Johamei Chryſoſtomus, ²)„iſt der Seele Heil, es verſchöner ſie, es entzündet ſie und macht ſie leuchtender als Gold und Feuer.“„Zweierlei wirkt dieſes Sakrament in uns,“ ſagt der heilige Bernard;³)„in geringn Dingen vermindert es die Begierlichkeit und in ſchweten bewahrt es vor Zuſtimmung.“„Wenn Chriſtus in uns bleibt,“ ſchreibt der heilige Chrillus, ¹)„ſo ſtilt und beſänftiget er das tobende Geſetz in unſern Glieden, ſtärkt die Frömmigkeit, löſcht die Leidenſchaften de Seele aus, hebt die Krankheiten und heilt die B⸗ ſchädigungen.“ Die vierte Wirkung der heiligen Kommunion iſ, daß ſie uns Luſt und Kraft zum Guten gibt. Sie vermehrt nicht blos die heiligmachende Gnade und die himmliſchen Tugenden, ſondern ſie treibt uns auc ) Lib. IV. in Joann.*) Hom. 65 in Joann. ¹) Sem. I. de coen. Dom.*) In Joann. XVII. —— zu Bht an, der Tgerde ſtin mh es enen wil nliriche 5 ſein iſigk herick, daß hant Nr Li uſerr Ming ſodß we e igtet hing Eue ji daß ie u beſchribt de genden ſchö beſchräben, Anſprchen, Unurnung nan dnine Mſen, leer ml Der fummn genwat eine mbeng Frhblene Firden geſ guühr un mit den E in der dihe lngen lli —. ) One ea). 1 Snun, „ e 5 2ng gn u 3 rznit bt lz in zur That an, nãmlic zu guten— und Uebung der Tugenden. Dies erklärt der heilige Thomas ¹) ſehr ſchön durch ein Gleichniß:„Wie ein edles Reis, wenn es einem wilden Stamme eingepflanzt wird, dur ſeine natürliche Kraft deſſen herben Saft bewältig get, ihn in ſeine Süſſigkeit und gute Eigenſchaften umwandelt und bewirkt, daß es nur lauter edle Früchte bringt; ſo ver⸗ bannt der Leib Chriſti, wenn er uns eingepflanzt wird, unſere Mängel, und wandelt uns in ſeine Güte um, ſo daß, wie er Blätter, Blüten und Früchte der Gerech⸗ tigkeit bringt, wir auch durch ihn ſolche Früchte tragen.“ Eine fünfte Wirkung— heiligen Kommunion iſt, daß ſie uns Eifer und Andacht erweckt. Dies beſchreibt der heilige Laurentius Juſtinian ²) mit fol⸗ genden ſchönen Worten:„Wer wäre im Stande zu beſchreiben, welche Wonne, welchen Wohlgeruch,— Anſprachen, welche glühende Liebe und welch keuſch Umarmungen man darin erhält. Nichts anderes. man darin ertönen als ſüßkl Geſänge des inneren Menſchen, ſehnſüchtiges Rufen, Dankſagungen, Lob⸗ lieder und heilige Seufzer zum Preiſe des Geliebten. Der fromm ſich hingebende Geiſt erfreut ſich der Ge⸗ genwart eines ſolchen Bräutigams, wird mittelſt dieſes anbetungswürdigſten Sakramentes mit Wonne u— Frohlocken erfüllt, mit himmliſchem Lichte ecluchte mit Frieden geſättiget, im Glauben geſtärkt, mit Andacht genährt, und innerlich durch ein unauflösliches Vebesband mit dem Erlöſer verbunden. Dadurch wird er eifriger in der Liebe, rüſtiger zur Arbeit, bereitwilliger zu Hand⸗ lungen, klüger in Verſuchungen, emſiger in der Tugend, — cap. 19. ²) de disc. et perf. mon. 32 Einleitung. thätiger in ſeinem Amte und zum Empfange ſelbſt noch mehr angeſpornt. Dies ſind deine Geſchenke, o Herr Jeſus, dies die Feſte deiner Liebe, welche du deinen from⸗ men, geliebten Freunden durch dieſes hochheilige Ge⸗ heimniß bereiteſt, und die jeglichen Genuß dieſes ver⸗ gänglichen Lebens weit übertreffen.“ Die ſechſte Wirkung der heiligen Kommunion iſe, daß ſie auch unſerm Leibe zum Heile gereicht, in ihn den Keim der Unſterblichkeit legt und ihm das Unterpfand einer glorreichen Aufer⸗ ſtehung verleiht. „Die heilige Kommunion,“ ſchreibt der heilige Cy⸗ rillus ¹) von Jeruſalem,„heiligt die Seele und den Leib,“ und„macht die Leiber keuſch,“²) ſagt der heil. Laurentius Juſtiniani.„Aus dem Leibe Chriſti fließt der Thau der Gnade, der unſere Schutzwehr iſt gegen die lockenden Laſter und die fleiſchliche Begierde,“ ſagt der heilige Thomas. ³)„In dieſem Sakramente,“ heißt es im Buche der Nachfolge Chriſti, ²)„iſt zu Zeiten die Gnade ſo groß, daß aus der Fülle der ver⸗ liehenen Andacht nicht nur die Seele, ſondern auch der ſchwächliche Leib mit ſtärkeren Kräften ſich ausgerüſtet fühlt.“— Dieſe Einwirkung der heiligen Kommunion auf unſern Leib wird uns durch viele Beiſpiele aus dem Leben der Heiligen beſtätiget. Der heilige Gregor von Nazianz*) erzählt von ſeinem Vater, der ſehr leidend war, und oftmals täglich von Schmerzen gequält wurde, daß er nur in der heiligen Kommunion Kraft und Hilfe fand, ſo daß die Krankheit wie auf einen Befehl ſich ¹) Catechism. myst. 4. ²) de inst. et reg. prel t. 21. 3) Opuße. 6. e. 1. 5) Orat. 19. ——— zicog. iner ir bek und ſegt: auch Vohn ſelbſt gegen Lna gewf Tuge kin pon de Fli blos vin de Nher ſer Leib Cheſſi Undervesl ſondern de menſchgewo dejengen Daher den der Aufer Auch unſe der Sele, un Vcher von diſe Per nich Fleiſch i ewige Lel jüngſen mſes the tus*) de Leb kinn — 1. lti M. a1 Jeſs, n i ilig min — a ile er eeleſbe en u räſtf n er h Einleitung. 33 zurückzog.“ Die heilige Thereſia erzählt Aehnliches von einer ihr bekannten, kranken, frommen Dienerin Gottes und ſagt:„Glaubt ihr nicht, daß dieſe heilige Speiſe auch Nahrung für den Leib iſt und eine wirkſame Arznei ſelbſt gegen körperliche Leiden? ¹) Die heilige Roſa von Lima genoß oft nach der heiligen Kommunion mehrere Tage keine Speiſe mehr, und der ſelige Bruder Nikolaus von der Flüe nährte ſich zwanzig und ein halbes Jahr blos von der heiligen Kommunion.— Mit Recht ſagt daher der heilige Cyrillus ²) von Alerandrien:„Der Leib Chriſti macht lebendig und ſein Genuß führt zur Unverweslichkeit. Denn es iſt nicht ein fremder Leib, ſondern der Leib des Lebens ſelbſt, der die Kraft des menſchgewordenen Wortes bewahrt und voll der Macht desjenigen iſt, durch den alle Dinge leben und ſind.“ Daher denn auch die heilige Kommunion ein Unterpfand der Auferſtehung und Verherrlichung unſers Leibes iſt. Auch unſer Leib ſoll einſt Theil nehmen an dem Looſe der Seele, und darum verdankt er auch Auferſtehung und Verherrlichung dem, der auch die Seele zur Herr⸗ lichkeit führt. Chriſtus der Herr ſpricht ſelbſt:„Wer von dieſem Brode ißt, wird leben in Ewigkeit. Wer mich ißt, wird leben durch mich. Wer meir Fleiſch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben und ich werde ihn erwecken am jüngſten Tage.“(Joh. 6.) Gemäß dieſer Worte unſeres theuerſten Herrn nennt der heil. Biſchof Igna⸗ tius ³) die heilige Kommunion„das Heilmittel der Un⸗ ſterblichkeit.“ Der hl. Gregor von Nyſſa lehrt,) unſer Leib könne die Unſterblichkeit nicht erlangen, wenn er ) Itin. perf. c. 34.*) IV. Reg. 4, 34.*) Fpist. XIV. ad Fphes. ¹) Orat. cat. c. 37. Jeſus, mein Alles. 3 34 Einleitung. nicht mit dem unſterblichen Leibe Chriſti verbunden werde. Der hl. Cyrillus ¹) nennt die heil. Kommunivn die Speiſe, welche zur Unſterblichkeit und zum ewigen Leben nährt, und der hl. Auguſtin ſchreibt: ²)„Die⸗ jenigen, welche dieſe Speiſe und dieſen Trank nehmen, werden unſterblich und unverweslich.“ So iſt alſo wahr⸗ haft die heilige Kommunion nach dem Ausſpruche des hl. Kirchenraths*)„ein Unterpfand unſerer künftigen Herrlichkeit und ewigen Seligkeit.. Dieſe herrlichen Wirkungen bringt alſo die heilge Kommunion in dir hervor, chriſtliche Seele, wenn du ſi würdig empfängſt. Da aber nach dem Ausſpruche der Heiligen die heilige Kommunion„das Sakrament der Einheit, und Brod der Liebe,*) das Band des Friedens und die Gemeinſchaft der Liebe iſt“*) und wir an ein Gemeinſchaft der Heiligen glauben, gemäß welcher die guten Werke des Einen auch dem Andern nützen, ſo kannſt du die heilige Kommunion, weil ſie ein beſonders gutes, verdienſtliches Werk iſt, auch für Andere, z. B. für die Bekehrung der Sünder, für Kranke, für Ster⸗ bende, für die armen Seelen im Fegfeuer aufopfern. Aus Allem nun, was du, chriſtliche Seele, von der hochheiligen Kommunion und ihren wunderbaren Wirk⸗ ungen vernommen haſt, wirſt du einſehen, daß der hl. Ambroſius recht hat, wenn er ſagt:„Alles haben wir in Chriſtus, und Alles iſt uns Chriſtus. Willſt du ein Wunde heilen, Er iſt das Heilmittel; wirſt du von Fieberhitze gequält, Er iſt die kühlende Quelle; laſtet Ungerechtigkeit auf dir, Er iſt die Gerechtigkeit; brauchſt du Hilfe, Er verleiht Kraft; fürchteſt du den Tod, Er 0) Lib. IV. in Joanm.*) Fractat. 36. in Joann. ²) Soes 13. c. 2. ¹) 8. Augustin.*)§. Laurentius Just. —— ſtMs Lhe Vuz ſich gehreſt du6 Vater Frn gane ich Jeſus un unsjo det und wir beſ wo Er s lihe Stele, oft, ja, we wehnen? Duſig Komnun bit, e iſt g und dih de wen mu ſe luuer vethe in Danh fen bleben, ien, verdie mn witige fonn in jren. die wem ihr hi Bä ihn ge ausgezechne ommmion ki. Der —— ) dex ei. 4. ſ 0 dit nn 6 7 t“ſ nni n, en „ nieu nei 5) ſ iſt das Leben; wünſcheſt du den Himmel, Er iſt der Vater Franziskus von Aſſiſi hatte Recht, wenn er oft ganze Nächte, von Liebe entbrannt, ausrief:„Mein Jeſus und mein Alles;“ denn mit Jeſus hat uns ja der Vater im Himmel Alles geſchenkt und wir beſitzen ihn wahrhaft im heiligſten Sakramente, wo Er uns Alles ſein will. Sollſt du alſo nicht, chriſt⸗ liche Seele, dieſen theuerſten, gütigſten Herrn re cht oft, ja, wenn es möglich iſt, täglich in dein Herz auf⸗ nehmen? Kommunion ſooftzu empfangen. Ich antworte dir, es iſt ganz gut, daß du deine Unwürdigkeit erkennſt und dich demüthigſt, aber wirſt du dadurch würdiger, wenn du ſelten kommunizirſt, wirſt du dadurch nicht lauer werden?„Es iſt beſſer,“ ſagt der hl. Thomas, „in Demuth dem heiligen Tiſch zu nahen, als davon fern bleiben,“ und„derjenige,“ ſagt der hl. Ambro⸗ ſius,²)„welcher nicht verdient alle Tage zu kommuni⸗ ziren, verdient es auch in einem Jahre nicht.“ Gerade um würdiger zu werden, mußt du dich befleißen, ſo fromm als möglich zu leben, und recht oft zu kommuni⸗ ziren. Die heilige Kirche wünſcht und ſieht es gerne, wenn ihre Kinder recht oft zum Tiſche des Herrn gehen⸗ Bei ihren Verhandlungen über die Heiligſprechung ihrer ausgezeichnetſten Kinder betrachtet ſie die ſehr häufige Kommunion als ein ſehr günſtiges Merkmal der Heilig⸗ keit. Der hl. Alphons Liguori ſagt, daß die häufige, ¹) Hexam. lib. VI. cap. 4. ²) Lib. V. de saeram. cap. 4. 3* 36 Einleitung. — ja tägliche Kommunion von den hl. Vätern gelobt werde und gibt auch eine ſehr ſchöne Anweiſung, wie oft men kommuniziren dürfe, indem er alſo ſchreibt:„Wenn wir die öftere, häufige, heilige Kommunion näher betrachten, ſo kann man nicht daran zweifeln, ſagt der hl. Thomas, daß die häufige, ja ſogar tägliche Kommunion an und für ſich ſehr nützlich ſei; aber in Bezug auf den, der ſi empfängt, iſt ſie nicht einem Jeden, der ſich im Stande der Gnade Gottes befindet, ohne allen Unterſchied dien⸗ lich, ſondern nur dem, der ſie mit geziemender Vorbe⸗ reitung empfängt. Wer freiwillig läßliche Sünden be⸗ geht, z. B. mit Bedacht lügt, oder ſich eitel kleidet, odet gegen Jemand eine Abneigung hat, oder andere Fehle begeht und ſich nicht beſſert, der kann höchſtens alle acht Tage einmal zur Kommunion gehen, damit er wenig⸗ ſtens die nöthige Kraft erlange, um nicht in ſchwer Sünden zu fallen. Hingegen kann der Beichtvater den⸗ jenigen, welcher keine Neigung zu einer läßlich ſünd⸗ haften Sache hat, der die freiwilligen läßlichen Sünden meidet und dem Gebete und der Abtödtung ſeiner Le denſchaften und ſeiner Sinne obliegt, wohl erlauben, di Woche drei⸗, ja vier⸗, ſogar fünfmal zu kommuniziren.“ Der hl. Franz von Sales wünſcht, daß fromme Chr— ſten alle vierzehn Tage die heilige Kommunion empfan— gen und rathet denjenigen, welche ernſtlich nach chriſ⸗ licher Vollkommenheit ſtreben und ein großes Verlangen nach der heiligen Kommunion in ſich fühlen, alle acht Tage dem Tiſche des Herrn ſich zu nahen.— Uebrigens wird es in dieſer Sache gut ſein, daß du dich, chriſtliche Seele, nach dem Grundſatze richteſt, welchen die heilge Kirche aufgeſtellt hat, dieſen nämlich: daß der mehr oder minder häufige Empfang der heiligen Kommunin dem Urtheile des Beichtvaters heirnzuſtellen ſei, welcher — je Bchtend güßern ve fchrug rche S theſen enyfee, ſch ih hi in helgen e Pilen auft hit ud dih vorberitt, es dein B Aber hörig au reitet. 2h w Chtiſen te Geſprächen aber kine j die Erfülln Beſchäfügu i ge deshalh oh dins Sin Uſiht G Jorbeuit Gutesweg hl Kethn den Ren ihnen um ihr die A ſittüches liugber v Sn = gtn we nien o„Vn un t= er bn ſ l In e ni Be ſf de, i en, h in Eu h teit n erſt 1let — ku ſtn dlu he nem e,—t i jn mn ichten r en ſint lieg i eluin fmd mmnſt ſchtb cfuml ge min u lchet—ichn S nſ i 5 dih n nü 3 ter n ſn⸗ „ anſ . lerdet Iu die Beichtenden in dieſer Sache leiten ſoll, je nach dem größeren oder geringeren Nutzen, welchen ſie ſeiner Er⸗ fahrung gemäß daraus ſchöpfen.— Aus dir ſelbſt, chriſtliche Seele, bleibſt du immer unwürdig, unſern theuerſten Herrn häufig in der heiligen Kommunion zu empfangen, aber dieſer gütige Herr läßt ſich herab, ſelbſt dich hiezu durch ſeine Gnade zu bereiten, beſonders im heiligen Sakramente der Buße. Wenn du nur guten Willen, aufrichtiges Verlangen nach der göttlichen Speiſe haſt und dich nach Kräften auf die heilige Kommunion⸗ vorbereiteſt, ſo nahe dich dem Tiſche des Herrn, ſo oft es dein Beichtvater erlaubt.— Aber du ſagſt, du haſt keine Zeit, dich ge⸗ hörig auf die heilige Kommunion vorzube⸗ reiten. Ich will dich, chriſtliche Seele, nicht zu jenen lauen Chriſten rechnen, welche wohl Zeit haben zu unnützen Geſprächen, eitlen Unterhaltungen und Vergnügungen, aber keine für das Heil ihrer Seele, ſondern ich glaube, die Erfüllung deiner Standespflichten, deine häuslichen Beſchäftigungen und Arbeiten hältſt du für ein Hinder⸗ niß der gehörigen Vorbereitung zur Kommunion. Sei deshalb ohne Sorge. Erfülleſt du getreulich die Pflichten deines Standes, thuſt du alle deine Arbeit in der reinen Abſicht, Gott zu gefallen, ſo bedarfſt du keiner langen Vorbereitung. Denn deine Arbeit, die du für Gott und Gotteswegen thuſt, iſt ſchon eine Vorbereitung. Als die hl. Kotharina von Siena auf Befehl Chriſti viel mit den Menſchen verkehren mußte, in der Abſicht, ſich ihnen um Gotteswillen nützlich zu machen, da nahm bei ihr die Andacht noch mehr zu und ſie empfand ein uner⸗ ſättliches Verlangen nach der heiligen Kommunion. Un⸗ läugbar vermag die Gnade mehr als die Natur, mehr 33 Einleitung. vermag Chriſtus, unſer theuerſter Herr, als all dein Fleiß, den du auf die Vorbereitung verwendeſt. Doch du ſagſt, ich enthalte mich deßwegen der oftmaligen Kommunion, weil ich keine Beſſerung an mir wahrnehme und immer in die alten Fehler falle. Dagegen ſage ich dir, wirſt du dich vor täglichen Fehlern mehr in Acht nehmen, nicht mehr fallen und dich wahrhaft beſſern, wenn du nur ſelten oder gar nicht kommunizirſt? Je kraftloſer du dich fühlſt, je armſeliger du biſt, deſto begieriger mußt du das Heilmittel ſuchen, welches dich ſtärken, aufrichten, reinigen kann. Demt⸗ thige dich nur und habe Vertrauen zu Jeſus, der den Demüthigen ſo gerne ſeine Gnade gibt.— Doch woher mag es wohl kommen, daß du dich auch nach oftmaliger heiliger Kommunion nicht beſſerſt und keine Fortſchritte in der Vollkommenheit machſt? Iſt etwa die heilige Kommunion daran Schuld? Gewiß nicht! Denn die heilige Kommunion iſt ja nach den Worten des hl. Dionyſius ¹)„eine himmliſche Hand— lung Gottes, der Anfang, das Weſen und vervollkomm⸗ nende Kraft all unſerer Heiligung. In ihr heiligt ſich der heiligſte Jeſus ſelbſt in uns und erfüllt uns mit aller Heiligkeit.“„Eine einzige würdige Kommumion,“ ſagt die hl. Magdalena von Pazzis*) ſei hinreichend, um die Seele vollkommen zu machen.“ Worin alſo liegt wohl der Grund, daß du keine Fortſchritte in der Volb kommenheit machſt, auch wenn du öfters kommanizirſt? Ein frommer Geiſteslehrer ²) gibt folgende Urſachen an⸗ 1) die Sünden, welche wirfreiwillig aus gro⸗ ¹) Fecl. hier. c. 4. ²) In vita c. 94. ²) Nic. Län- cicius S. J. — ter Nichl ſer heilig Diijen Sünde hit es uuch ni Kommi je imit d du aus der 2) En ung der G von Tuge Uohe d Andacht di Kebe, des Reue n. u „duß du n um irjiſch zelichn 6 3) An guemlichk falls ein Lollkom heißt nit it Honigſei den“prit 9) Ei Verlang hinzrue fin,) nch hwe. in Jonn. et ng ſt. 6 hmeſe innn n dag d ditt ſt rein mmn. Du men ſ— us, l on deß h dar zuld l muni jan * —— —— — — S 0 5 s un lt m e wü. Rmm nchen orin ih du=mmn b% ₰ ber Nachläſſigkeit vor oder nach dem Empfang der heiligen Kommunion begehen. Diejenigen, welche ſich mit aller Sorgfalt vor der Sünde hüten, machen in der That Fortſchritte, wenn ſie es auch nicht fühlen. Reinige daher vor jeder heiligen Kommunion durch Thränen der Buße deine Seele, und je inniger du dieſes thuſt, deſto reichlichere Früchte wirſt du aus der heiligen Kommunion ziehen. 2) Eine fernere Urſache iſt die Vern achläſſig⸗ ung der Gelegenheiten, welche zur Ausübung von Tugendakten ſich darbieten. Uebe daher vor jeder Kommunion mit inbrünſtiger Andacht die Tugenden des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe, des Verlangens, der Demuth, der Furcht, der Reue ꝛc. und„ſiehe zu,“ ſagt der hl. Bonaventura,) „daß du nicht aufgeblaſen, aus Eitelkeit, Gewohnheit, um irdiſchen Wohlgefallens willen, oder wegen einer zeitlichen Gunſt hinzutrittſt.“ 3) Anhänglichkeit an irdiſche Dinge, Be⸗ quemlichkeit, Vergnügungen, Ehren iſt eben⸗ falls ein Hinderniß des Fortſchrittes in der Vollkommenheit.„Iſt die Seele ſatt(das heißt mit irdiſchen Dingen angefüllt), dann wird der Honigſeim(die heilige Kommunion) zertreten wer⸗ den,“ ſpricht der hl. Geiſt im Buche der Sprüchwörter. 8 4) Eine fernere Urſache iſt das geringe Verlangen, womit wir zum Tiſche des Serrn hinzutreten.„Dieſes Brod,“ ſchreibt der hl. Augu⸗ ſtin,)„verlangt, daß der Menſch innerlich Hunger dar⸗ nach habe.“„Alle,“ ſprach Gott der Vater zur heil. ¹) Brevil. part. 6. c. 9.*) 27. c. 7.* Tractat. 24. in Joann. 40 Einleitung. Katharina von Siena,)„empfangen in der heil. Kom⸗ munion die Gnade des Herrn, aber jener mehr, det eine größere Sehnſucht darnach hat.“ 5) Die fünfte Urſache iſt die läßliche Sünde, welche man beim Empfange ſelbſt begeht, indem man entweder aus eitler Abſicht oder ohne ſchuldige Ehrfurcht zum heiligen Tiſche hinzutritt.„Auch geringe Nachliz ſigkeiten, z. B. freiwillige Zerſtreuungen ꝛc. verdunleln die Seele und verhindern eine reichliche Mittheilung,“ ſagt Richard von St. Viktor. Zum Ende möchte ich jenen gutmüthigen Seelen noch ein Wort ſagen, welche ſich über Trockenheit des Geiſtes beklagen und nach geiſtlichen Tröſtungen bei der heiligen Kommunion verlangen. Die geiſtliche Trockenheit iſt manchmal eine Strafe, öfters auch eine Prüfung von Seite unſers theuerſten Herrn. Wegen Mangel an gehöriger Vorbereitung wegen irgend eines kleinen Fehlers, beſonders wegen zu großer Freiheit der Zunge, entzieht oft Gott den See⸗ len, welche nach Vollkommenheit ſtreben und daher eine gute heilige Kommunion verrichten wollen, die fühlbare Andacht und beſtraft ſie mit Trockenheit des Geiſtes. Et entzieht ihnen aber auch oft die ſüßen Empfindungen und geiſtlichen Tröſtungen, um ihre Treue zu prüfen. Er gleicht hierin einer liebenden Mutter, welche mit dem kleinen Kinde Mitleid hat und wegen ſeiner Schwäche ihm nun die ſüße Milch reicht, aber ſobalb das Kind kräftiger wird, gibt die Mutter dem Kinde auch hartes Brod, um es daran zu gewöhnen. Unſer theuerſter Herr will fromme Seelen, wenn er thnen die ſüße Milch der Tröſtungen nimmt, gewöhnen, den Weg ¹) Dial. c. 110. der Entagu Er vil ſie ſehit tin olg Gnade hen enfent m um wo du nijne e dal lehen ſef thige dih de dentliche R dine fünf dabei aer Vertrauen. ergeben n in Buchet und utih Hingah, zu leidet, ſteht die we Trſtun, den gutn zu verticht mih zin heigen W l ihn ſch Har wrd in inen hat.— 1 munion e und wür gihen, u du deine( —— ge rhelſu be ni t.“ n tbE imnn Ax n j eu vehn n gjgn t über x kerheit ſtliſt kröſn angt Seit unrs tu ehöt rn rs, ers whn zieht.—t ut ſtr dint en N die jiſt en Geſt ie ſi fum ihree en T wihe hat ehn ich dnit mn z Pihn i elen Sic u mt,—n ub ic ithn man um eine E Einleitung. 41 der Entſagung und des Kreuzes mit ihm zu wandeln. Er will ſie auch aus ſeinem bitteren Kelch der Verlaſ⸗ ſenheit trinken laſſen.„Oft,“ heißt es im Buche der Nachfolge Chriſti,„iſt es etwas Geringes, was die Gnade hemmt und verbirgt. Haſt du aber das Geringe entfernt und vollkommen beſiegt, ſo wird dir werden, um was du gebeten haſt.“ Dir und deinen Fehlern rechne es daher zu, wenn die Tröſtung dir nicht ver⸗ liehen, die fühlbare Andacht dir entzogen wird. Demü⸗ thige dich deßhalb, forſche nach, ob du nicht eine unor⸗ dentliche Neigung in deinem Herzen haſt, ob du auch deine fünf Sinne, beſonders deine Zunge zähmeſt, ſei dabei aber nicht niedergeſchlagen und muthlos, und habe Vertrauen.„Sobald du Gott vom ganzen Herzen dich ergeben und dich ungetheilt in ihn gelegt haſt,“ heißt es im Buche der Nachfolge Chriſti,„wirſt du dich beruhiget und mit ihm vereiniget finden.“ In dieſer gänzlichen Hingabe, in dem feſten Entſchluß, Alles zu thun und zu leiden, was Gott gefällt und über dich verhängt, be⸗ ſteht die wahre Andacht. Fühlſt du alſo dein Herz ohne Tröſtung, trocken, kalt und zerſtreut, und haſt du doch den guten Willen eine gottgefüllige heilige Kommunion zu verrichten, ſo gehe nur hin im Gefühle deiner Ar⸗ muth zum Tiſche des Herrn, ganz ergeben in ſeinen heiligen Willen, rufe den Herrn um ſeine Hilfe an und laß ihn ſchalten mit dir wie er will, und unſer theuerſter Herr wird dir, wie es in der Nachfolge Chriſti heißt, in einem Augenblicke geben, was er lange Zeit verſagt hat.— Würdeſt du dich deßhalb von der heiligen Kom⸗ munion enthalten, weil du keine geiſtliche Tröſtung haſt, und würdeſt du nur deßhalb zum Tiſche des Herrn gehen, um der ſüßen Empfindungen wegen, ſo würdeſt du deine Seele ſehr betrügen, und unſern tleuerſten 42 Einleitung. Herrn hindern, dir Gnaden mitzutheilen. Die Eigen⸗ liebe ſchleicht ſich oft bei den heiligſten Dingen mit ein. Oder, ſage mir, iſt es nicht ein Verlangen der Eigen⸗ liebe, bloß deßhalb zu kommuniziren, um innerlich ge⸗ tröſtet und erfreut zu werden? Wo iſt da das Wohl⸗ gefallen Gottes, wo iſt da der Wille deine Seele zu heiligen und mit Jeſus zu vereinigen, welches doch das einzige Ziel der heiligen Kommunion heißen ſoll? Un der fühlbaren Andacht, um der ſüßen Tröſtungen und der innern Freuden willen hat Jeſus das heiligſte Al— tarsſakrament nicht eingeſetzt, ſondern allein deswegen, daß deine Seele geheiligt und mit ihm vereiniget wird. Dieſes Ziel laſſe niemals aus den Augen, ſo oft du kommunizirſt und du wirſt niemals ohne viele Frucht di heilige Kommunion empfangen Nachdem die heil. Katharina von Bologna längere Zeit ſchwere Verſuchungen gegen den Glauben an die wirkliche Gegenwart Jeſu Cyriſti in dem heiligſten Al— tarsſakramente zu bekämpfen hatte, zeigte ihr der Herr, daß eine Perſon, welche ohne ſinnlich fühlbare Andacht, alſo ohne geiſtliche Tröſtung kommunizirt, vorausgeſetz, daß ſie ein reines Gewiſſen hat, mag ſie nun der böſe Geiſt im Glauben oder ſonſt in Etwas verfuchen, wenn ſie nur nicht einwilliget, doch die Gnade des Se⸗ kraments wirklich empfängt; ja daß die Seele, die gegen ſolche Angriffe des böſen Feindes zu kämpfen hat, und dieſelben geduldig erträgt, ſogar noch gröſ⸗ ſeres Verdienſt hat, als eine andere, welche mit großer Süßigkeit und Tröſtung die heilige Kommunion empfängt. ——— Im dr bo ie erſt dizn bin der Kein heit e 1 ſuche en te „Bevot uun untus Juſt dos Antitz iign.“ N Roer un ſo ſich erachtet. würdig, we ſondern der Den wern empfangn, „Unſer Gei wehrt wid; des heiliſſte Sündemake ien, je glihe und je hii h. Augſin mß ſein b wid'r das ſchribt er der heigen Feierliciei — lee ) em. ju Dihh gi mnnt 8— e imi 2in 6u — mSnl1 ſiß= ſnnt — helit —— — ndei ſ in hin t it ingn enn, pi 6 2le ſn . von in dbenn e, hrhr nlich ar M nun rnt ma Smn wi en uchn m igtj uſ de 6t gt ſi nhh ne= vli ie S Km Cinleitung. 43 Von der Vorbereitung unk die heil. Sommunion nurh den Worten und Beispielen der Beiligen. D erſte Vorbereitung zum Empfange des glorwür⸗ digen Sakramentes iſt ein reines Gewiſſen.„Ich bin der Reinigkeit Liebhaber und aller Heiligkeit Geber,“ heißt es im vierten Buche der Nachfolge Chriſti.„Ich ſuche ein reines Herz, da iſt die Stätte meiner Ruhe.“ „Bevor man alſo zum Altare geht,“ ſagt der hl. Lau⸗ rentius Juſtiniani,)“ muß man das Gewiſſen reinigen, das Antlitz der Seele waſchen, und jede Sündenmakel tilgen.“ Nach der Entfernung der Sünde aber wird Jeder um ſo würdiger hinzutreten, für je unwürdiger er ſich erachtet. Niemand iſt aus ſich ſelbſt des Empfanges würdig, wenn er noch ſo heilig iſt. Nicht das Leben, ſondern der Gehorſam macht den Einzelnen würdig. Denn wer würde es wagen, die göttlichen Sakramente zu empfangen, wenn der Herr ihn nicht dazu aufforderte?“ „Unſer Geiſt kommt Gott um ſo näher, je reiner er be⸗ wahrt wird; um ſo würdiger wird Jeder zum Empfange des heiligſten Leibes des Herrn, je mehr er von allen Sündenmakeln gereiniget iſt; je demüthiger er im Her⸗ zen, je glühender ſeine Liebe, je größer ſein Tugendeifer und je heiliger ſein Lebenswandel ſein wird.“*) Der hl. Auguſtin ſagt:*)„Wer das Leben empfangen will, muß ſein Leben ändern; denn wenn er es nicht ändert, wird er das Leben zum Gerichte empfangen.“ Ebenſo ſchreibt der hl. Johannes Chryſoſtomus:*)„Die Zeit der heiligen Kommunion iſt nicht der Feſttag oder eine Feierlichkeit, ſondern das reine Gewiſſen und das von ¹) De cast. comb. c. 24.*) Fasc. amor. c. 13. ²) Serm. I. de temp. ¹) Orat. deb. Philog. 44 Einleitung. „ — Sünden freie Leben.“ Noch ſtrenger ſpricht ſich der hl. Baſilius aus: ¹)„Nicht bloß derjenige, der unwürdi und an Leib und Seele befleckt zum heil. Tiſche kommt, hat ein ſchreckliches Gericht zu erwarten, ſondern auch jener, der nur unnütz und müſſig das heilige Fleiſch und Blut genießt. Denn wenn uns einſt der Herr wegen jedes unnützen Wortes zur Rechenſchaft ziehen wird, wie ſollte den nicht ein ſtrenges Gericht treffen, der ein ſo großes und unſchätzbares Gut gewiſſenlos und umſonſt vergendet!“ Reinige dich alſo, chriſtliche Seele, durch eine reumüthige und aufrichtige Beicht nicht blos von ſchweren, ſondern auch von läßlichen Sünden, denn das heiligſte Sakrament iſt das Brod der Engel, daher for⸗ dert auch ſein Empfang engliſche Reinigkeit. Haſt du durch Reue und Beicht dein Gewiſſen ge⸗ reinigt und deine Seele gleichſam gewaſchen im Blute des Lammes, Jeſus, dann kannſt du auf mannigfaltige Weiſe nach dem Beiſpiele der Heiligen dich vorbereiten. Ich will dir einige Beiſpiele vor Augen halten: Die hl. Gertrudis*) ſprach eines Tages zu dem Herrn:„O Gott, wie kann ich dir denn würdig genng entgegengehen, da du mit ſo freigebiger Güte zu mir kommſt?“ Und der Herr antwortete:„Ich verlange nichts anderes, als daß du ganz leer zu mir kommſt, damit ich dich anfüllen kann; denn von mir empfüngſt du Alles, was dich in meinen Augen wohlgefüllig machen kann.“ Daraus erkannte ſie, daß dieſe Leere die Demuth wäre, welche bewirkte, daß ſie ſich für ein unwürdiges, elendes Geſchöpf hielt und feſt glaubte, ſie könnte ohne Gottes Gnade nichts Gutes thun und alle ihre Werk⸗ wären ohne Werth und Verdienſt. —— ¹) De bapt. lib. III. ²) Insin. Lib. IW. c. 26. — Ein in als man w Hern ae dlle Hüig opfern, u Alturs vi wewete je Jngfran Chritus bein Gezet heligſte dr alle jene a Aufnahne ſi der hl G mter taiſe ihr, ſie erſ den nänlic ihr eben ſo voll Erſan „Ach! dir gezeichne en Mutter ut vürdig u Gott biten ußerſen R Makeln pei Wohunzb der ieſel T lge erhiht Nachlüſigt unbegre fli ſun unzer Hernunt er S ſhhn eu St m m 2 iſhe n wa Wſrden da ſliſn Fleiht ein c her w ſchi Sancht t1F wu viſſ Eanh nit Bei! bt iun BRn, ut — — icht heniſu ngn int di nmit ilg t whun Augt ten: ch— ö zu dir iri nig bit mn ni n nn it ej gen A ili u — ich m lu— hn n eib 62 e, der, Nhp Einleitung. 45 Ein anderes Mal, am Feſte Mariä Himmelfahrt, als man während der hl. Meſſe dreimal:„Lobet den Herrn alle Völker,“ ſprach, bat ſie beim erſten Male alle Heiligen, dem Herrn alle ihre Verdienſte aufzu⸗ opfern, auf doß ſie ſich dem heiligſten Sakramente des Altars würdig nähern möchte. Beim zweiten Male wendete ſie ſich in derſelben Abſicht an die allerſeligſte Jungfrau und beim dritten Male an unſern Herrn Jeſus Chriſtus. Plötzlich erhob ſich die allerſeligſte Jungfrau beim Gebete der hl. Gertrudis, trat hin vor die aller⸗ heiligſte Dreifaltigkeit und opferte ihr alle Verdienſte und alle jene auserleſenen Gnaden auf, welche ſie bei ihrer Aufnahme in den Himmel empfangen hatte. Dann gab ſie der hl. Gertrud ein Zeichen, ſich zu nähern, ſetzte ſie unter tauſend Liebkoſungen auf ihren Platz und ſagte zu ihr, ſie erſcheine jetzt vor der höchſten Dreifaltigkeit mit den nämlichen Vollkommenheiten geſchmückt und gefalle ihr eben ſo ſehr, wie ſie ſelbſt. Da rief nun Gertrud voll Erſtaunen und äußerſter Selbſtverachtung aus: „Ach! durch welche Verdienſte bin ich denn einer ſo aus⸗ gezeichneten Gnade werth?“ Worauf die jungfräuliche Mutter antwortete, ſie ſollte nur, um ſich dieſer Ehre würdig zu machen, drei Dinge thun: nämlich erſtens Gott bitten, er möchte ſie kraft des Gebetes und der äußerſten Reinheit ſeiner heiligen Mutter von all ihren Makeln reinigen, und ſich ſo in ihr eine angenehme Wohnung bereiten. Zweitens ſoll ſie Gott in Betracht der tiefen Demuth, womit ſie über alle Engel und Hei⸗ lige erhöht zu werden verdiente, um Verzeihung ihrer Nachläſſigkeiten bitten. Drittens endlich ſollte ſie um jener unbegreiflichen Liebe willen, welche die allerſeligſte Jung⸗ frau unzertrennlich und ewig mit Gott vereinigte, zum Herrn um reichliche Mittheilung ihrer Verdienſte flehen.“ 46 Einleitung. Von dem heil. Franz Borgias wird erzählt,) daß er ſehr oft unter Tages, gewöhnlich zweimal in jeder Stunde, ſein Gewiſſen ſorgfältig erforſchte un alle Worte, Handlungen und Unterlaſſungen mit größter Genauigkeit prüfte und täglich zweimal beichtete, des Morgens vor der hl. Meſſe und des Abends, bevor er ſich zur Ruhe begab. Die hl. Mechtildis, ²) da ſie beichten wollte un keinen Beichtvater hatte, trauerte ſehr darob, weil ſie de Leib des Herrn ohne Beicht nicht zu empfangen wagte. Sie fing daher an im Gebete mit Bitterkeit Gott den höchſten Prieſter ihre Verſäumniß und Schuld zu klagen. Da gab ihr Gott Zuverſicht über die Erlaſſung allet ihrer Sünden, wofür ſie Dank ſagte und ſprach:„D allerſüßeſter Gott, wie iſt es nun um meine Sünden?“ Der Herr antwortete:„Wenn ein mächtiger König in eine Herberge kommen will, wird das Haus eilends ge⸗ reiniget, auf daß nichts darin erſcheine, was ſeinen Augen mifalle, und falls er ſo nahe iſt, daß Unreines nicht mehr weggeſchafft werden kann, ſo wird es geſan⸗ melt in einen Winkel, daß man es hernach hinauswerfe. Haſt du nun einen guten Willen und rechte Begierde, deine Sünden zu beichten und ſie nicht wieder zu be⸗ gehen, ſo werden ſie von mir getilgt, daß ich ihrer nin⸗ mermehr gedenke, wiewohl ſie aber durch die Beicht wir⸗ derholt werden ſollen. Der Wille, das Verlangen, der Fleiß, welchen du haſt, die Sünden zu meiden, ſo vil du weißt und vermagſt, iſt gleichſam ein unzertrennliches Band, welches dich mir verknüpft und durch Friede in unauflösliche Einigkeit verbindet.“ Als ſie aber immer noch zweifelte und durch mancherlei Gedanken lich un⸗ — ¹) In vita. ²) Buch der Gnaden II. p. 247. —— rirdig jit Königs der ʒwße Enod denke, wß hutte, vn auh ir Chrſi vn und ihr her es könne ſi zurickhal. die Chör de das Herz de des Leibe1 ſie, wie er bin in deine würdig cac Da ſeh ſie ausgehen, kunte heri und den ſich Derhl. tend jenet munion don hen gnn igt; er h zacht fir ſ glühene B ſagten, t weil er ſch ſeshuſs tte er di — —,— er mi agt niprh um Eii in Si hitz 3 6 ah wo ſu lm mn,. n n— ſie 12 7 ſagten, er ſcheine mit den 2 würdig hielt, hinzutreten zum herrlichen Gaſtmahle des Königs der Engel, und erwog, ob ſie ohne Beicht ſo große Gnade empfangen möchte, ſprach der Herr: Be⸗ denke, daß alles Sehnen, welches immer eine Seele hatte, von mir gegeben iſt.“ Sie erkannte nun, daß auch ihr Verlangen nach dem Empfange des Leibes Chriſti von dem hl. Geiſte ihr himmliſch eingegeben ſei, und ihr Herz— dadurch ſo geſtärkt, aß ie glaubte, es könne ſie ichts mehr von der heiligen zurückhalten. Da ſie nun alſo ermuthiget war, hörte ſie die Chöre der Engel im Himmel ſingen:„Befeſtiget iſt das Herz der Jungfrau.“ Und als ſie zu dem Mahle des Leibes und Blutes Jeſu Chriſti hinzutrat, vernahm ſie, wie er zu ihr ſprach:„Willſt du erkennen, wie ich bin in deiner Seele?“ Sie aber, obwohl ſie ſich un⸗ würdig erachtete, wollte doch nichts als Gottes Willen. Da ſah ſie aus ihren Gliedern einen wunderbaren Glanz ausgehen, heller denn die Strahlen der Sonne, und er⸗ kannte hierin die Wirkungen der göttlichen Gnade in ihr und den ſicherſten Beweis der Güte Gottes gegen ſie. Der hl. Aloyſius von Gonzaga') war wäh⸗ rend jener Tage, welche dem Empfange der heil. Kom⸗ munion vorausgingen, in ſeinen Gedanken und Geſprä⸗ chen ganz mit jenem wunderbaren Geheimniſſe beſchäf⸗ tiget; er las ſolche Bücher, welche davon handelten, dachte für ſich ſelbſt darüber nach, und hegte ein ſo glühendes Verlangen darnach, daß ſeine Hausgenoſſen Nauern ſprechen zu wollen, weil er ſich ſo oft bald in dieſem bald in jenem Winkel des Hauſes zum Gebete auf die Kniee niederließ. Ferner hatte er die Gewohnheit, jede Woche am Montag, 43 Einleitung. Dienſtag und Mittwoch den Perſonen der allerheiligſten Dreifaltigkeit einzeln Dank zu ſagen für die unſchäthare Wohlthat, die ihm durch den Empfang der heil. Kom⸗ munion zu Theil geworden war. An den drei folgenden Tagen aber, Donnerſtag, Freitag und Samſtag pflege er zu den drei göttlichen Perſonen zu flehen, ſie möchten ihm die himmliſche Gnade der heiligen Kommunion am nächſtfolgenden Sonntag angedeihen laſſen. Am Tage vor der heiligen Kommunion redete er mit Anderen von nichts als von dem heiligſten Sakramente und es gab ſich in ſeinen Geſprächen eine unbeſchreibliche Luſt und eine ganz göttliche Liebesgluth zu erkennen. Am Sams⸗ tage Abends überließ er ſich, ganz mit dieſen Gedanken erfüllt, der Ruhe. Am Sonntage beim erſten Erwachen that er dasſelbe und dachte ſogleich an jene Stunde, in welcher er auf das Innigſte mit ſeinem Herrn und Gott vereiniget werden ſollte. Die Zeit bis zur heiligen Kom⸗ munion füllte er mit gleichen Betrachtungen aus und ging dann in die Kirche, wo er unbeweglich während des heil. Opfers kniete. Du ſiehſt nun, chriſtliche Seele, wie du nach den Worten und Beiſpiele der Heiligen nur mit reinem Ge⸗ wiſſen, mit tiefer Demuth, mit glühendem Verlangen und mit Nichts anderem beſchäftiget als mit den Ge⸗ danken an ZJeſus, der zu dir kommt, hinzutreten ſollſt zum heiligen Tiſche. Wenn aber von der gehörigen Vorbereitung auch das Maß der Gnaden abhängt, das unſer theuerſter Herr der Seele, die ihn empfängt, verleiht, ſo hängt dies nicht minder ab von der Art und Weiſe, wie ſich die Seele gegen Jeſus, der nun bei ihr weilt, nach der heil. Kommunion benimmt. Vernimm nun — ns m itei chrſtiche E reſa emh legenheit n gehen zu li lunge die det gute9 wandelte die Krnke thun wir), digen Gl vus wir ih Mazeſtüt ke wohl bewir ſo gue Gel munin iſt, dieſes ein g Jejus ſih ihm Geſclhſ Löchter, hie twa die P auferlegt ſ zu laſen( uch zu bil Diſe Zit ziſſend, m wetden, un dem er hat — y li. Jeſus, ei . Aenn ihe hr . S In6n Einleitung. 49 8 iſt ein ee ſtbare⸗ z zir, riſtiche Seele, zu Nutzen machen mußt. Die hl. The⸗ reſia ermahnte ihre Ordensſchweſtern, die herrliche Ge⸗ legenheit nach der heiligen Kommunion nicht vorüber⸗ gehen zu laſſen, denn, ſagt ſie, ¹)„wir wiſſen, daß, ſo lange die Geſtalt des Brodes in uns nicht verzehrt iſt, der gute—— bei uns iſt. Da er noch auf Erden wandelte, heilte die einfache Berührung ſeiner Kleider die Kranken. Darf man nun zweifeln, daß er Wunder thun wird, wenn er in uns iſt und wir mur einen leben⸗ digen Glauben haben, und daß er uns geben wird, um was wir ihn bitten, da er in unſerem Hauſe iſt? Seine Majeſtät kann nicht unvergolten laſſ en, wenn man ihn wohl bewirthet.... Seid gerne bei ihm, verliert eine ſo gute Gelegenheit nicht, welche die Stunde der Kom⸗ munion iſt, um mit ihm zu verkehren. Bedenket, daß dieſes ein großer Nutzen für die Seele iſt, und der gute Jeſus ſich dieſer Gelegenheit häufig bedient, damit ihr ihn Geſellſchaft leiſtet. Nehmt euch ſehr in Acht, meine Töchter, dieſe Gelegenheit nicht zu verlieren, wenn nicht etwa die Pflicht des Gehorſams euch etwas Anderes auferlegt; ſtrebt dahin, euere Seele vor dem Herrn ſein zu laſſen. Er iſt euer Lehrer, und wird nicht aufhören, euch zu belehren, wenn ihr ihn auch nicht verſtehet.... Dieſe Zeit nach der Kommunion iſt zuträglich und paſſend, um von unſerm guten Lehrer unterrichtet zu werden, um ihn zu hören und ihm die Füſſe zu küſſen; denn er hat uns belehren wollen, und wir müſſen ihn ¹) Itin. perf. c. 34. Jeſus, mein Alles. 4 50 Einleitung. bitten, daß er nicht von uns gehe.. Nachdem ihr den Herrn empfangen, habet ihr ſeine Perſon ſelbſt gegen⸗ wärtig. Bemühet euch nun, die Augen des Leibes zu verſchließen und die der Seele zu öffnen und blicktt euch in das Herz(wo Jeſus weilt).“ Aehnliche Belehrung gab auch die hl. Magdalena von Pazzis ihren geiſtlichen Töchtern, indem ſie ſagte:) „Wollt ihr in kurzer Zeit zu hoher Vollkommenheit ge⸗ langen, ſo nehmet als eueren Lehrmeiſter den Gekreuzig⸗ ten und höret mit aller Aufmerkſamkeit auf ſeine Wort, da er euch beſtändig im Herzen anredet, beſonders zu jener Stunde, wo ihr das heiligſte Sakrament empfangen habet.“ Aus dieſem Grunde unterſagte ſie auch ihren Novizinen, ſich bald nach der Kommunion wieder an ihre gewöhnlichen Verrichtungen zu machen, und geb ihnen den Rath, während dieſer Zeit alle Handlungen und geiſtlichen Uebungen jenes Tages dem Herrn auf⸗ zuopfern, um ſich dadurch auf die folgende Kommunion vorzubereiten.— Wenn nach den Worten des heil. Bernard unſer theuerſter Herr Jeſus der Urſprung aller Tugend und Wiſſenſchaft iſt und die Quelle der Er⸗ kenntniß und Weisheit, ſo müſſen wir bei ihm all das⸗ jenige ſuchen, was wir brauchen, ſtatt von ihm wegzu⸗ gehen, um es durch eigene Mühe und Anſtrengung zu erlangen. Benütze alſo, chriſtliche Seele, nach den Ermahnu⸗ gen dieſer Heiligen die koſtbare Zeit nach der heiligen Kommunion, wo du das unausſprechliche Glück haſt, deinen theuerſten Herrn, den Bräutigam deiner Secle, in deinem Herzen zu beſitzen.— Wende deine Gedanken hinweg von allen irdiſchen Dingen, von deinen Arbeiten ¹) In vita. und Geſt die h. N dech ſie Kind mi Freunde, deine Le Hiſe Be ihn für a du beten Thuſt du Buche de lechzend fülltmi Dan um deine undüchti und Gen die heilge ſiht genn Kirche leb In he Oyjer dr in llere Meßpofc uf das de Thatn wid. D ſpricht w rachtng pjn ſiͤ 8 = om t n nint zu t, m 3 hnin ag hem e ſo hrn den— ſus— n h ** int— e 6. r 2 K 2 3 W— ſe hem Einleitung. und Geſchäften; wirf dich im Geiſte vor ſeine Füſſe wie die hl. Magdalena, benetze ſie mit deinen Thränen, be⸗ decke ſie mit deinen Küſſen. Sprich mit ihm wie ein Kind mit ſeinem Vater, wie ein Freund mit ſeinem Freunde, entdecke ihm zutraulich alle deine Anliegen, deine Verſuchungen und Kämpfe und flehe ihn an um Hilfe. Bete ihn an und lobe ihn mit allen Eng geln, d danke ihm für alle Gnaden, empfeh le ihm auch alle, für welche du beten willſt und bringe dich ihm ganz zum Opfer. Thuſt du das, ſo wird an dir wohr werben, was im Buche der P almen ſteht:„Er hat gefättiget die lechzende Seele, und diel Seele er⸗ füllt mit Gutem.“¹) Damit du nun, chriſtliche Seele, ein Mittel haſt, um deinen Geiſt vor und nach der heiligen Kommunion andächtig zu beſchäftigen, habe ich dieſe Betrachtungen und Gebete niedergeſchrieben und dabei beſonders auf die heiligen Evangelien der Sonn- und Feſttage Rück⸗ ſicht genommen.— Du ſollſt nämlich mit der heiligen Kirche leben. In der Kirche aber lebt Jeſus fort in dem heiligſten Opfer d der Meſſe und iſt er gegenwärtig Tag und Nacht im allerheiligſten Sakramente des Altars. Kein heiliges Meßopfer aber wird gefeiert, ohne daß nicht dabei auch auf das heilige Evangelium, alſo auf die Worte und die des göttlich en H eneb Rückſicht genommen wird. Denn der auf dem Altare ſich opfernde Jeſus ſpricht un das Evangelium zu uns, und durch Be— trachtung ſeiner Worte und ſeines Briſpiels kannſt du dich, chriſtliche Seele, am beſten auf den würdigen Em⸗ pfan g ſinest heiligſten Fleiſches und Blutes vorbereiten, ) Pſ. 1 04, 9. 52 Einleitung. um dann davon gekräftiget, in deinem Leben auszufüh⸗ ren, was er in ſeinem Evangelium zu dir geſprochen, wozu er dich gemahnt, was er dich durch ſein Beiſpie gelehrt hat, um ihm ſo nachzufolgen und ſeinem Bilhe immer mehr gleichförmig zu werden. Da es ferner in der heiligen Kirche immer der Ge⸗ brauch war, daß die Gläubigen bei der heiligen Meſe die heilige Kommunion empfingen und dieſelben daher auch dem heiligſten Opfer beiwohnten, was du, chriſ— 2 liche Seele, auch thun ſollteſt: ſo habe ich an die Spitze der Betrachtungen Meßgebete für die Feſtzeiten der hl. Kirche geſtellt, und zwar für die heil. Advent⸗, Weiih⸗ nacht⸗ und Faſtenzeit, für die Zeit der Oſtern nd Pfingſten, welche Meßgebete ebenfalls auf die Vorbe⸗ 3 reitung einer würdigen, fruchtbringenden heiligen Kon⸗ Haſt munion hinzielen. imige Li Da es aber auch ſein kann, daß ſchwere Krankhett lſchen Ji uns hindert dem hl. Meßopfer beizuwohnen und die h. deßder) Kommunion zu empfangen, der gute Chriſt aber ncht henſuche ohne hl. Wegzehrung ſeine Reiſe in die Ewigkeit antreten Heilandez will, ſo folgt am Schluſſe eine Andacht zur Vorbereitung und bete und zum Empfange der heil. Wegzehrung. Mögeſt du nun, chriſtliche Seele, dieſe Gebete und ſ Betrachtungen fleißig benützen und möge dir Jefus hiezu den Geiſt der innigen Andacht verleihen! uhig h un Nahl Perher vid hu — dich % igen Feine Nn. 0 bei 1 ſelbe hntet 3 ha ür d— ie h 3 Oſt benft f de Li — ilge = — — —— — ſ 6 6 — — eitn n⸗ — == — — = — —= — — 3 t, dq de ſere hn bezFamül guiſt d in Digit ut lnda Luch egzeh Se ud 1 7 ylei verle — . 1 = ieGüun Jß — ſ6 I. Theil. ir Friligr Rourntzrit. ——— 1. Sonntag im Advent. Worgengebet am Rommuniontagr. Haſt du, wie der hl. Jüngling Aloyſius, eine recht innige Bebe zu Jeſus, ſo wirſt du auch mit dieſem eng⸗ liſchen Jüngling alsbald beim Erwachen daran denken, daß der göttliche Heiland zu dir kommen und deine Seele heimſuchen will. Im Namen Jeſu, deines gekreuzigten Heilandes, ſtehe alſo vom Bette auf, kleide dich ſittſam und bete dann: [ein Gott und mein Herr! ich danke dir 2cb herzinniglich, daß du mich dieſe Nacht ſo ruhig haſt ſchlafen laſſen und von mir jede Ge⸗ fahr des Leibes und der Seele abgewendet haſt. — Eiin feſtlicher Tag für meine Seele iſt ange⸗ brochen, ich darf heute wieder deinem heiligen Tiſche nahen und mit dir das ſüßeſte, himmliſche Mahl halten. Lob und Preis und Ehre und Verherrlichung ſei dir dafür! O welch' eine Gnade wird heute meiner Seele zu Theil! Womit habe ————————————— ———— ——————— ————————— 54 Worgengebet am Kommuniontage. ich wohl dieſe Gnade verdient? Nichts habe ich bisher gethan, was mich dieſer Gnade nur in Geringſten würdig gemacht hätte; nur deiner un⸗ endlichen Güte, deiner gränzenloſen Liebe, habe ich dieſe Gnade zu verdanken, o mein Gott und Herr! Was kann ich dir dafür geben? Du biſt ja der allmächtige Herr aller Kreatur im Himmel und auf Erden.„Mein biſt du,“ ſprichſt du zu jeder Menſchenſeele. Und doch, obſchon Alles dein Eigenthum iſt, verlangſt du nach dem armen Menſchenherzen, indem du rufeſt:„Sohn (Tochter) gib mir dein Herz!“— O mein Gott, ich höre dieſen Ruf. Ja ich will dir mein Herz geben. Jeder Pulsſchlag dieſes Herzens ſei dir geweiht, jede Regung dieſes Herzens dir auf⸗ geopfert. O würdige dich, gütigſter Herr, dieſes arme Herz als ein Opfer des Dankes hinzunehmen und es dir wohlgefällig zu machen durch das Feuer deiner Liebe, welches Alles verbrennen möchte, was dir Mißfälliges darinnen iſt. Ach ich weiß und fühle nur zu gut, daß dies mein Herz ohne alle Zierde von Tugenden und guter Werke iſt, und weil ich dieß erkenne, ſo lege ich es in das reinſte, heiligſte, ſchönſte Herz deiner glückſeligſten Mutter Maria, die auch meine Mutter iſt, und opfere dir auf alle die unzähl⸗ baren guten Werke und Verdienſte dieſes heilig⸗ ſten, dir wohlgefälligſten Herzens deiner gebene⸗ deiten eyfere i alle Get feſtliche ten, di ben Geh und all Erden. Jeſus, i auf al hringſt; Abläſſen heilige und ein in der! ich glau Port, ic nd nil Seele. ſeinet„ Eindee feſen o lbehili ſeen G Iun Vie ſta un u 1 ſere an Sanßi zn t 1—ſn u du den ar d itig—ert, iit nt — * er ſo li chö Sen d hn — n Worgengebet am Kommuniontage. 35 deiten Mutter. Durch ihre geſegneten Hände opfere ich dir auch auf, o mein Gott und Herr, alle Gedanken, Worte und Werke des heutigen, feſtlichen Tages, alle meine Gebete und Andach⸗ ten, die ich heute verrichte und vereinige ſie mit den Gebeten aller Heiligen und Engel im Himmel und aller in deiner Gnade ſtehenden Seelen auf Erden. Ich ſchließe mich ein, o mein theuerſter Jeſus, in das heiligſte Opfer, welches du heute auf allen Altären deiner heiligen Kirche dar⸗ bringſt; ich möchte Theil haben an allen heiligen Abläſſen und guten Werken, die heute in deiner heiligen Kirche gewonnen und vollbracht werden und erneuere heute wieder den Bund, welchen ich in der heiligen Taufe mit dir geſchloſſen habe; ich glaube an dich, o Jeſus, und dein heiliges Wort, ich hoffe allein auf deine Macht und Güte und will dich lieben aus allen Kräften meiner Seele. Ich widerſage dem böſen Feinde, aller ſeiner Hoffart und allen feinen Werken, der Sünde als dem größten Uebel, und mache den feſten Vorſatz, den heutigen Tag ganz nach deinem allerheiligſten Willen zuzubringen zu deiner gröſ⸗ ſeren Ehre und zu meinem Seelenheile. Amen. Inrnkung der xllerseligsten Zungkrun Maria. Wie iſt es wohl möglich, o glückſeligſte Jung⸗ frau und meine theuerſte Mutter, daß ich nicht 56 Worgengebet am Kommuniontage. beim Beginne des heutigen Tages einſtimme in alle die Begrüßungen und Lobpreiſungen, die heute zu deinem Throne aus dem Herzen deiner Kinder und Diener emporſteigen! O ſei tauſend⸗ mal gegrüßt du unbefleckte, reinſte, gütigſte Mutter meines Herrn! O mögeſt du dich doch würdigen, meinen kindlichen Dank hinzunehmen für alle die Liebe und Güte, womit du mich bisher unter deinen Schutz genommen und mich vor ſo vielen Gefahren, die meiner Seele drohten, bewahrt haſt. — O blicke mit deinen barmherzigen Augen heute auf mich herab, an dem Tage, wo ich die un⸗ ſchätzbare Gnade habe, mich dem Tiſche deines göttlichen Sohnes zu nahen und ſein heiligſtes Fleiſch und Blut zu empfangen. O wäre ich doch ſo rein wie du, theuerſte Mutter, o daß doch meine Seele geſchmückt wäre mit den unvergleich⸗ lichen Tugenden, womit deine Seele geziert war, als der heilige Geiſt das unausſprechliche Ge⸗ heimniß der Menſchwerdung in dir vollbrachte! Ach wie weit bin ich von deiner Reinheit, wie weit von der Fülle deiner Tugenden entfernt! O gütigſte Mutter! ich bitte dich flehentlich, weil ich gar ſo armſelig bin und unrein, du whlleſt meine Seele mit deiner unausſprechlichen Reinheit bedecken und mit deinen Tugenden zieren, damit ich doch in den Augen deines allerliebſten Sohnes nicht ganz unwürdig erſcheine und Er um Deinet⸗ vilen ſit ſuche nit meine t dß ich Liebe, Nohle ht gütlichet ſegneten dige, hei nimm ni mier di tigen gno deines al zubringe welche d dreieinige Heil Gottes„ neiner ð dein Ant zu Etm Liebe, m deſ, nit Vegit ilig dei berübt ( — 4,% — 4 — willen ſich meiner erbarme und meine Seele heim⸗ ſuche mit ſeinen Gnaden.— Würdige dich auch, daß ich mit innigſter Andacht, mit inbrünſtiger Liebe, mit heißem Verlangen zum himmliſchen Mahle hintrete, auf das Innigſte mich mit deinem göttlichen Sohne vereinige, und aller jener ge⸗ ſegneten Früchte theilhaftig werde, die eine wür⸗ dige, heilige Kommunion mit ſich bringt, und nimm mich dann, o meine Gebieterin und Frau! unter deine hilfreiche Obhut, damit ich den heu— tigen gnadenreichen Tag nach dem Wohlgefallen deines allerliebſten Sohnes, meines Heilandes, zubringe in Ausübung jener ſchönen Tugenden, welche du auf Erden geübt haſt zur Ehre des Anrukung des beiligen Srhutsengels. Gottes mir zum Beſchützer meines Leibes und dein Amt verwaltet alle Tage meines Lebens bis zur Stunde: o wie danke ich dir für dieſe treue Liebe, mit der du immer an meiner Seite ſtan⸗ deſt, mich mahnteſt, warnteſt und beſchützet haſt! willig deiner Stimme Gehör gegeben und dich oft betrübet habe, und verlaſſe mich nicht, wie ich es 53 Worgengebet am Kommuniontage. wohl verdiente. Laſſe mir auch heute wieder deinen Schutz angedeihen, begleite mich heute hin zum heiligen Tiſche und ſtehe mir bei, daß ich meinen göttlichen Erlöſer, deinen und meinen Herrn und Gott, mit eben ſo tiefer Ehrfurcht un Demuth anbete wie du und mit eben ſo glühen der Liebe umfange und in mein Herz aufnehme wie du verlangſt in ſein heiligſtes, ſchönſtes An geſicht zu ſchauen ewiglich. Amen. Iblassgebet aum heiligen Srbutzengel.*) Engel Gottes, der du mein Beſchützer biſ, erleuchte mich, bewahre mich, leite und regiere mich, der ich dir von der göttlichen Liebe anver⸗ traut bin. Amen. *) Papſt Pius VI. verlieh durch ein Breve vom 2. Olt. 1795 allen Gläubigen einen Ablaß von 100 Tagen, ſo oft ſie das obige kurze Gebet beten; und denen, welce es ein ganzes Jahr Morgens und Abends beten, einen vollkommenen Ablaß am Schutzengelfeſte, wenn ſie an dieſem Tage beichten und kommuniziren, eine Kirche beſuchen und für den hl. Vater beten. Papſt Pius VlI. aber verlieh durch Breve vom 15. Mai 1821 den Glä bigen, welche einen ganzen Monat obiges Gebet wenig⸗ ſtens einmal des Tages verrichten, überdies einen voll⸗ kommenen Ablaß in jedem Monate an einem beliebigen Tage, an welchem ſie, nach verrichteter Beicht und Kommunion wie oben beten. Ablaßſammlung von P. Haringer. Währ hl. Potrin unch der An in heißen G vihtend die ſucht der al Heland, w ihn mit in wiſſend, da in Geiſt jt ihn gebären Magh dieſet heliger Se lihe Seele, ſogender G 6 neß S dein ſnen ren Sohnes he din Pwoyl Nanen o tauſend dar zur e hateſt ki elich, a ch, öttl mehe y „ eni ¹ M tütrhet a um Bonmionigt die E e, d 58 inder d Zet wo die hl. Patriarchen und Prophete glühender Sehnſucht nach der Ankunft des ver! üzete Erlöſers verlangt und in eiben— darum geſteht—— Wir ſollen ſuct alerſügn*6 kommenden Heiland, wie ſie Tag und Nacht darum gefleht, wie ſie ihn mit innigem Verlangen erwartet; wie ſie, nicht wiſſend, daß ſie ſelbſt die Mutter des Eilbſers ſein ſollte, im Geiſte jene Jungfrau glücklich geprieſen— e ihn n gebären ſollte, und es für die höchſte Ehre M agd dieſer Jungfrau zu werden. Mit dieſen Gefihlen heiliger Sehnſucht und kindlicher Demuth wohne, chriſt⸗ liche Seele, der hl. Meſſe bei und bediene dich dazu nach⸗ folgender G Gebete: Vorbereitungsgebet. mein Gott und Herr! du verleiheſt mir in 2 deiner überaus großen Güte die Gnade, jenem reinen, heiligen Opfer deines göttlichen Sohnes beiwohnen zu dürfen, von dem ſchon dein Prophet vorausgeſagt hat, daß es deinem Namen an allen Orten dargebracht wird. Vier⸗ tauſend Jahre brachten die Menſchen blutige Opfer dar zur Sühnung für ihre Miſſethaten, aber du hatteſt kein Wohlgefallen an dieſen Opfern. Da endlich, als die Fülle der Zeit gekommen war, 4 1„ 5 60 Meßgebet am Kommnniontage ſandteſt du in unendlicher Erbarmung deinen ein⸗ gebornen Sohn auf die Erde, und nachdem der— ſelbe drei und dreißig Jahre der Armuth, der Schmach und des Leidens auf Erden zugebracht, ſetzte er am Tage vor ſeinem qualvollen Tode jenes heilige, reinſte, gnadenreichſte Opfer ein, durch welches er fort und fort ſeinen Kreuzestod erneuert, der Früchte desſelben uns theilhaftig macht, und an welchem du das größte Wohlge⸗ fallen haſt! O Dank, innigſten Dank für dieſe Gnade dir, o mein Gott und Herr! Dieſem reinſten Opfer, wodurch du, o Gott, allein würdig verherrlicht, wodurch dir die würdigſte Dank⸗ ſagung dargebracht, wodurch uns Verſöhnung zu Theil wird und wir Erhörung unſerer Bitten erlangen, dieſem heiligſten Opfer darf ich jetzt beiwohnen!— O, gib mir daher, o Gott, jenen Geiſt der Andacht, von dem die heiligen Patri⸗ archen und Propheten durchdrungen, und ent— flamme auch in mir jenes heilige Verlangen, wo— mit ihre Herzen nach der Ankunft deines göttlichen Sohnes, unſers Heilandes, erfüllt waren, wenn der Augenblick kommt, wo dein allerliebſter Sohn ſich würdigt, in mein Herz zu kommen!— O meine theuerſte Mutter Maria! theile mir doch mit von jener innigen Sehnſucht, welche du nach der Ankunft des göttlichen Heilandes hatteſt und von jenen Gefühlen, welche in deinem heiligſten heten w gliebtete ußs ſin tiſt dan weliesj parbringt n Geſsf1 ßya ihr weinten, hnng hinnel: Hinden Thränen ſunſſes ſehte, n ſchheri ſoßen 2 als mei meinet gütigſte Heiligen ih Ver weines Eünder ui n ewh nlnn — 3 „ 6 4(4 7 4 4 4 un ihm S— — — —— — ——= — — — — ———— — ₰— Herzen walteten, als du unter dem Kreuze deines geliebteſten Sohnes ſtandeſt und mit ihm für uns ſein Leben dem himmliſchen Voter aufopfer⸗ teſt, damit ich ſo der Früchte des heiligen Opfers, welches jetzt dein göttlicher Sohn auf dem Altare darbringt, theilhaftig werde. Amen. Zum Stukkelgebet. Im Namen des Vaters † des Sohnes † und des hl. Wie einſt unſere Stammeltern Adam und Eva ihre Sünden mit den bitterſten Thränen be⸗ weinten, wie die heiligen Patriarchen nach Ver⸗ ſohnung und Vergebung bei ihren Opfern zum Himmel riefen, wie einſt König David ſeine Sünden betrauerte und deßhalb ſein Bett mit Thränen benetzte, und wie der bußfertige König Manaſſes in bitterer Reue um Vergebung zu dir jetzt nieder vor dein heiligſtes 2 ngeſicht, und bitte dich herzinniglich, erbarme dich meiner nach deiner großen Barmherzigkeit und vergib mir, was ich aus meiner Schuld, aus meiner Schuld, aus gütigſte Jungfrau Maria, bitte für mich und ihr Heiligen alle, leget Fürbitte für mich ein, damit ich Vergebung erlange im Blute Jeſu Chriſt, meines Heilandes, der gekommen iſt, um die Sünder zu erlöſen und ſelig zu machen. Amen. 62 Meßgebet am Kommuniontage Zum Introitus oder Eingang. „Thauet Himmel den Gerechten, Wolken reg⸗ net ihn herab,“ ſo ruft mit den Worten des Propheten deine heilige Kirche zu dir empor, o mein Gott! mit heiligem Verlangen nach der An— kunft deines geliebten Sohnes. O ſende ihn, gütigſter Vater! ja ſende ihn in unſere Herzen, denn ohne ihn können wir nichts thun, ohne ihn können wir dir nicht wohlgefallen, ohne ihn dich nicht wahrhaft lieben und dir dienen. O ſende ihn herab vom Himmel, unſer Herz verlangt nach ihm, unſer Herz ſteht ihm offen, unſer Herz iſt ihm geweiht.— Doch ach, iſt auch mein Herz würdig, ihn aufzunehmen; iſt es rein und ge⸗ ſchmückt mit dem Hochzeitskleide der heiligmachen— den Gnade? Du allein weißt dies, o Herr! Du ſchaueſt in mein Herz, du kennſt ſeine Makeln und Fehler, aber du weißt auch, daß ich dich lieben und in dieſer Liebe meinen Jeſus, deinen geliebten Sohn, aufnehmen möchte in mein Herz. O ſo würdige dich denn, gütigſter Vater! dieſes arme Herz zu bereiten zu dieſer gnadenvollen Aufnahme. Nimm weg von meinem Herzen Alles, was dir mißfällig iſt, und entflamme es mit dem Feuer deiner Liebe, damit, wenn mein Jeſus kommt, er eine würdige Wohnung in mir finde. Amen. iht n iſus, wi tie Stunt nen willſ ſe; o hät D gewiß; ucht in ſich, o hi Buſuchun flen kön ihtes w Pufſen d betes, der gend; ich dlſo nach wehmen, Vgende Wer ach Brode! nich! 6 ſprechen und äuß rie dein un 14 —— ir ſu. Dit ſtnnt ſiſſenn. de iiyn e ken e Li au— ii in ſi, öt n gſt te ſi it andem Snl — n —„ en Pelnn ja— eih e Snn für die heil. Adventzeit.. 63 Lur Gpistel. Dein heiliger Apoſtel, o Herr! ruft uns zu: „Nun iſt die Stunde da vom Schlafe aufzuſtehen; ziehet an den Herrn Jeſum Chriſtum.“ O mein Jeſus, wie könnte ich ſchlafen in der Sünde, da die Stunde da iſt, wo du bei mir Einkehr neh⸗ men willſt! Ich haſſe die Sünde, ich verabſcheue ſie; o hätte ich doch nie ein ſolches Uebel gethan! O gewiß; nimmermehr will ich ſündigen, nie mehr in eine Gelegenheit mich begeben, wo ich dich, o höchſtes Gut, beleidigen, nie mehr einer Verſuchung Gehör geben, wodurch ich dir miß⸗ fallen könnte. Ich will anziehen die Waffen des Lichtes wider die Feinde meines Heiles: die Waffen des Glaubens, des Vertrauens, des Ge⸗ betes, der Furcht, der Demuth und jeglicher Tu⸗ gend; ich will dich anziehen, o Herr Jeſus, dir alſo nachfolgen, deine Geſinnungen in mich auf⸗ nehmen, dein heiliges Beiſpiel nachahmen, deine Tugenden üben und dir gleichförmig werden! Aber ach! wie vermag ich dieſes ohne deine Gnade! Komm daher, o Jeſus! und begnadige mich! Gib mir Kraft und Stärke, um mein Ver⸗ ſprechen erfüllen zu können, damit ich innerlich und äußerlich dein heiliges Bild an mir auspräge, wie deine lieben Heiligen. Amen. Meßgebet am Kommuniontage Zum 6bangelinm. Furcht und Angſt ergreift mich, o mein Gott und Herr! wenn ich die Worte deines heutigen heiligen Evangeliums bedenke und im Geiſte mir deine Ankunft zum letzten Gerichte vorſtelle. Wer wird beſtehen, o Herr! vor dieſem deinen gerechten Gerichte, wo du alle Gedanken, Worte und Werke an das Tageslicht ziehen und verurtheilen, wo du jede Unterlaſſung des Guten richten und be⸗ ſtrafen wirſt?! Wer wird beſtehen vor dir, o Herr! wenn du auf der Wage der ſtrengſten Ge⸗ rechtigkeit abwägen wirſt Alles, was ich glaube, Gutes gethan zu haben? O wie gering, wie leicht, wie nichtig werden dann meine guten Werke befunden werden, wenn du die Abſicht prüfen wirſt, in der ich ſie gethan habe! O wie wird meine Eigenliebe, meine Selbſtſucht, mein Ehr⸗ geiz, mein Hochmuth, wie wird dann die Men⸗ ſchengefälligkeit und Menſchenfurcht, welche gar oft die Triebfeder meiner Handlungen waren, meine guten Werke vor deinen Augen zu nichts machen! O mein Gott, wie ſehr muß ich fürchten dein Gericht!—— Doch noch nicht haſt du mich vor deinen Richterſtuhl geladen, noch lebe ich, noch haſt du dein barmherziges Auge nicht von mir abgewendet, noch darf ich hoffen Vergebung zu erlangen! Du willſt ja jetzt kommen in Gnade ud Erbor ſunken h zn führen nin Heila neine See hrer Schw ud führe ſ auf de 6, auf zten Wer ſihte, ich whnen de hecht geh Gütigſ geiſichen eonken, itheliſche lyn Tau wjngen ind dein Li der Als, wa benworſte inen m win Plu ih, uß Rns, — o min ort i hu e aGeiſtt riht ile [2ering, 5 in en zn und Erbarmen und die Ausſätzigen reinigen, die Kranken heilen, die Schwachen ſtärken, die Blin⸗ den führen. O komme denn, mein Herr und Gott! mein Heiland und Erlöſer, komme denn und heile meine Seele von ihren Wunden, ſtärke ſie in ihrer Schwachheit, erleuchte ſie mit deinem Lichte, und führe ſie auf dem Wege, der dir wohlgefällig iſt, auf dem Wege der Abtödtung und des Kreu⸗ zes, auf dem Weg⸗ der Tugend und wahrhaft guten Werke, damit, wenn du kommſt zum Ge⸗ richte, ich nicht verzagen, ſondern vielmehr ver⸗ nehmen darf das tröſtliche Wort: Du getreuer Knecht gehe ein in die Freude deines Herrn. Amen. um Credo. Gütigſter Vater im Himmel! deiner unbe⸗ greiflichen Barmherzigkeit allein habe ich es zu verdanken, daß ich in der alleinſeligmachenden, katholiſchen Kirche geboren wurde und in der hei⸗ ligen Taufe die unſchätzbare Gabe des Glaubens empfangen habe. O wie troſtreich iſt es, mich ein Kind deiner heiligen Kirche nennen zu dürfen. Mit Herz und Mund glaube und bekenne ich Alles, was dieſe deine heilige Kirche mir zu glau⸗ ben vorſtellt; ich will dieſen Glauben überall be— kennen und ſollte ich auch für dieſes Bekenntniß mein Blut vergießen müſſen. Insbeſondere glaube ich, daß du, o wetihſe Vater im Himmel! Jeſus, mein Alles. 5 66 Meßgebet am Kommuniontage deinen eingebornen Sohn auf die Erde geſendet haſt, daß er aus der allerſeligſten Jungfrau Menſch geworden, daß er am Kreuze für mich und alle Menſchen geſtorben iſt und, daß er am Tage vor ſeinem Leiden das hochheilige Sakrament des Altars eingeſetzt hat, daß er in dieſem heilig⸗ ſten Sakramente mit Fleiſch und Blut, mit Gott⸗ heit und Menſchheit wirklich zugegen iſt, und die Speiſe für meine arme Seele ſein will zum ewigen Leben. In dieſem Glauben, o mein Gott, will ich leben, nach dieſem heiligen Glauben will ich all mein Thun und Laſſen einrichten, in dieſem Glauben will ich auch ſterben. Amen. Zum Gfertorinm. Allmächtiger Gott, Herr, himmliſcher Vater! tauſende und tauſende von Opfern ſind dir ſeit dem Falle der erſten Menſchen dargebracht wor⸗ den, aber ſie alle waren nur Schatten und Vor⸗ bilder von jenem hochheiligen Opfer, welches dein göttlicher Sohn am Kreuze dargebracht hat, und das er heute wieder als ewiger, hoher Prieſter erneuert. O wie haben ſich die heiligen Patriar⸗ chen und Propheten und alle Gerechten des alten Bundes nach dieſem Opfer geſehnt, und durften es nicht ſchauen; ich armer Sünder aber, darf jetzt dieſem reinſten heiligſten Opfer beiwohnen. Schon bringt dir, o allerhöchſte Majeſtät, der —— Friſtet ßaben ſe verden i hornen E Brtt, g wein Het Neigunge ſhen, m ſehne es, PDyferleib whmen 1 dun, we vines o dun nin denn wi Heili Heerſcha Gerecht Sünde Sohnes in Nin dige M Erlöſe ebe, Sohn Miſch für die heil. Adventzeit. 67 Prieſter Brod und Wein dar, auf daß du dieſe Gaben ſegneſt und heiligſt, damit ſie verwandelt werden in den Leib und das Blut deines einge⸗ bornen Sohnes, unſers Erlöſers. O laß dir, mein Gott, gefallen, daß ich mit dieſen Opfergaben mein Herz auf den Altar lege mit allen ſeinen Neigungen, mit allen ſeinen Verlangen und Wün⸗ ſchen, mit allen ſeinen Gefühlen. O reinige es, ſegne es, heilige es, damit es würdig werde, den Opferleib deines göttlichen Sohnes in ſich aufzu⸗ nehmen und ſich mit ihm zu vereinigen; denn nur dann, wenn mein Herz mit dem heiligſten Herzen deines allerliebſten Sohnes vereinigt iſt, nur dann nimmſt du es mit Wohlgefallen auf, nur dann wirſt du ſein Flehen erhören. Amen. Zum Sanktus. Heilig, heilig, heilig iſt der Herr, Gott der Heerſchaaren! Ja heilig biſt du, o Gott, in deiner Gerechtigkeit, mit welcher du Genugthuung für die Sünde gefordert und dieſe nur im Blute deines Sohnes angenommen haſt! Heilig biſt du, o Gott, in deiner Barmherzigkeit, mit welcher du die ſün⸗ dige Menſchheit nicht verworfen, ſondern ihr einen Erlöſer verheißen haſt! Heilig biſt du in deiner Liebe, mit welcher du wirklich deinen eingebornen Sohn auf die Erde zur Erlöſung der ſündigen Menſchen geſandt haſt! O wie ſoll ich nicht von K 0 63 Meßgebet am Kommuniontage heiliger Ehrfurcht ergriffen ſein, wenn ich bedenke, daß der Augenblick nahet, wo Jeſus, mein Er⸗ löſer, dir, o dreimal heiliger Gott, ſein heiligſtes Opfer darbringt, deine Gerechtigkeit verſöhnt, und deine Barmherzigkeit und Liebe verherrlicht. O würdige dich doch, o mein Gott und Herr, daß ich für dieſe unausſprechliche Huld und Gnade in den Lobgeſang aller Engel und Heiligen einſtim⸗ men, dich preiſen und für deine unendliche Güte danken darf, und nimm auf mein Flehen um die Gnade, daß meine Seele theilhaftig werde der Verdienſte dieſes gnadenreichſten Opfers deines Sohnes, meines Herrn und Heilandes, der mit dir lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. Por der heiligen Rlandlung. O allgütiger Gott und Vater! laſſe dir ge⸗ fallen, daß ich jetzt, wo dein geliebteſter Sohn bereit iſt, das größte Geheimniß ſeiner Liebe, die Wandlung des Brodes in ſeinen heiligen Leib und des Weines in ſein heiliges Blut zu vollbringen, um als Opferlamm auf dem Altare ſich dir für uns darzuſtellen,— daß ich jetzt dir meine demü⸗ thigſten Bitten darbringe für deine heilige, katho⸗ liſche Kirche, für ihren oberſten Hirten den Papſt, für alle Biſchöfe und Prieſter und alle Gläubigen. — Erhalte ſie im wahren Glauben, ſtärke ſie in der Hoffnung, bewahre ſie in deiner Liebe. Ge⸗ helchre ſi . — 6 penke au ſhriſert gderke ib ihne ſe alle 1 haftig we gütlichen So b omein Glaube des Bro Abare lin, ſü ligten Litten Pergeb ſchn 2 meine inigli erbar ſen L 6en ien „1Bh n oſ hele 4 ih ine licheht eilh wet . denke auch in deiner Güte meiner Eltern, Ge⸗ ſchwiſterte, Verwandten, Freunde und Wohlthäter, gedenke auch derer in Gnaden, die mir Uebles zufügten, gedenke der Irr⸗ und Ungläubigen und bekehre ſie, gedenke auch der armen Sünder, ver⸗ gib ihnen und ziehe ihre Herzen an ichr S ſie alle und auch mich und laſſe uns alle haftig werden der unendlichen Verdienſte deines göttlichen Sohnes, unſers Heilandes, durch den dir Lob und Ehre und Verherrlichung ſei in all Ewigkeit. Amen. guch der briligen Wandlung. So biſt du alſo gegenwärtig auf dem Altare, o mein Jeſus, mein Gott und Herr! Ja der Glaube ſagt es mir, daß du unter der Geſtalt des Brodes und Weines zugegen biſt, auf dem Altare ruheſt wie ein unſchuldiges Opferlämm⸗ lein, ſtill und ſchweigend, und aus deinem hei⸗ ligſten Herzen Lobpreiſung und Dankſagung und Bitten und Flehen um Gnade und Erbarmen, um Vergebung und Verſöhnung zu deinem himmli⸗ ſchen Vater emporſendeſt! Ich bete dich an als meinen Herrn und Gott und flehe zu dir herz⸗ inniglich, du wolleſt dich meiner armen Seele erbarmen und mich der Verdienſte deines heilig⸗ ſten Opfers theilhaftig machen, damit ich ſie zur Genugthuung für meine Sünden, zur Verherr⸗ 7⁰ Meßgebet am Kommuniontage lichung des dreieinigen Gottes, zur Dankſagung für alle Segnungen und Gnade aufopfere. O gütigſter Vater im Himmel, du haſt uns mit deinem göttlichen Sohne Alles geſchenkt; er iſt mein, er hat ſich für mich hingegeben, und mit ihm und durch ihn kann ich dir das größte Wohl⸗ gefallen bereiten. In ſein heiligſtes Herz ſchließe ich mich ein, und mit ihm bringe ich mich dir ganz zum Opfer dar. Dir ſei meine Seele mit allen ihren Kräften, dir mein Leib mit allen ſeinen Gliedern, dir jeder Pulsſchlag meines Herzens, dir mein ganzes Leben geweiht. Ich bringe dir, o mein Gott und Vater! Alles zum Opfer, ich will nur dir dienen, nur deinen Willen voll⸗ ziehen, nur deine Ehre befördern, nur dich lie⸗ ben, nur in dir meine Seligkeit ſuchen. Gedenke auch in Gnaden, o Herr, jener armen Seelen, die dich überaus lieben, aber im Reinigungsorte fern von deinem heiligſten Angeſichte weilen. Laſſe ihnen aus dem Kelche des Heiles ein Tröpflein deines heiligſten Blutes zufließen, auf daß ſie, vollkommen gereinigt, zu deiner erſehnten An⸗ ſchauung gelangen. Amen. Lum Pater noster. Gütigſter, himmliſcher Vater! dein göttlicher Sohn hat uns ſelbſt beten gelehrt und ſeine ei⸗ genen heiligen Worte uns in den Mund gelegt, — nmit wit n es ſi ſorte dei agenk jigſter? uſer,. wlch ein Debb ni igen Vet as mein bter, n he iſt! D doß d w Velt prieſen u vin Re lge hird vine Gr uns zun wel, wo Pille auch a gerne, deinen ſchehen ligen i tägli o beſt i n Selet eib lenſin t. Sringt — — Rein tyortſ e fdi inert ehntnl terl= gitl 3 lch d ſün⸗ nnd p für die heil. Adventzeit. 71 damit wir deſto eher Erhörung bei dir finden; denn es ſind ja nicht unſere Worte, ſondern die Worte deines lieben Sohnes, dem du nichts ab⸗ ſchlagen kannſt.— Mit größter Ehrfurcht, mit innigſter Andacht flehe ich daher zu dir:„Vater unſer, der du biſt in dem Himmel!“ D welch ein Troſt, dich Vater nennen zu dürfen! O gib mir die Gnade, daß ich dieſe Welt nur als einen Verbannungsort anſehe und den Himmel als meine wahre Heimath betrachte, wo mein beſter, wo mein füßeſter Vater wohnt, der die Liebe iſt!„Geheiliget werde dein Name.“ O daß du doch, mein Gott und Herr, überall in der Welt von allen Menſchen erkannt, gelobt, ge⸗ prieſen und geliebt werdeſt.„Zukomme uns dein Reich.“ O daß doch dein Reich, deine hei⸗ lige Kirche auf der ganzen Erde verbreitet werde, deine Gnade und jegliche Tugend immer mehr in uns zunehme und wir alle in das Reich der Him⸗ mel, wo du throneſt, eingehen möchten.„Dein Wille geſchehe, wie im Himmel alſo auch auf Erden.“ O daß wir doch alle ſo gerne, ſo fleißig, ſo ſchnell, ſo treu und beſtändig deinen Willen, o Vater, erfüllen und an uns ge⸗ ſchehen laſſen möchten, wie deine Engel und Hei⸗ ligen im Himmel!„Gib uns heute unſer tägliches Brod!“ O gib uns heute und täglich, o beſter Vater, was wir an Leib und Seele be⸗ 72 Meßgebet am Kommnniontage dürfen. Gib mir heute das wahre, das lebendig⸗ machende, das vor dem Tode bewahrende Hin⸗ melsbrod, den heiligen Leib deines Sohnes, wer⸗ nach meine Seele ſo innig verlanget.„Und vergib uns unſere Schulden, wie auch wir vergeben unſern Schuldigern.“— Ja barmherziger Vater, vergib mir meine großen, meine zahlloſen Sündenſchulden um deines Soh— nes Jeſus willen, ich will ja gerne vom Herzen allen jenen verzeihen, die mich beleidigt und be⸗ trübet und verletzt haben!„Führe uns nicht in Verſuchung.“ O beſter Vater! du kennſt ja meine Schwäche, du weißt, wie leicht und ſchnell ich falle; o erbarme dich meiner, und bewahre mich vor Anfechtungen und Gefahren zur Sünde, und komme ich in Verſuchung, gib mir Kraft, dieſelbe zu überwinden.„Sondern erlöſe uns von dem Uebel.“ O bewahre mich, gütig⸗ ſter Vater vor dem einzigen, vor dem größten Uebel, vor der Sünde! Nein, keine Sünde mehr, keine Sünde mehr. Amen! Es geſchehe! Sur hriligen Fommunion. O du mein liebreichſter Heiland Jeſus! wie unbeſchreiblich groß iſt deine Barmherzigkeit, mit der du wegen unſeres Heiles Menſch geworden, wie unendlich groß deine Liebe, mit der du am Kreuze für uns ſtarbeſt wie unbegreiflich groß ————— — — tine bi uf unſer er wer geifen, hten, vinen e ſihren? n groß uhnen. irfte,: virdig uh dir, ſch! W ſ wager wine U 5o komn ſicht wir giter, ud bere pfnge. ud ſie ni dein Perdien Lebe andere inner ni u — lin e renhe in h v —un ch„ zern“. 3 ine gu rinez e wt eun ſt ine deh — 6. il is ar d hih n Mgmin wirdn — un i für die heil. Adventzeit. 73 deine Güte, mit der du täglich das Kreuzesopfer auf unſern Altären unblutiger Weiſe erneuerſt! Aber wer vermag die unermeßliche Liebe zu be⸗ greifen, die dich antreibt, in unſer Inneres ein⸗ zukehren, unſere Seele heimzuſuchen und ſie mit deinem eigenen göttlichen Fleiſche und Blute zu nähren? Dein Prieſter am Altare hat die über⸗ aus große Gnade, dich jetzt in ſein Herz aufzu⸗ nehmen. O daß ich doch jetzt gleich hinzutreten dürfte, um mit dem Prieſter gleicher Gnade würdig zu werden! Ach, meine Seele verlangt nach dir, o Jeſus, ſie kann ja nicht leben ohne dich! Wohl fühle ich, wie unwürdig ich bin, es zu wagen, dich zu empfangen. Aber größer als meine Unwürdigkeit iſt deine erbarmende Liebe! So komme denn, o Jeſus, da ich dich jetzt noch nicht wirklich empfangen kann, komme denn, o mein guter, füßeſter Herr mit deiner Gnade zu mir, und bereite meine Seele zu deinem wirklichen Em⸗ pfange. O ſprich zu ihr:„Ich will, ſei rein;“ und ſie iſt rein. O ſchmücke ſie, gütigſter Herr! mit deinen Tugenden, bereichere ſie mit deinen Verdienſten, und laß ſie durch die flammende Liebe deines göttlichen liebentbrannten Herzens ganz in Liebe entzündet werden; damit ſie nichts anderes mehr liebe als dich allein und nur dich immer und ewiglich. Amen. Meßgebet am Kommuniontage ꝛc. Zum leteten Segen. O mein Gott! welch große Gnade haſt du mir erwieſen, daß ich heute dem heiligſten Opfer deines Sohnes habe beiwohnen und dadurch dir die höchſte Ehre, den würdigſten Dank habe dar⸗ bringen und dich durch ihn um die Gnade der Vergebung und Verſöhnung habe anrufen können. Ach! hätteſt du uns deinen eingebornen Sohn nicht geſandt, in welch tiefem Elend lägen wir noch darnieder, in welch tiefer Finſterniß müßten wir wandeln, welche Furcht und Angſt müßten wir wegen unſrer Miſſethaten haben! O Dank, ewiger Dank für die Menſchwerdung deines lieb⸗ ſten Sohnes; ewiger Dank für alle ſeine Liebe, die er uns täglich im heiligſten Opfer zeigt.— Gütigſter Jeſus, wie kann ich dir wohl dieſe Liebe vergelten? Vergelten kann ich ſie dir in Ewigkeit nicht! Aber, da du nach meinem Herzen ver⸗ langſt, ſo will ich es dir mit Freuden geben, ge⸗ ſegnet von deinem himmliſchen Vater, der es er⸗ ſchaffen, geſegnet von dir, der es mit ſeinem Blute erlöſt, geſegnet von deinem heiligen Geiſte, der es in der heiligen Taufe geheiliget hat. Amen. —— 6—— ₰ ——. 1 6 hei Lit Bedenk hen Nſus iie dene nehr i deſto in lihn heiig un ganze ihig den uicht, u wiige E ut, wan heicht, ſitigen, whlgfüll gidig e inenr Sele, d eAbſ Schlh. ſnig imnet zn 1 Beichtandacht. n an Bedenke wohl, chriſtliche Seele, daß unſer theuerſter 4 Herr Jeſus ein Liebhaber der Reinheit iſt. Je makel⸗ 3 13 hohe w loſer deine Seele iſt, deſto wohlgefälliger biſt du ihm, un Gndh deſto mehr liebt er dich, deſto mehr Gnaden verleiht er be ein ön dir, deſto inniger vereiniget er ſich mit dir. Den Grund ei nnet zu kannſt du durch eine reumüthige, auf⸗ nſlin itg Beich legen; daher ſuche dich ſelbſt recht zu e⸗ 1 kennen, durchforſche genau dein Gewiſſen, bitte den gött⸗ tFiß nihn lichen heiligen Geiſt um ſein himmliſches Licht, beweine un Eſ nin vom ganzen Herzen deine Fehltritte, bekenne ſie auf⸗ h d richtig dem Prieſter, gerade ſo als ſtündeſt du vor Gottes 3 Gericht, und nachdem du Alles gethan haſt, was der 6 De* ürdige Empfang des hl. Bußſakraments von dir for⸗ ür ein l dert, wandle immer im wahren Bußgeiſte vor Gottes en— zig- Angeſicht, und das Blut Chriſti wird dich nicht blos dir tc viſelt reinigen, auch ſtärken zu einem neuen, Gott ſie n 6i wohlgefälligen Leben. ein ennn Inrukung des heil. Geistes. Fr g 6I heiliger Geiſt! Geiſt der Wahrheit und des — Lichts! ich bitte dich flehentlich, du wolleſt es Stink gnädig erleuchten mein Inneres, damit ich er— eiiwiſt kennen möge alle Flecken und Gebrechen meiner ilig tm Seele, du wolleſt mir auch im hellen Lichte zeigen die Abſcheulichkeit der Sünde und die Größe ihrer Schuld. Ich weiß wohl, daß ich viel und oft ge⸗ 2 fündigt habe, und meine Sündhaftigkeit ſteht immer vor meinem Angeſicht; aber Alles, was — — 7⁶ Beichtandacht. deinem reinſten Auge mißfällig iſt und die Bos⸗ heit jeder Sünde, erkenne ich nicht. O ſo komme mir denn zu Hilfe, göttlicher heiliger Geiſt, damit ich nach genauer Erkenntniß meiner Sünden auch ein recht aufrichtiges Bekenntniß derſelben able— gen kann.— Rühre und zerknirſche mein Herz, daß ich alle und jede Sünde recht bitter bereue und beweine, und ſtehe mir bei, daß ich den feſten Vorſatz faſſen und auch halten kann, keine, gar keine Sünde mehr zu begehen. Amen. Gewiſſenserforſchung. Ich hoffe zu Gott, chriſtliche Seele, daß du wirklich das Verlangen in dir trageſt, dem lieben Herrn Jeſus, unſerm Heilande, nachzuwandeln und vollkommen zu werden; du wirſt aber auch fühlen, daß man auf dem ſchmalen Wege, der zum Leben führt, öfters ſtrauchelt und fällt. Daher eilen auch gottliebende Seelen recht oft zum Beichtgerichte, um dort von ihrem Falle ſich wieder zu erheben und die Wunden ihrer Seele durch das Blut Chriſti wieder zu heilen. Durch dieſe öftere Beicht wird der Geiſt der Buße in dir genährt; du er⸗ langſt mehr Kenntniß deiner ſelbſt; du wirſt mit noch größerer Furcht und mit noch größerem Abſcheu vor der Sünde erfüllt; die zeitlichen Strafen für deine ſchon gebeichteten Sünden werden nachgelaſſen, wenn du ſie wiederholeſt; deine Seele wird immer mehr von ihren böſen Gewohnheiten und Neigungen befreit; du erlangſt neue Stärke, vor dem Rückfall dich zu bewahren, und wirſt von Neuem entflammt, mit Eifer den Weg des Kreuzes zu wandeln und vor jedem Fehltritt dich zu iten.— ing, und ſondere. Lägl pr den V piſche den lu, welche lſſung, m ſuge dich ht vie oft? bren abe ler, deine un liichteſ mft. Z. ſt ſinen d belm Da d glegt un brrzen ha lßiche S — Geuiſen e Beich BSit doc künden tnuhnen ſhers u die 2 iſgei ſi. n ſo hn c Sei u neit inden g niß S lhen 1 knit) chei vin . bn 41 ha mn i eh ne chu— See n i nli en E ſ muſn ihr be r ſtu 5 vo en ſili t tter ben omn 3 en—Seee . 3 6 mim : n — fe S den ſu la wenhi nel teut mit n— du u in 1 3 Beichtandacht. 77 hüten.— Zu einer Beicht, die ſolche tröſtliche Früchte gewährt, gehört aber eine ſorgfältige Gewiſſenserforſch⸗ ung, und zwar eine tägliche, allgemeine und be⸗ ſondere. Täglich vor dem Schlafengehen, und noch beſſer, vor dem Mittagseſſen und vor dem Schlafengehen, er⸗ forſche dein Gewiſſen im Allgemeinen über alle Feh⸗ ler, welche du durch Gedanken, Worte, Werke, Unter⸗ laſſung, mit deinen fünf Sinnen begangen haſt, und frage dich dabei immer warum? wo? mit wem und wieoft? du den Fehler begangen haſt. Im Beſon⸗ deren aber frage dich, welches denn dein Hauptfeh⸗ ler, deine Lieblingsſünde ſei, die du am öfteſten und leichteſten begehſt und die du vor Allem bekämpfen mußt. Z. B. der hl. Franz von Sales ſah den Zorn für ſeinen Hauptfehler an, forſchte alle Tage darnach und bekämpfte ihn täglich, bis er ihn endlich überwunden und die ſchöne Tugend der Sanftmuth ſich angeeignet hatte. Da du hoffentlich ſchon eine Generalbeicht ab⸗ gelegt und keine ſchwere Sünde mehr auf dem Herzen haſt, auch freiwillig und mit Bewußtſein keine läßliche Sünde mehr begehen willſt, und daher bei deiner Gewiſſenserforſchung nichts findeſt, worüber du dich in der Beicht anklagen ſollteſt und da du auf der anderen Seite doch fühleſt, daß du von täglichen Fehlern und Sünden nicht frei biſt, ſo möchte ich dich erinnern und ermahnen, daß du bei deiner Gewiſſenserforſchung be⸗ ſonders auch auf die Unterlaſſungsſünden, alſo auf die Vernachläſſigung deiner Pflichten, auf die Nach⸗ läſſigkeit in Uebung der Tugenden und guten Werke ſiehſt. Deshalb benütze folgenden Beichtandacht. PBeichtſpiegel für ſolche, die oftmals beichten. Vor Allem frage dich: Hobe ich täglich fleißig mein Gewiſſen erforſcht? Habe ich mich auf die Beicht gehörig vorbereitet? Habe ich eine innige, herzliche Reue zu erwecken geſucht?— Habe ich einen ernſtlichen Vorſatz gemacht, die Sünde, beſonders jene zu meiden, welche ich ſchon öfter gebeichtet habe? Habe ich mich auf die heilige Kommunion gehörig vorbereitet? Bin ich zur heiligen Kommunion mit mög⸗ lichſter Andacht hinzugetreten? Habe ich vor der heiligen Kommunion Glaube, Hoffnung und Liebe, die Reue und inniges Verlangen erweckt? Habe ich nach der heil. Kommunion meine Seele vor Zerſtreuung bewahrt? Habe ich bedacht, wer in meinem Herzen iſt und habe ich die Zeit nach der heiligen Kommunion wohl benützt? Habe ich meine Vorſätze ſeit meiner letzten Beicht aus⸗ zuüben geſucht? Habe ich meinen Hauptfehler bekämpft? Jetzt erforſche dich über die Pflichten 1) gegen Gott, 2) gegen dich ſelbſt, 3) gegen den Nebenmenſchen. 1) Gegen Gott. Habe ich beim Erwachen mein Herz gleich zu Gott erhoben? Bin ich im Namen Jeſu aufgeſtanden? Habe ich Gott gedankt? Habe ich meine Arbeit im Namen Jeſu angefangen? Bin ich immer in Gottes Gegenwart gewandelt? Habe ich unter Tages öfters mein Herz zu Gott erhoben?— Habe ich alle Arbeit willig und ge⸗ duldig gethan? Habe ich um Gotteswillen ſchnell ge⸗ horcht? Habe ich den Gehorſam treu ausgeübt? Habe ich bei Trübſalen und Aengſten auf Gott vertraut und lchnde — . ihn dirigl hibe ich geben Pilen G 6ihet me Lns iſt whr, an Gut und en In Dyhete i le Arbei Weit Ge afurcht ben un Egemill ſen W terſchlo uh die imer de wnV Hu zu ihm meine Zuflucht genommen? Habe ich bei Wi⸗ derwärtigkeiten Troſt bei Gott oder Menſchen geſucht? Habe ich mich dem Kleinmuth und der Traurigkeit hin⸗ gegeben? War ich immer vollkommen ergeben in den Willen Gottes? Habe ich bei Verſuchungen gleich zum Gebet meine Zuflucht genommen?— Habe ich unter Tages öfters die Liebe erweckt? An was dachte ich mehr, an Gott oder eitle Dinge? Hörte ich gerne von Gott und göttlichen Dingen reden? Redete ich gerne davon? That ich alle meine Arbeit aus Liebe zu Gott? Duldete ich Alles aus Liebe zu ihm? Habe ich Gott alle Arbeit, alle Leiden aufgeopfert? Habe ich meine Arbeit Gott zu Lieb, ihm zu gefallen oder aus Men⸗ ſchenfurcht, oder den Menſchen zu gefallen gethan? Habe ich für Widerwärtigkeiten Gott gedankt? Habe ich meine Gebete und Andachten mit Ehrfurcht verrichtet? Wie betrug ich mich beim heiligen Meßopfer? Mit welcher Andacht wohnte ich dem Gottesdienſte und der Predigt bei? Habe ich auf die Predigt gehört? Wollte ich auch thun, wozu der Prediger mahnte? Habe ich den göttlichen Einſprechungen Gehör ge⸗ geben und ſie befolgt? Oder habe ich mehr meinem Eigenwillen, meinem Eigenſinn gefolgt? Habe ich die guten Werke, zu denen mich der hl. Geiſt antrieb, eifrig oder ſchläfrig, lau und träge gethan? Habe ich den Rath und die Mahnungen des Beichtvaters befolgt? War ich immer dankbar gegen die Wohlthaten Gottes? Habe ich davon Veranlaſſung genommen, Gott eifriger zu dienen? 2) Gegen ſich ſelbſt. Habe ich meinen Leib mit ſolcher bußfertigen Strenge behandelt, mit der ich ihn behondeln ſollte? Habe ich ———————— ½— 60 Beichtandacht. mir im Eſſen, Trinken, im Schlafe oder ähnlichen Din⸗ gen Abbruch gethan? Habe ich jede Stunde Zeit ge⸗ hörig benützt? Habe ich meine Augen, meine Zunge, meine Ohren zu zähmen geſucht? Habe ich meiner Ein⸗ bildungskraft freien Lauf gelaſſen? Bin ich mit meinen Gedanken in allerhand eitlen Dingen herumgeſchweift? — Habe ich den Regungen meines Fleiſches nachge⸗ geben? Habe ich meinen böſen Neigungen und Begier⸗ den gleich Widerſtand geleiſtet? Habe ich mich immer demüthigen laſſen? Habe ich Zurückſetzung, Verachtung gerne angenommen? Wollte ich beſſer, frömmer, ver⸗ ſtändiger ſein als andere? Wollte ich immer Recht haben? Habe ich allzeit nachgegeben? War ich ſtreit⸗ ſüchtig? Habe ich den Zorn unterdrückt? War ich immer geduldig? Uebte ich mich im Stillſchweigen, oder redete ich viel und unnütze Dinge? War ich mürriſch, widerſpenſtig? War ich gütig, barmherzig, friedfertig? War ich argwöhniſch, neidig, ſchadenfroh? Trug ich Mitleid mit den Gebrechen Anderer? Habe ich mich meinen Miemenſchen vorgezogen? Wollte ich mehr gel⸗ ten, als ſie? War ich lau im Gebete, faul und nach⸗ läſſig in der Arbeit? Habe ich aus falſcher Andächtelei nicht meine Pflichten zu thun verſäumt? 3) Gegen den Nächſten. Habe ich meinen Nächſten, wer er auch war, vom ganzen Herzen geliebt? War ich ihm abgeneigt? Trug ich Widerwillen, oder gar Haß gegen ihn im Herzen? Habe ich ihm alles Gute gewünſcht oder beneidete ich ihn? Habe ich ihm gerne Dienſte geleiſtet? Bin ich ihm in der Noth gerne beigeſtanden? Habe ich ihn im Leiden zu tröſten geſucht? Habe ich ihn vom Böſen abzuhalten geſucht, ihn zum Guten gemahnt? Habe ich zu ſeinen Fihlem te ſoho Fiſpiel g Kranke ge ſr n neinen B gduhig Pitnenſc hohe iht wnchtet? mgegang ih es ga Prichn Pahrl ile, um uet den Schut geüt, ie ſin ſein hibe ich he ich ſcht g whelt? ih ajill Die ſten ie hring ihe Gr hee m Jiju 5 gt 3 in In 9 N 4 7 mi nn gen—ngihni egt Unb * i — 3 5 * 5 eſſef nn, — — . At n ſ ben wrihſt Sneizn ade Zyi K UULUUN iſ— retbe, u it I — — = 1 ab in ke onSchh — * — — . 9 67. ege Anh ht en ———— — Beichtandacht. 61 Fehlern geſchwiegen? Dem Böſen, das er redete oder that, ſogar zugeſtimmt? Habe ich ihm allzeit ein gutes Beiſpiel gegeben, ihn zu erbauen geſucht? Habe ich Kranke gerne beſucht, ſie getröſtet, ſie gepflegt? Habe ich für meine Mitmenſchen gerne gebetet? Habe ich meinen Beleidigern gerne vergeben? Habe ich Unrecht geduldig gelitten? Habe ich über die Sünden meiner Mitmenſchen getrauert, für ihre Bekehrung gebetet? Habe ich den Armen gerne gegeben? Habe ich ſie nicht verachtet? Bin ich gerne mit den Armen und Niedrigen umgegangen? Habe ich nicht eine ſinnliche Freund⸗ ſchaft? Iſt meine Freundſchaft nicht fleiſchlich? Meine ich es ganz gut und aufrichtig gegen alle Menſchen? War ich nicht falſch und hinterliſtig? Redete ich allzeit die Wahrheit? Habe ich mit meinen Mitmenſchen nicht eitle, unnütze Geſpräche geführt? Habe ich die Ehre oder den guten Namen meines Mitmenſchen allzeit in den Schutz genommen, oder habe ich ſeine Fehler auf⸗ gedeckt, lieblos beurtheilt, weiter verbreitet, oder habe ich ſogar ſeine Ehre und ſeinen guten Namen angetaſtet? Habe ich nicht Theilnahme und Mitleid geheuchelt? Habe ich nicht meinem Nebenmenſchen ſchöne Dinge in's Geſicht geſagt, im Herzen aber freventlich über ihn ge⸗ urtheilt? Habe ich alle meine Standespflichten getreu⸗ lich erfüllt?— Nach Erforſchung des Gewiſſens folgt die Reue. Die Reue, das heißt, der innere Schmerz und Ab⸗ ſcheu über die Sünde, ſoll vom Herzen kommen und entſpringt daher aus der Lebe zu Gott. Wie aber die Liebe Gottes eine himmliſche Gabe iſt, ſo auch die wahre Reue und Zerknirſchung. Um dieſe Gabe ſollſt du alſo, chriſtliche Seele, recht inſtändig bitten. Jeſus, mein Alles. 6 geichtandacht. Gebet um eine innige Bent. In deinem himmliſchen Lichte, o göttlicher heiliger Geiſt, habe ich meine Sünden zu er⸗ kennen geſucht. Ach, wie viele Flecken ſehe ich wieder an meiner Seele, mit welchem Unflat der Sünde ſehe ich ſie wieder bedeckt, wie oft habe ich wieder die heiligen Gebote übertreten, wie viel Gutes habe ich wieder vernachläſſigt, wie ganz entblößt von Tugenden finde ich mich! Ach wahrhaft elend und arm bin ich; nichts ſehe ich an mir, was dir, o mein Gott und Herr! wohl⸗ gefällig ſein könnte!— Kann ich wohl Gnade finden vor deinen Augen? Ach ich habe deine Güte und deine Barmherzigkeit, mit welcher du mir ſchon ſo oft vergeben haſt, wieder verkannt! Du haſt mir vergeben; du haſt mich, wie der Vater ſeinen verlorenen Sohn, wieder aufgenom⸗ men, und wieder habe ich dich verlaſſen und bin meine eigenen böſen Wege gegangen! Werde ich wohl Gnade finden können vor deinem heiligen Angeſichte? O hätte ich meine Sünden recht innig und herzlich bereut und verabſcheut; wäre ich mit Trauer und Schmerz erfüllt geweſen über meine Miſſethaten, wäre ich feſt entſchloſſen geweſen, die Sünde als das größte Uebel zu fliehen, und nur dir allein mein Herz zu ſchenken, o gewiß, ich wäre wachſamer geweſen, ich hätte mich mehr — or der Pillen 9 nit nein gfünpft, chtinn ine fül zen keine in neine lher Gei ſe„ — — — — u weinte in Sch — — * S. ——— 11 3 mit Uön A Sſhn it, Seinn t, 1S w u haſ, un w a h gg e vrtt hin ei Stin — — n ⸗ e 3 1her n t ₰ „ in ich ti u Beichtandacht. 33 vor der Sünde gefürchtet, ich hätte treuer deinen Willen gethan und hätte einen ernſtlichen Kampf mit meinen böſen Neigungen und Leidenſchaften gekämpft, aber ach, auch jetzt, da ich doch meinen Leichtſinn, meinen Undank, meine Bosheit er⸗ kenne, fühle ich keinen Schmerz in meinem Her⸗ zen, keinen Abſcheu in meiner Seele, keine Thränen in meinen Augen! O göttlicher, barmherziger, hei⸗ liger Geiſt, Geiſt der Liebe und der Güte! o laſſe doch einen Strahl deiner Liebe in mein Herz fallen, und erweiche es, durchbohre es mit deiner Furcht, und zerknirſche es. O gib mir eine ſolche Reue wie dem Büßer David, der Tag und Nacht beweinte ſeine Sünden, und gib mir einen ſol⸗ chen Schmerz, wie dem heil. Petrus, der nicht aufhörte ſeine Sünden zu betrauern, gib mir eine ſolche Zerknirſchung wie der heil. Magdalena, welche die Füße Jeſus mit ihren Thränen be⸗ netzte, damit auch ich würdig werde, wie dieſe Heiligen, die tröſtlichen Worte zu vernehmen: Gehe hin, deine Sünden ſind dir vergeben! Amen. Erwerkung einer wahren Fiebesrene durch Betrachtung des bitteren Leidens Jeſu. Ach mein Jeſus! du der allmächtige Sohn des allmächtigen Vaters! ich ſehe dich in finſterer Nacht auf dem Oelberge niedergeworfen auf deinen 6* 34 Lgeichtandacht. Knieen liegen, bedeckt mit der ungeheueren Laſt der Sünden und Miſſethaten der ganzen Welt!... Ach auch meine Sünden lagen wie eine entſetz⸗ liche Laſt auf deiner unſchuldigen Seele!... Du beugſt dein heiliges Haupt zur Erde nieder, Blut fließt über dein holdes Angeſicht herab! Ach auch meine Sünden preſſen dir das Blut aus den Adern!... Du ſeufzeſt: Ach Vater, laß den Kelch vorüber gehen! O wie bitter war dieſer Kelch für dich!... Und ich habe die Bitterkeit dieſes Kel⸗ ches durch meine Sünden vermehrt!... O mein Jeſus! vergib, ach vergib mir das ſchreckliche Leid, welches ich dir verurſachte! O wie ſchmerzt mich meine Bosheit, o wie muß ich verabſcheuen meine Liebloſigkeit, meinen Undank! Erbarme dich meiner, erbarme dich meiner, o Jeſus!— Du ſteheſt, o göttlicher Heiland, mit Stricken gebunden wie ein Verbrecher vor Pilatus, dem heidniſchen Landpfleger!... Deine Feinde klagen dich an, dich den Unſchuldigen, und du ſchweigſt! Du laſſeſt alle Schmach über dich häufen, und ſchweigſt!... Ach mein Jeſus! ich ſollte deine Stelle einnehmen; ich ſollte gebunden mit Stricken wie ein Verbrecher vor deinen Füſſen liegen!... Mir gilt die Schmach und Verachtung, dir gebührt Ehre und Lob und Preis! Mir gilt die Anklage, denn ich bin ein Miſſethäter, du biſt unſchuldig! O mein Jeſus, erbarme dich meiner! Schn ur Gd ſen beh echno zer Sinden dd oHert 3 zol Bht b hihnt Pacen Unflat Js ſichten ſchne mein teſt! icht Nin — — en i eltl. e nſt er, Bl 9 Uhni a nh eſe Dnn chrcithe C ſhnrt ſten b6rbem us— Strin s, den in weiſt! ſcle en nit n hn, uliſt Beichtandacht. 35 Ich klage mich an als ein armer Sünder! O Schmerz und Leid erfaßt mein Herz! Mein Jeſus iſt unſchuldig, ich bin ſchuldig!... Ich ſehe dich, o Jeſus, den Reinſten und Heiligſten, an der Geiſelſäule! Ach wie zerflei⸗ ſchen die ſchrecklichen Streiche deinen zarteſten Leib! Wie fließt dein koſtbarſtes Blut ſtrömend zur Erde nieder!... Ach wer hat dich ſo grau⸗ ſam behandelt? Wer hat dir dieſe abſcheuliche Schmach angethan?... Ach wer anders als ich? Ich zerfleiſchte deinen heiligen Leib durch meine Sünden! O verzeihe mir, v Jeſus! Schmerz und Leid durchdringt mein Herz! Erbarme dich meiner, o Herr! Ich ſehe dich mit der ſchmachvollen, ſchmer⸗ zenvollen Dornenkrone auf dem Haupte, o Jeſus! Blut bedeckt dein heiligſtes Antlitz!.... Man höhnt dich, man ſpottet deiner; man gibt dir Backenſtreiche und bedeckt dein ſchönſtes Antlitz mit Unflat! Und du ſchweigſt und duldeſt!... O Jeſus, meine böſen Gedanken, meine böſen Ab⸗ ſichten, meine böſen Einbildungen waren dir ſchmerzlicher als die Dornenkrone; mein Stolz, mein Hochmuth vor dir abſcheulicher als alle Schmach, die du von deinen Feinden dulden muß⸗ teſt!—— Ach Jeſus, vergib mir! Ich will nicht mehr ſündigen, dich nicht mehr beleidigen. Nein, keine Sünde mehr! 36 Beichtandacht. Ich ſehe dich, o Jeſus! mit der ſchweren Laſt des Kreuzes auf der Schulter! Du ſchreiteſt zit⸗ ternd und bebend den harten Weg!... Du wankeſt, du fällſt zur Erde nieder!... Ach, mein Heiland! wer hat dir das gethan? Ich, ich durch meine Sünden!... Sie lagen wie eine entſetz⸗ liche Laſt auf deinen Schultern, ſie haben dich zur Erde gedrückt!... O mein Jeſus! Schmerz und Leid durchdringt mein Herz über meine Sünd⸗ haftigkeit. Ach, wende dein Antlitz nicht von mir! Vergib mir, nimmermehr will ich ſündigen!— Ich ſehe dich, o mein liebvollſter Heiland! mit Staub, Koth und Blut bedeckt ganz ermattet auf dem Kalvarienberg ankommen.... Sie reißen dir die Kleider vom Leibe und erneuern, o Schmerz, deine ſchrecklichen Wunden!.. Jetzt legen ſie dich auf's Kreuz!... Wie ein Lamm, das man zur Schlachtbank führt, ſchweigſt du! Geduldig läßt du dir die Hände und Füſſe aus⸗ ſtrecken!... Ach, jetzt ſchlagen ſie die ſpitzigen Nägel durch deine Hände und Füſſe; das Blut ſpritzt empor!— O entſetzliche Qual! Und du, o Jeſus, du klageſt nicht, du beteſt und flehſt um Erbarmen für uns— für mich armen Sünder! — O Jeſus! vergib mir! Ich habe dich gekreu⸗ zigt, meine Sünden haben dich an's Kreuz ge⸗ heftet! Ach vergib mir dieſe große, dieſe überaus große Bosheit! Mit innigſtem Schmerze bereue — ih nei jner Li hreuzig nhr b Aus himel Deine! Iliz hiſt du dürſtet! im dei wehr n bit du uchn hebe it Stunde Heil n viblmel D lieh demr Eiche unter Net E ſie w dir a es 1 Perſt ſchie — Fmt eit i 0, wi vihm le eit Ein e Sihh Sonn n igen ein ernut i nin len, . P Unn, Si cſtu⸗ ʒ ſijn S 5 l, iniſtm nde eg 8i traus i Anit Beichtandacht. 37 ich meine Miſſethaten! O verzeihe ſie mir um jener Liebe willen, mit welcher du die ſchreckliche Kreuzigung erduldet: ich will ja keine Sünde mehr begehen!——— Ausgeſtreckt am ſchrecklichen Kreuze zwiſchen Himmel und Erde ſehe ich dich hängen, o Jeſus! Deine heiligen Wunden bluten, dein holdes Antlitz iſt erbleicht, in ein Meer von Schmerzen biſt du verſenkt, und ich höre dich rufen: Mich dürſtet!... Ach, mein Heiland! Niemand kommt, um deinen Durſt zu ſtillen!... Doch dich dürſtet mehr noch nach dem Heile der Seelen, für dieſe biſt du ja in den Tod gegangen!... Ach auch nach meiner Seele hat dich gedürſtet, und noch habe ich deinen Durſt nicht geſtillt; noch bis zur Stunde war ich nicht mit allem Eifer für das Heil meiner Seele beſorgt!.... Ich habe ſie vielmehr befleckt, verunreinigt durch die Sünde! O liebreichſter Heiland! verzeihe mir! Du haſt dem reuigen Schächer vergeben, vergib auch mir! Siehe, deine geliebte ſchmerzhafte Mutter ſteht unter deinem Kreuze. Ihre Thränen, die ſie um der Sünder willen weinte, ihre Schmerzen, die ſie wegen unſerer Sünden empfand, opfere ich dir auf zum Erſatze meiner Reue, meines Schmer⸗ zes über die begangenen Sünden. O erlange mir Verſöhnung bei deinem himmliſchen Vater, und ſchließe mich in dein heiligſtes Herz, damit ich 85 Beichtandacht. der Sünde abſterbe und nur für dich lebe, o Jeſus, mein Heiland. Amen. Seufzer der Beue bor der heiligen Beirht. O mein gütigſter Vater im Himmel! ich habe geſündigt vor dem Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr werth, dein Kind zu heißen! Mein Gott, erbarme dich meiner nach deiner großen Barmherzigkeit! O Jeſus, wenn du willſt, kannſt du mich reinigen; o ſprich: Ich will, ſei rein! O mein Jeſus, ſiehe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit wie den reumüthigen Petrus! O Jeſus! habe Mitleid und Erbarmen mit mir wie mit der Büßerin Magdalena. O Jeſus! nur Ein Tröpflein deines koſtbar⸗ ſten Blutes laſſe auf meine Seele fallen und ſie iſt rein!— O ZJeſus! ſchenke mir nur Eine Thräne, die du auf Erden geweint, und meine Sündenſchuld iſt ausgelöſcht!— Jeſus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Wenn du in den Beichtſtuhl trittſt, ſo kniee dich nieder mit den Gefühlen eines Menſchen, dem eine große Schuld auf dem Herzen liegt. Stelle dir vor, du ſtün⸗ deſt jetzt vor dem ſtrengen Gerichte Gottes und bekenne deine Sünden ſo aufrichtig, ſo umſtändlich alle, wie du ſie einſt vor Gottes Gericht bekennen mußt. —————— v 6 B hnh un Ge ſut ni bſſeſt d hin, de jinn he nir Ven dß ich vmoch uchoel riedet adlich Pie ke engſ gen dies n den 2 über dir a Preis die S ſe dn — Sn S ſen Aneni — —i kſte Nw S in i GSenſht nint N ir ſi rg vn ſin lelme Peichtandacht. Gebetr nach der PBeicht. Dunktngung. wie groß, wie unendlich groß iſt deine Barmherzigkeit! o mein Gott und Herr! Ja wahrhaftig, deine Barmherzigkeit geht über dein Gericht! Denn ſtatt mich zu verurtheilen, ſtatt mich zu ſtrafen, ſtatt mich von dir zu ſtoſſen, laſſeſt du mich die tröſtlichen Worte hören:„Gehe hin, deine Sünden ſind dir vergeben.“ So oft ſchon habe ich dich beleidigt, ſo oft ſchon haſt du mir Vergebung angedeihen laſſen; ich fühlte es, daß ich der Vergebung nicht mehr werth bin, und dennoch haſt du mir wieder Sünde und Schuld nachgelaſſen, haſt du mich wieder begnadigt, mich wieder als dein Kind angenommen! O wie un⸗ endlich groß iſt deine Güte, iſt dein Erbarmen! Wie kann ich dir genugſam danken dafür; wie genugſam deine Liebe, deine Güte, dein Erbarmen gegen uns Sünder loben und preiſen! Weil ich dies nicht kann, ſo opfere ich dir auf das Lob, den Preis, den Jubel und die Freude aller Engel über einen Sünder, der Buße thut. Ich opfere dir auf die Dankſagung und das Lob und den Preis deiner gebenedeiten Mutter, o Jeſus, für die Bekehrung der Sünder. Ich opfere dir auf die Freude, den Jubel, den Dank und das Lob 90 Beichtandacht.— und den Preis aller heiligen Büßer und Büße⸗ bi rinen für die Vergebung ihrer Sünden, und im endlich opfere ich dir auf die Freude deines eig⸗ d ih nen, liebvollſten Herzens, welches ich von nun an int lieben will allezeit mit allen Kräften meiner Seele. e mein Danksugung und Grnenerung des Vorsutzes ſß, ich vor dem allerheiligſten Sakramente. n n O mein im heiligſten Sakramente gegenwär⸗ thin ju tiger Heiland, Jeſus! wie ſoll ich jetzt, da mr ueh dein gütigſter Vater um deiner unendlichen Ver⸗ ſe Tre dienſte willen meine Sünden vergeben hat, wie nh, ſoll ich dir nicht herzinniglich Dank ſagen für die ihn: unausſprechliche Liebe, welche du gegen die Sün⸗ nnſir der haſt. Es war dir nicht genug für ſie zu n das ſterben, alle deine Verdienſte, all dein Blut ihnen llben, zu ſchenken, du wollteſt auch im Himmelreich noch Sinde ihr Fürſprecher bei deinem Vater ſein! O gewiß, Fucht dir, o Jeſus, dir allein habe ich es zu verdan⸗ wine! ken, daß ich Vergebung erlangte. Du haſt für venn ie mich deine Fürbitte eingelegt, du haſt deine hei⸗ Lehn ligen Wunden für mich ſprechen, und dein Vater wieder hat ſeine Barmherzigkeit walten laſſen, er hat Vepr um deinetwillen mich wieder als ſein Kind auf⸗ neiden genommen und der heilige Geiſt wohnt wieder in ortre meinem Herzen und ich darf wieder mit kindli⸗ wei chem Vertrauen beten: Abba, Vater!— hiige Zinn e 1 mun . ohni t, nt — ht, 1 firſ 2 di bi ir ſeg S tihn wlnih i F 0ii 1in hi t ir ſi in B Fet Beichtandacht. 91 Hier liege ich zu deinen Füſſen, o Jeſus! O nimm meinen Dank an für deine unendliche Liebe, den ich dir mit aller Inbrunſt darbringe.— O könnte ich dir ſo danken wie der hl. Petrus, wie die hl. Magdalena, als du ihre Sünden vergeben hatteſt!— Doch nicht bloß danken will ich dir, o mein Herr und Gott! wie dieſe heiligen Büſ⸗ ſer, ich verſpreche dir auch vom ganzen Herzen, von nun an ein ganz neues, dir wohlgefälliges Leben zu führen und nicht mehr die alten Sünden zu begehen. Petrus und Magdalena haben dir die Treue bewahrt, ſie beleidigten dich nicht mehr, ſie trennten ſich nicht mehr von dir, ſie hingen mit heißer Liebe immer an dir und lebten nur für dich. O mein Jeſus! du ſiehſt mir jetzt in das Herz, du weißt, daß auch ich dir treu bleiben, dir nachfolgen, dich allein lieben, der Sünde abſterben, dir allein leben will. Aber ach! Furcht und Angſt ergreift mich, wenn ich an meine Unbeſtändigkeit, an meine Schwäche denke, wenn ich mich erinnere, daß ich dir das nämliche Verſprechen ſchon ſo oft gemacht, und immer wieder gebrochen habe. Werde ich auch jetzt mein Verſprechen halten, werde ich die Sünde wirklich meiden, werde ich deine Gebote halten, werde ich dir treu nachfolgen? Du weißt es, o Herr! aber du weißt auch, daß ich den guten, den feſten, den heiligen Willen habe, keine Sünde, gar keine Sünde 92 Beichtandacht. mehr zu begehen. Jo, ich bitte dich, laſſe mich ſterben, wenn ich meinen Vorſatz nicht halten ſollte.— Ich will jede Veranlaſſung, jede Ge⸗ legenheit zur Sünde fliehen, ich will getreulich wachen über meine Sinne, ich will bekämpfen meine Leidenſchaften und Neigungen und nicht aufhören zu flehen und zu bitten, daß ich nicht in Verſuchung falle.— Weil ich aber meine große Schwäche kenne, o mein Jeſus, ſo erbarme dich meiner und gib mir Stärke und Kraft einen guten Kampf zu kämpfen; flöße mir ein einen großen, fortwährenden Abſcheu vor der Sünde, ziehe mich an dich mit den Banden deiner Liebe, ſtehe mir bei in den Stunden der Verſuchung und verleihe mir die koſtbare Gnade der Beharrlich⸗ keit!— Ich verſchließe mich, ich verſenke mich in dein heiligſtes Herz; dein liebentbranntes, ſüße⸗ ſtes Herz ſoll der Gegenſtand meiner Freude und Wonne ſein immerdar. Amen. Inrnkung der gebenedeiten Gottesmutter Marin. O meine theuerſte Mutter Maria! wie könnte ich jetzt, da ich mich wieder ein Kind des himm⸗ liſchen Vaters nennen darf, deiner vergeſſen! Du biſt ja meine allerbeſte Mutter; du haſt mich auch da nicht vergeſſen, als ich ſündigte, du haſt mich auch da nicht verlaſſen, als ich mich der Sünde zuwendete. Auch da haſt du noch deine barmher⸗ pir verg worde uihe m le. 3 mthe iigen, d lihen u iiglich Piter! ind erb hif mi pd w wenn i ogiti dn, hehen, oſch in de ſiht ur ² onn wehanli⸗ ſe nihi apes, ſiſe e u nm könnt himn A wih u 6 Beichtandacht. 93 zigen Augen auf mich gerichtet. O gewiß, du haſt für mich gefleht um Erbarmen; du haſt mit deiner mächtigen Hand das Urtheil und die Strafe von mir noch fern gehalten; du haſt deine Thränen und deine Schmerzen für mich geopfert. O Dank, kindlicher Dank ſei dir dafür! Nun iſt mir vergeben, nun iſt mir wieder Gnade zu Theil geworden! O nur jetzt verlaſſe mich nicht, und reiche mir deine gütige Hand, daß ich nicht mehr falle. Ich habe es deinem göttlichen Sohne hoch und theuer verſprochen, daß ich nicht mehr ſün⸗ digen, daß ich ſeine Gebote halten, daß ich ihn lieben und ihm treu nachfolgen will, und herz⸗ inniglich habe ich ſeine Hilfe angefleht. O theuerſte Mutter! lege auch du deine Fürbitte für mich ein und erlange mir die Gnade der Beharrlichkeit. O hilf mir, daß ich von nun an den Weg der Tu⸗ gend wandle, und wenn die Verſuchung naht, wenn ich ſtraucheln, wenn ich fallen will, dann, o gütigſte Mutter! dann will ich rufen zu dir, dann, ja dann höre mich, ja dann eile mir zu helfen, o dann verlaſſe mich nicht. Amen. Ernenerung der Tantgelübde. Mein gütigſter Erlöſer, Jeſus! Du haſt mich, obſchon ich treulos den Bund gebrochen, den ich in der hl. Taufe mit dir geſchloſſen habe, dennoch nicht verlaſſen, du haſt mir meinen Wankelmuth, tee etee 6 eeeeeeereeete 94 ßeichtandacht. meine Treuloſigkeit vergeben und meine Seele von ihren Makeln gereinigt. Dieſe überaus große Barmherzigkeit zieht mich mit neuer Liebe zu dir und mit aller Inbrunſt des Herzens bitte ich dich, du wolleſt den Bund, den ich in der heil. Taufe mit dir geſchloſſen, mich wieder erneuern laſſen. Ich werfe mich daher vor deine Füſſe nieder und gelobe dir auf's Neue, daß ich feierlich wider⸗ ſage dem böſen Feinde, allen ſeinen Werken, aller ſeiner Hoffart. Daß ich widerſage der Welt und allen ihren Freuden, daß ich mit Herz und Mund glaube und bekenne Alles, was deine heilige Kirche zu glauben vorſtellt, daß ich immer und allzeit auf dich vertrauen, dich über Alles lieben will. — Ich ſchwöre auf's Neue zur Fahne deines hei⸗ ligen Kreuzes; unter dieſer Fahne will ich ſtreiten gegen die Feinde meines Heiles, kämpfen gegen die Sünde, gegen meine böſen Leidenſchaften und Neigungen, gegen alle Verſuchungen, welche zur Sünde führen. Mit aller Treue will ich dir nach⸗ folgen, o Jeſus, und deßhalb opfere und weihe ich dir mein Herz, meinen Leib, meine Seele, meine Freiheit und meinen Willen. Ich will ganz dein ſein, und nimmermehr von dir laſſen, bis ich die Gnade erlangt habe, mit dir auf ewig vereinigt zu ſein im Himmel. Amen. —— 6820—— btel Von nitigen De erſte ſine See umithig ſtnicen ie Hoffn nodes L n inbr nyiger ſintt . Ules, 6 geof bare W ganz u mente wahth biſ, d Genf fi di 5 — F 6el olgn f Kommunionandacht. Gebeie und Tugendalie vor der hl. Kommunion. Von der Vorbereitung auf den Empfang der glor⸗ würdigen Sakramente hängt Alles ab, chriſtliche Seele! Die erſte Bedingniß ſſt. die Reinheit der Seele. Haſt du deine Seele gewaſchen im Blute des Lammes durch eine reumüthige, aufrichtige Beicht, dann ſuche dein Herz zu ſchmücken mit den göttlichen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, der Demuth und Furcht und des Vertrauens; erwecke in dir nochmal innige Reue und inbrünſtiges Verlangen, trete dann hin wie ein hungriger Armer zum himmliſchen und ſättige dich mit dem Brode der Engel! Aebung des Glaubens. M⸗ Jeſus, mein theuerſter Herr! mein Gott und Alles! ich glaube feſtiglich Alles, was deine heilige Kirche lehret, weil du es geoffenbart haſt, und du die ewige, unfehl⸗ bare Wahrheit biſt; beſonders aber glaube ich ganz unbezweifelt, daß du im heiligſten Sakra⸗ mente des Altares unter der Geſtalt des Brodes wahrhaft, wirklich und weſentlich gegenwärtig biſt, damit wir dich genießen können und in dieſem Genuſſe das ewige Leben haben. In dieſem und für dieſen Glauben will ich leben und ſterben! Kommnnionandacht. Aebung der Boffnung. Mein gütigſter Heiland! ich hoffe durch deine Gnade die ewige Seligkeit und Alles, was zu ihrer Erlangung nothwendig iſt, von deiner un⸗ endlichen Barmherzigkeit zu erlangen, da du ſol⸗ ches verheißen haſt und mit ewiger Treue dein Wort hältſt. Ganz beſonders hoffe ich von deiner großen Güte, daß du durch dein Kommen in mein Herz mich heiligen, mich ſtärken, mit deiner Liebe entflammen, mit deiner heiligmachenden Gnade mich heimſuchen willſt.— Aebung der Liebe. Wie ſollte ich dich nicht lieben, o mein Jeſus, da du das unerſchöpfliche Meer aller Güte biſt, und mit ewiger Liebe mich liebeſt! O könnte ich dich ſo lieben, wie ich verlange! O wenn doch mein Herz ganz im Feuer der Liebe gegen dich ſich verzehren könnte! O hätte ich doch die Liebe der Seraphim und Cherubim! Für meine Armuth an Liebe opfere ich dir auf die Liebe des rein⸗ ſten Herzens deiner gebenedeiten Mutter, die Liebe aller Heiligen und Engel! O Jeſus! ich will dich lieben, ich liebe dich, ich will dich immer lieben. In dieſer Liebe will ich leben und ſterben! —— ——— 3 M zu haſ mw ur m vir au Lib zu hieſe 2 ſche g drk v Lrsheit ſens. vegun Doch a in, 0 heilige neine Porſat ligen du h den 5 Kiee md Schin 31 vöp Weint U. — d ſl Arel i Ponin nnni it diyr Auhn Smh „ i. i pil im Kommunionandacht. Elebung der Beue. Mein Jeſus! mein liebenswürdigſter Heiland du haſt mich bis zum Tode des Kreuzes geliebt, und wie habe ich dir dieſe Liebe vergolten? Ach nur mit Beleidigung und Verachtung! Du haſt mir aus unbegreiflicher Liebe deinen heiligſten Leib zur Speiſe gegeben. Ach was habe ich für dieſe Liebe gethan? Ich habe vor deinem Ange⸗ ſichte geſündigt, und alle deine Liebe nur mit Un⸗ dank vergolten! Ach Jeſus! ich erkenne meine Bosheit und bereue ſie vom Grunde meines Her⸗ zens. Blutige Thränen möchte ich weinen, um wegzuwaſchen von meiner Seele alle Sünden! Doch ach, kalt und hart iſt mein Herz! O nimm hin, o Jeſus! zum Erſatze die Reuethränen aller heiligen Büßer; vergib mir um ihrer Reue willen meine Sünden und ſtehe mir bei, daß ich meinen Vorſatz halte und von nun an nur deinen hei⸗ ligen Willen erfülle. Amen. Aebung der AInbetung. O Jeſus, du Sohn des lebendigen Gottes, du König der Glorie, den alle Engel anbeten, den Herrn der Herrſchaaren, vor dem ſich alle Kniee beugen, in Vereinigung mit den Engeln und Heiligen, in Vereinigung der Anbetung deiner heiligſten Mutter Maria bete 1 dich an Jeſus, mein Alles ———————— 98 Kommunionandacht. im heiligſten Sakrament. Dir ſei Lob und Ehre und Verherrlichung ewiglich. Ich bete dich an als meinen Herrn, dem alle Macht gegeben iſt im Himmel und auf Erden, ich bete dich an als meinen Schöpfer und Erlöſer und lege mein Herz als ein Opfer der Anbetung vor deine Füße nieder, auf daß du über dasſelbe herrſcheſt immer und ewig. Amen. Aebung der Furcht und Demuth. O mein Gott und Herr, mein Heiland und Erlöſer, der du in einem unzugänglichen Lichte throneſt, deſſen Thron der Himmel, und deſſen Fußſchemmel die Erde iſt, wer biſt du, wer ich? Du der Reinſte, du der Heiligſte, du der ewig Gerechte, du, vor dem die Engel nicht rein, wie darf ich es wagen, deinem hochheiligen Tiſche zu nahen; Zittern und Beben ergreift mich, wenn ich, ein Sünder, vor dir erſcheinen will, vor dir dem Richter der Lebendigen und der Todten. Du ſiehſt ja mit deinen allerreinſten Augen in mir nichts als abſcheulichen Ausſatz, Verkehrtheit und Verwirrung; o kann, o darf ich es wagen, dich den Heiligſten, den Schönſten unter den Menſchenkindern in mein Herz auf⸗ zunehmen!— Wenn dein heiliger Diener Jo⸗ hannes ausrief, er ſei nicht würdig deine Schuh⸗ riemen außzulöſen, ach, was ſoll ich ſagen? i ufen: ſiwige nich it: en, ach die ju! ſezn keligkei upfüng ſt hebla iſls! her d prich d Port: ud ich hlen Si Siehe, hereit Js vine vobluſtt nit mhin 10 Kommunionandacht. 99 Muß ich nicht mit dem heiligen Petrus aus⸗ rufen: Herr, gehe weg von mir, ich bin ein ſündiger Menſch! Und doch, obſchon du der Allmächtige, der heilige Gott biſt, doch haſt du geſagt:„Kommet ihr Mühſeligen und Bela⸗ denen, ich will euch erquicken. Doch ladeſt du auch die Schlechten, die Niedrigen, die Armſeli⸗ gen zu deinem Mahle ein, ja du befiehlſt ſogar, ſie zu nöthigen, zu deinem Mahle zu kommen; ja du droheſt ſogar dem mit dem Verlurſt der Seligkeit, der dein heiligſtes Sakrament nicht empfängt. Was ſoll ich nun thun? Die Furcht ſchreckt mich zurück, meine Unwürdigkeit ſagt mir: Nahe dich nicht! deine Huld aber, deine Herablaſſung, deine Liebe ladet mich ein! O Jeſus! ich bin unwürdig, das iſt Wahrheit, aber du kannſt mich würdig machen. O ſo ſprich das tröſtliche Wort: Sei rein! ſprich das Wort: Sei geſund! und meine Seele iſt geſund und ich darf kommen und das Mahl mit dir halten zum Leben meiner Seele. Amen. Aebung des Berlangens. Siehe, o Seele! der glückſelige Augenblick iſt da, wo du deinen lieben Jeſus empfangen darfſt. Siehe, der Bräutigam kommt, ſein Mahl iſt bereitet, er ſelbſt will deine Speiſe ſein. O mein Jeſus! mein geliebteſter Jeſus, ſchon ſeufzte 1 1 100 Kommunionandacht. ich nach dir! Du biſt mein Heil, mein Troſt, meine Stärke, du die Wonne meines Herzens, du das Leben meiner Seele, o ſo komme, komme, v Jeſus, du Licht meiner Seele, du, nach dem die heiligen Patriarchen ſich ſo ſehr geſehnt, nach dem mit dem glühendſten Verlangen die aller⸗ ſeligſte Jungfrau geſeufzt, nach dem alle Völker gerufen, den alle Nationen erwartet haben, o komme, mein Jeſus, mein Alles, komme und nimm Beſitz von meinem Herzen, komme und mache mich Eins mit dir. Liebenneuker zn Zesus, wann der Prieſter den Tabernakel öffnet. O Jeſus, im heiligſten Sakramente verbor⸗ gener Gott, du ſtarker Gott, du mächtiger Gott, du allerhöchſte Majeſtät, du König der Könige, du biſt hier im Tabernakel gegenwärtig! Ich ſehe dein holdeſtes Antlitz unter dem Schleier der weißen Hoſtie im Lichte des Glaubens. Ja du biſt es göttlicher Bräutigam! Nicht will ich wie Thomas deine Wunden berühren, um zu glauben, daß du es biſt; nein, ich glaube deinem Worte: Das iſt mein Leib! Ja du biſt da mit deinem verherrlichten Leibe. Ich bete dich an, gelobt und gebenedeit ſeiſt du in alle Ewig⸗ keit. Amen. in E eiſt d zuer D ſend win 9 Diener iihts d hen gbe es d rim chörte liben D ider ſuſche ſche d dine pie ſ vie n vich von verſe No di hern, im, Sonh m 2 hi n S di cl wle ih hin, mmnh um m St „ eir d iyr bit. biip vo Shhin — Kommnnionandacht. 101 Mein liebwertheſter Heiland! Ich ſehe im Geiſt dein heiligſtes Herz ganz brennend vom Feuer der Liebe, und ach wie kalt iſt mein Herz⸗ O ſende doch einen Strahl dieſes Feuers in mein Herz, wie einſt in das Herz deiner heiligen Dienerin Thereſia, und entflamme es, daß es nichts mehr anderes liebt als dich allein. O Jeſus, es iſt mir als hörte ich dich ſpre⸗ chen! Gib mir dein Herz! Ja, o Jeſus, ich gebe es dir; ich opfere es dir, ich weihe es dir. O nimm es und— o wenn du mein Flehen erhörteſt,— gib mir das Deine, damit ich dich lieben könnte, wie du dich ſelbſt liebteſt! O Jeſus, du Schönſter unter den Menſchen⸗ kindern. In dein holdeſtes, ſüſſeſtes Angeſicht zu ſchauen, das iſt die Wonne der Engel. Ich ſehe dich zwar nur in Brodsgeſtalt; du haſt alle deine Schönheit abgelegt. Doch wie herrlich, wie ſchön iſt deine Liebe, wie ſüß deine Güte, wie wonnevoll deine Barmherzigkeit, mit der du mich heimſuchen willſt. O wann werd' ich dich von Angeſicht zu Angeſicht ſchauen, und mich verſenken in das Meer deiner gränzenloſen Liebe! O welch ein Glück, daß wir dich, o Jeſus! im Lande der Verbannung beſitzen. O heiligſtes Manna, du wahres Himmelsbrod in der Wüſte dieſes Lebens, o komme und ſättige meine hung⸗ lichen Sohn geneigt, Kommunionandacht. rige Seele, damit ſie nicht ermatte auf dem Wege zum himmliſchen Vaterland! O göttliches Sakrament des Altars! Du weißt allein, wie theuer du mir biſt! Dir ſeien alle meine Empfindungen geweiht, dir jede Regung meines Herzens. Ach! meine Seele ſchmachtet nach dir. O mein geliebteſter Erlöſer, o liebenswürdigſter, o wünſchenswertheſter Jeſus, o Verlangen meiner Seele, komme, o komme doch bald und nimm mein Herz in Beſitz! O Maria, meine theuerſte Mutter! du haſt durch deine engelgleiche Reinigkeit, durch deine allertiefſte Demuth, durch die Schönheit aller Tugenden den Sohn Gottes zu dir herabgezogen vom Himmel, daß er in dir Menſch geworden! Siehe, der nämliche Jeſus, dein Kind, will zu mir kommen. Aber ach, ich bin nicht würdig ihn zu empfangen. O theuerſte Mutter, ſchmücke du meine Seele mit deiner Reinheit, ziere ſie mit deinen Tugenden, und mache mir deinen gött⸗ daß er nicht verſchmäht meine Armſeligkeit, ſondern mich in Gnade und Erbarmen. Amen. S ther pltze a örle, e win hilonde griſe il in Ei 5. uin( vit d u He öund higel in ſene bee hni u bele gi En A dirſin 8 ne 6u rßiij⸗ — irji, ohm i dht ch di Si lu L hn 1 wer wi riz 5 ſn 1 nn ſüt — 41 uf du Kommunionandacht. 103 Gebete und Tugendakte nach der heiligen Kommunion. Sobald du, chriſtliche Seele, den hochheiligen Leib des Herrn empfangen haſt, ſo wirf dich an einem ruhigen Platze auf deine Kniee nieder, ſammle alle Kräfte deiner Secle, entferne jeden irdiſchen Gedanken, wirf dich nie⸗ der im Geiſte vor die Füße Jeſu, deines liebreichſten Heilandes, der nun in dir weilet und bete ihn an, lobe, preiſe ihn, danke ihm und flehe um ſeine Gnade. Zu dem Ende kannſt du dich folgender Tugendakte bedienen: Begrüssung. 5 gegrüßt, ja tauſendmal gegrüßt, o Jeſus, meine Liebe! Sei immerdar gegrüßt, o mein Gott und Herr! Sei tauſendmal gebene⸗ deit du König der Glorie, du höchſte Majeſtät, du Herr des Himmels und der Erde! Sei vom Grunde meines Herzens gegrüßt du Wonne der Engel, du Troſt der Patriarchen, du wunder⸗ barer Gott mit Uns! Sei ewig gegrüßt und gebenedeit du ewige Weisheit, du Sonne der Gerechtigkeit, du Quelle der Güte und Barm⸗ herzigkeit! O ſei gegrüßt, gelobt und gebenedeit du Fürſt des Friedens, du Bräutigam meiner Seele! O ſei vom Innerſten meines Herzens gegrüßt, o mein guter Herr, o mein geliebter Jeſus mein Schöpfer und Erlöſer! 104 Lommnnionandacht. Berbunderung. Doch, iſt's möglich, daß mein Gott und Herr zu mir kommt? Darf ich wirklich glauben, daß du der ewige, allmächtige Gott, daß du, die allerhöchſte Majeſtät, meine Seele heimgeſucht haſt? Vor dem unbeſchreiblichen Glanze deiner Herrlichkeit verhüllen die Engel ihr Angeſicht, und du kommſt zu mir? Vor deinem Namen beugen ſich alle Kniee, und du kommſt zu mir?! Du bewohneſt ein unzugängliches Licht und kommſt zu mir in die finſtere Wohnung meines Herzens?! Du der Allerreinſte, der Heiligſte der Heiligen willſt wohnen in der wüſten, be⸗ fleckten Stätte meines Herzens? Iſt es möglich, daß du wirklich in meinem Innern weileſt, du, den die Himmel nicht faſſen? Ach mein Herr und Gott! wer bin ich und wer biſt du? Snbetung. In der tiefſten Erniedrigung meiner ſelbſt, o Herr, und mit der größten Ehrfurcht werfe ich mich, o mein Jeſus, zu deinen Füßen nieder und bete dich an, meinen Schöpfer, den Richter über die Lebendigen und die Todten. Ich lobe dich, ich preiſe dich! O hätte ich doch die Stimme aller Engel im Himmel, um dich preiſen zu können!— Ja, du allein biſt würdig, daß du haſt di udm See ſen he b un hinnel nbetu huchte ing i hete ich ihr vor reinig prei ihr das vit mi wdeien heen D nögl nbe verg liche weil dir n 2 min urn ir n Kommnnionandacht. 105 Lob und Preis empfangeſt von aller Kreatur im Himmel und auf Erden! In Vereinigung jener Anbetung, jener Verherrlichung, welche dir dar⸗ brachte deine heiligſte Mutter, als ſie dich em⸗ pfing in ihrem Schooße vom heiligen Geiſte, bete ich dich an. O ihr Engel des Herrn, die ihr vor ſeinem Throne das ewige Alleluja ſinget, vereiniget euch mit mir, euern und meinen Gott zu preiſen! Ihr alle Heiligen im Himmel, die ihr das ewig neue Loblied ſinget, vereiniget euch mit mir, um eueren und meinen Erlöſer zu be⸗ nedeien!— O mein Jeſus, würdige dich, dieſe Anbetung, dieſe Huldigung meines armſeligen Herzens anzunehmen! Danksngung. Du, o Jeſus, Sohn des lebendigen Gottes, haſt dich ſo tief herabgelaſſen, mich heimzuſuchen, und mit deinem eigenen Fleiſch und Blut meine Seele zu nähren, ſie zu reinigen, ſie zu heiligen, ſie mit dem koſtbaren Kleide deiner heilig⸗ machenden Gnade zu ſchmücken! O! wie iſt es möglich, daß ich dir genugſam danke für dieſe unbegreifliche Huld und Güte! Wie kann ich vergelten deine unendliche Liebe, dein unbeſchreib⸗ liches Erbarmen?! Ach jetzt, da du bei mir weileſt, fühle ich, wie arm ich bin! Ich möchte dir gerne zum Danke eine Freude bereiten, aber ———— 106 Kommunionandacht. ach, was beſitze ich denn, was habe ich an mir, das dich erfreuen könnte? Du ſagteſt: Meine Freude iſt es, bei den Menſchenkindern zu ſein! Ach, ich weiß nicht, was dir Wohlgefallen in mir gewähren könnte! Ich bin ja ganz arm an allen Tugenden, arm an guten Werken, unrein, vom Ausſatz der Sünde befleckt, ein Abgrund des Leichtſinns, der Gleichgültigkeit, ja der Bos⸗ heit; in mir iſt Alles wüſte und leer! Doch iſt auch meine Armuth und mein Elend noch ſo groß, unendlich größer noch iſt deine Güte, deine Liebe, dein Erbarmen! Siehe, o Jeſus, weil ich ſo arm, du aber ſo gütig biſt, ſo laſſe dir ge⸗ fallen, die Dankgebete deiner heiligen Mutter hinzunehmen, als ſie dich in der heiligen Kom⸗ munion empfangen, ihre Anbetung, ihre Liebes⸗ anmuthungen, ihre Verdienſte opfere ich dir. Würdige dich hinzunehmen zum Erſatze die Dank⸗ ſagungen aller Heiligen bei ihren heiligen Kom⸗ munionen, und alle Dankſagungen, welche dir bei dem heiligen Meßopfer und bei den dir wohl⸗ gefälligen Kommunionen frommer Seelen auf⸗ geopfert werden. Und mit dieſen Dankſagungen, mit dieſen Aufopferungen, o mein theuerſter Herr! würdige dich auch anzunehmen zum Dank mein ganzes Weſen, meinen Leib, meine Seele, mein Herz. Ich will nicht aufhören dir zu danken, und meinen Dank dadurch zu beweiſen, uß ich deinem d fir mi heles un la ſih ſe hnader hite n d he wich p werd ite g al Un we ulon ih am wo Viſſet 0 ihſ ud Sünd — Fan B Pin vjſin an n x, unn * Ayn der b 1* Dohi S wh ite bin K p ili tg ß 15 Mun Sn ſn i rih di 5 Lie On Sen hn he h Sitwfl Sn u nnn u m Int n Sul⸗ dr il uw ſon, Rommnnionandacht. daß ich von nun an für dich kebe, nur nach deinem Willen, deinem Wohlgefallen. Amen. Bitte. O mein Jeſus! nun iſt die Zeit der Gnade für mich gekommen, nun iſt die Stunde des Heiles da, nun habe ich dich, nun beſitze ich dich, uun laſſe ich dich nicht von mir, ehedenn du mich ſegneſt! Du biſt bei mir mit allen deinen Gnadenſchätzen und biſt bereit, in unendlicher Güte mir zu geben Alles, um was ich flehe. Du haſt ja geſagt!„Thue auf deinen Mund, und ich will ihn füllen,“ du haſt geſagt:„Bittet, ſo werdet ihr empfangen.“ Dieſe unbegreifliche Güte gibt mir Muth, meinen Mund aufzuthun und als ein armer Bettler dich anzurufen. Doch um was ſoll ich flehen, was ſoll ich von dir verlangen? O dir iſt gar wohl bekannt, was ich am meiſten bedarf! Vor Allem bitte ich dich mit der heißeſten Inbrunſt meines Herzens, du wolleſt mir verzeihen alle meine Sünden und Miſſethaten, und meine Seele gnädig reinigen von allen ihren Makeln. Alsdann bitte ich dich flehentlich, du wolleſt vernichten oder wenig⸗ ſtens, wenn es dein heiliger Wille iſt, ſchwächen und kraftlos machen alle meine Neigungen zur Sünde, alle meine böſen Triebe und Leiden⸗ ſchaften, damit ich nimmermehr nach etwas Böſem ———— een eee ert——— 103 Kommnnionandacht. verlange. Gib mir, o mein theuerſter Herr, auch einen recht tiefen Abſcheu von jeglicher Sünde, laſſe mich erkennen, welch ein großes Uebel die Sünde iſt, und durchbohre mein Herz mit heiliger Furcht, damit ich Alles fliehe, was mich zur Sünde führen könnte. O nur keine Sünde mehr, keine Sünde mehr, o Jeſus!— Verleihe mir ferners, gütigſter Heiland, eine recht große und beſtändige Liebe zu dir. Du wohneſt ja mit deinem heiligſten Herzen, das die Flammen der Liebe ganz verzehren, in meinem Herzen. O ſo laß von dieſen Flammen mein Herz ganz entzündet werden; o daß doch dieſe Flammen der Liebe alle irdiſche Liebe in mir verzehrten!— Du haſt geſagt, o Jeſus:„Wer mein Fleiſch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.“ O ſo erfülle denn, o lieber Hei⸗ land, dieſes tröſtliche Verſprechen, o bleibe in mir. O laſſe mich in dir verbleiben wie ein Kind in Mutterarmen.— Ja, o Jeſus! du lebſt ſakramentaliſcher Weiſe in mir; o bleibe und lebe in mir immer durch deine Gnade und Liebe. O Chriſtus, Geſalbter des Herrn, bleibe in mir und hilf mir, daß ich immer in deinen Salbungen wandle, damit alle meine Gedanken, Worte und Werke kein anderes Ziel haben, als deine Verherrlichung, keinen andern Urſprung S hn jlie n gh Srn je She, un — m i ſſts S, in ei. A Sb, enm, i S ſnn u 6. * tiß i ntn ch hi lihe i ni i n 109 Kommunionandacht. als deinen heiligen Willen, keine andere Wirkung als deine Liebe. Bleibe in mir, o Jeſus, o du Starker aus Iſrael, und kräftige meinen ſchwa⸗ chen Willen, damit ich immer getreulich erfülle alle Pflichten meines Standes. O bleibe in mir, o Jeſus, und erfülle mein Gedächtniß mit heiligen Gedanken, erleuchte meinen Verſtand mit himmliſcher Erkenntniß, leite meinen Willen auf Alles, was vor dir ſchön, wahr und gut iſt. O bleibe in mir, o Jeſus, und lege auf meine Zunge nur reine Worte, in meine Augen nur reine Blicke, und meine Ohren laſſe nur Wohl⸗ gefallen haben an reinen Worten und heiligen Geſprächen.— O bleibe in mir, mein theuer⸗ ſter Herr, und regiere alle Glieder meines Leibes; mein Inneres ſei dein Reich, mein Herz dein Thron, ich will immerdar bis zum Tode, ja in alle Ewigkeit dein Knecht(deine Magd) ſein. Amen. * Dieſer Anmuthungen mögeſt du dich, chriſtliche Seele, bedienen, ſo oft du kommunizirſt. Das folgende Gebet verrichte mit möglichſter Andacht, in Beziehung auf den heutigen Sonntag, damit du mit dem Geiſte der Kirche dich vereinigeſt. Gebet im Sinne und Geiſte der heutigen Tagesfeier. (Evangelium Luc. 21, 25. vom letzten Gericht.) Jeſus, du mein Gott, du gerechter Richter, ſtark und mächtig, in meinem Herzen wahrhaft 110 Kommunionandacht. gegenwärtig! Deiner Liebe war es nicht genug, vom Himmel herabzuſteigen und mich zu einem neuen Leben zu erzeugen, du wollteſt auch heute in mein Herz kommen, damit du mich mit deinem Fleiſche nähreſt, mit deinem Blute tränkeſt und die Kräfte meiner ermatteten Seele ſtärkeſt.— Siehe, liebenswürdigſter Jeſus, vor deine Füße niedergeworfen, ſage ich dir herzlich Dank für deine unbegränzte Liebe, die mich, den zu Boden Liegenden aufrichtet, den Hungernden nährt, den Durſtigen tränkt, den Trauernden tröſtet, den vor deinem Gerichte ſich Fürchtenden barmherzig ermuthiget. Ich glaube, o Herr, daß, gleichwie du als ein ſanfter König bei deiner erſten Ankunft gekommen biſt, um die Sünder zu rechtfertigen, du bei deiner zweiten Ankunft kommen wirſt, die Sünder zu verwerfen. Wehe dann mir! Wehe dann dem ſündigen Volke, wehe dann dem Volke mit ſchwerer Miſſe⸗ that! Zitternd und bebend rufe ich daher demüthig zu dir, o Herr: Erbarme dich meiner, da noch iſt die Zeit des Erbarmens, denn bei deiner zweiten Ankunft, am Tage der Entſcheidung, da wird keine Zeit des Erbarmens mehr ſein! Herr Jeſus, ſchrecklicher Schiedsrichter meiner Ewigkeit, ſiehe, ich erkenne meine Miſſe⸗ that, und unerträglich iſt mir der bittere An⸗ blick meiner Sündhaftigkeit. Vor deinen Ge⸗ — ticht innt nich haſt, e ſneht mitz uhn miütz inſer ch di ſute udp nd whän ſießen V her vem ſir m w Ve weine ſiget L Flehe heten —— 1 — in iten cj u uni „on h Ber Iſli u — — — — S— ic weiſer, m hii 6 in, 1gng Kommunionandacht. 111 richten fürchte ich mich, meine Sünde ſteht immer vor meinem Angeſichte, und it mich von allen Seiten. Da du mich als deinen Sohn angenommen haſt, erniedrigte ich mich bis zum Zuſtande eines Knechtes, und ach, daß ich doch kein fauler und unnützer Knecht geweſen wäre! O wolle mich doch nicht, gütigſter Herr, unter die Zahl der unnützen Knechte zählen, die in die äußerſte Finſterniß hinausgeworfen werden. O wende ab dieſes ſchreckliche Unglück von mir und ge⸗ ſtatte nicht, daß mein Mund, der jetzt dich lobt und preiſet, alsdann in der andern Welt, wü⸗ thend über die Pein, die deine Gerechtigkeit verhängt, gegen dich aufſchreit.— Deine über⸗ fließende Güte, welche dich aus dem Schooße des Vaters auf die Erde herabzog, möge dann, o Herr, an jenem großen Tage des Gerichtes, wenn der entſcheidende Urtheilsſpruch geſchieht, für mich bitten, und mir gnädig ſein, damit ich der Verdammniß entfliehe und für die Vergebung meiner Sünden dich ewiglich zu loben gewür⸗ diget werde. ¹) Würdige dich auch, o Herr! zu erhören mein Flehen für mich, und für alle, für welche ich zu beten ſchuldig bin. O verleihe uns allen die ¹) Der heilige Ephrem. 112 Kommnnionandacht. Gnade in dieſer heiligen Adventzeit, die Nach⸗ läſſigkeiten vergangener Tage zu tilgen und in reuevoller Zerknirſchung guten Werken eifrig obzuliegen.— Erſchüttere unſere Herzen mit der Furcht vor deinen Gerichten, und bewirke in deiner Güte, daß der Tag des letzten Gerichtes, jener erſchreckliche Tag, immer vor unſern Augen ſtehe, und jene erſchreckende Poſaune immer in unſern Ohren erſchalle, damit wir würdige Früchte der Buße thun und uns deſto heiliger auf deine zweite Ankunft vorbereiten und damit, wie deine erſte Ankunft, o Herr, zur Wiederherſtellung unſerer Seelen, deine zweite Ankunft gefeiert werde zur Wiederherſtellung unſerer im Staube zerfallenen Leiber. Amen. Bitte zu dem göttlichen Beiland um Ausrottung der Gewohnheitsfehler. * Du wirſt, chriſtliche Seele, bei deiner Gewiſſens⸗ erforſchung ſchon ſo manche Fehler gefunden haben, in welche du, ungeachtet deiner guten Vorſätze immer wieder falleſt, obſchon du ſie oft bereut und gebeichtet haſt. Du haſt dir, wie ich hoffe, ſchon oft Mühe gegeben, ſie zu überwinden und wünſcheſt aufrichtig davon los zu werden.— Bitte heute deinen Heiland, er möge dir die Kraft geben, dieſe Gewohnheitsfehler auszurotten und Jeſus wird dir helfen, wenn du vertrauensvoll eteſt: O mein liebwertheſter Heiland Jeſus! vor deinen alles durchdringenden Augen liegt das — udi Sn ef Ein nichi erit wnlhn =mi pithe hin 1—ie din ſeln gfin Sinb an be, i rtnihn w ſe „n l ſ m itdt — Kommnnionandacht. 113 Innere meines Herzens offen da, du kennſt alle meine Gedanken, all meine Abſichten, all mein Verlangen, du weißt auch, daß ich mir ſchon oft den Vorſatz gemacht habe, jene Fehler nicht mehr zu begehen, wodurch ich dich ſchon ſo oft beleidigt habe, und daß ich dieſelben immer wieder beging, weil ſie mir faſt zur Gewohnheit ge⸗ worden ſind. In aller Demuth, und mit aller Aufrichtigkeit geſtehe ich, daß meine Unachtſamkeit, mein Wankelmuth, meine Gleichgültigkeit die Schuld an dieſen Sünden trägt, und meine Schwäche der Verſuchung immer wieder unter⸗ liegt.— O mein Jeſus! du weißt auch, daß ich dieſes Unkraut aus meinem Herzen ausreißen und tilgen will, fürchte aber, daß ich ungeachtet meines feſten Vorſatzes doch wieder fallen werde. Zu wem ſoll ich mich um Hilfe wenden? Zu wem anders als zu dir, der du geſagt haſt: „Rufe mich an in der Trübſal, und ich will dich erlöſen.“ Du biſt ja der Erlöſer von aller Sünde! O ſo erlöſe mich von dieſem Uebel. Mahne mich durch deine heiligen Engel, daß ich wache und fürchte; ſtärke mich durch deinen heil. Geiſt, daß ich kämpfe; unterſtütze mich mit deinem mächtigen Arme, daß ich nicht falle. Wenn die Verſuchung naht, wenn ich in dieſen Fehler N. chier nenne ihn) wieder fallen ſollte, o dann ſtehe mir zur Seite und gib mir Kraft, daß ich Jeſus, mein Alles. 8 — —— 114 Kommunionandacht. muthig widerſtehe!— O meine theuerſte Mutter Maria! bitte du deinen allerliebſten Sohn für mich, daß er mein Flehen erhöre, und decke du mich mit deinem Schutzmantel, wenn die Ver⸗ ſuchung naht, daß ich meine Seele unbefleckt bewahre und über meine Neigungen und böſen Leidenſchaften, über meinen Leichtſinn und Wan⸗ kelmuth den Sieg erringe. Amen. Ablaßgebete. „Dadurch, daß unſere heilige Mutter, die Kirche, aus dem unverſiegbaren Schatze der Verdienſte Jeſu Chriſti, ſeiner glorwürdigen Mutter und aller Heiligen, uns Abläße, d. h. Nachlaß der zeitlichen Sündenſtrafen ver⸗ leiht, iſt dir, chriſtliche Seele, ein troſtreiches Mittel ge⸗ geben, viele deiner Sündenſchulden vor Gottes Gerech⸗ tigkeit abzutragen und den armen Seelen im Fegfeuer zu Hilfe zu kommen. Vernachläſſige daher nicht, die heiligen Abläße zu gewinnen, ſo oft eine Gelegenheit ſich darbietet.— Eine gelegene Zeit iſt die Stunde nach der heiligen Kommunion, weil die Gewinnung der meiſten vollkommenen Abläße von dem Empfange der heiligen Sakramente der Buße und des Altares abhängt, und alle Abläße, die vollkommenen und unvollkommenen, den Stand der Gnade Gottes fordern. Bediene dich daher öfters nachfolgender Gebete, ¹) an welche die Ge⸗ winnung eines Ablaßes geknüpft iſt. ³) Die Gebete ſind wortgetren„der Sammlung von Gebeten und frommen Werken, für welche die Päpſte heilige Abläße verliehen haben,“ von Michael Haringer, entnommen, welche Sammlung vomhl. apoſtoliſchen Stuhle approbirt ſt. ———„— 1 —— S—— e— 1 beſei 8 bijn Chrſi en tt, i 1 thit e ni n * heih 6 d [,m i itelg⸗ (Rhen n Kt Sch e — U + 3he u E 6en Kommnnionandacht 115 ** Papſt Pius IX. verlieh durch Dekret vom 9. Jan. 1854 allen Gläubigen einen Ablaß von 300 Tagen, wenn ſie nachfolgende Anrufungen des heiligen Ignatius andächtig beten und ferner einen Ablaß von 7 Jahren nach der heiligen Kommunion. Endlich jenen, welche ſie täglich beten, einmal im Monate einen voll⸗ kommenen Ablaß, wenn ſie nach verrichteter Beicht und Kommunion eine Kirche beſuchen und daſelbſt nach der Meinung des heiligen Vaters beten. Inrufungen an Fesus. Seele Chriſti, heilige mich, Leib Chriſti, errette mich, Blut Chriſti, berauſche mich, Waſſer der Seitenwunde Chriſti, waſche mich, Leiden Chriſti, ſtärke mich, O gütiger Jeſu, erhöre mich, In deine Wunden verbirg ich mich, Laß von dir nicht trennen mich, Vor dem böſen Feinde beſchütze mich, In der Stunde meines Todes rufe mich, Und laß zu dir gelangen mich, Daß ich mit deinen Heiligen lobe dich Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. * Papſt Pius VII. verlieh durch Dekret vom 25. Aug. 1818 Allen, welche andächtig und reumüthig den Hymnus: Pange Lingua gloriosi mit dem Ver⸗ ſikel und der Oration vom heiligſten Sakramente beten, einmal des Tages einen Ablaß von 100 Tagen. Ferner denjenigen, welche häufig und wenigſtens zehnmal in 8* 116 Kommnnionandacht. jedem Monate das Pange Lingua beten, alle Jahre einen vollkommenen Ablaß am grünen Donnerſtage, ferner am Fronleichnamsfeſte, oder einem andern Tage in der Oktave desſelben, und endlich noch an einem an⸗ deren Tage nach ihrer eigenen Wahl, wenn ſie nach ver⸗ richteter Beicht und Kommunion eine Kirche beſuchen und nach der Meinung des heiligen Vaters beten. Pange Lingua. „ Preis, o Zunge, das Geheimniß Von dem Leibe, der ſo glorreich, Von dem Blute, das ſo koſtbar, Das die Frucht des reinſten Schooßes, Das der König aller Völker Für das Heil der Welt vergoß. Uns gegeben, uns geboren, Aus der Jungfrau ohne Makel, Und in dieſer Welt verweilend, Seines Wortes Samen ſtreuend, Will er wunderbar beſchließen Seines Erdenlebens Lauf. Bei dem letzten Abendmahle, Das Geſetz genau befolgend, Mit den Brüdern an der Tafel, Die nach altem Brauch beſetzt, Gibt er ſeiner Jünger Schaar Selber ſich zur Speiſe dar. Durch das Wort des fleiſchgewordnen Wortes wird das Brod zu Fleiſch, Und der Wein zu Chriſti Blut: Wenn die Sinne auch verſagen, — — Kommunionandacht. Reine Herzen zu verſichern, Reicht die Kraft des Glaubens hin. Laßt uns denn im Staub verehren Ein ſo großes Sakrament, Weichen muß der neuen Sonne Nun des alten Bundes Schatten, Und der Glaube muß ergänzen, Was der Sinn uns nicht bewährt. Dem Erzeuger, dem Erzeugten Sei der Ruhm, und ſei die Ehre, Lob und Preis und aller Segen Seien ihnen gleicher Maßen, Und dem, der von beiden ausgeht, Sei die gleiche Herrlichkeit. Amen. V. Brod vom Himmel haſt du ihnen verliehen. R. Das alle Süſſigkeit in ſich hat. Laßt uns beten. O Gott, der du uns in dem wunderbaren Sakramente das Andenken deines Leidens hinter⸗ laſſen haſt, gewähre uns, wir bitten dich, die heiligen Geheimniſſe deines Leibes und Blutes ſo zu verehren, daß wir die Frucht der Erlöſung unabläſſig in uns empfinden. Der du lebſt und regierſt in Ewigkeit. Amen. * Gemäß Dekret vom 26. Aug. 1814 verlieh Papſt Pius VII. allen Gläubigen einen Ablaß von 300 Tagen, ſo oft die nachfolgenden Akte der Anbetung mit fünf Vater unſer, Ave Maria und Ehre ſei Gott 113 Rommnnionandacht. beten. Dieſe und die nachfolgenden Gebete kannſt du auch, chriſtliche Seele, Nachmittag beim Beſuche des aller⸗ heiligſten Sakramentes verrichten. ktr der Znbetung und Fühnung vor dem allerheiligſten Sakramente. I V bete dich in tiefſter Ehrfurcht an, o mein Jeſus, in dem allerheiligſten Sakramente; ich erkenne dich als wahren Gott und wahren Menſchen, und mache die Meinung, mit dieſer Huldigung die Kälte ſo vieler und vieler Chriſten gut zu machen, die in deinen Tempeln und manch⸗ mal ſogar an den heiligen Tabernakeln vorüber⸗ gehen, in welchen du mit liebevoller Ungeduld deinen Gläubigen dich mitzutheilen, zu jeder Stunde zu verweilen dich würdigeſt, und nicht einmal dich begrüßen und durch dieſe Gleichgül⸗ tigkeit zeigen, daß ihnen wie den Juden in der Wüſte, dieſes himmliſche Manna zum Ekel ge⸗ worden iſt. Und zum Erſatze für eine ſo em⸗ pörende Lauigkeit opfere ich dir das koſtbare Blut auf, das du aus der Wunde deines linken Fußes vergoſſen haſt, und, indem ich meine Seele in dieſe heilige Wunde einſchließe, wiederhole ich tauſend und tauſend Mal: Lob, Preis und Dank ſei jetzt und ohne End' Dem heiligſten und göttlichſten Sakrament. Vater unſer. Ave Maria. Ehre ſei ꝛc. die nn o l jde ſt nit i ihei⸗ in de g tio en⸗ But 1scl in — 1 Shn ri Kommnnionandacht. TI. Ich bete dich in tiefſter Ehrfurcht an, o mein Jeſus, ich erkenne dich als gegenwärtig in dem allerheiligſten Sakramente und mache die Meinung, mit dieſer Huldigung die Undankbarkeit ſo vieler Chriſten gut zu machen, welche dich ohne Be⸗ gleitung laſſen, wenn ſie dich zu armen Kranken tragen ſehen und käum ſich würdigen, ein Zeichen der äußerlichen Anbetung von ſich zu geben. Und zum Erſatze für einen ſolchen Kaltſinn opfere ich dir das koſtbarſte Blut auf, das du aus der Wunde deines rechten Fußes vergoſſen haſt, und, indem ich meine Seele in dieſe heilige Wunde einſchließe, wiederhole ich tauſend und tauſend Mal: Lob, Preis ꝛ⁊c. Vater unſer ꝛc. Ave Maria. Ehre ſei ꝛc. TII. Ich bete dich in tiefſter Ehrfurcht an, o mein Jeſus, wahres Brod des ewigen Lebens und mache die Meinung, mit dieſer Huldigung die vielen Wunden gut zu machen, die deinem Herzen täglich geſchlagen werden durch die Verunehrung der Kirchen, in welchen du unter den ſakramen⸗ talen Geſtalten zu weilen dich würdigeſt, um von den Gläubigen verehrt und geliebt zu werden. Und zum Erſatze für dieſe Verunehrungen opfere 120 Kommnnionandacht. ich dir das koſtbarſte Blut auf, das du aus der Wunde deiner linken Hand vergoſſen haſt, und, indem ich meine Seele in dieſe heilige Wunde einſchließe, wiederhole ich tauſendmal: Lob, Preis ꝛc. Vater unſer. Ave Maria. Ehre ſei 2 IW. Ich bete dich in tiefſter Ehrfurcht an, o mein Jeſus, lebendiges Brod vom Himmel herobge⸗ ſtiegen! und mache die Meinung, mit dieſer Huldigung die vielen Unehrerbietigkeiten gut zu machen, welche von deinen Gläubigen täglich begangen werden, weil ſie der heiligen Meſſe beiwohnen, in welcher du durch ein Uebermaaß von Liebe unblutiger Weiſe dasſelbe Opfer er⸗ neuerſt, welches du am Kalvarienberge für unſer Heil vollbracht haſt. Und zum Erſatze für eine ſolche Undankbarkeit opfere ich dir das koſtbarſte Blut auf, das du aus der Wunde deiner rechten Hand vergoſſen haſt, und, indem ich meine Seele in dieſe heilige Wunde einſchließe, vereinige ich meine Stimme mit den Stimmen der Engel, die dich in tiefer Andacht umringen und ſpreche mit ihnen: Lob, Preis ꝛc. Vater unſer. Ave Maria. Ehre ſei ꝛc. V. Ich bete dich in tiefſter Ehrfurcht an, o mein Jeſus, wahres Sühnopfer für unſere Sünden, m dit erk 4 — 1 di ba d ehtn i d di e8 den, vin Kommnnionandacht. 121 und opfere dir dieſe Huldigung auf zum Erſatze für die gottesräuberiſchen Mißhandlungen, welche dir von ſo vielen Chriſten widerfahren, die ſich erkühnen, ſich dir zu nahen und dich mit ſchweren Sünden in ihrem Herzen in der Kommunion zu empfangen. Und zum Erſatze ſo verabſcheu⸗ ungswürdiger, gottesräuberiſcher Frevel opfere ich dir die letzten Tropfen deines koſtbarſten Blutes auf, welche du aus deiner Seitenwunde vergoſſen haſt, indem ich in dieſe heilige Wunde eingeſchloſſen dich anbete, preiſe und liebe, und nicht aufhöre mit allen das heiligſte Sakrament verehrenden Seelen auszurufen: Lob, Preis ꝛc. Vater unſer. Ave Maria. Ehre ſei ꝛ. Mittelſt Dekret vom 10. April 1821 verlieh Papſt Pius VII. allen Gläubigen, welche nach verrichteter Beicht und Kommunion wenigſtens mit reumüthigem Herzen das folgende Gebet vor was immer für einem Bilde des gekreuzigten Jeſus verrichten und für die An⸗ liegen der heiligen Kirche beten, einen vollkommenen Ablaß. Dieſen und die vorausgegangenen Abläße kann man auch den armen Seelen fürbittweiſe zuwenden. Gebet. Siehe, o mein gütigſter und ge⸗ liebter Jeſus, in deiner heiligſten Gegenwart zu deinen Füßen hingeworfen bitte ich dich flehentlich, daß du die Geſinnungen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, der Reue über meine Sünden und des Vorſatzes, dich nicht mehr zu 122 Kommunionandacht beleidigen, in mein Herz einprägen wolleſt, indem ich mit aller Liebe und innigem Mitleiden deine fünf Wunden betrachte und mir vor Augen ſtelle, was von dir, o mein Jeſus, der heilige Prophet David geſagt hat:„Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt, ſie haben alle meine Ge⸗ beine gezählt.“(Pſ. 21, 17. 18.) 2. Sonntag im Advent. Evangelium von der Sendung der Jünger des heiligen Johannes an Chriſtus. Matth. 11, 2. Por der heiligen Rommunion. G Jeſus, Erlöſer der Welt, den alle Völker erwarteten, ſiehe, auch meine Seele verlangt nach dir wie der Hirſch nach Waſſerquellen. O mein Herr, komme, denn ſchwer fällt es mir, von dir entfernt zu ſein, von dir, den meine Seele lieb hat. Komme, meine Liebe, komme zu mir, ſüſſeſter Jeſus, du Geliebter, du Liebens⸗ würdiger, du Erſehnter! Sage mir, den meine Seele liebt, wo du weileſt?²) Doch mir iſt nicht verborgen, wo du weileſt. Ich frage nicht, wie die Jünger des Johannes, ob du es biſt, der ¹) Hohel 1. ˙ i Sint d Lyul. Han, nin jl vo icheni⸗ wine Henit it eni 2. Sonntag im Advent. 123 da kommen ſoll; ich weiß es, der Glaube ſagt es mir, du biſt Chriſtus, der Sohn des lebendigen Gottes, du biſt wirklich gekommen, und biſt wi klich und wahrhaft gegenwärtig in dieſer Kirche, im Tabernakel, damit du mich Hungernden ſpeiſeſt. Du haſt vor meinem Angeſicht einen Tiſch bereitet, wahrhaft einen koſtbaren Tiſch, wo du mit deinem Fleiſch und Blut meine Seele erquickeſt. O nein, nicht die Gewohnheit, ſondern ein ſehnſüchtiges Verlangen zieht mich zu dieſem Tiſche hin, o du von allen Völkern Erſehnter! Deiner Güte bin ich freilich unwürdig, aber ich dürſte nach dir, o Herr! Meine Unwürdigkeit ſchreckt mich zurück, aber dennoch, vertrauend auf deine unendliche Güte laſſe ich mich durch nichts abhalten, um dich in mein Herz außzu⸗ nehmen. Ich möchte dich umfangen mit den Armen der Liebe, dich, meinen gütigſten Erlöſer, auf den ſchon lange die Völker hofften. In dir allein ſich mein Herz. Was habe ich wohl im Himmel und was will ich auf Erden ohne dich, o Herr? Du biſt der Gott meines Herzens, du biſt mein Antheil, du mein Heil, mein Leben, meine Seligkeit in Zeit und Ewig⸗ keit. Nach dir ſeufze ich mit allen Trieben meines Herzens und je öfter ich dich empfange, o Brod der Engel, deſto mehr hungert mich 124 Kommunionandacht. nach dir. O komme, ſüſſeſter Gaſt meines Her⸗ zens! Komm und weile nicht! Meine Seele iſt ohne dich wie Land ohne Waſſer! Bei dir iſt die Quelle des Lebens; du allein kannſt meinen Hunger und Durſt ſtillen; du allein erfüllen mein brennendes Verlangen. Komm, o Jeſu, du Erſehnteſter! Komm, mein Geliebter! O wie ſchwer fällt mir dein Zögern, bis ich dich um⸗ fange, den meine Seele liebt, den alle Nationen erſehnten, in deſſen Angeſicht die Engel zu ſchauen gelüſtet. O wie glücklich bin ich, mein Jeſus, bald, bald kommſt du zu mir! (Tugendübungen vor der hl. Kommnnion ſiehe Seite 95.) Gebet zur allerſeligſten Jungfran. O heiligſte Jungfrau und Mutter Maria, voll der Gnaden, du wurdeſt gewürdigt durch Mitwirkung des heiligen Geiſtes, den Meſſias, den Erſehnten aller Völker, zu empfangen und unter deinem Herzen zu tragen, o erlange mir, deinem unwürdigſten Diener, die Gnade bei deinem Sohne Jeſus Chriſtus, daß ich ihn mit innigſter Andacht, mit tiefſter Ehrfurcht, mit flammender Liebe empfange. O ſchmücke mein Herz, ich bitte dich, durch deine Fürbitte mit der Zierde deiner Tugenden, damit ich Jeſum, meine Liebe, nach dem ich ſo ſehr verlange, würdig in dasſelbe aufnehme und darin beherberge. Amen. ſa i — in Tin i NN Mui, gwit m ſ, — ewjen m n, dd de bi dihnnit 6m ni dm wei n Vit ni n Iein, ſi Lung ℳ tid zihm nA Aſhun — a e L. Sonntag im Advent. Mach der heiligen Rommunion. Sei gegrüßt, ſei tauſendmal gegrüßt, ſüſſeſter Jeſus, der du mich wieder zu deinem heiligen Mahle zugelaſſen haſt. O wie gut biſt du, wie gütig für alle, die auf dich hoffen. Du haſt mir dein heiligſtes Fleiſch gegeben, wornach ich ſo ſehnſüchtig verlangte; ganz haſt du dich mir geſchenkt. O welch unbeſchreibliche Gnade! Und du biſt bei mir, biſt in meinem Herzen, den die heiligen Patriarchen nicht ſchauen durften! O welch unausſprechliches Glück! Ich glaube im Himmel zu ſein, da du in meinem Herzen biſt, o mein Erlöſer! Ich weiß nicht, was ich vor Freude ſagen ſoll, was ich denken, was ich thun ſoll? In die größte Verwunderung verſetzt mich die Größe deiner Liebe, o ſüſſeſter Jeſus! Dies Eine kann ich nur ſagen und vor dem Himmel und der Erde bekennen, daß ich dich über Alles liebe, und ohne Ende dich zu lieben verlange. O daß ich doch ganz in Liebe aufgelöſt ſein, und nur in dir all meinen Troſt ſuchen möchte. Um dies Eine bitte ich dich, o Herr, um dies Eine flehe ich, daß du mich losreißen möchteſt von allen Geſchöpfen, ſo daß ich täglich mehr das Himmliſche zu koſten, das Göttliche, das Ewige zu beſitzen verlange, und daß ich alle Eitelkeit, alles Unnütze, alles Schädliche verabſcheue, was * 126 Kommunionandacht. den Menſchen in den Untergang ſtürzt!— Dieſe Gnade hoffe ich vor Allem von deiner unermeß⸗ lichen Güte. Und was darf ich nicht Alles hoffen von dir, o mein ſüſſeſter Herr! nachdem du dich ſoweit herabgelaſſen haſt, bei einem ar⸗ men Sünder einzukehren? Was wirſt du mir verweigern, zu geben, da du dich nicht geweigert haſt, dich mir zu ſchenken, o mein Jeſus und mein Alles! Alles hoffe ich von dir, da ich nun dich in mir beſitze. Du haſt, o Herr, den Jüngern des Johannes geſagt:„Die Blinden ſehen, die Lahmen gehen, die Ausſätzigen werden gereiniget, die Tauben hören, die Todten ſtehen auf,“ und wollteſt durch dieſe Wunder bezeugen, daß du wahrhaft der Heiland biſt, nach dem alle Völker ſich ſehnten. O Jeſus, mein Gott und Herr, mögeſt du dich würdigen, dieſe Wunder auch an meiner armen Seele zu wirken! Es koſtet dich ja nur ein Wort, und Alles geſchieht. O erleuchte meine blinde Seele mit dem Lichte des lebendigen Glaubens, daß ich fortan nur im Glauben wandle, das Wahre, Schöne und Gute immer erkenne, liebe und vollbringe! O ſiehe, wie ein Lahmer bin ich, wenn ich den Weg der Voll⸗ kommenheit gehen ſoll und will. O ſtärke mich, mein Jeſus, daß ich dir treu nachfolge und den ſchmalen Weg wandle, den du gegangen biſt. ihm uft nt mn ich wu in b wir 1 nipen nebe n eime 0ri in T — — „ 1 en n ſum 1Shm tSuhn beſtn eFſchn 1pnih x Pl⸗ p L. Sonntag im Advent. 127 O mache die Füße meiner Seele hurtig, daß ich eile, zu dir in die Ruhe einzugehen. O Jeſus, ich fühle mich bedeckt mit dem Ausſatz der Sünde, kein Tag vergeht, wo ich nicht meine Seele be⸗ flecke; o Jeſus, reinige mich und bewahre mich, daß ich nicht wieder mich beflecke! O mein guter Heiland! wie oft redet deine Stimme zu mir, wie oft klopfſt du an mein Herz mit deinen Ein⸗ ſprechungen; aber ach, taub bin ich gegen deine ſo liebliche Stimme. O öffne das Ohr meiner Seele und mache es geneigt, allzeit zu hören dein Wort; o ſprich jetzt zu mir, ſiehe, ich will hören. O mein Jeſus! ohne dich verfällt meine Seele dem Tode, darum haſt du geſagt!„Wer mein Fleiſch ißt und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben.“ O laſſe mich nicht dem Tode verfallen, o bewahre das Leben der Gnade in mir, bis ich das unausſprechliche Glück habe, jenes ſelige, ewige Leben zu erlangen bei dir im Himmel. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) Ablaßgebet. Siehe Seite 114 u. flg. —— 123 Meßgebete. Das Feſt der unbefleckten Empfängniß der allerſeligſten Fungfrau.(8. Dezember.) Meßgebete zugleich für alle Liebfrauenfeſte. * Als Jeſus auf dem Altare des Kreuzes hing und ſich für uns opferte, da war auch das unbefleckte Herz ſeiner theuerſten Mutter ein Altar, auf welchem ſie das Leben ihres geliebteſten Sohnes für uns dem himmliſchen Vater mit aufopferte. Hat nun die gebenedeite Gottes⸗ mutter an dem blutigen Kreuzesopfer ihres göttlichen Sohnes den innigſten Antheil genommen, ſo wird ſie auch an dem unblutigen Opfer ihres geliebteſten Sohnes, an dem heiligen Meßopfer, denſelben Antheil nehmen, und keinen andern Wunſch haben, als daß du dich, chriſtliche Seele, durch inbrünſtige Andacht der Früchte dieſes Opfers im reichlichſten Maaße theilhaftig macheſt. Stelle dir nun vor, Maria, unſere theuerſte Mutter, kniee an deiner Seite, und ſpreche zu deiner Seele: Sum Stultelgebet. I Siehe, o Seele, welchen Abſcheu der dreimal heilige Gott vor der Sünde hat, da er mich, als er mich zur Mutter ſeines Sohnes auserwählte, nicht einmal einen Augen⸗ blick von der Makel der Erbſünde befleckt ſehen wollte. Im Hinblicke auf die unendlichen Ver⸗ ——————— —— — d ri . hriſti FOyfn ſeine „n Fſchn zn V Meßgebete. 129 dienſte ſeines Sohnes, den er Menſch werden und am Kreuze für die ſündige Menſchheit ſterben laſſen wollte, hat Gottes Gnade mich bewahrt vor jeglicher Makel der Sünde. Eine ganz reine, eine ganz unbefleckte Mutter ſeines heilig⸗ ſten Sohnes ſollte ich ſein, nichts Sündhaftes wollte ſein allerreinſtes Auge an mir ſehen.— Du warſt von der Erbſünde befleckt, ein Gegen⸗ ſtand des Abſcheues Gottes, aber auch von dir hat er die Erbſünde um der Verdienſte ſeines Sohnes willen weggenommen in der heiligen Taufe und dich bekleidet mit dem Gewande der Unſchuld! Ich habe das unbefleckte Kleid der Unſchuld durch ſeine Gnade bewahrt, aber du? Haſt du es nicht ſchon oft verunreinigt mit dem Schmutze der Sünde?! Kann das reinſte Auge meines Sohnes dich mit Wohlgefallen anſchauen? Und wenn du von der Sünde befleckt biſt, wenn der garſtige Ausſatz der Sünde an dir klebt, wie kannſt du jetzt, ohne Beunruhigung zu fühlen, dem heiligſten Opfer meines Sohnes beiwohnen? Ergreift dich nicht Schmerz und Reue, fühlſt du keinen Ekel, keinen Abſcheu, daß du deinen Gott und Herrn ſo beleidiget haſt? Die Seele. O mein Gott und Herr! welch unbegreifliche Gnade haſt du mir erwieſen, daß du mich mit dem unbefleckten Kleide der Unſchuld in der heiligen Taufe haſt, Jeſus, mein Alles. 130 Meßgebete. aber wie unbegreiflich kommt mir jetzt mein Leichtfinn, meine Gleichgültigkeit, ja meine Bos⸗ heit vor, daß ich dieſes koſtbarſte Kleid durch Sünden befleckt, und in den Koth getreten habe. Ach, wie undankbar war ich gegen dich, o Herr; wie wenig erkannte ich, was du für eine Gnade mir in der heiligen Taufe erwieſen haſt! Ach ich ſündigte, ſündigte aus meiner Schuld, aus meiner Schuld, aus meiner größten Schuld! O barm⸗ herziger Vater im Himmel, die Verdienſte deines Sohnes ſind nicht erſchöpft; um dieſer Verdienſte willen flehe ich zu dir, vergib mir wieder, waſche mich wieder und nimm weg meine Unreinigkeit! O meine theuerſte Mutter Maria, und ihr lieben Heiligen, die ihre Kleider im Blute des Lammes gewaſchen haben, bittet für mich meinen gütigſten Heiland, daß er nur Ein Tröpflein ſeines heilig⸗ ſten Blutes auf mich fallen laſſen möge, und ich werde rein und ihm wieder wohlgefällig ſein. Amen. Bom Introitus bis zur Gpistel. Maria. Siehe, o Seele, ich will dir, wenn du Gott fürchteſt, erzählen Alles, was der Herr an mir gethan hat, auf daß du mit mir preiſeſt ſeinen heiligen Namen und ihm lobſingeſt mit allen ſeinen Heiligen.— Er, der Allmächtige, hat mich auserkoren zu jenem Weibe, das der Schlange den Kopf zertreten ſollte; er hat Feind⸗ — 1 6 ni t,† ine gn tn hu gen S ohn lu nm t, wn 8 Wor hn noh ni „8 ſiin L20 doid — i, ihr in Meßgebete. 131 ſchaft geſetzt zwiſchen mir und der Schlange; ſie ſollte mich mit ihrem Gifte nicht beflecken, ſie ſollte niemals, auch nicht einen Augenblick, herr— ſchen über mich. Sein mächtiger Arm hat mich beſchützt, daß ich vom erſten Augenblick meines Daſeins unbefleckt blieb, daß keine Makel der Sünde die Reinheit meiner Seele trübte. Wie eine Lilie unter Dornen wuchs ich auf; reiner als der Engel war ich, als der heilige Geiſt über mich herabkam, und ich empfing den Sohn Gottes. Mein unbeflecktes Blut gab ich ihm zu ſeiner anbetungswürdigen Menſchheit und eine unbefleckte Jungfrau blieb ich vor, bei und nach der Geburt, von keinem Hauche der Sünde be⸗ rührt.— Sieh, was der Herr Großes an mir gethan, er, deſſen Name heilig iſt. Es lobe daher meine Seele den Herrn und Alles, was in mir iſt, ſeinen heiligen Namen!— Die Seele. O mein Gott! wie ſollte ich heute nicht einſtimmen in den Jubel der ganzen Kirche, über die unermeßlichen Gnaden, welche du meiner theuerſten Mutter Maria erwieſen haſt.— O ich wäre kein Kind dieſer gebene⸗ deiten Mutter, wenn ich mich nicht erfreute über ihre unbefleckte, mehr als engelreine Schönheit, wenn ich dir nicht dankte für alle Gnade, die du in unermeßlichem Maaße ihr mitgetheilt haſt, und denen ſie ſo treu mitgewirkt O ge⸗ 132 meßgebete. ſtatte mir, daß ich mit der heiligen Kirche bete: „O mein Gott, der du durch die unbefleckte Em⸗ pfängniß der Jungfrau, deinem Sohne eine ſo würdige Wohnung bereitet haſt, verleihe uns, der du ſie vor jeder Makel bewahrt haſt, daß auch wir durch ihre Fürbitte Herz und Leib mit aller Treue unbefleckt bewahren, durch denſelben Chriſtum, unſern Herrn. Amen. Von der Epistel bis aum Gfertorinm. Maria. Höre meine Seele! es ſteht von mir geſchrieben:„Der Herr hat mich gehabt im Anfang ſeiner Wege, ehedenn er etwas ge⸗ macht hat, von Anbeginn. Ich bin eingeſetzt von Ewigkeit, von Alters her, ehedenn die Erde geworden.“ Von Ewigkeit alſo hat mich der allmächtige Gott vorherbeſtimmt, ſeines Sohnes Mutter und die Mutter aller Erlöſten zu werden; von Ewigkeit her ſollte ich der Sitz der göttlichen Weisheit und darum auch das Vorbild, der Spiegel der Gerechtigkeit, für alle werden, die den Weg der Vollkommenheit wandeln wollen. „Darum, ihr Kinder, höret mich, glückſelig ſind, die meine Wege bewahren; höret die Lehre und werdet weiſe und verwerfet ſie nicht! Glückſelig der Menſch, der mich höret, und der an meinen Thüren wachet, Tag für Tag, und meiner wartet an der Schwelle meiner Thüre. Wer mich findet, find her ſol F oh ni ei en Meßgebete. 133 findet das Leben und ſchöpfet Heil von dem Aece t Herrn.“ So höre, o Seele, meine Stimme und folge mir nach. Ich bin am treueſten in die nct i ſt t r Fußſtapfen meines Sohnes getreten; ich habe ſ, ohne Unterlaß ſeine Tugenden geübt, o folge ehn nir nach, ich reiche dir meine Hand, nimm immer teil deine Zuflucht bei mir, meine Hilfe ſoll dir nicht n ermangeln; keine Bitte ſchlägt mir mein Sohn ab. Die Seele. OD meine theuerſte Mutter! ich ſage Gott, dem Herrn, den innigſten Dank, daß er mir eine ſolche unbefleckte, reine, eine ſo liebevolle und gütige, eine ſolche mächtige Mutter gegeben hat.— Ja ich will allzeit deine Stimme hören, und in allen meinen Anliegen meine Zu⸗ flucht zu dir nehmen. Ich will in deine Fuß⸗ ſtapfen treten und deine Tugenden, deine De⸗ muth, deine Liebe zur jungfräulichen Keuſchheit, deine Sanftmuth, deinen Gehorſam, deine Liebe zu den Nächſten nachahmen.— Aber du kennſt ja meine Armſeligkeit, du kennſt meine Schwäche. Ich will das Gute und thue es nicht. Immer ſchwanke ich hin und her. Kaum bin ich aufge⸗ ſtanden vom Falle, ſo unterliege ich ſchon wieder der Verſuchung. O meine gütige Mutter, du mächtige Jungfrau, hilf mir doch, daß ich endlich einmal überwinde, ſtärke mich im Kampfe, be⸗ ſchütze mich vor Gefahr und führe mich auf den Weg, der zum Leben führt. Amen. Meßgebete. Vom Gffertorium bis enr Wandluug. Maria. Siehe, o Seele, um das Blut meines göttlichen Sohnes biſt du erkauft, aber nicht blos ſein Blut opferte er für dich, ſein ganzes Leben war ein Opfer für dich; ſeine Armuth im Stalle zu Bethlehem, ſeine Thränen, die er geweint in der Krippe, ſeine Schmerzen in der Beſchneidung, ſein armes Leben in Naza⸗ reth, ſeine Arbeit, ſeine Schritte und Tritte, ſein Faſten, die Hitze und Kälte, die er duldete, der Schweiß, den er vergoß, ſein nächtliches Gebet, ſein Hungern und Durſten auf ſeinen Wanderungen, die Beſchimpfung und Verfolgung von ſeinen Feinden, der Verrath des Judas, die Verläugnung des Apoſtels Petrus, die er erduldete, das waren lauter unermeßlich, ewig verdienſtliche Opfer für dich, und der Schlußſtein aller dieſer Opfer war ſein bitteres Leiden, ſein qualvoller Kreuzestod. Und an allen dieſen Opfern hatte ich meinen größten Antheil, auch mein Leben war ein Opferleben, ich opferte mich immer mit meinem Jeſus mit!— Auch dein Leben, mein Sohn(meine Tochter), muß ein Hpferleben ſein. O wehe dir, wenn du für deinen Heiland kein Opfer bringen, dir nichts verſagen, nichts dulden, nichts ertragen kannſt! Wenn du mit Chriſto, meinem Sohne, nicht leideſt, ih Pote nih ch d —— du i 1 ſich er& iunt Meßgebete. 135 wirſt du dich nicht mit ihm freuen! Dein Herz gehört ſein, opfere es ihm, alle Kräfte deiner Seele, alle Glieder deines Leibes gehören ſein, o weihe ſie ſeinem Dienſte. Jetzt, da der Prieſter die Opfergaben darbringt, jetzt entſchließe dich, ein Opfer des Wohlgeruchs für deinen Heiland zu werden. Die Seele. O meine theuerſte Mutter Maria! ich erkenne und bekenne es, daß ich bisher ein ganz weichliches, weltliches, unabge⸗ tödtetes Leben geführt, mir nicht einmal er⸗ laubte, viel weniger unerlaubte Dinge aus Liebe zu meinem Heiland verſagt habe, und nur das ſuchte, das genoß, was meine Vergnügungsſucht befriedigte. Ich habe bisher immer alles Wi⸗ derwärtige, jedes Leiden, jede Demüthigung ge⸗ flohen, anſtatt das Kreuz deinem und meinem Heilande nachzutragen. Ach, ich habe bisher in meinem Leben wenige, ja gar keine Opfer ge⸗ bracht! Doch weil ich nun erkenne, wie viele und unendlich große Opfer mein gütigſter Jeſus für mich vollbracht, wie du, meine theuerſte Mutter, ſo überaus große Schmerzen für mich erduldet haſt, ſiehe, ſo will ich von nun an den Dpferweg des Kreuzes wandeln. Durch deine jungfräulichen Hände lege ich meinen Willen zum Opfer auf den Altar. Ich will fortan mich ſelbſt verläugnen, will entſagen allen Ver⸗ 136 Heßgevete. gnügungen, entſagen dem Wohlleben, entſagen Allem, was meinen Sinnen ſchmeichelt; ich will geduldig und ergeben jedes Kreuz tragen. O bitt⸗ für mich, theuerſte Mutter, daß dein göttlicher Sohn jetzt das Opfer meines guten Willens annehme, und hilf mir, daß ich dann wahrhaſtig und in der That täglich Opfer bringe aus Liebe zu meiner gekreuzigten Liebe, aus Liebe zu meinem Jeſus, der mein Alles iſt. Amen. Pon der Wundlung bis aur Zommunion. Maria. Betrachte wohl, chriſtliche Seele, und nimm es tief zu Herzen, welche unbegreif⸗ liche Liebe mein göttlicher Sohn zu dir und allen Menſchen hat. Die Liebe und nichts an⸗ ders als die erbarmungsvollſte Liebe iſt es, die ihn herabzieht auf den Altar, um in den Händen des Prieſters das Bryd in ſeinen Leib und den Wein in ſein Blut zu verwandeln, und ſich dann für dich und alle Menſchen mit Gottheit und Menſchheit ſeinem himmliſchen Vater zum Opfer zu bringen. Was er am Kreuze gethan hat, das thut er jetzt auf dem Altare; er iſt dasſelbe Opferlamm für die Sünden der Welt, und hier vor deinem Angeſichte iſt er auf dem Altare. O betrachte ihn mit den Augen des lebendigen Glaubens, bete ihn an in tiefſter Ehrfurcht mit den heiligen Engeln, danke ihm, und vereinige auf ũ— nſſuhn Feih vl POlitz tih —S Lile hhihſ ri Sus Lil i= wein ion. 6, ahegti it u htz s, i c hinn F und de ih dn g(eit un dyi hu niſl Snd ſi N Alar bendige Oritn rin Meßgebete. 137 das Opfer deines Herzens mit ſeinem heiligſten Opfer, das er ſelbſt iſt. Als ich unter ſeinem Kreuze auf dem Kalvarienberge ſtand, war ich ganz mit ihm vereinigt. Ich brachte mich mit ihm ſeinem himmliſchen Vater zum vollkommen⸗ ſten Opfer dar. Thue nun das Nämliche, damit du theilhaftig werdeſt ſeiner unendlichen Verdienſte. Die Seele. O mein gütigſter Jeſus, mein Gott und mein Alles! wie unendlich groß iſt deine Barmherzigkeit mit uns Menſchenkindern, wie unbegreiflich deine Liebe zu uns armen Ge⸗ ſchöpfen, die durch ihre Sünden und Miſſethaten wohl Strafe, aber keine Gnade verdient haben! Du brachteſt unter unſäglichen Schmerzen mit Vergießung all deines heiligen unſchuldigen Blutes dich zur Genugthuung für unſere Sünden zum Opfer dar, verſöhnteſt die Gerechtigkeit des dreieinigen Gottes, gabſt ihm die Ehre wieder zurück, die wir ſeiner Majeſtät geraubt, und erwarbſt uns Vergebung und Gnade. O wie kann ich dir für ſolche Liebe genug danken! Aber deine Liebe ging noch weiter! Du erneu⸗ erſt dein blutiges Kreuzopfer alle Tage vor meinen Augen auf dem Altare, um mir die Verdienſte deines Kreuzesopfer zuzuwenden; du verleihſt mir die Gnade, mit dir und durch dich deinem himmliſchen Vater das heiligſte, das reinſte, das wohlgefälligſte Opfer der Verherr⸗ 133 Meßgebete. lichung, der Verſöhnung, des Dankes darzubrin⸗ gen, und durch dich mein Bitten und Flehen vor den Thron Gottes gelangen zu laſſen in der troſtvollen Gewißheit, daß es nicht abge⸗ wieſen werde.— So wende denn, o himmli⸗ ſcher Vater! dein Auge auf deinen Geſalbten, meinen Erlöſer! durch ihn und mit ihm opfere ich dir mein Herz, durch ihn lobe und preiſe ich dich, durch ihn bete ich dich an, durch ihn danke ich dir für alle deine Gnaden, durch ihn bitte und flehe ich herzinniglich um Vergebung meiner Sünden, durch ihn bitte ich, daß du mich von der Sünde bewahreſt, mich ſtärkeſt zum Kampfe gegen alles Böſe, mich führeſt und leiteſt auf den Weg zum Himmel, durch dich bitte ich und flehe ich, daß du erhalteſt, regiereſt und tröſteſt deine heilige Kirche und ihren Oberhirten den Papſt, daß du alle Gläubige im Glauben ſtärkeſt und vor Irrthum bewahreſt, die Irrgläubigen zur Wahrheit führeſt, die Ungläubigen mit dem Lichte deines heiligen Evangeliums erleuchteſt, und die armen Sünder zu dir bekehreſt. Ich bitte dich auch, o Jeſus, herzinniglich, gedenke meiner Eltern, meiner Freunde und Wohlthäter und derer, die mir Uebles thaten und noch thun wollen.— O ſegne ſie und gib ihnen alle jene Gnaden, deren ſie bedürfen, um hier glücklich, dort bei dir ſelig zu werden. O vergiß, theuerſter )——— — ——— 5 n dy di hn bit er nin ih keſt 1 han „uuf d Snd ſih n be eſt u bthn e uei Fſ din itele jn Meßgebete. 139 Jeſus, auch meiner nicht, und hilf mir, daß ich in Kraft deiner Verdienſte die Sünde in mir und außer mir ſtarkmüthig bekämpfe, meine böſen Neigungen in meinem Herzen ausrotte und dafür jene ſchöne Tugenden der Demuth, der Sanft⸗ muth, der Friedfertigkeit, der Barmherzigkeit, des Gehorſams, der Keuſchheit, die in deinem heilig⸗ ſten Herzen wohnen, in mein Herz einpflanze, und hege und pflege zu deinem Wohlgefallen, zu deiner Ehre und Verherrlichung. Amen. Pon der heiligen Kommunion bis zum Segen. Maria. Du glaubſt, chriſtliche Seele, mit der heiligen Kirche, daß ich vom heiligen Geiſte den Sohn Gottes empfangen habe und Jeſus, der Eingeborne des Vaters, in mir Menſch ge⸗ worden iſt, daß ich ihn in meinem unbefleckten Schooße trug und im Stalle zu Bethlehem ge⸗ boren habe. Von Ewigkeit her hat mich der himmliſche Vater durch den heiligen Geiſt dazu bereitet, mir Leib und Seele vor jeder Makel der Sünde bewahrt, und mein Herz mit dem Feuer ſeiner Liebe ganz durchglüht.— Ein goldenes Haus, ganz rein, ganz unverſehrt, mußte ich ſein, damit die göttliche Weisheit, der Sohn Gottes, darin wohnen konnte; einem ver⸗ ſchloſſenen Garten, voll der ſchönſten, ſüſſeſten Blumen der Tugenden und guten Werke, mußte 14⁰ Meßgebete. ———— ich gleichen, darin die göttliche Weisheit weilen und ſich erfreuen konnte.— Und als ich ſo zubereitet war, wie verlangte mein Herz nach dem verheißenen Heiland, wie ſeufzte und rief ich nach ihm, dem Geliebten meines Herzens, wie dachte ich nur an ihn, mit welch flammender Liebe ſchlug mein Herz ihm entgegen; und als er kam, der himmliſche Gaſt, der göttliche Bräu⸗ tigam, der wunderbare Gott, und niederſtieg in meinen Schooß, o mit welcher Demuth, o mit welcher Ehrfurcht, o mit welcher Liebe, o mit welch heiligem Jubel empfing ich ich ihn, welche Wonne ergriff da mein Herz! Mein Geliebter war mein und ich war ſein!— Chriſtliche Seele! du biſt mein Kind, ich bin deine Mutter! auch zu dir will mein Jeſus kommen, der näm⸗ liche Jeſus, der Sohn Gottes, den ich mit ſo inniger, heiliger Liebe in meinem Schooße trug. Fühlſt du kein Verlangen nach ihm, ſchlägt dein Herz nicht ihm entgegen, ſehneſt du dich nicht nach dem Empfange ſeines heiligſten Fleiſches und Blutes?. Die Seele. O ja, meine theuerſte Mutter! ich verlange herzlich mit dem Prieſter den heilig⸗ ſten Leib deines göttlichen Sohnes, meines Heilandes zu empfangen; allein ich fühle mich nicht würdig genug, dem heiligen Tiſche zu nahen, weil ich dir, o theuerſte Mutter, ſo —— 1.——— 2 ——— — e Eme ge mne eFi dSſigi ron i,e NEjeliht in Mutte m ux min * ni m 3 u h igt i ſi i ireßjiſt — ——— — — win he ni li ihe —, o priſi the— Nite Meßgebetc. 141 unähnlich bin. Du warſt ſo rein, ſo unſchuldig, ſo ganz unbefleckt, ſo makellos, ſo voll der heiligen Gottesliebe, ſo reich an den ſchönſten Tugenden und guten Werken, als der Sohn Gottes in dir Menſch ward, und ich? ach ich bin ſo befleckt von der Sünde, ohne Liebe, arm an Tugenden und guten Werken, daß ich es nicht wagen darf, den zuempfangen,deſſen Name heilig iſt, und dem nur du, o unbe⸗ fleckte Mutter, eine würdige Wohnung bereitet haſt.— Doch wenn du, o gütige Frau und Königin! ein gutes Wort bei deinem göttlichen Sohne für mich einlegen, wenn du für mich bitten würdeſt, ſo könnte es ja geſchehen, daß dein geliebter Sohn das troſtreiche Wort zu mir ſpreche:„Ich will, ſei rein!“, und ich wäre rein und ihm wohlgefällig, und wenn du dann mich mit deinen Tugenden ſchmücken, mir be⸗ ſonders deine flammende Liebe ſchenken würdeſt, o dann dürfte ich es doch wagen, hinzutreten zum heiligen Mahle, den Leib deines göttlichen Sohnes zu empfangen und mich mit ihm auf's Innigſte zu vereinigen.— O ſo neige denn, gütigſte Mutter, dein Ohr zu meinen Bitten, und nimm dich meiner an, denn ich bin ja dein Kind und du biſt meine Mutter und eine Mutter kann ihr Kind nicht verlaſſen. O ſegne mich, theuerſte Mutter, mit deinem ſüſſen Kinde. Amen. Kommunionandacht. Gebet vor der hreiligen Rommunion im Geiſte der heutigen Tagesfeuer. G mein Gott und Herr! betrübten Herzens — muß ich mit dem heiligen Büßer David ausrufen:„Siehe, in Miſſethaten bin ich em⸗ pfangen worden und in Sünden empfing mich meine Mutter!“ Als ein Kind des Zornes, verunreiniget von der Sünde meiner Stamm⸗ eltern kam ich zur Welt, und nachdem du mich aus reiner Gnade in der heiligen Taufe von dem obſcheulichen Makel der Erbſünde gereiniget und mich als' dein Kind aufgenommen hatteſt, ſiehe, da fing ich Unglücklicher, kaum zum Ge⸗ brauch der Vernunft gelangt, an, meine Seele aus eigener Schuld freiwillig zu beflecken, vor deinem Angeſichte zu ſündigen und dich, den gü⸗ tigſten Vater, zu beleidigen! Und ach! his zur Stunde habe ich noch nicht aufgehört, immer wieder und wieder zu ſündigen! Wahrhaftig, ich bin nicht werth, daß mich die Erde trägt, und doch will ich es wagen, zu jenem heiligen, erhabenen Tiſch hin zu treten, den mir deine un⸗ endliche Liebe mit dem Fleiſche und Blute deines eingebornen Sohnes, meines Heilandes, bereitet hat!!... Ach ganz beſonders am heutigen Feſte der unbefleckten Empfängniß meiner theu⸗ —„——„—— —— — ät rin ges en hen „ en ng ni nd S n m Snm nrdu ni lig S men tbſt) cerein en n het n an Fune 6el zu n,„ n idn Un bhi j uf S inn n Erhſi De tih uirheilhn en einn — m diſti ilc bi . rrheuti nß n dn Kommunionandacht. 143 erſten Mutter Maria fühle ich meine Unwürdig⸗ keit in ihrer ganzen Größe.— Als du ſie, o aderhöchſte Majeſtät, zur Mutter deines einge⸗ bornen Sohnes auserwählteſt, da wollteſt du, daß auch nicht Ein Flecken der Sünde auf ihrer Seele ſei, und du haſt ſie davor bewahrt und ſie ſelbſt wachte ſo ſorgfältig über dieſen Schatz der unbefleckten Reinigkeit, daß, als ihr himm⸗ liſcher Brär igam, der heilige Geiſt, in ihr das unausſprechliche Geheimniß der Menſchwerdung deines Sohnes wirkte, er ausrufen konnte:„Du biſt ganz ſchön, meine Freundin, und kein Makel iſt an dir.“ Aber ach, wie bin ich!? Wie un⸗ ähnlich bin ich derjenigen, die du auch mir zur Mutter gegeben haſt! O um der himmliſchen Reinigkeit dieſer meiner theuerſten Mutter willen, auf welcher dein Auge mit Wohlgefallen ruht, mein Gott und Vater, bitte ich dich, du wolleſt doch auch meine Seele eines Gnadenblickes wür⸗ digen, und um der Schönheit und Lieblichkeit der allerreinſten Mutter willen mir, ihrem un⸗ reinen Kinde, verzeihen die Jünden, womit ich mich befleckt habe, damit ich doch das Verlangen meiner Seele ſtillen, und dem heiligen Abend⸗ mahle mich nahen, deinen geliebten Sohn in mein Herz aufnehmen darf. Du haſt ja durch den Mund des Apoſtels mir ſagen laſſen: „Laſſet die Sünde nicht herrſchen in euerem 144 Kommunionandacht. ſterblichen Leibe.“(Röm. 6.) Wie kann ich aber deinen Willen vollziehen, o Herr, wenn ich nicht die Gnade beſitze, die in Jeſu Chriſto, deinem Sohne, erſchienen iſt? O ſo würdige dich denn, mein gütigſter Heiland Jeſus, um deiner ſo reinen, unbefleckten Mutter wegen, zu mir zu kommen, und die Sünde in meinem ſterblichen Leibe zu überwinden und zu tilgen.— Komme, o Jeſus, und herrſche du über mich, komme, o Jeſus, und nimm mich ganz im Beſitz. O theuerſte Mutter Maria, bitte deinen allerliebſten Sohn, daß er mich heimſuche, und opfere ihm dafür deine unbefleckte Reinheit auf, da ich gar nichts beſitze, was ihm wohlgefällig ſein könnte, als den guten Willen, rein und heilig zu werden, wie du geweſen biſt. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Uach der heiligen Rommunion. „Mein Geliebter iſt mein und ich bin ſein,“ ſo möchte ich jetzt mit freudigem Jubel meines Herzens ausrufen, da du bei mir biſt, mein Jeſus und mein Alles! Aber ach, darf ich ſo ſagen? Nur deine ganz unbefleckte Mutter, o Jeſus, konnte in Wahrheit ſo ausrufen, denn du warſt der einzige Geliebte ihres Herzens, und ſie hatte ſich dir ja ganz hingegeben, ſie war mit dir ganz eins. 7— c S—r —— — ie nih ihe oich i F din ür Sich un in —* ge it rit meblih gen— hom nn . Reit deit! erliehſn — „1 ofer in it(— uihp fäl n köm e mio be IEit) Kommunionandacht. 145 Aber dennoch wage ich es, o mein theuerſter Herr, dich meinen Geliebten zu nennen, denn du liebeſt mich ja, deine Liebe hat dich in mein Herz geführt, und biſt ja gekommen, um das Feuer deiner Liebe in meinem Herzen anzuzünden. O Liebe, o Liebe, entflamme mein Herz; ich ver⸗ lange dich zu lieben, ich will dich lieben, ich will dich allein lieben. O mache mich Eins mit dir; ich will dir angehören, ich will ganz dein ſein. Siehs, ich opfere dir durch die Hände deiner gebenedeiten Mutter mein Herz, o reinige es, o heilige es, o ziehe es ganz hinweg von allen Geſchöpfen, o ziehe es ganz an dich! Dir opfere ich meine Seele, o ſtärke ſie zum Kampfe, o er⸗ leuchte ſie mit deinem Lichte, und waſche ſie in deinem Blute. Dir opfere ich meinen Leib mit allen ſeinen Gliedern, o laſſe die Sünde nicht mehr in ihm herrſchen, o hilf, daß er der Seele diene und die Seele nur allein dir, ihrem Herrn und Gott. Mein gütigſter Jeſus, du haſt geſagt: „Zur Zeit der Gnade will ich dich erhören.“ Jetzt iſt die Zeit der Gnade, denn du biſt bei mir, o erhöre mein Flehen, und hilf mir, daß ich von nun an die Reinheit deiner heiligen Mutter nachahme, daß ich ſorgfältig wache über alle Neigungen meines Herzens, über alle Sinne meines Leibes, damit ich mich nicht mehr beflecke. — O hilf mir, mein Jeſus, daß S wie deine Jeſus, mein Alles. 146 Kommnnionandacht. heilige Mutter, immer an dich denke, immer demüthig, ſanftmüthig, rein und keuſch vor deinem Angeſicht wandle. O hilf mir, o Jeſus, daß ich, wie deine heilige Mutter, alle Trübſale geduldig ertrage, und den Kreuzweg mit ihr und dir wandle, und ſo einſt zu dir gelange in den Himmel, um auf ewig bich zu beſitzen und mit dir vereiniget zu ſein. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) Gebet zur allerſtligſten Zungfrau. Gegrüßt ſeiſt du Maria, du unbefleckte, du unverletzte, du ſchuldloſe, du gottgeliebte, du heiligſte, ganz beglückteſte, ganz glorreiche, alles Lobes würdige Jungfrau! Sei tauſendmal ge⸗ grüßt, du Jungfrau voll der Gnaden, du Aller⸗ reinſte unter den Heiligen, erhabener, ſchöner, ſtrahlender und geheiligter als die Engel, reiner als die Cherubim und Seraphim! Sei gegrüßt, Maria, du Tempel des heiligen Geiſtes, du Braut des heiligen Geiſtes, du Aufenthalt des Lichtes, du leuchtender Palaſt, du ſtrahlendſte Leuchte, du reinſte Lilie, du Roſenzweig ohne Dornen, du unzerſtörte Blume, du unſchuldigſte, fleckenloſe Taube, ſei tauſendmal gegrüßt. Sei gegrüßt, o Maria! im heiligſten Herzen Jeſu, deines Sohnes, durch welche wir theilhaftig geworden ſind des reinſten Fleiſches Chriſti, um unſere Seele damit zu ſpeiſen. Sei tauſendmal gegrüßt, —— — ich m, imn un ſh m if n J ter tiht we ihr n ir eie b Jun 1 ei n Gn n U tha 32 ſcin id n . mion Seite 10) in 8 g Kommunionandacht. 147 Maria, durch welche wir das wahre, unſterbliche Brod empfingen, welches uns nährt zum ewigen Leben.— O reinſte Jungfrau und Mutter, bitte für mich, daß ich heute geneigtes Gehör bei deinem göttlichen Sohne erlange, da ich heute das hohe Glück habe, ihn in meinem In⸗ nern zu beſitzen. O bitte für mich, daß er meine Armſeligkeit gnädig anſchaue, und mir verhelfe, die Verſuchungen zu überwinden, welche meine Seele beflecken und ihr das Kleid der heilig⸗ machenden Gnade rauben wollen. O bitte für mich, daß er mir eine recht große Liebe zur Reinigkeit einflöße, und mich erkennen laſſe, welch überaus große Gnade es iſt, immer rein, keuſch und unſchuldig, wie du, vor ſeinem Angeſicht zu wandeln. Amen. Ablaßgebet zur allerſeligſten Jungfrau. * Papſt Pius IX. verlieh mittelſt Dekret vom 23. Septbr. 1846 allen Gläubigen, ſo oft ſie andächtig und wenigſtens mit reumüthigem Herzen das nachſtehende Gebet beten, einen Ablaß von 300 Tagen, und denen, welche es durch einen Monat täglich wenigſtens einmal gebetet haben, einen vollkommenen, an einem beliebigen Tage dieſes Monats, wenn ſie nach verrichteter Beicht und Kommunion eine Kirche beſuchen und dort nach Meinung des heiligen Butes beten. Sei gegrüßt, erlauchte Königin des Friedens, heiligſte Mutter Gottes! Durch das geheiligte 10* 143 Kommunionandacht. Herz Jeſu, deines Sohnes, des Fürſten des Friedens, bitten wir dich, bewirke, daß ſein Zorn ſich beſänftige und daß er in Frieden über uns herrſche. Erinnere dich, o mildreichſte Jungfrau Maria, daß es noch niemals erhört wurde, daß du Jemanden verlaſſen hätteſt, der um deine Fürbitte dich anflehte. Von dieſem Vertrauen beſeelt, komme ich zu dir; verſchmähe meine Worte nicht, o Mutter des ewigen Wortes, ſon⸗ dern höre und erhöre mich huldreich, o gütige, o milde, o ſüße Jungfrau Maria!— 3. Sonntag im Advent. Evange' ium: Joh. 1, 19. Johannes der Tänfer gibt dem Heilande Zeugniß, daß er der wahre Meſſias ſei. Por der hreiligen Rommunion. S mein gütigſter Herr und Heiland, wie de⸗ müthig antwortete dein heiliger Diener Johannes auf die Frage der Juden: Wer biſt du?„Ich bin die Stimme des Rufenden in der Wüſte!“ Ich bin nur die Stimme, der tönende Hauch des ewigen Wortes des Vaters! Wenn nun Johannes, den du im Mutterleib geheiliget, den du den größten vom Weibe Ge⸗ bornen, den du deinen Engel genannt, dem du das höchſte Lob geſpendet haſt, wenn dein heiliger Dientr Johannes ſich ſo ſehr erniedrigte vor dir, ———— der —— Fin zn hö t de, n di ria!— ——— l2 s de ſt hr 0sſi omn mn. l die n. bort du ern dRte vit n1 n g u de nni — 3 9 — P „ tn —— nhilh — —ertun e ni igen 6, ſ ih, 3. Sonntag im Advent. 149 dem Herrn des Himmels und der Erde, was ſoll ich von mir ſagen? Wer bin ich, daß ich es wage, nicht blos in deinem Hauſe vor deinem Angeſichte zu erſcheinen, ſondern der ich ſogar dein heiligſtes Fleiſch und Blut empfangen will. Ach, wer biſt du, und wer bin ich? Du Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, und ich bin Nichts! Du biſt der Allwiſſende, und ich weiß nur, daß ich nichts weiß. Du biſt der Allmächtige, und ich vermag gar nichts. Du biſt das Licht und ich bin die Finſterniß, du biſt die Stärke und ich die Schwachheit ſelbſt, du biſt der Reichſte und ich bin elend und arm, du biſt der Reinſte, und ich voll Ausſatz, du biſt die Heiligkeit ſelbſt und ich voll der Ungerech⸗ tigkeit und Sünde! Ach Herr, wer biſt du und wer bin ich? Und dennoch, obſchon du Alles biſt, und ich Nichts, willſt du dich ſo tief herab⸗ laſſen, und zu mir kommen; der allmächtige Herr zu dem armen, kranken, elenden Knechte, der König der Könige zu dem erbarmungswürdigen Bettler! O welch eine unbegreifliche Huld und Gnade!— O wie groß iſt deine Güte, die ich bisher ſo wenig erkannt, wie unendlich groß deine Liebe, die ich bisher ſo wenig geachtet habe! Ich glich den Juden, die dich nicht kannten, obgleich du mitten unter ihnen wareſt. 150 Kommunionandacht. O verzeihe mir meine Blindheit und meine Ver⸗ kehrtheit. Siehe, ich glaube, daß du wahrer Gott und wahrer Menſch, und mit Fleiſch und Blut im heiligſten Sakramente gegenwärtig biſt; ich hoffe auf dich, weil du die Barmherzigkeit ſelbſt biſt und alle retteſt, die auf dich hoffen. Ich liebe dich, o Gott meines Herzens, mein Antheil, o Gott in Ewigkeit. Meine Seele verlangt nach dir, arm iſt ſie und krank, doch ſprich nur ein Wort und ſie iſt geſund. Komme, o Jeſus, meine Seele verlangt nach dir denn ohne dich hat ſie ja das Leben nicht in ſich. Komme, o Jeſus, meine Seele verlangt nach dir, o komme, mein Gott, und nimm Beſitz von deinem Eigenthume, denn dein bin ich, du haſt mich erlöſt!— (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Nach der heiligen Rommunion. Derjenige alſo, der mitten unter den Juden ſtand, und den ſie nicht kannten, der iſt bei mir, der iſt mitten in meinem Herzen, mein Jeſus wohnt in mir! Ja ich fühle es, daß du in und bei mir biſt, ich fühle es an der Freude, an dem Frieden, an der Süſſe meines Herzens. O wie gut, o wie holdſelig, o wie gnädig und herab⸗ laſſend biſt du, o Jeſus!— Ich bete dich in tiefſter Demuth an, o mein theuerſter Herr, dich, den unermeßlichen, unveränderlichen Gott; dich, — 1 — — un e be da c mhn Sihn Snit ie ejt a hyfn 5, ni . S eu 3 3. Sonntag im Idvent. 151 das ewige Wort. Bevor die Berge waren und gebildet war der Erdkreis, warſt du Gott von Cwigkeit zu Ewigkeit. Dich bete ich an, Herr Jeſu Chriſte, Abglanz des Vaters, der gleichen Weſens iſt mit dem Vater und dem heiligen Geiſte, und dem gleiche Ehre, gleiche Glorie, gleiche Majeſtät gebührt. Dich bete ich an, dich lobe ich, dich preiſe ich, dich verherrliche ich! O rette mich, Erretter der Welt, und hilf mir, den du durch dein koſtbares Blut erkauft haſt! O welche Urſache habe ich, mich zu freuen und zu jubeln, denn du, mein Gott, du, o Herr! von unbegränz⸗ ter Schönheit, unendlicher Barmherzigkeit, grän⸗ zenloſer Liebe, du biſt vom Himmel herabge⸗ ſtiegen und haſt die menſchliche Natur angenom⸗ men, und dich gewürdiget, Gott und Menſch in einer Perſon zu ſein. O tauſendmal Dank für deine Ankunft auf Erden, tauſendmal Dank für deine Ankunft in meinem Herzen. O Herr, was iſt doch der Menſch, daß du ſeiner gedenkeſt! O wenn ich mich dir zum ewigen Knechte weihe, es iſt nichts; wenn ich mich ganz für die größere Ehre deines Namens opfere, es iſt doch nichts; und wenn ich mich zur Dankſagung in alle Ewigkeit dir opfere, es iſt doch nichts! O mögen ſtatt meiner die heiligen Engel und Auserwählten dich loben.— Ich liebe dich, o Gott meines Herzens, ich werde dich ewig lieben, o unend⸗ 152 Kommunionandacht. liche Güte, o Troſt, o Freude meiner Seele! O bleibe bei mir, und wenn du deine wirkliche Gegenwart mir entziehſt, ſo laſſe doch deinen Segen, deine Gnade in mir zurück, damit ich dir in Liebe treu nachwandeln und zu dir in den Himmel gelangen kann, wo ich dich dann ewig beſitzen werde. Amen. 4. Sonntag im Advent. Evangelium, Luk. 3, 1. Johannes erfüllet in ſeinem Pre⸗ digtamte die Weiſſagung des Iſaias. Por der heiligen Rommunion. Re du kameſt auf die Erde, o göttlicher S Heiland, und dich den Menſchen als ihren Erlöſer offenbarteſt, auf daß ſie an dich glauben, dich gläubig aufnehmen und, erlöſt dann durch dein heiliges Blut, in deiner treuen Nochfolge ſelig werden möchten, da ließeſt du durch den Mund deines heiligen Dieners Johannes ver⸗ künden, daß die Menſchen dir den Weg zu ihren Herzen bereiten ſollten durch Buße und Be⸗ kehrung. Jedes Thal ſoll ausgefüllt, Muth⸗ loſigkeit, Trägheit, Lauigkeit in Ausübung des Guten ſoll durch Vertrauen auf Gottes Hilfe und Eifer erſetzt; jeder Berg ſoll abgetragen, Stolz, Ehrgeiz, Hochmuth, Eigenſinn ſoll abgelegt und die ſchöne Tugend der Demuth geübt; was krumm —— ₰ ₰ —.— — — es nicht, dich würdig aufzunehmen. 4. Sonntag im Advent. 153 iſt, ſoll gerade, Ungerechtigkeit ſoll durch Gerech⸗ tigkeit, Falſchheit durch Aufrichtigkeit erſetzt; was rauh iſt, ſoll eben werden, Ungeduld, Zorn, Feindſeligkeit, Bitterkeit, ſoll aus dem Herzen verbannt und dafür Sanftmuth, Geduld, Er⸗ barmen, Nächſtenliebe darin heimiſch werden! O mein Jeſus! mir auch gilt dieſe Bußpredigt deines heiligen Dieners, und ich will ſie mir zu Herzen nehmen und dir wahrhaft den Weg be⸗ reiten.— Siehe, o Herr, in Demuth bekenne ich, daß Lauigkeit und Trägheit mich oft von Uebung der Tugend und guter Werke abgehal⸗ ten, und Mangel an Vertrauen auf deine Hilfe mich in der Verſuchung unterliegen ließ. Ich bekenne reumüthig, daß Stolz, Hochmuth, Ehrgeiz, Eigenſinn mich beherrſchte, daß ich oft unrecht that, und durch Ungeduld, Zorn und Feind⸗ ſeligkeit mich verſündigte. O mein Jeſus, vergib mir, und ſiehe gnädig an den guten Willen, mit welchem ich von nun an nur dir mein Herz öffnen, nur dir dienen will. Siehe, bereit iſt mein Herz, dich aufzunehmen; aber bereitet iſt Ach, du findeſt in meinem Herzen nichts, was dir gefallen könnte! Unordnung und Verwirrung herrſcht darin. Doch du, o Jeſus! haſt ja geſagt: Siehe, ich mache Alles neu. O ſo erneuere in mir den Geiſt der Liebe, den Geiſt der Demuth, der 154 Kommunionandacl. Sanftmuth, der Geduld, der Barmherzigkeit und Reinigkeit und ſprich das Wort:„Stehe auf und wandle.“ Ja, ich Mühſeliger und Be⸗ ladener, ich gehe zu dir, ich eile zu dir, denn wo finde ich Hilfe, Kraft und Troſt, als nur in dir!— O nimm mich gnädig auf, o Herr, wenn ich deinem heiligen Tiſche nahe; ſiehe gnädig an, o himmliſcher Arzt, meine kranke Seele, und ſprich zu ihr das tröſtliche Wort: Ich bin dein Heil! Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Nach der heiligen Rommunion. Mit unausſprechlicher Freude bete ich dich an, meinen Erlöſer, wirklich gegenwärtig in meinem Herzen. Wahr iſt an mir geworden das Wort deines heiligen Dieners Johannes: „AllesFleiſch wird Gottes Heil ſehen.“ Ja, du mein Heil, meine Erlöſung, mein Troſt, dich ſehe ich in mir mit den Augen des Glau⸗ bens, du biſt bei mir! O Dank, innigſter Dank, für deine ſo große Huld gegen mich armen Sünder! Wie vermag ich zu zählen, o Herr, alle die Gnaden, welche du mir ſchon erwieſen, und wie kann ich dir dafür genug danken?— Du ſtiegeſt herab für mich vom Himmel zu meinem Heile, zu einem Zeichen des Troſtes auf meiner Wanderſchaft, zu einem Zeichen deiner Liebe, zu einem Zeugniß deiner Barmherzigkeit —— —„— —— ——— a kit 1 Shen ile At, üt m ig Fohe ki=l n Po 36 jit mn mn. ude„cih it irig i . oham esſehn“ 5 in A A rres llu rier u +) am — hn ir cenit enu c ku 3 m 6t qn ne etahe i 5 e — 5 — — uhf zgih mi eit) — 4. Sonntag im Advent. 155 zu einem Unterpfande des Bündniſſes mit dir, zum Preiſe meiner Erlöſung. Du haſt mir erworben die Vergebung meiner Sünden, das Kleid der Unſterblichkeit und ewigen Seligkeit. Was ich daher habe an Verdienſt, an Tugend, an Wahrheit, an Glaube, Hoffnung und Liebe und an Gnade, das iſt Alles von dir, o gütigſter Erlöſer! Alles, was ich kann, was ich habe, was ich bin, mein ganzes Leben ſchulde ich dir, der du mich ſo ſehr geliebt, ſo mich geheiligt, ſo mich erhoben haſt.— Was kann ich dir geben, o Herr, für dieſe unzählbaren Gnaden? Ach, wie undankbar, wie kalt habe ich mich bis⸗ her gegen deine Liebe benommen, o Herr! Doch von nun an will ich dich inniger lieben, o ſüſ⸗ ſeſter Jeſus! Bis zum Tode, ja bis zum Tode will ich dich lieben! O mögeſt du mich ganz vereinigen mit dir und mit deiner Liebe Alles in mir entflammen, daß ich dir anhange mit allen meinen Kräften und nichts mehr verlange, außer dich. O beſitze du mich ganz allein, o meine Liebe, dir opfere ich mein Herz, dir mich ganz und gar, nichts ſoll mehr mich trennen von dir, bis ich dich ſchaue von Angeſicht zu Angeſicht im Paradieſe. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) II. Theil. Dir hriligr Mrihnuchfnzrit. Das Feſt der gnadenreichen Geburt Jeſu Chriſti. Meßgebete für die heilige Weihnachtszeit. Yom Stuttelgebet bis um Gflertorium. G himmliſcher Vater! welch ein unſchätzbares Geſchenk haſt du uns mit deinem göttlichen Sohne gemacht, der uns heute Nacht im Stalle zu Bethlehem geboren wurde. Du haſt uns wahrhaftig mit ihm Alles geſchenkt, mehr hätteſt du uns nicht ſchenken, einen größeren Beweis deiner Liebe zu uns nicht geben können. Aber ach, ſo unendlich groß deine Liebe war und noch immer iſt, ſo groß war bisher mein Undank, ſo groß meine Bosheit, mit der ich dich beleidigte durch die Menge meiner Sünden. Doch um der Sünder willen haſt du ja deinen eingebornen Sohn geſendet, um ihre Schuld zu zahlen und ——————————————— —— W cchu 6t. hei rhitm it dSgitli te Qn 6ul uFun Meßgebete für die hl. Weihnachtszeit. deine Gerechtigkeit, o Vater, zu verſöhnen, iſt er ja Meiſch geworden.— O welch ein troſtreicher Tag iſt daher der heutige Tag für mich! Muß ich auch Furcht und Angſt haben wegen meiner Miſſethaten, o ſo darf ich doch Hoffnung auf Vergebung hegen, wenn ich das heilige Kindlein im Stalle zu Bethlehem betrachte. O nein, dieſes holde Kindlein weiſt mich nicht von ſich, dieſes ſüße Kindlein wendet ſein Antlitz nicht von mir, dieſes liebliche Kindlein verſchließt mir nicht ſein Herz. O ich habe Vertrauen, daß dieſes Kind bei dir, o Vater, meine Sache vertritt; ja ich weiß, es bittet für mich! Wohl weint es über die Sünden, weil ſie gar ſo abſcheulich ſind vor deinem Angeſicht, o heiligſter Vater im Himmel, und dieſe Thränen fallen ſchwer auf meine Seele, denn ſie werden auch wegen meiner geweint. Aber dieſe Thränen ſchenkt mir heute auch das liebvollſte Kind, denn ich bereue ja herzlich alle meine Sünden. Dieſe Thränen opfere ich dir auf, o himmliſcher Vater! zur Ge⸗ nugthuung für alle Bebeidigung, die ich dir zu⸗ gefügt; um dieſer Thränen willen vergib mir und nimm mich wieder auf als dein Kind. Und weil ich dich, o mein Gott und Vater! ſo wenig verherrlicht, ja durch meine Sünden ſogar ver⸗ unehrt und verachtet habe, ſo opfere ich dir, in bitterer Reue über meine Bosheit, die unendliche 153 Neßgebete Ehre, welche dir heute dein göttlicher Sohn, das demüthigſte Kindlein von Bethlehem, darbringt. In Vereinigung mit dieſer Verherrlichung und dem Lobgeſang aller Engel rufe ich laut: Ehre, Lob, Preis und Dank ſei dir, o Gott! im Himmel und auf Erden, jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. Vom Gftertorinm bis zur Wlandlung. Als du, mein gütigſter Jeſus, als kleines unmündiges Kindlein im Stalle zu Bethlehem in der Krippe lageſt, da eilten die armen Hirten auf die Verkündigung der Engel in dunkler Nacht zu dir, um dich in tiefſter Demuth als ihren Herrn und Gott, Erlöſer und Heiland der Welt, anzubeten. Sie hatten nicht Gold und Silber, ſondern nur unſcheinbare Geſchenke, aber mit gutem Herzen, mit kindlicher Einfalt, mit inniger Liebe legten ſie ihre kleinen Gaben vor dir nieder. Aber weit mehr als ihre Gaben gefiel dir ihr guter Wille, geſiel dir beſonders das Opfer ihres Her⸗ zens, welches ſie dir darbrachten. Mit der nämlichen kindlichen Einfalt, mit der nämlichen Demuth, mit demſelben guten Willen möchte ich jetzt auf den Altar meine Hpfergaben hinlegen, auf daß ſie dir, mein Gott und Herr! der Prieſter, geſegnet und geheiligt, darbringe.— Ich beſitze ſonſt Nichts als mein Herz, das dich lieben, eine Seele und einen Leib, — 1 ehe ubiin hl l nienlm e S m für die heil. Weihnachtszeit. 159 die dir dienen möchten. Gold und Silber ver⸗ langſt du nicht, irdiſche, vergängliche Dinge haben keinen Werth vor dir, aber ein gedemüthigtes, ein zerknirſchtes Herz verachteſt du nicht, und eine Seele, die mit allen ihren Kräften und den Gliedern ihres Leibes dir dienen will, verſ hmäheſt du nicht. O ſo würdige dich denn, gütigſter Gott und Herr, dieſe drei Gaben, mein Herz, meine Seele und meinen Leib zum Opfer hinzu⸗ nehmen. Mit meinem Herzen will ich dich lieben allezeit, mit meiner Seele die ſchönen Tugenden üben, die dir ſo wohl gefallen, und mit den Gliedern meines Leibes nur das thun, was zu deiner Ehre und zu deinem Wohlgefallen gereicht. Gewähre mir nur, gütigſter Herr, die Gnade, daß ich dieſes Opfer auch vollende, daß ich täglich bis zum Ende meines Lebens die Neigungen meines Herzens, die Kräfte meiner Seele, die Glieder meines Leibes dazu anwende, deinen heiligen Willen zu erfüllen und das größte Uebel, die Sünde, in mir zu überwinden. Amen. Pon der Mandlung bis zur heiligen Fommunion. O mit welchem Wohlgefallen hat dein Auge, himmliſcher Vater, niedergeblickt auf deinen ge⸗ liebten Sohn, als er als kleines, holdſeliges Kind in der Krippe lag und ſein ganzes Leben dir zum Opfer brachte für uns armſelige Menſchen! 160 Weßgebete Hier auf dem Altare iſt dein göttlicher Sohn, das nämliche heilige Kind von Bethlehem, mit Fleiſch und Blut, mit Gottheit und Menſchheit gegenwärtig. O blicke herab auf ihn, deinen Geſalbten, ſiehe an ſeine unendliche Liebe für uns Menſchen, ſieh an das heilige Opfer, welches er für uns darbringt zu deiner Verherrlichung und zur Genugthuung für unſere Sünden. Siehe an ſeine tiefſte Verdemüthigung, mit der er ſeine himmliſche Schönheit unter der Brodsgeſtalt ver⸗ birgt, und vergib uns unſern Stolz und Hoch⸗ muth; ſieh an ſeine Sanftmuth und ſeine Geduld, mit der er als Opferlamm auf dem Altare liegt, und vergib uns unſern Zorn und unſere Unge⸗ duld, ſiehe an ſeine Ergebung in deinen heiligſten Willen und ſeinen allertiefſten Gehorſam und vergib uns unſern Ungehorſam; ſiehe an die himmliſche Ruhe und den heiligen Frieden, der von ihm ausſtrömt, und vergib unſere Streit⸗ und Zankſucht; ſiehe an ſeine unendliche Barm⸗ herzigkeit, mit der er zu dir um Gnade für uns ruft, und vergib uns unſere Miſſethaten; ſiehe an den Preis ſeines Blutes, den er für uns zahlt, und vergib uns unſere Schulden! O ſüſſeſter Jeſus! heiligſtes, ſchönſtes, hold⸗ ſeligſtes, liebreichſtes Kind von Bethlehem! welch eine Gnade für mich, daß ich dir auch heute, wie Maria, meine theuerſte Mutter, wie der heilige *—. — — — ſn. iſn; i S jit u 5 „ n. Sr hil für die heil. Weihnachtszeit. 161 Joſeph, wie die heiligen Engel, wie die guten Hirten meine Huldigung darbringen darf. Du biſt ja derſelbe hier auf dem Altare, wie in der Krippe. In tiefſter Ehrfurcht falle ich vor dir nieder und bete dich an und lobe und bene⸗ deie dich. Und weil ich dich nicht würdig an⸗ beten, loben und preiſen kann, ſo bringe ich dir dar zum Erſatze alle Anbetungen, Lobpreiſungen, Dankſagungen, Liebesanmuthungen deiner heilig— ſten Mutter, alle Anbetung und Lobpreiſung deines heiligen Nährvaters Joſeph, alle Lob⸗ preiſung der heiligen Engel, und die kindliche Anbetung und Liebe der guten Hirten. O er⸗ barme dich meiner, gütigſter Jeſus, und ſchenke meiner Seele nur Eine Thräne, welche du in der Krippe geweint, und ſie wird rein werden und wohlgefällig deinem Vater, der im Himmel mit dir lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. Von der heil. Fommunion bis eum letzten Segen. So hat ſich alſo wirklich erfüllt, o innigſt⸗ geliebter Heiland Jeſus, was die heiligen Pro⸗ pheten von dir vorausgeſagt haben, daß du ſein werdeſt unſer Emmanuel,„Gott mit uns.“ Du biſt mit uns auf unſeren Altären, und willſt mit uns, bei uns und in uns ſein in der heil. Kommunion.— Deßhalb biſt du Menſch ge⸗ worden, um, nachdem du uns t immer per⸗ Jeſus, mein Alles. 162 Meßgebete ſönlich bei uns im heiligſten Sakramente weilen und die Nahrung unſerer Seele ſein zu können. O Seele, erſtauneſt du nicht über dieſe unbe⸗ greifliche Herablaſſung Gottes zu uns armen Menſchen? Wie! Staub und Aſche ſoll mit einem Gott, dem allmächtigen Schöpfer, auf's Innigſte vereiniget werden! Ein Sklave der Sünde ſoll jenen empfangen, welcher der Gegen⸗ ſtand der Liebe des ewigen Vaters iſt! Ich ſündhaftes Geſchöpf ſoll eine Speiſe genießen, welche die Engel mit höchſter Ehrerbietung an⸗ beten, in deren Anſchauung alle Heiligen im höchſten Entzücken ewig verharren!? Darf ich mich erkühnen, o Jeſus, mich dir zu nahen, der du die Weisheit und Heiligkeit ſelbſt biſt?! O Herr! ich bin nicht würdig; nein, ich darf es nicht wagen, dich jetzt, wie der Prieſter am Altare zu empfangen, obwohl ich innig darnach verlange, denn ich fühle, daß ich ohne dich arm, elend, ſchwach, und untauglich zu dem geringſten guten Werke bin. Du mußt, o Herr, bei mir ſein, o Emmanuel, Gott mit uns! du biſt das Leben, und ohne dich habe ich das Leben nicht in mir. O laß dir doch, gütigſter Herr, wenig⸗ ſtens mein Verlangen nach dir gefallen, komme geiſtlicher Weiſe zu mir, und bereite meine Seele durch deine Gnade zu deinem wirklichen Genuße. O entzünde mein Herz mit dem Feuer der Liebe, — ,—— für die heil. Weihnachtszeit. 163 1 r wie das Herz der guten Hirten, als ſie deiner übe c Krippe nahten und mache, daß ich nichts denken, 1 3 nichts reden, nichts thun, nichts lieben könne d 4 Sn außer dir.— Segne mich mit der Kraft deines 2 Segens, daß ich, ganz durchglüht von heiliger 6n Sn Andacht, brennend von Verlangen, ergriffen von u 6 tiefſter Ehrfurcht hinzutrete zum heiligen Tiſche, wenn die Stunde kommt, wo du zu mir wirklich e 4 kommen und der Emmanuel meiner Seele ſein — willſt. Amen. chSmn al Sini Por der heiligen Rommunion. we rri dir hon Jeſus, mein göttlicher Erlöſer, der du ein it ſt iſ kleines Kind für mich geworden und die neint daſi einfältigen Hirten zu deiner Krippe gerufen haſt, de SQſnn nun iſt die Stunde da, wo du auch mich rufeſt, iche m und einladeſt, nicht blos wie die Hirten in der ichſmih in Krippe dich zu betrachten, nicht blos dir als dem ei Erlöſer, dem Herrn Himmels und der Erde, o im meine Huldigung darzubringen, ſondern dich unst li ſogar in mein Herz aufzunehmen.— O welch ich1 hen i ein unbeſchreibliches Glück wird mir zu Theil! igi vih Mein Herz ſoll gleichſam die Krippe für dich werden, du willſt in meinem Herzen ruhen. tn6t Aber ach, was ſoll ich ſagen? Kann dir denn mein Herz gefallen? Iſt es nicht armſeliger, ſchmutziger, rauher und kälter als Krippe? 164 Kommunionandacht. Hauſet nicht der Ausſatz der Sünde darin? Ja, mein Herr und Gott! es iſt wahr, ich erkenne es, ich bin voll des eckelhaften Ausſatzes der Sünde, ich bin nicht einmal werth, daß du meiner gedenkeſt! Doch du, o theuerſter Herr, haſt geſagt:„Des Menſchen Sohn iſt ge⸗ kommen zu ſuchen und ſelig zu machen, was verloren war.“ O tröſtliche Worte, ſüſſer als Honig, voll der Süſſigkeit der Liebe! O guter Jeſus! ſo willſt du mich alſo heimſuchen, willſt mich ſelig machen? Du ſagſt es, und wie, darf ich zweifeln an deinem Worte?„Du haſt Worte des ewigen Lebens“, und wo werde ich hingehen, als zu dir, du gütigſter Gott und Herr! O ſprich nur Ein Wort und meine Seele iſt rein, und dann komme, einziges Ver⸗ langen meines Herzens, und nimm dein Eigen⸗ thum in Beſitz. Du, o großer Gott! biſt ein Kind geworden, um die Kinder zu ſpeiſen und zwar mit keiner andern Speiſe, als mit dir ſelbſt. So komme denn, meine Liebe! ſieh, mit der tief⸗ ſten Demuth, mit welcher je ein Knecht ſeinen gütigen Herrn einlud, lade ich dich ein. Und obſchon ich armer Bettler nichts deiner Majeſtät Würdiges habe, ſo wirſt du doch finden, was du mir gegeben haſt: ein zerknirſchtes und demüthiges Herz, einen guten Willen und den Preis deines Blutes, den Preis deiner Thränen, ——— len ve*(daß 1 — 0 n„on 3 ehr een lig nchn tri — 4 — — 6b. Py 8 ch nſcn . ſa g Sendn ort Nhi 0 5 — gůt i tt Pot n me k izes b der nin& 1 bip ßer ijn n 15„rſii ſihni ntStt ſin [enl 48nn, v s* Iend b rh on für die heil. Weihnachtszeit. 165 die du für mich vergoſſen haſt, und die an meiner Seele hängen. Amen. (Tugendübungen vor der heil. Kommunion ſiehe Seite 95.) Nach der heiligen Rommunion. „Gott iſt mit mir!“ Jeſus iſt bei mir; mein Jeſus iſt in meinem Herzen! Wie kommt es, o theuerſter Herr, daß du dich ſo weit herab⸗ laſſeſt, heimzuſuchen ein Geſchöpf deiner Hände?! Wie iſt es möglich, daß der Herr Himmels und der Erde in die arme Behauſung ſeines armen Knechtes(ſeiner armen Magd) eintritt und ſie bewohnen will!? O Herr! da ich ſo hohe Gnade gefunden vor deinen Augen, ſo laß dir auch gefallen meine tiefſte Huldigung, die ich deiner Majeſtät ſchuldig bin. Ich bete dich an, o Jeſus, du Wunderbarer, der du unter den Geſtalten des Brodes, wie in Windeln eingewickelt, meine Speiſe ſein willſt. Ich bete dich an, o großer, o furchtbarer Gott, der du für mich ein kleines Kind geworden biſt. Ich bete dich an, den Sohn Gottes, den Alten der Tage, der für mich ein Kind von einem Tage geworden iſt. O göttliche Liebe, wie weit biſt du gegangen? Wie tief haſt du dich erniedriget um meines Heiles willen! Mit deinen Engeln, die du als Herolde deiner Geburt geſandt haſt, lobe und preiſe ich dich:„Ehre ſei Gott in der Höhe, und Frieden auf 166 Kommnnionandacht. Erde den Menſchen, die eines guten Willens ſind,“ rufe ich dir zu. O theuerſter Jeſus! o mache doch, daß ich und alle Menſchen, deren Heil mir am Herzen liegt, guten Willens werden. Ja gib mir einen guten Willen, und laſſe deinen Frieden immer in meinem Herzen walten, du Friedensfürſt!— Gib mir auch, gütigſter Jeſus, ich bitte dich flehentlich, die Einfalt und Demuth der armen Hirten, welche dich in der Krippe anbeteten, o mache mich auch ſo bereitwillig wie ſie, auf jeden Ruf deiner Stimme, wenn ſie mich zum Guten mahnt. O ziehe auch mein Herz ganz an dich, wie du dieſe frommen Hirten zu dir gezogen haſt. O mein Jeſus, ſchon als Kind predigeſt du in der Krippe! O lehre mich doch für Nichts achten alle Ehren und Schätze der Welt. O lehre mich doch hochſchätzen die Tu⸗ genden, welche du ſchon in der Krippe geübt haſt: die Demuth, den Gehorſam, die Sanftmuth, das Stillſchweigen, die Abtödtung. O mache, daß ich dein Beiſpiel nachahme, welches mich allein zum Himmel führt. Ich ſuche nichts Anders, ich will nichts Anders, als daß ich dich, das liebenswürdigſte Gut, immer, in Zeit und Ewigkeit beſitze. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) ippe lli venn me nen dl —— un ochſi der an, ödtun e, 3 , al mer „di U S gi Sonntag nach der Geburt Chriſti. 167 Sonntag nach der Geburt Chriſti. Evangelium: Luk. 2, 33. Simeon ſegnet das Kind Jeſus und ſagt ſeiner Mutter viele Dinge vorher. Die alte Wittwe Anna kommt in den Tempel und lobt Gott. Por der heiligen Rommunion. ieraſe Jeſus! wie überaus glücklich ſchätzte ſich dein heiliger Diener Simeon, daß er dein holdeſtes Angeſicht ſchauen, dich auf ſeinen Armen tragen durfte.„Nun laſſeſt du deinen Diener im Frieden fahren, denn meine Augen haben das Heil geſehen,“ rief er aus. O wie viel tauſendmal glücklicher bin ich ſchon geweſen, als Simeon, da ich dich, o theuerſter Herr, nicht in den Armen, ſondern in meinem Herzen ſchon ſo oft tragen, da ich nicht dein Angeſicht ſchauen, aber dein Fleiſch und Blut genießen durfte. O daß ich doch nach der erſten würdigen heiligen Kommunion geſtor⸗ ben wäre! Ich hätte dich dann nicht mehr be⸗ leidigen können! Doch du ließeſt mich leben, o Herr, daß ich durch Kampf gegen die Sünde, durch treue Uebung der Tugend und guten Werke meine Verdienſte vermehre. Und um mich hiezu zu ſtärken, kamſt du ſchon oft zu mir und nährteſt meine Seele mit deinem heiligſten Fleiſche. Aber ach, ungeachtet dieſer gnadenvollen 16ß Fommnnionandacht. Stärkung unterlag ich doch wieder im Kampfe und ließ mich fangen in den Schlingen der Verſuchung. O mein Gott und Herr, wann wird einmal die Zeit kommen, wo ich dich nicht mehr beleidigen, wo ich dich aus allen meinen Kräften lieben, nur für deine Ehre leben, nur dir treu dienen werde? Gütigſter Jeſus! du kennſt meinen guten Willen, du kennſt mein Berlangen, o komme mir doch wieder zu Hilfe! O ziehe deine Hand nicht von mir! Du biſt der Arzt der kranken Seelen, du nannteſt dich ja ſelbſt ſo. O ſo heile die Wunden meiner Seele durch dein Wort, und mache ſie würdig, wieder deinem heiligen Tiſche zu nahen, und dich, das Brod der Starken, zu empfangen. Deine Barmherzigkeit iſt groß, und unerſchöpflich deine Güte. Dieß iſt es, was mir den Muth gibt, wieder dir zu nahen und dich in mein Herz aufzunehmen. Du ladeſt mich ja ein, ja du droheſt mir, indem du ſagſt:„Wenn ihr das Fleiſch des Menſchenſohnes nicht eſſet, ſo werdet ihr das Leben nicht in euch haben.“— O gerne, o freudig folge ich deiner Einladung. Doch bevor ich hingehe zu deinem heiligen Tiſche, bitte ich dich, gib mir das Verlangen und die Liebe des heiligen Greiſes Simeon, damit ich ſo doch einigermaſſen würdig werde, dich in die Arme meiner Seele aufzu⸗ . — iede 5 und wo aus Ehr tigſt duſ wit nn dun naq j , il und — 6 h d tni 1 enſt Leb 0 bevo 3 he igen iner 1, S ſun Nhe mchiyſt n ,i Sonntag nach dee Geburt Chriſti. 169 nehmen und ganz mich mit dir zu vereinigen. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Nach der heiligen Rommunion. Herzinnigſter Dank ſei dir geſagt, o mein theuerſter Herr Jeſus! für die unausſprechliche Freigebigkeit, womit du mir dein heiligſtes Fleiſch und Blut geſpendet haſt. Du biſt alſo in meinem Herzen, mein Gott und Erlöſer, vereinigt iſt meine Seele aufs Innigſte mit dir! Höret ihr Himmel: Hoch preiſet meine Seele den Herrn, den wahrhaft guten Herrn, den ſo freigebigen Herrn, der den hungrigen Knecht(Magd) ſpeiſet mit Gütern und ſo viele andere leer ausgehen laſſet.— WMein Geiſt frohlockt in Gott meinem Heile, denn Großes hat an mir gethan, er, deſſen Name heilig iſt. O Herr Jeſu Chriſte! ſieh, dein nichtswürdiger Knecht(Magd) liegt vor deinen Füßen und betet dich in tiefſter Demuth an, und ſaget dir den innigſten Dank für dein groſ⸗ ſes Erbarmen, mit welchem du niedergeſehen haſt auf meine arme Seele und ſie nähreſt mit deinem eigenen Fleiſch und Blut. Alle ſicht⸗ baren und unſichtbaren Geſchöpfe lade ich ein, mit mir zu loben und zu preiſen deinen heiligen Namen, und zum Zeichen meiner Unterwürfigkeit opfere ich mich dir ganz auf mit dem herzlichſten 17⁰ Kommunionandacht. Verlangen, dir treuer und eifriger zu dienen als bisher, und den breiten Weg der Sünde nicht mehr zu wandeln. Doch Angſt und Furcht er⸗ greift mich, weil ich mich zu allem Guten ſo lau, ſo träge finde und zu allem Böſen ſo ge⸗ neigt. Ach ich gleiche einem faulen Kaufmanne, der immer verliert und nichts gewinnt, und immer ſeine Schulden vermehrt. Ach, wer gibt mir Thränen, daß ich beweine meine Lauigkeit und Nachläſſigkeit! Doch„du biſt ja,“ wie dein heiliger Diener Simeon ſagte, geſetzt zur Auferſtehung für viele. O ſo reiche mir deine Hand, o Herr! Ich will aufſtehen, aber ich kann nicht, denn die Laſt meiner ſündhaften Gewohnheiten drückt mich zu Boden. Erbarme dich meiner und ſprich das troſtvolle Wort: „Stehe auf.“ O Herr Jeſu Chriſte! der du deiner geliebteſten Mutter heute vorausſagen ließeſt, daß ein Schwert ihre Seele durchdringen werde, o laß nicht zu daß ich je deiner und deiner heiligen Mutter Schmerzen vergeſſe die ihr um meinetwillen ausgeſtanden habet. Wie kann ich mich mehr über meine Leiden be⸗ klagen, da du am Kreuze und meine theuerſte Mutter neben dem Kreuze ſo bittere Schmerzen erduldet habet.— O verleihe mir die Gnade, daß ich alle Trübſale immer im Geiſt der Buße trage, und das Schwert des bitterſten Schmerzes . iget gde gt u a allen faul ht hrt. ne1 du ſagi will ine 1 Bo 3 tr u C heut See ich netze ande nei nd o bi ihe — —— een Soit S ucht k hen — ſt t bifnn ant, u v neſ mLuij Wj“ n ſetzt d ſeiche i ſ ſen, ch indht Ethn Un S d nj c irn iet n ſe i Le ſ iden b thun „ichne —e 6u Fbi tini ——— Feſt der Beſchneidung des Herrn. 171¹ möge immer über meine und über fremde Sünden meine Seele durchdringen. O mögeſt du, o gütigſter Jeſus, mir immer das Licht ſein auf dem Wege zum Himmel, mögeſt du auch alle verſtockten Sünder, alle Irr- und Ungläubigen erleuchten, damit ſie den Weg finden, der zum Himmel führt und mögeſt du uns Allen nicht zum Falle, ſondern zur Auferſtehung des ewigen Lebens ſein. Amen. Das Feſt der Beſchneidung des Bindes Jeſu. (Neujahrstag.) Bor der heiligen Rommunion. Betrachtung. Wer kommtzumir? Jeſus, der Sohn Got⸗ tes, der heute zum Erſtenmale als zartes Kind ſein Blut vergoſſen hat!— Jeſus, der kaum acht Tage alt, ſchon mit ſo feurigem Eifer, mit ſo flammender Liebe das Amt eines Erlöſers verwaltet, ſein Blut zur Ge⸗ nugthuung für die Sünden der Welt der göttlichen Ge⸗ rechtigkeit geopfert hat.— Jeſus, der heute den überaus troſtvollen heiligen Namen Jeſus, Heiland, Erretter, Erlöſer, Heiligmacher erhielt, und der wirklich iſt, was dieſer ſo hochheilige Name bedeutet... mein Jeſus kommt zu mr Zu wem kommt erd Zu mir, einem Sünder, der für alle Miſſethaten noch keine Genugthuung gelei⸗ —— 172 Kommunionanmacht. ſtet, keine Buße gethan!.... der Widerwärtigkeit, Trübſal, Leiden, Schmerzen nicht mit Geduld angenom⸗ men, nicht als Strafe ſeiner Sünden hingenommen, nicht zur Bezahlung ſeiner unermeßlichen Schulden benutzt hat. Zu mir, der die koſtbare Zeit ſeines Lebens ſo wenig zur Verherrlichung des dreieinigen Gottes angewendet, der die Gnaden Gottes vergendet, der auch das verfloſſene Jahr ſo viel Gutes verſäumt hat? Zu mir, einem armen, nichtswerthen Bettler, kommt Jeſus! Warum kommt er? Er kommt in unendlicher Erbarmung, meine Seele in ſeinem Blute zu waſchen... Er kommt, nicht um mich zu verurtheilen und zu ſtrafen, nein, er kommt aus Liebe, um mir wahrhaft ein Jeſus, ein Erlöſer, ein Heiligmacher zu ſein!... Er will die Banden der Sünde, welche meine Seele feſſeln, zerreißen, er will ſie mit dem Kleide der heiligmachenden Gnade bekleiden, er will ſie koſten laſſen die Seligkeit, die in hm ſt! Anmuthung. herzinnigſtgeliebter Jeſus! dein heiligſter Name iſt ſo ſüß, ſo troſtvoll für mich, daß ich es gar nicht ausſprechen kann. Ach, wie arm— ſelig, wie elend wäre ich ohne dich. Du haſt mich am Kreuze erlöſt, und willſt noch immer mein Jeſus, mein Erlöſer ſein! Du willſt kommen zu mir, der wie ein Gefangener gefeſſelt iſt von den Banden der Sünde und der böſen Neigungen und willſt dieſe Banden auflöſen! Du willſt kommen zu mir und willſt meine von der Sünde beſchmutzte Seele heiligen! Du willſt det E 3 n 6 us! m nel nBlin. rheil t an ſti — it va en ſin— kul Sele ſjmi heig n u n die eit, iet g. s hiin wol ſru, dyi m. Si m ohre. perſönlich in meinem Herzen! Feſt der Beſchneidung der Herrn. 173 kommen zu mir und meine ganz matt und krank darnieder liegende Seele heilen, aufrichten und ſtärken! Wie iſt eine ſo große Güte und Liebe möglich! Ach, ich habe ja verdient, von dir ganz vergeſſen und verlaſſen zu werden, und du ge⸗ denkeſt noch immer meiner! Ich habe verdient, von dir verurtheilt und ſtrenge geſtraft zu werden, und du halteſt dein Urtheil zurück und laſſeſt nur dein Erbarmen walten. O wie vermag ich ſolche erbarmende Liebe zu vergelten! O daß doch mein Herz ganz in Liebe gegen dich ſich auflöſen möchte, o daß ich dich ſo lieben könnte, wie deine heilige Mutter! O Jeſus! ich verlange dich zu lieben, ich will dich lieben; ich liebe dich. O verſchmähe doch dieſe meine armſelige Liebe nicht, mit der ich jetzt zu deinem heiligen Tiſche hintrete, um die Kraft und den Troſt deines heiligen Namens an meiner Seele zu erfahren! O Jeſus, ſei mir ein Jeſus! Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Rach der heiligen Rommunion. Nun biſt du alſo, o mein gütigſter Jeſus, Mein liebens⸗ würdigſter Jeſus liegt in den Armen meiner Seele. Jeſus, den die Himmel nicht faſſen, iſt in meiner Bruſt! Ja es iſt ſo, ich glaube es unbezweifelt. O ſo preiſet denn ihr Engel meinen 174 Kommunionandacht. Herrn Jeſus, lobet den Namen des Herrn! Lobet meinen Jeſus, weil er ein ſo guter Herr iſt; lobpreiſet ſeinen Namen, der ſo ſüß iſt! O Namen Jeſu! o ſüſſer, o liebenswürdigſter Name; was iſt Jeſus, wenn nicht mein Erlöſer? O ſo ſei denn, mein Jeſus, um deines Namens willen mir ein Jeſus und erlöſe mich. O laß nicht zu Grunde gehen, den du durch dein koſtbarſtes Blut erlöſet, den du ſo oft ſchon im heilig⸗ ſten Sakramente geſpeiſet haſt. O erbarme dich meiner, da es noch Zeit iſt zum Erbarmen, und verwirf mich nicht, wenn die Zeit kommen wird, mich zu richten. Vergib mir, was ich im ver⸗ floſſenen Jahre geſündigt, o vergib mir alle Be⸗ leidigungen, die ich dir in dieſem Jahre zugefügt habe.— Ich verſpreche dir, o Jeſus, mit Mund und Herz, das neue Jahr ſo heilig an⸗ zufangen und ſo heilig zu enden, als wäre es das letzte meiner Pilgerſchaft. Du aber, o immer und ewig aller Glorie würdiger Jeſus, wolle nach deiner großen Barmherzigkeit in mir wirken das Wollen und Vollbringen alles deſſen, was dir wohlgefällig iſt. Ja, ich will, o mildeſter Jeſus, dein ſüſſes Joch auf mich nehmen und dir nachtragen, nur ſtärke, was ſchwach, entzünde, was kalt, feſtige, was wankt, richte auf, was fällt, demü⸗ thige, was ſich ſtolz erhebt, und treibe an, was lau iſt in mir.— Gütigſter Jeſus, der du dich acht. — ne er eit „der ensw mein eines ch oft ſi . zun e Zeit 1, n erh dieſem dit, enden haſt. rie 1 armh lbrin ih1 nich auſ, udi rJe hwach — hn Nmnn nen n inn relet „ ejlft ſts, 1 Fheilhn vin — che, F it ur les deſt „ h nide „ 4 tenm 175⁵ Feſt der Erſcheinung des Herrn. heute dem Geſetze der Beſchneidung freiwillig unterworfen und mir ſo ein Beiſpiel des Ge⸗ horſams gegeben haſt, o hilf mir, daß ich alle deine Gebote treu erfülle, und der du kaum ge⸗ boren, ſchon unter die Sünder gerechnet und die bitterſten Schmerzen erdulden wollteſt, hilf mir, daß ich alle Widerwärtigkeiten und Leiden mit Geduld und Ergebung ertrage. Auch bitte ich dich, liebenswürdigſter Jeſus, durch dein koſt⸗ barſtes Blut, welches du beim Beginne und am Ende deines Lebens für mich vergoſſen haſt, daß dieſes dein Blut, welches ich heute genoſſen, alle meine Adern durchſtröme, in mir das heſtigſte Feuer der Liebe entzünde und meine Seele alſo aneifere, daß ich Alles thue, um die Ehre deines Namens, mein theuerſter Jeſus, immerdar zu befördern. Dein Name ſei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) Das Feſt der hl. drei Könige oder Erſcheinung des Berrn. Bor der heiligen Rommunion. kit innigſter Sehnſucht, mit heiliger Freude eile ich heute zu dir, o mein theuerſter Herr Jeſus, um dich als den König der Könige, 176 Kommuntonandacht. der mit wunderbarer Macht die Könige des Morgenlandes an deine Krippe gerufen, gezogen und geleitet hat, anzubeten. Entflammt von Liebe, eile ich heute in dein Haus, o du Schöpfer der Sonne und aller Geſtirne, zu dir, o Jeſus! um dir in tiefſter Ehrfurcht als meinem höchſten Herrn meine Huldigung darzubringen.— D wie weit glücklicher bin ich, als die drei Könige, die dich blos anbeten durften, ich aber darf dich in mein Herz aufnehmen, dich, das Brod der Starken, die Wonne der Könige.— Aber ach, wenn ich auch glücklicher bin als dieſe Könige, bin ich auch würdiger als ſie? O daß ich doch ſo voll heiligen Verlangens, ſo voll Liebe, ſo voll des lebendigen Glaubens, ſo voll Demuth, ſo voll Andacht wäre, wie dieſe frommen Fürſten! O mein theuerſter Jeſus, du, der du mich zu dir rufeſt, du kannſt mich auch würdig machen, dich zu empfangen. So reinige meine Seele, und bereite dir mein Herz zum vollkommenen Opfer, denn ſonſt habe ich nichts, was ich dir opfern könnte. Erleuchte die Augen meiner Seele, damit ich dich in Brodsgeſtalt als meinen Herrn und König erkenne und dir in tiefſter Demuth das Herz öffne. O komme, o Jeſus, und ziehe ein in mein Inneres, es iſt dein Eigenthum, mit höchſter Freude nehme ich dich uf O komme, ewiger König, und herrſche ip e 18. gn uf ipumhi * iyſr dit Wejun 6 1Phin uh 1—. 3 Feſt der Erſcheinnng des Herrn. 177 über mich, denn dir will ich dienen. O komme, mein Jeſus, und wohne in mir, denn dich will ich lieben; o komme, mein Jeſus, und nimm dein Eigenthum in Beſitz, denn den will ſein todt und lebendig. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Nach der heiligen Rommunion. Mein Gott und mein Herr! iſt es möglich, daß du, der Allerhöchſte, der Heiligſte, der All⸗ mächtige, eine ſo armſelige Kreatur, wie ich bin, heimſucheſt? Mein Herz zittert vor der Gegen⸗ wart deiner, den Engeln ſelbſt furchtbaren Ma⸗ jeſtät! O glorwürdigſter Jeſus, vor dem ſich alle Kniee beugen, ſiehe, hier liegt vor dir in dem Abgrunde ſeines Nichts dein unwürdigſtes Geſchöpf und betet dich an. O wo nehme ich Worte her, dich zu loben und zu preiſen, wo finde ich ſo inbrünſtige Anmuthungen, um dir würdig für deine unendliche Güte danken zu können? Siehe, ich opfere dir auf ſtatt meiner armſeligen Anbetung und Dankſagung, die An⸗ betung deiner heiligſten Mutter und die Anbetung und Dankſagung der heiligen Könige, welche heute vor deiner Krippe lagen und dich als den neu⸗ gebornen König der Juden anbeten. Und was ſoll, was kann ich dir opfern, da ich nicht leer vor dir erſcheinen ſoll, o großer König und Herr?! Jeſus, mein Alles. 12 178 Kommunionandacht. Gold und Silber habe ich nicht, und du verlangſt es auch nicht; arm bin ich und elend. Doch ich weiß, was du verlangſt.„Sohn(Tochter) gib mir dein Herz,“ ſprichſt du. O ja, mit Freuden opfere ich es dir, o mache es dir ge⸗ fällig! Und weil ich kein Gold habe, ſo opfere ich dir die Liebe meines Herzens, obwohl ſie ſo gering iſt. Ich will dich lieben, o gib mir Liebe. Weihrauch beſitze ich nicht, o ſo nimm hin die geringe Andacht meines Herzens und verachte nicht meinen guten Willen. Myrrhen habe ich nicht, o ſo nimm hin meinen feſten Vorſatz, von nun an mich abzutödten und alle Widerwärtig⸗ keiten und Leiden gerne zu ertragen. Ich erkenne, mein Jeſus, daß du mir heute eine weit größere Gnade erwieſen haſt, als den drei Königen; wie kann ich dir dafür vergelten? Doch du biſt ja nicht gekommen, um von mir Geſchenke zu empfangen, du weißt ja, daß ich ein armer Bettler bin. Du biſt gekommen, um meine Seele zu begnadigen, und haſt ja geſagt: „Bittet, ſo wird euchgegeben werden.“ Um was ſoll ich aber heute dich bitten? Siehe, ich verlange herzinniglich von deiner Güte, daß du mich erleuchteſt mit dem Lichte deiner Gnaden, wie du die Seelen der drei Könige erleuchtet, und ſo gewaltig an dich gezogen haſt. O laß mich erkennen, was mir zum Frieden dient! acht. ht, 1 weiln udec Dii „Sit(öh richt—); je1 om— i Gold ſo ii tens ohl ſe „ ntt o ren hui wu E enſſt nir l Snn etn 2 , da nit wieſed c, chi dit e mnen r u v u biſt k=nme n j gegelkvetiu bihtn i n . . „ chehi Wonne meiner Seele! komme, 1. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn. 179 O laß mich erkennen, wie nur du allein das höchſte Gut und aller Liebe werth biſt, wie nur deine treue Nachfolge mich glücklich macht, wie nur in deiner Liebe mein Herz wahre Seligkeit findet. Verleihe mir auch, freigebigſter Jeſus, Stärke und Kraft, daß ich immer treu in deine Fußſtapfen trete, durch keine Sünde mehr mich von dir ſcheide und einſt die Gnade habe, mit den heiligen drei Königen dich im Himmel zu ſchauen, anzubeten, zu loben und zu preiſen ewiglich. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) 1. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn. Evangelium: Luc. 2, 42. Der zwöljjährige Jeſus im Tempel. Por der heiligen Rommunion. Siſer Jeſus, mit Schmerzen haben dich heute deine heilige Mutter und dein heiliger Nährvater Joſeph geſucht und mit noch größerer Freude haben ſie dich im Tempel gefunden; ſiehe mein Herz ſucht dich, mein Herz verlangt nach dir! Ach in dieſem Jammerthale, meiner Wanderſchaft, nicht ohne dich leben. in dieſer vermag ich und will ich O ſo komme denn, du Freude meines 12* 186 Kommnnionandacht. Herzens. Ich möchte dich ſehen, meinen ſüſſeſten Tröſter; ich möchte dich beſitzen, meine einzige Liebe; ich möchte bei dir ſein, o mein beſter Vater! ih möchte dich genießen, du beſtes Gut, ohne welches nichts gut iſt! Wo biſt du, ſchön⸗ ſter unter den Menſchenkindern? Doch was ver⸗ langſt du, meine Seele? Du verlangſt nach dem Schönſten, und biſt ſo häßlich durch deine Sünden; du verlangſt nach dem Allerreinſten und biſt ſo unrein durch deine Miſſethaten; du verlangſt nach der Liebe, und biſt ſelbſt ohne alle Liebe; du verlangſt nach dem Tröſter, und betrübſt ihn durch deine Bosheit; du verlangſt nach dem höchſten Gute, und ſuchſt nin deine Freude in den Gütern dieſer Welt! Wie kannſt du es wagen, deinen Herrn und Gott einzuladen, da du ſo ganz leer an Allem biſt, was ihm wohl⸗ gefällig ſein könnte! Ach ich weiß, o theuerſter Herr! ich weiß es, daß ich ganz und gar un⸗ würdig bin, dich in mein Herz aufzunehmen! Doch was ſoll ich thun, um das Verlangen meiner Seele zu ſtillen? Ich weiß es, was ich thue. Ich werfe mich wie der verlorne Sohn zu deinen Füßen, o Herr, und bekenne im Gefühle der bitterſten Reue, daß ich vor dir und dem Himmel geſündigt und meine Seele vor dir ab⸗ ſcheulich gemacht habe, und bitte dich inbrünſtig, du wolleſt mir um der großen Schmerzen willen, ſiſee relde j i 6 Sden, Snm woh theuerſ — gr n n nnehnen Siermn „ v ih Ine 60h SiGiih an n hir ch Whrini rt nile, 1. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn. 131 welche deine heilige Mutter hatte, als ſie dich ſuchte,— du wolleſt mir vergeben, wolleſt meine Seele reinigen und ſie zu deiner Einkehr bereiten. Ich glaube, o Jeſus, daß deine Barmherzigkeit ohne Grenzen iſt; auf dieſe Barmherzigkeit hoffe ich, und weil du der beſte, gütigſte und barm⸗ herzigſte Herr, und wahrhaft aller Liebe werth biſt, ſo liebe ich dich vom ganzen Herzen, und will in dieſer Liebe leben und ſterben. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Nach der heiligen Rommunion. Ich habe gefunden, den meine Seele lieb hat; ich halte ihn feſt und laſſe ihn nicht mehr von mir. Ich beſitze, was ich ſuchte, und halte ihn in den Armen meiner Seele.— Du biſt alſo bei mir, o Jeſus, wahrhaft und wirklich wohneſt du in meinem armen Herzen!! Ich bete an in tiefſter Ehrfurcht, dich, meinen gött⸗ lichen Lehrmeiſter. O Lehrer der Völker, du göttliche Weisheit, ſprich zu meinem Herzen, dein Diener(deine Magd) höret. Alle Schriftgelehrten im Tempel ſtaunten über deine Weisheit und deine Antworten. O ſo lehre mich thun, gött⸗ licher Meiſter, deinen heiligen Willen. Dein Knecht(deine Magd) höret, dein Knecht(deine Magd) bin ich; o gib mir Einſicht, daß ich er⸗ kenne deine Zeugniſſe. Glückſelig, den du lehreſt, 132 iommunionandacht. o Herr, denn du haſt Worte des ewigen Lebens. O lehre mich und hilf mir, daß ich nachfolge, deinem Beiſpiele. In deinem zarten Knabenalter gabſt du ein Beiſpiel der Demuth. Du ſaſſeſt mitten unter den Lehrern und fragteſt ſie und hörteſt auf ihre Worte, du, der Herr aller Wiſ⸗ ſenſchaft, die Weisheit Gottes des Vaters. O nimm mich auf zu deinem demüthigen Schüler; ich will immer auf dich hören; hilf mir, daß ich deine Worte befolge, und nimmermehr dich ver⸗ laſſe. O was wäre das für ein Verluſt, wenn ich von dir verlaſſen würde, indem ich dich ver⸗ laſſe. O laß dieſes ſchreckliche Unglück nicht zu! O mache mich ganz Eins mit dir, mein gütigſter Herr, ziehe mein Herz ganz in dein heiligſtes Herz hinein, umgib es ganz mit den Flammen deiner Liebe und laß es ganz verzehren in deinem heiligen Dienſte. Amen. Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) 2. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn. Evangelium: Joh. 2, 1. Die Hochzeit zu Kana. Por der heiligen Rommunion. Chigſter Jeſus! du haſt die Einladung der — armen Brautleute nicht verſchmäht und biſt bei ihrem Hochzeitmahle erſchienen. O wie Fu Lh be uſſſi ſen Stil — bih ſ, un ni z gitiſt te d S hils —ſlumn ndinn —2eit 10) ——— 0 Hem + ian. . mng N Sißt u O vi 2. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn. 133 überaus glücklich werden ſich dieſe guten Menſchen ob deiner ſo großen Herablaſſung geſchätzt, wie freudig werden ſie dich aufgenommen, wie de⸗ müthig dich bedient haben! Und als du auf Fürbitte deiner gebenedeiten Mutter ihrer Noth zu Hilfe kameſt, und Waſſer in Wein verwan⸗ delteſt, welch ein freudiges Staunen wird ſie er⸗ griffen, wie werden ſie dir gedankt, wie hoch deine Macht und Güte geprieſen haben!— O mein Jeſus, die nämliche Herablaſſung, die nämliche Güte und Liebe wie damals zu Cana haſt du noch gegen uns arme Menſchenkinder, und du thuſt noch immer mit der Macht deines Armes Wunder, ja noch größere als damals.— Welch ein unbeſchreibliches, welch ein erſtaunliches Wun⸗ der iſt nicht die Wandlung des Brodes in dein Fleiſch, und des Weines in dein Blut! Welch ein Wunder deiner Allmacht, deiner Güte, deiner Liebe iſt vieſes! Und für wen wirkeſt du dieſes Wunder der Liebe mit der Macht deines Wortes? Für uns arme Menſchenkinder, für unſere Seele, die du zu deiner Braut erkoren, deren Bräutigam du ſein, die du mit der ſüſſeſten Speiſe deines Fleiſches und Blutes nähren willſt.— Du mein theuerſter Herr willſt heute bei mir einkehren, du willſt heute, o göttlicher Bräutigam, das Mahl mit mir halten. Aber darf ich ſagen, daß meine Seele deine Braut iſt? Eine Braut liebt 134 Kommunionandacht. allein aufs Innigſte ihren Bräutigam, aber ach ich fühle ſo wenig Liebe in mir! Eine Braut iſt gereinigt, geſchmückt und geziert ihrem Bräu⸗ tigam zu Liebe. Ich aber bin ohne Schmuck der Tugend und befleckt von der Sünde. Eine Braut trägt den Kranz der Unſchuld auf dem Haupte, und ihr Leib iſt bedeckt mit dem Kleide der Reinheit. Aber ach, ich habe den Kranz und das Kleid der Unſchuld, die du mir in der Tauſe gegeben, beſchmutzt und verunreinigt! Eine Braut geht ihrem Bräutigam mit brennen— der Lampe entgegen. Aber ach, ich habe kein Oel der guten Werke, meine Lampe iſt erloſchen! Was ſoll ich thun, wie kann ich mich vor dir ſehen laſſen, o göttlicher Bräutigam? Ach habe Erbarmen mit mir, gütigſter Herr, um deiner Liebe willen, die du zu uns Menſchen trageſt. Habe Erbarmen mit mir um deiner heiligen Mutter willen, deren Kind ich bin und die ge⸗ wiß für mich bittet. O ſprich nur Ein Wort und mein Kranz und mein Kleid iſt wieder rein; ſprich nur Ein Wort, und meine Lampe brennt! Für meine Armuth an Zierde und Schmuck der Tugenden, für meine Armuth an guten Werken, opfere ich dir auf deine eigenen Tugenden und Verdienſte deiner heiligen Mutter und mit dieſem dir wohlgefälligen Opfer nimm gnädig hin meinen guten Willen, mit welchem ich dir jetzt feierlich S hiiiy — die g nPot et rin brent Sn h Verin Sden n t dieſn F mim = ſirt 2. Lonntag nach der Erſcheinung des Herrn. 185 verſpreche, nichts mehr in der Welt zu lieben, als dich allein; Niemanden mehr zu gefallen, als dir allein; an nichts mehr mich zu erfreuen, als an dir allein; jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Nach der heiligen Rommunion. Sei gegrüßt, Herr Jeſu! ſüſſeſter Bräutigam meiner Seele! Sei tauſendmal gegrüßt, allmäch⸗ tiger Gott, der du ein ſo großes Wunder vor meinen Augen gewirkt, Brod und Wein in dein heiligſtes Fleiſch und Blut verwandelt und meine Seele damit geſpeiſet haſt. Ich kann nicht genug bewundern deine unbegränzte Güte und Liebe gegen mich.— Erkennend meine Unwürdigkeit werfe ich mich vor dir nieder und bete dich an, meinen Herrn und Gott. O ſei tauſendmal willkommen in der armen Hütte meines Herzens. O daß ich dich doch mit einer ſolch brennenden Liebe umfangen könnte, mein Jeſus, wie deine heilige Mutter dich in ihre Arme geſchloſſen hat! O hätte ich doch die Herzen aller Heiligen, um mit der Glut ihrer Liebe dich lieben zu können, du ſchönſter Bräutigam!.. Deine heilige Mutter Maria hat, bauend auf deine Güte, zu den Dienern auf der Hochzeit zu Kana geſagt:„Was er euch ſagen wird, 186 Kommunionandacht. das thut.“ Ja, o Herr, ich dein unwürdiger Diener(deine Magd) will Alles thun, was du mir befiehlſt. O ſprich nur, befehle, mahne, denn wenn du ſchweigſt, welch ein Unglück wäre das für mich! Ich will mein Herz nicht ver⸗ härten, ich weigere mich nicht, ich zögere nicht mehr, Alles zu thun, was du mir ſagſt. Was du verbieteſt, das will ich meiden, ſei es noch ſo ſüß, und was du befiehlſt, das will ich vollbrin⸗ gen, ſei es noch ſo hart. Ich ſetze all mein Vertrauen auf dich, o Jeſus, und hoffe, daß du meinem ſchwachen, veränderlichen Willen zu Hilfe kommeſt, und mir, wenn du befiehlſt, auch die Kraft gibſt, gerne, ſchnell, treu zu thun, was du verlangeſt. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) 3. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn. Evangelium: Matth. 8, 1. Jeſus heilet einen Ausſätzigen und den Knecht des Hauptmanns. Por der heiligen Rommunion. T ch verlange, gütigſter Jeſus! zu jenem gött⸗ lichen Mahle hinzutreten, zu welchem du alle Gläubige mit den Worten geladen haſt: „Wenn ihr nicht eſſet das Fleiſch des Menſchenſohnes und trinket ſein Blut, ſo habt ihr das Leben nicht in euch.“ 6 h S uvrlirn — al m S„dyt iln Sſſt, u )un, n — Seit 10) hen AMjizn 3. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn. 187 O heiliges Mahl, o ſchreckliches Geheimniß! Was thuſt du, o Herr? Warum befiehlſt du mir zu kommen zu dir? Wie kannſt du dich ſo tief herablaſſen? Ich weiß, wer ich bin, aber wer biſt du? Ich weiß, wer du biſt, der Glaube ſagt es mir: Du biſt der Sohn des lebendigen Gottes, das Wort des Vaters, durch das Alles gemacht iſt. Ach, welch ein Unterſchied zwiſchen mir und dir, zwiſchen dem Schöpfer und dem Erdenſtaub, zwiſchen dem Leben und dem Tode! Wie ein verabſcheuungswürdiger Ausſätziger liege ich zu deinen Füßen, o Herr, und wage nicht mein Auge zu dir zu erheben! Ach, gedenke doch, o Jeſus, jener großen Güte, mit der du dich einſt den Ausſätzigen zu berühren und rein zu machen, dich gewürdiget haſt. Auf deine Barm⸗ herzigkeit vertrauend flehe ich zu dir, ſeufze und rufe ich zu dir. Bei dir ſuche ich Hilfe, die ich nirgends finde. Oder wer kann mich rein machen, wenn nicht du, o Herr! allein, mein liebreichſter Erlöſer? O ſo ſprich das Wort:„Ich will, ſei rein.“ O heile mich, allmächtiger Arzt; ſchaffe ein reines Herz in mir, o Gott! Nimm weg von mir den häßlichen Ausſatz der Sünde, und bekleide mich mit dem Kleide der Tugenden, damit ich würdig werde, das Sakrament deines heiligſten Fleiſches und Blutes zu empfangen. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Kommunionandacht. nach der heiligen Rommunion. Mit dem lebendigſten Glauben und in tiefſter Demuth bete ich dich an, o Herr Jeſus, der du dich gewürdigt haſt, in meinem Herzen Wohnung zu nehmen.— Wie unbegreiflich groß iſt deine Güte! Sie kommt mir um ſo größer vor, als ich immer mehr erkenne, wie groß die Unreinigkeit meines Herzens iſt. Du biſt die anbetungswür⸗ digſte Heiligkeit und ich voll Schmutz der Sünde. Du biſt das Wort voll der Gnade und Wahrheit, und ich gleich einer Grube voll Elend und Eitelkeit.— Du biſt das Leben, ich aber bin voller Wunden und krank bis zum Tode. Doch du biſt auch der allgütige und allmächtige Arzt, und haſt ja geſagt, daß du der Kranken wegen gekommen biſt. Auch zu mir haſt du dich gewür⸗ digt zu kommen, um mich zu heilen, denn nur du kannſt dieß Wunder wirken und meine Seele geſund machen.— Dein heiligſtes Fleiſch und Blut vermag ja Alles. O ſo heile denn, gütigſter, himmliſcher Arzt! heile die kranken Triebe und Regungen meines verdorbenen Fleiſches, o mache geſund die Glieder meines Leibes, die ich bisher nur zu deiner Beleidigung mißbrauchte, heile meine Augen, daß ſie keuſch und ſchamhaft, ein⸗ gezogen und ſittſam ſeien; heile meine Ohren, daß ſie nur Freude an deinem Worte habe, 1 ntiſ „hi — rein. uht Saber h 9 ige 1 n n hge — em m x ne Ei S iſch u x gitijtt * iebe n „com „ ich bi une, hi iſt, in 8 Ohr ſi S— —— ( Pohnn iſt i W reii 4. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn. 139 heile meine Zunge, daß ſie nur Gutes, dir Wohlgefälliges rede; heile die Wunden meiner Seele, heile mein Gedächtniß, daß ich deiner und deiner Liebe nicht vergeſſe, und mich ſtets erin⸗ nere, daß du Alles ſiehſt und mich einſt richten wirſt; heile meine Begierlichkeit, daß ich nur nach der Tugend verlange, heile meinen Willen, daß ich nur das Gute wolle. O Jeſus, du haſt geſagt:„Siehe, ich mache Alles neu.“ O mache aus mir einen neuen Menſchen, der nur an dich glaubt, nur auf dich hofft, nur dich liebt, damit ich einſt würdig werde an deinem Tiſche mit Abraham, Iſaak und Jakob im Himmel zu ſitzen und ewig mich in dir zu erfreuen. Amen. Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiche Seite 103.) 4. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn. Evangelium: Matth. 8, 23. Jeſus ſtillet den Meeresſturm Vor der heiligen Rommunion. — lein Gott und mein Herr, mein Heiland und Erlöſer! du weißt, daß meine Seele gleich einem Schifflein auf dem weiten, gefahr⸗ vollen Meere dieſer Welt ſo vielen Winden und Stürmen der Verſuchungen ausgeſetzt iſt, daß ich zweifle, ob ich je mein Ziel erreichen und in das ſo ſchöne Vaterland gelangen werde, wo du 190 Kommunionandacht mit deiner liebwertheſten Mutter und allen Hei⸗ ligen throneſt.— Bald ſtürmt auf mich herein die Hoffart, bald der Uebermuth, bald der Zorn, bald hält mich zurück die Trägheit, bald führt mich irre der Neid, bald ſucht mich in die Tiefe zu ſtürzen die Unreinigkeit und Unmäßigkeit, und mein Wille iſt ſo ſchwach, der mich führen, und mein Verſtand ſo dunkel, der mir den Weg zeigen ſoll, und vor lauter Stürmen höre ich dein Mahnwort nicht, das mich auf die Gefahr aufmerkſam machen und mich retten will.— O gütigſter Herr, wie werde ich mit meinem Schiff⸗ lein dem Untergang entrinnen, wenn du mir nicht hilfſt! Doch„warum biſt du ſo traurig, meine Seele, und warum betrübeſt du dich? Hoffe auf den Herrn.“ Ja, ich hoffe auf dich, o Herr! Du biſt hier im heilig⸗ ſten Sakramente gegenwärtig, der Nämliche, der im Schifflein des Petrus war und den Stürmen gebot und den Wellen, daß ſie ſtille wurden und ſich legten. Und du willſt ja jetzt kommen in das Schifflein meiner Seele, um es zu retten. O ſo komme denn, allmächtiger Herr! und errette mich, denn ohne dich gehe ich zu Grunde.— Du kennſt ja das Verlangen meines Herzens, den Verſuchungen zu entgehen, um dich nicht zu beleidigen. Ich will ja dich lieben, nur mit dir vereinigt werden, die Sünde aber trennt mich —ie hit —ill.—) enet m nir i traun cübeſl ———— ein hi Enllich,* Sudnt Skemnn n — udm hnn = 5. Sur m nemt 4. Sonutag nach der Erſcheinung des Herrn. 191 von dir und ſtürzt mich in den Abgrund des Verderbens. Nein, das kannſt du nicht geſchehen laſſen; du mußt meine Seele retten, die du mit deinem koſtbarſten Blute erkauft haſt. O ſo komme, und wohne in meiner Seele, und führe und leite ſie zu dem Ziele, wozu du ſie erſchaffen haſt, zum himmliſchen Vaterlande. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Nach der heiligen Rommunion. Niemand unter den Menſchenkindern kann deine Majeſtät und Glorie begreifen, ſüſſeſter Herr Jeſus, und doch ließeſt du mich zu deinem heiligen Tiſche gehen und kamſt zu mir in Brods⸗ geſtalt. Alle Elemente gehorchen auf deinen Wink und es gefiel dir doch heimzuſuchen deinen un⸗ gehorſamen Knecht(Magd)! Du beherrſcheſt die Gewalt des Meeres und gebieteſt ſeinen Wellen und ſeinen Fluten, und doch würdigeſt du dich zu wohnen im Herzen eines Sünders. O Güte, o Barmherzigkeit! Und da du wirklich bei mir biſt im Schifflein meiner Seele, ſo be⸗ ginne ich denn aufzuathmen von der Furcht vor ſo gefährlichen Stürmen der Welt. Deine Ge⸗ genwart benimmt mir jede Angſt, jeden Klein⸗ muth, richtet meine Hoffnung auf, ſtillet meinen Schmerz, und macht mich guten Muthes. Der Herr iſt ja bei mir, wen ſollich fürchten?! 192 Kommunionandacht. Doch, gütigſter Jeſus! nicht immer kann ich mich deiner wirklichen Gegenwart erfreuen, nicht im⸗ mer bleibſt du bei mir! Wie wird es mir er⸗ gehen, wenn du mir deine Gegenwart entziehſt. Ach ich Armſeliger, wie werde ich mich dutch die Wogen und Stürme der Verſuchungen durch— ſchlagen! Ach bald wird die Eigenliebe und der Hochmuth ſich wieder in mir erheben, bald wird der Neid und die Habſucht, wird der Zornmuth und die Trägheit, wird die Fleiſchesluſt und Vergnügungsſucht, wird die Gaumenluſt und die Augenluſt wieder auf mich einſtürmen, mich auf Abwege führen, mich dem Verderben nahe brin⸗ gen. O Herr Jeſus! ſei du mein Helfer, verlaſſe dann mich nicht mit deiner Gnade. Wie deine Jünger dich weckten, als der Sturm ihnen den Untergang drohte, ſo will ich zu dir ſchreien, o Herr! wenn die Verſuchung naht. O dann erhebe dich, o Herr! und gebiete den Anfechtungen. Du biſt meine einzige Zuflucht, verlaſſe mich nicht. Ich will in das Land kommen, o Jeſus, wo du mir die Wohnung ſchon bereitet haſt, o ſtehe mir bei und leite mich, daß ich glücklich dahin gelange. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) — Dichnt 6 nirt —enjh ich dut en b ub N———— ⸗ 4 enmnt B ſt n t m ahe b — lntethn er! wn De dih, r= Du i S odn k entt gn „ Sit 10 1 wald n nih nen 5. Sonntag nach der Erſcheinung des herrn. 193 5. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn. Evangelium: Matth. 13, 24. Vom Säemanne und dem Unkraut. Vor der heiligen Rommunion. Gun Gott und Herr! Du haſt durch die —= heilige Taufe mein Herz zu einem frucht⸗ bringenden Ackerfeld bereitet und haſt von meiner Kindheit an dich in erbarmender Liebe bemüht, den guten Samen der Einſprechungen deines heiligen Geiſtes, des heiligen Schutzengels, der mahnenden Worte deiner Prieſter und guten Menſchen, und den guten Samen der verſchie⸗ denen Anregungen zur Ausübung der Tugend und guter Werke in dieſes Ackerland zu ſäen und haſt es begoſſen mit dem Waſſer und dem Thau deiner Gnaden, auf daß es gute Frucht bringe; aber ach, ich öffnete mein Herz dem Samen des böſen Feindes und der Welt, indem ich ihren Lockungen Gehör gab, und es brachte bisher nichts als Diſteln und Dornen der Sünde hervor. Und dennoch willſt du, o Herr, in dieſes Herz eingehen und willſt dieſes unfruchtbare Ackerland ſogar nähren mit deinem heiligſten Fleiſch und Blut! O mein Heiland! du weißt ja, wie es in meinem Herzen ausſieht. Ach, du findeſt darin lauter Verwirrung, Alles iſt wüſt und Jeſus, mein Alles. 13 Kommnnionandacht öde, da ſiehſt du keine wohlriechende Blüte der Tugend, da findeſt du keine Frucht eines guten Werkes; da findet dein Auge Nichts, worauf es mit Wohlgefallen ruhen kann; du findeſt nichts als ein liebeleeres, armes, krankes Herz. Und wie dies Alles geſchehen konnte, wie mein Herz ein ſo armſeliges, unfruchtbares, ödes, wüſtes Ackerland werden konnte, das iſt dir auch bekannt, o Herr! Ich habe geſchlafen, war nicht wachſam, war lau und träge, verſchloß mein Herz deinen Einſprechungen und Mahnungen, den Wirkungen deiner Gnade und der Feind ſäete Unkraut, ich fiel von einer Sünde in die andere und ward abſcheulich vor deinem Angeſicht! Ach, Schmerz und Reue ergreift mich; o was habe ich gethan, o Herr! vor deinem heiligen Angeſichte! Ach erbarme dich meiner und verwirf mich nicht! O nur ein Wort des Erbarmens aus deinem Munde und das Unkraut iſt aus meinem Herzen getilgt, o nur das Wort„Vergebung“ ſprich, und die Sünde iſt weggenommen von meinem Herzen, o nur Einen Strahl deiner Liebe ſenke in mein Herz und nur einen kleinen Theil deiner Verdienſte ſchenke mir, und mein Herz wird wieder ein fruchtbringendes Ackerland. Und wenn du dich dann würdigeſt, göttlicher Säemann, in mein Herz zu kommen, o ſo wird es, genährt von deinem heiligſten Fleiſch und Blut, und 1 deinn tenhen mell ebe ſu Sil din erz wi den Sum i gnit tt, 5. Lonntag nach der Erſcheinung des Herrn. 195 bethaut von deiner Gnade, dir wohlgefällige Früchte tragen. O ſo komme, theuerſter Herr, denn ohne dich kann ich nichts thun, ohne dich keine Frucht bringen; kommſt du aber zu mir und bleibe ich in dir, dann werde ich, wie du ſelbſt geſagt, viele Früchte bringen. O ſo komme, gütigſter Herr! ſieh, mein Herz iſt ge⸗ öffnet und verlangt nach dir, wie ausgetrocknetes Erdreich nach friſchem Regen. O komme, o Herr, mein Herz iſt bereit dich aufzunehmen, damit es durch dich Früchte bringe— die würdig ſind, von deinen Engeln in deine Scheuern getragen zu werden. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Uach der heiligen Rommunion. Sei gebenedeit, himmliſcher Säemann Jeſus, ſei tauſendmal gegrüßt, gütigſter Herr! der du jetzt das Ackerland meines Herzens mit deinem heiligſten Blute begoſſen, mit deinem heiligſten Fleiſche genährt haſt, auf daß es viele Frucht bringe. O tauſendmal Dank ſei dir dafür geſagt! Du biſt jetzt bei mir aus lauter Erbarmen und dieſes ſo große Erbarmen gibt mir den Muth zur herzinnigen Bitte, daß du mir helfen mögeſt, die Feinde zu verjagen und zu überwinden, welche noch immer bereit ſind, wieder Unkraut in mein 13˙ ſ 6 1 1 1 1 196 Kommnnionandacht Herz zu ſäen. O wie oft haſt du mich ſchon vor ihren Lockungen gewarnt, wie oft haſt du mich mit deiner Gnade heimgeſucht, daß ich hätte gute Frucht bringen können; allein ich ſchlief, ich wachte nicht, ich ließ die Feinde walten in meinem Herzen. O gütigſter Jeſus! verzeihe mir und laſſe nicht mehr zu, daß ich der Lauig⸗ keit und Trägheit mich hingebe, und falſcher Sicherheit mich überlaſſe. O flöße mir ein heil⸗ ſame Furcht und Mißtrauen auf meine Kräfte, und laſſe mich doch immer erkennen, wie trügeriſch alle dieſe ſüſſen Lockungen des böſen Feindes, der Welt und des Fleiſches ſind. O durchbohre mein Herz mit Furcht vor jenem Feuer, in wel⸗ ches einſt deine Engel das Unkraut zum Ver⸗ brennen werfen, und laß mich nie mehr vergeſſen, daß ich dazu auf Erden bin, um Früchte der Tugend und guten Werke hervor zu bringen, um einſt in die ewige Scheuer des Himuelt eingehen zu dürfen. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) 2 Er, in w zun — vergſ rücht 4 brih Hinn eSeie 1W der ewigen Seligkeit zuzuführen. bin ein Kind deiner heiligen Kirche, 6. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn. 197 6. Sonntag nach der Erſcheinung des Herrn. Evangelium: Math. 13, 31. Vom Senfkörnlein und Sauerteige. Por der heiligen Rommunion. Aecher Heiland Jeſus! vom ganzen Herzen ſage ich dir Dank, daß du mich in deine heilige Kirche aufgenommen haſt, die aus einem kleinen Senfkörnlein zu einem großen Baume herangewachſen iſt, der ſeine Zweige über die ganze Welt ausbreitet und auf denen auch ich jetzt ſicher ruhen kann. Ich bin ein Kind deiner heiligen Kirche, in der du alle deine Verdienſte niedergelegt, die du mit deiner Gnade bereichert, der du alle Mittel gegeben haſt, um ihre Kinder Ich bin ein in welcher du gegenwärtig biſt im heiligſten Altarsſakramente, und die du nicht verlaſſeſt bis zum Ende der Tage. Ich in welcher du einen Tiſch bereitet haſt, auf welchem du dich ſelbſt den Deinen zur Speiſe gibſt.— Ach, wie unglücklich wäre ich, wenn du mich unter den Heiden oder Un⸗ und Irrgläubigen hätteſt ge⸗ boren werden laſſen! Ach, dieſe Unglücklichen beſitzen dich nicht; bei ihnen wohneſt du nicht; ihnen biſt du nicht das Brod des Lebens; ach Kind deiner Kirche, 193 Kommnnionandacht ihre Seele muß verhungern, denn ſie können nicht eſſen von dir, dem Baume des Lebens! O tauſendmal Dank alſo, herzinnigſten Dank, daß ich ein katholiſcher Chriſt bin, daß ich deiner heiligen Kirche angehöre!— Ich höre auch heute wieder deine Stimme, welche mich einladet zu dir zu kommen.„Kommet ihr Mühſeli⸗ gen und Beladenen,“ ſprichſt du,„ich will euch erquicken.“ O wie gerne folge ich deiner troſtvollen Einladung, denn wahrhaftig mühſelig und beladen bin ich.— Ich bin ganz ermattet von dem Kampfe, den ich Tag für Tag führen muß gegen meine böſen Neigungen, gegen die Verſuchungen und Anfechtungen des böſen Feindes und der Welt. Fort und fort ſtreiten die Feinde gegen mich, bald ſchmeicheln ſie mir und locken mich an mit ſüſſer Stimme, bald drohen ſie mir, bald ſpotten ſie meiner, bald verfolgen ſie mich, und ach! nicht ſelten ſinke ich zu Boden unter dieſer Laſt der Verſuchungen. Daher eile ich zu dir, o Herr! denn bei dir iſt die Kraft und die Macht, und der Troſt und die Erquickung! Wohl bin ich's nicht werth zu deinem heiligen Tiſche zu gehen, aber wohin ſoll ich mich wenden, um nicht zu unterliegen und den Schlingen zu ent⸗ gehen, die mir Verderben drohen, wenn nicht zu dir, gütigſter Herr!? Du biſt der Starke aus Iſrael, du der Löwe aus Juda; zu dir eile ich, ——— — — — —— — — S ſe ni n ſl it 6. Sonntag nach der Erſcheinnng des Herrn. 199 dich will ich in mein Herz aufnehmen, du wirſt mich ſtärken und die Laſt wegnehmen, die meine Seele zu Boden drückt; du wirſt ſie erquicken, daß ſie wandeln kann zum heiligen Berge und Ruhe und Seligkeit finde bei dir im Himmel. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Uach der heiligen Rommunion. O ſei vom Herzen willkommen und ewig ge⸗ benedeit, o Jeſus, mein Alles, der du dich ge⸗ würdigt haſt, meine Seele, das Werk deiner Hände, heimzuſuchen, und mit deiner überaus lieblichen Gegenwart zu erfreuen! Liegend in tiefſter Ehrfurcht auf den Knieen und ganz in mein Nichts verſenkt, bete ich dich an mit den Chören der ſeligen Geiſter, die um deinen Thron ſtehen. O König der Glorie, wie unendlich groß iſt deine Liebe zu uns armen Menſchen, daß du ſie, wie der Vogel Pelikan ſeine Jungen, mit deinem eigenen Herzblut nähreſt. O unbegreifli⸗ ches Geheimniß der göttlichen Liebe, anfangs ſo klein, ſo unbekannt, ſo verborgen im Speiſeſaale zu Jeruſalem gleich einem Senfkörnlein, und nun herangewachſen zu einem Baume, deſſen Zweige über die ganze Erde reichen und von deſſen heiliger Frucht Millionen ſich nähren zum ewigen Leben! O tauſendmal Dank, mein Jeſus, 200 Rommnnionandacht. für die Pflanzung dieſes Baumes, tauſendmal Dank für den wonnevollen Genuß ſeiner heiligen lebenſpendenden Frucht, die du ſelbſt biſt! Ja du wohnſt in mir, theuerſter Herr, ich fühle deine heilige Gegenwart, denn mein Herz möchte vergehen vor ſüſſer Wonne. Und weil ich dich nun beſitze, ſo dünkt mir, als höre ich jene Worte in meinem Innern:„Begehre, was du willſt, daß ich dir thun ſoll.“ Was ſoll ich begehren, o Herr! Sieh, ich bitte dich innigſt, zu thun an mir, was du im heutigen Evangelium ſprichſt, und mich wie ein Sauerteig ganz zu durchſäuern, damit ich dir wohlgefällig werde.— O geſtalte mich ganz um in dich, o Jeſus, mache mich dir ähnlich, o Herr! Deinem Bilde muß ich ja, wie der Apoſtel ſagt, gleich⸗ förmig werden, und damit ich's werde, gib mir deine Gnade, daß ich in deine Fußſtapfen trete und treu dir nachfolge, daß ich mit allem Eifer, mit aller Treue deine Demuth, deine Sanftmuth, deinen Gehorſam, deine Friedfertigkeit, deine Reinheit, deine Barmherzigkeit, deine Geduld nachahme, und endlich durch beſtändige Nachfolge ſo weit komme, mit dem Apoſtel ausrufen zu können:„Nicht mehr ich lebe, ſondern Chriſtus lebt in mir!“ Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) 6 n ſit 5 hlgei inſt „Din N ſi , zür Syfn u lit saufm ſ it, u „0 6h Nai n infn ſouin E Feſt Mariä Pichtmeß. Das Feſt Mariä Lichtmeß. Evangelium: Luk. 2, 22. Maria beobachtet das Geſetz der Reinigung. (Siehe den Sonntag nach der Geburt Chriſti S. 167.) Por der heiligen Rommunion. Gebet zur allerſeligſten Jungfrau. AM⸗ theuerſte Mutter Maria, Königin des Himmels und der Erde! um die Tugend des Gehorſams und der Demuth zu üben, gingſt du heute in den Tempel und ſtellteſt dich unter die ſündigen Frauen, um dich reinigen zu laſſen. Du die Allerreinſte, die Unbefleckte, laſſeſt dich rein erklären! O wie tief haſt du dich gede⸗ müthigt, und wie ſehr hat dieſe Demuth deinem göttlichen Sohne gefallen, der ſich heute durch deine jungfräulichen Hände für mich dem himm⸗ liſchen Vater opferte! Siehe, gütigſte Mutter, ich, dein armes Kind, bin auch heute im Tempel Gottes erſchienen, nicht um deinen göttlichen Sohn wie der heilige Greis Simeon in meine Arme, ſondern in mein Herz aufzunehmen. Ich erkenne wohl, daß ich einer ſolchen Gnade ganz und gar unwürdig bin. Ach, ich bin ja ganz unrein, und vom Ausſatz der Sünde bedeckt und keine Tugend, am allerwenigſten Demuth und Gehorſam, finde ich an mir, um deinem heiligſten 1 202 Kommunionandacht. Sohne zu gefallen. Doch du, meine liebevollſte Mutter! weißt ja, daß ich ohne deinen Sohn niemals rein und tugendhaft werden kann, und daß Er die Macht hat, den Ausſatz der Sünde von mir wegzunehmen und mich zur Ausübung der Tugenden zu ſtärken. Und weil ich weiß, daß du Mitleid mit mir haſt, und deine Fürbitte allmächtig iſt bei deinem göttlichen Sohne, o ſo lege Fürbitte für mich ein, daß mein und dein Jeſus mich reinige, und daß er ſich würdige zu mir zu kommen, um durch ihn die Kraft zu er⸗ langen, der Sünde abzuſterben und der Tugend zu leben. O bitte für mich, Mutter der Gnade Mutter der Barmherzigkeit, daß mein Verlangen Gewährung finde! Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Rach der heiligen Rommunion. O geliebteſte, theuerſte Mutter Maria! wie unausſprechlich glücklich fühle ich mich, daß ich deinen allerliebſten Sohn in meinem Herzen beſitze! O hilf mir ihn anbeten, hilf mir ihn loben, hilf mir ihm danken, hilf mir ihn lieben. O bringe ihm dar zum Erſatze meiner armſeligen Liebe, die brennende Liebe deines jung⸗ fräulichen Herzens, und für die Armuth meiner Anbetung und Dankſagung, deine innige Anbet⸗ ung und Dankſagung.— Und weil jetzt der 5 —— — dach u, liin o eint Sim ni x Auih uſlih a n nit en er 9 * Sder ſ 5 Peh a m eeüt ² ibt. krit it tn, dji Sonntag Septnageſimä. 203 glückſelige Augenblick da iſt, wo dein göttlicher Sohn bereit iſt, mir alle nothwendigen Gnaden zu gewähren, ſo flehe ich inbrünſtig zu dir, lege du deine Fürbitte für mich ein, denn dir wird von ihm keine Bitte abgeſchlagen. Du weißt auch am beſten, was mir zum Heile dient. Ich verlange kein irdiſches Gut, ich verlange vor Allem, deinen Sohn ſo herzlich zu lieben, wie du, und einen ſolchen Abſcheu vor der Sünde, wie du dein Leben lang hatteſt. O hilf mir, daß ich würdig werde, alle Tage meines Lebens nur dem Dienſte deines Sohnes zu weihen, und wenn einſt die Stunde kommt, wo ich von dieſer Erde ſcheiden werde, dann o theuerſte Mutter! erlange mir die Gnade der Verſöhnung mit deinem Sohne, bitte, daß er gnädig mich richte und mich gelangen laſſe dahin, wo er, das ewige Licht, leuchtet allen Heiligen und Auserwählten. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) Sonntag Septuageſimä. Evangelium: Math. 20, 1. Das Gleichniß von den Ar⸗ beitern im Weinberge. Por der heiligen Rommunion. Pnuer Hausvater, mein Gott und Herr! du haſt mich in Gnaden gerufen in deinen 204 Kommunionandacht. Weinberg, in deine heilige Kirche, welche dein eingeborner Sohn, mein Heiland, gepflanzt und mit ſeinem koſtbaren Blute begoſſen hat. Schon daß du mich zur Arbeit in deinen Weinberg ge⸗ rufen haſt, iſt eine ſo große Gnade, daß ich dir in Ewigkeit nicht genug danken kann; aber ach mit Reue und Schmerz muß ich bekennen, wie lau ich bisher am Heil meiner Seele gearbeitet, wie wenig ich zu deiner Verherrlichung gethan habe. Großen Lohn haſt du mir verheißen, ich aber habe die Zeit, die koſtbare Zeit unnütz und ſogar ſündhaft vergeudet. Oft ſchon habe ich deine Stimme gehört: Was ſtehſt du da den ganzen Tag müſſig? aber ich wollte nicht hören, und verharrte in meiner Lauheit!— Doch jetzt, da ich deine Stimme neuerdings höre, und einſehe, es ſei einmal Zeit vom Schlafe aufzuſtehen, jetzt will ich beginnen mit Eifer an meinem Heile zu arbeiten. Aber wie lange wird es wohl dauern, o Herr, ſo wird mein Eifer wieder erkalten und die alte Lauigkeit wird meine Seele befallen! Doch du, o Herr, himm⸗ liſcher Hausvater, biſt ſo gütig, ſo voll Erbarmen, daß ich nicht verzagen darf.— Du haſt ein Mahl bereitet für alle Arbeiter in deinem Wein⸗ berg, von deſſem Genuße ſie angefeuert und entflammt werden, wenn Trägheit ſie befällt, und welches ihnen Stärke verleiht, wenn ſie 22 er gut che mt m hein t hi t ot er eltt — — me inz l[3 an in it in bt r lnt o 1—nin lte d Sglit t du ecetr, in vht rt nnb ſe fut i Amn re—mh mei uhi. Sonntag Septuageſimä. 205 ermüden, und dieſes Mahl iſt das heilige Sa⸗ krament des Leibes und Blutes deines geliebten Sohnes. Zu dieſem Mahle bin ich heute geladen, zu dieſem heiligen Tiſche will ich heute gehen und ſeine Himmelsſpeiſe will ich heute genießen. O himmliſcher Hausvater! vergib mir nur meine bisherige Lauigkeit; vergib mir, daß ich die koſt⸗ bare Zeit ſo wenig angewendet, daß ich für deine Ehre ſo wenig gethan habe. Siehe, ich verſpreche dir hochheilig, daß ich, geſtärkt und entflammt durch die himmliſche Speiſe, die ich jetzt genießen werde, mit allem Eifer arbeiten will, um das Unkraut des Böſen in mir auszurotten und Früchte guter Werke zu bringen. Nicht mehr will ich mit eitlen Dingen die Zeit vergeuden, ſondern Alles, was ich in meinem Stande zu thun verpflichtet bin, will ich mit aller Treue, mit allem Eifer und nur zu deiner Ehre voll⸗ bringen. O mein Jeſus, komme, und entflamme mein Herz zu dieſem Eifer mit dem Feuer, das dein heiligſtes Herz ganz verzehrte, komme und ſtärke mich, daß ich mein Verſprechen getreulich erfülle, und dann, wenn die Zeit für mich ein Ende nimmt, gib mir den Lohn, welchen du verheißen haſt. Amen. Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Kommnnionandacht Nach der heiligen Rommunion. Wie groß, wie unendlich groß iſt deine Güte, o Jeſus, mit der du mich zu deinem heiligen Tiſche haſt hintreten und dich, das lebendige Himmelbrod, haſt empfangen laſſen.— Du biſt jetzt bei mir, himmliſcher Weingärtner, aber ach, was ſieht wohl dein Auge in dem Garten meiner Seele? Du haſt ihn bepflanzt dieſen Garten, als ich getauft wurde, mit edlen Reben und hatteſt erwartet, daß er Trauben bringen ſollte, aber ach, er brachte nur Heerlinge,(Iſais 5, 2.) nur giftige Pflanzen der Sünden. So findeſt du alſo nichts in mir, o Herr, was dir gefallen könnte. Wohl hätte ich verdient, daß du an mir vollbrächteſt, was der Prophet geſagt:„Ich will den Garten zu einer Wüſte machen, nur Diſteln und Dornen ſollen darin wachſen“(Iſais 5, 6.); doch du, o allgütiger Herr, haſt nicht blos meiner geſchont, du ſuchteſt mich ſogar heim in Gnade und Liebe, um den unfruchtbaren Garten meiner Seele zu reinigen, und mit dem Thaue deiner Gnade zu begießen, damit er doch endlich Früchte bringe. O wie kann ich für eine ſo unbegreifliche Güte danken? Siehe, o Herr, ich übergebe mich dir ganz und gar, reiße aus und ſchneide ab und tilge aus, was dir mißfällig iſt, ſollte es mir noch ſo denn ed) eln 6 ben r cnſt lin ſiüit nd ſit — nt, unt he n rL mahh nAnn li eſ tnſc dn — . S nin Lonntag Septuageſimä. 207 ſchmerzlich ſein. Binde mich an dich mit den Banden deiner Liebe, ziehe mich zu dir empor mit deiner hilfreichen Gnade, umzäune mich mit der Furcht vor dir und deinen Gerichten, auf daß ich doch einmal anfange Blüthen und Früchte guter Werke zu tragen. Kurz ſind ja meine Tage, wehe mir, wenn ich ſie nutzlos verſtreichen laſſe, wehe mir, wenn ich auf dem Sterbebett liegend, nur einer dürren, unfruchtbaren Rebe gleiche! D Jeſus, himmliſcher Weingärtner, laſſe ein ſolches Unglück nicht über meine Seele kommen! Ich hoffe jetzt in deiner Gnade zu ſtehen; ſo will ich denn von heute an Nichts thun ohne gute Meinung, Alles thun zu deiner Ehre, Alles leiden aus Liebe zu dir. Ich will fleißig und eifrig das Gebet üben, jede Gelegenheit ergreifen, Werke der Barmherzigkeit zu verrichten und mich in jenen Tugenden zu üben, die du mir zum Beiſpiel und zur Nachahmung hinterlaſſen haſt. Verleihe mir nun die Gnade, daß ich mich nicht mehr der Lauigkeit überlaſſe, ſondern beharrlich fortfahre, meine Vorſätze auszuführen, damit, wenn du kommſt o Herr, zum Gerichte, ich nicht leer an guten Werken befunden werde. Amen. Cugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) Kommnnionandacht. Sonntag Sexageſimä. Evangelium: Luk. 8, 4. Das Gleichniß von dem Sämanne. Por der heiligen Rommunion. Betrachtung. Wer kommt zu mir? Der himmliſche Säe⸗ mann Jeſus, der durch ſeine heilige Kirche fort und fort den Samen ſeines Wortes in die Herzen der Menſchen ſäen will, damit ſie hundertfältige Früchte der Tugend und guten Werke bringen.... Jeſus kommt zu mir, das Wort des ewigen Vaters im Himmel, den er geſandt hat auf die Erde, damit er durch ſein heiliges Evangelium den Acker der Kirche mit Gläubigen befruchte.. Zeſus kommt zu mir, der ſich ſelbſt mit einem Waizenkörnlein vergleicht, aus dem Jungfrauen ſprießen.. der ſich mit ſeinem heiligen Fleiſch und Blut wie ein Waizenkörnlein verſenkt in mein Herz und es befruchtet mit ſeiner Gnade, damit es viel Frucht bringe... Zu wem kommt er? Zu einer Seele, die bald einem harten ausgetretenen Wege gleicht, und den Samen des heiligen Wortes Gottes von den Anfechtungen des böſen Feindes ſich hinwegnehmen läßt; bald gleich iſt einem Felſengrund, ſo hart wie ein Stein, in welchen die göttlichen Einſprechungen nicht eindringen; bald gleich iſt den Dornern, voll Unordnung, Verwirrung und Unruhe der böſen Neigungen und Leidenſchaften, die keine Frucht einer Tugend oder eines guten Werkes aufkommen laſſen. Warum kommt er? Er kommt, um in mein hartes, dornbewachſenes Herz ſich ſelbſt, ſein heiliges Fleiſch und Blut zu legen, damit es weich werde und t. ſ niß . De e — —— on kan n ein Felj n i Quh mli 209 Kraft bekommen, die Dornen auszurotten und fruchtbares Land zu werden.... Er kommt, um in mich den Keim der Auferſtehung und des ewigen Lebens zu ſenken. Sonntag Sexageſimä. 6 Er kommt, um mich abſterben zu machen der Welt und ihrer Luſt, und die Wurzel eines neuen gottgefälligen Lebens in meine Seele zu pflanzen... Mein Jeſus kommt! Anmuthung. ein gütigſter Jeſus, du göttlicher Säemann, wie iſt es möglich, daß du zu mir kommſt, um dein heiligſtes Fleiſch und Blut wie einen koſtbaren Samen in meine Seele zu legen, da⸗ mit ſie fruchtbar werde an Tugenden und Werken, die deinem himmliſchen Vater wohlgefallen! Du weißt ja, daß ich wie ein hartes, von Unkraut bewachſenes, niedergetretenes Erdreich bin. Du haſt ſchon ſo oft den koſtbaren Samen deines heiligſten Sakramentes in meine Seele geſäet und noch fandeſt du wenig, ja gar keine Frucht. Und doch willſt du wieder zu mir kommen! O wie unbegreiflich iſt deine Langmuth, deine Güte und deine Barmherzigkeit! Siehe, o Jeſus, in tiefſter Demuth, erkennend meine Armſeligkeit, werfe ich mich vor dir nieder, und bitte dich herzinniglich, du wolleſt heute meine Seele gnädig bereiten zur Aufnahme des koſtbarſten Samens deines heiligſten Fleiſches und Blutes. O er⸗ weiche meine harte Seele mit einer innigen Reue, Jeſus, mein Alles. 14 210 Kommunionandacht. reinige ſie von dem Unkraut der Sünden und ſündhaften Leidenſchaften, reute aus die Dornen meiner böſen Neigungen und laſſe nur das Ver⸗ dienſt Einer Thräne, die du während deines Erdenlebens geweint, auf meine Seele fallen, und ſie wird dann ein gutes Erdreich werden, um den himmliſchen Samen deines heiligſten Fleiſches und Blutes aufzunehmen und hundert⸗ fältige Frucht zu bringen. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Nach der heiligen Rommunion. Deine Güte, welche du mir heute wieder erzeigeſt, o ſüßeſter Jeſus, iſt ſo groß, daß ich ſie nicht genug bewundern, mit nichts vergleichen kann. Du, das heiligſte Wort des ewigen Vaters, in meiner ſo garſtigen, unreinen Seele! Du, das Wort voll der Gnade und Wahrheit, in meinem Herzen voll des Elendes und der Arm⸗ ſeligkeit! O wo finde ich Worte, dieſe unendliche Güte zu preiſen! Deine Liebe gegen mich nimmt nicht ab! Ich ſündigte und du ſchauteſt lang— müthig zu; ich brachte keine Früchte guter Werke, blieb immer ein unfruchtbares Erdreich, und du haſt immer gewartet, ob nicht doch noch Früchte erſcheinen. O gütigſter Herr! habe Erbarmen mit mir und vergib mir! Siehe, ich habe den beſten Willen, von nun an mit aller Aufmerk⸗ de —— in Sel N dchih des W1der n te, Sml ge h in du rih; ah F ih Sonntag Sexageſimä. 211 ſamkeit auf deine Stimme zu hören, mit Freuden deinen Einſprechungen zu folgen, mit aller Treue deine Gebote zu erfüllen! Ich will mich an⸗ ſtrengen, den Garten meiner Seele mit ſchönen Tugenden zu ſchmücken und aus meinem Herzen Früchte guter Werke hervorzubringen. Vor Allem will ich mich in der Tugend der Demuth üben, weil ſie die Mutter aller Tugenden iſt. O laß mich in deinem Lichte, o Jeſus, erkennen, wie gar Nichts ich bin, wie ich gar nichts vermag, wie ich nichts bin als ein armer Sünder. O hilf mir, daß ich von nun an jede Ehre von mir weiſe, daß ich mich über Niemanden erhebe, mich immer für nichtswürdiger als alle Menſchen halte, Niemanden verachte, ſondern immer daran denke, daß ich aller Verachtung würdig bin. O wenn ich einmal dieſe ſchöne Tugend der Demuth mir angeeignet hätte, dann würde ich mit deiner Gnade, o Herr, bald ein fruchtbares Erdreich werden, und du würdeſt dich an den ſchönſten Früchten guter Werke erfreuen können. O ſo hilf mir, o Jeſus, daß ich vom Herzen demüthig werde. Ich laſſe dich nicht von mir, bis du mir nicht aus deinem heiligſten Herzen Liebe zu dieſer Tugend und die Kraft verleiheſt, ſie nach deinem heiligſten Beiſpiele zu üben. Amen. Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103). 14* Kommunionandacht. Sonntag Quinquageſimä. Evangelium: Luk. 18, 31. Jeſus weiſſagt ſeine Leiden und heilet einen Blinden. Por der heiligen Rommunion. Wrenger Jeſus! ſiehe, wie der blinde Bettler am Wege, ſchreie ich dir nach: „Jeſus, du Sohn Davids erbarme dich meiner!“ O daß ich auch aus deinem Munde heute das tröſtliche Wort hörete:„Laßt ihn zu mir kommen!“ Ja, ich darf zu dir kom⸗ men; ich höre dich ja rufen:„Kommet zu mir, ihr alle, die ihr mühſelig und be⸗ laden ſeid, ich will euch erquicken.“ Ach, wo iſt wohl ein Mühſeligerer und mit größerer Schuld Beladener als ich!? Wie ein Blinder tappte ich immer hin und her auf dem breiten Weg der Welt und kannte nicht, was mir zum Frieden dient. Ganz abgemüht habe ich mich in dem Haſchen nach eitlen Vergnügungen und keine Befriedigung gefunden; beladen habe ich mich mit einer drückenden Laſt von Sünden, und Niemanden kenne ich, der mich von dieſer Laſt befreit als dich, o Jeſus. Kommet zu mir Alle, ihr Mühſeligen und Beladenen, ſprichſt du, o Jeſus. O überaus tröſtliches Wort: So darf ich alſo zu dir kommen, o Herr, du nimmſt die uin onn n 1 im Sonnkag Qninquageſimä. 213 Laſt hinweg von mir, du gibſt Ruhe und Er⸗ quickung meiner Seele! Siehe, mit Freuden eile ich zu dir, zu deinem heiligen Tiſche, um dein heiligſtes Fleiſch und Blut, die ſüſſeſte Erquickung meiner Seele zu empfangen. O gütigſter Herr! öffne die Augen meiner Seele, damit ich im Lichte des Glaubens erkenne, wie du das einzige wahre Gut biſt, und entflamme mein Herz, daß ich mit heißer Liebe dich umfange, wenn du kommſt zu mir! Du, o Herr Jeſus, biſt der Troſt der Trauernden, der Führer der Wan⸗ dernden, der Weg für die Irrenden, der Beſchü⸗ tzer der Niedrigen, die Stärke der Gläubigen, die Hoffnung der Reumüthigen, der Lohn der Gerechten. Du biſt das Heil der Welt, der Sieger über die Hölle, der Führer zum Vater⸗ lande, die Glorie der Seligen, die Krone der Heiligen, der Herr der Engel, das unauslöſchliche Licht der Stadt Gottes, du biſt mein Gott, mein Herr, mein Alles. Mit innigſtem Verlangen eile ich zu dir, o Herr, und rufe aus der Tiefe meines Herzens:„Jeſus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ O nimm mich mir und gib mich dir; o nimm mich der Welt und gib mich dir; o komme, und mache mich ganz Eins mit dir! Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Fommnnionandacht. nach der heiligen Rommunion. Sei gegrüßt, ſüſſeſter Jeſus! du Licht der Welt, du Abglanz des ewigen Lichtes! Kaum wage ich es zu der Herrlichkeit deiner Majeſtät emporzuſchauen, vor der ſelbſt die Engel ihr Angeſicht verhüllen. Mit dieſen deinen ſeligen Geiſtern bete ich dich in tiefſter Ehrfurcht an und preiſe deine unausſprechliche Huld und Gnade, mit der du dich herabgelaſſen haſt, einen armen blinden Bettler heimzuſuchen. Gedenke, o Herr, jener Barmherzigkeit, mit der du dem Blinden am Wege, das Licht der Augen wieder gegeben haſt, und erweiſe auch mir dieſe Barmherzigkeit. O öffne meine Augen, daß ich dein heiliges Beiſpiel betrachte und dir nachfolge, der du ge⸗ ſagt haſt:„Wer mir nachfolget, der wandelt nicht im Finſtern.“ O gib doch nicht zu, mein Jeſus, daß ich dem Frrlicht der Welt immer nachgehe, welches zum Verderben führt. Laſſe mich doch erkennen, daß nur in dir wahre Freude, wahrer Friede zu finden iſt. O laſſe mich doch erkennen und immer vor Augen haben deine Liebe, mit welcher du für mich in den bitterſten Tod gegangen biſt.— Niemand, nicht Vater, nicht Mutter, nicht Bruder noch Freund, Niemand in der Welt hat ſo viel für mich gethan, ſo viel für mich geduldet, als er d gen dieſe nac ern ch d es men — ich chfo-n ried P — Si S j — =— Smlt — — ſly Suth Sohu —— nm 2o S lu *Ir g xſeit Det, zöi niht xe tjmi tinni m Sonntag Quinquageſimä. 215 du. O ſoll ich nicht auch für dich Alles thun und leiden! Ja, mein liebenswürdiger Erlöſer! ich will von nun an nichts anderes mehr wiſſen, als dich, o Jeſus, den Gekreuzigten.— Dein Kreuz ſoll immer in meinem Herzen, o Jeſus, aufgepflanzt ſein, und wenn die Verſuchung naht, wenn meine Leidenſchaften ſich regen, wenn die Welt mit ihren Freuden mich locken will, dann will ich dich am Kreuze betrachten, deiner Liebe gedenken, und ausrufen: Weg von mir ihr armſeligen, elenden Lüſte und Freuden, weg von mir ihr Eitelkeiten, ich gehöre meinem Jeſus an, der mich erkauft hat mit ſeinem koſtbaren Blute, er iſt meine Freude, mein Troſt, meine Erquickung, meine Seligkeit. Amen. Dir hriligr Eußruzrit. „ ——— Meßgebet zu Ehren des Leidens Jeſu. * Die heilige Faſtenzeit iſt eine Zeit der Buße; da ſollen wir nach dem Sinne und Geiſte unſerer heiligen Kirche uns allſeitig reinigen und unſeren Geiſt erneuern. Aller Schmutz der Sünde, alle Flecken des Böſen ſollen aus unſern Herzen weggeſchafft werden durch Reue, Schmerz und Thränen, durch Faſten und Weinen, und damit dieſe Reue, dieſer Schmerz, dieſes Weinen über unſere Sünden, dieſes Abtödten und Kreuzigen des Fleiſches in uns rege und wirkſam werde, ſollen wir uns in die Betrachtung des Leidens Chriſti verſenken. Durch Betrachtung des Leidens Chriſti lernen wir die Abſcheu⸗ lichkeit und Bosheit der Sünde kennen, und die unend⸗ liche Liebe, mit der Jeſus für nuns gelitten und unſere Schuld bezahlt hat, wird gewiß unſer Herz zur Reue und zur Gegenliebe bewegen! Stelle dir nun vor, chriſtliche Seele, du ſtündeſt jetzt auf dem Kalvarienberg und Chriſtus ſpreche jetzt vom Kreuze herab zu dir. —— —„— —„—„———— 4—— uhtyſ n 1 e3 bu Heiſt Furhi nſere Em ecen S ijnſl we nh u ſten 1h cinn „NStimt in! ver nrir men ie lit men tem 6 g ndn mc eſn rſn eein 1 Mepgevet für die heilige uſruhri. 217 Vom Beginne der hril. Messe bis zum Glertorinm. Whriſtus. Mein Sohn!(meine Tochter!) „ ſiehe, mein Prieſter am Altare erneuert jetzt mein Kreuzesopfer. Die Verdienſte aller meiner Leiden bringe ich jetzt durch die Hände des Prie⸗ ſters meinem himmliſchen Vater dar für dich zur Verſöhnung, zur Bezahlung deiner Schuld. Er⸗ innere dich, und bedenke wohl, was ich für dich Alles gethan und geduldet.— Bedeckt mit den Sünden und Miſſethaten der ganzen Welt und ihrer entſetzlichen Schuld lag ich auf dem Oel⸗ berg zu Boden gebeugt. Vor Angſt, Furcht und Schrecken über die Bosheit der Sünde und ihrer Strafe drang blutiger Schweiß aus meinem Leibe, und mein unſchuldiges Blut floß zur Erde nieder! Die Beleidigung meines himmliſchen Vaters durch die Sünde zerſchnitt mir das Herz und die furchtbare göttliche Gerechtigkeit, welche des Sünders ewige Strafe in der Hölle forderte, durchbohrte mein Herz mit ſolcher Angſt, daß ich damals ſchon geſtorben wäre, wenn mich nicht göttliche Kraft geſtärkt hätte!... Auch die Schuld und Strafe deiner Sünden lag auf mir; auch du haſt mir den bitteren Kelch, gefüllt mit der Abſcheulichkeit und Bosheit deiner Miſſe⸗ thaten, gereicht.. O wie ſchrecklich bitter 21⁸ Neßgebet war dieſer Kelch und doch trank ich ihn aus Liebe zu dir.... Noch zitterte ich und bebte ich vor Angſt und Entſetzen, ſiehe da kamen die Soldaten und Schergen, von meinen Feinden geſandt, und banden mich ſchmählich mit Stricken. O welche Schmach! Ich ließ mich binden für dich, damit die Banden deiner Sünden gelöſt würden. Man ſchleppte mich mit Hohn und Spott, mit Streichen und Schlägen zu den Hohenprieſtern Annas und Kaiphas, meinen grimmigſten Feinden.... Ich litt es geduldig, damit du nicht deinen Feinden zum Raube wür⸗ deſt!.. WMan ſchlug mich in das Antlitz und verurtheilte mich zum Tode... Ich duldete dieſe Schmach und das ungerechte Urtheil, damit deine Feinde nicht über dich triumphiren und du nicht höreſt das Urtheil der Verwerfung!.... Siehe, o Seele! was habe ich Alles geduldet für dich, welche Leiden, welche Schmach fügten mir deine Sünden zu!. O wie oft ſchon habe ich dich zur Umkehr gemahnt, wie oft dich zur Buße gerufen, wie oft dich eingeladen, mir nachzufolgen, wie oft dich gerufen, mich zu lieben und mir zu dienen! Aber du wollteſt nicht hören! Was willſt du nun thun? Der Jünger. O mein Jeſus! mit Schmerz und Reue werfe ich mich vor deine Füße nieder, und bekenne, daß ich es geweſen, der dir alle 35 S en h in lh de. h t erecht Fel u trin Fam Le ſg. e i 6 g he 4 jt ſu ii n— ifi „* 1 tat ee mein Herz. für die heil. Faſtenzeit. 219 dieſe ſchrecklichen Leiden, dieſe große Schmach zugefügt hat.— Ja, ich habe durch die Bosheit, womit ich ſündigte, durch den Undank, womit ich alle deine Liebe vergalt, und durch den Leicht⸗ ſinn, womit ich alle deine Gnaden und Gaben mißbrauchte, den bittern Kelch dir gereicht, und eine entſetzliche Laſt der Schuld dir aufgeladen. Ja ich habe dir das Blut ausgepreßt; ja die Menge meiner Miſſethaten hat dich zu Boden gedrückt.— Meine Sünden waren die Bande, womit dich die Kriegsknechte ſo ſchmachvoll feſ⸗ ſelten, und meine Miſſethaten waren es, welche das Todesurtheil über dich herabriefen!.O Jeſus, was habe ich gethan? Wie grauſam war ich gegen dich! Ach, die bitterſte Reue durchbohrt Ich ſchäme mich vor mir ſelbſt, und getraue mir nicht, mein Angeſicht zu dir zu erheben!— Doch, obwohl ich ſo grauſam gegen dich geweſen, ſo lieblos, ſo undankbar, ſo wendeſt du doch dein Angeſicht nicht von mir, und dein liebvollſtes Herz ſchlägt noch in Liebe und Erbarmen gegen mich. Um dieſer Liebe willen vergib mir, o Herr, und nimm weg von mir die Schuld und Strafe! Du haſt mir deine Verdienſte geſchenkt, und dieſe Verdienſte opfere ich jetzt auf zur Vergebung meiner Sünden und Abzahlung meiner Schuld.— Siehe, von nun an will ich deinem Rufe folgen, deiner Einladung 1 220 Meßgebet Gehör geben und dich lieben und dir dienen. O wie ſollte ich dich nicht lieben, da du ſo viel für mich geduldet haſt! Ich liebe dich, o Jeſus, ich will dich lieben, ich will dich immer lieben. Amen. Vom Glkertorium bis zur Wandlung. Chriſtus. Erinnere dich, mein Sohn(meine Tochter), und nimm es zu Herzen, was meine Liebe für dich gelitten! Siehe, meine Feinde behandelten mich wie den nichtswürdigſten Ver⸗ brecher. Vor das Gericht eines Heiden, eines Götzendieners ſchleppten ſie mich und brachten Klagen gegen mich vor, wie ſie nur menſchliche Bosheit erdenken konnte.— Ich aber ſchwieg und duldete!.... Pilatus, der ungerechte Richter, findet keine Schuld an mir und doch läßt er mich grauſam geißeln.... Siehe, wie ſie mich ſchmachvoll entblößen, wie ſie mich an die Geißelſäule binden, wie ſie mit tauſend Streichen meinen unſchuldigen Leib zerfleiſchen.. Wie, o Seele, haſt du kein Mitleid mit mir?— Ein Wurm bin ich geworden für dich! wie, haſt du keine Thräne für mich? Eine ſchreckliche Dornenkrone ſetzen ſie auf mein Haupt; die Dornen peinigen mich! O Seele, was litt ich für dich!... Hörſt du, wie ſie rufen: An's Kreuz mit ihm! Hörſt du, wie Pilatus mich un drei nir u ſR n zſn Her mön iehe u nſt nicht ſn ein eSn für die heil. Faſtenzeit. 221 zum Kreuzestode verurtheilt!... Man ſchleppt das ſchwere Kreuz herbei; ich umarme es, ich küße es, ich nehme es freudig auf die Schulter, es geſchieht ja für dich! O wie ſchwer iſt die Laſt des Kreuzes; deine Sünden machen es noch ſchwerer! Siehe, wie ich wanke, wie ich zittere und bebe; ſiehe, wie mich die entſetzliche Laſt dreimal zu Boden wirft!— Niemand hilft mir, Niemand hat Mitleid mit mir! Meine heilige Mutter begegnet mir, aber ihr Schmerz vermehrt meine Pein... Siehe, auf dem Kalva⸗ rienberge angekommen, reißt man mir die Kleider vom Leibe und erneuert meine Wunden!— Wie ein ſchweigendes Lämmlein lege ich mich auf das Kreuz; man durchbohrt mit den grau⸗ ſamen Nägeln Hände und Füße, o welch ein Schmerz! Doch ich klage nicht, ich opfere mich für dich, als Opferlamm liege ich auf dem Altar des Kreuzes... O Seele, was habe ich für dich gethan, und wie vergiltſt du mir alle dieſe Liebes Der Jünger. O mein gütigſter Jeſus! mit Recht machſt du mir die bitterſten Vorwürfe, daß ich deine unbegreifliche Liebe nur mit Undank vergolten habe. In bitterer Reue und Zer⸗ knirſchung bekenne ich, daß ich für meine Sünden des Todes ſchuldig geweſen wäre, daß man mir hätte zurufen ſollen: An's Kreuz mit ihm! 222 Meßgebet Ach ich habe durch meine Schamloſigkeit dir die Schmach der Entblößung zugefügt, ich habe durch die garſtigen Sünden mit den Gliedern meines Leibes dich gegeißelt, ich habe durch meine böſen Gedanken die Dornen in das Haupt gedrückt!! O vergib mir, herzinniglich bitte ich, vergib mir dieſe Beleidigung, vergib mir dieſe Grauſamkeit. Ich verſpreche dir vom ganzen Herzen, immer ſchamhaft, eingezogen und ſittſam vor deinem Angeſicht zu wandeln, die Glieder meines Leibes nie mehr zur Sünde zu mißbrauchen, jeden böſen Gedanken ſogleich abzuweiſen.— Ich will von nun an dir, o Jeſus, das Kreuz nachtragen, büſſen für meine Sünden, abtödten die Gelüſte meines Fleiſches. O hefte mich mit dir an's Kreuz, und geſtatte mir, daß ich mit dir mich dem himmliſchen Vater zum Opfer bringe. Waſche meine Seele mit dem Blute, das du bei deiner Kreuzigung vergoſſen, und drücke tief in ſie hinein das Andenken an dein bitteres Leiden, daß ſie in Liebe zu dir entbrenne und aus Liebe zu dir Alles dulde, was dein heiliger Wille über ſie verhängt. Amen. Rach der Wlandlung bis zur Jommunion. Chriſtus. Mein Sohn!(meine Tochter) betrachte und nimm es zu Herzen, was ich für dich geduldet habe! Unblutiger Weiſe liege ich das pt dyft 1ch e, d b dNSi dein is bren Vaters, neigte mein Haupt und ſtarb, für die heil. Faſtenzeit. 223 jetzt auf dem Altare als Opferlamm, und rufe um Erbarmen für dich; aber damals, als ich auf dem Kalvarienberg mich opferte, da blutete ich aus tauſend Wunden: da, am Kreuze han⸗ gend im furchtbaren Schmerz, durchbohrten grau⸗ ſame Nägel meine Hände und Füße, da litt ich entſetzlichen Durſt und nach wem? nach dir, o Seele! dich wollte ich retten, dich erlöſen, dein Heil wollte ich, darnach dürſtete ich!... Und ſiehe, bei allen meinen Qualen fand ich kein Mitleid, man höhnte mich, man ſpottete meiner! Haſt du kein Mitleid mit mir? Willſt du mich noch immer beleidigen?.. Todesangſt ergriff mich, ich fand mich verlaſſen ſogar von meinem Vater, und ich litt dieſe furchtbarſte aller Pein, auf daß du nicht verlaſſen werdeſt, wenn du einſt mit dem Tode ringeſt.. Endlich hatte ich vollbracht das große Werk der Erlöſung, ich empfahl meinen Geiſt in die Hände meines .ſtarb für dich, aus Liebe zu dir! O Seele, was habe ich für dich gethan! Willſt du mich nicht lieben, willſt du mir nicht dienen? Siehe, alle meine Verdienſte ſchenke ich dir, damit du Vergebung und Nachlaſſung der Schuld erlangeſt und die Kraft mir nachzufolgen, die Kraft den Himmel, den ich dir geöffnet, zu gewinnen. O Seele, ſiehe, was der Himmel mich für dich gekoſtet, Meßgebet ſiehe den Preis an meinen Leiden, den ich für den Himmel bezahlte, ſiehe was der Himmel werth iſt. Der Jünger. O Jeſus, geliebter Heiland, je mehr ich deiner Leiden gedenke, je tiefer ich mich in die Betrachtung deiner unendlichen Liebe verſenke, mit der du ſo qualvollen Tod auf dich genommen haſt, auf daß ich nicht des ewigen Todes ſterbe, ſondern das Leben habe, deſto tiefer dringt auch Reue und Schmerz in meine Seele. O daß doch mein Herz ganz ſich in Reue auf⸗ löſen möchte über die Sünden, welche dir eine ſolche Pein verurſachten. O welch ein großes Uebel muß doch die Sünde ſein! Und ich will noch mehr ſündigen? O welch ein grauſamer Undank wäre dieß? Nein, mein Herr Jeſus! ich will der Sünde vollkommen abſterben und nur für dich leben. Meine Freude, meine Wonne ſoll es ſein, dich zu lieben und dir wohlzuge fallen. Ich will deinen Durſt nach meiner Seele ſtillen. Dir ſoll ſie gehören, dir opfere ich ſie mit allen ihren Kräften.— Du willſt mich ſelig machen, und haſt mir durch dein Blut den Himmel erkauft, durch dein Kreuz ihn mir ge⸗ öffnet. Ja ich will, ich muß ſelig werden. Ich will den Himmel erkämpfen, koſte es, was es wolle. O hilf mir nur, gekreuzigter Herr Jeſu Chriſte, daß ich einen guten Kampf kämpfe und das Ziel, den Himmel erlange. Amen. W — 2 — 8 ———— abſ mr de, Un n ub dri für die heil. Faſtenzeit. 225 Pon der heil. Fommunion bis zum leteten Segen. Chriſtus. Mein Sohn!(meine Tochter) bei meinem Kreuze ſtand meine Mutter; meine Schmerzen litt ſie mit, ſie waren das Schwert, welches ihr Herz durchbohrte; ſie war mit mir gekreuzigt. Ich dachte an ſie, ich liebte ſie, aber während ich an ſie dachte, vergaß ich deiner nicht. Ich wußte, daß du eine Mutter nöthig hatteſt, die voll barmherziger Liebe immer ſich deiner annehme, und bei der du immer in allen Ver⸗ ſuchungen und Gefahren deine Zuflucht nehmen konnteſt. Ich ließ ſie meine Schmerzen für deine Seele mitfühlen, damit ſie den vollen Werth deiner Seele kenne und ſie nicht aufhöre, für ſie Sorge zu tragen. Ich gab ſie dir zur Mutter; du ſollſt ihr Kind ſein und ſie als deine Mutter lieben und ehren! Siehe, wie lieb ich dich hatte, ſiehe, wie beſorgt ich um deine Seele war! Und du ſorgſt ſo wenig für ſie, vergißt ihr Heil, ver⸗ gißt ihre Seligkeit?... Als ich meinen Geiſt aufgegeben, und mein Leib ſtarr und kalt am Kreuze hing, da verlangte meine heilige Mutter mich in ihren Schooß zu nehmen, bevor man mich in das Grab legte.... Und man that nach ihrem Willen. Sie, die mich einſt mit Wonne als Kind in ihren jungfräulichen Armen getragen, nahm mich nun von Wunden und Blut Jeſus, mein Alles. 15 226 Meßgebet bedeckt, mit dem größten Herzenleid in ihrem reinſten Schooße auf.— O wie groß war ihre Trauer um mich, o mit welchem Schmerz be— trachtete und küßte ſie meine Wunden. O Sohn! (o Tochter!) nimm doch Theil an ihrem Schmerz, betrachte mit ihr dieſe Wunden, die ich deinet⸗ wegen empfing und gib mir dafür dein Herz, ein welches ich eingehen und in welchem ich woh⸗ nen will. Siehe, ich verlange für Alles, was ich für dich gethan, nichts als dein Herz. Lieben ſollſt du mich, nur lieben und alles Böſe haſſen, und meine ewige Liebe im Himmel iſt dann dein Lohn.... Der Jünger. Liebreichſter, erbarmungs⸗ vollſter Herr! Nicht genug, daß ich dir ſo un⸗ beſchreiblich große Leiden verurſachte; nicht genug, daß ich dich an das Kreuz heftete, und dir ſo tiefe Wunden ſchlug, habe ich auch deiner theuerſten, liebvollen Mutter die größten Schmer⸗ zen verurſacht und ihr durch deinen Tod das Schwert der Leiden in ihr jungfräuliches Herz geſtoſſen! O wie grauſam wütheten meine Sünden gegen dein und deiner liebvollſten Mutter Herz! O kannſt du mir vergeben?!... Ach, wenn du mir nicht vergibſt, wo ſoll ich Vergebung erlangen? Doch ich verzage nicht; ich darf Vergebung hoffen! Die Liebe, womit du mir deine geliebte Mutter zur Mutter gegeben haſt, gibt mir den Troſt, — et in„nit nge ſE§, w ndi eichtt hun g, d i ruſg Sihn n uch t ju& i ühet r volſt t 1.„ Ver eh Hu uden ih nir[h für die heil. Faſtenzeit. 227 daß ich von dir nicht verſtoſſen werde, daß dein heiliges Herz mir noch offen ſteht.— Deine Mutter iſt mir Bürge, daß ich Verzeihung finden werde.— Sie bittet ja für mich, und ihr kannſt du keine Bitte abſchlagen. O tauſendmal Dank, gütigſter Herr, daß du mir eine ſo liebvolle, ſo mächtige Mutter gegeben haſt.— Dadurch haſt du mir, o Herr, einen neuen Beweis gegeben, wie ſehr du nach meinem Heile verlangeſt. O vergib mir nur, daß ich bisher ſo wenig auf das Heil meiner Seele bedacht war. Ich ſehe jetzt in deinen Leiden und in den Schmerzen meiner theuerſten Mutter, was meine Seele werth iſt, und will ſie retten, koſte es, was es wolle. Aber ach, werde ich auch dieſen Eifer bewahren, werde ich ſo viel Kraft haben, das Böſe in mir und außer mir zu überwinden, die Verſuchungen und Anfechtungen zu beſiegen, und den Schlingen zu entgehen, welche mir die Welt, das Fleiſch und der Satan legen? Doch ich weiß, daß du mich bis zum Ende geliebt haſt, daß du nicht bloß für mich geſtorben biſt, ſondern daß du mir ſogar dein heiligſtes Fleiſch und Blut zur Speiſe geben willſt, um meine, durch dein koſtbares Blut er⸗ kaufte Seele zu ſtärken, zu bewahren und ihr Heil zu ſichern. O daß ich nur auch ſo rein wäre, wie deine gebenedeite Mutter, als ſie dich in ihren mütterlichen Schooß O daß 223 Kommunionandachi. doch auch mein Herz ſo von heiliger Liebe ent— flammt wäre, wie ihr jungfräuliches Herz! D daß ich auch von ſolcher Demuth und von ſolcher Ehrfurcht durchdrungen wäre, wie ſie, als ſie dich in ihre Arme ſchloß und ihre reinſten Lippen auf deine heiligen Wunden drückte! O daß doch auch mein Herz ſo von Schmerz und Leid über meine Sünden zerknirſcht wäre, wie ihr heiliges Herz erfüllt war über die Sünden der Menſchen, welche dich an das Kreuz ſchlugen! O ſieh doch gnädig an, o Herr, das Verlangen meiner Seele, und um der Schmerzen willen, welche deine heilige Mutter für mich ausgeſtanden hat, gib mir um was ich bitte, gib mir innige ſchmerzliche Reue über meine Sünden, gib mir eine recht inbrün⸗ ſtige Liebe zu dir, gib mir eine recht tiefe De⸗ muth, und dann, o Jeſus, würdige dich zu mir zu kommen, und meine Seele heimzuſuchen mit deinen Gnaden, mit der Fülle deines Segens. Amen. —— 1. Sonntag in der Faſten. Evangelium: Matth. 4, 1. Jeſus wird in der Wüſte vom Teufel verſucht. Por der heiligen Rommunion. mein Jeſus, du haſt uns eingeladen, den ſchmalen Weg zu gehen, der zum Leben — ———„—„— in,Fihh chlu yſi rlan „ . 6 „ 1. Sonntag in der Faſten. 220 führt, und den du ſelbſt gegangen biſt; aber ach, wie werde ich ſchwache Kreatur dieſen Weg gehen und das Ziel erreichen können ohne deine mäch⸗ tige Hilfe! Du weißt ja, welche Verſuchungen und Anfechtungen mir auf dieſem Wege drohen; du ſelbſt haſt dieſe Anfechtungen des Teufels über dich kommen laſſen, und haſt mir ein Bei⸗ ſpiel hinterlaſſen, wie ich dieſelben überwinden kann. Aber ohne dich werde ich den Kampf nicht beſtehen und den Sieg nicht erringen. Drei Feinde beſtürmen meine Seele unabläſſig: Augen⸗ luſt, Fleiſchesluſt und Hoffart des Lebens,— Habſucht, Vergnügungsſucht und Hochmuth, und, — o Elend!— in mir ſelbſt finde ich Feinde meiner Seele, meine böſen Neigungen und Leiden⸗ ſchaften.— O Herr, du weißt Alles; vor deinen Augen liegt meine Armſeligkeit offen da. Wie werde ich dieſen Feinden entkommen und den Weg zum Himmel gehen, ohne zu fallen, und in den Abgrund zu ſtürzen?! Doch im heutigen Evangelium höre ich ein gar troſtvolles Wort aus deinem heiligen Munde:„Der Menſch,“ ſprichſt du,„lebt nicht vom Brode allein, ſondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes kommt.“ Du, o Herr! biſt dieſes Wort, das Fleiſch geworden, du biſt das Brod, welches vom Himmel gekommen, du biſt jenes Brod, von dem geſtärkt der Prophet Elias 3 230 Kommunionandacht. vierzig Tage und Nächte ohne zu ermüden bis auf den heiligen Berg Horeb gegangen, du biſt jenes Manna, von dem gekräftigt die Iſraeliten durch die Wüſte zogen und alle Feinde beſiegten. Zum Genuße dieſes himmliſchen Brodes, deines heiligen Fleiſches und Blutes, ladeſt du mich heute ein; du willſt mich nicht auf dem gefähr⸗ lichen Weg ohne Stärkung laſſen, und kommſt ſelbſt zu mir, um mir beim Kampfe gegen meine Feinde beizuſtehen, und mich gleichſam an der Hand zu führen, damit ich nicht irre gehe und nicht falle. O wie groß iſt deine Güte gegen mich! So komme denn, liebreichſter Herr! und ſuche meine Seele heim, dir gehört ſie, du kannſt ſie nicht verloren, du kannſt ſie nicht eine Beute ihrer Feinde werden laſſen; du haſt ſie erſchaffen für den Himmel, wo ſie in ungeſtörter Sicherheit Ruhe findet ewiglich. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Nach der heiligen Rommunion. Aus dem Innerſten meines Herzens ſage ich dir Dank, o ſüſſeſter Jeſus, daß du ſo huldvoll mein Flehen erhört, und mir das Brod der Starken, dein eigenes heiliges Fleiſch und Blut zur Speiſe gegeben haſt. Nun biſt du bei mir, wen ſoll ich fürchten; nun biſt du bei mir, wie ſoll ich zagen? Wenn Schaaren von Feinden —— — — 4 3 1 S — ſui i —=. — ſhnbt — . tes,„( Scht icht zi laſ 6) im E ni —— ch gen iüſ hh ſt di t breich— gehör 5 duh unge i l. in 1. „ h in 3 ſdSeci — 8 ſü — —— *— 1. Sonutag in der Faſten. 231 auf mich eindringen, ich werde nicht zittern, denn du biſt bei mir!— Nein, meine Feinde ſollen nicht herrſchen über mich; nein, ich will nicht mehr der Sklave meiner Leidenſchaften, nicht mehr ein Freund und Liebhaber der Welt ſein. Sie alle haben für mich nichts gethan, was werth wäre, ihnen zu dienen; ſie alle meinen es nicht gut mit mir, und lauern nur auf mein Verderben; ſie alle verſprechen mir Luſt und Freude, Ehre, Hab und Gut, wie der Teufel dir, o Herr, in der Wüſte verſprochen hat, allein ſie lügen und betrügen mich. Hinweg von mir, Satan, hinweg von mir, o Welt, hinweg von mir Fleiſchesluſt; Jeſus, die ewige Wahrheit, Jeſus, das einzig wahre Gut, Jeſus, die wahre Wonne und Freude, Jeſus, die unvergängliche Schönheit und Selig⸗ keit, mein Jeſus und mein Alles, du allein herrſche über mich; dir unterwerfe ich mich, dir gehorche ich, dir diene ich, dein ſüſſes Joch und deine leichte Bürde will ich tragen. Dir weihe ich alle Liebe meines Herzens, denn du biſt der Liebenswürdigſte! O würdige dich nur, theuerſter Herr! mich als deinen Diener anzunehmen, und hilf mir, daß ich einen guten Kampf kämpfe und die Krone erringe, die du mir verheißen und ſchon bereitet haſt. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) Kommunionandacht. Ablaßgebet zu Ehren des Leidens Chriſti. * Durch Dekret vom 25. Auguſt 1820 verlieh Papſt Pius VII. allen Chriſtgläubigen, welche wenig⸗ ſtens mit reumüthigem Herzen das nachfolgende Gebet und dazu fünf Vater unſer, Ave Maria und Ehre ſei Gott ꝛc. zur Erinnerung unſers Herrn Jeſu Chriſti beten, einmal des Tages einen Ablaß von 300 Tagen; den⸗ jenigen aber, die es während eines Monats täglich beten, an einem der drei letzten Tage desſelben einen vollkom⸗ menen Ablaß, wenn ſie nach verrichteter Beicht und Kom⸗ munion auf die Meinung des heiligen Vaters beten. Gebet. O Gott, der du, um die Welt zu erlöſen, geboren, beſchnitten, von den Juden verworfen, von Judas, dem Verräther, mit einem Kuße ver⸗ rathen, mit Stricken gebunden, wie ein unſchul— diges Lamm zur Schlachtbank geſchleppt, dem Annas, Kaiphas, Pilatus und Herodes ſchmählich vorgeführt, von falſchen Zeugen angeklagt, ge⸗ geißelt, mit Schmach überhäuft, mit Speichel beſudelt, mit Dornen gekrönt, mit dem Rohre geſchlagen, im Angeſichte verhüllt, deiner Kleider beraubt, mit den Nägeln an das Kreuz geſchla⸗ gen, auf dem Kreuze erhoben unter Miſſethäter gezählt, mit Galle und Eſſig getränkt, und mit der Lanze verwundet werden wollteſt; würdige dich, o Herr, durch dein heiligſtes Leiden, deſſen — — — — — — — — — ie W h nJ mit e eriht n, 1 u ,t d he Schiit gen en, t, n gi nſit E F mn n n w 5 Sb 2. Sonntag in der Faſten. 233 ich Unwürdiger gedenke, durch dein heiliges Kreuz und deinen Tod mich von den Peinen der Hölle zu befreien und dahin zu führen, wohin du den mit dir gekreuzigten Schächer geführt haſt. Der du mit dem Vater und dem heiligen Geiſte lebſt und regierſt Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2. Sonutag in der Faſten. Evangelium: Matth. 17, 1. Von der Verklärung Chriſti. Por der heiligen Rommunion. Pne Vater, ewiger Gott und Herr! auf den Knieen liegend, danke ich dir vom Grunde meines Herzens, daß du uns deinen ge⸗ liebteſten Sohn, an dem du dein Wohlgefallen haſt, gegeben und mit ihm uns Alles geſchenkt haſt. O daß ich doch dieſen deinen liebwertheſten Sohn immer gehört hätte, wie du es, o Vater in ſeiner Verklärung befohlen haſt. Mit Scham und Reue bekenne ich meinen Ungehorſam, meinen Leichtſinn und meine Verblendung, indem ich bisher mehr den Lockungen des böſen Feindes und der trü⸗ geriſchen Welt Gehör geſchenkt habe. O verzeihe mir, um der Liebe deines geliebten Sohnes Jeſus willen, und mache mich würdig zu dem heiligen Mahle, das du uns, o König aller Könige, mit 234 Rommunionandacht. ſeinem heiligſten Fleiſche und Blute bereitet haſt, hinzuzutreten! O Jeſus, wie groß, wie wunder⸗ bar iſt deine Weisheit, mit welcher du das heiligſte Altarsſakrament eingeſetzt haſt, welches wunder⸗ bare Mittel hat deine Liebe erfunden, um die Speiſe unſerer Seele werden, dich mit uns ver⸗ einigen zu können. Das Brod verwandelſt du mit deinem allmächtigen Worte in dein Fleiſch, und unter der Hülle des Brodes kommſt du zu uns und ſpeiſeſt unſere arme Seele. Wer würde es wohl wagen, wenn du in deiner Glorie und Herrlichkeit wie auf dem Berge Tabor erſchieneſt, dir zu nahen? Wer würde dein göttliches Antlitz ſchauen und leben können? Wie ſtürzten die Apoſtel zu Boden, als der unbeſchreibliche Glanz deiner Gottheit vor deiner heiligen Menſchheit ausging und ſie verklärte. Sie verhüllten ihr Antlitz, geblendet von den leuchtenden Strahlen, die tauſendmal heller als die Sonne deinem Ant⸗ litz entſtrömten! In ſolcher überirdiſcher Herr⸗ lichkeit wollteſt du nicht zu uns kommen!— Um uns alle Furcht zu nehmen, um uns Muth und Zutrauen einzuflößen, verbirgſt du die Glorie deiner Gottheit, und kommſt in Brodsgeſtalt zu uns.— O Wunder der Liebe und Güte! Ja ich glaube, daß du der nämliche göttliche Heiland im heiligſten Sakramente biſt, der auf dem Berge Tabor in himmliſcher Verklärung zu den Wolken —— „———— um itgſ in S ebe 2 6b 1 3 2. Sonntag in der Faſten. erhoben wurde.— Ich glaube, daß du wahr⸗ haft biſt der geliebte Sohn des himmliſchen Va⸗ ters, Gott und Menſch zugleich. Ich ſetze all mein Vertrauen auf dich, o theuerſter Herr, und hoffe, daß du nicht verſchmähen wirſt das Ver⸗ langen meiner Seele, ſie heimzuſuchen. Ich liebe dich, o ſchönſter Herr, und bitte dich herzinniglich, mein Herz zu bereiten, daß es würdig werde, dich zu empfangen, dich, den unſterblichen Gott, der geſagt hat:„Wer mein Fleiſch ißt und mein Bluttrinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am jüngſten Sage Jo 5 CTugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Nach der heiligen Rommunion. So habe ich denn, liebwertheſter Heiland, das Unterpfand deiner gränzenloſen Liebe, dein heilig⸗ ſtes Fleiſch und Blut empfangen, und ich darf ausrufen mit dem heiligen Apoſtel:„Chriſtus lebt in mir!“ Für dieſe unſchätzbare Gnade, womit du mich erfreuteſt, ſage ich dir den herz⸗ lichſten Dank. Deine gnadenreiche Gegenwart gewährt mir den größten Troſt, die ſüſſeſte Freude. O wie gut iſt es mir, dich in der Wohnung meines Herzens zu beſitzen! Du ſiehſt zwar in dieſer armſeligen Wohnung nichts, was dir Freude machen, wohl aber, was dich betrüben muß. 236 Kommnnionandacht. Doch ſieh, o Herr! herzinniglich bitte ich dich, waſche meine Seele von ihren Makeln, damit du gerne in ihr weileſt. Nimm huldvoll hin die Anbetung, welche deiner göttlichen Majeſtät ge⸗ bührt, die du auf dem Berge Tabor ſo wunder— bar erglänzen ließeſt. O Jeſus, ſo ſchön zum Anſchauen, ſo lieblich zum Betrachten, ſo wonnig⸗ lich zum Lieben! entflamme mein Herz mit der Liebe zu deiner himmliſchen Schönheit. Du biſt allein der Schatz der Gläubigen, dem keiner gleicht, den kein ſchönerer, kein ſüſſerer, kein liebenswür⸗ digerer übertrifft! In deiner wunderbaren Verklärung, o Herr Jeſus, erſcholl die Stimme deines Vaters aus der Wolke:„Dieſer iſt mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe, den ſollt ihr hören!“ O hilf mir, Lehrer der Heiligkeit, daß ich immer gerne und freudig deine Stimme höre. Verſchloſſen ſollen ſein und bleiben meine Ohren den Schmeichel— ſtimmen der Welt. Dich will ich hören, dir will ich folgen! O daß ich doch immer deiner Stimme Gehör gegeben, welche Fortſchritte hätte ich auf dem Wege der Heiligkeit gemacht! Doch was ich bisher verſäumte, will ich durch größeren Eifer nachholen! O ſtehe mir bei, gütigſter Lehrer der Welt, daß ich von nun an nur deine heiligen Ermahnungen befolge, damit ich dahin ————„——— 1 —— „— hren ti a b mnSlh T nn enh n ei n e dein int in TQefel ten! j1 h in Kemr reni ſcri in gema hn . ne liei Feſt des hl. Uährvaters Ivſeph. 237 gelange, wo die ſeligen Geiſter immer deine Herr⸗ lichkeit ſchauen. O wie gut wird es dort für mich ſein! Wenn das Herz des heiligen Petrus auf Tabor ſchon eine ſolche Wonne durchſtrömte, daß er immer dort bleiben wollte mit dir, als er die Verklärung deiner heiligen Menſchheit auf einen Augenblick ſchaute, o wie groß wird dann die Wonne ſein, die mein Herz empfinden wird, wenn ich deine Gottheit im Himmel ſehe, jene Gottheit, in welche ewig zu ſchauen die Engel gelüſtet. O wann wird einmal der Tag dieſes Glückes kommen, wann werde ich dich ſchauen, dich, meine Freude, meine Ruhe, meine Seligkeit; dich, den Gott meines Herzens und meinen Theil in Ewigkeit. Amen. (Lugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103) Das Feſt des hl. Nährvaters Joſeph. Evangelium: Matth. 1, 18. Ein Engel entdeckt dem heil. Joſeph die Umſtände von der Empfängniß und Geburt Chriſti. Por der heiligen Rommunion. Meecſer Heiland Jeſus! welch unermeß⸗ liche Würde haſt du dem heiligen Joſeph verliehen dädurch, daß du ihn zu deinem Nähr⸗ vater, zum Pfleger deiner heiligen Kindheit und 233 Kommnnionandacht. zum Beſchützer deiner jungfräulichen Mutter aus⸗ erwählt haſt! Aber auch wie fromm, wie gottes⸗ fürchtig, wie gerecht, unſchuldig und rein wird wohl Joſeph von ſeiner Kindheit an gelebt haben, um einer ſo hohen Gnade würdig zu ſein! Er durfte dich in deiner Kindheit auf den Händen tragen, in ſeine Arme ſchließen, an ſeine Bruſt drücken, und immer um dich ſein, doch dich in ſein Herz aufnehmen, dein heiligſtes Fleiſch und Blut genießen, das durfte er nicht.— Ich aber, der ich von allen den ſchönen Tugenden, welche deinen heiligen Nährvater ſchmückten, nichts an mir habe; ich, der ich voll Sünden bin, ganz befleckt und unrein an Leib und Seele, ich— darf— dich in mein Herz aufnehmen, mich willſt du, Herr! aufs Innigſte mit dir vereinigen! Iſt es möglich, kannſt du dich ſo weit herablaſſen, mein Herr und Gott! Ach, nimmermehr dürfte ich eine ſolche Gnade hoffen, wenn du nicht ge⸗ ſagt hätteſt:„Wer mein Fleiſch nicht ißt und mein Blut nicht trinkt, derhat das Leben nicht in ſich.“ Du verlangſt alſo ſelbſt, o Herr, obwohl du meine Unwürdigkeit, meine Armuth und mein Elend kennſt, zu mir zu kom⸗ men, und du rechneſt es mir nicht zur Sünde an, wenn ich mich deinem heiligen Tiſche nahe; vielmehr würde es dir mißfallen, wenn ich nicht deiner Einladung Folge leiſten würde. So komme 1 S————— — — —— 2— ———„—— —„—„—„„— r nich— hi „we i Fbi inktet erh xht um tn mt, t nb ir n allen Seii nwi. Feſt des hl. Nährvaters Zoſeph. 239 ich denn, o gütigſter Herr! in tiefer Reue über meine Miſſethaten, mit dem demüthigſten Be⸗ kenntniſſe, daß ich gar nichts an mir finde, was dir wohlgefallen könnte. O ſprich nur Ein Wort, und meine Seele iſt rein. Und weil ich gar ſo arm bin an Tugenden, ſo opfere ich dir auf zum Erſatze für dieſe Armuth, alle die ſchönen Tu⸗ genden deines heiligen Nährvaters: ſeine Unſchuld und Jungfräulichkeit, ſeinen lebendigen Glauben, ſein unerſchütterliches Vertrauen, ſeine brennende Liebe, ſeine tiefe Demuth, ſeine große Geduld und Ergebung, alle ſeine Anbetung, ſeine Dank⸗ ſagung, ſeine Liebesanmuthungen, ſeine Lobpreiſ⸗ ungen und den heiligen Jubel ſeiner engelreinen Seele, als er dich zum Erſtenmal erblickte in der Krippe zu Bethlehem, und als er in deinen Armen ſelig ſtarb. Ich opfere dir auf alle Gnaden, die du ihm mitgetheilt haſt, und alle guten Werke, die er durch ſie gewirkt hat, und alle Verdienſte, womit er ſich damit bereicherte. Um dieſer Verdienſte willen, o Herr, erbarme dich meiner, würdige dich bei mir einzukehren und mir zu helfen, daß ich der Gerechtigkeit deines heiligen Nährvaters nachſtrebe, die dir ſo wohlgefiel. Amen. Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Kommunionandacht. Gebet zum heiligen Zoſeph. Bitte für mich, ſeligſter Joſeph, du Bräutigam der heiligen Jungfrau Maria, du getreueſter Patriarch, dem aus beſonderer Gnade Gottes iſt verliehen worden, den verheißenen Erlöſer, unſern Mittler, den die Könige und Propheten zu ſchauen verlangten, nicht blos zu ſehen und zu hören, ſondern auch auf deinen Armen zu tragen und zu umarmen. Bitte für mich Unwürdigen, daß ich heute mit der glühendſten Liebe meinen Jeſus empfange, und von ſeiner Gnade geſtärkt, ein gerechtes Leben führe, wie du, damit ich ihn einſt ſchauen darf im Himmel. O bitte für mich, heiliger Joſeph, denn Jeſus, der dir unterthan geweſen auf Erden, wird dir nichts verweigern ir der Glorie des Himmels. Du weißt ja, wie nothwendig mir die göttliche Gnade iſt, daß ich nach deinem Beiſpiele die Pflichten meines Standes treu erfülle, und immer dem göttlichen Willen mich unterwerfe, damit ich endlich nach dieſer Pilgerfahrt in das himmliſche Vaterland gelange und mich mit dir erfreue in ewiger Seligkeit. Amen. Nach der heiligen Rommunion. Mit allen Engeln und Heiligen bete ich dich an, o Herr Jeſu Chriſte, du König der Glorie, ſehen zh lmen A ich U Eg n Lie e inz Gnh it u, de iihe Joſeph getreulich zu treten.— ZFeſt des hl. Kährvaters Joſeph. 241 und danke dir vom Herzensgrunde für die er⸗ ſtaunliche Herablaſſung zu mir armen Menſchen⸗ kinde. O wie ſelig bin ich, daß ich denſelben Jeſus in meinem Innern beſitze, den der heilige Joſeph einſt ſo oft umarmet hat! O glückſelige Stunde! Jeſus in den Armen meiner Seele! O ich weiß nicht, bin ich auf Erden oder im Him⸗ mel! Wie kommt mir ſolche Huld der göttlichen Majeſtät! O mein Jeſus, o Gott meines Herzens, welch eine Gnade wäre es für mich, in deinen Armen jetzt zu ſterben! Tauſend Dank ſage ich dir, o Jeſus! weil du aus unbegränzter Liebe, womit du uns von Ewigkeit her geliebt haſt, in der Fülle der Zeit vom Himmel herabſtiegeſt in dieſes Thränenthal, wo nur Elend und Trauer herrſcht,— die Folgen der Sünde! Und um uns von der Verdammniß zu erlöſen, aus einer Jungfrau geboren, in die Krippe gelegt, in der Werkſtätte eines Zimmermanns von der Arbeit ermüdet, unter die Sünder gezählt, von deinen Feinden verfolgt und endlich an das Kreuz ge⸗ ſchlagen werden wollteſt. Und das Alles thateſt und litteſt du auch für mich! O wer ſollte dich nicht lieben, theuerſter Erlöſer! O daß ich doch vor Liebe ganz brennen möchte! O daß ich doch von dir, gütigſter Herr, die Gnade erlangen könnte, in die Fußſtapfen deines heiligen Nährvaters Er war dir in Jeſus, mein Alles. 16 242 Kommunionandacht. allen Dingen, in Freude und in Leid unterthan, und folgte, ohne zu zögern, immer deiner Stimme. O hilf mir, daß auch ich den Gehorſam immer gerne, ſchnell, eifrig und treu übe, die Pflichten meines Berufes beharrlich erfülle, und mich ganz und gar, wie der Bräutigam deiner gebenedeiten Mutter, ohne Widerſpruch in die Fügungen deines göttlichen Willens ergebe.— O gütigſter Jeſus, deinem heiligen Nährvater gewährteſt du die große Gnade, in deinen Armen zu ſterben; o treibe mich an, doß ich immer meines Todes gedenke, und wenn die Stunde des Todes naht, dann, o Jeſus, verlaſſe mich nicht, dann ſtehe mir bei und nimm auf meinen Geiſt in deine Hände. Amen.— Ablaßgebet zu Ehren des heiligen Joſeph. * Papſt Pius VII. verlieh durch Dekret vom 6. Septbr. 1804 einen Ablaß von einem Jahre allen Gläubigen, ſo oft ſie andächtig und mit reumüthigem Herzen das nachſtehende Reſponſorium zu Ehren des heiligen Joſephs beten, um ſeinen kräftigen Schutz im Leben und im Tode zu erflehen. Reſponſorium. Wer geſund am Geiſte leben, Und mit einem ſel'gen Tode Seinen Lauf beſchließen will, Rufe Joſephs Hilfe an. eines Lodes „dan iſt it et nt 10 hi zn eh d don und nſori nen k um. jeiſtel gen7 mihei nn 6 önt 8 — Feſt des hl. Kährvaters Zoſeph. Er der Jungfrau Bräutigam, Den man Jeſu Vater glaubte, Der Gerechte, Treue, Keuſche, Bittet nie bei Gott vergebens. (Wer geſund am Geiſte leben ꝛc. ꝛc. wie oben.) Er verehrt im Stall den Heiland, Tröſtet ihn im fremden Lande, Sucht ihn, als er ihn vorloren, Findet ihn mit Freuden wieder. (Wer geſund am Geiſte leben ꝛc. ꝛc. wie oben.) Der die ganze Welt erſchaffen, Ward durch ſeine Müh' ernährt, Und der Sohn des Allerhöchſten Iſt ihm willig unterthan. (Wer geſund am Geiſte leben ꝛc. ꝛc. wie oben.) Jeſus und Maria ſtehen Ihm im Tode tröſtend bei, Er entſchläft in ihrer Mitte Sanft und ſüßen Troſtes voll. (Wer geſund am Geiſte leben ꝛc. ꝛc. wie oben.) Ehre ſei dem Vater und dem Sohne und dem hl. Geiſte. (Wer geſund am Geiſte ꝛc. ꝛc. wie oben.) Antiph. Siehe da der treue und kluge Knecht, den der Herr über ſeine Familie geſetzt hat. V. Bitt für uns, heiliger Joſeph! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Chriſti. 16* Kommunionandacht. Laßt uns beten. O Gott, der du in deiner unausſprechlichen Vorſehung den heiligen Joſeph zum Bräutigam deiner heiligſten Gebärerin zu erwählen dich ge⸗ würdiget haſt: verleihe uns, wir bitten dich, daß wir denjenigen, welchen wir als unſern Beſchützer auf Erden verehren, zu unſerm Fürſprecher im Himmel zu haben verdienen. Der du lebſt und regiereſt ꝛc. 2c. 3. Sonntag in der Faſten. Evangelium: Luk. 11, 14. Jeſus treibt einen Teufel aus, widerlegt ſeine Gegner, worauf ein Weib ſeine Muttet ſelig preiſet. Por der heiligen Rommunion. S Jeſus, allmächtiger Herr! du haſt aus Mitleid und Erbarmen den unglücklichen Beſeſſenen durch dein Wort vom Teufel befreit und ſeine Zunge gelöſt, daß er recht reden konnte; o ſiehe mich auch an mit den Augen deiner Barmherzigkeit und befreie mich von jenen Fein⸗ den meiner Seele, welche der Teufel benützt, um ſie zu beflecken und ins Verderben zu ſtürzen. O du kennſt dieſe nimmer ruhenden Feinde, es ſind meine böſen Neigungen und Gewohnheiten, es ſind die Wurzeln der ſieben Hauptſünden: des Stolzes und des Hochmuthes, des Zornes —,—„—— dacht. ten. her u erh zu ert wir as ut hem et 1 edt fein — — — —— — — — — un ieben mthe fn 3. Sonntag in der Faſten. 245 und Neides, des Geizes, der Unreinigkeit, der Trägheit und Unmäßigkeit. Ach immerfort trei⸗ ben dieſe Wurzeln garſtiges Unkraut in meinem Herzen hervor, und machen es abſcheulich vor deinem Angeſicht. Mit einem Worte deines Mun⸗ des würdeſt du alle dieſe Wurzeln verdorren machen, mit einem Worte könnteſt du dieſe Feinde verſcheuchen!— So laſſe dich denn herab, o Jeſus, zu mir zu kommen und höre die Stimme meines Flehens: ich will ja mit dir, bei dir und in dir ſein und niemals gegen dich. Du biſt der ſtark Bewaffnete, o komme und bewahre meine Seele vor den Angriffen ihrer Feinde. Siehe, ich habe ſie durch die heilige Beicht zu reinigen geſucht von ihren Sünden, du haſt mich mit deinem heiligen Blute gewaſchen, o ſchütze mich, daß der böſe Feind nicht wieder Gewalt über mich erlange, Beſitz von meinem Herzen nehme und ich noch tiefer falle als zuvor. Nein, nur dir ſoll mein Herz geöffnet ſein, nur du ſollſt darin wohnen, darin herrſchen über die Kräfte meiner Seele, und ihre Neigungen leiten zu Allem, was dir wohlgefällig iſt. Nur du ſollſt wohnen in meinem Herzen und zu mir reden, und ich will hören auf die Worte deines Mundes, hilf mir nur, daß ich ſie auch beobachte, und ſelig werde. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Kommnnionandacht. Nach der heiligen Rommunion. Auf welch wunderbar wonnevolle Weiſe biſt du wieder, geliebter Heiland, zu mir gekommen und haſt die arme Hütte meiner Seele betreten! Es frohlockt mein Geiſt in dir, o Gott, meinem Heilande. Gut biſt du, o Herr, und deine Er⸗ barmungen ſind ohne Zahl. Nicht genug an⸗ ſtaunen kann ich und bewundern deine Güte und deine Geduld, womit du einſt die Läſter⸗ ungen der Phariſäer ertragen, welche Zeichen von dir forderten, die ſie doch täglich ſahen. Aber, o mein Gott, gleiche ich nicht dieſen Pha⸗ riſäern? Ich erkenne die Wahrheit, ich glaube an dich, ich ſehe und fühle alle Tage die Zeichen deiner Güte und Liebe, und deßohngeachtet vermehre ich täglich meine Schuld, indem ich dich beleidige. Aber dennoch tilgſt du mich nicht aus aus der Zahl der Lebenden! Ich durfte dein heiliges Haus betreten, durfte an deinem Tiſche ſpeiſen und dich ſelbſt, den König der Könige, in mein Herz aufnehmen! O Dank! innigſter Dank für dieſe außerordentliche Güte, womit du meiner bisher geſchont, und mich mit ſo vielen Gnaden heimgeſucht haſt. O wenn ich dieſe Liebe be⸗ trachte, wie kann ich dich in dieſer und der an⸗ deren Welt genug loben! Gütigſter Jeſus! der du einſt ſo barmherzig den ſtummen Menſchen *— 3. Sonntag in der Faſten. 247 Bon geheilt haſt, o heile auch meine Zunge, daß ich wom„% nur das rede, was deine Ehre und das Heil der , Fin Seelen fordert. Guter Jeſus, mache aus mir neiner Sin einen guten Menſchen, daß ich aus dem Schatze ir, 1 meines Herzens nur Gutes hervorbringe; daß ich nur Gutes denke, Gutes ſpreche, Gutes thue. ke O gib nicht zu, daß ich meine Zunge, die dein une heiligſtes Fleiſch ſo oft ſchon berührt hat, zu böſen Reden mißbrauche. O Jeſus, der du ge⸗ ₰1* ſagt haſt:„Ich treibe den Satan durch den Finger Gottes,“ durch meine göttliche 4 j i Macht aus, o würdige dich doch, aus meinem ihn ab Herzen hinaus zu treiben Alles, was deiner Vuch göttlichen Majeſtät mißfällt. O erleuchte mich, de Sehi daß ich dich erkenne, o gib mir einen guten eehng Sn Willen, der dir anhanget, gib mir ein Herz, das wen i chii nur dich liebt, gib mir Ohren, die nur auf dich ich i H m hören, Augen, die nur auf dich ſehen, eine Zunge, nu& hi die nur dich preiſet, damit ich dahin gelange, wo dinn i hi die Seligen dich von Angeſicht zu Angeſicht ſchauen EL und ewiglich loben. Amen. ! in nt(Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) v rsAb Kommunionandacht. 4. Sonntag in der Faſten. Evangelium: Joh. 6, 1. Jeſus ſättiget mit fünf Broden und zwei Fiſchen fünftauſend Menſchen. Por der heiligen Rommunion. ie Jeſus! Erlöſer der Welt! der du einſt auf wunderbare Weiſe fünftauſend Menſchen in der Wüſte mit fünf Broden geſpeiſet haſt, und heute und täglich ſo viele Tauſende von Gläubigen mit dir ſelbſt, dem lebendigen Brode des Himmels ſpeiſeſt: ich lobe und bete in aller Demuth an deine Güte, die ſo überaus Großes wirkt. Ich glaube, o Herr! daß jene wunderbare Brodvermehrung in der Wüſte ein Vorbild des heiligſten Sakramentes geweſen, wo⸗ mit du uns elende Kinder Adams auf unſerer Wanderſchaft nähren und ſtärken willſt, damit wir deſto leichter in das ſelige Vaterland gelan⸗ gen. Wenn ich gleich das ſtaunenswerthe Ge⸗ heimniß des hochheiligen Sakramentes nicht be⸗ greifen kann, ſo glaube ich es doch unbezweifelt und bin bereit, für dieſe Wahrheit mein Blut hinzugeben. Denn in deiner Schule, o Herr! in der Schule der Apoſtel, in der Schule deiner Kirche habe ich gelernt, nicht Geheimniſſe zu ergründen, ſondern meinen Verſtand dem heiligen Glauben im Gehorſame zu unterwerfen. Deßhalb udacht. der„ s ſätt e Menſ 3 der S h re V 3 i ih Owt ng in ißt amene r Pe n ſüten ju lige V ng ſn Sth icht ci zerſun 6 hein nem k1i 4. Sonntag in der Faſten. 249 glaube ich unbezweifelt Alles, was deine heilige Kirche mir über das heiligſte Sakrament des Altars zu glauben vorſtellt. Ja ich halte für gewiß und wahr, daß du in dieſem heiligſten Sakramente gegenwärtig biſt, und daß ich dich, das wahre Himmelbrod, das Brod des ewigen Lebens empfange. O Jeſus, du Verlangen meines Herzens! vermehre meinen Glauben, daß ich deine göttliche Majeſtät und deine unbeſchreibliche Güte jedes⸗ mal vor Augen habe, wenn du unter der Geſtalt des Brodes zu mir kommſt. O verleihe mir die Gnade, daß ich alle Kräfte meiner Seele auf dich richte, wenn du dich mir zur Speiſe gibſt. Nimm dann weg von meinem Herzen alle irdi⸗ ſchen Gedanken, reinige es von jedem Flecken, entflamme es mit deiner Liebe, damit ich nicht unwürdig dich empfange, du Brod der Engel, du Brod, welches alle Süſſigkeit in ſich enthält. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Nach der heiligen Rommunion. So haſt du denn, freigebigſter Jeſus! meine hungernde Seele wieder geſpeiſt und gabſt dich mir ſelbſt zum Genuße, du lebendiges Brod, du Brod vom Himmel, du Brod des ewigen Lebens. Herzinniger Dank ſei dir für dieſe unbegreifliche 250 Kommunionandacht. Huld und Gnade.— Groß war das Wunder in der Wüſte, wo du mit wenigen Broden eine ſo große Zahl von Menſchen geſättiget, aber weit wunderbarer iſt das himmliſche Mahl, das Sa⸗ krament deines Fleiſches und Blutes, welches du beim letzten Abendmahl eingeſetzt und uns als ein Denkmal deiner Liebe hinterlaſſen haſt. O ſoll ich dich nicht lieben, der du ganz Liebe biſt?! Ja mit innigſter Liebe umfange ich dich mit den Armen meiner Seele und bitte dich flehentlich, daß du jede andere irdiſche Liebe aus meinem Herzen vertreiben möchteſt. O binde mich an dich, mit einem ewigen Liebesbande, deß ich nimmermehr von dir laſſe, o Herr! O mögeſt du doch, gütigſter Herr, bewirken, daß mein Herz immer nach dir verlange, den die Engel immer zu ſchauen verlangen. O deß ich doch immer nach dir dürſte, du Quelle des Lebens, du Quelle der Weisheit und Wiſſenſchaft, du Quelle des ewigen Lichtes, du Strom der Wonne im Hauſe Gottes. O mögeſt du ſein allein und immer meine Hoffnung, meine Freude, meine Ruhe, mein Friede, meine Wonne, meine Tröſtung, meine Zuflucht, meine Hilfe, mein Theil, mein Beſitz in Ewigkeit. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) eingeſt e hint der du nfunge d bitte ſche A et. 0 1Liebe ſe, ewirke „den daß e des L ſſchet, der ein al Freud me, — . le, 6 3 13 1 1, g chl in in wel,* nmn t 6l — 5. Honntag in der Faſten. 5. Sonntag in der Faſten. (Paſſionsſonntag.) Evangelium: Joh. 8, 46. Chriſtus widerlegt die Läſter⸗ ungen der Phariſäer, und als ſie ihn ſteinigen wollen, verbirgt er ſich. Por der heiligen Rommunion. Jeſus, du Sohn des lebendigen Gottes! ich will heute deiner Einladung und dem Verlangen meines Herzens folgen und wieder hintreten zu deinem heiligen Tiſche, aber wie ſehr fürchte ich mich, wenn ich meine Unwürdigkeit betrachte! Ach wer bin ich, und wer biſt du! Du die Heiligkeit ſelbſt, und ich— eine arme Kreatur voller Sünden. Dir allein, o Herr! habe ich geſündigt, der du zu allen Menſchen ſagen konnteſt:„Wer aus euch kann mich einer Sünde beſchuldigen?“ O mein Herr und mein Gott! du allein kannſt mich der Sünde beſchuldigen, aber du kannſt mich allein auch davon befreien. Und wenn du mich verurtheilſt, wer kann mich losſprechen, da ich dir allein ge⸗ ſündiget und Böſes vor dir gethan habe! Ach, als ich das große Uebel der Sünde vor dir ge⸗ than, habe ich mir ſelbſt das größte Uebel zuge⸗ fügt. Nun kommt Furcht und Angſt über mich, weil ich weiß und es fühle, daß du die Böſen 252 Aommunionunducht. mit Uebeln und Strafen heimſucheſt. O welche boshafte Kühnheit hatte ich, als ich vor dir ſolch Böſes that, das ich vor Menſchen zu thun mich nicht getraut hätte! Doch ſiehe, ich werfe mich vor dir nieder, bauend auf deine unendliche Barmherzigkeit, und bereue und verabſcheue meine Sünden! O ſchone meiner, mein Gott! der du geſagt haſt: An welchem Tage der Gott⸗ loſe von ſeiner Gottloſigkeit ſich be— kehrte, ſoll ſie ihm nicht ſchaden.“ Ich glaube, o Jeſus, daß du der wahre Sohn Gottes biſt und in die Welt kamſt, die Sünder zu retten, von denen ich der größte bin. O ſo rette mich, o Herr! und nimm weg meine Miſſe⸗ thaten von mir. Erbarme dich meiner und ver⸗ gib mir, was ich vor dir Böſes gethan, damit ich würdig werde, dich zu empfangen, die Speiſe der Engel, und theilhaftig werde aller jener Gnaden, welche du mit dem heiligſten Sakramente deines heiligen Fleiſches und Blutes verbunden haſt. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95) Nach der heiligen Rommunion. Ich bete dich an, Herr Jeſu Chriſte, ewiger Sohn Gottes! der du dich mir geſchenkt haſt und wahrhaft in meinem Innern weileſt. Mit aller Demuth, in allertiefſter Ehrfurcht bete ich dich —. 1 — — 3— ec— 5— S Böſe e enpfa 1ih tig w nheili 11 md9 5. Sonntag in der Faſten. 253 an, der du nicht blos warſt, ehe Abraham war, ſondern von Ewigkeit her, vor allen erſchaffenen Weſen von deinem Vater erzeugt, und mit ihm ganz gleichen Weſens biſt. Du biſt der ewige Abglanz des ewigen Lichtes, du biſt das Licht vom Lichte, das ewige Wort, welches im Anfang bei Gott war und ohne welches nichts geworden iſt. Dieſes Alles betrachtend und glaubend kann ich nur deine unbeſchreibliche Güte bewundern, mit der du dich mir zur Speiſe gabſt. Für dieſes ſüſſe, wonnevolle Mahl ſage ich dir den herzinnigſten Dank, o guter Jeſus, du ewiger Sohn des ewigen Vaters. O daß ich dich doch immer als den Eingebornen des Allerhöchſten verherrlichet hätte durch ein frommes Leben! Ich erkenne jetzt reumüthig meinen Leichtſinn, wodurch ich dich ſo oft verunehrte und bitte dich flehent⸗ lich, du wolleſt mich nicht verwerfen vor deinem Angeſicht. Du verbargſt dich vor den Juden, als ſie dich ſteinigen wollten. Ach, möge doch dieſes ſchreckliche Unglück mich nicht treffen, und mögeſt du dich nicht vor mir verbergen! O was wäre ich ohne dich, du wahres Licht! Ach nichts als Finſterniß! Wenn du dich vor mir verbirgſt, o Herr, wer wird herrſchen über mich, wenn nicht die Lüge? Wenn du dich vor mir verbirgſt, o Freude meines Herzens! was bleibt mir übrig als Trauer und Schmerz? O entziehe dich mir 254 Kommunionandacht. nicht, gütigſter Herr, ſondern bleibe bei mir, herrſche über mich, und gib mir die Gnade, daß ich die kurze Zeit meines Lebens immer den Weg deiner Gebote wandle.... Ich will von nun an immer auf dein Wort hören, damit an mir in Erfüllung gehe, was du im heutigen Evan⸗ gelium geſagt haſt:„Wer aus Gott iſt, höret Gottes Wort.“ Ein Kind Gottes, deines himmliſchen Vaters, möchte ich ja gerne ſein und bleiben. Darum will ich nicht hören die eitlen Worte der Welt, nicht Gehör geben den trügeriſchen Einſprechungen des böſen Feindes, ſondern nur dich will ich hören, der du die ewige Wahrheit und Weisheit biſt, und Worte haſt des ewigen Lebens. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103) —— Das Feſt der Verkündigung Mariä. Evangelium: Luc. 1, 26. Der Engel verkündet der aller⸗ ſeligſten Jungfrau die Empfängniß Jeſu durch den heili⸗ gen Geiſt. Por der heiligen Rommunion. G welch überaus feſtlicher, troſtreicher, freu⸗ denreicher Tag iſt für meine Seele der heutige! O wie kann ich mit Worten ausdrücken, was mein Herz fühlt an dem heutigen Tage, wo du, er a1 Ein —— ndigun Eng v guiß Je er, tr eine S ten a utigen Pi ou Feſt der verkündigung Mariä. 255 o heiligſte Dreifaltigkeit! das größte Wunder der Liebe vollbracht haſt. Heute haſt du, o himm⸗ liſcher Vater! in unendlichem Erbarmen deinen eingebornen Sohn aus deinem Schooße, in wel⸗ chem er von Ewigkeit her ruhte, auf die Erde geſandt, auf daß er Menſch werde und die Welt erlöſe! Heute haſt du uns mit ihm Alles ge⸗ ſchenkt! Heute biſt du, o Jeſu, Sohn Gottes, vom Himmel herabgeſtiegen in den Schvoß der reinſten Jungfrau, um Fleiſch anzunehmen aus ihr. Heute haſt du, o göttlicher heiliger Geiſt, das größte Werk deiner Güte gewirkt, die Menſch⸗ werdung des Sohnes Gottes, unſers Erlöſers! O hätte ich tauſend Zungen, ich könnte dich nicht, o heiligſte Dreifaltigkeit, genug loben und preiſen, dir nicht genug danken! Ach, was wären wir ohne den Gottmenſchen Jeſus! In welcher Nacht der Finſterniß, in welchem Abgrund des Elends lägen wir noch!—— Heute haſt du, o Jeſus, den Anfang zu unſerer Erlöſung gemacht, und die allerreinſte, unbefleckteſte Jungfrau zu deiner Mutter auserwählt, um von ihr dein heiligſtes Fleiſch zu nehmen, welches ich heute empfangen will zur Speiſung meiner armen Seele. O daß ich doch auch einen ſolch lebendigen, unerſchütter⸗ lichen Glauben, eine ſo große Liebe, eine ſolch tiefe Demuth hätte, wie meine theuerſte Mutter Maria an dem heutigen Tage hatte, als ihr der 256 Kommunionandacht. Engel das Geheimniß deiner Menſchwerdung, o Jeſus, verkündete! O daß doch heute, da du zu mir kommen willſt, o Herr, meine Seele auch ſo ſchön, ſo rein, ſo lauter, ſo. unbefleckt, ſo mit allen Tugenden geſchmückt wäre, wie die jung⸗ fräuliche Seele meiner gebenedeiten Mutter als der heilige Geiſt ſie überſchattete und ſie dich in ihrem Schooße empfing! Aber ach, ich finde nicht einen Schatten dieſer Schönheit, nicht Eine dieſer Tugenden in mir! Doch nicht verzagen will ich. Die unbeſchreibliche Liebe, die gränzen⸗ loſe Barmherzigkeit, welche dich herabzog in den Schooß meiner geliebteſten Mutter Maria, um Menſch zu werden und leiden und ſterben zu können für uns arme Menſchen, gibt mir den Muth, deinem heiligen Tiſche mich zu nahen und dich in mein Herz aufzunehmen. Ich bekenne es, daß du ein demüthiges und zerknirſchtes Herz nicht verachteſt.— O ſiehe an deine arme Magd, meine Seele, mit den Augen deiner Barmher⸗ zigkeit, und um der ſo ſchönen Tugenden und der ſo großen Verdienſte deiner heiligen Mutter willen, würdige dich, ſie heimzuſuchen und ihr die Gnade zu verleihen, dir durch ein tugend⸗ haftes Leben wohlzugefallen.— Ohne dich, o Jeſus, kann ich ja nichts thun. O gib mir nur einen Theil der Liebe, von der das Herz meiner heiligſten Mutter heute entflammt war, Feſt der verkündigung Mariä. 257 o gib mir nur Liebe, denn mit ihr beſitze ich Alles. O ſo komme denn, o Jeſus, mein Alles, und gib mir Liebe, durch die ich Alles vermag. Amen. Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Gebet zur ſeligſten Inngfrau Marin. Gegrüßt ſeiſt du Maria, voll der Gnaden! Gegrüßt ſeiſt du Maria, durch welche ich theil⸗ haftig geworden des reinſten Fleiſches Jeſu Chriſti. Gegrüßt ſeiſt du Maria, durch welche wir das wahre und unſterbliche Brod empfingen. Ge⸗ grüßt ſeiſt du voll der Gnaden, allein unter allen Weibern gebenedeit, zur Menſchwerdung des Sohnes Gottes auserwählt, vom heiligen Geiſt dazu bereitet, um den Eingebornen Gottes in deinen Schooß aufzunehmen und der MWelt einen Erlöſer zu gebären. O reinſte Jungfrau! bitte für mich garſtigen Sünder, und erflehe mir bei Gott Vergebung meiner Sünden, einen lebendi⸗ gen Glauben, eine feſte Hoffnung, eine vollkom⸗ mene Liebe, damit ich meinen Herrn Jeſum in ein reines Herz aufnehme und mit ihm vereini⸗ get werde. Amen. Nach der heiligen Rommunion. O welch eine Gnade iſt mir zu Theil ge⸗ worden durch deine huldvolle Heimſuchung, o gütigſter Jeſus! Du wohneſt in meinem Herzen, Jeſus, mein Alles. 17 253 Kommunionandacht. deſſen Thron der Himmel, und deſſen Fußſchem⸗ mel die Erde iſt, ich beſitze dich, der Alles beſitzt und Alles regiert im Himmel und auf Erden; ich genieße dich, von dem und durch den alle Ge⸗ ſchöpfe leben im Himmel und auf Erden! Voll der Freude über dieſes Glück, werfe ich mich vor deine Füße, o Herr, und aus dem Abgrunde meines Nichts bete ich dich an, den Sohn des Allerhöchſten, das Wort des Vaters, das Fleiſch geworden, um die Speiſe meiner Seele zu werden. Dieſe meine demüthige Anbetung vereinige ich mit jener, welche dir deine gebenedeite Mutter Maria darbrachte, als ſie dich vom heiligen Geiſte empfing und in ihrem Schooße trug. O könnte ich dir auch, ſüſſeſter Jeſus, ſolche Opfer der Andacht, ſolche Gaben der Liebe, ſolche Schätze der Tugenden darbringen, wie Maria, deine un⸗ befleckte Mutter. Ich möchte dich jetzt wie Maria, deine hochbegnadigte Mutter, mit ebenſo heißer Liebe umfangen, dich mit ſolcher Demuth begrüſ⸗ ſen, dir mit ſolcher Freude danken, dich mit ſolchem Jubel loben und preiſen, wie ſie! Ach doppelt fühle ich heute meine Armuth und mein Elend, weil ich gar nichts beſitze, was dir Wohl⸗ gefallen bereiten, weil ich gar nichts weiß, wie ich dich verherrlichen, loben und preiſen ſoll, dich den König der Engel, dich den Schönſten unter den Menſchenkindern! Würdige dich doch, o Herr, Feſt der verkündigung Mariä. 259 meinen guten Willen hinzunehmen.— Und weil du jetzt aus unendlicher Barmherzigkeit in mir weileſt, und du geſagt haſt, wer bittet, der wird empfangen, o ſo neige gnädig dein Ohr zu meinem Flehen, und hilf mir, daß ich in keine Sünde mehr falle, beſonders aber jene Sünde nicht mehr begehe, womit ich meine Seele ſchon ſo oft befleckt, und dich beleidiget habe. Hilf mir, daß ich jene Tugenden, welche deine theu⸗ erſte Mutter am heutigen Tage beſonders geübt hat, mein ganzes Lehen lang zu üben trachte: die Demuth, den Gehorſam, die Andacht und Liebe. Und damit ich nimmermehr von dir mich trenne, v Herr! ſo feßle mich an dich mit den Banden der Liebe, ziehe mich ganz in dein lieb⸗ vollſtes Herz hinein, und entflamme mich ſo von dem Feuer, von dem dein heiligſtes Herz immer brennet, daß ich nichts mehr verlange, als dich zu beſitzen und mit dir auf ewig vereiniget zu werden. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) Gebet zur allerſeligſten Jungfrau Maria. Heiligſte Gottesgebärerin, Maria voll der Gnaden, o wolle du, meine theuerſte Mutter, deine mächtige Fürbitte einlegen bei deinem gött⸗ lichen Sohne, daß ich Erhörung finde. Ich will deinen allerliebſten Sohn lieben, ich will ihm dienen, ich will um ſeinen Beſitz bis 260 Kommunionandacht. aufs Blut. O meine gütige Frau, dich nennt man die Beſchützerin des Menſchengeſchlechtes, dich die Zuflucht der Sünder, dich den Troſt der Betrübten, dich die Helferin der Chriſten, o hilf mir, daß ich in das Reich deines Sohnes gelange, dort will ich dich ſelig preiſen und mit dir deinen göttlichen Sohn loben in alle Ewigkeit. Amen. 6. Sonntag in der Faſten. (Palmſonntag.) Evangelium: Matth. 21, 1. Der glorreiche Einzug Jeſn Chriſti in Jeruſalem. Por der hriligen Rommunion. Betrachtung⸗ Wer kommt zu mir? Der König, auf deſſen Kleide ſteht: König der Könige, auf deſſen Schultern die Herrſchaft ruht, deſſen Reich kein Ende nimmt. Der König, vor deſſen Namen ſich beugen alle Kniee im Himmel, auf Erden und unter der Erde.... Der König, dem alle Macht gegeben iſt im Himmel und auf Erden.... Der König, deſſen Reich nicht iſt von die⸗ ſer Welt.... Der König, deſſen Thron der Himmel iſt, vor deſſen Angeſicht die Engel ihr Angeſicht verhüllen. Siehe, dieſer König kommt....„Siehe, dein König kommt ſanftmüthig!“ Er kommt in Liebe und Barm⸗ herzigkeit und im Frieden!.. Er hat alle ſeine Herr⸗ lichkeit abgelegt, ſich verhüllt in Brodsgeſtalt!. Er kommt mit Gnade und Erbarmen!... Er kommt ohne Geräuſch, in ſanfter Stille! Sieh, Jeſus, dein König kommt!.. n N. gitfi e rie „ 6 Si ſi u in 6. Sonntag in der Faſten. 261 Zu wem kommt er? Zu ſeinem Unterthan, der ihm ſo oft den Gehorſam aufkündete, der ſich gegen ihn empörte, ihn verachtete, mit Schmach überhäufte durch ſeine Miſſethaten!... Zu ſeinem Knechte, der ihn treulos verließ! Zu einem Bettler, den er mit Wohlthaten überhäufte und der ihn mit dem größten Undank belohnte! Zu einem Sklaven, der ſich der Sünde und dem böſen Feinde verkaufte!.. Zu einem armen, elenden, befleckten Menſchen kommt Er, der König der Glorie!.. Und warum kommt er? Er kommt nicht, um mich für meinen Ungehorſam zu ſtrafen, nicht um meine Empörung zu züchtigen, nicht um mich in Banden und in den Kerker werfen zu laſſen, woraus kein Entrinnen mehr iſt! Er kommt nicht, um an mir wegen meiner Treuloſigkeit und meines Undanks Rache zu nehmen, er kommt nicht, um mich auf ewig von ſich zu ſtoſſen.... Er kommt, um mich mit den Banden ſeiner Liebe an ſich zu ziehen. Er kommt wie ein Freund zu ſeinem Freunde, um mich einzuladen, ſein ſüſſes Joch zu tragen! Er kommt, um alle meine Bitten anzuhören und mich mit Gnaden zu bereichern!... Er kommt, um meine Feſ⸗ ſeln zu ſprengen, und mir die Freiheit der Kinder Gottes zu ſchenken. Siehe, dein König kommt ſanftmüthig!. Jeſus kommt!.. Anmuthung. Jeſus, mein Gott, mein König! der du herrſcheſt über Lebendige und Todte, deſſen Reich kein Ende nimmt; wie iſt es möglich, daß du zu mir kommſt!? Und wenn du dennoch ungeachtet meiner Unwürdigkeit, ungeachtet meiner 262 Kommnnionandacht. Bosheit, womit ich dich beleidigte, ungeachtet meines Undankes, wodurch ich dir die größte Schmach anthat, ungeachtet meines Leichtſinnes, womit ich Alles vergaß, was du für mich gethan und gelitten, wenn du dennoch zu mir kommſt, in mein Herz einziehſt und Wohnung darin nimmſt, wie ſoll ich dir dieſe Liebe, dieſes Erbarmen vergelten!— Siehe, o Herr und König! ich erkenne meine Treuloſigkeit, meine Bosheit und meinen Undank, und bereue ſie aus dem tiefſten Grunde meiner Seele. O ſprich das Wort:„Vergebung“; o ſprich das Wort:„Gnade“, und meine Seele wird ſich in dir erfreuen! O ſprich das Wort: „Ich will kommen, und über dich herrſchen in Liebe und Erbarmen,“ und meine Seele wird ewiglich dir danken! O ſo würdige dich denn, o Herr! zu mir zu kommen. Geſegnet ſeiſt du o Herr, und gelobt und gebenedeit du König der Engel, o komme und herrſche über mich, dein will ich ſein todt und lebendig. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Rach der heiligen Rommunion. Hoſanna dem Sohne Davids! Preis, Lob, Ehre dir, o Jeſus, dem eingebornen Sohn Gottes! Geſegnet ſeiſt du, o König, der du gekommen biſt in mein Herz! Wie kommt es, daß du dich, o göttliche Majeſtät, ſo tief herablaſſeſt? Von un⸗ —— 1 ſ—— ———— „—— ———————, 6. Sonntag in der Faſten. 263 P ausſprechlicher Freude iſt voll mein Herz, daß ich dich beſitze, meinen Herrn, meinen König, Suit meinen Gott.— Mögen fürchten alle Völker 8 deinen Namen und alle Könige der Erde deine n en Glorie: ich werde dich nicht fürchten, weil du ni ein ſo guter Herr, ein König voll Sanftmuth ne ln biſt. O tauſendmal Dank, daß du dich gewür⸗ en diget haſt, deinen Knecht(deine Magd) heimzu⸗ ſuchen und mit deinem Fleiſch und Blut zu er⸗ wilun nnn quicken. Deine Liebe konnte nicht weiter gehen, Jb o Herr, und ich wundere mich nur, daß du mich n ſo lieben konnteſt, da ich bisher ſo wenig dich ſ 6nn geliebt, ja deine Liebe nur mit Undank vergolten ik ſu habe! Deine Liebe zu mir brannte von lichten n n Flammen und mein Herz blieb kalt wie Stein! ir Sin Und auch jetzt, da du voll Liebesglut in mir biſt, 6rpin fühle ich mich ſo leer von Liebe. Ich weiß nicht, i kin ob deine unbegreifliche Liebe oder die Kälte meines 1, Herzens größer iſt. Und dennoch liebſt du mich, und willſt dich vereinigen mit mir! Gütigſter Jeſus! König voll Milde und Erbarmen! o 6⸗ möchteſt du doch die ſchreckliche Kälte meines nn. Herzens tilgen und mit dem Feuer deiner Liebe P 6 . ⸗ lieben, o ſo gib mir Liebe. Zahlloſe Schaaren von Engeln umgeben dich und lieben dich mit der glühendſten Liebe; du bedürfteſt ſonſt keiner 3 Liebe, da du in dir ſelbſt ſelig biſt, o König der es entflammen! Du verlangſt ja, daß wir dich 264 Kommunionandacht. Glorie! Und dennoch verlangſt du nach unſerer Liebe. O ſo ſenke die Flammen deiner göttlichen Liebe in mein Herz, wie du ſie einſt in das Herz der heiligen Thereſia geſenkt haſt.— Ich will dich lieben, ich liebe dich, ich will dich ewig lieben. O nimm mich ganz in Beſitz, o mein König, ich bin ja dein Eigenthum. Ich will dein Knecht(deine Magd) ſein immer und ewig⸗ lich. Immer will ich dein Lob verkünden. O hätte ich doch tauſend Zungen, um dich zu preiſen; o könnte ich doch die ganze Welt durchziehen, und überall den Ruf erſchallen laſſen: Hoſanna dem Sohne Davids! Hoſanna dem eingebornen Sohne Gottes! Gebenedeit, der da kommt im Namen des Herrn! Lobet unſern König, preiſet ihn! Gelobt, gebenedeit ſei das allerheiligſte Sakrament des Altars; vom Aufgang der Sonne bis zum Untergange ſei geprieſen das hochheilige Sakrament der Liebe! Ihr Könige alle, ihr Fürſten und Großen der Erde betet an, lobet und liebet das größte Geheimniß der Liebe. O könnte ich doch immer, o könnte ich doch im letzten Augenblicke meines Lebens mit gebrochener Stimme noch rufen: Angebetet, gelobt, geliebt ſei mein Jeſus und mein Alles im heiligſten Sakramente des Altars! Amen. Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) — — c—— —„—.— 8 ehm tm 15 mi hij Am Grünen⸗Domnerſtag. Por der heiligen Rommunion. (J allerliebwertheſter Jeſus! du haſt geſagt: S„Eine größere Liebe hat Niemand, als daß er ſein Leben hingibt für ſeine Freunde.“ Ja es iſt wahr, was du, der Mund der Wahrheit, geſagt haſt; aber verſchwiegen haſt du, daß du ſelbſt noch eine größere Liebe hatteſt und noch immer haſt. Du haſt dein Leben hin⸗ gegeben nicht blos für deine Freunde, ſondern auch und ganz beſonders für deine Feinde; aber damit begnügte ſich das Uebermaß deiner Liebe nicht, du wollteſt auch mit dem Fleiſche, das du am Kreuze für uns hingegeben und mit dem Blute, das du für uns vergoſſen, unſere Seele ſpeiſen, damit ſie das ewige Leben erlange. Ja wahrhaftig, jetzt erſt kann man ſagen: Eine größere Liebe hat Niemand mehr im Himmel und auf Erden. Und dieſes unbeſchreibliche, unbe⸗ greifliche Wunder der Liebe haſt du heute ge⸗ wirkt. Heute feiert die heilige Kirche den dreimal glückſeligen Tag, nach welchem dein Herz ſo innig verlgngte, an welchem du das hochheilige Sa⸗ krament deines Fleiſches und Blutes eingeſetzt haſt. Ach, mir mangelt die Sprache, um dir dafür zu danken, mir fehlen die Worte, um die 266 Kommunionandacht. Gefühle meines Herzens auszudrücken! Heute haſt du uns in deinem eigenen Fleiſche und Blute das Unterpfand unſerer einſtigen Auferſtehung und ewigen Lebens gegeben. Heute haſt du uns Alles geſchenkt, heute biſt du uns Alles geworden. Nichts mangelt mehr in unſerer Seele, denn ſie hat dich. Du biſt ihre Stärke, ihre Kraft, ihr Troſt, ihre Nahrung, ihr Schutz, ihr Licht, ihre Erquickung, ihre Arznei, ihr Leben!— O was ſoll, was kann ich noch verlangen, außer dich?! Biſt du denn nicht der Schönſte unter den Menſchen⸗ kindern; biſt du nicht die Wahrheit, die Barm⸗ herzigkeit, die Liebe, die Güte ſelbſt, biſt du nicht der Herr, deſſen Reich kein Ende nimmt, deſſen Gnaden nicht zu erſchöpfen ſind, und der immer bereit iſt, ſie mit vollen Händen auszutheilen? Biſt du nicht gegenwärtig im heiligſten Sakra⸗ mente, um allen Bedürfniſſen meiner Seele ab⸗ zuhelfen? O keine Mutter könnte mit ihrem Kinde zärtlicher verfahren, als du, o Jeſus, mit unſeren Seelen! Du biſt die Erquickung und Wonne der Heiligen, und die Arznei der Sünder. Deinem heiligen Tiſche dürfen alle nahen, Hohe und Niedere, Reiche und Bettler, Geſunde und Kranke, Gerechte und Sünder. Für alle haſt du Gnaden bereit, die ſie bedürfen, um ihre Seele zu retten. O Jeſus, wie gut biſt du! O wie ſoll ich dich nicht lieben?! Wie ſoll ich nicht —, 7— 1 —————,—„—.—„——.——. ———— — — —= —— —ð — ——.— 4 2 ₰ Am Grünen⸗Donnerstag. 267 gerne zu dir gehen, wie ſoll ich nicht herzinniges Verlangen rragen, mit dir vereiniget zu werden? O daß ich doch heute mit den nämlichen Gefühlen des Glaubens, der Hoffnung und Liebe zu deinem heiligen Mahle hintreten, und dich mit ſo reinem Herzen empfangen könnte, wie deine heiligen Apoſtel! O laß nicht zu, daß ich dem Judas gleiche, der mit Sünden beladen, dich in ſein abſcheuliches Herz aufnahm zu ſeinem Verderben. Flehentlich bitte ich daher, gütigſter Jeſus, be⸗ reite mein Herz zu deinem Empfange, wie du die Herzen deiner Apoſtel bereitet haſt. Verleihe mir glühende Andacht, recht tiefe Demuth und feurige Liebe, und um des inbrünſtigen Verlan⸗ gens willen, das du am heutigen Tage hatteſt, das heiligſte Sakrament einzuſetzen, bitte ich dich, komme in mein armes Herz, und nimm es ganz in Beſitz. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 95.) Nach der heiligen Rommunion. Owie unbegreiflich groß iſt deine Liebe gegen mich, ſüſſeſter Jeſus! Du weileſt jetzt in meinem Herzen! Mit allen Engeln und Heiligen bete ich dich an, du, die Erquickung, das Heil, das Leben, der Troſt, die Arznei meiner Seele! Ach wie iſt es möglich, daß du dich würdigſt, in die⸗ ſem meinem ſo kleinen, armen, unreinen Herzen 263 Kommunionaudacht. zu wohnen?!— Weil denn ſo unausſprechlich groß iſt deine Güte gegen mich, ſo unbegreiflich groß deine Freigebigkeit, was bleibt mir noch übrig, als daß ich dir aus allen meinen Kräften danke, und dich aus ganzem Herzen liebe. Ja ich will dich lieben, o Herr! O hätte ich doch tauſend Herzen, um dich recht innig lieben zu können! O daß ich dich mit der nämlichen Liebe lieben könnte, mit der du dich ſelbſt liebeſt! Ich will an nichts mehr denken, als an dich; von nichts mehr ſprechen, als von dir; Alles leiden nur für dich, und arbeiten und wirken nur für dich. Du ſollſt ſein das Ziel und der einzige Gegenſtand aller meiner Gedanken, meiner Worte und meiner Handlungen! Alles für dich, o Jeſus, mein Alles! O ziehe mich nach dir, du allmächtige Liebe und vereinige mein Herz ſo mit dem deinen, daß ich nichts will, als was du willſt. Binde mich mit dem unauflöslichen Bande der Liebe ſo an dich, daß nichts mehr mich von dir zu trennen vermag! O verleihe mir die Gnade, immer zu ruhen im Schatten deiner Liebe, und im Schooße deiner Barmherzigkeit, damit ich vergeſſe aller Freuden der Welt! Nichts ſei mir wonniglicher, nichts mir ſüſſer, als dich zu lieben, guter Jeſus, der du mich immer geliebt haſt, immer liebeſt, und immer lieben wirſt! Und weil ich weiß, — b ——— — — —— — Am Grünen-Donnerstag. 269 daß du mich liebeſt, ſo flehe ich zu deiner Liebe, du wolleſt mich heute ebenſo begnadigen, wie deine heiligen Apoſtel, und mir gütiglich verleihen jenen Eifer für deine Ehre, jene Treue in Er⸗ füllung deines Willens, jenes Verlangen für dich zu arbeiten und zu leiden, wovon die Herzen deiner Apoſtel erfüllt waren. Und bevor du von mir ſcheideſt, o Jeſus! würdige dich, mich zu ſegnen. O ſegne meine fünf Sinne, daß ich ſie nur zu deinem Wohlgefallen gebrauche, ſegne die Kräfte meiner Seele, damit ich ſie nur anwende zu deiner Ehre; ſegne alle Werke meiner Hände, ſegne alle meine Schritte und Tritte, ſegne all mein Thun und Laſſen, und hilf mir, daß ich Alles mit dir und für dich beginne und vollende. Amen. Cugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 103.) IV. Theil. Dir hriligr Shrerzril. —— Meßgebete. Beim Stutkelgebet 4 hriſtus. Mein Jünger! du weißt, daß ich alle deine Sünden und deine Schuld mit meinem Kreuze auf mich genommen, und dafür die größten Leiden, den bitterſten Tod gelitten habe. Auf dem Altare des Kreuzes habe ich mich für dich geopfert, und um dich theilhaftig zu machen meiner unendlichen Verdienſte, erneuere ich alle Tage vor deinen Augen jenes Opfer auf Golgatha. Siehe, mein himmliſcher Vater iſt bereit, dir zu verzeihen, dir alle Schuld nachzu⸗ laſſen um meinetwillen, wenn du dich in bitterer Reue wie der verlorne Sohn zu ſeinen Füßen wirfſt.— Ich werde dein Fürbitter ſein und meine Wunden für dich ſprechen laſſen. Ich habe ſie nach meiner Auferſtehung von den Todten — Meßgebete für die hl. Gſterzeit. 271 an meinem Leibe gelaſſen, damit ich ſie meinem Vater zeigen, und Erbarmen für dich erlangen kann. So faſſe denn Vertrauen, und vereinige dich mit meinem Prieſter am Altare, der tiefge⸗ beugt ſeine Schuld bekennt, und um Vergebung ruft! Der Jünger. O Vater im Himmel! ich habe geſündigt vor dem Himmel und vor dir. Ich habe aus meiner Schuld, aus meiner Schuld, aus meiner größten Schuld dir Beleidigung über Beleidigung zugefügt! O verwirf mich nicht vor deinem Angeſichte! O ſiehe an die heiligen Wun⸗ den deines geliebten Sohnes, ſie ſollen für mich ſprechen; ſie rufen ja nur um Erbarmen! O erbarme dich meiner nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit. Im Gefühle der tiefſten Reue bekenne ich meine Schuld und flehe zu dir, du mögeſt um der Verdienſte deines göttlichen Sohnes willen tilgen meine Miſſethat.— Nimmermehr will ich ſündigen, nimmermehr dich beleidigen! Heilige Jungfrau Maria, meine theuerſte Mutter, und ihr liebe Heilige, bittet für mich unglücklichen Sünder, daß ich Vergebung erlange und wieder in die Kindſchaft Gottes aufgenommen werde. Amen. Zn den Bollekten und der Epistel. Chriſtus. Mein Sohn(meine Tochter)! ich habe am heutigen Tage durch Beſiegung des 272 Meßgebete Todes den Himmel dir geöffnet. Du kannſt meiner Seligkeit theilhaftig werden, aber hinweg thun mußt du aus deinem Herzen den alten Sauerteig der Sünde; du mußt auferſtehen und dich erheben zu einem neuen, gottgefälligen Leben. Ziehe aus den alten Menſchen, lege ab deine ſündhaften Gewohnheiten, reinige dein Herz von ſeinen böſen Begierlichkeiten, und wandle mir nach; ich bin dein Lehrer und dein Führer zu⸗ gleich! Der Jünger. Gütigſter Herr! Dank, in⸗ nigſter Dank ſei dir für deine glorreiche Aufer⸗ ſtehung, wodurch du den Tod vollſtändig beſiegt, von uns die Schrecken des Grabes genommen und die Hoffnung auf die Erbſchaſt des Himmels erworben haſt. O gerne will ich mich aus dem Grabe der Sünde erheben, den alten Menſchen aus⸗ und einen neuen Menſchen nach deinem Vorbilde anziehen. Aber wie vermag ich dieſes wohl ohne dich?! O verleihe mir, du Sieger über Tod und Hölle! verleihe mir die Kraft, von der Sünde mich loszumachen und den alten Sauerteig meiner böſen Gewohnheiten und Lei⸗ denſchaften aus meinem Herzen zu ſchaffen. Ja gerne, mit Freuden will ich auf deine Stimme hören, denn nur du haſt Worte des ewigen Le⸗ bens; gerne und mit Freuden will ich dir nach⸗ folgen, denn du biſt der Weg, die Wahrheit und ——,—„ für die hl. Gſterzeit. 273 das Leben, du allein geleiteſt mich ſicher zum Ziele, zum himmliſchen Vaterlande, wo ich Ruhe finde für meine Seele. Amen. Zum Gbangelium und Eredo. Chriſtus. Ich bin die ewige Wahrheit; meine Worte ſind Geiſt und Leben, und wer meine Worte hat und ſie hält, der wird ſehen, ob ſie aus Gott ſind. So glaube denn meinem Worte, nimm es auf als guten Samen in dein Herz und laſſe es Frucht bringen.& Sieh, wie die Apoſtel mit dem Schild des Glaubens an meine Auferſtehung alle Feinde der Wahrheit überwältigten; wie die heiligen Martyrer im Glauben an meine Auferſtehung ihr Blut freudig für mein Evangelium vergoſſen. So halte auch du treu an meiner Lehre, ſchäme dich des Evan⸗ geliums nicht, und bekenne und lebe nach deinem heiligen Glauben; denn wer an mich glaubt, der wird nicht ſterben und ich werde ihn auferwecken am jüngſten Tage! Der Jünger. Ja, o Jeſu! ich glaube! O tauſendmal Dank für den heiligen katholiſchen Glauben! O vermehre meinen Glauben und mache ihn lebendig! Hilf mir, daß ich den Glau⸗ ben nicht blos im Herzen habe und mit dem Munde bekenne, ſondern daß ich auch darnach lebe, daß mein Glaube auch fruh ſei an Hi mein Alles. 274 Meßgebete guten Werken.— Was helfe mir wohl der Glaube, wenn ich ihn nicht im Leben zeigen und üben würde?— Was helfe es mir wohl, wenn ich glaube, daß du für mich ſo ſchmerzlich geſtorben biſt, wenn ich nicht der Sünde abſterbe; was helfe es mir, wenn ich glaube, daß du vom Grabe auferſtanden biſt, wenn ich nicht vom Grabe der Sünde auferſtehe; was helfe es mir, wenn ich glaube, daß du im heiligſten Sakra⸗ mente bei uns bleibſt bis zum Ende der Tage, wenn ich nicht zu deinem heiligen Tiſche ginge, und dein heiligſtes Fleiſch und Blut würdig em⸗ pfinge; was helfe es mir, wenn ich glaube, daß du dich in der heiligen Meſſe für mich opferſt, wenn ich nicht bereit bin, ſelbſt ein Opferleben zu führen? O ſo gib mir denn, o Jeſus! einen lebendigen Glauben. Vermehre, o Herr! den Glauben in mir und mache ihn ſo feſt, daß ich bereit bin, Alles für denſelben, ſelbſt das Leben hinzugeben. Zur Gpkerung und Prükntion. Chriſtus. Mein Sohn!(meine Tochter) dich hat mein Vater durch mich erſchaffen, dich hat er bisher erhalten, Alles, was du biſt und haſt, iſt ſein. Dich habe ich durch mein Blut erlöſt und erkauft, und mein heiliger Geiſt hat dich geheiliget und dein Herz in der heiligen x ih m —— — — ——— = für die hl. Gſterzeit. 275 Taufe zu ſeinem Tempel gewählt. Du biſt alſo ganz und gar das Eigenthum des dreieinigen Gottes, und biſt ſchuldig, zu ſeiner Anbetung und zur Dankſagung dich ihm ganz zum Opfer zu bringen. Du biſt ein Sünder und nur durch mein Opfer kannſt du Verſöhnung erlangen; du biſt ein armer Bettler, und kannſt nichts er⸗ langen, außer durch mich. So bringe dich denn auch dem dreieinigen Gott zum Opfer dar, und vereinige dein Opfer mit dem meinigen. Lege dein Herz auf den Altar und weihe es ganz deinem Herrn und Gott, und iſt es demüthig und zerknirſcht, ſo wird es nicht verachtet werden. Siehe, wie die Engel im Himmel mit heiliger Sehnſucht und Verwunderung warten, wenn ich in der heiligen Meſſe mich als Opferlamm für die Sünden der Welt meinem himmliſchen Vater darbringe, und ihm jene Verherrlichung, jene Anbetung, jene Dankſagung weihe, welche ſeiner allerhöchſten Majeſtät gebührt. Vereinige dich mit ihnen und ſtimme ein in ihren Lobgeſang. Der Jünger. O mein Herr und Gott! ich bekenne in aller Demuth mit deinem Diener David, daß ich elend und arm, daß ich nichts bin und habe, und daß Alles, was ich bin und habe, Eigenthum des dreieinigen Gottes iſt. Ich bekenne, daß ich ſchuldig bin, mich ganz zum Opfer darzubringen, und gerne— ich auch 276 Meßgebete mein Herz auf den Altar legen. O mögeſt du doch, gütigſter Herr! bewirken, daß dein Vater mein armſeliges Opfer annimmt! Wolle doch geſtatten, mein Opfer mit dem deinigen zu ver⸗ einigen, damit es der göttlichen Majeſtät zum Wohlgefallen gereiche, jener allerhöchſten Maje⸗ ſtät, welche die Engel und Heiligen immerdar loben. O laſſe mich einſtimmen in den Lob⸗ geſang dieſer himmliſchen Geiſter, und gib mir die Gnade, den dreieinigen Gott auch in alle Cwigkeit loben und preiſen zu dürfen. Laſſe dir auch gefallen, o Herr, mein Bitten für deine heilige Kirche, für ihr Oberhaupt, den Papſt, für alle Gläubige, für meine Wohlthäter, Freunde und Feinde, für alle Betrübte und Leidende, für die armen Sünder und für alle, die deiner Gnade bedürfen. Durch dich, der du jetzt auf den Altar niederſteigeſt, um unſer Opfer zu werden, hoffe ich auch Erhörung zu finden.— Amen. Bach der Wandlung. Chriſtus. Siehe, mein Sohn(meine Toch⸗ ter)! wie ſehr ich dich liebe. Auf Golgatha ver⸗ blutete ich am Kreuze für dich und jetzt verberge ich meine göttliche Majeſtät unter den Geſtalten von Brod und Wein, und erneuere das Kreuzes⸗ opfer unblutiger Weiſe auf dem Altare für dich, um dich theilhaftig zu machen aller meiner Ver⸗ ml — i ſer, hott zu 1Bi aun 8* 1 2luw 3 n . * . IUn yhft E M nibnt Hin c 1 h t di 8 In für die hl. Gſterzeit. 277 dienſte, und mit meinem Fleiſche und Blute dich ſpeiſen zu können zum ewigen Leben.— Laſſe doch den heiligen Augenblick nicht vorübergehen, wo mein Vater um meinetwillen geneigt iſt, deine Bitten zu hören und zu erhören. Der Jünger. Mein Gott und Vater! ſiehe hier auf dem Altare deinen geliebten Sohn, an welchem du dein Wohlgefallen haſt, ſiehe an ſeine allertiefſte Erniedrigung aus Liebe zu uns armen Menſchenkindern. Sein Blut ruft zu dir, doch nicht um Rache, wie das Blut Abels, ſondern um Gnade und Vergebung! O ſo erbarme dich denn, gütigſter Vater, um ſeines Opfers willen über uns und um ſeiner Verdienſte willen, vergib uns unſere Schuld. Durch ihn, deinen aller⸗ liebſten Sohn, bete ich dich an und lobe dich, durch ihn danke ich dir für alle Gnaden, durch ihn flehe ich um Verſöhnung, durch ihn bitte ich dich, du wolleſt mir in meinem Anliegen zu Hilfe kommen. Du kennſt ja meine Sorgen, mein Kreuz, du kennſt meine Leiden und Kämpfe, du kennſt meine Verſuchungen und Anfechtungen. O Vater des Troſtes, tröſte und ſtärke mich; o Vater der Barmherzigkeit, verlaſſe mich nicht! Siehe an das Angeſicht deines Geſalbten, und um ſeines Namens willen rette mich. Jeſus, der du auf dem Altare gegenwär⸗ tig biſt, angebetet von deinen Engeln! ich ver⸗ 278 Weßgebete einige meine Anbetung mit dem ganszen himm⸗ liſchen Hofe und lobe und preiſe dich, meinen Gott und Herrn. O Jeſus! laſſe nur Einen Tropfen deines koſtbarſten Blutes auf mich fallen, und meine Seele wird rein; laſſe nur Einen Funken deiner unermeßlichen Liebe auf mein Herz fallen, und es wird dich lieben und in dir allein ihre Seligkeit ſuchen. Gedenke auch, o guter Jeſus! derjenigen, welche im Glauben an dich verſchieden ſind und im Fegfeuer leiden. O tröſte, erquicke ſie, und laſſe ſie eingehen in deine Ruhe. Amen. Zum Ignns Bri und zur Bommunion. Chriſtus. Ich habe dich bis zum Ende geliebt. Aber meiner Liebe genügte es nicht für dich zu ſterben; ich wollte auch ein Mittel be⸗ reiten für deine Seele, um ihr das wahre Leben mitzutheilen, und dieſes wunderbare Mittel iſt mein heiligſtes Fleiſch und Blut, welches ich dir reichen will, auf daß du lebeſt durch mich und in mir. So erwecke in deinem Herzen ein ſehn⸗ ſüchtiges Verlangen nach der Kommunion meines Leibes; ſiehe ich bin bereit zu dir zu kommen, und Wohnung bei dir zu nehmen! Der Jünger. Ach Herr! unbegreiflich iſt mir deine Liebe. Iſt es möglich, daß du meine Seele ſogar mit deinem Fleiſche und Blute nähreſt? in u Hoglu 6l ni 2 NN) ein din für die hl. Oſterzeit. 279 War es denn deiner Liebe nicht genug, für mich in den Tod zu gehen? Weißt du denn nicht, o Herr, wie arm, elend und unrein ich bin? Wenn die Engel nicht einmal rein ſind in deinen Augen, wie ſoll ich Ansſätziger es wagen, dich in mein Herz aufzunehmen?! Doch, was ſoll ich zögern? du ladeſt mich ja ein; du ſagſt ja:„Ich muß bei dir einkehren, ohne mich kannſt du ja das ewige Leben nicht erlangen!“ O ſo würdige dich denn, o Herr! zu mir zu kommen. Und darf ich jetzt nicht gleich zu deinem Tiſche gehen, o ſo würdige dich, mich wenigſtens zu bereiten, daß ich dir wohlgefalle, wenn ich wirklich in der heiligen Kommunion dich empfangen darf. O nur Ein Wort aus deinem Munde, und meine kranke Seele iſt geſund; nur Ein Wort, und meine unreine Seele iſt rein! O nur Ein Wort, und meine Seele iſt bereichert mit deinen Ver⸗ dienſten; o nur Ein Wort, und ſie iſt geziert mit dem Kleide deiner Gnade, und ſie iſt würdig, dich aufzunehmen, und ihr Verlangen wird geſtillt, du wirſt ihr Heil, ihr Troſt, ihre Erquickung, ihre Stärkung, ihr Alles ſein!— Aach der heiligen Fommunion. Chriſtus. Siehe, mein Sohn(meine Tochter)! das Opfer auf dem Altare iſt vollbracht, ich habe für dich gerufen um Erbarmen mit meinem Blute, 230 Kommunionandacht. und meinem Vater deine Seele dargeſtellt, daß er ſie als die Seinige erkenne.— O ſage Dank für alle Gnaden, welche ich wieder auf dich her⸗ abgerufen habe, und entferne dich nicht, ohne den heiligen Entſchluß gefaßt zu haben, von nun an den Weg zu wandeln, welchen ich dir vorge⸗ zeichnet habe. Flehe durch mich zu meinem Vater, um ſeinen Segen, von welchem geſtärkt du auch den Weg gehen kannſt, auf dem ich dich geleiten und führen will. Der Jünger. Himmliſcher Vater! herz⸗ innigen Dank ſage ich dir, daß du deinen ge⸗ liebten Sohn auf die Erde geſandt haſt, um durch ihn Verſöhnung zu erlangen mit dir in ſeinem Blute. Mit ihm haſt du uns Alles geſchenkt, und durch ihn haſt du mir ſo große Gnade er⸗ erwieſen, daß ich dir in Ewigkeit nicht genug danken kann. Er hat mich heute dir dargeſtellt, und auf dem Altare für mich um Erbarmen ge⸗ rufen, und wie ſollteſt du picht die Stimme deines eingebornen Sohnes hören und mir Barm⸗ herzigkeit gewähren! Dir iſt ja bekannt, wie arm⸗ ſelig ich bin und wie ſchwach, dir iſt auch be⸗ kannt das Verlangen meiner Seele, deinem gött⸗ lichen Sohne, meinem Heilande nachzuwandeln, der für mich gelitten und ein Beiſpiel hinter⸗ laſſen hat, damit ich in ſeine Fußſtapfen trete. O ſegne meine Seele, damit ſie Stärke erlange, )b Fr 13 pil 0np tSiim 231 den engen Weg zu wandeln; ſegne ſie, daß ſie nicht abbeuge von dieſem Weg; ſegne ſie, daß ſie nicht ablaſſe das Ziel zu erreichen, wozu du ſie erſchaffen haſt; o gib, daß ſie ausharre bis zum Ende. Amen. für die hl. Gſterzeit. Tugendübungen vor der heiligen Kommunion. Uebung des Glaubens. Ich glaube, o mein Jeſus, an deine wirkliche Gegenwart im heiligſten Sakramente. Ich glaube, daß du durch Einſetzung des heiligſten Sakramentes dein Wort erfüllt haſt:„Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.“ Ja ich glaube, daß du im Tabernakel unter Brods— geſtalt zugegen biſt, um die Speiſe unſerer Seele zu ſein. Dein Apoſtel Thomas wollte nicht glauben, daß du auferſtanden ſeieſt von den Todten; er wollte dich ſehen und deine heiligen Wunden berühren. Nicht wie Thomas will ich ſein. Ich glaube, obſchon ich dich nicht ſehe; ich glaube feſt, daß du verhüllt unter der Geſtalt des Brodes auf unſern Altären biſt, und will für dieſen Glauben leben und ſterben. Uebung der Hoffnung. Ich hoffe von dir, o ſüſſeſter Jeſus! Erkenntniß meiner Sünden, innige Reue und tiefen Schmerz über dieſelben, Und wenn und ihre Vergebung zu erlangen. 232 Kommnnionandacht du meine Seele gereiniget haſt, ſo hoffe ich von deiner überaus großen Güte, daß du mich hei⸗ ligeſt und mich würdig macheſt, dich zu empfan⸗ gen, das Brod des Lebens! Uebung der Liebe. O mein Jeſus! du biſt die Liebe ſelbſt! ich liebe dich. Du biſt die Schönheit, die Wahrheit, die Güte ſelbſt, ich liebe dich. Du biſt der Brunnguell aller Gnaden⸗ ſchätze, wie ſollte ich dich nicht lieben?! Von dir heißt es im Hohenlied:„Weiß und roth iſt mein Geliebter!“ Weiß biſt du durch deine über Alles erhabene Unſchuld und Reinheit, roth biſt du von deinem koſtbaren Blute, das du aus unbegreiflicher Liebe für mich vergoſſen haſt, wie ſollte ich dich nicht lieben? Ja, ich liebe dich, ich liebe dich aus allen Kräften meiner Seele. Du allein biſt der Liebenswürdigſte, du allein biſt aller Liebe werth! Ich liebe dich über Alles, o laß mich in dieſer Liebe leben und ſterben. Uebung der Reue. O mein Jeſus! du haſt mich mit ewiger Liebe geliebt; du biſt aus Liebe Menſch geworden, biſt aus Liebe in den bitterſten Tod gegangen, haſt aus Liebe die ſchmerzlichſten Peinen gelitten, und das Alles für mich. Und ich? Ich habe alle deine Liebe mit Undank vergolten, habe geſündigt und dich immer aufs Neue gekreuziget! Ach, wie boshaft —————„— O me eliöt E für die hl. Gſterzeit. 233 bin ich geweſen; ach welch' großes Uebel habe ich gethan! In Schmerz und Reue werfe ich mich zu deinen Füßen; in tiefſter Zerknirſchung bekenne ich meine Schuld! Ach habe Erbarmen mit mir, und wende dein Angeſicht nicht von mir.— O ſiehe an deine Liebe und mein Elend und ver⸗ gib mir. Schenke mir nur Eine Thräne, welche du während deines Erdenlebens über die Sünde geweint, und meine Seele wird rein! Ich laſſe die Sünden, ich verabſcheue ſie, nimmermehr will ich fündigen, nimmermehr von dir mich trennen, nimmermehr deiner Liebe vergeſſen!— Ueb ung der Demuth. O mein Jeſus, mein Gott und Herr! wie kannſt du dich ſo weit herablaſſen und bei einem Menſchen Einkehr nehmen, der nur Staub und Aſche iſt?! Wie iſt es möglich in ein Herz einzugehen, das nicht blos leer von Allem iſt, was deinem Auge wohl⸗ gefallen könnte, ſondern das noch dazu voll Un⸗ rath der Sünde iſt?! Wahrhaftig, ich bin nicht werth, den Staub vor deinen Füßen zu küßen; ich bin nicht werth, daß mich die Erde trägt, und doch willſt du zu mir kommen, willſt meine Seele heimſuchen, willſt ſie ſpeiſen mit deinem Fleiſch und Blut! O wie wunderbar, wie un⸗ begreiflich iſt deine Güte! Uebung des Verlangens. Liebreichſter, göttlicher Heiland! wie kann ich meine Beſtimmung 234 Kommnnionandacht erreichen und zur glückſeligen Vereinigung mit Gott kommen, wenn nicht durch dich? Wie kann ich wahrhaft leben, wenn du, das Leben meiner Seele, nicht bei mir biſt? Wie kann ich den ſchmalen, gefährlichen Weg zum Himmel wandeln, wenn du mir nicht Stärke und Kraft verleihſt?! Ach, dich muß ich haben, dich beſitzen, du mußt in mir walten, du mußt mir Kraft und Stärke verleihen! O ſo würdige dich denn, guter Jeſus! mein Flehen zu erhören und zu mir zu kommen. Siehe, meine Seele dürſtet nach dir, wie der Hirſch nach der Waſſerquelle; ſiehe, meine Seele verlangt nach dir, wie der Hungrige nach Speiſe. O reiche mir, gütigſter Herr, das Brod des Le⸗ bens, deinen heiligen Leib, damit meine Seele nicht verſchmachte! O komme und tilge aus in mir alles irdiſche Verlangen. O komme und entzünde in mir himmliſche Begierden nach dir, nach deiner Liebe, nach dem Himmelsbrode, das alle Süſſigkeit in ſich enthält, nach dir, o Jeſus, den ich jetzt mit dem glühenden Verlangen der gebenedeiten Gottesmutter und aller Heiligen empfangen möchte! —,—,— 8 ſe ee d t nu Scuhi deg hin den en und für die hl. Oſterzeit. 235 Evangelium: Mark. 16, 1. Die heiligen Frauen kommen mit Spezereien zum Grabe, wo ihnen ein Engel die Auferſtehung Chriſti verkündet. Por der heiligen Rommunion. Nu Lobet ihn, den Sieger über Tod und Hölle! Lobet ihn alle Engel und Heilige, den Herrn unſern Heiland, den Auferſtandenen, der die Verweſung im Grabe nicht ſchauen ſollte, der des Todes Feſſel brach, und in ſtrahlender Herrlichkeit vom Tode auferſtand und ewig lebt! Lobet ihn alle Völker und preiſet ſeinen Namen, den Heiligen, den Wunderbaren, der alle Gewalt hat im Himmel und auf Erden!— Jo, gelobt, geprieſen, verherrlichet ſeiſt du, o Jeſus, denn heute haſt du durch deine glorreiche Auferſtehung gezeigt; daß du die Macht haſt, diejenigen vom Tode aufzuwecken, welche dein unſterbliches Fleiſch und Blut in der heiligen Kommunion genießen. So darf ich alſo den Tod und das Grab nicht mehr fürchten, wenn ich dich empfange, wenn dein lebenſpendendes Fleiſch und Blut ſich mit meiner Seele und meinem Leibe vereiniget hat!. O welch ein Troſt für mich! O welche Freude haſt du heute mir bereitet, theuerſter Herr! Wie kann ich dir genug danken dafür? Du willſt diejenigen, welche du mit deinem koſtbaren Blute 236 Kommnnionandacht erlöſet haſt, nicht dem Tode anheim fallen laſſen, ſie ſollen leben durch dich und mit dir ewiglich. Soll ich daher nicht mit dem heißeſten Verlangen zu deinem heiligen Tiſche gehen, wo ich mit deinem Genuße, o Herr! zugleich das Unterpfand der künftigen Auſerſtehung und des ewigen Le⸗ bens erlange?— Aber darf ich es auch wagen, dir zu nahen, o Herr! Ach, ich liege ja noch in den Banden der Sünde gefeſſelt; ach, wie kann ich hoffen, durch dich einſt, o Jeſus, vom Grabe auferweckt zu werden, wenn ich mich nicht zuvor vom Grabe der Sünde und der böſen Neigungen und Gewohnheiten erhebe. Und wer kann mir die Kraft dazu geben? Niemand, als du, o Herr! O ſo laß, gütigſter Herr, laß deine mächtige Stimme erſchallen und ſprich:„Stehe auf, der du ſchläfſt, ſtehe auf und wandle!“ Stehe auf, ich vergebe dir, ich zerreiße die Banden, welche dich feſſeln, und mache dich frei; ich er⸗ wecke dich zu einem neuen Leben, komme zu mir, ich bin dein Heil!— Ja ich komme, ja ich eile zu dir, du biſt die Auferſtehung und das Leben, du biſt mein Jeſus und mein Alles! Nach der heiligen Rommunion. Gelobt und gebenedeit ſei deine gnadenvolle Ankunft in meinem Herzen, o du mein liebens⸗ würdigſter Erlöſer. Laut aufjubeln möchte ich Un imn und, k la ich: uf che Leben — für die hl. Gſterzeit. 237 heute mit deiner heiligen Kirche und über die ganze Welt hin rufen: Alleluja! Lobet ihn meinen glorreichen Herrn, lobet ihn, ihr Schaaren der ſeligen Geiſter, lobet ihn alle Geſchöpfe der Welt, lobet ihn, denn groß iſt der Herr, der jetzt bei mir wohnt, und herrlich iſt ſein Name. O ſüſſeſter Jeſus, der du drei Tage nach deinen Leiden aus dem Grabe glorreich hervor⸗ gingeſt, wo iſt nun dein bleiches, verſpieenes, blutiges Angeſicht; wo ſind die Geißelſtreiche, wo die Spuren der grauſamen Dornen, wo die zahlloſen Striemen? Sieh, wie ein Strahl deiner Glorie Alles plötzlich verändert hat. Sieh, wie ſchön iſt jetzt mein Geliebter und voll Anmuth! Glänzend biſt du wie die ſtrahlende Morgenſonne, ganz ſchön biſt du und keine Makel iſt mehr an dir! Nur deine heiligen fünf Wunden behieltſt du an deinem Leibe zum ewigen Andenken deiner Liebe. O wie herrlich glänzen jetzt deine Wunden an deinem verherrlichten Leibe, den du mir heute gegeben haſt zur Speiſe! O geſtatte mir, theu⸗ erſter Herr, daß ich ſie küſſen darf in tieſſter Ehrfurcht und größter Andacht! O ſüſſeſte Wunden meiner gekreuzigten Liebe, ſeid tauſendmal ge⸗ grüßt. O daß ich mein Angeſicht darauf legen und ſie mit meinen Thränen benetzen könnte! Theuerſter Herr Jeſus! ich bitte dich flehentlich, drücke mir doch deine Wunden recht tief in das 233 Kommunionandacht Herz, daß ich niemals mehr vergeſſe, was deine Liebe für mich gethan! Ich fühle ja jetzt ſchon, da ich dich noch in meinem Herzen habe, wie bald die Liebe zu den irdiſchen Dingen, wie bald die Liebe zu dem vergänglichen Geſchöpfe, wie. bald meine verdorbene Eigenliebe mich wieder auf Abwege führen wird, wo ich deiner vergeſſen und dich wieder beleidigen werde. Du haſt mich aufgeweckt aus dem Schlafe der Sünde, du haſt mich gereinigt, du haſt mich befreit, ich bin auf⸗ erſtanden mit dir, o verleihe mir die Gnade, daß ich die Mahnungen deines Apoſtels befolge, und nur mehr ſuche, was oben iſt, das Unvergängliche, nicht mehr was auf Erden iſt, das Vergängliche. Du haſt nun mit deinem Fleiſch und Blut den Keim einer glückſeligen Auferſtehung in mich ge⸗ legt, o laß doch nicht zu, daß ich dieſen Keim durch die Sünde wieder zerſtöre, und das Leben in mir ertödte. O bleibe bei mir, o Jeſus! mit deiner Gnade, daß ich ausharre in treuer Liebe zu dir, bis ich entſchlafe, damit ich einſt, glück⸗ ſelig hervorgegangen aus dem Grabe, dich ſchauen darf in deiner Glorie. Amen. Tugendübungen nach der heiligen Kommunion. Uebung der Anbetung. O mein Jeſus, du Sohn des lebendigen Gottes! fühlend, daß ich Nichts bin, werfe ich mich vor deine Füße nieder oicht verde. der befre ir Ayoſtel harre damit en. — ſeiliget ng. ot dei B für die hl. Gſterzeit. 239 und bete dich an im Innern meines Herzens, das du zu deiner Wohnung heute in unaus⸗ ſprechlicher Herablaſſung ausgewählt haſt.— Und weil meine Anbetung, mein Lob, mein Preis ſo gering iſt und ſo armſelig, ſo bringe ich dir dar zum Erſatze der Anbetung aller Engel von der Stunde an, wo du ſie erſchaffen haſt, und die Anbetung aller Heiligen, die deinen Thron im Himmel umgeben. Heilig, heilig, heilig biſt du, o Herr der Heerſchaaren, und alles Lobes würdig iſt deine Majeſtät, welche erfüllt Himmel und Erde! Uebung der Dankſagung. Mein gött⸗ licher Erlöſer, was bin ich dir nicht ſchuldig für deine unvergleichliche Liebe, für deine überfließende Barmherzigkeit, mit der du ſchon ſo oft und heute wieder heimgeſucht haſt meine arme Seele? Was bin ich dir nicht ſchuldig für die wunderbaren unendlichen Segnungen, die du mir bei jeder heiligen Kommunion mitgetheilt haſt. Ich kann dir dafür, o freigebigſter Herr! nichts geben, als meinen innigſten herzlichſten Dank, und das in⸗ brünſtigſte Verlangen und Flehen an dich richten, daß du als ein Zeugniß meiner Dankbarkeit hinnehmen möchteſt mein Herz. Es iſt arm und wenig werth, doch nimm es an, o Herr, es ſoll nichts anders mehr lieben, als dich allein. Du haſt dich ganz mir geſchenkt; wib a Undank Jeſus, mein Alles. 290 Fommunionandacht wäre es von mir, wenn ich nicht mich dir ganz ergeben würde. O mein Jeſus, nimm mich mir und gib mich dir! Uebung der Liebe. O Jeſus! dein Name iſt Liebe. Wo ich dich betrachte, in der Krippe, bei den Armen und Kranken, auf dem Oelberge, auf dem Kalvarienberge, am Kreuze, im Taber⸗ nakel auf unſern Altären, und jetzt in meinem armen Herzen, ſo ſehe ich nichts als Liebe. O Jeſus, meine Liebe! wie ſollte ich dich nicht lie⸗ ben?! Ach warum iſt doch mein Herz ſo kalt, ach, warum brennt es denn nicht ganz entflammt von Liebe, da du doch, o göttliche Liebe, in meinem Herzen weileſt. O ziehe mein Herz hinein in das Flammenmeer deiner Liebe, damit es ganz verzehrt werde in Liebe zu dir und gar nichts mehr anderes lieben kann, als dich allein, die ewige Liebe! Bitte. Wenn ich jetzt, o mein Jeſus! in mein Herz einen Blick werfe, um zu entdecken, was es für Gnaden bedarf, da du, die Quelle aller Gnaden, in mir weileſt, ſo finde ich, daß Noth und Mangel, Armuth und Elend darin herrſcht und mir Alles fehlt. Ich finde in mir gar keine Tugend, wohl aber häßliche Fehler aller Art, und doch will ich mich, bei aller dieſer Armuth und Häßlichkeit noch erheben! O gib mir, mein Jeſus, du Licht der Welt, gib ſtz, ht, i n u n Rre und nicht lle id h nei nicht o gött iehe m Liebe 1 dir als 59 fe, u f, da ſt, ſo th un t. 3 abet ichkeit — Nhe, 2 nin i) Feiht S ſilt nn „dich, i n hin „deiſn — n ii in, i riſli 8 wi — edu für die hl. Gſterzeit. 291 mir ein klares Licht, in welchem ich ſehen kann meine Niedrigkeit, und wie gut es iſt und wie gerecht, daß ich mich wahrhaft demüthige und die Tugend der Demuth liebe.— Habe ich dieſe Tugend der Demuth, dann beſitze ich Alles, dann hoffe ich ſicher, daß mit ihr alle anderen Tugen⸗ den einkehren; denn wie der Stolz die Mutter der Sünde, ſo iſt die Demuth die Mutter der Tugend. O ſo gib mir, o Herr, aus deinem demüthigſten Herzen die Demuth, und ich bin zufrieden.— O lehre mich, gütigſter Herr! de⸗ müthig ſein vom Herzen, und ich werde Gnade finden vor deinen Augen. Fürbitte. Ich kann dich nicht, mein Jeſus, von mir laſſen, ohne daß ich auch für meine Mitmenſchen eine Fürbitte einlege, wenn gleich ich ſelbſt ein armer Bettler bin. Herzinniglich bitte ich dich, du wolleſt ſegnen und begnadigen meine Eltern und ihnen immer deine Barmher⸗ zigkeit angedeihen laſſen. Segne auch meine Ge⸗ ſchwiſterte, meine Verwandte, meine Freunde.— Segne auch meine Feinde und alle, die mir Uebles wollen und thun. Segne meine Wohl⸗ thäter, tröſte die Betrübten, hilf den Armen, richte auf die Kleinmüthigen und Verzagten.— Segne, leite, regiere das Oberhaupt der Kirche, die Biſchöfe und Prieſter, ſtärke die Gläubigen, erleuchte die Un⸗ und Irrgläubigen, und bekehre 19* 292 Kommunionandacht die Herzen der Sünder zu dir.— Hilf den Kranken, verlaſſe die Sterbenden nicht und tröſte die leidenden Seelen im Reinigungsorte.— O laſſe, mein Jeſus, keine Seele verloren gehen, welche du mit deinem Blute erkauft haſt. Oſtermontag. Evangelium: Luc. 24, 13. Der auferſtandene Jeſus gibt ſich zweien Jüngern zu Emaus zu erkennen. Por der heiligen Rommunion. — Jeſus!„es will Abend werden,“ ſprachſt du zu den Jüngern, als du ſie einludeſt mit dir in die Herberge zu gehen und auszuruhen von der Laſt und Hitze des Tages. Siehe, bei mir will es nicht blos Abend, ſondern Nacht werden; o kehre ein bei mir und verſcheuche die Finſterniß durch den Glanz deines glorreichen Leibes! Du biſt das Licht der Welt, du erleuchteſt jeden Menſchen, der in die Welt kommt. O ſo komme und erleuchte mich, ich will nicht in der Finſterniß bleiben. Ach, wie ein Irrender wanke ich hin und her, und weiß den Weg nicht zu finden, der zum Leben führt. Ach ich gleiche den Jüngern, deren Augen gebunden waren, ſo daß ſie dich nicht kannten. O komme, theuerſter Herr! und laß mich dich und mich er⸗ —,— e—— 4 acht — dir. enden einigu Seele e eri —— lug. * ec Liom 13 N zu de — die 0 Laſt kehre k durch 9 * für die hl. Oſterzeit. 293 kennen. Laſſe mich erkennen, wie ſchön, wie gütig, wie voll Liebe und Erbarmen, wie voll der Gnade und Wahrheit du biſt. Laß mich erkennen, daß meine Seele nur in dir wahre Ruhe und Frieden findet, laſſe mich erkennen, daß du die Freuden und Wonne aller Seligen biſt! Laſſe mich aber auch erkennen, wie ſchmutzig, und befleckt, wie böſe und boshaft, wie lieblos ich bin. O leuchte hinein in mein Herz, daß ich erkenne, wie arm an Tugenden und guten Werken, wie ſchwach, wie wankelmüthig, wie thöricht ich bin!— O mein Jeſus! herzinniglich bitte ich dich, komme doch zu mir und öffne mir die Augen. Ich glaube ja, daß du biſt die Sonne der Ge⸗ rechtigkeit, der Abglanz des Vaters, der einge⸗ borne Sohn Gottes, und daß du wahrhaft mächtig biſt an Worten und Thaten. O komme, o Jeſus, ehe es Abend wird und laſſe nicht zu, daß ich der ewigen Finſterniß verfalle, kehre gnädig ein in der armen Herberge meiner Seele, und brich mir das Brod des Lebens, gib mir dein Fleiſch und Blut, damit ich nicht blos er⸗ kenne, ſondern es auch fühle, wie gut, wie ſüß du biſt, o Herr mein Gott und mein Alles. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Kommunionandacht nach der heiligen Rommunion. Wieder haſt du, mein Jeſus! Einkehr ge⸗ nommen in mein Herz, unter der Geſtalt des Brodes verborgen, aber wahrhaft zugegen in dieſem Sakramente In die armſelige Herberge meines Herzens habe ich aufgenommen, dich, der mir eine Wohnung bereitet hat im Himmel. Dich beſitze ich in meinem Herzen, den einſt die zwei Jünger nach Emaus wondelnd, bei ihnen zu bleiben nöthigten! Mit aller Ehrfurcht bete ich dich an, göttlicher Gaſt!— An der Brechung des Brodes erkannten dich die Jünger; ich er⸗ kenne dich mit den Augen des Glaubens als meinen Herrn und Gott, und ſage dir herzinnigen Dank für die ſo ſüße Speiſe, womit du meine arme Seele erquickeſt! Ach, wie langſam war ich bisher, dich, o liebenswürdigſter Erlöſer, zu lieben! O wie wenig hörte ich auf die Stimme meines Geliebten! Ich habe dich, o ſüſſeſter Jeſus, bisher zu wenig erkannt, daher entbrannte mein Herz nicht, als du zu mir ſpracheſt! O wie lange noch wird mein Herz kalt bleiben, wie lange wird es noch dauern, bis ich dich vom ganzen Herzen liebe! Du biſt jetzt bei mir, du könnteſt jetzt das Verlangen meines Herzens ſtillen, und es mit dem Feuer deiner Liebe entflammen. O wenn das Herz der beiden Jünger ſchon in daht — Fonn Jeſts ter de vh ie„ enn et hat Herzen wande t aller 1— die en des d ſage 8. 5 thi 5 mni ihen Fdich nhinn Ceiiſti e ci ihu ————— Cth hrhn Bihe Aom Rint iſe, w Fmn n ch, wie würdig te ich c habe d— annt, d nir ſi erz kal rn, bi biſt i m meinet iner eden It . in u liſ, 1 Sim ſſi Sthn „1 0n cZ, 1 di u ni 90 n ſila fum t für die hl. Gſterzeit. 295 deiner Nähe brannte, wie ſoll mein Herz nicht entbrennen, da du es heute zu deiner Herberge auserwählt haſt. O theuerſter Herr, theile mir doch mit von dem Uebermaß deiner Liebe, damit ich dich immer liebe und immer an dich denke. O laß mich doch erkennen, wie gar nichts auf Erden meiner Liebe werth, wie Alles eitel, Alles vergänglich iſt, du aber in Ewigkeit die höchſte Schönheit, die unveränderliche Güte, die unver⸗ gängliche Wonne aller Engel und Heiligen biſt. Wie der heilige Bernard möchte ich dich immer, o Jeſus! in meinen Augen, auf meiner Zunge, in meinem Herzen haben. Alles ſoll mir eckel⸗ haft vorkommen, wo du nicht dabei biſt. Darum bleibe bei mir, o Herr! du ſüſſeſter Gaſt, bleibe bei mir, denn es wird Abend. Schon hat ſich der Tag meines Lebens geneigt, und der Schatten des Todes fällt bereits auf mich herein. Schnell eilen meine Schritte der Ewigkeit zu. O bleibe bei mir, mein Jeſus! und verlaß mich nicht, wenn die Nacht des Todes mich überfällt. Mit dir will ich eingehen in das Haus der Ewigkeit. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Smmnn ſiehe Seite 288.) — 6220—— 296 Fommunionandacht Am 1. Sonntag nach Oſtern. Evangelium: Johann 20, 16. Jeſus erſcheint den Jün⸗ gern, gibt ihnen den heiligen Geiſt und die Gewalt, die Sünden nachzulaſſen. Er überzeugt den Thomas von ſeiner Auferſtehung. Vommunionandacht für den Tag der hl. Taufe. Por der heiligen Rommunion. C mein Gott und Herr! mein gütigſter Heiland Jeſus! Du willſt, daß alle Menſchen ſelig werden, keiner ſoll von deiner Liebe und Selig⸗ keit ausgeſchloſſen ſein. Daher haſt du das heilige Sakrament der Taufe eingeſetzt, damit der Menſch von der Erbſünde gereinigt, deiner heiligen Kirche einverleibt, ein Kind Gottes und Erbe des Himmels werde. Und da du vorausgeſehen haſt, daß diejenigen, welche in der Taufe ge⸗ heiliget worden ſind, den Verſuchungen und Anfechtungen unterliegen und dich durch die Sünde beleidigen werden, ſo haſt du, in unendlicher Er— barmung, ein zweites Heilmittel eingeſetzt, das heilige Sakrament der Buße, damit ſie abermals von ihren Miſſethaten gereiniget, die verlorne Kindſchaft und das verlorne Erbrecht auf den Himmel wieder erlangen könnten.— Du legteſt in die Hände deiner Apoſtel und ihrer Nachfolger, daht uch 1 Geiſt un rzeugt Ta Uunn 7 mein gi aß alle iner Lit Daher fe einge ereinigt ind Go dda du che in en Ver nd dich! du, in lmittel — Sn — wält N n 3 ſ . — khin 1 9 hn 56 nd Sanit Fhilh S 5) Sx — d nikin Sicheb — ſ* — — — . — — 1 — —— —— == 6 — — —— — — — 6 — —— — — — — e, dan † hm einiget rne Et könnten. 1 udil c vin S f — n lh am 1. Sountag nach Gſtern. 297 der Prieſter, dein heiliges am Kreuze vergoſſenes Blut, und gabſt ihnen die Macht, mit dieſem koſtbaren Blute die befleckten, reumüthigen und bußfertigen Seelen zu waſchen, und ſie in den Augen des himmliſchen Vaters wieder wohlge⸗ fällig zu machen. O wie groß, wie unendlich groß iſt deine Liebe zu den unſterblichen Seelen! Doch noch weiter ging deine gränzenloſe Liebe. Du kennſt unſere Schwäche, du kennſt die Ge⸗ fahren, welche unſerer Seele drohen, du kennſt die Feinde, welche ſie ins Verderben ſtürzen wollen, und deßhalb haſt du das heiligſte Sa⸗ krament deines Fleiſches und Blutes eingeſetzt, um unſerer Schwachheit zu Hilfe zu kommen. Du willſt uns ſtärken, ſchützen und bewahren gegen die Verſuchungen, uns kräftigen und er⸗ muthigen zum Kampfe gegen unſere Feinde, und deßhalb kommſt du ſelbſt zu uns, ſpeiſeſt unſere Seele mit dem Brode der Starken, und erquickeſt ſie mit dem himmliſchen Tranke deines heiligen Blutes. O wer vermag deine Liebe zu begreifen, theuerſter Herr?! Vergib mir, daß ich ſo wenig deiner Liebe gedacht, daß auch ich das Kleid der Unſchuld, welches du in der heiligen Taufe mir gegeben, befleckt, daß ich mich ſchon oft in deinem heiligſten Blute gewaſchen, und dennoch immer wieder geſündigt, daß ich ſchon ſo oft dein heilig⸗ ſtes Fleiſch und Blut empfangen, und dennoch 293 Kommunionundacht dich wieder beleidiget habe. Mit innigſter Reue und Zerknirſchung bekenne ich meine Liebloſigkeit, meine Treuloſigkeit und meinen Undank.— Ach wann wird einmal der Tag kommen, wo ich dich, mein höchſtes Gut, meinen liebvollſten Herrn, nicht mehr durch eine Sünde betrüben, wo ich deinen heiligen Augen nicht mehr mißfällig ſein werde? O wenn der heutige Tag, dieſer glück⸗ ſelige Tag wäre! O wenn du heute, o Jeſus, zu mir in Gnade und Erbarmen kommen und mich ſo in der Treue gegen dich befeſtigen wür⸗ deſt, daß in mir gar kein Gedanke zu einer Sünde mehr aufſteigen könnte! O wenn du, gütigſter Heiland, mich heute in deine heiligen Wunden, welche Thomas berühren durfte, ſo einſchließen würdeſt, daß ich mich gar nicht mehr von dir trennen könnte! O Jeſus! höre und erhöre doch das Verlangen meiner Seele, und mache mich Eins mit dir, o ſchreibe in mein Herz:„Mein biſt du,“ damit ich mich immer erinnere, daß ich dein Eigenthum bin. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. Göttlicher Heiland Jeſus! als Thomas, dein Apoſtel, dich ſah in deiner verklärten Geſtalt und als er ſeine Finger in deine heiligen, roſenfar⸗ benen Wunden legen durfte, da fiel er in tiefſter uuht einen z* en ihi en lih p p in inde b A„wi E erili ie iſt mn ui tbarne Am en dich d int zedaned xEit D wem bc zit⸗ ine hei S Un dufte, ccihi ar nich m mi höre 1jint ele, ut ch nnein †„Ni innet en,i Anen. mnin it i us as An veli ihr ine heil re , taſſt am 1. Sonntag nach Gſtern. 299 Demuth vor dir nieder, und wie außer ſich rief er aus:„Mein Herrund mein Gott!“ Was ſoll ich nun thun, was ſoll ich nun ſagen, da mir geſtattet iſt, dich nicht blos zu berühren, ſondern ſogar dich ſelbſt, dein heiligſtes Fleiſch und Blut zu genießen! Zwar iſt mir nicht er⸗ laubt, dein verklärtes Antlitz zu ſchauen, aber der Glaube ſagt mir noch gewiſſer als das Schauen, daß du wirklich bei mir biſt, und in tiefſter Verwunderung über deine ſo gnädige Herablaſſung zu mir armen Menſchen kann auch ich keine anderen Worte hervorbringen als:„Mein Herr und mein Gott!“ Ja, du biſt mein Herr! du haſt mich um dein theueres Blut erkauft; ja du biſt mein Herr! du haſt mich, den Gefangenen, erlöſt; ja du biſt mein Herr, du haſt meine Schuld gezahlt. Und du biſt mein Gott! du haſt mich erſchaffen, du haſt mich erhalten und Alles was ich bin und habe, iſt dein. Ich bin das Werk deiner Hände, in dir lebe und bin ich. Ja du biſt mein Gott! Dir ſei Ehre, Lob und Preis ewiglich. Du haſt alle Gewalt im Himmel und auf Erden, ich bin nichts als ein Erden⸗ würmchen. O daß ich dich doch immer als meinen Herrn und Gott erkannt und geliebt, und deinen Willen befolgt hätte. O daß ich doch nicht ſagen dürfte, daß Satan, daß die Sünde über mich geherrſcht hat; o daß ich doch nicht ſagen dürfte, 300 Bommunionandacht daß ich ſchon öfters der Sklave meines Fleiſches und der Welt geweſen bin; o daß ich doch nicht ſagen dürfte, daß ich dir, mein Herr und Gott, die in der heiligen Taufe geſchworne Treue ge— brochen habe! Ganz gerecht wäre es, wenn du mich auf ewig verſtoſſen hätteſt. Doch ich ſehe, daß du mich nicht meinem Schickſal überlaſſen willſt. Aus Erbarmen und aus unendlicher Liebe kamſt du doch wieder zu mir, und willſt mein armes, treuloſes Herz nicht verſchmähen.— Ich lege es dir zu Füſſen, gütiger Herr und Gott, es ſoll fortan nur für dich ſchlagen, nur dich lieben und dir dienen. Herrſche über dieſes Herz, erfülle es mit deiner Liebe, mache es ge⸗ neigt, daß es immer nur das verlange, was dir gefällt und bewahre es vor jeder Befleckung, vor jeder Untreue gegen dich, o mein Herr und Gott! Amen. Ernenerung der Taufgelübde. O mein Gott! Du haſt aus bloßer Barm⸗ herzigkeit, ohne mein Verdienſt, mit mir, da ich noch ein unmündiges Kind geweſen, einen heiligen Bund zu ſchließen dich gewürdigt. In der heiligen Taufe haſt du mich von der Sünde gereinigt, mich geheiliget, mich mit dem Gewande der Un⸗ ſchuld bekleidet, mich als dein Kind angenommen, deiner heiligen Kirche einverleibt, und mich zum Erben des Himmels gemacht, und für alle dieſe ht , gil Fehnn ür dic ohn, n Her(n i r Leb das ve mi t jder inhn o 1n taufztli— aſt an ke in dienſt, Si ni geweſ** hin der 6 gin den G wl dein R* wm — S— acht, u 1 lei am 1. Sonntag nach Gſtern. 301 unſchätzbaren Gnaden verlangteſt du nichts als das Verſprechen, dich zu lieben, und das ſüſſe Joch deiner Gebote auf mich zu nehmen und zu tragen. Aber ach, was ich dir, o Herr, ver⸗ ſprochen, das habe ich in meinem Leben wenig, ja oft gar nicht gehalten. Du haſt dein Wort nicht vergeſſen, aber ich habe dich und den Bund vergeſſen, und ihn treulos gebrochen.— Doch du haſt mich in Geduld ertragen, du haſt nicht Rache genommen an dem Treuloſen, du haſt ihn nicht geſtraft, wie er es verdient hätte. Du biſt mir nachgegangen, du haſt deine Hände nach mir ausgeſtreckt, du haſt mich zur Umkehr gemahnt, und biſt bereit, mich wieder in Gnaden aufzu⸗ nehmen. Wie könnte ich ſolcher Liebe wider⸗ ſtehen! Siehe, hier liege ich in Demuth und Reue zu deinen Füßen, wie der verlorne Sohn, und flehe innigſt zu dir, du wolleſt dich würdi⸗ gen, mich erneuern zu laſſen den heiligen Bund, den ich in der heiligen Taufe mit dir geſchloſſen und ſo wenig gehalten habe. Ich glaube an dich, den Vater, ich glaube an dich, den Sohn, ich glaube an dich, den heiligen Geiſt; ich glaube Alles, was die heilige katholiſche Kirche lehrt, und will in dieſem ſeligmachenden Glauben leben und ſterben.— Feierlich und mit ganzer Kraft meiner Seele widerſage ich aufs Neue dem böſen Feinde, und ſeinen böſen Werken, und ſeiner 302 Kommnnionandachi Hoffart.— Ich gelobe aufs Neue, alle deine Gebote zu halten, dich allein über Alles zu lie⸗ ben, o höchſtes Gut, und alle Menſchen wie mich ſelbſt. Ich gelobe aufs Neue, o Herr Jeſus, unter der Fahne deines Kreuzes zu ſtreiten gegen die Feinde meines Heils, o hilf mir nur, daß ich einen guten Kampf kämpfe bis zum Ende und die Erbſchaft der Kinder Gottes erlange. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) 2. Sonntag nach Oſtern. Evangelium: Johann. 10, 11. Jeſus, der gute Hirt. Por der heiligen Rommunion. G welch ein tröſtliches, überaus ſüßes Wort höre ich heute aus deinem Munde, mein Jeſus:„Ich bin der gute Hirt, ſprichſt du; ich kenne meine Schafe und gebe mein Leben für ſie.“ Könnteſt du mir deutlicher zu erkennen geben, wie gut du es meinſt mit allen, die an dich glauben, durch den Glauben in deinem Schafſtalle, in deiner heiligen katholi⸗ ſchen Kirche ſind, und deine Stimme hören, o guter Hirt Jeſus! Du haſt auch mich, o. Herr, in der heiligen Taufe unter die Heerde deiner Schäflein aufgenommen, und mich treu behütet. ue, ale As ut ſchen vien den hi ſtien g nit nu, N bis zm ottes un ſiche Eit ——— er. „der gut hit mnion. us ſißes Munde, ni — — — — —— den Glute iligen iih me hörn, nich ohe eerde dn tren behi — am 2. Sonntag nach Gſtern. 303 Aber ach, ich habe deine treue, liebevolle Sorge um mich nur mit Undank belohnt! Du haſt mich immer auf gute Weide geführt, mich mit deinem heiligen Worte und ſogar mit deinem heiligen Fleiſche geſpeiſt. Was aber habe ich gethan? Ich habe dich verlaſſen, den beſten Hirten, ich bin einer verbotenen Weide nachge⸗ gangen, wo ich glaubte, meine Seele zu begnügen; aber ach! ich habe nichts gefunden als Eitelkeit und Ueberdruß. Ich bin abgeirrt wie ein ver⸗ lornes Schaf, bin meine eigenen Wege gegangen, und habe deiner warnenden, mahnenden Stimme kein Gehör gegeben. O wie ſehr habe ich dich betrübt, wie wehe habe ich deinem liebenden Herzen gethan, o guter Seelenhirt Jeſus! Doch wenn ich auch dich verließ, du haſt mich nicht verlaſſen, du haſt mich nicht vergeſſen, du haſt mich noch nicht aus der Zahl deiner Schäflein ausgeſtrichen. Ich höre deine Stimme, die mich ruft; du ladeſt mich ein, treuer Hirt, zu jener himmliſchen Weide zu gehen, wo ich die ſüßeſte, die kräftigſte Nahrung erhalte, dein eigen Fleiſch und Blut. Du ſagſt, daß du dein Leben gibſt für deine Schafe; du haſt dieſes Wunder der Liebe gethan, biſt für mich geſtorben, und willſt nun in der heiligen Kommunion das Leben meiner Seele ſein.— Siehe, wie ein hungriges Schäflein komme ich zu dir, o weiſe mich nicht zurück; ich 304 Kommunionandacht gehöre ja dein, bin von deiner Heerde, ohne dich werde ich ja eine Beute der Wölfe, meiner grim⸗ migen Feinde. Ich eile zu dir, guter Hirt, nimm mich auf und gib mir das himmliſche Brod, das mir das wahre Leben mittheilt, gib mir das Brod, das alle Süſſigkeit in ſich enthält, gib mir das Brod, das mich ewig leben macht. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. Mein Herr und mein Gott! wer bin ich denn, daß du dich würdigeſt, ſo oft unter mein Dach zu kommen! Es war dir nicht genug, für mich ſo viel zu leiden und am Kreuze zu ſterben, du befiehlſt mir noch überdieß, daß ich dein heiligſtes Fleiſch und Blut genieße. O wie überaus glück⸗ lich, wie hochbegnadigt iſt dein Schäflein, das ſeinen guten Hirten ſogar in ſeinem Herzen be⸗ ſitzt! Nicht mehr darf ich fürchten die hölliſchen Wölfe, nicht mehr ihre Nachſtellungen, du ver⸗ laſſeſt mich nicht, o treuer Hirt, ich halte dich feſt, und wenn du bei mir biſt, wen ſoll ich fürchten? O Jeſus, du guter Hirt, wie kann ich dir danken, wie dir vergelten für Alles, was deine Liebe für mich erduldet, da ich nichts als Staub und Aſche bin? Das hat noch kein Hirt für ſeine geliebteſten Schäflein gethan, was du an mir gethan. In ein Meer der Leiden haſt — de, chu t meiner gin er Hir, uin he B gib nit cht. An ſihe Sch 4 Schüſlen, em Hern n die hiliſ ngen, ich hale wen ſol irt, wie iin ich nichs nochk kein han, we r Leiben hi —— — am 2. Sonntag nach Gſtern. 305 du dich verſenkt, um mich den ewigen Peinen zu entreißen. Deine Seele haſt du in den Tod gegeben, um meine verlorne Seele zu gewinnen. Doppelt, o Herr, bin ich dein Schuldner für das, was du für mich hingegeben, und für das, was du für mich gethan. Für mein Leben, das du mir gegeben in der Schöpfung, und das du mir wieder erkauft haſt in der Erlöſung, kann ich dir nichts anderes geben, als daß ich eben dieſes Leben ganz dir weihe. Aber was kann ich dir geben für deine Seele, die du am Kreuze für mein Heil eingeſetzt haſt?— Doch damit ich doch gebe, was ich kann, o Herr, ſo will ich dich lieben, lieben aus ganzem Herzen, lieben aus ganzer Seele, lieben aus allen meinen Kräften, und immer treu, o guter Hirt, dir nachfolgen. O nimm dich, liebſter Jeſus, deines Schäfleins an, das vielfach abgeirrt vom rechten Wege, nun immer bei dir bleiben, dich nicht mehr verlaſſen will. O wenn du mich doch ganz feſt an dich binden würdeſt, damit ich gar nicht mehr von dir mich trennen kann, wenn auch mein verdor⸗ bener Wille mich wieder auf Abwege führen wollte. O hilf mir doch, guter, treuer Hirt, wenn die Welt mit ihren ſchmeichelhaften Lock⸗ ungen mir naht, daß ich ihr kein Gehör gebe, und wenn meine böſen Neigungen mich wieder der Sünde zuführen wollen, daß ich ſ wider⸗ mein Alles. 306 Bommunionandacht. ſtehe, und zu deinen Füßen in Liebe und Treue ausharre, bis ich endlich ſo glücklich bin, von dir auf jene Auen des Himmels geführt zu wer⸗ den, wo deine Schäflein dich ewig genießen. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Dritter Sonntag nach Oſtern. Evangelium: Johann 16, 16. Jeſus ſagt ſeinen Heimgang zum Vater voraus und tröſtet ſeine Jünger. Por der heiligen Rommunion. S Jeſus! du wollteſt im heutigen Evange⸗ lium mit den Worten:„Noch eine kleine Weile, ſo werdet ihr mich wiederſehen,“ deine Apoſtel und uns alle auf die Kürze unſe⸗ res Lebens und auf die Freude, dich einſt im Himmel zu ſchauen, aufmerkſam machen. Ach wie bald ſind die Tage dahin geſchwunden, die ich bisher durchlebte, und wie bald werden die noch übrigen Tage dahin geſchwunden ſein und wie werde ich ſie durchleben!— In Reue und Schmerz muß ich ausrufen vor dir, o Herr! was einſt Petrus geſagt hat:„Wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefan⸗ gen.“ Ich habe mich bisher gemüht und ge⸗ ſorgt, war immer beſchäftigt, aber ach, wie wenig Gutes habe ich gethan! Ich habe die kurze Zeit —— be un Th eführt ju we enießen. An ſich Sitg — ſten. t ſinen hin ünger. mnion. utigen Gn h eine klei iederſehn, die Kürz u dich eiſt machen. ſchwunden,i ald vehni nen ſein u In Pue u „o herln haben h ichts gefen nüht ud ich wie wi die ini Ji —— — am 3. Sonntag nach Gſtern. 307 vergeudet durch Müſſiggang und im Genuſſe eit⸗ ler Freuden! Ich habe nicht daran gedacht, wie koſtdar die Zeit, und wie ſie mir nur gegeben iſt, um damit eine ewige Seligkeit zu gewinnen! Siehe, ich will jetzt deine Worte, o Jeſus:„Noch eine kleine Weile!“ mir zu Herzen nehmen; ich will die noch übrigen Tage wohl benützen und durch größeren Eifer zu erſetzen ſuchen, was ich verloren habe. Aber du weißt, o Herr, daß dieſe kleine Weile, die mir deine Barmherzigkeit noch vergönnt, voller Gefahren für mich iſt. Ich bin keinen Augenblick ſicher zu fallen! Dir iſt bekannt, welchen Verſuchungen ich ausgeſetzt bin, welch böſe Neigungen mich beherrſchen, welch böſe Gewohnheiten mich immer wieder in die Sünde ſtürzen. Du kennſt auch meine Schwach⸗ heit und die Trägheit meiner Seele! Ach ich fürchte, daß ich auch noch die kurze Zeit meines Lebens nicht zu deinem Wohlgefallen anwenden werde, du aber zögerſt nicht und kommſt bald und der Lohn kommt mit dir! Doch gut biſt du, o Herr, du haſt mir für den kurzen Kampf, den ich noch zu kämpfen habe, ewige Freude verheißen; denn ich ſoll dich ſehen von Angeſicht zu Angeſicht; du willſt mich auch ſtärken und er⸗ quicken zum Kampfe mit deinem heiligſten Fleiſch und Blut; du willſt mir geben das tägliche Brod zur täglichen Arbeit für den S O ſo gib 303 Rommnnionandacht mir dieſes Himmelsbrod, damit ich im Laufe nicht ermüde, im Kampf nicht erliege, in der Arbeit nicht ablaſſe. O gib mir dieſes Brod, das meine Seele allein wahrhaft ſättigen kann; gib mir dieſes Brod, das alle Traurigkeit, allen Klein⸗ muth verſcheucht, und die Seele mit der ſüßeſten Wonne erfüllt. O komme, Jeſus, du Brod des Lebens, komme und hilf mir, daß ich die kurze Zeit dieſes Erdenlebens nur dazu benütze, um meine Seele zu retten und zu deiner glückſeligen Anſchauung im Himmel zu gelangen. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) nach der heiligen Rommunion. O Jeſus, du Sohn des lebendigen Gottes, du Herr des Himmels und der Erde! ich bete dich an mit allen Engeln und Auserwählten und glaube, daß derjenige in meinem Herzen wohnt, vor dem tauſend Jahre wie ein Tag iſt; ich glaube, daß derjenige bei mir iſt, der bald kom⸗ men wird, zu richten die Lebendigen und die Todten, und der auch mich richten wird. O Jeſus, mein Richter, noch haſt du das Urtheil nicht geſprochen über mich, aber nur noch eine kleine Weile, und du wirſt kommen und Rechen— ſchaft von mir fordern und mein Urtheil ſpre⸗ chen. O gib mir, gütigſter Heiland, gib mir die Gnade, daß ich dieſe kleine Weile dazu be⸗ „ azu bai einer güiz ngen. u on ſiehe iuh nmunin bendign it Erdelih an en nign w chten wi du d li nur wi in Urthel iland, gi Peile dahlk am 3. Sonntag nach Gſtern. 309 nütze, um meine Sünden zu beweinen und zu büßen; gib mir die Gnade, daß ich die noch üb⸗ rige Zeit meines Lebens nur dazu anwende, mir gute Werke zu ſammeln, damit, wenn du kommſt, ich nicht leer befunden werde. Jetzt, da du, mein Herr und Gott, in mir weileſt, kann ich nichts aufweiſen, was dir wohlgefällig wäre; ach ganz arm bin ich an Tugenden, an guten Wer⸗ ken und Verdienſten. Aber einen guten Willen beſitze ich und ein Herz, das dich lieben will.— Ich weiß, daß du nach einer kleinen Weile alle Trauer umwandelſt in Freude, und ich weiß, daß du die kurze Zeit der Arbeit und des Kampfes belohnſt mit ewiger Seligkeit. Siehe ich ver⸗ ſpreche dir mit Mund und Hand, zu entſagen den flüchtigen, eitlen, vergänglichen Freuden, Vergnüg⸗ ungen und Lüſten der Welt und des Fleiſches. Ich will nicht mehr weilen in den Geſellſchaften der Liebhaber dieſer Welt; ich will es halten mit der kleinen Geſellſchaft deines Kreuzes, den ſchmalen Weg will ich wandeln, den du ſelbſt, den alle deine Heiligen gewandelt ſind, den Weg der Buße, der Abtödtung, der Selbſtüberwindung. — Trauern will ich über meine Sündhaftigkeit, trauern über die Beleidigungen, die dir von mir zugefügt worden, trauern über das Verderben, das in mir iſt, und über die Armſeligkeit meines hinfälligen Lebens. O glückſelige Trauer, der ein 310 Kommnnionandacht ewiger Troſt verſprochen iſt! Nach einer kleinen Weile wirſt du jede Thräne von meinen Augen trocknen, und ewig werde ich mich in dir erfreuen! Und wenn ich auf dieſem Wege der Buße zagen und ermüdet niederſinken will, dann will ich meine Augen zum Himmel erheben, und zu mir ſprechen:„Eile, o Wanderer, vollende deinen Lauf; ſiehe, dort iſt dein Vaterland, wohin dein Jeſus dir vorangegangen, dort iſt deine Ruhe, dort iſt deine Freude, dort deine Seligkeit, die ewig währt.“ Ich weiß, o Herr, kurz iſt dieſe Zeit. Eine Weile noch und ich werde, wenn ich dir treu diene, dich von Angeſicht zu Angeſicht ſehen. Eine Weile noch, und ich werde dich dann in deiner Glorie ſchauen und mit deinen Heili⸗ gen loben ewiglich. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Vierter Sonntag nach Oſtern. Evangelium: Johannes 16, 5. Jeſus tröſtet ſeine Jünger mit der Verheißung, ihnen den Geiſt, den Tröſter, zu ſenden. Por der heiligen Rommunion. mein Jeſus! zu deinen Jüngern ſagteſt du, daß es ihnen heilſam ſei, wenn du ſie ver⸗ laſſeſt, weil ſie nicht mit ganz reiner, heiliger Liebe an dir hingen, weil ſie in der Liebe zu dir — in lit en, und un vollende in ud, wohin iſt dene ih e Seligt t, huz iſlit on ſiehe Eit Oſen. tröſet ſin Triſter z u⸗ nunion. gern ſgt enn du ſet⸗ reiner, ſil der Libe juit am 4. Sonntag nach Gſtern. 311 noch das Ihrige ſuchten. Ach ich habe nicht ein⸗ mal dieſe unvollkommene Liebe deiner Jünger, wenn du aber mich verlaſſeſt, wo ſoll ich hinge⸗ hen, wo finde ich Hilfe, Stärke, Troſt und Ruhe? — Siehe, ich will keinen Theil haben an der Welt, die an dich und dein Wort nicht glauben, die dich nicht kennen, die den Weg der Gerech⸗ tigkeit nicht gehen will und den Satan zu ihrem Fürſten gewählt hat.— Ich glaube feſt, daß du der Sohn Gottes biſt, daß du das Leben biſt und das Leben gibſt, daß in dir alle Schätze der Güte Gottes verborgen ſind, daß du mein Hei⸗ ligmacher, mein Seligmacher biſt, daß ich nur durch dich zum Vater komme, daß ich ohne dich gar nichts thun kann für den Himmel. Ich glaube, daß du im heiligſten Sakramente gegen⸗ wärtig biſt, und daß du deßhalb zugegen biſt, daß wir jederzeit Hilfe bei dir finden und du die Speiſe unſerer Seele ſein kannſt. Und da ich den Weg der Gerechtigkeit wandeln will, ſo hoffe ich von deiner Gnade, daß du mein Führer ſein und mich ſtärken wirſt, wenn ich wanke und er⸗ müde. Mit dem Fürſten dieſer Welt will ich nichts zu ſchaffen haben. Ach, oft ſchon hat er mich betrogen, indem ich ſeinen Einſprechungen Gehör gab und ſündigte. Nein, er ſoll keinen Theil mehr an mir haben. Feierlich entſage ich allen ſeinen Werken und ſeiner Hoffart. Nur 312 Kommnnionandacht du, o Jeſus, nur du allein ſollſt mein Herr ſein; alle Glieder meines Leibes, alle Kräfte meiner Seele ſollen dir dienen. Dich will ich lieben mit meinem ganzen Herzen. Komme alſo, o Gott der Liebe, unterwirf dir vollkommen mein Herz, treibe hinaus alle böſe Neigung, löſche aus die unlauteren Begierden; erſticke in mir allen Neid, alle Mißgunſt, jede Abneigung, breche die Wider⸗ ſpenſtigkeit meines verkehrten Willens, tödte in mir die unordentliche Eigenliebe, und komme und entzünde in mir jenes lautere reine Feuer, wel⸗ ches du auf die Erde zu bringen gekommen biſt. Ach komme, o göttliche Speiſe, erquicke meine ſchmachtende Seele und vermehre in mir den Hunger und Durſt nach Gerechtigkeit. Komme, o Jeſus, herrſche über mich; komme, o Jeſus! auf ewig will ich dein ſein. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. Allmächtiger Gott und Herr, Jeſus, den die Himmel nicht faſſen können, hier liegt vor dei— ner höchſten Majeſtät dein Geſchöpf, das vor Ver⸗ wunderung über deine unendliche Güte und Herab⸗ laſſung kein Wort hervorbringen kann! Mich trö⸗ ſtet, mich erfreut jetzt nur, daß ich ein Glied dei⸗ ner heiligen Kirche bin und daß ich dir als ſolches die Anbetungen und Lobpreiſungen deiner heili⸗ ——— mm ——— — ein— ich u e alſo, 6u len wein he löſche us — nir aln eche die Vi llens, üt und komn ne Feuet n gekonnn li erguice ni te in mit gkeit. ſom mne, 0it en. ſihe Eit nunion. Jeſus, dui liegt wr ein Glied d dir als ſiht ndeiner hel⸗ am 4. Sonntag nach Oſtcrn. 313 gen Mutter, die Anbetung aller deiner Heiligen im Himmel und die Anbetung der ſtreitenden Kirche auf Erde und der leidenden im Fegfeuer aufopfern kann. O ſei tauſendmal gegrüßt, gött⸗ licher Gaſt in der armſeligen niedrigen Wohn⸗ ung meines Herzens! Womit kann ich dich er⸗ freuen, womit dir Wohlgefallen bereiten, womit dich verherrlichen? Ach wie gar ſo arm bin ich! Doch ich weiß, was ich thue. Dir gefällt es, o Herr, wenn ich mit kindlichem Vertrauen, in de⸗ müthiger Erkenntniß meiner Armſeligkeit meine Bitten vor dir niederlege. Das Verlangen der Armen haſt du allzeit erhört und „den Demüthigen gebe ich meine Gnade,“ ſprichſt du.— Vor Allem flehe ich zu deiner Barmherzigkeit um Vergebung meiner vielen von Kindheit an begangenen Sünden, die mir immer vor Augen ſtehen, und um die Gnade, mich nicht mehr in Verſuchung und Sünde fallen zu laſſen. O gib mir doch die Gnade der Beharrlichkeit im Guten. Stehe mir bei und reiche mir deine mächtige Hand in der Uebung der Tugenden, welche dir ſo wohlgefallen. Was hälfe es mir wohl, wenn ich die Sünde meide, mein Herz aber mit keiner Tugend ſchmückte. Siehe, ich will jetzt die nothwendigſte aller Tugenden, die Demuth üben. O laſſe mir daher recht klar meine Arm⸗ ſeligkeit erkennen, damit ich mich erniedrige und 314 Kommunionandacht verachte und mich niemals mehr über meine Mit⸗ menſchen erhebe, daß ich Verachtung und Schmach gerne annehme und alle Ehre, alles Lob von mir weiſe. Du haſt ja geſagt, daß wir von dir, o Herr, dieſe ſo ſchöne Tugend lernen ſollen. So nimm mich denn, o Jeſus, in deine Lehr⸗ ſchule, und hilf mir, daß ich dein gelehriger, folg⸗ ſamer Schüler ſei, dein Beiſpiel niemals mehr aus den Augen laſſe, und wenn Zurückſetzung, Schmach, Verachtung und Verfolgung über mich kommen, daran denke, daß du Alles für mich und aus Liebe zu mir geduldet haſt. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Fünfter Sonntag nach Oſtern. (Sonntag vor der Bitt⸗ oder Kreuzwoche) Evangelium: Johannes 16, 23. Jeſus ermahnt zum Ge⸗ bete und ſagt ſeinen Jüngern deutlich, daß er die Welt verlaſſen und zum Vater gehen werde. Por der heiligen Rommunion. G mein Jeſus! mit Freuden glaube und be⸗ kenne ich, daß du von Gott ausgegangen biſt; daß du, Gott vom wahren Gott, auf die ſündige Welt kamſt, um Menſch zu werden, und für uns zu leiden und zu ſterben am harten Holz des Kreuzes! Ich glaube, daß du zur Rechten über meine N ng und Ein aß wir unt gelehrige l niems n in Zurücſe lgung ihi u Ales firn haſt. In ion ſieche Eit E er Krenzu s ermahnt in ch, daß e ih N. munien. glaube u ott augehn n Gott, uf zu werd, am hartenl du jur ſi — am 5. Lonntag nach Gſtern. 315 deines Vaters ſitzeſt, aber auch zugleich gegen⸗ wärtig biſt im heiligſten Sakramente des Altares und ich glaube, daß wir nur durch dich, in dei⸗ nem Namen, Erhörung bei deinem Vater finden, aber auch Alles in deinem Namen erhalten wer⸗ den.— Du, o Herr, biſt die Thüre zu dem Her⸗ zen deines Vaters, durch dich und mit dir hat er uns zum Voraus Alles geſchenkt, und nur durch dich findet unſer Gebet Zutritt zu ihm.— O tauſendmal Dank, o Herr, daß wir beten und in deinem Namen beten dürfen. Du wußteſt, daß unſere Armuth viel bedarf; du wußteſt, daß un⸗ ſer Bitten die Wolken nicht durchdringen, nicht hingelangen werde zum Throne der Gnade, da kommſt du der Schwachheit und Armuth unſers Gebetes zu Hilfe, und willſt es heiligen, kräfti⸗ gen, würdig der Erhörung machen durch deinen heiligſten Namen.— Herzinnigen Dank für deine Güte! Jetzt beginnen in deiner heiligen Kirche, o Herr, die Tage, wo ihre Kinder um Gnade und Erbarmen, um Hilfe und Segen zum Himmel rufen. Dein heiliges Kreuzbild an der Spitze ziehen ſie in zahlloſen Prozeſſionen von Gottes⸗ haus zu Gotteshaus, und flehen im Vertrauen auf deine Verheißung und in deinem heiligſten Namen zu deinem himmliſchen Vater! Auch ich armſeliger Menſch will einſtimmen mit in das 316 Kommuuionandacht Flehen deiner Kirche, und damit ich um ſo ge— wiſſer Erhörung finde, bitte ich mit heißer In— brunſt, du wolleſt dich würdigen, o Herr, bei mir einzukehren und mein Herz und meine Zunge in Beſitz zu nehmen: mein Herz, daß ich nur das verlange, was dir zur Ehre und Wohlge⸗ fallen und mir zum Heile dient, meine Zunge, daß ſie mit dem Herzen übereinſtimme und nicht in eitler Zerſtreuung nur Worte ſpreche, die in der Luft verhallen. O Jeſus, komme zu mir, und ſei mein Mittler zwiſchen deinem Vater und mir armen Sünder, ſprich du für mich, und nimm dich meiner Bitten an, damit ſie Erhör— ung finden. Du ſagſt das tröſtliche Wort, daß dein Vater uns liebt, o zeige ihm nur deine heiligen Wunden, und ich erlange Alles, was mir zum Frieden dient. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281) Nach der heiligen Rommunion. Mit jener heiligen Ehrfurcht, mit jener tie⸗ fen Verdemüthigung, mit welcher deine heiligen Engel im Himmel dich anbeten, möchte auch ich dich anbeten, liebreichſter Jeſus, der du von Gott ausgegangen und in die Welt gekommen biſt, um zu ſuchen und ſelig zu machen, was verloren war. Ich glaube, o Jeſus, daß du biſt der Eingeborne des Vaters, das Wort, durch den — S S —— ich n 1 l, 0 Her, k d weine gn , daß it e und Ueh — neine qu timme mdii ſprece, i konm un inem Pun für nich, 1 danit ſie i liche Wut, ihn ur nge Ales, 1 on ſiche Sie munion. nit junt er deine hilh „möchte uchi der du vn bi geonnn i n, wes in daß du hiſ b Lort, auh“ am 5. Sonntag nach Gſtern. 317 Alles erſchaffen worden; ich glaube, daß du herr⸗ ſcheſt über den Erdkreis und die Geſtirne des Himmels regiereſt und bewahreſt in ihrem Glanze. Millionen ſtrahlender Lichter, die du erleuchteſt, o ewiges Licht, deine Heiligen, umgeben deinen Thron und ſingen dir ihr ewig neues Lied, ſtau⸗ nend über deine Herrlichkeit. Und dich habe ich nun in meinem Herzen, dich halte ich vereinigt mit mir! Dich, o Jeſus! den großen Gott, den König der Engel, die Stärke der Schwachen, den Retter der Verlornen, die Hoffnung der krank Darniederliegenden, den Troſt der Wanderer, den Lohn und die Krone derer, die überwunden haben, den ſehe ich jetzt gegenwärtig in meinem Inneren. O gnadenvolle Heimſuchung, o Güte, die nicht genug geprieſen werden kann.— Was verlangſt du von mir, o Herr, für ſolch unſchätz⸗ bare Gnade? O ich weiß, was du verlangſt, nichts, als mein Herz, in welchem du jetzt wohnſt. Ja, 2 Herr, mit Freuden biete ich es dir an, o verſchmähe es nur nicht, weil es gar ſo armſelig iſt! Siehe nicht blos mein Herz, Alles, was ich bin und habe, ſei dein. O daß es auch für im⸗ mer dein ſei!— Und weil ich fühle, o theuer⸗ ſter Herr, daß du gar ſo gut biſt, ſo wolle doch geſtatten, daß ich jetzt eine Bitte dir demüthigſt vorlege. Herzinniglich, gütiger Herr, verlange ich, daß du mir geben möchteſt den Geiſt der 313 Kommunionandacht. Andacht bei meinem Gebete. Ach lehre mich doch beten, ach lehre mich doch recht innig, recht an⸗ dächtig, recht vertrauensvoll, recht ergeben beten. O nimm doch weg die vielen Zerſtreuungen, hilf mir doch, daß ich immer lebhaft in deine Gegen⸗ wart mich verſetze, wenn ich bete, und dann, wenn ich mit deiner Hilfe recht innig und an⸗ dächtig und in deinem Namen bete, dann hoffe ich Erhörung zu finden. Amen. (Tugendübungen nach der heil. Kommunion ſiehe Seite 288.) Das Feſt der Himmelfahrt Jeſu Chriſti. Evangelium: Mark. 16, 14. Jeſus tadelt ſeine Jünger wegen ihres Unglaubens, ſendet ſie in die ganze Welt zu predigen und zu taufen und fährt in den Himmel. Por der heiligen Rommunion. Gouh Heiland Jeſus! du haſt deine Jün⸗ ger wegen ihres Unglaubens und ihrer Hartherzigkeit zurechtgewieſen, weil ſie denen, die doch Zeugen deiner Auferſtehung geweſen, nicht geglaubt haben; ſiehe, ich will mich dieſer Sünde nicht theilhaftig machen, und will feſt und unbe⸗ zweifelt Alles glauben, was mir deine heilige Kirche zu glauben vorſtellt. Insbeſondere glaube ich, daß du im heiligſten Sakramente des Altars wahrhaft und wirklich zugegen biſt mit dem näm⸗ bhn nih inig. wh ht erghn h rſteung bete, ſ imi bete, un — — tadelt ſin in die mi in den him — mmmin ubens mi weil ſi uſ ing genit mich ditit ill fetw mir du nsbeſonn ament biſt ni b Feſt der himmelfahrt Jeſn Chriſti. 319 lichen Leibe und mit der nämlichen Seele, mit welcher du heute in den Himmel aufgefahren biſt, mit der nämlichen Menſchheit, welche mit deiner Gottheit vereinigt, ſich heute zur Rechten des Vaters geſetzt hat, um zu herrſchen über Himmel und Erde.— Und von dieſem Glauben lebendig durchdrungen ſchaue ich mit der näm⸗ lichen Sehnſucht auf den Tabernakel, wo du wohneſt, wie am heutigen Tage deine Jünger zum Himmel emporblickten, wohin du vor ihren Augen aufgefahren biſt.— Ich habe heute das ſehnſüchtige Verlangen, dich in mein Herz auf⸗ zunehmen. Zwar kann ich dir unmöglich eine ſo ſchöne Wohnung bereiten in meinem Innern, wie du mir bereitet haſt im Hauſe deines Vaters; aber da du geſagt haſt, daß es deine Freude iſt, bei den Menſchenkindern zu ſein und da du denen deinen Frieden verheißen haſt, die eines guten Willens ſind, ſo ſiehe gnädig an dieſen meinen guten Willen, mit welchem ich dir heute in tief⸗ ſter Demuth mein Herz zu einer Wohnung an⸗ biete. Es ſoll von mir nicht heißen, was dein Apoſtel Johannes geſagt hat:„Er kam in ſein Eigenthum und die Seinigen nahmen ihn nicht auf.“ Ich bin dein Eigenthum, du haſt mich ja mit deinem theuerſten Blut gekauft. Gerne, mit Freuden will ich dich aufnehmen; o würdige dich nur bei mir einzukehren!„S iehe,“ 320 Kommunionandacht. ſprichſt du,„ich ſtehe vor der Thüre und klopfe, ſo Jemand miraufmacht, zu dem will ich kommen und das Mahl mit ihm halten.“ O wie tröſten, wie erfreuen mich dieſe Worte! O ich will dich nicht warten laſſen, freudig öffne ich dir mein Herz, o komme nur, göttlicher Gaſt, und nimm es ganz in Be⸗ ſitz: Schalte und walte mit demſelben, wie es dir gefällt, denn nur dann, wenn du es ganz in Beſitz genommen haſt, wird es Ruhe finden. Amen. (Tugendübungen vor der heil. Kommunion ſiehe Seite 281.) Rach der heiligen Rommunion. Oglorreichſter Jeſus, Sohn des lebendigen Got⸗ tes! ich möchte dich jetzt, da du dich gewürdigt haſt, in die unreine Wohnung meines Herzens einzutre⸗ ten, mit dem nämlichen Jubel begrüßen, wie dich die Engel begrüßten, als die Thore des Himmels ſich öffneten und du eintrateſt in das unendliche, ewige Reich des Himmels, um Beſitz zu nehmen von dem Throne deiner Herrlichkeit! Wie konn⸗ teſt du dich ſo tief herablaſſen, o Herr, und mich heute, an dem Tage deiner Glorie, heimſuchen und mir dein Fleiſch und Blut zur Speiſe geben! Du die Wonne des Himmels, die Seligkeit der Heiligen, du biſt bei mir! O ihr lieben heil. Engel, vertretet doch meine Stelle, und lobet und danket ſtatt meiner den gütigſten Herrn! Mich tröſtet jetzt i acht, zu der Vahl n „wie etu nich un Her, ohm 8 gan i ſelben, u du s gni N finden In n ſiehe Siit munion. lebendin gewürdig h erzens einn grüßen, wii re des him das muh eſit zu un keit! Pet Hen, udn rie, heinſ rEyei ſin ie Seligket ben heil Eu bet und iun Michtrſt ——— — 3 Feſt der Himmelfahrt Jeſn Chriſti. 321 nur der Gedanke, daß du, o Jeſus, im Himmel mausſprechliche Wonne, unbeſchreibliche Herr⸗ lichkeit genießeſt an der Seite deines himmliſchen Vaters, während du zugleich in meinem Herzen weileſt. Mich erfreut es, daß dir dein himm⸗ liſcher Vater die Herrſchaft über Himmel und Erde übergeben hat, daß die Engel und Heiligen dir dienen und dein Reich kein Ende nimmt, während du in der armen Hütte meiner Seele weileſt, wo du nichts ſiehſt, was dir gefallen könnte.— O ſüſſeſter Jeſus, könnte ich doch im⸗ mer bei dir ſein, o wäre ich doch auf ewig mit dir vereiniget!— O dürfte ich heute dieſe Welt verlaſſen und mit dir in die Glorie des Him⸗ mels eingehen! Ach ich muß noch auf der Erde weilen, und wie lange noch? Das iſt dir allein bekannt, o Herr! Und wenn endlich die Stunde kommt, wo ich dieſe Erde verlaſſen muß, werde ich dann auch zu dir gelangen, o Herr! werde ich in dein Reich aufgenommen, werde ich dich von Angeſicht zu Angeſicht ſchauen dürfen, wie die Heiligen?! Ach Furcht und Angſt ergreift mich, wenn ich die Gefahren bedenke, welche meiner Seele drohen bis zum letzten Augenblicke meines Lebens! O mein Jeſus! du könnteſt mir helfen, und da du willſt, daß ich ſelig werde, ſo mußt du mir helfen. O ziehe mich zu dir!—u haſt ja geſagt:„Wenn ich erhöhet bin, werde ich Jeſus, mein Alles. 21 322 Kommunionandacht. Alles an mich ziehen!“ So ziehe mich zu dir, v Herr! o flöße mir ein lebendiges immerwäh⸗ rendes Verlangen nach dem Himmel ein; mache, daß mein Herz immer weilt, wo du regiereſt, o höchſtes Gut! Flöße mir einen heftigen Eckel ein gegen alle irdiſchen Freuden, gegen alle weltliche Pracht und entflamme mein Herz immer mehr und mehr mit dem Verlangen, dorthin zu gelan⸗ gen, wo du mir den Ort ſchon bereitet haſt in dem Hauſe meines Vaters, wo ſichere Ruhe und ruhige Sicherheit, wo eine glückſelige Ewigkeit und eine ewige Glückſeligkeit meiner wartet. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288). Sonntag nach der Himmelfahrt Chriſti. Evangelium: Johannes 15, 26. Jeſus ſagt vorher, wie der heilige Geiſt und die Apoſtel von ihm Zeugniß geben, aber letztere dabei vieles dulden werden. Por der heiligen Rommunion. Ge Heiland Jeſus! du haſt im heutigen Evangelium deinen Apoſteln und Jüngern vorausgeſagt, daß ſie Zeugniß ablegen werden für den Glauben an deine Gottheit und an Al⸗ les, was du gethan und gelehrt haſt, und daß ſie ihr Zeugniß mit ihrem Blute beſiegeln wür⸗ den. Deine Apoſtel haben auch, erleuchtet und — henih i iges i imun mel in n du mjnſ, ftigen Si t en all nellh rz immer u orthin zu gin bereitet et ha at ſcher Rhen cſelige Guiſt wartet. In ion ſihe Seieih ehtt Si ſagt vorher vih ihm Zengi it n. munion. haſt in heu ln und Jir Sonntag nach der himmelfahrt Chriſti. 323 geſtärkt von deinem heiligen Geiſte dieſes Zeug⸗ niß von dir abgelegt und ſind des glückſeligen Martertodes dafür geſtorben.— O könnte ich doch auch, mein Jeſus, zum Zeugniß, daß ich an dich glaube und dich liebe, mein Leben hin⸗ geben! O könnte ich doch beſonders für den Glauben an deine wirkliche Gegenwart im hei⸗ ligſten Sakramente mein Blut vergießen! Doch da ich nicht ſo glücklich bin, wie ſo viele Heilige, für den Glauben an dein heiligſtes Sakrament und für die Vertheidigung desſelben zu ſterben, o ſo verleihe mir doch die Gnade, daß ich jede Gelegenheit ergreife, dieſen Glauben an deine Gegenwart auf unſern Altären vor allen Men⸗ ſchen öffentlich und ohne Scheu zu bekennen, und daß ich immer den lebhafteſten Schmerz in mir fühle, wenn du im hochheiligen Sakramente ver⸗ unehrt wirſt. Abſonderlich aber bitte ich dich, du wolleſt mir geſtatten, dich im glorwürdigſten Sakramente recht oft und auch heute wieder wür⸗ diglich zu empfangen, und ſo in der That mei⸗ nen Glauben an deine Gegenwart zu bezeugen. In dir, o Herr, habe ich ja Alles und du biſt mein Alles. Du biſt der Arzt, der alle Seelen⸗ wunden heilt, du biſt die Quelle der Gnade, du biſt die Verſöhnung der Gerechtigkeit Gottes, du die Kraft, welche Alles überwindet, du das Le⸗ ben, welches den Tod beſiegt, du wel⸗ 324— Kommnnionandacht. ches die Finſterniß erleuchtet, du der Weg, der ſicher zum Himmel führt, du biſt der Freund, welcher es am beſten mit mir meint, du biſt der unerſchöpfliche Schatz aller Güter, wodurch ich meine arme Seele bereichern kann; ja, o Jeſus, du biſt mein Alles. O ſo laß mich zu dir kom⸗ men, o gütiger Herr! denn ohne dich werde ich nicht frei von Verſuchungen, ohne dich erlange ich keine Tugend, ohne dich gibt es kein gutes Werk und kein Verdienſt.— O laß mich zu dir kommen, o Herr! und theile meiner Seele aus dem Reichthum deiner Güte mit, was ſie bedarf, um heilig und ſelig zu werden. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) 0c e — 6 We, de der ſen t, du biſt „wodurch ja, o Ni ch zu di in dich wed e dich ein es kein g. laß nih e meiner 6 e mit, wo werden. Un — — — on ſiehe Sit W V.Theil. Dir hriligr Rfinghzrit. Meßgebet für die heilige Pfingſtzeit in verſchiedenen Anliegen. * Chriſtliche Seele! Der heilige Geiſt iſt der Ausſpender der Gnaden, welche uns Jeſus durch ſein Leiden und ſeinen Tod erworben hat. Er iſt der Geiſt der Weisheit, des Rathes, der Stärke, er iſt der Tröſter und Heiligmacher. Haſt du alſo irgend ein Anliegen auf dem Herzen, droht dir eine Gefahr oder ein ſchweres Unglück, drückt dich ein Kreuz, brauchſt du Rath, be⸗ darſſt du Stärke und Kraft, Troſt und Hilfe, der heilige Geiſt wird dir beiſtehen, dir helfen, dir rathen, dich ſtärken, dich tröſten, wenn du ihn durch Jeſus bitteſt, der geſagt hat:„Mein Vater wird den guten Geiſt allen denen geben, die ihn darum bitten.“ Die geeignetſte Zeit aber zu dieſer Bitte iſt das heilige Meßopfer, denn der Vater ſendet den heiligen Geiſt nur im Namen Jeſu, Gohannes 14, 26.) und Jeſus opfert ſich im heiligen Meßopfer für uns, danket für uns, verherrlichet den Vater für uns und bittet für uns: Wohne alſo dem heiligen Meß⸗ opfer bei und flehe durch Jeſus um die nothwendigen Gaben des heiligen Geiſtes. Meßgebet Pom Staffelgebet bis zum Glorin. Gouca. heiliger Geiſt! der du in Geſtalt feuriger Zungen auf die Apoſtel herabge⸗ kommen und ſie mit deinem himmliſchen Lichte, mit übernatürlicher Kraft, mit wunderbarem Troſte erfüllt haſt, ich bitte dich herzinniglich, du wolleſt mich jetzt mit deinem himmliſchen Lichte erleuch⸗ ten, damit ich erkenne meine Sündhaftigkeit und mich demüthigen lerne vor der allerhöchſten Ma— jeſtät; denn nur zu denen kommſt du, auf denen ruheſt du, die demüthigen Herzens ſind. Und wie ſoll ich mich nicht erniedrigen, wie ſoll ich mich nicht im Gefühle meiner Armſeligkeit nie⸗ derwerfen in den Staub, und wie ſoll ich nicht in Geduld ertragen alle Leiden, alle Trübſale, alle die ſchweren Anliegen, welche mein Herz be⸗ drücken, da ich ſo oft und vielmal aus meiner Schuld, aus meiner Schuld, aus meiner größten Schuld durch unnütze böſe Gedanken und Be⸗ gierde, durch ſo viele vergebliche und böſe Worte, durch ſo viele böſe Werke geſündigt, und dich meinen Gott und Herrn beleidiget habe! O laſſe mich, guter heiliger Geiſt, laß mich erkennen meine Miſſethaten und rühre und zerknirſche mein Herz, daß ich ſie bereue und beweine, wie König David, betrauere und büſſe wie der heilige Petrus, verabſcheue und verfluche wie die heilige — Glori, tdu in h Woſtl heutz nliſchn i nderbarenn iglich, dul n Lichte eluh ündhaftigtet u allechöchſen A nſt du, ufd rzens ſind. U gen, wie ſli Arnſeligit i wie ſol ich i n, alle Viſ che mein hu elmal us m us meiner i edanken wl e und bi —— ündigt, wi ſſe wi d ſi che wie de h für die hl. Pfingſtzeit. 327 Magdalena, und Vergebung derſelben erlange, wie dieſe heiligen Büſſer.— O gerne will ich ertragen alle Widerwärtigkeit, jedwede Trübſal, denn ich habe ſie verdient, nur die Kraft gib mir, daß ich ſie mit der Geſinnung wahrer, aufrichtiger Buße ertrage, und nicht mehr in die alten Sünden zurück falle. Du haſt ja auch, o göttlicher Geiſt, die Apoſtel in ganz neue Menſchen umgewandelt, o mache auch aus mir einen neuen Menſchen, der nur das will und das thut, was vor dir, o Gott! wohlgefällig iſt. Amen. Vom Glorin bis zum Crrdo. Ehre, Lob, Preis und Dank ſei dir, o drei⸗ einiger Gott, allerhöchſte Majeſtät; lobſingen ſollen dir alle Engel, lobſingen alle Heiligen, dir, dem ſtarken, unſterblichen Gott, deſſen Macht ohne Gränzen, deſſen Herrlichkeit ohne Ende iſt!— O könnte ich dich, höchſtes Gut, in Ewigkeit an⸗ beten, o könnte ich dich doch in Ewigkeit lob⸗ preiſen! denn du allein biſt heilig, du allein biſt der Herr Himmels und der Erde, du allein biſt der allerhöchſte König, du erfülleſt Himmel und Erde mit deiner Herrlichkeit! So unermeßlich aber deine Macht und Herrlichkeit iſt, ſo grän⸗ zenlos iſt auch deine Güte gegen uns arme Ge⸗ ſchöpfe. Vertrauend auf dieſe Güte bitte ich dich herzinniglich, mein Gott und Herr! du wolleſt 323 Meßgebet mir geben den guten Geiſt, der mich tröſte in meiner Trübſal, der mich ſtärke in meinen Leiden, der mir rathe in meinen Zweifeln, der mich lehre, den Weg der Gerechtigkeit zu wandeln und mir beiſtehe, daß ich nicht abirre von dieſem Wege, der zum Leben führt. O gib mir, mein Gott und Herr, den guten Geiſt, damit ich erleuchtet von ſeinem Lichte, das Vergängliche alles Irdi⸗ ſchen erkenne und nur nach dem Unvergänglichen trachte, und geſtärkt von ſeiner Gnade, Alles für Koth halte, um den Himmel zu gewinnen, der Alles werth iſt. Amen. Vom Credo bis zur Opkerung. O mein Gott! ich glaube unbezweifelt Alles, was deine heilige Kirche lehrt, welche der hei⸗ lige Geiſt leitet, regiert und in alle Wahrheit einführt. Ich danke dir vom Herzensgrunde, daß ich ein Kind dieſer heiligen Kirche bin, welche alle Mittel beſitzt, um mich der ewigen Seligkeit theilhaftig zu machen. Mit Freuden will ich mich immer und bei jeder Gelegenheit als einen katholiſchen Chriſten bekennen, will mich niemals meines Glaubens ſchämen, und alle Gebote und Anordnungen der Kirche allezeit hochachten und willig befolgen.— O wie unglücklich würde ich ſein, wenn ich ein Kind des Irr⸗ und Unglau⸗ bens wäre! Wie könnte ich wohl den Weg fin⸗ — h tiſ i nen Liden nich h n und ni ſſen V wein Gy h erleuct rgänglihn „Ale jt innen, ſelt Ms der hie Vahrhi nsgrnde, in, welhh Stliit vil ih is einen rienul ote un tn un irhe ich wlun 9 in⸗ für die hl. pfingſtzeit. 329 den, der zum Leben führt und wie könnte ich ihn gehen ohne Gnade des heiligen Geiſtes, den du nur deiner Kirche verheißen und geſendet haſt!— O göttlicher heiliger Geiſt, du Liebe des Vaters und des Sohnes, entflamme in mir dieſes Feuer der Liebe, damit ſich an mir erfülle das Wort meines Heilandes:„So Jemand mich lieb hat, zu dem werden ich und der Vater kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“ O gütigſter Jeſus! du haſt geſagt: „Meinen Frieden gebe ich euch.“ O ſo gib mir dieſen Frieden, den mir die Welt nicht geben kann! Mit dieſem Frieden im Herzen werde ich kein Leid, keine Widerwärtigkeit fürch— ten, mit dieſem Frieden im Herzen wird keine Trübſal mich kleinmüthig und verzagt machen, dieſer Friede wird mir alles Leid verſüßen; denn es iſt dein Friede, der die Kraft hat, alles Seh⸗ nen des Herzens und jeden Schmerz zu ſtillen. Amen. Pon der Gpferung bis zur Nlundlung. Allmächtiger, ewiger Gott! Herr Himmels und der Erde! mit heißer Inbrunſt bitte ich dich, du wolleſt dich würdigen, mit den Opfergaben, welche dir der Prieſter am Altare darbringt, auch gnädig hinzunehmen mein Herz, welches ich auf den Altar hinlege, als ein Opfer des Dan⸗ kes, für alle Gnaden, die du mir ſchon erwieſen 330 Meßaebet haſt. Zwar höchſt geringfügig und armſelig iſt dieſe Gabe; aber ach, ich habe ja ſonſt nichts, was ich dir opfern könnte! O ſiehe daher gnädig herab auf meinen guten Willen und geſtatte, daß ich mit meinem Herzen dir auch aufopfere alle die Sorgen und Kümmerniſſe, alle die ſchweren Anliegen und Trübſale, die mein Herz bedrücken. Ich vereinige ſie mit den Trübſalen, Leiden und Schmerzen deines göttlichen Sohnes und hoffe, daß du ſie, um ſeiner Verdienſte willen, gnädig aufnehmen mögeſt zur Genugthuung für die vie⸗ len Beleidigungen, die ich dir zugefügt habe. O gib mir nur die Gnade, daß ich ſie im Geiſte der Buße mit aller Geduld übertrage dir zur Ehre und meiner Seele zum Heile. Amen. Vor der Wundlung. O wie überaus gütig, wie überaus liebvoll biſt du, o Herr Jeſus! gegen uns arme Men⸗ ſchenkinder? Wie du einſt in den jungfräulichen Schooß deiner gnadenvollen Mutter Maria her⸗ abgeſtiegen und Menſch geworden biſt, um für uns leiden und ſterben und durch deinen Kreu⸗ zestod uns erlöſen zu können, ſo willſt du jetzt wieder mit deiner Gottheit und Menſchheit auf den Altar herabkommen, um uns der Verdienſte deiner Menſchwerdung, deines Lebens, Leidens und Sterbens theilhaftig zu machen. O wie tief und aunſi ſu ſutth he daher p nd geut h afnſn alle die ſhr — . nHerz ber ſalen, Ahn ohnes ud ſte willen, ung füt zugefügt he ich ſie in übertrage w Heile. Mn ung. ie übetaus i nuns am für die hl. pfingſtzeit. 331 erniedrigeſt du dich, o Herr, du Gott der Heer⸗ ſchaaren, den die Himmel nicht faſſen, deſſen Lob und Preis die Chöre der Engel unaufhörlich ver⸗ künden! In das dreimal Heilig, das ſie dir jubelnd zurufen, o Gott der Heerſchaaren, bin ich nicht würdig einzuſtimmen, denn meine Zunge iſt be⸗ fleckt und mein Herz iſt ohne Liebe und voll der Sünde. Doch du, o Herr Jeſus, biſt unſere Verſöhnung geworden, du biſt unſer Mittler und Fürbitter bei deinem himmliſchen Vater, du opferſt dich ja auf unſern Altären, damit wir durch dich Vergebung erlangen. Aber nicht blos zu unſerer Verſöhnung opferſt du dich, du willſt auch unſer Bittopfer ſein. Du haſt geſagt, daß wir in deinem Namen Alles erhalten und Erhör⸗ ung finden. O ſo wolle dich daher erniedrigen, o Jeſus, meine Bitten, welche ich jetzt wegen meiner Anliegen zum Himmel emporſende, deinem himmliſchen Vater darzubringen. Du biſt ſein ge⸗ liebter Sohn, dir ſchlägt er keine Bitte ab. Du kennſt die Kümmerniſſe und Trübſale, die mein Herz ſchwer niederdrücken; o ſei mir ein Helfer und Erretter, und verlaſſe mich nicht in meinen Nöthen. Amen. Anch der Mandlung bis zur Sommnnion. Kommet und laſſet uns anbeten, denn der Herr unſer Gott iſt auf dem Altare zugegen! 332 Meßgebet Wahrhaftig das Wort iſt Fleiſch geworden und wohnet unter uns! Es iſt zugegen auf dem Altar unter den Geſtalten von Brod und Wein mein König und mein Gott! Wahrhaftig es iſt zugegen in dem Kelche das Blut meines Heilandes Jeſus, der mich geliebt und ſich für mich hinge⸗ geben hat! O laß mich dich anbeten mit allen Kräften meiner Seele und dir danken aus dem Innerſten meines Herzens!— O himmliſcher Vater, ſiehe herab vom Himmel auf das Lamm, das von Ewigkeit geſchlachtet vor deinem Ange⸗ ſichte lag und jetzt zur Sühne für unſere Sün⸗ den auf dem Altare liegt, und um Gnade und Erbarmen zu dir ruft!— O wie ſehr bedürfen wir der Gnade, o wie ſehr bedürfen wir deiner Barmherzigkeit, denn arm und elend ſind wir, niedergebeugt unter der Laſt unſerer Sünden und der Leiden, die wir für unſere Sünden verdienen. O habe Mitleid mit uns, gütigſter Vater! um deines Sohnes willen und ſende uns den heili— gen Geiſt, den Tröſter, daß er uns reinige durch ſein heiliges Feuer, uns erleuchte mit ſeinem Lichte, uns ſtärke mit ſeiner Kraft, uns entzünde mit den Flammen ſeiner Liebe.— O Jeſus, gib mir deinen heiligen Geiſt, daß er meiner Schwach— heit zu Hilfe komme, und für mich begehre, was mir in meinen Anliegen zum Frieden dient. Er iſt der Geiſt der Weisheit und der Wiſſenſchaft Rwnden u chrhatg 6 teines Heim füt nih hn. ibeten nit danken as) D himi —= auf das A —— or deinen für unſer ei um Gun vie ſeht hi ürfen wir d elend ſichn ſerer Sinun ünden ven igſter V de uns du uns ninn nit ſeiunlꝭ ns eni meiner Ehn nich behr rieden it der Vſei — S —— —— — für die hl. pfinaſtzeit. 333 und des Rathes; er weiß, was meiner Seele frommt. Ich will ja nichts anderes, als daß dein Wille an mir geſchehe. Willſt du, daß ich leide, ſo geſchehe dein Wille, willſt du meine Küm⸗ merniſſe und Trübſale wegnehmen, ſo ſei deine Güte dafür geprieſen.— Nicht mein Wille, ſon⸗ dern der deine ſoll geſchehen! Amen. Von der hril. Fommunion bis zum letzten Segen. Göttlicher Geiſt! in der heiligen Taufe haſt du aus reiner Liebe und Güte, ohne mein Ver⸗ dienſt, mein Herz zu deinem Tempel gemacht und in mir gewohnt mit allen deinen Gaben. Aber ach, ich habe den unausſprechlichen Werth deiner Gegenwart in mir nicht erkannt; ich habe dich durch meine Sünde betrübt, ja dich ſogar aus meinem Herzen vertrieben. Mit Recht haſt du mich dafür geſtraft und mit Leiden und Kreuz heimgeſucht.— Im tiefſten Schmerze über meine Bosheit bitte ich dich flehentlich, du wolleſt mir vergeben, und aus Erbarmen über meine Seele, wieder bei mir einkehren und Wohnung bei mir nehmen. O möchteſt du doch mit dem Feuer deiner Liebe alle Flecken meiner Seele verbren⸗ nen, ihr das Kleid der heiligmachenden Gnade wieder verleihen und ſie würdig machen, das hochheilige Fleiſch und Blut meines Heilandes zu empfangen, von dem du ausgegangen biſt, und 334 Meßgebet der dich zu unſerem Heile geſendet hat! Von dir hat die heilige Jungfrau ihn empfangen, durch deine Mitwirkung iſt er Menſch geworden, und in deiner Kraft und Macht hat der Prieſter die Opfergaben geheiliget und bereitet zur heiligen Wandlung. O hilf mir, göttlicher Geiſt, daß ich würdig werde, das Brod des Lebens zu empfan⸗ gen. Vermehre in mir den Glauben, ſtärke in mir die Hoffnung, entzünde in mir die Liebe. Verleihe mir innige Andacht, ſchmerzliche Reue, tiefe Demuth, damit, wenn mein Jeſus kommt, um meine Seele zu nähren mit ſeinem heiligſten Fleiſch und Blut, ſein heiliges Auge nichts in mir findet, was ihn betrüben und beleidigen könnte. Endlich bitte ich dich, o göttlicher heiliger Geiſt, durch den uns vom Vater und Sohn alle Gnade und aller Segen mitgetheilt wird, du wolleſt den Segen des Prieſters an mir wirkſam machen. Geſegnet möchten ſein meine Augen, daß ſie nichts Böſes ſchauen, geſegnet ſei meine Zunge, daß ſie nichts Böſes rede, geſegnet ſeien meine Ohren, daß ſie nichts Böſes anhören, ge⸗ ſegnet ſeien alle Glieder meines Leibes, daß ich ſie nicht zum Böſen mißbrauche, geſegnet ſei mein Herz, daß es nur nach der heiligen Liebe verlange, geſegnet ſei meine Seele, daß ſie bereit ſei, Alles zu thun, Alles zu leiden nach deinem — hat r ffangen„dur öttlicher hel r und Sohic etheilt nig, an nir ni n meine A eſegnet ſi u de, geſegut . ſes anhömn, Leibes, di he, gſ er heiligen 4 le, daß ſi u iden nch del für die hl. Pfingſtzeit. 335 göttlichen Willen. O ſei und bleibe bei mir, guter, heiliger Geiſt, leite und führe mich, ſtärke und tröſte mich, auf daß mein Wandel heilig ſei und mein Ende ſelig. Amen. Evangelium am heutigen Feſttage: Johannes 14, 23. Jeſus fordert Annahme ſeiner Lehre, verſpricht den heiligen Geiſt und nimmt von ſeinen Jüngern Abſchied. Por der heiligen Rommunion. Guen Jeſus! du ſagſt im heutigen Evan⸗ gelium:„So Jemand mich lieb hat, zu dem werden ich und der Vater kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wie kann ich dich aber lieben, o Herr, ohne den heiligen Geiſt, der deine und deines himmliſchen Vaters Liebe iſt? — Du haſt dieſe Liebe mir am Tage meiner heiligen Taufe in das Herz gegoſſen, da hat dein heiliger Geiſt in mir Wohnung genommen und in der heiligen Firmung hat er mir die Fülle ſeiner Gaben mitgetheilt. O wie dankbar hätte ich dafür ſein ſollen, wie hätte mein Herz von dieſer Liebe erfüllt, nichts als heilige Früchte guter Werke, ſchöner Tugenden hervorbringen ſollen dir zur Ehre und Wohlgefallen. O hätte ich doch den Einſprechungen, den Anregungen, den Mahnungen deines heiligen Geiſtes gefolgt, o hätte ich doch der göttlichen Liebe in mir keine 336 nommunionandacht Hinderniſſe geſetzt, o hätte ich ſie doch in mir wirkſam ſein laſſen! Ach ich folgte den Lockun⸗ gen des Fürſten dieſer Welt, der an dir nichts fordern konnte, mich aber durch ſeine falſchen Vor⸗ ſpiegelungen auf den Weg der Sünde verleitete. O wie ſehr habe ich dadurch deinen heiligen Geiſt betrübt, ach wie oft habe ich ſeine Wohnung in mir befleckt und ihn ſogar daraus vertrieben! Wie kannſt du, o Jeſus, in mein Herz kommen, das dein heiliger Geiſt nicht in Beſitz hat, und ich möchte doch heute deiner Einladung folgen und zu dem heiligen Mahle gehen, das du meiner Seele bereitet haſt!— Doch will ich nicht ver⸗ zagen, du biſt ja unendlich gütig und barmher⸗ zig und haſt Allen deinen guten Geiſt verſprochen, die deinen Vater durch dich darum bitten. O ſprich nur Ein Wort und mein Herz iſt rein und dein himmliſcher Vater wird mein Flehen erhö⸗ ren und der heilige Geiſt wird kommen z1 mir und mit ſeiner Liebe mich zu deinem Empfange bereiten. Würdig bin ich einer ſo großen Cnade freilich nicht; ich habe ja deinen Vater, dich und deinen heiligen Geiſt beleidiget; doch ſiehe gnä⸗ dig an meinen guten Willen und das Verlangen meines Herzens, dich recht innig zu lieben, dir treu zu dienen und durch keine Sünde mehr dei⸗ nen heiligen Geiſt zu betrüben.— Damit aber mein guter Wille auch zur That werde, damit M doch un ge den Win er an dir ih ine fſhn Sünde veli nen heilguc ine Vohn waus verttil in Herz bn Beiz hu, u ladung ſzun tig und bn Geiſt veyuh darum bite. t doh ſih nd das Ven nig zu liha, eSünde neht. n.— Dunit hat wete, W für die hl. pfingſtzeit. 337 ich wahrhaft der Sünde abſterben und nur nach deinem Wohlgefallen leben könne, ſo würdige dich, o Jeſus, zu mir zu kommen, und mich mit deinem heiligſten Fleiſch und Blut, mit dem Brode der Starken, zu ſpeiſen. Amen. (Tugendübungen vor der heil. Kommunion ſiehe Seite 281.) Mach der heiligzen Rommunion. So haſt du alſo, ſüßeſter Jeſus! mein Herz nicht verſchmäht und biſt, ungeachtet meiner Un⸗ würdigkeit, doch eingekehrt bei mir Armen! O welch einen Troſt, welch eine Freude haſt du mir durch deine ſüße Gegenwart bereitet! Ich beſitze dich, und fühle es, daß du mich liebſt.— Mit Freuden opfere und weihe ich dir mein Herz. O entzünde es doch mit dem Feuer deines heiligen Geiſtes, auf daß alle irdiſche, ſündhafte Liebe darin vernichtet werde und ich nur dich liebe aus allen Kräften meiner Seele.— O gütigſter Je⸗ ſus! du biſt jetzt deßwegen bei mir, um mir alle Gnaden zu gewähren, deren ich zur Erlangung meiner Seligkeit bedarf. O gib mir deinen hei⸗ ligen Geiſt mit ſeinen Gaben: die Gabe der Weisheit, daß ich in ihrem Lichte die Eitelkeit alles Irdiſchen erkenne, und nur an den himm⸗ liſchen Dingen meine Ruhe, meine Freude finde. Gib mir die Gabe des Verſtandes, daß ich die Geheimniſſe der heiligen Reli⸗ Jeſus, mein Alles. 338 Kommunionandacht gion durch den Glauben recht erkenne. Gib mir die Gabe des Rathes, daß ich in zweifelhaf⸗ ten Fällen erkenne, was dir, o Herr, zur Ehre, mir aber und Anderen zum Heile iſt. Gib mir die Gabe der Stärke, daß ich mich durch keine Mühe und Beſchwerde und durch keine Furcht abhalten laſſe, dasjenige zu thun, was zu deiner Ehre und meinem Heile nothwendig iſt. Verleihe mir die Gabe der Wiſſenſchaft, daß ich mich ſelbſt recht erkenne, ſowie auch wie ich meine Pflichten nach deinem Wohlgefallen erfüllen möge. Theile mir mit die Gabe der Gott⸗ ſeligkeit, auf daß ſtets mein Herz zu deinem Dienſte geneigt und bereit iſt. Verleihe mit die Gabe der Furcht, daß ich nicht bloß deine gerechten Strafen, ſondern auch dein Mißfallen an der Sünde mehr fürchte als alles andere in der Welt. O dieſe heilige Furcht lege mir, o Jeſus, heute recht tief in das Herz, denn ſie iſt der Anfang der Weisheit, ſie iſt der Anfang zu allem Guten, und Gutes thun, heilige Tugenden üben, Früchte guter Werke bringen, das iſt ja mein feſter Entſchluß, das verlangſt du von mir, und dein heiliger Wille ſoll von mir und an mir geſchehen. Amen. (Tugendübungen nach der heil. Kommunion ſiehe Seite 288.) — enne. Gib a du ——8 ich nih u urch keine jun t, was zu di ndig iſ. Vil ſchaft, i vie auch we hlgefallen eiit e in Herz zu t. 4 ch nicht bloß uch dein Miß ls alles and urcht lege ni Herz, den ſt iſt der Win heilige Aun. . — ———— —— S gen, das ijj du von nit! mir und u! union ſihe Sit für die hl. pfingſtzeit. 339 Pfingſtmontag. Evangelium: Johannes 3, 16. Daß Chriſtus zum Heile der Menſchen gekommen ſei. Por der heiligen Kommunion. G Jeſus, mein göttlicher Heiland, wie tröſt⸗ lich, wie ſüß, wie herzerfreuend ſind die Worte, welche du im heutigen Evangelium zu Nikodemus geſprochen haſt:„So ſehr hat Gott die Welt geliebt, daß er ſeinen Eingebornen Sohn hingab, damit Nie⸗ mand verloren gehe, der an ihn glau⸗ bet, ſondern das ewige Leben habe.“ Gott hat ſeinen Sohn nicht in die Welt geſandt, daß er die Welt richte, ſondern daß ſie durch ihn ſelig werde. Wer aber nicht glaubet, iſt ſchon gerichtet, weil er nicht an den Namen des Eingebornen Sohnes Gottes geglaubt hat. Um unſerer Seligkeit willen biſt du alſo auf die Erde herabgekommen, o Jeſus! und dem Glauben an dich verſprichſt du das ewige Leben.— Dieſer Glaube aber, welchen du mir aus unverdienter Gnade in der heiligen Taufe gegeben haſt, muß, wie dein heiliger Apoſtel ſagt, lebendig, durch die Liebe thätig ſein, er ſoll nicht böſe, ſondern nur gute Werke hervorbringen. Aber ach gerade an dieſem liebethätigen Glauben es mir! 340⁰ Kommunionundacht Ich glaube, daß du, o Jeſus, der Sohn Gottes biſt, ich glaube Alles, was du durch deine heilige Kirche lehreſt; aber ach, ich habe nicht nach die⸗ ſem Glauben gelebt! O wenn du mir doch, lieb⸗ reichſter Heiland! dieſen lebendigen, liebethätigen Glauben verleihen möchteſt. Siehe, im Glauben an deine leibhaftige Gegenwart im heiligſten Sakramente verlange ich heute hinzutreten zu deinem heiligen Tiſche, und dich, den der Vater um unſeres Heiles willen auf die Erde geſandt hat, in die ſo kleine, armſelige Wohnung meines Her⸗ zens aufzunehmen. O wenn du doch die Gnade hätteſt, den Glauben in mir recht lebendig, recht werkthätig zu machen! O wenn ich doch heute von deinem heiligen Tiſche wegginge ganz ent⸗ flammt vom heiligen Eifer, alle Kräfte meiner Seele, alle Glieder meines Leibes, alle Gaben der Natur und der Gnade, welche du mir ver⸗ liehen haſt, dazu anzuwenden, um nur das zu thun, was recht iſt vor deinem heiligen Ange⸗ ſichte!— O Jeſus, du biſt das Licht der Welt, gerne mit Freuden, mit innigem Verlangen gehe ich zu dir, um von dir erleuchtet zu werden, damit ich erkenne, welche Werke dir wohlgefallen. Nein, die Finſterniß will ich nicht lieben, nicht dem Irrlichte der Welt folgen, ſondern dir will ich nachwandeln, und nach deinem Beiſpiele Werke der Barmherzigkeit, der Abtödtung, der Buße, en, liebethi ehe, in Gu rt im n heii e hinzuten , den der A Erde geſnth nung meinhe u doch die u cht lebendig u nn ich ſoh i gginge gm lle Kräfte ni ibes, alle as Licht dr U. m Verlongn uchtet zu wi e dir wohlhi nicht lieben, i ſondern dir — am pfingſtmontag. 341 Werke der Liebe vollbringen. O mein Jeſus! komme zu mir, und unterſtütze meinen guten Willen; komme zu mir, und hilf mir, daß ich Alles, was ich thue, was ich übe, was ich leide, nur für dich, nur wegen deiner, nur in und mit dir thue, übe und leide. Amen. (Tugendübungen vor der heil. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. Eingeborner Sohn Gottes, mein Herr Jeſus Chriſtus! du haſt dich herabgelaſſen, mich mit deiner ſüßeſten Gegenwart zu beglücken. Ich kann mich nicht genug verwundern, wie du dich ſo tief erniedrigen konnteſt; ich kann gar nicht begreifen, wie es möglich iſt, daß du mir dein eigenes Fleiſch und Blut zur Speiſe geben konn⸗ teſt! Ein barmherziger Blick deiner heiligen Au⸗ gen, ein einziger Pulsſchlag deines Herzens für mich wäre mehr als hinreichend, mich ganz rein und heilig und ſelig zu machen. O wer vermag deine Liebe zu begreifen, die ſo weit gehet, daß du dich ganz und gar mit dem ganzen Reichthum deiner Gnaden dem armen Menſchenherzen hin⸗ gibſt! Siehe, der geringſte deiner Knechte(die geringſte deiner Mägde) wirft ſich vor dir in tiefſter Demuth nieder und betet dich an, o huld⸗ vollſter Herr! und ſagt dir herzinnigſten Dank für ſo viele unbegreifliche Güte, womit du dich 342 Kommunionundacht mir ſelbſt geſchenkt und meine arme Seele mit dir vereiniget haſt. Und weil dein Erbarmen gegen mich ſo groß iſt und du mich ſelbſt er⸗ munterſt, bei dir in allen meinen Bedürfniſſen Hilfe zu ſuchen, an deinem heiligſten Herzen an⸗ zuklopfen, zu dir zu flehen und da du das Ge⸗ bet der Armen allzeit erhören willſt, ſo würdige dich denn, mir zu geben die Gabe des lebendigen liebethätigen Glaubens, um welche ich dich heute ſchon gebeten habe, unterſtütze mich, daß ich in deinem Lichte wandle und das thue, was recht iſt vor deinen Augen. O komme meiner Schwach⸗ heit zu Hilfe, befeſtige meinen Wankelmuth, be⸗ wahre mich vor gefährlichen Verſuchungen gegen den heiligen Glauben, ſchütze mich vor den An⸗ fechtungen zur Sünde, gib und erhalte mir ein reines Herz; ſtelle mich feſt in der Treue zu dir, ſei du immer die Wonne meiner Seele, laſſe mich dich mehr lieben als Alles in der Welt und lie⸗ ber Alles dulden, Alles leiden, lieber Alles ver⸗ lieren als deine Gnade, als dich, das höchſte Gut, das ewige Leben. Amen. (Tugendübungen nach der heil. Kommunion ſiehe Seite 288.) — ume Sele ni din Ghamg nih ſelſe iſn illſt, ſo wi e des lhe che ich dich u nich, deß ihi thue, we meiner Shn Wankelmth erſuchungen mich vor dal d erhalte ni der Tree zui r Seele, luſen der Velt ml lieber A dich, d i n. mion ſiche Sit — 1. Sonntag nach Pfingſten 343 Erſter Sonntag nach Pfingſten. (Das Feſt der heiligſten Dreifaltigkeit.) Evangelium: Matth. 28, 18. Jeſus beſiehlt ſeinen Jüngern zu taufen und zu prebigen. Por der heiligen Rommunion. G Vater im Himmel! blicke herab vom Throne deiner Herrlichkeit auf mich armes Erdenwürmchen! Aus bloßer Güte haſt du mich erſchaffen, ja mich ſogar an Kindesſtatt ange⸗ nommen. Aber ach, wegen meiner Sünden bin ich nicht würdig dein Kind zu heißen! Nur die unendlichen Verdienſte deines eingebornen Sohnes, meines Heilandes, die ich dir aufopfere, laſſen mich hoffen, daß du mich doch noch als dein Kind anerkenneſt. O blicke hin auf das Angeſicht dei⸗ nes Geſalbten, deſſen Würdigkeit bedeckt meine Unwürdigkeit, deſſen Heiligkeit bedeckt meine Sündhaftigkeit, deſſen bitteres Leiden ſühnt mei⸗ nen Undank, und deſſen Tod am Kreuze mir die Hoffnung gibt, daß du meine Schuld mir ver⸗ gibſt und mich nicht verſtoſſeſt vor deinem An⸗ geſichte. Gott Sohn, Erlöſer der Welt! der du, obgleich Gott, dich doch ſo tief erniedriget und we⸗ gen uns Menſchen Knechtsgeſtalt angenommen haſt und gehorſam warſt bis zum Tode am Kreuze: demüthigſt bitte ich dich, du wolleſt mein Mittler 344 Kommunionandacht. und Fürbitter bei deinem himmliſchen Vater ſein, auf daß ich Vergebung meiner Sünden er⸗ lange und würdig werde, dich heute in mein Herz aufzunehmen. O was wäre das für ein Glück, wenn du zu mir kommſt, und mit dir auch der Vater und der heilige Geiſt Wohnung bei mir nehmen würden. Ich darf zwar nicht wagen, eine ſolche unbeſchreibliche Gnade zu verlangen, aber du haſt ja jenen, die dich lieben, dieſe Gnade verſprochen, und ich will dich ja lieben. Ja ich liebe dich, o Jeſus, ich liebe dich über Alles, ich liebe dich mehr als mich ſelbſt, ich will dich in Ewigkeit lieben. Gott heiliger Geiſt! du Liebe des Vaters und des Sohnes, o du Feuer, das immer brennt, entflamme mein Herz mit dieſem Alles entflam⸗ menden Feuer, und reinige es von allen Makeln, damit ich nicht unwürdig hinzutrete zum Tiſche deſſen, der dich auf die Erde geſandt hat, um die Seelen zu heiligen, welche er durch ſein koſtba⸗ res Blut erlöſet hat. O göttlicher heiliger Geiſt, ziere meine Seele mit deinen Früchten, damit ich nicht leer erſcheine vor meinem Herrn und Gott, wenn er ſich würdigt, mich heimzuſuchen; denn ach ich bin elend und arm! O bekleide mit dem Kleide der heiligmachenden Gnade, du Heiligma⸗ cher, meine Seele, damit mein Jeſus, wenn er das Mahl mit mir hält, mich als ſeinen Gaſt it dr uhh bei n nicht un e zu ben, diſe huh lieben. Ai über Al i ſiht Liebe des s immer bren n Alles erſm n alen i trete zun Iſh undt hat, mit urch ſein ſ et heiligr hi üchten, dui herrn und u — nzuſuchen; en bekleide niti e, du Hein Jeſus, wene als ſinen 6 — 1. Sonntag nach pfingſten. 345 erkenne, und mich nicht wegweiſe von dem Tiſche, wo ich ihn, das Brod des Lebens, empfange. Amen. O ſeligſte Dreifaltigkeit, ewige Einheit! ver⸗ mehre in mir den Glauben, vermehre in mir die Hoffnung, vermehre in mir die Liebe. Erlöſe mich, rette mich, heilige mich. O ſeligſte Drei— einigkeit! vergib mir die Sünden, nimm weg von mir alle Uebel, entferne von mir alles Unglück, ſiehe an meine Trübſale und tröſte mich, und höre gnädig mein Flehen, damit ich befreit von dieſem irdiſchen Elende in dir mich ewiglich er⸗ freue. Komm, o guter Gott, und nimm ewig Beſitz von meinem Herzen. Amen. (Tugendübungen vor der heil. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. O welche unermeßliche Gnade haſt du mir wieder erwieſen, theuerſter Jeſus! Du biſt jetzt in mir und ich in dir! Du hältſt meine Seele in den Armen deiner Allmacht und deiner erbar⸗ menden Liebe. O könnte ich doch deine Liebe erwiedern, wie mein Herz verlangt! Siehe, o Herr, ganz dein bin ich, dir übergebe ich mich, dir unterwerfe ich mich ganz und gar, der du Eins biſt mit dem Vater und dem heiligen Geiſte, Gott von Ewigkeit! Auf dich vertraut meine Seele. Zwar zittere und bebe ich armer Sün⸗ der, ſo oft⸗ ich die Glorie deiner Majeſtät oder — 346 Kommunionandacht. das Haus der Ewigkeit betrachte, dem ich täglic näher komme. Wenn ich aber dein Leiden und deine unendlichen Verdienſte im Geiſte erwäge, und die Güte bedenke, mit welcher du mich bis⸗ her ertragen und mit Gnaden überſchüttet haſt, ſo erlangt mein Vertrauen neue Kraft. Darum werſe ich mich, liebenswürdigſter Erlöſer, in den Schooß deiner Barmherzigkeit, dort ruhe ich ſicher. Schalte über mein Leben und meinen Tod, wie es dir ge⸗ fällt. Nur das Einzige bitte ich flehentlich, mir zu gewähren, daß ich nicht getrennt werde von dir! O laß nicht zu, daß ich untreu werde dem Ge⸗ lübde, welches ich dir gemacht habe, als ich im Namen der heiligſten Dreifaltigkeit getauft wurde. O Jeſus, Sohn Gottes, hilf mir, daß ich immer⸗ fort widerſage dem böſen Feinde und allen ſeinen Werken, wie ich denſelben ſchon in der heiligen Taufe abgeſagt habe; hilf mir, daß ich immer— fort muthig unter der Fahne deines Kreuzes ſtreite und nachdem ich einen guten Kampf ge⸗ kämpft, dahin gelange, wo ich dich von Angeſicht zu Angeſicht ſchauen und das Geheimniß der hei⸗ ligſten Dreieinigkeit vereint mit allen Heiligen und Engeln loben und preiſen darf, rufend: Ehre ſei dem Vater, der mich erſchaffen, Ehre dem Sohne, der mich erlöſet, Ehre dem heiligen Geiſte, der mich geheiliget hat in alle Ewigkeit. Amen. (Tugendübungen nach der heil. Kommunion ſiehe Seite 288.) ſe, den iht in r dein uhe im Geiſe elcher dun niht u ünüu Kraft. dunn öſer, in dui he ich ſichn — — u teu werde h ſ habe, igkeit gemn mir, daß ihn ide und clai hon in de nir, daß iht ndarf, uin dem heiin lle Eigt Am Feſte des hochheiligen Fronleichnams Jeſu Chriſti. Evangelium: Johannes 6, 55. Worte Jeſu über das hei⸗ ligſte Altarsſakrament. Por der heiligen Rommunion. S Jeſus! du Schöpfer Himmels und der Erde, du Sieger über Tod und Hölle, du Herr der Heerſchaaren! im feierlichen Triumphe geleiten dich heute im heil. Sakramente zahlloſe Schaaren von Gläubigen durch die Straſſen der Städte und durch die Auen und Fluren und ſingen dir aus ereudig bewegter Bruſt ihre Lob⸗ und Dankes⸗ lieder! Heute zeigſt du dich unter der Geſtalt der kleinen unſcheinbaren Hoſtie als Denjenigen, vor dem ſich alle Kniee beugen im Himmel und auf Erden; heute bringen dir, dem Könige der Herrlichkeit, alle, die an dich glauben und dir dienen, ihre Huldigung dar; heute entfaltet deine heilige Kirche alle Pracht, um dich zu verherr⸗ lichen und dir Genugthuung zu leiſten für alle Unehrerbietigkeit, Verachtung und Beleidigung, welche dir in dem glorwürdigſten Sakramente von deinen undankbaren Geſchöpfen iſt angethan worden. O wie glücklich bin ich, wie bin ich ganz von Freude durchdrungen, daß auch ich heute unter deine gläubigen Diener mich zählen, 348 Kommunionandacht. deinem feierlichen Triumphzuge mich anſchließen, und in die Lob⸗ und Dankesgebete deiner heili⸗ gen Kirche miteinſtimmen darf! Doch mein Glück wäre nicht vollkommen und meine Freude nicht vollſtändig, wenn ich an dieſem Tage deiner Ver⸗ herrlichung, o Jeſus, zu deinem Tiſche nicht gehen dürfte. Ich glaube ja, daß du im heiligſten Al⸗ tarsſakramente zugegen biſt; ich glaube, daß dein Fleiſch wahrhaft eine Speiſe und dein Blut wahr⸗ haft ein Trank iſt für meine Seele, damit ſie das Leben habe; ich glaube, daß du uns ein Mahl bereitet haſt, o Herr, das alle Süßigkeit in ſich enthält. Wie ſollte ich dies glauben, und mich von dieſem Mahle entfernt halten können? Nein, o Jeſus, ich kann von dir nicht entfernt bleiben; meine Seele verlangt nach dir wie der Hirſch nach Waſſerquellen! O könnte ich dir nur heute in meinem Herzen eine recht ſchöne Wohn⸗ ung bereiten, und dir, gütigſter Heiland, recht große Freude machen! O nimm ſtatt deſſen hin meinen guten Willen, und würdige dich in An⸗ ſehung der Liebe deiner hl. Kirche zu dir, und ihrer Anbetung und Lobpreiſung am heutigen Tage, auch meine geringe Huldigung hinzunehmen, welche ich dir meinem Gott und Herrn in tiefſter Demuth darbringe zugleich mit meinem Herzen, welches ich dir heute zum Zeichen, daß ich ganz dein ſein will, dir zu Füßen lege. O mein Jeſus, komme nih uihln ete deiner he doch min g i ine Freen ſi Tage ding kiſche nh 4 in heiigin glaube, wi dein l uñ Seele, dni daß ami as alle Sij dies glaube u — B t halten önn echt ſchöne D et Heiland, n ſtutt dn irdige dih il e jzu dir, it eutigen nehnen ul in tiefſtr An nHetzen, 1 V ich ganz de zdi ein Jeſs in — himmliſchen Mahle. Am hochheiligen Frohnleichnamsfeſte. 349 und nimm dies Herz in Beſitz! Du ſprichſt: Gib mir dein Herz! Siehe hier iſt es, nimm es ganz in dein heiligſtes liebentbranntes Herz hin⸗ ein und mache es ganz Eins mit demſelben, da⸗ mit ich mit der Braut im Hohenliede ausrufen kann:„Mein Geliebter iſt mein und ich bin ſein.“ Amen. (Tugendübungen vor der heil. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. Der allmächtige Gott iſt die Speiſe eines armſeligen Menſchen, die Nahrung eines elenden Erdenwürmleins geworden; die Perſon des Gott⸗ menſchen, Jeſus, iſt jetzt in meinem Herzen! O Wunder aller Wunder! Staunet ihr Himmel darob! O mein Herr und mein Gott, wie unbe⸗ greiflich groß iſt deine Güte! Ich Sünder hätte mich weit entfernen ſollen von dem göttlichen Ti⸗ ſche, doch vertrauend auf die Menge deiner Er⸗ barmungen trat ich in dein Haus, o Herr, und vertrauend auf deine Güte, trat ich hin zum O Gott meines Herzens, vergib mir meine Kühnheit, mit der ich es wagte, deinem hochheiligen Tiſche mich zu nahen.— Barmherzigſter Jeſus! o Gott des Troſtes ge⸗ denke, welch ein armſeliges Weſen ich bin und verzeihe mir, wenn ich nicht bereit war, wie es deiner unendlichen Majeſtät geziemt! Ich beuge 350 Fommnnionandacht. in tiefſter Ehrfurcht meine Kniee vor dir, du ſiegreicher Herr, vor dem ſich beugen, die den Erdkreis tragen.(Job. 9.) Ich bete dich an, den verborgenen Gott, dem heute auf dem ganzen Erdkreiſe die Kirche ihre feierlichſte Huldigung darbringt.— Ich wünſche dir Glück, o Herr, und freue mich in tiefſter Seele, weil ich ſehe, wie das katholiſche Volk dich lobpreiſet, dich verherrlichet, dir entgegenjubelt! O wie won⸗ niglich iſt es mir, zu hören die Geſänge deiner Gläubigen; o welch ein Troſt für mich, zu ſe⸗ hen, wie die Gläubigen zu deinen Tempeln ei⸗ len und deinen Triumphzug begleiten.— Du mein Gott und Erlöſer wirſt in goldener Mon⸗ ſtranz unter Preis und Jubel durch die Straſ⸗ ſen getragen, der du einſt mit Stricken gebun⸗ den unter Schmach und Beſchimpfung durch die Straſſen Jeruſalems geſchleppt wurdeſt. Heute, o Jeſus, Gott und Menſch zugleich, verborgen im heiligſten Sakramente, beten dich an die katho⸗ liſchen Chriſten, den einſt am Kreuze hangend die Juden läſterten. O glückſelige Veränderung! Wie muß ich deine Weisheit bewundern, o Herr, und erkennen, daß du der mächtige und zugleich barmherzige Gott biſt!— Und weil du ſo barm⸗ herzig biſt, o Herr, ſo geſtatte mir, daß ich heute Fürbitte einlege für jene verblendeten Menſchen, welche vor den hellen Zeichen der Gottheit ihre t bu d D ie i tfir nih, u einen Lem begleiten.— in goldene Stricen gu — du t wurdeſ. hu ugleich, in ndich an di i n Kreuze hu elige Lerien chtige und u wiil du ſohe nit, deß ih) lendeten Ni der Gothet Freitag nach der Frohnleichnamsoctav. 351 Augen verſchließen. O erleuchte ſie, du Licht der Wahrheit! und verleihe ihnen die Gabe des Glau⸗ bens. Rufe zurück, o Herr! die Irrgläubigen in den Schvoß deiner Kirche und bekehre zu dir alle armen Sünder, beſonders jene, welche das Un⸗ glück hatten, dich in der heiligen Kommunion unwürdig zu empfangen. Vergib ihnen die Schmach, welche ſie dir angethan haben. O vergib auch mir, gütigſter Jeſus, alle meine Unehrerbietigkeit gegen dich im heiligſten Sakramente; laſſe nicht zu, daß ich im Glauben an deine Gegenwart wanke und verleihe mir die Gnade, daß ich die⸗ ſen Glauben immer und überall bekenne, damit auch du mich einſt bekenneſt vor deinem Vater, der im Himmel iſt. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Freitag nach der Frohnleichnamsoktav. (Das Feſt des heiligſten Herzens Jeſu.) Evangelium: Johannes 19, 31. Die Seite des Jeſus wird mit einem Speere geöffnet. Por der heiligen Rommunion. G mein theuerſter Heiland Jeſus! grauſam war die Lanze des Soldaten, welche deine heilige Seite öffnete und dein liebreichſtes Herz durchbohrte, aber dieſe grauſame Lanze zeigt mir auch den Abgrund der unendlichen Liebe deines 352 Kommunionandacht. heiligſten Herzens, die kein Menſch begreifen kann. Dein heiligſtes Herz hat mich ſo ſehr ge⸗ liebt, daß, wenn auch alle Menſchen, alle Engel, alle Heiligen vereiniget, ihr Möglichſtes thäten, um mich zu lieben, ſie doch nicht den tauſendſten Theil der Liebe erreichen würden, welche in dei⸗ nem ſüſſeſten Herzen flammt. Du liebſt mich un⸗ endlich mehr als ich mich ſelbſt; du haſt mich bis auf's Aeußerſte, bis zum Tode geliebt, ja du ſagſt ſelbſt:„Mit ewiger Liebe liebte ich dich.“ Es gab keinen Augenblick in der ganzen Ewigkeit, in welchem du, mein Herr und Gott, nicht an mich gedacht haſt und du haſt mich mehr geliebt als deine eigene Ehre, als deine eigene Ruhe, als dein eigenes Leben; denn Alles dieſes haſt du für mich am Kreuze geopfert.— Iſt das nicht ein Uebermaß der Liebe?! Aber deine Liebe, theuerſter Herr, ging noch weiter. Sie hat dich bewogen, im allerheiligſten Altars⸗ Sakramente wie auf einem Throne der Liebe bei uns zu bleiben. Dreiunddreißig Jahre dei⸗ nes Lebens auf Erden unter und mit den Men⸗ ſchenkindern genügten dir nicht; ſie ſchienen dir eine zu kurze Zeit; du ſetzteſt das heiligſte Altars⸗ Sakrament ein, um dadurch das Verlangen dei— nes liebentflammten Herzens, immer bei uns zu bleiben, zu erkennen zu geben. Dieſe unbegreif— liche Liebe deines Herzens hat dich bewogen, . ſie unl lög lichſes tie ht dent tuſen n, welhe i — — 4 liebſt h t; du haſ ſit * gl er Liebe iht Augenblic i u, mein henn t und uhit Ehte, ah u Leben; den reuze gevyſer er Liebe ging noh nit cheiligſen Au hrone der i reißig ehr nd mit de) ſi ſö inni heilig ligſte. Ve un mer bei u Diee unbef dich bewohe — — —— 5 * 3 — Freitag nach der Frohnleichnamsoctav. 353 nicht bloß bei uns zu bleiben, ſondern ſogar eine Speiſe unſerer Seele zu werden, auf daß du dich mit uns vereinigen und aus deinem und aus unſerem Herzen Ein Herz machen könnteſt. O an⸗ betungswürdigſtes Herz meines theuerſten Jeſus, wie ſollte ich dich für ein ſolches Uebermaß der Liebe nicht vom ganzen Herzen lieben? Wie ſollte ich nicht dem Verlangen deines liebentbrannten Herzens mit Freuden entgegen kommen und durch den Genuß deines heiligſten Fleiſches und Blu⸗ tes mein Herz mit dem deinigen vereinigen, da⸗ mit es von den Liebesflammen desſelben ergrif⸗ fen nichts mehr Anderes lieben könne, als dich allein, o Jeſus. Siehe, wie ein Kind nach der Mutterbruſt verlangt, ſo verlangt meine Seele nach dir, o Herr! Es gab eine Zeit, o Jeſus! mit tiefſtem Schmerzen bekenne ich es, wo ich an die unendliche Liebe deines heiligſten Herzens nicht dachte, wo ich ſogar mit dem größten Un— dank deine Liebe vergalt und dein liebreichſtes Herz durch meine Sünden verwundete; aber ſiehe, jetzt fange ich an zu erkennen, wie ſehr du mich geliebt haſt und noch immer liebeſt; jetzt verlangt mein Herz nach deiner Liebe, jetzt fühlt es ſich zu deinem liebenswürdigſten Herzen ganz hinge⸗ zogen, jetzt will es ſich in die Liebesglut deines gütigſten Herzens ganz verſenken. O komme, o Jeſus! und nimm mein Herz, lege es in das , mein Alles. 23 Kommnnionandacht. deinige und mache es ganz Eins mit dir, der Quelle aller Liebe. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Uach der heiligen Rommunion. O mein Jeſus! ich beſitze dich, ich beſitze dein Herz; das heiligſte, das anbetungswürdigſte, das liebreichſte, das mitleidigſte, das barmherzigſte, das gütigſte, das reinſte, das ſchönſte Herz ſchlägt mir! Ich beſitze dein Herz, o Jeſus, die Quelle aller Gnaden, die Wonne der Seligen, die Freude der Engel, der Gegenſtand der Anbetung und Liebe aller heiligen Seelen! O welch eine Gnade für mich Armen! Wie iſt es möglich! das Herz meines Jeſus lebt in mir, brennt von Liebe in in mir, ſchlägt aus Liebe für mich, für mich den Undankbaren! O jetzt ſehe, jetzt fühle ich, daß deine Liebe zu uns Menſchen gränzenlos iſt, denn ſonſt hätteſt du unmöglich zu mir kommen und mich heimſuchen, und mir das Theuerſte, was du beſitzeſt,— dein Herz geben können! Wie aber kann ich ſolche Liebe vergelten! O Jeſus, ſage mir doch, was ich thun ſoll, um nur eini⸗ germaſſen meinen innigſten Dank für ſo viel Liebe zu bezeigen! Doch ich darf nicht lange fra— gen; du haſt es ja deiner heiligen Dienerin Margaretha*) am heutigen Tage geoffenbart. *) Margaretha Alacoque aus dem Orden der Heimſuchung zu Paray. „———— — nit di, n ſche Sit B nmnion. , ich beſt ngwürdigt, s barnh eiß hönſte Hen ſi Jijus, di hul Seligen deſ er Anben welch einehu nöglich! da hr rennt von Lile „ füt nihi etzt fühle ih, üi l it u nit hnn as Theuerſ, u ben könen rgelten! D i ſoll, un mi Dank für ſi arf nicht lgſ helign din Lage geofel —— —— Freitag nach der Frohnleichnamsoctav. 355 Du haſt ihr geſagt, daß ſie ſich bemühen ſoll, daß am heutigen Freitage ein beſonderes Feſt eingeſetzt werde, um dein göttliches Herz zu ver⸗ ehren, und dieß um drei Urſachen willen. Erſtens damit die Gläubigen dir danken für das große Geſchenk, das du ihnen im allerheiligſten Altars⸗ Sakramente zurückgelaſſen haſt. Zweitens, damit die ihn liebenden Seelen durch ihre Anbetung und durch ihre Liebesbeweiſe die Verachtung und Mißhandlungen wieder gut machen, die du in dieſem allerheiligſten Sakramente von den Sün⸗ dern leiden mußt, und drittens, damit man durch die beſondere Ehre, die man dir erweiſt, es ei⸗ nigermaſſen erſetze, wenn du in ſo vielen Kirchen ſo wenig geehrt und angebetet wirſt. Du haſt auch verſprochen, o Herr, die Schätze, die in dei⸗ nem heiligen Herzen verborgen ſind, denen reich⸗ lich mitzutheilen, die dasſelbe verehren und das beſonders an dieſem Feſttage und jedesmal, wenn ſie dich im hochwürdigſten Sakramente beſuchen. — Deinen Worten, o ſüſſeſter Jeſus, will ich heute und die ganze Zeit meines Lebens mit Freuden gehorchen. Herzinnigſten Dank ſage ich dir für die Einſetzung deines allerheiligſten Sa⸗ kramentes und zum Erſatze meines armſeligen Dankes opfere ich dir die Dankſagungen deiner heiligſten Mutter, der heiligen Apoſtel und aller Heiligen. Ich bete dich in aletisfet.&liut 356 Rommunionandacht. an in Vereinigung der Anbetung deiner gebene⸗ deiten Mutter, deines heiligen Nährvaters Jv⸗ ſeph und aller Engel und Heiligen, bitte dir ab alle Schmach und Verachtung, alle Beleidigung und Verunehrung, welche dir in dieſem Sakra⸗ mente der Liebe iſt zugefügt worden. Ich wün⸗ ſche, um alle dieſe Beleidigung gut zu machen, mein Blut zu vergießen, und verlange vom in⸗ nerſten Grunde meines Herzens, daß doch deine unendliche Liebe im heiligſten Sakramente von allen Menſchen erkannt, geehrt und angebetet werde. O gib mir nur die Gnade, o Jeſus, aus dem überreichen Schatze deines Herzens, daß ich dich immer recht innig liebe, daß mein Herz mit deinem heiligſten Herzen immer vereinigt ſein und in Ewigkeit nicht davon getrennt werden möge. Amen. Ablaßgebete zu Chren des heiligſten Herzens Jeſn. * Papſt Pius VI. verlieh durch Dekret vom 7. November 1787 allen, welche das nachfolgende Gebet zu dem göttlichen Sakramente und zum liebenswürdigſten Herzen Jeſu andächtig beten, einen Ablaß von 100 Ta⸗ gen, welchen Ablaß Pius VII. am 9. Febr. 1818 be⸗ ſtätigte. Gebet. Siehe, o mein liebreichſter Jeſus, bis wohin das Uebermaß deiner Liebe gelangt iſt! Du —— ———————— n deiner gle Mhrte igen bite i „alle Belidn in dijen ein borden hn gut z ne verlange wn 8, daß doh i n Sckrammn hrt und angi Gnade, oi deines Herzens be, daß mein mmer vereini n getrent ne . i e herzens Aeſt. durch Dekrt u as nachfolg jum libenriti nAblaß von 100 m 9. Febr. 1813 —.— geangt iſ Freitag nach der Frohnleichnamsoctav. 357 haſt mir mit deinem Fleiſche und deinem koſt⸗ baren Blute eine göttliche Tafel bereitet, um dich mir ganz zu ſchenken. Wer hat dich zu ſolchem Uebermaß der Liebe angetrieben? Ge⸗ wiß Niemand Anderer, als dein liebreiches Herz. O anbetungswürdigſtes Herz meines Jeſus, Feuer⸗ ofen der göttlichen Liebe, nimm meine Seele in deine geheiligte Wunde auf, damit ich in dieſer Schule der Liebe lernen möge, jenen Gott wieder zu lieben, der mir ſo erſtaunliche Beweiſe ſeiner Liebe gegeben hat. So ſei es. Kurze Krone zu Ehren des heiligſten Herzens Zeſu. * Papſt Pius VII. verlieh mittelſt Dekret vom 20. März 1815 und 26. Septbr. 1817 allen Gläu⸗ bigen, welche die nachſtehenden, nach Art einer kurzen Krone zuſammengeſtellten Gebete andächtig und mit reumüthigem Herzen beten, einen Ablaß von 300 Tagen, und einen vollkommenen Ablaß einmal im Monate jenen, welche dieſe Gebete einmal des Tages im Verlaufe dieſes Monats gebetet haben, an einem beliebigen Tage, an welchem ſie nach verrichteter Beicht und Kommunion auf die Meinung des heiligen Vaters beten. V. O Gott! merke auf meine Hilfe. R. Herr, eile mir zu helfen. 1. O mein liebreichſter Jeſus, wenn ich dein heiligſtes Herz betrachte und ſehe, wie es ganz Liebe und Süßigkeit gegen die Sünder iſt, ſo wird mein Herz mit Freude und mit dem zuver⸗ 358 Kommunionandacht. ſichtlichen Vertrauen erfüllt, daß du mich gnädig aufnehmen werdeſt. Ach, wie viele Sünden habe ich begangen! Ach, jetzt beweine und verabſcheue ich ſie, wie Petrus und die reumüthige Magda⸗ lena, weil ich dadurch dich, das höchſte Gut, beleidiget habe. O gewähre auch mir den Nach⸗ laß aller meiner Sünden! Möchte ich, ich bitte dich darum durch dein heiligſtes Herz, wöchte ich eher ſterben, als dich wieder beleidigen, und wenn ich noch länger leben ſoll, ſo will ich nur leben, um durch meine Liebe der deinigen zu entſprechen. Ein Vater unſer und fünf Ehre ſei Gott ꝛc. ꝛc. zur Ehre des göttlichen Herzens, und hierauf ſpreche man: Süßes Herz meines Jeſus, gib, Daß ich dich immer mehr und mehr lieb'! 2. Ich benedeie, o mein Jeſus, dein demü⸗ thiges Herz, und danke dir, daß du es mir zum Vorbilde gegeben haſt und nicht allein mit ſtärk⸗ ſtem Antriebe mich aufmunterſt, es nachzuahmen, ſondern auch um den Preis ſo großer Demü⸗ thigungen, die du erduldet haſt, mir den Weg hiezu zeigen und ebnen wollteſt. O wie thöricht und undankbar bin ich geweſen! O wie weit bin ich von dieſem Wege abgeirrt! Ach verzeihe mir! Kein Stolz, keine Ehrſucht mehr! Ich will dir von nun an mit demüthigem Herzen unter ——— ſunhpi iele Sinen hi e und venſh = — müthig Uu — das hötht ht uch mir de öchte ih, ihlt ſtes Hen, ui er beleiign u , ſo nil in e det diin iGuit t. x zul etauf ſyreche un ib, d mehr lebl Jeſus, den i daß du es mi icht allein ni ſt, es nihun Freitag nach der Frohnleichnamsockav. 359 Demüthigungen nachfolgen, um Frieden und Heil zu erlangen. Gib mir dazu Kraft und Stärke und ich werde dein heiligſtes Herz ewig loben und preiſen. Ein Vater unſer und fünf Ehre ſei Gott ꝛc. ꝛc. Süßes Herz meines Jeſus, gib, Daß ich dich immer mehr und mehr lieb'! 3. Ich bewundere, o mein Jeſus, dein ge⸗ duldigſtes Herz, und danke dir für ſo viele er⸗ ſtaunliche Beiſpiele unüberwindlicher Geduld, die du uns hinterlaſſen haſt. Es ſchmerzt mich, daß dieſe Beiſpiele mir bis jetzt meine Weichlichkeit, die das geringſte Ungemach nicht ertragen kann, vergeblich vorgeworfen haben. Ach, mein geliebter Jeſus, gieße meinem Herzen eine eifrige und ſtandhafte Liebe zu dem Kreuze und den Leiden, zur Buße und Abtödtung ein, damit ich dir nach⸗ folgend auf dem Kalvarienberge mit dir zur himmliſchen Freude und Herrlichkeit gelangen möge. Ein Vater unſer und fünf Ehre ſei Gott ꝛc. ꝛc. Süßes Herz meines Jeſus, gib, Doß ich dich immer mehr und mehr lieb'! 4. Bei dem Anblicke deines ſanftmüthigen Herzens, o mein geliebter Jeſus, muß ich mich entſetzen, daß mein Herz dem deinigen ſo un⸗ ähnlich iſt. Es braucht nur ein Wort, eine 360 Fommunionandacht. Miene, den Schatten eines Widerſpruches, und ich bin aufgeregt, oder breche in Klagen aus. Verzeihe mir dieſe Ausbrüche der Leidenſchaft und verleihe mir die Gnade, in Zukunft in jeder Widerwärtigkeit deine unüberwindliche Sanftmuth nachzuahmen, und ſo einen beſtändigen heiligen Frieden zu genießen. Ein Vater unſer und fünf Ehre ſei Gott ꝛc. ꝛc. Süßes Herz meines Jeſus, gib, Doß ich dich immer mehr und mehr lieb'! 5. Lob und Preis werde, o Jeſus, deinen großmüthigen Herzen geſungen, welches den Tod und die Hölle überwunden hat, und dieſes und alles Lobes würdig iſt. Ich aber bin mehr als je beſchämt, wenn ich ſehe, wie dagegen mein Herz ſo kleinmüthig iſt, vor jeder Unbild ſich fürchtet, und ſchon von einem müßigen Gerede in Schrecken geſetzt wird. Es ſoll aber nicht länger ſo ſein. Ich bitte dich inſtändigſt, gib mir Muth und Stärke, auf daß ich, mit dir ſtreitend und ſiegend auf Erden, mit dir fröhlich triumphire im Himmel. Ein Vater unſer und fünf Ehre ſei Gott ꝛc. ꝛc. Süßes Herz meines Jeſus, gib, Daß ich dich immer mehr und mehr lieb'! Wenden wir uns zu Maria, und indem wir uns von neuem ihrem Dienſte weihen, ſprechen wir mir Ver⸗ trauen auf ihr mütterliches Herz: ——— —— — ———„—— — — — l. derynche„M in Kugn der Lideiſt n Zuuſt inſt ndliche Sujm eſtändigen hii te ſei Gottx i, dmeht lieh o Jeſus, dit t, welches dut t, und drſes n aber bin nh wie dagegenn jeder Unbid m mißigen 6u s ſoll aber n ch inſtändigt,; daß ich, ni i en, nit dir füh — —— —— re ſei Gott u x. neht ieb und inden ſprehen nir ur⸗ Freitag nach der Frohnleichnamsoctav. 361 Ich bitte dich, o große Mutter des Herrn und meine Mutter Maria, durch die hocherhabenen Vorzüge deines ſüßeſten Herzens: erwirke mir eine wahre und ſtandhafte Andacht zu dem heiligſten Herzen Jeſu, deines Sohnes, damit ich mit allen meinen Gedanken und Gefühlen in dieſes Herz eingeſchloſſen, alle meine Pflichten erfüllen, und jederzeit, vorzüglich aber an dieſem Tage, Jeſu willig und eifrig dienen möge. V. O Herz Jeſu, brennend vor Liebe zu uns, R Entflamme unſere Herzen mit der Liebe zu dir. Laßt uns beten. Wir bitten dich, o Herr! es möge uns der heilige Geiſt mit jenem Feuer entflammen, welches unſer Herr Jeſus Chriſtus aus dem Innerſten ſeines Herzens auf die Erde geſendet und gewollt hat, daß es mit Macht entbrenne. Der mit dir lebt und regiert in Einigkeit desſelben heiligen Geiſtes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. * In zwei Dekreten vom 9. Juni 1807 und 26. September 1817 verlieh Papſt Pius VII. allen Chriſt⸗ gläubigen, welche einen ganzen Monat täglich die nach⸗ ſtehende andächtige Aufopferung dem heiligſten Herzen Jeſu vor einem Bilde desſelben darbringen, einmal in einem Monate einen vollkommenen Ablaß und Nach⸗ laſſung aller Sünden an einem beliebigen Tage, an wel⸗ chem ſie nach verrichteter Beicht und Kommunion nach Meinung des heiligen Vaters beten, und einen Ablaß von 100 Tagen einmal des Tages denjenigen, welche dieſe Aufopferung mit reumüthigem Herzen beten. 362 Fommunionandacht. Aufopferung. Ich N. N. ſchenke dir, o liebenswürdigſter Jeſus! mein Herz, um mich dir dankbar zu er⸗ zeigen und meine Untreue gut zu machen; ich opfere mich dir gänzlich auf, und nehme mir mit deinem Beiſtande vor, nicht mehr zu ſündigen. —————— Zweiter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Lukas 14, 16. Das Gleichniß vom großen Abendmahle. Por der heiligen Rommunion. re deutlicher und eindringlicher hätteſt du, göttlicher Heiland! von dem Verlangen deines Herzens das heilige Abendmahl mit un⸗ ſerer Seele zu feiern, nicht ſprechen können, als du es im heutigen Evangelium gethan haſt. Ja du haſt ein großes Mahl für alle, die an dich glauben, bereitet; alle haben bei dieſem Mahle Platz, alle empfangen die Speiſe, welche alle Süſſigkeit in ſich enthält, dein heiligſtes Fleiſch und Blut, ſo viele auch kommen, und Alle ohne Ausnahme ſind geladen und, welch eine Freude für mich! auch ich bin geladen, auch ich darf kommen und an deinem Tiſche Platz nehmen, ob⸗ wohl ich ein armer Menſch und ein Sünder bin! Ja ſoweit geht deine Liebe zu uns armen Men⸗ 1 dlictennti dir dankb 1 wt ju mhn und nehnent mehr z ſi ich Pfingſ. as Gleichniß vnz Kommunion, eindringliet von den Bih Abendmahl n ſprechen im ium gethu hi für alle, der en bei diein Speiſe, w dein heiligſes mmen, ud U d, welch in eladen, uch che Plat un und ein Su zu uns um L. Sonntag nach pfingſten. 363 ſchen, daß du durch delne Knechte, die Prieſter, uns nicht bloß mahnen, ſondern ſogar zwingen laſſeſt, um an dem heiligen Mahle, das du uns bereitet haſt, Theil zu nehmen. Dieſe Liebe er⸗ muntert undtröſtet mich! Wie könnte, wie dürfte ich es denn wagen, vor dir zu erſcheinen und dein heiligſtes Fleiſch und Blut zu empfangen, wenn du mich nicht dazu einladen würdeſt, ja wenn du nicht haben wollteſt, daß auch jene, die an Tugend und guten Werken arm, die in ihrer Trägheit, Lauigkeit und Nachläſſigkeit den Blin⸗ den, Krüppeln und Lahmen gleichen, an deinem heiligen Tiſche Platz nehmen dürfen?! Gerne, mit Freuden folge ich daher deiner Einladung. Ich will mich von der Welt und ihren eitlen Freuden nicht zurückhalten und über mich das Urtheil der Verwerfung ergehen laſſen. Mit Reue und Schmerz bekenne ich, daß ich in dem Genuße irdiſcher Freuden und eitler Luſt meine Befriedigung geſucht, aber nicht gefunden habe. Ach meine Seele blieb leer und ungeſättigt, und Eckel und Ueberdruß erfüllet ſie. Du aber, o Jeſus, biſt die Quelle wahrer Freude, himmli⸗ ſchen Friedens, du ſagſt ſelbſt: die mich eſſen, hungern wieder; ſie werden geſättiget und verlangen immer wieder nach dir, dem Brode des Lebens.— So gewähre mir denn, o ſüſſe⸗ ſter Herr, die Gnade, auch heute wieder zu dei⸗ 364 Kommnnionandacht. —— nem heiligen Mahle zu gehen, und jene Him— melsſpeiſe zu empfangen, welche die Macht hat, mich in einen neuen Menſchen umzuwandeln und mir Kraft gibt in einem neuen Leben zu wandeln, dem ein ewiges Leben bei dir im Him⸗ mel folgen wird. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. O mein Jeſus, wer bin ich, und wer biſt du? Wee konnteſt du dich ſo ſehr herablaſſen und mich zu deinem hochheiligen Mahle einladen, wie konn— teſt du aber ſo weit gehen, und mir ſogar dein eigenes Fleiſch und Blut zur Speiſe geben?! Du biſt der König der Könige und ich bin Staub und Aſche; du biſt der Allerheiligſte, die Heilig⸗ keit und Reinheit ſelbſt, vor dir ſind ſelbſt die Engel nicht rein, und ich bin ein ganz unreiner Sünder, und doch kamſt du zu mir? Wie kann ich dieſe tiefſte Herablaſſung, dieſe unbeſchreib⸗ liche Güte genug loben und preiſen, wie kann ich dafür danken?! O kommet herbei ihr Schaa⸗ ren der Engel und machet groß mit mir den Herrn, laßt uns mitſammen erheben ſeinen heili⸗ gen Namen! O kommet herbei ihr lieben Heili⸗ gen, und lobpreiſet mit mir unſern Herrn und Gott, denn Großes hat an mir gethan, Er, der heilig iſt und heilig ſein Name.— O mögeſt ———— — ——————— ——— —,— —„ ————— . und jere u he die Mahtſt hen unmn n neuen Whn n bei dir inh mnion ſiehe Eit 4 jommunion. h, und wer b herablaſſen unht einladen, wiin i und nit ſo m . Speiſe und ich bin et cheiliſſe, de hi r dir ſind ſt ſcht in ein gm m zu nir! Vh g, dieſe mitt d preiſen, vi uet herbei iht et groß nit m erheben ſin rbei ihr lebu ir unſern hem n nit gehn, Name.— 0 — — * — 2. Sonntag nach pfingſten. 365 du, o Herr! dich ſelbſt lieben und loben, denn keine Zunge, weder der Engel und Heiligen noch der Menſchen kann dich ſo loben, wie es deiner unendlichen Majeſtät geziemt, und kein Herz kann dich ſo lieben, wie du, o ewige Liebe, zu lieben würdig biſt! Wahrhaftig, zu einem guten Tage bin ich gekommen; heute iſt meiner Seele Heil widerfahren, und ich will dich nicht entlaſſen, mein Jeſus, es ſei denn, daß du mich zuvor ſeg⸗ neſt. Ich weiß, daß du bereit biſt, meine Bit⸗ ten anzuhören; aber du weißt auch, ja du ken⸗ neſt beſſer als ich meine Armuth, und welche Gnaden ich bedarf. O ſprich doch das Wort: dir ſei vergeben! o nimm weg, o Herr! die Laſt meiner Sünden. O ſprich zu meinen böſen Lei⸗ denſchaften das Wort:„ſeid ruhig,“ und gib mir Stärke, die Anfechtungen zu überwinden, die mir Gefahr bringen. Du kennſt mein Verlangen, dich immer mehr zu lieben, o gib mir Liebe. Du kennſt mein Verlangen, deine Tugenden nachzu⸗ ahmen, o kräftige mich, daß ich ſie übe und da ich hoffe, in deiner Gnade zu ſein, o ſo gib mir Beharrlichkeit, daß ich immer in deiner Gnade bleibe und in deiner Gnade ſterbe. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288. 366 Kommnnionandacht. Dritter Conntag nach Pfingſten. Evangelium: Luc 15 1. Das Gleichniß von dem ver⸗ lornen Schafe und dem wiedergefundenen Groſchen. Por der hriligen Rommunion. Betrachtung. Wer kommt zu mir? Jeſus, der gute Hirt, der das davongelaufene Schäflein aufſucht und zurückruft; der nicht müde wird, ihm nachzugehen durch ſeine inner⸗ lichen Ermahnungen und Anregungen, durch die Stimme des Gewiſſens, durch Leiden und Trübſale... Jeſus, der gute Hirt, der keine Mühe, keine Gefahr ſcheut, um das verlorne Schäflein wieder zu finden und dem Elende zu entreißen. Jeſus, der gue Hirt, der alle Mühe, alle Arbeit vergißt, wenner das Schäflein gefunden, der es mit Freuden aufnimmt, ja ſogar auf ſeinen eigenen Schultern in den Schaſſtall trägt... Jeſus, der gute Hirt, kommt.... Zu wem kommter? Zu mir, ſeinem treuloſen Schäflein, das ihn, den beſten Freund ver ieß und in eitler, vergänglicher Luſt ſeine Nahrung und in Befrie⸗ digung ſeiner böſen Leidenſchaften im Stolze, im Eigen⸗ ſinne, im Zorne, in der Trägheit, in der Unmäßigkeit, in unreinen Dingen ſeine Freude ſuchte.... Zu mir, dem widerſpenſtigen Schäflein kommt er, das ſeiner mahnenden, warnenden Stimme kein Gehör gab, das ſich von ſeinem liebvollſten Herzen losriß, um den Lockungen und Schmeicheleien ſeiner Feinde zu folgen... Zu mir kommt er, dem undankbaren Schäflein, das ſo vie'e Wohlthaten von ihm erhielt, das er ſchon ſo rielen Ge⸗ fahren entriſſen, für das er ſogar ſein Herzblut ver⸗ goſſen hat.... — n undenen Grihn. ommunion, g. Jrus, derguf auſſucht und zuit gehen durch ſinin ngen, durch deöi dTrübſae. 4 kein Gefthr ſient finden und anll irt, der ale Mh äflein gefunden, gar auf ſeinn i trägt... J — —— — — — Zu nir, ſinenm Freund veri u — Nahrung udbi nin Etoh, in eit, in der Umih de ſuchte.... Zi fommt er, w krin Gehör gih i oöriß, um den nun — ——— de u ſolgen. 1Schiftin, d p s er ſchon ſt iu gar ſein Hrziut 3. Sonntag nach pfingſten. 367 Und warum kommt er? Er kommt, um mich in ſeinem Blute wieder zu reinigen, um mich an ſein lie⸗ bendes Herz zu drücken, um mich auf die beſte Weide zu führen, mich ſogar mit ſeinem eigenen Fleiſch und Blut zu nähren und mich mit den Banden des Erbarmens und der Liebe an ſich zu feſſeln... Anmuthung. 6 wie wunderbar biſt du, v Jeſus, in allen deinen Werken, aber deine Barmherzigkeit gehet über alle deine Werke! Unerſchöpflich und unerforſchlich ſind die Reichthümer deiner Güte. Ach, wenn ich mein vergangenes Leben überſchaue und deiner Huld gegen mich gedenke, ſo kann ich nur ausrufen: Herr, deine Liebe hat keine Gränzen! Ach, wie oft ſchon habe ich durch meine Widerſpenſtigkeit deinen Zorn erregt, aber du, guter Hirt, haſt meiner geſchont. Unter den Hunderten von deinen Schafen haſt du mich mit beſonderer Liebe geleitet, aber ich Unglücklicher verließ dich wie ein Schaf, das herumirrt und zu Grunde geht, und du, o guter Hirt, haſt mich vor dem Untergang bewahrt, haſt mich er⸗ wartet, haſt mich geſucht, haſt mich zurückgerufen, haſt mich an dich gezogen, haſt mich Reumüthigen aufgenommen, mir vergeben und auf deinen Schultern tragend, mich wieder in deinen Schaf⸗ ſtall zurückgebracht zur Freude deiner Engel! O Herr! wie gut biſt du, deine Barmherzigkeit geht 368 Rommnnionandacht. über alle deine Werke. Ja wahrhaftig, du biſt der gute Hirt! O verzeihe mir nur, daß ich fern von dir in den Freuden der Welt, in der Luſt des Fleiſches meine Befriedigung geſucht, und den Hunger meiner Seele doch nicht ſtillen konnte. Siehe, niedergeworfen vor deine Füße, bitte ich dich flehentlich, guter, treuer Hirt, führe mich auf die himmliſche Weide deines heiligſten Sakramentes, gib meiner geſchwächten Seele das Brod des Lebens; laſſe mich gehen zu deinem göttlichen Mahle, damit ich genieße dein Fleiſch und Blut. Ach, ich bekenne es vor dem Himmel und vor dir, verdient habe ich ſolche Gnade nicht! Aber wohin ſoll ich gehen, um meine Seele vor dem Tode zu bewahren, wenn nicht zu dir? Du ladeſt mich ſo gütig ein, warum ſoll ich nicht kommen? Du haſt die Zöllner und öffentlichen Sünder nicht von dir geſtoſſen, du wirſt auch mich nicht abweiſen, denn auch jetzt noch biſt du der gute, barmherzige Hirt für alle deine Schäf⸗ lein. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. O wie unbegreiflich, wie über alles Maß gehend iſt deine Freigebigkeit gegen mich, o guter Hirt Jeſus. Statt daß du meine Untreue, meinen Ungehorſam, meinen Leichtſinn, womit ich dich ——„ —,————„—,—— —, 4————— — 1hl. — gn mir mur, vi der gut üd ef ſihn u le doch niht ſl fen vor deie ſi , treuer Hit, f ide deines heli ſchwächten Sul ich gehen zu genieße dein ſi es vor den hin h ſolche Gnen um meine Sel mn nicht zu hirn“ warum ſol ih i Iner und ißlit oſſen, du virt uch jezt noch i für alle denes —=— — —— munion ſihe Eit 1 ommunion vie über alls gegen nih h uine Unteus n ſim, mniti — — betrübte, wie ich es verdiente, zu beſtrafen, und mich, weil ich dich verließ, ebenfalls zu verlaſſen, und deine Gnade mir zu entziehen, kommſt du ſogar zu mir und gibſt mir dein heiligſtes Fleiſch und Blut zur Speiſe, damit meine Seele nicht verſchmachte und verderbe! Wie kann ich eine ſolch große Güte preiſen, wie kann ich für eine ſolch huldvolle Herablaſſung danken, wie kann ich aber auch meinen Undank, meine Trenloſig⸗ keit, meinen ſträflichen Leichtſinn genugſam be— weinen?! Ich opfere dir, o guter Hirt Jeſus, zum Erſatze die Thränen deiner Mutter und deine eigenen Thränen, welche du mit ihr über die verlornen Schäflein weinteſt, ich opfere dir die Thränen aller heiligen Büſſer, und die Lob⸗ geſänge und Dankſagungen aller Engel und Heiligen. O möchten dich doch alle Kreaturen er— kennen, anbeten, loben, benedeien im Himmel und auf Erden!— O mein Jeſus! welche Liebe trugſt du zu mir von den Tagen meiner Geburt an. Du nahmſt mich huldvoll auf in deinen Schafſtall, in deine heilige Kirche, nährteſt mich mit der Milch deiner heiligen Lehre, ſtärkteſt mich mit den Gaben dein s heiligen Geiſtes, und reinigteſt mich ſo oft ſchon mit deinem heiligen Blute von meinen Sünden. Du riefeſt mich, wenn ich abirrte, du hobſt mich auf, wenn ich fiel, und etlicheſ mich nicht, da 3 daran Jeſus, mein Alles. 370 Kommnnionandacht. war, mich in den Abgrund des Verderbens zu ſtürzen! Wie iſt es möglich, daß ich kalt bliebe gegen ſo viel Liebe? Nein, ich will, ich kann ſolcher gränzenloſer Liebe nicht widerſtehen, ich liebe dich, ich will dich lieben mit allen Faſern meines Herzens; ich will dir dienen mit allen Kräften meiner Seele, ich will dir angehören ohne Vorbehalt, mit Allem, was ich bin und habe. Wie ein Schäflein zu den Füßen ſeines guten, treuen Hirten lege ich mich zu deinen Füßen; o binde mich an dich, guter Hirt, daß ich dir nicht mehr entlaufe, und mache mir Alles, was von der Welt iſt, ſo zum Eckel, daß ich gar kein Verlangen mehr trage, meine Seele damit zu begnügen, und doch immer hungrig zu bleiben. Nur du, o Jeſus! kannſt das Verlangen meines Herzens ſtillen, du kannſt es vollſtändig befriedi⸗ gen, du die Wonne aller Heiligen, du, in wel⸗ chem verborgen ſind alle Schätze der Güte Gottes, du das Meer der wonnevollen Seligkeit! Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) —— Vierter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Luk. 5, 1. Vom reichen Fiſchfang. Por der heiligen Bommunion. Gan Herr Jeſus! ich möchte heute gerne deiner Einladung folgen, und deinem hei⸗ —.—— —„—„—„„—„—„— Sß 6i ut ich nil, h in it nidei che, nit alen zin dienen nit l dir un — — — was ich inn h nich i h C guter hit, d nache nir A Eckel„dyßi ih S meine Seele du Ihungrig zu bli 2—* — inn Sze der Gite hu cn Eeligleit! Iu oumion ſihe Eit — Pfingſten hen ßiſchfun. — — — onmunion. nüchte heute n 1, und dinn ligen Tiſche mich nahen. Aber wenn ich deine göttliche Majeſtät betrachte, die Himmel und Erde erfüllt, und die Armſeligkeit und den Schmutz meiner Seele, ſo weiß ich nicht, was ich thun ſoll! Petrus, der Fürſt deiner Apoſtel, erſchreckt über den wundervoll reichen Fiſchfang, wollte nicht länger mehr vor deinem Angeſichte weilen und rief in tiefſter Demuth aus:„Herrl gehe weg von mir, ich bin ein ſündiger Menſch.“ Was iſt aber das Wunder des Fiſch⸗ fanges gegen dieſes erſtaunliche Wunder, daß du dich, o Herr, unter der Geſtalt des Brodes ver⸗ birgſt und einen armen Menſchen heimſuchen und mit deinem eigenen Fleiſche und Blute ſpeiſen willſt? Geht dies nicht über alle Wunder? Wie kann ich es wagen, mich dir zu nahen, wenn dein geliebter Jünger es nicht wagt, in deiner Nähe zu weilen?! Ach, wenn der Fürſt der Apo⸗ ſtel ſich fürchtete, wie darf ich Sünder es wagen, vor dir zu erſcheinen? Was ſoll ich thun,„ Herr?! Gehe ich zu deinem Tiſche, ſo kann ich das Gericht mithineineſſen; gehe ich nicht hin, ſo fliehe ich das Leben und verlaſſe dich, meine Liebe! Angſt und Furcht peinigt mein Herz! Doch will ich den Muth nicht ganz ſinken laſſen. Sieh, ich werfe mich, o liebenswürdigſter Jeſus, mit Petrus demüthig vor deine Füße und flehe herz⸗ inniglich um Vergebung meiner S Ja ich Kommnnionandacht. habe geſündigt vor dem Himmel und vor dir, ich bin nicht würdig, meine Augen zu dir zu er⸗ heben. Aber doch liebe ich dich, o mein Erlö— ſer, und bereue aus Liebe aufrichtig meine Sün⸗ den. Ich verſpreche dir von nun an zu halten alle deine Gebote. Auf dich vertraue ich, o Herr! Ein zerknirſchtes und gedemüthigtes Herz ver⸗ wirfſt du nicht und zürneſt nicht über das Flehen deines Knechtes(deiner Magd). Es iſt mir, als hörte ich dich aus dem Tabernakel rufen:„Komme und fürchte dich nicht, ich liebe dich, mein biſt du.“ O Worte voller Süßigkeit! Ja ich komme, o Herr, arm und elend, beladen, befleckt, aber ich hoffe zuverſichtlich von deiner Güte, daß du mir jene Gnaden nicht verſagen werdeſt, die ich ſo nothwendig habe, um dir treu dienen zu kön⸗ nen: Erleuchtung, um zu erkennen, was dir ge⸗ fällig iſt, Eifer, um es auszuführen, Stärke, um es zu vollbringen, Kraft, um darin auszuharren bis zum Ende. Amen. (Tugendübungen vor der heil. Kommunion ſiehe Seite 281.) Uach der hriligen Rommunion. Soll ich reden oder ſchweigen? Die Liebe drängt mich, o mein Jeſus und mein Alles! zu reden, aber meine Unwürde gebietet mir zu ſchweigen und in tiefſter Erniedrigung deine un⸗ endliche Huld gegen mich anzuſtaunen. Zwar —— mel ud vor agen ſ rp ſitg n un an j h ertrmne ich n äthigter hen 6 ht über ſtn ). Es if akel mien tede dich, ninſ keit! Ja ich um aden, i einer Güte, uhl tgen werdeſt, ii treu dienn ul ennen, was iüß 1 ihren, n ſommunion und mein A de gebieet m aiedtigung dir f gen. 4. Sonntag nach pfingſten. 373 verſchiedene ſchwere Anliegen drängen mich zu reden, aber meine Sünden gebieten mir zu ſchwei⸗ Und ſoll ich nicht fürchten, vor dir zu re— den! Wer bin ich denn, und wer biſt du, o Herr! Du die unbegreifliche Majeſtät und ich Staub und Aſche! Und dennoch ließeſt du mich zu dei⸗ nem Mahle treten und gabſt dich mir ſelbſt zur Speiſe! Was iſt doch der Menſch,— du ihn ſo erhebeſt, und dein Herz an ihn ſetzeſt? Solche Gnade habe ich nicht verdient! Betrachte ich mein verfloſſenes, betrachte ich mein gegenwärti— ges Leben, ſo bin ich unwürdig ſolcher Güte.— Die vergangenen Tage, meine Jugend, ach wie muß ich mich ihrer ſchämen! Schulden ohne Zahl ſehe ich. Und wenn ich meir gegenwärtiges Leben überſchaue, ſo ergreift mich Furcht und Angſt, denn böſe Leidenſchaften, garſtige Neigungen, ſchlimme Gewohnheiten ſind die Quellen desſel⸗ ben. Ach ich muß vor dem Himmel und der Erde bekennen, daß ich weit mehr als dein Apo— ſtel Urſache habe, auszurufen:„Geh weg von mir, o Herr, geh weg von mir, ich bin ein ſM⸗ diger Menſch!“— Doch nein, o mein Jeſus! gehe nicht fort von mir; ach was bin ich ohne dich, ach was wird aus mir werden ohne dich, was vermag ich ohne dich?! O bleibe bei mir und entferne dich nimmer von mir! Du biſt meine einzige Liebe, du mein Troſt, du meine einzige Kommnnionandacht. Zuflucht in allen meinen Nöthen. Ohne dich will ich nicht leben. Ich beſitze dich und laſſe dich nicht! O wie ſelig bin ich, ich habe meinen Jeſus, auf deſſen Wink Petrus eine ungeheuere Menge Fiſche fing. Lobpreiſet ihr Quellen und Bäche den Herrn; lobpreiſet ihr Meere und Flüſſe den Herrn; es lobpreiſe Alles, was ſich im Waſ⸗ ſer bewegt, den Herrn; lobpreiſet den allmäch⸗ tigen Herrn, der täglich mit dem Himmelsbrode, ſeinem heiligſten Fleiſche und Blut, diejenigen nähret, die er in das Schifflein Petri, in ſeine heilige Kirche, aufgenommen hat. O Dank dir, o Jeſus, für dieſe Gnade, daß ich ein Glied dei⸗ ner heiligen Kirche bin und hilf mir, daß ich immer Alles, was ich thue, in deinem heiligſten Namen beginne und ende, und endlich mit dei⸗ ner Gnade an das Ufer der glückſeligen Ewig— keit gelange, wo du deine treuen Arbeiter mit ewigen Gütern belohneſt. Amen. (Tugendübungen nach der heil. Kommunion ſiehe Seite 288.) Das Feſt des heil. Johannes, des Täufers. Evangelium: Luk. 1, 57. Von der Geburt des heiligen Johannes, des Täufers. Por der heiligen Rommunion. mein Heiland und Erlöſer Jeſus! du haſt den heiligen Johannes zu deinem Vorläu⸗ et ihr duln. 3, was ſih u * Au „ Lu„ Aein Petri, 3 1het. D hilf nit, in deinen heiig und endlich ni er glückſelign h trenen Arhein Imen. nmunion ſihe bit i der Gebut Fonmunin, rlſer es uf zu deinen W den Größten unter den vom Feſt des hl. Johannes des Fäufers. 37⁵ fer, zu deinem Herold und Wegbereiter auser⸗ wählt, und ihn deßhalb im Mutterleib geheiliget. Da er dem Volke Iſrael Buße und Bekehrung predigen ſollte, flößteſt du ihm von Kindheit an eine große Verachtung des Irdiſchen, Liebe zur Einſamkeit, zur Enthaltſamkeit von Speiſe und Trank, zur jungfräulichen Reinigkeit, zur wahren Demuth des Herzens, zur Geduld und Ergebung in deinen heiligſten Willen ein, und mit deiner Gnade übte dein heiliger Diener alle dieſe Tu⸗ genden ſo eifrig und treu, und nahm täglich ſo ſehr an Heiligkeit zu, daß du ihn einen Engel, Weibe Gebornen nannteſt, und dich ſogar von ihm taufen ließeſt. — O welch ein himmelweiter Unterſchied iſt zwi⸗ ſchen mir und dieſem heiligen Diener! Und ich will es wagen, heute bei deinem heiligen Tiſche zu erſcheinen und dich in mein Herz aufzuneh⸗ men?!— Auch mich haſt du in der heiligen Taufe geheiliget und mir hinreichende, ja über⸗ flüßige Gnade gegeben, daß ich das Irdiſche hätte verachten, von der Welt mich zurückziehen und die Tugenden der Reinigkeit, der Geduld, der Demuth hätte üben, mein Fleiſch hätte abtödten können. Aber was that ich? Ich wirkte deiner Gnade nicht mit, gab deinen Einſprechungen kein Gehör, und verſchloß mein Herz deinen Mahn⸗ ungen!— Ich ſündigte, ſündigte oft und oft 376 Fommunionandachi. und ſehe mich nun ohne Tugend, ohne gute Werke! Ach Herr, wie armſelig bin ich! Durch die innigſte Barmherzigkeit, in welcher du uns heimgeſucht haſt, o Jeſus, bitte ich dich flehent⸗ lich, du wolleſt mir vergeben meine Sünden und meine Seele heiligen, damit ſie würdig werde, dein heiligſtes Fleiſch und Blut zu empfangen. Zur Genugthuung meiner Trägheit, Nachläſſig⸗ keit und Saumſeligkeit opfere ich dir auf, o Herr, das heilige, bußfertige Leben deines Dieners Jo⸗ hannes, ſeine Tugenden, ſeine guten Werke, ſeine Verdienſte und das Blut, das er für dich ver⸗ goſſen hat.— Um des Wohlgefallens willen, das du an deinem heiligen Vorläufer hatteſt, er⸗ barme dich meiner, o Jeſus, und würdige dich, zu mir zu kommen und mein Herz in Beſitz zu nehmen, das ich dir ganz weihe. Amen. (Tugendübungen vor der heil. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. Geprieſen ſeiſt du Herr, Gott Iſraels, der du mich ſo huldvoll heimzuſuchen dich gewürdi⸗ digt haſt. Geprieſen, gelobt, gebenedeit ſeiſt du, o Jeſus, Sonne der Gerechtigkeit, der du die Glorie deiner Majeſtät verborgen haſt unter der weißen Geſtalt der Hoſtie, damit ich mit Ver⸗ trauen dir nahen konnte. Du wohneſt in mir, du, der Unermeßliche, der Unbegränzte, deſſen ——— . n hn bin ih! 9 au n welcher N n te ich dih ſih 2meine Sindn au —— „ er 6 2 hlgefallens nl vorläufer huttht A und windipit n Her in B ihe. Anen. d union ſiche Si il ommunion. Gott Iſtuh zichen dich gu gebenedei ſit rſtigkeit, de rgen haſt un ni amit ich m du Unbegränzte, — — —— Frſt des hl. Johannes des Täufers. 377 Reich ohne Ende iſt! Ach wenn ich an deine un— endliche Macht und Größe denke, ſo ergreift Furcht meine Seele! Ach was bin ich? Nichts als ein blindes Erdenwürmchen, du aber der allmächtige Schöpfer Himmels und der Erde!— Mit noch weit tieferer Erniedrigung als dein Diener Johannes muß ich ausrufen:„Herr! ich bin nicht würdig, dir die Schuhriemen auf⸗ zulöſen!“ Und dennoch haſt du mich heimge⸗ ſucht und mir die göttliche Nahrung deines hei⸗ ligſten Fleiſches und Blutes gereicht! Wie kann ich wohl eine ſo übergroße Gnade vergelten? O daß ich dich doch ſo lieben könnte, wie dein heili⸗ ger Diener Johannes! O daß ich doch ſo rein, ſo mit Tugenden geſchmückt wäre, wie er! Gü⸗ tigſter Jeſus! du haſt geſagt:„Ich bin gekom⸗ men, um Feuer auf die Erde zu ſenden.“ Siehe, glühend verlange ich, daß du mich mit Feuer deiner Liebe ganz entzünden möch⸗ teſt. O gib mir Starkmnuth des Geiſtes, Demuth des Hetzens Keuſchheit des Leibes, Liebe der Einſamkeit, gib mir Geduld und Sanftmuth, den Geiſt der Reue und der Buße und die Gabe der Beharrlichkeit. Wieder und wieder bitte ich dich, o Herr, durch das Innerſte deiner Barmherzig— keit, du wolleſt dich würdigen, das Feuer deiner Liebe in mir zu vermehren und mir auch mitzu⸗ theilen innige Liebe zu den Nächſten, denn die 378 Kommunionandacht. Vollkommenheit deines heiligen Geſetzes beſteht ja in der Liebe, und habe ich dieſe Liebe, ſo kann nichts mehr von dir mich trennen; keine Verſuch⸗ ung, keine Anfechtung, keine Lockung der Welt und ihrer Freuden wird dann mehr im Stande ſein, mich zum Falle zu bringen und dich zu be⸗ leidigen. O gib mir, theuerſter Jeſus, dieſe Liebe, von der dein heiligſtes Herz voll iſt, laſſe ſie nie mehr aus meinem Herzen weichen bis zum Ende meines Lebens, und laſſe mich in die⸗ ſer Liebe ſterben. Dann werde ich dich von An⸗ geſicht zu Angeſicht ſchauen, dich ewiglich lieben und in dieſer Liebe ſelig ſein. D Maria, ſeligſte Jungfrau, Mutter der ſchönen Liebe, o hilf mir Jeſum lieben; und mache, daß ich nichts Anderes verlange, als ihn zu lieben. Amen. (Tugendübungen nach der heil. Kommunion ſiehe Seite 288.) ——— Fünfter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Matth. 5, 20. Von der Liebe des Nächſten. Por der heiligen Rommunion. G meine Seele! was willſt du jetzt thun? Du willſt hintreten zum hochheiligen Mahle des eingebornen Sohnes Gottes und willſt dich durch den Genuß ſeines heiligſten Fleiſches und Blutes mit ihm vereinigen! Biſt du wohl einer diſe ute ſih nen; tin Le 5 Loäing w On mehr ine en Dſen und di dich 1 Gerſer Jiſs, 1 —— Herz vol i ſh. hetzen wihn — nich br enig i F. D Mui iz ſül cen Liehe, 3 —— Wmmnion ſiheEih — ich Pfingſta bet Lihe ſi „lommuninn. illſt du j t n hochheiin! ottes und mil il ligſt ligſten Fli leiſh 3 1 Biſt du u — — 5. Sonntag nach pfinugſten. 379 ſo hohen Gnade würdig? Ach, mein Gott und Herr! ich höre dich im Evangelium heute ſagen: „Wenn du dich erinnerſt, daß dein Bru⸗ der etwas wider dich habe, ſo gehe zu⸗ vor hin, und verſöhne dich mit deinem Bruder.“ Ach wer hat das Meiſte gegen mich, wer muß ſich am meiſten über mich beklagen, als du ſelbſt, o Herr?! Ich höre dich ſagen: „Siehe ich habe gegen dich, daß du deine erſte Liebe verlaſſen haſt.“(Offenb. 2.) Ja, o Herr, gerecht iſt deine Klage, gerecht dein Vor⸗ wurf!— Wenn ich meine Lebenstage betrachte, ſo muß ich mit Trauer bekennen, daß die erſte Liebe, welche du mir in der heiligen Taufe in das Herz geſenkt und welche ich in meiner Kind⸗ heit zu dir gehegt habe, ſich mit jedem Tage meines Lebens eher vermindert als vermehret hat. O mein Herz iſt kalt geworden, und nur das Verlangen, dich, o höchſtes Gut zu lieben, vollſter Erlöſer, meine Liebloſigkeit. Alles, was mich hindern konnte, mit dir und allen meinen Worten oder Werken gegen dich oder gegen meinen Nächſten geſündigt, verabſcheue und bereue ich vom Herzen und bitte dich, du wolleſt mir Verzeihung angedeihen laſſen. — Ich nehme die heiligen Engel und den gan⸗ Liebe verbunden zu ſein, was ich immer in Gedanken, 350 Rommnnionandacht. zen himmliſchen Hof zum Zeugen, daß ich alle Menſchen, Freund oder Feind, aufrichtig und herzlich lieben und Allen, welche mich betrübt oder beleidiget haben, gerne verzeihen will.— Du, o Jeſus, verſchmähſt es nicht, denen zu ver⸗ zeihen und ſogar dein heiligſtes Fleiſch und Blut zur Speiſe zu geben, welche dich ſo oft ſchon be— leidigten. Siehe, ich nehme mir vor, auch den⸗, die mich betrübten und verletzten, bei jeder Gele⸗ genheit Gutes zu thun und bitte dich herzinnig⸗ lich, du wolleſt allen meinen Feinden ihre Sün⸗ den vergeben und ihnen Gnade verleihen, daß ſie ihr Heil finden.— Ja ich will mich innig freuen, o Herr, wenn du ihnen recht viel Gutes thuſt und ſie mit deinem reichſten Segen beglückeſt. Mit ſolch gutem Willen, mit ſolch heiligem Vor⸗ ſatz wage ich es, obwohl mich ganz unwürdig fühlend, zu deinem heiligſten Tiſch zu gehen, mit dem innigſten Verlangen, du wolleſt, o guter Jeſus, mein Herz mit heiliger Liebe zu dir und allen Menſchen entflammen und bewirken, daß wir Alle Eins werden mit dir und durch dich mit dem Vater und dem heiligen Geiſte. Amen. (Tugendübungen vor der heil. Kommunion ſiehe Seite 281) Nach der heiligen Rommunion. O wie überaus gütig biſt du gegen mich, o Jeſus! Du kommſt wieder in mein beſtecktes Herz! — „— S — c— —— . — —en, daß iche 2, auftichtig u iche nih i *werzihen nl. Sicht, denn zur S5 Fleiſch udg ſo ſtſtn vvor, auch d len, bei jder dte dich herjn S Frinden ihr ei e verleihen, j u nich imig ſu t viel Gute t ———— ——— — = Eegen begl ſolch heilgend ich ganz mi —tiſch zu ghut wolleſt, o r Liebe zu r u und bewirin, Iir und dht cigen Giſt. h —union ſiche Eit iommunivn. — du gegen n S nein beſeits —— 5. Sonntag nach pfingſten. 331 Wer ſollte nicht deine unermeßliche Lieb bewun⸗ dern?— Ich bete dich an, ſüßeſter Gaſt meiner Seele und danke dir vom innerſten Grunde mei⸗ nes Herzens für dieſe unbegreifliche Huld, mit welcher du mich Armen heimgeſucht haſt!„Was iſt doch der Menſch, daß du ſeiner ge⸗ denke ſt, und was iſt der Menſch, daß du ihn heimſuchſt?“ Was haſt du denn an mir geſehen, das dir ſo wohl gefiel, um zü mir zu kommen? Ach nichts als Unvollkommenheit, nichts als Sünde! Und doch haſt du dich herabgelaſſen, in mein Innerſtes hineinzugehen und mein Herz zu deiner Wohnung zu machen? Und warum? Um mich, wie den armen Menſchen, der unter die Räuber fiel und von ihnen mit Wunden be⸗ deckt wurde, wie der barmherzige Samaritan, vom Tode zu erretten, die Wunden meiner Seele zu heilen und mir die Kraft eines neuen Lebens einzuflößen. O wie überaus liebevoll biſt du, o Herr! Und ich? Ach in mir findeſt du faſt keine Liebe; hart und kalt iſt mein Herz! O barm⸗ herzigſter Herr! gib mir doch Liebe; o gib mir Liebe, nichts als Liebe! Gib mir Liebe zu dir, und auch Liebe zu dem Nächſten. Du haſt mich und alle Menſchen mit deinem Blute erkauft; du machteſt keinen Unterſchied, alle haſt du geliebt, und liebeſt ſie noch, wie ſoll ich nicht auch alle Menſchen lieben? O gib mir nur eine aufrichtige 332 Kommunionandacht. Liebe, daß ich in dir meine Freunde und deinet⸗ wegen auch meine Feinde liebe. Vergib mir, daß ich bisher ſo empfindlich, ſo verdrüßlich, ſo zornig, ſo aufbrauſend bei der geringſten Belei⸗ digung geweſen, daß ich mit ſo wenig Geduld die Schwächen und Fehler meines NRächſten getragen, daß ich mich ſo abgeneigt, ſo feindſelig gegen ihn betragen und die heilige Nächſtenliebe ſo wenig geachtet und geübt, meiner Eigenliebe aber immer nachgegeben habe! O verzeihe mir, mein theuer⸗ ſter Herr, denn in dem Nächſten habe ich dich ſelbſt beleidigt, und hilf mir, daß ich von dir, meinem himmliſchen Lehrmeiſter, die ſchönen Tu⸗ genden der Sanftmuth, der Geduld, der Demuth üben lerne, daß ich bei den Fehlern und Schwä— chen meines Nebenmenſchen immer auch meiner eigenen Fehler und Schwächen gedenke und mit den Gebrechen meines Nächſten immer Mitleid trage.— Noch eine Bitte habe ich, o Herr! deren Gewährung ich von dir hoffe! Siehe, ſehr erſchreckt hat mich das Wort im heutigen Evan⸗ gelium:„Wenn euere Gerechtigkeit jene der Phariſäer und Schriftlehrer nicht weit übertrifft, ſo werdet ihr in das Himmelreich nicht eingehen.“ O verleihe mir doch die Gnade, o Herr, daß ich bei allem meinem Thun und Laſſen immer eine gute Ab⸗ ſicht, immer eine dir wohlgefällige Meinung habe, 8n udp Re Ntr — wnil 4 geringt 5 1 werig hlh litjn qu dnig qn Silie ſn on 1liebe chein — nir, men ſr en hübe i f daß ih m nr, die ſtim 1 db, e d hlem wot mer un Ei gedek u En innn ſ abe ich, — hoffe! Ei im hatib Srectigk ii 8 ift ftlehrri 5 Minnt bereit für dieſen Glauben zu ſterben, Feſt der hl. Apoſtel Petrus und Panlus. 333 daß ich das Menſchenlob, die Menſchenehre im— mer fliehe, und bei allen meinen Werken immer nur darauf ſehe, ob ſie dir zur Ehre und zum Wohlgefallen gereichen. Amen. (Tugendübungen nach der heil. Kommunion ſiehe Seite 288.) Das Feſt der heil. Apoſtel Petrus und Paulus. Evangelium: Petrus bekennet die Gottheit Chriſti, worauf ihm die höchſte Würde der Kirche verſprochen wird. Por der heiligen Rommunion. Goe Heiland Jeſus! mit aller Inbrunſt des Herzens ſage ich dir Dank, daß du mich in deiner heiligen Kirche, welche du auf den Apoſtel Petrus, wie auf einen Felſen, ge⸗ gründet, haſt geboren und erzogen werden laſſen, und in tiefſter Demuth, mit größter Ehrfurcht werfe ich mich vor deine Füße nieder und bekenne laut mit dem heiligen Petrus, daß du biſt der Sohn des lebendigen Gottes, und daß du wahr⸗ haftig, wirklich und weſentlich mit deiner Gott— heit und Menſchheit im heiligſten Sakramente ge⸗ genwärtig biſt. Ich glaube und bekenne und bin daß dein allmächtiges Wort, o Herr, welches der Prieſter bei der heiligen Wandlung ſpricht, das Brod in dein Fleiſch und den Wein in dein heiligſtes Blut 334 Kommunionandacht. verwandelt. Ich glaube, daß ich in der heiligen Kommunion jenes zarteſte, reinſte Fleiſch und je⸗ nes heilige Blut empfange, welches du von der jungfräulichen Mutter Maria angenommen haſt. Ich glaube, daß nach der heiligen Kommunion jenes heiligſte, liebreichſte Herz in mir gegenwär— tig iſt, das du, o Jeſus, mir zu Liebe mit ſo viel Trübſal, Schmerz und Leid erfüllt ſein und nach dem Tode noch mit einer Lanze durchſtoſſen laſſen wollteſt. Ich glaube, daß nach der heiligen Kommunion in mir jener Leib zugegen iſt, den du, o Jeſus! dem grauſamen Tode am Kreuze hin⸗ gegeben haſt, der aber vom Tode wieder erſtan⸗ den nunmehr in himmliſcher Glorie glänzend von den Engeln und Auserwählten im Himmel angebetet wird.— Ich ſehe zwar nichts als ein weißes Brod, aber dennoch glaube ich unbezwei⸗ felt, daß es kein Brod, ſondern dein allerheiligſter Leib iſt, o mein Heiland; denn du, o Jeſus, die cwige Wahrheit, haſt es geſagt und betheuert wit den Worten:„Dieſes iſt mein Leib,“ und deine heiligen Apoſtel Petrus und Paulus haben es geglaubt und gelehrt, und ſind für dieſen Glau⸗ ben geſtorben. Ja ich glaube feſt, daß unter den Brodsgeſtalten dein wahrer Leib, deine Seele, deine Gottheit, deine Menſchheit, dein Fleiſch und Blut, o Gottmenſch Jeſus, wahrhaft und wirk⸗ lich zugegen iſt. O hätte ich doch das Glück, —— 1— e nit— n ei Lan iiß — nh zi er zugegen it m de an hunt o de nieden i n Glorie jn urhlien in hu ſ var nicht ih v uhe ich un odein leit d du, o — t und b ſ nein Lih“ etand Pultst d für dijn feſt, a Lah dirs t, dein eit in⸗ Feſt der hl. Apoſtel Petrus und panlus. 335 für dieſen Glauben mein Blut vergießen zu dür⸗ fen! Du haſt es ja geſagt, und wenn auch mein Verſtand dieß nicht faſſen, meine Vernunft dieß nicht begreifen kann, ſo glaube ich deinem un⸗ trüglichen Worte, und dein Wort gilt mir mehr als alle Wiſſenſchaft der Weiſeſten.— In die⸗ ſem Glauben nun möchte ich heute hintreten zu dem Mahle, das du, o Jeſus, meiner Seele be⸗ reitet haſt. Ach, wenn ich doch auch würdig wäre, dich, o höchſtes Gut, in mein Herz aufzunehmen! Doch der Glaube an deine Gegenwart im hei⸗ ligſten Sakramente ſagt mir auch, daß du ein reumüthiges und demüthiges Herz nicht verſchmähſt. Du haſt in Gnade und Barmherzigkeit den reui⸗ gen Petrus wieder aufgenommen, der dich dreimal verläugnet und Paulus, der dich verfolgte, zu deinem auserwählten Apoſtel, zu einem Gefäße der Gnade gemacht; du wirſt auch mich nicht von dir ſtoſſen, wenn ich in Reue und Demuth zu dir komme und dich um Verzeihung anflehe; du wirſt auch mir nicht verweigern die Nahrung und die Arznei für meine Seele, dein heiligſtes Fleiſch und Blut; denn„die Geſunden,“ dieß ſind ſeine eigenen Worte„bedürfen kei⸗ nes Arztes, ſondern die Kranken.“ O ſo komme denn mitleidvollſter, weiſeſter, gütigſter Arzt und heile die Wunden meiner Seele, komme und mache den Unreinen rein, den Schwachen Jeſus, mein Alles. 25 386 Lommunionandacht. ſtark, den Blinden ſehend und den Lahmen ge⸗ hend den Weg der Gerechtigkeit. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Vach der heiligen Rommunion. O welch große Barmherzigkeit haſt du mir wieder angedeihen laſſen, gütigſter, theuerſter Herr! O hätte ich doch jetzt die Zunge aller Menſchen, um dir danken zu können, wie mein Herz es wünſcht!— Doch wie kommt es, daß du dich wieder herabgelaſſen haſt, o unendliche Majeſtät, Sohn des lebendigen Gottes, bei mir armen Sünder einzukehren?! Ach mit deinem heiligen Apoſtel Petrus muß ich ausrufen: „Gehe weg von mir, ich bin ein ſündi⸗ ger Menſch.“ Doch nein, o Herr, ich laſſe nicht von dir, o ich umklammere deine heiligen Füße und rufe mit dem heiligen Paulus aus:„Wer wird mich ſcheiden von derLiebeChriſti?“ Wie glücklich bin ich! Ich beſitze meinen Erlöſer, den einſt Petrus und Paulus unter tauſend Ge⸗ fahren auf der ganzen Erde predigten. Dich beſitze ich, o Jeſus, für deſſen Ehre die Fürſten der Apoſtel ihr Blut verſpritzten. O könnte ich dich ſo innig lieben, mein Herr und Gott, wie deine heiligen Apoſtel; o könnte ich doch ſterben für dich! Doch leiden kann ich für dich! Und ich will auch gerne Alles leiden, was deine Gerech⸗ uk erhn et Um. IMx inn ſih en nmnin nkeit hi u e tigſer, iu j die gun teltelönmen, nin ie bt njſt, vm Gottes, i ich en tz! I bin ein ſi eit herr, ich li eine heiin g uls a 1t rLiebebht I itze neimnt unter ut 1 digen i re die ſin 5 6 — d bmi Zeſt der hl. Apoſtel Petrus und Paulns. 337 tigkeit und deine Barmherzigkeit über mich ver⸗ hängt. Ich will leiden in Geduld und Ergebung alle Widerwärtigkeiten meines Standes; ich will gerne tragen alle Mühen, Sorgen, Kümmerniſſe und Trübſale dieſes Lebens; ich will leiden alle Verachtungen und Verfolgung von Seite meiner Mitmenſchen und das Alles aus Liebe zu dir, mein theuerſter Jeſus, und aus Buße für meine Sünden. Mögeſt du doch, o Herr, mein Herz mit dem Feuer der innigſten Liebe entflammen, damit mich nichts mehr von dir trenne und ich dir in aller Treue diene bis zum Tode wie deine heiligen Apoſtel. Aber ach, ich fürchte, daß, wenn der Kampf mit meinen böſen Neigungen wieder beginnt, ich wieder elendiglich unterliegen werde, wenn du mir nicht beiſtehſt, o Herr! du Starker im Streite. Wie dein Diener Paulus möchte ich einen guten Kampf kämpfen, damit ich die Krone erringe, welche du mir aufbewahrt haſt; allein der Sieg iſt bei dir, o Herr!— Ich möchte gerne im Geiſte der Buße, der Abtödtung, der Selbſtverläugnung meine Tage verleben, wie dein Diener Petrus; allein dieſer Geiſt der Buße kommt von dir, o Herr! O ſo höre und erhöre mein herzliches Flehen, guter Jeſus! und rüſte mich aus mit der Kraft von Oben, daß ich recht⸗ mäßig kämpfe. Gib mir dieſen Geiſt der Zer⸗ knirſchung, der Abtödtung und der Buße, damit 25* 333 Kommnnionandacht. ich der Welt und der Sünde abſterbe und nur für dich lebe, o Herr! O wie groß und unzähl⸗ bar ſind die Wonnen und Freuden, welche du denen bereitet haſt, die dich lieben. Dieſe Won⸗ nen waren es, welche deine heiligen Apoſtel Pe⸗ trus und Paulus antrieb, daß der Eine das Kreuz ſich wählte, der Andere ſein Haupt dem Schwerte hingab. Dieſe wonnevolle Seligkeit darf auch ich hoffen, und für ſie will ich ſtreiten, für ſie will ich ſterben täglich bis zum Ende meines Lebens. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Ablaßgebet zu Ehren der hl. Apoſtel Petrus und Paulus. *Mittelſt Dekret vom 28. Juli 1778 verlieh Papſt Pius VII. allen Gläubigen, welche mit reumüthigem Herzen wenigſtens einmal des Tages das nachſtehende Gebet mit einem Vater unſer und Ave Maria und Ehre ſei Gott ꝛc. beten, einen Ablaß von 100 Tagen und einen vollkommenen Ablaß an jedem Feſte des heiligen Pe⸗ trus ſowohl, als auch des heiligen Paulus, oder an den dieſen Feſten vorangehenden neun Tagen, oder der dar⸗ auffolgenden Oktave, wenn ſie nach verrichteter Beicht und Kommunion eine Kirche oder einen Altar, welche den genannten Apoſteln geweiht ſind, andächtig beſuchen, daſelbſt das nachfolgende Gebet verrichten, und für die heilige Kirche und den heiligen Vater beten. Gebet. O heilige Apoſtel Petrus und Paulus, ich N. N. erwähle euch heute und für immer zu in— Sblece m mn un Sihe, u Enn. Liee i Digen M iel ß de e t . . Am ſein Hu eſe nnevole 6 de vil ih ſu enx h bis znt l minn ſih ein s und put i1778 wih en er he nit unt ſeſ Ave Mun le d00 Tnn t ehiſt d hih bd Paus, M nTagen, iuh 1 ach veritnt v d, awätthi I errichten, u S rer betn. r und pulu and ſi in ZFeſt der hl. Apoſtel Petrus und Paulns. 339 meinen beſonderen Schutzpatronen und Fürſpre⸗ chern und ich erfreue mich in aller Demuth mit dir, o heiliger Petrus, Fürſt der Apoſtel, daß du jener Fels biſt, auf welchen Gott ſeine Kirche gebaut hat, und mit dir, o heiliger Paulus, von Gott erkornes Gefäß der Auserwählung und Prediger der Wahrheit auf dem ganzen Erd⸗ kreiſe. Erlanget mir, ich bitte euch inſtändig, einen lebendigen Glauben, eine feſte Hoffnung und eine vollkommene Liebe, eine gänzliche Losſchälung von mir ſelbſt, die Verachtung der Welt, Geduld in Widerwärtigkeiten und Demuth im Wohler⸗ gehen, Eifer im Gebete, Reinigkeit des Herzens, die rechte Meinung in allen meinen Handlungen, Sorgfalt und Fleiß in der Erfüllung meiner Standespflichten, Standhaftigkeit in meinen Vor⸗ ſätzen, Ergebung in den göttlichen Willen und die Beharrlichkeit in der göttlichen Gnade bis zum Tode, damit ich durch eure Fürſprache und durch eure glorreichen Verdienſte die Verſuchun⸗ gen der Welt, des Satans und des Fleiſches überwinde und würdig ſei zu erſcheinen vor dem Angeſichte des höchſten und ewigen Seelenhirten Jeſus Chriſtus, der mit dem Vater und dem heiligen Geiſte lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit, um ihn ewig zu genießen und zu lie⸗ ben. Amen. Vater unſer, Ave Maria, Ehre ſei Gott ꝛc. ꝛc. Kommunionandacht. Sechſter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Mark. 8, 1. Jeſus ſättiget viertauſend Mann mit ſieben Broden und etlichen Fiſchen. Por der heiligen Rommunion. Dr o Herr Jeſus! iſt wohl bekannt die Schwachheit meiner Seele, und da du dich einſt über das Volk in der Wüſte erbarmteſt und es mit wunderbar vermehrtem Brode ſpeiſeſt, ſo bitte ich dich herzinniglich, erbarme dich meiner armen Seele, die nicht hat, womit ſie ihren Hun⸗ ger ſtillt, wenn du ihr nicht zu Hilfe kommſt, o gütiger Herr! Siehe, ſchon lange verlangt meine Seele nach dir; laſſeſt du ſie ungeſpeiſet gehen in ihre Heimat, in die Ewigkeit, ſo wird ſie auf dem Wege verſchmachten. Von weiter Ferne kommt meine Seele zu dir, denn ſie iſt weit ab— geirrt von dir, wie ein Schaf, das zu Grunde geht. Nun aber aus weiter Ferne zu dir zurück⸗ kehrend bedarf ich deiner, o Herr, du lebendiges Himmelbrod, damit ich nicht ſterbe.— Nach dir hungert meine Seele, nach dir begehrt ſie mit heißer Inbrunſt. Ach ein weiter Weg ſteht mir bevor, hart und rauh iſt die Bahn, die zum Le⸗ ben führt. Ohne dich kann ich nicht ſein, ohne dieſe Wegzehrung kann ich nicht weiter kommen. D Herr! wenn du willſt, daß ich mein Ziel er⸗ reiche, zu dem du mich erſchaffen, wenn du wilſſt, — en mnin, chl bem tS mhn de Kl ebam neh r Prrde ſeit lich arme dih u hat nnit ſi ihni n21 hile hn ſhN gen f ngepeit die Szkeit, ſo m ad f Von wein dit m ſe iſm n, dos ju ei e z n irt beght eer ter Vg ſth ſi Sbahn dep⸗ irh nich ſi cht wein n een, ven un 6. Sonntag nach pfingſten. 391 daß ich den Himmel erlange, den du mir mit deinem Kreuze eröffnet haſt, ſo mußt du mir ge⸗ ſtatten, daß ich oftmals zu dir komme und dich zum Heile meiner Seele empfange, damit ich nicht auf dem Weg zum Himmel ermatte. Du haſt ja geſagt, mitleidigſter Jeſus! als du die Tau⸗ ſende ſaheſt, die dir in die Wüſte folgten:„Ich will ſie nicht ungeſpeiſt in ihre Heimat ziehen laſſen, damit ſie auf dem Wege nicht verſchmachten,“ o erbarme dich auch über mich, der du ja zur Erquickung deiner Gläubi⸗ gen im heiligſten Sakramente weileſt, und gib mir das Brod, welches meiner Seele das Leben gibt.— Komme, o Jeſus! du lebendige Gnaden⸗ quelle und gib mir Armen, was ich bedarf auf dem Weg zum Himmel: Stärke in der Schwach⸗ heit, Troſt in der Trübſal, Erquickung im Er⸗ matten und Schutz in Gefahren! Würdig bin ich freilich nicht ſolch unausſprechlicher Gnade; allein zu wem ſoll ich gehen, wenn nicht zu dir, der du biſt der Weg, die Wahrheit und das Leben, und der geſagt hat:„Ohne mich könnet ihr nichts thun.“ O ſo würdige dich denn, gütig⸗ ſter Herr, heute aus Erbarmen meine ermattete Seele heimzuſuchen und ſie wieder zu erquicken und zu ſtärken, damit ſie mit neuem Eifer den Weg laufe, der zum Leben führt. Amen. Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Rommnnionandacht. nach der heiligen Rommunion. Groß, unausſprechlich groß war das Wunder, das du in der Wüſte gewirkt haſt, o Herr, in⸗ dem du mit wenigen Broden ſo viele Tauſend Menſchen ſättigteſt, aber noch unbeſchreiblich gröſ— ſer iſt das Wunder, welches du heute gethan haſt, mein Jeſus, an mir und ſo vielen Tauſenden auf der ganzen Erde, indem du uns dein ei⸗ genes, heiligſtes Fleiſch und Blut zur Speiſe gegeben haſt, und wir alle dich ganz mit Gott— heit und Menſchheit, mit Leib und Seele in un⸗ ſer Herz aufgenommen haben.— O Gnaden über alle Gnaden! Jeſus, der Sohn des leben⸗ digen Gottes iſt bei mir! Du, o theuerſter Herr, gabſt mir die ſüſſeſte Speiſe, den heilſamſten Trank, damit die erſchöpften Kräfte meiner Seele wieder neu geſtärkt werden, um die Mühſale auf dem Weg zum himmliſchen Vaterlande tragen zu können. O Dank, innigſter Dank für dieſe ſüſ⸗ ſeſte Wegzehrung, für dieſes Himmelbrod. Ach, wo würde ich hinkommen, wenn du mir dieſes gnadenvolle Brod nicht reichen würdeſt? Ich würde elendiglich auf dem Wege unterliegen! Lob und Preis ſei dir, o Herr, für dieſe ſo große Güte! — O geſtatte mir, daß ich alle meine Hoffnung auf dich ſetze; du kannſt mich immer und überall beſchützen; du kannſt mich ja jeglicher Gefahr ————,—„ —— . 4——,—— oy l e eſtrölt — heut ſi 1 vie ilen du n n K ln jur S gm nit e — n 17— ſin [E iſte mein i ſ— die Nillſtet „ n— ii mich ſchützen. Feſt der Heimſuchung Mariä. 393 entreißen. Ich werde kein Uebel fürchten, denn du biſt bei mir, du biſt mein Begleiter auf mei⸗ ner Pilgerfahrt. Wohin dein Wille mich rufen wird, dahin will ich ohne Zagen gehen, denn deine Hand wird mich führen und deine Rechte Wie ein Kind werfe ich mich in deinen Schooß, o Herr, mein Gott, und über⸗ laſſe dir das Geſchick meines ganzen Lebens. Schalte und walte mit mir, wie es dir gefällt, denn ich weiß, daß du mehr a S S möchte doch dein heiliger Wille elei an— und von mir geſchehen; o möchte doch einmal die Zeit kommen, wo ich nichts mehr will, als was du willſt, und wo ich ſagen kann: Ich bin ganz dein, o Jeſus, mein Gott und mein Alles. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Auf das Feſt der Heimſuchung Evangelium: Lukas 1, 30. Maria reiſet über das Gebirg zu Eliſabeth und wird von ihr freundlich empfangen. Rommunion. Vor der heiligen 18 oher kommt mir, o Jeſus, Sohn Gottes! (= die Gnade, daß du wieder zu mir kom⸗ men willſt? Welche Verdienſte habe ich denn? Welche Vorzüge findeſt du denn an mir, daß du 394 Kommunionandacht. mich heimſuchen willſt! Ach Herr! nicht würdig bin ich, daß du eingehſt unter mein Dach. Deine furchtbare Majeſtät ſtrahlet in unausſprechlicher Reinheit und meine arme Seele iſt ganz ſchwarz vom Schmutze der Sünde! O welch ein Abſtand iſt zwiſchen dir, o Gott! und mir armen Kreatur! Ach, wer bin ich und wer biſt du, o Herr!? Als Maria, deine theuerſte Mutter, die heilige Eli⸗ ſabeth grüßte, da wurde ſie vom heiligen Geiſt erfüllt; ach, welch ein Geiſt herrſcht in mir, wer bin ich in deinen Augen? Nichts anders, als ein übertünchtes Grab, voll der Eitelkeit, voll der Eigenliebe, voll böſer Neigungen, erfüllt mit Elend aller Art! Und doch würdigeſt du dich, o Herr, wieder bei einem armen Sünder einzu⸗ kehren! Woher dieſe Gnade? Woher dieſe Her⸗ ablaſſung zu deinem unwürdigen Knechte?! Doch gut biſt du, o Herr! unendlich gut. Daher ladeſt du die Gläubigen ein zu deinem göttlichen Tiſche, ſprechend:„Wenn ihr nichteſſetdas Fleiſch des Menſchenſohnes und trinket ſein Blut, werdet ihr das Leben nicht in euch haben.“ So eile ich denn zu dir, o Jeſus, da du mich einladeſt und drängeſt. Mit Vertrauen gehe ich hin zum Mahle, das du mir bereitet haſt. Schon iſt die Stunde da, wo ich dich, den Urheber des Lebens, in mein Herz aufnehmen darf! O welche Freude hat mein Herz über dieſe 1 it ame tt 1 du, 0 hen rae, de hih San heiint nſit inn [Sitz nbe Sitelket, u ſngen, efl (wirdigth 1en Eine Vohe i en Kechte Eo gu. An i n gitihni eſſ ſetdaiß id trinke en nict i n dir, ſ. M b s du nt ,. 85 —— —— ——— — — Feſt der Heimſuchung Mariä. os gnadenreiche Heimſuchung. Wie einſt ob deiner Nähe der kleine Johannes im Schooße ſeiner Mutter Eliſabeth vor Freuden aufgehüpft iſt, ſo hüpft mein Herz vor Freude auf, da du dich mir nicht blos naheſt, ſondern ſogar in mein Inner— ſtes eingehſt. O komme doch, mein Jeſus! und heilige mich, wie du das Kind Johannes gehei⸗ liget haſt. O komme, mein Jeſus, und mache einen Heiligen aus mir, denn heilig ſoll ich ja werden, wie dein Vater im Himmel iſt. Amen. Heilige Maria, Mutter Gottes! Mutter der Barmherzigkeit! wie ſehr hat dich das Mitleid zur Eile über das Gebirg angetrieben, um dem kleinen Johannes das Heil zu bringen, ihn durch deinen geliebten Sohn von der Erbſünde zu rei⸗ nigen und zu einem Tempel des heiligen Geiſtes zu machen! O komme mir auch, gütigſte Mutter! in dieſer Stunde zu Hilfe, und bitte für mich, daß dein geliebteſter Sohn Jeſus, ehe er in mein Herz eintritt, mich durch ſein Wort reinigen und heiligen möge, damit ich würdig werde, ihn zu empfangen. O Maria! du biſt meine einzige Hoffnung nach Gott; deine Fürbitte vermag Alles; nochmals flehe ich zu dir um deine mäch⸗ tige Fürbitte, damit ich ohne Sünde theilhaftig werde des unbefleckten Fleiſches und Blutes deines 396 Kommnnionandacht. —— Sohnes, meines Gottes, jetzt in dieſem Leben und einſt ſeines wonnevollen Mahles im Reiche des Himmels. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281) Uach der heiligen Rommunion. Wahrhaft unbegreiflich iſt deine Güte gegen mich, o ſüßeſter Jeſus! Wenn die heilige Eliſa⸗ beth bei dem Beſuche deiner gebenedeiten Mutter ſtaunend ausrief:„Woher kommt mir, daß die Mutter meines Herrn mich heimſucht?“ was ſoll ich armer Sünder ſagen? Wie iſt es mög— lich, daß du, o Herr Himmels und der Erde, ſo oft zu mir zu kommen dich würdigeſt, zu mir, der ich dich ſo oft beleidigte, und alle deine Liebe, alle deine Güte mit dem größten Undank ver⸗ galt? Woher kommt mir dieſe unausſprechliche Huld und Gnade? Woher anders, als aus dem unermeßlichen Abgrund deiner Barmherzigkeit? Woher anders, als weil du die Güte ſelbſt biſt? O wie überaus glücklich bin ich! Freue dich, meine Seele im Herrn, welcher dich mit der himmliſchen Speiſe, mit dem koſibarſten Tranke erquickt. Frohlocke in Gott deinem Jeſus, der die unerſchöpfliche Quelle aller Güter iſt. Juble meine Seele, über ſolche unbeſchreibliche Liebe deines Herrn! Vergib mir, guter Jeſus, dieſe ungewöhn⸗ ſrmn 1— ** Snnin nn duz 1 die ehelgt I deuedeien h mni i —— ¹ und de Cürdiget, in un 2 ſ 4 ul her dih u c koibuſn nen trit J⸗ Sitlihe S , di iſe u — — liche Freude. Dein Vorläufer Johannes hüpfte auf vor Freude über deine Nähe, und er hatte die Gnade nicht, mit dir ſo innig vereint zu ſein, wie ich jetzt mit dir! Wie ſollte ich mich nicht freuen, wie ſollte ich in heiligem Jubel ausbrechen, o Herr, ſo oft ich bedenke, daß ich dich meinen Gott, der ſo gut, ſo barm— herzig, ſo freigebig, ſo voll Liebe iſt, daß ich dich, den unendlichen, den ewigen, den allmäch⸗ meinem Herzen beſitze, daß ich dich beſitze, deſſen Name ſchon Erlöſung, Arznei und Heiligung iſt. Juble meine Seele vor Freude, der himmliſche Arzt iſt bei dir und will dich heilen. O mein Jeſus! es iſt nicht nöthig, daß ich dir die Wun⸗ den zeige, an denen ich krank darniederliege.— Wenn von deiner Nähe im Schooße deiner ge⸗ benedeiten Mutter ſchon eine ſolche Kraft aus⸗ ging, daß Johannes von der Erbſünde befreit und geheiliget wurde, o ſo darf ich hoffen, daß auch ich die Gnade der Heiligung erlange, da du in mir weileſt. O ſprich nur ein Wort, und mein Stolz, mein Eigenſinn wird vernichtet, meine Schuld wird abgewaſchen, ich werde dir wieder wohlgefällig ſein.— Ich laſſe dich nicht von mir, bis du mir dieſe Gnade gewährſt. Ich umfaſſe dich, ich verbinde dich mit meinem ar— men, liebenden Herzen. O gib, daß ich dich 393 Kommunionandacht. immer lieben, daß ich immer von dir glliebt werden möge. Dies iſt meine Hoffnung, dich immer zu lieben und in dieſer Liebe zu verblei⸗ ben ewiglich. Amen. Gebet zur allerſeligſten Jungfrau. D Maria, meine innigſtgeliebte, theuerſte Mutter! du Mutter und Spenderin der göttlichen Gnade! durch dich hat dein geliebteſter Sohn die Fülle ſeiner Gnaden über Johannes, über Eliſabeth und Zacharias ausgegoſſen; o mögeſt du dich auch heute meiner armen Seele annch— men und für mich bitten, daß mir mein und dein Jeſus heute verleihe Friede des Herzens, den Geiſt der Demuth, die Gabe der Reinigkeit und den guten, treuen Willen, ihm mit glühendem Eifer immer zu dienen.— Durch deine reinen Hände opfere und weihe ich mich ihm gänzlich, und ich hoffe, daß er wegen deiner dieſes Opfer nicht verſchmähen werde. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) — Siebenter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Matth. 7, 15. Wie man die Scheinheiligke erkennen könne. Por der heiligen Rommunion. Betrachtung. Wer kommt zu mir? Jeſus, der göttliche Lehrmeiſter; Jeſus, der Lehrer der Wahrheit, die Wahr⸗ ò 3 1 hn nit etich ihn e iner die e. ninn ſch en ———— rh Fſn min eſus, N — — —=— ——— wie meine böſen Neigungen, 7. Sonntag nach pfingſten. 399 heit ſelbſt! Jeſus, der geſa gt hat, Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht ver⸗ gehen...— der göttliche Meiſter, der S. hat: Wer meine Lehre 6, und ſie hält, der wird ſehen, daß ſie aus Gott iſt.„ Jeſus, die ewige Wahrheit, welche nichti irren kanni in ſeinen Worten, und nicht fehlen kann in ſeinen Verheißungen.... Jeſus, der geſagt hat: mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngſten Tage.. Zu wem kommt er? einem er nicht erkennt, was ihm zum Friben bient einem Menſchen, deſſen Seele nach Wahrheit turſtt. und der dennoch der Lüge als der Wahrheit ſein Ohyr leihet... Zu einem Menſchen, den falſche Pro⸗ pheten, elende Schmeichler„ſchon ſo oft betrogen haben, und der doch immer die Finſterniß mehr liebt, als das Licht... Zu einem Menſchen, den die W zahrheit frei machen würde von den Feſſeln, womit ihn die verlogene W kommt er? Er kommt, um von Warum meinen Augen wegzunehmen die Binden, welche die Sünde und böſe Gewohnheit um ſie gelegt hat... Er kommt, um mir die Augen zu öf öffnen„damit ich erkenne, meine böſen Leidenſchaften mich betrügen... Er kommt, um mir zu zeigen, in wel⸗ ches Verderben die falſchen Propheten, die S Schmeichler, die böſen Freunde und Genoſſen durch ihre trügeriſchen Lockungen mich geſtürzt haben.. Er kommt, um mich zu erleuchten, daß ich erkenne, welches die wahren, un⸗ vergänglichen Güter ſind... Er kommt, um mir den 400 Kommunionandacht. Weg zu zeigen, der zum Himmel führt.... Er kommt, um mich einzuladen, ihm nachzufolgen, damit ich nicht — mehr im Finſtern wandle.... Er kommt, um mich wahrhaft frei zu machen von den Banden meiner böſen Leidenſchaften, die mich in das Verderben ziehen.... Anmuthung. I mein Jeſus, zu wem ſoll ich gehen? Lu S haſt Worte des ewigen Lebens, und ich vabe geglaubt und erkannt, daß du biſt der Chri— ſtus, der Sohn Gottes, daß du biſt die ewige Wahrheit! O vergib mir nur, daß ich den vie⸗ len guten Worten, die du zu mir durch den Mund deiner Prieſter, durch meine Eltern, durch wahr— haft gutmeinende Menſchen, durch die Stimme meines Gewiſſens geſprochen haſt, nicht geglaubt, denſelben nicht gefolgt habe! O vergib mir, daß ich die Finſterniſſe, die Lüſte und Freuden der Welt, die Begierlichkeit des Fleiſches mehr geliebt habe, als das Licht! O vergib mir, daß ich ſchon ſo oft durch die Lockungen elender Schmeichler, falſcher Freunde mich habe täuſchen laſſen und den breiten Weg gewandelt bin! O vergib mir, daß ich mich von meinen verkehrten, böſen Leidenſchaften und Trieben hinreißen ließ, Böſes zu thun, und die Befriedigung doch nicht zu finden. O mein Jeſus! ich ſehe es ein, wie ſehr ich von dem Wege der Wahrheit abgewichen bin, und in Reue und Schmerz komme ich nun zu * ſen, Nnit lit . nt m — anden nein eh 4* Shanji. — Lbes, u du bi K du bit ir i deß ih — — u ir durhil e tem, dirh durch di kt Niſt, nicht g D wi lſte und ſu nes Fleiſhs: ie O rerzi m ocngn c nich hehe ü Spnn wel neinen wit 2 1 in icigng i —iehtheit in bn ihn 7. Sonntag nach Pfingſten. 401 dir, du Lehrer der Wahrheit, und bitte dich, kehre ein bei mir und lehre mich deine Wege! Komme, o Jeſus, und ſprich mit der Donner⸗ ſtimme deiner Allmacht zu meinem harten Her— zen, daß es erwache und dich höre! O nimm mir weg die Binden, welche mich nicht ſehen ließen, den verkehrten Weg, der mich in die Sünde ſtürzte. O leuchte hinein in mein Herz und zeige mir mein Elend, damit ich mich gezwungen fühle, bei dir Hilfe zu ſuchen. Komme, o Jeſus, und ſprich zu mir: ſiehe dein Diener höret; gib mir aber auch die Gnade, daß ich von nun auch den Willen deines Vaters vollziehe und deine Tugen⸗ den nachahme, die du mir, o göttlicher Lehrmei⸗ ſter, zur Nachahmung vorgeſtellt haſt. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. „Mein Herr und mein Gott!“ ſo rufe ich niedergeworfen auf meine Kniee vor dir, mein Jeſus, ſtaunend aus über deine ſo unbegreifliche Herablaſſung, womit du, der Lehrer der Wahr⸗ heit, die Weisheit des himmliſchen Vaters, dich würdigteſt, deinen Jünger heimzuſuchen und ihn, der ſo lange ſchon und ſo oft deiner lieblichen Stimme kein Gehör gab, mit deinem heiligſten Fleiſche und Blute zu ſpeiſen, und Worte des Lebens zu ihm zu ſprechen.— Ach, wenn ich Zeſus, mein Alles. 26 402 Kommnnionandacht. dir doch für ſo viel Liebe und Güte auch danken, wenn ich dir für ſo viele Barmherzigkeit und Gnade die Verherrlichung, welche dir gebührt, auch darbringen könnte. Mir fehlt die Sprache, um den Gefühlen meines Herzens Ausdruck zu geben.— Mit dem Danke und der Verherrlic— ung aber möchte ich dir, meinem gütigſten Herrn, auch Früchte guter Werke zu Füßen legen. Aber ach, ich gleiche einem unfruchtbaren Baume, der zwar immer Blätter und Blüthen treibt, aber keine Frucht bringt. Ich mache tauſend Vor⸗ ſätze, tauſend Verſprechungen, allein wie die Bli⸗ then, ohne Frucht anzuſetzen, abfallen, ſo werden meine Vorſätze nicht zur That. O wann wird einmal die Zeit kommen, wo ich dir auch Früchte guter Werke weihen kann? Wie glücklich wäre ich, wenn der heutige Tag es wäre, wo ich meine Vorſätze, nur das zu thun, was dir wohl⸗ gefällig iſt, nur zu deiner Ehre Alles zu thun, in das Werk ſetzen würde. Aber ohne deine Gnade, mein innigſtgeliebter Heiland! vermag ich es nicht. Flehentlich bitte ich dich daher, du wolleſt mit dem Thaue deiner Gnade mein un⸗ fruchtbares Herz begießen und meinen ſchwachen Willen ſo ſtärken, daß ich erfüllen kann, was ich dir, o Herr, ſchon ſo oft verſprochen habe. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288) e—h e aſt F rie e eh Nu n nx h. it z i chün te es 5(ns uun Znn Bun 5 3 nf — ninen jn — len im* — ocher nhehe — mion ſihe dů eil — Fürbitten. der du alle, heiligen Kirche Mein Herr und Heiland Jeſus die an dich glauben und deiner angehören, ſo dringend gewarnt haſt vor den fal— ſchen Propheten, die in Schafskleidern einher— gehen, innen aber reißende Wölfe ſind, verleihe mir und allen Gläubigen die Gnade, daß wir uns in Acht nehmen vor allen jenen Menſchen, — mit ſühen⸗ W—— dem wn ie— un — u H O ſende das zict derie heiligen Gei ſtes in die Herzen derjenigen, welche das Unglück haben, unter Irrgläubigen, lauen, gleichgültigen, der heiligen katholiſchen Kirche feindſeligen Men⸗ ſchen zu wohnen, daß ſie auf ihre verführeriſchen Worte nicht hören und um den heiligen Glauben, bas 1—. i gend die Wzin baß ſie erkenne, wer ihre wah⸗ Verführern, welche Honig auf den Lippen, aber Natterngift unter der Zunge haben, ihr Ohr nicht leihen, daß ſie nicht das Gift ſchlechter Bücher in ihr Herz aufnehmen, ſich nicht verlocken laſ⸗ ſen, die Bahn der Tugend zu verlaſſen und den 26* 404 Kommnnionandacht. Weg der Sünde und des Laſters gehen und ſo die Beute der reißenden Wölfe werden. O guter Jeſus! wende doch deine barmherzigen Augen auf alle, deren Glaube und ewiges Heil durch Ver⸗ führung lügenhafter Schmeichler in Gefahr ſteht. Erbarme dich ſo vieler unſterblicher Seelen, die du mit deinem koſtbarſten Blute erlöſt haſt. Ach überall wuchert das Unkraut des Irrthums, der Lüge und des Betruges, überall wird die Wohr⸗ heit verfolgt, überall wird giftiger Same in die Herzen geſtreut, o rette die unſterblichen Seelen aus den Schlingen, welche ihnen gelegt werden und laſſe ſo viele Schäflein, welche du ſo theuer erlöſt haſt, nicht verloren gehen, ſondern ſtehe ihnen bei, daß ſie feſtſtehen im Glauben an dich, in der Hoffnung auf dich, in der Liebe zu dir, göttlicher Lehrmeiſter, der du biſt der Weg, die Wahrheit und das Leben. Amen. Achter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Luk. 16, 1. Das Gleichniß vom ungerechtn Verwalter. Por der heiligen Rommunion. G Jeſus! du haſt meiner durch dein koſt⸗ barſtes Blut erkauften Seele die edelſt Speiſe bereitet, auf daß ſie das Leben habe und n— S Srden. d be Sinn Shil wi nEi beitt nſ R je eun n eliſ hü ra Irchm i nir ih irhfger Sem di merhlihn echtö n glnn lei ur che dupt ten zn, ſodn heſ hluben n ich der Uhe er iſt der U n. ——— aßinn hniß un u ve 2 Smin e uth Secle i 43 Leben. 3. Sonntag nach Pfingſten. 405 mit dir aufs Innigſte vereinigt werde, und ich fühle es, daß ich ohne dieſe Speiſe das Leben der Gnade in mir nicht bewahren, der ſchreckli⸗ chen Gefahr, durch eine Todſünde von dir ge⸗ trennt zu werden, nicht entgehen kann. Aber Furcht ergreift mich, an dieſem hochheiligen Mahle, das deine Güte mir bereitet hat, Theil zu neh⸗ men. Ich habe ja geſündigt; ich habe gleich dem ungerechten Verwalter die Gaben des Geiſtes und des Leibes, mein Gedächtniß, meinen Verſtand, meine Einbildungskraft, meinen Willen, meine fünf Sinne, meine Leibesglieder zum Böſen miß⸗ braucht, die Zeit vergeudet und deiner Gnade nicht mitgewirkt. Ich habe meine Standespflich⸗ ten nicht treu erfüllt, und gute Werke aller Art zu thun verſäumt. Ach, ich war der ungerechteſte Verwalter! Was ſoll ich alſo thun? Furcht und Angſt umgeben mich! Ich weiß, was ich thue. Ich will zu meinem Vater gehen und zu ihm ſagen:„Vater, ich habe geſündigt vor dem Him⸗ mel und vor dir!“„O vergib mir meine Schul⸗ den!“ ſiehe, das ſind die Worte deines Sohnes, die er mich zu beten gelehret hat. Ja vergib mir, o Herr, vergib mir meine Schulden, wie auch ich vergebe meinen Schuldnern, für welche du dich am Kreuze geopfert haſt und täglich dich auf dem Altare opferſt. Siehe an, o Herr, den bitteren Schmerz meiner Seele und höre die 406 Kommunionandacht. Seufzer meines Herzens; o verſtoß mich nicht vor deinem Angeſicht und ſprich nicht:„Du kannſt ferner mein Verwalter nicht ſein.“— Freilich habe ich verdient, daß du mir alle Gaben und Gnaden nimmſt, weil ich ſie ſo ſchändlich vergen⸗ det habe; aber deine Barmherzigkeit iſt zu groß, als daß du ein zerknirſchtes Herz verſchmähſt und nicht erhöreſt. Ich will von nun an ein treuer, gerechter Verwalter ſein, und meine Gei⸗ ſtesgaben, die Sinne und Glieder meines Leibes nur zu deiner Ehre, zu deinem Wohlgefallen, zum Heile meiner Seele gebrauchen. Ich will die koſtbare Zeit gut anwenden, die Pflichten meines Standes treu erfüllen und deinen Gna⸗ den eifriger mitwirken. Deßhalb flehe ich zu dir, o guter Jeſus, würdige dich, mich ſchwachen, ge⸗ brechlichen, wankelmüthigen Menſchen heimzuſu⸗ chen, mich mit der Himmelsſpeiſe deines heiligſten Fleiſches und Blutes zu ſtärken und neues Leben mir mitzutheilen. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. So haſt du, unendlich gütiger Herr, nicht verſchmäht, den unglücklichen, nachläſſigen Ver⸗ walter, in unbegreiflicher Barmherzigkeit heimzu⸗ ſuchen. Ach wie kann ich dir dafür danken! Wie kann ich wohl ſolche unendliche Huld vergelten ſw hin ö.. n x fit it z up e in [Mm mn er und min 6 min n Vuh eAuche t umn, die ſit fi m und deinn k d o flehe ich ul i ſimtn ig enſchen hin el ee deints hi ſ* und neu raxin ſihe bül nmnion i iiger 3 = nhliſin iherigti fir kuln 1 hu 3. Sonntag nach pfingſten. 407 Was ſoll ich thun, ich Armer, was gebe ich dir für ſolch unerſchöpfliche Güte? Ich weiß, was ich thue. Ich will alle und jede Gelegenheit zur Sünde fliehen, meine böſen Neigungen bekämpfen, den Verſuchungen Widerſtand leiſten und Gutes thun, wo und wann und wie ich kann. Ich weiß, was ich thue. Ich will meinem Nächſten in jeglicher Noth beiſpringen, jedes Leiden geduldig ertragen und meine Sünden täglich beweinen. Ich weiß, was ich thue: ich will mir mit vergänglichen Gü⸗ tern dieſer Welt Freunde erwerben, die mir einſt das Sterben verſüßen und ein gnädiges Gericht erwerben. Ich will gerne den Armen und zwar immer mit gutem, mitleidigem Herzen geben; ich will ſie ſelbſt aufſuchen und tröſten und unter⸗ ſtützen. Ich will die Kranken gerne beſuchen und pflegen; ich will mir ſelbſt Manches vom Munde abſparen, mir ſelbſt Entbehrungen auf⸗ legen, um Nothleidenden helfen zu können. Ich will gerne Unbilden mit Geduld ertragen und herz⸗ lich jenen verzeihen und jene lieben, die mich be⸗ trübt oder verletzt haben. Ich will die Habſucht in meinem Herzen mit der Wurzel ausrotten und die Anhänglichkeit an das Irdiſche in mir er⸗ tödten. Ich will immer deiner Worte, o Herr, gedenken:„Selig ſind die Armen im Geiſte,“ „und was pilft es dem Menſchen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber an ſeiner Seele 408 Kommnnionant acht. Schaden leidet,“ und nur nach dem ſtreben, was unvergänglich iſt und ewig bleibt. Dich, die ewige Schönheit, dich, das unvergängliche Gut, dich, die Freude der Engel, die Wonne der Se⸗ ligen, das Paradies der Auserwählten, dich, die Quelle aller wahren Seligkeit will ich lieben, mit dir will ich mich vereinigen, mit dir will ich Eins ſein, und dannit ich dieſes unausſprechlichen Gli⸗ ckes theilhaftig werde, will ich mich alles Irdi— ſchen und Zeitlichen entblößen, mir ſelbſt und der Welt abſterben und dir allein leben, meines Her⸗ zens Gott und mein Theil in Ewigkeit. Amen (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288) — Neunter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Lukas 19, 41. Jeſus weinet über Jeruſalem und treibt die Käufer und Verkäufer aus dem Templl. Por der heiligen Rommunion. G mein Jeſus! du weinſt, du weinſt bittere Thränen über die verblendete Stadt Jeru⸗ ſalem! Es waren Thränen der Liebe, Thränen des Mitleids, Thränen der Trauer, die du wein⸗ teſt. O wie koſtbar waren dieſe Thränen! Eine hätte hingereicht, um die Miſſethaten der ganzen Stadt zu tilgen; aber die Unglücklichen wollten nicht erkennen, was ihnen zum Frieden diente, n u it.* Inh Shle, h at uihln en u dir vil iht ſprehlihnt ril) Inih ilg öf— nit ſehſ ul den, menst ei u inigit z. Kt rxinn ſiche Sin 5 ſ —.—.——————— pfinſn IS nintt iber i Bm aus den Un nSmunion e du weini vl cdete St u Liebe, hi —et, de n e Thrinnt that en der. 0 ſ Makel. 9. Sountag nach pfingſten. 409 und wollten ſich nicht bekehren laſſen zu dir. Oft haſt du geweint, o Herr! blutige Thränen ſogar auf dem Oelberge; o gewiß auch über mich ar⸗ en Sünder, auch über meine Verblendung, mit der„ich dich die Quelle des lebendigen Waſſers verließ und mir Brunnen grub, die kein Waſſer halten“. Sollen dieſe Thränen an mir verloren ſein, wie einſt an der unglücklichen Stadt Jeru⸗ ſalem!? O nein, o Jeſus! nein, mein gütigſter, mitleidvollſter Erlöſer! ich will deine Thränen trocknen. Siehe, ich werfe mich dir zu Füßen; denn ich erkenne meine Miſſethat und meine Sünde ſteht vor meinem Angeſichte. Ich bereue aufs Tiefſte meine Verblendung und meine Bos⸗ heit, mit der ich dich, wie die Juden einſt, kreu⸗ zigte und verlange und bitte flehentlichſt, mich wieder in deine Gnade aufzunehmen. O ſchenke mir nur das Verdienſt Einer einzigen Thräne, welche du geweint haſt, o Herr, und alle meine Schuld iſt getilgt, o laſſe nur Eine einzige Thräne auf meine Seele fallen und ſie iſt rein von jeder Aber mein Flehen, gütigſter Herr, er⸗ ſtreckt ſich noch weiter. Ich will nicht den Be⸗ wohnern von Jeruſalem auch darin gleichen, daß ſie dich von ſich ſtießen und dich nicht aufnah⸗ men, ſondern ſogar draußen vor der Stadt am reuze mordeten. Ich verlange dich aufzuneh⸗ men und dir mein armes Herz zur Wohnung Kommunionandacht. anzubieten.— Muth zu dieſem Verlangen gibt mir dein Wort:„Sohn, gib mir dein Herz.“ Ja dies Herz, dieſes liebeleere Herz, das dich aber zu lieben verlangt, biete ich dir zu deinen Tempel an. O erzeige mir die Huld und Gnade und komme, o Jeſus, und würdige dich, dieſes Herz zu deiner Wohnung zu nehmen. Ich lege es dir zu Füßen, bereite es dir ſelbſt zum Wohn⸗ ſize, und mache es ganz brennend von Liebe zu dir, mein höchſtes, mein allerliebſtes, mein beſtes Gut. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſehe Seite 281. Nach der heiligen Rommunion. O Jeſus! du wahrer, lebendiger Gott! ich bete dich mit der tiefſten Ehrfurcht an in dem Tempel meines kleinen armen Herzens, wo du jetzt in unbegreiflicher Erbarmung throneſt. Denn wahrhaftig, nur Erbarmen und nichts als Er⸗ barmen iſt es daß du mit deinem heiligſten Fleiſch und Blut mich geſpeiſet haſt, und wirklich jetzt in meinem Herzen wohneſt.— Wie wäre es wohl möglich, daß ich je eine ſolche Gnade verdient hätte, an deinem himmliſchen Gaſtmahle dich nie⸗ derzuſetzen; womit habe ich es denn verdient, deß du mich unter deine Freunde zähleſt, und auch zu mir ſpracheſt:„Eſſet meine Freunde.“— D mein Jeſus, jetzt, am heutigen Tage, erkenne — ₰ von* eiſe, nen A ion jihe Sü n Fnmnin e M niger hil t 3* Herzens, n eng thront t n d nicht cht h d wirllchſ ie nin 61 ee Gnede wi ſrxjaſtnhliht denn vei 1 — zihleſ, 1 „ eFreun“ Sigen Tuh i 9. Sonutag nach pfingſten. 411 ich erſt recht, wie gar ſo gut, wie gar ſo liebe⸗ voll du biſt, wie deine Barmherzigkeit geht über alle deine Werke. Am heutigen Tage, wo dumich wie⸗ der heimſuchteſt, erkenne ich, daß du derjenige biſt, welcher den wahren Frieden geben kann, daß in dir alle Schätze verborgen ſind, welche allein das Verlangen meiner Seele ſtillen können. Es gibt nichts im Himmel und auf Erden, was„ſchön, ſo gütig, ſo liebenswürdig, ſo ſüß, ſo vonnig⸗ lich, ſo lauter und rein iſt, als du, o Jeſus. Ach dürfte ich doch dein holdeſtes Antlitz ſchauen! Doch ich bin zufrieden, ich bin überglücklich, daß ich dich jetzt in meinem Herzen habe, und daß mir jetzt erlaubt iſt, meine Bitten dir vorzutra⸗ gen. Beſonders bitte ich dich, an dieſem meinem Tage, daß du mir die Gabe der Zerknirſchung verleihen möchteſt. Ich verlange meine Sünden zu beweinen wie der heilige Petrus, wie die hei⸗ lige Magdalena; ich verlange immer und immer zu trauern und zu weinen über meine Ungerech⸗ tigkeit, meine Bosheit, meinen Leichtſinn, meine Verblendung, in welcher ich bisher gelebt. Ich verlange auch zu betrauern und zu beweinen die Sünden mneiner Mitmenſchen, und die Ver⸗ blendung ſo vieler Seelen, welche nicht aufhören und aufhören wollen, dich, o beſtes Gut! zu be⸗ leidigen. Ich verlange zu betrauern und zu beweinen die Mißhandlungen und Verachtung, 412 Kommunionandacht. welche dir im heiligſten Sakramente durch un⸗ würdige Kommunion zugefügt worden ſind. Ach wie viele haben ſchon aus ihrer Seele, dem Tempel deines heiligen Geiſtes, eine Mördergrube gemacht, indem ſie in der heiligen Kommunion an deinem heiligſten Leibe und Blute ſich ver⸗ ſündigten. Ach, die Unglücklichen, ihr Loos wird ſchrecklicher ſein, als das Schickſal Jeruſaiems. O mein Jeſus, mögeſt du mich zuvor ſterben laſſen, ehe auch ich es wage, dich wie dieſe Un⸗ glücklichen, im heiligſten Sakramente zu miß⸗ handeln; laſſe mich aber leben, daß ich dich liebe, in Liebe dir diene, aus Liebe zu dir leide, in Liebe zu dir ſterbe. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) ———— Zehnter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Luk. 18, 9. Das Gleichniß vom Phariſäer und Zöllner. Por der heiligen Rommunion. Gn Phariſäer und ein Zöllner gingen in S deinen Tempel, o Herr, um dich anzubeten, dir zu danken und um Vergebung zu flehen. Welch großer Abſtand war aber zwiſchen beiden! Der Eine voll Stolz und Aufgeblaſenheit, ver⸗ trauend auf ſeine vermeintlichen guten Werke, — — n te duh„ — en ſih, d Eul t †* Liin ſ — deſtn . Wezn E l Jenſin zuwor ſul 8 wie diſel ent u zihh l ſihe Se —ͤ—— nſn Siß wn ſ min. Sur zn idih m ſ ju ſß zwiſche he hl laſehi ei,* „n gun — — 10. Sonntag nach pfingſten. 413 hielt ſich für rein und wohlgefällig vor deinem Angeſichte; du aber, o Herr, der du Herzen und Nieren durchforſcheſt, kannteſt ſein inneres Ver⸗ derben und wollteſt von ihm und ſeinem Gebete nichts wiſſen, denn du widerſteheſt ja den Hoch⸗ müthigen. Der Zöllner aber, erkennend ſeine Miſſethaten und ſtehend von Ferne, getraute ſich nicht ſeine Augen zum Himmel zu erheben und voll Scham und Reue über ſeine Sünden ſchlug er an ſeine Bruſt, und rief aus:„O Gott, ſei mir armen Sünder gnädig!“ Dieſe Verdemüthig⸗ ung, dieſe Reue gefiel dir ſo ſehr, o Herr, daß du ihm alsbald Verzeihung angedeihen, und die Gnade der Rechtfertigung zu Theil werden ließeſt. Auch ich bin heute in deinem heiligen Hauſe erſchienen, o mein Herr und Gott, nicht blos um dich anzubeten, um dir zu danken und um Vergebung zu flehen, ſondern um dich, den Herrn des Himmels und der Erde, in mein Herz auf⸗ zunehmen. Wem oaber bin ich gleich? Dem Phariſäer oder dem Zöllner? Beiden gleiche ich in ihrer Sündhaftigkeit. Auch in mir herrſcht noch die Eigenliebe, die Selbſtſucht, der Ehrgeiz, der Stolz des Phariſäers, auch ich bin ein Sünder wie der Zöllner! Doch, o Herr, nicht wir der Phariſäer will ich vor deinem Angeſicht erſcheinen. Ich erkenne und bekenne mit aller Aufrichtigkeit, daß ich gar nichts Gutes an mir habe, daß ich 414 Kommunionandacht. leer an guten Werken, ganz blos an Tugender, dagegen aber voll Gebrechen, voll Sünden bin, und mit dem Zöllner nicht wagen darf, meine Augen zu dir zu erheben, vielweniger aber würdig bin, dein heiligſtes Fleiſch und Blut zu empfan⸗ gen.— In tiefſter Demuth werfe ich mich daher vor dir nieder, mein Gott und Herr! und in Schmerz und Reue an meine Bruſt ſchlagend, flehe ich zu dir: Gott ſei mir Sünder gnädig. Groß, unendlich groß iſt ja deine Barmherzigkeit und da dir bekannt iſt, wie ſehr ich mich meiner Sünden ſchäme, wie ſehr es mich ſchmerzt, dich beleidigt zu haben, wie klar ich erkenne, daß ich nicht werth bin, daß mich die Erde trägt, ſo hoffe ich von deiner Güte, daß du mir auch wie dem armen Zöllner Vergebung angedeihen laſſen wirſt. Du haſt ja geſagt:„Den Demüthigen gebe ich meine Gnade,“ du haſt ja durch deinen Propheten bezeugen laſſen, daß du auf das Gebet der Demüthigen ſiehſt und nicht verſchmäheſt ihre Bitten. O ſo wende denn gnädig deine Augen, o mein Jeſus, auf meine arme Seele! Gedenke nicht ihrer Miſſethaten, ſondern der unendlichen Liebe, mit der du dein Blut für ſie vergoſſen, und mache ſie würdig zu deinem heiligen Tiſche hinzutreten. Erbarme dich meiner, o Jeſus, wie du dich einſt des Zöllners erbarmt haſt, und gib mir die himmliſche Speiſe, welche du für — —— Zm U 1 eun t — Lunn * ichnihn ich ſchnn „ erkeme, Gide uih, mn nit uit 7 mgedeihe i Den Doi Sj wh „ u uf wli verſchniht W in 1 t Serle bir 3 nder met für ſe 3 en heilgn nnet, zarnt ho, —, wel 2 10. Lonntag nach pfingſten. 415 diejenigen bereitet haſt, die dich lieben, dir an⸗ gehören, mit dir ſich vereinigen wollen. Siehe, wie ein armes, ſchwaches Kind werfe ich mich das du ja für die reumüthigen Sünder haſt öffnen laſſen, und flehe in tiefſter Demuth: mit es vom Feuer der Liebe ganz verzehrt wer— den möchte. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Allerhöchſter Herr und Gott! ich verächtlicher Sünder habe mich erkühnt, deinem hochheiligen Tiſche zu nahen und dein heiligſtes Fleiſch und Blut zu genießen. Du haſt dich S meine Seele heimzuſuchen, du biſt in mir! Siehe, ich umfange deine Kniee und küſſe in tiefſter De⸗ muth den Staub deiner Füße, denn werth bin ich es nicht, meine Augen zu dir zu erheben! werth bin ich es nicht, daß du in mir weileſt! O wolle mich doch nicht von dir ſtoſſen wegen meiner unzählbaren Nachläſſigkeiten und Belei⸗ digungen. Siehe mich an mit deinen erbarmens— vollen Augen, und erbarme dich meiner, arm und elend bin ich. Mein Herr und mein Schö— pfer biſt du, ich aber wie der Lehm des Töpfers in deiner Hand.(Eccli. 33.) O verachte nicht 416 Kommunionandacht. das Werk deiner Hände, und ſei mir gnädig.— Gnaden über Gnaden haſt du mir ſchon gegeben, aber ach, ich habe ſie wenig, ja gar nicht ange⸗ wendet. Gerecht wäre es, wenn du deine Hand von mir abzögeſt. Allein was würde dann aus mir werden?— Könnteſt du zuſehen, o Herr, wie meine arme Seele zu Grunde geht? Nein, das kannſt du nicht; es ginge dann auch verlo⸗ ren der Preis deines Blutes, welches an meiner Seele klebt. O ſo wende dich nicht ab von mir, gütigſter Jeſus, und hilf mir, daß ich von nun an und vor Allem den gefährlichſten Fehler be⸗ kämpfe, womit ich dich ſchon ſo oft betrübte: das große Selbſtvertrauen auf mich. Indem ich meinte, ich ſei beſſer, frömmer, ver— ſtändiger als Andere; indem ich mich über An— dere erhob, ſie verachtete, verurtheilte, von ihnen nichts Gutes, wohl aber Böſes dachte, war ich ein Gegenſtand deines Abſcheues. Ach ich war ſtolz auf meine eigenen Vorzüge, auf meine ver⸗ meintlichen guten Werke, ich hielt ſo viel auf mein Gebet, auf meine Andachten, auf meine Kommunionen, ich überſchätzte mich; gegen andere aber hatte ich kein Mitleid, keine Anerkennung, fand nichts Gutes an ihnen! Ach ich vertraute ſo oft auf meine eigenen Kräfte, auf meine Kennt⸗ niſſe, auf meine Geiſtesgaben und ſiehe, ich ſil in Sünde, ohne daß ich es merkte, verletzt di tſhnn npi hur niit n unt wirde n Cziſe chen,% ide ght dun uhn — chen ſi — e, ſim 11. Sonntag nach Pfingſten. 417 heilige Nächſtenliebe und glich, ohne daß ich es fühlte, dem verblendeten Phariſäer.— O ver⸗ zeihe mir, o Herr, vergib mir dieſen abſcheuli⸗ chen Stolz, und verleihe mir die D Demuth und die Zerknirſchung des armen Zöllners. O leuchte hinein in die Tiefe meines Herzens mit deinem Lichte und laſſe mich erkennen, was an mir iſt, laſſe mich erkennen meine Arnſeligkeit, meine Schwäche, und wie ich immer falle, wenn deine Hand mich nicht ſtützt und wie ich keine Tugend üben, kein gutes Werk verrichten kann ohne dich, ohne deine Gnade, und daß ich nichts anderes bin als ein elendess Werkzeug in deiner Hand, das du jederzeit zerbrechen und von dir werfen kannſt. O laſſ e— im: mner an 3 Wort falle,“ ſtel⸗ nich feſt in der Swene Tugend, die dir ſo wohlgefällt, ohne welche ich niemals ſelig werden kann. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Eilfter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Mark. 7, 31. Jeſus heilet einen Tauben und Stummen. Vor der heiligen Rommunion. CFöttlicher Heiland, Jeſus Chriſtus! voll des innigſten Mitleids mit dem Elende der Men⸗ Jeſus, mein Alles. 27 413 Kommunionandacht. ſchen gingſt du, während deines Erdenlebens, in Judäa herum, und thatſt Allen Gutes. Es gab kein Leid, keinen Schmerz, kein Unglück, das du nicht mitfühlteſt und worüber du dich nicht er⸗ barmteſt. Den Blinden gabſt du das Augenlicht, den Lahmen den Gebrauch ihrer Glieder, die Kranken erlangten Heilung, und den Stummen und Tauben gabſt du Sprache und Gehör wieder. — Das größte Mitleid, das tiefſte Mitgefühl, das innigſte Erbarmen hatteſt du aber mit den Sündern. Du gingſt ihnen nach, riefeſt ſie zu dir, beſuchteſt ſie in ihren Wohnungen. Dieſes Mitleid deines liebreichſten Herzens flößt mir Vertrauen ein, daß auch ich Erbarmen bei dir finden werde. Auch ich gehöre zur Zahl derje⸗ nigen, die ſich nicht glücklich fühlen, weil die Laſt der Verſuchungen, die angeborne Schwäche und die Menge von Fehltritten und Sünden ſie nie⸗ derdrückt. Ich fühle mich krank und preßhaſt an der Seele.— Täglich fühle ich in mir die Neigung zur Sünde, meine Leidenſchaften kann ich nicht recht bändigen, Verſuchungen und An⸗ fechtungen beſtürmen mich, der Feind meiner Seele legt mir Schlingen, mein Fleiſch empört ſich und die Welt mit ihren Lüſten ſtreckt die Arme nach mir aus. Schwach iſt mein Wille, das Gute, das ich thun ſoll und will, thue ich nicht und es vergeht kein Tag, wo ich nicht ſtrauche 2— ſEne ſſe Pii 1* En und falle. Ach wenn die Sünde nicht ſo etwas Herz nicht ſo ſehr verletzte, ach wenn ſie meiner Seele nicht einen ſolchen Schaden zufügte! Ach die Sünde hat dein Blut gekoſtet, die Sünde hat dich an's Kreuz geſchlagen! O welch ein großes Uebel i die— Mit dem heiligen Paulus muß ich ausrufen:„Wer wird mich— von den Banden dieſes Leibes erledigen?“ Ach wer wird die Feſſen— meine— an ve Sünde du z Löwe aus Sc du uhn Gott, du kannſt dies. t mich heiligen, du kannſt mich ſchützen, du n ſtärken, daß ich überwinde und ſiege. Darum eile ich denn zu dir, gütigſter Herr, und rufe: Jeſus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Du biſt gegenwär⸗ tig im heiligſten Altarsſakramente, und ladeſt die Mühſeligen und Beladenen ein zu jenem Tiſche, den du bereitet haſt gegen alle, die uns quälen.— O würdige dich, guter« Jrſus, mich die Himmelsſpeiſe dieſes Tiſches, die S Speiſe der Starken, genießen zu laſſen. Würdig bin ich nicht ſolcher Gnade, aber deine Güte iſt zu groß und dein Mitleid mit den Unglücklichen ſo bekannt, daß ich hoffen darf, dieſer Gnade theilhaſtig zu werden. Von dir, o Jeſus! heißt es im heuti⸗ gen, heiligen Erangelium: Er hat alle Dinge 420 Kommunionandacht. wohlgemacht. O erzeige auch meiner Seele heute die Gnade, daß ſie von ihrer Krankheit geſunde durch dein heiligſtes Fleiſch und Blut zum ewi⸗ gen Leben. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. Eine weit größere Gnade haſt du mir in dieſer Stunde erwieſen, o ſüßeſter Jeſus! als du dem Taubſtummen im heutigen Evangelium er⸗ wieſen haſt. Um ihn zu heilen, ſteckteſt du blos deine Finger in ſeine Ohren und berührteſt ſeine Zunge; meiner Seele aber gabſt du dein Fleiſch zur Speiſe, dein Blut zum Tranke, um ihr das Leben zu geben. O großes Geheimniß der Liebe! Innigſten Dank ſage ich dir für dieſe überaus große Liebe, mit der du heiligteſt meinen Mund, meine Zunge und mein Inneres. Ach hätte ich doch tauſend Zungen, um dich zu loben und zu preiſen. Ach ich Ungrücklicher! kein Lob iſt ſchön im Munde eines Sünders und ein Sünder bin ich!— Gütigſter Herr, du mächtiger Arzt! dir iſt nicht verborgen, daß ich ſchon lange taub und ſtumm war. Taub war ich gegen deine Ein⸗ ſprechungen, Ermahnungen und Belehrungen; ſtumm war ich, da ich weder mit dir, o Herr, noch mit meinem Nächſten recht redete, wie ich ſollte.— Mein Gebet war und iſt zerſtreut, neine weit v hentlic inmer oh d Ns 1 Jwünſ kiiſes iſes B ſ, gi zuge ſ huerſte iit ſun . mch whn es ſict e in Frie uhe, n Inn. Ugnil 8 j lon u — ein Eins ihtiger Elnge in u 4 6 6 3 en den Nd Bel cnit tdi, 1 Pflicht erfordert, 11. Sonntag nach pfingſten. 421 — Lippen bewegen ſich, aber mein Herz iſt O guter Jeſus! ich bitte dich ſle⸗ hentlich, mache doch geneigt mein Ohr, daß es immer gerne hört auf deine Stimme. O löſe doch das Band meiner Zunge, daß ſie immer nur das und ſo ſpreche, was und wie es dir wohl⸗ meine weit von dir! gefällig iſt, und hilf mir, daß ich ſie niemals mit en Worten— nie mit ver⸗ ten, Wort nm 6 gegenr meinen Jich⸗ ſten beflecke, nie durch Lügen oder betrügeriſchen Worten entweihe, nie zur Verunehrung deines heiligen Namens, niemals zu Flüchen oder gar Verwünſchungen mißbrauche. O wie oft hat dein ligſtes Blut meine Zunge befeuchtet. O verzeihe nir, gütigſter Herr, daß ich dich mit meiner Zunge ſo oft beleidigte! Ich bitte dich auch, o theuerſter Herr, daß du mir die Kraft gebeſt, da nicht ſtumm zu bleiben, wo ich reden ſoll, daß du mich ſtärkeſt, daß ich, wenn es deine Ehre, wenn es das Heil des Nächſten, wenn es meine auch rede, was recht iſt und und ſo Alles recht und gut mache, wie du, o Herr! Alles gut gemacht haſt. an ——— 422 Rommunionandacht. Zwölfter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Luk. 10, 23. Das Gleichniß vom barmher⸗ zigen Samaritan. Por der heiligen Rommunion. Betrachtung.. Wer kommt zu mir? Jeſus, der Sohn Gottes, der Abglanz des Vaters, der Schönſte unter den Men⸗ ſchenkindern, in deſſen Antlitz zu ſchauen die Engel gelü⸗ ſtet, den Propheten und Könige gerne geſehen und gehört hätten... Jeſus, die Liebe ſelbſt, die Quelle der Liebe.. Jeſus, der vielgeliebte Sohn des himmliſchen Vaters, Jeſus, die Liebe aller Heiligen... Jeſus, der barmher⸗ zige Samaritan, der Vater der Barmherzigkeit, deſſen heiligſtes Herz von Erbarmen und Mitleid mit den armen Sündern überfließt... Jeſus kommt!. Zu wem kommt Er? Ach, zu einem Menſchen, der nach dem ſo unvergleichlich ſchönen Bilde Jeſu ge⸗ ſchaffen worden, und dieſes Bild an ſich befleckt, verun⸗ reiniget und verunſtaltet hat durch den Wuſt der Sünde. Zu einem Menſchen, der noch immer kein Verlangen getragen, das Angeſicht ſeines Herrn und Gottes zu ſchauen und ſeiner Stimme kein Gehör gab!.. Zu einem Menſchen, der unter Räuber fiel, der den Ver⸗ ſuchungen und Anfechtungen des böſen Feindes, ſeinen eigenen böſen Leidenſchaften, und den Lüſten der Welt leichtſinnig ſich ausſetzte, ohne zu bedenken, doß ſie ihm die Ruhe der Seele, das Kleid der heiligmachenden Gnade rauben und ſeiner Seele die gefährlichſten Wunden zu⸗ fügen würden! Zu einem Menſchen kommt et, der entblößt von Tugenden und guten Werken elendiglich die Si meier ſmi — ——. ee = illeid nit iur dt — inn) nn Bibe i eſih be chn e Pi kit ne kin hi hi meine Wunden, welche mir die Feinde meiner S 12. Sonntag nach Pfingſten. 42 darnieder liegt, und ohne Hilfe, ohne Beiſtand eines guten barmherzigen Freundes ſich nicht erheben, keine Heilung ſeiner Wunden finden kann.. Warum kommt Er? Um das Feuer der Liebe in meinem Herzenz zu entzünden und mich koſten zu laſſen die Süßigkeit ſeiner Gegenwart.... Um das Kleid meiner Seele zu reinigen und mich ſeinem T Bilde gleich⸗ förmig zu mah en.. Um als barmherziger Samaritan le geſchlagen, zu heilen, und mir Kraft zu ertheilen, mich zu erheben und den Weg zu wandeln, der zum Leben führt.... Um mir herzliches Mitleid, barmherzige Liebe zu allen Unglücklichen, Nochleidenden, Betrübten Aumunt. un g. S— r— Lieblichkeit verlangten, der du den Glanz deiner Gottheit, die Schönheit deiner Menſchheit unter der Ge⸗ ſtalt der Hoſtie verborgen haſt, um in meinem Herzen Wohnung nehmen, meine Seele nähren zu können; ich bete dich leſt dich würdigen, heute der barmherzige Sama⸗ ritan meiner Seele zu ſein. Du weißt ja, wie ſehr ich mich durch die Sünde ſchon verwundet habe; du weißt ja, wie mich die Verſuchungen, denen ich Gehör gab, die böſen Leidenſchaften, in tiefſter Ehrfurcht an im heiligſten Sakramente und flehe zu dir, du wol⸗ 424 Kommnnionandacht. die ich herrſchen ließ, die Welt, deren Lockungen ich folgte, zum Fall gebracht, mich geſchm ä ht, befleckt, verunreinigt und ganz elend gemacht ba⸗ ben. O gieße das Oel deiner Barmherzigkeit und den Wein deiner Liebe in meine Seele und heile ſie, ſtärke ſie mit deiner Gnade, ziehe ſie wieder zu dir empor, und entflamme ſie mit dem Feuer deiner Liebe. O komme, o Jeſus, du Quelle der Liebe. Ich will dich lieben, ich verlange dich zu lieben vom ganzen Herzen, o komme und mache mich ganz Eins mit dir, du Quelle der himmliſchen Liebe. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288) Uach der heiligen Rommunion. O mein Jeſus, deine unerſchöpfliche Güte war es, welche mir den Muth gab, heute an deinem heiligen Tiſche zu erſcheinen. Du biſt der barmherzige Samaritan ſelbſt, den du uns im heutigen Evangelium vor Augen ſtellteſt. O tauſendmal Dank für dieſe ſo große Barmherzig⸗ keit, welche du zu allen trägſt, die im Elende ſich befinden. Ich muß mich auch zu denen zäh⸗ len, die deiner barmherzigen Liebe am meiſten bedürfen.— Tauſend Wunden habe ich meiner Seele ſchon zugefügt, welche Niemand heilen kann als du! Nichts Geſundes iſt an mir, kraftlos lieg' ich darnieder! Nur du, o Jeſus! biſt der Arzt, wrm her m win heilmi ender ſrorden aus te er mnet pi du ——— — elend =r Lunhn 2 neine Eut Gnade„ſih 2 mne ſun üt 2 Jeſts, 1 „cich velm o bom „, du Dul in ſihe Eiu Enmninn. ierſchöyfich ſ Qh gab, hu S heinen. D bſt, den Mt ux lugen ſili rße vunhn t, die in 3 udnt 8 an ni — habe ih m = mund hinb an ni, „ ſſts! tſw 12. Sonntag nach Pfingſten. 425 der mich heilen, der meine Seele geſund machen, der meine Schwäche hinwegnehmen kann; nur dein heiligſtes Fleiſch und Blut iſt das wahre Heilmittel für meine Krankheit.— In erbar⸗ mender Liebe haſt du mich heimgeſucht; ich be⸗ ſitze dich, den Arzt und das Heilmittel zugleich; o wie glücklich bin ich!— Ich brauche dir nicht zu zeigen die Wunden meiner Seele, du kennſt ſie ohnehin; ich brauche dir nicht zu ſagen, was meine Seele krank und kraftlos macht, d kennſt es beſſer als ich. Mit kindlichem Ver⸗ trauen ſage ich zu dir, o Herr:„Siehe, den du lieb haſt, deriſt krank.“— Ich weiß, daß du mich liebſt; denn für mich biſt du Menſch geworden, für mich biſt du am Kreuze geſtorben und aus Liebe zu den unſterblichen mit deinem Blute erkauften Seelen haſt du das heiligſte Sa⸗ krament deines Leibes und Blutes eingeſetzt. Und weil du mich liebſt, o Herr, ſo hoffe ich, daß ich durch dich Heilung finden werde, auch bitte ich flehentlich, ſchone meiner nicht.— Der Arzt muß oft die bitterſten Heilmittel anwenden, er muß ſchneiden und brennen. Er gebraucht nicht nur Oel, um den Schmerz zu ſtillen, und den Wein, um zu reinigen und zu ſtärken, ſondern auch das Waſſer und bittere Kräuter.— Wenn deine Güte, deine Liebe, womit du mir dein heiligſtes Fleiſch und Blut gegeben, nichts fruchtet an mir, 426 Kommnnionandacht. dann, o Herr, laſſe mich aus dem bitteren Kelche deines Leidens, deines Kreuzes trinken; ſuche mich heim mit Trübſal, nur verleihe mir den Geiſt der Buße, der Geduld, der Erge⸗ bung in deinen heiligen Willen.— Ich will mich nicht weigern, mit dir den Kreuzweg zu ge⸗ hen. Du haſt mich ſchon ſo oft aus dem Kelche deiner Liebe trinken laſſen, ich bin bereit auch den Wein der Trübſal zu trinken.— Ich weiß, daß es dein Verlangen, dein Wille iſt, mich ſe⸗ lig zu machen, die Liebe aber macht im Himmel unſere Seligkeit aus. Dieſe Liebe aber muß durch das Feuer der Trübſal und der Leiden gereinigt, geläutert und geprüft werden. Keine Liebe ohne Leiden!— Ich will dich lieben, o Herr, vom ganzen Herzen, mit allen Kräften mei⸗ ner Seele und aus Liebe zu dir leiden, aus Liebe zu dir das Kreuz tragen, aus Liebe zu dir ſter⸗ ben. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Stite 288.) Das Feſt der Himmelfahrt der allerſeligſten Jungfrau. Evangelium: Luk. 10, 38. Der Heiland wird von der Martha bewirthet und belehrt ſie. Por der heiligen Rommunion. Fu an dem feſtlichen Tage, wo deine gebe⸗ nedeite, heiligſte Mutter, o Jeſus, ſich auf — 4. mmer nüchte beinem — ſ bin neu t 4, u n een tats ungt bin beritt SuRr tile iſ, n Snach in j Fliebe ahe W und d t werden. ll dich lih Fnllen kriſtu M leiden, us! Liebe zut x nnion ſihe Si ————— 0 eiland wid m Feſt der himmelfahrt der allerſeligſten Iungfrau. 427 immer und ewig im Himmel mit dir vereinigte, möchte ich deiner tröſtlichen Einladung folgen, zu deinem hochheiligen Mahle gehen und durch den gnadenvollen Genuß deines heiligſten Fleiſches und Blutes mit dir vereiniget werden.— Ich fühle es wohl, daß ich einer ſolchen Gnade ganz und gar unwündig bin, daß ich nicht einmal werth bin wie Maria im heutigen Evangelium zu deinen Füßen zu ſitzen; doch, o Herr, ſiehe nicht an meine Unwürde, ſondern wende deine Augen auf deine allerreinſte, unbefleckteſte, heiligſte Mutter. Um ihrer unbefleckten Empfängniß, um ihrer alle Reinheit der Engel übertreffende Rein⸗ heit, um den unermeßbaren Schatz ihrer Tugen⸗ den und Verdienſte, um ihrer gränzenloſen Liebe willen, erbarme dich meiner und mache mich würdig, an deinem ſüſſeſten Mahle theilzunehmen. Wo die Mutter iſt, ſollen auch die Kinder ſein. Am Kreuze machteſt du mich zum Kinde deiner gebenedeiten Mutter, die du heute zu dir in den Himmel genommen haſt. Wie kann ich aber zu meiner theuerſten, lieben Mutter gelangen, wenn du mir nicht hilfſt, wenn du mich nicht den Weg zum Himmel führeſt, wenn du mir nicht Stärke und Kraft verleiheſt, den Weg zu gehen. Wie Elias geſtärkt vom Brode des Engels vierzig Tage und Nächte auf den heiligen Berg Horeb ging, ohne zu ermüden, ſo bedarf auch ich das 423 Fommnnionandacht. Brod der Starken, um den heiligen Berg Sion zu beſteigen, in das himmliſche Jeruſalem zu gelangen, wo du, o Herr! weileſt und zu deiner Rechten deine theuerſte Mutter, die Königin der Engel! Ich darf den tröſtlichen Gedanken hegen, daß Maria, meine liebe Mutter, das innige Ver⸗ langen trägt, mich im Himmel ſelig zu ſehen; daß ſie für mich unaufhörlich um Gnade bittet, und daß es ihr Freude bereitet, wenn ich dich heute, die Quelle aller Gnaden, in mein Herz aufnehme. Ich will heute den beſten Theil für meine Seele, dich ſelbſt, dein heiligſtes Fleiſch und Blut empfangen, und flehe daher zu dir, o ſüſſeſter Herr! daß du mich von allen Flecken reinigeſt, und meine arme Seele mit den Ver⸗ dienſten und Tugenden deiner glorreichen Mutter ſchmückeſt, welche gewiß den innigſten Wunſch hat, daß meine Seele geſchmückt wie eine Braut, dir, dem Bräutigam entgegen komme und zur glückſeligen Vereinigung mit ihm gelange. Amen. Gebet zur allerſeligſten Jungfran. Glorwürdige Jungfrau! Königin des Him⸗ mels und der Erde, erhaben über alle Chöre der Engel! mit innigſter Freude gedenke ich deiner Aufnahme in den Himmel, und der unendlichen Herrlichkeit, welche dir dein göttlicher Sohn be⸗ reitet hat. O welch ein Troſt erfüllt heute mein ——— — *(gen Bent * — dsi ſüguit — e F, umih , in nin ebeſten Ihi = heiligſe ji dehe ut en elenſt ele nit ul lorteichen t innigſen V t wie einh lonne u ngelan unftn. niin Wt x ber ale h c gaenh i —n der mo a öliihe di — nü ſau u1 Feſt der Himmelfahrt der allerſeligſten Inngfran. 429 Herz, zu wiſſen, daß ich eine Mutter im Himmel habe, welche die Macht hat, ihren Kindern zu helfen; welche den Willen hat, ihnen zu helfen, und deren Liebe und Erbarmen ſo groß iſt, daß ſie kein anderes Verlangen heget, als alle ihre Kinder der nämlichen Seligkeit theilhaftig zu ſehen, welche ſie genießt. O glorwürdige, glück⸗ ſeligſte Mutter, zeige doch heute, daß du meine Mutter biſt, und unterſtütze mein Flehen, welches ich zu deinem göttlichen Sohne gerichtet habe. Siehe, ich verlange heute, das Fleiſch und Blut zu empfangen, das du ihm einſt bei ſeiner Menſchwerdung gegeben haſt. O daß ich ihn heute mit ſolch flammender Liebe und mit einer ſolch reinen, mit Tugenden geſchmückten Seele empfangen könnte, wie du ihn während deines Erdenlebens empfangen haſt.— O möchteſt du deine Tugenden und deine Verdienſte mir ſchenken, damit ich würdig werde, dem heiligen Tiſche mich zu nahen, mich mit deinem Jeſus zu vereinigen, und mit und durch ihn das Unterpfand einer glückſeligen Auferſtehung und der ewigen Selig⸗ keit zu erlangen. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. In tiefſter Demuth werfe ich mich, o Herr Jeſus, au deinen Füßen, und bitte dich herz⸗ — — 430 Kommunionandacht. inniglich durch deine heiligſte Mutter Maria, du wolleſt mir verzeihen, daß ich es gewagt habe, in meiner Unwürdigkeit an deinem heiligſten Mahle theilzunehmen. Um deiner allerliebſten Mutter willen, aus welcher du dein Fleiſch ge⸗ nommen und welcher du heute eine ſo große Glorie bereitet haſt, bitte ich dich, vergib mir meine Kühnheit, und weil ich dich nun in mei— nem Herzen beſitze, ſo laß dir gefallen, daß ich dir, meinem Herrn und Gott, durch deine gebene⸗ deite Mutter Dank ſage für deine huldvolle Herab⸗ laſſung zu mir armen Kreatur. Gerne möchte ich dir zum Zeichen meiner Dankbarkeit ein Opfer entrichten, allein ich beſitze nichts als ein kleines, armes Herz. Dies will ich dir darbringen mit der inbrünſtigen Bitte, daß du es losreißen möchteſt von den Eitelkeiten der Welt, von allen den irdiſchen übermäßigen Sorgen und Kümmer⸗ niſſen, welche du auch an deiner Dienerin Martha getadelt haſt, von aller Anhänglichkeit an irgend ein Geſchöpf; daß du es reinigen möchteſt von der Habſucht, von der Begierde nach irdiſchem Gute, daß du es losreißen möchteſt von der Ge⸗ fallſucht, reinigen möchteſt von dem Verlangen nach Lob und Ehre, daß du es ganz leer machen möchteſt von Allem, was mich hindert, dich recht innig zu lieben. Vereinige mich mit dir, o theuerſter Herr, mit dem Bande der innigſten Liebe, ſo daß fil ſihts nin 5 wennen m ln it ſo z md Nter — 6 n einen hil hi —— n 2 ni S igen nihli erde uh iit ihteſ vn⸗ on den g 3 gn le n hiner nit tdit, vihe Sigſte ſten L e p 4 R S der himmelfahrt der allerſeligſten Inngfrau. 431 nichts mehr mich von dir trenne.— Ach, wenn mein Herz doch ſo vom Feuer der Liebe zu dir brennen würde, daß ich ſterben könnte wie Maria von lauter Liebe verzehrt. O könnte ich doch aufgelöſt und bei dir— o Sus o w— lit— liebliche Autlit veine—— Mutter im Himmel zu ſchauen! Da ich aber noch in dieſem Jammerthale der Erde leben muß und leider kaum ein Flämmchen von Liebe zu dir in meinem Herzen brennt, ſo freut und tröſtet mich der Gedanke, daß deine heiligſte Mutter dich mehr— als alle Cherubim und Seraphim und alle Herzen der Heiligen, daß du an ihr mehr—— mehr Wohlgefallen haſt als an allen Auserwählten, daß ihre Tugenden und ihre Verdienſte dir mehr gefallen, als alle Verdienſte und Tugenden, die je ein Heiliger geübt und erworben hat. Und dieſe Liebe, dieſe Tugenden, dieſe Verdienſte deiner theuerſten Mutter bringe ich dir heute zum Erſatze für meine Armuth dar, mit der kindlichen Bitte, mir die Gnade zu geben, unter dem Schutze deiner heiligſten Mutter fortan nur für dich zu leben, bis ich endlich gelange in das Land der Unſterblichkeit, wo du deine gelieb⸗ teſte Mutter mit Glorie und Herrlichkeit gekrönt Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) 432 Kommunionandacht. Ablaßgebet zur allerſeligſten Zungfran Maria. * Papſt Pius IX. verlieh mittels Dekret vom 11. Dezember 1846 allen Chriſtgläubigen, ſo oft ſie das nachſtehende Gebet des heiligen Bernard zur ſeligſten Jungfrau: Memorare, wenigſtens mit reumüthigem Herzen beten, einen Ablaß von 300 Tagen, und einen vollkommenen Ablaß an einem beliebigen Tage in jedem Monate, an welchem ſie nach verrichteter Beicht und Kommunion eine Kirche oder ein öffentliches Ora⸗ torium beſuchen, und auf die Meinung des heiligen Va⸗ ters beten, wenn ſie die fromme Gewohnheit gehabt haben, dieſes Gebet durch den ganzen Monat wenigſtens einmal des Tages zu beten. Pas Gebet: Memorare. PFrinnere dich, o mildreichſte Jungfrau Maria, 5 daß es noch niemals erhört wurde, daß du Jemanden verlaſſen hätteſt, der zu dir ſeine Zu— flucht nahm, deine Hilfe anrief und um deine Fürbitte dich anflehte. Von dieſem Vertrauen beſeelt, eile ich zu dir, o Jungfrau der Jung⸗ frauen, ich fliehe zu dir, o Mutter und erſcheine als ein armer Sünder ſeufzend vor dir, o Mutter des ewigen Wortes, verſchmähe meine Worte nicht, ſondern höre und erhöre mich huld⸗ reich. Amen. — lni 1*, ſo i 1— ſ t n i mi n c. ungftn t 3 wurde, M Sn dir ſin ieſen ben ren e Wter met nd vor i, eihnih erhöre nit Fefi des heil. herzens Maris. 433 Das Feſt des reinſten, unbeflecten Herzens der aller⸗ ſeligſten Jungfrau Maria. an gnach Mariä Himmelfahrt.) Evangelium: Luk. 2, 48. Maria und Joſeph finden den Knaben Jeſus im Tempel. Er kehrt mit ihnen nach Nazareth zurück und iſt ihnen unterthan. Por der heiligen? Plein gütigſter Heiland Jeſus! Du haſt dir S von Ewigkeit Maria zu deiner Mutter auserwählt; ihre Seele daher von jeder Makel der Sünde bewahrt und von dem Augenblicke an, da ihr unbeflecktes Herz zu ſchlagen begann, dieſes Herz mit unzählbaren Gnaden ganz erfüllt und ſo überaus ſchön geſchmückt, daß es herrli⸗ cher war als das Paradies, ja herrlicher als der Himmel der Himmel. Unter dieſem hochheiligen Herzen wollteſt du neun Monate ruhen, von dem unbefleckten und reinſten Blute dieſes gebenedei⸗ ten Herzens wollteſt du deinen Leib bilden, die⸗ ſes reinſte Herzblut ſollte in deinen Adern flieſ⸗ ſen, in deinem allerheiligſten Herzen ſchlagen, alle deine Glieder durchſtrömen und endlich am Kreuze für uns zur Erde fließen und die Menſch⸗ heit von ihren Sünden reinigen. Lob, Preis und Dank ſei dir dafür, o Herr, daß du das Herz deiner heiligſten Mutter mit ſo Gaben Jeſus, mein Alles. 434 Kommunionandacht. geſchmückt, ſo überaus herrlich gemacht haſt. Es iſt ja das Herz meiner Mutter, es iſt jenes hoch⸗ heilige Herz, das auch für mich geſchlagen hat und noch ſchlägt, das mich geliebt hat und noch iebt, und das für mich ſchon ſo viel Leid und Schmerz erduldet hat. Es iſt jenes hochheilige Herz, welches du unſerer Zeit als Spiegel ohne Makel vor Augen ſtellſt, auf daß wir ſeine Schön⸗ heit betrachten und die Tugenden dieſes reinſten Herzens nachahmen. Bisher aber habe ich leider in dieſen makelloſen Spiegel nicht geſchaut, habe dieſe Tugenden, die er mir zeigt, nicht nachge⸗ ahmt.— Wenn je ein Herz deine Worte, o Herr, befolgte:„Lernet von mir, denn ich bin ſanftmüthig und demüthig vom Herzen,“ ſo war es das unbefleckte Herz deiner theuerſten Mutter; ich aber kenne nur den Stolz, den Hochmuth, die Eigenliebe, die Selbſtſucht. Wenn je ein Herz deine Sanftmuth, deinen Gehorſam, deine Barmherzigkeit, deine Geduld, deine Friedfertig⸗ keit nachahmte, ſo war es das reinſte Herz dei— ner theuerſten Mutter. Wenn je ein Herz in makelloſer Reinheit und jungfräulicher Keuſchheit erglänzte, ſo war es das lilienweiße, jungfräu⸗ liche Herz deiner unbefleckten Mutter. Aber ich?.. Ich kenne die Sanftmuth nicht, übe keinen Ge⸗ horſam, weiß nichts von Barmherzigkeit und Friedfertigkeit und habe mich befleckt an Leib und heele. tyieyl Mter , ck e 6 ine Ißvir ſin Sn diſe su ebet hehe ih eicht geſut eigt, niht u 1 deine Un [ nir, dni r nhern“ſ theuetſen Set, de ho Sht. Vn —n Gchorſn 4, deine ü t reinſe he Em j ein rIjtäu un lienweiße u —lutter. l cht, ibe k in Lumhei beſeit u 6 Feſt des heil. Herzens Maris. 435 Seele. Wenn ich, o Herr, in den makelloſen Spiegel des heiligen Lebens deiner gebenedeiten Mutter ſchaue, ſo erſchrecke ich vor meiner Häß⸗ lichkeit, ſo befällt Beſchämung mein Herz, weil ich ihr, meiner liebreichſten Mutter, ſo ganz un⸗ ähnlich bin! Und ich, ein Menſch mit beflecktem, beſchmutztem Herzen; ich, ein Menſch, ganz ver⸗ unſtaltet durch die Sünde will es wagen, heute zu deinem Tiſche zu gehen; heute dein heiligſtes Fleiſch und Blut zu genießen?! Doch ergreift auch Furcht mein Herz, finde ich mich auch un⸗ würdig ſolcher Gnade, Eines gibt mir Vertrauen, o mein Jeſus, Eines nimmt mir die Furcht und tröſtet mich,— das liebevollſte, barmherzigſte Herz deiner theuerſten Mutter! Du haſt uns die⸗ ſes hochheilige Herz zu einer Qufluchtsſtätte ge⸗ geben; du haſt es für die armen Sünder zu einer Thüre, zu einer Brücke zu deinem heiligſten gött⸗ lichen Herzen gemacht. Durch dieſes liebevolle Mutterherz finden wir Zutritt zu dir, durch die⸗ ſes gnadenvolle Herz finden wir Gnade bei dir, durch dieſes barmherzige Herz finden wir Erbar⸗ men bei dir! Durch dieſes hochheilige Herz hoffe auch ich Gnade zu finden vor dir, o Herr, hoffe auch ich, daß du mich nicht von deinem heiligen Tiſche wegweiſeſt, daß du mir das Brod des Lebens reichen und meine Seele heiligen und ihr die Kraft einflößen werdeſt, deiner heiligen, un⸗ 436 Kommunionandacht. befleckten Mutter nachzufolgen und ihrem ſo ſchö⸗ nen Bilde ähnlich zu werden. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 2819 Uach der heiligen Rommunion. Sei aus ganzem Herzen gegrüßt, o Jeſus! du Geliebter meiner Seele; ſei tauſendmal ge⸗ grüßt, mein Erlöſer und Heiligmacher, mein Gott und mein Alles!— Du haſt meine Seele mit deiner heiligen Gegenwart beglückt, und ver⸗ langſt für dieſe unſchätzbare Gnade nichts ande⸗ res als mein Herz, nichts anderes, als daß ich dich recht innig liebe, und dir in dieſer innigen Liebe willig diene. O gerne, mit Freuden opfere ich dir mein Herz; ich habe ja ſonſt Nichts, was ich dir geben könnte. Aber dieſes Herz iſt arm, iſt befleckt, iſt unrein, gleicht einem Garten ohne Blumen, ohne Frucht, voller Unkraut.— Kannſt du denn dich herablaſſen, ein ſolches Herz anzu⸗ nehmen? Doch ich weiß, was ich thue. Ich habe eine überaus gute, ganz ſchöne, ganz unbefleckte, ganz unverſehrte Mutter mit dem reinſten lau⸗ terſten Herzen, das dich ſo innig, ſo feurig liebt, wie kein Herz im Himmel und auf Erden, feuri⸗ ger als alle Liebe der Seraphim, inniger als alle Liebe der Heiligen, und dieſes ſo liebevollſte und liebliche Herz iſt der Sitz aller dir wohlge⸗ fälligen Tugenden, iſt die Schatzkammer der koſt⸗ . hmnſ —nen. nn ſih kit nnmmin pißt, lt mſen — chiſt nint u eglict, m bad ode nicht his res, a N unt cin dije in e tree hal ſonſ Rih — Hen iit ei en nt n, alhes he ner gütigſten Mutter lege ich mein armes H 6 herzens Mariä. 437 barſten Gnaden, iſt ein Gefäß voll der verdienſt⸗ vollſten Werke. Dieſes ſo ganz ſchöne, reinſte, lieblichſte Herz iſt das Herz deiner gebenedeiten Mutter, das du ebenfalls überaus liebeſt, von dem du deinen Leib und dein Blut genommen haſt. In dieſes liebevollſte Herz deiner und mei⸗ Mit dieſem unbefleckten Herzen vereiniget, wirſt du mein armſeliges Herz nicht verſchmähen. In dieſem hochheiligen Herzen will ich dich lieben, in dieſem heiligſten Herzen dich anbeten, loben, preiſen und durch dieſes heiligſte Herz zu dir fle⸗ hen. Wenn du dieſes gebenedeite Herz, o Herr, betrachteſt, das ſo viel Schmerz und Leid für mich ausgeſtanden hat, ſo kannſt du mein armes Herz nicht von dir ſtoſſen, du müßteſt ja auch der Schmerzen deiner heiligſten Mutter um mich vergeſſen. Um der Liebe, um der Schmerzen dieſes gebenedeiten Herzens willen, bitte ich dich, mein Jeſus, inbrünſtig, du wolleſt mein armes Herz als ein Opfer an- und aufnehmen und in ihm jenes Feuer der ſchönen Liebe aſen, von welcher das Herz deiner gebenedeiten Y füllt iſt, welche deine heilige Kirche die Nut⸗ ter der ſchönen Liebe nennet. Mit dieſer ſchönen Liebe würdige dich auch, o Jeſus! mir zu verleihen die heilige Furcht, jene Furcht, de⸗ ren Mutter Maria, die jungfräuliche Mutter iſt; 373 Kommnnionandacht. die Furcht vor der Sünde, die Furcht dich zu beleidigen, die Furcht von dir getrennt zu wer⸗ den.— Ja mit dieſer Furcht durchbohre mein Herz, o Herr! und es wird dir treu dienen und in deiner Liebe verharren bis ans Ende. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Aufopferung der heiligen Kommunion für die Bekehrung der Sünder. Gütigſter Heiland Jeſus Chriſtus! du haſt aus unendlichem Erbarmen mit uns armen Sün— dern in unſern Tagen einen neuen Zufluchtsort für die Sünder eröffnet, eine Pforte des Heiles“ eine Freiſtätte der Verurtheilten, eine Leiter für die in den Abgrund Gefallenen, eine Brücke für jene, welche Miſſethaten und Verbrechen von dir trennen,— das unbefleckte Herz deiner gebene⸗ deiten Mutter!— Ich habe das Elend und den Jammer, in welche die Sünde ſtürzt, an mir er⸗ fahren, und von Leid und Schmerz über meine eigenen Sünden und über die Sünden und Miſ— ſethaten ſo vieler verſtockten und verhärteten Sün⸗ der, welche in deiner Ungnade, von dir dem höch⸗ ſten Gute getrennt, in Gottloſigkeit dahinleben, erfüllt, bitte und beſchwöre ich dich, gütigſter Herr, durch das heiligſte und unbefleckte Herz deiner glorwürdigen Mutter, du wolleſt dich über dieſe verſtockten Sünder erbarmen, die Augen der Verblendeten öffnen, ſie mit der Furcht vor dei⸗ — nGe un heil lebr — 1 — Pe u buln ſüjn d u, —— Fui gm ur Mion ſ il Kommmin 1 ünder. hriſs uns an forte des ſit eine Pri 1—erbrechen m eeer deinn z —as Elend m ſtür, u n chnerz ihe e Einden mi t d rerhinen E von d dir ent tcſigkeit tuh 1— ich dich, d meſi du wolit l ſ„(en, di die her ſnn —— ſ ¹ men und die ——— nen Gerichten heimſuchen, ihr Herz erweichen und ihnen die Gnade der Bekehrung und Buße z — en. 3, er und weihe dir, Verdienſte mei⸗ ner heuihen, heilgen das Erbar⸗ Liebe, womit du mich heimgeſucht, die Gnade und den Segen, welchen du mir ver⸗ liehen haſt.— Und damit du dieſes Opfer nicht verſchmäheſt und meine Bitte erhöreſt, lege ich die Verdienſte meiner heiligen Kommunion und meine Bitten in die Hände deiner theuerſten Mut⸗ ter, der Zuflucht aller Sünder, welche das größte Erbarmen mit ihnen hat, auf daß ich durch ſie Erhörung finde vor dir, o Herr! und du dein bitteres Leiden, deinen qualvollen Tod und dein koſtbares Blut an den armen Sündern nicht ver⸗ loren gehen laßeſt. Amen. Evangelium: Luc. 17, 11. Jeſus reiniget zehn Ausſätzige. Vor der hriligen Betrachtung. Wer kommt zu mir? Jeſus, der göttliche Arzt, der auf dieſe Welt gekommen iſt, um den Ausſatz der Seelen zu heilen, der geſagt hat:„Die Geſunden be⸗ dürfen des Arztes nicht, ſondern die ſich übel befinden.“ Jeſus, der göttliche Arzt, der alle Wunden der Seele 44⁰ Kommnnionandacht. und ihre Wurzeln kannte.. Jeſus, der göttliche Arzt, der alle Wunden, jede Krankheit der Seelen heilen kann... Jeſus, der göttliche Arzt, der das größte Mitleid mit den armen Sündern hat, der vor ihrem Ausſatz nicht zurück⸗ ſchreckt, ſondern ihn heilen will... Jeſus, der göttliche Arzt, der das beſte Heilmittel für die Ausſätzigen bereitet hat, ſein eigenes, heiliges Blut, um ſie zu reinigen, ſein eigenes heiliges Fleiſch, um ſie zu ſtärken und neu zu beleben.. Zu wem kommt Er? Er kommt zu mir, der ich vom Ausſatze der Sünde ganz bedeckt bin!.. Er kommt zu mir, der ich nicht wagen darf, meine Augen zu ihm zu erheben!... Er kommt auf mein Rufen: Jeſus, Meiſter, erbarme dich meiner. und wendet ſein Antlitz nicht von mir, obwohl ich voller Eiterbeulen bin. Er kommt zu mir, deſſen Sünden den übelſten Geruch verbreiten, der kein heiles Fleckchen an ſich hat.. Er kommt zu mir in unendlicher Liebe und Erbarmen.. Und warum kommt Er? Um mich zu heilen, um mich in ſeinem eigenen Blute zu reinigen. Er kommt, um das Kleid der heiligmachenden Gnade, das ich be⸗ ſchmutzte, wieder rein zu machen, und die Wunden zu ſchließen, die ich meiner Seele geſchlagen... Er kommt zu mir, um meine Schwäche zu ſtärken, durch den Genuß ſeines heiligſten Fleiſches, um meiner Seele das neue Leben der Gnade einzuflößen, um mir ein Schutzmittel gegen das größte Uebel, die Todſünde zu geben, um in mich den Keim der glückſeligen Auferſtehung hinein zu legen.. Jeſus kommt.... Anmuthung. S Jeſus! welch ein unermeßliches Mitleid trägſt du mit uns armen Sündern! Ein ſncl en wei Sle, ſt biſ uh m 60% ₰ ſ2 ſ m ni I Suf n ℳ voller en * ünden den il Stanſti 5 und Ehm n nih z u einigen. i⸗ 1 me,. n n.. — iins n —=r Serle du v mir ein Sih z gin n ſthung hiu S8 — * — 13. Sonutag nach Pfingſten. Uebel 5* Vu de Seele S 46—— ein ant für dieſes Uebel zu ſein. O welch einen W Werth muß meine Seele vor deinen Augen haben, daß du ſie nicht an dieſem ſchrecklichen Uebel zu Grunde gehen laſſen willſt!— Ach, auch ich gleiche Einem der zehn Ausſätzigen und rufe zu dir:„Jeſus, Meiſter, erbarme dich meiner!“ O würdige dich, gütiger S Seelenarzt, zu mir zu kommen. Du allein tnſ 6 du 2 die Macht und das — Hände, und bitt dic flehentlich, ſie wieder rein damit ſie deinem Tiſche nahen — tärke hoe kann, ein neues, . wohigeſüliges Leben zu führen. Schaffe in mir ein reines Herz, damit nichts an mir iſt, was dein heiligſtes Auge betrüben und dich hin⸗ dich bleibe ich im Elende liegen, ohne dich kann ich kein frommes Leben. dich ian (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Mein„ Jejus und mein Alles iſt bei mir, ruht in meinem Herzen! O welch eine Gnade 442 Kommnnionandacht. der göttliche, freundlichſte, mitleidigſte, mächtigſte Arzt iſt bei mir, 0 welch ein unbeſchreibliches Glück!— In tiefſter Ehrfurcht ſage ich dir Dank für dieſe Huld, und weil du gar ſo gütig gegen mich biſt, ſo darf ich mit kindlichem Vertrauen dir ſagen, was mir fehlt, zuverſichtlich hoffend, daß ich durch dich, liebreichſter Seelenarzt, Heil⸗ ung finden werde. Du kennſt zwar den ganzen armſeligen Zuſtand meiner Seele, doch geſtatte mir, dir in aller Demuth die Wunden meiner Seele aufzudecken. Ein Uebel, und zwar das⸗ jenige, welches mich am meiſten quält und mich ſo oft verwundet, das iſt meine Eigenliebe, mein Hochmuth, meine Selbſtſucht, mein Eigenſinn. Du haſt geſagt, daß der Schüler nicht über den Meiſter iſt, und daß auch ich Verachtung dulden müſſe, weil du ſie geduldet; allein mein Stolz empört ſich gegen alle Mißachtung, Zurückſetzung, gegen Spott und Schmach, ich will geehrt, gelobt geachtet ſein, will Recht haben, Andere übertref⸗ fen, vor Andern den Vorzug haben, und verachte jene, die gewiß weit beſſer ſind als ich. O gött⸗ licher Arzt, heile mich doch von dieſem Uebel. Laß mich erkennen meine Armſeligkeit und lehre mich demüthig ſein vom Herzen. Ein zweites Uebel, woran meine Seele leidet, iſt die Flei⸗ ſchesluſt. Mein Fleiſch gelüſtet immer gegen den Geiſt. Es verlangt, was den Sinnen ſchmeichelt; unbeſthri 2 i in ſogi 1e icen Inn ſichtih t ꝗ rze ent, Bwnr du g Sle, deh gt Puhnn 1— und zunt —— ilt uh kigelich n ſmein lign cEx niit in erachtn 18 dlein nintt n Zniiſ ril geht 11 Andere iin be l ich. D „ diſen l xilii ml ——zen. kin ni det, it i inmer„ x Sinnn ſin 13. Lonntag nach pfingſten. 443 es verlangt nach Wohlſein, Bequemlichkeit und Vergnügen, und meine Seele folgt den Lockungen und Anreizungen des Fleiſches; ſie läßt ſich be⸗ trügen von den Vorſtellungen und Bildern der Luſt; ſie befleckt und verwundet ſich und betrübt und beleidiget deinen heiligen Geiſt, der in ihr wohnt. O Jeſus, guter Arzt, löſche aus in mir dieſes Feuer der Luſt, befreie mich von dieſen garſtigen Einbildungen, tilge in mir die böſe Be⸗ gierlichkeit und gib mir Stärke, die Regungen meines Fleiſches zu überwinden. Verleihe mir die Gabe der Keuſchheit und bewahre mich vor jeder Befleckung, denn mit keuſchem Leibe will ich dir dienen, mit reiner Seele dir gefallen.— Ein drittes Uebel, woran meine Seele erkrankt iſt, iſt die Augenluſt, das Verlangen nach irdi⸗ ſchem Gut, die Habſucht, die Anhänglichkeit an irdiſche vergängliche Güter.— O Jeſus, himm⸗ liſcher Arzt, rotte dieſe Wurzel zu vielen Sünden in mir aus; gib mir Hunger und Durſt nach Gerechtigkeit; lehre mich kennen die Eitelkeit alles Irdiſchen, und entzünde in mir das Verlangen nach den ewigen Gütern, nach dir, o Herr, der du das höchſte Gut biſt, in dem alle Schätze der Güte Gottes verborgen ſind, nach dir, o Herr, der Quelle aller Wonne, aller Seligkeit. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) 444 Lommunionandacht. Vierzehnter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Matth. 6, 24. Jeſus warnt vor zu großen irdiſchen Sorgen und Kümmerniſſen und ermahnt zum Vertrauen auf Gott. Por der heiligen Rommunion. Mchöpfer aller Dinge, der du mich aus bloßer Güte aus dem Nichts in das Daſein geru⸗ fen und nach deinem Bilde geſchaffen, der du mich, den armen Sohn Adams, durch die Sünde verderbt, aus der Gewalt des Satans befreit und z deinem Kinde angenommen haſt. Vater! der du mit wahrhaft väterlicher Liebe liebeſt, er⸗ nährſt, leiteſt, beſchützeſt und bewahrſt. Vater unſer, der du biſt in dem Himmel, zu dir erhebe ich meine Hände, Augen und Herz, und bitte dich herzinniglich, ziehe mein Herz zu dir, daß ich das Irdiſche verachte, und nach dem Himmel ſtrebe, wo meine Wohnung bei dir be⸗ reitet iſt.— Heiliger Vater! der du den Himmel mit glänzenden Sternen, die Erde mit tauſenderlei Geſchöpfen geſchmückt haſt, gehei⸗ ligt werde dein Name. O daß doch alle Völker dich, den Einen wahren Gott, erkenneten und den du geſandt haſt, Jeſum Chriſtum! O daß doch alle Menſchen im Lobe und Preiſe dei⸗ nes heiligen Namens einſtimmten! O daß doch ih u h 3 Lin de Saffen, e h die ei e en tenn mmnaſ. Pun rli e che lieleſ, — un chrſt. Lu muel, ui de nd Hen,. ehtnhehi d — n Sn 14. Sonutag nach pfingſten. 445 alle Völker der Erde an dich glauben, auf dich lieben— gernß ten Schutten n des Zope ſiten!— Und weil dein göttlicher Sohn uns im heutigen Evangelium befiehlt, vor Allem das Reich Got— tes zu ſuchen, ſo rufe ich zu dir, o himmliſcher Vater:„Dein Reich komme zu uns!“ O hilf mir, güti gſter Vater, daß ich fahren laſſe alle aten S Sorgen, und losgemacht von dem Ir⸗ diſchen, das ſuche, was oben im Himmel iſt, was nicht vergeht, was ewig bleibt. O laſſe nicht zu, daß ich um des Irdiſchen willen das Ewige vergeſſe, und gib——— daß ich bei allen meinen Leiden,„Kümmerniſſen und Sorgen mich immer in heini Willen ergebe und ausrufe:„Dein Wil chel wie im Himmel alſo auche Er In Vereinigung mit jener rgebung, g, mit welhe dein geliebter Sohn Angſt, Leid und Schmerz und den Kreuzestod erduldete, opfere ich dir alle meine Anliegen und Trübſale auf, in der Hoff⸗ nung, daß du Alles zu meinem Beſten leiten wirſt.— Du regiereſt ja Alles, und wirkeſt von einem Ende zum andern mit ſanfter Gewalt, du ernähreſt alle Geſchöpfe, und thuſt auf deine Hand, und ſegneſt alle Geſchöpfe mit Speiſe; gib mir heute das tägliche Brod.— Aber nicht 446 Kommunionandacht. blos das Brod des Leibes begehre ich mit kind⸗ lichem Vertrauen von dir, gütigſter Vater, ſon⸗ dern mit heißem Verlangen noch mehr das Brod für meine Seele, das wahre Himmelsbrod, das Brod, das zum ewigen Leben nährt, das Fleiſch und Blut deines geliebten Sohnes. O laſſe nicht zu, daß ich unwürdig von dieſem hochheiligen Brode eſſe, und„vergib mir daher, barmher⸗ ziger Vater, meine Schulden, wie auch ich vergebe meinen Schuldigern.“ Ach ich häufe täglich Schulden auf Schulden, durch meine Unachtſamkeit, meine Nachläſſigkeit und Bosheit; aber deine Barmherzigkeit iſt gränzenlos! Du verwirfſt keinen, der zerknirſchten, reuevollen Her⸗ zens zu dir kommt; du vergibſt die größten Schul⸗ den, welche dein allerliebſter Sohn bereits mit ſeinem Blute bezahlt hat. Vergib mir daher, beſter Vater, was ich vor dir verſchuldet habe. Und weil ich meine Schwäche kenne, und weil ich weiß, daß die Feinde meiner Seele nicht ruhen, ſie wieder in Sünden zu ſtürzen, ſo bitte ich dich: Führe mich nicht in Verſuchung, hilf mir, daß ich die Verſuchung überwinde und erlöſe mich von dem Uebel; befreie und bewahre mich vor dem größten Uebel, vor der Sünde. Gib mir das ſicherſte Schutzmittel gegen die Sünde, das Fleiſch und Blut deines gelieb⸗ ten Sohnes. Wenn Der bei mir iſt, darf ich gn vilhe a m hi * iß n ml hzifi ſi⸗ t 1d M i b wwere iſe m nüt m „ um ſen i, e dur ſwe ir nih M und in, 1 14. Sonntag nach pfingſten. 447 nichts fürchten, wenn Er für mich kämpft, werde ich über alle meine Feinde obſiegen. 3 (T vor der hl. Kommunion 365 eite 281.) Nach der heiligen Kommunion. Hier liegt, o allerhöchſte Majeſtät, im Ab⸗ grund ſeines Nichts dein unwürdigſtes Geſchöpf, welches du mit deiner perſönlichen Gegenwart aus unbegränzter Güte heimgeſucht haſt. Ach ich weiß nicht, was ich mehr bewundern ſoll, deine unendliche Größe und Herrlichkeit oder deine un⸗ begreifliche Herablaſſung zu einem ſo armen Ge— ſchöpfe, wie ich bin. Ich bewundere deine Größe d Macht, womit du ſo viele Menſchen und unzählbare— ernähreſt, noch mehr aber be⸗ wundere ich deine Güte, womit du dich ſelbſt, das Brod Engel, mir armen Seele zur Speiſe reicheſt. Wenn ich habe, was mich täg⸗ lich quält, ſo habe ich jetzt, was mich täglich er⸗ quickt und ſtärket. Ich habe dich, o Herr, was kann meine Seele noß mehr verlangen? Ich hoffe auf dich, o ewige Weisheit; ich hoffe auf dich, o ewige Güte! Durch dich iſt Alles gewor⸗ den, durch dich wird Alles erhalten und regiert. Ich werfe alle Sorgen auf dich, denn du ſorgeſt für mich. Ich will ablegen alles ängſtliche Sor— gen und Kümmern und ſuchen dein Reich, Herr, und ſeine Gerechtigkeit, die kein Ende 443 Kommunionandacht. nimmt; Alles andere, was ich brauche, wirſt du mir als D'reingabe geben. Ich flehe zu dir wie Salomon: Herr, gib mir nicht Reichthum, ſon⸗ dern Verſtand, damit ich erkenne, was meiner Seele zum Heile dient, daß ich erkenne das Eine Nothwendige, die Rettung meiner Seele.— O welch eine Freude, welch einen Troſt fühlt heute mein Herz! Ich beſitze dich, meinen Jeſus und mein Alles, was ſoll mir mangeln? Ach, ich habe einen guten Herrn, der gewiß ſorgt für mich, wenn ich ihm treu diene, wenn ich den Weg der Gerechtigkeit gehe, wenn ich in ſeine Fußſtapfen trete. Wie ſoll ich in Armuth klagen, wie ſoll ich im Unglück klagen, wie ſoll ich im Leiden kleinmüthig ſein? Ich habe ja meinen Jeſus, und mit ihm Alles. Er kann mir helfen, weil er allmächtig iſt, er will mir helfen, weil er barmherzig iſt, er wird mir helfen, weil er ge⸗ treu in ſeinen Verheißungen iſt. Auf dich, o Jeſus, ſetze ich alle meine Hoffnung, du wirſt mich nicht zu Schanden werden laſſen. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) 5 in* 9— Se.— eil tſiiht in un Rr n 1it f iſon fit ch den Un ich reine jifſt m vi wi bich in h meinen mir helfn, 1S helfen, vi 3 en, wel u n ut b du niſt . We nn ſihe bih —————— 15. Sonntag nach pfingſten. Fünfzehnter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Luk. 7, 11. Jeſus erweckt den Jüngling zu Naim. Vor der heiligen Rommunion. Croßer Gott, Heiland Jeſus! Herr über Le⸗ S ben und Tod, geſtärkt durch lebendigen Glauben und beſeelt von ſüßer Hoffnung, bete ich dich in tiefſter Ehrfurcht an im heiligſten Sakramente. Mit der nämlichen Kraft und Macht und mit der nämlichen Güte und Liebe, mit welcher du den todten Jüngling zu Naim erweckt und ſeiner trauernden Mutter zugeführt haſt, biſt du gegenwärtig im Tabernakel, verhüllt von der Geſtalt der Hoſtie. Du ſiehſt die Thrä⸗ nen, welche deine heilige Kirche, unſere Mutter, über ihre der Gnade abgeſtorbenen Kinder weint, du hörſt ihr Flehen, welches ſie an dich richtet für die Auferweckung ihrer armen Kinder aus dem Todesſchlafe der Sünde, aus ihrer Lauigkeit und Gleichgültigkeit. Ach auch über mich hat deine heilige Kirche geweint, und noch immer hat ſie Urſache zu weinen über meine Schläfrigkeit in deinem Dienſte, über meine Trägheit in Aus⸗ übung guter Werke, über meine Lauigkeit in Be⸗ folgung deiner heiligen Gebote! Doch, o Herr, von deiner Stimme in meinem Innern geweckt, Jeſus, mein Alles. 29 450 Kommnnionandacht. will ich mich erheben und der bisherigen Lauig⸗ keit und Trägheit entſagen. Allein ohne dich, o Jeſus, ohne deinen Beiſtand iſt es nicht möglich. — Ja, es iſt Zeit, daß ich vom Schlafe aufſtehe, allein nur du, o Herr, kannſt meiner Schwäche aufhelfen, meiner Kraftloſigkeit Stärke, meinem ſchwankenden Willen Feſtigkeit verleihen.— O ſo komme, o Herr, und gib mir das Brod der Star⸗ ken, gib mir dein heiligſtes Fleiſch und Blut, und ich darf hoffen, daß in meiner Seele wieder neues Leben erwacht, ich darf hoffen, daß das Feuer deiner Liebe neuen Eifer in mir entzündet, ich darf hoffen, daß mein ſchwacher hin⸗ und her⸗ wankender Wille neue Stärke und Kraft erhalte. — O wie viele deiner Heiligen, o Herr, die jetzt im Himmel dein Angeſicht ſchauen, ſind gekräf— tigt durch den Genuß deines heiligſten Fleiſches und Blutes, von Tugend zu Tugend gelangt und haben unabläſſig dir nachfolgend die Voll— kommenheit erreicht. Auch ich muß heilig wer⸗ den, und ich will heilig werden, auch ich ver⸗ lange nach Vollkommenheit, auch ich will in deine Fußſtapfen treten, o Herr, und dir nach⸗ folgen, o ſo komme mir zu Hilfe, nimm weg die Lauigkeit und Schläfrigkeit von meiner Seele, ſtärke meinen ſchwachen Willen, und gib mir einen brennenden Eifer zu deiner treuen Nachfolge. Von dir ſteht geſchrieben, daß dich der Eifer für die ſih, n ſhihr he h L fn ſit zu shein u Sin 2 8 nicht u —ec N ninet tn Stärke, niu 3 leihen— — g leiſch ut ij ſu er Secl n h hofſen, uhl =n nit a ſer hin umt i ad Kuſt tut — o Her, r, di uen, ſu ei Seiligſten Fit 8 Tugad pt iſ olgerd det mß heiihn n, auch i — uch ich (Sr, m f nim on meine ä = undghni 1—n Muh der bin ſ — — — . . —— —= . * — = — — „ — ———— — — — n Brod drer 15. Sonntag nach Ppfingſten. 451 Ehre deines Vaters ganz verzehrt hat; du ſelbſt ſagteſt, daß der Wille deines Vaters deine Speiſe ſei. O theile mir mit von dieſem Eifer und von dieſem Verlangen deines Herzens, den Wil⸗ len deines Vaters zu thun. Du haſt geſagt: „Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu ſen⸗ den und was will ich anders, als daß es ent⸗ brenne?“ O entflamme mit dieſem Feuer mein laues Herz, daß es entbrenne und nur brenne für dich, und nimmermehr erlöſche. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. Vor deinen Füßen niedergeworfen, ſüßeſter Jeſus, bete ich an, wahrhaft gegenwärtig in meinen Herzen. O ſtaunenswerthes Wunder! Jeſus iſt bei mir! Der Heilige dez Heiligen in meinem befleckten Innern! Wenn das Volk über die Todtenerweckung des Jünglings Gott lobte und ausrief: Ein großer Prophet iſt unter uns aufgeſtanden und hat ſein Volk heimgeſucht, was ſoll ich denken, o Herr, von deiner unbegreiflichen Huld, womit du bis zu meiner armen Seele in die Tiefe ihres Elends hinabgeſtiegen biſt, und dich ihr zur Speiſe gegeben haſt, damit ſie das Leben habe und vor dem Tode bewahrt werde! Wo finde ich Worte, um eine ſolche Huld und Güte zu loben und zu preiſen? Unzählige Sün⸗ 29 452 Kommunionandacht. der haſt du ſchon im gerechten Gerichte zum ewi— gen Tode verurtheilt, meiner aber haſt du ge⸗ ſchont und mir ſogar dein lebenſpendendes Fleiſch zur Speiſe gegeben, damit ich nicht dem ewigen Tode verfalle.— Ich höre deine Stimme, o Herr, die mir zuruft: Stehe auf, erhebe dich. Ja ich will mich erheben. Aber zu groß iſt meine Schwäche, zu tief liege ich darnieder. O mein Jeſus, aus der Tiefe rufe ich zu dir und flehent⸗ lich bitte ich dich, reiche mir deine Hand und ziehe mich empor zu dir. Du haſt mir am Kreuze das Leben der Gnade, das ewige Leben erlangt; o hilf mir, daß ich von nun an wahrhaft lebe, und nur für dich. Von meiner Mutter iſt mir zugleich mit dem Leben der Keim des Todes mit⸗ getheilt worden, und ich werde wieder zug, Erde werden, von der ich genommen bin; aber du kannſt mir ein weit beſſeres, das unſterbliche Leben im Himmel mittheilen. Dir weihe ich daher mein ganzes irdiſches Leben. Bereit bin ich, für deine Ehre zu kämpfen, zu arbeiten und zu leiden. Und wenn du mich einſt aus dieſem Leben abrufen willſt, dann will ich nicht widerſtreben, ſondern ergeben in deinen heiligen Willen mich dir ganz überlaſſen, o Herr, der du die Macht haſt über Leben und Tod.— Ich verlange nur dir zu gefallen, ſei es im Leben, ſei es im Tode, damit ich mit deinem Apoſtel ausrufen kann: — „hri Inen. ſlugnd it jun edeſ itit enn h ine Sim h erhehe ſih 8 ſ ej n u eeine hen . I ſininh awe Lehnn en n wahhil ſt Nutte it de en des vieder ziz nen; cberd rbliche n 3 †—bin ich firi i zlehn! 3 S n Lehen cn —rſtreben, i len nich it Weit hüt longe u S ſä 6 in“ cl aunjn ——————— 16. Sonntag nach pfingſten. „Chriſtus iſt mein Leben, Sterben, mein Gewinn!“ Amen. Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Sechzehuter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Luk. 14, 1. Jeſus heilt am Sabbath einen Waſſerſüchtigen, beſchämt die Phariſäer und lehrt die Heleh Vor der heiligen Rommunion. heiligſte Hoſtie, du lebendiger und wahrer Gott, mein Jeſus und mein Alles! aus der Tiefe meiner Nichtigkeit erhebe ich zu dir meine Stimme, die Stimme des Dankes, der Demuth und Liebe. Ich erkenne, daß du mein Leben biſt auf Erden und im Himmel, meine Nahrung, meine Erhaltung und mein Troſt. Aus Liebe zu mir haſt du deine göttliche Natur mit der menſchlichen vereiniget, haſt du dich dem Elende unſerer Menſchheit und dem ſchmählichen Tode am Kreuze unterworfen. Und nicht zu⸗ frieden, all dein heiliges Blut zur Tilgung unſe⸗ rer Miſſethaten vergoſſen zu haben, haſt du dich ſo ſehr erniedriget, daß du immer unter der Ge⸗ ſtalt der Hoſtie bei uns bleiben und die Speiſe unſerer Seele ſein wollteſt. O Himmelsbrod, o hochheiliges Sakrament der Liebe! Ach, mein Herz, 454 Fommnnionandacht. warum bleibſt du ſo hart, warum zerſchmelzeſt du nicht vor Liebe zu deinem Gott und Herrn, deſſen Liebe zu dir nicht größer ſein konnte? Warum, mein Herz, demüthigeſt du dich nicht bis in den Abgrund deines Nichts, da ſich dein Schöpfer und Erlöſer, dein Herr und Gott, ſo tief erniedrigt unter der unſcheinbaren Hülle des Brodes!— Ach wo iſt wohl ein Platz für mich, da ich ſehe, daß du, o Jeſus, zufrieden biſt mit einem Tabernakel von Holz und ſogar bis zu dem armen Bettler dich herablaſſeſt, um ſeine Seele mit deinem heiligſten Fleiſche und Blute zu nähren! Wie darf ich es denn wagen, an dei⸗ nem heiligſten Tiſche theilzunehmen, wie kann dort ein Platz ſein für einen ſo armen Sünder, wie ich bin! Wenn ich mich auch auf den letzten Platz ſetze, ſo bin ich einer ſolchen Gnade doch nicht würdig. Doch du, o Herr, ladeſt mich zu deinem Mahle, obwohl du weißt, daß ich ein nichtswürdiger Menſch bin; und ich muß deiner Einladung folgen, wenn ich das Leben haben und nicht des ewigen Todes ſterben will.— Mich tröſtet und ſtärkt dein heiliges Wort, indem du ſagteſt:„Wer klein iſt, komme zu mir,“ und„dem Demüthigen gebe ich meine Gnade.“ Klein, arm, elend bin ich; nichts werth, ein Sünder bin ich; unrein und befleckt bin ich; Niemand fühlt das mehr als ich. O ſo habe Mitleid und Erbarmen uhrſ 6 an ih, d vß ka puhle wltſ utz , ſo nige N 4 — Sn eihn —— t min 1 ſein in iS uiht in cund ht, o Plet ſin ſct frieden liſ ol ſoin i hſeſt, un ſi — — — — S wagn, ui ut a, wie im ſo ſn Eine hbaaf dn n F hen Gut — ladeſ n dur ßt, diit in k ich mß id de Leben heta —— u e“ Kn Sinde b iennd fült d n bim — — — Elende umkomme. ſBſche m — —————— 16. Sonntag nach pfingſten. 455 mit mir und gib mir, wornach meine Seele hun⸗ gert und dürſtet, gib mir von deinem heiligſten Fleiſche und Blute, auf daß ich nicht in meinem Das Gebet der Armen haſt du allzeit erhört; ſo höre und erhöre auch mich und laſſe mich Gnade finden vor deinem Ange⸗ Amen. ſichte. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) nach der heiligen Rommunion. O mein Jeſus, Sohn des lebendigen Gottes! haſt du deiner unendlichen Heiligkeit, deiner un⸗ ermeßlichen Reinheit ſo ganz vergeſſen, daß du dich herabließeſt, dich durch den Genuß deines heiligſten Fleiſches und Blutes mit meiner ſünd⸗ haften Seele zu vereinigen? Du biſt bei mir, wohneſt in mir, dem Verächtlichſten unter den Menſchenkindern?! Zu deinen Füßen liegend, vor Scham und Reue mein Geſicht bedeckend bekenne ich, daß ich ganz und gar unwürdig bin einer ſolchen unbegreiflich huldvollen Heimſuchung! Ach was kann ich dir geben, o Herr, für eine ſolche Herablaſſung, für eine ſolche Liebe, womit du dem Heile meiner Seele ſolchen Dienſt erweiſen wollteſt. Nichts anderes vermag ich, nichts an⸗ deres weiß ich, als daß ich mit dankbarem Her⸗ zen, ſo lange ich lebe, dir nachfolgen und in Ewigkeit dich zu loben verlange.— Beſonders — — —zjz—————————— 456 Kommuntonandacht. nehme ich mir vor, nach Kräften deine ſo tiefe Demuth nachzuahmen. Ein demüthiges Herz ver⸗ langſt du von mir und ich will es dir zum Opfer bringen. Aber flehentlich bitte ich, hilf mir, daß ich dieſe ſo ſchöne und nothwendige Tugend auch übe. O laſſe doch nicht mehr zu, theuerſter Jeſus, daß ich in Stolz mich erhebe. Halte mir immer vor Augen mein Elend und meine Schwäche. Führe mich durch den Weg der Demüthigung zur Tugend der Demuth.— O wenn du mich doch, wie du die guten Engel in deiner Gnade befeſtiget haſt, in der tiefſten Verdemüthigung meiner ſelbſt befeſtigen wollteſt, ſo daß mein Herz keiner Regung des Stolzes ſich mehr hingebe. O gib mir die Demuth und die Einfalt der Kinder, denn nur dieſer Demuth und Einfalt haſt du das Himmelreich verſprochen. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Das Feſt der Geburt der allerſeligſten Jungfrau. Evangelium: Matth. 1, 1. Das Geburtsregiſter Jeſu Chriſti nach dem Fleiſche. Por der heiligen Rommunion. V Himmel und Erde bekenne ich, allmäch⸗ “ tiger Gott und Vater, daß groß ſind alle deine Werke und unerforſchlich deine Gedanken, eine ſu ic ges Her wr it zn d i nit W Ugeh uh euerſet i te nit in Denithn *— erdenüth aß mein i r hih lt der hic t haſt dt ſiche Eit 1 ————— Iujn. ſtr Ju hi nion. ich, alnit⸗ ryß ſud dl e Gedan, Geburisfeſt der allerſeligſten Inngfrau. 457 und daß deine Barmherzigkeit geht über alle deine Werke. Als unſere Voreltern dein heiliges Ge⸗ bot übertraten und ſich und alle ihre Nachkommen in das größte Elend ſtürzten, da wollteſt du nicht mit uns verfahren nach der Strenge deiner Ge⸗ rechtigkeit, ſondern nach der Fülle deiner Erbarm⸗ ungen. Von Ewigkeit her hatteſt du nur Ge⸗ danken des Friedens, von Ewigkeit her dachteſt du nur an unſere Erlöſung und nicht an unſern Untergang. Aus unendlicher Barmherzigkeit hat⸗ teſt du beſchloſſen, uns vom Falle aufzurichten und deßhalb deinen geliebten Sohn auf die Erde zu ſenden, damit er unſere menſchliche Natur an— nehme und für unſere Sünden deiner Gerechtig⸗ keit Genugthuung leiſte.— Als zweiter Adam ſollte er das Verderben wieder gut machen, das der erſte Adam über die ganze Menſ ſchheit brachte. Und weil die erſte Eva durch Hochmuth und Un⸗ gehorſam ihre Nachkommen in das größte Unglück ſtürzte, ſo erwählteſt du, o Gott, in deiner un⸗ begreiflichen Weisheit eine zweite Eva, um durch die tiefſte Demuth und den bereitwilligſten Ge⸗ horſam jenes ſchreckliche Unglück wieder aufzu⸗ heben. Als daher die Fülle der Zeit gekommen war, wo du der gefallenen Menſchheit deine Barm⸗ herzigkeit erweiſen wollteſt, da wählteſt du die⸗ jenige Jungfrau zur gebenedeiten Mutter deines geliebten Sohnes, welche du ſchon von Ewigkeit 453 Kommunionandacht. her hiezu beſtimmt hatteſt; du wählteſt Maria, bewahrteſt ſie vor der Makel der Erbfünde und ſchmückteſt ſie mit allen Gaben und Gnaden, da⸗ mit ſie eine würdige Arche des neuen Bundes werden und aus ihrem reinſten Fleiſche und Blute uns jenes himmliſche Manna, jenes lebendige Brod bereite, welches uns das ewige Leben gibt und vor dem Tode bewahrt, den unſere Voreltern in die Welt gebracht haben. Heute nun, an dem Tage, wo Maria, die reinſte Jungfrau und meine theuerſte Mutter, in die Welt eintrat, verlangt meine Seele nach dieſem himmliſchen Manna, nach jenem lebenſpendenden Brode, das in Maria der unbefleckten Jungfran ſich geſtaltet hat. Siehe, o gütigſter Vater! ich will hintreten zum heiligen Tiſche deines geliebten Sohnes und empfangen ſein heiligſtes Fleiſch und Blut. Ich komme wie ein Kranker zum Arzte des Lebens, wie ein Un— reiner zur Quelle der Barmherzigkeit, wie ein Blinder zu dem Glanze des ewigen Lichtes, wie ein Armer und Dürftiger zu dem Herrn Hin— mels und der Erde, wie ein entblößter Bettler zum Könige der Glorie. O wenn du doch, gü⸗ tigſter Vater! mein Herz auch ſo rein, ſo ſchön, ſo lieblich machen würdeſt zur Aufnahme deines allerliebſten Sohnes, wie du das Herz der gebe⸗ nedeiten Jungfrau bereitet haſt! Flehentlich bitte ich dich, barmherzigſter Herr, heile meine kranke — ihuſ n Aui. ihjie u d Gurhen, h. neuen Bu * mih ga git re Vorelen n, i ſrau uhn trat, wl en zun hil und ewſn Ich bm ts, wie ihn igleit, i n Licht, bi n herm h blößer u fnah hue d z . der e lchnih lit neir Geburtsfeſt der allerſeligſten Jungfrau. 459 Seele, nimm weg von ihr den Ausſatz der Sünde und bereichere ſie mit deiner Gnade, damit ſie würdig werde, das Brod der Engel, den König der Könige mit ſolcher Ehrfurcht, mit ſolcher De⸗ muth und Liebe, mit ſolcher Reinheit, mit ſolchem Glauben und Vertrauen zu empfangen, wie es ihm zur Ehre und mir zum Heile gereicht. O gütigſter Vater! gib mir die Gnade, um Maria, meiner theuerſten Mutter willen, daß ich deinen geliebten Sohn, den ich nur verborgen im Sa⸗ kramente zu empfangen verlange, endlich im himmliſchen Vaterlande von Angeſicht zu Ange⸗ ſicht ſchauen und ſeines glückſeligen Anſchauens zugleich mit meiner gebenedeiten Mutter mich ewig erfreuen dürfe. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.0 Gebet zur allerſeligſtin Jungfran. Sei gegrüßt, du Mittlerin zwiſchen Geſetz und Gnade, zwiſchen Himmel und Erde. Sei ge⸗ grüßt du Arche unſerer Heiligung, tragend Chri⸗ ſtum, das himmliſche Manna und die unſterbliche Speiſe des chriſtlichen Erdkreiſes! Sei gegrüßt du Gebenedeite unter den Weibern, durch welche wir Gläubige rufen dürfen:„Gebenedeit ſei der da kommt im Namen des Herrn! Sei gegrüßt du heiliger Tabernakel, in welchen eintrat der erſte Hoheprieſter, um das heiligſte, gnadenreichſte Werk der Erlöſung zu vollbringen! O gütigſte 460 Kommnnionandacht. Jungfrau, meine theuerſte Mutter, bitte für mich heute in dieſer Stunde, wo ich beſonders deiner Fürbitte bedarf, bitte für mich, daß ich nicht un⸗ würdig empfange das Fleiſch und Blut deines göttlichen Sohnes, das er von dir genommen hat. Ach, ich bin die Unreinigkeit ſelbſt und fürchte mich, dem zu nahen, der im unermeßlichen Glanze der Reinheit ſtrahlet! O bedecke meine Seele mit deiner Reinheit, ſchmücke ſie mit deiner Demuth, ziere ſie mit deinem Gehorſam, umgebe ſie mit den Flammen deiner Liebe, und opfere ihm für mich Armen deine Verdienſte, damit dein Jeſus, um deinetwillen ſich meiner erbarme und mich in Gnaden heimzuſuchen ſich würdige. Amen. Nach der heiligen Rommunion. Ich gehe über von ſüſſer Freude, weil ich in mir beſitze Jeſum, meine einzige Liebe, meinen Gott und mein Alles! Es frohlockt mein Herz in Gott, meinem Heilande! Ach liebenswürdig⸗ ſter Jeſus, wie gar ſo gut meinſt du es mit mir, wie lieb haſt du meine Seele; wie konnteſt du denn zu mir kommen, da ich ja gar nichts an mir habe, was dir im Geringſten wohlgefällig ſein könnte. Um Menſch werden zu können, wähl⸗ teſt du die reinſte Jungfrau! Du haſt nicht ge⸗ duldet, daß nur der geringſte Makel an ihrer Seele klebe. Sie mußte ganz ſchön, ganz unbe⸗ —— efect igtd un de ſta e ſe K ſir Ar ſöit hin heihit mih — lite fir nih ſonderz itt d Pht genonne ſt udt eßlicen Gn neine Su deiner Anh, ungehe ſt opfere ihn nit den me und ih e. An muninn. relde, wi e Liebe, ni loct nei liebesvit wes nütt wie bun n it en wohliil ukne ii⸗ hit nit kl un ihe ön, g u Geburtsfeſt der allerſeligſten Jungfrau. 461 befleckt, rein wie eine Lilie ſein! Und du wür⸗ digſt dich, zu mir zu kommen, an dem dein Auge nur das ſieht, was dich beleidigen, was dir Ab⸗ ſcheu einflößen muß?! Doch ich höre dich ſagen: „Die Geſunden bedürfen des Arztes nicht, ſondern die Kranken,“ und voll des Mitleides kamſt du zu mir, um die Wunden meiner Seele zu heilen. Soll ich dir, gütiger Herr, dieſe Wunden zeigen? Du kennſt ſie ja ſo!— O wie oft und vielmals habe ich durch meinen Hochmuth, durch meinen Ehrgeiz, durch meine Rechthaberei, durch meinen Eigenſinn meine Seele befleckt! Du haſt das beſte Heilmittel für ſie. O laſſe mich erkennen mein Nichts; laſſe mich recht erkennen mein Elend und mache mich demüthig wie Maria, deine heiligſte Mutter. Wie bin ich ſo habſüchtig, ſo eigennützig, ſo begierig nach zeitlichem Gute, ſo kümmerlich um das Irdiſche! O lehre mich doch erkennen die Vergänglichkeit alles Irdiſchen, gib mir den Geiſt der Armuth deiner gebenedeiten Mutter und ihr Verlangen nach den ewigen Gütern. Wie bin ich oft ſo widerſpenſtig, ſo ungehorſam, ſo wider⸗ willig! O lehre mich doch gehorſam und unter⸗ thänig ſein, wie deine glorwürdige Mutter! Wie bin ich ſo träge in Erfüllung meiner Standes⸗ pflichten, ſo nachläſſig in der Arbeit, ſo unauf⸗ merkſam bei meinem Thun und Laſſen! O flöße nir ein den Eifer deiner heiligſten Mutter und 462 Kommunionandacht. — theile mir mit von ihrer Treue, von ihrer Wach⸗ ſamkeit, von ihrem Fleiße, damit ich von jetzt an alle Pflichten meines Standes, in den du mich geſetzt haſt, vollkommen erfülle. Aber an noch einer anderen Wunde leidet meine Seele. Es iſt die Trägheit, die Lauheit, die Nachläſſigkeit in deinem Dienſte, o Herr! im Gebete, in der An⸗ dacht, in der Betrachtung, in der Ueberwindung meiner ſelbſt, in der Uebung der Tugenden, in der Ausübung guter Werke. O theile mir mit den Geiſt der Andacht deiner gebenedeiten Mut⸗ ter, ihre Liebe zum Gebete, in ihrem Eifer im⸗ mer mehr dir ähnlich zu werden und dir wohl⸗ gefällige Werke zu thun. O Jeſus! Sohn Got⸗ tes und Sohn der Jungfrau! verlaſſe mich nicht, ehedenn du mein Flehen erhörſt, vermehre in mir den Glauben, ſtärke mein Vertrauen, und gib mir die Gnade, daß ich dir, wie deine aller⸗ reinſte Mutter, mit keuſchem Leibe diene und mit reinem Herzen wohlgefalle. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Gebet zur allerſeligſten Iungfrau. Heilige Maria! meine Frau und meine Mut⸗ ter! innigſte Freude erfüllt mein Herz wegen dei⸗ ner gnadenvollen Geburt. Du biſt ja die lieb⸗ iche Morgenröthe, welche die Alles belebende Sonne der Gerechtigkeit Jeſum, unſern Heiland angekündigt; du biſt die holde Jungfrau, deren Eiel lnglu on ihre U ich nſ in du n Aber un te Eeule B Nachliſigü bete, in del r Uebei r TLugen heil mit ihren 6i n und dim⸗ Vertm ſ de diene wſ ten. ion ſihe bi ungſtun und u Herz weh ad — bit jud ſ⸗ — — — Ales bih unſm hen Jungfm im — — Todes, meine barmherzige Mutter. 17. Sonntag nach pfingſten. 463 Lieblichkeit ihn auf die Erde herabgezogen, welche ihn geboren hat. Ohne dich, lieblichſte Jung⸗ frau! hätten wir keinen Jeſus, ohne dich auch nicht die köſtlichſte, heilbringende Speiſe für un⸗ ſere Seele, ſein heiligſtes Fleiſch und Blut. Wie ſollte ich mich alſo nicht freuen und Gott danken, daß er dich, die beſte Mutter, uns geſchenkt hat! Wie ſollte ich mich nicht heute glücklich preiſen, da ich durch dich jenen in meinem Herzen trage, der das Leben, der Troſt, die Wonne meiner Seele iſt! O gütigſte Jungfrau und Mutter! hilf mir ihn anbeten, loben und preiſen; hilf mir ihm danken für alle ſeine Liebe und Güte, die er an mir ſchon verſchwendet hat; hilf mir ihn bitten, daß er mir die Gnade verleihe, um welche ich ihn angefleht habe, die Gnade: ſo demüthig, ſo gehorſam, ſo eifrig, ſo treu und beſonders ſo rein zu werden, wie du geweſen biſt. Schütze mich, mächtige Mutter, regiere mich, weiſeſte Jung⸗ frau, und verlaſſe mich nicht in der Stunde des Amen. Sielzehnter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Matth. 22, 37. Jeſus erklärt, welches das größte Gebot ſei. Por der hriligen Rommunion. 8 Jeſus! geliebter Sohn des liebwertheſten himmliſchen Vaters! wie tief ſind wir ge— 464 Kommunionandacht. fallen, wie weit iſt es mit uns gekommen, daß du uns ſogar befehlen mußteſt, dich zu lieben! Iſt denn nicht unſer Herz zur Liebe geſchaffen und biſt du nicht die Quelle aller Liebe, der allein würdigſte Gegenſtand unſerer Liebe; biſt du denn nicht die Liebe ſelbſt? Biſt du nicht die Quelle aller Schönheit, aller Süßigkeit, aller Güte, alles Troſtes, aller Wonne, aller Freude?— Iſt denn nicht Alles, was ſchön, was gut iſt, ein Ausfluß deiner Schönheit, deiner Güte, deiner Liebe? Haſt du uns nicht zuerſt geliebt, ſprichſt du nicht:„Mit ewiger Liebe liebe ich dich.“ Aus Liebe, o mein Gott, haſt du mich in das Daſein gerufen, aus Liebe haſt du den Himmel verlaſſen und biſt Menſch geworden, aus Liebe haſt du ſo unendliche Peinen und den qualvollen Tod des Kreuzes gelitten, aus Liebe haſt du in der Taufe mich als dein Kind aufgenommen und mich zum Erben deines Reiches gemacht; aus Liebe haſt du mir ſchon ſo viele Gnaden gegeben, haſt mir ſchon ſo oft die Sünden vergeben und aus reiner, unbegreiflicher, unbeſchreiblicher Liebe haſt du das wunderbare Sakrament deines Fleiſches und Blu⸗ tes eingeſetzt, aus unendlicher Liebe kommſt du unter der Geſtalt des Brodes zu uns und willſt die Speiſe unſerer Seele ſein und dich mit uns vereinigen.— O Liebe meines Gottes, o unbe⸗ gränzte Liebe, o unbegreifliche Güte; und ich liebe ich Gott ich di ſn Fu — geonng, „dih ſlg be giſhifnt Liebe, de(l rFreude!- was git iſi ter Güte, ſt geliebt, ſi Himmel u Liebe hou alvollen Lo du in de en ud nihſ aus Liebe geben, hit — 6— leiſches u Liebe km „ u ms mi ind dih n Gutes, ou ite no ihl 17. Sonntag nach pfingſten. 465 dich nicht! Du mußt es mir gebieten! O mein Gott, wie ſchäme ich mich, wie reuet es mich, daß ich dich nicht über Alles geliebt habe, ja daß ich ſogar die Unthat beging, dich zu betrüben, zu be⸗ leidigen, mit dem ſchwärzeſten Undank deine Liebe zu vergelten! Ach, wenn deine Liebe nicht ſo gränzenlos wäre, würde ich dann noch leben, würde ich nicht ſchon dem ewigen Tode verfallen ſein?! Deine Liebe war es die mich verſchonte, deine Liebe war es, die mich bisher ertrug, deine Liebe war es, die mich vom ewigen Verderben zurückhielt; deine Vebe war es, die mich vom Wege der Sünde zurückrief, deine Liebe nahm den Reuevollen auf, deine Liebe hat mir verge⸗ ben und deine Liebe iſt es, die mich heute zu dei⸗ nem hochheiligen Tiſche ruft. Siehe, o Herr! ich komme, folgend deinem Rufe. O daß ich dir doch ein recht liebentflammtes Herz entgegen bringen könnte! O möchteſt du doch, mein Jeſus! aus deinem liebentflammten Herzen einige Strah⸗ len deiner Liebe in mein Herz ſenken, damit ich brennend vor Liebe, dich empfange und zur in⸗ nigſten Vereinigung mit dir, der Quelle aller Liebe gelange. Amen. Cugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Jeſus, mein Alles. 30 5 466 Kommunionandacht. Uach der heiligen Rommunion. Ich habe gefunden, den meine Seele lieb hat. Ich habe dich, o Jeſus, den Schatz meines Her⸗ zens, in dem ich Alles beſitze. O wie ſchön biſt du, Geliebter meiner Seele, wie gut biſt du, o Herr! Dich liebe ich, o mein Leben, mein einziges Gut, mein Alles! O du Gott meines Herzens, nichts iſt ſüßer als dich lieben, nichts iſt bitteret als dich nicht lieben. Ach ich habe dies erfahren, als ich etwas Anderes liebte als dich; als ich mein Herz, das für deine Liebe geſchaffen iſt, an vergängliche Geſchöpfe, an irdiſche Dinge hing, und doch keine Ruhe und keinen Frieden fand. Aber jetzt will ich dich lieben mit allen Kräften meiner Seele. Und warum ſollte ich dich nicht lieben? Du biſt mein Heiland, du liebſt mich immer, du liebſt mich ohne Ende! Du haſt mir dich ſelbſt, du haſt mir dein Herz gegeben, wie ſollte ich dich nicht lieben? Du biſt unendlich voll— kommen, unendlich heilig, unendlich gerecht, un⸗ endlich ſelig, und willſt mich theilhaftig machen dieſer Seligkeit, und ich ſollte dich nicht lieben? — Du haſt mich mit mächtiger Hand dem Rachen des hölliſchen Feindes entriſſen. So oft ich ſün⸗ digte, war er bereit, mich zu verſchlingen; doch du haſt mich vertheidiget, und ich ſollte dich nicht lieben? Als ich in den Koth der Sünde verſank, munion, Secle ichh atz meins i ſti gut biſ u n, wein ein meines hent nichts iſt i e dies efth ls dich; chi geſchaffen it ſche Ding ji en Frieda ſt nit allen i llte ich dih i du lich e duhi tz gegebn, ſt unendlihn ihefiz uß ich nich lit — and den ſ So iſ erſhinn . ſolle dih eine uin —— 17. Lonntag nach pfingſten. 467 da haſt du mich gewaſchen in deinem eigenen Blut, und ich ſollte dich nicht lieben? Du haſt mich nicht mit Gold und Silber, ſondern um den theuerſten Preis, mit Dahingabe deines eigenen Lebens erkauft, und ich ſollte dich nicht lieben? Weil du mich gemacht haſt, o Herr, ſo ſchulde ich mich ganz deiner Liebe; weil du mich erlöſet haſt, ſo ſchulde ich mich ganz deiner Liebe; weil du mir ſo Großes verheißen haſt, ſchulde ich mich ganz deiner Liebe, und weil du dich mir mit Gottheit und Menſchheit, mit Leib und Seele, mit Fleiſch und Blut gegeben haſt, ſo ſchulde ich mich ganz deiner Liebe. O mache doch, o lie⸗ benswürdigſter Jeſus! daß ich durch die Liebe ganz dein ſei. Ziehe mich hinein in die Flammen⸗ glut deiner Liebe und verbrenne Alles in mir, was nicht Liebe heißt zu dir. Was ſoll ich im Himmel wünſchen und auf Erden lieben, als dich allein, meinen ſüßeſten Jeſus? Ja lieben will ich dich vom ganzen Herzen, indem ich dir weihe alle Empfindungen und Regungen desſelben; ich wrill dich lieben aus ganzem Gemüthe, und dir weihen alle Gedanken meines Verſtandes; ich will dich lieben von ganzer Seele und dir weihen alle ihre Kräfte; ich will dich lieben aus allen Kräf⸗ ten, und mich bemühen, dich immer mehr zu lie⸗ ben. Alle meine Neigungen, alle meine Wünſche, alle meine Handlungen ſollen anderen 3 463 Kommunionandacht. Beweggrund haben, als die Liebe zu dir, als dein Wohlgefallen.„Alles dir zu lieb“, das ſei mein Wahlſpruch, ſo lange ich lebe; o daß ich auch aus Liebe zu dir ſterben könnte! Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſi ehe Seite 288) ——— Achtzehnter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Matth. 9, 1. Jeſus heilet einen Gichtbrüchi⸗ gen und vergibt ihm ſeine Sünden. Por der heiligen Rommunion. — Jeſus! der du dich einſt des gichtbrüchigen Sünders erbarmt, ihn ſogar „Sohn“ genannt und von der Krankheit ſeiner Seele und ſeines Leibes befreit haſt: ſiehe ich armſeliger Menſch, mit mancherlei Uebeln behaf— tet, komme zu dir und im Vertrauen auf deine Macht und Güte bitte ich dich, heile meine kranke Seele, die kraftlos darniederli gt und hilf ihr, daß ſie wandeln kann deine Wege, die du ſelbſt durch deine Schritte vorgezeichnet haſt. Oft und oft habe ich mir ſchon vorgenommen, mich auf⸗ zumachen und dir nachzufolgen; allein kaum will ich deinen Weg gehen, kaum will ich eine deiner ſchönen Tugenden nachahmen, ſo hält mich meine Schwäche, meine Trägheit, meine Lauigkeit wieder zurück. Ich ſcheue die Mühe, ich ſcheue den . e zu dir eb“, das ſin daß ich men. nion ſiche Sihh —————— ch Pſinge ilet einen Eiht mmunion. du dich en rbarmt, ihi r Krarhi 1 reit haſt: ſih erlei Uebhi zertrauen uh heile mint li gt udſ Wege, de u net haſt I ommen, u allen ſo hit n ine Laui i he, ih ſh 13. Sonntag nach pfingſten. 469 Kampf und ſtatt meine verkehrter Neigungen zu überwinden, werde ich von ihnen überwunden und meine Seele wird immer ſchwächer, immer kraft⸗ loſer.— Mein Jeſus, du gütiger Herr, vernimm doch gnädig meine Klagen und weiſe mich nicht zurück. Als du den Glauben des Gichtbrüchigen ſaheſt, und jener, die ihn herbeitrugen, da haſt du dich des Armſeligen erbarmt und neue Kraft in ſeine Glieder gegoſſen.— Im feſten Glauben, daß du im heiligſten Sakramente wahrhaft gegen⸗ wärtig biſt, komme ich zu dir, und im zuverſicht— lichen Vertrauen, daß du mir helfen kannſt, und in der kindlichen Hoffnung, daß du mir helfen willſt, nahe ich mich deinem heiligen Tiſche, um dein heiligſtes Fleiſch und Blut zu genießen. Es iſt mir, als höre ich dich ſagen:„Vertraue, mein Sohn! dir werden alle deine Sünden vergeben; fürchte dich nicht, ich will mich deiner erbarmen und dir reichen das Brod der Starken.“ Wäre ich nicht gar ſo elend und wäre deine Güte nicht ſo unendlich groß, ich würde es nicht wagen, eine ſolche Gnade zu verlangen. Du haſt ja ſelbſt geſagt: Ohne mich könnet ihr nichts thun; und wer mein Fleiſch nicht ißt und mei Blut nicht trinkt, der hat das Leben nicht in ſich. Ich muß daher zu dir kommen, und mit der tröſtlichen Hoffnung, daß ich Hilfe finden werde, komme ich auch, damit ich Heilung von meinen Uebeln, 470⁰ Kommnnionandacht. Stärke für meine Schwäche, Muth und Kraft für meine Zaghaftigkeit, Eifer für meine Lauigkeit erlange, um den ſchmalen Weg zu wandeln, der zum Leben führt. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) nach der heiligen Rommunion. Deine Güte, geliebteſter Jeſus, welche du mir deinem armen Knechte(deiner armen Magd) fortwährend erweiſeſt, kann ich nicht genug be⸗ wundern. Wenn ich bedenke, wer ich bin und wer du biſt, ſo muß ich ſprachlos eine ſolche un⸗ begreifliche Liebe anſtaunen.— In tiefſter Demuth bete ich dich an, o Herr, du allmächtiger Seelen⸗ arzt, der du in meinem Herzen wohnſt, nicht um mich zu verurtheilen, ſondern durch eine neue Gnade mich an dich zu feſſeln. O wie barm⸗ herzig biſt du immer gegen mich Sünder gewe⸗ ſen! Wegen meines ewigen Heiles haſt du frei⸗ willig alle Armſeligkeit der menſchlichen Natur übernommen und dich ſogar dem Tode des Kreu⸗ zes unterworfen nicht bloß daß du mich in deiner heiligen Kirche geboren laſſen werden wollteſt, mir gute Eltern und Lehrer gabeſt, die mich in deiner heiligen Lehre unterrichteten, haſt du mich auch aus vielen Gefahren errettet. Wenn ich vom rechten Wege abirrte, riefſt du mich zurück; wenn ich ſündigte, ertrugeſt du mich; wenn ich ih imn in. nie hreft un ſieſein wnge 2=2 — —— — — — —— th und hutſt wein Ai zu wondeh, on ſiche Site munion. eſus, welh ſet armen W mnicht genh wer ich bnn os eine ſolche In tieſſtet An lmächtiger&u wohnſt nh duch ein n. O vie in — ich Sünder eiles haſt? nenſchliche* —— n Tide d du nich i 1 ſi werden u ſttu nſn u nih; unt 1 . abeſt, de nß eten, hat un rett. Vni ————— 13. Honntag nach pfingſten. 471 ſtrauchelte, ſtärkteſt du mich; wenn ich fiel, hobſt du mich auf; wenn ich trauerte, haſt du mich ge⸗ tröſtet, und wenn ich hungerte, gabſt du mir zu eſſen von deinem hochheiligen Mahle. Dieſe und andere unzählige Wohlthaten haſt du mir erwieſen, mein Jeſus, wovon ich gerne immer reden, wofür ich dir immer danken, wofür ich dich immer loben, wofür ich dich immer lieben will. O daß ich doch tauſend Herzen hätte, um dich immer mit der glühendſten Liebe lieben zu können. O mein Jeſus! was thue ich, um dir meine Liebe zu bezeugen? Von deiner göttlichen Kraft unterſtützt will ich beharrlich kämpfen gegen die Feinde meines Heils. Hilfe hoffe ich, Hilfe verlange ich ſehnlich von deiner Güte, denn meine Trägheit iſt mir faſt zur zweiten Natur gewor⸗ den. Wie der Gichtbrüchige liege ich krank dar⸗ nieder. Du, o Herr, kannſt mich heilen, auf deine Macht baue ich und der Glaube wird mir helfen. Du haſt zu dem armen Gichtbrüchigen geſagt:„Vertraue, mein Sohn! deine Sünden werden dir vergeben.“ O Worte des ſüßeſten Troſtes! Zuerſt nimmſt du ihn auf als deinen Sohn und dann laſſeſt du ihm die Sünden nach. So ſehr gefällt dir der ver⸗ trauensvolle Glaube! Siehe, auch ich, o Herr, glaube an dich, ich hoffe auf dich, ich liebe dich. Wirſt du mich vor deinem Angeſichte verſtoſſen, 472 Kommunionandacht. o Jeſus, der du dich des armen, ſündigen Kran— ken erbarmt haſt?. O nein! deine liebevolle Her⸗ ablaſſung, deine gnadenvolle Heimſuchung läßt mich hoffen, daß auch ich die troſtvolle Stimme höre:„Stehe auf.“— Ja, mein Herr und Gott! ich will aufſtehen und von Neuem beginnen den Kampf gegen meine Leidenſchaften, die Arbeit für das Heil meiner Seele, die Uebung der Tugend. O reiche mir, gütigſter Herr, deine mächtige Hand, damit ich das Ziel erreiche. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Das Feſt der ſieben Schmerzen der aller⸗ ſeligſten Jungfrau.. (Am dritten Sonntag im September.) Evangelium: Joh. 19, 15. Jeſus empfiehlt ſeine Mutter dem heiligen Johannes. Por der heiligen Rommunion. S mein liebreichſter Jeſus! wie du der Un⸗ ſchuldigſte, Reinſte und Heiligſte zwiſchen zwei Miſſethätern am Kreuze hängeſt, das Haupt mit Dornen gekrönt, Hände und Füße mit grau⸗ ſamen Nägeln durchbohrt, von Wunden zerfleiſcht, von Blut überronnen, vor Durſt verſchmachtend, mit dem Tode ringend, und wenn ich dann meinen Blick auf deine thenerſte Mutter wende, die unter rißi ſinn uhn 1 3 ee Uhl ufs mine vß, ſliſt! ündigen h ietewl hu nuchug i wwolle Sin Nerr und Got begimen d die bei j g der Tge deine nicht . Anen. ſche Sin W . P tembet. fiehlt ſin Mut wnion. ie du der iigt mi eſ, uh üße mit Mu den zerſeſtt verſchnchtn dan nin de, die u en der alb⸗ Feſt der ſieben Schmerzen Mariä. 473 deinem Kreuze ſteht, in ein Meer der Schmerzen verſenkt, die Augen voll Thränen zu dir empor⸗ gerichtet; das Schwert des bitterſten, qual⸗ vollſten Schmerzens im Herzen, dann iſt mir, als müſſe mein Herz vor Leid zergehen und die Erde müſſe ſich aufthun, um mich zu verſchlingen. Denn wer hat dich mit den grauſamen Nägeln an's Kreuz geheftet, wer hat dich mit Dornen gekrönt, wer hat dich mit Wunden bedeckt, wer hat dich verdurſten laſſen? Ach! ich durch meine Sünden und Miſſethaten! Wer hat deiner geliebten Mut⸗ ter dieſes unendliche Leid zugefügt, wer hat ihr das Schwert des Schmerzens in das Herz geſtoſſen? Ach! ich durch meine Sünden!! Und dennoch will ich es wagen, heute dich im heiligſten Sakramente zu empfangen, mit dir das Mahl der Liebe zu halten!? Wahrhaftig, es gibt Niemand, der un⸗ würdiger dieſer Gnade iſt als ich! aber es gibt Niemanden, der es nöthiger hätte, das Brod des Lebens, dein heiligſtes Fleiſch und Blut zu em⸗ pfangen, als ich! Was ſoll ich thun? Mich ferne halten von deinem heiligen Tiſche bringt meiner Seele den Tod, hinzutreten zu deinem heiligen Mahle ungeachtet meiner Unwürdigkeit wird dich auf's Neue beleidigen! Furcht und Zagen ergreift meine Seele! Doch ich will nicht verzagen. Ich weiß, daß du, o Herr, die Güte und die Liebe ſelbſt biſt, daß dein heiligſtes Herz überfließt von 474 Kommunionandacht. Erbarmen gegen die Elenden. Du haſt dem reuevollen Schächer vergeben, du wirſt auch mir, dem reumüthigen Sünder, vergeben.— O wenn du nur ein Tröpfchen deines koſtbarſten Blutes, das du am Kreuze vergoſſen, auf meine Seele fallen ließeſt, ja wenn du mir nur einen Seufzer deines liebevollſten Herzens ſchenken würdeſt, ich würde rein ſein und dürfte mich nicht fürchten, unwürdig dich zu empfangen! Siehe deßhalb an, o Jeſus, deine ſchmerzhafte Mutter unter dem Kreuze; ſie iſt auch meine Mutter, du haſt ſie ſterbend mir zur Mutter gegeben; ihre Thrä— nen, ihre Leiden, ihre Verdienſte bitten für mich um Gnade und Erbarmen. Um deiner und deiner gebenedeiten Mutter willen mache mich würdig, o Herr, das göttliche Manna deines Flei— ſches und Blutes zu empfangen, damit ich durch die Wüſte dieſes Lebens wandernd, Stärke und Kraft erlange, mich ſelbſt und alle Verſuchungen und Anfechtungen der Feinde meines Heiles zu überwinden und glücklich in das himmliſche, ge⸗ lobte Land zu gelangen. Amen. (Tugendübungen vor der heil. Kommunion ſiehe Seite 281.) Gebet zur ſchmerzhaften Autter Gottes. Omeine theuerſte, liebwertheſte Mutter Maria! ich bin das Kind deiner Schmerzen, ich bin dir von deinem göttlichen Sohne am Kreuze über⸗ nt gben awet tauen mnt ur ute up Gurde tmn win ſcc terte 0 ul iiz inzt Iu in, inc Feſt der ſieben Schmerzen Mariä. 475 geben, deiner mütterlichen Sorge, deinem Schutze anvertraut worden; ich, dein Kind, flehe ver⸗ trauensvoll zu dir, du wolleſt dich meiner anneh⸗ Du hiß d virſt uch u n.— D ne barſten Blug en und meine Sache bei deinem geliebten Sohne uf min 6 vertreten. Um der Liebe willen, die ſo groß t einen u war, daß du deinen geliebten Sohn für mich en wieſi hingeopfert haſt, um der Schmerzen willen, die nicht firihe du wegen meiner ausgeſtanden haſt, bitte ich dich, ehe deßhalb u du wolleſt mir die Gnade am Throne deines ttter unter; Sohnes erwerben, daß ich gereinigt von meinen ter, du heß n; ihre Th Sünden, geſchmückt mit der heiligmachenden Gnade in Demuth und Reue, in Liebe und Ver⸗ bitten fir ni trauen hintreten darf zum Mahle der Liebe und in deinr m meine Seele erquicken und ſtärken darf mit jenem len mh u hochheiligen Fleiſche, das der heilige Geiſt in dir mnn däirsſ bereitet und mein Jeſus von dir genommen hat. danit ih u D wolle mich, gütigſte Mutter! wenn ich zum d Sim heiligen Tiſche trete, mit deinem Gebete beglei⸗ le Leſthun ten; o flöße meiner Seele aus deinem heiligen rines hels Mutterherzen die Gefühle des lebendigen Glau⸗ mlith bens, der feſten Hoffnung, der innigſten Liebe n ein, damit ich ſo würdig werde der Verheißung che Sit K deines allerliebſten Sohnes: Wer mein Fleiſch — ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und 6ls ich in ihm. Amen. iteru zen, it hnſt m nu in 476 Fommunionandacht. Uach der heiligen Kommunion. „Meine Seele macht groß den Herrn und mein Geiſt frohlockt in Gott, meinem Heile; denn Großes hat an mir gethan, der da mächtig und deſſen Name heilig iſt.“ O wie ſoll ich nicht in dieſe Worte des Jubels und der Freude aus⸗ brechen, wie deine gebenedeite Mutter, o mein Jeſus, als ſie dich vom heiligen Geiſte empfan— gen hatte?! Du der Sohn Gottes und der reinſten Jungfrau, biſt in meinem Herzen, ich rage dich in meiner Bruſt. Du der Heilige der Heiligen, kamſt zu dem ſündhaften Knechte, du die Quelle der Reinheit, kamſt zu dem Ausſätz⸗ gen, du der König der Könige zu dem Bettler; du, den die Himmel nicht faſſen, ſtiegeſt nieder in mein kleines armes Herz. Wenn die heilige Kirche ſtaunend über deine Herablaſſung in ihrem Lobgeſange von dir ſagt:„du habeſt nicht ver— ſchmäht den Schooß der Jungfrau,“ jenen keu⸗ ſcheſten, reinſten Schooß, der von keiner Makel befleckt war; was ſoll ich denken, was ſoll ich ſagen von der unbegreiflichen Huld, mit welchet du mein garſtiges, von Sünden beflecktes, von vöſen Leidenſchaften, ſündhaften Neigungen ver⸗ derbtes Herz zu deiner Wohnung genommen haſt! Wie ſoll ich eine ſo große wunderbare Herab⸗ laſſung, eine ſolch erſtaunliche Güte genugſam munion, den Hem u em Heil; M da mächig u ſol ih ntt et Frelde u Mutter, o n Geiſte enyin Gottes und em Herzn, der Heilgeh ſten Knechte, zu den Mit zu den Lill t, ſtiegeſt u Venn di hi aſſung in i habeſt uch u au,“ jn b on keinr M in, wi ili uld, ni wh beſlecte, Neigunger 6 genne h ndebn hu Gite gun Feſt der ſieben Schmerzen Mariä. 477 loben und preiſen, wie ſoll ich dafür danken können? O wie ſchmerzt mich jetzt meine Armuth, mein Elend, da ich dir, meinem gütigſten Herrn, nichts anderes opfern kann als mein armes Herz. O verſchmähe doch den guten Willen nicht! Doch bin ich auch arm, ſo habe ich doch eine Gabe, welche dir wohlgefällig iſt. Du haſt mich ſelbſt, o Herr, durch deine heilige Mutter reich gemacht. Du gabſt mir ihr mütterliches Herz, du gabſt mir ihre Liebe. Siehe, dieſes heilige Herz mit ſeiner flammenden Liebe, dieſes mit der Ueber⸗ fülle deiner Gnaden geſchmückte, mit allen Tu— genden gezierte, von unermeßlichen Verdienſten bereicherte Herz meiner theuerſten Mutter opfere ich dir auf zum Erſatze für die Armuth meines Herzens. Und da ich unzählbare Schulden bei dir, o Herr! gemacht, ſo bringe ich dir dar zur Genugthuung für die Beleidigungen, die ich dir zugefügt, die Thränen, die deine gebenedeite Mut⸗ ter über mich geweint, die Schmerzen, die ſie für mich geduldet, und ihre Bitten und Seufzer, die ſie für mich, unter deinem Kreuze ſtehend, zu deinem himmliſchen Vater emporſendete.— O gib mir die Gnade, daß ich keine Sünde mehr begehe und nie mehr vergeſſe, was du ſelbſt für mich in unendlicher Liebe gelitten und deine ge⸗ liebte Mutter für mich erduldet hat. Amen. Cugendübungen nach der heil. Kommunion ſiehe Seite 288.) — —— 478 Kommnnionandacht. Ablaßgebet zur ſchmerzhaften Mutter. Das Stubat Muter. * Papſt Innozenz XI. verlieh durch Dekret vom 1. September 1681 allen Gläubigen einen Ablaß von 100 Tagen, ſo oft ſie zu Ehren der ſchmerzhaften Mutter Maria andächtig den Hymnus Stabat Mater beten. An dem Kreuze thränenreich Stand die ſchmerzerfüllte Mutter, Als am Kreuze hing ihr Sohn. Ihre Seele, ſchmerzzerriſſen, Bange, ſeufzend und beklommen Hat das Leidensſchwert durchbohrt. O wie traurig und betrübt War des eingebornen Sohnes Hochgebenedeite Mutter! O was litt die Liebevolle, Als ſie gramverzehrt das Leiden Des erlauchten Sohnes ſah! Welcher Menſch wird da nicht weinen, Wenn er ſieht, wie Chriſti Mutter Solche Qual und Folter duldet? Wer nicht ſelber ſich betrüben, Wenn er leidend Chriſti Mutter, Leidend ihren Sohn betrachtet? Für die Sünden ſeines Volkes Sieht ſie Jeſum in der Marter Und der Geißel unterworfen. n Mutter, * durch Dehnt einen Ulin merzhaften Mut tMater bin. teich Mutte, ohn. en, mmen urchbohrt t hes de h icht win, Mutter duldet? iben, Muttet, hut! olkes Narter ſen. Feſt der ſieben Schmerzen Mariä. Sieht ihn, ihren ſüßen Sohn, Troſtlos ſterben und verlaſſen, Als er an dem Kreuz verſchied. Eja, Mutter, Quell der Liebe, Laß mich fühlen deine Schmerzen, Laß mich trauern, ſo wie du. Mache, daß mein Herz erglühe, Chriſtum meinen Gott zu lieben, Daß mein Herz ihm wohlgefalle. Dies verleihe heil'ge Mutter, Drücke des Gekreuzigten Wunden Meinem Herzen ein. Theil mit mir des Sohnes Peinen, Der zu leiden ſich gewürdigt, Der für mich verwundet ward. Mache, daß ich mit dir weine, Frommes Mitleid mit ihm trage Meine ganze Lebenszeit. An dem Kreuz mit ihm zu ſtehen, Dir im Schmerze beigeſellt, Iſt es, was mein Herz verlangt. Jungfrau, du die Gnadenreiche, Sei mir gnädig und gewogen, Gib mir Theil an deinen Thränen. Laß den Tod des Herrn mich tragen, Und Genoſſe ſeiner Leiden, Eingedenk der Wunden ſein. Laß die Wunden mich verwunden, Mit dem Blute deines Sohnes, Mit dem Kreuze mich berauſchen. 130 Kommunionandacht. Vor der Flammen Glut beſchütze An dem Tage des Gerichtes Mich, o Jungfrau, gnädiglich. Wenn es gilt, von hier zu ſcheiden, Laß, o Chriſte, durch die Mutter Zu der Palme mich gelangen. Wenn der Leib hier ſterben muß, Rufe dann zu dir die Seele, „ Schenke ihr dein Himmelreich. Mnen. Kurzes Gebet zur ſchmerzhaften Mutter Gottes. * Papſt Pius IX. verlieh durch Decret vom 23. Dezember 1847 allen Gläubigen, ſo oft ſie mit eumi⸗ thigem Herzen das nachſtehende Gebet zu Ehren der ſchmerzhaften Mutter Gottes beten, einen Ablaß von 100 Tagen. Gegrüßt ſeiſt du Maria, voll der Schmerzen, der Gekreuzigte iſt mit dir, beweinenswürdig biſt du unter den Weibern und beweinungswür⸗ dig iſt die Frucht deines Leibes Jeſus. Heilige Maria, Mutter des Gekreuzigten, erbitte Thränen uns, den Kreuzigern deines Sohnes, jetzt und in der Stunde unſeres Todes. Amen. GM — Grarge iche zu ſcheien Mutter gen. en muß, eele, reich. Ann. t r Gottes. rch Decut m ſo oft ſie ni m Hebet zu Ehun n, einen Aht — oll der Shnn beweineniin d beweinn Jeſts. hi n, erbitte i hne, jt u lmen. 19. Sonntag nach pfingſten. Neunzehnter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Matth. 22, 1. Das Gleichniß vom könig⸗ lichen Hochzeitsmahle. Vor der heiligen Rommunion. (Pin überaus köſtliches, großes und göttliches Mahl haſt du uns bereitet, gütiger Jeſus, König der Könige! Auch mich ladeſt d zu die⸗ ſem koſtbaren Mahle, ſchon iſt Alles bereit, mein Gott und mein Alles! Zu der ſüſſen Erquickung heiliger Seelen rufſt du mich ſo liebevoll, ja du droheſt mir ſogar mit dem Verluſte des ewigen Lebens, wenn ich nicht genieße dein Fleiſch und trinke dein Blut. O gütigſter Jeſus, mein König and mein Gott, höchſter Herr, Schöpfer des Him⸗ mels und der Erde! ich armſeliger Menſch, dein elender und bedürftiger Knecht(Magd), mit wel⸗ cher Stirne darf ich es wagen, zu deinem Mahle zu gehen und die königliche Speiſe zu genießen?! Herr Jeſus! mein Herz verlangt nach dir, meine Seele dürſtet nach dir, deine Liebe zieht nich zu dir, ich bedarf deiner Hilfe, aber ich ſchäme mich wegen der Menge und Häßlichkeit meiner Sünden vor dir zu erſcheinen. Ach ich fürchte, du wirſt zürnend mich von dir weiſen, denn ich beſitze nicht das Hochzeitkleid der Unſchuld und Liebe, welches du von den Gäſten deines Jeſus, mein Alles. 31 432 Kommunionandacht. Mahles forderſt. Ich fürchte, du könnteſt mich Unwürdigen, wenn ich es wage, dich zu genießen, von der Gemeinſchaft deiner Gläubigen aus⸗ ſchließen und mich verwerfen! Was ſoll ich thun? Mein Gewiſſen ängſtiget mich, dein Gericht droht mir, was ſoll ich thun?— Ich weiß, was ich thue! Ich will mich erheben aus dem Unflat meiner Sünden, ich will mich in Demuth und Reue zu deinen Füßen werfen, denn ich weiß, daß du ein demäthiges und zerknirſchtes Herz nicht verachteſt. O mein Jeſus! es bedarf ja nur eines einzigen Wortes deines Mundes und ich bin rein! O ſprich dieſes Wort, gütiger Herr, und würdige dich, meine Seele mit dem Kleide deiner Verdienſte zu ſchmücken und mit dem Pur⸗ pur deines Leidens und deines Todes zu bedecken, damit ich hintreten darf zu deinem Tiſche ohne Furcht fortgewieſen zu werden. O laſſe doch nicht zu, daß mir der Genuß deines heiligſten Fleiſches und Blutes zur Verdammniß gereiche, ſondern vielmehr zur Erlangung aller Tugenden, die ich ſo gerne üben möchte, aber ohne dich nicht üben kann. O bekleide mich mit dem hochzeit— lichen Kleide deiner Liebe, damit ich dich liebe von ganzem Herzen, von ganzer Seele und ans allen meinen Kräften, dich, mein höchſtes Gut, mein Jeſus und mein Alles! Amen. Tugendübungen vor der heil. Kommnnion ſiehe Seite 281.) — u kämteſ n nih dich u gie läubign u in Geriht M hweiß, w ms den Ui in Demcht s! es beden es Wunde gütiger h mit den nd mit denht odes zu be bht inem Tiſch . d hůh ſe — tion ſiehe& mir gekommen. Sit 8 19. Sonntag nach pfingſten. 433 Uach der heiligen Rommunion. O mein Jeſus! du Bräutigam aller Gott lie⸗ benden Seelen! welch eine unausſprechliche Gnade haſt du mir erwieſen, daß du das größte und theuerſte Unterpfand deiner Liebe zu mir, dein heiligſtes Fleiſch und Blut, mir zur Speiſe ge⸗ geben haſt.— Wie habe ich ſolche große Liebe verdient? Was haſt du wohl, o mein Herr, an mir gefunden, das dich bewogen hat in mein Herz einzugehen? Hat dich denn die Häßlichkeit meiner Seele, welche ohne hochzeitliches Kleid, ohne Schmuck der Tugenden vor dir erſchien, nicht abgeſchreckt, mich heimzuſuchen. Es iſt dein Ver⸗ langen, mit der Seele, wie ein Bräutigam mit der Braut, die innigſte Vereinigung einzugehen; in der heiligen Kommunion willſt du mit ihr Hochzeit halten. Deßhalb biſt du heute auch zu Gerne möchte ich mich dir ganz hingeben, gerne möchte ich dich in heiliger Liebe umfangen und mit dir ganz eins werden; aber ich bin einer ſolchen Gnade nicht würdig. D es iſt das ſchon die höchſte Gnade, wenn ich wie 4 WMagdelena zu deinen Füßen mich hinlegen, deine Stel Füße küßen, mit meinen Thränen benetzen darf. — Doch willſt du, gütigſter Herr, meine Seele ungeachtet ihrer Unwürdigkeit, dennoch an dich ziehen, dich mit ihr vereinigen, ſie eins 434 Kommnnionandacht. machen mit dir, o ſo weiß ich nicht, welch eine höhere Gnade, welch ein größeres Glück mir z Theil werden ſollte! O wenn ich doch einmal ſagen könnte: ich bin ganz dein! O theuerſter Herr! nimm mich mir und gib mich dir. Siehe, ich will nur dich lieben und Alles nur wegen deiner; ich will nur an dich denken, nur dir nachfolgen, nur dich fürchten, nur auf dich ver⸗ trauen, nur dir gehorchen, nur dir dienen, nur dich lieben, nur in dir meine Seligkeit ſuchen. O mein Jeſus! wenn du doch mein Flehen er⸗ hören und mich ſo innig an dich feſſeln würdeſt, daß Nichts von dir mich ſcheiden könnte! O wenn ich doch mit deinem heiligen Apoſtel in Wahrheit ausrufen könnte:„Wer wird uns ſcheiden von der Liebe Ehriſti? Trüb⸗ ſal? oder Angſt? oder Hunger? oder Blöße? oder Gefahr? oder Verfolgung? oder das Schwert?!(Röm. 8.) Ach nur mit Zittern denke ich daran, daß bald meine verdorbenen Neigungen, daß bald die Welt nit ihrer Luſt ſich wieder zwiſchen dich, o Herr, und mich ſich drängen, das Band der Liebe lockern, und mich wieder von dir trennen werden. Gü⸗ tigſter Jeſus! o laſſe dieß nicht mehr zu; halte mich feſt, ſtärke mich, hilf mir kämpfen, hilf mir, daß ich dir treu bleibe, daß mich nichts mehr von dir trennt, und ſo einſt zur Zehl deiner inigt (tugen nge ſih ſe di nbet ſnch wiſn migi wn L ihi hn ſünſi hute n beſ — iht, whin s Glick mi 1 ch doch en ich dir. S les mr n enken, n ur auf dih m —— dir dienn, Seligkeit ſuch mein Flehn feſſeln wih den köm igen Woſli er witdn ℳ riſti! Li aß nic ſit ein z I preiſen darf. Feſt der heiligen Schntzengel. 485 deiner Auserwählten gerechnet, ewig mit dir ver⸗ einigt werde. Amen. Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Das Feſt der heiligen Schutzengel. Evangelium: Matth. 18, 1. Der Heiland lehret Demuth und Behutſamkeit, daß man Niemand Aergerniß gebe. Por der heiligen Rommunion. Choucher Heiland Jeſus, du biſt der Herr S Himmels und der Frde, dir dienen die Engel, dich loben und preiſen die Cherubim und Seraphim, dir gehorchen die Schaaren der himm⸗ liſchen Geiſter! Im Tabernakel wohnend beten ſie dich unaufhörlich an, ſtaunend über deine unbegreifliche Herablaſſung zu den armen Men⸗ ſchenkindern. O laſſe dir gefallen, gütigſter Herr! daß ich meine armſelige Stimme mit der Stimme der Engel vereinigen und dich anbeten, loben und O laſſe dir gefallen meinen herz⸗ innigſten Dank für die Güte, mit welcher du mir vom Tage meiner Geburt an einen Engel zum Beſchützer meines Leibes und meiner Seele ge⸗ geben haſt, und vergib mir, ich bitte dich in⸗ brünſtig, daß ich den Einſprechungen meines Schutzengels ſo wenig Gehör gegeben und dich, den beſten, gütigſten Herrn, ſo oft beleidiget 486 Kommnnionandacht. habe.— Furcht und Angſt ergreift mich, wenn ich bedenke, wie gut es du mit mir immer ge⸗ meint, welche Liebe du mir immer erwieſen haſt und wie undankbar ich dagegen geweſen bin. Wie darf ich es wohl wagen, im Angeſicht der Engel an deinem heiligen Tiſche zu erſcheinen; wie darf ich es wagen, dich in mein Herz auf⸗ zunehmen, vor dem die Engel ſelbſt nicht rein befunden werden. Wenn ich bedenke, daß du den Luzifer, den ſchönſten der ſeligen Geiſter, die du erſchaffen, wegen einer einzigen Sünde in den Abgrund der Hölle geſtürzt haſt, ach, wie kann ich es wagen, vor dir, o Jeſus, zu erſcheinen und dir mein Herz, aus dem ſchon ſo viel Böſes hervorging, zur Wohnung anzubieten?! Was mich aber noch mehr abſchreckt, mich deinem heiligen Tiſche zu nahen, iſt die Erinnerung nicht bloß an meine eigenen Sünden, die ich beging, ſondern auch an die Aergerniſſe, welche ich meinen Mitmenſchen gab, und wodurch ich dich, o Herr, ſo ſehr beleidigte und die Engel betrübte, welche immer dein Angeſicht ſchauen. O wer gibt meinen Augen Thränen, daß ich Tag und Nacht beweine meine Sünden! O Herr ſei mir armen Sünder gnädig und vergib mir all das Böſe, was ich vor dir gethan. Mit Mund und Hand verſpreche ich dir, barmherzigſter Herr, daß ich keine Sünde mehr begehen, und den Einſprechungen meines tnir imnz tet erwient en geweſe — in Mgſh he zu eſh mein hen ſelbſt niht u enke, daß n Geiſtr, Sünde in t, ach, wieh s, zu erſhi * ſo vil i zubieten! ct, mich Etinenmi „ die ich t welcheih n ich di dih, oh l betrübte vi 0 wer güt ni nd Lait u ir armene eit 3 Vöſe, v i han nim ich k i rechungen w — —= — — 2 — — Feſt der heiligen Schutengel. 487 heiligen Schutzengels willig folgen will. Aber ohne dich, o Herr, vermag ich es nicht, zu ſchwach, zu elend bin ich. O ſo würdige dich denn, gü⸗ tigſter Herr, mir dein heiligſtes Fleiſch, das Brod der Starken zu geben. Ich muß ja dieſes himm⸗ liſche Brod genießen, denn ohne dasſelbe habe ich, wie du ſelbſt ſagſt, das Leben nicht in mir. In Vereinigung mit jener glühenden Liebe, mit welcher deine heiligen Engel den Thron deiner Herrlichkeit umſtehen; in Vereinigung mit jenem Verlangen, mit welchem deine heiligen Engel immerfort dein ſchönſtes Angeſicht ſchauen und in Vereinigung mit jener tiefen Ehrfurcht, mit welcher ſie dich anbeten, loben und preiſen, komme ich zu dir, o liebreichſter Herr! und bitte dich, nimm doch mein Herz ganz in Beſitz, und ver⸗ einige es ganz mit dir, damit es keine Verſuchung, keine Anfechtung, keine Sünde mehr von dir trenne. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Gebet zu dem heiligen Schutzengel. Mein lieber, heiliger Engel, der du ſo treu mir immer zur Seite ſtandeſt, mich ſo oft ſchon in Gefahren des Leibes und der Seele beſchützt, mich gewarnt, gemahnt und geleitet haſt, o bitte für mich, daß mir Jeſus, mein Heiland, meine Sünden vergebe, meine Seele reinige und zu 433 Kommunionandacht. ſeinem Empfange bereite. Nun ich zu dem hei⸗ ligen Tiſche gehen will, um dein und mein Brod zum Leben meiner Seele zu empfangen, bitte ich dich, begleite mich und hilf mir, mit dir anbeten und mit glühender Liebe umfangen deinen und meinen Herrn und Gott, der mit dem Vater und heiligen Geiſte lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. nach der hriligen Rommunion. O mein Jeſus und mein Alles! ſei tauſend⸗ mal gegrüßt! Sei gegrüßt du Heil der Welt, ewiges Wort des Vaters, du lebenſpendende Hoſtie! O du wahrhafter Schatz reiner Herzen! o leben⸗ diges Brod der Engel! o über Alles erhabenes Himmelsbrod ſei gegrüßt! Ich bete dich an wahr— haft in meinem Herzen gegenwärtig! O wenn ich dich ſchauen, dich ſo erkennen, dich ſo anbeten, lieben und preiſen könnte wie die Schaaren dei⸗ ner Engel, die nicht müde werden, dein Lob zu ſingen. Du biſt die Hoffnung der Gläubigen, du das Heil der Büſſenden, du das Heilmittel der Kranken, du der ſüſſeſte Troſt der Elenden und Armen, o ſei gebenedeit, geliebteſter Herr! O wie freut es mich, daß dich, den Herrn der Herrlichkeit, unzählbare Schaaren der Engel⸗ zahlloſe Chöre der Cherubim und Seraphim um⸗ geben und dir ihre Preis⸗ und Dankeslieder dar⸗ hrirg Lobes verein vie d ſohn Uhn veil vil vereib ſankei zmß den b heled 5 idb ve w hahn n i g nit hiyl ich ſuig jn B wn he pie W beſchr n. — ch zu unh ud minm angen bitit nit dir uhen en deien m dem Vuruh t in Enigi — nunion. es! ſei tuſet Heil der W vendende oi erzen! o ln Alles echah edich an wi ig! O weni dich ſo anbin eSchanen n, dein Lhſ der das Heilnt ſt der Gu liebteſe h den Hemd en der 6u Sehinu nkeslieder d ———— Feſt der heiligen Schutzengel. 439 bringen, und ich meine ſchwache Stimme des Lobes und des Dankes mit ihrem Jubelgeſang vereinigen darf! O könnte ich dich auch ſo lieben wie die Seraphim; o wenn doch auch mein Herz ſo von Liebesglut brennete, wie deine Cherubim! Ach mein Herz iſt kalt; es kann nicht entbrennen, weil die Sünde noch immer darinnen wohnen will. Gütigſter Jeſus! herzinniglich bitte ich dich, vergib mir doch meinen Leichtſinn, meine Unacht⸗ ſamkeit, meine Nachläſſigkeit, wodurch ich ſo oft zum Falle kam, und dich, den Liebenswürdigſten, den beſten, den liebreichſten Freund betrübte und beleidigte. Siehe, von nun an will ich wachſamer ſein und beſorgter um das Heil meiner Seele. Doch wie werde ich dies vermögen ohne deine Gnade? Haben ja die engliſchen Gewalten nichts Gutes an ſich, ſondern Alles von dir empfangen! O ſo gib mir, beſter Jeſus, deine Gnade, damit ich mit allem Eifer die Unſchuld und Reinheit deiner Engel, ihren Gehorſam, ihre Beſcheidenheit, ihre Liebe nachahme.— Wie treu, wie fleißig, wie freudig hat der heilige Engel, welchen du mir zum Beſchützer gegeben haſt, bis zur Stunde dei⸗ nen heiligen Willen erfüllt, wie ſorgſam war er, wie wachſam, wie emſig beſchäftigt, mich vor Gefahren des Leibes und der Seele zu bewah⸗ ren. O verzeihe mir, barmherziger Herr, daß 490 Kommunionandacht. ich ſo oft die Sorge und Wachſamkeit meines heiligen Schutzengels um das Heil meiner Seele vereitelt, und mehr den Lockungen meiner Leiden⸗ ſchaften, den Einflüſterungen des böſen Feindes Gehör gegeben habe. O verzeihe und ſchone meiner, o Jeſus! Strafe habe ich verdient, doch du biſt nicht zu mir gekommen, mich zu ſtrafen, ſondern die Wunden meiner Seele zu heilen. Ganz zerknirſcht werfe ich mich in deine Arme, o Herr, und bitte dich flehentlich: o laſſe doch nicht mehr zu, doß ich freiwillig eine Sünde begehe. Ich will dir von nun an treu, fleißig, eifrig, freudig dienen wie deine heiligen Engel, ich will Alles aus Liebe zu dir thun und leiden; o hilf mir, gütigſter Herr, daß ich es vollbringe. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288) Zwanzigſter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Joh. 4, 46. Jeſus macht den Sohn eines königlichen Beamten geſund. Por der heiligen Rommunion. ein Herr und Heiland! du biſt die ewige c Wahrheit und Weisheit, die ewige Liebe. Deine Barmherzigkeit wollte die gefallenen Men⸗ ſchen erlöſen und deine Weisheit erdachte und die Liebe vollführte das unausſprechlich erhabene Gel der dein Kre Ueb F Me Nad dach Fru verl hein ſolch kein Pot dein allt heil gal ſen ich 68 beſt uß nit ſin ſanket mi il neinet eu nmine biſe zit ihe und ſin ch vediet, W — mich z ſut eele zu hin in deine n o laſſe dohn —— e Sünde b —— , fleißig, ef n Engel, iht id leiden; o —8 ollbringe l tion ſiche Sit! ———————— ch Pſnn acht den Sohi municn. du biſt di eh die erip i gefulenn! eit edaih rechlih uh 20. Lonntag nach pfingſten. 491 Geheimniß deiner Menſchwerdung. Am Baume der Erkenntniß geſchah die erſte Sünde und ſiehe deine Weisheit pflanzte einen andern Baum, den Kreuzesbaum, an welchem deine Liebe das große Uebel der Sünde wieder gut machte. Von der Frucht des verbotenen Baumes aſſen die erſten Menſchen ſich den Tod hinein, der auf alle ihre Nachkommen überging und deine Weisheit er⸗ dachte und deine Liebe reichte uns eine andere Frucht, deinen heiligſten Leib im glorwürdigſten Sakramente, damit ſein Genuß uns das Leben verleihe. Alle dieſe tröſtlichen liebevollſten Ge⸗ heimniſſe glaube ich, weil du, o ewige Wahrheit, ſolches geoffenbart haſt.— Nein, ich verlange keine Zeichen und Wunder. Ich glaube deinem Worte, ich glaube deiner heiligen Kirche, der du dein Wort anvertraut, die du zur Lehrmeiſterin aller Völker gemacht haſt und die du durch deinen heiligen Geiſt vor allem Irrthum bewahreſt. Ich glaube feſt und zuverſichtlich, daß du im heilig⸗ ſten Sakramente wahrhaft, wirklich und weſent⸗ lich gegenwärtig biſt, und ich glaube es ſo feſt, als wenn ich dich in deiner himmliſch ſchönen Geſtalt ſähe. Meine Augen können mich täuſchen, aber mein Glaube trügt mich nicht. Ich glaube, daß du unter der Geſtalt der weißen Hoſtie zu mir kommſt, um die Speiſe meiner Seele zu ſein, und ich glaube dieſes ſo feſt, als wie deine 492 Kommnnionandacht. heiligen Apoſtel, als ſie aus deinen Händen ſelbſt dein heiligſtes Fleiſch und Blut empfingen. Warum ſollte ich nicht glauben? Dir iſt ja Alles möglich, und deine Liebe iſt ſo unendlich groß, daß ich gar nicht zweifeln kann, daß du dein eigenes Fleiſch und Blut mir zur Nahrung ge⸗ ben willſt, damit ich das Leben habe. Nein, o Herr, ich verlange keine Zeichen und Wunder. Ich verlange nicht, dich jetzt zu ſehen und deine heiligen Wunden zu berühren wie Thomas, mit iſt genug, daß du geſagt haſt:„Nehmet hin und eſſet, das iſt mein Leib.“ Mich tröſtet und ſtärkt dein Wort:„Selig ſind, die nicht ſehen, und dennoch glauben.“ Wenn mir aber der Glaube ſagt, daß du mir die himmliſche Speiſe deines Leibes und Blutes reichen willſt, bin ich einer ſolchen Gnade auch würdig? Der Glaube ſagt mir auch, daß du der dreimal heilige Gott, der Herr der Heerſchaaren, der König der Engel biſt, wie kann ich es wagen, dein heiligſtes Fleiſch und Blut zu genießen!? Doch t Glaube trö⸗ ſtet mich und flößt mir Muth und Vertrauen ein. Du biſt auch unendlich barmherzig und gütig, du haſt den Glauben des königlichen Be⸗ amten belohnt, und ſeinen Sohn geheilt, du wirſt, ſo hoffe i ch ſtets zuverſichtlich von deiner Güte, auch meine Seele von ihren vielen und großen Gebrechen heilen; es koſtet dich nur Ein Wort, und gefül Kuge L Troſt nein gr ih hei des k auf uz Durſ dient dich armé Ja, ſerei wein Eeel 6ißi hrau uh ieite hß — n Hünden ſl ut enyſh Dir iſt jl unendlih g daß d u Nahnn, habe. M n und Puh ſehen und e Thom, n Nehmet u lich tröſet n die nicht ſin mir aber ( immliſche S n willſſt, bu 37 Der l nal heili b König der heiligſts ſi t Glaubt und Ver barmheri! zköriglihnt —— = — * — —— — —— — geheit, uu „ on deine elen und mu nur bin W 20. Sonntag nach pfingſten. 493 und meine Seele iſt geſund, rein und dir wohl⸗ gefällig. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. O mit welcher Freude, mit welchem ſüſſen Troſte erfüllt mich deine liebliche Gegenwart, mein Jeſus und mein Alles! Wie ein Kranker getröſtet iſt bei der Gegenwart des Arztes, ſo fühlt Friede und Wonne meine Seele, weil du bei mir biſt, o Herr! Den fieberkranken Sohn des königlichen Beamten haſt du, aus der Ferne, auf einen Wink geheilt, meine Seele aber haſt du perfönlich heimgeſucht und ihren Hunger und Durſt mit deinem Fleiſche und Blute geſtillt. Herzinnigſten Dank ſage ich dir für ſolche unver⸗ diente Güte, und in tiefſter Ehrfurcht bete ich dich an meinen Herrn und Gott, der ſich mein armes Herz zu ſeiner Wohnung auserwählt hat. Ja, ich fühle, daß du, o Herr, in meinem In⸗ neren wohneſt; ich fühle es an der Rührung meines Herzens, an der ſtillen Wonne, die meine Seele durchſtrömt, an der ſtillen Freude, an der Süßigkeit, womit mein Geiſt erfüllt iſt. Ich brauche nicht Wunder und Zeichen; ich weiß, daß du bei mir biſt, daß ich dich, das höchſte Gut, beſitze. O daß du doch immer in mir bliebeſt, daß ich die Süße deiner Gegenwart immer ge⸗ 494 Kommunionanducht. nießen könnte!— Betrübniß befällt mich, daß du nur kurze Zeit bei mir weileſt und mich die Süſ⸗ ſigkeit deiner Liebe koſten laſſeſt. Doch ich laſſe dich nicht von mir, bevor du mir nicht meine Bitten gewähreſt, die ich in aller Demuth und mit kindlichem Vertrauen an dich richte. Schreibe o Herr, auf mein Herz, was du einſt auf das Herz der heiligen Gertrudis geſchrieben:„Hier wohnt Jeſus,“ damit bis du wieder kommſt, keine andere Liebe darin Platz nehme, und nichts dir Mißfälliges darin Eingang finde. Mein Herz ſoll ein verſchloſſener Garten ſein; o ſegne es und bethaue es mit deiner Gnade, daß darin bis zu deiner Wiederkunft duftige Blumen der Tugend wachſen.— Auch mein Leib iſt durch deine ſüße Gegenwart geheiliget worden; hilf mir, gütiger Jeſus, daß ich ihn vor jeder Unreinigkeit bewahre. Ich opfere dir meine Hände, o loß nicht zu, daß ich mich oder andere damit beflecke; ich opfere dir meine Füße, o lenke ſie immer auf die rechten Wege; ich opfere dir meine Augen, o gib nicht zu, daß ich ſie mit ſündhaftem Vor⸗ witz beflecke; ich opfere dir meine Ohren, o ver— ſchließe ſie jedem Worte, das meine Seele ver⸗ letzen könnte! Erlaube mir auch, mein Jeſus! daß ich, bevor du dich entfernſt, dein heiligſtes Herz, den Sitz der Liebe und deine roſenfarbenen Wundmale nochmals andächtig küſſe. O laſſe nich ind die d Mni udj iku lſe entfla finden gn1 ſindh Eugen —— Gung Abre zwiſe — mich di e Doch ich i ür nicht mi richte Shn u einſt uf hrieben: ſ rkomnſt in und nichs it Mein in in; o ſehn ide, daß da . ge Blunnu Lib iſt Mu Demh m orden; hif m der Hände, e danit beſi enke ſie im ir meine Ml ündhaften W e Ohren,. teine Seele u , mein dein heiis —— e nahn — 21. Sonnta g nach pfingſten. 495 mich küſſen jene Hände, die ſich nur zum Gebete und zum Segnen erhoben; jene heiligen Füſſe, die den Sündern ſo liebevoll nachgingen; jenen Mund, der nur Worte des Lebens geſprochen, und jene himmliſchen Augen, in welche voll Ent— zückung die Blicke der Engel ſich verſenken. O laſſe mich ein Plätzchen finden in deinem lieb⸗ entflammten, reinſten Herzen, um dort Schutz zu finden vor mir ſelbſt, vor meinen böſen Neigun⸗ gen und Leidenſchaften, vor der Welt und ihrer fündhaften Luſt, und vor allen Feinden meiner Seele. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) 21. Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Matth. 18, 23. Das Gleichniß von der Abrechnung zwiſchen dem Herrn und dem Knechte, und zwiſchen dem Knecht. und dem Mitknechte. Por der heiligen Rommunion. Betrachtung.„ Wer kommt zu mir? Der Herr aller Herren, der Herr des Himmels und der Erde, durch den Alles gemacht iſt, was gemacht iſt! Der Herr, der auch mich in das Daſein rief, ohne den ich ein Nichts wäre.... Der Herr, dem ich mich ganz ſchulde, weil er mir Seele und Leib gegeben hat... Der Herr, durch den ich allein beſtehe, der mich erhält, der mir den Odem des Lebens, der mir Nahrung und Kleidung gibt.. Der Herr, der 496 Kommnnionandacht. mich aus der Sklaverei des Satans mit dem theuerſten Löſegeld, mit ſeinem Blute erkauft hat, dem ich alſo Alles, was ich bin und habe, ſchuldig bin... Der Herr der Heerſchaaren, der Herr des Himmels und der Ende, deſſen Reich kein Ende nimmt, der Herr, dem die Engel dienen, der kommt.... Zu wem kommt Er? Zu ſeinem treuloſen Knecht(Magd), der(ie) mit ſträflichſter Nachläſſigkeit ihm gedient, der nichts für ſeine Ehre, zu ſeinem Wohl⸗ gefallen gethan, der in Trägheit die koflbaren ihm ge⸗ ſchenkten Lebenstage vergendete, der alle ihm verliehenen Gaben mißbrauchte!... Zu ſeinem boshaften Knechte, der den guten, den allerbeſten Herrn vielfach beleidigte, ſeine Befehle mißachtete, ja ihn ſogar verachtete!.. Zu ſeinem undankbaren Knechte, der die ihm verliehenen Gnaden von ſich ſtößt, unbeachtet liegen ließ, ja ſie ſogar anwendete, um den beſten Herrn zu beleidigen... Zu ſeinem Knechte, der gegen ſeine Mitmenſchen lieblos, hartherzig, grauſam gehandelt, keine Barmherzigkeit ge⸗ übt, ſein Herz dem Erbarmen verſchloſſen hat, obgleich er ſelbſt Alles, was er beſaß, ſeinem Herrn ſchuldete, und jeden Augenblick das Urtheil der Verwerfung zu erwarten hatte... Zu ſeinem armen, treuloſen, boshaf⸗ ten, undankbaren Knechte kommt der allmächtige Herr! Und warum kommt Er? Er kommt nicht, um ihm Vorwürfe zu machen; er kommt nicht, um ihn wegen ſeiner Treuloſigkeit zu beſtrafen und von ſich zu ſtoſſen Er kommt, um ihm alle ſeine Schulden nachzulaſſen und ſogar, ſo unendlich groß iſt ſeine Huld, um mit ihm das köſtlichſte Mahl zu halten, ihm ſein eigenes Fleiſch und Blut zu reichen. Er kommt, um ihn mit Gnaden zu überhäufen, und alle ſeine Bitten zu gewähren. Und er verlangt dafür nichts, als daß der arme Knecht ſeine m wm e B Wß e Abne räum it den theun at, dem i mn.. De els und der — — = — — r, dem die S — ſeinen tul ſet Nuchiſ zu ſinen koflbaren in le ihm verlehn boshaften ut vielfach ber erachtete!. ihm verlehn n ließ ja ſien beledign. itmenſchen lül — „ Barnherjjt loſſen het, n Hernn ſih r Verweruh . —— Huld, mn ſein eigens ſi n ihn ni hu gewiht arme Kniſt 21. Lonntag nach pfingſten. 479 Armuth kenne, ſeine Bosheit bereue, und ſeinen Herrn vom ganzen Herzen liebe. Er verlangt nichts, als daß der Knecht auch denen vergebe, die ihn beleidigten, daß er Barmherzigkeit an denen übe, die ihm wehe thaten, daß er ſeinen Nebenmenſchen vom Herzen liebe, und jede Abneigung, jede feindſelige Geſinnung aus ſeinem Herzen räume.... Anmuthung. mein Herr und Gott! ich erkenne es, daß ich ganz und gar dein Eigenthum bin und daß ich dir Alles ſchulde, was ich bin und habe. Ich erkenne und bekenne mit tieſſter Reue, daß ich Sünden auf Sünden, Nachläßigkeit auf Nach⸗ läßigkeit häufte und unermeßliche Schulden mir aufgeladen habe, und du warſt bisher ſo gütig, ſo voll Erbarmen, daß du keine Bezahlung von mir forderteſt, Geduld mit mir trugeſt, mir ſo⸗ gar die ungeheure Schuld nachließeſt, und heute ſogar zu mir kommen willſt, um mir das Koſt⸗ barſte, was du ſelbſt haſt, dein heiligſtes Fleiſch und Blut zur Speiſe gibſt.... Wie habe ich wohl dieſe Gnade verdient? Was ſiehſt du denn an mir, das dir wohlgefällt? Wie kommt es, daß du mich, deinen undankbaren treuloſen Knecht heimſuchſt?— Deine Liebe, dein gränzenloſes Erbarmen iſt es, welches dich bewegt, zu mir zu kommen. O tauſendmal Dank für dieſe Liebe! O laſſe dir gefallen, gütigſter Herr, den guten 5 B Jeſus, mein Alles. 32 498 Kommunionandacht. Willen, von nun an durch ein bußfertiges Leben einigermaſſen meine Treuloſigkeit gut zu machen und die Schulden zu bezahlen, welche ich mir aufgeladen. Doch, wie ſoll ich ſie bezahlen, da ich arm bin und elend? Siehe, ich opfere dir deine eigenen Verdienſte und die unendliche Liebe deines heiligſten Herzens, welche die Menge der Sünden bedeckt und bitte dich flehentlich, du wol⸗ leſt dich würdigen, mich Platz nehmen zu laſſen an deinem heiligen Tiſche, um die Kraft zu er⸗ langen, dir nun treuer dienen, deinen heiligſten Willen eifriger erfüllen zu können. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) nach der heiligen Rommunion. Deine überaus große Güte und Freigebigkeit gegen mich, o Herr Jeſus! kann ich um ſo weni— ger begreifen, als ich vor dir der größte Schuld— ner bin. Denn was habe ich, das ich nicht von dir empfangen hätte, und wo gibt es einen gröſ⸗ ſeren Undank als den meinigen? Und doch haſt du dich wieder gewürdigt, mich, den armen, nichts⸗ würdigen Knecht heimzuſuchen? Wie könnte ich länger einer ſolchen unbeſchreiblichen Güte wider⸗ ſtehen, wie ſollte ich nicht meinen Undank und meine Treuloſigkeit auf's Tieſſte bereuen? Ach wer gibt mir Thränen, daß ich Tag und Nacht beweine, was ich gegen deine unendliche Liebe ver güt im hitte verg ger ſter F ich jede Bele heit. Ader Gna Fein Herr wie ih Räch Den ob i lieh jensh Steir hrba in venſ i. e, ich ni nenlithi e die No hentlich, An nehmen z die Kriſt ur deinen hit iten. Ann. non ſiehe Sit nmunion. und Frigi mich un ſm er grißte Shu das ich rihtu ibt es einnn 7 Und vh den arnen Vie ünt — ichen Git u inen Unmn le beteuen! Tag ud unenblihe — lieb habet.“ Erbarmen mit meinen Mitmenſchen. — 21. Sonntag nach pfingſten. 499 verſchuldet! Siehe, hingeworfen vor deine Füße, gütigſter Herr, wage ich es nicht, wie der Knecht im Evangelium zu ſagen: Habe Geduld mit mir, ich will dir Alles bezahlen, ſondern ich kann nur bitten und flehen: Habe Erbarmen mit mir und vergib mir meine Schulden. Gerne, herzlich gerne will ich Alles verzeihen, was je mein Näch⸗ ſter mir Beleidigendes zugefügt hat. Zu den Füßen deines Kreuzes lege ich jede Schmach, die ich erduldet, jeden Schaden, der mir zugefügt, jedes Wehe, das mir angethan wurde, und alle Beleidigungen übergebe ich der ewigen Vergeſſen⸗ heit. In dein Blut, welches jetzt in meinen Adern fließt und nicht um Rache, ſondern um Gnade ruft, verſenke ich Alles, was mir meine Feinde Leids gethan haben. Gib mir nur, o Herr Jeſus, eine ſolche Liebe zu dem Nächſten, wie du ſie von mir forderſt. Vergeblich trage ich den Namen deines Jüngers, wenn ich den Nächſten, ſei er Freund oder Feind, nicht liebe. Denn du ſagſt ja:„Daran wird man erkennen, ob ihr meine Jünger ſeid, wenn ihr einander O nimm weg von mir alle Her⸗ zenshärtigkeit; nimm weg von mir das Herz von Stein und gib mir ein Herz voll Mitleid, voll Gib mir ein Herz, das ſogleich der Noth meines Mit⸗ menſchen zu Hilfe eilt, an ſinn SWe ſich 506 Komrmnionandacht. freut. Gib mir ein gütiges, wohlwollendes, friedliebendes Herz, das alle Menſchen als ſeine Brüder anſieht, mit allen es gut meint, allen Gutes zu thun bereit iſt. O gib mir, o Jeſus, ein ſanftmüthiges und demüthiges Herz, ähnlich dem deinigen, das immer geneigt iſt, zu vergeben, immer bereit iſt, das Böſe mit Gutem zu vergel⸗ ten. Gib mir ein für deine Ehre und das Heil der Seelen eiferndes Herz, damit ich keine Ge— legenheit verſäume, deine Ehre und das Heil der Seelen zu befördern. O mache doch, mein Jeſus und mein Alles, mein Herz deinem heiligſten Herzen ganz ähnlich, damit ich Ruhe finde für meine Seele. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) — Das Feſt aller Heiligen. Evangelium: Matth. 5, 1. Von den acht Seligkeiten. — Vor der heiligen Rommunion. Tein Jeſus und mein Alles! o welch eine c Freude hat heute dein liebevollſtes Herz durch den Anblick unzählbarer Schaaren der Hei— ligen, welche du erlöſt, denen du die Gnade ver⸗ dient und welche durch dieſe Gnade zu dir in den Himmel gekommen ſind. O könnte ich doch in ihren Jubelgeſang einſtimmen, o könnte ich doch ich d gen Ange Noh lein, nenn 6hre fteue Gefa daß jenen dich: liebt doch 6chw in Ei Krone ſ3,1 Abei veha vo da fidet, bejth ſt, n ſebe ig un pollk wohlollee nſchen ab ſi At mint, mir, o i iſt zu nnn juten zu un e und ds hi it ich kine und das hilt einem hiilh Ruhe ſinef nion ſihe Sith iligen. acht Seigkitn amunibn. es! 0 velh i liebevolſtes Schunn ah u die 2 4 Gnade zu D kmte len, 0 lömte i. s 6n, i il doch, mein . Feſt aller Heiligen. 501 doch an ihren Dankesliedern theilnehmen, o könnte ich doch auch mit ihnen das dreimal Heilig ſin⸗ gen!— Sie ſchauen dich an von Angeſicht zu Angeſicht, ſie ſitzen nun an deinem ſüſſeſten Mahle, ſie genießen dich ewiglich. Jedes Thrän⸗ lein, das ſie hienieden geweint, trockneſt du, un⸗ nennbaren Frieden gießeſt du in ihre Herzen, mit Ehre und Herrlichkeit kröneſt du ſie! O wie freuen ſie ſich, daß ſie nun ſicher ſind vor der Gefahr, daß für ſie die Verſuchung aufgehört, daß ihr Kampf ein Ende hat, daß ſie nun an jenem Ort ſind, wo man nicht mehr ſündigen, dich nicht mehr beleidigen kann, wo man ewig liebt und in dieſer Liebe ſelig iſt. Ach, wenn ich doch auch dort wäre, wo meine Brüder und Schweſtern ſind, wenn meine Seele doch auch in Sicherheit wäre, wenn ich doch auch ſchon die Krone errungen hätte, und bei dir wäre, o ſchön⸗ ſtes, beſtes Gut, und ausruhen dürfte von der Arbeit und vom Kampfe! Ach ich bin noch ein verbanntes Kind Evas in dieſem Jammerthal, wo das Herz keine Ruhe, keine wahre Freude findet, wo die Seele, von Feinden umgeben, von Gefahren umringt, von Nachſtellungen geängſti⸗ get, nicht weiß, ob ſie deines Haſſes oder deiner Liebe würdig iſt. Herr! du willſt, daß ich hei⸗ lig und ſelig werde, denn alſo ſprichſt du:„S eid vollkommen, wie euer Vater im Him⸗ 502 Kommunionandacht. mel vollkommen iſt.“ Aber ach, wie werde ich dieſe Vollkommenheit erreichen, wenn du mir nicht hilfſt, mein Jeſus? Doch ich darf ja alle Hilfe von dir hoffen, welche du deinen Heiligen gewährt haſt, ich darf ja auch hintreten zu dem Tiſche, vor welchem deine Heiligen ſich Kraft und Stärke, Troſt und Erquickung geholt haben, um den engen Weg zum Himmel zu wandeln. — Würdig bin ich einer ſolchen Gnade freilich nicht. Mir mangelt die Reinheit, die Liebe, die Andacht, die Demuth deiner Heiligen. Aber du, o Herr, kannſt mich würdig machen. Ein Wink von dir, und alles Unreine muß aus meiner Seele weichen; ein Wunſch von dir, und Liebe und Andacht kehrt ein in mein Herz; ein Wort von dir, und der Stolz flieht und ich bin de⸗ müthig vom Herzen. O welch eine Gnade wäre dies für mich heute, wenn ich mit reinem, lieb⸗ entflammten, demüthigen und andächtigen Herzen dich den Heiligen der Heiligen empfangen könnte. Wenn eine einzige würdige heilige Kommunion die Menſchenſeele heilig machen kann, o welch unausſprechliche Gnade wäre dies für mich, wenn ich heute eine ſolche heilige Kommunion empfan⸗ gen könnte! O ihr lieben Heiligen alle, und du beſonders, Maria, Königin aller Heiligen, bittet für mich, daß Jeſus, mit dem ihr jetzt auf ewig vereinigt ſeid, heute meine Seele ganz an ſich jieh lige tinſ ewi Am (Tu wie Geg Sta ken biſt dud ligke Unh Spei kann befle in die n inig vet Loblt glück Abet hili 4 ach, wie weh C wenn duſt ich duf jug Adeinen Heiig in ntreten un ½ iu geholt hn 3 zu wanh Gynade ſuh At, die Lih, cigen. Ue ahen. Ein Ui mß aus nin dir, und therz; ein P Jund ich lib dine Gnade u it reinen, li dächtigen hen yfungen bu ige Konmun C kann, 0 ni für nich v un nnin. Heiligen,. jett uf u Feſt aller Heiligen. 503 ziehe, ſie mit ſich vereinige, ſie reinige und hei⸗ lige und ſie vor der Sünde bewahre, damit ich einſt in ſeiner Gnade ſterbe und mit euch am ewigen himmliſchen Mahle theilnehmen darf. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Mach der heiligen Rommunion. O Jeſus, du Haupt und Krone der Heiligen, wie ſehr haſt du meine Seele durch deine ſüſſeſte Gegenwart in meinem Herzen begnadigt. Vor Staunen außer mir, weiß ich nicht, was ich den⸗ ken oder ſagen ſoll, wenn ich betrachte, wer du biſt und wer ich bin und wenn ich bedenke, daß du der Heilige aus Iſrael, die Quelle aller Hei⸗ ligkeit, mir dem Befleckten, dem Unreinen und Unheiligen, dein heiligſtes Fleiſch und Blut zur Speiſe gabſt. Loben, preiſen und verherrlichen kann ich dich nicht dafür, weil auch meine Zunge befleckt iſt, aber meine Brüder und Schweſtern im Himmel, die bei deinem Throne ſtehen und die mit den Banden der Liebe noch mit mir ver⸗ einigt ſind, kann ich einladen, daß ſie ſtatt mei⸗ ner dir zur Verherrlichung und Dankſagung ihre Loblieder erſchallen laſſen. O wenn ich doch ſo glücklich wäre, nach dem Abſcheiden aus dieſem Leben im Himmel oben in die Lobgeſänge der Heiligen einſtimmen und dir, o gütigſter Herr, 504 Bommnnionandacht. —— ewiglich für die zahlloſen Gnaden, welche du mit erwieſen, ewiglich danken zu dürfen! Aber ach, ein weiter und gefährlicher Weg ſteht mir bevor, und ich bin ſo ſchwach, ſo kraftlos und ſo geneigt, dieſen Weg, der voll der Beſchwerden iſt, zu ver⸗ laſſen und den mit Roſen beſtreuten, breiten Weg der Luſt und Freude zu gehen, obwohl ich weiß, daß er zum Verderben führt.— Gerne möchte ich in die Geſellſchaft deiner lieben Heiligen kom— men, die mit dir, o ſüſſeſter Herr, eine éwige Seligkeit genießen,„welche kein Auge geſehen, kein Ohr gehört und in keines Menſchen Herz gekom⸗ men iſt,“ aber ich ſcheue den Kampf und die Mühe, ſcheue das Kreuz, ich fürchte die Feinde. Mit deinem heiligen Apoſtel muß ich ausrufen, o Herr:„das Wollen liegt mir nahe; aber das Gutezuvollbringen finde ich nicht.“ Kommſt du mir nicht zu Hilfe, o Herr, entflammſt und ſtärkeſt du nicht meinen Willen, ziehſt du mich nicht, führſt du mich nicht, hältſt du mich nicht aufrecht, hilfſt du mir nicht kämpfen, dann werde ich das Ziel niemals erreichen. Mit deiner Hilfe haben die Heiligen für den Himmel Alles gethan, Alles geduldet, deine Hand, o Je⸗ ſus! iſt nicht abgekürzt; du biſt heute und geſtern immer derſelbe allmächtige und barmherzige Herr. Daher bitte ich dich, herzinniglich, o gib mir deine heilſame Gnade, damit ich heute anfange, den dei Mi des wen halt aus Me abe ten ſche nen ner rick Am Gu welche nt en! Me icht t nirhun und ſe gu den iſt, zu jun n, breiten wohl ich wi Gerne nit n Heiligen hn err, eine in 1ge geſeher, i en Heg gn Kampf ud cht ie ſi ich minn ir nahe; öo inde ich nich⸗ herr, enfum Villen, jih nicht, hilſi r nicht kimn s erreichen. M = für den Hu ne Hond, eute und. 5 o gib heute ufn —— —— —— — — Allerſeelen-Sonntag. 505 den Weg zu wandeln, den du gegangen biſt, und deine Heiligen wandelten. Führe mich durch die Mitte meiner Feinde, führe mich auf den Weg des Kreuzes und wenn ich zage, wenn ich fürchte, wenn ich wanke, wenn ich ſtrauchle, dann o Herr! halte mich, dann richte meine Augen auf deine auserwählten Diener, welche ebenfalls ſchwache Menſchen waren und deiner Gnade bedurften, aber muthig dir nachſolgten und treu ausharr⸗ ten; dann ſtärke, dann ermuntere mich, daß auch ich nicht nachlaſſe, das ſchöne Ziel, das himmli⸗ ſche Vaterland zu erreichen, wo ich mich mit dei⸗ nen Heiligen verſenken darf in den Strom dei⸗ ner Wonne, der von dir ausfließt und zu dir zu⸗ rückkehrt und ewiglich nicht aufhört zu fließen. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Allerſeelen⸗Sonntag. Por der heiligen Rommunion. WPor deinem heiligen Tabernakel werfe ich mich nieder, mein Jeſus und mein Alles! im Gefühle meiner Armuth und Dürftigkeit, und von Scham und Reue durchdrungen über meine Sünden flehe ich inbrünſtig zu dir, du wolleſt aus dem Schatze deiner unendlichen Verdienſte 506 Kommunionandacht. meinem Elende zu Hilfe kommen und mir Ver⸗ gebung angedeihen laſſen.— Du biſt ein Lieb⸗ haber der Reinheit, nichts Unreines darf zu dir kommen, das führt mir heute die heilige Kirche zu Gemüth, indem ſie das Andenken an die ar⸗ men Seelen im Reinigungsorte heute feiert und uns Gläubige, die wir noch im Fleiſche wan⸗ deln, ermahnt, für ſie deine Barmherzigkeit an⸗ zuflehen, damit ſie Troſt und Erquickung und die ſehnſüchtig erwartete Erlöſung aus ihren Peinen erlangen.— Ach, welch ſtrenge Gerech— tigkeit übeſt du gegen Abgeſchiedene! Sterben ſie in deiner Gnade, und ſind ſie nicht ganz rein von jedem Flecken der Sünde, haben ſie nicht den letzten Heller durch Buße bezahlt, ſo dürfen ſie dein Angeſicht nicht ſchauen und müſſen hin⸗ abwandeln in den Ort der Reinigung, wo das ſchreckliche Feuer ſie reiniget wie Gold im Schmelz⸗ ofen! Soll mich da nicht Angſt und Schrecken ergreifen, wenn ich es heute wagen will zum Heile meiner Seele und zum Troſte der Abge⸗ ſtorbenen die heilige Kommunion zu empfangen?! Wenn du die begnadigten Seelen nicht vor dein Angeſicht erſcheinen laſſeſt, bis ſie vollkommen gereiniget ſind, was ſoll mit mir geſchehen, wenn ich dich ſogar in mein Herz aufnehmen will?! Doch Eines tröſtet mich! Ich lebe noch; ich kann mich durch Reue und Schmerz, durch Thränen und verſ Her tief den alle den Sü Feg lich du Unt wür (u Jeſt aus Ehr gege Enge ſüt, dein tern Sün — nund nit. u biſt ein nes duft ie heiig i enken an ſn heute fein m Fleiſch u wmherjigi n Ernitm u ing as in ſtrenge but et — Stehuh nicht gu haben ſi i ezahlt, ſo iſt und niſſn nigung, w hold in Eihn ſt und Shn wagen wil u kroſte der 1 zu enpfug n nicht wr i ſie vollun 4 geſchehen 7 —= fnehun n e noch; ih in durh W Allerſeelen-Sonntag. 507 und Buße reinigen, denn ein zerknirſchtes Herz verſchmähſt du nicht, o Herr! O ſo ſiehe an, o Herr, mit den Augen deiner Barmherzigkeit den tiefen Schmerz meiner Seele über all meine Sün⸗ den! Ich wünſchte, daß ich jetzt alle Reue, allen Schmerz in meinem Herzen fühlen möchte, den einſt deine bußfertigen Heiligen über ihre Sünden hatten, und welchen die armen Seelen im Fegfeuer jetzt fühlen, und ich bitte dich flehent⸗ lich, ſchenke mir jetzt nur Eine Thräne, welche du über die Miſſethaten der Menſchen und ihren Undank geweint, und rein wird meine Seele und würdig wird ſie ſein, deinem heiligen Tiſche zu nahen und ſich mit dir zu vereinigen. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Mach der heiligen Rommunion. Odu Erlöſer und Liebhaber unſerer Seelen, Herr Jeſu Chriſte! demüthig werfe ich mich vor deine, aus Liebe zu mir verwundeten, Füße und mit aller Ehrfurcht bete ich dich an meinen Gott und Herrn, gegenwärtig in meinem Herzen.— Wenn die Engel ihr Angeſicht verhüllen vor deiner Maje⸗ ſtät, was ſoll ich thun vor dem Strahlenglanze deiner unendlichen Reinheit? Muß ich nicht zit⸗ tern und beben, da ich voll des Ausſatzes der Sünde bin?! Welch tröſtliche Anmaſſung war es 0 Kommunionandacht. von mir, daß ich, ſchmutziger Sünder, mich dei⸗ nem heiligen Tiſche nahte! Du gerechter und hei⸗ liger Gott geſtatteſt den Seelen im Fegfeuer, weil ſie noch nicht ganz gereiniget ſind, nicht in die himmliſche Wohnung einzugehen und ich häufe durch tägliche Fehler Schuld auf Schuld, welche nur die Flammen des Fegfeuers tilgen können. O reinige mein Herz, o Jeſus, und mache lau— ter meine Seele. Hier brenne, hier ſchneide, hier züchtige mich in dieſem Leben, nur ſchone S meiner in der Ewigkeit. Dort ſehe ich zwei Feuer, Eines, welches ewig ſtraft die ſchweren Miſſe⸗ thaten, und Eines, welches die Seele züchtigt und reinigt von den geringen Fehltritten. Vor dem ewigen Feuer erzittere ich bis in das In⸗ nerſte meiner Seele. O verzeihe mir, barmher⸗ zigſter Heiland! die begangenen Miſſethaten, und bewahre mich, herzinniglich bitte ich dich, vor der Todſünde. Ich will aber auch keine freiwillig läßliche Sünde mehr begehen und ſo viel an mir iſt, büßen für frühere Miſſethaten. Hilf mir, o Jeſus, daß ich wachſamer, behutſamer und aufmerkſamer auf mich ſelbſt, auf meine Neigungen werde und ſtärke und kräftige mich, daß ich von nun an alle Widerwärtigkeiten, alle Trübſale und Leiden gerne und im Geiſte der Buße ertragen und daß ich ſelbſt mein Fleiſch züchtige, damit ich nicht in jenes Gefängniß ge⸗ W0 geh des het tra klel tes ſter dich von dur lan die her Kor neh bitt Het imn fiel —— G — — — ſehlriten bis in da e mir, e in Miſſethamn u ich dich, urb keine ſn und ſo vil tiſethaten i ner, behuſm lbſt, auf m — nd kriſtge — S . — in Geiſe! 6 nein Fli Gefingiß — —— — Allerſeelen-Sonntag. 509 worfen werde, aus dem man nicht eher heraus⸗ geht, bis man den letzten Heller bezahlt hat. O ſende auch, gütigſter Jeſus! einen Blick des Erbarmens hinab in die Räume des Fegfeuers. Habe Mitleid mit den Seelen, welche im Glau⸗ ben an dich von dieſer Welt geſchieden ſind; ſie tragen dein Bild an ſich und dein heiligſtes Blut klebt an ihnen. Sei gnädig jenen, die mir Gu⸗ tes im Leben thaten, meinen Eltern, Geſchwi⸗ ſtern, Verwandten und Freunden, und erbarme dich jener Seelen, die am nächſten daran ſind von ihren Peinen befreit zu werden, damit du durch ſie eine neue Herrlichkeit im Himmel er⸗ langeſt. Gedenke auch in Gnaden jener Seelen, die ganz vergeſſen ſind und würdige dich, barm⸗ herzigſter Herr! das Verdienſt meiner heutigen Kommunion für jene Seelen als Opfer aufzu⸗ nehmen, denen ich am meiſten Dank und Für⸗ bitte ſchuldig bin. Bald werde auch ich, mein Herr und Gott! das Urtheil vernehmen, denn immer näher komme ich dem Tode. Mein Leben flieht wie ein Schatten, und neigt ſich dem Ende zu. O ſei mir gnädig und höre mein Flehen. Verleihe mir lebendigen Glauben, feſte Hoffnung, flammende Liebe, Abſcheu vor der Sünde, Liebe zur Tugend, Eifer in Uebung guter Werke, die Gabe der Beharrlichkeit und endlich einen glück⸗ ½ 510 Kommnnionandacht. — lichen Hingang in die andere Welt zu dir, o ſüſſe⸗ ſtes Gut. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) *) Ablaßgebete, welche man den Seelen im Fegfeuer für⸗ bittweiſe ſchenken kann ſiehe Seite: 58, 115— 118, 121, 147, 232, 242, 356, 361, 388, 432, 478. 22. Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Matth. 22, 15. Jeſus beantwortet die ver⸗ fängliche Frage der Phariſäer über die Zinsmünze und weiſet ſie hin auf ihre Pflichten gegen Gott und die von ihm geſetzte Obrigkeit. Por der heiligen Rommunion. Betrachtung. Wer kommt zu mir? Jeſus, die ewige Wahr⸗ heit!... Jeſus, der Wahrhaftige und Getreue, der da iſt Ja und Amen!.. Zeſus, der geſagt hat: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“.. Jeſus kommt zu mir, der nicht irren, nicht täuſchen kann, weil er Gott iſt... Jeſus, der Worte des ewigen Lebens hat, deſſen Worte alle Wahrheit ſind, der nichts als Wayrheit gelehrt, ſeiner heiligen Kirche die Wahrheit anvertraut hat, ſie vor Irrthum ſchützt und durch ſie nichts als Wahrheit lehret... Jeſus, der Wahrhaftige, der geſagt hat: Das Brod, das ich geben werde, iſt mein Fleiſch für das Leben der Welt. Jeſus kommt mit Fleiſch und Blut, mit Gottheit und Menſchheit.... Zu wem kommt Er? Zu mir, der jeglichem Irrthum unterworfen iſt... Der lieber den Einflüſter⸗ ungen des Lügengeiſtes als der Stimme der Wahrheit Gehör gibt... Zu mir, der ſich von der Welt ſo oft ſchon täuſchen, von ihren Vorſpiegelungen ſchon ſo oſt du in ſche Sit in Fjunſt —— ngſten. antwortet de ie Zinsminn u Gott und m munion. die enige Vh Getreue, u jagt hat: hhn deben.“ i äuſchen km, i des erigen u d, der rihts 1 irche de Vh ütt und dun ſt „der Vehthit h geben werhe,! 115 1 178. Jeſus but n henſchet. nir, de julihn er den Fufiſt⸗ me der Vah der Welt ſ. n ſinpi 22. Honntag nach pfingſten. 511 betrügen ließ... Zu mir, der ſo oft ſchon den Schein für Wahrheit hielt, und nach Vergnügungen und Freuden haſchte, die wie ein Schatten vergehen... Zu mir, dem es wehe thut, wenn man ihm die Wahrheit ſagt, und der denen lieber Gehör gibt, die ihm ſchmeicheln, als jenen, welche ihn die Wege Gottes führen wollen.... Zu mir, der mit Schmerz bekennen muß, daß er oft abgeirrt iſt vom Wege, der zum Leben führt, weil er die Lüge mehr liebte als die Wahrheit... Zu mir, der ſchon ſo oft ſeine Zunge mißbrauchte, um die Wahrheit zu verhehlen und Unwahres zu ſprechen... Zu mir, bei dem ſelten Herz und Mund zuſammenſtimmt, und der ſich dadurch ſelbſt und Andere betrügt... Zu mir, der nichts Wahres an ſich hat, zu mir kommt Jeſus, der Wahrhaftige, der Lehrer der Wahrheit!.. Und warum kommt Er? Um mir die Augen zu öffnen, und den Weg zu zeigen, der zum Leben führt. Er kommt, um mir zu ſagen, was meiner Seele allein zum Frieden dient... Er, die ewige Wahrheit, kommt, um mich frei zu machen von Irrthum und Lüge, um mich erkennen zu laſſen, welch ein armſeliger Sklave der⸗ jenige iſt, welcher der Welt und der Luſt des Fleiſches dient; um mir zu zeigen, wer mein wahrer Freund iſt, wer es wahrhaftig mit mir gut meint. Er kommt, um mich einzuladen, ihm nachzufolgen, und er gibt mir ſein heiligſtes Fleiſch und Blut, um mich zu ſeiner Nachfolge zu ſtärken... Jeſus, der Wahrhaftige und Getreue kommt zu mir, um mich wahrhaft glücklich zu machen! Anmuthung. E mein Jeſus! mit Argliſt ſprachen deine 8 Feinde zu dir:„Meiſter! wir wiſſen, daß du wahrhaft biſt und den Weg Gottes nach der 512 Kommunionandacht. Wohrheit lehreſt,“ ich aber ſage mit aller Auf— richtigkeit des Herzens zu dir: Du allein biſt wahrhaft, du allein biſt und haſt die Wahrheit, du allein haſt Worte des ewigen Lebens; du biſt der Meiſter, der nie irren kann; du biſt der Meiſter der Wahrheit, wer dich nicht hört, wer deiner Stimme nicht folgt, der wird nie das Licht der Wahrheit ſehen, der wird immer im Finſte⸗ ren wandeln. O daß ich dir doch gefolgt wäre, o daß ich doch deinem Worte Gehör gegeben, o daß ich doch die Wahrheit, welche du verkün⸗ det haſt, immer geglaubt und befolgt hätte! Ach wie ſehr habe ich gefehlt, daß ich der trügeriſchen Stimme der Welt, deren Fürſt der Vater der Lüge iſt, daß ich den Lockungen meiner Leiden⸗ ſchaften Gehör gegeben habe, die mich auf ſünd⸗ hafte Abwege führten! Vergib mir, o göttlicher Meiſter, vergib mir und würdige dich, zu mir zu kommen. Ich glaube, daß du im heiligſten Sakramente gegenwärtig biſt, wenn ich dich auch nicht ſehe; ich glaube deinem Worte, das nie be⸗ trügen kann, und hoffe von deiner Barmherzig⸗ keit, daß du mein Herz nicht verſchmähen, zu mir kommen und mich deine Wege lehren, mich auf deinen Wegen leiten, mich dahin führen wirſt, wo ich dich, o ewige Wahrheit, von Angeſicht zu Angeſicht ſchauen und immer genießen werde. Cugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) b — mit aller 1 Du alleit i i 1t die Vuht n Lebenß. mn; ui d nie desl 4 mer in jit h geſolg un Gehöt gin du reh ſth i hit, u . lgt hitel trügeriſtn der Vr meiner Lid mich auf ſü nir, o gütih ſ. u niſ in heiiin mn 6i dih ui rte, das nb er Barmhei hmühen, il ni hren, nih uf fü hren w vin on Mngſit ießen werd ſihe Sit 2 unerſchöpfliche Quelle aller Güter, 22. Sonntag nach pfingſten. 513 Nach der heiligen Rommunion. O göttlicher Meiſter Jeſus, du ewige Wahr⸗ heit und Weisheit! wie iſt es möglich, daß du mich, deinen ungehorſamen, widerſpenſtigen Jün⸗ ger heimſuchſt? O wie unendlich groß iſt deine Güte, wie unbegreiflich deine Barmherzigkeit! In tiefſter Demuth bete ich dich an, du Quelle aller Wahrheit, du einzige, ewige Wahrheit.„Bei dir iſt Rath und rechtes Handeln, bei dir iſt Klugheit, bei dir iſt Stärke. Durch dich herr⸗ ſchen die Könige, und die Geſetzgeber verordnen, was recht iſt. Durch dich herrſchen die Fürſten, und die Gewaltigen verordnen Gerechtigkeit.“ (Sprüchw. 8.) Ich glaube an dich, o unfehl⸗ bare Wahrheit, ich hoffe auf dich, o unbegrenzte Güte; ich liebe dich, o unveränderliche Schön⸗ heit! Aus allen meinen Kräften liebe ich dich, o aus welcher täglich neue Gnaden mir zufließen.— Göttli⸗ cher Meiſter, der du die argliſtigen Pläne deiner Feinde immer zu Schanden machteſt, o vergib daß ich nicht immer aufrichtig und wahr⸗ haftig gegen dich, gegen meinen Nächſten und mich geweſen. Verzeihe mir, ich bitte dich herz⸗ mniglich, daß ich dich auf meine Zunge nahm unter der Geſtalt der Hoſtie, auf meine Zunge, die ich ſo oft zum. miß Zeſus, mein Alles. Vergib 514 Kommunionandacht. mir, guter Meiſter, daß ich ſe wenig nach Wahr— heit verlangte, ſo wenig nach wahrer Weisheit ſuchte. O rede zu mir, dein Diener höret! Du haſt Worte des ewigen Lebens. Erleuchte mich, führe mich, leite mich auf deine Wege. Du haſt, o ſüßeſter Jeſus, befohlen, Gott zu geben, was Gottes iſt; o hilf mir, daß ich der allerhöchſten Majeſtät Gottes immer und zu jeder Zeit freu⸗ dig, willig und treu gehorſame und gegen meinen Nebenmenſchen alle Pflichten treulich erfülle. Und wenn ich wieder leichtſinnig abbeugen will vom rechten Wege, dann, o Jeſus, ſtrecke aus deine Hand, halte mich zurück und laſſe mich dem Irr⸗ thume nicht verfallen. Hilf mir auch, gütigſter Herr, daß ich meine Zunge bezähme, immer nur die Wahrheit ſpreche, die Lüge verabſcheue und die Aufrichtigkeit lieb habe. Amen. (Tugendübungen nach der heil. Kommunion ſiehe Seite 288.) Das Feſt Mariä Opferung. Evangelium: Luk. 11, 27. Ein Weib preiſet die Mutter Jeſu ſelig. Vor der heiligen Rommunion. IM Jeſus, mein Heiland und Erlöſer! gleichwie heute deine heiligſte Mutter als ein kleines Mädchen in den Tempel nach Jeru⸗ ſalem gegangen iſt, um ſich deinem himmliſchen E hrer Vih Sner hitt! A Erl leuche en Sbege Auht, vzu geben, m Her alleiht vieder git ju d gegen nin Zich erfüle 1 ——— — ig nch U ——— 7 eugen wil m Strecke aus hin mich den auch, giti ne, in verabſche u en. rion ſiehe Sit ———— ferung. preiſt bi un munion. d und Gilſt igſte Mut t nel l nch jer en himih Feſt Mariä Opferung. 515 Vater ganz zum Opfer zu bringen und ſeinem Dienſte zu weihen, und gleichwie ſie freudig die Stufen des Tempels hinangeſtiegen iſt, um ihr liebendes, unſchuldiges, ganz unbeflecktes Herz deinem himmliſchen Vater zu Füßen zu legen, ſo möchte ich auch heute in deinem Tempel erſchei⸗ nen und mein Herz auf den Altar vor dein An⸗ geſicht hinlegen, damit du es mit gnädigen Augen anblickeſt und zum Opfer des Dankes und der Liebe annehmeſt. Ach wenn doch auch heute mein Herz ſo rein, ſo lauter, ſo unbefleckt, ſo liebent⸗ flammt, ſo demüthig, ſo voll himmliſcher Andacht wäre, wie das Herz meiner theuerſten Mutter, denn ich möchte heute die größte aller Gnaden empfangen, die heiligſte aller Handlungen ver⸗ richten, ich möchte heute dein heiligſtes Fleiſch und Blut, o Jeſus, empfangen! Aber ach, dein heiligſtes Auge erblickt nichts in mir, was dir wohlgefällig wäre, ach ich fühle mich meiner hei⸗ ligſten Mutter, die du mir zum Vorbilde gege⸗ ben, ganz unähnlich! Die Unſchuld des Herzens habe ich befleckt, und meine Seele mit Sünden aller Art verunreiniget. O wenn du doch, gü⸗ tigſter Jeſus, um der Unſchuld und Reinheit deiner liebreichſten Mutter willen mir verzeihen und das Wort: Sei rein! über meine Seele aus⸗ ſprechen würdeſt!— Mit den Gefühlen der tief⸗ ſten Reue und Abſcheues über meine Sünden werfe 516 Kommunionandacht. ich mich, o Jeſus, vor deine Füße nieder, ich umfaſſe, ich umklammere ſie im Geiſte, und weiche nicht eher, bis du mir verzeiheſt und mich wür— dig macheſt, daß ich dich in mein Herz aufneh⸗ men und mich mit dir vereinigen darf. O nimm mein Herz hin, gütigſter Herr, und mache es neu; o nimm mein Herz hin und entflamme es mit deiner Liebe. Komm, o Jeſus! und nimm Beſitz von meinem Herzen, das ich dir durch die Hände deiner heiligen Mutter ganz weihe. Amen. (Tugendübungen vor der heil. Kommunion ſiehe Seite 281.) Nach der heiligen Rommunion. O Jeſus! ſo groß iſt deine Liebe zu uns Menſchenkindern, daß du dich, die allerhöchſte Majeſtät, bis zu dem armſeligen Erdenſtaub herablaſſeſt. Denn was bin ich denn als Erden⸗ ſtaub und das Werk deiner Hände, das du jeden Augenblick vernichten kannſt?! Und zu einem ſolchen armſeligen Geſchöpfe, das gewagt hat, dich ſogar zu beleidigen, dich zu kreuzigen, zu einem ſolchen undankbaren Geſchöpfe kommſt du und gibſt ihm ſogar deinen heiligen Leib zur Speiſe! O ſtaunet ihr Himmel und du Erde verwundere dich!— Als du, o Jeſus, niederſtiegeſt in den Schooß deiner gebenedeiten Mutter und Menſch wurdeſt, da fandeſt du ihr Herz reiner als die Engel, liebentflammter als die Cherubim, voll nht. — iſe, udn Cund nih n . 2 darf. Din und mh. d entſann ſus! unin ich dir durht 2 weihe In n ſihe Sit munion. e Liebe die alei igen. Geu denn al he de, das Mjn Und zu in gewagt hu i tzigen, iu im komnſt n Leib zu Syil Erde mm derſtegeſ i tter nd In n reiner cöi Cherubin, u iße nienet,i Feſt Mariä Opferung. 547 der Gnaden und Verdienſte. O wie eifrig, o wie treu hatte dir Maria, die gebenedeite Jung⸗ frau, im Tempel gedient, wie hat ſie dort durch ihre glühende Andacht, durch ihre Tugenden, durch ihre Liebesglut ihre Verdienſte vermehrt und ihr Herz ſo ſchön gemacht! Aber ach, was habe ich mein Leben lang gethan?! Ach nichts Gutes, nichts dir Wohlgefälliges, nur Böſes! Und doch kamſt du zu mir, o Herr! und gabſt mir das heiligſte Brod des Lebens! Unbegreiflich iſt deine Güte! O wie kann ich dir dafür genug danken! O nimm hin zum Erſatze für meinen armſeligen Dank die Dankſagungen deiner heili⸗ gen Mutter, ihre Lobpreiſungen, ihre Anbetung, ihre Liebesanmuthungen, die Verdienſte ihrer Auf⸗ opferung! Nimm doch an, o Herr, das Opfer meines Herzens. Ich bringe es dir durch die Hände deiner gebenedeiten Mutter dar und von ihren Händen wirſt du es nicht verſchmähen.— Und haſt du es, gütigſter Jeſus, angenommen, o ſo laß nicht zu, daß ich es wieder zurücknehme. Nein, dein ſoll es ſein immer und ewiglich. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiche Seite 288.) Gebet zur allerſeligſten Iungfran. O Maria, meine gütigſte Mutter! in dieſem feierlichen Augenblicke, wo dein geliebteſter Sohn in meinem Herzen weilt, bitte ich dich, du wol⸗ leſt für mich bei deinem göttlichen Sohne Für⸗ 513 Kommnnionandacht. bitte einlegen. Du weißt ja, wie arm, wie ſchwach, wie wankelmüthig, wie geneigt zum Böſen ich bin und welche Verſuchungen und An⸗ fechtungen meine Seele in die Sünde ſtürzen wollen. Dir kann dein lieber Sohn keine Bitte abſchlagen, was du verlangſt, geſchieht. O bitte für mich, daß er aus ſeinem heiligſten Herzen mir treue, ſtandhafte Liebe gebe. Die Liebe thut ja nichts Böſes; die Liebe treibt zu allem Guten, die Liebe will ja nur das, was dem Geliebten gefällt. O erflehe mir Liebe und ich beſitze Alles, was meine Seele nothwendig hat, um heilig zu werden und zu dir in den Himmel zu kommen. Amen. Dreiundzwanzigſter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Matth. 9, 18. Jeſus heilet ein Weib vom Blutfluße und erwecket die Tochter des Oberſten der Synagoge. Por der heiligen Rommunion. Betrachtung. Wer kommt zu mir? Jeſus, der Arzt voll der Güte, der keine Krankheit der Seele ungeheilt läßt.... Jeſus, der Arzt voll Barmherzigkeit, der mit den arm⸗ ſeligſten Kranken gerade das größte Mitleid hat.... Jeſus, der ſanftmüthigſte Arzt, der nur Worte des Tro⸗ ſtes für die kranke Seele hat... Jeſus, der weiſeſte Arzt, der alle Krankheiten der Seele kennt und ſie heilen kann... Jeſus, der mächtigſte Arzt, der die ſchwerſten . arm, v e genig u ungen und ohn kin it ſcieht. Di eiligſten he Die Lile h zu allem Gu dem Geli rich beſiz A t, un heiig Gnel zu bunn ßjja iet ein Weib un des Oberſen munion. der At vl i ngeheilt liß. der mit dn im Milleh hi.— r Worte dei ſis, M uiſt ent udſthin ter di ſinei 23. Sonntag nach pfingſten. 519 Krankheiten, die tieſſten Wunden heilt, und dem ſelbſt der Tod nicht widerſteht.. Jeſus, der liebevollſte Arzt, kommt.. Zu wem kommt Er? Zu mir, der mit dem Ausſatz der Sünde bedeckt iſt... Zu mir, der ſeiner Seele tauſend Wunden verſetzt hat... Zu mir, der bis auf den Tod krank iſt... Zu mir, dem von der Sünde beſchmutzten, entſtellten, armen Bettler, der ganz ermattet darniederliegt, und ſich nicht helfen kann... Zu mir, der ſchon ſo oft aus eigner Schuld in die alte Krankheit fiel... Zu mir, der ſich aus Leichtſinn fort und fort Wunden ſchlägt... Zu mir, der nicht einmal weiß, wie ſehr er krank iſt... Zu mir kommt Jeſus, der himmliſche Arzt!... Und warum kommt Er? Er kommt in Liebe, Güte und Erbarmen, um den Ausſatz meiner Seele wegzunehmen... Er kommt, um meine Wunden zu heilen... Er kommt, um mir das allerbeſte, das aller⸗ kräftigſte Heilmittel, ſein heiligſtes Fleiſch und Blut zu reichen... Er kommt, um in meine geſchwächte Seele Stärke und Kraft zu ſenken... Er kommt, um in mein kaltes Herz das Feuer der göttlichen Liebe zu legen und zu entflammen... Er kommt, um mich vor dem Tode durch die Sünde zu bewahren und mir zu helfen, daß ich in einem neuen Leben wandle... Jeſus kommt.. Anmuthung. Goun⸗ Heiland Jeſus! Du nennſt dich einen S Arzt für diejenigen, die ſich übel befinden, welch ein ſüßer Troſt für mich! Du kenneſt die Wunden, die ich meiner Seele ſelbſt durch meinen Leichtſinn, durch meine Trägheit, durch meine 520 Kommunionandacht. Bosheit ſchlug; du kenneſt die Uebel, an welchen meine Seele krank darniederliegt, du kenneſt ſie in ihrer ganzen Abſcheulichkeit und obſchon ich dir dadurch überaus wehe gethan, dich dadurch ſogar gekreuziget habe, willſt du dich in unbe⸗ greiflicher Barmherzigkeit herablaſſen, ſie zu heilen. Es braucht nur Ein Wort von dir und meine Seele iſt geſund. O ſprich dieſes Wort, gütiger, allmächtiger Arzt, ſprich dieſes troſtvolle Wort, damit ich würdig werde an deinen Tiſch zu treten, dich, den liebevollſten Arzt in mein Herz aufzunehmen, und vollkommene Heilung, Stärke und Kraft zu einem neuen dir wohlge⸗ fälligen Leben zu finden. O komme, göttlicher Arzt und heile mich! (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Rach der heiligen Rommunion. O Jeſus, der du dich ſo huldvoll gewürdigt haſt, bei mir Einkehr zu nehmen und meine Seele mit deinem heiligſten Fleiſche und Blute zu ſpeiſen, verzeihe mir doch die Kühnheit, mit welcher ich zu deinem Tiſche hintrat! Das kranke Weib im heutigen Evangelium getraute ſich nicht, vor dein Angeſicht hinzutreten, um dich um Heil⸗ ung zu bitten, und ſie hatte doch einen weit gröſ⸗ ſeren Glauben, ein weit größeres Vertrauen, eine weit tiefere Demuth als ich, und ich voll Sünden — e—,— ce——„ — S— 4, an v uſn, ſi 1 von dir W dieſes Un Lieſes twul. e deinen it Mit in ni nene Heiln, n dir wohh⸗ 1göttlichr ſch Sct aunion. voll geviri n und mein che u Kihrheit, ni Dos lmt uute ſih i dih un hi⸗ nen we gu⸗ gertrauen eie h voll Sünde 23. Sonntag nach Pfingſten. 521 aller Art wie ein Ausſätziger wage es, dich ſo⸗ gar in mein Herz aufzunehmen? Und du heſt mich nicht abgewieſen, du haſt mich nicht weg⸗ geſtoſſen, du haſt dich, göttlicher Arzt, herabge⸗ laſſen, mich heimzuſuchen. O wie unbegreiflich groß iſt deine Güte, wie kann ich dir dafür genug⸗ ſam danken! Weil du denn, o Herr, bei mir weileſt und bereit biſt, meine Bitten anzuhören, ſo neige denn gnädig dein Ohr und höre mich. Du kannſt die Wunden meiner Seele heilen; Leib und Seele müſſen durch dich geſund werden; denn ich berühre nicht dein Kleid, wie das Weib im Evangelium, ſondern ich genieße jetzt dein lebenſpendendes Fleiſch und Blut, vor dem ſelbſt der Tod weichen muß. Soll ich dir die Wun⸗ den meiner Seele zeigen, ſoll ich dir, gütigſter Arzt, klagen, welches Wehe meine Seele hat? Die Neigung zum Stolze, zum Neide, zum Zorne, zur Habſucht, zur fleiſchlichen Luſt, zur Unmäßig⸗ keit, zur Trägheit iſt in mir, und vielfach habe ich mich dadurch verwundet. Zudem iſt mein Wille ermattet und ſchwach, mein Verſtand ver⸗ dunkelt und mein Gedächtniß verunreiniget, ſo daß ich das Gute, das ich doch will, nicht thue, ſondern das Böſe, das ich nicht will. O lieb⸗ reichſter Arzt, tritt da in das Mittel, thu' weg von meinem Gedächtniſſe die ſündhaften Erinner⸗ ungen und Gedanken, erleuchte meinen Verſtand, 522 Kommunionandacht. ſtärke meinen Willen; thue weg aus meinem Blute die böſen Regungen und von meinem Fleiſche die böſe Luſt und leite alle Kräfte meiner Seele zu deiner Liebe. Auf deine Güte und deine Macht vertraue ich und baue ich, dir iſt kein Ding unmöglich, du erweckeſt Todte zum Leben; o ſchaff' ein reines Herz in mir und mit dem rechten Geiſt ſtärke mich, damit ich lebe in dir und für dich, mein Jeſus und mein Alles. Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Vierundzwanzigſter und letzter Sonntag nach Pfingſten. Evangelium: Matth. 24, 15. Weiſſagung von der Zer⸗ ſtörung Jeruſalems und dem letzten Gerichte. Por der heiligen Rommunion. Betrachtung. Wer kommt zu mir? Jeſus, mein Erlöſer, dem der Vater alles Gericht übergeben, und der auch mein Richter einſt ſein wird!.. Jeſus, mein Richter, der einſt alle meine Gedanken, alle meine Begierden, alle meine Worte, alle meine Werke, alle Unterlaſſung meiner Pflichten beurtheilen und richten wird... Jeſus, mein Richter, der am Ende der Welt Alles an das Tageslicht ziehen wird, und vor dem dann kein Läugnen, keine Entſchuldigung, keine Verheimlichung gelten wird! Jeſus, mein Richter! der ſich nicht beſtechen läßt, vor dem kein Anſehen der Perſon gilt!.. Zeſus, mein Richter, der auch das Gute, das ich gethan, auf die ———„„——„—— 2—„ ————„— c——„— — S neinen Fli meiner e ite und — ), dir ſh te zun in und nie ich lebe it Alles. Unn n ſiehe Sit Eomt eng von de richte. munion. mein Ellt, „ und der u mein Rihe. neine Beziebe ille Unterſin wird.. N Ules an d m kein Liugn ng geln ni tchen liſt, Jes, nn ghn, uf i 24. und letzter Sonntag nach pfingſten. 523 Wage legen, auch die Tugenden, die ich geübt, abwägen wird.. Zeſus, mein Richter! der ein unwidrrufliches Urtheil fällen wird, auf das der Himmel als Lohn oder die Hölle als Strafe folgen wird... Jeſus, mein Richter, kommt zu mir, der durch den Mund des Apoſtels mir ſagen ließ:„Wer unwürdigißtmein Fleiſch und trinkt mein Blut, der ißt und trinkt ſich ſelbſt das Gericht und den Tod hinein.“ Jeſus, mein Richter, der Richter der Welt, kommt.. Zu wem kommt Er? Zu einem Menſchen, der ſchon längſt des Gerichts ſchuldig geweſen wäre... Zu einem Sünder, der durch böſe Gedanken, Worte und Werke und durch ſeine Trägheit und Lauigkeit zahllos ſeinen Gott und Herrn beleidigt, und ſeine Gerichte nicht gefürchtet hat!.. Zu einem Menſchen, der über ſeine Mitmenſchen oft freventlich urtheilte, ſie verdammte, ſich ſelbſt aber niemals wegen ſeiner Miſſethaten verurtheilt hat.. Zu einem Menſchen, der bekennen muß, daß er niemals ganz würdig, vielleicht oft unwürdig die hoch⸗ heilige Kommunion empfangen hat!.. Zu mir armen Sünder kommt Jeſus, mein Richter!... Warum kommt Er? Er kommt, um zu ſehen, ob das Herz gerade gerichtet iſt auf Ihn!.. Er kommt, um zu ſehen, ob deine Seele Ihn liebt!... Er kommt, um wahrzunehmen, ob du in Reue und Schmerz deine Sünden beweinſt, ob du dich ſelbſt richteſt in Demuth, und deine Armſeligkeit erkenneſt!.. Er kommt, um dich zu mahnen, ſein Gericht immer vor Augen zu haben, damit du die Sünde fürchteſt und dem Verderben ent⸗ fliehſt!.. Er kommt jetzt in Gnaden und Erbarmen, um ſtatt des Urtheils Verzeihung zu gewähren!.. Er kommt, um dich vor der Todſünde zu bewahren, welche dir ſeine Verdammniß zuziehen würde... Jeſus kommt. 524 Komunnionandacht. Anmuthung. ſein Jeſus! Furcht, Schrecken und Angſt ech ergreift mich, wenn ich bedenke, daß du, der gerechte, der heilige, der allmächtige Richter der Lebendigen und Todten zu mir in der hei⸗ ligen Kommunion kommeſt, jetzt verborgen unter der Brodsgeſtalt, aber einſt im furchtbaren Glanze deiner Majeſtät auf den Wolken des Himmels! Darf ich es denn wagen, jetzt vor dir zu erſchei⸗ nen? Soll ich nicht vielmehr fliehen und mich verbergen vor dir, o Herr?! Muß ich nicht mit Petrus ausrufen:„Herr, gehe weg von mir, denn ich bin ein ſündiger Menſch.“ Aber du ſagſt?„Wer meinFleiſch nicht ißt und mein Blut nicht trinkt, der hat das Leben nicht in ſich.“ Du ladeſt alle Müh⸗ ſeligen und Beladenen ein zu deinem Mahle, du willſt ſogar, daß auch ſchlechte Menſchen an Heer⸗ ſtraßen und Zäunen zu deinem Mahle kommen; du haſt geſagt, daß von denen, welche du zu deinem Mahle geladen haſt und die deiner Ein⸗ ladung nicht folgten, keiner an deiner Mahlzeit mehr theilnehmen dürfe. Was ſoll ich thun? Soll ich dich fliehen, o Herr, weil du der furcht— bare Richter biſt oder ſoll ich mich dir nahen, weil du der barmherzige, gütige, liebevolle Hei⸗ land biſt? Nein, fliehen kann ich dich nicht, von dir fern bleiben wäre ſchrecklicher als der Tod. —und Mß Ske, daß d Stige hihe in de h Srgen un Snen Gln 8 hinn zu erſch — udni hh nicht n mi von nit hſch.“ W „ht ißt uni hat uz* t alle Niß⸗ Mahle, wen an her Ule kommn, elche dul deiner kin ter Nahit hich in Ju der furit rh dir nhe cbele 5 u ter W —— 24. und letzter Sonntag nach pfingſten. 525 Ich will kommen zu dir, ich will im Vertrauen auf deine erbarmende Liebe zu deinem Mahle gehen, es iſt noch Platz für mich da.— In tief⸗ ſter Reue und Zerknirſchung bekenne ich es, daß ich ſo arm und elend bin, wie ein verlaſſener Bettler hinter dem Zaune, daß ich wegen meiner vielen Sünden nicht werth bin, dich, das Brod des Lebens zu empfangen; doch ich darf ja hof⸗ fen, daß du mir verzeiheſt und daß ich durch den Genuß deines heiligſten Fleiſches und Blutes Stärke und Kraft erlange, von nun an der Sünde vollkommen abzuſterben, meine Seele mit Tugenden zu ſchmücken und mit guten Werken zu bereichern, damit ich einſt ein gnädiges Ge⸗ richt erlange und mit allen, die dir, o Herr, treu nachwandelten, die Worte vernehme:„Kom⸗ met, ihr Geſegneten meines Vaters, beſitzet das Reich, das euch bereitet iſt vom Anbeginn der Welt.“ Amen. (Tugendübungen vor der heil. Kommunion ſiehe Seite 281.) nach der heiligen Rommunion. Wirklich biſt du gegenwärtig in meinem Her⸗ zen, o Herr Jeſus! So glaube ich, ſo bekenne ich vor dem Himmel und der Erde, und bringe dir in tiefſter Demuth Lob, Preis und Anbetung dar! Ich ſehe dein holdeſtes Angeſicht nicht, o Herr, aber unbezweifelt glaube ich, was deine heilige Kirche lehret.„Himmel und Erde 526 Kommunionandacht. vergehen, aber deine Worte, o Herr, werden nicht vergehen.“ Du biſt im Ge⸗ heimniſſe des Sakraments immer bei uns und wirſt bei uns bleiben bis zum Ende der Welt. „Im Anfange haſt du, o Herr, die Erde gegründet und das Werk deiner Hände ſind die Himmel: ſie werden vergehen, du aber bleibſt, ſie werden umgewan⸗ delt werden, du aber biſt immer der⸗ ſelbe und deine Jahre nehmen nicht ab.“ Du, o Herr, du Ewiger, du Unveränder⸗ licher, biſt auch mein Richter. Ach, werde ich Gnade finden vor deinem Angeſichte, wenn du mich vor dein Gericht rufeſt?! Die heiligen Mar⸗ tyrer werden dir zeigen ihre Wunden, ihre Peinen und ihre Geduld, mit der ſie Alles für dich ertrugen. Die Büßer werden dir zeigen ihre Faſten, ihre Nachtwachen, ihre Abtödtungen, ihre Thränen, ihre freiwillige Armuth, ihre Ent⸗ ſagung und die Jungfrauen ihren Kampf für die Unſchuld des Herzens! Was werde ich dir auf⸗ weiſen können? Ach nichts als Lauigkeit, Unge⸗ duld, Trägheit, Hochmuth und Unreinigkeit!— Wenn du dann, o Herr, von mir Rechenſchaft forderſt über die Zeit, die du mir zur Buße ge⸗ währteſt, wie werde ich meine Nachläſſigkeit ent⸗ ſchuldigen? Und wenn alle Gedanken, jedes un⸗ nütze Wort du vor dein Gericht zieheſt, ach, welche — 0 Hert, biſt in G Bei us u ON der Uel S, die Frh. ner Hände » vergehn Sumgenm mmer der Imen ſih Uwerine ch, weei te, vem Izeiligen Mr zunden, in ſie Alei ji Sn dir zipn CAbtödtunn rth, ihr bt anyf fir i e ich dir uß tigkei, Ung⸗ reinigkit— t echenſ 3 rzur Buße hlüſigket et en, jedes l eſt, ach, uh —„ 24. und letzter Sonntag nach Pfingſten. 527 Angſt wird mich dann ergreifen? Welche Straſe wartet meiner? O ſchone meiner, o Herr, ver⸗ ſchone mich, barmherziger Gott! Noch haſt du mich nicht vor dein Gericht gerufen, noch darf ich Gnade hoffen, dafür bürgt mir deine Güte, mit welcher du mich heimgeſucht haſt.— In Demuth und Reue werfe ich mich zu deinen Füßen und mache dir, geliebter Jeſus, das feierliche Verſprechen, daß ich von nun an deine Gerichte immer vor Augen haben will, wenn Verſuchung mir naht, wenn die Triebe meines Fleiſches mich verlocken wollen zur Sünde, und die Welt mit ihrer Luſt mich auf ihre Wege verleiten möchte. Ich will kämpfen gegen meine böſen Neigungen bis auf's Blut; ich will jedes Kreuz auf mich nehmen, das deine Hand mir auflegt, weil ich dadurch am beſten abbüßen kann meine Miſſe⸗ thaten und will nicht aufhören, mich zu demü⸗ thigen und meine Sünden zu beweinen. Dann, wenn die letzte Stunde kommt, und du mich richten wirſt, werde ich hoffen dürfen, ein gnädiges Ur⸗ theil aus deinem Munde zu vernehmen. Gib mir nur, barmherziger Herr, die Kraft, mein Verſprechen auch zu halten, gib mir die Gnade, der Beharrlichkeit, denn nur der, ſprichſt du, „welcher ausharrt bis an's Ende, wird ſelig werden.“ Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) 523 Kommnnionandacht Kommunionandacht am Kirchweihfeſte. Evangelium: Luk. 19, 1. Der Heiland kehrt im Hauſe des Zachäus ein. Por der heiligen Rommunion. Gun Jeſus! weil es deine Freude iſt, bei den Menſchenkindern zu ſein, ſo haſt du in liebevollſter Erbarmung dich herabgelaſſen, in unſern Kirchen Tag und Nacht unter der Geſtalt des Brodes gegenwärtig zu ſein, damit wir jeden Augenblick uns Troſt, Rath, Hilfe bei dir holen und durch den Genuß deines heiligen Fleiſches und Blutes zur Vereinigung mit dir gelangen können! Viele, viele Jahre weilſt du auch in dieſer Kirche, und nur die Liebe zu unſerer Seele iſt es, welche dich hier gefangen hält.— Dank, innigſter, herzlichſter Dank ſei dir für dieſe un⸗ begreifliche Liebe. Dank, innigſter Dank ſei dir für alle Segnungen und Gnaden, welche in dieſer Kirche aus deinem heiligſten Herzen uns zuge⸗ floſſen ſind; Dank, innigſter Dank ſei dir für alle heiligen Kommunionen, welche hier empfangen worden und für alle Gnaden, welche den Em⸗ pfängern von dir geſpendet worden ſind. Obwohl du ſchon ſo viele Jahre hindurch das heilige Mahl in dieſer Kirche geſpendet haſt, und Tau⸗ ſende ſchon davon genoſſen, ſo iſt der heilige Tiſch noch immer bereitet mit der koſtbarſten Speiſe — — —hneihjtſt. kehrt in hu union. Freude iß, — ſo haſt ui abgelaſſen, i iter der Geſ — amit wir jh — bei dit hon iligen Fleiſhe dir gelange —ſt du auch 4 unſeret Seel mhält.— Dut t für dieſe u r Dank ſei i welche in diſ —tzen uns zuh x ſei dir für l —jier enpfu velche den E. Sſind. Dhn ch das heih m aſt, und Tu er heiige I x barſen Eyi am Rirchweihfeſte. 529 deines heiligſten Fleiſches und Blutes und es iſt mir, als hörte ich dich heute zu mir ſagen, was du einſt zum Zöllner Zachäus geſagt haſt: „Ich muß heute in deinem Hauſe Einkehr neh⸗ men.“ O wie ſüß tönen dieſe Worte in meine Ohren! Du willſt dich alſo würdigen, o Herr, heute die arme Herberge meines Herzens zu be⸗ ſuchen und ich ſoll heute ein Tempel ſein, in welchen du einziehen, mein Herz ſoll der Taber— nakel ſein, in welchem du ruhen und meine arm⸗ ſelige Huldigung annehmen, meine Bitten hören willſt. O wie überaus gütig biſt du, o Herr! Aber weißt du denn nicht, daß mein Herz nicht bereitet iſt, dich würdig zu empfangen?! Ich ſehe heute dieſe Kirche feſtlich geziert, ich ſehe ſie mit Lichtern hell erleuchtet, ich höre die feierlichen Loblieder der Sänger dir zur Ehre, aber mein Herz iſt nicht mit Tugenden geſchmückt, mein Herz iſt nicht hell und rein und mein Mund weiß dich nicht zu loben und zu preiſen, ach mein Herz gleicht einem verfallenen, öden, wüſten Tempel voll Ungeziefer der Sünde, voll Dornen und Diſteln ungebändigter Leidenſchaften! Wie darf ich es wagen, dich in dieſes unreine, gar⸗ ſtige Herz aufzunehmen? Doch das heutige hei⸗ lige Evangelium gewährt mir Troſt. Zachäus war ein Sünder und doch ſprachſt du:„Ich muß in deinem Hauſe einkehren.“ Du kamſt, um ihn 4 Jeſus, mein Alles. 3 530 Kommnunionandacht zu reinigen, um ihn zu heiligen und zu deiner Nachfolge zu bewegen. Du wußteſt, daß er einen guten Willen hatte und ſeine Sünden vom Her⸗ zen bereute. Siehe, o Herr, auch ich habe einen guten Willen, auch ich bereue im tiefſten Grunde meines Herzens alle meine Miſſethaten, auch ich will alles Unrecht nach Kräften gut machen. O ſo komme, o Herr, und verſchmähe das Verlan⸗ gen meines Herzens nicht; ſprich nur Ein Wort und meine Seele iſt rein, und wenn du komnſt, ſo wird die Finſterniß weichen und mit deiner Gnade werde ich auch jene ſchönen Tugenden üben, welche dir ſo wohlgefallen. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Vach der heiligen Rommunion. O mein gütigſter Heiland Jeſus! mit den nämlichen Gefühlen der Demuth und der Zer⸗ knirſchung, wie einſt der Zöllner Zachäus vor dir ſtand, werfe ich mich vor deine Füße nieder und möchte jetzt weinen vor Freude, daß du dich ge— würdigt haſt, in das armſelige Haus meiner Seele einzukehren. Was ſoll ich jetzt zu dir ſagen, o Herr, was ſoll ich zu deiner Ehre thun, wie ſoll ich dich bewirthen, was ſoll ich dir anbieten? Sagen kann ich nichts vor Verwunderung über deine Herablaſſung. O nimm hin die Begrüß⸗ ungen und Lobpreiſungen deiner heiligſten Mutter, — — — und zu den — daß er in —nden von he ich habe inn —tieſſten Gm Whaten, auh i —ut machen. —)e das Verln — nur Ein Un mn du kbm mund mit dein Winen Tuge — Amen. — mn ſiehe Seie N — nunion. „eſus! nitt m und der — gachäus vr „ſüße niederu 8 daß du dih; ⸗ us meinet zu dir ſagen, Se thun, wi h dir anbi wunderung i hin die Be eiligſen Mu am Kirchweihfeſte. 531 deiner Engel und Heiligen! Zu deiner Ehre kann ich nichts thun. O nimm hin die Verherrlichung, welche dir dein himmliſcher Vater erwies, nimm hin die Verherrlichung des ganzen himmliſchen Hofes! Bewirthen kann ich dich nicht, weil ich arm bin und elend. Gute Werke, Tugenden kann ich dir nicht zu Füßen legen und ſonſt willſt du nichts. Anbieten kann ich dir nichts, weil ich nichts beſitze, was nicht ſchon dein gehört. Doch ſieh, zwei Dinge habe ich, die ich dir freu⸗ dig anbiete: Ein Herz, das dich zu lieben und den guten aufrichtigen Willen, der zu thun verlangt, was du nur immer willſt. O nimm dieſes arm⸗ ſelige Geſchenk meines Herzens an. Nimm es in deine heiligen Hände, bilde es nach deinem Wohlgefallen, mache es gleichförmig deinem demüthigen, ſanftmüthigen, geduldigen, gehorſamen, reinen, unſchuldigen, liebevollen Herzen. Nimm meinen ſchwachen Willen, ſtärke, kräftige, heilige, reinige, ſegne ihn und mache ihn ganz gleichförmig mit deinem heiligſten Willen, ſo daß ich von nun an nichts mehr will als was du willſt, und ich immer in Wahrheit ſagen kann:„Es geſchehe in mir, an mir und von mir immer und allzeit der anbetungswürdigſte, gerechteſte, heiligſte Wille Gottes. Amen. (Tugendübungen nach der heil. Kommunion ſiehe Seite 288.) 34* 532 Kommunionandacht Kommunionandacht am Patrociniumsfeſte. Por der heiligen Rommunion. 1 haſt, o Jeſus! das Haus, in welchem du Tog und Nacht im Tabernakel unter uns wohneſt, unter den Schutz eines deiner Heiligen geſtellt, die Gläubigen der Gemeinde ſollen deſſen Fürbitte anrufen und beſonders ſein ſchönes Bei⸗ ſpiel nachahmen, auf daß auch ſie heilig werden. Unſere Heiligung iſt ja dein Wille, und zu un⸗ ſerer Heiligung haſt du ja, o Herr, die heiligen Sakramente eingeſetzt, um uns heilig zu machen, wohneſt du ja in unſern Kirchen. Ich verlange vom Herzen heilig zu werden, wie der Schutz⸗ patron dieſes Gotteshauſes, wo ich ſchon viele Gnaden aus deinen Händen empfangen habe, mein Jeſus. Allein wie kann ich wohl dieſes hohe Ziel erreichen? Ach, wenn ich betrachte, wie viele Jahre ich ſchon gelebt, wie oft ich ſchon die hochheiligen Sakramente empfangen, wie viele Segnungen und Gnaden ich ſchon empfangen habe und ſo wenig, ja gar nicht im Guten, in der Tugend, in der Heiligung meiner ſelbſt fort⸗ geſchritten bin, muß mir da nicht aller Muth entſinken! Wenn ich ſehe, wie meine beſtgemein⸗ ten Vorſätze immer nur Vorſätze bleiben und nicht zur Ausführung kommen; wenn ich ſehe, ˖ — —iniunsſiſe union. =in welhent akel unter — viner Heiln e ſollen deſn F heilig wena Se, und un —r, die heilg lig zu nh — Ich verln ie der Siht —ich ſchon vl pfangen huh ch wohl diſ betrachte u oft ich ſchoni ezen, wie ril on empfuhn xim Guten, i nner ſelbſt ht allet M ine beſtgeni⸗ „ bleiben wenn ich ih — am Patroeiniumsfeſte. 533 wie ich aus Trägheit ſo viele Gelegenheiten, eine Tugend zu üben, ein gutes Werk zu verrichten, verſäume; wenn ich ſehe, wie ich mich von dem Sündenfalle nur erhebe, um bald wieder zu fallen, ſo daß mein Leben ein ſtetes Fallen und Aufſtehen iſt, ohne beſſer und vollkommener zu werden, ja, wenn ich ſehe, daß ich, je länger ich lebe, deſto mehr dich beleidige, o Herr! ach, wie kann ich dann hoffen, je das Ziel, heilig zu wer⸗ den, zu erreichen? Und doch iſt dies mein ein⸗ ziges Ziel, wozu ich erſchaffen und erlöſt bin! Ach mein Jeſus! ich erkenne es, daß ich aus mir gar nichts kann als— fündigen.— WVillſt du, daß ich heilig werde, und du willſt es, o ſo er— barme dich meiner! O komme zu mir, du Quelle der Heiligkeit! nimm Beſitz von meinem Herzen und herrſche über mich. Siehe, ich überlaſſe mich dir ganz und fühle kein anderes Verlangen in mir, als durch den Genuß deines heiligſten Flei⸗ ſches und Blutes jene Hilfe zu erlangen, welche bewirkt, daß ich getreulich den Weg wandle, welchen deine Heiligen gegangen ſind und in ihre Geſellſchaft zu dir gelange in das himmliſche Vaterland. Amen. (Tugendübungen vor der hl. Kommunion ſiehe Seite 281.) Uach der heiligen Rommunion. Jeſus, du biſt bei mir, der Heilige der Hei⸗ ligen, die Krone der Heiligen, die Wonne der 534 Kommnnionandacht Heiligen, du der allein heilig iſt; du biſt bei mir dem armen Sünder?! Ja ich fühle es, denn eine ganz eigene Freude durchſtrömt mein Herz. Du biſt bei mir, o Jeſus, wie ſoll ich mehr zagen, wie ſoll ich mehr fürchten, wie ſoll ich mehr die Hoffnung aufgeben, heilig und ſelig zu werden? Ja, ich bin verſichert, du hilfſt mir, getreu dei⸗ nem Worte, ja du reichſt mir deine Hand, ja durch dich werde ich das Ziel erreichen. Alle meine Sorge werfe ich auf dich, gütigſter Hei⸗ land; du haſt geſagt: Wer bittet, dem wird ge⸗ geben, und da ich heute nur das verlange, was ſelbſt dein Wille iſt, ſo hoffe ich Erhörung zu finden. Ich flehe herzinniglich, gib mir, o Herr, nur ſo viel Gnade, daß ich das ſchöne Beiſpiel des Schutzpatrons dieſes Gotteshauſes getreulich und beharrlich nachahme. Er hat die acht Stufen, welche zur Seligkeit führen, mit deiner Hilfe er⸗ ſtiegen: er war arm im Geiſte voll der tiefſten Demuth; o hilf mir, daß ich dieſe ſchöne und nothwendige Tugend der Demuth liebe und übe, dir zu Liebe, der du dich ſo tief für mich gede⸗ müthiget haſt. Hilf mir, daß ich ſanftmüthig werde, und daher alle Regungen des Unwillens und Zornes ſogleich unterdrücke. Hilf mir, daß ich die Freuden der Welt verachte und über meine und meiner Mitmenſchen Sünden trauere. O flöße meiner Seele Hunger und Durſt ein nach —,—— c 1 „. 4—— —— bbiſt bei mi —, denn eine = Her. A Emehr zugn —ch nehr i — zu werden getren d —e Hand,; —eichen. A ütigſtr h em wird g rlange, w rhörung S mir, o hn höne Beißil — es getrel acht Stufn —ner Hilfe Wl der tiefſ —e ſchöne u ebe und i r mich go — ſanftmith es Unil hilf mir, W d über mo S trauere. urſt ein m am Patrocininmsfeſte. 535 Gerechtigkeit, nach Allem, was zu deiner Ehre und deinem Wohlgefallen iſt und gib mir ein recht barmherziges Herz, damit ich keine Gelegen⸗ heit verſäume, meinen Mitmenſchen Gutes zu thun. O gib mir innige Liebe zur Reinigkeit, zur Keuſchheit und Jungfräulichkeit und hilf mir, daß ich Alles meide, was mich beflecken könnte. — O ſchenke mir ein friedfertiges, geduldiges, nachgiebiges Herz und ſtärke mich, wenn ich von der Welt Verfolgung leide, weil ich nicht mit ihr halten will, denn ſie iſt ja dein Feind. End⸗ lich bitte ich dich nochmal herzinniglich, o gib mir die größte Gnade, die Gnade der Beharr⸗ lichkeit, daß ich immer mein Ziel im Auge habe und mit allem Eifer, mit aller Treue den Weg deiner Heiligen wandle, den du ſelbſt zuvor ge⸗ wandelt biſt. O mache mich heilig und ſelig, mein Jeſus! Amen. (Tugendübungen nach der hl. Kommunion ſiehe Seite 288.) Anhan g. Die Branken-Kommunion und die heilige Wegzehrung für die Sterbenden. * Es kann der Fall eintreten, daß du, chriſtliche Seele, längere Zeit durch Krankheit gehindert biſt, in dem Gotteshauſe ſelbſt die heilige Kommunion zu em⸗ pfangen, und daß auf dein Verlangen der Prieſter das 536 Kommunionandacht heiligſte Sakrament in deine Wohnung zu dir an das Krankenbett bringt.— Kannſt und darfſt du leſen, ſo lies, ehevor der Prieſter mit dem Heiligſten in deine Wohnung tritt, die nachfolgenden Gebete mit Aufmerk⸗ ſamkeit und Andacht, im Gegenfalle, laß ſie dir langſam vorleſen. Uebung des Verlangens. ſein Jeſus, du weißt, wie gerne ich in 5 deinem Hauſe erſchienen bin, um dort an deinem göttlichen Mahle theilzunehmen und meine Seele zu erquicken und zu ſtärken durch die himmliſche Nahrung deines Fleiſches und Blutes. Da es aber dein Wille iſt, daß ich krank ſei und deßhalb nicht zu dir gehen kann, o ſo bitte ich dich herzinniglich, vergib mir, wenn ich das innige Verlangen habe, dich hier in meiner armſeligen Wohnung zu empfangen. „Siehe, den du lieb haſt, der iſt krank.“ O komme, o Jeſus, und ſuche deinen kranken Diener heim. Ich bedarf des Troſtes, der Stärk⸗ ung und Ergebung, und wer kann mir dieſes geben als du allein. O komme, mein Gott und Herr, komme mein beſter Freund, komme gött⸗ licher Arzt, komme, o Vater des Troſtes, komme, meine Seele verlangt nach dir! *— 6 3 Uebung des Glaubens. Göttlicher Heiland! ich glaube feſt und un⸗ bezweifelt, daß du im hochheiligen Sakramente —— — n zu dir an da — ſſt du leſe, p —lſten in din — nit Aufnet⸗ — ſie dir ingin 5. S gerne ih i l, um du E nehmen u ſtärken duß Fleiſches T iſt, daß i * gehen im ub mir, vn dich hie i S enpfungn „ iſt krant“ inen kmn —5, der Sti nn nir diſs in Gott u — komme güt⸗ Tſtes, konn, feſt und n Sakranen für die Sterbenden. 537 des Altares wahrhaft, wirklich und weſentlich mit Gottheit und Menſchheit, mit Leib und Seele, mit Fleiſch und Blut zugegen biſt. Ich glaube, daß du die Speiſe meiner Seele ſein willſt, und daß ich ohne dieſe Himmelsſpeiſe das wahre Leben nicht in mir habe.— In dieſem Glauben will ich leben und ſterben! Uebung der Hoffnung. Ich ſetze alle meine Hoffnung auf dich, o Jeſus! Du kannſt mir immer und allzeit helfen. du kannſt mich geſund machen am Leibe und an der Seele; du kannſt mich tröſten und ſtärken in meiner Trübſal, und du kannſt alle meine Leiden und Trübſale in Freude verwandeln, denn du biſt mächtig, gütig, barmherzig und getreu in deinen Verheißungen.— Insbeſondere hoffe ich dieſe Gnade heute, da du zu mir kommſt, von dir zu erlangen. O laſſe meine Hoffnung nicht vergeblich ſein und gib mir, was mir zum Heile gereicht. Uebung der Liebe. Wie ſollte ich dich nicht lieben, o Jeſus, da du mich zuvor geliebt und ſo ſehr geliebt haſt, daß du am Kreuze für mich ſtarbſt und mich noch immer ſo ſehr liebeſt, daß du ſogar mit deinem Fleiſche und Blute meine Seele nähren und mich mit dir vereinigen willſt! Ich liebe dich, o Jeſus! O könnte ich dich doch lieben wie 538 Krankenkommunion deine heilige Mutter, wie die Cherubim und Seraphim an deinem Throne! Ich liebe dich, o Jeſus, und verlange dich mit der glühendſten Liebe zu lieben. O ihr lieben Heiligen, helfet mir doch meinen Jeſus lieben!... Uebung der Demuth. Ach mein Jeſus! wie darf ich es wagen, zu verlangen, daß du, der allerhöchſte Herr, die unendliche Majeſtät, von deſſen Herrlichkeit Himmel und Erde voll iſt, in meiner armen Wohnung zu empfangen und in mein kleines, armes, ſünd⸗ haftes Herz aufzunehmen. Kann es denn mög⸗ lich ſein, daß du zu einem Menſchen kommſt, der krank am Leibe, krank an der Seele iſt!— Biſt du nicht der allmächtige Schöpfer und ich dein Geſchöpf aus Erde gebildet! Biſt du nicht der Heiligſte und Reinſte! Wie kann das Heilige mit dem Unheiligen Gemeinſchaft haben! Ach Herr! ich bin nicht würdig, daß du unter mein Dach kommſt, o ſprich nur Ein Wort und meine Seele iſt geſund! Uebung der Reue. WMein Jeſus! ich weiß, daß du den Kranken, ehe du ſie geſund machteſt, immer zuvor die Sün⸗ den nachließeſt, wenn ſie reuevoll und mit Ver⸗ trauen zu dir aufſchauten und im Glauben an deine göttliche Macht um Hilfe flehten. Siehe, S 4—„—— 8 „—— —„——— ——— Suin un —lihenſen Jen, helfe — wagen, S Herr, Ki eit Himne ohnungz nes, ſin⸗ denn niy — ommſt, de Diſt!— Sſ nd ich den u nicht d as Heil aben! 1 — unter ni — und min n Krank, —or die Sin d mit V —lauben u für die Sterbenden. 539 von tiefſter Reue erfüllt über meine Sünden werfe ich mich vor deine Füße nieder und bitte dich, habe Erbarmen mit mir und tilge aus meine Miſſethat.— O hätte ich dich doch niemals be⸗ leidigt! So ſehr mich meine Krankheit ſchmerzt, die nichts anderes iſt als eine Strafe für meine Sünden, ſo will ich gerne alle Schmerzen hin⸗ nehmen, nur verzeihe mir wieder und gib meiner Seele deine heiligmachende Gnade, daß ſie dich nicht unwürdig empfange. Nimm weg, o Herr, meine Miſſethaten und ſchaffe ein reines Herz in mir, das würdig iſt, dich aufzunehmen! * Wenn der Prieſter in das Krankenzimmer tritt und mit dem Heiligſten den Segen gibt, bete: O Jeſus, ſegne und heilige meine Seele! O ſende jetzt einen Blick des Erbarmens auf mich, wie du einſt den heiligen Petrus angeblickt haſt. O Jeſus, bereit iſt mein Herz dich aufzunehmen, mache es auch bereit, dich mit aller Inbrunſt der Liebe zu empfangen!— O Jeſus! meine Seele verlangt nach dir, o kehre ein bei mir, göttlicher Gaſt, nimm Alles, nimm mich ganz in Beſitz! Nach der heiligen Rommunion. Anbetung. Gelobt, gebenedeit, verherrlichet und ange⸗ betet ſeiſt du, o Jeſus, Sohn des lebendigen 540 Rrankenkommnnion Gottes gegenwärtig in meinem Herzen!— Ach wenn ich doch jetzt die Zungen aller Heili⸗ gen und Engel hätte, um dich würdig anbeten, loben und preiſen zu können! Du biſt mein Gott, Verherrlichung ſei dir, du biſt mein Erlöſer, Ehre ſei dir, du biſt mein Helfer und Erretter, Lob ſei dir immerdar in alle Ewigkeit!— Liebe. O Jeſus, du Liebenswürdigſter, du Gütig⸗ ſter, du Barmherzigſter! ich liebe dich vom gan⸗ zen Herzen. Mit heißeſter Inbrunſt umfange ich dich, ich möchte aus Liebe zu dir jetzt zu dei⸗ nen Füßen ſterben! O Liebe meines Gottes, wer ſollte dich nicht lieben!? Ich küße deine Hände, die ſo viel Segen geſpendet, ich küße deine Füße, die für mich verwundet wurden, ich küße dein heiligſtes Herz, welches aus Liebe zu mir am Kreuze gebrochen iſt.— Lieben will ich dich, o Jeſus! O gib mir Liebe von dem Uebermaaß deiner Liebe! O Maria, Mutter der ſchönen Liebe, hilf mir lieben deinen lieben Sohn, den ich nun im Herzen trage; ich will ihn lieben wie du, o könnte ich ihn auch lieben wie du, meine theuerſte Mutter!.. Dankſagung. Wie iſt es wohl möglich, daß ich das Ver⸗ langen meines Herzens, dir würdig zu danken, —— ———— =n1— wler Hell⸗ Tig anbetn mein Got ein Etliſt. id Frute —t!— S du Git ) von qm —ſt unfng — jetzt zu di Gbottes, ur —eine Hände — deine Fiß⸗ h küße din czu nit m ich dih, S lebemu der ſchin — Sohn, du n lieben ni — du, mein ch dos V — ju dankn, für die Sterbenden. 541 o Herr, erfülle, wie kann ich dir genug danken! Ach, wie ſchmerzte es mich, daß ich dir nicht, wie ich möchte, zeigen kann, wie ſehr ich vom Gefühle des Dankes für alle deine Güte, Her⸗ ablaſſung, Huld und Gnade durchdrungen bin. Iſt mir ja doch die höchſte Gnade zu Theil ge⸗ worden, hat mich ja mein Gott und Herr, mein Schöpfer und Erlöſer ſelbſt heimgeſucht! O laß dir gefallen, mein Jeſus, das Verlangen, dir für deine unbegreifliche Herablaſſung zu mir zu dan⸗ ken, und hilf mir, daß ich meinen Dank dadurch bezeige, daß ich von nun an nur ſuche, dir zu gefallen und deine Ehre zu befördern. Amen. Aufopferung und Bitte. O Jeſus, wie abſcheulich wäre es von mir, wenn ich nicht dir Alles, was ich bin und habe, zum Opfer brächte, da du dich für mich, den Armſeligen, ganz zum Opfer gebracht haſt.— Wie ſchmerzt mich jetzt meine Armuth, weil ich gar nichts habe, was ich dir darbringen könnte! O wenn du doch mein Herz nicht verſchmähen würdeſt. Gerne, mit Freuden opfere ich es dir; es ſoll von nun an nur für dich ſchlagen, es ſoll von nun an nur dich lieben, es ſoll nichts mehr verlangen, als was dir Wohlgefallen macht; es ſoll ſich ganz in deinem Dienſte verzehren. Ich opfere dir auch, o liebevollſter Erlöſer! auf alle 542 Krankenkommunion Schmerzen, Leiden und Trübſale meiner Krank— heit und vereinige ſie mit deinen Leiden. O gib mir nur Geduld und Ergebung, damit ich ſie dir zu Lieb und zur Buße für meine Sünden trage, und ſo lange trage, bis es dir gefällig iſt, dieſelben von mir hinwegzunehmen. Komme mir auch, o gütigſter Herr, zu Hilfe, daß ich die Ver⸗ ſuchungen zu Ungeduld und Kleinmuth über⸗ winde und ſtandhaft ausharre unter dem Kreuze, das du mir aufgelegt haſt. Und da du, o mit⸗ leidigſter Jeſus, mit den armen Kranken während deines Erdenlebens ſo großes Erbarmen hatteſt und ſie auf ihre Bitten heilteſt, ſo flehe ich zu dir, göttlicher Arzt, heile meine Krankheit und laſſe mich wieder geſund werden. Ich will dir gewiß treu dienen, deinen heiligen Willen freu⸗ dig thun, und dich nicht mehr beleidigen. Doch gereicht mir die Geſundheit nicht zum Heile, willſt du mich nicht geſund machen, ſo geſchehe dein heiliger Wille. Hilf mir nur, daß ich dann die Krankheit mir zu Autzen mache, ſie im Geiſte der Buße ertrage, deinen göttlichen Willen an⸗ bete, und dir, gütigſter Heiland! das Kreuz nach⸗ trage bis zum Tode. Amen. — ner Krent— den. Dgt ine Sinn t gefüligi Komne n C ich di V kmuth i dem hr q du, o ni⸗ ken wihren Atmen hatt flehe ih u tankheit u ch wil i Villen fru Odigen. Doh Heile, vill ſgeſchehe den cich dam i eſie in Geite Villen a ʒ Krelz n für die Sterbenden. 543 Die heilige Wegzehrung für die Sterbenden. * Nachfolgende Gebete und Anmuthungen mögen dem ſchwer Kranken langſam und nicht zu laut vorgeleſen werden. Wo ein Gedankenſtrich iſt, ſetze man mit dem Leſen einige Augenblicke aus, damit der Geiſt des Kran⸗ ken die Worte auffaſſen und beherzigen kann.— Flährend der Priester mit dem Illerheiligsten auk dem Mege ist. mein Jeſus! du ſiehſt, wie krank und arm⸗ ſelig ich bin!— Schmerzen, Beklemmun⸗ gen und Angſt peinigen mich,— menſchliche Hilfe iſt vergebens,— menſchlicher Troſt richtet meine gebeugte Seele nicht auf.— Wohin ſoll ich fliehen, wo meine Zuflucht nehmen, wo Hilfe finden, als bei dir, mein Heiland und Erlöſer! Du hatteſt, als du auf Erden lebteſt, immer ſo ſo großes Mitleid mit den Kranken,— du heſt ſie getröſtet,— du haſt ihnen die Sünden ver⸗ geben,— und ſie geheilt;— mit kindlichem Vertrauen wende ich mich zu dir— und flehe deine mächtige Hilfe an.— Ich verlange herz⸗ lich und mit heißer Sehnſucht nach deinem hei⸗ ligſten Fleiſch und Blut,— und glaube und hoffe, daß, wenn ich dich in meinem Herzen habe,⸗ auch Troſt und Friede in mein Herz kehren wird, — und daß ich durch dich Heilung finden werde, 544 Die heilige Wegzehrung wenn es meiner Seele zum Heile gereicht und es dein heiliger Wille ſo iſt.— Dein Wille ſoll aber geſchehen, nicht der meine!— Willſt du mich nicht heilen, ſo ſoll ich von dieſer Krank⸗ heit nicht mehr aufſtehen, ſoll ich ſterben, ſo ge⸗ ſchehe dein heiliger, anbetungswürdigſter Wille! — Willſt du, o Herr, daß ich ſterbe, und von dieſer armſeligen Welt ſcheide, ſo verlaſſe mich nicht,— bleibe nicht weg von mir,— ſondern komme und gib mir die Himmelsſpeiſe, deinen heiligſten Leib, zur Zehrung auf den Weg zur Ewigkeit!— Komme, o Jeſus, komme und ſtärke mich zum letzten Kampfe,— komme und wohne in mir, und nimm meine Seele in deine Hände, denn du, guter Hirt, haſt geſagt, daß du deine Schäflein deiner Hand nicht entreißen laſſen willſt. — Ich bin dein Schäflein, das du erkauft haſt durch den Preis deines Blutes.— Ach, ich habe dich freilich oft betrübt, oft durch die Sünde mich von dir entfernt,— oft dich treulos ver⸗ laſſen; aber ich hoffe von deiner unendlichen Barmherzigkeit, daß du mich nicht verlaſſen und dein krankes, armes Schäflein, welches alle ſeine Sünden tief und innigſt bereut, heimſuchen, von ſeinen Sünden reinigen, tröſten und ſtärken und aus den Händen ſeiner Feinde retten werdeſt!— ar bit ſei m m die ſte me hei nng — gereicht un 6 Wile 1— Pih m dieſer ſu ſterben, py * irdigſer P * ſterbe, un ſo verlaſen Snir,— ſu —sſpeiſe, k — den We omme und ſi Anme und vh in deine hü —, daß du M Zißen laſſen vil 0 du erkauſt h —Ach, ich h trch die Ein ſich treulos w ger unenblihh t verlaſſen n elches alle ſin — heimſuchen, ind ſtrkn u ten werdeſt!- für die Sterbenden. 345 Wlenn der Priester mit dem Mlerheiligsten der Wohnung des Brunken zirh naht. Göttlicher Heiland Jeſus! o wie gut biſt du, — o wie tief laſſeſt du dich herab, zu einem ſo armen Sünder, wie ich bin, zu kommen!— Ich bin ja einer ſolchen Gnade nicht werth!— O ſei tauſendmal gegrüßt, gütigſter Herr!— Es mögen dich loben und preiſen alle Heiligen und Engel!— O Seele, freue dich, dein Heiland, dein Erlöſer, dein beſter Freund, dein Tröſter kommt!— O Jeſus, verſchmähe mein Herz nicht! — Arm iſt es, unrein es, ohne Liebe iſt es!— Ach erbarme dich meiner und mache mich rein; — o gib mir eine recht innige Liebe zu dir!— Siehe, mein Herz ſchlägt dir entgegen, komme, o Jeſus, nimm es in Beſitz!— Wlenn der Priester mit dem Allerheiligsten i. das Zimmer tritt. D Jeſus! ſei mir gnädig! o Jeſus ſei mir barmherzig! o Jeſus verzeihe mir meine Sün⸗ den!— O Jeſus ich glaube an dich, meinen Gott und Herrn!— O Jeſus, ich hoffe auf dich, mein Heiland und Erlöſer!— O Jeſus, ich liebe dich, mein höchſtes Gut!— O Zeſus, im inner⸗ ſten Grunde meines Herzens reuen mich alle meine Sünden!— O reinige mich durch dein heiliges Blut und verzeihe mir meine Sünden!— Jeſus, mein Alles. 35 546 Pie heilige Wegzehrung nach der htiligen Rommunion. O Jeſus! ich glaube, daß du jetzt wirklich in meinem Herzen gegenwärtig biſt.— O welch ein unbeſchreibliches Glück iſt mir zu Theil gewor⸗ den!— Mein Jeſus, mein Erlöſer iſt bei mir! — Ich bete dich an, meinen Gott und Herrn und lobe und benedeie dich;— ich danke dir herzinnig⸗ lich, daß du mich heimgeſucht haſt!— Ich danke dir für alle Gnaden, die du mir mein ganzes Leben lang erwieſen haſt.— O laß dir den Dank meines armen Herzens gefallen! Ich liebe dich, mein Jeſus und mein Alles! ich liebe dich aus ganzem Herzen; ich will nichts Anderes mehr lieben als dich;— ich liebe dich mehr als mein Leben, das ich freudig dir hingebe.— Ja, o gütigſter Herr! mein Leben iſt in deiner Hand! — Willſt du mich noch länger leben laſſen, ſo iſt es mir ganz recht; ich will dann die Tage meines Lebens benützen, dir treuer zu dienen, deine Gebote eifriger zu erfüllen und dich mit keiner Sünde mehr zu beleidigen.— Willſt du aber von dieſer Welt mich abrufen, ſo geſchehe dein heiligſter Wille!— Siehe, ich opfere dir mein Leben, ich lege meine Seele in deine Hand, nimm ſie auf und führe ſie in dein ſchönes Reich zu dir und deinen Heiligen.— Ich fürchte jetzt den Tod nicht mehr.— Ich habe ja dein Fleiſch — on * „nilihn — welh i ſil gewu⸗ ſt bei nir * Hermuh herjm ZIch dule —nein gunz —aß dir de 3 liche h liebe dich aderes neht —rr al mein S—, ner Hud! laſſen, ſo i die Tuge ju diener, d dich mi Pilſt du 8 ſo geſchh h opfere dir deine Hand chönes Reih ſicht j ein Fli für die Sterbenden. 547 und Blut, das Unterpfand der Auferſtehung!— Du haſt mir das Brod der Engel gegeben,— und du haſt geſagt:„Wer davon iſſet, wird nicht ſterben, der wird leben in Ewig⸗ keit.“— Du haſt geſagt:„Wer mein Fleiſch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm und ich werde ihn am jüngſten Tage auferwecken.“ Warum ſoll ich den Tod fürchten?— Ich werde auch nach dieſem zeitlichen Tode fortleben; du wirſt mich, o Jeſus, den ewigen Tod nicht ſchauen laſſen.— Ich opfere dir daher mein Leben; dein bin ich, dein will ich ſein im Leben und im Sterben. Amen. Seufzer zur gebenedeiten Mutter Gottes. Meine theuerſte Mutter Maria! o nimm dich deines kranken, armen Kindes an! Siehe, dein göttlicher Sohn hat mich heimgeſucht.— O lobe und preiſe ihn für mich und danke ihm für ſeine Liebe!— Bitte ihn für mich um Gnade und Erbarmen!— Bitte ihn, daß er meine Sünden mir vergebe, bitte ihn, daß er mir Stärke und Kraft verleihe, Alles für ihn zu leiden,— bitte ihn, daß er mir vollkommene Ergebung in ſeinen heiligen Willen einflöße,— bitte ihn, daß er mich einen guten Kampf kämpfen laſſe,— bitte ihn, daß er meine Seele als ſein Eigenthum er⸗ 35* 543 Die hl. Wegzehrung für die Sterbendtn. kenne,— und daß er ſie, wenn ich ſterben ſollte, gnädig aufnehme in den Ort, den er mir berei⸗ tet hat! Verlaß auch du mich nicht, gütigſte Mutter! im letzten Streit und ſchütze mich vor dem Feinde. Jeſus, Maria und Joſeph! euch ſchenke ich mein Herz und meine Seele! Jeſus, Maria und Joſeph! ſtehet mir bei in meinem letzten Streit! Jeſus, Maria und Joſeph! laßt mich mit euch im Frieden fahren! Amen. Alles zur größeren Ehre Gottes! Es lebe mein eſus und mein Illes An. then ſilu, nir b giie ſchente it 2 nir bil tnihn lls , S —— — 3— — 2 — ——— ei onene